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Text
KARL-DIETER
BÜNTING
Deutsches
BUCH
KARL-DIETER
BÜNTTNG
Deutsches
WÖRTER¬
BUCH
herausgegeben von
Karl-Dieter Bünting
Ramona Karatas
unter Mitarbeit von Ute Gieba
und
Gabriele Berensmeier
Axel Bitterlich
Heiner Bünting
Ingeborg Bünting
Christine Heiperts
Gabriele Hendricks
Silvia Karatas
Marayle Küpper
IraLenski
Anke Meissner
Christian Pickmann
Ulrike Pospiech
Barbara Stöckmann
Wilfried Timmler
Kommentare zur neuen
amtlichen Rechtschreibung
in Zusammenarbeit mit Wolfgang Eichler
V
© 1996 by Isis Verlag AG, Chur/Schweiz
Gesamtherstellung: Isis Verlag AG,
und Graphischer Großbetrieb Pößneck
Vorwort
Vorwort
Dieses Wörterbuch ist völlig neu entwickelt worden. Die neue „Amtliche Regelung“ ist in
den Wortbestand eingearbeitet.
Dieses Wörterbuch ist aber nicht nur ein Rechtschreibwörterbuch, sondern ein Bedeutungs¬
wörterbuch, wie in den Hinweisen für den Benutzer ausführlich erläutert. Es enthält neben
dem Zentralwortschatz der deutschen Sprache zahlreiche Fremd- und Fachwörter, Regio¬
nalismen sowie gruppenspezifische Wörter. Daneben finden sich zahlreiche Abkürzungen,
Kurzwörter und geographische Bezeichnungen. Warenzeichen sind markiert, wenn sie als
Bezeichnung einer Gattung oder als Wort Verwendung finden. Sie Sind als ( Warenzeichen)
gekennzeichnet; fehlt dieser Hinweis, so bedeutet dies nicht, daß sie frei benutzt werden dür¬
fen. Weiterhin sind Wortbildungselemente aufgeführt, die dem Benutzer weitere Worter¬
schließungen und Einsicht in Strukturen der Wortbildung ermöglichen.
Aufgenommen sind zahlreiche Redewendungen, Redensarten, Sprichwörter und Geflügelte
Wörter. Diese festen Wortverbindungen mit ihnen eigenen Bedeutungen sind ein wichtiger,
häufig gebrauchter Bestandteil des Wortschatzes (s. Hinweise für den Benutzer 7.1.).
Die Wörter sind zunächst in der gewohnten Schreibung aufgenommen, die offiziell bis
31.07.1998 allein gilt. Allerdings darf im Vorgriff in vielen Schulen schon die neue Schrei¬
bung verwendet werden. Bis 2005 gelten dann beide Schreibweisen parallel. Deshalb sind
beide Schreibungen im Wörterbuch vorhanden. Neuschreibungen sind nach einem rot ge¬
druckten hinweisenden Pfeil rot gedruckt eingefügt; das gilt auch für die Worttrennung, wo
nach dem hinweisenden Pfeil jeweils alle Trennmöglichkeiten angegeben sind. Gerade in un¬
serer Zeit, in der viele Menschen mit dem PC schreiben und Blocksatz verwenden wollen, ist
es wichtig, alle Trennmöglichkeiten im Wörterbuch vorzufinden. Wenn ein Wort durch die
Neuschreibung alphabetisch anders einsortiert ist, ist es rot gedruckt mit Verweis auf das
Stichwort in alter Schreibung gesondert aufgenommen. Wenn sich Schreibungen in den
grammatischen Formen ändern, sind diese rot gedruckt eingerahmt durch zwei hinweisende
Pfeile.
Die neuen Regeln sind ab S. 1374 im Wortlaut abgedruckt, versehen mit Hinweisen zu den
Grundlagen und Grundprinzipien der deutschen Rechtschreibung, zum Weg und zu den
Zielen der Rechtschreibreform sowie mit Kommentaren, Erläuterungen, Faustregeln und
Lösungshilfen für Problemfälle.
Die Sprache ändert sich ständig. Neue Wörter kommen hinzu, aus Wortbildungen, Umdeu¬
tungen und aus anderen Sprachen. Vor 10 Jahren hätten Sie mit dem Wort ’Handy’ nichts
anfangen können. Ältere Wörter werden nicht mehr oder kaum noch gebraucht. In Wörter¬
büchern führen sie oft ein längeres Leben als im Sprachgebrauch. Ein Wörterbuch ist Zeuge
und Dokument eines Stadiums in der Sprachgeschichte. In Zeiten des Umbruchs wie jetzt
mit der neuen Rechtschreibung ist ein Wörterbuch eine unentbehrliche Hilfe für jeden, der
schreibt, liest und seine Ausdrucksfähigkeit fördern will.
Inhaltsverzeichnis
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches 6
Liste der Abkürzungen 11
Die neue Rechtschreibung-Was ist neu? 12
Wörterverzeichnis 21
Informationen zum amtlichen Regelwerk und Erläuterungen für die Schreibpraxis 1368
5
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches
Beim Aufbau des Wörterbuches wurde großer Wert darauf gelegt, es benutzerfreundlich zu
gestalten. Deshalb erscheinen alle aufgenommenen Wörter als eigene Stichwörter. Man
muß zum Beispiel Wörter wie .Komponist’, .Kompost’ und .Kompott’ nicht im „Nest“ des
Stichwortes .Komponente’ suchen.
Stichwortanordnung und Aufbau der Wörterbuchartikel
Die Stichwörter sind in alphabetischer Reihenfolge verzeichnet. Jedes Stichwort beginnt
mit einer neuen Zeile. Danach folgen weitere Angaben. Dieses Wörterbuch ist so angelegt,
daß der Benutzer unter jedem Stichwort alle wichtigen Informationen erhält. Auf Verweise
wurde im Interesse des Benutzers so weit wie möglich verzichtet.
Die im folgenden vorgestellte Reihenfolge der Angaben erläutert deren Reihenfolge im
Wörterbuchartikel, soweit beim einzelnen Stichwort zutreffend.
1. Das Stichwort wird halbfett mit Trennung und Betonung verzeichnet. Betonte Silben sind
unterstrichen. Die Trennmöglichkeiten sina durch einen Längsstrich (|) angezeigt. Wenn
durch den Zeilenumbruch ein Silbentrennungszeichen (-) eingefügt ist, bleibt der Trenn¬
strich (I) erhalten, um dem Benutzer zu zeigen, daß hier von den Autoren eine Trennmög¬
lichkeit angegeben wird. Läßt sich eine zur Zeit mögliche Trennung nicht innerhalb des
Stichwortes verzeichnen, so wird diese Möglichkeit in runden Klammem dahinter verzeich¬
net, wie z. B. bei Dampf|schiffahrt (Dampf|schiff|fahrt):...; backen (bgk|ken):... Weitere
Schreib- oder Betonungsyarianten werden mit einem Schrägstrich dahinter verzeichnet,
z; B. „Jacht/Yacht: ..." Änderungen aufgrund der Rechtschreibreform sind rot gedruckt
ebenfalls direkt dahinter aufgenommen und durch —> gekennzeichnet, z. B. —> Dampfj-
schiff|fahrt/Dampf)schiff-Fahrt und —> ba|cken (vgl. u. 8).
2. Die Herkunftssprache wird in spitzen Klammern < > in kursivem Druck verzeichnet.
Ein Bindestrich zwischen zwei oder mehr Sprachangaben bezeichnet eine geschichtliche
Entwicklung, wie z. B. De|bat|te: < lat.-fr. >. Durch Semikolon abgetrennte Sprachanga¬
ben beschreiben die Herkunftssprachen der verschiedenen Wortbestandteile bei Zusam¬
mensetzungen, in denen der erste Bestandteil zumindest fremdsprachlicher Herkunft ist,
wie z. B. De)tek|t|v|ge|schich|te: < lat.-fr.; dt. > .
3. Hinweise zur Aussprache
In allen Wörtern sind in den betonten Silben die Vokale unterstrichen.
In Fremdwörtern sind in Schrägstrichen Hinweise zur Aussprache gegeben. Dabei wurden
nicht die fachwissenschaftlichen internationalen phonetischen Zeichen verwendet, die der
Laie oft nicht kennt und also nicht versteht. Es wurde versucht, möglichst nahe an unserer
Rechtschreibung zu bleiben* die ja im Grunde eine Lautschrift ist (vgl. u. 3.3).
3.1 Wortzusammensetzungen
Bei Zusammensetzungen wird eine Aussprache nur angegeben, wenn der erste Bestandteil
anders gesprochen als geschrieben wird, der zweite Bestandteil wird dann durch einen Aus¬
lassungsstrich angezeigt. Ist der zweite Wortbestandteil fremdsprachlicher Herkunft, wäh¬
rend der erste nicht erkennbar fremdsprachlich ist, so wird an dieser Stelle keine Angabe zur
Aussprache gemacht.
3.2 Längen und Kürzen von Vokalen
Folgt nur ein Konsonant, so ist die Aussprache des Vokals in der Regel lang. In fremdspra¬
chigen Wörtern kann die Länge von Vokalen auch durch zwei Vokale, die aufeinanderfol¬
gen, angezeigt werden.
6
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches
Die Kürze des Vokals ergibt sich (schreibnahe) aus den ihm folgenden Doppelkonsonanten.
Ausnahme sind vor allem einsilbige Wörter wie ,ab’, ,mit’, ,weg\ Unbetonte Silben sind in
der Regel kurz.
3.3 Angaben zur Aussprache
Durchgestrichene Buchstaben
eh bezeichnet den ,ach’-Laut, der am hinteren Gaumen gebildet wird, wie z. B. Jun|ta:
/ehunta/
ng bezeichnet, daß der Vokal der davor steht, ein Nasallaut ist, d. h. durch die Nase ge¬
sprochen wird, wie z. B. blan|chie|ren: /blangschiren/ (meist in Wörtern französischer
Herkunft)
seh bezeichnet den ,sch’-Laut, der weich, stimmhaft gesprochen wird, wie z. B. Ja|lou|sie:
/sehalusi/
th bezeichnet einen stimmlosen Reibelaut, wie z. B. Com|mon| wealth: /kommenwälth/
Hochgestellte Buchstaben
e das hochgestellte ,e’ bezeichnet ein schwaches, kaum gesprochenes ,e\ einen Murmel¬
laut
in der Buchstabenfolge ,ie’ zeigt es an, daß das ,e’ nicht die Länge des ,i’ bezeichnet,
sondern als schwaches ,e’ gesprochen wird, wie z. B. Be|go|nle: /begonie/
* das hochgestellte ,i’ bezeichnet ein schwaches kaum gesprochenes ,i’ besonders in
Wörtern englischer Herkunft, wie z. B. Hockey: /hocke*/
r das hochgestellte ,r’ bezeichnet in fremdsprachlichen Wörtern ein kaum gesprochenes
,r’, wie z. B. in Green|hom: /grinhorn/
Andere hochgestellte Buchstaben bezeichnen immer, daß sie nur andeutungsweise gespro¬
chen werden.
Ein in der Endsilbe stehendes ,e’ wird immer nur andeutungsweise gesprochen, in der Anga¬
be wird bei deutschen Wörtern auf eine Hochstellung verzichtet. Ebenso wird ,r’ in der deut¬
schen Aussprache, wenn es in der Wortmitte oder am Wortende steht, immer nur andeu¬
tungsweise gesprochen. Daher wird nur bei Wörtern englischsprachiger Herkunft das ,r’
hochgestellt.
Normalstellung
ä/e bezeichnen schreibnahe (je nach Schreibweise des Stichwortes) ein offenes oder ein
geschlossenes ,e’
s bezeichnet ein weiches ,s\ das stimmhaft ist wie in, Susi’
ss/ß bezeichnet (schreibnahe an der Schreibung eines Wortes orientiert) ein hartes, stimm¬
loses ,s’ z. B. ob|struk|tiv: /obßtruktif/
z bezeichnet die Lautverbindung ,tß’, wie sie vor allem in Wörtern fremdsprachlicher
Herkunft vorkommt z. B. Qs: /ziß/, Cel|lu|lo|se/Zel|lu|lojse: /zellulose/
4. Grammatische Angaben werden zu jedem Stichwort in kursiver Schrift gesetzt. Auch wenn
eine Ausspracheangabe zu einem Plural steht, ist diese Angabe kursiv, um den Bezug zum
Plural zu verdeutlichen. Es erfolgt jeweils die Wortartangabe (Adj., Adv., Konj. usw. vgl.
Abkürzungsliste S. 11) Bei den Wortarten Substantiv und Verb erfolgt die Wortartangabe
über die Deklination bzw. Konjugation; beim Adjektiv können weitere Flektionsangaben
und Angaben zur Steigerung folgen (vgl. b).
a) Bei einem Substantiv werden der Artikel, die Singularendung im Genitiv und die Plural¬
endung beigefügt; die Angaben sind durch ein Semikolon getrennt, wie z. B. bei Kmd: das;
-(e)s; -er. Gibt es keinen Plural zu dem Stichwort, so wird dies durch einen Auslassungs¬
strich (-) angezeigt. Ist eine Pluralform verzeichnet, aber in einer Bedeutung wird dieses
Wort nicht im Plural verwendet, so steht vor der entsprechenden Definition die Angabe
7
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches
o. PL (ohne Plural), wird das Wort in einer Bedeutung nur im Plural verwendet, so steht nur
PL (nur Plural), wird das Wort in einer Bedeutung meistens im Plural verwendet, so steht
meist PL (meist Plural),
Ausgeschrieben werden die Formen des Genitiv Singulars oder des Plurals nur wenn:
- ein Betonungswechsel stattfindet, wie z. B. bei Pastor: der; -s; Pastoren ' oder bei
Monographie: die; ~; Monographien
-ein Vokal umlautet, wie z. B. bei Vater: der; -s; Väter
- die Pluralform mit einer Änderung der Wortendung verbunden ist, wie z. B. bei Kaktus:
der; -es; Kakteen u. -ses.
Bei Zusammensetzungen wird in diesem Fall nur der zweite Bestandteil ausgeschrieben, wie
z. B. bei Kindesvater: der; -s; -väter.
Bei Stichwörtern, die nur bei Sortennennungen eine Pluralform haben, wird zunächst ver¬
merkt, daß es keinen Plural gibt (-), und dahinter wird die Pluralform als Sorte benannt,
wie z. B. Mais: der; -es; - u. (Sorten) -e (sonst Maiskolben); ebenso werden Stichwörter be¬
handelt, die nur einen fachsprachlichen Plural besitzen, wie z. B. Blut: das; -(e)s; - u.
< Med. > -e. *
Weibliche Formen werden mit Trennung und Betonung sowie grammatischen Angaben
verzeichnet, wie z. B. Lgh)rer: der; -s; ~ weibl. Leh|re|rin: die; - ; -nen. Sie sind immer ausge¬
nommen, weil ihre Trennung gezeigt werden soll, die oft falsch gemacht wird, und weil sich
die Betonung manchmal ändert: Pa|stor/Pa|stor —> Pas|tor/Pas|tor, Pa|sto|rin —> Pas|-
to|rin
Ebenso wird der Gebrauch mit dem unbestimmten Artikel angegeben, wenn sich dabei et¬
was im Stichwort ändert, wie z. B. bei Deutsche: der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.;
ein Deutscher; eine Deutsche; zwei Deutsche).
Sind der Plural oder der Genitiv identisch mit dem Stichwort in der Grundform, dann
wird eine Tilde (~) gesetzt, wie z. B. bei Lehjrer: der; -s; - weibl. Lgh|re|rin: die; -; -nen.
b) Bei einem Adjektiv, wird immer die Wortart Adj. angegeben, dazu können weitere Anga¬
ben folgen wie,nicht steigerbar’ oder,nicht deklinierbar’, wie z. B. bei tot: Adj. n. stg.. Ist die
Steigerung nicht regelmäßig, so wird diese verzeichnet, wie z. B. bei gut: Adj. besser; beste,
neu: Adj. neuer; neu(e)ste. Die Angabe n. stg. (nicht steigerbar) beschreibt, daß auf Grund
der Bedeutung nicht gesteigert werden kann. Formal, umgangssprachlich und in übertrage¬
ner Bedeutung können alle Adjektive gesteigert werden: „der schwärzeste Humor
c) Bei einem Verb werden die schwierig zu bildenden Formen für die zweite Person Singular
bzw. Plural angegeben (2. Person Präsens; 2. Person Präteritum; 2. Person Perfekt + sein
oder haben), z. B. be|fin|den: befindest; befand(e)st; hast befunden; wird die zweite Person
nicht oder nur sehr selten verwendet, so wird die dritte Person angegeben, z. B. we|hen: weht;
wehte; hat geweht. Besteht die Möglichkeit, daß das Perfekt und Plusquamperfekt mit ,sein’
und mit,haben’ gebildet werden kann, so stehen bistjhast und istjhat an entsprechender
Stelle. Wechselt die Verwendung der Hilfsverben in verschiedenen Bedeutungskontexten, so
wird vor der Definition das in diesem Zusammenhang zu verwendende Hilfsverb angege¬
ben, wie z. B. bei fahjren: a) hast (eine) Person(en) od. Waren, Gegenstände usw. in einem
Fahrzeug von einem Ort zum anderen befördern »Ich habe meine Mutter zum Arzt
gefahren.« b) bist sich (selbst am Steuer eines Fahrzeuges sitzend od. in einem Fahrzeug als
Fahrgast sitzend)ineinemFahrzeugvoneinemOrtzumanderenbewegen»/cMtn('ün2fcts/)z«m
Arztgefahren.«
Reflexive Verben sind zusätzlich als Stichwörter aufgeführt, um den Kasus des Pronomens
deutlich zu machen, z. B. um|zie(hen: ziehst um; zog(e)st um; bist umgezogen aber um|zje|-
8
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches
hen, sich: ziehst dich um; zog(e)st dich um; hast dich umgezogen; kaujfen: kaufst; kauftest;
hast gekauft aber kau|fen. sich: kaufst dir; kauftest dir; hast dir gekauft.
5. Bereichsangaben wie Medizin, Technik, Sprachwissenschaft usw. sind in spitzen Klam¬
mern direkt vor die entsprechende Bedeutung gesetzt, auf die sie sich beziehen, z. B.
Diph|te|rie:... < Med. > Infektionskrankheit...
6. Stilangaben finden sich in eckigen Klammern direkt vor der Bedeutung, auf die sie sich
beziehen, wie z. B. Ge|rüch|tejkü|che:... [ugs.; abwert.] Ort, an dem Halbwahrheiten od.
Lügen in Umlauf gebracht werden (zur Liste der Abkürzungen s. S. 11).
7. Die Bedeutnngserklärung erfolgt überwiegend durch Definitionen; ein Semikolon zeigt
an, daß verschiedene Wege der Ansätze zur Bedeutungsbeschreibung gezeigt werden. Ein¬
worterklärungen werden möglichst vermieden und meistens nur als Ergänzung der Definiti¬
on angefügt. Man findet sie jedoch bei Fremdwörtern, wenn es sich um eine einfache Über¬
setzung handelt. Lassen sich einem Stichwort mehrere Bedeutungen zuordnen, so werden
diese durch 1, 2, 3 usw. unterschieden; weichen die verschiedenen Bedeutungen inhaltlich
nicht sehr voneinander ab, so ist mit a), b), c) usw. unterschieden.
Im Anschluß an eine Erklärung wird häufig ein Anwendungsbeispiel verzeichnet, das den
Gebrauch des Stichwortes verdeutlichen soll. Es ist kursiv gesetzt und wird eingeleitet durch
,»' und beendet durch Werden verschiedene Anwendungsbeispiele zu einer Erklärung
verzeichnet, so werden diese durch getrennt.
7.1 Wortverbindungen, Redewendungen, Sprichwörter und Geflügelte Worte werden mit ei¬
gener Numerierung, fett und mit einem Doppelpunkt abgeschlossen hinter der letzten Er¬
klärung zu dem Stichwort aufgeführt und mit einer Bedeutungserklärung versehen; eventu¬
elle Neuschreibungen nach der Rechtschreibreform sind angegeben. Gibt es bei Redewen¬
dungungen mehrere Bedeutungen, so werden analog zu den Bedeutungserklärungen 1., 2.,
3. (aufgrund der Übersichtlichkeit nicht fett, mit Punkt) oder a), b), c) (aufgrund der Über¬
sichtlichkeit nicht fett) zur Unterscheidung eingesetzt.
Diese Wortverbindungen stellen so etwas wie einen zweiten Wortschatz der Sprache dar. Sie
sind dadurch gekennzeichnet,
- daß die Wörter eine feste Verbindung eingegangen sind und
- daß die Verbindung eine andere Bedeutung Jjat als der Gebrauch dieser Wörter in einem
beliebigen Text.
Ein alter Hase kann ein Nagetier sein oder ein Mensch. Ein schlauer alter Hase kann eben¬
falls beides sein. Ein alter, schlauer Hase ist immer ein Hase; schon das Komma zeigt an,
daß hier keine so feste Verbindung besteht.
Es gibt eine ganze Reihe von Wörtern, die nur in solchen Wendungen Vorkommen: Mau!|-
af|fe: der; -n; -n a) [veralt.] Gaffer b) jd. hält Maulaffen feil: jmd. betrachtet jmdn., etw.
dumm, unverschämt, gafft etw., jmdn. an »Statt bei der Arbeit zu helfen, hielt er Maulaffen
feil.«
7.2 Abkürzungen (Abk.) und Kurzwörter (Kurzw.) werden aufgelöst; insbesondere die Auf¬
lösungen fremdsprachlicher Abkürzungen sind mit Kurzerklärungen versehen. Gibt es bei
Abkürzungen mehrere Bedeutungserklärungen zu den Auflösungen, wird verfahren, wie
unter Punkt 7.1 angegeben, z. B. Ind.: Abk. 1 a) Indien b) Inder(in) 2 Index = 1. alphabeti¬
sches Verzeichnis 2. Liste verbotener Bücher, Filme usw. 3 Indifferenz... (bei 1 handelt es
sich um zwei Abkürzungsauflösungen, unter 2 werden nach der Auflösung zwei Bedeutun¬
gen zu der einen Auflösungsmöglichkeit angegeben). Bei Kurzwörtern wird im Stichwort
die Trennung und Betonung vermerkt, ferner folgt neben dem Hinweis Kurzw. eine gram¬
matische Angabe, wie z. B. bei Lok: Kurzw. die; ~; -s [ugs.] Lokomotive.
7.3 Hinweise zu Synonymen (Syn. = sinnverwandten Wörtern) oder zu Antonymen (Ant. =
Gegenwörtern) stehen nach der letzten Erklärung (auch bei mehreren Bedeutungsangaben
9
Hinweise zum Gebrauch des Wörterbuches
oder nach dem letzten Beispielsatz), aber immer vor Redewendung, Wortverbindung,
Sprichwort, Geflügeltem Wort. In spitzen Klammern wird dann angegeben, auf welche Be-
deutungseinheit(en) sich das Synonym oder Antonym bezieht.
8. Änderungen aufgrund der Rechtschreibreform
Neue Schreibungen oder neue Trennungen werden rot gedruckt hinter dem Stichwort ver¬
zeichnet; die Neuschreibung bzw. Neutrennung ist durch —> markiert.
Ist die angegebene Neuschreibung oder Neutrennung nach Inkrafttreten der Rechtschreib¬
reform die einzig mögliche Schreibung, so steht be|hen|de —> be|hän|de. Stellt die angebene
Neuschreibung eine Möglichkeit neben der alten Schreibung dar, so steht auf|wen|dig —>
auch auf|wän|dig.
In manchen Fällen ist die Getrennt- oder Zusammenschreibung eines Wortes davon abhän¬
gig, was der Schreiber ausdrücken möchte. Das Wort hochfliegen zum Beispiel wird zusam¬
mengeschrieben, wenn die Situation ,sich vom Boden lösen’ gemeint ist, ist nun aber ge¬
meint, ,sich bereits in der Luft befindend noch höher zu steigen’, so wird getrennt geschrie¬
ben. In solchen Fällen ist ein —» auch... gesetzt, um den Benutzer auf diese Möglichkeiten
hinzuweisen.
Der Hinweis —> auch... auf eine mögliche Neuschreibung findet sich ebenfalls, wenn eine
eindeutige Entscheidung über Getrennt- und Zusammenschreibung nicht zu treffen ist, und
die Amtliche Regelung „es dem Schreibenden überläßt, ob er zusammenschreiben oder ge¬
trennt schreiben möchte " (vgl. § 34 (E4), § 36 (E2)).
Die neuen Trennungsregeln führen häufig zu zahlreichen Trennmöglichkeiten, die alle im
Stichwort verzeichnet sind. Der Benutzer möge selbst die Trennung wählen, die er für ange¬
bracht und in seinem Zeilenfluß für passend hält. Gerade heute, wo viel mit dem PC im
Blocksatz geschrieben wird, ist es wichtig, alle Trennungsmöglichkeiten zu kennen (vgl.
Kommentar zu der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung, Punkt F).
Führt die Rechtschreibreform zur zwingenden Änderung der Schreibung von grammati¬
schen Formen, so wird die Neuschreibung durch —> eingeleitet und durch <— beendet,
wie z. B. bei bejstußt •—> bejstusst: Adj. bestußter; bestußteste —> bestusster; bestussteste
<—; Bettuch (Bett|tuch) —> immer mit ttt: Bett|tuch/Bett-Tuch: das;-(e)s; Bettücher —>
Betttücher!Bett-Tücher <— ; blei|ben|las|sen —> blei|ben las|sen: läßt bleiben; ließ(es)t
bleiben; hast bleibengelassen —>hast bleiben gelassen ♦ alle Gegenwartsformen mit ss <— ;
führt sie jedoch nur zu einer weiteren Möglichkeit, so steht hoch|flie|gen: fliegt hoch; flog
hoch; ist hochgeflogen < Vogel, Flugzeug o. ä. > a) sich vom Boden lösen, auffliegen »Die
Schwalben sind eben hochgeflogen.« b) —> auch hoch fliegen —>auch ist hoch geflogen <—
an Höhe gewinnen.
io
AbkQrzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abk.
-
Abkürzung
abwert.
*
abwertend
Adj.
=
Adjektiv
Adj. n. dekl.
=
Adjektiv nicht dekli¬
nierbar
Adj. n. stg.
—
Adjektiv nicht steiger¬
bar
Adverb
Adv.
=
Afrik. Spr.
SS
aus einer der afrikani¬
schen Sprachen
ägypt.
=
ägyptisch
Akk.
=
Akkusativ
alban.
=s
albanisch
amerik.
ST
amerikanisch
amtssprl.
=
Papierdeutsch, Amts¬
deutsch
Anat.
=
Anatomie
Ant.
—
Antonym
arab.
=
arabisch
Archäol.
=
Archäologie
Archit.
SS
Architektur
Art.
=
Artikel
austr.
=
australisch
babylon.
=
babylonisch
Banikw.
=
Bankwesen
Bauw.
=
Bauwesen
bayr.
=
bayrisch
bengal.
—
bengalisch
bergmannssprl.
=
bergmanns¬
sprachlich
berlin.
=
berlinisch
Bio.
=
Biologie
Bot.
=
Botanik
bras.
=
brasilianisch
BRD
=
Bundesrepublik
Deutschland
Buchw.
=
Buchwesen
bulgar.
=
bulgarisch
ca.
=
circa
chin.
=
chinesisch
dän.
dänisch
Dat.
=
Dativ
DDR
=
Deutsche Demokrati¬
sche Republik
Druckw.
=
Druckwesen
dt.
=
deutsch
-dt.
=
-deutsch
EDV
Elektronische Daten¬
verarbeitung
Eisenb.
=
Eisenbahnwesen
Eiektrot.
=
Elektrotechnik
engl.
=
englisch
etrusk.
=
etruskisch
etw.
=
etwas
evang. Kirche
evangelische Kirche
fachsprl.
-
fach sprachlich
fran.
=
finnisch
Forstw.
*
Forstwesen
fr.
=
französisch
fremdsprl.
fremdsprachlich
gäl.
=
gälisch
gall.
=
gallisch
Gastr.
=
Gastronomie
geh.
gehoben, auch für bil¬
dungssprachlich ver¬
wendet
Gen.
=S
Genitiv
germ.
=
germanisch
got.
-
gotisch
gr-
=
griechisch
hait.
=
haitisch
hebr.
=5
hebräisch
hist.
historisch
ind.
=
indisch
Indian. Spr.
=
aus einer der india-
nischischen Sprachen
indones.
=
indonesisch
Interj.
S
Interjektion
Inuit
=
Eskimosprache
ir.
=
irisch
iran.
—
iranisch
iron.
=
ironisch
isländ.
=
isländisch
it.
—
italienisch
Jagd
=
alles, was die Jagd, Jä¬
ger betrifft
jap.
=
japanisch
Jhd.
=
Jahrhundert
Jhds.
=
Jahrhunderts
jidd.
jüdisch
jmd
=
jemand
jmdm.
=
jemandem
jmdn.
=
jemanden
jmds.
=
jemandes
jugendsprl.
jugendsprach¬
lich
kanadisch
kanad.
=
karib.
=
karibisch
kath. Kirche
=
katholische Kirche
kaufmannssprl.
=
kaufmanns¬
sprachlich
kelt.
=
keltisch
Kfz
=
Kraftfahrzeug
Kochk.
=
Kochkunst
Konj.
=
Konjunktion
korean.
=
koreanisch
kreol.
=
kreolisch
kret.
=
kretisch
kroat.
=
kroatisch
Kurzw.
=
Kurzwort
landsch.
=
landschaftlich
lat.
—
lateinisch
lautm.
=
lautmalerisch
Literaturwiss.
—
Literaturwissen¬
schaft
Lkw
=
Lastkraftwagen
m. PI.
=
meist Plural
MA
=
Mittelalter
malai.
malaiisch
männl.
=
männliche Form
Math.
=
Mathematik
Med.
=
Medizin
mexik.
=
mexikanisch
Milit.
=
Militär
mong.
=
mongolisch
n. dekl.
—
nicht deklinierbar
n.Pl.
nur Plural
n. stg.
=
nicht steigerbar
neuseeländ.
—
neuseeländisch
nieder!.
=
niederländisch
nord.
=
nordisch
norddt.
=
norddeutsch
norw.
=
norwegisch
o. ä.
=
oder ähnliche(s)
o.a.
=
oder andere(s)
o. Art.
=
ohne Artikel
o.Pl.
=
ohne Plural
od.
=
oder
österr.
=
österreichisch
Päd.
=
Pädagogik
pers.
=
persisch
peruan.
=
peruanisch
Pkw
Personenkraftwagen
PI.
—
Plural
Pl.s.
=
Plural selten
poet.
=
poetisch, dichterisch
Pol.
=
Politik
-pol.
-
-politik
poln.
=
polnisch
polynes.
=
polynesisch
port.
=
portugiesisch
Präp.
—
Präposition
Pron.
=
Pronomen
-pron.
=
-pronomen
rhein.
rheinisch
rumän.
-
rumänisch
russ.
russisch
sächs.
sächsisch
scherzh.
=
scherzhaft
Schott.
=
schottisch
schwäb.
=
schwäbisch
Schweiz.
=
schweizerisch
seemannssprl.
seemanns¬
sprachlich
semit.
—
semitisch
serb.
-
serbisch
Sg.
Singular
skand.
=
skandinavisch
slaw.
=
slawisch
slowak.
=
slowakisch
slowen.
-
slowenisch
sorb.
=
sorbisch
Soziol.
=
Soziologie
span.
=
spanisch
Sprachwiss.
=
Sprachwissen¬
schaft
süddeutsch
süddt.
=
Syn.
=
Synonym
syr.
=
syrisch
tahit.
=
tahi tisch
tamil.
=
tamilisch
tatar.
=
tatarisch
tib.
=
tibetisch
tschech.
=
tschechisch
türk.
=
türkisch
u.
=
und
u. ä.
' =
und ähnliches
u.a.
=
und andere
übertr.
übertragen (methapho-
risch, figurativ, bild¬
lich)
ugs.
=
umgangssprach¬
lich
ung.
=
ungarisch
usw.
—
und so weiter
veralt.
SS
veraltet od. veraltend
verhüll.
=
verhüllend
verst.
=
verstärkend
-w.
—
-wesen
weibl.
=
weibliche Form
wiener.
=
wienerisch
Wirt.
—
Wirtschaft
-wirt.
. =
-Wirtschaft
-wiss.
=
-Wissenschaft
z.B.
=
zum Beispiel
z.T.
—
zum Teil
Zool.
=
Zoologie
ii
Die neue Rechtschreibung - Was ist neu?
Die neue Rechtschreibung - Was ist neu?
Die Reform der Rechtschreibung will, obwohl in das bestehende Schriftbild nur wenig eingegriffen
wird, den Schreiberinnen und Schreibern Erleichterungen bringen.
1. Die neue Rechtschreibung verstärkt wesentliche Prinzipien der Rechtschreibung, die den Men¬
schen geläufig sind.
- Das Prinzip der Worttreue: Schreibe Wortbildungen oder Wortformen zum selben Wort¬
stamm gleich oder ähnlich, (s. S. 1371 f.) Deshalb schreibt man Gämse wegen Gams, be-
lämrriert wegen Lamm, Gräuelwegen Grauen,...
- Das Prinzip der Angleichung (Analogieprinzip): Eine einmal gefundene Regel wird konse¬
quent angewendet. Bei der Worttrennung am Zeilenende darf konsequent die Silbentren¬
nung angewendet werden, also A-bend, he-rauf, Pä-da-go-gik,... Deshalb Rad fahren ge¬
trennt, weil Auto fahren, Schlitten fahren usw. schon immer so geschrieben wurden.
2. Bei einigen besonders schwierigen Fällen der Rechtschreibung wird Erleichterung geschaffen
dadurch, dass verschiedene Schreibungen zugelassen werden, zum Beispiel bei festen Wen¬
dungen auf Grundlaufgrund, von Seiten/vonseiten, bei der Kommasetzung vor und/oderoder
beim Inifinitiv.
3. Bei Fremdwörtern werden mehr deutsche Schreibungen und die eingedeutschte Silbentren¬
nung zugelassen.
4. Außerdem werden einige Bereiche amtlich geregelt, die bislang nicht amtlich geregelt waren,
wo die Schreibung sich früher laufend veränderte. Ein solcher Bereich ist die Getrennt- und Zu¬
sammenschreibung, wobei hier allerdings nicht alles einfacher geworden ist.
Die folgende Übersicht gibt Hinweise auf die Änderungen, reichlich mit Beispielen aus dem Regel¬
werk belegt, und hilft so, einen ersten Einstieg in die neue Rechtschreibung zu finden. In den Bei¬
spielen steht links jeweils die bisherige Schreibung, rechts nach einem Pfeil in Rot die neue Schrei¬
bung. Ist die alte und die neue Schreibung als Schreibvariante gültig, steht ein Doppelpfeil. Die Zu¬
sammenstellung folgt der Gliederung im amtlichen Regelwerk.
Das amtliche Regelwerk ist in sechs Teilbereiche A-F gegliedert.
A Laut-Buchstaben-Zuordnungen
B Getrennt- und Zusammenschreibung
C Schreibung mit Bindestrich
D Groß- und Kleinschreibung
E Zeichensetzung
F Worttrennung am Zeilenende «
A Laut-Buchstaben-Zuordnungen
In die grundsätzlichen Laut-Buchstaben-Zuordnungen greift die Rechtschreibreform bei einheimi¬
schen Wörtern kaum ein. Wenn Änderungen erfolgen, wird meist das Prinzip der Worttreue
(s. S. 1371 f.) konsequenter angewendet und der Zusammenhang im Wortschatz betont. Bei ein¬
heimischen Wörtern oder langsam mehr und mehr eingedeutschten Fremdwörtern gibt es folgende
Neuerungen:
1. Angleichung in einzelnen Fällen:
Känguruh —Känguru (wie Kakadu, Gnu)
rauh —> rau (wie blau, schlau, Frau usw.)
2. Konsequente Rückleitung (Prinzip der Worttreue s. S. 1371 f.) bei den Umlauten ä, äu in folgen¬
den Fällen:
behende—> behände (zu Hand)
belemmert —belämmert (zu Lamm)
Bendel —* Bändel (zu Band)
ein-, verbleuen —> ein-, verbläuen (zu blau)
Gemse—> Gämse (zu Gams) '
Greuel, greulich—* Gräuel, gräulich {zu Grauen)
Quentchen —> Quäntchen (zu Quantum)
12
Die neue Rechtschreibung - Was ist neu?
schneuzen —> schnäuzen (zu Schnauze)
Stengel —> Stängel (zu Stange)
überschwenglich —> überschwänglich (zu Überschwang)
Doppelschreibungen:
aufwendig (zu aufwenden) <=> aufwändig (zu Aufwand)
Schenke (zu ausschenken) <=> Schänke (zu Ausschank)
Beseitigung des ä-Umlautes:
Wächte —> Wechte (weil nicht von wachen)
3. Konsequente Angleichung (Analogieprinzip, s. S . 1372) der Konsonanten nach kurzem Vokal
bei einheimischen und einzelnen eingedeutschten Fremdwörtern:
As —» Ass (wegen Asse)
fritieren —> frittieren (zu Fritte)
Karamel —=>- Karamell (wegen Karamelle)
Mop —> Mopp (wegen moppen)
numerieren —> nummerieren (zu Nummer)
plazieren, placieren —> platzieren (zu Platz)
Step, Stop —» Stepp, Stopp (wegen steppen,stoppen; aber Verkehrszeichen weiterhin Stop)
Stukkateur—> Stuckateur (zu Stuck)
Tip —> Tipp (wegen tippen) *
Tolpatsch —=► Tollpatsch (wegen toll)
Doppelschreibungen:
Mesner <=> Messner (wegen Messe)
tschüs <=> tschüss
Waggon <=> Wagon (Nebenform, wegen Wagen)
4. Konsequente Stammschreibung (Prinzip der Worttreue, s. S. 1371 f.) bei Zusammensetzun¬
gen:
Jäheit—> Jähheit (zu jäh)
Roheit —> Rohheit (zu roh)
Zäheit —> Zähheit (zu zäh)
Zierat —> Zierrat (wie Vorrat)
Doppelschreibungen:
selbständig <=> selbstständig (zu selbst)
5. Konsequenter Erhalt der Konsonantenbuchstaben in Zusammensetzungen:
Flanellappen —> Flanelllappen, auch Flanell-Lappen
Schiffahrt —=► Schifffahrt, auch Schiff-Fahrt
Flußsenke —> Flusssenke, auch Fluss-Senke
6. Konsequent ss nach kurzem Vokal, auch bei eingedeutschten Fremdwörtern:
Biß, bißchen —> Biss, bisschen (wie Bisse)
daß —> dass
Fluß—> Fluss (wie Flüsse)
Haß, du haßt —> Hass, du hasst (weil von hassen)
Kongreß —> Kongress (wie Kongresse)
Miß —> Miss (wie Missis)
miß-, Miß- —> miss-, Miss- (misstrauen, das Missverhältnis)
Stewardeß —> Stewardess (wie Stewardessen)
7. Einige Einzelfallentscheidungen:
Alp (Gespenst)—>Alb .
Fön —> Föhn (wegen Föhn=warmer Wind)
Doppelschreibung:
Alpdrücken, Alptraum <=> Albtraum, Albdrücken
8. Eingedeutschte Variantenschreibungen bei Fremdwörtern:
8.1 Wegfall diakritischer Zeichen erlaubt:
Cevapcici <=> Cevapcici
Chäteau <=> Chateau
Csärdäs <=> Csardas
Tete-ä täte <=> Tete-a-tete
vis-ä-vis <=> vis-a-vis
13
Di« neue Rechtschreibung - Was ist neu?
8.2 Eingedeutschte Schreibungen bei bestimmten Buchstaben(verbindungen) erlaubt:
8.2.1 Vokale
a) statt ai ä in französischen Fremdwörtern in folgenden Fällen erlaubt, im Anschluss an bereits
bisher Erlaubtes:
Dränage, Majonäse, Polonäse, Militär:
Frigidaire <=> Frigidär (Nebenform)
Malaise <=> Maläse (Nebenform)
Necessaire <=> Nessessär (Nebenform)
b) e.äe am Ende von frz. Fremdwörtern darf in allen Fällen als ee geschrieben werden:
Boucle & Buklee (Nebenform)
Chicoree <=> Schikoree (Nebenform)
Expose <=> Exposee (Hauptform)
Kommunique <=> Kommunikee (Nebenform)
Variete <=> Varietee (Hauptform)
c) ou in frz. Fremdwörtern darf wie bisher schon \n Nugat in folgenden Fällen als u geschrieben
werden:
Boucle <=> Buklee (Nebenform)
Bravour <=> Bravur (Nebenform) *
8.2.2. Konsonanten
a) c darf in frz. Fremdwörtern in einem einzigen Fall als k geschrieben werden:
Boucle <=> Buklee
b) c in frz. Fremdwörtern darf im Anschluß an z. B. Fassade in zwei weiteren Fällen mit ss ge¬
schrieben werden:
Facette <=> Fassette (Nebenform)
Necessaire <=> Nessessär (Nebenform)
c) ch darf in frz./engl. Fremdwörtern im Anschluß an Scheck, Broschüre in folgenden Fällen als
sch geschrieben werden:
Ketchup <=> Ketschup (Hauptform)
Chicoree <=> Schikoree (Nebenform)
Pappmache <=> Pappmaschee (Hauptform)
d) gh darf wie bisher schon bei Getto in den folgenden zwei Fällen mit einfachem g geschrieben
werden:
Joghurt o Jogurt (Nebenform)
Spaghetti <=> Spagetti (Nebenform)
e) nn in frz. Fremdwörtern darf im Anschluss z. B. an Chansonette in folgenden Fällen mit einfa¬
chem n geschrieben werden:
Bonbonniere <=> Bonboniere (Nebenform)
Chansonnier <=> Chansonier (Nebenform)
Ordonnanz <=> Ordonanz (Nebenform)
Saisonnier o Saisonier (Nebenform)
f) ph in griech. Fremdwörtern bleibt in vielen Fällen wie Alphabet, Apostroph, Asphalt, Zellophan,
Katastrophe, Strophe, Triumph, Philosophie, Physik erhalten; es darf im Anschluss z. B. an fan¬
tastisch, Fotografie, Telefon in folgenden Fällen und Typklassen mit f geschrieben werden:
Delphin <=> Delfin (Nebenform)
- Typklasse... -phon-, z. B. (es bleibt bei Phonetik, Phoniater...)
Phon <=> Fon (Nebenform)
Phono(technik,-graph) <=> Fono(technik, -graf (Nebenform)
Saxophon <=> Saxofon (Nebenform)
Telephon, Telefon—> nur noch Telefon
- Typklasse... photo-/... foto-, z. B.
Fotografie/Photographie <=> Fotografie (Hauptform)
Photolithographie <=> Fotolithografie (Nebenform)
14
Die neue Rechtschreibung - Was ist neu?
- Typklasse.. ,-graph-, z. B.:
Orthographie <=> Orthografie (Nebenform)
Paragraph o Paragraf (Nebenform)
Telegraphie <=> Telegrafie (Nebenform)
g) ke statt qu in französischen Fremdwörtern ist in allen Fällen erlaubt:
Kommunique « Kommunikee (Nebenform)
h) rh in griech. Fremdwörtern bleibt in vielen Fällen erhalten (z. B. Rhabarber, Rheuma, Rhythmus,
Rhetorik), nur in folgenden Fällen darf mit einfachem r geschrieben werden:
Eurhythmie <=> Eurythmie (Nebenform)
Hämorrhoiden <=> Hämorriden (Nebenform)
Katarrh <=* Katarr (Nebenform)
Myrrhe <=> Myrre (Nebenform)
i) sh —> sch in englischen Fremdwörtern in zwei Fällen:
pushen <=> puschen (Nebenform)
Shrimp <=> Schrimp
j) f statt th in griechischen Fremdwörtern ist nur in zwei Fällen (Tiemamen) erlaubt:
Panther <=> Panter (Nebenform)
Thunrisch <=> Tunfisch (Nebenform)
k) z statt t in lateinischen Fremdwörtern ist bei folgenden Endungen erlaubt:
justitiabel, Justitiar <=> justiziabel, Justiziar (weil Justiz)
Potential, potentiell <=> Potenzial, potenziell (Hauptform zu Potenz)
pretiös <=> preziös (Hauptform zu Preziosen^
substantiell <=> substanziell (Hauptform zu Substanz)
8.3. Doppelschreibung in Einzelfällen:
Creme,Krem <=> Kreme (Nebenform)
Cräpe <=> Krepp (Hauptform)
Gingko Ginko (Nebenform)
Grislybär,Grizzlybär <=> Grislibär (Hauptform)
Indizes o Indices (Nebenform)
Matrizes <=> Matrices (Nebenform)
Pontifizes <=> Pontifices (Nebenform)
Portemonnaie <=> Portmonee (Hauptform)
8.4. Plural in engl. Fremdwörtern nurys
Babies, Babys (und viele anderere) —* Babys
B Getrennt-und Zusammenschreibung
Hier stoppt die Rechtschreibreform den Trend zur Zusammenschreibung und regelt den bislang
nicht amtlich geregelten Bereich vollständig. Wortgruppen werden jetzt konsequent auseinander
geschrieben, auch wenn sie relativ feste Wendungen sind, wie zum Beispiel sitzen bleiben (in der
Schule) oder alleine bleiben, Rad fahren. Zusammensetzungen, die zusammengeschreiben wer¬
den, erkennt man u. a. daran, dass ihr erster Bestandteil nicht als selbständiges Wort vorkommt,
zum Beispiel schwindsüchtig, oder eine verkürzte Wortform oder Wortgruppe darstellt, zum Bei¬
spiel angsterfüllt = von Angst erfüllt. An schwierigen Stellen gibt es als Toleranzregeln Varianten¬
schreibungen, zum Beispiel auf Grund/aufgrund.
1. Neue Schreibweisen bei Wendungen mit Verben als letztem (Teil-)Wort .
a) konsequente Getrenntschreibung bei Wendungen mit mehrteiligem Adverb und (erweiter-
barem/steigerbarem) Adjektiv:
abwärtsgehen—* abwärts gehen
aneinanderiegen—> aneinander legen
bekanntmachen —> bekannt machen
gefangennehmen —> gefangen nehmen
gutgehen —> gut gehen (steigerbar: besser, aber gutschreiben auf das Konto, nicht stei¬
gerbar)
kurztreten—> kurz treten
leichtnehmen —> leicht nehmen
15
Die n«u« Rechtschreibung-Was ist neu?
übrig bleiben —> übrig bleiben
veriorengehen —verloren gehen
b) konsequentere Getrenntschreibung von Wendungen mit Substantiv/Nomen und Verb (es
bleiben Zusammenschreibungen bei stark verblasstem Substantiv/Nomen, zum Beispiel
heimbhngen, irreführen, preisgeben, teilnehmen, wetteifern, wundemehmen):
haftmachen —* Halt machen
haushalten—> Haus halten
maßhalten —* Maß halten
pleitegehen —> Pleite gehen
radfahren—> Rad fahren
c) konsequente Getrenntschreibung bei Wendungen mit sein:
beieinandersein —> beinander sein
innesein —inne sein
d) konsequente Getrenntschreibung bei Wendungen aus Verb und Verb:
kennenlemen —> kennen lernen
Sitzenbleiben (Schule) —»• sitzen bleiben
2. Neue Getrenntschreibungen bei Wendungen mit einem Adjektiv oder Partizip am Wortende
Es bleibt zwar bei der Zusammenschreibung bei verkürzten Wortverbindungen aus Adjektiv
und Adjektiv/Partizip (angsterfüllt verkürzt aus von Angst erfüllt, desgleichen denkfaul, bitter¬
böse, nasskalt, saumselig, wehklagend), aber neue Getrenntschreibungen gibt es in folgenden
Fällen:
a) bei Partizipien als zweitem Element analog zum Verb, z. B.:
abwärtsgegangen —> abwärts gegangen
bekanntgemacht —> bekannt gemacht
haltgemacht—> Halt gemacht
innegewesen —> inne gewesen
kennengelernt —> kennen gelernt
b) konsequent bei -ig, -lieh ,-isch im ersten Wort, z. B.:
bläulichgrün —> bläulich grün
eisigkalt —> eisig kalt
c) konsequent bei einem Partizip als erstem Wort, z. B.:
blendendweiß —> blendend weiß
kochendheiß —kochendheiß
d) wenn das erste Adjektiv erweitert oder gesteigert werden kann, z. B.:
dichtbehaart—* dicht behaart (dichter behaart möglich)
emstgemeint —> ernst gemeint (sehr ernst gemeint möglich)
leichtverdaulich —> leicht verdaulich
3. Veränderungen bei der Schreibung von Zusammensetzungen/festen Wendungen mit einem
Substantiv als letztem (Teil-)Wort
Hier ändert sich nur wenig, sowohl zur Zusammenschreibung hin als auch zur Getrenntschrei¬
bung.
a) bei Zeitangaben, z.B.:
am Dienstag abend —> am Dienstagabend
Dienstagabends —> dienstagabends
b) Doppelschreibungen bei Bruchzahlen mit Maßangaben, z. B.:
ein viertel Kilogramm <=> ein Viertelkilogramm
fünf hundertstel Sekunden <=> fünf Hundertstelsekunden
c) neue Zusammenschreibungen bei Fremdwörtern aus dem Englischen, wie bisher schon, z.
B. Airbag aus Air Bag, auch Doppelschreibungen:
Air-conditioner —> Airconditioner
Comedbeef—* Cornedbeef oder CornedBeef
Desktop Publishing —Desktoppublishing oder Desktop-Publishing
Full-time-Job —> Fulltimejob oder Full-Time-Job
Midlife-crisis —> Midlifecrisis oder Midlife-Crisis
Multiple-choice-Verfahren —> Multiplechoiceverfahren oder Multiple-Choice-Verfahren
16
Oie neu« Rechtschreibung-Was ist neu?
Safer Sex « Safersex
Sex-Appeal <=> Sexappeal
Short story —> Shortstory oder Short Sfo/y
4. Neue Zusammen- oder Getrenntschreibungen oder Ooppelschreibungen bei mehrteiligen Ad¬
verbien, Konjunktionen, Präpositionen
Hier gab es bei manchen festen Wendungen (aufgrund, anstelle usw.) immer wieder Unsicher¬
heiten. Die Rechtschreibreform wendet nur einige Regeln konsequenter an und schafft an
schwierigen Stellen die Möglichkeit zur Doppeltschreibung.
a) Zusammenschreibung bei folgenden Fällen:
irgendetwas—> irgendetwas
irgend jemand —> irgendjemand
statt dessen —> stattdessen
um so —> umso (eher)
b) Getrenntschreibung in folgenden Fällen:
soviel—» so viel
wieviel—> wie viel
zuviel —> zu viel
eine Zeitlang—* eine Zeit lang
c) Doppelschreibungen in folgenden immer schon schwierigen Fällen:
aufseiten —> aufSeiten od er aufseiten
imstande (sein) <=> im Stande (sein)
in Frage (stellen) <=> in frage (stellen)
mit Hilfe <=> mithilfe
von seiten —> vonseiten oder von Seiten
zugunsten <^>zu Gunsten
zu Lasten <=> zulasten,
zu Rande (kommen) o zurande (kommen)
zuungunsten^ zu Ungunsten
zuwege (bringen) <^>zu Wege (bringen)
C Veränderungen bei der Schreibung mit Bindestrich
Es bleibt weitgehend bei den bisherigen Regelungen, die Möglichkeiten, den Bindestrich stilistisch
oder bei Abkürzungen oder zur Aufklärung von Missverständnissen zu nutzen, werden erweitert.
1. Bindestrich bei Zusammensetzungen aus Ziffern und einem Wort, z. B.:
3tonner—> 3-Tonner
5mal—> 5-mal
Ujährig—> 17-jährig *
der 17jährige —> der 17-jährige
2. Bindestrich zur besseren Gliederung beim Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben mög¬
lich (Arann-Regel), z. B.:
Kaffeeersatz <=> Kaffee-Ersatz
Zooorchester <=> Zoo-Orchester
Nassschnee <=> Nass-Schnee
Schifffahrt^ Schiff-Fahrt
Schrotttransport <=> Schrott-Transport
3. Kein Bindestrich bei Farbmischungsbezeichnungen und bei Zusammensetzungen, in denen
der erste Teil nicht mehr selbständig vorkommt, z. B.:
blau-rot—> blaurot
afro-asiatisch —> afroasiatisch
ibero-amerikanisch—> iberoamerikanisch
17
Di« neue Rechtschreibung - Was Ist neu?
D Groß- und Kleinschreibung
Die bisherigen Regelungen bleiben weitgehend bestehen, es kommen einige Großschreibungen
hinzu.
1. Großschreibung am Satzanfang und zur Kennzeichnung von Textanfängen und Textstellen
Hier wird eindeutig festgelegt, dass nach Doppelpunkt ein Ganzsatz groß begonnen wird, zum
Beispiel: Beachten Sie bitte folgenden Hinweis: Alle Bänke sind frisch gestrichen.
2. Konsequentere Großschreibung bei Substantiven/Nomen
a) im Innern mehrteiliger Fügungen aus Fremdwörtern, z. B.:
Alma mater—> Alma Mater
Ultima ratio —> Ultima Ratio
Corned beef—> Corned Beef oder Comedbeef
Full-time-Job—> Full-Time-Job oder Fulltimejob
b) in festen Wendungen:
angst und bange haben —> Angst und Bange haben (aber angst und bange sein)
aufseiten von —> aufSeiten von oder aufseiten von
außer acht lassen —> außer Acht lassen
in bezug auf —> in Bezug auf
diät halten —> Diät halten
heute mittag —=► heute Mittag
hofhalten —Hof halten
nottun—> Not tun
radfahren —> Rad fahren
recht behalten/haben —> Recht behalten/haben
schuld geben/haben —> Schuld geben/haben (aber schuld sein)
übermorgen mittemacht —> übermorgen Mitternacht
c) Doppelschreibungen in schwierigen Fällen, z. B.:
anstelle <=> an Stelle
zugrunde (richten) o zu Grunde richten
3. Konsequentere Kleinschreibung bei Desubstantivierungen:
Ehemalige Substative, die ihre substantivischen Merkmale verloren haben und in der Funktion
anderer Wortarten gebraucht werden, werden konsquenter kleingeschrieben, die Bestimmung
ist nicht einfach,z.B.:
Hungers sterben —> hungers sterben
Rechtens sein, für Recht halten—* rechtens sein, für recht halten
an Kindes Statt —> an Kindes statt
um Viertel acht —> um viertel acht «
4. Konsequentere Großschreibung bei Wörtern anderer Wortarten, die als Substantive/Nomen
gebraucht werden
Bei Wörtern anderer Wortarten, die als Substantive/Nomen gebraucht werden, ist die Recht¬
schreibreform konsequent in der Großschreibung. Hier wird ein ehemaliger Trend zur Klein¬
schreibung in festen Wendungen gestoppt.
Es wird konsequent großgeschrieben bei substantivierten Adjektiven und Partizipien, Zahlwör¬
tern, Adverbien usw, z. B.:
um ein beträchtliches —> um ein Beträchtliches
der/das richtige sein—> der/das Richtige sein
des näheren —> des Näheren
nicht im entferntesten —=► nicht im Entferntesten
des langen und breiten —» des Langen und Breiten
im dunkeln tappen —»im Dunkeln tappen
nicht das geringste —=► nicht das Geringste
aufs herzlichste <=> aufs Herzlichste
hoch und niedrig (im Sinne von „alle“) —> Hoch und Niedrig
jung und alt (im Sinne von „alle") —> Jung und Alt
in/auf deutsch —> inlauf Deutsch
der erste beste —> der erste Beste
als erstes —> als Erstes
18
Di* neua Rechtschreibung - Was ist neu?
der erste —> der Erste
der erste beste —> der erste Beste
im letzten —> im Letzten
jeder einzelne —> jeder Einzelne
die einzige —> die Einzige
im nachhinein —> im Nachhinein
im voraus —im Voraus
ade sagen —> Ade sagen
ja und amen sagen —> Ja und Amen sagen
5. Konsequentere Großschreibung bei Eigennamen, Titeln, Ehrenbezeichnungen, Klassifikations¬
bezeichnungen und besonderen Kalendertagen
Hier ändert die Rechtschreibreform nur Weniges in Richtung auf die konsequentere Gro߬
schreibung.
a) Großschreibung bei namensähnlichen Fügungen:
derblaue Planet—> der Blaue Planet
die dritte Welt—> die Dritte Welt
der große Teich —der Große Teich
b) Konsequente Großschreibung bei Titeln, Ehrenbezeichungen, Funktionsbezeichnungen,
Klassifizierungsbezeichnungen und besonderen Kalendertagen sowie historischen Ereig¬
nissen, aber neue Kleinschreibung van einigen Wendungen, die nicht zur angegebenen
Gruppe gehören, z. B.:
die Erste Hilfe die erste Hilfe
das Schwarze Brett —> das schwarze Brett
der Letzte Willle —der letzte Willle
6. Kleinschreibung der Anredepronomen du, ihr dein, euer
In Briefen wird das Anredepronomen du, ihr, dein, euer nicht mehr großgeschrieben.
E Zeichensetzung
Die Regeln der Zeichensetzung bleiben bis auf die Kommasetzung weitestgehend erhalten. Dort,
bei der Kommasetzung, wird im Bereich der Untergliederung der Satzreihe und bei Infinitivgruppen
liberalisiert und das stilistische Komma gefördert. Eine kleine Änderung gibt es beim Apostroph.
1. Eine zusätzliche Verwendung des Apostroph
Zusätzlich zur Markierung von Auslassungen kann der Apostroph in adjektivischen Ableitungen
vom Eigennamen zur Verdeutlichung des Namensteils gesetzt werden:
darwinsche Evolutionstheorie <=> Darwinsche Evolutionstheorie
Carlos Taverne <=> Carlo’s Taverne
2. Kein Komma mehr nötig vor und oder oder usw. in der Satzreihe
Bei gleichrangigen, selbständigen Sätzen, die durch und oder oder sowie durch beziehungs¬
weise, sowie/wie, entweder... oder, sowohl... als auch, nicht... noch, weder... noch verbun¬
den sind, muss man kein Komma mehr setzen, man darf es aber.
Die Musik wird leiser, und der « Die Musik wird leiser und der Vor¬
Vorhang hebt sich. hang hebt sich.
3. Kein Komma mehr nötig bei Infinitiv-, Adjektiv- und Partizipgruppen
Man muss nicht Infintiv-, Adjektiv-, Partizipgruppen keine Kommas mehr setzen, darf es aber,
um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen.
Sie ist bereit, zu diesem Unter¬
nehmen ihren Beitrag zu leisten.
<=>
Sie ist bereit zu diesem Unterneh¬
men ihren Beitrag zu leisten.
Durch eine Tasse Kaffee ge¬
stärkt, werden wir die Arbeit fort¬
setzen.
Durch eine Tasse Kaffee gestärkt
werden wir die Arbeit fortsetzen.
Er suchte, vor Angst ganz krank,
nach seiner Frau.
Er suchte vor Angst ganz krank
nach seiner Frau.
19
Oie neue Rechtschreibung - Was ist neu?
4. In wörtlicher Rede den Redebegleitsatz mit Komma anschließen oder einschließen
Steht bei der wörtlichen Rede der Redebegleitsatz hinter der wörtlichen Rede oder ist er in sie
eingeschoben, so wird er immer mit Komma angeschlossen bzw. eingeschlossen.
„Du kommst jetzt'“ rief sie. —> „Du kommst jetzt!“ rief sie.
5. Das Komma am Ende von Datumsangaben ist freigestellt.
Bei mehrteiligen Datums* und Zeitangaben darf das Komma am Ende wegfallen.
Die Tagung soll am Mittwoch, <=> Die Tagung soll am Mittwoch,
dem 14. November, beginnen. dem 14. November beginnen.
F Worttrennung am Zeilenende
Die Rechtschreibreform erklärt die Silbentrennung durchgängig für möglich. Die Wortbausteintren¬
nung ist nur bei Fremdwörtern und einigen deutschen Wortbildungen zulässig.
1. Auch einzelne Buchstaben können jetzt abgetrennt werden, z. B.:
Abend —>A-bend
Ofen —> O-fen
2. st darf zukünftig getrennt werden, z. B.:
Fenster—» Fens-ter
3. ck wird nicht mehr getrennt, z. B.: *
Zuk-ker—» Zu-cker
4. In Fremdwörtern können auch Buchstabenverbindungen mit I, n oder r getrennt werden,die alte
Weise ist aber noch zulässig, z. B.:
no-ble <=> nob-le
Fe-bru-ar «- Feb-ru-ar
Ma-gnet o Mag-net
5. Wortbildungen folgenden Typs können nach alter Weise in Wortbausteine oder neu nach Silben
getrennt werden:
hin- auf o hi-nauf
war-um <=> wa-rum
ein- an-der <^> ei-nan-der
6. Fremdwörter, die man nicht mehr als solche erkennt, kann man auch ganz nach Silben trennen:
Ab-itur <=> A-bi-tur
Chir-urg <=> Chi-rurg
ln-ter-es-se.tt In-te-res-se
Di-phthong <=> Diph-thong
Ka-ta-stro-phe o Ka-tas-tro-phe, auch Ka-tast-ro-phe
20
Abbau
A/a: das; - u. [ugs.J -s; - u. (ugs.J -s 1
Schriftzeichen, erster Buchstabe des
deutschen Alphabets 2 von A bis Z:
vollständig, vom Anfang bis zum En¬
de 3 das A u. Cte der Kern, das Wich¬
tigste einer Sache 4 Wer A sagt, muß
auch B sagen: Wer etw. anfängt, ver¬
spricht, muß es zu Ende bringen
A: Abk. 1 Aggregat = Maschinensatz 2
<Maßeinheit der elektrischen Strom¬
stärke) Ampere 3 Amplitude = grö߬
ter Ausschlag von Schwingungen 4
Amt S Anfänger 6 <Rechtsw.> Anord¬
nung 7 Anode = positive Elektrode 8
(Med.) Arterie = Schlagader 9 <Mi-
lit.> Artillerie = mit Geschützen aus¬
gerüsteter Heeresteil 10 Aus (bei
Schaltern) 11 Ausgang 12 <Zeichen
von Auskunfts- od. Informations¬
schalterm Auskunft 13 Autobahn
(mit nachfolgender Nummer, wie z.
B. A 3) 14 Autor(in) = Verfasser(in);
Urheber(in)
a: Abk. (Maßeinheit der Flächet Ar (1
Ar = 100 Quadratmeter)
A.: Abk. 1 Abteilung 2 <Sprachwiss.> Ak¬
kusativ = 4. Fall, Wen-Fall 3 Aktiva
= Eigenkapital, Vermögenswerte ei¬
nes Unternehmens 4 Antrag 5 <Med.>
Arterie = Schlagader 6 <Milit> Artil¬
lerie = mit Geschützen ausgerüsteter
Heeresteii 7 <Verwaltung> Ausschuß
a.: Abk. 1 ab 2 a) am b) an 3 dato anno
= im Jahre 4 <lat.> ante = vor 5 auch
6 auf 7 aus 8 <engh <Rechnungen in
Großbritannien u. USA> accepted =
akzeptiert 9 außen
a. A.: Abk. 1 <Buchw.> alte Ausgabe 2
auf Abruf 3 auf Anfrage 4 auf Anord¬
nung 5 auf Antrag
a. a.: Abk. <lat.> ad acta - zu den Akten
(erledigt)
a. a. O.: Abk. (Literaturverweis in wis¬
senschaftlichen Arbeitern am angege¬
benen Ort
a. a. S.: Abk. 1 amtlich anerkannter
Sachverständiger 2 (Literaturverweis,
vor allem in wissenschaftlichen Ar¬
beiten) auf angegebener Seite
a. B.: Abk. 1 auf Befehl 2 auf Bestellung
3 außer Betrieb 4 außergewöhnliche
Belastung (im Steuerrecht)
a. Chr.: Abk. dato ante Christum (na-
tum) = vor der Geburt Jesu Christi
a. D.: Abk. 1 außer Dienst 2 dato anno
Domini — im Jahre des Herrn
a. G.: Abk. 1 (Theateraufführung) als
Gast (= Gastschauspieler(in)) 2
(Rechtsw.) altes Gesetz 3 (Versiche¬
rung) auf Gegenseitigkeit
a. K-: Abk. 1 auf Kommission = Ab¬
rechnung zwischen Verkäufer u. Zwi¬
schenhändler erst nach Verkauf 2
(Abzahlungsgeschäft) auf Kredit 3
(Sport) außer Konkurrenz 4 außer
Kraft
a. L.: Abk. 1 (Schiffahrt) an Land 2 auf
Lebenszeit 3 (Handel) auf Lieferung
a. M.: Abk. 1 als Mitglied 2 (geographi¬
sche Angabe) am Main 3 amtliche
Mitteilung
a. P.: Abk. auf Probe
a. p. C(hr).: Abk. dato anno post Chri¬
stum = im Jahre nach Christus
a. R.: Abk. 1 alte Regelung 2 altes Recht
3 am Rande 4 auf Rechnung
a. St: Abk. am Stück
A. T.: Abk. (Bibel) Altes Testament
a. u. 2.: Abk. auf unbestimmte Zeit
a. W.: Abk. 1 (Handel) ab Werk 2 auf
Widerruf 3 auf Wunsch
a. Z.: Abk. (Arbeits verträge) auf Zeit
AA: Abk. 1 Arbeitsamt 2 Auswärtiges
Amt = Außenministerium 3 <englo
American Airways = Fluggesell¬
schaftindenUSA
Aal: der; -(e)s; -e 1 schlangenförmiger
eßbarer Fisch, der im Süßwasser u.
im Meer lebt 2 sich winden, drehen,
krümmen wie ein Aal: versuchen, eine
problematische Situation zu überwin¬
den, von etw. freizukommen 3 glatt
wie ein Aal: Bezeichnung für das We¬
sen, das Verhalten einer Person, die
immer geschickt aus problemati¬
schen, heiklen Situationen herauszu¬
kommen weiß
aallen. sich: sich gemütlich, behaglich
ausstrecken »sich in der Sonne aalen«
aalglatt: Adj. n. stg. 1 die Eigenschaft
besitzend, sich aus jeder Situation
herauszuwinder^2 völlig glatt, ohne
Erhebungen o. ä.
AaHleilter: die; ~ ; -n eine Vorrichtung
an Wehren o. ä., die es den Fischen
bei der Wanderung möglich macht,
ein sonst unüberwindbares Hindernis
zu passieren
Aallmutlter: die; - / -n Raubfisch, der
seine Jungen lebend zur Welt bringt,
gebiert
Aallräulchalral: die; - ; -en a) Einrich¬
tung, in der Aale geräuchert werden
b) Räucherung von Aalen
Aallreulse: die; - ; -n Reuse, eine Vor¬
richtung für den Fang der Aale
aap: Abk. amtlich anerkannter Prüfer
Aar: der; -(e)s; -e [poet.; veralt.] Be¬
zeichnung für einen Adler
Aas: das; -es; -e u. Äser 1 PI. Aase
Leiche, Kadaver eines Tieres, die/der
schon verwest 2 PI. Äser (Mensch)
[ugs.] widerwärtiger, gehässiger
Mensch 3 kein Aas: [ugs.] kein
Mensch; niemand
aalsen: aast; aastest; hast geaast mit
Geld, seiner Kraft o. ä. sehr ver¬
schwenderisch umgehen
AasWIelne: die; - ; -n große blaue Flie¬
ge, die in fauligem Fleischwunden
usw. ihre Eier ablegt, Syn.: Schmei߬
fliege
Aaslfresben der; -s; - Tier, das sich
vom Fleisch verendeter, toter Tiere
ernährt
Aasloeiler der; -s; ~ 1 aasfressender
Vogel 2 [abwert.] Mensch, der nur auf
seinen Vorteil bedacht ist
Aaslaelnich: der; -(e)s; -gerüche Ver¬
wesungsgeruch, der von toten, verwe¬
sten, verwesenden Tieren ausgeht
Aaslvolqel: der; -s; -vögel Vogel, der
sich von toten, verwesten, verwesen¬
den Tieren ernährt
AB: Abk. 1 Altbau 2 Arbeitsbereich 3
Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche
Landwirtschaft 4 Aufbauten (eines
Schiffes) 5 Aufsichtsbehörde 6 Au¬
ßenhandelsbank
ab: I Präp. mit Dat., selten auch mit
Akk. 1 von einem Zeitpunkt an »Ab
kommendem!kommenden Donnerstag
bin ich nicht mehr hier.« 2 von einem
Ort aus »Wir liefern frei ab Werk.« 3
gibt einen Punkt in einer Reihenfolge,
Hierarchie an, von dem aus etw. gilt II
Adv. 1 von etw. weg, entfernt »Der
Zug geht um 19.15 Uhr ab Duisburg.«
2 (meist Militärkommando) von etw.
in Richtung nach unten weg, herunter
»Gewehr ab!« II11 ab u. zu, an: gele¬
gentlich 2 [ugs.] a) (u.) ab die Post
ganz schnell (von einem Ort) weg b)
(u.) ab durch die Mitte: ganz schnell
(von einem Ort) weg 3 ab damit: bloß
weg mit etw.
—» ab sein: s. absein
ab.: Abk. 1 aber 2 abgefertigt 3 abge¬
sandt 4 abonniert = für einen be¬
stimmten Zeitraum fest bestellt
Aba|kus —> A|bafkus: <gr.-lat.> der; ~ ;
- 1 Rechenbrett, Spielbrett der Grie¬
chen u. Römer 2 (Archit.) Deckplatte
einer Säule
ab|än[der|ban Adj. n. stg. so geartet,
daß es verändert werden kann; wan¬
delbar, veränderbar
ab|än|dern: änderst ab; ändertest ab;
hast abgeändert etw. anders, z. B. bes¬
ser machen, es verändern »Das Kleid
muß abgeändert werden.«
Ab|än|de|rung: die; ~ ; -en der Vorgang
des Abändems, Verbesserns, der Ver¬
änderung o.ä. .
Ab|9n|de|rungs|klau|sel: die; - ; -n in ei-
~ nen Vertrag eingefügte Berechtigung
zur Veränderung einzelner Vertrags¬
bedingungen unter bestimmten Um¬
ständen
ab|arjbel|ten: arbeitest ab; arbeitetest
ab; hast abgearbeitet eine Schuld o. ä.
durch Arbeit tilgen, begleichen
ab|aiibeitten, sich: arbeitest dich ab; ar¬
beitetest dich ab; hast dich abgearbei¬
tet sich körperlich stark abmühen
ab|arjtig: Adj. nicht der Norm entspre¬
chend, aus der als normal geltenden
Art geschlagen
Abb.: Abk. Abbildung
ab|bal|gen: balgst ab; balgtest ab; hast
abgebalgt einem Tier das Fell abzie¬
hen
Ab|bau: der;-(e)s; -1 (Bergbau) Boden¬
schätze wie Erze, Mineralien o. ä. för-
21
abbauen
dem, gewinnen, aus dem Erdreich ho¬
len 2 Verringerung der Arbeitsplätze
u. somit des Personals u./od. Gehalts-
od. Preisherabsetzung od. totale Auf¬
lösung von Einrichtungen 3 Häuser,
Gebäude abbrechen 4 Maschinen o.
ä. demontieren (in Einzelteile zerle¬
gen), um sie später wiederverwenden
zu können
ab|bau|en: baust ab; bautest ab; hast ab¬
gebaut 1 etw. Aufgebautes (z. B.
Haus, Zelt) niederreißen, in seine Be¬
standteile zerlegen u. wegnehmen 2
<Bergbau» Bodenschätze wie Kohle,
Erze usw. fördern, aus dem Erdreich
holen 3 etw. verkleinern, verringern,
z. B. Personal, Arbeitsplätze 4 Ma¬
schinen o. ä. zerlegen 5 dibertr.» z. B.
bei großer körperlicher Anstrengung
od. im Alter körperlich u. geistig seine
Kräfte, Fähigkeiten verlieren
Ab|bau|verffahfren: das; -s; - Methode,
Bodenschätze (wie z. B. Erz) aus dem
Erdreich zu holen
ab|bau|wQifdlg: Adj. rohstoffreich; fin¬
den Abbau geeignet, lohnend
Ab|b6: <gr.-lat.-frs /abbe/ der; -s; -s ka¬
tholischer Weltgeistlicher
ab|bei|Ben: beißt ab; bissest ab; hast ab¬
gebissen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— mit den Zahnen z. B.
ein Stück Fleisch abtrennen
ab|bel|zen: beizt ab; beiztest ab; hast ab¬
gebeizt mit einem Lösungsmittel be¬
arbeiten, Farbe entfernen od. säubern
ab|be|kom|men: bekommst ab; beka-
m(e)st ab; hast abbekommen 1 ein
Stück, ein Teil von etw. erhalten 2
etw., das fest haftet, klebt o. ä. lösen 3
<übertr> bei einer Schlägerei o. ä. eine
Verletzung, einen Schlag o. ä. erhal¬
ten
ab|be|ru|fen: berufst ab; berief(e)st ab;
hast abberufen 1 eine Person od. meh¬
rere von seiner/ihrer Stellung, seiner/
ihrer Mission, seinem/ihrem Posten
o. ä. zurückholen 2 aus dem Leben
abberufen werden: [verhüll.] sterben
Ab|be|ru|fung: die; -; -en dasZurückbe-
ordem von einer Stelle, einem Posten,
einer Mission
ab|be|stel|len: bestellst ab; bestelltest
ab; hast abbestellt eine Bestellung, z.
B. einer Zeitschrift, eines Handwer¬
kers o. ä. widerrufen, rückgängig ma¬
chen
Ab|be|stel|lung: die; - ; -en das Abbe¬
stellen von etw. od. jmdm.; Widerruf
einer Bestellung
ab|be|zah|len: bezahlst ab; bezahltest
ab; hast abbezahlt etw. (eine Schuld)
nach u. nach, ratenweise bezahlen,
bis sie völlig getilgt ist, alles bezahlt
ist
ab|bte|gan: biegst ab; bog(ejst ab; bist
abgebogen 1 eine andere Richtung
einschlagen 2 [ugs.] etw. verhindern
Ab|bie|ge|spun die; - ; -en Fahrspur,
auf der man fährt, um die Fahrt nach
links od. rechts fortzusetzen
Ab|bie|gung: die; - ; -en Stelle an einer
Straße, an der sich die Richtung än¬
dert .
Ab|büd: das; •(e)s; -er genaues Bild, das
einen Menschen od. eine Sache, einen
Gegenstand bis ins letzte Detail ge¬
nau wiedergibt
ab|bll|den: bildest ab; bildetest ab; hast
abgebildet jmd. od. etw. im Detail ge¬
nau nachbilden od. bildlich darstellen
Ab|bil|dung: die; - ; -en die detailgenaue
Wiedergabe einer Person, eines Ge¬
genstandes
ab|bin|deiK bindest ab; band(e)st ab;
hast abgebunden 1 etw., was gebunden
od. angebunden ist, loslösen, z. B. ei¬
nen Schal, Gürtel 2 etw. fest abschnü¬
ren 3 flüssige Speisen wie Suppen, So¬
ßen mit Mehl od. anderen Bindemit¬
teln verdicken
Ablbitfte: die; • ; -n a) förmliche Bitte
um Vergebung, Verzeihung b) Ab¬
bitte tun, leisten: sich bei jmdm. ent¬
schuldigen
ab|bH)ten: bittest ab; bat(e)st ab; hast
abgebeten eine Person, der man Un¬
recht getan hat, um Vergebung, Ent¬
schuldigung bitten
ab|bla|sen: bläst ab; blies(es)t ab; hast
abgeblasen 1 etw. durch Pusten ent¬
fernen 2 [ugs.] etw. Geplantes nicht
durchführen
ab|blät|tem: blättert ab; blätterte ab;
ist/hast abgeblättert 1 a) ist nach u.
nach Blätter verlieren b) hast Blätter
von einer Pflanze wegnehmen 2 ist
sich vom Untergrund lösen
abjblen|den: blendest ab; blendetest ab;
hast abgeblendet 1 grelles Licht mit¬
tels eines geeigneten Gegenstandes
abdunkeln 2 die Scheinwerfer am Au¬
to so einstellen, daß der entgegen¬
kommende Verkehrsteilnehmer nicht
geblendet wird
Ab|blend|licht: das; -(e)s; -er abgeblen¬
detes Scheinwerferlicht bei Kraftfahr¬
zeugen
ab|blttjzen: blitzt ab; blitztest ab; bist
abgeblitzt [ugs.] mit einer Bitte, Liebe
o. ä. von einer Person abgewiesen
werden
ab|blocken (ab|blok|ken —> ab|blo|-
cken): blockst ab; blocktest ab; hast
abgeblockt 1 <Sport> einen Angriff der
Gegenmannschaft, des Gegners ab¬
wehren 2 [ugs.] etw. abwehren, nicht
zulassen
ab|brau|sen: brauy ab; braustest ab;
hastjbist abgebraust 1 hast mit der
Brause, Dusche abspülen 2 bist [ugs.]
laut, schnell, mit Vollgas davonfah¬
ren
ab|bre|chen: brichst/bricht ab; bra-
ch(e)st/brach ab; hastIist abgebro¬
chen 1 hast etw. mit Kraft abtrennen
»einen Ast abbrechen« 2 ist (durch
Fremdeinwirkung) abgetrennt wer¬
den »ein Ast bricht ab« 3 hast mit etw.
vorzeitig, früher als geplant aufhören
4 hast etw. einreißen »ein Gebäude
abbrechen« 5 hast etw. in seine Einzel¬
teile zerlegen »ein Zirkuszelt abbre¬
chen« 6 sich einen abbrechen: 1.
[ugs.] bei etw. sehr ungeschickt sein,
sich besonders anstrengen müssen 2.
sich besonders vornehm geben »Du
brauchst dir keinen abzubrechen, du
kannst dich ganz natürlich geben.«
ab|brem|sen: bremst ab; bremstest ab;
hast abgebremst langsamer werden
»Ich konnte gerade noch abbremsen,
um den Unfall zu verhindern.«
ab|bren|nen: brennst/brennt ab; brann-
test/brannte ab; hast/ist abgebrannt 1
ist durch ein Feuer zerstört werden
»Das alte Fachwerkhaus ist abge¬
brannt.« 2 hast etw. anzünden u. ver¬
brennen lassen
ab]brin|gen: bringst ab; brachtest ab;
hast abgebracht 1 eine Person dazu
bewegen, von jmdm. od. etw. abzu¬
lassen od. etw. aufzugeben »Ich
konnte ihn durch langes Zureden von
seinem verrückten Plan abbringen.« 2
[ugs.] etw., was haftet, klebt o. ä., lö¬
sen
ab|bröcketn (ab|brök|keln —> ab|brö|-
ckeln): bröckelt ab; bröckelte ab; ist/
hast abgebröckelt a) ist sich stück¬
chenweise lösen u. herunterfallen
»Der Putz am Haus bröckelt ab.« b)
hast etw. stückchenweise lösen »Sie
bröckelte etw. für die Enten von ihrem
Brot ab.«
Abbruch: der; -(e)s; Abbruche 1 Ab¬
brechen, Abriß von etw. 2 Zerlegung
in Einzelteile 3 frühzeitige, plötzliche
Beendigung von etw. 4 Loslösung ei¬
nes Teiles von etw.
ab|bruch|raif: Adj. n. stg. alt u. verfallen
u. somit reif, fällig zum Abriß
Ab|bruch|sieg: der;' -(e)s; -e <Sport>
Sieg nach Abbruch eines Kampfes
Ab|bmch|un|teijneh|men: das; -s; -
Unternehmen, das den Abbruch, Ab¬
riß von Gebäuden durchführt
ab|brum|men: brummst ab; brummtest
ab; hast/bist abgebrummt 1 hast [ugs.]
eine Gefängnisstrafe verbüßen »Er
hat drei Jahre abbrummen müssen.« 2
bist sich geräuschvoll, brummend ent¬
fernen
gb|bu|cheiK buchst ab; buchtest ab; hast
abgebucht <Bankw.» einen Betrag von
seinem Bankkonto bezahlen
Ab|bu|chung: die; • ; -en <Bankw.» 1
Verfahren, einen Betrag von einem
Konto abzubuchen 2 die abgebuchte
Summe
Ab|bu|chungs|auf|traB: der; -(e)s; -auf¬
träge <Bankw.» Auftrag, den man der
Bank erteilt, bestimmte Summen vom
Konto abbuchen zu dürfen
Ab|bu|chungs|er[mäch|ti|gung: die; - /
-en <Bankw.» eine Ermächtigung, die
man erteilt, damit ein bestimmter Be¬
trag (regelmäßig) vom Konto abge¬
bucht werden darf
Ab|bu|chungs|ver|fah|ren: das; -s; -
<Bankw.» Vorgang, Verfahren, bei
dem Abbuchungen von Konten
durchgeführt werden
ab|bür|sten —* ab|bürs|ten: bürstest
ab; bürstetest ab; hast abgebürstet 1
mit einer Bürste etw., z. B. Schmutz,
Staub o. ä. entfernen 2 [ugs.] jmdm.
seine Geringschätzung zu verstehen
geben, jmdn. kurz u. unhöflich abfer¬
tigen
ab|bü|Ben: büßt ab; büßtest ab; hast ab¬
gebüßt eine Schuld, eine Tat o. ä. süh¬
nen, wiedergutmachen
Abc: /a-be-ze/ das; - u. [ugs.] -s; - u.
[ugs.] -s 1 die deutschen Buchstaben
von A bis Z; das Alphabet 2 Grundla¬
ge, Basis von etw.
Abc-Schütjze: der; -n; -n Bezeichnung
für Schulanfänger, Kinder, die in die
Grundschule ins erste Schuljahr kom¬
men, Syn.: [ugs.] I-Männchen
ABC-Waf|f6n: Kurzw, die (PI.) <Milit.>
atomare, biologische u. chemische
Waffen
22
Abendnachrichten
ab|damp|fen: dampfst ab; dampftest ab;
bist abgedampft 1 Dampf abgeben, z.
B. von heißen Flüssigkeiten, Speisen
o. ä. 2 [ugs.] von einem Ort Weggehen,
verschwinden
ab|dan|ken: dankst ab; danktest ab; hast
abgedankt von einem Posten, Amt zu¬
rücktreten »Der König dankte mit 60
Jahren ab.«
Ab|dan|kung: die; - ; -en Niederlegung
eines Amtes; Rücktritt von einem Po¬
sten, einem Amt o. ä.
ab|decken (ab|dek|ken —> ab|dej-
cken): deckst ab; decktest ab; hast ab¬
gedeckt 1 etw., was etw. zudeckt, ent¬
fernen, z. B. eine Decke vom Bett od.
Tisch herunternehmen 2 etw. von
etw. wieder freimachen, abräumen
»einen Tisch abdecken« 3 etw. zudek-
ken, absichem »eine Grube mit Bret¬
tern abdecken« 4 [veralt] ein totes
Tier, einen Kadaver beseitigen
Abdecker (Ab|dek|ker —*■ Abjdejckei):
der; -s; - Person, die tote Tiere (z. B.
Pferde) beseitigt
Abdeckerei (Ab|dek|ke|ie| —» Ab|de|-
cke|rej): die; - ; -en [veralt.] a) Unter¬
nehmen, das tote Tiere beseitigt b)
Ort, an dem tote Tiere beseitigt wer¬
den
Ab|deck|plat|te: die; - ; -n Platte, die
zum Zu- od. Abdecken verwendet
wird, um z. B. Bauteile vor schlech¬
tem Wetter zu schützen od. Unfälle o.
ä. bei Gruben o. ä. zu vermeiden
Abdeckung (Abdeckung —» Ab|de|-
ckung); die; - ; -en das Zudecken von
etw. (zur Sicherung)
ab|d<ch|ten: dichtest ab; dichtetest ab;
hast abgedichtet etw. so verschließen,
daß es undurchlässig wird »ein Loch,
ein Fenster o, ä. abdichten«
Ab|dich|tung: die; - ; -en 1 der Vorgang
des Abdichtens, völligen Verschlie¬
ßens »die Abdichtung der Fenster mit
Kitt« 2 etw., was abdichtet
Ab|dp|men: dato das; -s; - a) <Med.>
Bauch; (Unter-)Leib »Der Arzt tastet
das Abdomen ab.« b) <Zool.> hinterer
Leib bestimmter kleiner Tiere wie z.
B. bei Insekten
ab|drän|gen: drängst ab; drängtest ab;
hast abgedrängt jmdn. von einer Stel¬
le, einem Platz wegzwingen
ab|dre|hen: drehst ab; drehtest ab; hast/
bist abgedreht 1 hast etw., was durch
eine Drehbewegung geöffnet werden
kann, zumachen; die Funktion von
etw. unterbinden »Das Wasser läuft,
ich drehe den Hahn ab.« 2 hast etw.,
was an etw. befestigt ist, trennen »den
Flaschenverschluß abdrehen« 3 hast
<Film> beenden »Wir haben den Film
abgedreht.« 4 hast/bist in eine andere
Richtung wenden »Das Flugzeug hat/
ist abgedreht.«
Ab|drift: die; -; -en besonders Schiff- u.
Luftfahrt) Kursabweichung eines
Schilfes, Flugzeuges aufgrund von
Wind od. Strömung
abdrif|ten: driftest ab; driftetest ab; bist
abgedriftet a) <besonders Schiff- u.
Luftfahrt) vom angegebenen Kurs
abweichen b) dibertr.) von einem The¬
ma abkommen, abschweifen
Abdruck: der; -(e)s; -e u. -drücke 1 PI.
-e das (Ab-)Drucken von etw. »der
Abdruck eines Manuskriptes« 2 PI.
-drücke Spur »Fingerabdruck«
abdrücken (ab|drük|ken —*■ ab|drü|-
cken): drückst ab; drücktest ab; hast
abgedrückt 1 «Schußwaffe) schießen;
am Abzug ziehen, so daß die Waffe
Kugeln schießt »Er hat (den Revol¬
ver) abgedrückt u. den Mann
erschossen.« 2 [ugs.] Geld abgeben
Ab|duk|tor: dato der; -s; Abduktoren
<Med.> Muskel, der der Abspreizung
eines Gliedes vom Körper dient
Ab|duk|tg|ren|zeiining: die; - ; -en Zer¬
rung (Verletzung) eines Abduktors
ab|dun|kein: dunkelst ab; dunkeltest ab;
hast abgedunkelt 1 grelles Licht ab¬
schirmen 2 eine Farbe mittels einer
anderen Farbe in der Tönung dunkler
machen
ab|du|schen: duschst ab; duschtest ab;
hast abgeduscht sich, jmdn. od. etw.
durch Duschen, Brausen sauber ma¬
chen, den Schmutz o. ä. entfernen
ab|eb|ben: ebbt ab; ebbte ab; ist abge¬
ebbt nach u. nach an Stärke, Ausprä¬
gung abnehmen .
Abend —> A|bendxfer; -s; -e 1 Zeit des
Tages zwischen Nachmittag u.
Nacht, von ca. 18 bis 22 Uhr 2 Guten
Abend: Grußformel am Abend 3 zu
Abend essen: eine Mahlzeit am
Abend zu sich nehmen 4 Heiligfer)
Abend: der 24. Dezember 5 bunter
Abend: Veranstaltung, Festlichkeit
mit unterschiedlichen Programm¬
punkten, Showeinlagen usw. 6 Es ist
noch nicht aller Tage Abend: 1. wenn
jmd. sich bemüht, gibt es (fast) immer
eine Lösung, einen Ausweg, Neube¬
ginn o. ä.; nicht gleich aufgeben, resi¬
gnieren o. ä. 2. etw. kann durchaus
noch schlecht ausgehen 7 Je später
der Abend, desto schöner die Gäste:
[scherzh.j Anmerkung, Begrüßung,
wenn spät Besuch kommt 8 Man soll
den Tag nicht vor dem Abend loben:
wie der Tag, eine Sache endet, was
der Abend, die Zeit bringt, ist unge¬
wiß 9 Abends werden die Faulen
fleißig: Bemerkung, wenn jmd. am
Tag nichts tut, nicht arbeitet, faul ist,
am Abend versucht, das Wichtigste,
Dringendste o. ä. noch schnell zu erle¬
digen (um anderen Personen Fleiß
yorzutäuschen)
abend —» a|bend: Adv. 1 auf den
Abend (1) bezogen 2 a) heute, mor¬
gen, gestern abend —> heute, mor¬
gen, gestern Abend: bezeichnet einen
genauen Tag u. die entsprechende Ta¬
geszeit b) Montag abend, Dienstag
abend usw. —» Montagabend,
Dienstagabend usw.: bezeichnet ei¬
nen genau bestimmten Abend in der
Woche
Abend|an|dacht —» A|bend|an|dacht
die; - ; -en (kurzer) Gebetsgottes¬
dienst am Abend
Abend|an|zug —* A|bend|an|zug: der;
-(e)s; -anzüge eine elegante, meist
dunkle Kombination aus Jacke u.
Hose (teilweise auch mit ärmelloser
kurzer Weste) für Männer
Absnd|blatt —* A)bend|blatt das;
-(e)s; -blätter Zeitung, die am Abend
erscheint
Abend|brot —* A|bend|brot das;-(e)s;
- Essen, das am Spätnachmittag,
meist aber am Abend eingenommen
wird u. sehr häufig (in Deutschland)
aus Brot, Wurst, Käse usw. besteht
Abend|däm|me|rung —* A|bend|dämj-
mefning: die; - ; -en (PI. s.) Ober¬
gang der Lichtverhältnisse vom Tag
zur Nacht bzw. Dunkelheit
Abend|es|sen —* A|bend|es|sen: das;
-s; - a) häufig ein größeres, in Gesell¬
schaft anderer Personen am Abend
eingenommenes Essen b) Mahlzeit,
die am Spätnachmittag, meist aber
am Abend eingenommen wird u. sehr
häufig (in Deutschland) aus Brot,
Wurst, Käse usw. besteht
abend|fül|lend —» a|bend|fül|lend: Adj.
etw., z. B. Unterhaltungen, Theater¬
darbietungen o. ä., die einen ganzen
Abend, die Zeit eines Abends dauern
Abend|ge|bet —> A|bend|ge|bet das;
-(e)s; -e Gebet, bevor man zu Bett
geht
Abend|gym[na|si|um —► A|bend|gym|-
na|si|um: das; -s; -gymnasien Schule
für berufstätige, erwachsene Men¬
schen, an der am Abend unterrichtet
wird u. in der man das Abitur machen
kann
Abend|him|mel —> A|bendjhim|mel:
der; -s; - Färbung des Himmels, wenn
die Sonne untergeht
Abend|kas|se —* Ajbend|kas|se: die;
~ ; -n Kino-, Theaterkasse o. ä., die
abends für die Abendvorstellung ge¬
öffnet ist u. an der man Eintrittskar¬
ten erwerben kann
Abend|kleid —» A|bend|kteid: das;
-(e)s; -er elegantes Kleid für eine fest¬
liche Abendveranstaltung
Abend|land —» A|bend|land: das;
(e)s; - kulturelle Einheit der europä¬
ischen Völker, geprägt durch die An¬
tike u. das Christentum
Abend|läu|ten —* Ajbend|läu|ten: das;
-s; - Läuten der Kirchglocken am
Abend
abend|lich —> a)bend|lich: Adj. n. stg.
in die Zeit am Abend fallend, für den
Abend bezeichnend »eine abendliche
Dusche nehmen ♦ die abendliche Ruhe
genießen«
Abend|mahl —> A|bend|mahU das;
-(e)s; -mähler u. -e 1 [geh.] Mahlzeit,
Essen, das am Abend eingenommen
wird 2 «Religion; Kirche) die Verbun¬
denheit mit Jesus Christus ausdrük-
kende Zeremonie in den christlichen
Kirchen, Syn.: <1> Abendessen;
Abendbrot
Abend|mahls|fei|er —> A)bend|mahls|-
fei|er. die; • ; -n «evang. Kirche) Feier
des heiligen Abendmahls, bei der
Brot u. Wein an die Gläubigen ver¬
teilt wird
Abend|mahls|kelch —» A|bend|mahls|-
kelch: der; -(e)s; -e «evang. Kirche)
Trinkgefäß, mit dem der Wein beim
Abendmahl an die Gläubigen ausge¬
teilt wird
Abend|mahls|wein —> A|bend|mahls|-
weiru der; -(e)s; -e (PL s.) Wein, der
bei der Abendmahlsfeier ausgeteilt,
getrunken wird
Abend|mu|sik —» A|bend|mu|sik; die;
- ; -en (PI. s.) Musik, ein kleineres
Konzert am Abend
Aband|nach|rich|ten —» A|bend|nach|-
rich|ten: die (Pi.) Informationssen-
23
Abendprogramm
düng über (politische) Neuigkeiten,
Ereignisse usw., die am Abend vom
Rundfunk od. Fernsehen ausge¬
strahlt wird
Abend|pro|gramm —> Mbend|pro|g|-
ramm: das; -(e)s; -e Femseh- oa.
Rundfunkprogramm, das am Abend
gesendet wird; Angebot zur Unter¬
haltung, Information usw. der einzel¬
nen Rundfunksender u. Femsehan-
stalten
Abend|rot —»■ A|bend|rot: das; -(e)s; -
die durch den Sonnenuntergang her¬
vorgerufene rote Tönung des westli¬
chen Himmels (u. der Landschaft)
abends —» a|bends: Adv. a) zeitlich
zwischen (Spät-)Nachmittag u. der
Nacht von ca. 18 Uhr bis 22 Uhr »Er
ist von morgens 9 Uhr bis abends 21
Uhr nicht zu Hause.« b) von morgens
bis abends: den ganzen Tag c) Mon¬
tag, Dienstag abends usw. —» mon¬
tagabends, dienstagabends usw.:
bezeichnet einen bestimmten Abend
in der Woche
Abend|schu|!e —> A|bend|schu|le: die;
* ; -n (PL s.) Schule, an der der Un¬
terricht in den Abendstunden statt¬
findet u. in der sich besonders berufs¬
tätige Menschen weiterbilden
Abend|se|gen —» Ajbend|se|gen: der;
-s; - (PI. s.) kurze Andacht am
Abend in der Kirche
Abend|son|ne —» A|bend|sonJne: die;
• ; - die Sonne am Abend (in bezug
auf ihre Strahlungsintensität u. Fär¬
bung)
Abend|stern —» A|bend|stern: der;
-(e)s; - nach dem Sonnenuntergang
besonders hell leuchtender Stern am
Westhimmel; Planet Venus
Abend|toi|let|te —* A|bend|tc]i|let|te:
die; - ; -n (PI. s.) 1 Abendkleidung
der Frau für eine festliche Abendver¬
anstaltung 2 [geh.] abendliche Kör¬
perpflege (z. B. Duschen, Abschmin¬
ken o. ä.), bevor man sich zu Bett be¬
gibt
Abend|zei|tung —» A|bendlzei|tung:
die; - ; -en Zeitung, die am Abend er¬
scheint
Aben|teu|er —* A)ben(teu|er: das; -s; -
spannendes Erlebnis außerhalb der
von jmdm. normalerweise gemachten
Erfahrungen »Odysseus bestand zahl¬
reiche Abenteuer.«
Aben|t6u|eijfilm/Aben|teu|rerjfilm —».
AJbentteu|ertfilm/A|ben|teu|rerjfilm:
der; -(e)s; -e spannender Film, in
dem ein od. mehrere Helden, Perso¬
nen Abenteuer erleben u. bestehen
müssen '
abenfteu|er|lich —> a|ben|teu|er|lich:
Adj. 1 wahre od. unwahre Abenteuer
enthaltend 2 risikoreich; gefährlich
»Das war ein abenteuerliches Unter¬
nehmen.« 3 ungewöhnlich u. seltsam
Aben|teu|er|lust/Aben|teu|rer|lust —»
A{ben[teu|er1lust/A|ben|teu|reitust:
die; - ; - Verlangen danach, Spannen¬
des zu erleben, sich auf etw. Unbe¬
kanntes einzulassen
Aben|teu|er|ro|man/Aben|teu|rerlro|-
man —> A]ben|teu|er|ro|man/A|ben|-
teu|rer|roman: der; -(e)s; -e längere
Erzählung, in der die Hauptfigur viele
Abenteuer erlebt ü. bestehen muß
Aben|tou|er1spiel|platz —»• A|ben(teu|-
er)spiel|pfatz: der; -es: -platze nicht
der mit den üblichen Geräten ausge¬
statteter Spielplatz, sondern so be¬
schaffen, daß Kinder sich mit den
vorfmdbaren M aterialien selbständig
betätigen können
Aben|teu|erfur]laub —> A/benjteulerj-
urjlaub: der; -(e)s; -e eine von einem
Reiseuntemehmen organisierte Ur¬
laubsreise, die Unternehmungen bie¬
tet, die von den normalen touristi-
sehen Angeboten abweichen
Abanfteulrerjlust/Abanlteulerflijst - *
Ajbenfteu|rer|lust/A|ben|teu|er]lust:
die; ~; - Verlangen danach, Spannen¬
des zu erleben, sich auf etw. Unbe¬
kanntes einzulassen
Aben|teu|rer|ro|man/Aben|teu|eijro|-
man —> AJben)teu|rer|ro|man/A-
|ben)teu|erjro|man: der; -(e)s; -e län¬
gere Erzählung, in der die Hauptfigur
viele Abenteuer erlebt u. bestehen
muß
aber —> ajber: I Konj. 1 a) bezeichnet
etw., was einen Gegefcatz beschreibt;
leitet eine Aussage ein, die einen Ge¬
gensatz enthält »Der Sommer war die¬
ses Jahr kurz, aber sehr angenehm.« b)
bezeichnet etw., was normalerweise
einer Situation o. ä. nicht entspricht
»Die Ampel war grün, aber er blieb
stehen.« 2 beschreibt, bezeichnet ei¬
nen Einspruch »Ich muß abwaschen,
aber aus welchem Grund immer ich?« 3
bezeichnet etw., was direkt im An¬
schluß an etw. erfolgt »Sie wanderten
den ganzen Tag, als es aber zu regnen
begann, tiefen sie schnell in ein
Gasthaus.« 4 leitet eine Aussage ein,
die etw. ergänzt, richtig stellt, genauer
beschreibt »Er war sehr reich, aber
nicht geizig od. hochnäsig.« II Adv.
[veralt.] meist nur noch in bestimmten
Wendungen a) aber u. abermals: [off
ermahnend, tadelnd verwendet] sehr
oft »Ich sagte dir aber u. abermals,
daß du nicht per Anhalter fahren
sollst.« b) tausend u. aber tausend...
—> tausend u. abertausend/Tau-
send und Abertausend ...: sehr viel;
oft wiederholend; immer wieder III
Partikel dient der emotionalen Ver¬
stärkung »Das hast du aber schnell ge¬
schafft!« IV Jede Sache hat Ihr Aber:
es gibt fast nichts, was nicht einen
kleinen Haken hat, was reibungslos
verläuft
Aber|glau|be —> A|berjglau|be: der;
-ns; -/Aber]glau|ben —» A|ber|glau|-
ben: der; -s; - Glaube an Jen Einfluß
übersinnlicher Kräfte, Ereignisse auf
das Alltagsleben
aber]gläu|bisch —» a|ber|gläu|bisch:
Adj. durch Aberglauben bedingt, da¬
durch bestimmt
aberjhunldert —> ajber]hun|dert/
A]ber]hun|dert: unbestimmtes Zahl¬
wort [geh.] eine sehr hohe, unbe¬
stimmte, weit über hundert reichende
Summe, Menge
ab|er]ken|nen: erkennst ab; erkanntest
ab; hast aberkannt jmdm. etw. entzie¬
hen, absprechen »Man erkannte ihm
seinen Doktortitel wegen Betrugs ab.«
Ab|er|kenjnung: die; - ; -en (PL s.) das
Absprechen, der Entzug von etw.
aber|ma|lig —» ajber|ma|lig: Adj. n. stg.
nochmals, wiederholt
aberjmals - » alberjmals: Adv. erneut;
- zum wiederholten Male
ab|ern|ten: erntest ab; erntetest ab; hast
abgeerntet nach der Reife alle Früchte
von einem Baum, Busch, Strauch
nehmen; Feldfrüchte wie Getreide
vom Feld holen; das ganze Gemüse
aus dem Erdreich nehmen
aber)tau|send —* ajber]tau|send/
A|ber|taujsend: unbestimmtes Zahl¬
wort [geh.] eine sehr hohe, unbe¬
stimmte, weit über tausend reichende
Summe, Menge
aber|wtt|zig a[ber|wit|zig: Adj. ver¬
rückt; unsinnig
Abas[si|nt|en —* A|bes|si|ni|en: o. Art.;
-s; - 1 frühere Bezeichnung für das
Land Äthiopien 2 [ugs.; scherzh.]
Ausdruck für einen Badestrand, an
dem die Menschen keine Badebeklei¬
dung tragen
Abf.: Abk. 1 Abfahrt 2 Abfertigung (im
Bahnhof od. Flughafen) 3 Abfindung
4 Abflug 5 <Wein; Sekt> Abfüllung
ab|fahrjbe|rait: Adj. n. stg. etw. ist zur
Äbfahrt fertig
ab|fah|ren: fährst ab; fuhr(e)st ab; bist
abgefahren 1 a) sich mit einem Fahr¬
zeug von einem Ort wegbewegen »Sie
sind um 8 Uhr abgefahren.« b) etw.
mit einem Fahrzeug von einem Ort
wegbringen »Der Müll wird mittwochs
abgefahren.« c) mit einem Fahrzeug
nacheinander anfahren, entlangfah¬
ren d) auf Skiern einen Berg hinunter¬
fahren »Sie sind eine schwierige Strek-
ke abgefahren.« 2 [ugs.; vor allem ju-
gendsprl.] von etw. begeistert sein
Abfahrt: die; -; -en 1 das Abfahren von
od. mit etw. 2 <Wintersport> a) eine
nach unten, von einem Berg ins Tal
führende Skipiste »Die Abfahrt ist
nicht ungefährlich.« b) eine nach un¬
ten, von einem Berg, Hang führende
Strecke »In dem Gebiet gibt es steile
Abfahrten.« 3 Vorgang, bei dem etw.
abtransportiert wird »die Abfahrt von
Baumstämmen«
Ab|fahrtjgleis/Ab[fahrts|gleis: das; -es;
-e Gleis, an dem ein Zug hält, Perso¬
nen einsteigen (u. meist auch ausstei¬
gen) läßt od. beladen wird u. von wo
ab der Zug seine Fahrt fortsetzt od.
beginnt
Ab|fahrt|si|gnal/Ab|falirts|si|gnal —>
Abjfahrt|si|g|nal/Ab|fahrts]si|g|nal:
das; -(e)s; -e von einem Bahnange¬
stellten gegebenes Zeichen (meist mit
einer Art Fahne, Scheibe u. einem
Pflff), das dem Zugführer anzeigt,
daß er abfahren kann
Ab|fahrts|lauf: der;-(e)s; -laufe Skilauf¬
disziplin
Ab|falirts|ran|nen: das; -s; - Skilaufdis¬
ziplin
Ab|fehrts|sl|gnal/Ab|fahrt|si|gnal —»
Ab|fahrts]si|g|nal/Ab|fahrt|si|g|nal:
das; -(e)s; -e von einem Bannange¬
stellten gegebenes Zeichen (meist mit
einer Art Fahne, Scheibe u. einem
Pfiff), das dem Zugführer anzeigt,
daß er abfahren kann
Ab|fahrts|zeit/Ab[fahrt|zett: die; - ; -en
genauer Zeitpunkt, an dem ein Fahr¬
zeug, meist Zug od. Bus, den Bahn¬
hof, einen Haltepunkt verläßt
24
Abgabetermin
Ab|fahrt|zeit/Ab|fahrts|zeit: die; - ; -en
genauer Zeitpunkt, zu dem ein Fahr¬
zeug, meist Zug od. Bus, den Bahn¬
hof, einen Haltepunkt verläßt
Ab|fall: der; -(e)s; Abfälle unbrauchba-
bare Reste, die bei der Herstellung
od. Zubereitung von etw. entstehen,
Syn.: Müll
Ab|fall|be|sei|ti|gung: die; - ; -en a) Pro¬
zeß der Entsorgung von Müll b) Per¬
son od. Einrichtung, die Müll abholt
u. entsorgt, beseitigt
Abifalljeijmer: der; -s; - Behälter, in den
der Müll kommt
abtfalßan: fällt ab; fiel ab; ist abgefallen
1 sich von etw. lösen u. auf den Boden
fallen 2 nicht gerade, sondern schräg
verlaufen »Der Fußboden fällt ziem¬
lich stark ab.« 3 schlechter werden;
weniger werden 4 als Gewinn, Profit
verbleiben »Dabei fällt für uns alle
noch etw. ab.« 5 sich lossagen von
etw.
abffSljlig: Adj. mit Mißachtung, ab¬
schätzig u. beleidigend
Ab|fall|pro|dukt: das; -(e)s; -e 1 un¬
brauchbarer Rest, der bei einer Pro¬
duktion entsteht 2 Erzeugnis, das aus
Abfallen erzeugt, hergestellt ist
ab|fan|gen:fängst ab;fing (e)st ab; hast
abgefangen a) jmdn. aufhalten, tref¬
fen, bevor er etw. anderes tun kann b)
etw. daran hindern, seinen Zielort zu
erreichen »Ich fing das Schreiben ab. ♦
Ich fing den Schlag ab.« c) etw. wieder
in die richtige Lage bringen; verhin¬
dern
Abtfengplger: der; -s; - <Milit.> Jagd¬
flugzeug, das zur Verteidigung, zum
Abschuß feindlicher Flugzeuge einge¬
setzt wird
ab|far|ben: färbt ab; färbte ab; hat abge¬
färbt 1 Farbe auf etw. anderes über¬
tragen 2 <übertr.) eine Person beein¬
flussen
abtfas|sen:/ajS( ab; faßtest ab; hast ab¬
gefaßt —>alle Formen mit ss<—
etw. Vorgegebenes in die entspre¬
chendesprachliche Form bringen
ab)fau|len: fault ab; faulte ab; ist abge¬
fault faulen, verwesen u. sich dann lö¬
sen
e/a/fe\6ern\ federt ab; federte ab; hat ab¬
gefedert eine Erschütterung abfangen
ab)fei|em: feierst ab; feiertest ab; hast
abgefeiert 1 [ugs.] Überstunden durch
freie Tage, Stunden ausgleichen 2
[ugs.] jmdn. mit einem Fest verab¬
schieden
ab|fei|len: feilst ab; feiltest ab; hast ab¬
gefeilt etw. mit einer Feile beseitigen,
in eine kürzere od. glattere Form
bringen
ab|fer|ti|gen: fertigst ab; fertigtest ab;
hast abgefertigt 1 etw. zum Befördern,
zum Versenden, zum Fahren fertig¬
machen »Briefe, Pakete abfertigen« 2
Formalitäten (offiziell) erledigen »die
Kunden am Schalter abfertigen« 3
[ugs.] jmdn., der eine Bitte o. ä. hat,
unfreundlich behandeln
Abjfer]ti|gung: die; - ; -en das Abferti¬
gen von etw. od. jmdm.
ab|feu|ern: feuerst ab; feuertest ab; hast
abgefeuert mit einem Gewehr, einer
Pistole o. ä. eine Kugel abschießen,
einen Schuß abgeben
ab|fin|den: findest ab; fand(e)st ab; hast
abgefunden jmdm. als Ausgleich für
einen Anspruch, eine Geldsumme
zahlen, jmdn. mit etw. entschädigen
ab[fin|den, sich: findest dich ab; fan-
d(e)st dich ab; hast dich abgefunden
etw. akzeptieren; einsehen, daß sich
etw. nicht ändern läßt
Ab|finjdung: die; ~ ; -en Zahlung einer
einmaligen od. regelmäßigen be¬
stimmten Geldsumme od. Erbrin¬
gung einer Sachleistung an eine Per¬
son als Ausgleich für die Aufgabe ei¬
nes Rechts
Abfl.: Abk. Abflug
ab|fla|chen: flacht ab; flachte ab; hatlist
abgeflacht 1 hast etw. flach(er) ma¬
chen »Er hat die Holzkanten etwas
abgeflacht.« 2 ist etw. wird flacher,
schwächer »Die Schwellung flacht all¬
mählich ab.« 3 hat an Niveau, Wert
verlieren »Die Diskussion flacht ab.«
ab|fläm|man/ab|flam|men: flämmstj
flammst ab; fiämmtest/flammtest ab;
hast abgeflämmtjabgeflammt 1 Land¬
wirt.) Acker, Wiesen o. ä. abbrennen
2 etw. mit Feueatabsengen »Die Gans
wurde mit einer Kerze abgeflammt.«
ab|flau|en: flaut ab; flaute ab; ist abge¬
flaut geringer, weniger werden; nach¬
lassen »Der Windflaute ab.«
ab|flie|gen: fliegst ab; flog(e)st ab; bist
abgeflogen 1 a) <Tiere> davon-, weg¬
fliegen »Der Spatz flog ab.« b) Flug¬
zeuge; Personen) zu einem bestimm¬
ten Zeitpunkt einen Ort mit einem
Flugzeug o. ä. verlassen »Ich fliege,
unser Flugzeug fliegt um 4 Uhr ab.« C)
[ugs.] plötzlich abfallen u. mit Wucht
eine Strecke zurücklegen »An meinem
Auto ist das Schutzblech abgeflogen.«
2 bei einem Unglück o. ä. Verletzte
mit dem Flugzeug o. ä. befreien od.
abtransportieren
ab|ffie|ßen: fließt ab; floß ab; ist abge¬
flossen —*alie Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— in einen Behälter, in
die Kanalisation gelangen, laufen
Ab|flug: der; -(e)s; Abflüge 1 Flugzeug¬
start 2 das Wegfliegen von Vögeln u.
ä.
Ab|flugjzett: die; - ; -en Zeitpunkt, zu
dem ein Flugzeug den Ausgangsflug¬
hafen verläßt
Abfluß —> Abfluss: der; Abflusses; Ab¬
flüsse Stelle, Vorrichtung, in die eine
Flüssigkeit läuft
AbfluB|gra|ben —> Ab|fluss|gra|ben:
der; -s; -graben breite, tiefe Rinne, in
die (Ab-)Wasser abfließen kann
AbfluB|hahn —» Ab(fluss|hahn: der;
-(e)s; -hähne Vorrichtung, die man
zur Regulierung des Abflusses einer
Flüssigkeit benötigt
AbfluBjloch —» Ab|fluss|loch: das;
-(e)s; -löcher Öffnung, durch die
Flüssigkeit abfließt
Abfluß|rin|ne —> Ab|fluss|rin|ne: die;
- ; -n Rinne, in der etw. abfließen
kann
AbfltiB|rohr —> Ab(fIuss|rohr. daj;
-(e)s; -e Rohr, in dem etw. abfließen
kann
Ab|fol|ga: die; -; -n etw., was hinterein¬
ander kommt, gereiht ist
ab|fo|to|grafle|ren/ab|pho|to|gra|phie|-
ren: fotograflerst/photographierst ab;
fotografiertestlphotographiertest ab;
hast abfotografiertjabphotographiert
ein Bild, Foto von jmdm. od. etw. mit
einer entsprechenden Kamera ma¬
chen »Er fotografierte die Karte ab.«
ab|fra|gen: fragst ab; fragtest ab; hast
abgefragt 1 jmds. Wissen über etw.
überprüfen; abhören 2 eine Informa¬
tion vom Computer o. ä. einholen
»Er fragte die Daten ab.«
ab|fres|sen: frißt ab; fraß(es)t ab; hast
abgefressen —*alle Gegenwartsfor¬
men mit ss<— ein Stück von etw. es¬
sen od. etw. vollkommen aufessen
ab|frie|ren: friert ab; fror ab; ist
abgefroren 1 durch starke Kälte ab¬
sterben 2 sich einen abfrieren: [ugs.]
stark frieren
ab|frotjtie|ren: frottierst ab; frottiertest
ab; hast abfrottiert den Körper z. B.
nach dem Duschen mit einem Hand¬
tuch gut trocknen
Ab|fuhr: die; - ; -en 1 Entfernung, Ab¬
transport von etw. »die Abfuhr des
Mülls« 2 bei einem (sportlichen)
Wettbeweb erlittene Niederlage 3 a)
jmdm. eine Abfuhr erteilen: eine Per¬
son mit einer Bitte o. ä. energisch, un¬
höflich, unfreundlich abweisen b)
eine Abfuhr erhalten: energisch abge¬
wiesen werden
ab|füh|ren: führst ab; führtest ab; hast
abgeführt 1 eine (festgenommene)
Person fortbringen, (ins Gefängnis
bringen) 2 Geld an eine (staatliche)
Einrichtung zahlen 3 den Stuhlgang
fördern; die Darmtätigkeit anregen
Abfljhijmitftel: das; -s; - etw., was die
Darmentleerung fördert
ab|fül|lan: füllst ab; fülltest ab; hast ab¬
gefüllt 1 Gefäße mit einer Flüssigkeit
(mechanisch, maschinell) füllen »das
Bier in Flaschen abfüllen« 2 einen Teil
von einer größeren Menge in ein Be¬
hältnis tun
Ab|fül|lung: die; - ; -en 1 (maschinelle)
Füllung von Geläßen mit einer Flüs¬
sigkeit 2 Abnahme eines Teils einer
größeren Menge in einen Behälter
ab(füt(tern: fütterst ab; füttertest ab;
hast abgefüttert 1 a) <Tiere> Nahrung
geben »Schweine abfüttern« b) <Perso¬
nen> [ugs.] mit Nahrung (u. Geträn¬
ken) versorgen »Kinder abfüttern« 2
Kleidungsstücke mit einem Innenfut¬
terstoff bestücken
Abg.: Abk. 1 Abgabe 2 Abgeordnete(r)
(in Parlamenten)
Ab|ga|be: die; - ; -n 1 o. PI. das Abgeben
von etw., z. B. von einer Prüfungsar¬
beit, dem Wahlzettel 2 Finanzen) m.
PI. in Geld zu entrichtende öffentliche
Last zur Finanzierung der staatlichen
Tätigkeit 3 <Sport> Abspiel des Balles
4 Äußerung, Erklärung
Ab|ga|be)frist: die; - ; -en eine be¬
stimmte Zeit, innerhalb der eine Ab¬
gabe geleistet werden soll
ab|ga|ben|frei: Adj. n. stg. etw. ist frei
von Abgaben, es müssen keine Abga¬
ben geleistet werden
ab|ga|ben|pflich|tig: Adj. n. stg. ver¬
pflichtet, Abgaben zu leisten, zu zah¬
len
Ab|ga|be|ter|min: der; -(e)s; -e der Ter¬
min, das genaue Datum, an dem die
Abgabe von etw. geleistet werden
muß, etw. abgegeben werden muß
25
Abgang
Ab|gang: der; -(e)s; Abgänge 1 o. PI.
das Weggehen, Wegtreten 2 Verlassen
des Wirkungskreises 3 <Med.> a) Aus¬
scheidung von Steinen o. ä. b) Fehlge¬
burt in einem frühen Stadium der
Schwangerschaft 4 sich einen guten
Abgang verschaffen: versuchen, am
Ende einen positiven Eindruck zu er¬
wecken 5 einen Abgang machen:
[ugs.] Weggehen
Ab|gangs|zeug|nis: das; -ses; -se Zeug¬
nis, das ein Schüler, der keinen Schul¬
abschluß macht od. die Schule wech¬
selt, erhält
Ab|gas: das; -es; -e (m. PL) Gase, die
bei der Verbrennung, beim Betrieb
von Motoren entstehen u. an die Luft
abgegeben werden
ab|gas|arm: Adj. abgasärmer; abgas¬
ärmste <Kraftfahrzeug> gering an gas¬
förmigen Schadstoffen
Ab|gas|ka|ta|ly{sa|ton der; -s; -en Kata¬
lysator, durch den die Schadstoffe im
Abgas von Kraftfahrzeugen verrin¬
gert werden
Ab|gas|son|der|un|teijsu|chung: die; -;
~ -en Untersuchung bei Kraftfahrzeu¬
gen zum Zwecke der Ermittlung des
Kohlenmonoxydgehalts im Abgas
ab|ge|ar|bei|tet: Adj. n. stg. müde, aus-
~ gelaugt, erschöpft durch schwere, an¬
strengende (körperliche) Arbeit
ab|ge|ben: gibst ab; gab(e)st ab; hast
abgegeben 1 etw. aus dem eigenen Be¬
sitz an jmdn. aushändigen »Ich gebe
dir die Hälfte vom Gewinn ab.« 2 seine
Meinung zur Kenntnis bringen 3 ge¬
eignet sein für etw. »Er wird einen gu¬
ten Arzt abgeben. 4 etw. vorüberge¬
hend weggeben
ab|ge|ben, sich: gibst dich ab; gab(e)st
dich ab; hast dich abgegeben sich mit
etw. od. jmdm. beschäftigen
ab|ge|brannt: Adj. abgebrannter;
~ abgebrannteste 1 n. stg. durch Feuer
(völlig) vernichtet 2 [ugs.] kein Geld
mehr besitzen; ohne Geld »Er war völ¬
lig abgebrannt.« Syn.: <2> pleite; bank¬
rott
ab|ge|brüht: Adj. abgebrühter;
abgebrühteste 1 [ugs.] ohne Mitgefühl
»ein abgebrühter Kerl« 2 [ugs.] vom
Charakter, Wesen, der Art des Um¬
gangs dreist, frech
ab|ge|dro|$chen: Adj. schon oft gesagt
u. dadurch ohne Bedeutung od. Wir¬
kung »eine abgedroschene Phrase«
abjgeffoimt: Adj. abgefeimter; abgefeim-
~ teste [abwert.] trickreich, clever,
durchtrieben; unmoralisch
ab|ge|fuclct: /abgefackt/ Adj. abgefuck-
ter; abgefuckteste [derb] verbraucht;
abgewirtschaftet; heruntergekommen
ab|ge|grif)fen: Adj. a) starke Ge-
~ brauchsspuren aufweisend »eine ab¬
gegriffene Tasche« b) <übertr.> alt u.
zu oft benutzt, so daß die Bedeutung
schwach ist »abgegriffene Worte«
ab|ge|hackt: Adj. abgehackter;
~ abgehackteste 1 n. stg. mit einem Beil
o. ä. von etw. gewaltsam abgetrennt
»abgehackte Äste« 2 nicht flüssig; mit
Pausen »eine abgehackte Bewegung«
abjge|han|gen: Adj. n. stg. <Fleisch>
~ mürbe u. zart »Die Steaks sind gut ab¬
gehangen.«
abjge|härmt: Adj. abgehärmter; abge¬
härmteste sorgenvoll; niedergeschla¬
gen
ab|ge[härftet: Adj. gegen äußere Ein¬
flüsse unempfindlich geworden
ab[ge|hen: gehst ab; ging (e)st ab; bist
abgegangen 1 <Theater> ein(e) Schau¬
spielerin) verläßt die Bühne »Er ging
von der Bühne ab.« 2 <Med.> eine Fehl¬
geburt erleiden »Der Fötus ging ab.« 3
etw. fällt runter, verliert den Halt, die
Befestigung 4 in eine bestimmte
Richtung verlaufen »Der Weg geht
rechts von der Hauptstraße ab.« 5
Postsendung) abgeschickt werden
»Der Brief geht morgen ab.« 6
<übertr.> etw. ändern; nachgeben 7
<übertr.> etw. vermindern, nachlassen
» Von der Summe gehen noch 10 % Ra¬
batt ab.« 8 eine bestimmte Strecke zu
Fuß entlang laufen 9 [ugs.] die Art u.
Weise beschreibend, wie etw. passiert,
geschehen (ist) 10 lugs.] etw. vermis¬
sen, entbehren; an etw. Mangel leiden
11 hier, da geht es, geht’s (tierisch)
ab: hier, da ist viel los 12 das geht
jmdm. ab: das versteht jmd. nicht;
diese Fähigkeit o. ä. besitzt jmd. nicht
ab|ge|hetzfc Adj. abgehetzter; abgehetz¬
teste durch Anstrengung, Eile, Hast
müde u. erschöpft (wirkend)
ab|ge|ho|ben: Adj. nicht normal sein,
wirklichkeitsfremd
abgek.: Abk. abgekürzt
ab|ge|kämpft: Adj. abgekämpfter; abge¬
kämpfteste durch Anstrengung, Eile,
Hast müde u. erschöpft (wirkend)
ab]gejkar|tet: Adj. n. stg. zum Nachteil
einer Person heimlich verabredet
ab|ge|klärt: Adj. abgeklärter; abgeklär-
~ teste weise, ohne Illusionen, falsche
Hoffnungen, Vorstellungen
ab|ge|la|gert: Adj. n. stg. 1 abgesetzt od.
angesammelt »der im Topf abgela¬
gerte Kalk« 2 von hoher Qualität auf¬
grund einer längeren Lagerungszeit
»ein gut abgelagerter Wein«
ab|ge|lebt: Adj. abgelebter; abgelebteste
~ [geh.] 1 durch die Mühen des Lebens
alt u. verbraucht »ein abgelebter alter
■ Mann« 2 unmodern; nicht mehr aktu¬
ell
ab|ge[le|gen: Adj. entfernt; einsam »Du
wohnst aber in einem abgelegenen
Viertel!«
ab|gel|ten: giltst ab; galt (e) st ab; hast
abgegolten etw. ordnungsgemäß be¬
zahlen, ausgleichen
ab|ge|macht: Adj. n. stg. 1 [ugs.] von
~ etw. entfernt 2 vereinbart; abgespro¬
chen; verabredet »Das ist ein seit lan¬
ger Zeit abgemachtes Treffen.« 3
<Streit o. ä.> bereinigt
ab|ge|ma|gert Adj. abgemagerter;
abgemagerl(e)ste sehr dünn; stark,
auffällig an Gewicht verloren habend
ab|ge|mer|gelt: Adj. abgemergelter;
~ abgemergelt(e)ste sehr dünn; stark,
auffällig an Gewicht verloren habend
ab|ge|neigt: Adj. abgeneigter; abgeneig¬
teste nicht bereit, willens, etw. zu tun
ab|ge|nutzfc Adj. abgenutzter; abgenutz¬
teste Gebrauchsspuren aufweisend;
verschlissen »eine abgenutzte Couch«
Ab|ge|ord|ne|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Abgeordneter;
eine Abgeordnete; zwei Abgeordnete)
Person, die von Wahlberechtigten in
ein Parlament gewählt wird
ab|ge|ris|sen: Adj. 1 n. stg. abgetrennt
von etw. »ein abgerissenes Stück
Papier« 2 a) verschlissen, abgenutzt
»ein abgerissenes Kleid« b) schlecht
gekleidet; ungepflegt »ein abgerisse¬
ner Typ« 3 <übertr.> nicht im Zusam¬
menhang »Seinen abgerissenen Ge¬
danken konnte ich nicht folgen.«
ab|ge|run|det: Adj. n. stg. 1 nicht ge¬
rade, sondern an einigen Stellen (be¬
sonders den Kanten) leicht rundlich
geformt »ein Tisch mit einer abgerun¬
deten Glasplatte« 2 von einer ungera¬
den Zahl auf die nächste im Wert dar¬
unter liegende Zahl verringert
Ab|ge|sand|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Abgesandter;
eine Abgesandte; zwei Abgesandte)
Person, die mit einer Nachricht, Auf¬
gabe von jmdm. zu jmdm. geschickt
wird
Ab|ge|sarig: der; -(e)s; Abgesänge 1 En¬
de 2 Werk, das ein Dichter od. Kom¬
ponist zuletzt verfaßt hat 3<Literatur-
wiss.> der dritte abschließende Stro¬
phenteil
ab|ge|schie|den: Adj. abseits belebter
Gegenden gelegen; einsam; allein
ab|ge|schla|gen: Adj. 1 n. stg. <Sport>
~ deutlich verloren habend 2 leicht be¬
schädigt 3 müde u. energielos
ab|ge|schlos|sen: Adj. n. stg. 1 <Schloß>
mit einem Schlüssel, Riegel o. ä. zuge¬
sperrt u. nicht zu öffnen »eine abge¬
schlossene Tür« 2 beendet
ab|ge|schmackt: Adj. abgeschmackter;
abgeschmackteste [ugs.] albern u.
geistlos
ab|ge|schnittten: Adj. n. stg. 1 von etw.
~ getrennt 2 gekürzt; von der Länge ge¬
nommen 3 getrennt; isoliert 4 unter¬
bunden; verhindert; beendet 5 ver¬
kürzt 6 gut/schlecht o. ä. abge¬
schnitten haben: erfolgreich bzw.
nicht erfolgreich o. ä. gewesen sein
ab|ge|sefhen: in den Wendungen 1 abge-
~ sehen von: ungeachtet dessen »Abge¬
sehen von zwei Rechtschreibfehlern
hatte sie ein gutes Diktat geschrieben.«
2 von etw., jmdm. abgesehen: außer
etw. od. jmdm.; ausgenommen von
etw.
ab[ge|son(dert: Adj. n. stg. allein blei¬
bend; sich von anderen fernhaltend
ab|ge|spannt: Adj. abgespannter; abge¬
spannteste von körperlicher, geistiger
Anstrengung erschöpft
ab|ge|stan|den: Adj. 1 durch zu langes
- offenes Stehen nicht mehr frisch (u.
daher schal schmeckend) »Ich trinke
kein abgestandenes Mineralwasser.« 2
<übertr.> durch häufiges Gebrauchen
ohne Wirkung o. ä.
ab|ge[stimmfc Adj. n. stg. 1 durch Mehr¬
- heitsbeschluß eine Entscheidung über
etw. herbeigefiihrt habend 2 sich über
etw. mit jmdm. geeinigt habend 3 zu¬
sammenpassend; harmonierend »ab¬
gestimmte Farben«
ab|ge|stor|ben: Adj. n. stg. 1 oneist
- Pflanzen od. Körperteile) tot 2 <Teile
des Körpers meist als Ergebnis einer
Erfrierung) ohne Gefühl, Empfin¬
dung 3 [ugs.] ausgegangen; nicht
mehr funktionierend
26
Abhöranlage
ab|ge|stumpft: Adj. abgestumpfter; ab¬
gestumpfteste für etw. keine Gefühle
mehr aufbringend, weil man es zu
häufigerlebt hat
ab|gefta|kett: Adj. abgetakelter; abgeta-
kelt(e)ste [ugs.; abwert.] stark ver¬
lebt; verbraucht
ab|ge|tan: Adj. n. stg. 1 [ugs.] ausgezo¬
gen 2 etw. nicht beachtend, überge¬
hend
ab|ge|tra|gen: Adj. <Kleidung> sehr oft
angezogen u. dadurch verschlissen
ab]ge|wetzk Adj. abgewetzter; abge¬
wetzteste [ugs.; salopp] sehr oft be¬
nutzt, angezogen u. starke Ge¬
brauchsspuren aufweisend
ab|ge|wichst: Adj. abgewichster; abge¬
wichsteste [derb] abgenutzt; herunter¬
gekommen
ab|ge(wln|nen: gewinnst ab; gewan-
n(e)st ab; hast abgewonnen 1 etw. von
jmdm. z. B. im Spiel erhalten 2 jmdm.
od. einer Sache etw. mit Mühe entlok-
ken 3 einen positiven Eindruck bewir¬
ken »Ich konnte dem Vorschlag einiges
abgewinnen.«
ab|ge|wöh|nen: gewöhnst ab; gewöhn¬
test ab; hast abgewöhnt 1 jmdn., sich
dazu bringen, eine schlechte Eigen¬
schaft, Angewohnheit abzulegen 2
noch eines, einen zum
Abgewöhnen: [ugs.; scherzh.] zum
Abschluß noch ein Glas Alkohol trin¬
ken
ab|ge|zehrt: Adj. abgezehrter; abgezehr¬
teste <Mensch; Tier> stark abgemagert
u. kraftlos »Das Pferd sieht abgezehrt
aus.«
ab|ge]zir|kelt: Adj. abgezirkelter;
abgezirkelt (e)ste 1 genau abgemessen
2 überdeutlich sprechend
ab|gie|Ben: gießt ab; gossest ab; hast ab¬
gegossen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— 1 Wasser, Flüssigkeit
von etw. wegschütten »Ich muß nur
noch die Kartoffeln abgießen.« 2 etw.
nachformen
Ab|glanz: der; -es; - 1 Widerschein von
etw. Glänzendem »der Abglanz von
Lichtern, Farben o. ä.« 2 Ausstrah¬
lung, Aura, die man auch später
(nach langer Zeit) noch fühlen, spü¬
ren kann
ab|glei|chen: gleichst ab; glich(e)st ab;
hast abgeglichen etw. aufeinander ab¬
stimmen, es in eine Übereinstimmung
bringen
ab|glei|ten: gleitest ab; glitt(e)st ab; bist
abgeglitten [geh.] 1 den Halt verlieren
u. abrutschen »von einem schlüpfrigen
Hang abgleiten« 2 ohne es zu wollen
od. zu merken, von etw. abschweifen,
abirren 3 in etw. nachlassen, nicht
mehr so gut sein 4 gesellschaftlich
herunterkommen
Ab|goth der; -(e)s; Abgötter 1 [veralt.]
Gottheit der Heiden 2 jmd. od. etw.,
dem man eine übersteigerte Zunei¬
gung entgegenbringt
ab|götjtisch: Adj. für jmdn. od. etw.
eine übersteigerte Zuneigung empfin¬
dend
ab|gra|ben: gräbst ab; grubfejst ab;
hast abgegraben 1 etw. mit einer
Schaufel o. ä. wegnehmen »die Erde
abgraben« 2 etw., z. B. Wasser, durch
einen Graben ableiten »einen Fluß
abgraben« 3 jmdm. das Wasser
abgraben: jmdn. ruinieren, in den
Ruin treiben
ab|gra|sen: grast ab; grastest ab; hast
abgegrast 1 eine Wiese, Weide abfres¬
sen »Die Schafe haben alles abge¬
grast.« 2 oibertr.) [ugs.] etw. ist schon
ausgeschöpft o. ä »Dieses Gebiet der
Wissenschaft ist schon abgegrast, es
lohnt sich nicht, hier weiter zu
forschen.« 3 nach etw. lange suchen
ab|grei|fen: greifst ab; griff(e)st ab;
hast abgegriffen 1 durch vieles Beta¬
sten abnutzen »Das Buch ist schon
ganz abgegriffen.« 2 mit den Händen
od. einem speziellen Gerät etw. abta¬
sten
ab|gren|zen: grenzt ab; grenztest ab;
hast abgegrenzt eine Grenze zwischen
etw. ziehen; etw. von etw. trennen
Ab|gnmd: der;-(ejs; Abgründe 1 plötz¬
lich sehr stark abfallendes Gelände
»Sie sahen in den Abgrund.« 2<übertr.>
moralische, seelische Betroffenheit 3
<übertr.> am Rande der Vernichtung,
des Ruins »Das Geschäft stand kurz
vor dem Abgrund.«
ab|grund|häB|lich —* ab|grund|häss|-
lich: Adj. n. stg, äußerst unansehnlich,
häßlich *
ab|grün|dig: Adj. [geh.] 1 rätselhaft; ge¬
heimnisvoll »ein abgründiger Ge¬
sichtsausdruck • ein abgründiges
Geheimnis« 2 besonders groß, stark
ab|grund|tief: Adj. n. stg. sehr stark
empfunden (in negativer Hinsicht)
ab|gucken (ab|guk|ken —> ab|gu|-
cken): guckst ab; gucktest ab; hast ab¬
geguckt [ugs.] 1 durch genaues Zu¬
schauen von jmdm. etw. lernen 2 bei
einer Prüfung o. ä. etwas heimlich ab¬
schreiben, um eigenes Wissen vorzu¬
täuschen
Ab|guB —► Ab|guss: der; Abgusses; Ab¬
güsse 1 Vorrichtung an Waschbek-
ken, Dusche, Badewanne, durch die
Wasser usw. in die Kanalisation ge¬
langt 2 durch Gießen (z. B. von Gips)
in eine Form hergestellte Nachbil¬
dung
Abh.: Abk. Abhandlung
ab|ha|ken: hakst ab; haktest ab; hast ab¬
gehakt 1 etw. (von einem Haken, Na¬
gel o. ä.) abnehmen »ein Bild
abhaken« 2 etw. als erledigt vermer¬
ken; erledigen
ab|hal|ten: hältst ab; hielt (e)st ab; hast
abgehalten 1 etw. tun, durchführen
»eine Messe, Versammlung abhalten«
2 jmdn. an etw. hindern
ab|han|deln: handelst ab; handeltest ab;
hast abgehandelt 1 etw. besprechen;
sich (wissenschaftlich) mit etw. be¬
schäftigen 2 [ugs.] etw. günstig be¬
kommen, erhalten »Ich habe ihm 20
% vom Preis abgehandelt.«
ab|han|den: Adv. in der Wendung ab¬
handen kommen, geraten: verloren
gehen
Ab|hand|lung: die; - ; -en schriftliche
Darstellung eines Themas
Ab|hang: der; ~(e)s; Abhänge abfal¬
lende Seite eines Berges
ab|hän|gen: hängst ab; hängtest ab; hast
~ abgehängt 1 etw. von einer Halterung
herunternehmen »die Gardine, das
Bild abhängen« 2 einen Anhänger,
Wagen o. ä. entfernen, abkoppeln
»Unser Waggon wird in Köln
abgehängt.« 3 <übertr.> [ugs.] jmdm.,
der nicht erwünscht ist, entfliehen,
davonlaufen, -fahren o. ä.
ab|hän|gen: hängt ab; hing ab; hat abge¬
hangen von einer Bedingung be¬
stimmt sein
ab|hän|gig: Adj. im Ablauf, in seinen
Handlungen auf etw., jmdn. angewie¬
sen Ant.: unabhängig
Ab|hän|gig|keit die; - ; -en Unselbstän¬
digkeit; Angewiesensein auf Hilfe,
(materielle) Unterstützung
ab|här]ten: härtest ab; härtetest ab; hast
abgehärtet jmdn. hart, widerstandsfä¬
hig machen
ab|här|ten, sich: härtest dich ab; härte¬
test dich ab; hast dich abgehärtet sich
widerstandsfähig machen
Ab|härftung: die; -; -en Erzeugung einer
Widerstandsfähigkeit
ab|hau|en: haust ab; hautest/hiebfejst
ab; hast/bist abgehauen 1 hiebst u.
[ugs.] hautest ab; hast etw. von etw.
(mit einer Axt o. ä.) abschlagen »ei¬
nen Ast vom Baum abhauen« 2 hautest
ab; bist [ugs.] schnell einen Ort verlas¬
sen » Wir sind abgehauen, nachdem der
Ball die Scheibe zertrümmert hatte.« 3
hast [jugendsprl.] abschreiben
ab|haujten: häutest ab; häutetest ab;
hast abgehäutet einem Tier nach dem
Schlachten, Erlegen das Fell abziehen
ab|he|ben: hebst ab; hobfejst ab; hast
abgehoben 1 a) von einer Oberfläche
lösen »Er hob den Deckel ab.« b) sich
in die Luft erheben »Das Flugzeug
hob ab.« 2 <Bankw.> Geld holen »Geld
vom Konto abheben« 3 etw. von einem
Packen o. ä. hochnehmen
ab|hefften: heftest ab; heftetest ab; hast
abgeheftet 1 Schriftstücke, die aufbe¬
wahrt werden sollen, in etw. einord¬
nen, z. B. in einen Ordner 2 etw. mit
groben Stichen befestigen
ab|hel|fen: hilfst ab; hdf(e)st ab; hast
abgeholfen einen Notstand, einen
Grund zur Unzufriedenheit o. ä. be¬
heben, beseitigen
ab|het)zen, sich: hetzt dich ab; hetztest
dich ab; hast dich abgehetzt sich sehr
beeilen
ab|heu|em: heuerst ab; heuertest ab;
hast abgeheuert [seemanssprachl.]
vom Schiff abmustem, das Schiff ver¬
lassen, nicht mehr dort arbeiten
Abjhil|fe: die; - ; -n Beseitigung eines
Notstandes o. ä.
ab|ho|beln: hobelst ab; hobeltest ab; hast
abgehobelt etw. mit einem Hobel ent¬
fernen, dünner, kleiner, glatter ma¬
chen
ab|hold: Adj. in der Wendung jmdm. od.
etw. abhold sein: jmdm. od. einer Sa¬
che feindlich gesinnt sein
ab|ho|len: holst ab; holtest ab; hast abge¬
holt 1 etw., was bereit liegt, mitneh¬
men »einen Brief abholen« 2 eine Per¬
son an einer verabredeten Stelle tref¬
fen u. mit ihr gemeinsam Weggehen
od. wegfahren
Ab|ho|len der; -s; - weibl. Ab|ho|le[rin:
die; - ; -nen Person, die etw. od. jmdn.
abholt
ab|hol|zen: holzt ab; holztest ab; hast
abgeholzt fällen; von Bäumen, Sträu-
chern befreien
Ab|hör|an|la|ge: die; - ; -n Gerät, mit
dem man (Telefon-)Gespräche ande¬
27
abhorchen
rer Personen (heimlich) belauschen
kann
abjhor|chen: horchst ab; horchtest ab;
hast abgehorcht mit dem Ohr od. ei¬
nem speziellen Gerät etw. auf Ge¬
räusche hin, Funktionstüchtigkeit
prüfen
ab|hö|ren: hörst ab; hörtest ab; hast ab¬
gehört 1 einer Person zuhören, die
etw. Gelerntes auswendig wiedergibt,
um zu prüfen, ob sie es beherrscht
»ein Gedicht abhören« 2 etw. abhören,
um festzustellen, ob ein Fehler, eine
Fehlfunktion vorliegt »die Lunge, das
Herz abhoien« 3 etw. zur Überprü¬
fung od. zum Vergnügen anhören 4
etw. heimlich belauschen
Ab|hör|ge|rät: das; -(e)s; -e Gerät, mit
dem man Gesprächen anderer Perso¬
nen (heimlich) lauschen kann
Ab|hör|wan|ze: die; - ; -n [ugs.] kleiner
Sender, der versteckt ist, um Gesprä¬
che heimlich belauschen zu können
ab|hun|gem: hungerst ab; hungertest ab;
hast abgehungert durch Verzicht auf
Nahrung versuchen, Gewicht zu ver¬
lieren ■
ab|hun|gern, sich: hungerst dir ab; hun¬
gertest dir ab; hast dir abgehungert
[ugs.] durch extremes Sparen (sich)
etw. ermöglichen
ab|hu|sten —* ab|hus|ten: hustest ab;
hustetest ab; hast abgehustet durch
Husten Schleim aus den Luftwegen
pressen
Abi: Kurzw. das; -s; -s Abitur
ab|iso|lie|ren —> ab|i|so|lie|ren: isolierst
ab; isoliertest ab; hast abisoliert
[fachsprl.] die Isolierung (von einem
Draht, einem Kabel) entfernen
Ab|iso[lierjzan|ge —» Ab|i|so|lier[zan|-
ge: die; * ; -n spezielle Zange, mit der
eine Isolierung entfernt werden kann
Ab|itur —* Ajb|i|tur dato das; -s; -e (PI.
s.) die Reifeprüfung, die an einer hö¬
heren Schule abgelegt wird u. die
jmdn. zu einem Studium berechtigt
Ab|itu|ri|ent —* A|b|i|tu|ri|ent dato der;
-en; -en weibl. Ab|itu|ri|en|tin —> A|b|-
i(tu|ri[en[tine die; - ; -nen Bezeichnung
für eine(n) Schüler(in) kurze Zeit vor,
während u. nach Ablegen der Reife¬
prüfung, dem Abitur
Ab|rtur|zei]tung —» A|b|i|tur|zei|tungE
die; - ; -en in Form einer Zeitung zu¬
sammengestellte Spottverse auf Mit¬
schüler u. Lehrer, lustige Begebenhei¬
ten usw., die die Abiturienten bei ih¬
rer Abschlußfeier vortragen od. ver¬
teilen
Ab|ityrtzeug|nis —> A|b|i|tur|zeug|nis:
das; -ses; -se Zeugnis, das die Abituri¬
enten nach bestandener Reifeprü¬
fung, bestandenem Abitur von der
höheren Schule (als Schulabschlu߬
zeugnis u. Berechtigung zum Stu¬
dium) erhalten
ab|ja|gen: jagst ab .jagtest ab; hast abge¬
jagt 1 jmdn. längere Zeit verfolgen,
um ihm etw. zu entwenden 2 Tiere bis
zur Erschöpfung antreiben 3 jmdm.
etw. abjagen: einer Person etw. (ge¬
gen ihren Willen) wegnehmen, jmdm.
etw. vor der Nase wegschnappen
Abk.: Abk. 1 Abkommen 2 Abkürzung
ab|kan|zeln: kanzelst ab; kanzeltest ab;
hast abgekanzelt jmdn. tadeln, be¬
schimpfen; jmdn. wegen etw. Vor¬
würfe machen
ab|kap|seln, sich: kapselst dich ab; kap¬
seltest dich ab; hast dich abgekapselt
das Zusammensein mit anderen Men¬
schen vermeiden, sich isolieren
Ab|kap|se|!ung/Abjkaps|lung: die; - ;
-en 1 das Abkapseln (wenn sich etw.
in einer Art Kapsel dicht eingeschlos¬
sen hat) 2 <übertr.> Absonderung von
der Gesellschaft
ab|karjten: kartest ab; kartetest ab; hast
abgekartet etw. mit schlechten Hin¬
tergedanken planen
ab|kaslsie|ren: kassierst ab; kassiertest
ab; hast abkassiert [ugs.] Geld von
jmdm. nehmen
ab|kau|en: kaust ab; kautest ab; hast ab¬
gekaut kleine Stücke von etw. abbei¬
ßen '
abfkauffsn: kaufst ab; kauftest ab; hast
abgekauft 1 von jmdm. etw. erwerben
2 [ugs.] jmdm. etw. Unglaubwürdiges
abnehmen '
Ab|kehc die; - ; - das Abwenden, Ver¬
lassen »Abkehr vom Glauben«
ab|keh|ien: kehrst ab; kehrtest ab; hast
abgekehrt Schmutz vBn einer Oberflä¬
che entfernen
ab|keh|ren, sich: kehrst dich ab; kehr¬
test dich ab; hast dich abgekehrt sich
von etw. od. jmdm. abwenden; jmdn.
od. etw. meiden
ab|kip|pen: kippst ab; kipptest ab; hast/
bist abgekippt 1 hast etw. abladen »Er
hat Kies vom Wagen abgekippt.« 2 bist
a) nach unten fallen »Sie ist beinahe
vom Schwebebalken abgekippt.« b)
<übertr.> aus der Fassung geraten; die
Selbstkontrolle verlieren
ab|klap|pern: klapperst ab; klappertest
ab; hast abgeklappert [ugs.] verschie¬
dene Orte, Personen nacheinander
aufsuchen
abjkiälren: klärst ab; klärtest ab; hast
abgeklärt etw. vollkommen klarstel¬
len, absprechen
Ab]klatsch: der; -(e)s; -e (PI. s.)
schlechte Kopie, Nachbildung
ab|klat|schen: klatschst ab; klatschtest
ab; hast abgeklatscht 1 einer Person,
die gerade mit einer anderen tanzt,
durch Klatschen in die Hände od.
durch leichte Berührung des derzeiti¬
gen Partners zeigen, daß man selbst
mit ihr tanzen möchte 2 durch Klat¬
schen in die Hände jmdn. in od. bei
etw. unterbrechen, stören 3 bei Ball¬
spielen mit 'den Handflächen einen
Ball abwehren u. Zurückschlagen
ab|klem|men: klemmst ab; klemmtest
ab; hast abgeklemmt 1 etw. mit Hilfe
von Klemmen ab- od. durchtrennen
»eine Stromleitung abklemmen« 2
<Med.> mit einer od. mehreren kleinen
Klemmen etw. (stark) zusammen¬
pressen
ab|klln|gen: klingt ab; klang ab; ist abge¬
klungen weniger werden
ab|klop|fen: klopfst ab; klopftest ab;
hast abgeklopft 1 durch leichte Schlä¬
ge etw. entfernen, zu säubern versu¬
chen o.: ä. »die Steine, die Jacke
abklopfem 2 <Med-> durch leichte
Schläge mit dem Finger od. einem
Gerät eine Untersuchung vomehtitten
3 [ugS.] mehrere Stellen aufsuchen,
um etw. zu Anden 4 jmdn. abklopfen:
im Gespräch versuchen, jmds. Ein¬
stellung zu etw. herauszuAnden
ab|knab|bern: knabberst ab; knabbertest
ab; hast abgeknabbert [ugs.] etw. in
kleinen Stücken abbeißen od. etw.
ganz abnagen, so daß nichts mehr
übrig ist, was noch eßbar wäre
ab|knal|len: knallst ab; knalltest ab; hast
abgeknallt [ugs.; abwert.] <Mensch;
Tier> kaltblütig mit einer Feuerwaffe
töten »einen Hasen abknallen«
ab[knap|sen, sich: knapst dir ab; knaps¬
test dir ab; hast dir abgeknapst [ugs.]
a) sparen b) sich vom Munde
abknapsen: sich vom Munde abspa¬
ren
ab(knicken (ab|knlk|ken —* ab|khi|-
ckenj: knickst ab; knicktest ab; hast/
ist abgeknickt a) ist einen Knick bil¬
den; die Richtung ändern »Die Straße
knickt dort ab.« b) hast etw. durch
Druck abbrechen »Das Gewicht des
Schnees hatte die Äste abgeknickt.« c)
hast etw. z. T. in eine andere Richtung
drücken
ab|knlp|sen: knipst ab; knipstest ab; hast
abgeknipst 1 [ugs.] etw. kleines, dün¬
nes mit dem Fingernagel, der Schere
o. ä. abtrennen 2 einen Film bis zum
Ende verbrauchen
ab|knöp|fen: knöpfst ab; knöpftest ab;
hast abgeknöpft 1 etw., das mit Knöp¬
fen an etw. befestigt ist, abnehmen
»Den Kragen kann man abknöpfen.« 2
[ugs.] jmdm. etw. wegnehmen »Er
knöpfte mir beim Spiel mein Geld ab.«
ab[ko|chen: kochst ab; kochtest ab; hast
abgekocht 1 a) etw. kochen, garen
»Kochen Sie das Gemüse abk b) etw.
erhitzen, damit Bakterien u. ä. abge¬
tötet werden 2 [ugs.] jmdm. Geld ab-
üehmen
ab|kom|man|die|ren: kommandierst ab;
kommandiertest ab; hast abkomman¬
diert <Milit.> jmdn. abstellen, ihn
dienstlich entsenden, um eine beson¬
dere Aufgabe zu erfüllen
Ab|kom|men: das; -s; ~ Vereinbarung
im privaten, geschäftlichen od. politi¬
schen Bereich
ab|kömm|lich: Adj. n. stg. in der Lage,
sich Zeit für etw. zu nehmen; für etw.,
jmdn. zur Zeit entbehrlich Ant.: un¬
abkömmlich
Ab|kömm|ling: der; -s; -e <Rechtsw.> je¬
der Verwandte eines Menschen in ab¬
steigender Linie, Syn.: Nachfahre;
Nachkomme
ab[kön|nen: kannst ab; konntest ab; hast
abgekonnt [ugs.] etw. aushalten, mö¬
gen, leiden können
ab|kon|ter]fei|en: konterfeist ab; konter¬
feitest ab; hast abkonterfeit 1 [veralt.]
etw. abmalen, nachzeichnen 2 [ugs.;
scherzh.] ein Foto von sich machen
lassen
ab|kop|peln: koppelst ab; koppeltest ab;
hast abgekoppelt 1 ein Tier von der
Leine o. ä. lassen »Die Pferde sind
abgekoppelt.« 2 einen Waggon o. ä.
entfernen Syn.: <2> abkuppeln
Ab|kop|pe|lung/Ab|kopp|lung: die; - ;
~-en 1 Lösung eines Tieres von der
Kopplung 2 das Trennen von etw.
durch die Kupplung eines Fahrzeugs
ab|krat|zen: kratzt ab; kratztest ab;
hast/ist abgekratzt 1 hast etw. durch
Kratzen, Schaben entfernen, säubern
28
ablesbar
2 ist [ugs.; salopp] sterben »Er ist
abgekratzt.« 3 [ugs.] abhauen; ver¬
schwinden
ab|kria|gen: kriegst ab; kriegtest ab;
hast abgekriegt 1 [ugs.] auch ein
Stück, einen Teil von etw. bekommen
»ein Stück Kuchen abkriegen« 2 in ei¬
ner gefährlichen Situation zu Scha¬
den kommen »einen Schlag abkrie¬
gen« 3 etw. Festklebendes o. ä. mühe¬
voll lösen
ab|kiih|len: kühlst ab; kühltest ab; hast
abgekühlt etw. kälter machen; die
Temperatur senken
ab|küh|len, sich: kühlst dich ab; kühltest
dich ab; hast dich abgekühlt a) etw.
auf niedrigere Temperatur bringen b)
(Wetter; Temperatun sich verringern
c) (übeftr.) sich verringern, weniger
werden
Ab|küh|lung: die; - / -en 1 das Kühler¬
werden von etw., z. B. einer Speise 2
Rückgang der Temperatur 3 Erfri¬
schung
ab|kup|fern: kupferst ab; kupfertest ab;
hast abgekupfert [ugs.; abwert.] etw.
(unerlaubt) abschreiben, nachahmen,
kopieren
ab[kup|peln: kuppelst ab; kuppeltest ab;
hast abgekuppelt 1 (Tien von der
Koppel befreien, losmachen »das
Pferd abkuppeln« 2 einen Anhänger
o. ä. von durch das Lösen der Kupp¬
lung trennen »den Anhänger des Last¬
wagens abkuppeln« Syn.: <2> abkop¬
peln
abjküijzen: kürzt ab; kürztest ab; hast
abgekürzt kürzer machen; etw. durch
Einsparungen kürzer machen; von
der Länge nehmen
Abikürjzung: die; - ; -en 1 das Ver- od.
Abkürzen von etw.; ein Sprachge¬
brauch von Wörtern u. Wortverbin¬
düngen »"z. B." ist die Abkürzung für
"zum Beispiel“.« 2 Verringerung,
Verkürzung einer Strecke, Entfer¬
nung »eine Abkürzung durch den
Park«
Ab|kür|zungs|verjzeich|rtis: das; -ses;
~ -se Verzeichnis, das sprachliche Ab¬
kürzungen aufführt u. in ihrer Auflö¬
sung, Bedeutung erklärt
ab|la|den: ladest/lädst ab; lud(e)st ab;
hast abgeladen a) etw. an einem Ort
aus einem Transportmittel ausladen,
herausbolen b) <übertr.> Gefühle bei
jmdm. erzählen, ausleben
Ab|la|ge: die; - ;-n 1 Fach, in das etw.
(für einige Zeit) gelegt werden kann
»Die Ablage im Auto ist mit Stoff
bezogen.« 2 das Ablegen, Sortieren
von Schriftstücken in Aktenordner o.
ä. »Ich muß noch die Ablage machen.«
3 in die Rund-Ablage: [ugs.; scherzh.]
in den Papierkorb; wegwerfen
ab|la|gern: lagerst ab; lagertest ab; hast
abgelagert 1 etw. sammelt sich an u.
setzt sich ab »Das Wasser lagert Kalk
ab.« 2 etw. erhält durch (längeres) La¬
gern eine höhere Qualität »Der Wein
muß noch ablagern.« 3 etw. aufbewah¬
ren, deponieren
ab|lan|dig: Adj. n. stg. (Seefahrt) vom
Land weg zum Wasser hin »ablandi¬
ger Wind«
Ab]la6 —» Abflass: der; Ablasses; Ab¬
lässe (kath. Kirche) [veralt.] Wegfall,
Verkürzung von zeitlich begrenzten
Sündenstrafen, die der Sünder nach
seiner Besserung noch zu verbüßen
hat
Ab|laB|brtef —> Ab|lass|brief: der;
-(e)s; -e (kath. Kirche) Urkunde über
den erteilten Nachlaß von zeitlich be¬
grenzten Sündenstrafen, die der Sün¬
der nach seiner Besserung noch zu
verbüßen hat
ab|las|sen: läßt ab; ließ(es)t ab; hast
abgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*—: 1 eine Flüssigkeit aus
einem Gefäß herauslaufen lassen »Ich
habe das Wasser aus der Wanne
abgelassen.« 2 a) ein Vorhaben aufge¬
ben »Sie ließ von dem Plan ab.« b) auf¬
hören, eine Person zu belästigen
ab|lat|schen: latscht ab; latschte ab; hat
abgelatscht [ugs.] 1 Schuhwerk (häu¬
fig durch Schlurfen) abnutzen »Schu¬
he ablatschen« 2 entfernt sich (mit
nachlässigem Gang) entfernen
Ab|lauf: der; -fe)s; Abläufe 1 Siphon,
durch den Wasser in das Kanalsystem
abfließen kann »Der Ablauf im Bad
ist verstopft.« ft Entwicklung, Abfolge
einer Sache, eines Ereignisses 3 Ende
einer Frist »Nach Ablauf des Monats
wissen wir mehr.« Ant.: (1 > Zulauf
ab|lau|fen: läufst ab; lief(e)st ab; bist!
hast abgelaufen 1 bist sich laufend von
einem Ort entfernen 2 ist etw. fließt
ab od. weg 3 ist von etw. herab- od.
daran herunterfließen »Der Regen
läuft vom Regenschirm ab.« 4 ist etw.
(Mechanisches) ist zu Ende u. bleibt
stehen, funktioniert nicht mehr »Das
Band, die Uhr ist abgelaufen.« 5 ist
etw. passiert, geschieht in einer be¬
stimmten Weise »Die Vorstellung ist
reibungslos abgelaufen.« 6 ist etw. ver¬
liert die Gültigkeit »Der Vertrag läuft
ab. ♦ Der Ausweis ist abgelaufen.« 7 ist
durch vieles Laufen etw. abnutzen
»Die Absätze sind abgelaufen.« 8 bist!
hast eine bestimmte Strecke, z. B. zur
Kontrolle begehen 9 sieh die Hacken
ablaufen: lange nach etw. suchen
Ab|laufffrist: die; - / -en etw. ist nur für
einen bestimmten Zeitraum gültig,
für eine bestimmte Zeit befristet, ver¬
liert nach dieser angegebenen Zeit die
Wirkung, Gültigkeit, Zuverlässigkeit
Ab|laut: der; -(e)s; -e (PI. s.) (Sprach-
wiss.> Vokalwechsel, der gesetzmäßig
in der Stammsilbe sprachgeschicht-
lich verwandter Wörter erfolgt »In
den Wörtern binden, band, gebunden
sind’V.'a’.ü’ Ablaute.«
ab|lau|ten: lautet ab; lautete ab; hat ab¬
gelautet (Sprachwiss.) einen Vokal¬
wechsel, der gesetzmäßig in der
Stammsilbe sprachgeschichtlich ver¬
wandter Wörter erfolgt, aufweisen
»ablautende Verben«
ab|le|ben: lebte ab; ist abgelebt (nur in
Vergangenheitsformen; nie im Prä¬
sens) [geh.] gestorben sein
ab|lecken (ab|lek|ken —> ab|le|cken):
leckst ab; lecktest ab; hast abgeleckt 1
etw. mit der Zunge entfernen »die
Marmelade vom Finger ablecken« 2
mit der Zunge entlangfahren »die Lip¬
penablecken« .
ab|le|dern: lederst ab; ledertest ab; hast
abgeledert 1 [veralt.] einem geschlach¬
teten od. erlegten Tier das Fell abzie¬
hen 2 etw. mit einem Leder abreiben,
säubern »die Fenster abledern« 3
[ugs.; landsch.) jmdn. verhauen 4
[ugs.] die andere Mannschaft im Fu߬
ball hoch schlagen
ab|le|gen: legst ab; legtest ab; hast abge¬
legt 1 a) ein Kleidungsstück, einen
Mantel ausziehen, vom Körper neh¬
men b) etw. nicht mehr anziehen u.
wegtun od. verschenken »die schwar¬
ze Trauerkleidung oblegen« 2 (übertr.)
sich etw. abgewöhnen 3 etw. an einer
bestimmten Stelle aüfbewahren »den
Schriftwechsel oblegen« 4 etw., was
man nicht mehr braucht, zur Seite le¬
gen, wegtun »eine Spielkarte bei einem
Spiel oblegen« Setw. leisten »eine Prü¬
fung oblegen« 6 etw. zugeben, geste¬
hen »ein Geständnis oblegen« 7 etw.
vorlegen, geben »Rechenschaft o. ä.
über etw. oblegen« 8 [seemannssprl.]
von der Küste o. ä. wegfahren »Das
Boot, Schiff legt ab.«
Ab|le|ger. der; -s; - 1 Trieb von einer
Pflanze, der eine neue Pflanze dieser
Art hervorbringt 2 [ugs.; scherzh.] Be¬
zeichnung für einen männlichen
Nachkommen 3 (Wirt.) Zweigstelle;
Filiale
ab|leh|nen: lehnst ab; lehntest ab; hast
abgelehnt a) etw. nicht annehmen; ei¬
nem Vorhaben o. ä. nicht zustimmen
»Sie lehnte den Plan ab.« b) etw. od.
jmdn. (gar) nicht mögen »Sie lehnt
Gewalt ab.«
Ab|leh|nung: die; - ; -en das Nichtge-
statten, Nichterlauben von etw.
Ab|leh|nungs|be|scheid: der; -(e)s; -e
Schreiben, in dem etw. abgelehnt
wird, um das man gebeten, das man
gefordert, beantragt hatte o. ä.
ab|lei|sten —a- ab|leisften: leistest ab;
leistetest ab; hast abgeleistet eine
Pflicht völlig erfüllen
ab|lei|ten: leitest ab; leitetest ab; hast
abgeleitet 1 etw. in eine andere Rich¬
tung lenken »Energie, Wasser
ableiten« 2 herkommen; sich zurück¬
verfolgen lassen »Ihre Rechte leiten
sich aus einem früheren Vertrag ab.« 3
aus bekannten Tatsachen auf etw.
schließen
Ab|leiftung: die; - ; -en 1 Führung von
einem Ursprung in eine andere Rich¬
tung o. ä. 2 (Sprachwiss.) von einem
Wort(stamm) hergeleitetes Wort mit
ähnlicher Bedeutung, oftmals in eine
andere Wortart überführt 3 Rückfüh¬
rung zum Ursprung 4 Herleitung von
etw. od. jmdm.
Ab|lei|tungs|sil|be: die; - ; -n Silbe, die
vor od. hinter ein Wort gesetzt zu ei¬
nem neuen Wort führt
ab|len|ken: lenkst ab; lenktest ab; hast
abgelenkt jmds. Aufmerksamkeit von
etw. auf etw. anderes ziehen
Ab|len|kung: die; ~ ; -en 1 Führung von
etw. in eine andere Richtung 2 a) Ab¬
wechslung b) etw., was jmds. Gedan¬
ken, Empfinden o. ä. kurzzeitig un¬
terbricht u. in eine andere (erfreuli¬
che) Richtung führt
Ab|len|kungs|ma|nö|ver: das; -s; - Vor¬
gehen, das eine Täuschung bewirkt,
einen Feind od. einen Gegner ver¬
wirrt
ab|les|bar. Adj. n. stg. 1 von einer
schriftlichen Vorlage zum Ablesen ge¬
eignet 2 feststellbar »Der Stromver-
29
ablesen
brauch ist am Zähler ablesbar.« 3 bei
jmdm. od. etw. durch genaues Beob¬
achten erkennbar
ab[le|sen: liest ab; las(es)t ab; hast
abgelesen 1 a) einen Wert an einem
Meßgerät sehen (können) »Ich las die
Temperatur ab.« b) einen Wert o. ä.
an etw. Festmachen, feststellen
(können) »Den Punktestand können
Sie an der Anzeigetafel ablesen.« 2 ei¬
nen vorgefertigten Text von einer
schriftlichen Vorlage lesend sprechen,
vorlesen 3 entfernen »Blattläuse von
den Rosen ablesen«
ab|leug|nen: leugnest ab; leugnetest ab;
hast abgeleugnet etw., was einem vor¬
geworfen wird, abstreiten; etw., was
man sich zuschulden kommen lassen
hat, nicht zugeben
abllich|ten: lichtest ab; lichtetest ab;
hast abgelichtet 1 etw. mit einem ent¬
sprechenden Gerät kopieren »ein Do¬
kument ablichten« 2 [ugs.] ein Foto
von jmdm. od. etw. machen
Ab|lich[tung: die; - ; -en a) Fotokopie,
Foto b) Vorgang des Fotokopierens
ab|lie|fern: lieferst ab; liefertest ab; hast
abgeliefert etw. (auftragsgemäß) bei
jmdm. abgeben
Ab[lie|fe|nmgstteijiTtin: der; -(e)s; -e
das genaue Datum, an dem etw., z. B.
eine Ware o. ä., bei dem Abnehmer
abgeiiefert werden soll
ab|lo|chen: lochst ab; lochtest ab; hast
abgelocht <EDV> [veralt.] einen Über¬
trag auf Lochkarten od. Lochstreifen
vornehmen
abjlö|schen: löschst ab; löschtest ab;
hast abgelöscht 1 etw. mit einem
Löschblatt aufsaugen »die Tinte
ablöschen« 2 etw. eindämmen »Feuer
ablöschen« 3 in eine Speise kalte Flüs¬
sigkeit zugeben
ab|lö|sen: löst ab; löstest ab; hast
abgelöst 1 zwei od. mehr Schichten,
Dinge voneinander lösen »Der Tep¬
pich ließ sich nur schwer vom Zement
ablösen.« 2 jmds. Stelle bei etw. od.
jmdm. einnehmen
Ab|lö|se|sum|me: die; - ; -n <Sport> ein
bestimmter Geldbetrag, der dem Ver¬
ein zu zahlen ist, damit ein Berufs¬
sportler zu einem anderen Verein
überwechseln kann
Ab|lö|sung: die; - ; -en 1 Lösung von
etw., von seinem Grund 2 Aufwen¬
dung eines Geldbetrages, um einen
Berufsportler in den eigenen Verein
zu holen 3 Vorgang, bei dem ein
Dienst-, Personenwechsel erfolgt
ab|luchjsen: luchst ab; luchstest ab; hast
abgeluchst [ugs.] 1 eine Person dazu
bringen, etw. abzugeben 2 von jmdm.
etw. durch aufmerksames Beobach¬
ten od. geschicktes Fragen erfahren
ab|lut|schen: lutschst ab; lutschtest ab;
hast abgelutscht [ugs.] 1 mit der Zunge
durch Lecken etw. entfernen »den
Zucker vom Finger ablutschen« 2
durch Lecken mit der Zunge etw.
langsam essen, verzehren
ABM: Abk. Arbeitsbeschaffungsma߬
nahme
Abm.: Abk. 1 Abmachung 2 Abmes¬
sung
ab[ma|chen: machst ab; machtest ab;
hast abgemacht 1 etw. von etw. entfer¬
nen 2 eine Vereinbarung treffen 3
etw. mit sich selber abmachen: ohne
Hilfe mit einem Problem fertig wer¬
den
Ab|ma|chung: die; - ; -en getroffenes
Abkommen, Vereinbarung mit
jmdm. (über etw.)
ab|ma|gern: magerst ab; magertest ab;
bist abgemagert Gewicht verlieren;
sehr dünn werden
Ab|ma|ge|rungs|kur: die; - ; -en Kur
zum Schlankerwerden, Dünnerwer¬
den, zur Gewichtsreduzierung
ab|mah|nen: mahnst ab; mahntest ab;
hast abgemahnt jmdn. eindringlich er¬
mahnen, etw. zu unterlassen, in Ord¬
nung zu bringen o. ä.
Ab|mah|nung: die; - ; -en Schriftstück,
das jmdn. eindringlich aufFordert,
etw. zu unterlassen (u. eine Konse¬
quenz, meist rechtliche Schritte, bei
Nichtbeachtung od. Fortsetzung an¬
droht)
ab|majlen: malst ab; maltest ab; hast
abßemalt etw. genau, möglichst de¬
tailgetreu mit einer Zeichnung wie¬
dergeben
Ab|marsch: der; -(e)s; Abmärsche (PI.
s.J 1 <Milit.> Aufbruch von einem Ort
(wobei alle beteiligtet]^ Soldaten ge¬
ordnet u. in gleicher Schrittfolge
marschieren) 2 [ugs.; scherzh.] das
Weggehen, der Aufbruch von einem
Ort
ab|mai[schie|ren: marschierst ab; mar¬
schiertest ab; bist abmarschiert 1 (Mi¬
ßt.) (formiert u. im Gleichschritt) auf¬
brechen, losgehen 2 [ugs.] losgehen 3
ein Gebiet, einen Gang, ein Gebäude
o. ä. ablaufen u. dabei kontrollieren,
ob alles in Ordnung ist
ab|mel|den: meldest ab; meldetest ab;
hast abgemeldet 1 etw., was man nicht
mehr benutzt, ordnungsgemäß aus
der Registrierung nehmen lassen »das
Auto abmelden« 2 bei jmdm. abge¬
meldet sein: [ugs.] jmds. Gunst od.
Beachtung verloren haben
ab|mel|den, sich: meldest dich ab; mel¬
detest dich ab; hast dich abgemeldet 1
(besonders Milit.) seinen eigenen
Weggang od. den eines anderen ord¬
nungsgemäß melden 2 bei einem
Wohnungswechsel ordnungsgemäß
die dafür zuständige Stelle, Behörde,
das Einwohnermeldeamt über den
Wegzug informieren
Ab[mel|dung: die; - ; -en 1 <Milit.> Mit¬
teilung an den Vorgesetzten, daß man
einen Ort verläßt 2 Meldung des
Weggangs od. der Adressenänderung
ab|mes|sen: mißt ab; maß(es)t ab; hast
abgemessen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss•*— 1 bei etw. das genaue
Maß bestimmen »die Länge des Roc¬
kes abmessen« 2 etw. in seiner (Aus-)
Wirkung beurteilen, abschätzen
Ab|mes|sung: die; - ; -en genaue Ma߬
bestimmung
ab[mil|dern: milderst ab; mildertest ab;
hast abgemildert etw. abfangen,
schwächer gestalten
Abjmo|de|ra|ti|on: die; - ; -en (Rund¬
funk; Fernsehen) abschließende od.
verabschiedende Worte eines/einer
Moderatoren) nach Ablauf der Sen¬
dezeit vor der Ausblendung
ab|mo|de|rie|ren: moderierst ab; mode¬
riertest ab; hast abmoderiert (Rund¬
funk; Fernsehen) nach Ablauf der
Sendezeit vor der Ausblendung ab¬
schließende od. verabschiedende
Worte sprechen
ab)mon|tie|ren: montierst ab; montier¬
test ab; hast abmontiert etw. mit Hilfe
von W erkzeug lösen
ab|mü|hen, sich: mühst dich ab; mühtest
dich ab; hast dich abgemüht sich bei
etw. anstrengen; eine schwierige Auf¬
gabe zu lösen versuchen
ab|murkjsen: murkst ab; murkstest ab;
hast abgemurkst [ugs.] jmdn. töten,
ermorden
ab|mu|stern —» ab|mus|tern: musterst
ab; mustertest ab; hast abgemustert
[seemannssprl.] seinen Dienst auf ei¬
nem Schiff aufgeben, beenden
ab|najbeln: nabelst ab; nabeltest ab; hast
abgenabelt 1 ein neugeborenes Kind
nach der Geburt von der Nabel¬
schnur, die es mit der Mutter verbin¬
det, trennen »Die Hebamme nabelt
das Baby ab.« 2 [ugs.] sich von etw.
od. jmdm. nicht mehr abhängig ma¬
chen, sich lösen u. selbständig werden
Ab|na|be|lung/Ab[nab|lung: die; - ; -en
1 Durchtrennung der Nabelschnur,
die ein neugeborenes Kind nach der
Geburt noch mit der Mutter verbin¬
det 2 [ugs.] Loslösung von etw. od.
jmdm., um zu Unabhängigkeit u.
Selbständigkeit zu gelangen
ab|na|gen: nagst ab; nagtest ab; hast ab¬
genagt 1 einen Teil, ein Stück von
etw. durch Nagen, Schaben mit den
Zähnen entfernen 2 alles Eßbare von
etw. abtrennen, mit den Zähnen ab¬
schaben u. aufessen
Abjn£|her: der; -s; - eingenähte Falte
im Stoff, mit der ein Kleidungsstück
enger gemacht wird
Ab|nah|me: die; ~; -n 1 a) das Herunter¬
nehmen, Abnehmen, Entfernen von
etw. von einem Ort, an dem es ange¬
bracht war »die Abnahme der Lampe,
des Verbandes« b) Amputation, ope¬
rative Entfernung eines Körperglieds
»die Abnahme eines Armes« 2 PI. s.
Verminderung 3 PI. s. das Abneh¬
men, der Kauf von Ware »die Abnah¬
me der Getreideernte« 4 PI. s. das Ab¬
nehmen, Verlangen, Fordern von
etw. 5 (Rechtsw.) die Entgegennahme
der Leistung durch den Gläubiger
beim Kaufvertrag, insbesondere beim
Werkvertrag 6 Abnahme finden: von
den Kunden gekauft werden
ab|neh|men: nimmst ab; nahm(e)st ab;
hast abgenommen 1 an Gewicht, Grö¬
ße, Umfang o. ä. verlieren 2 a) (Tele¬
fon) den Hörer von der Gabel heben
»Er nahm das Telefon ab.« b) etw.
(von einer Befestigung lösen u.) her¬
unterholen c) etw. hochheben »Er
nahm den Topfdeckel ab.« 3 a) eine
Tätigkeit für jmdn. übernehmen b)
jmdm. bei etw. helfen 4 etw. entfernen
»Er nahm seinen Bart ab.« 5 etw. von
jmdm. fordern »Für das alte T-Shirt
wollte er mir 10 DM abnehmen.« 6
[ugs.] jmdm. etw. stehlen, wegnehmen
7 jmdm. etw. (nicht) abnehmen:
jmdm. etw. (nicht) glauben 8 Ma¬
schen abnehmen: (Handarbeit die
Anzahl von Maschen vermindern,
Ant.:d> zunehmen
30
abreiben
ab|neh|mend: Adj. n. stg. weniger wer¬
dend; sich verringernd; an Stärke, In¬
tensität verlierend »abnehmender
Wind ♦ abnehmender Mond«
Ab|neh|meR der; -s; - weibl. Ab|neh|-
me|rin: die; - ; -nen Käufer(m) eines
Produktes (der/die dieses Produkt
dann weiter verkauft u. so nur als
Zwischenhändier(in) dient)
Ab|nei|gung: die; -; -en (PI. s.) Wider¬
willen, Antipathie, die sich gegen etw.
od. jmdn. richtet »Er spürte eine star¬
ke Abneigung gegen den Mann.« Ant.:
Zuneigung
ab|nomv. Adj. n. stg. vom (durch eine
Gesellschaft definierten) Normalen,
Gewohnten abweichend »eine ab¬
norme Gewichtszunahme«
gb|nor|mal: Adj. n. stg. vom (durch eine
~ Gesellschaft definierten) Standard
abweichend, nicht normal; Unge¬
wöhnlich
ab|nutjzen: nutzt ab; nutztest ab; hast
abgenutzt durch Gebrauch langsam
verschleißen; unbrauchbar werden,
machen
gb|nüt|zen: nützt ab; nütztest ab; hast
abgenützt etw. stark beanspruchen u.
somit eine Wertminderung erwirken
Ab|nut|zung: die; - ; -en (PI. s.) starke
Beanspruchung u. daraus folgende
Wertminderung
Abjnütjzung: die; - ; -en (PL s.)
[landsch.] starke Beanspruchung u.
daraus folgende Wertminderung
Abo —* A|bo: Kurzw. das; -s; -s Abon¬
nement = längerfristiger Abnahme¬
vertrag, z. B. für Zeitungen, Theater¬
karten
Abon|ne|ment —> A|b|on|ne|ment: <fro
/abonnrinang u. [Schweiz.] abonne-
mänt/ des; -s; -s u. [Schweiz.J -e län¬
gerfristiger Abnahmevertrag, z. B. für
Zeitungen, Theaterkarten
Abon]nent—»■ Ajbonjnent: </r.> der; -en;
-en weibl. Abon|nen|tin —*■ A]bon|-
nen(tin: die; - ; -nen Person, die einen
Vertrag über einen regelmäßigen Be¬
zug von etw. (meist Theaterkarten,
Zeitschriften) eingegangen ist
abon)nig|ren —* ajbonjniejren: </r.>
abonnierst; abonniertest; hast abon¬
niert einen Vertrag über einen regel¬
mäßigen Bezug von etw. (meist Thea¬
terkarten, Zeitschriften) abschließen,
eingehen
ab|ord|nen: ordnest ab; ordnetest ab;
hast abgeordnet jmdn. als Vertrete¬
rin) einer Gruppe in ein Gremium,
eine Versammlung o. ä. schicken
Ab|ord|nung: die; • ; -en Gruppe von
Personen, die zu einem bestimmten
Zweck von jmdm., einer Institution
o. ä. entsendet ist
Ab|orb der; -(e)s; -e [veralt] Vorrich¬
tung zur Aufnahme menschlicher Fä¬
kalien; Toilette; Klo; Klosett
Ab|ort: dato der; -(e)s; -e <Med.> Fehl¬
geburt
ab|packen (ab|pak|ken —> ab|pa|-
cken): packst ab; packtest ab; hast ab¬
gepackt [kaufmannssprl.] für die
Käufer Waren in einer bestimmten
Menge vorbereiten u. entsprechend
einwickeln, in eine Verpackung brin¬
gen
abjpas|sen: paßt ab; paßtest ab; hast ab¬
gepaßt —>alle Formen mit sst— 1
jmdn., etw. zu treffen versuchen »Ich
habe die Briefträgerin abgepaßt.« 2 ei¬
nen günstigen, guten Zeitpunkt ab¬
warten, zu treffen versuchen
ab|pau|sen: paust ab; paustest ab; hast
abgepaust etw. mit Durchschlagpa¬
pier kopieren, Syn.: durchpausen
abjpsl|len: pellst ab; pelltest ab; hast ab¬
gepellt etw. von seiner Schale, Hülle
befreien
ab|pfei|fen:pfeifst ab;pfiff(e)st ab; hast
abgepfiffen (Sport) ein Spiel, einen
Wettkampf o. ä. durch einen Pfiff un¬
terbrechen od. beenden
Ab|pfiff: der; -(e)s; -e <Sport> ein Pfiff
als Zeichen dafür, daß ein Spiel unter¬
brochen od. beendet ist
ab|pf!ücken (ab[pflük|ken —* ab|pflii|-
cken): pflückst ab; pflücktest ab; hast
abgepflückt mit den Händen Blüten,
Blätter, Früchte von einem Baum,
Strauch, Busch o. ä. entfernen, ernten
»ein welkes Blatt abpflücken«
ab)phoMsra|phie|ren/abffo|to(gra|fie|-
ren: fotografierstjphotographierst ab;
fotografiertest/photographiertest ab;
hast abfotografiertjabphotographiert
ein Bild, Foto von jmdm. od. etw. mit
einer entsprechenden Kamera machen
ab)pin|nen: pinnst ab; pinntest ab; hast
abgepinnt [ugs.] von einem Mitschüler
od. aus Büchern abschreiben, um ei¬
gene Leistungen vorzutäuschen
ab|pla|gen, sich: plagst dich ab; plagtest
dich ab; hast dich abgeplagt mit etw.
od. jmdm. viel Mühe haben
ab|platjzen: platzt ab; platzte ab; ist ab¬
geplatzt sich plötzlich lösen
ab|pral|len: prallst ab; pralltest ab; bist
abgeprallt von etw. abgelenkt werden,
zurückspringen
Ab|pral(ler: der; -s; - (Ballspiele) ein von
einer Person, einem Pfosten o. ä. ab¬
prallender Ball
ab|pres|sen: preßt ab; preßtest ab; hast
abgepreßt —*alle Formen mit ss<—
1 mit Druck einschnüren »eine Blut¬
ader abpressen« 2 <übertr.> jmdm. eine
Reaktion, Leistung abnötigen
ab|prot|zen: protzt ab; protztest ab; hast
abgeprotzt [derb] seine Notdurft ver¬
richten; koten u. urinieren
ab|pum|pen: pumpst ab; pumptest ab;
hast abgepumpt 1 etw. durch einen
Pumpmechanismus entfernen, von
etw. befreien, reinigen 2 [ugs.] sich bei
jmdm. etw. leihen, borgen
ab|put|zen: putzt ab; putztest ab; hast
abgeputzt 1 etw. mit einem Lappen o.
ä. saubermachen, von Schmutz be¬
freien »Ich muß den Tisch abputzen.«
2 [ugs.] zurechtweisen
ab|quä|len, sich: quälst dich ab; quältest
dich ab; hast dich abgequält 1 sich mit
etw. sehr stark abmühen »Er quälte
sich mit den Hausaufgaben ab.« 2 sich
mit Mühe etw. abringen
ab|qua|li|fi|zie|ran: qualifizierst ab; qua¬
lifiziertest ab; hast abqualifiziert
jmdn. od. etw. abfällig, negativ beur¬
teilen
ab|quet)schen: quetschst ab; quetschtest
ab; hast abgequetscht etw. durch eine
Quetschung, Zusammendrückung
(fast) abtrennen
Abr.: Abk. 1 Abrechnung 2 Abreise 3
Abriß
abjrackern (ab|rak)kern —* ab|ra|-
ckern), sich: rackerst dich ab; racker¬
test dich ab; hast dich abgerackert
[ugs.] schwer arbeiten
Abrajham —*■ A|bra|ham: o. Art.; -s; -1
biblischer männlicher Vorname;
Stammvater der Juden 2 den Abra¬
ham sehen, gesehen haben: [ugs.]
den fünfzigsten Geburtstag feiern, ge¬
feiert haben 3 (wie) in Abrahams
SchoB: [ugs.] geborgen, behütet u. si¬
cher
Abra|ka|da|bra/Abra|ka|da|bra —>
Ab|ra|ka|da|b|ra: dato das; -s; - 1 eine
Art Formel, die einen Zauber bewir¬
ken soll »Abrakadabra, weg ist das
Kaninchen.« 2 dummes, nicht ver¬
ständliches Gerede ohne Sinn :
ab|ra|sie|ren: rasierst ab; rasiertest ab;
hast abrasiert 1 Haare mit dem Ra¬
sierapparat, der Rasierklinge od. dem
Rasiermesser direkt am Haaransatz
kürzen, entfernen 2 [ugs.] etw. völlig
niederreißen, zerstören »Der Sturm
hat den ganzen Wald abrasiert.«
ab|ra|ten: rätst ab; riet(e)st ab; hast ab¬
geraten jmdm. sagen, empfehlen, etw.
zu unterlassen
Abjraum: der; -(e)s; -1 (Bergbau) nicht
nutzbare (abgeräumte) Deckschicht
über einer Lagerstätte 2 [landsch.]
Müll
ab|räu|men: räumst ab; räumtest ab;
hast abgeräumt 1 Dinge wegnehmen
»Nach dem Essen räumten wir gemein¬
sam den Tisch ab.« 2 (Bergbau) den
Abraum entfernen 3 (Kegeln) alle Ke¬
gel umwerfen
ab|rau|schen: rauschst ab; rauschtest
ab; bist abgerauscht [ugs.] 1 schnell ei¬
nen Ort (mit einem Fahrzeug o. ä.)
verlassen »Er rauschte mit einem Mo¬
torrad ab.« 2 besonders auffällig, mit
viel Aufsehens einen Ort verlassen
ab|rea)gie|ren —» ab|re|a|gie|ren, sich:
reagierst dick ab; reagiertest dich ab;
hast dich abreagiert eine innere Span¬
nung durch eine Handlung abbauen
ab|rech|nen: rechnest ab; rechnetest ab;
hast abgerechnet 1 eine Kassenbilanz
erstellen 2 Außenstände u. Schulden
mit jmdm. gegenrechnen 3 abziehen;
subtrahieren; minusnehtnen »Von
diesem Betrag mußt du deine Kosten
abrechnen.« 4 (übertr.) jmdn. für etw.
bestrafen, zur Rechenschaft ziehen
Ab|rech|nung: die; - ; -en 1 Erstellen ei¬
ner Schlußrechnung mit sämtlichen
Belegen über Ein- u. Ausgaben 2
Schriftstück, das eine Abrechnung
enthält »Ich muß einmal in die Abrech¬
nung schauen.« 3 Abzug eines Betra¬
ges von einem Gesamtbetrag 4
(übertr.) Rache
Ab|rejde: in der Wendung in Abrede
stellen: [amtssprl.] etw. als Unwahr¬
heit o. ä. zurückweisen
ab|re|gen, sich: regst dich ab; regtest
dich ab; hau dich abgeregt [ugs.] in
der Wut, dem Zorn nachlassen u. sich
wieder beruhigen
ab|reg|nen, sich: regnet sich ab; regnete
sich ab; hat sich abgeregnet als Nie¬
derschlagfallen
ab|rel|ben: reibst ab; rieb(e)st ab; hast
abgerieben 1 etw. entfernen, indem
man es kräftig wischt, reibt »Farbe
abreiben« 2 etw. säubern »die Hände
31
Abreibung
an der Schürze abreiben« 3 jmdn. od.
ein Tier abtrocknen »Nack dem Spa¬
ziergang mußten wir das nasse Fell des
Hundes abreiben.« 4 mit einem Reib¬
eisen (die äußere Hülle, Schale von)
etw. in kleinen Teilchen lösen
Ab|rei|bung: die; - ; -en 1 Entfernung
von etw. 2 Säuberung jmds., von etw.
3 Trocknen eines Tieres od. Men¬
schen 4 Ablösung von etw. in kleinen
Stückchen 5 [ugs.j a) Schläge »Dem
werde ick eine Abreibung verpassen.«
b) Zurechtweisung
Ab|rsi|se: die; - ;-n (PI. s.J a) Beginn ei¬
ner Reise zum Zielort hin b) Ende ei¬
ner Reise mit dem Aufbruch vom Ur¬
laubsort o. ä. weg
ab|rei|sen: reist ab; reistest ab; bist ab¬
gereist (für längere Zeit) einen Ort
verlassen; eine Reise beginnen od. be¬
enden
Ab|r»l8|block: der; - fejs; -s u. -blocke
"oben gebundenes Papier, das sich
Blatt für Blatt abreißen, entfernen
läßt
abjrai|Ben: reißt ab; rissest ab; hast ab¬
gerissen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— 1 etw. durch Ziehen
zerteilen, entfernen »Er riß ein Stück
Toilettenpapier von der Rolle ab.« 2
niederreißen; ein Gebäude o. ä. ab¬
sichtlich zerstören
Ab|rei8|ka|len|der: der; -s; ~ Kalender,
dessen Blätter (durch einen gelochten
o. ä.) oberen Rand leicht abgerissen,
entfernt werden können
ab|mf|ten: reitest ab; ritt(e)st ab; bist!
hast abgeritten 1 bist einen Ort auf ei¬
nem Pferd o. ä. verlassen »Sie ist
schon abgeritten.« 2 bistjhast einen
Weg reiten, um zu sehen, ob alles in
Ordnung ist od. um sich die Strecke
merken zu können 3 hast ein Pferd so
lange reiten, bewegen, bis es müde
wird
ab|rich)ten: richtest ab; richtetest ab;
hast abgericktet <Tier; meist Hund>
dressieren
Ab|rtab: der; -(e)s; -e 1 o. Fl. Abnut¬
zung durch Gebrauch »der Abrieb der
Autoreifen« 2 feinste Rückstände
ab|rie|getn: riegelst ab; riegeltest ab;
~ hast abgeriegelt etw. verschließen, zu¬
sperren, so versperren, daß niemand
die Stelle passieren kann
Ab|rie[ge|lung/Ab|rieg|lung: die; ~ ; -en
a) Versperrung, indem etw. abge¬
schlossen wird b) Versperrung eines
Weges o. ä. durch errichtete Blocka¬
deno. ä.
Ab|riB —> Abfriss: der; Abrisses;
Abrisse 1 o. PI. das Entfernen, Abrei¬
ßen, Zerstören eines Gebäudes o. ä. 2
abgetrenntes Stück einer Eintrittskar¬
te o. ä. 3 kurze, übersichtliche Dar¬
stellung eines Themas
Ab|ri8|biijne —»• Ab|rissjbirjne: die; - ;
-n Stahlkugel, die an einem Kran
hängt u. durch dessen Bewegung mit
Gewalt gegen die Mauern eines Ge¬
bäudes geworfen wird, um das Ge¬
bäude o. ä. zum Einsturz zu bringen
|ib|rol|len: rollst ab; rolltest ab; hast/
(b)ist abgerollt t hast a) etw. von ei¬
ner Rolle/Spule wickeln, laufen lassen
»Sie hat etwas Garn abgerollt.« b) hast
[fachsprl.j <Transportw.> etw. durch
Rollen wegschaffen »Die Hafenarbei¬
ter haben die Tonnen abgerollt.« 2 hast
den Fuß beim Gehen von der Ferse
bis zu den Zehen vom Untergrund
abdrücken/bewegen 3 ist <Fahrzeug>
wegfahren »Die Bahn ist abgerollt.« 4
bist <Tumen> mit dem Körper eine
Drehbewegung vorwärts od. rück¬
wärts ausführen 5 ist verlaufen; sich
ereignen, sich abspielen »Die Veran¬
staltung ist planmäßig abgerollt.«
ab|rubjbaln: rubbelst ab; rubbeltest ab;
hast abgerubbelt [ugs.j etw. od. jmdn.
trocknen, von Feuchtigkeit befreien
»Nach dem Baden wird das Kind gut
abgerubbelt.«
abjrücken (ab|riikjken —-* ab)rü|cken):
rückst ab; rücktest ab; hast/bist abge¬
rückt 1 hast etw. nach vorne, hinten,
zur Seite bewegen (ohne es ganz vom
Boden zu heben) »den Schrank von
der Wand abrücken« 2 bist räumlich
eine größere Entfernung zu jmdm.
od. etw. schaffen »Er rückte von ihr
ab.« 3 bist <übertr.> inhaltlich eine
Entfernung zu etw. ausdrücken, sich
davon distanzieren, deutlich machen,
daß es nicht der eigenen Meinung
(voll) entspricht 4 bist <Milit.> for¬
miert u. mit einheitlicher Schrittfolge
einen Ort verlassen 5 bist [ugs.j Weg¬
gehen
Ab|ruf: der;-(e)s; -e (PI. s.) 1 «Bankw.)
a) eine Information zu eiapra Konto
einholen b) Abhebung einer
Geldsumme 2 Weisung, einen Ort zu
verlassen 3 auf Abruf bereitstehen:
fertig sein u. auf jmdn. od. etw. war¬
ten, um dann einen Ort, eine Stelle zu
verlassen »Die Schüler standen auf
Abruf bereit.« 4 auf Abruf: [kauf-
mannssprl.) die Anweisung eines
Käufers an den Verkäufer, eine be¬
stimmte Ware zu einem bestimmten
Zeitpunkt zu liefern
ab]rufjbe|reit Adj. n. stg. fertig; bereit .
ab|rujfen: rufst ab; rief(e)st ab; hast
abgerufen 1 jmdn. von seiner Tätig¬
keit wegrufen 2 <EDV> Informationen
von einem Datenträger anfordern 3
etw. anfordern
gb|run|den: rundest ab; rundetest ab;
hast abgerundet 1 einen Betrag kleiner
machen, damit eine runde Zahl er¬
reicht wird 2 runder machen »Unten
wird der Stoff abgerundet.« 3 etw. per¬
fekt machen
abjrupt: dato Adj. abrupter: abrupteste
plötzlich, unvermittelt u. überra¬
schend »ein abrupter Schluß«
ab|r(l|sten —» ab|rüs]ten: rüstet ab; rü-
~ stete ab; hat abgerüstet das Militär,
das Waffenarsenal verkleinern; Waf¬
fen abschaffen
Ab|rO|stung —> Ab|rüs(tung: die; - ; -en
«Milit.) Verminderung der Anzahl an
Waffen (u. Soldaten)
Ab|rü|stungs|konffejrenz —> Abjrüs|-
tungs|kon|fe|renc die; - ; -en Konfe¬
renz, bei der von einem od. mehreren
Staaten über Fragen der Verminde¬
rung der Anzahl an Waffen (u. Solda¬
ten) beraten wird
ab|nrtfschen: rutschst ab; rutschtest ab;
~ bist abgerutscht 1 den Halt verlieren
»Ich bin von der Leiter abgerutscht.« 2
a) schlechter werden; den gesell¬
schaftlichen Halt verlieren »Sie ist in
die Drogenszene abgerutscht.« b) (in
seinen Leistungen) schlechter werden
v
Abruzfzen —> A|b|ruzjzerc die (PI.; im¬
mer mit Art.) a) italienisches Gebirge
b) mittelitalienisches Gebiet
ABS: Abk. Kraftfahrzeug Antiblok-
kiersystem (= verbessert das Brems¬
verhalten)
Abs.: Abk. 1 Absatz (in schriftlichen
Texten) 2 «Brief o. ä.> Absender 3 Ab¬
solvent
abs.: Abk. 1 abseits 2 absolut 3 absol¬
viert
ab|sä|betn: säbelst ab; säbeltest ab; hast
abgesäbelt [ugs.j etw. großflächig u.
grob abschneiden
ab|sacken (abjsakjkan —» ab|sa|cken):
sackst ab; sacktest ab; bist abgesackt
[ugs.] 1 nach unten fallen; untergehen;
im Wasser versinken »Das Boot ist
abgesackt.« 2 a) schlechter werden b)
den gesellschaftlichen Halt verlieren 3
(plötzlich) niedriger werden
Abfaacker (Abjsakjker —«• Abjsa|cker)
der; -s; - [ugs.j letztes Glas Alkohol
vordem Schlafengehen
Abjsafge: die; - ; -n 1 Mitteilung, daß
etw. abgelehnt wird 2 «Rundfunk;
Fernsehern abschließende, verab¬
schiedende Worte eines Ansagers, ei¬
ner Ansagerin
ab|sa|gen: sagst ab; sagtest ab; kost ab¬
gesagt mitteilen, daß man eine Verab¬
redung nicht einhält, daß etw. nicht
stattfindet
ab|säjgen: sägst ab; sägtest ab; hast
abgesägt 1 etw. mit einer Säge von
etw. trennen; etw. mit einer Säge zer¬
teilen 2 [ugs.j jmdn. von einer Stel¬
lung, einem Posten, einer Position o.
ä. vertreiben
ab|sah|nen: sahnst ab; sahntest ab; hast
abgesahnt [ugs.j bei etw. (auf Kosten
anderer) großen Gewinn machen
ab|sat|teln: sattelst ab; satteltest ab;
hast abgesattelt den Sattel von einem
Pferd nehmen
Abjsatz: der; -es; Absätze 1 (drucktech¬
nisch) durch den Beginn einer neuen
Zeile trotz vorhandenen Platzes ge¬
kennzeichnete Einheit innerhalb eines
Textes »Hier beginnt ein neuer
Absatz.« 2 erhöhter Block an der
Sohle eines Schuhs unter der Ferse 3
«Handel) Warenverkauf »Der Absatz
des neuen Produktes läuft gut.« 4 Ab¬
lagerung von etw. 5 gerade Fläche als
Unterbrechung von etw., was in die
Höhe weiter verläuft »Treppenab¬
satz« 6 auf dem Absatz
kehrtmachen: sofort gehen
Ab[satz|flau|te: die; - ; -n [kauf-
mannsspri.j schlechter, stockender
Verkauf (von häufig saisonbedingten
Waren)
Ab|satz|ge|biet: das; -(e)s; -e fkauf-
~ mannssprl.j Bereich, Markt, in/auf
dem Waren o. ä. verkauft werden
Ab|satz|kick: der; -(e)s; -e «Fußball)
Tritt mit dem Absatz gegen den Ball
Ab|satz|markt der; -(e)s; -markte Ge¬
biet, Bereich, Markt, in/auf dem Wa¬
ren o. ä. verkauft werden
Abjsatzfvojlujmen: das; -s; - Menge,
~ Größenordnung verkaufter Waren,
Stückzahlen
32
abschleppen
ab|satz|wei|se: Adv. in geschriebenen
od. gedruckten Abschnitten auf einer
Seite
ab|sau|fen: säufst ab; sofffejst ab; bist
abgesoffen 1 [ugs.; salopp] im Wasser
untergehen, den Tod Anden 2 [ugs.]
aufhören zu laufen, weil zu viel Ben¬
zin in den Vergaser gelangt ist »Der
Motor säuft immer wieder ab.« 3
<Bergbau> sich mit Wasser fällen
ab|sau|gen: saugst ab; saugtest ab; hast
abgesaugt 1 mit einem Gerät, das
Staub u. Schmutzpartikel durch
Saugkraft aufnimmt, etw. säubern
»den Teppichboden absaugen« 2 mit
einem Gerät durch Ansaugkraft etw.
entfernen »mit einer Pumpe das Was¬
ser absaugen«
ab|sau|sen: saust ab; saustest ab; bist
abgesaust [ugs.] schnell einen Ort ver¬
lassen »Er sauste ab wie die Feuer¬
wehr.«
ab|schaf)fen: schaffst ab; schafftest ab;
hast abgeschafft eine bisher übliche,
bestehende Sache, Einrichtung o. ä.
nicht weiterführen; sich endgültig von
etw. trennen »Das Gesetz sollte abge¬
schafft werden.«
Abschaffung: die; • ; -en (PI. s.) (ge¬
setzliche) Auflösung einer Einrich¬
tung »Abschaffung der Todesstrafe,
der Sklaverei«
ab|schä|len: schälst ab; schältest ab;
hast abgeschält 1 die äußere Haut,
Schicht (meist bei Obst u. Gemüse)
entfernen 2 sich ablösen
ab|schal|ten: schaltest ab; schaltetest
ab; hast abgeschaltet 1 etw. ausschal¬
ten; etw. mittels eines Schalters ab¬
stellen 2 a) entspannen, an etw. ande¬
res denken, sich mit etw. anderem be¬
schäftigen b) unaufmerksam sein,
werden »Bei seinem Vortrag habe ich
abgeschaltet.«
ab|schat]tie|ren: schattierst ab; schat¬
tiertest ab; hast abschattiert in Farbe
od. Helligkeit abtönen
ab|schflt|zen: schätzt ab; schätztest ab;
hast abgeschätzt sich eine ungefähre
Meinung über etw. od. jmdn. bilden
ab|schät|zig: Adj. abfällig, verächtlich
~ beurteilt, bewertet
Ab|schaum: der; -(e)s; - [abwert.] etw.
od. jmd. von absolut niederer Quali¬
tät »der Abschaum der Gesellschaft«
ab|schai|den: scheidest ab; schied(e)st
ab; hast/bist abgeschieden 1 hast etw.
absondem »Die Wunde scheidet Eiter
ab.« 2 bist [geh.] sterben
ab|schei|den, sich: scheidest dich ab;
schied(e)st dich ab; hast dich abge¬
schieden [geh.] sich von einer Gruppe,
der Gesellschaft zurückziehen
ab|sche|ren: scherst ab; schorfe)st ab;
hast abgeschoren mit einer Schere od.
einem Schermesser Haare od. Fell
entfernen
Ab|scheu: der; -(e)s; - u. [selten] die;
- ; -1 großer Widerwille, starke (mo¬
ralische) Empörung vor jmdm. od.
etw. »Gewalt u. Brutalität lösen Ab¬
scheu in mir aus.« 2 starke (oft unge¬
steuerte, verinnerlichte) Abneigung,
die jmd. od. etw. bei einer Person aus¬
löst
—> Ab|scheu er]re|gend: s. abscheuer¬
regend
ab|scheu|ern: scheuerst ab; scheuertest
ab; hast abgescheuert 1 Schmutz mit
einer Bürste entfernen 2 a) Material,
z. B. Stoff durch Gebrauch abreiben
»den Ärmel abscheuern« b) abschür¬
fen
ab|scheu|er|re|gend —* Abjscheu erj-
re|gend: Adj. Ekel, Abneigung, Wi¬
derwillen, Empörung auslösend
ab|scheu|lich: Adj. 1 schrecklich; ab¬
scheuerregend »ein abscheuliches
Verbrechen« 2 <verst.> sehr »Hier ist es
abscheulich schmutzig.« Syn.: <1; 2>
fürchterlich; furchtbar
Ab|scheu|lich|keit: die; - ; -en Wider¬
wärtigkeit; Gräßlichkeit; Scheußlich¬
keit
ab|schicken (ab|schik|ken —> ab|schi|-
cken): schickst ab; schicktest ab; hast
abgeschickt etw. absenden; jmdm.
etw. zur Weiterbeförderung überge¬
ben
ab|schie|ben: schiebst ab; schob (e)st
ab; hast/bist abgeschoben 1 hast etw.
nach vorne, hinten od. zur Seite von
etw. wegrücken »Sie schob den Stuhl
vom Tisch ab.« 2 hast a) jmdn. aus sei¬
ner Stellung drängen »Sie wollen mich
ins Heim abschieben.« b) des Landes,
Staates verweisen (unter Anwendung
unmittelbaren Zwanges) »Die Familie
wurde abgeschoben.« 3 hast eine Ar¬
beit abwälzen 4 bist [ags.] einen Ort
verlassen; fortgehen
Ab|schie|bung: die; - ; -en Entfernung
einer ausländischen Person vom
Staatsgebiet unter Zwangsbedingun¬
gen als Vollzug einer Ausweisung
bzw. eines abgelehnten Asylantrages
Ab|schie|bungs|haft/Ab|schle|be|haft:
die; - ; - Inhaftierung, die durch ge¬
richtlichen Beschluß erwirkt wurde,
um jmdn. aus einem Staat (meist nach
nicht genehmigtem Asylantrag) zu
entfernen
Ab|schied: der; -(e)s; -e 1 eine Tren¬
nung von etw. od. jmdm. für längere
Zeit od. für immer 2 Abschied
nehmen: 1. sich von jmdm. für eine
meist längere Zeit trennen u. sich des¬
halb verabschieden, auf Wiedersehen
sagen 2. [geh.; veralt.] sich in den Ru¬
hestand versetzen lassen
Ab|schieds|be|such: der; -(e)s; -e letz¬
ter Besuch vor einer Abreise od. (län¬
geren) Trennung
Ab|schieds|brief: der; -(e)s; -e Schrift¬
stück, in dem man vor einer Tren¬
nung od. vor einem Selbstmord(ver-
such) seine Gedanken u. Gefühle aus¬
drückt
Ab|schieds|fei|er. die; - / -n Ehrung für
jmdn., der einen Ort, eine Einrich¬
tung, den Arbeitsplatz verläßt
Ab|schieds|schmeiz: der; -es; - Trauer,
die man empßndet, wenn sich jmd.
für längere Zeit od. für immer verab¬
schiedet
ab|schie|Ben: schießt ab; schossest ab;
hast/bist abgeschossen -—*■alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*— 1 hast
a) (ein Lebewesen) mit einer Feuer¬
waffe töten »Der Jäger hat einige Ha¬
sen abgeschossen.« b) hast etw. durch
Schüsse beschädigen od. zerstören 2
hast etw. zum Fliegen veranlassen, in¬
dem man es abfeuert 3 hast [ugs.; sa¬
lopp] jmdn. aus seiner Stellung, sei¬
nem Amt drängen »Der Verein hat
den Trainer abgeschossen.« 4 bist
[ugs.] schnell Weggehen, einen Ort
verlassen
ab|schin|den, sich: schindest dich ab;
schindetesl/schund(e)st dich ab; hast
dich abgeschunden [ugs.] sich über lan¬
ge Zeit abmühen, abarbeiten
ab|schir|men: schirmst ab; schirmtest
ab; hast abgeschirmt 1 Helligkeit min¬
dern »Der Baum schirmt das Sonnen¬
licht ab.« 2jmdn., etw. beschützen
Ab|schir|mung: die; - ; -en a) Schutz vor
etw. od. jmdm. b) Vorrichtung, die ei¬
nen Schutz gegen etw. spendet
ab|schir|ren: schirrst ab; schirrtest ab;
hast abgeschirrt einem Zugtier das
Gespann entfernen
ab|schlach|ten: schlachtest ab; schlach¬
tetest ab; hast abgeschlachtet 1 Men¬
schen od. Tiere auf grausame Art u.
Weise töten 2 Tiere früher als geplant,
weil sie krank od. unheilbar verletzt
sind, töten
Ab|schlach|tung: die; • ; -en (PI. s.)
(Mensch; Tier> Tötung auf grausame
Art u. Weise
ab|schlaf|fen: schlaffst ab; schlafftest
ab; bist abgeschlafft [ugs.] müde, er¬
schöpft sein
Abschlag: der; -(e)s; Abschläge 1 Ab¬
zug, Verminderung einer Summe 2
Teilvorauszahlung einer Summe 3
<Sport> Abschießen des Balls aus der
Hand durch den Torwart
ab|schla|gen: schlägst ab; schlug(e)st
ab; hast abgeschlagen 1 etw. mit
Kraftaufwand, durch einen Schlag
abspalten, trennen 2 (übertr.) jmdm.
eine Bitte, einen Wunsch nicht erfül¬
len 3 (Sport» einen Ball ins Spielfeld
spielen »Der Torwart schlug den Ball
ab.«
ab|schlä|gig: Adj. n. stg. [amtssprl ] ne¬
gativ, nicht zustimmend, sondern ab¬
lehnend
Abschlag |zah|lung/Ab|schlags|zah|-
lung: die; -; -en Zahlung eines Teilbe¬
trags von einer Gesamtsumme
ab|schläm|men: schlämmst ab;
schlämmtest ab; hast abgeschlämmt a)
Schlamm wegspülen u. sich absetzen
lassen b) von Schlamm befreien
ab|schlecken (ab|schlek|ken —*
abschle|cken): schleckst ab; schleck¬
test ab; hast abgeschleckt ablecken,
mit der Zunge aufnehmen
ab|schlei|fen: schleifst ab; schlifffejst
ab; hast abgeschliffen mit einem Ho¬
bel, einer Schleifmaschine eine
Schicht von etw. entfernen
ab|schlei|fen, sich: schleift sich ab;
schliff sich ab; hat sich abgeschliffen a)
durch Reibung abnutzen b) (übertr.)
Charaktereigenschaften, Verhaltens¬
. weise abmildern
Ab|schlepp|dienst der; -(e)s; -e Unter¬
nehmen, das defekte, liegengebliebe¬
ne, nicht mehr fahrtüchtige od. falsch
abgestellte Fahrzeuge abholt
ab|schlep|pen: schleppst ab; schlepptest
ab; hast abgeschleppt 1 <Auto> ein
(fahruntüchtiges) Fahrzeug an einen
anderen Ort ziehen 2 [ugs.] (Mensch)
(aus einem Lokal) für eine flüchtige
sexuelle Beziehung (zu sich nach
Hause) mitnehmen
33
abschleppen
ab)schlep|pen, sich: schleppst dich ab;
schlepptest dich ab; hast dich abge¬
schleppt an etw. schwer zu tragen ha¬
ben
Ab|schleppjsell: das; -(e)s; -e Seil, das
man zum Ziehen eines defekten Fahr¬
zeugs benutzt
Ab|schlepp|stan|ge: die; - ; -n Stange,
die man zum Ziehen eines defekten
Fahrzeugs benutzt
Abjschlepplwa|gen: der; -s; ~ Last¬
kraftwagen mit Vorrichtungen zum
Abtransport von (defekten) Fahrzeu¬
gen
ab|schlie|8«n: schließt ab; schlossest ab;
hast abgeschlossen —»alle Vergan¬
genheitsformen mit sst— 1 etw. mit
einem Schlüssel zumachen, verschlie¬
ßen »Ich habe die Tür abgeschlossen.«
2 etw. beenden; mit etw. aufhören
»Er schloß den Vortrag mit einem
Dank ab.« 3 etw. vereinbaren u.
(schriftlich) festhalten
Ab|schluB —> Abschluss: der; Ab¬
schlusses; Abschlüsse 1 ein Verschluß
von etw.; eine Vorrichtung, die etw.
verschließt, zumacht »Der Abschluß
ist luftdicht.« 2 die Verzierung, der ab¬
schließende Teil o. ä. von etw. 3 o. PI.
das Ende, die Beendigung von etw.
der Abschluß der Ausbildung« 4 Ver¬
einbarung 5 zum Abschluß kommen
—v zum Abschluss kommen: (nach
Bearbeitung) beendet werden (u. zu
einer Vereinbarung kommen)
Ablschtußjball —> Ab|schluss|toall: der;
-(e)s; -balle eine Feier, Tanzveran¬
staltung, mit dem z. B. ein Tanzkur¬
sus beendet wird
Ab|schluB|be|richt —* Ab|schluss[be|-
richt: der; (e)s; -e meist schriftliches
Schlußfazit, das Ergebnisse u. Vor¬
kommnisse beschreibt, bewertet, be¬
gründet u. festhält
Ab|schluß|ex|amen —* Ab|schluss|e|-
x|amen: das; -s; - u. -examina letzte
Prüfung, mit dem Studierende ihr
Studium beenden
Ab|schluB|prü|fung —» Ab|schluss|-
prii|fung: die; - ; -en 1 <Schulw.> letzte
Leistungsüberprüfung, bevor Schüler
eine Klasse od. die Schule ganz ver¬
lassen 2 <Wirt.> Kontrolle des Ab¬
schlusses eines Jahres
Ab|schluB|zeugfnis —* Ab|schluss|-
zeug|nis: das; -ses; -se <Schulw.>
Zeugnis, das eine Person nach Been¬
digung einer bestimmten Ausbildung,
Weiterbildung bekommt
ab|schmäl|zen: schmälzt ab; schmälz¬
test ab; hast abgeschmälzt einer Speise
gebräunte Butter hinzufügen
ab|schmat|zen: schmatzt ab; schmatz¬
test ab; hast abgeschmatzt [ugs.]
schmatzend, geräuschvoll abküssen
ab|$chmecken (ab|schmek|ken —*
~ ab|schme|cken): schmeckst ab;
schmecktest ab; hast abgeschmeckt
etw. kosten u. gegebenenfalls nach¬
würzen
ab|$chmei|cheln: schmeichelst ab;
schmeicheltest ab; hast abgeschmei¬
chelt etw. von jmdm. durch Schmei¬
cheln erlangen
ab|schmei|Ben: schmeißt ab; schmissest
ab; hast abgeschmissen —»alte Ver¬
gangenheitsformen mit ss<— [ugs.]
abwerfen
ab|schmel|zen: schmilzt ab; schmolz ah;
istjhat abgeschmolzen 1 ist den festen
Zustand verlassen u. in einen flüssi¬
gen übergehen »Durch die Klimaver¬
änderung ist der Gletscher langsam
abgeschmolzen.« 2 hat etw. von einem
festen Zustand in einen flüssigen
überführen
ab|schmotjtern: schmetterst ab; schmet¬
tertest ab; hast abgeschmettert [ugs.]
energisch ablehnen »Er schmetterte
den Vorwurf empört ab.«
ab|schmie|ren: schmierst ab; schmier¬
test ab; hastjbist abgeschmiert 1 hast
<Technik> Maschinenteile einfetten,
-ölen 2 hast [ugs.] etw. (unachtsam)
von jmdm. abschreiben »Der Schüler
schmierte schnell die Hausaufgaben
ab.« 3 ist [ugs.] abstürzen od. ins
Trudeln geraten
abischmin|ken: schminkst ab; schmink¬
test ab; hast abgeschminkt Schminke
vom Gesicht entfernen
ab|schmin|ken, sich: schminkst dichjdir
ab; schminktest dich/dir ab; hast dichj
dir abgeschminkt 1 dich das Gesicht
von Schminke befreien 2 dir [ugs.]
etw. Geplantes aufgeben, sich nicht
leisten können »Das neue Auto kannst
du dir abschminken.«
abjschmir|geln: schmirgelst ab; schmir¬
geltest ab; hast abgeschmirgelt mit ei¬
nem Schmirgel eine Oberfläche von
etw. (z. B. Rost) befreien, etw. abrei¬
ben, glätten
ab|schmücken (ab|schmük|ken —*
ab|schmü|cken): schmückst ab;
schmücktest ab; hast abgeschmückt
eine Dekoration, z. B. vom Weih¬
nachtsbaum, entfernen
Abschn.: Abk. Abschnitt
ab|schnal|len: schnallst ab; schnalltest
ab; hast abgeschnallt 1 etw., was mit
einem Gürtel, Riemen o. ä. befestigt
ist, heruntemehmen, lösen 2 [ugs.]
nicht mehr in der Lage sein, jmdm.
gedanklich zu folgen, etw. nicht ver¬
stehen 3 [ugs.] erstaunt sein »Wem
ich dir das erzähle, schnallst du ab.«
ab|schnap|pen: schnappst ab; schnapp¬
test ab; hast abgeschnappt [ugs.] etw.
od. jmdn. in letzter Minute gerade
noch abfangen
ab|schnei|den: schneidest ab; schnit-
t(e)st ab; hast abgeschnitten 1 mit ei¬
ner Schere od. einem Messer abtren¬
nen 2 im Vergleich mit anderen be¬
wertet werden 3 den Zugang, Weg zu
etw. versperren
ab|schnip|peln: schnippelst ab; schnip¬
peltest ab; hast abgeschnippelt [ugs.]
etw. stückchenweise, in kleinen Por¬
tionen abschneiden
Abschnitt: der; -(e)s; -e 1 ein Kapitel,
Teil von etw. Geschriebenem od. Ge¬
drucktem »der erste Abschnitt eines
Buches« 2 Gelände-, Revier- od. Ge¬
bietsteil »Dieser Abschnitt der Straße
ist gesperrt.« 3 eine bestimmte Zeit¬
spanne »ein Abschnitt in meinem
Leben« 4 Teil eines Formulars o. ä.,
welcher abgetrennt werden kann
ab|schnitts)weilae/ab|schnitt|we1|se:
Adv. pro Abschnitt; mit Abschnitten
ab|schnü|ren: schnürst ab; schnürtest
ab; hast abgeschnürt 1 etw. durch fe¬
stes Zusammenziehen mit einem
Band, einer Schnur o. ä. unterbrechen
2 den Zugang, die Zufahrt zu etw.
versperren, verengen
ab|schöp|fen: schöpfst ab; schöpftest
ab; hast abgeschöpft 1 etw., was sich
auf der Oberfläche von etw. befindet,
wegnehmen 2 «übertr.) Gewinne ma¬
chen
Ab|scfiöp|fung: die; - ; -en Wegnahme
von etw., das sich auf der Oberfläche
von etw. befindet
ab|schot|ten: schottest ab; schottetest
ab; hast abgeschottet 1 <besonders
Schiffsbau) mit einer Wand, die Was¬
ser- u. feuerfest ist, ausstatten 2
«übertr.) jmdn. schützen, etw. dicht
machen u. nichts von außen herein¬
lassen; isolieren
Ab|schot|tung: die; - ; -en 1 besonders
Schiffsbau) Vorrichtung; Ausstattung
mit einer Wand, die wasser- u. feuer¬
fest ist 2 dibertr.) Isolierung gegen
etw. von außen Kommendes
Abschr.: Abk. 1 <Wirt.> Abschreibung
(= Ausbuchung von Beträgen aus
der Bilanz infolge von Verlusten u.
Wertminderung) 2 Abschrift
ab|schrä|gen: schrägst ab; schrägtest
ab; hast abgeschrägt den Winkel einer
Fläche verändern, schräger machen
ab|schrau|ben: schraubst ab; schraub¬
test ab; hast abgeschraubt 1 etw., was
mit einem Gewinde ausgestattet ist,
von etw. abdrehen »den Deckel vom
Glas abschrauben« 2 etw., was an ei¬
ner bestimmten Stelle befestigt ist,
durch das Herausdrehen der Schrau¬
ben entfernen
ab|schreck»n (ab|schrek)ken —» ab|-
schrejcken): schreckst ab; schrecktest
ab; hast abgeschreckt 1 jmdn. in
Furcht versetzen, so daß er etw. nicht
tut 2 jmdn. zurückhalten »Die hohen
Preise schrecken viele ab, in dieses Re¬
staurant zu gehen.« 3 etw. Gekochtes
(wie Eier, Nudeln usw.) direkt, nach¬
dem es von der Kochstelle genommen
wurde, mit kaltem Wasser übergießen
Abschreckung (Ab|schrek|kung —»
Ab|schre|ckung): die; - ; -en Wir¬
kung, Warnung, die dazu führt, daß
jmd. Angst hat, etw. zu tun
ab|schrei|ben: schreibst ab; schrieb(e)st
ab; hast abgeschrieben 1 von etw.
Schriftlichem od. Gedrucktem eine
Kopie anfertigen, erstellen »einen
Satz aus einem Buch abschreiben« 2
etw., was schon geschrieben vorliegt,
nochmals sauber u. ordentlich schrei¬
ben od. tippen 3 «besonders Schule)
von jmdm. heimlich, unerlaubt etw.,
was dieser geschrieben, erarbeitet hat,
als die eigene Leistung übernehmen 4
schriftlich etw. Vereinbartes widerru¬
fen, zurücknehmen, absagen 5 [ugs.]
etw. aufgeben, als verloren betrach¬
ten o. ä. 6 «Wirt.) etw., was abgenutzt
ist, in der Bilanz im Wert niedriger
ansetzen
Ab|schrei|bung: die; ~ ; -en 1 «Wirt.)
— Wertherabsetzung eines Vermögens¬
gegenstandes in der Bilanz entspre¬
chend dessen durchschnittlichem
Wertverlust im Laufe der Zeit 2 eine
Summe, die von etw. abzuziehen, ab¬
zuschreiben ist
ab|schrei(ten: schreitest ab; schritlfe)st
ab; hast/bist abgeschritten 1 hast mit
Schritten etw. messen »Er hat die
34
abseitsverdächtig
Länge des Zimmers abgeschritten.« 2
hast/bist an etw. langsam Vorbeige¬
hen, entlang laufen »Der Ehrengast
hat/ist die Parade abgeschritten.«
Abschrift: die; -; -en (nicht als Fotoko¬
pie, sondern) als (handschriftliche)
Zweitausfertigung eines Dokuments
angefertigtes Exemplar
ab|schrub|ben: schrubbst ab; schrubb¬
test ab; hast abgeschrubbt [ugs.] 1 etw.
gründlich säubern »Die Mutter
schrubbte das Kind ab.« 2 schaffen
ab|schuf|ten, sich: schuftest dich ab;
schuftetest dich ab; hast dich abge¬
schuftet [ugs.] über einen langen Zeit¬
raum stark, schwer arbeiten
ab|schup|pen: schuppst ab; schupptest
ab; hast abgeschuppt Schuppen von
etw., z. B. einem Fisch, entfernen
ab|schup|pen, sich: schuppt sich ab;
schuppte sich ab; hat sich abgeschuppt
sich absondern, ablösen (von Haut¬
teilchen)
ab|schüijfen: schürfst ab; schürftest ab;
hast abgeschürft sich leicht verletzen,
aufreißen
Ab|schür|fung: die; -; -en leichte Verlet¬
zung der Haut
Ab|schuB —* Ab|schuss: der; Abschus¬
ses; Abschüsse 1 das Abschießen eines
Gegenstandes, einer Waffe 2 Zerstö¬
rung von einem Kriegsgerät 3 Tö¬
tung, z. B. von Wild
Ab|schuB|ba|sis —» Ab|schuss|ba|sis:
die; - ; -basen «Milit.) Ort, von dem
Raketen abgefeuert werden
ab|schüs|sig: Adj. steil nach unten ver¬
laufend »eine abschüssige Straße«
Ab|schuB|li|ste —» Ab|schuss|lis(te:
die; -; -n Verzeichnis, das die Anzahl
von Wild, das gejagt, getötet werden
muß, enthält
Ab|schuB|ram|pe --» Ab|schuss|ram|-
pe: die; - ; -n Aufbau, Vorrichtung,
von dem/der aus Raketen abgefeuert
werden
ab|schüt|teln: schüttelst ab; schütteltest
~ ab; hast abgeschüttelt 1 durch heftige
Bewegung entfernen »Der Hund
schüttelte das Wasser ab.« 2 durch
Geschicklichkeit (u. Schnelligkeit)
jmdm. entfliehen
ab|schüt|ten: schüttest ab; schüttetest
ab; hast abgeschüttet a) Flüssigkeit
abgießen b) Flüssigkeit, die zum Ko¬
chen benötigt wurde, weggießen »Du
mußt die Nudeln abschütten.«
ab|schwä|chen: schwächst ab; schwäch¬
test ab; hast abgeschwächt schwächer,
weniger intensiv, wirksam machen
ab|schwä|chen, sich: schwächt sich ab;
schwächte sich ab; hat sich abge¬
schwächt schwächer, weniger intensiv
werden; sich verringern
Ab|schwä|chung: die; - ; -en Verringe¬
rung der Intensität, Stärke
ab|schwat|zen: schwatzt ab; schwatztest
ab; hast abgeschwatzt [ugs.] eine Per¬
son dazu überreden, sie dazu bringen,
einem etw. zu geben
ab|schwei|fen: schweifst ab; schweiftest
ab; bist abgeschweift (absichtlich) das
ursprüngliche, noch nicht abgeschlos¬
sene Thema verlassen u. über etw. an¬
deres reden
Ab|schwei{fung: die; - ; -en zeitlich u.
inhaltlich begrenzte(s) Verlassen, Ab¬
weichung »Abschweifung vom eigent¬
lichen Thema«
ab|schwel|len: schwellt/schwillt ab;
schwolljschwellle ab; ist abgeschwol¬
len/abgeschwellt 1 an Schwellung ver¬
lieren »Die verletzte Hand schwoll
ab.« 2 langsam an Lautstärke abneh¬
men »Der Lärm schwillt ab.«
ab|schwem|men: schwemmt ab;
schwemmte ab; hat abgeschwemmt
durch Flüssigkeitsansammlung u. der
aus der Fließbewegungen entstehen¬
den Kraft davontreiben »Der Regen
schwemmte die Erde ab.«
ab|schwen|ken: schwenkst ab; schwenk¬
test ab; bist abgeschwenkt 1 eine ande¬
re Strecke, Richtung nehmen »Die
Besucher schwenkten nach links ab.« 2
das Thema o. ä. wechseln
ab|schwim|men: schwimmst ab:
schwamm(e)st ab; hast/bist abge¬
schwommen 1 bist wegschwimmen,
sich schwimmend entfernen 2 hast
<Sport> eine bestimmte Strecke
schwimmend zurücklegen
ab|schwim|men, sich: schwimmst dir
ab; schwamm(e)st dir ab; hast dir ab¬
geschwommen [ugg.] durch Schwim¬
men Gewicht verlieren
ab|schwin|deln: schwindelst ab; schwin¬
deltest ab; hast abgeschwindelt jmdm.
durch List, Betrug etw. abnötigen
ab|schwin|gen: schwingst ab; schwan¬
gfeist ab; bist abgeschwungen 1 «Tur¬
nen> mit einer speziellen Bewegung
ein Gerät verlassen »rückwärts vom
Barren abschwingen« 2 <Ski> in eine
andere Richtung fahren; die Fahrtge¬
schwindigkeit verlangsamen
ab|schwir|ren: schwirrst ab; schwirrtest
ab; bist abgeschwirrt 1 «Insekt) davon¬
fliegen »Die Wespe schwirrte ab.« 2
[ugs.] «Persom einen Ort verlassen
»Sie ist endlich abgeschwirrt.«
ab|schwrt|zen: schwitzt ab; schwitztest
ab; hast abgeschwitzt 1 durch Wasser¬
verlust beim Schwitzen Körperge¬
wicht verlieren »Er versuchte, in der
Sauna einige Pfunde abzuschwitzen.«
2 sich einen abschwitzen: [ugs.] hef¬
tigschwitzen
ab|schwö|ren: schwörst ab; schwu-
r(e)stjschwor(e)st u. [ugs.) schwär¬
test ab; hast abgeschworen verspre¬
chen, etw. in Zukunft nicht mehr zu
tun, zu verwenden »Er schwor dem
Alkohol ab.«
Ab|schwung: der; -(e)s; Abschwünge 1
das Verlassen einer Richtung 2 das
Verlassen eines Turngerätes mittels
spezieller Bewegung 2 <Wirt.> Kon¬
junkturrückgang; Absatzrückgang
ab|se|geln: segelst ab; segeltest ab; bist
abgesegelt a) «Segelschiffe; Boote> sich
(mit einem Boot) durch Windantrieb
(von der Küste) entfernen b) mittels
Windantriebs auf dem Wasser fahren
» Wir segelten die Küste ab.«
ab|seg|nen: segnest ab; segnetest ab;
hast abgesegnet [ugs.; scherzh.] die
Ausführung eines Planes (offiziell) ge¬
statten, erlauben
ab|seh|bar: Adj. n. stg. in seiner Ent¬
wicklung o. ä. voraussehbar, zu er¬
warten »ein absehbares Ergebnis«
ab|se|hen: siehst ab; sah(e)st ab; hast
abgesehen 1 etw. in seiner Entwick¬
lung o. ä. voraussehen »Du hast diese
Entwicklung richtig abgesehen.« 2
etw. nicht berücksichtigen »Auch
wenn wir von dieser Tatsache absehen,
war ihr Verhalten nicht einwandfrei.«
3 jmdm. abgucken; durch Zusehen er¬
lernen, nachahmen 4 es auf jmdn.,
etw. abgesehen haben: l. «Persom
jmdn. gerne zum Partner, zur Partne¬
rin haben wollen 2. «Person) eine Per¬
son immer wieder ärgern, Schikanen
unterwerfen »Der Lehrer hat es auf
unseren Jungen abgesehen.« 3. etw.
besitzen, erreichen wollen »Sie hat es
auf den Managerposten abgesehen.« 5
a) von etw., jmdm. abgesehen: etw.
od. jmdn. in einem bestimmten Zu¬
sammenhang nicht beachten, berück¬
sichtigen; ausgenommen von etw. od.
jmdm. »Von wenigen Ausnahmen ab¬
gesehen blieben alle Kinder gesund.« b)
abgesehen von: ungeachtet dessen
»Abgesehen von einigen Rechtschreib¬
fehlern ist die Arbeit in Ordnung.«
ab|sei|fen: seifst ab; seiftest ab; hast ab¬
geseift jmdn. od. etw. mit Wasser u.
einem Reinigungsmittel sauberma¬
chen
ab|sei[hen: seihst ab; seihtest ab; hast
abgeseiht eine Flüssigkeit durch ein
Sieb gießen, um feste Partikel abzu-
sondem »Fleischbrühe abseihen«
ab|sei|len: seilst ab; seiltest ab; hast ab¬
geseilt etw. od. jmdn. mit einem Tau,
Strick herunterlassen »Der Junge
mußte von dem Berg abgeseill wer¬
den.«
ab|sei|ten, sich: seilst dich ab; seiltest
dich ab; hast dich abgeseilt [ugs.] einen
Ort, eine Veranstaltung verlassen
ab|sein —* ab sein: ist ab; war ab; ist
abgewesen —»-ist ab gewesen*—
[ugs.] 1 an einem abgelegenen, einsa¬
men Ort sein, von etw. weiter entfernt
liegen »Das Haus war weit (von der
Straße) ab.« 2 von etw., woran es be¬
festigt war, gelöst, abgefallen, abge¬
gangen sein »Der Außenputz des Hau¬
ses wird bald ganz ab sein.« 3 er¬
schöpft u. schlafbedürftig sein
Ab|sei|te: die; - ; -n die Rückseite, linke
Seite von Textilien
ab|sei|tig: Adj. 1 [geh.] (weit) entfernt u.
oft einsam liegend »ein abseitiger
Weg« 2 unüblich »ein abseitiger Plan«
3 pervers; abartig
abjseits: I Präp. mit Gen. an einer abge¬
legenen Stelle, entfernt von etw. »Das
Haus stand weit abseits der Straße. ♦
ein abseits gelegenes Haus« II Adv.
«Sporn Position eines (Fußballspie¬
lers vor dem gegnerischen Tor, aus
der ein Torschuß ungültig ist
Ab|seits|fal|te: die; - ; -n Spielzug im
Fußball u. (Eis-)Hockey, mit dem ein
Angreifer von den Abwehrspielern in
eine Position gebracht wird, von der
aus er näher an dem gegnerischen Tor
als alle Abwehrspieler ist
Ab|seits|re|gel: die; - ; -n «Ballspiele)
Regel, daß ein Angreifer nicht ins
Spiel eingreifen darf, wenn er näher
an dem gegnerischen Tor ist als min¬
destens ein Abwehrspieler (ausge¬
nommen der T orwart)
ab|se«ts|verjdäch|tig: Adj. n. stg. «Ball¬
spiele) eine Position vermuten las¬
send, von der aus ein Spieler zum
Zeitpunkt der Ballabage näher an
35
absenden
dem gegnerischen Tor als alle gegne¬
rischen Feldspieler ist
ab|sen|den: sendest ab; sandtest/sende-
test ab; hast abgesandt / abgesendet
wegschicken; an jmdn. losschicken
Abjsen|der: der; -s; - weibl. Ab|sen|de[-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die etw. mit
der Post abschickt 2 angegebene An¬
schrift sowie Name der Person, die
etw. mit der Post abgeschickt hat
ab|sen|gen: sengst ab; sengtest ab; hast
abgesengt mittels Feuer, einer Ram¬
me etw. entfernen
ab|sent: <lat.> Adj. n. stg. [veralt.] nicht
anwesend
ab|sen|tle|ren, sich: dat.-fro absentierst
dich; absentiertest dich; hast dich ab¬
sentiert [veralt.; geh.] sich von einem
Ort (heimlich) entfernen
Ab|senz: <lat.> die; - ; -en [geh.] 1 a) Ab¬
wesenheit b) das Nichtvorhandenheit
2 auch Absence: <Med.> kurzzeitige
Bewußtseinstrübung
ab|ser[vie|ren: servierst ab; serviertest
ab; hast abserviert 1 <Geschim abräu¬
men »Darf ich jetzt abservieren?« 2
[ugs.] a) jmdn. aus seiner Position
drängen; jmdn. übervorteilen »Er hat
seine Freundin einfach abserviert.« b)
dibertr.; ugs.> jmdn. ermorden
ab|setz|bar Adj. n. stg. 1 von dem ans
Finanzamt abzuführenden Steuerbe¬
trag abzuziehen »Die Schuldtilgungs¬
zinsen sind absetzbar.« 2 (gut) zu ver¬
kaufen »Der Artikel ist leicht absetz¬
bar.« 3 eines Amtes o. ä. enthebbar
ab|set|zen: setzt ab; setztest ab; hast
abgesetzt 1 etw. (für kürzere Zeit) hin¬
stellen, abstellen »Sie setzte die Ta¬
sche ab.« 2 <Kopfbedeckung; Brille»
herunternehmen »Sie setzte die Brille
ab.« 3 jmdn. an einen Ort transportie¬
ren »Ich setze dich in der Stadt ab.« 4
Waren verkaufen »Ich habe alle
Staubsauger abgesetzt.« 5 in der Steu¬
ererklärung als nicht zu versteuern
geltend machen 6 eine Veranstaltung
o. ä. absagen »Das Konzert wurde
abgesetzt.« 7 jmdn. aus seinem Amt
entfernen »Das Parlament hat den Re¬
gierungschef abgesetzt.« 8 a) etw. be¬
enden, nicht weiterführen
ab|set|zen, sich: setzt dich ab; setztest
dich ab; hast dich abgesetzt 1 Ablage¬
rungen bilden »Das Mehl setzt sich
am Boden ab.« 2 sich heimlich entfer¬
nen (nachdem jmd. eine ungesetzliche
Tat begangen hat)
Ab|set|zung: die; - ; -en 1 unerlaubtes
~ Verlassen eines Landes (nach einer
Straftat) 2 Enthebung einer Person
aus ihrer (Macht-)Position 3 abzieh¬
barer Steuerbetrag 4 Verkaufbarkeit
ab|si|charn: sicherst ab; sichertest ab;
hast abgesichert 1 eine Stelle o. ä., die
eine Gefahr darstellt, kennzeichnen,
absperren »Die Firma mußte ihre Bau¬
stelle absichern.« 2 jmdn. od. etw. vor
einer eventuellen Bedrohung, einem
Schaden schützen »eine gefährdete
Person, einen Ort absichem« 3 etw.
mit guten Argumenten o. ä. begrün¬
den
gb|sl|chem, sich: sicherst dich ab; si¬
chertest dich ab; hast dich abgesichert
sich durch gewisse Maßnahmen ge¬
gen Schaden schützen, versichern
Ab|si|che|rung: die; - ; -en 1 Kennzeich¬
nung einer Gefahrenstelle 2 Schutz
vor einer Bedrohung, Gefahr 3 Be¬
gründung durch Argumente, Beweise
Ab|sicht: die; - ; -en 1 bewußte Bestre¬
bung, die einer Handlung o. ä. zu
Grunde liegt »Er tat es mit guter
Absicht.« 2 mit Absicht: etw. gewollt,
bewußt (die Folgen auch in negativer
Hinsicht akzeptierend) tun »Er hat
mich mit Absicht getreten.« 3 sich mit
der Absicht tragen, etw. zu tun, zu
machen: etw. planen, Vorhaben »Ich
trage mich mit der Absicht, meine Stel¬
le zu kündigen.« 4 Absichten (auf
jmdn.) haben: mit einer Person die
Ehe eingehen, sie heiraten wollen
ab|sicht|lich/abjsicht|lich: Adj. n. stg.
die Folgen kennen u. es bewußt trotz¬
dem tun, sagen; mit Absicht; gewollt;
gezielt; bewußt, Ant.: versehentlich
Abjsichts|eijkiä|rung: die; -; -en schrift¬
liche od. mündliche Erklärung, Dar¬
legung, wodurch jmd. seine Absicht,
sein Vorhaben o. ä. begründet
ab|sichtsjlos: Adj. n. stg. unabsichtlich;
nicht gewollt; nicht bewußt
ab|sichts|voll: Adj. n. stg. ganz bewußt;
mit voller Absicht
ab|sin|gen: singst ab; sang(e)st ab; hast
abgesungen 1 von der Notenvorlage
singen »Sie sangen vom Blatt ab.« 2
ein Lied, Lieder von Anfang bis Ende
durchsingen
ab|sin|ken: sinkt ab; sank ab; ist abge¬
sunken 1 auf den Wassergrund glei¬
ten, fallen »Das Schiff ist abge¬
sunken.« 2 langsam niedriger werden
»Das Grundwasser ist abgesunken.« 3
schwächer werden 4 in den Leistun¬
gen nachlassen »Seine schulischen
Leistungen sinken ab.« 5 verwahr¬
losen
Abjsinth: tgr.-lat.-fro der; -(e)s; -e Anis
u./od. Fenchel enthaltendes alkoholi¬
sches Getränk
ab|sit|zen: sitzt ab; saß(es)t ab; hast/
bist abgesessen 1 bist von einem Pferd»
heruntersteigen »Die Reiter sind
abgesessen.« 2 hast [ugs.] widerwillig
an einem Platz, bei einer Arbeit aus¬
harren 3 hast [ugs.] eine Gefängnis¬
strafe verbüßen »Er hat drei Jahre ab¬
sitzen müssen.« 4 hast [ugs.] ein Sitz¬
möbel, ein Kleidungsstück durch
häufiges Sitzen abnutzen S etw. auf
einer, auf der linken (Popo-)Backe
absitzen: [ugs.] etw. ohne Problem,
Mühe tun
ab|so|lut: <lat.-fr.> I Adj. absoluter;
absoluteste a) uneingeschränkt; un-
übertreffbar II Adv. völlig; gänzlich;
ganz u. gar
Abjso|lut|heit: die; - ; - ohne Einschrän¬
kung; Nichtantastbarkeit; Nichtan¬
greifbarkeit
Ab|so|lu|ti|gn: dato /apsoluzion/ die; - ;
-en 1 <kath. Kirche» durch den Pfarrer
ausgesprochene Vergebung der ge¬
beichteten Sünden 2 «Rechtsw.» das
Freisprechen von Schuld
Ab|so|lu|tis|mus: dat.-fro der; - ; - «hist.»
Regierüngsform mit absoluter, unan¬
tastbarer, uneingeschränkter Macht
des Herrschers, Monarchen gegen¬
über den Untertanen
Ab|sol|vent: dato /apsolwent/ der; -en;
-en weibl. Ab|sol|ven|tjn: die; - ; -nen
Schüler(in) kurz vor, während od.
nach der Abschlußprüfung
ab|sol|vje|ren: dato /apsolwiren/ absol¬
vierst; absolviertest; hast absolviert
eine Schule, einen Kurs o. ä. durch¬
laufen u. erfolgreich beenden
ab|son|der|lich: Adj. vom (durch eine
Gesellschaft definierten) Normalen
abweichend
Ab|son|deijlich|keit: die; - ; -en (PI. s.)
Abweichung vom Üblichen, Ge¬
wöhnlichen; Seltsamkeit
ab|son|dern: sonderst ab; sondertest ab;
hast abgesondert 1 von anderen Din¬
gen, Personen trennen 2 «vorwiegend
Med. u. Bio.» ausscheiden »Die Wun¬
de sondert Eiter ab.«
ab|sonfdern, sich: sonderst dich ab; son¬
dertest dich ab; hast dich abgesondert
nicht mit anderen Menschen seine
Zeit verbringen, sondern sich zurück¬
ziehen, allein bleiben
Ab|son|de|rung: die; - / -en 11solierung
(von anderen Personen) 2 Stoff, der
von einem Körper, Lebewesen ausge¬
schieden wird »eine eitrige, giftige o.
ä. Absonderung«
ab|sor|bje|ren: dato absorbierst; absor¬
biertest; hast absorbiert 1 etw. in den
Körper o. ä. saugen »Flüssigkeit ab¬
sorbieren« 2 «übertr.» beanspruchen,
verbrauchen
Ab|sorp|t>|on: dato /apsorpzion/ die; - ;
-en Aufnahme von Flüssigkeit in den
Körper, die Luft, den Boden
Absp.: Abk. Absperrung
ab|spal|tsn: spaltest ab; spaltetest ab;
hast abgespalten mit einem scharfen,
spitzen Gegenstand loshauen, durch
einen Schlag trennen
ab|spal|ten, sich: spaltest dich ab; spal¬
tetest dich ab; hast dich abgespalten
sich von einer Gruppe, Institution
loslösen
Ab|spal|tung: die; ~ ; -en Trennung, Lö¬
sung von etw. od. jmdm.
Ab|spann: der; -(e)s; -e Auflistung von
Namen Mitwirkender am Ende eines
Filmes od. einer Fernsehsendung
ab|spa|ren, Sich: sparst dir ab; spartest
dir ab; hast dir abgespart nach länge¬
rem Konsumverzicht sich einen
Wunsch erfüllen können
ab|specken (ab|spek|ken —* ab|spe|-
cken): speckst ab; specktest ab; hast
abgespeckt [ugs.] Körpergewicht re¬
duzieren, vermindern
ab)spei|sen: speist ab; speistest ab; hast
abgespeist 1 jmdm. schnell in einer
lieblosen Art Essen geben »Der un¬
willkommene Besuch wurde schnell in
der Küche abgespeist.« 2 «übertr.»
[ugs.] jmdm. weniger geben, als dieser
erhofft od. erwartet hat »Er speiste
ihn mit leeren Versprechungen ab.«
ab|spen|stig —» ab|spens|tig: in der
Wendung jmdm. etw., jmdn. abspen¬
stig machen: jmdm. etw. wegneh¬
men, ihn dazu bringen, es einem zu
geben; jmdn. von jmdm. lösen u. für
sich gewinnen
ab|sperjren: sperrst ab; sperrtest ab;
hast abgesperrt a) etw. mit einem
Schlüssel zuschließen »Sie hat die Tür
abgesperrt.« b) abriegeln; mit Hinder¬
nissen verbauen
36
abstempeln
Ab|sperr|hahn: der; -(e)s; -höhne Vor¬
richtung, mit der ein Zulauf unter¬
bunden wird
Ab|sperrjket)te: die; - ; -n dicht zusam¬
menstehende Menschen (od. Polizi¬
sten), die einen Weg verbarrikadieren
Ab|sperjrung: die; -; -en 1 Abriegelung,
Verbarrikadierung eines Weges o. ä.
2 Zuschließung eine Gebäudes o. ä. 3
Unterbrechung; Unterbindung
Ab|spiel: das; -(e)s; -e <Ballspiele> die
Abgabe des Balles an einen Spieler
der eigenen Mannschaft
ab|spie|lan: spielst ab; spieltest ab; hast
abgespielt 1 etw. durchgehend, ganz,
ohne etw. auszulassen, spielen lassen
»Der Discjockey spielte die CD ab.« 2
durch häufigen Gebrauch einen Ton¬
träger abnutzen 3 (spontan) ein Mu¬
sikstück nach Noten mit einem In¬
strument wiedergeben »die Sonate
vom Blatt abspielem 4 <Ballspiele> den
Ball einem Mitspieler der eigenen
Mannschaft zuführen
ab]spte}len, sich: spielt sich ab; spielte
sich ab; hat sich abgespielt 1 etw. pas¬
siert, geschieht auf eine bestimmte
Weise »Schau, was sich da draußen
abspielt!« 2 hier, da spielt sich nichts
ab: [ugs.] keine Chance, daß etw. ge¬
tan wird »Du kannst dich auf den Kopf
stellen, da spielt sich nichts ab!«
abjsplit|tern: splittert ab; splitterte ab;
ist/hat abgesplittert 1 ist etw. geht in
kleinen Stücken von etw. Festem ab 2
hat etw. wird in kleinen Stücken von
etw. Festem abgelöst »Der Blitz split¬
terte die Baumkrone ab.«
Ab|split|te|njng: ‘fc< *: 'en Ablösung in
kleinen Stücken von etw: Festem
Ab|spra|che: die; - / -n Übereinkunft;
etw., was besprochen u. verabredet ist
ab|spra|che|ge|mäB: Adj. n. stg. wie ab¬
gesprochen, vereinbart
ab|spre|chen: sprichst ab; sprach(ejst
ab; hast abgesprochen 1 jmdm. etw.
nicht zugestehen; anzweifeln, daß
jmd. etw. kann, darf »Wir alle spra¬
chen ihm die Fähigkeit für diese Arbeit
ab.« 2 etw. mit jmdm. abmachen, ver¬
einbaren » Wir müssen noch einen Ter¬
min absprechen.«
ab|sprei|zeiv. spreizt ab; spreiztest ab;
hast abgespreizt <Körperglied> zur Sei¬
te vom Körper weg strecken, grät¬
schen »Bei der Turnübung mußte man
die Beine abspreizen.«
ab|spren|gen: sprengst ab; sprengtest
ab; hast abgesprengt 1 etw. durch eine
Explosion ablösen »ein Felsstück
abSprengen« 2 Personen von einer
Gruppe trennen »Die Vorhut wurde
von ihrer Truppe abgesprengt.«
ab|sprin|gen: springst ab; sprangfejst
ab; bist abgesprungen 1 von einer (er¬
höhten) Stelle nach unten, nach vor¬
ne, in die Höhe springen »Sie springt
beim Weitsprung immer zu früh ab.« 2
a) sich plötzlich aus einer Halterung
lösen (Fahrradkette, Reifen, Deckel,
Knopf) b) abplatzen (Putz, Farbe,
Lack) c) von etw. zurückprallen (Ball)
3 [ugs.] eine Zusage zurückziehen
ablspritjzan: spritzt ab; spritztest ab;
hastjist abgespritzt 1 hast jmdn. od.
etw. meist mit Wasser feucht machen
2 hast etw., z. B. Pflanzen mit etw. be¬
handeln »Wir haben die Rosen gegen
Blattläuse mit Seifenlauge abge¬
spritzt.« 3 [verhüll.] durch eine Spritze
einschläfem, töten 4 ist von etw. weg¬
hüpfen »Der Regen spritzte vom Lack
ab.« 5 ist [ugs.] schnell (meist mit ei¬
nem Fahrzeug) einen Ort verlassen
Ab|sprung: der; -(e)s; -spränge 1 das
nach hinten, vome, zur Seite Hüpfen,
Springen 2 Sprung von einem Pferd;
von/aus einem (fahrenden) Fahrzeug
ab|spu|len: spulst ab; spultest ab; hast
abgespult 1 etw. von einer Rolle o. ä.
wickeln »die Nähseide abspulen« 2
[ugs.] alles immer gleich gestalten,
ohne Abwechslung
ab|spü|len: spülst ab; spültest ab; hast
abgespült Schmutz, Reste von etw.
abwaschen »das Geschirr abspülen«
ab|stam|men: stammst ab; stammtest
ab; Vergangenheitsform mit haben od.
sein nicht gebräuchlich jmdn. als Vor¬
fahren, Herkunft haben
Ab|stam|mung: die; - ; -en Ursprung,
Herkunft von den Vorfahren, Eltern
»Sie ist spanischer Abstammung.«
Ab|stand:der; -(e)s; Abstände 1 a) Ent¬
fernung zwischen zweüPunkten, Din¬
gen »Der Abstand zwischen den Autos
betrug nur wenige Meter.« b) Zeit, Di¬
stanz, die zwischen Ereignissen liegt
»Der Abstand zwischen den beiden
Prüfungen beträgt eine Woche.« c)
seelische Distanz 2 Summe, die für
die Überlassung von Möbeln o. ä. ge¬
zahlt wird 3 mit Abstand: bei weitem;
sehr; in hohem Maße »Sie ist mit Ab¬
stand die beste Schülerin, die wir je
hatten.« 4 Abstand (von etw.)
nehmen: etw., was geplant war, nicht
mehr tun, durchführen
ab|stat[ten: stattest ab; stattetest ab;
hast abgestattet; in den Wendungen 1
einen Bericht abstatten: jmdn. for¬
mell über etw. informieren »Nach der
Sitzung mußte er Bericht abstatten.« 2
einen Besuch abstatten: als Gast zu
jmdm. gehen 3 jmdm. Dank
abstatten: sich offiziell bedanken
ab|stau|ben: staubst ab; staubtest ab;
hast abgestaubt 1 von Staub befreien;
säubern 2 [ugs.] a) sich etw. auf nicht
ganz solide Weise aneignen »Das habe
ich bei meiner Tante abgestaubt.« b)
etw. durch einen glücklichen Zufall
erhalten »ein Tor abstauben«
Ab[stau|beR der; -s; - [ugs.] 1 das Sich-
aneignen von etw. auf nicht ganz kor¬
rekte Weise 2 das Ausnutzen eines
glücklichen Zufalls od. eines Fehlers
»Das Tor war ein richtiger Abstau¬
ber.«
ab|ste|chen: stichst ab; stach(e)st ab;
hast abgestochen 1 die Halsschlagader
durchtrennen u. so den Tod herbei¬
führen »ein Kalb abstechen« 2 etw.
mit einem entsprechenden Gerät aus
einem Ganzen herauslösen »mit dem
Spaten ein Stück Rasen abstechen« 3
sich stark unterscheiden
Ab|ste|cher: der; -s; - kurzer Ausflug
zu jmdm. od. etw. abseits des eigentli¬
chen Weges »Wir machten auf dem
Weg in den Urlaub einen Abstecher zu
unserer Tante.«
ab|stecken (ab|stek|ken —» ab|ste|-
cken): steckst ab; stecktest ab; hast
abgesteckt 1 Nadeln . an entsprechen¬
den Stellen, wo eine Änderung vorge¬
nommen werden soll, in ein Beklei¬
dungsstück stechen 2 eine Begren¬
zung markieren
ab|stejhen: steht ab; stand ab; hat abge¬
standen 1 in einer bestimmten Entfer¬
nung zu etw. stehen »Der Stuhl steht
zu weit vom Tisch ab.« 2 zu weit zur
Seite gerichtet sein »Bei dem Kind ste¬
hen die Ohren aber weit ab.« 3 [ugs.]
längere Zeit stehen
Ab|stei|ge: die; - ; -n [ugs.; abwert.] a)
häßliches Hotel ohne Niveau »Wir
sind in einer richtigen Absteige
gelandet.« b) Hotel, in dem Zimmer
stundenweise an Paare vermietet wer¬
den, die sexuellen Kontakt suchen
ab|stei|gen: steigst ab; stieg(e)st ab;
bist abgestiegen 1 von etw. herunter,
nach unten, abwärts steigen 2 ein
Zimmer (für kurze Zeit, die Urlaubs¬
zeit) mieten » Wir werden in dem netten
Hotel absteigen.« 3 <Sport> in die
nächsttiefere Leistungsklasse kom¬
men
Ab|stei]ger: der; -s; - <Sport> Verein,
Mannschaft, die eine Leistungsklasse
verläßt u. in der folgenden Saison in
der nächst tieferen Klasse spielt
ab|stel|len: stellst ab; stelltest ab; hast
abgestellt 1 einen in der Hand gehal¬
tenen Gegenstand (vorübergehend)
hinstellen 2 etw., was man nicht mehr
braucht od. benutzt, weglegen »Die
alten Stühle haben wir im Keller
abgestellt.« 3 etw. kurzfristig an einer
Stelle lassen »Das Auto hat er auf dem
Garagenhof abgestellt.« 4 etw. unter¬
binden »den Strom abstellen« 5 die
Funktion unterbinden »den Motor
abstellen« 6 etw. beheben, regeln »den
Lärm, die Mißstände abstellen« 7 eine
Person für etw. zur Verfügung stellen
8 ein Produkt auf den Kundenge¬
schmack hin ausrichten, anpassen
Ab|stell|gleis: das; -es; -e 1 ein nicht be¬
fahrenes (Neben-)Gleis, auf dem Zü¬
ge stehen 2 aufs Abstellgleis
schieben: [ugs.] jmdn. von seinem
Posten o. a. entfernen »Den älteren
Kollegen hat man aufs Abstellgleis ge¬
schoben.«
Ab|stell|hahn: der; -(e)s; -hähne Vor¬
richtung, mit der an einer Leitung der
Zulauf von Wasser, Gas, Strom o. ä.
durch Auf- u. Zudrehen reguliert wer¬
den kann
Ab|stell|he|bel: der; -s; - Vorrichtung,
mit der an einer Leitung der Zulauf
von Wasser, Gas, Strom durch Ver¬
schieben reguliert werden kann
Ab|stsll|kam|mer: die; - ; -n kleiner
Raum in der Wohnung, in dem man
verschiedene Dinge aufbewahrt, la¬
gert, wie Staubsauger, Werkzeug, Le¬
bensmittelvorräte
Ab|stell|platK der; -es; -platze Ort, Stel¬
le, an dem/der man etw. vorüberge¬
hend läßt
Ab|stell|raum: der; -(e )s; -räume Raum,
in dem verschiedene Dinge aufbe¬
wahrt werden »Die Koffer sind im Ab¬
stellraum.«
Ab|stell|ti8ch: der; -(e)s; -e kleiner Zu¬
satztisch, der oft rollbar'ist
ab|stem|petn: stempelst ab; stempeltest
ab; hast abgestempelt 1 etw. mit einem
Stempelabdruck versehen, um seine
Gültigkeit zu bestätigen 2 jmdn. (un¬
37
absterben
gerechtfertigt) auf alle Zeit, für immer
als mit einem Makel behaftet einstu¬
fen »Er ist als Verbrecher abgestem¬
pelt.«
ab|ster|ben: stirbt ab; starb ab; ist abge¬
storben 1 allmählich sterben, eingehen
2 keine normale Empfindung, Reak¬
tion aufweisen »Bei dem Frost sind
meine Füße wie abgestorben.« 3 [ugs.]
nicht mehr funktionieren
Ab|stieg: der; -(ejs; -e 1 das Hinunter¬
steigen aus einer Höhe »Es steht ihnen
ein schwieriger Abstieg vom Gipfel
bevor.« 2 ein ins Tal hinunterführen¬
der Weg 3 ein wirtschaftlicher od. so¬
zialer Niedergang 4 <Sport> die Ein¬
stufung in die nächst tiefere Lei¬
stungsklasse
ab|stiegs|ge|fähr|det: Adj. <Sport> von
einer Einstufung in die nächst tiefere
Leistungsklasse bedroht
ab|stil|len: stillst ab; stilltest ab; hast ab¬
gestillt aufhören, einen Säugling mit
Muttermilch, an der Brust zu ernäh¬
ren »Sie stillte ihr Kind ab.« .
ab|stim|men: stimmst ab; stimmtest ab;
hast abgestimmt 1 demokratisch
(nach dem Mehrheitsprinzip) über
etw. entscheiden, indem jeder seine
Meinung vertritt 2 etw. in Überein¬
stimmung bringen
ab[stim|men, sich: stimmst dich ab;
stimmtest dich ab; hast dich abge¬
stimmt eine Übereinstimmung erzie¬
len, sich absprechen
Ab|stim|mung: die; - ; -en 1 Abstim¬
men, Herbeifiihren einer Entschei¬
dung durch eine Stimmabgabe 2
Übereinstimmung; Einklang
Ab|stim|mungs|eijgeb|nis: das; -ses; -se
Resultat einer Abstimmung, Wahl
ab|sti|nent —> ab|s|ti|nent: dato Adj. n.
stg. enthaltsam »Sie führt ein (vom
Alkohol) abstinentes Leben.«
Ab|sti|nenz —> Ab|s)ti|nenz: dato die;
-; -en Enthaltsamkeit; Verzicht
Ab|sti|nenz|ler —» Ab|s|ti|nenz|ler dato
der; -s; - weibl. Ab|sti|nenz|le)rin —»
Ab|s(ti|nenz|le|rin: die; -~;-nen [häufig
abwert.] Person, die enthalsam lebt,
auf vieles od. manches ganz verzich¬
tet
ab|stopjpen: stoppst ab; stopptest ab;
hast abgestoppt 1 Fahrzeuge, Maschi¬
nen o. ä. anhalten »Vor dem Zebra¬
streifen hat er das Auto abgestoppt.« 2
zum Stillstand kommen »Der Läufer
stoppte rechtzeitig ab.« 3 die exakte
Dauer mit einer Stoppuhr messen
Ab|stoB: der; -es; Abstöße 1 schwung¬
volle, kräftige Bewegung von etw.
weg 2 <Fußball> Beförderung des Bal¬
les aus dem Srafraum ins Spielfeld
ab|sto|Ben: stößt ab; stieß (es) lab; hast/
ist abgestoßen 1 hast mit einem hefti¬
gen, kräftigen Stoß von etw. wegbe¬
wegen »Das Floß hat er vom Ufer
abgestoßen.« 2 etw. von sich wegsto¬
ßen, abwerfen »Der Organismus hat
die transplantierte Leber abgestoßen.«
3 hast verkaufen »Er hat das alte Auto
abgestoßen. • Er hat seine Wertpapiere
abgestoßen.« 5 ist durch einen Prall
gegen etw. beschädigt werden »Durch
den Unfall ist der Lack vom Auto ab¬
gestoßen worden.« 6 hast (übertr.)
jmdn. mit Abscheu, Ekel, Widerwil¬
len o. ä. erfüllen
ab|sto|Bend: Adj. in seiner Art od. vom
äußeren Eindruck häßlich, widerwär¬
tig, ekelerregend »ein abstoßendes Be¬
tragen«
ab|stot|tern: stotterst ab; stottertest ab;
hast abgestottert [ugs.j etw. in Raten
bezahlen
Ab|stract —Abjsftract: das; -(e)s; -s
Kurzfassung eines Aufsatzes, Arti¬
kels o. ä. (der häufig dem Text voran¬
gestellt wird)
Ab|stra|fung: die; - ; -en [geh.; veralt.]
Bestrafung; Züchtigung
ab|stra|hiefren —> ab|s|t|ra|hie|ren:
dato abstrahierst; abstrahiertest; hast
abstrahiert 1 etw. verallgemeinern
»aus etw. Begriffe, Prinzipien o. ä.
abstrahieren« 2 von etw. absehen;
etw. nicht berücksichtigen, es ver¬
nachlässigen
ab|strah|len: strahlt ab; strahlte ab; hat
abgestrahlt Strahlen senden
abstrakt—> ab|s|t|rakt: dat.-englo Adj.
abstrakter; abstrakteste (nur) gedacht
u. nicht anschaulich, nicht gegen¬
ständlich »abstrakte Kunst«
Ab|strakt|heit —> Ab|sjt|rakt|hert: die;
- ; -en (PI. s.) reine Begrifflichkeit;
ohne Anschaulichkeit; bloße Theorie
Ab|strak|ti[gns|verjmö|gen —> Ab|s|t|-
rak|ti|gns|ver|mä|gen: das; -s; - (gei¬
stige) Fähigkeit, aus dem Besonderen
etw. Allgemeines abzuleiten
Ab|strgk|tum —* Ab|sftjrak|tum: dato
das; -s; Abstrakta 1 <Philosophie>
Idee, die rein theoretisch, ohne Bezug
zur Wirklichkeit ist 2 <Sprachwiss.>
Nomen, Substantiv, Hauptwort, das
etw. bezeichnet, das weder sichtbar,
fühlbar, noch anfaßbar ist »Das Wort
'Haß' ist ein Abstraktum.«
ab]stram|peln, sich: strampelst dich ab;
strampelstest dich ab; hast dich abge¬
strampelt [ugs.] 1 sich körperlich sehr
anstrengen »Ich habe mich heute 10
km mit dem Fahrrad abgestrampelt.«
2 [ugs.] geistig mit einer Arbeit o. ä.
Mühe haben
ab|strei|chen: streichst ab; strich(e)st
ab; hast/ist abgestrichen 1 hast a) etw.
lösen »den Schmutz, auf der Fußmatte
abstreichen« b) etw. säubern »che
Schuhe auf der Fußmatte abstreichen«
2 hast etw. nachlassen, reduzieren,
vermindern 3 hast ein Gelände durch¬
suchen »Die Soldaten strichen die gan¬
ze Gegend ab.« 4 ist <Jagd> wegfliegen
ab|strei|fen: streifst ab; streiftest ab;
hast/bist abgestreift 1 hast etw. able¬
gen »den Ring abstreifen« 2 hast etw.
saubermachen »die Fenster abstrei¬
fen« 3 hast (übertr.) sich von etw. be¬
freien »eine schlechte Angewohnheit
abstreifen« 4 bist sich ohne bestimm¬
tes Ziel entfernen
ab|strei|ten: streitest ab; stritt (e)st ab;
hast abgestritten 1 einen Vorwurf,
eine Behauptung zurückweisen »Die
Jugendlichen haben abgestritten, die
Wand besprüht zu haben.« 2 jmdm.
etw. aberkennen, nicht zubilligen
Abstrich: der; -(e)s; -e m. PI. 1
Einschränkung, Kompromiß (den
man eingeht); negative Folgen, die
man akzeptieren, hinnehmen muß 2
<Med.> Entnahme einer Gewebeprobe
zur Untersuchung
ab|stnis —* ab|s(t|rus: dato Adj. ab¬
struser; abstruseste durcheinander;
verworren; absonderlich; töricht
ab|stu|fen: stufst ab; stuftest ab; hast ab¬
gestuft 1 stufenförmig anordnen »die
Blumenbeete abstufen« 2 etw. aufein¬
ander abstimmen »wunderschön abge¬
stufte Farbtöne« 3 etw. nach der Höhe
staffeln »die Lohngruppen abstufen« 4
eine od. mehrere Stufen im Gehalt
herabsetzen
Ab|stu|fung: die; - ; -en 1 treppenartige
Form(ung), Gestaltung) 2 Staffelung
ab|stump|fen: stumpfst ab; stumpftest
ab; hast/bist abgestumpft 1 a) hast ei¬
nen spitzen Gegenstand abflachen b)
ist an Schärfe verlieren; stumpf wer¬
den 2 bist (gefühlsmäßig) für etw.
durch Reizüberflutung, ständige
Kontakte mit etw. unempfindlich
werden
Ab|sturz: der; -es; Abstürze 1 Fall aus
großer Höhe (in die Tiefe) »der Ab¬
sturz des Flugzeuges.« 2 Steilheit des
Geländes; steiler Abhang
abjstürjzen; stürzt ab; stürztest ab; bist
abgestürzt 1 den Halt verlieren u.
nach unten fallen; heftig auf den Bo¬
den aufschlagen »Sie sind beim Berg¬
steigen abgestürzt.« 2 <EDV> stecken¬
bleiben, den Rechenprozeß unterbre¬
chen »Der Computer ist abgestürzt.«
ab|stüt[zen: stützt ab; stütztest ab; hast
abgestützt 1 mit einer Vorrichtung
(Träger, Balken) vor Einsturz sichern
»Die Zimmerdecke mußte in dem alten
Haus abgestützt werden.« 2 jmdm. od.
etw. Halt geben 3 <übertr.> eine Be¬
hauptung, Theorie o. ä. mit Argu¬
menten versehen
Ab|stüt]zung: die; - ; -en 1 Sicherung
zur Vermeidung eines Einsturzes 2
Vorrichtung, Hilfe, durch die man
Halt findet
ab|su|chen: suchst ab; suchtest ab; hast
abgesucht etw. od. jmdn. (gezielt) in
einem Gebiet aufzuspüren, zu finden
versuchen
Ab|sud/Ab|sud: der; -(e)s; -e [veralt.]
Flüssigkeit, die durch Kochen von
etw. hergestellt wird
ab|surd: dato Adj. absurder; absurdeste
unsinnig; unvernünftig; abwegig »ein
absurder Gedanke«
Ab|sur|di|tijt: dato die; ~ ; -en (PI. s.)
Widersinnigkeit; Sinnlosigkeit; Ab¬
wegigkeit
Abjszeß —*■ Ab|s|zess: dato der u.
lösten.] das; Abszesses; Abszesse
(Med.) Eiterherd; Eiteransammlung
im Gewebe; Geschwulst
Ab|szis|se —» Ab|s|zis|se: dato die; - ;
-n <Math.> horizontale Achse, Waage¬
rechte im Koordinatensystem (x-
Achse)
Ab|szis|sen(ach|se —» Abjs|zis|sen|>
achjse: die; - ; -n (Math.) (x)-Achse,
Waagerechte eines Koordinatensy¬
stems
Abt: dato der; -(e)s; Äbte Klostervor¬
steher
Abt(lg).: Abk. Abteilung
ab|ta|keln: takelst ab; takeltest ab; hast
abgetakelt [seemannssprl.] die Besege¬
lung einschließlich Masten, Fallen,
Schotten usw. von einem Schiff ent¬
fernen
38
Abwälzung
Ab|ta|ke|lung/Ab|tak|lung: die; - ; -en
[seemannssprl.j Entfernung der Bese¬
gelung einschließlich Masten, Fallen,
Schotten usw. von einem Schiff
ab|ta|sten —» ab|tas(ten: tastest ab; ta¬
stetest ab; hast abgetastet 1 mit den
Händen etw. befühlen u. untersu¬
chen, ob alles in Ordnung ist 2 <(In-
formations-)Technik> etw. mit Hilfe
bestimmter elektronischer Anlagen,
Geräte erfassen
ab|tau|chen: auchentaucAs/ ab; tauch¬
test ab; bist abgetaucht 1 <Ü-Boot>
[seemannssprl.] von der Wasserober¬
fläche abtauchen 2 [ugs.] jmd. geht in
den Untergrund, versteckt sich (in
Verbrecherkreisen)
ab|tau|en: taust ab; tautest ab; hastlist
abgetaut 1 hast Eis abschlagen, lösen,
zum Schmelzen bringen »Heute hat er
die Gefriertruhe abgetaut.« 2 ist eisfrei
werden »Die Piste taute ab.«
Ab|tai: dat.t die; - ; -en Kloster, mit ei¬
nem Abt od. einer Äbtissin als Vor¬
steherin)
Ab|teil: das; -fejs; -e kleiner, abge¬
schlossener Raum (meist für 6 Perso¬
nen) in einem Eisenbahnwagen
ab|teijlen: teilst ab; teiltest ab; hast ab¬
geteilt trennen »Eine Ecke des Zim¬
mers hatte er mit einem Vorhang abge¬
teilt.«
Ab|tej|lung: die; -; -en abgetrennter Teil
eines Ganzen a) <Milit.> geschlossene
Soldatengruppe b) Teil einer größeren
Einheit, z. B. eines Unternehmens,
eines Krankenhauses o. ä.
Ab|teiflungsffeiften der; -s; - weibl. Ab|-
toj|lungs|leijte|rtn: die; - ; -nen Per¬
son, die in einem Betrieb, einem Kauf¬
haus einen Teilbereich führt, leitet
ab|te|le|fo|nia|ren: telefonierst ab; tele¬
foniertest ab; hast abtelefoniert [ugs.]
per Telefon eine Verabredung o. ä.
mündlich rückgängig machen
ab|te|lejgra|fie|ren: telegrafierst ab; tele¬
grafiertest ab; hast abtelegrafiert
[ugs.] per Telegramm etw. rückgängig
machen
Ab|te|stat —» Ab|tes|tat: das; -(e)s; -e
<früher Hochschulw > am Ende des
Semesters gegebene Teilnahmebestä¬
tigung
ab)teu|fen: teufst ab; teuftest ab; hast
abgeteuft <Bergbau> einen Schacht in
die Erde bauen
ab|tip|pen: tippst ab; tipptest ab; hast
abgetippt [ugs.] einen Text, ein
Schriftstück mit einer Schreibmaschi¬
ne od. einem Computer abschreiben
Äb|tis|sin: die; - ; -nen Vorsteherin in ei¬
nem Nonnenkloster
ab|tö|nen: tönst ab; töntest ab; hast ab¬
getönt Farben mischen u. nuancieren,
abschattieren
Ab|tö|nung: die; - ; -en Nuancierung;
Abschattierung ,
Ab|tö|nungs|partti|kel: dis; - ; -n
<Sprachwiss.) dazwischengeworfenes
Wort der mündlichen Rede; Modal¬
partikel »Die Wörter 'ja', ‘wohl’,
’eben' sind Abtönungspartikel.«
ab|tö|ten: tötest ab; tötetest ab; hast ab¬
getötet 1 vernichten; zum Äbsterben
bringen »Die Bakterien müssen abge¬
tötet werden.« 2 <übertr.> Gefühle o. ä.
vernichten
ab|tra|gen: trägst ab; trug(e)st ab; hast
abgetragen 1 etw. verringern, tilgen
»Der Bagger trug die Erde ab. ♦ Er
hatte seine Schulden abzutragen.« 2
<Kleidung> anziehen, bis ein Klei¬
dungsstück abgenutzt ist »Ich trage
meine Schuhe immer schnell ab.« 3 die
Reste der Mahlzeit u. das Geschirr
vom Tisch (weg)räumen
ab|trägpich: Adj. nicht förderlich, son¬
dern nachteilig, schädlich »eine ab¬
trägliche Bemerkung«
ab|trai|nia|ren: trainierst ab; trainiertest
ab; hast ab trainiert durch Training
versuchen, das Körpergewicht zu ver¬
ringern
Ab|trans|port: der; -fejs; -e Wegschaf¬
fung von etw.
ab|transjporjtie|ren; transportierst ab;
transportiertest ab; hast abtranspor¬
tiert etw. wegschaffen
ab|trei|ben: treibst ab; trieb(e)st ab;
hast/bist abgetrieben 1 hastjbist (z. B.
durch Naturgewalten, etwa durch die
Strömung in eifern Gewässer) unge¬
wollt in eine andere Richtung gelenkt
werden 2 hast Vieh von hochgelege¬
nen Weideplätzen, Almen abwärts,
ins Tal treiben 3 hast eine Schwanger¬
schaft abbrechen, abbrechen lassen
»Sie hat abgetrieben.«
Ab|trei[bung: die; • ; -en Schwanger¬
schaftsabbruch
Ab|treijbungs|kli|nik: die; - ; -en [ugs.]
Krankenhaus, in der Schwanger¬
schaftsunterbrechungen durchge¬
führt werden
Ab(treifbungs|pa|ra|graph —» auch
Ab|trei|bungs|pa|ra|graf: der; -en; -en
Paragraph 218 des Strafgesetzbuches;
Gesetz, wonach eine Abtreibung nur
unter bestimmten Bedingungen zuläs¬
sig ist
ab|tren|nen: trennst ab; trenntest ab;
hast abgetrennt etw. von etw. teilen,
loslösen, so daß es eigenständig wird
ab|tiw|tan: trittst ab; trat(e)st ab; hast/
bist abgetreten 1 hast durch das Wi¬
schen der Schuhe über etw. Schmutz
entfernen »Er trat den Dreck ab.« 2 ist
<Bodenbelag> durch häufigen Ge¬
brauch verschleißen »Das Parkett ist
abgetreten.« 3 bist a) einen Ort verlas¬
sen »Sie trat von der Bühne ab.« b)
[geh.; verhüll.] sterben »Viel zu früh
mußte er abtreten.« 4 besonders beim
Milit.> Befehl, wegzugehen »Soldaten,
abgetreten!« 5 hast etw. an jmdn. ab¬
geben, übertragen »Ich trete dir meine
Rechte ab.«
Ab|tre|tung: die; - ; -en <Rechtsw.>
Übertragung einer Forderung od. ei¬
nes Rechts von einem bisherigen
Gläubiger auf einen anderen
Abtrieb: der; -(e)s; -e 1 Treiben des
Viehs von der Hochweide ins Tal 2
seitliches Vertreiben eines Schiffes
durch die Strömung; Abdrift
ab|trin|ken: trinkst ab; trankfejst ab;
hast abgetrunken aus einem bis zum
Rand gefüllten Gefäß vorsichtig etw.
wegtrinken
Ab|tritt der; -(e)s; -e 1 der Verzicht auf
ein Amt »Der Abtritt des Ministers
überraschte nicht.« 2 [landsch.] einfa¬
che Toilette
ab|trock|nen: trocknest ab; trocknetest
ab; hastjist abgetrocknet 1 hast mit ei¬
nem Handtuch Wasser- u. Spülmittel¬
reste nach dem Abwaschen von Ge¬
schirr u. ä. entfernen »Ich trockne
heute ab.« 2 a) hast mit einem Hand¬
tuch Wasser von etw. entfernen »Sie
trocknete ihre Hände ab.« b) hastIist
trocken werden; trocknen
ab|trock|nen, sich: trocknest dich ab;
trocknetest dich ab; hast dich abge¬
trocknet Wasser von seinem Körper
mit einem Handtuch entfernen
ab|trop|fen: tropft ab; tropfte ab; ist ab¬
getropft 1 in Tropfenform niederfal¬
len »Der Regen tropft vom Dach ab.«
2 Flüssigkeit von etw. ablaufen lassen
abftrot|zeri: trotzt ab; trotztest ab; hast
abgetrotzt etw. durch Dickköpfigkeit,
Starrsinn erreichen
ab)tnj|deln.' trudelst ab; trudeltest ab;
bist abgetrudelt 1 (Flugzeuge o. ä.> in
Schleifen nach unten, in die Tiefe,
zum Erdboden hin stürzen 2 [ugs.] ei¬
nen Ort verlassen
ab|trün|nig: Adj. n. stg. die Treue bre-
~ chend u. sich von etw. od. jmdm. ab¬
wendend
Ab|trün|ni|ge: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Abtrünniger;
eine Abtrünnige; zwei Abtrünnige)
Person, die die Treue gebrochen hat
ab|tun: tust ab; tat(e)sl ab; hast abgetan
als unwichtig betrachten; verwerfen;
beiseite schieben; herunterspielen
ab|tup|fen: tupfst ab; tupftest ab; hast
abgetupft etw. vorsichtig entfernen,
reinigen
ab|ur|tei|len: urteilst ab; urteiltest ab;
hast abgeurteilt verurteilen; als Rich¬
ter eine Strafe aussprechen
Ab|ur]tei|lung: die; - ; -en Verurteilung
eines Verbrechers in einer Gerichts¬
verhandlung
Ab|usus —» Ab|u|sus: <lat.> der; - , -
Mißbrauch
ab|veijlan|gen: verlangst ab; verlangtest
ab; hast ab verlangt fordern
Abw.: Abk. 1 Abwasser 2 Abwertung
( = Geldabwertung)
ab|wä|gen: wägst ab; wog(e)st/wägtest
ab; hast abgewogenlabgewägt die
Vor- u. Nachteile von etw. gegenein¬
anderstellen; über etw. genau nach¬
denken »Er wägtejwog seine Entschei¬
dung sorgfältig ab.«
Ab|wä|gung: die; - / -en genaues Prüfen,
Bedenken, Überlegen
Ab|wahl: die; ~ ; -en 1 Enthebung einer
Person aus ihrem Amt o. ä. 2
<Schulw.> Nichtfortführung eines
Schulfaches
ab|wähl|bar: Adj. n. stg. 1 ersetzbar;
austauschbar; seines Amtes o. ä. ent¬
hebbar 2 <Schulw.> nicht zwingend er¬
forderlich, nicht obligatorisch
ab|wäh|len: wählst ab; wähltest ab; hast
abgewählt 1 eine Person ihres Amtes
entheben »Der Aufsichtsratsvorsitzen¬
de wurde abgewählt.« 2 <Schulw.> ein
Fach nicht weiterführen
ab|wäl|zen: wälzt ab; wälztest ab; hast
abgewälzt eine unangenehme, lästige
Aufgabe o. ä. jmd. anderem übertra¬
gen
Ab|wäl|zung: die; - ; -en Verlagerung,
Verschiebung einer Mühe, Last, un¬
angenehmen Pflicht auf eine andere
Person
39
abwandeln
ab|wan|deln: wandelst ab; wandeltest
ab; hast abgewandelt in einigen Teilen
verändern, weiterentwickeln
ab|wan|dem: wanderst ab; wandertest
ab; bist/hast abgewandert 1 bist zu ei¬
ner Wanderung aufbrechen »Die
Gruppe ist um 8 Uhr abgewandert.« 2
hast a) eine Gegend, einen Weg voll¬
ständig begehen, abgehen b) eine vor¬
gegebene Strecke entlanggehen »Wir
wanderten alle Wege ab u. erhielten
ein Ehrenabzeichen.« 3 bist a) einen
Ort verlassen, um woanders bessere
Lebensbedingungen zu finden b) eine
Organisation (Partei, Verein o. ä.)
verlassen, um zu einer anderen über¬
zuwechseln » Viele Wähler sind zu den
neuen Parteien abgewandert.«
Ab|wand|lung: die; - ; -en 1 das Abwan¬
deln; das Sich-Verändern 2 die abge¬
wandelte Form, Variation
Ablwärjme: die; - ; - (Technik) Wärme,
die bei einem technischen Prozeß ent¬
steht, aber nicht benötigt wird
ab|warftan: wartest ab; wartetest ab;
hast abgewartet verweilen u. darauf
achten, hoffen, daß sich die Lage, Si¬
tuation ändert
ab|wärts: Adv. in der Richtung nach un¬
ten »Der Fahrstuhl fuhr abwärts.«
Ant: aufwärts
abjwärts- —»• abjwärts + —>in Zu¬
sammenhang mit Verben immer
getrennt*— Wortbildungselement
drückt aus, daß etw. immer schlechter
wird »abwärtsgehen«
ab|wärts|ge|hen —* ab|wärts gejherc
geht abwärts; ging abwärts; ist ab¬
wärtsgegangen —> ist abwärts
gegangen<— schlechter werden
Ab|w9rts|trend: der; -(e)s; -s Entwick¬
lung zum Schlechteren
Ab|wasch: der; -(e)s; - Reinigung des
Geschirrs »Erledige bitte den Ab¬
wasch'.«
ab|wasch|baR Adj. n. stg. zu reinigen
»Der Stuhl aus Kunststoff ist abwasch¬
bar.«
ab|wajschen: wäschst ab; wusch(e)st
ab; hast abgewaschen (etw., oft Ge¬
schirr) mit einem Schwamm, Lappen,
Wasser (u. Reinigungsmittel) von
Schmutz befreien
Ab|wasch|was|ser: das; -s; -wässer (PI.
s.) a) das Wasser, das für die Reini¬
gung des Geschirrs bestimmt ist b)
schmutziges Wasser, das zur Reini¬
gung des Geschirrs gebraucht wurde
Ab|was|ser. das; -s; Abwässer schmutzi¬
ges Wasser (das in die Kanalisation,
in die Kläranlagen fließt)
Ab|wäs|ser|auf|be|rei|tung: die; - ; -en
<Technik> Reinigung, Nutzbarma¬
chung von verunreinigtem Wasser
Ab|was|ser|ka|nal: der; -(e)s; -kanäle
Kanal, in den verunreinigtes, ge¬
brauchtes Wasser geleitet wird
Ab)was|ser(rei|ni|gung: die; - ; -en Rei¬
nigung, Nutzbarmachung von verun¬
reinigtem Wasser
ab|wech|seln (sich): wechselst (dich)
ab; wechseltest (dich) ab; hast (dich)
abgewechselt 1 im Wechsel aufeinan¬
der folgen »Wärme u. Kälte wechsel¬
ten (sich) ständig ab.« 2 sich bei etw.
wechselseitig ablösen
ab|wech|selnd: Adj. n. stg. nacheinan¬
der folgend; im Wechsel
Ab|wectts|lung: die; -; -en Ereignis, das
den normalen, langweiligen, monoto¬
nen (Tages-)Ablauf unterbricht; Un¬
terhaltung
ab|wechs|lungs|reich: Adj. nicht lang¬
weilig »Er hat einen abwechslungsrei¬
chen Beruf.«
ab|we|gig: Adj. unwahrscheinlich;
falsch; nicht zu erwarten
Ab|wehr. die; - ; - 1 a) Widerstand;
Schutz; Zurückweisung »Abwehr
feindlicher Truppen, Angriffe ♦ Ab¬
wehr von Spionage ♦ Abwehr von
Krankheitserregern« b) staatliche Ein¬
richtung zur Bekämpfung von Spio¬
nage 2 ablehnende Handlung »Ab¬
wehr gegen fremde Einflüsse ♦ Abwehr
der Ratschläge des Arztes« 3 <Sport>
a) Verteidigungsspieler einer Manns¬
chaft b) alle Maßnahmen gegen die
Angriffe der Gegner
Ab|wehijdienst: der; -(e)s; -e <Milit.>
Spionageverhinderung
ab|weh|ren: wehrst ab; wehrtest ab; hast
abgewehrt 1 eine Gefahr beseitigen;
sich erfolgreich gegen etw. schützen
» Wir konnten die Angriffe des Feindes
abwehren.« 2 etw? ablehnen; etw. od.
jmdn. zurückweisen
Ab|wehr|kraffc die; - ; -kräfte (m. PI.)
körpereigene Kraft, Erreger von
Krankheiten zu vernichten, an der
Ausbreitung im Körper zu hindern
Ab|wehr|re|ak|ti|on: die; - ; -en 1 Hand¬
lung, mit der etw. verhindert werden
soll »In dem kritischen Augenblick
zeigte er eine gute Abwehrreaktion.« 2
<Med.> Gegenanzeige; Körperreakti¬
on
Ab|w«hr|spie|ler: der; -s; - (Ballspiele)
Spieler einer Mannschaft, der in der
Verteidigung eingesetzt ist
Ab(wehr|stoff: der; -(e)s; -e <Med.> An¬
tikörper
ab|wei|chen: weichst ab; wich(e)si ab;
bist abgewichen 1 den vorgesehenen
Weg nicht einhalten; sich entfernen
von etw. »Du weichst vom Weg, The¬
ma ab.« 2 sich unterscheiden; nicht
übereinstimmen »Unsere Standpunkte
weichen voneinander ab.«
Ab|wei|chung: die; - ; -en a) Unter¬
schied, Differenz vom vorher gemes¬
senen od. erwarteten Ergebnis b)
Nichteinhaltung eines Planes »positi¬
ve, negative Abweichung«
abfwei|den: weidet ab; weidete ab; hat
abgeweidet das Gras o. ä. fressen
»Das Vieh weidet das Gras ab.«
ab|wei|sen: weist ab; wies(es)t ab; hast
abgewiesen abwehren; ablehnen;
nicht zu sich lassen
ab|wei|send: Adj. in einer unfreundli¬
chen Art zurückweisend
ab|wend|bar: Adj. n. stg. verhinderbar
»Der Schlag, die drohende Gefahr ist
abwendbar.«
ab|wen|den: wendest ab; wendetest!
wandtest ab; hast abgewendetlabge¬
wandt 1 ablenken; femhalten von
etw. »Wir konnten die Gefahr
abwenden.« 2 etw. (z. B. den Kopf)
wegdiehen »Sie wendetefwandle den
Blick ab.«
ab|wen|den, sich: wendest dich ab;
wandtestjwendetest dich ab; hast dich
abgewendet!abgewandt a) sich von
etw., jmdm. wegdrehen »Sie wendete
sich voller Ekel ab.« b) die Beziehung
zu jmdm. beenden; die Freundschaft
zu jmdm. auf kündigen
ab|weijben: wirbst ab; warb(e)st ab;
hast abgeworben jmdn. dazu überre¬
den, den Arbeitsplatz, die Manns¬
chaft o. ä. zu wechseln u. künftig für
die eigene Firma, den eigenen Verein
zu arbeiten
Ab|weijbung: die; • ; -en (besonders
Wirt.) das Locken einer od. mehrerer
Personen in die eigene Firma durch
das Anbieten höherer Gehälter, bes¬
serer Arbeitsbedingungen o. ä.
ab|weijfen: wirfst ab; warf (e)st ab; hast
abgeworfen 1 etw. von oben herunter¬
werfen, herabfallen lassen 2 etw. mit
Wucht nach unten od. an einen Ort
befördern »Als er hereinkam, warf er
gleich den Mantel ab. ♦ Das Pferd warf
den Reiter ab.« 3 einen finanziellen
Gewinn bringen »Das Geschäft warf
einen hohen Gewinn ab.« 4 abgeben
»eine Spielkarte abwerfen«
ab|werjten: wertest ab; wertetest ab;
hast abgewertet a) (Währung) im Wert
herabsetzen; billiger machen »Die Li¬
ra wurde abgewertet.« b) etw., was
jmd. hat, tut, sagt usw. im Wert her¬
absetzen, negativ bewerten, Ant.: auf¬
werten
ab|wer|tend: Adj. n. stg. im Wert u. Be¬
deutunggering (eingeschätzt), gering¬
schätzig, herabsetzend
Ablwerftung: die; - ; -en a) Herabset¬
zung des Preises einer Währung »Die
Abwertung des Dollars bewirkte in den
USA einen Wirtschaftsaufschwung.«
b) Herabsetzung einer Sache in der
Bedeutung, Ant.: Aufwertung
ab|we|send: Adj. n. stg. a) nicht anwe¬
send, nicht an einem bestimmten Ort;
nicht da »ein abwesender Kollege« b)
gedanklich nicht bei der Sache, nicht
konzentriert »ein abwesender Blick«
Ab|we|sen|de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Abwesender;
eine Abwesende; zwei Abwesende)
Person, die nicht da, nicht anwesend
ist
Ab|we|sen|heit: die; - ; -en (PI. s.) a)
das körperliche Abwesendsein »Seine
Abwesenheit ist der Gesellschaft kaum
aufgefallen.« b) das geistige Abwe¬
sendsein; fehlende Konzentration c)
durch Abwesenheit glänzen: [ugs.;
scherzh.] Ausspruch, wenn jmd. oft
fehlt; nicht anwesend sein
ab|wet|tern: wettert ab; wetterte ab; hat
abgewettert [seemannssprl.] schlechte
Wetterbedingungen auf See abwarten
durch Beidrehen des Schiffes
ab|wet|zen: wetzt ab; wetztest ab; hast!
bist abgewetzt 1 hast durch häufige,
starke Inanspruchnahme, Benutzung
glänzend, häßlich machen 2 bist [ugs.]
schnell zu Fuß einen Ort verlassen
abjwickeln (abjwik|keln —* ab(wi|-
ckeln): wickelst ab; wickeltest ab; hast
abgewickelt 1 etw. von einer Rolle o.
ä. abspulen, abrollen »Nach u. nach
wickelte sie die Wolle vom Strang ab.«
2 etw. (der Reihe nach) erledigen »Er
wickelte seine Geschäfte ab.«
Ab|wick|tung: die; - ; -en 1 Abrollung
von etw. Aufgerolltem von einer
Spule o. ä. 2 ordnungsgemäße Aus¬
40
a
führung, Abwicklung eines Auftrages
o.ä.
abfwie|geln: wiegelst ab; wiegeltest ab;
hast abgewiegelt [häufig abwert.] Er¬
regung zu dämpfen versuchen, indem
man die Ursache, den Auslöser weni¬
ger wichtig o. ä. darstellt
Ab|wie|g6|lung/At>|wieg|lung: die; • ;
-en Beruhigung; Beschwichtigung
ab|wie|gen: wiegst ab; wog(e)st ab; hast
abgewogen ein gewünschtes Gewicht
mittels einer Waage ermitteln »Sie
wog das Mehlfür den Kuchen ab.«
Ab|wieg|lung/Ab|wie|ge|lung: die; - ;
-en Beruhigung; Beschwichtigung
ab|wiin|meln: wimmelst ab; wimmeltest
ab; hast abgewimmelt [ugs.] jmdn.,
etw. Unangenehmes, Lästiges, Stö¬
rendes ablehnen, abweisen
Ab|wincl: der; -(e)s; -e <Meteorologie u.
Flugw.) von oben nach unten verlau¬
fende Luftströmung
ab|win|keln: winkelst ab; winkeltest ab;
hast abgewinkelt einen Winkel bilden
ab|win|ken: winkst ab; winktest ab; hast
abgewinkt/abgewunken 1 durch ein
Handzeichen zu verstehen geben, daß
man etw. nicht will, mit etw. nicht ein¬
verstanden ist 2 ein Rennen (mittels
einer Fahne) als beendet, entschieden
erklären »Er wurde als erster im Ziel
abgewinkt.«
gb|wf|schen: wischst ab; wischtest ab;
hast abgewischt a) etw. (z. B. mit ei¬
nem Tuch) von Schmutz o. ä. befrei¬
en, reinigen b) etw. entfernen
ab|woh|nen: wohnst ab; wohntest ab;
hast abgewohnt 1 [ugs.] durch langes
Bewohnen von Räumlichkeiten (ohne
zu renovieren) abnutzen 2 einen
Geldbetrag, der im voraus entrichtet
wurde, mit der Miete verrechnen
ab|wracken (abjwrakfken —> ab)wra|-
cken): wrackst ab; wracktest ab; hast
abgewrackt ein (fahruntüchtiges)
Fahrzeug, meist Schiff, in seine Be¬
standteile zerlegen, verschrotten
Ab|wrack|prS|mie: die; - / -n Geldsum¬
me (Prämie), die für das Zerlegen u.
Verschrotten eines Schiffes bezahlt
wird
Ab|wurf: der; -(e)s; -würfe 1 das Abwer¬
fen von etw. aus einer Höhe nach un¬
ten »der Abwurf von Hilfsgütern über
einem Katastrophengebiet« 2 <Sport>
Ball, der vom Torwart ins Spielfeld
(zurück) geworfen wird 3 (Schlag-,
Völkerball) Wurf mit einem Ball, bei
dem der Gegenspieler getroffen wird
u. das Spielfeld verlassen muß
abfwüijgan: würgst ab; würgtest ab; hast
abgewürgt 1 durch Würgen umbrin¬
gen, töten 2 [ugs.] einen Motor durch
falsche Bedienung zum Stillstand
bringen 3 dibertr.) eine Entwicklung
verhindern, nicht zum Zuge kommen
lassen
ABz: Abk. Amtsbezirk
Abz.: Abk. 1 Abzahlung 2 Abzeichen
ab|zah|len: zahlst ab; zahltest ab; hast
abgezahlt für etw. nach u. nach Geld
abgeben; etw. in Raten bezahlen; ei¬
nen Kredit bedienen
ab|züh|ten: zählst ab; zähltest ab; hast
abgezählt 1 durch Zählen die Anzahl
von etw. ermitteln, bestimmen 2
'Sporb fortlaufend in gleich große
Gruppen einteilen 3 etw. durch Zäh¬
len von einem Ganzen absondem u.
weg- od. bereitlegen »Sie zählte aus
dem Korb fünfzehn Äpfel ab.« 4 durch
Zählen eine Entscheidung treffen
Ab|zah|lung: die; - ; -en a) Betrag, den
man regelmäßig als Rate zu bezahlen
hat »Ich kann die Abzahlung gut
aufbringen.« b) das Abzahlen; das Be¬
zahlen einer finanziellen Schuld
Ab|zah|lungs|ge|schäft: das; -(e)s; -e
<Wirt.) Teilzahlungsgeschäft; Raten¬
vertrag
ab|zap|fen: zapfst ab; zapftest ab; hast
abgezapft 1 Flüssigkeit aus einem Be¬
hältnis holen »Bei dem Fest wurden
Bier u. Wein vom Faß gezapft.« 2
[ugs.] mittels einer Spritze, Kanüle
Blut aus der Vene entnehmen 3
dibertr.) [jugendsprl.] etw. dreist for¬
dern u. erhalten
ab|zap|peln, sich: zappelst dich ab;
zappteltest dich ab; hast dich abgezap-
pelt 1 über einen längeren Zeitraum
heftig zappeln, strampeln 2 dibertr.)
[ugs.] sich stark anstrengen, eifrig be¬
mühen 3 [ugs.] tapzen
Ab|zei|chen: das; -s; - etw. (z. B. eine
Plakette), was als Zeichen der Zuge¬
hörigkeit, Mitgliedschaft zu etw. ge¬
tragen od. als Auszeichnung für etw.
verliehen wird
ab|zeich|nen: zeichnest ab; zeichnetest
ab; hast abgezeichnet 1 etw. nach ei¬
ner Vorlage genau kopieren »Das
Kind zeichnete das Tier vom Poster
ab.« 2 etw. unterschreiben u. so doku¬
mentieren, daß man in Kenntnis ge¬
setzt wurde
ab|zeich|nen, sich: zeichnet sich ab;
zeichnete sich ab; hat sich abgezeich¬
net 1 etw. hebt sich ab, ist (deutlich)
in seinen Umrissen zu erkennen 2
etw. wird sichtbar »Auf ihrem Gesicht
zeichnete sich Erstaunen ab.« 3
<übertr.) etw. deutet sich an, läßt sich
vermuten
abzgl.: Abk. abzüglich
Ab|zieh|bild: das; -(e)s; -er Drucker¬
zeugnis, dessen Abbildung spiegelver¬
kehrt auf wasserlöslichem, grundier¬
tem Papier gedruckt ist u. durch An¬
feuchten auf einen anderen Unter¬
grund übertragen werden kann, wenn
das Papier entfernt wird
ab[zie|hen: ziehst ab; zog(e)st ab; hast/
bist abgezogen 1 hast von einer Sum¬
me etw. wegnehmen; subtrahieren
»Davon mußt du dreißig abziehen.« 2
hast entfernen, indem man etw. her¬
unterzieht »Ich muß noch die Betten
abziehen.« 3 bist Weggehen; sich etw.
entfernen »Nach drei Wochen zogen
sie wieder ab.« 4 hast [ugs.] jmdn. be¬
trügen »Der Händler hat dich abgezo¬
gen.« 5 hast [ugs.] veranstalten »eine
tolle Party abziehen« 6 hast von etw.
weglocken, ablenken
ab|zie|len: zielst ab; zieltest ab; hast ab¬
gezielt ein Ziel anstreben, verfolgen
ab|ziijkeln: zirkelst ab; zirkeltest ab;
hast abgezirkelt 1 etw. mit Hilfe eines
Zirkels präzise abgrenzen 2 Worte
sehr genau bedenken (bevor man sie
ausspricht)
ab|zi|schen: zischst ab; zischtest ab; bist
abgezischt [ugs.] schnell einen Ort ver¬
lassen
ab|zitttern: zitterst ab; zittertest ab; bist
abgezittert [ugs.] einen Ort verlassen
»Jetzt muß ich aber abzittern!«
ab|zocken (ab|zok|ken —» ab|zo|cken):
zockst ab; zocktest ab; hast abßezockt
[ugs.] von jmdm. übermäßig viel Geld
nehmen »Die Jungs haben mich ganz
schön abgezockt!«
Ab|zug: der; -(e)s; Abzüge 1 das Weg¬
gehen; Abmarsch »Die feindlichen
Soldaten begannen mit dem Abzug.« 2
Öffnung, aus der etw. abziehen kann;
Rauchfang; Dunstabzug über dem
Herd, durch den der Dampf abge¬
saugt werden kann 3 Teil des Ge¬
wehrs, mit dem das Abschießen der
Kugel ausgelöst wird »Er hatte den
Finger am Abzug.« 4 Foto, Bild vom
Negativ »Ich habe dir Abzüge machen
lassen.« 5 das Abziehen; Subtraktion
»Der Abzug vom Gewinn ist zu hoch.«
6 n. PI. direkte Steuern u. Abgaben
(bezogen auf Lohn od. Gehalt) »Ich
habe 1500 DM Abzüge.«
ab|züg|lich: Präp. mit Gen. <Finanzw.>
ohne; nach Abzug von einem Betrag
»Abzüglich der Steuern bleiben netto
1750 DM übrig.«
ab|zugs|fä|hig: Adj. n. stg. (Steuern.) bei
' der Berechnung des steuerpflichtigen
Einkommens abziehbar
Ab|zugs|ka|nal: der; -(ejs; -kanäle
<Bauw.; Technik) Abwasserkanal
Ab|zugs|schacht: der; -(e)s; -schachte
<Bauw.> Schacht, nach außen führen¬
de Vorrichtung, durch den/die
Dämpfe o. ä. abziehen können, nach
außen geleitet werden
ab|zup|fen: zupfst ab; zupftest ab; hast
abgezupft zupfend etw. von etw. ent¬
fernen »Die welken Blütenblätter soll¬
ten regelmäßig abgezupfl werden.«
Abzw.: Abk. Abzweigung
abjzwacken (ab|zwak|ken —> ab|zwa|-
ckenk zwackst ab; zwacktest ab; hast
abgezwackt 1 [ugs.] etw. mit einer
Zange o. ä. von etw. abtrennen »ein
Stück vom Kabel abzwacken« 2 [ugs.]
a) von etw. einsparen »Von der klei¬
nen Rente mußte sie das Geld für den
Friseur abzwacken.« b) etw. wegneh¬
men, abnötigen
Ab|zweig: der; -(e)s; -e 1 (Verkehrsw.)
die Abzweigung, Gabelung, Rich¬
tungswechsel einer Straße od. Auto¬
bahn 2 (Technik) der Abzweigung
dienendes Rohrleitungsstück
Ab|zweig|do|se: die; - ; -n (Elektrot.)
Verteilerdose bei elektrischen Leitun¬
gen
ab|zwei|gen: zweigst ab; zweigtest ab;
bistjhast abgezweigt 1 ist sich gabeln;
abbiegen »Der Weg zu unserem Haus
zweigt dann links ab.« 2 hast einen Teil
von etw. sparen, für andere Zwecke
beiseite legen »Sie zweigte von ihrem
Lohn immer etw. für die Kinder ab.«
Ab|zwei|gung: die; - ; -en 1 Stelle, Ga¬
belung, an der sich zwei Wege, Stra¬
ßen trennen 2 von einer zentralen Lei¬
tung, Strecke o. ä. abgehende andere
Leitung, Strecke o. ä.
ab|zwit|schem: zwitscherst ab; zwit¬
schertest ab; bist abgezwitschert [ugs.]
einen Ort verlassen »Nach drei Stun¬
den ist er endlich abgezwitschert.«
a cap|pel|la: <//.> /a kappella/ (Musik)
Gesang ohne Instrumentalbegleitung
41
A-cappella-Chor
A-cap|pel|la-Chon <it.> ja kappella kor/
der; -(e)s; A-capella-Chöre Chor, der
ohne Instrumentalbegleitung singt
Acjcent ai|gu: </r.> /akßangtägü/ der; -
- ; -s -s französisches Akzentzeichen
bei Vokalbuchstaben, das einen hel¬
len, spitzen Klang anzeigt »Das fran¬
zösische Wort ‘egalite’ (Gleichheit)
wird mit zwei Accents aigus geschrie¬
ben.«
Ac|cent cir|con(flexe: <//-.> /akßang
ßirkoftgflekß/ der; - ~ ; -s -s jakßcmg
ßirkongflekßl französisches Akzent¬
zeichen auf einem Vokalbuchstaben,
das eine lange Silbe anzeigt »Im Fran¬
zösischen wird der Fluß 'Rhöne' mit
Accent circonflexe geschrieben.«
Ac|cent grave: </r.> /akßaeggraw/ der; -
- ; -s -s jakßanggrawj französisches
Akzentzeichen auf dem Vokalbuch¬
staben ’e\ das eine Betonung anzeigt
»Das französische Wort 'tres' (sehr)
wirdmit Accent grave geschrieben.«
Ac|ces|soire: dat.-fr.> /assessoar/ das;
-s; -s (m. PL) modisches Zubehör zur
Kleidung wie Schmuck, Handtasche
o. ä.
Aceftat —> A|ce|tat: <lat.t lazetat/das;
-s; -e kurz für Celluloseacetat = eine
Chemiefaser, aus der Textilien herge¬
stellt werden
Ach: das; -s; - u. -s (meist o. Art.) 1
Ausruf des Erstaunens, der Überra¬
schung, des Bedauerns »Ach! Ihr seid
es!« 2 mit Ach u. Krach: [ugs.] so ge¬
rade noch; mit viel Aufwand
Achat—» A|chat: <gr.-lat.> der; -(e)s; -e
gebändertes Mineral aus der Quarz¬
gruppe; Gestein (von verschiedener
Färbung)
Ache|ron —> Ajche|ron: <gr.-lat.> der;
-(e)s; - griechische Mythologie) Fluß
in die Unterwelt
Achjl|les|fer|se —» A|chil|les)fer|se:
<gr.-lat.i die; - ;-n(PI. s.) 1 die einzi¬
ge verwundbare Stelle am Körper des
griechischen Sagenhelden Achilles 2
[geh.] empfindliche Stelle eines Men¬
schen, an der er seelisch sehr ver¬
wundbar ist
Achil|les|sehjne —> A|chil|les|seh|ne:
die; - ; -n <Anat.> zwischen dem Fer¬
senband u. Wadenmuskel verlaufen¬
de Sehne
achro|ma|tisch —» a|chro|ma)tisch:
/akromatisch/ Adj. n. stg. <Optik>
ohne Farbfehler
Ach|se: /akße/ die; - ; -n 1 <Technik>
Teil eines Wagens, Gefährts, um den
sich die Räder drehen »Die Achse ist
gebrochen.« 2 Linie »Das Schlecht¬
wettergebiet dringt bis zur Achse
Hamburg-Berlin vor.« 3 <Math.> sich
bei einer Drehung nicht verändernde
Gerade 4 auf Achse (sein): unter¬
wegs; auf Reisen sein.
Ach|sel: /akßel/ die; - ; -n 1 Schulter
»Sie zuckte mit den Achseln.« 2
<Anat.> kurz für Achselhöhle = eine
grubenartige Vertiefung unter dem
Gelenk der Schulter beim Menschen
3 etw. auf die leichte Achsel
nehmen: jmd. nimmt etw. nicht so
ernst, mißt dem keine Bedeutung bei
4 etw, auf seine Achseln nehmen:
jmd. übernimmt für jmdn. etw., z. B.
einen Fehler o. ä. 5 jmdn. über die
Achseln ansehen: jmd. hält jmdn.
nicht für gleichwertig, behandelt, be¬
trachtet ihn verächtlich
Ach|sel|höh|le: /akßel-/ die; ~ ; -n gru¬
benartige Vertiefung unter dem Ge¬
lenk der Schulter beim Menschen
ach|selzuckend (ach|selzuk|kend —*
ach|sel|zu|ckend): /akßel-/ Adj. n.
stg. durch Hochziehen, Zucken mit
den Achseln ausdrückend, daß man
nicht weiß, nicht versteht »Sie sagte
zu meinem Vorschlag nichts, sondern
ging achselzuckend hinaus.«
Ach|sen|kreuz: /akßen-/ das; -es; -e
<Math.> von den Achsen eines ebenen
Koordinatensystems gebildetes
Kreuz
Achs|last: /akß-/ die; - ; -en Druck,
Kraft, der/die von einer Achse auf
eine Straße, Fahrbahn od. auf Schie¬
nen ausgeübt wird
Achs|schen|kel: /akß-/ der; -s; - Ver¬
bindung zwischen dem Ende der Vor¬
derachse u. dem Vorderrad
Achs|stun: /akß-/ der; -es; Achsstürze
eine Schrägneigung von der senkrech¬
ten, abweichenden Neigung eines Ra¬
des .
Acht die; • ; -1 [veralte Aufmerksam¬
keit 2 a) sich in acht nehmen —» sich
in Acht nehmen: <oft als Drohung,
Warnung) vorsichtig sein b) sich bei
etw. in acht nehmen —*• sich bei
etw. in Acht nehmen: mit etw. sanft,
behutsam umgehen 3 aus der Acht,
außer acht lassen —*• aus der, außer
Acht lassen: nicht berücksichtigen,
nicht bedenken
—> Acht gejben: s. achtgeben
—> Acht halben: s. achthaben
acht Kardinalzahl (Zahlzeichen =) 8
acht-: Ordinalzahl achter; achte; achtes
drückt aus, daß etw. od. jmd. an ach¬
ter Stelle kommt
achtjban Adj. a) etw., was man beach¬
ten, bewundern muß »ein achtbares
Ergebnis« b) ehrlich u. respektabel
»eine achtbare Familie« Syn.: <b> ehr¬
bar
Achtjeck: das; -(e)s; -e achteckige Flä¬
che; Oktogon
Ach|tel: das; -s; - a) der achte Teil einer
Gesamtmenge, Strecke b) der achte
Teil von 1000 (z. B. Gramm) »Ich
hätte gern ein Achtel ( = 125 Gramm)
von dem Aufschnitt.«
Ach|tel|fi|na|le: das; -s; - <Sport> Aus¬
scheidungsrunde der 16 Mannschaf¬
ten, die sich für einen Meisterschafts¬
wettbewerb qualifizierten
Ach|tel|los: das; -es; -e Teillos der Klas¬
senlotterie, das den achten Teil des
Wertes eines ganzen Loses (im Ge¬
winnfall) hat
Achtteljnojte: die; - ; -n <Musik> Note
mit einem Achtel des Zeitwertes einer
ganzen Note
Ach[tel|pau|se: die; - ; -n <Musik> Pause
mit der Dauer einer Achtelnote
achten: achtest; achtetest; hast geachtet
1 jmdn. od. etw. schätzen, respektie¬
ren, anerkennen »Ich achte meinen
Onkel sehr.« 2 aufpassen; etw. beach¬
ten; seine Aufmerksamkeit auf etw.
od. jmdn. richten »Ich achte auf ihr
Gespräch, auf die Kinder.« 3 [geh.;
veralt.] als etw. bewerten; für etw. hal¬
ten
ach|ten: ächtest; ächtetest; hast geächtet
jmdn. aus einer Gemeinschaft aus¬
schließen u. Kontakte mit ihm ver¬
meiden, ihn nicht achten, respektie¬
ren
Acht|en|der: der; -s; ~ <Jagd> Geweih
des Hirsches mit jeweils vier Enden
an den Stangen
ach|tens|wert Adj. achtenswerter; ach¬
tenswerteste lohnend zu beachten od.
zu respektieren
Ach|teR der; -s; - <Sport> 1 Rennruder¬
boot, das Platz für acht Ruderer u.
für einen Steuermann hat 2 Eiskunst¬
lauf; Rollschuhlauf; Reiten) Figur,
die die Form einer Acht hat
achjterjaus: Adv. [seemannssprl.] in
Richtung nach hinten (hinter dem
Boot)
Ach|ter|bahn: die; ~ ; -en Kirmes-, Ver¬
gnügungsgerät, bei dem man in Wa¬
gen sitzt, die auf Schienen geführt,
steile Wege schnell, rasant hoch u.
runter u. teilweise auch Loopings fah¬
ren, eine Art Berg- u. Talbahn mit
mehreren Schleifen
Ach|teijdeclc das; -(e)s; -s u. (selten)
-e [seemannssprl.] hinteres Deck eines
Schiffes
Ach|teijlasfc die; ~ ; -en [seemannssprl.]
Beladung des hinteren Teiles eines
Schiffes (wobei die Last hinten größer
als vom ist, so daß das Schiff hinten
tiefer im Wasser liegt)
ach|teijla|stig—> ach|ter|las|tig: Adj. n.
stg. [seemannssprl.] im hinteren Teil
stärker, schwerer beladen u. daher
hinten tiefer im Wasser liegend als
vorne
ach|ter|lich: Adj. n. stg. [seemannssprl.]
von hinten kommend »Es geht ein
achterlicher Wind.«
achtern: Adv. [seemannssprl.] hinten
auf einem Schiff
Ach|ter|ste|ven: der; -s; - [see¬
mannssprl.] hinterster Teil eines
Schiffes
acht|fach: Vervielfältigungszahl acht¬
mal ausgeführt, vorhanden o. ä.
acht|ge|ben —» Acht ge|ben: gibst
acht; gab(e)sl acht; hast achtgegeben
—>gibst Acht; gab(e)st Acht; hast
Acht gegeben*— a) auf jmdn. od.
etw. aufpassen, die Aufmerksamkeit
darauf richten b) etw. beachten, vor¬
sichtig sein
acht|ha|ben —> Acht halben: hast acht;
hattest acht; hast achtgehabt —*hast
Acht; hattest Acht; hast Acht
gehabt*— auf jmdn. od. etw.
aufpassen, seine Aufmerksamkeit auf
etw. od. jmdn. richten
acht|hun[dert: Kardinalzahl als Ziffer =
800
acht|jäh|rig: Adj. n. stg. a) acht Lebens¬
jahre zählend; acht Jahre alt b) acht
Jahre andauernd
acht|kan|tig: Adj. n. stg. 1 acht Ecken,
Kanten aufweisend 2 jmdn. achtkan¬
tig hinaus-, rauswerfen: [ugs.] jmdn.
energisch u. mit Nachdruck der Woh¬
nung, des Hauses verweisen
acht|los: Adj. achtloser; achtloseste un¬
achtsam; ohne (ausreichende) Sorg¬
falt, unaufmerksam
Acht|lo|sig|keit die; - ; -en (PI. s.) Un¬
aufmerksamkeit; Unachtsamkeit
42
additiv
acht|mal: Adv. u. Wiederholungszahl¬
wort sich in achtfacher Ausführung
wiederholend
acht|ma|lig: Ad}, n. stg. sich (hinterein¬
ander) acht Mal wiederholend
achtjsam: Adj. [geh.] 1 besonders auf¬
merksam, konzentriert »Er war ein
achtsamer Zuhörer.« 2 mit großer
Sorgfalt, Vorsicht
Acbt[sam|keit: die; -; -en (PI. s.) 1 Auf¬
merksamkeit 2 Sorgfalt; Vorsicht
Acht|stun|den|tag: der; (e)s; -e (PI. s.)
ein achtstündiger Arbeitstag
achtjstün|dig: Adj. n. stg. eine Zeitein¬
heit von acht Stunden bezeichnend
acht|tfi|gig: Adj. n. stg. acht Tage dau¬
ernd »Wir machten einen achttägigen
Urlaub.«
achtltaulaend: Kardinalzahl (Zahlzei¬
chen = )8000
Achtttaulsenlder der; - u. -s; - Berg
von über 8000 m Höhe »Er bestieg
zum ersten Mal einen Achttausender.«
Acht|uhrjvor|stel|lung: die;-;-enKino-,
Theatervorstellung o. ä., die abends
um acht Uhr beginnt
Achftung: die; - ; - 1 (Gefühl der) Be¬
wunderung, Respekt, die/den man
jmdm., etw. entgegenbringt »Er ver¬
dient unsere Achtung.« 2 <Wamruf>
Paß auf!; Passen Sie auf! »Achtung,
Stufe!« 3 alle Achtung!: Ausruf des
Respekts, der Anerkennung, Bewun¬
derung
—* Achtung ge|bie|tend: s. achtungge-
_ bietend
Ächtung: die; - ; -en 1 <hist > Ausschluß
einer Person vom Rechtsschutz auf¬
grund dessen sie vogelfrei wurde 2
Verdammung; Boykottierung; Verfe¬
mung
ach|tung|ge|ble|tend —» Ach|tung ge|-
bie|tend: Adj. Achtung, Respekt for¬
dernd
Achttungslerjfolg: der; -(e)s; -e (PI. s.)
nicht sehr bedeutender Erfolg, der
dennoch Respekt einbringt
achtzehn: Kardinalzahl als (Zahlzei¬
chen =) 18
acht]zehn|hun|dert: Kardinalzahl (Zahl¬
zeichen =) 1800
acht|zehn|jäh|rig: Adj. n. stg. 1 18 Jahre
alt; vor 18 Jahren auf die Welt ge¬
kommen; seit 18 Jahren lebend »ein
achtzehnjähriger Junge« 2 eine Zeit¬
einheit von 18 Jahre dauernd
achtzig: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen
=) 80 2 auf achtzig sein, kommen,
bringen: [ugs.] sehr zornig, rasend
sein, werden, machen 3 zwischen
achtzig u. scheintot (sein): [ugs.] ein
sehr hohes Alter haben
Acht|zi|gen der; -s; ~ weibl. Acht]zi|ge|-
rin: die; - ; -nen ein Mann, eine Frau,
der/die entweder genau 80 Jahre alt
ist od. zwischen 80 u. 89 (noch nicht
90) Jahre alt ist
Achtjzl|geR die; - ; - [ugs.] Briefmarke
im Wert von 80 Pfennig
Achtjzi|gerjah|re —> auch acht|zi|ger
Jah|re: die (PL) 1 die Jahre zwischen
1980 u. 1990, in älteren Texten auch
zwischen 1880 u. 1890, 1780 u. 1790
usw. 2 Lebensabschnitt im Alter von
80 bis 89 (noch nicht die 90 erreicht)
acht|zig|iäh|rig: Adj. n. stg. 1 80 Jahre
alt; seit 80 Jahren lebend »ein achtzig¬
jähriger Mann« 2 eine Zeitspanne von
80 Jahren dauernd »Die Firmenge¬
schichte ist bereits achtzigjährig.«
Acht]zy|lin|den Kurzw. der; -s; - 1
Achtzylindermotor = Kraftfahr¬
zeugmotor mit acht Zylindern 2
Kraftwagen mit Achtzylindermotor
Acht|zy|lin|der|mo|tor: der; -s; -en
Kraftfahrzeugmotor mit acht Zylin¬
dern
äch|zen: ächzt; ächztest; hast geächzt
aufgrund einer Anstrengung stöhnen
»Er ächzte unter dem Gewicht des Mö¬
belstücks.«
Acker (Ak|ker —> AJcker): der; -s;
Äcker 1 Feld; für den Anbau von
Feldfrüchten, Getreide genutztes
Stück Land 2 [veralt.] Feldmaß »Sie
haben zwei Acker Land.« 3 a) Mach’
dich vom Ackert: [ugs.] hau ab!;
Mach, daß du weg kommst!; Ver¬
schwinde! b) sich vom Acker
machen: [ugs.] sich entfernen; einen
Ort, Platz verlassen; Weggehen
ackern (ak|kem —* ajckern): ackerst;
ackertest; hast geackert [ugs.] a)
schwer, intensivj^rbeiten b) ackern
wie ein Esel, Pferd, Kuli: sehr hart ar¬
beiten
Ack|ja: (schwed.-flm» der; ~ u. -s; -s 1
Rentierschlitten 2 Rettungsschlitten
der Bergwacht
a con|to: du /a konto/ <Bankw.> auf
Rechnung, eine Zahlung leisten,
überweisen
Acryl —» A|c|ryl: <gr.> /akrül/ das; -s; -
chemischer Kunststoff
Acryl|glas —» A|c|ryt|glas: /akrül-/ das;
-es; - durchsichtiges Material aus
Acryl, das wie Glas aussieht
Acryf|harz/Akry!|harz —> A|c|iyl|harz/
A|k|ryl|harz: <gr.; du /akrül-/ das; -es;
-e farbloses Kunstharz
Acryl|säu|re/Akryl|süu|re —> A]c]ryl|-
säu|re/AJk|ryl|säu|re: <gr.; dt.> die; ~ ;
-n Karbonsäure, die zur Herstellung
vieler Kunststoffe verwendet wird
Ac|tion: dal.-fr.-engl.> /äktschen/ die; - ;
• abwechslungsreiche, schnelle, span¬
nende Handlung »Ich mag Filme mit
Action.«
Ac|tion|film: dat.-fr.-engl.; dt»
/äktschen-/ der; -(e)s; -e Film mit ei¬
ner sehr spannenden Handlung
AD: Abk. 1 Außendienst 2 Außendurch¬
messer 3 Austauschdienst
ad: dau [geh.] 1 [wörtlich] a) zu b) bis 2
etw. ad acta legen: a) etw. zu den Ak¬
ten legen, es abschließen, nicht weiter
bearbeiten b) sich nicht mehr weiter
mit etw. auseinandersetzen 3 jmdn.
od. etw. ad absurdum führen: etw.
od. Handlungen, Aussagen o. ä. einer
Person als sinnlos, dumm beweisen 4
ad calendas graecas: nie 5 ad hoc:
sofort; aus dem Stegreif »So ad hoc
kann ich diese Frage nicht beantwor¬
ten.« 6 ad libitum: wie man möchte 7
ad usum Delphini: für die Jugend zen¬
siert 8 ad Infinitum: ohne Ende; un¬
aufhörlich
Ada|bei —> A|da|bei: der; -s; -s [bayr.;
österr.] Person, die sich überall dazwi¬
schendrängt u. wichtig tut
ADAC: Abk. der; -s; - Allgemeiner Deut¬
scher Automobilclub
Ada|gio —*■ A|da|gio: du /adadseho/
das; -s; -s Satz im langsamen Tempo
in (klassischen) Musikstücken
ada|glo —*■ a|d$|gio: dt» /adadseho/
Adv. <Musik> ein Tempo in der (klas¬
sischen) Musik betreffend, ruhig,
nicht schnell
Adam —* A|dam: <heb» der; -s; -s 1 o.
PI. biblischer Name 2 [scherzh.]
Mann einer Frau; Mann für eine
Frau 3 seit Adams Zeiten: schon im¬
mer 4 von Adam u. Eva stammen:
[ugs.] sehr alt 5 bei Adam u. Eva
anfangen: [ugs.] ganz am Anfang be¬
ginnen; vom Anfang ausgehen; ganz
von vorne beginnen; ganz von Neuem
beginnen
Adam Rie|se —* A|dam Rie|se: in der
Wendung nach Adam Riese: [ugs.] in
der Rechnung stimmend
Adams|ap|fel —» A|dams|ap|fel: der;
-s; Adamsäpfel hervortretender, beim
Schlucken sich bewegender Teil des
männlichen Kehlkopfes
Adams|ko|stüm —* A|dams|kos|tüm:
das; -(e)s; -e in der Wendmg im
Adamskostüm: nackt; ohne Beklei¬
dung
Ad|apjta|ti|gn —* A|d|ap|ta|ti|on: dal»
/adaptazion/ die; -; -en 1 o. PI. <Bio.>
Organismusanpassung an gegebene
Bedingungen 2 o. PI. soziale Anpas¬
sung einer Person an die Umwelt 3
Textumformung in eine andere Gat¬
tungsform
Ad|ap|ter —» A|d|ap[ten dat.-engl» der;
-s; - Verbindungsstück für elektri¬
sche Geräte
ad|ap|t]e|ren —» a|d|ap|tiejren: dat» ad¬
aptierst; adaptiertest; hast adaptiert 1
<Bio.> sich an gegebene Bedingungen
anpassen 2 sich in sozialer Hinsicht
an die Umwelt anpassen 3 einen Text
in eine andere Gattungsform um¬
schreiben 4 [österr.] eine Wohnung
wohnlich machen od. für eine Zweck¬
bestimmung herrichten
Ad|ap|tie|rung —* A|d|ap|tie|rung: die;
- ; -en 1 o. PI. <Bio.> (aktiv erfolgte od.
passiv herbeigeführte) Organismus¬
anpassung an gegebene Bedingungen
2 o. PI. (aktiv erfolgte od. passiv her¬
beigeführte) soziale Anpassung einer
Person an die Umwelt 3 Textumfor¬
mung in eine andere Gattungsform
Ad|ap|ti|on —» A|d|ap|ti|pn: dat»
/adapzion/ die; - ; -en 1 o. PI. <Bio.>
Organismusanpassung an gegebene
Bedingungen 2 o. PI. soziale Anpas¬
sung einer Person an die Umwelt 3
Textumformung in eine andere Gat¬
tungsform
ad|äquat—* a|d|ä|quafc dat» /atäkwat/
Adj. adäquater; adäquateste angemes¬
sen, Ant.: inadäquat
AdlSquatjjheit —* A|d|ä|quat|heifc dat.;
dt» /atäkwatheit/ die; - ; - Angemes¬
senheit, Ant.: Inadäquatheit
ad|die|ren: dat» addierst; addiertest;
hast addiert <Math.; Rechenart) zu¬
sammenzählen » Wir müssen diese bei¬
den Summen addieren «
Ad|di|ti|on: dat» /addizion/ die; - ; -en
<Math.; Rechenart) das Addieren, Zu¬
sammenzählen »Die Addition ist eine
der vier Grundreckenarten.«
ad|di|tiv: dat» /addirif/ Adj. n. stg. a)
durch die Rechenart des Zusammen¬
zählens zu etw. hinzukommend b)
hinzufügend; hinzukommend 3 an¬
einanderreihend
43
Adduktor
Ad|duk)tor «ta.» der; -s; Adduktoren
<Med.> Muskel, der einen Körperteil
an den Körper zieht
ade! —» afdel: dat.-fr» Adv. [verait.] a)
Gruß zum Abschied b) jmdm. ade sa¬
gen —* auch jmdm. Ade sagen: sich
von einer Person verabschieden
Ade|bar —*■ A|de|bar. der; -s; -e [beson¬
ders norddt.] Bezeichnung für den
Storch
Adel —> A|del: der; -s; -1a) Gruppe
von Personen, die durch Geburt, Hei¬
rat od. Ernennung einer mit besonde¬
ren Rechten ausgestatteten Bevölke¬
rungsschicht angehörten »Der Adel
veranstaltete oft große Feste.« b) Per¬
sonengruppe, die berechtigt ist, be¬
stimmte Titel zu tragen 2 Würde 3
Adel verpflichtet: [meist iron.] auf¬
grund der Zugehörigkeit zu einer be¬
stimmten gesellschaftlich höher ste¬
henden Klasse, Gruppe, Schicht zu ei¬
ner bestimmten Art der Lebensfüh¬
rung verpflichtet sein 4 Adel sitzt im
Gemüte, nicht im Geblüte: Güte,
Hilfsbereitschaft, edle Gesinnung o.
ä. ist nicht angeboren, nicht von der
Abstammung abhängig
ade|Hg —*• a|de|iig: Adj. n. stg. der Ari¬
stokratie, der Adelschicht angehörig
»Sie ist eine adelige junge Dame.«
adeln —» gjdeln: adelst; adeltest; hast
geadelt 1 jmdm. die Position, die Vor¬
rechte des Adels verleihen 2 auszeich¬
nen »Dieses Vorgehen adelt sie.«
Adels|brief —> A|dels|brief: der; -(e}s;
-e offizielles Schriftstück, das be¬
zeugt, daß jmd. in den Adelsstand er¬
hoben worden ist
Adels|prä|di|kat —> A|defs|prä|di|kat:
das; -(ejs; -e Bezeichnung für die ver¬
schiedenen Rangstufen des Adels
Adels|ti|tei —» A|dels]tijtel: der; -s; -
dem Namen hinzugesetzter Titel, der
besagt, daß eine Person dem Adels¬
stand angehört
Ad|ept —*■ Ajd|epfc <lat.> der; -en; -en
Person, die in ein Geheimnis, eine ge¬
heime Lehre o. ä. eingeweiht wurde
Ader —*- Ajden die; - ; -n 1 a) Blutge¬
fäß; von Blut durchflossene Röhre im
Körper eines Lebewesens b) Gefäß ei¬
nes Blattes, durch das Nährstoffe
usw. fließen 2 kleinere Erdröhre,
Gang in der Erde, wo Mineralien o. ä.
sind »Goldader« 3 blaues Blut in den
Adern haben: adelig sein od. zumin¬
dest zu einem Teil von adeliger Her¬
kunft sein 4 jmdn. zur Ader lassen: 1.
«Med.» [verait.] jmdm. Blut (durch
Blutegel) abnehmen 2. <übertr.> von
jmdm. (viel) Geld verlangen u.
erhalten S eine Ader (für etw.) haben:
ein Talent zu etw. haben; für etw. ge¬
eignet sein »Meine Tochter hat eine
musikalische Ader.«
Äderjchen —* Ä|der|chen: das; -s; ~
kleine Ader »Sein Auge ist ganz rot,
ein Äderchen ist geplatzt.«
AderjlaB —» Ajdeijlass: der; Aderlas¬
ses; Aderlässe 1 <Med.> Blutentnah¬
me, meist in einer großen Menge 2
(meist wirtschaftlicher) Verlust
Ad|hS|si|ons|veijschluB —> Ad|hä|si|-
onslveiischluss: der; -Verschlusses;
-Verschlüsse Versandtaschenver¬
schluß, der mehrmals verschlossen u.
geöffnet werden kann
ad|hä|siv: dato /athäsif/ Adj. haftend
Ad-hoc-Bil|dung: dat.; dt.> /at hock-/
die; - ; -en «Sprachwiss.» (meist Be¬
griffe od. Wörter) aus dem Stegreif
Gebildetes, Formuliertes
adieul —> afdieul: dat.-fr» Adv. <Gruß>
1 auf Wiedersehen! 2 jmdm. adlau sa¬
gen —> auch jmdm. Adieu sagen:
sich von jmdm. verabschieden »Sie
sagte adieu u. ging davon.«
Adj.: Abk. 1 <Sprachwiss.> Adjektiv =
Eigenschaftswort; Wiewort 2 Adju¬
tant = militärischer Helfer eines Offi¬
ziers
Ad|jek|tiv: dat» /atjektif/ das; -s; -e
Igtjektiwe/ «Sprachwiss.» Eigen¬
schaftswort; Wiewort »Das Wort
'schön' ist ein Adjektiv.«
Ad|junkt dat» der; -en; -en a) [verait.]
Person, die als Gehilfe in einem Amt
arbeitet b) [österr.; Schweiz.] unterer
Beamtentitel
ad[iu|stie|ren —» ad|jus|tie|ren: dat.-fr»
adjustierst; adjustiertest; hast adju¬
stiert 1 «Med.» eine Gelenkverschie¬
bung richten 2 «Technik» ein Werk¬
stück, Gerät fein einstellen 3 [österr.]
uniformieren *
Ad|ju|tant: dat.-span» der; -en; -en Offi¬
zier als Mitarbeiter eines Komman¬
danten
Ad|la|tus: dat» der; ~ ; Adlaten
[scherzh., sonst verait.] Gehilfe in ei¬
nem Amt o. ä. (der noch lernt)
Ad|ler. der; -s; - großer Greifvögel mit
stark ausgeprägtem Schnabel »Der
Adler schwebt in der Luft.«
Ad|ler]au|ge: das; -s; -n 1 «Mensch»
scharf blickendes, sehr gut sehendes
Auge 2 Adlerauge, sei wachsam!:
[ugs.] Aufforderung, besonders gut
aufzupassen
Ad|lerjblick: der; -(e)s; - scharfer Blick
einer Person
Ad]lerjhorst: der; -(e)s; -e meist sehr
hoch in Felsen liegendes Nest eines
Adlerpärchens, das der Brut u. Auf¬
zucht der Jungvögel dient
Ad|leijna|se: die; - ; -n [ugs.; kann bewi¬
lligend wirken] Bezeichnung für eine
menschliche Nase, die groß u. nach
unten gebogen ist
Adm.: Abk. 1 Administration = Ver¬
waltung 2 «Milit.» a) Admiralität b)
«Dienstgrad bei der Marine» Admiral
adm.: Abk. administrativ = behördlich
Ad|mi|ni|stra)ti|sn —> Ad|mi|nis|t|ra|ti|-
on: dat» /atministrazion/ die; - ; -en 1
Verwaltung od. Verwaltungsbehörde
2 Verwaltung, Regelung von Militär¬
angelegenheiten
ad|mi|ni|stra|tiv —* ad|mi|nis|t|ra|tiv:
/atministratif/ Adj. n. stg. a) amtlich;
behördlich b) die Verwaltung betref¬
fend od. zur Verwaltung gehörend c)
[abwert.] bürokratisch
ad|mi|ra|bel: dat» Adj. admirabler; ad-
mirabelste [verait.] bewundernswür¬
dig
Ad|mi|rat: <arab.-fr» der; -s; -e u. Admi¬
räle 1 General der Marine 2 PI. nur -e
«Zool.» schwarz-brauner Schmetter¬
ling 3 o. PI. alkoholisches Getränk
aus Rotwein, Eier, Zucker u. ver¬
schiedenen Gewürzen, das erhitzt
wird
Ad|mi|ra|li|t§t: die; ~ ; -en a) Marine¬
kommandostelle b) alle Generäle der
Marine
Ad|mi|rals|rang: der; -(e)s; - «Milit»
Rang, den ein Marinegeneral innehat
Ad)mi|ral]stab: der; -(e)s; Admiralstäbe
(PL s.) «Milit.» Generäle der Marine,
die zum Führungsstab gehören
ADN: Abk. Allgemeiner Deutscher
Nachrichtendienst = Nachrichten¬
dienst der ehemaligen DDR
Ado|les|zenz —* A|do|les|zenz: dat»
der; -en; -en «Med.» Lebensabschnitt
zwischen einsetzender Pubertät u. Er¬
wachsenalter
Ado|ngi —» A|do|nai: <hebr» «Altes Te¬
stament» Name Gottes
Adgjnis —* A|do|nis: der; - ; - 1 «grie¬
chische Mythologie» schöner Mann,
der von der Göttin Aphrodite geliebt
wurde 2 «übertr.» [ugs.] schöner junger
Mann
Adp|nis —»■ A|do|nis: die; - ; - kurz für
Adonisröschen = gelbblühende, zu
den Hahnenfußgewächsen gehörende
Pflanze
Ado|nisfrös|chen —> Ajdp|nis|rös|-
chen: das; -s; ~ gelbblühende, zu den
Hahnenfußgewächsen gehörende
Pflanze
ad|opjtjg|ren —> a|d|op|tie|ren: dat» ad¬
optierst; adoptiertest; hast adoptiert
ein nicht leibliches Kind rechtlich als
Kind annehmen
Ad|op|ti|on —*■ A|d|op|ti|on: dat»
/adopzion/ die; - ; -en rechtliche An¬
nahme eines nicht leiblichen Kindes
als eigenen Sohn, eigene Tochter
Ad|op|tlvjel|tern —* A|d|op|tiv|el|tern:
/adoptif-/ die (PI.) Ehepaar,, das ein
nichtleibliches Kind rechtlich als das
eigene Kind angenommen hat
Ad|op|tivjldnd —> A|d|op|tiv]kind:
/adoptif-/ das; -(e)s; -er meist nicht
erwachsene Person, die von einem
Ehepaar rechtlich angenommen wird,
wurde
Ad|ora|tf|pn —» A|d|o|ra|ti|on: dat»
/adorazion/ die; -; -en 1 [geh.] Vereh¬
rung 2 «kath. Kirche» Ehrung des neu¬
gewählten Papstes
ad|orie|ren —» a|d|o|rie|ren: dat» od¬
orierst; odoriertest; hast odoriert
[geh.] jmdn. verehren
Adr.: Abk. a) Adresse b) Adressaten)
Ad|re[na|(in —*■ A|d|re|na|lin: dat» das;
-s; - «Med.» Nebennierenmarkshor¬
mon, das bei Aufgeregtheit verstärkt
ausgeschüttet wird
Adressant —» A|d|res|sant: dat.-fr»
der; -en; -en; weibl. Adres|san|tm —»
A|d|res|san|tin: die: - ; -nen Absender;
Person, die etw. an jmdn. richtet,
schickt
Adressat —* A|d|res|sat: dat.-fr.» der;
-en; -en weibl. Adres|sa)tin —> A]d|-
res|sajtin: die; - ; -nen Empfänger;
Person, an die etw. gerichtet, ge¬
schickt wird
AdreB|buch —> A|d|ress|buch: das;
-(e)s; -bücher Buch, Heft, Verzeich¬
nis o. ä., in dem Adressen, Anschrif¬
ten, Telefonnummern usw. von
Freunden, Bekannten, Geschäfts¬
partnern usw. aufgeführt sind
Adres|se —» A|d|res|se: <fr» die; - ;-n 1
Anschrift; Straße u. Wohnort
»Schreibst du mir bitte Adresse u. Te-
44
Affenhaus
leformummer auf?« 2 [geh.] offizielles
Schreiben an einen hochgestellten
Adressaten »Wir verfaßten eine
Adresse an den Bundeskanzler.« 3 a)
sich an die richtige Adresse wenden:
zu der Person, Stelle, Behörde gehen,
die für das Anliegen zuständig ist b)
bei jmdm. an die richtige Adresse
geraten, kommen: [ugs.; iron.J eine
Abfuhr, Absage von jmdm. erhalten
c) an die falsche, verkehrte Adresse
geraten, kommen; an der falschen
Adresse sein: [ugs.] abgelehnt, abge¬
wiesen werden »Da ist sie an die fal¬
sche Adresse geraten, sie wurde raus¬
geschmissen.«
adres|sie]ren —> a[d|res|sie|ren; adres¬
sierst; adressiertest; hast adressiert
mit einer Anschrift versehen; etw. an
jmdn. richten
Adresjsierima|schi|ne —* A|d|res|sier[-
ma|scht|ne: die; - ; -n Gerät, das
Adressen aufdruckt
adrett —*■ a|d|rett: Ad), adretter; adret¬
teste hübsch, nett u. gepflegt »ein
adrettes Mädchen«
Adria —> A)d|ria: die; - ; - Meergebiet,
das zwischen dem Balkan u. der
Apenninhalbinsel gelegen ist
Adria|ti|sches Meer —> A|d|ri[a(ti|sches
Meer: das; Adriatischen Meeres; - Teil
des Mittelmeeres zwischen Balkan- u.
Apenninhalbinsel
ad|sor|bie[ren: <lat.> adsorbiert; adsor¬
bierte; hat adsorbiert <Chemie; Phy¬
sik) an Körperoberflächen, die fest,
porös sind, Dämpfe, Gase od. gelöste
Stoffe anlagern, binden
Ad|sorpfti|gn: /atsorpzion/ die; ~ ; -en
(Chemie; Physik) Anlagerung, Bin¬
dung gelöster Stoffe, Dämpfe, Gase
an Körperoberflächen, die fest, porös
sind
Ad|strin|gens: das; - ; Adstringenzien u.
Adstringentia dat» (Med.) entzün¬
dungshemmendes, blutstillendes Mit¬
tel, das Schleimhäute od. Wunden zu¬
sammenzieht
A-Dur/A-Dun das; ~ ; - <Musik> die auf
dem "Grundton ’A’ beruhende Dur¬
Tonart
Adv.: Abk. 1 <Sprachwiss.> Adverb =
Umstandswort 2 Advent 3 Advokat
= Anwalt
Ad(van|tage: <lat.-fr.-engh /ädwan-
titieh/ der; -s; -s <Tennis> der nach
dem Einstand erste gewonnene
Punkt; Vorteil
Adlvent: dat» /atwent/ der; -(e)s; -e
(PI. s.) a) Vorweihnachtszeit »Zum
Advent werden die Fenster oft mit
Lichtern geschmückt.« b) jeder der
vier Sonntage vor Weihnachten
Ad(vent}ka|len|der/Ad|vents|ka|len|der:
dat.; dt.> /atwent(ß)-/ der; -s; - Ka¬
lender mit Bitdern, sehr häufig mit
Schokolade hinter 24 geschlossenen
Fensterchen, von denen in der Ad¬
ventszeit (24 Tage lang vor Weih¬
nachten) eines täglich geöffnet wird,
besonders für Kinder bestimmt
Ad|vent(kranz/Ad[vents|kraiu: <lat.; dt»
/atwent(ß)-/ der; -es; -kränze ein auf
dem Tisch stehender od. von der Dek-
ke herunterhängender Kranz mit vier
Kerzen für die vier Adventssonntage
Ad|vent|sonn|tag/Ad|ventsjsonn|tag:
dat.; dt» /atwent(ß)-/ der; -(e)s; -e ei¬
ner von vier Sonntagen in der Ad¬
ventszeit
Ad|vents|zeit/[österr.] Ad|vent(zeit:
<lat.; dt» /atwent(ß)-/ die; - ; - (christ¬
liche Religion) Zeit von vier Wochen
mit vier Sonntagen vor dem Weih¬
nachtsfest
Ad|verb: <lat» /atwerp/ das; -s; Adver¬
bien jatwerbpnj (Sprachwiss.) nicht
beugbares, z. T. steigerbares Um¬
standswort »Das Adverb bestimmt das
Verb näher.«
ad]ver]bi]al/adjveijbi|ell: <lat» /atwerbi-
al u. atwerbi-ell/ Adj. n. stg. ein Um¬
standswort betreffend, bezeichnend;
wie ein Adverb
Ad[ver]bi|§(|be[stim|mung: <lat.; dt»
/atwerbi-al-/ die; - ; -en (Sprachwiss.)
freie Angabe od. Ergänzung, die ei¬
nen zeitlichen o. ä. Umstand, der im
Satz genannt ist, bezeichnet; Um¬
standsbestimmung
Ad|verjbia|le —*■ Ad|verjbi|a|le: <lat.; dt»
/atwerbi-ale/ das; -s; Adverbialien
jatwerbiä[ienl (Sprachwiss.) freie An¬
gabe odT Ergänzung, die einen Um¬
stand, der im Satz genannt ist, be¬
zeichnet; Umstandsbestimmung
Ad|veijbi(al|satz: dat.; dt» /atwerbi-al-/
der; -es; -Sätze (Sprachwiss.) einen
Umstand, unter dem das Geschehen
im Hauptsatz vgrläuft, bezeichnender
Nebensatz (Gliedsatz); Umstandssatz
adtver]bi|ell/adjver)bi|al: dat» /atwerbi-
ell u. atwerbi-al/ Adj. n. stg. ein Um¬
standswort betreffend; wie ein Ad¬
verb
ad|ver|sa|tlv: dat» /atwersatif/ Adj. n.
stg. (Sprachwiss.) gegensätzlich; ent¬
gegensetzend »Die Wortverbindung
"anstatt zu" hat adversative Bedeu¬
tung, wie im Satz: "Anstatt zu arbei¬
ten,faulenzte er lieber".«
Ad|ver|ti|sing: <engt» /ädw®rtaising/ das;
-s; -s a) Ankündigung, das Inserieren
durch Annoncen b) Werbung
Ad|vo|ca|t<js Dei: dat» /atwokatus de-i/
der; - - ; Advocati Dei Anwalt Got¬
tes; Geistlicher, der für eine Heilig-
od. Seligsprechung im katholisch¬
kirchlichen Prozeß eintritt
Ad)vo|ca]tus Dia|bo|li —» Ad|vo|ca|tus
Oi|a|bo|li: dat» /atwokatus diaboli/
der; - - ; Advocati DiaSoli 1 Anwalt
des Teufels; Geistlicher, der Gründe
gegen eine Heilig- od. Seligsprechung
im katholisch-kirchlichen Prozeß äu¬
ßert 2 jmd., der Argumente der Ge¬
genseite vorbringt, ohne zur Gegen¬
seite zu gehören, meist um bewußt zu
provozieren od. die Diskussion zu be¬
leben
Ad|vo|kab dat» /atwokat/ der; -en; -en
[Schweiz., österr., "sonst veralt.]
Rechtsanwalt
Ad|vo|ka|tur. dat» /atwokatur/ die; - ;
-en [veralt.] 1 o. PI. Amt des Rechts¬
anwalts 2 Büro eines Anwalts
A«|ro|bic: <engl.-amerik» /ärobik/ das;
•s; - (meist o. Art.) Fitneßtraining
durch tänzerische u. gymnastische
Übungen
Ae|ro|dy|na|mik: /ärodünamik/ die; - ; -
(Physik) sich mit strömenden Gasen
beschäftigende Wissenschaft
ae|ro|dy|na|misch: /ärodünamisch/ Adj.
den Gesetzen der Aerodynamik un¬
terliegend
Ae|ro(flot: tgr.; dt» /äroflptt/ die; - ; -
russische Fluggesellschaft
Ae|ro|gramm: <gr» /ärogramm/ das;
-(e)s; -e ein Luftpostleichtbrief
Af{fä|re: <fr» die; - ; -n 1 für den Betrof¬
fenen meist unangenehmes Ereignis,
peinlicher Vorfall 2 nichteheliche
(Liebes-)Beziehung »Er hatte eine Af¬
färe mit seiner Chefin.« 3 sich aus der
Affäre ziehen: sich mit Geschicklich¬
keit aus einer unangenehmen Lage
befreien
Afjfe: der; -n; -n 1 in unterschiedlichen
Arten u. Größen vorkommendes
Säugetier, das dem Menschen am
nächsten verwandt ist »Wir beobach¬
teten die Affen im Zoo.« 2 (Mensch)
[abwert.] Beschimpfung »Was will
denn der Affe von dir?« 3 [veralt.] spe¬
zieller Rucksack od. Tomister mit be¬
sonderem Zubehör 4 wie ein Affe/Äff-
chen auf dem Schleifstein: [ugs.;
scherzh.] eine komische, seltsame
(Sitz-)Position, Körperhaltung haben
»Du sitzt da wie ein Affe auf dem
Schleifstein.« S jmdn. zum Affen
halten: [ugs.] jmdn. (aus Spaß) täu¬
schen »Halt'mich nicht zum Affen!« 6
mich laust der Affe: [ugs.] etw. er¬
staunt, überrascht jmdn. 7 einen Af¬
fen an jmdm., etw. gefressen haben:
[ugs.] etw. od. jmdn. besonders mö¬
gen 8 [ugs.] einen Affen sitzen haben:
von Alkohol berauscht, betrunken
sein 9 dem, seinem Affen Zucker
geben: immer wieder zu etw., einem
Thema, was/das einem am Herzen
liegt, zurückkommen 10 a) (sich) wie
ein wildgewordener Affe
(benehmen): sich nicht normal be¬
nehmen; nicht normal handeln, rea¬
gieren b) wie vom (wilden) Affen
gebissen: überreagieren; nicht nor¬
mal handeln; verrückt sein 11 Immer
bleibt der Aff’ ein Affe, werd’ er Kö¬
nig oder Pfaffe: einen einfachen,
dummen, ungebildeten, bösen o. ä.
Menschen kann auch plötzlicher
Reichtum, Ruhm o. ä. nicht wirklich
verändern
Affekt: dat» der; -(e)s; -e große Aufre¬
gung, psychische Anspannung, die
klares Denken behindert
Affektjhand|lung: dat.; dt» die; - ; -en
(Rechtsw.) eine Handlung im straf¬
rechtlichen Sinn, bei der die handeln¬
de Person durch starke Gemütsbewe¬
gungen (z. B. Wut) beeinflußt war
affekjtiert: dat» Adj. affektierter; affek¬
tierteste [abwert.] in seiner Art ge¬
ziert, künstelnd
Af|fek|tiert|heit: die; ~ ; -en 1 einzelne af¬
fektierte, eingebildete Äußerungen o.
ä. 2 o. PI. affektierte(s), arrogante(s)
Art, Wesen o. ä.
äffen: äffst; äfftest; hast geäfft 1 jmdn.
täuschen, in die Irre führen »Ich glau¬
be, man hat uns geäfft.« 2 jmdn. nach¬
ahmen, nachmachen, kopieren
af)fsn|ar[tig: Adj. (meist in bezug auf Be-
~ wegungen) sehr geschickt, gewandt u.
schnell »Er kletterte mit affenartiger
Geschwindigkeit auf den Baum.«
Af|fen|brot]baum: der; -(e)s; -bäume
afrikanischer hoher Baum mit eßba¬
ren, gurkenförmigen Früchten
Af|fen|haus: das; -es; -häuser Behau-
~ sung, Gehege der Affen im Zoo
45
Affenhitze
Af|fen|hit|ze: die; - ; - <verst.> [meist ab-
wert.J äußerst hohe Temperatur
A1|fenjkä]fig: der; -(e)s; -e ein Käfig
(meistens im Zoo), in dem Affen le¬
ben
Af)fen|lie|be: die; - ; - [oft abwert.] über¬
triebene Liebe, Zuneigung .
Af)fen|mensch: der; -en; -en affenähnli¬
cher Vormensch, der den Übergang
zum Urmenschen bildete
Afffen|pin|schen der; -s; - sehr kleine
~ Hunderasse
Af)fen|schan|de: in der Wendung etw.,
das ist eine Affenschande: <verst.>
[ugs.] eine Situation o. ä. ist empö¬
rend, absolut unverständlich
Af|fen|schau|kel: die; - ; -n 1 <Milit.>
[scherzh.] Schützenschnur 2 m. PI.
<Haare> [ugs.] Frisur, bei der an bei¬
den Seiten des Kopfes ein Zopf in
Form einer Schlinge herunterhängt
Afjfen|sta(l: der; -(e)s; -Ställe fugs.] [ab¬
wert.] fürchterlich lautes, undiszipli¬
niertes Benehmen, Syn.: Affenkäfig
Af|fen|thea|ter —* Aftfenttheja|ter das;
-s; - [ugs.; abwert.] unsinniges, über¬
triebenes Handeln od. Benehmen
»Mach nicht so ein Affentheater um so
eine Kleinigkeit!«
Afffen|zahn: in den Wendungen einen
Affanzahn draufhaben, mit einem Af¬
fenzahn (fahren): mit sehr hohem
Tempo (fahren)
Af]fi|da|vit: dat.-englo /aflidawit/ der; -s;
-s 1 eidesstattliche Versicherung,
durch die sich jmd., z. B. ein Ver¬
wandter, verpflichtet, im Notfall für
den Unterhalt einer eingewanderten
Person aufzukommen »Sie müssen cm
Affidavit vorlegen.« 2 <besonders im
internationalen Wertpapierverkehn
eidesstattliche Versicherung
gf)fig: Adj. [ugs.; abwert.] albern; ohne
vernünftige Grundlage
Afjfi|ni|tät: dato die; - ; -en 1 Anziehung
zu jmdm. od. etw., bedingt durch
Ähnlichkeit od. Wesensverwandt¬
schaft 2 <Chemie> Triebkraft
af]fiijn>ajtiv: <lat.> /affirmatif/ Adj. n. stg.
bestätigend; zustimmend
gf|fisch: Adj. affenähnlich; affenartig
Afjfix: dato /affikß/ das; -s; -e <Sprach-
wiss.i Wortbildungsmittel, -element,
das vor od. hinter den Wortstamm
gehängt od. dazwischengeschoben
wird
aftfi|zie|ren: affiziert; affizierte; hat affi-
ziert <Med.> eine krankhafte Verände¬
rung bewirken
Af|fri|kajta/Af|fri|ka|te —» Afff)ri|ka|ta/
Af|f|ri|ka]te: dato die; • ; -n <Sprach-
wiss.) Verschlußlaut mit anschließend
folgendem Reibelaut
Af|frgnt —» Af|f|rpnt: <fro /affrong/ der;
-s; -s u. [Schweiz.] -e [geh.] Krän¬
kung; Schmähung
Afjghajnijstan —» Af)gha]nis|tan: o.
Art.; -s; - vorderasiatischer Staat
APN: Abk. American Forces Network
= Rundfunkanstalt der amerikani¬
schen Streitkräfte, die außerhalb der
USA stationiert sind
AFP: Abk. Agence France-Presse
Afri|ka —> A|f|ri|ka: o. Art.; -s; - mit
rund 30 Millionen Quadratkilome¬
tern drittgrößter von fünf Kontinen¬
ten, Erdteilen
Afrijkaans —> A|fjri|kaans: das; - ; - aus
niederländischen Dialekten entstan¬
dene Sprache der Buren in Südafrika
Afri|ka|ner —* Aff]ri[ka|nec der; -s; -
weibl. Afrt|ka]ne|rin —* A|flri|ka|ne|-
rin: die; - ; -nen Person, meist mit
dunkler Hautfarbe, die aus Afrika
stammt
afrijkajnisch —» a|f|ri|ka]nisch: Adj. n.
stg. aus Afrika stammend; zu Afrika
gehörend; mit Afrika zusammenhän¬
gend
Afri|ka|nj]stik—*■ A|f|ri|fca[nis|tik: die; -;
- Wissenschaft von den Sprachen u.
Kulturen afrikanischer Völker
Afro-Ame|ri|ka|ner —» auch A]f|ro|a|-
me|ri|ka|ner. der; -s; - Amerikaner,
der seinen Ursprung in Afrika hat
afro-atne|ri|ka|nisch —» auch a|f|ro|a|-
me|ri|ka|nisch: Adj. n. stg. Afrika u.
Amerika betreffend
a|f)ro-asia]tisch —* auch a|(|ro[a|si[a|-
tisch: Adj. n. stg. Afrika ü. Asien be¬
treffend
Afro-Look—» A|f|ro|look: der; - u. -s in
alle Richtungen abstehende, sehr
krause Lockenfrisur
Af|ter: der; -s; - Schließmuskel als Ab¬
Schluß, letztes jplied des Dartnsy-
stems, durch den der Kot nach außen
gelangt
Af|ter-shave-Lo|tion —*- Af|ter|shave|-
Io[tion/Affter-Shave-Lo[tion: <englo
/afterscha'f loschen/ die; - ; -s kos¬
metisches Hautpflegeprodukt, oft mit
Alkohol u. Duftstoffen versetzt, das
Männer nach dem Rasieren benutzen
Aß: Abk. 1 Aktiengesellschaft = Han¬
delsgesellschaft, deren Grundkapital
von den Gesellschaftern aufgebracht
wird 2 Aktionsgemeinschaft 3 <Post>
Altersgeld 4 Amtsgehilf(e)(in) 5
Amtsgericht 6 Anwaltsgericht 7 Ar¬
beitsgemeinschaft 8 Arbeitslosengeld
9 Ausführungsgesetz 10 Ausfuhrge¬
nehmigung 11 Auftraggeber 12 Ar¬
beitgeber
Ägäjis —* Ä|gä|is: die; ~ ; - das Ägäi¬
sehe Meer
Ägf)i|sches Meer —> Ä|gä|i|sehes
Meer das; Ägäischen Meeres; - Teil
des Mittelmeers, der zwischen Klein¬
asien u. der Balkanhalbinsel gelegen
ist, teils zu Griechenland, teils zur
Türkei gehörig
Agen|da —* A|gen|da: dato die; - ;
Agenden 1 Buch, in das man Dinge
einträgt, die man erledigen will 2 Auf¬
listung von Gesprächspunkten
Agent —> A|gent dat.-ito der; -en; -en
weibl. Agen|tin —* A|gen|tin: der; - ;
-nen 1 Person, die für das eigene Land
Staatsgeheimnisse eines anderen Lan¬
des ausspioniert »Wir haben einen
Agenten enttarnt.« 2 Person, die eine
Vermittlung für Künstler betreibt
Agen]ten|iing —* A|gen|ten|ring: der;
-(e)s; -e Gruppe von Agenten, Spio¬
nen, Personen, die im Geheimauftrag
einer Regierung, einer politischen od.
militärischen Organisation o. ä. be¬
stimmte (illegale) Aufträge ausführen
sollen
Agent pro|vo|ca|teur —*■ A|gent pro|-
vo(ca(teun /asehesg prowokatör/
dat.-it.-fro <Rechtsw.> Person, die ver¬
sucht, eine(n) Verdächtigen zu einer
Straftat anzustiften, um ihn/sie zu
überführen
Agentur —* A|gen|tur: die; • ; -en 1
kurz für Nachrichtenagentur 2 Ge¬
schäftsstelle von Versicherungen,
Vermittlungsorganisationen, z. B. für
Künstler
Agen|tur|be|richt —*■ A|gen(tur(be|-
richt der; -(e)s: -e Meldung einer
(Nachrichten-)Agentur
Agenftur|mel|dung —> A|genftur]mel|-
dung: die; -; -en Bericht einer (Nach-
richten-)Ägentur
Ag|glo|me|rat —* Ag|g|lo|me|rafc dato
das; -(e)s;-e 1 Erz 2 <Geologie> a) Ge¬
steins-, Bruchstückabtagerung b) aus
einem Vulkan ausgeworfene grobe
Gesteinsbrocken 3 [geh.] Ansamm¬
lung von etw.
Ag|gre|gat —* Ag|g|re|gat: dato das;
-(e)s; -e 1 <Elektrot.> mehrere ein¬
zelne Apparateteile od. Maschinen,
die Zusammenwirken »Das Stromag¬
gregat ist ausgefallen.« 2 <Math.>
durch ein Plus- od. Minuszeichen mit¬
einander verbundene Glieder eines
mathematischen Ausdrucks 3 <Geolo¬
gie> Mineralienverwachsung 4 <Che¬
mie> Molekül-, Ionenzusamraenlage-
rung 5 <Soziol.> Auswahl einer Perso¬
nenmenge für Untersuchungen in sta¬
tistischer Hinsicht
Ag|gre|gat|zu|stand —»■ Agjg|re|gat|zu|-
stand: dat.; dto der; -(e)s; -zustande
<Chemie> eine der drei Stofferschein¬
ungsformen fest, gasförmig, flüssig
Ag|gres|si|on —» Ag|g]res|si|gn: dato
die; - ; -en a) Angriffslust »Seine Ag¬
gressionen sind nicht zu kontrollieren.«
b) Angriff eines Staates auf einen an¬
deren
Ag)gres|si|ons|trieb —» Ag|g|res]si|-
ons|trieb: dat.; dto der;-(e)s; -e <Psy-
chologio Trieb, der einen Menschen
zu einem Verhalten treibt od. veran¬
laßt, das auf Angriff ausgerichtet ist
ag|gres|siy —> ag|g|res|siv: dato
/agressif/ Adj. angriffslustig »Er zeigt
immer wieder aggressives Verhalten.«
Ag|gres|si|vl|tät —«■ Ag|g|res|si|vi|tät
dato /agressiwitat/ die; - ; -en
<Psychologie> a) Lust zum Streiten od.
zum Angreifen b) nicht direkt ge¬
zeigte, bewußte od. unbewußte streit¬
süchtige bzw. angriffslustige Gesin¬
nung, Haltung einer Person c) streit-
süchtige(s) Tat, Vorgehen
Ag|gres|sor —» Ag|g|res|son dato der;
-s; Aggressoren Person, Nation od.
Staat, von dem eine streitsüchtige, an¬
griffslustige, aggressive Handlung
ausgeht
Agijde —* Ä|gi|de: <gr.-lato in der Wen¬
dung unter jmds. Ägide: [geh.] unter
jmds. Leitung, Schirmherrschaft o. ä.
agie|ran ■—> a[gie|ren: dato agierst;
agiertest; hast agiert [geh.] handeln
»Sie agierten mit großer Vorsicht.«
agil —*■ a|gil: dat.-fro Adj. [geh.] beweg¬
lich; wendig; geschäftig
Ägijna —»• Ä]g]|rta: o. Art.; -s; - 1 eine
griechische Insel 2 die Hauptstadt der
griechischen Insel Ägina
Agi|ta|tl|on —» A|gijta|ti|gn: dat.-englo
/agitazion/ die; ~ ; -en [meist abwert.]
Propaganda; einseitige Informations¬
Vermittlung, mit der Menschen in ei-
46
Ai
nem bestimmten Sinn beeinflußt, ma¬
nipuliert werden sollen
Agi|ta|tor —> Algi|ta|tor <lat.-engl.> der;
-s; Agitatoren andere Personen bein-
flussender, u. a. auch für bestimmte
politische Ziele werbender Mensch
agi|tje|ren —> a|gi[tie|ren: agitierst; agi¬
tiertest; hast agitiert 1 <Pol.> über poli¬
tische Zusammenhänge informieren,
aufklären 2 [abwert.] in aggressiver
Weise tätig sein, hetzen
Agitfprop —* A|git|prgp: Kurzw. die; • ;
- Agitation u. Propaganda = <Mar¬
xismus> Beeinflussung des Volkes, der
Massen, um sie zu einem revolutionä¬
ren Bewußtsein zu bringen
Agitjprop —* A|git|prgp: der; - u. -s; -s
[ugs.] Person, die für bestimmte poli¬
tische Ziele wirbt
Agm.: Abk. Arbeitsgemeinschaft
Agno|sti|ker —» A|g[nolsfti|ker <gr.>
der; -s; - weibl. Ag[np]sti|ke|iin —>
A[gno|s|ti|ke|rin: die; - ; -neu Anhän¬
gern), Vertreterin) einer Theorie
des Agnostizismus, die eine Erkenn¬
barkeit des Übersinnlichen, des Gött¬
lichen u. des wahren Seins abstreitet,
leugnet
Agno|sti|zjs|mus —» A|g|no|s|ti|zis|-
mus: <gr.> der; - ; - Bezeichnung für
theologische u. philosophische Leh¬
ren, Jheorien, die eine Erkennbarkeit
des Übersinnlichen, des Göttlichen u.
des wahren Seins abstreiten, leugnen
Agnus Dei —» A)g|nus Dei: <lat.> das; -
- a) [wörtlich] das Lamm Gottes
b) <Christentum> o. PI. Name, Be¬
zeichnung für Christus im Neuen Te¬
stament c) <kath. K.irche> dreimaliger
Bittruf in der Liturgie der Messe, wo¬
bei um Vergebung der Sünden u. um
Frieden gebeten wird
Agojnje —* A|go|n[e: <gr.-lat.> die; - ;
Agonien lagoniw/ (Med.) [geh.] To¬
deskampf einer sterbenden Person
agr.: Abk. 1 agrarisch = landwirtschaft¬
lich 2 altgriechisch
agrar-/Agrar- —» a|g|rar-/A|g|rar-: <lat.>
Wortbildungselement landwirtschaft¬
lich; setzt das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte in eine Beziehung zur
Landwirtschaft »Agrarindustrie«
Agrar|in[du|strie —> A|g|rar|in[dus[t[rie:
die; ~; -n Landwirtschaftsindustrie
Agrarjmarkt —> A|g|rar|markt: der;
-(e)s; -markte Markt, Absatz von
Produkten, Erzeugnissen der Land¬
wirtschaft
Agra(jpo|li|tik —> A|g|rar|po|li|tik: die;
- ; - alle politischen Maßnahmen u.
Überlegungen zur Förderung der
Agrarwirtschaft, der Landwirtschaft
Agrar]pro|dukt —> A|g)rar]pro|dukt:
das; -(e)s; -e Erzeugnis der landwirt¬
schaftlichen Produktion
Agreelment —> A|g|ree|ment: dat.-fr.-
engh /ägriment/ das; -s; -s a) Über¬
einstimmung b) zwischenstaatliches,
formlos erzieltes Übereinkommen
Agri|kul|tur —»- A|g|ri|kul|tur. </at.> die;
~; -en Ackerbau
Agro|nom —> A[g|ro|nom: <gr.> der; -en;
-en weibl. Agro|no|min —» A|g|ro|no|-
min: die; - ; -nen Person, die Land¬
wirtschaft studiert u. ein Diplom in
diesem Bereich erworben hat; studier¬
te^) Laodwirt(in)
Ägypten —Ä|gyp)ten: /ägüpten/ o.
Art.; -s; - nordostafrikanischer Staat
mit der Hauptstadt Kairo
Ägypter —> Ä|gyp|ten /ägüpter/ der;
-s; - weibl. Ägyp|ter]in —* Algypltefj-
in: die; - ; -nen Einwohnerin) Ägyp¬
tens
ägyp|t(sch —»• ä|gyp|tisch: /ägyptisch/
Adj. n. stg. für Ägypten u. seine Kul¬
tur typisch; auf Ägypten, Ägypterin¬
nen) zutreffend
Ägyp|to|lo|ge —» Ä[gyp|to|lojge: /ägüp-
tologe/ der; -n; -n weibl. Agyp)to|lp|-
gin —*■ Ä|gyp|to|lo|gin: die; - ; -nen
Wissenschaftler(in), der/die auf dem
Gebiet der Ägyptologie tätig ist, der/
die sich mit der Sprache u. Kultur
Ägyptens beschäftigt
Ägyp|to|lo|gle —»• Ä|gyp|to|lo|gie: /
ägüptologj/ die; - ; - Wissenschaft
von Sprache u. Kultur der alten Äg-
pyter
ah!: Interj. a) Ausdruck des plötzlichen
Verstehens b) erstaunter, überrasch¬
ter, bewundernder Ausruf
äh!: interj. 1 Ausruf, wenn sich jmd.
ekelt »Ah, ist dk Spinne widerlich.« 2
Gesprächspartikel, der häufig be¬
nutzt wird, um kurze Sprechpausen
bei unkonzentriertem Sprechen zu
überbrücken
aha! —» ajha!: Partikel bestätigt in ei¬
nem Gespräch, in einer Kommunika¬
tionssituation o. ä., daß jmd. etw. ver¬
standen hat, od. dient der Bestätigung
von etw.
Aha-Eijleb|nis —* A]ha-Erj!eb|nis: das;
-ses; -se Erfahrung einer Person, die
zur plötzlichen Erkenntnis von Zu¬
sammenhängen geführt hat
Ahas|ver —* A]hasfver <hebr.> /ahaß-
wer/ der; -s; -s Person, die ruhelos
umherirrt
ahd.: Abk. althochdeutsch = die Ent¬
wicklungsstufe des Deutschen vom
Beginn der schriftlichen Überliefe¬
rung um das Jahr 700 bis etwa 1000
betreffend
Ahk/AHK: Abk. (Kraftfahrzeug) Anhän¬
gerkupplung .
Ah|te: die; - ; -n a) Werkzeug zum Lo¬
chen von Leder, Pappe o. ä. b)
Schriftsetzerwerkzeug, um Korrektu¬
ren vorzunehmen
Ahn: der; -en u. -(e)s; -en weibl. Ah|nin:
die; - ; -nen männlicher bzw. weibli¬
cher Vorfahre »Unsere Ahnen lebten
in Höhlen.«
ahn|den: ahndest; ahndetest; hast geahn¬
det [geh.] eine böse Tat verfolgen u.
bestrafen, vergelten, rächen
Ah|ne: der; -n; -n Vorfahre
Ahjne: die; - ; -n; Vorfahrin
äh[neln: ähnelst; ähneltest; hast geähnelt
jmdm. im Aussehen u. teilweise auch
charakterlich ähnlich sein
ah|nen: ahnst; ahntest; hast geahnt (aus
einem inneren Gefühl heraus) etw.
annehmen, vermuten, ohne Belege,
Beweise dafür zu haben
Ah|nen|for|schung: die; - ; -en For¬
schung nach den Vorfahren, Ahnen,
dem (eigenen) Ursprung, der Ab¬
stammung, Syn.: [fremdsprl.] Genea¬
logie
Ah|non|ga|le|rie: die; - ; -n aufgereihte
Bilder von Vorfahren, Ahnen
Ah|nen|kult: der; -(e)s; -e Ahnen Vereh¬
rung; Vorfahren Verehrung
Ah|nen|rei|he: die; ~ ; -n alle Vorfahren,
Ahnen, die jmd. nachweisen kann
Ah|nen|ta(fel: die; - ; -n 1 (Mensch) Ver¬
zeichnis, Aufstellung aller nachweis¬
baren Vorfahren, Ahnen, wobei die
ältesten nachgewiesenen Personen
dann oben stehen u. in einer Verzwei¬
gung nach unten die Kinder, deren
Lebenspartner u. wiederum deren
Kinder usw. aufgeführt sind 2 (Tiere)
Aufstellung, Auflistung der Vorfah¬
ren eines meistens zur Zucht verwen¬
deten Tieres od. eines Rassetieres, die
darüber Auskunft gibt, von welchen
Tieren dieses Tier abstammt u. wel¬
che Qualitäten, Eigenschaften usw.
die Eltern bzw. Vorfahren dieses Tie¬
res hatten
Ahn|herr: der; -<e)n; -en weibl. Ahn|-
frau: die; ~ ; -en [geh.; veralt.j Stamm¬
vater, Stammutter einer Familie, ei¬
nes Geschlechts, eines Sippenverban¬
des
ähnlich: I Adj. etw. anderem od. jmdm.
gleichend »Er hat ein ähnliches
Problem. ♦ Er ist seinem Vater sehr
ähnlich.« II Präp. mit Dat. jmdm. od.
etw. gleichend III u. ähnliches —» u.
Ähnliches: wird benutzt, um eine
Aufzählung nicht zu lang zu gestalten
u. besagt, daß das vorher Gesagte als
Beispiel dient, daß es noch mehr gibt,
_ als man direkt genannt hat
Ähn|lich|keit: die; - ; -en Übereinstim¬
mung in vielen Punkten, Aspekten;
das Sichgleichen »Die Ähnlichkeit
zwischen den Geschwistern ist groß.«
Ah|nung: die; * ; -en 1 gefühlsgeleitete,
gefühlsbedingte Vermutung; nicht be¬
gründete Annahme »Meine Ahnung
hat mich nicht betrogen.« 2 von Tuten
u. Blasen keine Ahnung haben: gar
nichts wissen; von etw. gar nichts ver¬
stehen; überhaupt keine Kenntnisse)
haben 3 (keine (blasse)) Ahnung
haben: [ugs.] etw. (nichts) wissen, von
etw. viel/nichts verstehen; gute/keine
Kenntnisse haben 4 hast du eine f ne)
Ahnung!: [ugs.] da irrst du dich gewal¬
tig!; wenn du wüßtest (was ich weiß)!
ah|nungs|los: Adj. ahnungsloser; ah¬
nungsloseste ohne Kenntnisse, Wissen
über etw., einen Vorgang o. ä.
Mi|nungs|lo|sig]keifc die; - ; - Unwis¬
senheit; das Nichtwissen, Nichtver-
muten von etw. (meistens in bezug
auf etw. Negatives)
ah|nungs|voll: Adj. voller Vermutun¬
gen, Ahnungen
ahoi! a|hojl: Interj. (Seefahrt) Ruf, mit
dem sich Seefahrer begrüßen »Schiff
ahoi!«
Ahorn —* A[horn: <lat.> der; -s; -e a)
Laubbaumart b) o. PI. aus der Laub¬
baumart (a) gewonnenes Holz
Ahp.: Abk. Anhaltspunkt
Ähjre: die; ~ ; -n Teil des Getreidehalms,
der die Körner enthält
Ah|ren|feld: das; -(e)s; -er [geh.] ein
Feld, auf dem das Getreide in Ähren
steht
Äh|ren|le|se: die; --n Einsammeln zu¬
rückgebliebener Ähren
Ai: /a-i/ das; -s; -s südamerikanisches
Faultier
47
Aide-memoire
Aide-m6|moire: </r.> /äd-memoar/ das;
- ; - u. -s <Pol.; Diplomatie) niederge¬
schriebene Zusammenfassung eines
Sachverhaltes zwecks Vermeidung
von Mißverständnissen
AIDS/Aids: Kur zw. das; * ; - (meist o.
Art.) (engl.) Acquired Immune Defi-
ciency Syndrome = erworbene Im¬
munsystemstörung = durch HIV-Vi-
ren übertragene Erkrankung, die das
natürliche Abwehrsystem eines Men¬
schen gegen Infektionskrankheiten
zerstört
Aids|hil|fe: <engl.; dl.) die; - ; -n Organi¬
sation, die Hilfe für Personen, die an
der Immunschwächekrankheit Aids
erkrankt sind, leistet (Spendengelder
sammelt usw.)
aids|krank: (engl.; dt.) Adj. n. stg. an der
Immunschwächekrankheit Aids er¬
krankt
Aids|kran|ke: (engl.; dt.) der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Aids¬
kranker; eine Aidskranke; zwei Aids-
kranke) Person, die an der Immun¬
schwächekrankheit Aids erkrankt ist
Aidsltest: (engl.) der; -(e)s; -s u. -e Un¬
tersuchung des Blutes einer Person,
um festzustellen, ob sie an der Im¬
munschwächekrankheit Aids er¬
krankt ist od. ob sie den Virus in sich
trägt
AiP: Abk. Arzt im Praktikum
Air. (gr.-lat.-fr.) /är/ das; - u. -s; -s (PI.
s.) a) persönliche Wirkung b) äußere
Wirkung
Air dt.-fr.) /är/ das; - u. -s; -s u. [selten]
die; - ; -s <Musik> einfaches Musik¬
stück ohne formale Bindung
Air France: (fr.) /är frongß/ die; - ; -
französische Fluggesellschaft
Air|bag: (engl.) /ärbäk/ der; -s; -s Kraft¬
fahrzeug» luftballonähnlicher Sack,
der sich bei einem Auffahrunfall o. ä.
mit Luft füllt u. die Fahrzeuginsassen
vor schwereren Verletzungen schützt
Airjbua: (engl.) /ärbuß/ der; -ses; -se
Großraumflugzeug für kurze u. mitt¬
lere Strecken
Ajr-con)di{tio|ner —> Air|con|di|tio|ner
(engl.) /ärkondischmer/ der; -s; - Kli¬
maanlage
Air-con|di|tio|ning —* Air|con|di|tio|-
ning: (engl.) das; -s; -s /ärkondische-
ning/ Klimaanlage
Aire|dale|ter|ri|er (engl.) /ärde'lterrier/
der; -s; - zu der Gattung der Terrier
gehörender größerer Hund, der häu¬
fig auch dazu ausgebildet wird, Men¬
schen zu beschützen
Airlport: (engl.) /ärport/ der; -s; -s Flug¬
hafen
ais/Ais: das; - ; - <Musik> um einen
Halbton erhöhte Note a, A
Aja|tql|lah/Aya|tql|lah —» Ajja|tol|lah/
A(ya|tol|lah: (pers.) /ajatolla/ der; - u.
-s; -s a) moslemischer, schiitischer Eh¬
rentitel b) Träger des Titels (Geistli¬
cher im schiitischen Islam)
Alourlarlbeit —> Aliourlaribett: (fr.; dt.)
/asehur-/ die; - ; -en durchbrochene
Handarbeit
Ak.: Abk. 1 a) Akademie b) Akademike¬
rn) = Person mit abgeschlossener
Hochschulausbildung 2 Akustik =
Lehre von Schall u. Klang 3 Antikör¬
per = körpereigener Abwehrstoff ge¬
gen Krankheitserreger
ak.: Abk. 1 akademisch 2 akustisch 3
akut
Aka|de|mje —» Alka|de|mie: (gr.-lat.-
fr.) die; - ; Akademien /aTcademkn/ 1
a) universitätsähnliches Zentrum für
Forschung u. Lehre »Er hat eine Aka¬
demie besucht.« b) Fach(hoch)schu!e
2 [österr ] Musik- od. Literaturveran¬
staltung
Aka|de|mi|ker —» A|ka|de|mi|ker: (gr.-
lat.-fr.) der; -s; - weibl. Aka|de]mi|-
ke|rin —* A|ka|dejmi|ke|rin: die; - ;
-nen Person mit einem Hochschulexa¬
men, -abschluß
aka|dejmlsch —> a|ka|de|misch: (gr.-
lat.) Adj. n. stg. a) eine Universität,
Hochschule betreffend b) bezeichnet
einen Beruf, eine Ausbildung, der/die
an einer Universität erfolgt ist c) wis¬
senschaftlich; theoretisch
Akazie —» Ajkajzie: (gr.-lat.) /akazi6/
die; - ; -n Laubbaum od. Strauch, der
der Art der Mimosengewächse ange¬
hört
Ake|lei —* A|ke|lei: (lat.) die; - ; -en
Hahnenfußgewächs, das als Zier- u.
ArzeneipfUkize benutzt wird
Akk.: Abk. 1 <Musik> Akkord = Zu¬
sammenklang von mindestens drei
Tönen 2 Akkordarbeit = auf schnelle
Produktion ausgerichtete Arbeit im
Stücklohn 3 Akkumulator = Strom¬
speicher 4 <Sprachwiss.> Akkusativ =
4. Fall; Wen-Fall
Ak|kla|ma|ti|qn —* Ak|k|la|ma|ti|pn:
(lat.) /akklamazion/ die; - ; -en [geh.]
1 (Christentum» liturgisches Ge¬
spräch, Wechselgespräch, Grußwech¬
sel zwischen der Gemeinde u. dem
Pfarrer 2 Zustimmung per Zuruf
ohne Abstimmung, z. B. bei Parla¬
mentsbeschlüssen 3 Applaus
Ak|kli|ma|ti|sa|ti[on —» Ak|k|li|ma(ti|sa|-
ti|qn: (gr.-lat.) /akklimatisazion/ die;
- ; -en das Anpassen eines Organis¬
mus, eines Lebewesens an neue, ver¬
änderte Lebensverhältnisse
ak|kli|ma|ti|sie|ren —* ak|kjli|ma|ti|s]e|-
ren, sich: dat.-fr.) akklimatisierst
dich; akklimatisiertest dich; hast dich
akklimatisiert sich an veränderte Le¬
bensumstände gewöhnen
Ak|kli|ma|ti|sj§]rung —*. Ak|k|li|ma|ti|-
sje|rung: die; - ; -en das Anpassen ei¬
nes Organismus, eines Lebewesens an
neue, veränderte Lebensverhältnisse
Ak|ko|la|de: dat.-fr.) die; ~ ; -n 1 Mehre-
res umfassende geschweifte Klammer
2 rituelle, feierliche Umarmung, wenn
ein Ritter in einen Ritterorden aufge¬
nommen wurde od. wenn ein Orden
verliehen wurde
Ak|kord: dat.-fr.) der; -(e)s; -e 1 <Musik>
mehrere gleichzeitig erklingende
Töne »Er kann die Akkorde auf dem
Klavier noch nicht richtig greifen.« 2
in sehr hohem Tempo zu leistende Ar¬
beit, die nach erledigter, gefertigter
Stückzahl bezahlt wird
Ak|kord|ar|beit: die; - ; -en (PI. s.)
<Wirt.» Arbeit, die nach Stückzahl be¬
zahlt wird
Ak|kord|ar|bei|teR der; -s; • weibl. Ak|-
koid|ar|bei|te|rin: die; - ; -nen Person,
die eine Arbeit verrichtet, die nach
Stückzahl entlohnt, bezahlt wird
Ak|kor|da[on: das; -s; -s Musikinstru¬
ment mit Tasten, bei dem durch Aus¬
einanderziehen u. Zusammendrücken
einer blasebalgähnlichen Konstrukti¬
on der für die Erzeugung der Töne
notwendige Luftstrom erzeugt wird
»Sie spielt recht gut Akkordeon.«
Syn.: Schifferklavier
Ak|kord|lohn: der; -(e)s; -löhne Bezah¬
lung einer Arbeit nach der Stückzahl
ak|kre|dift(a|ren —» ak|k|re|di|ße|ren:
dat.-it.-fr.) akkreditiert; akkreditierte-
te; hat akkreditiert 1 (Bankw.» jmdm.
einen Kredit verschaffen, genehmigen
2 eine(n) diplomatische(n) Vertrete¬
rin) eines Landes bestätigen, beglau¬
bigen
Ak|kre|di|tje|ning: dat.-it.-fr.) die; - ; -en
Anerkenntnis eines diplomatischen
Vertreters, Gesandten durch den
Empfangsstaat
Akjku: Kurzw. der; -s; -s Akkumulator
= Stromspeicher
Ak|ku|mu|la|ti|on: dat.) /akkumulazion/
die; - ; -en 1 (Geologie» Anhäufung
von Gesteinen durch Wind, Wasser
od. Vulkanaufschüttung 2 (Wirt.» An¬
häufung von Reichtum, Mitteln zur
Produktion, um Reichtum zu erlan¬
gen 3 (Stilkunde» a) Anhäufung von
Unterbegriffen anstatt eines Oberbe¬
griffes, der zusammenfaßt b) Anhäu¬
fung von Gefühlen u. Empfindungen
4 [geh.] Anhäufung, Speicherung von
etw.
Ak|ku|mu|la|tor: dat.) der; -s;
Akkumulatoren 1 elektrisches Ener¬
giespeicherungsgerät 2 (EDV» Zwi¬
schenergebnisspeicherzelle in einer
Rechenanlage 3 Druckwasserbehäl¬
ter
ak|ku|mti|lie|ren: dat.) akkumulierst; ak¬
kumuliertest; hast akkumuliert [geh.]
etw. speichern, anhäufen
ak|ku|rat: dat.) I Adj. akkurater; akkura¬
teste sehr genau, ordentlich, äußerst
sorgfältig »eine akkurate Arbeit« II
Adv. [bekräftigend] exakt; genau
Ak|ku|ra|tes|se: die; - ; - Liebe zur Ord¬
nung; Genauigkeit
Ak|ku|sa|tiv: dat.) /akkusatif/ der; -s; -e
/akkusatiwel (Sprachwiss.) Wen-Fall;
4. Fall »Zusammen mit der Präpositi¬
on 'gegen’ müssen Sie den Akkusativ
benutzen.«
Ak|ku|sa|tiv|ob|jekfc /akkusatif-/ das;
-(e)s; -e (Sprachwiss.» Satzglied zur
Ergänzung eines Verbs, das im Akku¬
sativ, 4. Fall steht »In dem Satz "Sie
kaufte den Hund." ist 'den Hund’ das
A kkusativobjekt.«
Ak|ne: (gr.-lat.) die; - ; -n meist in der
Pubertät auftretende (entzündliche)
Hautkrankheit, bei der im Gesicht u.
auf dem Oberkörper Pickel entstehen
Akon|to|zah|lung —> A|kon|to|zah|-
lung: dt.; dt.) die; -; -en (Bankw.» An¬
zahlung; Abschlag
ak|qui|ite|ren: dat.) /akwinren/ akqui¬
rierst; akquiriertest; hast akquiriert 1
a) Kunden werben b) Anzeigen für
eine Zeitung einholen 2 etw. anschaf¬
fen, (käuflich) erwerben
Ak|qui|si|ti|on: dal.) /akwisizion/ die; - ;
-en 1 (besonders Zeitschriften, Thea¬
ter» Werbung von Kunden durch ei-
ne(n) Vertreter(in) 2 [veralt.] An¬
schaffung
Akri|bje —* A|k|ri|ble: (gr.) die; - ; - ho¬
he, äußerste Sorgfalt, Genauigkeit
48
Aktivposten
akH|bisch —> a|k|r[|bisch: <gr.> Adj.
sehr, äußerst sorgfältig, gewissenhaft
Akrojbat —» A|k|ro|bat <gr.) der; -en;
-en weibl. Akro|ba|tin —=► A|k|ro|ba|-
ti« die; - ; -nen Person, die (im Zir¬
kus) kunstvolle körperliche, turneri¬
sche od. tänzerische Übungen von
überdurchschnittlicher Geschicklich¬
keit u. Körperbeherrschung vorführt;
Artist(in)
Akro|ba|tik —» A|k|ro|ba|tilc <gr.) die;
~ ; - a) über dem Durchschnitt liegen¬
de Fähigkeit der Körperbeherr¬
schung, Geschicklichkeit b) kunst¬
volle turnerische, tänzerische Übung,
Vorführung, meist im Zirkus »Am
liebsten habe ich die Akrobatik, wenn
ich einen Zirkus besuche.«
akro|ba|tiach —•» a|k|ro|baJtisch: <gr.)
Adj. a) überdurchschnittlich körper¬
gewandt b) die Akrobatik, den Akro¬
baten od. die Akrobatin in Bezug auf
deren körperliche Leistungen betref¬
fend
Akrojnym —> A|k|ro|nym: <gr.> /akro-
nüm/ das; -s; -e (Kurz-)Wort, das aus
den Anfangsbuchstaben mehrerer
Wörter gebildet wird »'AStA' ist ein
Akronym u. bedeutet Allgemeiner Stu¬
dentenausschuß.«
Akro|po|lls —» A|k|ro|po|lis: <gr.> die; ~ ;
Akropolen a) o. PI. Stadtburg in
Athen, der griechischen Hauptstadt
b) Stadtburg im antiken Griechen¬
land, meist auf einem Hügel
Akiyl|harz/Aciyl|harz —*■ A|k|ryl|harz/
A|c|ryt|harr <gr.; dt.> /akrül-/ das; -es;
-e farbloses Kunstharz
Akry1|säu|re/Acryl|sdu|re ■* A|k|ryf|-
säu|re/A|c|ry1|säu|re: <gr.; dt.> /akrül-/
die; - ; -n Karbonsäure, die zur Her¬
stellung vieler Kunststoffe verwendet
wird
Akt: <lat.) der; -(e)s; -e 1 <Kunsü Bild,
Statue eines nackten Menschen »Er
hat einen Akt gemalt.« 2 (Literatur
Abschnitt eines Dramas, Schauspiels
3 [ugs.] (schwierige) Tat »Die Geneh¬
migung zu bekommen, war vielleicht
ein Akt!« 4 [selten] Akte; Zusammen¬
stellung von Schriftstücken, Unterla¬
gen zu einer Person, einem Vorgang
Akt.: Abk. 1 Akten 2 a) Aktie(n) = An¬
teilschein^) an einem Unternehmen
b) Aktionären) = Inhaberin) von
Aktien 3 Aktiva = Eigenkapital,
Vermögenswerte eines Unterneh¬
mens
Akt|aut|nah|me: <lat.; dt.) die; -; -n Bild,
das mit einem Fotoapparat aufge¬
nommen wird u. auf dem ein nackter
menschlicher Körper zu sehen ist
Akt|bild: <lat.; dt.) das; ~(e)s; -er Bild,
das einen nackten menschlichen Kör¬
per darstellt, zeigt
Ak|te: <lat.> die; * ; -«/[selten] Akt der;
-fe)s; -e 1 Zusammenstellung von
Schriftstücken, Unterlagen zu einer
Person, einem Vorgang »Ich suche die
Akte heraus.« 2 a) etw. zu den Akten
legen: etw. abschließen, beenden,
nicht mehr weiter bearbeiten b) Uber
etw. die Akten schließen: etw. ab¬
schließen, beenden, nicht mehr weiter
bearbeiten
Ak|ten|koflfer <lat.; dt.) der; -s; * meist
veschließbarer kleinerer Koffer zum
Transport von Akten, Schriftstücken,
Dokumenten
ak|ten|kun|dig: <lat.; dt.) Adj. n. stg.
durch Aktennotizen) nachweisbar,
beweisbar
Ak|ten|no|tiz: <lat.; dt.) die; - ; -en kurzer
Vermerk, der zu einem bestimmten
Vorgang gemacht wird u. in der zuge¬
hörigen Akte verbleibt
Ak|ten|ord|ner dat.; dt.) der; -s; - Map¬
pe, Ordner, in der/dem einzelne Vor¬
gänge, Verträge o. ä. (Akten) geord¬
net aufbewahrt werden
Ak|tenfta|sche: <lat.; dt.) die; - ; -n Ta¬
sche zum Transportieren von Bü¬
chern, Akten o. ä.
Ak|ten|zei|chen: <lat.; dt.) das; -s; ~ Zei¬
chen, Kennzeichnung, Kürzel, aus
dem/der hervorgeht, wer einen Vor¬
gang, eine Akte bearbeitet hat
Akteur: <lat.-fr.) /aktör/ der; -s; -e weibl.
Akteulrin: die; - ; -nen handelnde,
agierende Person
Ak|Ue: <lat.-nieder!) /akzi=/ die; - ; -n 1
Wertpapier, das den Besitz eines An¬
teils von etw. (z. B. einer Firma) be¬
scheinigt, beurkundet »Er hat 20 Ak¬
tien gekauft.« 2 jmds. Aktien steigen/
sinken: [ugs.] jmd. hat (keinen) Aus¬
sicht auf Erfolg, stoigt/sinkt im Anse¬
hen 3 Wie stehen die Aktien?: [ugs.]
(Begrüßung) Na, wie geht es?
Ak|ti|en|aus|ga|be: dat.; dt.) /akzi°n-/
die; - ; -n (Wirt.; Bankw.> 1 Festset¬
zung, Bestimmung von Aktien zur
Ausgabe 2 Kauf von Aktien
Ak|ti|en|bejstand: (lat.; dt.) /akzi'n-/
der; -(e)s; -bestände <Wirt.; Bankw.)
Bestand von Aktien
Ak|ti|en|de|pot: <lat.; fr.) /akzi'n-/ das;
-s; -s (Wirt. u. Bankw.> Ort, an dem
Aktien aufbewahrt werden
Ak|ti|en|emis|si|on —> Ak|ti|en|e|mis|-
si|on: (lat.) /akzi'n-/ die; • ; -en (Wirt.;
Bankw.> Ausgabe neuer Aktien
Ak|ti|en|ge|sell|schaffc (lat.; dt.) j-
akzi'n-/ die; - ; -en (Wirt.> Handelsge¬
sellschaft, deren Grundkapital aus
den Einlagen der einzelnen Gesell¬
schafter, die an dem Unternehmen
beteiligt sind u. mit ihrer Einlage (be¬
schränkt od. voll) haften, gebildet
wird
Ak|ti|en|han|del: der; -s; - (lat.; dt.) /-
akzi'n-/ (Wirt.; Bankw.) Handel mit,
An- u. Verkauf von Aktien
Ak|ti|en|in|dex: (lat.) /akzi'n-/ der; -s; -
(Wirt.; Bankw.) Zahl, die den durch¬
schnittlichen Börsenkurs von Aktien
der wichtigsten Aktiengesellschaften
angibt, die regelmäßig an der Börse
notiert werden
Ak|ti|en|in|ha|ber. dat.; dt.) /akzi'n-/
der; -s; - weibl. Ak|ti|en|in|ha|be|rin:
die; - ; -nen (Wirt.; Bankw.) Besitze¬
rin) von Aktien, Gesellschafter einer
Aktiengesellschaft, Syn.: Aktionä¬
ren)
Ak|ti|en|ka|pl|tah </<rt.> /akzi'n-/ das; -s; -
(Wirt.; Bankw.) Grundkapital einer
Aktiengesellschaft, das in Form von
Aktien aufgeteilt ist, durch Aktien
aufgebracht wird
Ak|ti|enjkurs: dat.; dt.) /akzi'n-/ der; -es;
-e (Wirt.; Bankw.) Wert, mit dem eine
Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt
gehandelt wird
Ak|ti|en|pa|ket: dat.; dt.) /akzi'n-/ das;
-(e)s; -e (Wirt.; Bankw.) größere
Menge von Aktien einer Gesellschaft,
die sich im Besitz einer Person od. ei¬
nes Unternehmens befinden
Ak|tf|gn: dat.) /akzion/ die; - ; -en 1 Un¬
ternehmung; Handlung »Die Aktion
ist fehlgeschlagen.« 2 (Physik) Wir¬
kung 3 Gangart eines Pferdes 4 in
(voller) Aktion: tätig sein; etw. tun
»Ich habe keine Zeit, ich bin in Ak¬
tion.«
Ak)Ho|när —* Ak[ti|o|nän dat.-fr.)
/akzionär/ der; -s; -e weibl. Ak|tio|n§|-
rin —* Äk|tijo|nä|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die Aktien (1), einen Anteil an ei¬
ner als Aktiengesellschaft organisier¬
ten Firma besitzt u. für Schulden der
Gesellschaft nur mit ihrer Beteiligung
haftet »Sie ist Aktionärin einer großen
Bank.«
Ak|tio|nis|mus —* Ak|ti|o|nis|mus: dat.)
/akziönißmuß/ der; - ; - 1 Versuch,
durch bestimmte (künstlerische, pro¬
vozierende o. ä.) Handlungen auf be¬
stehende gesellschaftliche Zustände
aufmerksam zu machen u. diese zu
verändern od. das Bewußtsein, das
Denken der Menschen zu verändern
2 [oft abwert.] übertriebener Taten¬
drang, Handlungsdrang
Ak|ti(gns|ein|heit: dat.; dl.) /akzionß-/
die; - ; -en das Zusammenhalten u.
gemeinsame Handeln von (politisch)
Gleichgesinnten
ak|ti|gns|fäfhlg: dat.; dt.) /akzionß-/
Adj. fähig, bereit, zu handeln
Ak|tl|gns|ra|di|us: dat.) /akzionß-/ der;
- ; -radien /aktionsradml (PI. s.) 1
Ausmaß der Reichweite, die mit ei¬
nem Handeln’, Vorgehen o. ä. erreicht
wird 2 Weite, die ein Fahrzeug ohne
aufzutanken erreichen kann
Ak|ti|gns|wo|che: dat.; dt.) /akzionß-/
die; * ; -n Zeitabschnitt, in dem eine
Organisation, eine Firma o. ä. für
eine Sache wirbt od. arbeitet
ak|tiv: dat.) /aktif/ Adj. 1 handelnd;
selbst teilnehmend »Sie war an dem
Konzert aktiv beteiligt.« 2 sich einset¬
zend für etw. »Er ist ein aktiver Tier¬
schützer.« Ant.: passiv
Aktiva: dat.) /aktiwa/ die (PI.) (Wirt.)
Vermögensteile eines Unternehmens,
die auf der Aktiv-, Habenseite einer
Bilanz geführt werden
ak|ti|vie|ren: dat.-fr.) /aktiwiren/ akti¬
vierst; aktiviertest; hast aktiviert 1
jmdn. zum Handeln, zur Teilnahme
an etw. bringen 2 (Naturwiss.) etw. zu
einer Reaktion bewegen
Ak|ti|vis|mus: dat.) /aktiwißmuß/ der;
- ; - Drang, etw. zu unternehmen,
ohne Umschweife zu handeln; Tätig¬
keitsdrang; Handlungsdrang
Ak|ti|vi|tät: dat.-fr.) /aktiwität/ die; - ;
-en aktives Handeln; starke Bemü¬
hungen) um etw.
Ak[tiv|koh|le: dat.; dt.) /aktif-/ die; • ; -
u. (Sorten) -n Kohle, die'zum Filtern
von Flüssigkeiten od. Fasern verwen¬
det wird
Ak|tiv|po|sten —» Ak|tiv|pos|ten: dat.;
dt.) /aktif-/ der; -s; ~ [kauf-
mannssprl.] Vermögenswert, der auf
der Aktivseite, Habenseite einer Bi¬
lanz steht, aufgeführt ist
49
Aktivseite
Akftiv|sei|te: (lat.; dt.> /aktif-/ die; - ; -n
(Wirt.) Habenseite einer Bilanz; Seite,
auf der die Vermögenswerte in der Bi¬
lanz eines Unternehmens aufgeführt
sind, Am.: Passivseite
Akt|mo|dell: dat.) das; -s; -e unbekleide¬
te Person, die gezeichnet od. fotogra¬
fiert wird
Ak|tri|ce —*■ Ak|t|ri|ce: </r.> /aktriß/ die;
- ; -n [veralt.] weibliche Person, die
eine Rolle in einem Bühnenstück,
Schauspiel darstellt; Schauspielerin
Akt|stu|die: dat.) die; - ; -n zeichneri¬
scher Entwurf, Darstellung eines un¬
bekleideten menschlichen Körpers
akftua|li|sie|ren —> ak|tu|a|li|sie|ren:
<lat.) aktualisierst; aktualisiertest; hast
aktualisiert etw. auf den neuesten
Stand bringen
Ak|tua|li|siejrung —* Ak|tu|a|li|sje|rung:
(lau die; - ; -en das Erneuern, die
Überarbeitung von etw., damit es der
heutigen Zeit mehr entspricht, den
heutigen Ansprüchen genügt
Ak|tu^|li|tät —* Ak|tu|a|li|tät: dat.-fr.)
die; - ; -en in der Gegenwart gültige,
bedeutsame Aussage; auf dem neue¬
sten Stand befindliche Erkenntnis;
Brisanz
Ak|tua|li|täjten|ki|no —» Ak|tuja|li1ta|-
ten|ki|no: dat.; dt.) das; -s; -s Licht¬
spielhaus mit aktuellen (Film-)Ange-
boten
ak|tu|ell: dat.-fr.) Adj. zur Zeit gerade
wichtig, zutreffend; dem gegenwärti¬
gen Wissensstand entsprechend »eine
aktuelle Nachricht«
AkWAktZ/Akt.-Z.: Abk. Aktenzeichen
Akt|zeich|nung: dat.; dt.) die; - ; -en
zeichnerische Darstellung einer nack¬
ten Person
Akujpres|sur —» A|ku|p|res|sur: dat.)
die; - ; -en <Med.> Behandlungsart,
bei der Beschwerden durch Druck¬
massage der Fingerkuppen behandelt
werden
Aku|punk|tur —> A|ku|punk|tur: dat.)
die; - ; -en <Med.> chinesische Metho¬
de der Krankheitsbehandlung durch
Einstechen von Nadeln in bestimmte
Nervenzentren
Akujstik —*■ A|kus|tik: (gr.-lat.) die; - ; -
1 Lehre vom Schall »Er beschäftigt
sich mit Akustik.« 2 Klangverbrei¬
tung, Klangwirkung in einem Raum
akyjstisch —» a|kusftisch: <gr.) Adj. n.
stg. 1 <Physik> die Lehre von dem
Schall, den Tönen betreffend 2 [geh.]
den Schall, den Ton, das Gehör be¬
treffend
akut—* a|kufc dat.) Adj. akuter; akute¬
ste 1 in diesem Augenblick wichtig 2
<Med.> plötzlich erscheinend u.
schnelle Behandlung erfordernd
AKW: Abk. Atomkraftwerk
Akz.: Abk. Aktenzeichen
Ak|zent: dat.) der; -(e)s; -e 1 Beto-
nung(szeichen) in einem Wort od.
Satz »Der Akzent liegt auf der letzten
Silbe.« 2 Tonfall; durch die Mutter¬
sprache beeinflußte Art der Ausspra¬
che einer Fremdsprache 3 Schwer¬
punkt; Nachdruck 4 Akzente setzen:
eine Richtung weisen, bestimmen
ak|zent|frei: dat.; dt.) Adj. n. stg. keinen
Akzent (2) habend, Syn.: akzentlos
ak|zent|los: dat.; dt.) Adj. n. stg. keinen
Akzent (2) habend, Syn.: akzentfrei
Ak|zent|set|zung: dat.; dt.) die; - ; -en
[geh.] Schwerpunktsetzung
aklzenltulielren: dat.) akzentuierst; ak¬
zentuiertest; hast akzentuiert a) ein
Wort od. Wortteil, Satzteil sprachlich
betonen b) besondere Betonung auf
etw. legen
ak|zep|ta]bel: dat.-fr.) Adj. akzeptabler;
akzeptabelste annehmbar; ausrei¬
chend
Ak[zep|tanz: die: - ; - Bereitschaft, etw.
(Neues) anzunehmen
ak|zep|tteijbar: Adj. annehmbar
ak|zep|tie|ren: dat.) akzeptierst; akzep¬
tiertest; hast akzeptiert 1 etw. od.
jmdn. anerkennen, annehmen 2 sich
mit etw. einverstanden erklären »Ich
akzeptierte den Preis.«
ak|zl|dan|ti|elt/ak|zi|den]tell: fr.) /akzi-
denziell/ Adj. 1 (Philosophie) [geh.]
nebensächlich, nicht wichtig u. zufäl¬
lig 2 <Med.> nicht zum normalen Ver¬
lauf einer Krankheit gehörend
AL: Abk. 1 a) Abteilungsleitung b)
Abteilungsleiter(in) 2 Alternative Li¬
ste = politische Partei in Berlin 3 a)
Amtsleitung b) Amtsleiter(in) 4 (Zei¬
tungsredaktion) Anzeigenleiter(in)
Ah Abk. Aluminium Chemisches Ele¬
ment; Leichtmetall
alaafl —»■ ajlaafl: Interj. ausgelassener
Kölner Kamevalsruf »Kölle alaaß«
Ala|bajster —>• A|la|bas|ter. (gr.-lat.)
der; -s; - 1 (PI. s.) marmorähnliche,
durchscheinende Gipsart 2 (farbige)
Glasmurmel
Alarm —» A|!arm: der; -(e)s;-e a) meist
durch Erzeugung eines Tons ausge¬
drückte Warnung »Bei dem Einbruch
wurde der Alarm ausgelöst.« b) Alarm
schlagen: bei einer Gefahr die (öf¬
fentliche) Aufmerksamkeit auf den
Gefahrenherd lenken »Als er das Feu¬
er bemerkte, schlug er Alarm.« c) fal¬
scher, blinder Alarm: versehentliche
Warnung, obwohl keine Gefahr be¬
steht
Alarm|an|ta|ge —> A|larm|an|la)ge: dt.;
dt.) die; - ; -n Gerät, Vorrichtung,
das/die etw. vor unbefugter Benut¬
zung, vor Einbruch, vor Diebstahl,
Beschädigung sichert, indem bei Mi߬
brauch eine Sirene (Alarm) o. ä. aus¬
gelöst wird
Alarm |be|reit)schaft—* Ajlarm|be|reit|-
schaft: dt.; dt.) die; -; - Zustand, der
sofortiges Handeln, einen schnellen
Einsatz ermöglicht
Alarm|ge|ber—*■ A|larm|ge|ber: dt.; dt.)
der; -s; - Gerät, Vorrichtung, das/die
(selbständig) Alarm, einen Warnton,
Sirenenton bei einer Gefahr (oft bei
Feuer) auslösen kann
alar|mja|ren —> a|larjmie|ren; dt.-fr.)
alarmierst; alamiertest; hast alarmiert
jmdn. von einer Gefahr benachrichti¬
gen (u. zu Hilfe holen)
Alar|mie|rung —> A|lar|mie|rung: dt.;
dt.) die; - ; -en a) das Informieren, In¬
kenntnissetzen von jmdm., Polizei
od. Feuerwehr o. ä. über einen Gefah¬
renherd o. ä., um einen schnellen Hil¬
feeinsatz zu erreichen b) Warnung
(vor einer Gefahr)
AJarm|ruf —* A|!arm|nif: dt.; dt.) der;
-(e)s; -e warnende Äußerung; Hilfe¬
schrei
Alarm|si|gnal —> A|larm|si|g|nal: dt.;
lat.) das; -(e)s; -e etw. sinnlich Wahr¬
nehmbares, mit dem auf etw. auf¬
merksam gemacht, vor etw. gewarnt
wird, ein alarmgebendes (akustisches,
optisches) Zeichen Syn.: Alarmzei¬
chen
Alarm|stu|fe —* A|larm|stu|fa: dt.; dt.)
die; - ; -n Ausmaß der Alarmbereit¬
schaft
Alarmjübung —» A|tarm|ü|bung: dt.;
dt.) die; - ; -en Vorgehen bei Bekämp¬
fung eines gespielten Gefahrenherdes,
um einen Einsatz für den Ernstfall zu
üben
Alanm|zei|chen —» A|larm|zei|chen:
dt.; dt.) das; -s; - etw. sinnlich Wahr¬
nehmbares, mit dem auf etw. auf¬
merksam gemacht, vor etw. gewarnt
wird, ein alarmgebendes (akustisches,
optisches) Zeichen Syn.: Alarmsignal
A!arm|zu|stand —» Alarm|zu|stand:
dt.; dt.) der; -(e)s; - Einsatzbereit¬
schaft, das Bereitsein für den Notfall,
Ernstfall
Alaun —» A|laun: <lat.> der; -s; -e (Che¬
mie) u. a. zur Blutstillung, Färbung
verwendetes Kalium-Aluminium-Sul-
fat
Alaun|stein —> A|laun|stein: dat.; dt.)
der; -(e)s; -e kristallförmiges Kali-
um-Aluminium-SuIfat als Stein, das
zur Blutstillung, häufig bei kleineren
blutenden Wunden, die durch die Ra¬
sur enstanden sind, verwendet wird
Alb: der; -(e)s; -en (m. Pi.)fM}be: der;
-n; -n (m. PI.) Naturgeist in der My¬
thologie
—»Alb: s. Alp
Al|ba; die; ~ ; Alben!M\a&. dat.) die; - ;
-n weißes Meßgewand katholischer u.
anglikanischer Geistlicher
AI|ba|tros —* Al|ba|t|ros: der; ~ ; -se
großer Seevogel, der in mehreren Ar¬
ten vorkommt, mit weißem Gefieder,
einem dicken, kurzen Hals, großen
Kopf u. einem sehr großen Schnabel
—*■ Alb|dfü|cken: s. Alpdrücken
Al|be: der; -n; -n (m. Pl.)/Mb: der;
-(e)s; -en (m. PI.) Naturgeist in der
Mythologie
Al|be: dat.) die; - ; -n/AI|ba: die; ~ ; Al¬
ben weißes Messgewand katholischer
u. anglikanischer Geistlicher
Al|be|rel: die; ~ ; -en nicht als angenehm
empfundenes(r) kindhaftes Beneh¬
men, übertriebener Spaß
al|bern: Adj. in der Art kindisch, lächer¬
lich
Al|bern|heit: die; - ; -en a) kindhaftes
Benehmen b) übertrieben lustige Äu¬
ßerung »Uber seine Albernheiten
konnten wir kaum noch lachen.« -
Alfbijno: dat.-span.) der; -s; -s (Mensch;
Tier> Lebewesen ohne Pigmente, ohne
Farbe, was sich durch besonders
helle, empfindliche Haut u. sehr helle
(meist weiße Haare) schneeweißes
Fell u. rötliche, lichtempfindliche Au¬
gen zeigt
A!|bi|on: o. Art.; -s; - dichterische Be¬
zeichnung für England
—* Albtraum: s. Alptraum
Al|bum: dat.) das; -s; Alben u. fugs.J -s 1
Buch, in dem etw. gesammelt wird
» Wir haben ihnen ein Album mit Fotos
geschenkt.« 2 (Musikträger) (ur-
50
All
sprünglich zwei zusammengehörige)
LPs, CDs
Al|che|mie/Al|chi|mie: <arab.-span.-fr.>
die; ~; - a) mittelalterliche von Mystik
u. Symbolik geprägte Chemie b) Be¬
streben, Versuche, nicht edle Stoffe,
Materialien in Gold o. ä. umzuwan¬
deln
Al|che|mjst/Al|chi|inisfc dato der; -en;
-en aJPerson, die sich mit der Chemie
des Mittelalters beschäftigt b) Gold¬
macher
Al|che|mi|sten|kü|che/Al|chi|ml[8ten|-
kü|che —» Al|che|mis|ten|kü|che/Al|-
chi|mis|ten|kü|che: dat.; du die; - ; -n
Platz, Ort, an dem ein Alchemist ar¬
beitet
Al|chi|mie/Al|che|mie: <arab.-span.-fro
die; - ; - mittelalterliche von Mystik
u. Symbolik geprägte Chemie b) Be¬
streben, Versuche, nicht edle Stoffe,
Materialien in Gold o. ä. umzuwan¬
deln
Al|chi|mjst/Al|che|mist: <lat.> der; -en;
-en a) Person, die sich mit der Chemie
des Mittelalters beschäftigt b) Gold¬
macher
Al|chi|mi|sten|kü|che/Al|che|mi|sten|-
kü|che —» Ai|chi|mjs|ten|kü|che/Al|-
che|mis|ten|kü|che: (lat.; du die; - ;
-n Platz, Ort, an dem ein Alchemist
arbeitet
Al|di: Kurzw. Albrecht —> Diskont (=
eine Lebensmittelkette, ein Lebens¬
mittel-Discounter)
Ale: <englo /eil/ das; -s; - helle englische
Biersorte
Ala|man|ne —> A|le|man|ne: der; -n; -n
Mitglied eines germanischen Volks¬
stammes
ale|man|nisch —» a|le|man|nisch: Ädj.
n. stg. dem germanischen Volks¬
stamm der Alemannen angehörend,
ihn betreffend
Alep|po|kie|fer —*■ A|lep|po|kie)fer: die;
• ; -n Nadelbaum im Mittelmeer¬
raum, der nach der syrischen Stadt
Aleppo benannt ist
alert —» ajlert: <it.-fr.> Adj. alerter; aler¬
teste a) agil; fit b) geistig aufgeweckt
al|fan|zen: alfanzt; alfanztest; hast al-
fanzt [veralt.J a) Unsinn treiben b)
schwindeln; nicht ganz bei der Wahr¬
heit bleiben
Al|fan|zejrei: die; - ; -en (m. PL)
[veralt.] a) Unsinn; Narretei b) (uner¬
heblicher) Schwindel, Übertölpelung
AIG: Abk. Arbeitslosengeld
Aig.: Abk. 1 Algebra = Lehre von den
Beziehungen zwischen mathemati¬
schen Größen 2 Algorithmus = Re¬
chenvorgang nach einem bestimmten
Schema; Grundlage eines Computer¬
programms
Al|ge: die; - ; -n niedere Wasserpflanze
ohne Blüten
Al|ge|bra/[österr.] Al|ge|bra —» Al|ge|-
b|ra: <.arab.-it.-fro die; ~ ; Algebren
(PL s.) <Math.> Teilgebiet, das sich
mit Gleichungen beschäftigt
al|ge|bra|isch —> al|ge|b|ra|isch: Adj.
n. stg. die Algebra, die Lehre von Be¬
ziehungen zwischen mathematischen
Größen betreffend, zu ihr gehörend
Al|gen|pllz: der; -es; -e nicht hoch ent¬
wickelter Pilz
al|go|rith|misch: Adj. n. stg. einem be¬
stimmten Schema, einem Algorith¬
mus folgend
AI|go|rith|mus: der; - ; Algorithmen a)
<Math.> ein Rechenvorgang, der ei¬
nem bestimmten Schema folgt b)
Grundlage eines Computerpro¬
gramms
Alhi/ALHi: Abk. Arbeitslosenhilfe
ali|as —> a|li|as: <lat.> Adv. auch, an¬
ders, sonst genannt
Ali|bi—*■ Al|i|bi: dato das; -s; -s Nach¬
weis, daß man zur Zeit einer Tat nicht
am Tatort gewesen sein kann »Die
Polizeifragte sie nach ihrem Alibi.«
Ali|bi|funk|ti|on —* A|li|bi|funk|ti|on:
die; - ; -en einer Person nur zum
Schein zugeteilte Aufgabe, wodurch
ein Mißstand verschleiert werden soll
»Die Arbeit bei seinem Schwager hatte
nur eine Alibifunktion.«
Ali|men|ta|ti|on —> A|li|men|ta|ti|pn:
flau /alimentazion/ die; - ; -en Ge¬
währung einer Unterhaltszahlung;
Versorgung
Ali|men)te —»■ AUi|men]te: die (PL) a)
Unterhaltszahlungen, die regelmäßig
erfolgen b) (oft) Zahlungen zur Ver¬
sorgung eines od. mehrerer nichtehe¬
licher Kinder
ali|men|ti£|ren —> a|li|men|t|e|ren: <laU
alimentierst; alimentiertest; hast ali¬
mentiert mit regelmäßigen Zahlungen
unterstützen; für jmdn. den (od. einen
Teil des) Lebensunterhalts) zahlen
Ali|ud —*■ A|li|ud: dato das; - ; Alia
<Rechtsw.> etw. anderes als vertrag¬
lich vereinbart; eine andere Ware als
bestellt; Ersatzleistung
Alk.: Abk. Alkohol
alk.: Abk. t alkalisch = basisch; laugen¬
haft 2 alkoholisch
Al|ka|li/Al|ka|li: <arab.-span.-fro das; -s;
Alkalien /alkalkn/ (m. PL) <Chemie>
Alkalimetüllkarbonat; Pottasche
AI|ko|hol: (arab.-spano der; -s; -e u.
Alkoholika a) Flüssigkeit, die durch
Destillation aus verschiedenen Pflan¬
zen u. Früchten gewonnen werden
kann u. in alkoholischen Getränken
enthalten ist, die in reiner Form des¬
infizierend wirkt »Dieser Likör hat 25
% Alkohol ( = besteht zu 25%, einem
Viertel aus Alkohol).« b) Getränk,
das (a) enthält u. berauschend wirkt
»Sie trinkt keinen Alkohol.« c) unter
Alkohol stehen: einen Rausch auf¬
grund Alkoholgenusses haben d)
jmdn. unter Alkohol setzen: jmdtn.
viel Alkohol geben mit dem Ziel, ihn
betrunken zu machen e) etw. in, im
Alkohol ertränken: Alkohol trinken,
um Sorgen, Probleme für eine Weile
zu vergessen
al|ko|hol|ab|hän|gig: Adj. süchtig nach
Alkohol, vom Alkohol abhängig,
Syn.: alkoholsüchtig
al|ko|hol|arm: Adj. (nur) eine geringe
Menge Alkohol enthaltend
AI|ko|hol|aus|schanlc der; -(e)s; -aus¬
schänke (PL s.) das Herausgeben, der
Verkauf von Alkoholika, alkoholi¬
scher Getränke
AI|ko|hol|ein|fluB —*■ AI|ko|hol|ein|-
fluss: der; -einßusses; - Auswirkun¬
gen, die sich nach Genuß von Alko¬
hol bei jmdm. im Verhalten, beim
Sprechen o. ä. zeigen Syn.: Alkohol¬
einwirkung
AI|ko|hol|ein|wir|kung: der; - ; - Auswir¬
kungen, die sich nach Genuß von Al¬
kohol bei jmdm. im Verhalten, beim
Sprechen o. ä. zeigen Syn.: Alkohol¬
einfluß
AI|ko|hol|fah|ne: die; - ; - [ugs.] (übler)
Mundgeruch aufgrund von Alkohol¬
genuß
al|ko|hol|frei: Adj. n. stg. keinen Alko¬
hol enthaltend, Ant.: alkoholhaltig
AI|ko|hol|ge|hatt: der; -(e)s; - Anteil
von Alkohol in einer Flüssigkeit
AI|ko|hol|ge|nuB —> Al|kojhol|ge|nuss:
der; -genusses; - das Zu-sich-Nehmen,
Trinken von Alkohol
al|ko|hol|hatttig: Adj. Alkohol beinhal¬
tend, enthaltend, Ant.: alkoholfrei
AI|ko|hgjli|ka: <arab.-spano die (PL) al¬
koholische Getränke; Getränke, die
einen Anteil Alkohol enthalten
Al|ko|hojli|ker: der; -s; - weibl. AI|ko|-
hg|li|ke|rin: die; - ; -nen Person, die
nach Alkohol süchtig ist od. war »Sie
ist Alkoholikerin.«
al|ko|ho|lisch: Adj. n. stg. a) Alkohol
enthaltend b) alkoholische Getränke
betreffend
al|ko|ho|li|sjejren: alkoholisierst; alko¬
holisiertest; hast alkoholisiert 1 in eine
Flüssigkeit Alkohol geben 2 eine Per¬
son betrunken machen
al|ko|ho|li|sjert: Adj. betrunken; einen
meßbaren Anteil Alkohols im Blut
habend »Nach seiner Feier war er
ganz schön alkoholisiert.«
Ai|ko|ho|lis|mus: der; - ; - (nie völlig
heilbare) Krankheit, bei der jmd.
nach Alkohol süchtig ist, den Alko¬
hol täglich braucht; Sucht nach Alko¬
hol »Sie leidet unter Alkoholismus.«
al|ko|hol|krank: Adj. n. stg. a) an Trunk¬
sucht leidend; süchtig nach Alkohol
b) durch Alkohol geschädigt
AI|ko|hol|miB|brauch —» AI|kojhol|-
miss|brauch: sntchder; -(e)s; - über-
triebenener Alkoholgenuß
AI|ko|hol|pe|gel: der; -s; - [ugs.] Menge
an getrunkenem Alkohol; Alkohol¬
spiegel; im Blut enthaltene Alkhohol-
konzentration, Syn.: Alkoholspiegel
AI|ko|hol|spie|gel: der; -s; - Menge an
getrunkenem Alkohol; Alkoholpegel;
im Blut enthaltene Alkoholkonzen¬
tration »Nach der Flasche Whiskey
hatte er einen ziemlich hohen Alkohol¬
spiegel.« Syn.: Alkoholpegel
al|ko|hol|sücti|tig: Adj. n. stg. von Alko¬
hol abhängig, Syn.: alkoholabhängig
AI|ko|hol|sün|der: der; -s; ~ weibl. Al|-
ko|hol|sün|de|rin: die; - ; -nen [ugs.]
Person, die aufgrund von Alkoholge¬
nuß gegen die Verkehrsregeln versto¬
ßen hat
AI|ko|hol)tesfc der; -(e)s; -e u. -s Prü¬
fung, Verfahren zur Feststellung des
Alkoholgehaltes im Blut
Al|ko|hol|ver|bot: das;-(e)s; -e Untersa¬
gung von Alkoholgenuß
AI|ko|hol|ver[gH|tung: die; ~ ; -en Vergif¬
tung, die bei übermäßigem, übetrie-
benem Alkholgenuß entsteht
Al|kp|ven: <arab.-span.-fro /alkowen/
der; -s; - kleiner Nebenraum mit
Schlafgelegenheit, oft mit einem Vor¬
hang abgeteilt; Bettnische
Ajl: das; -s; - Weltraum; Universum
51
all
alh Indefinitpron. u. unbestimmtes Zahl¬
wort etw. Ganzheitliches, Umfassen¬
des betreffend
all|abend|lich —* all|a|bend|lich: Adj. n.
stg. jeden Abend
Al|lah: <arab» o. Art.; -s; - <Islam> Gott
aH|be|kannt Adj. n. stg. jeder Person be¬
kannt; überall bekannt
all|da: Adv. [veralt.] ebenda
alljdem/al|le|dem: nur in Verbindung
mit einer Präp. 1 trotz all(e)dem: ob¬
wohl »Trotz all(e)dem bin ich sein be¬
ster Freund.« 2 bei alf(e)dem: trotz
»Bei allfejdem Leichtsinn, kann er
froh sein, daß es ihm so gut geht.« 3
mit aH(e)dem: mit all diesem »Mit al¬
lfejdem Kram kann er wohl nichts
anfangen.« 4 aus all(e)dem: aus all
diesem
all|die|w«H: I Adv. [veralt.] während die¬
ser Zeit; inzwischen II Konj. [scherzh.,
sonst veralt.] weil
al|le: 1 Indefinitpron. sämtliche Anwe¬
senden, alle in eine Aussage Einbezo¬
genen »Wir gingen alle noch in die
Kneipe.« II Adv. [ugs.] 1 gänzlich ver¬
braucht, aufgegessen »Die Nudeln
sind alle.« 2 [salopp] erschöpft sein
»Ich bin alle u. gehe ins Bett.« II11 al¬
les in allem: insgesamt »Alles in allem
war der Urlaub ganz schön.« 2 vor
allem: in der Hauptsache »Vor altem
ist es wichtig, daß du dich gut be¬
nimmst.« 3 jmdn. alle machen: [sa¬
lopp] 1. [gaunersprl.] jmdn. töten, er¬
morden 2. jmdn. zu Grunde richten,
ruinieren 4 a) alles u. jedes: egal was;
ohne Ausnahme b) alles, was Beine
hat: jeder c) alles, was Rang u. Na¬
men hat jede Person, die bekannt ist
od. Einfluß, Macht, einen bestimm¬
ten hohen Stand hat 5 nicht (mehr)
alle (beisammen) haben: [ugs.] ver¬
rückt geworden sein; nicht normal
sein 6 alles, was recht ist: [ugs.] zuge¬
gebenermaßen 7 mein ein und alles
—>■ mein Ein und Alles: wichtiger als
alles andere für mich
al|le|dem/a!l|dem: nur in Verbindung
mit einer Präp. 1 trotz all(e)dem: ob¬
wohl »Trotz allfejdem bin ich sein be¬
ster Freund.« 2 bei all(e)dem: trotz
»Bei allfejdem Leichtsinn, kann er
froh sein, daß es ihm so gut geht.« 3
mit all(e)dem: mit all diesem »Mit al¬
lfejdem Kram kann er wohl nichts
anfangen.« 4 aus all(e)dem: aus all
diesem »Aus allfejdem (Ärger) hat er
wohl nichts gelernt.«
Alllee: fr» die; - ; Alleen /allefn/ an bei¬
den Seiten von Bäumen gesäumte
Straße
AI|le|go|rie: <gr.-lat» die; - ; Allegorien
/allegorPn/ Darstellung, Veranschau¬
lichung eines Begriffes in einem Bild,
oft personifiziert
al|le|go|risch: <gr.-lat.> Adj. versinnbild¬
lichend; sinnbildlich; gleichnishaft
AI|le|gro —> AI[le|g|ro: <it» das; -s; -s u.
Allegri <Musik> schnelles, lebhaftes
Tempo eines Musikstückes
al|le|gro —> al|le|g|roi dt» Adv. <Musik>
lebhaft
al|lejn: I Adj. n. stg. 1 ohne Begleitung,
nicht in Anwesenheit, ohne Hilfe an¬
derer »Ich komme damit allein zu¬
recht.« 2 (sich) einsam (fühlend) »Er
war ganz allein.« II Adv. 1 ausschlie߬
lich 2 ohne etw. anderes zu berück¬
sichtigen »Allein das reicht zu einer
Verurteilung.« 3 (wie) von allein(e):
[ugs.] von selbst 4 a) (mit etw.) allein
(da)stehen: [ugs.] niemanden (in einer
Meinung) auf seiner Seite haben, der
mit einem zusammen eine Ansicht o.
ä. teilt b) allein stehen: ledig, nicht
verheiratet, ohne Lebenspartner(in)
sein, leben
—> alllejn er|zie|hend: s. alleinerzie¬
hend
—> alllejn Er|zie|heng|de: s. AUeinerzie-
hende
—* al|lein Rei|sen|de: s. Alleinreisende
—> al|lejn se|lig ma|chend: s. alleinse¬
ligmachend
—» alllejn stejhend: s. alleinstehend
—* aljlejn Ste|hen|de: s. Alleinstehende
Al|lein|be|rechjti|gung: die; - ; - Erlaub¬
nis, etw. alleine zu entscheiden, zu be¬
stimmen
Al|lejn|be|sitz: der; -es; - Eigentum, das
einer Person alleinig gehört
Al|lein|ei|gen|tum: das; -s; - Besitz, der
einer Person alleinig gehört
Al|lejn|ei|gen|tü|mer. der; -s; - weibl.
Al|lejn|ei|gen|tü|me|rin: die; - ; -nen
Person, der ein Eigentum alleinig ge¬
hört u. die als einzige Person das Ver¬
fügungsrecht hat
al|lein|er[zie|hend —> al|lein eijzie|-
hend: Adj. n. stg. ein Kindohne einen
Partner aufziehend »Sie ist eine allein¬
erziehende Mutter.«
Al|lejn|er|zie|hen|de —* auch al|lejn Er|-
zje|hen|de: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Alleinerziehender;
eine Alleinerziehende; zwei Alleiner¬
ziehende —»auch ein allein Erziehen¬
der; eine allein Erziehende; zwei allein
Erziehende*— ) Eltemteil (Vater od.
Mutter), der sich alleine (ohne die
Mutter od. ohne Vater) um die Erzie¬
hung des Kindes/der Kinder küm¬
mert
Al|lejn|gang: der; -fejs; -gange selbstän¬
diges, selbstbewußtes Vorgehen, ohne
fremde Hilfe (od. ohne Absprache
mit anderen)
Al|lejn|herr|schaft: die; - ; - völlige, un¬
eingeschränkte Herrschaft einer Per¬
son, Gruppe
Al|lein|herr|schen der; -s; - jmd., der
als einziger herrscht
al|lej]nig: Adj. n. stg. a) ausschließlich b)
[österr.] ohne Partner
Al|lejn|in|ha|ber: der; -s; - weibl. AlJ-
lejn|in|ha|be|rin: die; - ; -nen <Wirt.>
Person, die als einziger Inhaber eine
Firma, ein Geschäft o. ä. besitzt
Al|lejn|rei|sen|de —> auch alllejn Rei|-
sen|de: der u. die; -n; -n (mit unSe-
stimmtem Art.: ein Alleinreisender;
eine Alleinreisende; zwei Alleinreisen¬
de —»auch ein allein Reisender; eine
allein Reisende; zwei allein
Reisende <— ) Person, die eine Reise
ohne Begleitung unternimmt
Al|lejn|schuld: die; - ; - Schuld, die eine
einzelne Person trägt
Al|lejn|sein: das; -s; - Einsamkeit
al|lejn|se|lig|ma|chend —» alllein sejlig
mafchend: Adj. n. stg. <katn. Kircne>
einzig wahr, glücklich machend, Heil
bringend
al|lejn|ste|hend —» al|lein ste)hen<t
Adj. n. stg. ledig; nicht verheiratet;
ohne Lebenspartner(in)
Al|le|n|ste|hen|de —■. auch al|lejn Ste|-
henjde: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art. ein Alleinstehender;
eine Alleinstehende; zwei Alleinstehen¬
de —»auch ein allein Stehender; eine
allein Stehende; zwei allein Stehende
<— ) Person, die ledig, nicht verhei¬
ratet, ohne Lebenspartner(in) ist
AI|lejn|un)teijhal|teR der; -s; - weibl.
AJ|jsin|un|tet[hal|te|rin: die; - ; -nen
Künstlerin), Person, der/die ein Pu¬
blikum alleine unterhält, als einzige
Person eine Vorstellung bietet
al|le|mal: Adv. 1 ganz sicher »Das wird
er doch wohl allemal schaffen.« 2 ein
für allemal —> alle Mab [ugs.] ein
letztes Mal; nicht noch einmal; gewiß
al|len|falls/al|len|falls: Adv. 1 im besten
Falle 2 unter Umständen
al|lent|hal|ben/al|lent|hal|ben: Adv.
[geh.; veralt.] an jedem Ort; überall
aj|letjbest-: Adj. n. stg. allerbester; aller¬
beste; allerbestes 1 <verst.) etw. od.
jmd. ist an Qualität nicht zu übertref¬
fen 2 der, die, das allerbeste —> der,
die, das Allerbeste: nicht an Qualität
zu übertreffende Person, Gegebenheit
o.ä.
al|!eijdings/al|ler]djngs: Adv. 1 ein¬
schränkend festgestellt; jedoch »Al¬
lerdings muß ich sagen, daß er seine
Arbeit gut macht.« 2 <verleiht Nach¬
druck) ja, ganz gewiß
Alljeijgle —» Al|l|er|gie: <gr» die; - ; Al¬
lergien lallergpnj <Med.> überemp¬
findliche (seelische od. körperliche)
Reaktion des menschlichen Körpers
auf bestimmte Substanzen, Umwelt¬
einflüsse o. ä.
AII|er|gie|schock —» AI|l|er|gje|schoclc
<gr.; dt.> der; -fejs; -s u. -e Schockzu¬
stand des Körpers, der nach einer al¬
lergischen Reaktion eintritt
All|eijgi|ker —»■ Al|l|erjgi|ken <gr.; dt»
der; -s; - weibl. All[eijgi|ke|rin —» Al|-
l|er|gi|ke|rin: die; - ; -nen <Med.>
Mensch, der auf bestimmte Stoffe
(seelisch od. körperlich) überemp¬
findlich reagiert
all|er|gisch —» al|l|erjgisch: <gr.; dt»
Adj. <Med.> a) (seelisch od. körper¬
lich) überempfindlich reagierend
»Gegen Mückenstiche ist er
allergisch.« b) auf einer überempfind¬
lichen Reaktion beruhend
Al|ler[hej|li|gen: o. Art.; - ; - dcath. Kir¬
che) Fest (1. November), an dem der
Heiligen gedacht wird, Syn.: Allerhei¬
ligenfest
Al|ler|hej|li|gen]fest: das; -(ejs; -e dcath.
Kirche) Fest (1. November), an dem
der Heiligen gedacht wird, Syn.: Al¬
lerheiligen
Al|ler[hej|lig|ste —> Al|ler|hej|ligs|te:
das; -n; - 1 <kath. Kirche) a) Altar¬
raum b) geweihte Hostie 2 <Judentum>
bestimmter, ganz hinten liegender
Raum des Tempels in Jerusalem 3
cübertr.) das Zimmer des Chefs 4
<Sporp[ugs.]Tor
al|ler|lej: unbestimmtes Zahlwort; n.
dekl. verschiedenes
alflerjletzte: Adj. n. stg. [verst.] a) als
letztes Glied in einer Reihenfolge b)
etw. od. jmd. ist das allerletzte —»
52
Alttagstrott
etw. od. jmd. ist das Allerletzte: [ab¬
wert.] es gibt nichts, niemanden, der
schlechter, verabscheuungswürdiger
ist
Alllerlseellen: o. Art.; • ;- <kath. Kircho
Gedenktag zu Ehren der Verstorbe¬
nen
Allleriseellenfraa: der; ~(e)s; -e <kath.
Kircho Tag, an dem der Verstorbe¬
nen gedacht wird
al|ler[we|ge{n)/al|lertwegs/al|le|we|ge:
Adv. [landsch., sonst veralt.] zu jedem
Zeitpunkt u. an jedem Ort; immer u.
überall
Al|ler|welts-: Wortbildungselement +
Substantiv [ugs.] nichts Besonderes;
etw. Alltägliches, sehr Normales; sehr
üblich, gewöhnlich; wenig auffällig
Al|ler|welts|ge|8fchb das; -(e)s; -er
[ugs.] kein auffälliges Gesicht; durch
nichts auffällig geprägtes, sondern
durchnittliches Gesicht
Al|ler]welts|keii: der; -(ejs; -e Person,
die sich in vielen Sachen auskennt,
vieles tut
Al|ler1w0tt8|mrtltel: das; -s; - etw., was
gegen vieles hilft
Al|lerjwerfte|ste —» Al|ler|wer]tos|tec
der; -n; -n [ugs.] Po; GesäQ
al|les: Indefmitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort a) nichts auslassend, gesamt
»Er möchte alles.« b) alias in allem:
zusammen betrachtet
al|le|samt: Indefinitpron. u. unbestimm¬
tes Zahlwort keinen auslassend; alle
zusammen
Al|les|bren|ner: der; -s; - Ofen, der für
viele Brennstoffe geeignet ist, mit vie¬
len unterschiedlichen Brennmateria¬
lien betrieben werden kann
A)|les|freslssr: der; -s; - <Bio.> Lebewe¬
sen, das Pflanzen u. tierische Nah¬
rung verzehrt
Al|les|kle|ber: der; -s; - Klebstoff, der
viele Stoffe miteinander verbinden
kann
Al|les|lcöii|ner: der; -s; - weibl. Al|les|-
kön|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
viele verschiedene Fertigkeiten, Fä¬
higkeiten besitzt
al|lejweige/al|le(twe]ge(nyal|lar|wegs:
Adv. [landsch., sonst veralt.] zu jedem
Zeitpunkt u. an jedem Ort; immer u.
überall
al|lez!: </r> /alle/ Interj. a) [landsch.,
sonst veralt.] geh!; los! b) alloz hopp:
[ugs.] los, vorwärts!; nun mach,
macht schon!
al|le|zelt/all|ze|t: Adv. zu jedem erdenk¬
lichen Zeitpunkt; zu jeder Zeit; immer
all|fil|lig: Adj. n. stg. [österr.; Schweiz.]
a) unter bestimmten Umständen b)
gegebenenfalls; vielleicht c) höchstens
allgfem).: Abk. allgemein
All|gäu: das; -s; - eine Region der Voral¬
pen
ail|ge)gen)wär]ttg/all|g«|gen]wär]tlg:
Adj. n. stg. 1 <Religion> Gottes Fähig¬
keit, Eigenschaft, überall zu sein 2 zu
jedem Zeitpunkt u. an jedem Ort
(vorhanden)
aH|ge{maln: Adj. 1 für viele gültig; ver¬
breitet »Das ist die allgemeine
Meinung.« 2 nicht in Einzelheiten ge¬
hend 3 im allgemeinen —>- im
Allgemeinen: normalerweise
—> all|ge|mein bildend s. allgemein¬
bildend ’
—»• all|ge|mein gültig: s. allgemeingül¬
tig
—«■ all|ge|mein ver|bind|lichc s. allge¬
meinverbindlich "
—» all|ge|mein verjständ|liclc s. allge¬
meinverständlich
All|ge|meinjarzt: der; -es; -ätzte weibl.
All|ge|mmn|ärz|tln: die; - ; -nen
<Med.> Facharzt, Fachärztin, der/die
sich auf vielen Gebieten der Medizin
auskennt, Krankheiten diagnostiziert
u. behandelt ohne eine bestimmte
Spezialisierung
All|ge|main|be|fin|den: das; -s; - allge¬
meine, gesamt betrachtete körperli¬
che u. geistige Verfassung eines Lebe¬
wesens, Syn.: Allgemeinzustand
AII|ge|me[n|be|sHz: der; -es; -e Eigen¬
tum, das der Allgemeinheit, nicht ei¬
ner einzelnen Person gehört
all|ge|mein|bil|dend —> all|ge|mein bil|-
dend Adj. n. stg. a) die Bildung der
Öffentlichkeit betreffend b) Allge¬
meinbildung, elementares Wissen leh¬
rend
All|ge|main|bi!|dung: die; - ; - grundle¬
gende, nicht fachlich orientierte Bil¬
dung *
all|ge|mein|gül|tig —» all|ge|mein gül|-
tig: Adj. n. stg. für alle u. zu jedem
Zeitpunkt gültig, verbindlich »Diese
Vorschrift ist allgemeingültig.«
All|ge|mein|gufc das; -(e)s; - geistiges
Wissen, das jeder besitzt, das jedem
zugänglich ist
Ail|ge|mein|helt: die; - ; -en 1 o. PI. das
gesamte Volk; alle Bürgerinnen) 2 o.
PI. Unbestimmtheit; Unverbindlich¬
keit 3 allgemeine Redensarten, Äuße¬
rung
All|ge|mejn|me)dl|zln: die; - ; - <Med.>
Fachrichtung der Medizin, die sich
mit jeglicher Art von Krankheit, ihrer
Behandlung u. Vorsorge beschäftigt
All|ge|mein|platz: der; -es; -platze (m.
PI.) Floskel; nichtssagende Reden¬
sart
all|ge|mein|veijblnd|lich —> all|ge|mejn
ver|bind|lich: Adj. n. stg. für jeden,
alle gültig, verbindlich »Diese Anord¬
nung ist allgemeinverbindlich.«
all|ge|mein|veijständ|lich —> all|ge|-
mein veijständ|lichc Adj. n. stg. für je¬
den, alle (leicht) zu verstehen, faßbar
All|ge|mejn|wis|sen: das; -s; - Kenntnis
vieler Dinge, Sachverhalte des alltäg¬
lichen Lebens; Wissen der Allgemein¬
bildung, durch grundlegende Bildung
erworben
AII|ge|me|n|wohl: das; -(e)s; - Wohlbe¬
finden aller (Bürger)
All|ge]mein|zu|stand: der; -(e)s; -zu¬
stande (PI. s.) allgemeine, gesamt be¬
trachtete körperliche u. geistige Ver¬
fassung eines Lebewesens
all]ge|wal|tig: Adj. n. stg. Gewalt über
alles besitzend
All|heil|mit|tel: das; -s; - etw., was bei
vielen Beschwerden hilft
all|hjeR Adv. [veralt.] hier
Al|li|anz: dat.-fr.y die; -; -en Zusammen¬
schluß; Bündnis (z. B. zwischen Staa¬
ten)
AI|li|gaftor dat.-span.-enßh der; -s;
Alligatoren krokodilartiges Reptil
Al|li|igr]te: <lat.-fr.> der; -n; -n (m. Pl.)
(mit unbestimmtem Art.: ein Alliier¬
ter; eine Alliierte; zwei Alliierte) a) in
einer Allianz politisch Verbündete b)
n. Pl. verbündete Kriegsgegner
Deutschlands im 2. Weltkrieg
A!|li|te|rattl|gn: flat» /alliterazion/ die;
- ; -en <Sprachwiss.> gleicher Anlaut
von mehreren, kurz aufeinanderfol¬
genden Wörtern; Stilmittel »'hier u.
heute', 'drunter u. drüber’, ’Roßu. Rei¬
ter’sind Alliterationen.«
all].: Abk. alljährlich
allpährflich: Adj. n. stg. sich jedes Jahr
wiederholend
All|macht die; - ; - [geh.] uneinge¬
schränkte Macht über jeden u. alles
all|müch]tig: Adj. n. stg. Macht besit¬
zend; über alles u. jeden herrschend
all|mih|lich: Adj. n. stg. langsam; nach
u. nach »Allmählich lernte das Kind
schreiben.«
All|meind/All|mend/All|men|de: die; - ;
Allme(i)nden Land, das der ganzen
Gemeinde gehört u. gemeinsam ge¬
nutzt u. bewirtschaftet wird, Syn.:
Gemeindeflur; Gemeindegut
all]mg|nat|lich: Adj. n. stg. jeden Monat
vorkommend, auftretend, erfolgend
»Er bekam seinen Lohn allmonatlich.«
aH|mor|gafl<l|lich: Adj. n. stg. jeden
Morgen vorkommend, auftretend, er¬
folgend
all|n§chtjlich: Adj. n. stg. jede Nacht
vorkommend, auftretend, erfolgend
AI|lo|tria AI|lo|t|riac <gr.> das; -s u. ~ ;
- dumme, laute Albernheiten, Lärm
All[par|tel|en|re|gie|rung: die; - ; -en
<Pol.> Regierung, bei der sämtliche
Parlamentsparteien mitbestimmen
All|rad|an|trieb: der; -(e)s; -e <Technik>
Antrieb, bei dem alle am Fahrzeug
befindlichen Räder direkt betrieben
werden
All|roun|der: tengh /olraunder/ der; -s;
- Person, die Wissen u. Fähigkeiten
auf vielen Gebieten besitzt
Alllroundlman: <engh /olraundmen/
der; -s; Allroundmen Person, die auf
vielen Gebieten Wissen u. Fertigkei¬
ten besitzt
Alllroundlsportller: /olraund-/ der; -s; -
weibl. Alllroundlsportllelrin: die; - ;
-nen Person, die unterschiedlichste
Sportarten beherrscht, betreibt
all|sel|tig: Adj. n. stg. von sämtlichen
Richtungen (her); allgemein
all|seits: Adv. von u. nach allen Rich¬
tungen; überall »Er war allseits be¬
liebt.«
All|tag: der; -(e)s;-e (Pl. s.) 1 Wochen¬
tag, an dem gearbeitet wird (Montag
bis Freitag in Ländern, wo der Ruhe¬
tag der Sonntag ist) 2 o. Pl. der nor¬
male, gewöhnliche Tagesablauf
all|täg|lich/atl|täg|lich: Adj. völlig ge¬
wöhnlich; häufig zu sehen o. ä.
allftags: Adv. an den Tagen, an denen
gearbeitet wird »Alltags gehen wir sel¬
ten aus.« Syn.: wochentags; werktags
AII|tags|soijgen: die (Pl.) kleine Küm¬
mernisse, Probleme von nicht großem
Ausmaß, die im Alltag, normalen Le¬
ben Vorkommen
AU|tag*|spra|che: die; - ; - im normalen
Leben verwendete Sprache, die zwi¬
schen der Hochsprache u. der Um¬
gangssprache einzuordnen ist
Alijtage|trott: der; -(e)s; -e (Pl. s.) Ta¬
gesablauf, der sich Tag ein, Tag aus,
jeden Tag wiederholt
53
Alttagsverstand
All(tags|ver|stand: der; -(e)s; - gewöhn¬
liche, normale, dem Durchschnitt
entsprechende Denkfähigkeit
all|über[all: Adv. (geh.; veralt.] an allen
- Orten; wirklich überall
all|um(fas|send: Adj. n. stg. [geh.] sich
mit allem u. allen befassend; alles um¬
fassend
Al|lü|re: dat.-fro die; - ;-n(m. PL) nega¬
tiv bewertete Eigenschaften, Ange¬
wohnheiten
All|ya|ter: der; -s; - (meist o. Art.) <Reli¬
gion> Gott
all(wis|send: Adj. n. stg. Kenntnisse
über alles besitzend; von allem Ah¬
nung habend
All|wis|sen|heifc die; - ; - Kenntnis über
alles
all|wö|chent)lich: Adj. n. stg. jede Wo¬
che vorkommend, auftretend, erfol¬
gend
all|zeit/al|le|zert: Adv. zu jedem erdenk¬
lichen Zeitpunkt; zu jeder Zeit; immer
all|zu: Adv. <verst.> übertrieben; zu sehr;
zu viel »Diese Aktion ist allzu ge¬
wagt.«
all|zu- —» all|zu + Wortbildungsele¬
ment (überführt Adjektive bei Zusam¬
mensetzungen in die Wortart des Ad¬
verbs; wird ein Adj. in Verbindung mit
'allzu dekliniert od. gesteigert, werden
beide Wörter getrennt geschrieben
—> immer getrennt geschrieben<— )
verstärkt Adverbien u. Adjektive in
ihrer inhaltlichen Aussage »Allzugut
ist die Hose nicht mehr. Aber: Die all¬
zu gute Hose solltest du nicht zur Gar¬
tenarbeit tragen.«
—»■ all|zu bald: s. allzubald
—*■ all|zu früh: s. allzufrüh
—» all zu gern(e): s. allzugem(e)
—* all)zu groß: s. allzugroß
—* alt|zu gut: s. allzugut
—» all|zu Tang/all|zu lan|ge: s. allzu-
lang/allzulange
—> all|zu leicht: s. allzuleicht
—*■ alllzu mensch|lich: s. allzumensch¬
lich ~
—*■ all|zu oft: s. allzuoft
—» all zu schnell: s. allzuschnell
—* all zu sehr: s. allzusehr
—* all zu selben: s. allzuselten
—> all zu viel: s. allzuviel
—* all zu weit: s. allzuweit
all|zü]bald —» all|zu bald: Adv. inner¬
halb sehr kurzer Zeit; (viel) zu früh
all|zu|früh —» all|zu früh: Adv., (sehr
viel) zu früh ~ _
all|zu|gernfe) —* ail|zti gern(e): ) allzu
gern Adv. sehr gerne; äufierst gern
all|zu|groB —» aN|zu groß: Adv. viel zu
groß »Allzugroß sollte der Pullover
nicht sein.«
all|zu|gut —*- all|zu gut: Adv. viel zu gut
aH(zujtang/alf|zu|lan|ge —»■ alljzu lang/
all|zu lan|ge: Adv. (räumlich od.'zeit¬
lich) viel zu lang »Allzulang werden
wir nicht mehr bleiben können.«
all|zu|leicht —>• all|zu leicht: Adv. viel
zu leicht »Allzuleicht wird uns der
Lehrer die Arbeit nicht machen.«
all|zu|mal: Adv. 1 alle (miteinander),
ohne eine Ausnahme 2 immer
aU|zu|mensch|lich —> all|zu mensch|-
- lieh: Adv. viel zu menschlich, ver¬
ständlich
aH|zu|oft —» all|zu oft: Adv. viel zu häu¬
fig
all|zu|schnell —> all|zu schnell: Adv.
viel zu schnell »Fahr nicht allzu¬
schnell, hier wird oft kontrolliert.«
all|zu|sehr —» all|zu sehr: Adv. viel zu
stark; zu sehr- -
all|zu|sel|ten —> all|zu sel|ten: Adv. viel
zu selten, nicht oft genug
all|zu|viel —> all|zu viel: Adv. sehr sehr
viel, viel zu viel »Gib ihm nicht allzu¬
viel davon, sonst wird ihm schlecht.«
allfzufwelt —» all|zu weit: Adv. viel zu
weit »Allzuweit sollte elie Fahrt für ein
Wochenende nicht gehen.«
Alm: die; ~ ; -en Bergweide »Im Sommer
weiden die Kühe auf der Alm.«
Al|ma majter —> Aljma Majter: dato
die; -; - Universität; Hochschule
Alm|ab|trieb: der; -(e)s; -e das Hinab¬
führen, -treiben des Viehs von der
Alm ins Tal zur Überwinterung (in
die Ställe)
Al|ma|nach: dat.-niederlo der; -s; -e
<Buchw.> a) kalendarisches Jahrbuch
mit Texten aus unterschiedlichen
Sachgebieten (z. B. Theater, Litera¬
tur, Mode o. ä.) b) Verlagskatalog
mit Textproben aus der Jahrespro¬
duktion
Alm|auf(trieb: der; -e Hinauffüh¬
ren, -treiben des Viens auf die Alm,
Bergweide
Al|men|rausch/Alm|rausch: der; -(e)s;
- [süddt.; österr.] eine in höheren La¬
gen der Alpen verbreitete, hellrot blü¬
hende Pflanze, die mit dem Rhodo¬
dendron verwandt ist, Syn.: Almrose,
Alpenrose
Alm|hüt|te: die; - ; -n Haus, Gebäude,
das auf einer Alm steht, Syn.: Alp¬
hütte
AI|mo|sen: (gr.-lato das; -s; - 1 kleines
Geschenk, etw. Geld (meist Münzen)
für jmdn., der wenig Besitz hat »Er
gab dem Bettler ein Almosen.« 2 unan¬
gemessen geringe Bezahlung
AJ|mo|sen|emp|fän|ger: (gr.-lat.; dt.>
der; -s; ~ [abwert.] Person, die eine
kleinere Gabe, eine (geringe) finan¬
zielle Unterstützung oft dadurch er¬
hält, daß er bei jmdm. Mitleid erregt
Alm|rausch/Al[men(rausch: der; -(e)s;
- [süddt.; österr.] eine in höheren La¬
gen der Alpen verbreitete, hellrot blü¬
hende Pflanze, die mit dem Rhodo¬
dendron verwandt ist, Syn.; Almrose;
Alpenrose
Almjro|se: die; - ; -n <süddt.; österr.»
Pflanze, die als rotblühender Strauch
in Hochgebirgsregionen wächst,
Syn.: Almrausch; Almenrausch
Aloe —A|loe: (gr.-lato /alo-e/ die; - ;
-n a) lilienartige Pflanze 2 Saft der
Aloe, der häufig (als Feuchtigkeits¬
spender) in Kosmetika vorkommt
Alp: die; - ; -en Hochgebirgsweide; Alm
Alp/Al|pe: die; ~ ; Alpen Bergweide;
Alm
Alp —* auch Alb: der; -(e)s; -e 1 unheil¬
bringendes mythisches Nachtwesen 2
o. PI. [geh.] seelische Beklemmung,
Angstgefühl
Al|pac|ca/Al|pa|ka: das; -s; - Neusilber
Al|pa|ka: (Indian. Spr.-span.) das; -s; -s
a) südamerikanische Lamaart mit
langem schwarzem od. schwarzbrau¬
nem Fell (in den Anden
vorkommend) b) o. PI. die Wolle, die
durch das Scheren von Alpakas ge¬
wonnen wird c) o. PL Tuch aus Alpa¬
kawolle, gemischt mit Baumwolle
Al|pa|ka: der; -s; - Gewebe in einer spe¬
ziellen Webart
AI|pa|ka: die; ~; - aus Wollmischgewebe
gewonnene Reißwolle
Al|pa|ka/Al|pac|ca: das; -s; - Neusilber
Alpdrücken (Alp(driik|ken) —* auch
Alb|drü|cken: das; -s; - Furcht, die im
Schlaf (durch einen Traum ausgelöst)
empfunden wird
Alpe/Al|p: die; -; -en Bergweide; Alm
Aljpen: die (PL) höchstes Gebirge im
Süden Mitteleuropas
A!|pen|glü|hen: das; -s; - rotleuchtender
Lichtreflex, ausgehend von den Gip¬
feln der Alpen beim Sonnenunter¬
gang
AI|penP|ger der; -s; - 1 Person, die in
den Alpen Wild aufspürt u. erlegt 2
Person, die den italienischen u. fran¬
zösischen Gebirgstruppen angehört
Al|pen|land: das; -(e)s; - Gebiet der Al¬
pen
Al|pen|pa8 —> Alfpenfpass: der; -pas¬
ses; -passe Bergübergang, der durch
die Alpen führt
Al[pen|re|pu|blik —» Al|pen|re|pu|b|lik:
die; - ; - [ugs.; meist abwert.] Öster¬
reich
AI[pen|ro|se: die; - ; -n Pflanze, die als
rotblühender Strauch in Hochge¬
birgsregionen wächst, Syn.: Alm¬
rausch
Al|pen|veil|chen: das; -s; - Pflanze, die
zu den Primelgewächsen gehört, gro¬
ße runde bis herzförmige Blätter hat
u. in verschiedenen Farben blüht
Al|pen|verjein: der; -s; - Zusammen¬
schluß von Personen, die Bergsteigen
u. Wandern im Hochgebirge unter¬
stützen sowie für die Erschließung u.
Erforschung des Hochgebirges eintre¬
ten u. dazu einen Beitrag leisten wol¬
len
AI|pen|vor|land: das; -(e)s; - Land, das
im Norden vor den Alpen liegt
Afph.: Abk. Alphabet
alph.: Abk. alphabetisch
Al|pha: <hebr.-gr.i /alfa/ das; - u. -s; -s
erster Buchstabe des griechischen Al¬
phabetes
Al|pha|bet: (gr.-lato /alfabet/ das; -(e)s;
-e (das) ABC; die Buchstabenreihe;
Reihenfolge der Schriftzeichen einer
Sprache
al|pha|be|tisch: <gr.-lat.; dt.> /alfa-
betisch/ Adj. n. stg. der Reihenfolge
der Buchstaben im Alphabet folgend;
von A bis Z nacheinander geordnet,
angeordnet
al|pha|be|tl)sje)r»n: <gr.-lat.; dt.> /alfa-
betisüen/ alphabetisierst; alphabeti¬
siertest; hast alphabetisiert 1 etw. der
Reihenfolge der Buchstaben im Al¬
phabet entsprechend ordnen 2 einer
Person, die weder lesen noch schrei¬
ben kann, dieses beibringen
Al|pha|be|tl|sie|rung: (gr.-lat.; dto /alfa-
betisirung/ die; - ; -en 1 das Alphabe¬
tisieren, das Ordnen von Buchstaben
nach der Reihenfolge der Buchstaben
im Alphabet 2 Lesen- u. Schreiben¬
lehren
al|pha|nu|me|iisch: (gr.-lat.> /alfa-/ Adj.
n. stg. <EDV> Zeichen, die nicht nur
Zahlen, Ziffern, sondern auch Buch¬
staben enthalten
54
Altbaumodernisierung
Al|pha|teil|chen: <gr.-lat.; dt.> /alfa-/
das; -s; - <Physik> Teilchen, das bei
dem Zerfall radioaktiver Elemente
ausgesendet wird
Alp|horn: das;-(e)s; -hömer Blasinstru¬
ment, das eine Länge von bis zu 4 m
haben kann u. vorwiegend in den Al¬
pen vorzufinden ist
Alp|hüt|te: die; - ; -n auf der Alp, Alm,
Bergweide stehendes Gebäude, Syn.:
Almhütte
al|p$n: <lat.> Adj. n. stg. 1 a) im Hochge¬
birge auftretend b) die Alpen betref¬
fend 2 <Sport> den SkislaJom, Skiab¬
fahrtslauf betreffend 3 das Bergstei¬
gen in den Alpen betreffend
Al|pi|nis|mus: der; ~ ; - das Bergsteigen
in den Alpen
Al|pi|nist der; -en; -en weibl. Al|pi|nj|stin
—> Al|pl|nis(tin die; - ; -nett Person,
die die Alpen besteigt
Al|pi|ni]stlk—> Ai|pi|n|s|tilcdie; -; -das
(oft sportlich betriebene) Bergsteigen
in den Alpen »Die Alpinistik war sein
Hobby.«
Alptraum —» auch Alb|traum: der;
-(ejs; -träume 1 schlechter, bedrük-
kender Traum, der Furcht, Angst
auslöst »Ich habe häufig Alpträume, in
denen ich verfolgt werde.« 2 [ugs.]
schlechte, unliebsame Person, negati¬
ves Ereignis
Allraun: der; -(e)s; -e /Allraulne: die; - ;
•n 1 Bezeichnung für die Alraunwur¬
zel, die in ihrer Form einem Men¬
schen ähnlich sieht od. dahingehend
bearbeitet wurde u. die angeblich
Zauberkräfte für Reichtum u. Glück
besitzt 2 PI. Alraune Wesen, das Zau¬
berkräftehat
Allraunlwurlzel; die; - ; -n Nachtschat¬
tengewächs, dessen giftige Wurzel in
der Volksmedizin verwendet wird
als: Konj. I zeitlich a) bezeichnet vorwie¬
gend, daß etw. zur gleichen Zeit, aber
auch, daß etw. vorher od. später er¬
folgt »Als ich ihn sah, bin ich schnell in
ein Geschäft gelaufen.« b) bezeichnet
in Verbindung mit einer erklärenden
Angabe der Zeit, daß etw. geschieht,
erfolgt II modal in Gliedsätzen u.
Satzteilen 1 setzt etw. im Falle einer
Unterschiedlichkeit miteinander in
Beziehung, in Bezug a) einer Verstär¬
kung, einer Komparation nachgestellt
Er ist größer als ich.« b) nach bestimm¬
ten Wörtern, die einen Gegensatz be¬
zeichnen, wie ‘umgekehrt’, ('alles')
ändere', 'kein', 'niemand', 'nichts' C)
einem Fragepron., einer Frage nachge¬
stellt, oft in Verbindung mit Wörtern
wie 'sonst', 'überhaupt' d) mit dem
Wort 'wie' einer Verstärkung, einer
Komparation nachgestellt od. in festen
Verbindungen »Schlechter kann das
Wetter an dem Urlaubsort gar nicht
sein, als (wie) es hier ist.« 2 setzt etw.
im Falle einer Gleichheit in Sätzen,
wo etw. verglichen wird, miteinander
in Beziehung, in Bezug a) im Ver¬
gleich mit etw., häufig gefolgt von den
Wörtern ‘ob’, ‘wenn’, meist im Kon¬
junktiv stehend b) mit dem Wort ’wie’
einer Verstärkung, einer Komparation
nachgestellt od. in festen Verbindun¬
gen »Er ist doppelt so hungrig als
(wie) er.« 3 etw. einschränkend, oft in
Verbindung mit den Wörtern 'inso¬
weit', 'insofern’ »Ich werde dir helfen,
insoweit als es meine Zeit erlaubt.« 4
[veralt.] eine Auflistung, Aufzählung
einleitend 5 eine (weitere) Erklärung,
Spezifizierung des Bezugswortes ein¬
leitend »Deine Pflicht als Anwalt ist
es, die Klienten umfassend zu bera¬
ten.« 6 einen Grund bezeichnend, in
der Verbindung mit 'umso', 'desto' +
einem Komparativ, einer Verstärkung
Die Überschwemmung war um so
schlimmer, als zu der Schneeschmelze
auch noch Regen dazukam.« 7 ein Er¬
gebnis, eine Konsequenz, eine Folge
bezeichnend in Verbindung mit ’zu’
als Verstärkung zu dem folgenden
Adj. u. ’als’ in Verbindung mit nach¬
gestelltem ’daß’
als|bald: Adv. [geh.; veralt.] sobald wie
möglich; nach kurzer Zeit »Er blieb
nicht lange sitzen, denn alsbald wollte
er weiter fahren.«
als|bal|dig: Adj. n. stg. [amtssprl.] so¬
fort; sogleich; unmittelbar »Die Le¬
bensmittel sind für den alsbaldigen
Verbrauch bestimmt.«
alsjdann: Adv. [geh.; veralt.] 1 danach;
sodann; darauf; hierauf 2 [österr;
süddt.; ugs.] also, also dann »Alsdann,
macht es gut, bis zum nächsten Mal.«
al|so: I Adv. 1 demnach; folglich »Ich
kann sie nicht ausstehen, also gehe ich
auch nicht zu ihrer Geburtstagsfeier.«
2 a) leitet eine Aufzählung von etw.
ein, das vorher nur allgemein, in ei¬
nem Oberbegriff genannt worden ist
»Den Konsum von Drogen, also Alko¬
hol, Nikotin, Heroin usw., verurteile
ich.« b) leitet eine Fortführung (eines
Gedankens o. ä.) ein »Also, mit dem,
was ich oben sagte, meine ich, daß ...«
3 <verst.> [veralt.] so »Also sprach Gott
der Herr...« II Partikel verleiht einer
Frage, Aufforderung o. ä. Nachdruck
»Also, was ist jetzt?« III na also: Aus¬
druck dafür, daß jmd. etw. getan hat,
etw. kann, obwohl er vorher zögerte
al|so|glejch: Adv. [geh.; veralt.] sofort;
unmittelbar
Al|sterjwas|ser —> Als|teijwas|ser:
das; -s; -wässer u. [ugs.] - Mixge¬
tränk aus Bier u. weißer Zitronenli¬
monade od. Orangenlimonade
Alt dr.> der; -s; -e (PI. s.) <Musik> tiefe
(Frauen-)Stimme
alt: Adj. älter; älteste 1 a) <Lebewesen>
im Hinblick auf die Lebensdauer be¬
reits viele Jahre lebend, existierend
»Der Vogel ist alt u. wird bald
sterben.« b) im Vergleich zu Gleichar¬
tigem bereits lange bestehend, existie¬
rend 2 wie immer; gewohnt »Immer
das alte Lied, sie schimpft u. meckert
ständig.« 3 von einer früheren Zeitstu¬
fe stammend 4 seit vielen Jahren » Wir
sind alte Freunde.« 5 bekannt (u. da¬
her langweilig) »ein alter Witz« 6 alt
aussehen: [ugs.] eine schwache Posi¬
tion einnehmen; einen schlechten Ein¬
druck machen »Gegen den Mittelstür¬
mer der Gegner sah er ganz schön alt
aus.« 7 alt u. jung —* AK und Jung:
jeder; sehr viele Leute unterschiedli¬
chen Alters »Alt u. jung vergnügten
sich am Strand.« 8 er ist ganz der alte
—> er ist ganz der AKe: er ist unver¬
ändert, so wie immer 9 beim aHen
bleiben —* beim ARen bleiben: so
bleiben, wie es war 10 aK u. grau wer¬
den können: viel Geduld aufbringen
müssen, sehr lange (u. vergebens)
warten »Bring dich in Erinnerung,
sonst wirst du alt u. grau werden, ehe
du befördert wirst.« 11 (irgendwo)
nicht alt werden: [ugs.] nicht lange
(an einem Ort) bleiben; nur kurz blei¬
ben »Auf der Party sind nur blöde Leu¬
te, da werd' ich nicht alt!« 12 [ugs.] a)
Alte Dame: Bezeichnung für ehe Mut¬
ter b) AKer Hern Bezeichnung für den
Vater c) AKe Herrschaften: Bezeich¬
nung für die Eltern 13 aK wie
Methusalem: [ugs.] äußerst alt 14 aus
aK mach neu —» aus Alt mach Neu:
etw., was verbraucht, alt ist, wieder
herrichten 15 AK werden will jeder,
äRer werden niemand: ein hohes Al¬
ter (möglichst in Gesundheit) zu er¬
reichen, wünscht sich jeder, aber man
möchte dabei möglichst jung, jugend¬
lich aussehen 16 Jeder ist so aK wie
er sich fühlt: nicht auf das Alter,
sondern auf die Lebenseinstellung
kommt es an 17 Alte Bäume lassen
sich nicht biegen: alte Menschen
kann man nicht mehr ändern, erzie¬
hen 18 AKe Liebe rostet nicht was
od. wen man einmal sehr geliebt hat,
vergißt man nicht, bleibt einem im¬
mer in Erinnerung 19 Alte Vögel sind
schwer zu rupfen: alte, erfahrene
Menschen kann man nicht so leicht
hintergehen, täuschen
Al|tan: dat.-it.) der; -(e)s; -e <Archit.>
ein durch Säulen gestützter Balkon.
aK|an|ge|se|hen: Adj. n. stg. (sich) über
einen langen Zeitraum bewährt, ge¬
schätzt
Al|tar: daU der; -(e)s; Altäre 1 erhöht
aüfgebauter Tisch (in der Kirche), an
dem religiöse Handlungen stattfmden
2 zum Altar führen: (kirchlich) heira¬
ten
A!|tar|bild: <lat.; du das; -(e)s; -er ein
(religiöses) Bild, das am od. über dem
Altar angebracht ist
Ai|tar|ge|rät: dar.; du das; -(e)s; -e
schmückender od. für einen Gottes¬
dienst gebräuchlicher Gegenstand
beim Altar stehen
A!|tarjraum: dar.; du der;-(e)s; -räume
Teil, Raum einer Kirche, in dem der
Altar steht
Al|taijtuch: dar.; du das; -(e)s; -tücher
(weißes) Tuch, das über den Altar ge¬
breitetist
Al|ferjwein: dar.; dt.) der;-(e)s; -e Wein,
der das Blut Christi symbolisiert u.
beim Abendmahl gereicht wird
Attb.: Abk. Altbau
aKfbacken (alt|bak|ken —* altjba|-
cken): Adj. n. stg. 1 (Backwaren) alt,
zu lange gelegen »Das Brot ist
altbacken.« 2 [abwert.] nicht aktuell
»Sieht sie immer noch so altbacken
aus?« 3 dibertr.) altmodisch einge¬
stellt »Sie hat altbackene Ansichten.«
AK|bau: der; -(e)s; -bauten Haus,
Wohngebäude, das schon vor länge¬
rer Zeit erbaut wurde, Ant.: Neubau
AK|bau|eR der: -n; -n weibl. AH|bäu(e)|-
rin —> AK|bäu|e|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die der älteren Bauerngeneration
auf dem Hof angehört
Altjbau|mojderjni|sie)rung: die; - ; -en
die (teilweise) Erneuerung od. Aus¬
55
Aftbausaniening
stattung mit neueren technischen,
zeitgemäßen Dingen o. ä. von Alt¬
bauten, von Wohnungen in Altbau¬
ten
Alt|bau|sa|niejmng: die; ~ ; -en Mängel¬
behebung bei Altbauten od. (teilwei¬
se) Erneuerung od. Ausstattung mit
neueren technischen, zeitgemäßen
Dingen o. ä. von Altbauten, von
Wohnungen in Altbauten
Alt)bau|wgh|nung: die; - ; -en Woh¬
nung, die sich in einem Altbau befin¬
det
alt|be(kannt: Adj. altbekannter; altbe¬
kannteste schon seit langer Zeit be¬
kannt
alt|be|währt: Adj. altbewährter; altbe¬
währteste Adj. seit langer Zeit nütz¬
lich, für gut befunden, bewährt »Die
Methode ist altbewährt.«
AK|bien das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
dunkles obergäriges Hopfengetränk
Altlblock|fl5|te: die; • ; -n Blockflöte,
die in tiefer Tonlage (= Altlage) ge¬
stimmtist
Alt[bun|des|kanz|1er. der; -s; - Bundes¬
kanzler, der nicht mehr im Amt ist,
aber noch lebt
Att|bun|des|prä|si|dent: der; -en; -en
Bundespräsident, der nicht mehr im
Amt ist, aber noch lebt
alt|deutsch: Adj. n. stg. charakteristisch
für die frühere Zeit (ca. 15. u. 16.
Jhd.) in Deutschland, aus ihr stam¬
mend
Al|te: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Alter; eine Alte; zwei
Alte) 1 Person, die von den Lebens¬
jahren her alt ist 2 [ugs.; salopp] Be¬
zeichnung für die Mutter od den Va¬
ter od. für die Eltern zusammen
»Mein Alter, meine Alte ist wütend. •
Meine Alten sind wütend.« 3 [ugs.; sa¬
lopp] (unhöfliche) Bezeichnung für
den Chef, die Chefin »Da kommt die
Alte wieder, um zu kontrollieren.« 4
[ugs.] Bezeichnung für den Ehepart¬
ner »Meine Alte, mein Alter kommt
mit.« 5 nur weiblich <Zool.> weibliches
Tier, das Junge hat 6 nur männlich
[österr.] Wein, der ausgegoren ist 7
(jeweils auf ein Jahr bezogen» die letz¬
ten Getreidehalme, die gebündelt sind
8 ganz der alte, die alte sein —» ganz
der Alte, die Alte sein: wieder od. im¬
mer noch so wie früher sein 9 Wie die
Alten sangen, sungen, so zwit¬
schern schon, auch die Jungen: Was
jmd. als Kind von den Eltern, Älte¬
ren, gehört, gesehen, gelernt hat,
spricht, ahmt er nach, übernimmt er
(häufig für sein eigenes Leben) 10 Alte
soll man ehren, Junge soll man leh¬
ren, Weise soll man fragen, Narren
vertragen: alten Menschen soll man
gebührenden Respekt entgegenbrin¬
gen, jungen Menschen soll man mit
Rat u. Tat zur Seite stehen, auf kluge,
weise Menschen soll man hören, ihren
Rat einholen u. beherzigen bei einfäl¬
tigen Menschen soll man Geduld auf¬
bringen
Alfte: das; -n; - a) etw., was alt ist, aus ei¬
ner früheren Zeit stammt b) beim al¬
ten bleiben —> beim Alten bleiben:
es ändert sich nichts c) es, alles beim
alten lassen —> es, alles beim Alten
lassen: nichts verändern (mögen) d)
am alten hängen —» am Alten
hängen: an Dingen, Zuständen, die
aus früheren Zeiten stammen, hän¬
gen, sie nicht aufgeben mögen
a!t|ehrtwiir|dig: Adj. [geh.] aufgrund des
Alters verehrungswürdig
ait]gjn|ge|führt: Adj. alteingeführter; alt-
eingeflihrteste sich schon lange Zeit
bewährend u. als geeignet erschei¬
nend
alt|ein|ge|ses|sen: Adj. n. stg. seit lan¬
gem, seit Generationen an einem Ort
beheimatet, wohnhaft
Aft|eifsen: das; -s; - Eisen, das wieder¬
verwertet werden kann
Al|ten|heim: das; -(e)s; -e Wohnmög-
lichkeit für ältere Leute, die dort auch
gepflegt u. versorgt werden
Al[ten|hil[fe: die; - ; - Versorgung u. Be¬
treuung alter Menschen, die Hilfe be¬
nötigen, finanziert durch öffentliche
Mittel
Al|ten|pfle|ge: die; - ; - Unterstützung
(Betreuung, Versorgung, Beistand o.
ä.) alter Menschen zu Hause od. in
Heimen *
Al|ten|pfle[gen der; -s; • weibl. Al(ten|-
pfle|ge|rin: die; - ; -nen Person, die
den Beruf hat, alte Menschen zu be¬
treuen, zu pflegen, zu versorgen o. ä.
Al|ten|teil: das; -(e)s; -e 1 verbleibender
Eigenanteil eines Besitzes, meist eines
Guts, Bauernhofs, nach der Überga¬
be an die nächste Generation 2 sich
aufs Altenteil setzen: nicht mehr ar¬
beiten (u. nicht mehr aktiv am öffent¬
lichen Leben teilnehmen)
AI|ten|wohn|heim: das; -(e)s; -e Wohn-
möglichkeit für alte Leute, die dort
gleichzeitig auch betreut u. versorgt
werden
AI|ten|woh[nung: die; - ; -en Wohnung,
die in der Ausstattung (besonders
hinsichtlich sanitärer Einrichtungen)
auf die Bedürfnisse alter Menschen
ausgerichtet ist (manchmal an ein Al¬
tersheim angeschlossen)
Aljter: das; -s; -1 Zeit(raum), seit der,
dem etw. od. jmd. besteht, existiert
»Ich kenne ihr Alter nicht.« 2 letzter
Abschnitt im Leben (eines Menschen)
Im Alter nimmt die Beweglichkeit ab.«
Ant.: <2> Jugend 3 Alter schützt vor
Torheit nicht: auch im Alter kann
man durchaus noch Fehler, Dumm¬
heiten o. ä. machen, begehen
al|ten Adj. (Komparativ zu ‘alt’) 1 nicht
mehr jung, aber auch noch nicht sehr
alt »Die Nachbarin ist schon etw.
älter.« 2 schon eine bestimmte Zeit
vorhanden, im Gebrauch u. nicht
mehr ganz neu »Er hat ein älteres
Auto.« 3 vor längerer Zeit entstanden,
nicht mehr frisch »Seine ältere Verlet¬
zung macht ihm noch immer zu
schaffen. ♦ Ich habe nur noch ältere
Speisen im Kühlschrank.« 4 seit länge¬
rer Zeit vorhanden »ein älterer An¬
spruch, Besitz o. ä.« 5 überholt, längst
bekannt »ältere Musik, ein älterer
Witz o. ä.« 6 eine vergangene Zeit be¬
treffend, aus einer vergangenen Epo¬
che stammend, klassisch, antik
Al|ter ego —» Alfter E|go: <lat.> das; -s; -
1 (Psychologie» durch psychische Er¬
krankung entstandene zusätzliche
Persönlichkeit 2 ein enger Freund
alt]erjfah|i«n: Adj. n. stg. aufgrund von
Erfahrung viel wissend, routiniert
al|te|rie|ren: <lat.) alterierst; alteriertest;
hast alteriert [veralt.] 1 sich ärgern,
aufregen 2 eine Änderung vorneh¬
men; etw. verändern
al|tern: alterst; altertest; bist gealtert
(sichtlich) älter werden »Mit den Jah¬
ren ist er sehr gealtert.«
al|ter|na|tiv: dat.-fr.> /altematif/ Adj. n.
stg. 1 eine weitere Möglichkeit offen
lassend »Alternativ dazu habe ich noch
einen weiteren Vorschlag.« 2 eine ab¬
lehnende, negative Einstellung gegen¬
über bestimmten politischen, gesell¬
schaftlichen Zuständen, Vorgehens¬
weisen innehabend
Al(ter|na|tiv|be|we(gung: dat.-fr.; dt.)
/altematif-/ die; - ; -en Zusammen¬
schluß von Personen, die die alterna¬
tive Denkweise vertreten
Af|ter|na[ti|ve: <lat.-fr.> /altematiwe/ die;
- ; -n Wahlmöglichkeit zwischen (ur¬
sprünglich zwei) verschiedenen Mög¬
lichkeiten »Das stellte sie vor die Al¬
ternative, zu gehen od. sein Spiet mit¬
zuspielen.«
Al|ter|na|t!v|en«r|gie —» Al|ter|na[tiv|e|-
nerjgie: /altematif-/ die; - ; -n Ener¬
gie, die nicht durch herkömmliche
Verfahren (Kohle, Öl, Kemkraft),
sondern durch neuartige Verfahren
gewonnen wird u. aus Umweltschutz¬
gründen od. auch Kostengründen ge¬
nutzt wird »Solarenergie ist eine Al¬
ternativenergie.«
Al)ter)na|tiv|len /altematifler/ der; -s; -
[ugs.] Person, die die alternative
Denkweise vertritt
Al|tetjna|tiv|sze|ne: /altematif-/ die; *; -
der Bereich, das Gebiet, wo sich alter¬
nativ denkende Menschen zusam¬
menfinden; das Umfeld, die Gesamt¬
heit der Altemativler
alfter|nie|ren: data alterniert; alter¬
nierte; hat alterniert [geh.] wechseln;
abwechseln
aKteijprobt: Adj. alterprobter; alter¬
probteste seit langer Zeit bewährt
alfters: in den. Wendungen seit alters/
von alters her. aus Tradition; schon
immer
Alfters|ab[stand: der; ~(e)s; -abstände
Jahreszahl, die zwischen zwei Lebens¬
altern besteht
Al|ters|an|ga|be: die; - ; -n Angabe des
Alters »In dem Formular wird die Al¬
tersangabe gefordert.«
Al|ters|auf|bau: der; -(e)s; - nach dem
Alter gegliederte Gruppe von Perso¬
nen
3l|ters|be|dingt Adj. n. stg. a) dem Alter
entsprechend »Die Trotzphase ist
altersbedingt.« b) aufgrund des hohen
Alters auftretend
Al|ters|be|schwerjden: die (PI.) Krank-
~ heiten u. Unzulänglichkeiten, die auf¬
grund des hohen Alters auftreten
Al|ters|er|schei|nung: die; ~ ; -en typi¬
sche Anzeichen, die mit hohem Alter
auftreten
AI|ters(fürjsor)ge: die; - ; - Hilfe, Unter¬
stützung, Pflege o. ä. für ältere Men¬
schen, die von staatlichen od. priva¬
ten Einrichtungen organisiert wird
AI|ters|ge|nos|ss: der; -n; -n weibl. Mh
ters|ge|nos|sin: die; - ; -nen Person,
56
Altphilologe
die das gleiche Alter hat »Er ist ein Al¬
tersgenosse von mir.«
Al|tere|grenlze: die; ~ ; -n Alter, in dem
bestimmte Regelungen in Kraft tre¬
ten
Ai|ters|griin|de: die (PL) Ursachen, die
aufgrund des hohen Alters auftreten
Aljters|grup|pe: die; - ; -n a) Personen,
die im gleichen Jahr geboren sind, das
gleiche Lebensalter haben »Alle Kin¬
der hier sind in einer Altersgruppe.« b)
<Sport> Wettkampfklasse, Syn.: <a>
Altersklasse
Al|ters|heim: das; -(e)s; -e Wohnmög-
lichkeit für ältere Menschen, die dort
versorgt, betreut u. gepflegt werden,
Syn.: Altenheim
Alfters) kl as)se: die; - ; -n a) Personen,
die das gleiche Alter haben b) <Sport>
Wettkampfklasse »Sie schwimmen in
der Altersklasse Junioren.« Syn.: <a>
Altersgruppe
Alfta*s|krank|heit: die; - ; -en Krank¬
heit, Beschwerden, die in hohem Alter
auftritt/auftreten, Syn.: Altersleiden
Al|tnrs|lei|den: das; -s; - Leiden, Be¬
schwerden, das/die in hohem Alter
auftreten
Al|ters|prä|sl|dent: der; -en; -en Mitglied
einer Körperschaft od. eines Parla¬
ments, das als ältestes so lange den
Vorsitz führt, bis ein neuer Präsident
gewählt ist
Al|ters|py|ra|mi|de: die; - ; -n (graphi¬
sche Darstellung, die die) Altersstruk¬
tur der Bevölkerung (aufzeigt)
Al|t6rs|ren|te: die; - ; -n Geldbetrag, der
regelmäßig von Versicherungen od.
der Rentenkasse an Personen gezahlt
wird, die in den Ruhestand eingetre¬
ten sind, nicht mehr arbeiten
Al|ters|ni|hefgeld: das; -(e)s; -er Geld¬
betrag, der von der gesetzlichen Ren¬
tenversicherung an Rentner gezahlt
wird
al|tors|schwach: Adj. n. stg. aufgrund
des hohen Alters anfällig, konstitu¬
tionell schwach
At|tars|schw8|che: die; - ; - aufgrund
hohen Alters auftretende Schwäche
Alfters|si|che|rung: die; - ; -en das mate¬
rielle Absichern für das Alter, das
Versorgtsein (finanziell, materiell) im
hohen Alter, wenn jmd. nicht mehr
im Berufsleben steht
al|ters|sich|tlg: Adj. n. stg. aufgrund
fortgeschrittenen Alters weitsichtig
(d. h. Nahes schlecht erkennend, eine
Lesebrille benötigend)
Al|tersjsitz: der; -es; -e Ort, an dem man
sich im Alter zur Ruhe setzt
Al|ters|sport der; -s; (PL in Form von
Zusammensetzung: Alterssportarten)
dem hohen Alter angemessener
Sport, der die Leistungsfähigkeit er¬
halten bzw. erhöhen soll
Al|tars|starr|sinn: der; -(e)s; - aufgrund
hohen Alters auftretende Sturheit,
Egoismus im Alter
Mjters|sttt: der;-(e)s; - Stil eines älteren
Künstlers od. einer älteren Künstlerin
(Dichter, Maler, Bildhauer, Kompo¬
nist)
Al(ters|stu|fe: die; - ; -n Altersabschnitt;
Altersklasse
Alfters[un|terjschied: der; -(e)s; -e An¬
zahl der Jahre, die zwischen zwei Le¬
bensaltern besteht »Der Altersunter¬
schied zwischen den Geschwistern be¬
trägt drei Jahre.«
AI|ters|verj8orjgung: die; - ; -en alles
(private Vermögenswerte sowie ge¬
setzliche Regelungen), was die Ver¬
sorgung eines Menschen im Alter si¬
chert
Al|ters|zu|schlag: der; -(e)s; -Zuschläge
dem Alter entsprechend höherer Ar¬
beitslohn
Alfterftum: das; -s; Altertümer t o. PL
innerhalb der geschichtlichen, histori¬
schen Epocheneinteilungdie Zeit zwi¬
schen Vorgeschichte u. Mittelalter 2
a) Gegenstand aus den Kulturen des
Altertums (1) »Die Archäologen su¬
chen nach Altertümern.« b) [meist
scherzh.] als sehr alt, unzeitgemäß
empfundener Gegenstand
al(terftüm|lich: Adj. aus alter, vergange»
~ ner Zeit stammend u. typisch für diese
Zeit
Älfte|sten|rat —» Älftesftenlrat: der;
-(e)s; -rate 1 Ausschuß des Parla¬
ments 2 o. PL <BundesrepubIik
Deutschland» Organ des Bundestages
zur Unterstützung des Bundestags¬
präsidenten, gebildet aus Vertretern
der Fraktionen 2 Errichtung (bei
Naturvölkern) zur Regelung des ge¬
sellschaftlichen Lebens, bestehend
aus den Ältesten eines Gemeinwesens
Alt}flö|te: die; - ; -n Flöte, ein Blasin¬
strument, die/das in tiefer Tonlage
(Alt) gestimmt ist
alt|ge|dient: Adj. n. stg. <Milit.> einen
langen Zeitraum aktiv gewesen »Er
ist ein altgedienter Soldat.«
Alt|gelsel|le: der; -n; -n [veralt.] Geselle,
der am längsten in einer Werkstatt, ei¬
nem Handwerksbetrieb gearbeitet
hat
alt|ge|wohnb Adj. altgewohnter; altge¬
wohnteste sehr lange Zeit gewohnt,
bekannt
AKfglas: das; -es; - wiederverwertbares
Glas
Alt|gla8|b«|hfil|ter: der; -s; - großer
Sammelbehälter, Container für Alt¬
glas zur Wiederverwertung, Syn.: Alt¬
glascontainer
AHjglas|eon|tai|neR der; -s; - goßer
Sammelbehälter, Container für Alt¬
glas zur Wiederverwertung, Syn.: Alt¬
glasbehälter
Altjgold: das; -(e)s; - a) [veralt.] wieder¬
verwertetes Gold b) Gold, das künst¬
lich durch entsprechende Bearbeitung
dunkel gemacht wird, so daß es für
Altgold gehalten wird
alt|grie|chisch: Adj. n. stg. aus der Zeit
der altgriechischen Sprache, Kultur
stammend, zu der Zeit gehörig
AltH: Abk. Altenheim; Altersheim
alt|her|ge|bracht: Adj. althergebrachter;
~ althergebrachteste schon seit langer
Zeit gewohnt, bewährt; traditionell
Alt|herfr»n(mann|sehaft: die; - ; -en
<Sport> eine Mannschaft, die aus Spie¬
lern besteht, die älter sind als 32 Jahre
Altjher[ren|schaft: die; ~ ; -en [studen-
tensprl.] alle Personen, zitglieder ei¬
ner Studentenverbindung, die ihr Stu¬
dium beendet haben
alt)hoch|deutsch: Adj. aus der Zeit der
altdeutschen Sprache, der ältesten
deutschen Sprachstufe (bis ca. Mitte
des 11. Jhds.) stammend, zu der Zeit
zugehörig
Alt|hoch]deiitsch/Altjhoch|deut|sche:
das; Althochdeutschen; - alles, was die
althochdeutsche Sprache u. Literatur
betrifft
Alftist der; -en; -en weibl. Alftijstin —*
Atftisftin: die; - ; -nen Person, die mit
einer Altstimme singt
alt|jQng|feijlicli: Adj. typische Verhal¬
tensweisen, Merkmale aufzeigend,
die man einer alten Jungfer, (unver¬
heirateten) Frau nachsagt, z. B. alt¬
modisch, verschroben, absonderlich
AK|kanz|ler: der; -s; - Kanzler, der noch
lebt, jedoch nicht mehr im Amt ist
alt|ka|tho|ttsch: Adj. n. stg. <kath. Kir¬
che» jmdn. betreffend, dem zugehörig,
der der katholischen Religionsge¬
meinschaft angehört, die sich um
1870 von Rom u. dem Dogma der
Unfehlbarkeit des Papstes freisprach
Att|ka|ttio|ll|zis|mus: der; - ; - die Glau¬
bensform der katholischen Religions¬
gemeinde, deren Anhänger sich um
1870 von Rom u. dem Dogma der
Unfehlbarkeit des Papstes freispra¬
chen
att|klug: Adj. n. stg. <meist bei Kindern»
sich nicht dem Alter, sondern wie ein
Kind älterer Altersstufe entsprechend
verhaltend; unkindlich; vorlaut
AK|klug|heit: die; ~ ; - meist bei Kin¬
dern» Benehmen, Verhalten, das nicht
dem Alter entspricht, eher zu Er¬
wachsenen od. viel älteren Kindern
als zu Kindern der entsprechenden
Altersstufe paßt; Frühreife
Alt|la|sten —» Alt|lasften: die (PL) um¬
weltgefährdende, umweltbelastende
Stätten wie, z. B. nicht mehr benutzte
Müllhalden o. ä.
AK|ii|be|ra|le: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Altliberaler; eine
Altliberale; zwei Altliberale) <Po!.>
Person, die den Liberalismus nur teil¬
weise, gemäßigt vertritt (vorwiegend
in Preußen nach dem Jahre 1848)
Aft|mei|ster —* AH|meis|ter: der; -s; -
weibl. Alt|mei|ste|rin —» Alt|meisfte|-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die als Vor¬
bild auf einem bestimmten Gebiet gilt
2 <Sport> Person, die schon einmal ei¬
nen Meistertitel gewonnen hat
Alt]nne|tall: das; ~(e)s; -e Metall, das
nicht mehr gebraucht u. zur Wieder¬
verwertung benutzt werden kann
alt|mo|di8ch: Adj. nicht (mehr) der Mo¬
de, Gesellschaft, dem aktuellen Ge¬
schmack entsprechend
Aft|oboe —» Alt)o|boe: die; -; -n Blasin¬
strument, das in der Tonlage Alt ge¬
stimmt ist
Attjöl: das; -(e)s; -e bereits benutztes
Ol, Gebrauchtöl
Attjpalpior: das; -(e)s; - altes Papier,
das zu neuen Materialien, die aus Pa¬
pier bestehen, aufbereitet wird
AK|pa|pier]samm|lung: die; - ; -en das
Sammeln von altem Papier zur Wie¬
derverwertung
AIt|parftie: die; - ; -n Teil eines Musik¬
stücks, meist für Gesang, der für die
tiefere Stimmlage (Alt) bestimmt ist
Att|phi|to|(o|ge: der; -n; -n weibl. Attjphij-
lo|lo|gin: die; - -nen Wissenschaftle-
r(in), der/die sich mit der Sprache u.
57
Altphilologie
Literatur des klassischen Altertums
beschäftigt
Att|phi|lo|lo(gie: die; - ; -n Wissenschaft
von der Sprache u. Literatur des klas¬
sischen Altertums
alt|phi|lo|lo|gisch: Adj. n. stg. die Wis¬
senschaft von der Sprache u. Litera¬
tur des klassischen Altertums betref¬
fend
Alt|po|sau)ne: die; -; -n Blasinstrument,
das in tiefer Stimmlage (Alt) ge¬
stimmt ist
alt)re|nom|miert; Adj. n. stg. seit langer
~ Zeit eingesessen; seit langer Zeit be¬
kannt u. von gutem Ruf
alt|ro|sa: Adj. n. stg. etw. dunklerer
bläulich abgedunkelter Farbton in
Rosa
Al|tru]is|mus —> A!lt)ru[is|mus: </r.> der;
- ; - [geh.] Selbstlosigkeit, Ant.: Ego¬
ismus
Al(tni]ist —* Aljt|ru]ist: <fr.> der; -en; -en
weibl. Al|tni[jst|in —» Al|t[rulis|tin:
die; - ; -nen [geh.] Person, die sehr auf
das Wohl anderer Personen bedacht
u. nicht selbstsüchtig, nicht egoistisch
ist, Ant.: Egoist
al|trui|stisch —»■ al|t|ruisftisch: </r.> Adj.
[geh.] auf das Wohl anderer Personen
bedacht, uneigennützig u. nicht
selbstsüchtig, nicht egoistisch
Alt]sa|xo[phon —» auch Altisa|xo|fon:
das; -s; -e Blasinstrument, Saxophon,
das in tiefer Stimmlage (Alt) ge¬
stimmt ist
Altfschnee: der; -s; - Schnee, der bereits
länger liegt, vor einiger Zeit gefallen
ist
Alt(sil|ber: das; -s; - 1 [veralt.] Silber,
das bereits wiederverwertet wurde 2
Silber, das künstlich, durch entspre¬
chende Bearbeitung dunkel gemacht
wird, so daß es für altes, antikes Sil¬
ber gehalten wird
Altfstadt: die; ~; -Städte Teil einer Stadt,
der am längsten besteht
AK|stadt|sa]nle|rung: die; - ; -en Her¬
stellung besserer Lebensverhältnisse
in Stadtteilen, die sehr alt sind, Wobei
auch eine Restaurierung u. Moderni¬
sierung alter Bauten vorgenommen
wird
Alt|stein|zeit: die; - ; - ältester (nach¬
weisbarer) Abschnitt der Geschichte
der Menschheit vom ersten Auftreten
des Menschen bis zum Ende der Eis¬
zeit, Syn.: [fremdsprl.] Paläolithikum
AKjstim|me: die; - ;-n a) tiefe weibliche
Stimmlage (Alt) b) Noten, die für die
Stimmlage des Alt geschrieben sind
alt|te|sta|men|ta|risch —> alt|tes|ta|-
men|ta|risch: Adj. n. stg. dal Alte Te¬
stament als Vorbild nehmend; so wie
im Alten Testamtent
Altftien das; -(e)s; -e Hirschkuh, die
schon mindestens einmal trächtig war
alt|über]kom|men —> alt|üjberjkom|-
men: Adj. n. stg. bereits seit langer
Zeit weitergegeben, überliefert
alt|iiber|IJe|fert —» a|t|ü|ber]lie(fert:
Adj. n. stg. schon seit langer Zeit
überliefert, seit langer Zeit üblich,
weitergegeben
alt|vä|ter|lich: Adj. großväterlich; (ehr)-
~ würdig
alt|ver|traut: Adj. altvertrauter; altver¬
trauteste bereits seit langer Zeit be¬
kannt, nicht mehr neu
Att|vor|dern: die (PI.) [veralt.] Ahnen;
Vorfahren
AH|wa|ren: die (PI.) alte, aber noch ein¬
setzbareu. funktionierende Dinge
Att|wa|ren|han|del: der; -s; - An- u.
Verkauf von alten, noch verwertba¬
ren Materialien, Dingen
Alt|wa|ren|händ|ler: der; -s; ~ weibl.
Altjwa|ren|händ|le|rin: die; ~ ; -nen
Person, die mit alten, noch verwert¬
baren Materialien, Dingen handelt
Alt|was|ser: das; -s; - Flußarm, der ab¬
getrennt wurde u. noch mit (stehen¬
dem) Wasser gefüllt ist
Altfwei|ber[fast|nacht die; - ; -fast¬
nächte (PI. s.) der letzte Donnerstag
vor dem Rosenmontag, erster Höhe¬
punkt des rheinischen Straßenkame-
vals
Altjwel|ber[ge[schwätz: das; -es; -
nichtssagende Unterhaltung; dum¬
mes Gerede
Aft)wei|ber]mär|chen: das; -s; - tö¬
richte, erfundene Erzählung, Ge¬
schichte »Glaubst du ihr etwa das Alt-
weiberm'ärchen?«
Altfwa!jber(müh|le: die; - ; -n Ort, eine
Mühle, in der angeblich alte Frauen
zu jungen Mädchen werden
AK|wet|ber[som|mer: der; -s; - 1 die
noch warmen Tage nach dem eigentli¬
chen Sommer 2 Spinnenfäden, die im
Spätsommer umherfliegen
Alu: Abk. 1 <vor allem in Zusammenset¬
zungen wie Alu-Felgen verwendet)
Aluminium = ein Leichtmetall 2 Ar¬
beitslosenunterstützung
Alu|fo|lie —> A|lu)fo|lie: Kurzw. die; ~ ;
-n Aluminiumfolie = hauchdünn ge¬
walztes silberfarbenes Leichtmetall,
das zur Verpackung von Waren, Le¬
bensmitteln o. ä. benötigt wird
Alu|mijni|um —* A|!u|mi|m|um: </at.>
das; -s; - silberfarbenes Leichtmetall
Alu|mi|ni|um|fo|lie —* A|lu|mi|ni|um|fo|-
lie: <iat.; dt.> die; - ; -n hauchdünn ge¬
walztes silberfarbenes Leichtmetall,
das zur Verpackung von Waren, Le¬
bensmitteln o. ä. benötigt wird
Alumfnat —» A]lum|nat: das; -(e)s; -e 1
Internat 2 [österr.] Ausbildungsstätte
für Geistliche 3 [veralt.] Ausbildungs¬
stätte der Kirche
Aljim|ne —» A|lum|ne: der; -n; -n Inter-
natsschüier, Syn.: Alumnus
Alum)nus —» A|lym]nus: <lat.> der; - ;
'Alumnen Intematsschüler, Syn.:
Alumne
Al|weg|bahn: die; - ; -en Hochbahn, die
auf einer Schiene fährt
Alz|hei|mer-Krank[heit —» auch Alz|-
hei|mer|krank|heit: die; - ; - meist im
Alter auftretende Krankheit, bei der
Zellen des Gehirns schwinden u. nach
u. nach (teilweise über Jahre hinweg)
zu völligem Gedächtnisverlust sowie
zum Verlust der Persönlichkeit führt
Atnal|gam —* A|mal|gam: tgr.-arab.-
Iat.> das; -s; -e <ChemIe> Metallegie¬
rung mit Quecksilber, häufig für
Zahnfüllungen verwendet
amal|ga|mie|ren —* a|mal|ga|mie|ren:
<lat.> amalgamiert; amalgamiertest;
hast amalgamiert 1 <Technik> eine Le¬
gierung mit Quecksilber herstellen 2
[geh.] sich zusammenfinden, verbin¬
den
Ama|iyl]lis —-*■ A|ma|ryl|lis: <gr.> jama-
rijlliß/ die; ~ ; Amaryllen (Zimmer-)
Pflanze, die den Liliengewächsen äh¬
nelt u. große, trichterförmige Blüten
hervorbringt
Amafteur —» Almalteun <lat.-fr.> /ama¬
tör/ der; -s; -e weibl. Amalteulrin —»■
Almaheulrin: die; ~ ; -nen Person, die
etw. aus Spaß u. nicht beruflich tut
»Er ist kein Profl sondern Amateur.«
Ant.: Profi
Amafteurlbelstimlmunlgem —» A|ma|-
teuiibe|stim|nriun|gen: /amatör-/ die
(Fl.) <Sporb internationale Vor¬
schriften, die den Begriff 'Amateur’
genau definieren
Amalteurtfilm —* A(ma(teur(film: /ama¬
tör-/ der; -(e)s; -e ein Film, der von
einem Laien hergestellt, gedreht wur¬
de
Ama)teurtfo|to)graf/Arna|teur|pho|to|-
graph —» A|ma|teurjfo|to|graf/
A|ma|teur[pbo|to|graph: /amatör-/
der; -en; -en weibl. Ama|teur]fo|to|-
grallin/AmaKeurlpholtolgralphin —>
Almaltaurffolto|gra{fin/A|maiteur|-
pho)to|gra|phin: die; - ; -nen Person,
die das Fotografieren nicht berufsmä¬
ßig ausübt, sondern es als Hobby be¬
treibt
amaheurlhaft —> a|matteur|haft: /ama¬
tör-/ Adj. amateurhafter; amateurhaf¬
teste nicht professionell, sondern lai¬
enhaft (u. nicht gut)
Ama|teur|sportjler —* A|ma|teur|-
sportjler: /amatör-/ der; -s; - weibl.
Ama|teur|sport|le|rin —»■ Almajteuri-
spoiijtejrin: die; - ; -nen Person, die
eine Sportart nicht professionell od.
hauptberuflich ausübt, nicht dafür (z.
B. für Wettkämpfe) bezahlt wird,
sondern diese mehr als Hobby an¬
sieht
Amajtsuiista(tus —> A|ma(teur[sta|tus:
dat.-fr.i /amatör-/ der; - ; - <Sport>
Position, die jmdn. als Amateur, nicht
Profi auszeichnet
Ama|zo|nas —h» Ajmajzojnas: der; - ; -
großer Fluß in Südamerika
Ama|zo|ne —*• A|ma|zo(ne: <gr.-lat.>
die; • ; -n 1 a) <hist.> Kriegerische Rei¬
terin b) Turnierreiterin 2 a) [auch ab¬
wert.] männlich, kämpferisch auftre¬
tende Frau b) Mädchen von schlan¬
ker, knabenhafter Gestalt 3 tauben¬
großer Papagei mit vorwiegend grün¬
lichem Gefieder, der im Amazonas¬
Tropenwald beheimatet ist u. in vie¬
len Unterarten vorkommt
Amb.: Abk. Ambulanz
amb.: Abk. ambulant
Am|bi|en|te: <lat.-it.> das; -;- [geh.] Um¬
gebung; Milieu; Atmosphäre
amjbig: dat.-fr.> Adj. n. stg. doppeldeu¬
tig; mehrdeutig
Am|bi|gui|tgt —» Am|bi|gu|iftat: (lat.-fr.t
die; ~ ; -en Mehrdeutigkeit; Doppel¬
deutigkeit
Am|bi)ti|gn: <lat.-fi.> /ambizion/ die; - ;
-en [geh.] zielgerichtetes, strebsames
Handeln, Denken
am|bi|tio|niert —» am|bi|ti|o|niert. <iat.-
fr> /ambizionirt/ Adj. ambitionierter;
ambitioniertes~te [geh.] strebsam han¬
delnd; ein Ziel ehrgeizig verfolgend
am|bi|va|lent: <lat.> /ambiwalent/ Adj. n.
stg. [geh.] zweideutig; doppelwertig;
zwiespältig
58
Amorette
Am|bi|va|lenz: <lat.> /ambiwalenz/ die;
- ; -en Doppelwertigkeit, Zwiespältig¬
keit
Am|boB —* Am|boss: der; Ambosses;
Ambosse Eisenklotz, auf dem ge¬
schmiedet wird
Am|brp|sia —» Am|b|rq|sia: <gr.-lato
die; - ; -1 «griechischer Mythos> ewi¬
ges Leben bringende Nahrung für
Götter 2 süße Nascherei (bestehend
aus Orangen, Mandeln, Zucker, An¬
anas u. Sherry) 3 <Bio.> Nahrung aus
Pilzen, die manche Insektenarten für
den Eigengebrauch züchten
am|bujlant: dat.-fro Adj. n. stg. <oft in
Zusammenhang mit der Behandlung
einer Krankheit» nicht (über längere
Zeit) an einem bestimmten Ort, Ant.:
stationär
Am|bujlanz: <fr.> die; • ; -en a) Raum für
medizinische Notfallbehandlungen b)
kurz für Ambulanzwagen = Fahr¬
zeug für Notfälle, in dem auch eine
medizinische Behandlung durchge¬
führt werden kann
Am|bu|lenz|wa|gen: fr.; di.» der; -s; -
Fahrzeug für Notfälle, in dem auch
eine medizinische Behandlung durch¬
geführt werden kann
am|bu|la|to|risch: dato Adj. n. stg. 1
nicht an einer Stelle verbleibend 2
<Med.> nicht auf der Station verblei¬
bend, sondern nur während der Be¬
handlungsdauer im Krankenhausver¬
bleibend, Syn.: ambulant, Ant.: sta¬
tionär
Anteils« —» A(mei[se: die; * ; -n kleines,
rotbraunes bis schwarz aussehendes
Insekt, das Staaten bildet u. in vielen
Arten vorkommt
Amei|sen|bär —> A|mei|sen|bär: der;
~(e)s; -en Säugetier, dessen Haupt¬
nahrung aus Ameisen besteht, die es
mit einer riisselartig verlängerten
Schnauze ansaugt
Amei|sen[ei —* A)mei|sen|ei: das;
-(e)s; -er [ugs.] Ei in Form einer Pup¬
pe, in dem sich eine Ameise entwik-
kelt
Amei|sen|hau|fen —> A|mei|sen|hau|-
fen: der; -s; ~ Erdhügel, der den Ein¬
gangsbereich zu einem unterirdisch
gelegenen Ameisenbau zeigt, in dem
ein Ameisenstaat lebt, Syn.: Ameisen¬
nest
Amei|sen|nest —*■ A|mei|sen|nest: das;
-(e)s; -er Bau u. Brutstätte von Amei¬
sen
Amei|sen|sfiu|re —> A|mei|sen|säu|re:
die; - ; - konservierende einfache, or¬
ganische Substanz, Säure
Amei|sen|spi|ri|tus —» A]mei|sen]spi|-
ri|tus: der; ~ ; - Ameisensäure enthal¬
tende Flüssigkeit, die als Einreibemit¬
tel gegen Rheumatismus dient
Amei[sen|staat —» A(mei|sen|staat:
der; -(e)s; -en Gesamtheit aller in ei¬
nem Ameisenbau lebenden Ameisen
Amei|sen|stra|Be —> A)mei|sen|stra|-
Be: die; - ; -n Pfad, den Ameisen von
ihrem Bau zu den Nahrungsquellen
begehen
Amen —» Almen: das; -s; ~ (Pi. s.) 1
«Religion» Abschlußwort am Ende ei¬
nes Gebets, eines Segens 2 das ist so
sicher wie das Amen in der Kirche:
«verso [ugs.] das wird auf jeden Fall
eintreten, passieren o. ä. 3 sein Amen
zu etw. geben: [ugs.] sein Einver¬
ständnis, seine Zustimmung zu etw.
geben
amen —* a|men: ihebr.-gr.-lato Adv. 1
«Religion» Abschlußwort nach einem
Gebet, Segen, einer Predigt, Schriftle¬
sung zur Bekräftigung 2 zu adern ja u.
amen sagen —» zu allem Ja u. Amen
sagen: [ugs.] allem zustimmen; alles
akzeptieren u. nie widersprechen
Amejrifcan way of Ijfe —» A|mefri|can
Wgy of Life: «eng/.» /«märiken we> of
lajf/ der; - ; - [häufig ifön.] Lebens¬
weise, Ansichten nach Art der Ameri¬
kaner; amerikanische Art zu leben
Ame|ri|ka —> A|me|ri|ka: das; -s; -1 mit
rund 40 Mill. Quadratkilometern der
zweitgrößte der fünf Kontinente 2
kurz für die Vereinigten Staaten, von
Amerika
Ame|ri|ka|haus —> A|me|ri|ka|haus:
das; -es; -häuser Haus, in dem sich ein
Kulturzentrum befindet, das von den
Amerikanern im Ausland unterstützt
wird
Ame|ri]ka]ner —> A|me|ri|kajnen der;
-s; - weibl. Ame|ri|ka|ne|rin —»
A|me|ri|ka|ne|riiH die; ~ ; -nen 1 eine in
Amerika lebende, die amerikanische
Staatsangehörigkeit besitzende Per¬
son 2 ein rundes, an einer Seite abge¬
flachtes Gebäckstück, das auf der
Oberseite mit weißem Zuckerguß od.
mit Schokolade überzogen ist
ame|ri|ka]nisch —> ajme|ri|ka|nisch:
Adj. n. stg. a) Amerika betreffend;
Personen aus Amerika betreffend;
nach Art der Amerikaner »Sein Nach¬
bar fährt ein amerikanisches Auto.« b)
die Sprache der Amerikaner betref¬
fend
Ame|ri|ka|ni]sje]iung —»■ A|mejri|ka|ni|-
sie|rung: die; ~ ; -en 1 das Überneh¬
men, Einführen, Nachmachen der
amerikanischen Lebensweise 2 «Wirt.»
«he Übernahme einer Firma, eines
Unternehmens o. ä. durch (einen)
Amerikaner, eine amerikanische Fir¬
ma; die finanzielle Ausstattung einer
Firma, eines Unternehmens o. ä. mit
amerikanischer Währung
Ame|ri|ka|nis|mus —»■ A|me(ri|ka|nis|-
mus: der; - ; Amerikanismen
«Sprachwiss.» 1 Auffälligkeiten, die
im amerikanischen Englisch Vorkom¬
men 2 die übernommenen Ausdrük-
ke, Auffälligkeiten aus der amerikani¬
schen Sprache in eine andere
Ame|ri|ka|ni]stik —»■ Ajme|ri|ka|njs)tik:
die; ~ ; - Lehre, Wissenschaft von
Amerika, seiner Geschichte, Kultur
u. Sprache
Amafthyst —* A|me(thyst: <gr.-iato
Iametißt/ der; -(e)s; -e Halbedelstein,
Schmückstein mit violetter Färbung
ame|thyst)far|ben —* a|me|thyst|far|-
ben: /ametißt-/ Adj. von der Farbe ei¬
nes Amethysts; violett
Ami —» A|mfc Kurzw. der; ~ u. -s; - u. -s
[ugs.] Amerikaner
Am|me: die; - ; -n 1 [veralt.] Frau, die
gerade ein Kind geboren hat u. ein
weiteres Kind (meist von Damen der
reichen Oberschicht) betreut u. stillt 2
«Zoob weibliches Tier, das Eier, die
nicht befruchtet wurden, zur Ent¬
wicklung bringt 3 Oie beste Amme
ersetzt keine Mutter, die Mutter ist
durch niemanden (eine andere Be¬
zugsperson o. ä.) zu ersetzen
Am(men|mär]chen: das; -s; - törichte,
nicht auf Tatsachen beruhende Ge¬
schichte »Das Ammenmärchen wirst
du ihr wohl nicht glauben.«
Am|mer die; - ; -n u. [fachsprl.j der; -s;
~ -n Vogelart aus der Gattung der Fin¬
kenvögel mit vorwiegend unauffälli¬
gem Gefieder, die offene Landschaf¬
ten Wäldern vorzieht u. sich überwie¬
gend von mehlhaltigen Samen er¬
nährt
Am[mo[ni|ak: <ägypt.-gr.-lato das; - ; -
«Chemie» Stickstoff-Wasserstoffver¬
bindung
Am|mo|ntt: dato der; -en; -en 1 «Zool.»
niederes Tier aus dem Erdzeitalter Ju¬
ra u. Kreide 2 «Geologie; Archäolo¬
gie» Ammonitenabdruck, Abdruck ei¬
nes niederen Tieres aus dem Erdzeit¬
alter Jura u. Kreide im Stein
Am|mg|ni|um: dato das; -s; - Atomgrup¬
pe, die Ammoniak enthält
Am|mons|hom: das; -(ejs; -hörner 1
Großhimteil bei Säugetieren 2 Am¬
monitenabdruck, Abdruck eines nie¬
deren Tieres aus dem Erdzeitalter Ju¬
ra u. Kreide im Stein
Am|ne|sje: tgr.-lato die; • ; Amnesien
/amnesPn/ «Med.» Gedächtnisverlust
»Er leidet unter (einer) Amnesie.«
Am|ne|stie —*• Am|nes|tie: (gr.-lato die;
- ; -n Amnestien jamnestpn/ Begnadi¬
gung von Gefangenen; Straferlaß
amne|stje|ren —» am|nes[tie|ren: «gr.-
lato amnestierst; amnestiertest; hast
amnestiert Gnade gewähren; per Ge¬
setz Straferlaß geben
Amö|be —> A|mö]be: <gro die; ~; -n ein¬
zelliges Lebewesen, das in sehr vielen
Arten vorkommt
Amok —* A|rhok: malaio der; -s; • 1 un¬
gezügelte Wut mit geistiger Verwir¬
rung, Blockade 2 Amok laufen: ohne
Überlegung, ohne nachzudenken (oft
kurzfristig geistig gestört, krank) um¬
herlaufen u. dabei andere blindwütig
töten, verletzen 3 Amok fahren: ohne
Überlegung, ohne nachzudenken (oft
kurzfristig geistig gestört, krank) um¬
herfahren, um mit dem Fahrzeug
blindwütig etw. zu zerstören, zu tö¬
ten, zu verletzen
Amok]schüt|ze —s- A|mok|schüt|ze:
rnialai.; dto der; -n; -n weibl. Amok|-
. schüt|zin —» Ajmok|schüt|zin: die;
~; -nen Person, die in einem oft geistig
verwirrten Zustand umherläuft u.
blindwütig um sich schießt
a-Moll/a-Moll: das; - ; - «Musik» die auf
~ dem Grundton V beruhende Moll¬
Tonart
Amor —» A|mon der; -s; - 1 römischer
Liebesgott 2 von Amors Pfeil getrof¬
fen sein, werden: verliebt sein; sich
verlieben
Amo|rai —» A|mo|ral: <gro die; - ; -
[geh.] Unsittlichkeit, Ant.: Moral
amo]ra|lisch —> a]mo|rajlisch: <gro
Adj. unmoralisch; unsittlich, Ant.:
moralisch
Amo|ret|te —» A|mo|ret|te: <gr.-ito die;
- ; -n «Kunst» Plastik, Figur, die einen
unbekleideten Jungen mit Flügeln
darstellt (als Begleiter Amors = rö¬
mischer Liebesgott)
59
amorph
amorph.—* a|mprph: <gro /amprf/ Adj.
n. stg. 1 [geh.] ohne feste Form, Ge¬
stalt 2 <Physik> wie Glas 3 <Bio.> Ei¬
genschaft von Genen, kein Merkmal
auszuprägen
Amor|ti|sa(ti|on —» A|morfti|safti|pn:
(lat.-fro /amortisazipn/ die; - ; -en 1
<Wirt.> a) langzeitliche Tilgung von
Schulden b) Anschaffungskostendek-
kung durch erwirtschafteten Gewinn
c) <früher DDR> Verschleißabschrei¬
bung bei Produktionsgrundmitteln 2
<Rechtsw.> a) gerichtliche Kraftloser¬
klärung eines verlorenen Wertpapiers
(Aktie, Wechsel) b) Einziehung einer
Aktie od. eines Geschäftsanteils an ei¬
ner Gesellschaft mit beschränkter
Haftung
amor|ti]sie|ren —» a|morjti|sie|ren:
(lat.-fro amortisierst; amortisiertest;
hast amortisiert 1 <Wirt.> a) langfristi¬
ges Schulden tilgen b) durch erwirt¬
schafteten Gewinn die Anschaffungs¬
kosten decken c) <früher DDR> bei
Produktionsgrundmitteln den Ver¬
schleiß abschreiben 2 <Rechtsw.> a)
per Gerichtsentscheid ein verlorenes
Wertpapier für kraftlos erklären b)
eine Aktie od. einen Geschäftsanteil
einer Gesellschaft mit beschränkter
Haftung einziehen
amor|ti]sie|ren —> a|morjti|sie|ren,
sich: (lat.-fro amortisiert sich; amorti¬
sierte sich; hat sich amortisiert sich be¬
zahlt machen, die Anschaffungsko¬
sten decken
AmorfH|s]e|rung —> A|mor|ti|sie|ning:
dat.-fr.> die; - ; -en 1 <Wirt.> a) Tilgung
von Schulden b) AnschalTungsko¬
stendeckung durch erwirtschafteten
Gewinn c) rfrüher DDR> Verschlei߬
abschreibung bei Produktionsgrund¬
mitteln 2 <Rechtsw.> a) gerichtliche
Kraftloserklärung eines verlorenen
Wertpapiers (Aktie, Wechsel) b) Ein¬
ziehung einer Aktie od. eines Ge¬
schäftsanteils an einer Gesellschaft
mit beschränkter Haftung
Ampujren —» Almoulren: dat.-fro
/amuren/ die (PI.) [veralt.; scherzh.]
Liebschaften
amou[räs —» a|mou|rös: </r.> /amuröß/
Adj. n. stg. eine Liebschaft betreffend;
verliebt
Amp.: Abk. 1 <Maßeinheit der elektri¬
schen Stromstärke> Ampere 2 Am¬
pulle = kleiner Glasbehälter 3 Am¬
putation = operatives Entfemem ei¬
nes Körperteils
amp.: Abk. amputiert = ein Körperteil
operativ entfernt
Am|pel: die; - ; -n 1 a) Hängelampe b)
Gerät mit je einem roten, grünen u.
gelben Licht zur Regelung des Ver¬
kehrs (an Straßenkreuzungen u.
Fußgängerüberwegen) »Die Ampel
sprang auf Rot.« 2 Hänge(über)topf
für Blumen, Pflanzen »Am Fenster
hing eine (Blumen-) Ampel.«
Am|pel|ko|ali|ti|gn —* Am|pel|ko|a|li)ti|-
pn: dato die; - ; -en Vereinigung,
Bündnis, die/das nach den Farben,
der Parteien benannt ist, die mit den
Farben einer Ampel übereinstim¬
men: Rot-Gelb-Grün = SPD-FDP-
Grüne-Bündnis
Am|pel|kreu|zung: dat.; dt.> die; ~ ; -en
~ Straßenkreuzung, an der der Verkehr
mit Hilfe einer Lichtschaltung, Am¬
pel geregelt wird
Am|pere: /ampär/ das; -s u. • ; ~ Ein¬
heit, in der die elektrische Stromstär¬
ke gemessen wird, benannt nach dem
gleichnamigen Physiker Ampere
Am|pere|me|ter: /ampär-/ das; -s; ~ Ge¬
rät, mit dem die elektrische Strom¬
stärke gemessen wird
Am|pex|veijfah|ran: <engb /ampekß-/
das; -s; - <Femsehen> Aufzeichnungs¬
verfahren von Bildimpulsen
Am|phetjamjn —» Am|phe(t|a|min:
(englo /amfetamm/ das; -s; -e <Clie-
mie; Med.> (zur Abhängigkeit führen¬
des) aufputschendes, wachhaltendes
Mittel; stimulierende Droge
Am|phi|bie: (gr.-lato /amfibi«/ die; - ; -n
jamfibienj <Zoob Tier, das sowohl im
Wasser als auch an Land leben kann
Am|ph||bi|en|fahr|zeug: /amfibim-/ das;
-(e)s; -e Kraftfahrzeug, das sich auf
Land u. Wasser fortbewegen läßt
Am|phi|thea|ter —» Am|ph||the|a|ter:
(gr.-lato /amfi-/ das; -s; - antikes
Freilufttheater, mit kreisrund od. el¬
liptisch angeordneten, stufenweise
ansteigenden Sitzifthen
Am|phpra: (gr.-lato /amfora/ die; - ;
Amphoren /Am|php|re (gr.-lato /am-
fore/die; -; -n antikes bauchiges Ton¬
gefäß mit zwei Henkeln, in dem Le¬
bensmittel aufbewahrt wurden
Am|pli|tu|de —*■ Am|p|li|tu|de: dato die;
* ; -n <Math.; Physik> a) der weiteste
Ausschlag bei einer Schwingung b)
Unterschied, Differenz zwischen zwei
Meßwerten
Am|pul|le: <gr.-lato die; ~ ; -n 1 <Med.;
Kosmetilo verschlossenes kleines
Glasröhrchen (mit einem meist flüssi¬
gen Wirkstoff) 2 <Anat.> Anhang ei¬
nes hohlen Organs 3 kleiner Behälter
Am|pu)ta|ti|pn: dato /amputazion/ die;
~ ; -en <Med.> chirurgische, operative
Entfernung von Gliedmaßen, Kör¬
perteilen »Es ist eine Amputation des
Beines notwendig.«
am|puft]e|ren: dato amputierst; ampu¬
tiertest; hast amputiert <Med.> ein
Körperglied durch Operation entfer¬
nen »Die Ärzte mußten das Bein am¬
putieren.«
A<n|sel: die; - ; -n ursprünglich im Wald
lebender Singvogel, bei dem das
Weibchen ein dunkelbraunes Gefie¬
der u. einen braunen Schnabel u. das
Männchen ein schwarzes Gefieder, ei¬
nen leuchtend orangenen Schnabel u.
Augenring hat
Amt das; -(e)s; Ämter 1 a) Behörde, öf¬
fentliche Institution mit einer be¬
stimmten Aufgabe »Dafür ist dieses
Amt nicht zuständig.« b) Gebäude, in
der ein Amt (a) untergebracht ist. 2
Aufgabe, Position, die jmdm. über¬
tragen, in die jmd. gewählt wird »Er
bekleidet das Amt des Vizepräsidenten
der Bank.« 3 von Amts wegen: dienst¬
lich; beruflich »Heute komme ich von
Amts wegen zu Ihnen.« 4 seines Am¬
tes walten: ausführen; tun; seine Auf¬
gaben, Pflichten erledigen »Kommen
Sie herein u. walten Sie Ihres Amtes!«
5 in Amt u. Würden sein: eine feste
Stellung haben 6 Ehre dein Amt, da¬
mit dein Amt dich ehrtt: Erfülle die
dir übertragene Aufgabe, deinen Be¬
ruf o. ä. mit Gewissenhaftigkeit, Ehr¬
lichkeit, Fleiß o. ä., dann wirst du
auch Anerkennung, Befriedigung o.
ä. erreichen 7 Man soll Ämter mit
Leuten, nicht Leute mit Ämtern
versehen: man soll Stellungen, Äm¬
ter, Positionen o. ä. nicht mit Bekann¬
ten, Freunden, Verwandten o. ä. be¬
setzen, sondern mit Menschen, die die
entsprechende Ausbildung, den Sach¬
verstand, die Qualifikation o. ä. besit¬
zen
amt.: Abk. amtierend
Äm|terjhäu|fung: die; - ; -en mehrere öf¬
fentliche Ämter vereinigt in einer Per¬
son
Äm|ter|pa)tro|na|ge —> Äm|terjpa|t|ro|-
najge: die; - ; -n Bevorzugung von
Günstlingen bei der Vergabe von
Ämtern
am|tie|ren: amtierst; amtiertest; hast
amtiert 1 a) für eine bestimmte Aufga¬
be zuständig sein; die Geschäfte, Auf¬
gaben eines Amtes führen »In dem
Verein amtierte er als Vorsitzender.«
b) nur für kurze Zeit ein Amt über¬
nehmen, führen 2 <übertr.> etw. über¬
nehmen
amtl.: Abk. amtlich
amtjlich: Adj. n. stg. offiziell, von be¬
hördlicher Stelle (bestätigt, veran¬
laßt)
Amts|an|ma|ßung: die; - ; -en
<Rechtsw.> a) unbefugte Ausübung ei¬
nes öffentlichen Amtes b) unbefugte
Vornahme einer amtlichen Handlung
Amts|arzt der; -es; -ärzte weibl. Amtsj-
ärz|tin: die; - ; -nen Mediziner(in),
der/die im öffentlichen Dienst be¬
schäftigt ist
amt$|ärzt|lich: Adj. n. stg. den Amtsarzt
betreffend »Das ist ein amtsärztliches
Zeugnis.«
Amts|be|reich: der; -(e)s; -e Wirkungs¬
bereich, in dem ein Beamter od. eine
Beamtin spezielle Aufgaben auszu¬
führen hat
Amts|be|zeich|nung: die; - ; -en die Be¬
nennung, Bezeichnung einer Person
nach der Tätigkeit, Aufgabe, die diese
erfüllt ' .
Amta|blatt das; -(ejs; -blätter Zeitung,
Informationsheft, die/das nur amtli¬
che Mitteilungen wie Gesetze, Vor¬
schriften o. ä. enthält
Amts|bo|te: der; -n; -n weibl. Amts|bo|-
tin: die; * ; -nen Person, die für eine
Behörde die dort anfallenden Laufar¬
beiten, Botengänge durchführt
Amts|bru|der. der; -s; -brüder Person,
die ein geistliches Amt ebenfalls inne¬
hat
Amtsdeutsch: das; - u. -s; - [abwert.]
~ umständlicher, wenig anschaulicher
Sprachstil
Amtsjeid: der; -(e)s; -e Schwur, Ver¬
sprechen über die Ehrenhaftigkeit im
Amt, der/das zu leisten ist, bevor jmd.
ein Amt übernimmt
Amts|entjhe|bung: die; ~ ; -en Entzie¬
hung eines Amtes, nachdem jmd. ei¬
nen schweren Fehler o. ä. begangen
hat
Amts|ge|bäu|de: das; -(e)s; - Räum-
~ lichkeit, größeres Haus, in dem sich
eine Behörde, ein Amt befindet
Amts|ge|heim|nis: das; -ses; -se a) o. PI.
dienstliche Anweisung, über Amtsan-
60
Analoguhr
gelegenheiten zu schweigen » Vor ihrer
Einstellung wurde sie über das Amts¬
geheimnis aufgeklärt.« b) etw., was
nicht an die Öffentlichkeit, an andere
weitergegeben werden darf
Amtslgejricht; das; •(e)s; -e a) Gericht,
das die unterste Instanz der deutschen
Gerichtsbarkeit bildet u. sich mit un¬
bedeutenderen Zivilangelegenheiten
u. kleineren Strafsachen beschäftigt
(u. a. Familiengericht, Grundbuch¬
amt, Konkursgericht, Nachlaßge¬
richt, Vollstreckungsgericht, Verstei¬
gerungsgericht u.
Vormundschaftsgericht) b) Gebäude,
in dem sich das Amtsgericht befindet
Amts|ge|schäf)te: die (PL) dienstliche
Angelegenheiten, Aufgaben, die von
einer Person, die ein Amt inne hat, zu
erledigen sind
amts|hal|ber: Adv. aus Amtsgründen;
aufgrund eines Amtes
Amts|haf|tung: die; - ; -en Haftung des
Staates für eine Schädigung hn Zu¬
sammenhang mit der Ausübung eines
Amtes
Amts|hand|lung: die; - ; -en Handlung,
die offiziell von einer Amtsperson
vorgenommen wird
Amts|hll)fe: die; -; -n Hilfe, die ein Amt,
eine Behörde einer anderen Behörde
zukommen läßt
Amts|in|ha|beR der; -s; ~ weibl. Amtaj-
in|ha|be[rin: die; ~ ; -nen Person, die
ein Amt, eine Stellung bekleidet
Amts|kwt|te: die; • ; -n Kette, die um
den Hals getragen wird u. die Würde
eines Amtes verdeutlichen soll
Amtslkfrfche: die; - alle Personen, die
ein kirchliches Amt innehaben
Amts|ldei|dung: die; - ; - Kleidung, die
bei Ämtern zu bestimmten Anlässen,
Handlungen zu tragen ist
Amts|mle|ne: die; - ; -n <übertr.> Ge¬
sichtsausdruck, der künstlich ernst,
streng u. unpersönlich ist
amts|mü|de: Ad), n. stg. eines Amtes
überdrüssig; gewillt, das Amt nieder¬
zulegen, von einem Posten zurückzu¬
treten
Amts|p«|rio|de —*■ Amts|pejri|o|de: die;
• ; -n Zeitraum, in dem ein Amt von
einer od. mehreren Personen beklei¬
det u. ausgeübt wird »Die Amtsperi¬
ode des Vorsitzenden beträgt 2 Jahre.«
Amts|per|son: die; -; -en Person, die im
Rahmen einer amtlichen Aufgabe,
Tätigkeit auftritt, handelt
Amts|schim|fnei: in den Wendungen
[scherzh.] a) den Amtsschimmel
reiten: übertrieben großen Wert auf
Formalitäten legen u, sich pedantisch
daran halten b) der Amtsschimmel
wiehert: es wird sich übertrieben ge¬
nau an Vorschriften gehalten
Amtssitz: der; -es; -e a) Stelle, Ort, wo
sich ein Amt befindet b) Gebäude, in
dem sich ein Amt befindet
Amts|spra|che: die; ~ 1 a) Sprache,
die in einem Staat offiziell benutzt
wird b) Sprache, die bei internationa¬
len Vereinigungen, Organisationen
zur gemeinsamen Verständigung, für
Veröffentlichungen, Texte u. a. be¬
nutzt wird 2 o. PL (oft abwert.] (für
den Bürger meist schwer od. gar nicht
verständliche) Sprache, die bei Behör¬
den, Ämtern benutzt wird
Amts|tracht: die; - ; -en Kleidung, die
bei der Ausübung von Amtshandlun¬
gen, bei Feierlichkeiten o. ä. von be¬
stimmten Amtsträgern, z. B. Rich¬
tern, Geistlichen, getragen wird
Amtsftr&lger: der; -s; - weibl. Anrtsjträ|-
ge|rin: die; ~ ; -nen Person, die ein
Amt bekleidet
Amts(ver|niitt|lung: die; -; -en (telefoni¬
sche) Gesprächsverbindung, die von
einem Fernsprechamt hergestellt
wurde
Amts|varjwe|ser: der; -s; - [geh.] Per¬
son, die stellvertretend ein (hohes)
Amt verwaltet
Amts|vo r|ste|her: der; -s; ~ weibl.
Amts|vor|ste|he|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die ein Amt, eine kleinere Behör¬
de leitet
Amts|weg: der; -(e)s; -e (PL s.) vorge¬
schriebener Gang der Abwicklung
von behördlichen Angelegenheiten,
wobei alle zuständigen Instanzen der
Reihe nach durchlaufen werden müs¬
sen; Dienstweg
Amtsfzeit: die; - ; -en Zeitraum, in dem
eine Person ein Amt bekleidet
Amu|lett —> A|mullett: dato das; -(e)s;
-e Gegenstand, der als Glücksbringer
getragen wird, ein Schmuckstück mit
angeblich magischen, schützenden,
glückbringenden Kräften
amü|sant </r.> Adj. amüsanter; amüsan¬
teste unterhaltend; unterhaltsam;
Vergnügen bereitend
Amü|se|ment —> A|mü|se|ment: </r.>
/amüs'maag/ das; -s; -s Spaß; Unter¬
haltung
Amü|sjer|be|trieb —» A|mü|sier|be|-
trieb: der; -(e)s; -e [abwert J Lokal
mit (leichtem, anstößigem) Unterhal¬
tungsprogramm
amü|sie|ren —> a|mü|sielren: <fr.> amü¬
sierst; amüsiertest; hast amüsiert
jmdn. belustigen, unterhalten »Das
Kind amüsierte uns alle.«
amü|sjf|ren —» a|mü|sje|ren, sich: <fro
amüsierst dich; amüsiertest dich; hast
dich amüsiert 1 sich gut unterhalten 2
über etw., jmdn. lachen
amu|sisch —> a|mu|sisch: Adj. n. stg.
nicht künstlerisch veranlagt
AM: Abk. 1 Arbeitnehmerin) 2 Arbeits¬
nachweis
an: I Präp. mit Dat. u. Akk. 1 mit Akk.
zu etw. hin, in Richtung auf »Ich
schicke einen Brief an meine Mutter.«
2 mit Dal. mit etw. in enger Verbin¬
dung stehend »Die Tasche hängt an
dem Garderobenhaken.« 3 mit Dat.
zur Angabe eines Zeitpunktes »An je¬
dem! am Donnerstag spiele ich Ten¬
nis.« 4 a) in enger Verbindung zuein¬
ander stehend, eine Beziehung auf¬
weisend »Er leidet an einer Erkäl¬
tung.« b) mit zwei identischen Substan¬
tiven sagt aus, daß etw. vielfach od. in
engem Zusammenhang (be-)
steht » Wir standen Körper an Körper
im Zuschauerraum.« II Adv. 1 mit
Zeit- od. Maßangaben so ungefähr 2
<Verkehr> gibt die Ankunftszeit an 3
unter Auslassung eines Verbteils
drückt einen Befehl, eine Aufforde¬
rung aus »Licht an!« II11 etw. an sich
haben: a) etw. ist wahr, verständlich,
an dem, was jmd. sagt o. ä. »Dein
Vorschlag hat etw. an sich.« b) eine
nicht näher beschriebene Eigenschaft
besitzen 2 an (u. für) sich: etw. für sich
selbst betrachtet, in der eigentlichen
Bedeutung; gewissermaßen; ur¬
sprünglich; eigentlich; im Grunde
(genommen) 3 ab u. an: manchmal 4
an sich halten: sich beherrschen, ob¬
wohl es schwer fällt 5 es ist an dem:
(bestätigende Bemerkung) so ist es 6
(Jetzt) ist es an jmdm., etw. zu tun:
(jetzt) ist eine bestimmte Person an
der Reihe zu handeln 7 von klein an:
seit jmd. noch ein kleines Kind war;
seit ein Tier noch ganz jung war
—» an sein: s. ansein
Ana|bojli|kum A(na|bo|li|kum: <gro
das; -s; Anabolika (m. PL) (im Kör¬
per nachweisbares) Mittel zur Förde¬
rung der Muskelbildung, zum Auf¬
bau von Muskeln (im Sport verbote¬
nerweise häufig als leistungsfördern¬
des (Doping-)Mittel verabreicht)
Ana|chro|nis|mus —» A|na|chro|n]s|-
mus: <gro /anakronißmuß/ der; - ;
Anachronismen [geh.] 1 Ordnung,
Einteilung, die der zeitlichen Abfolge
nicht entspricht 2 etw., was nicht
mehr in die Gegenwart, die Zeit ge¬
hört u. dadurch überflüssig, sinnlos
wird
ana|chro|ni]stisch —> a|na|chro|nisl-
tisch: <gro /anakronißtisch/ Ädj.
[geh.] 1 einer Ordnung nach der zeitli¬
chen Abfolge nicht entsprechend 2
zeitwidrig, nicht mehr in die Gegen¬
wart, die Zeit gehörend
Ana|gramm —» A|na|g|ramm: das; -s;
-e 1 Wortspiel, Rätsel mit Buchstaben
2 ein neues Wort, das aus den Buch¬
staben eines Wortes nur durch Um¬
stellen gebildet wird
Ana|kon|da —* A|na|kon|da: die; - ; -s
eine meist im Wasserlebende Riesen¬
schlange, die aus Südamerika stammt
anal —» ajnal: dato Adj. n. stg. (Med.>
den After betreffend
Anal.: Abk. 1 Analogie = Entsprechung
2 Analyse = systematische Untersu¬
chung
anal.: Abk. 1 analog = entsprechend =
im Gegensatz zu digital, einen Wert
durch physikalische Größe darstel¬
lend 2 analytisch = systematisch un¬
tersucht, untersuchend
ana|log —»• a|na|log: <gr.-lat.-fro I Adj.
n. stg. 1 [geh.] fast gleich; dementspre¬
chend 2 (EDV> durchgehend; konti¬
nuierlich 3 (Physik) einen Wert durch
eine physikalische Größe bestellend
II Präp. mit Dat. entsprechend
Ana|lo|gie —* A|na|lo|gie: <gr.-lato die;
~ ; -n /analogen! 1 [geh.) Ähnlichkeit
2 (Bio.) Gleichheit von Organen, die
sich im Laufe der Jahre unterschied¬
lich entwickelt, jedoch die gleiche
Funktion haben 3 (Rechtsw.) Über¬
tragung der Rechtsfolgen eines ge¬
setzlich geregelten Tatbestandes auf
einen wertungsmäßig gleichen, aber
gesetzlich ungeregelten Fall
Ana|k>g|rech|ner —* A|na|log|rech|ner
der; -s; ~ (EDV) Rechner, der Re¬
chenergebnisse als physikalische Grö¬
ßen wiedergibt
Ana|log|uhr—» A|na|log|uhR die; -; -en
Zeitmesser, bei dem die Uhrzeit durch
Zeiger auf einem Zifferblatt angege¬
ben wird, Ant.: Digitaluhr
61
Analphabet
An|al|pha|bet: <gr» /an-alfabet/ der; -en;
-en weibl. An|al|pha|be|tin: die; - ;
-nen Person, die nicht lesen u. schrei¬
ben kann »Es gibt immer noch viele
Analphabeten in Deutschland.«
An|al[pha[bejten|tum: /an-alfabeten-
tum/ das; -s; - Unfähigkeit, Nichtbe¬
herrschung des Lesens u. Schreibens
in einem Land, Gebiet »Das Analpha¬
betentum ist in einigen Ländern noch
immer weit verbreitet.«
An|al|pha|be|tis|mus: /an-alfabetiß-
muß/ der; * ; - Unfähigkeit, Nichtbe¬
herrschung des Lesens u. Schreibens
Anal|ver|kehr —> A|nal|ver|kehr. der;
-fe)s; -e das Hineinführen des männ¬
lichen Gliedes in den After der Part¬
nerin, des Partners beim Geschlechts¬
verkehr
Ana|lyjse —» A|na|ly|se: <gr.> /analüse/
die; • ; -n Auflösung; Zergliederung
eines Ganzen in seine Bestandteile;
Untersuchung eines Sachverhaltes
unter Berücksichtigung seiner Teil¬
aspekte
ana|ly|sie|ren —*• ajna|ly|sje|ren: (gr.-
lat» /analüsiren/ analysierst; analy¬
siertest; hast analysiert genau u. kri¬
tisch beobachten, untersuchen »In der
Schule analysierten die Schüler einen
Roman von Heinrich Böll.«
Ana|lyjsls —> A|na|ly|sls: (gr.-lat.>
/analüßiß/ die; - ; - (Math.) a) Gebiet
der Mathematik, das sich mit Grenz¬
werten beschäftigt u. wo die Infinite¬
simalrechnung angewendet wird b)
Voruntersuchung beim Lösen geome¬
trischer Aufgaben
Ana|ly|ti|ker —> A|na|lytti|ken (gr.-lat»
/analütiker/ der; -s; - weibl. Ana|fyfti|-
kejrin —* A|na|ly|ti|ke|rin: die; -; -nen
Wissenschaftler(in), der/die Analysen
durchführt (speziell auf dem Gebiet
der Psychoanalyse)
ana|lyttisch —> a|najlyftisch: (gr.-lat»
/analytisch/ Adj. in Teile aufteilend;
zergliedernd; genau untersuchend
An|imie —»• A|n|ä|mie: (gr.-lat» die; - ;
Anämien /anämpnl <Med.> a) (Blutzu¬
sammensetzung> Reduziertheit des
Hämoglobins u. der roten Blutkör¬
perchen b) sofort zu behandelnde(r)
akute(r) Blutarmut, Blutmangel
an|ämisch —» a|n|ä]misch: (gr.-lat»
Adj. <Med.> a) die Reduziertheit des
Hämoglobins u. der roten Blutkör¬
perchen betreffend b) blutarm; an
akutem Mangel an Blut leidend
Ana|mne|se —> A|na|m|ne|se: (gr.-lat»
die; -; -n <Med.> alle Anzeichen u. Er¬
eignisse, die einer Krankheit bis zum
gegenwärtigen Zeitpunkt vorausge¬
gangen sind; Krankheitsvorge¬
schichte
Ana|nas —* A|na|nas: die; -; - u. -se 1
in den Tropen wachsende Pflanze 2
Frucht der Ananaspflanze
An|aijch|e —> A|n|ai]chie: <gr.> die; - ;
Anarchien lanarchfnj Zustand der
Herrschaftslosigkeit; politisches Cha¬
os
an|arjchisch —* a|n|ar|chisch: Adj.
herrschaftslos; keine Ordnung ha¬
bend; chaotisch
An|ar|chls|mus —> A|n|ar|chis|mus:
(gr.-lai.> der; ~ ; - (politische) An¬
schauung, die die Autorität eines
Staates ablehnt
An|arjchist—> A|n|ar|chist igr.-fr» der;
-en; -en weibl. An|ar[cli)]stin —» A|n|-
ar|chisftin: die; - ; -nen Person, die
dem Anarchismus anhängt, ihn ver¬
tritt »Er ist als Anarchist bekannt.«
an|ar|chj]stisch —» a(n|arfchis|tisch:
<gr.-fr.> Adj. eine anarchistische Ein¬
stellung vertretend, innehabend
An|arjcho|sze|ne —» A|n|aiicho|sze|ne:
(gr.-fr» die; - ; -n [ugs.] Gesamtheit
der Personen, die der bestehenden
Gesellschaftsordnung ablehnend ge¬
genüberstehen u. den Anarchismus
befürworten
Anfisth.: Abk. <Med.> a) Anästhesie -
Schmerzbetäubung durch Narkose¬
mittel b) Anästhesisten)
an|äs|the|sie|ren —» a|n|äs|the|sie|ren:
(gr.-lat» anästhesierst; anästhesier¬
test; hast anästhesiert (Med.) betäu¬
ben; eine Narkose verabreichen, wo¬
bei entweder das ganze Bewußtsein u.
damit das Schmerzempfinden ausge¬
schaltet (Vollnarkose) od. bei Be¬
wußtsein des Patienten nur eine Re¬
gion des Körpers schmerzunempfind¬
lich gemacht wird (lokale Narkose,
örtliche Betäubung) »Vor dem Ein¬
griff wurde sie anästhesiert.«
An|äs[the|sist —*A|n|äs[the|sjst <gr.-
lat.> der; -en; -en weibl. An|8s|thejsi|-
stin —» A|n|äs|thetsis(tin: die; -; -nen
<Med.> Person mit Facharztausbil¬
dung, die befugt ist, Narkosen zu ge¬
ben, die gelernt hat, wann welches
Narkosemittel in welcher Konzentra¬
tion usw. gegeben werden muß, Syn.:
Narkosefacharzt, -fachärztin
Anat.: Abk. Anatomie = Wissenschaft
von Form u. Aufbau der Lebewesen
anat.: Abk. anatomisch
Ana|them/Anatthe|ina —» A|na(them/
A|na|the|ma: (gr.-lat» das; -s; -thema¬
ta 1 dcath. Kirche> Ablehnen u. Ver¬
urteilen anders Gläubiger; Kirchen¬
bann 2 <antike Religion) ein Ge¬
schenk, das nur den Göttern Vorbe¬
halten u. geweiht war b) etw., was
durch die Götter verflucht war
Anajtom —> A|na)tpm: <gr.-Iat.> der;
-en; -en <Med.> Person, die sich wis¬
senschaftlich mit dem Körperbau be¬
schäftigt
Anaftojinje —> A|na|to|mie: (gr.-lat»
die; -; Anatomien janatomhn/ a) Leh¬
re vom Körperbau »Sie beschäftigt
sich mit der Anatomie des Hundes.« b)
Körperbau
Ana|to|mie|saal —* A|na|to|mje|saal:
(gr.-lat.; dt.> der; -(e)s; -säle Raum,
in dem Vorlesungen über Anatomie
gehalten werden
anajto|misch —> a|na]tojmisch: (gr.-
lat» Adj. n. stg. (Med.) den Körper¬
bau, die Anatomie betreffend
an|backen (an|bak|ken —* an|ba|-
cken): backt an; backte/buk an; ist an¬
gebacken festkleben
an|bahjnen: bahnst an; bahntest an; hast
angebahnt etw. hervorbringen; eine
Verbindung schaffen
an|bah|nen, sich: bahnt sich an; bahnte
sich an; hat sich angebahnt etw. ent¬
wickelt sich, fängt an
An|bah|nung: die - ; -en Einsetzung,
Förderung, Beginn, Entwicklung
an|bän|deln/an|ban|deln: bändelstjban-
delstan; bändeltest/bandeltest an; hast
angebändelt/angebandelt [ugs.] a) eine
(Liebes-)Beziehung eingehen »Über¬
leg es dir gut, ob du mit ihm
anbändelst.« b) beginnen, sich mit
jmdm. zu streiten
Anfbau: der; -(ejs;-ten 1 a) nachträglich
an ein Hauptgebäude gemauerter Ge¬
bäudeteil; Vorbau »Sie haben den An¬
bau schnellfertiggestellt.« b] o. PI. das
Anbauen (eines Gebäudeteils) 2 o. PI.
(Landwirt.) das Anpflanzen von Ge¬
treide, Kartoffeln o. ä.; Ackerbau
an|bau|en: baust an; bautest an; hast an¬
gebaut 1 nachträglich hinzufügen, da¬
zubauen, zusätzlich bauen »Als der
Nachwuchs älter wurde, haben sie
angebaut.« 2 (Landwirt.) Ackerbau
betreiben; Nutzpflanzen züchten
An|bau|flä|che: die; • ; -n für die An¬
pflanzung vorgesehene(r) Platz, Stelle
An|bau|ge[biet: das;-(e)s; -e für die An¬
pflanzung geeignete Region
An|bau|kü|che: die; -; -n Küche, die aus
einzelnen zusammenfügbaren Teilen
besteht, Ant.: Einbauküche
An|bau|mö|bel: das; -s; - mit anderen
gleichartigen Teilen zusammenfügba-
res Möbelteil
An|bau]schrank: der; -(ejs; -schränke
ein mit anderen Möbelstücken der
gleichen Art zusammenfügbarer
Schrank
an|be]feh|len: befehlst an; befahl(e)st
an; hast anbefohlen [geh.] mit Nach¬
druckeinen Rat geben
An|be|ginn: der; -(ejs; - [geh.] Ur¬
sprung; Anfang
an|be|hal|ten: behältst an; behielt (ejst
an; hast anbehalten etw. nicht vom
Körper nehmen, ausziehen; sich nicht
entkleiden »Er hat seine Jacke anbe¬
halten, es war ihm zu kalt.«
an|bei: Adv. [amtssprl.] (auch) mit ent¬
halten; beiliegend; als Anlage; hinzu¬
gefügt »Anbei erhalten Sie das ent¬
sprechende Formular.«
an|bei|6en: beißt an; bissest an; hast an¬
gebissen —*-alle Vergangenheilsfor¬
men mit ss«— 1 (als erster) das erste
Stück von etw. mit den Zähnen fas¬
sen, lösen, in den Mund nehmen u. es¬
sen; in etw. beißen »Er hat sein Bröt¬
chen schon angebissen.« 2 a) (Angel¬
sport; Fisch) den Köder einer Angel
schlucken »Die Fische beißen heute
gut an.« b) (übertr.) auf etw. eingehen,
etw. annehmen »Die Kunden haben
bei dem Angebot gut angebissen.«
an|be|kom|men: bekommst an; beka-
~ m(e)st an; hast anbekommen 1 etw.
mit Kraftaufwand, Mühe anziehen 2
etw. zum Brennen bringen 3 etw. nur
mit Mühe zum Funktionieren be¬
kommen
an|be|lan|gen: belangt an; belangte an;
hat anbelangt; in der Wendung was
dies(es)/etw. od. jmdn. anbelangt
was dies, etw. od. jmdn. betrifft
an|be|rau|men: beraumst an; beraumtest
an; hast anberauml [amtssprl.] zeitlich
festsetzen »Für die Besprechung wurde
ein neuer Termin anberaumt.«
an|be|ten: betest an; betetest an; hast an¬
gebetet jmdn. od. etw. sehr hoch anse¬
hen, verehren, vergöttern »Er betete
seine Mutter an. ♦ Götter anbeten«
An|beftracht in der Wendung In
Anbetracht mit Rücksicht auf »In
62
anderenfalls
Anbetracht seiner Krankheit verschie¬
ben wir den Termin um eine Woche.«
an|bet|teln: bettelst an; betteltest an;
hast angebettelt jmdn. nachdrücklich
um etw. bitten
An|be|tung: die; - ; -en sehr hohes Anse¬
hen, Verehrung; Vergötterung »Dem
Star wurde die Anbetung seiner Fans
lästig.«
an|bie|dern, sich: biederst dich an; bie¬
dertest dich an; hast dich angebiedert
[abwert.] sich jmdm. aufdrängen;
jmdm. zu schmeicheln versuchen
An|bie|de|nings|verjsuch: der; -fejs; -e
störendes, übertriebenes Aufdrängen
bei jmdm. »Seine Anbiederungsversu¬
che widerten sie an.«
gn|ble|ten: bietest an; bot(e)st an; hast
angeboten jmdm. ein Angebot ma¬
chen, etw. bereithalten, bereitstellen,
zur Auswahl vorlegen
an|bleften, sich: (es) bietet sich an; (es)
bot sich an; (es) hat sich angeboten
«Handlung; Sache» sich als günstig er¬
weisen, geeignet sein
an|bin|den: bindest an; band(e)st an;
hast angebunden 1 etw. (mit Hilfe ei¬
ner Schnur, Leine o. ä.) befestigen
»Der Hund wurde vor dem Supermarkt
angebunden.« 2 «Landwirt.» ein Tier
zur Selbständigkeit erziehen 3 [geh.]
eine Beziehung eingehen 4 jmd. ist
kun angebunden: (aus Zeitmangel;
unhöflich) nur kurz mit jmdm. reden,
sprechen; jmdn. schnell abweisen
Anjbin|dung: die; - ; -en 1 das Festma¬
chen von etw. 2 Anschließung
an|blaf|fen: blaffst an; blafftest an; hast
angeblafft 1 bellen »Der Hund blaffte
uns an.« 2 [ugs.] jmdn. od. etw. be¬
schimpfen, beleidigen o. ä. »Blaff
mich nicht gleich so an!«
an|bla|sen: bläst an; blies(es)t an; hast
angeblasen 1 jmdn. od. etw. anpusten
2 «Musik» den Auftakt spielen, als er¬
ster Luft in ein Blasinstrument bla¬
sen, pusten 3 [ugs.] jmdn. od. etw. be¬
schimpfen 4 den Beginn einer Jagd
ankündigen
an|btät|tern: blätterst an; blättertest an;
hast angeblättert etw. nur kurz anse¬
hen; nur einen kurzen Einblick neh¬
men
an|blen|den: blendest an; blendetest an;
hast angeblendet jmdm. ein Signal mit
Hilfe einer Lampe o. ä. geben; jmdn.
durch ein Lichtsignal auf etw. auf¬
merksam machen
An|blick: der;-(e)s; -e a) Aussehen, Er¬
scheinung einer Person od. Sache b)
o. PI. das Schauen, Gucken
an|blicken (an|blik|ken —* an|bli|cken):
blickst an; blicktest an; hast angeblickt
etw. od. jmdn. genau betrachten, be¬
gucken, ansehen
an|blin|ken: blinkst an; blinktest an; hast
angeblinkt a) jmdn. mit etw. (z. B. ei¬
ner Taschenlampe) anleuchten b)
durch Licht ein Signal geben
an|blin|zein: blinzelst an; blinzeltest an;
hast angeblinzelt a) etw. od. jmdn. mit
zusammengekniffenen Augen anse¬
hen (z. B. zum Schutz vor grellem
Licht) »Ich konnte ihn nur anblinzeln,
es war zu hell.« b) jmdm. zuzwinkem,
indem man ein Auge zukneift
an|biit|zen: blitzt an; blitztest an; hast
angeblitzt jmdn. od. etw. scharf, vol¬
ler Wut, Zorn anschauen, angucken
an|boh|ren: bohrst an; bohrtest an; hast
angebohrt 1 a) zu bohren anfangen b)
anstechen 2 unerbittliche Fragen stel¬
len
an|bran|den: brandet an; brandete an;
ist angebrandet mit Wucht an etw. an¬
schlagen, anklatschen »Das Wasser
brandet an den Felsen.«
an|bra|ten: brätst an; briet(e)st an; hast
angebraten etw. nur kurz, leicht in
heißem Fett braten »Das Fleisch muß
erst angebraten werden, bevor du das
Gemüse beigibst.«
an|brau|sen: braust an; braustest an;
bist angebraust schnei) näher kom¬
men »Er brauste mit seinem neuen
Motorrad an.«
an|bre|chen: brichst an; brach(e)st an;
hastjist angebrochen 1 hast etw. nicht
völlig durchbrechen 2 hast etw. Neues
anfangen, beginnen zu verzehren »Er
hat die Tafel Schokolade
angebrochen.« 3 ist [geh.] etw. beginnt
neu, fängt an »Der Tag bricht an.«
an|brem|sen: bremst an; bremstest an;
hast angebremst leicMtes Wegnehmen
der Geschwindigkeit; leichtes Brem¬
sen; die Geschwindigkeit verringern
an|bren|nen: brennst an; branntest an;
hastjist angebrannt 1 hast mit Feuer
versehen »Er brannte die Kerze an.« 2
hat Feuer fangen »Das Adventsge¬
steck brannte an.« 3 ist (in der Pfanne,
im Ofen o. ä.) verbrennen, schwarz
werden »Das Fleisch ist angebrannt.«
an|brin|gen: bringst an; brachtest an;
hast angebracht 1 fest machen; befe¬
stigen »Bring bitte das Regal an!« 3 ei¬
nen Kommentar zu etw. geben; etw.
sagen »Diese Bemerkung hast du gut
angebracht.« 2 [ugs.] etw. mitbringen,
herbei tragen
Anjbnich: der; -(e)s; Anbrüche 1 De¬
fekt, Schaden durch einen beginnen¬
den Bruch 2 o. PI. Neubeginn »Bei
Anbruch des Tages gehen wir los.« 3
«Bergbau» eine angefangene Schicht
einer brauchbaren Mineralie 4 a)
«Forstwirt.» verkommenes Holz b)
«Jagd» verendetes Wild
an|brül|len: brüllst an; brülltest an; hast
ängebrüllt 1 «Tiere» einen brüllenden
Laut gegen jmdn. von sich geben
»Der Tiger im Zoo brüllte uns an.« 2
[ugs.] laut schimpfen; jmdn. anschrei¬
en; sehr laut sprechen
an|brü]ten: brütet an; brütete an; hat an¬
gebrütet «Vogel» erst seit kurzer Zeit
auf dem Gelege, den Eiern sitzen <
ANC: Abk. African National Congress
= Afrikanischer Nationalkongreß =
Anti-Apartheit-Bewegung = Partei
in Südafrika, die sich gegen die Ras¬
sentrennung richtete
An|cho|vis/An|schg|vis: die; -; - in Ge¬
würzsalz eingelegte Sardelle od. ande¬
rer kleiner Fisch
An|ci|en|ni|täts|prin|2ip: </r.» /angßiäni-
tätß-/ das;-(e)s; - Verfahren, bei dem
etw. nicht durch eine Leistung, son¬
dern durch eine Wartezeit, die be¬
rücksichtigt wird, erreicht werden
kann
-and: dato Wortbildungselement be¬
zeichnet jmdn., mit dem/an dem die
Tätigkeit des Basiswortes (meist ein
Verb, das auf ’-ieren’ endet) ausge¬
führt wird »Proband • Konfirmand«
An|dacht: die; * ; -en 1 o. PI. das Geden¬
ken, die Anteilnahme 2 kurzer Got¬
tesdienst
an|däch|tig: Adj. 1 innerlich feierlich ge¬
stimmt, ergriffen »Er schwieg
andächtig.« 2 im Gebet versunken
»Er kniete andächtig nieder.«
An|dachts|buch: das; -(e)s; -bücher
Buch, in dem Gebete (u. Kirchenlied¬
texte) gesammelt sind
an|damp|fen: dampfst an; dampftest an;
bist angedampft a) heranfahren; näher
kommen b) angedampft kommen: a)
ein Zug kommt herangefahren b)
[ugs.] jmd. kommt schnell
An|dan|te: <it.> das; -s u. - ; -s «Musik»
Musikstück in ruhigem Tempo
an|dan|te: «'/.» Adv. «Musik» ruhig im
Tempo
an|dau|em: dauert an; dauerte an; hat
angedauert nicht aufhören; (noch)
nicht zu Ende sein
an|dau|emd: Adj. n. stg. ständig; konti¬
nuierlich; immer wieder auftretend
»Andauernd ist er erkältet.«
An|den: die (PI.) großer Gebirgszug in
Südamerika
Anjdenjken: das; -s; - 1 etw., was man
sich als Erinnerung mitnimmt, kauft
2 o. PI. Erinnerung an jmdn., etw.,
Syn.: «1» [fremdsprl.] Souvenir
an|der-/an|dre-: Indefinitpron. andererj
andrer; anderejandre; anderesjandres
1 a) drückt aus, daß etw. od. jmd.
nicht gleich, übereinstimmend, iden¬
tisch mit etw. od. jmdm. Gegenüber¬
gestellten ist »Dieses Eis esse ich, das
andere du.« b) drückt aus, daß etw.
od. jmd. nicht gleich, übereinstim¬
mend, identisch mit etw. od. jmdm.
Gegenübergestellten ist, sondern daß
es noch etw. Weiteres, Ähnliches gibt
»eine andere Frage« c) unterschied¬
lich; völlig unterschiedlich geartet
»Ich denke da anders als du.« 2 eins
nach «fern anderen: erst das eine,
dann das andere; Verschiedenes od.
Mehreres nacheinander erledigen,
tun 3 unter anderem: zudem; noch zu
etw. hinzu kommend; ferner; nicht
das Einzige sein »Unter anderem habe
ich auch eine Hose gekauft.« 4 alles
andere als: gar nicht »Ich habe alles
andere als Lust, die Wohnung zu
putzen.« 5 beinah(e) hätte ich etw.
anderes gesagte [ugs.] Aussage, daß
jmdm. noch etw. viel Gemeineres,
Schlimmeres, Böseres eingefallen ist,
was er nicht ausgesprochen hat 6
[ugs.] a) dem, der hätte ich was, etw.
anderes gesagt —» dem, der hätte
ich was, etw. Anderes gesagt: Aus¬
sage, daß jmd. selbst härter, deutli¬
cher reagiert hätte u. nicht so sanft
wie die andere Person gewesen wäre
b) dem, der werd(e) ich was, etw. an¬
deres erzählen: ich werde der betref¬
fenden Person sagen, daß ich das
nicht tue, davon nichts halte o. ä. 7
das kannst du einem anderen
erzählen: [ugs.] ich glaube nicht, daß
das, was du sagst, der Wahrheit ent¬
spricht
an|de|ren|falls: Adv. ansonsten; wenn es
nicht so ist, dann so
63
anderenorts
anjde|ren|orts: Adv. woanders; an ei¬
nem anderen Plate
anjdejrenjtags: Adv. [geh.] nicht an
demselben Tag, sondern am Tag da¬
nach; am folgenden Tag
anjde)ren|teils/an|dern|teils: Adv. meist
in Verbindung mit ‘einerseits' a) zum
Teil, von der anderen Seite aus be¬
trachtet b) einesteils..., anderenteils
auf der einen Seite, auf der anderen
Seite (betrachtet)
An|derjkon|to: das; -s; -honten Bank¬
konto, das jmd. im eigenen Namen u.
mit eigener Verfügungsbefugnis für
jmdn. anderes unterhält; ein Ander¬
konto wird oft von einem Rechtsan¬
walt od. Notar geführt
anjderjmal: Adv. nicht jetzt, sondern zu
einer anderen Zeit
än|dern: änderst; ändertest; hast
geändert a) jmdn. dazu bringen, die
bisherige Form o. ä. abzulegen u. eine
neue anzunehmen Ȁndere deinen
Ton mir gegenüber!« b) die Form o. ä.
von etw. in eine neue Form o. ä. um¬
gestalten
anjdern|falls: Adv. ansonsten; wenn
nicht, dann
an|dern|orts: Adv. woanders; an einem
anderen Platz
an|dern|tags: Adv. [geh.] nicht heute,
sondern am Tag danach
an|dern|tails/anjde|ren)tei>s: Adv. meist
in Verbindung mit 'einesteils' a) zum
Teil, von der anderen Seite aus be¬
trachtet b) einesteilsanderenteils
auf der einen Seite, auf der anderen
Seite (betrachtet)
gnjders: Adv. auf eine unterschiedliche
Weise »Das kann man auch anders sa¬
gen!«
—» an|ders deckend: s. andersden¬
kend
—>■ anjders faijbig: s. andersfarbig
—* an|ders gejarftet: s. andersgeartet
—» anjders ge|schlecht|lich: s. anders¬
geschlechtlich ~
—* an dem gejslnnfc s. andersgesinnt
—* an|ders oläuibio: s. andersgläubig
—» injders laujtend: $. anderslautend
an|ders|ar]tig: Adj. unterschiedlich
An|ders|arjtigfkeit: die; - ; -en Unter¬
schied; das Verschiedensein; Abgren¬
zung von anderen
anjders|den|kend —> anjders dec¬
kend: Adj. n. stg. »Meinung; Pol.; Re¬
ligion» eine andere Auffassung vertre¬
tend; einer anderen Richtung angehö¬
rend
an|dersjfaijbig —* anjders farjbig: Adj.
n. stg. von anderer Farbe ~
an|dersjge|arjtet —* gnjders ge^rjtet:
Adj. n. stg. unterschiedlich im Ver¬
gleich mit etw.
an|ders|ge|schlecht|(ich —* anjders
gejschlechtjlich: Adj. n. stg. dem an¬
deren Geschlecht zugehörig
an|ders|ge|sinnt —» anjders gejsinnt
Adj. n. stg. eine andere Meinung ver¬
tretend
an|dersjgfäu|big —> an|ders gläujbig:
Adj. n. stg. einer anderen Religion an¬
hängend
an|ders|tierfum —* an]ders|hejr|um:
Adv. 1 a) entgegen der"ursprünglichen
Richtung » Wir sind falsch, wir müssen
andersherum fahren.« b) auf der ande¬
ren Seite 2 [ugs.] homosexuell
anjdersjlauftend —* anjders lautend:
Adj. unterschiedlich in der Aussage
anjdersjrum: Adv. [ugs.] 1 a) entgegen
der ursprünglichen Richtung »Wir
sind falsch, wir müssen andersrum
fahren.« b) auf der anderen Seite 2
[ugs.] homosexuell
an|ders|wo: Adv. [ugs.] nicht hier, son¬
dern an einem anderen Ort »Laßt uns
anderswo hingehen!«
anldersjwojter: Adv. [ugs.] nicht von
hier, sondern von einem anderen Ort
anjdersjwojhin: Adv. [ugs.] zu einem an¬
deren Plate; an einen anderen Ort
anjdertjhalb: Zahlwort ein Ganzes u. ein
HalbesT 1 1/2
anjdertjhalbjfach: Zahlwort einmal u.
~ einhalbmal soviel
anjdsrtjhalbjmal: Zahlwort einmal u.
einhalbmal
Änjdejrung: die; -; -en 1 Umgestaltung;
Veränderung »Änderung des Grund¬
gesetzes o. ä.« 2 Erneuerung, Verän¬
derung
Anjde|rungsjan[trag: der; -(e)s; -anträ¬
ge <Pof.> zur Änderung von Gesetzen
ein Antrag an das Parlament
Än|dejrungsjkün|di|gung: die; - ; -en
(Rechtsw., besonders Arbeitsrecht»
Kündigung eine^Vertrages unter der
Bedingung, daß der eine Teil nicht
mit den veränderten Vertragsbedin¬
gungen einverstanden ist, der Gekün¬
digte aber den veränderten Bestim¬
mungen zustimmen kann, so daß der
Vertrag dann fortgesetzt werden
kann
Än|de|rungs|vor|schtag: der; -(e)s;
-Vorschläge Anregung zu einer Er¬
neuerung, Umgestaltung, Verände¬
rung, einem Wechsel
Än|de|rungs|wunsch: der; -(ejs; -wün¬
sche Bestreben nach einer Erneue¬
rung, Umgestaltung, Veränderung
an|deu|ten: deutest an; deutetest an; hast
angedeutet 1 etw. nicht direkt sagen,
aussprechen »Er deutete seinen
Wunsch, Verdacht nur an.« 2 »Malerei»
lückenhaft darstellen, skizzieren
An|deujtubg: die; - ; -en 1 hinweisende,
indirekte Äußerung, Bemerkung 2
nicht genau Erkennbares
an|deu|tungs|wel|se: Adv. a) nährungs¬
weise, in Bruchstücken »Andeutungs¬
weise konnte man verstehen, war das
Kind sagen wollte.« b) nicht direkt an¬
sprechend, sondern verschleiert
an|die|nen: dienst an; dientest an; hast
angedient [kaufmannssprl.] jmdm.
etw. zum Verkauf anbieten
an|dis|ku|tie|ren: diskutierst an; disku¬
tiertest an; hast andiskutiert über ein
Thema, eine Sache zu sprechen begin¬
nen; ein Thema anschneiden, darüber
eine Diskussion anfangen
an|don|nem: donnerst an; donnertest an;
bist/hast angedonnert 1 hast [ugs.]
jmdn. od. etw. laut beschimpfen »Der
Chef hat ihn angedonnert.« 2 ist etw.,
ein Zug, fährt ein, fährt vorbei »Man
konnte hören, wie der Zug andon¬
nerte.«
An|dgrjra: o. Art.; -Staat in den Pyre¬
näen
An|drang: der; -(e)s; - große Interessen¬
tenanzahl; viele Menschen, Indivi¬
duen, die etw. tun, haben möchten
an|dre-/an|der-: Indefinitpron. andrer/
anderer; andreiandere; andres!anderes
1 a) drückt aus, daß etw. od. jmd.
nicht gleich, übereinstimmend, iden¬
tisch mit etw. od. jmdm. Gegenüber¬
gestellten ist »Dieses Eis esse ich, das
andere du.« b) drückt aus, daß etw.
od- jmd. nicht gleich, übereinstim¬
mend, identisch mit etw. od. jmdm.
Gegenübergesteliten ist, sondern daß
es noch etw. Weiteres, Ähnliches gibt
»eine andere Frage« c) unterschied¬
lich; völlig unterschiedlich geartet
»Ich denke da anders als du.« 2 eins
nach dem and(e)ren: erst das eine,
dann das andere; Verschiedenes od.
Mehreres nacheinander erledigen,
tun 3 unter and(e)rem: zudem; noch
zu etw. hinzu kommend; ferner; nicht
das Einzige sein 4 alles andfejre als:
gar nicht »Ich habe alles andere als
Lust, die Wohnung zu putzen.« 5 bei-
nahfe) hätte ich etw. and(e)res
gesagt [ugs.] sagt jmd., um jmdm.
mitzuteilen, daß ihm noch etw. viel
Gemeineres, Schlimmeres, Böseres
eingefallen ist, was er nicht ausge¬
sprochen hat 6 [ugs.] a) dem, der
hätte ich was, etw. andfejres gesagt
sagt jmd., um jmdm. mitzuteilen, daß
man selbst härter, deutlicher reagiert
hätte u. nicht so sanft wie die andere
Person gewesen wäre b) dem, der
werd(e) Ich was, etw. and(e)res
erzählen: ich werde der betreffenden
Person sagen, daß ich das nicht tue,
davon nichts halte o. ä. 7 das kannst
du einem and(e)ren erzählen: [ugs.]
ich glaube nicht, daß das, was du
sagst, der Wahrheit entspricht
An|di«jas|kreuz: das; -es; -e 1 Kreuz,
das aus zwei sich diagonal kreuzen¬
den Balken gebildet wird 2 Verkehrs¬
zeichen, das einen Bahnübergang an¬
kündigt u. aus weißroten, sich kreu¬
zenden Balken besteht
anjdre|hen: drehst an; drehtest an; hast
angedreht 1 einen Schalter o. ä. betäti¬
gen, so daß etw. in Gang kommt, etw.
angemacht wird »Er drehte den Fern¬
seher an.« 2 festschrauben, festma¬
chen 3 [ugs.] jmdn. überreden, etw. zu
kaufen »Der Verkäufer hatte ihm auch
noch eine passende Jacke angedreht.«
an|drerjse(ta/an|de|rerjsefts: Adv. meist
in Verbindung mit 'einerseits’ a) von
der anderen Seite aus betrachtet b) ei¬
nerseits andererseits...: riibertr.»
von einem u. von einem anderen
Standpunkt (betrachtet)
An|drofgen —> An|d|ro|gen: <gr.> das;
-s; -e <Med.> männliches Hormon
an|dro|gyn —* anjd|rojgyn: <gr.> /an-
arogtjn/ Adj. n. stg. <Bio.» männliche
u. weibliche Eigenschaften besitzend
An|dro|hung: die; - ; -en das Bedrohen,
Bedrängen; die Ankündigung einer
drastischen Maßnahme
An|droijde —» Anjdjrojijde: <gr.> der; -n;
-n Maschine, Roboter die/der dem
Menschen ähnelt
An|druck: der; -(e)s; -e 1 <Druckw.»
Testdruck 2 o. PL »meist Technik»
Druck, der entsteht, wenn jmd. od.
etw. bei Erhöhung der Geschwindig¬
keit gegen jmdn. od. etw. gedrückt
wird
64
anfachen
an|drucken (an|drukjken —> an|dru|-
cken): druckst an; drucktest an; hast
angedruckt a) <Druckw.> einen Test¬
druck machen b) zu drucken begin¬
nen
An|druck|ex|em|plar —> An|druck|ex|-
em|p|lar das; -(e)s; -e Testdruckmu¬
ster
an|dün|sten —> an|diins|ten: dünstest
an; dünstetest an; hast angedünstet
etw. kurzzeitig, nur leicht mit wenig
Fett u. durch Dampf garen »Die
Zwiebeln dürfen für das Gericht nur
angedünstet werden.«
an|ecken (an|ek|ken —> an|e|cken):
eckst an; ecktest an; hastjbist ange¬
eckt 1 mit etw. nicht absichtlich in Be¬
rührung kommen »Beim Umzug eckte
er mit dem Schrank an der Tür an.« 2
[ugs.] durch eine Bemerkung, sein
Verhalten o. ä. jmdm. negativ, unan¬
genehm auffallen
an|eig|nen, sich: eignest dir an; eignetest
dir an; hast dir angeeignet 1 etw. (wi¬
derrechtlich) zu seinem Besitz, Eigen¬
tum machen »Sie eignete sich die Ket¬
te ihrer Mutter an.« 2 etw. erlernen
An|eig|nung: die; - ; -en a) Erwerb des
Eigentums an herrenlosen Sachen
durch rechtmäßige Inbesitznahme b)
Erwerb von Fähigkeiten
an|ein|an|der—> an|ei|n|an|der. Adv. ei¬
ner an dem anderen »Sie hängen wie
Geschwister aneinander.«
—» an|ei|n|an|der bau|en: s. aneinan¬
derbauen
—» an|einjan|der bjn|den: s. aneinan¬
derbinden
—* an|ei|n|an|der fes|seln: s. aneinan¬
derfesseln
—ä- an|ei|n|an|derfü|gen: s. aneinander¬
fügen
—»■ an|ei|n|an|der ge|rajten: s. aneinan¬
dergeraten
—» an|ei|n|an|der gren|zen: s. aneinan¬
dergrenzen
—» an|ei|n|an|der haften: s. aneinan¬
derhalten
—> an|ei|n|an|der hän|gen: s. aneinan¬
derhängen
—» an|ei|n|an|der heften: s. aneinan¬
derheften
—> an|eijn|an|der klam|mern: s. anein¬
anderklammem
—» an|ei|n|an|der kle|ben: s. aneinan¬
derkleben
—» an|ei|n|an|der schrau|ben: s. anein¬
anderschrauben
—> an|ei|n|an|der schwej|ßen: s. anein¬
anderschweißen
—> an|ei|n|an|der sto|ßen: s. aneinan¬
derstoßen
—* an|ei|n|an|der wachjsen: s. anein¬
anderwachsen
an|ei|n|an|der- —» an|ei|n|an|der 4-
—-»künftig immer getrennt*— Wort¬
bildungselement drückt aus, daß min¬
destens zwei unterschiedliche Dinge
Zusammenkommen u. eine (heftige)
Reaktion folgt »aneinanderstoßen«
an|ein|an|der|bau|en —* an|ei|n|an|der
bauten; baust aneinander; bautest an¬
einander; hast aneinandergebaut
—>hasl aneinander gebaut <— etw.
ganz dicht neben etw., an etw. errich¬
ten, bauen »Sie haben die Garagen alle
aneinandergebaut.«
an|e<njan|derjbin|den —» an|ein|an|der
bin|den: bindest aneinander; ban¬
dfeist aneinander; hast aneinanderge¬
bunden —*•hast aneinander
gebundene— etw. zusammenbinden
an|ein|an|derjfes|seln —» an|ei|n|an|der
fes|seln: fesselst aneinander; fesseltest
aneinander; hast aneinandergefesselt
—»hast aneinander gefesselt*— etw.
od. jmdn. an jmdn. od. etw. binden,
zusammenfesseln; etw. od. jmdn. mit
Bändern an jmdn. od. etw. befestigen
an|e<n|an|dertfti|gen —» an|ei|n|an|der
fufgen: fügst aneinander; fügtest an¬
einander; hast aneinandergefügt
—>hast aneinander gefügt*— ein¬
zelne Teile zusammensetzen
an|ein|an|der1ge|ra|ten —* an|ei|n|an|-
der ge|raften: gerätst aneinander;
geriet(e)st aneinander; bist aneinan¬
dergeraten —* bist aneinander
geraten*— mit jmdm. zu streiten be¬
ginnen; eine Auseinandersetzung mit
jmdm. haben
an|ein|an(der|gren|zen —* an|efn|an|-
der gren|zen: grenzen aneinander;
grenzten aneinander; Baben aneinan¬
dergegrenzt —> haben aneinander
gegrenzt<— nahe zusammen liegen,
eine gemeinsame Abgrenzung (Zaun
o. ä.) haben
an|e>n|an|der|hal|ten —s- an|ei|n|an|der
haften: hältst aneinander; hielt (e)st
aneinander; hast aneinandergehalten
—»hast aneinander gehalten*— zwei
Teile dicht nebeneinander halten
an|ein|an|der|hän|gen —> an|ei|n|an|-
der hän|gen: hängen aneinander;
hingen aneinander; haben aneinander¬
gehangen —»haben aneinander
gehangen*— a) dicht Zusammenhän¬
gen »Die Wäschestücke hingen anein¬
ander an der Leine.« b) eng miteinan¬
der verbunden sein
an|ein|rm|<tei1hän|gen —> an|ei|n|an|-
der hän|gen: hängst aneinander;
hängtest aneinander; hast aneinander¬
gehängt —»hast aneinander
gehängt*— zwei od. mehrere Teile
miteinander verbinden
an|ein|an|der|hef|ten —» an|ei|n|an|der
heften: heftest aneinander; heftetest
aneinander; hast aneinandergeheftet
—»hast aneinander geheftet*— etw.
an etw. befestigen, zusammenheften,
miteinander verknüpfen o. ä.
an|ein|an|derjklam|mern —» an|ei|n|-
an|der klanrfmem: klammerst anein¬
ander; klammertest aneinander; hast
aneinandergeklammert —»hast an¬
einandergeklammert*— etw. an etw.
heften, zusammenheften »Sie klam¬
merte alle Unterlagen aneinander.«
an|ein|an|der|kte|ben —* an|ei|n|an|der
kle|ben: klebst aneinander; klebtest
aneinander; hast aneinandergeklebt
—»hast aneinander geklebt*— 1
etw. mit Klebstoff an etw. machen,
mit etw. verbinden »Damit es besser
hält, hat er die Teile aneinanderge¬
klebt.« 2 sehr gut, fest an etw. halten,
haften 3 <übertr.> [ugs.] mit jmdm.
sehr eng befreundet sein u. mit dieser
Person alles gemeinsam unterneh¬
men, machen o. ä.
an|e<n|an|der|schrau|ben —> an|ei|n|-
an|der schrauben: schraubst anein¬
ander; schraubtest aneinander; hast
aneinandergeschraubt —»hast anein¬
ander geschraubt*— etw. mit Hilfe
von Schrauben an etw. machen, befe¬
stigen, mit etw. verbinden
an|ein|an|deijschwei|6en —* an|ei|n|-
an|der schweren: schweißt aneinan¬
der; schweißtest aneinander; hast an¬
einandergeschweißt —»hast aneinan¬
dergeschweißt*— etw. (meist Metal¬
le) miteinander verknüpfen, zusam¬
menfügen
antein|an|der|sto|Ben —* an|ei|n|an|der
stpjßen: stoßen aneinander; stießen
aneinander; sind aneinandergestoßen
—»sind aneinander gestoßen*— 1
mit etw. od. jmdm. zusammenprallen
2 dicht nebeneinander liegen, so daß
eine Berührung stattfindet
anjein|an|der|wach|sen —> an|ei|n|an|-
der wach|sen: wachsen aneinander;
wuchsen aneinander; sind aneinander¬
gewachsen —»sind aneinander
gewachsen*— etw. verbindet sich
beim Wachsen, Größerwerden mit
etw. anderem
An|ek|dp|te —> A|n|ek|do|te: <gr.-fr.>
die; - ; -n angeblich wahre, lustige, er¬
heiternde Geschichte über eine Per¬
son, die deren Eigenschaften hervor¬
hebt »Über Bundespräsident Lübke
gibt es viele Anekdoten.«
an|ek|do|tisch —» a|n|ek|do|tisch: Ad},
n. stg. wie eine Anekdote (= kurze,
oft witzige Geschichte)
an|ekeln —* an|e|kelrc ekelst an; ekel¬
test an; hast angeekelt bei jmdm. Ab¬
scheu, Widerwillen hervorrufen
Anejmglne —» A|ne|mg|ne: <gr.-lat.>
die; * ; -n vorwiegend in Laubwäldern
wachsende, weiß od. rosa blühende
Frühlingsblume, Syn.: Buschwindrö¬
schen
an|emp|feh|len: empfiehlst an; empfah¬
lte)st an; hast anempfohlen jmdm.
mit Nachdruck zu etw. raten »Die El¬
tern empfahlen ihr eine Lehre an.«
Anerk.: Abk. Anerkennung
anerk.: Abk. anerkannt
an|erjkannt: Adj. anerkannter; aner¬
kannteste seit langer Zeit bewährt u.
akzeptiert, hoch angesehen »Seine
Ergebnisse auf diesem Gebiet sind an¬
erkannt.« ■
anter|kann|ter|ma|Ben: Adv. allgemein
angesehen, akzeptiert
an|efken|nen: erkennst an; erkanntest
an; hast anerkannt a) etw. od. jmdn.
für gut befinden, akzeptieren »Er
mußte erst beweisen, was er konnte,
bevor die Mannschaft ihn als Trainer
anerkannte.« b) etw. od. jmdn. loben,
würdigen
an|erken|nens|wert: Adj. anerkennens¬
werter; anerkennenswerteste wert, ge¬
lobt, anerkannt zu werden
an|er|ken|nen8|wer|terjwei|se: Adv. mit
dem Verdienst, anerkannt zu werden
An|er|ken|nung: die; - ; -en das Respek¬
tieren, Ächten von etw. od. jmdm.
an|er]zie|hen: erziehst an; erzog (e) st
an; hast anerzogen jmdm. od. einem
Tier eine Verhaltensweise beibringen
an|fa|chen: fachst an; fachtest an; hast
angefacht [geh.] a) ein Feuer o. ä.
(durch Blasen) auslösen, entflammen
»Ich habe das Feuer im Ofen
angefacht.« b) <übertr.> Gefühle o. ä.
durch etw. auslösen, hervorrufen
65
anfahren
an|fah|ren: fährst an;fuhr(e)st an; bist!
hast angefahren 1 a) bist mit einem
Kraftfahrzeug o. ä. zu fahren begin¬
nen, es in Gang bringen »Als die Am¬
pel grün wurde, ist das Auto
angefahren.« b) hast ein Ziel ansteu-
em »Nach einiger Zeit haben sie eine
Raststätte angefahren.« o) hast mit
etw. od. jmdm. zusammenstoßen, ihn
mit einem Fahrzeug berühren (u.
verletzen) »Auf der Kreuzug hat er ei¬
nen Radfahrer angefahren.« 2 hast
<übertr.> jmdn. stark beschimpfen,
ausschimpfen
Anfahrt die; - ; -en 1 a) (An-)Reise mit
einem Kraftfahrzeug o. ä. b) für die
Anreise benötigte Zeit »Die Anfahrt
dauerte 8 Stunden.« 2 Weg, der zu ei¬
ner bestimmten Stelle führt
An|fahrts|zeit: die; • ; -en benöigte Rei¬
sezeit, um ein Ziel zu erreichen
Anffalf: der;-(e)s; Anfälle 1 <Krankheit>
Schub, plötzliches Auftreten von
Krankheitsanzeichen »Er hatte einen
epileptischen Anfall.« 2 [meist
scherzh.] plötzliche Aktivität »Ich
hatte einen Anfall von Arbeitswut.« 3
o. PL das Anfallen, Auftreten von
etw. »Der Anfall an Arbeit, Kosten
war höher als erwartet.« 4 nicht nor¬
males Benehmen (oft Wutausbruch)
So einen Anfall hatte er noch nie.« 5
einen Anfall kriegen, bekommen,
haben: [ugs.] äußerst zornig werden,
sein
an|fal|len: fällst an; fiel(e)st an; hast an¬
gefallen 1 a) plötzlich auf jmdn. zusto¬
ßen, jmdn. überfallen, ihn angreifen
»Der Hund hat das Kind angefallen.«
b) auf einmal auftreten, aufkommen
»Kopfschmerzen fielen ihn plötzlich
an.« 2 noch zu tun, machen, zahlen o.
ä. sein
an|fäl|lig: Adj. sehr empfänglich für etw.
(Schlechtes) »Ich hatte damals eine
sehr anfällige Gesundheit.«
Anffäljligjkeit: die; - ; -en das Empfind¬
lichsein für etw. (meist für Krankhei¬
ten)
Anfang: der; -(e)s; Anfänge Beginn ei¬
ner Sache u. a. »Der Anfang, die An¬
fänge der Bewegung gehtjgehen auf
das Mittelalter zurück.« Ant.: Ende 2
von Anfang bis Ende: komplett, ohne
etw. auszulassen »Ich war von Anfang
bis Ende dabei.« 3 (der) Anfang vom
Ende: Beginn von etw., was endet,
untergeht, scheitert »Seine Trinkerei
war der Anfang vom Ende.« 4 den An¬
fang machen: der/die Erste sein, der/
die etw. tut, beginnt »Na, dann will ich
mal den Anfang machen u. mich
vorstellen.« S am, im, zu Anfang: zu¬
erst »Am Anfang war er schweigsam.«
6 seinen Anfang nehmen: beginnen
»Das Projekt nahm vor zwei Jahren
seinen Anfang.« 7 Wehret den
Anfängen): etw. Böses, Schlechtes,
Negatives direkt zu Beginn, wenn es
beginnt, entsteht, mit allen Kräften
bekämpfen, an der Ausbreitung hin¬
dern 8 Aller Anfang ist schwer: (fast)
jedem Menschen fällt es nicht leicht,
etw. zu erlernen, zu beherrschen, zu
beginnen u. durchzuhalten, zu ertra¬
gen o. ä. »Mit der Zeit wirst du es
schon lernen, - .« 9 Müßiggang ist al¬
ler Laster Anfang: Faulheit, Nichts¬
tun o. ä. ist der erste Schritt zum Ru¬
in, Untergang
an|fan|gen: fängst an; fing(e)st an; hast
angefangen 1 etw. beginnen »Er fing
bei der neuen Firma an.« 2 a) mit etw.
(nichts) anfangen können: etw.
(nicht) gebrauchen können, etw.
(nicht) verstehen b) mit jmdm.
(nichts) anfangen können: eine Per¬
son nicht einschätzen, nicht beson¬
ders gut leiden können, sie (aufgrund
charakterlicher Unterschiede zur ei¬
genen Person o. ä.) nicht verstehen 3
Anfängen ist leicht, beharren ist
Kunst: etw. zu beginnen, zu probieren
ist einfach, aber es konsequent bis
zum Ende durchzuführen, durchzu¬
halten o. ä., ist bewundernswert
An|fän|ger der; -s; - weibl. An|fän|ge|-
rin: die; - ; -nen a) [machmal ugs. auch
abwert.] unerfahrene Person, Laie
»Obwohl er schon drei Jahre trainiert,
ist er immer noch ein Anfänger.« b)
jmd., der mit etw. beginnt, von vorne
anfangt, etw. neu lernt o. ä. »Auf die¬
sem Gebiet jgt er noch ein Anfänger.«
Ant.: Fortgeschrittene^)
an|fäng|lich: Adv. zu Beginn »Anfäng¬
lich hatte er noch Schwierigkeiten,
jetzt ist es besser geworden.«
an|fangs: i Adv. zuerst, am Anfang »An¬
fangs ist mir die Arbeit
schwergefallen.« II Präp. mit Gen. zu
Beginn »Anfangs der Woche muß ich
zum Arzt.«
An|fangs|buch|stajbe: der; -n; -n Buch¬
stabe, mit dem ein Wort beginnt »Der
Anfangsbuchstabe von Haus ist ’H'.«
An)fangs|er)folg: der; -(e)s; -e am Be¬
ginn einer Sache, eines Unterneh¬
mens, einer Handlung o. ä. ein positi¬
ves Ergebnis erzielen
An[fangs|gs|halt: das; -(e) s; -gehälter
Gehalt, das man bekommt, wenn
man seine Ausbildung gerade beendet
hat, eine neue Anstellung angenom¬
men hat, eine neue Tätigkeit aufge¬
nommen hat
An|fangs|grim|de: die (PL) elementares
Grundwissen
Antfangs[ka|p(|tal: das; -(e)s; -e Geld¬
summe, mit der ein Geschäft, eine
Firma gegründet wird, die einer Fir¬
ma, einem Unternehmen zur Verfü¬
gung steht
An|fangs(schwie|rig|keit: die; - ; -en
(m. PL) Problem, Schwierigkeit, das/
die oft zu Beginn einer Sache, eines
Unternehmens o. ä. aufkommt
An|fangs[sta[difutn: das; -s; -Stadien er¬
ste, frühe Entwicklungsstufe
An|fangs|zeit: die; - ; -en a) Zeit, in der
ein Zustand beginnt »In der Anfangs¬
zeit fiel ihm die Arbeit schwer.« b) eine
bestimmte Uhrzeit, zu der etw. (z. B.
Theater-, Opemauffühmng o. ä.) be¬
ginnt
an|fas|sen: faßt an; faßtest an; hast an¬
gefaßt —»•alle Formen mit ss<— 1
etw. mit den Händen, Fingern grei¬
fen, berühren »Die Ausstellungsstücke
dürfen nicht angefaßt werden.« 2 [ugs.]
a)beginnen »Wirmüssen endlich unse¬
re Probleme anfassen.« b) etw. od.
jmdn. in einer bestimmten Art u. Wei¬
se behandeln »Du mußt ein Kind liebe¬
voll anfassen.« 3 [geh.; veralt.) befal¬
len; überkommen; von etw. (einem
Gefühl) ergriffen werden 4 mit
anfassen: helfen »Du kannst ruhig
mit anfassen, wenn wir die Möbel tra¬
gen.«
an|fau|chen: aucheifauchst an; fauch¬
test an; hast angefaucht 1 fauchende
Töne von sich geben, ausstoßen »Der
Tiger fauchte seinen Gefährten an.« 2
<übertr.> [ugs.] jmdn. stark beschimp¬
fen, ausschimpfen
an|fecht|bar: Adj. noch abänderbar;
noch nicht endgültig sicher, rückwir¬
kend noch widerrufbar, aufhebbar
»Das Urteil ist anfechtbar.«
an|fechften: fichtst an; fochtest an; hast
angefochten 1 etw. anzweifeln; gegen
etw. vorgehen; etw. abändern wollen,
Einspruch erheben »Er focht das Ge¬
richtsurteil mit Hilfe seines Anwaltes
an.« 2 [geh.] Sorgen bereiten
Anjfech]tung: die; - ; -en <Rechtsw.> 1
Einspruch gegen eine gerichtliche
Entscheidung 2 <Religion> Versu¬
chung
an|fein|den; feindest an; feindetest an;
hast angefeindet gegen jmdn. Vorge¬
hen; jmdm. feindlich gesinnt sein
An|fein|dung: die; ~ ; -en angreifende,
ablehnende, abweisende Einstellung
gegenüberjmdm. '
antfeijxen: feixt an; feixtest an; hast an¬
gefeixt jmdn. hinterhältig, schaden¬
freudig an-, auslachen, belächeln
an|ferjti|gen: fertigst an; fertigtest an;
hast angefertigt etw. nach vorgegebe¬
nen Angaben fertigstellen, machen,
erschaffen
An|fer|ti|gung: die; - ; -en 1 etw., was
nach Maß, nach vorgegebenen Anga¬
ben hergestellt wurde 2 c. PL Herstel¬
lung
an|feuch|ten: feuchtest an; feuchtetest
an; hast angefeuchtet etw. nur leicht
naß machen
an|feu|em: feuerst an; feuertest an; käst
angefeuert jmdn. a) den Kamin, Ofen
ans Brennen bringen b) (mit lauten
Zurufen) zu höherer Leistung antrei¬
ben
An|feue|rung —» An(feu|e|rung: die; - ;
-en 1 o. PI. dis Entzünden eines
Feuers (z. B. Ofen) 2 dibertr.) Rufe,
Schreie, die jmdn. od. etw. anspomen
sollen, etw. (besser, weiter) zu ma¬
chen
anffiach|sen: flachst an; flachtest an;
hast angeflachst [ugs.] jmdn. verul¬
ken, necken, zum Spaß jmdm. Unsinn
erzählen
an|flatttern: flattert an; flatterte an; ist
angeflattert <Vogel> heranfliegen; flie¬
gend näher kommen
an|fle|hen: flehst an; flehtest an; hast an¬
gefleht jmdn. unterwürfig, nach¬
drücklich um etw. bitten
an|flet]schen: fletscht an; fletschte an;
hat angefletscht <Tiere> jmdm. wütend
die Zähne zeigen u. damit vor einem
Angriff warnen
An|flug: der;-(e)s; Anfluge 1 «Flugw.i a)
Zeitraum eines Fluges von einem Ort
zu einem anderen b) letzte Strecke vor
der Landung »Das Flugzeug befindet
sich im Anflug über Düsseldorf.« 2
<übertr.> Anschein, Spur von etw. 3
iForstwirt.) Ausmaß des Samenfluges
An|flug|hö|he: die; - ; -n <Flugw.> be¬
stimmter senkrecht bemessener Luft¬
66
angehen
raum über einem Flugplatz, der für
die Landung von Flugzeugen zur Ver¬
fügung steht, damit Zusammenstöße
vermieden werden
An|flug|sek|tor: der; -s; -en <Flugw.> be¬
stimmter waagerecht bemessener
Luftraum über einem Flugplatz, der
für die Landung von Flugzeugen zur
Verfügung steht, damit Zusammen¬
stöße vermieden werden
an|flun|kem: flunkerst an; flunkertest
an; hast angeflmkert [ugs.] jmdn. in
einer unerheblichen Angelegenheit
belügen, jmdn. anschwindeln
an|foijdern: forderst an; fordertest an;
hast angefordert sagen, anmelden,
daß man etw., jmdn. haben möchte;
bestellen
An|foijde|rung: die; - ; -en 1 Bestellung
2 Forderung einer bestimmten Lei¬
stung »Die Anforderungen in der Fir¬
ma waren sehr hoch.«
An|foijde|rungs|pro|fil: das;-(e)s; -e Ei¬
genschaften, Wissen o. ä., die/das
jmd. haben muß, um beruflichen An¬
forderungen gerecht werden zu kön¬
nen
An|fra|ge: die; - ; -n Nachfrage, Bitte
um Informationen o. ä.
an|fra|gen: fragst an; fragtest an; hast
angefragt bei jmdm. um eine Aus¬
kunft o. ä. bitten, etw. erbitten »Er
fragte an, oh er früher gehen könnte.«
an|freun|den, sieh: freundest dich an;
freundetest dich an; hast dich ange¬
freundet 1 eine Freundschaft mit
jmdm. od. etw. schließen »Er freunde¬
te sich schnell mit seinem neuen Hund
an.« 2 mit etw. Erfahrungen machen,
sich mit etw. abfinden, mit etw. nach
einiger Zeit zurechtkommen
an|frie|ren: friert an; fror an; ist angefro¬
ren 1 a) an etw. aufgrund von Kälte
festheften b) leicht frosten 2 [ugs.]
sehr kalt werden »Bei der Kälte sind
mir meine Füßefast angefroren.«
an)frot[zeln: frotzelst an; frotzeltest an;
hast angefrotzelt [ugs.] jmdn. od. sich
gegenseitig ironisch, mit Spott verul¬
ken
an|fü|gen: fügst an; fügtest an; hast an¬
gefügt etw. Weiteres zu etw. dazutun,
noch dazulegen »Sie fügte dem Brief
noch Grüße an ihre Freunde an.«
an|füh|len, sich: fühlt sich an; fühlte sich
an; hat sich angefühlt durch Abtasten,
Fühlen eine Beschaffenheit o. ä. von
etw. od. jmdm. erkennen lassen »Die
Oberfläche fühlt sich sehr rauh an.«
an|füh|ren: führst an; führtest an; hast
angeführt 1 a) als erster in einer Reihe
gehen »Das größte Kind führte die
Gruppe an.« b) als Oberhaupt, Leite¬
rin) einer Gruppe fungieren »Der
Lehrer führte die. Schüler an.« 2 etw.
hervorbringen, zur Sprache bringen,
sagen »Der Schüler führte ein Beispiel
an.« 3 etw. wiederholen, was bereits
vorher gesagt, vorgebracht o. ä. wur¬
de; sich auf jmdn. od. etw. beziehen
An|füh|ren der; -s; - weibl. An|füh|re|rin:
die; - ; -nen [oft abwert.] Person, die
andere, eine Gruppe o. ä. anleitet,
führt
An|füh|rungs|strich: der; -(e)s; -e (m.
PI.) Satzzeichen (zwei links unten u.
rechts oben od. links u. rechts oben
stehende Striche, Linien), das wörtli¬
che Rede kennzeichnet; Satzzeichen,
das ein od. mehrere Wörter hervor¬
hebt »Das Wort "wichtig" steht in An¬
führungsstrichen.«
An|füh|rungs|zei|chen: das; -s; - (m.
PI.) Satzzeichen (zwei links unten u.
rechts oben stehende od. links u.
rechts oben stehende Striche, Linien),
das wörtliche Rede kennzeichnet;
Satzzeichen, das ein wichtige(s) Wort
(Wörter) hervorhebt »Das Wort
"wichtig“ steht in doppelten Anfüh¬
rungszeichen.«
an|fül|len: füllst an; fülltest an; hast an¬
gefüllt ganz voll machen
an|fun|keln: funkelst an; funkeltest an;
hast angefunkelt jmdn. wütend an¬
gucken, anschauen
an|fun|ken: funkst an; funktest an; hast
angefunkt eine Funkverbindung auf¬
nehmen »Der LKW-Fahrer funkte
seine Firma an.«
an|füt|tern: fütterst an; füttertest an;
hast angefüttert <Angelsport> Fische
mit Ködern anlocken *■
anffut|tern, sich: futterst dir an; futter¬
test dir an; hast dir angefuttert [ugs.]
so viel essen, daß man dick wird, an
Gewicht zunimmt
ang(e)w.: Abk. angewandt
Ang.: Abk. 1 Angabe(n) 2 Angebot 3
Angehörige(r) 4 Angestellte^-)
ang.: Abk. 1 angeblich 2 angeboten 3
angehend 4 angekündigt 5 angelegt 6
angemeldet 7 angenommen 8 ange¬
stellt 9 angewandt
An|ga|be: die; - ; -n 1 eine gegebene In¬
formation »Die Angabe der Telefo¬
nauskunft war leider falsch.« 2 [ugs.]
Wichtigtuerei; Angeberei; Aufschnei¬
derei 3 <Ballsport> a) einen Ball ins
Spiel bringen (indem man ihn über
ein Netz o. ä. wirft, schlägt) »Die geg¬
nerische Mannschaft hatte Angabe.«
b) der Ball, der ins Spiel gebracht
wurde
an|gaf|fen: gaffst an; gafftest an; hast
angegafft [abwert.] jmdn. od. etw.
lange (aufdringlich) angucken, anstie¬
ren
an|gäh|nen: gähnst an; gähntest an; hast
angegähnt eine Person od. etw. an¬
schauen u. dabei gähnen, mit (weit)
geöffnetem Mund ein- u. ausatmen
Angeb.: Abk. Angebot
angeb.: Abk. 1 angeboren 2 angeboten
an|ge|ben: gibst an; gabfejst an; hast
angegeben 1 [ugs.] mit etw. prahlen,
aufschneiden »Er mußte ständig mit
seinen guten Noten angeben.« 2 eine
Information geben; jmdm. (nach An¬
frage) etw. sagen »Er gab ihr seine
neue Adresse an.« 3 <Balisport> den
Ball ins Spiel bringen; den Aufschlag
ausführen
An|ge|beR der; -s; - weibl. An|ge|be|rin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die mit
etw. prahlt
An|ge|be|iei: die; - ; -en [ugs.] Wichtig¬
tuerei; Prahlerei
an|ge|be|risch: Adj. wichtigtuerisch;
prahlend
An|ge|bin|de: das; -s; - [geh.] kleine
Nettigkeit, Gabe, Geschenk
an|geb]lich: Adj. n. stg. wie gesagt, be¬
hauptet wird, aber inhaltlich in Hin¬
sicht auf den Wahrheitsgehalt nicht
gesichert »Angeblich ist er schon 80
Jahre alt.«
an|ge|bo|ren: Adj. n. stg. seit der Geburt
vorhanden, nicht später aufgetreten
An|ge|bot: das; -(e)s; -e 1 Offerte; etw.,
was jmdm. zum Nehmen, zum Kauf
empfohlen wird »Dieses Angebot
kann ich kaum ablehnen.« 2 kurz für
Sonderangebot = Ware mit reduzier¬
tem Preis 3 o. PI. <Handel> (Sortiment
an) Waren » Wir führen ein vielfältiges
Angebot.« 4 etw. (meist Geld), was
jmd. für etw. bietet »Das Angebot für
das Haus steht bei 500 000 DM.« 5 o.
PI. <Wirt.> alle Waren u. Leistungen
An|ge|bots|preis: der; -es; -e <Wirt.>
Geldbetrag, der vom Verkäufer für
eine Ware verlangt wird
an[ge|bracht: Adj. angebrachter; ange¬
brachteste angemessen; zu einer be¬
stimmten Situation o. ä. passend
an|ge|bro|chen: Adj. n. stg. 1 nicht ganz
durchgebrochen, sondern nur etw.,
leicht gebrochen, beschädigt »Der
Arm ist nur angebrochen.« 2 «ver¬
packte Lebensrnittel! bereits geöffnet;
angefangen »Die Kinder aßen die be¬
reits angebrochene Tafel Schokolade
auf.« 3 schon begonnen »Die letzte
Ferienwoche ist angebrochen.«
an[ge|bunjden: Adj. n. stg. 1 mit einem
Band, einer Leine, einem Strick o. ä.
fest gemacht 2 kurz angebunden
sein: (oft in einer unhöflichen Art u.
Weise) nicht viel erzählend (aufgrund
von Zeitmangel o. ä.)
an|ge|dei|hen lassen: läßt angedeihen;
ließ( es)t angedeihen; hast angedeihen
lassen —>alle Gegenwartsformen mit
ss<— in der Wendungintdm. etw. an¬
gedeihen lassen: [geh.; iron.] einer
Person gewähren, bieten »Er läßt der
Kranken die beste Pflege angedeihen.«
An|ge|den|ken: das; -s; - 1 [veralt.] Ge¬
genstand, den man sich aus dem Ur¬
laub zur Erinnerung mitbringt 2
[geh.] das Gedenken, Erinnern an
eine Person (meist nach deren Tod)
od. Sache
anjge|du|selt: Adj. [ugs.] von Alkohol
(leicht) berauscht »Nach der Geburts¬
tagsfeier kam er angeduselt nach
Hause.«
an|ge|fegt: in der Wendung angefegt
kommen: [ugs.] schnell näher kom¬
men
anjge|gilbt: Adj. angegilbter; angegilbte¬
ste ein wenig gelblich gefärbt, von
Gilb befallen
an|ge|gos|sen: in der Wendung etw.
sitzt wie angegossen: [ugs.] etw.
paßt genau
an|ge|graub Adj. angegrauter; ange¬
grauteste ein wenig grau geworden
Angeh.: Abk. Angehörige(r)
angeh.: Abk. 1 angehend 2 angehoben 3
angehörig
an|ge|hei|tert: Adj. ein wenig betrun¬
ken; durch Alkoholgenuß merklich
nicht mehr ganz normal im Beneh¬
men »Einige angeheiterte Leute gin¬
gen lärmend über die Straße.«
an|ge[hen: geht an; ging an; ist/hat ange¬
gangen 1 ist [ugs.] anfangen 2 ist etw.
fängt an zu brennen, zu leuchten »Die
Lampe ist angegangen.« 3 ist <Bio.>
etw. gedeiht (nach dem Umtopfen,
Einpflanzen o. ä.), fängt an zu wach-
67
angehend
sen »Der Ableger geht an.« 4 hast eine
Person angreifen »Er ging seinen Geg¬
ner von hinten an.« 5 hast sich mit Ehr¬
geiz mit etw. beschäftigen »Er ging
das Problem hart an.« 6 hat [ugs.]
jmdn. betreffen »Das geht dich nichts
an.« 7 etw. kann nicht angehen: etw.
kann nicht sein, ist nicht möglich
an|ge|hend: Adj. n. stg. zukünftig; noch
lernend »Er ist ein angehender Elektri¬
ker.«
an|ge|hö|ren: gehörst an; gehörtest an;
hast angehört bei einer Gruppe, Orga¬
nisation o. ä. Mitglied sein
an|gejhö|rig: Adj. n. stg. (als Mitglied)
eingegliedert
An|ge|hö|ri|ge: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Angehöriger;
eine Angehörige; zwei Angehörige)
Person, die mit jmdm. verwandt od.
durch Heirat verbunden ist, zur Fa¬
milie, Verwandschaft gehört
an|gejjahrt: Adj. angejahrter; angejahr¬
teste [ugs.] etw. älter geworden; nicht
mehr so jung
angek.: Abk. 1 angekommen 2 ange¬
kündigt
Angekl.: Abk. Angeklagte^)
angekl.: Abk. angeklagt
Anjge|klag]te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Angeklagter;
eine Angeklagte; zwei Angeklagte)
Person, die (in einem Strafprozeß)
vor Gericht gebracht wird, der eine
ungesetzliche Handlung, Tat vorge¬
worfen, zur Last gelegt wird
an|ge|knacksL‘ Adj. n. stg. [ugs.] 1 leicht
angebrochen; nicht ganz durchgebro¬
chen 2 <übertr.> [ugs.] etw. (z. B. Ge¬
sundheit) ist nicht in Ordnung »Seine
Gesundheit ist angeknackst.«
an)ge|kohlt: Adj. n. stg. leicht verbrannt
anjge|krän|kelt- Adj. 1 leicht erkrankt;
empfänglich für Krankheiten 2
<übertr.> von etw. befallen; mit etw.
behaftet
an|ge|kratzt: Adj. n. stg. 1 leicht beschä¬
digt 2 dibertr.) [ugs.] vom Leben ge¬
zeichnet; gezeichnet durch etw.
An|gel: die; - ; -n 1 Rute mit am Ende
befestigtem Haken, die zum Fisch¬
fang benutzt wird »Der Angler hatte
einen Fisch an der Angel.« 2 (Tür-)
Scharnier 3 Klingenverlängerung 4
etw. aus den Angeln heben: das
Gleichgewicht stören
an|ge|lau|fen: Adj. 1 bereits begonnen
»Das angelaufene Projekt gehl gut
voran.« 2 a) farblich verändert »rot
angelaufen« bj mit einem Belag behaf¬
tet »angelaufenes Silber«
An|ge|le]gen|heit: die; - ; -en zu erledi¬
gende, besprechende Sache, (vorge¬
brachtes) Anliegen »In dieser Angele¬
genheit wende ich mich an seinen Vor¬
gesetzten.«
An|gel|ha|ken: der; -s; - spitzer Metall¬
bogen an einer Angel, der sich im Kie¬
fer eines Fisches verhakt, wenn dieser
anbeißt
An|gel|lei|ne: die; - ; -n Schnur, die die
Angelrute mit dem Haken verbindet
anigeln: angelst; angeltest; hast geangelt
1 a) mit Hilfe einer Angel fischen, Fi¬
sche fangen »Am Wochenende fahrt er
oft angeln.« b) <übertr.> [ugs.] jmdn.
od. etw. einzufangen, zu bekommen
versuchen »Am besten angelst du dir
einen Millionär.« 2 [ugs.] nach etw.
greifen, was sehr schwer zu erreichen
ist
an|ge|lo|ben: gelobst an; gelobtest an;
hast angelobt [geh.] ein Versprechen
ablegen
An|gel|ru|te: die; ~ ; -n Gerät, eine Rute,
mit dem/der man Fische fangen kann
An|gel|sachjse: der; -n; -n weibl. An|-
gel|säch|sin: die; - ; -neu 1 Person,
die einem westgermanischen Stamm
der Angeln, Sachsen u. Jüten ange¬
hört u. nach England auswanderte
(im 5-/6. Jhd.) 2 Person englischer
Abstammung, die aber nicht in Gro߬
britannien lebt
Anteilschein: der; -(e)s; -e Erlaubnis
(von Behörden, Vereinen o. a. Institu¬
tionen erteilt), die zum Angeln (an ei¬
nem bestimmten Ort, Gewässer) be¬
rechtigt
An|gel|schnur: die; - ; -schnüre Leine,
die die Angelrute mit dem Haken ver¬
bindet
angem. : Abk. 1 angemahnt 2 angemel¬
det 3 angemessen
an|ge|mes|sen: Adj. den Begleitumstän¬
den entsprechend, adäquat »Sie er¬
hielt eine angemessene Belohnung.«
Ant.: unangemessen
angen. : Abk. angenommen
an|ge|nehm: Adj. als positiv, gut emp¬
funden »In dem Raum herrschte eine
angenehme Temperatur.« Ant.: unan¬
genehm
an|ge|neh|merjwei]se: Adv. von, in (für
jmdn.) zufriedenstellender, erfreuli¬
cher Art, Weise
an|ge|nom|men: Adj. 1 etw. od. jmd.
wird, ist akzeptiert 2 etw. wird vermu¬
tet »Angenommen, er ist wirklich
krank, was machen wir dann?«
an|ge|paßt —» an|ge|passt: Adj. ange¬
paßter; angepaßleste —* angepasster;
angepassteste<— auf die Gesell¬
schaft, die Umgebung abgestimmt
An|ge|paBt|heit —* An|ge|passt|heit:
die; - ; - Zustand, auf die Gesell¬
schaft, die Umgebung abgestimmt zu
sein
An|ger. der; -s; - [landsch.] kleinere
Grünfläche (meist in einem Dorf)
an|ge|regt: Adj. angeregter; angeregte¬
ste mit Begeisterung bei etw.; Inter¬
esse zeigend
an|ge|sagt: Adj. angesagter; angesagte¬
ste [ugs.] 1) in Mode; aktuell »Mal
wieder ist der Mini angesagt.« 2) zu
tun »Jetzt ist Arbeit angesagt!«
an|ge|säu|selt: Adj. [ugs.] leicht betrun¬
ken, alkoholisiert, beschwipst
an|ge|schla|gen: Adj. [ugs.] 1 leicht mü¬
de, erschöpft sein 2 nicht ganz gesund
an|ge|schmutzt: Adj. n. stg. nicht
(mehr) ganz sauber
An|ge|schul|dig|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Angeschuldig¬
ter; eine Angeschuldigte; zwei Ange¬
schuldigte) Person, gegen die öffentli¬
che Anklage wegen begangener Straf¬
taten erhoben worden ist, gegen die
das Hauptverfahren aber noch nicht
eröffnet wurde
an|ge|sefhen: Adj. für ehrwürdig gehal¬
ten, geschätzt »Er ist ein angesehener
junger Mann.«
An|ge]sicht: das; -(e)s; -er u. [österr.]
~-e (PI. s.) 1 [geh.] Gesicht 2 im
Angesicht: im Augenblick, Hinblick
»Im Angesicht des Todes versöhnte er
sich mit ihr.« 3 von Angesicht zu
Angesicht: a) das gegenseitige Anse¬
hen (wenn sich zwei Personen gegen¬
überstehen) b) direkt u. persönlich 4
im Schweiße meines Angesichts:
unter großer Anstrengung; mit viel
Mühe
an|ge|sichts: Präp. mit Gen. aufgrund;
im Hinblick auf »Angesichts des To¬
des versöhnte ersieh mit ihr.«
an|ge]spannt: Adj. angespannter; ange¬
spannteste a) sehr schwierig, kritisch
»Die Lage in den Kriegsgebieten ist
angespannt.« b) verkrampft; ange¬
strengt
An)ge|spannt)heifc die; - ; - a) kritische
Lage b) das Verkrampftsein; die An¬
strengung
an|ge|stammb Adj. n. stg. geerbt; über¬
nommen
an|ge[staubt; Adj. angestaubter; ange¬
staubteste [ugs.] a) mit Staub verse¬
hen; staubig »Die angestaubten Gläser
müssen erst noch gespült werden.« b)
<übertr.> nicht mehr aktuell
An|ge|stell|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Angestellter;
eine Angestellte; zwei Angestellte)
Person, die für ein Unternehmen
(aber nicht in der Produktion) arbei¬
tet u. dafür ein regelmäßiges Gehalt
bezieht
An|gejstell|ten|ver|hält|nis: das; -ses; -se
Beziehung zwischen Arbeitgeber u.
Arbeitnehmer, die durch einen Ver¬
trag geregelt ist u. wobei der Arbeit¬
nehmer ein geregeltes monatliches
Einkommen vom Arbeitgeber erhält
An|ge|steil|ten|ver]si|che|rung: die; ~ ;
-en Sozialversicherung für Ange¬
stellte
an|ge|strengt: Adj. angestrengter; ange¬
strengteste mit viel Ehrgeiz, mit allen
Kräften dabei; konzentriert
an]ge|tan: Adj. in den Wendungen 1 a)
von etw. od. jmdm. angetan sein:
von etw. od. jradm. begeistert, bezau¬
bert sein »Er war von ihr ganz
angetan.« b) es jmdm. angetan
haben: etw. od. jmd. hat jmdn. sehr
begeistert, verzaubert »Das Musical
hat es ihr angetan.« 2 dazu, danach
angetan sein: etw. ist angemessen
An[ge|trau|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Angetrauter;
eine Angetraute; zwei Angetraute)
[scherzh.] Partnerin) in der Ehe »Das
ist seine Angetraute.«
an|ge|trun|ken: Adj. etw. alkoholisiert;
leicht betrunken
an|ge|wandt Adj. n. stg. praktisch be¬
nutzt, verwertet (im Gegensatz zu
“theoretisch“)
an|ge|wie|sen: Adj. a) n. stg. bestellt
»der angewiesene Betrag« b) auf etw.,
jmdn. angewiesen sein: von jmdm.
Hilfe benötigen; etw. benötigen; von
etw. od. jmdm. abhängig sein
an|ge|wöh|nen, sich: gewöhnst dir an;
gewöhntest dir an; hast dir angewöhnt
eine Eigenart annehmen; sich etw. zur
Gewohnheit machen, Ant.: abgewöh¬
nen, sich
An|gejwohn|heit: die; - / -en etw., was
man (unbewußt, automatisch) immer
wieder tut
68
Angstpsychose
an|ge|wurjzett: Adj. n. stg. 1 fest verwur¬
zelt, feststehend 2 wie angewurzelt:
jmd. bewegt sich nicht
an|gejzeigt: Adj. angezeigter; angezeig¬
teste [geh.] angemessen; ratsam
an|gie|Ben: gießt an; gossest an; hast an¬
gegossen —*alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— 1 Pflanzen zum ersten
Mal Wasser geben, wenn man diese
gerade neu eingepflanzt hat »Du mußt
die Rosen noch angießen.« 2 «Kochk.»
Flüssigkeit o. ä. hinzugeben 3 Me¬
tallverarbeitung» durch Gießen etw.
an etw. anfügen, befestigen 4 das
sitzt, paBt (ja) wie angegossen: [ugs.]
das (Kleidungsstück) hat genau die
richtige Größe, Form u. paßt genau,
steht einer Person
an|gif|ten: giftest an; giftetest an; hast
angegiftet [ugs.] mit jmdm. auf gehäs¬
sige Art schimpfen
An|gj|na: <gr.-lat.> die; - ; Anginen
«Med.» 1 Entzündung, bei der der Ra¬
chen u. die Mandeln geschwollen sind
(meist mit Fieber) 2 Beklemmung
An|gi|na pec|to|ris: <lat.> /angina
pektoriß/ <fie,- - ; - <Med.> Schmerzen,
die aufgrund einer Herzkranzgefäßer¬
krankung auftreten
an|glei|chen: gleichst an; glich(e)st an;
hast angeglichen etw. anpassen, auf¬
einander abstimmen, nahezu gleich,-
ähnlich machen
An|gtei)chung: die; ~ ; -en Anpassung
an etw., Abstimmung mit etw.
Ang|ler. der; -s; - weibl. Ang|le|rin: die;
* ; -nen Person, die Fische mit Hilfe
einer Angel fängt 2 nur männliche
Form eßbarer Seefisch, der durch sein
Anhängsel am Kopf auch als Köder
benutzt wird
Ang[lei(fisch: der;-(e)s;-e eßbarer See¬
fisch, der auch als Köder benutzt
wird, Syn.: Angler <2>
an|glie|dern: gliederst an; gliedertest an;
hast angegliedert etw. dazutun, hinzu¬
fügen; etw. an. etw. anschließen
An|glie|de(rung: der; • ; -en Anschluß;
Hinzufügung
An|gli|ka|ner —> An|g|li|ka|ner: der; -s;
~ weibl. AnjgU|ka]ne|rin —* An|g|li|-
ka|ne|rin: die; - ; -nen Mitglied der
englischen Kirche
an|gli|ka|nisch —» an|g|li|ka|nisch: Adj.
n. stg. zur englischen Kirche gehö¬
rend
Anlglist—»• An|g|ljst: der; -en; -en weibl.
Anjgfi|stin—» An|g|lis(tin: die; - ; -nen
Person, die sich mit der englischen
Sprache u. Literatur beschäftigt
An)gli|stik—* An|g|ljs|tik: die; - ; - Wis¬
senschaft, Lehre von der englischen
Sprache u. Literatur
An|gli|zis|mus —> An|g|li|zis|mus: der;
~ ; Anglizismen «Spracliwiss.» etw.,
was aus der englischen Sprache
stammt, für diese eigentümlich ist u.
in eine andere Sprache übernommen
worden ist
An|glo-Ame|ri|ka|ner —> An|g|lo|a|me|-
ri|k§jner: der; -s; - An|glo-Ame|ri|kaj-
ne|rin —> An|g|lo|a|me[ri|ka|ne|rin:
die; - ; -nen Person, die m Amerika
lebt, aber aus England stammt, von
englischer, angelsächsischer Abstam¬
mung ist
—» an|g|lo|fon: s. anglophon
an|glo|phil —» an|g|lo|phil: /anglofil/
Adj. n. stg. von der englischen Kultur,
Sprache u. a. begeistert, angetan
an|glo|phon —> an|g|lo|phgn/anjglo|-
fon: /anglofon/ Adj. n. stg. englisch¬
sprachig »Es gibt in Afrika anglo-
phone Länder.«
an|glotjzen: glotzt an; glotztest an; hast
angeglotzt [ugs.] jmdn. od. etw. lange,
staunend angucken, anstieren »Glotz
mich nicht so an!«
An|gpjla: o. Art.; -s; - afrikanischer
Staat
An|gglra|kat|ze: die; - ; -n edle Katzen¬
art mit langem, feinem, seidigem Fell,
dessen Färbung weiß, grau od. gelb¬
lich sein kann
An|gojra|wol|le: die; - ; -n Wolle, die aus
den langen, seidigen Haaren von
Haustieren (überwiegend Ziegen) ge¬
wonnen wird
An|goJra|zie|ge: die; - ; -n vorderasiati¬
sche Ziegenart mit langem, feinem
Fell *
an|greif|ban Adj. a)zum Angreifen, An¬
griff geeignet »Die Burg ist angreif¬
bar.« b) <übertr.» zweifelhaft; anfecht¬
bar »Das Urteil ist angreifbar.«
an|grei)fen: greifst an; griff (e)st an; hast
angegriffen 1 jmdn. körperlich anfal¬
len, zu besiegen versuchen 2 jmdn.
mit Worten kritisieren »Ergriffseinen
Vorschlag heftig an.« 3 [landsch.] etw.
mit den Händen, Fingern anfassen,
berühren 4 etw. beginnen »Dieses
Problem müssen wir sofort angreifen
u. zu lösen versuchen.« 5 schaden; be¬
schädigen; zerstören »Rost greift Me¬
tall an.« 6 auf etw. zurückgreifen (u.
gegebenenfalls verbrauchen)
An|grei(fer der; -s; - weibl. An|grei|fe|-
rin: die; - ; -nen Person, die einen An¬
griff durchführt, von der die erste ag¬
gressive Handlung ausgeht
an|gren|zen: grenzt an; grenzte an; hat
angegrenzt ganz nah an etw. sein, un¬
mittelbar daneben sein, liegen
an|gren|zend: Adj. n. stg. nah an etw.
"" sein, benachbart, unmittelbar dane¬
ben liegend »ein angrenzendes Grund¬
stück«
An|griff: der; -(e)s; -e 1 a) Handlung,
Vorgehen, die/das den Beginn eines
Kampfes, einer feindlichen Auseinan¬
dersetzung mit jmdm. einleitet od.
fortsetzt b) <Sport> offensive Spielfüh¬
rung »Der Angriff des Sturmes der
Mannschaft auf das gegnerische Tor
war erfolgreich.« 2 etw- in Angriff
nehmen: mit etw., einer Aufgabe, Ar¬
beit o. ä. beginnen 3 Angriff ist die be¬
ste Verteidigung: «scherzhafter Rat»
wer tapfer, mutig, offensiv bei etw.
vorgeht, angreift, hat schon halb ge¬
siegt
An|griffs)dritjtel: das; -s; - «Eishockey»
— der Teil des Spielfeldes, in dem das
Tor des Gegners steht
An|griffs|flä|che: die; - ; -n Abschnitt,
Teil von etw., an dem etw. (meist Ne¬
gatives) bewirkt werden, passieren
kann, Syn.: <2> Angriffspunkt
An|griffs|geist: der; -(e)s; - Einstellung
einer od. mehrerer Personen, die ei¬
nen Angriff fördert; angriffslustige,
aggressive Einstellung
Anjgriffs|krieg: der; -(e)s; -e fremdes
Gebiet, Territorium angreifende krie¬
gerische Handlung
An|griffs|lust: die; - ; - Bereitschaft zum
Angriff
an|griffs|lu|stig —> an|griffs|lus|tig:
Adj. jederzeit zum Angriff bereit
An|griffs|punkt: der; -(e)s; -e 1 «Milit.»
a) Stelle, von der ein Angriff startet,
beginnt b) Stelle, die angegriffen wird
2 Abschnitt, an dem etw. bewirkt wer¬
den kann, Syn.: «2> Angriffsfläche
An|griffs|tak)tik: die; - ; -en bestimmter
Plan, einen Angriff vorzunehmen
an|grin|sen: grinst an; grinstest an; hast
angegrinst [ugs.] jmdn. (hämisch) an¬
lächeln
an|grun|zen: grunzt an; grunztest an;
hast angegrunzt [ugs.] mit jmdm.
schimpfen
Angst die; - ; Ängste 1 unangenehmes,
(negatives) begründetes od. unbe¬
gründetes Gefühl der Furcht, der Be¬
drohung vor/durch etw. od. jmdm./
jmdn., das jedoch eine Warnfunktion
hat, eine Person aufmerksam u. vor¬
sichtig sein läßt 2 (die) Angst im Nak-
ken sitzen haben: große Furcht,
Angst haben »Obwohl ihm die Angst
im Nacken saß, kam er ihr zu Hilfe.« 3
es mit der Angst (zu tun) bekommen,
kriegen; sich zu fürchten beginnen;
ängstlich werden 4 a) jmdm. angst (u.
bange) machen —> jmdm. Angst (u.
Bange) machen: jmdm. eine große
Furcht bereiten, in ihm das Gefühl
der Angst (1) auslösen b) jmdm. wird/
ist es angst u. bange: jmd. beginnt
sich zu fürchten /fürchtet sich 5 mehr
Angst als Vaterlandsliebe haben:
[ugs.] sehr große Angst, Furcht haben
angst[er|f(int: Adj. angsterfüllter; angst¬
erfüllteste voller Furcht, Angst
angst|frei: Adj. ohne Angst, Furcht
Angst|ge|fühl: das; -(e)s; - Empfin¬
dung von Furcht
Angst|geg|nen der; -s; - weibl. Angst)-
geg|ne|rin: die; - ; -nen «Sport» Spiele¬
rin), eine Mannschaft, vor dem/der
man sich besonders fürchtet, gegen
den/die man nicht gerne im Wett¬
kampf antritt
Angst|ha|se: der; -n; -n [ugs.] Person,
die übertrieben viel Angst, Furcht,
keinen Mut hat
üng|sti|gen —> ängs|ti|gen, sich: äng¬
stigst dich; ängstigtest dich; hast dich
geängstigt a) vor jmdm. od. etw.
Angst haben »Das Kind ängstigt sich
vor der Dunkelheit.« b) um jmdn. od.
etw. Angst haben, sich sorgen
ängst|lieh: Adj. 1 furchtsam »Er hatte
nach dem Überfall einen ängstlichen
Gesichtsausdruck.« 2 scheu; unsicher
3 sorgfältig; streng »Sie hatten ein
ängstlich gehütetes Geheimnis.« 4
nicht mutig
Angst|neu|ro|se: die; - ; -n «Med.» psy¬
chische, seelische Krankheit, bei der
starke Angstgefühle auftreten, sehr
große Furcht empfunden wird
Angst|parjtie: die; - ; -n Handlung,
Spiel o. ä., bei der/dem man sich un¬
wohl fühlt, bei der/dem man nicht si¬
cher ist, ob es richtig od. falsch, gut
od. schlecht o. ä. ist
Angst|psy|cho|se: die; - ; -n «Med.» see¬
lische Krankheit, Geisteskrankheit,
69
Angströhre
die durch ein (ständiges) Angstgefühl,
durch Angst hervorgerufen wird, ent¬
steht
Angst|röh(re: die; - ; -n <übertr.) [ugs.;
scherzh.] Zylinder, Zylinderhut (als
Kopfbedeckung)
AngstfschweiB: der; -es; - vom Körper
bei starker Angst, großer Furcht, aus¬
geprägter Nervosität abgesondertes
Sekret
Angst|vor|stel|lun]gen: die (PI.) Angst¬
gefühle, das Empfinden von Furcht,
die nur in jmds. Einbildung, Geiste
besteht u. oft keinen wirklichen
Grund hat
Angst|zu|stend: der; -(e)s; -zustande
(m. PL) Angstgefühle mit z. T. kör¬
perlichen Beschwerden wie Herzra¬
sen, Ohnmacht o. ä.
anjgucken (an|guk|ken —> an|gu|-
cken): guckst an; gucktest an; hast an¬
geguckt anschauen, (mit den Augen)
betrachten, begutachten
an|gur]ten: gurtest an; gurtetest an; hast
angegurtet etw. mit einem breiten
Band, Riemen o. ä. festmachen, so si¬
chern, daß es fest ist u. nicht verrut¬
schen kann
an|gur|ten, sich: gurtest dich an; gurte¬
test dich an; hast dich angegurtet sich
im Auto, Flugzeug o. ä, anschnallen,
mit einem Riemen sichern, der über
den Bauch-Beckenbereich od. über
die Schulter quer nach unten zum
Becken verläuft
Anh.: Ahk. <Buch> Anhang
an|haf]ten: haftest an; haftetest an; hast
angehaftet 1 festsitzen, an etw. befe¬
stigt sein »Das Kaugummi haftete an
seinem Schuh an.« 2 nicht mehr von
einer Sache loslassen können, sich ei¬
ner Sache verschrieben haben
an|hal|ten: hältst an; hielt(e)st an; hast
angehalten 1 a) jmdn., etw. am Wei¬
tergehen, -fahren hindern »Der Fu߬
gänger, die Polizei hielt das Auto an.«
b) nicht mehr weitergehen, -fahren
»Das Taxi hielt an.« 2 jmdn. zu einer
Handlung bewegen, anregen
an|hal|tend: Adj. n. stg. fortwährend,
~ ohne Pause »anhaltende Kälte«
An|hal|ten der; -s; - weibl. An|hal|te|rin:
die; ~ ; -nen Person, die an der Straße
steht u. von jmdm., der mit seinem
Fahrzeug stoppt, anhält, mitgenom¬
. men wird
An|halts|punkt: der; -(e)s; -e Angabe,
Fakt, Idee zur Orientierung
an|hand/an Hand —> anfhand: Präp.
mit Gen. mittels; mit Hilfe von; durch
An|hang: der; -(e)s; Anhänge 1 o. PI.
Familie »Frau ohne Anhang sucht
Mann bis 40.« 2 ergänzende Unterla¬
gen am Ende eines Schriftstücks
An|hän|ger der; -s; - weibl. An|hän|ge|-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die jmds.
Lehre, Auffassung teilt, vertritt »Sie
ist eine Anhängerin des Marxismus.« 2
(kleines) Schmuckstück, das an einer
Kette getragen wird 3 nur männl.
Form Wagen, der an ein Fahrzeug zu¬
sätzlich angehängt werden kann 4 nur
männl. Form Schildchen mit Namen
u. Adresse zum Anhängen an Ge¬
päckstücke
An|hän|gerjschaft: die; - ; - gesamte
Zahl der Mitstreiter(innen)
An|h£n|ge|schloß —* An|hän|ge|-
schloss: das; -Schlosses; -schlösset
Vorrichtung zum Absichern von Ge¬
genständen, zur Verriegelung von Tü¬
ren
anfhänfgig: Adj. <Rechtsw.> vor Gericht
noch nicht entschieden, schwebend
»ein vor Gericht anhängiges Verfah¬
ren«
Anhän|gig|keit: die; - ; -en <Rechtsw.>
Schweben einer Streitsache im pro¬
zessualen Verfahren
an|häng|lich: Adj. jmdm. sehr verbun¬
den, zugetan, treu ergeben
An|häng|lich|keit: die; - ; • Verbunden¬
heit; anhängliche Benehmen
An|häng|sel: das; -s; - 1 etw. (z. B.
Schmuckstück), was man an etw. (z.
B. Kette) anhängen kann 2 Person
od. Sache, die als nicht notwendig,
überflüssig angesehen wird
Anjhauch: auchtfer; -(e)s;- [geh.] 1 aus-
■ gestoßener Atem 2 «übertr.) leichter
Anflug; winzige Zutat »ein Anhauch
von Melancholie«
an|hau|chen: auchenhauchst an; hauch¬
test an; hast angehaucht 1 gegen etw.
od. jmdn. seinen Atem ausstoßen 2
[ugs.] tadeln; zurechtweisen
an[hau|en: hausten; hautest an; hast an¬
gehauen 1 etw. mit einem Werkzeug
zu bearbeiten beginnen 2 [ugs.] jmdn.
ansprechen; jmdn. um etw. bitten
an|häu]fen: häufst an; häuftest an; hast
angehäuft nach u. nach immer wieder
etw. zur Seite legen u. es aufbewahren
An|häu|fung: die; ~ ; -en a) Aufbewah¬
rung, Sammlung vieler Dinge b) das
Angehäufte, Gesammelte
an|he|ben: hebst an; hob(e)st an; hast
angehoben 1 etw. leicht, nur ein bi߬
chen, hochheben »Der Schrank mußte
dafür nur kurz angehoben werden.« 2
etw. steigern, erhöhen
An|he|bung: die; - ; -en 1 das Hochhe¬
ben 2 Steigerung, Erhöhung von etw.
(z. B. Steuern)
an|hef]ten: heftest an; heftetest an; hast
angeheftet etw. mit Hilfe einer Nadel,
mit Klammern o. ä. an etw. befestigen
od. (leicht) annähen
—» anjheim fallen: s. anheimfallen
—> anjheim stellten: s. anheimstellen
anihei|me!nd: Adj. angenehm; heimisch;
gemütlich
an|he[m|fa!|len —» an|heim fal|len: fällt
anheim; fiel anheim; ist anheimgefal¬
len —trist anheim gefallen«— [geh.]
1 jmdm. od. etw. ausgeliefert sein 2 in
jmds. Besitz kommen; jmdm. zuge¬
sprochen werden
an|heim|stel|len —> an|heim stellten:
stellst anheim; stelltest anheim; hast
anheimgestellt —>hast anheim
gestellt<— [geh.] jmdm. etw. anver¬
trauen, (zur eigenen Entscheidung)
übergeben, überlassen
an|hei|schig: Adv. in der Wendung sich
~ anheischig machen: [geh.] sich bereit
erklären (etw. zu tun); sich verpflich¬
ten
an|hei|zen: heizt an; heiztest an; hast an¬
geheizt 1 ein Feuer anmachen »Bald
muß der Ofen angeheizt werden.« 2
[ugs.] bejubeln, anfeuem u. anspor¬
nen
an|heu[em: heuerst an; heuertest an;
hast angeheuert 1 (sich) für den Dienst
auf einem Schiff verpflichten »Er heu¬
erte auf einem Frachter an.« 2 [ugs.]
jmdn. für eine Arbeit anstellen
An|hieb: der; -s; - in der Wendung auf
(den ersten) Anhieb: [ugs.] sofort,
ohne Probleme zu verursachen, beim
ersten Mal, Versuch
an|him|meln: himmelst an; himmeltest
an; hast angehimmelt jmdn. unkri¬
tisch, übertrieben sehr bewundern
An|hö|he: die; - ; -n kleine(r) Hügel, Bo¬
denerhebung
an|hö|ren: hörst an; hörtest an; hast
angehört 1 a) jmdm. zuhören »Er hör¬
te sie an.« b) einer Musik, Ansprache
lauschen »Ich hörte mir eine Sendung
im Radio an.« 2 «Gericht; Parlament)
die Parteien in einem (Rechts-)Streit
o. ä. ihre Position darlegen lassen
An|hö|rung: die; - ; -en «Parlaments-
rechb die in der Geschäftsordnung
des Deutschen Bundestages vorgese¬
hene informelle Beratung eines Aus¬
schusses zu bestimmten Problemen
durch Sachverständige, Interessen¬
vertreter o. ä., Syn.: Hearing
An|hö|nings|verffah|ren/An|hör]ver|-
fah|ren: das; -s; - Vorbereitung u.
Durchführung einer Anhörung
an|hu|sten —> an|hus)ten: hustest an;
hustetest an; hast angehustet 1 in
jmds. Richtung husten 2 [ugs.]
schimpfen; rügen
Ani|lin —* A|ni|lin: <arab.-porto das; -s; -
<Chemie> farblose, ölige Flüssigkeit,
die als Grundstoff für Färb-, Kunst¬
stoffe u. Arzneimittel verwendet wird
ani|ma|lisch —» a|ni|ma|Ksch: Adj. n.
stg. 1 den Tieren eigentümlich; tie¬
risch 2 wie ein Tier, von Trieben ge¬
steuert
Ani|mafteur —» A|ni|ma|teui: </r.) /ani-
matör/ der; -s; -e weibl. Anilmalteulrin
—» Alnilmalteulrin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die die Aufgabe hat, Personen im
Urlaub zu unterhalten, zu Spielen,
Sport anzuregen, für deren Freizeit¬
gestaltung verantwortlich ist
Ani|ma|tl|on —> A|ni|ma|ti|on: dato
/animazion/ die; - , -en 1 Freizeitge¬
staltung, Freizeitangebot (besonders
für Urlauber in einem Hotel) 2 <Film>
Verfahren zur Bewegung von (Trick-
film-)Figuren
Ani|mter]da|me —> A|ni|mter|da|me:
die; ~ ; -n [oft abwert.j Frau in einer
Bar, einem Lokal, die die Aufgabe
hat, die Gäste zum Trinken zu verfüh¬
ren u. zu unterhalten
anijmtejren —» a|ni|mte|ren: dat.-fro
animierst; animiertest; hast animiert
[oft abwert.] jmdn. zu etw. bringen,
überreden »Er animierte die Jugendli¬
chen zum Genuß von Alkohol.«
Ani|mier|lo[kal —> A|mjmier|lo|ka(: das;
-(e)s; -e [oft abwert.] Gaststätte, Bar,
die Animierdamen beschäftigt
Ani|mter|mäd|chen —*• A|ni|mter|mäd|-
chen: das; -s; ~ [oft abwert.] (junge)
Frau in einer Bar, einem Lokal; die
die Aufgabe hat, die Gäste zum Trin¬
ken zu verführen u. zu unterhalten
Ani|ino|si|tät —» A|ni|mo|si|tät dato
die; - ; -en 1 o. PI. feindliche Haltung
2 Feindschaft bekundender Wortlaut
Ani|mus —> A|ni|mus: dato der; - ; -1
«Psychologie) Seele 2 [ugs.; scherzh.]
70
ankoppeln
Ahnung von Zukünftigem »Er halte
so einen Animus.«
An|ion —> An|i|on: <gr.> /anjon/ das; -s;
Anionen <Physik; Chemie> elektrisches
Teilchen, das negativ geladen ist u.
bei der Elektrolyse zur Anode wan¬
dert
Anis —> A|nis: <gr.-lat.> der; - u. -es; -e
1 Pflanze,’die als Gewürz u. Heil¬
pflanze verwendet wird, mit kleinen
weißen Doldenblüten 2 aus den Dol¬
den des Anis hergestellte getrocknete
Früchte 3 Branntwein, auf der
Grundlage von Anis hergestellt
Anis|ll|kör—» A|nis|li|kor. der; -(e)s; -e
dickflüssiger, süßer Likör auf der
Grundlage von Anis
Anis[pfätz|chen —» A|nis|plätz|chen:
das; -s; - (m. PI.) feines Gebäck mit
Anisgeschmack, mit Anis gewürzt
Anis)schnaps —* A|ms|schnaps: der;
-es; -schnapse Branntwein auf der
Grundlage von Anis
Ank.: Abk. 1 Ankauf 2 Ankündigung 3
Ankunft
an|kämp|fen: kämpfst an; kämpftest an;
hast angekämpft gegen jtndn. od. etw.
Widerstand leisten, kämpfen; sich zur
Wehr setzen
An|ka|ra: o. Art.; -s; - Hauptstadt der
Türkei
an|kar)ren: karrst an; karrtest an; hast
angekarrt [ugs.] eine größere Menge,
Ladung (in einem Wagen o. ä.) brin¬
gen, anfahren
An|kauf: der; -(e)s; -kaufe (PL s.) Kauf
einer größeren Menge; Erwerb eines
Wertobjektes
an|kau|fen: kaufst an; kauftest an; hast
angekauft größere Mengen von etw.,
z. B. Waren, Wertobjekten, kaufen
An|ke: die; - ; -n 1 Presse, mit der halb¬
kugelige Erhebungen aus Blechen
herausgetrieben werden 2 [landsch.]
Genick, Nacken
Anjke: der; -n; -n Seeforelle
Anjker. <gr.-lat.> der; -s; - 1 schwerer
Metallhaken an einer dicken Kette
zum Festhalten eines Schiffes in
seichtem Gewässer »Sie holten den
Anker ein.« 2 Eisenhaken, etw., wo¬
mit man etw. (im Mauerwerk) befe¬
stigt »Der Anker ist aus dem Stein
gebrochen.« 3 a) Anker werfen; vor
Anker gehen: 1. den Anker (1) fest¬
machen; im Hafen sein » Wir werfen in
Neapel den Anker. ♦ Wir gehen in Nea¬
pel vor Anker.« 2. Pause machen b)
vor Anker liegen: das Schiff am Mee¬
resboden o. ä. festgemacht haben c)
sich vor Anker legen: das Schiff am
Meeresboden festmachen
An|ker|bo|je: die; - ; -n Boje, durch die
man auf der Wasseroberfläche die
Lage des Ankers erkennen kann
An|ker|ket|te: die; - ; -n schwere, bruch¬
feste Verbindungskette zwischen
Schiff u. Anker
an|kern: ankerst; ankertest; hast
geankert 1 den Anker auswerfen, um
ein Boot, Schiff am Meeresgrund fest¬
zuhalten, um nicht abgetrieben zu
werden »Hier werden wir ankern.« 2
den Anker schon ausgeworfen haben
u. somit bereits vor Anker liegen, an
einer Stelle verweilen
An|ker|platz: der; -es; -platze der Platz,
die Stelle, an dem ein Boot, Schiff an¬
kern kann
An|keijwinlde: die; ~ ; -n Vorrichtung,
um den Anker hochzuziehen
an|ket|ten: kettest an; kettetest an; hast
angekettet 1 jmdn. od. etw. mit einer
Kette an etw. festmachen 2 angeket¬
tet sein: [ugs.] durch jmdn. od. etw. in
der Zeit eingegrenzt od. gebunden
sein
Ankl.: Abk. Anklage
An|kla|ge: die; - ; -n; <Rechtsw.> von der
Staatsanwaltschaft vor Gericht erho¬
bene Anschuldigung, in der jmdm.
eine Straftat vorgeworfen wird
An|kla|ge|bank: die; - ; -bänke (PI. s.)
(Sitz-)Platz, der für eine eines Verbre¬
chens, Vergehens beschuldigte Person
im Gerichtssaal bestimmt ist
An|kla|ge|er|he|bung: die; - ; -en
<Rechtsw.> Einreichung einer Ankla¬
geschrift der Staatsanwaltschaft bei
Gericht, in der jmdm. eine Straftat
vorgeworfen wird
an|kla|gen: klagst an; klagtest an; hast
angeklagt jmdm. t^vor Gericht) eine
gesetzeswidrige Handlung, Straftat
vorwerfen
An|klä|gen der; -s; - weibl. An|klä|ge|-
rin: die; - ; -nen Person (Staatsan-
walt/-anwältin), die jmdn. vor Ge¬
richt eines Vergehens, Verbrechens o.
ä. an klagt, die Anklage vertritt
An|kla|ge|schrift: die; - ; -en <Rechlsw.>
von der Staatsanwaltschaft bei Ge¬
richt eingereichtes formales Schrift¬
stück, worin dem/der Angeschuldig¬
ten eine od. mehrere Straftaten vorge¬
worfen werden
An|kla|ge|veijtre|ter: der; -s; - weibl.
An|kla|ge|verjtre|te|rin: die; - ; -nen
(Rechtsw.) Staatsanwalt, Staatsan¬
wältin
anjklam|mern: klammerst an; klammer¬
test an; hast angeklammert etw. mit
einer Klammer an etw. festmachen
an|klam|mern, sich: klammerst dich an;
klammertest dich an; hast dich ange¬
klammert sich ganz fest an etw. od.
jmdm. festhalten; etw. od. jmdn. nicht
los lassen
Anjklang: der; -(e)s; Anklänge 1
freundliches Interesse, positive Auf¬
nahme; Zustimmung 2 gewisse Ähn¬
lichkeit mit etw. anderem
an|klejben: klebst an; klebtest an; hast
angeklebt etw. mit Klebstoff an, auf
etw. befestigen
An|klei|de(kajbi|ne: die; - ; -n zum An-
u. Ausziehen, Anprobieren, Sichum-
ziehen vorbereiteter kleiner, abgeteil¬
ter Raum
an|klei|den (sich): kleidest (dich) an;
kleidetest (dich) an; hast (dich) ange¬
kleidet sich selbst od. jmdm. Kleidung
anziehen
An|klei|de|zim|mer. das; -s; - Zimmer,
Raum zum An-, Aus- od. Sichumzie-
hen, in dem sich die Kleidungsstücke
befinden
an|klei|stem —=► an|kleis|tern: kleisterst
an; kleistertest an; hast angekleistert
[ugs.] etw. ankleben »Sie haben die
Tapeten angekleistert.«
an[klin|geln: klingelst an; klingeltest an;
hast angeklingelt 1 [landsch.] telefo¬
nieren; anrufen »Ich habe häufig bei
dir angeklingelt.« 2 an der Haustüre
schellen
an|klin|gen: klingt an; klang an; hat an¬
geklungen 1 gelegentlich, manchmal
mit etw. übereinstimmen; leicht ähn¬
lich sein; Erinnerungen an etw. wach¬
rufen »Gelegentlich klingt das Gedicht
an Eichendorff an.« 2 andeutungswei¬
se zum Ausdruck, spür- od. hörbar
werden
an|klop|fen: klopfst an; klopftest an;
hast angeklopft 1 an die Tür klopfen
(aus Höflichkeit, zum Zeichen, daß
jmd. die Absicht hat, einen Raum zu
betreten) »Vor dem Eintritt bitte
anklopfen!« 2 [ugs.] vorsichtig bei
jmdm. wegen etw. nachfragen, um
etw. bitten
an|knab|bem: knabberst an; knabbertest
an; hast angeknabbert anfangen, an
etw. zu knabbern, (mit den Zähnen)
zu nagen, kleine Stückchen abzubei¬
ßen
an|knack|sen: knackst an; knackstest
an; hast/ist angeknackst [ugs.] 1 hast
(Brechbares) nur leicht, nicht ganz
durchbrechen 2 ist <übertr.> nicht ganz
in Ordnung, leicht angegriffen sein
an|knip|sen: knipst an; knipstest an; hast
angeknipst etw. durch Drücken eines
Schalters einschalten
an|knöp|fen: knöpfst an; knöpftest an;
hast angeknöpft mit Knöpfen an etw.
festmachen
an|kno|ten: knotest an; knotetest an;
hast angeknotet etw. mit etw. durch
Knoten, eine gebundene Schlinge ver¬
binden
an|knüp|fen: knüpfst an; knüpftest an;
hast angeknüpft einen (früheren) Ge¬
sichtspunkt eines Gesprächs, einer
Diskussion nochmals aufnehmen
An|knüp|fungs|punkt: der; -(e)s; -e Ge¬
legenheit, Moment, an dem man (in
einer Beziehung, einem Gespräch o.
ä.) fortfahren, anschließen kann
an|knur|ren: knurrst an; knurrtest an;
hast angeknurrt 1 knurrende Laute
von sich geben, gegen jmdn. aussto¬
ßen »Der Hund hat mich angeknurrt.«
2 [ugs.] jmdn. ärgerlich anfahren
»Knurr mich nicht immer so böse an!«
an|kom|men: kommst an; kam(e)st an;
bist angekommen 1 an einem Ort ein¬
treffen, anlangen »Ich komme am
Dienstag in Berlin an.« 2 (großen) Er¬
folg haben »Das Produkt kommt bei
den Kunden gut an.« 3 (immer wieder)
jmdn. mit einer Bitte o. ä. belästigen 4
sich gegen jmdn. od. etw. behaupten,
durchsetzen »Gegen deren Übermacht
komme ich nicht an.« S von etw. od.
jmdm. abhängen »Ob wir grillen,
kommt aufs Wetter an.« 6 es drauf,
darauf, auf etw. ankommen lassen:
vor etw. keine Angst haben, nicht zu¬
rückschrecken u. warten, was passie¬
ren wird
An|kömm|ling: der; -s; -e eine gerade,
vor kurzer Zeit an einem Ort ange¬
kommene Person » Wir wollen den An¬
kömmling begrüßen.«
an|kop|peln: koppelst an; koppeltest an;
hast angekoppelt etw. ankuppeln, an¬
hängen, anschließen »Um das zu
transportieren, mußten wir den Anhän¬
ger an das Auto ankoppeln.«
71
Ankopplung/Ankoppelung
An|kopp|lung/An|kop|pe|lung: die; ~ ;
-en das Anhängen von etw. an etw.
die Ankopplung des Anhängers«
an|kot|zen: kotzt an; kotztest an; hast
angekotzt 1 [ugs.; derb] etw. widert,
ekelt jmdn. an »Die Arbeit, dein Ge¬
mecker kotzt mich an.« 2 [ugs.] jmdn.
sehr ungehalten, grob anmeckern
an|krei[den: kreidest an; kreidetest an;
hast angekreidet 1 [veralt.] Geldbeträ¬
ge, Schulden notieren »Der Wirt krei¬
dete mir fünf Gläser Bier auf dem Bier¬
deckel an.« 2 jmdm. etw. anlasten,
vorwerfen
gn|kreu|zen: kreuzt an; kreuztest an;
hast angekreuzt a) etw. mit einem
Kreuz, einem Zeichen markieren b)
[seemannsprl.] mit einem (Segel-)
Schiff gegen den Wind fahren
an|krie|gen: kriegst an; kriegtest an;
hast angekriegt (meist verneint ver¬
wendet» [ugs.] a) <Kleidung> anziehen
können »Ich kriege die Hose nicht
an.« b) anzünden können »Ich kriege
das Feuer nicht an.« c) in Funktion
setzen können
an|kün|den: kündest an; kündetest an;
hast angekündet [geh.] jmdn. über
etw. rechtzeitig in Kenntnis setzen
an|kün|di|gen: kündigst an; kündigtest
an; hast angekündigt jmdn. über etw.
rechtzeitig in Kenntnis setzen
An|kün|di|gung: die; - ; -en Voraussage,
Aussage, daß etw. geschehen wird
An|kunft: die; - ; Ankünfte (PI. s.) das
Eintreffen, das Ankommen von
jmdm. od. etw. an einem Ort
An|kurrfts|hal|le: die; - ; -n großer War¬
teraum im Flughafen für ankom¬
mende Fluggäste
An|kunfts|zelt: die; ~ ; -en die genaue
Zeit, an der fahrplanmäßig ein Flug¬
zeug, Zug o. ä. an einem Ort eintrifft,
ankommt
an|kup|peln: kuppelst an; kuppeltest an;
hast angekuppelt etw. an etw. anhän¬
gen, anschließen
anjkurjbeln: kurbelst an; kurbeltest an;
hast angekurbelt 1 (Oldtimer; Maschi¬
ne» durch Kraftübertragung mittels
einer Kurbel in Gang setzen »Er kur¬
belte den Motor an.« 2 etw. in Gang
setzen
Anl.: Abk. 1 Anlage 2 Anleihe 3 Anlei¬
tung
atü.:Abk. 1 anläßlich 2 anliegend
an|lü|cheln: lächelst an; lächeltest an;
hast angelächelt jmdn. lächelnd an¬
schauen
an|la|chen: lachst an; lachtest an; hast
angelacht jmdn. od. etw. mit einem
freundlichem Lachen, fröhlichem Ge¬
sicht ansehen, begrüßen o. ä.
an|lajchen, sich: lachst dir an; lachtest
dir an; hast dir angelacht [abwert.] a)
sich mit etw. Negativem belasten »Da
hast du dir ja eine prima Beschäftigung
angelacht.« b) eine Liebesbeziehung
eingehen »Wen hast du dir denn da an¬
gelacht?«
An|la|ge: die; - ; -n 1 kurz für Grünanla¬
ge, Park, Hotelanlage o. ä. 2 kurz für
Stereoanlage = Musik empfangende,
abspielende Geräte, die an einen Ver¬
stärker mit Boxen angeschlossen sind
3 kurz für Geldanlage = Erwerb von
Grundstücken od. Immobilien od.
Wertsachen, um Gewinne zu erzielen
»Goldschmuck ist keine gute Anlage.«
4 Art, wie etw. gegliedert, aufgebaut
ist »Die Anlage des Gedichtes ist leicht
zu erkennen.« 5 m. PL
Charaktereigenschaften) »Sie hat
gute Anlagen.« 6 (Schriftverkehr»
etw., was beigelegt, zur weiteren In¬
formation hinzugefügt wird
an|la|ge|be|dingt Adj. n. stg. durch eine
Anlage, Veranlagung hervorgerufen
»Die Krankheit ist anlagebedingt.«
An|la|ge|be|ra|ter. der; -s; - weibl. An|-
la|ge[bejre|te|rin: die; - ; -nen (Wirt.»
Berufsbezeichnung für jmdn., der
jmdn. beim Anlegen von Geld (Kauf
von Wertpapieren, Aktien usw.) be¬
rät
an|la|gern: lagert an; lagerte an; hat
angelagert (Chemie» a) an sich binden
b) eine Reaktion, Verbindung einge¬
hen
An|la|ge|rung: die; - ; -en (Chemie» a)
~ Bindung (an sich) b) das Eingehen ei¬
ner Verbindung
an[ian|gen: langshan; langtest an; hast/
bist angelangt 1 bist a) an einem Ort
ankommen »Der Zug, sie ist endlich in
München angelangt.« b) ein gesetztes
Ziel erreichen, es verwirklichen 2 hast
[landsch.] jmdn. od. etw. berühren,
anfassen »Du sollst die Pfirsiche nicht
anlangen.« 2 was das, etw. anlangt:
etw. od. jmdn. betreffen, angehen
AnjlaB —> Anjlass: der; Anlasses;
Anlässe 1 Ereignis, durch das etw.
ausgelöst wird »Der Zwischenfall
diente als Anlaß für den Streit.« 2 Ge¬
legenheit, zu der etw. geschieht, statt¬
findet 3 etw. zum AnlaB nehmen —>
etw. zum Anlass nehmen: eine Chan¬
ce, Möglichkeit (aus)nutzen
an|las|sen: läßt an; ließ(es)t an; hast an¬
gelassen —>alle Gegenwartsformen
mit ss*— 1 den Motor eines Fahr¬
zeuges in Funktion bringen 2 [ugs.]
etw. nicht ausziehen »Mir ist kalt, ich
lasse meine Jacke an.« 3 etw. nicht in
der Funktion unterbrechen
An|las|ser: der; -s; - (Technik» die Vor¬
richtung, die bei Betätigung dazu
führt, daß der Motor einer Maschine
in Funktion gesetzt wird
an|läB|lich —> an|läss|lich: Präp. mit
Gen. aus diesem Anlaß; aus diesem
Grund; wegen
anjlajsten —» an|las|ten: lastest an; la¬
stetest an; hast angelastet 1 jmdm.
etw. zum Vorwurf machen 2 [veralt.]
in Rechnung stellen »Die Reparatur¬
kosten werde ich ihm anlasten.«
Ankauf: der; -(e)s; Anläufe 1 a) Be¬
schleunigung vor einer Handlung »Er
nahm Anlauf u. sprang über den
Baum.« b) Strecke, auf der jmd., etw.
beschleunigt »Der Anlauf ist mit Sand
bestreut.« 2 Versuch, den jmd. unter¬
nimmt
Anjlauf]adres|se —> An|lauf|a|d|res|se:
~ die; - ; -n Stelle, Institution o. ä., an
die sich jmd. wenden kann, wenn er
ein bestimmtes Anliegen hat od. sich
in einer Notlage befindet (häufig eine
öffentliche Einrichtung), Syn.: An¬
laufstelle
an|lau|fen: läufst an; lief(e)st an; bist
angelaufen 1 bist in schnellerem Gang
gegen jmdn. od. etw. stoßen 2 bist ge¬
gen etw. angehen, etw. dagegen unter¬
nehmen, es versuchen, zu bekämpfen,
zu ändern »Gegen diese Ungerechtig¬
keit wird er anlaufen.« 3 bist (Sport»
durch Laufen versuchen, Schwung zu
bekommen, um eine größere Weite
od. Höhe zu erzielen »Für den Weit¬
sprung läufst du besser kräftig an.« 4
hast mit einem Schiff ansteuem »Das
Schiff hat die Bucht angelaufen.« 5 ist
etw. beginnt zu funktionieren »Der
Motor ist angelaufen.« 6 ist beginnen;
seinen Anfang nehmen 7 ist sich ver¬
färben; eine andere Farbe erhalten
»Seine Lippen sind blau angelaufen.« 8
ist einen Überzug bekommen »Das
Silber ist angelaufen.« 9 ist sich erhö¬
hen
An[lauf[pha|se: die; - ; -n Beginn, An¬
fangszeit einer verlaufenden Entwick¬
lung, eines Projektes, eines Ablaufs
An|lauf]schwie|rig|keit: die; - ; -en (m.
PI.) typischerweise in der Anfangszeit
auftretende Schwierigkeiten »Bei der
Produktion gab es größere Anlauf¬
schwierigkeiten.«
An|lauf|stel|le: die; - ; -n Stelle, Instituti¬
on o. ä., an die sich jmd. wenden
kann, wenn er ein bestimmtes Anlie¬
gen hat od. sich in einer Notlage be¬
findet (häufig eine öffentliche Ein¬
richtung), Syn.: Anlaufadresse
An|lauf[zeit: die; ~ ; -en 1 bestimmte
Zeitspanne, die der Motor braucht,
bis er warmgelaufen ist 2 Zeit zur
Vorbereitung »eine Anlaufzeit bis zur
Geschäftseröjfnung« 3 Einführung,
Beginn, Anfangszeit einer verlaufen¬
den Entwicklung, eines Projektes, ei¬
nes Ablaufs
An|laut: der; -(e)s; -e (Sprachwiss.»
Laut, mit dem ein Wort od. eine Silbe
beginnt, Ant.: Auslaut
an[läu|ten: läutest an; läutetest an; hast
angeläutet [süddt.; Schweiz.] jmdn.
per Telefon anrufen
an|le|gen: legst an; legtest an; hast ange¬
legt 1 etw. an eine Person od. an einen
Gegenstand halten u. dabei berühren
2 etw. anfügen, ansetzen »Sie konnte
die Dominosteine anlegen.« 3 (Brenn¬
stoff» etw. auf die Glut, das Feuer tun
»Brikett anlegen« 4 jmdn. mit einer
Schußwaffe anvisieren, ins Zielfeld
nehmen (z. B. Gewehr in Anschlag
bringen) »Der Jäger legte an u.
schoß.« 5 [geh.] sich mit etw. schmük-
ken 6 etw. nach Plan gestalten »Es
mußten neue Akten angelegt werden. •
Die Stadt bemühte sich. Fahrradwege
anzulegen.« 7 a) Wertpapiere, Aktien
o. ä. kaufen, um Zinnsgewinne zu er¬
zielen b) (bereit) einen Geldbetrag für
etw. zu zahlen »Ich möchte für den
Ring etwa 2000 DM anlegen.« 8 (See¬
fahrt» ankern »Das Schiff legte im Ha¬
fen an.« 9 es darauf anlegen: abzie¬
len; ein Ziel, eine Absicht verfolgen
10 sich mit fmdm. anlegen: eine Aus¬
einandersetzung suchen; zanken 11
strenge Maßstäbe anlegen: etw. od.
jmdn. streng bewerten
an|leh|nen: lehnst an; lehntest an; hast
angelehnt 1 etw. an einen Gegenstand
(stellen, der eine Stützfunktion hat)
Sie lehnte die Leiter an die Wand.« 2
nicht ganz schließen, sondern einen
Spalt offen lassen »Er lehnte die Tür
72
anmontieren
nur an.« 3 sich an etw. orientieren, es
ais Vorlage verwenden
an|leh[nen, sich: lehnst dich an; lehntest
dich an; hast dich angelehnt 1 sich
schräg an einen Gegenstand stellen,
durch den man dann gestützt ist 2
eine Idee, einen Beschluß aufgreifen
Anjleh|nung: die; - ; -en a) (physischer,
körperlicher od. psychischer, seeli¬
scher) Halt, Stütze »Er fand Anleh¬
nung an seiner Frau, die die Stärkere
war.« b) Ausrichtung »Der Film wur¬
de in Anlehnung an das Buch gedreht.«
Anjleh|nungs|be|dürf|nis: das; -ses; -se
Verlangen, Wunsch nach (physi¬
schem, körperlichem od. psychi¬
schem, seelischem) Halt
an|leh|nungs|be]dürf|tig: Adj. (physi¬
schen, körperlichen od. psychischen,
seelischen) Halt benötigend, erseh¬
nend
an|lei|ern: leierst an; leiertest an; hast
angeleiert [ugs.] anfangen, beginnen;
etw. in die Hand nehmen u. bewirken,
daß etw. startet, beginnt »Jd. muß das
Vorhaben anleiern.«
An|lei|he: die; - ; -n 1 <Bankw.> langfri¬
stiger Kredit »Er machte eine zehnjäh¬
rige Anleihe von 100 000 DM.« 2 eine
Anleihe machen: Formulierungen,
Gedanken übernehmen, kopieren
an|lei|nen: leinst an; leintest an; hast an¬
geleint <Tien mit einer Leine festbin¬
den, daran festhalten u. führen
an|iei)ten: leitest an; leitetest an; hast an¬
geleitet jmdn. etw. lehren, in etw. un¬
terrichten, unterweisen
An|lei|tung: die; - ; -en Anweisung, Be¬
schreibung, die besagt, wie man etw.
machen soll
An|lern)be|ruf: der; -(e)s; -e Beruf für
den man nur eine bestimmte Anlern¬
zeit braucht u. keine Lehre machen
muß
anjlaijnen: lernst an; lerntest an; hast an¬
gelernt 1 jmdn. für eine berufliche Ar¬
beit, die keine vorgeschriebene Be¬
rufsausbildung, Lehre voraussetzt,
über einen bestimmten Zeitraum ein¬
arbeiten, unterweisen 2 [ugs.] (sich)
selbst etw. durch Üben beibringen
An)lern|ling: der; -s; -e Person, die einen
Beruf erlernt, für den man nur eine
bestimmte Anlernzeit, aber keine
Lehre zu machen braucht
an|le|sen: liest; las(es)t an; hast angele¬
sen nur den Beginn, Anfang od. Teile,
Ausschnitte von etw. lesen
an]le|sen: liest dir an; las(es)t dir an;
hast dir angelesen durch Lektüre
(oberflächlich) aneignen; sich Wissen
aus Büchern usw. erwerben
an|leuchjten: leuchtest an; leuchtetest
an; hast angeleuchtet (direkt) auf
jmdn. od. etw. Licht, einen Licht¬
strahl richten »den Mann, das Auto¬
schloß mit einer Lampe anleuchten«
an|lle|fern: lieferst an; liefertest an; hast
angeliefert Waren o. ä. bringen; eine
Bestellung ausführen »Die Möbel sind
noch nickt angeliefert worden.«
An|lie(fe|rung: die; - ; -en das Bringen,
die Zustellung von Waren o. ä.
An|lie]gen: das; -s; - Bitte; Begehren;
Wunsch »Was haben Sie für ein Anlie¬
gen?«
an)liejgen: liegt an; lag an; hat angelegen
1 sich den Formen des Körpers an¬
passen u. diese deutlich erkennen las¬
sen »Das Kleid liegt hauteng an.« 2
[ugs.] bearbeitet, erledigt, unternom¬
men werden müssen »Was liegt denn
heute so an?« 3 [geh.] Beschäftigung
bringen »Der Fortbestand der Firma
liegt dem Besitzer sehr an.« 4 [geh.]
jmdm. mit etw. lästig fallen
an]lie|gend: Adj. n. stg. 1 an etw. direkt
grenzend »anliegende Felder, Häuser
o. ä.« 2 <Bürow.> hinzugefügt; beige¬
legt »Siehe anliegende Kopie!« 3 eng
an etw. sitzend »ein anliegendes
Kleid«
An|lie|ger: der; -s; - weibl. An|lie|ge[rin:
die; - ; -nen Person, die an einer Stra¬
ße, in einem Gebiet wohnt »Anliegern
ist die Durchfahrt gestattet.«
An|lie|ger|staat: der; -(e)s; -en Staat,
der an (großen) Meeren, Gewässern
gelegen ist
An|lie|geijver[kehr: der; -(ejs; - Ein- u.
Durchfahrterlaubnis nur für Perso¬
nen, die an dieser Straße wohnen, u.
für deren Besucher, Syn.: Anrainer¬
verkehr A
anjfocken (an|tok|ken —» an|lo|cken):
lockst an; locktest an; hast angelockt 1
(mit Hilfe von etw.) dazu bewegen,
näher zu kommen »Er lockte das Tier
mit Futter an.« 2 üibertr.) jmdn. durch
etw. zum Zuschauen, Zuhören o. ä.
bewegen
an|lö|ten: lötest an; lötetest an; hast an¬
gelötet mit einem Lötkolben befesti¬
gen
an)lü]gen: lügst an; logfejst an; hast an¬
gelogen jmdm. nicht die Wahrheit sa¬
gen, jmdn. belügen
An m.:Abk. 1 Anmeldung 2 Anmerkung
anjmajchen: machst an; machtest an;
hast angemacht 1 in Funktion setzen
»Ich habe das Licht angemacht.« 2
[ugs.] a) jmdn. (in sexueller Hinsicht)
für sich als Mann, Frau zu interessie¬
ren versuchen; (versuchen,) jmdn. se¬
xuell (zu) erregen »Der Kerl hat mich
angemacht.« b) jmdm. gefallen »Der
Film hat mich total angemacht.« c)
jmdn. beschimpfen , in aggressiver
Form sein Mißfallen über jmdn. äu¬
ßern
an|mah|nen: mahnst an; mahntest an;
hast angemahnt jmdn. mündlich od.
schriftlich an etw., meist an eine Ver¬
pflichtung o. ä., erinnern
an|ma|len: malst an; maltest an; hast an¬
gemalt 1 etw. kennzeichnen »Er malte
eine bestimmte Stelle auf der Karte
an.« 2 [ugs.] etw. mit Farbe bestrei¬
chen »Er malte die Fensterrahmen
an.« 3 [ugs.] etw. mit Farbe versehen
»Das Kind malte die Wände, die Puppe
an.« 4 a) [ugs.; manchmal abwert.]
Schminke (Make-up, Rouge, Lid¬
schatten, Lippenstift usw.) auftragen
»Sie malte sich die Augenlider u. Lip¬
pen an.« b) die Nägel (an Füßen u./
od. Händen) mit Nagellack überzie¬
hen, versehen
Anjmarsch: der; - fe)s; Anmärsche (PI.
s.) 1 <Milit.> Ankommen; Herankom¬
men 2 [ugs.] die bis zu einem bestimm¬
ten Punkt, Ziel zurückzulegende
Strecke »Wir hatten einen Anmarsch
von einer Stunde.« 3 im Anmarsch
sein, sich im Anmarsch befinden:
[ugs.; scherzh.] jmd. kommt, ist schon
unterwegs
an|mar)schie|ren: marschierst an; mar¬
schiertest an; bist anmarschiert zu
Fuß näher kommen »Das Heer mar¬
schiert an.« 2 [ugs.] zügig herankom¬
men, sich nähern
An|marsch|weg: der; -(ejs; -e (PI. s.)
bis zu einem bestimmten Punkt, Ziel
zu Fuß zurückzulegende Strecke
an|malßen, sich: maßt dir an; maßtest
dir an; hast dir angemaßt etw. (in em¬
pörender Weise) ohne Berechtigung
für sich in Anspruch nehmen
an|ma)8end; Adj. von oben herab, arro¬
gant, frech
An|ma|6ung: die; - ; -en Arroganz;
Frechheit
An|mel|de|for1mu|lar: das; -(ejs; -e vor¬
gedrucktes Formblatt für eine An¬
meldung
An|me)|deffrist die; - ; -en bestimmter
zeitlich begrenzter iTermin für eine
Anmeldung, um an etw. teilnehmen
zu dürfen »Du darfst die Anmeldefrist
nicht versäumen.«
an|mel|den: meldest an; meldetest an;
hast angemeldet 1 (rechtzeitig) Be¬
scheid sagen, ankündigen, informie¬
ren »Er meldete sein Kommen an.« 2
etw. bei einer Behörde o. ä. eintragen
lassen »Die Brüder meldeten die Fir¬
mengründung an.« 3 die Formalitäten
für eine Teilnahme erledigen, einrei¬
chen 4 etw. äußern, gehend machen
»seine Ansprüche anmelden«
An|mel|de|pflicht: die; - ; - Verpflich¬
tung, Zwang, sich od. jmdn./etw. bei
der zuständigen Behörde registrieren
zu lassen
an|mel|de|pflich|tig: Adj. n. stg. zwin¬
gend vorgeschrieben, sich/etw. regi¬
strieren zu lassen
An[mel|dung: die; - ; -en t rechtzeitige
In-Kenntnis-Setzung, Informierung
über etw. 2 Registrierung; Eintragung
3 Erledigung, Einreichung der Unter¬
lagen, Formalitäten 4 einen An¬
spruch geltend machende Äußerung
5 kurz für [ugs.] Anmeldungsraum =
Raum, in dem man sich anmelden (1)
kann, muß
an|mer[ken: merkst an; merktest an;
hast angemerkt 1 etw. an jmdn. od. ei¬
ner Sache (deutlich) feststellen »Seine
Trauer war ihm deutlich anzumerken.«
2 eine Notiz (zur Erinnerung) ma¬
chen, vornehmen 3 [geh.] eine Bemer¬
kung zu einer Angelegenheit äußern
Anjmerjkung: die; - ; -en 1 mündlich
vorgebrachte Bemerkung, Äußerung
2 (kurze) Erklärung
an|mie|ten: mietest an; mietetest an;
hast angemietet etw. gegen Bezahlung
zur Benutzung mieten »Sie mieteten
eine Wohnung an.«
An|mo|de|rafti|on: die; - ; -en (Rund¬
funk; Fernsehern Einleitung einer
Sendung o. ä. durch den Moderator
an|mo|de|rie|ren: moderierst an; mode¬
riertest an; hast anmoderiert (Rund¬
funk; Femsehe» eine Sendung o. ä.
mit begrüßenden od. (zum Thema)
einleitenden Worten beginnen
an|mon|tie|ren: montierst an; montier¬
test an; hast anmontiert etw. mit ent¬
sprechendem Werkzeug an etw. fest
anbringen
73
anmotzen
an|motfzen: motzt an; motztest an; hast
~ angemotzt [ugs.] jmdn. ärgerlich, un¬
höflich ansprechen; jmdn. aus¬
schimpfen, beschimpfen
an|mu|stern —*■ an|musftem: musterst
an; mustertest an; hast angemustert
[seemannssprl.] eine Stelle antreten,
den Dienst auf einem Schiff beginnen
An|mut: die; -; - (Lieb-)Reiz; Charme
an|mu|ten: mutet an; mutete an; hat
angemutet eine bestimmte Wirkung
erzielen, auslösen »Seine Erzählung
mutet mich an wie ein Alptraum.«
an|mu|tig: Adj. (lieb)reizend; lieblich;
grazil »eine anmutige Tänzerin«
Arm.: Abk. 1 Annahme 2 Annalen =
Jahrbücher 3 Annonce — Anzeige
ann.: Abk. 1 annonciert = eine Anzeige
aufgegeben 2 annulliert = für ungül¬
tig erklärt
an|na|geln: nagelst an; nageltest an; hast
angenagelt 1 mit einem Hammer ei¬
nen Nagel in etw. schlagen, um es zu
befestigen 2 wie angenagelt sitzen,
sein: unbewegt sein, sich nicht von
der Stelle rühren
an|nä(hen: nähst an; nähtest an; hast an¬
genäht etw. durch Nähen mit Nadel
u. Faden an etw. befestigen
an|nä|hern, sich: näherst dich an; näher¬
test dich an; hast dich angenähert 1
langsam, vorsichtig näher (heran)
kommen »Das scheue Reh nähert sich
vorsichtig der Futterstelle an.« 2 sich
anpassen, angleichen
an|nä|hernd: Adj. n. stg. beinahe; so
ziemlich; (in) etwa; fast; zirka; (so)
ungefähr
An(nä|he|rung: die; - / -en 1 das vorsich¬
tige, langsame Näherkommen »Die
vorsichtige Annäherung des scheuen
Tieres haben wir verfolgt.« 2 Abstim¬
mung; Angleichung, das In-Ein-
klang-, In-Übereinstimmung-Bringen
»Die Annäherung der verschiedenen
Meinungen war schwierig.« 3 Kon¬
taktaufnahme; das Sich-Kennenler-
nen
An|nä|he|rungs|veijsuch: der; ~(e)s; -e
(häufig als aufdringlich empfundene,
nicht gewünschte) Kontaktaufnahme
»Er hat schon mehrere Annäherungs¬
versuche unternommen.«
an|nä|he|rungs|wei|se: Adv. beinahe; so
ziemlich; (in) etwa; fast; zirka; (so)
ungefähr »Das war nur annäherungs¬
weise richtig.«
An|nah|me: die; - / -n (PI. s.) 1 Entge¬
gennahme, Empfang von etw. »Der
Nachbar hat die Annahme des Päck¬
chens verweigert.« 2<Sport> Entgegen¬
nahme eines Balles 3 Zustimmung
»die Annahme des Antrags« 4 Über¬
nahme, das Sichzueigentnachen von
etw. 5 Vermutung; Hypothese 6
(Vor-)Ahnung; Gefühl; Vermutung
An|nah|me|be|stä|ti|gung: die; - ; -en
Bescheinigung, in der die Entgegen¬
nahme, der Empfang von etw. bestä¬
tigt wird, Syn.: Annahmeerklärung
An|nah|me|eijklä|rung: die; - / -en Be¬
scheinigung, in der die Entgegennah¬
me, der Empfang von etw. bestätigt
wird, Syn.: Annahmebestätigung
An|nah|me|stel|le: die; - ; -n Stelle, Ort,
an der/dem etw. in Empfang genom¬
men wird
An|nah|me(verjwei|ge|rung: die; - ; -en
Weigerung, etw. in Empfang zu neh¬
men
An|na|len: <lat.> die (PI.) 1 chronologi¬
sche Geschichtsberichte, Aufzeich¬
nung von Ereignissen; Chroniken;
Jahrbücher 2 <übertr.> [geh.] etw. od.
jmd. bleibt für immer in Erinnerung
an|nehm|ban Adj. n. stg. 1 akzeptabel;
akzeptierbar; vertretbar »Das sind an¬
nehmbare Geschäftsbedingungen.« 2
erträglich, nicht zu schlimm; ausrei¬
chend
an|neh|men: nimmst an; nahm(e)st an;
hast angenommen 1 jmdm. etw. Ent¬
gegengereichtes aus der Hand neh¬
men 2 <Geschenk> in seinen Besitz
übernehmen u. akzeptieren »Das
kann ich doch gar nicht annehmen!« 3
eine (nicht begründete) Vorstellung
haben
An|nehmjlich|keit: die; - / -en (m. PI.)
Bequemlichkeiten; Vorzüge
an|nek]tie|ren: annektierst; annektier¬
test; hast annektiert etw. mit Gewalt
ohne Berechtigung in seinen Besitz
bringen; sich (gewaltjgm, widerrecht¬
lich) aneignen »Die Eindringlinge an¬
nektierten das Land.«
An|nek|tie|rung: der; - ; -en a) gewalt¬
same Aneignung b) Erduldung ge¬
waltsamer Aneignung
An|nex: <lat.> /annekß/ der; -es; -e [geh.]
Zubehör; Anhängsel »Die getroffenen
Vereinbarungen wurden in Annexen
festgehalten.«
An|ne|xi|pn: dat.-fro /annekzion/ die; - ;
-en einseitige Erklärung eins Staates,
daß er zukünftig bestimmte fremde
Gebiete als eigene betrachtet
An(no/[österr., Schweiz, nur] an[no:
<lat.> o. Art. 1 [veralt.] im Jahre 2 An¬
no Domini: im Jahre des Herrn: 3
Anno dazumal —» anno dazumal:
[ugs.; scherzh.] früher, in alten
(längst) vergangenen Zeiten »Das war
doch Anno dazumal.« 4 Anno Tobak
—* anno Tobak: [ugs.; scherzh.] alt,
überholt, stammt aus alter, überhol¬
ter Zeit
An|non|ce: dat.-frs /anpngße/ die; - ; -n
Anzeige, Inserat in einer Zeitung
An[nonjcen|teil: /anongßen-/ der; -(e)s;
-e Teil einer Zeitung, der nur Inserate,
Anzeigen enthält
an|non|cje|ren: dat.-fr:, /anongßiren/
annoncierst; annonciertest; hast an¬
nonciert a) eine Anzeige, ein Inserat
(z. B. in der Zeitung) aufgeben b) etw.
(in einer Zeitung) durch eine Anzeige,
ein Inserat bekanntgeben, ankündi¬
gen
an|nul|IJe|rem dat.> annullierst; annul¬
liertest; hast annulliert ungültig ma¬
chen (lassen), es für nichtig erklären
»Der Flug mußte annulliert werden.«
An|nul{ltefnmg: die; - ,• -en [geh.] (amtli¬
che) Ungültigkeitserklärung, Strei¬
chung »Annulierung einer Ehe«
An|ode —* A|njo|de: tgr.-engh die; - ;
-n <Physik> mit dem positiven Pol der
Stromquelle verbundene Elektrode
an|öden —* an|ö|den: ödest an; ödetest
~ an; hast angeödet 1 [ugs.] jmdn. lang¬
weilen »Die Arbeit ödet mich an.« 2
[ugs.] jmdm. lästig fallen
an|omal/an|omal —> a|n|o|mal: <gr-
lat.> Adj. n. stg. nicht den Regeln ent¬
sprechend, verhaltend; nicht normal
An|oma|lie —* A|n|o|ma|lie: (gr.-lat.>
die; - ; Anomalien /anomalen/1 o. PL
Abweichung von den Regeln, dem
Normalen; Abnormität »Er hat eine
geistige Anomalie.« 2 <Bio.> Mißbil¬
dung des Körpers 3 <Physik> das bei
Temperaturänderungen nicht gleich¬
mäßige Verhalten des Wassers im
Unterschied zu allen anderen Stoffen
(Wasser hat seine größte Dichte bei
4°C)
an[onym —» a|n|o|nym: <gr.-lat.>
/anonüm/ Adj. n. stg. ohne Nennung
des (richtigen) Namens »Ich erhielt ei¬
nen anonymen Brief .«
An|ony|mi|tät —» A|n|o|ny|mi[tät: <gr.-
Iat.> /anonümität/ die; - ; - [geh.] Na¬
menlosigkeit; Unbekanntheit der
wahren Identität, des wahren Na¬
mens »Er zog die Anonymität vor.«
Ano|rak —* A|no|rak: dnuin der; -s; -s
meist wärmere Windjacke mit einer
Kapuze
an|otd|nen: ordnest an; ordnetest an;
hast angeordnet 1 jmdm. eine Anwei¬
sung, einen Befehl geben 2 in einer be¬
stimmten Weise hinstellen, -legen
An|ord|nung: die; - ; -en 1 Sortierung;
Gliederung 2 (amtliche(r)) mündli¬
che^) od. schriftliche(r) Verfügung,
Befehl, Anweisung
an|orjga|nisch: Adj. n. stg. 1 a) den un¬
belebten Teil der Natur betreffend;
zum unbelebten Teil der Natur gehö¬
rend b) etw., was nicht durch Lebewe¬
sen entstanden ist 2 ohne Gesetzmä¬
ßigkeit
anoijmal —»■ a|norjmal: <.gr.-lat.> Adj. n.
stg. nicht den Regeln entsprechend;
ungewöhnlich; nicht normal; von der
Norm abweichend
anfpacken (an|pak|ken —> an|pa|-
cken): packst an; packtest an; hast
angepackt 1 a) (mit beiden Händen)
fest zufassen, anfassen »Du mußt die
Truhe mit beiden Händen anpacken.«
b) gemeinschaftlich etw. tun »Beim
Umzug sollten alle anpacken.« 2 etw.
auf bestimmte Art u. Weise tun, in
Angriff nehmen, zu lösen, klären ver¬
suchen »Das Problem müssen wir end¬
lich anpacken.« 3 [ugs.] etw. od. jmdn.
in einer bestimmten Art u. Weise be¬
handeln
an|pap|pen: pappst an; papptest an; hast
angepappt [ugs.] a) etw. nicht sehr or¬
dentlich, unachtsam, ohne Sorgfalt
ankleben b) kleben
an(pas|sen: paßt an; paßtest an; hast an¬
gepaßt —*alle Formen mit ss<—
etw. so gestalten, daß es sich einfügt
»Sie paßte ihre Geschwindigkeit dem
Verkehrsfluß an.«
anjpasjsen, sich: paßt dich an; paßtest
dich an; hast dich angepaßt —>alle
Formen mit ss*— sich in seinen
Handlungen in etw. einfügen
An|pas|sung: die; - ; -en (PI. s.) 1 Ab¬
stimmung; Akklimatisierung; Si¬
cheinleben »Die Anpassung an die
neue Umgebung erfolgte nur sehr
langsam.« 2 Angleichung
an|pas|sungsffä|hig: Adj. a) fähig, sich
jmdm. od etw. anzupassen, sich in ge¬
gebene Umstände einzufügen, ein¬
74
Anrichte
zugliedern »Er ist ein anpassungsfähi¬
ger Mitarbeiter.« b) fähig, sich an an¬
dere (Lebens-)Umstände zu gewöh¬
nen
An|pas|sungs|fälhig|keib die; • ; -en a)
Vermögen, sich jmdm. od etw. anzu¬
passen, sich in gegebene Umstände
einzufügen, einzugliedem b) Vermö¬
gen, sich an andere (Lebens-)Um-
stände zu gewöhnen
An|pas|sungs|schwie|rig|keit die; - ;
•en (m. PI.) Schwierigkeit od. Unfä¬
higkeit, sich jmdm. od etw. anzupas¬
sen, sich in gegebene Umstände ein¬
zufügen, einzugliedem b) Schwierig¬
keit od. Unfähigkeit, sich an andere
(Lebens-)Umstände zu gewöhnen
an|pei|len: peilst an; peiltest an; hast an¬
gepeilt 1 <Flugw.; Schiffahrt) anflie¬
gen, ansteuem, zusteuem auf einen
Ort »Der Pilot peilte den Flughafen
an.« 2 <Rundfunk> den Standort o. ä.
von etw. bestimmen »Er peilte einen
bestimmten Sender an.«
an|pfei|fen: pfeifst an; pfiff (e)st an; hast
angepfiffen 1 <Sport> Eröffnung eines
Spieles mittels eines Pfeiftons 2 [ugs.]
jmdn. energisch zurechtweisen »Heute
hat sie ihr Vorgesetzter heftig ange¬
pfiffen.«
Anjpfiff: der; -(e)s; -e 1 <Sport> Pfiff als
Zeichen für den Spielbeginn 2 [ugs.]
energische Zurechtweisung
an|pflan|zen: pflanzt an; pflanztest an;
hast angepflanzt 1 a) etw. an eine be¬
stimmte Stelle pflanzen »Das Bäum¬
chen haben wir in der Mitte des Gar¬
tens angepflanzt.« b) (Beete, einen
Garten) bepflanzen »Die Beete wur¬
den im Frühjahr angepflanzt.« c) (eine
bestimmte Sorte, Art) anbauen »Reis,
Kartoffeln anpflanzen«
an|pflau|men: pflaumst an; pflaumtest
an; hast angepflaumt [ugs.] jmdn. zu¬
rechtweisend ansprechen
an|pflocken (an|pflok|ken —» an|pflo|-
cken): pflockst an; pflocktest an; hast
angepflockt 1 etw. an einem Pflock
festmachen »Das Pferd wird ange¬
pflockt.« 2 etw. mit Hilfe von Pflök-
ken festmachen »Das Zelt wurde an¬
gepflockt.«
an|pin|keln: pinkelst an; pinkeltest an;
hast angepinkelt [derb] 1 an od. auf
etw. seinen Urin ablassen »Der Hund
pinkelte die Hauswand an.« 2 sehr pri¬
mitive, abfällige Bemerkungen gegen
jmdn. richten »Ich laß mich von dir
doch nicht anpinkeln!«
an|pin|nen: pinnst an; pinntest an; hast
angepinnt [ugs.] mit Pinnen, Steckna¬
deln an, auf etw. befestigen »ein Po¬
ster anpinnen«
an|pin|seln: pinselst an; pinseltest an;
hast angepinselt [ugs.] anmalen; an¬
streichen »den Zaun anpinseln«
an|pir|schen, sich: pirschst dich an;
pirschtest dich an; hast dich ange¬
pirscht 'ursprünglich Jagd) sich vor¬
sichtig heranschleichen, nähern
an|pö|beln: pöbelst an; pöbeltest an; hast
angepöbelt [ugs.; abwert.] jmdn. in be¬
leidigender Form ansprechen, anfas¬
sen o. ä.
an|pral|len: prallt an; prallte an; ist an¬
geprallt gegen jmdn. od. etw. mit
Wucht anstoßen
an|pran|gem: prangerst an; prangertest
an; hast angeprangert jmdn. öffentlich
verurteilen, tadeln; Mißstände der
Öffentlichkeit bekanntmachen
an|prei|sen: preist an; pries(es)t an;
hast angepriesen jmdm. etw. durch
positive Schilderung schmackhaft zu
machen versuchen; jmdm. etw. zu ge¬
ben, verkaufen versuchen
An|pro|be: die; - ; -n das Anprobieren
eines noch nicht fertigen Kleidungs¬
stückes
an|pro|bie|ren: probierst an; probiertest
an; hast anprobiert etw. anziehen, um
festzustellen, ob es paßt, gefällt »Ich
möchte diese Jeans anprobieren.«
an|pum|pen: pumpst an; pumptest an;
hast angepumpt [ugs.] sich von jmdm.
Geld leihen (wollen) »Sie hat mich
schon wieder angepumpt.«
an|pu[sten —» an|pus|ten: pustest an;
pustetest an; hast angepustet [ugs.] ge¬
gen jmdn. od. etw. (Luft, Atem) bla¬
sen
an|quat|achen: quatschst an; quatsch¬
test an; hast angequatscht [ugs.]
jmdn., einen Fremden ohne Hem¬
mungen ansprechen
An|rai|ner: der; -s; - weibl. An]rai|ne|rin:
die; • ; -nen Nachbar, Anwohner (z.
B. eines Grundstückes, einer Straße)
Die Durchfahrt ist nur Anrainern er¬
laubt.« Syn.; Anlieger
An|rai|neijgrund|stück: das; -(e)s; -e
angrenzendes Grundstück
An|rai|ner|staat: der; -(e)s; -en angren¬
zender Staat
An|rai|ner|verjkehr: der; -(e)s; - Anlie¬
gerverkehr
an|rsn|zen: ranzt an; ranztest an; hast
angeranzt [ugs.] jmdn. heftig, un¬
freundlich tadeln
An|ran|zer: der; -s; - [ugs.] heftiger, un¬
freundlicher Tadel
an|ra(ten: rätst an; riet(e)st an; hast an¬
geraten jmdm. raten, empfehlen, etw.
zutun
an|rau|hen —* an|rau|en: rauhst an;
rauhtest an; hast angerauht —traust
an; rautest an; hast angeraut<— die
Oberfläche von etw., z. B. Stoff, Le¬
der o. ä. ein wenig rauh, grob machen
an|raun|zen: raunzt an; raunztest an;
hast angeraunzt [ugs.] jmdn. grob,
heftig anfahren, ihn zurechtweisen
an|rech|nen: rechnest an; rechnetest an;
hast angerechnet mitbewerten, bei ei¬
ner Bewertung in das Ergebnis einge¬
hen lassen »Diese Ausbildungszeit
wird für die Rente angerechnet.«
An|rech[nung: die; - ; -en (PI. s.) das
Anrechnen, die Berücksichtigung,
Berechnung (von Kosten, von bereits
Erfolgtem, Erbrachtem)
an|rechjnungs|fä|hig: Adj. n. stg. so ge¬
artet, daß es angerechnet, berücksich¬
tigt werden kann
An|recht: das; -(e)s; -e Anspruch,
~ Recht auf etw., was jmdm. zusteht
Anfrejde: die; - ; -n Bezeichnung, mit
~ der man jmdn. anspricht
An|re|de|fürjwort: das; -(e)s; -Wörter
«Sprachwiss.) Personalpron. der 2.
Person »'Ihr', ’Sie', 'du' sind Anrede¬
fürwörter.«
an|rejdon: redest an; redetest an; hast
angeredet 1 jmdn. ansprechen »Sie
hat mich auf der Straße angeredet.« 2
jmdm. mit einer bestimmten Bezeich¬
nung ansprechen »Er möchte gern mit
seinem Doktortitel angeredet werden.«
3 versuchen, sich durch Reden gegen
jmdn. od. etw. durchzusetzen
an|re|gen: regst an; regtest an; hast an¬
geregt 1 jmdn. animieren, dazu veran¬
lassen, etw. zu tun »Sie versuchte al¬
les, um ihn zum Kauf anzuregen.« 2 ei¬
nen Vorschlag machen »Sie hat diese
Diskussion angeregt.«
an|re[gend: Adj. etw. (z. B. eine be¬
stimmte Substanz) wirkt belebend,
aufmunternd »Koffein wirkt anre¬
gend.«
An|re|gung: die; - ; -en 1 a) etw., was be¬
wirkt, daß jmd. Spaß an etw. be¬
kommt, einen Anreizzu etw. erhält b)
Vorschlag »Die Anregung dazu hat
der Chef gegeben.« 2 Aktivierung; Be¬
lebung
an)rel|chen: reichst an; reichtest an; hast
angereicht jmdm. helfen, etw.
zureichen, herüber-/hinübergeben
an|rei)chem: reicherst an; reichertest an;
hast angereichert etw. verbessern, ge¬
haltvollermachen
An|rel|che|rung: die; • ; -en Zufuhr, Zu¬
satz von etw.; Verbesserung
An(ref|se: die; - ;-n (PI. s.) Fahrt an ei¬
nen Ort, zu einem Ort »Die Anreise
erfolgt per Zug.« Ant.: Abreise
An[rei[se|tag: der; -(ejs; -e Tag, am
dem die Anreise erfolgt
an|rei|Ben: reißt an; rissest an; hast an¬
gerissen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— 1 ist etw. leicht einrei¬
ßen »Die Seite in dem Buch ist angeris¬
sen worden.« 2 hast [ugs.] etw. zu ver¬
brauchen beginnen 3 hast etw. zur
Sprache bringen »Er riß das Problem
an.« 4 hast [ugs.] mit meist lauter, auf¬
dringlicher Art versuchen, Kunden
anzulocken
Anfreiz: der; -es; -e etw., was jmdn. zu
einer Handlung bewegen kann »Geld
für gute Noten im Zeugnis ist für viele
Kinder ein Anreiz zum Lernen.«
an|rem|peln: rempelst an; rempeltest an;
hast angerempelt [ugs.] a) jmdn. im
Vorbeigehen (mit Absicht) anstoßen
»Das Kind hat mich angerempelt.« b)
jmdn. rügend ansprechen
An[rem|pe|lung/An(remp|tung: die; - ;
-en [ugs.] a) das Anrempeln, Ansto¬
ßen von jmdm. b) Beschimpfung; Be¬
leidigung
an|ren|nen: rennst an; ranntest an; bist
angerannt 1 rennend, schnell laufend
näherkommen »Ich sehe ihn schon
anrennen.« 2 gegen jmdn. od. etw. an¬
laufen »Gegen die starken Windböen
mußte er ganz schön anrennen.« 3 a)
[ugs.] rennend gegen od. an etw. an¬
stoßen (u. sich dabei wehtun,
verletzen) »Das Kind ist mit dem Kopf
gegen die Tischkante angerannt.« b)
gegen jmdn. od. etw. laufen (mit
feindlicher Absicht stürmen) 4
rübertr.) gegen die Zeit, gegen die
Konkurrenz o. ä. kämpfen
An[richfte: die; - ; -n 1 halbhoher Ge¬
schirrschrank, auf dem man Speisen
anrichten od. bereitstellen kann »Stell
den Kuchen auf die Anrichte!« 2 sepa¬
rater Raum mit Geschirrschränken u.
Flächen zum Anrichten der Speisen,
Syn.: <I> Büfett; Sideboard
75
anrichten
an|rich|ten: richtest an; richtetest an;
hast angerichtet 1 bereits vorbereitete
Speisen auf Platten o. ä. noch appetit¬
lich garnieren 2 ein Durcheinander,
Chaos o. ä. verursachen 3 es ist
angerichtet: [geh.] die Speisen stehen
auf dem Tisch »Es ist angerichtet, darf
ich zu Tisch bitten!«
An|rich|te|tisch: der; -(e)s; -e kleinerer
Tisch, auf dem Speisen angerichtet,
abgestellt werden
AnjriB—> Anriss: der; Anrisses; Anrisse
1 (kleinere) gerissene Stelle 2 das Vor¬
zeichnen auf etw.
an|rol|len: rollst an; rolltest an; bist an¬
gerollt 1 a) langsam, rollend anfahren,
mit einer rollenden Bewegung begin¬
nen »Die Lokomotive rollt an.« b)
(rollend) näher, dichter herankom¬
men c) <übertr.> beginnen; anfangen
»Die Suchaktion nach den vermißten
Kindern ist angerollt.« 2 auf jmdn. od.
etw. zufahren (meist mit feindlicher
Absicht) »Es rollten schwere Militär¬
fahrzeuge gegen das Heer an.« 3 etw.
rollend herbeischaffen
an|röjsten —» an[rös|ten: röstest an; rö¬
stetest an; hast angeröstet schwach,
leicht anbraten
an|rQ|chig: Adj. a) nicht einwandfrei,
sondern zweifelhaft in Ruf, Ansehen
»anrüchige Person ♦ anrüchige Gegend«
b) nicht ganz einwandfrei; leicht an¬
stößig
An|rü|chig|keit: die; - ; -en zweifelhafter
Ruf; Anstößigkeit
An|ruf: der;-(e)s; -e Telefonat; Telefon¬
gespräch; Gespräch, das jmd. über
das Telefon erhält »Ich erwarte noch
einen wichtigen Anruf.«
An|ruf|be|ant}wor]ter: der; -s; - an das
Telefon angeschlossenes Gerät, das
von dem Anrufer für den Angerufe¬
nen (falls dieser abwesend ist) eine
Nachricht aufzeichnet
an|ru|fen: rufst an; rief{e)st an; hast an¬
gerufen 1 (laut) rufend jmds. Auf¬
merksamkeit erregen »Der Polizist
rief den Verdächtigen an.« 2 um jmds.
Vermittlung, Hilfe o. ä. bitten »Er rief
den Schiedsmann bei dem Streit mit
seinem Nachbarn an.« 3 mit jmdm. te¬
lefonieren »Ich muß meine Mutter an¬
rufen.«
an|rüh|ren: rührst an; rührtest an; hast
angerührt 1 a) etw. od. jmdn. (mit den
Händen) anfassen, berühren »Rühren
Sie bitte das Geschirr nicht an!« b)
kaum etw., nur wenig von etw. neh¬
men, verbrauchen, essen »Sie hat den
Braten kaum angerührt.« 2 etw. (mit
etw.) mischen, verrühren
an[sä|en: säst an; sätest an; hast angesät
~ Saat ausbringen; etw. säen »Rasen
kann man am besten im Frühjahr an¬
säen.«
An|sa|ge: die; - ; -n (über eine Sprech¬
anlage, am Telefon) durchgesagte In¬
formation
An|sa|ge|dienst' der; -fe)s; -e telefoni¬
sche Ansage der Zeit o. ä.
anjsa|gen: sagst an; sagtest an; hast an-
~ gesagt 1 bekanntgeben »Er sagte uns
die genaue Zeit an.« 2 seinen, jmds.
Besuch ankündigen
an|sä|gen: sägst an; sägtest an; hast an¬
gesägt (mit einer Säge) einen Schnitt,
eine Kerbe in etw. schneiden, sägen
An|sa|gen der; -s; - weibl. An|sa|ge|rin:
die; - ; -nen Sprecherin) im Rund¬
funk, Fernsehen, der/die Nachrich¬
ten, die Programmabfolge o. ä. an¬
sagt, bekanntgibt
an|sam|meln: sammelst an; sammeltest
an; hast angesammelt Dinge unter¬
schiedlicher Art Zusammentragen u.
aufheben
an|sam|meln, sich: sammelt sich an;
sammelte sich an; hat sich angesam¬
melt a) zusammenströmen; sich ver¬
sammeln »Es sammelten sich immer
mehr Zuschauer an.« b) sich anhäu¬
fen, sammeln
An|samm|lung: die; - ; -en 1 a) das An¬
sammeln von unterschiedlichen Din¬
gen b) Aufbewahrung von unter¬
schiedlichen Dingen 2 Zusammen¬
kunft, Zusammenströmen von Perso¬
nen
an|s8s|sig: Adj. (auf Dauer) wohnhaft
An|satz: der; -es; Ansätze 1 a) Zeichen,
an dem zu erkennen ist, daß etw. ent¬
steht b) Körperstelle, an der etw. be¬
ginnt »Haaransatz« 2 Weg, Art u.
Weise, wie versucht wird, etw. zu lö¬
sen, zu erledigen »Der Ansatz zur Lö¬
sung der Matfwtnatikaufgabe ist
richtig.« 3 Ablagerung »Der Kalkan¬
satz muß entfernt werden.« 4 <Technik>
hinzufügbares Teil zur Verlängerung
»Der Ansatz des Rohres ist verrostet.«
An|satz|punkt: der; -fe)s; -e Punkt,
Aspekt, Ort, an dem angefangen, an¬
gesetzt werden kann
An|satz|rohr: das; -(e)s; -e <Med.>
Raum oberhalb des Kehlkopfes, in
dem Schallwellen bestimmter Fre¬
quenz verstärkt werden
An|satz[stück: das; -(e)s; -e (Technik)
V erlängerungsstück
an|sau|gen: saugst an; saugtest/sog(e)st
an; hast angesaugt langesogen 1 a) etw.
durch Saugen anziehen »Die Feuer¬
wehr saugte das Wasser im Keller mit
einer Pumpe an.« b) mit od. an etw. zu
saugen beginnen »Der Winzer saugte
mit einem Schlauch das Weinfaß an.«
2 (sich) saugend festmachen, an etw.
anheften
An|saug|luft: die; - ; - (Technik) Luft,
die von einem Motor (im Auto o. ä.)
angesaugt wird
An|saug|rohr: das; ~(e)s; -e (Technik)
Rohr, durch das die angesaugte Luft
zum (Kraftfahrzeug-)Motor strömt,
Syn.: Ansaugstutzen
An|saugjstut|zen: der; -s; - (Technik)
Rohr, durch das die angesaugte Luft
zum (Kraftfahrzeug-)Motor strömt,
Syn.: Ansaugrohr
An|schaf|fe: die; - ; - 1 [ugs.; landsch.}
Arbeit 2 [ugs.] a) Prostitution b) Dieb¬
stahl
an|schafffen: schaffst an; schafftest an;
hast angeschafft 1 etw. für sich kau¬
fen, besorgen »Wit-schaffen uns einen
Hund an.« 2 [ugs.] als Prostituierte^)
arbeiten »Sie ging anschaffen.«
An|scha1]fung: die; - ; -en a) Erwerb
von etw. b) etw., was jmd. als Besitz
erworben hat
An|schaffungs|ko|stan —* An|schaf|-
fungs|kos|ten: die (PI.) Kosten, die
beim Kauf, Erwerb von etw. entste¬
hen, aufzubringen sind
an|schal|ten: schaltest an; schaltetest
an; hast angeschaltet etw. durch einen
Knopf, Hebel, Schalter einschalten,
anstellen, in Gang bringen
an|schau|en: schaust an; schautest an;
hast angeschaut jmdn. od. etw. anse¬
hen, angucken
an|schau|lich: Adj. deutlich, verständ¬
lich dargestellt, erklärt
Anjschau|lich|keit: die; • ; -en Verständ¬
lichkeit; Deutlichkeit
An|schau]ung: die; - ; -en Auffassung,
Meinung, Ansicht, Einschätzung
»Meiner Anschauung nach müßte der
Gesetzgeber hier handeln.«
An|schau|ungs|un|ter|richt: der;-(e)s; -
(Päd.) Unterricht mit Hilfe von An¬
schauungsmaterial
An|schau|ungs|wei|se: der; - ; -n (PI.
s.) Art der Anschauung, Denkweise
An|schein: der; -(e)s; -1 Eindruck, äu¬
ßerer Schein, den etw. od. jmd. bei ei¬
ner Person erweckt »Er wollte den An¬
schein wahren, sehr gebildet zu sein.« 2
sich den Anschein geben: eine Täu¬
schung, Irreführung begehen; jmdm.
etw. nur Vorspielen; den Eindruck
von etw. bei jmdm. erwecken, was
nicht der Wahrheit, den Tatsachen
entspricht 3 dem, allem Anschein
nach: es sieht so aus, als ob etw. ein¬
treffen wird; vermutlich; wahrschein¬
lich
an|schei|nend: Adj. n. stg. vermutlich;
dem Anschein nach; aufgrund von
Anzeichen »Anscheinend hat er keinen
Führerschein mehr.«
an]schei|Ben: scheißt an; schissest an;
hast angeschissen —*-alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— [derb] 1 betrü¬
gen »Mit dem alten Auto hat man dich
aber kräftig angeschissen!« 2 jmdn.
heftig beschimpfen, rügen
an|schie|ben: schiebst an; schob(e)st
an; hast angeschoben schiebend (ein
Fahrzeug) bewegen »Das Auto ist
nicht in Ordnung, wir müssen es
anschieben.« 2 etw. nah an etw. heran¬
rücken
anjschie|len: schielst an; schieltest an;
hast angeschielt [ugs.] von der Seite
anblicken; verstohlen ansehen »Das
Kind schielt den Arzt ängstlich an.«
an|schie|Ben: schießt an; schossest an;
hast angeschossen —>alle Vergan¬
genheitsformen mit ss*— 1 etw. od.
jmdn. mit einem Schuß treffen, verlet¬
zen »Der Polizist hat den Flüchtigen
angeschossen 2 etw. od. jmd. kommt
angeschossen: etw., jmd. kommt
sehr schnell, nähert sich schnell
anjschir|ren: schirrst an; schirrtest an;
hast angeschirrt (einem Zugtier) das
Geschirr anlegen, es anspannen
An|schi8 —» An|schiss: der; Anschis¬
ses; Anschisse [ugs.; derb] kräftiger,
grober Tadel
Anschlag: der; -(e)s; Anschläge 1
Überfall, Angriff auf etw., jmdn.
Der Anschlag auf den König ist
mißglückt.« 2 Mitteilung, die ausge¬
hängt wird »Er las die Anschläge am
Rathaus.« 3 a) Tastendruck (z. B. am
Klavier, an der Schreibmaschine) »Er
schreibt 180 Anschläge in der
Minute.« b) o. PI. Punkt, Stellung, an
dem/der sich eine Taste, ein Hebel
nicht mehr weiterbewegen läßt c) o.
76
anschweigen
Pi höchste Einstellung einer Maschi¬
ne, eines Gerätes »Sie drehte die Ste¬
reoanlage bis zum Anschlag auf.«
An|schlag|brett: das;-fejs; -er Tafel für
Anschläge, für Neuigkeiten, Ände¬
rungen für Bekanntmachungen o. ä.
an(schla|gen: schlägst an; schlug(e)st
an; hast angeschlagen 1 eine Bekannt¬
machung o. ä. an einem Brett, an ei¬
ner Wand o. ä. anbringen »Er schlug
seine Mitteilung am Schwarzen Brett
an.« 2 mit etw. (z. B. einem Körper¬
teil) an etw. stoßen, auf etw. auftref-
. fen (u. sich eventuell verletzen) »Bei
dem Sturz hat sich das Kind das Knie
angeschlagen.« 3 <Schwimmen> beim
Wenden den Beckenrand kurz mit
der Hand berühren 4 etw. beschädi¬
gen »Der Henkel der Tasse ist ange¬
schlagen.« 5 a) Tasten (z. B. einer
Schreibmaschine) heftig, bis zum An¬
schlag niederdrücken b) <Musik> ein
Tasteninstrument zum Erklingen
bringen »Er schlug eine bekannte Me¬
lodie, eine Taste, eine Saite an.« 6 in
einer anderen Weise mit etw. begin¬
nen od. fortfahren, etw. anders wei¬
terführen »Damit er nicht zu sehr zu
spät kam, hat er einen schnelleren
Schritt angeschlagen.« 7 durch Na¬
geln o. ä. an etw. befestigen 8 etw.
kennzeichnen, einkerben (mit einem
Beil o. ä.) »Der Förster schlug die zu
fällenden Bäume an.« 9 eine be¬
stimmte Wirkung zeigen, hervorrufen
»Das Medikament hat gut angeschla¬
gen.« 10 <Hund> kurz (zur Warnung)
bellen »Der Hund hat heute Nacht
angeschlagen.« 11 [ugs.] dick machen
An|schlag|säu|le: die; • ; -n freistehen¬
der, tonnenförmiger Aufbau von grö¬
ßerem Durchmesser, auf den Plakate
geklebt werden, Syn.: Litfaßsäule
an|schlel|chen, sich: schleichst dich an;
schlich (ej st dich an; hast dich ange¬
schlichen sich langsam, schleichend
(leise) jmdm. od. etw. nähern »Er
schleicht sich langsam an, um sie zu er¬
schrecken.«
an|schlep|pen: schleppst an; schlepptest
an; hast angeschleppt 1 etw. mit Mü¬
he, Eifer heranholen »Er schleppte die
schweren Liegestühle, seine vielen
Spielsachen an.« 2 [ugs.] jmdn. od.
etw. Unerwartetes, Unerwünschtes
mitbringen »Er schleppte seine Freun¬
de, seinen alten Kram an.« 3 etw. (z. B.
ein Auto) mit einem Seil o. ä. so lange
ziehen, bis es selbständig weiterfahren
kann »Er hat mein Auto ange¬
schleppt.«
an|schlie|ßen: schließt an; schlossest an;
hast angeschlossen —>alle Vergan¬
genheitsformen mit ss<— 1 etw. (mit
einem Schloß) sicher festmachen
»Das Rad habe ich am Fahrradständer
angeschlossen.« 2 etw. an etw. anbrin¬
gen »Den Herd hat er an den Strom
angeschlossen.« 3 etw. an- od. hinzu¬
fügen 4 eng anliegen
an|schlie|Bend: Adj. n. stg. hinterher;
danach; auf etw. zeitlich später fol¬
gend »Erst gehen wir ins Kino u. an¬
schließend noch Essen.«
An|schluB —» Aufschluss: der; An¬
schlusses; Anschlüsse 1 a) unmittelbar
mit etw. Verbundenes, auf etw. Fol¬
gendes; Verbindung von zwei Dingen
b) Verbindung einer Leitung »Ich
warte seit drei Wochen auf meinen
(Telefon-) Anschluß.« 2 im Anschluß
an —* im Anschluss an: 1. an etw.
angelehnt 2. direkt auf etw. folgend 3.
bezugnehmend auf etw. Vorangegan¬
genes 3 den Anschluß verpaßt haben
—» den Anschluss verpasst haben:
[ugs.; veralt.) Bemerkung zu jmdm.,
der in einem bestimmten Alter noch
nicht verheiratet ist
An|schluB|kon|kurs —» Anlschluss|-
kon|kurs: der; -es; -e (Recntsw.) im
Anschluß „an ein Vergleichsverfahren
wegen Überschuldung eröffneter
Konkurs
An]schluß|stel|le —> Anlschluss|stel|-
le: die; - ; -n Ab- bzw. Auffahrt an ei¬
ner Autobahn
An[schlußftor —* An|schlussftor: das;
-(e)s; -e <Sport> Tor für die zurücklie¬
gende Mannschaft, das den Abstand
verkürzt »In der zweiten Halbzeit fiel
das Anschlußtor.« Syn.; Anschlußtref¬
fer
AnlschluBftrefffer —* Anjschluss|tref|-
fer: der; -s; - (Sport) Tor für die zu¬
rückliegende JMannschaft, das den
Abstand verkürzt »In der zweiten
Halbzeit fiel der Anschlußtreffer.«
Syn.; Anschlußtor
An|schlu6|zug —s. An|schluss[zug: der;
-(e)s; -züge Zug, mit dem jmd. An¬
schluß hat, seine Fahrt ohne großen
Zeitverlust fortsetzen kann
an|schmie|gen, sich: schmiegst dich an;
schmiegtest dich an; hast dich ange¬
schmiegt 1 liebevoll, zärtlich an etw.
od. jmdn. schmiegen, ankuscheln
»Das Mädchen schmiegt sich an den
Vater an.« 2 (übertr.) eng am Körper,
an der Figur anliegend »Die Stretch¬
hose schmiegt sich an.«
an|schmieg|sam: Adj. 1 sich liebevoll
anschmiegend; die zärtliche Nähe
von jmdm. suchend »Das Kind, Kätz¬
chen ist sehr anschmiegsam.« 2 (Klei¬
dungsstück; Stoff) weich fallend u.
anpassungsfähig
an|schmie|ren: schmierst an; schmier¬
test an; hast angeschmiert 1 [ugs.] un¬
absichtlich beschmutzen »Du hast
dich ja überall mit Schokolade ange¬
schmiert!« 2 [ugs.; abwert.] nicht gut,
nicht schön anmalen, anstreichen
»Sie hat die Uppen viel zu rot ange¬
schmiert.« 3 [ugs.] betrügen; herein¬
legen; täuschen
an|schmo|ren: schmorst an; schmortest
an; hast angeschmort etw. nur kurz
anbraten
an|schnal|len: schnallst an; schnalltest
an; hast angeschnallt festmachen,
-binden (mit Riemen, Schnallen) »Im
Auto muß man sich mit dem Gurt an¬
schnallen.«
An|schnall|gurt: der; -fe)s; -e Sicher-
heits-, Haltegurt, z. B. im Auto, Flug¬
zeug o. ä.
An|schnall|pflicht: die; - ; - gesetzliche
Vorschrift, sich anzuschnallen, z. B.
beim Autofahren
an|schnau|zan: schnauzt an; schnauztest
an; hast angeschnauzt [ugs.] jmdn.
grob, heftig anfahren, beschimpfen
an|schnei|den: schneidest an; schnit-
l(e)st an; hast angeschnitten 1 das er¬
ste Stück von etw. abschneiden »Das
Brautpaar schnitt die Hochzeitstorte
an.« 2 Stiele von Blumen ein wenig
kürzen u. einritzen 3 etw. zur Sprache
bringen »In der Diskussionsrunde
schnitt er ein besonders schwieriges
Thema an.« 4 ein Stoffstück für ein
Kleidungsstück in einem Stück zu¬
schneiden »Die Ärmel bei der Bluse
kann man besser anschneiden.« 5 (Ver-
kehrsw.; Motorsport) eine Kurve
nicht voll ausfahren, von innen her
anfahren »Er schnitt die Kurve an.« 6
(Sport; Ballspiel) dem Ball einen rich-
tungsändemden Drall geben
Anschnitt: der; -(e)s; -e 1 Schnittfläche
von frisch Angeschnittenem, z. B.
Brot 2 erstes abgeschnittenes Stück
an|schnor|ren: schnorrst an; schnorrtest
an; hast angeschnorrt [ugs.] jmdn. um
etw. aufdringlich anbetteln
Anschr.: Abk. Anschrift
An|schrei|ben: das; -s; - [amtssprl.]
(kurzgefaßtes) Begleitschreiben
»Schicken Sie die Unterlagen mit ei¬
nem kurzen Anschreiben zurück.«
an|schrei|ben: schreibst an; schrieb(e)st
an; hast angeschrieben 1 etw. (auf ei¬
ner Tafel) notieren, verzeichnen »Er
schrieb die hu torischen Daten an.« 2
Kosten, Schulden (für etw., meist Le¬
bensmittel) auf einer Liste vermerken
u. später bezahlen »Ich hab’ mein Por¬
temonnaie vergessen - können Sie’s
anschreiben?« 3 jmdm. einen Brief o.
ä. schicken » Wir schreiben Sie an.«
an|schrei|en: schreist an; schrie(e)st an;
hast angeschri(e)en jmdn. laut aus¬
schimpfen, anbrüllen
An|schrift: die; - ; -en Angabe, von
Wohnort, Straße u. Hausnummer
»Man sollte seine Anschrift auf einem
Briefangeben.« Syn.: Adresse
An|schrif|ten|ver|z6ich|nis: das; -ses; -se
Verzeichnis von Anschriften, Adres¬
sen, Angaben des Wohnsitzes
an|schul|di|gen: schuldigst an; schuldig¬
test an; hast angeschuldigt [geh.]
jmdn. (öffentlich) eines Vergehens be¬
zichtigen »Sie werden angeschuldigt,
den Diebstahl begangen zu haben.«
An|schul]di|gung: die; ~ ; -en das An¬
schuldigen, Bezichtigen (eines
Vergehens) »Die Anschuldigung wur¬
de von ihm heftig zurückgewiesen.«
an|schü|ren: schürst an; schürtest an;
hast angeschürt 1 etw., ein Feuer
durch Schüren (neu) entfachen
»Schüre bitte den Kamin an!« 2
(übertr.) etw., ein Gefühl durch Re¬
den, Bemerkungen o. ä. (wieder) ent¬
fachen
an|schüt|ten: schüttest an; schüttetest
an; hast angeschüttet etw. künstlich
höher machen
an|8chwär|men: schwärmst an;
schwärmtest an; hast angeschwärmt
jmdn. anhimmeln, verehren
an|schwär|zen: schwärzt an; schwärz¬
test an; hast angeschwärzt 1 etw. (z. B.
mit Ruß) schwarz machen »Mit der
Kerze hast du die ganze Decke
angeschwärzt.« 2 [ugs.; abwert.] über
jmdn. schlecht reden, ihn verraten,
verdächtigen, verleumden
an|schwei|gen: schweigst an; schwie-
g( e)st an; hast angeschwiegen bewußt
jedes Gespräch vermeiden »Sie
schweigen sich demonstrativ an.«
77
anschweißen
an|schwei|Ben: schweißt an; schweißtest
an; hast angeschweißt <Technik> etw.
durch Schweißen, Verschmelzen Fest¬
machen
an|schwel|len: schwillt/schwellt an;
schwoll/schwellte an; ist angeschwol¬
len 1 immer dicker werden »Der Knö¬
chel schwoll stark an.« 2 an Intensität
zunehmen »Der Lärm schwoll an.«
Ant.: abschwellen
an|schwem|tnen: schwemmt an;
schwemmte an; hat angeschwemmt
ans Ufer spülen »Der Sturm
schwemmte viele Algen an.«
an|schwin|detn: schwindelst an; schwin¬
deltest an; hast angeschwindelt [ugs.]
jmdn. (hinsichtlich einer nicht sehr
bedeutenden Sache) anlügen
an|schwir|ren: schwirrst an; schwirrtest
an; bist angeschwirrt 1 (Insekt o. ä.>
schwirrend heranfliegen 2 ange¬
schwirrt kommen: [ugs.; abwert.]
jmd. nähert sich (erneut, schon wie¬
der)
an|se|geln: segelst an; segeltest an; bist
angesegelt sich mit einem Segelboot
segelnd, gleitend nähern
An|se|hen: das; -s; - 1 Betrachten, An¬
schauen »Für das Ansehen der Bilder
braucht man Zeit.« 2 Achtung; Re¬
spekt
an|se|hen: siehst an; sah(e)st an; hast
angesehen 1 a) etw. od. jmdn. betrach¬
ten, beschauen b) eine Situation o. ä.
miterleben c) jmdn. od. etw. prüfend
betrachten 2 offensichtlich zu erken¬
nen sein »Deine Wut sieht man dir
an.« 3 einstufen; bewerten »Ich sehe
das als Betrug an.« 4 a) das sehe sich
einer (mal) an: [ugs.] (entrüsteter od.
überraschter Ausruf) etw. ist nicht zu
verstehen, unmöglich b) sieh (mal) ei¬
ner an: (überraschter Ausruf) wer
würde das glauben, hätte dies gedacht
5 jmdn. nicht für voll ansehen: eine
Person in ihrem Handeln o. ä. nicht
ernst nehmen 6 Ansehen kostet
nichts: a) [scherzh.] Anmerkung,
wenn man nichts kaufen möchte »Ich
will es doch gar nicht kaufen, nur mal
ansehen, Ansehen kostet nichts.« b)
man muß nicht unbedingt etw. besit¬
zen, auch das Betrachten z. B. von al¬
ten kostbaren Bildern o. ä., kann gro¬
ße Freude bereiten
an|sehn|lich: Adj. 1 beachtenswert, be¬
trächtlich »Das ist eine ansehnliche
Summe Geld.« 2 gutaussehend;
hübsch
an|sei|len: seilst an; seiltest an; hast an¬
geseilt mit einem Seil festbinden, etw.
od. jmdn. vor dem Abstürzen sichern
an|sein —> an sejn: ist an; war an; ist
angewesen —*ist an gewesen*—
[ugs.] in Betrieb, angeschaltet, ange¬
dreht o. ä. »Die Lampe, der Motor
war noch an.«
an|set|zen: setzt an; setztest an; hast
angesetzt 1 eine Mischung aus ver¬
schiedenen Zutaten zusammenstellen,
die durchziehen muß »Ich habe Jo¬
hannisbeerlikör angesetzt.« 2 Fettpol¬
ster verursachen, bekommen »Sahne
setzt stark an. ♦ Er setzt einen Bauch
an.« 3 zu einer Stelle führen u. mit
etw. Verbindung herstellen »Sie setzte
die Flasche an u. trank.« 4 a) als Be¬
ginn, Ausgangspunkt nehmen »Ich
setze bei dieser Theorie an u. werde am
Ende meine Ergebnisse vortragen.« b)
beginnen »Er setzte an, verstummte
dann aber wieder.« 5 einen Zeitpunkt
festlegen »Er setzte den Termin für 8
Uhr an.« 6 als vermutliche Summe
kalkuliert »Dieser Preis ist zu hoch
angesetzt.« 7 am Topfboden anbren¬
nen »Die Milch hat angesetzt.« 8 eine
Schicht, einen Beleg bilden
An|sicht: die; - ; -en 1 Meinung von etw.
Meiner Ansicht nach übertreibst du.«
2 Anblick od. Bild von etw. Ȇber
dem Sofa hing eine Ansicht des
Hafens.« 3 Die Ansicht eines Weisen
und den Rat eines Greisen soll man
nicht von sich weisen: man soll die
Lebenserfahrung, die Ratschläge o. ä.
alter Menschen nicht verächtlich be¬
lächeln od. einfach nicht beachten,
häufig sind sie sehr hilf- u. lehrreich
an|sich|ti(j: Adj. in der Wendung jmds.
~ od. etw. ansichtig werden: [geh.]
jmdn. od. etw. wahmehmen, sehen
An|sichts|kar)te/An|sichts|post|karjte:
die; ~; -n Karte mit einem Bild, Motiv
auf der Vorderseile
An|sichts|sa|che: die; - ; -n (PL s.)
etw., worüber man verschiedene An¬
sichten, Meinungen haben kann
An|sichts|sen|dung: die; • ; -en Waren¬
sendung zur Ansicht, d. h. um eine
Ware zu prüfen, zu begutachten, be¬
vor man sich zum Kauf entschließt
an|sie|deln, sich: siedelst dich an; siedel¬
test dich an; hast dich angesiedelt
(Mensch; Tier; Pflanze> sich nieder¬
lassen; seßhaft (gemacht) werden
An|sied|lung/An|sie|de|lung: die; - ; -en
~ 1 (Mensch; Tier> das Ansiedeln, An¬
gesiedeltwerden; das (Sich-
)Niederlassen 2 Niederlassung; Sied¬
lung
An|sin|nen: das; -s; - [geh.] geäußerter
Vorschlag, Wunsch »Was ist das für
ein eigenartiges Ansinnen?«
an|sit|zen: sitzt an; saßfesjt an; hast an-
~ gesessen (Jagd> auf einem bestimmten
Platz (Ansitz) sitzen u. auf das Wild
warten
anjsonst/anjsonjsten: I an|spnst Konj.
[Schweiz.; österr.] sollte dies nicht zu¬
treffen, eintreffen II an|son|sten —>
an|sons|ten Adv. andernfalls; im
übrigen
an|span|nen: spannst an; spanntest an;
hast!bist angespannt 1 hast ein Zugtier
vor etw. spannen »Er spannte die
Pferde an die Kutsche.« 2 hast fester,
straffer spannen »Die Zügel mußten
straff angespannt werden.« 3 hast/bist
sich sehr anstrengen (körperlich,
nervlich), um eine Leistung zu voll¬
bringen od. einer Belastung standzu¬
halten
An|span|nung: die; - ; -en 1 (Körper)
Anstrengung 2 (geistige) Konzentra¬
tion
an|spa|ren: sparst an; spartest an; hast
angespart eine Summe Geld durch
Sparen erreichen, erlangen »Auf dem
Konto hat er bereits 1000 DM ange¬
spart.«
an|spei|en: speist an; spie (e) st an; hast
angespi(e)en [geh.] etw. od. jmdn. an¬
spucken, mit Speichel beschmutzen
An|spiel: das;-(e)s; -e a) (Sport) Zuspiel
des Balles an jmdn. b) (Spiel) Beginn,
z. B. eines Kartenspieles
an|spiel|bar. Adj. n. stg. (Sport) bereit,
angespielt zu werden »Der Mittelstür¬
mer ist anspielbar.«
an|spie|len: spielst an; spieltest an; hast
angespielt 1 (Sport) jmdm. den Ball
Zuspielen 2 ein Spiel, z. B. Kartenspiel
beginnen 3 indirekt auf etw. od. jmdn.
hinweisen
An[spie|lung: die; ~ ; -en Bemerkung,
die (versteckt, nur für Eingeweihte er¬
kennbar) jmdn. an etw./jmdn. erin¬
nern soll, auf etw. hinweist; Andeu¬
tung
an|spitjzen: spitzt an; spitztest an; hast
angespitzt 1 etw. mit einer Spitze ver¬
sehen, es spitz machen »Der Stift muß
angespitzt werden.« 2 [ugs.] jmdn. an¬
treiben, motivieren, in Schwung brin¬
gen
Ansporn: der; -(e)s; -e Anreiz; Antrieb
anjspoijnen: spornst an; sporntest an;
hast angespornt 1 einem Reittier (z. B.
Pferd) die Sporen geben 2 jmdn. an¬
treiben, anreizen (z. B. mit Lob, Geld
o. ä.), bessere Leistungen zu erzielen
An|spor)nung: die; - ; -en das Anspor¬
nen, Antreiben von jmdm. zu besse¬
ren Leistungen
An|spra|che: die; - ; -n Rede, die jmd.
zu einem Anlaß (vor einem Publi¬
kum) hält
an|sprech|bar: Adj. n. stg. 1 bereit,
jmdm. zuzuhören o. ä. »Jetzt bin ich
ansprechbar.« 2 fähig, etw. zu verste¬
hen, auf etw. zu reagieren »Sie war
schon eine Stunde nach der Narkose
wieder ansprechbar.«
an|spre|chen: sprichst an; sprach(e)st
an; hast angesprochen 1 mit jmdm. ein
Gespräch beginnen »Er hat die Frau
einfach angesprochen.« 2 jmdn. in ei¬
ner bestimmten Art, z. B. mit seinem
Titel, anreden 3 a) sich mit einer Aus¬
sage an eine bestimmte Gruppe wen¬
den »Er sprach die versammelten Per¬
sonen direkt an.« b) sich in einer be¬
stimmten Angelegenheit an jmdn.
wenden »Er sprach ihn um Stellung¬
nahme, um Hilfe an.« 4 ein bestimmtes
Thema o. ä. zur Sprache bringen 5
jmdn. als etw. bezeichnen, ansehen 6
einen bestimmten (positiven) Ein¬
druck hinterlassen »Seine Rede hat
die Zuhörer angesprochen.« 7 rea¬
gieren »Die Kranke spricht auf das
Medikament an.«
an|spre|chend: Adj. gutaussehend;
hübsch; nett; reizend
An|sprecH|part|nen der; -s; ~ weibl.
An|sprech|part|ne|rin: die; - ; -nen
Person, die man in einer bestimmten
Angelegenheit um Hilfe bitten, kon¬
taktieren, ansprechen kann
an|sprin|gen: springst an; sprang(e)st
an; hast/bist angesprungen 1 hast
jmdn. mit einem Sprung angreifen,
umzuwerfen versuchen »Der Dieb
sprang mich an.« 2 bist positiv sowie
negativ auf etw. (wie erwartet heftig)
reagieren »Die Kunden sind auf das
Angebot angesprungen.« 3 ist (Ma¬
schine; besonders Motor) funktionie¬
ren; starten
Anspruch: der; -(ejs; Ansprüche 1 a)
(Rechtsw.) Recht, von einem anderen
78
anstiften
etw. zu fordern »Er hat Anspruch auf
das Erbe.« b) Forderung, Erwartung,
die man an etw., jmdn.-hat »Dieses
Hotelzimmer genügt meinen Ansprü¬
chen nicht.« 2 (keine) Ansprüche
stellen: (nicht) bescheiden sein »Ich
stelle keine großen Ansprüche, ein ein¬
faches Essen genügt mir.« 3 Anspruch
erheben: fordern »Er erhebt An¬
spruch auf sein Erbteil.« 4 in An¬
spruchnehmen: i. etw. od. jmdn. be¬
lasten, gebrauchen, nutzen »Darf ich
Ihre Hilfe in Anspruch nehmen?« 2.
Aufwand, Zeit o. ä. erfordern »Diese
Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch.«
an|spruchs|be|rech|tigt: Adj. n. stg.
(amtssprl.) das Recht besitzend, einen
Anspruch, eine Forderung zu stellen
an|spruchs|los: Adj. anspruchsloser;
anspruchsloseste 1 sehr bescheiden
»Er führt ein anspruchsloses Leben.« 2
sehr einfach, ohne Niveau »Das ist ein
anspruchsloser Text.«
An|spruchs|lo|sig|keit: die; - ; -en (PI.
s.) Bescheidenheit; Einfachheit
an|spruchs|voll: Adj. 1 a) sehr wähle¬
risch; hohe Qualitätsansprüche stel¬
lend »Das sind anspruchsvolle
Kunden.« b) elegant, vornehm, den
höchsten Ansprüchen genügend »Er
trägt nur anspruchsvolle Kleidung.« 2
niveauvoll
an|spü|len: spült an; spülte an; hat ange¬
spült <Gewässer; Strömung) etw. an
Land, ans Ufer spülen
an|sta|cheln: stachelst an; stacheltest
an; hast angestachelt [ugs.] jmdn. an-
spomen
Anjsta|che|lung/An|stach|lung: die. - .
-en Ansporn; Motivation
An]stalt: die; - ; -en 1 Einrichtung; Insti¬
tution »Diese Sender sind Anstalten
des öffentlichen Rechts.« 2 [ugs.]
Krankenhaus, Pflegeheim für psy¬
chisch Kranke
An|stal)ten: die (Pl-J in der Wendung
(keine) Anstalten machen: etw.
(nicht) tun; (keine) Absichten zeigen,
etw. zu tun
An|stalts|arzt: der; -es; -ärzte weibi An|-
statts|ärz|tin: die; - ; -nen Arzt, Ärztin
an einer psychiatrischen o. ä. Klinik.
Anstalt
An|stalts|geist|li|che: der u. die; -n; -//
(mit unbestimmtem Art.: ein Anstalts¬
geistlicher; eine Anstaltsgeistliche;
zwei Anstaltsgeistliche) Geistliche(r).
Pastor(in), Priester o. ä., der die Pa¬
tienteneinerpsychiatrischen o. ä. Kli¬
nik, Anstalt betreut
An|stalts|lei|ter: der; -s; - weibi. An|-
stafts|lei|tejrin: die; - ; -nen [veralt.]
Leiterin) einer Anstalt
An|stand: der; -(e)s; - gutes, schickli¬
ches, kultiviertes Benehmen
An|stand: der;-(e)s; Anstände <Forstw>
Platz, Hochsitz, von dem aus man das
Wild beobachtet, erwartet
an|stän|dig: Adj. 1 den moralischen, ge¬
sellschaftlichen o. ä. Ansprüchen ge¬
recht werdend »Ich erwarte von euch
heute anständiges Benehmen.« 2 [ugs.]
recht viel, gut
an|stän|di|gerjwei|se: Adv. aus Rück¬
sicht, Anstand; freundlicherweise eine
Situation nicht ausnutzend »Er hat
anständigerweise nichts gesagt.«
An|stän|dig|keit: die; - ; - anständige,
moralisch, sittlich einwandfreie Ge¬
sinnung, Einstellung
An|stands|be|such: der; -(e)s; -e (for¬
meller) Höflichkeitsbesuch
An|stands|da|me: die; - ; -n [veralt.] Be¬
gleiterin eines jungen Mädchens, die
auf dessen Umgang achten, dessen
Ruf schützen soll
an|stands|hal|ber: Adv. aus Höflichkeit
»Den Besuch können wir anstandshal¬
ber nicht absagen.«
An|stands|hap|pen: der; -s; - [ugs.] letz¬
tes Stück (z. B. Kuchen, Fleisch o. ä.),
das aus Höflichkeit übrig bleibt
an|stands|los: Adj. n. stg. ohne Einwän¬
de; ohne weiteres »Er akzeptierte den
Preis anstundslos.«
An|stands|waujwau: der; -s; -s [ugs.;
scherzh.] Person, die anwesend ist,
um über die Moral o. ä., besonders ei¬
nesjungen Mädchens, zu wachen
an|stän|kern: stänkerst an; stänkertest
an; hast angestänkert [ugs.; abwert.]
sich in beleidigender Art, mit beleidi¬
genden Worten gegen jmdn. od. etw.
wenden »Er stänkert sie ständig an.«
an|star|ren: starrst an; starrtest an; hast
angestarrt seinen «ßlick starr auf
jmdn. od. etw. richten
an|statt: I Präp. mit Gen. anstelle »An¬
statt des Hutes hat sie einen Schirm
gekauft.« II Konj. an Stelle von; statt-
dessen »Ich hätte gerne Tee anstatt
Kaffee.«
an|$tau|en: staust an; stautest an; hast
angestaui Flüssigkeit, Wasser o. ä.
stauend uufhalten. so daß es sich an¬
sammelt
an|stau|en, sich: staut sich an; staute
sieh an; hat sich angestaui 1 (Flüssig¬
keit) durch ein Hindernis an-, aufge¬
halten werden, so daß es sich ansam¬
melt »Das Blut hat sich angestaut.« 2
(übertr.; Gefühl) sich ansammeln
»Bei ihm hat sich Wut angestaut.«
an|stau|nen: staunst an; stauntest an;
hast angestuunt jmdn. od. etw. neugie¬
rig, bewundernd o. ä. betrachten
an|ste|chen: stichst an; stach(e)st an;
hast angestochen 1 a) mit etw. in etw.
leicht, prüfend hineinstechen »Sie
sticht den Kuchen an, um festzustellen,
ob er gai ist.« b) durch Hineinstechen
etw. beschädigen od. jmdn. verletzten
2 etw. anzapfen, aufmachen (durch
einen Einstich)
an|stecken (an|stek|ken —> an|ste|-
cken): steckst an; stecktest an; hast
angesleckl 1 a)etw. an etw. befestigen
(mit Hilfe einer Nadel, Spange o. ä.)
Sic steckte sich noch eine Brosche an.«
b) (einen Ring) über den Finger strei¬
fen »Das Brautpaar hat sich die Ringe
angesteckt.« 2 etw. anzünden, in
Brand setzen »Er steckte sich eine Zi¬
garre an. • Sie steckten das trockene
Laub an.« 3 sich selbst od. jmdn. (mit
einer Krankheit) infizieren 4 dibertr.)
bewirken, daß jmd. in gleicher Weise
fühlt »Ihr habt uns mit eurer Furcht
angesteckt.«
ansteckend (an|stek|kend —» an|ste|-
ckend): Adj. 1 (Krankheit o. ä.> auf
andere übertragbar »Sie muß wegen
der ansteckenden Krankheit isoliert
werden.« 2 (übertr.) zur Wiederho¬
lung, Übernahme (einer Handlung,
eines Gefühls) anregend »Gähnen ist
oft ansteckend.«
An|steck|na|del: die; ~ ; -n 1 als
Schmuck getragene Brosche 2 Plaket¬
te o. ä., mit der man seine Mitglied¬
schaft, Zugehörigkeit zu etw. zu er¬
kennen gibt
an|ste|hen: stehst an; stand(e)st an;
hast angestanden 1 in einer Schlange
auf etw. warten »Wir standen an der
Kasse an.« 2 zu erledigen sein »Heute
stehen fünf Hausbesuche an.«
an|stei|gen: steigt an; stieg an; ist ange¬
stiegen 1 nach oben, aufwärts führen
»Der Wanderwg steigt sanft an.« 2 hö¬
her werden 3 (übertr.) sich erhöhen,
vergrößern »Die Preise, die Zinsen
steigen an.«
an|stel|la/an Staljle: Präp. mit Gen. statt
jmdm. od. etw.
an|stet|len: stellst an; stelltest an; hast
angestellt 1 etw. Verbotenes tun
»Welche Dummheiten hast du heute
wieder angestellt?« 2 jmdm. einen Ar¬
beitsplatz, -vertrag geben »Ich habe
ihn als Berater angestelll.« 3 etw.
durch Betätigung eines Schalters o. ä.
zum Strömen, Fließen bringen »Ich
stelle das Wasser, den Strom an.« 4
[ugs.] machen; tun; erreichen »Wie
stelle ich es am besten an, daß ich Ur¬
laub bekomme?« S als Funktionsverb
«eine Vermutung anstellen — vermu¬
ten ♦ eine Überlegung anstellen =
überlegen usw.«
an|stel|len, sich: stellst dich an; stelltest
dich an; hast dich angestellt 1 sich in
eine Schlange begeben u. auf etw.
warten »Ich habe mich für Karten
angestellt.« 2 etw. nicht so gut ma¬
chen, wie man es eigentlich können
müßte »Du stellst dich aber (blöd)
an!« 3 [ugs.] unverständlicherweise
etw. nicht tun wollen, um was man
gebeten wird
An|stel|le|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
das Wehleidigsein; das Sichzieren
an|stel|lig: Adj. schnell lernend; ge¬
schickt »Unser neuer Lehrling ist ein
anstelliger junger Mann.«
An|stei|lung: die; - ; -en Arbeitsstelle;
Job; Arbeit, die jmd. bei einer Firma
usw. hat
an|steu|ern: steuerst an; steuertest an;
hast angesteuert eine bestimmte Rich¬
tung einschlagen; auf ein bestimmtes
Ziel zusteuern »Der Kapitän steuerte
mit dem Boot den Hafen an.«
An|steue|rung —* An|steu|e|rung: die;
-; - Annäherung an ein Ziel
An|stich: der; ~(e)s; -e 1 Vorgang des
Anstechens, Öffnens (z. B. eines
Wein- od. Bierfasses) 2 erster Aus¬
schank aus dem frisch angestochenen
Faß
Anjstleg: der;-(e)s;-e 1 o. PI. das räum¬
liche Ansteigen; Steigung (z. B. eines
Weges) 2 o. PI. Zunahme; Erhöhung'
»Anstieg der Temperatur, Zinsen« 3 a)
das Hinaufklettern, -steigen »Das war
ein schwerer Anstieg.« b) Route, Weg
zur Spitze, zum Gipfel »Der Berg hat
mehrere Anstiege.«
an|stie|ren: stierst an; stiertest an; hast
angestiert [ugs.; abwert.] jmdn. od.
etw. starr (neugierig o. ä.) ansehen
an|stif|ten: stiftest an; stiftetest an; hast
angestiftet 1 a) jmdn. zu einer dum-
79
Anstifter
men, bösen, verbrecherischen Hand¬
lung verleiten »Laß dich ja nicht zum
Diebstahl anstiften.« b) [abwert.] etw.
ins Leben rufen, in die Tat umsetzen
An|stif|ter. der; -s; - weibl. An|stif]te|rin:
die; -; -neu <Rechtsw.> Person, die an¬
dere zu einer strafbaren Tat anstiftet,
verleitet
an|stfm|men: stimmst an; stimmtest an;
hast angestimmt 1 a) ein Lied zu sin¬
gen, eine Melodie zu spielen beginnen
b) in etw. ausbrechen; etw. heftig be¬
ginnen »ein gellendes Pfeifkonzert,
Gelächter o. ä. anstimmen«
AnjstoB: der; -es; Anstöße 1 etw., was
jmdn. zu einer Handlung anregt 2 er¬
ste Ballberührung (nach einer Pause,
am Beginn) eines (Fußball-)Spiels
Die Gastmannschaft hatte Anstoß.« 3
a) Anstoß nehmen: etw. negativ be¬
werten, nicht billigen, akzeptieren;
sich an etw. stören u. es ablehnen bj
Anstoß erregen: Ablehnung, Mißbil¬
ligung hervorrufen
an|sto|ßen: stößt an; stieß(es)t an; hast/
bist angestoßen 1 hast jmdm. (heim¬
lich, unauffällig, um ihn auf etw. hin¬
zuweisen) od. etw. (um es in Bewe¬
gung zu setzen) einen kleinen Stoß
geben 2 bist mit etw. an etw. stoßen
»Sie ist mit dem Kopf an die Tisch¬
platte, mit dem Stuhl an die Tür ange¬
stoßen.« 3 hast lispeln, den S-Laut
nicht richtig aussprechen können 4
hast (beim Trinken zur Gratulation
o. ä.) mit vollen Gläsern leicht anein¬
anderstoßen »Laßt uns auf unseren
Sieg anstoßen!« 5 bist jmds. Ärger o.
ä. erregen »Mit seiner Kleidung, sei¬
nen dummen Bemerkungen ist er auf
der Feier arg angestoßen.« 6 hat dicht
zusammenliegen, aneinandergrenzen
an|stö|Big: Adj. bei jmdm. Unwillen,
Arger, Abscheu o. ä. hervorrufend,
auslösend
an|strah|len: strahlst an; strahltest an;
hast angestrahlt 1 auf jmdn. od. etw.
Licht, eine Lichtquelle richten »Die
Tänzerin wurde von den Scheinwer¬
fern, das Kunstwerk von Lampen
angestrahlt.« 2 jmdn. od. etw. freudig,
strahlend anschauen »Sie strahlte ihn
verliebt an.«
an|strän|gen: strängst an; strängtest an;
hast angesträngt Zugtiere anspannen
an|stre|ben: strebst an; strebtest an; hast
angestrebt [geh.] versuchen, ein be¬
stimmtes Ziel zu erreichen »Er strebte
das Amt des Bürgermeisters an.«
an|strei|chen: streichst an; strich(e)st
an; hast angestrichen 1 auf etw. Farbe
auftragen »Er strich die Zimmerdecke
neu an.« 2 etw. durch einen Strich
kennzeichnend hervorheben »Der
Lehrer streicht die Fehler an.«
An|strei|cher der; -s; - weibl. An|strei|-
cha|iin: die; ~ ; -nen Maler(In), der/
die Wände, Decken o. ä. mit Farbe
anstreicht »Morgen kommen die An¬
streicher.«
an|stren|gen: strengst an; strengstest
an; hast angestrengt 1 a) Mühe ma¬
chen, ermüden »Die Geburtstagsfeier
hat die alte Dame angestrengt.« b)
etw. bemühen »sein Gehör an¬
strengen« 2 ein Gerichtsverfahren in
Gang setzen »Er hat einen Prozeß an¬
gestrengt.«
an[stren|gen, sich: strengst dich an;
strengtest dich an; hast dich ange¬
strengt sich bemühen
an|stren|gend: Adj. sehr schwierig;
mühselig; kräftezehrend »Heute war
ein anstrengender Tag.«
An|stren|gung: die; - ; -en 1 großer Auf¬
wand an Kraft, Konzentration, Be¬
mühung o. ä. »Um sein Ziel zu errei¬
chen, nahm er große Anstrengungen in
Kauf.« 2 große Strapaze, Beanspru¬
chung
An|strich: der; -(e)s; -e 1 äußere Farb-
schicht »Der Anstrich des Hauses muß
erneuert werden.« 2 Anschein; Wir¬
kung, die durch etw. erzeugt wird
an|str&|men: strömt an; strömte an; ist
angeströmt 1 fließend, strömend her¬
ankommen »Das Wasser strömte an.«
2 in großer Masse, Zahl herbeikom¬
men »Die Zuschauer strömten an.«
An|sturm: der; -(e)s; Anstürme plötz¬
lich auftretende größere Menge » Wir
wurden mit dem Ansturm von Briefen
kaum fertig.«
an|stür|men: stürmst an; stürmtest an;
bist angestürmf+1 gegen etw. heftig
(stürmend) andrängen, angreifen
»Gegen das Tor des Gegners stürmten
sie heftig an.« 2 [scherzh.] sich hastig
(lärmend) nähern
-ant (lato Wortbildungselement be¬
zeichnet jmdn., der die im Basiswort
(meist ein Verb, das auf’-ieren’ endet)
genannte Tätigkeit ausführt bzw. den
im Basiswort genannten Zustand her¬
stellt, herstellen möchte »Informant •
Sympathisant ♦ Asylant«
Ant|ago|nis|mus —* Anjt|a|golnis|mus:
<gro der; - ; Antagonismen [geh.] ge¬
gensätzliche Erscheinung; Wider¬
streit
ant|ago|ni|stisch —> an|t|a|go|n]s[-
tisch: Adj. gegensätzliche Erschei¬
nungen aufweisend; gegensätzlich;
widerstreitend
an|tan|zen: tanzt an; tanzte an; bist an¬
getanzt 1 [ugs.] kommen, irgendwo
erscheinen (z. B. auf eine Einladung,
ein Kommando hin) »Wenn der Chef
ruft, mußt du antanzen.« 2 [ugs.; ab¬
wert.] kommen u. dadurch bei etw.
stören
Ant|ark|tis: die; -; - Gebiet um den Süd¬
pol; südliche eisbedeckte Kuppe der
Erde
ant|ark|tisch: Adj. n. stg. die Land- u.
Meeresgebiete um den Südpol betref¬
fend, ihnen ähnlich
an|ta|sten —> an|tas|ten: tastest an; ta¬
stetest an; hast angetastet 1 (vorsich¬
tig) mit den Händen berühren »Das
Kunstwerk bitte nicht antasten.« 2 be¬
ginnen, etw. zu verbrauchen »Wir
müssen unser Erspartes antasten.« 3
etw. beeinträchtigen, versuchen zu
nehmen, zu verletzen
an|tau|en: taust an; tautest an; hast/ist
angetaut 1 ist an der Oberfläche leicht
zu tauen beginnen »Die Eisfläche ist
schon leicht angetaut.« 2 hast etw.
kurzzeitig tauen lassen
an|te Chrijstum (na[tum) —> anfte
Chris|tum (na|tum):) ante Christum<-
lat.ivor Christus; vor Christi Geburt
an|te poijtas: dato 1 = vor den Toren 2
[geh.] im Anmarsch; im Kommen
Anteil: der; -fe)s; -e 1 Teil, der jmdm.
gehört od. zusteht 2 Einfluß, Beteili¬
gung »Sein Anteil an dem Erfolg war
nicht unerheblich.« 3 Beteiligung am
Kapital eines Unternehmens »Mein
Anteil an der Firma beträgt 50 %.« 4
o. PI. das Beteiligtsein, Interesse, die
geistige Teilnahme an etw. 5 Anteil
haben: an etw. beteiligt sein »Ich
hatte an dem Erfolg Anteil.« 6 Anteil
nehmen: a) sich für etw. interessieren
»Sie nahm keinen Anteil an dem Ge¬
spräch.« b) Mitgefühl für jmdn. auf¬
bringen; mit jmdm. leiden
an|tei|lig: Adj. n. stg. dem Anteil, der
jmdm. gehört, zusteht, entsprechend
»eine anteilige Verteilung des Reinge¬
winnes«
An|teil|nahme: die; - ; - Mitgefühl (bei
einem negativen Ereignis, z. B. bei
einem Todesfall)
Anfteil|schein: der; -(e)s; -e <Bankw.>
Wertpapier, mit dem das Anrecht auf
eine Aktie od. Ansprüche an eine Ge¬
sellschaft nachgewiesen wird
an|tejle|fo|nie|ren: telefonierst an; telefo¬
niertest an; hast antelefoniert [ugs.] te¬
lefonisch Kontakt aufnehmen; versu¬
chen, mit jmdm. telefonisch zu spre¬
chen »Wo warst du? Ich habe schon
fünfmal bei dir antelefoniert.«
An|ten|ne: dat.-ito die; - ; -n 1 Gerät
zum Empfang bzw. zur Sendung von
Radiowellen, Fernsehsendungen 2
eine/keine Antenne für etw. haben:
[ugs.] 1. für etw. (nicht) talentiert, be¬
gabt sein; (kein) Interesse für etw.
aufbringen »Für klassische Musik ha¬
be ich keine Antenne.« 2. für etw. ein/
kein Gefühl haben; gefühlsmäßig
etw. (nicht) einschätzen können
An|ten|nen|mast: der; -(e)s; -en Mast,
an dem eine Antenne befestigt ist, die
zum Empfang od. zur Ausstrahlung
elektromagnetischer Wellen dient
An|ten|nen|wald: der; -(e)s; -wälder
(PI. s ) [ugs.; scherzh.] Vielzahl von
Antennen auf den Dächern von Häu¬
sern
An|te|stat Anltesltat: das; -(e)s; -e
<Universität> Beseneinigung, Beleg
über den Besuch einer universitären
Veranstaltung
An|tho|lo|g]e: <gro die; - ; Anthologien
/antologkn/ Sammlung, (thematische)
Zusammenstellung ausgewählter lite¬
rarischer Texte (kürzere Prosastücke
od. Gedichte)
An|thra|zit An]th|ra|zit: <gr.-lato der;
-s; -e (PI. s.) a) schwärzgraue, glän¬
zende, hochwertige Steinkohle b)
schwarzgrauer Farbton
an|thra|z(t _» an|th|ra|zit: <gr.-lato Adj.
n. stg. dunkelgrau; schwarzgrau »Er
hatte einen anthrazitfarbenen Anzug
an.«
an|thro|po|gen —^ an|th|ro|pofgen: <gro
Adj. n. stg. vom Menschen erschaffen,
von ihm beeinflußt
An|thro|po|lo|gje —* An|thlro|po|lo|gje:
<gro die; - ; - Wissenschaft vom Men¬
schen u. seiner Entwicklung
an|thro|po|lg|gisch —» an|th|ro|po|lo|-
gisch: <gro Adj. n. stg. zur Anthropo¬
logie gehörend, sie betreffend »Er be¬
treibt anthropologische Forschungen.«
an|thro|po|morph —* an|th|rolpo|-
morph: <gro /antropomon/ Aaj. n.
80
Antlitz
stg. von menschlicher Gestalt »ein an-
Ihropomorpher Gott«
An|thro|po|soph —>- An|th|ro|po|soph:
(gr.> /antroposof/ der; -en; -en weibl.
An|thro|po|sg|phin —> An|th|ro|po|-
so|phin: die; - ; -nen Mensen, der An¬
hänger der Anthroposophie ist
An|thro|po|so|phje —» An|th|ro|po|so|-
phie: <gr.> /antroposofi/ die; - ; - Leh¬
re, nach der der Mensch höhere seeli¬
sche Fähigkeiten entwickeln u. da¬
durch übersinnliche Erkenntnisse er¬
langen kann
an|thro|po|spfphisch —> an|th|ro|poJ-
spjphisch: <gra /antroposqfisch/ Adj.
n. stg. auf der Anthroposophie beru¬
hend, die Anthroposophie vertretend,
betreffend
an|thro|po|zen|trisch —» an|th|ro|po|-
zen|t|risch: <gr.> Adj. n. stg. den Men¬
schen in den Mittelpunkt setzend,
stellend
an|ti-/Anfti>: data Wortbildungselement
(vor Vokalen u. vor ’h' häufig nur ant-j
Ant-) Gegensatz 1 a) bezeichnet einen
Gegensatz zum Basiswort »antiau¬
toritär ♦ Antikommunist« b) bezeich¬
net das Entgegenwirken gegen die im
Basiswort (meist Adjektiv od. Sub¬
stantiv) ausgedrückte Sache
»antibakteriell ♦ Antikrebsmittel« c)
bezeichnet eine gleichartige, aber ge¬
gensätzlich ausgeprägte, beabsich¬
tigte Ergänzung »Antiwitz ♦
Antischnulze« 2 drückt eine starke
Abweichung vom üblichen Verständ¬
nis von etw. aus (meist Substantiv)
Antiheld ♦ Antifußball« Syn.: <1; 2»
nicht-/Nicht-
An|ti|al|ko|hojii|ker: <gr.; arab.-spana
der; -s; - weibl. An(ti|al|ko|hp|K|ke|rin:
die; - ; -nen Mensch, der (grundsätz¬
lich) keinen Alkohol trinkt (u. prinzi¬
piell gegen Alkoholgenuß ist)
an|tijau|to|ri|tar <gr.-lata Adj. nicht au¬
toritär; keinen unbedingten Gehor¬
sam fordend; Autorität od. autoritäre
Normen ablehnend
An|ti|ba]by|pil|le: die; ~ ; -n [ugs.] Hor¬
mone enthaltendes Medikament in
Tablettenform, Verhütungsmittel,
das eine Schwangerschaft verhindert,
wenn es von der Frau täglich einge¬
nommen wird
an|ti|bak|te|rijell: <gr.-Iata Adj. n. stg. ge¬
gen Bakterien wirkend »ein antibakte¬
rielles Medikament«
An|ti|big|ti|kum —» Anjti|bi|g|ti|kum:
(gr.-lata das; -s; Antibiotika (Med.»
aus Kleinlebewesen gewonnener
Wirkstoff, der Krankheitserreger be¬
kämpft
an|ti|blg|tisch —> an|ti|bi|g|tisch: Adj.
n. stg. <Med.> dem Wachstum von
Krankheitserregern, Kleinlebewesen
entgegenwirkend
An|ti|christ: <gr.-lat.> der; ~ u. -s; -
christliche Religion» Teufel; Satan;
Widersacher Gottes, Christi
An|ti|christ: tgr.-lala der; -en; -en weibl.
An|ti|chri|stin —* An|ti|chrisjtin: die;
- ; -nen Gegner(in) des christlichen
Glaubens, des Christentums
An|ti|dgt: <gr.-lat.> das; -(e)s; -e /An|tj|-
do|ton: tgr.-lata das; -s; Antidota
<Med.> Gegenmittel; Gegengift
an|ti|fa|sch||stisch —> an|ti|fa|schis|-
tisch: Adj. n. stg. den Antifaschismus
betreffend; gegen Faschismus u. Na¬
tionalsozialismus gerichtet
An|ti|held: der; -en; -en in Erzählungen
o. ä. im Unterschied zum Helden die
negative, nicht entscheidungsfreudige
Hauptfigur
an|tik: dat.-fra Adj. n. stg. 1 in einer weit
zurückliegenden Zeitepoche gefertigt
»ein antikes Möbelstück« 2 die Antike
betreffend; der Antike zugehörig
An|tj|ke: <fra die; - ; -1 o. PI. das klassi¬
sche Altertum u. seine Kultur 2 m. PI.
Kunstwerk aus der Antike
an|ti|kle|rijkal/an|ti|kle|ri|kal: Adj. n. stg.
gegen die Kirche eingestellt, gerichtet;
kirchenfeindlich »Er hat eine antikle¬
rikale Einstellung.«
An|ti|kigpf|mit|tel: das; -s: - (Technik»
Beimischung zu einem Vergaserkraft¬
stoff, der die Klopffestigkeit erhöht
an|ti|kom|mu|ni|stisch —> anfti|kom|-
mu|nis|tisch: Adj. n. stg. gegen den
Kommunismus u. seine Anhänger
Stellung beziehend »Er hat eine anti¬
kommunistische Einstellung.«
An|ti|körjper: der; -s; - (m. PI.) <Med.»
Schutzstoff im Blutserum (gegen
Krankheitserreger)
An|til|len: die (PI.) westindische Insel¬
gruppe A
An|ti|lg]pe: tgr.-lat.-engl.-fra die; - ; -n
in Herden in Afrika u. Asien lebendes
Säugetier mit schlankem Körperbau
u. krummen Hörnern
An|ti|ma|tg|rie: (gr.; lato die; - ; - nur
theoretisch, hypothetisch bestehende
Form der Materie, deren Atome aus
den Antiteilchen der realen Materie
bestehen
an|ti|mi|li|tafri|stisch/an|ti|fni|li|ta|ri|'
stisch —> an|ti|mi|li[tajris|tisch: Adj.
n. stg. Militär, militärische Rüstung
in jeder Form grundsätzlich ableh¬
nend
An|ti|neurjal|gi|kum —> An|ti|neu|r|gl|-
gi|kum: <gr.-lat.> das; -s; -neuralgika
(Med.» Schmerzmittel gegen Neural¬
gien
An|ti|no|mje: <gr.-lata die; - ; -n
/antinomPn/ (Philosophie; Rechtsw.»
a) Satz, der einen Widerspruch in sich
enthält b) Widerspruch zwischen zwei
Sätzen, wobei jeder der beiden einzeln
gesehen wahr ist
An|ti|pa|th|e: <gr.-lata die; • ; -n
jantipatijnj empfundener Widerwille,
Abneigung gegen jmdn. od. etw.,
Ant.: Sympathie
An|ti|pojde: <gra der; -n; -n 1 Mensch,
der an einem genau entgegengesetz¬
ten Punkt der Erde wohnt 2 «ibertr.»
Mensch mit entgegengesetzter Natur,
Geisteshaltung; Gegenspieler
An|ti|quar: data /antikwar/ der; -s; -e
weibl. An|ti|quajrin: die; - ; -nen jmd.,
der ein Antiquariat, ein Geschäft mit
(wertvollen) gebrauchten Büchern,
Möbeln od. Kunst betreibt
An|ti|qua|ri|at: data /antikwariat/ das;
-(e)s; -e a) o. Pl. Handel mit ge¬
brauchten (wertvollen) Büchern b)
Buchhandlung, in der man antiquari¬
sche, alte Bücher erwerben kann
an|ti|qua|risch: data /antikwarisch/ Adj.
n. stg. alt u. wertvoll »ein antiquari¬
sches Buch«
an|ti|qujert: data /antikwirt/ Adj. anti¬
quierter; antiquierteste veraltet; über¬
holt; nicht modern »antiquierte An¬
sichten«
An|ti|qui|tät: data /antikwität/ die; - ;
-en wertvoller alter (Gebrauchs-
)Gegen stand »Dieser Schrank ist eine
Antiquität.«
An|ti|qui|tijten|häncf|ler: data /anti-
kwitaten-/ der; -s; - weibl. An|tijqui|-
täjten|händ|le|rin: die; ~ / -nen jmd.,
der mit Antiquitäten, alten Möbeln
Kunstwerken u. a. handelt
An|ti]qui|tä|ten|samni|ler: data /anti-
kwitäten-/ der; -s; - weibl. An|ti|qui|-
tä|ten|samm|le|rin: die; - / -nen jmd.,
der Antiquitäten, alte Möbel, Kunst¬
werke u. a. sammelt, in größeren
Mengen besitzt
An|ti|rheu|ina|ti|kum: <gr.-lata das; -s;
-rheumatika (Med.» Medikament ge¬
gen Rheumatismus
An|ti|sejniit/An|ti|s0|injt: der; -en; -en
weibl. Anfti|se|mijtin: die; - ; -nen Per¬
son, die aus religiösen u./od. rassisti¬
schen Gründen Semiten, Juden ab¬
lehnt, haßt
an|ti|se|nii|tisch: <gra Adj. n. stg. sehr
ablehnend, feindlich gegen Semiten,
Juden eingestellt »Sie riefen antisemi¬
tische Parolen.«
Antti[se|ml|tjs|mus: <gr.-lata der; - , - a)
feindliche Einstellung, starke Abnei¬
gung gegen Juden, Semiten b) politi¬
sche, gesellschaftliche Bewegung mit
antisemitischen Zielsetzungen, Ten¬
denzen
An|ti|sep|ti|kum: <gr.-lata das; -s; Anti¬
septika (Med.» keimtötendes Medika¬
ment, das bei offenen Wunden ange¬
wandt wird
an|ti|sep|tisch: <gra Adj. n. stg. (Med.»
die Infektion einer offenen Wunde
verhindernd; keimtötend
An|ti|se|rum: <gr.-lata das; -s; -seren u.
-sera (Med.» Heilserum für eine be¬
stimmte Krankheit; Medikament mit
speziellen, bestimmten Antikörpern
An|ti|ter|roijeinjheit: <gr.; lat.; dta die;
- ; -en Gruppe von speziell ausgebil¬
deten Personen, die bei verbrecheri¬
schen Überfällen od. gegen terroristi¬
sche Unternehmungen eingesetzt
wird
An|ti|thea|ter —» An|ti|the|a|ter: <gra
~ das; -s; - (Literaturwiss.» experimen¬
telles, modernes Theater
An|ti|the|se: <gra die; - ;-n 1 gegensätzli¬
che These zu einer Äußerung, Mei¬
nung, einem Gedankengebäude 2
(Stilkunde» Gegenüberstellung von
Gegensätzen
an|ti|the|tisch: (gr.» Adj. n. stg. Gegen¬
sätze enthaltend, verdeutlichend; ge¬
gensätzlich
An|ti|zi|pa|ti|gn: <gr.; lata /antizipazion/
die; - ; -en [geh.] (kurzfristige) Vor¬
wegnahme eines Gedankens, Gesche¬
hens, einer Aussage
an|ti|zi|pje|ren: <gr.; lata antizipierst; an¬
tizipiertest; hast antizipiert [geh.] etw.,
eine Aussage vorwegnehmen
an|ti|zyjklisch —» an|ti|zy|k|!isch: <gra
/antizüklisch/ Adj. n. stg. 1 unregel¬
mäßig auftretend 2 (Wirt.; Konjunk¬
tur» dem aktuellen Status entgegenge¬
setzt wirkend
Ant|litz: das; -es; -e (Pl. s.) [geh.] Ge¬
sicht »Er sah ihr ins Antlitz.«
81
Antonym
Ant|onym —*■ Anjt|o|nym: <gr.>
/antonüm/ das; -s; -e <Sprachwiss.>
Wort, das zu einem anderen Wort das
Gegenteil ausdriickt, das Gegenwort
ist »Das Antonym zu 'groß'ist 'klein’,
zu 'dick' ist 'dünn'.«
anftöijnen: törnst an; törntest an; hast
angetömt [ugs.] 1 mit Hilfe von Dro¬
gen o. ä. in einen Rausch versetzen 2
in Erregung, gute Stimmung verset¬
zen »Die Rockmusik törnte ihn an.«
Auftrag: der; -(ejs; Anträge 1 schriftli¬
che^) Gesuch, Bitte um etw. »Ich stel¬
le einen Antrag auf Wohngeld.« 2 Vor¬
schlag, über den beraten, abgestimmt
wird »Sie brachten einen Antrag ein.«
3 <Rechtsw.> einseitige rechtswirksa¬
me Erklärung einer Person an eine
andere, mit der der Abschluß eines
Vertrages nur von der Zustimmung
der anderen abhängt
An|trags|for|mu|lar: das; -(e)s; -e For¬
mular, Vordruck, mit dem ein An¬
trag, eine Forderung o. ä. bei einer of¬
fiziellen Institution gestellt werden
kann
an|trags|ge|mäß: Adj. n. stg. entspre¬
chend einem Antrag, einer offizell ge¬
äußerten Forderung o. ä.
An|trag|stel|ler: der; -s; - An|trag|stel|-
le|rin: wem. die; - ; -nen Person, die
einen Antrag, eine offizielle Forde¬
rung o. a. stellt »Hier müssen Sie als
Antragsteller unterschreiben.«
an|tre1|fen: triffst an; traf(e)st an; hast
angetroffen jmdn. (an einem be¬
stimmten Ort, in einem bestimmten
Zustand) od. etw. vorfinden
an|trei|ben: treibst an; trieb(e)st an;
hast angetrieben t a) jmdn. (Mensch
od. Tier) zu größeren Leistungen an¬
stacheln, zu bewegen versuchen b)
jmdn. zu etw. bringen, veranlassen
»Seine Geldgier hat ihn zu dem Dieb¬
stahl angetrieben.« 2 etw. dazu brin¬
gen, sich zu bewegen od. etw. in Be¬
wegung halten »Die Mühle wird mit
Wasser angetrieben.« 3 etw. (ans
Ufer) anschwemmen »Die Flut trieb
ein Wrack ans Ufer an.«
an|tre|ten: trittst an; trat(e)st an; hast/
bist angetreten 1 hast etw. durch Fu߬
tritte befestigen »Sie müssen die fri¬
sche Erde um die Blumen antreten.« 2
hast auf den Starter treten u. dadurch
in Gang setzen »Er mußte den Motor¬
roller antreten.« 3 bist a) sich in einer
bestimmten Ordnung aufstellen
»Beim Turnunterricht traten sie der
Größe nach an.« b) <Sport> sich einem
(Wett-)Kampf stellen »Er ist gegen
den Europameister angetreten.« c) sich
zu etw. an einem Bestimmungsort
einfinden »Sie sind in der Kaserne zur
Parade angetreten.« 4 hast mit etw.
beginnen od. etw. übernehmen »Er
hat eine Reise, eine neue Stelle ange¬
treten.«
An|trieb: der; -(ejs; -e 1 Kraft-, Ener¬
giequelle, die etw. arbeiten, funktio¬
nieren läßt »Der Antrieb ist defekt.« 2
<übertr.> innerer Beweggrund, etw.,
was jmdn., etw. in Bewegung, Aktion
setzt 3 aus eigenem Antrieb: von
selbst, allein »Er entschuldigte sich
aus eigenem Antrieb.«
An|triebs|ach|se: die; - ; -n <Technik>
Achse, an der die Räder eines Fahr¬
zeuges angebracht sind, die ein Fahr¬
zeug antreiben »Die Antriebsachse ist
gebrochen.«
An|triebs|ag|gre|gat —» An|triebs|ag|-
gjre|gat: das; -(e)s; -e <Technik> Ma¬
schinen, die zusammen einen Antrieb,
bewegende Kraft für etw. erzeugten
An|triebs|kraft: die; - ; -kräfte Kraft, die
beim Antrieb, einer bewegenden
Kraft wirksam ist
An|triebs|rad: das; -(e)s; -rüder <Tech¬
nik> Rad, das (direkt) von einem Mo¬
tor angetrieben wird
An|triebs|schei|be: die; ~ ; -n <Technik>
Scheibe, die einen Antrieb, eine bewe¬
gende Kraft überträgt
An(triebs|wel|le: die; - / -n <Technik>
Welle, die einen Antrieb, eine bewe¬
gende Kraft überträgt
an|trin|ken: trinkst an; trank(e)st an;
hast angetrunken 1 von etw. den er¬
sten Schluck trinken »ein Bier
antrinken« 2 sich durch Alkohol in ei¬
nen anderen Zustand bringen »Noch
einen Kognak bitte, ich muß mir erst
Mut antrinken.« 3 sich einen
antrinken: [ugs.] sich mit Alkohol be¬
rauschen, betrinke*
An|tritt: der; -(e)s; -e 1 das Antreten
von etw.; das Beginnen mit etw. »Der
Amtsantritt verzögerte sich um mehre¬
re Monate.« 2 <Sport> Beginn eines
Laufs, Sprints »Im Antritt ist dieser
Athlet besonders schnell.«
Anjtntts[be|such: der;-(e)s; -e Höflich¬
keitsbesuch, mit dem man sich bei
jmdm. vorstellt
An]tritts|re|de: die; - ; -n erste Rede, die
jmd. hält, nachdem er ein bestimmtes
Amt übernommen hat; Inaugurati¬
onsrede
An|trittsjvorjle|sung: die; - ; -en Uni¬
versität! erste(r) Vortrag, Vorlesung
eines Hochschullehrers nach Über¬
nahme eines Lehrstuhls
an|trockfnen: trocknet an; trocknete an;
hatlist angetrocknet 1 hat etw. nur ge¬
ringfügig, leicht trocken machen »Sie
hat die Haare etwas angetrocknet.« 2
ist trocken werden u. an etw. festkle¬
ben
an|tun: tust an; tatfejst an; hast angetan
1 sich selbst od. jmdm. etw. (Positives
od. Negatives) erweisen, zufügen »Ich
habe mir etw. Gutes angetan u. mir die
Jacke gekauft. ♦ Er hat ihr Böses
angetan.« 2 das kannst du mir doch
nicht antun: [ugs.] laß es; vermeide es
o. ä. »Den blöden Typ willst du mit¬
bringen, das kannst du mir doch nicht
antun!« 3 sich etw. antun: [ugs.; ver¬
hüll.] Selbsttötung, Selbstmord bege¬
hen (wollen, begangen haben) »Er
wird sich doch hoffentlich nichts
antun.« 4 etw. od. jmd. hat es jmdm.
angetan: etw. schön, anziehend o. ä.
finden
Antw.; Abk. Antwort
Antwort: die; - ; -en 1 a) Problemlö¬
sung; Erklärung, Bemerkung in
mündlicher od. schriftlicher Form
(als Reaktion auf eine Frage) »Er gab
mir eine unbefriedigende Antwort.« b)
Reaktion auf etw. od. jmdn. 2 die/
keine Antwort schuldig bleiben:
(nicht) antworten »Sie war sehr rede¬
gewandt u. blieb keine Antwort
schuldig.« 3 um keine, nie um eine
Antwort verlegen sein: immer reagie¬
ren, antworten können 4 jmdn. kei¬
ner Antwort würdigen: es nicht für
notwendig halten, jmdm. zu antwor¬
ten, zu reagieren, weil man die Per¬
son, das Anliegen dieser Person o. ä.
nicht für bedeutend hält 5 keine Ant¬
wort ist auch eine (Antwort): wenn
jmd. auf eine Frage nicht reagiert,
nicht antwortet, kann der Fragende
oftmals davon ausgehen, daß seine
Vermutung stimmt od., wenn er um
etw. gebeten hat, daß der Gefragte
ihm nicht helfen, die Bitte nicht erfül¬
len will, Ant.: <1 a> Frage
ant|wor|ten: antwortest; antwortetest;
hast geantwortet 1 auf eine Frage o. ä.
mündlich od. schriftlich reagieren
»Wenn man dich etw. fragt, antworte
bitte höflich!« 2 mit einer Geste, Be¬
wegung o. ä. reagieren »Er antwortete
nur mit einem Schulterzucken.«
Anttwortjkarfte: die; - ; -n (vorbereitete)
Postkarte, mit der man eine Rückant¬
wort erteilt »Auf der Antwortkarte hat
er zugesagt.«
an|veijtrau|en: vertraust an; vertrautest
an; hast anvertraut 1 jmdm. etw. vol¬
ler Vertrauen übergeben, überlassen
o. ä. »Er vertraute ihr sein Kind, sein
ganzes Geld an.« 2 a) jmdm. etw. ver¬
traulich mitteilen b) sich jmdm. ganz
u. gar, voller Vertrauen offenbaren
an|ver]wandfc Adj. n. stg. [veralt.; geh.]
mit jmdm. verwandt
Antveijwand[te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Anverwand¬
ter; eine Anverwandte; zwei
Anverwandte) Person, mit der jmd.
verwandt ist
gn|vi|sie|ren: /anwisiren/ visierst an; vi¬
siertest an; hast anvisiert 1 <Schußwaf¬
fe> etw. od. jmdn. als Zielpunkt ins
Visier nehmen »Er visierte den Feind
an.« 2etw. anstreben, ins Auge fassen
Anw.: Abk. 1 a) Anwaltschaft b) An¬
walt; Anwältin 2 a) Anwartschaft b)
Anwärterfin) 3 Anweisung 4 Anwen¬
dung
anw.: Abk. anwesend
an[wach|sen: wächst an; wuchs an; ist
angewachsen 1 a) (wieder) fest mit
etw. verwachsen b) (wieder) mit etw.
verwurzeln, fest verwachsen »Ich hof¬
fe, der Rosenstrauch wächst wieder
an.« 2 etw. nimmt kontinuierlich, ste¬
tig zu
an|wSh|len: wählst an; wähltest an; hast
angewählt a) versuchen, durch das
Wählen einer entsprechenden Num¬
mer eine Telefonverbindung herzu¬
stellen » Viele Länder können heute di¬
rekt angewählt werden.« b) mit jmdm.
od. etw. durch ein Signal (z. B. Funk)
in Verbindung treten
An|walt: der; -(ejs; Anwälte weibl. An|-
wälftin: die; - ; -nen Jurist, Rechtsge-
lehrte(r); Person, die jtnds. Interessen
(vor Gericht) vertritt
an|walt|l«ch: Adj. n. stg. zu den Aufga¬
ben eines Rechtsanwaltes gehörend;
einem Rechtsanwalt zuzuordnen
An|walts|bü|ro: das; -s; -s 1 Büroräume
eines Anwaltes, in denen er seine Tä¬
tigkeit ausübt 2 Firma, die aus einem
Zusammenschluß mehrerer Anwälte
besteht, Syn.: Anwaltskanzlei
82
anziehen
An|wa(t|schaft; die; ~ ; -en 1 o. PI. Ge¬
samtheit der Anwälte 2 o. PI. das Amt
des Anwaltes (z. B. Rechtsanwalt) 3
Vertretung einer Sache, Übernahme,
z. B. einer Verteidigung, als Anwalt
An|watts|kam|mer die; ~ ; - <Rechtsw.>
öffentlich-rechtliche Körperschaft, in
der alle Rechtsanwälte eines Bezirks
Mitglieder sind
Anfwaltsjkanzjlei: die; - ; -en 1 Büro¬
räume eines Anwaltes, in denen er
seine Tätigkeit ausöbt 2 eine Firma,
die aus einem Zusammenschluß meh¬
rerer Anwälte besteht, Syn.: Anwalts¬
büro
an|wan|deln: wandelt an; wandelte an;
hat angewandelt [geh.] etw. erfaßt,
überkommt jmdn.
An|wand|lung: die; - ; -en ungewöhnli¬
che^) Handlung, Laune, Interesse,
das/die jmd. plötzlich (für andere un¬
verständlich) entwickelt
an|wär|men: wärmst an; wärmtest an;
hast angewärmt etw. nur ein bißchen,
(lau)warm machen
Anjwarjter. der; -s; ~ weibl. An|wär]te|-
rin: die; - ; -nen Kandidat(in), Bewer-
ber(in), der/die Aussichten auf etw.
(z. B. einen Posten) hat »Er ist ein An¬
wärter ßir die neue Stelle.«
Anwartschaft: die; - ; -en (rechtlich)
begründete Aussicht auf etw.
anjweijsen: weist an; wies(es)t an; hast
angewiesen 1 jmdm. etw. zuweisen,
zuteilen »ein Zimmer, eine bestimmte
Aufgabe anweisen« 2 jmdm. einen
Auftrag, Befehl erteilen »Er hat ihn
angwiesen, die Angelegenheit sofort zu
überprüfen.« 3 jmdn. in etw. einfüh¬
ren, ihn anleiten »Er hat dem Auszu¬
bildenden die einzelnen Arbeitsgänge
angewiesen.« 4 veranlassen, eine be¬
stimmte Summe Geld auszuzahlen
An|wei|sung: die; - ; -en 1 Zuteilung
von etw. an jmdn. »die Anweisung ei¬
nes Zimmers, einer Tätigkeit« 2 Be¬
fehl; Anordnung »Laut Anweisung
des Chefs müssen wir am Samstag
arbeiten.« 3 (schriftliche) Anleitung
»Eine Anweisung zur Bedienung des
Videorekorders liegt bei.« 4 <Bankw.>
a) Überweisung »Wir bitten um die
Anweisung des Betrages.« b) Anord¬
nung zur Auszahlung eines bestimm¬
ten Betrages c) Formular einer Bank
o. ä., das den Auftrag zur Überwei¬
sung od. Auszahlung einer Summe
enthält
an|wend|bar: Adj. n. stg. geeignet zum
Gebrauch, zur Anwendung
Anfwend)bar)keit: die; - ; -en das An¬
wendbarsein, Geeignetsein Für etw.
an|wen|den: wendest an; wandtestjwen-
detest an; hast angewendet/angewandt
Wissen od. ein Hilfsmittel benutzen,
um ein Ziel zu erreichen
An|wen|der: der; -s; - weibl. Anjwenf-
de|rin: die; - ; -nen Person, die etw.
gebraucht, anwendet, mit etw. arbei¬
tet o. ä.
Anjwenjdung: die; - ; -en 1 das Anwen¬
den, Gebrauchen, z. B. einer be¬
stimmten Technik 2 das Anwenden,
Beziehen, die Übertragung von etw.
auf etw. od. jmdn. »Die Anwendung
des Paragraphen auf den Rechtsfall
war möglich.« 3 <Med.> therapeutische
(Heihmgs-)Maßnahmen (Massagen,
Bäder o. ä. bei einer Kur) 3
[amtssprl.] a) Anwendung finden:
etw. wird getan, angewendet, auf etw.
od. jmdn. übertragen b) etw. zur, in
Anwendung bringen: etw. tun, an¬
wenden, auf etw. od. jmdn. übertra¬
gen c) zur Anwendung kommen,
gelangen: etw. wird getan, angewen¬
det, auf etw. od. jmdn. übertragen
An|wen|dungs|vor|schrift: die; - ; -en
Anweisung, Vorschrift, nach der etw.
an gewendet wird
anjwerjben: wirbst an; warb(e)st an;
hast angeworben jmdn. (durch Bezah¬
lung) zu, für etw. (z. B. eine Tätigkeit)
gewinnen, für etw. anstellen
anjwerjfen: wirfst an; warf(e)st an; hast
angeworfen 1 etw. an etw. werfen,
schleudern »Sie müssen beim Verput¬
zen der Mauer Kalk an die Wand
anwerfen.« 2 [ugs.] Start-, fahrbereit
machen »Er warf das Motorboot an.«
3 <Ballsport> ein Spiel beginnen
(durch das Einbringen des Balles)
An|we|sen: das; -s; ~ größeres, meist
mit einem großen Haus bebautes
Grundstück
an|we|send: Adj. n. stg. da, zugegen;
sich an einem bestimmten, diesem Ort
befindend ^
An|we|sen|de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Anwesender;
eine Anwesende; zwei Anwesende)
Person, die sich an einem bestimmten,
diesem Ort befindet, die da ist
An|we|sen|heit: die; ~ ; -en (PI. s.) das
Zugegensein, Anwesendsein von
jmdm. bei etw.
An|we|sen|heitsjtijste Anjwe|sen|-
heits|!is|te: die; - ; -n Aufstellung, Li¬
ste, in der die Anwesenheit, das Zuge¬
gensein von Personen verzeichnet ist
an|wi|derm widerst an; widertest an;
hast angewidert für jmdn. widerlich,
ekelhaft sein »Spinnen widern mich
an.«
an|win|kefn: winkelst an; winkeltest an;
hast angewinkelt etw. leicht biegen, zu
einem Winkel beugen »Sie hatte die
Arme leicht angewinkelt.«
An|woh|ner. der; -s; - weibl. Anjwoh]-
ne|rin: die; - ; -nen Person, die in un¬
mittelbarer Nähe von etw. wohnt
» Wir sind Anwohner des Flughafens.«
Anz.: Abk. 1 Anzahl 2 Anzahlung 3 An¬
zeige
An]zahl: die; - ; -en a) eine bestimmte
(höhere) Zahl od. Menge von Perso¬
nen od. Sachen »Er konnte eine große
Anzahl von gewonnenen Pokalen
vorweisen.« b) absolute Zahl
an|zah{len: zahlst an; zahltest an; hast
angezahlt eine bestimmte Summe, ei¬
nen ersten Teilbetrag für etw., was
jmd. erwerben will, zahlen
an|zäh|ten: zählst an; zähltest an; hast
angezählt <Sport; Schiedsrichter) ei¬
nen Boxer, der kampfunfähig scheint,
auszuzählen beginnen
An|zah|lung: die; - ; -en Zahlung einer
bestimmten Summe, eines ersten Teil¬
betrages der Gesamtkosten, -summe
von etw., was jmd. erwerben will
An|zah|lungs|sum|me: die; - ; -n Sum¬
me, die jmd. als Anzahlung beim Er¬
werb eines Gegenstandes, Objektes
zahlt, gezahlt hat
an|zap)fen: zapfst an; zapftest an: hast
angezapft 1 etw. Flüssiges durch Zap¬
fen entnehmen »Kommt, wir wollen
das Faß Bier anzapfen!« 2 [ugs.] durch
bestimmte technische Manipulatio¬
nen Telefongespräche o. ä. abhören
»Die Polizei hat das Telefon der Ettern
des entführten Kindes angezapft.« 3
[ugs.] versuchen, sich von jmdm. (in
dreister, unverschämter Art) Geld zu
verschaffen, zu leihen
An|zei|chen: das; -s; - Dinge, Sym¬
ptome, Vorboten, Merkmale, die auf
etw. hinweisen
an|zeich|nen: zeichnest an; zeichnetest
an; hast angezeichnet 1 etw. an eine
Fläche, z. B. an eine große Schultafel
zeichnen 2 etw. markieren, kenn¬
zeichnen
An|zei|ge: die; - ; -n 1 Annonce in einer
Zeitung o. ä., über die jmd. etw. be¬
kanntgibt, sucht od. anbietet »Ich ha¬
be eine Wohnungsanzeige aufgege¬
ben.« 2 Feld (an einem Gerät o. ä.),
das einen bestimmten Wert o. ä. sicht¬
bar zeigt, den jmd. ablesen kann »Die
Anzeige stand auf 2J.« 3 Anzeige
erstatten: bei der Polizei gegen jmdn.
Beschuldigungen, die zu einem Er¬
mittlungsverfahren führen, offiziell
anmelden
an]zei]gen: zeigst an; zeigtest an; hast
angezeigt 1 Strafanzeige (z. B. bei der
Polizei) erstatten »Den Diebstahl sei¬
nes Autos zeigte er sofort an.« 2 a) etw.
durch eine Anzeige, Annonce be¬
kanntgeben »Die Geburt ihres Kindes
zeigten sie in der Tageszeitung an.« b)
etw. mitteilen, ankündigen »Während
des Rennens zeigten sie die Zwischen¬
zeit an. * Er zeigte sein Kommen an.« 3
den Verbrauch, die Höhe, das Ge¬
wicht, die Länge o. ä. angeben
An|zei|gen|b!att: das; -(e)s; -blätter
kleinere Zeitung, die überwiegend aus
geschäftlichen Mitteilungen, Insera¬
ten, Annoncen o. ä. besteht
An{zei|gen|ex|pe|di|ti|on: die; -; -en Fir¬
ma, die Inserate, Annoncen, Anzei¬
gen vermittelt, entgegennimmt u. ent¬
sprechend weitergibt
An|zei|gen]teil: der; -(e)s; -e Teil einer
Zeitung, der Anzeigen, Inserate, An¬
noncen enthält
An|zei|ge|pflfcht: die; - ; - Pflicht des
Bürgers, zuständige Behörden von
bestimmten Sachverhalten in Kennt¬
nis zu setzen, Syn.: Meldepflicht
an|zei|ge|pflich|tig: Adj. n. stg. melde¬
pflichtig; der Anzeige-, Meldepflicht
unterliegend
An|zei|ger: der; -s; - 1 Gerät, das etw.
anzeigt »Der Tacho ist ein Anzeiger
für die Geschwindigkeit.« 2 Namenbe¬
standteil für kleinere Zeitungen, Zeit¬
schriften
An[zei[ge)ta|fel: die; - ; -n <Sport> Ein¬
richtung in Stadien u. Sporthallen,
die den Zwischenstand, Ergebnisse o.
ä. anzeigt
anjzetjtetn: zettelst an; zetteltest an;
hast angezettelt [ugs.; abwert.] (meist
heimlich) etw. Negatives, Schlechtes
vorbereiten, in die Wege leiten
anzgpfl.: Abk. anzeigepflichtig
an|zie|hen: ziehst an; zog(e)st an; hast
angezogen 1 jmdn. kleiden »Sie zog
ihrer Tochter eine Hose an.« 2 Auf-
83
anziehen
merksamkeit erregen; Interesse wek-
ken; etw. od. jmdn. locken »Honig
zieht Bienen an. ♦ Blonde Frauen zie¬
hen ihn an.« 3 näher heranholen »Er
zog die Zügel fest an.« 4 fester ziehen,
drehen «Er zog die Schrauben an.« 5
Zugkraft spürbar ausüben »Der Esel
zog an.« 6 im Wert höher werden;
steigen »Der Dollarkurs zog an.« 7
schneller, intensiver werden
an|zie|hen, sich: ziehst dich an; zog(e)st
dich an; hast dich angezogen sich klei¬
den
an|zie|hend: Adj. Interesse weckend;
Aufmerksamkeit erregend; so gut,
schön, daß man sich davon angezo¬
gen fühlt
An|zie|hung: die; - ; -en (PI. s.) 1 o. PI.
das Anziehen, Heranziehen von
jmdm. od. etw. 2 Reiz; Verlockung
An|zie|hungs|kraft: die; - ; -kräfte 1
<Physik> magnetische Kraft; die
Schwerkraft der Erde 2 o. Pt. Fähig¬
keit, Möglichkeit, jmdn. sehr zu faszi¬
nieren
an|zi|schen: zischst an; zischtest an;
hast/hist angezischt 1 hast ein zischen¬
des Geräusch, einen zischenden Laut
(meist von Tieren) von sich geben, ge¬
gen jmdn. od. etw. ausstoßen »Die
Schlange zischt den Menschen zur
Warnung an.« 2 hast [ugs.] jmdn. är¬
gerlich, böse ansprechen, anfahren
»Du sollst mich nicht immer vor allen
Leuten so anzischen!« 3 bist [ugs.]
schnell näherkommen
Anzucht: die; - ; Anzüchte 1 [berg-
mannssprl] Abwassergraben 2 o. PI.
das Heranziehen, Züchten (z. B. von
Pflanzen aus Stecklingen), das Auf¬
ziehen von jungen Tieren
An|zug: der; -(ejs; Anzüge 1 aus Jacke
u. Hose (u. Weste) bestehendes Klei¬
dungsstück (vorwiegend für Männer)
Er trug einen Anzug mit Nadelstrei¬
fen.« 2 Kraft; Beschleunigung »Das
Auto hat einen guten Anzug.« 3 aus
dem Anzug hüpfen, springen: [ugs.]
sehr wütend, rasend werden 4 aus
dem Anzug kippen: [ugs.] äußerst
überrascht sein 5 aus dem Anzug
fallen: sehr dünn (geworden) sein 6 im
Anzug sein: kommen; sich nähern
an|züg|lich: Adj. in einer anstößigen
Art; doppeldeutig auf etw. anspielend
An|züg|lich|keit: die; • ; -en 1 o. PI.
<Charakter> anspielende, leicht bos¬
hafte Art 2 anzügliche, zweideutige,
anstößige Äußerung, sexistischer o. ä.
Witz
An|zugs|kraft: die; - ; -kräfte Beschleu¬
nigungsvermögen (einer Maschine)
an|zün|den: zündest an; zündetest an;
~ hast angezündet a) etw. zum Brennen
bringen »Als es kalt wurde, zündete er
das Holz im Kamin an.« b) etw. an¬
brennen »Er will sich eine Zigarre
anzünden.« c) etw. in Brand setzen,
stecken
an|zwei)feln: zweifelst an; zweifeltest an;
hast angezweifelt etw. nicht glauben,
es als fraglich ansehen, Vorbehalte
äußern »Der Experte zweifelte die
Echtheit des Kunstwerkes an.«
an|zwin|kern: zwinkerst an; zwinkertest
an; hast angezwinkert jmdn. od. etw.
anschauen u. dabei mehrmals das Au¬
ge, die Augen schließen u. wieder öff-
nett _
Äols|har|fe —> Ä|ols|hatjfe: die; - ; -n
harfenähnliches Instrument, dessen
Saiten, die meist gleichgestimmt sind,
durch den Wind zum Klingen, Tönen
_ gebracht werden
Äo|lus—» Ä|o|lus: der; - ; - griechischer
Gott des Windes
Äon—*■ Ä|on: <gr.-lat.> das; -s; -e [geh.]
Zeitspanne, die sehr lang (unendlich)
ist; Ewigkeit
äo|nen|lang —» ä|o|nen|Iang: Adj.
[geh.] ewig, sehr lang
Aorfta—» A[or(ta: <gr.> die; - ; Aorten
<Med.> Hauptschlagader
Aor)ten|klap|pe —» A|pr]ten|klap|pe:
die; ~ ; -n <Med.> eine von drei Klap¬
pen zwischen Herzkammer u. Aorta
Apafche —» A|pa|che: /apatsche/ der;
•n; -n weibl. Apajchin —> A|pa|ch|in:
die; - ; -nen Ängehörige(r) eines In¬
dianerstammes im Südwesten der
USA
Apa|na|ge —* A|pa|na|ge: dat.-fr.>
/apanaseh«/ diez - ; -n größere, regel¬
mäßige finanzielle Zahlung (an nicht¬
regierende Mitglieder eines Königs¬
hauses)
apart —» a(part: <lat.-fr.> Adj. aparter;
aparteste attraktiv; hübsch
Apartheid —> A|part|heid: die; - ; -
<Pol.> [verhüll.] totale Rassentren¬
nung in der Republik Südafrika unter
Vorherrschaft der weißen Minderheit
Apart|heid|po|li|tik —> A|part|heid|po|-
li|tik: die; - ; - auf der Apartheit (Ras¬
sentrennung) beruhende Politik
Apart|ment/Appar|te|ment —» A|part|-
ment: <fr.-engl.-amerik.> das; -s; -s u.
[Schweiz.] -e kleine Wohnung, Eta¬
genwohnung
Apart|ment(haus —> A|part|ment|haus:
<fr.-amerik.-engl.; du das; -es; -häuser
neueres Mietshaus mit vielen kleine¬
ren Wohnungen
Apa|thje—» A|pa|thie: <gr.-lat.> die; - ;
Apathien /apatPn/ Reaktionslosig-
keit; Teilnahmslosigkeit
apathisch —» a|pa|thisch: Adj. teil¬
nahmslos; ohne Reaktion »Sie sitzt
schon seit Tagen apathisch herum.«
Apen|n||nen —»■ A|pe|n|nj|nen: die
(P/.//Apen|njn —» A|pe|n|n|n: der;
-s; - italienisches Gebirge
Apen|ni|nen|halb|in|sel —> A|pe|n|ni|-
nen|halb|in|sel: die; - ; - (Geographie)
zu Italien gehörende Halbinsel im
Mittelmeer
aper —> a|per: Adj. n. stg. [süddt.;
österr.; Schweiz.] schneefrei
Apercu—» A|per|gu: </r.> /aper ßü/ das;
-s; -s [geh.] intelligente, geistreiche,
treffende Bemerkung
Apejnjtif —> A|pe|ri(trf: <lat.-fr.> der; -s;
-s u. -e alkoholisches Getränk zur An¬
regung des Appetits »Vor dem Essen
nehmen wir einen Aperitif.«
Ap|fel: der; -s; Äpfel 1 in verschiedenen
Sorten vorkommende runde, an Bäu¬
men wachsende Kernobstfrucht 2 n.
PI. [verhüll.] Busen der Frau 3 für ei¬
nen Apfel u. ein Ei; für einen Appel u.
ein Ei: [ugs.] etw. sehr preisgünstig
kaufen 4 in den sauren Apfel beiBen:
etw. Lästiges erledigen 5 Äpfel u. Bir¬
nen vergleichen: [ugs.] Verschiede¬
nes, was nicht miteinander vereinbar
ist, zusammenbringen 6 der Apfel fällt
nicht weit vom Stamm: [ugs.] Kinder
geraten nach ihren Eltern 7 Apfel im
Schlafrock: <Speise> in Teig gehüllter,
fritierter od. gebackener Apfel (1)
Ap|fel|baum: der; -(e)s; -bäume Äpfel
hervorbringender Obstbaum, der röt¬
lich-weiß blüht
Ap|fel|blü|te: die; - ; -n a) rötlich-weiße
Blüte des Apfelbaumes b) Zeit, in der
die Apfelbäume blühen
ap|fellgrün: Adj. n. stg. in einem kräfti¬
gen, hellen Grünton
Aptfeljkraut: das; -(ejs; - [landsch.] ein¬
gedickter Sirup aus Äpfeln, den man
durch langes Kochen herstellt
Ap]fel|ku|chen: der; -s; - mit Äpfeln be¬
legter (meist auf einem Blech) gebak-
kener (Hefe-)Kuchen
Ap)fel|mosfc der; -(ejs; -e a) [landsch.]
alkoholfreier, aus Äpfeln hergestell¬
ter Saft b) [besonders süddt.l aus ver¬
gorenem Apfelsaft hergestelltes alko¬
holisches Getränk
Ap]fel|mus: das; -es; - aus gekochten
Äpfeln hergestellter dicker Brei (mit
Apfelstückchen) »Zum Nachtisch gibt
es Apfelmus.«
äp|feln: äpfelt; äpfelte; hat geäpfelt
<Pferd> [ugs.] den Darm entleeren
Ap]fel|saft: der; -(e)s; -säfle aus Äpfeln
hergestellter, ausgepreßter Saft »Kin¬
der trinken gerne Apfelsaft.«
Ap|fel|schim|mel: der; -s; - Schimmel,
weißes Pferd, bei dem das weiße Fell
von dunklen, kleineren Flecken
durchsetzt ist
Ap|feljsi|ne: die; - ; -n Zitrusfrucht mit
rötlich-gelber dicker Schale, die safti¬
ges, süßes Fruchtfleisch hat, Syn.:
Orange
Ap|fel|sj|nen|baum: der; ~(e)s; -bäume
kleiner Baum mit länglichen Blättern
u. weißen Blüten, der Apfelsinen,
Orangen hervorbringt
Ap|fel|stru|del: der; -s; - Gebäck aus
dünnem Blätterteig, in den eine Fül¬
lung aus Äpfeln (u. Rosinen) u. Zimt
u. a. eingerollt ist
Ap|fel|wein: der;-(ejs; -e weinähnliches
Getränk auf einer Basis von Äpfeln
anstelle von Weintrauben
Apha|sie—» A|phajs]e: <gr.> /afasi/ die;
- ; -n fafasifn/1 (Med.) durch eine Er¬
krankung verursachte Schädigung
des Sprachzentrums im Gehirn 2
(Philosophie) Verzicht auf eine Mei¬
nungsäußerung, ein Urteil bezüglich
etw., über das man nichts Genaues,
nichts Sicheres weiß
Apfio|ris|mus —> A|pho|ris|mus: <gr.-
lat.> /aforißmuß/ der; - ; Aphorismen
[geh.] treffend formulierter Sinn¬
spruch, Gedanke o. ä., der eine Le¬
bensweisheit enthält
Aphro|di|sia|kum —» A|ph|ro|di|s!|a|-
kum: <gr.> /afrodisiakum/ das; -s;
Aphrodisiaka (Med.) Mittel, das den
Geschlechtstrieb u. die Potenz anre¬
gen, steigern soll
Aph|ro|dite —* A|ph|ro]djte: <gr.>
/afrodite/ die; - ; -n (PI. s.) 1 o. PI.
(Mythologie) griechische Göttin der
Liebe u. Schönheit 2 schöne Frau
apl.: Abk. außerplanmäßig
APO/Apo: Abk. die; - ; - Außerparla¬
mentarische Opposition
84
appellieren
apo|dik|tisch —> a|po|dik|tisch: (gr.-
Iat.> Adj. n. stg. 1 «Philosophie» unbe¬
dingt sicher; unumstößlich, unwider¬
leglich »ein apodiktischer Beweis« 2
[geh.] Widerspruch nicht zulassend
Apo|gä|um—» A|po|gä]um: <gr.i das; -s;
Apogäen «Astronomie; Raumfahrt»
Punkt, an dem ein Himmelskörper
auf seiner Bahn um die Erde die
größte Entfernung zur Erde hat; Erd¬
ferne
Apo|ka|lyp|se —> A|po|ka|lyp|se: <gr.-
lato /apokalüpße/ die; - ; -n 1 «Reli¬
gion» Schrift, die sich mit dem kom¬
menden Weitende befaßt, Offenba¬
rung des Johannes im Neuen Testa¬
ment 2 o. PI. [geh.] drohendes Unheil;
Untergang
Apo|ka|lyp|tik —» Ajpo|ka|lyp|tik: /apo-
kalüptik/ die; ~ ; -1 Gesamtheit der
Apokalypsen, der Schriften, die sich
mit dem kommenden Weitende befas¬
sen 2 Deutung von Ereignissen im
Hinblick auf das nahende Ende der
Welt
apo|ka|lyp|tisch —* a|po|ka|lyp|tisch:
/apokalyptisch/ Adj. n. stg. 1 «Reli¬
gion» aus den Schriften der Apoka¬
lypse, sie betreffend, in ihr vorkom¬
mend 2 [geh.] a) unheilbringend, auf
das Ende der Welt hinweisend b) vol¬
ler Geheimnis, düster, dunkel 3 die
vier Apokalyptischen Reiten Sinn¬
bild von Pest, Krieg, Hunger u. Tod
apo|kryph —»■ a|po|kryph: <gr.-lato
/apokräf/ Adj. n. stg. 1 [geh.] nicht an¬
erkannt, nicht echt, nicht zum Origi¬
nal gehörend 2 «Religion» aus den
Apokryphen
Apo|kry|phen —> A)po|kry|phen: <gr.-
lat.> /apokrüfen/ die (PL) «Religion»
alte, bibelähnliche Texte, die aber
nicht in das Alte Testament u. die Bi¬
bel aufgenommen worden sind
apo|li|tisch —*■ a|po|li|tisch: <gr.> Adj.
[geh.] unpolitisch; ohne politisches
Interesse
Apoll/Apol|lo —* A|ppll/A|ppl|lo: der;
-s; -s (Pi. s.) 1 o. PL «Mythologie»
griechisch-römischer Gott 2 [geh.] Be¬
zeichnung für einen schönen (jungen)
Mann »Er ist ein Apoll.« 3 Schmetter¬
ling
apol|lj|nisch —»• a|pol|li|nisch: <lat.> Adj.
n. stg. [geh.] 1 den Gott Apollo betref¬
fend, ihm zuzuordnen 2 «Philosophie»
voller Harmonie, ausgeglichen, die
Relationen wahrend
Apo|lo|get—» A|po|lo|get: <gr.-lat.> der;
-en; -en weibl. Apo|lo|ge)tin —> A|po|-
lo|ge]tin: die; ~ ; -nen a) [geh.] Person,
die voll u. ganz von einer Lehre über¬
zeugt ist u. sie nachdrücklich, inbrün¬
stig vertritt b) «Religion; hist.» einer
der griechischen Schriftsteller des 2.
Jhds., der sich für das Christentum
aussprach
apo|lo|gejtisch —* a|po|iojge|tisch:
(gr.-lato Adj. n. stg. [geh.] sich, seine
Auffassung, (philosophische) Lehre
rigoros verteidigend
Apo|rie —» A|po|rie: igr.-lato die; - ;
Aporien japori‘nl «Philosophie» a) un¬
auflösbarer logischer Widerspruch b)
[geh.] Unmöglichkeit, sich zu ent¬
scheiden
Apo|ple|xie —> A|po|ple|xie: <gr.-lat.>
/apoplekßi/ die; - ; Apoplexien
/apoplekßjen/ «Med.» Schlaganfall;
Gehimschlag
Apojstat —> A|po|s|tat: <gr.-lat.> der;
-en; -en weibl. Apo|sta|tin —» A|po|s|-
ta|tin: die; ~ ; -nen [geh.] Person, die
sich vom Christentum, einer Religion
abgewendet, losgesagt hat
App|stel —» A|pos|tel: der; -s; - 1
«Christentum» Jünger von Jesus Chri¬
stus »Jesus hatte 12 Apostel.« 2 Per¬
son, die eine Sache intensiv, ohne
Kompromißbereitschaft vertritt »Er
ist ein Apostel der Ökowelle.«
App]stel|brief —> A|pps|tel|brief: <gr.-
lat.; dto der; -(e)s; -e «Theologie» in
Briefform verfaßte Schrift der Apo¬
steln im Neuen Testament
Apo|$tel|ge|schich|te —» A|pos|tel|ge|-
schichjte: <gr.-lat.; dt.> die; - ; -
«Theologie» Buch des Neuen Testa¬
ments, in dem geschildert wird, wie
die Urgemeinde am Pfingstfest ent¬
standen ist u. wie durch das Wirken
(besonders) des Apostels Paulus die
frohe Botschaft verbreitet wird
Apo|ste|rip]ri —> /Üpos|te|ri|p|ri: dato
das; ~; - «Philosophie» Erfahrungssatz
aus einer (gemachten) Erfahrung ab¬
geleitet, Ant.: Apriori
apo|ste|riojrisch —» a|pos|te|ri|p|risch:
dato Adj. n. stg. «Philosophie» erfah¬
rungsgemäß, Ant.: apriorisch
apo|sto|lisch —» a|pos]tp|lisch: dato
Adj. n. stg. «Theologie» a) die Apostel
u. ihre Lehre betreffend, den Apo¬
steln zuzuschreiben b) «kath. Kirche»
päpstlich
Apostroph —» A|po|s|t|roph: <gr.-lat.>
/apoßtrof/ das; -s; -e «Sprachwiss.»
Auslassungszeichen (Häkchen ’) für
den Wegfall von Buchstaben
apo|stro|ph]e|ren —> a|po|s|t|ro|phie|-
ren: igr.-lato /apoßtroflren/ apostro¬
phierst; apostrophiertest; hast apo¬
strophiert «Sprachwiss.» 1 mit einem
Apostroph kennzeichnen 2 [geh.] a)
sich auf jmdn. od. etw. beziehen b)
jmds. Eigenschaft herausstellen »Er
apostrophierte ihn als dumm.« c) [sel¬
ten] jmdn. direkt ansprechen, sich
(ehrerbietig) an jmdn. wenden
Apo|the|ke —> A|po|the|ke: <gr.-lato
die; - ; -n Geschäft, in dem man Me¬
dikamente u. Drogerieartikel kaufen
kann »Ich hole einen Hustensaft aus
der Apotheke.«
Apo|the|ken|hel|fe|rin —> A|po|the|-
ken|hel|fe|rin: (gr.-lat.; dt.> die; - ;
-nen «Beruf» weibl. Fachkraft ohne
pharmazeutische Ausbildung, die in
einer Apotheke arbeitet
apo|the|ken|pflich|tig —> a|po|the|-
ken|pflichjtig: igr.-lat.; dt.> Adj. n. stg.
Mittel, Medikament o. ä., das nur in
Apotheken zu erwerben ist
Apo|the|ker —» A|po|the|ker der; -s; -
weibl. Apo|the|ke|rin —> A|po|the|-
ke|rin: <gr.-lato Person, die durch ihre
Ausbildung (Studium u. staatliche
Genehmigung zur Berufsausübung)
die Berechtigung erhalten hat, eine
Apotheke zu betreiben, zu leiten
Apo|ttie|keijge|wicht —> Alpolthelkerl¬
gelwicht: <gr.-lat.; dto das; -(e)s; -e
(ältere) Gewichtseinheit für Arznei¬
mittel
Apo|the|keijwaa|ge —» A|po|the|ker|-
waajge: igr.-lat.; dt.> die; - ; -n spe¬
zielle, sehr genaue, gleicharmige
Waage für die Abmessung, Herstel¬
lung von Medikamenten
Apo|thep|se —» A|po|the|ojse: igr.-lato
die; -; -n 1 [geh.] a) Vergöttlichung ei¬
nes Menschen b) Verklärung; Ver¬
herrlichung c) «Kunst» Darstellung ei¬
ner Vergöttlichung 2 «Theater»
Schlußbild eines Bühnenstücks, das
sehr eindrucksvoll ist
App.: Abk. 1 Apparat 2 Appartement(s)
= a) kleine Ferienwohnung(en) b)
kleine Wohnung(en) in einem Miets¬
haus 3 «Med.» Appendix = Wurm¬
fortsatz des Blinddarms
Ap|pa|rat: dato der; -(e)s; -e 1 techni¬
sches Gerät »Der Apparat funktio¬
niert nicht mehr.« 2 System, Stab von
Mitarbeitern, z. B. in einer Verwal¬
tung »Beamtenapparat« 3 «fachsprl.»
Auswahl von Büchern für eine wis¬
senschaftliche Arbeit 4 «Literatur-
wiss.» Lesartenverzeichnis 5 am Ap¬
parat verlangt werden: l. [ugs.] jmd.
möchte einen am Telefon sprechen
»Du wirst am Apparat verlangt.« 2.
[ugs.; scherzh.] sich rasieren müssen
Apjpa|ra]te|bau: dat.; dto der; -(e)s; -
«Technik» Konstruktion, Herstellung
von Apparaten, technischen Geräten
Ap|pa|rajte|me|di|zin: dato die; - ; -
Ausprägung der Medizin, bei der die
Diagnose u. Behandlung durch den
Einsatz technischer Mittel, Apparate
gekennzeichnet ist
ap|pa|ra|tiv: /apparatif/ Adj. n. stg.
[fachsprl.] a) den Apparatebau, die
Apparate betreffend »eine moderne,
apparative Entwicklung« b) Apparate
benutzend, für etw. verwendend »eine
apparativ entwickelte Therapie«
Ap|pa|rat|schik: dat.-russo der; -s; -s
[abwert.] Person, die als Bürokrat,
Funktionär in den sozialistischen
Staaten (im Staats- u. Parteiapparat)
tätig, aktiv war
Ap|pafra|tur: dato die; - / -en einem ge¬
meinsamen Zweck dienende techni¬
sche Geräte
Aplpeal: (fr.-englo /“ppil/ der; -s; - a)
[geh.] auf jmdn. ausgeübte(r) Reiz,
Anziehungskraft; Ausstrahlung, die
von jmdm. ausgeht »Diese Sängerin
hat einen ganz besonderen Appeal.« b)
[werbesprl.] Anreiz
Aoloeaselment dat.-fr.-englo /äppjs-
mentj das; -s; - «Pol.» [meist abwert.]
Politik des Nachgebens, der Be¬
schwichtigung gegen machtpolitische
Übergriffe anderer (Staaten, Regie¬
rungen)
Ap|pell: dat.-fro der; ~(e)s; -e 1 Aufruf
»Der Präsident richtete einen Appell
an die Bevölkerung.« 2 das Zusam¬
menrufen (z. B. von
Militärangehörigen) »Wir mußten
zum Appell antrelen.«
Ap|pel|la|ti|pn: dato /appellazion/ die;
- ; -en «Rechtsw.» [veralt.] Anrufung
der nächsthöheren gerichtlichen In¬
stanz zwecks Überprüfung der Ent¬
scheidung, Syn.: Berufung
Ap|pel|la|tions|ge|richt: dat.; dto
/appellazionß-/ das; -(e)s; -e
«Rechtsw.» [veralt.] Berufungsgericht
ap|pel|lje|ren: dat.-fro appellierst; appe-
liertest; hast appelliert jmdn. zu etw.
aufrufen, jmdn. um etw. bitten »Er
85
Appellplatz
appellierte an unser Gerechtigkeitsge¬
fühl.«
Ap|pell]platz: dat.-fr» der; -es; -platze
<Milit.> Platz, auf dem Appelle, Ver¬
sammlungen, Befehlsausgaben u. ä.
stattfinden »Die Soldaten müssen um
9 Uhr auf dem Appellplatz antreten.«
Ap|pen|dix: dat» /appendikß/ der; ~ u.
-es; -e u. Appendizes 1 <Anat.> a)
Wurmfortsatz (des Blinddarms) b)
Wucherung o. ä. an Organen 2 [geh.]
Anhängsel 3 <Buchw.> Anhang; Zu¬
satz
Ap|pen|di|zi|tis: dat» die; ~ ;
Appendizitiden <Med.> Entzündung
des Wurmfortsatzes am Blinddarm
Ap|pe|tit: dat» der; -(e)s; -e (PI. s.) 1
Lust, Hunger auf etw. Eßbares »Ich
habe Appetit auf Schokolade.« 2 Gu¬
ten Appetit!: Höflichkeitsformel kurz
vor dem Essen 3 der Appetit kommt
beim Essen: a) Bemerkung, wenn
jmd. keinen Hunger hat, nichts essen
möchte b) tröstende Bemerkung,
wenn sich jmd. mit einer Arbeit nicht
anfreunden kann
ap|pe|tit{an|re|gend: Adj. a) EQlust her¬
vorrufend »Der Geruch des frischge¬
backenen Kuchens ist appetitan¬
regend.« b) Eßlust fördernd
Ap[pe|tit|hap|pen: der; -s; - pikant
schmeckender kleiner Bissen
Ap|pe|tjt|hem|mar. der; -s; - Mittel,
Medikament, das den Appetit ver¬
mindert; Appetitzügler
ap|pe)tit|lich: Adj. a) etw., was zum Es¬
sen reizt, den Appetit fördert »ein ap¬
petitlicher Duft« b) hygienisch, sau¬
ber, einwandfrei aussehend »appetitli¬
che sanitäre Anlagen« c) <übertr.>
frisch, ordentlich, adrett aussehend
ap|pe[tit|los: Adj. n. stg. keinen Appetit
zeigend, habend »Nach der Krankheit
ist das Kind noch appetitlos.«
Ap|pe|tit|lo|sig|keifc die; - ; -en (PI. s.)
Zustand von jmdm., der keinen Ap¬
petit hat
Ap|pe|ti|zer. dat.-engl» /äppetaiser/ der;
-s; - <Pharmazie> Mitte), Medika¬
ment, das den Appetit anregt
ap|plau|dja|ren —* ap|pllau|die|ren:
<lat.> applaudierst; applaudiertest; hast
applaudiert Beifall spenden, klatschen
Apjpiaus —> Ap|p|laus: dat» der; -es; -
Beifall; Gefallen bekundendes Hän¬
deklatschen
ap|pli|ka]bei —* apip|li|kalbet <lat.> Adj.
n. stg. applikabler; applikable; appli-
kables [geh.] anwendbar »ein appli¬
kabler Plan«
Apfpti[kafti[pn _> Ap|pfli|ka|ti[on: dat»
/applikazion/ die; - ; -en 1 Jgeh.] a)
Anwendung b) Befestigung, Anbrin¬
gung von etw.; etw., was fest in- stal-
liert ist c) Verzierung »Sie hat eine Ap¬
plikation an ihrem Kleid.« 2 [veralt.] a)
Gesuch; Bittschrift b) Bewerbung 3
<Med.> (medikamentöse) Verabrei¬
chung, Anwendung von Heilverfah¬
ren
ap|pli|z]e|ren —*. ap|p|li|ziefren: appli¬
zierst; appliziertest; hast appliziert 1
[geh.] anwenden »Die Idee läßt sich
nicht applizieren.« 2 <Med.> (ein Medi¬
kament) verabreichen; ein Heilver¬
fahren anwenden 3 [geh.] etw. an ei¬
nem Material anbringen »Sie konnte
gut Perlen auf Kleider applizieren.«
Aplpprt: <fr.t der; -s; -e 1 <Jagd> Herbei¬
bringen von erlegtem Kleinwild od.
Gegenständen durch einen (abgerich¬
teten) Hund 2 <Parapsychologie> Er¬
scheinenlassen, Herbeischaffen od.
Versetzen von Gegenständen durch
geheimnisvolle Mächte
ap|por|tje|ren: </r.> apportiert; appor¬
tierte; hat apportiert <Hund> Gegen¬
stände (bei der Jagd auch erlegtes
Wild) zum Menschen bringen
Ap|por|tjeijhund: <fr.; du der; -(e)s; -e
Hund, der apportieren kann, darin
trainiert wurde
Ap|po|sijti|pn: dal» /apposizion/ die; - ;
-en <Sprachwiss.> Beistellung; im sel¬
ben Fall, Kasus stehendes, substanti¬
visches, nachgestelltes Attribut
Apjpre|teur: dat.-fr.> /appretör/ der; -s;
-e weibl. Aplprelteulrin: die; - ; -nen
Person, die Stoffe, Gewebe so bear¬
beitet, daß diese einen höheren Nut¬
zen od. besseres Aussehen bekommen
Aplproach: <lat.-fr.-mgh /äpproutsch/
der; -(e)s; -s 1 Art u. Weise, in der
jmd. sich einem wissenschaftlichen
Problem nähert 2 (Annäherung an
die Kunden durch eine) eindrucks¬
volle Werbezeile
Ap|pro|ba|ti(on: dat» /approbazion/ die;
- ; -en staatliche, behördliche Zulas¬
sung, die erforderlich ist, um den Be¬
ruf des Arztes od. Apothekers aus¬
zuüben
ap|pro|bie[ren: dato approbierst; appro¬
biertest; hast approbiert [veralt.] be¬
hördlich zulassen, genehmigen
ap|pro|biert: dau Adj. n. stg. behördlich
zugelassen als Apotheker od. Arzt
Ap|projxi|ma|ti|pn: dat»
/approkßimazion/ die; ~ ; -en 1 [geh.]
Annäherung 2 <Math.> Näherungs¬
wert
ap]pro|xi|ma|tiv: dato /approkßimatif/
Adj. n. stg. [geh.] annähernd; unge¬
fähr
Apr.: Abk. April
Apräs-Ski —^ A|prös-Ski: <fr.; norw» /
apräschi/ das; - ; - a) sportlich-ele¬
gante Kleidung, die im allgemeinen
nach dem Skilaufen von Winterurlau-
bem getragen wird b) <Winterurlaub>
Vergnügen, Unterhaltung nach dem
Skilaufen
Apr£s-Ski-Klei|dung —A|prös-Ski_-
Kleijdung: <fr.; norw.; du /apräschi-/
die; - ; -en modische sportlich-ele¬
gante Kleidung, die nach dem Skiläu¬
fen von (Winter-)Urlaubem getragen
wird
aprilcot —» a|pri|cot: <fr» /apriko/ Adj.
n. stg. aprikosenfarbig
Apri|kp|se —» Alp|ri|ko)se: dal.-arab.-
span.-fr.-niederu die; - ; -n ca. pflau¬
mengroßes, gelbfleischiges, süßes
Steinobst
Apri|ko|sen|baum —> A|plri|ko|sen|-
baum: dat.-arab.-span.-fr.-nieder!.;
du der;-(e)s; -bäume Obstbaum, der
Aprikosen als Früchte hervorbringt
Apri|ko|senlblü|te —» Ap|ri|ko|sen|blü|-
te: dat.-arab.-span.-fr.-nieaerl.; dt»
die; - ; -n 1 weiß- bis hellrosafarbene
Blüte eines Aprikosenbaumes 2 o. PI.
das Blühen der Aprikosenbäume
April —» A|p|ril: der; - u. -s; -e (PI. s.) 1
vierter von '12 Monaten des Jahres;
Monat zwischen März u. Mai mit 30
Tagen 2 a) jmdn. in den April
schicken: sich mit jmdm. am 1. April
einen Scherz erlauben b) April, April!:
Ausruf der Schadenfreude, wenn man
es geschafft hat, jmdn. in den April
(2a) zu schicken 3 Der April tut, was
er will!: [scherzh.] Anmerkung zum
Aprilwetter, mal kalt, mal warm, mal
Regen, mal Sonnenschein
April|schau|er —* A[p|rjljschau|er: dal.;
dt» der; -s; - im Äpnl häufig auftre¬
tender plötzlicher, kräftiger Regen¬
schauer
Aprilscherz —> A|p|r_il|scherz: der; -es;
-e 1 Spaß, mit dem man versucht,
jmdn. am 1. April hereinzulegen, zu
necken 2 <übertr.> etw., was man nicht
ernst nimmt, nehmen Will »Das kann
doch nicht wahr sein, das ist doch wohl
ein Aprilscherz!«
April|wet|ter —> A|p|ril|wet|ter: das; -s;
- wechselhaftes Wetter (im April)
Apriojri —» A]pJri)o|ri: dat» das; ~ ; -
<Philosophie> Vernunftsatz vor jeder
(wahrnehmbaren) Erfahrung, Ant.:
Aposteriori
apriorisch —> a|p|ri|o|risch: dat» Adj.
n. stg. <Philosophie> aus Vemunft-
gründen; vor jeder (wahrnehmbaren)
Erfahrung Gültigkeit habend, Ant.:
aposteriorisch
apro|pos —» a|pro|pos: <fr» /apropo/
Adv. zu diesem Thema; übrigens
Ap|sis: <gr.-lat» die; - ; Apsiden 1 <Ar-
chit.> (halbkreisförmiger) mit einer
Halbkuppel überdachter Raum als
Abschluß einer Kirche o. ä. 2 Nische
zum Abstellen von etw. im Zelt
Apt(.): Abk. Apartments) = a) kleine
Ferienwohnung(en) b) kleine Woh¬
nungen) in einem Mietshaus
Aquä[dukt —> A[quä|dukt dat»
/akwädukt/ der u. das; -(e)s; -e Was¬
serleitung in der römischen Antike,
die das Wasser von einem höhergele¬
genen Punkt an ein (oft weit entfern¬
tes) Ziel leitete
Aqua|pla]ning —* A|qua|pla|ning:
<engl» /akwaplaning/ das; - u. -s; -
unkontrollierbare Bewegung eines
Autos, Kraftfahrzeuges auf nasser
Straße
Aquajrell —> A|qua|rell: dat.-it» /akwa¬
rell/ das; -s; -e mit Aquarellfarben ge¬
maltes Bild
Aqua|r^ll|far|be —> A|qualiell|far|be:
dat.-it.; dt» /akwarell-/ aif; - ; -n
nicht deckende, durchscheinende
Wasserfarbe
Aqua|rell|ma|le|rei —s- A|qua|rell|ma|le|-
rei: dat.-it.; dt» /akwarell-/ die; - ; -en
1 o. PI. Fertigkeit des Malens mit
Aquarellfarben 2 mit Aquarellfarben
gemaltes Bild
Aquajri]um —> A|qua|ri|um: dat»
/akwarium/ das; -s; Aquarien
Iakwqrisn/1 Gefäß aus Glas, in dem
Fische od. andere Wassertiere gehal¬
ten werden »Unser Sohn wünscht sich
zu Weihnachten ein Aquarium.« 2 Ge¬
bäude, in dem Aquarien zur Besichti¬
gung von Wassertieren u. -pflanzen
untergebracht sind
Äquaftor —* Ä|quajtori dat» /äkwator/
der; -s; Äquatoren 1 o. PI. der größte
Breitenkreis der Erde, durch den die
Erdkugel in die nördliche u. südliche
Halbkugel geteilt wird 2 <Math.>
86
Arbeiter
Großkreis auf einer Kugel, dessen
Ebene auf einem vorgegebenen Ku¬
geldurchmesser senkrecht steht u.
diese in zwei Hälften teilt
äqua|to|ri|al —> ä|qua|to|riJal: /äkwa-
torial/ Adj. n. stg. 1 zum Äquator ge¬
hörend 2 in der Nähe des Äquators
befindlich od. unter dem Äquator
Äquaftorftauffe —* Älquajtorftauffe:
/äkwator-/ die; - ; -n ein Brauch der
Seeleute, bei dem jeder unter Wasser
getaucht wird, der zum ersten Mal
den Äquator (1) passiert
Aqua|vK —» A|qua|vjt: dato /akwawit/
der; -s; -e farbloser od. gelblicher
hochprozentiger Branntwein mit
Kümmel
äqui|di|stant —> ä|qui|dis|tant: dato
/äkwidistant/ Adj. n. stg. <Math.>
gleich weit voneinander entfernt
äqui|nok|tijal —> ä|qui|nok|ti|al: dato
/äkwinokzial/ Adj. n. stg. (Astrono¬
mie; Geographie) die Tag- u. Nacht¬
gleiche betreffend
Äqui|nok]ti|al|stüijme —> Ä[qui|nok|ti|-
al|stür|me: /äkwinokzial-/ die (PL)
(Geographie) Stürme, häufig von
starken, oft gewittrigen Regengüssen
begleitet, die regelmäßig zur Zeit der
Äquinoktien in den subtropischen
_ Meeren auftreten
Äqui|nok|ti|um —> Ä|qui|nok|ti|um:
dat.> /äkwinokzium/ das; -s; Äquinok¬
tien läkwinokzPnj <Geographie> die
Tag- u. Nachtgleiche im Frühjahr u.
Herbst, wenn die Sonne im Himmels¬
äquator steht u. um 6 Uhr aufgeht u.
um 18 Uhr untergeht
äqui|vajlent —> ä|qui|va|lent: dato
/äkwiwalent/ Adj. n. stg. gleichwertig
Äqui|va|lenz —* Ä|qui|va|lenz: <lat.>
/äkwiwalenz/ die; ~ ; -eit 1 [geh.]
Gleichwertigkeit 2 <Logik> die Wert¬
gleichheit des Gehaltes an Wahrheit
bei der Bedeutung zweier Aussagen 3
<Math.> bei Mengen gleicher Mäch¬
tigkeit die Gleichwertigkeit von zwei
Mengen
äqui[vpk—> ä|qui|vqk: <lat.> /äkwiwok/
Adj. n. stg. 1 (Sprachwiss.) trotz glei¬
cher Lautung von verschiedener Be¬
deutung 2 [geh.] mehrdeutig; doppel¬
deutig
An das u. der; -s; -e (aber: zwei Ar) ein
Flächenmaß; 1 Ar = 100 m2
/An Abk. Argon = chemischer Grund¬
stoff
Ara —» A|ra: dndiano der; -s; -s (mittel¬
amerikanischer) großer (in Unterar¬
ten auftretender) Papagei mit buntem
Gefieder, langen Schwanzfedern u.
sehr kräftigem, gekrümmtem Schna¬
bel, der insgesamt ca. eine Länge von
1 m erreicht
Ära —*■ Ä|ra: die; - ; Ären (PI. s.) Epo¬
che, Zeitabschnitt, die/der durch
etw., jmdn. geprägt wird
Ara|ber —»■ A|ra|ben <arab.-gr.-lato der;
-s; ~ weibl. Ara|be|rin —> A|ra|be|rin:
die; - ; -nen 1 Person, die aus Arabien
stammt, kommt 2 wertvolle, edle
Vollblutpferderasse
Ara|ber —* A|ra|ber: <arab.-gr.-lat.> der;
-s; ~ <Pferd> arabisches Vollblut
Ara|bes|ke —* A|ra|bes|ke: <it.-fr.> die;
• ; -n 1 <Kunst; Archit.) Rankenorna¬
ment (in der islamischen Kunst) 2
<Musik> a) Auskleidung, Verzierung
einer Melodie b) heiteres Musikstück
Ara|besque —» A|ra|besque: <it.-fr.>
/arabeßk/ die; - ; -s Tanzhaltung,
Körperhaltung des klassischen Bal¬
letts auf einem Bein, während das an¬
dere Bein gerade nach hinten angeho¬
ben ist u. ein Arm nach vorne ausge¬
streckt wird
Ara|bi|en —» A|ra|bi|en: <arab.-gr.-lat.>
das; -s; - (meist o. Art.) das Gebiet
der arabischen Halbinsel (Südwest¬
Asien)
ara|bisch —* a|ra|bisch: Adj. n. stg. die
v Kultur od. Sprache Arabiens betref¬
fend, ihrzuzuordnen
Ara|bi|stik —>• A|ra|bis|tik: <arab.-gr-
lat.> die; - ; - Wissenschaft von den
arabischen Sprachen u. Literaturen
Arajli|e —» A|ra|li|e: die; - ; -n weit ver¬
breitete Pflanze mit gefiederten Blät¬
tern, beliebt als Zimmerpflanze
Aral|see —» A|ral|see: der; -s; - mittel¬
asiatischer See
Arjbeit: die; - ; -en 1 a) o. PI. Anstellung,
die jmd. hat; (gelernte) Tätigkeit, Be¬
ruf, die/den jmd. zum Zwecke des
Gelderwerbs ausübt «Zur Zeit ist
kaum Arbeit auf dem angespannten
Arbeitsmarkt zu finden.« b) Auf¬
tragsausführung »Die Arbeit eilt
sehr.« c) o. PI. die Beschäftigung mit
etw.; die Verrichtung einer Tätigkeit
»Zur Zeit hat er wenig Arbeit.« d) Pla¬
gerei; Mühe »Mit dem kalten Buffet
lutst du dir viel Arbeit gemacht.« 2 a)
Produkt, Ergebnis einer Tätigkeit
»Wir verkaufen nur handgefertigte
Arbeiten.« b) Ausführung einer Tätig¬
keit, eines geschaffenen Produktes;
Qualität eines Arbeitsergebnisses
»Da haben Sie gute Arbeit geleistet.« 3
o. PI. a) <Sport> das Trainieren »Die
Arbeit an seiner Lauf stärke war
erfolgreich.« b) <Pferdesport> das
Trainieren eines Pferdes c) <Jagd>
Ausbildung eines Hundes in Bezug
auf das Aufspüren von Wild 4 <Schu¬
le> schriftliche Überprüfung des Lei¬
stungsstandes eines Schülers, der
Schüler einer Klasse »ln der Deutsch¬
arbeit habe ich eine Zwei bekommen.«
S (bei jmdm). in Arbeit stehen, sein:
eine Stellung, einen Job haben 6 a)
etw. in Arbeit geben: etw. produzie¬
ren, fertigen lassen »Ich habe den Ses¬
sel zur Bespannung in Arbeit
gegeben.« b) etw. in Arbeit nehmen:
etw. fertigen c) in Arbeit sein: in die¬
sem Moment bearbeitet, gefertigt
werden d) etw. in Arbeit haben: mit
der Fertigung von etw. beschäftigt
sein 7 a) gründliche, ganze Arbeit
tun, leisten, machen: etw. vollständig
u. genau zur völligen Zufriedenheit
bearbeiten b) (nur) halbe Arbeit lei¬
sten, machen: etw. nicht zufriedens¬
tellend, sondern fehlerhaft, unzurei¬
chend bearbeiten, ausführen 8 von
seiner Hände Arbeit leben: für seinen
Lebensunterhalt selbst aufkommen,
indem man einer Tätigkeit, Arbeit
nachgeht 9 Arbeit schändet nicht: es
ist ehrenvoll, keine Schande, seinen
Lebensunterhalt durch das Verrich¬
ten von Tätigkeiten, Arbeit zu verdie¬
nen 10 a) Wie die Arbeit, so der Lohn:
wie jmd. arbeitet, was jmd. leistet, so
fällt die Anerkennung, der Lohn, die
Belohnung aus b) Wie die Bezahlung,
so die Arbeit: wie gut od. schlecht
jmd. für seine Leistungen bezahlt, an¬
erkannt wird, so ist seine Leistung,
sein Einsatz 11 Wo Arbeit das Haus
bewacht, kann Armut nicht hinein:
Wer fleißig ist, arbeitet, hat immer ge¬
nug zum Leben, ist nicht arm 12 Ar¬
beit ist des Lebens Würze: erst durch
Arbeit bekommt das Leben einen
Sinn 13 Arbeit adelt: wer seine (auch
niedere, einfache) Arbeit gut u. gern
tut, wird allgemein hoch geschätzt,
anerkannt 14 Arbeit, MüBigkeit u.
Ruh schließt dem Arzt die Türe zu:
wer regelmäßig arbeitet, seine Freizeit
genießt, gut schläft, braucht selten ei¬
nen Arzt, bleibt gesund 15 Erst die
Arbeit, dann das Vergnügen: zuerst
seine Pflichten, Arbeiten erledigen,
dann kann u. soll man sich auch amü¬
sieren, die Freizeit genießen, seinen
Hobbies nachgehen 16 Nach getaner
Arbeit ist gut ruhen: Wer seine Pflich¬
ten, Arbeiten gut u. gewissenhaft erle¬
digt hat, kann meistens gut schlafen,
seine Ruhe, Freizeit genießen
aijbeiften: arbeitest; arbeitetest; hast
gearbeitet 1 a) eine mit Anstrengung
verbundene Tätigkeit ausüben »Ich
arbeite seit Stunden im Garten.« b)
eine Tätigkeit ausüben, um Geld zu
verdienen 2 a) durch bestimmte-
Aktivitäten, Handlungen ein Ziel ver¬
wirklichen, etw. erreichen wollen
»Die Umweltschutzorganisation arbei¬
tet seit langem daran, Bestimmungen
zum Schutze der Umwelt zu erwirken
b) gegen jmdn. od. etw. handeln »Die
Gewerkschaft arbeitet gegen die Tarif¬
kürzungen.« 3 handwerklich schaffen
»Der Anzug wurde nach Maß gear¬
beitet.« 4 a) <Sport> trainieren »Der
Sportler arbeitet an seiner Kondition.«
b) <Pferdesport> ein Pferd trainieren c)
<Jagd> einen Hund auf das Aufspüren
von Wild abrichten 5 jmdn. seelisch,
innerlich belasten »Die heute erlittene
Beleidigung arbeitet in ihm.« 6 funk¬
tionieren; in Betrieb sein 7 arbeiten
wie ein Pferd, Esel, Kuli: viel u. hart
arbeiten 8 a) wer nicht viel arbeitet,
soll auch nicht essen: eine Person,
die keiner Beschäftigung, Arbeit
nachgeht, hat kein Recht darauf, von
anderen Menschen unterhalten, er¬
nährt zu werden b) Wie einer ißt, so
arbeitet er auch: a) (Anmerkung,
wenn jmd. schnell bzw. langsam ißt»
wer schnell ißt, arbeitet schnell; wer
langsam ißt, arbeitet auch langsam b)
(Anmerkung, wenn jmd. viel bzw. we¬
nig ißt> wer viel ißt, arbeitet viel u.
schwer; wer wenig ißt, arbeitet wenig
Arjbei|ter: der; -s; - weibl. Ar|bel|te|rin:
die; - ; -nen 1 a) Person, die zum
Zwecke des Gelderwerbs einer Tätig¬
keit, Arbeit nachgeht b) Person, die
zum Zwecke des Gelderwerbs einer
meist körperlichen Tätigkeit, Arbeit
nachgeht u. dafür einen Lohn erhält,
der sich nach Stunden errechnet 2 Ei¬
nem faulen Arbeiter ist jeder Ham¬
mer zu schwer: jmd., der von Natur
aus faul ist, drückt sich auch vor der
kleinsten Arbeit, findet immer eine
Ausrede, warum er gerade nichts tut
87
Arbeiteraufstand
Ar|beitter|auf{stand: der; -(e)s; -auf¬
stände <hist.> Aufstand, Erhebung
von Arbeitern gegen Unterdrückung,
jmdn. od. etw.
Arjbeifter|befwe|gung: die; ~ ; -en 1
<Pol.> die Verbesserung der Arbeits-
u. Lebensbedingungen anstrebende
Bewegung der Lohnarbeiter (im 19.
Jh.) 2 Zusammenschluß von Arbei¬
tern (in Gewerkschaften, etwa seit
Ende des 19. Jhds.)
Ar|bei|terjbie|ne: die; ~; -n unfruchtbare
weibliche Biene in einem Bienenstaat
Ar|bei|terjdlch|ter: der; -s; - weibl. Ar|-
bei|ter|dich|te|rin: die; - ; -nen Dichte¬
rin), der/die aus dem Arbeitermilieu
kommt u. die sozialen Probleme der
Arbeiter als Thema hat
Arjbei|ter)fa|mi|Ne: die; ~ ; -n Familie in
der Schicht der Arbeiter, deren Ein¬
kommen aus einer Arbeitertätigkeit
stammt
ar|bei|terffeind|lich: Adj. gegen Arbei¬
ter, deren Interessen o. ä. gerichtet
Arjbei|ter|füh|rer: der; -s; • weibl. A+
beifterf/üh|re|rin: die; - ; -nen politi¬
sche^) Leiter(in) innerhalb der Arbei¬
terbewegung
Ar1beittertfunk|tto|när —» Ar(bei|ter|-
funk|ti[o|när: der; -(e)s; -e weibl. Ar -
beijter|funk|tio|näjrin —> Ar|bei|ter -
funk(tilo|nä|rin: die; - ; -nen haupt¬
amtlicher), hochrangige(r) Aktive(r)
in einer Arbeiterorganisation
Ar]bel|ter|ge|werk|schaft: die; - ; -en
Gewerkschaft, die ihre Mitglieder
vorwiegend aus der Arbeiterschaft
bezieht
Ar|bei|t6ijju|gend: die; - ; -en (PI. s.)
Jugend(organisation) einer Arbeiter¬
organisation, -gewerkschaft
Arjbei|ter|kind: das; ~(e)s; -er aus einer
— Arbeiterfamilie stammendes Kind
Ar|bef|ter|kla8|se: die; ~ ; - Gruppe,
Schicht der Arbeiter in der Gesell¬
schaft
Ar|bei)terili|te|ra|tur: die; - ; -en a) von
Arbeitern, Arbeiterdichtern verfaßte
Literatur, Dichtung b) Literatur, die
sich mit der Arbeitswelt, Welt der Ar¬
beiter beschäftigt
Ar|bel|ter|par|tei: die; - ; -en politische
Partei, die die Interessen der Arbeiter
vertritt, vertreten soll
Ar|bei|terjschafti die; - ; - Gesamtheit
der Arbeiter
Ar|bei|ter|sefbst|vorjwal)tung: die; - ;
-en (teilweise) Verwaltung eines Un¬
ternehmens durch die dort beschäf¬
tigten Arbeiter
Aribeitter|sied|lung: die; - ; -en von Ar¬
beitern bewohnte u. für sie (von ihrem
Arbeitgeber) errichtete Siedlung
Arjbei|tet(vierftel: das; -s; - Stadtviertel,
in dem vornehmlich Arbeiter wohnen
Aijbei|teijwohl|fahrt: die; -; - Organisa¬
tion, Verband, die/der soziale Ein¬
richtungen (für Arbeiter) unterhält
Ar|belt)ge|bar: der; -s; - weibl. Ar(beit|-
ge|be)iin: die; - ; -nen Person, Betrieb
o. ä., die/der Arbeitskräfte einstellt,
beschäftigt
Ar|beitjge|b6r|ver|band: der;-(e)s; -ver¬
bände Zusammenschluß von Arbeit¬
gebern zur Wahrung ihrer Interessen
Ar{beit|nehjmer: der; -s; ~ weibl. Ar|-
beit|neh|me|rin: die; - ; -nen Person,
die von einer Person, einem Betrieb,
Arbeitgeber beschäftigt wird
Ar1beitjneh|mer|or|ga|ni|sa(ti|on: die; -;
-en Organisation, Zusammenschluß,
die/der die Interessen der Arbeitneh¬
mervertritt
ar|b«it|sam: Adj. [geh.; veralt.] fleißig,
viel arbeitend »Er ist sehr arbeitsam.«
Artbeits|amei|se —» Ar[beits|a|mei|se:
die; - ; -n unfruchtbare weibliche
Ameise in einem Ameisenstaat
Aijbeits|amt: das; -(e)s; -ämter staatli¬
che Dienststelle, Behörde, die Arbeit
vermittelt u. Arbeitslosengeld u. -hilfe
gewährt
Aijbeits|an|lei|tung: die; - ; -en Anlei¬
tung, Beschreibung, wie etw. gemacht
werden soll
Ar|beits|an^ug: der; -(e)s; -anzüge bei
einer Tätigkeit, Arbeit getragene spe¬
zielle, strapazierfähige Kleidung
Ar[beits|at|mo|sphä|re —» Ar|be'rts|at|-
mo[s|phä|re: die; - ; -n (PI. s.) Stim¬
mung am Arbeitsplatz, in einer Firma
Ar|beits|auf)fas|sung: die; - ; -en innere
Einstellung, Pflichtgefühl bezüglich
der Arbeit
A<ibeits|auf|wand: der; -(e)s; -aufwän¬
de (PI. s.) Aufwand, Leistung, der/
die für die Ausführung, Erledigung
einer Arbeit benötigt wjjgd
ar)beits|auf)wen|dig: Adj. mit viel Mü¬
he, Arbeit verbunden »Das Aufbauen
der Weihnachtsbeleuchtung ist sehr ar¬
beitsaufwendig.«
Aijbelts|aus|fall: der; -(e)s; -ausfälle
Ausfall von Arbeit(skraft), durch den
etw. nicht getan, produziert werden
kann
Ar]beitsjbe|din|gung: die; - ; -en (m.
PI.) Umstände, Bedingungen, unter
denen jrod. arbeitet od. arbeiten muß
Ar[beits|be|ginn: der; -(e)s; -e (PI. s.)
Anfang (Datum, Uhrzeit) einer Tä¬
tigkeit, Arbeit
Arjberts|be|la|stung —Arjbeits|be|-
las|tung: die; - ; -en Belastung, Men¬
ge der von jmdm. zu leistenden Arbeit
Arjbeits|be|reich: der; -(e)s; -e 1 Ge¬
biet, auf dem jmd. arbeitet »der Ar¬
beitsbereich des Buchhalters« 2 Be¬
reich, Zimmer, Ort, wo jmd. arbeitet
Arjbeits|be|schaftfungs|nnaß|nahjme:
die; - ; -n (staatliche) Maßnahme der
Bereitstellung zusätzlicher Arbeits¬
plätze
Aijbeits|be|schei|ni|gung: die; - ; -en
~ Bescheinigung, schriftliche Bestäti¬
gung über die Ausübung einer beruf¬
lichen Tätigkeit
Ar|beits|di|rek|tor: der; -s; -en Mitglied
des Vorstandes bei bestimmten Un¬
ternehmen, der die Interessen der Ar¬
beitnehmer zu wahren u. in die Ent¬
scheidungen der Geschäftsführungen
einzubringen hat
Ar|beits|ei|fer. der; -s; - Eifer, Fleiß bei
der Arbeit »Er zeichnet sich durch sei¬
nen Arbeitseifer aus.«
Arjbetts|eijlaub|nis: die; - ; -se gesetzli¬
che Genehmigung, in einem fremden
Land zu arbeiten
Aribeits|eiileich|te|ning: die; • ; -en
etw., was dazu dient, die Arbeit leich¬
ter, einfacher zu machen
Ar|beits|es|sen: das; -s; - Essen, bei
dem geschäftliche Angelegenheiten o.
ä. besprochen werden
arlbeitsjfäjhig: Adj. n. stg. (gesundheit¬
lich) in der Lage zu arbeiten
Arfbeits)feid: das; -(e)s; -er [geh.] Auf¬
gabenbereich, Arbeitsgebiet, das jmd.
bearbeitet
ar|beits|frei: Adj. n. stg. ohne berufliche
Arbeit »ein gesetzlicher arbeitsfreier
Feiertag«
Ar[beitsffrüh|stuck: das; -(e)s; -e Früh¬
stück, bei dem geschäftliche Dinge o.
ä. besprochen werden
Ar|beits|gang: der; -(e)s; Arbeitsgänge
abgeschlossener Teil innerhalb eines
größeren Arbeitsvorgangs
Ar[beits|ge|biet: das; -(e)s; -e Gebiet,
Arbeitsfeld, Aufgabenbereich von
jmdm.
Aijbeitsjge|mein|schaft: die; - ; -en mit
einer bestimmten Arbeit, Aufgabe be¬
schäftigte Gruppe
Ar|beits|ge|neh|ini|gung: die; ~ ; -en Er¬
laubnis, in einem fremden Land zu ar¬
beiten »Er beantragte eine Arbeitsge¬
nehmigung.«
Ar|beits|ge|rät: das; -(e)s; -e 1 Werk¬
zeug, Gegenstand, das/der für eine
bestimmte Arbeit benötigt wird 2 o.
PL alle Geräte, die für eine bestimmte
Arbeit benötigt werden
Ar|beits|ge|richt das; -(e)s; -e Gericht,
das für Streitigkeiten, die sich aus
dem Arbeitsverhältnis ergeben, zu¬
ständig ist
Ar|bertsjgrup|p«: der; - ; -n Gruppe von
Personen, die zusammen an etw. ar¬
beitet od. etw. bearbeitet, Syn.: Ar¬
beitsteam
Ar|berts|heft: das; -(e)s; -e <Schule>
Heft, das für Klassenarbeiten be¬
stimmt ist
ar|beits|in|ten[siv: Adj. viel Arbeitskraft
erfordernd »Dieses Produkt ist in der
Herstellung sehr arbeitsintensiv.«
Ar|beits|kampf: der; ~(e)s; -kämpfe (mit
Streik, Aussperrung verbundene)
Auseinandersetzung um Arbeitsbe¬
dingungen, Löhne zwischen Arbeit¬
gebern u. Arbeitnehmern
Arjbeits|kit|tel: der; -s; - Kittel, Klei¬
dungsstück, der/das zum Schutz vor
Schmutz bei der Arbeit getragen wird
Ar|betts|ktei|dung: die; - ; -en bei der
Arbeit sort vorgeschriebene) getrage¬
ne Kleidung
Ar]beits)kli|ma: das; -s; • Atmosphäre,
Stimmung bei einer gemeinsamen Tä¬
tigkeit, in einer Firma
Ar|beits|kol|le|ge: der; -n; -n weibl. Ar|-
beits|kol|le|giiK die; ~ ; -nen jmd., der
mit anderen zusammen im gleichen
Betrieb tätig ist
Ar|beits|kraft: die; • ; -kräfte 1 Kraft,
Leistungskraft, die jmd. zu körperli¬
cher u./od. geistiger Arbeit benötigt
»Der Computer ersetzt manchmal gei¬
stige menschliche Arbeitskraft.« 2 Per¬
son, die Arbeit leistet »Er ist eine
tüchtige Arbeitskraft.«
Afjbeitsjkreis: der; -es; -e Gruppe, die
eine Arbeitsgemeinschaft bildet
Ar|beits|la|ger das; -s; - Lager, in dem
Personen als Zwangsarbeiter arbeiten
Aijbeitsflejben: das; -s; - 1 Zeit des
Lebens eines Menschen, in der er be¬
rufstätig ist »Nach einem erfiillten Ar¬
beitsleben wurde er mit 65 Jahren
pensioniert.« 2 Arbeitswelt
88
Arbeitsverweigerung
Arjbeits|lei|stung —»■ Ar|beits|leisftung:
die; - ; -en durch menschliche Tätig¬
keit erbrachte Leistung
Ai[beits|lohn: der; -(e)s; -löhne Lohn,
Entgeld für geleistete Arbeit
ar[b«its|los: Adj. n. stg. (gegen den eige¬
nen Wunsch) ohne Arbeitsstelle, Be¬
schäftigung »Er wurde durch die
Schließung des Betriebes arbeitslos.«
Ar|beits|lo|se: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Arbeitsloser;
eine Arbeitslose; zwei Arbeitslose)
Person, die (gegen ihren Wunsch)
ohne Arbeit, Beschäftigung ist
Ar|beitsjlo|sen|geld: das; -(e)s; - an
— Stellensuchende, Arbeitslose von der
Arbeitslosenversicherung gezahlter
Betrag
Arjbeits|lo|sen(heeR das; -(e)s; -e [ugs.]
sehr viele, eine große Zahl von Ar¬
beitslosen
Ar|be)ts)lo|sen|hn|fe: die; - ; - staatliche
Zahlung an bedürftige Arbeitslose,
die keinen Anspruch (mehr) auf Ar¬
beitslosengeld haben
Ar|beits|k>|sen|un|ter]stüt|zung: die; - ;
- [veralt.] Arbeitslosengeld
Ar|be)ts|lo|sen|yeiisi|che|ning: die; - ; -
1 Pflichtversicherung zur finanziellen
Absicherung bei Arbeitslosigkeit 2
Institution der staatlichen Arbeitlo-
senversicherung
Arjbertsllo|sig|keit: die; - ; -1 Zustand
ohne Arbeit, der unfreiwilligen Be¬
schäftigungslosigkeit »Seine Arbeits¬
losigkeit deprimierte ihn.« 2 Tatsache,
daß es viele Arbeitslose gibt
Ar|beits|markt: der; -fe)s; -markte
Wirtschaftsbereich von Angebot u.
Nachfrage bezüglich der Arbeitsplät¬
ze
Ar|beits|ma|te|ri|al: das; -s; -ien für eine
(bestimmte) Arbeit (speziell) benötig¬
tes Material
Ar|belts|mo|ral: die; - ; - jmds. (innere)
Einstellung seiner eigenen Arbeit ge¬
genüber »Er hat eine hohe, schlechte
Arbeitsmoral.«
Ar]beits|nach]weis: der; -es; -e 1 Nach¬
weis über nicht besetzte Arbeitsstellen
2 Behörde, die über offene Arbeits¬
stellen informiert
Arjbeits|niejder|le|gung: die; ~ ; -en
Streik, Niederlegung der Arbeit als
Kampfmaßnahme »Die Gewerkschaft
rief zur Arbeitsniederlegung auf.«
Aijbeitsjpa|pier: das; -(e)s; -e 1 <beson¬
ders Pol.> schriftliche Ausarbeitung
als Handlungsgrundlage 2 PI. vom
Arbeitgeber verwahrte, geführte Pa¬
piere, Akten des Arbeitnehmers
Ar|beits(pau|se: die; - ; -n bei der Arbeit
(meist gesetzlich geregelt) eingelegte
Pause »in der Arbeitspause sein Früh¬
stück, Mittagessen einnehmen«
Arlbaits|pen|sum: das; -s; -pensen (in¬
nerhalb einer bestimmten Zeit) zu er¬
ledigende Arbeit, Aufgabe eines Be¬
schäftigten
Aiibeitslpferd: das; -(e)s; -e 1 Pferd,
das zur Verrichtung von Arbeiten be¬
nutzt wird (z. B. vom Bauer auf dem
Feld) 2 <übertr.> Person, die viel, uner¬
müdlich (u. gerne) arbeitet
Arjbeits|plan: der; -(e)s; -pläne Kon¬
zept, Plan, nach dem eine bestimmte
Arbeit erledigt werden soll
Ar|baits|platz: der; -es; -platze 1 a) Ort,
Vorrichtung, an dem/der jmd. arbei¬
tet »Der Schüler braucht zum Lernen
einen Arbeitsplatz.« b) Stelle, Ort, wo
jmd. seine Tätigkeit, Arbeit ausübt
»Ihr Arbeitsplatz ist ein Großraum¬
büro.« 2 (berufliche) Tätigkeit, Stel¬
lung
Ar|beits|pro|be: die; - ; -n Musterstück
Beim Bewerbungsgespräch mußte er
einige Arbeitsproben vorlegen.«
Ar|beit8|pro|2eB —> Ar|beits|pro|zess:
der; -prozesses; -prozesse 1 (genau ge¬
planter) Ablauf einer Arbeit »Zur
Zeit kamen viele Störungen im Ar¬
beitsprozeß vor.« 2 o. PI. Bereich der
beruflichen Tätigkeit
Ar{beits|raum: der; -(e)s; -räume
Raum, Zimmer, in dem eine od. meh¬
rere Personen arbeiten
Ar|beits|recht: das; -(e)s; - Gesetze, Re¬
gelungen, die Rechte u. Pflichten im
Arbeitsleben regeln
ar|beits|reich: Adj. voll von/mit Arbeit
»Diese Woche warsehr arbeitsreich.«
arjbeitsfscheu: Adj. arbeitsscheuer;
arbeitsscheu(e)ste faul, nicht gerne
arbeitend, keiner geregelten Arbeit
nachgehend
Ar|beits|schicht: die; - ; -en einer von
mehreren Abschnitten in einem Ar¬
beitstag, während der jeweils ein Ar¬
beiter/Arbeitnehmer einen Arbeits¬
platz besetzt (z. B. Frühschicht, Mit¬
tagsschicht, Nachtschicht)
Ar|beits|schlu0 —» Arbeitsschluss:
der; -Schlusses; - Ende der täglichen
beruflichen Arbeit »Arbeitsschluß ist
um 18.30 Uhr.«
Arjbeits|schritt: der; -(e)s; -e kleiner,
einzelner Teil eines Arbeitsvorgangs
»Wir werden die Fertigstellung dieses
Produktes in mehreren Arbeitsschrit¬
ten bewältigen.«
Ar|beits|schutz: der; -es; - (gesetzlich
geregelte, vorgeschriebene) Maßnah¬
men zum Schutz des Arbeitnehmers
Ar|beits|schutz|be|stim|mung: die; - /
-en (gesetzliche) Bestimmung, Vor¬
schrift innerhalb des Arbeitsschutzes
Arjbeits|skla|ve: der; -n; -n weibl. Ar|-
beitsfsklajvin: die; - ; -nen 1 <hist.>
Person, die rechtlich Eigentum eines
anderen ist u. für diesen schwer arbei¬
ten muß 2 <übertr.> [abwert.; ugs.;
scherzh.J jmd., dessen Arbeitskraft,
Arbeitseinsatz o. ä. ausgenutzt wird
Ar|beits[spei|cher: der; -s; ~ <EDV>
Speicherplatz im Computer für die
aktuelle Speicherung während der au¬
genblicklichen Arbeit
Ar|beits|stät|te: die; - ; -n 1 Stelle, Ort,
an dem jmd. seine berufliche Tätig¬
keit ausübt »Seine Arbeitsstätte ist JO
km von seinem Wohnort entfernt.« 2
(geh.) Ort, an dem jmd. tätig ist, ar¬
beitet
Ar|beits|ste1)le: die; ~ ; -n 1 a) Einrich¬
tung, Zimmer, an/in der/dem jmd. ar¬
beitet »Dies war die Arbeitsstelle mei¬
nes Großvaters.« b) Ort, an dem jmd.
seinen Arbeitsplatz hat 2 kleinere Ab¬
teilung, Außenstelle (eines Betriebes,
Institutes o. ä.)
Ar|beits|stil: der; -(e)s; -e persönlicher
Stil, Art u. Weise, wie jmd. seine Ar¬
beit verrichtet
Arjbeits|stun|de: die; - ; -n Zeitraum
von einer Stunde, die jmd. gearbeitet
hat (als Maßeinheit für die Bezah¬
lung)
Ar)beits|su|che: die; - ; - Suche nach ei¬
ner neuen beruflichen Stellung, Be¬
schäftigung
Arjbeits|tag: der; -(e)s; -e Tag, an dem
jmd. arbeitet, arbeiten muß »In mei¬
nem Beruf habe ich einen Arbeitstag
' von 8 Stunden.«
Arjbeits|team: das; -s; -s eine Gruppe
von Personen, die gemeinschaftlich
an etw. arbeitet od. etw. bearbeitet
»Für dieses Projekt wurde ein Arbeits¬
teamgebildet.« Syn.: Arbeitsgruppe
Ar|beits|tech|nik: die; - ; -en (techni¬
sche) Methode, mit der eine Arbeit
durchgeführt wird
arfbeits|teifllg: Adj. auf der Aufteilung
der Arbeit in von verschiedenen Per¬
sonen erledigte Teilschritte beruhend
Ar[beits[tei|lung: die; - ; -en Aufteilung
einer Aufgabe in unterschiedliche Ar¬
beitsschritte, die verschiedene Perso¬
nen erledigen
Arjbeits[tem|po: das; -s; - Schnelligkeit,
mit der jmd. arbeitet, mit der gearbei¬
tetwird
Ar|beits|the|ra|pie: die; - ; -n (vom Psy¬
chologen überwachte, beobachtete)
körperliche u. geistige Arbeit als Heil¬
behandlung, Therapie
Aljbeits|tier: das; -(e)s; -e 1 Tier, das
hauptsächlich zur Arbeit gebraucht
wird »Der Ochse wird als Arbeitstier
benutzt.« 2 dibertr.) jmd., der fleißig,
viel, unermüdlich arbeitet 3 [abwert.]
jmd., der nur für seine Arbeit lebt
Ar|beits|tisch: der; -(e)s; -e Tisch, an
dem jmd. arbeitet, seine Arbeit ver¬
richtet
Ar]beits[ti|tel: der; -s; - vorläufiger Na¬
me, Titel einer noch nicht fertigen Ar¬
beit
Ar|beits|tref|fen: das; -s; - Zusammen¬
treffen zu einer gemeinsamen Arbeit
an einer Aufgabe
Ar|berts|übeijla|stung —* Ar|beits|ü|-
berjlas|tung: die; - ; -en durch zu viel
Arbeit entstehende (körperliche)
Überlastung, zu hohe Beanspru¬
chung
gijbeits|un|fä|hig: Adj. n. stg. durch
Krankheit, Behinderung o. ä. nicht in
der Lage zu arbeiten
Ar]beits|un|faN: der; -(e)s; -Unfälle bei
der Ausübung von beruflicher Arbeit
erlittener Unfall
Ar]beite|un|terjla|ge: die; - ; -n (m. PI.)
schriftliche, für eine Arbeit, Tätigkeit
benötigte Informationen
Ar|beitsjve(jhätt|nis: das; -ses; -se 1
— rechtliche Beziehung zwischen Ar¬
beitnehmer u. Arbeitgeber 2 n. PI.
Verhältnisse, Gegebenheiten, die die
berufliche Tätigkeit, Arbeit betreffen
Ar|beitslveijmitt|1ung: die; - ; -en jmd.,
Einrichtung, der/die Arbeitskräfte u.
-stellen vermittelt
Ar|beits|ver|trag: der; -(e)s; -vertrage
vertragliche Abmachung über ein Ar¬
beitsverhältnis zwischen Arbeitgeber
u. Arbeitnehmer
Ar|beits|veijwei|ge|rung: die; ~ / -en (wi¬
derrechtliche) Weigerung, eine Arbeit
auszuführen
89
Arbeitsvorhaben
Arjbeits|vor|ha|ben: das; -s; - Plan, Ab¬
sicht für ein neues Projekt
A(jbeits|vor|la|ge: die: - ; -n Modell,
Muster als Vorlage für eine (be¬
stimmte) Arbeit
Ar|beits|wa|gen: der; -s; - Wagen der
Eisen- od. Straßenbahn, um Arbeiten
an den Bahnanlagen auszuführen
Arjbeit3|wei|se: die; - ; -n 1 Methode
der Durchführung einer Arbeit »Die
Arbeitsweise entspricht nicht den neue¬
sten Erkenntnissen.« 2 Art u. Weise,
in der etw. (technisch) funktioniert
Aijbeits|wetfc die; ~ ; -en Lebensbereich
der Arbeit »die moderne Arbeits welt«
ar|beits|wil|lig: Adj. bereit zu arbeiten
»Die neue Kollegin ist sehr arbeitswil¬
lig.«
Ar|beits|wis|sen|schaft: die; - ; - inter¬
disziplinäre Wissenschaft (unter Be¬
teiligung von medizinischen, psycho¬
logischen, soziologischen u. wirt¬
schaftlichen Instanzen) von der Ar¬
beit des Menschen u. den damit ver¬
bundenen Problemen
Aijbeits|wo|che: die; - ; -n (meist fünf
Tage umfassende) Zeiteinheit, Wo¬
che, in der (berufliche) Arbeit gelei¬
stet wird »Ich habe eine ziemlich harte
Arbeitswoche hinter mir.«
Ar|beits)wut: die; - ; - [häufig scherzh.]
(besonders) großer Arbeitseifer
ar|beits|wü|tig: Adj. [häufig scherzh.]
von der Arbeitswut gepackt, be¬
herrscht
Ar|beits|zett: die; - ;-en 1 Zeitspanne, in
der gearbeitet wird, die für die Aus¬
führung einer Arbeit zur Verfügung
steht »Die tägliche Arbeitszeit beträgt
8 Stunden.« 2 für eine bestimmte Ar¬
beit benötigte Zeit
Aijbeits|zert|vei|kürjzung: die; - ; -en
Verringerung der Arbeitszeit für Ar¬
beitnehmer
Ar|beits|zeug|nis: das; -ses; -se vom Ar¬
beitgeber ausgestelltes, bewertendes
Zeugnis für den Arbeitnehmer
Aijbeits|zim|mer: das; -s; - Zimmer, in
dem jmd. geistig arbeitet »Der Profes¬
sor sitzt in seinem Arbeitszimmer.«
Arbg.: Abk. Arbeitgeber
aijcha|isch: <gr.> Adj. 1 a) aus der Vor-,
Frühzeit stammend, ihr angehörend
»Dies sind archaische Höhlenzeich¬
nungen.« b) Psychologie» in der Ent¬
wicklungsgeschichte einer Person frü¬
her erfolgt 2 [veralt.] altertümlich,
frühzeitlich 3 <Kunst> der Frühzeit ei¬
nes Kunststils zuzuordnen
Ar]chäo|lo]ge —> Ar|chä|o|lo|ge: <gr»
der; -n; -n weibl. Arjchäo|lo|gin —»
Ar|chä|o|lo|gin: die; - ; -nen Person,
die wissenschaftlich auf dem Gebiet
der Archäologie tätig ist, forscht
Ar[chäo|lo|gje —> Ar|chä|o|lo|gie: <gr.>
die; - ; - Wissenschaft, Altertumsfor¬
schung von den noch manifestierten,
zu sehenden Resten alter Kulturen
ar|chäo|lo|gisch —> ar|chä|o|lg|gisch:
Adj. n. stg. auf der Archäologie beru¬
hend, ihr zuzuordnen
Arjche: dato die; - ; -n 1 kastenförmiges
Schiff 2 [ugs.; scherzh.] großes Auto
o. ä. »Der Wohnwagen ist ja eine rich¬
tige Arche.« 3 die Arche Noah: <Bibel>
Schiff in Form eines Holzkastens, in
dem nach der Bibel Noah u. seine Fa¬
milie sowie zahlreiche Tierpaare die
Sintflut überlebt haben
Arjchi|pel: <gr.-it.> das; -s; -e <Geogra¬
phie> größere Inselgruppe
Ar|chi|tekt: <gr.-lat» der; -en; -en weibl.
Ar|chi|tek|tin: die; - ; -nen Person, die
Baukunst studiert hat, Bauwerke ent¬
wirft
Ar(chi|tek|ten|bü|ro: <gr.-tal.;fr.> das; -s;
-s 1 Arbeitsbereich, Büro des Archi¬
tekten 2 gemeinsames Büro, Geschäft
mehrerer Architekten
Ar|chi|tek|ten|wett|be|werb: <gr.; dt»
der; -(e)s; -e Wettbewerb für archi¬
tektonische Entwürfe
ar|chi|tek|tp)nisch: (gr.-lato Adj. n. stg.
1 die Architektur, Wissenschaft, Aus¬
führung der Baukunst betreffend, ihr
zuzuordnen 2 klar strukturiert, ge¬
gliedert
Ar[chi|tek|tur <gr.> die; - ; -en 1 a) o. PI.
Wissenschaft u. Ausführung der Bau¬
kunst »Er studierte Architektur.« b)
<übertr.> [geh.] strenge Strukturierung
von etw. 2 a) künstlerische Gestal¬
tung, künstlerischer Aufbau von Bau¬
ten »Die Architektur des Wohnhauses
ist sehr gewagt.« b) <übertr.> künstleri¬
sche Gestaltung von etw. »die Archi¬
tektur eines Instrumentalstückes« 3 o.
PI. alle Bauten, die in einem Stil, Zeit¬
raum o. ä. geschaffen wurden
Arjchjv: <gr.-lat» /archif/ das; -s; -e
larchiwe/ a) Einrichtung, in der
Schriftstücke gelagert, verzeichnet
werden b) geordnete Sammlung von
Schriftstücken »Diese Urkunde wer¬
den Sie in unserem Archiv finden.« c)
Gebäude, in dem das Archiv (a, b)
untergebracht ist »Die Kollegin ist im
Archiv beschäftigt.«
Ar|chi|van <gr.-lat» /archiwar/ der; -s; -e
Ar|chi|va|rin: die; - ; -nen jmd., der
fachlich für die Archivarbeit ausgebil¬
det ist (u. ein Archiv betreut) Wenden
Sie sich bitte an unseren Archivar!«
Ar|chiv|bild: <gr.-lat.; dt.> /archjf-/ das;
-(e)s; -er Fotografie, Bild aus einem
Bildarchiv; älteres, im Archiv gelager¬
tes Bild
arjchi|vte|ren: <gr.-lat.; dt» /archiwiren/
archivierst; archiviertest; hast archi¬
viert Schriftstücke, Dokumente in
einem Archiv erfassen, verzeichnen,
aufnehmen
Ar|chi|vje]rung: igr.-lat.; dt»
/archiwirung/ die; - ; -en das Archi¬
vieren, Aufnehmen, Sammeln, Ord¬
nen von Dokumenten u. ä.
ARD: Abk. Arbeitsgemeinschaft der öf¬
fentlich-rechtlichen Rundfunkanstal¬
ten der Bundesrepublik Deutschland;
das erste Fernsehprogramm
Are|al —»■ A[re|al: dat» das; -s; -e 1
Landfläche »Der Naturpark umfaßt
ein Areal von ca. 1000 ha.« 2 abge¬
grenztes Gebiet 3 Gebiet, in dem eine
Tier- od. Pflanzenart verbreitet ist
Arejna —»• A|re|na: dat» die; - ; Arenen
u. [ugs.] -s meist ovaler, von Zu¬
schauerrängen umgebener Platz zur
Vorführung von etw.
Arg: das; -s; - [veralt.] a) Niederträchtig¬
keit; Unehrlichkeit b) etw. od. jmd.
ist ohne Arg; an jmdm. od. etw. ist
kein Arg: [veralt] etw. od. jmd. ist
ohne Niedertracht, ist aufrichtig
arg: Adj. ärger; ärgste 1 [ugs.; landsch.]
a) (sehr) schlimm; nicht schön; sehr
unangenehm »Er leidet arge
Schmerzen.« b) <verst. bei Adjektiven
u. Verben» [landsch. auch auf Positi¬
ves bezogen] sehr; äußerst »Der Win¬
ter war arg lang.« c) [veralt.; geh.]
bösartig; niederträchtig 2 im argen
liegen —* im Argen liegen: etw. ist
anders als es sein sollte, ist ungeord¬
net, nicht geregelt
Arjge: der; -n; - [veralt.] der Teufel
Arjgen|tjjni|en: o. Art.; -s; - Staat an der
Südspitze Südamerikas mit Haupt¬
stadt Buenos Aires
Ärjger: der; -s; - 1 eine von jmd. emp¬
fundene starke negative, zornige, un¬
gehaltene Verstimmung, Mißstim¬
mung o. ä., von innerer Auflehnung
geprägt, insbesondere dadurch, daß
etw. nicht zu ändern od. ungeschehen
zu machen ist 2 Verdruß, Unannehm¬
lichkeit; ein ärgerliches Erlebnis od.
die Gesamtheit mehrerer ärgerlicher
Erlebnisse, Geschehen o. ä. 3 grün,
schwarz, gelb, blau vor Arger
werden: [ugs.] (sich) überaus ärgern,
Ärger empfinden, ungehalten sein
äijger: Adj. (Komparativ von ’arg')
schlimmer »Der Schaden ist ärger als
ich dachte.«
äijgeijlich: Adj. 1 (sehr) ungehalten;
aufgebracht; verärgert »Er war sehr
ärgerlich über ihre dummen
Bemerkungen.« 2 Unmut erzeugend,
bewirkend »Der Vorfall war sehr är¬
gerlich.«
är]geijli|cher|wei|se: Adv. in einer nicht
erfreulichen Art u. Weise
ätjgern: ärgerst; ärgertest; hast geärgert
jmdn. (mit etw.) verstimmen, ihn wü¬
tend machen, bei ihm Unwillen erzeu¬
gen, hervorrufen »Das Kind ärgerte
seinen Bruder.«
Äijgeijnis: das; -ses; -se 1 o. PI. Verlet¬
zung des (sittlichen, religiösen) Ge¬
fühles »Die Polizei nahm ihn wegen
Erregung öffentlichen Ärgernisses
fest.« 2 etw., was jmds. Unmut her¬
vorruft 3 m. PI. Unannehmlichkeiten
Argllisfc die; - ; - <Rechtsw.> [geh.]
Heimtücke, Hinterlist »Dieser
Mensch ist voller Arglist.«
arg|li|stig —» arg|lis|tig: Adj. a) heim¬
tückisch, hinterlistig, bewußt schaden
wollend »Er ist ein arglistiger
Mensch.« b) <Rechtsw.» jmdn. bewußt
täuschend »Der Staatsanwalt warf
dem Angeklagten arglistige Täuschung
vor.«
arg|los: Adj. argloser; argloseste 1
nichts Niederträchtiges, Böses o. ä.
denkend, vorhabend 2 voller Vertrau¬
en, nichts Schlechtes, Böses ahnend
Arg]lo|sig|keit: die; - ; - vertrauenswür¬
diger Charakter von etw., jmdm.
Aijgofc <fr» largo/ das u. der; -s; -s 1 o.
PI. Sondersprache der französischen
Bettler (u. Gauner) 2 o. PI. (sozial
nicht anerkannte) französische Um¬
gangssprache 3 Sondersprache, die
von einer bestimmten Berufsgruppe
od. sozialen Schicht gesprochen wird,
Syn.: Jargon
ärgjste —*■ ärgs|te: Adj. (Superlativ zu
’arg') am schlimmsten »Er ist mein
ärgster Feind.«
90
Armbinde
Arjgu|menfc <lat.> das; -(e)s; -e Grund,
Gesichtspunkt, der für od. gegen etw.
spricht »Sie hat schlagkräftige Argu¬
mente für ihre Ansicht.«
Ar|gu|men)ta|ti|pn: <lat.> /argumen-
tazion/ die; - ; -en schlüssige Darle¬
gung von (stichhaltigen, plausiblen)
Gründen, Beweisen
aijgu|men|ta|tiv: dato /argumentatif/
Adj. n. stg. [geh.] 1 Argumente, Grün¬
de betreffend, ihnen zuzuordnen 2
mit Hilfe, unter Anwendung, Benut¬
zung von Argumenten (durchgesetzt,
eingeführt)
arjgu|men|tje|ren: <lat.> argumentierst;
argumentiertest; hast argumentiert
(für od. gegen etw.) seine Argumente,
Gründe darlegen
Ar|gus|aujgen: die (PI.) [geh.] scharf
beobachtende, gut sehende Augen
(nach Argus in der griechischen My¬
thologie, der mit seinen 1000 Augen
die schöne Io bewachte) »Er beobach¬
tete sie mit Argusaugen.«
ar|gus|äu|gig: Adj. n. stg. [geh.] scharf¬
äugig; sehr wachsam
Arg|wohn: der; -(e)s; - [geh.] Mißtrau¬
en; (charakterliche) Eigenschaft stän¬
dig u. überall Niedertracht, Feindse¬
ligkeit zu vermuten
arg|wöh|nen: argwöhnst; argwöhntest;
hast geargwöhnt [geh.] bei etw. od.
jmdm. Niedertracht, Feindseligkeit o.
ä. vermuten, befürchten
arg|wöh|nisch: Adj. voller Mißtrauen,
Argwohn »Er musterte seine Umge¬
bung, den Menschen argwöhnisch.«
Ari|ad|ne|fa|den —> Ajri|ad|ne|fa|den:
der; -s; -1 <Mythologie> roter Faden,
rotes Knäuel, den/das Ariadne auf
Kreta Theseus mitgab, damit er aus
dem Labyrinth wieder herausfand, in
dem er den Stier Minotaurus tötete 2
«übertr.» etw., was jmdm. hilft, aus
verwirrenden, nicht mehr überschau¬
baren Situationen herauszukommen
Ari|ane—» A[ri|a[ne: die; - ; - Trägerra¬
kete der Europäischen Weltraumor¬
ganisation
aria|nisch —*■ a|ri|a|nisch: Adj. n. stg.
dem Arianismus, arianischen Glau¬
ben anhängend, ihn vertretend, zu
ihm gehörend
Aria|n|s|mus—» A|ri|a|nis|mus: der; - ;
- <Religion> Lehre, nach der Christus
gottähnlich, aber nicht gottgleich ist
arid—» a|rid: Adj. arider; arideste «Geo¬
graphie> dürr; sehr trocken; wüsten¬
ähnlich »Dies ist ein arides Land.«
Arie —» Ajrie: dat.-ito /arie/ die; - ; -n
Gesangstück für Solo innerhalb einer
Oper o. ä., das von Instrumenten be¬
gleitetwird
Ari|er —* A|ri|er: <Sanskrit> der; -s; -
weibl. Ari|erin —» A|ri|e|rin: die; - ;
-nen 1 «Völkerkunde; Sprachwiss.»
Angehörige(n) des indo-iranischen
Zweigs der indoeuropäischen Sprach¬
familie 2 (Nationalsozialismus» Ange-
hörige(r) der nordischen Rasse;
Nichtjude, Nichtjüdin
ari|sje]ren—> a|ri|sie|ren: (Sanskrit) ari-
siert; arisierte; hat arisiert «National¬
sozialismus» jüdisches Eigentum zu¬
gunsten von Nichtjuden enteignen
o. ä.
Ari|siejrung —> A|ri|sie]rung: (Sanskrit;
dto die; -; -en (PL s.) «Nationalsozia¬
lismus» Enteignung o. ä. der jüdischen
Geschäftsleute zugunsten von Nicht¬
juden; Zwang zum Verkauf unter
Preis von Geschäften in jüdischem
Besitz
Ari|stojkrat —» A|ris|to|k|rat: <gr.-lat.>
der; -en; -en weibl. Ari|sto|kra|tin —>
A|ris|to|k|ra|tin: die; ~ ; -nen 1 Person,
die der Aristokratie, eiern Adel ange¬
hört 2 [geh.] Bezeichnung für einen
vornehmen Menschen mit hoher mo¬
ralischer Einstellung
Ari|sto|kra|tie —» A|ris|to|k|ra|tie: <gr-
lato die; - ; -n /arißstokratPn/1 a) o.
PI. Staatsform, in der der Adel
herrscht b) Staat mit einer bestehen¬
den Aristokratie (a) 2 der Adel, die
Adeligen als Gesellschaftsklasse 3 o.
PI. besondere Vornehmheit, Würde
»die Aristokratie seiner Erscheinung,
seines Wesens« 4 «übertr.» [geh.] be¬
sonders gut ausgebildete, reiche o. ä.
Schicht, die dadurch Einfluß hat »die
Aristokratie des Geistes, des Geldes«
ari|sto|krajtisch —» a|ris|to|k|ra|tisch:
Adj. n. stg. 1 die Aristokratie als Re¬
gierungsform betreffend, ihr zuzu¬
ordnen »Dies ist %in(e) aristokrati-
sch(e)(r) regierter Staat, Gesell¬
schaft, Nachkomme.« 2 adelig, der
Adelsschicht zuzuordnen »Er ist ari¬
stokratisch von Geburt.« 3 vornehm;
würdig
ari|sto|tejlisch —» a|ris|to|te|lisch: Adj.
n. stg. nach der Lehre des antiken
griechischen Wissenschaftlers Aristo¬
teles, dieser zuzuordnen
Arith|me|tik —» A|rith|me]tik: <gr.-lat.>
die; - ; -en (PI. s.) 1 o. PI. mathemati¬
sches Teilgebiet, das z. B. die Wahr¬
scheinlichkeitsrechnung umfaßt 2
Buch, in dem die Arithmetik darge¬
stellt wird
arith|me|tisch —> a|rith|me|tisch: <gr.-
lato Adj. n. stg. die Arithmetik als ma¬
thematisches Teilgebiet betreffend,
ihr zuzuordnen
Aijkajde: dat.-it.-fro die; - ; -n 1 Bogen
auf zwei Säulen od. Pfeilern 2 m. PI.
zu einer Richtung hin offener Bogen¬
gang
Ar|ka|di|en: /arkadi'n/ das; -s; -1 Land¬
schaft im antiken Griechenland 2
[geh.] Ort, Platz, an dem ein unbe¬
schwertes, glückliches (Land-)Leben
geführt werden kann, jmd. glücklich
ist
arfkajdisch: Adj. n. stg. [geh.] Arkadien
betreffend, ihm angehörend; nach
Art u. Weise der Arkadier; idyllisch,
ländlich
Arktis: die; ~ ; - Gebiet um den Nord¬
pol; nördliche eisbedeckte Kuppe der
Erde
arkftisch: (gro Adj. n. stg. zur Arktis ge¬
hörend, diese betreffend, ihr zuzuord¬
nen
Arm: der; -(e)s; -e 1 eine der beiden
rechts u. links am Oberkörper befind¬
lichen, in der Hand endenden oberen
Gliedmaßen bei Mensch u. Affe »Der
Schüler hob den Arm.« 2 langer,
schmaler Teil eines Gegenstandes
»Der Leuchter hat 5 Arme.« 3 Arm in
Arm: gemeinsam, einander untergeh¬
akt »Er schleuderte gestern Arm in
Arm mit seiner Freundin über die
Straße.« 4 in den Arm fallen: jmdn.
zurückhalten, etw. zu tun 5 mit offe¬
nen Armen empfangen, aufnehmen:
voller Freude willkommen heißen 6 in
die Arme treiben: jmdn. od. etw. auf
die gegnerische Seite bringen 7 jmdn.
am ausgetreckten Arm verhungern
lassen: 1. nicht nachgeben 2. jmdm.
nicht helfen 8 in die Arme laufen:
[ugs.] per Zufall, unverabredet jmdn.
treffen 9 auf den Arm nehmen: l.etw.
(vor allem kleine Kinder u. Tiere)
hochheben u. festhalten 2. [ugs.]
jmdn. veräppeln, täuschen, necken 10
einen langen Arm haben: einflu߬
reich sein 11 unter die Arme greifen:
jmdm. (oft finanziell) helfen, beiste¬
hen
arm: Adj. ärmer; ärmste 1 nicht viel
Geld, Güter besitzend »Es gibt immer
mehr arme Menschen in den Industrie¬
ländern.« 2 a) zu bedauern; zu bemit¬
leiden b) angestrengt; schmerzend
»Au, mein armer Kopf, das gibt eine
Beule!« 3 a) arm u. reich —> Arm u.
Reich: jeder »Gesetze gelten für arm
u. reich ohne Ausnahme.« b) bei arm
u. reich —» bei Arm u. Reich: bei je¬
dermann 4 keinen Armen treffen:
[ugs.] Verlust o. ä., den jmd. hat, der
genügend Geld besitzt S arm wie eine
Kirchenmaus: [ugs.] so gut wie über¬
haupt nichts besitzen 6 arm an etw.
sein: von etw. wenig haben »Er ist
arm an Gefühlen.« 7 arm dran sein: zu
bemitleiden sein »Seit dem Tod seiner
Frau ist er arm dran.« 8 um etw.,
jmdn. ärmer werden: etw., jmdn.
nicht mehr haben »Er ist um einen
Freund, um 100 DM ärmer
geworden.« 9 arm od. reich, vor Gott
sind alle gleich —*■ Arm od. Reich,
vor Gott sind alle gleich: Gott kennt,
macht keinen Unterschied zwischen
Armen u. Reichen
Ar|ma|da: (lat.-spano die; ~ ; -s (PI. s.) 1
[veralt.] große Flotte von (Kriegs-)
Schiffen 2 «übertr.» Gruppe von vielen
gleichartigen, in Mengen auftreten¬
den Dingen, Lebewesen
Arjmajtyr: dato die; • ; -en a) Ausrü¬
stung, Zubehör bei technischen Anla¬
gen o. ä. b) m. PI. Gerät an einer tech¬
nischen Anlage o. ä., das etw. anzeigt,
mit dem man etw. bedient c) m. PL
Vorrichtung, mit dessen Hilfe man
etw. absperrt od. reguliert »Die Ar¬
tnaturen im Badezimmer müssen er¬
neuert werden.«
Ar|ma[tu|ren|brett: dal.; di.> das; -(e)s;
-er Fläche, an der Armaturen, Bedie¬
nungsvorrichtungen angebracht sind
Ar[ma|tu|ren|ta|fel: dat.-dto die; - ; -n
Tafel, an der Armaturen, Bedie¬
nungsvorrichtungen angebracht sind,
Syn.: Armaturenbrett
Arm|band: das; -(e)s; -bänder Band,
Schmuckkette (aus Gold o. ä., häufig
mit Edelsteinen), das zum Schmuck
über dem Handgelenk getragen wird
Arm|band|uhr: die; -; -en Uhr, die an ei¬
nem Leder- od. Metallarmband befe¬
stigt ist u. über dem Handgelenk ge¬
tragen wird
Arm|bin|de: die; - ; -n 1 Streifen aus
Stoff (am Oberarm als Kennzeichen
o. ä.) »An der Armbinde kann man er¬
kennen, daß er blind ist.« 2 Verband,
Binde; der/die bei Verletzungen des
91
Armbruch
Armes angelegt, getragen wird, wer¬
den muß
Arm|bnich: der;-(ejs; -brüche Bruch ei¬
nes Armes (des Armknochens) »Bei
dem Unfall erlitt er einen Armbruch.«
A(m|bnist die; - ; -brüste (alte) dem Bo¬
gen ähnliche Schußwaffe, mit der
Bolzen o. ä. abgeschossen werden
können
Armjchen: das; -s; - kleiner Arm, z. B.
Kinderarm »Die Kleine schlang ihre
Ärmchen um den Hals der Mutter.«
arm|dick: Adj. n. stg. vom Umfang eines
Armes »ein armdicker Ast«
Arlmee: <Iat.-fr.> die; - ; Armeen jar-
mefn/ (Land-)Streitkräfte eines Lan¬
des, eines Bündnisses »Der Armee
wurde Befehl zum Angrifferteilt.«
Arlmeelkoros; <fr.> /armekor/ das; - ; -
Heeresgroßverband
Ärtmel: der; -s; - 1 Teil eines Kleidungs¬
stückes, das den Arm ganz od. teil¬
weise bedeckt »Die Ärmel an der Jak-
ke müssen gekürzt werden.« 2 etw. im
Ärmel haben: [ugs.] etw. zurückbe¬
halten, nicht sagen o. ä., um es gege¬
benenfalls noch einsetzen zu können
3 etw. aus dem Ärmel, aus den Är¬
meln schütteln: [ugs.] etw. ohne
Schwierigkeit schaffen, können o. ä. 4
die Ärmel hochktempeln: [ugs.) sich
bereit machen, etw. tatkräftig zu erle¬
digen
Äijmel|auf|schlag: der;-(e)s; -aufschlä¬
ge Aufschlag am unteren Ende eines
Ärmels
Ar|me|leu|te|es|sen: das; -s; - [abwert.]
einfach zubereitete, preiswerte Speise
Ar]me[leujte[mi|lieu: das; -s; - Umge¬
bung, die von Armut geprägt ist
ArlmeÜeuftelvigritel: das; -s; - von Ar¬
mut geprägte(s) Umgebung, Stadt¬
viertel
Ärjmel|ka|nal: der;-(ejs; - Meeresstraße
zwischen Frankreich u. England
ärjmel|los: Adj. n. stg. ein Kleidungs¬
stück ohne Ärmel
Ärjmel|scho|ner: der; -s; - Manschette,
die über einen Ärmel (vor allem im
Ellenbogenbereich) gestreift wird, um
den Teil des Kleidungsstückes, der
den Arm bedeckt, zu schonen
Ärjmel|schütjzer. der; -s; - Manschette,
die über einen Ärmel (vor allem im
Ellenbogenbereich) gestreift wird, um
den Teil des Kleidungsstückes, der
den Arm bedeckt, zu schonen
Aijmen|an|walt: der; -(e)s; -anwälte
weibl. Aijmen|an|wäl|tta: die; - ; -nen
<Rechtsw.; hist.> Anwalt, Anwältin,
der/die für jmdn. eintritt, dem das Ar¬
menrecht zugebilligt wurde, der kei¬
nen Anwalt bezahlen konnte
Ar|men|haus: das; -es; -häuser [veralt.]
Einrichtung, Haus, in der/dem früher
arme Menschen untergebracht u. be¬
treut wurden
Ar|men|recht: das; -(ejs; - <Rechtsw.;
hist.> Prozeßkostenhilfe
ärjmer: Adj. (Komparativ zu ’armj sehr
wenig besitzend; bedürftig »Die Fami¬
lie ist noch ärmer als wir.«
ar[mie(ren: dat.-fro armiert; armierte;
hast armiert 1 <Milit.> [veralt.] bewaff¬
nen, mit Waffen ausrüsten »ein Heer
armieren« 2 a) <Bauw.; Technik) etw.
mit einer Verstärkung versehen »Das
Kabel wurde mit einem Metallband
armiert.« b) «Technik) etw. mit Arma¬
turen versehen
Anmjlän|ge: die; - ; -n durchschnittliche
Länge eines Armes (als Maßeinheit)
Arm[leh|ne: die; - ; -n seitliche Lehne an
einem Stuhl, Sessel, einer Bank o. ä.
Armjleuch|ter: der; -s; - 1 Leuchter,
Gestell für Kerzen od. Glühlampen,
an dem mehrere Arme (2) sind 2
«Schimpfwort) [ugs.; abwert.] Blöd¬
mann; Dummkopf »Das ist falsch, du
Armleuchter!«
ärm|lich: Adj. 1 durch materielle Armut
bedürftig; schlecht ausgestattet »Er
wohnte in einer 'ärmlichen Hütte.« 2
[ugs.] nicht sehr reich an Auswahl
Ann|loch: das; -(e)s; -löcher 1 «Klei¬
dung) Ausschnitt, Öffnung, der/die
für den Arm vorgesehen ist 2
«Schimpfwort) [verhüll.] Arschloch;
Idiot
Arm|mus|kel: der; -s; - Muskel, meist
Bizeps am Arm
Arm|pro|the|se: die; - ; -n künstlicher
Ersatz für einen fehlenden Arm
Artn|reif: der; -(ejs; -eReif, Ring, meist
aus Edelmetall, dentis Schmuck um
das Handgelenk getragen wird; Arm¬
ring
Arm|schie|ne: die; - ; -n 1 Schiene, um
einen gebrochenen od. verletzten
Arm ruhig zu stellen »Der Arzt legte
ihm eine Armschiene an.« 2 «hist.) Teil
einer Rüstung, der den Arm (teilwei¬
se) bedeckt
armjsellig: Adj. a) sehr arm; kaum etw.
od. gar nichts besitzend; nur wenig
von etw. aufweisend; schlecht ausge¬
stattet »armselige Hütte« b) gering ge¬
schätzt, bewertet
Arm|ses|set: der; -s; - Sessel, an dem
rechts u. links breite Armlehnen befe¬
stigt sind
Arm|span|ge: die; - ; -n nicht ganz ge¬
schlossener Reif, Ring (aus Edelme¬
tall), der zum Schmuck am Arm ge¬
tragen wird
Arm|stüt|ze: die; - ; -n an einem Stuhl,
Sessel, Bank o. ä. seitlich angebrachte
Lehne
Arm|sün|der|hemd: das; -(ejs; -en 1
«hist.) Hemd, das jmd. bei seiner Hin¬
richtung trug 2 [scherzh.] hinten offe¬
nes Krankenhaus(nacht)hemd
Arm|sün|der|mie|ne: die; - ; - [scherzh.]
schuldbewußter Gesichtsausdruck
Ar|mut: die; - ; - Zustand des Armseins;
Mangel an Geld, an Besitz »Die Ar¬
mut der Bevölkerung ist bedrückend.«
Ant.: Reichtum
Ar|muts|zeug|nis: das; -ses; -se 1
«Rechtsw.; hist.) von einer Behörde
beglaubigter Anspruch auf das Ar¬
menrecht 2 etw. ist ein Armutszeug¬
nis für jmdn.: [ugs.] etw. beweist jmds.
Unvermögen, Unfähigkeit 3 jmdm.,
sich, einer Sache ein Armutszeugnis
ausstellen: [ugs.] jmdn., sich, etw. als
unzulänglich, unfähig erweisen
Ar|ni|ka: dat.i die; -; -s 1 Reizungen be¬
sänftigende Heilpflanze 2 o. PI. heil¬
wirksamer Extrakt, hergestellt aus
den Wurzeln u. Blüten der Arnika
Ar|ni|ka|tink|tun <lat.> die; - ; -en flüssi¬
ges Mittel, Medikament, das aus dem
Extrakt von Arnika hergestellt wird
arom.: Abk. aromatisch = wohl¬
schmeckend; wohlriechend; würzig
Arplma —*■ A|rp|ma: <gr.-lat.> das; -s;
Aromen 1 sehr würziger, angenehmer,
ausgeprägter Duft od. Geschmack,
besonders bei (pflanzlichen) Genu߬
mitteln »Der Kaffee ist alt, er hat kein
Aroma mehr.« 2 Geschmacksstoffe
für Lebensmittel, Würzmittel (meist
künstlich hergestellt) »In den Kuchen
kommt etw. Rumaroma.«
aro|ma|tisch —» a|rojma|tisch: <gr.-lat.>
Adj. stark, gut riechend od. schmek-
kend; voller Aroma
Arons|stab/Aron|stab —> A|rons|stab/
A|ron|stab: der; -(ejs; Aron(s)stabe
Pflanze mit rot-braunen Blüten u. ro¬
ten Beeren
Air.: Abk. 1 Arrangement = Überein¬
kommen 2 Arrest « Haft, leichte
Freiheitsstrafe
Aijrak: atrab.-fro der; -s; -s u. -e (ostin¬
discher) Branntwein, hergestellt aus
Reis od. Melasse
Arjran|ge|ment: </r.> /arrangsetemang/
das; -s; -s 1 Vereinbarung; Kompro¬
miß »Wir haben ein Arrangement
getroffen.« 2 Anordnung von Gegen¬
ständen (z. B. Blumen)
Aijran|geur: </r.> /arransehör/ der; -s; -e
weibl. >y|ran|geu|rin: die; - ; -nen
[geh.] 1 jmd., der etw. arrangiert, ge¬
staltet, bewerkstelligt 2 «Musik) jmd.,
der ein Stück (neu) instrumentiert od.
einrichtet
ar|ran|gie|ren: </r.> /arransebir=n/ arran¬
gierst; arrangiertest; hast arrangiert
a) dafür sorgen, daß eine Sache (z. B.
eine Veranstaltung o. ä.) einwandfrei
durchgeführt wird od. abläuft, etw.
bewerkstelligen, zustandebringen
»Die Reise wurde von unserem Vorsit¬
zenden arrangiert.« b) etw. ge¬
schmackvoll, künstlerisch gestalten,
anordnen, dekorieren, zusammenstel¬
len c) «Musik) ein Musikstück für an¬
dere Instrumente bearbeiten; einen
Schlager o. ä. instrumentieren
ar|ran|g|e|ren, sich: </r.> /arransehiren/
arrangierst dich; arrangiertest dich;
hast dich arrangiert sich verständigen,
eine Lösung für etw. finden, eine
Übereinkunft treffen (trotz sehr ge¬
gensätzlicher Standpunkte)
Arjrest: dat.> der; -(ejs; -e 1 a) Freiheits¬
entzug, Haftstrafe (meist für leichtere
Vergehen) »Dafür bekommst du drei
Tage (Stuben-)Arrest.« b) Ort, an
dem sich der/die Bestrafte aufhalten
muß 2 «Rechtsw.) Sicherstellung, Be¬
schlagnahmung zur Sicherung der
Zwangsvollstreckung »Sein Besitz
wurde vorläufig unter Arrest gestellt.«
Ar|rast|zel|le: dato die; - ; -n Zelle, in
der eine Person ihre Zeit der Bestra¬
fung verbringen muß
ar[i»|tje|re»: </>.) arretierst; arretiertest;
hast arretiert 1 [veralt.] jmdn. verhaf¬
ten, festnehmen »Der Taschendieb
wurde arretiert.« 2 ein Gerät, eine Sa¬
che o. ä., so einstellen, daß dessen be¬
wegliche Teile blockiert werden, fest¬
gestellt, gesperrt sind »eine Waage ar¬
retieren«
Aijrijval: tfr.-engh finaiwri/ o. Art.; -; -
a) Ankunft (eines Flugzeuges) b) Be¬
reich, in dem die Flugzeuge ankom¬
men
ar|ri|vjerfc dat.-fr.> /arriwirt/ Adj. arri¬
vierter; arrivierteste aj erfolgreich;
92
Artikel
von der Öffentlichkeit anerkannt »Er
ist ein arrivierter Schriftsteller,
Schauspieler.« b) [abwert.] (nur) em¬
porgekommen
ar]ro|gant: dal.-fro Adj. arroganter; ar¬
roganteste [oft abwert.] vom Wesen
od./u. von der Art eingebildet; (ver¬
meintliche) Überlegenheit zur Schau
stellend, demonstrierend »Sie ist eine
arrogante dumme Ziege.« Syn.: über¬
heblich; hochnäsig
Ar]ro|ganz: dato die; - ; - [oft abwert.]
Eingebildetheit; Zurschaustellung
von Überlegenheit, Syn.: Überheb¬
lichkeit
ar[ron|die|ren: dat.-fr.i /arrongdiren/ ar¬
rondierst; arrondiertest; hast arron¬
diert 1 (etw. mit, durch etw.) Zusam¬
menlegen, abrunden »Sie arrondier¬
ten ihren Grundbesitz.« 2 etw. (z. B.
Ecken, Kanten) abrunden »Er arron¬
dierte die Kanten des Brettes.«
Ar|ron|die|rung: dat.-fr.; dt.>
/arongdirung/ die; - ; -en das Arron¬
dieren, Äbrunden, Zusammenlegen
Ars anftijqua —> Ars An|ti|qua: dato
/arß antikwa/ die; - ; - (Musik) Zeit,
in der die Mensuralmusik besonders
in Paris ihren Höhepunkt erreichte
(13. u. 14. Jhd.)
Ars no|va —* Ars Nojva: dato /arß
nowa/ die; - ; - <Musik> im 14. Jhd.
die neue Strömung in der französi¬
schen Musik
Arsch: der; -(e)s; Ärsche 1 [derb; land-
schaftl; ugs.] Hintern; Gesäß »Beweg’
endlich deinen Arsch vom Sessel weg!«
2 [derb; beschimpfend] hinterhältiger,
dummer, feindlich gesonnener
Mensch »Mit diesem Arsch will ich
nichts zu tun haben.« Syn.: <1> Hin¬
tern; Popo; [geh.] Gesäß 3 Arsch mit
Ohren: [derb; beleidigend] Blödmann;
Widerling 4 Leck’ mich am Arsch!:
[derb, beleidigend] Hau’ ab!; Laß’
mich zufrieden! 5 jmdm. in den Arsch
kriechen: [derb] jmdm. auf widerliche
Weise schmeicheln, um sich persönli¬
che Vorteile zu verschaffen 6 sich
(vor Wut) in den Arsch beiBen
(können): [derb] sich (über die eigene
Person) sehr ärgern; (auf sich selbst)
sehr wütend sein 7 a) einen kalten
Arsch haben: [derb] gestorben sein b)
den Arsch zusammen-, zukneifen:
[derb] sterben 8 am Arsch der Welt
<Ort> [derb] sehr abseits gelegen, ein¬
sam u. langweilig 9 jmdm. am Arsch
Vorbeigehen: [derb] jmdn. nicht in¬
teressieren 10 jmdm. geht der Arsch
auf Grundeis: [derb] es mit der Angst
(vor Entdecken, möglichen Folgen,
Konsequenzen) zu tun kriegen 11 in
den Arsch treten: [derb] auf jmdn.
einwirken, so daß er etw. tut 12 sich
den Arsch ablaufen: <verst.> [derb]
sich sehr bemühen, etw. zu erreichen,
zu erledigen 13 in den Arsch geknif¬
fen sein: [derb] Pech (gehabt) haben
14 mit dem Arsch nicht ansehen,
angucken: [derb] etw. od. jmdn. völ¬
lig verachten, ablehnen u. daher keine
Beachtung (mehr) schenken 15 den
Arsch offen haben: [derb; beleidi¬
gend] nicht ganz normal sein; be¬
scheuert, blöd, bekloppt sein 16 sich
den Arsch abfrieren: <verst.> [derb]
extrem, überaus frieren 17 sich den
Arsch aufreiBen: (verst.) [derb] sich
sehr viel Mühe geben 18 a) in den
Arsch gehen: [derb] kaputt gehen b)
im Arsch sein: [derb] kaputt sein
Arsch|gei|ge: die; - ; -n (Schimpfwort)
[derb] Idiot, dumme, hinterhältige
Person »Hau ab, du Arschgeige!«
arsch|klar/arsch|klar: Adj. n. stg. [derb;
abwert.] völlig selbstverständlich
Arsch|krie|cher. der; -s; - weibl.
Arsch|krie|che|rin: die; - ; -nen [derb;
abwert.] Mensch, der besonders über¬
trieben schmeichlerisch ist
Arsch|le|der: das; -s; - [bergmanns-
sprl.] als Schutz bei der Arbeit dienen¬
des Leder für Bergleute, halbrund ge¬
schnitten u. über dem Gesäß hängend
getragen
Arsch|loch: das; -fe)s; Arschlöcher
[derb] 1 After 2 «ibertr.; Schimpf¬
worb [derb] Idiot, dumme, hinterhäl¬
tige Person »Verschwinde, du Arsch¬
loch!«
Aijsen: <gr.-lato das; -s; - (giftiger) che¬
mischer Grundstoff, Halbmetall
Aijse|nal: <arab.-ito das; -s; -e 1 <Milit.>
Lager für Waffen; Vorrat an Waffen
»Die Munition nUtß aus dem Arsenal
geholt werden.« 2 Vorratsraum für
Waren o. ä.
Arte die; ~ ; -en 1 Weise, etw. zu tun, sich
zu geben »Er hat eine nette Art an
sich.« 2 etw., was Ähnlichkeit, Ge¬
meinsamkeiten mit etw. hat »Er hielt
eine Art Schaufel in der Hand.« 3 Sor¬
te, Kategorie, besondere Ausprägung
von etw. 4 <Bio.> Stufe, Klasse in der
systematischen Einteilung aller Lebe¬
wesen »Diese Art ist ausgestorben.« 5
Art u. Weise: wie; auf welchem Weg;
nach welchem Prinzip »Auf diese Art
u. Weise können Sie nicht mit mir
reden.« 6 das ist doch keine Art (u.
Weise): [ugs.] so etw. tut man nicht;
das ist unmöglich; so geht das nicht;
so kann man etw. nicht machen 7
nach Art des Hauses: l. (Speisen; Re¬
staurant) nach einem speziellen Re¬
zept »Hummercocktail nach Art des
Hauses« 2. wie üblich 8 nicht die fei¬
ne (englische) Art sein: nicht korrekt
gehandelt; unfair sein 9 a) in jmds.,
nach jmds. Art schlagen: (Charakter)
so sein wie eine andere (meist ver¬
wandte) Person b) aus der Art
schlagen: (Charakter) sich von der
Familie stark unterscheiden
Art noulveau: <fro /ar nuwo/ die; ~ •
(Kunsb englischer u. französischer
Jugendstil
Art: Abk. 1 (Med.) Arterie = Schlag¬
ader 2 (Milit.) Artillerie 3 Artikulati¬
on 4 Artist(in) 5 Artikel = 1. Ab¬
schnitt eines Gesetzes 2. (Handel) Wa¬
re 3. Aufsatz in einer Zeitung 4.
(Sprachwiss.) Geschlechtswort
Art|an|ga|be: die; ~ ; -n (Sprachwiss.)
Ümstandsergänzung od. freie Um¬
standsangabe
Art-di|rec|tor —» Art|di|rec|tor/Art-Di|-
recjtor: <englo der; -s; -s
künstlerische(r) Leiter(in) einer Wer¬
beagentur o. ä.
Arfte|fakt: dato das; -(e)s; -e 1 [geh.]
etw., was von Menschenhand ge¬
schaffen wurde 2 (Med.) Verände¬
rung, Verletzung am eigenen Körper
(meist selbst beigefügt, um jmdn. zu
täuschen) 3 (Archäologie) von Men¬
schen geformter, beeinflußter Gegen¬
stand
art[ei[gen: Adj. n. stg. (Bio.) der eigenen
Art an-, zugehörend, zuzuordnen
arjten|reich: Adj. (Bio.) vielfältig; reich
an verschiedenen Arten
Aijten|schutz: der; -es; - (Bio.) offizielle
Maßnahmen zum Schutz von Tierar¬
ten, Pflanzenarten, die vom Ausster¬
ben bedroht sind »Die Unterzeich¬
nung dieses Abkommens für den Arten¬
schutz war dringend notwendig.«
Ar|ten|viel|falt: die; ~ ; - (Bio.) Vielfalt
vorkommender Tier- u. Pflanzenar¬
ten in einem bestimmten Bereich
art]er|hal|tend: Adj. n. stg. (Bio.) dem
Schutz, der Erhaltung der eigenen
Art förderlich
Aijte|rie: <gr.-lato /arteri«/ die; ~ ; -n
(Med.) Schlagader »Bei dem Unfall
wurde die Arterie verletzt.«
ar[tejri|ell: tgr.-lato Adj. n. stg. die Arte¬
rie betreffend, ihr zuzuordnen
Aijte|ri|en|verfkal|kung: tgr.-lat.; dto
die; - ; -en (PI. s.) (Med.> [ugs.]
krankhafte Kalkablagerung an der
inneren Wand der Arterie, Syn.:
[fachsprl.] Arteriosklerose
Ar|te|rio|skle|ro|se —* Ar(te|ri|o|s|kJe|-
ro|se: <gr.-lato die; - ; -n (Med.)
krankhafte Kalkablagerung an der
inneren Wand der Arterie »Besonders
ältere Menschen leiden häufig an Arte¬
riosklerose.« Syn.: [ugs.] Arterienver¬
kalkung
artte|rio|skle|ro|tisch —> ar|te|ri|o|s|-
kle|rojtisch: <gr.-lato Adj. n. stg. die
Arteriosklerose betreffend; an Ver¬
kalkung der inneren Arterienwand
leidend
art|fremd: Adj. n. stg. (Bio.) nicht zur ei¬
genen Art gehörend '
Art|ge|nos|se: der; -n; -n weibl. Art|ge|-
nos|sin: die; -; -nen zur selben Art ge¬
hörendes Lebewesen, Tier
Ar]tlirj|tis —» Ar|th|ri|tis: (gr.-lato die;
- ; Arthritiden (Med.) Entzündung
der Gelenke »Großvater leidet an einer
schmerzhaften Arthritis.«
ar|thri|tisch —> ar|th|rf|tisch: <gro Adj.
n. stg. (Med.) von Arthritis befallen
»arthritische Finger«
Aijthro|se—» Ar|th|rg|se: <gro die; - ; -n
(Med.) chronische Erkrankung, die
durch die Abnutzung eines Gelenks
entsteht
Ar|thro|sko|pje —* Arjth|ro|s|ko|pie:
<gro die; - ; -n (Med.) Üntersuchung,
bei der man das Innere eines Gelenks
mit Hilfe einer Sonde (auf Brüche,
Risse, Mißbildungen, Knorpelabnut¬
zungen o. ä.) betrachten, untersuchen
kann
ar]ti|fi|zi|eil: dat.-fro Adj. n. stg. a) künst¬
lich (nicht natürlich) b) [geh.] unecht,
gekünstelt wirkend
arjtig: Adj. (im Verhalten) gehorsam (u.
höflich) »Das ist aber ein artiges
Kind!« Ant.: unartig
Ar|tig|keit: die; - ; -en a) o. Pt. (meist
Kind) vorbildliches Benehmen b) m.
PL Höflichkeit; Kompliment;
Schmeichelei o. ä.
Aijbjkel: dato der; -s; - 1 Beitrag in
einer Zeitung, Zeitschrift o. ä. 2
(Sprachwiss.) Wortart, die das gram¬
matische Geschlecht eines Nomens,
93
Artikulation
Hauptwortes angibt »'Der', "die’ u.
'das’ sind bestimmte Artikel. • Die Ar¬
tikel 'ein', 'eine' u. 'ein' sind
unbestimmt.« 3 (Handel) Ware; Ver¬
kaufsgut
Ar|ti|ku|la|ti|on: dat.) /artikulazion/ die;
- ; -en 1 die Aussprache; die Bildung
von Lauten »Seine Artikulation ist
mangelhaft.« 2 Äußern, Aussprechen,
Formulieren
arjti|ku|lie|ren: dat.) artikulierst; artiku¬
liertest; hast artikuliert 1 etw. (ver¬
ständlich) aussprechen »Er artikuliert
gut.« 2 etw. zum Ausdruck bringen,
sagen
ar|ti|ku|lie]ren, sich: artikulierst dich; ar¬
tikuliertest dich; hast dich artikuliert
deutlich werden; etw. zum Ausdruck
bringen; sich zeigen
Aijtil|le[rie/Ar[til|le|ife: <fr.> die; - ; -n jar-
tillerPn/ <Milit.> Truppengattung, die
mit schwerem Geschütz ausgerüstet
ist »Er wurde zur Artillerie versetzt.«
Aijtil|le|rjst: </r.> der; -en; -en weibl. [sel¬
ten] Ärjtit|le|rjjstin —» Ar|til|le|ris|tin:
die; - ; -nen Soldat(in), der/die zur
Truppengattung der Artillerie gehört
Artischocke (Ar|ti|schok|ke —> Arjtil-
schpjcke): <it.> die; - ; -n a) Distel¬
pflanze mit großen Blütenköpfen, de¬
ren unterer Teil als Gemüse gegessen
wird b) <Speise> zubereitete Blüten¬
knospe der Artischocke
Ar|tist: dat.-fr.) der; -en; -en weibl. Arti¬
stin—» Arjtisftin: die; - ; -nen Künst¬
lerin), der/die im Zirkus auftritt u.
die Zuschauer mit kunstvollen Turn-
u. Geschicklichkeitsübungen unter¬
hält »Er arbeitet als Artist auf dem
Hochseil.«
Artistik —» Ar|t|s|tik: dat.-fr.) die; - ; -
a) als Vorführung im Zirkus dargebo¬
tene Geschicklichkeit b) besondere
körperliche Geschicklichkeit
artistisch —*■ ar]tis|tisch: dat.> Adj. 1
a) körperlich sehr beweglich, ge¬
schickt b) in der Art eines Zirkusarti¬
sten 2 (Musik) von besonderer techni¬
scher Perfektion
artjverjwandt: Adj. n. stg. (Lebewesen)
von ähnlicher Art, Spezies
Art|wort: das; -(e)s; -Wörter (Sprach-
wiss.) Adjektiv; Eigenschaftswort
Aiz|ne|: die; - ; -en Medikament (gegen
Beschwerden o. ä.) »Der Internist ver¬
schrieb eine spezielle Arznei, um den
Blutdruck zu senken.« Syn.: Medizin;
Medikament
Arz|ne||buch: das; -(e)s; -bücher amtli¬
ches Verzeichnis, in welchem man die
Daten von Arzneimitteln nachlesen
kann
Arz|nei|mit|tel: das; -s; - Mittel zur Hei¬
lung, Beschwerdeerleichterung; Me¬
dikament
Arz|nei|pflan|ze: die; - ; -n Pflanze, aus
der Heilmittel gewonnen werden »Ka¬
mille ist eine Arzneipflanze.«
Arzte (gr.-lat.) der; -es; Ärzte weibl. Ärz¬
tin: die; ~ ; -nen Person, die nach Be¬
endigung des Medizinstudiums u. der
klinischen Ausbildung die staatliche
Zulassung (Approbation) erhalten
hat, um Kranke zu behandeln, zu
operieren, Krankheiten zu diagnosti¬
zieren »Sie arbeitet als Ärztin im
Krankenhaus.«
Äiz|te|kam|mer: die; - - Berufs- u.
Standesvertretung der Ärzte
Ärz|te|schafte die; - ; - (Bezeichnung für
die) Gesamtheit der Ärzte (als Berufs¬
stand)
Arzt|hel|fe|rin: (gr.-lat.; dt.) die; - ; -nen
(Beruf) Angestellte in einer Arztpra¬
xis, die verwaltungstechnische u. ein¬
fachere medizinische Aufgaben zu
verrichten hat
ärzti.: Abk. ärztlich
Arztjpra|xis: <gr.-lat.> die; ~ ; -praxen
Räume (mit speziellen Vorrichtun¬
gen), in denen ein niedergelassener
Ärzt seinen Beruf ausübt, Patienten
behandelt
Arztwahl: (gr.-lat.; dt.> die; ~ ; - in der
Wendung freie Arztwahl haben: das
Recht haben, sich seinen Arzt selbst
auszusuchen, einen Arzt seiner eige¬
nen Wahl zu konsultieren
As —»• Ass: <Iat.-fr.> das; -ses; -se 1
höchste Spielkarte beim Kartenspiel
»Er zog ein As# 2 Person, die auf ei¬
nem Gebiet besonders fähig ist »Er ist
ein As als Klempner.«
Asb.: Abk. Asbest = feuerfeste Faser
As|beste (gr.-lat.) der; -(e)s; -e (für den
Menschen schädlicher) mineralischer
Faserstoff, der feuerfest ist
As|best|an|zug: (gr.-lat.; dt.) der; -(e)s;
-anzüge feuerfester Änzug, Overall
aus, mit Asbest als Schutzkleidung
As|best|plat|te: (gr.-lat.; dt.) die; - ; -n
Untersatz, Wandverkleidung aus As¬
best, der/die wärmeisolierend ist
As|best|staub: (gr.-lat.; dt.> der; -(e)s;
-stäube (PI. s.) giftiger Staub, der ent¬
steht, wenn Asbest verarbeitet wird
asch|blond: Adj. n. stg. (Haarfarbe) von
stumpfem Mittelblond
Asche—»• A|sche: die; - ;-u. (Technik)
-n 1 Rückstand von verbranntem Ma¬
terial »Sie fegte die Asche aus dem
Kamin.« 2 [ugs.] Kleingeld 3 sich
Asche aufs Haupt streuen: [meist
scherzh.] etw. bereuen
Äsche—» Ä|sche: die; - ; -n (Zool.) im
Süßwasser lebender, zu den Lachsfi¬
schen gehörender Fisch
Asch|ei|mer/Aschen|ei|mer —> Asch[-
ei|mer/A|schen|ei|mer: der; -s; - Ei¬
mer für die Asche (aus einem Kohle¬
herd, -ofen)
Aschenbahn—> A|schen|bahn: die; - ;
-en (Sport) Rennbahn für Laufwett¬
bewerbe mit einer Schlackendecke,
-Unterlage
Aschen|be|cher —» A|schen|be[cher:
der; -s; - Gefäß zur Aufnahme von
Zigaretten-, Zigarrenasche u. Stum¬
meln, Filtern o. ä.
Aschen(bro|del —> A|schen|brö|del:
das; -s; - (PI. s.) 1 o. PI. Gestalt aus
einem Märchen, die von der Familie
als Dienstmagd mißbraucht wird,
letztlich aber ihr Glück macht 2 un¬
scheinbare Frau
Aschen|ei|mer/Asch|ei|mer —» A|-
schen|ei|mer/Asch|el|mer: der; -s; -
Eimer für die Asche (aus einem Koh¬
leherd, -ofen)
Aschen|platz —> A|schen|platz: der;
-es; -platze (Sport) (Sport-, Spiel-)
Platz, dessen Auf-, Unterlage aus ge¬
mahlener Schlacke besteht
Aschen|put|tel —> A|schen|put|tel: das;
-s; - (PI. s.) 1 o. PI. Märchengestalt,
die von der Familie als Dienstmagd
mißbraucht wird, letztlich aber ihr
Glück macht 2 unscheinbare Frau 3
Mädchen, das unordentlich, schmud¬
delig o.ä. ist
Aschen|re|gen—» A|schen|re|gen: der;
-s; - Niederschlag aus vulkanischer
od. radioaktiver Asche (nach einem
Vulkanausbruch bzw. einer Atom¬
bombenexplosion)
Ascher —» A|scher: der; -s; - [ugs.]
kurz für Aschenbecher = Gefäß, in
das man die Asche von Zigaretten,
Zigarren abstreift u. die Reste hinein¬
legt
Ascher|mitt|woch —* A|scher|mitt|-
woch: der; -(e)s; -e (Religion) Beginn
der Fastenzeit im Christentum; der 1.
Tag nach dem Ende der Karnevals-,
Fastnachtszeit
aschfahl: Adj. von blaßgrauer Farbe
»Bei der schlechten Nachricht wurde
sein Gesicht aschfahl.«
asch|grau: Adj. n. stg. 1 von dumpfer,
grauer, schmutziger Farbe 2 bis ins
Aschgraue: [ugs.] ohne Ende; unend¬
lich »Sie redeten bis ins Aschgraue.«
As|co(ib|n|säu|re/As|kor|bin|säu|re:
(gr.; di.) die; -; - (Chemie) Vitamin C
As-Dur das; - ; - (Musik) auf dem As,
dem um einen Halbton erniedrigten
A als Grundton aufbauende Dur¬
Tonart
As-Dur-Ton|lei|ter die; • ; -n (Musik)
auf dem Äs, dem um einen Halbton
erniedrigten A als Grundton aufbau¬
ende Dur-Tonleiter
äsen —» ä|sen: äst; äste; hat geäst
(Tier> Nahrung aufnehmen (bei Hir¬
schen, Rehen u. allen Antilopen)
Das Reh äst auf der Wiese.«
aseptisch —» a|sep|tisch: (gr.> Adj. n.
stg. <Med.) 1 keimfrei 2 nicht auf eine
Infektion zurückzuführen
asiajtisch —> a|si|a|tisch: Adj. n. stg.
mit Asien in Zusammenhang stehend;
Asien betreffend, zuzuordnen »asiati¬
sche Kultur ♦ asiatische Speisen«
Asi|en —» Ajsi|en: o. Art.; -s; - der
größte vonfünf Kontinenten; mit Eu¬
ropa eine gemeinsame Landmasse bil¬
dender Erdteil
As|ke|se: (gr.-lat.) die; - ; - enthaltsame
Lebensweise, verbunden mit Abkehr
von weltlichen Freuden, oft aus reli¬
giösen Motiven
As|ket: (gr.) der; -en; -en weibl. As|ke|-
tin: die; - ; -nen Person, die entsa¬
gungsvoll, enthaltsam lebt
as|ke]tisch: (gr.) Adj. a) entsagungsvoll;
enthaltsam b) den Eindruck eine(s)(r)
Asketen/Asketin hinterlassend
As|korjbjn|säu|re/As|cor|bin|säu|re:
(gr.; di.) die; -; - (Chemie) Vitamin C
Äs|ku|lap|nat|ten (gr.-lat.; dt.) die; - ; -n
(Zoo.) Schlangen-, Natterart
Äs|ku|lap|stab: (gr.-lat.; dt.) der; -(e)s;
-Stäbe (Sinnbild der Heilkunst) Stab
Äskulaps, des griechischen Gottes
der Heilkunde, von einer Schlange
umwunden
as-Moll: das; - ; - (Musik) auf dem As,
dem um einen Halbton erniedrigten a
als Grundton aufbauende Moll-Ton¬
art
as-Moll-Tgn|lei|ten die; ~ ; -n (Musik)
auf dem as, dem um einen Halbton
94
ASU
erniedrigten a als Grundton aufbau¬
ende Moll-Tonleiter
aso|zi|al —* a|so|zi|ai: <gro Adj. nicht
fähig, ein Leben in der normalen Ge¬
sellschaft, Gemeinschaft zu führen:
nicht sozial
As|pekt <lat.> der; -(ejs; -e Gesichts¬
punkt; Betrachtungsart »Es gibt noch
verschiedene Aspekte zu beachten.«
As|phatt/As|phaifc <gr.-lat.-/r.> /aßfalt/
der; -(ejs; -e Material, das als Stra¬
ßenbelag verwendet wird
a8|phal|tif|ren: <gr.-lat.-fr.; dto
/aßfaltim/ asphaltierst; asphaltier¬
test; hast asphaltiert eine Straße mit
Asphalt überziehen
Aspik —» As|pik: (fro der u. [ästen.]
das; -(ejs; -e steife, durchsichtige
Masse, hergestellt mit (natürlicher)
Gelatine »Hähnchenfleisch in Aspik«
Aspirant —> As|pi|rant: Uat.-fro der;
-en; -en weibl. Aspijrgnftin —» Asjpij-
ranjtin: die; - ; -nen Bewerberin) für
etw., eine Stelle; Anwärter(in) für die
Beamtenlaufbahn
Ass.: Abk. 1 Assessor 2 Assistent
—* Ass: s. As
Asjse|ku|ranz: dat.-ito die; - ; -en [ver-
alt.j Versicherungsgesellschaft; Versi¬
cherung
As|sel: die; • ; -n <Zoob kleines Krebs¬
tier, das in Sümpfen u. an dunklen,
feuchten Stellen vorkommt
As|sem|bler —> As|sem|b|ler: dat.-fr.-
englo /ässämbler/ der; -s; - <EDV> 1
Programm, das die Umsetzung einer
Programmiersprache für eine be¬
stimmte Maschine ermöglicht 2 eine
bestimmte Programmiersprache
As|ses|sor. dato der; -s; Assessoren
weibl. As|ses|so|rin: die; - ; -nen
<meist Rechtsw.) Anwärter(in) der hö¬
heren Beamtenlaufbahn nach dem 2.
juristischen Staatsexamen
As|si|mi|la|ti|on: dato /assimilazion/ die:
- ; -en (PI. s.) 1 a) <Bio.> das Umwan¬
deln von aufgenommenen Stoffen in
körpereigene Stoffe b) <übertr.> An¬
passung; Angleichung »die Assimila¬
tion aneine fremde Umgebung« 2 (Psy¬
chologie) Verschmelzung alter Vor¬
stellungen mit neuen 3 <Soziol.> An¬
gleichung einer Person an die Eigen¬
arten von (einer) anderen 4 <Sprach-
wiss.) in der Sprachgeschichte
erfolgte Angleichung von einem Kon¬
sonanten an einen anderen 5 (Gene¬
tik) ein erworbenes Merkmal, das
erblich fixiert wurde
as|si)mi|lje|rsn, steh: dato assimilierst
dich; assimiliertest dich; hast dich assi¬
miliert sich anpassen »Nach u. nach
haben sich die Einwanderer assimi¬
liert.«
As[si|stent —> As|sis|tent: dato der:
-en; -en weibl. As|si|sten[tin —* As|-
sisjtenftin: die; - ; -nen 1 a) Person,
die als Mitarbeiterin) jmd. anderem
nach dessen Anweisungen bei der
Ausübung einer Arbeit, Tätigkeit
hilft od. ihn/sie unterstützt b) Mitar¬
beiterin) eines Hochschullehrers,
der/die auch als Dozentin) tätig ist
As|$i|stenz—» Asjsis|tenz: dato die; - ;
-en (PL s.) Hilfe, Züarbeit bei einer
Tätigkeit »Er benötigte die Assistenz
eines Mitarbeiters.«
As)si|stenz|arzt —> As[sis|tenzjarzt:
dat.: dto der; -es; -ärzte weibl. As|si|-
stenz|ärz|tin —*■ As|sis|tenz|arz(tin:
die, -; -nen einem Chefarzt, Facharzt
unterstellle(r), bereits voll, ausgebil¬
deter, approbierte^) Arzt/Ärztin
»Mein Sohn ist Assistenzarzt im Kran¬
kenhaus.«
as|si|stie|ren —» as)sis|tie|ren: dato as¬
sistierst; assistiertest; hast assistiert
jmdm. nach dessen Anweisungen bei
der Ausübung eines Berufes, einer
Tätigkeit helfen
As|so|lu|ta: dai.-ito die; - ; -s Starsänge¬
rin od. -tänzerin, Primadonna in
Oper od. Ballett
As|so|nanz: dato die; - ; -en (Sprach-
wiss.> Gleichklang zwischen zwei od.
mehreren Wörtern, der sich auf Vo¬
kale beschränkt »Die Wörter 'Sang¬
Klang ’ bilden eine Assonanz.«
As|so|zia|ti|on —> As|so|zi|a(ti|on: dat.-
fro /assöziazion/ die; - ; -en 1 (Psy¬
chologie) spontane, nicht gesteuerte
gedankliche Verbindung 2 Zusam¬
menschluß od. Verbindung, um sich
gegenseitig zu unterstützen 3 (Che¬
mie) Zusammenschluß von Molekü¬
len zu einem Molekülkomplex 4(Pol.>
Slaatenzusammenschluß ohne das
Eingehen eines Bündnisses
as|so|zijie|ren: dato assoziierst; assozi¬
iertest; hast assoziiert [geh.] Gedan¬
ken, Vorstellungen mit etw. verbin¬
den »Damit assoziiere ich etw. Erfreu¬
liches.«
as|so|zi|ie(ren, sich: dato assoziierst
dich; assoziiertest dich; hast dich
assoziiert sich zusammentun, vereini¬
gen, anschließen
ASt: Abk. 1 Anmeldestelle 2 Antragstel¬
ler 3 Außenstelle
Ast- der;-(e)s; Aste 1 bei einem Holzge¬
wächs (Baum, Strauch, Busch) vom
Stamm ausgehender stärkerer Teil,
Zweig, von dem aus wiederum die
kleineren, schwächeren Zweige mit
Blättern abgehen, ausgehen 2 o. PL
[landsch.] Rücken 3 sich auf dem, ei¬
nem absteigenden/aufsteigenden
Ast befinden; auf dem, einem abstei¬
genden/aufsteigenden Ast sein: mit
jmdm.. seinen Leistungen, seiner
Karriere geht es abwärts/aufwärts 4
einen Ast durchsägen: [ugs.] laute
Schnarchgeräusche von sich geben S
sich einen Ast lachen: [ugs.] heftig la¬
chen 6 den Ast absägen, auf dem
man sitzt: [ugs.} den eigenen Unter¬
gang bewirken; durch eigenes Ver¬
schulden die Existenzgrundlage, Le¬
bensgrundlage verlieren
AStA: Kurz u. der; - u. -s; Asten Allge¬
meiner Studentenausschuß = von
den Studenten einer Hochschule ge¬
wähltes Gremium, das an der Verwal¬
tung beteiligt ist
asten —> asjten: astest; astetest; hastl
bist geastet [ugs.} sich sehr plagen, an¬
strengen, abmühen
Aster—» As|ter: die; -; -n in vielen Far¬
ben vom Sommer bis zum Herbst blü¬
hende Pflanze
Aste|ris|kus —» Asjte|ris|kus: (gr.-lato
der; ; Asterisken Sternchen als Hin¬
weiszeichen »Das '*' nennt man Aste-
riskus.«
Aste|ro[id —*• Asjte|rojid: <gro der; -en;
-en (Astronomie) kleinerer Planet
Ast|ga|bel: die; ~ ; -»Steile eines abzwei¬
genden od. sich verzweigenden Astes
»In der Astgabel ist ein Vogelnest.«
Äs|the|t(k: <gro die; - , -en 1 Wissen¬
schaft, Lehre vom Schönen 2 o. PL
Schönheit »Beachten Sie die Ästhetik
der Skulptur.« io. PL der Schönheits¬
sinn
äs|the)tisch: <gro Adj. 1 entsprechend
den Gesetzen der Ästhetik »Das war
eine ästhetische Darbietung.« 2 schön;
stilvoll; geschmackvoll o. ä.
Asth|ma: <gro das; -s; • (Med.) chroni¬
sche, aber in Anfällen aufretende Be¬
hinderung der Atmung »Das Kind lei¬
det an Asthma.«
Asth|ma}ti|ker: (gr.-lato der; -s; - weibl.
Asth|ma|tl|ke|rin: die; - ; -nen Person,
die Asthma hat, an Asthma leidet
astfi|ma]&sch: Adj. n. sig. a) bedingt
durch Asthma »Wegen asthmatischer
Beschwerden hat er einen Arzt
konsultiert.« b) auf Asthma zurückzu¬
führen, es betreffend
Astjloch: das; -(e)s; -Löcher Loch in ei¬
nem Baum od. in bereits bearbeitetem
Holz an der Stelle, an der einmal ein
Ast abzweigte
Astral|licht—» As|t)ral|licht: das; -(ejs;
- (Astronomie) Lichtschein, -Schim¬
mer, der zwischen den Sternen der
Milchstraße zu sehen ist
astfrein: Adj. n. stg. 1 ohne Äste; frei
von Ästen »Das sind astreine
Bretter.« 2 [ugs.] ohne Bedenken; ein¬
wandfrei »ein astreines Geschäft« 3
[jugendsprl.] prima; toll; gut
Astro|lo|ge —> As|t|ro)lo|ge: (gr.-lato
der; -n; -n weibl. Astro|lg|gin—*■ As|-
t|ro|lp|gin: die; -; -nen Person, die sich
(beruflich od. als Hobby) mit der
Astrologie, Sterndeutung beschäftigt
Astro|lo|gie —* As|t|ro|lo|gie: (gr.-lato
die; * ; - Lehre, die aus der Bewegung,
Konstellation von Gestirnen Rück¬
schlüsse auf Personen, Ereignisse u.
ä. zieht; Stemdeutung
Astrolnaut —> Asltlrolnaut; <gro der;
-en; -en weibl. Astrolnaultin —* As|t|-
ro|nau|tin: die; - ; -nen Person, die für
die Arbeit im Weltraum ausgebildet
wurde, ins Weltall geflogen ist
Astro|nom —» Asjt)ro|ngm: <gr.-lato
der; -en; -en weibl. Astro|ng|min —>
A$|t|ro|ngjmin: die; - ; -nen Wissen-
schaftler(in), der sich mit dem Gebiet
der Astronomie beschäftigt
Astrojno|mie —»• As[t|rojno|mie: (gr.-
lato die; - ; - Stern-, Himmelskunde;
Wissenschaft von den Himmelskör¬
pern u. ihrer Bewegung
astro|ng|misch —» as|t|ro|ng!misch:
(gr.-lato Adj. n. stg. 1 auf der Astro¬
nomie beruhend, sie betreffend, ihr
zuzuordnen 2 [ugs.] besonders groß,
hoch; fast unvorstellbar
Astro|phy|sik/Astrotphy]sik —» As|t[-
ro|phy|sik: <gro die; -; - Teilgebiet der
Astronomie, das sich mit dem physi¬
kalischen Aufbau der Sterne, des Älls
beschäftigt ..
Astjwerk: das;-(ejs; -e (PL s.) alle Äste
eines Baumes »Die Katze ist in das
Astwerk geklettert.«
ASU: Abk. 1 wird häufig als Kurzwort
gesprochen (Kraftfahrzeuge) Abgas-
95
Ami.
sonderuntersuchung 2 Arbeitsge¬
meinschaft selbständiger Unterneh¬
mer 3 Nachrichtentechnik! automa¬
tische Störunterdrückung
Asu.: Abk. <Kraftfahrzeuge> Abgasson¬
deruntersuchung
ASU-Pta|ket|te: die; - ; -n Aufkleber am
vorderen Nummernschild von Kraft¬
fahrzeugen, der bescheinigt, daß eine
Abgassonderuntersuchung durchge¬
führt wurde
Aayt —*■ AJsyl: <gr.-lat.> /asül/ das; -s; -e
1 ■) Zufluchtsort für (politisch) Ver¬
folgte b) Aufnahme einer Person in ei¬
nem Staat, an einem Ort (aufgrund
von politischer Verfolgung im
Heimatland) »Sie hat (politisches)
Asyl beantragt.« 2 Unterkunft (für
Obdachlose)
Asyttarrt —>■ A|sy|lanC /asülant/ der;
-en; -en weibl. Asy(t£n{tin —» A|sy|-
lan|tin: die; - ; -nen Person, die Asyl
(I), Aufnahme in einem Staat bean¬
tragt bzw. erhalten hat, da sie in der
Heimat politisch verfolgt, bedroht ist
Asyl|an|trag —* A|syf|an|trag: <gr.-lat.;
dt.) /asül-/ der;-(ejs; -antrage Antrag
von jmdm. mit der Bitte an einen
Staat, ihm Asyl (I), Zuflucht zu ge¬
währen
Asyt|ba|war|ber —* A|sylfbe{werfber
<gr.-lat.; dt.) /asül-/ der; -s; - weibl.
Asy)jb*tw«r|b«irin —» A|syt|be)wer)-
be|rin: die; - ; -nen Person, die um po¬
litisches Asyl (1), Zuflucht bittet
Astflracht —*• AJayllrecht: tgr.-lat.; dt.)
/asül-/ das; -(e)s; - <Rechtsw.> verfas¬
sungsmäßig festgeschriebenes Recht
auf Asyl (1), Zuflucht, Aufnahme für
Menschen, die in ihren Heimatlän¬
dern aus politischen o. ä. Gründen
verfolgt werden
Aaymjmeftri* —* Afsym|me|t)ne: <gr.>
/asümmetri/ die; • ; -en lasümetrkn/
Ungleichmäßigkeit; Unausgewogen¬
heit »Die Asymmetrie seines Haar¬
schnitts ist wohl der letze Schrei.«
asym|m«ttriach —► a)sym|meft|nsch:
<gr.; dt.> /asümmetnsch/ Adj. n. stg.
nicht gleichmäßig; nicht ausgewogen;
nicht symmetrisch »Die Haare wur¬
den asymmetrisch geschnitten «
aayn(cbron —► a|syn|ch|ron: <gr.>
/asünkron/ Adj. n. stg. nicht ganz
gleichzeitig, nicht mit der gleichen
Geschwindigkeit ablaufend »Ton u.
Bild laufen asynchron.«
A. T: Abk. Altes Testament
aT: Abk. außer Tarif
Ata|vis|mus —► AJtalvisjmus: <lau
/atawißmuß/ der; - ; Atavismen 1
*Bio.> a) eine Generation übersprin-
gende(s) Verhaltensweise od. Merk¬
mal, die/das wieder auftritt (bei
Mensch, Tier od. Pflanze) b) bei etw.,
jmdm. auftretendes Merkmal, das
entwicklungsgeschichtlich als über¬
holt gilt 2 (geh.) etw., was längst über¬
holt geglaubt war, als altertümlich
eingestuft wird
atajvljstisch —> a|ta|vishisch: <Jat.>
/atawißtisch/ Adj. a) den biologi¬
schen, genetischen Atavismus betref¬
fend, ihm zuzuordnen b) (geh.; ab¬
wert .( (gesellschaftlich, technisch
usw.) überholt
Ato(Uar —*• A(te|lier. dat.-fr.) /atelje/
das; -s; -s Arbeitsraum eines Künst¬
lers
Ato|lierfton|stor —» A)te|l|er(fens|ter
</>.; lat.) /atelje-/ das; -s; ~ eingebau¬
tes. schräges Dachfenster
Atejliaijwoti|nung —* A(tejljer|woh|-
nung: <fr.; dt.> /atelje-/ die; - ; -en
(große) Dachwohnung
Atem —» A|tem: der; -s; - 1 ein- bzw.
ausgeatmete Luft »Er holte tief
Atem.« 2 Atom holen, schöpfen: sich
(kurz) ausruhen, um danach wieder
voller Elan etw. zu können 3 in Atem
halten: jmd. vollkommen, die ganze
Zeit beschäftigen, beanspruchen 4
den längeren Atem haben: ausdau¬
ernder als eine andere Person sein 5
den Atem anhatten: gespannt auf
etw. warten 0 jmdm. geht der Atem
aus: l. jmd. ist am Ende seiner kör¬
perlichen Kraft 2. jmd., etw. ist wirt¬
schaftlich am Ende 7 (wieder) zu
Atem kommen: sich erholen; neue
Kraft schöpfen 8 den Atem
verschlagen: jmdn. sehr überraschen,
erstaunen
Atem|be|klem|mung —»■ A|tem|be|-
Memlmung: die; - ; -en angstvolles
Gefühl, nicht genug Luft einatmen zu
können
atom|be|rau|bend —* a|tem|bejrau|-
bend: Adj. besonders schön, aufre¬
gend »ein atemberaubendes Kleid’ein
atemberaubender Film« Syn.: atem¬
raubend
Atem|be|schwer|den —► A|tem|be|-
schwerjden: die (n. Pi) Schwierig¬
keiten. Beschwerden beim Atmen,
Luftholen
Atem|gym|na|sttk —► A|tem|gym|nas|-
ük: die; - ; - Obungen, die helfen, die
Atmung zu verbessern
Atom|ho|lan —► AJtem|ho|len: das; -s; -
das Einsaugen.binziehen der Luft in
den Körper
Atem|l8h|mung —» AJtem|läh|mung:
die; - ; -en <Med.> a) kurze, gelegentli¬
che Lähmung des Atemzentrums b) o.
PI. Lähmung des Atemzentrums mit
tödlichem Ausgang
atem|los —*• a|tem|los: Adj. n. stg. 1
schwer atmend »Der Läufer war nach
dem Rennen völlig atemlos.« 2 sehr
schnell, ohne Unterbrechung 3 voller
Aufregung, Spannung
Atom|lo|aig|keit —» A|tem|lojsig|keft:
die; - ; - das Alemlossein durch An¬
strengung od. innere (An-)Spannung
Atom|luft —* A|tem|luft: die; - ; - Luft
(Zusammensetzung), die man zum At¬
men benötigt, die zum Atmen zur
Verfügung steht
Atem|not —» Ajtem|not: die; - . -
Schwierigkeit, Luft in ausreichender
Menge einzuatmen
Atem|pau|se —* A|tem|pau|se: die; - ;
-n kleine Pause, Unterbrechung, die
der Erholung dient
atem|rau|band —* ajtem|rau|bend:
- Adj. besonders schön, aufregend,
erregend o. ä., daß es jmdm. (fast)
den Atem nimmt »ein atemraubender
Film« Syn.: atemberaubend
Atem(tech|nik —► A|tem|techlnik: die;
-: -en Technik des richtigen Atmens
Atemlübung —*■ A|tem|ü|bung: die; - ;
-en Übung, die dazu dient, die At¬
mung zu verbessern
Atom|wejga —► Ajtemfwelge: die (PI.)
zur Lunge führende Wege, Bahnen
für die Atemluft »eine Erkrankung
der Atemwege«
Atom|zijg —► AJtein|zug: der; -(ejs;
-züge 1 das Einziehen der Luft durch
Nase od. Mund in die Lungen, in den
Organismus »Als er an die frische Luft
kam, machte er einen tiefen A temzug.«
2 im nächsten Atemzug: kurz darauf;
direkt anschließend 3 im selben, glei¬
chen, in einein Atemzug: zur (fast)
gleichen Zeit 4 bis zum letzten
Atemzug: [geh.] bis zum Tod(e)
Athojis^nus —» A(the|ts|mus: <gr.-lat.>
der; - ; - Einstellung, Bewegung, die
die Existenz eines Gottes bestreitet
Atheyst —► A)the|jst <gr.> der; -en; -en
weibl. Atheifstin—> A|the|is|tin: die;
- ; -nen Person, die nicht'an einen
Gott glaubt, dem Atheismus anhängt
athej|stisch —► a|the|is|tisch: <gr.> Adj.
n. stg. a) nicht an einen Gott glau¬
bend; die Existenz eines Gottes ab¬
streitend b) dem Atheismus entspre¬
chend, ihm zuzuordnen
Äthan —* Ahhan: o. Art.; -s; - Haupt¬
stadt von Griechenland
Äther —► Ä|ther: <gr.-lat.) der; -s; - 1
(geh.) W«te des Himmels 2 feines,
den Weltraum durchdringendes Me¬
dium, durch dessen Schwingungen
sich elektrische Wellen ausbreiten
»Die Radiosendung kann man über
den Äther empfangen.« 3 <Chemie>
eine Verbindung, die entsteht, wenn
zwei KohlenwasserstofTreste über ein
Sauerstoffatom miteinander verbun¬
den werden 4 als Narkosemittel u.
Fettlösungsmittel verwendete farblo¬
se Flüssigkeit
üthajrisch —* ä|thejrisch: <gr.-lat.> Adj.
1 sehr zart u. vergeistigt »Sie ist eine
wahrhaft ätherische Erscheinung.« 2
ätherartig, -haltig u. angenehm duf¬
tend »ätherische öle«
Atharjwalpe —► A|thef1wellla: <gr.-lat.:
dt.> die; - ; -n (m. PI.) Radiowelle
Athiglpijan —* Ä}thi|oJpi|en: o. Art.; -s;
- ostafrikanischer Staat
Ath|krt: <gr.> der; -en; -en weibl. Ath|te(-
tin: die; - ; -nen 1 <Sport> Teilnehme¬
rin) an Wettkämpfen 2 (ugs ] Person
mit einem kräftig gebauten, muskulö¬
sen Körper
Athfli^tlk: <gr> die; - ; -1 Gesamtheit al¬
ler schwer- u. leichtathletischen Wett¬
kampfarten »Im Fernsehen wurde
Leichtathletik übertragen.« 2 <hist.>
sportlicher Wettstreit der Athleten im
antiken Griechenland
ath|leftisch: <gr.> Adj. 1 a) muskulös,
kräftig im Körperbau »Er hat eine
athletische Figur.« b) durch Übungen
gut durchtrainiert 2 zur Athletik ge¬
hörend »athletisches Training«
-a|tl|gn/-lpn/-ia|rung: Wortbildungsele¬
ment dient der Substantivierung von
Verben (die auf ’-ieren’ enden) u. ist
dann Ausdruck einer Handlung, eines
Geschehens od. dessen Ergebnis (Be¬
deutungsunterschiede zwischen ’-ati-
on‘ u. ’-ierung' sind meist nicht vor¬
handen; manchmal liegt der Akzent
bei ’-ation’ auf dem Ergebnis, bei ’-ie-
96
Atomzertrümmerung
rang’ auf der Handlung) »Isolation/
Isolierung • Kompensation) Kompen-
sierung«
Atl.: Abk. t Atlantik 2 Atlas
At|lanttik: der; - u. -s; - der Atlantische
Ozean; Weltmeer zwischen Europa u.
Nordamerika
At|lan|tis: das; - ; - (meist o. Art.) My¬
thologie» laut einer Sage ein im Meer
versunkenes Inselreich
atjlan|tisch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. 1 zum
atlantischen Ozean gehörend, ihn be¬
treffend 2 «Pol.; den Atlantikpakt be¬
treffend
At|lan|tl|schar Oze|an —* Atlanti¬
scher OJzejan: der; Atlantischen Oze¬
ans; - Weltmeer zwischen Europa u.
Nordamerika
At|(as: der; - ; - Mythologie; griechi¬
scher Gott, Titan, der die Welt auf
den Schultern trägt
At|las: der; -; - «Geographie; Gebirge in
Nordafrika
Atflas: der; - u. -es; Atlanten u. -se 1
Buch mit geographischen Karten 2
Buch mit Bildtafeln, z. B. anatomi¬
schen Tafeln vom Menschen
Atllaa: <arab.> der; - u. -ses; -se Seiden¬
gewebe
at|men: atmest; atmetest; hast geatmet 1
Luft durch den Mund od. durch die
Nase in den Organismus einziehen 2
«übertr.; erfüllen; erfüllt sein; etw.
empfinden, spüren »Nach den politi¬
schen Veränderungen atmeten die
Menschen den Duft der Freiheit.« 3
frei atmen (können): von nichts u.
niemandem unterdrückt werden,
nicht in der Freiheit eingeschränkt
werden, sondern sich wohlfühlen u.
nach eigenen Ideen u. Vorstellungen
handeln
At|rno|sphä{re —*• At|mo|s|phä[re: <go
/atmoßlare/ die; - ; -n 1 Luftschicht
um die Erde (als Planet gesehen) her¬
um »Die Atmosphäre heizt sich immer
weiter auf.« 2 Stimmung innerhalb ei¬
ner Gruppe von Menschen
atjmo(sphji|riscfi —» at|mo|s|phäJrisch:
<gr.> /atmoßfarisch/ Adj. n. stg. die
Atmosphäre betreffend, ihr zuzuord¬
nen
AT-Mpjton der; -s; A T-Motoren kurz für
Austauschmotor = neu(wertig)er
Motor, der in ein Kraftfahrzeug ein¬
gebaut wird, gegen einen defekten
Motor ausgetauscht wird
At|mung: die; - ; - das Einziehen von
Luft durch die Nase od. durch den
Mund in die Lungen, in den Organis¬
mus
at]mungs)ak|tiv: Adj. Luft durchlas-
~ send; luftdurchlässig »Saumwolle ist
ein atmungsaktiver Stoff.«
At|tnungs|or|gan: das;-(e)s; -e (m. PI.)
Med.; Bio.> die Atmung ermögli¬
chendes menschliches u. tierisches
Körperorgan »Die Lunge ist ein At¬
mungsorgan.«
Atoll —> Aftoll: <engl.-fr.> das; -(e)s; -e
Korallenmsel in einer Ringform
Atom —» Ahorn: <gr.-lat.> das; ~(e)s; -e
<Physik; Chemie; kleinste Einheit ei¬
nes Chemieelementes, die mit chemi¬
schen Mitteln nicht in weitere kleinere
Elemente zerlegbar ist
Atom)ab|fall —* A|tpm|ab|fall: der;
-(e)s; -abfälie atomarer, radioaktiver
Müll '
Atom|an|griff —* A|tpm|an[griff: der;
-(e)s; -e militärischer, kriegerischer
Angriff, bei dem atomare Waffen,
Kernwaffen eingesetzt werden
Atotn|an)trieb —> A|tom|an)trieb: der;
-(e)s; -e Kernreaktorantrieb; An¬
trieb, der seine Energie aus einer
Kernfusion bezieht
atofmar —» a(to|mar: <gr.-lat.> Adj. n.
stg. a) das Atom betreffend b) kemen-
ergiebetrieben c) die Kernenergie be¬
treffend, ihr zuzuordnen d) atomare
Waffen betreffend
atpm|be|trie(ben —» a[tom|be|trie|ben:
Adj. n. stg. durch atomare Energie an¬
getrieben, betrieben
Atom|bom|be —> Ajtom|bom[be: die;
- ; -n atomarer Sprengkörper mit äu¬
ßerst vernichtender Wirkung
Atgm|bun|ker —> A|tom|bun|ker: der;
-s; - Luftschutzkeller, (unterirdi¬
sches) Gebäude, der/das Menschen
gegen die vernichtende atomare Wir¬
kung bei einem Atombombenabwurf
schützen soll
Atom|enerjgie —» Aftomle|ner|gie: die;
- ; - Energie, die durch Kernspaltung,
Atomspaltung frei wird
Atomlex|plo|si|on —* A|tom|exlplo|si|-
oi>: die; ~ ; -en a) durch den Abwurf
einer Atombombe ei*pugte Explosi¬
on b) durch unkontrollierte Kern¬
spaltung erzeugte Explosion
ato(mi|sie|ren —> a|to|mi|siefren: ato-
misierst; atomisieriest; hast atomisiert
1 a) etw. sehr fein zerkleinern b) [ugs.l
etw. vollkommen zerstören, vernich¬
ten 2 «Flüssigkeit; in der Luft vertei¬
len, zerstäuben 3 [abwert.] eine ge¬
dankliche Einheit o. ä. in Einzelteile
zersplittern u. durch die Vernachlässi¬
gung der Einheit die Ganzheit zerstö¬
ren
Atpm|kern —> A|tom|kern: der; -(e)s;
-e positiv geladener innerer Atombe¬
standteil, der von einer Hülle aus
Elektronen umgeben wird
Atom|klub —> Attomlklub: der; -s; -
[ugs.] alle Atomwaffen besitzenden
Staaten
Atomjkraft —> A|tom|kraft: die; • ; -
Kemkraft; aus Kernspaltungen ge¬
wonnene Energie
Atom|kraft|werk A|tomlkraft|weik:
das; -fe)s; -e Anlage, dTe durch Kern¬
spaltung Atomenergie, Elektrizität
erzeugt
Atom(krieg —» A|tom|krieg: der; -(e)s;
-e militärische Auseinandersetzung,
Krieg, bei dem Atomwaffen, atomare
Waffen, Kernwaffen eingesetzt wer¬
den
Atomjmacht —^ A)tgm|macht: die; - ;
-möchte 1 «Pol.; über Atomwaffen
verfügender Staat 2 o. PI. militärische
Einheit, die Kernwaffen besitzt, mit
Kernwaffen ausgerüstet ist
AtpiT)|mei|ler —» Ajtom|mei)ler: der; -s;
~ großer Atomrealetor, Kernreaktor
Atom|mo|dell _» A|tom|mo|dell: das;
-(e)s; -e «Physik; Atomkonstrukt,
das dazu dienen soll, Atomeigen¬
schaften u. Atomwirkungen auszule¬
gen, zu deuten
Atom|m(iil —» A(tom|müll: der; -(e)s; -
atomarer Abfall
Atomjm<ill|de|po)me A(tpm|müN|-
de|po|nie: die; ~ ; -n Aufbewahrungs¬
ort für atomaren Abfall
Atom|phy|sik —> Ajtom|phy|$ik: die; - ;
- Teilgebiet der Physik, das die Erfor¬
schung der Elektronenhülie u. der
dort stattfindenden Vorgänge u. Ab¬
läufe umfaßt
Atom|phy)si|ker —» A|tom|phy|si|ker:
der; -s; - weibl. Atpm|phy|si|ke|rin
—» A|tomjphy|si|ke[rin: die; - ; -nen
Person, die das Fach Atomphysik
studiert, erlernt hat (u. auf diesem
Gebiet arbeitet)
Atom|pilz—» Altom|pilz: der; -es; -e wie
ein Pilz aussehende Wolke, die bei ei¬
ner atomaren Explosion zu sehen ist
Atom]r6{ak)tor —* A|tomlre^ak|tor: der;
-s; -en Anlage zur Gewinnung von
Atomenergie durch Kernspaltung
Atom|sperr(ver|trag _» A|tgm|sperr|-
ver[trag: der;-(e)s; - Abkommen von
Staaten darüber, Kernwaffen, atoma¬
re Waffen sowie Mittel, die zu deren
Produktion notwendig sind, nicht
weiterzugeben
Atom|stopp —» A|tom|stopp: der; -s; -s
Einstellung von Ätombombenversu-
chen sowie die Einschränkung der
Herstellung von spaltbarem Material
Atomjstreitjmacht —> A|tom|streit|-
macht: die; - ; -möchte militärische
Einheit o. ä., die mit Kernwaffen,
atomaren Waffen ausgestattet ist
Atom|strom —» A|tom|strom: der;
-fe)s; - durch Kernspaltung erzeugte
Elektrizität
Atomtest —» A(tom|test: der; -(e)s; -s
u. -e vorwiegend im All u. unterhalb
der Erdoberfläche erfolgende Erpro¬
bung von atomaren Sprengkörpern,
Atomwaffen
Atom|test|stopp|ab|kom|men —>
A|tomhest|stopp|ab|komlmen: das;
-s; - Übereinkunft von Staaten, alle
Atomversuche, Atomwaffenerpro¬
bungen einzustellen
Atomjuhr —> A(tom|uhr: die; ~ ; -en äu¬
ßerst genau gehende Uhr
Atomfwaf|fe —» Attom|waf)fe: die; - ;
-n (m. Pi.) Waffe mit atomaren
Sprengkörpern, die durch Kernspal¬
tung od. Kern Verschmelzung wirken
atom|waf|fen|frei —» a|tgm|waflfen|-
frei: Adj. n. stg. ohne Kernwaffen,
atomare Waffen
Atgm|waf|fen|sperr|ver)trag —>
Altom|wa1]fen|spenrtver)trag: der;
-fe)s; -vertrage Abkommen von
Staaten darüber, Kernwaffen, atoma¬
re Waffen sowie Mittel, die zu deren
Produktion notwendig sind, nicht
weiterzugeben
Atom]wirt)schaft—* A|tpm|wirtlschaft:
die; - ; - Wirtschaftszweig, der sich
mit der Atomenergiegewinnung so¬
wie mit der Atomenergienutzung be¬
schäftigt
Atom|zeit|a!|ter —> A|tom|ze'rtjalfter:
das; -s; - durch die Atomphysik be¬
herrschtes, geprägtes Zeitalter
Atom|zor|triim|me|rung —» A(toml2er|-
triim|me[rung: die; - ; -en ~(P\. s.)
Kernspaltung
97
atonal
ato|nal —*• ajtojnal: <gr.-lato Adj. n. stg.
~ (Musik) nicht in einer Tonart ge¬
schrieben; unharmonisch
Atojnie—► A|to|nie: <gro die; - ; Atonien
jatonijnj <Med.> Erschlaffung;
Schlaffheit
atoixisch/atojxisch —» a(to|xisch/
ajtolxisch: <gro /atokßisch/ Adj. n.
stg. ungiftig; kein Gift enthaltend
Atri|um —» A|t|ri|um: <lat.> das; -s;
Atrien jatrkn! Innenhof, offener
Hauptraum eines Hauses im romani¬
schen Stil
Atri|um|haus —* A|t|ri|um[haus: dato
das; -es; -häuser Haus, Gebäude, das
einen Innenhof, ein Atrium im roma¬
nischen Stil hat
Atrojphte—* A|t|ro|phie: <gr.-Iat.> /atro-
fij die; - ; -n jatrofpnj <Med.>
Schwund von Organen aufgrund
mangelhafter Ernährung
ätsch: Interj. [kindersprl.j spöttischer,
schadensfroher Ausruf (häufig mit ei¬
ner Geste verbunden) Ȁtsch, meine
Puppe ist schöner als deine!«
Att.: Abk. 1 Attest = ärztliche Beschei¬
nigung 2 Attache = Dienstgrad in¬
nerhalb der Diplomatenlaufbahn
Atfta|ch6: </r.> /attaschg/ der; -s; -s Be¬
amter, Beamtin einer Auslandsvertre¬
tung, Botschaft
at|ta|chie|ren: tfr.> /attaschiren/ atta¬
ckierst; attachiertest; hast attackiert
[veralt.] jmdm. etw. od. jmdn. zur Un¬
terstützung geben, zur Verfügung
stellen, zuteilen
Atjt^cke (At[tak|ke —> At[ta|cke): </r.>
die; - ; -n Angriff (einer militärischen
Einheit)
Atften)tat: dat.-fr.> das; ~(e)s; -e An¬
schlag auf etw., jmdn. (oft mit dem
Ziel, die entsprechende Person zu
töten) »Auf den Regierungschef wur¬
den wiederholt Attentate verübt.«
At|ten|tä|ter: dat.-fr.; dto der; -s; -
weibl. At)ten|ta|te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die einen Anschlag, ein Attentat
verübt hat »Die Polizei konnte den At¬
tentäter fassen u. vor Gericht stellen.«
Atftest: dato das; -(e)s; -e Bescheini¬
gung eines Arztes über eine Krank¬
heit, darüber, daß jmd. krank ist »Er
muß ein Attest über seine Arbeitsunfä¬
higkeit beibringen.«
at|te|sttejren —» at|tes|tiejren: dato at¬
testierst; attestiertest; hast attestiert 1
jmdm. etw. bescheinigen, bestätigen
2 (früher DDR) a) die Lehrbefähi¬
gung erteilen b) regelmäßig einen Of¬
fizier in bezug auf seine Fähigkeiten
beurteilen c) Qualifikationsstufen be¬
scheinigen; einen Titel ohne Nach¬
weis einer Prüfung verleihen
Atftrakjtijon —* At|t|rak(ti|on: dat.-fr.-
englo /attrakzion/ die; - ; -en etw.,
was Aufmerksamkeit erregt, beson¬
ders ist; Sensation »Ihr Kommen war
die Attraktion des Festes.«
at|trak|tfv —» atftjrakjtiv: dat.-fro /at-
traktif/ Adj. a) von der äußeren Er¬
scheinung her hübsch, anziehend »Er
ist ein attraktiver Mann.« b) erstre¬
benswert »ein attraktives Stellenange¬
bot«
At(trak|ti|vi|tgt—»■ At|t|raktti(viftät: dat.-
fro /attraktiwität/ die; - ; -en (PI. s.)
Eigenschaft, attraktiv, anziehend,
auffallend zu sein; Anziehungskraft
At|trap|pe —> Atftfrap|pe: <fro die; - ; -n
Nachbildung, die für echt gehalten
wird, gehalten werden kann
Atjtri|but—» At(t|ri|but: dato das; -<e)s;
-e 1 (Sprachwiss.) Satzglied, das etw.
näher bezeichnet, charakterisiert
»Adjektive werden in Sätzen oft zum
Attribut.« 2 typische Eigenschaft von
etw., jmdm. »Er zeichnet sich durch
viele positive A ttribute aus.«
aty)pisch/aty|piBch —» a(ty)pisch: <gro
/atüpisch/ Adj. von der Reget abwei¬
chend »Der Schüler weist ein atypi¬
sches Verhalten auf.«
At[ze: die; - ; -n [landsch.; besonders
berlin.j 1 a) Freundin b) Schwester 2
[selten] auch der; -n; -n a) Freund b)
Bruder 3 o. PI. Anrede, die nur bei ei¬
ner sehr vertrauten Person benutzt
wird 4 Kurzform, Kosename für ver¬
schiedene männliche Vornamen (z. B.
Arthur)
at|zen: atzt; atztest; hast geatzt junge
Vögel versorgen, füttern
ät|zen: ätzt; ätztest; hast geätzt 1 um
etw. auf- od. abzulösen mit Säure o.
ä. behandeln 2 (Chemie) etw. durch
Schärfe von chemischen Substanzen
zerstören 3 etw. auf die Oberfläche ei¬
nes Materials gravieren mittels Säu¬
ren, Chemikalien o. ä. »Das Motiv auf
dem Messingteller ist geätzt.«
ät(zend: Adj. 1 ablösend; zerstörend
»ätzende Säure« 2 (übertr.)
(jugendsprl.j a) gräßlich; fürchterlich;
widerlich; langweilig »Die Schule ist
echt ätzend.« b) prima; toll »Der Film
ist echt ätzend.«
Ät|zen der; -s; - weibl. Ät(ze|rin: die; - ;
-nen 1 Person, die b«uflieh verschie¬
dene Materialien durch Ätzen bear¬
beitet 2 [ugs.; abwert.] schrecklicher,
unangenehmer Mensch (meist Mann)
Ätz|kallc der; -(ejs; - u. (Sorten) -e
Brandkalk
At|zung: die; -; -en a) das Füttern, Ver¬
sorgen von Jungvögeln b) Futter für
junge Vögel
AÜ: Abk. 1 Arbeitsunfähigkeit 2 Ar¬
beitsunfall .
au: Interj. a) Ausruf, der erfolgt, wenn
jmd. sich wehgetan hat, wenn jmd. ei¬
nen Schmerz erleidet, erfahrt 2 au ja/
au fein: freudiger, zustimmender
Ausruf
au gra|tjn: <fro /ogratang/ <Kochk.> im
Ofen überbacken, gratiniert
Au]berjgi|ne: <arab.-fro /obärsehine/
die; ~ ; -n (Bot.) Nachtschattenge¬
wächs mit gurkenähnlichen Früch¬
ten, die von einer dicklichen, rötlich¬
lilafarbigen Schale umhüllt sind
au|ber|gi|ne/au{beijgijne)far]ben:
tarab.-fro /obärsebin-/ Adj. n. stg.
(Farbe) in der Farbe der Aubergine;
rötliches Lila, Violett
auch: I auch Adv. 1 ebenfalls (erfol¬
gend); so wie etw. od. jmd. anderes
»Ich möchte auch zu dir kommen.« 2
im übrigen; zudem, außerdem, dar¬
über hinaus »Und ich sollte auch noch
freundlich lächeln!« 3 sogar; selbst
»Auch du hilfst mir nicht?« II Partikel
1 ein Gefühl ausdrückend, unterstrei¬
chend, hervorhebend »Er hat sich
aber auch ungeschickt benommen.« 2
einen Zweifel, eine Frage, Unsicher¬
heit ausdrückend »Hilfst du mir auch
bestimmt?« 3 verstärkt, unterstreicht
etw. Vorangegangenes »Ich war mi߬
trauisch u. hatte damit auch recht.« III
1 wenn auch: 1. obwohl »Wenn er
auch trinkt, er arbeitet gut,« 2. es ist
nicht wichtig, ist egal »Ich weiß nicht,
ob er kommt. Na, wenn auch.« 2 a)
wer auch (immer): egal wer »Jemand
muß mir helfen, wer auch immer.« b)
was auch (immer): egal was »Du mußt
mir helfen, was auch immer passieren
mag.« c) wo auch (immer): egal an
welchem Ort »Ich brauche Urlaub, wo
auch immer.« 3 auch nur, btoB ein
Mensch sein: nicht unfehlbar sein
Au|di|enz: dato die; - ; -en a) Empfang
in einem feierlichen Rahmen bei einer
hohen Person der Politik od. der Kir¬
che b) Gespräch mit einer hochge¬
stellten Person der Politik od. Kirche
»Er bekam eine Audienz beim Papst.«
Auldilmax: Kurzw. /audimakß/ das; - ; -
[studentensprl.] Auditorium Maxi¬
mum = größter Hörsaal einer Uni¬
versität
Au|di|tg|r1|um majxijmum —> Au|di]to|-
ri]um Ma|xi|mum: das; - ; - größter
Hörsaal einer Universität
Aue: die; •; -n 1 [landsch.; poet.] flaches
Gelände an einem Gewässer mit Wie¬
sen u. einigen Bäumen, Sträuchem
od. Büschen 2 [landsch.] Insel
Aulenllandlachaft die; ~ ; -en (Pi s.)
Region, Gebiet, in der/dem flaches
Gelände an einem Gewässer mit Wie¬
sen u. einigen Bäumen, Sträuchem
od. Büschen zu finden ist
Aulenlwald: der; -(e)s; -wälder (Pi s.)
Ansammlung von Bäumen, Wald in¬
nerhalb einer Auenlandschaft, Aue
Aulerlhahn: der; -(e)s; -höhne (Zoob
männlicher Vogel der Rauhfußhuhn¬
gattung
Aulerihuhn: das; -(e)s; -kühner <Zool.>
weiblicher Vogel der Rauhfußhuhn¬
gattung
Aulerlochlse: der; -n; -n (hist.) ausge¬
storbenes, vorzeitliches Großrind
auf: I Pr'äp. mit Akk. u. Dat. 1 a) räum¬
lich mit Dat. gibt eine (bestehende)
Berührung an »Er saß auf dem Stuhl.«
b) gibt einen Ort an »Sie machen Ur¬
laub auf dem Land.« 2 räumlich mit
Akk. a) gibt eine Richtung an »Ich
stellte das Glas auf den Tisch.« b) gibt
eine Entfernung an »Man riecht die
Fabrik auf 2 km (Entfernung).« 3 a)
zeitlich mit Akk. gibt eine Zeitspanne
an »Wir gingen auf ein Glas, ein paar
Mimten in die Kneipe.« b) gibt eine
Aufeinanderfolge an »von einer Mi¬
nute auf die andere« c) mit Akk. gibt
die Art u. Weise an »auf diskrete
Weise« d) gibt den Grund an »Auf
Bitte des Chefs ging ich zu der
Veranstaltung.« II Adv. nach oben;
vorwärts »Sei nicht so faul! Auf.« II11
a) auf u. nieder. 1. [veralt.) ständig
von einer in die andere Richtung 2.
hoch u. runter »Die Aktienkurse ge¬
hen auf u. nieder. • Der Sturm wirbelt
die Blätter auf u. nieder. • Das Maschi¬
nenteil bewegte sich auf u. nieder.« b)
auf u. ab: 1. ständig von einer in die
andere Richtung 2. hoch u. runter
»Die Aktienkurse gehen auf u. ab. *
Der Sturm wirbelt die Blätter auf u.
ab. • Das Maschinenteil bewegte sich
98
aufbleiben
auf u. ab.« 2 auf einmal: plötzlich u.
unerwartet »Auf einmal verstummte
er.« 3 auf u. davon: plötzlich weg sein
»Er packte seine Sachen u. war auf u.
davon.« 4 von klein auf: seit jmd. noch
ein kleines Kind war; seit ein Tier
noch ganz jung war 5 auf (den ersten)
Anhieb: ohne Problem, sofort beim
ersten Mal, Versuch 6 auf seiten —*
aufseiten/auf Seiten: auf der Seite
von
auf-: Wortbildungselement (in Verben
trennbar) 1 a) in Richtung nach oben
»aufrichten ♦ aufftschen • aufrütteln«
b) größer, breiter werden »aufpumpen
• aufquellen« c) plötzlich anfangen
»aufkreischen ♦ aufglühen« 2 öffnen
»aufschließen • aufbrechen • aufschnü¬
ren« 3 beenden »(ein Gesetz) auflte-
ben ♦ aufkündigen« 4 in Richtung auf
jmdn., etw. »aufprallen • aufzwingen«
5 Beibehaltung eines Zustands »auf¬
bleiben« 6 etw. weg-/fort- ( +
Basiswort) »aufessen * aufarbeiten« 7
etw. wird durch Bearbeitung dem
ähnlicher, was im Basiswort inhalt¬
lich ausgesagt ist »aufhellen •
aufheitem« 8 durch das, was inhalt¬
lich im Basiswort ausgedrückt ist, in
einen besseren Zustand bringen
»aufbügeln ♦ aufpolieren« 9 an einen
gemeinsamen Ort bringen »auflisten •
aufreihen« 10 [verst.] »auftauen • auf¬
zeigen«
—> auf sein: s. aufsein
—> auf Seijten: s. auf (III6)
auf|adjdie|ren: addierst auf; addiertest
auf; hast aufaddiert [ugs.] etw. zusam¬
menrechnen, zusammenzählen
auflarlbeilten: arbeitest auf; arbeitetest
auf; hast aufgearbeitet 1 liegengeblie¬
bene Tätigkeiten, Aufgaben erledi¬
gen, beenden »Ich muß noch einen
Stapel Akten aufarbeiten.« 2 einen
Gegenstand wiederherstellen, restau¬
rieren »Der Schrank muß aufgearbei¬
tet werden.« 3 etw. geistig, psychisch
verarbeiten, verkraften
auflatlmen: atmest auf; atmetest auf;
hast aufgeatmet 1 hörbar Luft holen,
einatmen 2 sich von einer Belastung,
von Problemen, Sorgen o. ä. befreit
fühlen, erleichtert sein
auflbälhen: bähst auf; bähtest auf; hast
aufgebäht [süddt.; österr.; Schweiz.]
etw. aufbacken
auflbahlren: bahrst auf; bahrtest auf;
hast auf gebahrt eine tote Person so le¬
gen, daß Freunde u. Hinterbliebene
noch einmal von der Person Abschied
nehmen können
Ausbau: der; -(e)s; Auflauten 1 innere
Ordnung, Strukturierung von etw. 2
das Einrichten, Erstellen von etw.
»Der Aufbau des Schrankes wird eini¬
ge Zeit in Anspruch nehmen.« Ant.: <2>
Abbau
auf|bau|en: baust auf; bautest auf; hast
aufgebaut 1 etw. schaffen, einrichten
o. ä. »Nachdem seine Firma abge¬
brannt war, mußte er sich mühevoll
eine neue Existenz auflauen.« 2 von
einer Grundlage, Basis ausgehen 3
etw. aus Einzelteilen o. ä. erstellen, er¬
richten »Sie bauten das Zelt am Ufer
auf.« 4 etw., was zerstört worden ist,
wieder neu errichten, erstellen 5 etw.
an einem bestimmten Ort arrangieren
»Sie bauten das kalte Buffet in der Kü¬
che auf.« 6 ordnen; gliedern »Erbaute
seine Arbeit nach geschichtlichen Da¬
ten auf.« 7 sich aufschichten, auftür¬
men »Schwarze Regenwolken bauten
sich am Horizont auf.« 8 «übertr.)
jmdn. aufrichten, seelisch unterstüt¬
zen
Auflbaujnvmlnalsilum: das; -s; -gymna¬
sien bis zum Abitur führende Schule,
Schulform, zu der Schüler einer Real¬
schule od. anderer Schultypen (ab
dem 7. Schuljahr) wechseln können,
wenn sie einen bestimmten Noten¬
durchschnitt erreicht haben
auf|bäu|men, sich: bäumst dich auf;
bäumtest dich auf; hast dich
aufgebäumt 1 «meist Pferd) sich mit ei¬
nem Ruck plötzlich mit den Vorder¬
beinen in die Höhe richten, wobei die
Hinterbeine auf dem Boden bleiben 2
sich gegen etw. auflehnen, rebellieren
auflbau Ischen: bauschst auf; bauschtest
auf; hast aufgebauscht f einem Ereig¬
nis, Geschehen o. ä. mehr Worte, Ge¬
wicht zumessen, als notwendig od.
angemessen ist »Der Chef bauschte
das Problem unnötig auf.« 2 (mit Luft
füllen u.) dick erscheinen lassen
Auflbaulspiellen deg -s; - weibl. Aufl-
bau|spiejlejrin: die; - ; -nen «Sport;
Ballspiel) einen Angriff einleitende(r)
Spieler(in), der/<Iie Angriffe gestaltet,
z. B. im Basketball den Korbwerfern
Bälle zuspielt
Auflbaulstuldilum: das; -s; - (PI. nur in
der Zusammensetzung Auflaustudien¬
gänge) auf eine vorausgegangene
Ausbildung, Lehre od. auf ein bereits
abgeschlossenes Studium aufbauen¬
des weiteres Studium
Auflbaulten: die (PL) «Schiffbau) Teile
u. technische Anlagen, die über das
Oberdeck eines Schiffes hinausragen
Auflbaultrailninq: das; -s; -s «Sport) spe¬
zielles Sporttraining zur Steigerung
der Leistungsfähigkeit u. Leistungs¬
bereitschaft
auflbelgehlren: begehrst auf; begehrtest
auf; hast aufbegehrt sich gegen etw.
od. jmdn. erheben, auflehnen, sich ge¬
gen ihn zur Wehr setzen
auflbelhallten: behältst auf; behielt(e)st
auf; hast auflehalten auf dem Kopf
tragen, aufgesetzt lassen
auflbeilßen: beißt auf; bissest auf; hast
aufgebissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss<— 1 jmdm. mit den
Zähnen eine Verletzung, Wunde zu¬
fügen »Der Löwe biß ihm den ganzen
Arm auf.« 2 mit den Zähnen öffnen
auflbelkomlmen: bekommst auf; beka-
m(e)st auf; hast auflekommen 1 in
der Lage sein, etw. zu öffnen 2 [ugs.]
etw. vollkommen verzehren, aufessen
3 eine Aufgabe o. ä. erledigen müssen
auflbelreilten: bereitest auf; bereitetest
auf; hast auflereitet 1 etw. bereits Exi¬
stierendes weiterverarbeiten 2 natürli¬
che Rohstoffe für die weitere Nut¬
zung, Verwendung (von Menschen)
bearbeiten, z. B. reinigen
Auftbelreihung: die; - ; -en 1 Nutzbar¬
machung von Rohstoffen (für den
Menschen) 2 Bearbeitung von bereits
Existierendem
auflbelwahlren: bewahrst auf; bewahr¬
test auf; hast aufbewahrt für einen
späteren Gebrauch, zur Erinnerung
o. ä. aufheben, behalten »Ich habe die
alten Schulhefte auflewahrt.«
Auflbelwahlrunq: die; - ; - a) das Beauf¬
sichtigen, Beherbergen, Verwahren
von etw., einem Tier od. jmdm. b) of¬
fizielle Stelle, Ort, an der/dem etw.
aufbewahrt wird »Gepäckaufbewah¬
rung«
Auflbelwahlrunqslort: der; -(e)s; -e
Stelle, Ort, an der/dem etw. aufbe¬
wahrt, beherbergt, verwahrt, gelagert
wird
autlbielgon: biegst auf; bog(e)st auf;
hast aufgebogen etw. mit Ausübung
von Druck, Kraft auseinander- od.
nach oben drücken, biegen
auflbielten: bietest auf; bot(e)st auf;
hast aufgeboten 1 etw. für einen be¬
stimmten Zweck einsetzen »Er bot
seine ganzen Überredungskünste auf,
um sie zu der Party zu überreden.« 2
«Heirat) [yeralt.] die Absicht zu heira¬
ten der Öffentlichkeit bekanntgeben,
damit eventuelle Gründe, die gegen
die Heirat dieses Paares sprechen, be¬
kannt, ermittelt werden können 3
«Versteigerung) den Preis bekanntge¬
ben, der für ein zu versteigerndes
Stück als Ausgangspreis festgelegt
worden ist »Die Statue wurde mit
1000 DM aufgeboten.« 4 jmdn. einset¬
zen »Bei der Antiatomdemonstration
bot die Polizei mehrere Hundertschaf¬
ten auf.«
Auflbleltung: die; ~ ; - 1 Vorgang des
Einsetzens, Aufbietens von etw. od.
jmdm. 2 unter Aufbietung aller
Kräfte: alle Energien, Kräfte o. ä. auf¬
wendend, um einen bestimmten
Zweck zu erreichen
auflbinlden: bindest auf; band(e)st auf;
hast aufgebunden 1 etw. öffnen, auf¬
machen, was zusammengebunden ist
»Er band den Knoten an seinen
Schnürsenkeln auf.« 2 etw. auf etw.
festmachen »Er band sich den Ruck¬
sack auf den Rücken.« 3 etw., was
nach unten hängt, nach oben binden,
hochbinden »Sie band die Ranke auf.«
4 [ugs.] sich mit etw. Unangenehmem
od. Beschwerlichem belasten S a)
[ugs.] jmdn. anlügen, anschwindeln
»Du glaubst auch jeden Blödsinn, den
man dir aufbindet.« b) jmdm. einen
Bären aufbinden: jmdm. eine (große)
Lüge erzählen
auflblälhen: blähst auf; blähtest auf; hast
aufgebläht 1 durch Luftansammlung
, rund, prall machen 2 «übertr.) [ugs.]
etw. wichtiger, extremer darstellen,
als es ist
auljblas|bar: Ad), n. stg. mit Luft, Gas
zu füllen, füllbar
auf|bla|sen: bläst auf; blies(es)t auf;
hast aufgeblasen 1 etw. mit (Atem-)
Luft od. einem Gas(gemisch) füllen
»Der Ballon muß noch aufgeblasen
werden.« 2 etw. wichtiger erscheinen
lassen
auflblalsen. sich: bläst dich auf; blie-
s(es)t dich auf; hast dich aufgeblasen
1 sich über etw. aufregen »Er hat sich
über die Sache furchtbar aufgeblasen.«
2 sich wichtig machen »Nun blasen
Sie sich nicht so auf!«
auflbleilben: bleibst auf; blieb(e)st auf:
bist aufgeblieben 1 nicht geschlossen
99
aufblenden
werden »Die Terrassentür bleibt über
Nacht auf.« 2 wach bleiben u. nicht
ins Bett, nicht schlafen gehen »Die
Kinder sind gestern bis 2 Uhr nachts
aufgeblieben.«
auftblenlden: blendest auf; blendetest
auf; hast aufgeblendet 1 (Verkehr) das
Fernlicht eines Kraftfahrzeuges ein¬
schalten 2 volle Lichtstärke aufbrin¬
gen »Die Beleuchtung der Bühne blen¬
dete auf.«
auf|blicken (auflbliklken —> auf|bli|-
cken): blickst auf; blicktest auf; hast
aufgeblickt 1 die Augen, den Blick
nach oben richten »Sie blickte kurz
von ihrem Computer auf, um zu sehen,
wer den Raum-betreten hatte.« 2 eine
Person bewundern, ihr Respekt ent¬
gegenbringen
auflblWzen: blitzt auf; blitzte auf; istjhat
aufgeblitzt 1 istjhat plötzlich Licht er¬
zeugen 2 ist plötzlich eine Idee o. ä.
haben
auflblocken (auflbloklkon —» aufblol-
cken): blockt auf; blockte auf; hat
aufgeblockt (Raubvogel) auf einem
Baum, Felsen o. ä. landen
auflblülhen: blühst auf; blühtest auf; bist
aufgeblüht 1 <Pflanze> erblühen; Blü¬
ten entfalten »Die Osterglocken blüh¬
ten auf. 2 <übertr.> aufleben
auflbohlren: bohrst auf; bohrtest auf;
hast aufgebohrt mit Hilfe eines Gerä¬
tes, eines Bohrers o. ä. eine Öffnung,
ein Loch in etw. schaffen »Der Zahn¬
arzt bohrte den von Karies befallenen
Zahn auf.«
auf|bran|den: brandet auf; brandete auf;
ist aufgebrandet <Wasser; Wellern 1 an
einem Widerstand (z. B. Felsen o. ä.)
hochschlagen 2 (übertr.) heftig einset¬
zen
auf)brau|chen: auchen brauchst auf;
brauchtest auf; hast aufgebraucht etw.
vollkommen, ohne einen Rest zu las¬
sen, verwenden; verbrauchen, so daß
nichts mehr vorhanden ist
ajrf]brau|sen: braust auf; braustest auf;
bistjhast aufgebraust 1 hast hochstei¬
gen, schäumen lassen »Zucker braust
Mineralwasser auf« 2 bist über etw.
heftig schimpfen, sich über etw. auf¬
regen
ajif|bre|chen: brichst auf; brach(e)st
auf; hastjbist aufgebrochen 1 hast mit
Gewalt öffnen »Wir mußten das
Schloß aufbrechen!« 2 bist von einem
Ort Weggehen, losfahren
auflbrinlgen: bringst auf; brachtest auf;
hast aufgebracht 1 a) eine bestimmte
Menge von etw. (meist Geld) zur Ver¬
fügung stellen, haben »Er konnte den
Preis für das Haus nicht aufbringen.«
b) Energie, (innere) Kraft, Mut, Ge¬
duld o. ä. für etw. einsetzen (können)
2 a) (jmdn.) in Wut versetzen »Die
Ungerechtigkeit brachte ihn auf.« b)
jmdn. gegen jmdn. od. etw. beeinflus¬
sen, aufwiegeln »Er brachte sie gegen
ihre Mutter auf.« 3 a) (Seefahrt) ein
Schiff ausfindig machen u. veranlas¬
sen, daß es einen bestimmten Hafen
anläuft b) ein Schiff besetzen od. ka¬
pern 4 öffnen »Nur ein Schlüsseldienst
wird diese Tür aufbringen.«
auflbrilsen: brist auf; briste auf; hat
aufgebrist <Wind> stärker, windiger
werden »Der Wind brist auf.«
auflbroldeln; brodelt auf; brodelte auf;
ist aufgebrodelt (meist heiße Flüssig¬
keit) schnell, in Blasen hochsteigen,
kochen
Auflbruch: der;-(e)s; Außrüche 1 (Vor¬
bereitung für) das Fortgehen, -fahren
von einem Ort »Der Aufbruch ging
schnell vonstatten.« 2 Stelle, die einge¬
rissen, aufgebrochen ist »Die Außrü¬
che im Mauerwerk wurden mit Mörtel
verschmiert.« 3 <übertr.> ein Beginn,
Anfang »der Außruch in ein neues
Zeitalter«
Auflbruchlstimlmung/Auflbruchsl-
stim|mung: die; - ; - Geschehen,
Stimmung, Atmosphäre, wenn jmd.
nach Hause reist od. alle, (zumindest
aber) die meisten Personen, Gäste
aufstehen, um an einen anderen Ort
od. nach Hause zu gehen
auflbrülhen; brühst auf; brühtest auf;
hast aufgebrüht (Getränk) Kaffee, Tee
o. ä. mit heißem, kochendem Wasser
übergießen u. ziehen lassen
aufjbrülllen: brüllst auf; brülltest auf;
hast aufgebrüllt [ugs.] plötzlich kurz
laut aufschreien
auflbrumlmen: brtanmst auf; brummtest
auf; hastßist aufgebrummt 1 hast ei¬
nen kurzen brummigen Ton von sich
geben 2 hast [ugs.ijmdn. mit einer
Strafe belegen 3 bist (Seefahrt) mit ei¬
nem Schiff auf Meeresgrund laufen 4
bist [ugs.J mit etw., einem Fahrzeug
Zusammenstößen
auflbülgeln; bügelst auf; bügeltest auf;
hast auf gebügelt a) Stoff o. ä. durch
die Hitze eines Bügeleisens (noch¬
mals) glätten b) etw. durch die Hitze
eine Bügeleisens auf einen Stoff brin¬
gen
auffburfden: bürdest auf; bürdetest auf;
hast aufgebürdet jmdm. od. sich selbst
eine schwierige, belastende Aufgabe
zumuten, auferlegen
aufldätnnlfen: dämpfst auf; dämpftest
auf; hast aufgedämpft Stoff o. ä. mit
Wasser besprühen u. dann mit der
Hitze des Wasserdampfes, des Büge¬
leisens glätten, wieder in Form brin¬
gen
aufjdecken (aufldetdken —> auf|de|-
cken): deckst auf; decktest auf; hast
aufgedeckt 1 eine (Über-)Decke o. ä.
von etw. od. jmdm. wegnehmen, weg¬
schlagen »Er deckte das Bett auf.« 2
Spielkarten für jeden sichtbar hinle¬
gen (mit der Bildseite nach oben) 3
den Tisch (mit Tischdecke) für eine
Mahlzeit decken, vorbereiten 4 etw.
herausfmden (u. veröffentlichen)
aufldränlgen: drängst auf; drängtest
auf; hast aufgedrängt jmdm. etw. un¬
bedingt geben wollen, obwohl diese
Person eigentlich nicht möchte »Sie
drängte uns eine Tasse Kaffee auf.«
aufldränlgen. sich: drängst dich auf;
drängtest dich auf; hast dich
aufgedrängt 1 jmdn. mit seiner Anwe¬
senheit belästigen 2 (Idee; Gedanke)
selbstverständlich kommen »Dieser
Verdacht drängte sich mir auf.«
aufldrelhen: drehst auf; drehtest auf;
hast aufgedreht 1 a) etw. durch eine
Drehbewegung öffnen b) etw. durch
eine Drehbewegung lockern c) [ugs.]
etw. durch eine Drehbewegung lauter
machen »die Stereoanlage aufdrehen«
2 [ugs.] schneller werden, beschleuni¬
gen; das Tempo erhöhen 3 a) Haare
nach oben zwirbeln, stecken b) Haare
zusammenrollen u. auf Lockenwick¬
ler drehen 4 [ugs.] in eine gute Stim¬
mungkommen
auf|dring|lich: Adj. aufgrund des Ver¬
haltens anderen Personen lästig fal¬
lend; andere Personen belästigend
»Aufdringliche Schnorrer sind äußerst
unangenehm.«
Aufldringllichlkeit: die; - ; -en a) auf¬
dringliches, belästigendes Verhalten
b) o. PI. das Lästigfällen durch Hand¬
lungen, ein bestimmtes Verhalten
aufldröhlnen: dröhnt auf; dröhnte auf;
hatjist aufgedröhnt a) einen plötzli¬
chen dumpf aufheulenden Ton, Laut
erzeugen »Die Maschine des Motor¬
rads dröhnte auf.« b) hat plötzlich laut
aufheulend einsetzen
aufldrölseln: dröselst auf; dröseltest auf;
hast aufgedröselt [ugs.] a) etw. Ver¬
wickeltes entwirren »Er dröselte die
miteinander verbundenen Bänder auf.«
b) (übertr.) etw. geistig Verworrenes
entwirren, analysieren
Aufdruck: der; -(e)s; -e 1 (Physik)
Druck einer Flüssigkeit, der nach
oben hin wirkt 2 Text, Bild o. ä., der/
das auf etw. aufgedruckt wird, ist
aufjdrücken (aufldrüklken —> auf|drü|-
cken): drückst auf; drücktest auf; hast
aufgedrückt 1 etw. durch Ausübung
von Druck öffnen, in Gang setzen
»Es hat geklingelt, bitte drücke auf.« 2
[ugs.] etw. durch Ausübung von
Druck öffnen u. auspressen 3 [ugs.]
jmdm. etw. (meist etw. Unangeneh¬
mes) als Aufgabe übertragen 4 etw.
mit Gewalt auf etw. pressen, drücken
5 jmdm. einen aufdrücken: [ugs.]
jmdn. küssen
aul|ein|an|der —> auf|ei|n|an|der: Adv.
1 drückt eine Gegenseitigkeit aus; ei¬
ner auf den anderen »Die beiden Kin¬
der sind unzertrennlich, die warten im¬
mer aufeinander.« 2 hintereinander,
eine(rXs) auf das andere/den anderen
»Bei dem Unfall sind6 Autos aufeinan¬
der auf gefahren.«
—* auf|ei|n|an|der be||ßen: s. aufeinan-
derbeißen
—» auf]ei|n|an|der het|zen: s. aufeinan¬
derhetzen
—> auf]ei|n|an|der le|gen: s. aufeinan-
derlegen
—> auflei|n|an|der liefgen: s. aufeinan¬
derliegen
—- auf|ei|n|an|der pral|len: s. aufeinan¬
derprallen
—> auf|ei]n|an|der pres|sen: s. aufein¬
anderpressen
—> auf|ei|n|an|der schich|ten: s. aufein¬
anderschichten
—» auf|ei|n|an|der set|zen: s. aufeinan¬
dersetzen
—* auf|ei|n|an|der sit|zen: s. aufeinan¬
dersitzen
—*■ auf|ei|n|an|der sta|peln: s. aufeinan¬
derstapeln
—> auf]ei|n|an|der treffen: s. aufeinan-
dert reffen¬
—> auf|ei|n|an|der tüijmen: s. aufeinan¬
dertürmen
auf|ein|an(der- —> auf|ei|n|an|der + ...:
—^künftig immer getrennt <— Wort¬
bildungselement drückt aus, daß min¬
100
auffangen
destens zwei (unterschiedliche) Dinge
Zusammenkommen »aufeinandersta¬
peln«
auf|ein|anjdeijbei|Ben —* auf|ei|n|an|-
der beijßen: beißen aufeinander; bis¬
sen aufeinander; haben aufeinanderge¬
bissen —*■ haben aufeinander gebissen
♦ alle Vergangenheitsformen mit ss<—
den Oberkiefer mit den Zähnen auf
den Unterkiefer u. dessen Zähne
drücken, pressen
auf|ein|anjder)het|zen —* auf|ei|n|an|-
der hetjzen: hetzt aufeinander; hetz¬
test aufeinander; hast aufeinanderge-
hetzt —*• hast aufeinander gehetzt*—
Personen od. Tieren den Befehl ge¬
ben, sie dazu bringen, aufeinander
loszugehen u. sich zu streiten od. ge¬
geneinander zu kämpfen
auf|ein|an|deiile|gen —> aufjei|n|an|der
le|gen: legst aufeinander; legtest auf¬
einander; hast aufeinandergelegt
—>hast aufeinander gelegt■*— etw.
auf etw. anderes legen
auf|ein|an|der|lie|gen —* auf|ei|n|an|-
der Iie|<jen: liegen aufeinander; lagen
aufeinander; haben aufeinandergele¬
gen —> haben aufeinander
gelegen*— etw. befindet sich auf
etw. anderem »Die Bücher liegen
aufeinander.«
auf|ein|an|der|pral|len —* auf]ei|n|an|-
der pral|len: prallen aufeinander;
prallten aufeinander; sind aufeinander-
geprallt —>sind aufeinander
geprallt<— mehreres stößt zusam¬
men od. gegeneinander »Die Boote
prallten aneinander.«
auf|ein|an|der|pres|sen —> aufjei|n|an|-
der pres|sen: preßt aufeinander; pre߬
test aufeinander; hast aufeinanderge¬
preßt —*hast aufeinander gepreßt *
alle Formen mit ss<— etw. auf etw.
anderes drücken
auf|ein|an|der|schich|ten —> auf|ei|n|-
an|der schich[ten: schichtest aufein¬
ander; schichtetest aufeinander; hast
aufeinandergeschichtet —>hast auf¬
einander geschichtet*— ordentlich
etw. auf etw. anderes stapeln
aufjein(an|der|set|zen —* auf|ei|n|an|-
der set|zen: setzt aufeinander; setztest
aufeinander; hast aufeinandergesetzt
—>hast aufeinander gesetzt<— etw.
auf etw. anderes schichten, setzen
auf|ein|an|der|sitjzen —> auf|ei|n|an|-
der s|t|zen: sitzen aufeinander; saßen
aufeinander; haben aufeinandergeses-
sen —* haben aufeinander
gesessen<— a) unmittelbar, direkt
auf etw. od. jmd. anderem sitzen b)
ganz eng beieinandersitzen, so daß
man sich berührt
auf|ein[an|der|sta|peln —» auf|ei|n|an|-
der sta|peln: stapelst aufeinander; sta¬
peltest aufeinander; hast aufeinander-
gestapelt —*hast aufeinander
gestapelt<— etw. auf etw. anderem
in die Höhe schichten
auf]ein|an|der|tref)fen —* auf|ei|n|an|-
der trefjfen: treffen aufeinander; tra¬
fen aufeinander; sind aufeinanderge-
troffen —>sind aufeinander
getroffen*— mindestens zwei Perso¬
nen, unterschiedliche Dinge kommen
zusammen
auf|ein|an|der1türtmen —> auf|ei|n|an|-
der türjmen: türmst aufeinander;
türmtest aufeinander; hast aufeinan-
dergetürmt —»hast aufeinander
getürmt <— etw. in die Höhe auf etw.
anderes schichten, setzen, stellen, le¬
gen »Er türmte die Bücher aufeinan¬
der.«
Auflentlhalt: der; -(ejs; -e a) zeitweise
Anwesenheit an einem Ort »Wir ver¬
längerten unseren Aufenthalt um eine
Woche.« b) Ort, an dem sich jmd. (für
einen Zeitraum) befindet
AuflentihaKslbelschränlkunq: die; - ;
-en für Ausländer vom Staat, von ei¬
ner Behörde erlassene Einschränkung
der Aufenthaltsdauer in einem Land
AuflentHialtslbelwilllilauna: die; - ; -en
von einer Behörde, einem Staat er¬
teilte Genehmigung für einen Auslän¬
der, sich in dem Land aufzuhalten
Auflentlhaltsldaulen die; -; - Zeit, Dau¬
er, in der sich jmd. an einem Ort, in ei¬
nem Land aufhält, befindet
Auflentlhattslerilaublnis: die; -; -se (PL
s.) vom Staat, einer Behörde ausge¬
sprochene Genehmigung für einen
Ausländer, ^jrh für eine bestimmte
Zeit in einem Land, an einem Ort auf¬
zuhalten
Auflenti haltslaelnehlmilaunq: die; - ;
-en vom Staat, einer Behörde erteilte
Erlaubnis für einen Ausländer, sich
für eine bestimmte Zeit an einem Ort,
in einem Land aufzuhalten
Auflentlhaltslort: der; -(ejs; -e Ort,
Stadt, Land, wo sich jmd. immer bzw.
für eine bestimmte Zeit aufhält
Auflentihattslraum: der; -(ejs; -räume
Zimmer in einem meist öffentlichen
Gebäude od. Wohnheim, in dem sich
Einwohner, Besucher u. ä. aufhalten
dürfen
auflerllelgen: erlegst auf; erlegtest auf/
auferlegtest; hast auf erlegt jmdm. eine
Verantwortung, eine Pflicht übertra¬
gen
aufleristelhen: auf ersteht/ersteht auf;
auf erstand/erstand auf; ist aufer¬
standen 1 <Religion> vom Tod zum
Leben erweckt werden 2 <übertr.>
[ugs.; scherzh.] wieder einsatzfähig,
gesund, munter sein
Auflerlstelhung: die; - ; -en 1 <Religion>
Vorgang, bei dem jmd. vom Tod zum
Leben erweckt wird, worden ist 2
<übertr.> [meist iron.] Wiederbelebung
eines Vorhabens, einer Idee o. ä.
auf|es|sen: ißt auf; aßfesjt auf; hast
aufgegessen —*alle Gegenwartsfor¬
men mit ss<— a) eine Mahlzeit voll¬
kommen essen, ohne einen Rest zu
lassen »Die Kinder haben das ganze
Eis aufgegessen.« b) im Partizip II mit
dem Essen fertig sein » Wir müssen ge¬
hen. hast du aufgegessen?«
auflfälchern: fächerst auf; fächertest
auf; hast aufgefächert 1 etw. wie einen
Fächer ausbreiten 2 <übertr.> etw. klar
u. deutlich gliedern, darstellen
autifäldeln: fädelst auf; fädeltest auf;
hast auf gefädelt meist kleinere Gegen¬
stände auf einen Faden o. ä. aufrei¬
hen
auflfahlren: fährst auf; fuhrfejst auf;
bist/hast aufgefahren 1 a) bist sich mit
dem Fahrzeug einem davor fahren¬
den Fahrzeug dicht anschließen b)
bist mit einem Fahrzeug hinten auf
ein anderes Fahrzeug od. auf etw. an¬
deres prallen c) bist mit einem Fahr¬
zeug an einer Einfahrt auf eine Bun¬
desstraße, Autobahn fahren d) bist
Vorfahren vor einem Gebäude o. ä.
Die Diplomatenautos fuhren vor dem
Präsidentenpalais auf.« 2 hast [ugs.l
(reichlich) Getränke u. Speisen auf
den Tisch bringen, anbieten 3 bist im
Schlaf, einem Ruhezustand gestört
werden u. plötzlich erwachen, auf¬
schrecken 4 bist plötzlich sehr wütend
werden 5 bist <Bergbau> aus einem
Schacht, einer Grube wieder an das
Tageslicht, über die Erde kommen 6
ist <Christentum> ins ewigen Leben
gelangen »Jesus ist in den Himmel auf¬
gefahren.«
Auffahrt: die; - ; -en 1 das Hochfahren
zu einer erhöhten Stelle, auf einen
Berg 2 Zufahrt zu einer Autobahn 3
Zufahrt zu einem Haus, Gebäude 4
das Vorfahren hintereinander in einer
bestimmten Ordnung vor ein Haus,
ein Gebäude 5 o. PL «Christentum» a)
Himmelfahrt Jesu Christi b)
[Schweiz.] Himmelfahrtstag (Jesu
Christi) 6 «Bergbau» das Auffahren
von Arbeitern aus der Grube an das
Tageslicht
Auffahrlunlfall: der; -(ejs; -Unfälle Ver¬
kehrsunglück mit zwei od. mehr be¬
teiligten Kraftfahrzeugen, die in das
jeweils vorne stehende fahren od. ge¬
schoben werden
auffalllen: fällst auf; fiel(e)st auf; bist
aufgefallen «lurch etw. Interesse, Auf¬
merksamkeit erwecken »Die Frau ist
mir schon am Mittwoch aufgefallen.«
auftfalllend: Adj. 1 Aufmerksamkeit,
Beachtung erregend (positiv od.
negativ) »auffallende Eleganz« 2 ver¬
stärkt die Bedeutung eines Verbs od.
eines Adjektivs »Sie ist eine auffallend
schöne, häßliche Frau.«
autifälllig: Adj. a) Aufmerksamkeit, Be¬
achtung auf sich ziehend b) Verdacht
auf sich ziehend
Auf)fäl|lig|kejt: die; - ; -en a) o. PL Erre¬
gung von Aufmerksamkeit, Beach¬
tung b) Erregung eines Verdachtes c)
Verhaltensweise od. Detail, das Ver¬
dacht, Aufmerksamkeit erregt, auf
sich zieht
auffallten: faltest auf; faltetest auf; hast
aufgefaltet auseinanderbreiten; öff¬
nen »einen Bogen Papier auffalten«
ayf)fal|ten, sich: faltet sich auf; faltete
sich auf; hat sich aufgefaltet/
aufgefalten 1 sich öffnen, sich ausbrei¬
ten 2 «Geologie» Falten bilden
Auffalltung: die; - ; -en «Geologie» Ent¬
stehung eines Gebirges durch geologi¬
sche Faltenbildung »die Auffaltung
der Alpen«
auffantaen: fängst auf; fing(e)st auf;
hast aufgefangen 1 aus der Luft mit
den Händen greifen 2 «meist Flüssig¬
keit» etw. an einem Ort, in einem Ge¬
fäß sammeln 3 Menschen, die aus den
verschiedensten Gründen ihre Hei¬
mat verlassen mußten, an einem be¬
stimmten Ort sammeln u. dort vor¬
läufig beherbergen 4 einen Absturz,
einen Unfall o. ä. verhindern 5 etw.
(meist Negatives) stoppen, dämpfen,
mildem 6 «Handarbeit» verlorenge¬
gangene Maschen wieder nach oben
101
Auffangstelle
in die richtige Reihe holen 7 etw. zu¬
fällig hören,sehen
Auflfanalstellle: die; - ; -n Ort, an dem
etw. od. jmd. vorübergehend aufge¬
nommen, beherbergt, aufbewahrt
wird
auflfaslsen: faßt auf; faßtest auf; hast
auf gef aßt —*alle Formen mit ss<—
1 etw., was man wahmimmt, in einer
bestimmten Art, Richtung verstehen
»Er faßte ihre Worte als Beleidigung
auf.« 2 etw. geistig aufnehmen
Aufltaslsung: die; - ; -en 1 Meinung
über, von etw.; Art, wie jmd. etw. be¬
trachtet, beurteilt »Nach meiner Auf¬
fassung ist dieser Zustand unhaltbar.«
2 o. PI. kur2 für Auffassungsgabe =
Fähigkeit, Vermögen, etw. zu verste¬
hen, umzusetzen
Auflfaslsunoslgalbe: die; - ; - geistige
Fähigkeit, etw. zu verstehen
Auf|fas|sungs|sa|che: die; • ; - in der
Wendung das, etw. ist
Auffassungssache: [ugs.] es gibt ver¬
schiedene Möglichkeiten, etw. zu ver¬
stehen; über etw. kann man verschie¬
dener Meinung sein
Auftfaslsunaslverimölaen: das; -s; - gei¬
stige Fähigkeit, etw. zu verstehen
auflfeillen: feilst auf; feiltest auf; hast
aufgefeilt etw. mit Hilfe einer Feile
öffnen
auflfielren; fierst auf; fiertest auf; hast
aufgefiert [seemannssprl.] die Segel
lockern
auflfindlbar: Adj. n. stg. (leicht) zu ent¬
decken, zu finden
auflfilschen: fischst auf; fischtest auf;
hast aufgefischt 1 [ugs.j etw. od. jmdn.
aus Zufall, nicht beabsichtigt treffen,
kennenlernen 2 [ugs.] etw. aus einem
Gewässer angeln, holen, Syn.: <1>
[ugs.] aufgabeln
auftflielqen: fliegst auf; flogfejst auf;
bist aufgeflogen 1 (Vogel u. ä.> sich in
die Luft erheben »Durch die Jäger
auf geschreckt, flogen die Enten auf.« 2
[ugs.] sich unbeabsichtigt u. plötzlich
öffnen »Durch den Wind flog die Tür
auf.« 3 [ugs.] bei einem illegalen Tun,
Handeln o. ä. entdeckt, überführt
werden
auflforidern: forderst auf; fordertest auf;
hast aufgefordert 1 jmdm. sagen, daß
er etw. Bestimmtes tun soll »Er for¬
derte mich auf zu gehen.« 2 <Tanz>
jmdn. bitten, mit einem zu tanzen »Er
forderte seine Frau (zum Tanz) auf«
AufHorldelrung: die; - : -en nachdrückli¬
che Bitte »Er kam der Aufforderung
nach, die Rechnung zu begleichen.«
Ayf|for|de|rungs|cha|rakfter: der; -s; -
(Psychologie) zu einem bestimmten
Verhalten bewegender, führender
Reiz, der von etw. ausgeht, durch
etw. provoziert wird
Auftforldelrunqslsatz: der; -es; -sätze
(Sprachwiss.) eine(n) Wunsch, Auf¬
forderung od. Befehl ausdrückender,
enthaltender Satz
auflforlsten —» auftforslten: forstest
auf; forstetest auf; hast aufgeforstet
(Forstwirt.) ein nicht bewachsenes
Stück Land mit Bäumen, Sträuchen),
Büschen usw. bepflanzen
auflfreslsen: frißt auf; fraß(es)t auf;
hast aufgefressen —>alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— 1 a) (Tier) etw.
vollkommen essen, ohne einen Rest
zu lassen »Der Hund fraß das ganze
Futter auf.« b) (Mensch) [derb] alles
aufessen, ohne einen Rest zu lassen 2
[ugs.] jmds. ganze Energie, Kraft ko¬
sten »Die Sorgen fressen mich auf.« 3
(übertr.) [ugs ] sehr wütend sein 4
(übertr.) [ugs.] etw. sehr mögen
auftfrllschen: frischst auf; frischtest auf;
hast/ist aufgefrischt 1 hast etw. erneu¬
ern »Die Farbe im Badezimmer muß
aufgefrischt werden.« 2 hast (übertr.)
Kenntnisse wieder hervorholen; sich
etw. wieder in Erinnerung bringen 3
hat/ist (Wind) heftiger werden »Der
Wind hat/ist auf gefrischt.«
auflfiihlren: führst auf; führtest auf; hast
aufgeführt 1 eine künstlerische Dar¬
bietung zeigen »Die Theatergruppe
führte "Die Physiker“ auf.« 2 etw. od.
jmdn. nennen »Er führte die Kosten
auf der Rechnung auf.«
auflfühlren. sich: führst dich auf; führ¬
test dich auf; hast dich aufgeführt sich
(oft nicht den Erwartungen, gesell¬
schaftlichen Konventionen gemäß)
benehmen
Auflfühlruno: die; - ; 1 Filmdarbie¬
tung; Theatervorstellung 2 PI. s. Art
u. Weise, wie sich jmd. beträgt, ver¬
hält 3 das Aufzählen, Aneinanderrei¬
hen, Nennen von Faktoren, Gege¬
benheiten o. ä.
Auftfühlrunaslrecht: das; -(e)s; -e Be¬
fugnis, etw. Geschaffenes, ein künst¬
lerisches Werk der Öffentlichkeit zu¬
gänglich zu machen
auf]fül|len: füllst auf; fülltest auf; hast
aufgefüllt 1 eine Flüssigkeit nachgie¬
ßen »Ihr Glas ist fast leer, ich fülle es
wieder auf.« 2 [ugs.] sich od. jmdm.
eine Flüssigkeit, eine flüssige Speise
(wie z. B. Suppe) in ein entsprechen¬
des Gefäß tun 3 etw. wieder vervoll¬
ständigen, Fehlendes wieder ergänzen
4 (Speisen u. Getränke) eine Menge
an Flüssigkeit zu etw. hinzufügen 5
etw. erhöhen, indem man etw. dar¬
überschüttet, dazufügt
Auflqalbe: die; ~ ; -n 1 a) etw., was jmd.
zu leisten hat; Pflicht; Verpflichtung
»Das ist eine interessante Aufgabe.«
b) Problemstellung, die es zu lösen gilt
c) Funktion, die etw. hat »Die Aufga¬
be dieser Maschine ist die Wärmerege¬
lung.« 2 a) das Aufgeben von, Ver¬
zichten auf etw. b) Ende, Schluß von
etw. »Die Aufgabe ihres Berufs, des
Geschäfts fiel ihr schwer.« 3 das Abge¬
ben zum Transport, zur Beförderung
»Ich habe den Brief, das Gepäck aufge¬
geben.« 4 (Volleyball) das Schlagen
des Balles über das Netz in das Spiel¬
feld der gegnerischen Mannschaft,
um den Ball ins Spiel zu bringen
auflqalbeln: gabelst auf; gabeltest auf:
hast aufgegabelt 1 (Landwirt.) Heu
mit einem entsprechenden Gerät, ei¬
ner Heugabel aufnehmen u. an einen
Ort stapeln 2 [ugs.] jmdn. od. etw. zu¬
fällig kennenlernen, finden
Aufjoalbanlbelreich: der; -(e)s; -e Ge¬
biet, das in jmds. Verantwortung liegt
Auflgalbenlheft: das; -(ejs: -e Notiz¬
block, kleines Heft, in dem Schüler
ihre Hausaufgaben aufschreiben
Auflqalbenlatellluna: die; -; -en Formu¬
lierung, Form einer Aufgabe, eines
Auftrags, den jmd. ausführen soll
Auflqallopp: der; -s; -su.-e 1 (Reitsport)
an den Zuschauern, am Schiedsrich¬
ter vorbeigehender Galopp, Bewe¬
gung in schnellster Gangart von Pfer¬
den, die an einem Rennen teilnehmen
wollen 2 (Sporn [ugs.] erstes Spiel, er¬
ste Veranstaltung in einem Wettbe¬
werb
Auf|gang: der; -(e)s; Aufgänge 1 Weg
od. Treppe, der/die zu dem Eingang
eines Hauses, eines Gebäudes führt 2
o. PI. (Jagd) Beginn der Jagdsaison 3
(Turnen) Teil, mit dem eine Übung an
einem Gerät eingeleitet wird
auffae[ben: gibst auf; gab(e)st auf; hast
aufgegeben 1 a) etw., ein Ziel nicht
weiter verfolgen »Er gab seine Hoff¬
nungen auf.« b) sich in sein Schicksal
fügen; sich nicht (mehr) wehren c)
etw. (für immer) beenden »Ergab das
Geschäft, das Trinken auf.« 2 zum
Transport, zur Beförderung abliefern
»Ich möchte ein Paket aufgeben.« 3
eine (Haus-)Aufgabe verteilen »Der
Lehrer hat uns heute viel aufgegeben.«
4 jmdn. aufgeben: a) nicht mehr an
jmdn. glauben; die Hoffnung auf Bes¬
serung verlieren b) mit dem Tode von
jmdm. rechnen 5 eine Anzeige, An¬
nonce o. ä. aufgeben: eine Anfrage,
ein Angebot o. ä. in einer Zeitung o.
ä. veröffentlichen, (ab)drucken lassen
auf|ge|bla|sen: Adj. 1 n. stg. mit Luft ge¬
füllt »ein aufgeblasener Luftballon« 2
(übertr.) eingebildet »ein aufgeblase¬
ner Fatzke«
Auflqelbofc das; -(ejs; -e 1 a) einige Wo¬
chen vor der Hochzeit (beim Standes¬
amt) zu erfolgende Ankündigung der
Heiratsabsicht »Wirhaben das Aufge¬
bot bestellt.« b) gerichtliche, öffent¬
lich zu erfolgende Aufforderung an
unbekannte Beteiligte, vor einer be¬
absichtigten Änderung der Rechtsla¬
ge, Tatsachen anzugeben od. Rechte
geltend zu machen 2 größere Anzahl
von aktivierten (ein Ziel unterstützen¬
den) Personen »Die Polizei rückte mit
einem großen Aufgebot an.«
auflqelbracht: Adj. aufgebrachter; auf¬
gebrachteste sehr wütend
auf]ge|don|nert: Adj. in einer übertrie¬
benen Art u. Weise zurechtgemacht,
geschminkt, gekleidet
auflqeldreht: Adj. aufgedrehter; aufge¬
drehteste 1 n. stg. durch Drehung ge¬
öffnet »ein aufgedrehter Wasserhahn«
2 (übertr.) [ugs.] sehr aktiv, angeregt;
in ausgelassener Stimmung
auf|ge|dun|sen: Adj. unnatürlich aufge¬
quollen »Da er so viel Alkohol trinkt,
ist sein Gesicht richtig aufgedunsen.«
auflqelhen: geht auf; ging auf; ist
aufgegangen 1 a) zu öffnen sein; sich
öffnen b) sich durch Druck von innen
öffnen c) nicht geschlossen bleiben
»Der Knopf geht immer wieder auf.« 2
(Pflanze) sich entwickeln u. zu voller
Blühte gelangen 3 der Funktion ent¬
sprechend nicht geschlossen bleiben,
sondern sich öffnen 4 (Speise) durch
Treibmittel auftreiben 5 (Math.) bei
einem Rechenverfahren ohne Rest
bleiben 6 (Sonne, Mond u. Sterne) am
Himmel, Horizont sichtbar werden 7
102
aufheitem
deutlich werden, ins Bewußtsein drin¬
gen 8 <Jagd> a) die Jagdsaison begin¬
nen b) <Vogel> auffliegen 9 eine Ein¬
heit werden, die Selbständigkeit ver¬
lieren 10 eins mit etw. werden u. darin
eine Befriedigung finden
auftaelholben: Adj. n. stg. 1 über länge¬
re Zeit verwahrt; aufbewahrt 2 nicht
mehr existierend, bestehend; rück¬
gängiggemacht
aufineillen: geilst auf; geiltest auf; hast
aufgegeilt [derb] sexuell erregen
auflgeillen, sich: geilst dich auf; geiltest
dich auf; hast dich aufgegeilt [derb]
sich (sexuell) an etw. od. jmdm. erre¬
gen
auflqelklärt: Adj. aufgeklärter;
aufgeklärteste 1 <Sexualität> über Zu¬
sammenhänge, Vorgänge der ge¬
schlechtlichen Fortpflanzung infor¬
miert 2 tolerant u. ohne Vorurteile,
ohne Aberglauben
auflqelknöpft: Adj. aufgeknöpfter;
aufgeknöpfteste 1 n. stg. <Knopf> offen
2 [ugs.] <Charakter; Umgang mit an¬
deren Personen) offen u. mitteilsam;
nicht verschlossen
auflqelkratzt: Adj. aufgekratzter; aufge¬
kratzteste [ugs.] <Stimmung> lustig,
munter, lebhaft u. guter, fröhlicher
Laune
Auflaald: das, -(e)s; -er 1 <Bankw,> Be¬
trag, um den der Preis eines Wertpa¬
piere über dem Nennwert liegt 2 [ver-
alt.; landsch.] Betrag, der bei Ab¬
schluß eines Kaufvertrages angezahlt
wird 3 [landsch.] hinzukommende
, Summe, hinzukommender Betrag;
Summe, die bei Ersteigerung eines
Gegenstandes als Honorar an den
Auktionator gezahlt wird, Syn.: <1>
[fremdsprl.] Agio
auflqellegt: Adj. n. stg. 1 gestimmt; ge¬
launt »Heute ist der Lehrer gut
aufgelegt.« 2 [abwert.] deutlich »Das
ist eine aufgelegte Lüge.« 3 zu etw.
aufgelegt sein: Lust haben, in der
Stimmung sein, etw. zu tun
auflqellöst: Adj. aufgelöster;
aufgelösteste 1 n. stg. in viele kleine,
unsichtbare Teile zerfallen »eine in
Wasser aufgelöste Tablette« 2 [ugs.]
aus der Ruhe, Fassung gebracht; ver¬
wirrt; kraftlos
auf|ge|räumt: Adj. aufgeräumter;
aufgeräumteste 1 in Ordnung ge¬
bracht; ordentlich 2 in lustiger, fröhli¬
cher Stimmung, Laune
Aufjgelräumtlheifc die; - ; -1 Ordnung,
die nach dem Aufräumen entstanden
ist 2 gute, fröhliche Stimmung, Laune
auf|ge|regt: Adj. aufgeregter; aufgereg¬
teste sich in einer nervösen, starken
Erregung befindend
AufloelreOtlheit: die; - ; - Erregung;
durch etw. hervorgerufene Nervosität
auflgelschloslsen: Adj. a) n. stg. mit ei¬
nem Schlüssel geöffnet b) «ibertro of¬
fen für etw. (z. B. für neue Eindrücke)
Auflgelschloslsenlheit: die; -; - Interes-
sicrtsein an Neuem, auch von den ei¬
genen Gedanken Abweichendem; zu¬
gänglich u. offen für andere u./od.
neue Meinungen; Toleranz
auflgelschmislsen: in der Wendung auf¬
geschmissen sein: [ugs.] sich keinen
Rat mehr wissen, nicht mehr wissen,
was man tun soll
auflgelschoslsen: Adj. n. stg. groß, grö¬
ßer geworden »ein aufgeschossener
Junge«
auf|gelweckt: Adj. aufgeweckter;
aufgeweckteste 1 n. stg. aus dem
Schlaf gerissen »Ein aufgewecktes
Kind ist sehr oft quengelig.« 2 munter
u. von schnellem Auffassungsvermö¬
gen; rege, clever
Aufloelwecktlhelt: die; - / - Munterkeit;
hohes Auffassungsvermögen; Reg-
heit
auflgielßen: gießt auf; gossest auf; hast
aufgegossen —*alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— 1 etw. mit einer
Flüssigkeit auffüllen »Für diesen
Cocktail nehmen Sie 2 cl Wodka u.
gießen Sie ihn mit Orangensaft auf.« 2
Tee od. Kaffee mit kochendem od.
heißem Wasser überschütten u. zie¬
hen lassen; aufbrühen
auf|glie|dern: gliederst auf; gliedertest
auf; hast aufgegliedert etw. nach be¬
stimmten Prinzipien, Aspekten in
Unterpunkte teilen
auflgUilhen: glühtsguf; glühte auf; hat/ist
aufgeglüht a) aufgrund von Hitzeein¬
wirkung rötlich zu glühen beginnen
b) <übertr.> vor Scham od. Erregung
od. Empörung rot im Gesicht werden
auf)greiHen: greifst auf; griff(e)st auf;
hast aufgegriffen 1 ein Tier od. eine
Person, die gesucht wird, finden u.
mitnehmen »Wir haben den entlaufe¬
nen Hund am Waldrand aufgegriffen. ♦
Sie haben den flüchtigen Dieb an der
Grenze aufgegriffen.« 2 a) an einem
bestimmten Punkt weitermachen, in¬
dem man das Vorhergegangene auf¬
nimmt u. weiterführt b) von etw. (z.
B. einer Meinung) angeregt werden u.
sich mit einem Thema o. ä. weiter be¬
fassen, beschäftigen
auf|grund/auf Grund: Konj. mit Gen.
gibt den Grund an; wegen; verursacht
durch »Aufgrund des schlechten Wet¬
ters konnten wir am Samstag nicht im
Garten grillen.«
AuflguB —* Aufguss: der; Aufgusses;
Aufgüsse 1 mit heißem Wasser über¬
schüttete Pflanzen- od. Blütenteile 2
<übertr.) [abwert.] etw., was nur leicht
abgewandelt neu verwertet wird; Ab¬
klatsch
Auf]guß|beu|tel —» Auflgusslbeultel:
der; -s; - nur einmal verwendbares
Säckchen mit zerkleinerten Blüten-
od. Pflanzenblättem (z. B. Teeblät¬
tern), das man dann in ein Gefäß
hängt u. mit heißem Wasser über¬
schüttet
auflhalben: hast auf; hattest auf; hast
aufgehabt [ugs.J 1 tragen »Sie hat eine
häßliche Mütze aufgehabt. ♦ Sie hatte
eine Lesebrille auf.« 2 vom Verschluß
befreit haben; geöffnet haben 3 geöff¬
net haben; nicht geschlossen sein 4
[landsch.] alles aufgegessen haben,
ohne einen Rest zu lassen »Das Kind
hat seinen Brei auf.« 5 <Schule> Pflich¬
ten übertragen bekommen haben
auf(hal|sen, sich: halst dir auf; halstest
dir auf; hast dir aufgehalst [ugs.]
jmdm. od. sich selbst eine Last od.
eine Person aufbürden, sich mit der
Person od. mit etw. belasten
auflhallten: hältst auf; hielt(e)st auf;
hast aufgehalten 1 jmdn. an der Bewe¬
gung, an der Erledigung, Fortfüh¬
rung einer Tätigkeit hindern »Ich bin
aufgehalten worden.« 2jmdm. etw. ge¬
öffnet (hin)halten, darbieten »Er hielt
die Tür auf.« 3 die Hand aufhalten:
(Geld) fordern
auflhanloen: hängst auf; hängtest auf;
hast aufgehängt 1 etw. an einen Ha¬
ken, einen Nagel o. ä. hängen »Häng
doch deine Jacke an der Garderobe
auf!« 2 den Telefonhörer am Ende ei¬
nes Gespräches auf die Gabel legen 3
jmdn. durch den Strang hinrichten;
einer Person einen Strick o. ä. um den
Hals legen u. ihr den Halt unter den
Füßen nehmen, so daß die betreffen¬
de Person an einem Genickbruch od.
durch das Strangulieren stirbt 4 eine
Situation, ein Ereignis o. ä. als Anlaß
nehmen, um etw. Folgendes daraus
zu entwickeln
Aufihänlqen der; -s; - 1 Vorrichtung,
Schlaufe an Kleidungsstücken,
Handtüchern u. ä., an der man die
Textilien aulhängen kann 2 Situation,
Ereignis o. ä., die/das als Anlaß für
Nachfolgendes genommen werden
kann
Auflhänlgung: die; - ; -en <Technik> Art
u. Weise der Anbringung von etw.
auflhäulfen: häufst auf; häuftest auf;
hast aufgehäuft 1 etw. Zusammentra¬
gen, einen Haufen bilden »Der Bauer
häufte die Äpfel auf.« 2 <übertr.> etw.
sammeln
auflhelben: hebst auf; hob (e)st auf; hast
aufgehoben 1 auf dem Boden Befindli¬
ches mit den Händen hochnehmen 2
etw. verwahren u. darauf aufpassen
»Ich gebe dir alle meine Papiere, bitte
hebe sie gut auf!« 3 etw., was existiert
hat, was Gesetz war, beenden, nicht
länger gelten, bestehen lassen »Das
Urteil wurde in der zweiten Instanz
aufgehoben.« 4 aufgrund eines glei¬
chen Wertes od. einer gleichen Wir¬
kung o. ä. ausgleichen »Plus u. Minus
heben sich gegenseitig auf.« 5 schlie¬
ßen; beenden »Die Sitzung wurde auf¬
gehoben.« 6 bei jmdm., an einem Ort
gut/schlecht aufgehoben sein: bei
jmdm. , an einem bestimmten Ort
(nicht) gut beschützt, versorgt, ver¬
wahrt o. ä. sein 7 den Blick zu jmdm.
aufheben: 1. zu jmdm. hochschauen
»Sie hob den Blick zu ihm auf.« 2.
jmdn. sehr achten, bewundern
Auflhelbens*. das; -; - in den Wendungen
1 ohne (jedes, großes) Aufheben:
[geh.] ohne viel Getue; ohne großes
Aufsehen, ohne Umstände; still u.
leise »Ohne großes Aufheben half er
ihr aus der Not.« 2 a) (kein/viel) Auf¬
hebens um, von etw., jmdm.
machen: etw. od. jmdm. (wenig/gro-
ße) Wichtigkeit, Bedeutung zumessen
b) nicht des, keines Aufhebens wert
sein: nicht so wichtig, bedeutend, wie
es genommen wird; unwichtiger sein,
als alle denken; nicht so viel Beach¬
tung verdienen
Auflhelbung: die; - ; -en 1 (offi2elle(s))
Ende, Beendigung von etw. Bestehen¬
dem »Die Aufhebung des Urteils löste
allgemeine Zufriedenheit aus.« 2 [ver-
alt.) Haft; Inhaftierung
auflheiltern: heiterst auf; heitertest auf;
hast aufgeheitert 1 eine Person fröh-
103
Aufheiterung
lieh stimmen, ihr die schlechte od. be¬
drückte Laune od. Stimmung neh¬
men 2 «Wetter» wolkenlos, schöner
werden »Morgen heitert es sich wieder
auf.«
AuflhelKalruna: die: - ,• -en 1 Anstren¬
gung, Bemühung jmdn. wieder fröh¬
lich zu stimmen 2 <Wetter> Wegzie¬
hen. Sichauflösen der Wolken
auflheitten: hilfst auf; halfte)st auf; hast
aufgeholfen 1 einer Person beim Sich-
aufrichten, Aufstehen helfen 2
[landsch.Jetw. verbessern: stärken
auflhailten: hellst auf: helltest auf; hast
aufgehellt 1 etw. in der Farbe, Fär¬
bung verheilen, heller machen 2 Er¬
kenntnisse bringen »Das Gespräch
mit dem Täter hat die Frage um das
Motiv aufgehellt.« 3 'Wetter; Wolken»
sich auflösen. wegziehen 4 «übertr.;
Stimmung» wieder lustiger, fröhlicher
werden
auflhatfean: hetzt auf: hetztest auf: hast
aufgehetzt aufwiegeln; zu einer Revo¬
lution, Revolte, zu Feindschaft auf¬
stacheln
auf|hou|ten: heulst auf; heultest auf; hast
aufgeheult a) plötzlich einen (kurzen)
lauten, durchdringenden Ton von
sich geben b) [ugs] plötzlich weinen
auflhollan: holst auf; holtest auf; hast
aufgeholt einen Abstand verringern
Auflholliand: die: - / -en «meist Sport»
Versuch, einen Rückstand aufzuho¬
len
auflhorlchan: horchst auf; horchtest auf;
hast aufgehorcht sehr genau auf etw.
hören; aufmerksam werden
auftbölren: hörst auf; hortest auf; hast
aufgehört 1 etw. beenden »Plötzlich
hörte er zu reden auf.« 2 plötzlich auf¬
merksam werden, genau zuhören
»Bei dieser Bemerkungen hörte sie ge¬
spannt auf.« Ant.: <1> beginnen; an¬
fangen
aufUauch|zen: auchxenjauchzr auf¬
jauchztest auf; hast aufgejauchzt (vor
Freude) kurze, laute Töne von sich
geben
aufllaullan: jaulst auf; jaultest auf; hast
auf gejault 1 «Hund» einen winselnden
Laut von sich geben 2 (meist auf¬
grund von Schmerz) plötzlich kurz u.
laut aufschrcien
aufllulbetn: jubelst auf; jubeltest auf;
hast aufgejubelt vor Freude kurz laut
schreien
auflkautten: kaufst auf; kauftest auf;
hast aufgekauft einen Bestand von
Waren vollkommen kaufen, so daß
kein Rest mehr für andere vorhanden
ist
Ayf|kAu|fer der; -s; - weibl. Auflkftutfel-
rin: die; *; -nen Person, die etw. kauft,
bis zum letzten Rest kauft, so daß
nichts mehr für andere übrigbleibt
auflkellman: keimt auf: keimte auf; ist
auf gekeimt a) mit neuen Trieben aus
der Erde hervorkommen »Die Zwie¬
beln sind schon aufgekeimt.« b)
»übertr.» entstehen (z. B. Verdacht,
Zweifel, Gefühle)
aufjkJapplbar: Adj. n. stg. sich zu einer
Seite, nach oben (an Scharnieren be¬
festigt) öffnen lassend
auflklapipen: klappst auf; klapptest auf:
hast aufgeklappt etw. zumindest an
einer Seite nach oben, zur Seite hin
öffnen
autiklalran: klart auf. klarte auf; hat
auf geklart «Wolken» sich auflösen,
wegziehen »Es, das Wetter klart auf.«
auflktStren: klärst auf; klärtest auf: hast
aufgeklärt a) jmdn. über etw. infor¬
mieren »Er klärte ihn über die tatsäch¬
lichen Vorkommnisse auf.« b) jmdm.
theoretische Kenntnisse über Sexuali¬
tät vermitteln
Auflktälrer der; -s; - weiht. Auf klär! rel-
rin: die; - : -nen 1 aktivefr) Anhänge¬
rn) der Aufklärungsbewegung im
I7. u. besonders im I8. Jhd. 2 Person,
die andere Personen informiert u.
Unwissenheit damit beseitigt 3 nur
männl. Form <Milit.» Flugzeug(typ),
der/das zur Informationsbeschaffung
eingesetzt wird
auflklfilrelrtoch: Adj. n. stg. 1 der Gei¬
steshaltung der Aufklärungsepoche
entsprechend, sie betreffend 2 Unwis¬
senheit beseitigend; informierend
Aufiklälrumt: die; • ; -en 1 PI. s. voll¬
kommene Beseitigung von Unklar¬
heiten 2 PI. s. Information über bis¬
her Unbekanntes, aus dem Erkennt¬
nisse gezogen werden können 3 o. PI.
Information über Sexualität. 4 Infor¬
mation über gesellschaftliche, politi¬
sche o. ä. Gegebenheiten 5 o. PI. gei¬
stige Bewegung im 17. u. I8. Jhd. in
Europa gegen Aberglauben u. über¬
holte Traditionen, Ansichten
Auflklälrunoatftuqtrcua: das; -le/s; -e
«Milit.» mit speziellen Geräten (wie z.
B. automatischen Kameras) ausgerü¬
stetes Militärflugzeug, das dazu dient,
militärische Gegebenheiten, Situatio¬
nen zu erkunden
Auflktälruncglpfllcht die: - ; -
«Rechtsw.» auf Klarstellung bestimm¬
ter Umstände gerichtete Rechts¬
pflicht (z. B. ein Arzt gegenüber dem
Patienten über Operationsrisiken od.
die Polizei gegenüber einem Beschul¬
digten über dessen Rechte)
AufUdälrunnalachrift die; -; -en schrift¬
liches Erzeugnis, das über gesell¬
schaftliche, politische o. ä. Gegeben¬
heiten, Fragen informiert
auf|kle|t>en: klebst auf; klebtest auf: hast
aufgeklcbt etw., was eine haftende
Schicht hat, auf etw. anderem befesti¬
gen
Auflktelbor. der; -s; - Bild o. ä.. das an
od. auf etw. angebracht werden kann
auflktophen: klopfst auf; klopftest auf;
hast aufgeklppft 1 etw. Härteres durch
Schlagen, Öffnen kaputt machen 2
auf etw. trommeln, klopfen 3 etw.
Gefülltes (wie z. B. eine Bettdecke)
durch Schütteln auFfrischen u. wieder
in die richtige Form bringen
auf|knöpften: knöpfst auf: knöpftest auf:
hast aufgeknöpft etw. durch einen
Knopf od. Haken Verschlossenes öff¬
nen
sufjkno|ten: knotest auf; knotetest auf;
hast aufgeknotet etw. durch einen
Knoten, eine Schlinge, eine Schleife
o. ä. Verschlossenes wieder öffnen
auftknüpKen: knüpfst auf: knüpftest auf:
hast aufgeknüpft 1 einen Knoten auf¬
lösen, einen mit einem Knoten ver¬
schlossenen Gegenstand öffnen, auf¬
binden 2 [ugs.) jmdn. durch den
Strang hinrichten; einer Person einen
Strick o. ä. um den Hals legen u. ihr
den Halt unter den Füßen nehmen, so
daß die betreffende Person an einem
Genickbruch od. durch das Strangu¬
lieren stirbt, Sy n.: <2> aufhängen
auflkotchan: kochst auf; kochtest auf;
hast aufgekocht a) etw. so lange auf ei¬
ner Feuerstelle lassen, bis es kocht b)
etw. bereits Gegartes nochmals ko¬
chen lassen c) [süddi.; österr.) auf¬
grund eines besonderen Anlasses in
sehr großer Menge Nahrung. Speisen
zubereiten
Auflkomlman:das;-s; - (Pis.) 1 plötz¬
liches Entstehen, Vorhandensein von
etw. »In der Konferenz wurde beraten,
wie man das Aufkommen von Gewalt
unter den Schülern verhindern könne.«
2 [selten] Übernahme der finanziellen
Verantwortung für jmdn. od. etw. 3
<Wirt.» Gesamtheit der Einnahmen
auflkomlmen: kommst auf; kamfejst
auf; bist aufgekommen 1 finanziell für
etw. od. jmdn. die Verantwortung
übernehmen 2 plötzlich vorhanden
sein, entstehen »Es kam ein Sturm
auf.«
auffkramlpeln: krempelst auf: krempel¬
test auf: hast aufgekrempelt bei einer
Hose den untersten Teil des Stoffs an
den Beinen od. bei Oberbekleidungs¬
stücken den untersten Teil der Ärmel
um-, hochschlagen
auflkreulzan: kreuzt auf: kreuztest auf;
hist aufgekreuzt 1 'Seefahrt» hin u. her
im Zickzack gegen den Wind fahren 2
[ugs.] (meist plötzlich u. unerwartet)
dasein, kommen, erscheinen
auflkrtelqen: kriegst auf; kriegtest auf¬
hast aufgekriegt [ugs.] 1 als Aufgabe
erteilt bekommen 2 öffnen können
»Ich kriege die Flasche nicht auf.«
auf|kQnjdi|gen: kündigst auf: kündigtest
auf; hast aufgekündigt 1 eine Freund¬
Schaf), Beziehung zu einer anderen
Person auflösen, beenden 2 eine
Pflicht, die meist durch einen Vertrag
festgehahen ist, beenden, aufheben
ayf|kur|baln: kurbelst auf; kurbeltest
auf; hast aufgekurbelt durch Drehen
einer Kurbel etw. öffnen (z. B. Fen¬
ster); etw. aufwickeln (z. B. Markise)
Aufl.: Abk. 'Druckerzeugnisse» Auflage
aufllaichen: lachst auf; lachtest auf; hast
aufgelacht auf einmal, unerwartet,
plötzlich laut u. kurz lachen
auf|lafden: lädst auf; ludfejsi auf; hast
aufgeladen 1 etw. auf ein dafür vorge¬
sehenes Transportmittel bringen 2
«Physik» etw. füllen, aufwerten, z. B.
eine Batterie mit Elektrizität, elektri¬
scher Energie 3 «übertr.» jmdm. od.
sich selbst eine große Verantwortung,
Last geben
AufHalae: die; - .• -n 1 von Stoff einge¬
schlossene Matratze, die auf einen
Liegestuhl, ein Bett o. ä. als Polster
gelegt wird »Die Auflage für den Stuhl
muß extra bezahlt werden.« 2 Menge,
Stückzahl, in der etw. gefertigt wird 3
Bedingung, Forderung, die man für
etw. an jmdn. stellt
aufHalnenlatark: Adj. auflagenstarker;
auflagenstarkste «Druckerzeugnis» in
einer hohen Stückzahl gedruckt u.
vertrieben
104
aufnehmen
auflfanldig: Adj. n. stg. <Wind> [meist
seemannssprl.] in Richtung vom
Meer aufs Land »auflandiger Wind«
auf|las|sen: läßt auf; ließ(es)t auf; hast
aufgelassen —>aite Gegenwartsfor¬
men mit ss*— [ugs.; iandsch.] 1 nicht
schließen, verschließen 2 nicht abset¬
zen »Sie ließ im Cafe den Hut auf.« 3
nicht ins Bett schicken, aufbleiben
lassen
Aufllaslsung: die; - ; -en <Rechtsw.> Ei¬
nigung des Veräußerers u. Erwerbers
über den Eigentumsübergang eines
Grundstücks
aufllaulern: lauerst auf; lauertest auf;
hast aufgelauert versteckt auf eine
Person warten
Aufkauf: der; -(e)s; Aufläufe 1 Mahlzeit
aus verschiedenen, (im Backofen) mit
Käse überbackenen Zutaten »Ich ha¬
be einen Nudelauflauf vorbereitet.« 2
größere Ansammlung (von Men¬
schen)
auflte|ben: lebst auf; lebtest auf; bist
aufgelebt a) wieder Energie, Lebens¬
mut, Lebenskraft erhalten bj <übertr.>
munter werden »Als er von der Party
hörte, lebte er auf.« C) erneut starten,
beginnen
aufllelaen: legst auf; legtest auf; hast
aufgelegt 1 ein Telefongespräch been¬
den u. den Hörer wieder auf die Ga¬
bel legen 2 einen Tisch für eine Mahl¬
zeit decken 3 Holz od. anderes brenn¬
bares Material hinzufügen, damit das
Feuer wieder aufflackert 4 sich (er¬
neut) schminken »Sie legte neues Rou¬
ge auf.« 5 Platten, CDs, Musik spie¬
len »Wir legen ein neues Stück auf.« 6
<Buchw.> ein literarisches Werk o. ä.
neu drucken u. herausbringen 7
<Wirt.; Bankw.) Aktien, Wertpapiere
o. ä. anbieten
aufllehlnen. sich: lehnst dich auf; lehn¬
test dich auf; hast dich aufgelehnt ge¬
gen etw. protestieren; sich gegen etw.
wehren
Aufllehlnung: die; - ; -en Sichwehren,
Revoltieren gegen jmdn. od. etw.
aufllelsen: liest auf; las(es)t auf; hast
aufgelesen 1 etw. aufheben, was auf
dem Boden liegt »Sie las die Scherben
des Blumentopfes auf.« 2 [ugs.;
scherzh.] sich anstecken, infizieren 3
eine Person an einem Ort finden u.
mitnehmen
auflleuchlten: leuchtet auf; leuchtete
auf; hat/ist aufgeleuchtet 1 kurz Licht
verbreiten »Die Taschenlampe leuch¬
tete kurz auf, u. dann war die Batterie
leer.« 2 <übertr.> vor Freude strahlen
aufllilsten —* aufllislten: listest auf; li¬
stetest auf; hast aufgelistet eine Auf¬
stellung von etw. machen »Sie listete
auf, was sie noch alles für die neue
Wohnung braucht.«
auflockern (auflloklkem —» auflol-
ckern): lockerst auf; lockertest auf;
hast aufgelockert 1 etw. meist mit Hil¬
fe eines Gerätes lockerer machen »Er
lockerte die Blumenerde mit einer klei¬
nen Hacke auf.« 2 Abwechslung in
etw. bringen
aufjlojdern: lodert auf; loderte auf; ist
aufgelodert a) brennen; durch Feuer
zerstört werden b) <übertr.> wieder
ausbrechen
aufllölsen: löst auf; löstest auf; hast
aufgelöst 1 a) etw. in einer Flüssigkeit
zerfallen lassen »Er löste die Tablette
in Wasser auf.« b) etw. miteinander
Verschlungenes öffnen »Sie löste ih¬
ren Haarzopf auf.« 2 eine Erklärung
finden »Er löste das Rätsel auf.« 3
etw. beenden
Aufllölsunq: die; - ; -en (PI. s.) 1 Zertei¬
lung in kleinste, unsichtbare Elemen¬
te 2 Beginn der Verwesung 3 Erklä¬
rung für etw.; Lösung »Die Auflösung
des Rätsels finden Sie in der nächsten
Ausgabe dieser Zeitung.« 4 das Been¬
den von etw.
Auf|lö|sungs|pro|zeQ —» Aufllölsunqsl-
pro|zess: der; -prozesses; -prozesse 1
Vorgang der Zerteilung in kleinste,
unsichtbare Elemente 2 Vorgang der
Verwesung 3 Vorgang des Beendens
auflmalchen: machst auf; machtest auf;
hast aufgemacht 1 etw. öffnen, was
verschlossen ist 2 [ugs.] etw. gründen
»Dieses Jahr macht er die fünfte
Zweigstelle sejjfer Parfümerie auf.« 3
so gestalten, daß es interessant ist
Auflmalchen der; -s; - <Druckw.;
Presse) wichtigster Artikel auf der er¬
sten Seite einer Zeitung od. Zeit¬
schrift
Auflmalchunq: die; - ; -en äußeres Er¬
scheinungsbild, Kleidung
auflmallen: malst auf; maltest auf; hast
aufgemalt Bilder, Schriftzeichen (mit
Farbe) auftragen
Aufmarsch: der; -fe)s; -märsche ge¬
meinsames Kommen, Auftreten einer
Gruppe
auflmarlschielren: marschieren auf;
marschierten auf; sind aufmarschiert
in größerer Zahl zu einem Ort gehen
u. dort bleiben, meist um auf etw. auf¬
merksam zu machen od. um Stärke
zu demonstrieren
auflmeilBeln: meißelst auf; meißeltest
auf; hast aufgemeißelt etw. mit spe¬
ziellem Werkzeug öffnen
auflmertken: merkst auf; merktest auf;
hast aufgemerkt sehr gut aufpassen u.
zuhören
auflmerklsam: Adj. 1 sehr intensiv, ge¬
nau auf etw. achtend, zuhörend »Wir
waren aufmerksame Zuschauer.«
Ant.: unaufmerksam 2 auf etw. od.
jmdn. aufmerksam werden: etw. od.
jmdn. entdecken u. Interesse daran
haben 3 jmdn. auf etw. aufmerksam
machen: jmds. Interesse auf etw. od.
jmdn. lenken
Auflmerklsamlkeit: die; - ; -en 1 o. PI.
konzentrierte Wachsamkeit »Er er¬
regte mit seiner feurigen Rede die Auf¬
merksamkeit der Passanten.« 2 Ge¬
sten od. kleinere Geschenke, die man
jmdm. gibt, um ihm zu zeigen, daß
man ihn achtet od. mag
auflmi Ischen: mischst auf; mischtest
auf; hast aufgemischt 1 a) Farben neu
anrühren u. vermischen b) <übertr.>
eine Angelegenheit wieder beleben,
aufwirbeln 2 [ugs.; abwert.] Gewalt
ausüben, verprügeln aus Freude an
der Gewalt
auflmölbeln: möbelst auf; möbeltest auf;
hast aufgemöbelt 1 etw. in einen besse¬
ren Zustand bringen, renovieren 2
jmdn. wieder munter machen 3 jmdn.
in bessere Stimmung bringen
auflmotlzen: motzt auf; motztest auf;
hast aufgemotzt [ugs.; oft abwert.]
etw. nach außen hin wirkungsvoller
machen
auflmucken (auf|muk|ken —*■ aufjmuj-
cken): muckst auf; mucktest auf; hast
aufgemuckt gegen jmdn. od. etw. auf¬
begehren, auf Ungerechtigkeit mit
Protest reagieren
auflmunltern: munterst auf; muntertest
auf; hast aufgemuntert jmdn. veran¬
lassen, bessere Laune zu haben; jmdn.
trösten; jmdm. Mut machen
Auflmunltelrunq: die; ~ ; -en Hilfe, Zu¬
spruch, wieder Mut, bessere Laune zu
bekommen
auf|müplfiq: Adj. sich einer Autorität
widersetzend
auflnälhen: nähst auf; nähtest auf; hast
aufgenäht etw. mit einem Faden o. ä.
auf etw. fest an bringen
Auflnahlme: die; ~ ; -n 1 (Abzug einer)
Fotografie »Das ist eine gelungene
Aufnahme.« 2 Mitschnitt von etw. auf
Audio- od. Videoband »Die Aufnah¬
me ist verwackelt.« 3 der Beginn von
etw. »Die Aufnahme der Friedensver¬
handlungen ist morgen.« 4 a) Unter¬
kunft (die jmdm. angeboten wird) b)
Eingliederung jmds. 5 Verzeichnung
6 Schulden machen »Die Aufnahme
eines Kredites war notwendig gewor¬
den.« 7 Essen u./od. Trinken »Nah¬
rungsaufnahme«
Auflnahlmelbeldinlqunq: die; - ; -en
Voraussetzung für die Zulassung zu
einer Einrichtung
auflnahlmelfä|hiq: Adj. fähig, etw. auf¬
zunehmen, zu verstehen, geistig zu
verarbeiten
Auflnahlmelfälhialkeit: die; - ; - Fähig¬
keit, etw. geistig zu verarbeiten, auf¬
zunehmen, zu verstehen
Auflnahlmeloelbühr: die; - / -en Geldbe¬
trag, der bezahlt werden muß, um
Mitglied in einer Vereinigung o. ä. zu
werden
Auflnahlmelprülfunq: die; ~ ; -en Prü¬
fung, die jmd. ablegen muß, um für
etw. (meistens eine Ausbildung) zuge¬
lassen zu werden
Auflnahlmelstuldio: das; -s; -s <Musik>
mit besonderen Geräten ausgestattete
Räumlichkeit, in der Musik od. Ton¬
aufnahmen (meist für den Vertrieb
od. für die Sendung im Radio o. ä.)
aufgenommen wird
Auflnahlmelwalqen: der; -s; - mit tech¬
nischen Geräten ausgestattetes Auto
für Hörfunk- od. Fernsehaufnahmen
aufjneh|men: nimmst auf; nahm(e)st
auf; hast aufgenommen 1 vom Boden
hochheben 2 etw. beginnen »Die
Staatsanwaltschaft hat die Ermittlun¬
gen aufgenommen.« 3 (bei sich) woh¬
nen lassen 4 Mitglied werden lassen 5
geistig erfassen 6 einen Kredit suchen
u. bekommen 7 etw. auf eine be¬
stimmte Art u. Weise verstehen u.
dementsprechend darauf reagieren
»Er nahm ihre Worte als Beleidigung
auf.« 8 Fotos od. Filmaufnahmen
machen 9 <Musik o. ä.> auf einem
Tonträger festhalten 10 <Handarbeit>
Maschen aufschlagen, hinzunehmen
11 es mit jmdm. aufnehmen
(können): a) sich auf die Konkurrenz
105
Aufnehmer
mit jmdm. od. etw. einlassen b) sich
mit anderen messen (können)
Auflnehlmer; der; -s; - [landsch.] größe¬
res Tuch, Lappen, das/der meistens
zum Wischen des Bodens verwendet
od. über eine Abtrittsmatte gelegt
wird
auflnöltijgen: nötigst auf; nötigtest auf ¬
hast aufgenötigt jmdm. gegen dessen
Willen etw. zukommen lassen
auf|ok|troy|ie|ren —» auf|ok|t|roy|ie|ren:
oktroyierst auf; oktroyiertest auf; hast
aufoktroyiert [geh.] einer Person od.
Organisation etw. aufzwingen
aufloplfem. sich: opferst dich auf; opfer¬
test dich auf; hast dich aufgeopfert sich
selbstlos, bis zur Selbstaufgabe für
etw., jmdn. einsetzen
aufloptfemd: Adj. sich für etw. od.
jmdn. ohne Rücksicht auf die eigene
Person einsetzend
aufloplfelrungslvoll: Adj. bereit, sich für
jmdn. od. etw. selbstlos einzusetzen
auflpäplpeln: päppelst auf; päppeltest
auf; hast aufgepäppelt eine Person od.
ein Tier, die/das geschwächt ist, pfle¬
gen u. so wieder zu Kräften bringen
auflpaslsen: paßt auf; paßtest auf; hast
aufgepaßt —>alle Formen mit ss<—
a) auf etw. od. jmdn. achten »Ich habe
auf die Nachbarskinder auf gepaßt.« b)
aufpassen wie ein Schießhund,
Wachhund, Luchs: [ugs.] unheimlich,
äußerst, sehr genau auf etw. achten,
aufpassen
Auflpaslsen der; -s; - weibl. Auflpasl-
se|rin: die; - ; -nett Person, die auf
etw. od. jmdn. achtet, aufpaßt, etw.,
jmdn. bewacht
auf|peit|schen: peitscht auf; peitschtest
auf; hast aufgepeitscht 1 jmdn. in eine
heftige, erregte Stimmung bringen 2
«Wind, Wetter) etw. in starke Bewe¬
gung bringen
auflpeplpen: peppst auf; pepptest auf;
hast aufgepeppt [ugs.] etw. effektvol¬
ler, witziger, modischer gestalten
auflpicken (auflpiklken —» auf|pi|-
cken): pickst auf; picktest auf; hast
aufgepickt <Vogel> a) Nahrung auf¬
nehmen b) mit dem Schnabel öffnen
auflplatlzen: platzt auf; platzte auf; ist
aufgeplatzt sich heftig öffnen
auflphflsterw —» auflolusltern. sich:
plusterst dich auf; plustertest dich auf;
hat dich aufgeplustert 1 <Vogel) meist
im Ruhezustand od. im Krankheits¬
fall das Gefieder aufstellen, so daß
der Vogel sehr rundlich erscheint 2
dibertr.) sich wichtig machen, ange¬
ben
auflpollielren: polierst auf: poliertest
auf; hast aufpoliert 1 mit Hilfe von
Spezialmitteln u. kräftigem Reiben
wieder zu Glanz bringen 2 (übertr.)
verbessern
Auflprall: der; -(e)s; -e (PL s.) heftiges
Stoßen auf etw. anderes
auflpralllen: prallst auf; pralltest auf;
bist aufgeprallt heftig auf, gegen etw.
stoßen
Auflpreis: der; -es; -e zusätzlich ver¬
langte Bezahlung
auflpullvern: pulvert auf; pulverte auf;
hast aufgepulvert munter machen, an¬
regen
auflpumlpen: pumpst auf; pumptest auf;
hast aufgepumpt mit Luft Rillen »Er
mußte den Reifen aufpumpen.«
auflputlschen: putschst auf; putschtest
auf; hast aufgeputscht 1 jmds. Lei¬
stungsfähigkeit durch Einnahme von
Drogen steigern 2 [abwert.] jmdn. ge¬
gen jmdn. od. etw. aufhetzen
Auflputschlmitltel: das; -s; • Droge,
Medikament, das der körperlichen u.
geistigen Leistungssteigerung dient
auflquelllen: quillt/quellt auf; quollI
quellte auf; ist aufgequollenj
aufgequellt 1 von etw. hochsteigen
»Rauch quoll aus dem Kamin auf.« 2
sich mit Flüssigkeit vollsaugen u. da¬
durch größer werden 3 dibertr.) [geh.]
entstehen u. stark werden »Wut quoll
unter den Zuschauern auf.«
auflraflfen. sich: raffst dich auf; rafftest
dich auf; hast dich aufgerafft [ugs.]
sich zu etw. durchringen; etw. tun,
wozu man keine Lust hat
auflraplpeln. sich: rappelst dich auf;
rappeltest dich auf; hast dich aufgerap-
pelt [ugs.] einen Zustand von (körper¬
licher) Schwäche, Unlust überwinden
u. aufstehen, etw. tun
auflraulchen: auchenrawc/wf auf;
rauchtest auf; hast aufgeraucht eine
Zigarette o. ä. bis zum Ende rauchen
auflraulhen —» auflraulen: rauhst auf;
rauhtest auf; hast aufgerauht
—> raust auf; rautest auf; hast
aufgeraut*— die Oberfläche von
etw. rauher, grober machen
auflräulmen: räumst auf; räumtest auf;
hast aufgeräumt Ordnung schaffen
Auflräuhnunaslarlbeilton: die (PL) Ar¬
beiten, die Ordnung schaffen
auflrechlnen: rechnest auf; rechnetest
auf; hast aufgerechnet a) zwei ver¬
schiedene Dinge od. Beträge mitein¬
ander verrechnen b) jmdm. einen Be¬
trag in Rechnung stellen
Aullrechlnuna: die; - ; -en wechselseiti¬
ge Tilgung zweier sich gegenüberste¬
hender gleichartiger Forderungen
auf|recht: Adj. aufrechter; aufrechteste
1 in senkrechter Haltung »Der alte
Mann ging sehr aufrecht.« 2 moralisch
gut, ehrlich u. integer
auflrechtlerihallten: erhältst aufrecht;
erhielt(e)sl aufrecht; hast aufrechter¬
halten etw. nicht lösen, nicht beenden,
sondern versuchen, die Fortsetzung
zu gewährleisten
auflrelaen: regst auf;-regtest auf; hast
aufgeregt jmdn. ärgern, besorgt od.
zornig machen
auflretaen. sich: regst dich auf; regtest
dich auf; hast dich aufgeregt a) sich
über etw.' sorgen, ärgern »Ich regte
mich über seine Dummheit auf.« b)
sich künstlich aufregen: [ugs.] sich
ohne (ersichtlichen) Grund stark erre¬
gen, ärgern, wütend werden
Auflrelauna: die; - ; -en a) Durcheinan¬
der b) heftiges, erregtes Gefühl
auflreilben: reibst auf; rieb(e)st auf;
hast aufgerieben 1 a) durch Reiben
(mit einem Gegenstand) etw. zerteilen
»Ich habe das Käsestück aufgerieben
u. über den Auflauf gestreut.« b) durch
Kratzen, Reiben entfernen, verletzen
»Ich habe mir den Mückenstich
aufgerieben.« 2 jmds. Energie voll¬
kommen verbrauchen
auflreilßen: reißt auf; rissest auf; hast
auf gerissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— a) etw. durch rei¬
ßende Bewegungen öffnen b) kaputt
gehen, einen Defekt erleiden »Die
Jacke ist am Rücken aufgerissen.« 2
[ugs.; salopp] jmdn. ansprechen, mit
jmdm. flirten u. versuchen, ihn/sie zu
sexuellem Verkehr zu überreden
auflreilzen: reizt auf; reiztest auf; hast
aufgereizt 1 aufhetzen »zur Gewalt,
zum Kampf auf reizen« 2 leidenschaft¬
lich erregen
auf)rich|ten: richtest auf; richtetest auf;
hast aufgerichtet 1 etw. geradestellen
pd. in eine nach oben gerichtete Stel¬
lung, Haltung bringen 2 jmdn. trö¬
sten
auf[rich|tig: Adj. ehrlich; die Wahrheit
sprechend; nicht lügend »Er gab mir
eine aufrichtige Antwort.« Ant.: un¬
aufrichtig
Auflrichltialkelt: die; -; - Ehrlichkeit
auf)rie)geln: riegelst auf; riegeltest auf;
hast aufgeriegelt etw. (meist durch ei¬
nen Riegel) Verschlossenes öffnen
AufliiB —» Auflriss: der; -risses; -risse 1
<Bauw.> Skizze der Vorder- od. Sei¬
tenansicht eines Gebäudes 2 kurzge¬
faßte Darstellung eines umfangrei¬
chen Sachgebietes »ein Aufriß der
deutschen Grammatik«
auflrolllen: rollst auf; rolltest auf; hast
aufgerollt 1 zusammenrollen 2 [ugs.]
Haare zu Locken, auf Lockenwickler
o. ä. drehen 3 einen Sachverhalt in al¬
len Aspekten besprechen, zu rekon¬
struieren versuchen »Das Gericht ver¬
suchte, den Tathergang aufzurollen.« 4
<Sport; Milit.) von hinten überholen
Auflmf: der; -(e)s; -e Aufforderung,
Bitte, Befehl, etw. zu tun »Das Rote
Kreuz veröffentlichte einen Aufruf zu
einer Spendenaktion.«
auflruhen: rufst auf; riefle)st auf; hast
aufgerufen 1 eine Person mit dem Na¬
men ansprechen u. sie mit einer Auf¬
gabe beauftragen 2jmdn. auffordem,
in einer bestimmten Art u. Weise zu
handeln 3 <EDV> auf den Bildschirm
holen
Auflruhn der; -s; -e (PL s.) Aufstand ge¬
gen (vermeintliche) Ungerechtigkei¬
ten »Der Aufruhr griff auf andere Ge¬
biete über.«
auflrOhlren: rührst auf; rührtest auf; hast
aufgerührt 1 in etw. rühren u. es damit
nach oben bringen 2 etw. wieder ins
Bewußtsein bringen 3 erzeugen, wek-
ken
AuflrOhlrer der; -s; - weibl. Auflrühlrel-
rin: die; - ; -nen Person, die gegen
etw., meist gegen die Regierung,
kämpft u. versucht, einen Aufruhr,
eine Revolution o. ä. in Gang zu brin¬
gen
auflrühlrolrisch: Adj. zu einer Revoluti¬
on o. ä. anstiftend
auflninlden: rundest auf; rundetest auf;
hast aufgerundet einen Betrag nach
oben hin glatt machen
Auflrunldunq: die; -; -en das Aufrunden
eines Betrags nach oben
auflrülsten —> auf|rüs|ten: rüstet auf;
rüstete auf; hat auf gerüstet mehr Waf¬
fen bauen, erwerben »Die Gro߬
mächte rüsteten ihre Streitkräfte auf.«
Ant.: abrüsten
106
aufsetzen
Auflrülstung —> Auflriisltunq: die; - ;
•en <Milit.> Verstärkung, Vermehrung
der Waffen (in einem Staat), Ant.:
Abrüstung
airtlrütlteln: rüttelst auf; rütteltest auf;
hast aufgerüttelt a) versuchen, jmdn.
durch Schütteln, heftige Berührungen
aus dem Schlaf zu reißen b) <übertr.>
versuchen, bei jmdm. die Verantwor¬
tung, das Bewußtsein für etw. zu wek-
ken
auflsalaen: sagst auf; sagtest auf; hast
aufgesagt [ugs.] etw. auswendig sa¬
gen, rezitieren, vortragen »Sie mußte
in der Schule ein Gedicht aufsagen.«
auflsamlnteln: sammelst auf; sammel¬
test auf; hast aufgesammelt 1 etw. auf¬
heben, was auf dem Boden liegt 2
[ugs.] jmdn. od. etw. an einem Ort fin¬
den u. mitnehmen
auflsäslsig: Adj. ständig widerspre¬
chend, einer Anweisung nicht folgend
Auflsäslsiolkeit: die; - ; -en 1 widersetz¬
liche Handlung od. Äußerung 2 o. PI.
widersetzliches Verhalten
Auflsatz: der; -es; Aufsätze kürzere Ab¬
handlung über ein Thema »Wir
schreiben einen Aufsatz in Ge¬
schichte.«
Auflsatzlthelma: das; -s; -themen Ge¬
genstand, über den jmd. einen Auf¬
satz schreibt, schreiben soll; Aufga¬
benstellung für einen Aufsatz
ayf|sau|gen: saugst auf; saugtest auf;
hast aufgesaugt 1 Flüssigkeit saugend
in sich aufnehmen, in den Mund zie¬
hen 2 <übertr.> [ugs.] eine Person mit
seinen eigenen Ansprüchen vollkom¬
men beanspruchen 3 [ugs.] so viel wie
möglich geistig aufnehmen
auflschaulen: schaust auf; schautest
auf; hast aufgeschaut 1 zu jmdm. hin¬
aufblicken 2 <übertr.> jmdn. bewun¬
dern
auflschaulkeln; schaukelst auf; schau¬
keltest auf; hast aufgeschaukelt [ugs.]
steigern
auflschäultnen: schäumst auf; schäum¬
test auf; hast aufgeschäumt 1 Schaum
bilden u. nach oben steigen »Die Wo-
■ gen schäumen an den Felsen auf.« 2
etw. zum Schäumen bringen
auflscheulchen: scheuchst auf; scheuch¬
test auf; hast aufgescheucht 1 jmdn.
od. ein Tier erschrecken 2 [ugs.] jmdn.
beunruhigen
aufschichjten: schichtest auf; schichte¬
test auf; hast aufgeschichtet eins auf
das andere legen, so daß ein Stapel
entsteht
auf]schie|ben: schiebst auf; schob(e)st
auf; hast aufgeschoben auf einen spä¬
teren Zeitpunkt verlegen
Aufschlag: der; -(e)s; Aufschläge 1 hef¬
tiges Auftreffen auf etw. Hartes 2 zu¬
sätzlicher Betrag; ergänzende Geld¬
summe »An der Abendkasse wird ein
Aufschlag von JO % erhoben.« 3 <Klei¬
dung> umgeschlagener Teil (an Ho¬
senbeinen od. Ärmeln) 4 <Sport> a)
Schlag, der das Spiel, einen Spielab¬
schnitt eröffnet b) Recht, dem Gegner
den Ball zu servieren, den Aufschlag
(a) auszuführen
auflschlajqen: schlägst auf; schlug (e) st
auf; bist/hast abgeschlagen 1 hast
etw. (mit einem harten Gegenstand,
Werkzeug) öffnen »eine Nuß, ein Ei
aufschlagen« 2 bist heftig auf etw.
Hartes treffen »Der Junge fiel vom
Rad und schlug auf dem Asphalt auf.«
3 hast <Sport> mit einem Schlag das
Spiel eröffnen 4 hast geöffnet werden
»Der Sturm schlug die Tür auf.« Shast
eine Seite o. ä. öffnen »Er schlug die
Seite 2 im Lehrbuch auf.« 6 hast etw.
aufstellen »Sie schlugen das Zelt im
Garten auf.« 7 hast den Preis von etw.
erhöhen
Auflschlaglfehller: der; -s; - <Sport>
Fehler beim Schlag, der ein Spiel, ei¬
nen Spielabschnitt eröffnet
auflschlielßen: schließt auf; schlossest
auf; hast aufgeschlossen —»■alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*— 1 etw.,
was nicht geöffnet war, mit einem
Schlüssel o. ä. öffnen 2 zusammen¬
rücken u. Lücken nicht entstehen las¬
sen 3 sich einer Person gegenüber öff¬
nen u. ihr etw. erzählen 4 jmdn. ein¬
holen
auflschlitlzen: schlitzt auf; schlitztest
auf; hast aufgeschlitzt etw. mit einem
Messer o. ä. öffnen, zerstören, verlet¬
zen
auf]schUich|zen: schluchzt auf;
schluchztest auf; hast aufgeschluchzt
kurz u. unvermutet heftig weinen
AuflschluB —> Ausschluss: der; Auf¬
schlusses; Aufschlüsse Erkenntnis
über etw. od. jmdn.
auf|schlüs|seln: schlüsselst auf; schlüs¬
seltest auf; hast aufgeschlüsselt etw. in
Einzelheiten teilen u. damit erklären
»Der Vermieter muß die Nebenkosten¬
abrechnung genau aufschlüsseln.«
Aufjschlüs|se|lung: die; - ; -en Auftei¬
lung in Einzelheiten, die etw. erklären
Auflschlüßllung —» Auflschlüsslluna:
die; - ; -en Aufteilung in Einzelheiten,
die etw. erklären
auflscMuBIreich —> auflschlussl reich:
Adj. Erklärungen liefernd, informie¬
rend
auflschnapfpen: schnappst auf;
schnapptest auf; hastjist aufge¬
schnappt 1 ist sich plötzlich öffnen
»Das Schloß ist aufgeschnappt.« 2 hast
etw. fangen 3 hast [ugs.] aus Zufall
etw. mithören, erfahren
auflschneilden: schneidest auf; schnit-
t(e)st auf; hast aufgeschnitten 1 ein
größeres Stück (meist Fleisch o. ä.)
mit dem Messer in kleinere Portionen
schneiden 2 etw. mit einem Messer o.
ä. öffnen 3 [abwert.] angeben
Auflschneilder: der; -s; - weibl. Aufl-
schnei|dejrin: die; - ; -nen Person, die
mit etw. angibt, prahlt »Dieser Auf¬
schneider kann doch gar nichts!« Syn.:
Angeber(in)
auflschneildelrisch: Adj. mit seinen Fä¬
higkeiten, seinem Besitz o. ä. ange¬
bend
Aufschnitt: der; -fejs; - Scheiben von
verschiedenen Wurst-, Käsesorten
auf|schnii|ren: schnürst auf; schnürtest
auf; hast aufgeschnürt etw. Zugebun¬
denes öffnen
auf|schram|men: schrammst auf¬
schrammtest auf; hast aufgeschrammt
sich, die Haut eines Körperteils leicht,
oberflächlich verletzten
auflschraulben: schraubst auf; schraub¬
test auf; hast aufgeschraubt 1 eine
Schraube lösen 2 einen Deckel abma¬
chen 3 etw. mit Schrauben auf etw.
befestigen
aufschrecken (auflschreklken —>
auflschreicken): schreckst auf;
schrecktest auf; hast/bist aufge¬
schreckt 1 hast jmdn. od. ein Tier er¬
schrecken 2 hast <übertr.> jmdn. in
Sorge versetzen 3 bist sich nach einem
Schreck schnell erheben, aufrichten
Aufschrei: der; -(e)s; -e lauter, kürze¬
rer Laut, der aus verschiedenen
Gründen (z. B. Freude, Schreck,
Angst) ausgestoßen wird
aufschrei|ben: schreibst auf; schrie-
b(e)st auf; hast aufgeschrieben 1 etw.
schriftlich notieren, festhalten 2 Me¬
dikament; Arzt> [ugs.] verordnen 3
[landsch.] bei einem Händler Schul¬
den machen
auf|schrei|en: schreist auf; schrie(e)st
auf; hast aufgeschrifejen einen plötz¬
lichen kurzen Laut von sich geben
Aufschrift: die; ~; -en Vermerk, Schrift¬
zug außen auf einer Sache
Aufschub: der; -(e)s; Aufschübe 1 zeit¬
liche Verschiebung, Versetzung nach
hinten; Fristverlängerung »Für die
Tilgung des Kredits wurde ihm ein
zweiwöchiger Aufschub gewährt.« 2
ohne Aufschub: sofort
auflschütften: schüttest auf; schüttetest
auf; hast aufgeschüttet Flüssigkeit auf
etw., zu etw. gießen, Erde o. ä. anhäu¬
fen
aufjschwatjzen: schwatzt auf; schwatz¬
test auf; hast aufgeschwatzt jmdn. zu
etw., einem Kauf o. ä. überreden
aufschwät|zen: schwätzt auf; schwätz¬
test auf; hast aufgeschwätzt [landsch.]
jmdn. zu etw. überreden
aufschwem|men: schwemmt auf;
schwemmte auf; hat aufgeschwemmt
durch Flüssigkeitseinlagerung dicker,
aufgedunsen werden
auflschwintaen. sich: schwingst dich
auf; schwangfe) st dich auf; hast dich
aufgeschwungen 1 tVogeb hochfliegen
2 <Vogel> auf einem Baum landen 3
[ugs.] sich überwinden, etw. zu tun
Aufschwung: der; -fejs; Aufschwünge
1 <Sport> Bewegung, Schwingung
nach oben an einem Turngerät, be¬
sonders am Reck u. Barren 2 neue in¬
nere Energie »Der Erfolg gab ihm neu¬
en Aufschwung.« 3 <Wirt.> positive
Konjunkturentwicklung
Auflselhen: das; -s; - ungewöhnliche
Aufmerksamkeit »Ihre elegante
Abendrobe erregte viel Aufsehen.«
auf|se|hen|er|re|gend —> Auf|se|hen
er|re|gend: Adj. die Aufmerksamkeit
auf sich, auf etw. lenkend
Auflselher der; -s; - weibl. Auflselhel-
rin: die; - ; -nen Person, die etw.,
jmdn. über-, bewacht, auf etw. od.
jmdn. aufpaßt
aufsein —» auf sein: ist auf; war auf;
ist aufgewesen —*ist auf gewesen*—
1 unverschlossen sein »Die Tür ist
auf.« 2 (Geschäft) nicht geschlossen,
sondern geöffnet haben 3 (noch)
nicht schlafen »Ich bin bis Mitternacht
auf.«
—» aufseitlen/auf Sejjten: s. auf (III6)
auflsetlzen: setzt auf; setztest auf; hast
aufgesetzt 1 etw., z. B. einen Kessel
od. einen Topf, auf einen Ofen, Herd
stellen, um darin etw. zu kochen
107
Aufsetzer
»Setzt bitte das Wasser auf, wir möch¬
ten einen Tee trinken.« 2 sich od.
jmdm. etw. auf den Kopf od. auf die
Nase tun 3 etw. mit einer Fläche in
Kontakt, Berührung bringen »Er
setzte die Hände auf den Boden auf.« 4
etw. aufschreiben, schriftlich formu¬
lieren »Sie setzte einen Geschäftsbrief
auf« 5 etw. auf etw. bereits Vorhan¬
denes bauen »Sie setzten auf die Te-
rasse einen Wintergarten auf.« 6 auf
der Erde, auf dem Boden, auf Land
aufkommen »Der Helikopter setzte
weich auf dem Rollfeld auf.« 7 etw. auf
etw. anderes nähen »Sie setzte auf das
Loch in der Hose einen Herzflicken
auf.« 8 (sich) gerade hinsetzen »Die
Pflegerin setzte die Kranke im Bett
auf«
Auflsetlzen der; -s; - <Sport> auf dem
Boden aufprallender Ball bei einem
Torwurf im Handballspiel
auflseuflzen: seufzt auf; seufztest auf;
hast aufgeseufzt aus Anstrengung, Er¬
leichterung, anderen Gefühlen heraus
einen Ton ausstoßen
—» Aufsicht führend: s. aufsichtfüh¬
rend
—» Aufsicht Füh|ren|de: s. Aufsicht¬
führende
Auflsichf: die; - ; -en a) Aufgabe, Amt
des Aufpassers »Ich habe heute Auf¬
sicht in dieser Prüfung.« b) Person, die
auf etw., jmdn. aufpaßt »Die Aufsicht
verließ das Zimmer.«
autlsichtHühlrend —» Aufsicht füh|-
rend: Adj. n. stg. die Aufsicht über
jmdn. od. etw. habend; die Verant¬
wortung innehabend
Auflsichtlfühlrenlde —> auch Aufsicht
Füh|ren|de: der u. die; -n; -n; (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Aufsichtführen¬
der; eine Aufsichtführende; zwei Auf¬
sichtführende —>auch ein Aufsicht
Führender; eine Aufsicht Führende;
zwei Aufsicht Führendet— J Person,
die auf jmdn. od. etw. aufpassen, ach¬
ten muß
Auflsichtslbelamlte: der; -n; -n weibl.
Auflsichtslbelamltin: die; - ; -nen Be¬
amte^), die/der auf etw. od. jmdn.
achten muß
Auflsichtslbelhörlde: die; ~ ; -n offizielle
Stelle, die auf etw. achtet, etw. kon¬
trolliert
Auflsichtslpflicht: die; - ; - <Rechtsw.>
Verpflichtung einer Person od. Be¬
hörde, über eine andere Person od.
Behörde Aufsicht auszuüben (z. B.
Aufsichtspflicht der Eltern über min¬
derjährige Kinder)
Aullsichtslrat: der; -(e)s; -rate weibl.
Aullsichtslrältin: die; - j -nen <Wirt.>
a) nur männl. Form zur Überwachung
u. Bestellung der Geschäftsleitung
vorgeschriebenes Organ in bestimm¬
ten Gesellschaften b) Person, die dem
Aufsichtsrat (a) angehört
Auflsichtslratslvorlsitlzenlde: der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art.: ein
Aufsichtsratsvorsitzender; eine Auf-
sichtsratsvorsilzende; zwei Aufsichts¬
ratsvorsitzende) Person, die den Vor¬
sitz in einem Aufsichtsrat innehat
auf|sit|zen: sitzt auf; saßest auf; hastj
bist aufgesessen 1 bist sich auf ein
Tier, das zum Reiten bestimmt ist,
od. als Beifahrer auf ein Motorrad
setzen 2 bist auf etw. hereinfallen 3
hast [ugs.] nicht schlafen gehen, son¬
dern wach bleiben, sein
auflspallten: spaltest auf; spaltetest auf;
hast aufgespaltet/aufgespalten a) etw.
mit einem Werkzeug in zwei Teile
schlagen, zerlegen b) <übertr.> eine
Personengruppe (in verschiedene La¬
ger) aufteilen
auflspanlnen: spannst auf; spanntest
auf; hast aufgespannt glatt ausbreiten;
weit öffnen »den Regen- od. Sonnen¬
schirm aufspannen«
Auflspal|tunq: die; - ; -en 1 Zerlegung
von etw. mit Hilfe eines Werkzeuges 2
Trennung in zwei od. mehr Parteien,
Lager
auflspalren: sparst auf; spartest auf;
hast aufgespart etw. für die Zukunft
aufheben
auflspeijren: sperrst auf; sperrtest auf;
hast aufgesperrt 1 [landsch., meist
österr. u. süddt.] etw. mit einem
Schlüssel o. ä. öffnen »Sie sperrte die
Tür auf.« 2 a) [ugs.] den Mund o. ä.
sehr weit aufmachen, öffnen »Die Kü¬
ken sperrten den Schnabel auf.« b)
etw. vollkommen öffnen
auf|spie|len: spielst auf; spieltest auf;
hast aufgespielt 1 Tanzmusik spielen 2
<Sport> Art u. Weise, wie eine Mann¬
schaft spielt *
auflspiellen. sich: spielst dich auf; spiel¬
test dich auf; hast dich aufgespielt [ab¬
wert.] sich wichtig machen »Er spielte
sich als Chef auf.«
auflspielBen: spießt auf; spießtest auf;
hast aufgespießt 1 einen spitzen Ge¬
genstand in etw. od. jmdn. rammen
»Sie spießte das Fleisch mit der Gabel
auf.« 2 <übertr.> [ugs.] Kritik üben
auf|split|tern: splitterst auf; splittertest
auf; hast aufgesplittert 1 in viele kleine
Teile aufteilen 2 in zwei od. mehrere
verschiedene Teile, Parteien teilen
Auflsplitltelrunq: die; - ; -en 1 Auflö¬
sung in viele verschiedene kleinere
Teile 2 Teilung in verschiedene Grup¬
pen, Parteien
auflspravlen —> auflspralvlen: sprayst
auf; spraytest auf; hast aufgesprayt
eine Flüssigkeit auf etw. sprühen
auflsprenlqen: sprengst auf; sprengtest
auf; hast aufgesprengt 1 etw. mit Ge¬
walt öffnen od. zerstören »Die Bank¬
räuber sprengten den Safe auf.« 2
<Jagd> Wild erschrecken, aufscheu¬
chen
auflsprinloen: springst auf; sprang)e) st
auf; bist aufgesprungen 1 (vor Freude,
Schreck o. ä.) von einem Sitzmöbel
schnell aufstehen 2 sich öffnen »Bei
dem Sturm ist das Fenster aufge¬
sprungen.« 3 auf ein Fahrzeug sprin¬
gen, das bereits fährt 4 (meist durch
größere Kälte o. ä. verursacht) reißen
auüsarülhen: sprühst auf; sprühtest auf;
hast aufgesprüht Flüssigkeit, Flüssi¬
ges auf etw. spritzen, sprayen
auflspullen: spulst auf; spultest auf; hast
aufgespult etw. auf eine Spirale auf¬
wickeln
auflspülren: spürst auf; spürtest auf;
hast aufgespürt etw. od. jmdn. verfol¬
gen u. dadurch finden
auflstalcheln: stachelst auf; stacheltest
auf; hast aufgestachelt a) jmdn. zu
etw. überreden, veranlassen b) jmdn.
dazu bringen, sich sehr zu bemühen
auf|stamp|fen: stampfst auf; stampftest
auf; hast aufgestampft mit den Füßen
ganz fest u. laut auf den Boden treten,
trampeln
Auflstand: der; -(e)s; Aufstände Erhe¬
bung gegen eine als ungerecht emp¬
fundene Obrigkeit
auflstänldisch: Adj. rebellisch; sich ge¬
gen etw. od. jmdn. wehrend, zur
Wehr setzend
Auflstänldilsche: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Aufständi¬
scher; eine Aufständische; zwei Auf¬
ständische) Person, die an einer Re¬
bellion, an einem Aufstand beteiligt
ist
auf|sta|peln: stapelst auf; stapeltest auf;
hast aufgestapelt mehrere (gleiche)
Dinge Übereinanderstellen
auftetäulben: stäubt auf; stäubte auf; ist
aufgestäubt in kleinen Partikeln auf¬
wirbeln
auflstaulen: staust auf; stautest auf; hast
aufgestaut 1 das Wasser eines Gewäs¬
sers sammeln 2 <Gefühl> ansammeln
u. immer stärker werden, machen
auflstelchen: stichst auf; stach)e)st auf;
hast aufgestochen 1 etw. mit einem
spitzen Gegenstand öffnen 2 <Jagd>
ein Tier aus seinem Versteck schrek-
ken
auflstelhen: stehst auf; stand(e)st auf;
hast/bist aufgestanden 1 bist sich,
jmdn. od. etw. aus einer liegenden od.
sitzenden Position in den aufrechten
Stand bringen 2 ist [geh.] durch äuße¬
re Umstände entstehen »Wut stand in
den armen, gedemütigten Bauern auf.«
3 hat nicht geschlossen, sondern offen
sein »Die Balkontür stand die ganze
Nacht über auf.« 4 bist [geh.; veralt.]
sich gegen etw. od. jmdn. zur Wehr
setzen 5 nicht mehr, wieder
aufstehen: [verhüll.] sterben; den
Tod finden 6 mit dem linken Fuß,
Bein (zuerst) aufgestanden sein:
[ugs.] (für andere Personen oft ohne
erkennbaren Grund) schlechter, übler
Laune sein; mißgestimmt sein 7 da
mußt du früher, eher aufstehen:
[ugs.] damit kannst du nichts errei¬
chen, da mußt du dir etw. Besseres
überlegen
auflsteiloen: steigst auf; stieg(e)st auf;
bist aufgestiegen 1 auf ein Motorrad,
ein Pferd o. ä. steigen 2 eine steile
Strecke hinaufgehen, begehen 3 sich
in die Luft erheben 4 [geh.] in jmdm.
entstehen, aufkommen »Mißtrauen
stieg in ihr auf.« 5 eine beruflich od.
gesellschaftlich höhere Position ein¬
nehmen »Er stieg zum Manager auf.«
6 <Sport> in die höhere Spielklasse
kommen
Auflsteilqer: der; -s; - weibl. Auflsteil-
gelrin: die; -; -nen 1 [ugs.; oft abwert.]
Person, die in eine höhere berufliche
od. soziale Position gekommen ist 2
<Sport> Spieler(in), Mannschaft, der/
die in eine höhere Spielklasse kommt,
gekommen ist
auflstelllen: stellst auf; stelltest auf; hast
aufgestellt 1 a) etw. in die aufrechte,
gerade Position bringen b) etw. an
eine bestimmte Stelle setzen, stellen c)
etw. aufbauen »Die Baufirma stellte
108
auftrennen
ein Gerüst auf.« 2 jmdn. für einen
Wettbewerb, eine Wahl o. ä. nominie¬
ren, benennen 3 [landsch.] etw. auf
den Herd, Ofen setzen, um es zu ko¬
chen »Stell doch bitte das Gemüse
auf!« 4 [norddt.] eine Dummheit be¬
gehen; etw. anstellen 5 eine od. meh¬
rere Personen an einem bestimmten
Ort postieren »Die Belegschaft stellte
einen Streikposten am Betriebseingang
auf« 6 etw. behaupten; etw. sagen,
was nicht bewiesen ist »Er stellte selt¬
same Vermutungen auf.« 7 etw. errei¬
chen »Die Sprinterin stellte einen neu¬
en Weltrekord auf.« 8 etw. schriftlich
erarbeiten, ausarbeiten »Er stellte
Rechnungen auf.« 9 etw. durch For¬
schungen o. ä. erarbeiten »Er stellte
neue Theorien, Regeln auf.«
Aoflstelllanq: die; - ; -en 1 Auflistung
von Daten, Dingen o. a. 2 Zusam¬
menstellung einer Sportmannschaft
für ein Spiel (o. ä.)
auflstemlmen: stemmst auf; stemmtest
auf; hast aufgestemmt 1 etw. mit Ge¬
walt (unter Zuhilfenahme spezieller
Werkzeuge) öffnen 2 einen Körperteil
aufsetzen »die Ellbogen auf dem Tisch
auf stemmen« 3 <Turnen> den Körper
mit Schwung in den Stütz bringen
auflstielben: stiebst auf; stob( e) st/stieb¬
test auf; bist/hast aufgestoben/aufge-
stiebt 1 in die Höhe wirbeln 2 <Jagd>
Vögel erschrecken u. zum Auffliegen
bewegen
Aufstieg: der;-(e)s; -e 1 a) das Hinauf-
klettem (auf einen Berg) »Der Auf¬
stieg war beschwerlich.« b) sich in die
Luft erheben 2 das Karrieremachen 3
Verbesserung, Ant.: <1,2,3> Abstieg
Auflstieqslchanlce: die; - ; -n Möglich¬
keit, eine höhere berufliche od. so¬
ziale Stellung einzunehmen od. in die
nächsthöhere Sportklasse zu kom¬
men
Auflstieqslspiel: das; -(e)s; -e <Sport>
sportliche Auseinandersetzung um
die Möglichkeit, in eine'höhere Klas¬
se eingestuft zu werden
auflstölbern: stöberst auf; stöbertest
auf; hast aufgestöbert 1 etw. (Gesuch¬
tes) finden 2 ein Tier in seinem Ver¬
steck, Bau o. ä. finden u. heraus¬
scheuchen
auf|stocken (auflstoklken —> auf|sto|-
cken): stockst auf; stocktest auf; hast
aufgestockt 1 weitere Etagen auf ein
Gebäude setzen 2 etw. erhöhen »Die
Bank hat den Kredit aufgestockt.«
auf|stöh|nen: stöhnst auf; stöhntest auf;
hast aufgestöhnt unerwartet einen
Laut von sich geben, laut ausatmen,
meist als Zeichen von Schmerz, Er¬
leichterung o. ä.
auflstolßen: stößt auf; stieß(es)t auf;
hast/ist aufgestoßen 1 hast etw. mit ei¬
nem kräftigen Schubs öffnen »Er
stieß das Fenster auf.« 2 hast Luft aus
dem Magen durch die Speiseröhre
pressen, wobei ein Geräusch entsteht;
rülpseD »Ich muß aufstoßen.« 3 ist/hat
schlechte Laune, Übelkeit hervorru¬
fen 4 ist gegen etw. fallen, treffen »Er
ist mit dem Kopf auf der Heizung
aufgestoßen.« 5 durch einen Stoß,
Fall o. ä. verletzt sein »Das Kind hat
sich wieder die Knie aufgestoßen.« 6
etw. Auffälliges wahmehmen, bemer¬
ken
auflstrahllen: strahlst auf; strahltest auf;
hast aufgestrahlt 1 (kurze Zeit) hell
leuchten 2 <übertr.> ein glückliches,
freudiges Gesicht bekommen
auflstrelben: strebst auf; strebtest auf;
hast/bist aufgestrebt 1 versuchen, vor¬
wärts zu kommen 2 [geh.] sich in die
Höhe erheben
auflstreilchen: streichst auf; strich/e) st
auf; hast aufgestrichen etw. auf eine
Fläche auftragen »Farbe, Butter auf¬
streichen«
auf|strei)fen: streifst auf; streiftest auf;
hast aufgestreifl etw. nach oben schie¬
ben »die Ärmel aufstreifen«
auflstreuten: streust auf; streutest auf;
hast aufgestreut 1 mit etw. bestreuen 2
den Tieren im Stall frisches Stroh hin¬
legen
Aufjstrich: der; -fe)s; -e 1 <Schrift> von
unten nach oben gezogener Strich
2 Brotbelag 3 <Musik> aufwärts ge¬
führter Bogenstrich beim Spiel auf
Streichinstrumenten »Der Geiger hat
einen kräftigerihiufstrich.«
auf]stu|fen: stufst auf; stiftest auf; hast
aufgestuft [amtssprl.] höher anstufen;
im Wert anheben
auflstüllpen: stülpst auf; stülptest auf;
hast aufgestülpt 1 etw. auf od. über
etw. setzen, anbringen »Der kleine
Junge stülpte sich einen Helm aus Pa¬
pier auf.« 2 etw. aufbiegen, so daß. es
hochsteht »den Kragen, die Lippen
aufstülpen«
auflstütlzen: stützt auf; stütztest auf;
hast aufgestützt 1 Halt auf einer Un¬
terlage Anden »Er stützt die Hände
auf dem Boden auf.« 2 jmdm. Halt ge¬
ben u. ihn dabei aufrichten
auflsulchen: suchst auf; suchtest auf;
hast aufgesucht jmdn. an einem Ort
besuchen; zu jmdm. an einen be¬
stimmten Ort gehen
auflsumlmielren: summierst auf; sum¬
miertest auf; hast aufsummiert einen
Wert errechnen, mehrere Zahlen ad¬
dieren
aufltalkeln: takelst auf; takeltest auf;
hast aufgetakelt 1 [seemannssprachl.j
Masten setzen 2 [ugs.; abwert.] sich in
übertriebener, negativ auffallender
Weise kleiden, schminken usw.
Aufltakt: der; -(e)s; -e 1 Beginn einer
Sache »Zum Auftakt gab es eine Vor¬
speise aus Melone u. Schinken.« 2
<Musik> Beginn eines Musikstücks
mit einem unvollständigen Takt 3
<Verslehre> unbetonte Silben am An¬
fang eines Verses
aufltanlken: tankst auf; tanktest auf;
hast aufgetankt a) Treibstoff nachfül¬
len b) tübertr.) [ugs.] neue Kräfte sam¬
meln, sich erholen
aufltaulchen: auchenwuchst auf; tauch¬
test auf; bist aufgetaucht 1 wieder an
die Wasseroberfläche gelangen 2
<übertr.> ins Gedächtnis, in die Erin¬
nerung zurückkehren »Bilder aus sei¬
ner Kindheit tauchten in seinem Geiste
auf.« 3 unvermutet u. plötzlich vor¬
handen, zu sehen sein 4 <übertr.> sich
ergeben, aufkommen »Mißtrauen
tauchtauf.«
aufltaulen: taut auf; taute auf; istjhat
aufgetaut 1 hat schmelzen; Gefriergut
über 0 °C erwärmen 2 ist <übertr.> die
Schüchternheit verlieren u. für andere
Menschen zugänglicher werden
auflteillen: teilst auf; teiltest auf; hast
aufgeteilt etw. teilen, zergliedern u.
verteilen
aufltiplpen: tippst auf; tipptest auf; hast
aufgetippt <Ballspiel> den Ball aufprel¬
len (lassen)
aufttilschen: tischst auf; tischtest auf;
hast aufgetischt 1 Speisen anbieten,
auf den Tisch bringen 2 jmdm. etw.
auftischen: [ugs.] lügen; flunkern;
etw. Unwahres erfinden u. jmdm. er¬
zählen
Auftr.: Abk. 1 Auftrag 2 Auftritt
Aufjtrag: der; -(e)s; Aufträge 1 Befehl
zur Erledigung einer Sache »Er gab
uns den Auftrag, Bücher aus der Bi¬
bliothek zu holen.« 2 <Wirt.> Bestel¬
lung zur Anfertigung od. Lieferung
von Waren, Leistungen, Reparaturen
3 in Auftrag geben: etw. bestellen, an¬
fertigen lassen
aufttralgen: trägst auf; trug(e)st auf;
hast aufgetragen 1 Kleidung, Schuhe,
Tasche usw. anziehen, benutzen bis
sie zerschlissen ist/sind, starke Ge¬
brauchspuren aufweist/aufweisen 2
[geh.] Speisen servieren, auf den Tisch
bringen »Trag bitte die Suppe auf.« 3
a) sich schminken »Make-up u. Rouge
auftragen« b) eine Paste o. ä. auf eine
Oberfläche streichen »Salbe auftra¬
gen« 4 umfangreicher, dicker, volu¬
minöser erscheinen lassen »Diese dik-
ken Pullis tragen auf.« 5 jmdn. mit ei¬
ner Aufgabe betrauen 6 dick, stark,
(zu) sehr auftragen: [ugs.] prahlen;
angeben; übertreiben
Aufttraqjgelber: der; -s; ~ weibl. Aufl-
trag|ge|be|rin: die; - ; -nen 1 Person,
die jmdn. mit einer Aufgabe betraut 2
Person od. Organisation, die Aufträ¬
ge erteilt, etw. bestellt
Aufltraqslbelstältilqunq: die; - ; -en Er¬
klärung, daß die Erteilung eines Auf¬
trages gültig, richtig ist
aufltragslqelmäB: Adj. n. stg. einer Wei¬
sung entsprechend »Wir haben die
Lieferung auftragsgemäß erfüllt.«
Aufltragsllalge: die; - ; -n <Wirt.> Stand
der bestellten Waren od. Leistungen
Aufttragslpollster —» Aufltraqslpolsl-
ter: das; -s; ~ <Wirt.> einem Unterneh¬
men, einer Firma zur Ausführung
vorliegender größerer Bestand an Be¬
stellungen von Waren od. Leistungen
Aufjtrags|werk: das; -(e)s; -e Erzeug¬
nis, das auf Bestellung angefertigt
wurde
auf|tref|fen: triffst auf; traf(e)st auf;
bist aufgetroffen (hart) stürzen u. da¬
bei gegen etw. schlagen »Sie traf mit
dem Knie auf der Bordsteinkante auf.«
aufltreilben: treibst auf; lrieb(e)st auf;
hast/ist aufgetrieben 1 hast etw. (nach
längerem Suchen) Anden 2 hat in die
Höhe wirbeln »Der Sturm treibt den
Schnee auf.« 3 a) ist aufgebläht wer¬
den »Der Kuchen ist durch die Hefe
aufgetrieben.« b) hat aufblähen »Hefe
treibt den Kuchenteig auf.«
aufltrenlnen: trennst auf; trenntest auf;
hast aufgetrennt eine Handarbeit,
etw. Genähtes, Gestricktes usw. wie¬
der auseinandernehmen, öffnen, die
Fäden aufziehen
109
auftreten
aufltrehen: trittst auf; trat(e)st auf; bist
auf getreten 1 mit dem Fuß den Boden
berühren »Ich bin umgeknickt u. kann
kaum auftreten.« 2 etw. vor einem Pu¬
blikum tun, spielen »Er trat in dem
Stück als Zauberer auf.« 3 sich gebär¬
den, einen Eindruck vermitteln
Aufltrieb: der; -fe)s; -e 1 a) das Treiben
von Nutztieren auf eine (Berg-)Weide
b) Anzahl von Tieren, die zum Markt
o. ä. gebracht werden, um verkauft,
geschlachtet zu werden 2 o. Pi. «Phy¬
sik> Kraft, die der Schwerkraft entge¬
genwirkt 3 o. PI. innerer Schwung,
Elan, Energie
Aufjtriebslkraft: die; -;- <Physik> Kraft,
die der Schwerkraft entgegengesetzt
ist, wirkt
Aufltritt: der; -fejs; -e 1 «Theater) das
Betreten der Bühne durch einen Dar¬
steller, eine Darstellerin 2 Szene in ei¬
nem Bühnenstück 3 Streit; Kontro¬
verse
aufltrumplfen: trumpfst auf; trumpftest
auf; hast aufgetrumpft 1 jmdm. seine
Überlegenheit demonstrieren, zeigen,
beweisen 2 a) etw. fordern b) sich
durchzusetzen versuchen
aufftun: tust auf; tat(e)st auf; hast
aufgetan 1 [veralt.] aufmachen, öffnen
»Dornröschen tat nach lOOjährigem
Schlaf die Augen auf.« 2 [ugs.J Speisen
servieren, auf den Teller legen »Soll
ich dir Nudeln auftun?« 3 [landsch.]
sich od. jmdm. etw. (z. B. einen Hut,
eine Brille) aufsetzen 4 sich zeigen,
darbieten »Neue Möglichkeiten taten
sich ihr auf.« 5 [ugs.J etw. zufällig ent¬
decken »Ich habe eine Quelle für fri¬
sche Eier aufgetan.« 6 den Mund
auftun: [ugs.J etw. sagen, ausspre¬
chen; seine Meinung kundtun; sich zu
etw. äußern u. nicht (länger) schwei¬
gen
auf|tür|men: türmst auf; türmtest auf;
hast aufgetürmt etw. (Gleichartiges)
Übereinanderstapeln
auf[wa|chen: wachst auf; wachtest auf;
bist aufgewacht aus dem Zustand des
Schlafes od. des Betäubtseins wieder
zu Bewußtsein kommen
auflwachlsen; wächst auf; wuchs (es)t
auf; bist aufgewachsen sich entwik-
kein; heranwachsen »Die Kinder
wachsen auf dem Land auf.«
ayfjwal|len: wallt auf; wallte auf; ist auf¬
gewallt hochsteigen; aufsteigen »Ne¬
bel wallte auf. ♦ Milch wallt auf dem
Herd auf. ♦ Zorn wallte in ihr auf.«
Aufjwand: der; -(e)s; - a) Mühe, Arbeit,
die man mit etw. hat »Dieses Gericht
macht sehr viel Aufwand.« b) «Wirt.)
Kosten, Unkosten eines Unterneh¬
mens, Ausgaben für Rohstoffe, Versi¬
cherungen, Arbeitslöhne usw.
—» auflwänldig: s. aufwendig
Auf|wands|ent|schä|di|gung: die; - ; -en
Vergütung von Kosten, die für eine
Leistung od. im Dienst entstanden
sind
auf|wär|men: wärmst auf; wärmtest auf;
hast aufgewärmt 1 bereits gekochte
Speisen, die erkaltet sind, wieder er¬
hitzen 2 «Sport) sich auf eine Sportbe¬
tätigung vorbereiten, indem man die
Muskeln lockert u. erwärmt 3 etwJ
kalten Kaffee aufwärmen: «übertr.)
[ugs.; oft abwert.] etw. nochmals auf¬
leben lassen »Sie wärmte den alten
Streit erneut auf.«
Auflwarttelfrau: die; • ; -en [landsch.]
Frau, die in einem Haushalt putzt;
Putzfrau; Reinigungskraft
auflwarlten: wartest auf; wartetest auf;
hast aufgewartet 1 anbieten »Sie war¬
tete mit einem riesigen kalten Büfett
auf.« 2 [geh.; veralt.] aus Anstand
jmdn. besuchen 3 [veralt.] jmdn. be¬
dienen 4 etw. vorweisen, bieten kön¬
nen
auflwärts: Adv. nach oben
—> aufwärts ge|hen: s. aufwärtsgehen
Auf|wärtsjent|wick|lung: die; - ; -en po¬
sitiv, gut, günstig vonstatten gehende
Entwicklung
auf[wärts|ge|hen —» aufwärts ge|hen:
gehst aufwärts; ging (e) st aufwärts;
bist aufwärtsgegangen —*bist auf¬
wärts gegangen<— 1 nach oben ge¬
hen, laufen 2 «übertr.) sich gut entwik-
keln
Auflwärtslhalken: der; -s; - «Boxsport)
mit der Faust ausgeführter Stoß, der
nach oben führt
Auflwärtsftrend: der; -s; -s (absehbare)
positive EntwicMung
Auflwasch: der; -(e)s; -1 a) das Reini¬
gen von schmutzigem Geschirr b)
schmutziges Geschirr, das zu reinigen
ist 2 das ist ein Aufwasch; in einem
Aufwasch: [ugs.] etw. ist zusammen
zu erledigen
auflwalschen: wäschst auf; wusch(e)st
auf; hast aufgewaschen [landsch.]
schmutziges Geschirr reinigen
auflwecken fauflweklken —-» auflwel-
cken): weckst auf; wecktest auf; hast
aufgeweckt jmdn. aus dem Zustand
des Schlafes reißen; jmdn. wach ma¬
chen
auflweilchen: weichst auf; weichtest auf;
hastjist aufgeweicht a) ist aufgrund
von Feuchtigkeit die Festigkeit verlie¬
ren b) hast durch Feuchtigkeit die Fe¬
stigkeit nehmen
auflwellsen: weist auf; wies(es)t auf;
hast auf gewiesen 1 auf etw. verweisen,
zeigen, Hinweisen 2 erkennen lassen 3
etw. aufzuweisen haben: etw. besit¬
zen, etw. vorzuzeigen haben, über
etw. verfügen
auflwenlden: wendest auf; wandtest/
wendetest auf; hast aufgewandtjaufge-
wendet etw. einsetzen, um einen er¬
strebten Zweck, ein gesetztes Ziel zu
erreichen »Der Staat mußte viele Mil¬
lionen aufwenden, um die Bauern zu
entschädigen.«
auflwenldiq —» auch auflwänldig: Adj.
arbeitsintensiv u. mühevoll, mit vie¬
len Kosten verbunden »Der Versiche-
rungskonzem errichtete ein sehr auf¬
wendiges Bürogebäude.«
Auflwenldunq: die; - ; -en 1 Einsatz von
etw., um einen erstrebten Zweck, ein
gesetztes Ziel zu erreichen 2 n. PI. fi¬
nanzielle Mittel, die für etw. einge¬
setzt werden
auflwertfen: wirfst auf; warf(e)st auf;
hast aufgeworfen 1 etw., eine Tür mit
sehr großer Kraft öffnen 2 etw. hoch¬
werfen 3 die Lippen nach vorne schie¬
ben, schürzen 4 etw. mit Wucht auf
etw. anderes legen, werfen 5 aufhäu¬
fen »Sie warfen einen Wall aus Erde
auf.« 6 etw. sagen, was zu einer Dis¬
kussion anregt, führt; etw. zur Dis¬
kussion stellen »Ich möchte noch eine
Frage aufwerfen.«
aufl weiften: wertest auf; wertetest auf;
hast aufgewertet a) einen Wert nach
oben verschieben, erhöhen b) den Au¬
ßenwert einer Währung erhöhen
Auflweritunq; die; - ; -en a) Erhöhung
eines Wertes b) Zunahme des Außen¬
wertes einer Währung »Aufwertung
des US-Dollars«
auf|wickeln (auflwiklkeln —> auf|wi|-
ckeln): wickelst auf; wickeltest auf;
hast aufgewickelt 1 eine Verpackung
öffnen 2 a) [ugs.] Haare auf Locken¬
wickler rollen, drehen b) zusammen¬
rollen
a«jftwie|qeln: wiegelst auf; wiegeltest
auf; hast aufgewiegelt eine od. mehre¬
re Personen zu einer Rebellion, Auf¬
lehnung, einem Aufstand aufhetzen,
anstiften, veranlassen
Auflwieloellunq/Auflwiegllunq: die; ~ ;
-en Anstiftung, Aufhetzung einer od.
mehrerer Personen zu einer Revolte,
einem Aufstand o. ä.
auflwielqen: wiegst auf; wog(e)st auf;
hast aufgewogen 1 a) ein Gleichge¬
wicht erzeugen »Die Vorteile wiegen
die Nachteile auf.« b) ersetzen; als Er¬
satz dienen 2 jmd., etw. ist nicht mit
Gold aufzuwiegen: [ugs.] jmd. od.
etw. ist nicht mit Geld, materiellen
Mitteln zu bezahlen; jmd. od. etw. ist
nicht ersetzbar
Auflwieqllen der; -s; - weibl. Auflwieql-
le|rin: die; - ; -nen Person, die eine od.
mehrere andere Personen zu einer Re¬
bellion, Revolte o. ä. anstiftet, auf¬
hetzt
auflwieqllelrisch: Adj. jmdn. zur Re¬
volte anstiftend; eine Revolte anstre¬
bend
Auflwieqllunq/Auflwielqelluno: die; ~ ;
-en Anstiftung, Aufhetzung einer od.
mehrerer Personen zu einer Revolte,
einem Aufstand o. ä.
Auflwind: der; -(e)s; -e «Meteorologie) 1
Luftbewegungen, die vom Boden her
aufsteigen 2 durch etw. Aufwind er¬
halten, bekommen: «übertr.) Auf¬
trieb, neuen Mut o. ä. bekommen
»Die Konpmktur bekommt wieder
Aufwind.«
auflwirlbeln: wirbelst auf; wirbeltest auf;
hastjist aufgewirbelt 1 ist in die Luft,
Höhe stieben 2 hast etw. in die Luft
wirbeln
auflwilschen: wischst auf; wischtest auf;
hast aufgewischt Schmutz o. ä. vom
Boden entfernen
auflzähllen: zählst auf; zähltest auf; hast
aufgezählt etw. einzeln angeben, be¬
nennen
Auflzähllung: die; • ; -en Benennung,
Angabe von einzelnen Dingen
auflzäulmen: zäumst auf; zäumtest auf;
hast aufgezäumt 1 ein Reittier mit
Zaumzeug versehen 2 das Pferd von
hinten aufzäumen; etw. verkehrt
aufzäumen: «übertr.) [ugs.] etw. voll¬
kommen falsch, von der verkehrten
Seite beginnen, anpacken, in Angriff
nehmen
auflzehlren: zehrst auf; zehrtest auf; hast
auf gezehrt etw. völlig verbrauchen
auf]zeich|nen: zeichnest auf; zeichnetest
auf; hast aufgezeichnet 1 jmdm. etw.
110
Auge
(schriftlich) erklären 2 etw. auf etw.
malen »Sie zeichnete den Grundriß ih¬
rer Wohnung auf ein Blatt Papier
auf.« 3 etw. als Film od. Tonmaterial
festhalten »Sie zeichnete den Spielfilm
mit dem Videorekorder auf.«
Aufzeichnung: die; - ; -en 1 Notizen,
die jmd. über etw. gemacht hat 2 Mit¬
schnitt einer Situation o. a. auf einem
Audio- od. Videoband
auflzeikten: zeigst auf; zeigtest auf; hast
aufgezeigt 1 Hand od. Finger heben,
um zu zeigen, daß man etw. sagen
möchte 2 jmdm. etw. vor Augen füh¬
ren, ihm darlegen, ihn auf etw. hin¬
weisen
auflzwlhen: ziehst auf; zog(e)st auf;
hastjist aufgezogen 1 hast durch Aus¬
übung von Zugkraft etw. öffnen 2
hast etw. in die Höhe, zur Seite ziehen
»Bitte zieh das Rollo, die Vorhänge
auf.« 3 hast ein Lebewesen gedeihen
lassen (u. erziehen) »Die Hündin hat
drei Junge aufgezogen.« 4 hast span¬
nen »Du mußt die Uhr aufziehen, sie
ist stehengeblieben.« 5 hast [ugs.] ar¬
rangieren; gestalten; organisieren 6 ist
<Meteorologie, Wetten sich nähern;
aufkommen »Da hinten ziehen
schwarze Regenwolken auf.« 7 hast
[ugs.] jmdn. necken »Die Mitschüler
ziehen sie immer auf, weil sie stottert.«
8 hast <Med.> Flüssigkeit in eine Injek¬
tionsspritze einziehen »Ziehen Sie
bitte das Narkosemittel auf!« 9 hast
etw. auf etw. anderes spannen
Auflzucht: die; - ; -en das Aufziehen,
Großziehen, Pflegen u. Hegen (von
Tieren, Pflanzen)
Aufzug: der; -(e)s; Aufzüge 1 Kon¬
struktion, Kabine, die an dicken
Stahlseilen Passagiere von einer in die
andere Etage eines Hauses befördert
2 Kleidung, in der jmd. (meist unpas¬
senderweise) an einen Ort kommt »In
diesem Aufzug nehme ich dich nicht
mit.« Syn.: <1> Lift; Fahrstuhl
Auflzuaslschacht/Auflzuqlschacht:
der; -(e)s; -schachte von Wänden
umgebener, enger, hoher Raum, in
dem sich ein Fahrstuhl, Lift hoch u.
hinunter bewegt
auflzwinlqen: zwingst auf; zwang(e)st
auf; hast aufgezwungen jmdn. nöti¬
gen, etw. zu tun, etw. zu nehmen o. ä.
Auqlaplfel: der; -s; -äpfel in der Augen¬
höhle liegender beweglicher, kugel¬
förmiger Teil des menschlichen Auges
u. von manchen tierischen Augen
Autae: das; -s; -en 1 bei Menschen sowie
bei den meisten Tierarten im Gesicht
oberhalb der Nase rechts u. links gele¬
genes paariges Sinnesorgan, das das
Sehen ermöglicht 2 <Pflanze> Ansatz
der Knospe, Keim 3 <Flüssigkeit>
oben schwimmendes Fett »Die Augen
der Suppe schöpfe ich ab.« 4 <Spiele> a)
Punkte, die eine Spielkarte zählt b)
Punkte auf einem Würfel 5
[seemannssprl.] a) Tauöse b) Schlinge
am Tauende 6 Auge des Gesetzes:
[ugs.] Polizei; Einheit, die in einem
Staat für Recht u. Ordnung sorgt 7 a)
jmds. Augen brechen: [verhüll.; geh.]
jmd. stirbt b) die Augen schließen,
zutun, zumachen: [verhüll.] jmd.
stirbt c) die Augen auf Null stellen,
- drehen: [ugs.; salopp] jmd. stirbt 8 da
bleibt kein Auge trocken: [ugs.] 1. in
dieser Situation muß jeder (sehr) la¬
chen, bis ihm Tränen aus den Augen
treten 2. jeder ist von etw. betroffen;
niemand wird ausgenommen 3. jeder
weint »Als die Nachricht von dem
Flugzeugabsturz kam, blieb kein Auge
trocken.« 9 a) jmdm. gehen die Au¬
gen auf: [ugs.] eine Person erkennt
auf einmal die (unerfreuliche) Wahr¬
heit b) jmdm. die Augen öffnen: einer
Person die (unerfreuliche) Wahrheit
zeigen, verdeutlichen c) jmdm. etw.
vor Augen haften, führen: jmdm. etw.
in aller Deutlichkeit zeigen, ihm etw.
klarmachen 10 jmdm. gehen die Au¬
gen über: 1. [ugs.] eine Person ist von
etw. sehr beeindruckt, überwältigt 2.
[geh.] jmd. fängt an zu weinen 11a)
ganz Aug(e) u. Ohr sein: [ugs.] sich
sehr konzentrieren, auf etw. achten
»Rede schon, ich bin ganz Aug u.
Ohr!« b) Augen u. Ohren aufhalten:
[ugs.] sehr aufmerksam, wachsam
sein c) die Augen offen haben, auf¬
halten, offenhalten: sehr aufmerk¬
sam, wachsam sein «Die Gegend ist
gefährlich, halte die Augen offen!« d)
die Augen aufsperren, aufmachen,
auftun: [ugs.] alles sehr aufmerksam
betrachten; auf alles achten »Die Am¬
pel ist rot, mach doch die Augen auf!«
e) die, seine Augen überall haben;
die, seine Augen vom(e) u. hinten
haben: [ugs.] alles sehr aufmerksam
betrachten; auf alles achten f) ein Au¬
ge auf etw., jmdn. haben: auf etw.
od. jmdn. aufpassen, achtgeben g)
etw. od. jmdn. nicht aus den Augen,
aus dem Auge lassen: auf etw. od.
jmdn. aufpassen, achtgeben »Laß die
Kinder nicht aus den Augen, während
ich einkaufen gehe!« h) etw., jmdn. im
Auge haben, behalten: etw. od.
jmdn. genau beobachten, darauf ach¬
ten, was er tut, was geschieht 12 a)
(große) Augen machen: [ugs.] von
etw. überrascht, über etw. erstaunt
sein (u. sich freuen od. sehr beein¬
druckt sein) b) die Augen aufreißen:
[ugs.] über etw. erstaunt sein (u. sich
freuen od. sehr beeindruckt sein) c)
den, seinen (eigenen) Augen nicht
trauen: [ugs.] von etw. so sehr über¬
rascht sein, daß man nicht glauben
kann, daß es wahr ist, wirklich pas¬
siert (in negativer sowie in positiver
Hinsicht gebraucht) 13 a) kleine Au¬
gen haben, machen: [ugs.] sehr
schläfrig, müde sein; schlafen müssen
»Geh ins Bett, du hast schon ganz
kleine Augen!« b) kaum (noch) die
Augen aufhalten können: [ugs.] sehr
müde sein; schlafen müssen »Nach
zwölf Stunden Arbeit ohne Pause
konnte sie kaum noch die Augen
auf halten.« c) ein paar Augen, ein Au¬
ge, [ugs.] eine Mütze voll Schlaf
nehmen: [ugs.] ein wenig schlafen 14
a) jmdm. schöne Augen machen:
[ugs.] mit einer Person flirten, sie mit
verführerischem Blick ansehen b)
jmdm. verliebte Augen machen:
[ugs.] eine Person mit verliebtem
Blick ansehen c) jmdm. zu tief in die
Augen, ins Auge blicken, schauen,
sehen: sich in eine Person verlieben
15 so weit das Auge reicht: «meist
Landschaft» in der Ausdehnung, in
der jmd. etw. sehen kann; alles, was
eine Person sieht 16 die Augen sind
größer als der Bauch/Magen: [ugs.]
sich mehr auf den Teller nehmen, als
man essen kann 17 vier Augen sehen
mehr als zwei: zwei Menschen kön¬
nen mehr erkennen als einer 18 kein
Auge zumachen, zutun: [ugs.] keinen
Schlaf finden 19 a) ein Auge
zudrücken: [ugs.] nachsichtig sein;
bewußt etw. übersehen, was falsch ist
b) zwei Augen, alle Augen
zudrücken: [ugs.] sehr nachsichtig
sein u. dabei alles bewußt übersehen,
nicht bestrafen 20 ein Auge riskieren:
[ugs.] sich (heimlich) etw. od. jmdn.
(unerlaubterweise) ansehen »Er ris¬
kierte einen Blick in die
Frauenumkleidekabine.« 21 [ugs.] a)
ein Auge auf etw., jmdn. werfen: etw.
od. jmdn. begehrenswert finden b)
etw., jmdn. im Auge haben: a) etw.
anstreben; ein Ziel verfolgen »Er hat
nur das Geldverdienen im Auge.« b)
etw. od. jmdn. in die engere Wahl ge¬
zogen haben c) ins Auge, in die Au¬
gen springen, hüpfen, fallen: Auf¬
merksamkeit erregen, Interesse bei
jmdm. wecken d) ins Auge, in die Au¬
gen stechen: 1. Aufmerksamkeit er¬
regen, Interesse bei jmdm. wecken
»Ihre Schönheit sticht ins Auge.« 2.
jmd. findet großen Gefallen an etw. u.
möchte es gerne besitzen »Dieses Au¬
to sticht mir schon lange ins Auge.« e)
etw. ins Auge fassen: planen, überle¬
gen, etw. zu tun fl mit den Augen
verschlingen: etw. od. jmdn. begeh¬
ren, unbedingt, gerne besitzen wollen
22 hinten keine Augen haben: [ugs.]
unhöfliche Entschuldigung od. Aus¬
rede für etw., was sich hinter einem
abspielt 23 Augen haben wie ein
Luchs: a) ein äußerst gutes Sehver¬
mögen haben b) <übertr.> [ugs.] jmdm.
entgeht nichts, kein Fehler o. ä. 24
(keine) Augen im Kopf haben: [ugs.]
a) etw. (nicht) sehen »Da kommt ein
Auto von rechts, hast du keine Augen
im Kopf?« b) etw. (nicht) beurteilen
können 25 sich die Augen aus dem
Kopf schämen: etw. sehr peinlich fin¬
den 26 sich die Augen nach etw.,
jmdm. ausgucken: [ugs.] (längere
Zeit) nach jmdm., etw. Ausschau hal¬
ten 27 jmdm. (am liebsten) die Augen
auskratzen wollen, mögen: [ugs.] ei¬
ner Person vor Wut od. Abscheu Bö¬
ses wünschen 28 sich die Augen (aus
dem Kopf) weinen; sich die Augen
rot weinen: anhaltend u. stark, heftig
weinen 29 (wegen etw:, vor etw.)
nicht mehr aus den Augen sehen
können: völlig in Anspruch genom¬
men sein 30 ein Auge für etw., so was
haben: etw. richtig verstehen u. beur¬
teilen können »Bitte komm mit, wenn
ich ein gebrauchtes Auto kaufe, du hast
ein Auge dafür.« 31 die Augen vor
etw. verschließen: etw. nicht wahr¬
haben wollen 32 jmdm. etw. aufs Au¬
ge drücken: [ugs.] jmdm. etw.. Unan¬
genehmes zur Erledigung übertragen
33 a) jmdm. etw. von/an den Augen
ablesen: wissen, was jmd. wünscht,
was ihn bedrückt o. ä., ohne daß eres
aussprechen muß b) jmdm. aus den
111
äugen
Augen sehen, lesen: etw. an der
Miene, Haltung usw. einer Person er¬
kennen »Es hat nicht geklappt, das
lese ich aus ihren Augen.« 34 a) jmdm.
etw. od. jmdn. aus den Augen
schaffen: jmdn. od. etw. entfernen
»Er mag keine Hunde, schaff ihm den
Köter aus den Augen!« b) jmdm. aus
den Augen gehen: von jmdm. (un¬
freundlich) weggeschickt werden c)
jmdm. (nicht mehr) unter die Augen
kommen, treten: (nicht mehr) zu
jmdm. gehen 35 jmdm. wie aus den
Augen (häufiger wie aus dem Ge¬
sicht) geschnitten sein: jmdm. von
der äußeren Erscheinung her sehr
ähnlich sehen 36 kein Auge, nicht die
Augen von etw. od. jmdm. abwen¬
den, lassen: etw. od. jmdn. ständig
betrachten 37 in jmds. Augen: nach
jmds. Meinung »In meinen Augen hat
er falsch gehandelt.« 38 (jmdm.) Au-
g(e) in Aug(e) (gegenüberstehen):
jmdm. direkt gegenüber stehen 39 in
den Augen jmds. sinken/steigen: an
Ansehen, Respekt o. ä. bei einer Per¬
son verlieren/gewinnen 40 jmdm.
(nicht) in die Augen sehen können:
kein (ein) schlechtes Gewissen haben
41 ins Auge gehen: [ugs.] nicht gelin¬
gen 42 mit einem lachenden u. einem
weinenden Auge: erfreulich u. trau¬
rig zugleich 43 etw. ins Auge blicken:
sich etw. Unangenehmem stellen 44
mit offenen, sehenden Augen ins
Unglück laufen, rennen: eine offen¬
sichtliche Gefahr nicht erkennen
(wollen) 45 mit offenen Augen
schlafen: (ugs.] nicht achtgeben, auf¬
passen 46 mit offenen Augen durch
die Wett gehen, laufen: etw. aufmerk¬
sam beobachten u. daraus lernen 47
mit scheelen Augen betrachten,
ansehen: auf etw. od. jmdn. neidisch
sein 48 mit anderen, neuen Augen
sehen: zu einer veränderten Einstel¬
lung kommen 49 mit einem blauen
Auge davonkommen: [ugs.] Glück
haben, daß nicht Unangenehmeres,
Schlimmeres passiert 50 unter jmds.
Augen: während jmd. aufpaßt »Unter
meinen Augen sind die Waren gestoh¬
len worden.« 51 unter vier Augen: nur
zu zweit, ohne daß weitere Personen,
Zeugen anwesend sind 52 etw. nicht
nur wegen jmds. schöner, blauer Au¬
gen tun: nicht ganz selbstlos handeln,
sondern eine Gegenleistung erwarten
53 mit eigenen Augen gesehen
haben: etw. aus eigener Erfahrung
wissen 54 vor aller Augen: öffentlich,
unter Anwesenheit von Zeugen 55
jmdm. deutlich vor Augen stehen:
sich genau, sehr gut an etw. erinnern
56 a) jmdn., etw. aus den Augen, aus
dem Auge veriieren: den Kontakt,
die Beziehung zu etw., jmdm. verlie¬
ren b) aus den Augen, aus dem Sinn:
wen man nicht oft sieht, vergißt man
schnell 57 Eine Krähe hackt der an¬
deren kein Auge aus: Gleichgestellte
schonen sich gegenseitig, halten zu¬
sammen 58 Die Augen glauben sich
selbst, die Ohren anderen Leuten:
was man selbst sieht, ist stichhaltiger
als das, was man hört 59 Auge um
Auge, Zahn um Zahn: <Bibel> Glei¬
ches mit Gleichem vergelten
äulqen: äugst; äugtest; hast geäugt su¬
chend schauen
Aulaenlarzt: der; -es; -ärzte weibl. Aul-
gen|ärz|tin: die; - ; -nen Facharzt für
Augenleiden
Au|oen|autischlau: der; -(e)s; -auf¬
schläge Heben des Augenlids (als be¬
wußter mimischer Ausdruck)
Au|gen|blick: der; -(e)s; -e 1 kurzer
Moment »Es dauert nur einen
Augenblick.« 2 im Augenblick: jetzt,
in diesem Moment; zur Zeit »Im Au¬
genblick habe ich keine Zeit.« 3 alle
Augenblicke: immer wieder ohne
Pause »Alle Augenblicke werde ich
gestört.« 4 jeden Augenblick: in kur¬
zer Zeit; jetzt gleich »Er muß jeden
Augenblick kommen.« 5 einen lichten
Augenblick haben: 1. [iron.] eine
(ganz gute) Idee haben 2. noch für
kurze Zeit einmal klar denken kön¬
nen
au|qen|blick|lich: Adj. n. stg. 1 zur Zeit
»Augenblicklich putze ich.« 2 sofort
»Komm' augenblicklich her!«
au|gen|blicks: Adv. [geh.] sofort
Aulaenlblickslerttolq: der; -(e)s; -e nur
kurzzeitiger Erfolg
Auloenlbraue: die; - ; -n aus Haaren be¬
stehender Bogen über dem Auge des
Menschen
Au|gen|brau|en|stift: der; -(e)s; -e (Kos¬
metik) Farbe, Farbstift mit dem die
Augenbrauen nachgezogen werden
au|gen|fäl|lig: Adj. unübersehbar »Das
war ein augenfälliger Fehler.«
Aulaenlfarjbe: die; - ; -n Färbung der
Augeniris
Auloenlheülkunlde: die; - ; - sich mit
Augenleiden befassende medizinische
Fachrichtung
Aulqenlhölhe: die; -; - in der Wendung
in Augenhöhe: in der Höhe, in die au¬
tomatisch der Blick gerichtet ist; in
Höhe der Augen (eines Erwachsenen)
Aulqenlhöhlle: die; - ; -n Vertiefung im
Kopf, Schädel für den Augapfel
Au|gen|kli|nik: die; - ; -en Krankenhaus
für Patienten, ^Jie an einer Augen¬
krankheit leiden '
Aulaenlkranklheit: die; - ; -en Störung
der Augenfunktion
Aulaenllicht: das; -(e)s; - a) Sehfähig¬
keit b) das Augenlicht verlieren: er¬
blinden; die Sehkraft verlieren
Aulqenllid: das; -(ejs; -er nach oben u.
unten bewegbare Haut zum Öffnen u.
Schließen des Auges
AulqenlmaB: das; -es; - Messung von
etw. durch Schätzung »Er hat ein gu¬
tes Augenmaß, er braucht überhaupt
kein Meterband.«
Au|gen|merk: das; -(e)s; - in der Wen¬
dung auf etw. sein Augenmerk
richten: etw. seine Aufmerksamkeit
schenken, etw. besonders beachten
Au|gen|rän|der: die (PI.) a) Ober- u.
Unterlidrand b) Augenschatten »Ihre
. Augenränder wurden immer dunkler.«
Au|gen|rin|ge: die (PI.) aufgrund von
Überanstrengung, Schlafmangel od.
Krankheit unter dem Auge erschei¬
nende, meist bläuliche Verfärbung
Auloenlschatlten: die (PI.) aufgrund
von Schlafmangel od. Krankheit auf¬
tretende halbkreisförmige Verfär¬
bung der Haut unterhalb der Augen
Aulqenlschein: der; -(e)s; - a) das di¬
rekte Sehen, die direkte Wahrneh¬
mung durch die Augen b) etw., jmdn.
in Augenschein nehmen: etw. od.
jmdn. sehr genau überprüfen, be¬
trachten
au|gen|schein|lich: Adj. offenbar; an¬
scheinend
Aulqenlschmaus: der; -es; - äußerst an¬
genehmer Anblick »Das Ballett ist ein
wahrer Augenschmaus.«
Au|gen|schwä|che: die; - ; -n Beein¬
trächtigung der Sehfähigkeit
Aulnenlstern: der; -(e)s; -e [poet.] 1 Pu¬
pille des Auges 2 Liebling »Der kleine
Enkel ist ihr Augenstern.«
Aujqenltroplfen: die (PL) flüssiges Me-
öikament, das in die Augen einge¬
träufelt wird
Aulqenlweilde; die; ~ ; - äußerst schö¬
ner, angenehmer, erfreulicher An¬
blick »Unser blühender Garten ist eine
Augenweide.«
Autaenlwimlper. die; ~ ; -n (m. PL)
Härchen an den Augenlidern
Autaenlwinlkel: der; -s; - Winkel, der
beim offenen Auge von dem Unter- u.
Oberlid gebildet wird
Au|gen|wi|sche|rej: die; - ; -en Betrüge¬
rei; Schönfärberei
Aulaenlzeuloe: der; -n; -n weibl. Aul-
gen|zeu|gin: die; - ; -nen Person, die
etw. gesehen hat, berichten, aussagen
kann
Aulqenlzwinlkem: das; -s; - kurzes
Schließen eines Auges als Verständi¬
gungszeichen
Au|gi|as|stall: der; -(e)s;-1 <übertr.> be¬
sonders schmutziger Raum 2 <übertr.>
korrupte Verhältnisse, Zustände 3
den Augiasstall ausmisten, reinigen:
[geh.] mit Mühe eine Ordnung wieder
hersteilen
AuqlsproB —» Auqlspross: der; -Spros¬
ses; -sprossen <Jagd> am Hirschgeweih
befindlicher kleinster, unterster Teil
Aulnun dal» der; -s u. Auguren;
Auguren (besonders Pob [geh.] einge¬
weihte Person, die ein Urteil od. eine
Bewertung, Interpretation von etw.
(meistens politischen Ereignissen od.
Entwicklungen) ausspricht, bekannt¬
gibt
Au|gu|renllä|cheln: das; -s; - [geh.] arro¬
gantes, überhebliches Lächeln (eines
Wissenden)
Au|gust: data der; -(e)s; u. - ; -e (PL s.)
achter von zwölf Monaten eines Jah¬
res; Monat zwischen Juli u. Septem¬
ber mit 31 Tagen
Autaust: der; -(e)s; -e 1 männl. Eigen¬
name 2 dummer August: Clown
Au|gu|sti]ner —» Au|gusjti|nert der; -s;
~ Angehöriger einer Ordensgemein¬
schaft, die nach den Regeln des Heili¬
gen Augustinus lebt
Au|gu|sti|nerjre|gel —» Au|gus[ti|ner|-
re|gel: die; - ; -n Vorschriften, die das
Zusammenleben der Ordensgemein¬
schaft der Augustiner bestimmen
Auk|ti|on: data /aukzion/ die; - ; -en
Veranstaltung, bei der Gegenstände
versteigert werden, d. h. an die meist¬
bietende Person verkauft werden
Auk|tio|na|tor —» Auk|ti|o|na|tor data
/aukzionator/ der; -s; Aulctionatoren
weibl. Auk)tio|na|to|rin —> Auk|ti|o|-
112
Ausbildungsvertrag
na|tg|rin: die; - ; -nen Person, die eine
Versteigerung leitet
auk|tio|nie|ren —» auk[ti|o|nie|ren: <Iat.>
/aukzioniren/ auktionierst; auktio¬
niertest; hast auktioniert Gegenstände
versteigern
Aulla: <.gr.-lat.> die; -; -su. Aulen 1 <hist.>
antiker griechischer od. römischer
Hof eines Hauses 2 <Kaiserzeit Roms>
Palast 3 Basilikavorhof 4 <meist in
Schulen u. Universitäten) größerer,
festlicher Raum für bestimmte (öf¬
fentliche) Veranstaltungen
Au-pair-Mäd|chen —> auch Au|pair|-
mäd|chen: das; -s; ~ junges Mäd¬
chen, das im Ausland im Haushalt bei
einer Familie arbeitet u. als Gegenlei¬
stung Unterkunft, Verpflegung u. ein
kleines Taschengeld erhält u. dabei
die Landessprache erlernt
Au-pair-Stel|le —> auch Au|paiijstel|le:
die; - ; -n Haushaltsstelle für ein Au-
pair-Mädchen
Aulra: <gr.-lat.> die; - ; Auren [geh.] (ge¬
heimnisvolle) Ausstrahlung, Wir¬
kung, die von jmdm. od. etw. ausgeht
Au|reo|le —» Au|re|oJle: <lat.> die; - ; -n
1 (Meteorologie) Leuchterscheinung
der Atmosphäre, die Mond u. Sonne
umgibt 2 (Religion) [geh.] Heiligen¬
schein
Au|rj|k6l: <lat.> die; - ; -n Pflanze, Primel
mit leuchtenden, gelben Blüten
Au|ro|ra: <lat.> die; - ; - a) römische Göt¬
tin der Morgenröte b) meist o. Art.
[poet.] roter Himmel am Morgen
Au|rg|ra|fal|ter der; -s; - Schmetterling
mit leuchtend orange u. leuchtend
gelb gefärbten Vorderflügeln
Aulrum: dat.> das; - u. -s; - (Chemie)
Gold
aus: I Präp. mit Dat. 1 von innen nach
außen »Er geht um 7 Uhr aus dem
Haus.« 2 gibt die Herkunft an »Wir
kommen aus Hamburg. ♦ Das Buch
stammt aus dem Jahr 1837.« 3 gibt das
Material, die Form an, dem/der etw.
zugrunde liegt »ein Stuhl aus Holz« 4
gibt den Grund an »Ich habe aus Ver¬
zweiflunggehandelt.« II Adv. meist un¬
ter Auslassung eines Verbs od. Ver¬
bteils gibt einen Befehl, eine Auffor¬
derung an »Licht aus!« III 1 (bei
jmdm.) ein u. aus gehen: gehen u.
kommen, wie man will 2 aus u. vorbei
(sein): etw. ist endgültig beendet, vor¬
bei 3 nicht/weder ein noch aus wis¬
sen; nicht/weder aus noch ein
wissen: nicht mehr wissen, was man
tun soll 4 von mir aus: mir soll es
recht sein; meinetwegen; ich habe
nichts dagegen 5 (raus) aus den
Federn: aufstehen; das Bett verlassen
6 aus dem Stegreif: auf Anhieb; so¬
fort; ohne Vorbereitung
aus-ZAus-: Wortbildungselement (in
Verben trennbar) 1 a) zu Ende gehen;
bis zum Schluß »ausblühen ♦ auslesen«
b) außer Betrieb setzen »ausschalten«
2 a) entfernen; von sich entfernen
»auslaufen • ausplündern« b) durch
das, was inhaltlich im Basiswort aus¬
gedrückt ist, herausholen, von etw.
freimachen »ausbuddeln • auspressen •
ausbürsten« 3 mit etw. bestücken, ver¬
sehen »ausleuchten ♦ ausstatten« 4 ver¬
stärkend; verbessern »ausformulieren
• austauschen«
aus sein: s. aussein
aus|aijbei|ten: arbeitest aus; arbeitetest
aus; hast ausgearbeitet a) etw. erstel¬
len b) etw. sehr genau, differenziert
darstellen
Auslarlbeiltuno: die; -; -en a) Erstellung
von etw. b) sehr genaue, differenzierte
Darstellung
auslarlten: artet aus; artete aus; ist
ausgeartet 1 sich negativ entwickeln 2
sich äußerst schlecht benehmen 3 <Zo-
ol.) entarten
aus|at|men; atmest aus; atmetest aus;
hast ausgeatmet Luft aus der Lunge
herauspressen, herausströmen lassen
Auslatlmuna: die; - ; -en (PI. s.) das
Herauspressen der Luft aus den Lun¬
gen
auslbalden: badest aus; badetest aus;
hast ausgebadet; in der Wendung etw.
ausbaden müssen; etw. auszubaden
haben: [ugs.] negative Folgen von
etw. erdulden müssen
aus|bag|gern: baggerst aus; baggertest
aus; hast ausgebaggert a) ein Loch mit
Hilfe eines Baggers graben b) etw. mit
einem Bagger herausholen
auslbalianlcielren: balancierst aus; ba¬
lanciertest aus; hast ausbalanciert etw.
ins Gleichgewicht bringen od. im
Gleichgewicht halten
auslballdolwem: baldowerst aus; bald¬
owertest aus; hast ausbaldowert [ugs.]
etw. geschickt in Erfahrung bringen
Aus|ball: der; -(e)s; Ausbälle (PI. s.)
(Sport) Ball, der über eine Außenlinie
od. die Toraußenlinie eines Spielfel¬
des gelangt ist
Auslbau: der; -(e)s; -1 Vergrößerung;
Erweiterung 2 Vergrößerung od. Um¬
gestaltung, Umfunktionierung eines
Gebäudes 3 das Herausnehmen von
eingebauten Teilen
auslbaulchen: auchenbauchst auf;
bauchtest auf; hast ausgebaucht wöl¬
ben «
Auslbaulchunq; auchunaofe. - ; -en
Wölbung
auslbaulen: baust aus; bautest aus; hast
ausgebaut 1 vergrößern 2 verbessern,
weiterentwickeln 3 umfunktionieren,
ausgestalten 4 eingebaute Teile mit
Hilfe von Werkzeug herausnehmen,
entfernen
aus|bau|fä|hig: Adj. dazu geeignet, ver¬
größert, weiterentwickelt zu werden
Auslbaulwohlnuno: die; - ; -en (Ergeb¬
nis des) Umbaus eines Gebäudeteiles
zu einer Wohnung
auslbeldlnlaen. sich: bedingst dir aus;
bedingtest dir ausjbedang(e)st dir aus;
hast dir ausbedingtj'ausbedungen sich
Vorbehalten, für sich fordern, in An¬
spruch nehmen
auslbeslsern: besserst aus; bessertest
aus; hast ausgebessert reparieren, ei¬
nen Schaden beseitigen
Auslbeslselrun« die; - ; -en Reparatur,
Beseitigung eines Schadens
auslbetlten: bettest aus; bettetest aus;
hast ausgebettet 1 eine kranke Person
aus dem Bett holen 2 [verhüll.] eine
bereits bestattete Person, Leiche aus
dem Grab heben; jmdn. exhumieren
auslbeullen: beulst aus; beultest aus;
hast ausgebeult 1 eine eingedrückte
Stelle (im Blech) entfernen 2 ein Klei¬
dungsstück an bestimmten Stellen
durch das Tragen dehnen, so daß eine
Beule entsteht
Auslbeulte; die; - ; -n (PI. s.) Gewinn;
Ertrag
auslbeulten: beutest aus; beutetest aus;
hast ausgebeutet 1 [abwert.] jmdn.
ausnutzen »Die Großgrundbesitzer
beuteten die Landarbeiter aus.« 2
(Marxismus) sich die Arbeitspro¬
dukte aneignen, die von Arbeitern er¬
zeugt worden sind, da man die Pro¬
duktionsmittel besitzt 3 [abwert.] für
sich benutzen 4 etw. aus wirtschaftli¬
chen Gründen nutzen »Bodenschätze
ausbeulen« 5 etw. bis zum Ende voll¬
ständig u. systematisch nutzen
Ausbeuter: der; -s; - weibl. Auslbeul-
te|rin: die; - ; -nen 1 [abwert.] Person,
die andere Personen ausnutzt 2 (Mar¬
xismus) Person, die die Produktions¬
mittel besitzt u. sich daher die Ar¬
beitsprodukte, die von Arbeitern er¬
zeugt worden sind, aneignet
aus|beu|te|risch: Adj. ausnutzend »aus¬
beuterische Methoden«
Ausbeuten« die; - ; -en (PI. s.) 1 [ab¬
wert.] Ausnutzung von Personen 2
(Marxismus) Aneignung von den Ar¬
beitsprodukten, die von Arbeitern er¬
zeugt worden sind 3 wirtschaftliche
Nutzbarmachung; Abbau (von Bo¬
denschätzen o. ä.) 4 systematische
Ausschöpfung
auslbelzahllen: bezahlst aus; bezahltest
aus; hast ausbezahlt jmdm. einen ihm
zustehenden Wert, eine ihm zustehen¬
de Geldsumme o. ä. geben
Ausbelzahllun« die; - ; -en Bezahlung
eines jmdm. zustehenden Wertes, ei¬
ner jmdm. zustehenden Geldsumme
o. ä.
auslbillden: bildest aus; bildetest aus;
hast ausgebildet 1 jmdm. über längere
Zeit Kenntnisse (in einem Beruf) ver¬
mitteln 2 etw. entwickeln, hervorbrin¬
gen
Auslbilldenlde: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Ausbildender;
eine Ausbildende; zwei Ausbildende)
Person, die andere Personen, Auszu¬
bildende (beruflich) aüsbildet
Auslblllder: der; -s; - weibl. Auslbilldel-
rin: die; - ; -nen Person, die andere
Personen etw. lehrt, sie (beruflich)
ausbildet
Auslbilldun« die; - ; -en (Beruf) 1 Ver¬
mittlung von Kenntnissen u. Fähig¬
keiten 2 Entwicklung 3 Gestaltung in
bestimmter Weise
Ausbilldunaslbeilhillfe: die; - ; -n staat¬
liche finanzielle Unterstützung für
eine Person, die sich in der Ausbil¬
dung befindet
Auslbilldunqslbelruf: der; -(e)s; -e Be¬
ruf, zu dem man eine Ausbildung,
Lehre o. ä. benötigt
Auslbilldunuslförldelrun« die; - ; -en
staatliche finanzielle Unterstützung
für eine Person, die sich in der Ausbil¬
dung befindet
Auslbilldungslstätte: die; - ; -n Ort, an
dem Personen, die eine Umschulung
od. Ausbildung machen, unterrichtet
werden
Auslbilldunqsltferltra« der; -(e)s; -ver¬
trage Abkommen, das die Lehre, die
Ausbildung einer Person regelt
113
ausbitten
auslbitlten. sich: bittest dir aus; ba-
t(e)st dir aus; hast dir ausgebeten 1
etw. fordern 2 [geh.] einen Wunsch
äußern 3 [veralt.] jmdn. einladen
auslblalsen: bläst aus; blies(es)t aus;
hast ausgeblasen 1 Luft aus den Lun¬
gen pressen 2 <meist Feuen durch
einen Luftstoß, den man aus den
Lungen herauspreßt, löschen, ausma¬
chen 3 mit Hilfe von herausgepreßter
Atemluft von etw. befreien
auslbleilben: bleibst aus; blieb(e)st aus;
bist ausgeblieben 1 zu einer Einladung
o. ä. nicht erscheinen 2 nicht wieder¬
kommen, nicht zurückkommen 3 auf¬
hören »Die Atmung blieb aus, u. er
starb.« 4 nicht eintreffen, nicht wie er¬
wartet eintreten
auslblellchen: bleicht aus; bleichte aus/
blich aus; ist ausgeblichen/ausge-
bleicht an Farbe verlieren »Die Hose
bleichte beim Waschen aus.«
auslblenlden: blendest aus; blendetest
aus; hast ausgeblendet <Femsehen,
Rundfunk) den Ton u./od. das Bild
(z. T.) ausschalten
Auslblick: der;-(e)s; -e 1 Sicht, die man
von einem Punkt aus hat »Von hier
hat man einen wundervollen Ausblick.«
2 Zukunftsaussicht, die man sich vor¬
stellt
auslblulten; blutest aus; blutetest aus;
hat/bist ausgeblutet 1 bist vollkom¬
men das Blut verlieren 2 ist «Land;
Gegend) durch Krieg od. Naturkata¬
strophen sehr viel an Bevölkerung
verlieren u. wirtschaftlich vollkom¬
men erschöpft werden 3 hat zu bluten
aufhören
aus|boh|ren: bohrst aus; bohrtest aus;
hast ausgebohrt a) eine Vertiefung, ein
Loch o. ä. mit Hilfe eines Bohrers
schaffen, erweitern b) mit Hilfe eines
Bohrers entfernen
auslbomlben: bombt aus; bombte aus;
hat ausgebombt (meistens im Passiv
gebraucht) durch einen kriegerischen
Angriff, bei dem Bomben geworfen
werden, vollkommen zerstören
auslboolten: bootest aus; bootetest aus;
hast ausgebootet 1 <Seefahrt> mit ei¬
nem kleineren Beiboot von einem
Schiff an Land fahrend [ugs.] jmdn.
(mit Intrigen o. ä.) von einer Stelle o.
ä. verdrängen
auslbortaen: borgst aus; borgtest aus;
hast ausgeborgt [landsch.] etw. von
jmdm. leihen
auslbolxen: boxt aus; boxtest aus; hast
ausgeboxt <Sport> jmdn. bei einem
Boxkampf durch einen gut geführten
Schlag, gut durchgeführte Schläge be¬
siegen, schlagen
auslbrelchen: brichst aus; brach(e)st
aus; hast/bist ausgebrochen 1 hast etw.
Gegessenes aus dem Magen wieder
hervorpressen 2 bist aus der Gefan¬
genschaft, einer Haftstrafe o. ä. flüch¬
ten 3 bist eine Bindung od. Gemein¬
schaft verlassen »aus der Partner¬
schaft ausbrechen« 4 hast mit Gewalt
aus etw. herausholen, herausschlagen
»Steine aus der Wand brechen« 5 ist
sich aus der Verankerung lösen 6 hast
«Gartenbau) von nicht benötigten
Trieben befreien 7 ist plötzlich u. hef¬
tig beginnen »Panik, eine Epidemie
brach aus.« 8 ist «Vulkan) tätig werden
u. dabei Lava u. Gesteinsbrocken
ausstoßen 9 ist «Reittier) der vom Rei¬
ter vorgegebenen Richtung auswei¬
chen 10 ist «Kraftfahrzeug) von der
Bahn abkommen; schleudern 11
jmdm. bricht der Schweif} aus: jmd.
bekommt plötzlich große Angst od.
wird sich einer unangenehmen Situa¬
tion, Tatsache bewußt
Auslbrelcher: der; -s; - weibl. Auslbrel-
che|rin: die; - ; -nen 1 Person, die aus
einem Gefängnis o. ä. entflohen ist 2
Reittier, das dazu neigt, vor Hinder¬
nissen wegzulaufen, sie zu verweigern
AuslbrelcheHkölnia: der; -s; -e Person,
die eine Haftstrafe zu verbüßen hat u.
der es immer wieder gelingt zu entflie¬
hen
auslbreiiten: breitest aus; breitetest aus;
hast ausgebreitet über eine größere
Fläche verteilen, entfalten
auslbreiiten. sich: breitest dich aus;
breitetest dich aus; hast dich ausge¬
breitet 1 sich vermehren (u. über ein
bestimmtes Gebiet hinaus verteilen) 2
mit seinen Sachen viel Platz, Raum in
Anspruch nehmen
Auslbreiltuno: die; - ; -1 Ausfächerung,
Ausdehnung von etw., was zusam¬
menfaltbar ist 2 Verteilung von Ein¬
zelteilen auf eine Fläche 3 Verbrei¬
tung; das Zunehmen, Anwachsen ei¬
ner Menge o. ä.
aus|brem|sen: bremst aus; bremstest
aus; hast ausgebremst 1 «Fahrzeug) ei¬
nen Fahrer eines anderen Fahrzeugs
durch das (plötzliche) Bremsen behin¬
dern 2 [ugs.] jmdn. mit Tricks überli¬
sten
auslbrenlnen: brennt aus; brannte aus;
ist/hat ausgebrannt 1 ist (von selbst)
zu brennen aufhören 2 ist durch einen
Brand, durch Flammen vollkommen
vernichtet, zerstört werden (wodurch
eine Person ihren Besitz verliert) 3 hat
mit Hilfe von Flammen, Feuer zerstö¬
ren, vernichten 4 hat vollkommen
austrocknen (durch große Hitzeein¬
wirkung, Sonnenstrahlen) S hat durch
Feuer, Atzen vernichten, reinigen,
entfernen »Der Arzt hat die Warze un¬
ter dem Fuß ausgebrannt.« 6 bist zu
keiner körperlichen Leistung mehr fä¬
hig sein u./od. seelisch erschöpft sein
auslbrinlaen: bringst aus; brachtest aus;
hast ausgebracht 1 «Landwirt.) Saat
auf dem Feld verteilen 2 einen Trink¬
spruch sagen 3 «Seefahrt) zu Wasser
lassen 4 «Druckw.) die Zeilenanzahl
erhöhen, indem man die Zwischen¬
räume der Wörter vergrößert 5 [ugs.]
«Kleidung) ausziehen
Auslbmch: der; -(e)s; Ausbrüche 1 a)
das Entfliehen, die Flucht von einem
Ort »Ihm gelang der Ausbruch aus
dem Gefängnis.« b) die Flucht aus ei¬
ner Situation, einem Zustand »Der
Ausbruch aus ihrer Depression ist ihr
gelungen.« 2 «Krankheit) Sichtbar¬
werden von Symptomen 3 zum Aus¬
bruch kommen: beginnen; anfangen
Auslbruchstverlsuch/Auslbruchlveri-
such: der; -(e)s; -e Versuch (aus dem
Gefängnis) zu fliehen; Fluchtversuch
aus|brü|ten: brütest aus; brütetest aus;
hast ausgebrütet 1 «Vogel) sich auf die
gelegten Eier legen u. durch die so er¬
zeugte Wärme die Frucht in den Eiern
zum Wachsen u. zum Ausschlüpfen
bringen 2 [ugs.] etw. (z. B. eine
Dummheit) aushecken 3 [ugs.] die er¬
sten Anzeichen einer Krankheit zei¬
gen
aus|bu|chen: buchst aus; buchtest aus;
hast ausgebucht 1 «Kaufmannsw.;
Bankw.) eine Eintragung über eine er¬
folgte Buchung entfernen 2 ein Trans¬
portmittel, Hotel o. ä. bis zur vollen
Kapazität belegen 3 Zeit vollkommen
verplanen, so daß kein Termin mehr
frei ist
auslbuchlten: buchtest aus; buchtetest
aus; hast ausgebuchtet 1 etw. nach au¬
ßen wölben 2 vergrößern
Auslbuchltung: die; ~; -««Wölbung
auslbudldeln: buddelst aus; buddeltest
aus; hast ausgebuddelt a) [ugs.] aus ei¬
ner Vertiefung, aus der Erde durch
Graben nach oben holen b) «übertr.)
etw. finden, wieder hervorholen
auslbüloeln: bügelst aus; bügeltest aus;
hast ausgebügelt 1 durch Wärmeein¬
wirkung glätten 2 «übertr.) [ugs.] etw.
Ungeklärtes in Ordnung bringen, klä¬
ren
auslbulhen: buhst aus; buhtest aus; hast
ausgebuht [ugs.] Laute ausstoßen, die
eine Mißstimmung, Nichtgefallen
ausdrücken
Auslbund: der; -(e)s; - Inbegriff, per¬
fektes Beispiel für eine (negative) Ei¬
genschaft »Das Kind ist ein Ausbund
an Frechheit.«
auslbüriqern: bürgert aus; bürgerte aus;
hat ausgebürgert eine Person aus der
(durch Geburt erlangten) Staatsange¬
hörigkeit entlassen
Auslbürluelninq: die; - ; -en Entlassung
einer Person aus der (durch die Ge¬
burt erlangten) Staatsangehörigkeit
auslbüristen —* auslbürslten: bürstest
aus; bürstetest aus; hast ausgebürstet
a) «Haare) mit einer Bürste bearbeiten
b) durch ein Gerät, das mit Borsten o.
ä. bestückt ist, Schmutz entfernen
auslbülxen: büxt aus; büxtest aus; bist
ausgebüxt [ugs.] abhauen; fliehen;
Weggehen; einen Ort od. jmdn. (heim¬
lich) verlassen
Ausldaulen die; - ; - Geduld; Beharr¬
lichkeit; langanhaltende Beschäfti¬
gung mit etw.
ausldaulern: dauert aus; dauerte aus;
hast ausgedauert [veralt.] Bestand ha¬
ben; andauem
ausldaulernd: Adj. ohne Energieverlust;
unermüdlich
Ausldaulerltrailning: das; -s; -s Übun¬
gen, Übungsprogramm zur Lei¬
stungssteigerung, Konditionssteige¬
rung
aus|dehn|bar: Adj. n. stg. zu erweitern,
vergrößern
ausldehlnen: dehnst aus; dehntest aus;
hast ausgedehnt 1 etw. vergrößern, er¬
höhen, erweitern 2 etw. zeitlich ver¬
längern -
Ausldehlnung: die; - ; -en 1 Vergröße¬
rung; Erweiterung 2 zeitliche Verlän¬
gerung
ausldenlken: denkst aus; dachtest aus;
hast ausgedacht 1 eine Überlegung bis
zum Schluß durchführen u. den Ge¬
dankengang dann abschließen 2 nicht
auszudenken sein; in seinen schlim¬
men Folgen unvorstellbar sein
114
auseinanderbreiten auseinander
ausldenlken. sich: denkst dir aus; dach¬
test dir aus; hast dir ausgedacht 1 sich
in der Phantasie etw. vorstellen »Ich
habe mir ein Märchen ausgedacht.« 2
sich etw. überlegen; etw. erfinden 3
da mußt du dir schon was, etw. an¬
deres ausdenken!: [ugs.] das war
nicht gut genug, da mußt du besser
Vorgehen
ausldislkuttielren: diskutierst aus; disku¬
tiertest aus; hast ausdiskutiert so lange
über ein Thema sprechen, bis man
sich einig geworden ist
ausldorirere dorrt aus; dorrte aus; ist
ausgedorrt aufgrund von lange anhal¬
tender Hitze ohne Regenzufuhr völlig
trocken werden
ausldörlren: dörrst aus; dörrtest aus;
bist/hast ausgedörrt a) ist aufgrund
von sehr langer Hitze (ohne Regenzu¬
fuhr) vollkommen trocken sein b)
hast bewirken, daß etw. trocken wird
ausldrelhen: drehst aus; drehtest aus;
hast ausgedreht 1 durch eine Drehbe¬
wegung nach rechts od. links eine Lei¬
tung o. ä. ausschalten, die Zufuhr un¬
terbinden o. ä. 2 [landsch.] etw. zu¬
sammendrehen u. durch den Druck
Flüssigkeit herauspressen, auswrin¬
gen
Ausldruck: der; -(e)s; Ausdrücke 1 Be¬
zeichnung, Wort für etw. »Diesen
Ausdruck habe ich noch nie gehört.« 2
Art u. Weise, in der jmd. schreiben u./
od. sprechen kann 3 Gesichtsaus¬
druck; Mimik 4 zum Ausdruck brin-
gen/kommen: etw. ausdrücken; äu¬
ßern 5 sich im Ausdruck vergreifen:
unhöflich zu jmdm. sprechen 6 Aus¬
druck verleihen, geben: sagen 7 a) in
etw. zum Ausdruck kommen: in ei¬
nem Schriftstück, einer Rede o. ä.
deutlich gesagt werden b) in etw. sei¬
nen Ausdruck finden: in etw. deutlich
werden 8 das ist gar kein Ausdruck:
[ugs.] etw. ist nicht deutlich genug ge¬
sagt 9 Ausdrücke an sich haben, im
Munde führen: abwertende Bemer¬
kung, wenn jmd. derbe, vulgäre Wör¬
ter benutzt
Ausldruck: der; -(e)s; -e <Computer>
Dokument, das auf Papier gebracht,
ausgedruckt wurde; von, mit einem
Computer über einen Drucker herge¬
stelltes Schriftstück
aus|drücken (ausldrüklken —» aus|-
drü|cken): drückst aus; drücktest aus;
hast ausgedrückt 1 etw. pressen u. da¬
durch Flüssigkeit gewinnen, austre¬
ten lassen 2 etw., was glüht od.
brennt, durch Ausübung von Druck
erlöschen lassen »eine Zigarre aus¬
drücken« 3 etw. erkennbar machen
»Tränen drücken Trauer aus.« 4
sprachlich etw. in einer bestimmten
Art u. Weise formulieren »Drücke
dich nicht so unklar aus!«
ausldriicklüch: Adj. n. stg. nachhaltig;
mit deutlichen, eindeutigen Worten
»Ich habe ihm ausdrückliches Haus¬
verboterteilt.«
Aus|drucks|ge|bär|do: die; - ; -n Äuße¬
rung ohne Sprache, nur durch Gestik
u. Mimik
ausldrucksllos: Adj. ausdrucksloser;
ausdrucksloseste 1 ohne jede künstle¬
rische Gestaltung 2 jmds. psychische
Verfassung nicht deutlich machend,
zeigend
ausldruckslschwach: Adj. ausdrucks¬
schwacher; ausdrucksschwäch (e )ste
sprachlich unbeholfen; stilistisch
nicht gewandt
ausldruckslstark: Adj. ausdrucksstar¬
ker; ausdrucksstark!ejste sprachlich
gewandt; von eindriicklicher (künst¬
lerischer) Wirkung
Ausldruckslverlmöloen: das; -s; - Fä¬
higkeit, sich sprachlich (gut) mitzutei¬
len
ausldruckslvoll: Adj. 1 von starker
künstlerischer Gestaltungskraft 2
<Gesichtszüge> lebendig; vielsagend
Ausldruckslweilse: die; - ; -n Art einer
(sprachlichen) Mitteilung, Äußerung
(in schriftlicher od. mündlicher
Form)
ausldüninen: dünnst aus; dünntest aus;
hast ausgedünnt 1 <Garten; Landwirt.)
die Zahl der Pflanzen reduzieren, ver¬
mindern, wenn sie zu dicht stehen 2
Haare herausschneiden, um die Fri¬
sur in Form zu bringen
ausldiinlsten —» aus|düns|ten: düns¬
test aus; djjpstetest aus; hast
ausgedünslet 1 Feuchtigkeit ausströ¬
men 2 einen (meist unangenehmen,
schlechten) Geruch verbreiten
Ausldünlstunq —> Ausldünsltunq: die;
- ; -en 1 Ausströmung von Feuchtig¬
keit in die Luft 2 Verbreitung von
(meist unangenehmem) Geruch
aus|ein|an|der —» aus|ei|n|anjder: Adv.
1 zeitlich od. räumlich entfernt »Die
Geburt der zwei Kinder lag fünf Jahre
auseinander.« 2 etw. aus etw. anderem
3 auseinander sein: 1. [ugs.] gelöst;
nicht bestehen; nicht mehr existieren
»Die Freundschaft ist auseinander.« 2.
[ugs.] getrennt sein »Die Eheleute sind
schon seit fünf Jahren auseinander.«
—> aus|ei|n|an|der be|kom|men: s. aus¬
einander bekommen
—» aus|ei|n|an|der bje|gen: s. auseinan¬
derbiegen
—» auslei|n|an|der bre|chen: s. ausein¬
anderbrechen
—» aus|ei(n|an|derbrei|ten:s. auseinan¬
derbreiten
—» ausleijn|an|der bringen: s. ausein¬
anderbringen
—> aus|ei|n[an|der di|vi|d]e|ren: s. aus¬
einanderdividieren
—» aus|ei|n|an|der dritten: s. auseinan-
derdnften
—> aus|ei|n|an|der fal|len: s. auseinan¬
derfallen
—* aus]ei|n|an|der fällten: s. auseinan¬
derfalten ~
—* aus|ei|n|an|der flie|gen: s. auseinan¬
derfliegen
—» aus|ei|n|an|der fHe|hen: s. auseinan¬
derfliehen
—» aus|ei|n|an|der fließen: s. auseinan¬
derfließen
—» ausjei|n|an|der gejhen: s. auseinan¬
dergehen
—* aus|ei|n|an|der hallten: s. auseinan¬
derhalten
—» aus|ehn|an|der klafften: s. auseinan¬
derklaffen-
—> aus|ei|n|an|der kla|mü|sern: s. aus¬
einanderklamüsern
aus|ei|n|an|der klau|ben: s. ausein¬
anderklauben
—» aus|ei|n|an|der kom|men: s. ausein-
anderkommmen
—» aus|ei|n|an|der krie|gen: s. ausein¬
anderkriegen
■—» aus|ei|n|an|der lau|fen: s. auseinan¬
derlaufen ~
—» aus|ei|n|an|der le|ben, sich: s. aus¬
einanderleben, sich
—» aus|ei|n|an|der ma|chen: s. ausein¬
andermachen
—» aus|ei|n|an|der neh|men: s. ausein-
andemehmen
—* aus|ei|n|an|der platjzen: s. ausein¬
anderplatzen
—» aus|ei|n|an|der reijBen: s. auseinan¬
derreißen
—> aus|ei|n|an|der schreiben: s. ausein¬
anderschieben
—» aus|ei|n|an|der schneiden: s. aus-
einanderscEneiden
—» aus|ei|n|an|der schraulben; s. aus¬
einanderschrauben
—* aus]ei|n|an|der set|zen: s. auseinan¬
dersetzen
—» aus[ei|nfan[der set|zen, sich: s. aus¬
einandersetzen, sich
—» aus|ei|n|an|derspren|gen: s. ausein¬
andersprengen
—» aus|ei|n|an|der sprin|gen: s. ausein¬
anderspringen
—> aus|ei|n|an|der stje|ben: s. ausein¬
anderstieben
—» aus|ei|n|an|der stre|ben: s. ausein¬
anderstreben
—> aus|ei|n|an|der strö|men: s. ausein¬
anderströmen
—» aus|ei|n|an|dertrei|ben: s. auseinan¬
dertreiben
—» aus|ei|n|an|der tren|nen: s. ausein¬
andertrennen ~
—* aus|ei|n|an|der we|hen: s. auseinan¬
derwehen
—* aus)ei|n|an|der wei|chen: s. ausein¬
anderweichen
—» aus|ei|n|an|der zer|ren: s. auseinan¬
derzerren
—» aus|ei|n|an|der zje|hen: s. auseinan¬
derziehen
aus|ein|an|der|be|kom|men —» aus|ei|-
n|an|der be|kom|men: bekommst aus¬
einander; bekam(e)st auseinander;
hast auseinanderbekommen —>hast
auseinander bekommen«— etw., was
miteinander verbunden ist, voneinan¬
der lösen (können) »Ich kann den
Knoten nicht auseinanderbekommen.«
aus|ein|an|der|bie|gen —* aus|ei|n|an|-
der bie|gen: biegst auseinander; bo-
g(e)sl auseinander; hast auseinander¬
gebogen —»Aas/ auseinander
gebogen«— etw. durch Ausübung
von Druck krümmen, so daß es weiter
voneinander entfernt ist
aus|ein|an|der[bre|chen —» aus|ei|n|-
an|der bre|chen: brichst auseinander;
brachfejst auseinander; hastlist aus¬
einandergebrochen —* hast j ist aus¬
einander gebrochen*— 1 ist in ein¬
zelne Teile, Bestandteile zerfallen 2
hast ein Ganzes in zwei od. mehrere
Einzelteile durch Ausübung starken
Druckes od. Gewaltanwendung zerle¬
gen 3 ist <übertr.> sich auflösen »Die
Clique brach auseinander.« .
aus|ein|an|deijbrei|ten —» aus|ei|n|an|-
der brei|ten: breitest auseinander;
breitetest auseinander; hast auseinan¬
dergebreitet —>hast auseinander
115
auseinanderbringen auseinander
gebreitet*— etw. Ineinandergeleg-
tes, Ineinandergefaltetes in der vollen
Größe ausbreiten
aus|ein|an|der|brin|gen —> aus|eiln|-
an|der brin|gen: bringst auseinander;
brachtest auseinander; hast auseinan¬
dergebracht —»hast auseinander
gebracht*— [ugs.] 1 etw. Zusammen¬
hängendes, Verbundenes trennen 2
(befreundete Personen) zerstreiten,
entzweien
aus|ein|an|der|di|vi|dte|ren —* aus|ei|-
n|an|der di|vi|die|ren: dividierst aus¬
einander; dividiertest auseinander;
hast auseinanderdividiert —»hast
auseinander dividiert*— etw. (genau)
aufspalten, aufsplitten
aus|ein|an|deijdrif|ten —> aus|ei|n|an|-
der dritten: driften auseinander;
drifteten auseinander; sind auseinan¬
dergedriftet —sind auseinander ge¬
driftet*— sich voneinander entfer¬
nen
Aus|ein|an|der|ent|wick|hing —» Aus|-
eijn|an|der|entlwick|lung: die; - ; -en
Entwicklung, Entstehung von Unter¬
schieden
aus|ein|an|der|fal|len —> aus|ei|n|an|-
der fäi|len: fällt auseinander; fiel aus¬
einander; ist auseinandergefallen
—»ist auseinander gefallen*— sich
in einzelne Bestandteile auflösen
aus|ein|anjder|fal)ten —» aus|ei]n]an|-
der fal|ten: faltest auseinander;
faltetest auseinander; hast auseinan¬
dergefaltet —»hast auseinander ge¬
faltet*— etw. Ineinandergelegtes,
Ineinandergefaltetes in der vollen
Größe ausbreiten
aus)ein|gn|der|fliejgen —> aus|ei|n|an|-
der flie|gen: fliegt auseinander; flog
auseinander; ist auseinandergeflogen
—»ist auseinander geflogen*— 1 ex¬
plodieren u. dadurch in einzelne
Stücke zerteilt u. zerstreut werden 2
in verschiedene Richtungen fliegen
aus|ein|an|der|flie|hen —* aus|ei|n|an|-
der flie|hen: fliehen auseinander; flo¬
hen auseinander; sind auseinanderge¬
flohen —»sind auseinander
geflohen*— in verschiedene Him¬
melsrichtungen flüchten, weglaufen
aus|ein]an|daijflie|Ben —» aus)ei|n|an|-
der fließen: fließt auseinander; floß
auseinander; ist auseinandergeflossen
—»ist auseinander geflossen • alle
Vergangenheitsformen mit ss*— 1
flüssig werden »Das Eis ist bei der
Hitze auseinandergeflossen.« 2 «Flüs¬
sigkeit) über eine Fläche laufen
aus|ein|an|deijge|hen —» aus|ei|n|an|-
der ge|hen: geht auseinander; gingt
auseinander; seid auseinandergegan¬
gen —»seid auseinander
gegangen*— 1 sich trennen, indem
man verschiedene Richtungen ein¬
schlägt 2 sich in verschiedene Teil¬
strecken verzweigen 3 kaputt gehen 4
eine Beziehung, die zu einem Men¬
schen unterhalten wird, beenden, lö¬
sen 5 [ugs.] zunehmen; dick werden 6
sich unterscheiden »Die Meinungen
gehen darüber auseinander.«
aus|ein|an|der|hal|ten —» aus|ei|n|an|-
der hal|ten: hältst auseinander; ftiel-
t(e)sl auseinander; hast auseinander¬
gehalten —»hast auseinander
gehalten*— trennen; unterscheiden
aus|ein|an|der|kiaf|fen —» aus|ei|n|an|-
der klaf|fen: klafft auseinander;
klaffte auseinander; hat auseinander¬
geklafft —»hat auseinander
geklafft<— 1 «meist Wunden o. ä.> ei¬
nen sehr großen Zwischenraum, tie¬
fen Riß o. ä. aufweisen 2 sehr, völlig
verschieden sein
aus|ein)an|der]kla|mü|sern —» aus|ei|-
njan|der kla|mü|sern: klamüserst aus¬
einander; klamüsertest auseinander;
hast auseinanderklamüsert —»hast
auseinander klamüsert*— [ugs.] a)
jmdm. etw. genau erklären b) etw.,
was (inhaltlich, sachlich) sehr verwik-
kelt, verworren ist, zu ordnen versu¬
chen
aus|ein|an|der|klau|ben —» aus|ei|n|-
an]der klaulben: klaubst auseinander;
klaubtest auseinander; hast auseinan¬
dergeklaubt —»hast auseinander
eklaubt *— [ugs.] etw. sortieren »Ich
laubte die Fotos auseinander.«
aus|ein|an|der|konn|fhen —> aus|eiln|-
an|der kom|men: kommt auseinander;
Team auseinander; ist auseinanderge¬
kommen —».ist auseinander
gekommen*— [ugs.] sich entfrem¬
den, trennen
aus|ein|an|der|krle|gen —» aus|ei|n|an|-
der kne[gen: kriegst auseinander;
kriegtest auseinander; hast auseinan¬
dergekriegt —»hast auseinander
gekriegt*— [ugs.] etw., was mitein¬
ander verbunden ist, voneinander lö¬
sen (können)
aus|ein|an|der|lau|fen —aus|ei|nlan|-
der lauffen: läuft auseinander; liefäus-
einander; ist auseinandergelaufen
—»ist auseinander gelaufen*— 1 n.
Fl. in verschiedene Richtungen gehen
2 in unterschiedlichen Richtungen
verlaufen 3 n. PL <übertr.> [ugs.] sich
trennen »Leider ist das gute Team wie¬
der auseinandergelaufen.« 4 flüssig
werden; weich werden »Die Butter ist
in der Sonne auseinandergelaufen.« S
einen bestimmten Abschnitt über¬
schreiten
aus|ein|an|der]le|ben —» aus|ei|n|an|-
der leiben, sich: lebt euch auseinan¬
der; lebtet euch auseinander; habt euch
auseinandergelebt —»habt euch aus¬
einander gelebt*— «mindestens zwei
Personen) einander fremd werden
aus|ein|an|derjma|chen —» aus|eiln|-
an|der ma|chen: machst auseinander;
machtest auseinander; hast auseinan¬
dergemacht —»hast auseinander
gemacht*— 1 [ugs.] ausbreiten; aus¬
einanderfalten 2 [ugs.] in einzelne Be¬
standteile zerlegen
aus|ein|an|deijneh|men —» aus|eiln|-
anlder neh|men: nimmst auseinander;
Tummfejst auseinander; hast ausein¬
andergenommen —»hast auseinander
genommen*— 1 in einzelne Bestand¬
teile zerlegen 2 einen Sieg erringen;
jmdn. völlig besiegen
aus|ein|an|der|plat|zen —» aus|ei|n|an|-
der plat|zen: platzt auseinander;
platzte auseinander; ist auseinanderge¬
platzt —»ist auseinander geplatzt*—
in mehrere einzelne Bestandteile ex¬
plodieren, zerspringen
aus]ein|an|der|rei|6en —» aus|ei|n|an|-
der reißen: reißt auseinander; rissest
auseinander; hast auseinandergerissen
—»hast auseinander gerissen • alle
Vergangenheitsformen mit ss<— 1
etw. durch gewaltsames Ziehen be¬
schädigen, zerstören 2 durch eine Ex¬
plosion o. ä. zerstören 3 jmdn. von ei¬
ner anderen Person trennen
aus|ein|an|der|schie(ben —» aus|ei|n|-
an|der schießen: schiebst auseinan¬
der; schob(e)st auseinander; hast aus¬
einandergeschoben — »hast auseinan¬
der geschoben*— durch Ausübung
von Druck etw. von einem Ort weg¬
bewegen
aus|ein|an(der[schnei|den —* aus|ei|n|-
an|der schneiden: schneidest ausein¬
ander; schnitt(e)st auseinander; hast
auseinandergeschnitten —»hast aus¬
einander geschnitten*— etw. mit ei¬
ner Schere o. ä. in kleinere Bestand¬
teile zerteilen
aus|ein|an|derjschrau|ben —> aus|ei|-
njan|der schrau|berc schraubst aus¬
einander; schraubtest auseinander;
hast auseinandergeschraubt —»hast
auseinander geschraubt *— bei einem
Ganzen die Schrauben lösen u. es so
in einzelne Teile zerlegen
aus|ein|an|der|aet|zen _* aus|ei|n|an|-
der set|zen: setzt auseinander; setz¬
test auseinander; hast auseinanderge¬
setzt —»hast auseinander gesetzt*^-
1 jmdm. etw. sehr genau erklären »Er
setzte ihr sein Vorhaben auseinander.«
2 «Rechtsw.) das Vermögen zwischen
mehreren Berechtigten aufteilen
aus|einlan|der|set|zen —-» aus|ei|n]an|-
der set|zen, sich: setzt dich auseinan¬
der; setztest dich auseinander; hast
dich auseinandergesetzt —»hast dich
auseinander gesetzt*— 1 mit jmdm.
über uneinige Punkte, Ansichten
sprechen mit dem Ziel, sich zu einigen
2 sich mit etw. intensiv beschäftigen
Aus|ein|an[der|set|zung —* Auslei|n|-
an|der|set|zung: die; - ; -en 1 Streit;
Meinungsverschiedenheit 2 kritische
Beschäftigung mit etw. »Ich habe die
Auseinandersetzung mit diesem Thema
noch nicht abgeschlossen.« 3
«Rechtsw.) Verfahren der gänzlichen
od. teilweisen Auflösung eines Ver¬
mögens, das mehreren Personen ge¬
hört
aus|ein[an|der|spren|gen —> aus|ei|n|-
an|der spren|gen: sprengst auseinan¬
der; sprengtest auseinander; hastjist
auseinandergesprengt —»hast/ist
auseinander gesprengt*— 1 durch
eine Explosion zerstören 2 mehrere
Personen auseinandertreiben 3 ist
<Tiere> in verschiedene Richtungen
fliehen
aus|ein|an|der|sprin|gen —> aus|eiln|-
an[der sprinjgen: springt auseinander;
Iprang auseinander: ist auseinanderge¬
sprungen —»ist auseinander
gesprungen*— plötzlich in einzelne,
kleinere Teile zerfallen
aus|ein|an|deijstie|ben —» auslei|n|anl-
der stießen: stiebt auseinander; stobt
auseinander; seid auseinandergestoben
—»seid auseinander gestoben*—
schnell in unterschiedliche Richtun¬
gen weglaufen
aus|ein|an|deijstre|ben —* aus|ei!n|-
an|der streßen: strebt auseinander;
strebtet auseinander; seid/habt ausein¬
andergestrebt —*seid!habt auseinan-
116
ausfliegen
der gestrebt*— 1 seidm verschiedene
Richtungen Weggehen 2 habt sich
trennen (wollen) 3 seid sich unter¬
schiedlich entwickeln
aus|ein|an|der|ströjmen —» aus|ei|n|-
an|der strüfmen: strömt auseinander;
strömtet auseinander; seid auseinan¬
dergeströmt —*seid auseinander
geströmt*— 1 mit Gewalt, aber
gleichmäßig in verschiedene Richtun¬
gen fließen 2 sich verteilen »Am
■ Schluß des Fußballspiels strömten die
Zuschauermassen auseinander.«
aus|ein|an|der|trei|ben —> aus|ei|n|an|-
der trei|ben: treibst auseinander;
trieb(e)st auseinander; hasl/ist aus¬
einandergetrieben —>hast/ist ausein¬
ander getrieben*— 1 ist durch Wind
od. Wasserlauf getrennt werden 2
hast voneinander trennen, in unter¬
schiedliche Richtungen treiben
aus|ein|an|derjtren|nen —> aus|ei|n|-
an|der tren|nen: trennst auseinander;
trenntest auseinander; hast auseinan-
dergetrermt —*hast auseinander
getrennt*— zerteilen, eine Verbin¬
dung unterbrechen
aus|ein|an|der|we|hen —► aus|ei|n|an|-
der we|hen: weht auseinander; wehte
auseinander; hastjist auseinanderge¬
weht —»hast/ist auseinander
geweht*— durch Wind in verschie¬
dene Richtungen fliegen, verteilt wer¬
den
aus|ein|an|deijwei|chen —> aus|ei|n|-
an|der wei|chen: weicht auseinander;
wicht auseinander; seid auseinanderge¬
wichen —>seid auseinander
gewichen*— sich in unterschiedliche
Richtungen bewegen u. so jmdm. od.
etw. Platz einräumen
aus|ein|an|der|zer|ren —» aus|ei|n|an|-
der zer|ren: zerrst auseinander; zerr¬
test auseinander; hast auseinanderge¬
zerrt —>kast auseinander gezerrt*—
etw. durch gewaltsames Ziehen tren¬
nen, zerstören, zerreißen
aus|ein|an|derfzie|hen —» aus|ei|n|an|-
der ztefhen: ziehst auseinander; zo-
g(e)st auseinander; hast/ist auseinan¬
dergezogen —>hast/ist auseinander
gezogen*— 1 hast etw. zur Seite
schieben 2 hast etw. dehnen 3 hast
etw. durch Zerren trennen 4 bist von
einer gemeinsamen Wohnung in je¬
weils getrennte Wohnungen ziehen,
gehen
aus|er|ko|ren: Adj. n. stg. [geh.] aus ei¬
ner Menge ausgesucht, erwählt
Auslerlkolrelne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.; ein Auserkorener;
eine Auserkorene; zwei Auserkorene)
1 Person, die von mehreren anderen
zu etw. erwählt, ausgesucht worden
ist 2 [scherzh.] Person, die sich jmd.
als Ehemann/Ehefrau, Verlobte(n),
Freund(in) ausgesucht hat
aus)eijle|aen: Adj. 1 [geh.] von beson¬
ders hoher Qualität «auserlesene
Weine« 2 (verstärkend bei Adjekti¬
vem überaus; sehr »Dieses Geschäft
führt nur auserlesen gute Ware.«
auslerlseihen: ersiehst aus; ersah(e)st
aus; hast ausersehen [geh.] eine Person
aus einer Menge wählen u. für etw.
bestimmen
Auslerlwähllte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Auserwählter;
eine Auserwählte; zwei Auserwählte)
1 Person, die von mehreren anderen
zu etw. erwählt, ausgesucht worden
ist 2 [scherzh.] Person, die sich jmd.
als Ehemann/Ehefrau, Verlobte(n),
Freund(in) ausgesucht hat »Seine
Auserwählte ist eine engagierte Ärz¬
tin.«
Ausf.: Abk. 1 Ausfertigung 2 (Handel»
Ausfuhr
aus|fahijbaR Adj. n. stg. so gebaut, kon¬
struiert, daß man versteckt bzw. in¬
nen angebrachte Teile nach außen
bringen kann »Die Antenne ist elek¬
trisch ausfahrbar.«
ausfahlren: fährst aus; fuhr(e)st aus;
bist/hast ausgefahren 1 bist a) fahrend
einen bestimmten Platz verlassen
»Das Boot fuhr aus dem Hafen aus.«
b) hinausfahren 2 bist eine Spazier¬
fahrt machen 3 hast etw. an einen
Kunden o. ä. liefern 4 hast durch
übermäßiges Benutzen beschädigen S
hast eine Maschiiftnleistung vollkom¬
men ausnutzen »Wir müssen ab u. zu
auf der Autobahn ausfahren.« 6 hast
ein Gerät auseinanderschieben, damit
es seine Funktion erfüllt 7 hast (See¬
fahrt» etw. vom Schiff wegbringen, zu
Wasser lassen 8 hast eine Brücke nach
oben klappen, so daß eine Öffnung
entsteht u. Schiffe unten durchfahren
können 9 hast (Kurve» ganz durchfah¬
ren u. dabei auf der äußeren Seite der
Straße bleiben 10 ist sich heftig bewe¬
gen 11 ist (Geist; Dämon» aus dem
Körper gehen; den Körper verlassen
12 (Jagd» a) ist den Bau verlassen
»Der Hase ist ausgefahren.« b) hast
Gedärme u. Magen herausnehmen
Ausfahrt: die; - ; -en Straße, Weg, über
den Fahrzeuge eine Straße (z. B. Au¬
tobahn), ein Grundstück o. ä. verlas¬
sen (können) »Die Ausfahrt war gut
beschildert.« Ant.: (Grundstück» Ein¬
fahrt; (Autobahn; Grundstück» Auf¬
fahrt
Ausfahrtlerilaublnis: die; - ; -se (PI. s.)
Genehmigung, einen bestimmten Ort
mit einem Fahrzeug, fahrend zu ver¬
lassen
Ausfahrtslschild: das; -fe)s; -er Tafel
an einer Autobahn, Straßenkreuzung
o. ä., die Richtungen, Ortsnamen
usw. angibt
AusfahrtslstralBa: die; ~ ; -n aus einem
Ort herausführende Fahrbahn, Stra¬
ße
Ausfall: der; -(e)s; Ausfälle 1 o. PI. das
Verlieren, Sichlösen von etw. »Er lei¬
det an Haarausfall.« 2 a) Wegfall b)
das Nichtstattfmden »Der Ausfall der
Veranstaltung wurde nicht rechtzeitig
angekündigt.« c) o. PI. das Fehlen d)
o. PI. das plötzliche Aussetzen von
etw. 3 (Sport» a) (Gewichtheben»
Schritt nach vorne od. hinten beim
Hantelumsetzen b) (Turnen» Spreizen
eines Beines nach vorne od. zur Seite
c) (Fechten» Vorstrecken des bewaff¬
neten Armes bei einem Angriff 4 Er¬
gebnis
aus|fal|len: fällt aus; fiel aus; ist
ausgefallen 1 a) nicht wie gewohnt
kommen, bekommen b) nicht wie
verabredet, angekündigt stattfmden
c) auf einmal nicht mehr laufen, funk¬
tionieren d) nicht an einem Ort sein;
fehlen 2 verlorengehen; ausfallen;
herausfallen »Ihm fallen die Zähne
aus, da er Parodontose hat.« 3 eine
Qualität, ein Ergebnis zeigen 4 (Milit.»
[veralt.] sich aus einer feindlichen
Umklammerung o. ä. befreien 5 (Che¬
mie» sich absondern
aus|fal|lend: Adj. 1 sich heftig bewegend
2 äußerst beleidigend u. grob »Dein
ausfallendes Benehmen werde ich nicht
länger dulden.«
Ausfalllerlscheilnunq/AuslfaUslerl-
schei|nung: die; - ; -en (Med.» das
Nichtfunktionieren, Nichtstattfmden
einer Körperfunktion o. ä. (z. T. nur
vorrübergehend)
auslfälllig: Adj. grob, bewußt beleidi¬
gend, frech »Dein ausfälliges Beneh¬
men dulde ich nicht länger.«
Ausfalllschritt: der; -(e)s; -e (Sport)
seitliche od. nach vom od. hinten ge¬
richtete Gehbewegung
Auafallsltor: das; -(e)s; -e (hist.» Punkt,
Öffnung in der Befestigungsanlage,
von dem/der aus versucht wurde, sich
aus einer Umklammerung des Fein¬
des zu befreien
Ausfallslwinlkel: der; -s; - (Physik»
geometrisches Gebilde, Winkel, den
ein Strahl, der von einer Fläche re¬
flektiert wird, mit einem Einfallslot
bildet
Ausfallzeit; die; -; -en (besonders Ren¬
tenversicherung» (für die Rente anre¬
chenbare) Unterbrechung einer Be¬
schäftigung, die versicherungspflich¬
tigist
ausfaltlbar: Adj. n. stg. nach außen
klappbar »Der Stadtplan ist ausfalt¬
bar.«
ausfechlten: fichtst aus; focht(e)st aus;
hast ausgefochten etw. bis zum Ende
durchstehen, dafür kämpfen
austeigen: fegst aus; fegtest aus; hast
ausgefegt 1 mit einem Besen o. ä.
Staub u. Schmutz entfernen 2 (einige)
Zweige u. Äste von einem (gefällten)
Baum abschneiden
auslfeillen: feilst aus; feiltest aus; hast
ausgefeilt 1 etw. in bestimmter Weise
formen, herstellen, indem man mit
der Feile, einem Werkzeug, das meh¬
rere Rillen, Zähne hat, darüber fahrt
u. es glättet 2 einen (schriftlichen)
Entwurf o. ä. ganz exakt, genau aus¬
arbeiten
ausllerltilgen: fertigst aus; fertigtest
aus; hast ausgefertigt 1 etw. schriftlich
ausarbeiten 2 ein amtliches, offizielles
Papier ausstellen 3 etw. Offizielles un¬
terschreiben
austfinldig: in der Wendung jmdn., etw.
ausfindig machen: etw. od. jmdn.
nach langer Zeit endlich finden
ausjflaglgen: flaggst aus; flaggtest aus;
hast ausgeflaggt 1 (Seefahrt; Schiff»
unter einer anderen Flagge fahren las¬
sen, also in einem anderen Land offi¬
ziell anmelden 2 etw. durch eine
Fahne od. Flagge kennzeichnen
Ausfflaglgung: die; ~ ; -en 1 (Seefahrt»
Anmeldung eines Schiffes unter einer
anderen nationalen Flagge 2 Kenn¬
zeichnung durch eine Fahne od. Flag¬
ge
auslflielgen: fliegst aus; flog(e)st aus;
bist/hast ausgeflogen 1 ist (Vögel; In¬
sekten» aus einem Bau, Nest aus-
117
ausflieBen
schwärmen 2 ist <Vögel> so weit her¬
angewachsen sein, daß sie fliegen
können u. das Nest verlassen 3 bist
<übertr.> [ugs.] nicht anwesend sein,
nicht zu Hause sein »Ich habe bei euch
geklingelt, aber ihr wart ausgeflogen.«
4 a) bist einen Ort mit einem Flugzeug
verlassen b) hast jmdn. mit einem
Flugzeug von einem Ort wegbringen
ausWielBen: fließt aus; floß aus; ist aus¬
geflossen —»alle Vergangenheit for¬
men mit ss<— 1 <Flüssigkeit> aus etw.
herauslaufen 2 «Gewässer) aus einer
bestimmten Stelle austreten
ausWiplpen: flippst aus; flipptest aus;
bist ausgeflippt [ugs.] 1 hysterisch, ag¬
gressiv werden »Als er davon hörte, ist
er ausgeflippt.« 2 sich nicht normal,
sondern verrückt gebärden, beneh¬
men »Jetztflippt sie aus!«
Austflucht: die; - ; Ausflüchte a) Ver¬
such der Rechtfertigung, Ausrede für
einen Fehler, eine Handlungsweise
»Das sind doch alles nur Ausflüchte.«
b) Ausflüchte machen: (unwahre)
Entschuldigungen, Ausreden Vor¬
bringen »Sag die Wahrheit u. mach ja
keine Ausflüchte!«
Austflua: der; -(e)s; Ausflüge kurze
Fahrt, Reise, (Freizeit-)Untemeh-
mung zum Vergnügen »Wir machen
einen Ausflug in den Zoo.«
AusWüqller. der; -s; - weibl. Austflüol-
lejrin: die; - ; -nen Person, die eine
Spazierfahrt, einen Ausflug macht
Ausffluqsldamplfer: der; -s; - speziell
dafür ausgerüstetes Schiff, mit dem
Personen einen Ausflug, eine Spazier¬
fahrt über ein Gewässer machen
Auslflugslort: der; -fe)s; -e Platz, zu
dem viele Leute eine Spazierfahrt ma¬
chen, Syn.: Ausflugsziel
Aus|flugs|verlkehr. der; -(e)s; - An¬
sammlung von Fahrzeugen, beson¬
ders an arbeitsfreien Tagen, wenn
viele Bürger Spazierfahrten od. Ta¬
gesbesuche machen
Auslflugslziel: das; -(e)s; -e Ort, den
viele Personen für eine Spazierfahrt
o. ä. anfahren, anlaufen, Syn.: Aus¬
flugsort
AuslfluB —* Ausfluss: der; Ausflusses;
Ausflüsse 1 das Herausströmen, -flie¬
ßen einer Flüssigkeit od. eines gasför¬
migen Stoffes 2 Ort, an dem eine
Flüssigkeit od. ein gasförmiger Stoff
heraustritt 3 <Med.> a) (Wund-
)Absonderung b) aus der Scheide aus¬
tretende Flüssigkeit, abgesondertes
Sekret
aus|for|mullie|ren: formulierst aus; for¬
muliertest aus; hast ausformulierl etw.
sprachlich ganz genau, bis ins ein¬
zelne Detail ausarbeiten
aus|for|schen: forschst aus; forschtest
aus; hast ausgeforscht 1 über jmdn.
od. etw. sehr genaue Befragungen,
Nachforschungen ansteilen 2 etw.
(wissenschaftlich) herausfinden
auslfralqen: fragst aus; fragtest aus;
hast ausgefragt a) jmdn. aushorchen
u. dadurch versuchen, etw. herauszu¬
finden, etw. zu erfahren b) das Fragen
beenden
Ausffra|ge|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
anhaltendes, lästiges Aushorchen,
Ausgehorchtwerden
aualfranlsen: franst aus; franste aus; ist/
hat ausgefranst «Stoff) a) hat einen
Stoff mit Fransen versehen b) ist sich
am Rand (z. B. einem Ärmel) auflö¬
sen
auslfreslsen: frißt aus; fraß(es)t aus;
hast ausgefressen —»alle Gegen¬
wartsformen mit ss«— 1 a) <Tier> alles
aufessen b) <Mensch> [derb] zu Ende
essen 2 durch Wasser ausgehöhlt, be¬
schädigt, zerstört werden 3 [ugs.] die
Konsequenzen, Folgen für etw. tra¬
gen 4 etw. ausfressen, ausgefressen
haben: [ugs.] etw. Unerlaubtes tun,
getan haben
Ausfuhr: die; - ; -en (PI. s.) Export von
Gütern, Waren
Auslführibarlkelt: die; - ; -en (PI. s.)
Durchführbarkeit »Die Ausführbar¬
keit deines Planes möchte ich sehr in
Frage stellen.«
auslfühlren: führst aus; führtest aus;
hast ausgeführt 1 <Wirt.> Güter, Wa¬
ren in ein anderes Land exportieren 2
mit jmdm. (oft auch einem Hund)
Spazierengehen 3 eine Person einla¬
den u. mit ihr z. B. in ein Restaurant
od. zum Tanzen gehen 4 etw. in die
Tat, Realität umsetAn 5 einen Auf¬
trag, Befehl o. ä. befolgen, erledigen 6
etw. ganz genau ausarbeiten 7 etw.
ganz genau u. ausführlich sagen,
schreiben
Auslftihlrenlde: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Ausführender;
eine Ausführende; zwei Ausführende)
Person, die etw. (meist Musik) vor¬
trägt od. bei etw. mitwirkt, eine Auf¬
gabe o. ä. erledigt
auslführllich/aus|führilich: Adj. sehr ge¬
nau, in vielen, allen Einzelheiten »Er
schilderte den Urlaub ausführlich.«
Syn.: [fremdsprl.] detalliert
AusKührllichlkelt die; - ; - Beschrei¬
bung, Darstellung o. ä. in allen Ein¬
zelheiten
Austfühlruna: die; - ; -en 1 o. PL Ausar¬
beitung von etw. 2 o. PL Ausstattung
von etw. »Die Ausführung dieses Au¬
tomodells ist luxuriös.« 3 o. PL Ver¬
wirklichung von etw. «Die Ausfüh¬
rung des Planes ist unmöglich.« 4 o.
PL Erledigung, Befolgung einer An¬
ordnung, eines Befehls o. ä. 5 m. PL
schriftliche od. mündliche Darlegung
6 a) etw. zur Ausführung bringen:
etw. tun, erledigen b) zur Ausführung
gelangen, kommen: getan, erledigt
werden
Auslfuhrlverlbot: das; -(e)s; -e Anord¬
nung zur Unterlassung des Exports
bestimmter Güter, Waren
auslfülllen: füllst aus; fülltest aus; hast
ausgefüllt 1 einen Raum gänzlich ein¬
nehmen 2 Angaben auf einem For¬
mular schriftlich machen, eintragen 3
jmdn. in Anspruch nehmen u. inner¬
lich befriedigen »Ihre Arbeit füllt sie
aus.« 4 a) eine (Warte-)Zeit überbrük-
ken b) jmdn. zeitlich vollkommen be¬
anspruchen S eine Aufgabe, einen Po¬
sten versehen
Ausg.: Abk. 1 Ausgang 2 «Druckerzeug¬
nisse) Ausgabe
Auslqalbe: die; - ; -n 1 o. PL Verteilung,
Verkauf von etw. »Die Getränkeaus¬
gabe findet neben der Kasse statt. ♦ Die
Ausgabe von Aktien erfolgt in der
Bank.« 2 Ort, an dem etw. verteilt,
verkauft wird 3 spezielle, bestimmte
Veröffentlichung eines Druckerzeug¬
nisses 4 bestimmte Sendung von
Rundfunk od. Fernsehen 5 Herstel¬
lungsform eines Produktes
Aus|ga|be|stel|le: die; - ; -n Ort, an dem
etw. verteilt, verkauft wird
Ausloanq: der; -(e)s; Ausgänge 1 Ort,
Stelle, durch den/die man einen
Raum, ein Gebäude verlassen kann 2
positives od. negatives Ergebnis von
etw. »Der Ausgang der Verhandlung
war sehr gut.« 3 Zeit, Tag, zu der/an
dem Soldaten od. Hausangestellte
nicht arbeiten müssen, sondern Frei¬
zeit haben »Das Personal hat heute
Ausgang.« 4 Organöffnung »Darm¬
ausgang« S Ende »Der Ausgang der
Erzählung war sehr traurig.« 6 o. PI.
Beginn, Anfang 7 Post, die dazu be¬
stimmt ist, abgeschickt zu werden 8
seinen Ausgang nehmen: seinen An¬
fang haben, ausgehen von etw.
Austaangslbalsis: die; - ; -basen
Grundlage für weitere Entwicklun¬
gen
Auslgangsllalge: die; - ; -n Situation,
von der aus etw. anfangt
Auslqangslpolsiltilon: die; - ; -en Situa¬
tion, von der aus man etw. beginnt
Aus|gangs|punkt: der; -(e)s; -e Ort, an
dem etw. beginnt
Auslqanosisperjrs: die; ~ ; -n Befehl,
(zu einer bestimmten Zeit) im Hause
zu bleiben u. nicht mehr auf die Stra¬
ße zu gehen
auslgelben: gibst aus; gab(e )st aus; hast
ausgegeben 1 a) etw. verteilen, aus¬
händigen b) Geld, eine Währungsein¬
heit auf den Markt bringen c) Wert¬
papiere anbieten 2 etw. bekanntge¬
ben, verkünden 3 finanzielle Mittel,
Geld verbrauchen 4 [ugs.] für jmdn.
etw. bezahlen, spendieren »Ich gebe
euch ein Essen aus, da ich Geburtstag
habe.« 5 einen Ertrag, eine Menge er¬
geben 6 etw. Falsches über sich, jmdn.
behaupten »Er gab sich als Arzt aus.«
Auslgolbeultelte: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Ausgebeute¬
ter; eine Ausgebeutete; zwei Ausge¬
beutete) Person, die (finanziell) aus¬
genutzt wird
aus(ge|bil|det: Adj. n. stg. auf einem be¬
stimmten Gebiet geschult; beruflich
qualifiziert
auslqelbleichl: Adj. ausgebleichter; aus¬
gebleichteste (durch Sonneneinstrah¬
lung) farblich verblaßt
ausigel bombt: Adj. n. stg. a) durch ein
Feuergeschoß, eine Bombe vollkom¬
men zerstört b) aufgrund von Bom¬
benzerstörung ohne Wohnsitz
aus|ge brannt Adj. n. stg. durch Feuer
völlig zerstört
auslqe bucht: Adj. n. stg. völlig belegt
ausjge bufft Adj. ausgebuffter; ausge¬
buffteste [ugs.; oft abwert.] routiniert;
clever; durchtrieben
Auslqelburt: die; - ; -en 1 etw. extrem
Negatives, was von jmdm. od. etw.
hervorgebracht, produziert wurde 2
Person, die extrem schlechte Eigen¬
schaften hat »Er ist eine Ausgeburt
von Bosheit.« 3 Ausgeburt der Hölle:
etw., jmd. mit besonders schädlichen,
negativen Eigenschaften
11g
ausgießen
auslaeldehnt: Adj. ausgedehnter; ausge¬
dehnteste räumlich od. zeitlich sehr
groß, weit, lang
auakieidient: Adj. n. stg. nicht mehr be¬
nötigt, anwendbar u. deshalb aussor¬
tiert »ausgediente Maschinen«
aus|ge|dorrt/aus|ge|dörrt: Adj. ausge¬
dorrter jausgedörrter; angedorrtestej
ausgedörrteste stark, vollkommen
ausgetrocknet
aus|ge|fal|len: Adj. 1 n. stg. (aufgrund
einer Absage) nicht stattgefunden ha¬
bend 2 in der äußeren Form sehr un¬
gewöhnlich »Sie trägt ein ausgefalle¬
nes Kostüm.«
auslgelffippt: Adj. ausgeflippter; ausge¬
flippteste [ugs.] ein wenig verrückt;
den gesellschaftlichen Vorstellungen
nicht entsprechend
auslaelfuchst: Adj. ausgefuchster; aus¬
gefuchsteste [ugs.] sehr raffiniert, mit
vielen Tricks arbeitend
aus|ge|gli|chen: Adj. 1 n. stg. <Konto o.
ä.> im Guthabenbereich 2 seelisch,
psychisch entspannt, gelassen 3
<Sport> von den Gegnern gleich gut
gespielt
Aus|ge|gli|chen|heit: die; - ; - Zustand
des Ausgeglichenseins
Auslgehlanlzug: der; -fe)s; -anzüge
[veralt.] a) besonders eleganter, meist
dunkler Anzug für Männer b) <Milit.>
Zivilanzug, der in der Freizeit getra¬
gen wird
aus|ge|hen: gehst aus; ging(e)st aus;
bist ausgegangen 1 a) die Wohnung zu
einem bestimmten Zweck verlassen b)
(abends) essen, tanzen o. ä. gehen 2
eine Annahme zugrundelegen 3
<übertr.> an einer Stelle einen Anfang
nehmen 4 auf eine bestimmte Art u.
Weise enden 5 <Vorrat> zu Ende gehen
»Die Sahne ist uns heute leider aus¬
gegangen.« 6 aufhören zu funktionie¬
ren, aktiv zu sein »Die Lampe ist
ausgegangen. • Die Heizung geht stän¬
dig aus.« 7 <StofT> (durch die Wäsche)
Farbe verlieren .
aus|ge|hend: Adj. n. stg. 1 zu Ende ge¬
hend »das ausgehende 20. Jahrhun¬
dert« 2 seinen Anfang nehmend, be¬
ginnend
auslgelhunlgert: Adj. a) durch andau¬
ernden Nahrungsentzug schwach ge¬
worden b) übermäßig hungrig
AusIgehluniHorm —» Auslgehlulnil-
form: die; - ; -en besonders elegante
Uniform, die zu Renommierzwecken,
offiziellen Anlässen getragen wird
Ausloehlverlbot: das; -(e)s; -ea) Verbot
für Soldaten, die Kaserne, das Mili¬
tärgelände zu verlassen b) Verbot, das
Haus zu verlassen
aus|ge)klü|gelfc Adj. [ugs.] sehr genau
überlegt, aufeinander abgestimmt,
ausgetüftelt
austaelkocht: Adj. ausgekochter;
ausgekochteste 1 n. stg. so lange ge¬
kocht, daß sich die Inhaltsstoffe ge¬
löst haben 2 [ugs.; abwert.] sehr raffi¬
niert u. an der Grenze der Legalität,
Moral handelnd
ausloellaslsen: Adj. 1 n. stg. (fetthalti¬
ges Lebensmittel) durch Braten, Hit¬
zeeinwirkung flüssig gemacht »ausge¬
lassene Butter; ausgelassener Speck«
2 fröhlich u. ohne Hemmungen »aus¬
gelassene Spiele«
Auslgellaslsenlheit: die; - / - Zustand
des Ausgelassenseins, der hemmungs¬
losen Fröhlichkeit
aus[ge|latscht: Adj. ausgelatschter; an¬
gelatschteste [ugs.] «meist Schuhet
durch langes Tragen weit u. unförmig
geworden
aus[ge|lei|ert: Adj. [ugs.] 1 durch häufi¬
ges Dehnen weiter geworden »ein aus¬
geleiertes 'Ärmelbündchen« 2 dibertr.)
[ugs.] bereits häufig besprochen, dis¬
kutiert
austaellernt: Adj. n. stg. fertig ausgebil¬
det
Auslqellernlte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Angelernter;
eine Ausgelemte; zwei Angelernte)
[veralt.] Person, die eine Ausbildung,
Lehre beendet hat
Auslgellielfertlsein: das; -s; - Zustand
der absoluten Abhängigkeit von
jmds. Wohlwollen; schutzloser Zu¬
stand gegenüber einem Mächtigeren
aus|gejlit|ten: in der Wendung ausgelit¬
ten haben: [verhüll.] nach langem
Leiden gestorben sein
auslqelmacht: Ädj. angemachter;
angemachteste 1 n. stg. «Boden¬
früchte) geerntet; aus der Erde ent¬
fernt 2 [ugs.] absolut; ausgesprochen
3 n. stg. zwischen jmdm. abgemacht,
beschlossen »eine ausgemachte Sa¬
che«
aus[ge|mer|gelt: Adj. durch Anstren¬
gungen, Entbehrungen körperlich
sehr schwach, abgemagert
auslgelnomlmen: I Adj. n. stg. 1 von In¬
nereien befreit 2 als Ausnahme gel¬
tend, behandelt II Konj. außer (wenn)
Alle Verwandten, ausgenommen wir
beide, waren bei der Hochzeit.«
auslgelpichfc Adj. ausgepichter; ange¬
pichteste [landsch.; ugs.] sehr erfahren
u. raffiniert
auslgelpowert: <engh Adj. [ugs.] von ei¬
ner Anstrengung sehr müde, völlig er¬
schöpft
aus|qe|präqt: Adj. ausgeprägter; ausge¬
prägteste sehr deutlich herausgebil¬
det, erkennbar
Aus|ge|prägt|heit: die; - ; - Zustand des
Ausgebildet-, Ausgeprägtseins
aus|ge|punipt: Adj. angepumpter;
ausgepumpteste 1 n. stg. durch Pum¬
pen völlig von Wasser, einer Flüssig¬
keit befreit 2 [ugs.] durch eine An¬
strengung erschöpft
aus|ge|rech|net: Adj. n. stg. 1 durch eine
Rechnung ermittelt 2 (unglücklicher¬
weise) gerade diese Person, dieses Er¬
eignis
ausloelreift: Adj. n. stg. a) völlig reif ge¬
worden b) so oft überarbeitet, daß es
fast perfekt ist »ein ausgereiftes Auto«
auslgelschlatfen: Adj. 1 genug geschla¬
fen habend u. nicht mehr müde 2
dibertr.) sehr pfiffig, schlau, raffiniert
(handelnd)
aus|qe|8chloslsen: Adj. n. stg. völlig
unmöglich, nicht vorstellbar
auslgelsetzt Adj. n. stg. 1 für einige
Zeit unterbrochen »ein angesetzter
Aktienkurs« 2 an einem Ort sich selbst
überlassen
ausfgejsorgt: Adj. in der Wendung aus¬
gesorgt haben: finanziell abgesichert
sein, so daß man sich um seine Zu¬
kunft keine Sorgen mehr zu machen
braucht
ays|ge|spielt Adj. n. stg. 1 durch ein
Spiel, einen Wettkampf ermittelt 2
ausgespielt haben: (seine Macht, sei¬
nen Einfluß) verloren, verspielt haben
austaelsprolchen: Adj. n. stg. a) <verst.>
sehr; ganz besonders b) sehr ausge¬
prägt, groß
auslqel stallten: gestaltest an; gestalte¬
test an; hast ausgestaltet etw. ausar¬
beiten u. ihm dadurch eine bestimmte
Form geben
Auslqelstalltung: die; - ; -en (PI. s.j a)
o. PI. Tätigkeit des Ausgestaltens b)
Form, die etw. durch eine Ausgestal¬
tung (a) erhalten hat
auslgelstanlden: Adj. n. stg. ertragen;
ausgehalten
auslqelstellt: Adj. ausgestellter;
ausgestellteste 1 n. stg. im Rahmen ei¬
ner Ausstellung o. ä. gezeigt 2 nach
außen, unten hin breiter werdend
auslqelsteulert: Adj. n. stg. von einer
Versicherungsleistung nach längerem
Genuß ausgeschlossen
auslqelstodben: Adj. n. stg. in seiner
Art auf der Erde nicht mehr existie¬
rend
aus|ge|sucht: Adj. ausgesuchter; ausge¬
suchteste besonders gut u. deshalb für
etw. ausgewählt
aus|ge|tre[ten: Adj. 1 <Weg> durch häu¬
figes Benutzen breit geworden, festge¬
treten 2 <Schuh> durch langes Benut¬
zen sehr geweitet 3 n. stg. durch Dar¬
auftreten zum Erlöschen gebracht
»eine angetretene Zigarette« 4 n. stg.
eine Organisation freiwillig verlassen
habend
austaelwachlsen: Adj. n. stg. 1 zu Ende
gewachsen; die endgültige Größe er¬
reicht habend 2 <verst.> [ugs.] sehr
groß, intensiv
auslqelwählt: Adj. n. stg. für einen
Zweck aus einer Menge wegen seiner
Qualität ausgesucht
auslqelwechlselt: Adj. n. stg. mit etw.
(Gleichartigem) ausgetauscht
auslqelwolqen: Adj. sich im Gleichge¬
wicht befindend »Die Zeitung berich¬
tete sehr ausgewogen über die Ereig¬
nisse.«
Ausloelwolqenlheit: die; - ; - Zustand
des Ausgewogenseins, Gleichge¬
wichts
auslqelzehrt: Adj. ausgezehrter; ausge¬
zehrteste durch Entbehrungen sehr
mager u. kraftlos
aus|ge|zeich|net/aus|ge|zeich|net: Adj.
n. stg. 1 mit einem Preis, einer Aus¬
zeichnung, einem Pokal o. ä. versehen
2 mit einer Preisangabe versehen 3
<verst.> ganz hervorragend
aus|ftielbiq: Adj. sehr lange, intensiv
»Uber dieses Thema haben wir ausgie¬
big diskutiert.«
Auslqielbiqlkeit: die; - ; -en (PI. s.)
Reichhaltigkeit, langes Andauem
von etw.
auslqielßen: gießt aus; gossest aus; hast
angegossen —»alle Vergangenheits¬
formen mit ss<— 1 eine Flüssigkeit
aus einem Gefäß ausschütten; ein Ge¬
fäß durch Ausschütten leeren 2 <Tech¬
nik> ein Gefäß, einen Hohlraum mit
einem (zunächst flüssigem) Material
119
Ausgleich
füllen 3 Feuer o. ä. mit Hilfe von
Wasser löschen
Ausgleich: der; -(e)s; -e (PI. s.) 1 a)
das Ausgleichen, Herstellen eines
Gleichgewichts b) Entschädigung 2 o.
PI. <Sport> Herbeiführung eines
Gleichstands im Torverhältnis
au8|qleilchen: gleichst aus; glich(e)st
aus; hast ausgeglichen 1 einen Gegen¬
satz, Unterschied beseitigen 2 dem
Soll auf einem Konto ein entspre¬
chendes Haben gegenüberstellen 3
eine Rechnung bezahlen, begleichen 4
(Sport) ein Tor erzielen, so daß im Er¬
gebnis ein Gleichstand besteht 5 einen
Mangel durch etw. anderes wettma¬
chen
Auslaleichslablqalbo: die; ~ ; -n Abga¬
be, die ärmeren Personen, Ländern o.
ä. zugute kommt
Auslgleichslamt: das; -(e)s; -ämter den
Lastenausgleich durchführende Be¬
hörde^"
Aus|gleichs|an|spruch: der; -(e)s; -an-
Sprüche Anrecht auf Ausgleichszah¬
lung
Auslnleichslsport: der; -(e)s; - Sport,
den jmd. betreibt, um damit Mangel
an Bewegung, einseitige körperliche
Beanspruchung auszugleichen
Austalerchslton das; -(e)s; -e <Sport>
Anschlußtor, mit dem ein Gleich¬
stand im Torverhältnis erreicht wird
Auslqleichsttreftfer: der; -s; - <Sport>
Tor, Korb o. ä., mit dem ein Gleich¬
stand im Torverhältnis erreicht wird
auslqleilten: gleitest aus; glitt(e)st aus;
bist ausgeglitten 1 auf einem glatten
Untergrund ausrutschen 2 von etw.,
einem harten Untergrund abrutschen
auslqlieldern: gliederst aus; gliedertest
aus; hast ausgegliedert aus etw. her¬
auslösen
Auslqlieldelrunq: die; - ; -en das Aus¬
gliedern, Herauslösen
auslqlitlachen: glitschst aus; glitschtest
aus; bist ausgeglitscht [ugs.; landsch.]
auf einem glatten Untergrund ausrut¬
schen
aus|glü(hen: glühst aus; glühtest aus;
bist/hat ausgeglüht 1 hat aufhören zu
glühen 2 hast <Technik> etw. großer
Hitze aussetzen »Vor der Weiterverar¬
beitung mußten die Instrumente ausge¬
glüht werden.« 3 dürr, trocken ma¬
chen 4 bist a) gänzlich ausbrennen b)
(geistig) völlig erschöpft, ausgebrannt
auslqralben: gräbst aus; grub(e)st aus;
hast ausgegraben 1 durch das Wüh¬
len, Graben im Erdreich etw. daraus
entfernen 2 <übertr.> (ugs.] etw. längst
Vergessenes od. Geheimgehaltenes
wieder zur Kenntnis, zum Vorschein
bringen
Auslqralbunq: die; - ; -en 1 das Ausgra¬
ben, Freilegen von etw. im Rahmen
eines archäologischen Projektes 2
etw., was im Rahmen einer Ausgra¬
bung (1) gefunden wurde
Auslqralbunqslort: der; -(e)s; -e Stelle,
an der eine Ausgrabung (1) getätigt
wird, wurde
Ausloralbunqslstättte: die; •; -n Ort, an
dem archäologische Ausgrabungen
stattfinden
aus|grei|fen; greifst aus; griff(e)st aus;
hast ausgegriffen 1 in seinen Bewe¬
gungen weit ausholen 2 <Pferd> in der
Vorwärtsbewegung die Vorderbeine
weit vorsetzen
auslqrenlzen: grenzt aus; grenztest aus;
hast ausgegrenzt jmdn., etw. aus¬
schließen, ausklammern
Auslqrenlzunq: die; - ; -en (PI. s.) Vor¬
gang, Handlung des Ausgrenzens,
Ausschließens aus etw.
Auslquclc der;-(e)s; -e 1 höher gelege¬
ne Stelle, Aussichtsturm, von der/
dem aus man einen guten Ausblick
hat 2 [seemannssprl.] Aussichtspunkt
(oft der Mastkorb), von dem aus auf
einem (Segel-)Schiff Ausschau gehal¬
ten wird 3 [seemannssprl.] Person, die
im Ausguck steht u. Ausschau hält
Austaucklpolsten —» Auslquckbosl-
ten: der; -s; - [seemannssprl.] Person,
die im Ausguck steht u. Ausschau
hält
Auskmß —> Auslauss: der; Ausgusses;
Ausgüsse 1 (Abfluß eines) Beckens,
das an das Abwassemetz angeschlos¬
sen ist »Am besten schüttest du die
Flüssigkeit in den Ausguß.« 2
[landsch.] Tülle einer Kanne o. ä.
Aush.: Abk. Aushilfe
auslhalken: hakst aus; haktest aus; hast
qusgehakt 1 einen j[faken aus einer
Öse lösen 2 bei jmdm. hakt es aus: a)
jmd. reagiert auf etw. verspannt, ag¬
gressiv b) jmd. weiß bei einem Vor¬
trag o. ä. nicht weiter
aus|hal|ten: hältst aus; hielt (e) st aus;
hast ausgehalten 1 etw. als unange¬
nehm Empfundenes ertragen »Ich
halte die Schmerzen nicht mehr aus.« 2
jmdn. finanziell versorgen u. ihn da¬
durch von sich abhängig machen 3
nicht zum Aushalten sein: nicht zu
ertragen, nicht zu dulden sein
aus|han|deln: handelst aus; handeltest
aus; hast ausgehandelt über die Bedin¬
gungen von etw. verhandeln u. an¬
schließend eine Vereinbarung treffen
auslhänldilgen: händigst aus; händigtest
aus; hast ausgehändigt [geh.] jmdm.
etw. (offiziell) übergeben
Auslhänldilquno: die; ~ ; -en (Pt. s.)
Vorgang des Aushändigens, der per¬
sönlichen Übergabe
Auslhanq: der; -(e)s; Aushänge An¬
schlag (an einem Schwarzen Brett o.
ä.) zwecks Bekanntmachung von etw.
Auslhänlqalkalsten —» Auslhänlqel-
kas|ten: der; -s; -kästen Kasten mit
einer Glasfront, der als Schwarzes
Brett fungiert, in dem Bekanntma¬
chungen ausgehängt sind
auslhänlqen: hängst aus; hängtest aus;
hast ausgehängt etw. an ein Schwarzes
Brett o. ä. hängen, heften, so daß je¬
der davon Kenntnis nehmen kann
Auslhänlqelschild: das; -(e)s; -er 1
Schild, Tafel, auf dem/der eine Re¬
klame abgedruckt ist 2 dibertr.) wer¬
bewirksame^) vertrauenerwecken-
de(s) Person od. Produkt
aus|ltaijken: harkst aus; harktest aus;
hast ausgeharkt mit einer Harke etw.
aus dem Boden entfernen
auslharlren: harrst aus; harrtest aus;
hast ausgeharrt auf etw., jmdn. trotz
negativer Begleitumstände warten
aus|haulchen: audwnhauchst aus;
hauchtest aus; hast ausgehaucht 1
[geh.] ausatmen; etw., Atemluft aus¬
strömen (lassen) 2 sein Laben
aushauchen: [geh.; verhüll.] sterben
aus|häu|sig: Adj. n. stg. [veralt.] nicht
zuhause; außerhalb (befindlich, statt¬
findend)
auslhelben: hebst aus; hob(e)st aus;
hast ausgehoben 1 Erde aus dem Un¬
tergrund herausholen u. dadurch ein
Loch schaffen 2 eine Bande von Ver¬
brechern in ihrem Versteck auffinden
u. verhaften 3 [veralt.] Soldaten zum
Wehrdienst einziehen 4 Eier aus ei¬
nem V ogelnest nehmen 5 jmdn., einen
Ort völlig ausrauben 6 <Druckw.> eine
Druckform im Anschluß an einen
Druck aus der Druckmaschine neh¬
men 7 (Sport; Ringern den Gegner
hochheben u. anschließend zu Fall
bringen 8 etw. in seiner Halterung
nach oben drücken u. dann heraus¬
nehmen
Auslhelben der; -s; - 1 (Sport; Ringern
Griff(kombination), mit dem/der
man den Gegner zunächst hochhebt
u. dann zu Fall bringt 2 beim Gerben
entstandener Fehler im Leder
ausjhecken (auslhektken —» aus|he|-
cken): heckst aus; hecktest aus; hast
ausgeheckt [ugs.] sich einen Streich,
Plan o. ä. ausdenken
§us[hei|len: heilt aus; heilte aus; hat/ist
ausgeheilt 1 hat eine Verletzung,
Krankheit vollständig heilen lassen 2
ist (Krankheit; Verletzung) vollstän¬
dig verheilen, beseitigt werden
auslhelHen: hilfst aus; half(e)st aus;
hast ausgeholfen jmdm. für kurze Zeit
bei, mit etw. helfen
aus|heu|len, sich: heulst dich aus; heul¬
test dich aus; hast dich ausgeheult
[ugs.] sich (bei jmdm.) über etw. aus¬
weinen
Auslhillfe: die; ~ ; -n 1 das Helfen bei/
mit etw. für kurze Zeit 2 Person, die
für kurze Zeit Aushilfsarbeiten erle¬
digt
Auslhilfslarlbeit: die; - ; -en Tätigkeit,
die jmd. nur vorübergehend während
eines Engpasses, in einer Notsituation
ausübt
Auslhilfslkefllnen der; -s; ~ weibl. Ausl-
hiffs|kell|ne|rin: die; - ; -nen Person,
die als Aushilfskraft im Gastgewerbe
bedient
Auslhilfslkoch: der; -(e)s; -koche weibl.
Auslhilfslkölchin: die; - ; -nen Koch/
Köchin, der/die als Aushilfskraft ar¬
beitet, Aushilfsarbeit erledigt
Auslhflfslkraft: die; - / -kräfte Person,
die nur für kurze Zeit an einer Stelle
arbeitet, für kurze Zeitangestellt ist
auslhiKsIweilse: Adv. als, zur Aushilfe
auslhöhllen: höhlst aus; höhltest aus;
hast ausgehöhlt etw. aus etw. heraus¬
holen u. dieses dadurch hohl machen
auslhollen: holst aus; holtest aus; hast
ausgeholt 1 zu einer heftigen, weit
ausgreifenden Bewegung ansetzen 2
beim Erzählen eines Ereignisses auf
weit zurückliegende Aspekte zurück¬
greifen 3 [seemannssprl.] das Segel
mit Hilfe des Ausholers, einer Leine,
festmachen, festzurren 4 [landsch.;
ugs.Jjmdn. über etw. ausfragen
auslhottehen: horchst aus; horchtest
aus; hast ausgehorcht jmdm ausfragen
120
Auskristallisierung
Auslhub; der; -(e)s; -e 1 das Ausheben
von Erde, so daß ein Loch entsteht 2
ausgehobene Erde
auslhunlqern: hungerst aus; hungertest
aus; hast/bist ausgehungert 1 hast
jmdn. so lange zum Hungern zwin¬
gen, bis dieser körperlich schwach ist
(u. Forderungen nachgeben muß)
Die Stadt wurde von den Belagerern
ausgehungert.« 2 bist a) so lange ge¬
hungert haben, daß man schwach ist
b) übermäßig hungrig sein
auslhulsten —» auslhuslten: hustest
aus; hustetest aus; hast ausgehustet
etw. aus den Atemwegen durch Hu¬
sten entfernen
auslixen; ixt aus; ixtest aus; hast ausge¬
ixt [ugs.] etw. (auf der Schreibmaschi¬
ne) durch Überschreiben mit dem
Buchstaben ’X’ unkenntlich, ungültig
machen
ausliamltnern. sich: jammerst dich aus;
jammertest dich aus; hast dich ausge¬
jammert so lange bei jmdm. über etw.
klagen, bis der Schmerz, Ärger o. ä.
abgeklungen ist
ausliälten: jätest aus; jätetest aus; hast
ausgejätet a) Unkraut entfernen b)
etw. von Unkraut befreien
Ausk.: Abk. Auskunft
auslkallken: kalkst aus; kalktest aus;
hast ausgekalkt etw. mit einer Kalk¬
milch bestreichen
auslkallkullielren: kalkulierst aus; kal¬
kuliertest aus; hast auskalkuliert etw.
bis ins Detail ausrechnen, kalkulieren
auslkämlmen: kämmst aus; kämmtest
aus; hast ausgekämmt 1 mit einem
Kamm etw. entfernen 2 <Haar> durch
Kämmen ordnen, glätten
aus|kSmp|fen: kämpfst aus; kämpftest
aus; hast ausgekämpft eine Entschei¬
dung durch einen Kampf herbeifüh¬
ren
auslkaulen: kaust aus; kautest aus; hast
ausgekaut etw. so lange kauen, bis die
Inhaltsstoffe daraus entfernt sind
auslkaulfen: kaufst aus; kauftest aus;
hast ausgekauft [ugs.] ein Geschäft
völlig leerkaufen
auslkehlren: kehrst aus; kehrtest aus;
hast ausgekehrt 1 [landsch.] einen
Raum mit einem Besen von Staub,
Schmutz befreien 2 an jmdn. eine Ver¬
sicherungssumme auszahlen
auslkeillen: keilt aus; keilte aus; hat
ausgekeilt 1 (meist Pferd> mit den Hu¬
fen ausschlagen 2 (Geologie, Ge¬
steinsschicht) sich zu einer Seite hin
verschmälem, keilförmig verlaufen
auslkelltern: kelterst aus; keltertest aus;
hast ausgekeltert Weintrauben
zwecks Weinherstellung auspressen
auslkenlnen. sich: kennst dich aus;
kanntest dich aus; hast dich ausge¬
kannt auf, in einem Gebiet Bescheid
wissen, Kenntnisse besitzen
AuslkeHbunq: die; - ; -en 1 das Schnei¬
den von Kerben in etw. 2 in etw. hin¬
eingeschnittene Kerbe
aus|kip|pen: kippst aus; kipptest aus;
hast ausgekippt [ugs.] 1 etw. aus einem
Gefäß schütten 2 ein Gefäß leeren
auslkitlten: kittest aus; kittetest aus;
hast ausgekittet mit Kitt, einer Kleb¬
masse (von innen) einstreichen u. da¬
durch Löcher schließen
auslklamlmem: klammerst aus; klam¬
mertest aus; hast ausgeklammert 1
etw. unberücksichtigt lassen, in einem
Zusammenhang nicht berücksichti¬
gen 2 (Math.) eine in jedem Element
einer Rechnung enthaltene Zahl einer
Klammer voran od. hintenan stellen
3 (Sprachwiss.) einen Satzteil (unge¬
wöhnlicherweise) außerhalb der
Verbklammer positionieren
Auslklamlmelnmq: die; - ; -en (PI. s.)
a) Tätigkeit, Vorgang des Ausklam-
merns b) etw., was ausgeklammert
wurde
auslklalmülsem: klamüserst aus; kla¬
müsertest aus; hast ausklamüsert
[ugs.] a) etw. sorgfältig, in allen De¬
tails planen b) etw. so lange auspro¬
bieren, bis ein Ergebnis erzielt ist
Aus|klang: der; -(ejs; Ausklänge (PI.
s.) Ende, Schluß eines längeren Ereig¬
nisses
aus|klapp|bar Adj. n. stg. sich nach au¬
ßen umklappen lassend
aus|klap|pen: klappst aus; klapptest
aus; hast ausgeklSppt etw. nach außen
umklappen, umlegen
aualklairielren: klarierst aus; klariertest
aus; hast ausklariert [seemannssprl.]
beim Auslaufen aus dem Hafen beim
Zoll abmelden, Güter verzollen
auslklaulben: klaubst aus; klaubtest
aus; hast ausgeklaubt [landsch.] mit
den Fingern auslesen »Hülsenfrüchte
ausklauben«
auslkleilden: kleidest aus; kleidetest
aus; hast ausgekleidet 1 jmdm. die
Kleidung ausziehen 2 etw. innen mit
einem Material bedecken
aus|klei|den, sich: kleidest dich aus;
kleidetest dich aus; hast dich ausge¬
kleidet sich seine Kleidungsstücke
ausziehen
auslklinlaen: klingt aus; klang aus; ist
ausgeklungen 1 zu tönen, klingen auf¬
hören; verklingen 2 (übertr.) auf eine
bestimmte Art u. Weise enden
auslklinlken: klinkst aus; klinktest aus;
hast/bist ausgeklinkt 1 hast aus einer
Halterung aushaken 2 ist sich aus ei¬
ner Halterung lösen
aus|klfn|ken, sich: klinkst dich aus;
klinktest dich aus; hast dich
ausgeklinkt 1 sich aus einer Halterung
lösen »Das Maschinenteil hat sich
ausgeklinkt.« 2 (übertr.) sich zurück¬
ziehen
aus|klop|fen: klopfst aus; klopftest aus;
hast ausgeklopft etw. säubern, indem
man mit einem Gegenstand dagegen
schlägt
Auslkloplfer: der; -s; - [veralt.] flächiges
Gerät an einem Stiel, mit dem man
den Staub aus einem Teppich o. ä.
herausklopft, herausschlägt, Syn.:
Teppichklopfer
auslklülgeln: klügelst aus; klügeltest
aus; hast ausgeklügelt a) etw. sorgfäl¬
tig planen b) etw. durch Überlegun¬
gen, ausgiebiges Probieren herausfin¬
den
aus|knip|sen: knipst aus; knipstest aus;
hast ausgeknipst [ugs.] etw. mit einem
Schalter außer Funktion setzen
auslknolbeln: knobelst aus; knobeltest
aus; hast ausgeknobelt [ugs.] 1 mit
Würfeln, durch Knobeln eine „Ent¬
scheidung treffen 2 etw. durch Über¬
legungen, ausgiebiges Probieren her¬
ausfinden
aus|knöpt|bar:ri(fj. n. stg. (Mantelfutter
o. ä.> nur mit Knöpfen, Druckknöp¬
fen befestigt u. deshalb entfernbar,
herausnehmbar
aus|knöp|fen: knöpfst aus; knöpftest
aus; hast ausgeknöpft etw. nur mit
(Druck-)Knöpfen Befestigtes aus
etw. herausnehmen, entfernen
auslkoflfern: kofferst aus; koffertest
aus; hast ausgekoffert für eine Straße
eine Vertiefung schaffen, in die der
Unterbau gelegt werden kann
Auslkoflfelruna: die; - ; -en Vorgang od.
Ergebnis des Auskoffems, Schaffens
einer Vertiefung für den Unterbau ei¬
ner Straße
Auslkomlmen: das; -s; - (PI. s.) 1 Ein¬
kommen, das für jmds. Lebensunter¬
halt ausreicht 2 mit jmdm. gibt es, ist
kein Auskommen: jmd. ist unleidlich;
mit jmdm. kann man sich nicht ver¬
stehen
auslkomlmen: kommst aus; kam(e)st
aus; bist ausgekommen 1 von etw. so
viel haben, besitzen, daß es für einen
Zweck reicht 2 ohne etw., jmdn. zu¬
rechtkommen 3 sich mit jmdm. ver¬
stehen 4 [landsch.] (Küken) aus¬
schlüpfen 5 [landsch.] in der Öffent¬
lichkeit bekannt werden 6 [landsch.]
aus einem Gefängnis o. ä. entfliehen
auslkömmllich: Adj. n. stg. [veralt.] den
Lebensunterhalt gewährleistend »Die
Bauern führten ein auskömmliches Le¬
ben.«
auslkoolpeln: koppelst aus; koppeltest
aus; hast ausgekoppelt 1 ein Tier aus
der Koppel herausholen 2 ein Lied
von einer CD, LP zusätzlich als Single
herausgeben
auslkolsten —» aus|kos|ten: kostest
aus; kostetest aus; hast ausgekostet
etw. (Positives) bis zum letzten Mo¬
ment, bis zum letzten Rest ausnutzen
auslkotlzen: kotzt aus; kotztest aus; hast
ausgekotzt [derb] sich übergeben; etw.
erbrechen
auslkotlzen. sich: kotzt dich aus; kotz¬
test dich aus; hast dich ausgekotzt
[derb] a) sich so lange übergeben, bis
der Magen leer ist b) Kritik äußern;
sich über etw. Unangenehmes aus¬
sprechen
auslkratlzen: kratzt aus; kratztest aus;
hast ausgekratzt 1 mit einem Werk¬
zeug etw. aus etw. entfernen; mit ei¬
nem scharfen Werkzeug etw. entfer¬
nen, wegkratzen 2 (Med.) etw. durch
eine Ausschabung säubern 3 bist
[ugs.] vor jmdm. davonlaufen, ausrei¬
ßen
Auslkrilstalllllsaltilon —> Auslkrisltalllil-
sa|ti|on: die; - ; -en Vorgang der Kri¬
stallbildung aus einem Stoff
aus|kri|stal|li|sie|ren —» aus|kris|tal|li|-
siejren: kristallisierst aus; kristalli¬
siertest aus; hast/ist auskristallisiert 1
ist sich in Form von Kristallen aus ei¬
ner Lösung, einem Material nieder¬
schlagen 2 hast etw. dadurch erhalten,
gewinnen, daß man eine Kristallisati¬
on hervorruft
Aus|kri|stal|li|siejrung —» Auslkrisltall-
li|sie|rung: die; - ; -en Vorgang des
Auskristallisierens
121
auskugeln
auslkulgeln: kugelst aus; kugeltest aus;
hast ausgekugelt ein Gliedmaß aus
seinem (Kugel-)Gelenk ausrenken
auslkühllen: kühlst aus; kühltest aus;
hastjbist ausgekühlt 1 hast dafür sor¬
gen, daß etw. völlig kalt wird 2 bist
sehr stark, im gefährlichen Maße an
Temperatur verlieren »Als man das
Kind fand, war es völlig ausgekühlt.«
Aus|kul|ta|ti|on: dat.> die; - ; -en <Med.>
das Abhören, Abhorchen eines Or¬
gans
aus|kul|tje|ren: <Jat.> kultierst aus; kul¬
tiertest aus; hast auskultiert <Med.>
ein Organ abhören, abhorchen
auslkundlschafften: kundschaftest aus;
kundschaftetest aus; hast ausgekund¬
schaftet etw. durch Beobachtungen
herausfinden, (heimlich) erkunden
Auslkunft die; - ; Auskünfte 11nforma¬
tion, die man zu einem Thema, zu ei¬
ner Frage gibt 2 o. PI. Institution, die
Auskünfte erteilt
Aus|kunf]tei: die; - ; -en [veralt.] Firma,
Unternehmen, die/das Auskünfte
über Personen u. persönliche od. ge¬
schäftliche Daten gibt, Syn.: Detek¬
tivbüro
Auslkunftslbülro: das; -s; -s Stelle, Insti¬
tution, in der man (z. B. als Tourist)
Informationen erhalten kann
Auslkunftsldienst: der; -(e)s; -e Hin¬
richtung der Post o. ä., bei der man
nicht bekannte Rufnummern von
Fernsprechteilnehmern erfragen
kann
Auslkunftslpfllcht: die; - ; - <Rechtsw.>
rechtliche Verpflichtung zur Ertei¬
lung einer Auskunft über etw. od.
jmdn.
Aus|kunfts|schal|ter. der; -s; - Theke,
Abteil, hinter der/in dem ein Aus¬
kunftsbeamter sitzt, an dem Aus¬
künfte erteilt werden
Auslkunftslstellle: die; - ; -n Einrich¬
tung, in der Informationen gegeben,
Auskünfte erteilt werden
auslkuploeln: kuppelst aus; kuppeltest
aus; hast ausgekuppelt bei einem
Kraftfahrzeug die Verbindung zwi¬
schen Motor u. Getriebe kurzzeitig
trennen, indem die Kupplung getre¬
ten wird
auslkulrielren: kurierst aus; kuriertest
aus; hast auskuriert eine Verletzung,
Krankheit (vollständig) ausheilen
Ausl.: Abk. 1 Ausland 2 Auslieferung
ausl.: Abk. ausländisch
ausllatchen: lachst aus; lachtest aus;
hast ausgelacht über jmdn. aufgrund
seines Verhaltens, Aussehens o. ä. la¬
chen
ausllalden: lädst aus; lud(e)st aus; hast
ausgeladen 1 die Ladung von einem
Transporter entfernen, löschen 2 weit
nach außen vorstehen 3 jmdm., den
man zuvor zu etw. eingeladen hat,
eine Absage erteilen
Ausllaldung: die; - ; -en a) Vorgang des
Ausladens eines Besuchers b) Schrift¬
stück, Telefonat o. ä., mit dem jmd.,
ein Besucher ausgeladen wird
Ausllalae; die; • ; -n 1 etw. in einem
Schaufenster Gezeigtes 2 <Sport> a)
Körperhaltung in der Ausgangsstel¬
lung beim Boxen b) Körperhaltung
beim Rudern in der ersten Phase des
Ruderschlags c) Ausgangsstellung
beim Kugelstoßen o. ä. d) Ausgangs¬
haltung beim Fechten 3 <Jagd> (Grad
des) Auseinanderstehens von Ge¬
weihstangen 4 m. PI. Geldsumme, die
man für etw., jmdn. ausgegeben hat
u. erstattet bekommt
ausllalqern: lagerst aus; lagertest aus;
hast ausgelagert 1 etw. aus einem La¬
ger herausholen u. verkaufen 2 etw.
an einen sicheren Ort bringen, so daß
es nicht zerstört werden kann 3 einen
Bereich, eine Abteilung o. ä. an einen
anderen Ort verlegen
Ausllalqelrunq: die; - ; -en Vorgang des
Auslagerns, Ausgelagertwerdens, der
Verlegung
Auslland: das; -(e)s; - 1 fremdes Land,
dem der Sprecher nicht angehört, des¬
sen Staatsangehörigkeit der Sprecher
nicht hat 2 o. PI. Gesamtheit, zusam¬
mengefaßte Gruppe von Ländern, de¬
nen der Sprecher nicht angehört
Aus|län|der: der; -s; - weibl. Ausllänl-
de|rin: die; • ; -nen Person, Besuche-
r(in), der/die eine fremde Staatsange¬
hörigkeit hat, einggt anderen Staat als
der Sprecher angehört
aus|län|deijfeind|lich: Adj. über Perso¬
nen mit fremder, anderer Staatsbür¬
gerschaft schlecht denkend, sie feind¬
lich behandelnd
Ausllänlderlfeindllichlkeit: die; - ; - ne¬
gative, feindliche Einstellung gegen¬
über Ausländern, Personen mit ande¬
rer Staatsbürgerschaft
aus|län|disch: Adj. n. stg. 1 aus dem
Ausland kommend, dem Ausland zu¬
zuordnen 2 [ugs.] fremd, ungewöhn¬
lich aussehend
Ausllandslablsate der; -es; - Warenver¬
kauf im Ausland
Ausllandslablteillung: die; - ; -en a)
Filiale eines Unternehmens o. ä. im
Ausland b) Abteilung in einer Firma,
die für die Ausländsabteilungen od.
den Handel mit ausländischen Part¬
nern verwaltungstechnisch zuständig
ist
Ausllandslanlleilhe: die; - ; -n festver¬
zinsliches Wertpapier, Schuldver¬
schreibung, die in ausländischer
Währung aufgenommen, ausgegeben
wird
Ausllandslauflentlhah: der; -(e)s; -e Be¬
such, (längere) Anwesenheit in einem
fremden Staat
Ausllandslbelzielhunloen: die (Pt.) po¬
litische, wirtschaftliche Verbindun¬
gen mit fremden Staaten
Auallandsldeutlsche: die u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Aus¬
landsdeutscher; eine Ausländsdeut¬
sche; zwei Ausländsdeutsche) (stän¬
dig) außerhalb Deutschlands lebende
Person mit deutscher Staatsangehö¬
rigkeit
Ausllandslgelschält: das;-(e)s; -e wirt¬
schaftliche Beziehung mit Partnern
im Ausland
Ausllandslgelspräch: das; -(e)s; -e Te¬
lefongespräch mit einem Teilnehmer
im Ausland
Auallandslinlvelstiltilon —> Ausllandsl-
in|veslti|ti|on: die; - ; -en unter wirt¬
schaftlichen Aspekten getätigte Geld¬
anlage im Ausland
Ausllandslkorlrelsponldent —» Aus|-
lands|kor|re|s|pon|dent: der; -en; -en
weibl. Ausllandslkorirelsponldenllln
—» Aus|lands(korfre|s|ponfdenftin:
die; - ; -nen für die Presse im Ausland
tätige(r) Reporterin)
Ausllandslrnilse: die; -; -n Besuch in ei¬
nem fremden Staat; Reise in ein frem¬
des Land
ausllaslsen: läßt aus; ließfesjt aus; käst
ausgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss<— 1 etw., jmdn. bei etw.
weglassen, überspringen 2 [landsch.]
jmdn., etw. hinauslassen 3 [landsch.]
jmdn. mit etw. nicht länger belästi¬
gen, behelligen 4 etw. aus etw. heraus¬
weichen, austreten lassen 5 einen Un¬
beteiligten unter einem negativen Ge¬
fühl leiden lassen, etw. an einem Un¬
beteiligten abreagieren
Ausllaslsuiwslzeilchen: das; -s; ~ klei¬
ner, senkrechter Strich im Bereich der
Oberlängen, der anzeigt, daß ein
Buchstabe nicht geschrieben wurde,
Syn.: [fremdsprachl.] Apostroph
ausllalsten —» aus|las|ten: lastest aus;
lastetest aus; Käst ausgelastet 1 jmdn.,
etw. (meist ein Fahrzeug) bis zur
Grenze der Belastbarkeit in Anspruch
nehmen 2 <Tätigkeit; Aufgabe) jmdn.
vollständig erfüllen, beanspruchen
Ausllalstuno —» Aus|las|tung: die; ~ ;
-en (PL s.) Zustand, Vorgang des
Auslastens, Ausgelastetwerdens;
Grad des Ausgelastetseins
Ausllauf: der; -(e)s; Ausläufe 1 o. PL
Gegebenheiten, Möglichkeit, sich im
Freien zu bewegen 2 abgegrenztes
Gebiet, in dem etw., jmd. Auslauf (!)
hat 3 <Sport> Gebiet hinter der Zielli¬
nie o. ä., wo die Sportler ihr Tempo
drosseln, nach einem Lauf, Sprung,
einer Aktion abbremsen 4 a) o. PL
Vorgang des Abfließens von einer
Flüssigkeit b) Ort, an dem etw. abflie¬
ßen kann
auallaulfen: läufst aus; lief(e)st aus; bist
ausgelaufen 1 a) aus etw. hinaus-, her¬
ausfließen b) leer werden, weil etw.
hinausfließt 2 nicht weitergeführt,
fortgesetzt werden 3 <Sport> nach ei¬
nem Rennen o. ä. allmählich langsa¬
mer laufen 4 <Farbe o. ä.> sich verwi¬
schen, langsam verblassen 5 <Schiff>
den Hafen verlassen 6 langsam zum
Ende kommen
AuslläuKer der; -s; - Auslläuttehin:
weibl. die; - ; -nen 1 nur männl. Form
etw., was allmählich endet, der Rest
von etw. »Das Wetter wird vom Aus¬
läufer eines Hochs bestimmt.« 2 nur
männl. Form <Bio.> Seitentrieb einer
Pflanze 3 [österr.; Schweiz.] Person,
die Botendienste übernimmt
Ausllauflmoldell: das;-(e)s; -e Produkt¬
typ, der in Zukunft nicht mehr herge¬
stellt wird
ausllaulgen: laugst aus; laugtest aus;
hast ausgelaugt 1 Bestandteile (mit ei¬
nem chemischen Stoff) aus etw. her¬
ausziehen 2 <übertr.> jmdn., etw. sehr
entkräften »Der Marathonlauf hat ihn
völlig ausgelaugt.«
Auallaut: der; -(e)s; -e <Sprachwiss.>
Laut am Ende eines Wortes od. einer
Silbe
ausllelben: lebst aus; lebtest aus; hast
ausgelebt ein Gefühl, eine Eigenschaft
o. ä. sich frei entwickeln lassen, nicht
unterdrücken
122
ausmarschieren
ausllelben. sich: lebst dich aus; lebtest
dich aus; hast dich ausgelebt bewußt
leben u. dabei ungehemmt genießen
ausllecken (auslleklken —» ausllel-
cken): leckst aus; lecktest aus; hast
ausgeleckt a) aus einem Gefäß mit der
Zunge etw. gänzlich herauslecken b)
ein Gefäß leeren, indem man den In¬
halt herausleckt
auslleelren: leerst aus; leertest aus; hast
ausgeleert den Inhalt aus einem Ge¬
fäß entfernen (u. das Gefäß dadurch
leer machen)
aus|le|gen: legst aus; legtest aus; hast
ausgelegt 1 mit etw. eine Fläche be¬
decken »Teppichboden auslegen« 2
etw. für einige Zeit zur Ansicht für
andere an einem Ort deponieren »Das
Schriftstück muß sechs Wochen für die
Öffentlichkeit ausgelegt werden.« 3
etw. als Köder (für Tiere) hinlegen,
ausbreiten 4 <Technik> etw. für einen
bestimmten Gebrauch konstruieren,
vorplanen »Die Heizungsanlage ist
für 20 Wohneinheiten ausgelegt.« 5 in¬
terpretieren; deuten
Ausllelaer: der; -s; - 1 <Technik> seitli¬
che Verlängerung eines technischen
Gerätes 2 stabilisierende seitliche Ku¬
fe am Ruderboot, Halterung aus Me¬
tall, auf der das Ruder liegt
Ausllelqeriboot: das; -(e)s; -e mit Aus¬
legern, stabilisierenden seitlichen Ku¬
fen ausgestattetes Ruderboot
Ausllelaelwalre: die; - ; -n (PL s.) Tep¬
pichboden (od. Bodenbelag aus ande¬
rem Material)
Austlelaunq: die; - ; -en 1 Handlung,
Vorgang des Hinlegens von etw. zur
Einsichtnahme od. als Köder (zum
Fangen von Tieren) 2 Interpretation
(einer sprachlichen Äußerung, eines
Verhaltens)
auslleilern: leierst aus; leiertest aus;
hastjist ausgeleiert [ugs.] a) ist durch
häufiges Dehnen die Elastizität verlie¬
ren b) hast etw. häufig dehnen, so daß
es nicht mehr elastisch ist
Auslleilhe: die; - ; -n 1 o. PI. Vorgang
des Borgens, Ausleihens von etw. 2
Abteilung, Bereich einer Bibliothek,
in der/dem die Bücher o. ä. ausgege¬
ben, ausgeliehen werden
auslleilhen: leihst aus; lieh(e)st aus;
hast ausgeliehen a) sich bei jmdm.
etw. borgen od. leihen b) jmdm. etw.
borgen, leihen
auslleilhen. sich: leihst dir aus; lieh(e)st
dir aus; hast dir ausgeliehen sich bei
jmdm. etw. borgen, leihen
Ausllelse: die; • ; -n 1 beste Exemplare
von etw. 2 o. PL das Aussuchen, Aus¬
wahlen von etw. (aus einer Menge
gleichartiger Dinge)
ausllelsen; liest aus; las(es)t aus; hast
ausgelesen 1 a) (meist Obst, Gemüse>
die schlechten Exemplare heraussu¬
chen b) [geh.] die besten Exemplare,
die Elite heraussuchen, herausneh¬
men 2 ein Buch, Schriftstück zu Ende
lesen
auslleuchlten: leuchtest aus; leuchtetest
aus; hast ausgeleuchtet etw., einen
Raum ganz u. gleichmäßig beleuch¬
ten
ausllichlten: lichtest aus; lichtetest aus;
hast ausgelichtet <Baum; Strauchge-
gewächs» die überflüssigen, zu dicht
stehenden Äste entfernen
ausllietfern: lieferst aus; liefertest aus;
hast ausgeliefert 1 a) Ware an ein Ge¬
schäft liefern b) Ware an einen Kun¬
den liefern 2 einen Gefangenen, In¬
haftierten an einen anderen Staat
übergeben, in dem dieser Straftaten
begangen hat u. wo ihm der Prozeß
gemacht wird
Ausllietfelrunq: die; - ; -en 1 das Auslie-
fem, Bringen von Ware zu einem Ge¬
schäft, einem Kunden 2 das Auslie¬
fern, Überantworten eines Menschen,
meist eines Strafgefangenen, an
jmdn., einen anderen Staat, wo ihm
der Prozeß gemacht wird
Ausllielfelrunosllalaer das; -s; - Ort,
Lager, an/in dem Waren aufbewahrt
werden, bis sie an Geschäfte, Kunden
ausgeliefert werden
Auslliettelrunoslverttraq: der; -(ejs;
-vertrage (Rechtsw.) völkerrechtlich
verbindliche Abmachung, Vertrag
zwischen zwei Staateafcüber die Aus¬
lieferung von (mutmaßlichen) Krimi¬
nellen
ausllielqen: liegt aus; lag aus; hat
ausgelegen 1 (meist Schriftstück) an
einem Ort zur Kenntnisnahme, Ein¬
sicht bereitliegen, zur Verfügung ste¬
hen 2 (Jagd> zum Fangen von Tieren
ausgelegt, hingelegt sein
Ausllilnie: die; - ; -n (Sportspielfeld) äu¬
ßere (Längs-)Begrenzung des Spielfel¬
des bei Ballspielen
ausllolben: lobst aus; lobtest aus; hast
ausgelobt (Rechtsw.) durch öffentli¬
che Bekanntmachung eine Belohnung
für die Vornahme einer Handlung
versprechen
Ausltalbuno: die; - ; -en (Rechtsw.)
durch öffentliche Bekanntmachung
erfolgendes Versprechen einer Beloh¬
nung für die Vornahme einer Hand¬
lung (z. B. Auslobung von Finder¬
lohn für ein gestohlenes wertvolles
Gemälde)
aus|löf|feln: löffelst aus; löffeltest aus;
hast ausgelöffelt 1 einen Behälter
nach u. nach mit Hilfe eines Löffels
leeren 2 (übertr.) [ugs.] eine selbst od.
von jmd. anderem verursachte
Schwierigkeit überwinden, ausbaden
müssen
ausllölschen: lischst aus; löschtest aus;
hast ausgelöscht 1 (Feuen vollständig
löschen, ausmachen 2 (oft Schuld) til¬
gen 3 vernichten; Spuren tilgen 4 tö¬
ten
ausllölschen: lischt aus; losch aus; ist
ausgeloschen 1 völlig verlöschen, aus¬
gehen »Die Kerze, die Glut losch aus.«
2 [geh.] sterben
ausllolsen: lost aus; lostest aus; hast
ausgelost über etw. einen Losent¬
scheid herbeiführen; etw., jmdn.
durch das Ziehen von Losen ermit¬
teln
aus|lö|sen: löst aus; löstest aus; hast
ausgelöst 1 einen Vorgang initiieren,
dafür sorgen, daß etw. in Gang
kommt 2 eine Emotion, ein Gefühl
hervorrufen »Der Brief löste große
Empörung aus.« 3 ein Pfand wieder
einlösen, aus dem Pfandhaus o. ä. ho¬
len 4 [landsch.] Fleisch, Knochen
voneinander trennen, ausschälen
Ausllolsen der; -s; ~ 1 etw., ein Ereig¬
nis, das andere Ereignisse, Vorgänge
nach sich zieht, bedingt 2 (Technik)
Vorrichtung, die etw. in Gang setzt 3
(Psychologie) Reiz, der Instinkte, der
Instinkthandlungen auslöst
Ausllolsunq: die; - ; -en Vorgang des
Auslösens; das Ermitteln von etw.,
jmdm. durch das Los
Ausllölsuno: die; - ; -en Zuwendung des
Arbeitgebers an den Arbeitnehmer,
wenn dieser zeitweise im Ausland,
weit entfernt von seinem Wohnsitz
arbeiten muß
ausll ölten: lotest aus; lotetest aus; hast
ausgelotet 1 (Seefahrt) mit dem Lot
die Wassertiefe ermitteln 2 (Technik)
mit dem Lot den Verlauf der Senk¬
rechten bestimmen 3 (übertr.) etw.
(vorsichtig) herauszufinden versu¬
chen
auslliiflten: lüftest aus; lüftetest aus;
hast ausgelüftet 1 Textilien, ein Zim¬
mer frischer Luft aussetzen, lüften 2
in frischer Luft hängen, sein
ausllulqen: lugst aus; lugtest aus; hast
ausgelugt [landsch.] intensiv schauen,
ob etw., jmd. kommt, vorhanden ist;
nach etw., jmdm. Ausschau halten
ausllutlschen: lutschst aus; lutschtest
aus; hast ausgelutscht [ugs.] an etw.
saugen u. damit die Inhaltsstolfe, die
Flüssigkeit herausholen
auslmalchen: machst aus; machtest aus;
hast ausgemacht 1 einen Mechanis¬
mus betätigen, um eine Funktion zu
unterbrechen 2 (Feuer; Licht) zum
Verlöschen bringen 3 etw. verabreden
4 Feldfrüchte ernten 5 durch Beob¬
achtung feststellen, entdecken »Wir
haben mit der Radaranlage einen gro¬
ßen Fischschwarm ausgemacht.« 6
etw. als wesentlichen Bestandteil, In¬
halt haben 7 eine Endsumme ergeben,
betragen 8 eine Einigung herbeifüh¬
ren »Das müssen die beiden miteinan¬
der ausmachen.« 9 etw. macht jmdm.
etw., viel/nichts aus: etw. bereitet
jmdm. (keine) Mühe
auslmallen: malst aus; maltest aus; hast
ausgemalt 1 die Fläche innerhalb ei¬
ner bereits vorhandenen Kontur,
Umrandung mit Farbe o. ä. ausfüllen
2 etw. sehr ausführlich schildern, er¬
zählen (u. dabei die Wirklichkeit ein
wenig ausschmücken)
auslmallen. sich: malst dir aus; maltest
dir aus; hast dir ausgemalt sich etw.
sehr intensiv, mit vielen Details vor¬
stellen
Aus|ma|lung: die; -; -en a) Tätigkeit des
Ausmalens b) Resultat, Ergebnis des
Ausmalens
auslmalnölvrielren —» aus|ma|nö|v|-
rie|rere <lat.-fr.> manövrierst aus; ma¬
növriertest aus; hast ausmanövriert so
geschickt handeln, daß man damit
jmdn. als Gegner, Konkurrenten
handlungsunfähig macht, ausschaltet
auslmälren: märst aus; märtest aus; hast
ausgemärt [ugs.] zu Ende reden; auf¬
hören zu sprechen
Auslmarsch: der; -(e)s; Ausmärsche
das Hinausmarschieren aus einem
Gelände, einem Haus o. ä.
auslmarlschielton: marschierst aus;
marschiertest aus; bist ausmarschiert
123
Ausmaß
«meist Milit.» im Marschschritt einen
Ort, ein Gelände verlassen
Auslmafi: das; -es; -e Größe, Umfang,
Bedeutung
auslmaulem: mauerst aus; mauertest
aus; hast ausgemauert etw. innen mit
Mauerwerk, Zement o. ä. versehen
auslmei)Beln: meißelst aus; meißeltest
aus; hast ausgemeißeh etw. mit (Ham¬
mer u.) Meißel auslösen
aus|mer|geln: mergelt aus; mergelte
aus; hat ausgemergelt 1 auszehren;
entkräften 2 Nährstoffe entziehen;
unfruchtbar machen
aus|mer|zen: merzt aus; merztest aus;
hast ausgemerzt 1 die zur Zucht nicht
geeigneten Tiere aus einer Herde aus-
sondem 2 Lebewesen (endgültig in ei¬
nem bestimmten Bereich) ausrotten 3
etw. dauerhaft beseitigen; die Exi¬
stenz von etw. beenden »Diese Defi¬
zite müssen noch ausgemerzt werden.«
Auslmerlzung; die; - ; -en Tätigkeit des
Ausmerzens; Beseitigung
auslmeslsen: mißt aus; maß{es)t aus;
hast ausgemessen —*alle Gegen¬
wartsformen mit ss-e— die Größe
von etw. mit einem Meßinstrument
bestimmen
aus|mi|sten —» aus|mis|ten: mistest
aus; mistetest aus; hast ausgemistet 1
einen Stall von Mist befreien; den
Mist aus einem Stall entfernen 2 [ugs.j
überflüssige Dinge wegwerfen »Ich
habe meinen Kleiderschrank ausgemi¬
stet.«
auslmonltielren; montierst aus; montier¬
test aus; hast ausmontiert einen Teil
aus einem technischen Gerät ausbau¬
en
aus|mu|stern —> aus|mus|tern: mu¬
sterst aus; mustertest aus; hast
ausgemustert 1 <Milit.> im Rahmen
der Musterung als untauglich, für den
Militärdienst nicht geeignet erklären
2 [ugs.] Überflüssiges, Unbrauchba-
bares aussortieren, wegwerfen 3 «Tex¬
tilindustrie» Muster anfertigen
Auslmulstelrung —» Aus|mus|te|rung:
die; - ; -en Tätigkeit des Ausmu¬
stems; das Ausgemustertwerden
Ausn.: Abk. Ausnahme
Aus|nahfme: die; -; -n a) das (kurzfristi¬
ge) Nichtbeachten, Abweichen von
einer Regel »Wir machen Jur Sie eine
Ausnahme.« b) Ausnahmen bestäti¬
gen die Rege): einzelne Abweichun¬
gen von einer Regel bedeuten nicht,
daß die ganze Regel falsch ist
Aus|nah|mejath|lefc der; -en; -en weibl.
Auslnahlmelathllejtin: die; ~ ; -nen be¬
sonders erfolgreiche(r) Leistungs-
sportler(in)
Ausinahlmelbelstimlmunq: die; - ; -en
Verfügung, die die Abweichung von
der Regel erlaubt, wenn bestimmte
Voraussetzungen erfüllt sind
Ausinahlmelerlscheilnung: die: ~ ;-en 1
selten eintretendes Ereignis; selten
auftretender Ablauf eines Gesche¬
hens 2 besonders positiv aus der
Masse herausragender Mensch, der
sehr positive Eigenschaften hat
Auslnahlmelfall: der; -(e)s; -fälle selte¬
ne Abweichung von der Regel; selten
eintretender Sonderfall
Aualnahlmelgelnehlmilqunq; die; - ; -en
entgegen der üblichen Praxis für ei¬
nen Sonderfall erteilte Erlaubnis
Auslnahlmehnensch: der; -en; -en
Mensch mit besonders positiven Ei¬
genschaften, hervorragenden Lei¬
stungen
Auslnahlmelsiltualtilon —> Auslnahl-
me|siftujafti|on: die; - ; -en selten ein¬
tretendes Ereignis; äußerst unge¬
wöhnliche Situation
Auslnahlmejatelllung: die; - ; -en beson¬
dere Position, Sonderstellung, die
jmd. in einer Gruppe innehat
Auslnahlmelzulstand: der; -(e)s; -zu¬
stande 1 besondere Situation, in der
sich etw., jmd. befindet 2 den Aus¬
nahmezustand verhängen: die Ver¬
fassung eines Staates teilweise ausset¬
zen; die bürgerlichen Rechte zeitweise
außer Kraft setzen
auslnahmsllos: Adj. n. stg. ohne Aus¬
nahme; alle
ausjnahms|wei|se: Adv. abweichend
von der Regel, als Ausnahme
auslnehlmen: nimmst aus; nahm(e)st
aus: hast ausgenommen 1 «geschlach¬
tetes Tien die Innereien, Organe ent¬
fernen 2 jmdn., etw. von einer Sache
ausschließen, nicht berücksichtigen 3
[ugs.] jmdm. unverhältnismäßig viel
Geld (für etw.) abnahmen 4 <Nest> Ei¬
er, Jungvögel aus einem Nest heraus¬
holen 5 [österr.] etw., jmdn. sehen,
wahrnehmen
ausjneh[mend: Adj. n. stg. 1 groß, au¬
ßerordentlich 2 «verso sehr, außerge¬
wöhnlich
auslnüchltem: nüchterst aus; nüchter¬
test aus; hast ausgenüchtert nach ei¬
nem Alkoholrausch wieder nüchtern
werden
Auslnüchltelrung: die: ~ ; -en Vorgang
des Ausnüchtems
Ausjnüchjte|rungsjzel|le: die; ~ ; -n Zel¬
le, abschließbarer Raum in einer Poli¬
zeidienststelle, in der/dem randalie¬
rende Betrunkene festgehalten wer¬
den, bis sie nüchtern u. vernehmungs¬
fähig sind
auslnutlzen: nutzt aus; nutztest aus; hast
ausgenutzt 1 in sehr intensiver Weise
nutzen, gebrauchen 2 jmdn., jmds.
Gutmütigkeit ohne Rücksicht auf
dessen Wohlergehen in Anspruch
nehmen »Die Enkel haben seine Frei¬
giebigkeit ausgenutzt.«
auslnütlzen: nützt aus; nütztest aus; hast
ausgenützt [landsch.J 1 in sehr intensi¬
ver Weise nutzen, gebrauchen 2
jmdn., jmds. Gutmütigkeit ohne
Rücksicht auf dessen Wohlergehen in
Anspruch nehmen
Auslnuttzung/Auslnütlzunq: die; - ; -en
(PI. s.) Vorgang, Akt des Ausnut¬
zens, Ausnützens -
Ausp.: Abk. Auspuff
ausjpacken lauslpaklken —» aus|pa|-
cken): packst aus; packtest aus; hast
ausgepackt 1 etw. Eingepacktes aus
der Verpackung nehmen; etw. Einge¬
wickeltes von der Umhüllung befrei¬
en 2 einen Verpackungsgegenstand,
Behälter leeren 3 [ugs.] ein Geständ¬
nis ablegen; etw. bisher Geheimgehal¬
tenes erzählen »Der Komplize packte
endlich aus.«
auslpartken: parkst aus; parktest aus;
hast ausgeparkt ein Kraftfahrzeug
von einem Parkplatz entfernen, aus
einer Parklücke hinausfahren, Ant.:
einparken
auslpeitlschen: peitschst aus; peitsch¬
test aus; hast ausgepeitscht (als Strafe)
mehrfach mit einer Peitsche schlagen
Austoeitlschunq: die; - ; -en Vorgang,
Handlung des Auspeitschens, Ausge¬
peitschtwerdens
auslpenldeln: pendelst aus; pendeltest
aus; bist ausgependelt 1 «Sport; Bo¬
xen» den Oberkörper zur Seite od.
nach hinten bewegen, um einem
Schlag des Gegners auszuweichen 2
sich in immer kleineren Bewegungen
bis es zum Stillstand hin- u. herbewe¬
gen
auatoenlnen: pennst aus; penntest aus;
hast ausgepennt [ugs.] ausschlafen; so
lange schlafen, bis man nicht mehr
müde ist
austofeiHen: pfeifst aus; pfiff (e)st aus;
hast ausgepfiffen Mißbilligung durch
Pfiffe, anhaltendes Pfeifen zeigen
aus|pflan|zen: pflanzt aus; pflanztest
aus; hast ausgepflanzt in Blumentöp¬
fen, im Gewächshaus gezogene junge
Pflanzen ins Frei beet einsetzen
ausjplaujdern: plauderst aus; plauder¬
test aus; hast ausgeplauderl ein Ge¬
heimnis, eine nicht für die Öffentlich¬
keit bestimmte Information (aus Ver¬
sehen) jmdm. erzählen
auslplünldern: plünderst aus; plünder¬
test aus; hast ausgeplündert 1 einen
Raum, Behälter unrechtmäßigerweise
völlig leeren, plündern 2 jmdn. aus¬
rauben
Auslplünkteirung: die; ~ ; -en a) Hand¬
lung des Ausplünderns b) Vorgang
des Ausgeplündertwerdens
auslpoilstern —> auslpolsttern: pol¬
sterst aus; polstertest aus; hast ausge¬
polstert das Innere von etw. mit Pol¬
stern, einer dicken, weichen Schicht
auskleiden
Auslpollstelrung —» Auslpolsttelmng:
die; - ; -en a) Vorgang des Auspol-
stems b) größeres, umfangreiches
Polster; Ergebnis des Auspolsterns
auslpolsaulnen: posaunst aus; posaun¬
test aus; hast ausposaunt etw. (laut,
deutlich, überall) erzählen, was ei¬
gentlich geheim bleiben sollte
aus|pres|sen: preßt aus; preßtest aus;
hast ausgepreßt —*alle Formen mit
ss<— durch Drücken verursachen,
daß die Flüssigkeit aus etw. hinaus¬
fließt
auslprolbielren: probierst aus; probier¬
test aus; hast ausprobiert etw. Neues
probieren, versuchen
Auslpuff: der; -(e)s; -e «Technik» Anla¬
ge, durch die die Abgase von Ver¬
brennungsmotoren ins Freie geleitet
werden
Auslpuffjanllalge: die; - ; -n «Technik»
Vorrichtung, durch die die Abgase
von Verbrennungsmotoren ins Freie
geleitet werden
Auätoufflflamlme —> auch Auslpuff-
Flam|me: die; - ; -n helle Stichflam¬
me, die bei Fehlzündungen des Ver¬
brennungsmotors aus dem Auspuff
austritt
124
ausrücken
Ausjpuffjrohr: das; -(e)s; -e Metallröh¬
re, die einen Teil der Auspuffanlage
bildet
AusIpuWhopf; der; -(e)s; Auspufftöpfe
Teil der Auspuffanlage, der den
Schall dämpft
aus|pum|pen: pumpst aus; pumptest
aus; hast ausgepumpt 1 durch Aus¬
üben von Druck u. Saugkraft etw., ei¬
nen Behälter von Flüssigkeit befreien
2 [ugs.] jmdn. körperlich sehr anstren¬
gen »Das Jogging hat mich ausge¬
pumpt.«
aus|pu|sten —aus|pusften: pustest
aus; pustetest aus; hast ausgepustet
[ugs.] eine Kerze, Flamme durch Aus¬
blasen von Atemluft löschen
ausjputjzen: putzt aus; putztest aus; hast
ausgeputzt 1 einen Schrank, Behälter
o. ä. (mit Putzmitteln) von etw. säu¬
bern 2 [landsch.j jmds. Gutmütigkeit
ausnutzen »Laß dich doch nicht so von
ihm ausputzen!« 3 [landsch.j Bäume,
Sträucher von abgestorbenen Ästen
befreien 4 jmdn., etw. ausschmücken,
herausputzen »Sonntags wurden die
Kinder immer ausgeputzt.« 5 <Fußball>
als Libero spielen
Auslputben der; -s; - weibl. Auslputl-
zejrin: die; - ; -nen 1 <Fußball> [veralt.J
Libero, der den Raum vor dem eige¬
nen Tor sichert 2 [landsch.j Person,
die andere, die Gutmütigkeit anderer
ausnutzt
§jisjquar|tie|ren: quartierst aus; quar¬
tiertest aus; hast ausquartiert (auch
scherzh.J jmdn. (vorübergehend) aus
seiner Unterkunft wegschicken (u.
woanders, an einem anderen Ort
wohnen lassen)
Auslouarhielruno: die; - ; -en Tätigkeit,
Ergebnis des Ausquartierens
aus|quat|schen: quatschst aus; quatsch¬
test aus; hast ausgequatscht [ugs.] ein
Geheimnis (versehentlich) verraten
auslquartlschen. sich: quatschst dich
aus; quatschtest dich aus; hast dich
ausgequatscht [ugs.] jmdm. viel (über
seine Sorgen) erzählen
austauetlachen: 1 [landsch.j den Saft
aus Obst, Gemüse auspressen 2 [ugs.]
jmdn. intensiv befragen, dazu veran¬
lassen, ein Geheimnis zu verraten
ausr.: Abk. ausreichend
auslraldielren: radierst aus; radiertest
aus; hast ausradiert 1 mit einem Ra¬
diergummi (mit Bleistift) Geschriebe¬
nes tilgen 2 [ugs.] durch Waffengewalt
völlig zerstören
auslranlgielren: rangierst aus; rangier¬
test aus; hast ausrangiert [ugs.] Über¬
flüssiges assortieren u. wegwerfen
auslralsietren: rasierst aus; rasiertest
aus; hast ausrasiert Haare durch Ra¬
sieren teilweise entfernen u. dadurch
einen Körperteil von Haaren befreien
auslralsten —s- aus|ras|ten: rastest aus;
rastetest aus; bist ausgerastet 1 (Tech¬
nik> sich aus einem Gegenstück lösen
2 [ugs.] die Beherrschung verlieren u.
durchdrehen 3 [landsch.j sich ausru¬
hen
auslraulben: raubst aus; raubtest aus;
hast ausgeraubt etw., jmdn. durch Ge¬
walteinwirkung, unter Gewaltandro¬
hung bestehlen
austräulchern: räucherst atis; räucher¬
test aus; hast ausgeräuchert 1 (Unge¬
ziefer) durch Rauch vertreiben 2
<Wildtiere> durch Gas od. Rauch aus
dem Bau hinaustreiben
Auslräulchelrunq: die; - ; -en Vorgang,
Handlung, Ergebnis des Ausräu¬
cherns, Vertreibens durch Feuer,
Rauch
aus[rau|fen: raufst aus; rauftest aus;
hast ausgerauft [Iandsch.] in größerer
Menge herausziehen
austräulmen: räumst aus; räumtest aus;
hast ausgeräumt 1 einen Raum,
Schrank, Behälter o. ä. von seinem
Inhalt befreien 2 [ugs.] etw., einen
Raum durch Diebstahl, Plünderung
leeren »Der Laden ist völlig ausge¬
räumt worden.« 3 <Med.> Gewebe
(-reste) aus der Gebärmutter entfer¬
nen 4 dibertr.» eine negative Ansicht
über etw., jmdn. bei jmdm. revidieren
auslrelchen: rechst aus; rechtest aus;
hast ausgerecht [Iandsch.] mit dem
Rechen entfernen, den Boden von
etw. befreien, Syi^ ausharken
austrechlnen: rechtest aus; rechnetest
aus; hast ausgerechnet durch Rechnen
lösen
aus]rech|nen, sich: rechnest dir aus;
rechnetest dir aus; hast dir ausgerech¬
net sich etw. errechnen, kalkulieren;
etw. (in bestimmter Weise) erwarten
Auslretde: die; - ; -n (erfundene) Ent¬
schuldigung dafür, daß man etw.
nicht (angemessen) getan hat
auslrelden: redest aus; redetest aus; hast
ausgeredet 1 zu Ende reden, sprechen;
seinen Redebeitrag beenden 2 jmdn.
von einer Absicht, einer Meinung ab¬
bringen, indem man ihn durch Reden
davon überzeugt
aus)reilben: reibst aus; rieb(e)st aus;
hast ausgerieben 1 durch Reiben aus
einem Material entfernen 2 [österr.]
(den Boden) mit einer Bürste bearbei¬
ten, scheuern 3 etw. von innen säu¬
bern
aus]rei|chen: reichst aus; reichtest aus;
hast ausgereicht (für einen Zweck) ge¬
nügen, in genügendem Maße vorhan¬
den sein
auslreilfen: reift aus; reifte aus; ist
ausgereift 1 (meist Obst(produkt);
Gemüse) völlig reif werden; sich voll
entwickeln 2 etw. bis zu einem opti¬
malen Punkt entwickeln
Auslreilse: die; - ; -n Verlassen eines
Staates
Auslreilseterllaublnis: die; - ; -se offi¬
zielle Erlaubnis, Genehmigung, aus
einem Staat auszureisen
Auslreilselgelnehlmilpunq: die; - ; -en
offizielle Erlaubnis, Genehmigung,
einen Staat zu verlassen
austreilsen: reist aus; reistest aus; bist
ausgereist einen Staat verlassen
aus|rei|ßen: reißt aus; rissest aus; hast/
bist ausgerissen —*alle Vergangen¬
heilsformen mit ss<— 1 hast etw. ge¬
waltsam, durch Anwendung von
Zugkraft entfernen 2 ist sich lösen,
kaputt gehen 3 bist von einem Ort
(vor jmdm.) weglaufen 4 bist <Sport>
bei einem Rennen o. ä. plötzlich die
Geschwindigkeit erhöhen u. die Kon¬
kurrenten hinter sich lassen
Auslreilfler: der; -s; - weibl. AuslreilBel-
rin: die; ~ ; -nen 1 von einem Ort, ih¬
rem Zuhause weggelaufene Person,
meist Kind 2 (Sport) Person, die bei
einem Rennen plötzlich die Ge¬
schwindigkeit erhöht u. ihre Konkur¬
renten hinter sich läßt 3 (Technik)
von den übrigen Meßwerten abwei¬
chender Wert in einer Reihe 4 (Sport;
Schießen) Schuß, der bei weitem nicht
das Ziel trifft
AuslreiBlverlsuch: der; -(e)s; -e (Sport)
Versuch, durch plötzliche Erhöhung
der Geschwindigkeit die Konkurren¬
ten, Gegner hinter sich zu lassen
auslreilten: reitest aus; rittest aus; bist/
hast ausgeritten 1 bist einen Ausritt,
Ausflug mit dem Pferd machen 2 bist
einen Ort (auf Pferden) reitend verlas¬
sen 3 hast einem Pferd die größtmög¬
liche Leistung abverlangen »Er ritt
das Pferd voll aus.« 4 hast ein Rennen,
eine Veranstaltung mit Pferden an ei¬
nem Ort austragen
auslreilzen: reizt aus; reiztest aus; hast
ausgereizt 1 (Kartenspiel) so weit rei¬
zen, wie es möglich ist 2 so weit, lange
wie möglich in Anspruch nehmen
auslrenlken: renkst aus; renktest aus;
hast ausgerenkt ein Gelenk ausdrehen
auslrichlten: richtest aus; richtetest aus;
hast ausgerichtet 1 jmdm. eine Nach¬
richt überbringen 2 etw. für jmdn. or¬
ganisieren, gestalten »Wir richten
euch eure Hochzeit aus.« 3 sich an
etw., jmdm. orientieren, seine Hand¬
lungen auf jmdn. abstellen 4 etw. bei
jmdm. erreichen 5 (Bergbau) Boden¬
schätze finden u. erschließen 6
[Iandsch.; ugs.] jmdn. schlechtmachen
7 [schweiz.] eine Summe auszahlen
»Der Gewinn wurde ausgerichtet.«
Auslrichlter: der; -s; - weibl. Auslrichl-
te|rin: die; - ; -nen Person, Organisati¬
on, die eine (sportliche) Veranstal¬
tung ausrichtet, organisiert
Auslricbltung: die; - ; -en Tätigkeit,
Handlung des Ausrichtens
auslrinlnen: rinnt aus; rann aus; ist aus¬
geronnen [Iandsch.] langsam aus etw.
herausfließen, so daß der Behälter
leer wird
Austritt: der; -(e)s; -e a) Geländeritt als
sportliche Betätigung b) das Hinaus¬
reiten, Wegreiten von einem Ort
auslrolden: rodest aus; rodelest aus; hast
ausgerodet vollständig roden, Bäume,
Wälder abholzen u. dabei auch die
Wurzeln entfernen, ausgraben
auslrolllen: rollst aus; rolltest aus; hast/
ist ausgerollt 1 hast etw. Aufgerolltes,
Zusammengerolltes auseinanderrol¬
len 2 (Teig) mit einem Nudelholz o. ä.
zu einer dünnen Platte rollen 3 bist
(Fahrzeug) immer langsamer rollen u.
anschließend zum Stehen kommen
auslrotlten: rottest aus; rottetest aus;
hast ausgeroltet etw. völlig vernichten
Auslrotltunq: die; - ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Ausrollens, Vemichtens
auslrücken lauslrüklken —* auslrül-
cken): rückst aus; rücktest aus; hast j
bist ausgerückt 1 bist (Milit.) von ei¬
nem Ort Weggehen, sich von einem
Ort entfernen 2 bist [ugs.] heimlich
fortlaufen »Die Kinder sind von zu
Hause ausgerückt.« 3 hast (Technik)
die Antriebsübertragung auskuppeln
4 hast (Druckw.) vor den linken od.
hinter den rechten Zeilenrand drük-
ken, stellen
12S
Ausruf
Auslruf: der; -(e)s; -e kurze, (halb-)
laute Äußerung eines Menschen
auslrulfen: rufst aus; rief(e)st aus; hast
ausgerufen 1 einen Ausruf tätigen 2
jtndn. über Lautsprecher suchen;
jmdm. über Lautsprecher o. ä. eine
Nachricht zukommen lassen 3 (die
Gründung von etw.) offiziell prokla¬
mieren »die Republik ausrufen«
Auslrulfer: [veralt.] Mann, der Informa¬
tionen, Ankündigungen o. ä. durch
lautes Rufen bekanntgibt
Ausjru|fe|satz: der; -es; -sätze (Sprach-
wiss.> Aussagesatz, in den der Spre¬
cher eine starke Emotion einbringt
Auslrulfelwort; das; -(e)s; -Wörter
(Sprachwiss.) Interjektion
AuslruHelzeilchen/Auslrulfungslzeil-
chen: das; -s; - (Sprachwiss.) aus ei¬
nem Strich mit einem Punkt darunter
bestehendes Satzzeichen (T), das
nach Ausrufe- u. Aufforderungssät¬
zen gesetzt wird
auslrulhen: ruhst aus; ruhtest aus; hast
ausgeruht (anstrengende) Aktivitäten
unterlassen, einstellen, damit man
sich, den Körper, Teile des Körpers
erholt
auslrulhen, sich: ruhst dich aus; ruhtest
dich aus; hast dich ausgeruht anstren¬
gende Tätigkeiten, Aktivitäten ein¬
stellen, um sich zu erholen
auslruplfen: rupfst aus; rupftest aus;
hast ausgerupft [ugs.] etw. aus einem
Untergrund ausreißen
ausjrii|sten —> aus|rüs|ten: rüstest aus;
rüstetest aus; hast ausgerüstet 1 jmdn.
mit etw. versehen, ausstatten 2 Tex¬
tilindustrie) Textilien veredeln, indem
man ihnen durch eine nachträgliche
Behandlung eine bestimmte Eigen¬
schaft gibt
Auslrülster Auslrüslter: der; -s; - weibl.
Auslriilstelrin —» Auslrüsltelrin: die;
- ; -nen 1 Person, Organisation o. ä.,
die jmdn. für etw. ausrüstet 2 (See¬
fahrt) Person, die ein Schiff, das ihr
nicht gehört, für sich, ihren Vorteil
verwendet, indem sie selbst od. ein
Beauftragter das Schiff führt 3
(Schiffahrt) Eigentümerin) eines Bin¬
nenschiffes 4 (Textilindustrie) Zurich-
ter(in) eines Gewebes
Auslrülstung —> Auslrüsltunct die; - ;
-en 1 Tätigkeit des Ausrüstens 2 Ge¬
samtheit der Dinge, mit denen jmd.
für etw. ausgerüstet ist, wurde 3
(Technik) Einrichtung, Anlage, die
für das Funktionieren von etw. not¬
wendig ist
Aus|rülstungs|ge|gen|stand —» Ausl-
rüs|tungs|ge|gen|stand: der; -(e)s;
-gegenstände einzelner Teil einer Aus¬
rüstung
auslrutlschen: rutschst aus; rutschtest
aus; bist ausgerutscht 1 auf einer glat¬
ten Oberfläche den Halt u. das
Gleichgewicht verlieren 2 (durch eine
ungeschickte Bewegung) aus der
Hand gleiten
Auslrutlscher: der; -s; - [ugs.] 1 das
Ausrutschen auf einem glatten Unter¬
grund 2 sehr unpassende, peinliche
Bemerkung, Handlung 3 (Sport) vor¬
her nicht zu erwartende Niederlage in
einer Reihe von Siegen
Auslsaät: die; - / -en 1 das Aussäen,
Ausbringen von Saatgut, z. B. Getrei-
dekömem o. ä. 2 Saatgut
aus|sä|en: säst aus; sätest aus; hast aus¬
gesät Saatgut (auf das Feld) ausbrin¬
gen
Auslsalqe: die: - ; -n 1 (mündlich) ge¬
machte Äußerung, mit der man eine
Meinung kundtut 2 (bei der Polizei o.
ä.) abgegebene Erklärung 3 wichtig¬
ster Inhalt, Gehalt von etw. »Was ist
die Hauptaussage des Theaterstük-
kes?«
Auslsalqelkraft: die; - ; - Eindrucks¬
kraft, Wirkung des Inhalts von etw.
aus|sa|ge|kräf|tig: Adj. Aussagekraft
besitzend; eindrucksvoll
auslsalgen: sagst aus; sagtest aus; hast
ausgesagt 1 etw. sagen, ausdrücken
(u. damit seine Meinung äußern) 2
vor der Polizei o. ä. eine Aussage ma¬
chen, eine Erklärung abgeben
auslsäjqen: sägst aus; sägtest aus; hast
ausgesägt ein Muster, eine Form mit
einer Säge (aus Holz) ausschneiden
Auslsalqelsatz: der; -estrsätze (Sprach-
wiss.> Satz, der eine Aussage wieder¬
gibt, über ein Geschehen berichtet
Austealqelverlweilgelrung: die; ~ ; -en
(Rechtsw.) Weigerung, eine Aussage
(vor Gericht) zu machen
Auslsatz: der; -es; - die [veralt.] Infekti¬
onskrankheit, Lepra, bei der sich das
Krankheitsbild vor allen Dingen auf
der Haut zeigt
auslsätlziq: Adj. n. stg. [veralt.] an Le¬
pra leidend; von Lepra, Aussatz be¬
fallen
Auslsätlzitae: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Aussätziger;
eine Aussätzige; zwei Aussätzige)
[veralt.] Person, die an Lepra, Aus¬
satz leidet
auslsaulfen: säufst aus; soff(e)st aus;
hast ausgesoffen 1 (Tier> aus einem
Behälter so lange trinken, bis dieser
leer ist 2 (Mensch) [derb] (von einem
alkoholischen Getränk) so viel trin¬
ken, bis der Behälter, der das Getränk
enthielt, leer ist
auslsaulgen: saugst aus; saugtestjso-
g(e)st aus; hast ausgesaugt/
ausgesogen 1 mit dem Mund durch
Erzeugung eines Sogs die Flüssigkeit
aus etw. herausziehen 2 (übertr.)
jmdn. (finanziell) bis zum letzten aus¬
nutzen, ausbeuten
Aussch.: Abk. Ausschuß
auslschalben: schabst aus; schabtest
aus; hast ausgeschabt 1 durch scha¬
bende, kratzende Bewegungen etw.
aus dem Inneren von etw. entfernen 2
(Med.) Gewebe aus der Gebärmutter
entfernen
Auslschalbunq: die; ~ ; -en (Med.> Ent¬
fernung von Gewebe aus der Gebär¬
mutter
auslschachlten: schachtest aus; schach¬
tetest aus; hast ausgeschachtet Erd¬
reich ausheben, eine Baugrube her¬
steilen
Auslschachltung: die; ~ ; -en Herstel¬
lung einer Baugrube durch Ausheben
von Erdreich
Auslschachttungslarlbeilten: die (PI.)
Tätigkeiten, die für das Ausschachten
einer Baugrube notwendig sind
auslschallten: schaltest aus; schaltetest
aus; hast ausgeschaltet 1 (technisches
Gerät) durch Betätigung eines Schal¬
ters außer Funktion setzen 2 (übertr.)
jmds. (negative) Aktivitäten unter¬
binden, für sich ungefährlich machen
Auslschank: der; -(e)s; Ausschänke 1 o.
PI. das Ausgeben von (alkoholischen)
Getränken 2 Raum, Lokal, Theke,
wo (alkoholische) Getränke ausgege¬
ben werden
aualscharlren: scharrst aus; scharrtest
aus; hast ausgescharrt durch Kratzen
(mit den Füßen) offenlegen, heraus¬
holen
Auslschau: die; - ; - in der Wendung
nach jmdm., etw. Ausschau halten:
sehen, ob jmd. kommt, ob es etw. gibt
auslächaulen: schaust aus; schautest
aus; hast ausgeschaut 1 sehen, ob
etw., jmd. kommt, was/den man er¬
wartet 2 [landsch.] ein bestimmtes
Aussehen, einen bestimmten Zustand
haben, zeigen 3 [landsch.] auf eine
Möglichkeit warten, die sich für etw.
bietet
auslschaulfeln: schaufelst aus; schaufel¬
test aus; hast ausgeschaufelt a) mit ei¬
ner Schaufel herausholen b) mit einer
Schaufel schaffen, hersteilen
aus|schei|den: scheidest aus; schie-
d(e)st aus; bist/hast ausgeschieden 1
bist einen Wettkampf verlieren u. des¬
halb einen Wettbewerb verlassen
müssen 2 bist eine Gruppe, Firma o.
ä. verlassen 3 hast (als Folge eines
Vorgangs im Körper) einen Stoff ab¬
sondern 4 hast als nicht brauchbar
aussondem
Auslscheildunq: die; ~ / -en 1 vom Kör¬
per ausgeschiedener Stoff, Urin, Kot
2 (Sport) Wettbewerb zur Ermittlung
eines Siegers, Teilnehmers weiterer
Spielrunden 3 o. PI. das Ausscheiden
aus einer Organisation, einem Wett¬
kampf o. ä. 4 o. PI. das Ausscheiden
von Körperstoffen 5 o. PI. das Aus¬
sondem von unbrauchbaren Gegen¬
ständen
Auslscheildungslkampf: der; -(e)s;
-kämpfe (Sport) Wettkampf, bei dem
die Teilnehmer einer nächsten Runde
ermittelt werden
Auslscheildungsjnwlde: die; - ; -n
(Sport) Teil eines Wettkampfes, in
dem die Teilnehmer der nächsten
. Runde ermittelt werden
Auslscheildungslspiel: das; -(e)s; -e
sportliche Auseinandersetzung, Wett¬
kampf, in dem der Sieger sich für die
nächste Runde qualifiziert
auslscheilBen: scheißt aus; schissest
aus; hast ausgeschissen —*alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss<— [derb] 1
Kot ausscheiden 2 das Ausleeren des
Darms beenden 3 (bei jmdm.) ausge¬
schissen haben: kein Vertrauen,
keine Achtung mehr (bei jmdm.) ge¬
nießen
aus|schel|ten: schiltst; schalt (e)st; hast
gescholten jmdn. heftig ausschimpfen
auslschenlken: schenkst aus; schenktest
aus; hast ausgeschenkt eine Flüssig¬
keit, ein (alkoholisches) Getränk aus
einer Flasche gießen, verkaufen
auslschelren: scherst aus; schertest aus;
bist ausgeschert 1 die (ideale) Linie
verlassen 2 eine Reihe, Gruppe von
126
Ausschweifung
Personen (u. deren Ansichten, Mei¬
nungen) verlassen
aus|schicken (auslschiklken —» aus|-
schi|cken): schickst aus; schichtest
aus; hast ausgeschickt [veralt.] jtndn.
mit einem Auftrag wegschicken
auslschielBen: schießt aus; schossest
aus; istjhast ausgeschossen —±-alle
Vergangenheitsformen mit ss<— 1
hast etw. mit einem Schuß entfernen 2
hast (Sport; Schießen» einen Wett¬
kampf um einen Preis abhalten 3 hast
(Druckw.» Druckstöcke so anordnen,
daß die Seiten am Ende richtig liegen
4 ist/hat (Seefahrt; Wind» nach rechts
drehen S hast [landsch.] Brot, Gebäck
durch Schieben aus dem Ofen heraus¬
holen 6 ist (Pflanze» aus der Erde
sprießen 7 ist [österr.; süddt.] ver¬
schießen; durch die Sonne ausblei¬
chen 8 (Sport; Fußball» den Ball aus
dem Spielfeld schießen
auslschilldern; schilderst aus; schilder¬
test aus; hast ausgeschildert a) einen
Weg mit Hinweisschildern, Verkehrs-
schildem kenntlich machen b) Ver¬
kehrs- od. Hinweisschilder aufstellen
Austachilldelrung: die; - ; -en Bestük-
kung einer Straße, Stadt mit Schil¬
dern
auslschimolfen: schimpfst aus; schimpf¬
test aus; hast ausgeschimpft jmdn. für
eine Handlung ausschelten
ausschl.: Abk. ausschließlich
auslschlachlten: schlachtest aus;
schlachtetest aus; hast ausgeschlachtet
1 Eingeweide aus geschlachteten Tie¬
ren herausholen 2 brauchbare, noch
verwendbare Teile aus einem (techni¬
schen) Gerät ausbauen 3 einen Sach¬
verhalt zu eigenen Gunsten verwen¬
den, zum Thema einer Auseinander¬
setzung machen
Auslschlachjtung: die; - ; -en Tätigkeit,
Vorgang des Ausschlachtens
austechlaifan: schläfst aus; schlief (e)st
aus; hast ausgeschlafen schlafen, bis
man von allein aufwacht
Aua|schlaa: der; ~(e)s; Ausschläge (PI.
s.j 1 Pickel, Verfärbungen o. ä. der
Haut (als Reaktion auf eine Allergie)
2 das Sichbewegen eines Maßanzei¬
gers aus dem Gleichgewicht »Der
Ausschlag der Nadel war auffallend
intensiv.« 3 den Ausschlag geben:
entscheidend zu etw. beitragen
auslschlalgen; schlägst aus; schlug (e)st
aus; hast/ist ausgeschlagen 1 hast
(Pferd» mit den Beinen nach jmdm.,
etw. schlagen 2 hast etw. durch einen
Schlag gewaltsam entfernen 3 hast
mit Stoff auskleiden 4 hast [landsch.}
durch Wedeln, Schlagen (gegen einen
Gegenstand) von etw. loslösen »eine
Fußmatte ausschlagen« S hast etw. ab¬
lehnen, nicht annehmen »Ich schlug
das Angebot aus.« 6 hatjist einen Aus¬
schlag, allergische Hautrötungen o. ä.
aufweisen 7 hatlist Sprossen, Knos¬
pen ausbilden
aus|schlag|ge|bend: Adj. für eine Ent¬
scheidung maßgeblich
aus|sch)iejBen: schließt aus; schlossest
aus; hast ausgeschlossen —*al!e Ver¬
gangenheitsformen mit ss<— 1 jmdn.
durch Verschließen einer Tür am Be¬
treten eines Raumes o. ä. hindern 2
jmdn. an etw. nicht teilnehmen lassen,
in etw. nicht einbeziehen 3 eine Mög¬
lichkeit als garantiert nicht eintref¬
fend klassifizieren 4 (Druckw.» die
Zeilenlänge genau einstellen, herstel¬
len
aus|3chließ|lich/aua|schlieB|lich: I Adj.
n. stg. alleinig II Adv. lediglich; gänz¬
lich »Das ist. ausschließlich deine
Schuld.« III Präp. mit Gen. abgesehen
von; außer »Alle Mitarbeiter, aus¬
schließlich der Erkrankten, nehmen an
dem Ausflug teil.«
Auslschließllichlkeit/AuslschlieBllichl-
keit: die; - ; -en (PI. s.) uneinge¬
schränkte Funktion, Einstellung,
Haltung
AuslschlielBuno: die; - ; -en Tätigkeit,
Vorgang des Ausschließens
ausjschlüptfen: schlüpft aus; schlüpfte
aus; ist ausgeschlüpft (Vogel; Insekt»
sich aus dem Ei, aus der Puppe her¬
ausarbeiten
ausbchliirtfen: schlürfst aus; schlürftest
aus; hast ausgeschlürft Flüssigkeit mit
schlürfenden Geräuschen austrinken
AuslschluB —> Ausschluss: der; Aus¬
schlusses; Ausschlüsse a) das Aus¬
schließen, HinÄswurf aus einer
Gruppe b) die Nichtduldung einzel¬
ner Personen c) unter Ausschluß der
Öffentlichkeit —» unter Ausschluss
der Öffentlichkeit: ohne Zulassung
von Publikum; nur mit Beteiligung
der betroffenen Personen
auslschnaulfen: schnaufst aus; schnauf¬
test aus; hast ausgeschnauft [ugs.;
landsch.] Atem, holen, für eine kurze
Zeit ausruhen u. danach wieder erholt
sein, ruhig atmen)
Auslschnei|de|bo|qen: der; -s; -bögen
Blatt mit Ausschneidebildern
aus|schnei|den: schneidest aus; schnit-
t(e)st aus; hast ausgeschnitten a) (mit
einer Schere) etw. aus einem Material
herausschneiden b) durch Schneiden
(mit einer Schere) etw. herstellen
aus|schneu|zen: schneuzt aus; schneuz¬
test aus; hast ausgeschneuzt mit Hilfe
von durch die Nase geblasener Atem¬
luft Ausscheidungen aus der Nase
gründlich entfernen
Auslschnitt: der;-(e)s; -e a) kleiner Teil
eines Ganzen, der als Anschauungs¬
material dient b) etw., was aus einem
Material ausgeschnitten ist c) Öff¬
nung eines Kleidungsstückes (durch
die der Kopf gesteckt wird)
auslschnittlweise: Adv. in Teilen, Aus¬
schnitten eines Ganzen »Ich habe den
Film nur ausschnittweise gesehen.«
auslschnitlzen: schnitzt aus; schnitztest
aus; hast ausgeschnitzt mit einem
Schnitzmesser bearbeiten, herausar¬
beiten
aus|schniif|feln: schnüffelst aus; schnüf¬
feltest aus; hast ausgeschnüffelt [ugs.]
etw. durch Spionieren herausfinden,
ausspionieren
auslschöntfen: schöpfst aus; schöpftest
aus; hast ausgeschöpft 1 Flüssigkeit
mit einem relativ kleinen Behälter aus
etw. herausholen (u. den größeren Be¬
hälter dadurch leeren) 2 etw. bis aufs
äußerste, bis zum letzten Moment
nutzen
aus|schrau|berv. schraubst aus; schraub¬
test aus; hast ausgeschraubt einen Ge¬
genstand aus etw. herausschrauben,
mit drehenden, schraubenden Bewe¬
gungen aus etw. lösen
auslschrellben: schreibst aus; schrie-
b(e)st aus; hast ausgeschrieben 1 etw.
beim Schreiben nicht abkürzen 2 ei¬
nen Auftrag (im Bereich der öffentli¬
chen Hand) offiziell schriftlich be¬
kanntgeben, damit Interessenten ein
Angebot abgeben können 3 ein
Schriftstück ausstellen »Der Arzt
schrieb ein Rezept aus.«
Ausjschreifbung: die; - ; -en das öffent¬
liche Zur-Kenntnis-Geben eines Auf¬
trags, um den sich Finnen bewerben
können
auslschreilten: schreitest aus; schrit-
t(e)st aus; hast/bist ausgeschritten a)
bist sich mit langen Schritten fortbe¬
wegen b) hast einen Abstand mit
Schritten ausmessen
Auslschreiltung: die; ~ ; -en gewalttäti¬
ger Übergriff
Ausjschuß —> Ausschuss: der; Am¬
schusses; Ausschüsse 1 als Beratungs-,
Beschlußgremium gewählter Perso¬
nenkreis »Der Ausschuß tagt in der
nächsten Woche.« 2 o. PI. aussor¬
tierte, unbrauchbare Ware 3 Stelle,
an der ein Geschoß, eine Kugel ausge¬
treten ist
Austechu6lmit]glied —» Auslschuss[-
mitjglied: das; -(e)s; -er Angehöri¬
ge^) eines Ausschusses, Gremiums
Aus|schuB|quo|te —» Ausjschuss}-
quo|te: die; ~ ; -n prozentualer Anteil
eines Ausschusses, der aussortierten
Ware an der Produktion
AuslschuBlsItlzunq —» immer mit sss:
Aus|schuss|sit|zung/Aus|schuss-
Sit|zung: die; - ; -en offizielle Zusam¬
menkunft eines Ausschusses, Gremi¬
ums
AuslschuBlwalre —> Auslschuss|wa|-
re: die; - ; -n Gegenstände, die aus ei¬
ner Produktion ausgesondert wurden
auslschütlteln: schüttelst aus; schüttel¬
test aus; hast ausgeschüttelt etw.
durch schüttelnde Bewegungen säu¬
bern, von etw. befreien
aualschütlten: schüttest aus; schüttetest
aus; hast ausgeschüttet 1 Flüssigkeit
aus einem Behälter ausgießen, weg¬
gießen (u. den Behälter dadurch
leeren) 2 eine Geldsumme, einen Ge¬
winn auszahlen »Dieses Jahr schüttet
die Firma eine geringere Dividende
aus.«
Auslschütltung: die; -; -en 1 a) das Aus¬
zahlen eines Gewinns, Geldbetrages
b) ausgeschütteter, ausgezahlter
Geldbetrag 2 [fachsprachl.] radioakti¬
ver Fallout
auslschwärltnen: schwärmen aus;
schwärmten aus; sind ausgeschwärmt
a) (Vögel» in einem Schwarm wegflie¬
gen b) sich wie in einem Schwarm zu
vielen entfernen
auslachwatlzen: schwatzt aus; schwatz¬
test aus; hast ausgeschwatzt [landsch.]
ein Geheimnis ausplaudem, verraten
aus|schwät|zen: schwätzt aus; schwätz¬
test aus; hast ausgeschwätzt [landsch.;
abwert.] ein Geheimnis ausplaudern
aus|schweiffend: Adj. in maßloser,
übertriebener Art u. Weise
AuslachweiKunq: die; ~ ; -en zügellose,
maßlose Handlung
127
ausschweigen
auslschweilaen. sich: schweigst dich
aus; schwieg(e)st dich aus; hast dich
ausgeschwiegen [ugs] (über ein The¬
ma) nichts sagen, schweigen
auslschwemlmen: schwemmst aus;
schwemmtest aus; hast ausge¬
schwemmt 1 durch Einwirkung von
Wasser aushöhlen 2 mit Flüssigkeit,
Wasser zusammen aus etw. herausge¬
langen »Die Giftstoffe wurden aus
dem Körper ausgeschwemmt.«
auslschwenlken: schwenkst aus;
schwenktest aus; hastfbist ausge¬
schwenkt 1 hast einen Behälter zum
Teil mit einer Flüssigkeit füllen, ihn
dann hin- u. herbewegen u. dadurch
die Flüssigkeit über die Innenfläche
des Behälters verteilen 2 hast nach au¬
ßen bewegen, schwenken 3 bist sich
zur Seite bewegen, schwenkend die
Richtung ändern
auslschwinlqen: schwingst aus; schwan-
g(e)st aus; hast /bist ausgeschwungen
1 hast nach u. nach mit schwingenden
Bewegungen aufhören 2 hast sich
beim Schwingen sehr weit nach außen
bewegen; (etw., eine Last) bis zum
weitest möglichen Punkt schwingen 3
hast/bist «Sport; Skifahrem sich in
Schwüngen (den Berg hinunter) be¬
wegen
auslschwitlzen: schwitzt aus; schwitz¬
test aus; hastjist ausgeschwitzt 1 hast
mit dem Schweiß aussondern 2 ist aus
etw. ausgesondert werden »Die Wän¬
de schwitzen Giftstoffe aus.« 3 hast
<Kochk.> etw. erhitzen u. dadurch
von Feuchtigkeit befreien u. anbräu¬
nen
auslseolnen: segnest aus; segnetest aus;
hast ausgesegnet <Reiigion> einem To¬
ten den letzten Segen geben
Aus|seg|nung: die; - ; -en Vorgang des
Aussegnens
Auslselhen: das; -s; - äußerer Eindruck,
Erscheinungsbild, den/das jmd., etw.
abgibt
auslselhen: siehst aus; sah(e)st aus;
hast ausgesehen 1 einen bestimmten
Anblick, (optischen) Eindruck geben,
erzeugen »Du siehst aber heute gut
aus!« 2 so siehst du aus: [ugs.] das
glaubst du nur; ich handle nicht nach
deinen Erwartungen 3 sehe ich so,
danach aus?: [ugs.] könnte man dies
von mir erwarten? 4 a) wie geleckt
aussehen: [ugs.] 1. elegant gekleidet
u. zurecht gemacht sein 2. sehr or¬
dentlich, aufgeräumt, sauber sein b)
wie das blühende Leben aussehen:
[ugs.j gesund, munter u. frisch wirken
c) wie drei Tage Regenwetter aus¬
sehen: [ugs.] traurig, übelgelaunt,
mißgestimmt wirken d) wie das (heili¬
ge) Leiden Christi aussehen: [ugs.]
krank, elend wirken e) wie eine (le¬
bende, lebendige) (Wasser-)Leiche
aussehen: [ugs.] krank, sehr schlecht
wirken 0 w'e der Tod (von Basel)
aussehen: [ugs.] krank, sehr schlecht
wirken g) wie das leibhaftige Elend
aussehen: [ugs.] krank, sehr schlecht
wirken h) wie ein (Stück) Malheur
aussehen: [ugs.] nicht zufrieden,
nicht glücklich wirken i) wie ausge¬
spuckt aussehen: [ugs.] sehr elend,
blaß, krank wirken j) wie ausgekotzt
aussehen: [derb] sehr elend, blaß.
krank wirken k) wie an die Wand ge¬
pißt, gepinkelt aussehen: [derb] sehr
elend, blaß, krank wirken I) wie aus¬
geschissen aussehen: [derb] sehr
elend, blaß, krank wirken S nach
was, etw., viel/nichts aussehen:
[ugs.] viel/keine Wirkung erzeugen;
(nicht) beeindrucken 6 aussehen, als
ob man nicht bis drei zählen könnte:
[ugs.] ungebildet, dumm, nicht intelli¬
gent, nicht schlau wirken 7 aussehen,
als ob einem die Hühner das Brot
weggefressen hätten: überrascht
wirken
aus|setn —> aus sein: ist aus; war aus;
ist ausgewesen —*-ist aus
gewesen*— [ugs.] 1 zu Ende sein 2
nicht mehr in Funktion sein, ausge¬
schaltet sein 3 «Sport; Balb außerhalb
des Spielfelds sein 4 «Sport) aus einem
laufenden Spiel ausgeschieden sein 5
etw. sehr gern haben wollen
aujBen: Adv. 1 a) außerhalb eines Ortes
b) auf der Außenseite von etw. 2 [be¬
sonders österr.] draußen; außerhalb
eines Gebäudes »Außen ist es kalt.« 3
a) etw. außen vor lassen: etw. nicht
beachten, nicht beaücksichtigen b)
außen vor bleiben: nicht berücksich¬
tigt, beachtet werden
—> aulBen Ste|hen|de: s. außenstehen¬
de
AuBlenlanlstrich: der; -fe)s; -e a) auf
die Außenseite von etw., meist eines
Hauses, aufgebrachte Farbe b) das
Streichen der Außenseite von etw., ei¬
nem Haus
AulBenlanhenlne: die; ~ ; -n Empfangs¬
antenne für Fernseh-, Rundfunkwel¬
len, die an der Außenseite eines Hau¬
ses, Raumes angebracht ist
AulBenlarlbeitten: die (PI.) Arbeiten
während eines Bauvorhabens, die au¬
ßen am Bau zu erledigen sind
AulBenlauflnahlme: die; - ; -n Fotogra¬
fie, (Drehen einer) Filmszene außer¬
halb geschlossener Räume, eines
Filmstudios
AulBenlbahw: die; - ; -en «Sport) a) am
weitesten rechts liegende Startbahn,
Laufbahn in der Leichtathletik b)
rechts bzw. links am Beckenrand ge¬
legene Bahn beim Schwimmen
Aulßenlbelleuchhimg: die; - ; -en außen
an einem Gebäude, an einem Fahr¬
zeug o. ä. angebrachte Lampen
AulBenlbelzirk: der; -(e)s; -e weit ab¬
seits vom Stadtkern, von einer zentra¬
len Stelle gelegener Bezirk (in einer
Stadt)
AulBenlboftder der; -s; - [ugs.] 1 Au¬
ßenbordmotor eines Schiffes, Bootes
2 Boot, Schiff mit einem Außenbord¬
motor
AulBenlbordlmoltor. der; -s; -en Motor,
der am Heck, an der Hinterseite eines
kleineren Schiffes, Bootes befestigt ist
auslsenlden: sendest aus; sandtest(sen¬
detest aus; käst ausgesondtj
ausgesendet 1 Wellen, Strahlen abge¬
ben 2 jmdn. mit einem Auftrag an ei¬
nen Ort schicken
AulBenldienst: der; -(e)s;-e Arbeit, Tä¬
tigkeit außerhalb eines Büros, einer
Werkstatt o. ä.
AulBenWälche: die; - ; -n Fläche außer¬
halb, an der Außenseite von etw.
AulBenlhanldel: der; -s; - Handel, ge¬
schäftlicher Warenverkehr mit dem
Ausland
Au|Benfhan|dels|bi|ianz: die; - ; -en (Er¬
gebnis der) Gegenüberstellung von
Ausfuhren u. Einfuhren eines Landes
AulBenlkanlte: die; - ; -n äußere, nach
außen weisende Seite, Kante eines
Gegenstandes
Aulflenlkuriva: die; - ; -n Seite, äußerer
Rand einer in einer Kurve verlaufen¬
den Fahrbahn, Laufbahn
AulBenlmilnilster —» AulBen|milnislter
der; -s; - weibl. AulBenlmiinilstelrin
—» AulBenlmilnisheltin: die; ~ ; -nen
Leiterin) des Außenministeriums;
Ministerin) für auswärtige Angele¬
genheiten
AulBenltnilnilstelrilum —> AulBenlmil-
nis(tetri|um: das; -s; -ministerien Re¬
gierungsdienststelle für auswärtige
Angelegenheiten, den diplomatischen
Verkehr mit dem Ausland
AulBenlpollilbk: die; - ; -en (PL s.) Teil,
Strategie der Politik, die sich mit aus¬
wärtigen Angelegenheiten, dem Kon¬
takt, Umgang mit anderen Staaten
beschäftigt
Au]ßen|po|lijti|ken der; -s; • weibl. Aul-
Ben|po|li|ti|ke|rin: die; - ; -nen Person,
die sich (beruflich) vor allem mit der
Außenpolitik beschäftigt
au|8en|po|llftisch: Adj. n. stg. auf dem
Gebiet der Außenpolitik, die Außen¬
politik betreffend, ihr zuzuordnen
AulBenlrtst: der; -(e)s; -e äußerer Teil
der Oberseite des Fußes, Schuhs
AulBenlseiHe: die; - ; -n nach außen ge¬
wandte, zeigende Seite von etw.
Au|0en|sei|ter: der; -s; - weibl. AulBenl-
sei)te|rin: die; - ; -nen 1 Person, die
abseits einer Gruppe steht, einer
Gruppe nicht angehört 2 <Sport> a)
Person, Mannschaft, die nur geringe
Chancen auf den Sieg hat b) Pferd,
dessen Siegchancen bei einem Rennen
nicht sehr hoch eingeschätzt werden
AulBenlski: der; -s; - u. -er «Sport» beim
Fahren von Schwüngen o. ä. auf der
Außenseite befindlicher Ski; Ski auf
der Talseite
Au|Ben|spie|gel: der; -s; ~ an der Au¬
ßenseite von etw., außen am Auto an¬
gebrachter Spiegel, mit dem etw. be¬
obachtet wird
AulBenlstänlda: die (PI.) Geldsumme,
die jmd. noch von jmdm. zu bekom¬
men hat
AulBenlstelhenlde —> auch atilßen
Stejhen]de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Außenstehender;
eine Außenstehende; zwei Außenste¬
hende —>ein außen Stehender; eine
außen Stehende; zwei außen
Stehende*— ) Person, die außerhalb
einer Gruppe, eines Geschehens
bleibt u. diese(s) deshalb nur von au¬
ßen beurteilen kann; Beobachter(in)
AulBenlstellle: die; - ; -n (kleinere)
Zweigstelle einer Firma, Organisati¬
on
AulBenltemlpelrattur: die; ~ ; -en außer¬
halb eines Gebäudes, Raumes herr¬
schende Temperatur, Gradzahl
AulBenltür: die; - ; -en nach draußen,
ins Freie führende Tür
AulBenlvertteildUger: der; -s; ~ weibl.
AulBenlveriteildilgelrin: die; - ; -nen
128
ausspähen
<Fußball> an der Seitenlinie orientier¬
te^) Verteidigungsspieler(in)
AülBenlwand: die; - ; -wände äußere
Wand eines Hauses, einer Wohnung,
die nicht lediglich zwei Räume von¬
einander trennt
AulBenlwelfc die; - ; -en (PI. s.) 1 Be¬
reich, Welt außerhalb des eigenen Le¬
bensbereiches 2 Gesamtheit aller Din¬
ge u. Ereignisse, Welt außerhalb der
eigenen Person, Umgebung
außer: I Präp. mit Dat. 2 abgesehen von
jmdm., etw. »Niemand außer mir hat
sich freiwillig gemeldet.« 1 bezeichnet
ein Geschehen o. ä., das nicht inner¬
halb eines bestimmten Raumes, einer
bestimmten Zeit od. einer bestimmten
Beziehung stattfindet »Als die Mutter
außer Sichtweite war, naschten die
Kinder von der Schokolade.« II Konj.
bezeichnet, daß etw. ausgenommen
wird III a) auBer sich geraten: in Wut
kommen u. dabei die Beherrschung
verlieren b) außer sich sein (vor...): a)
sich über etw. sehr freuen b) empört
sein »Als er von der Verleumdung hör¬
te, war er außer sich.« c) wütend sein
—* aulßer Acht las|sen: s. Außeracht¬
lassen
—> außer Stand setzen: s. außerstand
setzen
—> außer Stand(e): s. außerstand(e)
AulBertacht|laslsen —> auch außer
Acht las|sen: das; -s; - das Nichtbe-
achten von etw. od. jmdm. bei einer
Tätigkeit
außerjbe|trieb|lich: Adj. n. stg. nicht
der Firma, dem Betrieb angehörend
aulßeridem/aulBerldem: Adv. im übri¬
gen, darüber hinaus »Ich bekomme
außerdem noch 20 DM von dir.«
aulBerldienstllich: Adj. n. stg. nicht im
Rahmen des Dienstes, der Arbeit; au¬
ßerhalb des Dienstes
aulBerlehellich: Adj. n. stg. außerhalb
der Ehe; nicht im Rahmen der Ehe
au|ßerleulro|pä|isch: Adj. n. stg. außer¬
halb Europas (gelegen)
aulBertfahrlplanlmälBiq: Adj. n. stg.
nicht dem Fahrplan entsprechend;
über den Fahrplan hinaus eingesetzt
aulßericelrichtlich: Adj. n. stg. außer¬
halb einer Gerichtsverhandlung;
nicht von einem Gerichtsbeschluß be¬
stimmt
au|Ber|ge|wöhn|lich: Adj. 1 nicht der
Normalität, dem Üblichen, den Re¬
geln entsprechend 2 <verst.> sehr
aulBorlhalb: I Adv. ein wenig abseits von
einem Ort »Sie wohnen auf einem Bau¬
ernhof außerhalb.« II Präp. mit Gen. 1
jenseits einer Grenze, nicht an dem
genannten Ort 2 nicht in einem ge¬
nannten Zeitraum
aulBerliridisch: Adj. n. stg. 1 nicht von
der Erde, nicht der Erde zuzuordnen,
ihr angehörend 2 nicht auf der Erde
angesiedelt; außerhalb der Erde
AulBerikraftlsetfzunq: die; ~ ; -en (PI.
s.) [geh.] das Außerkraftsetzen, Für-
ungültig-Erklären einer geltenden
(gesetzlichen) Regelung
äulßerilich: Adj. 1 an der Außenseite
sichtbar, anwendbar o. ä. »Sie hatte
nur äußerliche Verletzungen erlitten.«
2 dem äußeren Verhalten nach urtei¬
lend 3 von außen sichtbar; bei ober¬
flächlicher Betrachtung; anscheinend
ÄulBertlichlkeifc die; - ; -en 1 die äußere
Form des Benehmens, Verhaltens o.
ä. »Die Familie legt viel Wert auf
Äußerlichkeiten.« 2 kleine, nicht we¬
sentliche, oberflächliche Einzelheiten
äulBern. sich: äußerst dich; äußertest
dich; hast dich geäußert 1 zu etw. Stel¬
lung nehmen 2 in bestimmter Art in
Erscheinung treten »Die Allergie äu¬
ßert sich durch heftigen Juckreiz.«
au|ßerjorjdent|lich: Adj. 1 von der
Norm, dem Gewöhnlichen abwei¬
chend 2 vom normalen Ablauf abwei¬
chend »eine außerordentliche Ver¬
sammlung«
außer|par]la|men|ta|risch: Adj. n. stg.
nicht innerhalb des Parlamentes statt¬
findend, nicht dem Parlament ange¬
hörend
au|ßerjplanlmä[Biq: Adj. n. stg. nicht im
Rahmen eines Planes, einer Planung
stattfindend; über einen Plan hinaus¬
gehend »eine außerplanmäßige Ver¬
sammlung«
äulBerst: Adv. <verst.> sehr; in sehr ho¬
hem (Aus-)Maß
äulBerst-: Adj. äußerster; äußerste;
äußerstes 1 räumlich sehr weit weg
»Er lebt im äußersten Süden
Spaniens.« 2 a) allgemein in einem
höchstmöglichen (Aus-)Maß b) bezo¬
gen auf etw. Negatives in einem
höchstmöglichen (Aus-)Maß; das
Schlimmste, was eintreten kann 3 als
letzte Möglichkeit bleibend 4 aufs äu¬
ßerste —» auch aufs Äußerste: in ex¬
tremem Maße
aulBerlstand/aulBerlstand/aulBerlstan-
de/au|ßer|stande —» auch auBer
Stand(e): 1 drückt in Verbindung mit
bestimmten Verben die Unfähigkeit
zu etw. aus »Ich bin, sehe, fühle mich
außerstande, ihnen zu helfen.« 2 au¬
ßerstand setzen —> auch auBer
Stand setzen: den ordnungsgemäßen
Betrieb, das Funktionieren, z. B. ei¬
nes elektrischen Gerätes, einstellen
äulBerlstenlfalls —* äu|Bers|ten|falls:
Adv. im schlechtesten, ungünstigsten
Fall
Äulßelrung: die; - ; -en 1 ausgespro¬
chene Worte; Bemerkung o. ä. 2 Aus¬
druck, sichtbares Zeichen von etw.
aus|set|zen: setzt aus; setztest aus; hast
ausgesetzt 1 eine Tätigkeit unterbre¬
chen u. diese eine Weile nicht mehr
ausüben; eine (längere) Pause machen
»Sie setzte mit dem Studium ein Seme¬
ster aus.« 2 <Tier; Kind> fortbringen
u. sich nicht mehr kümmern, allein
lassen 3 für eine Leistung versprechen
»Für Hinweise zur Aufklärung des
Verbrechens wurde eine Belohnung
ausgesetzt.« 4 <kath. Kirche» etw. auf
den Altar stellen, so daß es verehrt
werden kann S [kaufmannssprach].]
etw. dafür vorbereiten, verpackt zu
werden 6 (Sport; Billard» Kugeln zum
Spielen auf den Billardtisch legen »Er
setzte die Kugeln aus.« 7 (Rechtsw.»
etw. (unter Bedingungen) zeitlich auf¬
schieben 8 etw. kritisieren; über etw.
nörgeln
Auslaetlzer: der; -s; - weibl. Aus[setl-
ze|rin: die; - ; -nen 1 Person, die Sen¬
dungen zur Verpackung vorbereitet 2
nur männliche Form [ugs.] kurzzeitiger
Verlust der Kontrolle, Konzentrati¬
on, Handlungsfähigkeit
Aus|set|zung: die; - ; -en 1 das Ausset¬
zen eines Tieres, Kindes an einem Ort
2 das Versprechen einer Belohnung o.
ä. für eine Leistung
Aussicht: die; - ; -en 1 Blick, Sicht,
den/die man von einem Ort hat 2
(übertr.» abzusehende Zukunftsper¬
spektive; Chancen (auf Erfolg) »Die
Aussichten in diesem Beruf sind nicht
besonders gut.« 3 a) in Aussicht
stehen: für die Zukunft zu vermuten,
erwarten sein »Kegen steht in
Aussicht.« b) etw. in Aussicht haben;
auf etw. Aussicht haben: etw. trifft
vermutlich, ziemlich sicher ein; Chan¬
cen auf etw. haben 4 jmdm. etw. in
Aussicht stellen: jmdm. sagen, daß er
gute Chancen hat, etw. zu erhalten
auslsichtsllos: Adj. ohne Erfolg; völlig
hoffnungslos
Auslsichtsllolsiqlkeifc die; - ; - hoff¬
nungsloser Zustand
Auslsichtalpunkt: der; -(e)s; -e Stelle,
von der man einen guten Blick in die
Umgebung hat
aus|sichts|reich: Adj. erfolgverspre¬
chend
Aus|sichtsfturm: der; -fejs; -türme ho¬
hes Gebäude (an einem Aussichts¬
punkt), von dessen oberster Ebene
man einen guten Blick in die Umge¬
bung hat
aus|sie|ben: siebst aus; siebtest aus; hast
ausgesiebt 1 mit einem Sieb die gröb¬
eren Teile von etw. aussortieren 2
(übertr.» aus einer Gruppe von Perso¬
nen, Gegenständen einen Teil aussor¬
tieren, aussondem
auslsieldeln: siedelt aus; siedelte aus;
hat ausgesiedelt offiziell, von amtli¬
cher Seite an einem anderen Ort an¬
siedeln, zum Verlassen eines Ortes
zwingen
Auslsiedllerlhof: der; -(e)s; -höfe Bau¬
ernhof, der aus einer Ortschaft, einem
Dorf ausgesiedelt wurde
Auslsiedllunq: die; - ; -en (PI. s.) Hand¬
lung des Aussiedelns
auslsinlnen: sinnst aus; sann(e)st aus;
hast ausgesonnen [geh.] sich etw. über¬
legen, ausdenken
auslsitlzen: sitzt aus; saß(es)t aus; hast
ausgesessen 1 (Sport; Reitern sich im
Sattel sitzend den Bewegungen des
Pferdes, Reittieres anpassen 2 abwar¬
ten, reagieren u. hoffen, daß sich das
Problem von selbst löst
austeöhlnen. sich: söhnst dich aus; söhn¬
test dich aus; hast dich ausgesöhnt sich
nach einem Streit wieder vertragen
Auslsöhlminq: die; - ; -en (PI. s.) das
Sichaussöhnen, Vertragen
au8lson|dem: sonderst aus; sondertest
aus: hast ausgesondert 1 etw. (Über¬
flüssiges, Unbrauchbares) aussortie¬
ren (u. wegwerfen) 2 (aus dem Kör¬
per) ausscheiden
auslsoritielren: sortierst aus; sortiertest
aus; hast aussortiert etw. aus einer
Menge heraussuchen, aussondern (u.
wegwerfen)
auslspälhen: spähst aus; spähtest aus;
hast ausgespäht [geh.] 1 nach etw.,
jmdm. sehen, ausschauen 2 etw.
heimlich herauszufinden versuchen,
ausspionieren
129
Ausspähung
Auslspälhuno: die; - ; -en (PI. s.) a) Tä¬
tigkeit des Ausspähens b) Ergebnis
des Ausspähens (b)
auslspanlnen: spannst aus; spanntest
aus; hast ausgespannt 1 sich ausruhen
»Ich muß erst einmal eine Stunde
ausspannen.« 2 etw. ausbreiten u.
straffen 3 <Zugtier> das Geschirr ent¬
fernen 4 einen Papierbogen aus der
Schreibmaschine nehmen 5 jmds.
Freund(in) für sich gewinnen »Sie hat
mir meinen Freund ausgespannt.«
auslspalren; sparst aus; spartest aus;
hast ausgespart etw. bei einer Tätig¬
keit auslassen
auslspeilen: speist aus; spie(e)st aus;
hast ausgespi(e)en (mit dem Speichel)
ansspucken
auslsoerlren: sperrst aus; sperrtest aus;
hast ausgesperrt a) jmdn. am Eintre¬
ten in einen Raum hindern, indem
man die Tür zusperrt, zuschließt b)
als Antwort auf einen Streik der Ar¬
beitnehmer in einem Betrieb Arbeit¬
nehmer in einem anderen Betrieb der¬
selben Branche daran hindern, ihre
Arbeit auszuüben
Auslsperlrung: die; ~ ; -en im Arbeits¬
kampf planmäßige Weigerung von
Arbeitgeberseite, einer Gruppe von
Arbeitnehmern den Zutritt zu ihrem
Arbeitsplatz zu gewähren, als Druck¬
mittel gegen einen Streik
ausfspielten: spielst aus; spieltest aus;
hast ausgespielt 1 (Kartenspiel) eine
Karte offen hinlegen, auf den Tisch
legen 2 eine Person hinsichtlich ihrer
Handlung gegenüber einer anderen
Person so beeinflussen, daß man
selbst einen Vorteil davon hat 3
(Sport) um eine Trophäe kämpfen,
spielen
ausbolnlnen; spinnst aus; spann(e)st
aus; hast ausgesponnen Einzelheiten,
eine weitere Entwicklung für eine Ge¬
schichte erfinden
aus|spio|nie|ren —» aus|spi|o|nie|ren:
spionierst aus; spioniertest aus; hast
ausspioniert ein Geheimnis in Bezug
auf etw. herausßnden; etw. jmdn. be¬
spitzeln
Auslapralche; die; • ; -n 1 o. PI. Art u.
Weise, in der etw. (richtig) ausgespro¬
chen, artikuliert wird 2 Gespräch
über ein Problem hinsichtlich einer
Auseinandersetzung zwischen den
Parteien
auslsprelchen: sprichst aus; sprach(e)st
aus; hast ausgesprochen 1 einen Sach¬
verhalt in Worten ausdrücken, laut
sagen 2 jmdm. sain Beileid/seine gu¬
ten Wünsche aussprechen: jmdm.
kondolieren/jmdn. beglückwünschen
ausjspre|chen, sich: sprichst dich aus;
sprach fe)st dich aus; hast dich
ausgesprochen 1 eine Auseinanderset¬
zung mit jmdm. durch ein klärendes
Gespräch beenden 2 über jmdn., etw.
eine Meinung vertreten, sich in be¬
stimmter Weise äußern »Er hat sich
bewundernd über seinen Kollegen
ausgesprochen.« 3 für jmdn, etw..
Stellung beziehen, sprechen 4 korrekt
ausgesprochen werden »Das französi¬
sche ’au'spricht sich im Deutschen wie
’o’aus.«
auslsoritlzen: spritzt aus; spritztest aus;
hast ausgespritzt 1 den Inhalt aus etw.
in Spritzern ausleeren 2 von innen mit
einer hineingespritzen Flüssigkeit rei¬
nigen, behandeln
Auslspruch: der; -(e)s; Aussprüche von
jmdm. , oft einer bekannten Persön¬
lichkeit, gemachte Aussage
auslspüllen: spülst aus; spültest aus;
hast ausgespült 1 mittels einer Flüssig¬
keit, mit Spülmittel versetztem Was¬
ser von innen säubern 2 durch Was¬
serdruck aushöhlen, wegspülen
Auslspüllunq: die; - / -en Vorgang, Tä¬
tigkeit des Ausspülens
auslstaflfielren: staffierst aus; staffier¬
test aus; hast ausstaffiert [ugs.] etw.
mit einer Ausstattung versehen
Auslstaflfielning: die; - ; -en a) Vor¬
gang, Handlung des Ausstafßerens,
Ausstattern mit etw. b) etw., womit
jmd., etw. ausstaffiert, ausgestattet
wird
Auslstand: der; -(ejs; Ausstände 1 m.
PI. [veralt.j Außenstände, Geldsum¬
me, die jmd. noch von jmdm. zu er¬
halten hat 2 [landsch.] a) das Aus¬
scheiden aus einer Stellung b) jmd.
gibt seinen Ausstdnd: jmd. veran¬
staltet eine kleine Feier anläßlich sei¬
nes Ausscheidens aus einer Stellung 3
jmd. befindet sich im Ausstand: jmd.
streikt
auslstanlzen: stanzt aus; stanztest aus;
hast ausgestanzt durch Stanzen, Aus¬
üben von Druck auf eine Fläche her¬
ausschneiden
auslstatiten: stattest aus; stattetest aus;
hast ausgestattet 1 jmdn. mit etw. ver¬
sorgen 2 in gewisser Weise gestalten,
möblieren
Auslstatltunq: die; -; -en 1 Vorgang des
Versehens von jmdm. mit etw. 2 etw.,
womit jmd. versehen wird 3 etw., wo¬
mit ein Raum, Haus eingerichtet, in
bestimmter Weise gestaltet wurde 4
(Rechtsw.) diejenigen über den Unter¬
halt hinausgehenden Leistungen,
Dinge, die einem Kind (mit dem Ziel
der Berufsausbildung, einer Ge¬
schäftsgründung od. Heirat) gegeben
werden
Auslstatltunqstfilm: der; -(e)s; -e mit
aufwendigen Gestaltungsmitteln her¬
gestellter Film
Auslstatttunqslrelvue: die; - ; -n (aus
Tanzszenen zusammengestelltes)
Bühnenstück mit sehr aufwendiger
Gestaltung, Ausstattung
Auslstatltunaalatück: das; -(e)s; -e
Theaterstück mit sehr aufwendiger
Gestaltung, Ausstattung
auslstelchan: stichst aus; stach(e)st
aus; hast ausgestochen 1 etw. mit ei¬
nem Werkzeug, einer Form von sei¬
ner Umgebung trennen, aus seiner
Umgebung herausschneiden, heraus¬
heben 2 jmdn. bei einer Tätigkeit, Ei¬
genschaft übertrefFen »Hinsichtlich
der Intelligenz sticht sie ihre Schwester
ganz klar aus.«
auslstelhen: steht aus; stand(e)st aus;
hast/bist ausgestanden 1 hast etw. Ne¬
gatives ertragen 2 hast (in nächster
Zeit) zu erwarten sein 3 hat [landsch.]
im Schaufenster ausgestellt sein 4
[landsch.] bist eine Arbeitsstelle, eine
Schule verlassen 5 ausgestanden
sein: erledigt u. vorbei sein 6 etw.,
jmdn. nicht ausstehen können: [ugs.j
etw. od. jmdn. überhaupt nicht mö¬
gen
auslstelhend: Adj. n. stg. (für die näch¬
ste Zeit) zu erwarten
auslsteilqen: steigst aus; stieg(e)st aus;
bist ausgestiegen 1 sich aus einem
Fahrzeug entfernen, ein Fahrzeug
verlassen 2 [ugs.] an einer Aktion
nicht länger teilnehmen, etw. nicht
länger tun
Auslsteilqer: der; -s; - weibl. Auslstell-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die (plötz¬
lich) ihre Arbeit aufgibt u. bemüht ist,
alte gesellschaftliche Bindungen zu
lösen
auslstelWan: stellst aus; stelltest aus;
hast ausgestellt 1 (künstlerische Pro¬
dukte) zeigen u. zum Verkauf anbie¬
ten 2 schräg nach außen stellen; etw.
unten breiter machen 3 etw. mit einer
Beschriftung versehen, ausfertigen
»ein Rezept ausstellen« 4 [ugs.] etw.
durch Betätigung eines Schalters o. ä.
außer Funktion bringen, ausmachen
Auslstelllen der; -s; - weibl. Auslstell-
lojrin: die; - ; -nen 1 Person, die ein
(künstlerisches) Produkt zeigt u. zum
Verkauf anbietet 2 (Bankw.> Person,
die bei einer Anweisung (Scheck) od.
einem Wechsel zur Zahlung anweist
od. die Zahlung verspricht
AuslsteWfenlrter - > Auslstellffenslter:
das; -s; - (Technik) Fenster, das sich
schräg nach oben, unten od. seitlich
öffnen läßt
Aualstelllunq: die; - ; -en organisierte
Veranstaltung, Zusammenstellung
von Waren, Gegenständen, künstleri¬
schen Produkten, die gezeigt u. zum
Verkauf angeboten werden
AuslstelllunqsHlülche: die; -; -n für das
Zeigen von Produkten, Kunstwerken
zur Verfügung stehender Raum (z. B.
auf einer Verkaufsschau od. Messe)
Aualatelllunasloellänlde: das; -s; -
weitläufiges Gebiet, auf dem Ausstel¬
lungen stattfmden
Auslstelllunoalhallle: die; -; -n sehr gro¬
ßer Raum, in dem eine Ausstellung
abgehalten wird
Auslstelllunqslkaltalloq: der; -(e)s; -e
gebundenes Verzeichnis der (in einer
Galerie, einem Museum o. ä.) ausge¬
stellten Kunstwerke, Gegenstände
AuslsteHlunqalpalvilllon: der; -s; -s für
eine Ausstellung gebauter, benutzter
Pavillon
Auslstelllunqslraum: der; -(e)s; -räume
Zimmer, in dem eine Ausstellung
stattfindet
Aualatelllunqalstand: der; -(e)s; -stände
Verkaufsstand auf einer Messe
auslstemlmen: stemmst aus; stemmtest
aus; hast ausgestemmt etw.. durch He¬
belwirkung, mit Hilfe eines Stemmei¬
sens aus seiner Umgebung lösen, ent¬
fernen
auslatarlben: stirbt aus; starb aus; ist
ausgestorben (aufgrund nicht vollzo¬
gener Fortpflanzung als Gattung)
aufhören zu existieren
Auslsteulen die; - ; -n (PI. s.J [veralt.]
Gesamtheit der Haushaltsgegenstän¬
de, die jmd. (meist eine Frau) mit in
die Ehe bringt
auslateulern: steuerst aus; steuertest
aus; hast ausgesteuert 1 (Technik)
etw. so einstellen, daß physikalische
130
Austria
Verzerrungen nicht spürbar werden 2
[veralt.] der Tochter eine Aussteuer
geben 3 <Versicherung> Versiche¬
rungsleistungen nach längerer Zeit
nicht mehr zahlen 4 ein Fahrzeug so
steuern, lenken, daß man die Kon¬
trolle darüber wiedererlangt
Auslateuetmng ~> Auslsteulelrung
die; - ; -en Tätigkeit, Vorgang des
technischen od. versicherungstechni¬
schen Aussteuerns, des Steuerns zum
Wiedererlangen der Kontrolle über
etw.
Auslstieo: der; -(e)s; -e 1 kleinere Öff¬
nung, durch die man aus etw. hinaus¬
gelangen kann 2 das Hinausklettern
aus etw. 3 a) Vorgang des Anstei¬
gens, Weggehens aus einem Raum o.
ä. b) Vorgang des Aussteigens aus ei¬
ner Unternehmung o. ä-, dem bisheri¬
gen Alltag
aus|stop|fen: stopfst aus; stopftest aus;
hast ausgestopft 1 ein totes Tier prä¬
parieren, die Haut haltbar machen u.
den Körper mit einem Füllstoff fül¬
len, so daß es die ursprüngliche Form
wiedererhält 2 etw. in einen Gegen¬
stand hineinfüllen, so daß dieser prall
gefüllt ist
AuslstoB: der; -es; Ausstöße (PI. s.) 1
Absonderung eines (Schad-)Stoffes 2
<Wirt.> Gesamtheit der Gegenstände,
Produktion, die ein Gerät, eine Ma¬
schine (in einem gewissen Zeitraum)
fertigt
aus|sto|Ben: stößst aus; stieß (es) t aus;
hast ausgestoßen 1 mit großem Druck
nach außen abgeben 2 aus einer
Gruppe verweisen, wegschicken 3
<Wirt.; Maschine) innerhalb einer be¬
stimmten Zeit fertigstellen, produzie¬
ren 4 eine plötzliche, intensive Laut¬
äußerung machen
ausbtrahllen: strahlst aus; strahltest
aus; hast ausgestrahlt 1 (Radio-, Fern¬
sehsendung) ein Programm über ei¬
nen Sender aussenden 2 strahlenför¬
mig in alle Richtungen senden, aus¬
breiten 3 mit Lichtstrahlen, einer
Lampe, ausleuchten, erhellen 4 (als
Person) aufjmdn. wirken »Erstrahlte
großes Selbstbewußtsein aus.«
Auslatrahllung: die; ~ ; -en 1 das Aus¬
senden von Radio-, Fernsehsendun¬
gen 2 das Sichverteilen, Aussenden
nach allen Seiten hin 3 Gesamtein¬
druck, den jmd. aufjmdn. macht
ausjstrecken (auslstraklken —» aus|-
8tre|cken): streckst aus; strecktest
aus; hast ausgestreckt weit von sich
strecken
aualstreilchen: streichst aus: strich(e)st
aus; hast ausgestrichen 1 etw. durch¬
streichen u. so ungültig machen 2
etw. von innen mit etw. bestreichen 3
ein Material durch Streichen verteilen
auslstreulen: streust aus; streutest aus;
hast ausgestreut 1 (ein körniges, meh¬
liges Material) auf dem Boden vertei¬
len 2 völlig bestreuen, bedecken
auslströlmen: strömst aus; strömtest
aus; hast/ist ausgeströmt 1 hast abge¬
ben u. in der Umgebung verbreiten
»Wärme, gute Laune ausströmem 2
ist aus etw. herauskommen u. sich
verteilen »Aus dem Ofen ist Gas aus¬
geströmt.«
auslstuljpen: stülpst aus; stülptest aus;
hast ausgestülpt das Innere von etw.
(teilweise) nach außen kehren
aus|su|chei>: suchst aus; suchtest aus;
hast ausgesucht aus einer Menge aus¬
wählen
ausltalpelzielren: tapezierst aus; tape¬
ziertest aus; hast austapeziert
[landsch.] einen Raum gänzlich neu
tapezieren
auattalrielran: tarierst aus; tariertest
aus; hast austariert 1 das Gleichge¬
wicht von etw. herstellen »eine Waage
austarieren: die Zusammensetzung ei¬
nes Gremiums austarieren« 2 [österr.]
das Leergewicht auf einer Waage fest¬
stellen
aus|ta|sten —» aus|tas|tenc tastest aus;
tastetest aus; hast ausgetastet 1
<Med.> einen Körperhohlraum mit
den Fingern von innen betasten, un¬
tersuchen 2 «Elektronik) eine Taste
betätigen, so daß etw. ausgeschaltet
wird
Austausch: der; ~(e)s; - das Gegenein-
anderauswechseln von Dingen, Per¬
sonen
austauschbar: Adj. p» stg. zum Aus¬
tauschen, Auswechseln geeignet
ausltaulschen: tauschst aus; lauschtest
aus; hast ausgetauscht 1 etw. durch
etw. anderes, Gleichartiges ersetzen
»Die Batterien müssen ausgetauscht
werden.« 2 sich gegenseitig etw. geben
austeulschen, sich: tauschen sich aus;
tauschten sich aus; haben sich ausge¬
tauscht seine Meinung, seine Gedan¬
ken miteinander, mit jmdm. diskutie¬
ren
Austeuschlmoltor: der; -s; -en neuwer¬
tiger Ersatzmotor für ein Kraftfahr¬
zeug
Ausltauschlschüller: der; -s; - weibl.
Austeuschlschüllelrin: die; • ; -nen
Schüler(in), der/die für einige Zeit bei
einem, einer Schüler(in) eines anderen
Landes lebt
ausiteillen: teilst aus; teiltest aus; hast
ausgeteilt etw. an verschiedene Perso¬
nen weitergeben, verteilen
Aulster —> Austen (gr.-lat.-niederl.>
die; • ; -n Meeresfrucht, Muschel in
einer sehr rauhen Schale, die als Deli¬
katesse gilt u. vielfach roh gegessen,
geschlürft wird
Aulstemlbank —» Austarnlbanlc die;
- ; -banke natürliche Ansammlung
od. Züchtung von Austern (auf dem
Meeresgrund)
Aulstemlfilscher —» Austternttilschen
der; -s; - schwarzweißer Vogel mit
langem, rotem Schnabel, der an Mee¬
resküsten lebt
Aulsternlzucht —»• Austernlzucht die;
- / -en a) o. PI. das Züchten, künstli¬
che Heranziehen von Austern b) An¬
lage, Unternehmen, in der/von dem
Austern gezüchtet werden
aus|te|sten —*• aus|tes|tere testest aus;
testetest aus; hast ausgetestet (bis zur
Belastungsgrenze) erproben, auspro¬
bieren, versuchen
ausjtil|gen: tilgst aus; tilgtest aus; hast
ausgetilgt a) ganz u. gar tilgen, ver¬
schwinden lassen b) völlig vernichten,
zerstören
ausltolben. sich: tobst dich aus; tobtest
dich aus; hast dich ausgetobt a) über
längere Zeit, bis zur Erschöpfung
wild spielen b) sich bei einer Tätigkeit
verausgaben
ausItolHen. sich: tollst dich aus; tolltest
dich aus; hast dich ausgetollt [ugs.] mit
viel Spaß ausgiebig toben
Austr.: Abk. a) Australien b) Australie¬
rin)
austr.: Abk. australisch
austtralgen: trägst aus; trug(e)st aus;
hast ausgetragen 1 jmdm. etw. als
Bote bringen 2 <Sport> einen Wett¬
kampf durchführen 3 eine Auseinan¬
dersetzung, einen Streit bis zum Ende
führen 4 eine Schwangerschaft bis
zum Ende, zur Geburt hinter sich
bringen 5 etw. in einem Schriftstück
löschen; vermerken, daß etw. nicht
mehr zutrifft »Ich habe ihn aus der Li¬
ste der Teilnehmer ausgetragen.« 6
[österr.] sich etw. ausbedingen
Ausltralgunq: die; - ; -en 1 (Sport)
Durchführung von Wettbewerben 2
das Zustellen, Bringen von etw. 3 das
Aufrechterhalten einer Schwanger¬
schaft bis zur Geburt
Aus)tra|gungslmoldus: der; - ; -modi
Bedingungen, Art u. Weise, in der ein
sportlicher Wettkampf o. ä. ausgetra¬
gen, abgehalten wird
Ausltralgungslort: der; -(ejs; -e Stelle,
an der ein sportlicher Wettkampf o.
ä. abgehalten wird
aushrailniert Adj. austrainierter; aus¬
trainierteste sportlich besonders Fit,
gut trainiert
Au|straili|en —> Ausftra|li|erc o. Art.; -s;
- kleinster der fünf Kontinente, Erd¬
teile
aus(trei|ben: treibst aus; trieb(e)st aus;
hast ausgetrieben 1 [ügs.] jmdm. eine
Verhaltensweise, Eigenschaft abge¬
wöhnen 2 (Pflanze) anfangen zu sprie¬
ßen; Blüten-, Blätterknospen treiben,
hervorbringen 3 böse Geister be¬
schwören u. dadurch aus dem Körper
von jmdm., aus einem Gebäude o. ä.
vertreiben 4 (Nutzvieh) auf die Som¬
merweide treiben 5 [österr.] eine Teig¬
masse ausrollen 6 [geh.] jmdn. zwin¬
gen, aus einem Haus, einer Gegend
wegzugehen 7 aus dem Körper über
die Haut austreten lassen
Austtrellbunq: die; - ; -en 1 Beschwö¬
rung von Dämonen, so daß diese
jmdn., etw. verlassen 2 [geh.] das Ver¬
treiben von Bewohnern aus Häusern
einer Gegend
ausltreltan: trittst aus; trat(e}st aus;
hast/bist ausgetreten 1 bist seine Mit¬
gliedschaft in einer Organisation kün¬
digen 2 ist von innen nach außen ge¬
langen »Aus den Leitungen tritt Gas
aus.« 3 hast mit einem Bein zur Seite,
nach jmdm. treten 4 Aast durch häufi¬
ges Benutzen in einen abgenutzten
Zustand bringen 5 hast dadurch wei¬
ten, daß man etw. trägt 6 ist (Jagd)
(aus dem Wald) ins Freie treten 7 hast
auf etw. Brennendes o. ä. treten u. da¬
durch die Flamme unterdrücken 8
bist [ugs.] auf die Toilette gehen »Ich
muß erst noch einmal austreten.«
Aulstria —»• Austtlria: o. Art.; -s;- alte
lateinische Bezeichnung für Öster¬
reich, die heute noch als internationa¬
ler Name für das Land benutzt wird
131
Austriazismus
Au|stria|zis|mus —> Aus)t|ri|a^n»jtnus:
der; ~; Austriazismen österreichisches
Wort, das von der deutschen Bezeich¬
nung für etw. abweicht
aus|trick|sen: trickst aus; trickstest aus;
hast ausgetrickst [ugs.] 1 jmdn. durch
eine Handlung überlisten 2 <Sport>
den Gegner in einem Spiel geschickt
umgehen
ausltrinlken; trinkst aus; trank(e)st aus;
hast amgetrunken a) aus einem Behäl¬
ter so lange trinken, bis dieser leer ist
b) so viel von einem Getränk trinken,
bis nichts mehr davon da ist
Ausltritt: der; -(e)s; -e 1 Kündigung der
Mitgliedschaft in einer Organisation,
Institution 2 Ausströmen 3 [veralt.j
kleiner Balkon vor einem Fenster,
das zur Straße hinauszeigt
Ausltrittsleriklälrung: die; - / -en
(schriftliche) Kündigung einer Mit¬
gliedschaft in einer Organisation; Er¬
klärung, daß man eine Organisation
freiwillig verlassen möchte
ausltrocklnen: trocknest aus;,, trockne¬
test aus; hast/bist ausgetrocknet 1 hast
dafür sorgen, daß Flüssigkeit ver¬
schwindet »Der Wind trocknete die
oberste Schicht der Erde schnell aus.«
2 bist gänzlich trocken Werden
Ausltrocklnung: die; -; -en (PI. s.) Vor¬
gang od. Ergebnis des Austrocknens
ausltromlpeften: trompetest aus; trom¬
petetest aus; hast austrompetet (ugs.]
etw., was eigentlich geheim bleiben
sollte, überall erzählen
aushruldeln: trudelst aus; trudeltest aus;
hast amgetrudelt 1 in langsamen, un¬
regelmäßigerwerdenden Bewegungen
zum Stillstand kommen 2 [landsch.]
etw. mit Hilfe von Würfeln auslosen 3
etw. austrudeln lassen: [ugs.] etw.
langsam zu Ende gehen lassen
ausltüflteln: tüftelst aus; tüfteltest aus;
hast ausgetüftelt [ugs.] etw. durch
Überlegungen ausarbeiten
ausltun: tust am; tat(e)st am; hast
amgetan 1 [landsch.; ugs.] eine Flam¬
me ausmachen, am Weiterbrennen
hindern 2 [landsch.; ugs.] ein Klei¬
dungsstück ausziehen 3 sich austun
können: [ugs.] sich mit etw. nach Her¬
zenslust beschäftigen können
ausltuplfen: tupfst aus; tupftest aus; hast
amgetupft etw. an der Innenseite mit
einem saugfähigen Material mittels
kurzer Druckbewegungen trocknen
auslüben —> ausjüfben: übst aus; üb¬
test am; hast amgeübt 1 einer Tätig¬
keit nachgehen »Er übt seinen Beruf
schon seit 20 Jahren nicht mehr am.« 2
Einfluß auf jmdn. wirken lassen
Ausübung —=► Austübung: die; - ; -
das Ausüben, Durchführen einer Tä¬
tigkeit
aus|ufern —» ausjuffern: ufert am;
ujferte aus; ist ausgeufert 1 <(fließen¬
des) Gewässer) das Flußbett verlassen
u. über die Ufer treten 2 <übertr.>
überhand nehmen; zu viel, sinnlos
werden »Deine Diskothekenbesuche
ufern langsam am.«
Auslverikauf: der; -<e)s; -verkaufe Ver¬
kaufsveranstaltungen des Handels
am Ende der Sommer- u. der Winter¬
saison, um die Lager zu räumen
austvedkaulfen: verkaufst am; verkauf¬
test aus; hast ausverkauft 1 alle zur
Verfügung stehenden Waren verkau¬
fen 2 durch einen Ausverkauf räumen
aus|ver|kauft: Adj. n. stg. <Ware> bereits
völlig verkauft; (momentan) nicht
mehr lieferbar
auslverlschämt: Adj. ausverschämter;
ausverschämteste [landsch.] dreist
handelnd
Ausw.: Abk. 1 Auswahl 2 a) Auswande¬
rung b) Auswanderer, Auswanderin 3
Auswechslung 4 Ausweis 5 Auswir¬
kung
ausw.: Abk. auswärtig; auswärts
austwachlsen: wächst aus; wuchs(e)st
aus; bist amgewachsen 1 ist <Getreide>
(wegen des ständig feuchten, warmen
Wetters) noch auf dem Halm keimen
3 bist [ugs.] sich sehr langweilen »Ich
wäre fast amgewachsen.«
auslwachlsen. sich: wächst sich aus;
wuchs sich aus; hat sich amgewachsen
1 infolge des Wachsens normal wer¬
den 2 sich zu etw. Größerem, Stärke¬
rem entwickeln »Seine Angst wächst
sich so langsam zu einer Krankheit
am.«
Ausjwahl: die; • ; -en (PI. s.) 1 von
jmdm. zusammengestellte Auslese 2
o. PL Vorgang, Tätigkeit des Ansu¬
chens, Wählens 3 eine Wahl ermögli¬
chendes Angebot von Dingen
austwähllen: wählst aus; wähltest aus;
hast amgewählt positive Teile, Ele¬
mente aus einer zur Verfügung ste¬
henden Menge heraussuchen
Auslwahlimannlschatt: die; - ; -en
<Sport> Zusammenstellung von (be¬
sonders guten) Spielern
Auslwahllmöollichlkeit: die; - ; -en Ge¬
legenheit, aus mehreren Dingen aus¬
zusuchen
Auslwahllspieller der; -s; ~ weibl. Ausl-
wahl|spie|le|rin: die; - / -nen Spiele-
r(in), der/die einer Auswahlmann¬
schaft angehört
Auslwahllverlfahlren: das; -s; ~ Art u.
Weise, wie Personen, Dinge für einen
Zweck ausgewählt werden
Ays|wahl]wetjte: die; - ; -n Wette, die
daraus besteht, daß man aus 45 vor¬
gegebenen Fußballspielen 6 nennen
soll, die unentschieden ausgehen
auslwallzen: walzt am; walztest aus;
hast amgewalzt 1 Material durch
Ausübung von Druck dünner u. flä¬
chenmäßig größer machen 2 <übertr.>
ein Thema, den Gegenstand einer
Unterhaltung übermäßig ausführlich
behandeln
Austwanldelren der; -s; - weibl. Ausl-
wan|de|rin: die; - ; -nen Person, die
ihr Heimatland für immer verläßt u.
sich in einem anderen Land ansiedelt,
Syn.: [fremdsprachl.] Emigrant(in)
Ausiwanldelrerischiff: das; -(e)s; -e
<hist.> größeres Passagierschiff, mit
dem Auswanderer in ihre neue Hei¬
mat gelangen
auslwanldem: wanderst aus; wandertest
am; bist amgewandert seine Heimat
für immer verlassen u. sich in einem
anderen Land ansiedeln
Auslwanldelninq: die; - ; -en (PI. s.)
Vorgang des Auswandems, der Emi¬
gration
auslwäritig: Adj. n. stg. 1 von auswärts,
einem anderen Ort kommend 2 an ei¬
nem anderen Ort angesiedelt 3 aus
dem Ausland stammend; das Aus¬
land betreffend
auslwärts: Adv. 1 a) nicht an einem (be¬
reits genannten, am heimischen) Ort
»Die Fußballmannschaft spielt heute
auswärts.« b) außerhalb der eigenen
Wohnung, des eigenen Hauses »Wir
übernachten amwärts.« 2 nach außen
gerichtet
Auslwärtslspiel: das; -(e)s; -e <Sport>
nicht zu Hause, sondern auf einem
fremden Spielfeld, Platz ausgetrage¬
nes Spiel
auslwalschen: wäschst am; wusch(e)st
aus; hast amgewaschen 1 Schmutz,
Flecken durch Waschen aus etw. ent¬
fernen 2 durch ständiges Einwirken
von Wasser aushöhlen
Auslwechlaellbank: die; - ; -banke
<Sport> Bank, auf der während des
Spieles diejenigen Spieler sitzen, die
gegen die anderen Spieler ausge¬
tauscht werden können
ausiwechlsellban Adj. n. stg. zum Aus¬
tausch, Auswechseln geeignet
auslwechlseln: wechselst aus; wechsel¬
test aus; hast amgewechselt jmdn.,
etw. gegen jmdn., etw. anderes aus¬
tauschen; durch jmdn., etw. ersetzen
Austwechlsellspieller: der; -s; - weibl.
Auslwachlaellspiellelrin: die; • ; -nen
<Sport> Person, die während eines
(Mannschafts-)Spieles gegen eine(n)
der Spielerinnen) ausgetauscht wer¬
den kann
AusIwechslluno/AuslwechlseHung:
die; ~; -en Austauschen von Personen
od. Dingen
Ausfweg: der; -(e)s; -e Lösung(sweg) in
einer Schwierigkeit
auslwegllos: Adj. auswegloser; auswe¬
gloseste ohne die Aussicht auf eine
Lösung; völlig hoffnungslos
Auslwegllolsiglknit: die; ~ ; -en (PL s.)
auswegloser Zustand
auslwellchen: weichst am; wich(e)st
aus; bist amgewichen 1 vor einem
Hindernis zur Seite weichen, gehen 2
<übertr.> eine andere Möglichkeit in
Anspruch nehmen, wählen »Wir
mußten auf einen anderen Termin am¬
weichen.«
ausweichend: Adj. 1 vor einem Hinder¬
nis zur Seite gehend 2 dibertr.) (auf
eine Frage o. ä.) nicht direkt antwor¬
tend, reagierend; ein Thema umge¬
hend .
Auslweichlmalnölven das; -s; - Hand¬
lung, mit der man einem (räumlichen)
Hindernis, einer Schwierigkeit aus¬
weicht
Auslweichlmögllichlkeit: die; - ; -en 1
Gelegenheit, einer Schwierigkeit, ei¬
nem Hindernis aus dem Weg zu gehen
2 Einbuchtung in der Straße, in die
man vor einem entgegenkommenden
Auto ausweichen kann
auslweilden: weidest am; weidetest aus;
hast amgeweidet die Eingeweide aus
einem geschlachteten, erlegten Tier
herausnehmen
auslweilnen. sich: weinst dich aus; wein¬
test dich am; hast dich amgeweint
seine Trauer, Wut o. ä. durch Weinen
äußern, weitgehend abbauen
Auslweis: der; -es; -e (offizielles)
Schriftstück, mit dem man seine Iden-
132
Autobahnmeisterei
tität belegen kann, das jmdn. zu etw.
berechtigt
aus|wei|sen: weist aus; wies(es)t aus;
hast ausgewiesen 1 jmdn. offiziell aus
einem Land hinausschicken; jmdm.
den weiteren Aufenthalt in einem
Land verbieten 2 <Bauw.> für eine be¬
stimmte Nutzung vorsehen 3 als etw.
zeigen, kennzeichnen »In dem Ge¬
schäftsbericht sind große Gewinne aus¬
gewiesen.«
auslweilsen. sich: weist dich aus; wie-
s(e)st dich aus; hast dich ausgewiesen
1 mit Hilfe eines Ausweises o. ä. seine
Identität nachweisen 2 sich als etw.
heraussteilen
Auslweislkonttrollle —> Auslwsislkonl-
t)rol|le: die; - ; -n a) Überprüfung von
jmds. Identität anhand eines Auswei¬
ses b) Stelle, Institution, an der/durch
die eine Ausweiskontrolle (a) durch¬
geführt wird
auslweisllich: Präp. mit Gen. [geh.] wie
aus etw. klar, ersichtlich wird
Aus|weis|pa|pier: das; -(e)s; -e (m. PI.)
Schriftstück, das eine bestimmte Per¬
son ausweist
Auslweilsuna: die; - ; -en Verbannung
(aus einem Land); Aufenthaltsverbot
für bestimmte Personen
auslweilten: weitest aus; weitetest aus;
hast ausgeweitet dehnen; breiter ma¬
chen, vergrößern
Auslweiltunq: die; -; -en Dehnung, Ver¬
größerung
ausfwenjdig: Adv. 1 nicht abgelesen,
sondern aus dem Gedächtnis heraus 2
von außen
austwerifen: wirfst aus; warf(e)st aus;
hast ausgeworfen 1 a) hinausschleu-
dem b) ausspuckeh 2 <Computer> Er¬
gebnisse zur Verfügung stellen
auslwertlban Adj. n. stg. beurteilbar;
deutbar
Auslwertlbarlkeifc die; -; - Deutbarkeit;
Beurteilbarkeit
auslwerlten: wertest aus; wertetest aus;
hast ausgewertet Erkenntnisse beur¬
teilen; etw. deuten
Auslweritunq: die; - ; -en Deutung; Be¬
urteilung
auslwickeln (austwiklkeln —> auslwil-
ckeln): wickelst aus; wickeltest aus;
hast ausgewickelt die Hülle von etw.
entfernen; etw. auspacken
auslwielaen: wiegst aus; wog(e)st aus;
hast ausgewogen das Gewicht mit ei¬
ner Waage messen
auslwlrlken. sich: wirkt sich aus; wirkte
sich aus; hat sich ausgewirkt zur Folge
haben; etw. hervorrufen
Auslwirlkung: die; ~; -en Folge einer Sa¬
che
auslwilschen: wischst aus; wischtest
aus; hast ausgewischt 1 etw. mit einem
Lappen o. ä. säubern 2 jmdm. eins
auswischen: a) jmdm. einen Streich
spielen b) jmdm. aus Wut, Rache etw.
Schlechtes antun
austwrintaen: wringst aus; wrang(e)st
aus; hast ausgewrungen etw. Nasses,
Textilien fest drücken, so daß Flüssig¬
keit entweicht
Auslwuchs: der; -es; Auswüchse 1
Wulst; Geschwür 2 krankhafte geisti¬
ge Vorstellung, Überlegung 3 über¬
steigerte, negative (gesellschaftliche)
Folgeerscheinung von etw.
Auslwuchltung: die; - ; -en technisches
Verfahren, das Autoreifen einen ge¬
raden Lauf verschafft
Auslwurf: der; -(e)s; Auswürfe Aus¬
scheidung von körpereigenem
Schleim aus dem Mund, Rachenraum
Ausz.: Abk. 1 Auszahlung 2 Auszäh¬
lung 3 Auszug
auslzahllen: zahlst aus; zahltest aus;
hast ausgezahlt jmdm. eine Geldsum¬
me, Lohn od. Gehalt zukommen las¬
sen
aus|zah|len, sich: zahlt sich aus; zahlte
sich aus; hat sich ausgezahlt sich für
jmdn. lohnen
Auslzahlluna: die; - ; -en Vorgang des
Auszahlens, Herausgebens von Geld
Auslzehlruno: die; - ; - <Med.> [ugs.]
(Schwinden von Kräften durch die)
Schwindsucht, Tuberkulose
auslzeichlnen: zeichnest aus; zeichnetest
aus; hast ausgezeichnet 1 a) offiziell
loben b) einen Preis übergeben 2 Wa¬
re mit Preisschildern versehen
Ays|zeich|nung: die; ~ ; -en 1 Preis, Be¬
lobigung, den/die jmd. bekommt, be¬
kommen hat 2 die Kennzeichnung
von Waren mit dem Preis
Auslzeichlnunaslpflicht: die; ~ ; - Ver¬
pflichtung des Handels, die Waren
mit Preisschildern zu versehen
Auslzeit: die; - ; -en <Sport> kurze Spiel¬
unterbrechung, bei der sich eine
Mannschaft berät
auslziehlbar Adj. n. stg. zum Vergrö¬
ßern durch Auseinanderziehen fähig,
konstruiert
ajjs|zie|hen: ziehst aus; zog(e)st aus;
hast/bist ausgezogen 1 hast sich od.
jmdm. die gesamte Kleidung od. ein
Kleidungsstück od. auch Schuhe vom
Körper entfernen; entkleiden »Der
Pullover ist schmutzig, ich ziehe ihn
aus.« 2 hast a) bestimmte Gemüsear¬
ten, wie z. B. Karotten, aus dem Erd¬
boden holen b) Unkraut jäten, aus
dem Erdboden eines Beetes, Gartens
o. ä. entfernen c) etw. aus etw. entfer¬
nen »Der Bienenstachel steckt noch im
Finger, ich ziehe ihn aus.« d) (durch
chemische Mittel o. ä.) die Farbe aus
einem Gewebe o. ä. völlig entfernen
od. die Farbe abschwächen 3 hast a)
etw. verlängern, vergrößern b) etw.
auseinander klappen u. so in eine an¬
dere Form bringen u. eine andere,
weitere Funktion erzielen »Das Sofa
kann zum Bett ausgezogen werden.« 4
hast aus einem Schriftstück, einem
Text bestimmte Wörter, Inhalte ö. ä.
heraussuchen 5 bist Räumlichkeiten
wie eine Wohnung od. ein Büro wech¬
seln, verlassen »Wir ziehen aus der
kleinen Wohnung aus.« 5 bist gehen,
um etw. zu tun 6 jmdn. (bis aufs
Hemd o. ä.) ausziehen: a) jmdm. viel
(Geld) wegnehmen, abnehmen b)
jmdn. materiell ausnutzen 7 Den
Nackten kann man nicht ausziehen:
wer nichts hat, dem kann man nichts
nehmen
auslzielhen. sich: ziehst dich aus; zo-
g(e)st dich aus; hast dich ausgezogen
die Kleidung, Schuhe vom eigenen
Körper entfernen
Auslziehlleüter. die; - ; -n Leiter, Gerät
zum Hochsteigen, die/das auseinan¬
dergezogen werden kann u. dadurch
länger wird
Auslziehlplatlte: die; ~ ; -n Ebene (meist
eines Tisches), die vergrößert werden
kann
Auslziehltisch: der; -(e)s; -e Möbel¬
stück, Tisch, dessen Fläche vergrö¬
ßert werden kann
auslzi Ischen: zischst aus; zischtest aus;
hast ausgezischt etw., jmdn. (nach ei¬
ner künstlerischen Darbietung) mit
Pfeifgeräuschen abwerten, ausbuhen
Auslzulbilldenlde: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.; ein Auszubilden¬
der; eine Auszubildende; zwei Auszu¬
bildende) Person, die sich in der Lehre
befindet, Syn.: [veralt.] Lehrling
Auslzua: der; -(e)s; Auszüge 1 a) das
Weggehen einer größeren Menschen¬
menge von einem Ort b) das Verlassen
einer Wohnung, eines Hauses beim
Wohnungswechsel, Umzug 2 Aus¬
schnitt (aus einem Text)
auslzugslweilse: Adv. zum Teil; einen
Ausschnitt umfassend
auslzuplfen: zupfst aus; zupftest aus;
hast ausgezupft herausziehen
Aut.: Abk. 1 Automatik 2 Autor(in)
aut: Abk. 1 autark = wirtschaftlich un¬
abhängig 2 autogen = selbsttätig 3
automatisch 4 autonom = unabhän¬
gig 5 autorisiert = bevollmächtigt
aut|ark —* au|t|ark: <gr.> selbständig;
(wirtschaftlich) auf niemanden ange¬
wiesen; unabhängig
Aut|ar|kje —» Au|t|arjkie: die; - ; -n /au¬
tarken/ Selbständigkeit, Unabhän¬
gigkeit (in wirtschaftlichen Belangen)
au|then|tisch: <gr.-Iat.> echt; verbürgt
au|then|ti|sie|ren: <gr.-lat.> authenti-
sierst; authentisiertest; hast authenti-
siert glaubwürdig machen
Au|then|ti|zi[tät: tgr.-lato die; - ; -
Glaubwürdigkeit; Echtheit
Au|tis|mus: <gr.-Iat.> der; - ; - Krank¬
heit, bei der die betroffene Person in
ihrer eigenen Welt lebt u. nur schwer
zur Außenwelt Kontakt findet
au|ti|stisch —» aujtis|tisch: Adj. n. stg.
a) den Autismus betreffend b) von der
Krankheit Autismus betroffen
Aulto: Kurzw. das; -s; -s Automobil =
Kraftfahrzeug (zur Personenbeförde¬
rung)
Aultolatllas: der; - u. -ses; -se u. -atlan¬
ten Straßenverzeichnis; Sammlung
von Karten, auf denen Straßen ver¬
zeichnet sind
Auttolbahn: die; - ; -en Straßenart, auf
der eine durchgehende Fahrt bei ho¬
hem Tempo möglich ist, die nicht von
Ampeln u. ä. Hindernissen gestört
wird
Aultolbahnlaufifahrt: die; - ; -en Stra¬
ßenstück, das zur/auf die Autobahn
führt
Aultolbahnlauslfahrt: die; - ; -en Stra¬
ßenstück, das von der Autobahn ab¬
führt
Aultolbahnldrelleck: das; -(e)s; -e Stel¬
le, an der eine beginnende/endende
Autobahn auf eine andere trifft
Aultolbahnlkreuz: das; -es; -e Stelle, an
der zwei/mehrere Autobahnen Zu¬
sammentreffen
Aultolbahnliweilstelrei —> Aultolbahnl-
meis|te|rei: die; ~ ; -en Dienststelle,
die für den qualitativen, technischen
133
Autobahnraststätte
Zustand der Autobahnen in einem
Gebiet zuständig ist
Au|to|bahn|rast|stätte: die; - ; -n Park-
u. Rastmöglichkeit an der Autobahn
mit einem Restaurant
Aultolbahnlvilonette —* Aujtolbahnlvil-
sinetfte: die; - ; -n Gebührenmarke
für die Benutzung einer Autobahn
Aufto|bahn{zu|brin|ger: der; -s; - große
Straße, die zu einer Autobahn führt
Aufto|bio|grajphle —* Au(to|bi|o|gra|-
phie/Au|tojbi|o|gra|ffe: die; - ; -n Er¬
zählung des eigenen Lebensablaufes
au|to|bio|gra|phisch —* au|to|bi|o|gra|-
phisch/aüjto|bl|o|graffisch: <gro Adj.
n. stg. a) die Autobiographie betref¬
fend b) die Form einer Autobiogra¬
phie habend c) den eigenen Lebens¬
lauf erzählend
Aultolbomlba: die; ~; -n Sprengsatz, der
in einem Auto plaziert ist
Aultolbus: der; -ses; -«öffentliches Ver¬
kehrsmittel zur Beförderung vieler
Personen, Syn.: [Kurzwort] Bus
au|to|chthgn —» au)to)ch|thpn: <gr,>
/autoehton/ Adj. n. stg. 1 (Völkerkun¬
de) eingeboren 2 (Geologie; Bio.> am
Fundort entwickelt; vorhanden
Au|to|datfö: dat.-porto das; -s; -s a) Ver¬
brennung von Ketzern; Ketzergericht
b) Bücherverbrennung
Au|to|di|dakt: tgro der; -en; -en weibl.
Au|to|di|dak|tin: die; ~ ; -nen Person,
die sich allein, selbständig Wissen an¬
eignet
au|tojdi|dak|tisch: Adj. n. stg. a) selb¬
ständiges Lernen betreffend b) durch
eigenständiges Lernen
Au|to|drom: <gr.-fro das; -s; -e 1 Rund¬
strecke für Motorsport 2 [österr.]
Fahrbahn auf Jahrmärkten für Auto¬
skooter, Kleinautos
Auttolfählra: die; - ; -n großes Schiff,
das Autos befördern kann
Auttolfahlrer: der; -s; - Aultolfahlreirin:
die; ~ ; -nen a) Person, die ein Auto
fahren kann, darf, einen gültigen
Führerschein besitzt b) Person, die
sich mit einem Auto fortbewegt
AultolfahlrerloruB: der; -es; -grüße belei¬
digende Geste, bei der der Zeigefinger
an die Stirn getippt wird
Aultolfahrt: die; - ; -en Fortbewegung
mit dem Auto
au|tojfrei: Adj. n. stg. keine Autos auf¬
weisend; ohne Benutzung des Autos
»ein autofreier Sonntag«
Aultolfriedlhof: der; -(e)s; -friedhöfe
[ugs.] Sammelstelle, an der ausge¬
diente Autos liegen, verschrottet wer¬
den
Aultolgas: das; -es; -e Gasgemisch, das
als Treibstoff für Fahrzeuge benutzt
wird
au|to|gen: <gr.> Adj. n. stg. 1 (Med.> von
sich ausgehend; selbständig 2 (Tech¬
nik) lediglich mittels einer Flamme
durchgeführt »autogenes Schweißen«
—» Auftofgraf: s. Autograph
Au|to|gramm: tgr.-lato das; -(e)s; -e l
Unterschrift einer prominenten Per¬
son, eines Künstlers, Schauspielers,
Sängers 2 [veralt.j ursprüngliche Fas¬
sung eines Buches
Au|to|gramm|jä|gen der; -s; - [ugs.]
Person, die Autogramme von be¬
rühmten Personen sammelt
Au|to|graph —> Au(to|graph/Au|to|-
graf: tgro das: -s; -e u. -en aTursprüng¬
liche Fassung eines Buches b) [veralt.]
erster Druck eines Buches
Aultolhvplnolse: <gr.> die; - ; -n eigen¬
ständig, bei sich selbst hervorgerufe¬
ner Hypnosezustand
Aultolkarlte: die; - ; -n Straßenkarte, die
bei Autofahrten benutzt wird
Aultolkilno: das; -s; -s Filmtheater im
Freien, wobei der Film aus dem Auto
heraus angeschaut wird
Autolknacker (Au|to]knak)ker —Aul-
to|kna|cker): der; -s; - [ugs.] Person,
die Autos aufbricht u. ausraubt,
stiehlt
Autolkollonlne: die; - ; -n Reihe von Au¬
tos, die hintereinander auf einer Stra¬
ße fahren
Autolkorlso: der; -s; -s Demonstrations¬
fahrt mit Autos, bewußt hergestellte
Autokolonne
Au|to|krat —» Au|to|k|rat <gr.> der; -en;
-en weibl. Autto|kra|tin —* Au]to|k|ra)-
tin: die; - ; -nen 1 (Pol.) Diktator(in) 2
selbsteingenommener (Macht, Herr¬
schaft über jmdn. anstrebender)
Mensch
Aulto|marider. der; -s; - [ugs.] Auto¬
dieb
Au|to|mar[ke: die; - ; -n Herstellungsfir¬
ma eines Autos
Au|to|mat: tgr.-lato der; -en; -en Appa¬
rat, der gegen Münzen Ware ausgibt;
Gerät, das ersatzweise eine Dienstlei¬
stung erbringt
Au)to|ma|ten|re|stau|rant —» Au|to|-
majten|re|s|tau|rant <gr.-lat.-fr.> das;
-s; -s Gaststätte, in der sich der Kun¬
de Eßwaren u. Getränke aus Auto¬
maten zieht
Au|to|ma|tik: <gr.-lat.> die; - ; -en a) selb¬
ständig arbeitende technische Vor¬
richtung b) o. PI. Vorgang einer
Selbststeuerung
Au|to|ma]tik|ge|trie|be: tgr.-Iat.; dt.>
das; -s; ~ Getriebe eines Fahrzeugs,
bei dem sich die Gänge selbständig
einlegen
Au|to|ma|ti|pn: <gr.-lat.> /automazion/
die; - ; - technischer Entwicklungszu¬
stand, der sich durch weitgehende Ar¬
beitsausübung durch Maschinen aus¬
zeichnet
au|to|majftisch: tgr.-lato Adj. n. stg. a)
selbsttätig arbeitend b) von selbst ein¬
tretend
au)to|ma|ti|sie|ren: tgr.-lalo auf selbsttä¬
tige Funktion umstellen
Au|to|ma|ti|sie|rung: die; - ; -en Umstel¬
lung auf selbsttätige Arbeitsvorgänge
Au|to|ma|tis|mus: der; - ;
Automaiismen , a) nicht willentlich
steuerbare Entwicklung, Bewegung
b) (Med.) Organ(funktion), das/die
der Mensch nicht willentlich steuern
kann (z. B. Herz)
Au|to|mo|bil: das; -(e)s; -e Fahrzeug
mit Motorgetriebe, Syn.: [Kurzwort]
Auto
Au|tojmo|bit|aus|stet|lung: die; ~ ; -en
Schau, Messe o. ä., bei der Fahrzeuge
gezeigt werden
Au|to|mo|bU|in|du|strie —* Au|to|mo|-
bil|in|du|s|t|rte: die; - ; -n Wirtschafts¬
zweig, der sich mit der Herstellung
von Autos beschäftigt
Au|to|mo[bi<|k!ub: der; -s; -s Interessen¬
vereinigung von Autofahrern, die
auch Serviceleistungen anbietet
au|to|ngm: <gr.> Adj. n. stg. 1 (Pol.) (in
der Verwaltung) unabhängig von
Weisungen eines Staates, einer Zen¬
tralregierung 2 von sich ausgehend,
nach eigenem Ermessen handelnd,
unabhängig
Au|to|ng|nie: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Autonomer; eine
Autonome: zwei Autonome) Person,
die (ihre) politische, gesellschaftliche
Autonomie (mit Gewalt) durchsetzen
will
Au|to|no|mje: die; - ; Autonomien
/autonomen/ 1 (Pol.) staatliche,
verwaltungstechnische Unabhängig¬
keit 2 eigenes Ermessen als Grundla¬
ge vonjmds. Handlungen
Aiijtolnumjmen die; - ; -n Autokennzei¬
chen, Ziffern-, Buchstabenfolge auf
dem Nummernschild
Auftoloillot: der; -en; -en selbständig ar¬
beitende technische Steuerung von
Flugzeugen u. Schiffen
Aut|op|sje —» Au|t|op|sje: tgro die; - ;
-n /autopsijn/ 1 <Med.> Öffnung einer
Leiche, um die Todesursache zu fin¬
den 2 (Buchw.) Anschauen, Prüfen ei¬
nes Buches, bevor es bibliographisch
aufgenommen wird
Aultor dato der; -s; Autoren weibl. Au|-
tojrin: die; - ; -nen Verfasserin) eines
Buches, Textes
Aultolraldio: das; -s; -s Radio-, Rund¬
funkgerät im Auto
Aufto|rei|fen: der; -s; - Gummimantel
des Rades auf der Felge
Aultolrallselzug: der; -fe)s; -züge Zug,
der neben Passagieren auch Autos
transportiert
Au|tg|ren|kol|lek|tiv: dat.> das; -(e)s; -e
mehrere Autoren, die gemeinsam ein
Buch auf den Markt bringen
Aultolrenlnen: das; -s; - Wettfahrt mit
Autos
Auttolrelpalraltur: die; ~ ; -en Behebung
von Beschädigungen, Funktionstö¬
rungen eines Autos
au|to|ri|s|e|ren: dato autorisierst; autori¬
siertest; hast autorisiert einer Person
etw. erlauben
au|to|ri|täR dat.-fro Adj. unbedingten,
uneingeschränkten Gehorsam verlan¬
gend
Au)to|ri[tät: dato die; ~; -en 1 Person mit
hohem Ansehen, hervorragenden
Kenntnissen auf einem Gebiet 2 o. PI.
Einfluß einer starken Persönlichkeit
o. ä.
au|to|ri|tattiv: dato /autoritatif/ Adj. n.
stg. aufgrund von hohem Ansehen
Aultolschallten der; -s; - Bereich,
Schalter eines Geschäftes o. ä., in/an
dem man bedient wird, wenn man mit
dem Auto heranfahrt
Autto|schlan|ge: die; - ; -n viele im Stau
hintereinanderstehende Autos
Auttolschlüslsel: der; -s; ~ Schlüssel,
der die Tür des Autos anfschließt, das
Zündschloß betätigt
Aultolskoolter tgr.-englo der; -s; - a)
kleines, auf besonderen Flächen fah¬
rendes Auto auf einer Kirmes, einem
Jahrmarkt b) Fahrgeschäft mit Auto¬
skootern (a)
134
BA
Auttolstoop: <gr.> der; -s; -s Anhalten
von Autos, um mitgenommen zu wer¬
den
Aultolstrich: der; -(e)s; -e Straße o. ä.,
an der Prostituierte bereitstehen, um
sich Autofahrern anzubieten
Au|to|sug|ge|sti|on —* Au[to|sug|ges|-
tijpn: <gr.-lat.> die; - ; -en Selbstbeein¬
flussung
Aultoltelletfon: das; -(e)s; -e Funktele¬
fon, Sprechgerät im Auto
Auttolunlfall: der; -(ejs; -Unfälle Zusam¬
menstoß von Autos; Anfahren eines
Gegenstandes, einer Person mit dem
Auto
Aultolverikehr. der; -(ejs; - Gesamtheit
der gerade fahrenden Kraftfahrzeu¬
gen
Aultolverileih: der; -(ejs; -e Geschäft,
Steife, in dem/an der Autos gemietet
werden können
Aultolwerklstatt: die; - ; -Werkstätten
(Gebäude als Sitz einer) Firma, die
Autos wieder funktionstüchtig macht
Aultolzoom: <gr.-engl.> das; -s; -s auto¬
matische Schärfeneinstellung bei Ka¬
meras
Auftolzulbelhön das; -(ejs; -e (PL s.j
Einzelteile eines Autos; Dinge, die zu
einem Auto gehören
autsch!: Interj. Ausruf bei plötzlichem
Schmerz
Avanjce: <fr.> /awaegßM/ die; • ; -n 1
[veralt.] a) Vorschuß auf eine Zahlung
b) erzielter Gewinn 2 jmdm. Avancen
machen: jmdm. (sexuelle) Angebote
machen
avan|cie|ren: </>.> /awangßiren/ avan¬
cierst; avanciertest; hast avanciert
aufrücken; vorankommen; höher¬
kommen
Avantjgaijde —> A|vant|gar)de: </r.>
/awanggart/ Gesamtheit von Vor¬
kämpfern für etw.
Avantgardist —> A|vant|garfdist </r.>
/awasggardißt/ der; -en; -en weibl.
AvantjgarjdBsbn —> A|vant|gar|dis|-
tin: die; ~ ; -nen Vorkämpfer(in) einer
neuen Idee
B/b: /be/ das; - u. [ugs.j -s; ~ u. [ugs.J
-s Schriftzeichen, zweiter Buchstabe
des deutschen Alphabets
B: Abk. 1 Bad(ezimmer) 2 <Schachfigur>
Bauer 3 <Baustoff> Betonkalk 4 <engl.>
(Flugzeugtypt Boeing 5 Bor = chemi¬
sches Element; leichtes Halbmetall 6
Breite 7 (Börse; Zusatz auf Kurszet¬
telm Brief = zum angegebenen Kurs
bestand nur ein Angebot, auf das
aber keine Nachfrage folgte 8 Bun¬
desstraße
avant|ga>jdi|stisch —» ajvant|gar|dis|-
tisch: /awa»ggardißtisch/ Adj. für
eine neue Idee kämpfend
avanjtil —» a)van|til: <lat.-it.> /awanti/
Interj. Los! Vönvärts! ~
Ave —*■ A|ve: <lat.> /awe/ das; ~ u. -s; -s
kurz für Ave-Maria = ein katholi¬
sches Gebet
Ave-Ma|ria —» A|ve-Majria: <lat.> l&v/e-l
das; - u. -s; - u. -s Märiengebet der
Katholiken
Avejnue —» Alvehme: <fr.> /awenü/ die;
- ; Avenuen jawenüjnj breite Pracht¬
straße
Averfsi|on —» A|verjsi|gn: <lat.-fr.>
/awersion/ die; - ; -en Abneigung ge¬
gen etw., jmdn.
Avis —» A|vis: <lat.-fr.> /awi/ der u. das;
-; - Benachrichtigung; Nachricht
avi|sie|ien —» a|vi|sie|ren: <lat.-it.-fr.>
/awisiren / a) benachrichtigen b) zuvor
ankündigen
Avo|ca|do/Avo|cajto —*• A|vo|ca|do/
A|vo|ca|to: <Indian. Spr.-span.> /awo-
kado bzw. äwokato/ die; -; -s birnen¬
förmige Frucht aus Südamerika mit
grün-schwarzer Außenhaut
AWACS: Abk. Airbome early warning
and control System = Frühwarnsy¬
stem der NATO
Axel —» A[xel: /akßel/ der; -s; - a)
männlicher Vorname b) bestimmter
Sprung im Eiskunstlauf
axi|al —> a(xi|al: <lat.> /akßial/ Adj. n.
stg. 1 in Achsenrichtung 2 <Med.>
dem zweiten Halswirbel angehörend
Axi|om —» A|xi|pm: <gr.-lat.> /akßiom/
das; -s; -e nicht beweisbarer Grund¬
satz mit absoluter Gültigkeit
Axio|maftik —> A(xi|o|maftilc <gr.-lat.>
/akßiomatik/ die; - ; - Lehre, die
Sachverhalte mit Axiomen beweist u.
definiert
axio|maftisch —> a|xl|o|maftisch: <gr.-
lat.i /akßiomatisch/ Adj. n. stg. 1 auf
Axiomen beruhend 2 unantastbar;
absolut wahr
Axt: /akßt/ die; - ; Äxte 1 Beil, Werk¬
zeug mit einem Stiel als Griff u. einer
B
b: Abk. 1 (Maßeinheit des Drucks bei
Gasen u. Flüssigkeiten, insbesondere
auch in der Wetterkunde; heute durch
Pascal ersetzt! bar 2 (Börse; Zusatz
auf Kurszetteln! bezahlt ( = alle Auf¬
träge sind ausgeführt) 3 (EDV! bit =
von tengl.y binary digit = Binärzei¬
chen, Binärziffer; kleinste Informati¬
onseinheit zur Darstellung von Daten
in einem Binärkode u. so kleinste In¬
formationseinheit in der EDV
breiten Schneide, das z. B. zum Fällen
von Bäumen benutzt wird 2 wie die,
eine Axt im Walde: [ugs.] sich nicht
gut, sondern grob, unsensibel beneh¬
men 3 die Axt im Haus(e) erspart den
Zimmermann: [ugs.; scherzh.j wenn
man selbst (handwerklich) geschickt
ist u. vieles selbst macht, braucht man
keinen Fachmann zu bezahlen
Axtjhleb: /akßt-/ der; -(ejs; -e Schlag
mit der Axt, einem Beil
Aya|tol|laft/Aja|t0i|lah —> A|ya(tol|lah/
A|ja|tol|lah: <pers.> /ajatolla/ der; - u.
-s; -s a) moslemischer, schiitischer Eh¬
rentitel b) Träger des Titels (Geistli¬
cher im schiitischen Islam)
AZ: Abk. 1 Abendzeitung 2 Aktenzei¬
chen 3 Asbestzement 4 Arbeitszeit
aZ: Abk. (Med.! allgemeiner Zustand
Az.: Abk. Aktenzeichen
Aza|lee/Aza|lie —» A|zajtee/A|za|)te:
<gr.-lat.> /azale6 u. azali«/ die; - ; -n
Strauchpflanze; Heidekrautgewächs
Azi|mut —* A|zi|mut <arab.> das u. der;
-s; -e (Astronomie! Winkelgröße zwi¬
schen Meridian u. Vertikalkreis
Az|te|ke: (Indian. Spr.> der; -n; -n weibl.
Az|te|kin: die; - ; -nen Mitglied eines
mexikanischen Indianerstammes, der
in der frühen Neuzeit eine Hochkul¬
tur entwickelt hat
Az|te|ken|reich: das; -(ejs; - politisch,
kulturell von den Azteken geprägtes
Gebiet, Reich vor der Zerstörung
durch die Spanier
Azu|bi —* A|zu|bi: Kurzw. der; -s; -s
Auszubildende(r) = Lehrling
azuijblau —► a|zurjbtau: Adj. n. stg.
himmelblau
AZV: Abk. 1 Arbeitszeitverkürzung 2
Arbeitszeitverordnung
azy|klisch —» a|zy|k|lisch: <gr.-lat.>
/azüklisch/ Adj. n. stg. nicht regelmä¬
ßig auftretend, Am.: zyklisch
Az|zurjri: die (PI.) (ugs.j der deutschen
Pluralbildung angepaßt auch Az|zur|-
ris italienische Sportmannschaft "(u.
deren Fans)
B.: Abk. 1 Bad(ezimmer) 2 <Buchw.>
Band 3 (Musik! Baß 4 Breite 5 Burg
b.: Abk. 1 a)bei b) beim 2 bis
BA: Abk. 1 Bundesanstalt 2 Bundesan¬
stalt für Arbeit 3 Bankenabkommen
4 Bauamt 5 Bergakademie 6 Berufs¬
ausbildung 7 <engl.> British Airways
= eine Fluggesellschaft 8 a) Bundes¬
anwalt b) Bundesanwaltschaft 8 <Ei-
senb.! Betriebsamt 10 Bundesamt 11
Besuchsantrag 12 Beschaffungsauf¬
trag
135
Ba
Ba: Abk. Barium = chemisches Ele¬
ment, Nichtmetall
bab|beln: babbelst; babbeltest; hast
gebabbelt a) <Kleinkind> unverständ¬
lich reden bj dummes Zeug reden »Du
babbelst nur Mist.«
Bajbel: das; -s; - 1 <Bibel> Ort der Sünde
2 Stadt, in der viele verschiedene
Sprachen gesprochen werden
Ba|by: <engh /bebi/ das; -s; -s u. Babies
—*nur noch Babys*— 1 neugebore¬
nes Kind, Säugling im ersten Jahr
nach der Geburt »Sie stillt ihr Baby.«
2 <übertr.) [häufig abwert.] Bezeich¬
nung für einen unselbständigen Men¬
schen 3 Kosename für einen geliebten
Menschen (oft eine Frau)
Ba|by|aus]stat|tung: /bebi-/ die; - ; -en
Kleidung u. Pflegematerial für ein
neugeborenes Kind
Balbytboom/Balbyfooont: <engb /bebi-/
der; -s; -s starkes, plötzliches Anstei¬
gen der Geburtenzahlen
Bajbytiahr: /bebi-/ das; -(e)s; -e 1 der
Mutter pro Kind für die Rente anzu¬
rechnendes Jahr 2 Jahr, in dem die
Mutter (od. der Vater) nach der Ge¬
burt des Kindes nicht arbeitet
ba|byflo|nisch: Adj. n. stg. ein Sprachge¬
wirr aufweisend
ba]by|sit|ten: /bebißitten/ babysittest;
babysittetest; hast babygesittet (meist
im Infinitiv gebraucht) auf ein Kind
aufpassen, während die Eltern nicht
zu Hause sind
Bajby|sit|ter. <engh /bebißitter/ der; -s;
- weibl. Ba|by)sit|te]rin: die; - ; -nen
Person, die auf Babies od. jüngere
Kinder aufpaßt, wenn die Eltern
nicht zu Hause sind
Ba[by|speck: /bebi-/ der; -s; - [ugs.]
Fettpolster im Körper von kleinen
Kindern, die sich teilweise bis zur Pu¬
bertät erhalten
Ba|by|strich: /bebi-/ der; -(e)s; -e a) o.
PI. Prostitution von meist weiblichen
Minderjährigen (auf der Straße) b)
Ort, an dem viele mindeijährige Pro¬
stituierte auf Freier, Kunden warten
Ba|by|zel|le: /bebi-/ die; - ; -n kleine
Batterie
Bac|chus: <gr.-lat.> /bachus u. backus/
der; - ; - (meist o. Art. gebraucht)
Gott des Weines
Bach: der; -(e)s; Bäche 1 kleiner(s)
Wasserlauf, Fluß, Rinnsal 2 den
Bach hinuntergehen: [ugs.] nach u.
nach (finanziell, wirtschaftlich) rui¬
niert sein »Der kleine Laden wird auch
bald den Bach hinuntergehen.« 3 einen
Bach, ein Bächlein machen: [famili¬
är; verhüll.] die Blase entleeren; uri¬
nieren; Ham ablassen »Der Kleine
muß schnell mal ein Bächlein machen.«
4 Viele Bächlein ergeben einen
Bach: viele kleine Dinge, Teile o. ä.
ergeben ein Großes, ein Ganzes
Bach|bett: das; -(e)s; -en u. -e Unter¬
grund, auf dem ein Bach, kleiner
Wasserlauf fließt od. floß
Ba|che: die; - ; -n weibliches Wild¬
schwein
Bach|fo(rei|le: die; ~ / -n in fließenden
Gewässern lebender, eßbarer Sü߬
wasserfisch
Bgch|lein: das; -s; ~ kleiner Bach, Was-
lerlauf
Bach|stel|ze: die; ~ ; -n schwarz-weißer
Singvogel, der in der Nähe des Was¬
sers lebt
Back|aro]ma —* Back|a|ro|ma: das; -s;
-aromen künstlich hergestellte Back¬
zutat, die dem Kuchen einen be¬
stimmten Geruch u. Geschmack gibt,
wie z. B. Rum-, Orangenaroma
Back|blech: das; -(e)s; -e zum Backen,
als Unterlage im Ofen benutztes dün¬
nes Metallbrett
Back|bord: das; -(e)s; - linke Seite eines
Schiffes od. Flugzeuges (in Fahrt-
bzw. Flugrichtung)
backfbords: Adv. links, sich auf die lin-
"ke Seite eines Schiffes od. Flugzeuges
beziehend (in Fahrt- bzw. Flugrich¬
tung)
Backe (Bak|ke —> Bajcke): die; - : -n
1 Teil des Gesäßes links bzw. rechts
der Einkerbung »Er hat eine Verlet¬
zung an der linken Backe.« 2 [ugs.]
Wange; Gesichtsteil links u. rechts
der Nase »Ich habe eine dicke Backe.«
3 Seitenteil eines Schrankes o. ä. 4
sich etw. von der Backe putzen,
schmieren können: [ugs.] nicht mehr
mit etw. rechnen, nicht mehr auf etw.
hoffen dürfen »Noch ein freches Wort,
u. du kannst dir den Kinobesuch heute
abend von der Backe putzen,'« 5 über
beide, alle vier Backen grinsen,
strahlen: eine frohe, strahlende
Miene machen »Die Lausejungen ha¬
ben doch einen S Worüber freust du
dich so? Du strahlst ja über alle vier
Backen.« 6 etw. auf einer, auf der lin¬
ken Backe absitzen: [ugs.] eine Strafe
(im Gefängnis) ohne sich viel daraus
zu machen hinter sich bringen
backen (bak|ken —> ba|cken): backst/
bäckst; backtestjbuk(e)st; hast ge¬
backen etw. durch Hitzeeinwirkung
im Ofen garen »Ich backe einen Ku¬
chen.«
Backen|bart (Bak|ken[bart —* Ba|-
cken|bart): der; -(e)s; -barte Bart, bei
dem die Haare nur an den Wangen
lang, an Kinn u. Oberlippe aber abra¬
siert sind
Backen|kno|chen (Bak|ken|knojchen
Ba|cken|kno|chen): der; -s; -
Knochen im Gesicht, über den sich
Muskeln u. Haut der Wangen span¬
nen
Backen]talsche (Bak)ken|ta|sche —»
Ba|cken)ta|sche): die; -; -n Ausbuch¬
tung der Wangen, in der manche Na¬
ger ihre Vorräte sammeln »Der Ham¬
ster hatte seine Backentasche voller
Nüsse.«
Backenzahn (Bak|ken|zahn —» Baj-
'cken(zahn): der; -(e)s; -zähne Mahl¬
zahn zur Zerkleinerung von Nah¬
rungsmitteln
Bäcker (Bjik|ker —*■ Bä|cker): der; -s; -
weibl. Bäcke|rin (Bäk|ke|rin —* Bäj-
ckejrin): die; -; -nen 1 Person, die (be¬
ruflich) Brot, Brötchen o. ä. herstellt
»Ich will Bäcker werden.« 2 [ugs.]
Bäckerei; Geschäft, in dem Backwa¬
ren, Konditoreiwaren verkauft wer¬
den
Bäcke[rei (Bäk|ke|rei —» Bä|cke|rei):
die; - ; -en a) Werkstatt, in der Back¬
waren hergestellt werden b) Geschäft,
in dem Backwaren verkauft werden
Bäcker|mei|ster (Bäk[ker(mei|ster —*
"Bä|cker|meis(ter): der; -s; - weibl.
Bäcker|mei|ste|rin —* Bä|cker[-
meisttejrin: die; -; -nen Person, die ih¬
ren Meister im Bäckerhandwerk ge¬
macht hat
Backform: die; • ; -en Behälter aus Me¬
tall od. Keramik, in dem Kuchen o. ä.
gebacken wird
Back|gam|mon: <engh /bäckgämmen/
das; -s; - (PI. nur in der Form Back¬
gammonspiele) ein Brettwürfelspiel
Back|ground: <engl.> /bäck(g)raunt/
der; -s; -s a) Hintergrund b) geistige
Umgebung, Herkunft »Der Back¬
ground ist Jur das Verhalten einer Per¬
son oftmals entscheidend.«
Back|hähn|chen: das; -s; - <Speise> pa¬
nierter, in Fett gebackener, gebrate¬
ner Hahn
Back|obsfc das; -(e)s; - getrocknetes
Obst
Backjofen —* Back|o|fen: der; -s; -Öfen
(elektrisches) Küchengerät, Teil eines
Kochherdes, in dem Lebensmittel
(oft Kuchen) durch Hitze gegart wer¬
den
Backjpfei|fe: die; - ; -n Schlag auf die
Wange mit der flachen Hand »Sie gab
ihm eine Backpfeife.« Syn.: Ohrfeige
back[pfeiffen: backpfeifst; backpfeif-
lest; hast gebackpfeift jmdm. eine
Ohrfeige, einen Schlag mit der fla¬
chen Hand ins Gesicht geben
Back|pfei|fen|ge{sicht: das; -(e)s; -er
dumm erscheinendes, aussehendes
Gesicht, in das man am liebsten schla¬
gen würde
Back|pflau|me: die; - ; -n getrocknete
Pflaume
Back]pul|ver: das; -s; - chemisches Mit¬
tel, welches bewirkt, daß Kuchen auf¬
geht
Back|röh|re: die; - ; -n Ofen zum Bak-
ken »Ich schiebe den Kuchen jetzt für
eine Stunde in die Backröhre.«
Back(stein: der; -(e)s; -e Ziegel zum
Bau eines Hauses od. ä.
Back|stein|go|tik: die; - : - <Archit.»
norddeutsche Ausprägung der Gotik,
die sich durch die Verwendung von
Backsteinen auszeichnet
Back|stu|be: die; - ; -n Teil einer Bäcke¬
rei, in dem die Öfen stehen
Backtrog: der;-(e)s; -tröge Holzgefäß,
in dem Brotteig zubereitet wird
Back|wa|re: die; - ; -n vom Bäcker her¬
gestelltes Produkt aus Teig
Bajcon: <engh /be'k'n/ der; -s; - (Früh-
stücks-)Schinken
Bad: das; -(e)s; Bäder 1 kurz für Bade¬
zimmer = Raum, in dem sich Bade¬
wanne, Dusche, Waschbecken, Toi¬
lette o. ä. befinden 2 Ort (oft als Zu¬
satz, Bestandteil eines Städtena¬
mens), in den man zur Erholung
fährt, in dem heilende Bäder verab¬
reicht werden »Bad Neuenahr ♦Bad
Homburg« 3 ein Bad nehmen: 1. das
Liegen, Sichwaschen in einer mit
Wasser (u. häufig einem Schaum- u./
od. Duftzusatz) gefüllten Badewanne
2. das Schwimmen o. ä. in einem Ge¬
wässer, Schwimmbecken
Bajde|an|zug: der; -(e)s; -anzüge eintei¬
liges Kleidungsstück (meist für Frau¬
en) beim Schwimmen
136
Bahnstation
Ba|de|gast: der; -(e)s; -gäste 1 Besuche¬
rin) eines Schwimmbades 2 Besuche¬
rin) in einem Kurbadeort
Bajde(ho|se: die; - ; -n Hose, die von
Männern beim Schwimmen u. Son¬
nen getragen wird
Ba|de|kap|pe: die; - ; -n wasser¬
undurchlässige, sehr enganliegende
Mütze, die das Naßwerden der Haare
beim Schwimmen verhindert
Ba]de|man|tel: der; -s; -mäntel (oftmals
aus Frottee bestehendes) Kleidungs¬
stück, das vor od. nach dem Baden,
Schwimmen od. Duschen getragen
wird
Ba|de|tnatjte: die; - ; -n kleiner Teppich
im Badezimmer
Ba|de|inei|ster —► Ba|de|meis|ter: der;
-s; - weibl. Ba|de|mei|ste|rin —* Ba|-
de|meisjte|rin: die; - ; -nen Person,
die in einem öffentlichen Schwimm¬
bad die Aufsicht führt
Ba|de(miittze: die; - / -n wasserun¬
durchlässige, sehr enganliegende
Kappe, die das Naßwerden der Haare
beim Schwimmen verhindert
bajden: badest; badetest; hast gebadet 1
in der Badewanne ein säuberndes,
entspannendes Bad nehmen; sich,
jmdm. ein (heilendes) Bad verabrei¬
chen »Ich bade jeden Morgen ihr
Baby.« 2 in einem Gewässer od. in ei¬
ner Badeanstalt, einem Schwimmbad
schwimmen »Im Sommer gehen wir
wieder im See baden.« 3 (als Kind) zu
heiB gebadet worden sein: [ugs.]
nicht ganz normal sein 4 baden
gehen: (ugs.) mit etw. erfolglos sein
(eine Enttäuschung, einen Fehlschlag
o. ä. hinnehmen müssen) »Er ist mit
seinen Plänen ganz schön baden gegan¬
gen.«
Bajde|ner: der; -s; - weibl. Ba|de|ne|rin:
die; - ; -nen Einwohnerin) von Baden
Ba|den|sen der; -s; - weibl. Ba|dert|se|-
rin: die; - ; -nen [manchmal abwert.]
Einwohnerin) von Baden
Bajden-Würtjtem|berg: o. Art. (Bun-
des-)Land im Südwesten der Bundes¬
republik Deutschland
Ba|de|sa)chen: die (PI.) alle Dinge, Zu¬
behör, die/das man zum Schwimmen,
Sonnen benötigt, wie Handtücher,
Badekleidung od. ä
Ba|de|salz: das; -es; -e wasserlöslicher
Badezusatz in kristalliner Form
Bajdejstrand: der;-fe)s; -strande Ufer¬
streifen, von dem aus man ins Wasser
gehen kann
Ba|de|tuch: das; -(e)s; -lücher großes
Handtuch
Ba]defwan|ne: die; - ; -n großes Gefäß
im Badezimmer, in das man Wasser
einlaufen läßt u. zum Baden, Wa¬
schen hineinsteigt
Ba]dejzeit: die; ~ ; -en Zeitraum, in dem
ein öffentliches Schwimmbad benutzt
werden darf
Ba]de|zeug: das; -(e)s; - Kleidung u.
Handtücher, die man zum Schwim¬
men, Baden benötigt
Ba|de|zim|mer: das; -s; - Zimmer in¬
nerhalb einer Wohnung, in dem sich
ein Waschbecken, die Badewanne u./
od. die Dusche sowie meist auch eine
Toilette befindet
Ba|de|zu|satz: der; -es; -zusätze duften¬
de Beigabe zum Badewasser
ba|disch: Adj. n. stg. der Landschaft
Baden zuzuordnen
Bad|mm|ton: <engl.> /batmintm/ das; -s;
- dem Federball ähnliches Spiel
baffc Adj. baffer; baff(e)ste [ugs.] völlig
überrascht, erstaunt »Ich war ganz
baff über sein Kommen.«
Ba|fög/BAföQ: Kurzw. das; -s; - Bun¬
desausbildungsförderungsgesetz =
(monatlich erfolgende) Zahlungen an
Studenten nach dem Bundesausbil¬
dungsförderungsgesetz zur Ausbil¬
dungsunterstützung
Ba|ga]ge: <fr.i /bagaseh6/ die; ~ ; -1 [ab¬
wert.) Gruppe von Menschen, die
imd. nicht als angenehm empfindet 2
[veralt.] Reisegepäck
Ba|ga]tel|le: <lat.-it.-fro die; - ; -n unbe¬
deutende Kleinigkeit »Reg dick doch
nicht wegen jeder Bagatelle so auß«
Ba|ga|tel(ffall: der; -(e)s; -fälle a) un¬
wichtiges Ereignis b) unbedeutende
Straftat
ba|ga|tel|li|sie|ren: dat.-it.-fro bagatelli¬
sierst; bagatellisiertest; hast bagatelli¬
siert etw. als unwichtiger darstellen,
als es wirklich ist
Ba|ga|tell|scha|den: der; -s; -schaden
(bei einem Unfall aufgetretener) un¬
bedeutender Schaden .
Bag|dad: o. Art.; -s; - Hauptstadt des
Irak
Bag|gen der; -s; - großes Gerät zum
Schaufeln von Erde; Kraft-, Baufahr¬
zeug mit einer Vorrichtung zum
Schaufeln »Für die Ausschachtmgsar-
beiten wurden Bagger eingesetzt.«
Bag|ger]füh|reR der; -s; - weibl. Bag|-
geijfiihjrejrin: die; - ; -nen Person, die
(beruflich) einen Bagger bedient
bagjgern: baggerst; baggertest: hast ge¬
baggert 1 mit einem Bagger Erde be¬
wegen 2 [ugs.] mit jmdm. heftig flirten
3 <Sport; Volleyball) einen tief an¬
kommenden Ball mit den Unterar¬
men nach oben spielen
Bag|ger|see: der; -s; -n künstlich ausge¬
hobener See
Ba|guette: dal.-it.-fro /bagett/ die; • ; -n
u. [dt. üblicher] das; -s; -s französi¬
sches Stangenweißbrot »Ich habe Ba¬
guette u. Käse zum Abendbrot ge¬
kauft.«
Bahn: die; ~ ; -en 1 kurz für Eisenbahn
od. Straßenbahn » Wir fahren mit der
Bahn nach Italien.« 2 breiter Streifen
eines Materials »Der Stoff wird in 90
cm breiten Bahnen geliefert.« 3 <Sport>
abgeteilte, besonders vorbereitete,
ausgebaute Strecke »Rennbahn« 4
Strecke, die ein Himmelskörper zu¬
rücklegt »die Bahn der Sonne« 5 (be¬
nutzbarer) Weg »Die rechte (Fahr-)
Bahn wurde zeitweilig gesperrt.« 6 auf
der rechten/schiefen Bahn sein; auf
die rechte/schiefe Bahn geraten,
kommen: alles korrekt u. richtig tun/
auf Abwege geraten, kriminell wer¬
den 7 etw. in die richtige Bahn
lenken: bewirken, daß sich etw. wie
geplant entwickelt 8 jmdn. aus der
Bahn werfen: jmdn. aus seinem ge¬
wohnten Lebensrhythmus reißen 9
jmdm., einer Sache die Bahn ebnen:
[geh.] für jmdn., etw. alle Probleme,
Hindernisse entfernen u. ihn, es somit
fördern
Bahn|an|schlu8 —*■ Bahn|an|schluss:
der; -anschlusses; -anschlüsse Ver¬
kehrsverbindung mittels Eisenbahn
Bahn|aijbei)teR der; -s; - weibl. Bahn|-
ar|bei|te|rin: die; - ; -nen Person, die
an den Gleisanlagen arbeitet
Bahn|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Bahnbeamter:
eine Bahnbeamte; zwei Bahnbeamte)
weibl. auch Bahn|be|am|tin: die; - ;
•nen [veralt.] verbeamtete(r) Mitarbei¬
terin) einer Bahngesellschaft
bahn|bre|chend: Adj. besonders ein¬
drucksvoll u. für die Zukunft wichtig
»Auf diesem Gebiet erzielte er bahn¬
brechende Ergebnisse, Erfolge.«
Bähn|chen: das; -s; - kleine Bahn
Bahnjdamm: der; ~(e)s; -dämme er¬
höhte Strecke, auf der die Gleise ver¬
laufen
bah|nen: bahnst; bahntest; hast gebahnt
meist in der Wendung sich, jmdm.
einen Weg bahnen: 1. sich, jmdm.
räumlich einen Weg schaffen 2.
«ibertr.i jmdm., sich Schwierigkeiten
aus dem Weg räumen, Hindernisse
beseitigen
Bahnfahrt: die; - ; -en Reise, Fortbewe¬
gung mit dem Zug, der Eisenbahn,
Straßenbahn
Bghn|fracht: die; - ; -en mit der Eisen¬
bahn beförderte Güter
Bghnfhof: der; -(e)s; -höfe 1 (Gebäude
'an einer) Haltestation von Zügen (od.
Bussen, Straßenbahnen)» Wir bringen
dich zum Bahnhof.« 2 nur Bahnhof
verstehen: [ugs.] etw. falsch od. gar
nicht verstehen
Bahn|hofs|mis|si|on: die; - ; -en kirchli¬
che Einrichtung zur Betreuung Rei¬
sender (oftmals, nachdem diese in
Not geraten sind)
Bahn|hofs|re|stau|rant —» Bahnjhofsj-
re|s|tau|rant das; -s; -s Gaststätte, die
sich auf dem Gelände (meist in der
Bahnhofshalle) eines Bahnhofs befin¬
det
Bahn|hofs|vier|tel: das; -s; - Gebiet,
Stadtviertel, in dem sich der Bahnhof
befindet
Bahn|köijper: der; -s; - Gesamtheit der
Gleisanlagen
bahn|la|gernd: Adj. n. stg. mit der Bahn,
dem Zug verschickt u. in einem Bahn¬
hof zur Abholung bereitliegend
Bahn|li(nie: die; - / -n Strecke, auf der
eine Eisen- od. Straßenbahn regelmä¬
ßigverkehrt
Bahn]mei|ste|rei —> Bahn|meis|te|rei:
die; - ; -en technische Dienststelle für
die Erhaltung der Bahnanlagen
Bahn|po|li|zei: die; ~ ; - Polizeibeamte,
die für die Sicherheit auf Bahnhöfen
u. in Zügen verantwortlich sind
Bahn|rei|se: die; - / -n Reise mit der Ei¬
senbahn, dem Zug »Bahnreisen sind
heute oft nicht viel billiger als Flugrei¬
sen.«
Bahn|schran|ke: die; - ; -n bewegliche
"Sperre, die dem Zug die Gleise frei¬
hält, so daß er ungehindert vom Au¬
toverkehr passieren kann
8ahn|schwel|le: die; - ; -n Holz- od.
"Metallbohle, auf der die Schienen be¬
festigt sind
Bahn|sta|ti|on: die; ; -en Haltepunkt
von Zügen
137
Bahnsteig
Bahnfsteig: der; -(e)s; -e Weg, Platt¬
form neben den Gleisen, von der aus
die Benutzer die Züge besteigen kön¬
nen »Wir begleiten die Tante bis auf
den Bahnsteig.«
Bahn|steig|kan|te: die; - ; -n Rand der
Plattform eines Bahnsteigs
Bahn|über|gang —* Bahn|ü|ber|gang:
der; -(e)s; -Übergänge (mit einer
Schranke versehene) Kreuzung zwi¬
schen Straße u. Gleis
Bahn|ver|bin|dung: die; - / -en (Kombi¬
nation der) Züge, die zu einem be¬
stimmten Ort fahren
Bah|rain: o. Art.; -s; • Scheichtum am
Persischen Golf
Bajhre: die; ~ ; -n Trage für einen Kran¬
ken od. Toten »Die Krankenpfleger
trugen ihn auf der Bahre hinaus.«
Bahrjtuch: das; -(e)s; -tücher Tuch für
die Totenbahre
Bai: dal.-fr.> die; -; -en Meeresbucht
bayrisch: Adj. n. stg. dem Land Bayern
zuzuordnen, Syn.: bay(e)risch
Bai|ser. dat.-fra /bäse/ das; -s; -s süßes
Schaumgebäck aus Zucker u. Eiweiß
Baisjse: dal.-fr.t /bäßtö/ die; ~ ; -n
<Börse> Flaute im Aktienmarkt; Fal¬
len der Börsenkurse
Ba|jo|nett: </r.> das; -(e)s; -e Tötungsin¬
strument; Waffe mit einer an dem Ge¬
wehr angebrachten Spitze, Stichwaffe
für den Nahkampf; Seitengewehr
»das Bajonett aufein Gewehr auf pflan¬
zen«
ba|ju|wg[risch: Adj. n. slg. bayrisch, den
Bayern zuzuordnen
Ba|ke: die; - ; -n 1 Schild, Tafel, Zeichen
zur Ankündigung eines Bahnüber¬
gangs, einer Autobahnauffahrt »Vor
der Bake darf man nicht parken.« 2
Orientierungszeichen in der (Luft-)
Schiffahrt
Ba|ke|lit: (Warenzeichen) das; -s; -
Kunststoff, der aus Harzen herge¬
stellt ist
Bak|schisch: das; -(e)s; -e Trinkgeld,
kleinere Geldgabe für Leistungen o.
ä. (besonders in orientalischen Län¬
dern)
Bakt.: Abk. 1 Bakterie(n) = Kleinstle-
bewesen 2 Bakteriologie = Lehre von
der Erforschung der Bakterien
bakt: Abk. 1 bakteriell = durch Bakte¬
rien hervorgerufen 2 bakteriologisch
Bak|te]rie: igr.-lat.t /baktgri'/ die; - ; -n
<Bio.; Med.> Einzeller; Kleinstlebewe-
sen, das oft auch Krankheitserreger
ist
bak|te|ri|ell: Adj. n. stg. <Bio.; Med.)
durch Bakterien hervorgerufen »Sie
hat eine bakterielle Darminfektion.«
bak|te|ri|en|be|stän|dig: Adj. n. stg. ge¬
gen Bakterien immun, widerstandsfä¬
hig
Bak|te|ri|en|kul|tur: die; - ; -en künstlich
gezüchtete Bakterien
Bak|te|rio|lg|ge —* Bak|te|ri|o|lo|ge:
<gr.-lat.> der; -n; -n weibl Bak|te|rio|-
lojgin —* Bakjte|ri|o|lo|gin: die; - ;
-nen Person, die sich mit Bakterien
wissenschaftlich beschäftigt
Bakjte|rio|lo|gie —> Bak|te|ri|o|lo|gie:
die; - ; - Wissenschaft von den Bakte¬
rien
bakjte|rio|lg|gisch —* bak|te|ri|o|lg|-
gisch: Adj. n. stg. <Bio.; Med.) die Er¬
forschung der Bakterien betreffend
Bak|te|ri|zid: das; -(e)s; -e Mittel, das
Bakterien abtötet
B. a. L.: Abk. Beamter, Beamtin auf Le¬
benszeit
Ba|la|layka: <russ.> die; - ; -s u.
Balalaiken russisches Saiteninstru¬
ment mit drei Saiten
Ba|lan|ce: <lat.-fr.> /bala«gß<e)/ die; -; -n
Gleichgewicht »Es gelang mir nicht,
die Balance zu halten.«
ba|lan|cie|ren: </r.) /balangßiren u.
balasgßiren/ balancierst; balancier¬
test; hastibist balanciert a) beim Ge¬
hen über etw. das Gleichgewicht zu
halten versuchen »Der Akrobat balan¬
cierte über das Hochseil.« b) etw. im
Gleichgewicht zu halten versuchen
bald: Adv. in Kürze; nach einer kurzen,
kürzeren Zeit, die aber noch nicht ge¬
nau bestimmt ist »Bald kommt der
Frühling.«
Bal|da|chin: <it.> der; -s; -e Betthimmel;
Thronhimmel; Schirmdach, auch
tragbar »Das Bett hatte einen großen
Baldachin.«
Bäl|de: in der Wendung in Bälde: [geh.]
in nächster Zukunft; in kurzer Zeit
bal|dig: Adj. bald erfolgend; in naher
Zukunft geschehend »In Erwartung
Ihrer baldigen Antwort verbleibe ich
mitfreundlichen Grüßen.«
Bal|dri|an —» Bal|d|ri|an: der; -s; -e a)
Pflanze, aus deren Wurzeln ein ner¬
venberuhigendes Öl gewonnen wird
b) Öl aus den Wurzeln des Baldrians
Ba|lea|ren —» Ba|le|a|ren: die (PI.) die
zu Spanien gehörenden Mittelmeerin¬
seln Mallorca, Menorca, Ibiza u. For-
mentera
Balg: das u. der; -(e)s; Bälge(r) [ab¬
wert.] (unartiges) kleines Kind
»Schickt die Bälger zum Spielen
raus!«
Balg: der; -(e)s; Bälge 1 Haut, Fell ei¬
nes Tieres »Er zog dem Tier den Balg
ab.« 2 [scherzh.] Körper des Men¬
schen 3 Druckluft erzeugendes Gerät
»Er trat die Bälge der Orgel.« 4 jmdm.
auf den Balg rücken: [ugs.] jmdn. un¬
ter Druck setzen, ihn bedrängen
bal|gen, sich: balgst dich; balgtest dich;
hast dich gebalgt [scherzh.] sich mit
jmdm. schlagen, prügeln »Die jungen
Kätzchen balgten sich.«
Bal|ge|re|: die; - ; -en harmlose, scherz¬
hafte Schlägerei
Ba|li|ne|se: der; -n; -n weibl. Ba|li|ne|sin:
die; - ; -nen Einwohnerin) der asiati¬
schen Insel Bali
Balk.: Abk. Balkon
Bal|kan: der; -s; - a) Halbinsel in Süd¬
osteuropa b) Gebirge in Südosteuro¬
pa .
Bj|l|kan|halb|in|sel: die; - ; - Halbinsel
in Südosteuropa
Bal|ken: der; -s; - 1 dicker Stab (aus
Holz) zum Abstützen von etw. »Die
Decken enthielten riesige Balken.« 2
kurz für Schwebebalken = ein Kunst¬
turngerät 3 <Musik> Querstrich, der
Notenhälse verbindet
Bal|ken|decke (Ba|lken|dek|ke —>
Bal|ken|de|cke): die; - ; -n Zimmer¬
decke mit sichtbaren Holzbohlen
Bal|kenjkon|struk|ti]on —* Bal|ken|-
kon|sjt|ruk|ti|on: die; - ; -en Gerüst,
Konstruktion aus Balken, Bohlen
Bal|ken|überjschrift —» Bal|ken|ü|ber[-
schrift: die; - ; -en Schlagzeile, Über¬
schrift, die in dicken Buchstaben ge¬
druckt ist
Bal|ken|waa|ge: die; ~ / -n Waage mit
zwei Armen, von denen jeweils einer
das Gewicht u. einer die zu wiegende
Ware aufnimmt
Bal|kon: </r.> /balkong, balkong u.
balkon/ der; -s; -su.-e 1 vorspringen¬
der, mit einer Brüstung gesicherter
Teil eines Hauses im Freien, der nur
von der Wohnung aus begehbar ist
»Die Wohnung hat einen Balkon zur
Südseite.« 2 (Theater; Kino> Empore
Bal|kon|ka|sten —* Bal|kon|kasften:
fr.; dt.> /balkong-, balkong- u.
balkon-/ der; -s; -kästen Blumenka¬
sten für die Balkonbrüstung
Ball: der; -(e)s; Bälle 1 runder, kugeli¬
ger (luftgefüllter) Gegenstand für den
Sport u. zum Spielen »Fußball; Hart¬
gummiball« 2 festliche Tanzveranstal¬
tung j» Wir gehen auf einen Ball.« 3 am
Ball sein, bleiben: [ugs.] geschäfts¬
tüchtig, konkurrenzfähig, aktiv o. ä.
sein, bleiben 4 (sich) die Bälle zuwer¬
fen, Zuspielen: sich gegenseitig zu
Vorteilen verhelfen
Ball.: Abk. 1 Ballade = Erzählgedicht
in Strophenform 2 Ballett 3 Ballistik
= Lehre von der Flugbahn von Ge¬
schossen
bal|la(bal|!a): Adj. n. stg. [ugs.; salopp]
verrückt; nicht sehr intelligent »Du
bist ja ballaballa.«
Ball|ab|ga|be: die; - ; -n (Sport) Weiter¬
gabe des Balles bei einem Ballspiel (z.
B. beim Fußball)
Bal|la]de: <lat.-engh die; ~ ; -n (Litera-
turwiss.) lyrische Textsorte; längeres
Gedicht mit (oft tragischer) Hand¬
lung »eine Ballade lesen«
bal|ta|den|haft: Adj. n. stg. (Literatur-
wiss.) in der Art einer Ballade
Bal|la|den|stoff: der; -(e)s; -e (Litera-
turwiss.) Stoff, der für die Literatur¬
form der Ballade geeignet wäre, ist
bal|la|deslc Adj. n. stg. (Literaturwiss.)
in derArt einer Ballade
Ball[an|nah|me: die; - ; -n (Sport) Entge¬
gennehmen des Balles in einem Ball¬
spiel (z. B. beim Fußball)
Bal|last/Bal|last: der; -(e)s; -e (PI. s.)
a) überflüssige Last b) zusätzlich als
Gewichtsausgleich mitgeführte Last
Bal|last|stoff/Bal|last|stoff: der; -(e)s;
-e (Bio.) für den Körper nicht verwert¬
barer Bestandteil der Nahrung
Bäll|chen: das; -s; ~ kleiner Ball
Bal|len: der; -s; - 1 in runder Form ge¬
packter od. gerollter Gegenstand
»Strohballen; Stoffballen« 2 kurz für
Wurzelballen = zu einer Kugel zu¬
sammengewachsene Wurzel einer
Pflanze 3 von Muskeln gebildete Ver¬
dickung an der Innenseite von Füßen
u. Händen beim Menschen »Hand¬
ballen«
balflen: ballst; balltest; hast geballt
(Faust) die Finger zum, in den Hand¬
teller ziehen
Bal|le|ri|na: <it.> die; - ; Ballerinen (So-
lo-)Tänzerin beim Ballett »Die Balle¬
rina tanzt gleich ein Solo.«
Bal|le|ri]na: die; - ; -s (m. PI.) Schuhe
ohne od. mit großen, sehr flachen Ab¬
sätzen »bequeme Ballerinas anziehen«
138
Band
Bal[ler|mann: der; -(e)s; Ballermänner
[ugs.J Handfeuerwaffe
balllern: ballerst; ballertest; hast gebal¬
lert 1 mehrfach schießen 2 a) mit
Wucht gegen etw. schlagen »Er bal¬
lerte gegen die Tür.« b) mit Wucht auf
etw. auftreffen »Er ballerte gegen den
Baumstamm.« 3 [ugs.J reichlich Alko¬
hol trinken
Baljtett: </(.> das; -(e)s: -e 1 Ensemble
von Tänzern u. Tänzerinnen »Das
Ballett befindet sich auf Tournee.« 2
a) künstlerischer Tanz »modernes
Ballett« b) Werk des Balletts, künstle¬
rischen Tanzes
Bal|lettän[zer (Bal|lettftän|zer) —» im¬
mer mit ttt: Bal|lett|tän|zer/BalJlett-
Tän|zer: der; -s; - weibl. Bal|tettän|-
zejrin (Bal|lett|tän[ze|rin) —* Immer
mit ttt: Bal|)ettjtän)ze|rin/Ba1|lett-
Tan|ze|rin: die; - ; -nen Person, die
eine Ausbildung in klassischem Bal¬
lett hat, beim Ballett arbeitet
Bal|letjteu|se: /ballettös'/ die; - ; -n Bal¬
lettänzerin
Baljlettjkorps: /ballettkor/ das; - ; -
Gruppe derjenigen Ballettänzer, die
auf der Bühne den Rahmen für die
Solisten bilden
Bal|lgtt|mei|ster —» Balllgtt|meis|ter:
der; -s; - weibl. Bal|lgtt|mei|ste|rin
—* Bal|lett|meisjte|rin: die; - ; -nen
Ausbilder(in) in einem Ballett
Bal|lgtt|rat|te: die; - ; -n [ugs.J junges
Mädchen, junge Tänzerin, das/die für
das Ballett ausgebildet wird
—» Bal|lettttän[zer/Bal|lgtt|tän|ze|rin: s.
Ballettänzer/Ballettänzerin
—> Bal|lott-1än|zer/Bal|lett-15n|ze|rin:
s. Ballettänzer/Ballettänzerin
Ball|fuh|njng: die; - ; - <Sport> Art u.
Weise des Bewegens eines Balles in ei¬
nem Ballspiel durch einen Spieler,
eine Spielerin
bal([hor|ni|sig|ren: ballhornisierst; ball-
kornisiertest; hast ballhornisiert etw.
zu verbessern beabsichtigen u. dabei
verschlechtern, entstellen, Syn.: ver¬
ballhornen
Ba([t[jstik—* Bal|lis|tik: <gr.-lat.> die; - ;
- Lehre von "der Bewegung von
Schußkörpem
BaU|jun|ge: der; -n; -n weibl. Ball|mäd|-
chen: das; -s; - <Tennis> Kind, das die
Bälle aufsammelt
Ballkleid: das; -(e)s; -er elegantes, oft
bodenlanges, aufwendiges Kleid für
festliche Anlässe
Ballo|kal (Balljlokal —* immer mit 111:
'BaN|lo|kal7Ball-Lolkal): das; -(es); -e
Ort, Gaststätte, in der ein Ball veran¬
staltet wird
Bal|ign: <fr.> /ballong, ballong u. [beson¬
ders süddt., Schweiz, u. österr.J bal¬
lon/ der; -s; -s u. -e 1 mit Gas gefüllter
rundlich-ovaler Körper, der fliegen,
schweben kann »einen Ballon attfpu-
sten; mit einem Ballon fliegen; Luft¬
ballon« 2 einen, ein paar vor den Bal¬
lon kriegen: [ugs.; derb] einen od.
mehrere Schläge ins Gesicht od. an
den Kopf bekommen
Bal|lon|mütJze: /ballong-, baligag- u.
[besonders süddt., Schweiz, u. österr.J
ballon-/ die; - ; -n Hut, der in der
Form einem Ballon ähnelt
Ba(|lon|rei|fen: /ballong-, ballong- u.
[besonders süddt., Schweiz, u. österr.J
ballon-/ der; -s: - breiter Reifen für
Kraftfahrzeuge u. Fahrräder
Bal|lon|sei|de: /ballong-, ballong- u.
[besonders süddt., Schweiz, u. österr.J
ballon-/ die; ~ ; - haltbarer, glänzen¬
der Stoff für Ballons, Fallschirme o.
ä., der wasserabweisend ist
Bal|lon|sper|re: /ballong-, ballong- u.
[besonders süddt., Schweiz, u. österr.J
ballon-/ die; - ; -n <Milit.> in die Luft
hochgelassene Ballons, die feindliche
Fliegerangriffe behindern sollen
Batl(saal: der; -(e)s; -säle großer Raum,
in dem große Feste, Bälle abgehalten
werden
Ball|spiel: das; -(e)s; -e kindliches od.
professionelles Spiel mit einem Ball
Ball|tech|nik: die; - ; -en <Sport> Art u.
Weise des Umgangs mit einem Ball
im Spiel
Baljlung: die; - ; -en Anhäufung, Ver¬
richtung von etw. in einem bestimm¬
ten Zeitraum
Bal(lungs|raum: der; -(e)s; -räume Ge¬
biet, in dem besonders viele Men¬
schen auf engem Raum Zusammenle¬
ben
ball[ver|liebt: Adj. ballverliebter; ballver¬
liebteste <Sport> [ugs.J dazu neigend,
in einem Ballspiel den Ball nicht
rechtzeitig an einen Mitspieler abzu¬
geben
Baii|wech|sel: der; -s; - gegenseitiges
Zuspielen des Balles in einem Spiel
»Beim Tennis gibt es häufig spannende
Ballwechsel.«
Bal|sam: <hebr.-gr.-lat.> der; -s; -e (PI.
s.) 1 salbenähnliches, cremiges Ge¬
misch aus Harzen u. ätherischen Ölen
zur Linderung von Schmerzen, Ver¬
letzungen an Körperpartien »Reiben
Sie Ihr Knie mit Balsam ein.« 2
<übertr.> etw. Gesagtes o. ä. mit lin¬
dernder Wirkung auf die Psyche,
Seele »Das ist Balsam für mich, end¬
lich mal Anerkennung zu erfahren.«
bal(sa|mie|ren: balsamierst: balsamier¬
test; hast balsamiert eine Leiche mit
konservierenden Ölen einreiben
Bai|te: der; -en; -en weibl. Bal|tin: die; - ;
-nen Person, die im Baltikum lebt od.
dort geboren ist
Bal|ti|kum: das; -s; - aus Estland, Lett¬
land u. Litauen bestehendes Gebiet
an der Ostsee in Nordosteuropa
baljtisch: Adj. dem Baltikum zuzuord¬
nen
Ba|lu|stra|de Ba|lus|trajde: <fr.-it»
die; - ; -n Geländer, Brüstung, die
von kleinen Säulen gebildet, gestützt
wird
Balz: die; - ; -en t <Bio.> Paarung(szeit)
bestimmter (freilebender) Vögel »Im
Frühling sind viele Vögel in der Balz.«
2 Jagd auf balzende Vögel
ballen: balzt; bähte; hat gebalzt <Vo-
geb durch Lockrufe u. entsprechende
Bewegungen ein Weibchen anzulok-
ken versuchen
Balz|zeit: die; - ; -en Zeit, in der sich be¬
stimmte freilebende Vögel paaren
Bam|bi: das; -s; -s a) Name eines Reh¬
kitzes, das die Hauptfigur eines Zei¬
chentrickfilms darstellt b) [ugs.J klei¬
nes Reh; Rehkitz
Bam|bi)no: <it.> das; -s; -s u. Bambini
kleines Kind
Bam|bus: <malai.-nieder!» der; - u. -ses;
-se eßbare (sub)tropische Graspflanze
»eine Wand aus Bambus • In der chine¬
sischen Küche verwendet man oft Barn¬
bussprossen.«
Bam|bus|bär: der; -en; -en kleiner Bär
mit schwarzen Augenringen
Bam|bus|hüt)te: die; - ; -n kleines Haus,
bei dem Bambus als Baumaterial ver¬
wendet wird
Bam|bus|rohr: das; -(e)s; -e Stamm der
Bambuspflanze
Bam|bus|sproB —* Bam|bus|spross:
der; -sprosses; -sprossen Keimling der
Bambuspflanze
Bam|bus|vor|hang: der; -(e)s; -Vorhän¬
ge 1 aus Bambus hergestellter Vor¬
hang 2 <Pol.> [ugs.J Grenze zu den
kommunistischen Staaten in Südost¬
asien
Ba|mi-gojreng —*■ Ba|mi|go|reng:
<malab das; - u. -s; -s <Kochk.> aus
Indonesien stammendes Nudelge¬
richt
Bam|mel: der; -s; - a) [ugs.J mulmiges
Gefühl »Mein Bammel vor der Mathe¬
arbeit führte zu Brechreiz am Mor¬
gen.« Syn.: Angst; Furcht b) Bammel
haben: [ugs.; landsch.J sich vor etw.
od. jmdm. furchten »Wegen des
schlechten Zeugnisses halle er einen
mächtigen Bammel vor seinem Vater.«
bamjmeln: bammelst; bammeltest; hast
gebammelt [ugs.J baumeln; locker hin-
u. herschwingen
ba|na>: <fr.> Adj. ohne tiefgreifenden In¬
halt; nicht besonders, sondern eher
einfach strukturiert »Die Darstelllung
des Problems war zu banal.«
ba|na|li|sjejren: banalisierst; banalisier¬
test; hast banalisiert ein Ereignis o. ä.
unbedeutender darstellen, als es ange¬
messen ist; etw. in der Wichtigkeit
herunterspielen
Ba|na|liftit: </r.> die; - ; -en oberflächli¬
che Aussage
Ba(na|ne: <port.> die; - ; -n 1 a) in Dolden
wachsende, längliche, gebogene
Frucht mit einer gelben Schale b)
Pflanze, an der Bananen (a) wachsen
2 alles Banane: [ugs.; besonders
nordd.J alles in Ordnung, alles läuft
reibungslos 3 warum ist die Banane
krumm: manchmal ärgerliche, unwil¬
lige Reaktion auf eine Frage
Ba]najnen|damp|fer. der; -s; - Bananen
transportierendes Schiff
Ba|na|nen|flan|ke: die; - ; -n <Sport> an¬
geschnittene Flanke beim Fußball¬
spiel, bei der sich der Ball in einem
Bogen fortbewegt
Ba|na|nen|re|pu|blik —> Ba|na(nen|re|-
pu]b|lik: die; ~ ; -en <Pol.> 1 kleines,
mitteiamerikanisches Land, das von
landwirtschaftlichen Erzeugnissen
lebt u. von fremdem Kapital abhän¬
gig ist 2 [ugs.; abwert.] Staat mit Kor¬
ruption
Ba|na|nen|splib das; -s; -s <Kochk.> Des¬
sert aus Speiseeis, einer Banane,
Schlagsahne u. Schokoladensoße
Balnaulae: <gr.> der; -n; -n Person ohne
Verständnis, Sinn für geistige u.
künstlerische Dinge »Du bist ein Kul¬
turbanause.«
Band: der; -es; Bände 1 Buch »Sie las in
den Ferien einen langen Roman von
drei Bänden.« 2 Bände sprechen:
139
Band
[ugs.] vielsagend, sehr aufschlußreich
sein »Er sagte dazu nichts, aber sein
Blick sprach Bände.«
Band: <engh /bänt/ die; - ; -s Gruppe
von Musikern, die (moderne) Musik
spielen »Er spielt in einer Band.«
Band: das; -(e)s; Bänder 1 Streifen aus
Stoff o. ä., der das Haar zusammen¬
hält od. zur Zierde getragen wird »ein
Band ins Haar flechten« 2 langer
Streifen aus Kunststoff, auf dem mit
Hilfe technischer Geräte Sprache u.
Musik konserviert wird »ein Band
abspielen« 3 Transportmittel für
Gegenstände, die in verschiedenen
Schritten fertiggestellt werden; Flie߬
band »am Band arbeiten« 4 am lau¬
fenden Band: [ugs.] ununterbrochen;
ständig
Ban|da|ge: <fr.> /bandasehe/ die; - ;-n 1
fester Verband, derdem Schutz eines
Körperteils dient »Sie hat eine Banda¬
ge um das Handgelenk.« 2 mit harten
Bandagen kämpfen: mit allen Mit¬
teln, ohne Rücksicht Vorgehen,
kämpfen »ln diesem Geschäft wird mit
harten Bandagen gekämpft.«
ban|da|gie|ren: </>.> /bandasehiren/ ban¬
dagierst; bandagiertest; hast banda¬
giert einen festen Verband anlegen
»Du solltest den Oberschenkel banda¬
gieren.«
Band|auf|nah|me: die; - ; -n a) Auf¬
zeichnung, die mit einem Tonband
gemacht wird, wurde b) das Aufzeich¬
nen von Sprache od. Musik mit einem
Tonband
Band|brei|te: die; - ; -n (Streuung der)
Möglichkeiten, die für etw. bestehen,
die etw. hat
Bänd|chen: das; -s; - 1 schmales, klei¬
nes Band 2 kleines Buch, »ein Bänd¬
chen Gedichte«
Ban|de: </r.> die; - ; -n 1 Gruppe von
Personen, die kriminelle Absichten
verfolgt »eine Bande von Einbrechern«
2 Gruppe von Jugendlichen, die zu¬
sammen etw. unternimmt, was z. T.
nicht fan Sinne der Erwachsenen ist
Ban|de: fgerm.-fr» die; - ; -n 1 Begren¬
zung einer Sportarena »Sie prallte
beim Sprung gegen die Bande.« 2 <Phy¬
sik> Vielzahl eng benachbarter Speic-
trallinien
Bän|del: das; -s; - [Schweiz.] Bändchen;
schmales, kleines Band
—» Bän|del: s. Bendel
Ban|den|fuh|r«r der; -s; - weibl. Ban|-
den|füh|re|rin: die; - ; -nen Person, die
eine Gruppe von zusammengehöri¬
gen Verbrechern anführt
Ban|den|wertbung: die; • ; -en Reklame
an der Einfassung einer Spielfläche,
eines Sportfeldes
Ban|de|ro|le: üt.-fr.> die; - ; -n Band auf
steuerpflichtigen Waren mit dem
Steuerzeichen »Er entfernte die Ban¬
derole von der Zigarettenschachtel.«
Bän|derjriB —» Bän|der|riss: der; -ris¬
ses; -risse <Med.> Riß eines sehnen¬
ähnlichen Bindegewebsstranges
Bän|der|*er|rung: die; - ; -en <Med.>
Zerrung eines Bindegewebsstranges
»Bei dem Sturz hat sie sich eine Bän¬
derzerrung am rechten Knie zugezo¬
gen.«
Band]ge|ne|ra|ton der; -s; -en <Technik>
Generator zur Erzeugung sehr hoher
elektrischer Spannung, der besonders
in der Kernphysik eingesetzt, ange¬
wandt wird
Band|ge|schwin|dig|keit: die; - ; -en a)
Schnelligkeit, mit der ein Band wäh¬
rend einer Aufnahme o. ä. fortbewegt
wird b) Geschwindigkeit, Schnellig¬
keit, mit der ein Fließband betrieben
wird
bän|di|gen: bändigst; bändigtest; hast
gebändigt zum Gehorsam zwingen,
bringen; in die Schranken verweisen
»Das Mädchen konnte den großen
Hund kaum bändigen.«
Bän|di|gung: die; - ; -en das Zähmen
von etw. od.jmdm.
Ban|dit: <germ.-it.> der; -en; -en Person,
die ungesetzliche Handlungen (z. B.
Raub) begeht »Er ist ein Bandit.«
Band|lea|der: <engh /bäntlider/ der; -s;
- weibl. Band|lea|de|rin: die; - ; -nen
Leiterin) einer Musikgruppe
Band|maB: das; -es; -e Metermaß, das
man ausrollen kann
Bandjnujdel: die; - ; -n (m. PI.) lange,
breitere, bandförmige Nudel
Band|schei|be: die; ~ ; -n <Anat.> Knor¬
pelmasse zwischen zwei Rückenwir¬
beln
Band|schei|ben|scha|den: der; -s;
-schaden <Med.> Erkrankung (oft Ver¬
schiebung od. Abnutzung) der Band¬
scheibe
Band|wurm: der; -(e)s; -wärmer im
menschlichen u. tierischen Darm vor-
korttmender Schmarotzer
bang/ban|ge: Adj. banger/bänger; bang-
ste/bängste 1 mit ängstlichen, furcht¬
samen Gefühlen »ein banger Blick« 2
Bange haben: [familiär] sich fürchten
»Hab keine Bange, Vater wird schon
nicht böse sein.« 3 bange machen gilt
nicht —» Bange machen/Bange-
machen: [ugs.] du kannst mir keine
Angst machen »Du gehst mit zum
Zahnarzt! Bange machen gilt nicht!« 4
jmdm. wird bang u. bänger, banger:
[meist scherzh.] jmd. fürchtet sich im¬
mer mehr, wird immer ängstlicher 5
jmdm. angst u. bange machen —»
jmdm. Angst u. Bange machen:
jmdn. sehr ängstigen, erschrecken,
ihm große Furcht einjagen 6 jmdm.
ist angst u. bange: jmd. hat (große)
Angst
ban|gen: bangst; bangtest; hast gebangt
üm etw. od. jmdn. Angst haben; be¬
sorgt sein '
Ban|jo: <amerik.> /banjo u. bändseho/
das; -s; -s fünf- bis neunsaitiges Zupf¬
instrument mit rundem Klangkörper
Bank: die; -; Bänke 1 breites Sitzmöbel,
häufig mit Rückenlehne »Wir setzten
uns im Park auf eine Bank.« 2 hand¬
werkliches Gerät (in das etw. einge¬
spannt u. dann bearbeitet wird) »Er
arbeitet an der (Dreh-, Werk-)Bank.«
3 ä) rGeologi» fest zusammenhän¬
gende Gesteinsschicht b) fest zusam¬
menhängende Wolkendecke 4 Kolo¬
nie von Meereslebewesen »Austern¬
bank« 5 <Wette> unveränderter Tipp¬
schein »eine Bank wetten« 6 auf der
Bank sitzen: <Sport> nur Reservespie¬
ler sein 7 etw. auf die lange Bank
schieben: [ugs.] etw. vor sich her¬
schieben, es nicht sofort erledigen
»Du solltest den Arztbesuch nicht auf
die lange Bank schieben.« 8 durch die
Bank: [ugs.] ausnahmslos alle, alles
Bank: (germ.-it.> die; • ; -en Institut, das
Geldgeschäfte tätigt »sein Vermögen
zur Bank bringen«
Bank.: Abk. Bankrott = Zahlungsunfä¬
higkeit
bank.: Abk. bankrott = zahlungsunfä¬
hig
Bank|an|ge|stell|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Bankan¬
gestellter; eine Bankangestellte; zwei
Bankangestellte) Person, die bei ei¬
nem Kreditinstitut, einer Bank arbei¬
tet
Bank|an|wei|sung: die; - ; -en Auftrag
an eine Bank, einen Geldbetrag zu
überweisen od. auszuzahlen
Bank|auf|trag: der; -(e)s; -aufträge An¬
weisung an eine Bank zur Durchfüh¬
rung eines Geldgeschäftes
Bank|au|to|mat: der; -en; -en Maschine,
Computer, die/der in der Bank aufge¬
stellt ist u. an dem ein Kunde Geld
von seinem Konto holen, seinen Kon¬
tostand prüfen kann, indem er seine
Bankkarte einiesen läßt
Bank|be|voll|mäch|tig|te: der u. die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.: ein Bank¬
bevollmächtigter; eine Bankbevoll¬
mächtigte; zwei Bankbevollmächtigte )
Person, die bevollmächtigt ist, Bank¬
geschäfte in jmds. Namen durchzu¬
führen
Bänk|chen: das; -s; - kleine Sitzbank
Bank|dar|le)hen: das; -s; - Kredit, den
"eine Bank, ein Geldinstitut gewährt
Bank|de|pofc das; -s; -s Aufbewah¬
rungsort) für Wertpapiere, Aktien o.
ä. (die ein Kunde besitzt u. von seiner
Bank verwalten läßt)
Bank|di|rek|tor: der; -s; -en weibl.
~Bank|di|rek|to|rin: die; - ; -nen Leite¬
rin) eines Geldinstituts
Bank|ein|zug: der; -(e)s; -einzüge das
Einziehen, Einholen von Geldern von
einem Konto durch eine Bank (mit
der Erlaubnis des Kontoinhabers)
Bän|keljlied: das;-(e)s; -er einförmiges,
von einem Ereignis berichtendes Lied
(ursprünglich im Mittelalter)
Bän|kel|sang: der; -(e)s; - Gesamtheit
"der Bänkellieder; Typus des Bänkel-
liedes
Bän|kel|sän|ger: der; -s; - Bän|keljsän|-
ge|rln: die; - ; -nen Person, die ein
Bänkellied vorträgt
Ban|ken|krach: der; -(e)s, Bankenkrä-
che wirtschaftlicher Zusammenbruch .
eines, mehrerer od. aller Bankinsti¬
tute
Ban|ken tengh /banker u. bänker/ der;
-s; - weibl. [selten] Ban]ke|rin: die;
- ; -nen ausgebildete(r) Bankfachan-
gestellte(r); Bankkaufmann/-frau
Ban|kert: der; -s; -e [abwert.; veralt.] un¬
eheliches Kind »Sie brachte einen
Bankert mit in die Ehe.«
Ban|kett: </r.> das; -(e)s; -e/Ban|ket]te:
die; • ; -n (befestigter) Randstreifen
einer Straße »Das Bankett/die Ban¬
kette ist nicht befahrbar.«
Ban|kett: <germ.-it.> das; -(e)s; -e
großes Festessen
Ban|ket[te: <fr.> die; -; -n/Banjkett: das;
-(e)s; -e Straßenrandstreifen, der
etw. erhöht ist
140
Bardepot
Bankffach: das; -(e)s; -jacher 1 Bank¬
schließfach 2 o. PL Bereich, auf den
sich ein Bankfachmann spezialisiert
hat
Bankjfei|erjtag: der; -(e)s; -e Tag inner¬
halb der Woche, Werktag, an dem
eine Bank nicht öffnet (die meisten
anderen Wirtschaftsunternehmen
aber nicht schließen)
Bank]ge|heim|nis: das; -ses; - Verpflich¬
tung für eine Bank, einen Bankange¬
stellten, Informationen über Kunden
u. Geschäfte streng vertraulich zu be¬
handeln »Sie haben das Bankgeheim¬
nisgebrochen.«
Bank|hal|ter. der; -s; - weibl. Bankjhal|-
tejrin: die; - ; -nen <Glücksspiel> jmd.,
der ein öffentliches Glücksspiel leitet,
die Spielereinsätze verwaltet u. gegen
alle anderen Spieler antritt
Ban|kier. tgerm.-it.-fro /bankje/ der; -s;
-s Person, die Geldgeschäfte als Vor¬
stand, Eigentümer, Mitglied einer
Bank betreibt; Eigentümer, Vorsit¬
zender einer Bank
Banjking: tenglo jbänking/ das; - u. -s; -
Bankwesen; Bankgeschäfte
Bank|kauf|mann: der; -(e)s; -kaufmän¬
ner u. -kaußeute Bank|kauf|frau:
weibl. die; - ; -en Person, die eine
Banklehre od. gleichwertige Ausbil¬
dung abgeschlossen hat
Bankjlett|zahl: die; - ; -en Ziffemfolge,.
die im Zahlungsverkehr ein bestimm¬
tes Kreditinstitut bezeichnet
Bank|nach|bar der; -n u. -s; -n weibl.
Bank|nach|ba|rin: die; - ; -nen Person,
die neben jjmdm. sitzt (meist in der
Schulklasse)
Bankfnojte: die; - ; -n Geldschein (eines
Staates) »Es gibt in Deutschland
Banknoten zu 10,20,50,100,200,500
u. 1000 DM.« ..
Bankraub: der; -(e)s; -e Überfall auf
eine Bank, bei dem sich jmd. unrecht¬
mäßig Geld aneignet
Bank|räu|ben der; -s; - weibl. Bank|-
7äu|be|rin: die; - ; -nen Person, die
eine Bank überfallt u. sich dabei un¬
rechtmäßig Geld aneignet
Bankrott: <ir.> der; -fe)s; -ea) Konkurs;
finanzieller Ruin, Zahlungsunfähig¬
keit b) Bankrott machen: seine Zah¬
lungsverpflichtung nicht mehr einhal¬
ten können; überschuldet, ruiniert
sein
bankrott: Adj. n. stg. a) nicht mehr zah¬
lungsfähig sein; kein Geld mehr besit¬
zend b) bankrott gehen —» Bankrott
gehen: nicht mehr seinen Zahlungs¬
verpflichtungen nachkommen kön¬
nen
Bank|rott|eijklä|rung: die; - ; -en offi¬
zielle, öffentliche Erklärung einer Fir¬
ma o. ä., daß sie zahlungsunfähig ist
Bank|rot|teuR /bankrotter/ der; -s; -e
weibl. Banklrotlteulrlni die; ~ ; -nen
zahlungsunfähige Person, Eigneren)
einer Firma
Bank|schlieB|fach: das; -(ejs; -Schlie߬
fächer abschließbares kleines Fach
für Wertgegenstände im Saferaum bei
einer Bank
Bgnk|tre|sor: der; -(e)s; -e Safe einer
Bank, in dem große Geldsummen
aufbewahrt werden
Bank)über)fall —» Bank|ü|ber|fall: der;
- (ejs; -Überfälle Überfall auf ein
Geldinstitut mit dem Ziel, sich das
Geld anzueignen
Bank|ver|bindjfich|keit: die; ~ ; -en
Schulden, die jmd., eine Firma bei ei¬
ner Bank hat
Bank|veijbin|dung: die: - ; -en Name
"der Bank, Bankleitzahl u. Konto¬
nummer eines Bankkunden
Bank|voll|macht: die; - ; -en Vollmacht
für jmds. Bankgeschäfte
Bank|we|sen: das; -s; - alles eine Bank
Betreffende u. alles, was mit den
Geldgeschäften zu tun hat
Bann: der; -(e)s; - 1 diist.) Ausschluß
aus der Kirche, Gemeinschaft »Ober
ihn wurde der Bann verhängt.« 2 a)
starke(r) Einfluß, Eindruck, Faszina¬
tion »Er stand noch ganz im Bann des
Theaterstücks.« b) jmdn. in seinen
Bann ziehen, schlagen: jmds. volle
Aufmerksamkeit erreichen, ihn fes¬
seln
ban|nen: bannst; banntest; hast gebannt
1 (etw. Negatives von etw., jmdm.)
abwenden »eine Gefahr bannen« 2
zwingend festhalten »Die Farben
bannten seinen Blick.« 3 <hist.> den
Bann (1) aussprechen
Ban|ner: <fro das; -s; - Fahne, Flagge
(die an einer Querlatte am Fahnen¬
mast hängt) »das Banner der USA«
Ban|ner|trä|ger: der; -s; - weibl. Ban|-
ner|tra|ge|rin: die; - ; -nen 1 Fahnen¬
trägern) (bei einem offiziellen An¬
laß) 2 <übertr.> Person, die für eine
Grundhaltung, Meinungsströmung
(ein-)steht
Bgnn|kreis: der; -es; -e 1 Bereich eines
"Einflusses 2 <Rechtsw.; Pol.> gesetz¬
lich geschützte Zone um den Sitz
wichtiger Staatsorgane
Bann|mei|le: die; - ; -n 1 <Rechtsw.;
Pol.> Gebiet um Regierungsgebäude,
in dem keine Versammlungen statt¬
finden dürfen 2 <hist.> Stadtumge¬
bung, in der bestimmte Regeln, Vor¬
schriften herrschten
Bannjstrahfc der;-(ejs;-Kirchenbann
Ban|tam|g«|wicM: das; -(ejs; -e <Sport>
a) o. PL untere Gewichtsklasse (in
Kampfsportarten) b) Sportlerin) ei¬
ner unteren, niedrigen Gewichtsklas¬
se
Banftamfhuhn: das; -(ejs; -kühner
Zwerghuhn mit farbenprächtigem
Gefieder
Bap|tist: der; -en; -en weibl. Bap|ti|stin
—» Bap|tis|tin: die; - ; -nen <ReIigion>
Angehörige(r) einer bestimmten
evangelischen Freikirche
Bar: tengl.-fro die; - ; -s 1 Nachtlokal
»eine Bar besuchen« 2 Schanktheke
»an der Bar sitzen«
Bär. der; -en; -en 1 starkes, größeres,
(außer bei Eisbären, die ein weißes
Fell haben) braun-schwarzgefärbtes
pelziges Säugetier mit gedrungenem
Körperbau »Der Bär brummte laut.«
2 <Technik> großer Rammklotz od.
Hammer 3 wie ein Bär: [ugs.] sehr; in
hohem Maße »Er ist stark wie ein
Bär.« 4 da, an einem Ort ist der Bär
los, geht der Bär ab: [ugs.] da ist
mächtig was los, eine tolle Stimmung
5 jmdm. einen Bären aufbinden:
jmdm. mit Absicht etw. Falsches, Un¬
wahres o. ä. so erzählen 6 der Große,
Kleine Bär: zwei Sternbilder, deren
einzelne Sterne als Umrisse eines Bä¬
ren interpretiert werden
bar: Adj. n. stg. 1 <GeId> aj in Scheinen
u. Münzen b) einen Verdienst bedeu¬
tend »Diese Zusage bedeutet für uns
bares Geld.« 2 a) bar Geld (Bargeld)
lacht [ugs.] kein Scheck o. ä., nur
Geld b) gegen bar nur für Geld,
nicht gegen einen Scheck o. ä. c) in
bar: nur mit Geld, nicht mit, in
Schecks od. ä
-bar Wortbildungselement in Wortablei¬
tungen als Endung nach Verb od.
Substantiv (dient der Adjektivierung)
kann das im Basiswort inhaltlich Ge¬
nannte werden »heizbar ♦ vergleichbar
• haltbar • befahrbar«
baij.): Abk. tenglo <Flüssigkeitsmaß bei
der Erdölförderung) barrel = Faß;
Tonne(l bar = 159 Liter)
Bar.: Abk. Barometer = Luftdruckmes¬
ser
Barjab|fin|dung: die; ~ / -en als Entschä¬
digung für etw. gezahlte Geldsumme
Bar|ab|he|bung: die; ~ ; -en Geldabho¬
lung von einem Konto
Ba|racke (Ba|rak|ke —> Ba|ra|cke):
tspan.-fro die; - ; -n a) provisorisches
Haus, das der vorläufigen Unterbrin¬
gung dient »in einer Baracke wohnen«
b) [ugs.] schlechte Wohnung »Das ist
ja eine richtige Baracke!«
Ba|racken|la[ger (Ba|rak|ken|la|ger —*
Bajra]cken|la|ger): das; -s; - Gelände,
auf dem mehrere Notunterkünfte ste¬
hen
Barjbar <gr.-lato der; -en; -en weibl.
Baijbajrin: die; - ; -nen [abwert.]
unzivilisierter, ungebildeter, grober
Mensch »Er ist ein Barbar.«
Bar]ba|rei: dato die; - ; -en a) Un¬
menschlichkeit; Grausamkeit b) Zu¬
stand, Handlung ohne Bildung, Kul¬
tur
bar|bg|risch: Adj. auf rücksichtslose,
unzivilisierte Art »barbarisches Ver¬
halten«
Baijbe: die; - ; -n größerer Karpfenfisch
Baijbefcue: <engl.-amerik.> /barMcju/
das; - u. -s; -s a) Gartengrillfest b) auf
dem Rost gebratenes Fleisch
bär|bei|ßig: Adj. mürrisch u. unfreund¬
lich »ein bärbeißiger alter Mann«
Bar|be|stand: der; -(ejs; -bestände un¬
mittelbar zur Verfügung stehende
Geldsumme
Barjbi|tu|rat: das; -s; -e <Med.) Schlaf- u.
Beruhigungsmittel »Sie war von Bar¬
bituraten abhängig.«
barjbu|sig: Adj. n. stg. mit unbekleide¬
ter, nackter Brust
Barjce|lo|na: o. Art.; -s; - nordspanische
Stadt
Bär|chen: das; -s; - <oft als Kosewort
benutzt) kleiner Bär
Bar|da|me: die; - ; -n Frau, die in einer
Bar arbeitet
Baijde: dato der; -n; -n weibl. Barfdin:
die; - ; -nen a) Heldenlieddichter(in)
u. -sänger(in) b) [spöttisch] Poet(in);
Dichter(in)
Baijde: <.arab.-span.-fro die; - ; -n Schei¬
be vom Speck, die beim Braten von
Geflügel auf das Fleisch gelegt wird
Baijdejpot: das; -s; -s <Bankw.> Aufbe¬
wahrung von Bargeld in einer Bank
141
Bareinlage
Bar|ein|la|ge: die; - ; -n <Bankw.> Geld¬
summe, die bar, nicht mit Schecks o.
ä. auf ein Konto eingezahlt wird
Bä|ren|dienst: der; -es; -e in der Wen-
düng jmdm. einen Bärendienst er¬
weisen: die Absicht verfolgen, jmdm.
zu nützen, ihm dabei aber unabsicht¬
lich Schaden zulugen
Bä|ren|dreck: der; -(e)s; - [ugs.; österr.;
Schweiz.] Lakritz
Bä|ren|fell: das; -(e)s; -e 1 abgezogenes,
bearbeitetes Fell eines Bären (als
Bodenbelag) 2 sich aufs Bärenfell
legen: faulenzen
Bä|ren|hun|geR der; -s; - [ugs.] sehr gro¬
ßer Hunger
Bä|ren|ru|he: die; - ; - [ugs.] viel Geduld
»Er ertrug das Kindergeschrei mit Bä¬
renruhe.«
bä|ren|stark: Adj. n. stg. [ugs.] a) sehr,
besonders stark, kräftig »Er ist ein bä¬
renstarker Kerl.« b) besonders positiv
auffallend »Das war ein bärenstarkes
Theaterstück.«
Bajrett: das; -(e)s; -e u. -s Kappe, Hut
ohne Krempe für Militärangehörige
»Sie tragen ein rotes Barett.«
barjfuB: Adj. n. stg. ohne Schuhe u.
Strümpfe
Barlgeld: das; -(e)s; - Geldscheine u.
Münzen (die man bei sich hat) »Sie
hat mit Bargeld bezahlt.«
bar]geld]los: Adj. n. stg. <Geldtransfer>
mittels Scheck, Überweisung o. ä.
Bar|ge|schäfL' das; -(e)s; -e Geschäft
mit Sofortzahlung
bar|häup|tig: Adj. n. stg. ohne Hut o. ä
Barhocker (Bar|hok|ker —» Bar|ho|-
cker): der; -s; - Sitzgelegenheit an der
Theke (in einer Kneipe o. ä.)
bä|rig: Adj. 1 besonders robust, stark
»Er ist ein bäriger Kerl.« 2 [ugs.] au¬
ßergewöhnlich gut, toll »Das ist eine
bärige Idee.«
Ba|ri|ton: <gr.-lat.-it.> der; -s; -e <Musik>
a) Stimmlage zwischen Baß u. Tenor
»Bariton singen« b) Sänger mit
Stimmlage zwischen Baß u. Tenor
Ba|ri|um: das; -s; - chemischer Metall¬
Grundstoff
Bar|kas|se: ät.-span.t die; - ; -n a) Mo¬
torboot b) Kriegsschiffbeiboot
Barkauf: der; -(e)s; -kaufe Einkauf, der
mit Bargeld getätigt wird
Bar|ke: die; - ; -n 1 kleines Boot, das
keinen Mast hat 2 dreimastiges Segel¬
boot
Bar]kee|per: <engl.> /barkiper/ der; -s; -
weibl. [selten] Bar|kee|pe|riri: die; - ;
-nen a) Person, die an einer Theke Ge¬
tränke ausschenkt b) Barbesitzer(in)
Bar|kre|drt: der; -(e)s; -e Darlehen, das
sofort bar ausgezahlt wird
Bär|lapp: das; -s; -e auf feuchtem Unter¬
grund wachsende moosähnliche
Pflanze
Barfmann: der; -(e)s; -männer weibl.
Barffrau: die; - ; -en Person, die in ei¬
ner (Nacht-)Bar (meist an der Theke)
arbeitet
barm|herjzig: Adj. aus Mitleid Hilfe lei¬
stend »eine barmherzige Geste«
Barm|her|zig|keit: die; - ; - mitfühlen¬
des, mildtätiges Verhalten
Bar|mi|xer: /barmikßer/ der; -s; - weibl.
Bar1mi|xe|rin: die; - ; -nen Person, die
an einer Theke Getränke mischt
Baijmu|sik: die; - ; - Unterhaltungsmu¬
sik, die meist auf dem Klavier gespielt
wird
Ba|rock: der u. das; -s u. ffachsprl.] - ; -
Stilepoche des 17., 18. Jhds. »Reiche
Verzierungen waren ein Kennzeichen
des Barocks.«
ba|rock: Adj. n. stg. im Stil des Barocks;
üppig geformt
Ba|rock|kirjche: die; - ; -n reich ausge¬
stattete Kirche im Barockstil
Ba|rock|mu|sik: die; - ; - Musik aus der
Zeit des Barocks, im Stil des Barocks
Ba|rock|perjle: die; - ; -n Perle, die unre¬
gelmäßig geformt ist
Ba[rock|stil: der; -(e)s; - durch aufwen¬
dige, formenreiche Gestaltung ge¬
prägter Stil der Zeit des Barocks (ca.
1600 bis 1730) in Musik, Dichtung,
Architektur, bildender Kunst u. Mo¬
de
Ba|rock|zeit: die; - ; - Zeit ca. zwischen
1600 u. 1730, in der Kunst, Musik,
Architektur u. Dichtung sich durch
besonders üppige Formen u. Stilmit¬
tel auszeichneten
Ba|ro|graph —» auch Ba|ro|graf: der;
-en; -en Barometer, das die gemesse¬
nen Werte aufzeichnet
Ba|ro|me|ter <gr.-lat.> das u. [österr.;
Schweiz.] der; -s; - Gerät zur Mes¬
sung des Luftdrucks »Das Barometer
läßt auf gutes Wetter hoffen.«
Ba|ron: (germ.-fr.> der; -s; -e weibl. Ba|-
rajnin: die; • ; -nen 1 Adelstitel; Frei-
herr/Freifrau »Er trägt den Titel eines
Barons.« 2 Trägerin) des Titels »Der
Baron verspätete sich.«
Ba|ro|neß —> Ba|ro|ness: die; - ; -en
(Titel der) Tochter eines Barons
Barfpreis: der; -es; -e <Wirt.> Preis, der
bei Barzahlung gilt
Bar|ra|batL* der; -(e)s; -e<Wirt.> Rabatt,
Nachlaß, der bei Barzahlung gewährt
wird
Bar|rel: <fr.-engl.> /bärrri/ das; -s; -s <eng¬
lisches Hohlmaß; Maßeinheit für
Erdöh Faß; Tonne (ca. 153 Liter)
Baijren: der; -s; - 1 <Sport> Turngerät
mit zwei parallelen Holmen, Balken
»Er turnte eine Kippe am Barren.« 2
Form, in der Edelmetalle gehandelt
werden »Goldbarren ♦ Silberbarren« 3
[süddt.; österr.] Futtertrog für Rinder
Bar|rie|re: </r.> /barri-ere, barrijere u,
barrjere/ die; - ; -n Sperre, Absper¬
rung (auch innerlich, seelisch), um
das Eindringen, Durchkommen von
etw. od. jmdm. zu verhindern »Der
Fluß bildete eine natürliche Barriere. ♦
Die Demonstranten errichteten Barrie¬
ren, um die Polizisten daran zu hin¬
dern, in das Haus zu kommen.«
Bar|ri|ka|de: </r.> die; - ;-n 1 zum Abhal¬
ten des Gegners errichtete(s) Hürde,
Hindernis »Sie bauten eine Barrikade
aus Autos.« 2 auf die Barrikaden ge¬
hen, steigen: sich widersetzen, wehr¬
en, gegen etw. angehen, ankämpfen
»Das akzeptiere ich nicht, u. wenn ich
auf die Barrikaden gehen muß!«
Barsch: der; -fe)s; -egrößerer Süßwas¬
serfisch
barsch: Adj. barscher; barschfejste auf
grobe, schroffe, strenge Weise »Mit
barschen Worten wies er sie zurecht.«
Barscheck: der; -s; -s <Bankw.> Scheck,
Zahlungsanweisung, gegen den/die
die Bank Bargeld auszahlt
Baijsor|ti|ment: das; -(e)s; -e 1 Betrieb
des Buchhandels zwischen Buch¬
handlung u. Verlag 2 zu einer Bar ge¬
hörende Getränke
Bart: der; -(e)s; Bärte 1 a) Haarwuchs
bei Männern in der unteren Gesichts¬
hälfte »Was für einen Bart trägt er
denn?« b) Tastorgan aus Haaren an
der Schnauze mancher Tiere 2 ge¬
zackter unterer Teil des Schlüssels
»Der Bart ist abgebrochen.« 3 jmdm.
um den Bart gehen, streichen;
jmdm. Honig um den Bart schmie¬
ren: jmdm. (heuchlerisch) Schmei¬
cheleien sagen (um etw. zu erreichen
o. ä.) »Er geht dem Chef ja ganz schön
um den Bart.« 4 jetzt ist der Bart
(aber) ab: [ugs.] aus, Schluß, Ende,
genug 5 etw. in seinen, den Bart
brummen, murmeln: [ugs.] undeut¬
lich, unverständlich sprechen 6 (so)
einen Bart haben; einen Bart mit
Dauerwellen, mit Zacken u. Rauhreif
haben: [ugs.; scherzh.] uralt, längst
bekannt sein 7 beim Barte des Pro¬
pheten; bei seinem Barte, beim
Barte des Propheten schwören:
. [ugs.] Formel der Beteuerung; feierli¬
che Beteuerung »Ich schwöre beim
Barte des Propheten, daß es wahr ist.«
Barjte: die; - ; -n 1 (als Waffe verwende¬
te) Axt 2 <Zoo!.> im Oberkiefer man¬
cher Wale befindliche Homplatte
Bart|f)ech|te: die; - ; -n 1 Flechte an Na¬
delbäumen, vor allem in Berggegen¬
den 2 Entzündung der Wurzeln der
Barthaare, die durch Pilze od. Bakte¬
rien verursacht wird
bärjtig: Adj. mit einem Bart ausgestat¬
tet; einen Bart tragend, habend
Bartwuchs: der; -es; -wüchse (PI. s.)
Art u. Weise, Intensität des Wachsens
der Barthaare
Bar)über1wei|sung —> Bar|ü|berjwei|-
"sung: die; - ; -en <Bankw.> Überwei¬
sung von Bargeld über eine Bank
Barjver|mö|gen: das; -s; - Eigentum,
Güter, die jmd. in Bargeld hat
Ba|ryfc /barüt/ das; -(e)s; -e ein Mineral
Bar]zah|lung: die; - ; -en Bezahlung ei-
"ner Ware mit Bargeld
ba|sal: <gr.-lat.> Adj. 1 [fachsprl.] an der
Grundfläche, an der Unterseite von
etw. 2 die Basis bildend, zu ihr gehö¬
rend
Ba|satt: (gr.-lat.> der; -(e)s; -e im Stra¬
ßenbau verwendetes Gußgestein
Ba|sal|tem|pe|ra|tur die; - ; -en <Med.>
Körpertemperatur der Frau morgens
vor dem Aufstehen
Ba|sar/Ba|zan <pers.-fr.> /basar/ der; -s;
-e 1 (orientalischer) Markt, oft über¬
dacht »einen Basar besuchen« 2 Ver¬
kaufsveranstaltung zu wohltätigen
Zwecken
Ba|se: die; - ; -n 1 <Verwandtschaft> a)
[veralt.] Cousine »Sie ist meine Base.«
b) [Schweiz.] Tante »Unsere Base be¬
sucht ms häufig.« 2 chemische Ver¬
bindung, die mit Säuren Salze bildet
Base|ball: <engh /ba'ßbol/ der; -s; -s u.
[dt. ugs.] -bälle 1 o. PI. besonders in
Amerika verbreitetes Schlagballspiel
2 Ball, mit dem das Baseballspiel ge¬
spielt wird
142
Bauabschnitt
BaJse|dow-Krank|hert—> auch Ba]se|-
dow|krank|heit: /basedo-/ die; - ; -
<Med.> eine Schilddrüsenkrankheit,
die u. a. 2um Hervorquellen der Au¬
gen führt
Base|ment: <engl.> /ba'ßm'nt/ das; -s; -s
'unterste Etage eines Hauses (oft Sou¬
terrain)
BASIC: Kurzw. <engb <EDV> beginner’s
all purpose symbolic instruction code
= symbolischer Allzweck-Anwen¬
dungscode für Anfänger = Program¬
miersprache für Anfänger, die Mitte
der 60er Jahre entwickelt wurde
ba|sie|ren: <gr.-lat.-fr.> basierst; basier¬
test; hast basiert auf etw. beruhen; in
etw. seine Basis, Grundlage haben
»Die italienische Sprache basiert auf
dem Lateinischen.«
Ba|si|li|ka: <gr.-lat.> die; - ; Basiliken a)
Kirche aus frühchristlicher Zeit »eine
Basilika besichtigen« b) Kirche mit
überhöhtem Mittelschiff, oft in roma¬
nischem od. gotischem Stil
Ba|si|li|kum: <lat.> das; -s; -s u. Basiliken
(PI. s.) Gewürzpflanze) mit lila od.
weißen Blüten »Ich esse gerne Toma¬
ten mit Afozzarella u. Basilikum.«
Ba|sis: <gr.-lat.> die; - ; Basen 1 <Archit.>
Fundament eines Gebäudes 2
qibertr.) Grundlage einer Sache,
Überlegung »Basis für seine Existenz
war eine solide Ausbildung.« 3 <Math.>
Grundzahl der Potenz
Ba|sls|de|mo|kra|tie —» Ba|sis|de|mo|-
k|ra|tie: die; - ; -n <Pol.> demokrati¬
sches System, in dem die Bevölkerung
in Einzelfragen mittels Abstimmun¬
gen mitbestimmt
Ba]sis|grup|pe: die; - ; -n<Pob Arbeits¬
kreis, Gruppe von meist linksorien¬
tierten Studenten, die politisch zu ar¬
beiten versuchen
Ba|sis|kurs: der; -es; -e 1 <Bankw.> Ta¬
geskurs eines Wertpapieres im Prämi¬
engeschäft 2 Grundkurs, auf dem
weitere Unterrichtseinheiten aufbau¬
en
Bas|ke: der; -n; -n weibl. Bas|kin: die; -;
-nen Person, die der baskischen Be¬
völkerungsgruppe in Spanien od.
Frankreich angehört
Bas|ken[land: das; -(e)s; - teilweise zu
Spanien, teilweise zu Frankreich ge¬
hörende Region mit kultureller Ei¬
genständigkeit
Bas|ken|müt|ze: die; - ; -n flache Woll-
mütze ohne Schirm
Bas|ket|ball: der; -(e)s; -balle <Sport> 1
o. PI. von Mannschaften auf Körbe
gespieltes Ballspiel 2 beim Basketball
(1) verwendeter Ball
baB —*■ hass: Adj. in der Wendung baß
erstaunt —> bass erstaunt: völlig,
sehr überrascht, erstaunt
BaB —* Bass: der; Basses; Bässe 1 a)
tiefste Männerstimmlage »Der Baß ist
hierbei nicht leicht zu singen.« b)
Mann, der im Baß (a) singt »Die
Bässe setzen an dieser Stelle ein.« 2
großes Streichinstrument »Sie spielt
Baß.« 3 PI. tiefe Töne des Tonspek¬
trums »Man körte nur die Bässe.«
Baß|ba|ri|ton —> Bass|ba|ri|ton: der; -s;
-e Sänger, der in der Stimmlage etw.
tiefer als Bariton liegt
Basset: <engl.> /bässet/ der; -s; -s Dachs¬
hund mit extrem langem Rumpf u.
Schlappohren
BaB|gei|ge —> Bass|gei|ge: die; - ; -n
Kontrabaß
BaB|gi|tar|re —*■ Bass|gi|tar|re: die; - ;
-n Gitarre mit besonders tiefem
Klang
Bas|sin: <lat.-fr.> /bassäng/ das; -s; -s
künstliches (gemauertes) Wasserbek-
ken »Die Kinder planschen im Bas¬
sin.«
Bas|sist der; -en; -en weibl. Bas|si|stin
—* Baslsis|tin: die; - ; -nen 1 Person,
die das Instrument Baß spielt 2 nur
männl. Form Mann, der in der Tonla¬
ge Baß singt
BaB|sän|ger—* immer mit sss: Bass|-
sän|ger/Bass-Sän|ger: der; -s; •
Mann, der mit einer Baßstimme singt
BaB|schli)s|sel —> immer mit sss:
Bass|schlüs)sel/Bass-Schlüsjsel:
der; -s; • <Musik> F-Schlüssel im No¬
tensystem
Ba8|stim|me —* immer mit sss: Bass|-
"stim|me/Bass-Stim|me: die; - ; -n a)
tiefe Männerstimme b) <Musik> No¬
ten für die tiefen Männerstimmen im
Chor
Bast: der; -(e)s; -e 1 pflanzlicher Faser¬
stoff, mit dem etw. umwickelt, gebun¬
den wird 2 <Jagd> behaarte, filzige
Haut auf einem neugebildeten Ge¬
weih
bajsta—» bas|ta: Interj. Schluß!; Ende!
Bajstard —» Bas|tard: </r,> der; -s; -e 1
Mischling »Unser Hund ist ein
Bastard.« 2 [veralt.] uneheliches Kind
»Er war ein Bastard des Königs.« 3
<Schimpfwort> [beleidigend] minder¬
wertiger Mensch »Du Bastard!«
ba|star|dge|ren —» bas|tar|die|ren: ba-
stardierst; bastadiertest; hast bastar-
diert kreuzen von verschiedenen Tier¬
rassen od. Pflanzensorten
Ba|stard|schrift —» Bas|tard|schrift:
die; -; -en die Merkmale zweier reiner
Schriftarten vermischende Druck¬
schrift
Ba|stei —» Bas|tei: <fr.-it.> die; - ; -en
Teil einer Festung; Bollwerk
Ba|stel|ar)beit —» Bas|tel|ar|beit: die;
- ; -en a) in der Freizeit durch Hand¬
arbeit hergestelltes Produkt b) das
Herstellen von handgearbeiteten Pro¬
dukten in der Freizeit
Ba|ste|lei—» Bas|te|lei: die; - ; -en [oft
abwert.] 1 etw., woran man bastelt 2
ständiges Basteln an etw.
ba|steln —* bas|teln: bastelst; bastel¬
test; hast gebastelt sich aus Spaß,
Freude am Handarbeiten, mit der
handwerklichen Arbeit an etw. be¬
schäftigen »Wir bastelten Adventska¬
lender.«
bajsten —»■ bas|ten: Adj. n. stg. aus
Bast hergestellt
Ba|stil|le—* Bas|tll|le: <fr.> /baßtij.'/ die;
- ; -en 1 o. PI. Staatsgefängnis in Pa¬
ris, das zu Beginn der Französischen
Revolution 1789 gestürmt wurde 2
Schloßanlage
Ba|stl|on—> Bas|ti|on: <fr.-it.> /baßtion
u. baßtjon/ die; * ; -en a) Teil der Fe¬
stung; Bastei b) <übertr.> Ort, der Per¬
sonen mit einer Eigenart, abweichen¬
den Meinung Zuflucht bietet »Der
Ort ist eine Bastion der Konservati¬
ven.«
Baatjler. der; -s; - weibl. Bast|le|rin: die;
- ; -nen Person, die an etw. (herum-)
bastelt, werkelt
Ba|sto|na|de —» Bas|to|na|de: </r.-i/.>
die; - ; -n Prügelstrafe, die aus Schlä¬
gen auf die Fußsohlen besteht
BAT: Abk. 1 biologischer Arbeitsstoflf-
Toleranzwert (= Höchstmaß der zu¬
lässigen Konzentration eines Arbeits¬
stoffes, der für den Menschen unge¬
fährlich ist) 2 Bundesangestelltentarif
(regelt die Vergütung u. Urlaubsan¬
sprüche für Angestellte des öffentli¬
chen Dienstes)
Ba|tail|loii: dat.-it.-fr.v /bata(Jl)ion/ das;
-s; -e <Milit.> Truppenabteilung aus
einem Verband mehrerer Kompanien
od. Batterien
Bajtilc: <indones.> der; -s; -en u. die; - ;
-en a) o. PI. Methode zum Färben von
Stoffen b) Produkt, das mit der Me¬
thode (a) hergestellt wird
ba|ti|ken: batikst; batiktest; hast geba¬
tikt mit einem Batikmuster versehen;
unter Anwendung der Batiktechnik
färben
Ba|ttst: </r.> der; -s; -e feines, edles
Baumwollgewebe
Bat(te|rie: <lat.-fr.> die; -; -n Ibatterßn/1
(transportabler) Stromspeicher »eine
neue Batterie einlegen« 2 <Milit.>
kleinste Einheit der Artillerie »eine
Batterie befehligen« 3 [ugs.] eine grö¬
ßere Anzahl gleichartiger Gegenstän¬
de »eine Batterie von Bierflaschen«
Bat|te|ri5|ge|rät: das; -(e)s; -e Gerät,
das mit einer Batterie betrieben wird
Bat|te|rie|huhn: das; -es; -kühner Huhn,
das in einer Legebatterie gehalten
wird
Batjzen: der; -s; - 1 [ugs.] großer Klum¬
pen, Ballen aus einem weichen Mate¬
rial 2 [veralt.] zwischen Gulden u.
Kreuzer liegende Münze 3 [Schweiz.;
veralt.] 10 Rappenstück 4 ein ganz
schöner Batzen: [ugs.] eine größere
Menge von etw.
Bau: der; -s; -ten u. -e 1 a) o. PI. das Bau¬
en »Der Bau des Hauses dauerte drei
Jahre.« b) PI. Bauten Produkt des
Bauens; Gebäude »Das Rathaus ist
ein imposanter Bau.« c) o. PI. Stelle,
Arbeitsplatz, an dem ein Gebäude er¬
richtet wird »Er arbeitet auf dem
Bau.« 2 PI. Baue in der Erde befind¬
liche Behausung eines Tieres »der Bau
des Dachses ♦ Fuchsbau« 3 o. Pi
[österr.; bayr.] <Landwirt.> Anbau
(von Feldfrüchten) 4 o. PI. a) <Milit.>
die Räumlichkeiten, in denen Solda¬
ten eine Freiheitsstrafe abbüßen müs¬
sen »Er mußte drei Tage im Bau sitzen,
weil er einen Befehl verweigert hatte.«
b) <übertr.> Freiheitsstrafe im Gefäng¬
nis c) in den Bau wandern: ins Ge¬
fängnis gehen müssen
Baulablnahlme: die; - ; -n 1 Überprü¬
fung durch den Bauherrn od. Käufer,
ob ein Bauvorhaben vertragsgemäß
durchgeführt wurde 2 behördliche
Bestätigung, daß ein Bauvorhaben
entsprechend den Vorschriften
durchgeführt wurde
Bau|ab|schnitt: der; -(e)s; -e Teil eines
Bauvorhabens (entweder bezüglich
eines einzelnen Hauses od. mehrerer
143
Bauarbeiter
von einem Bauherrn auf einem be¬
stimmten Gebiet gebauten Häuser)
Bau|arjbei|ter. der; -s; - weibl. Baulari-
bei)te]rin: die; - ; -nen Person, die auf
einem Bau, einer Baustelle arbeitet
Baulauflsicht: die; - , -en (PI. s.J Per¬
son, die über die fachgerechte Aus¬
führung eines Bauvorhabens wacht
Baulauflsichts|be|h6ridei die; - ; -n
staatliche Instanz, die für die Bauauf¬
sicht zuständig ist
Bauch: der; -(e)s; Bäuche 1 a) <Körper
bei Mensch u. Wirbeltierem (sichtbar
nach außen gewölbter) vorne gelege¬
ner, unterer Teil des Rumpfes »Er hat
einen dicken Bauch bekommen.« b) In¬
neres des Rumpfes, in dem die Ver¬
dauung stattfindet »Es grummelt in
meinem Bauch.« c) Ausbuchtung
eines Gegenstandes ähnlich einem
Bauch (a) »der Bauch des Kruges« 2
aus dem hohlen Bauch: [ugs.] unvor¬
bereitet 3 einen dicken Bauch haben:
<Frau> [derb] ein Baby erwarten 4 sich
(vor Lachen) den Bauch halten: [ugs.]
heftig lachen 5 (jmdm.) den Bauch
aufschneiden/aufgeschnitten
bekommen: [ugs.; salopp] jmdn. ope-
rieren/operiert werden 6 vor jmdm.
auf dem Bauch liegen, rutschen,
kriechen: [ugs.; abwert.] seine Selbst¬
achtung gegenüber jmdm. aufgeben,
verlieren, sich (in verachtungswürdi¬
ger Art u. Weise) unterwürfig verhal¬
ten 7 (mit etw.) auf den Bauch fallen:
[ugs.] (mit etw.) keinen Erfolg haben
8 Auf vollem Bauch steht ein fröhlich
Haupt wer satt ist, ist auch (meist)
zufrieden 9 Ein voller Bauch studiert
nicht gern: 1. wer gerade (viel) geges¬
sen hat, ist oft müde u. arbeitet, lernt
nicht gut od. gern 2. wer schon alles
hat, strengt sich nicht besonders an
Bauchlanlsatc der; -es; -ansätze sicht¬
bare, leichte Bauchwölbung
Bauchlbinlde: die; - ; -n 1 um den
Bauch, Leib gebundenes Stoffstück 2
[ugs.] Papierring, der um die Zigarre
gelegt ist
Bauch|decke (Bauch|dek|ke —»
Bauchldelckel: die; - ; -n <AnaO
Schicht aus Muskeln u. Bindegewebe
am Bauch ,
Bauchfell: das; -(e)s; -e <Anat.> Haut,
die die Bauchhöhle bedeckt u. an der
die Eingeweide befestigt sind
Bauchlfleisch: das; -(e)s; - fettdurchzo¬
genes Fleisch aus dem Schweine¬
bauch
BauchlhöhUe: die; - ; -n <Anat.> die Or¬
gane umgebender Hohlraum im
Bauch
Bauchlhöhllenlschwanloerlachaft: die;
- ; -en <Med.> Schwangerschaft, bei
der sich die befruchtete Eizelle nicht
in die Gebärmutter eingenistet hat,
sondern in die Bauchhöhle gewandert
ist
baulchiu: Adj. eine Wölbung aufwei¬
send »ein bauchiges Glas«
Bauch|la|den: der; -s; -laden offener
(Holz-)Kasten, der mit einem Riemen
um den Hals vor dem Bauch getragen
wird u. aus dem Waren (z. B. Süßig¬
keiten) (bei Veranstaltungen) ver¬
kauft werden
Bauchllanldung: die; -; -en 1 <Flugzeug>
Landung auf dem Rumpf, weil das
Fahrwerk nicht ausgefahren ist 2 eine
Bauchlandung machen: [ugs.] Mi߬
erfolg haben
Bäuchllein: das; -s; - kleiner Bauch;
Bauchansatz
bäuchlings: Adv. auf dem Bauch lie¬
gend
Bauchlnalbel: der; -s; -näbel Stelle, Ein¬
kerbung im Bauch, an der die Nabel¬
schnur angesetzt war
bauch|pin[sein: bauchpinselst; bauch¬
pinseltest; hast gebauchpinselt [ugs.]
jmdm. sehr schmeicheln, um daraus
einen Vorteil zu ziehen
bauch|relden: nur im Infinitiv gebraucht
nur mit dem Kehlkopf, ohne Lippen¬
bewegungen sprechen
Bauch|rad|nen der; -s; - weibl. Bauchl-
red|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
ohne Bewegung des Kehlkopfes u.
der Lippen verständliche sprachliche
Äußerungen aus dem Bauchraum
heraus produziert
Bauchlspeilchelldriilse: die; - ; -n
<Anat.> Enzyme absondemdes Organ
in der Bauchhöhle, Syn.: [fremdsprl.]
Pankreas
Bauchten« der; -es; -tanze (nahöstli¬
cher) erotischer Tanz, bei dem beson¬
ders ausgeprägte Bewegungen mit
dem Unterleib gemacht werden »Sie
geht in einen Bauchtanzkurs.«
baych|tan[zen: nur im Infinitiv ge¬
braucht einen orientalischen Tanz
tanzen, bei dem vor allem Hüften u.
Bauch kreisend bewegt werden
Bauchlweh: das; -s; - [ugs.] Bauch¬
schmerz
Bauldarllelhen: das; -s; - meist
Bankw.) Kredit, der für ein Bauvor¬
haben bestimmt ist
Baulde: die; - / -n Hütte, Gasthaus im
Gebirge
Bauldenklmal: das; -fe)s; -e u. -denk¬
mäler ein wegen seiner Architektur
erhaltenswertes Gebäude
Bau[ele|ment —>- Bau|e|le|ment: das;
-(e)s; -e eines von vielen Bestandtei¬
len, aus denen etw. zusammengesetzt
ist
bauten: baust; bautest; hast gebaut 1 a)
errichten (lassen) »ein Haus bauen« b)
ein technisches Projekt in die Praxis
umsetzen »ein neues Auto bauen« 2
[ugs.] eine Prüfung o. ä. machen, able¬
gen 3 auf jmdn., etw. bauen: jmdm.
od. auf etw. vertrauen » Wir bauen auf
deine Hilfe.«
Bau|er: das u. der; -s; - Käfig für einen
Vogel, der als Haustier gehalten wird
»Ich möchte einen größeren (Vogel-)
Bauer kaufen.«
Bauten der; -n u. [seltener] -s; -n weibl.
Bäuelrin —* Bäulelrin: die; - ; -nen 1
Person, die ein landwirtschaftliches
Unternehmen besitzt, betreibt »Das
Einkommen der Bauern verringert
sich.« 2 Besser ein gesunder Bauer
als ein kranker Kaiser Gesundheit
ist mehr wert als Rang, Verdienst,
Geld 3 Die dümmsten Bauern haben,
ernten die dicksten, größten Kar¬
toffeln: Anmerkung, wenn jmd., ohne
sich zu bemühen, unverdienten Erfolg
hat 4 Was der Bauer nicht kennt, friBt
er nicht: spöttische Anmerkung,
wenn jmd. eine Speise, die er nicht
kennt, ablehnt
Bäulerlchen/Bäulerllein: das; -s; ~
Rülpsen eines kleinen Kindes nach
dem Essen
bäulerilich: Adj. einem Bauern zuzuord¬
nen; die Bauern betreffend
Baulernlaufjstand: der; -(e)s; -aufstän¬
de <Geschichte> Aufbegehren der Bau¬
ern gegen die Obrigkeit
Bau|ern|brofc das; -(e)s; -e herzhaftes
Brot, wie es auf Bauernhöfen gebak-
ken wird, wurde
Baulernldorf: das; ~(e)s; -dörfer kleine
Ortschaft, in der vor allem Bauern le¬
ben
Baulernlfänlaer. der; -s; - weibl. [sel¬
ten] Bau|ern|fän|ge|rin: die; - ; -nen
Person, die jmdn. mit einem Trick zu
betrügen, übervorteilen versucht
»Vor diesen Bauernfängern muß man
sich hüten.«
Bau|em)fän|ge|rei: die; - ; -en nicht sehr
intelligenter Betrugsversuch
Baulernlfrühlstück: das; ~(e)s; -e aus
Bratkartoffeln, Rührei, Speck (u. Ge¬
müse, meist Zwiebeln, Erbsen) be¬
stehende Mahlzeit
Baulernlhaus: das; -es; -häuser Wohn¬
haus auf einem Bauernhof od. Haus,
das in diesem Stil errichtet wurde
Baulernlhof: der; -(e)s; -höfe Bauern¬
haus, Stallungen, Vieh u. Ländereien;
landwirtschaftlicher Betrieb
Baulernlkrieq: der; -(e)s; -e (Geschich¬
te> Revolution, Aufstand gegen die
feudalistischen Herren, den Adel (im
16. Jhd.)
Bauternlrelael: die; ~; -n (nicht bewiese¬
ner) Spruch über die Zusammenhän¬
ge in der Natur
Baulernlschläue: die; - ; - Pfiffigkeit;
(Gewinn erzielende) Gewitztheit
Baulernltheatar —» Bautemlthelatar:
das; -s; - 1 im ländlichen Milieu spie¬
lende Theaterstücke 2 Gruppe von
Laienschauspielern, die aus dem
ländlichen Milieu stammen
Baulernlyeriband: der; -(e)s; -verbände
Organisation der Landwirte
Bau|er|war{tungs|land: das; -(e)s; -
Grundstück, von dem zu erwarten ist,
daß demnächst eine Erlaubnis zum
Bau eines Hauses, Gebäudes o. ä. er¬
teilt wird
baulfäHKg: Adj. morsch, in so schlech¬
tem Zustand, daß es neu gebaut wer¬
den müßte od. komplett restauriert
werden muß »ein baufälliges Haus«
BauHirima: die; * ; -firmen Unterneh¬
men, das Bauarbeiten durchführt
Bautaelnehlmifaunq: die; - ; -en be¬
hördliche Erlaubnis, ein Bauwerk auf
eine bestimmte Art u. Weise zu bauen
Bau|ge|nos|sen|schaft: die; - ; -en ge¬
meinnützige Gesellschaft, die für ihre
Mitglieder Wohnungen baut u. unter¬
hält
Baulnelschichte: die; - ; -1 Geschichte
der baulichen Entstehung eines Hau¬
ses o. ä. 2 Geschichte der Architektur
Baulqelselllschaft die; - ; -en Firma,
die Bauten in Auftrag gibt, finanziert
Baulqejwerlbe: das; -s; - Gesamtheit
der Finnen, die mit der Errichtung
von Bauwerken zu tun haben
Baulomlbe: die; - ; -n für das Funda¬
ment eines Gebäudes ausgehobenes
Loch
144
Bauunternehmer
Baulherr: der; -en; -en weibl. Baulheri-
rin: die; - ; -nett Person, die ein Bau¬
werk in Auftrag gibt, errichten läßt
Baujher|ren|mo|dell: das; -(e)s; -e frü¬
her praktizierte, besondere Form der
staatlichen Förderung des Mietwoh¬
nungsbaus durch steuerliche Vorteile
für den Bauherren
Baulhütlte: die; - ; -n 1 kleines, nicht
feststehendes Haus für die Bauarbei¬
ter 2 Vereinigung von Steinmetzen u.
Bildhauern beim Kirchenbau im Mit¬
telalter
Baulinldulstrie —» Baulinldulsltlrie: die;
~ ; -n (PI. s.) 1 o. PI. der Industrie¬
zweig Baugewerbe 2 Gesamtheit der
Firmen, Industrieanlagen, die jeweils
ein Material für das Baugewerbe her¬
stellen
Bau|in|ge|nieur —* Bay|in|ge|ni|eun
der; -s; -e weibl. Bau|in|ge|nieu|rin —»•
Bau|in|ge|ni|eu|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die eine Ausbildung als Ingenieu¬
rin) im Bauwesen gemacht hat
Bapj.: Abk. Baujahr
Baullahn das; -(e)s; -e Zeitpunkt, Jahr,
in dem ein Bauwerk, Auto o. ä. er¬
richtet worden ist, gebaut wurde
Baulkatetenlsvlstem —* Bau|kas|ten|-
sy|s|tem: das; -(e)s; -e a) Methode,
etw. aus vielen standardisierten Ein¬
zelteilen zusammenzusetzen b) einzel¬
nes Objekt, Projekt, das im Bauka¬
stensystem (a) zusammengesetzt wur¬
de, werden kann
Baulldotz; der; -es; -klotze 1 kleines,
meist viereckiges, (bunt) lackiertes
Holzstück, mit dem kleine Kinder
Modelle bauen 2 Bauklötze staunen:
[ugs.] sehr erstaunt sein, staunen
Baulklötzlchen: das; -s; - kleines, oft
farbig lackiertes Holzklötzchen zum
Spielen für kleinere Kinder
Baulkolsten —» Baulkostten: die (PI.)
Geldsumme, die für einen Bau aufge¬
bracht werden muß
BaulkolstenlzulschuB —» Baulkosl-
ten|zu|schuss: der; -Zuschusses ■ -Zu¬
schüsse (staatliche) Zugabe, Über¬
nahme eines Teils der Kosten zu/von
einem Bauvorhaben
Baulkunste die; -; - Kunst der Architek¬
tur
Baujland: das; -(e)s; - Grundstück, auf
das ein Haus gebaut werden darf
»1Vir haben Baulandzu verkaufen.«
Baulleifter: der; -s; ~ weibl. Baulleiltel-
rln: die; - ; -nen Person, die für die
Durchführung eines Baus führend zu¬
ständig ist
Bau|leK|plan: der; -(e)s; -plane
tRechtsw.) von der Gemeinde erstell¬
ter Plan zur Ordnung der städtebauli¬
chen Entwicklung
baullich: Adj. n. stg. einen Bau betref¬
fend
Baullötwo: der; -n; -n [oft abwert.] Per¬
son, die größere Bauvorhaben durch¬
geführt u. sich dabei übermäßig berei¬
chert hat
Bau|lücke (Bau|lük|ke —* Bau|1ülckel:
die; - ; -n zwischen zwei Häusern be¬
stehender Zwischenraum, der nicht
bebaut ist
Baum: der; -(e)s; Bäume 1 große Pflan¬
ze mit einem Stamm aus Holz, Ästen
u. Blättern, Nadeln 2 es ist, um auf
die Bäume zu klettern: [ugs.] zum
Verzweifeln sein 3 Einen alten Baum
soll man nicht verpflanzen: man soll
einen alten Menschen in seiner ge¬
wohnten Umgebung lassen 4 Bäume
ausreißen (können): [ugs.] vor Ener¬
gie, Kraft strotzen »Ich fühle mich
wieder so gut, ich könnte Bäume aus¬
reißen.« 5 Die Bäume wachsen nicht
in den Himmel: alles hat seine Gren¬
zen 6 Der Raupe wegen muß man
den Baum nicht umlegen: wegen
Kleinigkeiten soll man nicht gleich al¬
les grundlegend ändern
Baumlbelstand: der; -(e)s; -bestände
(Anzahl der) Bäume in einem Gebiet
Baum|blii|te: die; - ; -n Blütezeit der
Obstbäume in einem Gebiet
Bäumlchen: das; -s; - kleiner, junger
Baum
Bau|mei]ster —» Baulmeislten der;.-s;
~ staatlich geprüfter Bautechniker
baulmeln: baumelst; baumeltest; hast
gebaumelt lose nach unten hängen u.
dabei hin- u. herschwingen (lassen)
Baumlgrenlze: die; - ; -n (PI. s.) Linie
im Gebirge, oberhalb derer keine
Bäume mehr wachsen
Baumjgruplps: die; - ; -n einige zusam¬
menstehende Bäume
Baum|haus: das; -es; -häuser kleine
Hütte, die in die Äste eines Baumes
gebaut ist
baumlhoch: Adj. n. stg. sehr hoch, groß
Bgum|kro|ne: die; - ; -n Gesamtheit der
Aste u. Blätter eines Baumes, die von
dem Stamm ausgehen
Baumlkulchen: der; -s; - <Kochk.> run¬
der, hoher Kuchen, der schichtweise
gebacken wird
baum|lang: Adj. n. stg. [ugs.] sehr groß
»Er ist ein baumlanger Kerl.«
Baumlschulle: die; - ; -n Gärtnerei, in
der junge Bäume o. ä. gezüchtet wer¬
den
Baumlstamm: der; -(e)s; -stamme dik-
kerer, holziger Teil des Baumes, der
aus den Wurzeln hervorwächst u. von
dem am oberen Ende die Äste abge¬
hen
Baumisteriben: das; -s; - das Absterben
des Waldes durch Umwelteinflüsse
Baumlstrunk: der; -(e)s; -strünke in der
Erde verbliebener Rest eines abge¬
holzten Baumes
Baumlstumpf: der; -(e)s; -stumpfe in
der Erde gebliebener Rest eines abge¬
holzten Baumes
Baum|wip|fel: der; -s; - oberster Teil,
Spitze des Baumes
Baum|wol|le: die; - ; - a) in Sträuchern
wachsende Pflanze, deren Samenfa¬
den zu einem Garn gesponnen wer¬
den können b) Garn aus der Baum-
wollpflanze (a) c) Stoff aus Baumwol¬
le (b)
Baumlwolllpflücker (Baum|woll|pflßk|-
ker —» Baumtwolllpflülckert: der;
-s; - weibl. Baumlwotl|pflOcke|rin
(Bajmi|woll|pflük|ke|rin —> Baum|-
woll|pfl(i|cke|rin): die; ~ / -nen Person,
die die Früchte der Baumwolle erntet
BaumlwolHplanltalge: die; - ; -n (mehre¬
re zusammengehörige) Baumwollfel¬
der, die im Besitz eines Landwirtes o.
ä. sind
Baum|woll|spin|ne|rei: die; - ; -en Be-
trieb/Fabrik, wo Baumwollgarn her¬
gestellt wird
Baum|woll|stoff: der; -(e)s; -e aus
Baumwollgarn gewebter Stoff
Baulordlnung: die; - ; -en staatliche An¬
ordnung zur Durchführung eines
Bauvorhabens
Baulplan: der; -(e)s; -plane (schriftlich
fixierter) Plan über die Durchführung
eines Bauvorhabens
Baulplatz: der; -es; -platze Grundstück,
auf dem gebaut werden kann, soll
Baulrat: der; -(e)s; -rate weibl. Baulräl-
tin: die; - ; -nen leitende(r) Beamte(r)
der Bauaufsichtsbehörde
Baulrecht: das; -(e)s; -e <Rechtsw.> 1
Recht eines Eigentümers, daß für sein
Grundstück eine Baugenehmigung
erteilt wird, wenn der Bauplan geneh¬
migt ist; Baugenehmigung 2 Gesamt¬
heit der Rechtsnormen, die sich auf
die Zulässigkeit, Grenzen, Nutzung
u. Ordnung der Errichtung u. Verän¬
derung von Bauwerken beziehen
Baulruilne —* Baulru|i|ne: die; - ; -n
halb fertiggestelltes, langsam verrot¬
tendes Gebäude
Baujsatz: der; -es; -salze zusammenge¬
hörige einzelne Bauteile, die zusam¬
mengesetzt werden müssen
Bausch: der; -(e)s; -e u. Bäusche 1 Zu¬
sammenballung eines leichten Mate¬
rials »Sie nahm einen Bausch Watte
aus dem Beutel.« 2 in Bausch u.
Bogen: im ganzen; alle(s) gleicherma¬
ßen
bau|schiq: Adj. von weicher, locker ver¬
bundener Substanz
bau|spa|ren: nur im Infinitiv gebraucht
(mit staatlicher Unterstützung in
Form von Prämien) mittels eines
Bausparvertrages für ein Bauvorha¬
ben sparen
Baulspalrer: der; -s; ~ weibl. Bsu|spa|-
re|riru die; - ; -nen Person, die einen
Bausparvertrag besitzt
Baulsparikaslse: die; - ; -n Bankinsti¬
tut, das sich auf Bausparer speziali¬
siert hat
Baulspariverftrag: der; -(ejs; -vertrage
staatlich geförderter Sparvertrag, der
mit einem kostengünstigen Kredit für
Bauvorhaben verbunden ist
Baujstel|le: die; - ; -n Ort, an dem ein
Bauvorhaben durchgeführt wird
Baulstil: der; -(e)s; -e Architekturstil,
in dem ein Bauvorhaben durchge¬
führt wird od. wurde
Baulstoff: der; -(e)s; -e Material, das
für den Bau verwendet wird
Bau|stopp: der; -s; -s von übergeordne¬
ter Stelle befohlene(s) Unterbrechung
eines Bauvorhabens, Ende des Bau¬
ens an einem Haus, Industriegebäude
o. ä. -
Baulsublstanz —» Baulsublsltanz: die;
- ; -en (Qualität, Beschaffenheit der)
Gesamtheit der Materialien, die für
einen Bau verwendet wurden
Bautträlaer: der; -s; ~ weibl. BauHräl-
ge|rin: die; - ; -nen Firma, Person, die
einen Bau errichten läßt, ohne selbst
Bauherr zu sein
Baulunlterinehlmer: der; -s; • weibl.
Bay|un|terjneh|me|rin: die; - ; -nen
Besitzerin) eines Bauuntemehmens,
einer Firma, die Bauvorhaben aus¬
führt
145
Bauvorhaben
Baulvorftialben: das; -s; - a) Plan für ei¬
nen Bau b) [ugs.) im Bau beßndliches
Projekt
Baulweilse: die; - ; -n Art u. Weise der
Errichtung eines Gebäudes; bautech¬
nische Form
Baulwerk: das; -(e)s; -e besonders ein¬
drucksvolles Gebäude »Viele bedeu¬
tende Bauwerke gibt es in Rom zu be¬
sichtigen.«
Baujxib das; -s; -e ein Mineral, das 2ur
Aluminiumherstellung benutzt wird
Baulzaun: der; -(e)s; -zäune um eine
Baustelle herum errichtete(r) Zaun,
Eingrenzung
Ba|va|ria: /bawaria/ die; - ; - [geh.]
(Frauengestait als Symbol für) Bay¬
ern
B. a. W.: Abk. Beamter auf Widerruf
b. a. W.: Abk. bis auf Widerruf
b. a. w.: Abk. bis auf weiteres
Bay|er der; -n; -n weibl. Bayejrin —»
Bay|e|rin: die; - ; -nen Einwohnerin)
Bayerns
Bayfern: o. Art.; -s; - südlichstes Land
der Bundesrepublik Deutschland
bay|risch/baye|risch —» bay|e]risch:
Adj. dem Land Bayern zuzuordnen
Ba|zar/Ba|sar <pers.-fr.> /basar/ der; -s;
-el (orientalischer) Markt, oft über¬
dacht »einen Basar besuchen« 2 Ver¬
kaufsveranstaltung zu wohltätigen
Zwecken »einen Weihnachtsbasar ver¬
anstalten«
Ba|zil|le: die; - ; -n [ugs.] Bakterie, die
oft Krankheiten hervomift
Ba|zil|len|trä]ger. der; -S; - weibl: Ba|-
ziljlen|trä|ge|rin: die; - ; -nen Person,
die Bakterien, Bazillen in sich trägt u.
andere Personen damit anstecken
kann, ohne selbst krank sein zu müs¬
sen
Ba|scil|lus: dato der; - ; Bazillen <Bio.;
Med.> Bakterie, die stäbchenförmig
ist u. Sporen bildet
BBC: Kurzw. /bibißi/ die; - ; - British
Broadcasting Corporation = eine
englische Rundfunkanstalt
BCQ-Schutz]imp|fung: die; - ; -en
<Med.> Impfung zur Vorbeugung ge¬
gen Tuberkulose
Bebst: Abk. Buchstabe(n)
BO: Abk. 1 Bad mit Dusche 2 <Med.>
Blutdruck 3 Bundesbahndirektion
Bd.: Abk. 1 <Buchw.> Band 2 Bedingun¬
gen)
b. d.: Abk. 1 a) bei dem b) bei den c) bei
der 2 bis dato = bis heute
bds.: Abk. a) beiderseitig b) beiderseits
bdt(d).: Abk. bedeutend
Bdtg.: Abk. Bedeutung
B-Dur-Ton|lei|ter: die; -; -n Dur-Tonlei¬
ter, die auf der Note B als Grundton
aufgebaut ist
Bdw.: Abk. Bundeswehr
BE: Abk. 1 Bauelement 2 (Fertigungs¬
technik» Bearbeitungseinheit 3 Be-
richterstatter(in) 4 Broteinheit =
Maßeinheit für den Kohlehydratan¬
teil bei der Diätberechnung von Zuk-
kerkranken(l BE = 12 Gramm Koh¬
lehydratanteil, entspricht der Kohle¬
hydratmenge von 20 Gramm Wei߬
brot od. 60 Gramm Kartoffeln)
be-: Wortbildungselement a) etw., ein
Ergebnis mittels der Handlung des
Basiswortes tun, erreichen (wollen)
beweinen ♦ bereisen ♦ beladen« b) ver¬
stärkend »beschimpfen« c) etw. verse¬
hen mit dem im Basiswort Genannten
»begrünen ♦ beschriften« d) drückt
aus, daß etw. vorhanden ist, mit etw.
versehen, ausgestattet o. ä. ist
»bewaldet ♦ bebrillt«
be|ab|sich|ti|gen: beabsichtigst; beab¬
sichtigtest; hast beabsichtigt die Ab¬
sicht haben, etw. zu tun »Ich beab¬
sichtige, meine Münzsammlung zu ver¬
kaufen.«
be|ach|ten: beachtest; beachtetest; hast
beachtet berücksichtigen; auf etw.
achten »Ich werde deine Warnung be¬
achten.«
be|acht|lich: Adj. bemerkenswert; Acht¬
ung verdienend »beachtliche Erfolge«
6e|ach|tung: die; - ; - in der Wendung
Beachtung finden: (große) Aufmerk¬
samkeit Anden, erlangen »Dein Vor¬
schlag hat große Beachtung gefun¬
den.«
belgckern (be|ak|kern —> be|a|ckern):
beackerst; beackertest; hast beackert
1 einen Acker, ein Feld bearbeiten 2
[ugs.] sich mit einem Sachgebiet be¬
sonders intensiv beschäftigen 3 [ugs.]
jmdn. immer wieder um etw. bitten
Be|am|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Beamter; eine Be¬
amte; zwei Beamte) weibl. auch Be|-
am[tin: die; - ; -nen in einem öffent¬
lich-rechtlichen Dienstverhältnis,
vom Staat auf Lebenszeit beschäftigte
Person (in besonderer Vertrauensstel¬
lung)
Be|am|ten|be|lei|di|gung: die; - ; -en
(Rechtsw.» Verunglimpfung, Beleidi¬
gung eines sich im Dienst befindli¬
chen Beamten
Be|am|ten|deutsch: das; - u. -(e)s; -
sehr formalisiertes, kompliziertes
Deutsch, das vor allen Dingen in Do¬
kumenten, Verordnungen, Formula¬
ren zu finden ist
Be|am|ten|taim: das; -s; - (Status, Stand
der) Beamtenschaft
bejam|tet: Adj. n. stg. als Beamte(r) ein¬
gestellt
bejäng|sti|gen —*■ be|ängs|ti|gen: be¬
ängstigst; beängstigtest; hast
beängstigt [veralt.J in jmdm. Furcht
od. Angst hervoirufen 2 etw. ist
beängstigend: etw. ruft Angst, ein
ungutes Gefühl bei jmdm. hervor
be|äng|sti|gend —> be|ängs|ti|gend:
Adj. a) Furcht hervorrufend b) etw.
ist beängstigend: etw. ruft Angst, ein
ungutes Gefühl bei jmdm. hervor
be|an|spru|chen: beanspruchst; bean¬
spruchtest; hast beansprucht 1 verlan¬
gen; Anspruch erheben »Die Kinder
beanspruchten ihren Teil des Erbes.« 2
(für) etw. benötigen, brauchen; erfor¬
dern
Be]an|spru|chung: die; - ; -en das Ab¬
verlangen großer Anforderungen von
etw. od. jmdm.
be|an|stan|den: beanstandest; beanstan¬
detest; hast beanstandet reklamieren;
als mangelhaft kritisieren »die Maler¬
arbeiten beanstanden«
be|an|tra|gen; beantragst; beantragtest;
hast beantragt einen Antrag auf etw.
stellen; die Gewährung einer Bitte, ei¬
nes Anspruchs fordern; die Verwirkli¬
chung von etw. einfordern
be[ant|wor]ten: beantwortest; beantwor¬
tetest; hast beantwortet eine Antwort
auf etw, geben; auf etw. reagieren »ei¬
nen Brief beantworten ♦ eine Frage be¬
antworten«
be|ar|bet|ten: bearbeitest; bearbeitetest;
hast bearbeitet 1 a) eine Sache unter
Einsetzung seiner Körperkraft u./od.
von Maschinen behandeln »einen Ak-
ker bearbeiten« b) etw. unter Einset¬
zung geistiger Fähigkeiten behandeln
»ein Thema, einen Kriminalfall bear¬
beiten« 2 [ugs.] jmdn. zu überzeugen,
überreden versuchen
Be|ar(bei|tungs|ge|bühn die; - ; -en
Geldsumme, die für die Bearbeitung
eines Sachverhaltes, Antrages erho¬
ben wird
be|arg|wöh|nen: beargwöhnst; bearg¬
wöhntest; hast beargwöhnt jmdn., etw.
argwöhnisch, mißtrauisch betrachten
Beat|band: <engl.> /bitbänt/ die; ~ ; -s
Musikgmppe, die Beatmusik macht
Beat ge|ne|ra|tion —* Beat|ge|ne|ra|ti|-
on: <engl.-Iat.> /bitgenerazion/ die; - ;
-1 das bürgerliche Leben ablehnende
Gruppe amerikanischer Schriftsteller,
die ca. zwischen 1955 u. 1960 literari¬
sche Bedeutung erlangten u. der Jazz¬
szene eng verbunden waren 2 Genera¬
tion der Jugendlichen, die mit der
Beatmusik aufgewachsen sind, d. h.
in den 60er Jahren Teenager waren
be|at|men: beatmest; beatmetest; hast
beatmet <Med.> mit einer Maschine
od. durch eine Person (bei Mund-zu-
Mund-Beatmung) dafür sorgen, daß
jmd. wieder bzw. weiterhin mit Sauer¬
stoff versorgt wird, atmet, Luft auf¬
nimmt
Be[at|mung: die; - ; -en das künstliche
Pressen von Luft in jmds. Lungen
Be|at|mungs|ge|rät: das; -(e)s; -e In¬
strument, das die (künstliche) Beat¬
mung übernimmt
Beat: tengh /bit/ der; -s; - <Musik> 1
Rhythmus in Tonabfolgen 2 kurz für
Beatmusik
Beatlmutoik: tengh /bitmusik/ die; - ; -
Form des Jazz, in der die Gitarren
verstärkt als Rhythmusinstrumente
benutzt werden
Beau: dat.-fro jboj der; -s; -s [abwert.j
besonders gut aussehender Mann, der
sich seiner Schönheit bewußt ist
befauf|sich|ti|gen: beaufsichtigst; beauf¬
sichtigtest; hast beaufsichtigt aufpas¬
sen auf jmdn.; etw./jmdn. überwa¬
chen
belaufltralqen: beauftragst; beauftrag¬
test; hast beauftragt einen Auftrag er¬
teilen; jmdn. zur Erledigung (eines
Auftrags) veranlassen
Belaufltraglte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Beauftragter;
eine Beauftragte; zwei Beauftragte)
Person, die von jmdm. den Auftrag,
die Anweisung bekommen hat, etw.
zutun
befäufaen: beäugst; beäugtest; hast
beäugt [ugs.] kritisch, vorsichtig be¬
trachten
Beau|jojlais: </r.> /bosehola/ der; ~ u. -s;
-s meist roter Wein aus Mittelfrank¬
reich
Beautly-case —» Beau|ty Case/Beau|-
ty[case: <engh /bjuti ke>ß/ das; - u.
146
bedenken
-s; -s Ibjuti kejßißl kleiner, kastenför¬
miger Koffer für Kosmetika
Beau|ty)fann: <engh /bjuti-/ die; - ; -en
Schönheitsfarm; Einrichtung, in der
Erholungsurlaub mit kosmetischen
Behandlungen o. ä. kombiniert orga¬
nisiert, angeboten wird
be|baulen: bebaust: bebautest; hast be¬
baut 1 auf einem Stück Land etw. an¬
pflanzen 2 einen Ort, Platz mit Ge¬
bäuden versehen
Belbaulunoslplan: der; -(e)s; -plane
von der Gemeinde erstellter Plan, in
dem für bestimmte Gebiete die Art
der Bebauung verbindlich festgelegt
ist (z. B. Wohngebiet, Gewerbege¬
biet)
Be|ben: das; -s; - 1 o. PI. das Zittern
»Das Beben der Stimme war deutlich
hörbar.« 2 kurz für Erdbeben »Das
schwere Beben erschütterte ganz Kali¬
fornien.«
bejben: bebst; bebtest; hast gebebt a)
(durch eine Erschütterung) zittern
»Die Erde bebte nach dem Atomver¬
such.« b) (aufgrund von Kälte, einer
Emotion) zittern »Sie bebte vor Wut.«
Be|ben|herd: der; -(e)s; -e <Geologie>
Ursprung, Ausgangspunkt eines Erd¬
bebens
Be|ben|stär|ke: die; ~ ; -n Intensität,
Stärke eines Erdbebens
be|bil|dern: bebilderst; bebildertest; hast
bebildert mit Bildern versehen, illu¬
strieren
Be|bil|de|rung: die; - ; -en a) das Bebil¬
dern; das Versehen mit Illustrationen
b) Gesamtheit der Bilder, die in einem
Werk zur Illustration verwendet wer¬
den
8e|bop: <amerik.> /bibop/ der; - u. -s; -s
a) o. PI. Stil der Jazzmusik in den 40er
Jahren b) Tanz 2um Bebop (a)
belbrillfc Adj. n. stg. eine Brille tragend
bejbrüjten: bebrütest; bebrütetest; hast
bebrütet 1 sich auf ein Ei setzen, etw.
künstlich warm halten, um dessen na¬
türliche Entwicklung zu gewährlei¬
sten 2 [ugs.] über etw. intensiv nach¬
denken
be|bun|kern: bebunkerst; bebunkertest;
hast bebunkert etw. (meist ein Schiff)
mit Treibstoff beladen
Bö|cha|mel|so|Be: </r> /besehamäl-/ die;
-; -n helle Sahnesoße, meist mit Zwie¬
beln u. Schinken
Be|chen <gr.-lat.> der; -s; - 1 hohes,
nicht aus Glas gefertigtes Trinkgefäß
»einen Becher mit Milch füllen« 2 Im
Becher ersaufen mehr als im Meer;
an den Folgen des Alkoholismus, der
Trunksucht sterben mehr Menschen
als durch Ertrinken
be|cherjför|mig: Adj. n. stg. in der Form
eines hohen, schmalen Gefäßes
be|chem: becherst; bechertest; hast ge¬
bechert [ugs.] viele alkoholische Ge¬
tränke zu sich nehmen
be|cir|cen/be|zir|zen: /bezirzen/ becirct/
bezirzt; becirctestjbezirztest; hast be¬
circt /bezirzt jmdn. zu betören versu¬
chen; mit Charme für sich gewinnen
Becken (Bek|ken —> Be|cken): das; -s;
- 1 Gefäß, Bassin, in dem sich Wasser
befindet, in das Wasser fließt »Das
Becken wird im Sommer mit Wasser
gefüllt.« 2 Musikinstrument, das aus
zwei Scheiben besteht, die aneinan¬
dergeschlagen werden 3 <Anat.> Kno¬
chenkombination am unteren Ende
des Rumpfes; Hüftknochen
Becken|bruch (Bek|ken|bruch —> Be|-
ckenjbruch): der; -(e)s; -bräche
<Med.» Bruch des Beckenknochens
Becken|end|la|ge (Bekjken|end|la|ge
—► Be|cken|end|lage): die; - ; -n
<Med.> Querlage des Kindes bei der
Geburt, so daß zuerst das Becken
durch den Geburtskanal gelangt
beckenjförjmig (bek|ken|för|mig —*■
be|cken|för|mig): Adj. n. stg. in der
Form einer großen, flachen Schüssel
Becken|guit (Bek|ken|gurt —*• Be|-
cken|gurt): der; -(e)s; -e Sicherheits¬
gurt, der um das Becken, um die
Hüften gespannt wird
Becken|kno|chen (Bek|ken|knojchen
—> Be|cken|kno|cherj): der; -s; -
<Anat.> großer, flacher Knochen, der
die Eingeweide der Bauchhöhle
schützt
Beckenrand (Bek|ken|rand —* Bej-
cken|rand): der; -(e)s; -rander (seitli¬
che) Begrenzung eines Schwimmbek-
kens
Beck|mes|se|rei: die; - ; -en [abwert.]
Kritik, die sich an Kleinigkeiten auf¬
hält, das Ganze aber nicht zu würdi¬
gen weiß
beck|mes|sern: beckmesserst; beckmes¬
sertest; hast gebeckmessert kleinliche
Kritik üben
Bec|que|rel: <fr.> /beckeräl/ das; -s; •
<Physik> Meßeinheit für radioaktive
Strahlung
Bed.: Abk. 1 Bedarf 2 Bedeutung 3
Bedienung 4 Bedingungen)
bed.: Abk. 1 bedeutend 2 bedürftig
be|da|chen: bedachst; bedachtest; hast
bedacht mit einem Dach, einer oberen
Bedeckung versehen ,
Be|dacht: der; -(ejs; - 1 Überlegung,
Umsicht, mit der etw. geschieht 2 mit,
voll/ohne Bedacht gut, genau/nicht
gut, genau überlegt »Er hatte seine
Worte mit Bedacht gewählt. • Er hat
ohne Bedacht geantwortet.«
be|dacht: Adj. n. stg. 1 vorher überlegt
»Das war eine durchaus bedachte
Äußerung.« 2 mit einer Erbschaft ver¬
sehen, bedenken
Be|dach|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Bedachter; eine
Bedachte; zwei Bedachte) Person, die
von jmdm. berücksichtigt wurde, (in
einem Testament) ein Vermächtnis
erhalten hat
be|däch|tig: Adj. a) voller Bedacht; mit
Überlegung »bedächtiges Handeln« b)
langsam »bedächtige Schritte«
be|dacht|sam: Adj. behutsam, vorsich¬
tig, überlegend handelnd
Be|da|chung: die; ~ ; -en 1 das Versehen
eines Hauses o. ä. mit einem Dach 2
das Dach über einem Haus, einer
Brücke o. ä.
be|damp|fen: bedampfst; bedampftest;
hast bedampft etw. einem (Metall-)
Dampf aussetzen
be|dan|ken, sich: bedankst dich; be¬
danktest dich; hast dich bedankt
jmdm. seine(n) Freude, Dank über
etw. ausdrücken »Er bedankte sich für
das Geschenk.«
Be|darf: der; -(e)s; - u. [fachsprl.j -e 1
etw., was benötigt wird; etw., wonach
Nachfrage besteht »Es besteht Bedarf
an Wohnungen.« 2 jmds. Bedarf ist
gedeckt: [ugs.; scherzh.] jmdm. reicht
es (endgültig) »Immer diese Streiterei¬
en, mein Bedarf ist endgültig gedeckt!«
•be|darf: Wortbildungselemenl bezeich¬
net meist in Verbindung mit Substan¬
tiven, daß das, was im Basiswort in¬
haltlich ausgedrückt ist, benötigt, ge¬
braucht wird »Lebensmittelbedarf«
Be|darfs|ar|ti|kel: der; -s; - Ware, Kon¬
sumgut, die/das oft benötigt wird
Be|darfs|fall: der; -(e)s; -fälle Fall, Si¬
tuation, in der etw. benötigt wird
Be|darfs|hal|te|stel|le: die; ~ ; -n Halte¬
punkt einer Straßenbahn-, Buslinie,
die nur benutzt wird, wenn (viele)
Fahrgäste zu befördern sind
Be|darfs|mel|dung: die; - ; -en Informa¬
tion, daß etw. benötigt wird
beldaujeijlich: Adj. zu bedauern; uner¬
freulich »ein bedauerlicher Fehler«
be|dau|erjli|cherjwei|se: Adv. unerfreu¬
licherweise; leider »Bedauerlicherwei¬
se müssen wir Ihnen mitteilen, daß wir
für Sie in unserem Betrieb keine Stelle
frei haben.«
Be|dau|em: das; -s; - besonders häufig
als Briefanfang bei meist geschäftli¬
chen Absagen) Mitgefühl, Trauer
über ein unerfreuliches Ereignis »Mit
Bedauern teilen wir Ihnen mit, daß...«
beldaulern: bedauerst; bedauertest; hast
bedauert a) etw. unerfreulich finden b)
mit jmdm. fühlen; jmdn. bemitleiden
be[dau|erns|wert: Adj. bedauernswer¬
ter; bedauernswerteste zu bemitleiden
»Er befindet sich in einer bedauerns¬
werten Lage.«
be|dau|ems|wüijdig: Adj. zu bemitlei¬
den »Er befindet sich in einer bedau¬
ernswürdigen Lage.«
be|decken (be|dek|ken —> be|de|-
cken): bedeckst; bedecktest; hast be¬
deckt 1 etw. decken über; verhüllen
»Der Rock bedeckte das Knie. ♦ Er be¬
deckte das Sofa mit einer Decke.« 2
[österr.] finanziell für etw. aufkom¬
men, bürgen
befdeckt: Adj. bedeckter; bedeckteste 1
fachsprl. n. stg. (Himmeb mit Wolken,
einer geschlossenen Wolkendecke
versehen 2 mit etw., einer Schicht
überzogen, versehen »Die Berge wa¬
ren mit Schnee bedeckt.« 3 sich be¬
deckt halten; bedeckt bleiben: [ugs.]
nichts dazu sagen, seine Meinung
nicht äußern »Sie halten sich erst ein¬
mal bedeckt u. warten die weitere Ent¬
wicklung ab.«
Be|deckt]sa|mer: der; -s; - <Bot.> Pflan¬
ze mit im Fruchtknoten eingeschlos¬
senen Samen
Be|deckung (Be|dek|kung —> Bejde|-
ckung): die; - ; -en 1 das Zudecken,
Verhüllen mit, von etw. 2 etw., was
zum Zudecken, Verhüllen von etw.
benutzt wird
Be|den|ken: das; -s; - Vorbehalt gegen¬
über etw.; Zweifel an etw.
be|den|ken: bedenkst; bedachtest; hast
bedacht 1 a) über eine Sache nachdem
ken; alle wichtigen Begleitumstände
in Betracht ziehen »Ich bedachte lan¬
ge, was nun zu tun sei.« b) etw. zu be¬
denken geben: darum bitten, etw. in
Erwägung zu ziehen 2 Was man zu
lang bedenkt, das wird bedenklich:
147
bedenkenlos
wenn man sehr lange über etw. nach¬
denkt, lange überlegt, sich nicht (für
das eine od. andere) entscheiden
kann, sollte man es vielleicht ganz las¬
sen, es nimmt wahrscheinlich kein gu¬
tes Ende
bejden|ken|los: Adj. n. stg. ohne Beden¬
ken, Vorbehalt, Zweifel zu haben, ha¬
ben zu müssen; ohne Vorbehalt
Be|den|ken|lo|sig|teit: die; - ; - a) skru¬
pelloses, hemmungsloses Wesen b)
Handeln ohne Überlegung
be|den|kens|wert: Adj. bedenkenswer¬
ter; bedenkenswerteste der Überle¬
gung wert; wert, bedacht zu werden
Be|denk|frist: die: - ; -en Zeitraum, der
jmdm. für eine Entscheidung zugebil¬
ligt wird »Ich bitte mir zwei Tage Be¬
denkfrist aus.«
be|denk|lich: Adj. zweifelhaft; mit Be¬
denken verbunden, behaftet; Besorg¬
nis erzeugend »Das ist ein bedenkli¬
ches Unternehmen.«
Be|denk|zeit: die; - ; -en Zeit, die jmd.
für Überlegungen, Entscheidungen
hat »Ich bitte mir zwei Tage Bedenk¬
zeit aus.«
be|dep|pert: Adj. [ugs.] bescheuert;
dumm; irrational handelnd »ein be¬
depperter Kerl«
beldeutten: bedeutest; bedeutetest; hast
bedeutet 1 einen bestimmten Sinn ha¬
ben, etw. meinen »Die Abkürzung ’z.
B.' bedeutet 'zum Beispiel’.« 2 etw. als
Folge nach sich ziehen 3 von Bedeu¬
tung, Wichtigkeit sein »Reichtum be¬
deutet mir nichts.« 4 [geh.) jmdn. einen
Hinweis, eine Andeutung geben »Sie
bedeutete mir, stehen zu bleiben.«
beldaultend: Adj. 1 eine wichtige Stel¬
lung einnehmend »ein bedeutendes
Ereignis« Ant.: bedeutungslos 2 um
ein bedeutendes (größer, weniger o.
ä.) —> um ein Bedeutendes (größer,
wenigere. ä.): erheblich mehr, erheb¬
lich weniger o. ä. »Bei meinem neuen
Job verdiene ich um ein bedeutendes
mehr als vorher.«
be|deutjsam: Adj. 1 (für die Zukunft)
wichtig, bedeutend »Dieses Ergebnis
ist ein bedeutsamer Fund auf dem Ge¬
biet der neuen Technologien.« 2
vielsagend »ein bedeutsamer Blick«
BeldeutteamlReit: die; - ; -en 1 Wichtig¬
keit (für die Zukunft) 2 [geh.] Bedeu¬
tung, Inhalt, Sinn einer Sache
Beldeultunq: die; - ; -en 1 Sinn; Inhalt;
Stellung in einem Zusammenhang
»Die Bedeutung dieser Erzählung wur¬
de ihm erst später klar.« 2 Relevanz,
Bedeutsamkeit, Tragweite einer Sa¬
che
Be|deu{tungs|er|wei|te|rung: die; - / -en
<Sprachwiss.> : Erweiterung einer
Wortbedeutung
Beldeultunqsllehlre: die; - ; • <Sprach-
wiss.> Lehre von der Bedeutung, dem
Inhalt der Wörter, Syn.: [fremdspr!.]
Semantik
beldeuhungsllos: Adj. n. stg. völlig
ohne Bedeutung, Relevanz »ein be¬
deutungsloser Vorfall« Ant.: bedeu¬
tend; bedeutungsvoll
b«|deu|tungs|schweK Adj. besonders
bedeutend, inhaltsreich, zukunftswei¬
send
Be|deu|tungs|un|ter|schied: der; -(ejs;
-e Differenz zwischen zwei Bedeutun¬
gen, Inhalten (die einander ähnlich
sind)
Beldeuhungslverlenlgelruna/Beldeul-
tungs|verjen|gung: die; - ; -en
<Sprachwiss.> Einschränkung einer
Wortbedeutung auf einen speziellen
Bereich
beldeultunqslvoll: Adj. voller Bedeu¬
tung; vielsagend »ein bedeutungsvoller
Blick« Ant.: bedeutungslos
Be|deu|tung$|wan)del: der; -s; -
<Sprachwiss,> Veränderung der Wort¬
bedeutung
Be|deu|tunqs|wdrfteHbuch: das; -(e)s;
-buchet Wörterbuch, das vor allem
die (verschiedenen) Bedeutungen)
der Wörter erklärt, beschreibt
be|diejnen: bedienst; bedientest; hast be¬
dient 1 a) beruflich jmdm. einen
Dienst erweisen; kellnern od. verkau¬
fen »Sie bedient im Cafe am Hof¬
garten.« b) jmdm. einen Dienst erwei¬
sen; etw. für jmdn. tun 2 beim Kar¬
tenspiel die erforderliche Karte aus¬
spielen »Er hat Karo bedient.« 3 eine
Maschine betätigen »Er bedient einen
Bulldozer.« 4 für einen Kredit Zinsen,
eine Abtragung zahlen »Der Kredit
wird monatlich bedient.« 5 bedient
sein: [ugs.] von etw. genug haben »Ich
versuche es nicht noch einmal, ich bin
bedient.« 6 (mit etw.) gut/schlecht
bedient sein: 1. [veralt.] mit etw. gut/
schlecht beraten sein »Er war schleckt
bedient, als er seinem Rat folgte.« 2.
[ugs.] (mit etw.) (noch ganz) gut/
schlecht davongekommen sein
be]dje|nen, sich: bedienst dich; bedien¬
test dich; hast dich bedient 1 a) sich
etw. nehmen, was angeboten wird
»Er bediente sich am Buffet.« b) [ugs.;
scherzh.] etw. ohne Erlaubnis weg¬
nehmen, stibitzen »Er hat sich im
Plattenladen bedient.« 2 mit Gen. etw.
als Mittel benutzen »sich eines Hilfs¬
mittels bedienen«
Be|dien|ste)te —> Be|diens|te|te: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Bediensteter; eine Bedienstete;
zwei Bedienstete) jmd., der, die bei ei¬
nem privaten od. staatlichen Dienst-
herm angestellt ist »Die Mitarbeiter
der Behörde sind staatlich!e) Bedien¬
stete.«
Be|die|nung: die; - ; -en 1 a) Person, die
jmdn. bedient; Serviererin) »Sie rief
nach der Bedienung.« b) das Bedient¬
werden »Die Bedienung in dem Lokal
ist nicht besonders gut, aber das Essen
ist hervorragend.« 2 das Bedienen; das
Benutzen; das Ingangsetzen; Umgang
Be|die)nungs|anjlei|tung: die; - ; -en
Anweisung, wie ein (technisches) Ge¬
rät zu benutzen ist, Syn.: Gebrauchs-
sanleitung
Be|die|nungs|auf|schlag: der; -(e)s;
-aufschläge Summe, die bei einer Re¬
staurantrechnung zusätzlich zu den
Speisen u. Getränken für die Bedie¬
nung, den Service hinzukommt
Beldie|nungs|feh|ler. der; -s; - Fehler
in der Handhabung eines Gerätes
Be|dj$|nungs|vor|schrift: die; - ; -en An¬
weisung für die Benutzung eines Ge¬
rätes
Be[die|nungs|zu|schlag: der; -(e)s; -Zu¬
schläge zusätzlich zur Restaurant¬
rechnung, zusätzlich zu den Speisen
u. Getränken für die Bedienung, den
Service zu zahlende Summe
be|djn|gen: bedingst; bedingtest; hast
bedingt a) verursachen; zur Folge ha¬
ben »Das Ozonloch bedingt eine Erhö¬
hung des Hautkrebsrisikos.« b) etw.
unbedingt voraussetzen, erfordern
bejdingt: Adj. mit Einschränkungen
»eine bedingte Zustimmung«
-beidingt: Wortbildungselement be¬
zeichnet in einer Wortzusammenset¬
zung mit einem Substantiv, daß etw.
von dem, was durch das Vorgesetzte
Substantiv inhaltlich ausgedrückt ist,
abhängt, dadurch bestimmt, hervor¬
gerufen ist »Seine geistige Verwirrt¬
heit ist altersbedingt.«
Be|dingt|heit: die; -; -1 das Verursacht¬
sein durch bestimmte Begleitumstän¬
de 2 zu relativierende Gültigkeit; un¬
ter Vorbehalt geltende Richtigkeit
Be|dingt|sen|dung: die; -; -en Kommis¬
sionssendung; (Postsendung, für
die ein Rückgaberecht vereinbart
wurde
Be]din(gung: die; - ; -en 1 Forderung,
deren Erfüllung für weitere Verhand¬
lungen o. ä. Voraussetzung ist 2 Ge¬
gebenheit, Begleitumstand, der für
etw. Voraussetzung ist
Be|din|gungs|fonn: die; -; -en <Sprach-
wiss.» Konditionalform
be[din(gungs(los: Adj. n. stg. völlig
ohne Bedingungen, Einschränkungen
»bedingungsloses Vertrauen«
Be|din|gungs|satz: der; -es; -sätze
<Sprachwiss.> eine Bedingung stellen¬
der Umstandssatz, Konditionalsatz,
oft durch 'wenn’ od. 'falls' eingeleitet
»Wenn, falls das Wetter schön ist, fin¬
det die Party im Garten statt.«
be|drän[gen: bedrängst; bedrängtest;
hast bedrängt 1 jmdn. heftig zu etw.
überreden wollen »Er bedrängte sie,
eine Entscheidung zu seinen Gunsten
zu treffen.« 2 bedrücken; gedanklich
nicht loslassen (können) »Der Gedan¬
ke an ihre Situation bedrängte mich.«
Be(dräng|nis: die; - ; -se (PI. s.) Situati¬
on, aus der es keinen Ausweg, in der
es keine freie Entscheidung gibt »Ich
bin in finanzielle Bedrängnis ( = Geld¬
not) geraten.«
be|drp|hen: bedrohst; bedrohtest; hast
bedroht 1 jmdn. unter Gewaltandro¬
hung zu etw. nötigen wollen »Er be¬
drohte mich mit einem Messer, um die
Geldkassette zu bekommen.« 2 gefähr¬
den
be|droh|lich: Adj. eine Gefahr erkennen,
vermuten lassend »eine bedrohliche
Entwicklung«
be|drucken (be|druk]ken —» be|dru|-
Cken): bedruckst; bedrucktest; hast
bedruckt mit Buchstaben, einem Mu¬
ster o. ä. versehen
beidrücken (be|drük|ken be|drü|-
cken): bedrückst; bedrücktest; hast
bedrückt jmdn. belasten, deprimieren
be|drückt' Adj. bedrückter; bedrück¬
teste durch etw. belastet, deprimiert
Be|duijne —* Be|du|ijne: der; -n; -n ara¬
bischer Wüstennomade
be|djjr|fen: bedarfst; bedurftest; hast be¬
durft (für etw.) benötigen, brauchen;
zu einem Zweck erfordern »Die Leute
bedürfen unserer Hilfe.«
148
Befehlsnotstand
Be|dürf|nis: das; -ses; -se Verlangen,
Wunsch nach etw. »Ich habe ein gro¬
ßes Bedürfnis nach Schlaf.«
Be|dürf|nis|an|stalt: die; -; -en [verhüll.]
öffentliche Toilette
Be|dürf|nis|be|frie|di|gung: die; - ; -en
Erfüllung eines Wunsches, Bedürfnis¬
ses
Be|dürf|nis|lo|sig|keit: die; - ; - Zustand
ohne Bedürfnisse, Wünsche
be|dürfftjg: Adj. a) Hilfe erfordernd b)
finanziell sehr schlecht gestellt
-be|dürfftig: Wortbildungselement be¬
zeichnet, daß das, was im vorange¬
stellten Wortteil inhaltlich enthalten
ist, gewünscht, notwendig ist »ein sehr
liebebedürftiges Kind«
be|du|setfc Adj. [ugs.] von Alkohol,
durch Kreislaufprobleme o. ä. in sei¬
ner Reaktions-, Bewegungsfähigkeit
eingeschränkt
Beeflstealc <engb /bifßte'k/ das; -s; -s 1
(gebratenes) Steak, Fleischstück vom
Rind 2 deutsches Beefsteak: Frika¬
delle; Bulette
be|eh|ren: beehrst; beehrtest; hast beehrt
[oft scherzh.] jmdm. (ursprünglich ei¬
nem Niedrigergestellten) mit etw.,
meist einem Besuch, eine Freude ma¬
chen »Er beehrte uns mit seiner Anwe¬
senheit.«
be|ei|den: beeidest; beeidetest; hast beei¬
det einen Eid auf etw. leisten; (die
Richtigkeit von etw.) beschwören »Er
beeidete seine A ussage vor Gericht.«
Be|ei]di|gung: die; ~ ; -en 1 das Beeidi¬
gen, Beschwören einer Sache, Aussa¬
ge 2 das Vereidigen
be|ei|fern, sich: beeiferst dich; beeifer-
test dich; hast dich beeifert sich sehr,
eifrig um etw. bemühen
be|ei|len, sich: beeilst dich; beeiltest
dich; hast dich beeilt etw. schneller als
normal (unter Zeitdruck) ausführen
be|ein|drucken (be|ein|druk]ken —»
be|ejn|dru|cken): beeindruckst; beein¬
drucktest; hast beeindruckt Eindruck
machen; eine positive Wirkung auf
jmdn. ausüben
be|ejn|fluB|bar —> be|einjfluss|bar:
Adj. zu beeinflussen; die Eigenschaft
besitzend, leicht manipuliert werden
zu können
Be|ein|fliiB|bar|keit —» Bejein|fluss|-
bar|keit: die; - ; - Fähigkeit, Eigen¬
schaft, verändert, manipuliert werden
zu können
be|ein|flus|sen: beeinflußt; beeinflu߬
test; hast beeinflußt —»alle Formen
mit ss<— manipulieren; jmdn. (be¬
wußt) in eine Richtung lenken
Be|em|flus|sung: die; - ; -en a) das Aus¬
üben eines Einflusses b) das Beein¬
flußt-, Verändertwerden
be|ejn|träch|ti|gen: beeinträchtigst; be¬
einträchtigtest; hast beeinträchtigt
hemmen; stören
Be|ein|träch|ti|gung: die; - ; -en a) das
Behindern, Verschlechtern b) das Be¬
hindert-, Verschlechlertwerden
Beeltzelbub: thebr.-gr.-lat.> /beizebub u.
be-elzebub/ der; - ; - (meist o. Art.
verwendet) 1 <Religion> Bezeichnung
für den (obersten) Teufel 2 den Teufel
mit (dem) Beelzebub austreiben:
etw. (Negatives) nur noch schlimmer
machen
be|en|den: beendest; beendetest; hast be¬
endet zum Schluß bringen; abschlie¬
ßen
be|en|gen: beengst; beengtest; hast
beengt die (geistige) Bewegungsfähig¬
keit einschränken »Die dicke Stepp¬
jacke beengte ihn beim Schneeschip¬
pen.«
bejerjben: beerbst; beerbtest; hast beerbt
von jmdm. nach dessen Tod ein Ge¬
schenk, seinen Besitz erhalten »Ich
habe meine Großeltern beerbt.«
bejerjden: beerdest; beerdetest; hast
beerdet <Landwirt.> mit Erde behäu-
fen, versehen
be|erjdi|gen: beerdigst; beerdigtest; hast
beerdigt jmdn., der gestorben ist, in
der Erde vergraben »Wir haben heute
unsere Oma beerdigt.« Syn.: begra¬
ben; bestatten
Be|eijdi|gung: die; - ; -en 1 Bestattung,
bei der die Leiche in der Erde vergra¬
ben wird; Begräbnis »Ich muß am
Dienstag zu einer Beerdigung, meine
Großmutter ist gestorben.« 2 auf der
falschen Beerdigung sein: [ugs.;
scherzh.] am falschen Platz sein »Oh,
ich glaube, wir sind auf der falschen
Beerdigung, hier ist eine Oper u. nicht
das Jazzfestival.«
Be|er|di|gungs|fei|er: die; - ; -n Feier¬
lichkeiten anläßlich einer Bestattung
Be|er|di|gungs|in|sti|tut —> Bejer|di|-
gungs|in|s|ti|tijt: das; -(e)s; -e Unter¬
nehmen, das Beerdigungen, Bestat¬
tungen durchführt, organisiert u. not¬
wendige Formalitäten erledigt
Be|er|di|gungs|un|ter[neh|men: das; -s;
- Firma, die Beerdigungen, Bestat¬
tungen durchführt, organisiert u. not¬
wendige Formalitäten erledigt
Beelre: die; - ; -n kleine, rundliche
Frucht von einem Strauch, selten ei¬
nem Baum »Die roten Beeren werden
von Vögeln gern gefressen.«
Beelrenlausllelse: die; - ; -n aus beson¬
ders süßen, Vollreifen Trauben ge¬
wonnener Wein
beelrenlförimig: Adj. n. stg. wie eine
Beere gestaltet, geformt
Beelrenlobst: das; -(e)s; - (PI. nur in
der Form Beerenobstsorten) als Bee¬
ren wachsende Früchte
Beet: das; -(e)s; -e kleines Stück Land,
auf dem etw. angepflanzt wird »ein
Beet (mit) Tomaten«
Beelte/Belte: die; - ; -n in der Wendung
rote/weiBe Beete/Bete: eine Knol¬
lenfrucht, Gemüsesorte, die süßsauer
(ein)gekocht wird
Bef.: Abk. 1 Befehl 2 Beförderung 3
<Med.> Befund
be|fjk|hi|gen: befähigst; befähigtest; hast
befähigt jmdn. in die Lage bringen,
versetzen, etw. zu tun
be|fä|higt: Adj. n. stg. dazu fähig, in der
Lage, etw. zu tun
Be|fi|hi|gung: die; ~ ; -en Fähigkeit,
Können, Qualifikation »Sie hat die
Befähigung zu dieser Tätigkeit.«
be|fahr]baR Adj. n. stg. mit einem Fahr¬
zeug zu benutzen
Be|fahr|bar|keit: die; - / - Eigenschaft,
mit einem Fahrzeug benutzbar zu
sein
be|fah|ren: befährst; befuhr(e)st; hast
befahren eine Straße benutzen »Wir
befuhren die Autobahn in Richtung Sü¬
den.«
Be|fall: der;-(e)s; -e <meist Pflanze) das
Erkranken, Erkranktsein einer meist
durch Schädlinge verursachten
Krankheit
be|faljlen: befällt; befiel; hat befallen
(plötzlich) auftreten, erfassen; von
(etw. Negativem) beeinträchtigt wer¬
den »Er wurde von einer Grippe, De¬
pressionen befallen.«
be|fan|gen: Adj. 1 verlegen, gehemmt
auf etw. reagierend »ein befangener
junger Mann« 2 voreingenommen
»ein befangener Richter«
Be|fan|gen|heit: die; - ; -en (PI. s.) 1
Gefühl der Gehemmtheit »Seine Be¬
fangenheit ließ ihn kein Wort
herausbringen.« 2 Zustand mangeln¬
der Objektivität (bei einem Richter,
Zeugen) »Die Richterin wurde wegen
Befangenheit abgelehnt.«
Be|fan|gen|heits|an|trag: der; -(e)s;
-anträge (meist Rechtsw.) im Ge¬
richtsprozeß gestellter Antrag einer
Partei, einen Verfahrensbeteiligten
(z. B. Richter) wegen mangelnder Ob¬
jektivität abzulehnen
be|fas|sen: befaßt; befaßtest; hast
befaßt —»alle Formen mit ss*— 1
jmdn. mit etw. beauftragen, betrauen
»Ich habe Herrn Müller mit der Ange¬
legenheit befaßt.« 2 [ugs.] etw. mit den
Fingern betasten
be|fas|sen, sich: befaßt dich; befaßtest
dich; hast dich befaßt ■—»alle Formen
mit ss*— sich mit etw. beschäftigen,
auseinandersetzen
be|faBt —» belasst: Adj. n. stg. mit ei¬
ner Sache (offiziell) beschäftigt, be¬
auftragt
be|feh|den, sich: befehdet euch; befeh¬
detet euch; habt euch befehdet eine
Fehde führen; sich gegenseitig über
einen längeren Zeitraum bekämpfen
Befehl: der; -(e)s; -e 1 verbindliche
Weisung, Anordnung eines Vorge¬
setzten an einen Untergebenen »einen
Befehl erteilen« 2 zu Befehl: 1. (Milit.)
jawohl, ich führe den Befehl aus »Er¬
ledigen Sie das! - Zu Befehl, Herr Ge¬
neral!« 2. [scherzh.] jawohl, ganz wie
Sie wünschen/du wünschst
befeh|len: befiehlst; befahl(e)st; hast
befohlen 1 jmdn. zu etw. verbindlich
anweisen; einen Befehl geben, erteilen
»Ich befehle dir zu gehen!« 2 [geh.] an¬
vertrauen »Sie befahl ihr Leben Gott.«
befeh|li|gen: befehligst; befehligtest;
hast befehligt die Befehlsgewalt, Herr¬
schaftsbefugnis über eine Gruppe von
Menschen haben
Befehlsform: die; - ; -en (Sprachwiss.)
Imperativ; grammatische Ausdrucks¬
form, die einen Befehl, eine Anwei¬
sung ausdrückt
Befehls|ge|walt: die; - ; - Befugnis, Be¬
fehle, Anweisungen zu erteilen »Er
hat über uns keine Befehlsgewalt.«
Befehls|ha|ber: der; -s; - weibl. Be|-
fehls|ha|be|rin: die; - / -nen (Milit.)
Kommandeuren) einer größeren Ein¬
heit
Befehls|not|stand: der; -(e)s; -not¬
stände Situation, in der jmd., um sich
selbst nicht zu gefährden, Befehlen
folgen muß, die moralisch nicht zu
rechtfertigen sind
149
Befehlston
Be|fehls|ton: der;-(e)s; - gebieterischer,
rechthaberischer, herrischer, militäri¬
scher Ton
Be|fehlstver|wei|ge|ning: die; - -en
Ablehnung, Weigerung, einen erhal¬
tenen (militärischen) Befehl auszu¬
führen, umzusetzen
be|fein|den: befeindest; befeindetest;
hast befeindet etw., jmdn. bekämpfen;
etw., jmdm. feindlich gegenüberste¬
hen
be|fe|sti)gen —» be(fes]ti|gen: befe¬
stigst; befestigtest; hast befestigt 1
festmachen; fest verankern »Sie befe¬
stigte eine Brosche an ihrer Bluse.« 2
gegen Angriffe resistent, sicher ma¬
chen »Sie befestigten die Stadt.«
Be|fe|sti|gung —* Befestigung: die;
- ; -en 1 a) das Festmachen von etw.
an etw. anderem b) Konstruktion, die
zur Befestigung (a) von etw. dient 2
[veralt.] die Stärkung, Unterstützung
von etw. »Dieses Vorgehen diente der
• Befestigung seiner Macht.« 3 a) das
Errichten einer Befestigungsanlage
als Schutz gegen den Feind b) Anlage,
die dem Schutz gegen den Feind dient
beffeuchften: befeuchtest; befeuchtetest;
hast befeuchtet leicht naß, feucht ma¬
chen, Syn.: anfeuchten
belfeulern: befeuerst; befeuertest; hast
befeuert 1 a) mit Gewehr-, Pistolenku¬
geln o. ä. beschießen b) [ugs.] mit etw.
(Unangenehmem) bewerfen »jmdn.
mit faulen Eiern befeuern« 2 eine Feu¬
erstelle beheizen »Er befeuerte den
Kachelofen.« 3 [geh.] jmdn. zu etw.
antreiben »Die Zweifel der Freunde
befeuerten ihren Eifer noch.« 4 <See¬
fahrt> mit einem Leuchtfeuer verse¬
hen
Belfeuelrung —*■ Be|feu|e|rung: die; - /
-en (PI. s.) 1 das Betreiben, in Gang
setzen einer Feuerstelle mit einem
Brennmaterial 2 <übertr.> das Anspor¬
nen, Anfeuem von jmdm. 3 das Be¬
treiben, Versehen mit einem Leucht¬
feuer 4 das Beschießen mit Schußwaf¬
fen, einem Wurfgeschoß o.ä
Beff|chen: das; -s; - Halsbinde mit
schmalen, herunterhängenden Stoff¬
streifen, von (evangelischen) Pfarrern
getragen
Befin|den: das; -s; - Gesundheit; physi¬
scher (= körperlicher) u. psychischer
(= seelischer) Zustand »Wie ist Ihr
Befinden?«
be|fjn|den: befindest; befand(e)st; hast
befunden a) [geh.] etw. als etw. be¬
zeichnen »Er befand die Leistungen
des Schülers für gut.« b) etw. (gericht¬
lich) entscheiden
be|fin|den, sich: befindest dich; befan-
d(e)st dich; hast dich befunden 1 sich
an einem Ort aufhalten »Wir befinden
uns in München.« 2 [geh.] in einem ge¬
sundheitlichen Zustand sein »Er be¬
fand sich wohl.«
Befindjlichlkeit die; - ; -en Zustand, in
demjmd. ist
be|fin|gern: befingerst; befingertest; hast
befingert [ugs.; oft abwert.] mit den
Händen etw. betasten »Er befingerte
die Mamorfigur.« Syn.: befummeln
be|fi|schen: befischst; befischtest; hast
befischt in einem Gewässer angeln
be|fiag|gen: beflaggst; beflaggtest; hast
beflaggt einen Mast o. ä. mit einer
Flagge versehen
beflecken (beflecken —* befle|-
cken): befleckst; beflecktest; hast be¬
fleckt 1 mit Flecken versehen,
beschmutzen »Ich habe die Tischdecke
mit Tomatensoße befleckt.« 2 <übertr.>
entehren »Er hat den guten Ruf der
Familie befleckt.«
beflsj|Bi|gen, sich: befleißigst dich; be¬
fleißigtest dich; hast dich befleißigt
[geh.] sich bemühen, anstrengen, etw.
zu tun »Er befleißigte sich einer geho¬
benen Sprache.«
befljejgen: befliegst; beflog(e)st; hast
beflogen mit einem Flugzeug o. ä. eine
bestimmte Route, Strecke entlangflie¬
gen
beflis|sen: Adj. diensteifrig; sehr be¬
müht »Er ist ein sehr beflissener Ar¬
beiter.«
beflis|sent|lich: Adj. a) in übereifriger
Art u. Weise b) absichtlich (um den ei¬
genen Vorteil zu wahren)
bef1ü|geln: beflügelst; beflügeltest; hast
beflügelt jmdn. zu etw. anregen »Das
beflügelte ihn zu neuen Taten.«
be|flü|gelt: Adj. 1 n. stg. mit Flügeln
ausgestattet 2 durch etw. sehr ange¬
regt sein
beffufen: beflutest; beflutetest; hast
beflutet mit Wasser überfluten, be¬
decken
befoljgen: befolgst; befolgtest; hast be¬
folgt nach einem Rat, Befehl handeln
»Er hat die Anweisungen genau be¬
folgt.«
beförtdeijbar: Adj. n. stg. dazu geeig¬
net, befördert, transportiert zu wer¬
den
befördern: beförderst; befördertest;
hast befördert 1 (von Ort zu Ort)
transportieren »Ich befördere selten
Lebensmittel.« 2 in einer Hierarchie
(eine Stufe) höherstufen »Ich werde
demnächst vom Kommissar zum Ober¬
kommissar befördert.«
Beför|de|rung: die; - ; -en 1 das Beför¬
dern, Befördertwerden, Aufsteigen
(lassen) in einer Rangordnung »Seine
Beförderung zum Oberleutnant ist
schon lange überfällig.« 2 Transport
Beförjde|rungs|mit|tel: das; -s; - Ver¬
kehrsmittel, mit dem etw. transpor¬
tiert wird
befgr|sten —» befprsfen: beforstest;
beforstelest; hast beforstel <Forst¬
wirt.> Wälder bewirtschaften
beföiistern —> boförsfern: beför-
sterst; beförstertest; hast beförstert a)
<Forstwirt.> nichtstaatliche u. private
Wälder verwalten b) nichtstaatliche
u. private Wälder durch Forstbeamte
verwalten lassen
Befor|stung —> Befprsftung: die; - ;
-en Bewirtschaftung von Wäldern
befrachfen: befrachtest; befrachtetest;
hast befrachtet mit einer (seelischen)
Last versehen
befrackt: Adj. n. stg. einen Frack tra¬
gend
befralgen: befragst; befragtest; hast be¬
fragt jmdn. nach etw. fragen, um eine
Auskunft, Antwort bitten »Man be¬
fragte ihn nach seiner Meinung.«
Befra|gung: die; - / -en a) das Stellen
von einer od. mehreren Fragen b)
Meinungsumfrage zu einem Thema
befranst: Adj. n. stg. mit Fransen verse¬
hen
befrei|en: befreist; befreitest; hast be¬
freit 1 aus einer Gefangenschaft ret¬
ten u. zur Freiheit verhelfen »Er wur¬
de aus der Geiselhaft befreit.« 2 von ei¬
ner Pflicht, Verpflichtung, Aufgabe
freisteilen
Befrej|er: der; -s; - weibl. Befreiefin
—»■ Beffrei[e|rin: die; - ; -nen Person,
die jmdm. die Freiheit bringt, ihm aus
einer Gefangenschaft hilft
Befreiung: die; - ; -1 das Befreien, Be¬
freitwerden, die Rettung aus einer
Gefangenschaft »Die Befreiung der
Geiseln ist gelungen.« 2 Freistellung
von einer Pflicht »Befreiung vom
Wehrdienst«
Befre]|ungs|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
Kampf, Krieg um die politische Be¬
freiung eines Volkes o. ä.
Befrei|ungs|krieg: der; -(e)s; -kriege
kriegerische Auseinandersetzung mit
einer Regierung, Besatzungsmacht,
die das Volk unterdrückt
Befra]|ungs|schlag: der; -(e)s; -schlage
<Eishockey> unerlaubt weites Weg¬
schlagen des Pucks aus dem eigenen
Verteidigungsdrittel
Be|frej|ungs|theo|lo|gie —» Befrai|-
ungsfhe|o|lo|gie: die; - ; - besonders
in Lateinamerika verbreitete Rich¬
tung der Theologie, die sich gegen die
Fixierung auf das Jenseits u. gegen
das Predigen von Duldsamkeit aus¬
spricht sowie gegen Hunger u. Unter¬
drückung kämpft
Befrai|ungs|ver|such: der; -(e)s; -e
Versuch, Unternehmen, jmdn. od. die
eigene Person zu befreien
Bejfrem|den: das; -s; - Gefühl, von etw.
unangenehm berührt zu sein »Er ver¬
spürte Befremden über dieses rück¬
sichtslose Vorgehen.«
befram|den: befremdest; befremdetest;
hast befremdet Mißbilligung, Erstau¬
nen auslösen »Ihr abweisendes Ver¬
halten hat mich sehr befremdet.«
befrem|dend: Adj. mißbilligendes Er¬
staunen auslösend »Er hat eine sehr
befremdende Art zu sprechen.«
befremd|lich: Adj. Befremden, Anstoß,
(negative) Aufmerksamkeit erregend
»ein befremdliches Vorgehen«
befreun|den, sich: befremdest dich; be¬
freundetest dich; hast dich befreundet
a) mit einer Person Freundschaft
schließen b) sich an etw. gewöhnen, es
langsam positiv, gut finden
betfreunldet: Adj. in Freundschaft ver¬
bunden
befrjejden: befriedest; befriedetest; hast
befriedet Frieden bringen; für Frieden
sorgen, einen Krieg beenden
be(frig|di|gen: befriedigst; befriedigtest;
hast befriedigt zufriedenstellen; eine
Erwartung erfüllen »Bedürfnisse be¬
friedigen«
beffrie|di|gend: Adj. 1 zufriedenstellend
»eine befriedigende Lösung« 2 n. stg.
<Schulnote> 3; Note zwischen gut u.
ausreichend
Be|fr|e|di|gung: die; - ; -en 1 das Zufrie¬
denstellen von jmdm. 2 die Zufrieden¬
heit über etw.
150
Begleiter
Be|frie|dung: die; - ; -en das Bringen
von Frieden; das Beenden eines Krie¬
ges
be(fri|sten —» be|frisfteii: befristest; be¬
fristetest; hast befristet einen Termin
für etw. (einseitig) festlegen »Er befri¬
stete die Annahme auf zwei Wochen.«
beffri|stet —» be)fris|tet Adj. n. stg. auf
einen gewissen Zeitraum beschränkt
be)fruch|ten: befruchtest; befruchtetest;
hast befruchtet 1 für eine Befruchtung
sorgen »Die Blüten werden von Insek¬
ten befruchtet.« 2 anregend wirken
»Die Gegenwart der Freunde befruch¬
tete seine Arbeit.«
Be|fnjch|tung: die; - ; -en Verbindung
von männlicher u. weiblicher Ge¬
schlechtszelle
be|fu]gen: befugst; befugtest; hast
befugt jmdm. die Erlaubnis zu etw. er¬
teilen
Be|fug|nis: die; - ; -se Erlaubnis, Be¬
rechtigung, etw. zu tun, zu entschei¬
den »Dazu habe ich keine Befugnis.«
bejfugt: Adj. n. stg. die Berechtigung zu
etw. besitzen
bejfühjlen: befühlst; befühltest; hast be¬
fühlt etw. mit den Fingern betasten
»Er befühlte seinen Schlüssel in der
Jackentasche.«
be|fül|len: befüllsl; befülltest; hast
befüllt mit einer Füllung, einem Inhalt
versehen »Er befüllte die Teigtasche
mit Äpfeln.«
be)fum|me!n: befummelst; befummel¬
test; hast befummelt [ugs.] mit den
Händen untersuchen, betasten (auch
sexuell) »Hör auf, mich zu befum¬
meln!« Syn.: beßngem
Bejfund: der; -(e)s; -e 1 Diagnose; Er¬
gebnis einer Untersuchung »Der Be¬
fund ist positiv.« 2 ohne Befund: eine
Untersuchung hat keine Krankheit
erkennen lassen
be|fürchften: befürchtest; befürchtetest;
hast befürchtet Furcht, Angst vor
etw. haben; ahnen, vermuten, daß es
zu etw. Unangenehmem kommen
wird »Ich befürchte einen Streit.«
Be|fürch|tung: die; ~ ; -en Annahme,
daß etw. Negatives geschieht »Meine
Befürchtung, daß mein Sohn nicht ver¬
setzt wird, hat sich leider bestätigt.«
be|für{wor|ten: befürwortest; befürwor¬
tetest; hast befürwortet sich für etw.
aussprechen; nicht dagegen sein
be|gabt: Adj. begabter; begabteste mit
hohen (geistigen, künstlerischen) Fä¬
higkeiten versehen »ein begabtes
Kind«
Be|gab|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Begabter; eine Be¬
gabte; zwei Begabte) Person, die für
etw. eine Begabung, ein Talent hat
Be|gabjten|förfde|nmg: die; - ; -en (fi¬
nanzielle) Unterstützung von beson¬
ders talentierten Schülern, Studenten
Be|ga|bung: die; - ; -en natürliche Fä¬
higkeit; Talent für etw. »Sie hat eine
Begabung für das Zeichnen.«
be|gaf}fen: begaffst; begafftest; hast be¬
gafft [ugs.j etw. od. jmdn. aufdring¬
lich u. intensiv ansehen »Alle begaff¬
ten das neue Auto.«
be|ga|sen: begast; begastest; hast begast
Schädlinge, Ungeziefer einem giftigen
Gas aussetzen
be|gat|ten: begattest; begattetest; hast
begattet (meist Tiere> [bei Menschen
gebraucht: derb] sich geschlechtlich
mit einem Weibchen vereinigen (zum
Zwecke der Zeugung von Nachkom¬
men)
Be|gat|tungsftrieb: der; -(e)s; -e (meist
Tier> nicht steuerbarer Geschlechts¬
trieb
belqaulnern: begaunerst; begaunertest;
hast begaunert jmdn. bei etw. über¬
vorteilen, betrügen
be|ge|ben, sieh: begibst dich; bega-
b(e)st dich; hast dich begeben 1 hinbe¬
wegen, hingehen zu etw., an einen Ort
»Bitte begeben Sie sich zu den Aus¬
gängen!« 2 nur in der 3. Pers. in Ver¬
bindung mit ’es’ geschehen; passieren
»Es begab sich, daß wir uns dort noch¬
mals trafen.«
Be|ge|ben|heit: die; ~ ; -en (aufsehener¬
regendes) Ereignis »Er erzählte uns
von dieser Begebenheit.«
be|geg|nen: begegnest; begegnetest; bist
begegnet 1 mit jmdm. (zufällig) Zu¬
sammentreffen; jmdn. (zufällig) tref¬
fen »Ich begegnete ihr im Aufzug.« 2
treffen, stoßen auf; widerfahren »Ihm
begegnete überall Ablehnung!« 3 eine
Antwort geben; auf etw. reagieren
Be|geg|nung: die; ~ ; -en 1 das Zusam¬
mentreffen »eine zufällige Begeg¬
nung« 2 Antwort; das Entgegentreten
»Wir müssen uns eine Strategie zur
Begegnung der Angriffe zurecht¬
legen.« 3 sportliche Auseinanderset¬
zung im Wettkampf »Die Begegnung
der Mannschaften endete mit einem
Unentschieden.«
ße|geg|nungs|stät|te: die; - / -n Ort, In¬
stitution, der/die als Treffpunkt dient
be[geh|bar: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man darauf, darin gehen kann
»Wir haben einen begehbaren Kleider¬
schrank.«
be|ge|hen: begehst; beging(e)st; hast
begangen 1 auf etw. laufen 2 [geh.]
etw. feiern, festlich begehen 3 (Ver¬
brechen o. ä.) verüben 4 einen Fehler
begehen: etw. falsch machen
Be|geh|ren: das; -s; - starkes Verlan¬
gen; Wunsch nach etw.; Anliegen
» Was ist Ihr Begehren?«
be[geh[ren: begehrst; begehrtest; hast
begehrt Verlangen nach etw. haben;
etw. besitzen wollen »Ich begehrte
(nach) Anerkennung.«
be|geh|rens|wert: Adj. begehrenswerter;
begehrenswerteste so beschaffen, daß
es erstrebenswert ist »eine begeh¬
renswerte Frau • ein begehrenswerter
Job«
Be|ge|hung: die; •; -en 1 das Laufen auf
etw. 2 Prüfung von etw. durch Ent¬
langgehen 3 [geh.] Feier, die zu einem
Anlaß veranstaltet wird 4 das Ver¬
üben, Begehen einer negativen, krimi¬
nellen Tat
be|gei|fern: begeiferst; begeifertest; hast
begeifert 1 mit Geifer, Speichel be¬
spucken 2 [abwert.] mit Gehässigkei¬
ten beschimpfen
be|ge||stern —> be[geis|tem: begei¬
sterst; begeistertest; hast begeistert
jmdn. in Begeisterung, freudige Erre¬
gung versetzen »Der Film begeisterte
uns.«
be|gei|stern, sich —» be|geisftern,
sich: begeisterst dich; begeistertest
dich; hast dich begeistert sich für etw.
in Begeisterung, freudige Erregung
versetzen lassen; Begeisterung, Hoch¬
stimmung empfinden »Sie begeister¬
ten sich für die neue Lehrerin.«
be|gejjstert —> be|geis|tert Adj. 1 in
erregter Zustimmung, Begeisterung 2
etw. oft u. gern tuend »ein begeisterter
Wanderer«
Be|ge!|ste|rung —> B«|geis|te|rung:
die; - ; - Gefühl leidenschaftlichen
Enthusiasmus’; starkes positives Ge¬
fühl für etw. od.jmdn. »Erzeigteeine
große Begeisterung für den Radsport.«
Be|gei|ste|njngs|stumn —» Be)ge|s|te|-
nings|stunn: der; -fe)s; -stürme von
vielen Personen heftig geäußerte Be¬
geisterung
Belgier: die; - ; - [geh.] starker Wunsch,
starkes Verlangen (auch sexuell) nach
etw. »Seine Begierde nach Geld war
nicht zu befriedigen.«
Be|gjer|de: die; • ; -n starker Wunsch,
starkes Verlangen (auch sexuell) nach
etw. »Seine Begierde nach Geld war
nicht zu befriedigen.«
be|gie|rig: Adj. Verlangen (auch sexuell)
zeigend; von einem starken Wunsch
erfüllt »begierige Blicke«
be|gie|Ben: begießt; begossest; hast be¬
gossen —*a!le Vergangenheitsformen
mit ss*— 1 mit Wasser versorgen;
Wasser auf etw. schütten »die Blumen
begießen« 2 [ugs.] etw. mit alkohol¬
haltigen Getränken feiern »die Geburt
des Babies begießen«
Be|ginrt: der; -(e)s; - Anfang eines Er¬
eignisses »der Beginn der Vorstellung«
Ant.: Ende
be|gin|nen: beginnst; begann(e)st; hast
begonnen anfangen (mit einer
Tätigkeit) »Die Vorstellung beginnt
gleich.« Ant.: (be)enden
Begl.: Abk. 1 Beglaubigung 2 a) Be¬
gleitung b) Begleiterin)
begl.: Abk. 1 beglaubigt 2 (Rech-
nungsw.> beglichen
belqlaulbilcen: beglaubigst; beglaubig¬
test; hast beglaubigt durch Stempel u.
Unterschrift offiziell bestätigen, daß
etw. korrekt ist »Nicht jeder darf eine
Zeugniskopie beglaubigen.«
Belalaulbilauno: die; - ; -en 1 amtliche
Bestätigung, daß etw. korrekt, echt
ist 2 das Bestätigen eines Botschafters
in seinem Amt durch das Gastland
Be|glau|bi|gungs|schrei|ben: das; -s; -
Dokument, Schriftstück, mit dem ein
Botschafter, diplomatischer Vertreter
sich bei der Regierung seines Gastlan¬
des ausweist, Syn.: [fremdsprl.] Ak¬
kreditiv
be|glei|chen: begleichst; beglich(e)st;
hast beglichen (Rechnung; Schuldem
bezahlen »Sie beglich die Rechnung.«
Be|gtwt|adres|8e —> Be|glett|a|d[res|-
se: die; - ; -n Begleitschein zu einem
Warentransport, der dem Zoll vorge¬
legt werden muß
be|gle||ten: begleitest; begleitetest; hast
begleitet mit jmdm. mitgehen, -fahren
»Ich begleite dich bis in die Stadt.«
B»|gtei]ter: der; -s; - weibl. Be|glei|tej-
rin: die; ~ ; -nen 1 Person, die mit
jmdm. an einen Ort geht 2 Person, die
151
Begleiterscheinung
jmdn. auf einem Musikinstrument be¬
gleitet
Be|gleit|er|schei|nung: die; - ; -en Ne¬
beneffekt von etw.
Be|gleit|in|stru|ment —»• Be]gleit|in|s|-
tm|ment: das; -(e)s; -e Musikinstru¬
ment, das ein anderes Instrument, ei¬
nen Sänger begleitet
Be|gleft|mu|sik: die; ~ ; -en Musik, die
neben einer anderen Tätigkeit gehört
wird
Be|gleit|per|son: die; - ; -en Person, die
jmdn. zu einem Ort begleitet (u. bei
etw. behilflich ist)
Be|gleit|schein: der; -(e)s; -e Doku¬
ment, das bestätigt, daß die Kontrolle
eines Warentransportes erst im zu¬
ständigen Binnenzollamt erfolgt
Be|gleit|um|stand: der; -(e)s; -um¬
stände (negativer) Nebeneffekt, der
durch etw. erzielt wird
Be|glej]tung: die; • ; -en 1 das Mitgehen
mit jmdm. zu einem Ort 2 das Beglei¬
ten von jmdm. auf einem Musikin¬
strument
befglotjzen: beglotzt; beglotztest; hast
beglotzt [ugs.J etw. od. jmdn. intensiv
betrachten
beiglücken (be|glük|ken —> be]glüj-
cken): beglückst; beglücktest; hast be¬
glückt [auch iron.] jmdn. glücklich
machen »Er beglückte sie mehrmals in
der Woche mit seinem Besuch.«
be|glück|wün|schen: beglückwünschst;
beglückwünschtest; hast beglück¬
wünscht jmdm. zu etw. gratulieren
be|glück|wün|schen, sich: beglück¬
wünschst dich; beglückwünschtest
dich; hast dich beglückwünscht sich
selbst gratulieren, loben (z. B. weil
sich eine Entscheidung im Nachhin¬
ein als richtig erwiesen hat)
be|gna|det: Adj. sehr fähig, begabt »Sie
ist eine begnadete Sängerin.«
be|gna|di|gen: begnadigst; begnadigtest;
hast begnadigt eine Amnestie ausspre¬
chen; jmdm. seine Strafe erlassen od.
verringern .
Be|gna|dl|gung: die; - ; -en teilweiser
od. völliger Erlaß der von einem Ge¬
richt verhängten Strafe
Be|gnajdi|gungs|recht: das; -(e)s; -
<Rechtsw.> Recht, Kompetenz, eine
Begnadigung auszusprechen
be|gnü|gen, sich: begnügst dich; be¬
gnügtest dich; hast dich begnügt sich
mit wenig, weniger zufriedengeben
»Wir begnügten uns mit einem einfa¬
chen Mittagessen.«
Be|go|nie: /begoni'/rf/e; -; -n ursprüng¬
lich aus (subtropischen Gebieten
stammende Garten-, Topfpflanze
be|gön|nem: begönnerst; begönnertest;
hast begönnert 1 jmdn. bei etw. unter¬
stützen 2 in gönnerhafter, herablas¬
sender Weise mit jmdm. umgehen
Begr.: Abk. 1 Begrenzung 2 Begrün¬
dung
begr.: Abk. 1 begrenzt 2 begründet
be|grajben: begräbst; begrub(e)st; hast
begraben 1 a) in die Erde eingraben;
verschütten »Das Haus begrub die
Menschen unter sich.« b) [ugs.] jmdn.,
der gestorben ist, in der Erde vergra¬
ben »Meine Tante wird morgen
begraben.« 2 <übertr.> etw. aufgeben,
endgültig beenden » Wir mußten unse¬
re Hoffnungen begraben.« Syn.: <lb>
bestatten; beerdigen 3 sich (mit etw.)
begraben lassen können, sollen:
[ugs.] unbrauchbar sein, zu nichts
taugen; drückt aus, daß jmd. etw.
nicht haben, bekommen will 4 da,
dort möchte ich nicht begraben
sein: [ugs.] da, dort möchte ich nicht
wohnen, Urlaub machen o. ä.
Be|gräb|nis: das; -ses; -se meistens mit
einer Zeremonie, Trauerfeier verbun¬
dene (Erd-)Bestattung, Beerdigung
eines verstorbenen Menschen »Ich
muß zu einem Begräbnis.«
be|gra|di|gen: begradigst; begradigtest;
hast begradigt 1 etw. in eine gerade Li¬
nie bringen »Der Fluß ist begradigt
worden.« 2 <übertr.> ein Mißverständ¬
nis o. ä. bereinigen »Wir haben die Sa¬
che mit einem Gespräch begradigt.«
be|grap|schen: begrapschst; begrapsch-
test; hast begrapscht [ugs.] jmdn., etw.
unerwünschterweise anfassen, befüh¬
len »Prominente werden häufig be¬
grapscht.«
be|gre||fen: begreifst; begrifffejst; hast
begriffen 1 a) verstehen; geistig erfas¬
sen »Das habe, ich schnell begriffen.«
b) verstehen; Verständnis aufbringen
»Ich kam begreifen, daß du Urlaub
machen willst.« 2 das begreife, wer
will: geistig od. gefühlsmäßig nicht
nachvollzieben können
be{gre(f|lich: Adj. zu verstehen, ver¬
ständlich u. nachvollziehbar »ein be¬
greiflicher Irrtum«
be|greif|li|cheijwei|se: Adv. wie zu be¬
greifen, zu verstehen ist »Nach dem
Tode seiner Frau wollte er begreifli¬
cherweise nicht zu der Party kom¬
men.«
be|gren|zen: begrenzt; begrenztest; hast
begrenzt 1 eine Grenze bilden, anle¬
gen »Ein kleiner Bach begrenzt den
Weg.« 2 <übertr.> jmdm., etw. eine
Grenze setzen, Einhalt gebieten »ei¬
nen Schaden begrenzen«
be|grenzt: Adj. begrenzter; begrenzteste
eingeschränkt (in den Möglichkeiten)
ein begrenztes Angebot an Fremden¬
zimmern«
Be|grenzt|heit: die; - ; -en das Begrenzt¬
sein, Beschränktsein
Be|gren|zung: die; • ; -en 1 das Ende,
die Grenze von etw. 2 das Beenden,
Begrenzen von etw.
Be|grrff: der; -(e)s; -e 1 Inhalt, Gehalt
eines Wortes »Der Begriff ist nicht
klar definiert.« 2 Vorstellung von etw.
Machen Sie sich einen Begriff von Ih¬
rer Tätigkeit!« 3 schwer, langsam
von Begriff sein: [ugs.] jmd. begreift,
lernt nur schwer u. langsam »Du
kannst es immer noch nicht? Du bist
aber schwer von Begriff.« 4 im Begriff
sein, stehen, etw. zu tun: in diesem
Moment, jetzt, gerade etw. tun wollen
»Ich war gerade im Begriff zu gehen.«
5 jmdm. ein Begriff sein: jmdm. be¬
kannt sein »Natürlich ist mir diese Fir¬
ma ein Begriff.«
be|griff|lich: Adj. n. stg. den geistigen
Gehalt von etw. betreffend
Be|grrffs|be|stim|mung: die; - ; -en De¬
finition, Erklärung für eine gedankli¬
che Einheit, eine Benennung
Bejgriffs|paaR das;-(e)s;-e zwei inhalt¬
lich zusammengehörige od. gegen¬
sätzliche Begriffe
be|griffs|stut|zig: Adj. [ugs.l sehr lang¬
sam verstehend; dümmlich »Er mach¬
te einen begriffsstutzigen Eindruck.«
be|grün|deiK begründest; begründetest;
hast begründet 1 einen Grund ange¬
ben; sich für etw. rechtfertigen; für
etw. argumentieren »Sie begründete
die Absage mit wichtigen Terminen.« 2
eine Grundlage legen »Dieses Ereignis
begründet ihren Ruhm.«
be|grün|dend: Adj. n. stg. einen Grund,
eine Ursache angebend
Be|grün|den der; -s; - weibl. Be|grün|-
de|rin: die; - ; -nen [geh.] Person, die
etw. initiiert, gegründet, ins Leben ge¬
rufen hat »Er war der Begründer der
Bürgerinitiative.«
Be|grün|dung: die; - ; -en Erläuterung
der Gründe für etw.; Argumentation
für etw. »Als Begründung für die Ab¬
sage führte er familiäre Konflikte an.«
Be|grün|dungs|an|ga|be: die; - / -n
<Sprachwiss.> Umstandsbestimmung
des Grundes
be|grü]nen: begrünst; begrüntest; hast
begrünt etw. mit Pflanzen, Blumen,
Sträuchem usw. bestücken »eine ehe¬
malige Müllhalde begrünen • den Bal¬
kon begrünen«
be|grü|Ben: begrüßt; begrüßtest; hast be¬
grüßt 1 jmdm. seinen Gruß entbieten;
jmdm. »Guten Tag« o. ä. sagen; jmdn.
od. etw. willkommen heißen »Sie be¬
grüßte die Mitglieder der Tagung.« 2
etw. gutheißen »Ich begrüße Ihr Inter¬
esse.«
be|grü]ßens|wert: Adj. begrüßenswer¬
ter; begrüßenswerteste sehr zu begrü¬
ßen, anzuerkennen
Be|grü|ßung: die; -; -en a) das Ausspre¬
chen eines Grußes b) Gruß, der als
Willkommen ausgesprochen wird
Be|grü]Bungs|an|spra|che: die; ~ ; -n
Rede, die zur Begrüßung von jmdm.
gehalten wird
Be|grü|Bungs|for|mel: die; - ; -n fester
Ausdruck, den man zum Gruß be¬
nutzt
Be|grü|Bungs|kuß —*• Be|grü|ßungs|-
kuss: der; -kusses; -küsse Kuß (meist
auf die Wange), den man jmdm. zur
Begrüßung gibt
Be|grü|Bungsjtrunk: der; -(e)s; -e (oft
alkoholisches) Getränk, das man ge¬
meinsam zur Begrüßung eines Gastes
o. ä. trinkt
be|gucken (be|guk|ken —> be|gu|-
cken): beguckst; begucktest; hast be¬
guckt [ugs.] etw. betrachten, ansehen,
Syn.; anschauen; betrachten
be|gün|sti|gen —> be|güns|ti|gen: be¬
günstigst; begünstigtest; hast begün¬
stigt jmdm. einen Vorteil verschaffen,
gewähren, geben »Dieser Vertrag be¬
günstigte den Verkäufer.«
Be|gün|stig|te —» Be|güns|tig|te: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Begünstigter; eine Begünstigte;
zwei Begünstigte) a) Person, die durch
eine Handlung einen Vorteil hat b)
Person, die in einem Testament be¬
günstigt, mit einem Erbteil bedacht
wird
Be|gün|sti|gung —> Be|güns|ti|gung:
die; - ; -en a) Bevorzugung, Förde¬
rung von jmdm. b) <Rechtsw.> Hilfe¬
leistung an einen Täter, sich seiner
Bestrafung zu entziehen
152
behende
Be|gün|sti|gungs|klau|sel —* Bej-
güns|ti|gungsfklau|sel: die; ~ ; -n Ver¬
einbarung in einem Vertrag, daß jmd.
besonders bevorzugt behandelt wird,
daß jmdm. bessere Geschäftsbedin¬
gungen eingeräumt werden als ande¬
ren
be|gut|ach|ten: begutachtest; begutach¬
tetest; hast begutachtet etw. prüfen u.
seine Meinung dazu (schriftlich) dar¬
legen
Be|gut|ach|ter: der; -s; • weibl. Bejgut|-
ach|te|rin: die; - ; -nen Person, die ein
Gutachten über etw. erstellt, etw. kri¬
tisch begutachtet
be|gü|tert: Adj. finanziell gutgestellt;
reich; wohlhabend »eine begüterte Fa¬
milie«
be|gü|ti|gen: begütigst; begütigtest; hast
begütigt jmdn. beruhigen, der sich
über etw. aufregt »Sie begütigte ihn
schnell.« Syn.: beschwichtigen
beihaart: Adj. behaarter; behaarteste
mit (vielen) Haaren versehen »Er hat
eine behaarte Brust.«
Belhaalruna: die; - ; -en Gesamtheit der
Haare eines Menschen, Tieres »Er
hatte eine starke Behaarung auf dem
Rücken.«
be|hl|big: Adj. 1 langsam u. bedächtig
»behäbige Schritte« 2 schwerfällig in
den Bewegungen, im Körperbau »ein
behäbiger Mann«
Be|h||big|keib die; - ; - 1 körperliche
Beleibtheit, die mit Langsamkeit u.
Gleichmütigkeit verbunden ist 2 von
schwerfälligem Wesen
be|hsf|tet: Adj. n. stg. etw. (meist
Negatives) an sich habend »mit einem
Makel behaftet«
Be|ha]gen: das; -s; - Wohlbefinden; Ge¬
fühl des Wohlfühlens, der Zufrieden¬
heit »Er aß mit großem Behagen.«
be|ha|gen: behagst; behagtest; hast
behagt gefallen; positive Gefühle her¬
vorrufen »Die Gehaltserhöhung be¬
hagt ihr sehr.«
be|hag|Nch: Adj. gemütlich; zum Wohl¬
fühlen geeignet »ein behagliches Zim¬
mer«
Be|hagjlich|keit: die; ~ ; -en (PI. s.) Ge¬
mütlichkeit, die durch etw. hervorge¬
rufen, geprägt wird »Der Raum
strahlt Behaglichkeit aus.«
be|hal|ten: behältst; behielt(e)st; hast
behalten 1 a) am gegenwärtigen Ort
(in Besitz) belassen »Ich behalte das
Buch noch eine Weile.« b) im gegen¬
wärtigen Zustand belassen »Ich be¬
halte meine positive Einstellung
trotzdem.« 2 sich merken »Ich bemühe
mich, die Adresse zu behalten.«
Ba|häl{ter. der; -s; - Gegenstand, in den
etw. hineingetan wird, wurde »In die¬
sem Behälter ist Mehl.«
Be|hält|nis: das; -ses; -se Behälter, Ge¬
fäß zur Aufbewahrung von etw.
be)häm|mern: behämmerst; behämmer¬
test; hast behämmert etw. mit einem
Hammer o. ä. bearbeiten
be|hfim|mert: Adj. [ugs.; beleidigend]
wenig intelligent »Das ist eine behäm¬
merte Idee.«
be|han|deln: behandelst; behandeltest:
hast behandelt 1 als Mediziner o. ä.
therapieren »den Patienten mit Mor¬
phium behandeln« 2 mit etw. bearbei¬
ten »die Spüle mit Scheuermitteln be¬
handeln ♦ Holz mit Beize behandeln« 3
mit jmdm. auf bestimmte Art umge¬
hen »Er behandelt seine Angestellten
freundlich u: gerecht.« 4 sich mit etw.
beschäftigen »ein Thema behandeln« 5
a) jmdn. wie ein Stück Vieh behan¬
deln: [ugs.] jmdn. sehr schlecht, ohne
Rücksicht behandeln b) jmdn. wie ein
Stück Dreck, wie den letzten Dreck
behandeln: [ugs.] jmdn. sehr verächt¬
lich behandeln »Du brauchst den Ob¬
dachlosen doch nicht wie den letzten
Dreck zu behandeln.« 6 etw., jmdn.
behandeln, anfassen wie ein rohes
Ei: [ugs.] etw., jmdn. sehr vorsichtig,
übervorsichtig behandeln »In der Ki¬
ste ist Meißener Porzellan, behandle
sie bitte wie ein rohes Ei! • Tante Erna
ist sehr empfindlich, du mußt sie wie
ein rohes Ei behandeln!« 7 jmdn. wie
Luft behandeln: [ugs.] jmdn. absicht¬
lich nicht zur Kenntnis nehmen 8
jmdn. wie einen dummen Jungen
behandeln: [ugs.] jmdn. unfreund¬
lich, herablassend, ungehörig o. ä. be¬
handeln
—> be|hän|de: s. behende
—»• Be|hän|dig|keit: s. Behendigkeit
Be|hand|iung: die; -; -en 1 Art u. Weise,
in der man mit jmdm. od. etw. um¬
geht 2 <Med.> Therapie 3 wissen¬
schaftlicher, künstlerischer Umgang
mit etw. 4 technischer Umgang mit
etw.; das Bearbeiten, Versehen mit ei¬
nem Material
Be|hand|lungs|wei|se: die; * ; -n Form,
Art u. Weise der Behandlung, Versor¬
gung (durch den Arzt), Bearbeitung
be|hand|schuht: Adj. n. stg. Handschu¬
he tragend
Be|hang: der; -(e)s; Behänge etw., was
(als Zierde) an etw. hängt
be|han|gen: Adj. n. stg. etw. Hängendes
an sich habend »Sie haben einen mit
Kugeln behangenen Weihnachts¬
baum.«
be|hän|gen: behängst; behängtest; hast
behängt etw. an etw. hängen; etw. mit
etw. bestücken
be|har|ken: beharkst; beharktest; hast
beharkt mit einer Harke bearbeiten,
harken
be|har|ren: beharrst; beharrtest; hast
beharrt bei etw. bleiben; von etw.
nicht abweichen »Er beharrte stand¬
haft auf seiner Meinung.«
be|harr|lich: Adj. von seinem Ziel nicht
abweichend; unnachgiebig; nicht auf¬
gebend, nachlassend
Be|harr|lich|keit: die; - ;-en( PI. s.) a) o.
PI. Eigenschaft, nur selten von einem
Standpunkt abzuweichen »Er war be¬
kannt für seine Beharrlichkeit.« b) stu¬
re, beharrliche Haltung
Be|har]rung: die; ~ ; -en (PI. s.) das Be¬
harren, Bestehen auf, Nichtabwei-
chen von etw.
Be|har|rungs|ver]mö|gen: das; -s; - Fä¬
higkeit, bei etw. zu bleiben, auf etw.
zu bestehen u. sich nicht davon ab¬
bringen zu lassen
belhaulchen: suchen behauchst; be¬
hauchtest; hast behaucht a) auf etw.
mit einem Hauch atmen »Um den
Spiegel blankzuputzen, behauchte sie
ihn zunächst.« b) <Sprachwiss.> Kon¬
sonanten aspirieren, mit einem
Hauchlaut sprechen
belhaulen: behaust; behautest; hast be¬
hauen diartes Material» mit einem
Werkzeug bearbeiten
belhauplten: behauptest; behauptetest;
hast behauptet etw. sagen, vertreten,
ohne es beweisen zu können »Er be¬
hauptete, sie sei eine Diebin.«
be|haup|ten, sich: behauptest dich; be¬
hauptetest dich; hast dich behauptet
sich durchsetzen gegen etw. od. jmdn.
Sie behauptet sich gegen ihre ältere
Schwester.«
belhauoltet: Adj. n. stg. 1 (Börse»
(hoch)geblieben, (auf einem hohen
Stand) geblieben, etabliert 2 [geh.] als
Aussage getroffen, gemacht, obwohl
es nicht nachgewiesen ist »Das von
ihm behauptete Defizit der Firma be¬
steht gar nicht.«
Be|haup|tung: die; - ; -en Aussage, die
nicht bewiesen ist »Diese Behauptung
trifft nicht zu.«
be|hau|sen: behaust; behaustest; hast
behaust jmdm. ein Haus, eine Unter¬
kunft bieten
Be|hau|sung: die; ~ ; -en (schlechte)
Wohnung, in der jmd. lebt
Be|ha|vio|ris|mus —> Be|ha|vi|o|ris|-
mus: dat.-engl.> /bihäwi'rißmuß u.
behawiorißmuß/ der; -; - in Amerika
entwickelte Richtung der Verhaltens¬
forschung, Soziologie
be|he|ben: behebst; behob(e)st; hast be¬
hoben etw. in Ordnung bringen, repa¬
rieren »einen Schaden beheben«
be|hej|ma|ten: beheimatest; beheimate¬
test; hast beheimatet eine Heimat ge¬
ben; an einem Ort ansiedeln
be|hei|ma|tet: Adj. n. stg. zu Hause; aus
einem bestimmten Ort od. Gebiet
stammend; dort lebend
be|he]z|bar: Adj. n. stg. zu beheizen;
künstlich zu erwärmen »Wir haben
ein beheizbares Schwimmbad im Gar¬
ten.«
be|hej]zen: beheizt; beheiztest; hast be¬
heizt a) (mittels eines Brennstoffes) er¬
wärmen b) etw. mit Hilfe der Technik
mit Wärme versehen
Be|helf: der; -(e)s; -e Provisorium, mit
dem man sich als Notlösung helfen
muß
be|hel)fen, sich: behilfst dich; behal-
f(e)st dich; hast dich beholfen etw. zu
einer Sache provisorisch, mit Erfin¬
dungsreichtum benutzen » Wir behal¬
fen uns mit einem Stock als Angel.«
Be|helfsjaus|fahrt: die; ~ ; -en provisori¬
sche, nur für eine Übergangsszeit ge¬
baute Ausfahrt (z. B. an einer Auto¬
bahn)
Be|helfs|brücke (Be|helfs|brük|ke —*
Be|helfs|brü|cke): die; -; -n provisori¬
sche Brücke für einen begrenzten
Zeitraum
be|hel|li|gen: behelligst; behelligtest;
hast behelligt jmdn. mit etw. belästi¬
gen
Be|hel|li|gung: die; - ; -en a) das stören¬
de Bedrängen, Belästigen von jmdm.
mit etw. b)etw., womit jmd. bedrängt
wird
be|helmt: Adj. n. stg. mit einem Helm
versehen; einen Helm tragend
be|hen|de —» be|hfin|de: Adj. schnell,
flink u. geschickt
153
Behendigkeit
Be|hen|dig|keit—> Be|hän|dig|keit die;
- ; - Geschicklichkeit u. Schnelligkeit
(mit der jmd. etw. tut)
be|her]berjgen: beherbergst; beherberg¬
test; hast beherbergt (bei sich) unter¬
bringen; bei sich wohnen lassen »Das
Ehepaar beherbergte eine Flüchtlings¬
familie.«
be|herrsch|bar, Adj. dazu geeignet, sich
beherrschen zu lassen, kontrolliert
werden zu können
be|henjschen: beherrschst; beherrsch¬
test; hast beherrscht 1 die Herrschaft
über jmdn. ausüben »Sie beherrschen
die ganze Ostküste des Landes.« 2 do¬
minierend, besonders auffällig sein
»Die Kirche beherrscht das Stadtbild.«
3 die Fähigkeit besitzen, etw. zu
handhaben »Sie beherrscht drei In¬
strumente.«
be|hgrr|schen, sich: beherrschst dich;
beherrschtest dich; hast dich be¬
herrscht 1 sich unter Kontrolle halten;
nicht emotional reagieren »Sie konnte
sich kaum beherrschen vor Wut.« 2 ich
kann mich beherrschen: [ugs.] das
werde ich bestimmt nicht tun, ma¬
chen »Misch dich bei dem Streit ja
nicht ein! - Das tue ich nicht, ich kann
mich beherrschen!«
befherrscht: Adj. beherrschter; be¬
herrschteste 1 kontrolliert; keine
Emotionen zeigend »ein beherrschter
Gesichtsausdruck« 2 n. stg. von jmdm.
regiert »Dies ist ein van einem König
beherrschtes Land.«
Be]herrscht|heit die; - ; - Eigenschaft,
sich bzw. seine Gefühlsäußerungen
unter Kontrolle, im Zaum zu halten,
nicht leicht aufzubrausen
Bejhenrjschung: die; - ; - a) Kontrolle
über seine Gefühle »Es kostete mich
große Mühe, die Beherrschung zu
wahren.« b) seine, die Beherrschung
verlieren: Wut, Zorn, Angst o. ä.,
nicht mehr unter Kontrolle haben
»Durch die ständigen Sticheleien habe
ich die Beherrschung verloren u. zuge¬
schlagen.«
be|herjzi|gen: beherzigst; beherzigtest;
hast beherzigt einer Sache, einem Rat¬
schlag o. ä. entsprechend handeln
bejherzt: Adj. beherzter; beherzteste
mutig etw. durchführend; entschlos¬
sen zu etw. »eine beherzte Aktion«
be|hilfjlich: Adv. bei etw. helfend »Kann
ich Ihnen behilflich sein?«
be|hinjdern: behinderst; behindertest;
hast behindert bei der Ausführung
von etw. stören »Die Schaulustigen
behinderten die Rettungsarbeiten.«
be|hin|dert: Adj. mit einer körperlichen
od. geistigen Behinderung, Beein¬
trächtigung ausgestattet »ein behin¬
derter Mann«
Be|hin|derfte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Behinderter;
eine Behinderte; zwei Behinderte) Per¬
son, die an einer körperlichen od. gei¬
stigen Beeinträchtigung leidet
be|hin|der|ten|ge|recht: Adj. behinder¬
tengerechter; behindertengerechteste
für die Benutzung durch Behinderte
geeignet
Be|hin]de|rung: die; - ; -en 1 das Behin¬
dern, Stören von etw. »Wirprotestie¬
ren gegen die Behinderung unserer
Arbeit.« 2 etw., wodurch jmd. behin¬
dert wird »eine körperliche Behinde¬
rung«
Be|hör|de: die; - ; -n öffentliche Dienst¬
stelle, die Aufgaben der staatlichen
Verwaltung wahrnimmt »Sie arbeitet
bei einer Behörde.«
Befhuft der; -(e)s; -e famtssprl.; veralt.]
Zweck
be|hufs: Präp. mit Gen. zum Zweck von
bejhti|ten: behütest; behütetest; hast
behütet jmdn. od. etw. vor etw. sorg¬
fältig beschützen
be|hut]sam: Adj. vorsichtig u. sanft »be¬
hutsame Bewegungen«
Bei/Bejg der; -s; -s höher türkischer Ti¬
tel, der oft hinter, nach dem Namen
geführt wird
bei: I Präp. mit Dat. 1 gibt an, daß sich
jmd., etw. in räumlicher Nähe von
etw. befindet, dem Organisationsbe¬
reich von etw. zugeordnet ist, werden
kann »Ich arbeite bei einem großen
Chemieunternehmen.« 2 gibt einen
Zeitraum, Gleichzeitigkeit an »Bei
Abfahrt des Zuges standen wir noch im
Stau.« 3 gibt Gründe an; erläutert ei¬
nen Vorgang »Bei seinen Schulden
kann er sich die teure Flugreise nicht
leisten.« II bei wird häufig alternativ
verwendet zu: 1 + Personalpron. da¬
bei »Der Lärm ist zu groß! Bei ihm
kann ich nicht lernen.« 2 + was wobei
»Bei was soll ich dir helfen?« Ul nicht
(ganz) bei sich sein: [ugs.] a) nicht bei
vollem Bewußtsein sein »Er war nach
der Narkose noch nicht ganz bei sich.«
b) nicht ganz normal sein
bef|be|hal|ten: behältst bei; behielt (e)st
bei; hast beibehalten etw. so wie bisher
tun, handhaben, es nicht ändern
be[|brin|gen: bringst bei; brachtest bei;
hast beigebracht 1 a) jmdn. etw. lehren
»Ich habe den Kindern ein Lied beige¬
bracht.« b) jmdm. etw. behutsam mit¬
teilen »Das muß ich ihr schonend bei¬
bringen.« 2 einen Nachweis für etw.
vorlegen, beschaffen »Ich soll Ihnen
Zeugen für den Unfall beibringen?«
Bej|brin|gung: die; - ; -1 das Zufügen
von etw. Negativem 2 das Vorzeigen,
Heranschaffen von etw. od. jmdm.
»Die Beibringung der Geburtsurkunde
muß innerhalb einer Woche erfolgen.«
Beleihte: die; -; -n a) <kath. Kirche> Be¬
kenntnis von begangenen Sünden (in
der Kirche) »Sie legte die Beichte ab.«
b) [scherzh.] Geständnis jmdm. ge¬
genüber »Ich hörte mir seine Beichte
an.«
beichjten: beichtest; beichtetest; hast ge¬
beichtet a) das Bekennen von began¬
genen Sünden in der (christlichen,
vorwiegend katholischen) Kirche
»Ich habe beim Pfarrer gebeichtet.« b)
das Gestehen eines Fehlverhaltens
»Das werde ich meinen Eltern wohl
beichten müssen.«
Bejcht|ge|heim|nis: das; -ses; -se <kath.
Kirche) (Pflicht zum) Schweigen des
Geistlichen über die bei einer Beichte
gemachten Geständnisse
Beicht|stuhl: der; -(e)s; -stähle <kath.
Kirche) Kabine, in der der/die Beich¬
tende u. der Priester durch eine Wand
mit einer Öffnung voneinander ge¬
trennt sind, so daß der Beichtende
anonym bleibt, bleiben kann
Beicht(va|ter: der; -s; - väter 1 dcath. Kir¬
che) Priester, der jmdm. (regelmäßig)
die Beichte abnimmt 2 dibertr.) Per¬
son, der man vertraut u. der man Pro¬
bleme, Geheimnisse usw. erzählt
beid|ar[mig: Adj. n. stg. a) mit beiden
Armen b) <Sport> mit beiden Armen
gleich geschickt, fähig
beijderjlei: Adv. sowohl von dem einen
als auch von dem anderen
beilderjseits: Adv. a) von beiden Seiten
b) zu beiden Seiten
beid|fij|fiig: Adj. n. stg. mit beiden Fü¬
ßen (gleich gut)
befd(hän{dig: Adj. n. stg. mit beiden
Händen (gleich gut)
bei|dre|hen: drehst bei; drehtest bei; hast
beigedreht «Schiff) die Richtung wech¬
seln (u. anhalten) »Vor der Küste dre¬
hen wir bei.«
beidjsei|tig: Adj. n. stg. auf, von beiden
Seiten
bei|ein(anjder —»■ auch bei|ei|n|an|der.
Adv. zusammen mit (einem) anderen
» Wir saßen noch lange beieinander.«
beilein|an|der bei|ei|n|an|der + ...:
Wortbildungselement + angehängtes
Verb, trennbar —»•immer getrennt
geschrieben*— drückt aus, daß min¬
destens zwei Dinge, Personen, Gege¬
benheiten dicht zusammen sind
—» bei|ei|n|an|der halben: s. beieinan¬
derhaben
—»• bei|ei|n|an|der ho|cken: s. beieinan¬
derhocken
—> bei|ei|n|an|der Helgen: s. beieinan¬
derliegen
—> bei|ei|n|an|der sein: s. beieinander¬
sein
—» bei|ei|n|an|der stellten: s. beieinan¬
derstehen
bei|ein|an]derjha|ben —> bei|ei|n|an|-
der halben: hast beieinander; hattest
beieinander; hast beieinandergehabt
—>hast beieinander gehabt*— 1 zu¬
sammen (zur Verfügung) haben »Ich
hatte alle meine Unterlagen
beieinander. 2 nicht alle Sinne beiein¬
anderhaben —» nicht alle Sinne bei¬
einander haben: (ugs.] nicht ganz
normal sein
bei|ein|an|der|hocken (bei|ein|an|der|-
hok(ken) —> bei|ei|n|an|der hpjeken:
hockt beieinander; hocktet beieinan¬
der; habt beieinandergehockt —*habt
beieinander gehockt*— [ugs.] (mit
mehreren Personen) zusammensitzen
bei|ein|anfder|iie|gen —* bei|ei|n|an|der
Helgen: liegt beieinander; lag(e)t bei¬
einander; habt beieinandergelegen
—i-habt beieinander gelegen*— eng
zusammengehören, beisammen sein
»Diese beiden Schlüsse, diese beiden
Häuser liegen eng beieinander.«
bei|ein|an|der|sein —> bei|ei(n|an(der
sein: bist beieinander; warst beieinan¬
der; bist beieinandergewesen —>bist
beieinander gewesen<— in einem
(körperlichen, geistigen) Zustand sein
meist in den Wendungen 1 gut beiein¬
andersein —> gut beeinander sein:
[ugs.] 1. sehr kräftig, etw. dicklich sein
»Er ist aber ganz gut beieinander!« 2.
gesundheitlich, körperlich u. geistig
in einem guten Zustand sein 2
schlecht, nicht recht beieinander¬
sein —» schlecht, nicht recht beiein¬
ander sein: [ugs.] sich gesundheitlich
154
Bein
nicht gut fühlen 3 nicht ganz beiein¬
andersein —» nicht ganz beieinan¬
der sein: [ugs.] geistig nicht ganz nor¬
mal sein »Als sie das gesagt hat, muß
sie nicht ganz beieinandergewesen
sein.«
Bei|ein|an|der|sein —» Bei|ei|n|an|der|-
seintdas; -s; - Zusammenkunft, Bei¬
sammensein mehrerer Personen
bei|ein|an|der|sit|zen —* bei|ei|n|an|der
sjt|zen: sitzt beieinander; saß(e)t bei¬
einander; habt beieinandergesessen
—»habt beieinander gesessen*— mit
mehreren Personen zusammensitzen
bei|ein|an|derjste|hen —* bei|ei|n|an|-
der stejhen: steht beieinander; standet
beieinander; habt beieinanderge¬
standen —*habt beieinander gestan¬
den*— mit mehreren Personen zu¬
sammenstehen
Bei|fah|rer der; -s; - weibl. Bei|fah|re|-
rin: die; - ; -nen Person, die in einem
Verkehrsmittel (Auto, Motorrad)
mitfahrt »Der Beifahrer wurde bei
dem Unfall schwer verletzt.«
Bej|fah|rer|sitz: der; -es; -e a) Kraft¬
fahrzeug) Sitz, Sessel neben dem Fah¬
rer b) <Motorrad> Platz, Sitz hinter
dem Fahrer
Bejtfall: der;-(e)s; - a) laut (durch Klat¬
schen, Zurufe o. ä.) zum Ausdruck
gebrachte Zustimmung, Begeiste¬
rung; Applaus »Die Schauspieler er¬
hielten viel Beifall.« b) <übertr.> Zu¬
stimmung, Anklang, den jmd. od.
etw. findet
bej|fall|hei|schend —> Bej|falt befi¬
schend: Adj. Zustimmung erwartend,
suchend
befjfäl|lig: Adj. Zustimmung gebend, si¬
gnalisierend »Sie nickte beifällig.«
Bei|fall|ktat|schen/Bei|falls|klat|schen:
das; -s; - Ausdruck der Begeisterung,
Zustimmung für etw. durch Aneinan¬
derschlagen der Hände
bej|fü|gen: fügst bei; fügtest bei; hast
beigefügt a) etw. zu etw. hinzulegen
»Ich fuge die Zeugnisse diesem Schrei¬
ben bei.« b) noch etw. sagen »Sie hat
noch einige Worte beigefügt.«
Bei|fü|gung: die; - ; -en 1 a) das Hinzu¬
fügen, Hinzutun b) etw., was hinzuge¬
fügt wurde 2 <Sprachwiss.> Attribut
Bei|fuB: der; -es; - Pflanze mit Rispen¬
blüten, die gelegentlich als Gewürz
verwendet wird
Bei|ga|be: die; - ; -n etw., was man (ko¬
stenlos) zu etw. hinzufügt »Dieses
Glas erhalten Sie als Beigabe beim
Kauf eines Kastens Limonade.«
beige: (fr.) /besch/ Adj. n. stg. <Farbe>
sandfarben; ganz hellbraun »ein bei¬
ges Kleid«
Beflge: die; - ; -n [süddt.; Schweiz.] ein
Stapel von etw.
beflge|ben: gibst bei; gab(e)st bei; hast
beigegeben 1 einer Sache etw. zufügen
»Ich gab dem Paket noch eine Flasche
Sekt bei.« 2 klein beigeben: nachge¬
ben (müssen) »Setz dich durch u. gib
nicht klein bei!«
Bef|ge|schmack: der; -(e)s; - (hinter¬
gründig) mitschwingende Ge¬
schmacksstoffe (die nicht zu einem
Gericht passen) »Der metallische Bei¬
geschmack stört mich.«
bef|ge|sel|len: gesellst bei; geselltest bei;
hast beigesellt als Partner, Gefährten
hinzugeben, hinzugesellen
bej|ge|sel|len, sich: gesellst dich bei; ge¬
selltest dich bei; hast dich beigesellt
sich jmdm. anschließen; sich zu
jmdm. gesellen
Bäjheft: das; - fe)s; -e geheftete Seiten,
die einer Zeitschrift, einem Buch o. ä.
zugefügt sind
bei|hef|ten: heftest bei; heftetest bei;
hast beigeheftet etw., Papierblätter zu
etw. locker geheftet hinzufügen
Bei|hil|fe: die; - ;-n 1 (vom Staat, öffent¬
lichen Institutionen gewährte) mate¬
rielle Hilfe 2 o. PI. <Rechtsw.> Hilfelei¬
stung, Teilnahme bei/an einer Straf¬
tat
Bef|klang: der; -(e)s; Beiklänge a) (stö¬
rend wirkendes) Nebengeräusch bjin-
terpretationsbedürftige Haltung,
Stimmung, Aussage eines Sprechers
»Bei dieser Bemerkung gab es einen
Beiklang von Eifersucht.«
beijkoinjmen: kommst bei; kam(e)st
bei; bist beigekommen 1 jmdn., eine
Sache beherrschen, in den Griff be¬
kommen »Wir werden diesen Verbre¬
chern schon beikommen.« 2 [geh.]
jmdm. einfallen »Ein solches Vorge¬
hen kommt mir nicht bei.« 3 [landsch.]
an, zu etw. herankommen »Kommt
endlich bei! ♦ Ich komme den Schrau¬
ben ohne Werkzeug nicht bei.«
Bejl: das; -(e)s; -e scharfe Klinge an ei¬
nem Stiel (zum Durchhacken von
Holz, früher auch als Waffe benutzt)
Er hob das Beil u. bedrohte uns da¬
mit.«
Beil.: Abk. Beilage
beil.: Abk. beiliegend
bej|la|den: lädst bei; lud(e)st bei; hast
beigeladen 1 etw. zu einem anderen
Gut, das sich bereits auf einem Trans¬
portmittel befindet, hinzuladen 2
<Rechtsw.; Verwaltungsgericht) jmdn.
in einen Verwaltungsprozeß durch
Gerichtsbeschluß einbeziehen, der
am Verfahren nicht unmittelbar be¬
teiligt ist, aber dessen rechtliche Inter¬
essen durch die Streitsache berührt
sind
Bei|la|dung: die; - ;-en 1 a) das Hinzula¬
den von Gütern auf ein bereits teil¬
weise mit anderen Gütern beladenes
Transportmittel b) Gegenstände, Gü¬
ter, die zu einer bereits vorhandenen
Ladung hinzugeladen werden 2
<Rechtsw.> a) Einbeziehung von am
Verwaltungsverfahren an sich nicht
unmittelbar beteiligten Personen
durch Gerichtsbeschluß, deren recht¬
liche Interessen aber berührt sind b)
schriftliche Einladung, die man zu (a)
erhält
Bei|la|ge: die; - ; -n etw., was einer Sa¬
che hinzugefügt wird »Die Prospekte
sind Beilage zur Zeitung.«
be||läu|fig: Adj. n. stg. nebenbei
(erfolgend) »eine beiläufige Bemer¬
kung«
Be||läu|fig|keit: die; ~ ; -en a) Neben¬
sächlichkeit, Nebenerscheinung von
etw. b) Mangel an Betroffenheit, En¬
gagement; Ungerührtheit
bel|le|gen: feg« bei; legtest bei; hast bei¬
gelegt 1 zu etw. hinzulegen, -tun »Er
legte dem Brief mehrere Anlagen bei.«
2 einer Sache zumessen, beimessen
»Er legt ihren Äußerungen zu viel Wert
bei.« 3 beenden »einen Streit beile¬
gen«
Bei|!e|gung: die; - ; -en das Beenden,
Schlichten einer Auseinandersetzung
»Die Beilegung des Streiks ist allge¬
mein begrüßt worden.«
bei|lej|be: in der Wendung beileibe
nicht: durchaus nicht; keinesfalls
»Findest du, daß ich Unrecht habe? -
Aber nein, beileibe nicht.«
Be||leid: das; -(e)s; - <Todesfall; bei ei¬
ner Beerdigung Zuspruch für die Hin¬
terbliebenem Mitleid; Mitgefühl
Bej|leids)be|such: der; -(e)s; -e Besuch,
den man den Hinterbliebenen eines
Verstorbenen macht, um sein Beileid
auszudrücken, Syn.: Kondolenzbe¬
such
bei{lie|gend: Adj. n. stg. als Anlage mit
einem Schriftstück mitgeschickt
bei|men|gen: mengst bei; mengtest bei;
hast beigemengt zu etw. hinzufügen u.
damit vermischen
bej|mes|sen: mißt bei; maß(es)t bei;
hast beigemessen —>alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— einer Sache ei¬
nen Wert zuschreiben »Ich maß dem
Gespräch zu wenig Bedeutung bei.«
bei|mi|schen: mischst bei; mischtest bei;
hast beigemischt etw. zu etw. anderem
mengen, mischen
Bein: das; -(e)s; -ela) Körperteil, das
zur Fortbewegung benutzt wird b)
dibertr.) etw., worauf ein Gegenstand
steht »Tischbein« 2 kurz für Elfenbein
= Material, aus dem Elefantensto߬
zähne sind 3 jüngere Beine haben:
[ugs.] sich aufgrund des jüngeren Al¬
ters besser u. schneller bewegen kön¬
nen 4 auf den Beinen sein: [ugs.]
wach, in Bewegung sein »Ich bin seit 6
Uhr morgens auf den Beinen.« 5
jmdm. ein Bein stellen: 1. jmdn. be¬
wußt über das Bein stolpern (u. even¬
tuell hinfallen) lassen »Er hat ihm ein
Bein gestellt, u. er ist dann mitten in
die Pfütze gefallen.« 2. [ugs.] etw. tun,
um jmdn. zu behindern, ihm zu scha¬
den 6 Beine bekommen, kriegen:
[ugs.] weg sein, gestohlen werden
»Halte deine Handtasche fest, damit
sie nicht plötzlich Beine kriegt!« 7
jmdm. (lange) Beine machen: [ugs.]
1. jmdn. wegjagen »Diesen frechen
Kindern werde ich jetzt Beine ma¬
chen.« 2. jmdn. veranlassen, schneller
zu arbeiten, sich zu bewegen o. ä. Ma¬
chen Sie den Handwerkern mal Beine,
sonst werden sie nie fertig!« 8 sich
kein Bein ausreiBen: [ugs.] langsam,
lustlos, ohne sich anzustrengen etw.
tun »Na, der reißt sich bei der Arbeit
edier auch kein Bein aus.« 9 sich die
Beine nach etw. ablaufen: [ugs.] su¬
chen, herumlaufen, um etw. Be¬
stimmtes zu finden od. zu erledigen
»Nach diesem Buch habe ich mir fast
die Beine abgelaufen.« 10 sich die
Beine abstehen, in den Bauch
stehen: [ugs.] sehr lange stehen u.
warten »Endlich kommst du, ich habe
mir schon die Beine abgestanden, in
den Bauch gestanden.« 11 von einem
Bein aufs andere treten: vor Unge¬
duld, Nervosität o. ä. ständig vom
rechten Bein aufs linke treten u. um¬
155
beinah/beinahe
gekehrt »Sie wartete ungeduldig u.
trat dabei von einem Bein aufs
andere.« 12 sich die Beine aus dem
Leib rennen: [ugs.] so rennen, daß
man ganz erschöpft, außer Atem ist
»Ich habe mir die Beine aus dem Leib
gerannt, um den Bus noch zu er¬
wischen.« 13 die Beine in die Hand,
unter den Ami nehmen: [ugs.] a)
schnell machen, sich beeilen »Nimm
die Beine in die Hand, vielleicht holst
du sie noch ein.« b) schnell abhauen,
verschwinden »Als der Dieb die Poli¬
zeisirene hörte, nahm er die Beine in
die Hand u. entkam.« 14 kein Bein auf
die Erde kriegen, bekommmen:
[ugs.] keinen Erfolg haben; nichts er¬
reichen können »Nachdem er Pleite
gemacht hat, kriegt er kein Bein mehr
auf die Erde.« 15 sich die Beine
vertreten: [ugs.] ein wenig laufen, spa¬
zieren gehen »Noch der langen Zug¬
fahrt werde ich mir ein bißchen die
Beine vertreten.« 16 etw. noch am
Bein haben: [ugs.] finanzielle Ver¬
pflichtungen haben »Er hat noch jede
Menge Schulden am Bein.« 17 jmdm.,
sich etw. ans Bein binden: [ugs.] sich
od. jmdm. zusätzliche Arbeit, Ver¬
pflichtungen o. ä. aufbürden 18 etw.
ans Bein binden: [ugs.] einen Verlust,
eine Einbuße hinnehmen müssen
»Na, die 1000 DM, die ich ihr geliehen
habe, kann ich mir wohl ans Bein
binden.« 19 das Bein heben: der
(männliche) Hund entleert die Blase
»Unser Hund muß an jedem Baum das
Bein heben.« 20 auf schwachen Bein¬
en stehen: unsicher sein u. keine gute
Begründung haben, nicht gut geplant
sein »Dein Vorhaben scheint mir aber
auf schwachen Beinen zu stehen.« 21
schwach auf den Beinen sein: I.
durch Krankheit o. ä. geschwächt
sein »Nach der Operation ist sie noch
recht schwach auf den Beinen.« 2.
[ugs.] ohne Beweis, nicht sicher sein
»Die Anklage ist aber ziemlich
schwach auf den Beinen.« 22 sich
nicht mehr, kaum noch auf den Bein¬
en halten können: sehr müde,
schwach, erschöpft o. ä. sein »Nach
der durchwachten Nacht konnte sie
sich kaum noch auf den Beinen
halten.« 23 wieder auf die Beine
kommen; wieder auf den Beinen
sein: [ugs.] sich erholen, gesund wer¬
den; sich erholt haben, gesund sein
»Sie war schon nach kurzer Zeit wie¬
der auf den Beinen.« 24 ]mdm. auf die
Beine helfen; jmdn. (wieder) auf die
Beine bringen: [ugs.] jmdm. mora¬
lisch od. finanziell helfen » Wir müssen
ihn unterstützen u. ihn wieder auf die
Beine bringen.« 25 jmdm. in die Beine
fahren: 1. jmdn. sehr erschrecken
»Die schlimme Nachricht ist ihr in die
Beine gefahren.« 2. jmdn. an etw. hin¬
dern »Man fuhr ihr im letzten Moment
noch in die Beine.« 26 in die Beine
gehen: [ugs.] l.etw. macht jmdm. das
(Auf-)Stehen u. Gehen schwer »Die¬
ser schwere Wein geht einem ja richtig
in die Beine.« 2. Musik animiert zum
Mitmachen, zum Tanzen »Diese
Samba-Rhythmen gehen einem richtig
in die Beine.« 27 auf einem Bein kann
man nicht stehen: [ugs.; scherzh.]
jmdn. auffordemder Ausspruch,
noch ein zweites Glas Alkohol tu
trinken »Komm, trink noch ein Glas,
auf einem Bein kann man nicht
stehen!« 28 jmdm. (lange) Beine
machen: [ugs.] 1. jmdn. wegjagen
»Diesen frechen Kindern werde ich
jetzt Beine machen.« 2. jmdn. veran¬
lassen, schneller zu arbeiten, sich zu
bewegen o. ä. »Machen Sie den Hand¬
werkern mal Beine, sonst werden sie
nie fertig!« 29 jmdn. auf die Beine
bringen: [ugs.] jmdn. zum Mitmachen
veranlassen »Wieviele Helfer könnt
ihr denn auf die Beine bringen?« 30
etw. auf die Beine stellen, bringen:
[ugs.] etw. zustandebringen »Er hat
mit wenig Mitteln ein tolles Fest auf
die Beine gebracht.« 31 mit beiden
Beinen, Füllen (fest) auf der Erde, im
Leben stehen: lebenstüchtig u. reali¬
stisch sein »Um erfolgreich zu sein,
muß man mit beiden Beinen fest auf
der Erde stehen.« 32 mit einem Bein
in etw. stehen: [ugs.] etw. schon fast
erreicht haben »Er stand mit einem
Bein schon in der Endausscheidung.«
33 mit einem Bein im Gefängnis
stehen: [ugs.] etw. tun, was gesetz¬
widrig, strafbar ist »Laß dich nicht auf
die Sache ein, da stehst du ja mit einem
Bein im Gefängnis!« 34 mit einem
Bein im Grab(e) stehen: [ugs.] sehr
krank, todkrank sein; vermutlich
bald sterben 35 die Beine unter jmds.
Tisch Streckern [ugs.] sich von jmdm.
(finanziell) unterhalten lassen »Solan¬
ge du die Beine unter meinen Tisch
streckst, hast du zu tun, was ich dir sa¬
ge, sagte der Vater zu seinem Sohn.«
bej|nah/bei|na|he: Adv. fast »Er war bei¬
nahe 100 Jahre alt.«
Bei|najhe|zu|sam[men|stoß: der; -es;
-Zusammenstöße gerade noch verhin¬
derter Zusammenstoß, vermiedenes
Aufeinandertreffen (meist von Flug¬
zeugen od. Autos)
Bei|na|me: der; -ns; -n zusätzlicher Na¬
me (z. B. der/die Große), der jmdm.
wegen einer Eigenschaft o. ä. von der
Umgebung, Nachwelt gegeben wird
bein|am|pu]tiert: Adj. n. stg. ein Bein
durch eine notwendig gewordene
Operation verloren habend
Bejnjbruch: der; -(e)s; -bräche 1 Bruch,
Verletzung von Oberschenkel- od.
Unterschenkelknochen »Er hat sich
einen Beinbruch zugezogen.« 2 das ist
doch kein Beinbruch: [ugs.] das
macht doch nichts; das ist doch nicht
schlimm
bei|nern: Adj. n. stg. 1 aus Knochen be¬
stehend 2 aus Elfenbein bestehend
be[in|hal|ten: beinhaltet; beinhaltete; hat
beinhaltet zum Inhalt haben; ein¬
schließen »Der Preis der Reise bein¬
haltet Flug, Unterkunft u. Halbpensi¬
on.«
beinjhart: Adj. n. stg. a) sehr, extrem
hart; knochenhart b) <übertr.> [ugs.]
ohne Emotionen; sehr hart »Er ver¬
handelte beinhart.«
Bei|pack)zetjtel: der; -s; - Arzneimit¬
teln beiliegendes Informationsblatt
»Er las den Beipackzettel sorgfältig,
bevor er eine Tablette nahm.«
bei|pflich|ten: pflichtest bei; pflichtetest
bei; hast beigepflichtet jmdm. bezüg¬
lich etw. zustimmen »Hinsichtlich der
Kindererziehung pflichte ich dir durch¬
aus bei.«
Bei|rat: der; -(e)s; -rate weibl. Boi|rä(1in:
die; - ; -nen 1 nur männl. Form Grup¬
pe von Personen, Gremium zu jmds.
Beratung, Kontrolle »Dem Verwalter
steht ein Beirat aus Eigentümern zur
Seite.« 2 Person, die einem Beirat (1)
angehört »Sie ist zur Beirätin gewählt
worden.«
be|ir|ren: beirrst; beirrtest; hast beirrt
von einer Meinung, einer Sache ab¬
bringen »Sie ließ sich durch nichts be¬
irren.«
bei|sam|men: Adv. mit anderen Perso¬
nen, Dingen zusammen, beieinander
—»• bei[sam|men sein: s. beisammen¬
sein
bei|sam|men|blei|ben: bleibt beisam¬
men; bliebt beisammen; seid beisam¬
mengeblieben sich nicht trennen; etw.
zusammen tun
bei|sam|men|ha|ben: hast beisammen;
hattest beisammen; hast beisammen¬
gehabt 1 etw., was man gesammelt,
zusammengesucht hat, beieinander
haben 2 a) nicht alle (fünf Sinne)
beisammenhaben: nicht vernünftig,
nicht bei Verstand sein b) noch alte
(fünf Sinne) beisammenhaben: (auch
im Alter) noch in gutem körperlichen
u. geistigen Zustand sein
Bei|sam|men|sein: das; -s; - das (zwang¬
lose) Zusammensitzen bei einer Un¬
terhaltung -
bei|sam|men|sein —> bei[sam[men
sein: bist beisammen; warst beisam¬
men; bist beisammengewesen —>seid
beisammen gewesen<— in gutem
körperlichen u. geistigen Zustand
sein
bei|sam|men[ste|hen: steht beisammen;
standet beisammen; habt beisam¬
mengestanden mit anderen Personen
beieinanderstehen
Beilschlaf: der; -(e)s; - <Rechtsw.>
[geh.] Geschlechtsverkehr
Beilsein: das; -s; - in den Wendungen a)
in jmds. Beisein/im Beisein von
jmdm.: in jmds. Anwesenheit b) ohne
jmds. Beisein/ohne Beisein von
jmdm.: in jmds. Abwesenheit
bei|sei|te: Adv. auf der Seite; zur Seite
bej]set|zen: setzt bei; setztest bei; hast
beigesetzt eine verstorbene Person
(meist von einer Zeremonie begleitet)
beerdigen
Bei|sitz: der; -es; -e (PI. s.) Amt, Positi¬
on des Beisitzers (bei einer Gerichts¬
verhandlung, Prüfung o. ä.) »Frau
Müller wird den Beisitz bei der mündli¬
chen Prüfung haben.«
bei|sit|zen: sitzt bei; saß(es)t bei; hast
beigesessen bei. einer Gerichtsver¬
handlung o. ä. als Beisitzer fungieren
Bei|sit|zen der; -s; - weibl. Bgi|slt|ze|-
rin: die; - ; -nen Person, die in einem
Gericht od. in einem Verwaltungsor¬
gan Mitglied ist, bei einer Prüfung da¬
bei ist
Beisp.: Abk. Beispiel
Beispiel: das; -(ejs; -e 1 Schilderung ei¬
nes Sachverhalts zur Veranschauli¬
chung »einige Beispiele aufführen« 2
a) ein Beispiel geben: für jmdn. ein
Vorbild sein »Lerne etw. fleißiger, u.
gib deiner kleinen Schwester ein Bei-
156
bekanntgeben bekannt
spiel!« b) mit gutem Beispiel voran¬
gehen: als Vorbild jmdn. zur Nach¬
ahmung anregen c) sich ein Beispiel
(an jmdm. od. etw.) nehmen: sich
etw. od. jmdm. zum Vorbild nehmen
»Sieh mal, wie fleißig sie ist, nimm dir
an ihr ein Beispiel!« 3 (wie) zum
Beispiel: (wie) etwa der, die, das; wie
es der, die, das ist »Man sollte immer
höflich u. zuvorkommend sein, wie zum
Beispiel dein Vater.« 4 Ein gutes Bei¬
spiel ist der beste Lehrmeister: wer
sich selbst gut benimmt, verhält o. ä.,
ist für andere der beste Lehrer, ein
nachahmenswertes Vorbild
bei|spiel|ge|bend: Adj. als Vorbild ge¬
eignet
beispielhaft: Adj. beispielhafter; bei¬
spielhafteste in vorbildlicher Art u.
Weise
bei|spiels|wei|se: Adv. zum Beispiel
bei]sprin|gen: springst bei; sprang(e)st
bei; bist beigesprungen a) jmdm.
schnell zur Hilfe kommen b)jmdm. fi¬
nanziell helfen
beispw.: Abk. beispielsweise
bej|Ben: beißt; bissest; hast gebissen
—*alle Vergangenheitsformen mit
ss<— 1 a) mit den Zähnen in etw.
eindringen »Sie biß in eine Birne.« b)
<Tien bissig sein; oft zuschnappen
»Vorsicht, die Wildkatzen beißen!« 2
scharf, ätzend sein »Die Zwiebeln bei¬
ßen in den Augen.« 3 <Fisch> den Kö¬
der fressen »Die Zander beißen diesen
Sommer gut.« 4 <Insekt> [ugs.] stechen
»Die Mücke hat mich gebissen.« 5
nichts zu beißen (u. zu brechen)
habere [veralt.] sehr arm sein u. wenig
zu essen haben 6 Den letzten beiSen
die Hunde: der Letzte hat es am
schwersten, z. B. wenn er erwischt
wird, muß er bezahlen, wird er be¬
straft o.ä.
beiJBen, sich: beißt dich; bissest dich;
hast dich gebissen —*alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— 1 sich selbst
mit den Zähnen beißen 2 nicht zuein¬
ander passen »Diese Rottöne beißen
sich.«
beißend: Adj. a) scharf; ätzend »Dies
ist ein beißender Geruch.« b) <übertr.>
scharf; verletzend o. ä.
Beiß|ring: der;-(e)s; -e harter Ring, der
kleinen Kindern während des Zah¬
nens für erste Beißübungen gegeben
wird
beiß|wü|tig: Adj. meist Hund> bissig,
angriflswütig u. schnell bereit, jmdn.
zu beißen
Beistand: der; -(e)s; Beistände 1 o. PL
Hilfe, Unterstützung, die jmd. jmdm.
entgegenbringt 2 Person, die jmdm.
Unterstützung gibt »Rechtsbeistand«
Beistands|pakt: der; -(ejs; -e politische
Vereinbarung, daß im Angriffsfall
Hilfe geleistet wird
be||ste|hen: stehst bei; stand(e)st bei;
hast beigestanden jmdm. in einer
schweren, schwierigen Situation hel¬
fen
Beijstell|tisch: der; -(e)s; -e kleiner
Tisch, der (zu verschiedenen Zwek-
ken) neben etw. gestellt werden kann
bei[steu)ern: steuerst bei; steuertest bei;
hast beigesteuert zu einer Sache etw.
(z. B. Geld) dazugeben
beijstimfmen: stimmst bei; stimmtest
bei; hast beigestimmt zustimmen; die¬
selbe Meinung vertreten; jmdm. recht
geben »In diesem Punkt stimme ich dir
bei.«
Bei|strich: der;-(ejs; -e Komma
Beitr.: Abk. 1 Beitrag 2 Beitritt
Beitrag: der;-(ejs; Beiträge 1 Anteil an
etw. »Das ist mein Beitrag zur Arbeit
im Garten.« 2 finanzieller, regelmäßig
an eine Organisation od. an einen
Verein zu zahlender Betrag »Ich zahle
monatlich 20 DM Beitrag.« 3 Artikel;
Vortrag; Teil eines wissenschaftli¬
chen, journalistischen Ereignisses
bei(tra|gen: trägst bei; trugfejst bei;
hast beigetragen etw. zu einer Sache
beisteuern, dazutun
Bei|trags|be|mes|sungs|gren)ze: die;
• ; -n (PI. s.) Obergrenze des für die
Sozialversicherung zu berücksichti¬
genden Einkommens
Bei|tragsjerjstat|tung: die; - ; -en Rück¬
zahlung eines Teils des Beitrags, einer
bereits entrichteten Geldsumme (z. B.
bei Versicherungen)
bei(trags|frei: Adj. n. stg. ohne einen
Beitrag, eine Zahlung leisten zu müs¬
sen
bgi|trags|pflich|tig: Adj. n. stg. dazu ver¬
pflichtet, eine Beitragszahlung zu lei¬
sten
Bei|trags|satz: der: -es; -sätze Höhe der
Beitragszahlung
Beijtrags|zah]!ung: die; - / -en Zahlung
eines Geldbetrages für die Mitglied¬
schaft in einer Organisation
Bei|trei|bung: die; - ; -en «Rechtswo
zwangsmäßige Herbeischaffung einer
Geldleistung
beiftreften: trittst bei; tratfejst bei; bist
beigetreten erklären, daß man einer
Organisation o. ä. zukünftig ange¬
hört, sich einem Vertrag anschließt
»Er trat der Partei bei.«
Bojjtritt: der; -(ejs; -e 1 das Eintreten in
eine Organisation o. ä. 2<Jagd> durch
das Nebeneinander von Vorder- u.
Hinterlaufabdruck gekennzeichnete
Hirschfahrte
Bei|tritts|er|klä|rung: die; - ; -en
(schriftliche) Mitteilung, daß man in
eine Organisation o. ä. eintritt
bei|woh|nen: wohnst bei; wohntest bei;
hast beigewohnt 1 [geh.] anwesend
sein »Ich wohnte der Versammlung
bei.« 2 <Rechtsw.> [geh.] mit jmdm.
Geschlechtsverkehr haben »Er
wohnte ihr bei.«
Beijwort: das; -(ejs; -e a) <Sprachwiss.>
Adjektiv; Eigenschaftswort b) aus¬
schmückendes, beschreibendes Wort
Bei|ze: die; - ;-n 1 Chemikalie zum Bei¬
zen, Färben von Holz, Gerben von
Leder, Behandeln von Metall, Färben
von Stoff, Behandeln von Tabak 2
Soße zum Einlegen von Fisch od.
Fleisch, damit diese(sXr) zarter wird
3 Vorgang des Bearbeitens mit Beize
(1; 2) 4 Jagd mit abgerichteten Greif¬
vögeln
Bei]ze: die; - ; -n [landsch.] einfache
Gaststätte, Kneipe
bei|zei|ten: Adv. rechtzeitig; zur gegebe¬
nen, rechten Zeit» Wir werden uns bei¬
zeiten darum bemühen, eine neue Woh¬
nung zu finden.«
bei|zen: beizt; beiztest; hast gebeizt
<Holz, Leder u. a.> mit Beize, einer
Chemikalie, die in das Holzeindringt,
behandeln
be|ja|gen: bejagst; bejagtest; hast bejagt
in einem bestimmten Gebiet auf eine
bestimmte Tierart Jagd machen
be|jajhen: bejahst; bejahtest; hast bejaht
zustimmen; mit ’ja’ beantworten »Sie
bejahte die Frage.«
be|ja|hend: Adj. a) n. stg. auf etw. mit Ja
zustimmend antworten b) einen Vor¬
gang, eine Ansicht o. ä. gutheißend
be[jahrt: Adj. bejahrter; bejahrteste be¬
reits recht alt
be(jam(mern: bejammerst; bejammer¬
test; hast bejammert über etw., um
etw. jammern, etw. beklagen
be|jam|merns|wert: Adj. bejammerns¬
werter; bejammernswerteste sehr be¬
dauernswert
be|)u|beln: bejubelst; bejubeltest; hast
bejubelt etw. mit Jubel, großer Freude
begrüßen; sich sehr freudig über etw.
äußern »Die Menschen bejubelten das
Königspaar.«
be|ka|keln: bekakelst; bekakeltest; hast
bekakelt [ugs.] etw. ausgiebig mit
jmdm. besprechen, bevor man eine
Entscheidung trifft
be[kämp|fen: bekämpfst; bekämpftest;
hast bekämpft gegen jmdn., etw. an¬
kämpfen; sich aktiv gegen etw., jmdn.
richten »Wir bekämpfen den Drogen¬
mißbrauch.«
be|kämp|fen, sich: bekämpft euch; be¬
kämpftet euch; habt euch bekämpft ge¬
geneinander ankämpfen; sich gegen¬
seitig zu schaden versuchen
be|kannt: Adj. bekannter; bekannteste 1
von vielen Menschen, Beteiligten ge¬
kannt, gewußt »eine bekannte Tatsa¬
che, Person« 2 bekannt sein wie ein
bunter Hund: allgemein, überall be¬
kannt sein »Er ist leider ein Trinker u.
in jeder Kneipe bekannt wie ein bunter
Hund.« 3 (jmdn. mit jmdm.) bekannt
machen: eine od. mehrere Personen
einer od. mehreren Personen vorstel¬
len »Darf ich Sie mit meinen Gästen
bekannt machen?«
—* begannt gejben: s. bekanntgeben
—*■ begannt majehen: s. bekanntma¬
chen
—*■ be[kannt wer|den: s. bekanntwer¬
den
Be|kann|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Bekannter; eine
Bekannte; zwei Bekannte) a) Person,
die man kennt u. trifft b) [veralt.; ver¬
hüll.) Geliebte(r), Freund(in), Le-
bensgefährt(e)(in) eines Mannes/einer
Frau
Be|kann|ten|kreis: der: -es; -e alle Be¬
kannten, Freunde einer Person, mit
der diese verkehrt, sich trifft
be|kann|teijma|ßen: Adv. wie bekannt
ist
be|kann|terjwei|se: Adv. wie bekannt
ist; in bekannter Weise
Be|kanntjga|be: die; - ; -n das Veröf¬
fentlichen, Bekanntgeben von etw.
be|kannt|ge|ben —> be|kannt ge|ben:
gibst bekannt; gab(ejst bekannt: hast
bekanntgegeben —*hast bekannt
gegeben*— zur Kenntnis geben; offi¬
ziell mitteilen »Sie gaben ihre Verlo¬
bung bekannt.«
157
Bekanntheit
Be|kannt|heit: die; - ; -en das Bekannt¬
sein (bei vielen Personen)
Be|kannt)heits|grad: der; -(e)s; -e
Grad, Höhe, in der jmd. bei vielen
Personen bekannt ist
be|kannt|lich: Adj. n. stg. wie bekannt
ist'wie man weiß
be|kannt|ma|chen —* be|kannt maj-
chen: machst bekannt; machtest be¬
kannt; hast bekanntgemacht —»hast
bekannt gemacht*— etw. veröffentli¬
chen, zur Kenntnis geben
Be|kannt|ma|chung: die; - ; -en a) das
Veröffentlichen, Bekanntmachen von
etw. b) Veröffentlichung über etw.
Be|kannt|schaft: die; - ; -en 1 das Ken¬
nen von, Zusammengetroffensein mit
etw., jmdm. »Meine Bekanntschaft
mit ihm war sehr unerfreulich für
mich.« 2 Person(en), die man kennt 3
mit etw. Bekanntschaft machen:
etw. (Unangenehmes) kennenlemen
»Mach nur so weiter, dam wirst du
bald mit einer Gefängniszelle Bekannt¬
schaft machen!«
be|kannt|wer|den —> be|kannt wer)-
den: wirst bekannt; wurdest bekannt;
bist bekanntgeworden —»-bist be¬
kannt geworden*— an die Öffent¬
lichkeit gelangen »Seine kriminellen
Machenschaften wurden bekamt.«
be|keh|ren: bekehrst; bekehrtest; hast
bekehrt jmdn. von seiner Meinung,
seinem religiösen Bekenntnis über¬
zeugen
Be|keh|rung: die; - ; -en a) das Gewin¬
nen, Überzeugen für ein (anderes) re¬
ligiöses Bekenntnis b) das Sichwan-
deln zu einer anderen Lebensauffas¬
sung, einem anderen religiösen Be¬
kenntnis
be|ken|nen: bekennst; bekanntest; käst
bekannt eingestehen; offen zugeben
»Ich bekenne mich zu meiner Schuld.«
Be|ken|ner: der; -s; - weibl. Be|ken|nej-
rin: die; - ; -nen Person, die sich zu ei¬
ner (religiösen) Einstellung, einem
Verbrechen o. ä. bekennt
Be|ken|ner|brief: der; -(e)s; -e Schrei¬
ben, mit dem sich jmd. zu einem Ver¬
brechen bekennt, mit dem jmd. aus¬
sagt, daß er ein Verbrechen begangen
hat
Be|kennt|nis: das; -ses; -se das Beken¬
nen, Zugeben einer Tatsache; das
Sichbekennen zu etw. »Er bekräftigte
sein Bekenntnis zur Religion.«
Be(kennt]nis|kir|che: die; - ; -n <Reli¬
gion> Bekennende Kirche (während
des Nationalsozialismus, die sich ge¬
gen die Einmischung in ihre Angele¬
genheiten wehrte)
be|kennt[nis|los: Adj. n. stg, ohne Reli¬
gionszugehörigkeit
be|kla|gen: beklagst; beklagtest; hast
beklagt seinem Bedauern Ausdruck
verleihen; etw. als negativ empfinden
»Er beklagt den Verlust einer großen
Geldsumme.«
be|kla|g«n, sich: beklagst dich; beklag¬
test dich; hast dich beklagt sich jmdm.
gegenüber unzufrieden über etw. od.
jmdn. äußern »Sie beklagt sich über
seine Unpünktlichkeit.«
Be|klag|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Beklagter; eine Be¬
klagte; zwei Beklagte) <Rechtsw.>
Person, gegen die sich in einem Zivil¬
prozeß die Klage richtet
be|klat|schen: beklatschst; beklatsch¬
test; hast beklatscht seiner Zustim¬
mung zu etw. durch Beifallklatschen
Ausdruck geben
belklaulen: beklaust; beklautest; hast
beklaut [ugs.] jmdm. etw. stehlen
be|k)ejben: beklebst; beklebtest; hast
beklebt etw. mit Klebstoff auf etw.
kleben, befestigen
be|kleckern (be|klek|kern —> be|klej-
ckem): bekleckerst; bekleckertest;
hast bekleckert einen Fleck auf etw.
machen »Ich habe die Tischdecke mit
Soße bekleckert.«
be|k!eckem (be|klek|kern —* be|klej-
ckern), sich: bekleckerst dich; beklek-
kertest dich; hast dich bekleckert
[ugs.] seine Kleidung beflecken »Ich
habe mich mit Suppe bekleckert.« 2
sich nicht mit Ruhm bekleckern:
[scherzh.] nicht besonders gut ab¬
schneiden; etw. nur schlecht tun; sich
blamieren
be|kleck|sen: bekleckst; bekleckstest;
hast bekleckst [ugs.] etw. mit Flecken,
Klecksen versehen
be|kle]|den: bekleidest; bekleidetest;
hast bekleidet 1 anziehen; mit Klei¬
dung versehen »Sie hatten fünf Kinder
zu bekleiden.« 2 innehaben »Sie be¬
kleidete eine wichtige Stellung.«
be|kl«i|den, sich: bekleidest dich; beklei¬
detest dich; hast dich bekleidet [geh.]
sich (etw.) anziehen »Sie bekleidete
sich mit einer Bluse u. Shorts.«
Be|klej|dung: die; - ; -en 1 (Gesamtheit
der) Kleidungsstücke 2 o. PI. das In¬
nehaben, Bekleiden eines Amtes
Be|klej|dungs|in|du|strie —> Be|klei)-
dungs|in[du)s(t(rie: die; - ; -n Firmen,
Industriebetriebe, die Bekleidung,
Kleidungsstücke herstellen
be|klei|stern —» be|kleis)tern: beklei-
sterst; bekleistertest; hast bekleistert
[ugs.] a) mit Kleister, Klebstoff be¬
streichen b) mit etw. (Häßlichem) be¬
kleben
Be|klem|mung: die; - ; -en (körperlich
empfundene, bedrückende) Angst
be|klomjmen: Adj. bedrückt; mit einem
ängstlichen Gefühl »mit beklommener
Stimme«
be|klö|nen: beklönst; beklöntest; hast
beklmt [ugs.; landsch.] etw. ausgiebig
besprechen
be|klop|fen: beklopfst; beklopftest; hast
beklopft jmdn., etw. durch Klopfen
untersuchen, zu diagnostizieren ver¬
suchen
be|kloppt: Adj. bekloppter; bekloppteste
[ugs.; oft beleidigend) dumm od. ver¬
rückt »Das ist eine bekloppte Idee.«
be[knab|bem: beknabberst; beknabber-
test; hast beknabbert an etw. nagen,
mit kleinen Bissen essen
bejknackt: Adj. beknackter; beknackte¬
ste [ugs.; oft beleidigend] dumm (da
nicht erfolgversprechend)
be|knien: betonest; beknietest; hast be-
kniet [ugs.] jmdn. inständig um etw.
bitten
be|kp|chen: bekochst; bekochtest; hast
bekocht für jmdn. (regelmäßig) etw.
kochen
be|koh|len: bekohlst; bekohltest; hast
bekohlt 1 etw., eine Maschine mit
Kohle bevorraten, versorgen 2 [ugs.;
landsch.] jmdn. belügen, beschwin¬
deln
be|kom|men: bekommst; bekam(e)st;
hast bekommen erhalten; in den Besitz
von etw. kommen; erlangen »Ich be¬
komme ein neues Auto.«
be]kpmm|lich: Adj. gut verträglich; gut
zu verdauen »ein bekömmliches Es¬
sen«
bejkö|stj|gen —* be|kös|ti|gen: bekö¬
stigst; beköstigtest; hast beköstigt mit
Essen, Lebensmitteln versorgen, be¬
wirten »Sie hatten 20 Personen zu be¬
köstigen.«
be|kräfjti]gen: bekräftigst; bekräftigtest;
hast bekräftigt 1 etw. vorher Gesagtes
o. ä. noch einmal nachdrücklich sa¬
gen, bestätigen »Sie bekräftigte ihr
gestriges Angebot.« 2 etw. od. jmdn.
unterstützen »Sein Verdacht wurde
bekräftigt.«
be)kreu|zi|gen, sich: bekreuzigst dich;
bekreuzigtest dich; hast dich bekreu¬
zigt <kath. Kirche> das Kreuzzeichen
machen »Sie bekreuzigte sich mit
Weihwasser.«
be|krte|gen: bekriegst; bekriegtest; hast
bekriegt gegen jmdn., etw. Krieg füh¬
ren, kämpfen; etw. mit (Waffen-)Ge-
walt bekämpfen
be|krie|gen, sich: bekriegt euch; be¬
kriegtet euch; habt euch bekriegt ge¬
geneinander Krieg führen
be|krit)teln: bekrittelst; bekritteltest;
hast bekrittelt etw. od. jmdn. mit
kleinlicher Kritik belegen
be|krit|zeht: bekritzelst; bekritzeltest;
hast bekritzelt [ugs.] etw. mit Schrift¬
zeichen o. ä. versehen »Er bekritzelte
das Blatt Papier.«
be|küm|mern: bekümmerst; bekümmer¬
test; hast bekümmert jmdm. Kummer,
Sorgen machen .
be|küm|mert: Adj. [geh.] über etw. trau¬
rig »Sie machte einen bekümmerten
Eindruck.«
be]kun|den: bekundest; bekundetest;
hast bekundet etw. deutlich, öffentlich
sagen, zum Ausdruck bringen
Be|kun|dung: die; -; -en a) das deutliche
Treffen einer Aussage, das deutliche
Zum-Ausdruck-Bringen einer Mei¬
nung b) bekundete Aussage, Meinung
bejlilcheln: belächelst; belächeltest;
hast belächelt über etw., jmdn. ein we¬
nig (häufig leicht überheblich) lachen
»Wir belächelten sie wegen ihrer Tol-
patschigkeit.«
be|la|den: belädst; belud(e)st; hast
beladen etw., ein Transportmittel mit
einer Ladung, einem Gut füllen »Sie
beluden einen LKW.«
Be(lg|dung: die; ~ ; -en a) das Ausladen,
Einladen von etw. auf ein Transport¬
mittel o. ä. b) Güter, die auf ein
Transportmittel o. ä. geladen werden,
worden sind
Be|lag: der; -(e)s; Beläge (dünne, obe¬
re) Schicht, Auflage, mit der etw. be¬
legt ist »Fußbodenbelag ♦ Brotbelag ♦
Zahnbelag«
Be|!ajge|rer: der; -s; ~ Person, die ge¬
meinsam mit anderen eine Gruppe
von Personen umzingelt, eingekreist
hat u. dieser so die eigenen Ziele auf¬
zwingen will
158
Belichtung
be|la|gern: belagerst; belagertest; hast
belagert jmdn., etw. umringen (u.
blockieren) »Die Stadt wurde im Krieg
mehrere Monate belagert. ♦ Die Kinder
belagerten das Eiscafe.«
Be|la|gejrung: die; - ; -en das Umzin¬
geln einer Stadt, eines Gebiets, Grup¬
pe durch Belagerer
—»• be|läm|mert: s. belemmert
Be|lang: der; -(e)s;-e 1 wichtiges Anlie¬
gen, Interesse »Ich bin für ihre Belan¬
ge leider gar nicht zuständig.« 2 von/
ohne Belang sein: bedeutungsvoll/
bedeutungslos sein »Ob mein zukünf¬
tiger Mann reich od. arm ist, ist für
mich ohne Belang.«
be|lan|gen: belangst; belangtest; hast be¬
langt jmdn. verantwortlich machen,
zur Rechenschaft ziehen
be|lang|los: Adj. n. stg. völlig ohne Be¬
lang, Bedeutung u. Wichtigkeit »eine
belanglose Bemerkung«
Be|lang|lo|sig|keit: die; - „• -en a) o. PI.
Unwichtigkeit; Nebensächlichkeit b)
unwichtige, nebensächliche Sache
be|lang|voll: Adj. wichtig; von Belang
be|las|sen: beläßt; beließest; hast belas¬
sen —»alle Gegenwartsformen mit
ss<— eine Sache nicht weiter verfol¬
gen, diskutieren, verändern »Wir be¬
ließen es bei dieser Aufgabenvertei¬
lung.«
be|last|ban Adj. so beschaffen, daß es,
jmd. eine physische, körperliche u./
od. eine psychische, seelische Bela¬
stung, ein Gewicht aushalten kann
Be|last|bar|keifc die; - ; -en Fähigkeit,
eine physische, körperliche u./od.
eine psychische, seelische Belastung
aushalten zu können
be|la|sten —» be|las|ten: belastest; be¬
lastetest; hast belastet 1 (körperlich,
geistig) stark beanspruchen; zu schaf¬
fen machen »Es belastet mich sehr,
daß sich meine Familie von mir ent¬
fernt hat.« 2 beladen; mit einer Last
versehen 3 einer Tat, eines Verbre¬
chens beschuldigen, verdächtigen
»Die Aussage der Zeugin hat ihn so
sehr belastet, daß er zu einer langen
Haftstrafe verurteilt wurde.« 4 dem
(Grund-)Eigentum eine Beschrän¬
kung auferlegen (Hypothek, Gmnd-
schuld)
be|lä]sti|gen —» be|läs[ti|gen: belä¬
stigst; belästigtest; hast belästigt
jmdn. ständig unerwünscht (mit etw.)
behelligen »Ich fühle mich durch Rau¬
er belästigt.«
B«|lä|sti|gung —* Be|las|ti|gung: die;
- ; -en unerwünschte (auch sexuelle)
Behelligung; das Lästigsein, -werden
»Die ständigen Belästigungen stören
die Arbeitsehr.«
Be|la|stung —> Be|las|tung: die; - ; -en
1 das Versehen, Versehenwerden mit
einer Last 2 <Bankw.; Finanzw.> a) fi¬
nanzielle Last, die jmd. trägt b) Ab¬
zug, Abbuchung von einem Bank¬
konto 3 Beschränkung des (Grund-)
Eigentumes mit einer Hypothek,
Grundschuld
be|lat|scharn: belatscherst; belatscher-
test; hast belatschert [ugs.j jmdn. zu
etw. zu überreden versuchen
bellaulern: belauerst; belauertest; hast
belauert (an einem Ort) auf eine er¬
wartete Handlung, eine Schwäche
von jmdm. warten u. sich nicht von
demjenigen entfernen; an einer Stelle
auf jmdn., etw. warten
bellauiern. sich: belauert euch; belauer¬
tet euch; habt euch belauert gegensei¬
tig auf eine Schwäche, eine Handlung
des anderen warten (um anzugreifen)
Die beiden Hunde belauerten sich.«
bellauHen. sich: beläuft sich; belief sich;
hat sich belaufen betragen, eine Sum¬
me aufweisend
be|lau|schen: belauschst; belauschtest;
hast belauscht jmdm. heimlich zuhö¬
ren »Wir belauschten ein Gespräch im
Nebenzimmer.«
Bel|can|to/Bel|kanfto: </(.> /belkanto/
das; -s; - in Italien kultivierte Ge¬
sangskunst
be|le|ben: belebst; belebtest; hast belebt
1 lebhafter machen; anregen »Das
Thema belebte die Unterhaltung.« 2
mit Lebewesen bevölkern »Viele In¬
sekten belebten die Wiese.«
be|le|ben, sich: belebt sich; belebte sich;
hat sich belebt lebhafter, voller, beleb¬
ter werden »Die Stadt belebte sich ge¬
gen Abend wieder.«
be|tebt: Adj. belebter; belebteste bevöl¬
kert; mit (viel) Verkehr »Im Sommer
ist die Altstadt sehr belebt.«
Be|leg: der; -(e)s; -e (schriftlicher)
Nachweis, Bescheinigung für etw.
Bitte heben Sie den Überweisungsbeleg
sorgfältig auf.«
Be|leg|bett: das; -(e)s; -en Bett in einer
Krankenhausstation, das von einem
niedergelassenen Arzt genutzt, belegt
wird
Be|legjbo|gen: der; -s; -bögen Formu¬
lar, in das die im Hinblick auf einen
(akademischen) Abschluß belegten
Seminare, Kurse eingetragen werden
be|le|gen: belegst; belegtest; hast belegt
1 etw. nachweisen; einen Beweis für
etw. erbringen »Ich kann meine Be¬
hauptungen belegen.« 2 mit etw., ei¬
nem Belag versehen »Butterbrote
belegen« 3 besetzen; für sich bean¬
spruchen »Alle Liegestühle waren be¬
reits belegt worden.« 4 jmdm: od. etw.
etw. auferlegen »Diese Waren sind mit
hohen Zöllen belegt.«
Be|leg|ex|em|plar —» Be|leg|ex|em|p|-
lar: das; -(e)s; -e Exemplar eines Bu¬
ches o. ä., das bestimmten Stellen (z.
B. Bibliotheken) als Nachweis der
Veröffentlichung (einer Doktorar¬
beit) beigebracht werden muß, zuge¬
schickt wird
Be|leg|schaft: die; • ; -en Gesamtheit
der Arbeiter u. Angestellten eines Be¬
triebes
Be|legjsta|ti|on: die; - ; -en Abteilung,
Station in einem Krankenhaus, die
nicht von einem angestellten, sondern
von einem privat arbeitenden Arzt
betreut, betrieben wird
Be|leg|stel|le: die; ~ ; -n Fundstelle in ei¬
ner Zeitschrift, in einem Buch o. ä.,
von wo ein Beispiel, eine Aussage in
einer literarischen, wissenschaftlichen
Arbeit stammt
be|legt: Adj. belegter; belegteste 1 n. stg.
a) völlig besetzt b) für jmdn. reserviert
2 a) <Stimme> durch Krankheit, seeli¬
sche Betroffenheit des Sprechers ver¬
halten klingend b) <Zunge> mit einer
(hellen) Schicht überzogen
Be|le|gung: die; - ; -en a) das Belegen,
Ausnutzung von etw. b) Bildung einer
Begriffsbeziehung zwischen einem
Wort u. einem Sachverhalt
be|leh|ren: belehrst; belehrtest; hast be¬
lehrt 1 jmdm. etw. beibringen; jmdn.
über etw. informieren »Er belehrte ihn
über seine Rechte.« 2 jmdn. eines
Besseren belehren: jmdn. auf seinen
Irrtum hinweisen, ihm zeigen, sagen,
wie etw./was richtig ist »Er glaubt, er
sei im Recht, aber man wird ihn schon
eines Besseren belehren.«
Be|leh|rung: die; - ; -en a) das Belehr¬
twerden b) etw., womit jmd. belehrt
werden soll
befleibt: Adj. beleibter; beleibteste <Fi¬
gur; Körperbau) von korpulenter Ge¬
stalt »ein beleibter Mann« Syn.: dick
be|le||di|gen: beleidigst; beleidigtest;
hast beleidigt jmdn. durch etw. krän¬
ken, verletzen
Be|lej|di|gung: die; - ; -en (sehr) verlet¬
zende Bemerkung, Aussage, Kundga¬
be der Mißachtung »Diese Beleidi¬
gungen lasse ich mir nicht mehr bie¬
ten!«
Be|le||di|gungs|kla|ge: die; • ; -n wegen
einer Beleidigung vor Gericht vorge¬
brachte Klage
Be|lej|di|gungs|pro|zeß —> Be|lei|di|-
gungs|pro|zess: der; -prozesses; -pro¬
zesse Gerichtsverfahren, das auf¬
grund einer Beleidigungsklage ge¬
führt wind
be|leih|bar Adj. n. stg. als Pfand geeig¬
net
be|lei|hen: beleihst; belieh(e)st; hast be¬
gehen Geld, ein Darlehen gegen eine
Sicherheit erhalten; ein Darlehen für
einen als Sicherheit verpfändeten
Wert bekommen »Er hat sein Haus
beliehen.«
be|lem|mert —* be|läm|mert: Adj.
[ügs.j a) <Sache> scheußlich »belem¬
merte Angelegenheit« b) <Person> nie¬
dergeschlagen »Heute fühle ich mich
belemmert.« c) <Sache; Person) [ab¬
wert.] blöd; dumm; doof »Der neue
Lehrer ist belemmert.«
be|le|sen: Adj. viel gelesen habend u.
durch dieses Lesen gebildet »eine sehr
belesene Frau«
belleuchlten: beleuchtest; beleuchtetest;
hast beleuchtet etw., jmdn. mit Licht
bestrahlen »Die Vitrine kann beleuch¬
tet werden.«
Belleuchlten der; -s; - weibl. Belleuchl-
te|rin: die; - ; -nen Person, die für die
Beleuchtungstechnik in einem Thea¬
ter, beim Film verantwortlich ist
Belleuchrtuno: die; ~ ; -en (PI. s.) a) das
Versehen mit Licht, Lichtquellen b)
Licht, das an einem Ort herrscht c)
<übertr.> das Verdeutlichen von etw.
Be|leuch|tungs|kör|per der; -s; - Lam¬
pe; Leuchte
be|leum|det/be|leu|mun|det: Adj. n. stg.
in einem bestimmten Ruf stehend
be|Ueh|ten: belichtest; belichtetest; hast
belichtet <Film> Filmaufnahmen, Fo¬
tos machen, indem man Licht auf den
Film kommen läßt »Du hast die Bilder
falsch belichtet.«
Be|lichftung: die; - ; -en das Einwirken¬
lassen von Licht auf einen Film, Fo¬
topapier
159
Belichtungsmesser
Be|lich|tungs|mes|ser. der; -s; - Gerat,
mit dem man die geeignete Belich¬
tungszeit ermitteln kann
Be|lich|tungs|zeit: die; - ; -en Zeit, die
das Licht auf einen Negativfilm ein¬
wirken muß
Be|lie|ben: das; -s; - 1 persönlicher
Wunsch, Geschmack; eigenes Gut¬
dünken »Du kannst das Zimmer dei¬
nem Belieben entsprechend einrich¬
ten.« 2 nach Belieben: was, wie es
jmd. möchte, wünscht »Sie können
sich nach Belieben am Buffet be¬
dienen.« 3 in jmds. Belieben stehen:
[geh.] jmd. soll selbst über etw. ent¬
scheiden
be|ljejbig: Adj. 1 nach Belieben; ganz
nach Wunsch, Geschmack, Gutdün¬
ken; irgendein(e)(n) »Du kannst eine
beliebige Lampe auswählen.« 2 jede(r)
beliebige —► jede(r) Beliebige: egal
wer; irgendeine Person; es ist nicht
wichtig, von Bedeutung, wer
be|liebt: Adj. beliebter; beliebteste von
vielen gemocht; vielen sympathisch
»eine beliebte Schauspielerin«
be|lie|fern: belieferst; beliefertest; hast
beliefert jmdn. mit etw. versorgen;
jmdra. Waren bringen »Wir beliefern
nur Privathaushalte mit unseren Arti¬
keln.«
Bel|kan|to/Bel|can|to: <//.> das; -s; - in
Italien kultivierte Gesangskunst
beljlen: bellst; belltest; hast gebelin
<Hund; Seehund; Fuchse kräftige
Laute hervorbringen »Der Hund bellt
ständig.« 2 [ugs.; scherzh.] beim Hu¬
sten ein dem Bellen der Tiere ähnli¬
ches Geräusch hervorbringen 3 mit
kurzen Lauten befehlen
Bel|le|trfjstik —* Bel|le|tlris|tik: </r.> die;
~ ; - schöne Literatur; unterhaltende
Literatur »Der neue Roman des No¬
belpreisträgers ist unser Verkaufs¬
schlager im Bereich der Belletristik.«
bejlg]bi|gen: belobigst; belobigtest; hast
belobigt [geh.] jmdm. offiziell sein(e)
Lob, Achtung aussprechen »Er wurde
für seine Tat belobigt.«
Be|lo|bi|gung: die; - ; -en a) öffentliches
Loben b) Lob, das in der Öffentlich¬
keit ausgesprochen wird
be|loh|nen: belohnst; belohntest; hast
belohnt eine gute Leistung, Tat mit
etw. vergelten
Be|ioh|nung: die; - ; -en 1 als Anerken¬
nung für eine Handlung erhaltenes
Geschenk, Geld »Der ehrliche Finder
erhielt 100 DM Belohnung.« 2 Gute
Belohnung macht willige Arbeiten
wer gerecht, gut bezahlt, behandelt
wird, arbeitet gut u. gerne
Belt: der; -(ejs; - Meerenge im Nord¬
osten von Dänemark
bejlüf|ten: belüftest; belüftetest; hast be¬
lüftet für (eine ständige) Luftzufuhr
sorgen »Das Gartenhaus muß belüftet
werden.«
Be|lüf)tung: die; -; -en das Zuführen fri¬
scher Luft in etw., in einen Raum
be|lü]gen: belügst; belog(e)st; hast belo¬
gen jmdm. bewußt die Unwahrheit
sagen »Hinsichtlich seiner Vergangen¬
heit hat er uns belogen.«
be|lu|sti|gen —> be|lus|ti|gen: belu¬
stigst; belustigtest; hast belustigt amü¬
sieren; Heiterkeit, Belustigung her-
vorrufen »Das Geplapper des kleinen
Kindes belustigte uns alle.«
be)lu|sti|gen —> be|lusjti|gen, sich: be¬
lustigst dich; belustigtest dich; hast
dich belustigt 1 sich lustig machen
über jmdn. od. etw. »Sie belustigten
sich über ihre Kleidung.« 2 [veralt.]
sich amüsieren »Sie belustigten sich
auf einem Ball.«
Bel|ve|de|re: <lat.-it.> /belwederi«)/ das; -
u. -s; -s a) Stelle mit schöner Aussicht,
schönem Rundblick b) Haus, Schloß,
das an einem Aussichtspunkt errich¬
tet wurde
be|mäch|ti|gen, sich: bemächtigst dich;
bemächtigtest dich; hast dich bemäch¬
tigt die Macht, Gewalt über etw. an
sich reißen »Sie bemächtigte sich der
Kasseneinnahmen.«
Be|mäch|ti|gung: die; ~ ; -en a) Vor¬
gang, bei dem jmd. etw. in seinen Be¬
sitz bringt b) das Ergriffenwerden, In-
Besitz-genommen-Werden von
jmdm. od. etw.
be|mä|keln: bemäkelst; bemäkeltest;
hast bemäkelt [ugs.] ausdauernd,
ständig Kritik an etw. üben »Sie be¬
mäkelte das Essen im Hotel.«
be|ma|len: bemalst; bemaltest; hast
bemalt mit (künstlerischer) Malerei,
Farbe versehen
Be|ma]lung: die; - / -en a) das Bemalen
von etw. b) (künstlerische) Malerei,
Farbschicht, die etw. bedeckt
be|män|geln: bemängelst; bemängeltest;
hast bemängelt etw. als Mangel, Defi¬
zit beanstanden, heraussteilen
be|man|nen: bemannst; bemanntest;
hast bemannt mit einer Mannschaft
ausstatten
be|mannt: Adj. n. stg. mit Menschen be¬
stückt, versehen »die bemannte Raum¬
fahrt«
Be|man|nung: die; -; -en a) das Ausstat¬
ten mit einer Mannschaft b) Manns¬
chaft (auf einem Schiff o. ä.)
be|män|teln: bemäntelst; bemänteltest;
hast bemäntelt etw. zu vertuschen,
verharmlosen versuchen
Bejma|ßung: die; - ; -en das Versehen
einer Landkarte o. ä. mit einem Ma߬
stab
Be|ma|stung —» Be|mas(tung: die; - ;
-en a) das Versehen mit einem Mast bj
alle Masten eines Schiffes
belmaulsen: bemaust; bemaustest; hast
bemaust [ugs.; scherzh.] eine Kleinig¬
keit stehlen, Syn.: bemopsen
Bem|bel: der; -s; - [landsch.] 1 a) kleine
Glocke b) Glockenschwengel 2 (Ke-
ramik-)Großkrug für Apfelwein
be|mgh|len: bemehlst; bemehltest; hast
bemehlt mit Mehl bestreuen
be|mei|em: bemeierst; bemeiertest; hast
bemeiert 1 diisD einen Hof o. ä. ver¬
pachten 2 [ugs.] jmdn. überlisten, bei
etw. übervorteilen
be|mei|stern —* be|meis|tern: bemei-
sterst; bemustertest; hast bemeistert
mit etw., einer Situation fertig werden
be|merk|bar: Adj. n. stg. 1 zu bemerken,
erkennen »Der Luftzug war kaum
bemerkbar.« 2 sich bemerkbar
machen: 1. versuchen, Aufmerksam¬
keit zu erregen »Sie waren einge¬
schlossen u. haben sich durch lautes
Rufen bemerkbar machen können.« 2.
etw. wird sichtbar, spürbar »Bei der
Gartenarbeit macht sich ihr Alter doch
schon deutlich bemerkbar.«
Be|mer]ken: das; -s; - a) das Feststellen
von etw. b) das Äußern von etw.
be|meijken: bemerkst; bemerktest: hast
bemerkt 1 zur Kenntnis nehmen; auf
etw. aufmerksam werden »Das habe
ich heute erst bemerkt.« 2 eine Bemer¬
kung machen; etw. sagen, erwähnen
»Wie ich vorhin bereits bemerkte,
komme ich morgen nicht.«
bejmerjkensfwert: Adj. bemerkenswer¬
ter; bemerkenswerteste Aufmerksam¬
keit, Beachtung verdienend »eine be¬
merkenswerte Arbeit«
Belmer|kung: die; - ; -en kurze Äuße¬
rung in schriftlicher od. mündlicher
Form
be|mes|sen: bemißt; bemaßest; hast be¬
messen —>alle Gegenwartsformen
mit ss*— etw. (nach eigenem Ermes¬
sen, einer Berechnung) zuteilen
Be|mes|sung: die; - ; -en das Zuteilen
(auf der Grundlage einer Berech¬
nung)
Be|mgs|sungs|gnind|la|ge: die; - ; -n
Kriterienkatalog zur Festlegung der
Steuern
Be|mes|sungs|zeü|raufn: der; -(ejs;
-räume Zeitraum, für den etw. (z. B.
Steuern) festgelegt wird
be|mit|lei|den: bemitleidest; bemitleide¬
test; hast bemitleidet jmdn. bedauern,
dem etw. Schlechtes geschehen ist
»Wir bemitleideten die junge Witwe
sehr.«
be[mit|lei|dens|wert: Adj. bemitleidens¬
werter; bemitleidenswerteste in bedau¬
ernswertem Zustand; Mitleid verdie¬
nend u./od. erregend
be mit(teit: Adj. recht wohlhabend
bo mojgeln: bemogelst; bemogeltest;
hast bemogelt [ugs.; scherzh.] jmdn. in
einer unwichtigen Sache betrügen,
Syn.: beschummeln
be|mop]sen: bemopst; bemopstest; hast
bemopst [ugs.; scherzh.] jmdm. etw.
Unwichtiges stehlen, Syn.: bemausen
be|mü]hen: bemühst; bemühtest; hast
bemüht jmdn. zu Hilfe bitten »Ich
muß Sie leider noch einmal bemühen.«
be|mü|ften, sich: bemühst dich; bemüh¬
test dich; hast dich bemüht sich an¬
strengen, (die) Mühe machen, etw. zu
tun, zu erledigen, zu helfen
beimüht: Adj. bemühter; bemühteste
(übertrieben) eifrig, etw. gut zu tun
»eine bemühte Arbeitskraft«
Be|mü|hung: die; - ; -en Anstrengung,
um etw. zu erreichen »Alle unsere Be¬
mühungen waren erfolglos.«
be|mü|ßi|gen: bemüßigst; bemüßigtest;
hast bemüßigt meist in der Wendung
sich bemüßigt sehen, fühlen: sich zu
etw. (Überflüssigem) veranlaßt sehen
be|mü|ßigt: in der Wendung sich bemü¬
ßigt fühlen, sehen, finden, etw. zu
tun: [abwert.] jmd. glaubt, etw. tun zu
müssen, was nicht nötig ist »Er fühlt
sich bemüßigt, allen Leuten ständig
gute Ratschläge zu geben.«
Bejmu|ste|ning —» Be|mus|te|rung:
die; - ; -en <Handeb das Beliefern,
Versehen mit Mustern, Proben
be|mut|tem: bemutterst; bemuttertest;
hast bemuttert sich (übertrieben) um
jmdn., jmds. Wohlergehen bemühen,
kümmern; jmdm. alle Mühen abneh-
160
berappen
men »Du darfst deinen Mann nicht so
bemuttern!«
be|nach|bart: Adj. in der Nähe, neben¬
einander liegend »benachbarte Bau¬
ernhöfe • Politik u. Geschichte sind be¬
nachbarte wissenschaftliche Fächer.«
be]nach|richfti]gen: benachrichtigst; be¬
nachrichtigtest; hast benachrichtigt
jmdm. etw. mitteilen; jmdm. von etw.
berichten »Die Polizei benachrichtigte
die Frau von dem Unfall.«
Be|nach|rich|ti|gung: die; - ; -en das In¬
kenn tnissetzen von jmdm. über etw.,
ein Ereignis o. ä. »Die Polizei brachte
mir die Benachrichtigung, daß er einen
Autounfall hatte.«
be|nach|tei|li|gen: benachteiligst; be¬
nachteiligtest; hast benachteiligt im
Vergleich zu anderen schlechter be¬
handeln, als es jmdm. zusteht »Ich
wurde von meinem Chef immer wieder
benachteiligt.«
Be(nach|tei|li|gung: die; ~ ; -en ver¬
gleichsweise (zu anderen) unangemes¬
sen schlechte Behandlung
befnajgen: benagst; benagtest; hast
benagt an etw. mit den Zähnen scha¬
ben
befnannt: Adj. n. stg. [geh.] genannt; mit
einem Namen belegt
Ben|del —*■ B|n|deh der u. das; -s; -
schmale(s) Band, Schnur, Kordel
be(ne|beln: benebelst; benebeltest; hast
benebelt a) jmds. Denkvermögen ver¬
mindern, jmdn. leicht betäuben b)
jmdn. od. etw. mit künstlichem Ne¬
bel, Rauch überziehen
be|ne|belt: Adj. benebelter; bene-
belt(e)ste in der Wahrnehmungsfä¬
higkeit, im Denkvermögen einge¬
schränkt
Be|ne|dikjti|nen dat> der; -s; - weibl.
Be|ne|dik|ti]ne|rin: die; - ; -nen 1 (ka¬
tholische Kirche, Religion) Angehöri¬
ge^) des Benediktinerordens 2 nur
männl. Form ein (ursprünglich nur
von Benediktinern hergestellter)
Kräuterlikör
Ba|ne|dik|b|ner|or|den: der; -s; - <kath.
Kirche) eine religiöse Gemeinschaft,
deren Mitglieder Mönche od. Non¬
nen, Benediktiner/-innen, sind
Be|ne|fiz|konjzeit: das; -(e)s; -e Kon¬
zert, dessen Erlös einer wohltätigen
Einrichtung zugute kommt
Be|ne)tiz|spiel: das; -(e)s; -e Sportver¬
anstaltung, Spiel, dessen Erlös einer
wohltätigen Organisation, Bedürfti¬
gen zugute kommt
8e|neh|men: das; -s; -1 Art u. Weise, in
der man sich in einer Situation verhält
»Das ist ein unerhörtes Benehmen.« 2
sich (miteinander, mit jmdm.) ins Be¬
nehmen setzen: [geh.] sich (mit
jmdm.) absprechen, über etw. ver¬
ständigen
be|neh|men, sich: benimmst dich; be-
nahm(e)st dich; hast dich benommen
sich (den Verhaltensregeln der Gesell¬
schaft entsprechend) verhalten
be|nej|den: beneidest; beneidetest; hast
beneidet auf jmdn. neidisch sein;
jmdm. etw. nicht gönnen; etw., was
jmd. hat, selbst gerne haben wollen
be|nejjdens|wert: Adj. beneidenswerter;
beneidenswerteste dazu geeignet,
Neid, Mißgunst hervorzurufen »eine
beneidenswerte Frau«
Be|ne|luxf8taa{ten/Be|ne|lux(staa|ten:
/benelukß-/ die (PI.) Union der Staa¬
ten Belgien, Niederlande u. Luxem¬
burg
be|nan|nen: benennst; benanntest; hast
benannt 1 jmdn. (für ein Amt) Vor¬
schlägen, nominieren »Er wurde für
die Wohldes Vorsitzenden benannt.« 2
etw., jmdm. eine Bezeichnung geben
Be|nen|rtung: die; ~ ; -en a) o. PI. das
Versehen mit einem Namen b) Name,
Bezeichnung von etw.
be|net|zen: benetzt; benetztest; hast
benetzt mit einer Flüssigkeit beträu¬
feln, anfeuchten
Ben|gel: der; -s; - fugs ] (ungezogener)
Junge »Der Bengel verdient eine
Tracht Prügel!«
Ben|ja|min: <hebr.> der; -s; -e 1 männli¬
cher Vorname 2 [scherzh.] der, die
_ Jüngste in einer Gruppe »Er ist der
Benjamin in unserem Verein.«
be|nom|men: Adj. halb betäubt; nicht
voll handlungsfähig »Der Boxer war
noch ganz benommen von dem Kinnha¬
ken.«
be|ng]ten: benotest; benotetest; hast
benotet mit einer Bewertung, Beno¬
tung, Zensur, Note versehen
be|nö]ti|gen: benötigst; benötigtest: hast
benötigt brauchen; erfordern; nötig
haben »Das Auto benötigt bleifreies
Benzin.«
Be|no|tung; die; - ; -en in einer Note
ausgedrückte Bewertung von etw. od.
jmdm., einer Leistung
Be|n{im|me|rung: die; - ; -en a) das Ver¬
sehen mit einer Nummer b) Nummer,
die etw., jmdm. gegeben wurde
be|nutz|bar: Adj. n. stg. zu verwenden,
gebrauchen; brauchbar; zu nutzen
be|nut|zen: benutzt; benutztest; hast be¬
nutzt für eine Tätigkeit gebrauchen,
anwenden, ausnutzen »Ich benutze
das Gerät sehr häufig.«
Be|nut|zen der; -s; - weibl. Be|nut|ze|-
rin: die; - ; -nen Person, die etw. ver¬
wendet, gebraucht
bs|nut|zerffraund|lich: Adj. gut zu hand¬
haben, benutzen
Bsn|z]n: das; -fe)s; -e Kraftstoff, Ener¬
giequelle für einen Verbrennungsmo¬
tor »Das Auto fährt mit unverbleitem
Benzin.«
Ben|zln|ein|sprit|zung: die; - ; -en das
Einführen von Kraftstoff in den Mo¬
tor durch Einspritzpumpen
Ben|zin|ka|ni|ster —* Ben|zin|ka|nis|-
ten der; -s; - Behälter, in dem eine
Reservemenge Benzin im Auto mitge¬
führt werden kann
Ben|zin|uhr: die; - ; -en Anzeige, die die
Menge des noch im Tank vorhande¬
nen Benzins anzeigt
Ben|ztn|ver|brauch: auchder; -(e)s; -
verbräuche Menge des Benzins, das
ein Auto (auf 100 km) verbraucht, be¬
nötigt
Ben|zoe|säu|re —* Ben|zo|e|säu|re:
/benzo«-/ die; ~ ; - «Chemie) Konser¬
vierungsstoff für Nahrungsmittel
Ben|zql: Kurzw. das; -(e)s; -e «Chemie)
Benzo + Alkohol = Teerdestiüat
Beo: der; -s; -s indischer Singvogel mit
schwarzen Federn (u. orangefarbe¬
nem Schnabel), der sehr gut Ge¬
räusche, Sprache nachahmen kann
be|ob|acht|bar: Adj. n. stg. zu beobach¬
ten, festzustellen
be|pb|ach|ten: beobachtest; beobachte¬
test; hast beobachtet 1 etw. genau,
über einige Zeit hinweg betrachten
»Ich beobachte, wie die Vögel ihre Jun¬
gen füttern.« 2 nach längerem Be¬
trachten eine Feststellung machen
Be|ob|ach|tung —> Be|p|b|ach|tung:
die; - ; -en a) das Beobachten, auf¬
merksame Betrachten, Feststellen
von etw. b) etw., was man beobachtet,
aufmerksam betrachtet, festgestellt
hat
be|or|dem: beorderst; beordertest; hast
beordert [geh.] jmdm. befehlen, an ei¬
nen Ort zu gehen, kommen »Er beor¬
derte uns in sein Büro.«
beipacken (be|pak]ken —* be|pa|-
cken): bepackst; bepacktest; hast
bepackt etw. od. jmdn. mit etw. bela¬
den
be|pflan|zen: bepflanzt; bepflanztest;
hast bepflanzt etw. mit Pflanzen verse¬
hen, bestücken
Be|pflgn|zung: die; * ; -en a) das Be¬
pflanzen von etw. b) Pflanzen, die an
einen Ort gesetzt werden
be|pf!a]stem —* be|pflas|tern: bepfla¬
sterst; bepflastertest; hast bepflastert
1 auf etw. Pflastersteine verlegen 2
[ugs.] eine kleinere Verletzung mit ei¬
nem Pflaster bedecken 3 mit Bomben,
schweren Geschützen beschießen
be|pin|keln: bepinkelst; bepinkeltest;
hast bepinkelt [ugs.] mit Urin benet¬
zen; auf etw. urinieren
be|pin|seln: bepinselst; bepinseltest; hast
bepinselt etw. mittels eines Pinsels
auffragen, z. B. Flüssigkeit od. Farbe
»Die Plätzchen werden mit Eigelb be¬
pinselt.«
be]p|s|sen: bepißt; bepißtest; hast bepißt
—»alle Formen mit ss<— [derb] auf
etw. urinieren
be(pu(dem: bepuderst; bepudertest; hast
bepudert mit Puder versehen, bestäu¬
ben
be|quas|seln: /bekwasseln/ bequasselst;
bequasseltest; hast bequasselt [ugs.] a)
zu überreden versuchen b) über etw.
ausführlich reden, Syn.: bequatschen
be|quat|schen: /bekwatschen/ be¬
quatschst; bequatschtest; hast be¬
quatscht [ugs.] 1 jmdn. zu etw. überre¬
den »Er hat mich bequatscht, mit ihm
in die Aufführung zu gehen.« 2 sich
über etw. unterhalten; etw. diskutie¬
ren
be|quem: /bekwem/ Adj. a) nicht mit
Anstrengung verbunden; keine große
Mühe erfordernd; angenehm »ein be¬
quemer Spazierweg; ein bequemer
Sessel« b) träge; jede Anstrengung
vermeidend »ein bequemer Mensch«
be|quem|lich: /bekwemlich/ Adj. sehr
geruhsam; die Bequemlichkeit lie¬
bend
Be|quem|lich|keit: /bekwemlichkeit/
die;~~ ; -en 1 o. PL Trägheit; Faulheit
»Das wird sie aus reiner Bequemlich¬
keit nicht tun.« 2 etw., was zur Verbes¬
serung, Erleichterung des Lebens bei¬
trägt -
ber.: Abk. 1 beraten 2 berechnet 3
berechtigt 4 bereits 5 berichtigt
be|rap|pen: berappst; berapptest; hast
berappt [ugs.) wkierwillig bezahlen
161
beraten
»Für die Überfahrt mußten wir 500
DM berappen.«
bejrajten: berätst; beriet(ejst; hast bera¬
ten 1 jmdm. bei einem Problem durch
Ratschläge zu helfen versuchen »Ich
ließ mich von einem Rechtsanwalt
beraten.« 2 gut/schlecht beraten
sein: [ugs.] das Richtige/Falsche tun
»Als du die Bürgschaft für ihn unter¬
schrieben hast, warst du schlecht bera¬
ten, jetzt mußt du zahlen.«
be|ra|tend: Adj. n. stg. in beratender
Funktion; als Ratgeber
Be|ra|teijstab: der;-(e)s; -stöbe Gruppe
von Personen, die als Berater tätig
sind, die jmdn. bei etw. berät
Bejrajterjverttrag: der; -(e)s; -vertrüge
Vertrag, schriftliche Vereinbarung,
daß jmd. beratend für jmdn. tätig ist
(u. dafür entlohnt wird)
be]ratjschla|gen: beratschlagst; berat¬
schlagtest; hast beratschlagt etw. ge¬
meinsam besprechen, um eine Ent¬
scheidung treffen zu können
Be|ra]tung: die; - ; -en a) Erteilung von
Ratschlägen »Eine Beratung durch ei¬
nen Anwalt ist dabei hilfreich.« b) das
Sich beraten auf einer Sitzung, in einer
Besprechung o. ä. »Unsere Beratung
dauerte bis 21 Uhr.«
be|rau|ben: beraubst; beraubtest; hast
beraubt jmdm. mit Gewaltanwen¬
dung etw. stehlen »Im Urlaub wurden
wir auf offener Straße beraubt.«
belraulschend: Adj. in einen Rauschzu¬
stand versetzend
Beijben der; -s; - 1 Angehöriger einer
"Volksgruppe in Nordafrika 2 grob
geknüpfter Wollteppich (aus Nord¬
afrika) »Ich habe mir einen Berber
gekauft.« 3 [ugs.] Obdachlose(r),
Nichtseßhafte(r)
Ber|be|rit(ze: <arab.-Iat.> die; ~ ; -n dor¬
niger Strauch, an dem rote Beeren¬
früchte wachsen
Berjberjteplpich: der; -(e)s; -e (von der
Volksgruppe der Berber) in Nordafri¬
ka geknüpfter, grober Wollteppich
be|re|chen|ban Adj. 1 n. stg. <Math.> so
beschaffen, daß man es berechnen, in
Zahlen ausdrücken kann 2 im voraus
erkennbar, vorhersehbar
be|rech|nen: berechnest; berechnetest;
hast berechnet 1 durch Rechnen her¬
ausfinden 2 für einen Gegenstand in
Rechnung stellen, als Bezahlung von
jmdm. haben wollen
be|rech|nend: Adj. bei einer Handlung
auf seinen Vorteil bedacht
Be|rech[nung: die; • ; -en 1 das rechneri¬
sche Festlegen, Berechnen von etw. 2
[oft abwert.] das Vorhersehen, Erken¬
nen von etw. (meist von jmds.
Vorteilen) »Er umsorgte die alte Dame
nur aus Berechnung (= im Hinblick
auf Geschenke, das Erbe).«
be|rech|ti|gen: berechtigst; berechtig¬
test; hast berechtigt jmdm. das Recht,
die Erlaubnis zu etw. geben
Be|rech[tig|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Berechtigter;
eine Berechtigte; zwei Berechtigte)
Person, die die offizielle Erlaubnis zu
etw., ein Anrecht auf etw. hat
be[rech|tig|ter(wei|se: Adv. zu, mit
Recht
Be|rech|ti|gung: die; - ; -en 1 (schriftli¬
che) Erlaubnis; Befugnis »Ich habe die
Berechtigung, das Gebäude zu jeder
Zeit zu betreten.« 2 Rechtmäßigkeit
von etw., einer Forderung
Be|rech|ti|gungs|schein: der; -fe)s; -e
Bescheinigung, daß man ein (gesetzli¬
ches) Anrecht auf etw. hat
be|re|den: beredest; beredetest; hast
beredet etw. genau durchsprechen;
über etw. sprechen, um eine Lösung
zu finden, zu einem Ergebnis zu kom¬
men
belredjsam: Adj. redegewandt; viel re¬
dend
Be|red|sam)keit die; - ; - große Fähig¬
keit zu mündlichem Ausdruck
»Durch seine Beredsamkeit hatte er
große Erfolge.« Syn.: [fremdsprl.]
Eloquenz
befredt: Adj. redegewandt, Syn.:
[fremdsprl.] eloquent
be|reg|nen: beregnest; beregnetest; hast
beregnet durch Besprühen mit Wasser
künstlich bewässern
Bereich: der;-fe)s; -e 1 geographisches
Gebiet »In diesem Bereich müssen wir
nach dem gesunkenen Schiff suchen.«
2 fachliches, berufliches Gebiet
be|ref|chern: bereicherst; bereichertest;
hast bereichert etw. besser, reichhalti¬
ger machen »Dieser Brandy bereichert
jede Hausbar.«
be)rei|chern, sich: bereicherst dich; be¬
reichertest dich; hast dich bereichert
sich unrechtmäßig Geld, Vorteile ver¬
schaffen »Sie bereicherten sich auf Ko¬
sten der Angestellten.«
Be|rei|che|rung: die; ~ ; -en 1 das Berei¬
chern, das Sich-Bereichern 2 positiver
Beitrag, Nutzen zu etw. »Sie sind eine
Bereicherungfür unsere Firma.«
befreiffen: bereifst; bereiftest; hast
bereift mit Reifen versehen
Be|rei(fung: die; - ; -en a) das Bereifen,
Versehen mit Reifen b) alle Reifen,
die sich an einem Fahrzeug befinden
be|rei|ni|gen: bereinigst; bereinigtest;
hast bereinigt einen Streit o. ä. aus der
Welt schaffen; ein Mißverständnis
klären »Vorher muß diese Sache noch
bereinigt werden.«
be|rei|sen: bereist; bereistest; hast be¬
reist in einem Land herumfahren,
-reisen »Wir bereisten letztes Jahr Ita¬
lien.«
befreit: Adv. zu etw. willens, fertig sein
»Ich bin bereit, dir zu helfen.«
-befreit: Wortbildungselement 1 sagt in
Zusammensetzung mit einem Verb
aus, daß etw. sofort benutzt, ge¬
braucht, getan werden kann »Ich bin
ausgehbereit.« 2 besagt in Zusammen¬
setzung mit einem Substantiv a) daß
das, was im ersten Wortbestandteil
inhaltlich ausgedrückt ist, für etw. ge¬
rüstet, bereit ist »Das Auto ist start¬
bereit.« b) daß jmd. gerüstet, gewillt
ist »Ich bin arbeitsbereit, versöhnungs¬
bereit.«
be[rei|ten: bereitest; bereitetest; hast be¬
reitet 1 etw. (für jmdn.) fertigmachen
»Heute bereitet Vater das Abendbrot.«
2 bei jmdm. etw. verursachen »Das
kranke Kind bereitete ihr große Sor¬
gen.«
be|rejt|hal|ten: hältst bereit; hielt(e)st
bereit; hast bereitgehalten zur Benut¬
zung ständig zur Verfügung halten
be|reit|le|gen: legst bereit; legtest bereit;
hast bereitgelegt zur späteren Benut¬
zung an einen Ort legen
be|reit|lie|gen: liegst bereit; lag(e)st be¬
reit; hast bereitgelegen zu jederzeiti¬
gen Benutzung an einem Ort sein, lie¬
gen
be|re|t|ma|chen: machst bereit; mach¬
test bereit; hast bereitgemacht für etw.
vorbereiten
be|reit|ma|chen, sich: machst dich be¬
reit; machtest dich bereit; hast dich
bereitgemacht sich für etw. fertigma¬
chen, auf etw. vorbereiten
be|rerts: Adv. schon »Er kam bereits
zum Frühstück.«
Be|rert|schaft: die; - ; -en 1 das Bereit¬
sein; das Vorhandensein des Willens
zu etw. »Man konnte ihr die Bereit¬
schaft, ihr Leben nachhaltig zu ändern,
nicht absprechen.« 2 a) Gruppe, Ein¬
heit von Personen (oft Polizisten)
Die Bereitschaft bekam einen Einsatz¬
befehl.« b) Verpflichtung, für den
Notfall zur Verfügung zu stehen »Ich
habe morgen Bereitschaft.«
Be|rejt)schafts|arzt: der; -es; -ärzte
weibl. Be(reit|schafts[ärz|tin: die; • ;
-nen Arzt/Ärztin, der/die Bereit¬
schaftsdienst, Notdienst hat
Be|reit|schaftsfdienst: der; -(e)s; -e
Dienst, bei dem jmd. jederzeit für
eventuell eintreffende Notfälle zur
Verfügung zu stehen hat »Heute muß
er telefonisch zu erreichen sein, er hat
Bereitschaftsdienst.«
Be|reit|schafts|po|li|zei: die; - ; -en (PI.
s.) Polizeieinheit, die bei Notfällen je¬
derzeit einsetzbar ist
be|reit|ste|hen: stehst bereit; standfejst
bereit; hast bereitgestanden an einem
Ort zur Verfügung stehen
be|reit|stel|len: stellst bereit; stelltest be¬
reit; hast bereitgestellt zur jederzeiti¬
gen Benutzung zur Verfügung stellen
be|reit(wil|tig: Adj. ohne Zögern »bereit¬
willige Hilfe«
be|ren|ten: berentest; berentetesl; hast
berentet jmdn. in Rente schicken;
jmdn. mit Rentenzahlungen versehen
be|reu|en: bereust; bereutest; hast bereut
bedauern, etw. getan zu haben »Ich
bereue heute sehr, nicht eine andere
Ausbildung gemacht zu haben.«
Berg: der; -(e)s; -e 1 große Erhebung in
der Landschaft »Der Berg ist so steil,
daß man ihn nicht besteigen kann.« 2
große Menge von etw. »Butterberg ♦
ein Berg dreckige Wäsche« 3 <Berg¬
bau> Gesteinsbrocken, die kein Erz
enthalten 4 Berge versetzen
(können): etw., was fast unmöglich
ist, tun 5 (noch nicht) über den Berg
sein: [ugs.] Schwierigkeiten, Krank¬
heit o. ä. (noch nicht) überwunden
haben »Der Arzt hat uns gesagt, Mut¬
ter ist jetzt über den Berg.« 6 (längst)
über alle Berge sein: [ugs.] ver¬
schwunden u. unauffindbar sein 7 mit
etw. hinter dem, hinterm Berg
hatten: [ugs.] etw. aus bestimmten
Gründen geheim halten, es nicht sa¬
gen 8 Wenn der Berg nicht zum Pro¬
pheten kommt, muß der Prophet
zum Berge gehen: wenn jmd. sein
Unrecht nicht einsehen kann od. will,
nicht nachgibt, nicht den ersten
162
berufen
Schritt tut o. ä., dann sollte es der an¬
dere tun
berglab: Adv. einen Berg hinunter; nach
unten »Die Straße führt 3 km bergab.«
Ant.: bergauf
berg|ab|wärts: Adv. in Richtung den
Berg hinunter
berg|an: Adv. in Richtung den Berg hin¬
auf
Berg|aijbei|ter: der; -s; - weibl. Berg|-
arjbei|te|rin: die; ~ ; -nett im Bergbau
(unter Tage) arbeitende Person
berg|auf: Adv. einen Berg hinauf; nach
oben »Wir mußten fast immer bergauf
laufen.« Ant.: bergab
berg|auf1wärts: Adv. in Richtung den
Berg hinauf
Berg|bahn: die; - / -en auf einen Berg
hinaufführende Kabinen-, Seil-,
Zahnradbahn
Berg|bau: der; -s; -e (PI. s.) das Abbau¬
en von Bodenschätzen (unter Tage,
unter der Erde)
berjgen: birgst; barg(e)st; hast gebor¬
gen 1 retten; aus einer gefährlichen Si¬
tuation in Sicherheit bringen »Die In¬
sassen des Autos wurden von der Feu¬
erwehr geborgen.« 2 beinhalten »Die¬
ses Vorgehen birgt viele Gefahren, Ri¬
siken.«
ber|ge|wei|se: Adv. [ugs.] in großen
Mengen
Bergfahrt: die; - ; -en 1 <Schiff> Fahrt
flußaufwärts 2 <Bergbahn> Fahrt den
Berg hinauf 3 Wandertour im, ins
Hochgebirge
Berg|fried/Biirg|fried: der; -(e)s; -e
(Haupt-)Turm einer Burganlage »Der
Bergfried ist noch gut erhalten.«
Berg|füh|rer: der; -s; - weibl. Berg|füh|-
re|rin: die; - ; -nen Person, die orts¬
fremde Personen bei Hochgebirgs-
touren führt
Berg|hüt|te: die; -; -n 1 kleine(s), einfa¬
che^) Unterkunft, Restaurant hoch
in den Bergen 2 Schutzhütte in den
Bergen
beijgig: Adj. immer wieder auf- u. ab¬
steigend; von Hügeln, Bergen durch¬
setzt, geprägt »eine bergige Land¬
schaft«
Berg|ket|te: die; - / -n viele zusammen¬
hängende Berge, Gebirge »Die Alpen
sind die größte Bergkette in Mitteleu¬
ropa.«
Berg|kri|stall —> B«rg|krisfall: der;
~(e)s; -e klarer, heller Quarzstein, der
häufig als Schmuckstück verwendet
wird
Berg|kup|pe: die; - ; -n abgerundeter
Gipfel eines Berges
Berg|mann: der; -(e)s; -leute im Berg¬
bau (unter Tage) arbeitender Mann
» Von Beruf ist er Bergmann.«
Berg|mas|siv: das; -(ejs; -e Gebirgs-
stock
Berg|nofc die; - ; - Schwierigkeit, Notsi¬
tuation, in die man beim Bergsteigen
gerät
Berglpfad: der; -(e)s; -e enger, nicht
ausgebauter Weg auf einen Berg hin¬
auf
Berg|pre|digt: die; - ; - <Religion> (be¬
deutendste) Predigt von Jesus, die er
auf einem Berg hielt
Berg|rutsch: der; -(e)s; -e das (unkon¬
trolliertes) Abrutschen von Gesteins-
u. Erdmassen von einem Steilhang,
Berg
Berg|scha|den: der; -s; -schaden durch
Bergbau entstandene Absenkungen,
Risse
berg|stei|gen: nur im Infinitiv u. im Par¬
tizip gebraucht: bist berggestiegen im
Gebirge wandern u. klettern; eine
Bergtour machen
Berg|stei|ger: der; -s; - weibl. Berg|-
stei|ge|rin: die; - ; -nen Person, die
(als Hobby) Berge hinaufklettert
»Durch den Erdrutsch sind drei Berg¬
steiger verunglückt.«
Berg|stra|Be: die; - ; -n 1 Straße, die
durch das Gebirge führt 2 o. PI. Ge¬
gend am Westrand des Odenwaldes
Berg|tour: die; - ; -en Wander-, Kletter¬
tour im Gebirge
Berg-und-Tal-Bahn: die; - ; -en 1
[scherzh.] holprige Straße 2 Achter¬
bahn
Ber|gung: die; - ; -en das Retten, das In-
Sicherheit-Bringen von etw. od.
jmdm. aus einer Notlage
Berg|wacht: die; - ; -en Organisation,
die in Bergnot geratenen Personen
hilft
Berg|wand: die; -;-wände nahezu senk¬
recht aufsteigende Seite eines Berges
Berg|werlc das; -(e)s; -e Grube, Anlage
(unter Tage), in der Bodenschätze ab¬
gebaut werden
Be|richt: der; -(e)s; -e (schriftliche)
Mitteilung, Darstellung eines Sach¬
verhalts »einen Bericht anfertigen, ge¬
ben«
be|rich|ten: berichtest; berichtetest; hast
berichtet etw. sachlich darstellen
Be|iicht|er|statfter: der; -s; - weibl. Be|-
iicht|er|statjte|rin: die; - / -nen Per¬
son, die für ein Massenmedium von
einem Ort/einem Ereignis sachlich be¬
richtet, über ein Geschehen infor¬
miert
Bejricht|er|stat|tung: die; - ; -en das In¬
formieren über ein Ereignis (durch
die Medien)
be|rich|ti|gen: berichtigst; berichtigtest;
hast berichtigt einen Fehler, Irrtum
durch die richtige Information ver¬
bessern »Er konnte seinen Fehler noch
berichtigen.«
Be|rich|ti|gung: die; - ; -en das Berichti¬
gen; Ergebnis des Berichtigens od.
der Korrektur; Verbesserung »Die
Berichtigung sollte keine Fehler mehr
enthalten.«
Be|richts|heft: das;-(e)s; -e Heft, in das
Auszubildende regelmäßig Berichte
über ihre Tätigkeit eintragen
be|rie|chen: beriechst; beroch(e)st; hast
berochen a) an etw. od. jmdm. riechen
b) <übertr.> [ugs.] jmdn. vorsichtig,
nach u. nach kennenzulernen versu¬
chen
be|rie|chen, sich: beriecht euch; bero-
ch(e)t euch; habt euch berochen [ugs.]
sich gegenseitig kennenlernen
be|rie|seln: berieselst; berieseltest; hast
berieselt 1 über längere Zeit mit Flüs¬
sigkeit (z. B; Wasser, Dünger) besprü¬
hen »Die Wiesen wurden regelmäßig
berieselt.« 2 (Unterhaltungselektro¬
nik» ständig von Musik, Fernsehsen¬
dungen o. ä. (im Hintergrund) unter¬
halten werden, ohne sich damit wirk¬
lich auseinanderzusetzen, zuzuhören
»Im Supermarkt wird man mit Popmu¬
sik berieselt.«
Be|rie|se|lung: die; - ; -en 1 das Vertei¬
len von Flüssigkeit in kleinen Mengen
über eine Fläche 2 das permanente,
stetige Einwirkenlassen von etw.
be|nn|gen: beringst; beringtest; hast
beringt mit einem Ring versehen »Die
Brieftauben müssen beringt werden.«
Be|ring|meer. das; -(e)s; - nördlichster
Teil des Pazifischen Ozeans
Bejring|stra|Be: die; - ; - Meeresstraße
vom Beringmeer zum Nordpolarmeer
be|rit|ten: Adj. n. stg. mit Reitpferden
ausgestattet; auf einem Pferd reitend
Beijlin: o. Art.; -s; - Hauptstadt der
Bundesrepublik Deutschland
Beijli|najle: die; -; -n Filmfestspiele, -fe¬
stival in Berlin
Ber|li|neh der; -s; - weibl. Berjl]|ne|rin:
die; - ; -nen 1 Person, die in Berlin lebt
u./od. in Berlin geboren ist 2 Berliner
(Ballen): rundliches, mit Marmelade
gefülltes Hefegebäck, das auf der
Oberseite mit Zucker bestreut od. mit
Zuckerguß überzogen ist
Ber[mu|da: /bämjuda u. bermuda/ die;
-; -s knapp knielange Hose
Ber|mu|da|drei|eck: /bämjuda- u.
bermuda-/ das; -(e)s; - Bereich des
Atlantischen Ozeans, der dadurch be¬
kannt wurde, daß auf unerklärliche
Art u. Weise Schiffe, Flugzeuge dort
verschwanden
Berjmujdas: die (PI.) /bermudaß u.
bä'mjudaß/ 1 Inselgruppe im Atlan¬
tik 2 nach (1) benannte knielange Ho¬
se »In seiner Freizeit trägt er Bermu¬
das u. T-Shirts.«
Betjmu|da|shorts: <engl.> /bämjuda-
scholß u. bermudaschortß/ die; - ; -
knapp knielange Hose
Bern|har|dj|ner: der; -s; - großer,
braunweißer Hund einer Rasse, die
häufig nach Lawinenabgängen als
Suchhund eingesetzt wird
Bgm|stein: der; -(e)s; - versteinertes
Harz von gelbbrauner Färbung »Der
Ring war mit Bernstein verziert.«
Berjserjker: <skand.> der; -s; - 1 wilder
Krieger 2 sich wild benehmender, wü¬
tend tobender Mann
beijsten —»■ bereiten: birst/berstet;
barstjborstjberstete; ist geborsten aus¬
einanderbrechen »Der Marmor ist ge¬
borsten.«
be|rüch|tigt: Adj. für etw. (Schlechtes)
bekannt; einen schlechten Ruf ha¬
bend
be|rtick|sich|ti|gen: berücksichtigst; be¬
rücksichtigtest; hast berücksichtigt in
Betracht ziehen; bei einer Entschei¬
dung beachten
Be|ruf: der; -(e)s; -e Tätigkeit, die jmd.
erlernt hat u./od. ausübt, um damit
seinen Lebensunterhalt zu bestreiten
» Von Beruf bin ich Schlosser.«
be|rufan: Adj. 1 besonders fähig; für
eine Tätigkeit geschaffen, begnadet
»Er ist ein berufener Schauspieler.« 2
das Angebot habend, eine Stelle, ein
Amt zu übernehmen
be|rufan, sich: berufst dich; berief (e)st
dich; hast dich berufen etw. mit Hin¬
weis auf etw., eine Aussage rechtferti¬
gen »Er berief sich auf das Grundge¬
setz.«
163
beruflich
be|ryf|lich: Adj. n. stg. hinsichtlich des
Berufs, der Erwerbstätigkeit
Be|rjrfs|an|fänjger. der; -s; - weibl. Be(-
rufs|an|fän(ge|rin: die; ~ ; -nen Person,
die nach ihrer Ausbildung noch neu
in ihrem Beruf tätig ist
be|rufs|be|glei|tend: Adj. n. stg. zusätz¬
lich zur beruflichen Arbeit
Be|rufs|be|rafter der; -s; ~ weibl. Be|-
iufs|be|rajte|rin: die; - ; -nen Person,
die beruflich (im Arbeitsamt) Gesprä¬
che hinsichtlich der Berufswahl u. al¬
ler damit zusammenhängenden Fra¬
gen führt
Be|rufs|bild: das; - fe)s; -er Gesamtheit
der Tätigkeiten, die in einem Beruf
ausgeführt werden können, müssen
Be|rufs|erjfah|rung: die; ~; - Erfahrung,
die man durch (langjährige) Tätigkeit
in einem Beruf macht, gewonnen hat
Be|rufs|ethos —* Be|rufs|e|thos: das;
- ; - hohe Vorstellung von den Pflich¬
ten des Berufes
Be|rufs|fach|schu|le: die; - ; -n Schule,
die auf bestimmte Berufe vorbereitet
Bejrufs|ge(heim|nis: das; -ses; -se beruf¬
liche, betriebsinterne Informationen,
über die Schweigepflicht besteht
Be|rirfs|ge|nos|sen|schaft: die; - ; -en
Körperschaft des öffentlichen
Rechts, die als Trägerin der gesetzli¬
chen Unfallversicherung in einem
Wirtschaftsbereich, Gewerbezweig
fungiert
Bejrufsjheer. das; -(e)s; -e <Milit.> aus
Berufssoldaten, nicht aus Wehr¬
pflichtigen bestehende militärische
Truppen
Be)rufs|kle)jdung: die; - ; -en für einen
Beruf besonders geeignete od. vorge¬
schriebene Kleidung
Be|ryfs|krank|helfc die; - ; -en <Med.>
durch einen Beruf verursachte chro¬
nische Krankheit
Be|rufs|lejben: das; -s; - Gesamtheit
der mit der Ausübung eines Berufes
verbundenen Dinge u. Ereignisse
Be|rufs|schu|le: die; - ; -n Schule, in der
(neben der praktischen Ausbildung,
Lehre) theoretische Kenntnisse des zu
erlernenden Berufes vermittelt wer¬
den
Be|rufs|spie{ler. der; -s; - weibl. Be|-
rufs|spie|le|rin: die; * ; -nen 1 Person,
die ihren Lebensunterhalt mit
Glücksspielen verdient 2 Sportprofi
in einem Ballspiel
Be|rvfs|sport|ler: der; -s; - weibl. Be|-
rufsjsport|te|rin: die; - ; -nen Person,
dTe ihren Lebensunterhalt als Sport¬
profi verdient
Be|rufs|stand: der; -(e)s; -stände Ge¬
samtheit von Personen, die einem Be¬
ruf angehören
be|rufs)tä|tig: Adj. n. stg. im Berufsleben
stehend; einen Beruf ausübend; arbei¬
tend
Be|rufs|tä|ti|ge: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Berufstätiger;
eine Berufstätige; zwei Berufstätige)
Person, die einen Beruf ausübt, arbei¬
tet
Bejrufs|un(fä|hig|keit: die; ~ ; - (durch
eine Krankheit o. ä. verursachte) Un¬
fähigkeit, den erlernten Beruf weiter¬
hin auszuüben
Bejrufsjverjbot: das; -(e)s; -ela) als
Strafe ausgesprochenes Verbot, sei¬
nen Beruf (weiterhin) auszuüben b)
zum Schutz der Gesundheit o. ä. aus¬
gesprochenes Verbot, einen Beruf
weiterhin auszuüben 2 aus politischen
Gründen ausgesprochenes Verbot, ei¬
nen bestimmten Beruf zu ergreifen,
auszuüben
Be|rufs|ver|brejchen der; -s; - weibl.
Be|rufs|veijbre|che|rin: die; ~ ; -nen
[ugs.] Person, die immer wieder
(schwere) Verbrechen begeht, ihren
Lebensunterhalt mit Verbrechen be¬
streitet
Be|rufsjveijkehr der; -(e)s; - besonders
starkes Verkehrsaufkommen in der
Zeit, in der die meisten Menschen auf
dem Weg von od. zu ihrem Arbeits¬
platz sind
Be|ru|fung: die; - ; -en 1 das Berufen,
Berufenwerden in eine Stelle, ein Amt
»Er erhielt eine Berufung zum
Professor.« 2 (Rechtsw.) Widerspruch
gegen ein Gerichtsurteil o. ä. »Sie
ging in die Berufung.« 3 o. PI. das
Sichberufen, -beziehen auf etw. »Die
Berufung auf ältere Texte ist nicht
möglich.« 4 o. PI. besondere Befähi¬
gung zu etw.; Sichberufenfühlen zu
etw.
Be|ru|fungs|frist: die; ~ ; -en <Rechtsw.>
Zeitraum, innerhalb dessen ein Urteil
angefochten werden kann
Be|ni|fungs|ge|richt: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Gericht höherer Instanz,
vor dem die Berufung stattfindet
Be|ru)fungs|in|stanz —>• Be|ru|fungs|-
in|s]tanz: die; - ; -en <Rechtsw.>jeweils
eine Stufe höher gestelltes Gericht,
das für eine Berufung zuständig ist
Be|ru(fungs|ver{fah|ren: das; -s; ~
<Rechtsw.> Gerichtsverfahren zweiter
Instanz, in dem darüber entschieden
wird, ob das Urteil eines eine Stufe
niedriger gestellten Gerichtes richtig,
zutreffend ist
be|ru|hen: beruht; beruhte; hat beruht 1
sich gründen auf etw. »Seine Selbstsi¬
cherheit beruht darauf, daß er noch nie
einen Mißerfolg hatte.« 2 etw. auf sich
beruhen lassen: einer Sache nicht
weiter nachgehen; nicht weiter nach¬
forschen, diskutieren
be|nJ|hi|gen: beruhigst; beruhigtest; hast
beruhigt jmdn. ruhig machen, zur Ru¬
he bringen
be|ru|hi|gen, sich: beruhigst dich; beru¬
higtest dick; hast dich beruhigt zur Ru¬
he kommen; ruhig werden »Mein
Herz beruhigte sich langsam wieder.«
Be|ru|hi|gungs|mitttel: das; -s; ~ Medi¬
kament, das jmdn. ruhiger macht
Be|ru|hi|gungsjsprit|ze:die; -; -«mit ei¬
ner Spritze verabreichtes Medika¬
ment, das jmdn. ruhiger macht
be|rühmt: Adj. berühmter; berühmteste
von vielen gekannt »ein berühmter
Sänger«
Be|riJhmt|heit: die; - ; -en a) das Be¬
rühmtsein, Bekanntsein b) Person,
die berühmt, bekannt ist
be|rühjren: berührst; berührtest; hast be¬
rührt 1 leicht anfassen »Sie berührte
ihn am Arm.« 2 ein anrührendes Ge¬
fühl erzeugen, haben »Ihre Erzählung
hat mich sehr berührt.« 3 erwähnen;
kurz über etw. sprechen »Dieses The¬
ma haben wir bereits berührt.«
Be|rOhjmng: die; - ; -en 1 das Berühren,
(lachte, vorsichtige) Anfassen »Ich
mag seine ständigen Berührungen
nicht.« 2 <übertr.> das Erwähnen, Ein¬
gehen auf ein Thema 3 <übertr.> Kon¬
takt, Zusammentreffen mit anderen
Menschen od. Tatsachen
Be|rüh|rungs|angst: die; ~ ; -ängste
Angst, Furcht, mit jmdm., etw. in
Kontakt zu geraten
Be[riih|nmgs|li|nie: die; ~ -n <Math.>
Gerade, die eine Kurve in genau ei¬
nem Punkt berührt
Be|rüh|rungsjpunkt: der; -(e)s; -e ge¬
meinsames Interesse; Verbindung
zwischen zwei od. mehr Personen
»Wir haben nur wenige Berührungs¬
punkte.«
Bejr^fll: /berüll/ der; -(e)s; -e <Geologie>
Mineral mit verschiedenen Varietäten
»Der Aquamarin ist ein Beryll.«
bes.: Abk. a) besondere(r)(s) b) beson¬
ders
be|sä|en: besäst; besätest; hast besät mit
Samen bestreuen
be|aa|gen: besagt; besagte; hat besagt
aussagen; bedeuten »Der Text besagt,
daß der König abgedankt habe.«
be|sagt: Adj. n. stg. bereits erwähnt
»Besagte Persern wird gleich kom¬
men.«
be|sai|ten: besaitest; besaitetest; hast
besaitet 1 ein Musikinstrument mit
Saiten beziehen 2 zartbesaitet sein
—* zart besaitet sein: empfindsam,
empfindlich sein
bejsajmen: besamst; besamtest; hast
besamt männliche Samen, Spermien
in weibliche Eizellen bringen
be|sänf|ti|gen: besänftigst; besänftig¬
test; hast besänftigt beruhigen; jmds.
Aufregung, Wut o. ä. mildern »Die
Aussicht auf Entschädigung besänf¬
tigte sie.«
Be|satz: der; -es; Besätze 1 etw., was auf
etw. befestigt ist »Der Kragen hat ei¬
nen Besatz aus Samt.« 2 a) Wildbe¬
stand in einem Gebiet, Jagdrevier b)
Viehbestand auf einer Weidefläche c)
Fischbestand in einem See o. ä.
Be(satjzer der; -s; - a) [ugs.] Person,
die den Besatzungstruppen in einem
Land angehört b) Besatzungstruppe
in einem Land
Be|sat]zung: die; - ; -en 1 Mannschaft
eines größeren Flugzeugs, Schiffes 2
<Milit.> a) Truppe in einer Festung b)
Truppe, die ein fremdes Land besetzt
hält
Be|sat]zungs[macht: die; - ; -möchte
<PÖl.) Staat, der ein Land besetzt hält
Be|satjzungs|sta|tut: das; -(e)s; -e
<Pol.> offizielle Regelung der Verhält¬
nisse, die zwischen der Besatzungs¬
macht u. dem besetzten Land gilt
Be|satjzungs|zo|ne: die; - ; -n <Pol.> Teil
eines Staates, der von einer Besat¬
zungsmacht gehalten wird
belsautfen. sich: besaufst dich; besof-
f(e)st dich; hast dich besoffen [ugs.;
derb] sich mit alkoholischen Geträn¬
ken betrinken, in einen Rausch ver¬
setzen »Sie besaufen sich jedes Wo¬
chenende.«
Besch.: Abk. 1 Beschädigung 2 a)
Beschäftigung b) Beschäftigte(r) 3
Bescheid 4 Bescheinigung 5
<Rechtsw.> Beschuldigte(r) 6 Beschluß
164
Beschlag
besch.: Abk. 1 beschädigt 2 beschäftigt
3 bescheinigt 4 beschuldigt
be[schgfdi|gen: beschädigst; beschädig-
test; hast beschädigt an etw. einen
Schaden anrichten »Der Schrank ist
beim Aufbau leicht beschädigt worden
u. deshalb im Preis heruntergesetzt.«
be|schaffjbar: Adj. n. stg. heranzuschaf¬
fen ; zu besorgen
be|sohat)fen: beschaffst; beschafftest;
hast beschafft heranschaffen; besor¬
gen
Be|schaf)fen]helt: die; - ; -en Zustand,
in dem sich etw. befindet »Das Haus
ist von solider Beschaffenheit.«
Be|schaf)fungB|hri|mi|na|littat: die; - / -
Gesamtheit der kriminellen Taten,
die dazu dienen, Geld für Drogen zu
bekommen
be|schäf|ti|gen: beschäftigst; beschäftig¬
test; hast beschäftigt 1 jmdm. eine
Aufgabe geben »Sie hat das Kind mit
den Bauklötzen stundenlang
beschäftigt.« 2 jmdn. als Arbeitneh¬
mer anstellen
be|schaffti|gen, sich: beschäftigst dich;
beschäftigtest dich; hast dich beschäf¬
tigt sich mit etw. befassen »Ich be¬
schäftige mich mit diesem Problem.«
Be|schäf|tig|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Beschäftigter;
eine Beschäftigte; zwei Beschäftigte)
Person, die (in einer Firma) arbeitet
Bs|sch§fjti|gung: die; - ; -en 1 etw., wo¬
mit man sich befaßt; die Auseinan¬
dersetzung mit etw. »Die Beschäfti¬
gung mit diesem Thema reizt mich
sehr.« 2 Arbeitsstelle »Ich habe eine
Beschäftigung als Anstreicher gefun¬
den.«
Be|schäf|ti|gungs|the|ra|ple: die; - ; -n
<Med.> Heilmethode, die davon aus¬
geht, daß die Beschäftigung mit
künstlerischen od. handwerldichen
Dingen Ausgleich zu körperlichen
od. seelischen Schwierigkeiten schaf¬
fen kann
Be|schäftti|gungs|ver|hält|nis: das; -ses;
-se Anstellung, Arbeitsverhältnis bei
einer Firma
be|schä|len: beschält; beschälte; hat
beschält <Pferdezucht> decken
be|schal|len: beschallst; beschalltest;
hast beschallt mit lauten Klängen, Tö¬
nen (unerwünscht) versorgen »Der
Lautsprecher beschallte den gesamten
Marktplatz.«
Be|schg|ler: der; -s; - 1 Zuchthengst 2
[derb] sexuell sehr aktiver Mann
Be|schal|lung: die; -; -en 1 das weiträu¬
mige Beschallen eines Ortes, Platzes
mit Hilfe eines Lautsprechers 2 das
medizinische Untersuchen mit Hilfe
des Ultraschalls
be|schä|men: beschämst; beschämtest;
hast beschämt jmdn. dazu bringen,
Scham zu empfinden
bejschämt: Adj. beschämter; beschäm¬
teste Scham, Demütigung empfin¬
dend
be|schat|ten: beschattest; beschattetest;
hast beschattet 1 mit Schatten bedek-
ken »Der Baum beschattete einen Teil
des Gartens.« 2 heimlich beobachten
Bejschat|tung: die; - / -en das unauffäl¬
lige Verfolgen u. Beobachten einer
Person
Be|schaji: die; - ; - (amtliche) Betrach¬
tung, Prüfung
be|schau(en: beschaust; beschautest;
hast beschaut jmdn. od. etw. betrach¬
ten, in Augenschein nehmen
belschaullich: Adj. ruhig u. ohne Streß
» Wir verbrachten einen beschaulichen
Abend.«
Belschaullichlkelt die; ~ ; -en a) Zu¬
stand der Geruhsamkeit, Behaglich¬
keit b) <kath. Kirche» kontemplativer
(= besinnlicher) Zustand
Be|schei<f: der; -(e)s; -e 1 a) Auskunft,
Nachricht über etw. »Sie erhalten von
uns einen Bescheid über die zu zah¬
lende Summe. • Wir geben Ihnen noch
Bescheid, wann sie anfangen können.«
b) Entscheidung, die ein Verwal¬
tungsverfahren abschließt (Steuer¬
bescheid) 2 Bescheid wissen: 1. über
etw. informiert sein, davon wissen 2.
etw. gut beherrschen, sich auskennen
»Auf diesem Gebiet weiß er gut
Bescheid.« 3 a) jmdm. Bescheid
sagen: 1. jmdn. über od. von etw. be¬
nachrichtigen, unterrichten »Sag mir
Bescheid, wann wir abfahren!« 2.
jmdm. gehörig die Meinung sagen b)
|mdm. Bescheid stoBen: (ugs.j
jmdm. mal gehörig die Meinung sa¬
gen »Es wird Zeit, daß ich diesen, die¬
sem frechen Kerl mal ordentlich Be¬
scheid stoße.« 4 jmdm. Bescheid tun:
[geh.; veralt.] wenn einem jmd. zu¬
trinkt, dies erwidern »Sie nahm das
Glas u. tat ihm Bescheid.«
be|schei|den: Adj. 1 a) genügsam; wenig
anspruchsvoll »Sie ist eine sehr be¬
scheidene Frau.« b) einfach; sparta¬
nisch; nicht luxuriös »bescheidenes
Mobiliar« 2 nicht ausreichend »Seine
Kenntnisse sind zu bescheiden.«
be|schei|den, sich: bescheidest dich; be-
schied(e)st dich; hast dich beschieden
sich in seinen Ansprüchen zurückhal¬
ten
Be|schei|den|heit: die; • ; -1 genügsa¬
mes Wesen 2 Bescheidenheit ist eine
Zier, doch weiter kommt man ohne
ihr: Bescheidenheit wird oft falsch
verstanden, z. B. als Schwäche,
Dummheit o. ä. ausgelegt; ohne Be¬
scheidenheit kommt man weiter
be|schei|nen: bescheint; beschien; hat
beschienen <meist Sonne, Licht) auf
jmdn. od. etw. strahlen
be|sche]|ni|gen: bescheinigst; beschei¬
nigtest; hast bescheinigt etw. (schrift¬
lich) bestätigen »Man bescheinigte
ihm große Klugheit.«
Be|schejjni|gung: die; - ; -en a) das Be¬
scheinigen, Bestätigen von etw. b)
schriftliche Bestätigung für etw.
be|schef|Ben: bescheißt; beschissest;
hast beschissen —»alle Vergangen¬
heitsformen mit ss<— [ugs.; derb] be¬
trügen »Der Kerl hat mich beschis¬
sen.«
be|schej|ßen, sich: bescheißt dich; be¬
schissest dich; hast dich beschissen
—»alle Vergangenheitsformen mit
ss*— 1 [derb] sich einkoten 2
lübertr.) [ugs.; derb] sich bei etw. sehr
zieren
be|schen|ken: beschenkst; beschenktest;
hast beschenkt jmdm. ein Geschenk
geben
be|sche[ren: bescherst; beschertest; hast
beschert a) [auch iron.] schenken; für
etw. sorgen »Wer hat uns denn diese
Niederlage beschert?« b) zu Weih¬
nachten schenken
Bejsche|rung: die; - ; -en 1 Beschenken
(der Kinder) zu Weihnachten »Nach
dem Kaffeetrinken folgte die Be¬
scherung.« 2 da liegt die ganze
Bescherung: [ugs.; iron.} es ist hinge¬
fallen, liegt am Boden u. ist kaputt 3
das ist ja eine schöne, nette, reizen¬
de Bescherung: [ugs.; iron.] ärgerli¬
cher, verwunderter Ausruf »In den
Keller ist Wasser gelaufen, das ist ja
eine reizende Bescherung.« 4 da haben
wir die Bescherung: [ugs.; iron.] ver¬
ärgerter Ausruf über etw., was dane¬
ben ging, mißglückte »Ich habe dir
doch gesagt, daß es so nicht geht! Da
haben wir nun die Bescherung!«
be|scheu|ert: Adj. [ugs.; beleidigend]
dumm u. unvernünftig »Das ist ein
bescheuerter Brief.«
be|8chich|ten: beschichtest; beschichte¬
test; hast beschichtet etw. mit einer
dünnen Auflage, Schicht versehen
be|schie|ßen: beschießt; beschössest;
hast beschossen —>alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— auf jmdn. od.
etw. mit etw., Schußwaffen feuern
be|schjl|dern: beschilderst; beschilder¬
test; hast beschildert eine Strecke, ei¬
nen Ort mit Schildern versehen, Mar¬
kierungen aufstellen
Be|schil|de|rung: die; - ; -en a) das Ver¬
sehen mit (Verkehrs-)Schildem b) zu
einem Ort führende, in einem Gebiet
aufgestellte (Verkehrs-)Schilder
be|schimp|fen: beschimpfst; beschimpf¬
test; hast beschimpft jmdm. Beleidi¬
gungen sagen »Er beschimpfte sie (als
Schlampe).«
Bejschimp)fung: die; - ; -en a) das Be¬
schimpfen, das Belegen mit Schimpf¬
wörtern b) Schimpfwörter, mit denen
jmd. bezeichnet wird
be|schir|men: beschirmst; beschirmtest;
hast beschirmt 1 [geh.] beschützen
»Seine Eltern beschirmten ihn lange.«
2 [scherzh.] mit einem (Regen-)
Schirm versehen
Be|schjB —* Be|schiss: der; Beschis¬
ses; - [ugs.; salopp] Betrug »Das ist
Beschiß!«
be|schjs|sen: Adj. [derb] 1 mit Kot be¬
schmutzt 2 dibertr.) sehr schlecht
Beschl.: Abk. Beschluß
beschl.: Abk. 1 beschlagnahmt 2 be¬
schlossen
be|schlab|bem: beschlabberst; be¬
schlabbertest; hast beschlabbert [ugs.]
etw. durch ungeschicktes Essen be¬
kleckern
be|schlafo[bern, sich: beschlabberst
dich; beschlabbertest dich; hast dich
beschlabbert [ugs.] sich, seine Klei¬
dung bei ungeschicktem Essen be¬
kleckern
Be|schlag: der; -(e)s; Beschläge 1
Scharnier, Schließe aus Metall, das/
die zwei Teile beweglich miteinander
verbindet 2 Schicht, die sich auf etw.
niedergeschlagen hat 3 Hufeisen eines
Reittieres, Pferdes 4 a) mit Beschlag
belegen: etw. od. jmdn. für längere
Zeit für sich in Anspruch nehmen b)
165
beschlagen
in Beschlag nehmen: etw. od. jmdn.
für sich in Anspruch nehmen
be|schla|gen: beschlägst; beschlug(e)st;
hast beschlagen 1 mit Hufeisen o. ä.
versehen »Pferde beschlagen« 2 nur in
der 3. Pers. sich mit einer Schicht
kondensierten Wassers überziehen
»Die Scheibe beschlägl.«
be|schla|gen: Adj. 1 [ugs.] bewandert;
mit Kenntnissen ausgestattet »ein be¬
schlagener Mechaniker« 2 an der In¬
nenseite mit kondensiertem Wasser¬
dampf belegt »Als sie aus der Kälte in
den warmen Raum kam, mußte sie erst
einmal ihre beschlagene Brille putzen.«
3 n. stg. mit Hufeisen versehen »ein
beschlagenes Pferd«
Be|schlagjnah|me: die; - ; -n zwangs¬
weise Sicherstellung von Sachen u.
Gegenständen durch die Verwaltung
od. Staatsanwaltschaft zur Sicherstel¬
lung privater od. öffentlicher Belange
sowie zur Beweissicherung
be|schlag|nah|men: beschlagnahmst;
beschlagnahmtest: hast beschlag¬
nahmt <Staat> privates Eigentum in
Besitz nehmen
be|schle[|chen: beschleichst: beschli-
ch(e)st; hast beschlichen 1 sich
jmdm. , einem Ort vorsichtig, leise,
kaum od. nicht hörbar u. heimlich nä¬
hern, um etw. herauszufinden od. um
jmdn. od. ein Tier zu überrumpeln u.
zu. fangen 2 langsam ein bestimmtes,
meist unangenehmes Gefühl bekom¬
men
be|schleu|ni|gen: beschleunigst; be¬
schleunigtest; hast beschleunigt etw.
schneller machen, antreiben »Er be¬
schleunigte die Produktion.«
be|schleu|ni|gen, sich: beschleunigt
sich; beschleunigte sich; hat sich be¬
schleunigt schneller werden »Die Ab¬
folge beschleunigte sich.«
Belschleulnijgung: die; - ; -en das
Beschleunigen, Schnellerwerden,
Schnellermachen von etw.
be|schlje|Ben: beschließt; beschlössest;
hast beschlossen —>alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— 1 einen Ent¬
schluß fassen »Der Aufsichtsrat be¬
schloß die Schließung des Werks.« 2
eine Sache beenden, abschließen
be|schlos|sen: Adj. n. stg. 1 (gemein¬
sam) vereinbart » Wir müssen die be¬
schlossenen Maßnahmen jetzt auch
durchführen.« 2 beschlossene Sache
sein: etw. steht endgültig fest »Es ist
beschlossene Sache, daß wir aufs Land
ziehen.« 3 in etw. beschlossen sein:
[geh.] in etw. enthalten sein
Be|schluß —> Be|schluss: der; Be¬
schlusses; Beschlüsse a) (amtliche, of¬
fizielle) endgültige Entscheidung
»Wir müssen einen Beschluß fassen.«
b) gerichtliche Entscheidung in weni¬
ger bedeutsamen Fällen
be|schlu6|fä|hig —* be|schluss(fä|hig:
Adj. n. stg. so beschaffen, zusammen¬
gesetzt, daß offiziell ein Beschluß ge¬
faßt werden kann
be|schmei|ßen: beschmeißt; beschmis¬
sest; hast beschmissen —»alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*.— [ugs.]
jmdn. od. etw. mit etw. bewerfen
be|schmie|ren: beschmierst; beschmier¬
test; hast beschmiert mit etw. be¬
schmutzen »Das Kind hat sich mit
Marmelade beschmiert.«
bejschmiert: Adj. beschmierter; be¬
schmierteste 1 mit etw. beschmutzt
»mit Lehm beschmierte Schuhe« 2
[ugs.] blöd; doof »Du bist wohl be¬
schmiert!«
be|schmun|zeln: beschmunzelst; be¬
schmunzeltest: hast beschmunzell über
etw. od. jmdn. lächeln
be|schmut|zen: beschmutzt; beschmutz¬
test; hast beschmutzt etw. verunreini¬
gen, schmutzig machen
Be[schmutlzung: die; ~ ; -en a) das Ver¬
unreinigen mit etw. b) Schmutz, der
an etw. haftet
bejschnarlchen, sich: beschnarcht euch;
beschnarchtet euch; habt euch
beschnarcht [ugs.] sich vorsichtig ken¬
nenzulernen versuchen
be)schnei|den: beschneidest; beschnit-
t(e)st; hast beschnitten 1 mit Messer,
Schere o. ä. kürzen »Rosen müssen
immer wieder beschnitten werden.«
2 einschränken; begrenzen »jmds.
Rechte, Kompetenzen beschneiden« 3
a) aus religiösen, hygienischen od.
Krankheitsgründen die Penisvorhaut
(bei kleinen Jungen od. auch Män¬
nern) entfernen b) die Klitoris entfer¬
nen
be|schnüf|feln: beschnüffelst; beschnüf¬
feltest; hast beschnüffelt 1 den Geruch
von etw. zu erfassen versuchen »Er
beschnüffelte das exotische Obst.« 2
[ugs.] sich vorsichtig ein Bild von
etw., jmdm. machen
be|schnup|pern: beschnupperst; be¬
schnuppertest; hast beschnuppert an
etw. intensiv riechen
be|schnup|pem, sich: beschnuppert
euch; beschnuppertet euch; habt euch
beschnuppert a) <Tiere> gegenseitig an¬
einander riechen »Die Hunde be¬
schnupperten sich lange.« b) [ugs.] sich
gegenseitig kennenzulernen versu¬
chen, sich miteinander vertraut ma¬
chen
be|schö]ni|gen: beschönigst; beschönig¬
test; hast beschönigt etw., jmdn. bes¬
ser, positiver darstellen, als es der
Wirklichkeit entspricht
Beschr.: Abk. Beschreibung
besehe: Abk. 1 beschrieben 2 beschrif¬
tet
be|schrän|ken: beschränkst; beschränk¬
test; hast beschränkt etw. begrenzen,
einschränken »Die Pausen wurden auf
insgesamt eine Stunde beschränkt.«
be|schrän)ken, sich: beschränkst dich;
beschränktest dich; hast dich be¬
schränkt sich einschränken; sich be¬
gnügen (mit weniger als vorher)
be|schränkt: Adj. beschränkter; be¬
schränkteste [ugs.] dumm; wenig
schlau, intelligent »ein ziemlich be¬
schränkter Mann«
Be|schränkt|heit: die; - ; -en 1 das Ein¬
gegrenztsein bei etw. 2 geistige Unbe¬
weglichkeit, Engstirnigkeit
Be|schränjkung: die; ~ ; -en die Einen¬
gung, Einschränkung bei etw.
be|schrei|ben: beschreibst; beschrie¬
be )st; hast beschrieben 1 schildern,
mitteilen, wie etw. aussieht »Aufgabe
war es, ein Bild von Picasso möglichst
genau zu beschreiben.« 2 mit etw. voll¬
schreiben 3 [geh.] einen bestimmten
Weg nehmen »Das Auto beschrieb
eine Kurve.«
Be]schrei|bung: die; - ; -en 1 Schilde¬
rung einer Sache, Person »Die Be¬
schreibung des Weges war nicht genau
genug, deshalb habe ich mich oft ver¬
fahren.« 2 jeder Beschreibung
spotten: etw. ist sehr schlimm, uner¬
hört, fürchterlich o. ä. »Diese men¬
schenverachtende Behandlung spottet
jeder Beschreibung.«
be[schrei]ten: beschreitest; beschrit-
t(e)st; hast beschritten 1 über, auf
etw. gehen »Sie beschritt die Brücke.«
2 eine Möglichkeit für die Zukunft
auswählen »Sie beschritt den schwieri¬
gen Weg.«
be|schrif|ten: beschriftest; beschrifte¬
test; hast beschriftet etw. mit einer
Aufschrift versehen
be|schul|di|gen: beschuldigst; beschul¬
digtest; hast beschuldigt jmdm. für
etw. die Schuld geben; jmdn. verdäch¬
tigen, etw. getan zu haben »Man be¬
schuldigte ihn des Mordes.«
Be|schul|dig|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Beschuldigter;
eine Beschuldigte; zwei Beschuldigte)
derjenige Verdächtige, gegen den das
Strafverfahren betrieben wird »Der
Beschuldigte äußerte sich dazu nicht.«
Be)schul|di|gung: die; - ; -en das Be¬
schuldigen; Aussage, mit der jmd. für
etw. verantwortlich gemacht wird
»Ich höre mir eure Beschuldigungen
nicht länger an!«
be|schum|me(n: beschummelst; be¬
schummeltest; hast beschummelt [ugs.]
jmdn. (beim Spiel, in unwichtigen
Dingen) betrügen
be|schiit|zen: beschützt; beschütztest;
hast beschützt verhindern, daß jmdm.
od. etw. etw. Negatives geschieht »Er
beschützte das Kind vor dem Feuer.«
be|schwat|zen: beschwatzt; beschwatz¬
test; hast beschwatzt [ugs.] 1 überre¬
den zu etw. »Ich konnte ihn doch noch
beschwatzen zu kommen.« 2 sich über
etw. unterhalten; etw. beraten
be[schwät|zen: beschwätzt; beschwätz¬
test; hast beschwätzt [ugs.; landsch.]
jmdn. zu etw. zu überreden versuchen
Be|schwer]de: die; - ; -n 1 a) das (offi¬
zielle, manchmal schriftliche) Sichbe-
klagen über etw. »Dagegen werde ich
Beschwerde eintegen.« b) <Rechtsw.>
Rechtsbehelf gegen gerichtliche Ent¬
scheidungen 2 PI. durch Krankheit
hervorgerufene körperliche Leiden
be|schweijde[frei: Adj. ohne Schmer¬
zen, Beschwerden
be|schwe|ren: beschwerst; beschwer¬
test; hast beschwert vom Gewicht her
schwerer machen; etw. Schweres auf
etw. legen »Wegen des Windes mußte
man die. Zettel mit irgend etw. be¬
schweren, damit sie nicht weggeweht
wurden.«
ba|schwe[ren, sich: beschwerst dich; be¬
schwertest dich; hast dich beschwert
gegen etw. protestieren; jmdm. sagen,
daß er etw. ändern, bewirken soll »Er
beschwerte sich bei dem Nachbarn
über den Lärm.«
be[schwer|lich: Adj. schwierig; Be¬
schwerden hervorrufend, verursa¬
chend; anstrengend »ein beschwerli¬
cher Weg«
166
besohlen
be|schwich|ti|gen: beschwichtigst; be¬
schwichtigtest; hast beschwichtigt
(jmdn., der aufgeregt, wütend, erbost
ist) beruhigen »Sie versuchte, ihn zu
beschwichtigen.«
Be|schwich|ti|gungs|po|li|tik: die; - ; -
Politik mit dem Ziel, die Bevölkerung
in schwierigen Situationen zu beruhi¬
gen, beschwichtigen, Syn.: [fremd-
sprl.] Appeasement
be|schwin|deln: beschwindelst; be¬
schwindeltest; hast- beschwindelt
jmdm. hinsichtlich einer (unbedeu¬
tenden) Sache nicht ganz die Wahr¬
heit sagen »Du sollst mich nicht immer
beschwindeln!«
be|schwjngt: Adj. beschwingter; be¬
schwingteste [geh.] schwungvoll; be-
Bügelt von etw. »mit beschwingten
Schritten«
beschwipst: Adj. beschwipster; be¬
schwipsteste [ugs.] leicht betrunken;
vom Alkohol (leicht) angeheitert
»Die meisten Geburtstagsgäste waren
schon etw. beschwipst.«
be|schwö|ren: beschwörst; beschwo-
r(e)st; hast beschworen 1 a) etw. beei¬
den »Er beschwor seine Aussage.« b)
sehr selbstsicher ein Ereignis als Tat¬
sache darstellen »Ich hätte beschwö¬
ren können, daß ich dich gestern in der
Stadt gesehen habe.« 2 innig bitten
»Ich beschwor ihn, sein Vorhaben
aufzugeben.« 3 durch Zauberei, Hexe¬
rei Macht ausüben »Sie beschwor die
Geister.«
Be|schwö|rung: die; - ; -en 1 magische
Besprechung (mit Zaubersprüchen) 2
Worte, Sprüche, die bei der Beschwö¬
rung (1) gebraucht werden 3 intensive
Bitte
Belschwö]rungs|for]mel: die; - ; -n Fol¬
ge von Wörtern, die bei der Beschwö¬
rung, magischen Besprechung von
etw. verwendet werden
Be|seelt[heit: die; ~ ;_- das Erfülltsein
von einer geistigen Überzeugung
be|se|geln: besegelst; besegeltest; hast
besegelt 1 mit Segeln versehen, ausrü¬
sten 2 auf einem Gewässer (häufig)
segeln
Be|se|ge|lung/Be|seg|lung: die; - ; -en 1
das Ausrüsten, Versehen mit Segeln 2
Segel auf einem Schiff 3 das Segeln
auf einem Gewässer
be|sej|bem: beseiberst; beseibertest;
hast beseibert [ugs.; landsch.] mit
Speichel verschmutzen
be|sei|bern, sich: beseiberst dich; besei¬
bertest dich; hast dich beseibert [ugs.;
landsch.] sich, seine Kleidung, mit
Speichel beschmutzen
be|se]|ti|gen: beseitigst; beseitigtest;
hast beseitigt zur Seite, aus dem Weg
schaffen » Wir werden alle Schwierig¬
keiten beseitigen können.«
Be|sen: der; -s; - 1 (Haushalts-)Gerät
zum Zusammenfegen von Staub u. lo¬
sem Schmutz auf glattem Boden
»Gibst du mir bitte mal den Besen!« 2
[ugs.] unfreundliche, streitsüchtige
Frau »Wie hält er es nur mit diesem
Besen aus?« 3 mit eisernem Besen
kehren: bei etw. hart durchgreifen 4
Neue Besen kehren gut: wer seine
Position, sein Amt neu antritt, gibt
sich große Mühe, ist sehr eifrig 5 ei¬
nen Besen fressen: überzeugt sein,
daß etw. eintrifft »Die Ehe wird nicht
gutgehen, da fresse ich einen Besen.«
Be|sen|bin|den der; -s; - weibl. Be|sen|-
blnfde|rin: die; ~ ; -nen 1 Person, die
aus Reisig o. ä. u. einem Holzstiel ei¬
nen Besen fertigt 2 schimpfen, mek-
kern wie die Besenbinder: unmäßig
schimpfen, meckern
beisengt: Adj. besengter; besengteste
[ugs.; auch beleidigend] dumm u. völ¬
lig unvernünftig »Er ist ein besengter
Autofahrer.«
Be]sen|kam|meR die; - ; -n kleiner Ab¬
stellraum (für Putzmittel)
bejsen|rein: Adj. n. stg. von grobem
Schmutz gereinigt »Die Wohnung
wurde besenrein übergeben.«
Bejsen|schrank: der; -(e)s; -schränke
hoher schmaler Schrank zum Abstel¬
len von Putzmitteln o. ä.
Be|sen|stiel: der; -(e)s; -e dünner Holz-
od. Plastikstab, an dessen unterem
Ende der mit Borsten versehene Teil
des Besens befestigt ist
be[ses|sen: Adj. völlig beherrscht von
etw.; von dem starken Wunsch nach
etw. erfüllt »Sie ist völlig besessen von
dieser Idee.«
Be|ses|sen|heit: die; - ; - a) das fanati¬
sche Verfolgen eines Zeis, einer Idee
b) das Beherrschtsein von bösen Gei¬
stern
be|set|zen: besetzt; besetztest; hast be¬
setzt 1 a) in etw. widerrechtlich ein¬
dringen u. es für sich benutzen »Sie
besetzten das leerstehende Haus.« b)
in etw. eindringen u. den Weg dorthin
aus Protest verstellen »Sie besetzten
die Botschaft.« 2 zur Verbesserung,
Verschönerung mit etw. versehen »Er
besetzte das Kleid mit vielen kleinen
Perlen.« 3 als Theater-, Femsehrolle
vergeben »Wir hatten etwa 30 Rollen
zu besetzen.«
Be|setzt|zei|chen: das; -s; - <Telefon>
akustisches Signal, das angibt, daß
der Angerufene mit jmd. anderem te¬
lefoniert, der angewählte Apparat
nicht empfangsbereit ist
Be|set|zung: die; • ; -en 1 a) (alle) Mit¬
wirkenden bei einer Theaterauffüh¬
rung, einem Film b) das Vergeben,
Zuordnen einer Rolle für ein Theater¬
stück, einen Film 2 (Grad des) Belegt¬
seins von etw. 3 <Milit.> das Einsetzen
von Besatzungstruppen in einem er¬
oberten Land 4 <Jagd> das Aussetzen
von jungen Tieren in einem Gebiet,
einem Gewässer
Be|set|zungs|li|ste —> Be|set|zungsj-
lis|te: die; - ; -n Auflistung der in ei¬
nem Theaterstück, einem Film vor¬
kommenden Rollen u. der Namen der
Schauspieler, die diese Rollen spielen
be]sich)ti|gen: besichtigst; besichtigtest;
hast besichtigt etw. ansehen, betrach¬
ten
Be|s|ch|ti|gung: die; - ; -en das An¬
schauen, Betrachten (beim Herum¬
gehen) » Wohnungsbesichtigung«
be|sjejdeln: besiedelst; besiedeltest; hast
besiedelt auf einem bisher unbebauten
Stück Land Häuser bauen
Be|sje|de|lung/Be|s!ed|lung: die; - ; -en
das Ansiedeln von Bewohnern in ei¬
nem Gebiet »Die Besiedelung der Wü¬
steschreitet voran.«
be|sie|geln: besiegelst; besiegeltest; hast
besiegelt (mit einem Siegel) bestäti¬
gen; endgültig vereinbaren
be|sie|gen: besiegst; besiegtest; hast be¬
siegt über jmdn. siegen; jmdn. (im
Kampf) bezwingen »Er besiegte sei¬
nen Gegner.«
be|sin|nen, sich: besinnst dich; besännst
dich; hast dich besonnen a) sich an
etw. erinnern b) nachdenken; überle¬
gen »Er besann sich eine Weile u. sagte
dann zu.«
be|sinn|lich: Adj. Zeit zum Nachdenken
gebend; ruhig u. feierlich »ein besinn¬
liches Weihnachtsfest«
Be|sin|nung: die; - ; -1 das Besinnen;
das Nachdenken über etw. »Nach ei¬
ner kurzen Besinnung ging man zum
Alltag über.« 2 Bewußtsein »Sie verlor
die Besinnung.«
Be|sin|nungs|auf|satz: der; -es; -auf-
säize [veralt.] Schulaufsatz, in dem
Fragen u. Probleme erörtert werden
be|sin|nungs|los: Adj. n. stg. nicht bei
Bewußtsein, Syn.: ohnmächtig
Be|s[tz: der; -es; -1a) etw., über was
man verfügt, was man besitzt »Sein
Besitz umfaßt unter anderem eine
wertvolle Gemäldesammlung.« b) das
Besitzen, die tatsächliche Verfügung
(über Eigentum) »Der Besitz von Dro¬
gen ist strafbar.« 2 a) etw. im, in Be¬
sitz haben; in, im Besitz von jmdm.
sein, sich befinden: etw. haben, besit¬
zen; etw. gehört jmdm., er besitzt es
»Das Haus befindet sich schon seit vie¬
len Jahren in ihrem Besitz.« b) in jmds.
Besitz kommen, gelangen, über¬
gehen: etw. bekommen, es als Eigen¬
tum erhalten »Der Schmuck wird ein¬
mal in den Besitz meiner Tochter
übergehen.« c) etw. in Besitz nehmen;
etw. in seinen Besitz bringen: sich
etw. (rechtmäßig als Eigentum) neh¬
men; sich etw. (unrechtmäßig) aneig¬
nen »Als rechtmäßiger Erbe nahm er
den Betrieb in Besitz.« d) von etw. Be¬
sitz ergreifen, nehmen; von jmdm.
Besitz ergreifen: [geh.] sich etw. (mit
Gewalt) aneignen; sich jmds. bemäch¬
tigen »Die Hausbesetzer wollen von
diesem Gebäude Besitz ergreifen. ♦ Die
Idee auszuwandern ergreift mehr u.
mehr Besitz von ihm.«
Be|sitz|an|spruch: der; -(e)s; -an¬
sprüche (von jmdm. geltend gemach¬
tes) Eigentumsrecht an einem Gegen¬
stand
be|sitz|an|zei|gend: Adj. n. stg. <Sprach-
wiss.; Pron.; Fürwort) possessiv; die
Eigentumsverhältnisse, Zugehörig¬
keit ausdrückend »In dem Satz »Das
ist meine Großmutter.» ist 'mein(e)'
das besitzanzeigende Fürwort.«
be|s]t]zen: besitzt; besaß (es) t; hast
besessen etw. haben; über etw. verfü¬
gen
Be|sit]zer: der; -s; - weibl. Be|sit|ze|rin:
die; - ; -nen Person, die über etw. ver¬
fügt, der etw. (rechtmäßig) gehört
»Er ist der Besitzer des Hundes.«
ba|sof|fen: Adj. [ugs.] von Alkohol stark
berauscht; betrunken
be|soh|len: besohlst; besohltest; hast
besohlt <Schuh> mit einer (neuen)
Sohle, Unterfläche versehen
167
besolden
be|sol|den: besoldest; besoldetest; hast
besoldet einen.Lohn, ein Gehalt zah¬
len
Be|sol|dung: die; - ; -en a) Auszahlung
der Dienstbezüge von Beamten u.
Soldaten b) Gesamtheit der Dienstbe¬
züge von Beamten u. Soldaten
Be|sol|dungs|grup|pe: die; - ; -n Tarif¬
gruppe; durch einen Arbeitsvertrag
od. Tarifvertrag geregelte Höhe des
Einkommens »Sie wurde in die Besol¬
dungsgruppe BATV eingestuft.«
Bejson|der|heit: die; - ; -en Auffälliges
an etw., jmdm.
be|son|der-: Adj. n. stg. besonderer; be¬
sondere; besonderes a) zusätzlich
(erzeugt) b) ungewöhnlich c) mit etw.
nicht übereinstimmend
be|son|ders: Adv. 1 a) außergewöhnlich
»eine besonders gelungene Arbeit« b)
für sich; separat; allein; gesondert
»Das muß besonders betrachtet
werden.« c) hauptsächlich; vor allem
»Es ist besonders darauf hinzuweisen,
daß Tiere nicht mitgebracht werden
dürfen.« 2 im besonderen —> im
Besonderen: insbesondere; ganz be¬
sonders; speziell; unbedingt; vor al¬
lem
be|son|nen: Adj. überlegt; umsichtig
»eine besonnene Tat«
be|sor|gen: besorgst; besorgtest; hast
besorgt 1 für jmdn. zu einem Zweck
beschaffen, heranschaffen »Ich besor¬
ge das Brot für die Fete.« 2 sich küm¬
mern um; versorgen »den Haushalt
besorgen«
Be|sgrg|nis: die; - ; - Angst um etw. od.
jmdn. »Mit Besorgnis nehmen wir zur
Kenntnis, daß...«
be|sorg|nis|er]re|gend —► Be|sorg|nis
erjrejgend: Adj. Angst, Furcht um
etw., jmdn. auslösend
be|sorgfc Adj. besorgter; besorgteste
Sorge um etw. od. jmdn. verspürend
»eine besorgte Schwester«
Be|spijgung: die; - ; -en etw., was zu er¬
ledigen, heranzuschaffen ist; das Erle¬
digen »Ich hatte noch einige Besorgun¬
gen zu machen.«
be|span|nen: bespannst; bespanntest;
hast bespannt <StofT o. ä.> etw. an den
Rändern von etw. befestigen, so daß
es straff bedeckt, überspannt wird
be|spiel|bar: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man darauf (ein Ballspiel) spielen
kann »Endlich ist der Fußballplatz
wieder bespielbar.«
be(spit|zein: bespitzelst; bespitzeltest;
hast bespitzelt jmdm. hinterherspio¬
nieren » Während der Terrorherrschaft
bespitzelte jederjeden.«
be|spöt|teln: bespötteln; bespötteltest;
hast bespöttelt über etw. spotten; sich
über etw., jmdn. lustig machen
be|spre|chen: besprichst; bespra-
ch(e)st; hast besprochen 1 über etw.
sprechen, beraten; etw. erörtern »Wir
müssen die Sache noch besprechen.« 2
eine Rezension ( = Besprechung eines
künstlerischen od. wissenschaftlichen
Werkes in Zeitung, Radio usw.)
schreiben »Das Buch wurde positiv
besprochen.« 3 auf ein Tonband spre¬
chen »Er besprach eine Kassette mit
Gedichten.« 4 über, zu etw. einen Zau¬
berspruch sprechen »Der Magier be¬
sprach die Verletzung.«
Be|spre|chung: die; -; -en 1 das Bespre¬
chen, Gespräch, Beratung über etw.
»Sie ist in einer Besprechung, bitte ru¬
fen Sie später noch einmal anl« 2 Kri¬
tik über ein Buch, einen Film, ein
Theaterstück; Rezension »Es sind
gute Besprechungen über das Buch er¬
- schienen.«
be|spren|gen: besprengst; besprengtest;
hast besprengt mit Wasser, einer Flüs¬
sigkeit besprühen
be|spren|keln: besprenkelst; besprenkel¬
test; hast besprenkelt mit kleinen
Tropfen, Mengen Flüssigkeit besprit¬
zen »Er besprenkelte die Wäsche vor
dem Bügeln mit Wasser.«
be|sprit|zen: bespritzen; bespritztest;
hast bespritzt mit Tropfen einer Flüs¬
sigkeit benetzen, besprenkeln
be|spucken (be|spuk|ken —» be|spu|-
cken): bespuckst; bespucktest; hast
bespuckt [ugs.] jmdn. od. etw. mit
Speichel des Mundes bespeien
bes|ser: Adj. (Komparativ von 'gut’) 1
positiver bewertet als etw. anderes
»Wurst schmeckt mir besser als
Käse.« 2 gesellschaftlich recht hoch¬
stehend »bessere Leute« 3 das wäre ja
noch besser, [iron.] das darf nicht
sein, ist unmöglich; das muß man
strikt ablehnen »Erst betrügt er mich
u. nun will er wieder zu mir ziehen, das
wäre ja noch besser.« 4 besser als in
die hohle Hand gepfiffen, [derb]
geschissen: [ugs.] immer noch besser
als nichts »Hundert Mark für das alte
Auto? Na, besser als in die hohle Hand
geschissen.« S besser ist besser, deu¬
tet an, daß jmd. sehr vorsichtig ist; lie¬
ber doppelt kontrollieren 6 jmds.
bessere Hälfte: [scherzh.] jmds. Ehe¬
frau, Ehemann, Lebensgefährte, Le¬
bensgefährtin »Na, wo ist denn deine
bessere Hälfte?« 7 Besser zu früh als
zu spät 1. [scherzh.] Anmerkung,
wenn jmd. zu früh kommt, es mit der
Zeit, Pünktlichkeit nicht so genau
nimmt 2. etw. zu früh zu tun, erledi¬
gen o. ä. schadet (meist) nicht, zu spät
jedoch kann schlimme, nicht wieder
gutzumachende Folgen haben 8 Bes¬
ser freundlich versagen, als unwillig
gewähren: besser eine freundliche
Absage, als etw. nur widerwillig tun,
gewähren 9 Besser mit Schaden als
mit Schanden klug werden: besser
durch negative Erfahrungen lernen
als durch etw. Unehrenhaftes
bes|ser[ge|hen—> bes|ser ge|hen: geht
besser; ging besser; ist bessergegangen
—>ist besser gegangen•«— gesund¬
heitlich in einen besseren Zustand
kommen
bes|sern: besserst; bessertest; hast ge¬
bessert etw. besser machen, verbes¬
sern »Das bessert die Sache auch
nicht.«
bes|sern, sich: besserst dich; bessertest
dich; hast dich gebessert besser wer¬
den; sich verbessern; sich in Leistun¬
gen, Fähigkeiten steigern »Er hat sich
in der Schule sehr gebessert.«
Bes|se|rung: die; - ; -en 1 das Besser¬
werden einer Situation »Es ist eine
Besserung unserer finanziellen Lage in
Sicht.« 2 gute Besserungl: <Wunsch
an jmdn., der krank ist> »Ich wünsche
Ihnen gute Besserung!«
Bes|serjwis|ser: der; -s; - weibl. Bes|-
seijwis(se|rin: die; - ; -nen Person, die
in ihren Kenntnissen stets alle ande¬
ren zu übertreffen meint, vorgibt
Best.: Abk. 1 Bestand 2 Bestandteile) 3
Bestätigung 4 Bestellung 5 Bestim¬
mungen)
best.: Abk. 1 bestätigt 2 bestellt
Beistand: der; -(e)s; Bestände 1 Ge¬
samtmenge von vorhandenen Gütern
»Mein Warenbestand ist in letzter Zeit
sehr geschrumpft. ♦ Datenbestand« 2 o.
PI. das Anhalten, Andauem, die Exi¬
stenz von etw. »Der Bestand unserer
Gesellschaft wird durch diese negative
Entwicklung in Frage gestellt.« 3 o. PI.
[besonders österr.] Dauer des Be¬
stehens von etw. »Die Firma feierte ih¬
ren 50jährigen Bestand.« 4 von Be¬
stand sein; Bestand haben: bestän¬
dig, von Dauer sein »Diese Abkom¬
men werden hoffentlich von Bestand
sein.«
be|stan|den: Adj. n. stg. <Prüfung> er¬
folgreich absolviert
be|stän|dig: Adj. dauernd; dauerhaft;
sich nicht ändernd »beständiges Ma¬
terial, Wetter«
Be|stand|teil: der; -(e)s; -e in einem
Ganzen aufgehender, enthaltener Teil
von etw. »Das war Bestandteil seines
Plans.«
be|stärjken: bestärkst; bestärktest; hast
bestärkt jmdn. bei etw. unterstützen;
jmdm. zuraten »Sie hat mich in mei¬
nem Vorhaben bestärkt.«
be|stä|ti]gen: bestätigst; bestätigtest;
hast bestätigt 1 erklären, sagen, daß
etw. zutrifft »Das bestätigt meinen
Verdacht gegen ihn.« 2 <Jagd> das Vor¬
handensein von Wild erkennen »Der
Förster bestätigte den Bestand von
fünfzig Rehen.« 3 mitteilen, daß etw.
eingetroffen ist; quittieren »Sie bestä¬
tigte den Erhalt der Sendung.« 4 jmdn.
in ein Amt wiederwählen; (nochmals)
erklären, daß jmd. ein Amt innehat
Be|stä|ti|gung: die; ~ ; -en 1 Erklärung,
daß etw. richtig ist, eingetroffen ist
»Wir bitten um die Bestätigung der
Buchung.« 2 erneute Wahl in ein Amt
»Ihre Bestätigung war nur eine Form¬
sache.«
be|stat|ten: bestattest; bestattetest; hast
bestattet (mit einer Zeremonie) beiset¬
zen, beerdigen
belstäulbon: bestäubst; bestäubtest;
hast bestäubt 1 <Bio.> Pollenstaub auf
den Stempel, in die weibliche Blüte
übertragen »Die Bienen bestäuben die
Blumen.« 2 mit etw. Staubähnlichem
bestreuen
belstaulnen: bestaunst; bestauntest; hast
bestaunt sich über eine ungewöhnli¬
che Sache wundem u. sie betrachten
be|ste —» besjte: Adj. (Superlativ von
'gut') 1 besser geht es nicht;
hervorragend(ste) 2 etw. zum besten
geben —» etw. zum Besten geben:
etw. zur Erbauung, Unterhaltung bei¬
tragen »Würden Sie eines von Ihren
Gedichten zum besten geben?« 3 das
Beste aus etw. machen: (auch wenn
etw. nicht so gut, vielversprechend
aussieht) die größtmöglichen Vorteile
aus etw. ziehen 4 mit jmdm., etw.
steht es nicht zum besten —> mit
jmdm., etw. steht es nicht zum
168
besuchen
Besten: jmdm. geht es (finanziell, ge¬
sundheitlich o. ä.) nicht gut; etw. be¬
findet sich in keiner guten Situation,
Lage 5 der eiste, nächste beste —>
der erste, nächste Beste: egal wer;
jeder »Du kannst doch nicht dem er¬
sten besten alles anvertrauen.« 6 jmdn.
zum besten haben, halten —> jmdn.
zum Besten haben, hatten: jmdn.
aufziehen, anführen, täuschen »Das
glaube ich nicht, du willst mich doch
nur zum besten halten.« 7 das beste
—> das Beste: das Wünschenswerte¬
ste; das Positivste 8 etw. ist aufs be¬
ste geregelt —>■ etw. ist aufs Beste
geregelt: etw. ist optimal geregelt, or¬
ganisiert
be|ste|chen: bestichst; bestach(e)st;
hast bestochen 1 jmdn. mit Geld od.
Sachwerten dazu bringen, etw. (Un¬
gesetzliches) in seinem Sinne zu tun
»Er bestach die Grenzbeamten.« 2 be¬
eindrucken; für sich einnehmen »Das
Werk des Autors besticht durch seine
klare Sprache.«
bejstech|lich: Adj. n. stg. für Geld, Ge¬
schenke zu entsprechendem (unge¬
setzlichen) Handeln zu Gunsten jmds.
bereit; (leicht) zu bestechen »ein be¬
stechlicher Politiker«
Be|steck: das; (e)s; -e Instrumente, die
der Nahrungsaufnahme, -Zerkleine¬
rung dienen (wie Messer, Gabel u.
Löffel) »Ich habe mir ein Besteck aus
Silber gekauft.«
be|ste|hen: bestehst; bestandfejst; hast
bestanden t eine Prüfung o. ä. bewäl¬
tigen »Ich habe die Prüfung be¬
standen.« 2 sich zusammensetzen; be¬
inhalten »Der Mensch besteht über¬
wiegend aus Wasser.« 3 existieren;
(weiterhin) vorhanden sein »Eine sol¬
che Möglichkeit besteht durchaus.« 4
beharren auf; etw. fordern, verlangen
»Sie bestand darauf, daß er mit¬
komme.«
be|stg]hen|blei|ben —* bestellten
bleijben: bleibt bestehen; blieb be¬
stehen; ist bestehengeblieben —*ist
bestehen geblieben<— sich nicht ver¬
ändern; weiterhin gelten »Der alte
Mietvertrag bleibt bestehen.«
be|steh|len: bestiehlst; bestahl(e)sl;
hast bestohlen etw. von jmdm. un¬
rechtmäßig nehmen, stehlen
be|stei|gen: besteigst; bestieg(e)st; hast
bestiegen a) auf etw. hinaufgehen,
-steigen »Wir bestiegen den Berg.« b)
betreten, indem man hinaufsteigt »Er
bestieg den Bus.«
Be|stelt|ein|gang: der; -(e)s; -eingänge
<Wirt.> (Zeitpunkt des) Eintreffens ei¬
ner Bestellung von Waren
be|stel|ten: bestellst; bestelltest; hast be¬
stellt 1 (Wirt.) eine Lieferung anfor-
dem, in Auftrag geben; reservieren
»Ich habe eine neue Küche bestellt.« 2
eine Nachricht übermitteln, mitteilen
»Bestellen Sie Ihrem Mann 'Gute
Besserung’.« 3 bearbeiten; bebauen
» Wir sind nicht in der Lage, alle Felder
zu bestellen.«
Bestellliste (Be|stell|li|ste) —> immer
mit 111: Be|stell|lis|te: die; ~ ; -n Aufli¬
stung der bei einer Firma o. ä. bestell¬
ten, georderten Waren
Bejstel|tung: die; - ; -en <Wirt.> a) das
Bestellen, Anfordern von etw. »Die
Bestellung ist bereits ausgeliefert
worden.« b) etw., was bestellt wurde
be)sten|falls —»■ besjtenffalls: Adv.
wenn alles bestmöglich, optimal ver¬
läuft »Wir können bestenfalls im Mai
liefern.«
bestens —»• bestens: Adv. in hervor¬
ragender, ausgezeichneter Weise »Bei
uns läuft alles bestens.«
belsteutern: besteuerst; besteuertest;
hast besteuert auf etw. eine Steuer,
Abgabe erheben
be|stia|llsch—» bes|ti|a|lisch: dat.> Adj.
unmenschlich, wie ein wildes Tier,
eine Bestie; grausam »Das ist ein ge¬
radezubestialisches Verhalten.«
be|sticken (be|stik|ken —» bestü¬
cken): bestickst; besticktest; hast be¬
stickt mittels einer Nadel Stoff mit
buntem Garn verzieren
Bejstie —*■ Bes|tie: dat.t die; -; -n 1 wil¬
des Tier »Die Bestie hat mich
angegriffen.« 2 Mensch, der sich grau¬
sam u. unmenschlich, wie ein wildes
Tier, ein Monster verhält
be(stjm|men: bestimmst; bestimmtest;
hast bestimmt 1 jmdn., etw. festlegen
(als etw.) »Die Jungen bestimmten sie
zur Anführerin.« 2 wissenschaftlich
feststellen, messen »Er bestimmte den
pH-Wert der neuen Seife.«
be|stimmt: I Adj. n. stg. ganz gewiß;
feststehend »Sie wartete auf eine be¬
stimmte Frau.« II Adv. ganz gewiß;
mit Sicherheit »Man wird ihn be¬
stimmt eines Tages finden.«
Be|stim|mung: die; - ; -en Funktion,
Ziel, für die/das etw. ideal geeignet,
vorgesehen ist
Be|stim|mung8|ort: der; -(e)s; -e Ort,
an "den eine Ware geliefert, transpor¬
tiert werden soll
Be|stim|mungs|wort: das; -(e)s; -Wör¬
ter (Sprachwiss.) bei einer Wortzu¬
sammensetzung der erste Wortbe¬
standteil, der den zweiten Wortbe¬
standteil, das Grundwort dieser Zu¬
sammensetzung, näher beschreibt,
bestimmt »ln der Wortzusammenset¬
zung 'Landkarte' ist 'Land’ das Be¬
stimmungswort u. 'Karte' das Grund¬
wort.«
Bestjmaijke: die; -; -n bestes Ergebnis,
das in einem Bereich je, in einem Zeit¬
raum erzielt wurde
best|mögjlich/best}mög|lich: Adj. n.
stg. in einem bestimmten Rahmen op¬
timal, nicht besser zu tun »Das war
die bestmögliche Lösung.«
be(stra|fen: bestrafst; bestraftest; hast
bestraft jmdn. für eine Tat mit einer
Strafe belegen »Sie wurde für den
Diebstahl hart bestraft.«
Be|stra|fung: die; •; -en Ausführung ei¬
ner Strafe für ein Verbrechen, eine
Verfehlung
be|strah|len: bestrahlst; bestrahltest;
hast bestrahlt mit physikalischen
Strahlen (medizinisch) behandeln;
Strahlen aussetzen
Be|strah|tung: die; - ; -en a) o. PI. das
Bestrahlen von etw. b) medizinische
Behandlung mit Strahlen
Bejstrejben: das; -s; - Bemühen, ein Ziel
zu erreichen
Beitreibung: die; - ; -en Bemühen, ein
Ziel zu erreichen
be[strei|chen: bestreichst; bestrich(e)st;
hast bestrichen 1 etw. mit einer (dün¬
nen) Schicht versehen »Sie bestrich
die Tapete mit Kleister. ♦ Sie bestrich
das Brot mit Butter.« 2 [geh.] über
etw. hinweggehen, hinweggleiten
»Das Licht bestrick das Gelände.«
be|strei)ken: bestreikst; bestreiktest;
hast bestreikt in einer Firma für einige
Zeit nicht arbeiten, um eine Forde¬
rung durchzusetzen »Dieser Betrieb
wird seit drei Wochen bestreikt.«
be|strei|ten: bestreitest; bestritt (e)st;
hast bestritten 1 erklären, sagen, daß
etw. nicht zutrifft, es abstreiten, leug¬
nen »Ich bestreite, daß ich das jemals
gesagt habe.« 2 bezahlen; für etw. auf¬
kommen
bestricken (be|strik|ken —> be|stri{-
cken): bestrickst; bestricktest; hast
bestrickt [ugs.] 1 für jmdn. etw. strik-
ken 2 jmdn. durch Charme sehr be¬
eindrucken, für sich einnehmen
Best|sel|ter: <engl.> der; -s; - etw., was
in hohen Stückzahlen verkauft wird;
Verkaufsschlager »Dieser Roman ist
der Bestseller des Monats.«
Best|sel|ler|au[tor: <engl.; lat» der; -s;
-en wem. Best|sel|l«r)au|to]rin: die;
- ; -nen Person, die ein besonders er¬
folgreiches Buch mit hohen Aufla¬
genzahlen verfaßt hat
Best|sel|!er|li|ste —-> Best|sel|leijtis|te:
<engl.; dt.> die; - ; -n Aufstellung der
erfolgreichsten, meistverkauften Bü¬
cher u. ä.
bejstücken (be|stük|ken —*• be|stü|-
cken): bestückst; bestücktest; hast be¬
stückt [geh.] mit etw. versehen, aus¬
statten
Be|stuh|lung: die; - ; -en Gesamtheit
der Stühle (in einem Raum)
be|stUrjmen: bestürmst; bestürmtest;
hast bestürmt 1 etw. od. jmdn. im
Sturm angreifen »Die Burg wurde von
den Feinden bestürmt.« 2 heftig bitten,
bedrängen »Die Kinder bestürmten
mich, mit ihnen in den Zoo zu gehen.«
be|stürzt: Adj. bestürzter; bestürzteste
innerlich sehr betroffen, angerührt
von etw., einer schlechten Nachricht
Bejstürztjheit: die; - ; - entsetzte Betrof¬
fenheit über etw. od. jmdn.
BeStürjzung: die; ~ ; - das innerliche
Betroffensein von einer schlechten
Nachricht, einem negativen Ereignis
be|stußt —» bejstusst: Adj. beslußter;
bestußteste —*■bestusster; be-
stussteste*— [ugs.] nicht ganz bei
Verstand, Syn.: bescheuert; verrückt
Bestjzeit: die; - ; -en (Sport) kürzeste
Zeitspanne, die für etw. benötigt wur¬
de »Sie lief persönliche Bestzeit.«
Befsuch: der; -(ejs; -e 1 das Besuchen,
Aufsuchen (z. B. eines Menschen in
seiner Wohnung) »Der Besuch des
Zoos ist für Kinder immer ein Spaß.« 2
Person, die jmdn. besucht 3 Kurz«
Besuche verlängern die Freund¬
schaft: kurze Besuche bereiten meist
Freude, man ist willkommen »Bei
längeren Besuchen ist man oft nur (wi¬
derwillig) geduldet, darum sage ich dir
-.«
be|su|chen: besuchst; besuchtest; hast
besucht etw. aufsuchen; zu jmdm. als
Gast gehen
169
Besuchserlaubnis
Be|suchs|eijlaub|nis: die; - ; -se Geneh¬
migung, jmdn. an einem abgeschirm¬
ten Ort (z. B. Gefängnis) aufzusuchen
Be|sychs|n't)ze/Be)su|cheijrit)ze: die;
~ ; -n [scherzh.) unbequeme Einker¬
bung zwischen den zwei Matratzen ei¬
nes Ehebetts, auf der im Notfall jmd.
schlafen kann
Be|suchs|tag: der; -(e)s; -e festgelegter
Termin, an dem jmd. an einem abge¬
schirmten Ort (z. B. einem Gefängnis)
aufgesucht werden darf
Be]suchs|zeit: die; - ; -en Stunden, in
denen Patienten im Krankenhaus,
Gefangene im Gefängnis usw. be¬
sucht werden dürfen »Die Besuchszeit
ist beendet.«
bejsujdeln: besudelst; besudeltest; hast
besudelt 1 (mit einer Flüssigkeit) stark
beschmutzen »Du hast das ganze
Hemd mit Kirschsaft besudelt.« 2
<übertr.> beschmutzen; (im Selbst¬
wertgefühl) schmälern »Du hast die
Ehre der Familie besudelt.« Syn.: <a; b>
beflecken
Be|ta: das; - u. -s; -s zweiter Buchstabe
der griechischen Alphabetreihe
Be|ta|bIocker (Be|ta|blok|ker —> BeJ-
ta|blo|cker): der; -s; - <Med.> stark
blutdrucksenkendes Medikament
be|tagt: Adj. betagter; betagteste [geh.;
auch scherzh.] alt; von hohem, höher¬
em Alter »eine betagte Dame; ein be¬
tagtes Auto«
Be[ta|ke|lung/Be|tak[lung: die; - ; -en a)
Gesamtheit der Segel eines Schiffes b)
das Versehen eines Bootes mit Segeln
bejtanjken: betankst; betanktest; hast
betankt den Tank, Benzinbehälter ei¬
nes Autos o. ä. füllen »Das Auto wird
mit bleifreiem Benzin betankt.«
be]ta[sten —» be|tas)ten: betastest; be¬
tastetest; hast belastet mit dem Tast¬
sinn, den Händen u. Fingern befüh¬
len, erfassen, untersuchen »Sie beta¬
stete die Melone genau.«
be|t|fti|gen: betätigst; betätigtest; hast
betätigt 1 eine Maschine o. ä. in Gang
setzen, halten »Ich betätigte den
Lichtschalter.« 2 [geh.] etw. in die
Realität umsetzen »Der Vorschlag
wurde betätigt.«
be|tä [tilgen, sich: betätigst dich; betätig¬
test dich; hast dich betätigt sich mit
etw. beschäftigen; an, für, als etw. ar¬
beiten »Ich betätige mich gerade als
Schreiner.«
Beftäftifgungsjfeld: das; -(e)s; -er(Auf-
gaben-)Gebiet, auf dem jmd. arbeitet
»Er hat in der Sozialarbeit ein neues
Betätigungsfeld gefunden.«
be|tat|schen: betatschst; betatschtest;
hast betatscht [ugs.; abwert.] (uner¬
wünscht) wenig feinfühlig mit den
Händen berühren, anfassen
be(täu(ben: betäubst; betäubtest; hast
betäubt 1 einen Teil des Körpers (ei¬
nes Lebewesens) durch Medikamente
od. Gewaltanwendung bewußtlos
bzw. schmerzunempfindlich machen
od. das Bewußtsein eines Lebewesens
vollkommen ausschalten »Der Arzt
betäubte die Stelle, bevor er mir den
Zahn zog.« Syn.: [fremdsprl.] narkoti¬
sieren 2 wie betäubt: benommen »Sie
war wie betäubt.«
Be|täu|bungs)mitltel: das; -s; - etw.,
Medikament, das zu extremer Un¬
empfindlichkeit od. zu Bewußtlosig¬
keit führt
Beite/Beelte: die; - ; -n in der Wendung
rote/weiße Bete/Beete: eine Knol¬
lenfrucht, Gemüsesorte, die süßsauer
(ein)gekocht wird
bejtei|li|gen: beteiligst; beteiligtest; hast
beteiligt jmdn. als Teilhaber(in) ha¬
ben, nehmen; jmdn. an etw. Anteil
haben lassen »Wir wurden mit 20 %
am Gewinn beteiligt.«
be|t§i|li|gen, sich: beteiligst dich; betei¬
ligtest dich; hast dich beteiligt an etw.
(aktiv) teilnehmen, es (aktiv) mitma¬
chen »Wir beteiligten uns an dem Ge¬
schenk.«
Be|tgi]li|gung: die; - ; -en 1 das (aktive)
(Sich-)Beteiligen; die (aktive) Teil¬
nahme an etw. »Die Beteiligung an
den Wahlen ließ zu wünschen übrig.« 2
etw. (z. B. ein Geldbetrag), das als
Anteil in etw. eingebracht wird od.
was man als Anteil, Ertrag erhält
be|ten: betest; betetest; hast gebetet <Re-
ligiom seinen Gott um etw. bitten; zu
seinem Gott, zu Heiligen o. ä. spre¬
chen »Ich betete um Hilfe.«
befteulern: beteuerst; beteuertest; hast
beteuert heftig versichern, daß etw.
zutrifft, wahr ist »Er beteuerte seine
Unschuld.«
Betteuelrung —»■ Belteulelrung: die; - ;
-en heftige Versicherung hinsichtlich
einer Handlung, einer Einstellung
»Liebesbeteuerungen«
bejtijteln: betitelst; betiteltest; hast beti¬
telt etw. od. jmdm. einen Titel geben;
etw. od. jmdn. als etw. bezeichnen
»Er betitelte ihn gern als erfolgreich¬
sten Künstler der Gegenwart.«
Bejton: <lat.-fr.i /betqng u. [süddt. auch,
österr. nur] beton/ der; -s; -s u. -e
steinähnliches Baumaterial aus Ze¬
ment, Sand u. Wasser »Sie gossen eine
Decke aus Beton.«
be)to|nen: betonst; betontest; hast be¬
tont 1 sprachlich besonders hervorhe¬
ben »Bei dem Wort ’Eisdiele ’ wird die
erste Silbe betont.« 2 inhaltlich nach¬
drücklich hervorheben »Ich betone
nochmals, daß ich aus der Veranstal¬
tung keinen Gewinn ziehe.«
be(to|nie|ren: <lat.-fr.> betonierst; beto¬
niertest; hast betoniert mit Beton bau¬
en; eine Fläche mit Beton auslegen
» Wir haben die Decke betoniert.«
be)fö]ren: betörst; betörtest; hast betört
[geh.] becircen; jmdn. durch seine Er¬
scheinung, sein Wesen bezaubern
Betr.: Abk. 1 Betrag 2 <in Briefen, beson¬
ders Geschäftsbriefen» Betreff 3 Be¬
treuung 4 Betrieb 5 Betroffene(r)
betr.: Abk. a) betreffend b) betreffs c)
betrifft
Befracht: der; -(e)s; - in den
Wendungen 1 außer Betracht blei¬
ben; etw. außer Betracht lassen:
etw. bleibt unberücksichtigt; etw.
wird nicht berücksichtigt, wird nicht
beachtet »Ihre Frage müssen wir heute
außer Betracht lassen. • Sie haben
meine Frage außer Betracht gelassen.«
2 in Betracht kommen; in Betracht
ziehen: berücksichtigt, beachtet wer¬
den; jmdn., etw. beachten, berück¬
sichtigen »Er kommt für diese Position
in Betracht.«
be|trach|ten: betrachtest; betrachtetest;
hast betrachtet etw. od. jmdn. genau
ansehen, beobachten »Er betrachtete
die Schmetterlinge genau.«
be(trächt|llch: Adj. 1 erheblich; ziemlich
viel, groß »eine beträchtliche
Geldsumme« 2 um ein beträchtliches
—* um ein Beträchtliches: sehr; in
hohem Maße; einen bedeutenden Un¬
terschied aufweisend; verglichen mit
etw. od. jmdm. sehr viel mehr, höher,
größer, kleiner, weniger, schmaler o.
ä. »Die Lebenshaltungskosten sind um
ein beträchtliches gestiegen.«
Be(trach|tung: die; - ; -en 1 das. Beob¬
achten von etw., jmdm. 2 a) Überle¬
gung, die jmd. über ein Thema an¬
stellt b) Ergebnis der angestellten
Überlegung
Betrag: der; -(ejs; Beträge (Geld-)
Summe »Bitte überweisen Sie den Be¬
trag von DM 120.- auf mein Konto!«
Be)tra]gen: das; -s; - Verhalten, Beneh¬
men in einer Situation
be]tra|gen: beträgt; betrug; hat betragen
einen Umfang, eine Summe o. ä. von
... haben; sich belaufen auf ... (einen
bestimmten Betrag) »Die Rechnung
beträgt 85 DM.«
be[tra|gen, sich: beträgst dich; betru-
g(e)st dich; hast dich betragen sich be¬
nehmen, aufführen, verhalten »Erbe¬
trug sich wie ein kleines Kind.«
be)trau|en: betraust; betrautest; hast be¬
traut jmdm. eine Tätigkeit, Aufgabe
anvertrauen; jmdn. mit etw. beauftra¬
gen
be)trau|em: betrauerst: betrauertest;
hast betrauert über (den Verlust von)
etw., jmdn. (jmdm.) traurig sein
belträulfqln: beträufelst; beträufeltest;
hast beträufelt mit Tropfen einer
Flüssigkeit benetzen; Flüssigkeit auf
etw. tropfen lassen
Be(treff: der; -s; -e 1 [amtssprl.; veralt.J
Gegenstand eines Briefes, Schreibens
2 in betreff —> in Betreff: in Hinsicht
auf
be|tref)fen: betrifft; betraf; hat betroffen
angehen; sich beziehen auf; zu tun ha¬
ben mit »Das neue Gesetz betrifft uns
alle.«
beftrefffend: Adj. n. stg. jmdn. ange¬
hend; Folgen, Auswirkungen für
etw., jmdn. habend
Be|trefffen|de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Betreffender;
eine Betreffende; zwei Betreffende)
Person, die etw. angeht »Die Betref¬
fenden sollen sich in meinem Büro mel¬
den!«
be treffs: Adv. hinsichtlich einer Sache
be tiei]ben: betreibst; betrieb(e)st; hast
betrieben 1 ein Geschäft o. ä. führen
»Sie betreibt einen Blumenladen.« 2
etw. antreiben, in Gang halten »Die
Heizung wird mit Gas betrieben.« 3
etw. durchführen; sich um etw. bemü¬
hen »Sie betrieb ihre Studien schon
sehr lange.«
Be|trej[ber: der; -s; - weibl. Be(troi|be|-
rin: die; - ; -nen a) Person, die ein Ge¬
schäft o. ä. führt, bewirtschaftet b)
Person, die sich für die Durchführung
einer Handlung einsetzt, diese for¬
ciert
beftreßt —» betresst- Adj. <Uniform>
miF Rangabzeichen versehen
170
Betthupferl
beftrejten: betrittst; betrat(e)st; hast be¬
treten auf etw., in etw. (hinein)gehen
Ich betrat das Zimmer.«
bedielten: Adj. verlegen; peinlich be¬
rührt »ein betretener Blick«
be|treu|en: betreust; betreutest; hast be¬
treut sich um jmdn., etw. kümmern
Bettreulung: die; - ; -en a) körperliche
od. geistige Hilfe, Unterstützung für
jmdn. b) einzelne unterstützende Tä¬
tigkeit
Baitrieb: der; -(e)s; -e 1 organisatori¬
sche Einheit, in der ein Unternehmer
allein od. mit Mitarbeitern produktiv
tätig ist, Syn.: Firma; Unternehmen
»In meinem Betrieb passiert so etw.
selten.« 2 o. PI. das Inbetriebsein, Ar¬
beiten von Maschinen o. ä. »Die Ma¬
schine ist nicht mehr in Betrieb.« 3 o.
PI. viele Personen, viel Verkehr; Ge¬
schäftigkeit »Hier ist immer viel
Betrieb.« 4 a) auBer/in Betrieb sein:
(nicht) funktionieren b) etw. auBer
Betrieb setzen: etw. (vorübergehend)
außer Funktion setzen 5 a) in Betrieb
gehen: beginnen zu arbeiten; zum
Einsatz kommen »Das neue Atom¬
kraftwerk soll bald in Betrieb gehen.«
b) etw. in Betrieb nehmen: etw. bei
der Arbeit zum Einsatz bringen »Bald
wird das neue Atomkraftwerk in Be¬
triebgenommen.«
be|trieb|lich: Adj. n. stg. auf einen Be¬
trieb bezogen; ein Unternehmen be¬
treffend
beftriebjsam: Adj. geschäftig; viel Bewe¬
gung zeigend »eine betriebsame
Stadt«
Be|trjeb|sam|keit: die; - ; - (Gesamtheit
der) sichtbar von vielen Personen,
den Anwesenden erledigten Arbeiten;
das Beschäftigtsein, Arbeiten (mehre¬
rer Personen)
Beftriebs|an|ge|hö|ri|ge: der u. die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.: ein Be¬
triebsangehöriger; eine Betriebsange¬
hörige; zwei Betriebsangehörige) Per¬
son, die bei einer Firma angestellt, be¬
schäftigt ist
Bejtriebs|an|lei|tung: die; - ; -en Anwei¬
sung für den Gebauch eines Gerätes
od. einer Maschine
Be|triebs|anjwei|sung: die; - ; -en 1 An¬
leitung zum Benutzen eines (techni¬
schen) Gerätes 2 Anweisung, Befehl
an die Mitarbeiter einer Firma
be|trjebs|be|reit: Adj. n. stg. <Maschine>
einsatzbereit; fertig zum Arbeiten
be|trfebs|ei|gen: Adj. n. stg. im Eigen¬
tum, Besitz einer Firma
Be|triebs|er|laub|nis: die; - ; -se Geneh¬
migung, etw. in Funktion zu setzen,
zu betreiben »Er hat für die Fabrik
keine Betriebserlaubnis.«
Be|triebs|füh|rung: die; - ; -en a) o. PI.
Art u. Weise der Leitung einer Firma
b) Person(en), die eine Firma leitet/
leiten
Bejtriebs|ge|neh|mi|gung: die; - ; -en
Erlaubnis zum Betreiben einer Ma-
schine(nanlage)
Be|triebs|kli|ma: das; -s; -klimata (PI.
s.) Stimmung, Xrbeitsumstände in ei¬
ner Firma
Be|triebs|ko|sten —» Be|triebsjkos|-
tenc die (PI.) Geldsumme, die für den
Unterhalt einer Firma, Maschinenan¬
lage aufgebracht werden muß
Be|trjebs|rat: der; -(e)s; -rate weibl.
Be|triebs|rä|tin: die; - ; -nen 1 gewähl¬
te^) Arbeitnehmervertreter(in) in ei¬
nem Unternehmen »Die Betriebsräte
treffen sich jeden Dienstag.« 2 nur
männl. Form Organ der gewählten
Arbeitnehmervertreter(innen) in ei¬
ner Firma »Die Betriebsräte werden
neu zusammengesetzt.«
Be|triebs|renjte: die; - ; -n zusätzlich
zur Altersrente von manchen großen
Firmen an langjährige Betriebsange¬
hörige gezahlte monatliche Summe
Be|triebs|stö|rung: die; - ; -en Beein¬
trächtigung, Unterbrechung der Ar¬
beit einer Maschinenanlage
Be|triebs|sy|stem —* Be)trjebs|sy|s|-
tem: das; -(e)s; -e <EDV> (Form der)
Basissoftware eines Computers
Bettrjebs|wirt: der; -(e)s; -e weibl. Be|-
triebs|wir|b'n: die; - ; -nen Person, die
ein Studium der Betriebswirtschaft
erfolgreich absolviert hat
Be|triebsjwirt(schafb die; -; -en (PI. s.)
(Wissenschaft von der) Führung einer
Firma u. den damit verbundenen
wirtschaftlichen Zusammenhängen
be|trin|ken, sich: betrinkst dich; betran-
k(e)st dich; hast dich betrunken so
viele alkoholische Getränke zu sich
nehmen, daß man in einen Rauschzu¬
stand gerät »Sie betranken sich mit
Schnaps.«
be|trof|fen: Adj. a) n. stg. mit etw. zu tun
haben; von etw. berührt werden »Sie
ist eine der betroffenen Frauen.« b) (in¬
nerlich) von einer (schlechten) Nach¬
richt berührt »Es herrschte betroffe¬
nes Schweigen.«
be|trü|ben: betrübst; betrübtest; hast be¬
trübt [geh.] jmdn. (innerlich) bedrük-
ken, in eine schlechte, traurige Stim¬
mung versetzen »Daß ich die Kinder
so selten sehe, betrübt mich sehr.«
be|tfüb|lich: Adj. bedauerlich u. traurig
stimmend »Das ist eine betrübliche
Entwicklung.«
be|triibt: Adj. betrübter; betrübteste
über etw. (innerlich) traurig, bedrückt
sein »Er sah sie mit betrübtem Blick
an.«
Be|trug: der; -(e)s; - (PI. nur in der
Form Betrügereien) 1 durch Täu¬
schung eines anderen hervorgerufene
Vermögensschädigung (zum eigenen
Vorteil) »Er ist durch den Betrug an
seinem Partner reich geworden.« 2 ein
frommer Betrug: 1. etw., womit man
sich selbst täuscht, anlügt »Er redet
sich ein, daß er wieder voll arbeitsfähig
wird, aber das ist ein frommer Betrug.«
2. etw., was jmdm. aus einer guten
Absicht heraus vorgetäuscht wird 3
Der erste Betrug ist ärger als der
letzte: a) der erste Fehltritt ist der er¬
ste Schritt zur Kriminalität b) beim
ersten Vergehen o. ä. muß der
Mensch seine natürlichen Hemmun¬
gen noch überwinden, danach kennt
er keine Skrupel mehr
be|trü|gen: betrügst; betrog(e)st; hast
betrogen a) jmdn. belügen u. ihm da¬
durch Schaden zufügen b) <(Ehe-)
Partner) miteine(rXm) anderen, Drit¬
ten sexuell verkehren »Er hat mich
mit seiner Sekretärin betrogen.«
be|trun|ken: Adj. unter Alkoholeinfluß
stehend, zuviel Alkohol getrunken
habend u. davon berauscht »Betrun¬
kene Autofahrer verursachen viele Un¬
fälle.«
Bett das; -(e)s; -en 1 meist aus Gestell,
Rahmen u. Matratze bestehende
Schlafstelle »ins Bett gehen« 2 kurz
für Oberbett = wärmende Decke (oft
mit Federn, Daunen gefüllt) 3 kurz
für Fluß-, Meerbett = vom Wasser
ausgewaschene Erde 4 <Technik> Un¬
terbau einer Maschine 5 ins Bett, zu
Bett gehen; [geh.] sich ins, zu Bett
begeben; [ugs.] sich ins Bett hauen:
schlafen gehen »Die Eltern haben sich
bereits zu Bett begeben. • Ich habe
mich nach der Arbeit gleich ins Bett
gehauen.« 6 sich ins gemachte Bett
legen: [ugs.] sich ohne sich selbst an¬
zustrengen (auf fremde Kosten) eine
gute Existenz schaffen, ein angeneh¬
mes, sorgenfreies Leben führen »Er
hat die Tochter des Firmenbesitzers
geheiratet u. sich so ins gemachte Bett
gelegt.« 7 [veralt.] mit jmdm. das Bett
teilen; [ugs.] mit jmdm. ins Bett ge¬
hen, steigen: mit jmdm. Sexualver¬
kehr haben »Sie wurde befragt, ob sie
mit ihm das Bett geteilt hat. ♦ Er
möchte am liebsten mit jeder Frau
gleich ins Bett steigen.« 8 ans Bett ge¬
fesselt sein: [geh.] sehr krank sein u.
im Bett liegen müssen »Mein Vater ist
mit seiner schweren Lähmung ans Bett
gefesselt.«
Bett|be|zug: der; -(e)s: -bezöge Stoff¬
sack mit Knöpfen o. ä., der zum
Schutz über ein Federbett, eine Decke
gezogen wird »Ich wechselte den Bett¬
bezug.«
Bett|couch: die: - ; -s u. -en [Schweiz,
"auch] der; - ; -s u. -en zu einem Bett
ausziehbares, umwandelbares Sofa
Bettjdecke (Bett|dek|ke —» Bett]de|-
cke): die; - ; -n Oberbett unterschied¬
lichen Materials
bet|tel|ann: Adj. sehr arm; völlig mittel¬
los
betiteln: bettelst; betteltest; hast gebet¬
telt jmdn. um etw. intensiv bitten
»Die Kinder betteln um Schokolade.«
bet|ten: bettest; bettetest; hast gebettet
1 jmdn. auf bestimmte Weise in ein
Bett, auf eine Liege legen »Die Kranke
muß regelmäßig neu gebettet werden.«
2 jmdn. auf Rosen betten; auf Rosen
gebettet sein: für jmdn. (finanziell)
alles tun; verwöhnt, finanziell gutge¬
stellt sein 3 Wie man sich bettet, so
liegt man: jeder Mensch ist für sein
Glück, was er im Leben erreicht u.
wie er behandelt wird, durch sein ei¬
genes Tun u. Handeln verantwortlich
Betjtenfma|chen: das; -s; - das Auf¬
schütteln, Ordnen von Kissen, Ober¬
bett u. Laken
Bett|flajsche: die; -; -n Glaskolben, der
bettlägerigen Männern das Urinieren
ermöglicht, ohne daß sie das Bett ver¬
lassen müssen
Bett|ge|schich|te: die; - ; -n [ugs.] (aus¬
schließlich) sexuelle Verbindung zu
jmdm.
Bett|ge|stell: das; -(e)s; -e Konstrukti¬
on (aus Holz od. Metall), auf der der
Lattenrost o. ä. u. die Matratze eines
Bettes aufliegen
Bett|hup|ferl: das; -s; - Süßigkeit, die
"kurz vor dem Schlafengehen gegessen
171
bettlägerig
wird »Er aß ein Stück Schokolade als
Betthupferl.«
bett|lä|ge|rig: Adj. n. stg. aufgrund einer
Krankheit nicht in der Lage, aus dem
Bett aufzustehen »Ihre Mutter ist
schon seit Jahren bettlägerig.«
Bett|la|ken: das; -s; - dünnes Tuch, das
über die Matratze gespannt wird
Bett|lek|tü|re: die; ~ ; -n (wenig an¬
spruchsvolle) Literatur, die abends
vor dem Einschlafen gelesen wird
Bett|leR der; -s; • weibl. Bett|le|rin: die;
• ; -nen Person, die (von Fremden)
Geld o. ä. erbittet
Bettjnäs|ser: der; -s; - weibl. Bett|näs|-
se|rin: die; - ; -nen Person (oft älteres
Kind), die im Schlaf keine Kontrolle
über ihre Blase hat
Bett|pfan|ne: die; - ; -n Instrument,
Schale, in die ein bettlägeriger
Mensch urinieren u. koten kann
Bett|ru|he: die; - ; - a) das Ausruhen bei
einem längeren Aufenthalt im Bett
»Der Arzt hat ihr Bettruhe verordnet.«
b) Zeitraum, in dem das Liegen im
Bett (aus Krankheitsgründen) Pflicht
ist
Bett|schwe|re: die; - ; - [ugs.] große
Müdigkeit
Bettjsze|ne: die; - ; -n Darstellung eines
Geschlechtsaktes im Film
Bett|tru|he—* auch Bett-Truhe: die; - ;
-n a) großer Behälter mit Deckel, in
dem die Oberbetten usw. aufbewahrt
werden b) in ein Bett eingelassener
Bettkasten
Bettuch (Bett|tuch) —> immer mit ttt:
Bett|tuch/Bett-Tuch: das; -(e)s; Bett¬
tücher —*■ Betttücher/Bett-
Tücher*— Laken; Überzug über die
Matratze
Bett|wä|sche: die; - ; - Laken u. Bezüge
für Oberbett u. Kopfkissen
be|tucht: Adj. [ugs.) wohlhabend; begü¬
tert
be|tu|lich: Adj. übertrieben fürsorglich
be|tup)fen: betupfst; betupftest; hast be¬
tupft ein Tuch o. ä. immer wieder
leicht auf etw. drücken
be|tup|pen: betuppst; betupptest; hast
betuppt [ugs.) jmdn. (bei einem Ge¬
schäft) betrügen »Er hat mich beim
Verkauf des Autos betuppt.«
Beulgelhaft: die; - ; - das Gefangen¬
halten einer Person, um von dieser
eine Information od. ein bestimmtes
Verhalten zu erzwingen
beulgen: beugst; beugtest: hast gebeugt
1 etw., einen Körperteil biegen, an¬
winkeln »Beugen Sie jetzt bitte Ihren
Arm!« 2 jmdn. zu einem gewünschten,
veränderten Verhalten bringen »Die¬
ser Dickkopf wird auch noch gebeugt
werden.« 3 <Sprachwiss.> flektieren;
Verben konjugieren u. Nomen, Pro¬
nomen sowie Adjektive deklinieren
beulgen. sich: beugst dich; beugtest
dich; hast dich gebeugt 1 sich über
jmdn., etw. neigen »Ich beugte mich
über das Kinderbett.« 2 sich einem
Zwang fügen »Ich beugte mich seiner
größeren Körperkraft.«
Beulqunq: die; - ; -en 1 a) Tätigkeit des
Abknickens von etw. in eine andere
Richtung b) Zustand, Effekt, der
durch (a) erzeugt wurde 2 <Sprach-
wiss.> Flexion
Beulle: die; • ; -n a) durch einen heftigen
Schlag o. ä. entstandene Anschwel¬
lung des Körpers, einer Körperpartie
»Ich habe mir eine Beule zugezogen.«
b) durch einen heftigen Aufprall, Stoß
entstandene Vertiefung, Delle
be|un|ru|hi|gen: beunruhigst; beunruhig¬
test; hast beunruhigt jmdn. in Sorge,
Aufregung versetzen
be|un|ru|hi|gen, sich: beunruhigst dich;
beunruhigtest dich; hast dich beunru¬
higt sich sorgen, aufregen
be|ur|kun|den: beurkundest; beurkunde¬
test; hast beurkundet (amtlich) bestä¬
tigen, daß etw. zutrifft, wahr ist »Der
Notar beurkundete die Schenkung.«
be|ur|lau|ben: beurlaubst; beurlaubtest;
hast beurlaubt jmdn. zeitweise von ei¬
ner Tätigkeit befreien
Be|uijlau|bung: die; ~ ; -en Erteilung
von (unbezahltem) Urlaub; Anwei¬
sung, in Urlaub zu gehen
be|ur)tei|len: beurteilst; beurteiltest; hast
beurteilt jmdn. od. etw. begutachten,
ansehen als etw. »Der Arzt hatte zu
beurteilen, ob der Angeklagte zurech¬
nungsfähigsei.«
Be|ur[tei|lung: die; - ; -en a) geäußerte
Meinung über etw., jmdn. b) Doku¬
ment, Schriftstück, das jmds. Mei¬
nung über jmdn., etw. enthält
Be|ur|tei|lungs|maBjstab: der; -(e)s;
-maßstäbe Kriterien, die für die ge¬
rechte Meinungsbildung über jmdn.,
etw. herangezogen werden
Beu)te: die; - ; - etw., was durch ein Ver¬
brechen in den Besitz des Täters ge¬
langt ist
bey|te]gie|rig: Adj. a) <Jagd> sehr be¬
strebt, etw. zu erjagen, zu bekommen
b) dibertr.) sehr bestrebt, etw. zu er¬
halten
Beu|tel: der; -s; - 1 kleiner Sack (mit
Henkeln); Tüte »Sie verpackte ihre
Einkäufe in einem Beutel.« 2 taschen¬
ähnliche Hautfalte, in dem Beuteltie¬
re ihre Jungen tragen 3 [österr.] dum¬
mer, trotteliger Mensch
beulteln: beutelst; beuteltest; hast ge¬
beutelt [ugs.] jmdm. übel mitspielen,
ihn nicht gut behandeln
Beu|te<|rat|te: die; - ; -n mittelgroßes
Nagetier
Bev.: Abk. t Bevölkerung 2 Bevoll¬
mächtigte^)
bev.: Abk. bevollmächtigt
be|völ|kern: bevölkert; bevölkerte; hat
bevölkert 1 das Volk, die Einwohner¬
schaft bilden »Dieses Gebiet wird
weitgehend von Ureinwohnern
bevölkert.« 2 beleben; durch Anwe¬
senheit füllen »Viele Menschen bevöl¬
kerten die Straßen.«
be|völ|kern, sich: bevölkert sich; bevöl¬
kerte sich; hat sich bevölkert sich fül¬
len, beleben »Langsam bevölkerten
sich die Straßen wieder.«
Be|völ|ke|rung: die; - ; -en (PI. s.) Ge¬
samtheit der Einwohner (eines be¬
stimmten Gebietes)
Be|völ|ke|rungs|dich|ta: die; ~ ; -n (PI.
s.) (durchschnittliche) Anzahl der Be¬
wohner in einem bestimmten Gebiet
»Die Bevölkerungsdichte in Mitteleu¬
ropa ist sehr hoch.«
Be[völ|ke|rungs|ex|plo|si|on: die; - ; -en
starkes Ansteigen der Bevölkerung
(durch Erhöhung der Geburtenrate)
be|voil|mäch|ti|gen: bevollmächtigst; be¬
vollmächtigtest; hast bevollmächtigt
jmdm. die Erlaubnis, Befugnis ertei¬
len, etw. in seinem Namen zu tun
Be|voll|mäch|ti|gung: die; • ; -en (Ertei¬
lung einer) Erlaubnis, an Stelle eines
anderen Menschen, im Namen einer
Firma zu handeln
be|vor Koni, zeitlich früher (als); vorher
»Man sollte handeln, bevor es zu spät
ist.«
be|vpr|mun|den: bevormundest; bevor¬
mundetest; hast bevormundet jmdm.
vorzuschreiben versuchen, vorschrei¬
ben, was zu tun ist, was u. wie er/sie
etw. zu tun habe
Be|vor|mun|dung: die; - ; -en (PI. s.j a)
o. PI. (ständiges) Machen von Vor¬
schriften, Geben von Handlungsan¬
weisungen b) nicht berechtigte Hand¬
lungsanweisung in einem bestimm¬
ten, konkreten Fall
be|vgr|ra|ten, sich: bevorratest dich; be¬
vorratetest dich; hast dich bevorratet
sich mit etw. für einen gewissen Zeit¬
raum versorgen; sich etw. als, auf
Vorrat kaufen
be|vpr|rech|ti|gen: bevorrechtigst; be¬
vorrechtigtest; hast bevorrechtigt
[geh.] jmdm. ein Vorrecht, einen Vor¬
teil einräumen, zugestehen
be|voijschus|sen: bevorschußt; bevor¬
schußtest; hast bevorschußt —>alle
Formen mit ss*— [geh.) jmdm. Geld,
etw. (für etw.) vor dem vorgesehenen,
angemessenen Termin geben
be|vpr|ste|hen: steht bevor; stand bevor;
hat bevorgestanden zu erwarten sein;
nahen »Die Geburt stand kurz bevor.«
be|vor|tei|len: bevorteilst; bevorteiltest;
hast bevorteilt jmdm. Vorteile, eine
bessere Ausgangsposition einräumen,
geben
be|vor|wor[ten: bevorwortest; bevorwor¬
tetest; hast bevorwortet [geh.] ein
Buch o. ä. mit einem Vorwort, voran¬
gestellten Bemerkungen versehen
be|vor|zu|gen: bevorzugst; bevorzugtest;
hast bevorzugt etw. od. jmdn. lieber
mögen als etw. od. jmdn. andere(s)(n)
Ich bevorzuge Nudeln als Beilage zu
diesem Essen.«
be|wa[chen: bewachst; bewachtest; hast
bewacht auf etw. ständig genau auf¬
passen »Die Geldtransporte werden
von einem Sicherheitsdienst bewacht.«
be|wach|sen: Adj. von Pflanzen be¬
deckt »ein mit Efeu bewachsenes
Haus«
be|waff|nen: bewaffnest; bewaffnetest;
hast bewaffnet jmdn. mit Waffen ver¬
sorgen; jmdm. Waffen geben »Die
Widerstandskämpfer wurden vom
Nachbarland bewaffnet.«
be|waff1nen, sich: bewaffnest dich; be¬
waffnetest dich; hast dich bewaffnet
sich mit Waffen versehen »Er hatte
sich schwer bewaffnet.«
be|waff)neb Adj. n. stg. mit Waffen ver¬
sehen »ein bewaffneter Soldat«
be|wah|ren: bewahrst; bewahrtest; hast
bewahrt 1 a) erhalten; vor der Zerstö¬
rung schützen »Er hat seinen kindli¬
chen Übermut bewahrt.« b) jmdn. od.
etw. vor etw. od. jmdm. schützen
»Das hat dich vor viel Kummer
bewahrt.« 2 Igelt.] a) aufbewahren
172
bewerten
»Sie bewahrte ihren Schmuck in dem
Kästchen.« b)<übertr.> verwahren
befwählren, sieh: bewährst dich; be¬
währtest dich; hast dich bewährt sich
ab gut erweisen »Dieses Putzmittel
hat sich in jahrelanger Anwendung be¬
währt.«
be|wahrjhei)ten, sich: bewahrheitet sich;
bewahrheitete sich; hat sich bewahr¬
heitet sich als zutreffend, richtig her¬
ausstellen
befwährt: Adj. bewährter; bewährteste
in längerer Zeit, Prüfung als gut,
tauglich erwiesen »Er ist ein bewähr¬
ter Mitarbeiter von uns.«
Be|wah|rung: die; - ; - das Erhalten von
etw. Bestehendem
Befwähjrung: die; ~ ; -en das Sich-Be-
währen; das Beweisen seiner Fähig¬
keiten o. ä.; Möglichkeit, etw. unter
Beweis zu stellen »Die Gefängnisstra¬
fe wurde zur Bewährung ausgesetzt.«
Be)w|h)rungs|auf|la|ge: die; -; -n in der
Freiheit zu erfüllende Bedingungen
für eine vorzeitige Entlassung eines
Gefangenen aus der Haft, eine kürze¬
re Inhaftierung
Be|w<jh|rungs|frist: die; - ; -en Zeit, in
der sich ein(e) Verurteilte(r) nichts zu¬
schulden kommen lassen darf, da er,
sie andernfalls die Strafe antreten, ab¬
büßen muß, die Konsequenz ziehen
muß »Die Bewährungsfrist beträgt
zwei Jahre.«
Be|w^h|rungs|hel)fer. der; -s; - weibl.
Bejwäh|rungs|hel)fe|rin: die; - ; -nen
Person, die beruflich od. ehrenamt¬
lich mit einer Bewährungsfrist belegte
Haftentlassene sozial betreut »Er
muß jede Woche seinen Bewährungs¬
helfer aufsuchen.«
Be|wäh|rungs|pro[be: die; - ; -n (be¬
wußt von außen herbeigeführte(s»
Ereignis, Situation, das/die jmdn. da¬
zu bringt, seine Fähigkeiten unter Be¬
weis stellen zu müssen
be|wal|det: Adj. mit Wald, vielen Bäu¬
men bedeckt» Wir kletterten einen be¬
waldeten Hügel hinauf.«
be|wäl|ti|gen: bewältigst; bewältigtest;
halt bewältigt mit etw. klarkommen,
fertigwerden, es überwinden »Den
Schock mußten wir erst bewältigen.«
be(wan[dert: Adj. mit Kenntnissen aus¬
gestattet »Sie ist eine auf dem Gebiet
der Literatur sehr bewanderte Frau.«
Be|wandt|nis: die; - ; -se [geh.] nähere
Umstände, Gründe für eine Hand¬
lung, ein Ereignis »Welche Bewandt¬
nis hatte dieses Treffen, hatte es mit
diesem Treffen?«
be|wäs[sern". bewässerst; bewässertest;
hast bewässert etw. mit Wasser verse¬
hen »Wegen der Trockenheit mußten
wir die Felder bewässern.«
Be|w|B|rung —*■ Be(wäss|rung/Be|-
wäs|se|rung: die; - ; -en das Zuführen
von Wasser auf eine (Agrarboden-)
Fläche
be[weg|bar. Adj. n. stg. von jmdm. in
seiner Form, Richtung zu verändern
be|we]gen: bewegst; bewegtestjbewo-
g(e)st; hast bewegtjbewogen veran¬
lassen; zum Handeln bringen »Das
hat mich zum Verkauf des Hauses be¬
wogen.«
bejwelgen: bewegst; bewegtest; hast be¬
wegt 1 etw. (ständig) in seiner Stel¬
lung verändern »Sie konnte die Finger
kaum noch bewegen.« 2 (innerliche)
Ergriffenheit, Anteilnahme bewirken;
jmdn. (innerlich) beschäftigen »Der
Tod des Freundes bewegte ihn sehr.«
be|we]gen, sich: bewegst dich; beweg¬
test dich; hast dich bewegt 1 seine Stel¬
lung verändern »Ich habe mich nicht
bewegt.« 2 mit Personen verkehren
»Sie bewegte sich in höchsten Krei¬
sen.« 3 sich fortbewegen; an einen an¬
deren Ort gehen »Die Wolken beweg¬
ten sich nach Osten.« 4 etw. unterneh¬
men; etw. zu bewirken versuchen
Be|weg|gnind: der; -(e)s; -gründe An¬
laß u. Ursache einer Handlung »Die
Beweggründe für ihr Verhalten waren
sehr ehrenhaft.«
be|wog|lich: Adj. zu Bewegungen, zur
(starken) Änderung der Stellung fä¬
hig »Die Puppe hat bewegliche Arme
u. Beine.«
be]wegt: Adj. bewegter; bewegteste 1
(starke) Bewegungen erkennen las¬
send »bewegtes Wasser« 2 ereignis¬
reich »ein bewegtes Leben« 3 ergriffen
u. von etw. gerührt »ein bewegtes Lä¬
cheln«
Be|we(gung: die; - ; -en 1 (ständige) Än¬
derung der Stellung eines Körpers
»Dein Körper braucht mehr Bewe¬
gung.« 2 politisch, weltanschaulich
geprägte Verbindung von Menschen,
die die Verbreitung ihrer Ansichten
verfolgt »Der Zuspruch zu dieser Be¬
wegung ist nicht nachzuvollziehen.« 3
o. PI. das (gefühlsmäßige, innere) Er¬
griffensein »Man sah ihr ihre Bewe¬
gung deutlich an.« 4 sich in Bewe¬
gung setzen; etw. in Bewegung
setzen: anfangen, sich zu bewegen;
bewirken, daß sich etw. bewegt od.
daß etw. anfängt
Be[we|gungs|ab|lauf: der; -(ejs; -ab¬
läufe Art u. Weise, in der eine Verän¬
derung, Bewegung (eines Körpers)
vor sich geht
be|we]gungs|un{fä|hig: Adj. n. stg. nicht
zu Regungen, Bewegungen in der La¬
ge
be|welh|räu|chern: beweihräucherst; be¬
weihräuchertest; hast beweihräuchert
1 mit dem duftenden Rauch brennen¬
den Weihrauchs einhüllen 2 rnbertr.»
jmdn. über Gebühr loben, verherrli¬
chen
be|wei|nen: beweinst; beweintest; hast
beweint [geh.] um etw., jmdn. heftig
trauern »Sie hat den Tod ihres Bruders
lange beweint.«
Be|weis: der; -es; -e 1 Nachweis für die
Richtigkeit od. Unrichtigkeit einer
Aussage, Annahme »Ich habe keine
Beweise für seine Verbrechen.« 2 den
Beweis für etw. antreten: etw. bewei¬
sen (können) »Können Sie den Beweis
für diese Beschuldigung antreten?«
Be|weis|an|trag: der; -(ejs; -anträge
«Rechtsw.» in einem Verfahren vorge¬
brachtes Verlangen hinsichtlich der
Beweisführung zu einer Tatsache
Be|weis|auf|nah|me: die; ~ ; -n
<Rechtsw,> gerichtliche Erhebung des
Beweises (z. B. Zeugenvernehmung,
Sachverständigengutachten, Augen¬
schein o. a.)
be|weis|bar. Adj. n. stg. in dem Wahr¬
heitsgehalt nachzuweisen; nachweis¬
lich »Sie hat eine beweisbare Lüge ver¬
breitet.«
be|wei(sen: beweist; bewiesest; hast be¬
wiesen eine Tatsache als erwiesen dar¬
stellen; etw. durch Nachweis erbrin¬
gen, deutlich machen
Be]wais|kraft: die; - ; - Fähigkeit, eine
Behauptung zu belegen, verifizieren
Bejweisflast: die; - ; -en (PL s.)
<Rechtsw.> Belastung, Verpflichtung
einer Partei, im Gerichtsverfahren
von ihr behauptete Tatsachen nach¬
zuweisen
Be|weis|mit{tel: das; -s; - <Rechtsw.>
Mittel, durch das in einem Prozeß der
Nachweis über eine behauptete Tat¬
sache geführt wird (Zeugenbeweis,
Augenschein usw.)
Be|weis|stück: das; -(ejs; -e Gegen¬
stand, der in einem Streit, Gerichts¬
verfahren als Nachweis für eine be¬
hauptete Tatsache benutzt wird, wer¬
den kann
be|wen|den: in der Wendung es bei, mit
etw. bewenden lassen: sich mit etw.
zufriedengeben u. (vorerst) nicht nä¬
her darauf eingehen »Lassen wir es
zunächst einmal mit dieser Behauptung
bewenden!«
bejwerjben, sich: bewirbst dich; bewar-
b(ejst dich; hast dich beworben sich
um eine Stelle, Arbeit o. ä. bemühen
»Ich habe mich um eine Stelle als
Sachbearbeiterin beworben.«
Be(werjben der; -s; - weibl. Befwer|be|-
rin: die; - ; -nen Person, die (offiziell)
zur Kenntnis gibt, daß sie etw., eine
Arbeitsstelle o. ä. haben möchte
Be|werjbung: die; - ; -en a) Sammlung
von Unterlagen, die einschließlich des
An schreibens an jmdn. geschickt wer¬
den, der eine Stelle zu besetzen hat
»Ich habe meine Bewerbung losge¬
schickt.« b) das Sichbewerben, Sich-
bemühen um eine Stelle o. ä. »Meine
Bewerbung war erfolgreich.«
Be|wer|bungs|bo|gen: der; -s; -bögen
(amgefülltes) Formular, mit dem sich
eine Bewerber um etw. bewirbt
Be|wer|bungs|foijmu|lar: das; -(ejs; -e
vorgefertigtes Schriftstück, das ein
Bewerber mit seinen persönlichen
Daten ausfüllen muß
Be)we(jburigs|schretlben: das; -s; -
Brief (mit allen erforderlichen Unter-
lagen/Dokumenten) an eine Firma o.
ä., die etw., eine Arbeitsstelle ausge¬
schrieben hat
Be|weijbungs(un|ter((aigen: die (PI.)
Lebenslauf, Bescheinigungen u.
Zeugnisse, die bei einer Bewerbung
zur Information des möglichen Ar¬
beitgebers eingereicht werden
be|wer|fen: bewirfst; bewarf(e)st; hast
beworfen etw. auf etw., jmdn. werfen,
schmeißen
be|werk|stel|li|gen: bewerkstelligst; be¬
werkstelligtest; hast bewerkstelligt
etw. tun, bewältigen, was mit großen
Schwierigkeiten verbunden ist
be(wert|bar: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man ein Urteil darüber fassen
kann, darf
be|wgrjten: bewertest; bewertetest; hast
bewertet auf der Grundlage von
Kenntnissen beurteilen, einschätzen
»Sein Aufsatz wurde mit 'sehr gut’ be¬
wertet.«
173
bewiesenermaBen
be|yvie]se|nerjma|Ben: Adv. wie eindeu¬
tig bewiesen, klargestellt ist
be|wil|li|gen: bewilligst; bewilligtest;
hast bewilligt seine Zustimmung ge¬
ben; etw. erlauben »Der Bundestag
bewilligte den Haushaltsplan.«
Be|wil|li|gung: die; - ; -en das Bewilli¬
gen, Zustimmen; Schriftstück, auf
dem eine Zustimmung erteilt wird
be(wjll|komm|nen: bewillkommnest; be¬
willkommne fest; hast bewillkommnet
herzlich begrüßen
be|wim|pert: Adj. n. stg. mit Wimpern,
kleinen Haaren rund um das Auge
ausgestattet
be|wjr|ken: bewirkst; bewirktest; hast
bewirkt verursachen, dafür sorgen,
verantwortlich sein, daß etw. ge¬
schieht »Dein Fehler hat das Scheitern
des Versuchs bewirkt.«
be|wiijten: bewirtest; bewirtetest; hast
bewirtet jmdm. Nahrungsmittel u.
Getränke servieren »Sie bewirteten ih¬
re Gäste vorzüglich.«
be|wirt|scha(tten: bewirtschaftest; be¬
wirtschaftetest; hast bewirtschaftet
(wirtschaftlich) betreiben; bearbeiten
»Wir bewirtschaften das Lokal, den
Bauernhof schon seit 20 Jahren.«
be|wohn|bar: Adj. <Gebäude> vom Zu¬
stand her so in Ordnung, akzeptabel,
daß man darin wohnen kann »ein
kaum noch bewohnbares Haus«
be|woh|nen: bewohnst; bewohntest; hast
bewohnt a) <Gebäude> in etw. leben
»Wir bewohnen ein großes Haus.« b)
<Ort; Landstrich) besiedeln; an einem
Ort leben
Betwghlner. der; -s; ~ weibl. Be|wghj-
ne|rin: die; - ; -nen Person die in ei¬
nem bestimmten Gebiet, an einem be¬
stimmten Ort lebt, wohnt
be|wöl|ken, sich: bewölkt sich; bewölkte
sich; hat sich bewölkt sich mit Wolken
überziehen, eintrüben »Der Himmel
bewölkte sich bedrohlich.«
be|wölkt Adj. 1 (Himmeb mit Wolken
versehen; (teilweise) von Wolken be¬
deckt 2 (übertr.; Stimmung) von etw.
eingeschränkt, getrübt
Be|wöl|kungs|aiif|locke|rung (Be|wöl|-
kungs|auf|lok|ke)njng —* Bejwölj-
kungs|aufjlo|cke|rung}: die; - / -en
(PI. s.) Verringerung der Wolken¬
dichte, -menge
Be|wuchs: der; -es; Bewüchse Gesamt¬
heit der Pflanzen, die an einem Ort
wachsen, vorhanden sind
be|wun|dern: bewunderst; bewundertest;
hast bewundert für jmdn., etw. große
Achtung, Bewunderung empfinden
»Ich bewundere ihre Selbstbeherr¬
schung sehr.«
be|wun|dernsjwert: Adj. bewunderns¬
wert; bewundernswerteste Begeiste¬
rung, Bewunderung, Hochachtung
hervorrufend
bejwuBt —* be|wusst Adj. n. stg. etw.
absichtlich, die Zusammenhänge u.
Folgen kennend, erkennend, tun
»Das war eine bewußte Falschaussa¬
ge.«
—> bejwusst majchenc s. bewußtma¬
chen
-bejwuBt —* -be|wusst Wortbildungs¬
element sagt in Verbindungen mit
Substantiven aus, daß a) sich jmd.
über das, was im ersten Wortbestand¬
teil ausgedrückt ist, im klaren ist, daß
es ihm deutlich ist »machtbewußt« b)
das, was im ersten Wortbestandteil
ausgedrückt ist (streng) beachtet wird
u. dabei versucht wird, Negatives zu
vermeiden »kalorienbewußte Ernäh¬
rung«
Be|wu6t|lo|sig|keit —» Be(wusst|lo|-
sig|keit die; - ; - Zustand, in dem
man sich seiner Umwelt nicht bewußt
ist, ohnmächtig ist; das Ohnmächtig¬
sein »Sie erwachte aus der Bewußtlo¬
sigkeit.«
be|wuBt|ma|chen —■» be|wusst ma|-
cherr machst bewußt; machtest be¬
wußt; hast bewußtgemacht —«hast
bewußt gemacht • alle Formen mit
SS'«— jmdm. od. sich selbst etw. ver¬
deutlichen, klar machen, vergegen¬
wärtigen
Be|wuBt|sein —« Bejwusst|seiit das;
-s; -1 a) Zustand, in dem man sich sei¬
ner Situation u. Umwelt klar bewußt
ist, nicht ohnmächtig ist »Sie ist bei
Bewußtsein.« b) (Psychologie) Teil des
Geistes, der sich aller Ereignisse u.
Handlungen klar bewußt ist »Ihrem
Bewußtsein entspringen andere Hand¬
lungen als dem Unterbewußtsein.« 2
Kenntnis, Klarheit über etw.
Be(wuBt|seins|bil|dung —» Befwusst|-
seins|bil|dung die; - ; -en das Ver¬
deutlichen einer Tatsache, eines Zu¬
sammenhangs, über die/den jmd. bis¬
her nicht entsprechend nachgedacht
hat
Be|wuBtjseins[er|wei|te|rung —> Be|-
wusstjseins|er|wei|te|run9 die; - ;
-en (Schaffung einer Offenheit für)
neue Eindrücke, die jmds. Persönlich¬
keit verändern, ergänzen
Bey/Bei: der; -s; -s hoher türkischer Ti¬
tel, der oft hinter dem Namen geführt
wird
bez.: Abk. 1 bezahlt 2 bezeichnet 3
beziehbar 4 bezüglich 5 beziffert
be|zah|len: bezahlst; bezahltest; hast be¬
zahlt 1 jmdm. Geld für etw., eine
Dienstleistung geben »Ich habe die
Rechnung schon bezahlt.« 2 sich be¬
zahlt machen: die Anstrengung, den
Aufwand o. ä. lohnen »Der Garten ist
ein kleines Paradies, die viele Arbeit
hat sich bezahlt gemacht.«
Be|zah|lung: die; - ; -en (PI. s.) 1 etw.,
was man jmdm. für etw., für geleistete
Dienste als Entlohnung gibt »Die Be¬
zahlung für meine neue Arbeit ist ganz
gut.« 2 Wie die Bezahlung, sc die
Arbeit: wie gut od. schlecht jmd. für
seine Leistungen bezahlt, anerkannt
wird, so ist seine Leistung, sein Ein¬
satz
be|zäh|men: bezähmst; bezähmtest; hast
bezähmt [geh.] bändigen; im Zaum
halten; bezwingen »Sie bezähmte ihre
Neugier u. ging.«
belzaulbern: bezauberst; bezaubertest;
hast bezaubert betören; durch seine
Person sehr beeindrucken, begeistern
»Sie hat mich mit ihrem Lächeln be¬
zaubert.«
bejze]ch|nen: bezeichnest; bezeichne¬
test; hast bezeichnet 1 nennen; jmdn.
od. etw. als etw. darstellen »Sie be¬
zeichnte ihn als Betrüger.« 2 etw. ge¬
nau angeben; markieren
be|zeich|nend: Adj. typisch, charakteri¬
stisch für etw., jmdn. »Es ist doch mal
wieder bezeichnend, daß er zu spät
kommt.«
be|zeich|nen(der|wei|se: Adv. wie es in
einem Zusammenhang typisch, zu er¬
warten ist
be|ze[]gen: bezeigst; bezeigtest; hast be¬
zeigt [geh.] jmdm. etw. durch Worte
od. sein Verhalten zur Kenntnis ge¬
ben
Bejzei|gung: die; - ; -en [geh.] Deutlich-
machung eines Gefühls, das man
jmdm. entgegenbringt »Ehren,- Bei¬
leidsbezeigungen«
belzeuloen: bezeugst; bezeugtest; hast
bezeugt bestätigen, daß etw. wahr ist
»Ich kann bezeugen, daß er die Woh¬
nung nicht verlassen hat.«
Belzeulqunq: die; - ; -en 1 Aussage als
Zeuge zur Bestätigung von etw. 2
Ausdruck eines Gefühls, einer Ein¬
stellung zu etw.
bezgl.: Abk. bezüglich
be|zich|ti|gen: bezichtigst; bezichtigtest;
hast bezichtigt [geh.] jmdn. einer Tat
o. ä. beschuldigen, verdächtigen
»Man bezichtigte ihn der Steuerhinter¬
ziehung.«
be|zjeh|bar. Adj. n. stg. 1 (Wohnung) so
beschaffen, daß man einziehen, darin
leben kann 2 so beschaffen, daß man
einen Bezug, eine Verbindung herstel¬
len kann »Diese beiden Dinge sind
nicht aufeinander beziehbar.«
be|zje|hen: beziehst; bezogfejst; hast
bezogen 1 (Stoff o. ä.> bespannen, be¬
decken mit »Ich habe heute die Betten
frisch bezogen.« 2 (Haus; Wohnung)
in etw. einziehen »Wir werden unser
Haus im Mai beziehen.« 3 etw. zur
Lieferung bestellen, abonnieren »Ich
beziehe bereits eine Fernsehzeit¬
schrift.« 4 mit der Präp. 'auf anwen¬
den; in Zusammenhang bringen »Du
darfst das nicht auf die Allgemeinheit
beziehen!«
be|zje|hen, sich: beziehst dich; bezo-
g(e)st dich; hast dich bezogen 1 an¬
knüpfen; betreffen; in Zusammen¬
hang gebracht werden »Diese Aussa¬
ge bezieht sich nicht auf heute. • Ich be¬
ziehe mich auf meinen Vorredner.« 2
sich bewölken; sich mit Wolken be¬
decken »Der Himmel bezieht sich.«
Be]z[e|hung: die; - ; -en 1 Verbindung,
Zusammenhang, die/der zwischen
Personen od. Sachverhalten usw. be¬
steht »Diese beiden Dinge stehen in
keinerlei Beziehung zueinander.« 2 a)
Verhältnis zu einem anderen Men¬
schen »Ich habe keine gute Beziehung
zu meinen Großeltern.« b) (partner¬
schaftliche, auch sexuelle) Verbin¬
dung mit einem Lebensgefährten, ei¬
ner Lebensgefährtin »Die Beziehung
ist gescheitert.«
Be|zie|hungs|ki|ste —» Be|zie|hungs|-
kis|te die; • ; -n [ugs.] (konfliktrei¬
ches) Verhältnis zwischen Lebens¬
partnern
be|zie|hungs|voU: Adj. n. stg. eine (bis¬
her nicht bekannte) Verbindung, Be¬
ziehung andeutend »beziehungsvolle
Blicke«
be|zie|hungs|wei|se: Konj. 1 im ande¬
ren, zweiten möglichen Fall »Die Ein¬
bände der Buchreihen sind blau bezie-
I74
Biegung
hungsweise rot.« 2 besser, zutreffen¬
der (gesagt)
be|zif|fer|bar: Adj. n. stg. in Zahlen, ei¬
ner (Geld-)Summe auszudrücken
be|zif|fern: bezifferst; beziffertest; hast
beziffert eine Summe (genau) benen¬
nen, angeben
Be|zirk: der;-(e)s; -e festgelegtes Gebiet
»Das Land war in viele Bezirke auf ge¬
teilt.«
Be{zirks|amt: das; -(e)s; -ämter a) Ver¬
waltungsstelle der Kommune b) Ge¬
bäude, in dem (a) untergebracht ist
Be|zirks|klas|se: die; - ; -n <Sport> Ge¬
samtheit der Ligen mit Mannschaften
aus jeweils einem Bezirk
be|zirjzen/be|ciijcen: bezirztjbecirct;
bezirztest/becirctest; hast bezirzt/be-
circt jmdn. zu betören versuchen; mit
Charme für sich gewinnen
Be|zug: der; -(e)s; Bezüge 1 etw., Mate¬
rial, mit dem etw. bespannt ist »Das
Sofa hat einen Bezug aus Leder.« 2 o.
PI. das Bekommen, Beziehen, der (re¬
gelmäßige) Erhalt von etw. »Ab Juni
verzichte ich auf den Bezug Ihrer
Zeitschrift.« 3 Beziehung, Zusam¬
menhang, Verbindung, die/der zwi¬
schen Ereignissen, Sachverhalten
usw. besteht »Das hat einen engen Be¬
zug zu den früheren Ereignissen.« 4 n.
PI. Einkünfte »Welche Bezüge haben
Sie außer Ihrem Gehalt?« 5 auf etw.
Bezug nehmen: [kaufmannssprl.]
sich auf etw. (Bestimmtes) beziehen
»Ich nehme Bezug auf Ihr Angebot
vom ...« 6 in bezug auf jmdn., etw.
—» in Bezug auf jmdn., etw.: hin¬
sichtlich; was mit jmdm., etw. in Zu¬
sammenhang steht, jmdn. od. etw. be¬
trifft 7 unter, mit Bezug auf etw.:
[kaufmannssprl.] auf etw. Bezug neh¬
men (5); sich auf etw. (Bestimmtes)
beziehen »Unter Bezug auf Ihre Be¬
werbung vom I. Januar teile ich Ihnen
folgendes mit:...«
be|züg|lich: Präp. mit Gen. in Hinsicht
auf »Bezüglich dieser Angelegenheit
kann ich Ihnen keine Auskunft geben.«
Be|zug|nah|me: die; * ; -n der Rückbe¬
zug auf etw. Bekanntes, bereits Er¬
wähntes
Be|zugs|per|son: die; - ; -en Person, mit
der und. eine enge Verbindung hat,
an die sich jmd. bei Problemen wen¬
det »Eitern sind die ersten, sehr prä¬
genden Bezugspersonen für Kinder.«
Be|zugs|preis: der; -es; -e <Wirt.> Geld¬
summe, die für eine (gelieferte) Ware
bezahlt werden muß
Be|zugsjpunkt: der;-(e)s; -e räumlicher
od. geistiger Orientierungspunkt
be|zu|schus|sen: bezuschußt; bezu-
schußtest; hast bezuschußt —*■alle
Formen mit ss<— [amtssprl.] mit ei¬
nem finanziellen Zuschuß versehen;
finanziell unterstützen
be|zwecken (be|zwek|ken —» be|zwe|-
ckan): bezweckst; bezwecktest; hast
bezweckt einen Zweck, ein Ziel verfol¬
gen; beabsichtigen »Was bezweckst
du mit dieser Anordnung?«
bejzwejjfeln: bezweifelst; bezweifeltest;
hast bezweifelt etw. nicht glauben, in
Zweifel ziehen »Ich bezweifle, daß er
diesmal Erfolg haben wird.«
be|zwing|bar Adj. n. stg. zu bewältigen,
schaffen, besiegen, überwinden; be¬
wältigbar; schaffbar; überwindbar;
besiegbar
be|zwin|gen: bezwingst; bezwang(e)st;
hast bezwungen etw. besiegen »Sie be¬
zwang den Wunsch nach Süßigkeiten.«
be|zwin|gend: Adj. n. stg. keine Ableh¬
nung zulassend; einnehmend »be¬
zwingende Argumentation ♦ bezwin¬
gender Charme«
Bf: Abk. 1 Bahnhof 2 Brief
bf: Abk. «Kraftstoff bleifrei
BfA: Abk. Bundesversicherungsanstalt
für Angestellte
Bf.: Abk. 1 Bahnhof 2 «Med.! Befund 3
Beifahrer(in) 4 Beruf S Bischof 6 Brief
BG: Abk. 1 Beamtengesetz 2 Beratungs¬
gesellschaft 3 Berufsgenossenschaft 4
<Rechtsw.> Berufungsgericht 5 Besol¬
dungsgesetz 6 «Sporn Billardgemein¬
schaft 7 Börsengesetz 8 Buchgemein¬
schaft 9 Bundesgebiet 10 Bundesge¬
richt 11 <Milit.> Brigadegeneral
Bg.: Abk. 1 Beitrag 2 Berufsgenos¬
senschaft 3 Bogen (Papier) 4 <Milit.>
Brigade = kleinste selbständige
Kampfeinheit einer Armee 5 Bür¬
gerin)
BGB: Abk. Bürgerliches Gesetzbuch
BGH: Abk. Bundesgerichtshof
Bgl.: Abk. 1 Beglaubigung 2 a) Beglei¬
tung b) Begleiter(in)
bgl.: Abk. 1 beglaubigt 2 «Rechnun¬
gen)! beglichen 3 berufsgenossen¬
schaftlich 4 bürgerlich
Bgr.: Abk. 1 Begrenzung 2 Begründung
3 Bürger(ra)
bgr.: Abk. 1 begrenzt 2 begründet
Bgrz.: Abk. Begrenzung
bgrzt.: Abk. begrenzt
BH: Abk. Büstenhalter
Bh.: Abk. 1 Bahnhof 2 Beiheft 3
Bewährungshelfer(in) 4 a) Buchhan¬
del b) Buchhändlerfin)
Bhag|wan/Bhag|van: <Hindi> der; -s; -s
religiöser Lehrer im Hinduismus
Bhdl.: Abk. a) Buchhandel b) Buch¬
händlerin)
Bhdlg.: Abk. Buchhandlung
Bhf(.): Bahnhof
Bi-/bi-: data Wortbildungselement
drückt eine Beteiligung von zwei
Komponenten, Teilen des im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten aus
»bilateral ♦ Bisexualität«
Bi.: Abk. 1 Bistum = Verwaltungsbe¬
reich eines Bischofs 2 Bischof
Bj]ath|lon: dat.-gr.> der; -s; -e «Sporb
Skilanglauf, bei dem auf der Strecke
(im Stadion) mehrmals auf Scheiben
geschossen wird
bib|bern: bibberst; bibbertest; hast ge¬
bibbert [ugs.j (vor Kälte, Angst o. ä.)
zittern »Mir bibberten noch immer die
Knie.«
Bi|bel: die; - ; -n 1 o. PI. «Religion! aus
Altem u. Neuem Testament bestehen¬
de heilige Schrift des Christentums
»Er kann aus der Bibel auswendig
rezitieren.« 2 Buch, das den Text der
Bibel enthält
Bi|ben der; -s; - a) am Wasser lebendes
Nagetier, das gut schwimmen u.
Dämme bauen kann b) Pelz des Bi¬
bers (a)
Bi|beijbettuch (B||ber|bett|tueh) —*
immer mit ttt: Bf|berjbett|tuch: das;
-(e)s; -tücher Laken aus angerauh¬
tem Baumwollgewebe
Bi|ber|rat|te: die; - ; -n südamerikani¬
sches Nagetier mit rauhem Fell, Syn.:
[fremdsprl.] Nutria
Bibi.: Abk. 1 Bibliographie - Bücher¬
kunde; Bücherverzeichnis 2 Biblio¬
thek = Sammlung von Büchern; Bü¬
cherei 3 Bibliothekarin)
bibl.: Abk. 1 bibliographisch 2 biblio¬
thekarisch 3 biblisch
Bi|blio|gra|phje —* auch Bi|b|li|o|gra|-
fie: <gr.i /bibliografi/ die; * ; -n
jbibliografml Schriftenverzeichnis zu
bestimmten Themen, Kategorien;
Büchernachweis
Bi|blio|ma|nie —* Bi|b|li|o|ma|nie: <gr.>
die; - ; - das fanatische Sammeln von
Büchern
Bi|blio|phi|l|e —» Bi|b|li|ojphi|lie: <gr.>
/bibliofilj/ die; - ;- die Liebe zu schö¬
nen Büchern
Bi|blio|thek —» Bi|b|li|o]thek: <gr.-lat.>
die; - ; -en a) Sammlung von Büchern
»Sie besitzt eine umfangreiche
Bibliothek.« b) Ort, Räume, in denen
die Sammlung von Büchern unterge¬
bracht ist »Ich muß noch etw. in der
Bibliothek erledigen.« Syn.: <a; b! Bü¬
cherei
Bi|blio|the|kar —> Bi|b|li|o)tbe|kar der;
-(e)s; -e weibl. Bi|blio|the|ka|rin —»
Bi|b|li|o|the|ka|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die eine Bibliothek verwaltet, in
einer Bibliothek arbeitet, für die Ar¬
beit in einer Bibliothek ausgebildet ist
Biblio|theks|si|gna|tur —*■ BI|b|N|o|-
theks|si|g|na|tur. die; - / -en von der
Bibliothek, Bücherei angebrachte
Kennzeichnung an (auszuleihenden)
Büchern, Zeitschriften usw., die die
Einordnung, Zuordnung des Buches
in den Bibliotheksbestand ermöglicht
bj|blisch: Adj. n. stg. a) die Bibel betref¬
fend b) dem Bibeltext entnommen,
ihm entsprechend
Bi|defc (fr.> /bide/ das; -s; -s Sitzwasch¬
becken für die Reinigung des Intim¬
bereiches
bje|der: Adj. «Charakter» rechtschaffen
u. ehrenwert, dabei aber ein wenig
einfältig od. langweilig
Bje|der|mei|en das; - u. -s; - a) die erste
Hälfte des 19. Jhds. umfassende
Kunst- u. Kulturepoche in Deutsch¬
land b) künstlerischer Stil des Bieder-
meier(l)
bie|derjsin|nig: Adj. (in naiver Weise)
anständig, ehrenhaft
bjeg|bar: Adj. sich biegen lassend
bie|gen: biegst; bog(e)st; hast gebogen
1 etw. krümmen, beugen »Du mußt
den Draht noch ein bißchen biegen.« 2
die Richtung ändern; abbiegen 3 a)
auf Biegen u7od. Brechen: unbe¬
dingt, um jeden Preis »Ich muß auf
Biegen u. Brechen daran teilnehmen.«
b) es geht auf Biegen u. Brechen:
ohne Rücksicht, hart auf hart
bfejgen, sich: biegst dich; bog(e)st dich;
hast dich gebogen sich beugen, durch¬
biegen
biegjsam: Adj. gut, leicht zu biegen,
beugen; sehr beweglich »Das ist ein
sehr biegsames Material.«
Bie|gung: die; - ; -en Änderung der
Richtung; Ort, Stelle, an dem/der
etw. die Richtung wechselt »Die Stra¬
ße macht dort eine Biegung.«
175
Biene
Bie(ne: die; - ; -n 1 in Bienenstöcken le¬
bendes gelb-schwarzes Insekt, das
Honig produziert »Die Bienen suchen
nach Nektar.« 2 {ugs.] junge Frau;
Mädchen
bje|nen|fiei|Big: Adj. sehr fleißig
Bie|nen|kö|ni|gin: die; - ; -nen <Zool.>
das fruchtbare Weibchen eines Bie¬
nenvolkes
Bigjnen|korb: der; -(e)s; -körbe künst¬
lich hergestellter Korb, in dem sich
ein Bienenvolk aufhält
Bie|nen|spra(che: die; - ; - Tanz, mit
dessen Hilfe sich Bienen verständigen
Bie|nen|stich: der; ~(e)s; -e 1 a)
(schmerzhafter) Stich mit dem Sta¬
chel einer Biene b) durch das Bienen¬
gift hinterlassene Verletzung, Folge
der allergischen Reaktion beim Men¬
schen 2 Hefeblechkuchen mit einer
Füllung aus Pudding u. einer Schicht
aus gerösteten Mandelblättchen, But¬
ter u. Zucker an der Oberseite
Bie|nen|stock: der; -(e)s; -stocke künst¬
lich hergestellter Kasten, der ein Bie¬
nenvolk beherbergt
Bie|nen|wa[be: die; - ; -n von Bienen
hergestellte Konstruktion aus vielen
sechseckigen Wachsbehältern, in de¬
nen die Larven abgelegt werden
Bie|nen|wachs: das; -es; - körpereigenes
Material, aus der die Honigbiene ihre
Waben baut
Bi[en|na[la: dat.-ito die; - ; -n Ausstel¬
lung, Festival, die/das alle zwei Jahre
stattfindet
Bjer. das; -(e)s; -e 1 meist aus Gerste,
Hopfen u. Malz hergestelltes alkoho¬
lisches Getränk »Er bestellte ein gro¬
ßes (Glas} Bier.« 2 das ist (nicht)
mein Bien [ugs.] das geht mich nichts
an 3 etw. wie sauer, saures Bier an¬
bieten, anpreisen: [ugs.] etw., was ei¬
gentlich niemand haben will, anbie¬
ten, anpreisen, versuchen zu verkau¬
fen 4 Bier auf Wein, das (aß sein!
Wein auf Bier, das rat ich dir!: Anmer¬
kung, Rat beim Trinken von Alko¬
hol, an einem Abend nach dem Ge¬
nuß von Wein kein Bier zu trinken
bzw. nach dem Genuß von Bier ruhig
Wein zu trinken (ob es stimmt, ist
fraglich)
Bieijbauch: auci\der; -(e)s; -bäuche
[ugs.] (durch zu viel Bier, gutes Essen
entstandener) dicker Bauch beim
Mann
Bier[brauefrei —» Bier]brau|e|rei: die;
-; -en Firma, die Bier herstellt
Bierdeckel (Bjer]dek|kel —» Biar|de|-
ckel): der; -s; - Pappuntersatz für ein
Glas
Bieijdo|se: die; - ; -n Aluminiumdose,
in der Bier verkauft wird
Bier|ei(fer: der; -s; - [ugs.] übertriebener
Eifer
bierlernst: Adj. n. stg. [ugs.] allzu ernst,
genau »Nun nimm die Sache doch
nicht so bierernst!«
BierjfaB —» Bierffass: das; -fasses;
-fässer Faß aus Holz od. Aluminium,
in dem Bier geliefert, gelagert u. ver¬
kauft wird
Bier(fi!z: der; -es; -e [landsch.] Bierdek-
kel aus Filz
BieijNa|sche: die; - ; -n (meist einen hal¬
ben Liter fassende) Glasflasche, in
der Bier verkauft wird
Bieijgarften: der; -s; -gärten Gartenlo¬
kal, (Teil einer) Kneipe unter freiem
Himmel, wo vor allem Bier getrunken
wird
Bier|glas: das; -es; -gläser (für die ver¬
schiedenen Biersorten sehr unter¬
schiedlich geformtes) Glas, aus dem
Bier getrunken wird
Bier|kel|ler. der; -s; - in einem Keller¬
raum untergebrachte Kneipe, in der
vor allem Bier ausgeschenkt wird
Bierjkrug: der; -(e)s; -krüge Krug aus
Glas, Keramik o. ä., aus dem Bier ge¬
trunken wird
B|ar|schin|ken: der; -s; - Schinkenstük-
ke enthaltende Wurst
Bierjsei|del: das; -s; - Bierkrug
bier|se|lig: Adj. [ugs.] leicht angetrun¬
ken u. guter Laune
Bierjstu|be: die; - ; -n kleine Kneipe, in
der vor allem Bier ausgeschenkt wird
Bier|sup|pe: die; - ; -n aus Wasser, Bier,
Mehl, Zucker u. Eiern bestehende
Suppe
BJerjverjlag: der;-(ejs; -e <Wirt.> Firma,
die für den Vertrieb von Bier zustän¬
digist
Bieijwurst die; - ;-wurste grobe, ange¬
räucherte, recht stark gewürzte Wurst
Bier|zei)tung: die; - / -en anläßlich einer
Feier o. ä. für eine Gruppe von Perso¬
nen hergestellte Zeitung
Bieijzelt das; -(ejs; -e für begrenzte
Zeit aufgesteiites Zelt (auf einem gro¬
ßen, öffentlichen Fest), in dem u. a.
Bier verkauft, serviert wird
Biejse: die; - ; -n schmale Ziemaht an
einem Kleidungsstück
Bjest: das; -(ejs; -er 1 jmd., dessen hin¬
terhältiges, bösartiges Verhalten man
stark ablehnt »Sie ist ein betrügeri¬
sches Biest.« 2 [ugs.] wildes, gefährli¬
ches od. lästiges Tier »Ich habe das
Biest ( von Mücke j erwischt.«
Bie|ste|re| —» Bies|te|rei: die; - ; -en
[ugs.j 1 absichtlich od. unabsichtlich
hervorgebrachte Gemeinheit 2 schwe¬
re, schwierige Arbeit, die jmdm. zuge¬
mutet wird
bigjstig —* bjes)tig: Adj. [ugs.] 1 ge¬
mein; niederträchtig 2 <verst.) sehr un¬
angenehm
bigjten: bietest; bot(e jst; hast geboten 1
jmdm. die Möglichkeit zu etw. geben;
jmdm. etw. in Aussicht stellen »Ich
bot ihm eine Möglichkeit zu einem
Tausch.« 2 ein Gebot bei einer Ver¬
steigerung abgeben 3 jmdm. etw. ge¬
ben »Wirboten ihm Obdach.«
bie|ten, sich: bietet sich; bot sich; hat
sich geboten 1 für jmdn. als Möglich¬
keit bestehen, sich ergeben »Damit
bot sich mir ein Ausweg aus meiner
Lage.« 2 sich darbieten, zeigen
Bi|fojkai]bri1|le: flat.; dto die; -; -n Brille,
deren Gläser so geschliffen sind, daß
man damit sowohl fern als auch nah
sehen kann; Gleitsichtbrille
Bi|fo|kal|glas: das; -es; -gläser Brillen¬
glas,"das auf zwei verschiedene Arten
geschliffen wurde, so daß man damit
sowohl nah als auch fern sehen kann;
Gleitsichtbrillenglas
Bjg Band —* auch Biglband: <engh
'/big bänt/ die; - ; -s<Musik> Tanzmu¬
sik spielendes Instrumentalorchester,
bei dem alle Instrumente mehrfach
besetzt sind
Bi|ga|mie: flat.; gro die; -; -n jbigamkn/
Doppelehe; das (ungesetzliche) Ver¬
heiratetsein mit zwei Männern bzw.
Frauen
Bi|ga|mist: dato der; -en; -en weibl. Bi|-
ga|mjjstin —> Bi|ga|mis|tin: die; - ;
-nen Person, die gleichzeitig zweimal
verheiratet ist
—* Big|band: s. Big Band
Big Busi|ness —» auch Big|bu]si|ness:
fenglo /bigbisneß/ das; große, ertrag¬
reiche geschäftliche Unternehmung
Bi|gnp|nie —» Bi|g)nojnie: dato /bigno;
n\fjdie; - ; -n in tropischen Gebieten
vorkommende Kletterpflanze mit
orangen Blüten
bi|gott: <fro Adj. bigotter; bigottfejste
[abwert.] scheinheilig; übertrieben
glaubenseifrig
Bijgot]te|iie: <fro die; - ; Bigotterien /bi¬
gotteren/ a) scheinheiliges, kleinli¬
ches, übertrieben frömmelndes Ver¬
halten b) scheinheilige, übertrieben
frömmelnde Handlung
Bijjoujte]ria: tfro /bisehuteri/ die; - ; Bi¬
jouterien Ibisehuteri'nl a) Geschäft, in
dem Modeschmuck verkauft wird bj
billiger Schmuck
Bike: fenglo /beik/ das; ~s; -s 1 Fahrrad
2 kleines Motorrad
Bi|ki|ni: der; -s; -s zweiteiliger Badean¬
zug (ähnlich einer Unterwäschegami-
tur bestehend aus BH u. Slip) für
Frauen »Sie trug einen knapp ge¬
schnittenen Bikini.«
bi|kon|kav: dato /bikonkaf/ Adj. n. stg.
auf beiden Seiten nach innen gewölbt
bi|kon|vex: dato /bjkonweks/ Adj. n.
stg. von beiden Seiten nach außen ge¬
wölbt
bj|lajbi|al: dato Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
mit Ober- u. Unterlippe gebildet
Bi|!anz: dat.-ito die; - ; -en 1 (schriftliche
Aufzeichnung der) Ergebnisse einer
Sache, meist der finanziellen Situati¬
on eines Geschäftes, Betriebes (zu ei¬
nem Zeitpunkt) »Die Bilanz der Akti¬
en ist nicht besonders gut. • eine Bilanz
erstellen« 2 Bilanz machen: [ugs.]
seine finanziellen Mittel überprüfen 3
die Bilanz (aus etw.) ziehen: feststel¬
len, was etw. ergeben hat u. danach
handeln, Konsequenzen ziehen
Bi|lanz|buch|hal|ter. der; -s; - weibl. Bi|-
lanz|buch)hal|te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die die Bilanz einer Firma auf¬
stellt, bearbeitet
bi|lan|2ie|ren: bilanzierst; bilanziertest;
hast bilanziert 1 <Wirt.> a) Soll u. Ha¬
ben einer Firma einander gegenüber¬
stellen b) bezüglich Soll u. Haben aus¬
geglichen sein 2 die positiven u. nega¬
tiven Aspekte einer Sache gegenüber¬
steilen, sie abwägen
Bi|lanz|po|sten —> Bi|lanz|posjten: der;
-7; - Summe, Betrag^ die/der in einer
Firmenbilanz aufgemhrt wird
Bi|lanz|prü]fer: der; -s; - weibl. Bi|lanz|-
prü(fe(rin: die; - / -nen Person, die die
Korrektheit einer Firmenbilanz über¬
prüft
Bi|lanz|sum|me: die; -. / -n Endsumme
des Solls beziehungsweise Habens ei¬
ner Bilanz
bj]la|te|ral: dato Adj. n. stg. «neist Pol.)
zweiseitig »bilaterales Abkommen«
Bilch: der; -(ejs;-e kleines Nagetier mit
dunklem Fell, Syn.: Schlafmaus
176
Bildungsbürgertum
Bjlchjmaus: die; - ; -mause kleines Na¬
getier mit dunklem Fell
Bjld: das; -(ejs; -er 1 fotografisch, mit¬
tels Malerei o. ä. hergestellte Abbil¬
dung, Darstellung von etw. »Dort
hängt ein Bild von meiner Tochter.« 2
Anblick »Am Aussichtspunkt bol sich
ein wundervolles Bild.« 3 Vorstellung,
Idee von etw., jmdm. »Was hast du
nur für ein Bild von mir?« 4 Teil einer
Theateraufführung o. ä. in derselben
Dekoration 5 <Sprachwiss.> bildlicher
Vergleich; Metapher 6 <Math.> aus ei¬
ner geometrischen Darstellung ent¬
wickeltes Element 7 ein Bild des
Jammers: [geh.] ein niederschmet¬
ternder, trauriger Anblick »Die Sen¬
dungen über die hungernden Menschen
zeigen ein Bild des Jammers.« 8 ein
Bild von... (sein): sehr schön, attrak¬
tiv (sein) »Er ist groß, dunkel, gut ge¬
baut, kurz gesagt, ein Bild von einem
Mann.« 9 (ein) schwaches Bild: [ugs.]
schlecht, nicht befriedigend sein »Ein
schwaches Bild - auf der Demonstrati¬
on für den Frieden waren viel zu wenig
Menschen.« 10 über etw. im Bilde
sein; jmdn. (über etw.) ins Bild
setzen: über etw. informiert sein;
jmdn. (über etw.) informieren 11 sich
ein Bild von jmdm., von etw.
machen: über jmdn. od. etw. Infor¬
mationen einholen u. sich daraus
seine Meinung bilden »Bevor ich dazu
etw. sagen kann, muß ich mir erst ein
Bild von der Angelegenheit machen.«
12 ein Bild für die Götter sein: [ugs.]
sehr komisch, lächerlich wirken
Bjld|band: der; -(e)s; -bände großfor¬
matiges Buch mit vielen Bildern zu ei¬
nem Thema »Zum Geburtstag be¬
kommt er einen Bildband über Ita¬
lien.«
BUd|be|richt: der; -(e)s; -e Reportage,
die mit Fotos, Filmmaterial verbun¬
den ist
Bild|be|richt[er|stat|ten der; -s; ~ weibl.
BHd|be|richt|er)stat(te|rin: die; - ; -nen
Person, die Bild-, Femsehberichte
herstellt
Bild|chro|nik: die; - ; -en mit Fotos illu¬
strierte Darstellung der Geschichte
von etw., jmdm.
Bild|do|ku|ment: das; -(ejs; -e Film,
Foto von einem Ereignis
biljden: bildest; bildetest; hast gebildet 1
ausbilden; jmdn. etw. lehren »Das Le¬
ben dort hat ihn gebildet.« 2 formen
»Bilde einen Satz mit dem Wort
'essen'!« 3 (gestalterisch) hervorbrin¬
gen »Diese Sträucher bilden sehr hüb¬
sche Blüten.« 4 sein; darstellen »Der
Wald bildet eine natürliche Grenze.«
bjl|den, sich: bildest dich; bildetest dich;
hast dich gebildet 1 sich Kenntnisse,
Wissen, Bildung aneignen »Ich habe
mich in der modernen Kunst gebildet.«
2 sich entwickeln; entstehen »Bei star¬
ker Kälte bilden sich Eiskristalle an
den Fenstern.«
Bil|derjbo|gen: der; -s; ~ u. -bögen a)
Folge von Bildern auf einem Blatt Pa¬
pier, die von Text begleitet ist b)
<übertr.> Zusammenstellung von
Filmausschnitten, Fotos zu einem
Thema
Bil|deijbuch: das; -(ejs; -bücher Buch
mit vielen Bildern, Zeichnungen u.
wenig od. keinem Text, meistens für
kleine Kinder »Er schaute mit seiner
Nichte ein Bilderbuch an.«
Bil)derjbuch|lan|dung: die; - ; -en ideal
verlaufende Landung eines Flugzeu¬
ges o. ä.
Bil|der|foljge: die; - ; -n a) Serie von Bil¬
dern, die inhaltlich aufeinander auf¬
bauen b) nacheinander abgespielte
Filmbilder
Bil|der]ge|schich|te: die; ~ ; -n in Form
von Fotos, Zeichnungen o. ä. erzählte
Geschichte ohne Text
Bjl|der|ha|ken: der; -s; - gebogenes Me¬
tallstück, das in einer Wand o. ä. be¬
festigt wird, um ein Bild zu halten
Bll|derjrah|men: der; -s; ~ Umrandung
für ein Foto, Gemälde, das aufge¬
stellt, an die Wand gehängt werden
soll
Bjl|der|rät|sel: das; -s; - Rätsel, dessen
Lösung aus Bildern, Zeichnungen er¬
schlossen werden muß
Bii|derjschrift: die; - ; -en Schrifft(sy-
stem), die/das Wörter durch bildhafte
Zeichen ausdrückt »Die alte chinesi¬
sche Schrift wareine Bilderschrift.«
Bil|der|stürtmer der; -s; - weibl. [sel¬
tenJ Bil|der|stüijme|rin: die; - ; -nen 1
diisD Person, die aus religiösem Pro¬
test Bilder in (katholischen) Kirchen
zerstörte 2 [geh.] Person, die etw. mit
großem Engagement, notfalls mit Ge¬
walt verfolgt u. durchzusetzen ver¬
sucht »Er hat lediglich etw. gegen
diese Bilderstürmer, die alle Verände¬
rungen sofort erreichen wollen.«
Bild|fol|ge: die; - ; -n a) Serie von Bil¬
dern, die inhaltlich aufeinander auf¬
bauen b) nacheinander abgespielte
Filmbilder
Bild|frejquenz: die; • ; -en Zahl der Bil¬
der eines Films o. ä., die in einer be¬
stimmten Zeit (meist einer Sekunde)
aufgenommen, abgespielt werden
Bjld|gejschich|te: die; - ; -n in Form
von Fotos, Zeichnungen o. ä. erzählte
Geschichte ohne Text
bildjhaft: Adj. bildhafter; bildhafteste
sehr anschaulich
Bild|hau|eR der; -s; - weibl. Bild|haue|-
rin —*■ Bjld|hau|e|rin: die; ~; -nen Per¬
son, die (mit einem Meißel aus unter¬
schiedlichem Material) Statuen o. ä.
herstellt »Sie betätigt sich als Bild¬
hauerin.«
Bild|haue|rei —> Bild|hau|a|re|: die; - ; -
das Schaffen von Plastiken, Skulptu¬
ren u. anderen plastischen Kunstwer¬
ken
bild|hübsch/bild|hübsch: Adj. n. stg.
sehr schön, attraktiv
Bild|jour|na|list: der; -en; -en weibl.
Bild|joui)na|ki|stin —*■ BUd|jour|na|>
lis|tin: die; - ; -nen Person, die mit Bil¬
dern illustrierte Reportagen herstellt
Bild|kar|te: die; - ; -n 1 Ansichtskarte,
Postkarte mit einem Bild auf der Vor¬
derseite 2 Landkarte, die die Oberflä¬
chenbeschaffenheit plastisch darstellt
bjld|lich: Adj. 1 n. stg. in, mit Bildern 2
<übertr.> anschaulich (geschildert)
Bild|ma|te|ri|al: das; -s; -lien Fotos,
Filme (zu einem Thema)
Bild|nis: das; -ses; -se [veralt.] Bild von
etw., jmdm. (meist Porträt eines Men¬
schen)
Bild|plat|te: die: - ; -n 1 elektronisches
Speichermedium, das mit einem spe¬
ziellen Gerät abgetastet wird u. so Bil¬
der u. Töne auf einem Bildschirm re¬
produzierbar macht 2 Vinylschall¬
platte mit einem Bildaufdruck (meist
des Interpreten, der auf der Platte ge¬
speicherten Musik) 3 [veralt.] Negativ
einer mit einem der ersten Fotoappa¬
rate gemachten Aufnahme, Fotogra¬
fie
Bild|plat|ten[spie[ler: der; -s; - Gerät,
das eine Bildplatte (1) abtasten u. ab¬
spielen kann
Bild|qua|li|tät: die; -; -en Beschaffenheit
eines (technisch übertragenen) Bildes
Bild|re|por|ta|ge: die; - ; -n mit Fotos,
Filmaufnahmen verbundener Bericht
überein Ereignis
B|ld|re|poijter der; -s; - weibl. Bjld|re|-
por|te|rin: die; ~ ; -nen Person, die
Bildreportagen anfertigt
Bild|röh|i«: die; - ; -n Bestandteil des
Fernsehgerätes, der die empfangenen
Signale auf dem Bildschirm umsetzt
Bjld|säu|le: die; -; -n Standbild, Plastik,
das/die ein säulenartiges Format hat
Bild|schär|fe: die; - ; -n Grad der Ab¬
grenzung, Erkennbarkeit von Flä¬
chen auf einem Bild
Bildschirm: der; -(ejs; -e Leuchtfläche
eines Fernsehgerätes, Monitors
Bild]schirm|text: der; -(e)s; -e (PI. s.)
Informationsdienst, der mittels Tele¬
fon u. Modem auf einen Monitor
übertragen wird u. mit dem auf elek¬
tronischem Weg Dienstleistungen in
Anspruch genommen werden können
bild|schön: Adj. n. stg. sehr hübsch, at¬
traktiv
Bild|sei|te: die; - ; -n die Seite einer
Münze, auf die das Bild geprägt wur¬
de
Bjld|se|rie: die; - ; -n mehrere zusam¬
menhängende, aufeinander aufbau¬
ende Bilder
Bild|stock: der; -(ejs; Bildstöcke 1
”<Druckw.> mit einem eingeätzten Mo¬
tiv ausgestattete Druckplatte 2
[landsch.] im Freien stehendes Kruzi¬
fix od. Heiligenbild aus Stein, Holz
od. Metall
Bild|stö|rung: die; - ; -en technischer
Defekt, der die ordnungsgemäße
Übertragung eines Fernsehbildes ver¬
hindert
Bild|su|cher: der; -s; - die Auswahl des
Motives ermöglichender Bestandteil
eines Fotoapparates, einer Kamera
Bild|ta)fel: die; - ; -n große, (in einem
Buch) ganzseitige, farbige Darstel¬
lung eines Sachverhaltes
Bild|te|le|fon: das; -(ejs; -e Gerät, das
zugleich akustische u. visuelle Infor¬
mationen überträgt, dem jeweils an¬
deren Teilnehmer Stimme u, Ausse¬
hen des Partners übermittelt
Bildung: die; - ; -en 1 o. PI. Gesamtheit
der Kenntnisse, des Wissens einer
Person »Er verfügt über eine beein¬
druckende Bildung.« 2 a) das Schaf¬
fen, Formen von etw. b) das Sichbil-
den, Sichentwickeln von etw. 3 Form,
Ausprägung, Gestalt, die sich entwik-
kelt hat
Bjljdungs|bür|ger|tum: das; -s; -1 Teil
des Bürgertums, das im 19. Jhd. die
klassische, humanistische Bildung
177
Bildungschance
propagierte 2 (bürgerlicher, finanziell
gut gestellter) Teil der Gesellschaft,
der über eine gute Bildung verfügt
BU|dungs|chan|ce: die; • ; -n (durch die
soziale Herkunft geprägte) Möglich¬
keiten des Zugangs zu Schulen, Uni¬
versitäten, betrieblicher Ausbildung
Bil]dungs|einjrich|Uing: die; - ; -en In¬
stitution, die der Ausbildung, Weiter¬
bildung dienen soll
bil|dungs|feind|lich: Adj. die Ausbil¬
dung von Personen verhindernd, er¬
schwerend
Bil|dungs|grad: der; -(e)s; -e Qualität
u. Umfang der Kenntnisse, die jmd.
erworben hat
Bll|dungs|ide|al —»■ Bil|dungsji|de|al:
das; -(e)s; -e Vorstellung von jmdm.,
einer Gruppe über die optimale Aus¬
bildung in einer Gesellschaft
BH|dungs[(ücke (Bü|dungs|lük|ke —*
Bfl|dungs|lü|cke):' die; ~ ; -n [oft
scherzh.) Mangel an Wissen (bezüg¬
lich einer bestimmten Sache)
Blt|dungs|pojli|tik: die; - / -en Gesamt¬
heit der Maßnahmen, die die gesell¬
schaftliche Grundlage für Aus- u.
Fortbildung darstellen
BH|dungs(mi|se: die; - ; -n Reise, die we¬
niger der Erholung als der Vermeh¬
rung des Wissens dient
Bil|dungs|ro|man: der; -(e)s; -e<Litera-
turwiss.) Lektüre, Roman, in dem der
Reifungsprozeß des Helden, Protago¬
nisten geschildert wird
bil|dungsjsprach|Ncii: Adj. n. stg.
sprachlich gehoben
B|l|dungs|stand: der; -(e)s; -stände (PL
's.) Grad, Status der Bildung einer
Person, Gruppe
BH|dungs|stät(te: die; - ; -n Institution,
die Fortbildungskurse anbietet
Bil[dungs|stu|fe: die; - ; -n Grad der Bil¬
dung, Ausbildung von etw., jmdm.
Bi((dungs|ur|laub: der; - (e)s; -e Sonder¬
urlaub eines Arbeitnehmers, der zur
Fortbildung genutzt wird
BM|dungs|weg: der; -(e)s; -e innerhalb
des Bildungswesens möglicher Gang
der Ausbildung
Bll|dungs|we[sen: das; -s; - Gesamtheit,
System der Bildungseinrichtungen
Blld|vor|la|ge: die; - ; -n etw., was als
Vorlage, Motiv für die Erstellung ei¬
nes Bildes dient
Bjld|wör|ter[buch: das; -(e)s; -bücher
Wörterbuch, das die Begriffe, Gegen¬
stände anhand von Zeichnungen, Bil¬
dern erklärt, die (in mehreren Spra¬
chen) benannt werden
Bild|zujschrift: die; - ; -en Brief, dem
eine Fotografie beigelegt ist
bj]lin)gu|al/bi|lin|gu|al: <lat.> Adj. n. stg.
zweisprachig »eine bilinguale Erzie¬
hung«
Bi|lin|gua|lis|mus —» Bjjlin|gu|a[lis]>
mus: <lat.> der; -s; - Zweisprachigkeit
biflin[gu]isch: </at.> Adj. n. stg. zweispra¬
chig
BHI.: Abk. Billion(en) (1 Bill. = 1000
Milliarden)
Bilpard: </r.> /billjart u. [österr.] bijar/
das; -s; -e u. [österr. nur] -S 1 o. PI.
Spiel, bei dem die Kugeln auf einem
Spieltisch in bestimmter Art u. Rei¬
henfolge mit einem speziellen Stock
(Queue /kö/) gespielt werden müssen
2 Tisch, auf dem Billard (1) gespielt
wird
Bil|lard|queue: </r.> /billjartkö u.
[österr.] bijarkö/ das u. [österr.; ugs.]
der; -s; -s Stock, mit dem die Kugeln
beim Billard gespielt werden
Biljlett: <fr.> /billjett/ das; -(e)s; -e u. -s
a) Ticket, Eintrittskarte (für eine
Veranstaltung) b) Ticket, Fahrschein
(für ein Verkehrsmittel)
Bll|li|ar|de: dal.-fr.> die; - ; -n <Zahl> tau¬
send Billionen
bll|lig: Adj. a) preiswert; niedrig im Preis
b) minderwertig; keine gute Qualität
aufweisend »eine billige Ausrede« c)
<meist bei Frauem abgelehnter
Mensch von niedrigem Niveau »billi¬
ges Flittchen«
Bfl|lig{ein|fuhn die; - ; -en aus einem
Land mit niedrigen Löhnen einge¬
führte Waren
bil|li|gen: billigst; billigtest; hast gebilligt
seine Erlaubnis, Zustimmung zu etw.
geben
b[l|li|gerjwei|se: Adv. wie es gerecht ist;
gerechterweise
BH|fig|keit: die; - ; -en 1 a) Eigenschaft,
im Preis niedrig zu sein b) Eigen¬
schaft, von niedriger Qualität zu sein
2 Rechtmäßigkeit, Angemessenheit
von etw.
Bll|li[gung: die; ~ ; - Erlaubnis, Zustim¬
mung zu einem Vorhaben, einer
Handlung »Das geschah ohne meine
Billigung.«
BII|H|gn: dat.-firs die; - ; -en <Zahl> eine
Million Millionen
Bim|bo: der; -s; -s [ugs.; stark beleidi¬
gend; diskriminierend] Mensch, meist
Mann schwarzer Hautfarbe
Bim|me!|bahn: die; - ; -en [ugs.] kleine
Eisenbahn; altmodischer Nahver¬
kehrszug
bim|meln: bimmelst; bimmeltest; hast
gebimmelt [ugs.] mit einer (hochklin¬
genden) Glocke mehrmals schellen
»Es bimmelt an der Tür.«
Bims|stein: der; -(e)s; -e 1 (zum Bauen
verwendeter) poröser, vulkanischer
Stein 2 zum Abschleifen von Horn¬
haut, Polieren von rauhen Stoffen
verwendetes Stück Bimsstein (1)
bin: I. Pers. Sg. Präsens von sein
bi|nar/bi|nSr/bi|na|risch: dato Adj. n.
stg. a) aus zwei Teilen bestehend b)
zwei Werte annehmend
Bi|njirjzei|chen: dat.; dt» das; -s; -
<meist EDV> innerhalb des Binärsy¬
stems verwendetes Ziffemzeichen 0
od. 1
Bin|de: die; - ; -n 1 a) Stoffstreifen aus
Mull für das Verbinden von Wunden
b) Stoffstreifen, der um die Hüfte, ei¬
nen Oberarm herum getragen wird c)
Tuch, daß zum Schutz od. im Spiel
um die Augen gebunden wird d)
Schlinge, in der ein verletzter Arm ge¬
tragen wird 2 bei der Menstruation,
Monatsblutung der Frau als Auf¬
fangvorrichtung für das Blut verwen¬
dete, umhüllte W atte
Bin|de|ge|we|be: das; -s;- <Anat.;
Med.) die Organe umhüllendes Gewe¬
be
Bin|de|glied: das; -(e)s; -er zwei Dinge,
Ereignisse, Personen verbindendes
Element '
Bin|de|haut die; - ; -häute <Anat.;
Med.) den Augapfel u. das innere Au¬
genlid überspannende Schleimhaut
Bin|de|mit|tel: das; -s; - Substanz, die
zwei Stoffe, Gegenstände verbindet
bin|den: bindest; bandf e)st; hast gebun¬
den 1 verschiedene Dinge zusammen¬
fügen, verschnüren »Das Kind hat ge¬
lernt, seine Schnürsenkel selbst zu
binden.« 2 jmdn. zu etw. verpflichten,
festlegen »Ich bin an meinen Vertrag
gebunden.« 3 <Buch> zusammenfügen
u. mit einem Rücken versehen 4 zu ei¬
nem Knoten verschlingen
bin|den, sich: bindest dich; bandfe)st
dich; hast dich gebunden sich zu etw.
verpflichten, auf etw. festlegen (auch
Partnerschaft, Ehe o. ä.)
b|n|dend: Adj. n. stg. 1 rechtlich ver¬
bindlich » Wir haben eine bindende Ab¬
machung.« 2 als Bindemittel dienend,
verwendet
Bin|der: der; -s; - 1 um den Hals zu bin¬
dende Krawatte, Fliege (für den
Mann) 2 Bindemittel 3 <Bauw.> mit
der schmalen Seite nach außen verleg¬
ter Mauerstein 4 tragender Balken in
einer Dachkonstruktion 5 [landsch.]
Böttcher
Bin|de[strich: der; -fe)s; -e Querstrich
im Schriftsystem, der zwei Wörter an¬
einander kettet
Bin|de|wort* das; -(e)s; -Wörter
(Sprachwiss.) Konjunktion; zwei od.
mehrere Wörter od. Satzteile verbin¬
dendes Wort »'Und’ u. 'oder’sind Bin¬
dewörter.«
Bind|fa|den: der; -s; -faden sehr dünne
Schnur
Binfdung: die; - ; -en 1 Verpflichtung;
Verbundenheit; Beziehung, die zu
jmdm. od. etw. besteht »Unsere Bin¬
dung zu seiner Firma ist nicht mehr
sehr eng.« 2 technische Vorrichtung
zur Befestigung des Stiefels am Ski
»Die Bindung hat sich gelöst.« 3 (Che¬
mie; Physik) (Art des) Zusammen¬
halts von Molekülen, Atomen 4 Ver¬
bindung von Buchstaben in, bei einer
Handschrift 5 (Stoff) Art der Zusam¬
mensetzung von Kett- u. Schußfäden
Bin|dungs]angst: die; - ; -ängste (Psy¬
chologie) Angst, Furcht, eine enge
Verbindung zu einer Person einzuge¬
hen
8in|go: das; - u. -s; - (PL nur in der Zu¬
sammensetzung Bingospiele) Gesell¬
schafts-, Glücksspiel, bei dem ähnlich
wie beim Lotto Zahlen gezogen wer¬
den
Bin|kel/Binkl: der; -s; ~ u. -n [landsch.]
Bündel"
binjnen: Präp. [geh.] innerhalb; wäh¬
rend »Die Schuld muß binnen einer
Woche beglichen werden.«
Bin|nen|ge|wä8|ser. das; -s; ~ von Fest¬
land umschlossenes Gewässer, das
nicht dem Meer zuzurechnen ist
Bin|nen|ha|fen: der; -s; -häfen Hafen an
einem Gewässer im Landesinneren
Bin|nen|land: das; -fejs; -länder (PL s.)
nicht an einer Küste gelegenes Land
Bin|nen|markt: der; -(e)s; -markte wirt¬
schaftlicher Markt im Inland
Bm|nen)meer das; -fe)s; -e kleineres,
weitgehend von Landmassen um¬
schlossenes Meer
178
Biskuit
Bin|nen|reim: der; -(e)s; -e (Literatur-
wiss.> Reim innerhalb einer einzigen
Verszeile
B|n|nen|schiffahrt (Bin|nen|schiff)fahrt)
—» immer mit fff: Bm|nen|schiff|'
fahrt: die; - ; - (Gesamtheit des)
Schiffsverkehrs) auf Flüssen, Seen u.
Kanälen (u. nicht auf dem offenen
Meer) »Die Erträge der Binnenschiff¬
fahrtgehenzurück.«
Binjokel—* Bin|o|kei: <lat.-fr.> das; -s; ~
1 Mikroskop mit zwei Okularen 2
(veralt.J Fernglas 3 [veralt.] Brille
Bin|okel/Bin|okel —*■ Bin|o|kel: der; -s;
- in Süddeutschland u. in der Schweiz
gespieltes Kartenspiel
binfoku|lar—» bin|o|ku|lar: <lat.> Adj. n.
stg. 1 mit einer Vorrichtung ausge¬
stattet, durch die man mit beiden Au¬
gen zugleich sehen kann 2 mit beiden
Augen
Bi|nom: <lat.; gr.> das; -s; -e <Math.> Er¬
gebnis einer Addition od. Subtrakti¬
on aus zwei Elementen; Summe aus
zwei Gliedern
bi|no|misch: dat.> Adj. n. stg. aus zwei
Elementen bestehend; zweigliedrig
»binomische Formeln«
Bin|se: die; - ; -n 1 bei Feuchtigkeit ge¬
deihende Graspflanze 2 etw. geht in
die Binsen: etw. mißlingt, geht verlo¬
ren, kaputt
Bin|sen|weis|heit/Bin|sen|wahrjheit:
die; -; -en eine Tatsache, die für jeden
selbstverständlich ist, die man nicht
mehr belegen, beweisen muß
Bio-/bio- —*■ bi|o-/Bi|o-: <gr>
Wortbildungselement 1 natürlich;
nicht chemisch (künstlich) behandelt
»Biogemüse« 2 Lebendes betreffend,
erforschend »Biochemie ♦ Biolabor«
Bio.: Abk. Biologie
bio.: Abk. biologisch
Bio|che|mjg/Bjo|chejmie —> Bi)o|che|-
mie/Bi|o|che|mie: <gr.> die; - ; - Wis¬
senschaft von den chemischen Vor¬
gängen in Lebewesen
bio|dy|na|misch —» bi|o|dy)na|misch:
<gr.> Adj. n. stg. (Lebensrnittel) aus
biologischem Anbau stammend, nur
mit natürlichen Düngern gedüngt
Bio|gas —* Bi|o|gas: das; -es; -e Gas,
das bei der Zersetzung natürlicher
Stoffe entsteht
Bio|ge|ne|se—> Bi|o|ge|ne|se: <gr.; lat.>
die; - ; -n Entwicklungsgeschichte des
Lebens
bio|ge|ne)tisch —» bi|o|ge|neftisch:
<gr.; lal.> Adj. n. stg. durch Lebewesen
gebildet; aus Lebewesen entstanden
Bio|geo|gra|phie —» Bio|ge|o|gra|phie/
Bilolge|o|gra|fie: <gr,> die; - ;
Biogeographien /biogeogra/Pn/ Wis¬
senschaft, die sich mit der Verbrei¬
tung, Verteilung der Tiere u. Pflanzen
beschäftigt
—> Bi|o|graf/Bi|o]graph: s. Biograph
—» bi|o|gra|fisch/bi|o|gra|phisch: s.
biographisch
Biograph —^ Bi|o|graph/Bi|o|graf: <gr.>
/biograf/ der; -en; -en weibl. Bi|o|gra|-
phin —» Bi|o|gra|phin/Bilojgra|fin:
die; - ; -nen Person, die jmds. Lebens¬
geschichte aufschreibt
biolgralphisch —> bi|o|gra|phisch/bi|-
o|gra|fisch: <gr.> /biografisch/ Adj. n.
stg. einer Biographie, Lebensge¬
schichte zuzuordnen
Bio|kost —> Bi|o|kost: die; - ; - Nah¬
rungsmittel aus biologisch angebau¬
ten Lebensmitteln
Bio|kur|ve —» Bijo|kur|ve: die; - ; -n
Auf u. Ab des biologischen u. psychi¬
schen Zustandes eines Menschen
Biol.: Abk. a) Biologie b) Biologe; Bio¬
login
biol.: Abk. biologisch
Bio|la|den —> Bi|o|la|den: der; -s; -la¬
den [ugs.] Geschäft, in dem biolo¬
gisch, ohne künstliche Düngestoffe
angebaute Lebensmittel verkauft
werden
BioHglge —*■ Bi|o|lo|ge: <gr.> der; -n; -n
weibl. Bio|lgjgin —> Bi|o|lo|gin: die;
- ; -nen Person, die sich mit der Wis¬
senschaft von den Lebewesen be¬
schäftigt
Bio|lo|gje —» Bi|o|lo|gje: <gr.-lat.> die;
- -1 Wissenschaft u. Lehre von den
Lebewesen (Mensch, Pflanze, Tier);
Lehre vom Leben »Sie unterrichtet
Biologie an einem Gymnasium.« 2 die
Beschaffenheit des lebendigen We¬
sens
bio|lpjgisch —»■ bi|o|lo]gisch: <gr.-lat.>
Adj. n. stg. a) die Biologie betreffend
b) naturbedingt; natürlich »biologi¬
sche Prozesse im Körper«
Blojmüll —* Bi]o|müll: der; -s; - biolo¬
gisch abbaubarer Müll
Bio|nik —> Bi|g]nik: Kurzw. <gr.> die; ~ ;
- Biologie + Technik = Wissen¬
schaftszweig, der technische Proble¬
me nach biologischem Vorbild zu lö¬
sen versucht
Bio|phyjsik/Bjofphy|sfk —» Bi|ojphyi*
s|k/Bi|ö|phy|sik: <gr.> die; - ; - Wissen¬
schaft von den physikalischen Le¬
bensvorgängen
Bi|op|sie: <gr.> die; -; Biopsien jbiops'pnj
<Med.> Untersuchung von Gewebe,
das einem lebendigen Lebewesen ent¬
nommen wurde
Blo|rhyth|mus —*• Bi|o|rhyth|mus: <gr.-
lat.i der; - ; -rhythmen 1 jahreszeitli¬
cher Zyklus von Veränderungen der
Organismen 2 Theorie, nach der die
physische Aktivität, das Gefühlsleben
u. die intellektuelle Leistung des Men¬
schen in zyklischen Phasen verlaufen
Bio|sphä|re/Bio|sphä[re —* Bi|o|s|phä|-
re: <gr.-lat.> /bioßfäre/ die; - ; - von
Lebewesen bewohnter Teil der Erde
Bio|syn|the|se —> Bi|o|syn|the|se: <gr>
die; -; -n chemischer Aufbau der Zel¬
len
Bioftop—*■ Bl|o(top: <gr.-lat.> der u. das;
-s; -e (Bio.) a) Lebensraum für Tiere
u. Pflanzen b) Lebensraum einer ein¬
zelnen Art
biipo|lar tgr.-lal■> Adj. n. stg. zweipolig
Birjcher|miis|ti: das; -s; -s Müsli, Speise
aus Haferflocken, Obst, Milch od.
Sahne u. Nüssen
Bnjke: die; - ; -n Baum mit weißer Rin¬
de u. kleinen Blättern »Birken verbrei¬
ten sich sehr schnell.«
Birn]baum: der; -(e)s; -bäume a) Obst¬
baum, der Birnen als Früchte hervor¬
bringt b) (verarbeitetes) Holz des
Birnbaumes (l)
Biijne: dato die; - ; -n 1 a) kurz für Bir¬
nenbaum = Obstbaum, der Birnen
(b) als Früchte hervorbringt b) Frucht
des Bimenbaumes, süß schmecken¬
des, ovales, nach oben schmaler wer¬
dendes Obst mit grüner od. gelber, je
nach Art auch rötlicher Schale u.
weißlichem Fruchtfleisch 2 kurz für
Glühbirne = [ugs.] den Glühfaden
enthaltender Glaskolben, der als
Lichtquelle in eine Lampe geschraubt
wird 3 [ugs.; salopp] Kopf des Men¬
schen »Hast du dir die Birne gesto¬
ßen?« Syn.: (2> Glühlampe
bir|nen|fdijmig: Adj. n. stg. in rundli¬
cher, sich nach oben verengender
Form, Gestalt
Bir|nen|was|ser. das; -s; - durch Destil¬
lation aus Birnen gewonnener
Schnaps
bis: I Konj. 1 begrenzt ein Vorgehen,
eine Handlung zeitlich »Ich werde auf
dem Bahnsteig warten, bis du im Zug
sitzt.« 2 gibt eine Bedingung an »Du
gehst nicht, bis du dein Zimmer aufge¬
räumt hast.« 3 gibt in Verbindung mit
(zwei) Zahlen eine ungefähre Menge
an »Es kommen 20 bis 30 Personen zu
der Party.« 4 [österr.] wenn, sobald
(eine Bedingung eingetroffen ist) »Bis
er gekommen ist, sage ich ihm alles.« II
Pr'äp. mit Akk. a) grenzt einen Zeit¬
raum ab »Ich bleibe noch bis nächsten
Dienstag.« b) grenzt eine Strecke ein,
ab »Wir müssen bis Berlin fahren.« III
Adv. grenzt etw. nach oben hin ab
»Kinder bis 12 Jahren haben freien
Eintritt.«
bijsctien: bischst; bischtest; hast
gebischt [landsch.] in den Armen wie¬
gen
Bijschof: der; -(e)s; Bischöfe weibl. Bi|-
schb]fin: die; - ; -nen (in der kath.
Kirche nur Männer) hohe(r) Geistli¬
che^) in den christlichen Kirchen;
Leiter(in) einer Diözese, eines Bis¬
tums, einer Landeskirche »Die erste
deutsche Bischöfin wurde in Hamburg
gewählt.«
B||schofs|müt|ze: die; - ,• -«1 hohe Müt¬
ze, die Bischöfe bei offiziellen Anläs¬
sen, Messen tragen 2 [ugs.] Kak-
tus(art), die hoch wächst, Längsrip¬
pen hat u. gelbe Blüten trägt, Syn.: d>
Mitra
BI|schofs|sitz: der; -es; -e (Stadt des)
Amtssitzes) eines Bischofs, Haupt¬
stadt einer Diözese
Bi[schofs|stab: der;-(e)s; -stöbe (lan¬
ger, am oberen Ende oft verzierter)
Stab als Insignie, Zeichen der Bi¬
schofswürde
Bi|schofs|syn|ode —* auch Bi|schofs|-
sy|no|de: die; ~ ; -n Versammlung von
Bischöfen
B]lse|xua|li)tät —► Bijse|xu|a]li]tät: <lat >
die; - ; -1 gleichzeitige hetero- u. ho¬
mosexuelle Orientierung, Neigung 2
(Bio.) Zweigeschlechtlichkeit
bi|se|xu|ell/bj]se|xu|ell: Adj. n. stg. sexu¬
ell mit dem anderen sowie mit dem
gleichen Geschlecht verkehrend
bis|her/[schweiz.] bis|her Adv. bis zu
diesem Zeitpunkt; bis jetzt »Das habe
ich bisher noch gar nicht bemerkt.«
bis|he|rig: Adj. n. stg. bisher üblich, vor¬
handen o. ä.
Bisjkuit: <lat.-it.-fr.> /bißkwjt/ der u. das;
-fejs; -s u. -e lockerer Keks; feines
Gebäck »Ich backe einen Tortenboden
aus Biskuit.«
179
bislang
bisflartg: Adv. bisher; bis jetzt; bis zu
diesem Zeitpunkt »Bislang war es im¬
mer umgekehrt.«
8|s|maFck|he|ring: der; -s; -e (mit Gur¬
ken) sauer eingelegter, ungebratener
Hering »Ich aß einen Bismarckhering
u. einen Rollmops.«
Biß —» Biss: der; Bisses; Bisse 1 (Resul¬
tat vom) Zubeißen in etw. »Durch ei¬
nen Biß auf einen Kirschkern ist mir
ein Stück Zahn abgebrochen.« 2 voller
Einsatz bei etw. »Der Fußballspieler
schoß keine Tore mehr, er hatte keinen
Biß mehr.« 3 <übertr.> mit Pfiff; scharf
»eine Satire mit Biß«
bißjchen —> biss|chen: Adv. 1 nicht
viel, sondern’ nur ein wenig »Ich
komme ein bißchen später.« 2 (ach) du
liebes bißchen —» du liebes
bisschen: [ugs.] überraschter, er¬
schrockener Ausruf »Ach, du liebes
bißchen, die Waschmaschine läuft
über.«
B!|son: der; -s; -s nordamerikanisches
Wildrind, Büffel
—* Biss: s. Biß
—» biss|chen: s. bißchen
Bis|sen: der; -s; - 1 Happen, Kleinig¬
keit, den, die man von etw. abbeißt;
das, was man auf einmal in den Mund
steckt »Er nahm einen Bissen von dem
Apfel.« 2 jmdm. die Bissen in den
Mund, im Mund zählen: [ugs.] aus
Geiz jmdm. das Essen nicht gönnen 3
jmdm. keinen Bissen gönnen: [ugs.]
sehr neidisch, voller Mißgunst sein 4
keinen Bissen anrühren: [ugs.] gar
nichts essen
bis|sig: Adj. 1 schnell bereit, jmdn. zu
beißen, mit den Zähnen zu verletzen
»Bissige Hunde sollten nicht frei her¬
umlaufen.« 2 <übertr.> verletzend;
spöttisch »Laß deinem alten Vater ge¬
genüber diese bissigen Bemerkungen,
sonst werde ich wütend!«
Bisfsigjkeit' die; - ; -en 1 <Tier> starke
Neigung zum Beißen 2 <übertr.> Ver¬
halten, Neigung mit Worten anzug¬
reifen, zu verletzen
Biß|wun|de —* Biss|wun|de: die; ~ ; -n
Verletzung, die von einem Biß (eines
Tieres) herrührt
bist: 2. Pers. Sg. Präsens von sein
B||stro —* 8is|t|ro: </r> das; -s; -s kleine
(französische) Kneipe; Schenke » Wir
treffen uns manchmal in einem Bistro
od. einer Kneipe.«
B|s|tum: das; -s; Bistümer kirchliche
Verwaltungseinheit, die von einem
Bischof geleitet wird
bis|wei|len: Adv. manchmal; von Zeit
zu Zeit; ab u. zu »Ich gehe bisweilen
gerne ins Theater.«
Bit: Kurzw. <engh das; -s; -s binary digit
"= <EDV; Computer) Binärzeichen;
Binärziffer; binäres Zeichen = klein¬
ste Informationseinheit zur Darstel¬
lung von Daten in einem Binärcode
Bittag (Bltt|tag) —> immer mit tu: Bitt|-
tag/Bjtt-Tag: der; -(e)s; -e <kath.
Kirche) Montag, Dienstag, Mittwoch
vor Christi Himmelfahrt
B|tt|brief: der; -(e)s; -e Schreiben, in
dem der Empfänger vom Absender
um etw. (Materielles) gebeten wird
Bitjte: die; - ; -n das Bitten, Frage an
"jmdn. nach der Erfüllung eines Wun¬
sches »Die Bitte um eine Gehaltserhö¬
hung wurde erfüllt.«
bit|te: Adv. 1 drückt eine höfliche Nach¬
frage, Aufforderung o. ä. aus »Geben
Sie mir bitte das Buch!«
bit|ten: bittest; bat(e)st/bittetest; hast
gebeten 1 jmdn. höflich auffordem,
etw. zu tun »Ich bat ihn um einen
Gefallen. • Ich bat sie, mir die Marme¬
lade zu geben.« 2 darf ich bitten?: höf¬
liche Aufforderung (zum Tanz) 3
wenn ich bitten darf: etw. (sehr nach¬
drücklich, ärgerlich, ungeduldig o. ä.)
betonend 4 (aber) ich bitte Siel: [ugs.]
entrüsteter, protestierender Ausruf
»Aber ich bitte Sie, ich wollte Sie doch
nicht beleidigen!« 5 ich muß doch
sehr bitten!: [ugs.] entrüsteter Ausruf
ß bitten u. betteln: [familiär] anhal¬
tend, immer wieder bitten 7 na bitte:
da haben wir es; ich hatte recht, ich
habe es doch gleich gesagt 8 bitte,
bitte machen: [ugs.] (die Hände
mehrmals zusammenschlagen u. da¬
durch) eine Bitte ausdrücken 9 Bitten
ist lang, befehlen kurz: jmdn. um
etw. zu bitten, kostet Überwindung,
u. man muß oft viele Worte machen,
jedoch einen Befehl zu erteilen ist ein¬
fach, geht schnell 10 bitte sagen —»
auch Bitte sagen: «meist Kind) um
etw. bitten
b[t|ter: Adj. 1 geschmacklich herb »Der
Pampelmusen-, Grapefruitsaft hat ei¬
nen bitteren Geschmack.« 2 <verst.>
stark; sehr; intensiv »Es herrschte bit¬
tere Kälte.«
bit|ter-: Wortbildungselement 1 <verst.)
sehr; extrem »bitterböse« 2 (im Ge¬
schmack) herb »Bitterschokolade«
bit|terjbö|se: Adj. n. slg. sehr böse, wü¬
tend
bit|ter|ernst: Adj. n. stg. sehr ernst; ab¬
solut nicht scherzhaft
bit|ter|kalt: Adj. n. stg. extrem kalt
BHjteijkeit: die; - ; - 1 herber Ge¬
schmack »Die Bitterkeit der Medizin
sagt nichts über ihre Wirkung aus.« 2
Verbitterung, Enttäuschung über
jmdn., ein Ereignis »Man spürte die
Bitterkeit in ihrer Stimme.«
bjt|terjlich: Adj. 1 im Geschmack ein we¬
nig bitter, herb 2 [geh.] sehr intensiv,
heftig »bitterliches Weinen«
Bitjterjnis: die; - ; -se (PI. s.) 1 bitteres,
enttäuschtes Gefühl 2 [geh.] bitterer
Geschmack
bit|te(jsüß: Adj. 1 von herbem, aber zu¬
gleich sehr süßem Geschmack, Ge¬
ruch 2 «übertr.) zugleich bedrückend,
schmerzlich u. schön, bewegend
Bitt|ge|bet: das; -(e)s; -e «Religion) (an
Gott, einen Heiligen o. a. gerichtetes)
Gebet, in dem man um die Gewäh¬
rung eines Wunsches bittet
Bitt|ge|such: das; -(e)s; -e (schriftliche)
Bitte um etw. z. B. an eine Regie¬
rungsinstanz
Bjtt|stel|ler: der; -s; ~ weibl. Bitt|stel|le|-
rin: die; - ; -nen Person, die jmdn. um
etw. bittet
—> Bitt|tag/Bitt-Tag: s. Bittag
Bi|tti|inen: <lat.> der; -s; - u. Bitumina
dem Teer ähnliches Dichtungsmateri¬
al, das aus Erdöl gewonnen wird
Brt|zel|was|ser: das; -s; - [landsch.]
Sprudel; kohlensäurehaltiges Mine¬
ralwasser
Bi va|lanz: dato /biwalenz/ die; - ; -en
facitsprl.] Zweiwertigkeit
B]|wak: miederl.-fr.> der; -s; -s (proviso¬
risches) Nachtlager im Freien
bi|zarr: <it.-fr.> Adj. seltsam ungleichmä¬
ßig geformt; nicht der Normalität
entsprechend »Das ist eine sehr bizar¬
re Felsform. • eine bizarre Meinung«
Bijzeps: <lat.> der;-(es); -e «Anat.) zwei¬
köpfiger Oberarmmuskel »Diese
Übung stärkt den Bizeps.«
BjdBJ: Abk. Baujahr
BK: Abk. 1 Bad u. Küche 2 Bankkonto
3 Baukommission 4 Baukosten 5
Berufskrankheit 6 <Med.> Blutkörper¬
chen 7 Bundeskanzler
Bk.: Abk. Bank (meist in der Bedeutung:
Geldinstitut)
Bkl.: Abk. 1 «Rechtsw.) Beklagte(r) 2 Be¬
kleidung
Bkt.: Abk. Bakterie(n)
Bla|bla: das; -s; -s (PI. s.) [ugs.] inhaltlo¬
ses Gerede, das zu nichts führt
Blajche: die; - ; -n [landsch.] großes
Tuch, Plane aus Stoff
Black box —> Blacklbox/Black Box:
<engl.> /bläk bokß/ die; - ; -es 1 «Phy¬
sik) Teilbereich eines Ablaufes, der
nicht erforscht werden kann u. dessen
Vorgänge nur aufgrund der erfolgten
Reaktionen erschlossen werden kön¬
nen 2 Flugschreiber eines (Passagier-)
Flugzeuges, der technische Daten u.
Flugmanöver aufzeichnet
Blacklout/Blacklout —* auch Black¬
out: tengh /bläkaut/ der; -s; ~s a)
plötzlicher Ausfall, Zusammenbruch
des Stromkreises in einem großflächi¬
gen Gebiet, Landstrich »Wir hatten
einen Blackout in (der Energieversor¬
gung) der ganzen Stadt.« b) «übertr.)
(kurzfristiger) Gedächtnisverlust »Ich
hatte einen Blackout bei der Prüfung.«
Black Power —* auch Black|po|wer:
<engl.) Ibläck pauer/ die; - ; - gegen
Rassismus u. gegen die Diskriminie¬
rung von Nordamerikanern afrikani¬
scher Herkunft gerichtete Bewegung
(vor allem in den USA)
biafjfen: blaffst; blafftest; hast geblafft
<Hund> bellen; kläffen
bläf|fen: bläffst; bläfftest; hast gebläfft
«Hund o. ä.> [ugs.] ständig, laut bellen
Blaf|fer: der; -s; - Hund, der ständig,
ausdauernd bellt
Bläffer: der; -s; - [ugs.] Kläffer; ständig
bellender Hund
Blag: das; -s; Blagen [ugs.; abwert.] (un¬
gehorsames) Kind »Die Blagen sind
im Garten.«
Bia|g«: die; - ; -n [ugs.; abwert.] (unge¬
horsames) Kind
bta|gie|ren: miederl.-fr» blagierst; bla¬
giertest; hast blagiert [veralt.] mit etw.
prahlen, angeben
Bläh|bauch: auchrfer; -(e)s; -bäuche
(durch Hunger) aufgeblähter, aufge¬
dunsener Bauch
blä|hen: blähst; blähtest; hast gebläht 1
Gas im Darm bilden »Hülsenfrüchte
blähen.« 2 mit Luft füllen »Der Wind
blähte die Segel.«
bläjhen, sich: bläht sich; blähte sich; hat
sich gebläht sich mit Luft füllen »Die
Segel blähten sich im Wind.«
bläjhend: Adj. Blähungen, Ansammlun¬
gen von Gasen in Magen u. Darm
verursachend
180
blätterig
Blähjsucht: die; - ; - 1 <Med.> Krank¬
heit, bei der sich übennäßig viel Gas
in Magen ti. Darm ansammelt 2 <Tier>
das Aufblähen des Bauches bei Wie¬
derkäuern u. Nagetieren (die als
Haustiere gehalten werden), das
durch ungeeignetes Futter entsteht
Bläjhung: die; • ; -en Ansammlung im
u. das daraus folgende Ausstößen
von Gas aus dem Darm
bla|ken: blakt; blakte; hat geblakt «Feu¬
er> heftig rauchen, Ruß absondern
blä|ken: bläkst; bläktest; hast gebläkt
[landsch.; ugs.] wiederholt laut schrei¬
en u. weinen
Blafken der; -s; • (Wandkerzen-)
Leuchter aus Metall, der mit einer re¬
flektierenden Platte ausgestattet ist
bla|kig: Adj. Ruß, Qualm abgebend
bla|majbel: </r.> Adj. blamabler;
blamabelste so beschaffen, daß man
sich dafür schämen muß
Bla|ma|g«: <gr.-lat.-fr.> /blamaseh«/ die;
- ; -n etw. Beschämendes, das jtndn.
in den Augen anderer herabsetzt »Ich
werde diese Blamage nicht überste¬
hen.«
bla|mle|ren: <gr.-lat.-fr.> blamierst; bla¬
miertest; hast blamiert jmdn. der
Peinlichkeit, dem Spott der anderen
preisgeben »Du hast mich damit vor
meinen Freunden blamiert.«
bla|mie|rsn, sich: <gr.-Iat.-fr.> blamierst
dich; blamiertest dich; hast dich bla¬
miert sich dem Spott, der Peinlichkeit
preisgeben
blan|chje|ren: </r> /blangschiren/ blan¬
chierst; blanchiertest; hast blanchiert
«Kochk.) für kurze Zeit mit heißem
Wasser überbrühen, übergießen
blank: Adj. blanker; blank(e)sie 1 glän¬
zend (vor Sauberkeit) »ein blanker
Fußboden« 2 unbedeckt; bloß; nackt
»ein blanker Popo • blanke Angst« 3
der blanke Hans: die Nordsee (bei
Sturm)
Blank|eis: das; -es; - Eis in den Bergen,
an einem Gletscher, das nicht von
Schnee überdeckt wird
Blan|ketfc das; -(e)s; -e 1 <Technik>
Messer mit unterschiedlichem Profil,
das in Messerköpfe eingesetzt werden
kann 2 <Wirt.> nicht vollständig aus¬
gefülltes Schriftstück (z. B. Wertpa¬
pier), das deshalb noch nicht rechts¬
gültig ist
blan|kp: <germ.-it.> Adv. <Scheck> ohne
Nennung des auszuzahlenden Betra¬
ges
Blan|ko|for|mu|lar: das; -(e)s; -e unter¬
schriebenes, aber noch nicht ausge¬
fülltes Formular, Schriftstück .
Blan|ko|scheck: der; -s; -s unterschrie¬
bener Scheck, bei dem der Betrag
noch nicht eingesetzt ist
Blan|ko|un[terfschrift: die; -; -en Unter¬
schrift auf einem leeren Briefbogen
Blan[kofvoll|fnacht: die; - ; -en unbe¬
grenzte Vollmacht
Bfankjvers: der; -es; -e (Literaturwiss.)
reimloser, aus fünf Jamben bestehen¬
der Vers
blank|zie|hen: ziehst blank; zog(e)st
blank; hast blankgezogen eine (Stich-)
Waffe aus einer Scheide ziehen
Blj)s|chen: das; -s; - kleine Blase, ku¬
gelförmiger Hohlraum im Wasser od.
in der Luft
Blajse: die; - ;-n 1 mit Luft, Gas gefüll¬
ter Hohlraum in Kugelform
»Seifenblase« 2 <Anat.> a) Organ, in
dem Urin, Harn gesammelt wird »Sie
hatte eine schwache Blase.« b) kurzfür
Gallenblase c) kurz für Fruchtblase
= Umhüllung des Embryos 3 mit
Wundflüssigkeit gefüllte Hautwöl¬
bung, die durch Verbrennungen, star¬
ke Reibungen o. ä. hervorgerufen
wird 4 [landsch.; ugs.] Gruppe von lä¬
stigen Personen
Bla|se|balg: der; -(e)s; Blasebälge Ge¬
rät, biegsamer Behälter mit einem
Schlauch zum Auffüllen von etw. (z.
B. einer Luftmatratze) mit Luft durch
Ausdrücken der Luft aus dem Behäl¬
ter durch den Schlauch in den aufzu¬
pumpenden Gegenstand
blajsen: bläst; blies (es) t; hast geblasen
1 (Atem-)Luft in, auf etw. pusten »Sie
blies in die Glut des Feuers.« 2 ein
Blasinstrument spielen 3 <Wind> kräf¬
tig wehen 4 [derb] Fellatio ausüben¬
den Penis mit dem Mund stimulieren
Blajsen|entjzün|dung: die; - ; -en <Med.>
(schmerzhafte) Entzündung der Bla¬
senschleimhaut
Bla|sen[ka|tarrh —* auch Bla|sen|ka|-
tarr: der; -s; -e Entzündung der Bla¬
senschleimhaut
Blgjsen|ka)the)ter: der; -s; - Gerät, das
in die Harnblase eingeführt wird, da¬
mit Urin abfließen kann, wenn dies
auf natürlichem Wege nicht möglich
ist
Bla|sen|lei|den: das; -s; - <Med.> ständi¬
ge, chronische Entzündung der Harn¬
blase
B1a|sen|spie|ge|lung/Bla|sen|spieg|-
lung: die; - ; -en <Med.> Untersuchung
der Blase mit einem Spiegel, der in die
Blase eingeführt wird, Syn.:
[fremdsprl.] Zystoskopie
Bla]sen|sprung: der; -(e)s; -spränge
<Med.> das Reißen der Fruchtblase
kurz vor einer Geburt
Blä|ser: der; -s; - weibl. Blä]se|rln: die;
- ; -nen 1 <Musik> Person, die ein Blas¬
instrument spielt, beherrscht 2 «Berg¬
bau> Gebirgsspalte, die mit Gas ge¬
füllt ist u. unter Überdruck steht
blafsjert: <fr.> Adj. blasierter; blasierteste
[abwert.] hochnäsig u. eingebildet
»Seine blasierte Tante geht mir auf die
Nerven.«
blafsig: Adj. (an der Oberfläche) (Luft-)
Blasen aufweisend
Blas|injstru|ment —* Blas|in|s|t|ru|-
ment: das; -(e)s; -e «Musik) Instru¬
ment, bei dem ein Ton durch das Ein¬
blasen von Atemluft (in die bestimm¬
ten Löcher des Instrumentes) entsteht
Blas|ka|pel|le: die; - ; -n Gruppe von
Musikern, die Blasinstrumente spie¬
len
Blas|imi|sik: die; - ; - Musik, die auf
Blasinstrumenten gespielt wird
Blas|phe|mig: <gr.-lat.> /blaßfemi) die;
- ; Blasphemien /blasfemfcn/ Gotteslä¬
sterung, gotteslästerliche" Äußerung
Blas|rohn das; -(e)s; -e 1 Rohr mit klei¬
nem Durchmesser, das zum Verschie¬
ßen von Giftpfeilen verwendet wird 2
<Technik> unter dem Schornstein bei
Dampflokomotiven angebrachte
Düse
blaß—*■ blass; Adj. blasser; blässestea)
«Hautfarbe) sehr hell; bleich; farblos
»Er ist ist vor Schreck ganz blaß
geworden.« b) <Charakter> uninteres¬
sant; von langweiligem Wesen »Er ist
ein blasser Typ.«
blaB|blau —» blass|blau; Adj. n. stg.
von sehr hellem Blau
Bläsjse: die; ~ ; - «Hautfarbe) das Bla߬
sein; Bleichheit »Ihre Blässe ist nicht
normal - sie muß krank sein.«
blas|sen: blaßt; blaßtest; hast geblaßt
—*alle Formen mit sst— blaß wer¬
den; erblassen
BläBIhuhn/BleBlhuhn —» Bl|ss|huhn/
Bless|huhn; das; -(e)s; -hühner Was¬
servogel mit einem weißen Stirnfleck
u. weißem Schnabel
bläßllich—* blässjlich; Adj. ein wenig
blaß, farblos, bleich
Bla|sto|ge|ne|se —*■ Bla|s|to|ge|ne|se:
(gr.> die; - ; - <Bio.> Entstehung, Ver¬
mehrung eines Lebewesens durch un¬
geschlechtliche Fortpflanzung
Blgtt: das; -(e)s; Blätter 1 meist grüner,
unterschiedlich geformter, oberer/äu-
ßerster Teil einer Pflanze, eines Bau¬
mes, der der Nahrungsumwandlung
durch Photosynthese dient »Die Blät¬
ter der Eiche sind an den Rändern
gewellt.« 2 Papier(seite) »Nimm ein
neues Blatt u. schreibe den Brief neu!«
3 «Kartenspiel) (Zusammenstellung
von) Karten, die jmd. auf der Hand
hat »Heute habe ich ein gutes Blatt.« 4
[ugs.] Zeitung od. Zeitschrift »Er liest
ein seriöses Blatt.« 5 a) Schulterstück
vom Rind b) Schulterbereich beim
Wild 6 flächiger, oft scharfer Teil an
einem Werkzeug »Beim Sägen ist ihm
das Sägeblatt gebrochen.« 7 das steht
auf einem (ganz) anderen Blatt: das
gehört nicht hierher, das steht in ei¬
nem anderen Zusammenhang; »Ob
man ihnen das glaubt, steht auf einem
anderen Blatt.« 8 (noch) ein unbe¬
schriebenes Blatt sein: [ugs.] 1.
(noch) nicht bekannt sein »Als Sänge¬
rin ist sie noch ein unbeschriebenes
Blatt.« 2. noch keine Kenntnisse ha¬
ben, (beruflich o. ä.) unerfahren sein
»Wir werden sehen, wie sich der neue
Kollege macht, er ist noch ein unbe¬
schriebenes Blatt.« 9 (sich) kein Blatt
vor den Mund nehmen: [ugs.] sich
frei, direkt u. ungeniert äußern »Ich
habe ihm meine Meinung gesagt u. da¬
bei kein Blatt vor den Mund genom¬
men.« 10 das Blatt, das Blättchen hat
sich gewendet: [ugs.] die Lage, Situa¬
tion o. ä. hat sich (plötzlich) verän¬
dert »Das Blatt hat sich gewendet,
man vertraut ihm nicht mehr be¬
dingungslos.« 11 Dem Furchtsamen
rauschen alle Blätter: wer Angst hat,
ein ängstlicher Mensch ist, ängstigt
sich vor allem
Blatt|ader —* Blatt(a]der; die; - ; -n
<Bot.> Verdickungen, die das Gerüst
eines Blattes bilden
Blätt|chen: das; -s; - kleines Blatt
blat|ten: blattest; blattetest; hast
geblattet «Jagd> auf einem speziellen
Instrument, dem Blatt, hohe Töne er¬
zeugen, die Rehe anlocken sollen
blat)te|rig: Adj. von Blatternarben ge¬
zeichnet, übersät
181
blätterig/blättrig
blätjte|rig/blätt|rig: Adj. n. stg. 1 a)
leicht in dünne Schichten, Teile zer¬
fallend b) in dünne, kleine Stücke zer¬
teilt 2 reich an Blättern
Blat|tern: die (PL) [veralt.] Pocken
blgtjtern: blätterst; blättertest; hast
geblättert 1 die Seiten eines Buches,
einer Zeitschrift öffnen, umblättem,
ohne intensiv zu lesen »Ich blätterte in
einem Katalog.« 2 sich in dünnen
Schichten ablösen »Die Farbe blät¬
terte schon vom Fenster (ab).«
Blät|terjpilz: der; -es; -e Pilz mit Lamel¬
len an der Unterseite des Kopfes
Blätlterfteig: der;-(e)s; -e aus mehreren
Schichten bestehender Teig, der ohne
Hefe od. Backpulver hergestellt u.
mit Zutaten belegt od. gefüllt wird
Blät|terjwald: der;-(e)s; - [scherzh.] Ge¬
samtheit der Zeitschriften u. Zeitung¬
en
Blatt|fe|der: die; - ; -n <Technik> flache
Feder in Form eines Blattes
Blatt|ge|mü|se: das; -s; - (Gesamtheit
der) Gemüsesorten, bei denen die
Blätter der Pflanzen als Gemüse ver¬
arbeitet werden
Blatt|gold: das; -(e)s; - sehr dünn aus¬
gewalztes Gold, das als Auflage ver¬
wendetwird
Blatt|grün: das; -s; - <Bio.> grüner Be¬
standteil der Pflanze, der u. a. für die
Gasumwandlung zuständig ist, Syn.:
[fremdsprl.] Chlorophyll
Blattjlaus: die; - ; -lause Insekt, das als
Schädling Pflanzen aussaugt
Blattjpflanjze: die; • ; -n (Grün-)Pflan-
ze, die schöne Blätter, aber keine, nur
unscheinbare Blüten hat
blätt|rig/blät|te|rig: Adj. n. stg. 1 a)
leicht in dünne Schichten, Teile zer¬
fallend b) in dünne, kleine Stücke zer¬
teilt 2 reich an Blättern
Blatt|sa|lat: der; -(e)s; -e Pflanze, deren
einzelne Blätter als Salat gegessen
werden
Blattjschuß —* Blatt|schuss: der;
-Schusses; -schüsse 1 <Jagd> Schuß in
das Blatt, den Schulterbereich eines
Tieres 2 einen Blattschuß haben —*
einen Blattschuss haben: verrückt
sein
blau: Adj. n. stg. 1 <Grundfarbe> farblich
etwa so wie der Himmel (bei Sonnen¬
schein ohne Wolken) »Sie hatte eine
blaue Bluse an.« 2 [ugs.] betrunken
»Eine ziemlich blaue Frau kam aus der
Kneipe u. setzte sich in ein Taxi.« 3
blauer Brief: [ugs.] a) die schriftliche
(Abmahnung mit der Androhung
der) Kündigung »Ob ich auch bald ei¬
nen blauen Brief bekomme?« b) ein
Brief der Schule an die Eltern, in dem
daraufhingewiesen wird, daß die Ver¬
setzung (in die nächsthöhere Klasse)
ihres Kindes gefährdet ist 4 blauer
Montag: [ugs.] Montag, an dem jmd.
der Arbeit unentschuldigt fernbleibt,
beim Arbeitgeber eine Krankheit vor¬
schiebt, obwohl er nur einen Kater
od. keine Lust zum Arbeiten hat 5 die
blaue Stunde: [ugs.] Bezeichnung für
die Zeit der Dämmerung 6 der blaue
Planet—»• der Blaue Planet: Bezeich¬
nung für die Erde 7 blaue Bohnen:
[ugs.] Pistolenkugeln; Gewehrkugeln
»Geht in Deckung, dort ist eine Schie¬
ßerei, da fliegen blaue Bohnen!« 8
jmdm. das Blaue vom Himmel (her¬
unter) versprechen; das Blaue vom
Himmel (herunter) lügen, schwin¬
deln: [ugs.] jmdm. hemmungslos die
unmöglichsten Versprechungen ma¬
chen; hemmungslos lügen 9 Ins Blaue
(hinein): [ugs.] ohne bestimmtes Ziel,
ohne zu wissen, wohin, warum od.
worum es sich handelt 10 das Blaue
vom Himmel (herunter) reden: [ugs.]
1. viel, fast ununterbrochen von unin¬
teressanten, unwichtigen Dingen re¬
den »Hoffentlich geht der bald, der re¬
det ja das Blaue vom Himmel herun¬
ter.« 2. Lügen erzählen
—» blau gestreift: s. blaugestreift
—»■ bläulich grün: s. bläulich (2)
blau|äu|gig: Adj. 1 n. stg. blaue Augen,
eine blaue Iris habend 2 [ugs.] sehr
naiv, leichtgläubig
Blaulbarfc der; -(e)s; - [ugs.] (mehr¬
facher) Frauenmörder
Blaulbalsalt: der; -(e)s; - <Geologie>
bläulich schimmerndes Basaltgestein
Blaulbeelre: die; - ; -n a) in reifem Zu¬
stand dunkelblaue Beere, die an
Sträuchern wächst b) Strauch, an
dem Blaubeeren (a) wachsen
blau|blü|tig: Adj. [ugs.] von adeliger
Herkunft
bläuten: bläust; bläutest; hast gebläut a)
mit Hilfe von Waschblau aufhellen b)
blau färben
Blaulfuchs: der; -es; -fuchse in Polarge¬
genden lebender Fuchs, dessen Fell
im Winter blaugrau schimmert
blau|ge|streift —* blau gestreift: Adj.
n. stg. mit Streifen gemustert, wovon
zumindest eine Farbe blau ist »das
blaugestreifte T-Shirt«
Blaulhelm: der; -(e)s; -e [ugs.] UNO-
Soldat
Blaulhelmleinlsatz: der; -es; -einsätze
[ugs.] UNO-Einsatz in einem Kriegs¬
gebiet
Blau|jacke (Blauliaklke —> Blaulial-
cke): die; -; -n [ugs.] Seemann
Blau|kraut: das; -(e)s; - [landsch.] Rot¬
kohl
Blaulkreuzllen der; -s; - weibl. Blaul-
kreuzjle|rin: die; - ; -nen [ugs.] Person,
die mit dem blauen Kreuz zu tun hat,
einer Organisation zur Betreuung
von Alkoholikern
bläujlich: Adj. 1 in einem leichten Blau¬
ton 2 bläulichgriin—* bläulich grün:
in einem Farbton, der sowohl blaue
als auch grüne Nuancen hat
Blau|licht: das; -(e)s; -er blinkendes
blaues Licht, das als Signal für einen
eiligen Polizei- od. Rettungseinsatz
gilt
blaulmalchen: machst blau; machtest
blau; hast blaugemacht [ugs.] ohne
triftigen Grund (unentschuldigt)
nicht zur Arbeit, Schule gehen
Blaulmann: der; -(e)s; Blaumänner
[ugs.] Arbeitsanzug o. ä. aus blauem
Stoff (für Handwerker) »Er trug einen
Blaumann.«
Blau|mei|se: die; - ; -n Meise, die an
Kopf, Schwanz u. Flügeln ein leuch¬
tendes Blau aufweist
Blaubalpier: das; -s; - abfärbendes Pa¬
pier, das zur Anfertigung von Durch¬
schlagen verwendet wird
Blau|paujse: die; - ; -n Kopie einer
durchsichtigen Vorlage, die auf einem
bläulichen Papier weiße Linien ergibt
Bteu|säu|re: die; - ; - <Chemie> hochgif¬
tige Säure, die in geringen Dosierun¬
gen auch in Kernen von Obst u. in
Mandeln vorkommt
Blaulschimlmel: der; -s; -1 Algenpilz,
der besonders Tabak u. Gemüse¬
pflanzen befällt 2 Edelschimmel in
manchen Käsesorten
Blaulstich: der; -(e)s; - leicht bläuliche
Färbung (besonders auf Fotografien)
Blaulstrumpf: der; -(e)s; Blaustrümpfe
1 <hist.> Vorkämpferin der Frauen¬
emanzipation 2 [geh.] (sich übertrie¬
ben gebende) emanzipierte Frau
Blau|tan|ne: die; - ; -n Tanne, Fichte
mit bläulich schimmernden Nadeln
Blaulwal: der; -(e)s; -e auf dem Rücken
blaugrau gefärbter Wal
Bla]zer <engl.> /blejser/ der; -s; - minde¬
stens hüftlange Herren- od. Damen¬
jacke; Jackett »Ich habe mir einen neu¬
en Blazer gekauft.«
Bldg.: Abk. 1 Beladung 2 Bildung
Blech: das; -(e)s; -e 1 dünn ausgewalz¬
tes Metall »Das Blech der Karosserie
ist sehr dünn.« 2 [ugs.] Unsinn, den
jmd. redet, schreibt »Du redest heute
wieder nur Blech.« 3 kurz für Back¬
blech = Metalltablett, auf dem man
im Ofen etw. backt od. gart
Blech|blä[ser: der; -s; - weibl. Blech|-
blä|se|rin: die; -; -nen <Musik> Person
(in einem Orchester), die ein Blech¬
blasinstrument spielt
Blech|blas|in|stru|ment —* Blechj-
blas|injs|t|ru|ment: das; -(e)s; -e Mu¬
sikinstrument (aus Metall) mit einem
Mundstück mit Metallplättchen
blejchen: blechst; blechtest; hast ge¬
blecht [ugs.] für etw. bezahlen »Er
mußte für sein Auto ständig blechen.«
Syn.; [ugs.] latzen
ble|chern: Adj. a) aus Blech bestehend
b) wie Metall, metallisch klingend
Blech|ka|ni|ster —» Blech|ka|nis|ter:
der; -s; - eckiger, verschließbarer Be¬
hälter aus Blech
Blech|ki|ste—* Blech|kis|te: die; - ; -n
offener Kasten aus Blech
Btech|la|wi|ne: die; - ; -n [scherzh.] gro¬
ße Anzahl von Kraftfahrzeugen, Au¬
tos »Die Blechlawine bewegte sich gen
Süden.«
Blech|scha|den: der; -s; -Schäden Un¬
fallschaden an der Karosserie eines
Autos o. ä.
Blgch|sche|re: die; - ; -n Schere, die da¬
zu geeignet ist, Blech, Metall zu
schneiden
Btech|trom|mel: die; - / -n Trommel mit
einem Resonanzkörper aus Blech für
Kinder
blecken (blekjken —> blejcken):
bleckst; blecktest; hast gebleckt die
Lippen hochziehen u. so die Zähne se¬
hen lassen
Blei: das; -s; -e (PI. s.) relativ weiches
Schwermetall »Silvester gossen wir ge¬
schmolzenes Blei in eine Wasserschüs¬
sel.«
Blej|be: die; - ; -n Ort, an dem sich jmd.
für längere Zeit aufhalten kann, wo
jmd. wohnen kann »Er hat eine neue
Bleibe gefunden.«
182
Blinde
bteijben: bleibst; blieb(e)st; bist geblie¬
ben den Ort des Aufenthalts nicht ver¬
lassen; etw. nicht ändern »Ich bleibe
noch ein wenig hier.«
—> blei|ben laslsen: s. bleiben lassen
bleibend: Adj. n. stg. dauerhaft
(erhalten) »Der Schmuck ist von blei¬
bendem Wert.«
btei|ben)las|sen —» blejjben )as|sen:
läßt bleiben; ließ(es)t bleiben; hast
bleibengelassen ■—>hast bleiben
gelassen ♦ alle Gegenwartsformen mit
ss<— etw. unterlassen, nicht tun
bleich: Adj. blaß; mit sehr heller, nicht
gebräunter Haut »Sie hatte ein blei¬
ches Gesicht.«
blei|chen: bleichst; bleichtest; hast
gebleicht heller machen
Bleich|ge|sichfc das;-(ejs; -er a) den In¬
dianern unterstellte Bezeichnung für
einen Weißen b) [ugs.; scherzh.] sehr
blasser Mensch
Blejchjsucht: die; - ; - <Med.> [ugs.]
durch Eisenmangel verursachte Anä¬
mie (meist bei Mädchen od. jungen
Frauen), Syn.: [fremdsprl.] Chlorose
blejlern: Adj. schwer, schwerfällig (in
der Bewegung)
blgilfarjben: Adj. n. stg. von dunklem
Grau
Bleiffrei: das; -s; - [ugs.] bleifreies Benzin
blejlfrei: Adj. n. stg. (meist Benzin) ohne
Blei zusatz
Blei|fuß: der; -es; -fuße [ugs.; scherzh.]
Neigung zu übertrieben schneller
Fahrweise beim Autofahren, Motor¬
radfahren
Ble|]ge|halt: der; -(e)s; -e (PL s.) Anteil
von Blei in einem Stoff
blel|haljtig: Adj. Blei enthaltend, bein¬
haltend
Blei]kri|stall —» 8lej|kris|tall: tgr.-lata
das; -(ejs; -e schweres Kristallglas,
das Bleioxyd enthält
Blej|ku|gel: die; - ; -n (als Munition für
Feuerwaffen verwendete) Kugel aus
Blei
Blei]schür[ze: die; ~ ; -n bei der Arbeit
mit Röntgenstrahlen als Schutz vor
den (schädigenden) Strahlen getrage¬
ne Schürze aus bleihaltigem Material
bleischwer: Adj. [ugs.] von extrem ho¬
hem Gewicht »Die Tischplatte ist blei¬
schwer.« Ant.: federleicht
Ble||stift: der; -(ejs; -e Schreibstift mit
einer Mine aus Blei, der eine graue,
leicht ausradierbare Schrift produ¬
ziert
Bleistift)spit|zen der; -s; - Gerät, das
das Holz von Bleistiften entfernt,
wenn das sichtbare Minenstück abge¬
schrieben, verbraucht ist
Bleilstift|stum|mel: der; -s; - [ugs.] sehr
kurzer Bleistift, der bereits oft ge¬
spitzt wurde
Blei|verjgifttung: die; ~ ; -en <Med.>
durch zu häufiges Einatmen von blei¬
haltigen Gasen od. anderweitiger
Bleiaufnahme in den Körper verur¬
sachte Vergiftung
Blenjde: die; - ; -n 1 (Photographie) a)
Vorrichtung am Fotoapparat, der
Kamera, mit der die Belichtung ein¬
gestellt wird »Ich habe eine zu kleine
Blende gewählt.« b) langsames Ein-
bzw. Ausblenden bei einem Film 2
(Archit.) Aufsatz zur Verzierung von
etw., einem Bauteil 3 verzierendes
Stück Stoff an einem Kleidungsstück
4 klappbare(r) Vorrichtung, Gegen¬
stand, die/der Licht abhält, die Funk¬
tion eines Rollos erfüllt 5 (Chemie)
sulfidisches Mineral
blen|den: blendest; blendetest; hast ge¬
blendet 1 durch zu große Helligkeit
die Augen überfordern »Die Sonne
hat mich geblendet .* 2 durch sein Auf¬
treten, äußerliche Dinge von Schlech¬
tem ablenken »Sein Charme hat sie
geblendet.«
blen|dend: Adj. in, von hervorragender
Art u. Weise »Er ist ein blendender
Redner.«
blen|dend|wei8 —> blen|dend weiß:
~Adj. n. stg. von strahlender weißer
Farbe ohne Trübung, ohne Schmutz,
ohne Vergilbung o. ä. »Er hat blen¬
dendweiße Zähne.«
B)en)der: der; -s; ~ [ugs.; meist abwert.]
Person, die es versteht, von ihren ne¬
gativen Eigenschaften durch äußere
Vorzüge abzulenken
blend(frel: Adj. n. stg. helles Licht abge¬
bend, dabei aber niemanden in seiner
Sehfähigkeit einschränkend
Blend|schutz: der; -es; -e Vorrichtung,
die gegen blendendes Licht schützen
soll
Blenjdung: die; - ; - das Blenden od. Ge¬
blendetwerden
Bles|se: die; - ; -n helle Stelle im Fell ei¬
nes Tieres, meist eines Pferdes »Das
Fohlen hat eine Blesse auf der Stirn.«
Bleßjhuhn/Bläß|huhn —» Bless|huhn/
Bläss[huhn: das; -(ejs; -kühner Was-
servoget mit einem weißen Stirnfleck
u. weißem Schnabel
Bles|sur: die; - ; -en (nicht sehr schwer¬
wiegende) Verletzung
bleu: (germ.-fra /blö/ Adj. n. stg. von
blaßblauer, hellblauer Farbe
Bljck: der; -(ejs; -e 1 das Schauen, Se¬
hen auf etw. od. jmdn. »Sein Blick
ging immer öfter zur Uhr.« 2 Aussicht
»Wir hatten ein Zimmer mit Blick auf
das Meer.« 3 a) auf den ersten, einen,
mit einem Blick: sofort, schnell, mir
durch kurzes Hinsehen; ohne längere
Überlegung, Untersuchung b) auf
den zweiten Blick: nicht sofort; erst
bei näherer Betrachtung »Wir hielten
es für einen echten Picasso, aber auf
den zweiten Bäck sah man, daß es eine
Fälschung war.« 4 ein Blick hinter die
Kulissen werfen, tun: sich über die
Hintergründe von etw. informieren 5
den bösen Blick haben: glauben, daß
jmd. nur durch Ansehen Böses, Un¬
heil bringen kann »Die Kinder glaub¬
ten, die alte Frau habe den bösen
Blick.« 6 einen/keinen Blick für
jmdn., etw. haben: jmd. kann etw.
sehr gut/nicht erkennen, sich ein/kein
Urteil bilden »Dieser Teppich ist sehr
wertvoll, dafür habe ich einen Blick.« 7
einen Blick riskieren: [ugs.] möglichst
unbeobachtet, heimlich hinsehen
»Bei den vielen hübschen Mädchen ris¬
kierte er gern mal einen Blick.« 8
wenn Blicke töten könnten: Reak¬
tion auf einen (vermeintlich) bösen
Blick, der, gäbe es wirklich den bösen
Blick, zum Tode des Betrachteten,
Handelnden geführt hätte »Wie die
mich angesehen hat - wenn Blicke töten
könnten (wäre ich auf der Stelle tot
umgefallen)!« 9 jmdn., etw. keines
Blickes würdigen: jmdm., etw. (be¬
wußt) keine Beachtung schenken
»Nach dem Streit würdigte er mich
keines Blickes mehr.« 10 einen Blick
auf jmdn., etw. werfen; jmdn., etw.
nur ganz kurz ansehen »Er hat nur ei¬
nen Blick auf sie geworfen u. sagte ihr,
daß sie für die Rolle nicht in Frage
komme.«
blicken (bNk|ken —> bli|cken): blickst;
blicktest; hast geblickt 1 zu etw. hin¬
schauen, etw. sehen »Ich blickte zum
Nebentisch.« 2 Blick erst auf dich,
dann richte mich: Aufforderung, erst
seinen eigenen Charakter, sein eige¬
nes Verhalten o. ä. zu prüfen, bevor
man sich anmaßt, über andere zu ur¬
teilen
Blick|fang: der; -(ejs; Blickfänge etw.,
was die Aufmerksamkeit auf sich
zieht »Der Kerzenständer ist ein Blick¬
fang in der Wohnung.«
Bljckjfeld: das;-(ejs; -er überblick bares
Umfeld; (Sach-)Gebiet, das man
überschauen kann
Blick|punkt: der; -(ejs; -e a) Stand¬
punkt, von dem man etw. betrachtet
»Von deinem Blickpunkt aus erscheint
das Problem überwindbar, von meinem
aber nicht.« b) etw. od. jmd., das/der
(von vielen) gesehen wird »Ein Politi¬
ker steht im Blickpunkt der Öffentlich¬
keit.«
Blick|rich|tung: die; - ; -en a) Richtung,
in die man schaut b) (übertr.) Rich¬
tung, in die man denkt
BKck|win|kel: der; -s; - Art u. Weise, in
der man etw. betrachtet »Aus deinem
Blickwinkel erscheint das Problem
überwindbar, aus meinem aber nicht.«
blind: Adj. blinder; blindeste 1 a) n. stg.
(Lebewesen; Auge> ohne die Fähig¬
keit zu sehen b) (Glas; Spiegel) un¬
durchsichtig (geworden) »ein blinder
Spiegel; eine blinde Fensterscheibe« 2
blinder Alarm: Aufregung, Panik o. ä.
ohne Grund 3 blinder Passagier:
Passagier auf einem Schiff, in einem
Flugzeug o. ä., der ohne zu bezahlen
heimlich mitreist 4 Unter den Blinden
ist der Einäugige König: wer nur we¬
nig weiß od. kann, ist immer noch
besser, als jmd., der nichts weiß od.
kann S Ein blindes Huhn findet auch
einmal ein Korn: auch ein einfältiger
Mensch, ein Mensch, der immer Pech
hat o. ä., kann einmal etw. erreichen,
Glück haben 6 Wenn der Blinde den
Lahmen trägt, so kommen sie beide
fort: gemeinsam geht es besser, wenn
einer dem anderen hilft
blind fliejgen: s. blindfliegen
blind schrei|ben: blindschreiben
Blind|darm: der; -(ejs; -därme 1 (Anat.)
an der Mündung des Dünndarms in
den Dickdarm liegender Teil ohne
Funktion, ohne Verbindung zu ande¬
ren Körperteilen, Organen 2 Wurm¬
fortsatz am Blinddarm (1) »Der Junge
mußte am Blinddarm operiert wer¬
den.«
Bljnd|darm|ent|zün|dung: die; - ; -en
(Med.) Entzündung des Dickdarm¬
wurmfortsatzes, Syn.: [fremdsprl.]
Appendizitis
Bnrtjde: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Blinder; eine Blin-
183
Blindekuh
de; zwei Blinde) Person, die nicht fä¬
hig ist zu sehen
Bljn|de|kuh: o. Art.; - ; - a) Spiel, bei
dem jmd. mit verbundenen Augen
versucht, seine Mitspieler zu fangen
b) Person, die mit verbundenen Au¬
gen beim Blindekuhspiel die anderen
zu fangen versucht
Blin|den)füh|rer der; -s; - weibl. Blin|-
den|fühjre]rin: die; - ; -nen jmd., cier
einer blinden Person bei der Fortbe¬
wegunghilft
Btjn|denjhund: der;-(e)s; -e für die Un¬
terstützung eines blinden Menschen
ausgebildeter Hund »Er wurde von ei¬
nem Blindenhund geführt.«
Blin|den|schrift: die; ~ ; -en (PI. s.)
Schrift, die durch Ertasten von (in Pa¬
pier eingestanzten) Punktekombina¬
tionen von Blinden gelesen werden
kann; Braille-Schrift
BI|n|den|stock: der; -(e)s; -stocke meist
weißer Stock, an dem Mitmenschen
die Behinderung erkennen u. mit dem
der Blinde den vor ihm liegenden
Weg ertasten kann
bfind|flie|gen —» blind flie|gen: fliegst
blind; flog(e)st blind; bist blindgeflo¬
gen —* bist blind geflogen <— ein
Flugzeug o. ä. nur anhand der Instru¬
mente, ohne Bodensicht fliegen
Blind|flug: der; -(e)s; -flüge Fliegen,
Landen eines Flugzeugs nur mit den
Instrumenten, ohne Sicht» Wegen des
Nebels mußte er im Blindflug über die
Inselfliegen.«
Blind|gan|ger: der; -s; - weibl. Blmd|-
gän[ge|rin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form nicht explodierte Bombe, Gra¬
nate o. ä. »Ich habe einen Blindgänger
gefunden.« 2 <übertr.) Person, deren
Leistung bei weitem nicht zufriedens¬
tellend ist »Er ist doch ein Blindgän¬
ger.«
Blind|heit: die; - ; -1 Zustand, in dem
jmd. unfähig ist, etw. zu sehen 2
<übertr.> Zustand, in dem jmd. etw.
nicht wahrnimmt, nicht wahrnehmen
will
Blind|lan|dung: die; -; -en Landung ei¬
nes Flugzeuges o. ä. nur anhand der
Instrumente, ohne Bodensicht
biind|lings: Adv. ohne zu schauen u. zu
überlegen »Sie rannte blindlings in ihr
Unglück.«
Bljnd|schacht: der; -(e)s; -Schächte
(Bergwerk) senkrecht verlaufender
Schacht, der nicht auf die Erdoberflä¬
che führt
Blind|schlei|che: die; - ; -n in Mitteleu¬
ropa vorkommende, ungiftige
Schlange
blind|schrei|ben —» blind schreljben:
schreibst blind; schrieb(e)st blind;
hast blindgeschrieben —»hast blind
geschrieben<— auf der Schreibma¬
schine, dem Computer o. ä. schrei¬
ben, tippen, ohne dabei auf die Tasten
zuschauen
blind|wü|tig: Adj. auf etw. (sehr) heftig
reagieren, ohne über seine Hand¬
lungsweise nachzudenken
blinfken: blinkst; blinktest; hast geblinkt
a) in regelmäßigen Abständen auf¬
leuchten b) etw., ein Licht regelmäßig
aufleuchten lassen
BKn|ker: der; -s; - 1 Fahrtrichtungsan¬
zeiger an einem Kraftfahrzeug »Er
setzte den linken Blinker.« 2 (Angel-
sporp Köder aus Metall »Makrelen
werden mit Blinkern gefangen.«
blin|kern: blinkerst; blinkertest; hast ge¬
bunkert 1 [landsch.] mit den Augen
blinzeln 2 (Angelsport) mit einem
blinkenden Metallstück als Köder an¬
geln 3 in unruhiger Weise, mit unre¬
gelmäßigen Abständen blinken
Bljnk|licht‘ das; -(e)s; -er (ausschaltba¬
re) an- u. ausgehende Glühlampe in
einer Plastikumhüllung, die sichtbar
(als Warnung, Anzeige von etw.) an¬
gebracht ist »Polizeiwagen haben
blaue Blinklichter auf dem Dach.«
Blink)zei|chen: das; -s; ~ Signal, Warn¬
zeichen, das aus einem blinkenden
Licht besteht
blin[zeln: blinzelst; blinzeltest; hast ge¬
blinzelt die Augen zusammenkneifen
u. immer wieder kurz schließen, zwin¬
kern »Wegen des Sonnenlichts mußte
man immer wieder blinzeln.«
Blitz: der; -es; -e 1 a) durch (Tempera-
tur-)Spannungen in der Atmosphäre
entstehende starke elektrische Entla¬
dung »Der Blitz schlug in der, die
Scheune ein.« b) kurz für Blitzlicht =
von einer Birne erzeugtes kurzes hel¬
les Licht an/in Fotoapparaten für Fo¬
tos in dunklen (Innen-)Räumen 2 wie
ein Blitz aus heiterem Himmel: [ugs.]
ohne Vorzeichen, plötzlich u. uner¬
wartet 3 wie der Blitz; wie ein geölter
Blitz: [ugs.] sehr schnell
bütz-ZBIitz-: Wortbildungselement 1 mit
Adjektivslamm <verst.> sehr »Er ist
blitzgescheit (= sehr gescheit).« 2 mit
Substantiv bezeichnet etw., was be¬
sonders schnell geschieht »Der Bun¬
deskanzler reiste zu einem Blitzbesuch
nach Paris.«
Biitzjabjleitter: der; -s; - Vorrichtung
zum Ablenken der Energie eines auf¬
treffenden Blitzes in die Erde »Jedes
Haus muß einen Blitzableiter haben.«
Blitz|ak|ti|on: die; - ; -en überraschend,
schnell erfolgende Handlung, Aktion
B(itz|an|griff: der; -(e)s; -e Überra¬
schungsangriff auf einen Gegner
blitz|ar|tig: Adj. [ugs.] sehr schnell »Sie
drehte sich blitzartig um.«
blitz|blank: Adj. n. stg. vor Sauberkeit
glänzend; sehr sauber
blit|ze|blank: Adj. n. stg. [ugs.] sehr sau¬
ber »Die ganze Wohnung war blitze¬
blank geputzt.«
blit|zen: blitzt; blitztest; hast geblitzt
(Lichtquelle» grell aufleuchten »Bei
dem Gewitter blitzte u. donnerte es
ständig.«
Blitz[ge|rät: das; -(e)s; -e Vorrichtung,
die kurzfristig die nötige Helligkeit
für ein Foto produziert
blrtz|gejscheit Adj. n. stg. sehr klug
Blitz|ge[sprüch: das; -(e)s; -e Fernge¬
spräch, das von der Vermittlung be¬
vorzugt vermittelt, verbunden wird
(u. eine höhere Gebühr kostet)
Blitz|kar|rie|re —> Blitz|kar|ri|e|re: die;
; -n sehr schneller beruflicher Auf¬
stieg
Blitz|krieg: der; -(e)s; -e <Milit.> Krieg,
in dem der Gegner in kurzer Zeit be¬
siegt, überrannt wird
Blitz|licht: das;-(e)s;-eriütd\t kurzzei¬
tige Erhellung, Ausleuchtung eines
Raumes beim Fotografieren konstru¬
ierte, an den Fotoapparat angeschlos¬
sene Glühlampe »Viele Blitzlichter
flammten auf.«
Blitz|Ncht|auf|nah|me: die; - ; -n Foto,
das mit einem Blitzlicht, einer Blitz¬
lampe produziert wurde
bltalsaulber. Adj. n. stg. völlig gerei¬
nigt; sehr sauber
Blitz|schach: das; -s; - Variation des
Schachspiels, bei dem den beiden
Spielern für jeden Zug nur eine kurze
Zeit zur Verfügung steht
Blitzschlag: der; -(e)s; -schlage in etw.
einschlagender Blitz
b!itz|schnell: Adj. n. stg. mit hoher Ge¬
schwindigkeit; sehr schnell
Blitz|sieg: der; -(e)s; -e (meist Milit.>
sehr schnell errungener Sieg über ei¬
nen Gegner (im Krieg)
Blitz|strahl: der; -(e)s; -en kurzes, helles
Aufleuchten von Licht (in der Natur
durch elektrische Entladung produ¬
ziert)
Blitz|um|fra]ge: die; - ; -n kurzfristig er¬
folgende Meinungsumfrage zu einem
Thema
Bljtz|würjfet: der; -s; - auf einen Foto¬
apparat aufsteckbares Gerät, mit
dem viermal ein Blitzlicht erzeugt
werden kann
Blizjzard: ‘.engl.* /blisart/ der; -s; -s
schwerer Schneesturm (in Nordame¬
rika)
Blk.Mhk. Balkon
Block: der; -(e)s; -s u. Blöcke 1 am
(oberen) Rand miteinander verbun¬
dene Papierblätter »Ich muß mir noch
einen neuen Block kaufen.« 2 eine
(viereckige) Einheit bildende Gruppe
von Häusern »In unserem Block gibt
es nicht viele kleine Kinder.« 3 massi¬
ves, aus nur einem Material bestehen¬
des, unmodelliertes Stück 4 Zusam¬
menschluß von politischen, wirt¬
schaftlichen od. gesellschaftlichen
Kräften »Die Sowjetunion u. die mit
ihr befreundeten Staaten bildeten da¬
mals einen Block.« 5 kurz für Strek-
kenblock = Sicherung für Züge auf
Bahnhöfen u. auf freier Strecke 6 PI.
Blöcke die Rollen des Flaschenzuges
enthaltendes Gehäuse
Blockade (Blok|ka]de —* Blo|cka|de):
<niederl.-fr.> die; - , -n Absperrung,
die jmdn. am Erreichen eines Ortes,
Zieles hindert; das Blockieren
Block|bil|dung: die; -; -en <Pol.> Verbin¬
dung von in militärischer, wirtschaft¬
licher u. politischer Hinsicht eng mit¬
einander verwobenen Staaten
Btock|buch|sta|be: der; -n; -n in Druck¬
schrift, lateinischen Großbuchstaben
geschriebener Buchstabe
Blqck|flö|te: die; - ; -n ein einfaches
hölzernes Blasinstrument
Block|haus: das; -es; -häuser aus Holz
gebaute Hütte »In einer Ecke des Gar¬
tens stand ein Blockhaus.« Syn.:
Blockhütte
blockieren (blok]kie|ren —*■ blo|ckie|-
ren): miederl.-fr.i blockierst; blockier¬
test; hast blockiert 1 jmdn. durch Ab¬
sperrung am Erreichen eines Ortes,
Zieles hindern »Das Auto blockierte
die ganze Straße.« 2 außer Funktion
setzen; behindern; etw. verhindern
»Die Räder blockieren.«
184
Blumenkübel
Blockie|rung (Blok|kie|rung —* Blo|-
ckje|rung): die; • ; -en 1 das Blockie¬
ren, Blockiertwerden 2 etw., was jmd.
od. etw., einen Vorgang o. ä. behin¬
dert, blockiert
Block|parjtei: die; - ; -en <Pol.> Partei,
Hie mit anderen Parteien eine über
eine Koalition hinausgehende Ver¬
bindung eingegangen ist
Blocks|berg: der; -(e)s; - [poet] Be¬
zeichnung für den Brocken, den
höchsten Berg im Harz
Block|scho|ko|la|de: die; - ; -n in ex¬
trem dicken Tafeln, Blöcken herge¬
stellte Schokolade, Kuvertüre »Für
den Überzug der Torte müssen 200 gr
Blockschokolade im Wasserbad aufge¬
löst werden.«
Blockfschrift: die; - ; -en (PI. s.) a) o.
PL der Druckschrift nachempfunde¬
nes handschriftliches Buchstaben¬
schriftsystem »Bitte füllen Sie das
Formular in Blockschrift aus!« b) Art
u. Weise, in der jmd. die Blockschrift
(a) schreibt
Block|un|teijricht: der; -(e)s; - über ei¬
nige Wochen meist täglich (ganztä¬
gig) stattfindender Berufsschulunter¬
richt, der nicht parallel, gleichzeitig
mit der praktischen Ausbildung abge¬
halten wird
blöd/blöjde: Adj. blöder; blödeste [ugs.j
a) dumm; in törichter Art »Ich habe
einen blöden Fehler gemacht.« b) mit
unangenehmen Folgen »So ein blöder
Zufall!«
Blö|de|tei: die; - ; -en [ugs.] 1 das Her¬
umblödeln, Unsinnmachen 2 alberne
Verhaltensweise, Äußerung
blö|deln: blödelst; blödeltest; hast geblö-
delt [ugs.] komische, alberne Sprüche,
Bemerkungen austauschen
blöjderjwei|se: Adv. [ugs.] aus Dumm¬
heit, Unachtsamkeit (heraus)
Blöd|ham|mel: der; -s; - [ugs.] dumme
Person
Blöd|heit: die; ~; -en 1 o. PI. Dummheit;
Schwachsinnigkeit 2 dumme, unüber¬
legte Handlung o. ä.
Btö|di|an: der; -s; -e [ugs.] dummer
Mensch
Blöd|mann: der; -fe)s; -männer [ugs.]
dumme (männliche) Person
Blöd)sinn: der; -(e)s; - [ugs.] Unsinn;
etw., was töricht ist »Sie erzählte
Blödsinn.«
blöd|sin|nig: Adj. [ugs.] dumm; ohne
Aussicht auf Erfolg »eine blödsinnige
Idee«
Blöd|sin|nig|keit: die; - ; -en [ugs.] a)
Dummheit, Unsinnigkeit einer Hand¬
lung b) dumme Handlung, Äußerung
btöjken: blökst; blöktest; hast geblökt
<Schaf> Laute äußern, schreien
blond: </r> Adj. n. stg. (wird ugs. häufig
gesteigert: blonder; blondeste) <Haa¬
re> von heller, aber nicht weißer Farbe
»ein Mädchen mit blonden Haaren ♦
ein blonder Engel«
—» blond getfärtot s. blondgefärbt
—> blond gejlockt: s. blondgelockt
Blon|de: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Blonder; eine Blon¬
de; zwei Blonde) Person mit hellem,
blondem Haar
blpnd|ge)färt>t —> blond geffärbt: Adj.
n. stg. künstlich blondiert
blgnd|ge|lockt —» blond geflockt Adj.
n. stg. blonde gelockte Haare habend
blon|die|ren: blondierst; blondiertest;
hast blondiert Haare (mit einer chemi¬
schen Substanz) aufhellen
Blon|di)ne: die; - ; -n [ugs.] Frau mit
blonden Haaren
bloß: I Adv. nur; lediglich »Ich kann das
Taxi nicht bezahlen, denn ich habe
bloß noch 10 DM.« II Adj. n. stg. a)
nackt; unbekleidet »Du sollst doch
nicht mit bloßen Füßen herumlaufen.«
b) nichts als »Das ist bloßer Unsinn!«
III Partikel drückt eine Verstärkung
von Emotionen aus »Komm mir bloß
nicht unter die Augen!«
Blö]ße: die; - ; -n 1 Nacktheit; unbe¬
deckte Körperstelle (vor allem bei
Geschlechtsteilen, -merkmalen
verwendet) »Sie bedeckte ihre Blöße.«
2 <Sport; Fechtern Fläche, auf der ein
Treffer gezählt wird 3 <Gerberei> Tier¬
haut ohne Fell vor dem Gerben 4 a)
sich eine Blöße geben: sich bloßstel¬
len, blamieren, eine Schwäche zeigen
»Mit diesem Eingeständnis hat sie sich
eine Blöße gegeben.« b) jmdm. eine
Blöße bieten, zeigen: jmdm. Gele¬
genheit zum Angriff für Kritik geben
bloß|le[gen: legst bloß; legtest bloß; hast
bloßgelegt 1 von der bedeckenden
Schicht befreien 2 zur Kenntnis, ans
Licht bringen; enthüllen »Der Test
legte viele Wissenslücken bloß.«
blgß|lie|gen: liegt bloß; lag bloß; hat
bloßgelegen unbedeckt (u. klar er¬
kennbar) sein »Bei der Operation wur¬
de die Wirbelsäule bloßgelegt.«
bigß|stel|len: stellst bloß; stelltest bloß;
hast bloßgestellt jmdn. durch Enthül¬
lungen o. ä. gegenüber anderen bla¬
mieren »Er hat mich vor meinen
Freunden bloßgestellt.«
bloß|stel|len, sich: stellst dich bloß;
stelltest dich bloß; hast dich bloßge¬
stellt sich vor anderen blamieren
blgß|stram|peinf sich: strampelst dich
bloß; strampeltest dich bloß; hast dich
bloßgestrampelt durch Bewegung der
Beine u. Füße die Decke nach unten,
vom Körper wegtreten, -schieben
Bloufspn: </r.> /blusong u. blusong/ das
u. der; - «. -s; -s kurze, weite Jacke
mit Bund
blubfbern: blubberst; blubbertest; hast
geblubbert [ugs.] 1 Blasen bilden »Das
Wasser blubberte schon.« 2 (vor sich
hin) schimpfen, Unsinn reden
Blue|]eans —* Bluelieans/Blue Jeans:
<engl.> /bludsehinß/ die (PI.) u. die; - :
- Hose aus einem robusten, blauen
Baumwollstoff
Blues: <engi> /bluß u. blus/ der; - ; - 1
traurig klingendes Volkslied von
Nordamerikanem afrikanischer Her¬
kunft 2 aus dem Blues (1) entstandene
Form des Jazz 3 ein langsamer Gesell¬
schaftstanz im Viervierteltakt
Bluff: iengl.t /blöff/ der; -s; -s geschick¬
ter) Täuschung, Täuschungsversuch
blufften: <engl.> /blöffen/ bluffst; bluff¬
test; hast geblufft etw. Unwahres vor¬
geben; jmdn. irreführen, täuschen
»Sie hat beim Kartenspielen gut ge¬
blufft.«
blü|hen: blüht; blühte; hat geblüht 1 Blü¬
ten hervorbringen »Die Tulpen blühen
schon.« 2 gut gedeihen; sich voll ent¬
falten 3 [ugs.] Pickel (im Gesicht) ha¬
ben
blü|hend: Adj. n. stg. 1 in Blüte stehend;
mit Blüten versehen »blühende
Osterglocken« 2 <übertr.> gut gedei¬
hend; intensiv
Blu|ma: die; - : -n 1 kleinere Pflanze, die
Blüten hervorbringt »Blumen
umtopfen« 2 Blüte u. Stil »Blumen
pflücken, verschenken« 3 Bierkrone,
Schaum im Bierglas 4 Duft eines
Weines 5 Schwanz eines Hasen ß
durch die Blume: nicht direkt, son¬
dern nur andeutungsweise »Ich habe
ihm durch die Blume zu verstehen ge¬
geben, daß er mich nicht mehr einladen
soll.« 7 vielen Dank für die Blumen:
sich ironisch für etw. bedanken
»Deine rot gefärbten Haare sehen fast ■
echt aus. - Vielen Dank für die Blu¬
men!«
Blu|men|beet: das; -(e)s;-e Stück Erde,
. auf dem (verschiedene Sorten) Blu¬
men gepflanzt werden
8lu|men|bu|ketf/Blu|men|bou|quet:
das; ~(e)s; -e u. -s zusammengebun¬
dene, zusammengesteckte Schnittblu¬
men
Blu]men|draht: der; -(e)s; -drähte dün¬
ner Draht, mit dem empfindliche Blu¬
menstengel fixiert werden, Blumen
zusammengebunden werden
Blujmen|er|de: die; - ; - spezielle Erde,
bestimmter Boden, der besonders für
das Anpflanzen von Blumen geeignet
ist
Blu|men]fen|ster —» Blu|men|fens|ten
das; s; ~ Fenster, auf dessen Fenster¬
bank verschiedene (blühende) Pflan¬
zen stehen
Blu|men|frau: die; ~ ; -en Verkäuferin
von Blumen (in einem Blumenge¬
schäft, an einem Blumenstand)
Blu|menjge|schäft: das; -(e)s; -e La¬
den, wo Pflanzen, Blumen usw. ver¬
kauft werden
blu]men|ge[scltmücfct: Adj. n. stg. mit
Blumensträußen, -gestecken) als
Schmuck, Verzierung versehen
Blujmen|gruß: der; -es; -grüße Blumen¬
strauß, Zimmerpflanze, den/die man
jmdm. als Gruß übergibt, schicken
läßt
Blu|men|ka|sten —» Blu]men[kas|ten:
der; -s; -kästen Balkonkasten, in dem
Blumen, Pflanzen angepflanzt wer¬
den
Blu|men|kind: das; -(e)s; -er kleines
Kind, das bei einer Hochzeit vor dem
Brautpaar Blüten ausstreut
Blu|men|kohl: der; -(e)s; - (PI. nur in
der Formulierung Blumenkohlköpfe)
aus Röschen zusammengesetztes,
gelblich-weißes (selten grünes) Ge¬
müse
Blu|men|kohl]ohr. das; -(e)s; -en [ugs.;
scherzh.] Ohr, das seltsam geformt
ist, durch mehrere Knorpelbrüche
(die beim Boxen entstanden sind) ver¬
formt wurde
Biu]men|kohl|rös|chen: das; -s; ~ beim
Zerteilen eines Blumenkohls erkenn¬
bar werdende kleinere Einheit, die
von einem Stengel ausgehende Ver¬
zweigungen aufweist
Blu|men|kü|bel: der; -s; - meist runder,
großer Blumentopf, in den mehrere
185
Blumenladen
verschiedene Pflanzen gepflanzt wer¬
den (können)
Blu|men|la|den: der; -s; -laden Geschäft,
in dem Blumen, Pflanzen verkauft
werden
Blu[men|mu|ster —* Blu|men|mus|ter.
das; -s; - Verzierung in Form von sti¬
lisierten Blumen
Blu|men|prachfc die; - ; - Gesamtheit
von schön blühenden Pflanzen (in ei¬
nem Gelände)
Blu]men|ra|bat|te: die; ~ ; -n Beet, auf
dem zur Zierde blühende Pflanzen ge¬
pflanzt werden »Sie liefen mitten
durch die Blumenrabatten.«
blylmen|reich: Adj. 1 viele Blüten, Blu¬
men aufweisend 2 <übertr.> sehr aus¬
geschmückt, ausschweifend (erzählt,
dargestellt)
Blu|men|schmuck: der; -(e)s; - Verzie¬
rung, Schmuck in Form von, mittels
Blüten, Blumen
Blu|men|stand: der; -(e)s; -stände
Marktstand, im Freien aufgestellter
Wagen o. ä., an dem Blumen verkauft
werden
Bly|men|straufi: der; -es; -Sträuße zu¬
sammengebundene, zusammenge¬
stellte Schnittblumen
Blu|men|topf: der; -(e)s; -topfe Gelaß
aus Ton od. Plastik, das als Behälter
für (Zimmer-)Pflanzen dient »Der Fi¬
cus braucht einen größeren Blumen¬
topf.«
Blu|men|va|se: die; ~ ; -n Behälter, in
dem Schnittblumen aufgestellt wer¬
den
Biu|men|zwielbel: die; - ; -n Knolle ver¬
schiedener blühender Pflanzen, die in
die Erde eingebracht wird u. später
austreibt
blü|me|rant: Adj. blümeranter; blüme¬
ranteste [veralt.; ugs.] nicht ganz
wohl; ein wenig schlecht »Mir ist ganz
blümerant.«
blu|mig: Adj. 1 in der Art einer Blume
(duftend, aussehend) 2 viele Um¬
schreibungen, Floskeln enthaltend 3
einen würzigen Duft aufweisend »ein
blumiges Parfüm«
Blujse: die; - ; -n Hemd für eine Frau
Blut: das; -(e)s; - <Med.> -e 1 rote Kör¬
perflüssigkeit (des Menschen u. vieler
Tiere), die die Zellen mit allen wichti¬
gen Stoffen versorgt »Blut spenden« 2
jmdm. erstarrt, gefriert, gerinnt,
stockt das Blut in den Adern: jmd. ist
vor Schreck, Entsetzen starr, wie ge¬
lähmt 3 blaues Blut in den Adern
haben: von adliger Herkunft sein 4
Blut sehen wollen: 1. grausame, blu¬
tige Taten, Kämpfe o. ä. sehen wollen
»Das Publikum schrie u. johlte bei dem
Boxkampf, es wollte Blut sehen.« 2.
tödliche Rache üben wollen 5 Blut
rühren: [ugs.] eine Diskussion, Aus¬
einandersetzung ohne die geringste
Rücksichtnahme führen 6 Blut (u.
Wasser) schwitzen: [ugs.] große
Angst haben (in einer bestimmten La¬
ge, Situation), daß etw. nicht gut aus¬
gehen könnte »Bei der mündlichen
Prüfung hat er Blut u. Wasser
geschwitzt.« 7 an jmds. Händen klebt
Blut: [geh.] jmd. hat einen Mord be¬
gangen 8 Blut geleckt haben: Inter¬
esse, Geschmack, Gefallen an etw.
Anden 9 nach Blut lechzen, dürsten:
[ugs.] (sich rächen) töten wollen »Er
konnte die Beleidigung nicht verkraf¬
ten, er lechzte nach Blut.« 10 etw. mit
seinem Blut besiegeln: [poet.] für
etw. kämpfen u. dafür sterben 11 (nur
immer) ruhig Blut: nicht aufregen,
keine Panik »Nur ruhig Blut, der
Schaden am Flugzeug ist nicht groß,
der Pilot wird sicher landen!« 12 im
Blut, in jmds. Blut waten: [geh.) seine
Gegner in großer Anzahl (grausam)
töten 13 heiBes, wildes, feuriges Blut
haben: [ugs.] voller Temperament,
Leidenschaft sein »In ihren Adern floß
heißes, wildes Blut.« 14 böses Blut
machen, schaffen: Ärger, Streit, Un¬
willen erregen »Mit ihren anzüglichen
Bemerkungen schafft sie ständig böses
Blut.« 15 jmdn. bis aufs Blut quälen,
peinigen, reizen: jmdn. (bewußt) mit
Worten u./od. Taten sehr quälen, pei¬
nigen, reizen »Es schien ihm sogar
Freude zu machen, seinen schüchter¬
nen Kollegen bis aufs Blut zu reizen.«
16 die Bande des Blutes: [geh.] bluts¬
verwandte Beziehungen, Bindungen
17 in seinem Blut(e) schwimmen:
[geh.] blutig getötet, niedergemacht
worden sein 18 kaltes Blut bewahren;
ruhig(es) Blut bewahren: in einer
schwierigen Situation Ruhe bewah¬
ren, sich beherrschen »Er bewahrte in
der schwierigen Lage kaltes Blut u.
forderte auch die anderen auf. ruhig
Blut zu bewahren.« 19 jmdm. im Blut
liegen: jmd. hat eine angeborene Be¬
gabung, ein angeborenes Talent; eine
angeborene Eigenschaft »Musik liegt
ihm im Blut, schon sein Vater war ein
großer Pianist.«
—*■ Blut bildend: s. blutbildend
blut-: Wortbildungselement + Adj.
<verst.> sehr »Sie ist noch blutjung.«
Blutjader —> Blut|a|den die; - ; -n
<Anat.> Ader, die zum Herzen führt,
Syn.: [fremdsprl.] Vene
Blut|al|ko|hol: der; -(e)s; - im Blut fest¬
stellbarer, meßbarer Alkoholgehalt
nach Genuß von alkoholischen Ge¬
tränken
Blutjap|fel|si|ne: die; - ; -n Apfelsine mit
rot gefärbtem Fruchtfleisch u. leicht
rötlicher Schale
Blut|ar|mufc die; - ; - Krankheit, bei der
das Blut zu wenig rote Blutkörper¬
chen enthält, Syn.: [fremdsprl.] Anä¬
mie
Blutjbad: das; -(e)s; Blutbäder grausa¬
mes Töten, Verletzen mehrerer Men¬
schen »Der Amokläufer hatte inner¬
halb weniger Sekunden ein Blutbad an¬
gerichtet.«
Blut|bahn: die; - ; -en Gesamtheit der
Adern des Blutkreislaufes
Blut|banlc die; - ; -en Aufbewahrungs¬
stelle für Blutspenden, -konserven
»Die Blutbank verfugt nicht über ge¬
nug Blut für die nächsten Wochen.«
blut|be|schmiert: Adj. n. stg. mit Blut
beschmutzt; voller Blut »Das Unfall¬
opfer war blutbeschmiert. ♦ Nach der
Operation war der Kittel des Arztes
blutbeschmiert.«
Blut|bild: das; -(e)s; -er medizinische
Werte, die sich bei einer Blutuntersu¬
chung ergeben »Das Blutbild ist völlig
in Ordnung.«
bhrt|bil|dend —> Blut bfl|dend: Adj. n.
stg. die Produktion roter Blutkörper¬
chen fördernd, anregend
Bfut|druck: der; -(e)s; - <Med.> meßba¬
rer Druck, mit dem das Blut durch
die Adern, Gefäße fließt »Da sein
Blutdruck stark erhöht ist, muß er täg¬
lich Medikamente nehmen, die den
Blutdruck senken.«
blut|druck|sen|kend: Adj. n. stg. den
Blutdruck senkend, niedriger ma¬
chend »Der Arzt hat ihm ein blut¬
drucksenkendes Medikament ver¬
schrieben.«
blut|dürjstig —» blut|düfs|tig: Adj. sehr
bestrebt, jmdn. zu töten, zu verletzen,
Syn.: blutrünstig
Blüjte: die; - ; -n 1 a) der meist auffällig
gefärbte Teil der Pflanze, der die
Fortpflanzungsorgane enthält »Der
Apfelbaum trägt dieses Jahr viele
Blüten.« b) o. PI. Zeit, in der Blumen
Blüten (a) hervorbringen »Obst¬
baumblüte« 2 beste Zeit; zeitlicher
Abschnitt, in dem etw. gut gedeiht,
gedieh 3 [ugs.] Falschgeld, falsche
Geldscheine 4 seltsame, wunderliche
Blüten treiben: seltsame, wunderliche
Ausmaße annehmen »Sein Interesse
für das Übersinnliche treibt langsam
seltsame Blüten.« 5 in der Blüte sei¬
ner, ihrer usw. Jahre: [geh.] in noch
jungen Jahren »Sie starb in der Blüte
ihrer Jahre.« 6 in Blüte stehen: Pflan¬
zen, Blumen, Bäume usw. blühen »Im
Garten steht schon alles in Blüte.«
Blut|egel —»• Blut|e|gel: der; -s; - im
Wasser lebendes Tier, das sich durch
Blutsaugen ernährt »An seinem Bein
hingen mehrere Blutegel.«
bluffen: blutest; blutetest; hast geblutet 1
(durch eine Wunde) Blut ausscheiden
2 [ugs.] (viel) Geld für etw. bezahlen
müssen
Blii|ten|blatt: das; -(e)s; -blätter einzel¬
nes Element der Blüte einer Blume
Blii]ten|ho|nig: der; -s; -e Honig, der
von Bienen aus dem zuckerhaltigen
Nektar von Blüten gebildet wird
Btü]ten|kelch: der;-(e)s;-e (zusammen¬
gewachsene) Blütenblätter, die eine
becherähnliche Form haben »Diese
Tulpen haben einen von einem doppel¬
ten Ring Blütenblätter gebildeten Blu¬
tenkelch.«
Blü|ten|stand: der; -(e)s; -stände <Bio.>
blattloser Stengel an manchen Pflan¬
zen, der mehrere Blüten trägt •
Blüjten|staub: der; -(e)s; - Pollen, die
zur Befruchtung von Pflanzen dienen
»Ich bin gegen Blütenstaub aller¬
gisch.«
Blü|ten)traulbe: die; - ; -n Blutenstand,
dessen Blüten ähnlich einer Wein¬
traube angeordnet sind
blü|ten|weiB: Adj. n. stg. völlig weiß,
sauber
Bluffen der; -s; - <Med.> männliche Per¬
son, bei der die Blutgerinnung enorm
schwach, niedrig ist »Bluter müssen
ständig gerinnungsfordernde Medika¬
mente nehmen.«
Blut|er|guB —* Blut|erjguss: der; -er¬
gusses; -ergüsse <Mea.> nach Verlet¬
zung von kleinen Adern außerhalb
des Gefäßsystems entstehende An¬
sammlung von Blut, Syn.:
[fremdsprl.] Hämatom
186
Boatpeople
Blu|ter|krank|he«t die; - ; - <Med.> erbli¬
che Krankheit, bei der die Blutgerin¬
nungsfähigkeit stark eingeschränkt
ist, Fehlt (was dazu führt, daß eine
Wunde nicht od. nur sehr schwer u.
langsam zu bluten aufhört); die Blu¬
terkrankheit kommt bei Mädchen u.
Frauen nicht vor, wird aber von
Frauen vererbt
Blü|te]zeit: die; • ; -en 1 Zeitraum, in
dem eine Pflanzenart Blüten aufweist
2 <übertr.> Zeitraum, in dem etw.,
jmd. besonders erfolgreich, intensiv
ist, war
Biut|fleck: der; -en u. -s; -en aus (ge¬
trocknetem) Blut bestehender Fleck
auf etw., einem Gegenstand
Blut|ge|fä8: das; -es; -e Ader, durch die
das Blut durch den Körper transpor¬
tiert wird
Blutjg«|rinn|sel: das; -s; - <Med.> geron¬
nenes, innerhalb einer Ader ver¬
klumptes Blut
Bluttge(rin[nung: die; - ; - Fähigkeit des
Blutes zu erstarren, zu gerinnen
Bhrt|grup|pe: die; - ; -n durch unverän¬
derliche Kennzeichen des Blutes mög¬
liche Klassifizierung der Blutart »Die
meisten Europäer haben die Blutgrup¬
pe 0.«
Blut|grup|p«n|un|teijsu|chung: die; - ;
-en <Med.> (Verfahren der) Feststel¬
lung der Blutgruppe, der jmd. ange¬
hört (mit der z. B. direkte Verwandt¬
schaftsverhältnisse festgestelit werden
können)
Blut|hoch|druck: der; -(e)s; - <Med.> zu
hoher, erhöhter Druck, mit dem das
Blut durch das Gefäßsystem fließt,
Syn.: [fremdsprl.] Hypertonie
Bluthund: der; -(e)s;-e 1 (Exemplar ei¬
ner) englische(n) Hunderasse, die ei¬
nen sehr ausgeprägten Spürsinn hat
u. zur Jagd benutzt wird 2 <übertr.> a)
Person, die sehr aggressiv, rücksichts¬
los ein Ziel verfolgt b) Person, die
mordet u. foltert
blujtig: Adj. 1 a) mit Blut beschmutzt;
Blut absondemd »eine blutige Wun¬
de« b) mit Blutvergießen, Verletzun¬
gen, Tötungen verbunden »ein bluti¬
ger Krieg« 2 <verst.> sehr; wirklich »Er
ist ein blutiger Anfänger.«
btutliung: Adj. n. stg. sehr jung
Blutjkonfserjve: dato die; - ; -n konser¬
viertes, eingelagertes Blut, das zur
Blutübertragung benutzt wird
Blut|kör|perjchen: das; -s; - kleiner Be¬
standteil des Blutes »rote Blutkörper¬
chen »weiße Blutkörperchen«
Blutfkrebs: der; -es; - Leukämie;
Krankheit, bei der die weißen Blut¬
körperchen zu stark im Blut vertreten
sind »Sie ist im Dezember an Blut¬
krebs gestorben.«
Blutjkreis|lauf: der; -(e)s; -kreisläufe
<Med.> durch das Zusammenziehen
des Herzens verursachtes Zirkulieren
des Blutes im Gefäßsystem, den
Adern
Blut|la|che: die; - ; -n aus jmds. Körper
ausgetretenes Blut, das in einer Pfütze
den Boden bedeckt
blutjleer: Adj. n. stg. blaß, weil die Blut¬
zufuhr unterbrochen, vermindert ist
Blut]oran|ge —* Bfut|ojran[ge: die; - ;
-n Apfelsine mit roter Färbung des
Fruchtfleisches u. der Schale
Blutlpfropf: der; -en u. -(e)s; -en geron¬
nenes Blut, das eine Ader verstopft,
Syn.: [fremdsprl.] Thrombus
Blut|plas|ma: das; -s; - <Med.> der flüssi¬
ge Bestandteil des Blutes, in dem die
Blutzellen schwimmen
Blut|plätt|chen: das: -s; - neben den ro¬
ten u. weißen Blutkörperchen im Blut
existierendes dünnes Scheibchen, das
für die Blutgerinnung zuständig ist
Blut|pro|be: die; ~ 1 jmdm. zum
Zwecke einer Untersuchung (oft des
Alkoholgehaltes im Blut) entnomme¬
nes Blut 2 Untersuchung einer Blut¬
probe (1)
Blut|ra|che: die; - ; - (System der) Ver¬
geltung eines Mordes, Totschlags
durch Ermordung des Mörders od.
eines seiner Familienangehörigen
Blutfrausch: der; -(e)s; -e (Pi. s.) aku¬
ter, unkontrollierter Wunsch zum Tö¬
ten
blut|rei|ni|gend: Adj. n. stg. zur Blutent¬
schlackung beitragend; das Blut reini¬
gend
btutjrün|stig —» blut|riins|tig: Adj. be¬
strebt, einen Kampf o. ä. mit (beson¬
ders viel) Blutvergießen durchzufüh¬
ren; Blutvergießen verherrlichend, ge¬
nießend
Blut|sau|ger: der; -s; - weibl. [selten]
B(ut|sau|ge|rin: die; - ; -nen 1 nur
männl. Form Tier, das sich durch Auf¬
nahme des Blutes anderer Tiere,
Menschen ernährt »Mücken u. Mos¬
kitos sind Blutsauger.« 2 [ugs.] Person,
die andere Menschen finanziell aus¬
nimmt »Diese Banken mit den hohen
Zinssätzen sind Blutsauger.«
Bluts|bru|der: der; -s; -brüder Person,
mit der man Blutsbrüderschaft ge¬
schlossen hat; sehr guter Freund
Bluts|brü|derjschaft: die; - ; -en enge
Freundschaft, die durch den symboli¬
schen Austausch von Blut bekräftigt
wird, wurde
Blut|schan|de: die; - ; - Geschlechtsver¬
kehr zwischen Verwandten 1. u. 2.
Grades (z. B. Bruder u. Schwester),
Syn.: [fremdsprl.] Inzest
Blut|sen|kung: die; -; -en <Med.> 1 Mes¬
sung, bei der festgestellt wird, wie
schnell die roten Blutkörperchen in
nicht gerinnungsfähigem Blut zu Bo¬
den sinken 2 (das Entnehmen von)
Blut für eine Blutsenkung (l)
Blut|se]rum: dato das; -s; -seren <Med.>
durchsichtige Flüssigkeit, die sich ab¬
setzt, wenn sich ein Blutkuchen bildet
Blut|spenfder: der; -s; - weibl. Blutj-
spen|de|rin: die; - / -nen Person, die
für Notfälle Blut für eine Bluttransfu¬
sion spendet, abgibt
blut|stilfiend: Adj. n. stg. die Blutgerin¬
nung beim Austritt aus einer Wunde
fördernd
Bluts|trop|fen: der; -s; - einzelner Trop¬
fen von gerade aus dem Körper aus¬
getretenem Blut
Blut|sturz: der; -es; -stürze <Med.> plötz¬
liche, heftige Blutung aus einer Kör¬
peröffnung (meist angewendet in be¬
zug auf Mund od. Nase)
bluts|ver]wandt: Adj. n. stg. direkt u.
nicht durch Verschwägerung, Heirat
miteinander verwandt; gemeinsame
Vorfahren besitzend
Bluts fveijwandfte: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Blutsverwand¬
ter; eine Blutsverwandte; zwei Bluts¬
verwandte) Personen, die von ge¬
meinsamen Vorfahren abstammen
Bluts|ver]wandt|schaft: die; - ; -en Zu¬
stand, Verhältnis von Personen, die
gemeinsame Vorfahren besitzen
Blut|tat: die; -; -en Verbrechen, bei dem
Blut vergossen worden ist, jmd. er¬
mordet wird, wurde
Blut|trans|fu|si{on: die; - ; -en <Med.>
Übertragung von fremdem Blut, ei¬
ner Blutkonserve in einen Körper (z.
B. bei großem Blutverlust durch eine
Verletzung, bei einer Operation)
blut|trie|fend: Adj. a) naß, tropfend vor
Blut b) <übertr.> von blutigen Ereig¬
nissen erzählend »eine bluttriefende
Geschichte«
blut|Qber|strömt —> blut|ü|ber[strömt
Adj. n. stg. von großen Mengen (eige¬
nem) Blut befleckt, bedeckt »Sie lag
blutüberströmt auf dem Boden.«
Blut|überttra|gung —» Blut|ü|ber|tra|-
gung: die; - ; -en Bluttransfusion in
einen Körper
Blujtung: die; - ; -en das Austreten von
Blut aus einer Ader (innerhalb des
Körpers od. nach außen)
blut|un|terjlau|fen: Adj. n. stg. <Haut;
Gewebe) durch Blutaustritt bläulich
gefärbt
Stut|ver|gifftung: die: - ; -en Krankheit,
bei der Bakterien sich durch die Blut¬
gefäße, Adern im Körper verteilen,
Syn.: [fremdsprl.] Sepsis
Blut(ver|lust: der; -(e)s; -e das Verlie¬
ren, das Verlorenhaben größerer
Mengen von eigenem Blut
blut|vei[schmiert: Adj. n. stg. mit Blut
beschmutzt
Blut|wä|sche: die; - ; -n Befreiung des
Blutes von Schadstoffen in einer Ma¬
schine außerhalb des Körpers
Blyt|wurst: die; - ; -wurste unter Ver¬
wendung von Schweineblut gekochte
Wurst
Bfut|zirjku|la|ti|on: die; - ; - das Fließen
des Blutes im Blutgefäßsystem, ange¬
trieben durch die Bewegung des Her¬
zens
Blyttzucker|spie|gef (Blyt|zuk|ker]spie|-
gel —* Blut|zu|ckerjsple|ge9: der; -s;
- Anteil, Wert des Blutzuckers im
Blut
8LZ: Abk. 1 Bankleitzahl 2 <Sport> Bun¬
desleistungszentrum
b-Mpll-Tpn|lei|ter die; - ; -n Moll-Ton¬
leiter, die auf der Note b als Grund¬
ton aufgebaut ist
BMX-Rad: das; -(e)s; -Räder Gelände¬
fahrrad
BN: Abk. Buchungsnummer
BND: Abk. Bundesnachrichtendienst
(= deutscher Geheimdienst)
Bö/Böe: miederlo die; - ; Böen plötzli¬
cher Windstoß »Der Wind wehte in
kräftigen Böen.«
b. o.: Abk. a) bis oben b) bis oberhalb
Boa: dato die; - ; -s 1 nicht giftige, in
Südamerika beheimatete Riesen¬
schlange 2 schlangenföimiger Hals¬
schmuck für Frauen aus Pelz od. Fe¬
dern »Sie trug eine schwarze Boa.«
Boat peojple —» Boaßpeolpte: <engb
/bout pipel/ die (PI.) Flüchtlinge,
meist aus Vietnam, die auf kleinen,
187
Bob
oft seeuntüchtigen Booten aus politi¬
schen od. wirtschaftlichen Gründen
ihr Land verlassen
Bob: <engl.-amerik.> der; -s; -s <Sport>
kurz für Bobsleigh = auf lenkbaren
Kufen fahrender Schlitten mit Auf¬
bau, der als Sportgerät von zwei od.
vier Personen gefahren wird
Bob|bahn: die; - ; -en <Sport> Eisrenn¬
bahn für besondere Geländeschlitten,
die von zwei bis vier Personen gefah¬
ren werden
Bobjby: <engl.> der; -s; -s u. Bobbies
—>nur noch Bobbys<— Spitzname
für einen englischen Streifenpolizi¬
sten
Bob(fah|ren der; -s; - weibl. Bob)fah|-
rejrin: die; - ; -nen Person, die einen
Bob, einen speziellen Kufenschlitten
für mehrere Personen, als Sportlerin)
fährt
6ob|tail: <engl.y /boppteü/ der; -s; -s
Hund(erasse) mit besonders zottigem
Fell
Bocjcia: <it,> /botscha/ das; -s; - u. die;
• ; - dem Boule ähnliches, aus Italien
stammendes Spiel, bei dem jeder Spie¬
ler bestrebt ist, mit seinen großen Ku¬
geln am nächsten an eine kleine Kugel
heranzukommen
Bock: der; -(e)s; Böcke 1 männliches
Tier bei einigen Säugetierarten (z. B.
Rehe, Ziegen bzw. Geißen, Gemsen)
2 auf vier Beinen stehendes Turngerät
für Springübungen »Der Bock ist auf
1,25 m eingestellt.« 3 Gestell für Ak¬
ten o. ä. 4 Platz, auf dem der Kutscher
auf einer Kutsche sitzt 5 <Bio.> kurz
für Bockkäfer 6 (keinen) Bock auf
etw. haben: [ugs.] (keine) Lust zu etw.
haben 7 einen Bock schießen: [ugs.]
einen (dummen) schwerwiegenden
Fehler machen
bock|bel|nig: Adj. [ugs.] besonders un¬
nachgiebig, stur
Bock|bier. das; -(e)s; -e Starkbier, das
einen besonders hohen Gehalt an
Stammwürze hat
bocken (bokjken —*■ bp|cken): bockst;
bocktest; hast gebockt 1 <Pferd o. ä.>
störrisch sein, nicht weiterlaufen (u.
dabei versuchen, einen Reiter
abzuwerfen) 2 (Mensch, meist Kind>
trotziges Verhalten zeigen 3 (Schaf;
Ziege> brünstig sein
bockig (bgkjkig —» bo|ckig): Adj. stör¬
risch; nicht bereit, sich Anweisungen
zu fügen »Dieses Kind ist ein bockiges
kleines Biest.«
Bockigkeit (Bok|kig|keit —> Bo)ckig|-
keit): die; ~ ; - störrisches, widerspen¬
stiges Verhalten; bockige Handlung
Bockjkitz: das; -es; -e <Zoob männli¬
ches Junges von Rehen, Stein- u.
Gamswild
Bock]mist der; -s; - [ugs,] völliger Un¬
sinn; schwachsinnige Handlungen
»Mach doch nicht solchen Bockmist!«
Bocks|beu|tel: der; -s; - bauchige Fla¬
sche, in der vor allem fränkische
Weine verkauft werden »Ich finde, der
Bocksbeutel hat eine ansprechende
Form.«
Bocks)horn: in der Wendung sich
(nicht) Ins Bockshorn jagen lassen:
sich (nicht) einschüchtern, täuschen
lassen
Bgcksjhom|klee: der; -s; - Klee, der
hoch wächst u. gelbe Blüten trägt
Bockjsprung: der; -(e)s; -spränge
<Sport> das Springen über ein Bock
genanntes Turngerät
Bockjwurst: die; - ; -wurste in Wasser
erwärmte (kurze, dicke) Wurst mit
hohem Schweinefleischanteil »Ich ha¬
be zwei Bockwürste mit Brot u. Senf
gegessen.«
Bo|de|ga: (lat.-span.> die; - ; -s spani¬
sches Weinlokal, Weinkeller, wo der
Wein aus dem Faß gezapft wird
Bpjden: der; -s; Böden 1 Fläche, auf der
man läuft »Der Boden ist mit Teppi¬
chen belegt.« 2 meist nicht als Wohn-
raum genutzter Raum unter dem
Dach eines Hauses »Er hängt Wäsche
auf dem Boden auf.« 3 Erde; mit
Pflanzen bebaubare Erdschicht »Kar¬
toffeln benötigen sandigen Boden.« 4
Unterseite, untere Schicht von etw.
Der Boden der Kuchenform muß mit
Mehl bestreut werden.« 5 am Boden
zerstört sein: [ugs.] (körperlich, gei¬
stig) völlig fertig, verzweifelt sein »Als
man ihm kündigte, war er am Boden
zerstört.« 6 jmdm. den Boden unter
den Füßen wegziehen; den Boden
unter den Füßen verlieren: jmdm. die
Existenzgrundlage vernichten; seine
eigene Existenzgrundlage verlieren 7
einer Sache den Boden entziehen:
Vorwürfe, Anschuldigungen p. ä. ent¬
kräften »Durch sein persönliches Auf¬
treten hat er den Gerüchten den Boden
entzogen.« 8 den Boden für jmdn.,
etw. vorbereiten; einen guten, gün¬
stigen Boden für etw, (vor)finden: für
jmdn., etw. gute, günstige Vorausset¬
zungen schaffen; gute, günstige Vor¬
aussetzungen vorfinden »Durch sei¬
nen Vater fand er für sein berufliches
Weilerkommen einen guten Boden
vor.« 9 Boden (wieder) gutmachen,
wettmachen; [ugs.] jmdm. gegenüber
(wieder)aufholen »Er gab sein Letztes
u. konnte in der zweiten Runde wieder
Boden gutmachen.« 10 a) (wieder) fe¬
sten Boden unter die Füße bekom¬
men, kriegen: (wieder) Halt, eine
(Existenz-)Grundlage bekommen
»Endlich hat er die Krise überwunden
u. wieder festen Boden unter die Füße
bekommen.« b) festen Boden unter
den Füßen haben: einen festen Halt,
eine (Existenz-)Grundlage haben »Er
muß wieder eine Stellung finden, um
festen Boden unter den Füßen zu ha¬
ben.« 11 jmdm. brennt der Boden un¬
ter den Füßen; jmdm. wird der Bo¬
den unter den Füßen zu heiß: [ugs.]
jmdm. wird es an dem Ort, an dem er
sich aufhält, zu gefährlich 12 (an) Bo¬
den gewinnen/verlieren: der Einfluß,
die Macht o. ä. breitet sich aus/geht
langsam verloren »Seine politischen
Ideen haben Boden gewonnen/verlieren
immer mehr an Boden.« 13 auf frucht¬
baren Boden fallen: umgesetzt wer¬
den, eine günstige Wirkung haben
»Seine Ermahnungen sind auf frucht¬
baren Boden gefallen.« 14 sich auf
schwankenden, unsicheren Boden
begeben: etw. Gesichertes verlassen
u. sich auf anderes, neues Gebiet wa¬
gen, begeben »Mit diesem Vorhaben
begibt er sich auf unsicheren Boden.«
15 etw. aus dem Boden stampfen:
etw. aus dem Nichts schaffen »Die
Firma hat er nach dem Krieg aus dem
Boden gestampft.« 16 wie Pilze aus
dem Boden, aus der Erde schießen:
etw. entsteht schnell, in großer An¬
zahl »An den beliebten Urlaubsorten
schießen die Hotels wie Pilze aus dem
Boden.« 17 wie aus dem Boden
gewachsen: [ugs.] unvermutet, plötz¬
lich »Wie aus dem Boden gewachsen
stand er plötzlich vor ihr.« 18 zu Bo¬
den gehen: hinfallen; Umfallen »Er
ging schon nach dem ersten Schlag zu
Boden.« 19 jmd. würde (vor Scham)
am liebsten in den, im (Erd-)Boden
versinken, wäre (vor Scham) am
liebsten in den, im (Erd-)Boden
versunken: jmd. schämt sich sehr,
etw. ist ihm sehr peinlich; jmd. hat
sich geschämt, etw. war ihm sehr
peinlich »Er wäre vor Scham am lieb¬
sten in den Erdboden versunken, als
ihm die Prothese aus dem Mund fiel.«
Bo|den|be(lag: der; -(e)s; -belöge Mate¬
rial, mit dem der Fußboden eines In¬
nenraumes verkleidet ist
Bgjden|be|schaf|fen|heit: die; - / -en
Zusammensetzung u. Form des Erd¬
bodens, der obersten Schicht der Er¬
de
Bo|den|ero|si|on —*• Bp}den|e|ro|si|on:
die; - ; -en allmähliches Verschwin¬
den der obersten Erdschicht
Bo]den|eijtrag: der; -(e)s; -ertrüge Ern¬
te, die auf einer Fläche erzielt wird
Bo|den|fen|ster —» Bg]den(fens|ter:
das; -s; - Fenster im Dachboden ei¬
nes Hauses
Bo|den|flö|che: die; - ; -n 1 (landwirt¬
schaftlich genutzte) Landfläche 2 auf
dem Fußboden einer Wohnung ge¬
messene Fläche, Quadratmeterzahl
Bo|den)frei|heit' die; ~Spielraum zwi¬
schen dem Bodenblech, der Boden¬
platte eines Fahrzeuges u. dem Unter¬
grund
Bo|den]frost: der; - fe)s; -froste Tempe¬
ratur von unter 0t C auf dem Erdbo¬
den (bei einer Lufttemperatur im po¬
sitiven Gradbereich)
Bo|den|haf|tung: die; - ; - Kontakt zwi¬
schen den Reifen eines Fahrzeuges u.
der Fahrbahn
Bo]den|hel|zung: die; ~ ; -en Heizung,
die im Fußboden eines Raumes ange¬
bracht ist, keinen separaten Heizkör¬
per erfordert •
Bo]den|kam|mer: die; -; -n kleines Zim¬
mer unter dem Dach eines Hauses
Bojden|kre|difc der; ~(e)s; -e Darlehen,
das durch Grundstücke abgesichert
ist
bo)den|lsng: Adj. n. stg. (Textilien» bis
zum Boden reichend
bpjden|los: Adj. n. stg. völlig, gänzlich;
absolut »Diese Beschimpfungen sind
eine bodenlose Unverschämtheit.«
Bojden|ne|bel: der; -s; - nur in der Nähe
des Erdbodens auftretender Nebel
Bg]den]pe(fso|nal: das; -s; - nicht im
Flugdienst tätige Angestellte einer
Fluggesellschaft; Personen, die die
Fluggäste auf dem Flughafen abferti¬
gen
Bojden|re|fonn: die; - ; -en Neuvertei¬
lung, Umorganisation des (landwirt¬
schaftlich genutzten) Landes
188
Boje
Bpjden|satz: der; -es; -salze fester Be¬
standteil in einer Flüssigkeit, der auf
den Boden, Untergrund gesunken ist
»Im Bierglas setzte sich ein Bodensatz
aus Hefe ab.«
Bojdenjschätjze: die (PL) im Erdboden
vorkonunende (wertvolle) Minera¬
lien, Rohstoffe
Bo|den|spejku|la|tl|on: die; - ; -en das
Aufkäufen von Land in der Absicht,
dieses später zu höheren Preisen wie¬
der zu verkaufen
bo)den|stün|dig: Adj. schon lange an ei¬
nem Ort lebend u. mit diesem stark
verbunden
Bpjden|staftijon: die; - ; -en (Raum¬
fahrt» technische Überwachungsein¬
richtung, Steuerungseinrichtung auf
der Erde
Bo[den[streit|kräf|te: die (PI.) (Milit.)
Teil einer Armee, der auf der Erde
eingesetzt ist, nicht mit Schiffen od.
Flugzeugen operiert
Bo|denftrup[peiK die (PI.) <Milit.> auf
dem Erdboden eingesetzter Teil der
Armee
Bojden|tur|nen: das; -s; - (Sport) Ge¬
samtheit der turnerischen Übungen,
die auf einer Matte (ohne Gerät) aus¬
geführt werden
Bp|den|va|se: die; - ; -n große Vase, die
meist auf dem Fußboden, nicht auf ei¬
nem Tisch o. a. Möbel steht »Die Son¬
nenblumen passen gut in die Boden¬
vase.«
Bp|den|wel|le: die; - ; -n 1 Unebenheit,
Ansteigen u. Absinken des Erdbo¬
dens 2 (Elektrot.) der Teil einer elek¬
tromagnetischen Welle, der sich an
der Erdoberfläche ausbreitet
Bp|dy: sengt.> /boddi/ der; -s; -s Damen¬
unterwäsche, "Hemd u. Slip in einem
Teil, auch mit kurzen od. langen Är¬
meln
Bp|dy|buil|der. <engl.i /boddibilder/ der;
-s; - weibl. Bp|dy|buil|de|rin: die; - ;
-nen Person (meist Mann), die durch
gezielte Übungen Muskelaufbau be¬
treibt
Bpjdy|buil|ding: <engl.> /bpddibilding/
das; -s; - (Körperbildung, -modellie¬
rung durch) Muskeltraining
Bpjdyfcheck: <engl.> /bodditscheck/ der;
-s; -s (Eishockey» "Anrempeln des
Gegners, damit dieser nicht ins Spiel
eingreifen kann
Bodyjguard: <engh /boddiga'd/ der; -s;
-s im Personenschutz eingesetzter
Leibwächter
Bö/Böe: miederl.y die; - ; Böen plötzli¬
cher Windstoß »Der Wind wehte in
kräftigen Böen.«
Bo[gen: der; -s; - u. Bögen 1 Biegung;
etw., was seine Richtung ändert »Der
Rhein macht bei Bingen einen weiten
Bogen.« 2 (Archit.) Tor, Stütze, Fen¬
stereinfassung o. ä. »romanischer Bo¬
gen • gotischer Bogen« 3 a) Sportgerät,
Waffe, mit der Pfeile abgeschossen
werden »Er nahm seinen Bogen u.
schoß einen Pfeil ab.« b) Gerät, mit
dem die Saiten eines Streichinstru¬
ments zum Klingen gebracht werden
»Er hielt den Bogen falsch.« 4 Blatt
Papier »Ich muß einen neuen Bogen in
die Schreibmaschine spannen.« 5 a)
jmdn. im hohen Bogen hinaus-,
rauswerfen: [ugs.] 1. jmdn. (sofort)
rausschmeißen, eines Ortes verweisen
»Als er anfing zu randalieren, hat man
ihn im hohen Bogen hinausgeworfen.«
2. jmdn. fristlos entlassen »Nach dem
Diebstahl hat man die Verkäuferin in
hohem Bogen hinausgeworfen.« b) im
hohen Bogen hinausfliegen, raus¬
fliegen: [ugs.] a) (sofort) hinausge¬
worfen werden, eines Ortes verwiesen
werden »Wer nicht ruhig ist, fliegt im
hohen Bogen hinaus.« b) fristlos ent¬
lassen werden 6 irr Bausch u. Bogen:
im ganzen; alle(s) gleichermaßen 7 ei¬
nen Bogen um jmdn., etw. machen:
[ugs.] jmdn., etw. meiden »Um ihr
nicht zu begegnen, machte er einen
großen Bogen um das Haus, in dem sie
wohnte.« 8 den Bogen zu straff
spannen: [geh.] sehr hohe Ansprüche,
Anforderungen stellen 9 große Bo¬
gen spucken: [ugs] angeben; prahlen
»Mußt du denn immer so große Bogen
spucken?« 10 den Bogen überspan¬
nen: etw. zu weit (über die äußerste
Grenze hinaus) treiben Ȇberspannen
Sie den Bogen nicht - noch mehr For¬
derungen können wir nicht erfüllen!«
11 den Bogen (he)raushaben: [ugs.]
etw. können; wissen, wie man es ma¬
chen muß
bo|gen|föijmig: Adj. n. stg. in einem Bo¬
gen, einer Kurve verlaufend
Bp|gen|gang: der; -(e)s; -gänge 1 von
Bögen gebildeter Gang, Weg 2 (Sport)
Bodenübung im Kunstturnen 3 n. PI.
(Med.) halbkreisförmige Gänge im
Gleichgewichtsorgan des Menschen
u. der Wirbeltiere
Bp[gen|pfei|lar: der; -s; - einen Mauer¬
bogen stützender, tragender Pfeiler
Bglgen|schie[ßen: das; -s; - Sportart,
bei der mit Pfeil u. Bogen auf eine
Zielscheibe geschossen wird
Bp]gen|schüt|ze: der; -n; -n weibl. Bp|-
gen|schüt|zin: die; - ; -nen Person, die
(als Sport) mit Pfeil u. Bogen schießt
»Die Bogenschützen gewannen den er¬
sten Preis.«
Bo|gen|seh|ne: die; ~; -n aus Kunststoff
od. natürlichen Materialien herge¬
stellte Schnur, die zum Abschießen ei¬
nes Pfeiles vom Bogen gespannt wird
Bo|heme: (/>.) /hohem/ die; -; - nicht an
Konventionen des Bürgertums ge¬
bundenes Künstlermilieu
Bo|he|mi|en: <fr.> /bohemiäng/ der; - u.
-s; -s Person, die der Boheme ange¬
hört
Boh|te: die; -; -n dickes Brett, Vierkant¬
holz als Teil des Bodens »Der Keller¬
boden war mit alten Bohlen ausge¬
legt.«
Boh|ne: die; - ; -n 1 weiß od. rot blühen¬
de Pflanze, die längliche, eßbare Hül¬
senfrüchte hervorbringt 2 in verschie¬
denen Ausprägungen wachsende
Frucht der Bohne (l) od. anderer
Pflanzen, z. B. als Kaffeebohne »In
den Salat gehören rote Bohnen u. viele
Zwiebeln.« 3 blaue Bohnen: [ugs.] Pi¬
stolen-, Gewehrkugeln 4 nicht die
Bohne: überhaupt nicht
Boh|nen|ein|topft der; -(e)s; -töpfe
Speise, bei der Bohnen, Kartoffeln,
Fleisch o. ä. zusammengekocht wer¬
den
8oh|nen[kaf|fee: der; -s; - u. (Sorten)
-s aus mit kochendem Wasser über¬
brühten, gemahlenen, gerösteten
Kaffeebohnen hergestelltes Getränk
Boh|nen|kraut: das; -(e)s; - Gewürz,
das vor allem zur Zubereitung von
Bohnen benutzt wird
Boh|nen|stan|ge: die; - ; -n 1 Latte, an
der Bohnen im Wachstum befestigt
werden »Er band die Pflanze an einer
Bohnenstange fest.« 2 [abwert.] dün¬
ner, großer Mensch, besonders Frau
»Findest du diese Bohnenstange etwa
hübsch?«
Boh|nen|stroh: das; -s; - in der Wendung
jmd. ist dumm wie Bohnenstroh:
[ugs.] jmd. ist sehr dumm
Boh|nen|sup|pe: die; - ; -n aus einer
Bohnensorte, Fleisch, Speck u./od.
Wurst hergestellte Suppe
boh|nern: bohnerst; bohnertest; hast
gebohnert etw., einen Fußboden mit
Hilfe von Bohnerwachs blankma¬
chen, bearbeiten
Boh|ner|wachs: das; -es; -e (PI. s.) dem
Bienenwachs ähnlicher Stoff, mit
dem der Fußboden blankgemacht
wird
boh|ren: bohrst; bohrtest; hast gebohrt 1
durch drehende Bewegungen (mit ei¬
nem elektrischen od. handbetriebe¬
nen Bohrer) ein Loch in etw. hinein¬
treiben, -machen »Er bohrte Löcher
för ein Regal in die Wand.« 2 mit
Bohrgeräten nach Bodenschätzen su¬
chen »Er bohrte erfolgreich (nach)
Öl.« 3 a) hartnäckig um etw. bitten b)
hartnäckig nach etw. fragen, etw. zu
erfahren versuchen
Boh|ran der; -s; - 1 mit einem Gewinde
ausgestattetes, (dünnes) Metallstück
(an einer elektrischen Schlagbohr¬
maschine) »Dieser Bohrer ist viel zu
(Sinn.« 2 kurz für Schlagbohr¬
maschine »Kannst du mir mal deinen
Bohrer leihen?« 3 Person, die an einer
Bohrmaschine arbeitet
Bohr|inlsel: die; - ; -n im Meer aufge¬
baute künstliche Insel, von der aus
nach Bodenschätzen, meist Erdöl, ge¬
bohrt wird
Bohrjloch: das; -(e)s; -locker ein in die
Erde gebohrtes Loch, durch das Roh¬
stoffvorkommen, meist Erdöl, er¬
schlossen, gefördert werden sollen
Bohijma|schi]ne: die; - ; -n (meist klei¬
neres, elektrisch angetriebenes) Ge¬
rät, mit dem Löcher in, durch ver¬
schiedene Materialien gebohrt wer¬
den können
Bohijturm: der;-fe)s; -türme hohes Ge¬
rüst mit einer Bohrvorrichtung, mit
der Öl aus tieferen Erdschichten ge¬
fördert wird »Der Bohrturm stand auf
einer Plattform in der Nordsee.«
Bpti|rung: die; - ; -en das Eindringen in
eine Erdschicht, ein Material mit ei¬
nem Bohrer (meist zu dem Zweck, die
Bodenbeschaifenheit zu überprüfen,
Rohstoffvorkommen zu erschließen)
bö|ig: Adj. Windstöße aufweisend, pro¬
duzierend
Boi|ter: dat.-fr.-engh der; -s; - (elektri¬
sches) Gerät, das das Leitungswasser
erwärmt »Die Heizspirale des Boilers
ist verkalkt.«
Bo[fe: <germ.-fr.> die; - ; -n a) zum Fest¬
machen von Booten im Wasser
schwimmender, am Grund veranker¬
ter Ball mit Haken für die Leinen b)
189
-bold
[ugs.; fälschlich] Tonne, die im Was¬
ser als Seezeichen Fahrrinnen, Untie¬
fen usw. markiert
•bold: Wortbildungselement bezeichnet
eine meist männliche Person, die eine
besondere Vorliebe für ein (meist ne¬
gativ bewertetes) Verhalten zeigt
»Raußold♦ Trunkenbold«
Bo|fe|ra: <span.> der; -s; -s 1 tempera¬
mentvoller spanischer Tanz 2 a) kur¬
zes Jäckchen b) Hut zu dem Jäckchen
(2a)
Bo|le|ro|iäck|chen: das; -s; - taillenlan¬
ge Jacke, die meist keine Ärmel hat
bölfken: bblkst; bölktest; hast gebblkt 1
~Schaf> laute Töne von sich geben
»Ich werde wahnsinnig, wenn die Tiere
noch lange so bölken.« 2 [ugs.; meist
abwert.] laut schimpfen, meckern 3
laut u. anhaltend husten, Syn.: <1>
blöken
Bol|le: die; - ; - [landsch.] 1 Loch, Riß
im Strumpf 2 Knolle, meist Zwiebel
Böl|leR der; -s; - 1 laut krachender Feu¬
erwerkskörper »Silvester konnte man
den ganzen Tag explodierende Böller
hören.« 2 <Milit.> Geschütz mit klei¬
nem Kaliber
bol|lern: bollerst; bollertest; hast
gebollert bei der Fortbewegung von,
mit etw. laute Geräusche erzeugen
böl|lern: bollerst; böllertest; hast
gebollert [ugs.] 1 mit einem Feuer¬
werkskörper o. ä. laute Geräusche
produzieren 2 anhaltend laut schimp¬
fen
Böl|ler]schu8 —*■ Böljlerjschuss; der;
-Schusses; -Schüsse als Begrüßung o.
ä. bei einem offiziellen Anlaß abgege¬
bener Schuß aus einem kleinen Ge¬
schütz
Bol|ler|wa|gen: der; -s; - meist längli¬
cher Handkarren, der an der Deichsel
gezogen wird
Bollwerk: das; -(e)s; -e Festung gegen
einen Angreifer, Angriff »Diese Orga¬
nisation ist ein Bollwerk des Konserva¬
tismus.«
Bol|sche|wik: <russ.) der; -en; -en weibl.
Bol|schejwi|ktn: die; - ; -nen <Pol.> 1
Anhänger(in) Lenins in Rußland/der
Sowjetunion (bis 1917 innerhalb der
sozialdemokratischen Arbeiteipartei
u. bis 1952 in der kommunistischen
Partei) 2 [veralt.; abwert.] Anhänge-
r(in) des Kommunismus
Bol|sche|wis[mus: <russ.> der; - ; - <Pol.>
Kommunismus leninistischer Aus¬
prägung
Bol|sche|wist <russ.> der; -en; -en weibl.
Bol|sche[wj]stin —» Bol|sche|wis|tin:
die; •; -nen <Pol.> a) Anhängern) Le¬
nins b) [veralt.; abwert.] Kommuni¬
sten)
Bol|zen: der; -s; - 1 dichter Holz- od.
Metallstift »Du solltest das lieber mit
einem Bolzen befestigen.« 2 Arm¬
brustgeschütz aus Holzstab u. Eisen¬
spitze
bol|zen: bolzt; bolztest; hast gebolzt a)
unter Kraftanwendung, mit wenig
technischem Geschick Fußball spie¬
len b) eine Leichtathletikübung ohne
viel technisches Geschick ausführen
-bol[zen: Wortbildungselement [ugs.] be¬
zeichnet eine (meist männliche) Per¬
son, die etw., eine Eigenschaft in sehr
großem Maße aufweist»Kraftbolzen«
Bol|ze|rei: die; - ; -en <Sport> [ugs.] 1
Fußballspiel ohne Überlegung, gro¬
ßes technisches Geschick 2 ständiges
Ausüben einer technischen Leichtath¬
letiksportart, ohne deren Technik zu
berücksichtigen, nur mit Hilfe von
Körperkraft
Bolz|piatz: der; -es; -platze nicht be¬
baute Fläche, auf der Fußball gespielt
wird
Bom|bar|de|ment: </r.> /bornbardmiaftg
u. bombardment/ das; -s; -rdas Über¬
ziehen eines Gebietes mit Bomben,
das Abwerfen von mehreren Bomben
bom|bar)die|ren: bombardierst; bombar¬
diertest; hast bombardiert 1 einen Ort
mit Bomben, Sprengkörpern überzie¬
hen, bewerfen 2 <übertr.> jmdn. mit
vielen, schnell aufeinanderfolgenden
Worten, Fragen, Vorwürfen usw. be¬
stürmen
Bom|baijdje|ning: </r.> die; - ; -en 1 das
Abwenen von Bomben 2 <übertr.> an¬
dauerndes (verbales) Inbedrängnis¬
bringen vonjmdm. durch etw.
bom|ba|stisch —* bom|bas|tisch:
<pers.-gr.-fr.-engl.> Adj. [häufig auch
abwert.] sehr aufwendig; durch seine
Größe, seinen Umfang o. ä. beein¬
druckend »Man hatte ein bombasti¬
sches Buffetaufgebaul.«
Bom|be: <gr.-lat.-it.-fr» die; - ; -n 1 grö¬
ßerer Sprengkörper, den ein Zünder
zur Explosion bringt »Die Bombe war
in einem Auto deponiert.« 2 <übertr.>
lange geheimgehaltene wichtige In¬
fonnation 3 die Bombe platzt: [ugs.]
das, was man gefürchtet, erwartet o.
ä. hat, tritt ein »Jetzt ist die Bombe ge¬
platzt, man hat seine Unterschlagun¬
gen entdeckt.« 4 wie eine Bombe
einschlagen: etw. wirkt sehr heftig u.
überraschend »Die Nachricht schlug
wie eine Bombe ein.«
bom|ben: bombst; bombtest; hast ge¬
bombt 1 Bomben abwerfen 2 <Ball-
spieb mit großer Kraft auf ein Tor
schießen, werfen
born|ben-/Bom|ben-: Wortbildungsele¬
ment 1 <verst.> sehr »Das Regal ist
bombenfest verankert.« 2 sehr schön,
gut »Es herrschte eine Bombenstim¬
mung.«
Bom|ben|an|giiff: der; ~(e)s; -e <Krieg>
Angriff von gegnerischen Fliegern,
die Bomben abwerfen
Bom|ben|an)schlag: der; -(e)s; -an¬
schläge (verbrecherisches) Anbringen
einer Sprengladung zu dem Zweck,
jmdn. zu töten, zu verletzen od. etw.
zu zerstören
Bgm|ben|dro|hung: die; - ; -en Dro¬
hung, Ankündigung, daß ein Bom¬
benanschlag bevorsteht
Bom|benfer|fo(g: der; -(e)s; -e großer
Erfolg, sehr positives Ergebnis eines
Unternehmens
bom|ben[fest: Adj. n. stg. a) ganz beson¬
ders fest, stabil »Das Regal hängt
bombenfest.« b) <übertr.> garantiert
(eintreffend)
Bom|ben|flug|zeug: das; -(e)s; -e Flug¬
zeug, das über feindlichem Gebiet
Bomben abwerfen soll, kann
Bom|ben|form: die; - ; - hervorragende
(körperliche) Konstitution, Verfas¬
sung »Er ist in Bombenform.«
Bom|ben|ge|schäft: das; -(e)s; -e[ugs.]
sehr gutes, vorteilhaftes Geschäft, das
jmd. abgeschlossen hat
Bom|ben|krieg: der; -(e)s; -e kriegeri¬
sche Auseinandersetzung, die mittels
Abwurf von Bomben geführt wird
bom|ben|sijcher Adj. 1 gegen Bomben,
Sprengköiper geschützt, resistent 2
[ugs.] auf jeden Fall erfolgend, festste¬
hend »Das ist eine bombensichere Sa¬
che.«
Bpm|ben]stim|mung: die; - ; - [ugs.]
gute, sehr ausgelassene Stimmung
(bei einem gesellschaftlichen Ereignis,
einer Feier)
Bom|ben|tep|pich: der; -(e)s; -e große
Anzahl gleichzeitig abgeworfener,
fallender Bomben »Auf die Stadt ging
ein Bombenteppich nieder.«
Bpm|ben[terjioR der; -s; - Durchfüh¬
rung (mehrerer) Bombenanschläge
durch verbrecherische Organisatio¬
nen o. ä.
Bom|ben|trich|ter. der; -s; - durch eine
Bombenexplosion in die Erde gerisse¬
nes Loch
Bpm|ber: der; -s; - für Bombardierun¬
gen gebautes Flugzeug
bom|big: Adj. [ugs.] sehr gut, schön
»bombige Stimmung«
Bpm|m«l/Böm|mel: der; -s; - u. die; - ;
-n Troddel, Verzierung aus zusam¬
mengewundenen Fäden an etw. »An
seiner Mütze hing ein Bommel.«
Bon: dat.-fr.> /bong u. bong/ der; -s; -s 1
Gutschein; Coupon 2 Nachweis über
eingekaufte Gegenstände »Auf dem
Bon sind zwei Posten zuviel verzeich¬
net.«
Bon|bon/Bon|bon: dat.-fr.> /bongbong,
bongbon u. bongbong/ das u. der; -s;
-s zum Lutschen bestimmte kleine Sü¬
ßigkeit
bon|bonffaijben/bon[bon|farjben:
/bongbong-, bongbong- u. bong¬
bong-/ Adj. n. stg. in hellen Pastelltö¬
nen gehalten
Bon|bon|n|ejre —» auch Bon|bo|n|ie|re:
/bongboniere, bongbongier« u.
bongboniere/ die; - ; -n (hübsches)
Gefäß für Bonbons, Pralinen usw.
bon]gen: <lat.; fr» bongst; bongtest; hast
gebongt 1 einen Betrag in eine Kasse
eintippen, so daß dieser auf dem Kas¬
senquittungszettel erscheint 2 etw. ist
gebongt: [ugs.] etw. ist vereinbart,
wird so ausgeführt
Bon|go|trom|mel: tspan.-amerik» die;
- ; -n kubanische Trommel mit einem
Fell, von der immer zwei gleichzeitig
verwendet werden
Bo|ni|fi|ka|ti|on: dat:> /bonifikazion/ die;
- ; -en Gutschrift; zusätzliche Vergü¬
tung
Bo|ni|tät: dato die; - ; -en <Bankw.> Kre¬
ditwürdigkeit eines Kunden »Die Bo¬
nität des Kontoinhabers wurde über¬
prüft.« _
Bo|nijtats[prüffung: die; - ; -en Über¬
Prüfung der finanziellen Situation ei¬
nes Kunden (einer Bank)
Bon|mot: <fr.> /bongmo/ das; -s; -s be¬
sonders geistreiche Bemerkung
Bon|sai: <jap.> der; - u. -s; -s Zwerg¬
baum (in einem Blumentopf, einer
Schale)
Bp|nus: dat.-engh der; -ses u. - ; -se u. -
1 zusätzliche Gewinnausschüttung
190
Boshaftigkeit
»Am Ende erhalten Sie auf Ihr Gutha¬
ben einen Bonus von I0%.« 2 Vorteil;
etw., was sich vorteilig auswirkt »Er
ging mit dem Bonus des Regierungs¬
chefs in die Wahl.«
Bon|vi|vant: <fr.> /boagwiwang/ der; -
u. -s; -s 1 (Bühne; Theater» Rolle des
eleganten, oberflächlichen Mannes 2
[veralt.] Lebemann
Bpn|ze: <jap.-porl.-fr.> der; -n; -n 1
[meist abwert] jmd., der in Wirt¬
schaft, Politik o. ä. eine hohe Stellung
als Funktionär innehat u. die Interes¬
sen der weniger hochgestellten Men¬
schen nicht (mehr) berücksichtigt 2
buddhistischer Mönch
Boolnie-Woolgie: <.engh /buggi wuggi/
der; -s; -s 1 Gesellschaftstanz 2 aus
dem Blues entwickelter Klavierstil
Boom: <engh /btim/ der; -s; -s Auf¬
schwung; starkes Interesse an etw.
Die Femreiseziele erleben dieses Jahr
einen Boom.«
boolmen: <engh /bumen/ boomt;
boomte; hat geboomt besonders er¬
folgreich verlaufen, verkauft werden;
einen Aufschwung erleben »Das Ge¬
schäft boomt.«
Boot <engl.> das; -(e)s; -e 1 kleines
Schiff »Wir rudern mit dem Boot zum
anderen Ufer des Sees.« 2 Im selben,
in einem Boot sitzen: zusammen etw.
(z. B. ein bestimmtes Ziel, eine
schwierige Situation o. ä.) erreichen
wollen, bewältigen müssen
Boots|an|hän|ger: der; -s; - Anhänger
für ein Auto, auf dem ein Boot trans¬
portiert werden kann
Boots|eigjner: der; -s; - weibl. Bootsl-
eig|ne|rin: die; ~ ; -nen Person, die ein
Boot, Schiff besitzt
Bootslhaus: das; -es; -häuser 1 einfa¬
ches Haus, in dem Boote (über den
Winter) liegen 2 Vereinshaus eines
Wassersportvereins
Bootslmann: der; -(e)s; -männer 1
(Bundeswehr» Feldwebel bei der Ma¬
rine 2 (Handelsmarine» den Wachoffi¬
zier unterstützender Matrose
Bootssteg: der;-(e)s; -e über das Was¬
ser gelegter Weg, an dem Boote anle¬
gen können
Bord: das; ~(e)s; -e Regalbrett, das an
einer Wand befestigt ist »Das Buch
steht dort drüben auf dem Bord.«
Bord: der; -(e)s; -e (PI. s.) 1 Schiffs¬
deck u. Flugzeuginnenraum 2 etw.
über Bord werfen: sich über etw. hin¬
wegsetzen, es aufgeben, fallenlassen 3
über Bord gehen: 1. von einem Schiff
fallen 2. als Möglichkeit nicht mehr in
Frage kommen
Börjde: die; - ; -n (Geographie» Land¬
schaftsformation im norddeutschen
Tiefland
borldeaux: <fr.> /bordo/ Adj. n. stg. von
dunkelroter, weinroter Farbe
Borideauxlwein: /bordo-/ der; -(e)s; -e
Wein aus der Gegend der westfranzö¬
sischen Stadt Bordeaux
Borjdell: <germ.-it.-fr.-niederl.> das;
•(e)s; -e Freudenhaus; Haus, in dem
Prostituierte ihrem Beruf nachgehen,
wo Männer gegen Bezahlung sexuelle
Leistungen von Frauen erhalten
Bord|stein: der; -(e)s; -e letztes Stück,
Abschluß des Bürgersteigs zur Straße
hin »Vor den Garagen war der Bord¬
stein flacher.«
Bord|stein|kan|te: die; - ; -n (erhöhter)
Abschluß des Bürgersteigs zur Fahr¬
bahn hin
Bor|dü|re: <fr.t die; - ; -n kunstvolle,
schmale Stoff-, Spitzenverzierung auf
einem Stoffstück »Auf die Übergar¬
dine wurde eine Bordüre genäht.«
Bprd|zel|tung: die; - ; -en Zeitung, die
auf einem größeren Schiff, Flugzeug
für die Fahrgäste herausgegeben wird
borfgen: borgst; borgtest; hast geborgt
[ugs.J etw. verleihen »Er hat mir sein
Fahrrad geborgt.«
bor(gen, sich: borgst dir; borgtest dir;
hast dir geborgt [ugs.] sich etw. von
jmdm. ausleihen »Sie hat sich das
Fahrrad ihrer Mutter geborgt.«
Bor|ke: die; -; -n Baumrinde
Bor1ken|käjfer: der; -s; - Käfer, der un¬
ter der Rinde von Bäumen o. ä. lebt
Bor|ken|krepp: der; -(e)s; -e Stoff, Pa¬
pier mit stark geriffelter Oberfläche
Bor|ken|scho|ko|la|de: die; ~ ; -n ge¬
walzte u. dann zusammengerollte,
blättrige Schokolade »Am liebsten
esse ich dunkle Borkenschokolade.«
bor|kig: Adj. [landsch.] 1 so rauh wie
eine Borke, Rinde 2 mit Wundkru¬
sten bedeckt
Born: der; -(e)s; -e a) [veralt.] Quelle;
Brunnen b) (übertr.» [geh.] Quelle ei¬
nes Gefühls, einer Eigenschaft »ein
Born der Weisheit, Freude«
borjniert: <fr.> Adj. bornierter; bornierte¬
ste Charakter» eingebildet; übermä¬
ßig von sich u. seinen Ansichten über¬
zeugt; die Ansichten der anderen
Menschen, Beteiligten ignorierend
»Er ist ein fürchterlich bornierter
Kerl.«
Bor|niert|heit: die; -; -en a) o. PI. Eigen¬
schaft von engstirniger Eingebildet¬
heit b) engstirnige, eingebildete
Handlung
Bor|retsch: <arab.-lat.-it.-fr.> der; - u.
-(e)s; -e Pflanze mit haarigen Blät¬
tern u. kleinen blauen Blüten, die vor
allem als Salatgewürz verwendet
wird, Syn.: Gurkenkraut
Borjsäu|re: die; - ; • Säure des Halbme¬
talls Bor, die als Desinfektionsmittel
verwendet wird
Borschtsch: <russ.> der; - u. -s; - russi¬
scher u. polnischer Eintopf, meistens
mit dem Saft von roten Beeten
Börjse: <gr.'-lat.-niederh die; - ; -n 1
Portemonnaie; kleines Täschchen zur
Aufbewahrung von Geld »Wir schen¬
ken ihr eine Börse zum Geburtstag.« 2
a) Institution, Einrichtung, an der
Wertpapiere o. ä. gehandelt werden
»Er arbeitet an der Börse.« b) Haus, in
dem die Einrichtung (2a) ihren Sitz
hat »Die Börse ist ein Haus aus dem
16. Jhd.« 3 Betrag, den ein Boxer für
einen Kampf erhält
Bor|sen|auf|sicht: die; • ; - (Bankw.» Be¬
hörde, die den korrekten Handel mit
Wertpapieren überwacht
Bör|sen|be|richfc der; -(e)s; -e (Bankw.»
Bericht, Nachricht über die Kurse der
Wertpapiere u. den Ablauf des Han¬
dels in der Börse
Bör|sen|ge|schäft: das; -(e)s; -e
(Bankw.» über die Börse abgehandel¬
tes Geschäft mit Wertpapieren
Börjsen|kurs: der; -es; -e (Bankw.»
durch den Handel an einer Börse fest¬
gelegter Wert eines Wertpapieres
Böijsen|mak|ler. der; -s; - weibl. Bör|-
sen|mak|lejiin: die; - ; -nen (Bankw.»
Person, die an der Börse mit Wertpa¬
pieren handelt
Böi[san|no{tie(rung: die; - ; -en
(Bankw.» Kurswert eines Wertpapie¬
res an der Börse
Bör|sen|schluß —* Bör|sen|schiuss:
der; -Schlusses; -schTüsse (PI. s.)
(Bankw.» Zeitpunkt, an dem der Han¬
del mit Wertpapieren an einer Börse
eingestellt wird
Bör|sen|spe|ku|la|ti|on: die; - ; -en
(Bankw.» Ankauf von Wertpapieren
in der Absicht, diese bei einem höher¬
en Kurswert wieder zu verkaufen
Bör)sen]sturz: der; -es; -stürze (Bankw.)
starkes Absinken vieler Aktien, Wert¬
papiere an einer Börse
Bör}sen|tip —* Bör|sen|tipp: der; -s; -s
[ugs.] Ratschlag für ein gutes Ge¬
schäft an der Börse
Boijste —»• Bors|te: die; - ; -n hartes,
kräftiges Haar (eines Schweins) od.
aus Plastik nachgemachtes Haar (in
einer Bürste)
Bpr|s tendier —» Bors|tenjtier das;
-(e)s;-e [ugs.; scherzh.] Schwein
borstig —» bprs|tig: Adj. 1 mit Borsten
versehen 2 (übertr.» grantig; schlecht
gelaunt u. unfreundlich »Was soll
denn dieses borstige Verhalten?«
Boijte: die; • ; -n flaches, verziertes
Band, das auf Textilien (meist Gardi¬
nen, Damenkleidung) aufgenäht wird
Bor[was|sen das; -s; - zur Desinfektion
verwendete Borsäurelösung
bös|arjtig: Adj. a) bestrebt, jmdm. zu
schaden; böse; hinterlistig »eine bös¬
artige Unterstellung« b) (Krankheit»
gefährlich; lebensbedrohend »ein bös¬
artiger Tumor«
Bös|ar|tig|kelt die; ~ ; -en a) o. PI. Cha¬
raktereigenschaft, anderen Personen
schaden zu wollen b) bösartige, ande¬
ren Personen mit Absicht schaden
wollende Handlung
Bö|schung: die; - ; -en Abhang, abfal¬
lendes Gelände neben einer Straße
od. Bahnlinie
bö|sa: Adj. böser; böseste 1 bestrebt zu
schaden; moralisch schlecht »Sie ist
ein böser Mensch.« 2 unangenehm;
schwierig; schlimm »eine böse Ver¬
letzung« 3 äußerst unartig; ungehor¬
sam »ein böses Kind« 4 aaverbiell ge¬
braucht ärgerlich; nicht gut gesonnen
»Sie ist böse auf mich.« Ant.: d> gut;
(3> lieb 5 im bösen wie im guten —*
im Bösen wie im Guten: sowohl hef¬
tig schimpfend, kritisierend als auch
freundlich (gesagt) 6 Böses läßt sich
leicht verrichten, aber nicht leicht
wieder schlichten: etw. Schlechtes,
Böses o. ä. ist bewußt od. unbewußt
schnell gesagt, getan, es wieder zu¬
rückzunehmen, in Ordnung zu brin¬
gen o. ä. ist schwer, weit schwieriger
Bö|se|wicht: der; -(ejs; -er u. -e [veralt.]
bösartige, verbrecherische Person
bos|haft: Adj. boshafter; boshafteste in
"der Absicht, jmdm. Böses zu tun, zu
schaden, jmdn. (seelisch) zu verletzen
Bos|haf|tig|keit: die; - ; -en a) Eigen¬
schaft od. Handlung, mit der man
191
Bosheit
jmdm. schaden möchte b) (das Äu¬
ßern einer) boshaften, gemeinen Be¬
merkung
Bosheit: die; -; -en a) o. PI. Schlechtig¬
keit; Gehässigkeit; böse Absicht »Ihre
Bosheit ist unübertroffen.« b) Hand¬
lung, die jmdm. schaden, jmdn. (see¬
lisch) verletzen soll »Er versuchte, sie
mit kleinen Bosheiten zu ärgern.«
Bos|koop/Bos|kop: der; -(e)s; -s eine
säuerliche Apfelsorte
Bos|nfa|ke —» Bos|ni|a|k« der; -n; -n
Einwohnerin), Bürgerin) von Bos¬
nien
Bos|po|rus: der; - ; - Meerenge zwi¬
schen Asien u. Europa, an der Istan¬
bul liegt
BoB —* Boss: der; Bosses; Bosse Che¬
fin), Anführerin) einer Gruppe von
Menschen »Der Boß hat diese Anwei¬
sung gegeben.«
Bos|sa Np|va: <port.> /bossa nowa/ der;
- u. -s; -s Gesellschaftstanz aus Süd¬
amerika
bosfseln: bosselst; bosseltest; hast ge¬
bosselt 1 [landsch.; ugs.] an etw. aus¬
dauernd basteln, arbeiten (u. damit
etw. herstellen) 2 einen Stein (aus dem
Steinbruch) roh bearbeiten 3 etw. in
Ton, Gips od. Wachs modellieren
boJBeln: boßeist; boßeltest; hast
geboßelt [landsch.] kegeln, mit der Bo-
ßelkugel werfen
Bos|slerjei|sen: das; -s; - Gerät, mit
dem Mauersteine behauen, bearbeitet
werden
bos|sie]ren: bossierst; bossiertest; hast
bossiert 1 einen rohen Stein behauen 2
etw. in Ton, Gips od. Wachs model¬
lieren
bÖs|wil|lig: Adj. absichtlich schaden
"wollend; bewußt bösartig »eine bös¬
willige Unterstellung«
Bös[wü|ligjkeit: die; ~ / -en a) Handlung,
mit der jmd. absichtlich einem ande¬
ren schaden möchte b) (Charakter-)
Eigenschaft, jmdm. absichtlich scha¬
den zu wollen
Botft): das; -(e)s; -e [Schweiz.] Zusam¬
menkunft, Versammlung von Mit¬
gliedern einer Vereinigung
Bot: Abk. Botanik = Pflanzenkunde
bot: Abk. botanisch = a) pflanzen-
kundlich b) pflanzlich
Botta|nik: <gr.-/a/.> die; - ; - 1 Wissen¬
schaft, die sich mit der Pflanzenwelt
beschäftigt 2 [ugs.; scherzh.] Natur;
ländliche Umgebung; (auch kleinere)
Ansammlung von Pflanzen
bofta|ni|sje|ren: <gr.> botanisierst; bota¬
nisiertest; hast botanisiert Pflanzen
sammeln, um sie wissenschaftlich zu
untersuchen
Bo|ta|ni|sier|trom|mel: die; - ; -n Behäl¬
ter aus festem Material (meist Blech),
in dem gesammelte Pflanzen aufbe¬
wahrt, transportiert werden
Böt|chen: das; -s; • kleines Boot, Schiff
Bpfte: der; -n; -n weibl. Bo|tin: die; - ;
-nen Person, die etw., eine Nachricht
überbringt; Lieferant(in) »Die Boten
fahren mit den Fahrrädern schneller
durch die Stadt als mit dem Auto.«
Boftenfcfienst: der; -(ejs; -e a) Über¬
bringung durch einen Boten b) Orga¬
nisation, die Botendienste (a) über¬
nimmt, erledigt
Bojten|gang: der; -(ejs; -gänge Über¬
bringen von etw., einer Nachricht o.
ä., Erledigung, die man für jmdn.
übernimmt »Ich hatte noch einen Bo¬
tengang für eine Vorgesetzte zu erledi¬
gen.«
Bo|ten|lohn: der; -(ejs; -löhne Bezah¬
lung, die jmd. für einen Botendienst
erhält
Botschaft: die; ~ ; -en 1 Nachricht, die
jmd. überbringt »Er hat mir eine wich¬
tige Botschaft übermittelt.« 2 Sitz des
Botschafters; (Gebäude der) diplo¬
matischen Vertretung eines Staates in
einem anderen Staat 3 Üble Bot¬
schaft kommt immer zu früh:
schlechte Nachrichten, Gerüchte o. ä.
verbreiten sich schnell
Bot|schaf|ter: der; -s; - weibl. Bot[-
schaf|te|rin: die; -; -nen <Pol.> Person,
die ständig u. offiziell die Regierung
ihres Staates in einem anderen Staat
vertritt »Sie wird Botschafterin in ei¬
nem afrikanischen Staat.«
Bot|schafts|se|kre|tär —> Botschaft» -
'se|k|re|tär: der; -(ejs; -e weibl. Bot -
schafts|se|kre|tä|rin —* ßöt|-
scbafts|se|k|re|tä|rin: die; - ; -nen hö¬
here^) Beamter, Beamtin in einer
Botschaft, einer diplomatischen Ver¬
tretung eines Landes in einem ande¬
ren
Böttjcher. der; -s; - weibl. Bött|che|rin:
die; - ; -nen Person, die beruflich
Holzgefäße, Fässer herstellt »Der Be¬
ruf des Böttchers stirbt aus.«
Böttjche|rei: die; - ; -en a) o. PI. das An¬
fertigen von Fässern o. ä. b) Werk¬
statt eines Böttchers, in der Holzgefä¬
ße u. a. angefertigt werden
Botjtich: dat.> der; -(ejs; -e größeres,
ovales od. rundes Gefäß meist aus
Holz
Bottfle-Parjty —> Bottjtelparfty: <engh
/bottelparti/ die; - ; -s u. -Parties
—>nur noch Bottlepartys*— Feier,
zu der die Gäste die Getränke mit¬
bringen
Bou|cl6 —» auch Bukllee: <lat.-fr.>
/buckle/ das; -s; -s Schlingen u. Kno¬
ten aufweisendes Garn, Gewebe
Bou|doin </r.> /buduar/ das; -s; -s u. -e
[verait.J (Schlaf-)Zimmer einer Dame
Bouil|la|ba!sse: </r.> /buiabäß/ die; - ; -
südfranzösische Fischsuppe
Bouilpon: dal.-fr» /bulljong, builjong u.
bujong/ die; - ; -s <Kochk.> (Kraft-)
Brühe »Stellen Sie zunächst eine
Bouillon aus Rindfleisch her!«
Bouil|lon|wür|fel: /bulljong-, bulljoftg-
u. bujong-/ der; -s; - Fleischbrühen¬
konzentrat in Würfelform
Boule: </r> / bul/ das; -s; - aus Frank¬
reich, Belgien stammendes Spiel, bei
dem es darauf ankomrat, mit der eige¬
nen großen Kugel möglichst nah an
eine kleine Kugel heranzukommen
BouBetlte:</r.>/bulette/ die; -; -«gebra¬
tener Klops aus einem Hackfleisch¬
teig, Syn.: Frikadelle; [österr.] Fa¬
schiertes Laibchen; Deutsches Beef¬
steak
Bou|le|vard: </r.> /buK'hvar/ der; -s; -s
elegante, breite Straße mit vielen Ge¬
schäften
Bou|le|vard|blatt: /bulWwar-/ das;
-(ejs; -blätter Zeitung, die ihre Ab¬
nehmer vor allem im Straßenverkauf
findet u. durch Aufmachung u. Inhalt
besonders an die Sensationslust der
Käufer appelliert
Bou|le|vard|pres|se: /bulWwar-/ die; - ;
- Gesamtheit der Boulevardblätter,
-Zeitungen
Bou|le|varcl)stück: /bttVriwar-/ das;
-(e)s;~-stücke leichte, publikumswirk¬
same Gesellschaftskomödie
Bou|le|vardfthea|ter —» 8ou|Je|verd|-
the|a|ter /bulWwar-/ das; -s; - a)
Theater, in dem leichte, unterhalten¬
de Stücke gespielt werden b) Gesamt¬
heit der leichten, unterhaltenden
Theaterstücke
Bou|le|vard|zei|tiing: /buKe)war-/ die; -;
-en Zeitung, die ihre Abnehmer vor
allem im Straßenverkauf findet u.
durch Aufmachung u. Inhalt beson¬
ders an die Sensationslust der Käufer
appelliert
Bou|quet/Bu[kett: /buke u. bukett/ tfr.t
das; -s; -s 1 Geruch eines Weins, alko¬
holischen Getränks »Man schätzt bei
diesem Wein das fruchtige Bouquet.« 2
gebundener Blumenstrauß
Bouijgeoijsle: <fr.> /burschwasij die; -; -
a) Gesamtheit der (gehobenen) Bür¬
ger; Bürgertum b) <Pob in der marxi¬
stischen Lehre die besitzende Klasse
im Kapitalismus
Bou|tjque —* auch Bu|ti|ke: <gr.-fr.>
/butik u. butike/ die; -; -n kleines Ge¬
schäft, in dem entweder Kleidung od.
kleine Artikel (wie z. B. Geschenkwa¬
ren) verkauft werden
Bo]wie|mes|sen <engb /bowi-/ das; -s; -
Jagdmesser mit fester Klinge
Bow|le: <engh /bole/ die; - ; -n 1 Ge¬
tränk aus Wein u./od. Sekt mit
Früchten od. Kräutern, teilweise mit
Likör angesetzt u. mit Mineralwasser
angereichert 2 Bowlengefäß
Bow|len|ge|fäA: /bole-/ das; -es; -e grö¬
ßeres, bauchiges"Gefäß aus Glas, Ke¬
ramik o. ä., in dem eine Bowle ange¬
richtet wird
Bowfler: <engl.> /bowler/ der; -s; - halb¬
runder, schwarzer Herrenhut mit ge¬
bogener Krempe, Syn.: Melone
Bow|ling: tengl.y /bowling/ das; -s; - dem
Kegeln ähnliche Sportart, bei der Ku¬
geln auf zehn Kegel geworfen werden
Box: <lat.-engh /bokß/ die; -; -en 1 <Un¬
terhaltungselektronik) Gehäuse, in
das ein Lautsprecher eingebaut ist 2
kleiner abgeteilter Raum (z. B. für die
Unterbringung von Pferden) »Der
Hengst steht in der vorletzten Box.« 3
Schachtel
bojxen: <engh /bokßen/ boxt; boxtest;
hast geboxt mit den Fäusten kämp¬
fen, schlagen; einen Boxkampf führen
»Er boxte ihm in den Magen.«
Bojxer: <engb /bokßer/ der; -s; - weibl.
Bp|xe|rin: die; - ; -nen 1 Person, die
den Boxsport ausübt 2 nur männl.
Form Hund(erasse) mit einer abge¬
flachten Schnauze, kurzen Haaren u.
einem mittelgroßen Körperbau
Bp]xer|mo|toR /bokßer-/<fer; -s; -en
<Technik> Verbrennungsmotor, bei
dem die Zylinder einander gegenüber
angebracht sind
Bo)xer|na|se: /bpkßer-/rfi'e; - ; -n flach¬
gedrückte Nase, wie sie durch Nasen¬
beinbrüche beim Boxen entstehen
kann
192
Brandschaden
Box|hand|schuh: /bokß-/ der; -s; -e dick
gepolsterter Lederfausthandschuh,
der beim Boxsport verwendet wird
Box|kampf: /bokß-/ der; -(ejs; -kämpfe
Faustkampf als sportliche Auseinan¬
dersetzung, Sportart
Box|ring: /bokß-/ der; ~(e)s; -e mit Sei¬
len umrandete Plattform, auf der ein
Boxkampf ausgetragen wird
BoX|sport: /bokß-/ der; -(e)s; - Faust¬
kampf als sportliche Disziplin
Bpy: (engl.) /boi/ der; -s; -s 1 [wörtlich u.
jugendsprl.] Junge 2 uniformierter
Hoteldiener
Boykott: (engl.) /boikott/ der; -(e)s; -s
u. -e Beschluß, künftig, für eine ge¬
wisse Zeit jmdn. wirtschaftlich, poli¬
tisch, gesellschaftlich zu meiden;
Maßnahme, die jmdn. durch Unter¬
bindung wichtiger Verbindungen,
Kontakte zu etw. zwingen soll
boy|kot)t|e|ren: (engl.) /boikottiren/
boykottierst; boykottiertest; hast boy¬
kottiert a) etw. od. jmdn., ein Land
nicht mehr mit Waren beliefern, um
damit ein politisches, wirtschaftliches
Ziel zu erreichen b) etw. od. jmdn. als
Ausdruck der Ablehnung nicht besu¬
chen, in Anspruch nehmen, benutzen
Boy|kott|maS|nah|me: /boikott-/ die;
- ; -n Durchführung eines Boykotts;
Nichtteilnahme an etw. zu dem
Zweck, ein politisches o. ä. Ziel zu er¬
reichen
Boy-Scout: <engh /boi-skaut/ der; -s; -s
Junge, der einer Pfadfindervereini¬
gung angehört
BR: Abk. 1 Baurecht 2 Bayrischer
Rundfunk = öffentlich-rechtliche
Rundfunk- u. Femsehanstalt, Mit¬
glied der ARD 3 <EDV> Befehlsregi¬
ster = Verzeichnis der Eingabebe¬
fehle von Computerprogrammen 4
Betriebsrat 5 Breitreifen 6 Bundesrat
= Vertretung der Bundesländer 7
Bundesrepublik 8 Bundesrichter
brft).: Abk. brutto = a) mit Verpackung
b) ohne Abzüge
Br: Abk. 1 Branche = Geschäftszweig 2
<Musikinstrument> Bratsche 3 Breite
4 Brief
brab|beln: brabbelst; brabbeltest; hast
gebrabbelt [ugs.j etw. unverständlich
(ärgerlich) vor sich hinreden »Was
brabbelst du dem schon wieder?«
brach: Adj. n. stg. nicht landwirtschaft¬
lich bebaut »ein braches Feld«
Brajche: die; - ; -n a) landwirtschaftlich
zeitweise nicht genutztes Feld; brach¬
liegende Fläche b) Zeitraum, in dem
eine landwirtschaftliche Fläche
brachliegt
Brachfeld: das; -(e)s; -er Feld, Fläche,
die eine Zeitlang landwirtschaftlich
nicht genutzt wird
bra|chi|al: (lau Adj. n. stg. 1 [geh.] unter
(rücksichtsloser) Anwendung von
Körperkraft 2 <Med.> den Arm betref¬
fend
Bra|chijal|ge|walt: die; -; - rohe körper¬
liehe Gewalt
Bra|chio|sau|rus —»• Bralchilolsaulrus:
der; - ; -Saurier pflanzenfressender,
riesiger Dinosaurier
brach|le|gen: legst brach; legtest brach;
hast brachgelegt a) eine landwirt¬
schaftliche Fläche nicht bearbeiten b)
etw. (vorerst) nicht mehr bearbeiten
brach|lie|gen: liegt brach; lag brach; hat
brachgelegen (landwirtschaftlich)
nicht benutzt, bearbeitet werden
Brach|se/Bras|se: die; - / -n in stehen¬
den u. langsam fließenden Gewässern
lebende Karpfenart
Brack: das; -s; -s [landsch.] aus Brack¬
wasser, leicht salzigem, lehmigem
Wasser gebildeter kleiner Teich
brackig (brak|kig —» bra|ckig): Adj.
<Wasser> leicht salzig (u. abgestan¬
den)
Brah|ma|ne: der; -n; -n weibl. Brah]ma|-
nin: die; - ; -nen Angehörige(r) der
höchsten Gesellschaftsschicht In¬
diens
Braillejschrift /braj-/ die; - ; - Blinden¬
schrift, die sich eines Systems von im
Papier eingeprägten, mit den Fingern
tastbaren Punkten bedient
Brajn|stor|ming: (engl.) /bra'nstorming/
das; -s; -s [geh.] von meist mehreren
Personen gemeinsames, spontanes
Überlegen u. Sammeln von Ideen zu
einem Thema
bra|mar|ba|sie|ren: (span.) bramarba¬
sierst; bramarbasiertest; hast bramar¬
basiert [geh.; abwert.] in Hinsicht aüf
etw. angeben, prahlen
Bram|me: die; ~ ; -n (Technik) in einem
Walzwerk hergestellter Gußblock
Bram|men|walzjwark: das; -(e)s; -e
(Technik) Walzwerk, in dem Bram¬
men hergestellt werden
Bram|se|gel: das; -s; - an der zweiten
Verlängerung des Mastes von oben
angebrachtes Segel
Branche: (lat.-fr.) /brangschM u. brang-
sche/ die; - ; -n Wirtschaftsbereich;
Berufszweig
bran|che|kun|dig/bran|chen|kun|dig:
/braftgschB(n)- u. brangsche(n)-/ Adj.
mit einem Geschäftszweig vertraut
branlchenffremd: /bra«gsch«n- u.
brangschen-/ Adj. n. stg. nicht einer
bestimmten Berufsgruppe zuzuord¬
nen, angehörig; mit einer Branche
nicht verbunden
Bran|chen|füh|reR /brangsch'n- u.
brangschen-/ der; -s; - weibl. Bran|-
chen|füh|re|rin: die; - ; -nen jmd., eine
Firma, der/die in ihrem Geschäfts¬
zweig wirtschaftlich führend ist
Bran|chen|kennt|nis: /brangsch'n- u.
brangschen-/ die; - ; -se (gute) Infor¬
mationen, Vertrautheit mit einem Ge¬
schäftszweig
bran|chen|kun|dig/bran|che|kun|dig:
/bra«gsche(n)- u. brangsche(n)-/ Adj.
mit einem Geschäftszweig vertraut
bran|chen|üb|lich/branjche|üb|lich:
/brangsch«(n)- u. brangsche(n)-/ Adj.
n. stg. in einer Branche, einem Ge¬
schäftszweig so gehandhabt, üblich
Bran|chen|ver|zeich|nls: /brangschm-
u. brangschen-/ das; -ses; -se Telefon¬
buch, das die nach Branchen geord¬
neten Telefonnummern u. Adressen
von Firmen enthält
bran|che|üb|lich/bran|chen|üb|lich:
/brangsche(n)- u. brangsche(n)-/ Adj.
n. stg. in einer Branche, einem Ge¬
schäftszweig so gehandhabt, üblich
Bran|chio|sau|rus —> Branlchilolsaul-
rus: der; - ; -saurier mit einem Panzer
ausgestatteter Lurch der Vorzeit
Brand: der; -(e)s; Brände 1 das Bren¬
nen; Feuer »Das Haus wurde durch ei¬
nen Brand zerstört.« 2 [ugs.] o. PI. gro¬
ßer Durst
brand-: Wortbildungselement <verst.>
sehr »Die Post ist brandeilig.«
brand|ak|tu|ell: Adj. n. stg. gerade erst
bekannt geworden u. daher sehr, ganz
aktuell
Brand|an|schlag: der; -(e)s; -anschläge
das Werfen, Legen einer Brandbom¬
be, um damit etw. zu zerstören, jmdn.
zu verletzen
Brand|bla|se: die; ~ / -n Ansammlung
von Wundwasser unter der obersten
Hautschicht, die durch Berührung
mit etw. sehr Heißem entstanden ist
Brand|bom|be: die; - ; -n Bombe, deren
leicht entzündliche Inhaltsstolle sich
beim Aufprallen entzünden od. die
bereits angezündet in, auf etw. gewor¬
fen wird
Brand|brief: der; -fe)s; -e [ugs.] Schrei¬
ben, Brief, mit dem dringend um etw.
gebeten wird
brandlellliq: Adj. n. stg. sehr eilig; be¬
sonders schnell zu erledigen
Brand|el[seii: das; -s; - Gerät aus Me¬
tall, mit dem großen Nutztieren das
Zeichen ihres Besitzers auf das Fell
gebrannt wird »Er drückte das Brand¬
eisen in das Fell des Kalbes.«
bran|deln: brandeist; brandeitest; hast
gebrandelt [österr.; süddt.] 1 brenzlig,
verbrannt riechen 2 widerwillig, un¬
freiwillig, übermäßig, sehr viel für
etw. bezahlen
bran|den: brandet; brandete; ist
gebrandet <Wasser> heftig auf etw.
treffen, prallen u. dabei schäumen
brand|heiB: Adj. n. stg. absolut aktuell,
neu »Er kam mit brandheißen Infor¬
mationen zu uns.«
Brand|herd: der; -(e)s; -e Stelle od. Ur¬
sache, von der ein Brand, Feuer aus¬
geht
branfdig: Adj. 1 brenzlig, verbrannt rie¬
chend 2 <Med.; Gewebe) von Brand
befallen 3 (Pflanze) von einem Pilz¬
brand befallen
Brand|kajta|stro|phe —» Brandjka|ta|-
s|t|r|o|phe: die; - ; -n Feuer, Brand,
das, der viel Schaden angerichtet hat,
Verletzte u. Tote gefordert hat
Brand|le|gung: die; - ; -en das (krimi¬
nelle) Legen, Verursachen eines Feu¬
ers
Brand|mal: das; -(e)s; -e durch eine
Verbrennung der Haut entstandene
Narbe
brand|mar|ken: brandmarkst; brand¬
marktest; hast gebrandmarkt in der
Öffentlichkeit bloßstellen, als negativ
darstellen
brandjneu: Adj. n. stg. völlig neu
Brand|op|fer: das; -s; - 1 Person, die bei
einem Feuer, Brand verletzt, getötet
wird 2 Opfer, Darbringung eines ge¬
schlachteten Tieres während einer re¬
ligiösen Zeremonie, das auf dem Al¬
tar verbrannt wird
Brand|re|de: die; - ; -n sehr emotional
geprägte, engagierte (politische) Re¬
de, Ansprache
Brand|sal|be: die; - ; -n (schmerzlin¬
dernde) Salbe, die zur Behandlung
von Brandwunden verwendet wird
Brand|scha|den: der; -s; -schaden durch
ein Feuer verursachter Schaden
193
brandschatzen
brand|schat|zen: brandschatzt; brand¬
schatztest; hast gebrandschatzt 1 ei¬
nen Brand, ein Feuer legen 2 [veralt.]
jmdn. erpressen, indem man ihm
droht, Feuer zu legen
Brand|stif|taing: die; - ; -en das absicht¬
liche Legen eines Brandes, Verursa¬
chen eines Feuers
Brandfteig: der; -(e)s; -e <Kocbk.> Ku¬
chenteig (vor allem aus Mehl u. Ei¬
ern), der in einem Topf auf dem Herd
angerührt wird
Bran|dung: miederh die; -; -en das Bre¬
chen, Aufschäumen der Wellen am
Strand, an der Küste
Brand(wun|de: die; - ; -n durch Ver¬
brennung verursachte Verletzung
Bran|dy: <engl.> /brändi/ der; -s u. Bran-
dies; -s u. Brandies —*nur noch
Brandys*— (englische u. spanische
Bezeichnung für) Branntwein/Wein-
brand
Brand|zei|chen: das; -s; - dem Vieh mit
einem heißen Eisen eingebranntes
Symbol, Zeichen seines Besitzers
Brgnnt|wein: der; -(e)s; -e aus Wein,
gegorenem Traubensaft durch Destil¬
lation gewonnenes hochprozentiges,
alkoholisches Getränk
Brannt|wein|bren|ne|rei: die; - ; -en Fir¬
ma, Anlage, in der Branntwein herge¬
stellt wird
Brannt|wein|steu|er. die; - ; -n vom
Staat auf Branntwein, alkoholhaltige
Getränke erhobene Abgabe
Bra|sil: der; -s; -e u. -s sehr würziger süd¬
amerikanischer Tabak
Bra|sil: die; - ; - u. -s Zigarre, die aus
Brasil, einem würzigen südamerikani¬
schen Tabak, hergestellt wird
Bras|se: dat.-fr.) die; - ; -n <Seefahrt>
Tau, mit dem die Segel gestellt wer¬
den
Bras|se/Brach|se: die; - ; -n in stehen¬
den u. langsam fließenden Gewässern
lebende Karpfenart
Brat|ap|fel: der; -s; -äpfel (mit Konfitüre
od. Butter u. Zimt gefüllter, entkern¬
ter) im Ofen gegarter Apfel
Bra|ten: der; -s; - (angebratenes u.
dann in Flüssigkeit schmorend) ge¬
gartes Stück Fleisch »Sonntags gab es
immer einen Braten zum Mittages¬
sen.«
breften: brätst; briet(e)st; hast gebraten
etw. in einer Pfanne o. ä. ohne Zuga¬
be von Wasser durch Hitze in Fett ga¬
ren »Ich briet mir ein Schnitzel.«
Bra|ten|fett: das;-(e)s; -e das beim Bra¬
ten eines Fleischstückes freiwerdende
Fett
Bra|ten|saft: der; -(ejs; -safte Flüssig¬
keit, die beim Braten eines Fleisch¬
stückes, Anschneiden des fertigen
Bratens herausfließt
Bra|ten|so|Be: die; - ; -n Soße, die zu ei¬
nem gebratenen Fleischstück geges¬
sen wird (u. häufig aus dem Braten¬
saft hergestellt wird)
Bra|ten|wen|den der; -s; - Küchenge¬
rät, mit dessen Hilfe ein Fleischstück
(in der Pfanne) umgedreht werden
kann
Brüjter der; -s; - (ovaler) Topf, hohe
Pfanne mit Griffen, in der ein Braten
(im Ofen) gegart wird
brat|fer|tig: Adj. n. stg. <Fleisch o. ä.> so
weit vorbereitet, fertiggestellt, daß es
ohne weitere Arbeitsgänge in der
Pfanne gegart werden kann
Brat|fett: der; -(e)s; -e (pflanzliches)
Fett, in dem ein Stück Fleisch in der
Pfanne gebraten wird
ßratjfisch: der; -(e)s; -e a) gebratener,
in der Pfanne zubereiteter Fisch b)
Fisch, der für die Zubereitung in der
Pfanne geeignet ist
Brgt|hähn)chen: das; -s; - a) im Ofen,
in der Pfanne, dem Grill zubereiteter
Hahn b) ausgenommener, gerupfter
junger Hahn, der für das Braten,
Grillen geeignet ist
Bret|hendl: das; -s; - [süddt.; österr.]
Brathähnchen
Brat|he|ring: der; -s; -e (eingelegter) in
der Pfanne zubereiteter, gebratener
Hering
Brat|kaiftof|fel: die; -; -n (m. PI.) in der
Pfanne gebratene, kleingeschnittene
(zuvor gekochte) Kartoffel
Brat|karftof|felfver|hält|nis: das; -ses; -se
[ugs.; scherzh.; abwert.j Beziehung
(ohne ernste Absicht, Heiratspläne,
Zukunftspläne) zwischen einem
Mann u. einer Frau, die ein Partner
nur pflegt, weil er davon Vorteile hat
Bratjling: der; -(e)s; -e 1 flacher, gebra¬
tener Klops, Kloß, der aus einem Ge¬
müseteig (u. Tofu) gefertigt wird 2 e߬
barer Pilz mit einem braunen Hut,
Syn.: <2> Brätling
Brätjling: der; - (e)s; -e ein eßbarer Pilz,
der einen braunen, leicht orange ge¬
färbten Hut hat, Syn.: Bratling (2)
Bratjpfanjne: die; ~ ; -n flacher Metall-
töpf mit Stiel zur Zubereitung von
Speisen auf dem Herd
Brat|röh|re: die; - ; -n Ofen, in den ein
Braten, Kuchen hineingeschoben
werden kann, Syn.: Backofen
Brat|rost: der; -(e)s; -e a) Gitter, Rost,
auf dem ein Braten o. ä. im Ofen ge¬
gart wird b) Gitter, Rost für das Grill¬
gut auf einem Grill
Brat|sche: die; - ; -n <Musik> mittelgro¬
ßes Streichinstrument, das etw. tiefer
als die Geige, Violine klingt
Brat|wurst: die; - ; -würste in der Pfanne
od. auf dem Rost gebratene Wurst
aus gewürztem Hackfleisch »Ich esse
am liebsten Thüringer Bratwurst.«
Brauch: auchder; -(e)s; Bräuche über¬
lieferte, traditionelle Handlungswei¬
se, Gewohnheit »Es ist in Deutschland
Brauch, Weihnachten mit einem ge¬
schmückten Nadelbaum zu feiern.«
brauch|ban auchbarAdj. (gut) zu be¬
nutzen; verwendbar »Das ist ein
durchaus brauchbarer Vorschlag.«
Ant.: unbrauchbar
braulchen: auchenbrauchst; brauchtest;
; hast gebraucht 1 benötigen, »Ich
brauche noch Zucker für den Kuchen.«
2 für etw. verbrauchen »Ich habe nur
gut 5 Liter Benzin auf 100 km ge¬
braucht.« 3 benutzen »Ich brauche das
Auto jeden Tag.« 4 mit Infinitiv u. ’zu'
müssen; zu etw. gezwungen sein »Ich
brauche heute nicht in die Stadt zu ge¬
hen.«
Breuch|tum: aüchtumdas; -(e)s;
Brauchtümer (PI. s.) Gesamtheit der
Bräuche, Überlieferungen in einem
Gebiet
Brauchlwaslser. auchwassenfos; -s; -
a) benutztes Wasser, das wieder in die
Kanalisation geleitet wird b)
[fachsprl.] Wasser für industrielle
Zwecke, das keine Trinkwasserquali¬
tät hat
Braue: die; - ; -n schmales Haarbüschel
über dem Auge »Er hat sehr buschige
(Augen-) Brauen.«
braulen: braust; brautest; hast gebraut 1
«Bien unter Verwendung von Gerste,
Hopfen u. Malz ein alkoholisches Ge¬
tränk herstellen 2 [meist scherzh.]
etw. mit mehreren Zutaten hersteilen
» Was hast du in der Küche denn wieder
gebraut?«
Braulen der; -s; - weibl. Brauelrin —»
Braulejrin: die; - / -nen Person, die
(beruflich) Bier herstellt
Braue|rei —> Brau|e|rei: die; - ; -en a)
das Herstellen von Bier b) Firma, Be¬
trieb, die/der Bier herstellt
Braulhaus: das; -es; -Häuser Firma, die
Bier herstellt
braun: Adj. <Farbe> 1 n. stg. erdfarben;
schokoladenfarbig 2 <Haut> (von der
Sonne) gebräunt, dunkel 3 <Pob
[ugs.] politisch weit rechts stehend;
nationalsozialistisches u. faschisti¬
sches Gedankengut vertretend
—» braun getrennt s. braungebrannt
Braunlbär der; -en u. -s: -en großer Bär
mit dunkelbraunem Fell
Bräuine: die; - ; - durch Einwirkung
von UV-Strahlung (z. B. durch die
Sonne) hervorgerufene dunklere Fär¬
bung der Haut
bräuinen: bräunst; bräuntest; hast ge¬
bräunt braun werden od. machen
braurt|ge|brannt —»• braun getrennt:
Adj. durch Aufenthalt in der Sonne o.
ä. braune, stark pigmentierte Haut
aufweisend
braunlhaalriq: Adj. n. stg. braune, brü¬
nette Haare habend
Braunlkohlle: die; - ; - meist in Briketts
verkaufte, oft leicht faserige Kohle
Braunlkohllenlbrilkett: das; -(e)s; -s
Braunkohle in rechteckige Form ge¬
preßt (wie sie meist im Handel erhält¬
lich ist)
Bräulnungslatuldio: das; -s; -s Geschäft,
das gegen Gebühr Sonnenbänke zur
Verfügung stellt, durch die man eine
künstliche Hautbräune erlangen
kann
Brau|se: die; ~ ; -n [landsch.] 1 kohlen¬
säurehaltiges Mineralwasser mit Ge¬
schmack 2 [veralt.] Dusche 3 mit Lö¬
chern durchstanzter Vorsatz, der auf
die Tülle der Gießkanne gesetzt wird
braulson: braust; braustest; bist (hast ge¬
braust 1 bist [ugs.] schnell fahren »Sie
ist mit dem Auto durch die Gegend
gebraust.« 2 [veralt.] duschen 3 rau¬
schen; tosen; durch Bewegung ein
lautes anhaltendes Geräusch erzeu¬
gen »Diese Nacht hat der Wind gewal¬
tiggebraust.«
Braulselpullver: das; -s; - chemisches
Gemisch, das in Verbindung mit
Wasser zur Brause (1) wird
Braulse|ta|blethe: die: -; -n zu einer Ta¬
blette, einem Block gepreßtes Brause¬
pulver (oft mit einem Zusatz an Mi¬
neralstoffen u. Vitaminen)
Braut: die; - ; Bräute männl. Bräuti¬
gam: der; -(e)s; -e a) Frau, Mann an
ihrem, seinem Hochzeitstag »Sie war
eine hübsche Braut.« b) Frau, Mann,
194
Breitseite
die/der bald zu heiraten beabsichtigt;
Verlobte(r) »Das ist mein Bräuti¬
gam.«
Braijt|bu|kett/Braut|bou|quet: das; -s;
-e gebundener Blumenstrauß, den die
Braut bei der Hochzeit trägt
Brautjel|tern: die (PL) Mutter u. Vater
einer Braut
Bräultilnam: der; -(e)s; -e weibl. Braut;
die; - ; Bräute a) Mann, Frau am Tag
seiner/ihrer Hochzeit »Der Bräutigam
trägt einen dunklen Anzug.« b) Mann,
Frau, der/die bald zu heiraten beab¬
sichtigt; Verlobte(r)
Brautliunalfer: die; - ; -n nicht verheira¬
tete Freundin der Braut, die diese in
die Kirche begleitet
Brautkleid: das; -(e)s; -er meist langes,
weißes Kleid, das die Braut bei der
Hochzeit (in der Kirche) trägt
Braut|leu|te: die (PI.) a) Mann u. Frau
am Tag ihrer Hochzeit b) Paar, das
verlobt ist u. bald heiraten wird
Brautlnacht: die; ~ ; -nächte erste Nacht
nach der Trauung, Hochzeit, Syn.:
Hochzeitsnacht
Braut|paan das; -(e)s; -e a) Mann u.
Frau am Tag ihrer Hochzeit b) Paar
während der Verlobungszeit
Brautlschteiler der; -s; - dünnes StofF¬
stück, das die Braut am Kopf trägt
Brautjun|ter|richt: der; -(e)s; - von der
(katholischen) Kirche durchgeführter
Unterricht, abgehaltenes Seminar
zum Thema Ehe, das Brautpaare vor
der kirchlichen Hochzeit besuchen
(müssen)
brav: <lat.-it.-fr.> /braf/ Adj. lieb u. ge¬
horsam; artig »Ihre Tochter ist aber
ein braves Kindl«
bra|vo: Interj. /brawo/ Ausruf der Be¬
geisterung
Bra|vo|ruf: /brawo-/ der; -(e)s; -e lauter
Beifallsruf
Bralvour —» auch Bra|vur: <gr.-lat.-it.-
fr.> /brawur/ die; - ; -en 1 o. PI. Tüch¬
tigkeit; Tapferkeit; Schneid »Seine
Bravour wurde überall bewundert.« 2
o. PI. hervorragende Technik 3 m. PI.
hervorragende Leistung; Darbietung
4 mit Bravour —» auch mit Bravur:
auf hervorragende, gekonnte Weise
»Sie hat die Prüfung mit Bravour be¬
standen.«
Bralvourllellstunq —» Bralvourlleisl-
tung/ Bra|vur|teis|tung: /brawur-/d/e;
- ; -en hervorragende Leistung, glän¬
zender Erfolg bei etw.
brajvoujrös —» auch bra|vu|rös: <fr.>
/brawuros/ Adj. bravouröser; bravou¬
röseste auf besonders hervorragende
Weise
Bralvourlstück —> auch Bra|vurjstück:
/brawur-/ das; -(e)s; -e 1 besonders
glänzend absolvierte, erledigte Sache
(die immer wiederholt wird) »Die
Dressumummer war das Bravourstück
des Zirkus. • Mit dieser Ansprache war
ihr ein Bravourstück gelungen.« 2 Mu¬
sikstück, das technisch sehr hohe An¬
sprüche stellt
—» Bra|vur: s. Bravour
—> Bra)vur]leis)tung: s. Bravourlei¬
stung
—> bra|vu|rös: s. bravourös
—» Bra|vur|stück: s. Bravourstück
BRD: Abk. 1 Bundesrepublik Deutsch¬
land 2 Bergrettungsdienst 3 Ber-
gungs- u. Rettungsdienst
Brd.: Abk. Billiarde(n) (1 Brd. = 1000
Billionen)
Break: <engh Ibr&k/ das; -s; -s 1 <Ten¬
nis> Spielgewinn bei Aufschlag des
Gegners 2 <Boxen> Aufforderung des
Schiedsrichters an die beiden Boxer,
sich körperlich voneinander zu tren¬
nen 3 <Eishockey> plötzliches Han¬
deln, Durchbrechen aus der Defensi¬
ve heraus 4 <Musik; Jazz» kurzes Solo,
als Zwischenspiel, Intermezzo 5
<Funk> sich in ein laufendes CB-
Funkgespräch einschalten, einklin¬
ken
Break|dance: <engh /brejkdänß/ der; -s
u. - ; - Tanz zu rhythmischer Disko¬
musik, der mit akrobatischen Ele¬
menten verbunden ist
Brech|boh|ne: die; - ; -n lange, dünne,
meist grüne Bohne
Brech|durch(falt: der; ~(e)s; -durchfälle
<Med.> Magen-Darm-Krankheit, bei
der der/die Befallene Durchfall hat u.
sich übergeben muß
Brech)ei|sen: das; -s; ~ stabile Eisen¬
stange, mit der durch Hebelwirkung
ein Gegenstand, Schloß aufgebro¬
chen werden kann
brejchen: brichst; brach(e)st; bist/hast
gebrochen 1 a) hast mit den Händen in
zwei, mehrere Stücke teilen, abtren¬
nen »Ich habe das Brot gebrochen.« b)
bist durch Belastung, Druck (auch
seelisch) entzweigehen 2 hast <Vertrag
o. ä.> nicht einhalten »Ich habe die Ab¬
machung gebrochen.« 3 hast etw.
überwinden »Der Jahrhundertrekord
wurde gebrochen.« 4 hast sich überge¬
ben, erbrechen 5 hast eine Beziehung
zu jmdm., etw. aufgeben, beenden
»Er hat mit all seinen Freunden
gebrochen.« 6 ist hervorkommen
»Sonne brach durch die Wolken.«
bre|chen, sich: brichst dir; brach(e)st
dir; hast dir gebrochen 1 <Knochen>
entzweigehen »Ich habe mir den Arm
gebrochen.« 2 auftreffen u. die Rich¬
tung ändern »Licht bricht sich im
Glas.«
Bra|cher: der; -s; - 1 große Welle »Die
Brecher schlugen an die Hafenmauer.«
2 [ugs.] große, breitschultrige Person,
meist Mann; dicker Mensch »Er ist
ein ganz schöner Brecher.«
Brech|reiz: der; -es; -e Gefühl, sich
übergeben zu müssen
Brech|stan|ge: die; - ; -n 1 Brecheisen,
das zum Aufbrechen eines Gegen¬
standes, Schlosses verwendet werden
kann 2 etw. mit der Brechstange
machen: etw. mit Gewalt machen;
ohne Feingefühl bzw. Diplomatie
vorgehen
Bre|chung: die; ~ ; -en <Physik> feststell¬
bare Richtungsänderung von einer
Welle, die sich in unterschiedlichen
Medien bewegt
Bre|chungs|win|kel: der; -s; - <Physik>
Winkel, in dem die Richtungsände¬
rung einer Welle erfolgt
Breldouillte: <fr.> /bredulj«/ die; - ; -n
(PL s.) [ugs.] Bedrängnis; Verlegen¬
heit; schlechte Situation
Brei: der; -(e)s; -e 1 dickflüssige Nah¬
rung, die man nicht kauen muß »Hast
du dem Baby schon seinen Brei
gegeben?« 2 jmdn. zu Brei schlagen:
[derb] jmdn. kräftig verprügeln »Ich
könnte diesen unverschämten Kerl zu
Brei schlagen.« 3 um den (heißen)
Brei herumreden: [ugs.] nicht über
das, was (jmdm.) wirklich wichtig ist,
direkt u. offen reden »Red nicht um
den heißen Brei herum, sag offen u.
ehrlich, was du meinst!« 4 jmdm. Brei
um den Mund, ums Maul schmieren:
[ugs.] jmdm. (mit heuchlerisch schö¬
nen Worten o. ä.) schmeicheln 5 alles
ein Brei sein: [ugs.; abwert.] die sind,
das ist doch alles dasselbe
breitig: Adj. zähflüssig (ohne Stücke)
eine breiige Masse«
breit: Adj. breiter; breiteste 1 zwischen
den Seiten von großer Ausdehnung
»ein breiter Schrank« 2 von vielen
Menschen beachtet; viele Menschen
betreffend »Seine Rede fand breites
Interesse.« 3 [ugs.] betrunken »Er war
völlig breit.« 4 des langen u. breiten;
lang u. breit —> des Langen u. Brei¬
ten; lang u. breit: ganz genau in allen
Einzelheiten
—> breit ge|fä|chert: s. breitgefächert
—> breit majchen, sich: s. breitmachen
Breit|band|ka|beh das; -s; - <EIektrot.»
Kabel, das zur Übertragung von Fre¬
quenzen großer Bandbreite geeignet
ist
breit|bei|nig: Adj. mit gespreizten Bei¬
nen
Beeilte: die; - ; -n 1 Ausdehnung zwi¬
schen den Seiten von etw. »ein
Schrank von 3 m Breite« 2 geographi¬
sche Angabe; Einteilungsgröße der
Erde »Wir befinden uns in 50° nördli¬
cher Breite u. 11° östlicher Länge.« 3
in die Breite gehen: [ugs.] dicker wer¬
den
Breijten|grad: der; -(e)s; -e in der Ein¬
teilung der Erde zur Bezeichnung je¬
des einzelnen Ortes die von Nord
nach Süd verlaufenden Linien »Der
90. Breitengrad ist der Äquator.«
Brej|ten|kreis: der; -es; -e <Geographie>
quer um die Erde, parallel zum Äqua¬
tor verlaufende (gedachte) Breiten¬
grade
Brei|ten|sport: der; -(e)s; - von vielen
durchschnittlichen Menschen ausge¬
übter Sport
Bre|(ten|wir|kung: die; ~ ; -en großer
Einfluß auf einen bedeutenden Teil
der Bevölkerung
breit|ge|fä|chert —»■ breit ge|fä]chert:
Adj. umfangreich; vielseitig; sehr
reichhaltig
brejt|fna|chen, sich —» breit ma|chen,
sich: machst dich breit; machtest dich
breit; hast dich breitgemacht —»hast
dich breit gemacht<— 1 (mit seinen
Sachen) viel Platz einnehmen »Mach
dich auf der Couch nicht so breit.« 2
als Gefühl, Idee um sich greifen
breit|schla|gen: schlägst breit; schlugst
breit; hast breitgeschlagen 1 [ugs.]
überreden 2 [Schweiz.] einer Sache zu
viel Bedeutung zumessen
breit|schul|te|rig/breit)schiitt|rig: Adj.
<Mensch, meist Mann; Tier» mit sehr
breiten, muskulösen Schultern
Breit|sei|to: die; - ; -n 1 <Schiff> a)
Längsseite eines Schiffes b) Waffen,
Geschütze, die auf der Breitseite (a)
195
breitspurig
stehen c) das Abfeuem aller Geschüt¬
ze, die auf der Breitseite (a) ange¬
bracht sind 2 die längere, Längsseite
vonetw.
brett(spu|rig: Adj. a) Gleisanlage mit
breiterem Schienenabstand b) mit
größeren Bahnen, Spuren als üblich
»eine breitspurige Autobahn« Ant.:
schmalspurig
br»H|tre|ten: trittst breit; trat(e)st breit;
hast breitgetreien [ugs.J etw. (Negati¬
ves überall) ausführlich erzählen, dis¬
kurieren »Sie mußte meinen Fehler na¬
türlich wieder sofort breittreten.«
brert|wal|zen —* auch breit walken:
walzt breit; walztest breit; hasfbreit-
gewalzt 1 mit einer Walze dünner u.
breiter machen 2 <übertr.> etw., einen
Gesprächsgegenstand übermäßig, all¬
zu ausgiebig behandeln
Brert|wand: die; - ; -wände sehr große,
breite Kinoleinwand
Breit|wand|film: der; -(e)s; -e Film, der
für das Zeigen auf der Breitwand ge¬
fertigt wurde
Bretnsjbacke (Bremsjbakjke —»
Bremsjba|cke): die; - ; -n <Technik>
der Teil der Bremse, der beim Betäti¬
gen gegen das sich drehende Rad ge¬
preßt wird
Brems|be|lag: der; -(e)s; -beläge
Schicht, die auf die Bremsbacke auf¬
gebracht ist
Brem(se: die; - ; -n Vorrichtung zum
Anhalten, Langsamermachen eines
Fahrzeugs »Die Bremsen des Autos
haben versagt.«
Brem|se: die; - ; -n größere Stechfliege;
Pferdefliege »Ich bin von einer Bremse
gestochen worden.«
brem|sen: bremst; bremstest; hast ge¬
bremst 1 die Geschwindigkeit (mecha¬
nisch) verringern; die Bremse betäti¬
gen »Er bremste die Lokomotive.« 2
einen Vorgang verlangsamen »Der
Rückschlag bremste unseren Eifer.« 3
sich bremsen können: [ugs.J etw.
nicht (mehr) tun; sich beherrschen
»Dem undankbaren Kerl noch mal hel¬
fen? Ich kann mich bremsen!«
Brem|sen|pla|ge: die; - ; -n übermäßi¬
ges Vorkommen an Stech-, Pferdeflie¬
gen
Brem|sen[stich: der; -(e)s; -e (stark
juckender, brennender) Stich einer
Pferdeftiege, Stechfliege
Bnemfser: der; -s; - weibl. Brem|se|rin:
die; - ; -nen 1 <Bahn> [veralt.] Person,
die die Bremse der Waggons bedient
2 (Sport) Person, die im Bob hinten
sitzt 3 Person, die bei einem Unter¬
nehmen mäßigend, verzögernd wirkt
Brem|ser|häus|chen: das; -s; - <Ei-
senb.; hist.» kleiner Verschlag vorne
an Eisenbahnwaggons, in dem der
Bremser ätzt
Brems(fliis|siglkeit: die; - ; -en (Tech¬
nik» flüssiges Material, das den
Bremsdruck in hydraulische Bremsen
Überträgt
Bremsjklotz: der; -es; -klotze Keil, der
die Radbewegung einschränkt, ver¬
hindert
Brems|llcht das; -(e)s; -er an der
Rückseite eines Kraftfahrzeugs ange¬
brachte Lampe, die bei Bremsvorgän¬
gen aufleuchtet
Brams|pe|dal: das; -(e)s; -e mit dem
Fuß zu betätigende Vorrichtung, die
die Bremse in Bewegung setzt
Brems|spur: die; - ; -en (durch ver¬
branntes Gummi der Reifen verur¬
sachte) sichtbare Spur, die beim
Bremsen entstanden ist
Brem|sung: die; - ; -en Vorgang des
Bremsens
Brems|voijrich|tung: die; ~ ; -en (Tech¬
nik) Einrichtung, etw. die/das das
Langsamerwerden, Anhalten von
etw. ermöglicht
Bremsjweg: der; -(e)s; -e Strecke, nach
der ein Fahrzeug bei einem Brems¬
vorgang zum Stehen gebracht werden
kann
brenn|bar: Adj. n. stg. mit der Fähigkeit
zu brennen; leicht zu entzünden; ent¬
zündbar »Seien Sie vorsichtig mit
brennbaren Materialien!«
Brenn[dau|er. die; - ; - Zeitraum, in
dem ein Licht, eine Lampe funktio¬
niert »Die Kerzen haben eine Brenn¬
dauer von sechs Stunden.«
Brenn|ele|ment —> Brenn|e|le|ment:
das; -(e)s; -e (Physik» aus Brennstä¬
ben zusammengesetzte Einheit, die
bei der Erzeugung von Strom aus
Kernenergie verwendet wird
bren[nen: brennst; branntest; hast ge¬
brannt 1 vom Feuer verzehrt werden;
in Flammen stehen »Das Haus
brennt.« 2 a) etw. als Wärmespender
benutzen » Wir brennen Öl.« b) (Licht¬
quelle) angezündet, betätigt sein »Die
Kerze brennt schon seit Stunden.« 3
etw. durch Einwirkung von Hitze
produzieren, herstellen »Ziegel,
Schnaps brennen« 4 einen starken, un¬
angenehm beißenden Reiz erzeugen
»Zwiebeln brennen in den Augen.« S
begierig nach, auf etw. sein »Er
brannte auf Rache.« 6 a) (seelisch od.
körperlich) ein schmerzendes, wundes
Gefühl erzeugen b) scharf schmecken
»Die Suppe brennt auf der Zunge.« 7
[ugs.J etw. heftig, unbedingt wollen
»Er brennt vor Neugier.« 8 brennen
wie Zunder, sehr leicht, schnell, gut
brennen; leicht entflammbar sein »Sei
vorsichtig mit Feuer, das alte Holz
brennt wie Zunder!« 9 wo brennt's
(denn)?: [ugs.J was willst du?, was ist
passiert?, was ist los? »Warum bist du
ganz außer Atem, wo brennt’s denn?«
10 (ein) gebranntes Kind (scheut das
Feuer): jmd. versucht, etw. zu vermei¬
den, will den gleichen Fehler o. ä.
nicht wieder machen
brenjnend: Adj. 1 n. stg. von einem Feu¬
er befallen »ein brennendes Haus« 2
<verst.) sehr; ungemein »Das interes¬
siert mich brennend.«
Bren|ner der; -s; ~ 1 Gegenstand, tech¬
nische Vorrichtung, die einen Brenn¬
stoff verarbeitet, ein Feuer in Gang
hält 2 Person, die Branntwein o. ä.
herstellt 3 Alpenpaß zwischen Tirol
(Österreich) u. Südtirol (Italien)
Bren|ne[rei: die; - ; -en a) o. Fl. das
Brennen von Schnaps, Branntwein b)
Firma, Betrieb, die/der Branntwein o.
ä. herstellt
8rennes|sel (Bronn|nes|sel) —» immer
mit nnn: Brennjnes|se1: die; - ; -n
Pflanze, deren Blätter bei Berührung
mit der Haut eine unangenehm bren¬
nende Flüssigkeit abgeben
Brennjgas: das; -es; - leicht entzündli¬
ches Gas, das zum Kochen o. ä. ver¬
wendet wird
Brenn|glas: das; -es; -gläser besonders
geschliffene Glasscheibe, die das Son¬
nenlicht so bündelt, daß nach einiger
Zeit ein Feuer entstehen kann
Brermjholz: das; -es; - zum Verbrennen
im Ofen, Kamin gelagertes, geschla¬
genes Holz, Baumstämme »An einer
Wand des Hauses stapelte er die
Brennholzscheite für den Kamin.«
Brenn|kam|mer. die; - ; -n Teil eines
Motors o. ä., in dem der Treibstoff
verbrannt wird
Brenn[ma|te|ri|al: das; -s; -ien Material,
Rohstoff, der zum Heizen geeignet ist
»Wir verwenden Erdgas als Brennma¬
terial.«
—*• Brenn|nes|sel: s. Brennessel
Brenn|ofen —> Brenn|o|fen: der; -s;
-Öfen Gerät, Ofen7in dem besonders
hohe Temperaturen zur Fixierung,
Haltbarmachung der Formen von
Keramik-, Porzellangegenständen
produziert werden »Die Keramik¬
schale muß mit der Glasur nochmals in
den Brennofen.«
Brenn|punkt: der; -(e)s; -e 1 (Physik)
Punkt, Wert, bei dem die durch eine
optische Linse fallenden Strahlen sich
bündeln 2 etw. (Schwieriges), das das
Interesse von vielen widerspiegelt,
das im Mittelpunkt steht »Der Brenn¬
punkt unserer Arbeit ist die Kundenbe¬
treuung.«
Brenn(sche(re: die; ~ ; -n zu erhitzendes
Instrument, mit dem früher Locken
hergestellt wurden »Die Brennschere
wurde sehr heiß in die Haare ge¬
drückt.«
Brenn|spi)ri|tus: der; - ; - Alkohol, der
in kleinen Mengen als Brennstoff u.
für technische Zwecke verwendet
wird
Brenn|stab: der; -(e)s; -stöbe (Physik)
in Kernreaktoren verwendeter Kern¬
brennstoff, der in eine Hülse einge¬
faßt ist
Brenn|stoff: der; -(e)s; -e etw., was
beim Verbrennen Hitze erzeugt, zum
Erzeugen von Wärmeenergie genutzt
wird »Öl wurde immer mehr als Brenn¬
stoff verwendet.«
Brenn|wei|te: die;. - ; -n (Physik) Ab¬
stand zwischen Brennpunkt u. dem
Hauptpunkt auf der Linse od. einem
Hohlspiegel
Bren|ze: die; ~ ; -n [fachsprl.] Gesamt¬
heit aller Mineralien, die brennbar
sind »Kohle u. Graphit gehören zur
Brenze.«
brenz|lich: Adj. [österr.J 1 eine Gefahr
beinhaltend, nicht ungefährlich 2
nach verbrannten Gegenständen rie¬
chend, Syn.: brenzlig
brenz((ig: Adj. 1 angebrannt riechend
»ein brenzliger Geruch« 2 schwierig;
gefährlich; nicht leicht zu lösen
Brefsche: <germ.-fr.> die; - ; -n 1 Öff¬
nung; Lücke 2 für jmdn. in die Bre¬
sche springen: jmdn. vertreten;
jmdm. helfen 3 für jmdn., etw. eine
Bresche schlagen: sich für jmdn. er¬
setzen
196
Brigade
breftojnisch: Adj. n. stg. der Bretagne
zuzuordnen, angehörig
Brett: das; -(e)s; -er 1 flaches (rechtek-
kiges) Stück Holz (als Ablage) »Sie
haben Bretter vor die Fenster
genagelt.« 2 Spielunterlage von Ge¬
sellschaftsspielen u. a. 3 n. PI. a) Bo¬
den des Boxrings »Sein Gegner ging
auf die Bretter.« b) Bühne des Thea¬
ters »Sie steht wieder auf den
Brettern.« 4 m. PI. Ski »Die Bretter
waren schlecht gewachst.« 5 ein Brett
vordem Kopf haben: [ugs.] etw. nicht
(sofort) verstehen, begreifen »Ich
konnte die Frage nicht beantworten,
ich hatte ein Brett vor dem Kopf.« 6
die Bretter, die die Welt bedeuten:
[ugs.] die Bühne des Theaters 7 das
Schwarze Brett —» das schwarze
Brett: Tafel, Anschlag für Bekannt¬
machungen
bret|tern: bretterst; brettertest; bist
gebrettert [ugs.] mit einem Fahrzeug
schnell fahren
Bret|terjver|schlag: der; -(e)s; -ver¬
schlage kleine Hütte, winziger Anbau
an ein Gebäude aus rohen Brettern
Bnet|ter|zaun: der; -(e)s; -zäune um ein
Gelände herumgezogener Zaun aus
Brettern
brett|hart: Adj. n. stg. sehr hart
Brettspiel: das;-(e)s;-e Spiel (auch für
Erwachsene), das mit Figuren auf ei¬
nem Brett, einer (gezeichneten) Un¬
terlage gespielt wird »Sowohl Schach
als auch Mensch-ärgere-dich-nicht
sind Brettspiele.«
Bre|vier. dato /brewir/ das; -s; -s 1 [ver-
alt.] a) kurzer Leitfaden zu einem
Thema b) kleine Sammlung von signi¬
fikanten, wichtigen Stellen des Wer¬
kes eines Dichters 2 «Religion) a) Ge¬
betbuch eines katholischen Geistli¬
chen, in dem die Stundengebete ent¬
halten sind b) täglich abgehaltenes
kirchliches Stundengebet
Brelzeb die; - ; Brezeln u. [österr. auch]
das; -s; - /Brejzen: der; -s; - u. die; -;
- aus verschlungenen dünnen Tei¬
grollen gefertigtes Gebäck »Zum
Weißbier mag ich gerne Brezeln.«
Bre[zen: die; - ; ~ [landsch.] in gewun¬
dener Form gebackenes, salziges
Laugengebäck, Syn.: Brezel
Bridge: tengl.t /bridsch/ das; -s; - Kar¬
tenspiel für vier Spieler
Bridge|par|tie: tengl.-lato /bridsch-/ die;
- ; -n einzelnes, von vier Spielern ab¬
gehaltenes Spiel Bridge
Brief: dato der; -(e)s; -e 1 Schreiben,
das (in einem Umschlag) an jmdn. ge¬
schickt wird »Ich habe einen Brief von
meiner Tante bekommen.« 2 <Bankw.>
kurz für Briefkurs = Kurs, zu dem
ein Wertpapier an der Börse verkauft
wird 3 jmdm. Brief u. Siegel (auf
etw.) geben: jmdm. etw. fest zusi¬
chern, es garantieren 4 blauer Brief:
Brief, der eine Warnung enthält, daß
die Versetzung eines Schülers gefähr¬
det ist 5 Offener Brief: Brief, der nicht
(nur) an den Adressaten gesandt, son¬
dern der Öffentlichkeit zugänglich ge¬
macht wird
Brjef]be|schwe|rert der; -s; - Gegen¬
stand von höherem Gewicht, der auf
Briefe, Zettel auf dem Schreibtisch
gelegt wird, damit diese nicht wegge¬
weht werden
Briefjblock: der; -(e)s; -blocke u. -s an
der Oberseite zusammengeklebte
Briefbögen
Brief[bo[gen: der; -s; -bögen Papierblatt
(mit Aufdruck; aus hochwertigem Pa¬
pier), das für das Verschicken als
Brief gedacht ist, verwendet wird »Er
holte einen Briefbogen aus der Schub¬
lade.«
Brief|bom|be: die; - ; -n Sprengkörper,
der in einem Brief versteckt wird u.
explodiert, wenn der Brief geöffnet
wird
Briefffreund: der; -(e)s; -e weibl. Brief|-
freun|din: die; - ; -nen Person, die
man (zunächst) nicht persönlich
kennt, mit der man nur korrespon¬
diert, Briefe austauscht
Brief|ge|heim|nis: das; -ses; -se (PL s.)
verfassungsmäßiges Recht auf Ge¬
heimhaltung von Briefmhalten; Ver¬
bot, (geschlossene) Briefe, Sendungen
zu öffnen u. zu lesen
Brieffing: <engl> /brifing/ das; -s; -s 1
«ursprünglich nur Milit.) kurze Be¬
sprechung, Information (zum weite¬
ren Vorgehen) 2 «Wirt.) Informations¬
gespräch, das die Werbefirma mit ih¬
rem Auftraggeber führt
Brief|ka|sten —» Bnefjkasften: der; -s;
-kästen a) Gehäuse mit einem Schlitz,
in das vom Postboten, Briefträger die
ankommende Post für jmdn. gesteckt
wird »Beute ist keine Post im
Briefkasten.« b) Behälter, Gehäuse, in
dem abgehende Post bis zur Abho¬
lung gesammelt wird
Brief[ka|stenjfii[ma —> Brief|kas(ten|-
firlma: die; - ; -firmen «Wirt.» Unter¬
nehmen, das keine Geschäftsräume
besitzt, sondern nur in Form einer
Adresse (meist im Ausland) existiert
Brief|ka|sten|schlitz Brjef|kas|ten[-
schlitz: der; -es; -e Öffnung im Brief¬
kasten, durch den die Post eingewor¬
fen wird
Briefkopf: der; -(e)s; Briefköpfe Druck
mit Namen, Zeichen des Absenders
auf einem Briefbogen »Der Briefkopf
zeigte das Emblem der Firma.«
Brief|kurs: der; -es; -e «Bankw.i Ver¬
kaufskurs eines Wertpapieres o. ä.
Brief]ku|vert: das; -s; -s Umschlag, in
den ein Brief o. ä. gesteckt wird, in
dem ein Brief verschickt wird
briefjlich: Adj. n. stg. schriftlich in einem
Brief; mittels eines Briefs »Ich habe sie
brieflich von den Vorfällen unterrich¬
tet.«
Brief|maijke: die; - ; -n Postwertzei¬
chen; kleines selbstklebendes Papier¬
stück, das man kaufen kann u. als
Zeichen für die bezahlten Beförde¬
rungskosten auf jeden durch die Post
transportierten Brief kleben muß
»Der Junge sammelt Briefmarken.«
Brief[maijken|al|bum: das; -s; -alben mit
Steckvorrichtungen ausgestattetes
Buch, in dem Briefmarken gesammelt
werden
Briei|marjken|samm|ier. der; -s; -
weibl. Br|9f[mar{ken|samm|(e|rin: die;
- ; -nen Person, die (als Hobby) alte,
seltene o. ä. Briefmarken sammelt,
Syn.: [fremdsprl.] Philatelisten)
Brief|marjken|samm|1ung: die; - ; -en
Gesamtheit der Briefmarken, die eine
Person angesammelt hat
Brief)öff|nen der; -s; - langes, spitzes
Gerät zum Aufschlitzen eines ver¬
schlossenen Briefumschlages »Auf ih¬
rem Schreibtisch lag immer ein Brief¬
öffner.«
Briefjpajpier: das; ~(e)s; -e (PI. s.) Pa¬
pierbögen, die für das Schreiben von
Briefen vorgesehen sind
Brief|part|ner: der; -s; - weibl. Briefj-
part|ne|rin: die; -; -nen Person, an die
ein Brief gerichtet ist, mit der man des
öfteren Briefe wechselt
Brief|porfto: das; -s; -s (PI. s.) Betrag,
der für die Beförderung eines Briefes
zu bezahlen ist
Brief|ro|man: der; -(e)s; -e Roman, der
eine Handlung in Form von erfunde¬
nen Briefen wiedergibt, aufbaut
Brtefjschuld: die; - ; -en [ugs.] Ver¬
pflichtung, auf einen erhaltenen Brief
zu antworten
Briefjstel|ler. der; -s; - Buch, das An¬
weisungen für das Verfassen verschie¬
denartiger Briefe liefert
Brief (falsche: die; - ; -n aus Leder, le¬
derähnlichem Material (selten aus
Kunststoff) gefertigte, zusammen¬
klappbare Hülle (ca. im DIN-A6-
Format) in der man Papiere (z. B.
Führerschein, Personalausweis o. ä.)
bei sich trägt
Brief|tau|be: die; - ; -n Vogel, Taube,
die dazu ausgebildet wird, nach dem
Aussetzen, Freilassen an einem ent¬
fernten Ort nach Hause zurückzuflie¬
gen (früher: um Post zu transportie¬
ren)
Brief|trä|ger. der; -s; - weibl. Brjef|trä|-
gejrin: die; - ; -nen Person, die die
Post austrägt, in die Haushalte bringt
Brief|um|schlag: der; -(e)s; -Umschläge
aus einem gefalteten Blatt Papier be¬
stehende Hülle, Kuvert, in dem Briefe
verschickt werden »Er steckte einen
Geldschein in den Briefumschlag.«
Brief|waajge: die; - ; -n Gerät, das das
Gewicht von Briefen u. anderen leich¬
ten Gegenständen feststellt
Brie4]wahl: die; - ; -en Teilnahme an ei¬
ner (politischen) Wahl, indem man
sein Votum mittels eines Wahlbriefes
abgibt u. nicht selbst in das Wahllo¬
kal geht
Br[ef|wech|sei: der; -s; - der Austausch
von Briefen
Brief|zu|stel|len der; -s; - weibl. Brjef)-
zu|stei|le|rin: die; - ; -nen Postbo-
t(e)(in), der/die die Post zum Empfän¬
ger bringt
Brie|kä|se: der; -s; - (PI. s.) halbwei¬
cher Käse mit einer weißen Edel¬
schimmelhülle
Bries: das; -es; -e <Kochk.> als Mahlzeit
verwendete Brustdrüse von Tieren,
meist Kälbern
Bri|ga|de; tit.-fro die; - ; -n 1 militäri¬
sche Einheit aus Verbänden verschie¬
dener Waffengattungen »Er befehligt
eine Brigade.« 2 Gesamtheit der in ei¬
nem Restaurant o. ä. in der Küche
Beschäftigten »Die Brigade stimmt
die Arbeitszeiten selbst ab.« 3 «früher
DDR> kleinste Arbeitsgruppe in ei¬
nem Betrieb »Unsere Brigade erhielt
eine Auszeichnung.«
197
Brigg
Brigg: die; • ; -s Segelschiff mit zwei
Masten »Die Brigg lief am Morgen
aus.«
Bri|kett: <niederl.-fr.> das; -s; -s u. [sel¬
ten] -e gepreßte Kohle »Wir heizen
mit Briketts aus Braunkohle.«
bri|ko|lie|ren: brikolierst; brikoliertest;
hast brikoliert (Sport; Billard» durch
Rückprall von der Bande einlochen,
treffen
Bril|lant: </r.» /brilljant/ der; -en; -en
glänzender, wertvoller, geschliffener,
bearbeiteter Diamant (als Schmuck¬
stein) »Das Armband war mit Brillan¬
ten besetzt.«
bril|lant: <gr.-lat.-it.-fr > /brilljant/ Adj.
brillanter; brillanteste hervorragend
»brillante Zensuren«
Bril|lant|kol|lier: </r.» /brilljänt-/ das; -s;
-s mit geschliffenenen Diamanten be¬
setzte Kette
Bril|lant|na|del: /brilljant-/ die; - ; -n
Anstecknadel, die mit geschliffenen
Diamanten verziert ist
Bril|larrt|ring:/brilljant-/ der; -(e)s; -e
mit geschliffenen Diamanten besetz¬
ter Rang
Brillianz: (gr.-lat.-it.-fr.t /brilljanz/ die;
- ; - Glanz, hervorragende Art u.
Weise; sehr hohe Qualität »Er erle¬
digte diese Aufgabe mit Brillanz.«
Briljle: dato die; -; -n 1 Gerät aus einem
von den Ohren gehaltenen Gestell mit
zwei speziell geschliffenen u./od. ge¬
tönten Gläsern vor den Augen, das
dem besseren Sehen, Schutz der Au¬
gen vor Sonnenlicht dient »Ich brau¬
e eine neue Brille.« 2 kurz für Klosett¬
brille = Sitzauflage (mit Deckel) für
eine Toilette 3 etw. durch eine rosa
(rote)/schwarze Brille sehen, be¬
trachten: etw., positiver/negativer als
angebracht, der Wirklichkeit entspre¬
chend sehen
Bril|len|bü|gel: der; -s; - Seitenteil der
Brille, des Brillengestells, der auf den
Ohren aufliegt u. so die Gläser auf
der Nase festhält
Bril|len|etui —» Brfl|len|e|tui: das; -s; -s
Behälter für eine Brille
Bril]len|faslaung: die; - ; -en Gestell, in
das Brillengläser eingesetzt werden
»Sie hat sich für eine Brillenfassung
aus Horn entschieden.«
Bril|len|fut|te|ral: das; -(e)s; -e Behältnis
für das Aufbewahren einer Brille
Bnl|len|ge|stall: das; -(e)s; -e aus Bril-
ienbügeln u. Umrandung der Gläser
bestehendes Gebilde, in das die ge¬
schliffenen Brillengläser eingepaßt
werden
Bril|len|glas: das; -es; -gläser geschliffe¬
nes optisches Glas, das eine Seh¬
schwache ausgleicht u./od. die Son¬
neneinstrahlung filtert
Bril|len|schlan|ge: die; - ; -n 1 Schlange
mit einer Kopfzeichnung, die an eine
Brille erinnert 2 [scherzh.] Bezeich¬
nung für eine eine (unvorteilhafte)
Brille tragende Person
Bril|len|trä|ger: der; -s; - weibl. Bril|ien|-
trä|ge|rin: die; - ; -nen Person, die auf
eine Brille angewiesen ist, die (stän¬
dig) eine Brille tragen muß
bril|!ie|ren: <.gr.-lal.-it.-fro brillierst; bril¬
liertest; hast brilliert glänzen, etw.
hervorragend ausführen, tun »Der
Schauspieler brillierte in dem Dürren¬
matt-Stück.«
Brim|bo|ri|um: das; -s; - [ugs.] übermäßi¬
ger Aufwand; überflüssige Dinge
» Was soll das ganze Brimborium?«
bringen: bringst; brachtest; hast ge¬
bracht 1 etw., jmdn. zu jmdm., an ei¬
nen Ort befördern, begleiten »Ich
bringe dir das Mittagessen.« 2 [ugs.]
sozial, wirtschaftlich aufsteigen; er¬
folgreich sein; Erfolg bewirken »Das
wird uns gutes Geld bringen.« 3 veröf¬
fentlichen; senden »Die Zeitung
bringt den Artikel morgen.« 4 [ugs.]
bewältigen; Erwartungen erfüllen
»Ich bringe das nicht mehr.« 5 es voll/
nicht bringen: [ugs.] etw. ist sehr gut/
sehr schlecht; jmd. hat (für etw.) aus-
gezeichnete/keine Fähigkeiten; etw.
ist geeignet/ungeeignet; etw. wird Er-
folg/keinen Erfolg bringen
Bring|schuld: die; - ; -en <Rechtsw.»
Schuld, Leistung, die vom Schuldner
beim Gläubiger zu erbringen ist, bzw.
die nicht erfüllt ist, bis die geschuldete
Leistung beim Gläubiger ist
Bri|oche: <fr.> /briosch/ die; - ; - Hefe¬
gebäck, das in kleinen runden For¬
men gebacken wird
bri|sant: <lat.-fr.> Adj. brisanter; brisan¬
teste 1 (Sprengstoff» von hoher Explo¬
sivität, Sprengkraft 2 heikel, aktuell
u. umstritten »Das ist ein brisantes
Thema.«
Bri[sanz: die; ~ ; -en 1 <Sprengstoff>
Sprengkraft 2 o. PI. brennende, drin¬
gende Aktualität »ein Thema (von)
höchster Brisanz«
Bri|se: <fr.> die; - ; -n leichter Wind am/
auf dem Meer »Es weht eine leichte
Brise aus Südost.«
brtt.: Abk. britisch
Bri|tgn|ni|en: o. Art.; -s; - [veralt.] Gro߬
britannien; Inselgruppe, die die Län¬
der England, Schottland, Wales u. Ir¬
land umfaßt
Brpc|co|li/Brpk|ko|li: <gall.-ito
/brockoli/ die (PI.) u. [ugs.] der; -s;
-s grünes, in Geschmack u. Aussehen
dem Blumenkohl ähnliches Gemüse
»Als Beilage gibt es überbackenen
Broccoli.«
bröck|chen[wei|se: Adj. n. stg. in klei¬
nen Brocken, unregelmäßig geform¬
ten Stücken
bröcke|lig (biök|ke[lig —> brö|cke|llg)/
bröckjlig: Adj. (schnell, leicht) in
Bröckchen zerfallend
bröckeln (brök|keln —> bröjckeln):
bröckelt; bröckelte; hat/ist gebröckelt
in kleine Stücke zerfallen; sich in klei¬
nen Stücken von etw. ablösen »Der
Kuchen bröckelt sehr.«
Brocken (Brgk|ken —* Brgjcken): der;
-s; - 1 (großer) abgetrennter Teil von
etw. »Sie warf das Brot in Brocken den
Enten hin.« 2 [ugs.] dicker Mensch
»Er ist ein ziemlicher Brocken.« 3
<Jagd> Köder 4 die Brocken
hinwerfen: [ugs.] ein Vorhaben aufge¬
ben
bröck|tig/bröcke|lig (brök|ke|lig —*
brö|cke|lig): Adj. (schnell, leicht) in
Bröckchen zerfallend
brg|deln: brodelst; brodeltest; hast ge¬
brodelt 1 (durch Kochen) Blasen wer¬
fen »Die Suppe brodelte im Topf.« 2 a)
«ibertr.» die Gemüter erregen; unter¬
schwellig, latent vorhanden sein »Die¬
ser Konflikt brodelte schon lange in
der Bevölkerung.« b) [ugs.] über etw.
sehr wütend sein »Ich brodelte inner¬
lick, ließ mir aber nichts anmerken.«
Broi|ler: der; s; - <früher DDR» gebrate¬
nes, gegrilltes Hähnchen
Brojkat: <gall.-U.> der; -s; -e wertvoller,
mit Metallfäden durchwirkter Stoff
»ein Vorhang aus Brokat«
Bro|ker: <engb der; -s; - <Bankw.;
Börse» Person, die an der Börse mit
Aktien, Wertpapieren handelt
Brok|ko|li/Brgc]co|li: <gall.-it.> die (PI.)
u. [ugs.] der; -s; -s grünes, in Ge¬
schmack u. Aussehen dem Blumen¬
kohl ähnliches Gemüse »Als Beilage
gibt es überbackenen Brokkoli.«
Brom: das; -s; - nichtmetallischer che¬
mischer Grundsto ff
Brom|bee|re: die; - ; -n 1 dunkelblaues,
aus vielen kleinen, zusammengewach¬
senen Kugeln bestehendes Obst »Wir
gehen Brombeeren pflücken.« 2 sta¬
cheliger Strauch, an dem die Brom¬
beere (1) wächst »Wir haben Brom¬
beeren im Garten.«
Brom|beerjstrauch: auchder; -(e)s;
-sträucher Strauch, Busch, Gewächs,
der/das Brombeeren als Früchte her¬
vorbringt
bram|hal|t(g: Adj. n. stg. (Chemie» den
nichtmetallischen Grundstoff Brom
enthaltend
Brgm|säu|re: die; - ; - (Chemie» Sauer¬
stoffsäure des Broms
Brom|sil|ber: das; -s; - (Chemie» Verbin¬
dung, die vor allem in der Fotografie
zur Herstellung der lichtempfindli¬
chen Schicht auf Filmen verwendet
wird
Bron|che/Brg>n|chie: / bronche u.
bronchie/ <gr.-lat.> die; - ; -n <Anat.»
der Teil der Luftröhre in der Lunge,
der sich gabelt
bron|chi|al: <gr.-lat.> Adj. n. stg. die
Bronchien betreffend
Bron|chf|al|asth|ma: <gr.-lat.> das; -s; -
Atemwegserkrankung der Bronchie,
die durch deren krampfartige Veren¬
gungentsteht
Bron|chi|aljka|taiTh —» auch Bron|ehl|-
al|ka|tarr: <gr.-lat.> der; -s; -e (Med.»
Entzündung der Bronchialschleim¬
häute
Brgn|chie/Brgn|che: /bronchi* u.
bronche/ <gr.-lat.> die; - ; -n der Teil
der Luftröhre in der Lunge, der sich
gabelt
Bron|chi|tis: <gr.-lat.> die; - ;
Bronchitiden (Med.» Erkrankung der
Atemwege, besonders der Lunge;
Bronchialkatarrh
Bronltolsaulrier -> Bronltolsaulriler:
der; -s; - pflanzenfressender Dino¬
saurier, der in der Kreidezeit lebte
Bron|ze; <it.> /brongß*/ die; -; -n Metall¬
legierung aus Kupfer u. Zinn
bron|ze|faiiben: /brongß®-/ Adj. n. stg.
in der Farbe wie die Legierung aus
Kupfer u. Zinn; leuchtend gelb-braun
Brgn]ze|me|dall|le: <it.-fr.> /brgngß6-/
die; - ; -n aus Bronze gefertigte mün¬
zenartige Medaille, die als Belohnung
für den dritten Platz in einem f sportli¬
chen) Wettbewerb (insbesondere bei
einer Olympiade) vergeben wird
198
Brücke
Bron|ze|zeit: /brongß'7 die; - ; - <hist.>
Zeit zwischen dem 3. u. dem 1. Jahr¬
tausend vor Christus, in der vor allem
Bronze als Material für Waffen u.
Gebrauchsgegenstände verwendet
wurde
Bro|sche: <lat.-fr» die; ~ ; -n Schmuck¬
stück, das eine Nadel zum Anstecken
an die Kleidung enthält »Da trägst du
aber eine hübsche Brosche!«
bro|schie]ren: </r.> broschierst; bro¬
schiertest; hast broschiert <Druckw.>
bedruckte Seiten mit einem Umschlag
aus Pappe zusammenheften
Brojschü|re: <fr.> die; ~; -n aus mehreren
gehefteten od. gebundenen Blättern,
Seiten bestehendes Druckerzeugnis
»Jedem Besucher wurde eine Broschü¬
re ausgehändigt.«
Brölsei: der; -s; - abgefallener Teil,
kleingemachtes, geriebenes Lebens¬
mittel, meist Brot »Die Brösel der
Brötchen lagen auf dem Boden.« Syn.:
Krümel
br§]se|lig/brös|lig: Ad), (schnell, leicht)
in Brösel, kleine Krümel zerfallend
bröjseln: bröselst; bröseltest; hast
gebröselt in Krümel zerfallen (lassen)
brös|iig/brö|se|lig: Ad), (schnell, leicht)
in Brösel, kleine Krümel zerfallend
Brot: das; -(e)s;-e 1a) aus gemahlenem
Getreide (Mehl), Wasser u./od. Milch
sowie aus anderen Zutaten gebacke¬
nes Nahrungsmittel »Brot backen •
Weißbrot • Schwarzbrot« b) Scheibe,
Stück vom Brot (a) »Ich möchte ein
Brot mit Käse.« 2 Wes Brot ich eß’,
des Lied ich sing’: Wer mich ernährt,
bezahlt, dem rede ich nach dem
Mund
Brotjauf|strich: der; -(e)s; -e Lebens¬
mittel, das auf eine abgeschnittene
Brotscheibe gestrichen, geschmiert
wird »Quark ist ein leckerer Brotauf¬
strich.«
Brötjchen: das; -s; - 1 kleines, meist un¬
gesüßtes Backwerk, das aufgeschnit¬
ten u. wie eine Scheibe Brot belegt
wird »Ich hole jedem zwei Brötchen
zum Frühstück.« 2 seine Brötchen
verdienen: [ugs.] arbeiten, um seinen
Lebensunterhalt finanzieren zu kön¬
nen »Er verdient seine Brötchen als
Lehrer.« 3 kleine(re) Brötchen bak-
ken (müssen): [ugs.} bescheidener
werden (müssen); nicht mehr so ange¬
ben; bescheidener leben, Syn.: Sem¬
mel; Weck(en); Rundstück; Schrippe
Bröt|chen]gejber: der; -s; - weibl. Brötj-
chen|ge|be|rin: die; -; -nen [ugs.] Per¬
son, die jmds. Gehalt bezahlt; Arbeit¬
geberin)
Brptfein|heit: die; - ; -en Maßeinheit für
den Kohlehydratanteil eines Lebens¬
mittels (bei Diabetes, Zuckerkrank¬
heit)
Brotjerfwerb: der; -(e)s; - Berufstätig¬
keit, Arbeit, mit der der Lebensunter¬
halt bestritten, verdient wird
Brot|fa|brik —Brgt)fa)b|rilc die; - ; -en
Fabrik, Industrieunternehmen, in
dem Brot gebacken, hergestellt wird
Brpt|ka|sten —> Brpt|kas|ten: der; -s;
-kästen Behälter, in dem Brotwaren
bis zum Verzehr frisch gehalten wer¬
den ..
Brotjkorb: der; -(e)s; -körbe kleiner
Korb, in dem Brotscheiben, Brötchen
auf den gedeckten Tisch gestellt wer¬
den
Brot)kru|me: die; ~ ; -n vom Brot, der
Brotkruste abgefailener Brotkrümel
Brot|krü|me1: der; -s; - Bröckchen, das
sich (beim Essen, Schneiden) vom
Brot gelöst hat
Brotlaib: der;-(e)s; -e rund od. länglich
oval geformter (gebackener) Brotteig
brotjlos: Ad), n. stg. ohne Aussicht dar¬
auf, damit Geld, seinen Lebensunter¬
halt zu verdienen »Die Schriftstellerei
ist eine brotlose Kunst.«
Brpt|majschi|ne: die; - ; -n Gerät, das
(mitteis eines runden Messers) Brot in
Scheiben schneidet, Brotscheiben von
einem Brot abschneidet
Brot|mes|ser: das; -s; - Schneidegerät,
Messer, mit dem Brot in Scheiben ge¬
schnitten wird
Brot|neid: der; -(e)s; - Eifersucht, Neid
auf die Position, den Erfolg einer an¬
deren Person
Brot|rin[de: die; - ; -n harte Kruste des
Brotes
Brot|schei|be: die; ; -n abgeschnittene
Schnitte vom Brot
Brot|schnei|de|ma|schi|ne: die; ~ ; -n
Gerät, das (mittels eines runden Mes¬
sers) Brot in Scheiben schneidet,
Brotscheiben von einem Brot ab¬
schneidet
Brot|schnit|te: die; - ; -n abgeschnittene
Scheibe vom Brot
Brot|sup|pe: die; - ; -n Suppe, deren
wichtigste Zutat neben Brühe altes
Brot ist
Brotfteig: der; -(e)s; -e unterschiedlich
zusammengesetzter Teig, aus dem
Brot gebacken wird
Brot)zeit: die; - ; -en [landsch.] a) Pause,
Unterbrechung in der Tätigkeit, die
man ausübt, um während dieser Zeit
etw. zu essen b) Mahlzeit, Speisen, die
man in der Brotzeit (a) zu sich nimmt
Bruch: der; -(e)s; Brüche 1 a) das Aus¬
einanderbrechen; Zustand des Zer¬
brochenseins; gewaltsame Zerteilung
in zwei od. mehr Stücke »Der Bruch
des Armes verheilte langsam.« b) das
Zerbrechen, Ende einer Beziehung c)
das Nichteinhalten einer Vereinba¬
rung; Abbrechen einer Beziehung 2
<Math.> Verhältnis zwischen zwei
ganzen Zahlen, untereinander ge¬
schrieben, getrennt durch einen waa¬
gerechten Strich »mit Brüchen
rechnen« 3 <Med.> Verletzung der
Bauchwand, durch die Eingeweide
treten können »Der Bruch muß ope¬
riert werden.« 4 zerstörte Ware »Beim
Transport gibt es immer Bruch.« 5
<Jagd> Zweig, den das Wild abgebro¬
chen hat 6 a) in die Brüche gehen, zu
Bruch gehen: kaputt gehen; zerstört,
vernichtet werden »Meine Ehe ist in
die Brüche gegangen. • Der Teller ist
zu Bruch gegangen.« b) zu Bruch
fahren: kaputtfahren »Sie hat das
Mofa zu Bruch gefahren.« c) Bruch
machen: (Flugzeug o. ä.> eine Notlan¬
dung, Bruchlandung machen; so auf
der Erde aufsetzen, daß das Flugzeug
o. ä. zerstört od. beschädigt wird 7 ei¬
nen Bruch machen: einbrechen u.
etw. stehlen »Wir brauchen Geld,
komm', wir machen einen Bruch!«
Bruch[bu[de: die; - ; -n [ugs.; abwert.]
heruntergekommenes, nicht mehr
stabiles Haus, Wohnung in sehr
schlechtem Zustand
Bruchjei: der; -(e)s; -er (Hühner-)Ei,
dessen Schale z. T. eingedrückt, ange¬
brochen ist
bruchfest: Adj. n. stg. nicht zerstörbar,
zerbrechlich
brü|chig: Adj. leicht brechend; bereits
Risse, Brüche aufweisend
Brü|chig|keit: die; ~ ; - brüchiger Zu¬
stand
bruch|lan|den: nur im Infinitiv u. im Par¬
tizip II, Perfekt gebraucht: bist
bruchgelandet an einem nicht dafür
vorgesehenen Ort mit einem Flugzeug
o. ä. zu Boden gehen, wobei dieses
teilweise zerstört wird
Bruch|lan|dung: die; - ; -en Notlandung
mit einem Flugzeug o. ä., wobei die¬
ses z. T. zerstört wird
Bruch|rech|nen: das; -s; - <Math.> das
Rechnen mit Brüchen, nicht-natürli¬
chen Zahlen
bruch|rech|nen: bruchrechnest; bruch¬
rechnetest; kost bruchgerechnet
<Math.> mit Brüchen, nicht-natürli¬
chen Zahlen rechnen
8ruch|scho|ko|la|de: die; - ; -n (Pt. s.)
[veralt.] zerbrochene Schokolade(ta-
feln), die zu einem ermäßigten Preis
verkauft werden
bruch|si|cher: Adj. n. stg. nicht zu zer¬
brechen, zerstören
Bruch|stet|le: die; - ; -n Stelle, Ort, an
dem etw. zerbrochen ist, werden soll
Bruchstrich: der; -(e)s; -e <Math.> waa¬
gerechter Strich, oberhalb dessen der
Zähler u. unterhalb dessen der Nen¬
ner bei Bruchzahlen steht
Bmchjstück: das; -(e)s; -e 1 abgebro¬
chener Teil von etw. 2 (Kunst) nicht
vollendetes od. nicht ganz überliefer¬
tes Stück einer Dichtung, eines Pro¬
duktes der bildenden Künste o. ä.
Syn: Fragment
biuchjstück|haft: Adj. bruchstückhaf¬
ter; bruchstückhafteste nur in Bruch¬
stücken, Fragmenten vorhanden,
überliefert
Bruchfteil: der; -(e)s; -e ein nur geringer
Teil von etw.
Bruch|zahl: die; - ; -en (Math.) nicht-na¬
türliche Zahl
Brücke (Brük|ke —» Brü|cke): die; - ; -n
1 Bauwerk, das ein Hindernis über¬
spannt; Überführung »Es wird eine
neue Brücke über den Rhein gebaut.« 2
kurz für Kommandobrücke = Be¬
fehlsstand eines Schiffes 3 (Zahnme¬
dizin) Zahnersatz, der im Gebiß ver¬
ankert wird 4 kleinerer, länglicher
Teppich 5 (Med.) Teil des Gehirns
zwischen Mittelhim u. Mark 6 eine
Brücke schlagen: etw. miteinander
verbinden »Die Olympischen Spiele
sollen eine Brücke zwischen den Völ¬
kern der Welt schlagen.« 7 jmdm.
(eine) goldene Brücke(n) bauen: es
jmdm. erleichtern, etw. zu tun od. zu
sagen, was ihm schwer fällt »Ich baute
ihm eine goldene Brücke, indem ich
ihm erzählte, daß ich Kinder mag, so
konnte er mir leichter gestehen, daß-er
fünf Kinder hat.« 8 alle Brücken (hin¬
ter sich) abbrechen: alle (sozialen)
Kontakte u. Bindungen aufgeben
199
Brückenbogen
Brücken|bo|gen (Brük|ken|bo|gen —j.
Brüjcken|bo|gen): der; -s; -bögen Ge¬
wölbe zwischen zwei Brückenpfeilern
Brücken|ge|län|der (Brük|ken|ge|län|-
der —» Brü|cken[ge|län|der): das; -s;
- (mindestens hüfthohe) Seitenbe¬
grenzung einer Brücke, die mit einem
Handlauf versehen ist
Brückenkopf (Brük|ken|kopf —> Brü]-
ckenjkopf): der; -(ejs; -köpfe <Milit.>
a) Befestigung auf der entgegenge¬
setzten Seite der Brücke, die die Brük-
ke gegen den Feind sichern soll b) im
feindlichen Gebiet besetztes Gelände,
von dem weitere Angriffe ausgehen
Brücken|pfei|ler (Brük|ken|pfei|ler —»
Brü|cken|pfei|ler): der; -s; - tragende
Stütze einer Brücke
Brückenfschfag (Brük|kenfschlag
—*• Brü]cken|schlag): der; -(e)s;
Brückenschläge das Errichten, Bauen
einer Brücke
Bru|der. der; -s; Brüder weibl. Schwer¬
ster -> Schwester: die; - ; -n 1 a)
von denselben Eltern abstammender
Junge, Mann/Mädchen, Frau »Du
siehst deinem Bruder gar nicht
ähnlich.« b) Mensch, dem man sich
verbunden fühlt 2 männliches/weibli-
ches Mitglied eines (christlichen) Or¬
dens; Anrede für eine(n) Mönch/
Nonne 3 unter Brüdern: [ugs.] ehr¬
lich; offen; im Vertrauen 4 Brüder ha¬
ben ein Geblüte, aber selten ein
Gemüte: Brüder stammen zwar von
den gleichen Eltern ab, haben aber
selten den gleichen Charakter
Bnjjderjkrieg: der; -(e)s; -e Bürger¬
krieg; Krieg zwischen Gruppen inner¬
halb eines Landes od. zwischen sehr
eng miteinander verbundenen Völ¬
kern
brüjderjlich: Adj. in der Art von Brü¬
dern; sehr eng miteinander verbun¬
den
Brü|der|lich|keit: die; - / - Bewußtsein,
Haltung, die bei sehr enger Verbun¬
denheit, Freundschaft entsteht
Bru|der|lie|be: die; - ; - a) Liebe eines
Menschen zu seinen Geschwistern b)
Nächstenliebe
Bry|der|mord: der; -(e)s; -e Mord, den
jmd. an seinem Bruder begeht
Brujder]schaft: die; - ; -en 1 kirchliche
Gemeinschaft von Geistlichen u. Lai¬
en, Gemeindemitgliedem 2 Bezie¬
hung, Freundschaft, bei der man sich
duzt
Brü|der|schaft: die; ~ ; -en 1 Beziehung,
Freundschaft, bei der man sich duzt 2
Gemeinschaft von Geistlichen u. Ge¬
meindemitgliedern, Laien
Brü|he: die; - ; -n 1 durch Auskochen
von Fleisch, Fisch, Gemüse u. a. her¬
gestellte würzige Flüssigkeit 2
[abwert.] schmutziges Wasser »In die¬
ser Brühe kannst du doch nicht baden!«
3 [ugs.; abwert.] zu dünner Tee od.
Kaffee 4 [ugs.] größere Mengen
Schweiß »Die Brühe lief mir von der
Stirn.«
brü|hen: brühst; brühtest; hast gebrüht
in kochendes Wasser legen; mit ko¬
chendem Wasser übergießen
brüh|wann: Adj.n. stg. [ugs.] ganz aktu¬
ell; gerade bekannt geworden »Er er¬
zählte mir alles immer brühwarm.«
Brüh|wüi(fel: der; -s; - Konzentrat, das
bei Aufkochen in Wasser Fleisch-,
Gemüsebrühe ergibt
Brüh|wurst: die; - ; -wüsste (meist aus
Schweinefleisch hergestellte) Wurst,
die vor dem Verzehr in heißem Was¬
ser erwärmt wird
Brui|tis|mus —* Bru|i|t]s|mus: <fr.>
der;- ; - <Musik> Stilrichtung der Mu¬
sik, die neben den von Musikinstru¬
menten erzeugten Tönen auch nicht¬
musikalische Geräusche verwendet
Brüll|af|fe: der; -n; -n 1 dicht behaarter
brauner Affe, der kräftige, brüllende
Laute hervorbringt 2 <Schimpfwort>
ständig, laut schimpfender Mensch
brülflen: brüllst; brülltest; hast gebrüllt 1
<Tier> laute Töne von sich geben »Der
Löwe brüllte.« 2 <Mensch> [ugs.] a)
laut schimpfen (mit jmdm.) »Er
brüllte ständig durch die Gegend.« b)
laut (u. unbegründet) weinen »War¬
um brüllst du denn jetzt schon wieder?«
3 brüllen wie am Spieß: [ugs.] laut u.
lange schreien 4 brüllen wie ein Stier
[ugs.] <meist Mannen laut u. unbe¬
herrscht (oft vor Wut) schreien »Als
ihn die Kugel traf, brüllte er wie ein
Stier.« S zum Brüllen sein: [ugs.] äu¬
ßerst komisch, lustig
Brummibär: der; -en u. -s; -en [ugs.]
schlecht gelaunter, vor sich hin
schimpfender Mensch
brum|meln: brummeist; brummeitest;
hast gebrummelt [ugs.] leise vor sich
hin schimpfen, nörgeln »Laß ihn doch
brummein'«
brum|men: brummst; brummtest; hast
gebrummt ein gleichmäßiges, tiefes,
leises Geräusch erzeugen »Die Stereo¬
anlage brummte.«
Brum|mer: der; -s; - 1 [ugs.] dicke Flie¬
ge »Da fliegt schon wieder ein Brum¬
mer im Zimmer herum.« 2 dicker
Brummer: [ugs.] großer Lastwagen
Brum|mk der; -s; -s [ugs.] größerer Last¬
kraftwagen
brum|mig: Adj. schlecht gelaunt; kurz
angebunden; nörgelig »Er ist ein
brummiger alter Mann.«
Brumm|krei|sel: der; -s; - [landsch.] ke¬
gelförmiges Kinderspielzeug, das auf¬
gezogen u. dadurch in drehende Be¬
wegung versetzt wird u. das dabei ei¬
nen Brummton abgibt
Brumm|schä|del: der; -s; - [ugs.] Kopf¬
schmerzen nach zu ausgiebigem Al¬
koholgenuß (od. einer Verletzung)
Brunch: Kurzw. <engl.> /bran(t)sch/ der;
-(ejs; -(e)s u. -e breakfast + lunch
= Frühstück + Mittagessen =
Mahlzeit am späteren Morgen (meist
ab 11 Uhr) mit kalten u. wannen
Speisen als Ersatz für das Frühstück
u. das Mittagessen als jeweils einzelne
Mahlzeit
brun|chen: <engl.> /bran(t)schen/
brunchst; brunchtest; hast gebraucht
am späten Vormittag, Mittag von ei¬
nem Buffet essen, das sowohl ein
Frühstück als auch ein Mittagessen
umfaßt
brü|nett: <germ.-fr.> Adj. n. stg. <Haäre>
von brauner Farbe
Brunft: die; - / -en <Bio.> Paarungszeit
(des Schalenwildes)
brunf[ten: brunft; brunfte; hast gebrunft
in der Brunft sein
brunf|tig: Adj. in der Brunft befindlich
Brunft|schrei: der; -(ejs; -e typische
Lautäußerung des Männchens bei
der Brunft
Brunft|zeit: die; - ; -en Paarungszeit des
Wildes
Brun|nen: der; -s; - a) Loch in der Erde,
aus dem Wasser hervorsprudelt, her¬
aufgeholt werden kann »einen Brun¬
nen graben, bohren« b) (kunstvolles)
Becken, in das man Wasser fließen
läßt »einen Brunnen bauen«
Brun|nen|haus: das; -es; -häuser Haus
über einem Brunnen in Klöstern, Mo¬
scheen, Heilbädern usw.
Brun|nen|kres|se: die; - ; - flach wach¬
sende Pflanze, die in klarem, fließen¬
den Wasser wächst
Brun|nen|ver|gifjter: der; -s; - weibl.
Brun|nen|yeijgif|te|rin: die; - ; -nen a)
Person, die das Trinkwasser vergiftet
b) <übertr.> verleumderischer Mensch
Brunst: die; • ; Brünste Paarungszeit
von Säugetieren
Brunstzeit: die; ~ ; -en Zeitraum, in
dem Tiere auf Partnersuche sind »Die
Brunstzeit geht bald zu Ende.«
brüsk: Adj. brüsker;brüskeste schroff u.
unhöflich (u. abrupt) »Er wies dieses
Angebot brüsk zurück.«
brüs|kje|ren: <it.-fr.> brüskierst; brüs¬
kiertest; hast brüskiert jmdn. empö¬
ren, verletzen, beleidigen, kränken
»Diese Bemerkung hatte ihn brüs¬
kiert.«
Brust: die; - ; Brüste 1 a) zwei (bei der
Frau größer ausgebildete), nebenein¬
ander befindliche Verdickungen an
der oberen Vorderseite des Rumpfes
beim Menschen, die bei der Frau, wie
bei vielen weiblichen Säugetieren, zu¬
gleich milchbildendes Organ sind
»Sie hat große Brüste.« b) Organe in¬
nerhalb des Brustkorbes »Ich habe
Schmerzen in der Brust.« 2 Brust an
Brust Seite an Seite; dicht zusammen
3 a) schwach auf der Brust sein:
[ugs.] 1. <Atmungsorgan> kränklich
sein; anfällig für Atembeschwerden
sein 2. ohne Kraft, ohne Kondition
sein »Du bist wohl schwach auf der
Brust, od. warum keuchst du so nach
den paar Treppenstufen?« 3. finanziell
knapp sein; nicht viel Geld haben b)
es auf der Brust haben: [ugs.] an der
Lunge od. den Bronchien erkrankt
sein 4 sich etw. an die (eigene) Brust
heften: [ugs.] etw. (ungerechtfertigt)
für den eigenen Verdienst, eigenes
Können ausgeben »Er hat sich meine
Arbeit an die Brust geheftet u. wird da¬
für jetzt befördert.« 5 mit geschwell¬
ter Brust: stolz »Mit geschwellter
Brust erzählte meine Mutter jedem,
daß ich das Abitur mit der Note 'eins'
bestanden habe.« 6 sich in die Brust
werfen: [ugs.] angeben; prahlen » Wirf
dich nicht so in die Brust, so toll ist eu¬
er Haus ja nun wieder nicht!« 7 a) etw.
od. jmdn. zur Brust nehmen: [ugs.]
sich energisch u. streng mit jmdm. od.
etw. auseinandersetzen »Der Lehrer
hat angerufen, unser Sohn war seit ei¬
ner Woche nicht mehr in der Schule;
du mußt ihn dir heute mal zur Brust
nehmen!« b) einen zur Brust nehmen:
[ugs.] ein alkoholisches Getränk zu
sich nehmen
200
Bubi
Brustbein: das; -(e)s; -e Brustkorb¬
knochen, an dem die oberen Rippen
fest angewachsen sind
Brust|beu|tel: der; -s; ~ flache, an einem
Band um den Hals getragene Tasche,
in der Ausweispapiere, Geld aufbe¬
wahrt werden
Brust|biM: das; -(e)s; -er (gemaltes,
fotografiertes) Porträt einer Person,
auf dem nur Kopf u. Oberkörper ab¬
gebildet sind
Brust|drü|se: die; - ; -n milchbildendes
Organ bei Säugetieren
brü|sten (—»■ brüstten), sich: brüstest
dich; brüstetest dich; hast dich gebrü¬
stet damit prahlen, angeben, etw. tun
zu können od. getan zu haben »Er
brüstete sich mit seinen sportlichen Er¬
folgen.«
Brustfell: das; -(e)s; -e <Med.> dünne
Haut, mit der die Brusthöhle bei hö¬
heren Wirbeltieren u. dem Menschen
ausgekleidet ist
Brust|hö|he: die; ~ / - Abstand vom Bo¬
den, in dem sich beim durchschnittli¬
chen Menschen die Brust befindet
»Häng den Spiegel doch in Brusthöhe
auf.«
Brust|höh|Ie: die; - ; -n <Med.> von den
Rippen, dem Brustkorb gebildete
Höhle, in der sich Organe wie Herz u.
Lunge befinden
Brus»|ka|sten —*■ Brust|kas|ten: der;
-s; -kästen [ugs.] Brustkorb
Brustkorb: der; -(e)s; -körbe <Med.>
aus den Rippen, dem Brustbein u.
den oberen Wirbeln gebildeter Teil
des (menschlichen) Skeletts
Brustkrebs: der; -es; - <Med.> krank¬
hafte, bösartige Veränderung der
Brustdrüsenzellen bei der Frau
Brust|la|ge: die; - ; - Position, bei der
jmd. auf der Brust liegt
Brust|pan|zer der; -s; - a) dicke Hom-
schicht, die bei manchen Tieren zum
Schutz der Organe die äußere Begren¬
zung der Brust bildet b) Teil der Rü¬
stung, der die Brust bedeckt
Brust|schwimjmen: das; -s; - <Sport>
Schwimmstil, bei dem in Brustlage
Arme u. Beine jeweils im Gleichzug
durch das Wasser bewegt werden
bmst|schwim|men: nur im Infinitiv
gebraucht Schwimmstil, bei dem man
in Brustlage Arme u. Beine jeweils im
Gleichzug durch das Wasser bewegt
Biust|stüclc das; -(e)s; -e <Kochk.>
Fleischstück, das aus der Brust von
Geflügel, Schlachtvieh o. ä. stammt
Brust|um|fang: der; (e)s; -umfange
(PI. s.) gemessener Umfang eines
Körpers in Brusthöhe
Brü|stung —* Biüsjtung: die; - ; -en
halbhohe Mauer, Konstruktion am
Rande eines Balkons o. ä. »Das Kind
lehnte sich über die Brüstung.«
Brustwarze: die; - ; -n kleine Erhö¬
hung auf der Brust, deren Umfeld
dunkler gefärbt ist u. aus der bei
Frauen nach einer Geburt die Milch
gesogen werden kann
Brut: die; -; -en 1 <Vogel> a) das Brüten;
Zeit, in der die Eltemtiere die gelegten
Eier warmhalten, um den Jungtieren
die Entwicklung bis zum Schlüpfen
zu ermöglichen »Die Brut dauert fünf
Wochen.« b) Jungtiere, die aus Eiern
geschlüpft sind »Die Brut muß geföt-
tert werden.« 2 o. PI. Personen, Bewe¬
gung, die negativ bewertet werden,
wird »Wir müssen etw. gegen die
braune Brut unternehmen!« 3 [ugs.]
Verbrecher; Gesindel ohne morali¬
sche Grundsätze
bruttal: <iat.> Adj. unter Anwendung von
Gewalt; gewaltsam; roh u. rücksichts¬
los »ein brutaler Überfall«
Bru|ta|!l|tät: dato die; - ; -en gewaltsame
Handlung; rohes, rücksichtsloses
Verhalten »Die Täter gingen mit gro¬
ßer Brutalität vor.«
Bru|ta|lo: dato der; -s; -s [ugs.] (männl.)
Person, die zur Gewalttätigkeit neigt
Brut|ap|pa|rat: der; -fejs; -e Gerät, in
dem Eier ausgebrütet werden
brüften: brütest; brütetest; hast gebrütet
1 <Vogel> durch (Körper-)Wärme die
Entwicklung von Jungtieren in Eiern
fördern »Diese Vögel brüten abwech¬
selnd, bis die Jungen schlüpfen.« 2
über etw. nachdenken 3 drückend,
heiß auf etw. lasten »Die Sonne brüte¬
te über der Stadt.« 4 etw. (Verbreche¬
risches) planen 5 <Physik> Material
spaltbar machen
brü|tend|helB —* brühend heiß: Adj. n.
stg. sehr, extrem heiß
Brüjter der; -s; - 1 <Physik> Brutreaktor
2 brütender Vogel
Brut|hlt|ze: die; - ; - sehr große Hitze;
sehr hohe Temperatur
Brutjka|sten —» Brut|kas|ten: der; -s;
-kästen <Med.> Gerät, in dem zu früh
geborene Babys liegen, behandelt
werden
Brut|pfle|ge: die; - ; - <Bio.> alle Hand¬
lungen, Aktivitäten, mit denen El¬
terntiere die Entwicklung ihrer Jun¬
gen fördern
Brut|platz: der; -es; -plätze Ort, an dem
Tiereitem ihre Eier ausbrüten
Brutschrank: der; -(e)s; -schränke 1
beheizbarer Schrank in einem Labor,
in dem Mikroorganismen gezüchtet
werden 2 Brutapparat, in den Früh¬
geburten gelegt werden
Brut|stät[te: die; - ; -n 1 Ort, an dem
Tiereitem ihre Eier ausbrüten 2
<übertr.> Ort, an dem sich etw. Negati¬
ves besonders gut entwickelt, etw.
Negatives gefördert wird »Slums sind
oft Brutstätten der Kriminalität.«
Brutto: dat.-ito das; -s; - Betrag, Ge¬
wicht o. ä. vor Abzug der Abgaben,
Verpackung o. ä. »Das Brutto ist er¬
heblich höher anzusetzen als das Net¬
to.« Ant.: Netto
brutto: dto Adv. a) vor Abzug der Steu¬
ern, Abgaben b) mit Verpackung be¬
rechnet
Brut)to|ar|beits|lohn: der; -(e)s; -löhne
Gehalt, Bezahlung eines Arbeiters
vor Abzug der Steuern, Abgaben
Brut|to|be]trag: der; -(e)s; -betrage
Geldsumme vor Abzug der Steuern,
Abgaben
Brut|to|ein|kotn|men: das; -s; - Ver¬
dienst vor Abzug von Steuern u. Ab¬
gaben
Brut|to|er|lös: der; -es; -e durch den
Verkauf von etw. erzielte Summe vor
Abzug der Steuern, Abgaben (u. der
übrigen Kosten)
Brut]to|gejhatt: das; -fe)s; -geholter
Lohn, Bezahlung eines Angestellten
vor Abzug von Steuern u. Abgaben
Brut(to|ge|wicht: das; -(e)s; -e Gewicht
einer Ware mit der Verpackung,
Ant.: Nettogewicht
Brut|to|in|lands|pro|dukt: das; -(e)s; -e
im Inland erarbeitetes Bruttosozial¬
produkt
Bruttolohn: der; -(e)s; -löhne Gehait,
Bezahlung eines Arbeiters vor Abzug
der Steuern, Abgaben
Brut]to|re|gi|steijton|ne —» Brut|to|re|-
gis(tei[ton|ne: die; - ; -n <Seefahrt>
[veralt.] Bruttoraumzahl, Maß für die
Ladekapazität eines Schiffes
Brutjto|so|zi|al|pro|dukt: das; -(e)s; -e
<Wirt.> Gesamtheit der erarbeiteten
Produkte, Dienstleistungen, Werte ei¬
nes Staates »Das Bruttosozialprodukt
ist im letzten Jahr gesunken.«
Brutjto|veijdienst: der;-(e)s; -e (als Ar¬
beitslohn) erzielter Verdienst vor Ab¬
zug von Steuern u. Abgaben
brvt|zeln: brutzelst; brutzeltest; hast
gebrutzelt [ugs.] in heißem Fett bra¬
ten, garen
Brut]zwie|bel: die; -; -n <Bio.> durch un¬
geschlechtliche Vermehrung entstan¬
dene zweite, kleine Zwiebel bei Zwie¬
belpflanzen
BS: Abk. 1 Berufsschule 2 Betriebs¬
schutz 3 <EDV> Betriebssystem =
Sammelbegriff für Systempro¬
gramme, die den Betrieb eines Com¬
puters ermöglichen 4 <Med> Blutsen¬
kung
Bs.: Abk. Beisitzer
bsch.: Abk. beschädigt
bsd.: Abk. a) besondere(rXs) b) beson¬
ders
BSE: Abk. Bovine Spongiforme Enze¬
phalopathie = <Med.> Hirnschwamm
bei Rindern; Rinderwahnsinn
Bsp.: Abk. Beispiel
bsph.: Abk. beispielhaft
bspw.: Abk. beispielsweise
Bstlg.: Abk. Bestellung
BT: Abk. 1 Basaltemperatur = Körper¬
temperatur der Frau nach dem Auf¬
wachen, die bei einigen Methoden der
Schwangerschaftsverhütung wichtig
ist 2 Bezirkstag = Volksvertretung ei¬
nes Bezirks 3 Bundestag = Parlament
der Bundesrepublik Deutschland
Btr.: Abk. 1 Beitrag 2 Betrag 3 Betreff
(in Geschäftsbriefen o. ä.) 4
Betreuung 5 Betrieb
Btrb: Abk. Betrieb
btto.: Abk. brutto = a) mit Verpackung
b) ohne Abzüge
Btx: Abk. Bildschirmtext = Informati¬
onsmedium der Deutschen Bundes¬
post, das es ermöglicht, mittels Fern¬
sehgerät, Modem u. Telefonnetz auf
eine Vielzahl von Informationsdien¬
sten zuzugreifen
BU: Abk. 1 Betriebsunfall 2 Berufs¬
unfähigkeit 3 <Rechtsw.> Berufungs¬
urteil 4 Bruttoumsatz = Umsatz
ohne Abzüge
Bub/Bu|be: der; Buben; Buben 1 vier¬
thöchste Spielkarte »Er zog den
Herzbuben.« 2 [besonders süddt.;
österr.] (kleiner) Junge »Sie hat einen
Buben bekommen.«
Bujben|streich: der; ~(e)s; -e [ugs.;
veralt.] wenig folgenschwerer, harm¬
loser Streich von Kindern
Bu|bi: der; -s; -s [ugs.] als unreif,
schwächlich empfundener junger
201
Bubikopf
Mann »Was willst du dem mit diesem
Bubi?«
Bu|bi|kopf: der; -(e)s; -köpfe 1 glatte
"Kurzhaarfrisur für Frauen 2 Topf¬
pflanze, deren kleine Blättchen wie
ein Bubikopf (1) aussehen
Bu|bi|kra|gen: der; -s; - u. -kragen (PI.
s.) kleiner Blusen-, Hemdkragen mit
abgerundeten Ecken
büfbisch: Adj. 1 ein wenig hinterhältig,
aber dabei trotzdem liebenswert 2
(veralt.} niederträchtig u. böse
Buch: das;-(ejs; Bücher 1 a) (Texte ent¬
haltendes) gebundenes Druckerzeug¬
nis größeren Umfangs »Ich habe eini¬
ge Bücher zu dem Thema.« b) kurz für
Drehbuch = Buch (a) mit Hand¬
lungsanweisung für einen Film o. ä.
c) kurz für Rechnungs-, Kassenbuch
2 für Pferderennen aufgestellte Wett¬
liste 3 a) [veralt.] Maß für Papier zum
Drucken b) Maß für Blattgold u.
-Silber 4 das Buch der Bücher: die Bi¬
bel S wie es, etw., jmd. im Buch(e)
steht: [ugs.] charakteristisch, typisch
für etw. od. jmdn.; genau so, wie es
immer beschrieben, dargestellt wird
6 zu Buch(e) schlagen: von Bedeu¬
tung »Der Reitunterricht schlägt sehr
zu Buche, wir können nichts mehr
sparen.« 7 Buch führen: etw. genau,
exakt, in jeder Einzelheit aufzeichnen
»Ich führe seit einem Monat (genau)
Buch über unsere Ausgaben, damit ich
sehe, wo wir sparen können.« 8 ein of¬
fenes, aufgeschlagenes Buch: ohne
Heimlichkeit; völlig vertraut; durch¬
schaubar »Ich kenne dich jetzt seit 20
Jahren; versuche nicht, mir etw. vorzu¬
machen; du bist ein offenes Buch für
mich; ich erkenne sofort, wenn du
lügst!« 9 ein Buch mit sieben Siegeln
(sein): vollkommen unverständlich,
rätselhaft, unerklärlich (sein) 10 mit
etw. zu Buche stehen: etw. noch
nicht bezahlt haben
Buch)be|spre|chung: die; ~ ; -en (in ei¬
ner Zeitung veröffentlichte) Kritik
über ein Buch, eine literarische Veröf¬
fentlichung
Buch|bin|der. der; -s; - weibl. Buch|-
bin|de|rin: die; - ; -nen Person, die be¬
ruflich auf verschiedene Art u. Weise
Bücher bindet
Buch|bin|dejrel: die; - ; -en a) Tätigkeit
des Bücherbindens b) Handwerksun¬
ternehmen, das Bücher bindet
Buch|deckel (Buch|dek|kel —*■ Buch|-
de|ckel): der; -s; - Einband, äußere
Klappen des Buches
8uch|druck: der; -(e)s; - Verfahren, bei
dem Texte auf Papier gebracht wer¬
den; es gibt verschiedene Formen, z.
B. Rotationsdruck, Siebdruck usw.
Buch|drucker (Buch|druk|ker —*
8ych|dru|ckor): der; -s; - weibl.
Buch|dnicke|rin (Buch]druk|ke|rin
—» 8uch|dru|cke|rin): die; - ; -nen
Person, die beruflich Buchdruck be¬
treibt, für diese Tätigkeit ausgebildet
ist
Buch|drucke|rei (Buch|druk|ke|rei —>
Buch|dm|cke]rei): die; -; -en a) Tätig¬
keit, Gewerbe des Buchdrucks b)
Handwerksuntemehmen, das den
Buchdruck betreibt
Bu|che: die; - ; -n Laubbaum mit klei¬
nen, fast runden Blättern
Buctyecker (Buch[ek(fcer —* Buch(e|-
cker): die; ~; -n Frucht der Rotbuche
Buch|ein|band: der; -(e)s; -einbände
Hülle, in die die Blätter eines Buches
eingebunden sind
Bu|chel: die; - ; -n [landsch.] Buchek-
kem; Frucht der Rotbuche
bu|chen: buchst; buchtest; hast gebucht
a) jmdm. gegenüber verbindlich er¬
klären, daß man an etw. (z. B. einer
Reise) teilnehmen will »Ich habe einen
Flug nach Rom gebucht.« b) im Rah¬
men der Verwaltung eines Geschäfts,
Betriebs registrieren »Er buchte die
eingegangenen Beträge.«
Bü|cheijbord: das; -(e)s; -e Regal
(Brett), auf dem Bücher stehen, auf
das Bücher gestellt werden können
Bü|cher|brett: das; -(e)s; -er an die
Wand angeschraubtes (Holz-)Brett,
auf das Bücher gestellt werden
Büjchejrei: die; - ; -en Einrichtung, in
der Bücher, Zeitschriften u. a. Me¬
dien entliehen werden können, Syn.:
[fremdsprl.] Bibliothek
Büjcherjlieb|ha|ber. der; -s; - weibl.
Bü|cher|lieb|ha|be|rin: die; - ; -nen
Person, die (wertvoll ausgestattete)
Bücher liebt u. sammelt
Bü|cher|pa|ket: das; -(e)s; -e a) mit der
Post o. ä. verschicktes Paket, das Bü¬
cher enthält b) (zu einem Thema) zu¬
sammengestellte Auswahl von Bü¬
chern
Bü(cheiire|gal: das; -(e)s; -e offener
Schrank od. mehrere Bücherbretter,
in dem/auf denen Bücher aufbewahrt
werden, stehen
Bü|cher|re|vi|sor: der; -s; -en weibl. BD|-
cher|re|vi|sofrin: die; - ; -nen Person,
die beruflich die Buchhaltung einer
Firma überprüft
Bü|cherjsamm|lung: die; - ; -en Ge¬
samtheit der Bücher, die jmd. besitzt,
im Laufe der Zeit gesammelt hat
Bü|cher|schrank: der; -(e)s; -schränke
(offener) Schrank, in dem Bücher auf¬
bewahrt werden, stehen
Bü]cher|sen|dung: die; - ; -en Paket mit
Druckerzeugnissen, Büchern, das
durch die Post o. ä. versendet wird
Bü|char[stüt|ze: die; - ; -n Halterung,
die das Umkippen der Bücher im
Regal verhindert
Bü]cher[ver|bren|nung: die; - ; -en öf¬
fentliches Verbrennen von Büchern,
weil deren Inhalt aus politischen, reli¬
giösen, moralischen Gründen mißbil-
Ggt wird
Bü]cher|wand: die; - ; -wände mit Bü¬
chern bestückte Wand, z. B. durch in
Regalen aufgestellte Bücher
Bü|cherjwurm: der; -(e)s; -wärmer
[ugs.] Person, die sehr gerne, viel liest
Buch|fink: der; -s u. -en; -en Singvogel
mit blauem Kopf
Buch)füh|rung: die; - ; - 1 regelmäßig
systematisch gemachte, aktualisierte
Aufstellung über Einnahmen u. Aus¬
gaben (eines Betriebes) 2 Abteilung
einer Firma, die sich mit der Buchfüh¬
rung (1) beschäftigt
Buch|ge|mein|schafk die; - / -en Orga¬
nisation, Unternehmen, die/das sei¬
nen Mitgliedern die Möglichkeit gibt,
Bücher preiswert einzukaufen
Buchjge)wer|be: das; -s; - alle Finnen,
Gewerbebetriebe, die sich mit der
Herstellung u. dem Vertrieb von Bü¬
chern beschäftigen
Buch|ge|winn: der; -(e)s; -e nur in der
Bilanz, nicht in der Realität bezeich-
neter, erzielter Gewinn
Buch|hal|ter: der; -s; - weibl. Buch]!ial|-
tejrin: die; - ; -nen Person, die die
Buchführung, Aus- u. Einnahme¬
naufstellung einer Firma erledigt
buch|hal|te|ri8cti: Adj. n. stg. hinsicht¬
lich der Buchhaltung, die Buchhal¬
tung betreffend
Buch|hal|tung: die; - ; -en 1 Buchfüh¬
rung; das Verzeichnen von Soll u. Ha¬
ben einer Firma o. ä. 2 Abteilung in¬
nerhalb einer Firma, die für die Buch¬
führung (1) zuständig ist
Buch|han(del: der; -s; - Gesamtheit aller
Geschäfte, die Druckerzeugnisse ver¬
kaufen
Buch|händ|ler. der; -s; - weibl. Buchj-
händ|le|rin: die; - ; -nen Person, die
mit Druckerzeugnissen handelt,
Druckerzeugnisse verkauft
Buch|hand|lung: die; - ; -en Geschäft,
Laden, der Druckerzeugnisse ver¬
treibt
Buch|hül|le: die; - ; -n Papierumschlag,
der um den Buchdeckel gelegt wird
Buch)il|lu{stra|ti|on —*■ Buch|il|lu|s|t|ra|-
tijon: die; - ; -en Zeichnung, bildliche
Darstellung, die den Text in einem
Buch erläutert od. schmückt
Buch]ma|cher: der; -s; - weibl. Buch|-
ma|che|rin: die; - ; -nen Person, die
Wetten annimmt, für andere Perso¬
nen (bei Pferderennen) Wetten setzt
Buch]mes|se: die; - ; -n große Ver¬
kaufsschau für (neue) Druckerzeug¬
nisse, die von Verlagen abgehalten
wird
Buch|prii|fen der; -s; ~ weibl. Buchj-
"prii(fe|rin: die; - ; -nen Person, die die
Buchhaltung eines Betriebes über¬
prüft
Buchs|baum: /bukß-/ der; -(e)s; -bäu¬
me unterschiedlich großer, verschie¬
den geformter, immergrüner Zier¬
strauch
Buchs|baum|hecke (Buchs|baum|hek|-
"fce —> Buchs|baum]he|cke): /bukß-/
die; - ; -n aus einer Reihe von" (be¬
schnittenen) Buchsbäumen bestehen¬
de Hecke, Umfassung einer Fläche
Buchjse: /bukße/ die; - ; -n (Technik) a)
fest in der Wand od. einem Gerät in¬
stallierte Hülse, in die der (Elektro-)
Stecker gesteckt wird b) als Lager od.
Führung benutzter Hohlzylinder
Büch|se: dato /bükße/ die; - ; -n 1 a) fest
"verschlossenes Gefäß für Lebensmit¬
tel, das aus Blech o. ä. besteht »Sie
öffnet die Büchse mit Keksen.« b) kurz
für Konservenbüchse 2 [veralt.] Ge¬
wehr, Syn.: <1> Dose
Büch|sen|fleisch: /bükßen-/ das; -(e)s;
- in Konservenbüchsen eingemachtes
Fleisch ,
Büch|sen|ma|cher. /bükßen-/ der; -s; ~
weibl. Büch|sen|majche|rin: die; - ;
-nen Person, die Gewehre, Schußwaf¬
fen herstellt
Büch|sen|milch: /bükßen-/ die; - ; - (in
Dosen verpackte) Kondensmilch, die
meist als Kaffeeweißer benutzt wird
Bjjch|sen|öff|ner. /bükßen-/ der; -s; -
Gerät, mit dem man Konservenbüch¬
sen aufmacht
202
Bude
Buchst.: Abk. Buchstabe(n)
Buch|sta|be: der; -n(s); -n 1 Zeichen,
das der Umsetzung eines (Sprach-)
Lautes in Schrift dient »Das deutsche
Alphabet hat 26 Buchstaben u. vier
Sonderzeichen.« 2 sich auf seine vier
Buchstaben setzen: [ugs.] Platz neh¬
men; sich hinsetzen 3 etw. bis zum,
bis auf den letzten Buchstaben tun,
erfüllen: etw. gründlich, ohne etw.
auszulassen erledigen
Buch|sta|ben|fol|ge: die; - ; -n Kombi¬
nation von Buchstaben in einer be¬
stimmten Reihenfolge
buch|sta|ben(ge|treu: Adj. n. stg. genau
so, wie es gesagt, aufgeschrieben wur¬
de; ganz genau
buch|sta|ben]gläu|big: Adj. [abwert.]
dazu neigend, alles Geschriebene zu
glauben, nicht anzuzweifeln
Buch|sta|ben|kom|bi|na|ti|on: die; - ;
-en Aufeinanderfolge, Reihenfolge
von Buchstaben
Buch|sta(ben|rSt|sel: das; -s; - Rätsel,
bei dem durch Kombinieren, Umstel¬
len von Buchstaben ein neues Wort
geraten werden muß
Buch|sta|ben|schrift: die; - ; -en Schrift¬
system, bei dem die Laute der gespro¬
chenen Sprache durch Buchstaben
dargestellt, repräsentiert werden,
Ant.: Silbenschrift; Bilderschrift
buch|sta|b[g|ren: buchstabierst; buch¬
stabiertest; hast buchstabiert die
Buchstaben, aus denen ein Wort ge¬
bildet wird, nacheinander sagen, nen¬
nen
8uch|sta|bierfta|fel: die; - ; -n national
bzw. international festgelegte Liste
von Wörtern, die zum Buchstabieren
eines Wortes benutzt werden können,
sollen »Laut der deutschen Buchsta¬
biertafel soll der Buchstabe ’K' mit
'Kaufmann' (in Deutschland), 'Kaiser'
(in Österreich) od. ’Konrad’ (in der
Schweiz) verdeutlicht werden; interna¬
tional wird ’K‘ durch 'Kilo’ angege¬
ben.«
buch|stäb|lich: Adv. im Wortsinn; wört¬
lich »Der Hund riß mich vor Freude
buchstäblich um.«
Buch|stüt|ze: die; - ; -n Gegenstand,
Vorrichtung, die das Umfallen der
Bücher im Regal verhindert
Bucht: die; - ; -en 1 Stelle, an der das
'Wasser weit in das Land hineinfließt
»Das ist eine hübsche Bucht zum
Baden.« 2 kleiner (Schweine-)Stall
Buchjtel: die; - ; -n <Kochk.) [landsch.]
"(süß od. herzhaft gefülltes) Hefege¬
bäck (von dem meist mehrere Exem¬
plare zusammen in einer Auflaufform
gebacken werden)
buch)ten)reich: Adj. <Küste> zahlreiche
'Buchten, Einkerbungen aufweisend
Bgchttiftel: der; -s; - Titel, Überschrift
eines umfangreicheren Druckerzeug¬
nisses, Buches
Bu|chung: die; - ; -en 1 das Verzeichnen
von Belegen im Rahmen der Buch¬
führung 2 die Vereinbarung einer Be¬
stellung, eines Geschäftsabschlusses,
bei dem eine Dienstleistung verein¬
bart wird
Bu|chungs|be{leg: der; -(e)s; -e Nach¬
weis über einen Umsatz, der in den
Buchführungskonten verbucht wer¬
den muß
Buch(ver|ieih: der; -(e)s; -e 1 Biblio¬
thek, in der man Bücher ausleihen
kann 2 o. PI. das Ausleihen, Verleihen
von Büchern
Buchjwei|zen: der; -s; - Kraut, dessen
'Früchte den Bucheckern ähnlich se¬
hen u. die zu Mehl zermahlen werden
Buckel (Buk|kel —» Bufckel): der; -s; -
1 a) hervortretende(r) Teil, Stelle an
etw. (z. B. im Straßenbelag, in der
Landschaft, an flachen Gegenstän¬
den) b) <Körper> Ausbuchtung, Ver¬
dickung des Rückens »Wenn du so
krumm sitzt, bekommst du einen
Buckel.« c) [ugs.) Rücken »Er nahm
das Kind auf den Buckel.« 2 einen,
den Buckel volKer) Schulden
(haben): [ugs.] hohe Schulden haben
3 sich den Buckel freihatten: [ugs.] 1.
dafür sorgen, daß man Zeit für etw.
hat »Halt dir den Buckelfrei, damit du
das Examen in Ruhe machen kannst!«
2. sich, etw. versichern; etw. zur Si¬
cherheit haben »Du kannst mit Fami¬
lie u. Kindern nicht ein derartig risi¬
koreiches Unternehmen starten, für so
etw. mußt du dir den Buckel frei
halten!« 4 einen breiten Buckel
haben: [ugs.] a) viel ertragen können
»Seme Kritik, Sticheleien, Meckereien
stört, stören mich nicht, ich habe einen
breiten Buckel.« b) für etw. die Ver¬
antwortung tragen können 5 den
Buckel hinhalten: [ugs.] für etw. die
Verantwortung tragen, übernehmen
»Wenn das Projekt mißlingt, halte ich
meinen, den Buckel nicht für Sie hin!«
6 a) genug, viel auf dem Buckel
haben: [ugs.] 1. alt, älter sein »Wir
brauchen ein neues Auto; das alte hat
schon zehn Jahre auf dem Buckel.« 2.
überlastet sein; viel zu tun haben b)
etw. auf dem Buckel haben: [ugs.] a)
belastet sein »Du hast so viele Strafta¬
ten auf dem Buckel, daß du nie wieder
eine Arbeitsstelle bekommen wirst. ♦
Mit dem alten, nörgeligen u. kranken
Mann hast du aber was auf dem Buk-
kel, das könnte ich nicht ertragen.«
b) viel durchgemacht, erlebt haben
»Das Auto wird verschrottet, es hat
schon tausende von Kilometern auf
dem Buckel.« 7 den Buckel krumm
machen, einen krummen Buckel
machen: [ugs.] sich unterwerfen; sich
jmdm, unterordnen »Ich kann ihn
nicht leiden, nach oben (zum Chef)
macht er den Buckel krumm u. die Un¬
tergebenen behandelt er schlecht.« 8
Rutsch’ mir den Buckel (herunter!:
[ugs.] <Ausspruch des Unmutes, Un¬
willens) Laß’ mich in Ruhe! Das inter¬
essiert mich nicht! »Du kannst mir mal
den Buckel runterrutschen, mach dei¬
nen Kram doch alleine!« 9 a) jmdm.
den Buckel voll hauen: [ugs.] jmdn.
schlagen, prügeln, hauen b) den Buk-
kel voll kriegen, bekommen: [ugs.]
verprügelt, geschlagen, gehauen wer¬
den c) der Buckel juckt: [ugs.] <oft als
Warnung) jmd. verhält sich so, als ob
er Schläge, Prügel haben wollte »Sag’
mal, juckt dir der Buckel, od. warum
hörst du mit deinen Frechheiten nicht
auf?«
buckejlig (bukjke|lig —» bu|cke|lig)/
buck|lig: Adj. 1 einen Buckel, eine
Verformung des Rückens aufweisend
2 [ugs.] Unebenheiten aufweisend
»eine buckelige Straße« 3 die bucke¬
lige Verwandtschaft; [ugs.; scherzh.
od. abwert.] alle Verwandten (außer¬
halb des engsten Familienkreises)
Bucke|li|ge (Buk|ke|li|ge —» Bu|cke|ii|-
ge)/Buck|ll|ge: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Buck(e)liger;
eine Buck(e)lige; zwei Buck(e)lige)
Person, die einen Buckel, eine Verfor¬
mung des Rückens, des Schulterberei¬
ches hat
buckeln (buk|keln —» bujckeln): buk-
kelst; buckeltest; hast gebuckelt [ugs.]
1 [abwert.] sich zu devot, unterwürfig
verhalten »Er buckelt vor dem Chef.«
2 sich etw. Schweres auf den Rücken
laden (lassen) »Sie hatte einen Sack
Kartoffeln gebuckelt.« 3<Katze> einen
Buckel machen
Buckelfwal (6uk|kel|wal —»■ By|ckel|-
wal): der;-(e)s; -e Wal, der als auffäl¬
liges Kennzeichen am Kopf u. an den
Flossen Hautverdickungen hat
bücken (bük|ken —* büjcken), sich:
bückst dich; bücktest dich; hast dich
gebückt die Beine beugen u./od. den
Oberkörper abknicken u. sich so zum
Boden hinbewegen »Er bückte sich
nach einem Markstück, das auf der
Straße lag.«
buck|Ugfbucke[lig (buk|ke|lig —> bu|-
"cke|lig): Adj. 1 einen Buckel, eine Ver¬
formung des Rückens aufweisend 2
[ugs.] Unebenheiten aufweisend »eine
buckelige Straße« 3 die buck(e)lige
Verwandtschaft: [ugs.; scherzh. od.
abwert.] alle Verwandten (außerhalb
des engsten Familienkreises)
Buck|li|ge/Bucke(li|ge (Buk|ke(i!|ge —»
Bu|cke|li|ge): der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Buck(e)Iiger;
eine Buck(e)lige; zwei Buck(e)lige)
Person, die einen Buckel, eine Verfor¬
mung des Rückens, des Schulterberei¬
ches hat
Bück|ling: der; -s; -e geräucherter Fisch,
Hering »Ich habe mir einen Bückling
gekauft.«
Bück|ling: der; -s; -e [ugs.] tiefe Verbeu¬
gung »Er machte einen Bückling vor
der Königin.«
Byd|del: die; - ; -n [ugs.; landsch.] Fla¬
sche (mit Alkohol)
Budjdeftei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
(ständiges) Graben in der Erde
bud(deln: buddelst; buddeltest; hast ge¬
buddelt Erde bewegen, ausheben; Lö¬
cher graben »Wir buddelten im Sand
(nach alten Münzen),«
Bud|del|schiff: das; -(e)s; -e Flaschen¬
schiff; Modell eines Schiffes, das in
eine Flasche hineingebaut wurde
Bud|dha: der; ~ u. -s; -s 1 o. PI. Reli¬
gion) Begründer der buddhistischen
Religion 2 Figur von/des Buddha(s)
(1) »Auf dem Kamin stand ein Buddha
aus Jade.«
Bud|dhjs|mus: der; - ; - Religion) sich
auf Buddha gründende ostasiatisch¬
indische Religion
Bud|dhjst: der; -en; -en weibl. Bud|dhi|-
stin —* Bud(dhis|tin: die; -; -nen Re¬
ligion) Person,' die dem buddhisti¬
schen Glauben angehört
Bu|de: die; - ; -n 1 [ugs.] a) (kleine)
Wohnung; Zimmer »Ich habe eine
neue Bude.« b) verkommenes Haus c)
203
Budenbesitzer
[abwert.] nicht sehr elegante(s) Lokal,
Kneipe »ln diese Bude gehe ick nicht
mehr!« 2 (aus Holz gebauter) Ver¬
schlag »Wir bauen uns eine Bude.« 3
Verkaufshalle (für Lebensmittel);
Trinkhalle »Geh mal eben zur Bude u.
kaufe Zigaretten!« 4 jmdm. auf die
Bude rücken: [ugs.] jmdn. (zuhause
besuchen u.) bedrängen, etw. zu tun,
zu sagen o. ä. »Wenn ich mein Geld in
zwei Tagen nicht zurückbekommen ha¬
be, rücke ich ihm auf die Bude u. hole
es mir selbst zurück.« 5 jmdm. die Bu¬
de einrennen, einlaufen: [ugs.] a)
jmdn. ständig mit etw. belästigen
»Seit Monaten rennt er mir wegen ei¬
nes Jobs die Bude ein.« b) jmdn. mit,
wegen etw. bestürmen 6 jmdm. fällt
die Bude, Decke auf den Kopf: [ugs.]
jmd. fühlt sich einsam u. verlassen,
langweilt sich zu Hause »Laß' uns
heute ins Kino gehen, mirfallt die Bude
auf den Kopf!« 7 die Bude auf den
Kopf stellen: [ugs.] 1. Unordnung
machen »Als die Kinder am Samstag
Mein zu Hause waren, haben sie die
Bude auf den Kopf gestellt.« 2. überall,
gründlich (verzweifelt) nach etw. su¬
chen u. dabei alles durcheinander, in
Unordnung bringen 3. feiern 8
sturmfreie Bude (haben): [ugs.] frei,
ohne Aufsicht, allein zu Hause, ohne
Kontrolle sein (u. daher (auch Verbo¬
tenes) tun u. lassen können, was man
will) »Am Samstag können wir bei mir
eine Party veranstalten, meine Eltern
sind nicht da u. ich hob' sturmfreie Bu¬
de.«
Bu|den|be|sit|zer: der; -s; - weibl. BuJ-
den|be|3it|ze|rin: die; - ; -nen Person,
die Eigentümer eines Verkaufsstan¬
des, einer Verkaufshalle ist
Bu|denjzaufben der; -s; - (PI. s.) [ju-
gendsprl.; veralt.] Party, Fete mit lau¬
ter Musik, die jmd. in seinem Zim¬
mer, seiner Wohnung feiert
Budjgek dat.-fr.-engh /büdsehe/ das;
•s; -s Haushaltsplan; finanzielle Mit¬
tel, die für etw. zur Verfügung stehen
Budjget|be|treg: /büdsehe-/ der; -(e)s;
-betrage Summe, die Tür einen be¬
stimmten Zweck vorgesehen ist
Bud|ge|tie|rung: /büdsehe-/ die; - ; -en
das Aufstellen eines Budgets
Budjget)über|schreiltung —» 8ud]get|-
ü|ber|schrei|tung: /büdsehe-/ die; - ;
-en Ausgabenüberschreitung des für
einen Zweck festgelegten Betrages
Büfett: </r.> /büfe/ das: -(e)s; -s u. -et
Buftfet/Büf]fet: das; -s; -s 1 a) An¬
richte; halbhoher Schrank, in dem
Geschirr aufbewahrt wird »Wir kau¬
fen uns ein Buffet aus Eiche.« b) Theke
in einem Cafe o. ä., in deren Vitrine
die zum Kauf stehenden Speisen (z.
B. Kuchen) aufgestellt sind »Suchen
Sie sich Ihre Torte am Buffet aus!«
Syn. Sideboard 2 Auswahl an war¬
men u./od. kalten Speisen, die auf ei¬
nem Tisch zur Selbstbedienung ste¬
hen »Sie füllte sich ihren Teller am
Buffet.«
Büfffel: der; -s; - dem Rind ähnliches
Tier mit großem Schädel, gebogenen,
großen Hörnern u. massigem Köiper-
bau, das in Asien u. Afrika beheima¬
tet ist »Die Büffel im Zoo sind beein¬
druckende Tiere.« ■
Büf|fe|lej: die; - ; -en [ugs.] langanhal¬
tendes, intensives Lernen
Büf|fel|her|de: die; - ; -n Zusammen¬
schluß von gemeinsam grasenden,
ziehenden Büffeln
büfffeln: büffelst; büffeltest; hast gebüf¬
felt [ugs.] intensiv, dauernd lernen
Buftfet/Büfjfgt: <fr.> /büfe/ das; -s; -sl
8ü|fet: das; -(e)s; -s u. -e 1 Vielzahl
von auf einem Tisch aufgestellten
Speisen, von denen sich die Gäste be¬
dienen 2 (nur halbhoher) Geschirr¬
schrank 3 Schank-, Verkaufstisch,
Bar in einem Kaffee o. ä. 4 [Schweiz.]
im Bahnhof angesiedeltes Restaurant
Buf]fo: <;!.> der; -s; -s u. Buffi 1 komische
(Männer-)Rolle, Partie in der Oper 2
Person, die (häufig) die Rolle des Buf¬
fo (1) übernimmt »Er ist der Buffo des
Ensembles.«
Bug: der; -(e)s; -e u. Büge 1 PI. Büge
vorderer Teil des Schiffs 2 Schulter¬
stück, -teil vom Rind, Pferd »Jch
brauche für den Braten ein Stück vom
Bug.«
Bü|get: der; -s; - 1 kurz für Kleiderbü¬
gel = Querstange an einem tiaken,
auf die Kleidungsstücke gehängt wer¬
den, damit sie nicht verknittern, faltig
werden »Sie hängte die Jacke auf ei¬
nen Bügel.«. 2 kurz für Steigbügel =
Vorrichtung am Sattel zum Aufstei¬
gen auf ein Pferd o. ä. 3 Teil der Brille,
mit dem das Gestell an den Ohren ge¬
halten wird 4 fester (Meta!l-)Ver-
schluß an Handtaschen o. ä. 5 Siche¬
rung am Gewehrschloß
Bü|ge!|au|to|mafc der; -en; -en Maschi¬
ne, in der Wäsche gebügelt, geman¬
gelt wird
Bü|ge!|brett: das; -(e)s; -er zusammen¬
klappbares Gestell, auf dem man bü¬
gelt
Bü|gel|eijsen: das; -s; - elektrisches Ge¬
rät, das (in verschiedenen Stufen re¬
gulierbar) heiß wird u. zum Plätten,
Glätten der Kleidung u. Wäsche
dient
bü]gel|frei: Adj. n. stg. knitterfrei, so
daß nach dem Waschen nicht geglät¬
tet werden muß
büjgeln: bügelst; bügeltest; hast gebügelt
plätten; Wäsche durch die Wärme des
Bügeleisens glätten »Er bügelte ge¬
rade seine Hemden.«
Bü|get|wä|sche: die; - ; - Kleidungs¬
stücke, die gebügelt werden müssen,
gerade gebügelt worden sind
Bug|gy: <engh /baggi/ der; -s; -s 1 zu¬
sammenklappbarer Kinderwagen für
Kleinkinder 2 leichte, einspännige
Kutsche, die meist offen ist
Bugfrad: das; -(e)s; -rüder <Flugzeug>
kleines Rad vorn unter dem Bug
bug|sie|ren: <lat.-port.-niederl.> bug¬
sierst; bugsiertest; hast bugsiert [ugs.]
a) vorsichtig (balancierend) transpor¬
tieren, an einen Ort, in eine Stellung
bringen »Sie bugsierte ein Tablett mit
Gläsern in die Küche.« b) eine Person
an einen Ort bringen »Sie bugsierte
ihn zur Tür.«
8ug]wel|te: die; - ; -n <Seefahrt> durch
den Bug eines Schiffes verursachte
Welle
Bu|hei: das; -s; - [ugs.] großer, übermä¬
ßiger Aufwand; großes Aufheben
bufhen: buhst; buhtest; hast gebuht
[ugs.] Buhrufe als Zeichen der Ableh¬
nung, des Mißfallens ausrufen
buhlten: buhlst; buhltest; hast gebuhlt
[ugs.; meist negativ bewertet] um etw.
werben; sich um etw., jmdn. bemühen
Buh|le|rei: die; - ; -en [veralt.] ständiges,
als unangenehm empfundenes Wer¬
ben um etw. od. jmdn.
Buh|mann: der; -fefs; -männer [ugs.]
Person, die für ein schlechtes Ereignis
verantwortlich gemacht wird, Syn.:
Sündenbock
Büh|ne: die; - ; -n 1 Plattform, auf der
etw. vorgeführt wird »Sie hatte den
Text vergessen, als sie auf der Bühne
stand.« 2 Theater; die Schauspielerei;
das Singen »Sie ging zur Bühne.« 3
<Bergbau> Holzgerüst im Bergwerk 4
<Hüttenw.> Plattform, von dem aus
ein Hochofen bedient wird 5
[landsch.] Speicher od. Boden eines
Hauses 6 kurz für Hebebühne 7 die
Bühne verlassen, von der Bühne
(des Lebens) abtreten, verschwin¬
den: [verhüll.] sterben 8 a) etw. über
die Bühne bringen, kriegen: [ugs.]
etw. mit Erfolg erledigen, durchfüh¬
ren, beenden »Den Umzug nach Berlin
müssen wir bis Ostern über die Bühne
gebracht haben.« b) über die Bühne
gehen: [ugs.] (ohne Probleme) funk¬
tionieren, geschehen, verlaufen, pas¬
sieren
Büh{nen|ar|bei|ter: der; -s; - weibl.
llüh|nen|arjbei)te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die beruflich für den Aufbau, das
Funktionieren der Anlagen auf einer
Bühne zuständig ist
Büh|nen|aus|spra|che: die; -; - als kor¬
rekt festgelegte, normierte Ausspra¬
che des Standarddeutschen (die für
den Sprachgebrauch auf der Bühne o.
ä. verbindlich ist)
Büh|nen|au|tor: der; -s; -en weibl. Bühj-
nen|au|to|rin: die; - ; -nen Person, die
Theaterstücke schreibt
8üh|nen|be|ar|bei]tung: die; ~ ; -en a)
"das Bearbeiten, Verändern eines lite¬
rarischen Stoffes für die Theaterauf¬
führung b) Theaterstück, das aus der
Bearbeitung einer Textvorlage o. ä.
entstanden ist
Büh|nen|be|teuch|tung: die; - ; -en a)
Gesamtheit der Lampen, die das Büh¬
nenbild ausleuchten b) Ergebnis der
Beleuchtung der Bühne durch in be¬
stimmter Form angebrachte Lampen
Büh|nen|bild: das;-(e)s; -er für die Dar¬
stellung einer Szene auf der Bühne an¬
gefertigte Aufbauten, Dekorationsge¬
genstände
Bühjnen|bild|ner der; -s; - weibl. Büh|-
ndn|biid|n«|rin: die; - ; -nen Person,
die beruflich für die Dekoration bei
Theater, Film od. Fernsehen verant¬
wortlich ist »Der Bühnenbildner hatte
eine eindrucksvolle Kulisse geschaf¬
fen.«
Büh|nen|dejko|ra|ti|oii: die; ~ ; -en Büh¬
nenbild für eine Szene, einen Akt ei¬
nes Theaterstückes
Büh|nen|fas|sung: die; - ; -en für das
Theater, die Bühne bearbeitete Form
eines Stoffes, einer thematischen Vor¬
lage
Büh|nen|mu|8ik: die; - ; -en Musik, die
im Schauspiel entweder als Teil der
204
Bundesautobahn
Handlung od. als Untermalung ge¬
spieltwird
büh|nen|reif: Adj. so gut (gespielt), daß
man es (beinahe) öffentlich aufführen
könnte »Dieser Streit zwischen euch
war wirklich eine bühnenreife Vorstel¬
lung.«
Büh|nen|rei|fe: die; * ; - a) Fähigkeit ei¬
nes Schauspielers, an einer Bühnen¬
aufführung teilzunehmen, bei Büh¬
nenaufführungen aufzutreten b) an¬
gemessene Qualität eines Theater¬
stückes od. dessen Einstudieren, so
daß man es auf einer Bühne auffüh¬
ren kann
Büh|nen|stück: das; -(e)s; -e Schauspiel
für die Aufführung im Theater
Biih|nen|werk: das; -(e)s; -e Schauspiel,
musikalisches Werk o. ä., das für die
Aufführung auf der Bühne geeignet,
vorgesehen ist, einstudiert wird
büh|nen|wirk|sam: Adj. 1 auf der Bühne
einen bestimmten Effekt erzielend
»Damit ein Theaterstück Erfolg hat,
muß es bühnenwirksam sein.« 2
<übertr.> Aufmerksamkeit erregend,
für Zuschauer von Unterhaltungs¬
wert
Bijh|nen|wir|kung: die; ~ ; -en bei den
Zuschauern eines Stückes hervorge¬
rufene Reaktion, die eine Darstellung
auf der Bühne erzielt
Buhlruf: der; -(e)s; -e laute Mißfallens¬
kundgebung
Bu|kett/Bou|quet </r.> /bukett u. buke/
das; -s; -s u. (nur Bukett] -e [geh.] 1
Geruch eines Weins, alkoholischen
Getränks »Man schätzt bei diesem
Wein das fruchtige Bukett.« 2 gebun¬
dener Blumenstrauß
—»• Buk|1ee: s. Boucle
bu|kp]lisch: Adj. a) <Literaturwiss.> die
Hirten- u. Schäferdichtung betreffend
b) [geh.] ähnlich wie in der Hirten- u.
Schäferdichtung »eine bukolische Sze¬
nerie«
Bu|let|te: dat.-fro die; - ; -n [landsch.]
gebratenes Hackfleischbällchen »Ich
hätte gern eine Bulette mit Senf.«
Syn.: Frikadelle; [österr.] faschiertes
Laibchen
Bujli|mie: <gr.> die; - ; - <Med.> durch
Heißhungeranfälle (u. dadurch resul¬
tierende enorm hohe Kalorienzufuhr)
u. anschließendes absichtliches Er¬
brechen gekennzeichnete (psychische)
Störung des EßVerhaltens
Bull|au|ge: das; -s; -n rundes, nicht zu
öffnendes Fenster in einem Schiff
Bull|dog|ge: die; - ; -n großer, kurzhaa¬
riger Hund mit abgeflachtem, ecki¬
gem Schädel
Bull|dg|zer: <engi> /bulldoser/ der; -s; -
schwere Zugmaschine, Raupenfahr¬
zeug, mit der/dem Erde bewegt wird
Bul|le: der; -n; -n 1 a) zeugungsfähiges
männliches Rind »Dem Bullen kommt
man lieber nicht zu nahe.« b) männli¬
ches Tier bei manchen Großwildarten
»Elefantenbulle« 2 [abwert.; beleidi¬
gend] Polizist
Bul|le: die; - ; -n <Religion; Rechtsw.» im
Kirchenrecht ergehendes päpstliches
Gesetz
Bul|len|bei|Ber: der; -s; * 1 Bulldogge 2
[ugs.; abwert.] unfreundlicher, stän¬
dig schimpfender, grantelnder
Mensch
Blil|len|hit[ze: die; - ; - [ugs.] sehr hohe
Temperatur
Bul|len|kalb: das; -(e)s; -kälber männli¬
ches Junges (von Rindern)
bul|len|stark: Adj. n. stg. mit großer
Körperkraft aüsgestattet
bul|le|rig: Adj. in polteriger, wenig fein¬
fühliger Weise »Er gab einen butteri¬
gen Kommentar ab.«
bul|lern: butterst; buttertest; hast
gebullert [ugs.] 1 in unregelmäßigen
Abständen auftretende dumpfe Ge¬
räusche produzieren 2 vor sich hin
schimpfen
Bulletin —* Bul|!e|tin: </r.» /büjeteng u.
büllteng/ das; -s; -s 1 offizielle Stel¬
lungnahme einer Regierung o. ä. zu
einem Thema 2 offizielle Information
über den Gesundheitszustand eines
Patienten (von öffentlichem Inter¬
esse)
buljlig: Adj. (groß) stabil u. kräftig-un¬
tersetzt »Der bullige Mann kam auf
mich zu.«
bull(rig: Adj. über etw. laut schimpfend;
leicht aufbrausend
Bull|ter|ri|er: der; -s; - (Exemplar einer)
Hund(erasse), die aus einer Kreuzung
zwischen Terrier u. Bulldogge ent¬
standen ist
Bu|me|rang: <austral.-engb der; -s; -e u.
-s 1 gekrümmtes, flaches Gerät, das
zum Werfer zurückfliegt, sofern es
sein Ziel verfehlt »Sie wirft einen
Bumerang.« 2 <übertr.> Handlung, die
statt (wie beabsichtigt) einem anderen
Menschen der handelnden Person
schadet
Bum|mel: der; -s; - langsames Gehen,
Fortbewegen, wobei man sich etw.
ansieht »Wir machten einen Bummel
durch die Geschäfte.«
Bum|me|lan|ten)tum: das; -s; - [ugs.; ab¬
wert. od. scherzh.] das (übertriebene)
Faulenzen »Dieses Bummelantentum
werden wir nicht länger dulden!«
Bum|me|lei: die; ~ ; -en [ugs.] sehr lang¬
sames Arbeiten, schleppendes Ver¬
richten einer Tätigkeit
bum|me|lig/bumm|Ug: Adj. extrem, un¬
angenehm langsam
bum|meln: bummelst; bummeltest; hast
gebummelt 1 eine Handlung sehr
langsam ausführen »Nun beeile dich
u. bummele nicht so!« 2 a) langsam
durch eine Geschäftsstraße gehen u.
die Schaufenster, das Warenangebot
betrachten »Wir bummelten durch die
Stadt.« b) verschiedene Lokale, Knei¬
pen nacheinander aufsuchen
Bum|mel|streik: der;-(e)s; -s u. [seiten]
-e sehr langsames Arbeiten (im Beruf)
Die Zöllner veranstalteten einen Bum¬
melstreik.«
Bum|mel|zug: der; ~(e)s; -züge [ugs.]
Zug, der sehr langsam fährt u. sehr
oft anhält »Auf dieser Strecke fährt
nur ein Bummelzug.«
bum|mern: bummerst; bummertest; hast
gebummert [ugs.; landsch.] gegen etw.
heftig schlagen, so daß ein Geräusch
entsteht
Bumm|ler: der; -s; ~ [ugs.] a) Person, die
übertrieben faulenzt; Bummelant b)
Person, die einen Einkaufsbummel o.
ä. macht
bummHig/bum|me|lig: Adj. extrem, un¬
angenehm langsam
bum|sen: bumst; bumstest; hast/bist
gebumst [ugs.] 1 a) bist auf etw. pral¬
len u. dadurch ein dumpfes Geräusch
erzeugen »Ich bin gegen die Wand ge¬
bumst u. habe mir den Kopf angeschla¬
gen.« b) hast gegen etw. schlagen u.
dadurch ein dumpfes Geräusch erzeu¬
gen 2 hat einen Autounfall, Auffahr¬
unfall verursachen, haben »An der
Kreuzung hat es wieder ganz schön ge¬
bumst.« 3 hast [derb] Geschlechtsver¬
kehr haben
Bums|k>|kal: das; ~(e)s; -e [ugs.;
abwert.] Vergnügungslokal von zwei¬
felhaftem Ruf
Bund: das; -fe)s; -e zusammengebun¬
dene gleichartige Gegenstände o. ä.
Bring ein Bund Dill vom Markt mit!«
Bund: der; -(e)s; Bünde 1 Zusammen¬
schluß von Personen, Staaten o. ä.
Die drei Länder bildeten einen Bund.«
2 Abschluß von Kleidungsstücken
am oberen bzw. unteren Rand »Der
Bund meiner Hose ist zu eng.« 3 o. PL
[ugs.l kurz für Bundeswehr 4 «Musik;
Zupfinstrument) Querleiste auf dem
Griffbrett 5 den Bund fürs Leben
schlleBen; den Bund der Ehe
eingehen: [geh.] heiraten »Am 1. Mai
1946 schlossen sie den Bund fürs Le¬
ben, sind sie den Bund der Ehe einge¬
gangen.« 6 mR jmdm. im Bunde sein,
stehen: mit jmdm. ein Bündnis ha¬
ben, eingegangen sein
Bün|del: das; -s; - 1 kleineres Paket mit
(gleichartigen) zusammengepackten
Sachen 2 «Math.; Geometrie) alle Ge¬
raden, die durch einen gemeinsamen
Punkt verlaufen
bün|deln: bündelst; bündeltest; hast ge¬
bündelt mehrere Exemplare von etw.
zusammenfassen, zusammenbinden
»Früher wurde das Getreide von Hand
gebündelt.«
bün|del|wei|se: Adv. a) in Bündeln b) in
größeren Mengen
Bunjdes|amt: das; -(e)s; -ämter Dienst¬
stelle, die für die gesamte Bundesre¬
publik zuständig ist »Bundesamt für
Verfassungsschutz«
Bun|des|an|ge|stell|ten|ta|rif: der;-(ejs;
-e (PI. s.) Tarifvereinbarungen, die
für alle Angestellten bei Bundesbe¬
hörden, Einrichtungen des öffentli¬
chen Rechts gelten; [Abk.] BAT
Bun|des|an|statt: die; - ; -en Verwal¬
tungseinrichtung der Bundesrepublik
»Bundesanstalt für Arbeit«
Bun|des|an|walfc der; -(e)s; -anwälte
weibl. Bun|des|an|wäl|tin: die; - ; -nen
«Rechtsw.) Staatsanwalt, -anwältin
am Bundesgerichtshof
Bun|des|an|waR|schaft: die; - ; -
«Rechtsw.) 1 Staatsanwaltschaft am
Bundesgerichtshof 2 Gesamtheit der
Anwälte am Bundesverwaltungsge¬
richt, die das öffentliche Interesse ver¬
treten
8un|des|an|zei|ger: der; -s; - amtliches
Verkündungsorgan des Bundes für
Satzungen, Verträge u. andere Be¬
kanntmachungen .
Bun|des|ar|betts|ge|richfc das; (e)s; -
"«Rechtsw.) oberstes Gericht des Bun¬
des für Streitigkeit im Arbeitsrecht
Bun|des|au|to|bahn: die; - ; -en Auto¬
bahn, die durch das Gebiet der Bun-
205
Bundesbahn
desrepublik Deutschland bzw. der
Bundesrepublik Österreich führt
Bun|des|bahn: die; - ; -en a) [veralt.]
staatliche Eisenbahn in der Bundesre¬
publik Deutschland b) staatliche Ei¬
senbahn in Österreich u. in der
Schweiz
Bun|des|bank: die; - ; - autonome, zen¬
trale Notenbank in der Bundesrepu¬
blik Deutschland
Bun|des|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Bundesbeam¬
ter; eine Bundesbeamte; zwei Bundes¬
beamte) weibl. auch Bun|des|be|am|-
tin: die; - ; -nen Person, die als Beam¬
te^) bei einer Einrichtung des Bundes
beschäftigt ist
Bun]des|bürjgen der; -s; - weibl. Bun|-
des|bür|ge|rin: die; -; -nen Bürgerder
Bundesrepublik Deutschland bzw.
der Bundesrepublik Österreich
Bun|des|bürg|schaft: die; - ; -en <Wirt.;
Bankw.) Bürgschaft, Eintreten des
Staates für einen Kredit, der an ein
anderes Land vergeben wird
Bun|des|deut|sche: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Bundes¬
deutscher; eine Bundesdeutsche; zwei
Bundesdeutsche) Bürgerin) der Bun¬
desrepublik Deutschland
Bun|des|ebe|ne —» Bun|des|e|be|ne:
die; -; • Gesamtheit der für den Staat,
den gesamten Bund zuständigen Ent¬
scheidungsinstanzen, Gremien
bun|des|ei|gen: Adj. n. slg. dem Staat,
dem Bund gehörend
Bun|desjfi|nanz|hof: der; -(e)s; - ober¬
stes Finanzgericht des Bundes; Abk.:
BFH
Bun|des|ge]biet: das; -(e)s; - Staatsge¬
biet der Bundesrepublik Deutschland
bzw. der Bundesrepublik Österreich
Bun|d«8|ge|nos[se: der; -n; -n weibl.
Bun|des|ge|nos|sin: die; - ; -nen Ver¬
bündete^) in einer Sache
Bun]des|ge|nchts|hof: der; -(e)s; -höfe
(PI. s.) (Rechtsw.) oberstes Gericht in
der Bundesrepublik Deutschland für
Zivil- u. Strafsachen
Bun|des|ge|setz|blatt: das; -(e)s; -blät¬
ter amtliches Verkündungsorgan des
Bundes für Gesetze u. Rechtsverord¬
nungen
Bun|des]grenz|schutz: der; -es; - Son¬
derabteilung der Polizei in der Bun¬
desrepublik Deutschland, die (vor al¬
lem an den östlichen) Grenzen einge¬
setzt wird
Bun|des|haupt|stadt: die; - ; -Städte
Hauptstadt eines Bundesstaates, en¬
gen Staatenbundes mit gemeinsamer
Regierung
Bun|des|haus: das; -es; - 1 Abgeordne¬
tenhaus eines Bundesstaates 2 Ge¬
bäude in Bonn, in dem der Deutsche
Bundestag untergebracht ist 3
Schweizer Tagungsort der eidgenössi¬
schen Räte
Bun|des|haus|halt: der; -(e)s; -e Bud-
get(verteilung) eines Bundesstaates,
Deutschlands bzw. Österreichs
Bun|des|ka|bi|nett: das; -(e)s; -e <Pol.>
Gesamtheit der Bundesminister (der
Bundesrepublik Deutschland, Öster¬
reich)
Bun|des|kanz|ler: der; -s; - <Pob 1 Re¬
gierungschef in der Bundesrepublik
Deutschland u. der Bundesrepublik
Österreich 2 Vorsteher der Bundes¬
kanzlei in der Schweiz
Bun|des|kanz|ler(amt: das; -(e)s; -Äm¬
ter (PI. s.) 1 den Bundeskanzler der
Bundesrepublik Deutschland unter¬
stützendes Amt, ihm zuarbeitende
Institution 2 Geschäftsstelle des
Bundeskanzlers der Bundesrepublik
Österreich
Bun|des|kri|mi|nal|amt: das; -(e)s; -
Bundesoberbehörde für die Verbre¬
chensbekämpfung
Bun|des|la|de: die; - ; - (Religion) Be¬
hälter der Schrifttafeln mit den zehn
Geboten, die Moses vom Sinai mitge¬
bracht hat »Die Bundeslade ist ein jü¬
disches Heiligtum.«
Bun|des|land: das; -(e)s; -länder
Glied(staat) eines Bundesstaates
Bun|des|H|ga: die; - / -ligen (Bundesre¬
publik Deutschland) höchste Spiel¬
klasse im Sport (vor allem in Ball¬
sportarten)
Bun|desjmi|ni|ster —» Bun|des|mi|nis|-
ter: der; -s; - weibl. Bunldes|mi|ni|-
ste|rin —> Bun|des|nri|nis]te|rin: die;
- ; -nen Leiterin) eines Bundesmini¬
steriums u. Mitglied der Bundesregie¬
rung
Bunjdeslmi|ni|ste|ri|um —* Bun|des|-
mi|nis|te|ri|um: das; -s; -ministerien
oberste Verwaltungsbehörde eines
Bundesstaates auf einem Gebiet, in
einem Bereich »das Bundesministeri¬
um für Verkehr, Familie«
Bun|desfpost: die; - ; - (staatliches)
Postuntemehmen eines Bundesstaa¬
tes, der Bundesrepublik Deutschland
Bun|des|prä|si|denfc der; -en; -en weibl.
Bun|des|prä|si|den|tin: die; - ; -nen 1
Staatsoberhaupt einer Bundesrepu¬
blik, Deutschlands, Österreichs 2
Vorsitzende(r) des Bundesrates in der
Schweiz
Bun|des|rat: der; -(e)s; -rate (PI. s.)
(Pol.) 1 Organ des Bundes, durch das
die Länder bei der Gesetzgebung u.
Verwaltung des Bundes mitwirken (in
Deutschland u. Österreich) 2 Zentral¬
regierung in der Schweiz 3 Person, die
dem Bundesrat Österreichs bzw. der
Schweiz angehört
Bun|des|rech|nungs|hof: der; -es; -
oberste Rechnungsprüfungsbehörde
des Bundes
Bun|des|recht: das; -s; -e von den
Rechtssetzungsorganen des Bundes
erlassene Gesetze u. Rechtsverord¬
nungen »Bundesrecht bricht Landes¬
recht.«
Bun|des|re|gie|rung: die; - ; -en Regie¬
rung, gewählte staatliche Leitung ei¬
nes Bundesstaates
Bun|des|re|pu|blik: die; - ; -en 1 als Re¬
publik organisierter Staat, der aus
mehreren Bundesländern besteht 2 o.
PI. kurz für Bundesrepublik Deutsch¬
land = aus 16 Bundesländern be¬
stehender Staat in Mitteleuropa
Bun|des|so|zi|al|ge|richt: das; -(e)s; -
oberster Gerichtshof des Bundes in
der Sozialgerichtsbarkeit
Bun|desfstaat der; -(e)s; -en (Pol.) 1
Staat, der aus mehreren Bundeslän¬
dern, Bundesstaaten zusammenge¬
setzt ist 2 einer der Staaten, von denen
mehrere einen Bundesstaat (1) bilden
Bun|des|stra|ße: die; - ; -n wichtige Ver¬
bindungsstraße in Deutschland bzw.
Österreich
Bun|des|tag: der; -(e)s; -e (PI. s.) (Pol.)
das von den Bürgern direkt gewählte
Parlament der Bundesrepublik
Deutschland
Bun|des|tags|ab|ge|ord|nette: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.;
ein Bundestagsabgeordneter; eine
Bundestagsabgeordnete; zwei Bundes¬
tagsabgeordnete) Person, die dem
Bundestag, Parlament in Deutsch¬
land, Österreich angehört
Bun|des|tags|wahl: die; - ; -en Wahl,
bei der die Bürger die Mitglieder des
Bundestags (neu) wählen
Bun|des|trai(ner: der; -s; - weibl. Bun|-
des(trai|ne|rin: die; - ; -nen (Sport)
Person, die eine Nationalmannschaft
(Deutschlands, Österreichs) trainiert
Bun|des|ver|fas|sung: die; - ; -en 1 Ver¬
fassung, grundlegendes Gesetz eines
Bundesstaates 2 (Bundesrepublik
Deutschland) Grundgesetz
Bun|des|ver|fas|sungs|ge|richt: das;
-(e)s; -e (PI. s.) oberstes Gericht in
der Bundesrepublik Deutschland,
dessen Urteile verbindlich sind
Bun|des|verjsamni|lung: die; -; -en (PI.
s.) 1 Gremium, das aus Bundestag u.
Bundesrat besteht u. den Bundesprä¬
sidenten wählt 2 Parlament in der
Schweiz, des Schweizer Bundes
Bun|des|ver|wal|tungs|ge|richt: das;
-(e)s; -e (PI. s.) oberster Gerichtshof
in der Bundesrepublik Deutschland
in Fragen des Verwaltungsrechts
Bun|des|wehr: die; - ; - (Milit.) die
Streitkräfte der Bundesrepublik
Deutschland
bun|des|weifc Adj. n. stg. im gesamten
Gebiet der Bundesrepublik Deutsch¬
land
Bun|des|zen|tral|re|gi|ster —» Bun|-
des|zen|tral|re|gis|ter: das; -s; - in der
Bundesrepublik Deutschland vom
Generalbundesanwalt geführtes Re¬
gister der strafgerichtlichen Verurtei¬
lungen
Bund|fal|ten|ho|se: die; - ; -n Hose für
Männer u. Frauen, bei der vorne im
Bund Falten eingenäht sind, so daß
der Stoff locker über den Ba uch fällt
Bund|ho|se: die; - ; -n kurz Jur Knie¬
bundhose = unter dem Knie mit ei¬
nem Bündchen endende Wanderhose
bün|dig: Adj. n. stg. 1 in einer Linie ab¬
schließend »Der Computer ermöglicht
es, daß der Text auch am rechten Rand
bündig ist.« 2 kurz u. bündig: ohne
lange zu reden; ohne Umschweife
Bünd|nis: das; -ses; -se Zusammen¬
schluß zweier od. mehrerer Beteiligter
zu einem Zweck »Die Staatsober¬
häupter bestätigten das (Verteidi-
gungs-) Bündnis abermals.«
Bünd|nis|part|ner: der; -s; - Staat,
Gruppierung o. ä., mit dem/der man
sich in einem Vertrag, Vertragssystem
zusammengeschlossen hat u. der/die
einem im (militärischen) Bedarfsfall
beisteht
Bünd|nis|sy|stem —» Bünd|nis|sy|s)-
tem: das; -s; -e mehrere, aufeinander
aufbauende, miteinander in Verbin¬
dung stehende Verträge
206
Bürgschaftserklärung
Bündfnisftreue: die; ~ ; - (Verpflichtung
zur) Einhaltung der Verträge eines
Bündnisses
Bund)wei)te: die; • ; -n a) Weite, Maß,
"die/das ein Rock od. Hosenbund auf¬
weist b) Umfang der Taille
Byn|gajlow: <Hindi-ettgl.> /bungalo/ der;
-s; -reingeschossiges Wohn- od. Som¬
merhaus mit flachem od. flach ge¬
neigtem Dach
Bun!geejjum|ping: <engh /bansehid-
sehamping/ das; -s; - das Springen
von einem erhöhten Punkt (meist von
einer Brücke, einem Kran o. ä.) an ei¬
nem Gummiseil bis knapp über die
Erdoberfläche
Bun)ker: <engh der; -s; -1a) Gebäude,
"Anlage, die Menschen vor militäri¬
schen Angriffen schützen soll b)
Lagerraum »Die Kohle lagert im
Bunker.« 2 <Sport; Golf» Hindernis in
Form einer sandbedeckten Mulde 3
[ugs.] (Militär-)Gefangnis
bunjkern: bunkerst; bunkertest; hast ge¬
bunkert 1 von etw. viel ansammeln,
horten, aufbewahren »In seinem Kel¬
ter bunkert er Konserven.« 2 a) Güter
in Bunkern (lb) einlagern »Kohle
bunkern« bj (Schiff) Treibstoff auf¬
nehmen »Diesel bunkern«
BunJsen|bren|neR der; -s; - (Chemie)
"mit Brenngas arbeitendes Gerät, das
bei verstellbarer Flamme zum Erhit¬
zen von chemischen Substanzen be¬
nutztwird
bunt: Adj. bunter; bunteste 1 in verschie¬
denen Farben; farbig »Sie trug eine
bunte Bluse.« Ant.: uni; einfarbig 2
vielseitig; abwechslungsreich »Wir
bieten Ihnen heute einen bunten
Abend.« 3 a) es (zu) bunt treiben:
[ugs.] zu frech, unverschämt sein b)
jmdtn. wird es zu bunt: [ugs.] jmdm.
wird es zuviel, jmd. kann etw. nicht
mehr ertragen; jmd. verliert die Ge¬
duld
—* bunt gejblumt: s. buntgeblümt
—> buntge|fie|dert:s. buntgefiedert
—> bunt gejfteckt: s. buntgefleckt
—* bunt gejmischt: s. buntgemischt
—» bunt gejstreift: s. buntgestreift
—* bunt ka|rrert: s. buntkariert
—> buntschillernd: s. buntschillernd
bunt)ge|blümt —> bunt gefblümt: Adj.
n. stg. mit einem mehrfarbigen Blu¬
menmuster bedruckt, ausgestattet
bunt|ge|fie|dert —> bunt gejfie|dert:
Adj. n. stg. (Vogel) Federn in mehre¬
ren Farben aufweisend
bunt|ge|f)eckt —* bunt gejfteckt: Adj.
n. stg. a) mit unregelmäßig auftreten¬
den bunten Flecken bedeckt b) <Rind>
bunt gescheckt
bunt|ge|mischt —> bunt ge|mischt:
Adj. n. stg. aus vielen verschiedenen
Teilen, Elementen bestehend
bunt|ge|strelft —» bunt gejstreift: Adj.
n. stg. mit einem vielfarbigen Streifen¬
muster bedruckt, versehen
buntjka|riert —» bunt ka|r]ert: Adj. n.
stg. mit einem mehrfarbigen Karo¬
muster versehen, bedruckt ■-
Buntjmejtall: das; -(e)s; -e a) farbig
"glänzendes Schwermetall (außer
Eisen) b) Schwermetall (außer Eisen),
das farbige Legierungen bildet, ein¬
geht
buntscheckig (buntjschek|kig): Adj. n.
stg. 1 in vielen Farben schillernd »Un¬
sere Katze hat ein buntscheckiges
Fell.« 2 <Rind> mehrere Farben auf¬
weisend, bunt gescheckt, bunt ge¬
fleckt
bunt|schtit!emd —» bunt schil|lernd:
Adj. n. stg. in vielen Farben glänzend
Buntspecht: der; -fe)s; -e Spechtart
mit sehr bunten Federn, buntem Ge¬
fieder
Buntstift: der; -(e)s; -e Malstift, der
"eine farbige Mine hat u. farbig
schreibt
Bunt)wä|sche: die; - ; - (zu waschende)
Kleidung die farbig od. bunt gemu¬
stert ist u. nur bei niedriger Tempera¬
tur gewaschen werden darf
Bürjde: die; - ; -n [geh.] Pflicht, Last, die
jmdm. auferlegt ist »Die Bürde, die die
Pflege der Alten bedeutet, ist nicht zu
unterschätzen.«
Burg: die; - ; -en stark befestigtes, gro¬
ßes, mittelalterliches Gebäude, das
den Bewohnern Schutz vor Angriffen
gewährte
Bürg,: Abk. Bürger(in)
bürg.: Abk. bürgerlich
Bürjge: der; -n; -n weibl. Bürjgin: die; - ;
-nen 1 Person, die sich verpflichtet,
für einen Kredit eines anderen im
Notfall aufzukommen 2 Person, die
mit ihrem Ansehen, ihrem Wort für
jmdn. od. etw. einsteht
bürjgen: bürgst; bürgtest; hast gebürgt
für jmdn. mit seiner Ehre, seinem Ruf
od. finanziell einstehen
Buijger: der; -s; - weibl. Büiige|rin: die;
- ; -nen 1 <Pol.> Person, die einem
Staat o. ä. angehört »Alle Bürger u.
Bürgerinnen über 18 Jahre sind zur
Wahl aufgerufen.« 2 Angehörige^)
der höheren (aber nicht der adligen)
Gesellschaftsschicht 3 Bürger in
Uniform: Soldat
Bür)ger)be)geh|ren: das; -s; - offizielle
Forderung von Bürgern (in einer
Kommune, Gemeinde), die wahlbe¬
rechtigten Bürger über eine umstritte¬
ne Angelegenheit selbst abstimmen
zu lassen
Bür|ger|haus: das; -es; -häuser 1 von
den Bürgern genutztes größeres Haus
in einer Gemeinde, Kommune, in
dem Veranstaltungen aller Art stau¬
finden 2 (hist.) aufwendiges Wohn¬
haus einer Bürgerfamilie 3 [veralt.J
Haushalt eines wohlhabenden Bür¬
gers
Bürjgerjin|itia|ti|ve —> Bür|ger|i|ni|ti|a|-
ti|ve: die; - ; -n (Pol.) Zusammen¬
schluß von Menschen, die in politi¬
scher Hinsicht ein konkretes Ziel ver¬
folgen u. die öffentlichen Instanzen
zu beeinflussen versuchen
Büijgefjkrteg: der; -(e)s; -e kriegeri-
Iche, gewaltsame Auseinanderset¬
zung von Gruppen innerhalb eines
Staates
bür]geijkriegs|ähn|lich: Adj. n. stg. in
der Art eines Bürgerkriegs, vergleich¬
bar mit einem Bürgerkrieg
büi]ger(ficb: Adj. 1 dem Bürgertum zu¬
zuordnen, angehörend 2 [abwert.]
engstirnig u. überholt; Neuem nicht
aufgeschlossen 3 dem Bürger eines
Staates, einer Gemeinde zuzuordnen,
ihm zustehend »die bürgerlichen
Rechte«
BüijgeijHchjes Ge|setz|buch: das; Bür¬
gerlichen Gesetzbuch(e)s; - das die
wesentlichen Materien des Privat¬
rechts regelnde Gesetzbuch, Abk.:
BGB
Bürjgerjtich|keit: die; - ; - in bürgerli¬
cher (1,2) Art u. Weise
Bür[gerjmei|ster —* Büijgeijmeisjter:
der; -s; - weibl. Bur|ger|mei|ste|rin
—» Büijger|meis|te|rin: die; - ; -nen
gewähltes Oberhaupt der Gemeinde,
Kommune
bürjgerjnah: Adj. bürgernäher; bürger¬
naheste so gestaltet, daß die Einwoh¬
ner, Bürger es verstehen können, di¬
rekte Vorteile von etw. haben
Bürjgerjpflicht: die; - ; -en Pflicht des
Staatsbürgers gegenüber dem Staat
Büijgeijrecht: das; -(e)s; -e verbrieftes
"Recht des Staatsbürgers in einem
Staat
Bür|ger|recht|ler: der; -s; - weibl. BürJ-
gerjrecbt|lejrin: die; ~ ; -nen Person,
die für die Einhaltung, Durchsetzung
der Bürgerrechte kämpft
Bür|ger|rechts|be|we|gung: die; - ; -en
"Zusammenschluß von Bürgerrecht-
lem
Büiigerjschaft: die; ~ ; -en 1 alle Bürger
einer Gemeinde, eines Staates 2 Be¬
zeichnung für die Parlamente in den
Städten, Bundesländern Hamburg u.
Bremen 3 Bezeichnung für die Stadt¬
räte in manchen Städten
Bürjger|schafts|wahl: die; - ; -en Wahl
der Stadtparlamente in Hamburg u.
Bremen
BÜr1ger[schreck: der; -s; -e [ugs.] Per¬
son, die durch provokantes Verhalten
den Durchschnittsbürger erschreckt,
empört
Bür|ger|steig: der; -(e)s; -e 1 von der
"Fahrbahn abgeteilter, erhöht liegen¬
der Gehweg für Fußgänger »Lauf auf
dem Bürgersteig u. nicht auf der Stra¬
ße!« Syn.: Trottoir; [besonders
Österr.) Gehsteig 2 die Bürgersteige
hochklappen, sind hochgeklappt:
[ugs.] an einem Ort ist es besonders
am Abend sehr langweilig, kaum ein
Mensch befindet sich auf der Straße,
u. es gibt wenig Möglichkeiten, etw.
zu unternehmen
Bürjgerjtum: das; -s; - die bürgerliche
Gesellschaftsschicht
Burgffried/Bergjfried: der; -(e)s; -e
(Haupt-)Turm einer Burganlage »Der
Burgfried ist noch gut erhalten.«
Byrg|frie|de(n): der; Burgfriedens; - Ver¬
einbarung, eine Zeit lang Waffenstill¬
stand zu halten
Burg|gra|ben: der; -s; -graben um eine
Burg, Befestigungsanlage zum Schutz
vor Feinden ausgehobener, mit Was¬
ser gefüllter Graben
Burglhof: der; -(e)s; -höfe Innenhof in
"einer mittelalterlichen Befestigungs¬
anlage
Burg|rui|ne —» Burg|ru|i|ne: die; - ; -n
"Burg, von der nur noch Überreste
vorhanden sind
Bürgjschaft: die; - ; -en Garantieerklä¬
rung, die jmd. für jmdn. bzw. dessen
Schulden übernimmt
Bürg|schaftsjerjkläjrung: die; - ; -en
"rechtlich bindende Versicherung, daß
207
Burgunder
jmd. den Kredit eines anderen be¬
dient, falls dieser dazu nicht mehr in
der Lage ist
Bur[gun|der. der; -s; ~ weibl Bur|gun|-
de|rin: die; - ; -nen 1 Einwohnerin)
der Landschaft, des früheren Herzog¬
tums Burgund 2 nur männl. Form; PI.
s. aus Burgund stammender Wein
Burg|ver|lies: das; -es; -e (unterirdisch
gelegenes) Gefängnis in einer Burg
binjlesk: dat.-it.~fr.'> Adj. burlesker;
burleskeste in der Art einer Posse, der¬
ben Komödie
Buijles|ke: <Iat.-it.-fr.> die; - ; -n 1
Schwank, Komödie mit einer derben
Sprache, Handlung (bei der improvi¬
siert wird) 2 sehr heiteres Musikstück
Byrjnus: <Utt.-gr.-arab.-fr.> der; - u.
~[ugs.J -ses; -se mit einer Kapuze aus¬
gestatteter langer Mantel der Bedui¬
nen
Bii|ro: <lat.-fr.> das; -s; -s a) Raum, in
dem die Mitglieder der Verwaltung
eines Betriebes o. ä. arbeiten; Raum
für Schreib- u. Venvaltungsarbeit b)
Dienststelle
Bü|ro|an]ge]stell|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Büroan¬
gestellter; eine Büroangestellte; zwei
Büroangestellte) Person, die als An¬
gestellte^) in einem Büro arbeitet
Bü|ro|arjbeit: die; - ; -en im Büro, am
Schreibtisch zu erledigende (Verwai-
tungs-)Tätigkeit
Bü|ro|be|darf: der; -(e)s; - Arbeitsmit¬
tel, Gegenstände, die in einem Büro
benötigt werden
Bü|rp)haus: das; -es; -häuser größeres
Haus, dessen Räume fast ausschlie߬
lich als Büros genutzt werden
Bü|ro|kauf|mann: der; -(e)s; -männer
(PI. meist-kaufleute) Bü|ro|kaufjfrau:
weibl. die; ~ ; -en Person, die für die
kaufmännische Verwaltung u. im
Schriftverkehr ausgebildet ist
Bü|ro|klam|mer: die; - ; -n auf be¬
stimmte Weise gebogener Draht, der
dazu verwendet wird, mehrere Pa¬
pierblätter lose aneinanderzuheften
Bü|ro|kom|mu|ni|kafti|on: <lat.-fr.> die;
-; - Gesamtheit der (technischen) An¬
lagen, die dem Nachrichtenaustausch
zwischen den im Büro arbeitenden
Personen dient
Bü]ry|kraft: die; - ; -kräfte Person, Ar¬
beitskraft, die im Büro arbeitet
Bii|ro]krat: <gr.-fr.> der; -en; -en weibl.
Bü)ro|kra)tin: die; ~ ; -nen Person, die
sich allzusehr an bestehenden Regeln,
formalen Gesichtspunkten orientiert
Bü|ro|kratti§: <gr.-fr.> die; • ; -n 1 büro¬
kratisches Verhalten, Denken 2 Ge¬
samtheit der in der Verwaltung Ar¬
beitenden, des Verwaltungsapparates
bü|ro(krattisch: Adj. [abwert.] sich über¬
genau an Vorschriften haltend
Bü|ro|ma[te[ri[al: das; -s; -ien Arbeits¬
mittel, Gegenstände, die in einem Bü¬
ro benötigt werden
Bü|rp]mensch: der; -en; -en [ugs.;
abwert.] Büroangestellte(r); Person,
die für kreative Tätigkeiten nicht ge¬
eignet ist
Bü|ro]mö|bel: das; -s; - Schränke,
Schreibtische, Stühle, die für die Ar¬
beit im Büro benötigt werden
Bü|rp]schluB —» Bü|ro]schluss: der;
-Schlusses; - Arbeitsschluß im Büro
Bü|ro|stun|den: die (PI.) Arbeitszeit,
Arbeitsstunden im Büro
Bü|ro|tä)tig|keit: die; - ; -en im Büro zu
erledigende Arbeit
Bü|ro|zefc die; - ; -en 1 Bürostunden,
während derer gearbeitet wird 2 Öff¬
nungszeit eines Büros für den Kun¬
denverkehr
Burjsche: der; -n; -n [ugs.] 1 a) Junge;
Knabe b) (junger) Mann; Kerl »Er ist
ein netter Bursche.« 2 Mann, dem
man negative Eigenschaften, Hand¬
lungen zuschreibt 3 <hist.> Dienstbote
eines Offiziers 4 Vollmitglied einer
studentischen Verbindung 5 [ugs.]
großes Exemplar einer Tiergattung
Bur]schen|schaft: die; • ; -en Zusam¬
menschluß von (meist männlichen)
Studenten in einer Verbindung »Die
Burschenschaften haben an Bedeutung
verloren.«
bur]schi|kos: Adj. burschikoser; burschi¬
koseste <meist Frauen> sehr resolut
auftretend »Sie ist ein burschikoser
Typ.«
Bür|ste —» Bürsfte: die; ~ ; -n 1 mit
"mehreren Reihen Borsten versehenes
Gerät zum Kämmen von Haaren
»Ich benutze eine stabile Plastik¬
bürste.« 2 kurz für Bürstenhaar¬
schnitt, -frisur = sehr kurz geschnit¬
tene Haare 3 «Technik) Kohlenstoff¬
stück als Verbindung zwischen fest¬
montierten Leitern u. sich bewegen¬
den Leitern in Maschinen
bür|5ten —> bürs(ten: bürstest; bürste¬
test; hast gebürstet mit einer Bürste
bearbeiten
Bür|sten|fri|sur —* Bürsftenffri|suR die;
- ; -en Haarschnitt mit wenigen
Millimeter langen Haaren
Bür|sten|haarjnchnitt —* Bürsjten|-
haarjschnitt der; -(e)s; -e Frisur, bei
der die Haare bis auf wenige Millime¬
ter abgeschnitten sind
Bür)sten|ma|cher —» Bürs|ten]ma|-
cher der; -s; ~ Person, The Bürsten
anfertigt
Bür[sten|mas|sa|ge —> Bürs|ten|mas|-
safge: die; - ; -n Massage des Kör¬
pers, von Körperteilen mit einer Bür¬
ste, die die Durchblutung zusätzlich
anregen soll
Bürfsten[schnitt —» Bürs(ten|schnitt
der; -(e)s; -e Frisur, bei der die Haare
bis auf wenige Millimeter abgeschnit¬
ten sind
Bürjzel: der; -s; - Schwanzansatz der
Vögel
Bus: der; -ses; -se kurz für Omnibus =
großes Kraftfahrzeug, das für die Be¬
förderung von Personen eingesetzt
wird
Busch: der; -(e)s; Büsche 1 a) holziges
Gewächs, Pflanze mit vielen Trieben
»Wir haben Ginsterbüsche im
Garten.« b) o. PI. Gelände mit dich¬
tem Strauchbewuchs »Sie lebten im
afrikanischen Busch.« 2 Im Buschfe)
sein: [ugs.] etw. wird passieren; da
kommt etw. auf jmdn. zu 3 hinterm,
hinter dem Busch haften: etw. nicht
sagen, sondern für sich behalten 4
sich (seitwärts) in die Büsche
schlagen: [ugs.] still u. leise, heimlich
einen Ort verlassen »Diese Grillparty
war so langweilig, da haben wir uns
nach einer Stunde in die Büsche ge¬
schlagen.« S auf den Busch klopfen:
[ugs.] jmdn. unauffällig befragen u. so
versuchen, etw. in Erfahrung zu brin¬
gen 6 Der eine klopft auf den Busch,
der andern fängt den Vogel: oft ge¬
winnt derjenige etw., der nichts gelei¬
stet hat
Bü|schel: das; -s; - mehrere Haare od.
andere (längere) Einzelfasem o. ä. zu¬
sammengenommen »In letzter Zeit
verliere ich jeden Tag ein ganzes Bü¬
schel Haare.«
bü]schel|wei|se; Adv. in Büscheln, losen
Bündeln
Busch[hemd: das; -(e)s; -en ursprüng¬
lich im Busch, Urwald getragenes
lockeres Baumwollhemd, das nicht in
die Hose gesteckt wird
bu|schig: Adj. 1 mit dichten Haaren
(bewachsen) »Er hatte buschige
Augenbrauen.« 2 mit Büschen bestan¬
den »Es ist ein buschiges Gelände.« 3
wie ein Busch, breit gewachsen »Der
Bart meines Onkels ist ziemlich bu¬
schig.«
Buschjmes|ser: das; -s; - mit einer be¬
sonders langen Klinge ausgestattetes
Messer, das im Urwald zum Durch¬
dringen der dichten Vegetation be¬
nutztwird
Byschjwerk: das; -(e)s; - sehr dichtes,
größeres Gebüsch
Bu|sen: der; -s; - 1 «Mensch) sich her¬
vorwölbende Brust (der Frau), die
auch milchproduzierendes Organ ist
2 a) [poet.] Brust b) bestimmte Natur¬
erscheinung »Meeresbusen« c) am
Busen der Natur: [poet., veraltet] in
der freien Landschaft; draußen in der
Natur
bujsen|frei: Adj. n. stg. die Brust (der
Frau) nicht bedeckend
Bu|$enjstan der; -s; -s [ugs.; oft abwert.]
Filmschauspielerin, die (vermeint¬
lich) weniger wegen ihrer schauspiele¬
rischen Fähigkeiten als wegen ihres
Aussehens, Busens geschätzt wird
Bus|fah|rer: der; -s; - weibl. Bys|fah|re|*
rin: die; - ; -nen Person, die beruflich
einen Omnibus fährt
Bus|hal|te|stel|ie: die; - / -n Haltepunkt,
an dem Fahrgäste eines Omnibusses
ein- u. aussteigen können
Business —Bujsijness: <engl.> /bis-
neß u. bisineß/ das; - ; - Geschäft; ge¬
schäftliche Unternehmung
Busi]ness|klas|se —» Bu|si|ness]klas|-
se: <engl.> /bisneß- u. bisineß-/ die; - ;
- «Flugzeug; auch Eisenb.) Geschäfts¬
klasse; Klasse mit weniger Komfort,
Service als in der 1. Klasse, aber mit
mehr als in der Touristenklasse
Bys|sard: der; -(e)s; -e gedrungener,
heimischer Greifvögel
Bu|Be: die; - ; -n a) Strafe; Geldbetrag,
der als Strafe für etw. bezahlt werden
muß »Ich muß DM 50 Buße zahlen.«
b) christliche Reue; etw., was als Zei¬
chen für die Reue getan wird »Zur
Buße betest du drei Vaterunser!«
Bus|sel/Bu8lseti: das; -s; - [landsch ]
(freundschaftlicher) Kuß
bü|Ben: büßt; büßtest; hast gebüßt Wie¬
dergutmachung, Strafe für eine Tat
(ab)leisten »Für dieses Verbrechen
wirst du büßen.«
208
bzw.
BijlBen der; -s; - weibl. Bü|fie|rin: die;
- ; -nen (Religion) Person, die für eine
begangene Tat Buße tut
Bü|Ber|ge|wand: das; -(e)s; -gewänder
[veralt.] aus grobem Stoff gewebtes
Hemd, das der Büßer trägt
Büßerhemd: das; -(e)s; -en [veralt.]
langes, aus grobem Stoff gewebtes
Hemd, das der Büßer trägt
BuB|feiitig|keit: die; ~ ; - Zustand, Hal¬
tung, iD der jmd. zur Buße bereit ist
BuB)geld: das; -(e)s; -er für eine Ord¬
nungswidrigkeit (z. B. im Straßenver¬
kehr) verhängte Geldbuße
BuB|geld|ka|ta|log: der; (e)s; -e Ver¬
zeichnis der Bußgelder, die für be¬
stimmte Ordnungswidrigkeiten im
Straßenverkehr erhoben werden
Bu8(got|tesIdienst: der; -(e)s; -e <Kir¬
che> Gottesdienst, Messe, bei dem/
der die Gläubigen im Anschluß an ihr
Sündenbekenntnis u. ihre Gebete
vom Priester die Absolution erhalten
BuB|übung: die; - ; -en dcath. Kirche)
Handlung, die der Buße dienen soll
Büjste—> Büs|te: die; - ;-n 1 Standbild
eines Menschen in Halbfigur od. bis
zu den Schultern »Am Eingang des
Konzertsaales stand eine Büste von
Beethoven.« 2 Brust der Frau
Bü|sten|haljter—> Büs|ten|hal(ter: der;
-s; - Kleidungsstück, das viele Frau¬
en als Unterwäsche tragen, damit die
Brust Halt u. Form bekommt
Bujstier —» Bus|tjer: </r.> /büßtje/ der;
-s; -s Büstenhalter aus weichem Stoff,
in dem keine Körbchen eingearbeitet
sind
Bujtan: das; -s; -e <Chemie> in Erdöl u.
Erdgas enthaltener Kohlenwasser¬
stoff; Gas
Buftan|gas: das; -es; - Butan, das als
Brenngas verwendet wird
But|len tengb /battler/ der; -s; - Diener
ln einem vornehmen Haushalt (in
England)
—» Bu)ti|ke: s. Boutique
Butt: der; -(e)s;-e ein Schollenfisch
Butt/Bütjte: die; - ; Bütten Rednerpult
bei Kamevalsveranstaltungen »Er
stand in der Bütt.«
Büt|tel: der; -s; - [veralt; abwert:] Per¬
son, die (als Polizist, Staatsdiener) be¬
reitwillig Befehle von Vorgesetzten
ausführt
ßütjten: das; -s; - handgeschöpftes Pa¬
pier mit unregelmäßiger Oberfläche
Bütjten|pa|pier: das; -(e)s; -e (PL s.)
"dickes, vom Schöpfen ungleichmäßi¬
ges Papier für Briefe, Dokumente o.
ä. »Er schrieb den Liebesbrief auf edles
Büttenpapier.«
Bütjten|rand: der; -(e)s; -r'änder leicht
ausgefranster Rand (bei Papier)
Bgttten|re|de: die; ~ ; -n in der Bütt ge¬
haltener Karnevalsvortrag
Bufften (gr.-lat.> die; - ; - 1 aus dem
Rahm der Milch gewonnenes tieri¬
sches Fett, Streichfett, das oft als
Brotaufstrich dient »Ich aß ein Brot
mit Butter u. Käse.« 2 alles (ist) in (be¬
ster, schönster) Butten [ugs.] alles
(ist) in Ordnung; (es gibt) kein(e)
Problem(e) »Nein, wir lassen uns nicht
scheiden! Nach unserer Aussprache ist
wieder alles in Butter.« 3 sich die But¬
ter (nicht) vom Brot nehmen lassen:
[ugs.] sich (nicht) durchsetzen können
u. sich von anderen (nicht) benachtei¬
ligen lassen 4 (jmdm.) die Butter nicht
(auf dem Brot) gönnen: [ugs.] sehr
neidisch sein »Die beiden sind zerstrit¬
ten, sie gönnen sich nicht mal die But¬
ter auf dem Brot.« 5 Butter an, bei die
Fische (tun): [ugs.] etw. gründlich,
klar sagen, tun, entscheiden (nicht
nur halbherzig, unvollständig)
But|ter|berg: der; -(e)s; -e [ugs.] Über¬
schuß an Butter, den staatliche Stel¬
len eingelagert haben
But]ter]bir|ne: die; - ; -n (Exemplar ei¬
ner) besonders weiche(n) Bimensorte
But)teijblu|me: die; ~; -n (in sumpfigem
Gebiet wachsende) Blume mit gelben
Blütenblättem, Syn.: Hahnenfuß
But|terjbrot: das; -(e)s; -e 1 mit Butter
(od. Margarine) u. Wurst, Käse,
Marmelade o. ä. belegte Brotscheibe
»Ich nehme ein Butterbrot mit zur
Arbeit.« 2 für ein Butterbrot: [ugs.]
ganz billig; für fast nichts »Dieses alte
verfallene Haus kriegst du sicherlich
für, um ein Butterbrot, das ist doch
kaum noch was wert.« 3 jmdm. etw.
aufs Butterbrot schmieren, strei¬
chen: [ugs.] jmdm. etw. Vorhalten,
zur Last legen, vorwerfen
But|ter|brot|pa|pier: das; -(e)s; -e (PI.
s.) fettundurchlässiges Pergamentpa¬
pier, in das Butterbrote eingewickelt
werden
But|ter[creme|toijte —> auch Byt)terj-
krem|toijte: die; - ; -n Torte mit einer
Füllung aus geschlagener Butter,
Zucker u. a. Zutaten
But|ter]do|se: die; ~ ; -n meist rechtecki¬
ger Behälter mit Deckel für ein But¬
terstück (von 250 g Gewicht)
But|ter|fahrt: die; - ; -en [ugs.] a) Aus¬
flugsfahrt mit einem Schiff auf das of¬
fene Meer, wobei die Möglichkeit zu
zollfreiem Einkauf besteht b) organi¬
sierte Ausflugsfahrt (mit dem Bus),
bei der Werbeveranstaltungen statt¬
finden u. die Fahrgäste ein (aus einem
Lebensmittelpaket bestehendes) Ge¬
schenk erhalten
But|ter|fa6 —> But[terffass: das; -fas¬
ses; -fasser 1 [veralt.] Holzgefäß, in
dem die Butter mit der Hand geschla¬
gen, hergestellt wurde 2 Faß, in dem
Butter (in größerer Menge) aufbe¬
wahrt, transportiert wird
But|ter|f)y|stil: <engl.> /batterflei-/ der;
-s; - (Schwimmen) Schwimmstil, bei
dem beide Arme gleichzeitig oberhalb
der Wasserlinie nach vorne geführt
werden u. die Fortbewegung haupt¬
sächlich durch das Bewegen der Arme
im Wasser erzielt wird
Bijt|ter|ge|bäck: das; -(e)s; -e Kekse o.
ä., die Butter enthalten
But|ter[kä|se: der; -s; - milder, sehr fet-
üger Käse
But|ter|keks: der; -es; -e flacher Keks,
bei dessen Zubereitung viel Butter
verwendet wird
But|teijku|chen: der; -s; - Hefeblechku-
"chen, der vor dem Backen mit Butter
bestrichen wird
But|ter|milch: die; ~ ; - beim Herstellen
von Butter aus Sahne zurückbleiben¬
des Getränk
but|tern: butterst; buttertest; hast gebut¬
tert 1 Butter aus Sahne herstellen 2
mit Butter bestreichen 3 [landsch.]
frühstücken; seine mitgebrachten
Butterbrote essen 4 [ugs.] Geld für
etw. ausgeben »Die Firma buttert sehr
viel in die Fortbildung ihrer Angestell¬
ten.«
Butfterjpilz: der; -es; -e eßbarer Pilz,
dessen Hut auf der Oberseite einen
Braunton u. auf der Unterseite einen
Gelbton zeigt
But|ter|schmalz: das; -es; -e (PI. s.)
Back-, Speisefett aus dem Fett der
Butter
butfterjweich: Adj. extrem weich, nach¬
giebig »Ich glaube seinen butterwei¬
chen Versprechungen nicht mehr. •
Das Fleisch ist butterweich.« Syn.:
<Fieisch o. ä.> zart
Büttlner: der; -s; - weibl. Bütt|ne|rin:
die; - ; -nen [landsch.] Böttcher, Her¬
stellerin) von Holzgefäßen, Fässern
But|ton: iengl.y /batten/ der; -s; -s (run¬
de) Anstecknadel, die eine Weltan¬
schauung, Meinung signalisiert
But|zen|schei|be: die; - ; -n dicke
(kleine, bunte) (meist nicht ganz kla¬
re) Fensterscheibe in einer Fassung
aus Metall, Blei
Bu|xe: /bukße/ die; - ; -n [landsch.; ugs.]
Hose »Diese olle Buxe kannst du nicht
mehr tragen.«
BW: Abk. 1 Baden-Württemberg 2
Bergwacht 3 Betriebswirtfln) 4
(Sportyereinsnamo Blau-Weiß
Bw.: Abk. 1 <Textiltechnik> Baumwolle
2 <Bankw.> Beleihungswert 3 Bundes¬
wehr
b. w.: Abk. bitte wenden!
bwgl.: Abk. beweglich
Byjpass: <engl.> /bgipaß/ der; -(es); By¬
pässe <Med.> Umleitung einer Blut¬
bahn; durch einen operativen Eingriff
ersetztes krankes, verstopftes Blutge¬
fäß »einen Bypass legen«
Byjpass|opajra|ti|on: <engl.> /beipaß-/
die; - ; -en (Med.) Operation, bei der
eine schadhafte Ader umgangen,
durch ein eingesetztes Stück ersetzt
wird
Byte: <engi> /beit/ das; -s; -s <EDV> Ein¬
heit von 8 Bits
By|zan|tj|ner. /büzantiner/ der; -s; -
weibl. By|zanftifne|rin: die; - ; -nen 1
[veralt.] Einwohnerin) von Byzanz,
dem heutigen Istanbul 2 [veralt.; geh.]
schmeichlerische, kriecherische Per¬
son 3 nur männl. Form dünner, mit
Mandeln, Nüssen bestreuter Keks
BZ: Abk. 1 Badezimmer 2 Bauzuschuß 3
Berliner Zeitung (Tageszeitung) 4
(Fremdenverkehr) (1-, 2-, 3- usw.)
Bettzimmer 5 <Med.> Blutzucker
Bz.: Abk. Bezirk
bz.: Abk. bezahlt
bzf.: Abk. beziffert
bzgl.: Abk. bezüglich
bzw.: Abk. beziehungsweise
209
c
c
C/ci /ze/ das; - u. [ugs.J -s; - u. [ugs.]
-s Schriftzeichen, dritter Buchstabe
des deutschen Alphabets
C: Abk. 1 (engl.> Canadian = Kanadier
= ein Sportboot 2 Carboneum =
Kohlenstoff — chemisches Element;
Nichtmetall 3 Code/Kode = Zei¬
chensystem für Nachrichtenübermitt¬
lung 4 Computer 5 Coupe 6 (lat.) rö¬
misches Zahlzeichen» Centum = 100
ca.: Abk. circa - ungefähr
Ca|ba|rett/Ka|ba|rett/Ca|ba|rett/Ka|ba|-
rett: (lat.-fr.) /kabare u. kabarett/ das;
-s; -e u. -s a) kleines Theater; Klein¬
kunstbühne b) politische, gesell¬
schaftliche Satire in szenischer Dar¬
stellung
Ca|brio|let/Ka|brio|lett/Ca|brlo|let/Ka|-
brio|lett —* Ca]b|ri|o|let/Ka|b|ri|o|-
lett: (lat.-it.-fr.) /kabriole(t) u.
kabriole/ das; -s; -s 1 Auto mit zu¬
rückklappbarem (Stoff-)Dach 2 ein¬
spännige, leichte Kutsche mit Dach
CAD: Abk. <engl.> /käd/ das; -s-; s Com¬
puter aided design = Entwerfen u.
Konstruieren von Maschinen, Gerä¬
ten, Apparaten usw., z. B. Autos, mit
Hilfe eines Computers, auf dem z. B.
in Computergraphiken Blickwinkel
verändert werden können, Luftwider¬
stände simuliert werden usw.
Cad|mi|um/Kad|mi|um: (gr.-lat.) /kad-
mium/ das; -s; - <Chemie> chemisches
Element, fachsprachliches Kürzel Cd;
silberweißes, weiches, äußerst dehn¬
bares, beim Biegen knirschendes Me¬
tall, wegen seiner hohen Luftbestän¬
digkeit oft durch Galvanisationstech¬
nik weiterverwertetes Material, das
als Überzugsschicht über andere
Stoffe (meist leicht rostende Metalle)
dient, um deren Korrosion an der
Luft zu vermeiden, das nach länge¬
rem Kontakt mit der Luft seine glän¬
zende Oberfläche verliert
Caffg: (arab.-türk.-it.-fr.) /kafe/ das; -s;
-s~Kaffeehaus, Lokal, in dem man
Getränke (oft Kaffee) u. Speisen (oft
Kuchen) verzehrt
Ca|fe|te|na: (arab.-türk.-it.-span.-
amerik.) die; - ; -s u. Cafeterien jkafe-
teri'n/ (Schnell-)Restaurant mit
Selbstbedienung, in dem man Geträn¬
ke u. kleinere Speisen erhalten kann
Cal|ctt/Kal|cit/: (lat.) /kalzit/ das; -s; -
«Chemie» chemisches Element, fach¬
sprachliches Kürzel Ca: silberweißes,
glänzendes, (ähnlich dem Blei) sehr
weiches Leichtmetall; in trockener
Luft stabil, oxydiert bei Feuchtigkeit,
daher in der Natur nur in Verbindun¬
gen vorkommend, Syn.: Calcium/
Kalzium
Cal|ci|um/Kal|zi|um: (lat.) /kalzium/
das; -s; - «Chemie» chemisches Ele¬
ment, fachsprachliches Kürzel Ca: sil¬
berweißes, glänzendes, (ähnlich dem
Blei) sehr weiches Leichtmetall; in
trockener Luft stabil, oxydiert bei
Feuchtigkeit, daher in der Natur nur
in Verbindungen vorkommend »Im
Wachstum brauchen Kinder viel Kal¬
zium zum Knochenaufbau.« Syn.: Cal-
cit/Kalzit
Cal|la/Kal|la: (gr.> /kalla/ die; -; -s <Bot.»
zur Gattung der Aronstäbe zählende
Pflanze mit ausladenden, unbehaar¬
ten, grünen Blättern u. langstieligen,
weißen Blüten
Call|boy: (engl.) /kolbeu/ der; -s; -s
weibl. Call|giri: /kolgöd/ das; -s; -s
Person, die auf Telefonanruf kommt,
um sexuelle Dienste auszuführen
CaUfgirl: (engl.) /kolgöd/ das; -s; -s
männl. Call|boy: /kolbeu/ der; -s; -s
Person, die auf Telefonanruf kommt,
um sexuelle Dienste auszuführen
CAM: Abk. (engl.) /käm/ das; -s; -s Com¬
puter aided manufacturing = com¬
puterunterstützte Produktion u. Fer¬
tigung, z. B. Steuerung u. Überwa¬
chung der Zulieferung von Einzeltei¬
len bei einer Fließbandproduktion
Camlcorjder: Kurzw. (lat.- engl.) /kam-
korder u. [engl.] kämkorder/ der; -s; ~
«Unterhaltungselektronik» camera +
recorder = Kamera + Rekorder =
Kombination aus Videokamera u.
Videorecorder zur Aufnahme u. Wie¬
dergabe von (privaten) Videofilmen
Ca|mem|bert/Ca|mem|bert: (fr.) /ka-
mangbär, kamembär u. kamaagbär/
der; -s; -s französischer Weichkäse
mit einer weißen Edelschimmelrinde
»Zum Abendessen gibt es gebackenen
Camembert mit Preiselbeeren.«
Camp: dat.-it.-fr.-engh /kämp/ das; -s;
-s 1 Ferienanlage, Lager aus mehre¬
ren Zelten, Holzhäusern, Hütten o.
ä., die von einer zusammengehörigen
Gruppe bewohnt werden »In den
Sommerferien fährt er in ein Camp der
Pfadfinder.« 2 Gefangenenlager 3
Wohnanlage aus Wohncontainem an
einer Großbaustelle »Die Arbeiter an
der riesigen Baustelle wohnten in ei¬
nem Containercamp.«
cam|pen: dat.-it.-fr.-engl.) /kämpen/
campst; camptest; hast gecampt zel¬
ten; im Zelt od. Wohnwagen (meist
am Wochenende od. im Urlaub) le¬
ben
Cam|per. (engt.) /kämper/ der; -s; ~
weibl. Cam|pe|rin: die; - ; -nen 1 Per¬
son, die ihren Ürlaub im Wohnwagen
od. einem Zelt verbringt 2 nur männl.
Form; kurz für Campingwagen =
Wohnwagen
Cam|ping: dat.-it.-fr.-engl.) /kämping/
das; -s; - das Wohnen, Urlaubmachen
in einem Zelt od. Wohnwagen
Cam|ping|aus|rii|stung —> Cam|ping|-
aus|rüsftung: (engl.; dt.) /kämping-/
die; - ; -en Gesamtheit aller Utensi¬
lien, die zu einem Campingurlaub
mitgenommen werden »Ihre Cam¬
pingausrüstung bestand aus zwei Drei-
Mam-Zelten, sechs Schlafsäcken, drei
Spirituskochern u. zwei Camping¬
leuchten.«
Cam|ping|bus: dat.-it.-fr.-engl.) /käm¬
ping-/ der; -ses; -se Kleinbus, der-für
die Benutzung als Campingwagen
mit Schlafplätzen ausgerüstet ist
Cam|ping|platz: (engl.; dt.) /kämping-/
her; -es; -plätze speziell für Camping¬
urlauber eingerichteter Platz mit ab¬
gegrenzten Stellflächen für Wohnwa¬
gen, Wohnmobiie u. Zelte »Auf dem
Campingplatz waren Duschen u. Toi¬
letten separat eingerichtet.«
Cam|pus: dat.-engl.-amerik.) /kampuß/
der; ~ ; - Gelände, Platz im Freien
auf einem Universitätsgelände »Sie
müssen zur Mensa quer über den Cam¬
pusgehen.«
can|ce|ro|geit/kan|ze|ro|gen: dal.; gr.)
/kanzerogen/ Adj. n. stg. «Med.»
krebserregend; bösartige Tumore,
Geschwülste erzeugend, verursa¬
chend »Nikotin steht auf der Liste der
cancerogenen Stoffe.«
cand.: Abk. candidatus = Student(in)
in höheren Semestern
Can|na|bls: (gr.-lat.-engl.) /kannabis/
das; - ; - a) «Bio.» Bezeichnung für die
Pflanze Hanf »Der freie Anbau von
Cannabis ist in Deutschland verboten.«
b) aus Hanf gewonnenes Haschisch
(Rauschgift)
Cajnon: (gr.-lat.-span.) /kanjon u. kan¬
jon/ der; -s; -s sehr tief eingeschnitte¬
nes Tal mit emporragenden Steilwän¬
den an beiden Seiten (speziell die so
geartete Landschaft im westlichen
Teil Nordamerikas), Syn.: Canyon
Ca|nos|sa/Ka|nos|sa: /kanossa/ das; - ;
- 1 Ort u. Burg im norditalienischen
Apennin, wo Papst Gregor VII. den
deutschen Kaiser Heinrich IV. im
Jahre 1077 von dem über ihn ver¬
hängten Bann lossprach, nachdem
der Kaiser die auferlegte Buße getan
hatte »Während unseres Italienurlaubs
besuchten wir auch Canossa.« 2 situa¬
tionsbedingte, tiefe Selbsterniedri¬
gung »Die Entschuldigung bei der
Auszubildenden war ein demütigendes
Canossa für den Prokuristen.« 3 Gang
nach Canossa/Kanossagang —>
auch Canossagang: eine als notwen¬
dig empfundene Erniedrigung der ei¬
genen Person, die als unangenehm u.
schwierig empfunden wird »Die Bitte
tun Gehaltserhöhung nach der Geburt
seines vierten Kindes war ein Gang
nach Canossa für ihn, zumal er wußte,
daß sein Chef Kinder verabscheute.« 4
nach Canossa/Kanossa gehen: eine
unangenehme Selbsterniedrigung
notwendigerweise erleiden »Früher
verspottete er seine wohlhabende
Schwiegermutter u. warf sie aus dem
Haus; jetzt, nachdem seine Firma Kon¬
kurs angemeldet hat, muß er nach Ca¬
nossagehen.«
210
C-Dur
Can|ta|te/Kan|ta|te: dat.-it» /kantate/
die; - ; -««Musik) Gesang für Soli u.
Chor mit Orchesterbegleitung
Can|yon: <gr.-lat.-span.-engl» /kanjon u.
[engl.] känjen (meist in der englischen
Aussprache)/ der; -s; -s sehr tief ein¬
geschnittenes Tal mit emporragenden
Steilwänden an beiden Seiten (speziell
die so geartete Landschaft im westli¬
eben Teil Nordamerikas) Syn.r Ca¬
non
cap.: Abk. <lat.> <Buchw.> capitulum =
Kapitel
Cape: dat.-fr.-engl» /kep/ das; -s; -s är¬
melloser, stolaähnlicher Mantel, der
über die Schultern gehängt wird,
manchmal mit Kapuze »Als es zu reg¬
nen anfing, zog sie sich ihr wasserdich¬
tes Cape über die Jacke.«
Cajra|van/Ka|ra|van/Ca|ra|van/Ka|ra|-
van: (pers.-it.-engh /karawan/ der; -s;
-s 1 Wohnwagen 2 Kombi; eine Lade¬
fläche einschließendes Auto, Pkw
»Für den Transport des Kinderwagens
ist ein Caravan praktisch.«
Carjbid/Kar|bid: <lat.> /karbit/ das;
-fe)s; -e «Chemie) synthetisch unter
sehr starker Wärmezufuhr herge¬
stellte Verbindung des Kohlenstoffs
mit Metallen, Halbmetallen od.
Nichtmetallen, bei welcher der Koh¬
lenstoff den elektronegativen Teil der
Verbindung ausmacht. »Man unter¬
scheidet metallische, salzartige u. dia¬
mantartige Carbide.«
Car]di|gan: (engl» /kardigen u.
kardigen/ der; -s; -s längere Strickjak-
ke, -weste
Care|pa|ket: <engl.; niederl.-fr.'t
/käfpaket/ das; -(e)s; -e abgepackte
Nahrungssmittelpakete der 1946 in
den USA gegründeten Hilfsorganisa¬
tion Cooperative for American Re-
mittances to Europe, die nach dem II.
Weltkrieg diese Pakete an von der
Hungersnot betroffene europäische
Länder weitergab »Nach dem Ende
des Zweiten Weltkrieges wurden von
den Amerikanern viele Carepakete an
deutsche Haushalte verteilt.«
Ca|r!|tas: dat.> /karitaß/ die; ~ ; - sozia¬
les Hilfswerk der katholischen Kirche
Carinet: (fr» /käme/ das; - ; -s jkarnej
«Verkehrsw.) zollamtliche Bescheini¬
gung der legalen Einfuhr eines Kraft¬
fahrzeugs in ein anderes Land zur
vorübergehenden od. dauerhaften
Benutzung in diesem Land »Für mei¬
nen zweijährigen Arbeitsaufenthalt in
Nordspanien benötige ich ein Carnet
für mein Dienstfahrzeug.«
Carjtoon: <gr.-lat.-it.-engb /katun/ das
u. der; -s; -s 1 Zeichentrickfilm od. ge¬
zeichnete Bildfolge z. B. als (Kurz-)
Geschichte in der Zeitung 2 Karika¬
tur (einer bekannten Persönlichkeit)
Car|too|nist: (engl» /katunist/ der; -en;
-en weibl. Car|too|ni|stin—» Carftoo|-
nis)tin: die; - ; -nen Zeichner(in) von
(satirischen, parodistischen) Comic¬
geschichten, Zeichentrickfilmen u.
Karikaturen »Für eine Sendeminute in
einem Zeichentrickfdm muß der Car¬
toonist viele Bilder entwerfen.«
Ca|sa|nofva: dt.; nach einem Eigenna¬
men> /kasanowa/ der; - u. -s; -s (zu¬
rückgehend auf einen italienischen
Abenteuerer u. Schriftsteller des 18.
Jhds.) Mann, der häufig kurze sexuel¬
le Affairen, Beziehungen hat (u. da¬
mit prahlt) od. sich um solche Bezie¬
hungen bemüht; Frauenheld
Cä|sa|ran|herr)schaft: <lat.-dt.'> /zäsa;
ren-/ die; - ; -en sehr strenge, intole¬
rante u. unduldsame Form der De¬
spotenherrschaft, zurückgehend auf
den römischen Kaiser Gaius Julius
Cäsar »Unter Francos Cäsarenherr¬
schaft war das Leben in Spanien sehr
schwierig.«
Ca|se|in/Ka|se|in: dat.t /kase-in/ das; -s;
- <Chemie> einer der bedeutendsten
Stoffe im Milcheiweiß
Cash: <engh /käsch/ das; -s; - [oft ugs.]
Bargeld (im Gegensatz zu den Zah¬
lungsmöglichkeiten mit Scheck, Kre¬
ditkarte od. EC-Karte)
Ca|shew|nuß —> Ca|shew|nuss: <port.-
engl.; du /käschju-/ die; - ; -nässe
hörnchenförmige Frucht eines tropi¬
schen Nußbaums
Cä|si|um/Z£]sijum: <lau /zäsium/ das;
-s; - <Chemie> sehr reaktionsfähiges
chemisches Element, fachsprachli¬
ches Kürzel Cs: silbriges, sehr wei¬
ches, stabiles Metall mit sehr niedri¬
gem Schmelzpunkt (28,5° C), an Luft
u. Wasser schnell entzündbar, daher
leicht explosiv
Cass.-Ra.: Abk. Kassettenradio
Cas|set)te/Kas|set)te: dat.-it.-fr.> /ka-
sette/ die; - ; -n 1 verschließbares
Kästchen »Geldkassette • Schmuck¬
kassette« 2 Schutzhülle für Bücher,
Schallplatten, Tonbänder 3 Magnet¬
band mit zwei kleinen Spulen in ei¬
nem festen Kunststoffgehäuse zur
Aufzeichnung u. zum Abspielen von
Texten u. Musik »Ich hätte gerne eine
Kassette mit klassischer Musik.«
Ca[ta|ma|ran/Ka|ta|ma|ran: damil»
/katamaran/ der u. das; -s; -e a) offe¬
nes Segelboot mit zwei Rümpfen, die
durch gemeinsame Decks miteinan¬
der verbunden sind »Der Katamaran
schaukelte im leichten Wind der Küste
entgegen.« b) <Handelsschiffahrt>
nach dem ursprünglichen Vorbild
(Catamaran (a)) gebautes Nutzschiff
»Die Katamarane waren mit Fischen
voll beladen.«
catjchen: dat.-fr.-amerik.> /kätschen/
~catchst; catchtest; hast gecatcht
<Sport> ringen in einem Schaukampf,
der nicht nach olympischen Regeln
durchgeführt wird
Cat|cher (engl» /kätscher/ der; -s; -
weibl. Cat|che|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die die Sportart des Freistilring¬
kampfes (Catch-as-catch-can) be¬
treibt
Catch|up/Ketch|up —» auch Ketj-
schup: <malai.-engh /kätschap/ deru.
das; ~ u. -s; -s (meist mit K geschrie¬
ben) <Kochk.> gewürzte, dickflüssige,
meist kalt gegessene Tomatensauce
»Die Kinder essen gerne Pommes Fri-
tes mit Catchup.«
Ca|ter|pil|lan <engl.> /käterpiller/ der; -s;
u. -s «Verkehrsw.) Schlepplaster,
der die für den öffentlichen Straßen¬
bau benötigten Planierraupen über
1 weitere Strecken zu ihrer Einsatzbau¬
stelle transportiert »Jetzt fahrt dieser
Caterpillar schon seit 20 Minuten vor
mir auf der Landstraße.«
Cau|sa: dau /kausa/ die; - ; -e /kausal
<Rechtsw.> Grund, Ursache (z. B. ei¬
nes Schadensfalles); Rechtsfall »Die
Causa des Fahrzeugzusammenstoßes
war der mit 3,5 Promille schwer alko¬
holisierte Zustand des BMW-Fah-
rers.«
ebem: Abk. <Maßeinheit des Raumin¬
halts> Kubikzentimeter (1 ebem = 1
Milliliter)
ebdm: Abk. «Maßeinheit des Raumin¬
halts) Kubikdezimeter (1 ebdm - 1
Liter)
CB-Funk: <amerik.-engl.; dt» /zebefunk/
der; -s; - «Nachrichtentechnik) Citi-
zen-Band-Funk = Bürgerfrequenz¬
bandfunk: der Allgemeinheit zugäng¬
licher Sprechfunkverkehr eines be¬
stimmten, abgegrenzten Frequenzbe¬
reiches, für den man keine spezielle
Funkerlizenz benötigt u. der daher
häufig von Hobbyfunkem, Truckern
etc. benutzt wird »LKW-Fahrer haben
ihr Fahrzeug häufig mit einer CB-
Funkanlage ausgerüstet, um sich ge¬
genseitig vor Polizeikontrollen zu war¬
nen.«
cbm: Abk. «Maßeinheit des Raumin¬
halts) Kubikmeter (1 cbm = 1000 Li¬
ter)
ccm: Abk. «Maßeinheit des Raumin¬
halts) Kubikzentimeter (1 ccm = 1
Milliliter)
CD: Abk. 1 (fr» <Pol.> Corps diplomati¬
que = das diplomatische Corps (ent¬
sprechend sind die Autonummern der
Dienstwagen gekennzeichnet) 2
(engl» «Unterhaltungselektronik)
compact disc =* Bezeichnung für eine
durch Laserstrahl abtastbare Digi-
tal(schall-)platte »Ich hätte gern eine
CD mit klassischer Musik.«
cdm: Abk. «Maßeinheit des Raumin¬
halts) Kubikdezimeter (1 cdm = 1 Li¬
ter)
CD-Platjte: (engl.; dt» /zede-/ die; - ; -nl
häufiger CD /zede/ die; - ; CDs «Elek-
trot.) Compact-Disc-Platte: mit ei¬
nem speziell angefertigten Lasergerät
(CD-Player) lesbare Digitalschall¬
platte aus Plastik, die in den 90erJah-
ren die wesentlich unhandlichere,
große Analogplatte mit Tonrillen, die
mit einem Tonarm (eines Plattenspie¬
lers od. vormals Grammophons)
beim Abspielen abgetastet wurde,
weitgehend ersetzte
CD-Playfen (engl» /zedeple'er/ der; -s; -
«Elektrot.) speziell für CD-Schallplat¬
ten entwickeltes Gerät mit eingebau¬
tem Laser zum Abspielen von CD-
Platten "
CD-ROM: Abk. (engl» /zedg-rom/ die;
- ; -s <EDV> compact disc read-only
memory = Speicherplatte zur festen
Datenspeicherung, die man in den
Arbeitsspeicher nur einiesen kann,
auf der man aber nicht selbst spei¬
chern kann
CD-ROM-Lauflwerk: (engl» /zede-
rom-/ das; -(e)s; -e <EDV> Vorrich¬
tung am Computer, die es gestattet,
eine CD-ROM zu benutzen, einzule¬
sen
CDU: Abk. «politische Partei) Christlich¬
Demokratische Union
C-Dur dat» /ze-dur u. ze-dur/ das; • ; -
«Musik) konventionelle Musikim Ge-
211
C-Dur-Etüde
gensatz zur Zwölftonmusik, basie¬
rend auf der C-Dur-Tonleiter: begin¬
nend auf dem Ton C mit Halbton¬
schritten zwischen En.F sowie H u.
C, sonst Ganztonschritte, Grundton¬
art
C-Dur-Etü|de —» C-Dur-E|tu|de: <lat.;
lat.-fro /ze-djjr-/[ die; - ; -n (Musik)
musikalisches Übungsstück in der
Tonart C-Dur
Cel|la/Z§l|la: dato /zella/ die; ~; Cellae/
zellä/ 1 <Med.> kleinste organische
Einheit von Lebewesen 2 (Religion)
[veralt.] karg ausgestattetes Einzel¬
zimmer eines Klosters, in dem die
Mönche lebten »Nach der Messe ging
der Mönch in seine Cella.« 3 (Archit.)
wichtigstes Zimmer in einem antiken
Tempel, in dem das Götterbild aufge¬
baut wurde »ln dieser Cella befand
sich damals eine lebensgroße Statue
von Apollo.« Syn.: <1; 2; 3> Zelle
Cel|io: Kurzw. <it.> /(t)schello/ das; -s; -s
u. Celli Violoncello = vierseitiges,
tiefklingendes, großes Streichinstru¬
ment
Cel|lo|kon|zert: dt.; dt.> /(t)schello-/ das;
~-(e)s; -e (Musik) Musikkomposition
od. -aufführung, bestehend aus meh¬
reren Sätzen, für ein od. mehrere Vio¬
loncellosoli mit Orchesterbegleitung
»Von allen klassischen Konzerten höre
ich am liebsten Cellokonzerte.« Syn.:
Violoncellokonzert
Cel|lo|phan [fachsprI.]/Zel|io[phan:
(Warenzeichen) </r.> /zellofan/ das;
-s; - auch Cel|lö|pha|ne /zeliofane/
die; - ; - eingetragenes Warenzeichen
für synthetisch hergestellte Kunst¬
stoffolie von durchsichtiger, äußerst
dehnbarer, aber dabei reißfester Be¬
schaffenheit »Du mußt den aufge¬
schnittenen Käse in Cellophan (papier)
wickeln, damit er längerfrisch bleibt.«
Cel|luJloid [fachsprl.]/Zel|lu|loid: <ame-
rik.-englo /zelluloit/ das; -(e)s; -
<Chemie> sehr biegsamer, durchsichti¬
ger Kunststoff, synthetisiert aus den
Rohstoffen Nitrocellulose u. Cam-
pher »Was beweist schon ein Foto?
Das ist doch nichts als belichtetes Cel¬
luloid'«
Cel|!u|lp)se [fachsprl.]/Zel|lu|lo|se: dato
/Zellulose/ die; - ; - u. [fachsprl.J -n
(Chemie) das in der Natur am häufig¬
sten auftretende Kohlehydrat, bildet
als Gerüstsubstanz den Hauptbe¬
standteil pflanzlicher Zellwände
»Baumwoll-, Hanf-, Flachs- u. Jute¬
stoffe sind fast reine Cellulose.«
Cel|si|us: /zälsi-uß/ o. Art.; n. dekl; o.
PI. nach dem schwedischen Astrono¬
men Anders Celsius (1701-1744) be¬
nannte Temperaturmeßeinheit; Kür¬
zel: x° C (fachsprl. x °C) »Heute kam
ich leider nicht ins Büro kommen, da
ich 39°C Fieber habe.«
Cem|ba|<o: Kurzw. <it.> /(t)schembalo/
das; -s; -s Clavicembalo = Tastenin¬
strument »Das Cembalo kommt wie¬
der in Mode.«
Cgnften (gr.-lat.-fr.-engb /ßänter/ das;
-s; - Geschäftszentrum; große Anla¬
ge zum Einkäufen, Gebäudekomplex
mit Geschäften
Cgnften (englo der; -s; - Mittelspieler
"beim Basketball »Der über 2 m große
Center blockte den Ball ab.«
Cgnftne Court —» Centtre-Court/Cenl-
treteourt: (englo /ßänterkori/ der; -s;
-s (Sport) Bezeichnung für den
Haupttennisplatz einer größeren An¬
lage mit mehreren Tennisplätzen, der
die größten Tribünen besitzt u. somit
das größtmögliche Publikum faßt
»Die Finalisten des Grand-Slam-Tur-
niers spielten auf dem überdachten
Centre Court.«
Cgr|be|rus/Zer|be|rus: (gr.-lato /zerbe¬
ruß/ der; - ; -se 1 (Mythologie) Höl¬
lenhund Kerberos in der griechischen
Sage, der den Zugang zum Hades,
dem griechischen Totenreich, be¬
wacht »Cerberus war der Wächter der
griechischen Unterwelt.« 2 a) (übertr.)
Wächter, Türhüter, der besonders
grimmig u. unfreundlich ist »Hüte
dich vor dem Türsteher des »Sound¬
gardens» - er ist ein richtiger
Cerberus!« b) (Sporb sich durch seine
Angriffslust besonders positiv her¬
vorhebender Torwart im Fußball,
Handball usw.
Cgs: /zgß/ das; - ; - (Musik) Bezeich¬
nung für den Grundton der Ces-Dur-
Tonleiter, der einen Halbtonschritt
unter dem Ton C liegt »Spiel doch
nicht immer ein ’Cstatt ’Ces' - kannst
du keine Noten lesen?«
Ces-Dur/Ces-Dur: (dt; lato /zeß-/ das;
~ ; - (Musik) konventionelle 8-Ton-
musik, basierend auf der Ces-Dur-
Tonleiter: beginnend auf dem Ton
Ces mit Halbtonschritten zwischen
Es u. Fes sowie B u. Ces, sonst Ganz¬
tonschritte
Ces-Our-Ton|lei|ter; (dt; lat.; dto jzeß-/
die; - ; -n (Musik) konventionelle
Tonleiter mit dem Grundton Ces, mit
Halbtonschritten zwischen Es u. Fes
sowie B u. Ces, sonst Ganztonschritte
cf.: Abk. (Textverweis vor allem in wis¬
senschaftlichen Arbeiten) <englo con¬
fer od. (lato conferatur = (man) ver¬
gleiche
cg: Abk. (Maßeinheit des Gewichts)
Zentigramm (1 cg = ein Hundertstel
Gramm)
Ch.: Abk. 1 Chaussee 2 Chef 3 Chiffre 4
Chor 5 a) Chemie b) Chemikerin) 6
a) Chirurgie b) Chirurg(in)
Cha-Cha-Cha: (spano /tschatschatscha/
der; - u. -s; -s in den 50er Jahren auf¬
gekommener Modetanz, als Weiter¬
entwicklung, Abart des Mambo
Chaiijman: dat.-engl.; englo
/tschärmän/ der; - u. -s; Chairmen
Vorsitzender einer Versammlung, bei
einer Sitzung, eines parlamentari¬
schen Gremiums »Der Chairman er-
öffnete die Sitzung.«
Chai|se|longue: dat.-fro /(t)schäselong
u. (t)schäselong/ die; - ; -n u. fugs.J
das; -s; -s an der Kopfseite mit einer
erhöhten Lehne ausgestattetes Sofa
für eine (halb liegende) Person »In der
hinteren Ecke des Zimmers stand
ein(e) Chaiselongue.«
Chajlet: (schweiz.-fro /schalä/ das; -s; -s
gut ausgestattetes (Ferien-,) Land¬
haus (in der Schweiz) »Wir mieten ein
Chalet im Wallis.«
Cha|ma]le|or>: <gr.-lato /kamäleon/ das;
-s; -s 1 (Tier; Reptil) Echse, die sich in
der Farbe an ihren Untergrund/Hin-
tergrund anpassen kann »Schau mal.
eben, als das Chamäleon auf dem Ast
saß, war es braun, nun auf den Blättern
ist es grün.« 2 (abwert.] unauffälliger,
stets angepaßter Mensch, der in kei¬
ner Situation eine eigene Meinung er¬
kennen läßt, sondern sich (fast) im¬
mer der Meinung anderer anschließt,
bzw. so tut, als ob er derselben An¬
sicht sei »Er wechselt seine Überzeu¬
gungen wie ein Chamäleon die Farbe.«
cha|mä|le|on[ar|tig: <gr.-lato /kamäle¬
on-/ Adj. (menschliche Charakter¬
eigenschaft) unauffällig u. stets an¬
gepaßt »Dieser chamäleonartige
Mensch ist mir zutiefst zuwider - er
wechselt seine Meinung wie das
Hemd!«
cha|mois: <fro /schamo3/ Adj. n. stg. wie
die Farbe des Gemsenfells, braungelb
»Ich möchte diese Bluse in drei Far¬
ben: einmal in grün, einmal in auber¬
gine u. einmal in chamois.«
Cham|pa|gner —» Cham|pa(g|ner: <fro
/schampanjer/ der; -s; - teurer
Schaumwein, Sekt aus Frankreich
(speziell aus der Region Champagne
stammend) »Auf die bestandene Prü¬
fung stießen sie mit Champagner an.«
Syn.: [ugs.] Schampus
cham!pa|gner|far|ben/cham|pa|gneii-
far|big —> cham|pa]g|ner]faijben/
cham|pajg|ner|farjbig: /schampan¬
jer-/ Adj. n. stg. blaßgelb leicht ins
beige gehend, wie die Farbe des wei¬
ßen Schaumweins aus dem Anbauge¬
biet der französischen Champagne
Cham|pa|gner]wein —»• Cham|pa|g|-
nerjwein: (fr.; lato /schampanjer-/
der; -(e)s; -e Wein aus dem Anbauge¬
biet der Champagne in Frankreich
Cham)pi|gnon —* Cham|pi|g|non: dat.-
fro /schaftgpinjong u. scbam-
pin(g)jong7 der; -s; -s weißlicher Eß-
pilz mit beige-bräunlichen Lamellen
»Verwechlse nur nicht die eßbaren
Champignons mit den giftigen Knol¬
lenblätterpilzen!«
Chamjptjon: dat.-fr.-englo /(t)schäm-
pjm/ der; -s; -s Gewinner(in) eines
Wettkampfes »Er ist der unbestrittene
Campion des Turniers.«
Cham(pio(nat —» Cha(n|pi|o|nat: (fro
/schampjonat/ das; -(e)s; -e (Sport)
Sieg im Endspiel, Finale eines Mei¬
sterschaftsspiels; Meisterschaft, die in
einer bestimmten Sportart ausge¬
spielt, ausgekämpft wird, wurde »Er
hat das Boxchampionat durch k. o. in
der dritten Runde gewonnen.« Syn.:
Meisterschaft
Chan/Khan: mong.-türko /kan/ der; -s;
-e (hist.) 1 a) o. PI. (dem Namen nach-
gesteilter) Titel eines mongolisch-tür¬
kischen Herrschers b) Träger des Ti¬
tels 2 (Persien) hoher staatlicher Wür¬
denträger
Chgn|ce: dat.-fro /scha«gß(e) u. [ugs.]
schangße/ die; ~ ; -n (besondere, vor¬
teilbietende) Möglichkeit, Gelegen¬
heit zu etw. »Du mußt diese Chance
nutzen.«
Chan|cen|ge|rech|tig|keit: (fr.; dto
/schangßen-/ die; - ; - Gleichheit, fai¬
re gesellschaftliche Bedingungen bei
der Entwicklung eines Menschen
Chan|cen|gleich|heit: /schaagßen-/ die;
- ; - (Päd.; Sozi ob Fairness, Gleich¬
behandlung bei der Vergabe von
212
Charmeur
Qualifizierungs- sowie Aufstiegsmög¬
lichkeiten für jeden Menschen inner¬
halb einer Gesellschaft, unabhängig
von seiner Abstammung, seinem Ge¬
schlecht u. seiner sozialen Schichtzu¬
gehörigkeit
Change: tlat.-fr.-engl» /tschemdseh /
der; - ; - u. [seltener] bei französischer
Aussprache /schaftgseh/ die; - ; - das
Wechseln von Geld(scheinen) (einer
Landeswährung in eine andere), Syn.:
(Um-)Tausch; (Geld-)Wechsel
chan[gie|ren: tlat.-fr.-engl»
Ischangsehiren/ changierst; changier¬
test; hast changiert 1 (veralt.J verän¬
dern; tauschen 2 <Stoff> in unter¬
schiedlichen Farbtönen schillern,
glänzen 3 a) <Reitsport> vom Rechts¬
in den Linksgalopp wechseln b)
<Jagdhund> eine Fährte wechseln c)
dibertr.; Mensch> durch vorsichtiges
Wechseln der Richtung ein Problem,
Hindernis umgehen, umschiffen;
wechseln u. somit verändern »Er
changierte an allen Hürden vorbei.«
chan|gie|rend: tlat.-fr.-engl» Adj.
/schangsehdrent/ <Stoff> in unter¬
schiedlichen Farbtönen schillernd,
glänzend
Chan|son: <lat.-fr.> /schangßong/ das;
-s; -s teilweise freches, witzig-ironi¬
sches, häufig ein wenig traurig-senti¬
mentales Lied mit meist kritischem
Inhalt
—»■ Chan|so|nien s. Chansonnier
Chan|son|net|te/Chan|so|net)te:
/schangßonet/ die; - ; -n a) lustiges
Lied, meist mit leicht anstößig-eroti¬
schem Inhalt b) Frau, die Chansons
(französische Schlagerlieder) singt
Chan|son|nier —> auch Chan|so|ni§i:
/schangßonje/ der; -s; -s 1 Textschrei¬
ber von französischen Volks- u.
Schlagerliedem 2 Mann, der Chan¬
sons (französische Schlagerlieder)
singt »Hie Stimme des Chansonniers
klang geheimnisvoll u. rauh durch den
Saal.« 3 Sammlung von französi¬
schen Troubadourliedem (Chansons
aus dem 12. - 14. Jahrhundert) aus
der Provence
Cha|os: <gr.-Iat.> /kaoß/ das; ~ ; - Un¬
ordnung; absolutes Durcheinander
ohne jede Ordnung od. Organisation
Cha|ot: <gr.-lat.> /kaot/ der; -en; -en
weibl. Chap|tin —-> Cha|p[tin: die; - ;
-nen 1 hektischer, unordentlicher,
schlecht organisierter Mensch »Du
bist ein grauenvoller Chaot.« 2 (für die
Durchsetzung seiner politischen
Überzeugung) Gewalt anwenden-
de(r), in Gruppen auftretende(r) u.
gewalttätige(r) Radikale(r) »Chaoten
zogen durch die Stadt u. pöbelten Aus¬
länder an.«
chap|tisch —> cha|oftisch: tgr.-lat»
/kaotisch/ [geh.] Adj. durcheinander,
ohne erkennbare Ordnung »In meinen
Bücherregalen sieht es total chaotisch
aus - ich muß dringend Ordntmg schaf¬
fen!«
Cha|rak[ter: <gr.-lat.> /karakter/ der; -s;
Charaktere Gesamtheit der (kenn¬
zeichnenden) Eigenschaften eines
Menschen; Wesensart »Er hat einen
guten u. liebevollen Charakter. •
<übertr.> Der Wein dieses Jahrgangs
hat Charakter.«
Cha|rak|terjan|la|ge: <gr.-lat.; dt»
/karakter-/ die; - ; -n (m. PL) a) ange¬
borene Wesensart, auf deren Hinter¬
grund sich spezifische positive od. ne¬
gative Eigenschaften entwickeln kön¬
nen »Deine Charakteranlage zur Ver¬
schwendungssucht hast du von deiner
Großmutter geerbt.« b) gute/schiech-
te Charakteranlagen haben: angebo¬
rene positive od. negative Wesenszü¬
ge besitzen »Man sollte versuchen,
seine guten Charakteranlagen zu för¬
dern.«
Cha|rak|teijdarjstel|ler. <gr.-lat.; dt»
/karakter-/ der; -s; ~ weibl. Cha|rak|-
ter]där]stel|le|rin die; - ; -nen Schau¬
spielerin), der/die Charakterrollen
(Rollen von Persönlichkeiten mit dif¬
ferenzierten Wesenszügen u. Eigenar¬
ten in klassischen Filmen od. Stük-
ken) spielt
Cha|rakfter|ej|gen|schaft: <gr.-lat.; dt»
/karakter-/ die; - ; -en (m. PI.) We¬
sensmerkmal der Persönlichkeit »Un¬
bestechlichkeit ist ihre hervorstechende
Charaktereigenschaft.«
cha|rak|teijfest: tgr.-lat.; dt» /karak¬
ter-/ Adj.; charakterfester; charakter¬
festeste ein sehr stabiles, nicht leicht
wandelbares Persönlichkeitsbild auf¬
weisend »Seine charakterfeste Persön¬
lichkeit machte ihn zu einem zähen
Verhandlungspartner.« Syn.: stand¬
haft, unbestechlich
Cha|rak|teijfe|stig|keit —> Cha|rak|ter|-
fes|tig|keit: tgr.-lat.; dt» /karakter-/
die; - ; - ein sehr stabiles, nicht leicht
wandelbares Persönlichkeitsbild
»Charakterfestigkeit ist eine noble Ei¬
genschaft.« Syn.: Standhaftigkeit
cha|rak|te|ri|sje|ren: tgr.-lat.-fr» /karak-
terisiren/ charakterisierst; charakteri¬
siertest; hast charakterisiert a) die
Eigenschaften von etw. pd. jmdm. be¬
schreiben »Er charakterisierte sie als
eitle Egoistin.« b) jmdn. od. etw.
kennzeichnen; für jmdn. od. etw. ty¬
pisch sein »Das Mittelalter war durch
eine starre Ständeordnung charakteri¬
siert.«
Cha|rak|te|ri|stik —» Cha|rak|te|ris|tik:
tgr.-lat» /karakterißtik/ die; - ; -en 1
Beschreibung der eine Person, Land¬
schaft, Szene usw. auszeichnenden Ei¬
genschaften »Können Sie mir eine ge¬
naue Charakteristik der psychischen
Verfassung des Täters geben?« 2
<Math.> Kennziffer von einem Loga¬
rithmus
cha|rak|teri]stisch —> cha|rak|te|ris|-
tisch: <gr.-lat» /karakterißtisch/ Adj.
typisch, kennzeichnend für einen
Menschen od. eine Sache o. ä. »Diese
wütende Reaktion ist charakteristisch
für ihn. • Sonnenschein u. blauer Him¬
melsind charakteristisch für Italien im
Sommer.«
cha|rak|ter|lich: tgr.-lat.; dt» /karak-
terfich/ Adj. n. stg. die Wesenszüge ei¬
ner Persönlichkeit betreffend »Fach¬
lich ist er gut, aber charakterlich
stimmt bei ihm einiges nicht.«
cha|rak|terjlos: tgr.-lat.; dt» /karak-
terlos/ Adj. charakterloser; charakter¬
loseste [abwert.] keine feste Persön¬
lichkeitsstruktur aufweisend; ohne
positive Wesenszüge »Für ein paar
Mark würde dieser charakterlose
Mensch alles tun.«
Cha|rak|ter|lo[sig|keit: <gr.-lat.; dt»
jkarakter-/ die; - ; -en 1 o. PI. negative
Wesensart »Ihre Charakterlosigkeit
ist wirklich kaum zu übertreffen!« 2
negative Handlungsweise; schlechte
Tat »Die Charakterlosigkeiten, die
sich dein Bruder eurer Mutier gegen¬
über erlaubt, finde ich sehr schäbig.«
Cha|rak|teijschwS|che: tgr.-lat.; dt»
/karakter-/ die; - ; -n [abwert.] wenig
ausgeprägte Persönlichkeitsstruktur
ohne Willensstärke »Seine leicht auf¬
brausende Art ist eine Charakter¬
schwäche von ihm.«
Cha|rak|ter|zug: tgr.-lat.; dt»
/karakter-/ der; -(e)s; -züge 1 ein die
Wesenszüge der Persönlichkeit aus¬
machendes Merkmal »Ihre herrische
Art ist ein sehr unangenehmer Charak¬
terzug von ihr.«
Chaijge: tlat.-fr» /scharsehe/ die; - ; -n
1 Rang 2 Lieferung von Gütern, zu¬
sammen hergestellte Ware »Die Wolle
stammt aus zwei verschiedenen
Chargen.« 3 a) Dienstrang beim Mili¬
tär od. in anderen straff organisierten
Verbänden »Die unteren Chargen hat¬
ten keinerlei Einfluß.« b) militärischer
Vorgesetzter 4 Nebenrolle im Theater
char|gie|ren: tlat.-fr» /scharsehiren/
chargierst; chargiertest; hast chargiert
1 <Theater> eine Nebenrolle mit einsei¬
tigem, wenig ausdifferenziertem Cha¬
rakter spielen »Bisher hat sie in ihrer
schauspielerischen Karriere nur
chargiert.« 2 <Ballistik> ein Gewehr la¬
den »Der Jäger chargierte das Gewehr
u. begab sich auf die Fuchsjagd.« 3
<Metallurgie> den Hochofen füllen,
beschicken »Der Stahlkocher muß re¬
gelmäßig den Hochofen chargieren.« 4
[studentensprl.] in der Amts-, Fest¬
tracht der studentischen Verbindung
od. deren Farben an einem Ort er¬
scheinen
Cha|rls|ma: tgr.-lat» /karißma/ das; -s;
Charismen u. Charismata 1 anziehen¬
de Ausstrahlung eines Menschen »Er
hat wirklich Charisma.« 2 <Religion>
(Glaube an die) vom Geist Gottes
verursachten Fähigkeiten des Chri¬
sten (in der Gemeinde)
cha|ris|ma|tisch: tgr.-lat» /karißma-
tisch/ Adj. a) Christentum) durch
Gottes Gnade besondere Gaben u.
Fähigkeiten besitzend »Die Propheten
besaßen die charismatische Fähigkeit
der Seher.« b) eine besondere Aus¬
strahlung auf andere (Mit-)Menschen
ausübend
Cha|ri|t6: tlat.-fr» /scharite/ die; - ; -s a)
[veralt] Krankenhaus; Pflegeheim b)
ein bestimmtes Krankenhaus in Ber¬
lin »An der Charite arbeiteten viele be¬
rühmte Mediziner.«
char|mant/schar|mant: tlat.-fr»
/scharmant/ Adj. charmanter; char¬
manteste liebenswürdig; bezaubernd
Chaiitne/Schamn: tlat.-fr» /scharm/
der; -s; - sympathische, positiv u. an¬
ziehend wirkende Ausstrahlung, die
jmd. aussendet »Sie hat viel Charme.«
Charlmeur tlat.-fr» /scharmör/ der; -s;
-s u. -e weibl. Charfmeulrin die; - ;
-nen Person, die durch den gezielten
Einsatz von besonderer Liebenswü-
213
Charta
rigkeit versucht, sich beim jeweils an¬
deren Geschlecht einzuschmeicheln
Charfta: (ägypt.-gr.-lat.) /karta/ die; - ;
-s Verfassung; Verfassungsurkunde;
staatliches Grundgesetz »Zur Unter¬
zeichnung der Charta trafen sich die
Minister aus fünf Ländern.«
Charjteijflug: (lat.-fr.-engl.; dt.)
/(t)scharter-/ der; -(e)s; -flüge nicht
im Linienverkehr angebotener Son¬
derflug, mit dem vor allem Urlauber
transportiert werden »Charterflüge
sind meistens erheblich billiger als Li¬
nienflüge.«
Charfterjfl ugjzeug: <engl.; dt.)
/(t)scharter-/ das; -(e)s; -e für den
Touristikverkehr od. anderweitig an¬
gemietetes Flugzeug »Fliegst du mit
einem Charterflugzeug nach Florida,
od. fliegst du Linie?« Syn.: Charter¬
maschine; Ant.: Linienflugzeug
Chasfsis: <lat.-fr.> /schassi/ das; -
lschassi(ß)j; - jschassiß/1 Karosse¬
rie, Rahmen eines Autos, Kraftfahr¬
zeugs »Das Chassis ist eingedrückt.« 2
Rahmen eines elektronischen Geräts
Chauffeur: <lat.-fr.> /schoflför/ der; -s; -e
weibl. Chauftfeulrin: die; - ; -nen Per¬
son (meistens auch heute noch männ-
lieh), die andere Personen beruflich
gegen Bezahlung fahrt »Er ist so
reich, daß er sogar einen eigenen
Chauffeur beschäftigt.«
chatif}fie|ren: /schoflfiren/ chauffierst;
chauffiertest; hast chauffiert a) [ver-
alt.] (berufsmäßig) ein Kraftfahrzeug
fahren b) [ugs.] Personen mit dem (ei¬
genen) Kraftfahrzeug befördern
Chausfsee: <lai.-fr.> /schosse/ die; - ; -n
[veralt.] gepflasterte, asphaltierte
(Land-)Straße
Chaus|see|gra|ben: dal.-fr.; dt.)
/schossg-/ der; -s; -graben unmittelbar
neben der ausgebauten Fahrbahn
herlaufende(r) Aushub, Vertiefung
im Erdreich »Er fuhr mit 100 km/h in
die Kurve u. landete im Chausseegra¬
ben.« Syn.: Straßengraben
Chaulvi: Kur zw. <fr.) /schowi/ der; -s; -s
[ugs.; oft sehr abwert.] Chauvinist (2);
Mann, der seine vermeintliche Über¬
legenheit gegenüber Frauen zum
Ausdruck bringt
Chau|vi|nis|mus: (fr.) /schowinißmus/
der; - ; Chauvinismen Zurschaustel¬
lung, Gefühl vermeintlicher Überle¬
genheit gegenüber Menschen anderer
Rasse, Hautfarbe, Nationalität od.
des anderen (meist weiblichen) Ge¬
schlechts »Sein (männlicher) Chauvi¬
nismus ist unerträglich.«
Chau|vi)nist (fr.) /schowinißt/ der; -en;
-en weibl. Chau|vi|nj|stin—> Chau|vi|-
nis|tin: die; - ; -nen 1 extreme(r) Pa¬
trioten) od. Nationalisten), der/die
andere Nationalitäten verachtet 2 nur
männl. Form [meist abwert.] Mann
mit übersteigertem geschlechtsgebun¬
denen Selbstbewußtsein, der die ge¬
sellschaftliche Benachteiligung der
Frau als richtig verteidigt, ansieht
checken (chek|ken —»• chejcken):
(engl.) /tschecken/ checkst; checktest;
hast gescheckt 1 etw. überprüfen »Er
checkt die Lage.« 2 [ugs.] verstehen
»Den Vortrag habe ich inhaltlich nicht
gecheckt.«
Checkfii|ste —» Check|lis|te: (engl.)
/(t)scheck-/ die; - ; -n besonders
Flugw.> 1 Aufzählung, Liste von zu
überprüfenden Dingen »Wir sind die
Checkliste mehrmals durchgegangen.«
2 Liste von Personen, die für einen
Flug gebucht haben (u. bereits an
Bord gegangen sind bzw. sich bereits
am Schalter gemeldet haben)
Check-up —> auch Checkup: (engl.)
/tscheckap/ der u. das; - u. -s; -s a)
<Med.> umfassende Vorsorgeuntersu¬
chung, Überprüfung der Körper¬
funktionen, des gesundheitlichen Zu¬
standes »Ich habe einen Termin für ei¬
nen Check-up beim Arzt.« b) <Technik>
Überprüfung, Kontrolle der Funktio¬
nen technischer Anlagen, Maschinen,
Motoren usw.
Chef: dat.-fr.) /schäf u. [österr.] schef/
der; -s; -s weibl. Che|fin: die; - ; -nen
(verantwortliche^)) Vorgesetzte(r),
der/die die Anordnungen u. Arbeits¬
aufträge erteilt
Chefarzt: dat.-fr.; gr.-lat.) /schäf-
[österr. auch] schef-/ der; -es; -ärzte
weibl. Chef|ärz|tin: die; - ; -nen Fach¬
arzt, -ärztin als medizinische(r) Leite¬
rin) einer bestimmten Fachabteilung
in einem Krankenhaus, der/die Pri¬
vatpatienten gesondert abrechnen
darf »Frau Dr. Schmidt ist Chefarztin
der Inneren Abteilung im Marienhos¬
pital.«
Chef|eta[ge —» Chef]ejta|ge: dat.-fr.;
fr.) /schäf- [österr. auch] schef-/ die;
- ; -n a) Räumlichkeiten einer Firma
o. ä., in denen sich die Vorstandsbü¬
ros, Büros der Chefs befinden b)
[ugs.] Gesamtheit aller Personen, die
leitende Aufgaben innerhalb eines Be¬
triebes o. ä. innehaben, eine Firma
o. ä. leiten
Chef)re|dak|teur: dat.-fr.; lat.-fr.)
/schäf- [österr. auch] schef-/ der; -s; -e
weibl. Chef]re|dak|teu]rin: die; - ; -nen
<Beruf> Person, die die Redaktion ei¬
ner Presseabteilung leitet »Der Chef¬
redakteur unserer Zeitung geht näch¬
stes Jahr in Rente.«
Chef|vi|si|te: dat.-fr.) /schäf- [österr.
auch] schef-/ die; - ; -n Kontrollgang,
-besuch (teilweise mit einer kurzen
Untersuchung der Patienten) auf ei¬
ner Krankenhausstation unter Lei¬
tung des Chefarztes, der Chefärztin
(meist bei Privatpatienten) »Die Chef¬
visitefindet um 9 Uhr statt.«
Chem.: Abk. a) Chemie b) Chemikerin)
ehern.: Abk. chemisch
Chejmje: <arab.-it.-fr.) /(s)chemi/ die; - ;
- Naturwissenschaft, Lehre von den
Stoffen u. ihren Verbindungen
Chefmie|aijbei|ter: /(s)chemi-/ der; -s; -
weibl. Che|mie|ar|bei|te|rih: die; - ;
-nen un- od. angelernte Arbeitskraft
in einem Chemikalien verarbeitenden
Werk »Wegen einer Allergie kann er
den Job als Chemiearbeiter nicht mehr
ausüben.« Syn.: [ugs.] Chemiewerke¬
rin)
Che|mte|fa|ser. (arab.-it.-fr.) /(s)chemi-/
die; - ; -n künstlich hergestellter/s
Textilfaden, Gewebe »Pullover aus
Chemiefasern ziehe ich nur mit einem
T-Shirt darunter an.«
Chelmje|wer|ker: /(s)chemi-/ der; -s; -
weibl. Che|mie|wer)ke|rin: die; -; -nen
[ugs.] un- od. angelernte Arbeitskraft
in einem Chemikalien verarbeitenden
Werk »Wegen einer Allergie kann er
den Job als Chemiewerker nicht mehr
ausüben.« Syn.: Chemiearbeiter(in)
Che|mi|ka|lie: <arab.-it.-fr.> /(s)chemi-
kalje/ die; - ; -n (m. PL) chemischer
Stoff (aus industrieller Produktion)
Mit Chemikalien zu experimentieren,
ist nicht ganz ungefährlich.«
Che|mi[ker: <arab.-it.-fr.) /(sjehemiker/
der; -s; - weibl. Che|mi|ke|rin: die; - ;
-nen Naturwissenschaftler(in), die auf
dem Feld der Chemie forscht, tätig ist
che|misch: <arab.-it.-fr.) /(s)chemisch/
Ad), n. stg. a) die Chemie betreffend;
in der Chemie verwendet »chemische
Reaktion« b) künstlichen u. nicht na¬
türlichen Ursprungs »Chemische Mit¬
tel zur Insektenvemichtmg sind um¬
weltschädlich.«
Che|mo|keu|!e: /(s)chemo-/ die; - ; -n
[ugs.] a) chemische Waffe, mit der der
Gegner durch Reizmittel (z. B. Trä¬
nengas) angriffs- u. verteidigungsun¬
fähig gemacht werden kann »Sie be¬
sorgte sich eine Chemokeule (auch:
chemische Keule) gegen Einbrecher.«
b) Schädlingsbekämpfungsmittel auf
chemischer Basis »Gegen die Blatt¬
läuse habe ich eine Chemokeule einge¬
setzt.«
che|mo|tak|tisch: /(s)chemo-/ Adj. n.
stg. <Bio.> die mittels chemischer Rei¬
ze hervorgerufenen Orientierungsbe¬
wegungen bei tierischen u. pflanzli¬
chen Lebewesen betreffend
Chemoth.: Abk. Chemotherapie
chelmolthelralpeulMsch: /(s)chemo-/
Adj. n. stg. <Med.> chemisch fierge¬
stellte Arzneien betreffend, die krank¬
heitserregende Keime abtöten od. de¬
ren Ausbreitung hemmen »Die
schnelle Ausbreitung der Epidemie er¬
forderte chemotherapeutische Ma߬
nahmen.«
Che]mo|the|ra|pie/Chetmo|the|ra|pie:
/(s)chemo-/ die; - ; - Behandlung (ei¬
nes Menschen) mit chemischen Stof¬
fen, meist zur Abtötung bösartiger
Geschwülste, Zellen (vor allem
Krebszellen), aber auch gegen Infek¬
tionen »Nachdem Magenkrebs festge¬
stellt worden war, mußte er sich einer
Chemotherapie unterziehen.«
Chew|ing-gum —> Che|w|ing|gum:
(engl.) /tschuing-gam/ der; - u. -s; -s
Genußmittel zum Kauen von knet¬
gummiartiger Beschaffenheit (be¬
stehend aus dem eingedickten Sirup
des mittelamerikanischen Spotillbau-
mes od. aus synthetisch hergestelltem
Polyvinylchlorid) »Ich kaue nur Che-
wing-gum ohne Zucker, damit ich nicht
Karies bekomme.« Syn.: Kaugummi
Chi: (gr.) das; - u. -s; -s zweiundzwan¬
zigster Buchstabe im griechischen Al¬
phabet »Ein großes Chi schreibt man
•X'.«
Chi|as|mus: (gr.) /chi-aßmuß/ der; - ; -
<Stilkunde> syntaktisch kreuzweises
Gegeneinanderstellen von aufeinan¬
der bezogenen Begriffen »Papa spielt
die Trompete, Posaune die Mama, die
Tante spielt die Flöte, Fagott der Opa¬
pa, und meine Schwester Jette, die
spielt die Klarinette; ich selber spiel’
zum Spaß den großen Kontrabaß.«
214
Chlorkalk
(Chiasmen sind: »Trompete, Posaune,
...; Flöte, Fagott». Parallelismen sind
jeweils die Einleitungen »Papa spielt
.... die Tante spielt...» u. weiter: meine
Schwester Jette .... ick selber ...»)
Ant.: Parallelismus
chic/schick: <fr.> /schick/ Adj. elegant,
oft der Mode entsprechend gekleidet
Chi|co|röe —> auch Schj|ko|ree: <gr.-
lat.-fr.-it•> /schikore/ der; - u. -s; - u.
die; - ; - als Gemüse, Salat gegessene
junge grün-gelbe Sprosse der Gemü¬
sezichorie von leicht herb-bitterem
Geschmack
chiff(r).: Abk. chiffriert = verschlüsselt
Chif)fon/Chif{fon: <arab.-fr.> /schifosg/
der; -s; -s u. [österr.] -e dünner, fast
durchsichtiger (Seiden-)Stoff
Chtfjfre—* Chjfjfire: tarab.-lat.-fr.; lat.-
it.i /schiffre u. Schiffer/ die; - ; -« 1
Ziffer (geheimes) Schriftzeichen »Die¬
ser Briefumschlag hat die Chiffre
1234.« 2 Kennziffern von Zeitungsan¬
noncen, die man bei Rückmeldungen
angeben muß, so daß Name u./od.
Anschrift des Inserenten geheim blei¬
ben »Ich möchte eine Bekanntschafts¬
anzeige unter Chiffre aufgeben.« 3 <Li-
teraturwiss.) Stilfigur in der moder¬
nen Lyrik
Chlfjfi«|an|zei|ge —> Chif|fjrejan|zeijge:
/schiffre- u. Schiffer-/ die; ~ ; -n Zei¬
tungsannonce, die der Interessent bei
Rückmeldungen angeben muß, so
daß Name u./od. Anschrift des Inse¬
renten geheim bleiben
Chif(fre|num|mer —> Chif|f]re|num|-
mer: /schiffre- u. schjffer-/ die; ~ ; -n 1
Ziffer, (geheimes) Schriftzeichen
»Dieser Briefumschlag hat die Chiffre
1234.« 2 Kennziffern von Zeitungsan¬
noncen, die man bei Rückmeldungen
angeben muß, so daß Name u./od.
Anschrift des Inserenten geheim blei¬
ben
chifffriejren —» chif|f|rie|ren: </r.>
/schiffriren/ chiffrierst; chiffriertest;
hast chiffriert eine Nachricht in einem
Geheimcode verfassen »Diesen Text
kann ich nicht lesen, denn er wurde
chiffriert.« Ant.: dechiffrieren
Chif)frie|rung —» Chif|f|rie|ning: /schif-
frirung/ die; - ; -en das Abfassen einer
Nachricht in einem Geheimcode »Die
Chiffrierung des Textes erwies sich als
äußerst kompliziert.«
Chi|li: <Sndian. Spr.-span.> /(t)schili/ der;
-s; -s 1 a) o. PI. sehr scharfe mittel¬
amerikanische Paprikaart, die den
Cayennepfeffer liefert b) Schote,
Frucht des Chili (la) »Diese Sauce
würze ich mit Chili.« 2 fugs. auch]
das; -s; -s mit Chilis gewürzter, mittel¬
amerikanischer Fleisch-Gemüse-Ein-
topf
Chijli|as|mus: <gr.-lat.r der; - ; - <Reli¬
gion> Glaube an die in der Bibel be¬
schriebene Lehre von der Erwartung
des 1000jährigen Reiches Christi
nach dessen Rückkehr auf die Erde
vor dem Weitende »Der ChUiasmus
gründet auf der apokalyptischen Pro-
phezeihung in der biblischen Offenba¬
rung.«
Chi|li|sojße: <Indian. Spr.-span.r
/(t)schili-/ die; ~ ; -n zähflüssige Tun¬
ke, die sehr scharf mit Cayennepfeffer
gewürzt ist u. als Beigabe zu Fleisch-
u. Gemüsegerichten serviert wird
Chi|mä|re: <fr.-lat.> /schimäre/ die; - ; -n
1 Ungeheuer aus der griechischen Sa¬
ge, das den Kopf eines Löwen, den
Rumpf einer Ziege u. das Hinterteil
eines Drachen hat 2 auch: Schi|mjj|re:
m. PI. Dinge, die man sich einbildet
»Das ist doch nicht wirklich, was du dir
da vorstellst, das sind doch bloß
Chimären!« 3 <Med.; Bio.> Organis¬
mus, der aus genotypisch verschiede¬
nen Geweben mit unterschiedlicher
Chromosomenstruktur aufgebaut ist,
hervorgerufen durch irreguläre Zell¬
teilung od. künstliche Gewebever¬
schiebung mittels Pfropfung, Syn.: <2>
Hirngespinst; Phantasterei; <3>
Pfropfbastard 4 einer Chimäre/Schi-
märe nachjagen: einem Hirngespinst
nachlaufen, anhängen
chijmgjrisch/schi|mä|risch: tfr.-lat.>
/schimärisch/ Adj. trügerisch; unreali¬
stisch »Seine Vorstellung von einer
Zukunft in Reichtum und Überfluß er¬
wies sich als chimärische Hoffnung.«
chin.: Abk. chinesisch
Chi|na: /(s)china u. [landsch.] kina/o.
Art; -s; - Staat in Asien, mit Haupt¬
stadt Peking
Chjjna|kohl: /(s)chma- u. [landsch.]
kina-/ der; -s; - (roh u. gekocht eßba¬
res) ostasiatisches Kohlgemüse »Chi¬
nakohlfällt beim Kochen stark zusam¬
men.«
Chi|na|kra[cher: /(s)ctiina- u. [landsch.]
kjna-/ der; -s; - heftig u. lautstark ex¬
plodierender Feuenverkskörper
' »Chinakracher sind oft die lautesten
Knallköper, die man in der Silvester¬
nacht hört.«
chi|ne|sisch: /(s)chinesisch u. [landsch.]
kinesisch/ Adj. n. stg. 1 aus China
stammend, kommend; das Land Chi¬
na, dessen Einwohner, Kultur usw.
betreffend »Peking ist eine chinesische
Großstadt.« 2 etw. ist für jmdn. chi¬
nesisch —» etw. ist für jmdn.
Chinesisch: [ugs.] etw. ist jmdm. völ¬
lig unklar, unemsichtig, nicht zu ver¬
stehen »Jetzt hör’ endlich auf, über
deinen Beruf als Programmierer zu
fachsimpeln - das ist für mich doch nur
(fach) chinesisch.«
Chi|nin: <Indian. Spr.-span.-it.-fro das; -
u. -s; - Inhaltsstoff, Alkaloid aus der
Chinarinde, das in manchen Geträn¬
ken u. in Medikamenten (z. B. gegen
Malaria) verwendet wird »Dieses Fie¬
bermedikament enthält Chinin.«
Chintz: <Hmdi-engi> der; - u. -es; -e
/tschinz/ mittels eines Wachsüberzugs
seidenglänzendes Baumwoll- od.
Chemiefasergewebe
Chip: <engl.y /(t)schjpp/ der; -s; -s 1 m.
PL dünne, in Öl frittierte, gewürzte
Kartoffeischeibe »Ich habe eine ganze
Tüte Chips gegessen.« 2 «Glücksspiele
wie RouIette> statt Geld verwende¬
te^) Spielmarke, Plastikgeld »Erlöste
seine Chips an der Kasse gegen Geld
ein.« 3 kleiner (Datenspeicher im
Computer
Chic,: Abk. a) Chirurgie b) Chirurgen)
chic: Abk. chirurgisch
Chi|ro|man|tie: <gr.> /(s)chiromanti/ die;
- ; - Kunst des Handlesens, der Zu¬
kunftsdeutung aus den Handlinien ei¬
nes Menschen »Meine Großmutter
hat mich zwar als Kind in die Geheim¬
nisse der Chiromantie eingewiesen,
aber so recht glaube ich nicht daran.«
Chi|ro|prakjtik: <gr.> /(s)chiro-/ die; ~ ; -
<Med.> das Einrenken von Wirbel- u.
Bandscheiben Verschiebungen
Chi|rofprak|ti|ker: <gr.» /(s)chiro-/ der;
-s; - wem. Chi|ro|prakfti|ke|rin: die;
- ; -nen Person, die das Einrenken
(per Hand) von verschobenen Band¬
scheiben, Wirbeln beherrscht »Der
Hausarzt schickte sie zu einer Chiro¬
praktikerin.«
Chirjurg -9- Chi|r|urg: <gr.-lat.>
/(s)chiturg/ der; -en; -en weibl. Chiij-
utjgin Chi|ijurjgin: die; - ; -nen
Arzt, -ärztin, der/die eine medizini¬
sche Facharztausbildung auf dem
Spezialgebiet der Chirurgie abgelegt
hat »Btinddarmoperalionen werden
von Chirurgen dwchgejuhrt.«
Chirtur|gie —* Chi|r|urjgie: <gr.-lat.>
/(s)chirurgi/ die; - ; Chirurgien
/(s^hirurgint/ <Med.> 1 medizinisches
Fachgebiet, bei dem durch operatives
Eingreifen in den Organismus eine
(krankhafte) Veränderung od. Funk¬
tionsstörung des Körpers behoben
werden soll »In den letzten Jahren
wurden bahnbrechende Fortschritte
auf dem Gebiet der Chirurgie
gemacht.« 2 Spezialklinik od. Fach¬
abteilung eines Krankenhauses, wo
durch operatives Eingreifen in den
Organismus (krankhafte) Verände¬
rungen od. Funktionsstörungen des
Körpers behoben werden sollen
»Nach ihrem Oberschenkelhalsbruch
liegt meine Tante nun schon seit sechs
Wochen auf der Chirurgie.«
chir|urjgisch—> chi[r|ur|gisch: <gr.-lat.>
/(s)chirurgisch/ Adj. n. stg. die Chi¬
rurgie betreffend; operativ »Nach
dem schweren Autounfall mußte er sich
einem komplizierten chirurgischen
Eingriffunterziehen.«
Chi)tin: <semit.-gr.-lato das; -s; - harter,
homähnlicher Bestandteil der Kör¬
perhülle von Käfern, Insekten u. ä.
Das Chitin im Panzer erschwert den
natürlichen Feinden den Angriff auf
das Tier.«
Chlf.: Abk. Chloroform = ein Betäu¬
bungsmittel
Chlor: <gr.> /klor/ das; -s; - gasförmiger,
stärk riechender chemischer Grund¬
stoff, der sich gut mit Wasser u. Luft
verbindet »Das Wasser im Schwimm¬
becken wird mit Chlor versetzt.«
chlojren: <gr.> /kloren/ chlorst; chlortest;
hast gechlort 1 mittels einer Chlorbe¬
handlung keimfrei machen »Das
Wasser im Schwimmbad ist stark
gechlort.« 2 <Chemie> mittels einer
chemischen Reaktion einzelne Atome
od. ganze Atomgruppen einer Mole¬
külverbindung durch Chlor ersetzen
chig|rig: <gr.> /klorig/ Adj. 1 den chemi¬
schen Grundstoff Chlor enthaltend
»Ich mag kein Leitungswasser - das ist
mir zu chlorig!« 2 chlorige Säure:
Chlorsauerstoffsäure, die sich leicht
zersetzt
ChloijkaNc: <gr; dt.> /klor-/ der; -s; - che¬
mische Verbindung von Chlor u. ge¬
löschtem Kalk in Pulverform »Zum
215
Chloroform
Bleichen wurden die Textilien mit
Chlorkalk behandelt.«
CMo|ro|fomt: (gr.-lat» /kloroform/ das;
-s; - <Chemie> süßlich riechende Flüs¬
sigkeit aus Chlorkalk u. Ameisensäu¬
re, die bei Einatmung zu Ohnmacht,
Bewußtlosigkeit führt »Man fand ein
mit Chloroform getränktes Tuch am
Tatort des Überfalles.«
chk>|ro]for]mie|ren: <gr.-lat.> /klorofor-
miren/ chloroformierst; chlorofor¬
miertest; hast chloroformiert bei ei¬
nem Lebewesen das Bewußtsein aus¬
schalten, indem man es Chloroform
einatmen läßt
Chto|ro|phylt: (gr» /klorofüll/ das; -s; -
<Bot.» der Photosynthese dienender
Bestandteil, grüner (Blatt-)Farbstoff
in Pflanzen »Die Assimilation ist nur
mit Chlorophyll möglich.«
Chlojrung: (gr; dt.> /klorung/ die; - ; -en
Behandlung mit Chlor zur Desinfizie¬
rung »Das Wasser im Schwimmbek-
ken wird durch Chlorung entkeimt.«
Chlorfver]bin|dung: <gr; dt» /klor-/ die;
-; -en Verbindung des Chlors mit an¬
deren chemischen Stoffen od. Ele¬
menten »Chlorkalk ist eine Chlorver¬
bindung.«
Choke: (engl.) /tschq"k u. tschoke/ der;
-s; -s beim Kaltstart eingesetzte Luft¬
klappe am Vergaser eines (Auto-)
Motors »Der Wagen springt nicht an,
da ich vergessen habe, den Choke zu
ziehen.« Syn.: Choker
Chojken <engh /tscho“ker/ der; -s; -s
Luftklappe am Vergaser, die den
Kaltstart eines Kraftfahrzeugs er¬
leichtert »Um den Wagen zu starten,
zog er den Choker heraus.« Syn.: Cho¬
ke
Chol.: Abk. Cholesterin = Stoffwech¬
selzwischenprodukt, das bei zu hoher
Konzentration im Blut zur Verkal¬
kung der Gefäße führen kann
Cho|le|ra: <gr.-lat.> /kolera/ die; - ; - an¬
steckende Infektionskrankheit mit
starkem Brechdurchfall
Cho[te|ri|ker. <gr.-lat.> /koleriker/ der;
-s; - weibl. Cho|le|ri|ke|rin: die; ~ ;
-nen leicht erregbarer, jähzorniger
Mensch
cho|le|risch: (gr.; dt.» /kolerisch/ Adj.
<Charaktereigenschaft> leicht zu rei¬
zen; jähzornig
Cho|fe|ste|rjn —> Cho(l«s(te|rin: (gr»
/kolesterin/ das; -s; - <Med.» wich¬
tigste Kohlenwasserstoffverbindung,
die in allen Zellen des menschlichen
Körpers vorkommt; Stoffwechselzwi¬
schenprodukt, das bei zu hoher Kon¬
zentration im Blut zur Verkalkung
der Gefäße führen kann »Bei der Er¬
nährung muß sie auf Cholesterin ach¬
ten.«
Chopjper: (engl» /tschopper/ der; -s; -
1 urzeitliches Steinwerkzeug; Faust¬
keil »Im Museum waren auch eiszeitli¬
che Chopper zu sehen.« 2 <Physik>
Vorrichtung zum zeitweiligen Unter¬
brechen einer Strahlung »Mit Hilfe
eines Choppers wurden getrennte
Strahlenimpulse erzeugt.« 3 <amerik.>
a) spezielles Motorrad mit hoher, ge¬
teilter Lenksäule »Mit seinem rasan¬
ten Chopper fuhr er durch die Stra¬
ßen.« b) Fahrer eines solchen Motor¬
rads »Der Chopper trug eine schwarze
Lederkombi u. Motorradstiefet.«
Chor. <.gr.-lat» /kor/ der; -(e)s; Chöre 1
abgesetzter Teil der Kirche mit Altar
»Im Chor stand ein barocker
Hochaltar.« 2 zusammen, gemeinsam
singende Personen »Ich singe im Chor
unserer Schule.« 3 mehrstimmiger Ge¬
sang; Musikstück für (mehrstimmi¬
gen) Gesang »Er hat einen Chor
komponiert.« 4 zu einer Taste gehö¬
rende Orgelpfeifen (der gemischten
Stimmen)
Cho|ral: (gr.-lat» /koral/ der; -(e)s;
Choräle 1 evangelisches Kirchenlied,
das beim Gottesdienst von der Ge¬
meinde gesungen wird »Im Gottes¬
dienst wurde ein Choral von Luther
gesungen.« 2 nach bestimmten Regeln
komponierter gregorianischer Ge¬
sang
Cho|ral|buch: <gr.; dt» /koral-/ das;
-(e)s; -bücher Christentum» Samm¬
lung von Noten u. Liedtexten in
Buchform für die Orgelbegleitung des
evangelischen Gottesdienstes
—»■ Cho|re|o|graf/Cho|re|o|gra|fin: s.
Choreograph
—*■ Cho|re|o|gra|fje: s. Choreographie
—» cho|re|o|gra(fi«lren: s. choreogra-
phieren
—»• cho|re|o|grajfisch: s. choreogra¬
phisch
Cho|reo|graph —> auch Cho|re(o|graf:
der; -en; -en weibl. Cho]reo|gra|phin
—*■ auch Cho|re|o|gra|fin: die; -; -nen
<gr.-lat.> /koreograf/ «Theater» Gestal-
ter(in) von Ballettprogrammen, Bal-
lettregisseur(in), der/die für die künst¬
lerische Gestaltung einer tänzerischen
Vorführung, Aufführung verantwort¬
lich ist
Cho|reo|gra|phje —> auch Cho)re|o|-
graffie: (gr.-lat» /koreografi/ die; ~ ;
Choreographien jkoreografßnj a)
künstlerische Gestaltung einer tänze¬
rischen Vorführung, Aufführung
»Das war eine sehr gelungene moderne
Choreographie.« b) schriftliche Dar¬
stellungeiner Choreographie (a) »Die
Choreographie wurde im Krieg zer¬
stört.«
cho|reo(gra|phiejren —» auch cho|re|-
o|gra|fje|ren: (gr.-lat» /koreografiren/
«Theater» choreographierst; choreo-
graphiertest; hast Choreographien ein
Ballettprogramm künstlerisch gestal¬
ten u. mit Tänzern, Tänzerinnen ein¬
studieren
cho)reo|gra]phisch —> cho|re|o|gra]-
phisch/cho|re|o|gra|fisch: <gr.-lat.>
/koreografisch/ Adj. n. stg. <Theater>
die künstlerische Gestaltung eines
Balletts betreffend
Chorjge|stühl: (gr.-lat.; dt» /kor-/ das;
- (e)s; -e für die Geistlichen gefertigte,
mit Schnitzereien verzierte Stühle,
Bänke im Altarraum »Bitte lenken
Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das goti¬
sche Chorgestühl!«
Chor|herr. (gr.-lat.; dt» /kor-/ der;
-(e)n; -en <kath. Kirche» Mitglied ei¬
nes Ordens, dessen Angehörige nicht
nach einer Ordensregel leben »Die
Chorherren lebten in einem Stift.«
Chofrist: dat» /korißt/ der; -en; -en
weibl. Cho)ri|stin Cho|ris|tin: die;
- ; -nen Sänger(in) in einem Chor »Jo¬
seph Haydn war in seiner Jugend ein
guter Chorist.«
Chor]kna)be: (gr.-lat.; dt» /kor-/ der; -n;
•n 1 [veralt.] Junge, der in einem Kir¬
chenchor (für Jungen) singt 2
[scherzh.; ugs.) sehr harmloser, tu¬
gendhafter, braver Mann, Junge »Er
ist auch nicht immer ein Chorknabe ge¬
wesen.«
Chorjleifter: (gr.-lat.; dt» /kor-/ der; -s;
- weibl. Chor)lei|te|rin: die; ~ ; -nen
Leiterin) u. Dirigenten) eines Chores
Chorjpro|be: <gr.-lat.; dt» /kor-/ die; - ;
-n Übung od. Einstudierung von
Chormusik durch einen Chor
Chglrus: dat.-engl» /koruß/ der; -; -se 1
[veralt.] Sängergemeinschaft; Chor
»Nach dem Violinsolo kommt der Ein¬
satz des Chorus.« 2 <Musik; Jazz» har¬
monisch festgelegtes Thema, das
mehrfach wiederholt u. improvisiert
werden kann
Chg|se/Scho|se: dat.-fr» /schose/ die;
-; -n (PI. s.) 1 [ugs.] Sache dH. Ange¬
legenheit »Damit ist die Chose ja wohl
erledigt!« 2 größere Anzahl von (zu¬
sammengehörigen) Dingen »Ich stieß
gegen das Tablett, u. die ganze Chose
fiel auf den Boden.«
chq.: Abk. <Bankw.» (engl» od. (fr» che-
que = Scheck
Chr.: Abk. 1 a) Christentum b) Christus
c) Christen) 2 Chrom = chemischer
Grundstoff, Schwermetall 3 a) Chro¬
nik ■= Aufzeichnung geschichtlicher
Ereignisse in zeitlicher Reihenfolge b)
Chronist(in) 4 Chronologie = zeitli¬
che Folge
ehr.: Abk. 1 christlich 2 chronisch =
dauerhaft
Chris|ma: <gr.-lat» /krißma/ das; -s; -
geweihtes Salböl in der katholischen
Kirche »Bei der Taufe wurde der Täuf¬
ling mit Chrisma gesalbt.«
Christ: <gr.-lat» /krißt/ der; -en; -en
weibl, Chri|stin —» Chris|tin: die; • ;
-nen Person, die getauft ist u. sich zur
christlichen Religion bekennt
Christ|baum: <gr.; dt> /krißt-/ der; ~(e)s;
-bäume zu Weihnachten aufgestellter,
mit Kugeln o. ä. festlich geschmück¬
ter Nadelbaum Syn.: Weihnachts¬
baum; Tannenbaum
Christ|baum|schmuck: <gr.; dt> /krißt-/
der; -(ejs; - am Weihnachtsbaum be¬
festigter od. aufgehängter Schmuck
aus unterschiedlichsten Materialien
in verschiedenen Formen u. Farben
»Das Kerzenlicht ließ den Christbaum¬
schmuck besonders schön glänzen.«
Chr?st|de|mo|krat —> Christjde|mo|k|-
rät: /krißt-/ der; -en; -en weibl.
Christ|de|mo|kra|tin —> Christ|de|-
mo|k|raftin: die; - ; -nen (gr» Mitglied
in einer christlich-demokratischen
Partei
Chri|sten|glau|be —* Chris|ten|glau|-
be: (gr.; dt» /krißten-/ der; -ns; - der
Glaube an Jesus Christus »Der Chri¬
stenglaube hat in der modernen westli¬
chen Welt an Bedeutung verloren.«
Chri|sten|hett —* Chiis|ten|heit: (gr.;
dt» /krißten-/ die; ~ ; - Gesamtheit der
Angehörigen des christlichen Glau¬
bens »Ostern ist das höchste Fest für
die gesamte Christenheit.«
Chrijstenlmensch —> Chris|ten|-
mensch: (gr.; dt» /krißten-/ der; -en;
216
Cinemathek
-en dem christlichen Glauben angehö¬
render Mensch »Es ist die Pflicht eines
Christenmenschen, den Hungernden zu
helfen.«
Chrijsten|pflicht —> Chrjs|ten|pflicht:
(gr.; dt» /krißten-/ die; - ; - Verpflich¬
tung eines Christen zur Nächstenliebe
»Er betrachtete es als seine Christen¬
pflicht, dem Alkoholkranken zu hel¬
fen.«
Chrijstenftum —» Chris(ten|tum: (gr.-
lat» /krißtentum/ das; -s; -1 auf die
Bibel, das Leben von Jesus Christus
zurückgehende Religion »Das Chri¬
stentum existiert seit etwa 2000
Jahren.« 2 Glaube an das Christen¬
tum (1)
Chri|sten|vertfol|gung Chris|ten|-
vertfoljgung: /krißten-/ die; - ; -en
(staatliche) Verfolgung von Christen
aufgrund ihres Glaubens
Christ(fest: <gr.; dt> /krißt-/ das; -fe)s; -
(Christentum) alljährliche Feier zum
Gedenken an die Geburt Jesu Christi
Syn.: Weihnachten; Weihnachtsfest
Chri|sti Him|metjfahrt —*• Chrisjti Him|-
mel|fahrt <gr.; dt> /krißti
himmelfahrt/ o. Art.; - ; - hoher
christlicher Feiertag zwischen Ostern
u. Pfingsten »Christi Himmelfahrt er¬
innert an den Aufstieg Jesu Christi ins
Himmelreich.«
chri|stia|ni|sie|ren —» chris|ti|a|ni|sie|-
ren: <gr.; di» /krißtianisiren/ christia¬
nisierst; christianisiertest; hast chri¬
stianisiert a) zum christlichen Glau¬
ben bekehren »Der Missionar chri¬
stianisierte die geistergläubigen
Eingeborenen.« b) etw. den Anschein
des christlichen Glaubens geben »Die
Sonnenwendenbräuche wurden chri¬
stianisiert.«
Christ|kind: <gr.-lat.; dt» /krißt-/ das;
-fe)s; -1 Darstellung des Jesuskindes
»Das Christkind liegt in der Krippe.« 2
geheimnisvolle Figur, die (den Kin¬
dern) zu Weihnachten Geschenke
bringt »Heiligabend kommt das
Christkind.« 3 [landsch., besonders
süddt.] Geschenk, das das Christkind
(a) angeblich gebracht hat »Was hast
du denn als Christkind bekommen?«
Christ(kindl: <gr.; dt> /krißtkindel/ das;
-s; - [süddt.; österr.] Verkleinerungs¬
form für Christkind
Christ|kind|lein: <gr.; dt» /krißt-/ das; -s;
- Vemiedlichungsform von Christ¬
kind »Schau, in der Krippe am Altar
liegt ein holzgeschnitztes Christkind¬
lein.«
Christi.: A bk. christlich
christjlich: /krißtlich/ Adj. auf Christus
u. seine Lehre bezogen; zur Religion
des Christentums gehörend »christli¬
che Nächstenliebe«
Christ|lich|keit: (gr.; dt> /krißtlichkeit/
die; - ; - christliche Überzeugung u.
Lebensweise »Die Christlichkeit er¬
weist sich vor allem in der Nächstenlie¬
be.«
Christ|met|te: (gr.-lat» /krißt-/ die; - ;
-n katholische Messe am Vorabend,
frühen Morgen des 25. Dezember
Christjnacht: <gr.; dt» /krißt-/ die; - ; -
die Nacht vom Heiligen Abend auf
den ersten Weihnachtstag »In der
Christnacht sind viele Zimmer festlich
erleuchtet.« Syn.: Heiligabend; Heili¬
ge Nacht
Chrtet|stol|len: (gr.-lat.; dt» /krißt-/ der;
- u. -s; - Weihnachtsgebäck mit Ro¬
sinen, kandierten Früchten (u. Marzi¬
pan), das in Scheiben geschnitten ge¬
gessen wird
Chrijstus —> Chn>|tus: <gr» /krißtuß/
der; - ; - kurz für Jesus Christus, zen¬
trale Gestalt des Christentums, die als
Sohn Gottes bezeichnet wird
Chrom: (gr.-lat.-fr» /krom/ das; -s; -
nicht oxydierendes, hartes, silbrig
glänzendes Material, Metall »Zu
Weihnachten wünsche ich mir eine
Saftpresse aus Chrom.«
Chro|ma|tik: (gr.-lat» /kromatik/ die; - ;
- 1 <Physik> Farblehre »Heute kom¬
men wir im Physikmterricht zur
Chromatik.« 2 <Musik> Veränderung
um einen Halbtonschritt, die die Er¬
höhung od. Erniedrigung der Stamm¬
tonart bewirkt »Die chromatische
Tonleiter ist eine nur aus Halbton¬
schritten gebildete Tonleiter.«
chrom|blrt|2end: (gr.; dt» /krom-/ Adj.
n. stg. silberglänzend
Chrom|nickel|stahl (Chrom|nik|kel|-
stähl) —> Chrom|ni|ckel|stahl/
Chrom-Ni|ckel-Stahl: <gr.; dt»
/kromnickel-/ der; -(e)s; - <Chemie>
beständiges Material aus den Be¬
standteilen Chrom u. Nickel »Bei
dem verwendeten Material handelt es
sich um hochwertigen Chromnickel¬
stahl.«
Chro|mo|som: (gr.-lat» /kromosom/
das; -s; -e(n) (m. PI.) <Bio.> Träger
der Erbinformationen in der Zelle
»Die menschliche Zelle hat 23 Chro¬
mosomenpaare.«
Chro|mo|so|men|sat2: (gr.; dt»
/kromosomen-/ der; -es; -salze <Bio.;
Genetik) alle Zell- ud. Kernchromo¬
somen »Jedem Lebewesen wurde
durch seinen Chromosomensatz die
Gestalt vererbt.«
Chron.: Abk. 1 a) Chronik = Aufzeich¬
nung geschichtlicher Ereignisse in
zeitlicher Reihenfolge b) Chronisten)
2 Chronologie = zeitliche Folge
chron.: Abk. 1 chronisch = dauerhaft 2
chronologisch = zeitlich geordnet
Chro|nilc (gr.-lat» /kronik/ die; - ; -en
Aufzeichnung von Ereignissen in zeit¬
licher Reihenfolge »In vielen Städten
gibt es noch mittelalterliche Chroni¬
ken.«
chrojnisch: (gr.-lat» /kronisch/ Adj. a)
<Med.; oft bei Leiden od. Krankhei¬
ten) langwierig; immer vorhanden;
langsam verlaufend b) [ugs.] dauernd
»Ich bin chronisch faul und müde.«
Chro[nist: (gr.-lat» /kronißt/ der; -en;
-en weibl. Chro|ni|stin —» Chro|nis|-
tin: die; - ; -nen Autor(in) einer Chro¬
nik »Der Chronist schrieb die Ge¬
schichte der Stadbelagerung und der
Befreiung.«
Chro|ni)sten|pflicht —» Chro|nisften|-
pflicht (gr.; dt» /kronißten-/ die; - ;
-en Aufgabe, Verpflichtung, Bindung
daran, über etw. nicht aus subjektiver
Sicht zu berichten »Es ist Chronisten¬
pflicht, ausgewogen u. möglichst ob¬
jektiv zu berichten.«
chro|no|gra|phisch —*■ auch chro|no|-
gra|fisch: (gr.; dt» /kronografisch/
Adj. n. stg. <Geschichte> die Schrei¬
bung der Geschichte, von Ereignissen
in einer chronologischen, zeitlichen
Reihenfolge betreffend »Die chrono-
graphische Darstellung seines körper¬
lichen Verfalls war sehr bedrückend.«
Chro|no|lo|gje: (gr» /kronologi/ die; - ;
Chronologien jkronologmj 1 a) o. PI.
Lehre u. Wissenschaft der Zeitrech¬
nung u. -messung b) Zeitrechnung 2
zeitliche Folge von Ereignissen o. ä.
»die Chronologie des Zweiten Welt¬
kriegs«
clm>|no|lo|gisch: (gr.-lat» /kronolo-
gisch/ Adj. zeitlich geordnet »eine
chronologische Darstellung der Ereig¬
nisse«
Chro|no|me|ter (gr.-lat» /kronometer/
das; -s; - genau gehende Uhr
chro|no|mejtrisch —* chro|no|me|t|-
risch: (gr.; dt» /kronometrisch/ Ädj.
n. stg. <Physik> beruhend auf genauer
Messung der Zeit »Die chronometri¬
sche Auswertung ergab eine Reakti¬
onsgeschwindigkeit von 3,69 Sekun¬
den.«
Chrys|an|the|me —» Chry|s|an|the|me:
<gr.-lat» /krüsanteme/ die; - ; -n Win¬
teraster; weitverbreitete Pflanze mit
großen, oft gelben Blüten u. bläulich¬
grünen dicken Blättern, die zur Gat¬
tung der Korbblüter gehört u. in Süd¬
europa als Getreideunkraut gilt
Chrys|an|the|mum —» Chryjs|an(the|-
mum: (gr.-lat» /krüsantemum/ das;
-s; Chrysanthemen Winteraster; weit¬
verbreitete Pflanze mit großen, oft
gelben Blüten u. bläulichgrünen dik-
ken Blättern, die zur Gattung der
Korbblüter gehört u. in Südeuropa
als Getreideunkraut gilt
Chut|ney: (Hindi-engl» /tschatni/ das; •
u. -s; -s Soße, die mit scharfen Gewür¬
zen u. Fruchtstückchen zubereilet ist
Chuz|pe: (hebr.-jidd» /ehuzpe/ Frech¬
heit, mit der jmd. eine Situation mei¬
stert, zu seinem Vorteil ausnutzt
CIA: Abk. Central Intelligence Agency
= Geheimdienst der Vereinigten
Staaten von Amerika
ciao/tschau: dt» /tschau/ italienischer
Gruß »Bevor ich gehe, sage ich allen
nochmal ciao.« Syn.: tschö; tschüß
Ci|dre/Zi|der —* Ci|d|re/Zi|der. <hebr.-
gr.-lat.-fr» /ßidre u. ßider/ der; ~ ; -s
(französischer) Apfelwein
Ci|ne|ast: (gr.-fr» /kineaßt u. ßineaßt/
der; -en; -en weibl. Cl|nea|stin —>"Ci|-
ne|as|tin: die; - ; -nen 1 Person, die
Kinofilme liebt, gut kennt, gerne ins
Kino geht »Sie ist begeisterte
Cineastin.« 2 Person, die Filme kriti¬
siert od. macht »Die Cineasten bekla¬
gen den Niveauverfall des heimischen
Films.«
Ci|ne|ma: (engl» /ßinema/ das; -s; -s
Filmtheater; Kino
Ci|ne|ma|scppe —> Ci|ne|ma)s|cope:
(Warenzeichen) (gr.-engl» /ßinema-
ßkop/ das; - ; - <Filmw.> Verfahren
zur Aufnahme od. Wiedergabe räum¬
lich wirkender Filme auf einer konka¬
ven Breitleinwand (meist kombiniert
mit einem speziellen Verfahren zur
räumlichen Tonwiedergabe)
Ci)ne|ma|thek: (gr.-fr.; gr» /ßinematek/
die; -; -en a) Filmsammlung »Hast du
in deiner Cinemathek auch deutsche
217
circa/zirka
Stummfilme?« b) Aufbewahrungs¬
raum einer Filmsammlung
cir|ca/zir|ka: dato /zirka/ Adv. in etwa;
ungefähr; schätzungsweise »Das ko¬
stet circa 10 DM.«
cir|con|sisch/zir|zen|sisch: tgr.-lato
/zirzensisch/ Adj. n. stg. den Zirkus
betreffend od. in ihm, im Programm
dargeboten
Cir|cua/Z|r|kus: tgr.-lato /zirkuß/ der;
- ; -se i Kampfbahn im alten Rom 2
meist in Wohnwagen umherziehende
Gruppe von Personen, die Unterhal¬
tung in einer Manege mit Artisten,
Tierdressuren, Clowns usw. bieten 3
o. PI. Aufregung; Wirbel; Getue
Cis: /ziß/ das; - ; - <Musik> Bezeichnung
für den Grundton der Cis-Dur-Ton-
leiter, der einen Halbtonschritt über
dem Ton C liegt »Spiel doch nicht im¬
mer ein ’Cstatt 'Cis'- kannst du keine
Noten lesen?«
cis-Moll-Ton|lei(ter <dt.; lat.; dto /ziß-/
die; ~ ; -n <Musik> konventionelle 8-
Ton-Tonleiter, beginnend auf dem
Ton cis mit einem Halbtonschritt zwi¬
schen eis u. fis
Ci|tr§t/Zi|trat —> Ci|tjrat/Zi|t|rat: dato
/zitrat/ das; -(e)s; -e <Chemie> [ugs.]
Zitronensäuresalz
C«|ty: dat.-fr.-engh /ßiti/ die; - ; -s
Stadtzentrum mit Geschäften usw.
»Laß uns in die City fahren.«
Ci|ty-Ring: dat.-fr.-engh /ßiti-/ der;
-(e)s; -e Verkehrsführung der Autos
um die Innenstadt
c. I.: Abk. 1 dato <Literaturverweis in
wissenschaftlichen Arbeitern citato
loco = am angegebenen Ort 2 dato
<Note einer Doktorprüfung) cum lau¬
de = mit Lob (= gut)
cl: Abk. «Maßeinheit des Rauminhalts)
Zentiliter (1 cl ■> ein Hundertstel Li¬
ter)
Clan/Klan: dcelt.-englo /klan u. [engl.]
klän/ der; -s; -e u. -s [bei engl. Aus¬
sprache immer -sj 1 schottischer Fa¬
milien-, Sippenverband »Die Clans
bekämpften sich lange.« 2 verwandt¬
schaftlich verbundene, verwobene
Gruppe von Menschen (mit gemein¬
samem Ziel) »Gegen diesen Clan kann
man nicht gewinnen.«
clean: tenglo /klin/ Adj. 1 [wörtlich] sau¬
ber; rein 2 nicht (mehr) rauschgiftab¬
hängig »Sie ist seit zwei Jahren
clean.«
Cle]ma[tis/Cle|ma|tis/Kle|ma|tis/Kle|-
majtis: tgr.-lato /klematiß/ die; • ; -
<Bio.> rankende Waldpflanze mit aus¬
geprägtem Geruch »Ich möchte mir
gerne Clematis an die Hauswand
pflanzen.« Syn.: Waldrebe
Cle)men|tj|ne/Kle|men|ti|ne: /klementj-
ne/ die; -; -n kernlose, süße, mandari¬
nenähnliche Zitrusfrucht
clelyer: <englo /kläwer/ Adj. klug; ge¬
witzt; schlau; alle Möglichkeiten aus¬
schöpfend »Er ist ein cleveres Bürsch¬
chen.«
Cle|verjneß —* Cle|ver|ness: <englo
/klewemeß/ die; - ; - Schlauheit;
Klugheit »Der Ladendieb zeichnet
sich durch solch eine Cleverness aus,
daß es noch keinem Warenhausdetek¬
tiv gelungen ist, ihn zu stellen.«
Clinch: tenglo /klin(t)sch/ der; -(e)s; -1
intensive (körperliche) Auseinander¬
setzung mit jmdm. 2 «Boxern das Um¬
klammern des Gegners, so daß dieser
keine od. nur kurze Schläge landen
kann »Der Schiedsrichter forderte die
Kämpfer auf, sich aus dem Clinch zu
lösen.«
clin|chen: tenglo /klin(t)schen/ clinchst;
clinchtest; hast geclincht «Boxern den
Kampfgegner im Klammergriff so
unter Kontrolle halten, daß er (fast)
keine Schläge mehr ausüben kann
Cl|p: tenglo /klipp/ der; -s; -s 1 zu einem
Musikstück, Song aufgenommenes
Video »Der neue Clip von ihr wird häu¬
fig im Fernsehen gesendet.« 2 der Ver¬
mittlung eines Anliegens, der Wer¬
bung für etw. dienende kurze (im
Fernsehen gesendete) Aufnahme, Se¬
quenz »Wir stellen Aufklärungsclips
über AIDS her.« 3 auch Klipp: der; -s;
-s/Klips: der; - u. -es; - u. -e etw. zu-
sammenhaltende(s), sich festklam-
mernde(s) Vorrichtung, Gerät aus
zwei mit einer Feder o. ä. verbunde¬
nen Teilen »Sie trug auffällige Ohr¬
clips.«
Cl||que: tfro /klicke/ die; - ; -n; «beson¬
ders bei Jugendlichen u. in Vereinen)
Gruppe von Menschen, die viel zu¬
sammen ist u. unternimmt; Freundes¬
kreis »Ich treffe heute meine Clique.«
Clo|chard: dat.-fro /kloschar/ der; ~ u.
-s; -s [positiv verklärend] Stadtstrei¬
cher (meist in Paris) »Er lebte als Clo-
■ chard unter der Brücke.«
Clog: tenglo /klock/ der; - u. -s; -s (m.
PI.) (zeitweise moderne) Holzpanto¬
lette mit harter Lederkappe »Ich kann
in Clogs nicht lange laufen.«
Clou: dat.-fro /klu/ der; -s; -s Höhe¬
punkt; Glanzpunkt »Der Clou des
Sommerfestes ist das Feuerwerk um
Mitternacht.«
Clown: dal.-fr.-englo /klaun/ der; -s; -s
weibl. [selten] Clow|nin: die; - ; -nen
Person, die vor einem Publikum mei¬
stens im Zirkus o. ä. (tragikomische)
Späße macht
Clow|ne|ria: dat.-fr.-engh /klauneri/
die; - ; Clownerien /klaunerPn/ lustige
Handlungsweise, Syn.: Ulk
clow|nesk: dat.-fr.-englo /klaunesk/
Adj. clownesker; clownesk)ejste wie
ein Clown »Die clowneske Szene im
zweiten Akt der Komödie hat mir am
besten gefallen.« Syn.: spaßig; ulkig;
lustig
Club/Klub: tenglo /klupp/ der; -s; -s
Vereinigung zur Pflege gleicher Inter¬
essen »Ich bin Mitglied in einem Ten¬
nisclub.«
Clu|nia|zen|ser/Klu|nia|zen|ser —*•
Clu|ni|a|zen|ser/Klu|ni|a|zen|ser:
/klüniazenser u. klüniazenser/ der; -s;
- Mönch, der der im ostfranzösi¬
schen Cluny entstandenen kirchli¬
chen Reformbewegung angehörte
cm: Abk. «Maßeinheit der Länge) Zenti¬
meter
cm*:
Abk. «Maßeinheit der Länge) Qua¬
dratzentimeter
cm®:
«Maßeinheit des Rauminhalts) Ku¬
bikzentimeter (1 cm3 — 1 Milliliter)
c-Moll: dato /ze-/ das; -; - «Musik) kon¬
ventionelle 8-Tonmusik, basierend
auf der c-Moll-Tonleiter: beginnend
auf dem Ton c mit einem Halbton¬
schritt zwischen d u. dis
c-MoN-Etü|de: dal.; lat.-fro /zc-l die; - ;
-n «Musik) musikalisches Übungs¬
stück in der Tonart c-M oll
c/o: Abk. tenglo «Brief usw.) care of =
zu Händen von
Co.: Abk. «Firmenname) tfro Compa¬
gnie od. tenglo Company = Gesell¬
Schaft; Handelsgesellschaft
Coach: tenglo /kq“tsch/ der; ~ u. -s; -s 1
Trainer, (sportlicher) Betreuer einer
Sportmannschaft »Er wurde als neuer
Coach der Fußballmannschaft
verpflichtet.« 2 Waggon eines Eisen¬
bahnzuges 3 (Post-)Kutsche im Wil¬
den Westen, Syn.: <l> Trainer
cpa|chen: tenglo /ko“tschen/ coachst;
coachtest; hast gecoacht «Sport) einer
Mannschaft Teamgeist einflößen, mit
ihr üben, sie etw. lehren u. betreuen,
Syn.: trainieren
COBOL: Kurzw. tenglo /kobol/ das; -s; -
Common business orientated langua-
ge «EDV) Programmiersprache im
Rahmen der kommerziellen Daten¬
verarbeitung
Co|ca/Ko|ka: /koka/ das; - u. -s; -s
Strauch mit langen Blättern u. gelben,
fünfzähligen Blüten, deren Blätter der
Gewinnung von Kokain, einem anre¬
gend wirkenden Rauschmittel, dienen
»Der Anbau von Cocapflanzen ist in
Deutschland streng verboten.«
Co|ca: ( Warenzeichen) das; - u. -s; -s u.
die; - ; -s (aber; 3 Coca) [ugs.] kurz
für eine Flasche, ein Glas Coca-Cola
Cock|pit: tenglo /kockpit/ das; -s; -s 1
Sitzraum außerhalb der Kajüte, meist
auch Steuerraum, in Sportbooten
(Segel- od. Motorbooten) 2 Sitzraum
eines Flugzeug-Piloten, Rennwagen¬
fahrers
Cocktail: tenglo /kqckte'l/ der; -s; -s aus
verschiedenen (trinkbaren) Flüssig¬
keiten gemixtes Getränk mit od. ohne
Alkohol
Code/Kode: dat.-fr.-englo /kot/ der; -s;
-s 1 Zeichensystem für (geheime)
Nachrichtenübermittlung; Schrift¬
schlüssel »Er hat den Code des Funk¬
spruches geknackt.« 2 interne Sprache
der Computer, z. B. ASCII = Ameri¬
can Standard Code of Information
Interchange
Co|de|in/Ko|de|jn: tgro /kode-in/ das;
-s; - Mittel mit hustenstillender Wir¬
kung, das aus Opium gewonnen wird
»Diese Hustenmittel sind nicht für
Kinder, denn sie enthalten Codein.«
Co|dex/Kp|dex: dato /kodekß/ der; - u.
-es; -e u. Codizes/Kodizes [kodizeß! 1
alte (lateinisch geschriebene) Rechts¬
vereinbarung, Gesetzessammlung
»An diesem Codex orientierte man sich
über Jahrhunderte.« 2 moralisch ver¬
bindliches, aber nicht schriftlich fi¬
xiertes System von Verhaltensregeln
»Gegen den Moralcodex einer Gesell¬
schaft darf man nicht verstoßen.« 3
Sammlung von mittelalterlichen
Handschriften »Man hat in seinem
Nachlaß einen Codex aus dem 13.
Jahrhundert gefunden.«
co|die|ren/ko|dje|ren: dato /kodiren/
codierst; codiertest; hast codiert in ei¬
nem Code verschlüsseln, für Außen¬
218
Contra/Kontra
stehende unverständlich machen »Er
kodierte die Nachricht.«
CoiflfeuR </r.> /koaför u. kwaför/ der;
-s; -e weibl. Corftfeu|sa: /koaföse u.
kwaföse/ die; - ; -n [Schweiz., sonst
geh.] Person, die die Haare frisiert,
schneidet, färbt usw.; Friseur/ Friseu¬
rin
Co|itus/Ko|Hus —> Co|i|tus/Ko|i|tus:
dat.i /kp-itus/ der; - ; - u. -se [geh.]
Geschlechtsverkehr; Geschlechtsakt;
sexuelle Vereinigung zwischen Mann
u. Frau od. zwischen weiblichem u.
männlichem Tier
coljor).: Abk. coloriert = a) gefärbt; ge¬
tönt b) farbig
col.: Abk. dato columna = Spalte
Col|ta|ge: <gr.-lat.-fr.> /kolasehfe)/ die;
- ; -n (künstlerische) Zusammenstel¬
lung ursprünglich nicht zusammenge¬
höriger Dinge, bildlicher Darstellun¬
gen, Musikelementei literarischer
Vorlagen
col|la|gie|ren: </r.> /kolasehiren/ colla-
gierst; collagiertest; hast collagiert
aus Verschiedenem zusammenfügen
»Sie collagierte Zeitungsausschnitte u.
Stoffreste für das Bild.«
Cpl|lege: <lat.-fr.-engh /kpllidseh u.
kolledseh/ das; - u. -s; -s 1 <USA>
Hochschule, die nach drei- od. vier¬
jährigem Studium zu einem Abschluß
als »Bachelor» führt, im Niveau ver¬
gleichbar dem deutschen 13. Schul¬
jahr der Gymnasien u. dem Grund¬
studium der Universitäten, in vielen
Ländern der Welt übernommen,
manchmal auch Teil einer Universi¬
tät, an der ein Vollstudium zum Ma¬
gister u. zur Promotion folgen kann,
manchmal nur als College institutio¬
nalisiert 2 <GB> a) höhere, private
Schule mit angeschlossenem Internat
b) Unterabteilung in älteren Universi¬
täten, in der Lehrende u. Studenten
zusammen leben u. arbeiten »Oxford
ist in Colleges gegliedert.«
Col|lier/Kol|lier. dat.-fr.> /kollje/ das; -s;
-s 1 (aufwendig gearbeitete meist brei¬
tere) Halskette 2 schalartiger Pelz
Col|lp|qui|um/Kol|lg|qui|um: (lat.)
/kollpkwium/ das; -s; Colloquien/Kol¬
loquien /kolloquifn/ 1 Treffen von
Fachleuten zur Besprechung speziel¬
ler Probleme od. Themen »Das Collo¬
quium dieser Woche lief unter dem
Thema »Zerstörung u. Wiederaufbau
nach dem 2. Weltkrieg».« 2 fachliches,
meist wissenschaftliches Gespräch
»Die Studenten sprachen im Collo¬
quium über moderne philosophische
Lehren.«
Co|lor-: (lat.) /kolor-/ Wortbildungsele¬
ment Färb- »Colorfilm«
Co|lor|film: dat.; engl.-dt.) /kolor-/ der;
-(ejs; -e Farbfilm »Möchten Sie einen
Colorfilm od. lieber einen Schwarz¬
weißfilm haben?«
Colt: <amerik.-engl.) /kolt/ der; -s; -s
sechsschüssige, kurze Handfeuerwaf¬
fe; Revolver
Co|mic: (amerik.-engl.) /kommik/ der;
-s; -s (m. PI.) Bildergeschichte mit
Sprechblasen, in denen kurze Texte,
Dialogteile stehen
Co|mic|heft: (engl.; dt.) /kommik-/ das;
-(e)s; -e Buch o. ä., das (oft lustige)
Bildergeschichten mit in Sprechbla¬
sen dargestellten Dialogen enthält
Colmina-out: (engl.) /kammingaut/ das;
- u. -s; -s bewußte Veröffentlichung
gesellschaftlich umstrittener Eigen¬
schaften, Taten (zum Beispiel
Homosexualität) »Seinem Coming¬
out gingen Jahre des ängstlichen Ver-
steckens voraus.«
Com|mon|wealth: dat.-engh
/kommenwälth/ das; -; - lockere wirt¬
schaftliche, politische Verbindung
der ehemals dem Britischen Imperi¬
um angehörenden Staaten »Kanada
gehört dem Commonwealth an.«
Compact Oise —* auch Cpm|pact|-
disc: (engh /kompaktdisk/ die; -s; -s
<Ünterhaltungselektronik> durch La¬
serstrahl abtastbare Digitalschall¬
platte »Die Compact Disk hat die
Schallplatte innerhalb kürzester Zeit
ersetzt.« Syn.: Abk. CD
Com|pa|gnje/Kom|pa|nje —* Com|pa|-
g|nie: dat.-it.-fr.) die; - ; Kompanien
jkompanPn/ 1 Handelsgesellschaft 2
militärische Einheit »Kompanie
kehrt!«
Com|pa|gnon/Komlpa|gnon —» Cgm|-
pa|g|non/Kpm|pa)g|rton: dat.-fr.)
/kpmpanjong/ der; -s; -s Teilhaber;
Mitinhaber; (Geschäftspartner ei¬
ner Firma o. ä. »Leider habe ich die
Autofirma nicht alleine geerbt - mein
Bruder ist mein Compagnon.«
Com|po|s6: dat.-fr.) /kompose/ der; -
u. -s; - u.-s 1 Stoff in zwei Farben u.
mit Muster, wobei die Grundfarbe u.
das Muster wechseln »Von dem Stoff
mit dem grüngelben Compose kaufe
ich noch zwei Meter.« 2 aus verschie¬
denen Teilen bestehende Kleidung,
die zusammengehören u. von den
Farben her aufeinander abgestimmt
sind »Dieses Compose besteht aus
Top, Bolero u. Minirock.«
Comjpujter: (engl.) /kompjuter/ der; -s;
- elektronisches Gerät zur Datenver¬
arbeitung; Rechenanlage; Rechner
»Der Computer hat die Arbeitswelt re¬
volutioniert.«
Com|pu]ter|aus|druck: (engl.; dt.)
/kompjuter-/ der; -(e)s; -e von einem
Drucker auf Papier gebrachte Daten,
Texte usw., die in einem Rechner ge¬
speichert sind
com|puJterjge|steu|ert: <eng/.; dt.)
/kompjuter-/ Adj. n. stg. von einem
Rechner kontrolliert »computerge¬
steuertes Produktionsverfahren«
com|py[ter|ge|stützt: dat.-engl.; dt.)
/kompjuter-/ Adj. n. stg. mit Hilfe von
Computern; unter Nutzung eines
Großrechners
com|pu|te|ri|sie|ren: (engl.; dt.)
/kompjuterisiren/ computerisierst;
computerisiertest; hast computerisiert
1 Daten elektronisch speichern
»Heute sind auf den Einwohnermel¬
deämtern die Daten jedes Bürgers
computerisiert.« 2 Daten usw. für ei¬
nen Rechner verwertbar, anwendbar
machen »Die Tabelle mit den Lohn-
fortzahlmgen muß noch compute¬
risiert werden.« 3 mit (einem) Rechner
ausstatten »Ab heute sind wir compu¬
terisiert, die fünf Rechner für unseren
Betrieb sind installiert.«
Com|pu|tetjspiel: (engl.; dt.)
/kompjuter-/ das; -(e)s; -e Pro¬
gramm, das ein Spiel enthält, das auf
dem Rechnerbildschirm zu sehen ist
u. mit den Tasten der Rechnertasta¬
tur gespielt wird
Com|pu|ter|to|mo|gra|phie —* auch
Coni]pu|ter|to|mo|gra|fie: /kompjm
tertomografi/ die; - ; -n /kom-
pjutertomografvnj <Med.> Röntgen¬
methode, bei der Schichten des men¬
schlichen Körpers auf ihre Dichte
(Gewebezusammensetzung) unter¬
sucht werden
com|pu|terjim|teijstützt: (engl.; dt.)
/kompjuter-/ Adj. n. stg. von einem
Rechner unterstützt »Die Quartalsab¬
rechnungen stellen wir in unserer Pra¬
xis computerunterstützt her.«
Con|cly|sio —* Con|c|lu|sio: dal.)
/konklusio/ die; - ; -nes [geh.] auf¬
grund vorliegender Informationen
geschlossene Folgerung
Con|fö|ren|cier —» auch Con|fe|ren|-
cier: (fr.) /konfranßjg/ der; -s; -s Per¬
son, die bei einer Bühnenshow o. ä.
die (geistreiche) Moderation über¬
nimmt »Der Conferencier übernahm
die Anmoderation der Band.«
Con|tai|neR dat.-fr.-engl.) /konte'ner/
der; -s; - 1 mit einem speziellen LKW
transportierbarer, großer, oben offe¬
ner Metallkasten, in dem größere
Mengen Schutt o. ä. abtransportiert
werden können 2 Behälter zum
Transport von Stückgut »Die Contai¬
ner werden im Hafen verladen.«
Con|tai|ner|bahn|hof: dat.-fr.-engl.; du
/konte'ner-/ der; -(e)s; -Bahnhöfe (Be¬
reich von einem) Bahnhof, auf dem
Güter in Containern verladen werden
»Auf dem Containerbahnhof werden
die Güterzüge beladen.«
Con[tai]ner] schiff dat.-fr.-engl.; dt.)
/konte'ner-/ das; -(e)s; -e Güter in
Containern transportierendes Schiff
»Auf einem Containerschiff müssen
die Container an Deck sorgfältig befe¬
stigt werden.«
Conjte|nance: dat.-fr.) /koagtenangß/
die; - ; - [geh.] Haltung, Beherrschung
bei schlechten Nachrichten od. einer
Provokation »Sie wahrte die Conte¬
nance. obwohl seine Beleidigungen un¬
verschämt waren.«
Con|ter|gan: (Warenzeichen) /konter-
gan/ das; -s; - Schlafmittel mit dem
Wirkstoff Thalidomid das, während
der Schwangerschaft eingenommen,
Mißbildungen beim Embryo verur¬
sacht
Con|teijgan|kind: /kontergan-/ das;
-(e)s; -er Person mit angeborenen
Fehlbildungen (besonders der Arme),
die durch Einnahme des Schlafmittels
Contergan während der Schwanger¬
schaft der Mutter hervorgerufen wur¬
de »Das Verbot des Schlafmittels kam
für die Contergankinder zu spät.«
Conltra/Konftra —*■ Cpn|t|ra/Kpn|t[ra:
dat.) /kpntra/ das; -s; -s 1 'Karten¬
spiel» Ausruf, demzufolge ein Spiel
doppelt gewertet wird 2 (jmdm.) Con¬
tra/Kontra geben: [ugs.] sich nichts
gefallen lassen, (jmdm.) energisch wi¬
dersprechen »Als er die Schuld auf
mich schieben wollte, habe ich ihm
kräftig Contra gegeben.«
219
contra/kontra
con|tra/kon]tra —» con|t|ra/kpn|t|ra:
dal.> /kontra/ I Adv. dagegen; entge¬
gengesetzt II Präp. mit Akk. (Gegen¬
überstellung von zwei streitenden
Parteien) gegen; wider »Müller contra
Meier.«
cool: iengh /kul/ Adj. 1 [wörtlich] kalt;
kühl 2 [ugs.; ursprünglich
jugendsprl.] <übertr.; Wesensart) a)
(immer) kühl u. beherrscht »Bleib
cool!« b) um den Eindruck bemüht,
daß man von nichts berührt wird
»Himmel, das ist aber ein cooler Typ!«
Cop.: Abk. iengh Copyright = Copy¬
right = Urheberrecht
Cop: <engl.) /kopp / der; -s; -s [ugs.] ame¬
rikanischer Polizist
Co|pi|lot/Ko|pi|lot: dat.; gr.-it.-fr.>
/kopilot/ der; -en; -en weibl. Cojpl|lo|-
tin/Kp|pi|lo]tin: die; - ; -nen Assisten¬
ten) des Piloten/der Pilotin in einem
Flugzeug o. ä.; zweiter Pilot
Co|py|right iengh /koppireit/ das; -s; -s
Urheber-, Vervielfältigungsrecht
(meist für ein Schriftprodukt) »Für
diesen Roman habe ich als Autor das
Copyright.«
Cp(py[shop: iengh /koppischopp/ der;
-s; -s Geschäft, in dem man Kopien
von Schriftstücken o. ä. anfertigen
(lassen) kann
Cprd/Kord: igr.-lat.-fr.-engl.) /kort[der;
-(e)s; -s u. -e (BaumwoII-)Stofl mit
gerippter, flauschiger Oberfläche
Cord|ho|se/Kord|ho|se: lengl.; dt.>
/kort-/ die; - ; -n Hose aus einem ge¬
rippten, weichen Baumwollstoff
Corjdon bleu: </r.> /kordong blö u. kor¬
don blö/ das; - u. -s; -s mit Käse u.
Schinken gefülltes paniertes (Kalbs-)
Schnitzel »Ich hätte gern ein Cordon
bleu mit Pommes frites u. Salat.«
Cprd|samt/Kprd|samt: lengl.; dt.)
/kort-/ der; -(e)s; - Stoff, bei dem die
eng beieinanderliegenden Rippen des
Cords fein, weich, glänzend wie Samt
sind »Auf ihrer Silberhochzeit trug
meine Tante ein langes Kleid aus dun¬
kelblauem Cordsamt.«
Coi]ni|chpn: dat.-fr.) /komischong/
das; -s; -s sehr kleine, sauer einge¬
legte, eingekochte Gurke »Cornichons
eignen sich gut für ein kaltes Buffet.«
Co(jr||da: ispan.) /fcoiida/ die; • ; -s
Stierkampf »Die Corrida gehört bis
zum heutigen Tage fest zur spanischen
Kultur.«
Cpr|so/Kor|so: dat.-it.) /korso/ der; -s;
-s (aus Anlaß einer Feier, Demonstra¬
tion o. ä.) hintereinander fahrende,
zusammengehörige Fahrzeuge, Au¬
tos
Corjti|son/Kor]ti|son: dat.) /kortispn/
das; -s; - <Med> entzündunghemmen¬
des Medikament, das aus der Neben¬
nierenrinde gewonnen wird »Eine
Theraphie mit Cortison kam schlimme
Nebenwirkungen zur Folge haben.«
cos: Abk. <Math.> Kosinus (= Winkel¬
funktion im Dreieck)
CO-Test: Kurzw. /ze-p-teßt/ der; -(e)s;
-s <Kfz-Technik> Abgasuntersuchung
für Kraftfahrzeuge aller Art, bei der
der Kohlenmonoxydanteil der Ab¬
gase, die das Fahrzeug ausstößt, ge¬
messen wird »Was hat der CO-Test,
den Sie an meinem Wagen durchge¬
führt haben, ergeben?« Syn.: Kohlen¬
monoxydtest
cotg: Abk. <Math.> Kotangens (= Win¬
kelfunktion im Dreieck)
Cpt|ton/[selten] Kot(ton: isemit.-arab.-
fr.-engl.) /kotten/ der u. das; -s; -
Baumwolle od. Baumwollgewebe
Couch: dat.-fr.-engl.) /kautsch/ die; - ;
•s u. -en u. [Schweiz, auch] der; - ; -s
breites Sitzmöbel, auf dem man auch
liegen kann
Couchlgariniftur: dat.-fr.-engl.)
/kautsch-/ die; - ; -en Sitzgruppe (be¬
stehend aus Sofa(s), Sessel(n) in un¬
terschiedlichen Kombinationen od.
aus aneinandergereihten Sitzelemen¬
ten
Countldown —> auch Count-down:
iengh /kauntdaun/ das u. der; - u. -s;
•s die letzten Sekunden, kurze Zeit
vor dem Start von etw., einer Rakete
o. ä., bei dem (meist von zehn bis null)
zurückgezählt wird; letzte Vorberei¬
tungen für etw. »Der Countdown läuft
bereits: 9, 8, 7, 6, 7, 4, 3, 2, 1, 0 -
Start!«
Counltry-mulsic —» Counltry-Mulsic/
Counltlry mu|sic: iengh /kantri-
mjusik/ die; - ; - ursprünglich in den
ländlichen Gebieten der Südstaaten
in den USA angesiedelte Musikrich¬
tung; Volksmusik mit (eingängigen)
Rhythmen, einfachen Melodien u.
Texten
Coup: tgr.-lat.-fr.) /kjj/ der; -s; -s a) (ver¬
brecherische u.) mit einem größeren
Gewinn verbundene, pfiffige, intelli¬
gente Aktion »Das war wirklich ein
gelungener Coup.« b) einen Coup
landen: [ugs.] ein besonderes Unter¬
nehmen mit Erfolg durchführen »Der
Postraub war einer der größten Coups
in der Geschichte des Verbrechens.«
Cou|pü —» auch Ku|pgK </r.> /kupe/
das; -s; -s 1 sportliches Auto mit sehr
stark abgeschrägter Heckscheibe
»Mein Chef fährt ein Coupk.« 2 ge¬
schlossene, zweisitzige Pferdekutsche
»Laß uns die Pferde vor das Coupe
spannen.« 3 [österr.] Eisenbahnabteil
»Im Coupe saßen ein älterer Herr u.
eine Mutter mit drei Kindern.« .
Cou|ppn/Ku|ppn: ifr.) /kupong/ der; -s;
-s 1 aus einer Zeitung o. ä. auszu¬
schneidender Gutschein, für den man
eine Ware, Geld erhält »Ich sammle
Coupons für Probierpackungen.« 2
Zinsgutschein bei Aktien 3 abgemes¬
senes Stoffstück
Cou|ra|ge: dat.-fr.) /kurasehfe)/ die; -; -
Mut; Entschlossenheit »Sie hat Cou¬
rage, dem Chef so einfach ihre Mei¬
nungzusagen.«
cou|ra|gjerfc ifr.) /kurasehit/ couragier¬
ter; couragierteste mit großem Mut,
großer Entschlossenheit (ausgestat¬
tet, handelnd)
Court.: Abk. Courtage
Courfta]ge/Kur]te|ge: ifr.) /kurtaseh(e)/
die; - ; -n Vermittlungsgebühr; Mak¬
lergebühr »Der Kaufpreis des Hauses
beträgt 400000 DM, dazu kommen
dam noch 3% Courtage.«
Cou|sin: dat.-fr.) /kusäng/ der; -s; -s
Sohn des Onkels od. der Tante, Syn.:
Vetter
Cou|si|ne/Ku|s]|ne: /kusine/ die; - ; -n
Tochter des Onkels od. der Tante,
Syn.: [veralt.] Base
Cou|tuie: dat.-fr.) /kutür/ die; -; - geho¬
bene Modellschneiderei
Cou(vert/Kujverfc dat.-fr.) /kuwär/ das;
-s; -s Umschlag; Hülle (besonders für
einen Brief) »Steckt die Puzzleteile in
ein Couvert!«
Cpjver: iengl.-fr.) /kawwer/ das; -s; -
(künstlerisch gestalteter) Umschlag
für ein Buch, eine Schallplatte; Titel¬
seite einer Zeitschrift »Das Cover
zeigt das Filmplakat von ,Casablan¬
ca'.«
Co|ver|girl: iengh /kawwergöri/ das; -s;
-s Mädchen auf der Titelseite einer
Zeitschrift, Schallplatte o. ä. »Das
Covergirl auf dem nettesten Titelblatt
hat blonde Haare.«
Cow|boy: lengl.) /kauboi/ der; -s; -s
weibl. Cow|girl: /kaueöi/ das; -s; -s 1
(romantisierter) Kuhhirte in Nord¬
amerika »Er war Cowboy auf einer
Ranch.« 2 in der typischen Kleidung
der Cowboys auftretende Person
Co|yp]te/Ko[jo|te: iaztekisch-span.) /ko-
jßte/ der; -n; -n 1 (nordamerikani¬
scher) Präriewolf »Nachts heulen die
Coyoten in der Prärie.« 2 [abwert.; be¬
leidigend] Hund; schlechter, betrüge¬
rischer Mensch »Dieser Coyote hat
mir einen falschen Hunderter ange¬
dreht!«
Cn Abk. <Chemie> Chrom
er.: Abk. currentis = des laufenden Jah¬
res od. Monats
Crack: iengh /krack/ der; -s; -s 1 Person
mit überragenden Fähigkeiten auf ei¬
nem Gebiet »Er ist ein absoluter
Crack in seinem Sport.« 2 künstlich
hergestellte, Kokain enthaltend(e)s
Droge, Rauschgift »Sie nimmt leider
Crack.«
Cracker/Kröcker (Cräkjker/KrSkjker
—»• Cräjcker/Krä|cker): iengh
/kräcker/ der; -s; - u. -s 1 knuspriger,
nicht gesüßter, aber oftmals gesalze¬
ner Blätterteigkeks »Cracker sind eine
gute Basis für Käsehäppchen.« 2 [ugs.]
Person, die das Rauschgift Crack (2)
nimmt
Crash: <engl.> /kräsch/ der; -s; -s 1 Zu¬
sammenstoß zwischen zwei Fahrzeu¬
gen, mit einem anderen Fahrzeug
» Während des Autorennens gab es ei¬
nen Crash nach dem anderen.« 2 Zu¬
sammenstoß, Bruch, Streit, Ausein¬
andersetzung zwischen Menschen
»Letztlich kam es zum Crash zwischen
ihnen.« 3 wirtschaftlicher Zusammen¬
bruch »Der Crash an der Börse war
abzusehen.«
CraWI/Kraul: iengh /kr£l/ das; -s; -
Kraulstil im Schwimmsport »Es folgt
die 200 m Delphin-Staffel sowie der
Endkampf im 500 m Crawl.«
Cray|pn/Kray|pn —> auch Cra|yon/
Kralyon: ifr.) /krejpng/ der; -s; -s 1
Kreidestift 2 [veralt.] Bleistift
»Schreib’ lieber erst mit dem Crayon,
dann kannst du radieren.«
Crüa|tion/Krea|tijpn —> auch Cre|a|ti|-
on//Kre|a|ti|orc ilat.-fr.) /kreazion u.
[fr.] kreaßiong/ die; - ; -en a) Schöp¬
fung b) [geh.] (künstlerischer) Mode¬
entwurf
220
cyrillisch/kyrillisch
Creme —» auch Kre|me: <lat.-fr.>
Jkräm, krem u. kreme/ die; - ; -s u. -nl
Krem: die; - ; -s u. [ugs.j der; -s; -e u.
-s 1 Salbe, die zur Pflege der Haut
dient 2 Süßspeise, die häufig als
Nachtisch gegessen od. als Füllung
bei Torten u. Kuchen verwendet wird
3 Cröme de la crfeme: [geh.] vornehm;
bedeutend; bezeichnet die sogenannte
Oberschicht einer Gesellschaft
crejmen —» auch krejmen: <lat.-fr.>
/kremen/ cremst; cremtest; hast
gecremt etw. mit einer Masse von cre¬
miger Beschaffenheit einreiben
»Kannst du mir bitte mit der Sonnen¬
milch den Rücken eincremen?«
Creme|sup|pe—» auch Kre|me[sup|pe/
Krem|sup|pe: dat.-fr.> /krem-/ die; • ;
-n mit Sahne leicht angedickte Suppe,
Brühe »Magst du lieber Spargelcre¬
mesuppe od. Champignoncremesup¬
pe?«
Cromeftortte —* auch Kre|me|tor|te/
Krem|tor|te: dat.-fro /krem-/ die; - ;
-n mit einer Sahne-, Buttercreme- od.
Puddingmasse gefüllte Torte »Creme¬
torte hat viele Kalorien.«
crejmig/krejmig: dat.-fr.> /kremig/ Adj.
von dicklicher, sehr zähflüssiger, fet¬
tiger Beschaffenheit »Ich esse lieber
Sahnejoghurt, weil er cremiger ist.«
Crgpe —»• auch Krepp: dat.-fro /kräpp/
die; -; -s ursprünglich aus Frankreich
stammender, dünner Pfannkuchen,
Eierkuchen »Crepes können süß od.
herzhaft gefüllt werden.«
cresc.: Abk. <Musik> crescendo = lau¬
ter werdend
Cre|scen|do —» Cre|s|cen|do: dt.>
/kreschändoj das; -s; -s <Musik> das
Lauterwerden »Die Partitur sieht hier
ein Crescendo vor.« Ant.: Decrescen¬
do
cre|scen|do —» cre|s|cen|do: <it.>
/kreschändo/ Adj. <Musik> lauter wer¬
dend »'<’ ist das musikalische Zeichen
für ‘crescendo’.« Ant.: decrescendo
Crew: tengh /kru/ die; - ; -s 1 Mann¬
schaft eines Schiffes od. Flugzeuges
»Die Crew ist vollständig an Bord.« 2
Arbeitsteam, -gemeinschaft an einem
Projekt »Meine Crew ist zuverlässig.«
3 Mannschaft beim Rudern »Wirge¬
hören zu einer Crew.« 4 Jahrgang von
Kadetten bei der Marine »Diese Crew
hat besonders gut abgeschnitten.«
c. r. m.: Abk. <Religion> Kandidat für
das Predigeramt
Cross: <engl.i /kross/ der; ~ ; ~ 1 (Ten¬
nis> Schlag, bei dem der Ball quer,
diagonal über das Spielfeld befördert
wird »Sein Cross überraschte den Geg¬
ner sehr.« 2 kurz für Cross-Country
= Querfeldeinlauf; Geländelauf
»Zum diesjährigen Cross trafen sich
Teilnehmer aller Altersstufen.«
cross: <engl.> /kross/ Adv. 1 knusprig
»cross gebackene Hörnchen« 2 <Ten¬
nis> quer; diagonal »Erschlug den Ball
cross u. machte so den Punkt.«
crt.: Abk. courant/kurant = [veralt.]
sich im Umlauf befindend »courante
Münzen, Gerüchte«
Crulse-Mis|si|le/Cruise mis|sile —»
Cruise-Mis|si|le/Cruise|mis|sile:
dat.-engh /kruß-missail/ das; -s; -s
mit Atomraketen, -köpfen ausstatt¬
barer Marschflugkörper; eine be¬
stimmte Atomrakete »Die Cruise-
Missiles spielten in der Friedensdiskus¬
sion Anfang der 80er Jahre eine große
Rolle.«
Crux/Krux: </«/-> /krukß/ die; - ; - [geh.]
das negative Element, der bedauerns¬
werte Aspekt, Gesichtspunkt, ein
Nachteil bei einer Sache, Unterneh¬
mung o. ä.
C-Schlüsjsel: /ze-/ der; -s; - <Musik>
Notenschlüssel, mit dem in der Nota¬
tionsweise des Notenliniensystems
das eingestrichene ’c’ gekennzeichnet
wird, von dem aus alle weiteren Töne
in auf- sowie absteigenden Intervallen
gelesen werden müssen, wenn die No¬
tenreihe mit diesem Schlüssel mar¬
kiert worden ist »Kannst du keine No¬
ten lesen? Da steht ein C-Schlüssel u.
kein Violinschlüssel!«
CSU: Abk. politische Partei) Christlich¬
Soziale Union (nur in Bayern zur
Wahl stehende Partei, die auf Bun¬
desebene mit der CDU die (Frakti-
ons-)Gemeinschaft CDU/CSU bil¬
det)
CT: Abk. <Med.> Computertomographie
c. t: Abk. dato (universitäre Veranstal¬
tung) cum tempore = mit der Zeit,
mit dem akademischen Viertel (10 c.
t. = 10.15)
Cu: Abk. <Chemie> Kupfer
Cu|ba/Ku|ba: /kuba/ o. Art.; -s; - Insel¬
staat im Pazifik vor der mittelameri¬
kanischen Küste südlich von Florida
Cup: dat.-englo /kapp/ der; -s; -s 1 a)
Trophäe bei einem (Sport-)Turnier
Er hat den Cup verdient gewonnen.« b)
Wettbewerb, bei dem ein Cup (1 a) ge¬
wonnen werden kann »Der Cup findet
im Mai statt.« 2 Körbchen(größe)
beim Büstenhalter »Sie benötigt, trägt
Cup B.«
Cu|rie: /küri/ das; ~ ; - (Physik) [veralt.]
Maßeinheit, mit der die Radioaktivi¬
tät gemessen, bezeichnet wird »Das
Curie wurde nach dem an der Pariser
fr
Sorbonne lehrenden Chemiker-Ehe¬
paar Marie u. Piene Curie benannt.«
cur|ri|cu|lar —» auch kuijri|ku|lar: dat.-
englo /kurrikular/ Adj. n. stg. das
Curriculum, den Lehrplan betreffend
Cur|ri|cu|lum/Kur|ri]cu|lum: dat.-engh
/kiiriikulum/ das; -s; Curricula! Kurri-
cula für ein Schuljahr o. ä. vorgesehe¬
ner Lehrstoff; Lehrprogramm
Cur|ri|cu|luiii|foi1schung/Kuijri|l>’'>!luin|-
foijschung: /kurrikulum-/ die; * ; -en
wissenschaftliche' Erforschung von
Lernprogrammen, Lehrplänen
Cuijry: (tamil.-indisch.-englo /körri u.
[selten] karri/ der u. das; -s; -s a) Sam¬
melbezeichnung für verschiedene in¬
dische Gewürzmischungen, die durch
Kurkuma ein meist typisches, gelbes
Aussehen erhalten b) mit viel Curry
(scharf) gewürztes (Fleisch-Reis-
)Gericht »Heute gibt es ein Curry zum
Abendessen.«
Cuijsor: dat.-engl.i /körser/ der; -s; - u.
-s (blinkende(r)) Anzeige(r) des aktu¬
ell anvisierten Punktes auf einem
Computerbildschirm
cut|ten: tenglo /katten/ cuttest; culte-
test; hast gecuttet (Film> Filmmateri¬
al, Szenen (zusammen)schneiden
Das Ende muß noch gecuttet werden,
dann ist der Film fertig.«
Cutjter: <engh /kalter/ der; -s; - weibl.
Cut|ter|in —* Cyt|te|rin: die; - ; -nen
Person, die beruflich Filme schnit-
technisch bearbeitet
cuttern: <engh /kattem/ cutterst; cut¬
tertest; hast gecuttert (Film> Filmma¬
terial, Szenen (zusammen)schneiden
CVJM: Abk. Christlicher Verein Junger
Männer
CVP: Abk. [Schweiz.] Christdemokrati¬
sche Volkspartei
cw-Werfc /ze-we-/ der; -(e)s; -e Luftwi¬
derstand eines Gegenstandes, meist
Fahrzeuges »Der cw-Wert moderner
Autos wird von Modell zu Modell ge¬
ringer.«
Cy|an/Zy|an: (gr.i /züan/ das; -s; - (Che¬
mie) leicht giftige Verbindung aus
Kohlenstoff u. Stickstoff, die mit
Wasserstoff die giftigere Blausäure
ergibt
cy)iil|lisch/ky|iil|lisch: /kürillisch/ Adj.
n. stg. in cyrillischen Buchstaben,
dem cyrillischen Alphabet geschrie¬
ben »Bulgarien ist das Ursprungsland
der cyrillischen Schrift, die der Mönch
Cyrill erfunden haben soll, welcher den
slavischen Völkern das Christentum
gebracht hat.«
221
0
D/d: /de/ das; - u. (ugs.j -s; - u. [ugs.j
-s Schriftzeichen, vierter Buchstabe
des deutschen Alphabets
O: Abk. 1 <Schachspiel> Dame 2 <EDV>
Daten 3 Datum 4 Deuterium =
schwerer Wasserstoff 5 Dextrose =
Traubenzucker 6 Dezimalpotenz =
homöopathische Verdünnung eines
Arzneimittels (Dl = 1:10; D2 =
1:100) 7 Diele 8 Dieselkraftstoff 9 Di¬
mension »2-D ♦ 3-D« 10 «Maßeinheit
der Brechkraft von Gläsern) Dioptrie
11 «römisches Zahlzeichen) 500
D.: Abk. 1 Datum 2 Dichte 3 Dicke 4
Diele 5 Dividende = Gewinnanteil 6
Durchgang 7 Durchmesser 8 Durch¬
laucht
d.: Abk. 1 dato «Medikamenteneinnah¬
me) = man gebe; man verabreiche 2
a) das b) dem c) der d) des 3 deutsch 4
dicht 5 dick 6 die 7 doppelt 8 dünn 9
durch
DA: Abk. 1 «Bankw.) Dauerauftrag 2
Daueranstellung 3 Dienstanweisung
4 Demokratischer Aufbruch (mittler¬
weile mit der CDU vereinigte politi¬
sche Partei Ostdeutschlands) 5
Dienstausweis 6 «Rechtsw.) Diszipli-
naranwalt 7 Durchführungsanord¬
nung
d. A.: Abk. 1 der Autor = der Verfasser
2 durch Anruf
da: I Konj. a) «vor Aufzählungen)»... als
da sind, wären Brot, Käse u Butter.« b)
temporal zeitlich mit enthaltener Be¬
gründung »Jetzt, da die Sachlage ent¬
schieden ist, kann dies nicht mehr be¬
rücksichtigt werden.« c) kausal etw.
begründend »Da er im Krankenhaus
lag, kam er nicht.« II Adv. a) [veralt.;
poet.] wo; Ort, an dem »Wir sind an
dem Ort, da er gestorben ist u. möchten
seiner gedenken.« b) temporal zu ei¬
nem bestimmten Zeitpunkt »Von da
an kam er täglich.« c) modal unter die¬
sen Umständen »Da sollten sie aber
vorsichtiger sein!« d) lokal an eineT be¬
stimmten Stelle, einem Ort sein (oft
auch hinzeigend, verweisend mit ent¬
sprechender Geste verbunden) »Ich
hätte gern von der Wurst da.« II11 da
u. da: [ugs.j I. an einem bestimmten
Ort »Ich weiß genau, daß du dich da u.
da aufgehalten hast.« 2. an einem be¬
stimmten Ziel »Ich kann nicht genau
sagen, ob ich morgen da u. da bin.« 3.
bezeichnet einen bestimmten Ort »Ich
kann dir versichern, ich komme da u.
da hin.« 2 da u. dort: 1. an verschiede¬
nen Orten, Stellen »Er hat keinen fe¬
sten Wohnsitz u. lebt mal da u. mal
dort.« 2. gelegentlich; manchmal »Da
u. dort hat man schon Störche
gesehen.« 3 da haben wir’sl; da hast
du’sl: [ugs.j jetzt ist das geschehen,
was zu erwarten, zu befürchten war
»Da haben wir's, mit dem Auto kom¬
men wir ohne Schneeketten nicht wei¬
ter.«
—* da sein: s. dasein
DAAD: Abk. Deutscher Akademischer
Austauschdienst
DAB: Abk. 1 «Sport) Deutscher Athle-
ten-Bund 2 Deutsches Arzneibuch
(enthält gesetzliche Vorschriften,
nach denen Arzneimittel zubereitet,
geprüft u. aufbewahrt werden müs¬
sen)
da|bei/da|bei: Adv. 1 räumlich nahe,
nicht weit entfernt, dicht bei etw.
Wir haben ein Haus mit Garten da¬
bei.« 2 in etw. enthalten; zu etw. hin¬
zugefugt »Er erhielt ein Paket, aber
eine Karte war nicht dabei.« 3 zu etw.
hinzukommend; zusätzlich zu einer
Eigenschaft, Tätigkeit; zudem »Er
war taub u. dabei blind.« 4 trotz einer
dagegensprechenden Sache, Entwick¬
lung »Sie war ärgerlich, blieb aber
freundlich dabei.« S zur selben Zeit;
zeitgleich »Er wollte dem Opfer helfen
u. wurde dabei selbst verletzt.« 6
nichts dabei sein/nichte dabei fin¬
den können: das macht nichts, ist
nicht weiter schlimm »Ich kann nichts
dabei finden, nackt zu baden.« 7 dabei
bleiben: sich nicht von etw. Bestimm¬
tem abbringen lassen »Es bleibt dabei,
daß ich morgen komme.«
—> dajbei sein: s. dabeisein
da|bei|blei|ben: bleibst dabei; blieb(e)st
dabei; bist dabeigeblieben a) sich nicht
entfernen, sondern bei einer Angele¬
genheit, an entsprechendem Ort ver¬
weilen »Ich muß dabeibleiben, wenn
mein Sohn seine Schularbeiten
macht.« b) sich von einer Person nicht
entfernen »Egal was sie tut, ihre Mut¬
ter bleibt immer dabei.« c) an einer
Meinung festhalten »Ich bleibe dabei,
daß die Steuern ungerecht verteilt
sind.«
da|bei|ha)ben: hast dabei; hattest dabei;
hast dabeigehabt 1 bei etw. mitma¬
chen lassen »Sie wollten ihn bei der
Besprechung nicht dabeihaben.« 2 etw.
mit sich führen »Er hatte seine Fahr¬
karte dabei.«
dajbei|sein —» dabei sein: bist dabei;
warst dabei; bist dabeigewesen
—*bist dabei gewesen<— 1 a) bei
etw. anwesend sein; an etw. teilneh¬
men b) an etw. beteiligt sein; bei etw.
mitmachen »Ich war bei der Hausbe¬
setzung dabei.« c) sich als begleitender
Umstand einstellen d) gerade etw.
tun, mit einer Sache beschäftigt sein
»Ich bin dabei, eine Reiseroute
zusammenzustellen.« e) etw. bereits
begonnen haben »Setz bitte die Kar¬
toffeln auf! - Ich bin schon dabei!«
da|bei]sit]zen: sitzt dabei; saßest dabei;
hast dabeigesessen bei jmdm. od. etw.
sitzen, ohne beteiligt zu sein »Ich
möchte dabeisitzen, wenn ihr euch un¬
terhaltet.«
da|bejjste|hen: stehst dabei; stand(e)st
dabei; hast dabeigestanden bei, neben
jmdm. od. etw. stehen(bleiben) »Er
hat dabeigestanden, ohne einen Finger
zu rühren.«
da|blei|ben: bleibst da; bliebst da; bist
dageblieben sich nicht von einem Ort
entfernen, sondern dort verweilen
d'acjcord: fr.-lat» /dakor/ Adj. n. stg.;
n. dekl. drückt Übereinstimmung mit
einem Vorschlag, einer Meinung von
jmd. anderem aus
Dach: das; ~(e)s; Dächer 1 a) (Kon¬
struktion zur) Bedeckung eines Hau¬
ses b) Bedeckung, oberer Abschnitt
eines Autos, Fahrzeuges 2 a) unter
Dach u. Fach sein: abgeschlossen
sein »Endlich ist der Vertrag unter
Dach u. Fach.« b) etw. unter Dach u.
Fach bringen: etw. abschließen »Wir
werden den Vertrag morgen unter
Dach u. Fach bringen.« 3 (k)ein Dach
Über dem Kopf haben: [ugs.j (k)einen
(geschützten) Raum, (k)eine Unter¬
kunft, (k)eine Wohnung haben 4
imdn. eins, etw. aufs Dach geben;
jmdm. aufs Dach steigen; eins aufs
Dach bekommen, kriegen: [ugs.j
jmdn. ausschimpfen, tadeln; ausge¬
schimpft, getadelt werden »Endlich
hat dieser Kerl eins aufs Dach bekom¬
men.« 5 unter einem Dach (eben:
[ugs.j (mit jmdm.) im gleichen Haus
leben, wohnen
Oach|an|ten|ne: die; - ; -n Empfangsteil
"für Radio- od. Fernsehprogramme,
das auf dem Dach angebracht wird,
ist
dach|ar|tig: Adj. n. stg. einem Dach
ähnlich
Dach|bo|den: der; -s; -böden Raum di¬
rekt unterhalb des Daches »Die Wä¬
sche wird auf dem Dachboden getrock¬
net.«
Dachjdecker (Dach|dek|ker —» Oach|-
dejcker): der; -s; - Handwerker, der
Dächer deckt bzw. repariert
Dach|fen|ster —»• Dachjfensjter. das;
-s; - mit einer Glasscheibe versehene
Öffnung im Dach
Dach|first: der; -es; -e obere Kante der
"äneinanderstoßenden Dachflächen
Dach|gaijten: der; -s; -gärten Gartenan¬
lage auf einem Flachdach
Dach|gau|be: die; - ; -n Aufbau für
senkrechte Dachfenster
□ach(ge|päck)trä)ger: der; -s; - auf
dem Autodach angebrachte Halte¬
rung für Gepäckstücke o. ä.
Dach|ge|schoß —* Dach|ge|schoss:
das; -geschosses; -geschosse [österr.
weiterhin] -ge|scho8: das; -es; -e di¬
rekt unterhalb des Daches liegendes
Stockwerk eines Gebäudes
Dach|ge[sell[schaft: die; - ; -en überge¬
ordnete Gesellschaft zur einheitlichen
Leitung eines Konzerns, Syn: Dach¬
organisation
Dach|gie|bel: der; -s; - dreieckiger,
senkrechter Wandteil zwischen den
Dachschrägen
222
dagegenstemmen
Dach|kam|mer die; - ; -n kleiner Raum
unter dem Dach, Syn.: Mansarde
Dachjlatfte: die; - ; -n Holzlatte, auf die
die Dachpfannen gelegt werden
Dachjla|wi|ne: die; ~ ; -n Scheemassen,
die von einem Dach fallen
Oach|lu|ke: die; - ; -n kleines Fenster
zum Aufklappen im Dach
Dach|or|ga|ni|satti|on: die; - ; -en über¬
geordnete Organisation, in der meh¬
rere andere Unterorganisationen ver¬
bunden sind, Syn.: Dachgesellschaft;
Dachverband
Dachjpapjpe: die; - ; -n mit Teer od. Bi¬
tumen getränkte Pappe zum Abdek-
ken von Lauben- od. Schuppendä-
chem
Dach|pfan|ne: die; - ; -n gewölbter Zie¬
gel zur Dachabdeckung
Dachjreitter: der; -s; - auf dem Dach¬
first befestigter kleiner Turm
Dach|rin|ne: die; ~ ; -n halbes Metall¬
rohr am Dachrand, das der Ableitung
des Regenwassers dient
Dachs: /dakß/ der; -es; -e 1 Säugetier
aus der Familie der Marder mit
bräunlichgrauem Fell, schwarzweiß
gestreiftem Kopf mit langer Schnau¬
ze, kurzen Beinen, Vorderbeinen mit
ausgeprägten Grabkrallen u. gedrun¬
genem Körper 2 schlafen wie ein jun¬
ger Dachs: sehr fest u. tief schlafen 3
junger Dachs: unerfahrener junger
Mann
Dachs|bau: /dakß-/ der; -(e)s; -e in den
Boden gegrabene Behausung eines
Dachses
Dachlschajden: der; -s; -schaden 1 de¬
fekte Stelle am Dach, der Bedeckung
eines Gebäudes »Die durch den Sturm
verursachten Dachschäden mußten von
Dachdeckern behoben werden.« 2
[ugs.; salopp] Mangel an Intelligenz
(durch eine Verletzung verursacht)
»Du hast doch einen Dachschaden!« 3
du hast (ja) einen Dachschaden:
blöd, doof, dumm sein; nicht ganz
normal sein
Djlchs|chen: /däkßchen/ das; -s; - Ver¬
kleinerungsform von Dachs
Dachjschinjdel: die; - ; -n Material zur
"Dachabdeckung
Dachsfhaan /dakß-/ das; -(e)s; -e Be-
"standteil des Dachsfells »Er benutzt
nur Pinsel aus reinem Dachshaar.«
Dachslhaaijpinjsel: /dakß-/ der; -s; ~
Tbnsel (für die Rasur), hergestellt aus
Dachshaaren
Dachs[hund: /dakß-/ der; -(e)s; -e zur
"bachsjagd geeignete Hunderasse wie
Dackel, Teckel
Däch|sln: /däkßin/ die; - ; -nen weibli¬
cher Dachs
Dach|spar|ran: der; -s; - Stützbalken
"der Dachkonstruktion, der vom First
zum Rand verläuft
Dach|stu|be: die; - ; -n kleiner Raum
"unterm Dach, Syn.: Dachkammer;
Mansarde
Dachjstuhl: der; -(e)s; -stähle tragende,
"stützende Konstruktion des Daches
Dach]stuhl|brand: der; -(e)s; -brande
Feuer im Bereich der (hölzernen)
Dachkonstruktion
Dach|terfras|se: die; - ; -n auf der Da¬
chebene als Terrasse nutzbare Fläche
Dach|trau|fe: die; - ; -n a) untere Ab¬
grenzung am Rand des Daches b) hal¬
bes Metallrohr am Dachrand, das der
Ableitung des Regenwassers dient,
Syn.: Dachrinne
Dach|verjband: der; -(ejs; -verbände
Zusammenschluß kleiner Einheiten
zu einer gemeinsamen größeren,
übergeordneten Organisation, Syn.:
Dachorganisation; Dachgesellschaft
Oach|wohjnung: die; - ; -en Wohnung
"unterm Dach, meist mit Schrägen
Oach(zie|gel: der; -s; - Baumaterial
(aus Ton, Schiefer) zum Decken eines
Daches
Dach[zlm|mer. das; -s; - Raum inner-
"halb einer Dachwohnung od. seperat
im Dachgeschoß gelegen
Dackel (Oakjket—» Dajckel): der; -s; -
Haushund mit krummen, kurzen
Beinen, der für die Jagdausbildung
geeignet ist
Dackel|bei[ne (Dak|kel|bei)ne —> Da|-
ckel|bei|ne): die (PI.) [scherzh.] Beine
eines Menschen, die nicht lang u.
nach innen od. außen gebogen, ge¬
wölbt sind
Da[da|is|mus: </r.> der; - ; - Kunstrich¬
tung (vor allem in der Literatur) des
frühen 20. Jhds., die die absolute for¬
male Freiheit der Kunst, verbunden
mit sprachlicher Inhaltslosigkeit ver¬
trat
Da|da|[st: der; -en; -en weibl. Da|da|istln
—> Da|da|[s(tin: die; - ; -nen Vertrete¬
rin) des Dadaismus
da|daj|stisch —* da|da|is|tisch: Adj. n.
stg. im Stil des Dadaismus, ihm zuzu¬
ordnen
D£|da|lus: <gr.-lat.> der; ~ ; - Person aus
der griechischen Mythologie
da|dran/dajdran: Adv. [ugs.] daran; an
dem »Dadran (an deinen Worten) ist
etw. Wahres.«
dajdrauf/da|drauf: Adv. [ugs.] darauf;
auf etw. »Dadrauf trinken wir.«
daldraus/daldraus: Adv. [ugs.] daraus;
aus dem »Dadraus machen wir ein
Karnevalskostüm.«
dajdrin/dajdrin: Adv. [ugs.] darin; dort;
in diesem Raum o. ä.
da|drin|nen/da|drin|nen: Adv. [ugs.]
darinnen; dort; in diesem 'Zimmer
o. ä.
da|drü|ber/da|drü|ber: Adv. [ugs.] dar¬
über; über das, dies »Dadrüber (z. B
über deinen Berufswunsch) müssen wir
noch sprechen.«
da|drum/da|drum: Adv. [ugs.] darum;
um das »Dadrum (z. B. um das Erbe)
haben sie sich gestritten.«
da|drun|ter/da|drun|ter: Adv. [ugs.] a)
räumlich darunter; unter diesem Ge¬
genstand o. ä. b) ein Limit unter¬
schreitend; unter dieser, der genann¬
ten Grenze o. ä. »Dadrunter (z. B.ftir
weniger als 10 Mark die Stunde) ar¬
beite ich nicht.« c) zeitlich in weniger
als der angegeben Zeit »Dadrunter
(z. B. unter fünf Minuten) schafft nie¬
mand die Strecke.« d) inmitten einer
Menge; dazwischen
dajdurch/da|durch: Adv. 1 a) räumlich
ein bestimmter Ort, Platz, der zu einer
Stelle führt »Diese Tür führt nach
draußen, dadurch müssen sie gehen.«
b) modal aus einem bestimmten
Grund, Umstand; deshalb; hier¬
durch; indem »Er war sehr großzügig,
dadurch geriet er in Geldschwierigkei¬
ten.« c) <oft in Verbindung mit ...,
daß» weil; durch den Umstand, daß ...
Dadurch, daß er uns das Auto lieh, half
er uns.«
da|fiir/da{füR Adv. mit Nachdruck auf
etw. hinweisend a) zweckorientiert
»Er hat dafür viel Geld ausgegeben. •
Voraussetzung dafür ist, daß er das
Abitur besteht.« b) im Hinblick auf
etw. »Dafür (— zum Rauchen) ist er
noch zu jung.« c) die Meinung vertre¬
tend »Sie ist dafür, daß wir umziehen.«
d) zum Ausgleich; als Entschädigung
»Ich bezahle nur 20 DM dafür.« e) für
etw. anderes gelten »Die Kette ist
nicht echt, aber man könnte sie dafür
halten.«
da|für|kön|nen: in der Wendung nichts
dafürkönnen: kannst nichts dafür;
konntest nichts dafür; hast nichts
dafürgekonnt 1 [ugs.] Schuld haben
»Ich kann nichts dafür, daß ich zu spät
gekommen bin.« 2 <übertr.> verrückt
sein
da{fQrfste|hen: siehst dafür; stand(e)st
dafür; hastjist dafürgestanden 1 hast
[verait.] für etw. die Verantwortung
übernehmen, bürgen 2 ist [österr.]
lohnend sein
DAG: Abk. 1 Deutsche Angestellten Ge¬
werkschaft 2 Deutsches Ausliefe¬
rungsgesetz 3 Deutsche Automobil¬
gesellschaft
dag: Abk. (Maßeinheit des Gewichts»
Dekagramm (1 dag = 10 Gramm)
dajge|gen/da|ge|gen: Adv. 1 räumlich a)
den Ort bezeichnend, an den etw. an-
geiehnt, gestellt o. ä. ist, wird »Er
stellte die Leiter dagegen (z. B. gegen
die Hauswand).« b) den Ort bezeich¬
nend, an den etw. an etw. stößt, gesto¬
ßen ist »Er übersah die Wand u. fuhr
mit dem Auto dagegen.« 2 etw. ableh¬
nend gegenüber stehen, nicht dafür
sein; entgegengesetzter Meinung sein
»Zehn Mitglieder waren dafür, fünf¬
zehn dagegen.« 3 im Verhältnis, Ver¬
gleich zu etw. betrachtet »In Afrika ist
es heiß, in Deutschland dagegen
schneit es.« 4 als Ausgleich (erfol¬
gend) »Im Tausch dagegen erhielt sie
einen Pullover.«
da|ge|gen]ha!|ten: hältst dagegen; hiel-
t(e)st dagegen; hast dagegengehalten
auf etw. mit einem Gegenargument o.
ä. reagieren »Es gibt wichtigere Dinge
zu tun, hielt sie dagegen.«
dajge|gen|set|zen: setzt dagegen; setz¬
test dagegen; hast dagegengesetzt etw.
entgegensetzen, entgegenbringen; Ge¬
genargumente Vorbringen »Das ist
richtig, da habe ich nichts dagegenzu¬
setzen.«
da|ge|gen|stel|len: stellst dagegen: stell¬
test dagegen; hast dagegengestellt sich
widersetzen; etw. nicht (mit)machen;
sich (mit aller Kraft u. Energie) wehr¬
en u. versuchen, es zu verhindern
da|ge)gen|stem|men: stemmst dagegen;
stemmtest dagegen; hast dagegenge¬
stemmt 1 —* auch da|ge|gen stem|-
men —*auch hast dagegen ge¬
stemmt*— mit Körperkraft gegen
ein Gewicht drücken 2 dibertr.» sich
widersetzen; etw. nicht (mit)machen;
sich (mit aller Kraft u. Energie) wehr¬
en u. versuchen, es zu verhindern
223
daheim
da|hejm: Adv. [besonders süddt, österr.
u. Schweiz.] 1 räumlich in der Heimat;
da, wo jmds. Herkunft, Ursprung
liegt »Sie waren in Sachsen daheim.« 2
<auf eine Fertigkeit bezogen) etw. gut
beherrschen; auf einem Gebiet sehr si¬
cher sein »Auf diesem Gebiet ist er da¬
heim.«
da|her/da|her: Adv. 1 a) von einem Ort,
aus einer Richtung kommend »Ich
bin in Berlin geboren. - Ach, daher
kommen Sie!« b) [landsch.] dorthin;
eine bestimmte Stelle bezeichnend
(meist mit zeigender Geste) »Setzen
Sie sich doch daher.« 2 a) die Ursache,
Quelle, den Umstand bezeichnend
»Daher hat er sein Wissen.« b) be¬
gründend »Sie lag im Krankenhaus,
daher konnte sie nicht kommen.«
da|her]brin|gen: bringst daher; brachtest
daher; hast dahergebracht [süddt.;
österr.] 1 mit sich tragen; an einen Ort
tragen, bringen »Was Kinder alles
daherbringen.« 2 (Äußerung) [ugs.;
abwert.] nicht überlegend »Es stimmt
nicht alles, was er daherbringt.«
da[her|flie|gen: fliegst daher; flog(e)st
daher; bist dahergeflogen angeflogen
kommen
da|lter|ge|lauffen: Adj. n. stg. [abwert.]
von zweifelhafter Herkunft u. gesell¬
schaftlich nicht anerkannt
da|herjkom|men: kommst daher; kamst
daher; bist dahergekommen hinzu¬
kommen; herkommen; sich jmdm.
nähern »Er kam mit wichtiger Miene
daher.«
da|herjre|den: redest daher; redetest da¬
her; hast dahergeredet [abwert.] un¬
überlegte, dumme Äußerungen ma-
‘ chen, ohne vorher überlegt, nachge¬
dacht zu haben
da|hier: Adv. [österr.; Schweiz.; sonst
veralt.] hier; an diesem Platz
da|h]n: Adv. 1 a) an diese Stelle; an die¬
sen Platz »Auf dem Weg dahin hatten
wir eine Reifenpanne.« b) (übertr.) in
diese Situation »Dahin hat ihn sein
leichtsinniger Umgang mit Geld ge¬
bracht.« 2 in Verbindung mit 'bis' in
der Zeit bis etw. eintritt »Bis dahin
sprechen wir uns nochmal,« 3 a) auf
diese Weise »Wir haben uns dahin
gehend.« b) einem bestimmten Ziel ge¬
mäß »Seine Bemühungen gingen da¬
hin, sich selbständig zu machen.« 4 da¬
hin sein: verloren, vergangen, weg,
nicht mehr vorhanden sein »Sein gan¬
zes Glück ist dahin.«
da|hin|ab/da|hin|ab —> da|hi|n|ab: Adv.
in eine angezeigte Richtung herunter,
abwärts
da|hin]auf/da|hin|auf —* da|hi|n|aufc
Adv. in eine angezeigte Richtung her¬
auf, aufwärts
dalhintaus/dalhinlaus —* da|hi|n|aus:
Adv. durch eine angezeigte Öffnung
hinaus
da|hin|däm|mem: dämmerst dahin;
dämmertest dahin; bist)hast dahinge¬
dämmert (meist mit einem krankhaf¬
tem Zustand verbunden) nicht aktiv,
sondern ohne Teilnahme vor sich hin
leben
da|hin|ei|len: eilst dahin; eiltest dahin;
bist dahingeeilt 1 sich schnell, hastig,
stetig fortbewegen »Er sah die Men¬
schen auf dem Bahnsteig dahineilen.«
2 schnell vorüber sein »Seine Jugend
eilte dahin.«
da|hin|ein/da]hin|ein —» da|hi|n|ein:
Adv. in eine angezeigte Öffnung, an
einen angezeigten Platz
da|hin|fah|ren: fährst dahin; fuhr(e)st
dahin; bist dahingefahren 1 [poet.] a)
vorüberfahren b) wegfahren 2 [geh.;
veralt.] sterben; den Tod finden; das
Leben verlieren
da|hin|fal|len: fällt dahin; fiel dahin; ist
dahingefallen [schweiz.] nicht mehr
vorhanden sein
da|hin|flie|gen: fliegst dahin: flog(e)st
dahin; bist dahingeflogen 1 [geh.;
poet.] wegfliegen »Sie schauten den
dahinfliegenden Gänsen nach.« 2 sehr
schnell vorübergehen »Die Zeit flog
unaufhaltsam dahin.«
dajhin|flie|Ben: fließt dahin; floß dahin;
ist dahingeflossen —ralle Vergangen¬
heitsformen mit ss<— stetig fließen,
strömen »Der Bach fließt still dahin.«
da|hin|ge|gen/da|hinige|gen: Adv. im
Unterschied zu etw., jmdm. »Sie da¬
hingegen vertrat ganz andere Ansich¬
ten.«
da|hin|ge|hen: gehst dahin; ging(e)st
dahin; bist dahingegangen 1 vorüber¬
gehen; zum Ende kommen »Der
Abend ging dahin, ohne daß etw.
passierte.« 2 [geh.] vorbeilaufen; sich
an etw. od. jmdm. vorbei bewegen
»Er sah, wie die Leute im Park
dahingingen.« 3 [verhüll.] sterben; den
Tod finden »Seine Frau ist viel zu früh
dahingegangen.«
Da|hin|ge|schie]de)ne: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Dahinge¬
schiedener; eine Dahingeschiedene;
zwei Dahingeschiedene) [geh.; ver¬
hüll.] Verstorbene^); Tote(r)
da|hin|krän|keln: kränkelst dahin; krän¬
keltest dahin; bist dahingekränkelt nie
ganz gesund, aber auch nicht ernst¬
haft krank sein
da|hin|le|ben: lebst dahin; lebtest dahin;
hast dahingelebt (in langweiliger Art
u. Weise) ohne Höhen u. Tiefen
gleichmäßig seine Tage verbringen
da|hin|plät|schern: plätschert dahin;
plätscherte dahin; ist dahingeplät¬
schert 1 stetig, mit leisem Geräusch
verbunden, fließen »Das Bächlein
plätscherte dahin.« 2 (übertr.) ober¬
flächlich geschehen »Die Unterhal¬
tung plätscherte so dahin.«
da|hin|sa|gen: sagst dahin; sagtest da¬
hin; hast dahingesagt eine nicht ernst
gemeinte, etw. unüberlegte Äuße¬
rung, Bemerkung o. ä. machen
da|h|n|schei|den: scheidest dahin; schie-
d(e)st dahin; bist dahingeschieden
[geh.; verhüll.] sterben; den Tod fin¬
den; das Leben verlieren
da|hin|schlep|pen, sich: schleppst dich
dahin; schlepptest dich dahin; hast dich
dahingeschleppt 1 sich mühsam, kraft¬
los fortbewegen 2 sich (ohne Span¬
nung) in die Länge ziehen »Der Film
schleppte sich dahin.«
da|hin|schwin|den: schwindet dahin;
schwand dahin; ist dahingeschwunden
1 langsam versiegen, weg gehen, we¬
niger werden »Seine Kräfte schwan¬
den dahin.« 2 vorübergehen »Die Zeit
schwand nur so dahin.«
da|Mn|se|geln: segelst dahin; segeltest
dahin; bist dahingesegelt den Wind
nutzend fortbewegen
da|h|n|sie|chen: siecht dahin; siechte da¬
hin; ist dahingesicht eine lange schwe¬
re Krankheit erleiden (u. qualvoll
daran sterben)
da|h]n|sterjben: stirbt dahin; starb da¬
hin; ist dahingestorben [geh.] sterben;
den Tod finden; das Leben verlieren
da|hin|ter/da|hin|ter: Adv. hinter einem
Ört, Gegenstand; hinter etw. Ge¬
nanntem »Das Buch liegt dahinter
(hinter dem Schrank o.ä.).«
—» da|hm|ter gu|ckert s. dahinterguk-
ken
—* da|Mn|ter kom|men: s. dahinter¬
kommen
—» da|hjn|ter ste|cken: s. dahinterstek-
ken
—» da|hin|ter stellten: s. dahinterstehen
da|hin|ter|gucken (da|h[n|terguk|ken
—» da|hin|terjgu|cken) —r auch da|-
hin|ter gujckert guckst dahinter;
gucktest dahinter; hast dahinterge¬
guckt —rauch hast dahinter ge¬
guckt-*— den Grund, die Ursache
für etw. erkennen
da|hin|ter|kom|men —r auch da|hin|ter
kom|mere kommst dahinter; kamst
dahinter; bist dahintergekommen
—rauch bist dahinter gekommen*—
etw. (meist Negatives) aufdecken, in
Erfahrung bringen »Er war dahinter¬
gekommen, daß siegelogen hatte.«
da|hin|ter|stecken (da|hin|ter|stek)ken
—* da|hin|ter|ste|cken) —» auch da|-
hin|ter ste]Cken: steckst dahinter;
stecktest dahinter; hast dahinterge¬
steckt —rauch hast dahinter ge¬
steckt*— die unbekannte Ursache,
der verborgene Urheber von etw. sein
»Keiner wußte, wer eigentlich dahin¬
tersteckt.«
da|hin|ter|ste|hen —> auch da|h[n|ter
ste|here stehst dahinter; stand(e)st
dahinter; hast dahintergestanden
—rauch hast dahinter gestanden*—
1 etw. befürworten, unterstützen
»Die gesamte Mannschaft stand hinter
dem Vorschlag des Kapitäns.« 2 Ener¬
gie, die für etw. verantwortlich ist
da|hin|über/da|ltin|über —> da|hi|n|ü|-
ber. Adv. an einen angezeigten Ört
hinüber gehen, führen o. ä.
da|hin|un|ter/da]hin|un|teR Adv. an ei¬
nen angezeigten Ört hinunter gehen,
führen o. ä.
da|hin|ve|ge|tie|ren: vegetierst dahin; ve¬
getiertest dahin; bist/hast dahinvege¬
tiert a) menschenunwürdig leben b)
an einer Krankheit lange leiden
da|hjn|wel|ken: welkt dahin; welkte da¬
hin; ist dahingewelkt 1 (Blume; Blüte)
langsam aufhören zu blühen 2
(übertr.) alt werden u. sichtbare Spu¬
ren des Alterns zeigen
da|hin|zie|hen: zieht dahin; zog dahin;
ist dahingezogen 1 sich langsam wei¬
terbewegen »Sie sah die Gewitterwol¬
ken am Himmel dahinziehen.« 2 sich
erstrecken »Die Straße zog sich in lan¬
gen Windungen dahin.«
da|hin|zie|hen, sich: zieht sich dahin;
zog sich dahin; hat sich dahingezogen
1 räumlich einen Weg nehmen »Die
Straße zieht sich in Kurven dahin.« 2
224
dämmert g/dämmrig
zeitlich sich (unangenehm) in die Län¬
ge ziehen
Oahflie: /dalie/ die; - ; -n nicht Winter¬
härte Knollenpflanze aus der Familie
der Korbblütler, die in unterschiedli¬
chen Farben im Spätsommer u.
Herbst blüht
da]hocken (dajhokjken —> dajho|-
ckerj: hockst da; hocktest da; hast da¬
gehockt (in der Hocke) dasitzen
DAK: Abk. Deutsche Angestellten
Krankenkasse
Da|ka]po: <lat.-it.> das; -s; -s <Musik>
Wiederholung
Da|ka|po|arie —*■ Da|ka|po]a|rie <lat.-
it.> die; ~ ; -n bestimmte Art von Mu¬
sikstück, bei der der erste Teil im drit¬
ten Teil wiederholt wird
dakfty|lisch: <gr.-lat.> /daktülisch/ Adj.
n. stg. (Verslehre) mit zwei Längen u.
zwei Kürzen versehenes Gedicht od.
anderes literarisches Stück
Dak|ty|lo|grarnm: <gr.-lat.> /daktülo-/
das; -s; -e Abdruck des Fingers
Dak|ty|lo|lo|gie: <gr.-lat.> /daktülologi/
die; - ; - Fachbezeichnung für die
Taubstummen- u. Gehörlosenspra¬
che
Dak|ty|lo|sko|p|e —* Dak|ty]lo|s|ko|pig
<gr.> /daktüloßkopi/ die: - ; -kopiert
ldaktüloskopi‘n[ Methode, um einen
Fingerabdruck zu erstellen
Dak|ty|lus: tgr.-lato /daktüluß/ der; ~ ;
Daktylen aus einer Länge u. zwei
Kürzen bestehender Versfuß
dal: Abk. (Maßeinheit des Rauminhalts)
Dekaliter (1 dal = 10 Liter)
Da|lai La|ma: mong.-tibo der; - ~ u. *
-s; - -s tibetanisches weltliches Ober¬
haupt des Lamaismus, der tibetani¬
schen Form des Buddhismus
da]las|sen: läßt da; ließf es)t da; hast da¬
gelassen —-»alle Gegenwartsformen
mit ss<— etw. nicht mitnehmen, hin¬
terlassen »Den schweren Koffer
kannst du dalassen.«
da]lie|gen: liegst da; lag(e)st da; hast
dagelegen 1 bewegungslos an einer
Stelle liegen »Das Unfallopfer lag
blutüberströmt da.« 2 sich an einer
Stelle sichtbar befinden »Die Proben
lagen zum Mitnehmen da.«
dal|li: <poln.i Adv. u. Interj. [ugs.] Beei¬
lung!; ein bißchen plötzlich!
Oal|ma|ti|ner: der; -s; - 1 größere Hun¬
derasse mit weißem Fell, das mit
schwarzer od. brauner Fleckung
überzogen ist, u. die gerne als Wach-
od. Jagdhund ausgebildet wird 2
Weinsorte aus Dalmatien
Dal|to|nis|mus: der; - ; - <Med.> angebo¬
rene Farbenblindheit; angeborene
Unfähigkeit, Farben erkennen u. un¬
terscheiden zu können
dam: Abk. (Maßeinheit der Länge) De-
kameter(l dam = 10 Meter)
da]ma|lig: Adj. n. stg. zu einem früheren
Zeitpunkt
dafmais: Adv. zu einem schon länger zu¬
rückliegenden Zeitpunkt
Da|mast: <arab.-lat.-it.> der; -(e)s; -e ed¬
ler Stoff mit eingewebtem Muster
da|mastjar|tig: Adj. n. stg. Damast äh¬
nelnd
Däm|chen: das; -s; - 1 Verkleinerungs¬
form von Dame 2 [meist abwert.] jun¬
ges, unreifes Mädchen, das sich als
Dame ausgibt 3 Prostituierte
Da|me: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 a) höfliche
Bezeichnung für eine Frau, nicht als
Anrede gebraucht »Die junge Dame
hat mir einen Brief gegeben.« b) Frau
(aus gehobenen Verhältnissen) mit
gutem Benehmen »Sie ist eine Dame.«
2 a) (zweitwichtigste) Figur im
Schachspiel »Ich habe seine Dame
geschlagen.« b) zwischen Bube u. Kö¬
nig stehende Spielkarte c) o. PI. Brett¬
spiel, das mit hellen u. dunklen Stei¬
nen gespielt wird 3 Dame von Welt:
eine im Auftreten gewandte, selbstsi¬
chere Frau »Man merkt sofort, sie ist
eine Dame von Welt.« 4 jmds. alte
Dame: [ugs.; scherzh.) jmds. Mutter
»Ich werde heute meine alte Dame mal
wieder besuchen.«
Da|me|brett: das; -(e)s; -er Spielfläche
mit schwarzen u. weißen Vierecken
für das Damespiel
Dä|mel: der; -s; - [ugs.] Blödmann;
Dummkopf; Blödian
Dä|me|lei: die; -; -en [ugs.] Dummheit
Da|men|bart: der; -(e)s; -barte Bart¬
wuchs, Gesichtsbehaarung (über der
Oberlippe) bei Frauen
Da|men|be|glei|tung: die; - ; - Frau, die
einen Mann (bei etw.) begleitet »Im
Lokal sah ich ihn in Damenbeglei¬
tung.«
Da|men|be|such: der; -(e)s; -e Besuch
einer weiblichen Person bei einem
Mann »Damenbesuch auf den Zim¬
mern ist nicht gestattet.«
Da|men|bin|de: die; - ; -n in den Slip,
die Unterhose mit Klebestreifen zu
befestigende, aus Zellstoff, Watte be¬
stehende Vorrichtung, die das Men¬
struationsblut aufsaugt
Da|menffri|seur/Da|men|fri|sör: der; -s;
-e weibl. Da]men]fri|seu|rin/Da|men|-
fri|sö|rin: die; - ; -nen Spezialistin)
für Frauenhaarschnitte
da]men|haft: Adj. damenhafter; damen¬
hafteste guterzogen u. gesittet; wie es
sich für eine Dame gehört
Da|men|hut: der; -(e)s; -hüte Kopfbe¬
deckung für Frauen
Dg|men|mann|schaft: die; - ; -en Team
im Sport, das nur aus weiblichen Per¬
sonen besteht
Da|men|mo|de: die; -; -n moderne Klei¬
dung für weibliche Personen
Dajmen|ober|be|klei|dung —* Da]-
men|o|berjbe|kIei|dung: die; ~ ; -en
Sammelbezeichnung für Kleidungs¬
stücke für weibliche Personen, die
nicht zu Unterwäsche od. Schuhwerk
gehören
Da]men|rad: das; -fe)s; -rüder Fahrrad
mit einer speziellen Rahmenkon¬
struktion, die für weibliche Personen
geeignet ist
Da]men|sa|lon: der; -s; -s Frisörge¬
schäft, Abteilung eines Frisörgeschäf¬
tes für weibliche Personen
Da|men|sat]tel: der; -s; -sättel spezieller
Sitz für den Pferderücken beim Rei¬
ten, der so gestaltet ist, daß sich beide
Beine der Reiterin auf der linken Seite
des Pferdes befinden u. nicht ge¬
spreizt sind
Da|men|schnel|der: der; -s; - weibl.
Da[men|schnei|de|rin: die; - ; -nen
Handwerker(in), der/die Damenober¬
bekleidung anfertigt
Da|men|sitz: der; -es; - Art u. Weise des
Sitzens im Damensattel mit beiden
Beinen auf einer Seite u. in nicht ge¬
spreizter Haltung
Da|men|toi|let|te —Da|men|to|i|let)te:
die; - ; -n 1 WC für weibliche Perso¬
nen 2 feierliche, elegante Kleidung
für Frauen
Da|men|un|tertwä|sche: die; - ; - Klei¬
dung für Frauen, die unter der Ober¬
bekleidung getragen wird
Da]men|wahl: die; * ; - Aufforderung
des Mannes durch die Frau zum Tanz
Da|men|wä[sche: die; - ; - Kleidung für
weibliche Personen, die unter der
Oberbekleidung getragen wird
Da|me|spiel: das; -(e)s; -e Brettspiel für
zwei Spieler
Da]me|stein: der; -(e)s; -e rundes fla¬
ches Plättchen als Spielfigur des Da¬
mespiels
Dam|hirsch: der; -(e)s; -e Hirschart mit
Schaufelgeweih u. rotbraunem Fell
mit weißer Fleckung
da|imt: I Konj. mit dem Ziel, Zweck, daß
etw. geschieht, erreicht wird o. ä. »Du
mußt die Medikamente nehmen, damit
du wieder gesund wirst.« II Adv. 1 mit
etw. »Das ist ein Fidler, kannst du da¬
mit schreiben?« 2 dadurch; durch etw.
Damit war er von jedem Verdacht be¬
freit.«
Däm|lack: der; -(e)s; -s u. -e [ugs.]
Dummkopf; Trottel; Blödmann
dämjjlich: Adj. [ugs.; abwert.] dumm;
blöd; sich ungeschickt verhaltend
Däm|lich|keit: die; - ; -en äußerst unge¬
schicktes u, dummes Verhalten o. ä.
Damm: der; -(e)s; Dämme 1 Wall; Auf¬
schüttung (zum Abhalten von Wasser
o. ä.) »Bei dem Hochwasser ist der
Damm gebrochen.« 2 (Med.) zwischen
Scheide (bei Frauen) od. Hoden (bei
Männern) u. After gelegene Körper¬
partie 3 a) nicht auf dem Damm sein:
[ugs.] sich nicht gesund, körperlich
nicht wohl fühlen »Ich bin seit einiger
Zeit nicht so recht auf dem Damm.« b)
wieder auf dem Damm sein/auf den
Damm kommen: wieder gesund sein/
werden c) jmdm. auf den Damm
helfen: dafür sorgen, verantwortlich
sein, daß jmd. wieder gesund wird, ge¬
worden ist
Dam|mar: <malab das; -s; - Harz von ei¬
ner in Südostasien heimischen Bau¬
mart
Dam|ma|ra|fich|te: die; - ; -n Nadel¬
baum, der in Südostasien vorkommt
Dam|maijharz: das; -es; -e Harz von ei¬
ner in Südostasien heimischen Bau¬
mart
Damm|bruch: der; -(e)s; -brüche (zu ei¬
ner Überflutung führende(r)) großer
Riß, eingebrochene Stelle in einem
Staudamm
däm|men: dämmst; dämmtest; hast
gedämmt 1 Wasser aufstauen durch
einen Staudamm 2 isolieren; verhin¬
dern, daß Schall od. Wärme bzw.
Kälte nach außen u. nach innen
dringt
däm|me|rig/dämm|rig: Adj. weder hell
noch dunkel; Lichtverhältnisse beim
Übergang vom Tag zur Nacht u. um¬
gekehrt aufweisend
225
Dämmerlicht
Däm|mer|licht: das; -(e)$; - Bezeich¬
nung für die Lichtverhältnisse in der
Morgen- bzw. Abenddämmerung
däm|mern: dämmert; dämmerte; hat
gedämmert 1 (morgens) langsam hell,
(abends) langsam dunkel werden 2 es
dämmerte jmdm.: [ugs.] (etw.) lang¬
sam verstehen, verstanden werden
»Es dämmerte mir, daß ich mich im
Unrecht befand.« 3 vor sich hin
dämmern: [ugs.] (meist aus Alters-
od. Krankheitsgründen) nicht auf¬
merksam, nicht bei klarem Bewußt¬
sein sein »Viele der Leute in dem Pfle¬
geheim dämmern nur noch vor sich
hin.«
Däm|mer|schefn: der; -<e)s; - Licht der
Dämmerung
Däm|mer|schlaf: der; -(e)s; - 1 Halb¬
schlaf, bei dem jmd. weder tief noch
fest schläft 2 <Med.> aufgrund der
Einnahme bestimmter Arzneien ent¬
stehender Zustand, bei dem der Pa¬
tient nicht wirklich wach, nicht bei
normalem Bewußtsein, sondern leicht
benebelt, leicht verwirrt ist
Däm|mer|schop|pen: der; -s; - geselli¬
ges Trinken am späten Nachmittag
od. frühen Abend
D|m|msitstun|de: die; - ; -n Zeitspanne
"des Übergangs vom Tag zum Abend,
zur Nacht
Däm|me|rung: die; - ; -en das langsame
Dunkelwerden in der Zeit des Über¬
gangs vom Tag zur Nacht od. Hell¬
werden in der Zeit des Übergangs von
der Nacht zum Tag »Die Dämmerung
bricht an.«
däm|me|rungs|ak|tiv: Adj. Tiere betref¬
fend, die tagsüber schlafen u. bei An¬
bruch der Nacht zu jagen beginnen
Däm|me|rungs|schal|teR der; -s; -
<Technik> Schalter, von dem in Ab¬
hängigkeit vom Tageslicht elektroni¬
sche Anlagen automatisch ein- od.
ausgeschaltet werden
Däm|mer]zu|stand: der; -(e)s; -zustän-
~de 1 zeitweilige Störung der bewußten
Wahrnehmung der Außenwelt 2 Zu¬
stand zwischen Schlafen u. Wachwer¬
den
Damm|kro|ne: die; - ; -n höchster Punkt
eines (Stau-)Dammes
dämm|rig/däm|me)rig: Adj. n. stg. we¬
der hell noch dunkel; Lichtverhält¬
nisse beim Übergang vom Tag zur
Nacht u. umgekehrt aufweisend
Damm|riB —> Damm|riss: der; -risses;
~risse <Med.> Verletzung der Musku¬
latur des Dammes (2) (meistens durch
eine Geburt hervorgerufen)
Damm|schnitt: der; -(ejs; -e <Med.> zur
Vermeidung eines Risses vorgenom¬
mener Einschnitt zwischen Scheide u.
After (bei einer Geburt)
Dammjschutz: der; -es; - <Med.> Ein¬
schnitt zwischen Scheide u. After zur
Verhinderung eines Dammrisses
Dämm|stoff: der; -(ejs; -e <Technik>
Material zur Isolierung von Schall
od. Wärme/Kälte
Däm|mung: die; - ; -en <Technik> a)
Schallisolierung b) Wärme- od. Käl¬
teisolierung
Da|mo|kles|schwert —» Da|mo|k|les|-
schwert: das; - (ejs; - <übertr.> ständig
drohende Gefahr »Die Gefahr, daß er
Konkurs anmelden muß, hängt wie ein
Damoklesschwert über seinem Le¬
ben.«
Dä|mon: <gr.-lat.> der; -s; Dämonen 1 a)
Teufel b) negative geistige Macht; die
Menschen negativ beeinflussende
überirdische Macht »Sie glaubten,
daß er von einem Dämon besessen sei.«
2 <übertr.> sehr herrischer, unheimli¬
cher u. Macht ausübender Mensch
dä|mp|nen|haft: Adj. dämonenhafter;
dämonenhafteste wie ein Teufel od.
eine übernatürliche Kraft wirkend
dä|mp|nisch: <gr.-lat.> Adj. unheimlich;
auf eine unheimliche Macht zurück¬
zuführen
dä|mo|ni|sie|reiK <gr.-lat.> dämonisierst;
dämonisiertest; hast dämonisiert etw.
od. jmdn. in den Bereich des Unheim¬
lichen, Unbekannten, Unerklärlichen
rücken
Dä|mo|ni|sie|rung: <gr.-lat.> die; - : -en
Verfluchung; Belegen von etw. od.
jmdm. mit etw. Unheimlichem, Über¬
natürlichem
Dampf: der;-(e)s; Dämpfe 1 durch Ko¬
chen, Erhitzung gasförmig geworde¬
nes Wasser 2 [ugs.] Kraft u. Wucht 3
Dampf machen; jmdm. Dampf ma¬
chen; hinter etw. Dampf machen:
[ugs.] sich anstrengen, beeilen; jmdn.
auifordern, sich mehr anzustrengen,
sich zu beeilen, sich bei etw. mehr
anzustrengen; etw. beschleunigen
»Wenn wir jetzt nicht Dampf machen,
wird es heute nicht mehr fertig.« 4
Dampf ablassen: [ugs.] seine Wut,
seinen Ärger abreagieren »Tut mir
leid, daß ich so laut war, aber ich
mußte mal Dampf ablassen.« 5 unter
Dampf stehen: 1. einsatzbereit, fahr¬
bereit sein 2. bereit sein, etw. zu tun;
voller Tatendrang sein »Ich freue
mich auf die Fahrt, ich stehe schon
richtig unter Dampf.« 6 Dampf drauf
haben: [ugs.] 1. eine hohe Geschwin¬
digkeit haben 2. viel Temperament,
Elan, Schwung haben »Die Kleine hat
aber ordentlich Dampf drauf.« 7 mit
Dampf: [ugs.] mit Fleiß, Energie »Ich
arbeite an der Sache schon mit
Dampf.« 8 der Dampf ist raus: [ugs.]
etw. ist nicht mehr interessant, ist
langweilig, schwunglos geworden.
Aus dieser Femsehserie ist leider der
Dampf raus.«
Dampf|an|trieb: der; -(e)s; -e Dampf
(1) als Antriebskraft für eine Maschi¬
ne
Dampf|bad: das; -(e)s; -bäder a) das
"Baden od. Schwitzen in Wasserdampf
b) ein Raum, der mit Wasserdampf
gefüllt wird, ist
Dampf|bü|gel|ei|sen: das; -s; - Bügelei¬
len, in das Wasser eingefüllt u. erhitzt
wird, so daß beim Bügeln Dampf aus¬
tritt u. die Wäsche besser gedämpft,
leichter geglättet wird
Dampfdruck: der; -(ejs; -drücke <Tech-
"nilo Kraft, die (Wasser-)Dampf auf
etw. ausübt
Dämp|fe: die (PI.) größere Mengen ver¬
schiedenartigen Dampfes »Aus dem
Krater steigen schwefelhaltige Dämpfe
auf.«
dampfen: dampft; dampfte; hatlist
~gedampft 1 hat heiße Luft abgeben
»Auf dem Herd dampfte die heiße
Suppe.« 2 ist sich dampfgetrieben
fortbewegen »Die Lok dampfte aus
dem Bahnhof.«
dämp|fen: dämpfst; dämpftest; hast ge¬
dämpft 1 mit Wasserdampf bügeln 2
mit Wasserdampf garen »Das Gemüse
darf nur gedämpft werden.« 3 a) redu¬
zieren; weniger machen »Wir müssen
ihre Erwartungen dämpfen.« b) die
Lautstärke mindern
Dampfer. der; -s; -1a) Schiff, das
seine Energie aus Wasserdampf be¬
zieht »Der Dampfer bewegte sich lang¬
sam über den See.« b) [ugs.] (größeres)
Passagierschiff »Wir besteigen den
Dampfer in Genua.« 2 auf dem fal¬
schen Dampfer sein: [ugs.] etw. Fal¬
sches denken; falsche Schlüsse ziehen
»Wenn du denkst, du kannst mich
übertölpeln, bist du auf dem falschen
Dampfer.«
Dämpfer. der; -s; - 1 <Musik> Gerät,
Aufsatz für ein (Blas-)Instrament,
durch das/den der Ton verändert, lei¬
ser gemacht wird »Er benutzte einen
Dämpfer für die Trompete.« 2 kurz für
Stoßdämpfer = Vorrichtung an
Kraftfahrzeugen, die das Fahrzeug
abfedert 3 a) jmdm., einer Sache ei¬
nen Dämpfer aufsetzen, verpassen:
[ugs.] jmds. Einsatz, Überschwang o.
ä. mäßigen, abschwächen »Diese Zu¬
rechtweisung hat ihm einen Dämpfer
aufgesetzt.« b) einen Dämpfer be¬
kommen, erhalten: für seinen über¬
mäßigen Einsatz, Überschwang geta¬
delt werden »Der junge Kollege mußte
einmal einen Dämpfer bekommen.«
Damp|feijfahrt: die; - ; -en Fahrt mit ei¬
nem durch Dampf angetriebenen
Schiff
Dampfheizung: die; -; -en Heizkörper,
in dem heißer Wasserdampf zirkuliert
u. so Wärme an den Raum abgibt
Dampfkessel: der; -s; Behälter, in
dem Wasserdampf in Überdruck zu
Nutzungszwecken erzeugt wird
Dampf|koch|topf: der; -(ejs; -topfe
Kochtopf mit absolut dicht schließen¬
dem Deckel, in dem die Speisen mit
Dampf u. dadurch entstehendem
Druck schneller als gewöhnlich ge¬
gart werden
Dampf kraft: die; - ; -kräfie Druck, der
durch heißen Dampf auf etw. od.
jmdn. wirkt
Dampflok: Kurzw. die; - ; -s Dampflo¬
komotive = von Dampfkraft ange¬
triebene Eisenbahn-Lokomotive
Dampf|lo|ko|mo|ti|ve: die; - ; -n von
Dampfkraft angetriebene Eisenbahn¬
Lokomotive
Dampfma|schi|ne: die; - ; -n <Technik>
Maschine zur Erzeugung mechani¬
scher Energie durch Dampfdruck
Dampfnu|del: die; - ; -n [süddt.] Ge¬
richt aus Hefeteig, der in einem fest
verschlossenen Topf (in Dampf) ge¬
backen wird
Dampf rajdio: das; -s; -s [ugs.; scherzh.]
Ausdruck für ein Rundfunkgerät,
Radio
Dampfschiff: das; -(ejs; -e Schiff, des-
len Antriebsenergie Dampf ist, Syn.:
Dampfer
Dampfschiffahrt (Dampfschifffahrt)
—* immer mit fff; Dampf schiff-
fahrt/Dampfschiff-Fahrt: die; - ; -en
226
Dankeschön
das Fahren auf dem Wasser mit
Dampfschiffen
Dampf|tur|bi|ne: die; ~ ; -n <Technik>
Maschine, die Dampf zur Erzeugung
von Energie nutzt
Dämpfung: die; ~ ; -en Abschwächung;
Verringerung »Zur Dämpfung des
Lärms wurde eine Lärmschutzwand
aufgebaut.«
Dampf|wal|ze: die; ~ ; -n 1 durch Dampf
angetriebene Maschine zum Ebnen
des Straßenbelags 2 [ugs.; scherzh.]
Bezeichnung für einen sehr korpulen¬
ten Menschen
Dam|wild: das;-(e)s; - <Zoob Wildart
Dän.: Abk. a) Dänemark b) Däne; Dä¬
nin
dän.: Abk. dänisch
da|nach/da|nach: Adv. 1 im Anschluß
an, später als etw. od. jmd.; hinterher
»Ich bin danach dran.« 2 dementspre¬
chend; folglich »Sie geben den Fehler
zu, danach müßte ich jetzt eine Ent¬
schuldigung bekommen.« 3 nach etw.
Ich habe danach geworfen.« Ant.: <1>
vorher
dan|dy|haft: <engl.> /dändi -/ Adj. dandy¬
haft er; dandyhafteste sich benehmen
wie ein versnobter, eingebildeter
Mann
Dä|ne: der; -n; -n weibl. Da|nin: die; - ;
-nen Einwohner(in) Dänemarks
da|ne|ben/da|ne|ben: Adv, 1 neben
etw., jmdm. »Sie sitzt daneben!« 2 fer¬
ner; außerdem; zusätzlich »Daneben
besteht die Möglichkeit der schriftli¬
chen Absage.« 3 verglichen mit etw.
od. jmdm. »Sie ist so schön, daneben
wirkt er klein u. unansehnlich.«
—> dajnejben faljlen: s. danebenfallen
—» da|ne|ben ge|hen: s. danebengehen
(b)
—-» dafne|ben|grei|fen: s. danebengrei¬
fen (a)
—» da|ne|ben hau|en: s. danebenhauen
(I)
—* da|ne|ben schießen: s. daneben¬
schießen (1)
—■» da|ne|ben sein: s. danebensein
da|ne]ben|be|neh|men, sich: benimmst
dich daneben; benahm(e)st dich dane¬
ben; hast dich danebenbenommen sich
nicht angemessen, nicht den (gesell¬
schaftlichen) Konventionen gemäß
verhalten
da|ne|ben|fal|len —* da|ne|ben fal|len:
fällt daneben; fiel daneben; ist dane-
Ätllen —»ist daneben
_ . <t<— das Ziel nicht treffen »Er
hat den Korb nicht getroffen, der Apfel
ist danebengefallen.«
da|ne|ben|ge|hen: geht daneben; ging
daneben; ist danebengegangen a) nich t
klappen »Auch der 10. Versuch ist
danebengegangen.« b) —* da|ne|ben
ge(hen —»ist daneben gegangen<—
nicht treffen
da|nejben|grei|fen: greifst daneben; grif-
f(e)st daneben; hast danebengegriffen
1 —» da|ne|ben greifen —»hast da¬
neben gegriffen— am Ziel vorbei¬
fassen »Er wollte sich festhalten u. hat
danebengegriffen.« 2 sich irren »Mit
seiner Beurteilung hat er schwer dane¬
bengegriffen.«
da|ne|ben|hau|en: haust daneben; hau¬
test/hieb f e)st daneben; hast daneben¬
gehauen 1 —* dajnejben hayjen
—»hat daneben gehauen*— mit ei¬
nem Schlag, das Ziel nicht erreichen,
sondern vorbeischlagen 2 (ugs.] kei¬
nen Erfolg haben »Die Klausur hat sie
danebengehauen.«
da[ne|ben|lie|gen: liegst daneben; la-
g(e)st daneben; hast danebengelegen
[ugs.] etw. od. jmdn. falsch einschät¬
zen; sich in der Beurteilung irren »Mit
seinem Tip hat er schwer danebengele¬
gen.«
da|ne|ben|schie|ßen: schießt daneben;
schossest daneben; hast danebenge¬
schossen —»alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 —* da|ne|ben
schj«|ßen —»hat daneben
geschossen<— das Ziel mit einem
Schuß nicht treffen 2 [ugs.] falsch lie¬
gen; sich täuschen
da|ne|ben)sein —» dajnejben sein: bist
daneben; warst daneben; bist
danebengewesen —»bist daneben
gewesen<— nicht in Form sein; von
der Rolle sein
da|ne|ben|tip|pen: rippst daneben; tipp¬
test daneben; hast danebengetippt
[ugs.] eine falsche Prognose, Ein¬
schätzung abgeben
Dä|nefmark: o. Art.; -s; - zu Skandinavi¬
en gehörendes nordeuropäisches
Land mit Hauptstadt Kopenhagen
da|nje|der|lie|gen: liegst danieder; la-
g(e)st danieder; hast daniedergelegen
1 |geh.] durch eine Krankheit o. ä. ge¬
schwächt sein u. nicht aufstehen kön¬
nen 2 <übertr.> nicht erfolgreich sein;
keinen Profit bringend »Die Geldge¬
schäfte an der Börse lagen während der
Inflation danieder.«
dä|nlsch: Adj. n. stg. zu Dänemark, den
Dänen gehörend; aus Dänemark
kommend, stammend
Dä|ni|sche: das; -n; - die dänische Spra¬
che
Dank: der; -(e)s; - a) schriftlich od.
mündlich geäußertes, innerlich emp¬
fundenes Gefühl der Verbundenheit,
der Anerkennung für etw., was posi¬
tiv, glücklich verlaufen ist, was jmd.
Positives, Nettes, Hilfreiches für
jmdn. getan hat »Ich möchte dir für
die Hilfe Dank sagen.« b) vielen Dank;
besten Dank; herzlichen Dank; tau¬
send Dank; haben Sie vielen Dank;
hab' vielen Dank: meist mündlich ge¬
äußerter Dank c) mit vielem Dank:
im (offiziellen) Briefwechsel schrift¬
lich geäußerter Dank d) jmdm. sei¬
nen Dank aussprechen: jmdm. dan¬
ken e) jmdm. Dank schulden: ein ge¬
äußerter u. empfundener Dank ist an¬
gebracht, da jmd. hilfreich war, etw.
Hilfreiches, Nettes getan hat f) kein
Wort des Dankes sagen: [abwert.]
für eine Nettigkeit keinen Dank äu¬
ßern g) das ist nun der Dank dafür:
[abwert.] jmd. tut etw., was zu kriti¬
sieren ist, was nicht angebracht, nicht
angemessen ist
—* Dank sa|gen: s. danksagen
dank: Trap, mit Gen. u. [ugs.] mit Dat.
aufgrund; bewirkt durch; die Ursa¬
che, den Urheber für etw. bezeich¬
nend »Dank des schönen Wetters
konnten wir im Garten feiern.«
Dank|adres|se —> Dank|a|d|res|se: die;
- ; -n förmliches Schreiben, in dem
Dank ausgedrückt wird
dank|bar. Adj. 1 vom innerlich empfun¬
denen Gefühl der Verbundenheit, der
Anerkennung für etw., was positiv,
glücklich verlaufen ist, was jmd. Posi¬
tives, Nettes, Hilfreiches für jmdn. ge¬
tan hat, erfüllt »Sie war eine dankbare
Patientin.« 2 lohnend; Profit, Ge¬
winn, Nutzen versprechend »Dies ist
eine dankbare Arbeit.« 3 [ugs.] sehr
viel aushaltend; von der Qualität so
beschaffen, daß es stark beansprucht
werden kann 4 nicht viel Pflege benö¬
tigend »Kakteen sind dankbar.«
Dank|bar|keit: die; ~ ; -en 1 innerlich
empfundenes Gefühl der Verbunden¬
heit, der Anerkennung für etw., was
positiv, glücklich verlaufen ist, was
jmd. Positives, Nettes, Hilfreiches für
jmdn. getan hat 2 Eigenschaft, Nut¬
zen, Gewinn zu erzeugen 3 [ugs.] Ei¬
genschaft, sehr belastbar, haltbar zu
sein 4 [ugs.] Eigenschaft, nicht viel
Pflege zu benötigen 5 Dankbarkeit
gehört zu den Schulden, die jeder
Mensch hat, aber nur die wenigsten
tragen sie ab: jeder Mensch steht in
jmds. Schuld, hat etw. erhalten, emp¬
fangen für das er dankbar sein sollte,
müßte (z. B. Liebe, Hilfe, Unterstüt¬
zung o. ä.), aber nur sehr wenige ver¬
gelten es, geben das Empfangene zu¬
rück 6 Dankbarkeit ist dünn gesät:
wer mit Dankbarkeit für etw. rechnet
od. auf Dankbarkeit hofft, wird mei¬
stens enttäuscht
Dank|bar|keits|ge|fühl: das; -(e)s; -e in¬
nere Empfindung des Dankes jmd.
anderem, etw. gegenüber
danjke: Adv.; Formel der Höflichkeit a)
höfliches Annehmen od. Ablehnen
eines Angebotes »Zigarette? - Nein
danke.« b) Kurzform des Dankens
»Danke, Sie haben mir sehr geholfen.«
dan|ken: dankst; danktest; hast gedankt
Dank sagen; sich erkenntlich zeigen
»Ich möchte dir für deine Hilfe
danken.« 1 na, ich danke: [ugs.] ver¬
wunderter, erschreckter, zurückwei¬
sender Ausruf »Diese Aufgabe hat
man mir zugedacht? - Na, ich danke!«
2 (aber) sonst geht's dir danke: [ugs.]
du kannst doch nicht ganz normal
sein, wenn du das tatsächlich meinst,
annimmst »Ich soll dir die Wohnung
putzen? Aber sonst geht's dir danke?«
dan|kens|wert: Adj. dankenswerter;
dankenswerteste 1 Dank verdienend 2
sich lohnend »dankenswerte Aufgabe«
dan|kens|werjter|wgi|se: Adv. für etw.
dankbar sein (müssen) Dankenswer¬
terweise wurde uns der Raum kostenlos
zur Verfügung gestellt.«
dankjerjfüllt: Adj. n. stg. im höchsten
Maße von dem innerlich empfunde¬
nen Gefühl der Verbundenheit, der
Anerkennung für etw., was positiv,
glücklich verlaufen ist, was jmd. Posi¬
tives, Nettes, Hilfreiches für jmdn. ge¬
tan hat, erfüllt
Dan|kes|be|zei|gung: die; - ; -en Aus¬
druck, Äußerung der Verbundenheit,
der Anerkennung für etw.
Dan|ke|schön: das; -s; - 1 geäußerter
Dank »Wir sagen ein herzliches Dan¬
keschön für die Einladung.« 2 kleines
Präsent zum Dank »Als kleines Dan¬
keschön schenkte er ihr einen Blumen¬
strauß.«
227
Dankesformel
Dan|kes|forjmel: die; - ; -n vorgegebene
Dankformulierung
Dan|kes|wort: das; -(e)s; -e Ausspre¬
chen des Dankes
Dank|ge|bet: das; -(e)s; -e Dank an
Gott mit einem Gebet
Dank|got|tes|dienst: der; -es; -e Gottes¬
dienst, der zum Dank für etw. abge¬
halten wird
Dankjopffer das; -s; - Darbringung ei¬
nes Opfers (an einen Gott) zum Dank
dank]sa|gen —•» auch Dank sajgen:
danksagst; danksagtest; hast dankge¬
sagt —>auch sagst Dank; sagtest
Dank; hast Dank gesagt *— [geh.] ei¬
nen Dank (1) aussprechen
Dank|sa|gung: die; - ; -en schriftliche
Form des Dankens (meist vorge¬
druckte Formulierungen)
Dank|schrei|ben: das; -s; - in schriftli¬
cher Form erfolgende (persönliche)
Danksagung
dann: Adv. 1 a) zeitlich danach; als
Nächstens) »Wer kommt dann?« b)
räumlich (dicht) dahinter (folgend) 2
zu einem bestimmten Zeitpunkt; falls
» 3 wenn es sich so verhält» Wenn Sie
nicht angegurtet waren, dann zahlt die
Versicherung nicht.« 4 zu etw. noch
hinzukommend 5 dann u. dann: zu ei¬
nem nicht genau bezeichneten Zeit¬
punkt »Das werde ich dann u. dann
schon erledigen.« 6 dann u. wann: ge¬
legentlich, ab u. zu »Dann u. wann
treffen wir uns noch.« 7 bis dann:
[ugs.] Abschiedsgruß (für eine vor¬
aussichtlich kurze Zeit)
daijan/darjan —» da|r|an: Adv. 1 a) an
etw. befindlich »Dieses Fleisch kaufe
ich nicht, denn daran ist mir zu viel
Fett.« b) an, gegen etw. »Daran
kannst du dich festhalten.« c) an etw.
Er verspätet sich meistens, daran mußt
du dich nicht stören.« 2 auf etw. bezo¬
gen »Der Irak ist reich daran (an
Erdöl).« 3 wegen etw. »Er erlitt Ver¬
brennungen dritten Grades u. ist daran
gestorben.« 4 nahe daran sein, etw.
zu tun: etw. fast, beinahe tun »Er war
nahe daran, ihm eine Ohrfeige zu ge¬
ben.«
dar[an|ma|chen —* da|r|an|ma|chen:
machst dich daran; machtest dich dar¬
an; hast dich darangemacht [ugs.] mit
einer Tätigkeit o. ä. beginnen
dar|an|set|zen —> da|r|an|set|zen: setzt
dich daran; setztest dich daran; hast
dich darangesetzt mit Energie sein
Ziel verfolgen »Ich werde alles daran¬
setzen, diesen Prozeß zu gewinnen.«
datjauf/darlauf —*■ da|rjauf: Adv. 1 auf
etw. »Er trommelt darauf ( = auf dem
Tisch) herum.« 2 daraufhin; danach;
nach »Darauf (= nach dem Streit)
ging sie beleidigt fort.« 3 basierend
auf; begründet in »Sie hatten ihm alle
Hilfe versprochen u. darauf baute er.«
4 zum (Gesprächs-)Inhalt haben
»Darauf kam er nicht zu sprechen.« 5
auf etw. od. jmdn. räumlich od. zeit¬
lich folgend »Er kam kurz darauf.«
daijauf]fol|gend —» da|r]auf fpljgend:
Adj.n. stg. zeitlich nach etw. gesche¬
hend od. räumlich auf etw. folgend
»Am darauffolgenden Tag gab es eine
große Überraschung.«
darlauflhin —> da|r]auf]hin: Adv. als
Folge von »Daraufhin gab er seinen
Plan wieder auf.«
darjaus —> dalrlaus: Adv. 1 aus einem
Behälter, Gefäß heraus »Nimm dieses
Glas, daraus kannst du trinken!« 2 a)
Folge, Konsequenz von etw. »Daraus
kannst du ersehen, daß es nicht ernst
gemeint war.« b) aus bestimmtem Ma¬
terial gemacht »Das ist Wolle, daraus
kann man einen warmen Pullover
stricken.« c) als Vorlage, Ursprung o.
ä. dienend »Daraus habe ich die Da¬
ten.«
daijben: darbst; darbtest; hast gedarbt
[geh.] hungern; von etw. zu wenig ha¬
ben
darjbie|ten: bietest dar; bot(e)st dar;
hast dargeboten 1 [geh.] jmdm. etw.
anbieten, reichen 2 etw. (oft künstle¬
risch) vorführen, präsentieren »Die
Künstler boten ein klassisches Stück
dar.«
Darjbieftung: die; - ; -en Aufführung
»Die Darbietung des Theaterstückes
war mir zu modern.«
Dar|bie|tungs|kunst: die; - ; -künste
Vermögen, etw. vorzutragen, aufzu¬
führen
daijbrin|gen: bringst dar; brachtest dar;
hast dargebracht [geh.] jmdm. ein Op¬
fer, eine Gabe, einen Glückwunsch
übergeben »Sie brachten ihrem Gott
Tieropfer dar.«
darjeinjfin|den —* da|r|ein|fin|den: fin¬
dest dich darein; fand(e)st dich dar¬
ein; hast dich dareingefunden etw. als
Tatsache akzeptieren »Sie hat sich
dareingefunden, mit dieser Behinde¬
rungzuleben.«
darjein|mi|schen —» da|ijein|mi|schen:
mischst dich darein; mischtest dich
darein; hast dich dareingemischt [geh.;
veralt.] sich unaufgefordert an etw.
beteiligen, Syn.: einmischen
darjein|re|den —> da|r|ein|re|den: re¬
dest darein; redetest darein; hast dar¬
eingeredet [geh.; veralt.] sich in frem¬
de Angelegenheiten mischen
darjin/daijin —» da|r|in: Adv. 1 in etw.
Darin willst du wohnen?« 2 auf diesem
Gebiet »Darin ist er gut.«
dar]jn|nen —> da|r|in|nen: Adv. [geh.]
Ausdruck für darin
daijle|gen: legst dar; legtest dar; hast
dargelegt jmdm. etw. erklären, die
Gründe o. ä. mitteilen »Sie legte ihm
ihre Gründe dar.«
Dar|le|gung: die; - ; -en Darstellung,
Mitteilung, Erklärung eines Sachver¬
haltes
Dar|le|hen/[selten] Daijlehn: das; -s; -
Schuldverhältnis, in dem jmd. einem
anderen eine Geldsumme meist gegen
Zinsen für einen bestimmten Zeit¬
raum zur Verfügung stellt, Syn.: Kre¬
dit
Dar]le|hens|be|trag: der; -(e)s; -betrage
Höhe einer geschuldeten, geliehenen
Kreditsumme
Dar|le|hens|emp|fän|gen der; -s; ~
weibl. Dar[le|hens|emp|fän|ge|rin:
die; -; -nen Schuldner(in) der geliehe¬
nen Kreditsumme; Person, die einen
bestimmten Betrag (gegen Zinszah¬
lung) leiht, Syn.: Kreditnehmer(in)
Darjle|hens|ge|ber der; -s; ~ weibl.
Darjte|hens|ge|be|rin: die; - ; -nen
Gläubiger(in) des Darlehens; Person,
die jmdm. einen Geldbetrag (gegen
Zinsen) zur Verfügung steift, Syn.:
Kreditgeber(in)
Darjle|hens|kas|se: die; - ; -n Bezeich¬
nung für ein Geldinstitut, das vorwie¬
gend Kredite vergibt
Dar|le|hens|sum|me: die; - ; -n Höhe
des geliehenen Betrags; Kreditsumme
Darjle]hens|ver|trag: der; -(e)s; -vertra¬
ge Vertrag über ein Schuldverhältnis
Darjle]hens|zins: der; -es; -en Zins, der
als Leistung zusätzlich zu der geschul¬
deten Darlehenssumme vom Schuld¬
ner an den Gläubiger des Darlehens
gezahlt werden muß
Darjlehn [selten]/Daijle|hen: das; -s; -
Schuldverhältnis, in dem jmd. einem
anderen eine Geldsumme meist gegen
Zinsen für einen bestimmten Zeit¬
raum zur Verfügung stellt; Kredit
Daijling: <engh /dading/ der; -s; -s liebe¬
volle Anrede für eine vertraute Per¬
son, den/die Lebensgefährten(in)
Syn.: Liebling; Schatz
Darm: der; -(e)s; Därme langes, dün¬
nes, gewundenes, röhrenförmiges,
zum Verdauungstrakt gehörendes
Organ »Ich werde am Darm operiert.«
Darm|bak|te|rie: die; - ; -n Bakterie, die
im Darm vorkommt
Darm|blu|tung: die; - ; -en <Med.> Blut¬
austritt, Blutung aus dem Darm
Darm|bruch: der; -s; - <Med.> offene
Stelle, Riß im Darm
Darm|ent|lee|nmg: die; - ; -en Ausschei¬
dung der Körperabfallstoffe, des Ko¬
tes aus dem Darm
Darm|erjkran|kung: die; - ; -en Krank¬
heit, die sich auf den Darmbereich er¬
streckt
Darm|flo|ra: die; - ; - <Med.> alle dauer¬
haft im Darm existierenden Pilze u.
Bakterien
Darm|ge|schwür das; -(e)s; -e entzün¬
deter Bereich innerhalb des Darms
Darm|in|fek|ti|on: die; - ; -en Anstek-
kung, Erkrankung des Darmbereichs
Darm]in|halt: der; -(e)s; - vom Magen
bereits verdaute u. in den Darm über¬
geleiteten Stoffe der Nahrungsauf¬
nahme; Kot
Darm|ka|nal: der; -(e)s; -kanäle der in¬
nere Bereich des Darms
Darm|ka|tarrh —> auch Darm|ka|tarr:
der; -s; -e <Med.> Entzündung des
Darms
Darm|ko|lik: die; - ; -en <Med.> krampf¬
artiges, schmerzhaftes Zusammenzie¬
hen des Darms
Darm|krank|heifc die; - ; -en Störung
der Gesundheit des Darms
Darm|ki«bs: der; -es; - <Med.> bösarti¬
gerTumor im Darmbereich
Darm|pa|ra|sit: der; -en; -en schmarot¬
zendes Kleinstlebewesen, das im
Darm lebt
Darm|sai|te: die; - ; -n aus Tierdärmen
gefertigte Teile für Saiteninstrumente
Darm|spü|lung: die; - ; -en <Med.> Ent¬
leerung u. Reinigung des Darms mit
Hilfe von eingeführter Flüssigkeit
Darm|tä|tig|keit: die; - ; - Verdauung u.
Transport der vom Magen bereits
verdauten Stoffe der Nahrungsauf¬
nahme, die im Darm weiterverarbei¬
tet werden
228
Darwinist
Darm|träg|helt: die; - ; - Untätigkeit,
nicht normale Tätigkeit der Darm¬
muskulatur mit der Folge, daß Ver¬
stopfung od. Verdaimngsprobleme
auftreten
Darmftrakt: der; -fe)s; -e der Darm in
seiner gesamten Ausdehnung
Darm|verjen|gung: die; ~ ; -en <Med.>
Stelle im Darm mit verringertem
Durchmesser
Darm|veifcchHn|{Jung: die; - ; -en Dre¬
hung eines Darmteils um seine eigene
Achse mit gefährlicher Wirkung auf
die Gesundheit
Darm|verjschluB —> Darm|ver|-
schluss: der; -Verschlusses; -Ver¬
schlüsse <Med.> gefährlicher krank¬
hafter Zustand, bei dem im Darm
kein Durchlaß u. so keine Darment¬
leerung mehr möglich ist
Darm|wand: die; - ; -wände den Dann¬
kanal umschließendes Gewebe
darjnach: Adv. [veralt.] danach; auf etw.
spätererfolgend
dar|ne|ben: Adv. [veralt.] daneben; ne¬
ben etw. od. jmdm.
darjn[e]der]lie|gen: liegst darnieder; la-
g(e)sl darnieder; hast darniedergele¬
gen 1 [geh.] durch eine Krankheit o. ä.
geschwächt sein u. nicht aufstehen
können »Sie tag mit einer Grippe
da(r)nieder.« 2 <übertr.> nicht erfolg¬
reich sein; keinen Profit bringen »Die
Geldgeschäfte an der Börse lagen wäh¬
rend der Inflation darnieder.«
dar|rei]chen: reichst dar; reichtest dar;
hast dargereicht etw. anbieten, über¬
geben
Darfreijchung: die; ~ : -en das Anbieten,
die Übergabe von etw.
dar]stefl|bar. Adj. n. stg. etw. läßt sich
zeigen, erklären; verdeutlichbar »Das
Ergebnis ist in einer Tabelle gut dar¬
stellbar.«
dar|stel|len: stellst dar; stelltest dar; hast
dargestellt 1 etw. erklären 2 etw. od.
jmdn. zeigen, wiedergeben »Das Bild
stellt einen alten Mann dar.« 3 von
großer Bedeutung sein 4 eine Rolle
spielen; schauspielern »Er stellte
Hamlet dar.« 5 <Chemie> einen Stoff
erzeugen, gewinnen, herstellen 6 etwV
nichts darstelfen: in einer/keiner an¬
gesehenen gesellschaftlichen Position
sein
Dar(stei|ler: der; -s; - weibl. Dar]stel[le|-
Tin: die; - ; -nen Person, die etw.
künstlerisch wiedergibt; Schauspie¬
lerin)
dar|stel[le|risch: Adj. n. stg. auf die
Schauspielkunst, schauspielerische
Fähigkeit bezogen »Nicht alle Schau¬
spieler sind darstellerisch begabt.«
Daijstel]lung: die; - ; -en 1 das Darstel¬
len, Zeigen »Die Darstellung der
schlafenden Kinder ist dir gut gelun¬
gen.« 2 Erklärung; Erläuterung 3 Zei-
gung, das Spielen einer Figur in einem
Theaterstück, in einem Film 4 <Che¬
mie> Herstellung eines Stoffes
Dar|stel|lungs|form: die; - ; -en Art u.
Weise, wie etw. präsentiert, vorge¬
stellt wird
Darjstel|lungs|kunst: die; ~ ; -künste
(besonderes) schauspielerisches Ver¬
mögen
Dar|stel|lungs|mit|tel: das; -s; ~ Hilfs¬
mittel, um etw. zu gestalten, darzu¬
stellen, zu erklären
Darjstel|lungs|stil: der; -s; -e Art u. Wei¬
se der Gestaltung, Darbietung
Darjstel|lungs|wei|se: die; - ; -n be¬
stimmte Art, etw. darzustellen, zu er¬
klären
Dart <engh der; -s; -s Wurfpfeil (für das
Darts)
Darts: (engl» das; • ; ~ Spiel, bei dem
mit Pfeilen auf eine in Felder einge¬
teilte Scheibe geworfen wird
Dartjspiel: (fr.-engl» das; -(e)s; -e Spiel,
bei dem mit Pfeilen auf eine in Felder
eingeteilte Scheibe geworfen wird
darjtun: tust dar; tatfejst dar; hast dar¬
getan [geh.; veralt.] (jmdm.) etw. dar¬
legen, erklären »Er tat uns seine Grün¬
de dar.«
darfüber/daijüber—> da|r|ü|ber Adv. 1
a) räumlich über etw. befindlich »Ihre
Wohnung befindet sich darüber (-
über dem Geschäft).« b) über etw.
räumlich hinweg »Darüber kann ich
nicht blicken.« 2 a) über etw. hinaus;
mehr als b) älter als »Wenn man 60
Jahre od. darüber ist, bekommt man
viele Vergünstigungen.« 3 während
»Ich bin darüber (überder Arbeit) mü¬
de geworden.« 4 über etw. »Darüber
sprachen wir nicht.« 5 wegen etw. »Er
schlief u. verpaßte darüber seinen
Termin.« 6 darüber hinaus: außer¬
dem; zusätzlich »Sie arbeitete als Se¬
kretärin u. versorgte darüber hinaus
noch den Haushalt, Mann u. Kinder.«
—> da|r]üjber brei|ten: s. darüberbrei¬
ten
-4- da|ijü|berfah|ren: s. darüberfahren
—* dajrjü|ber schreiben: s. dariiber-
schteiben
—> da|r|ü|berste|hen: s. darüberstehen
—>• da|r|ü]ber steifgen: s. darüberstei¬
gen
dar]über]brei|ten —» auch da|r|ü|ber
brei|ten: breitest darüber; breitestet
darüber; hast darübergebreitet
—*auch hast darüber gebreitete—
etw. überdecken, bedecken »Er brei¬
tete ein Laken über das Sofa.«
darjübeijfahjren —> auch da|ijü|ber
fah|ren: fährst darüber; fuhr (e)st dar¬
über; bistjhast darübergefahren
—>auch bist/hast darüber gefah¬
rene— mit etw. über etw. streichen
dar|über|schrei|ben —> auch da|r|ü|ber
schrei]ben: schreibst darüber; schrie¬
bfeist darüber; hast darübergeschrie¬
ben —»auch hast darüber geschrie¬
bene— in einen Text, auf ein Bild o.
ä. etw. schreiben
daijüber|ste|hen —* auch da|r|ü|ber
ste|hen: stehst darüber; stand fe)st
darüber; hast darübergestanden
—»auch hast darüber gestandene—
etw. macht jmdm. nichts aus, berührt
ihn (innerlich) nicht
dar|übeijstei|gen —» auch da|r|ü|ber
stei|gen: steigst darüber; stiegst dar¬
über; bist darübergestiegen —>auch
bist darüber gestiegene— über ein
Hindernis klettern
daijym/darjum —* da|r|um: Adv. 1 a)
räumlich um etw. od. jmdn. herum
»Wir müssen darum (—um das Haus)
gehen.« b) dibertr.) um eine nicht ma¬
terielle Sache (herum) »sich darum
bemühen« 2 deshalb; aus diesem
Grund »Die Kinder sind krank, darum
müssen wir jetzt gehen.«
dar|iin|ter/dar|un|ter —» da|r]un|ten
Adv. a) räumlich unterhalb von etw.
befindlich b) <übertr.> etw. Erwähntes
geistig nicht verstehend, es sachlich,
logisch nicht einordnen könnend
»Darunter kann ich mir nichts vorstel¬
len.« Ant.: <a> darüber
—* da|r|un|terge|hen: s. daruntergehen
—»• dajrjunjter Helgen: s. darunterüegen
—» dajrjunfter mijschen: s. daruntermi¬
schen
—» da|r|un|ter schrei|ben: s. darunter¬
schreiben
—» da|r|unfter set)zen: s. darunterset¬
zen
—» da|r|un|ter zie|hen: s. darunterzie¬
hen
dar|un|ter|ge|hen —> auch da|«jun|ter
gejhen: gehst darunter; gingst darun¬
ter; ist daruntergegangen —»auch
bist darunter gegangene— 1 [ugs.]
vom Platz her gesehen unter etw., ei¬
nen Gegenstand passen 2 das Preisni¬
veau unterschreiten »Dies Angebot ist
so günstig, da können wir nicht darun¬
tergehen.«
dar]un|ter[Ue|gen —> auch da|r]un|ter
ije|gen: liegst darunter; lagst darunter;
hast daruntergelegen —»auch hast
darunter gelegene— einen Grenzwert
unterschreiten »Die gemessenen
Ozonwerte liegen weit darunter.«
dar]yn|terfnii|schen —> auch da|r|un|ter
mi|schen: mischst darunter; mischtest
darunter; hast daruntergemischt
—*auch hast darunter gemischte—
mehrere Bestandteile miteinander
vermengen; einen weiteren Bestand¬
teil unter bereits einen od. mehrere
vorhandene Bestandteile mengen,
rühren »Du muß noch Gewürze darun¬
termischen.«
dar|un|ter|schrei|ben —» auch da|r|un|-
ter schreiben: schreibst darunter;
schriebst darunter; hast darunterge¬
schrieben —*auch hast darunter
geschriebene— unter einen Text od.
ähnliches schreiben »Du mußt noch
das Datum darunterschreiben.«
dar]un|ter|set|zen —> auch da|r|un|ter
set|zen: setzt darunter; setztest darun¬
ter; hast daruntergesetzt —»auch
hast darunter gesetzte— «meist im
Sinne vom unterschreiben; den Na¬
menszug unter ein Schriftstück set¬
zen, schreiben
dar|yn|teijzie|hen —» auch da|rjun|ter
zie|hen: ziehst darunter; zogst darun¬
ter; hast daruntergezogen —»■auch
hast darunter gezogene— 1 zusätz¬
lich ein Kleidungsstück unter einem
anderen anziehen 2 <Kochk.> eine Zu¬
tat vorsichtig mit den übrigen vermi¬
schen »Den Eischnee nach u. nach dar¬
unterziehen.«
Dar]wi|njs|imis: dato der; -; - von Char¬
les Darwin begründete stammesge¬
schichtliche Entwicklungstheorie,
nach der nur das am besten an die
Natur angepaßte Lebewesen über¬
lebt; Selektionstheorie
Dartwi|nist der; -en; -en weibl. Daijwi|-
njjstin —> Dar|wi|nis|tin: die; - ; -nen
(engl» Vertreterin) der darwinisti¬
schen Lehre
229
darwinistisch
dar[wi|nj|stisch —> daiiwi|nis|tisch:
<engl» Adj. n. stg. von der Lehre Dar¬
wins herrührend, für sie typisch
das: I bestimmter Art. im Neutrum be¬
gleitet ein Wort, etw. mit sächlichem
(grammatischen) Geschlecht »Das
Haus ist fast fertiggestellt. ♦ Das Mäd¬
chen gab mir die Hand.« II Demonstra-
tivpron. dieses; bezeichnet etw. mit
sächlichem (grammatischen) Ge¬
schlecht »Das Auto war es, welches
mich geschnitten hat.« III Relativpron.
bezeichnet (rückbeziehend) eine Sa¬
che, etw. mit sächlichem grammati¬
schen Geschlecht »Das Auto, das mich
überholt hat, steht dort.« IV das u.
das: etw., was nicht näher bezeichnet
wird »Was machst du beruflich? - Ach,
so das u. das.«
Da|sein: das; -s; -e (PI. s.) 1 das/die
(menschliche) Leben, Existenz 2 o. PL
das Zugegensein an einem Ort, bei
etw.
dajsein —* da sefn: bist da; warst da;
bist dagewesen —>bist da gewe¬
sen*— 1 a) leben; existieren b) vor¬
handen sein 2 anwesend sein 3 jmdm.
(in der Not) zur Verfügung stehen
»Sie war immer für mich da, wenn ich
sie brauchte.«
Da|seins)angst: die; ~ ; -ängste Sorgen,
Furcht um sein Leben, seine Existenz
Da|setns|be|din|gung: die; -; -en Bedin¬
gung, unter der man lebt
Da|seins|be|rech|ti|guiig: die; - ; - das
Recht zu leben
Da|seins|form: die; - ; -en Lebens-, Exi-
Itenzform
Da|seins|freu|de: die; - ; - Spaß am Le¬
ben
da|seins|hung|rig: Adj. nach Leben ver¬
langend
Da|seins|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
Kampf um die Existenz
da]seins|mä|ßig: Adj. n. stg. die Exi¬
stenz betreffend
Da|seins|recht: das; -(e)s; - die Berech¬
tigung zu leben
Da|seins|wei|se: die; - ; - Lebens-, Exi¬
stenzform
Da|seins|zweck: der; -(e)s; - Sinn des
Lebens
da|salbst Adv. [geh.; veralt.] an demsel¬
ben Ort »Geboren wurde er in Berlin,
u. er starb daselbst im Jahre 1922.«
das|je|ni|ge: Neutrum des Demonstrativ¬
pronomens ’derjenige’ weist auf etw.
mit Nachdruck hin, was aus etw., ei¬
ner Gruppe ausgewählt worden ist
daß —*■ dass: Konj. 1 in Konsekutivsät¬
zen drückt eine Folge aus »Der Mond
schien so hell, daß ich nicht schlafen
konnte.« 2 in Kausalsätzen drückt eine
Ursache aus »Daß das Auto nicht
fährt, könnte daran liegen, daß eine
Zündkerze ausgefallen ist.« 3 in Final¬
sätzen damit »Du solltest mit anfas¬
sen, daß diese Sachen endlich wegge¬
schafft werden.« 4 in Instrumen¬
talsätzen »Er wird so viel Geld wohl
nicht damit verdienen, daß er nur halb¬
tags arbeitet.« 5 mit Zusatz z. B. von
Konjunktionen. Präpositionen »Es ist
viel zu spät, als daß sie jetzt noch kom¬
men könnten.« 6 in Attributsätzen
Nehmen wir einmal an, daß sie die
Wahrheit sagt.«
daB-Satz —> dass-Satz; der; -es; -sätze
(Sprachwiss.) Inhaltssatz, der mit der
Gliedsatzkonjunktion ’daß’ eingelei¬
tet wird
das|sel|be: Neutrum des Demonstrativ¬
pronomens 'derselbe' a) (genau) das,
dies »Ich habe dasselbe Kleid nochmal
angezogen.« b) [ugs.] (genau) das glei¬
che »Ich habe dasselbe Kleid wie sie.«
Dat: Abk. 1 Datum 2 <Sprachwiss.> Da¬
tiv = Wem-Fall; der 3. Fall
dat.: Abk. datiert
Date: <amerik.-engl» /de>t/ das; - u. -s;
-s [ugs.] a) Verabredung; Treffen »Ich
muß mein Date einhalten.« b) Rendez¬
vous »Sie hatte ein Date mit ihrem
Chef.« c) Person, mit der man sich
trifft, verabredet hat
Da|tei: die; - ; -en Sammlung von Da¬
ten, Informationen (heute meist für
den Computer)
Da|ten: <Iat.-engl.> die (PI.) 1 Plural von
Datum 2 Angaben; Tatsachen; Infor¬
mationen
Da|ten|bank: die; - ; -en Ort, Computer,
an/in dem Daten, Informationen auf¬
bewahrt, gespeichert werden
Da)ten[ein[ga|be: die; ~ / -n das Eintip¬
pen von Informationen in einen Com¬
puter
Daften[er|fas[sung: die; - ; -en Eingabe,
Aufnahme von Informationen in ei¬
nen (Computer-)Speicher
Da(tenjer|he|bung: die; ~ ; -en das Sam¬
meln von Informationen
Da]ten|ma|te|ri|al: das; -s; -ien bereits er¬
faßte u. gespeicherte Informationen
Da|ten[schutz: der; -es; - <Rechtsw.>
Verpflichtung, die erhaltenen, erlang¬
ten Informationen vertraulich zu be¬
handeln, nicht weiterzugeben
Da|ten|schüt|zer: der; -s; - weibl. Da|-
tenjschüt|ze)rin: die; - ; -nen Person,
die dafür sorgt, daß Informationen
nur an Berechtigte weitergegeben
werden
Da|ten[schutz|ge|setz: das; -es; -e Vor¬
schriften über die Weitergabe, Ge¬
heimhaltung von Informationen
Da|ten|tech|ni|ker. der; -s; - weibl. Da|-
ten|techjni|ke|rin: die; ~ ; -nen (Be¬
rufsbezeichnung) Person, die sich mit
elektronischen Datenverarbeitungs¬
anlagen auskennt
Da|ten|trä|ger: der; -s; - Speicherme¬
dium, auf dem Informationen ma¬
schinenlesbar aufbewahrt werden
können
Dajtenfty|pi|stin —» Dajten|tyjpis|tin:
die; • ; -nen <Berufsbezeichnung> Per¬
son, die ein Gerät bedient, um Daten
auf (Lochkarten od. anderen) Daten¬
trägern zu speichern
Da|ten|über|tra|gung —> Da|ten|ü|ber|-
trajgung: die; - ; -en Transport von
Informationen von einem Rechner
zum anderen, z. B. über die Telefon¬
leitung
Da|ten|vei]ar]bei|tung: die; - ; - Eingabe
u. Auswertung od. Verwaltung von
Informationen mit Hilfe von Compu¬
tern
Da]ten]ver|ar|bei|tungs|an|la|ge: die; - ;
-n Computer od. Großrechner
da|tierfbar: Adj. n. stg. einem Zeitraum,
einem genauen Tag zuzuordnen
da|tie|ren: dat.-fr» datierst; datiertest;
hast datiert 1 eine Datumsangabe hin¬
zufügen »Sie müssen den Brief noch
datieren.« 2 eine bestimmte Zeit, in
der etw. geschehen, entstanden ist,
festlegen, bestimmen »Sie datierten
die ausgegrabene Vase auf das 12.
Jahrhundert.«
Da|tje|rung: die; - ; -en 1 Datumsangabe
2 Festlegung, Bestimmung einer Zeit,
in der etw. geschehen, entstanden ist
Da|tiv: dat» /datif/ der; -s; -e jdqtiw‘j
<Sprachwiss.> Wem-Fall; 3. Fall »In
dem Satz »Die Mutter gibt dem Kind
Taschengeld.» steht'dem Kind’ im Da¬
tiv.«
Da[tiv|ob|jekt: dat» /datif-/ das; -s; -e
(Sprachwiss.) Satzglied im Dativ
(dritten Fall), das vom Verb (Tätig¬
keitswort) verlangt wird »In dem Satz
»Das Buch gehört meinem Bruder.» ist
'meinem Bruder'das Dativobjekt.«
Dat|scha/Dat|sche: <russ» die; - ; -s
"[scherzh.] Gartengrundstück mit
Laube, Sommerhaus
Dat|tel; <gr.-lat.-span.-it» die; ~ ; -n süße
Frucht der Dattelpalme von rötlich
dunklem Braun
Dat|tel|pal|me; die; - ; -n Palmenart,
wichtige Nutzpflanze, die in Afrika u.
im südlichen Asien wächst u. eßbare
Früchte hervorbringt
Dat|tel|pflau|me: die; - ; -n a) Baum- od.
Strauchart mit eßbaren Früchten, die
in den Tropen u. Subtropen vor¬
kommt b) Bezeichnung für die Frucht
der unterschiedlichen Dattelpflau¬
menbäume u. -sträucher
Da|tum: dat» das; -s; Daten Tages-, Mo¬
nats-, Jahresangabe
Da|tums|an)gabe: die; - ; -n Angabe ei¬
nes bestimmten Tages, Monats u.
Jahres
Da|tums]grenjze: die; ~; - der 180. Län¬
gengrad, bei dem der Zeitunterschied
24 Stunden beträgt
Da[tum(s)]stemjpel: der; -$; • a) mit ei¬
nem Stempel gemachter Datumsauf¬
druck auf einem Papier b) Gerät, mit
dem ein Datumsstempel gemacht
wird
DAu: Abk. <Bankw.> Dauerauftrag
Paulen die; - ; -u. jfachsprl.] -n 1 Zeit¬
spanne, für die etw. gilt, zutrifft 2 auf
(die) Dauer für länger; für die Zu¬
kunft; für immer »Auf die Dauer mußt
du dir schon eine eigene Wohnung
suchen.« 3 von (kurzer, langer be¬
grenzter) Dauer: (kurzen, langen, be¬
grenzten) Bestand habend
Dau|er|ar|beits|lo|sig|keit: die; - ; - Zu¬
stand, über einen sehr langen Zeit¬
raum ohne Beschäftigung, Arbeit zu
sein
Daulerjaufltran: der; -(e)s; -aufträge
(Bankw.) Anweisung an eine Bank,
regelmäßig (meist monatlich) einen
Betrag auf ein Konto zu überweisen
»Ich werde einen Dauerauftrag für die
Mielzahlung einrichten.«
Dauleriauslstelllung: die; - ; -en ständig
der Öffentlichkeit zur Ansicht stehen¬
de Sammlung (von Kunstgegenstän¬
den o. ä.)
Daulerfauslweis: der; -es; -e Dokument,
Eintrittskarte o. ä., der/die für einen
bestimmten längeren Zeitraum die
Nutzung von etw. zuläßt
230
davonmachen
Day|eijbe|la[stung —» Dau|er(be(las|-
tung: die; - ; -en a) langfristige Ver¬
pflichtung b) ständige Benutzung
Paule rlbelschäfttilgunq: die; ~ ; -en un¬
befristete Arbeitsstelle
Dau|er|be|trieb: der; -(e)s; - <Maschine>
Zustand, nie abgeschaltet zu werden,
sondern immer zu arbeiten
Dau|er|ein|rich|tung: die; - ; -en immer
Bestehendes »Die Beratungsstelle
wurde zur Dauereinrichtung.«
Daulerifrost der; -(e)s; -froste Tempe¬
raturen unter dem Gefrieipunkt über
einen längeren Zeitraum hinweg
Dau|er|gast: der; -(e)s; -gaste ständig
wiederkehrende(r) od. an einem Ort
für nicht bestimmte Zeit verweilen-
de(r) Besucherfin)
Dau|er|ge|schwin|dig|kejt die; - ; - Ge¬
schwindigkeit, Tempo, die/das von ei¬
nem Fahrzeug über einen längeren
Zeitraum eingehalten werden kann
daulerihaft: Adj. dauerhafter; dauerhaf¬
teste lange andauernd, anhaltend;
von Dauer
Dau|er|hafttig|keit die; - ; - das Dauer¬
hafte; Beständigkeit
Dau|erikar|te: die; - ; -n als Eintrittsbe¬
rechtigung od. Fahrausweis o. ä. über
einen bestimmten längeren Zeitraum
gültiges Dokument »Dauerkarte für
den Zoo«
Dau|er|kun|de: der; -n; -n weibl. Dauleri-
kun|din: die; ~ ; -nen treue(r) Käufe¬
rin), der/die immer wieder in ein Ge¬
schäft o. ä. kommt u. dort kauft, Syn:
Stammkunde
Dau|er|kund|schaft: die; - ; - größere
Gruppe, Menge von Stammkunden
Dau|erilauif: der; -(e)s; -laufe (längeres)
Joggen
Dau|erilei|stung —> Dau|er|leis|tung:
die; ~ ; -en längere Zeit beständig er¬
brachte Arbeit
Dau|er|lut|scher: der; -s; - hartes Bon¬
bon an einem Stiel »Die Kinder beka¬
men einen Dauerlutscher.«
Oaulerimielter der; -s; - weibl. Dau|erj-
mie|te|rin: die; - ; -nen Person, die ei¬
nen unbefristeten Mietvertrag unter¬
schrieben hat
daulern: <lat.-niederl.> dauert; dauerte;
hat gedauert 1 eine bestimmte, oft¬
mals längere Zeit in Anspruch neh¬
men »Das dauert noch eine Weile, bis
der Zug kommt.« 2 [geh.] andauern,
noch von Bestand sein
dau|ernd: Adj. n. stg. ständig; perma¬
nent; sehr häufig
Dauleriparlker. der; -s; - weibl. Daulerl-
par]ke|rin: die; - ; -nen Person, die ein
Fahrzeug längere Zeit immer an einer
bestimmten Stelle parkt (u. diesen
Parkplatz gemietet hat)
Dau|er|re|ge|lung: die; - ; -en Vereinba¬
rung, die für längere, unbestimmte
Zeit Gültigkeit hat
Dajj|er|re|gen: der; -s; - sehr lang (über
Tage hinweg) anhaltender Regen,
Niederschlag
Daulerlschalden: der; -s; -schaden irre¬
parable, nicht zu behebende Beein¬
trächtigung
Oaulerischlaf: der; -(e)s; - Schlaf, der
sich über Tage od. sogar Wochen er¬
streckt
Dauleristelllung: die; - ; -en Arbeitsver¬
hältnis auf unbegrenzte Zeit
Dauteritest: der; -(e)s; -s u. -e Erpro¬
bungsphase über eine längere Zeit¬
spanne
Dauleriwellle: die; - ; -n durch chemi¬
sche Substanzen, Mittel in Haare ge¬
brachte Locken, Wellen
Dauleriwirlkung: die; - : -en Nutzen,
Wirkung über einen langen Zeitraum
hinweg
Daulertwurst: die; - ; -würste durch
Räuchern haltbar gemachte u. nicht
so schnell verderbende Wurst, als
Brotbelag dienendes in bestimmter
Weise zubereitetes Fleisch »Salami ist
eine Dauerwurst.«
Daulerizulstand: der; -(e)s; -zustande
lange Zeit bestehende Verhältnisse
»Daß er bei uns wohnt, ist kein Dauer¬
zustand.«
Däumlchen: das; -s; - Verkleinerungs¬
form von Daumen
Däu|me|lin|chen: das; -s; - weibliche
Märchenfigur, die die Größe eines
Daumens hat
Daulmen: der; -s; - 1 von den übrigen
vier Fingern abgesetzter, zum Körper
hinzeigender, dickster Finger 2 jmdm.
den Daumen aufs Auge drücken,
halten, setzen: [ugs.] jmdn. unter
Druck setzen, ihn zu etw. zwingen 3
über den Daumen (gepeilt): [ugs.] cir¬
ca; in etwa geschätzt 4 Daumen,
Däumchen drehen: [ugs.] a) nichts
tun u. Langeweile haben b) [abwert.]
nichts tun u. anderen beim Arbeiten
Zusehen, andere für sich arbeiten las¬
sen 5 (etw.) überden Daumen peilen:
[ugs.] (etw.) nur ungefähr angeben,
schätzen 6 per Daumen reisen,
fahren: [ugs.] als Anhalter fahren 7
den Daumen auf etw. halten, haben:
[ugs.] etw. behalten wollen »Mein
Mann hält ganz schön den Daumen auf
unseren Geldbeutel.« 8 (jmdm./für
jmdn.) den, die Daumen halten,
drücken: [ugs.] jmdm. Erfolg, Glück
o. ä. wünschen
Dau|men|ab|druck: der; -(e)s; -abdrük-
ke das Muster, das die Fläche des
Daumens hinterläßt
dau|men|breit: Adj. n. stg. ungefähre
Maßangabe; ca. 1-2,5 cm
Daulmenlbreilte: die; - ; -n so ungefähr
in der Breite eines Daumens; unge¬
lähre Maßangabe; ca. 1-2,5 cm
daulmenldick: Adj. n. stg. ungefähr in
der Breite eines Daumens; ungefähre
Maßangabe; ca. 1-2,5 cm
Daulmenllutlscher der; -s; - Bezeich¬
nung für ein Kind, das häufig od.
ständig (auch noch in höherem Alter)
am Daumen nuckelt
Dau|men|na|gel: der; -s; -nägel Horn¬
plättchen auf der Oberseite der Dau¬
menkuppe
Daulmenlschraulbe: die; ~ ; -n a) mittel¬
alterliches Folterwerkzeug b) jmdm.
die Daumenschraube(n) ansetzen,
aufsetzen, anlegen: <übertr.> jmdn.
mit Gewalt zu etw. zwingen, ihn mit
etw. unter Druck, Zwang setzen
Däumlling: der; -(e)s; -e 1 o. PI. Mär¬
chenfigur, die nur die Größe eines
Daumens hat 2 Teil des Handschuhs
für den Daumen 3 Überzug für den
Daumen bei Verletzungen
Daujne: die; - ; -n (auch als Bett- od.
Kissenfüllung benutzte) Flaumfeder
(des Untergefieders) eines Vogels
Daulnenlbett: das; -(e)s; -en mit einer
bestimmten weichen Federsorte ge¬
fülltes Oberbett
Daulnenldecke (Dau|nen|dek|ke —»
Daulnenldelckel: die; • ; -n mit
Flaumfedern gefüllte Decke
Daulnentfelder die; ~ ; -n <Vogel> wär¬
mende, weiche Federn unter dem
Deckgefieder
Daujnen|fül|lung: die; -; -en Inhalt eines
Kissens od. Oberbettes mit speziellen
. Federn
daulnenlweich: Adj. so weich wie eine
Flaumfeder
Da|vids|stern/Da]vid|stern: der; -(e)s;
-e /dawit-/ nach dem biblischen Kö¬
nig David benanntes Symbol in der
jüdischen Religion, das während der
Zeit des Nationalsozialismus in Form
des sogenannten Judensterns mi߬
braucht wurde
dajvon/da|von: Adv. 1 kennzeichnet,
daß etw. die Ursache von etw. ist »Iß
nicht schon wieder Schokolade, davon
bekommt man Pickel.« 2 weg von etw.
Der Strand ist nicht weit davon.« 3 be¬
zogen auf etw. »Das war eine schreck¬
liche Nachricht, davon muß ich mich
erst einmal erholen.« 4 Teil von etw.
bezeichnend »Davon möchte ich auch
etw. haben.« 5 hergestellt aus; zur
Herstellung dienend »Ich nähte Gar¬
dinen davon.«
da|vgn|fah|ren: fährst davon; fuhr(e)st
davon; bist davongefahren einen Ort
in einem Fahrzeug verlassen
da|vpn[fliejgen: fliegt davon; flog davon;
ist davongeflogen wegfliegen
da|vpn|ge|hen: gehst davon; ging(e)st
davon; bist davongegangen zu Fuß
von einem Platz fortgehen
da|von|hu|schen: huschst davon; husch¬
test davon; bist davongehuscht sich ei¬
lig u. unauffällig entfernen
da|von[ja|gen: jagst davon; jagtest da¬
von; bist/hast davongejagt 1 bist sich
schnellstens entfernen »Er stieg ins
Auto u. jagte davon.« 2 Aast jmdn., ein
Tier verscheuchen, wegjagen, vertrei¬
ben »Er jagte die Katze davon.«
da|vgn|kom|men: kommst davon; kamst
davon; bist davongekommen gerade
noch entkommen, einer Gefahr o. ä.
entgehen
da|von|las|sen: läßt davon; ließ(es)t da¬
von; hast davongelassen —*alie Ge¬
genwartsformen mit ss<— in der
Wendung die Finger davonlassen: a)
etw. nicht berühren b) sich mit etw.
nicht beschäftigen; sich auf etw. nicht
einlassen »Ich lasse die Finger von un¬
gesetzlichen Geschäften.«
da|von|lautfen: läufst davon; lieffejst
davon; bist davongelaufen 1 a) sich
schnell von etw. wegbewegen b) flüch¬
ten 2 etw. ist zum Davonlaufen: etw.
ist grauenhaft, fürchterlich, sehr un¬
angenehm »Nimm sofort das Bild von
der Wand, das ist ja zum Davonlau¬
fen!« '
da|von|ma|chen, sich: machst dich da¬
von; machtest dich davon; hast dich
davongemacht (vor einer unangeneh¬
men Situation) fliehen; fortgehen; da¬
vonlaufen
231
davonreiten
da|vpn|rei|ten: reitest davon; ritt(e)st
davon; bist davongeritten sich auf ei¬
nem Reittier von einem Ort entfernen
da|von|schtei|chen: schleichst davon;
schlich(e)st davon; bist davongeschli¬
chen sich möglichst unauffällig u.
leise von einem Ort entfernen
da|von|steh{len, sich: stiehlst dich da¬
von; stahl(e)st dich davon; hast dich
davongestohlen heimlich u. leise Weg¬
gehen
dajvon|tra|gen: trägst davon; trug(e)st
davon; hast davongetragen 1 etw. als
Folge von etw. bekommen »Sie hat
bei dem Unfall schwere Verletzungen
davongetragen.« 2 auf einer Bahre o.
ä. fortbringen »Die Sanitäter trugen
die Verletzen davon.«
da|von|zie|hen: ziehst davon; zog(e)st
davon; bist davongezogen 1 sich
gleichmäßig bewegend entfernen 2 ei¬
nen Konkurrenten überholen
da|voK Adv. 1 a) räumlich vor etw. be¬
findlich »Ich parke genau davor (vor
dem Haus).« b) zeitlich vorher liegend
»Komm davor (bevor du zum Arzt
gehst) bitte bei mir vorbei!« 2 hinsicht¬
lich etw. »Ich warnte ihn davor.«
—s» da|vor hallten: s. davorhalten
—s» da|vor Helgen: s. davorliegen
—*■ da|vor schieiben: s. davorschieben
—> dajvor set|zen: s, davorsetzen
—> dajvor setjzen, sich: $. davorsetzen,
sich
—* da|vor stefhen: s. davorstehen
—> da|vor stellten: s. davorstellen
da|vorfhal|ten —> da|vor hallten hältst
davor; hielt(e)st davor; hast davorge¬
halten —»hast davor gehalten*—
etw. mit etw. verdecken »Um sein Ge¬
sicht zu schützen, hielt er seine Hände
davor.«
da|vor|He|gen —» da|vor Helgen: liegst
davor; lagst davor; hast davorgelegen
—»hast davor gelegene— etw. od.
jmd. befindet sich liegend vor etw.
Sie schaute auf das Haus mit dem da¬
vorliegenden Garten.«
da|voijschie|ben —*• da|vor schreiben:
schiebst davor; schobst davor; hast da¬
vorgeschoben —»hast davor
geschoben*— 1 etw. vor etw. schie¬
ben, drücken »Um die Tür zu blockie¬
ren, hatte er einen Stuhl
davorgeschoben.« 2 sich vor etw. bege¬
ben
da|vgiiset|zen —* da|vor setfzenc setzt
davor; setztest davor; hast davorge¬
setzt —»auch hast davor gesetzt*—
etw. vor etw. plazieren »Er hatte nach
eine Erläuterung da vor gesetzt.«
da|vgr|set|zen —»• da|vor set|zen, sich:
setzt dich davor; setztest dich davor;
hast dich davorgesetzt —»■hast dich
davor gesetzt*— sich in Front von
jmdm. od. etw. setzen
da|vgr|sit|zen —* da|vor sit|zen: sitzt
davor; saßt davor; hast davorgesessen
—»hast davor gesessen*— vor einem
Gegenstand o. ä., vor jmdm. sitzen
»Ich konnte das Bild nicht sehen, denn
du hast davorgesessen.«
da|vor|ste|hen —> dajvor stefhen:
stehst davor; stand(e)st davor; hast
davorgestanden —»hast davor
gestanden*— 1 vor etw., jmdm. ste¬
hen 2 etw. in naher Zukunft tun
da|vor|stel|ten —> da|vor steiften:
stellst davor; stelltest davor; hast
davorgestellt —»hast davor
gestellt*— sich od. einen Gegen¬
stand vor etw. stellen
DAX: Abk. <Börse> Deutscher Aktienin¬
dex (dient als Meßzahl zur Erfassung
der durchschnittlichen Börsenkurse
u. der voraussichtlichen Kursen!-
wicklung von 30 an der Frankfurter
Börse zugelassenen Aktiengesell¬
schaften)
DAZ: Abk. Dienstalterszulage
da|zu/da|zu: Adv. 1 zu etw. machen, ge¬
hören »Dazu (z. B. Geld zu stehlen)
lasse ich mich nicht überreden.« 2 hin¬
sichtlich etw. »Dazu (z. B. zu deiner
Frechheit, deinem schlechten Beneh¬
men ) sage ich nichts.« 3 zu etw. hinzu¬
kommend »Dazu (z. B. zu den Kopf¬
schmerzen) ist mir auch noch
schlecht.« 4 zu, für etw. »Dazu brau¬
e ich einen Rotstift. ♦ Dazu habe ich
kein Interesse.«
da|zu|be|kom|men: bekommst dazu; be¬
kamst dazu; hast dazubekommen etw.
erhalten, was zu etw. gehört, was be¬
reits vorhanden ist
da|zu|ge|ben: gibst dazu; gab(e)st dazu;
hast dazugegeben etw. hinzufügen
da|zu|ge|hö|ren: gehörst dazu; gehörtest
dazu; hast dazugehört etw., jmdm. zu¬
gehörig sein, angehören
da|zu|ge|hö|rig: Adj. n. stg. zusammen¬
gehörend; zu etw. gehörend »Dort
steht der Wagen, hier ist der dazugehö¬
rige Schlüssel.«
da|zu]ge|sellten: gesellst dazu; geselltest
dazu; hast dazugesellt hinzukommen,
ebenfalls teilnehmen
dalzu|kom|men: kommst dazu; ka-
m(e)st dazu: bist dazugekommen 1
während eines Ereignisses eintreffen;
hinzustoßen »Als der Streit gerade an¬
gefangen hatte, sind wir dazugekom¬
men.« 2 zusätzlich kommen »Wir ha¬
ben das Essen bestellt, es kommen
noch die Getränke dazu.«
da|zu)kön|nen: kannst dazu; konntest
dazu; hast dazugekomt für etw. ver¬
antwortlich sein; die Schuld an etw.
tragen
da|zu|te|gen: legst dazu; legtest dazu;
hast dazugelegt etw. hinzu- beifügen
»Hier sind meine Sachen, leg deine Ta¬
sche dazu.«
da|zu|ler|nen: lernst dazu; lerntest dazu;
hast dazugelernt weiteres Wissen er¬
werben
da|zu|rech|nen: rechnest dazu; rechne¬
test dazu; hast dazugerechnet zu etw.,
einer Summe hinzuaddieren
da|zu|schla|gen: schlägst dazu; schlu-
g(e)st dazu; hast dazugeschlagen etw.
zu etw. zählen, tun »Er schlug die
Summe dem Erbe dazu.«
da|zujschrei|ben: schreibst dazu; schrie-
b(e)st dazu; hast dazugeschrieben Ge¬
schriebenes ergänzen; einem geschrie¬
benen Text etw. hinzufügen
da|zu[set|zen: setzt dazu; setztest dazu;
hast dazugesetzt 1 Platz nehmen, wo
bereits andere sitzen »Hier sind noch
Stühle frei, sie dürfen sich
dazusetzen.« 2 ergänzen, beifügen
»Hier ist die Mitteilung, den Treff¬
punkt solltest du noch dazusetzen.«
da|zu|stel|len: stellst dazu; stelltest da¬
zu; hast dazugestellt zu bereits Vor¬
handenem stellen
Da|zu|tun: das; -s; - Einwirkung; Unter¬
stützung »Nur durch sein Dazutun hat
der Plan geklappt.«
da|zu|tun: tust dazu; tat(e)st dazu; hast
dazugetan zu etw. etw. beitragen, hin¬
zufügen
da|zu|var|dte|nan: verdienst dazu; ver¬
dientest dazu; hast dazuverdient a)
durch Nebeneinnahmen das Einkom¬
men erhöhen »Mit Kellnern verdient
er dazu.« b) <in einer Partnerschaft o.
ä.> als Partner ebenfalls arbeiten ge¬
hen u. Geld verdienen »Sie verdient
dazu.«
dazw.: Abk. dazwischen
da|zwi|schen: Adv. 1 zeitlich od. räum¬
lich zwischen etw., jmdm. liegend, be¬
findlich »dazwischen rutschen« 2 dar¬
unter; dabei »Das gesuchte Buch war
nicht dazwischen.«
da|zwi|schen|fah|ren: fährst dazwi¬
schen; fuhr(e)st dazwischen; bist
dazwischengefahren 1 sich energisch
einmischen »Als die Schlägerei be¬
gann, fuhr er dazwischen.« 2 jmdm.
ins Wort fallen, energisch dazwi¬
schenreden
da|zwi|schen|fra|gen: fragst dazwi¬
schen; fragtest dazwischen; hast da¬
zwischengefragt eine Rede, einen Vor¬
trag durch eine Frage unterbrechen
da|zwi|schen|ge|ra|ten: gerätst dazwi¬
schen; gerietest dazwischen; bist
dazwischengeraten 1 unabsichtlich in
etw. verwickelt werden 2 zwischen
Dinge od. Gegenstände gelangen
» Wie ist das nur dazwischengeraten?«
da|zwj|schen|kom|men: kommst dazwi¬
schen; kam(e)st dazwischen; bist
dazwischengekommen 1
dazwischengeraten 2 als unvorherge¬
sehenes Ereignis eintreten
da|zwi|schen|lie|gen: liegt dazwischen;
lag dazwischen; hat dazwischengele¬
gen zwischen zwei Grenzen; Gebie¬
ten, Zeitpunkten o. ä. liegen, vorhan¬
den sein, sich ereignen »Hier ist Dort¬
mund, da Essen, dazwischen liegt Bo¬
chum.«
da|zwf|schen|re|den: redest dazwischen;
redetest dazwischen; hast dazwischen¬
geredet ein Gespräch durch etw. Ge¬
sagtes störend unterbrechen
da|zwijschen|ru|fen: rufst dazwischen;
rief(e)st dazwischen; hast dazwischen¬
gerufen durch laute, oftmals störende
Äußerungen eine Rede od. einen Vor¬
trag unterbrechen
da|zwi|schen|ste|hen: stehst dazwi¬
schen; stand(e)st dazwischen; hast
dazwischengestanden 1 sich räumlich
zwischen etw. od. jmdm. befinden 2
etw. trennen, einer Einigung im Wege
sein 3 mit seiner Ansicht teilweise der
einen Möglichkeit u. teilweise einer
anderen Möglichkeit nahe kommen,
aber mit keiner der Möglichkeiten ex¬
akt übereinstimmen
DB: Abk. 1 <EDV> Datenbank 2 Deut¬
sche Bank (Bankunternehmen in
Frankfurt) 3 Deutsche Bibliothek (in
Frankfurt; sammelt die gesamte
deutschsprachige u. fremdsprachige
Literatur des Inlands) 4 Deutsche
Bundesbahn 5 Deutsche Burschen¬
232
Deckelkrag
schaft = Studentenverbindung 6
Diele u. Bad 7 <Fremdenverkehr>
Doppelbett 8 Dresdner Bank 9
Durchführungsbestimmung (zu be¬
setzen)
dB: Abk. «Maßeinheit der Schallstärke)
Dezibel (O dB entspricht der mensch¬
lichen Hörschwelle)
Dbl.: Abk. 1 Deckblatt 2 Doppelblatt
DBP: Abk. 1 Deutsche Bundespost 2
Deutsches Bundespatent
D. C.: Abk. (meist Musik) da capo =
noch einmal!; Bitte um Wiederholung
dch: Abk. durch
dem.: Abk. (Maßeinheit der Länge)
[veralt.] Dezimeter (1 dem = 10 Zen¬
timeter)
DCP: Abk. Diacrylphthalat =■ ein
Weichmacher in Waschmitteln
detp: Abk. <englo Development Compa¬
ny for Television Production = Ent¬
wicklungsgesellschaft für Femseh-
produktionen, für das Fernsehpro¬
gramm (private Gesellschaft für die
Planung, Vorbereitung u. Durchfüh¬
rung von Fernsehprogrammen)
DD: Abk. <englo (EDV) double density
= doppelte Aufzeichungsdichte (=
Kategorie der Speicherdichte von
Computerdisketten)
DDO: Abk. tenglo (Unterhaltungselek¬
tronik) digital, digital, digital (Auf¬
nahmetechnik bei compact discs: die
erste Stelle steht für die Aufnahme,
die zweite für die Abmischung u. die
dritte für den Tonträger selbst)
d. D./D. D.: Abk. a) der/die Direktoren)
b) die Direktion
ddp: Abk. Deutscher Depeschendienst
(= eine Nachrichtenagentur)
DDR: Abk. Deutsche Demokratische
Republik (von 1949 bis Ende 1990 ei¬
genständiger Staat im Osten Deutsch¬
lands)
DDR-Büijger: der; -s; - weibl. DDR-
Bür|ge|rin: die; - ; -nen (hist.) Einwoh¬
nerin) der Deutschen Demokrati¬
schen Republik
DDT: Abk. Dichlordiphenyltrichlorme-
thylmetan = ein chemisches, giftiges
Schädlingbekämpfungsmittel
D-Dur-Ton|lei(ter. die; - ; -n (Musik) auf
dem Grundton D beruhende Durton¬
leiter
DE: Abk. 1 (EDV> Dateneingabe 2
Deutscher Erfinderring 3 Dienstein¬
kommen 4 Diensteintritt
d. E.: Abk. (Postw.) durch Eilboten
de-/De-: dato Wortbildungselement 1 +
Verb od. + Substantiv (meist fremd¬
sprachiger Herkunft; wird vor Vokalen
meist zu des-jDes-) drückt eine Rück¬
gängigmachung, Beseitigung des im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückten
aus »dekodieren • demaskieren •
Dekolonisierung« 2 + Adj. vom im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückten
weg, abgeleitet »dezentral • deverbal«
de facto: dato /de fakto/ tatsächlich
de Luxe: tfro /de lükß/ mit allem Kom¬
fort (versehen)
DEA: Abk. 1 Deutsche Erdöl Aktienge¬
sellschaften Hamburg) = eine Tank¬
stellenkette 2 (Zusatz bei Spielfilmen)
Deutsche Erstaufführung
Deal: <englo /dil/ der; -s; -s Handel; Ge¬
schäft; Absprache »ein gewinnbrin¬
gender Deal«
deallen: tengh /dilen/ dealst; dealtest;
hast gedealt a) mit Rauschgiften han¬
deln b) (übertr.) [ugs.] etw. organisie¬
ren, mit etw. handeln
Dea|ler: <englo /diler/ der; -s; - weibl.
Deallelrin: die; - ; -nen Rauschgift-,
Drogenhändler(in)
De|ba|kel: <fr.> das; -s; - unglücklicher
Ausgang; Niederlage; Zusammen¬
bruch
De|bat)te: dat.-fro die; - ; -n a) Ausein¬
andersetzung, Aussprache, Diskussi¬
on im Parlament »Es gab eine lebhafte
Debatte über den § 218.« b) etw. zur
Debatte stellen: ein Thema o. ä. zur
Diskussion, zur (kritischen) Ausein¬
andersetzung vorschlagen »Ich
möchte diesen Vorschlag zur Debatte
stellen.« c) zur Debatte stehen: Ge¬
genstand, Thema einer Debatte, Dis¬
kussion sein »Dieser Vorschlag steht
heute nicht zur Debatte.«
de|bat|te|los: Adj. n. stg. ohne Diskussi¬
on, Syn.: diskussionslos
de|bat|tje|ren: dat.-fro dabattierst; de¬
battiertest; hast debattiert über etw.
diskutieren; etw. erörtern
de|bil: dato Adj. leicht geistig behindert
De|bi|li|tit dato die; ~ ; - (Med.) leichte¬
ste Form von Schwachsinnigkeit
Dejbüt: <fro /debü/ das; -s; -s a) erstes
Auftreten (vor Publikum) b) sein De¬
büt geben: das erste Mal in der Öf¬
fentlichkeit auftreten
De|bü|tant: <fro der; en; -en weibl. De|-
bü|tan|tin: die; - / -nen 1 Person, die
erstmals öffentlich auftritt 2 nur
weibl. Form junges Mädchen, das in
die (höhere) Gesellschaft eingeführt
wird
De|bü|tan|tin|nenjball: der; -(e)s; -balle
großes Tanzfest, auf dem die jungen
(heiratsfähigen) Mädchen der Gesell¬
schaft den heiratsfähigen, ledigen
Männern vorgestellt werden
de|bü|tiejren: <fro debütierst; debütier¬
test; hast debütiert sein Debüt geben;
den ersten Auftritt in der Öffentlich¬
keit, vor Publikum haben
de|char|gie|ren: dat.-fro /descharsehi-
ren/ dechargierst; dechargiertest; hast
dechargiert [veralt.] lossprechen; ent¬
binden
de|chif|frie|ren —» de|chif|f|rie|ren: <fro
/deschiffriren/ dechiffrierst; dechif¬
friertest; hast dechiffriert etw., was in
einer Geheimsprache o. ä. geschrie¬
ben ist, entziffern, entschlüsseln »ei¬
nen Code dechiffrieren«
De|chif)frje|rung —» Dejchif)f|rie|rung:
<fro /deschiffrinmg/ die; - ; -en das
Entschlüsseln einer Geheimschrift, ei¬
nes Codes o. ä.
Deck: das; -(e)s; -s 1 a) Etage auf einem
Schiff b) im Freien liegende Oberflä¬
che eines Schiffs 2 a) nicht auf Deck
sein: [ugs.] körperlich nicht gesund
sein, sich nicht wohl fühlen b) wieder
auf Deck sein: körperlich wieder ge¬
sund sein, sich wieder wohl fühlen
Deck|adresjse —* Deck|a|d|res|se: die;
- ; -n Anschrift, die für (ungesetzli¬
che) Geschäfte benutzt wird, an der
man aber nicht wohnt, Syn.: Deckan¬
schrift
Deck|an|schrift: die; -; -en Anschrift ei¬
ner anderen Person, um die eigene
Adresse nicht preiszugeben, Syn.:
Deckadresse
Deckjauf|bau|ten: die (PI.) auf dem
Schiffsdeck befindliche Anlagen
Deck|bett: das;-(e)s; -en warme Decke
zum Zudecken, Syn.: Oberbett
Deck|blatt: das; -(e)s; -blätter 1 erste,
oberste Seite eines Manuskriptes 2
durchsichtiges Blatt, das zur Korrek¬
tur auf Landkarten od. ähnliches ge¬
legt wird 3 das äußere Blatt bei einer
Zigarre 4 (Bot.) Blatt, aus dessen Ach¬
sel sich eine Knospe entwickelt
Decke (Dek|ke —» Dejcke): die; - ; -n 1
"großes,” dickeres (aus mehreren
Schichten bestehendes) Tuch, mit
dem man sich zum Schutz gegen Käl¬
te zudeckt, einhüllt, darunter begibt
»Ich habe mich mit einer Decke auf die
Couch gelegt.« 2 kurzfür unterschied¬
lichste Formen von Decken, z. B.
Tischdecke, Lackdecke usw. 3 obere
Begrenzung eines Zimmers »An der
Decke war eine große Lampe
befestigt.« 4 Oberfläche einer Straße,
eines Gehweges »Die Fahrbahndecke
wurde erneuert.« 5 a) Pelz von be¬
stimmten Tieren b) Haut von be¬
stimmten Tieren c) in der Mitte be¬
findliche Feder des Schwanzgefieders
bestimmter Vögel 6 (mitjmdm.) unter
einer Decke stecken: [ugs.] (mit
jmdm.) heimlich die gleichen schlech¬
ten od. guten Ziele verfolgen »Sie be¬
trügen beide, sie stecken doch unter ei¬
ner Decke. 7 jmdm. fällt die Decke
auf den Kopf: [ugs.] jmd. fühlt sich (in
einem Raum, seinem Zuhause) ein¬
sam, niedergeschlagen, langweilt sich,
sehnt sich nach Unterhaltung, nach
Gesellschaft o. ä. »Sie ist alt u. allein,
u. ihr fällt häufig die Decke auf den
Kopf.« 8 an dte Decke gehen: [ugs.]
sehr wütend werden; aufbrausen
»Geh doch nicht wegen jeder Kleinig¬
keit an die Deckel« 9 sich nach der
Decke strecken müssen: [ugs.] spa¬
ren müssen »Mit der kleinen Rente
muß sich Oma ganz schön nach der
Decke strecken.« 10 vor Freude (fast)
an die Decke springen: [ugs.] sich
sehr freuen »Sie sprang vor Freude
fast an die Decke, als er ihr den Ring
schenkte.«
Deckel (Dek|kel —» De|ckel): der; -s; -
1 Aufsatz (mit Griff), der einen Topf,
Behälter schließt »Er nahm den Dek-
kel vom Topf.« 2 kurz für unterschied¬
lichste Typen von Deckeln wie z. B.
Kanaldeckel, Dosendeckel usw. 3
harte Vorder- u./od. Rückseite eines
Buches 4 a) jmdm. eins auf den Dek-
kel geben: [ugs.] jmdn. tadeln, ihn zu¬
rechtweisen »Na, dafür wird dir der
Chef eins auf den Deckel geben.« b)
eins auf den Deckel bekommen: ge¬
tadelt, zurechtgewiesen werden
Deckelglas (Dekjkeljglas —» De|ckel|-
glas): das; -es; -gläser gläsernes
Trinkgefäß mit aufklappbarer Ab¬
deckung
Deckel|kanjne (Dek|kel|kan|ne —» De|-
ckel|kan|ne): die; - ; -« Gefäß für
Flüssigkeiten mit Möglichkeit zur
Abdeckung der Öffnung
Deckel|krag (Dek|kel|krug —* De|-
ckeljkrag): der; - (e)s; -krüge (rustika-
233
decken
les) Trinkgefäß (aus Keramik) mit
klappbarem Deckel
decken (dek|ken —»■ de|cken): deckst;
decktest; hast gedeckt 1 a) <Tisch> mit
Geschirr, Besteck, Gläsern usw. be¬
stücken »Ich habe den Tisch für das
Mittagessen schon gedeckt.« b) <Dach>
mit Dachziegeln o. ä. bestücken »Das
Dach mußt du neu decken lassen.« 2
<Tiere> begatten; befruchten; Nach¬
kommen zeugen »Dieser Stier soll die
Kuh decken.« 3 a) sich schützend vor
jmdn. stellen; jmdn., etw. vor Scha¬
den, Strafe bewahren »Die Soldaten
deckten den Rückzug. • Er deckte eine
Straftat, b) bürgen »Die Eltern deck¬
ten den Kredit.« 4 <Sport> einen gegne¬
rischen Spieler ausschalten »Er hat
den Stürmer gut gedeckt.«
decken (dekjken —» defcken), sieb:
deckt sich; deckte sich; hat sich ge¬
deckt mindestens zwei Dinge> mitein¬
ander übereinstimmen »Die Zeugen¬
aussagen deckten sich.«
Deckenjbe|leuch|tung (Dek|ken|be|-
leuchjtung —> De|ckenjbe|leuch|-
tung): die; • ; -en Lampe, Lichtquelle,
die unter der Zimmerdecke ange¬
bracht ist
Decken|ge|mäl|de (Dek|ken|ge|mä!|de
—» Dejcken|ge[mäl|de): das; -s; - ein
auf die Raumdecke gemaltes Bild
Decken|kon[struk[tl|on (Dek(ken|kon|-
strukjti[on—> De|ckenJkon|s|tlruk(ti|-
on): die; - ; -en Ärt u. Weise wie eine
Decke gebaut ist
Decken|lam|pe (Dek|ken|lam|pe —»
De|cken|lam|pe): die; - ; -n Beleuch¬
tungskörper, der an der Zimmerdecke
angebracht wird
Deck[far]be: die; • ; -n Farbe, die den
Untergrund nicht durchscheinen läßt
Deck|fe|den die; - ; -n die obersten
sichtbaren Federn bei einem Vogel
Oeck|haaR das; -(e)s; -e a) beim Men¬
schen die obersten Kopfhaare b) bei
Tieren die äußeren sichtbaren Haare
des Fells
Deck|hengst: der; -es; -e männliches
Pferd, das zur Zucht benutzt wird
Deck|man|tel: der; -s; -mäntel etw., was
etw. verbirgt, die Wahrheit ver¬
schleiert »Sie tat das alles unter dem
Deckmantel der Wohltätigkeit«
Deck|na|me: der; -n(s); -n a) Bezeich¬
nung für eine (geheime) militärische
Operation b) falscher Name, den jmd.
benutzt, um nicht erkannt zu werden
Deck|of|fi|zier: der; ~(e)s; -e Dienstgrad
bei Seeleuten
Deck|plan[ke: die; ~ ; -n hölzerne Latte,
die Teil des oberen Schiffsbodens ist
Deck|plat|te: die; - ; -n größerer, flacher
Gegenstand, durch den etw. abge¬
deckt wird
Deck[rü|de: der; -n; -n <Hund> männli¬
ches Tier, das zu Zuchtzwecken be¬
nutzt wird
Decks|auf|bau|ten: die (PI.) Aufbauten
auf dem oberen Schiffsboden
Deckung (Dek|kung —» Dejckung):
die; - ; -en (PI. s.) 1 (Milit.; Sport;
Verbrechen u. a.> Abschirmung als
Schutz vor etw. »Die Deckung war für
die Gegner leicht zu durchbrechen.« 2
Bereitstellung, Sicherung für einen
Bedarf 3 Verschleierung (eine nicht
den Gesetzen entsprechende Hand¬
lung) 4 finanzielle Sicherung »Die
Deckung des Schecks ist ge¬
währleistet.« 5 (finanzielle) Beglei¬
chung »Die Versicherungssumme
reicht nicht zur Deckung des Scha¬
dens.« 6 <Sport> Abschirmung eines
Spielers der gegnerischen Mannschaft
7 <Tier> Zeugung von Nachkommen
»Die Deckung der Stute verlief er¬
folgreich.« 8 in Deckung gehen:
Schutz suchen, um nicht gesehen zu
werden
Deckungs|be|trag: der; -(e)s; -betrüge
Summe, die nötig ist, um das Konto
auszugleichen
deckungsgleich (dek|kungs|g!eich —»
de|ckungs|gleich): Adj. n. stg. a)
<Math.) in Größe u. Form exakt über¬
einstimmend b) übereinstimmend in
der Aussage
Deckungs|gleich|heit (Dek|kungs|-
gleich|heit —» Dejckungs|gleichj-
heit): die; - ; -en exakte Übereinstim¬
mung in Form u. Größe od. Aussage
Deckungs|spie|ler (Dekjkungs|spie|ler
—» De|ckungs|spie|ier): der; -s; -
weibl. Deckungs|spie|le|rin (Dek|-
kungs|spie|le|rin —> De|ckungs|-
spie|le|rin): die; ~ ; -nen <Sport> Spiele¬
rin), der/die verhindern soll, daß
ein(e) gegnerische(r) Spieler(in) frei
zum Zuge kommt, diese(n) abschir¬
men soll
Deckungs|sum|me (Dek|kungs|sum|-
me —> De|ckungs|sum|me): die; - ;
-n Höchstbetrag für die Haftung im
Schadensfälle einer Versicherung
Deck|weiB: das; - ; - weiße Farbe, die
den Untergrund nicht durchscheinen
läßt
Deck|wort: das; -(e)s; -e geheime(s)
Wort, Wortfolge, das/die nur einge¬
weihten Personen bekannt ist u. nur
von diesen verstanden wird, Syn.:
Kennwort
De|cg|der/De|kgjder: <engh /dekpder/
der; -s; - Gerät zur Entschlüsselung
von Daten »Für den Empfang von
Pay-TV-Sendern benötigt man einen
Decoder.«
de(co|die|ren/de|ko|dig|ren: decodierst/
dekodierst; decodiertest/dekodiertest;
hast decodiert/dekodiert /dekodiren/
einen Code entschlüsseln »Die Nach¬
richt mußte zunächst decodiert wer¬
den.«
Dö|col|left6 —» auch De|kol|le|tee: dat.-
fro /dekolltg/ das; -s; -s tiefer Aus¬
schnitt im Brustbereich bei Damen-
kleidem
De|cre|scen|do —> De)c|re|s|cen|do:
<it.> /dekreschendo/ das; -s; -s <Musik>
das Abnehmen der Tonstärke; das
Leiserwerden
de|cre|scen|do —> de|c|re[s|cen|do:
<it.> /dekreschendo/ Adv. <Musik> ab¬
nehmende, leiser werdende Tonstärke
De|duktti|on: dato /dedukzion/ die; - ;
-en <Philosophie> Ableitung des Be¬
sonderen aus dem Allgemeinen, Am.:
Induktion
de|duk|tlv/de|dukjtiv: dato /deduktif/
Adf. n. stg. (Philosophie! (von etw.
Allgemeinem zum Besonderen) ablei¬
tend, Ant.: induktiv
de|du|zie|ren: dato deduzierst; deduzier¬
test; hast deduziert herleiten; ableiten
De|es|ka|la|ti|on/De|es|ka|la|tijoii: dato
/de-eßkatazion/ die; * ; -en schrittwei¬
se Verringerung; Entschärfung einer
angespannten (kriegerischen) Situati¬
on
de|es|ka|lie|ren/de|es|ka|l|e|ren: dato
deeskalierst; deeskaliertest; hast dees-
kaliert etw. schrittweise abschwächen
od. verringern; eine angespannte
(kriegerische) Situation entschärfen
Def.: Abk. 1 Defekt = Schaden 2 Defi¬
nition = Begriffserklärung, -bestim¬
mung 3 Defizit = a) Fehlbetrag b)
Mangel 4 Defilee = parademäßiger
Vorbeimarsch
def.: Abk. 1 defekt = schadhaft; be¬
schädigt 2 definiert = (einen Begriff)
erklärt, festgelegt 3 defizitär = mit ei¬
nem Mangel belastet
De|fai|tis|mus/Detfä|hs|mus: dat.-fro
der; - ; - [geh.; abwert.] resignierende
Haltung in Erwartung von Niederla¬
ge od. Mißerfolg Syn.: Mutlosigkeit;
Hoffnungslosigkeit
De|fä[ka|ti|gn: dato /defäkazion/ die; - ;
-en <Med.> Entleerung des Darmes
De|fä|tis|nHis/De|fai|tis|mus: dat.-fro
der; - ; - [geh.; abwert.} resignierende
Haltung in Erwartung von Niederla¬
ge od. Mißerfolg »Erging mit Defätis¬
mus an die Lösung seiner Probleme.«
Syn.: Mutlosigkeit; Hoffnungslosig¬
keit
Dejfekt: dato der; -(e)s; -e 1 (techni-
scKer) Schaden, der etw. außer Be¬
trieb setzt, die Funktionsfähigkeit
von etw. beeinträchtigt 2 <Med.> Stö¬
rung, Fehlen eines Organes, einer Sin¬
nesfunktion
deffekt: dato Adf. n. stg. nicht funktio¬
nierend; funktionsunfähig; nicht in
Ordnung, sondern mit Fehlem, Män¬
geln, einem Schaden
De|fek|ti|vum: dato /defektiwum/ das;
-s; Defektiva /defektiwaj (Sprach-
wiss.) Wort, das nicht in allen Formen
vorkommt od. nicht alle syntakti¬
schen Möglichkeiten erlaubt
de|fen|siv: dato /defensif/ Adj. a) ab¬
wehrend; in der Verteidigung »ein de¬
fensiver Spieler« b) rücksichtsvoll u.
Sicherheit bedenkend
De|fen|siv|bünd|nis: dat.; dto /defensif-/
das; -ses; -se der Verteidigung dienen¬
des Abkommen
De|fen|si|ve: dato /defens/w'/ die; - ; -n
(PI. s.) Verteidigung;.Abwehr
De(fen(siv|krieg: dat.; dto /defensif-/
der; -(e)s; -e zur Abwehr eines Fein¬
des geführter Krieg
De|fen|siv|spiel: dat.; dto /defensif-/
das;-(e)s; -e (Sport» auf Abwehr aus¬
gerüstete Taktik
De|fen|siv|spie|ler: dat.; dto /defensif-/
der; -s; - weibl. De|fen|siv|spie|le|rin:
die; - ; -nen (Sporb im Mannschafts¬
sport ein(e) Spieler(in), der/die Ab¬
wehraufgaben zu erledigen hat
Deffen|siv|stel|!ung: dat.; dto /defensif-/
die; - ; -en Stellung od. Befestigung,
die auf Verteidigung u. Abwehr aus¬
gerichtet ist
De|fen|sivttak|tik: dato /defensif-/ die;
-; -en vorsichtige, auf Abwehr ausge¬
richtete Verhaltensweise
De|fen|srv|waf|fe: dat.; dto /defensif-/
die; - ; -n <Milit.» zur Verteidigung
eingesetzte Waffe
234
Deichsel
De|fi|gu|ra|tj]on: data /defigurazion/
die; ~; -en Verunstaltung
<Jeffi|lieJren: dat.-fr.> defilierst; defilier¬
test; hat/ist defiliert im Rahmen einer
Parade vorbeimarschieren
Detfillterjmarsch: den.-fr a der; -(e)s;
-morsche Marsch bei einer Parade
de|fi|nie|ren: <lat.> definierst; definier¬
test; hast definiert einen Begriff, Zu¬
stand beschreiben, festsetzen
De|fl|ni|ti|on: data /definizion/ die; - ;
-en 1 inhaltliche Erklärung, Beschrei¬
bung eines Begriffs, Zustandes o. ä.
eine Definition geben, formulieren 2
<kath. Kirche> unfehlbare Entschei¬
dung (des Papstes) in Fragen, die ein
Dogma betreffen
doffijnittiv: <lat.> /defmitif/ Adj. [geh.]
mit absoluter Sicherheit; garantiert;
tatsächlich »Das war eine definitive
Zusage.«
De|fi|ni|ti|vum: data /defmitiwum/ das;
-s; Definiliva jdefinitiwaj etw. End¬
gültiges '
de|fi]nifto|risch: Adj. n. slg. durch Deß-
nition festgelegt
Dejfi|zit: dat.-fr.> das; -(e)s; -e das Mi¬
nus; wirtschaftlicher Verlust; Mangel
»Die Firma hat ein Defizit zu
verzeichnen. • ein Defizit an Geduld«
De|fi|z(t)po|littik: data die; - ; - auf
Schulden basierende Politik »Der
Staatshaushalt ist geprägt von einer
Defizitpolitik.«
De|ffa[ti|on: data /deflazion/ die; - ; -en
1 (Wirt.) Geldaufwertung bei gleich¬
zeitigem Sinken der Preise 2 (Geolo¬
gie> durch Wind bedingte Gesteinsab¬
tragung
de|fla|tio|ngr —> de|fla|ti|o|när: data
/deflazionär/ Adj. n. stg. (Wirt.) im
Zusammenhang mit einer Geldauf¬
wertung stehend
de|fla|tio[nj|stisch —* de|fla|ti|o|nis|-
tisch: data /deflazionistisch/ Adj' n.
stg. (Wirt.) auf eine Geldaufwertung
ausgerichtet od. hinwirkend
De|flo|ra[ti|pn: data /deflorazion/ die;
• ; -en (Med.) Entjungferung; Entfer¬
nung des weiblichen Jungfernhäut¬
chens
de|flo|ije|ren: data deflorierst; deflorier¬
test; hast defloriert das Jungfemhäut-
chen einer (jungen) Frau (beim Ge¬
schlechtsverkehr) zerstören, Syn.:
entjungfern
De|flo|rje|ning: data die; - ; -en Akt des
Defiorierens; Zerstörung des Jung¬
fernhäutchens
De|forjmajti|on: data /deformazion/ die;
- ; -en Verformung, Mißgestaltung
von etw. »Der Hase hat eine Deforma¬
tion des Kiefers.«
de|foijmle|i«n: data deformierst; defor¬
miertest; hast deformiert (durch Kraf¬
teinwirkung) verformen
De|for|inie|ning: data die; -; -en Prozeß
od. Zustand der Verformung
De|frg|ster —» De(frgs|ter: <engla der;
-s;~~ a) Heizanlage für Scheiben von
Kraftfahrzeugen zur Verhinderung
einer Vereisung b) Enteisungsflüssig¬
keit für Fahrzeugscheiben c) Vorrich¬
tung zum Abtauen von Kühlschrän¬
ken
De|fro|steijan|la|ge —> De|fros|terjan|-
la|ge: <engl.; dta die; - ; -n Heizanlage
zur Enteisung von Fahrzeugscheiben
deftig: Adj. a) (Sprache) derb; direkt
»Zu den Anschuldigungen gab er eine
deftige Stellungnahme ab.« b) kräftig,
aber einfach »Ich mag deftiges Es¬
sen.«
Def)tig|keit: die; - ; -en a) kräftiger Ge¬
schmack einer Speise b) (übertr.) der¬
be, unverblümte Bemerkung
De|gen: <fra der; -s; - a) Hieb- u. Stich¬
waffe mit schmaler, gerader Klinge
»Er stach mit dem Degen zu.« b) Sto߬
waffe mit dreikantiger Klinge beim
Fechten
De|gen: der; -s; - (hist.) (heldenhafter)
Ritter, Krieger
De|ge|ne|ra|ti|on: data /degenerazion/
die; - ; -en 1 (Bio.> Entartung (durch
Inzucht) 2 (Bio.; Med.) a) Zerfall,
Verfall von Gewebe u. Zellen b)
Rückbildung von Organen
de|ge|ne(ra|ttv: dat.-engla /degeneratif/
Adj. n. stg. (meist Med.) allmählich
verfallend od. entartend
de|ge|nejrie|ren: data degenerierst; de¬
generiertest; bist degeneriert 1 (Med.;
Bio.) allmählich verfallen, sich zu¬
rückbilden, verkümmern 2 sich allge¬
mein zum Negativen entwickeln, ei¬
nen geistigen od. moralischen Zu¬
stand nicht aufrechterhalten
De|gen[fechften: das; -s; - (Sport) Fech¬
ten mit dem Degen als sportliche Dis¬
ziplin
De]gen|klin|ge: die; - ; -n langgezogene
Metallklinge eines Degens
Dejgenjkorb: der; -(e)s; -körbe Schutz¬
vorrichtung für die Hand des Degen¬
fechters in Form einer gebogenen
Glocke
De|gen|schlucker (Dejgen|schluk|ker
—» De)gen|schlu|cker): der; -s; - Ar¬
tist im Zirkus od. Variete, der (schein¬
bar) eine Degenklinge herunter¬
schluckt
De|gen|stoB: der; -es; -stoße mit dem
Degen ausgefübrte Angrifisbewe-
gung
De|gra[da|ti|gn/De|gra|die|rung: data
/degradazion/ die; -; -en 1 <kath. Kir¬
che) Bestrafung eines katholischen
Geistlichen durch Ausschluß aus der
Kirche 2 a) Herabsetzung b) (häufig
Milit.) Rangverlust »Nach seiner De¬
gradierung war er nur noch Haupt¬
mann.«
de|gra|die|ren: data degradierst; degra¬
diertest; hast degradiert a) (häufig Mi¬
lit.) im Rang od. Dienstgrad herabset¬
zen b) (Kirchenrecht) einen katholi¬
schen Geistlichen aus dem geistlichen
Amt ausschließen c) jmdn. emiedrie-
gen od. seiner Würde berauben
De|gra|die|rung/De|gra|dalti|on: data
/degradazion/ die; -; -en 1 <kath. Kir¬
che) Bestrafung eines katholischen
Geistlichen durch Ausschluß aus der
Kirche 2 a) Herabsetzung b) (häufig
Milit.) Rangverlust
dehn|bar. Adj. elastisch u. so durch Zie¬
hen in seiner Form gut, leicht verän¬
derbar »Das ist ein dehnbarer Stoff.«
Dehn|baijkeit: die; - ; -en Eigenschaft
od. Fähigkeit eines Gegenstandes,
Materials, sich auseinanderziehen zu
lassen
deh|nen: dehnst; dehntest; hast gedehnt
durch Ziehen die Form von etw. ver¬
ändern, vergrößern »Ich werde den
Schuh dehnen.«
deh|nen, sich: dehnst dich; dehntest
dich; hast dich gedehnt 1 sich räkeln 2
lange andauern 3 größer werden »Die
Jacke dehnt sich noch.«
Dehn[fä|hig|keit: die; - ; -en Eigenschaft
od. Fähigkeit eines Gegenstandes,
Materials, sich auseinanderziehen zu
lassen, Syn.: Dehnbarkeit
Deh|nung: die; - ; -en a) Akt des Deh¬
nens b) Zustand des Gedehntseins
Deh|nungs|1u|ge: die; - ; -n <Archit.>
künstlicher Spalt in Gebäuden zum
Ausgleich von Gesteinsspannungen
Deh|nungs-h: das; -s; -s (Sprachwiss.)
für die Aussprache bedeutsames, be-
tonungsverlängemdes ’h', wie z. B. in
'Dehnung’
Dehjnungs|zei|chen: das; -s; - (Sprach¬
wiss.) Schriftzeichen, das eine Laut¬
dehnung kennzeichnet, zum Beispiel
Dehnungs-h, ’ie’ od. Vokal Verdoppe¬
lung
De|hu|ma|ni|sa|ti|pn: data /dehumanisa-
zion / die; -; -en Entmenschlichung
de|hu|ma|ni|sie|ren: data dehumanisiert;
dehumanisierte; hat dehumanisiert
[geh.] etw. od. jmdn. seiner Mensch¬
lichkeit berauben
De|hu|ma|ni|sie|rung: data die; ~ ; -en
Vorgang od. Prozeß der Entmenschli¬
chung
De|hy|dra|ta|ti|gn —> Delhy|d|ra[ta|ti|-
on: data /dehüdratazion/ die; - ; -en
a) Wasserentzug »Lebensmittel wer¬
den durch Dehydratation haltbar
gemacht.« b) o. Fl. (Chemie) Entzug
von Wasserstoff
de|hy|dra|ti|sje|ren —> de|hy|d|ra|ti|sie|-
ren: data /dehüdratisiren/ dehyärati-
sierst; dehydratisiertest; hast dehydra-
tisiert [fachsprl.] einem Stoff das
Wasser entziehen
de|hyjdrie|ran —* de|hyjd|rje|ren: data
/dehüdriren/ dehydrierst; dehydrier¬
test; hast dehydriert (Chemie) einer
chemischen Verbindung den Wasser¬
stoff entziehen
De|hy|drie|mng —» De|hyjd|rie|rung:
data /dehüdrirung/ die; * ; -en (Che¬
mie) Verfahren od. Prozeß des Was¬
serstoffentzugs
Deich: der; -(e)s; -e (Erd-)Aufschüt-
tung zum Abhatten des Wassers bei
Hochwasser od. Flut
Deich|bau: der; -(ejs; - Errichtung ei¬
nes Schutzwalles
Deich|bruch: der; -(e)s; -briiehe Durch¬
brechen od. Einreißen eines Schutz¬
walles
Deich|fuß: der; es; -fuße Grundfläche
des Schutzwalles
Deich|ge|nos|sen[schaft: die; ~ ; -en
Verband, der sich um den Erhalt u.
die Pflege eines Schutzwalles küm¬
mert
Deichjgraf: der; -en; -en Person, die ei¬
nem Deichverband vorsteht
Delch|haupt)mann: der; -(e)s; -männer
Person, die einem Deichverband vor¬
steht
Deich|kro|ne: die; ~ ; -n oberste Spitze
od. Fläche eines Schutzwalles; Deich¬
kamm
Dejch|sel: /deikßel/ die; ~ ; -n an Wagen
od. Kutschen angebrachte Stange(n)
zum Einspannen von Zugtieren
235
Deichselbruch
De|ch|sel|bruch: /deikßel-/ der; -(e)s;
-brüche Zerbrechen einer Deichsel
deich|seln: /deikßeln/ deichselst; deich¬
seltest; hast gedeichselt durch ge¬
schicktes Verhalten od. Verhandeln
eine Situation meistern od. für sich
positiv gestalten
Deich|ver]band: der; -(e)s; -verbände
Verband von Grundstückseigentü¬
mern aus dem Deichumland mit der
Aufgabe, die Deiche zu überwachen
u. instandzuhalten
Detch|vor{land: das; -(e)s; -Vorländer
Landstreifen zwischen Ufer u. Deich
de]k|tisch: <gr.> Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
hinweisend; Eigenschaft von Demon¬
strativpronomen (wie z. B. dort; hier;
da) o. ä.
dei|ner|seits: Adv. von dir aus »Be¬
stehen deinerseits noch Bedenken?«
dei|nes|glei|chen: Adv. Leute, Personen
wie du »Mit deinesgleichen geben sich
diese Firmen gar nicht ab.«
dei|nes|teils: Adv. von dir aus; auf dei¬
ner Seite
dei|net|hal|ben: Adv. wegen dir; dich be¬
treffend
dei]net|we|gen: Adv. durch dich veran¬
laßt od. verursacht
de||ni|ge: Fron, der/die/das Deine; dir
zugehörend
D6|ja-vu: </r.> /desehawü/ das; -s; -s
(Psychologie) vermeintliche Erinne¬
rung, gegenwärtiges Geschehen
schon einmal erlebt zu haben
Da[ja-vu-Erfleb|nfs: </r.> /desehawji-/
das; -ses; -se Erfahrung, etw. gegen¬
wärtig Geschehenes schon einmal er¬
lebt zu haben
Dek.: Abk. 1 Dekade = Jahrzehnt 2 De¬
kadenz = Verfall; Niedergang 3 De¬
kalog = die zehn Gebote 4 Dekan =
Vorsteher eines Universitätsfachbe¬
reiches 5 Dekoration = a) Schmuck;
Ausschmückung; Zierde b) Schaufen¬
stergestaltung
dek.: Abk. 1 dekadent (= im Verfall
begriffen) 2 dekorativ
De|ka: Kurzw. das; - u. -s; - (Gewichts-
einheib Dekagramm = 10 Gramm
de|ka-/De|ka-: Wortbildungselement
(vor Vokalen meistens ohne ’a’: dek-j
Dek-) <gr.> zehn; zehnmal (soviel) De¬
kagramm«
De|ka|de: dat.-fro die; -; -n a) Zeitraum
von zehn (Tagen, Wochen, Monaten
od. Jahren) »in der ersten Dekade die¬
ses Jhds.« b) Serie von Zehn c) <Lite-
raturwiss.) Einheit von zehn (Gedich¬
ten, Büchern)
de(ka|dent: dat.-fro Adj. dekadenter; de¬
kadenteste [geh.] Dekadenz zeigend;
überspannt handelnd _
De|ka|denz: <lat.-/r.> die; - ; • Über¬
spanntheit im Lebensstil; kultureller
Niedergang »die Dekadenz einer Kul¬
turepoche«
De|ka|log: <gr.-lato der; -(e)s; - Reli¬
gion) die zehn Gebote
Dejkan: dato der; -(e)s; -e weibl. Dejka|-
nin: die; ~ ; -nen 1 geschäftsführendes
Organ einer Universitätsfakultät 2 a)
<kath. Kirche) Dechant, Geistlicher,
der einem kirchlichen Bezirk vorsteht
b) <evang. Kirche) Geistliche(r), der/
die einem größeren Bezirk vorsteht
De|ka|nat: dato das; -s; -e 1 Verwal-
tung(sbüro) einer (universitären) Fa¬
kultät 2 Amt, Bezirk eines Dekans,
Dechanten »Diese Stadt gehört zu ei¬
nem anderen Dekanat.«
de|kanttiejren: dat.-fro dekantierst; de¬
kantiertest; hast dekantiert <Chemie>
eine Flüssigkeit bis auf den Bodensatz
ausgießen
De|ka|pg|de: <gro der; -n; -n Zehnfu߬
krebs
Dek|ar/Dek|are —* De|k|ar/De|k|a|re;
<gr.-fro das; -s; -e Flächenmaß in der
Schweiz
De|ka|ster —* De|kas[ter: der; -s; -s u.
-e IO Kubikmeter
de|ka|tje|ren: <fro dekatierst; dekatier¬
test; hast dekatiert; (Textilwirt.) Woll¬
stoffe wässern od. dämpfen
De|ka|tur. <fro die; - ; -en Prozeß des
Dekatierens, Wässems od. Dämpfens
von Wollstoffen
Dekl.: Abk. <Sprachwiss.> Deklination
= Beugung von Substantiven, Pro¬
nomen, Artikeln u. Adjektiven
dekl.: Abk. <Sprachwiss.> a) deklinierbar
= beugbar b) dekliniert = gebeugt
De|kla|ma|ti|on —» De|k|la[ma|ti(pn:
dato /deklamazion/ die; - ; -en 1 Vor¬
trag eines Gedichts od. einer Rede
mit künstlerischer Betonung 2 Äuße¬
rung in pathetischem Gehabe 3 (Mu¬
sik Hervorhebung u. Betonung musi¬
kalischer Phrasen gemäß einem ver¬
tonten Text
De|kla(ma|tor —> De|k|la|ma]tor dato
der; -s; Deklamatoren weibl. De|kla|-
maftojrin —> DeJk|la|ma|tojrin: die;
- ; -nen Rezitator(in); Person, die
Dichtungen künstlerisch vorträgt
dejkla|ma|to]risch —> de|k|la|ma)tp|-
risch: dato Adj. a) übertrieben pathe¬
tisch u. ausdrucksvoll b) künstlerisch
im Vortrag c) <Musik> auf die Ver¬
ständlichkeit eines vertonten bzw. ge¬
sungenen Textes Wert legend
de|kla|mie|ren —» de|k|la|m]e]ren: dato
deklamierst; deklamiertest; hast de¬
klamiert 1 vortragen »einen Monolog,
ein Gedicht deklamieren« 2 sich feier¬
lich, pathetisch äußern; etw. öffent¬
lich ausrufen, für etw. sprechen »den
Sozialstaat deklamieren«
De|kla(ra|ti|on —> De|k|la|ra|ti[on: dato
/deklarazion/ die; - ; -en 1 Erklärung;
feierliche Ausrufung »die Deklaration
eines neuen Staates« 2 Angaben zu
Wirtschaftsgütern, Finanzen »Der
Zoll erwartet eine Deklaration der ein-
gefuhnen Güter.«
de|kla|ra|tg|risch —> de|k|la|ra|tp]risch:
dato Adj. n. stg. (Rechtsw.) im rechtli¬
chen Sinne bestätigend
de|kla|rie|ren —> de|k|la|rie|ren: dato
deklarierst; deklariertest; hast dekla¬
riert 1 etw. feierlich ausrufen, erklä¬
ren »die Menschenrechte deklarieren«
2 Angaben zu Wirtschaftsgütem, Fi¬
nanzen o. ä. machen »Ich habe die
Zinseinkünfte beim Finanzamt dekla¬
riert.«
De|kla|rie]rung —*■ De|kjla|rie|rung:
dato die; - ; -en; Akt, Tätigkeit des
Deklarierens
de|klas|sie|ren: <fro deklassierst; deklas¬
siertest; hast deklassiert 1 Vergleich¬
bares auf eine niedrigere Stufe herab¬
setzen »Er deklassierte seine Mitschü¬
ler zu Statisten.« 2 (Soziol.) aus einer
höheren gesellschaftlichen Schicht
od. Klasse in eine niedrigere verwei¬
sen 3 (Sport) einem Gegner derart
hoch überlegen sein, daß er eindeutig
geschlagen wird »Durch das 6:0 de¬
klassierte die Mannschaft ihren Geg¬
ner.«
De|klas|stejrung: </r.> die; - ; -en Akt,
Ergebnis des Deklassierens
de|kli|na|bel —» de|k|li|najbel: dato Adj.
n. stg. deklinierbar; die Möglichkeit
bietend, ein Adjektiv, Pronomen, Ar¬
tikel od. Substantiv zu deklinieren
De|kli|na|ti|gn —» De|k|li|na|ti|on: dato
/dekiinazion/ die; - ; -en <Sprachwiss.>
Flexion, Beugung des Substantives,
Pronomens, Artikels u. Adjektives
De|kfi|najti|ons|en|dung —> De|k|li|na|-
ti|pns|en|dung: dat.; dto /deklina-
zionß-/ die: - ; -en (Sprachwiss.) ver¬
änderliche Beugungs-, Flexionsen¬
dung eines Wortes in verschiedenen
grammatikalischen Fällen, z. B. das
Ende; des Endes; die Enden
de|kli|nier|bar —> de|k|li|njer|bar. dato
Adj. n. stg. (Sprachwiss.) als Wort
(Substantiv, Pronomen, Adjektiv,
Artikel) in allen grammatikalischen
Fällen darstellbar
de|klijnje|ren —* de|k|li|nie|ren: dato
deklinierst; dekliniertest; hast dekli¬
niert flektieren; (Substantive, Prono¬
men, Artikel u. Adjektive) beugen
Deko: Abk. Dekoration = a) Schmuck;
Zierde b) Schaufenstergestaltung
De|ko|der/De|co|der. <englo der; -s; ~
Gerät zur Entschlüsselung von Daten
de|ko|die|ren/de|co|die|ren: <englo de¬
kodierst!decodierst; dekodiertest/de-
codiertest; hast dekodiert (decodiert 1
eine geheime Botschaft mit Hilfe eines
Kodes entschlüsseln 2 eine Nachricht
gemäß dem eigenen Wortschatz u.
Wissensstand verarbeiten
De|ko|dje|rung: die; - / -en Akt, Hand¬
lung od. Ergebnis des Entschlüsselns
einer Botschaft o. ä.
De|kol|le|t6 —» auch De|kol|le[teg: dat.-
fro /dekohej das; -s; -s tiefer Aus¬
schnitt an Damenoberbekleidung
De|ko|lo|ni|sa[ti|gn: dato /dekolonisa-
zion/ die; -; -en Entlassung einer Ko¬
lonie in die Unabhängigkeit
de|ko|lo|ni|sje|ren: dato dekolonisierst;
dekolonisiertest; hast dekolonisierl
eine Kolonie in die Unabhängigkeit
entlassen od. dieses veranlassen
De|ko|lo)ni|sie]rung: dato die; - ; -en
Akt, Tätigkeit des Entlassens einer
Kolonie in die Unabhängigkeit
de|kom|po|n]e|ren: dato dekomponierst;
dekomponiertest; hast dekomponiert
a) [geh.] etw. in seine Grundelemente
zerlegen b)(Sprachwiss.> ein Wort od.
einen Satz systematisch in seine ein¬
zelnen Bestandteile aufgliedern
De|kom|po|si|ti|gn: dato /dekomposi-
zion/ die; - ; -en Akt, Tätigkeit des
Zerlegens von etw. in seine Grundele¬
mente
de|komfpo|si|to|risch: dato Adj. n. stg.
etw. auflösend, zergliedernd
De|kom|pres|si|on —* De|kom|p|res|-
si[pn: dato die; - ; -en [fachsprl.] 1
langsame Verringerung, Entlastung
von (zu) hohem atmosphärischen
Druck, etwa beim Auftauchen aus
großen Meerestiefen 2 Abfall des
236
deltaförmig
Druckes in einer technischen Appara¬
tur
De|korn|pr«sjsi|gns|kam|mer —» De|-
kom|p|res|si|ons|kamjmer. dato die;
- ; -n Raum, in dem eine Dekompres¬
sion durchgeführt wird (wenn ein
Taucher, z. B. aus Notgründen, zu
schnell aufgetaucht ist)
De|kon|ta|nii|na|ti|on: dat.-englo
/dekontaminazion/ die; -; -en {PI. s.)
1 <Physik> Entfernung von radioaktiv
strahlendem Material 2 <Milit.; Med.>
Vernichtung von biologisch gefährli¬
chen Stoffen bzw. Säuberung davon
de]kon|ta|mi|nje|ren: dat.-englo dekon-
taminierst; dekontaminiertest; hast de-
kontaminiert eine Vernichtung von
biologisch gefährlichen Stoffen bzw.
eine Säuberung durchführen
De|kon|ta|ini|nje|rung: dat.-engb die;
- ; -en 1 <Physik> Entfernung von ra¬
dioaktiv strahlendem Material 2 <Mi-
lit.; Med.> Vernichtung von biolo¬
gisch gefährlichen Stoffen bzw. Säu¬
berung davon
De|kon|zen|tra|ti|gn —> De|kon|zen(t]-
raftHgn: dato /dekonzentrazign/ die;
- ; -n Zersplitterung, Aufteilung (in
kleinere Bereiche)
De|kon dat.-fro der u. das; -s; -s u. -e
Verzierung (oft auf Porzellan)
De|ko|ra|teur: dat.-fro /dekoratör/ der;
-s; -e weibl. De|ko(ra(teu|rin: die; - ;
•nen Person, die beruflich zur Aus¬
stattung, Gestaltung von Räumen
beiträgt »Ich habe mir die Gardinen
von einem Dekorateur anbringen las¬
sen.«
De|ko|ra|ti|pn: dat.-fro /dekorazion/
die; - ; -en 1 Gesamtheit des
Schmucks, der Ausschmückung in ei¬
nem Zimmer 2 Ausstattung beim
Film, Theater 3 a) Orden, Auszeich¬
nung b) Ordensverleihung
Oe|ko|ra|ti|gns|ma|ier. dat.; dt.> /deko-
razionß-/ der; -s; - weibl. De|ko|ra|ti|-
gnsjma|te|rin: die; * ; -nen Künst¬
lerin), der/die sich vor allem mit der
dekorativen Gestaltung von Innen¬
räumen od. Gegenständen beschäf¬
tigt
De[ko|ra[ti[ons[stoff: dat.; dt.> /deko-
razignß-/ der; -(e)s; -e kunstvoll be¬
malte Textilie(n) zur Ausschmückung
von Räumen u. Möbeln
de|ko|ra|tiv: /dekoratif/ Adj. etw. od.
jmdn. schmückend »Das ist eine deko¬
rative Kette.«
de|ko[rie|ren: dat.; dekorierst; dekorier¬
test; hast dekoriert etw. schmücken,
verzieren, ausgestalten »Sie deko¬
rierte das Zimmer mit blauen Glaszier¬
gegenständen.«
De|kre|scen|do —* De|k|rejs|cen|do:
dt.> /dekreschendo/ das; -s; -s <Musik>
Abnahme, Abschwellen der Tonstär¬
ke
Delkret—> De|k|ret: dato das; -(e)s; -e
Beschluß; amtliche(r) Verfügung, Er¬
laß »etw. per Dekret erlassen«
de|ku|pje|ren: <fro dekupierst; dekupier¬
test; hast dekupiert Figuren o. ä. meist
mit der Laubsäge ausschneiden
De|ku|pier]sä|ge: die; - ; -n maschinell
betriebene Laubsäge
Del.: Abk. 1 a) Deligation = Abord¬
nung b) Deligterte(r) 2 Delikt Ver¬
gehen 3 Delinquentin) = Übeltäte¬
rin)
del.: Abk. 1 delegiert (= abgeordnet) 2
delikat -
Dejle|ga|ti|gn: dato /delegazion/ die; - ;
-en Abordnung; abgeordnete Perso¬
nengruppe
De|le|ga)ti|gns|chef: dato /delega¬
zionß-/ der; -s; -s weibl. De|le|ga|ti|-
ons|che(fin: die; - ; -nen Leiterin) ei¬
ner Abordnung
De|le|ga(ti|gns|lei|ten dat.; dto /delega-
zignß-/ der; -s; - weibl. De|le|gajti|-
gns|leiftejrin: die; - ; -nen Vorsitzen¬
de^), Cheffin) einer Abordnung
De|le|ga|ti|ons|mit|glied: dat.; dto
/delegazionß-/ das; -(e)s; -er Person,
die zu einer Abordnung gehört
De|te|ga|ti|onsftei!lneh|rner: dat.; dto
/delegazionß-/ der; -s; - weibl. De|le|-
ga|ti|ons|teil[neb(me|rin: die; - ; -nen
Mitglied einer Delegation, Abord¬
nung
de|!e|gie|ren: dato delegierst; delegier¬
test; hast delegiert 1 jmdn. abordnen,
mit seiner Vertretung beauftragen
»jmdn. in ein Gremium delegieren« 2
jmdn. mit etw. beauftragen; jmdm.
etw. übertragen »Ich delegierte diese
Tätigkeit an die Arbeitsgruppe.«
De|le|g]erfte: dato der u. die;-n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Delegierter;
eine Delegierte; zwei Delegierte) Ab¬
gesandte^); Kongreßteilnehmerin),
der/die eine bestimmte Gruppe ver¬
tritt
De|le|gjerjten|kon|fe|renz: dato die; - ;
-en Versammlung von Delegierten,
Abgeordneten verschiedener Grup¬
pen
De|le|gier|ten|ver|samm|lung: dat.; dto
die; - ; -en Versammlung von Dele¬
gierten, Abgeordneten verschiedener
Gruppen
De|le|gie|njng: dato die; - ; -en Entsen¬
dung; Akt des Delegierens
—» Del|fin: s. Delphin
—> Del)fijna|ri|utn: s. Delphinarium
—» Del(fin|schwim|men: s. Delphin¬
schwimmen
—» del|fm|schwim|men: s. delphin-
sch wimmen
—> Del|fin|schwim|mer. s. Delphin¬
schwimmer
—* De)ffin|sprung: s. Delphinsprung
De|li|be|ra|ti|on: dato /deliberazion/ die;
- ; -en [geh.; veralt.] Gedankenaus¬
tausch, Beratung über ein Thema
de|li|be|rie|ren: dato deliberiert; delibe-
riertet; habt deliberiert [geh.; veralt.]
gemeinsam überlegen; sich beraten
de|li|kafc dat.-fro Adj. delikater;
delikateste 1 sehr schmackhaft »ein
delikater Fisch« 2 kompliziert; heikel;
mit Vorsicht zu behandeln »eine deli¬
kate Angelegenheit« 3 hohe Ansprü¬
che stellend
De|li[ka|tes|se: dat.-fro die; - ; -n (wert¬
volles) schmackhaftes, edles (u. meist
sehr teures) Lebensmittel »Lachs ist
eine Delikatesse.«
Dejli|ka|tes|sen|ge|schäft: das; -(e)s;-e
Laden, in dem Feinkost od. besonde¬
re Nahrungsmittel verkauft werden
De|li|ka|teB|guijke —» De|(i|kajtess|-
gurjke: die; - ; -« pikant marinierte
Gewürzgurke
De|li|ka|te8|senf —* De|li|ka|tess|senf/
De|li|ka|tess-Senf: der; -(e)s; - be¬
sonders feiner od. milder Senf
De|likt' dato das; -fe)s; -e <Rechtsw.>
Verbrechen od. Vergehen; im Zivil¬
recht Schadensersatzansprüche aus¬
lösende, unerlaubte Handlung
De|lin|quent: dato /delinkwent/ der; -en;
-en weibl. De|lin|quen[tin: die; - ; -nen
Übeltäter(in); Verurteilte(r) »Der De¬
linquent wurde ins Gefängnis über¬
stellt.«
De|lin|quenz: dato /delinkwenz/ die; - ;
- <Soziol.; Kriminalistik»- kriminelle
Abweichung eines Menschen von der
erwarteten Norm; Straffälligkeit
De|l||ri|um: dato das; -s; Delirien jdelb
ri‘n/ Bewußtseinsstrübung, die mit
Wahnideen u. Sinnestäuschung ver¬
bunden ist, hervorgerufen durch
Krankheit (besonders bei Fieber),
Drogen- od. Alkoholkonsum
De|li|ri|um tre|mens: dato das; - - ; -
<Med.> durch Alkoholentzug ausgelö¬
ste Halluzinationen; Säuferwahn
de|li|z!]ös: dat.-fro Adj. deliziöser; deli¬
ziöseste [geh.] äußerst schmackhaft
Del|phin —» auch Del|fin: tgr.-lato /del¬
fin/ der; -s; -e zu den Walen zählen¬
des, in der Form einem Fisch glei¬
chendes Meeressäugetier mit spitz zu¬
laufendem Maul »Delphine gelten als
sehr intelligent.«
Det|phi|na|ri|um —* auch Del|fi|na|ri|-
tim: <gr.-lato /delfinarium/ das; -s;
Delphinarien —>auch Delfinarien<—
/delfinqrPn/ Wasserbecken mit Del¬
phinen »Der Duisburger Zoo hat ein
bekanntes Delphinarium.«
Del]phjn|schwim]men —s- auch Det|fin|-
schwim|men: /delfin-/ das; -s; -
<Sport> Stil des Delphinschwimmens
als sportliche Disziplin
del|phin|schwim|men —> auch del|fjn|-
schwim|men: /delfin-/ nur im Infinitiv
verwendet <Sport> schwimmen, indem
die Arme gleichzeitig über den Kopf
nach vom geworfen u. die geschlosse¬
nen Beine auf u. ab bewegt werden
Del|phin|schwim|mer —> auch Del|fin|-
schwim|mer. /delfin-/ der; -s; - weibl.
Del|phin|schwim|me|rin —* auch
Del|finischwim|me[rin: die; - ; -nen
<Sport> Person, die sich im Wasser in
dieser speziellen Schwimmart fortbe¬
wegt
Del|phin[sprung —»■ auch Del|fin|-
sprung: /delfin-/ der; -(e)s; -spränge
<Sport> Sprung vom Brett mit Ab¬
sprung rückwärts u. anschließender
Drehung nach vom
del|phisch: /delfisch/ Adj. n. stg. [geh.]
"orakelhaft uTkaum entschlüsselbar
Del|ta: diebr.-gr.-lato das; - u. -s; -s
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets
Del|ta: thebr.-gr.-lato das; -s; -s u.
Delten Verzweigung in dreieckiger
Form (ähnlich dem griechischen
Buchstaben 'Delta’) eines Flusses
kurz vor der Mündung in ein anderes
Gewässer
Del|ta|flü|gel: <gr.-lat.; dto der; -s; -
Flugzeugflügel in Form eines Drei¬
ecks (ähnlich dem griechischen Buch¬
staben 'Delta’)
delfta|för|mig: <gr.-lat.; dto Adj. n. stg.
“dreieckig; in Form eines Dreiecks
237
Deltamündung
(ähnlich dem griechischen Buchsta¬
ben 'Delta’)
Del|ta|mün|dung: (gr.-lat.; dto die; - /
-en Flußmündung mit mehreren
Mündungsarmen, meist in ungefäh¬
rer Dreiecksform (ähnlich dem grie¬
chischen Buchstaben 'Delta')
Del|ta|mus|kel: (gr.-lato der; -s; -n
<Anat.> einem Dreieck ähnelnder
Muskel, der über dem Gelenk der
Schulter befindlich die Hebung des
Oberarmes bewirkt (ähnlich dem
griechischen Buchstaben 'Delta')
Del|ta|strah|len: (gr.-lat.; du die (PL)
von radioaktiven Strahlen aus der
Materie freigesetzte Elektronenstrah¬
len
Dem.: Abk. 1 Dementi = Widerruf 2 a)
Demokratie b) Demokrat(in)
dem.: Abk. 1 dementiert = widerrufen
2 demokratisch
Dem|ago|ge —> De|m|a|gg|ge: (gro der;
-n; -n weibi. Dem|agp|gin —» De|m|-
a|go|gin: die; - ; -nett [abwert.] Per¬
son, die durch ihre Reden u. ihr Auf¬
treten das Volk aufwiegelt;
Volksverhetzer(in) »Hitler war einer
der größten Demagogen in der Ge¬
schichte.«
Dem|ago|gie —> De|m|a|go|g]e: <gr.>
die; - ; -n jdemagogpnt [abwert.] a)
Kunst, durch Reden od. Texte Perso¬
nen zu verführen, in eine Richtung zu
zwingen b) Volksverführung; oft ver¬
bunden mit Hetze gegen eine Volks-,
Bevölkerungsgruppe
demjaggjglsch —> de|m|ajgo|gisch:
(gr.> Adj. [abwert.] hetzerisch; auf¬
wieglerisch; der Demagogie, der Ver¬
führung entsprechend
De|mar[ka|ti|on: (span.-fro /demarka-
zion/ die; - ; -en [geh.] Grenzziehung;
Trennlinie
De|mar|ka|tf|ons|li|nie: /demarkazi-
onß-/ die; ~ ; -n vorläufige Grenzlinie
defmarfkjejren: demarkierst; demarkier¬
test; hast demarkiert [geh.] eine Gren¬
ze ziehen; voneinander abgrenzen
De|mar|kje|rung: die; - ; -en [geh.] Akt
der Grenzziehung
de|mas|kie|ren: (fro demaskierst; de¬
maskiertest; hast demaskiert 1 jmdn.
von seiner Verkleidung, Maske be¬
freien 2 <übertr.> eine Person bloßstel¬
len, entlarven, den wahren Charakter
o. ä. zeigen 2 <Milit.> enttarnen
de|mas|kje|ren, sich: demaskierst dich;
demaskiertest dich; hast dich demas¬
kiert 1 sich bloßstellen; (etw. Negati¬
ves der eigenen Person, Persönlich¬
keit) offenbaren 2 beim Kostümfest
die Maske abnehmen Syn.: <1>
[fremdspri.] outen, sich
De|ma|te|ria|lilsaM°n —» De|ma[te|ri|-
a|li|sa|ti|on: dato /dematerialisazion/
die; - ; -en <Parapsychologie> Auflö¬
sung eines Körpers; Unsichtbarwer¬
den
dem|ent|gelgen: Adv. hingegen »Ich
machte ihn auf seinen Fehler aufmerk¬
sam; er sagte dementgegen, er habe al¬
les richtig gemacht.«
De|men]ti: dat.-fro das; -s; -s offizieller
Widerruf einer Veröffentlichung, Be¬
schuldigung »Niemand glaubte dem
Dementi der Regierung.«
De|men|tia: dato /demenzia/ die; - ;
Dementiae jdemenzi-äj <Med.> erwor¬
bene Geistesschwäche; Demenz
de|men|tje|ren: dat.-fro dementierst; de¬
mentiertest; hast dementiert a) (öf¬
fentlich) widerrufen b) abstreiten; für
unwahrerklären
De|men|tie|rung: dato die; - / -en Akt
des Widerrufens, Dementierens
dem|ent|spre|chend: Adv. dem vorab
Gesagten od. im voraus Geplanten
gemäß, angemessen, entsprechend
dem|ge|gen|gber —> dem|ge|gen|ü|-
ber: Adv. im Vergleich zum vorher
Gesagten, Gedachten o. ä. »Mit Ma¬
thematik hatte sie Schwierigkeiten,
der Deutschunterricht fiel ihr demge¬
genüber sehr leicht.«
demlgelmäB: Adv. entsprechend des
vorher Gesagten, Gedachten o. ä.
Du sagtest, du mußt noch einkaufen,
demgemäß kommst du erst später.«
de|mi|li|ta|ri|s[ejren: <fro demilitarisiert;
demilitarisierte; hat demilitarisiert
[selten] entmilitarisieren; Militär u.
alles, was damit zusammenhängt ver¬
ringern
De|mi|li|ta|ri|sie|rung: die; - / -en Akt,
Handlung des Verringems od. Ab¬
schaffens von militärischem Gerät
De|mi|ne|ra|lijsa|ti]pn: dato
/demineralisazion/ die; - ; -en 1 [fach-
sprachl.] Vorgang des Verlustes le¬
bensnotwendiger Mineralstoffe 2
<Med.> Verlust von Mineralien
de|mi|ne|ra|li|sie|ren: dato demorali¬
sierst; demoralisiertest; hast demo¬
ralisiert [fachsprachl.] einem Stoff die
Minerale entziehen
De|mi|nu|tiv/Di|mi|nu|tiv: dato /deminu-
tif u. diminutif/ der;-(e)s; -e /deminu-
tiwe u. diminutiwej Verkleinerungs-,
häufig Vemiedlichungsform eines
Wortes »'Männchen' u. 'Männlein'
sind Deminutive von 'Mann'.« Syn.:
Diminutivum, Diminutivform
De|mis|si|on: dat.-fro die; - ; -en Zu¬
rücktreten, Amtaufgabe eines Mini¬
sters od. einer gesamten Regierung
De|mis|sio|när —* De|mis)si|o|när:
dat.-fro der; -s; -e weibi. De|mis]sio|-
nä|rin —*■ De|mis|si|o|n||rin: die; - ;
-nen [Schweiz.; veralt.] aus dem Dienst
entlassene(r) Beamter/Beamtin
de|mis|sio|nje|ren —> de|mis|si|o|nie|-
ren: dat.-fro demissionierst; demissi¬
oniertest; hast demmissioniert a) von
seinem Posten, Amt zurücktreten b)
[Schweiz.] seine Arbeitsstelle kündi¬
gen
demn.: Abk. 1 demnach 2 demnächst
dem|nach: Adv. folglich; dementspre¬
chend
demjnächst: Adv. in nächster Zun-
kunft; bald »Wir werden demnächst
Urlaub in Spanien machen.«
De|mo: die; ~ ; -s; Kurzw. Demonstrati¬
on = deutliches Zeigen seiner Mei¬
nung (gemeinsam mit anderen in ei¬
nem Protestzug); öffenlicher Protest
(-zug)
De|mo|auf]nah|me: Kurzw. die; - ; -n
<Musik> Demonstrationsaufnahme;
Aufzeichnung zu Demonstrations¬
zwecken
De|mo|bi|li|sa|ti|on: dat.-fro /dempbili-
sazion/ die; - ; -en Vorgang des Über¬
führens aus kriegerischen in friedliche
Verhältnisse
de|mo|bi|li|sie|ren: dat.-fro demobili¬
sierst; demobilisiertest; hast
demobilisiert a) etw. aus dem Kriegs¬
zustand lösen, aus kriegerischen in
friedliche Verhältnisse überführen b)
die Kriegswirtschaft beenden c) [ver¬
alt.] aus dem Kriegsdienst entlassen,
Ant.: mobilisieren
De|mo]bi|li|sie|rung: dat.-fro die; - ; -en
Akt des Demobilisierens; Vorgang
des Überführens aus kriegerischen in
friedliche Verhältnisse
—»• De|mo|graf: s. Demograph
—» Dejmo|gra(fie: s. Demographie
—> de|mo|gra|fisch: s. demographisch
De|mo|graph —* auch De|mo|graf: <gro
der; -en; -en weibi. De|mo|gra|phin
—» auch De|mo|gra|fin: die; - ; -nen
Bevölkerungswissenschaftler(in),der/
die Statistiken erstellt
De|mo|gra|ph]e—* auch De|mo|gra|fie:
(gr.-lato /demografi/ die; - ; -n jde-
mografbt/ <Wirt.; Pol.; Soziob Be¬
schreibung der Bevölkerungsentwick¬
lung
de|mo|gra|phisch —» auch de|mo|gra|-
fisch: (gro Adj. n. stg. die Bevölke¬
rungsstatistik betreffend od. durch sie
begründet
De|mo|krat —*• De|mo|k|rat: (gr.-lat-
fro der; -en; -en weibi. Defmojkrajtin
—a- De|mo|k|ra[tin: die; - ; -nen 1 Per¬
son, die die Demokratie gutheißt
»Wir sind doch alle Demokraten.« 2
Mitglied der Partei der Demokraten
De|mo|kra|tie —» De|mo|kjra|tje: <gr.-
lat.-fro die; - ; -n Volksherrschaft;
Regierungsprinzip, Staatsform, in
der die Staatsgewalt vom Volk aus¬
geht u. die Regierung (direkt od. indi¬
rekt von der Mehrheit des Volkes ge¬
wählt wird
de|mo|kra]tisch —> de|mo|k|ra|tisch:
igr.-fro Adj. n. stg. nach dem Mehr¬
heitsprinzip handelnd; dem Mehr¬
heitsprinzip folgend; nach den Prinzi¬
pien der Demokratie »eine demokrati¬
sche Wahl«
de|mo|kra|tisie|ren —* de|mo|k|ra|ti|-
siefren: (gro demokratisierst; demo¬
kratisiertest; hast demokratisiert 1 in
einem Staat die Grundsätze der De¬
mokratie durchsetzen 2 eine Instituti¬
on demokratischer gestalten 3 Verall¬
gemeinerung von Privilegien
De|mo|kra|tiisje|ning—*■ De|mo|k|rafti|-
sie]nmg: (gro die; - ; -en Akt, Hand¬
lung des Demokratisierens
De[mo(kra|fis|mus —» De|mo|k|ra|tis|-
mus: (gr.-lato der; • ; - [abwert.] über¬
triebene Betonung demokratischer
Verfahrensweisen
dejmo|lje|ren: dat.-fro demolierst; demo¬
liertest; hast demoliert zerstören;
(böswillig, absichtlich) beschädigen
De|mo|liejrung: dat.-fro die; - ; -en Akt,
Handlung od. Ergebnis der Zerstö¬
rung
De|mo|ne(ti|sje|rung: dat.-fro die; - ; -en
Entzug einer bestimmten Münze aus
dem Geldverkehr u. Aufhebung ihres
Wertes
De|mon|strant —» De|mon|s|t|rant:
dat.-englo der; -en; -en weibi. De|-
mon|stran|tin —> De|mon|s|t|ran(tin:
die; - ;~-nen Demonstrationsteilneh-
238
Denkfähigkeit
mer; Person, die gegen etw. ihre Mei¬
nung (bei einem Protestmarsch)
kundtut
De|mon|stra|ti|on —* De|mon)s|t|ra|ti|-
on: dat.-englo /demonßtrazion/ die;
- ; -en 1 Kundgebung; Protest 2 das
Vorführen, Zeigen, Illustrieren »eine
Demonstration der Ergebnisse, des gu¬
ten Willens«
De|mon|stra|ti|ons|ap|pa|rat —* De|-
mon|s|t|ra|ti|ons|ap|pa]rat: dato /de-
monßtrazionB-/ der; -(e)s; -e Gerät
zur Veranschaulichung einer Funkti¬
onsweise
De|mon[stra|ti|ons|nia|te|ri|al —> De|-
mon|s|t|rajti|ons|ma|te|ri|al: dato /de-
monßtrazionB-/ das; -s; -ien zur Ver¬
anschaulichung dienende Dinge, ver¬
wendetes, geeignetes Material
De|mon(stra|ti|pns|ob[jekt —> De|-
mon]s|t|raJti|ons|ob|jekt: dato /de-
monßtrazionB-/ das; -(e)s; -e Person
od. Sache, an der etw. (beispielhaft)
veranschaulicht wird
De|mon|stra|ti|ons|recht —> De|mon|-
s|t|ra|ti|ons|recht: dat.; dto /demon-
ßtrazionß-/ das; -(e)s; - Grundrecht
auf friedliche Versammlung od.
Kundgebungen, öffentlichen Protest
De|mon|stra|ti|pns|verjbot —» De|-
mon|s[t|ra|ti|ons[yer|bot: dat.; dto
/demonßtrazionß-/ das; -(e)s; -e Ein¬
schränkung od. Untersagung des De¬
monstrationsrechts; Verbot einzelner
Kundgebungen
De|mon|stra|ti|pns|zug—» De|mon|s|t|-
ra|ti|gns|zug: dal.; dto /demon¬
ßtrazionß-/ der; -(e)s; -züge Marsch¬
kolonne bei einer Massenkundge¬
bung
De|mon|stra|tiv —» De|mon|s|t[rajtiv:
dato /demonßtratif/ das; -s; -e
Idemonstratiwe/ kurz für Demonstra¬
tivpronomen = hinweisendes Für¬
wort
de|mon|stra|tiv —* de|mon|s|t|ra|tiv:
dato /demonßtratif j Adj. 1 betont; für
jeden sichtbar »Sie stieß auf demon¬
strative Ablehnung.« 2 <Sprachwiss.>
hinweisend
De|mon|stra|tiv|ad|verb —> De(mon|s|-
tlra|tiv|adjverb: dato /demonßtratif-/
aas; -s; -ien <Sprachwiss.> hinweisen¬
des Pronominaladverb (wie z. B. dort;
da)
De|mon|stra|tiv|pro|no|men —» De|-
mon|s|t[rait[vlpro|nojmen: dato /de¬
monßtratif-/ das; -s; - <Sprachwiss.>
auf etw. od. jmdn. hinweisendes Pro¬
nomen, Fürwort (wie z. B. diese; je¬
nes)
De|mon|stra|ti|vum —» De|mon|s|t|ra|-
ti|vum: dato /demonßtratiwumJ das;
-s; Demonstrativa Demonstrativpro¬
nomen; hinweisendes Pronomen,
Fürwort
de|mon|strie|ren —» de|mon|s|t|rie|ren:
dat.-englo demonstrierst; demonstrier¬
test; hast demonstriert 1 an einer De¬
monstration teilnehmen; seine An¬
sichten (für od. gegen etw.) öffentlich
vertreten 2 etw. zeigen, erklären, illu¬
strieren »die Arbeitsergebnisse demon¬
strieren«
De|mon|ta|ge: dat.-fro /demontasehe/
die; - ; -n a) umfassender Abbau in¬
dustrieller Anlagen b) geregeltes Zer¬
legen einer Maschine c) stufenweiser
Abbau bestehender Verhältnisse
de|mon[tie|ren: dat.-fro demontierst; de¬
montiertest; hast demontiert a) etw.
abbauen, auseinanderbauen b) stu¬
fenweise etw. abbauen
De|mon|tje|rung: dato die; - ; -en Vor¬
gang des Abbauens, Abtragens, Zer¬
legens einer Maschine o. ä.
De|mo|ra|li|sa|ti|pn: <fro /demoralisa-
zion/ die; - ; -en (PI. s.) Untergra¬
bung, Verfall der Moral u. Sitte
de|mo|ra|li|sje|ren: <fro demoralisierst;
demoralisiertest; hast demoralisiert a)
die Moral einer Person od. Gruppe
untergraben od. negativ beeinflussen
b) jmds. Kampfeswillen brechen
De|mo|ra|li|sje]ning: <fro die; - ; -en 1
Akt des Untergrabens, des Brechens
der Moral 2 Zustand der Demoralisa¬
tion, Entmutigung
De|mo|skop —> De|mo|s|kop: <gro der;
-en; -en weibl. De|mo|sko|pin —» De|-
mo|s|ko|pin: die; - ; -nen Meinungs-
forscner(in)
De|mo|sko|pie —> De]mo|s|ko|pie: <gro
die; - ; -n jdemoskopijnf a) Meinungs¬
forschung b) Meinungsumfrage
de|mo|sko|pisch —» de|mo|s|ko|pisch:
<gro Adj. n. stg. die Meinungsfor¬
schung betreffend od. durch sie be¬
gründet
De|mo[ti|va|ti|pn: dato /demotiwazion/
die; ~ ; -en [geh.] Schwächung des In¬
teresses od. des inneren Antriebs
de|mo|ti|v)e|ren: dato /demotiwiren/ de¬
motivierst; demotiviertest; hast demo¬
tiviert [fachsprl.; geh.] jmds. Begeiste¬
rung, Interesse an etw. mindern »Die
schlechten Noten demotivierten die
Schüler.« Ant.: motivieren
dem|yn|er)ach|tet/dem|un|ge|achttet:
Adv. unter Mißachtung des vorher
Gesagten »Es regnete in Strömen;
demunerachtetjdemungeachtet führten
sie das Picknick durch.«
De|mut: die; -; - Unterwürfigkeit; Erge¬
benheit
de|mü|tig: Adj. ergeben; unterwürfig;
voller Demut »demütige Gesten«
de|mü|ti|gen: demütigst; demütigtest;
hast gedemütigt jmdn. erniedrigen,
ihm die Ehre, Selbstachtung nehmen,
seine gesellschaftliche Anerkennung
schmälern
De|mü|ti|gung: die; ~ ; -en schwere
Kränkung, Erniedrigung
De|muts|ge|bär|de: die; - ; -n «Verhal¬
tensforschung» Gebärde od. Haltung
der Unterwerfung (im Kampf) im
Tierreich
De|muts|hal|tung: die; - ; -en unterwür¬
fige Körperhaltung (die die Aufgabe
im Kampf zeigt)
dejmuts|voll: Adj. unterwürfig; ergeben
demz(uf).: Abk. demzufolge
dem|zu|fol|ge: Adv. aus dem zuvor Ge¬
sagten hervorgehend
De|na|tu|ra|li|sajti|on: dato /denaturali-
sazion/ die; - ; -en Entlassung aus ei¬
ner Staatsbürgerschaft
de|na|tu|riejren: dat.-fro denaturiert; de¬
naturierte; ist/hat denaturiert a) hat
[geh.] etw. seines natürlichen Charak¬
ters berauben b) hat (fachsprl.] einen
Stoff durch Zusätze verändern c) ist
[geh.] degenerieren
De|na|tu|rie|rung: dat.-fro die; - ; -en
Vorgang des Denaturierens
De|na|zi]fi|zje|rung: die; - ; -en Überprü¬
fung der nationalsozialistischen Ver¬
gangenheit (von Staatsbediensteten
u. a.) nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs u. Entfernung von bela¬
steten Personen aus öffentlichen Äm¬
tern
Den|dro|chro|no|lo|gie —» Den|d|rol-
chro|no|lo|gie: <gr.-lato die; - ; -n Al¬
tersbestimmung von Hölzern mit Hil¬
fe der Jahresringe
De|ni|tritfi|ka|ti]on —» De|ni|t|ri|fi|ka|ti|-
on: dato /denitrifikazion/ die; - ; -en
«Chemie» Auslösung von Stickstoff
aus Salpetersalzen mit Hilfe von Bak¬
terien
Denk|an|satz: der; -es; -ansätze Aus¬
gangspunkt eines Gedankenganges
Oenk|an|stoB: der; -es; -anstöjk Anlaß
zum Nachdenken, zur Überlegung
Denk|art: die; - ; -en a) Denkweise; Art
u. Weise der Gedankenführung b) be¬
stimmte Gesinnung
Denk|auf)ga|be: die; - ; -n Rätselstel-
Tung
denk|bar: Adj. etw. ist nachvollziehbar,
vorstellbar
den|ken: denkst; dachtest; hast gedacht
1 dem Menschen zugeschriebenes
Vermögen, mit Hilfe des Gehirns
Dinge usw. zu beurteilen, abzuwägen
u. zueinander in Verbindung zu set¬
. zen 2 über etw. nachdenken; einem
Gedanken nachgehen 3 a) der Mei¬
nung sein; eine bestimmte Meinung
haben »Ich denke, ein neues Auto ist
wirklich unnötig.« b) etw. ahnen, ver¬
muten »Ich denke, er kommt gleich.« 4
eine(r) bestimmte Anschauung ha¬
ben, angehören »Er denkt politisch
links.« S in Erwägung ziehen »Ich
denke daran, doch noch zu studieren.«
6 jmds. gedenken »Ich denke oft an
meine verstorbene Großmutter.« 7
jmdm. zu denken geben: jmdn. nach¬
denklich stimmen; Grund zur (geisti¬
gen) Auseinandersetzung mit etw.,
jmdm. geben »Sein verändertes Ver¬
halten gibt mir zu denken.« 8 gedacht,
getan: kurz überlegt, schon getan
»Gedacht, getan, wir gingen noch in
die Kneipe u. tranken ein Bier.« 9 denk
mal an!: [ugs.] verwunderter, bewun¬
dernder Ausruf »Er ist Direktor? -
Denk mal an!« 10 wo denkst zu hink
[ugs.] aber nein, du täuschst dich ge¬
waltig »Gehst du immer noch jeden
Tag in die Disco? - Wo denkst du hin,
ich bin doch jetzt verheiratet!« 11 ich
denk(e), ich hör(e), seh(e) nicht
recht: das ist unfaßbar »Ich denk, ich
seh nicht recht, hat die doch genau das
gleiche Kleid an!« 12 denkste!: [ugs.]
das hast du dir so gedacht 13 nicht an
etw. denken: [ugs.] etw. nicht in Be¬
tracht ziehen
Den|ker. der; -s; - weibl. Den|ke|rin:
die; -; -nen [ugs.] Philosoph(in)
Den|ker|stirn: die; -; -en [scherzh.] hohe
Stirn (bei schon leicht gelichtetem
Haar, Geheimratsecken) »Er hat mit
den Jahren eine Denkerstim bekom¬
men.«
Denk|fä|hig|keifc die; - ; - Vermögen,
geistige Überlegungen anzustellen
239
Denkfalte
Denk|fal|te: die; - ; -n [scherzh.] Stirn¬
falte, die bei angestrengtem Nachden¬
ken entsteht
denkfaul: Adj. geistig träge
Denk|feh|ler: der; -s; - Fehler im Ge-
"dankengang od. falscher Denkansatz
Denkfform: die; - ; -en Art u. Weise zu
denken
Denk|ge|wohn|heit: die; - ; -en altherge¬
brachte Art zu denken od. etw. einzu¬
ordnen
Denkmal: das; -(e)s; -mäler u. [selten;
geh.] -e 1 Statue o. ä., die als Erinne¬
rung an etw. od. jmdn. aufgestellt
wurde, wird 2 sich ein Denkmal
setzen: durch eine Tat, Leistung o. ä.
anderen (für immer) in Erinnerung
bleiben
Denk|mojdell: das; -(e)s; -e gedanklich
"formulierte Theorie; gedanklicher
Entwurf
Denk|pau|se: die; - ; -n Aussetzen mit
(der Arbeit an) etw., um über diese
Sache nachzudenken, sich über sie
klarzuwerden »Er legte eine Denk¬
pause von mehreren Wochen ein.«
Denk|pro|ze8 —> Denk|pro|zess: der;
-prozesses; -prozesse Vorgang u. Ent¬
wicklung des Denkens, der allmähli¬
chen Erkenntnis durch gedankliche
Annäherung
Denk|psy|cho|lo|gie: die; - ; - sich mit
Denkprozessen befassendes Teilge¬
biet der Psychologie
Denk|scha|blo|ne —* Denk|scha|b|lo|-
ne: die; • ; -n vorgegebener Gedan¬
kengang
Denk|sche|ma: das; -s; -Schemata u. -s
traditionell vorgegebene Art u. Weise
zu denken od. über etw. zu denken
Denkschrift: die; • ; -en an eine offi¬
zielle Institution gerichtete Abhand¬
lung, die als Grundlage für ein (erneu¬
tes) Nachdenken über ein Thema die¬
nen soll
Denk|spiel: das; -(e)s; -e durch Nach¬
denken zu lösendes Rätsel
Denk|sport|auf|ga|be: die; - ; -n Denk¬
spiel; Rätsel
Denkjsytstem —> Denk|sysftem: das;
-s; -e zusammenhängendes Gedan¬
kengebäude
Denk|tä)tig|keit: die; - ; - Vorgang des
Denkens
Denkübung —Denk|ü|bung: die; ~ /
-en Übungsaufgabe zur Verbesserung
des Denkvermögens
Den|kungs|art: die; ~ ; -en [veralt.] Art
zu denken
Denk|verjmö|gen: das; -s; - gedankliche
Leistungsfähigkeit
Denk|vorjgang: der; -(e)s; -Vorgänge
Akt des Denkens
Denk|wei[se: die; • ; -n (individuelle)
Art zu denken
denk|wQr|dig: Adj. erinnerungswürdig;
"so eindrucksvoll, daß man sich daran
stets erinnert, erinnern sollte
Denk|wür|dig|keit: die; ~ ; -1 denkwür¬
diges Ereignis 2 [veralt.] Lebenserin¬
nerung; Memoiren
Denk[zetjtel: der; -s; - Handlung, die
jmdn. für eine negative, schlechte Tat
bestraft, jmdn. eine schlechte Tat be¬
reuen, über sie nachdenken lassen soll
denn: I Konj. etw. begründend; (und
zwar) weil »Wir fuhren früher nach
Hause, denn es regnete ständig.« II
Partikel 1 verstärkt Fragen u. kriti¬
sche Aussagen » Wohin fahrt ihr denn?
♦ Das muß denn doch nicht sein.« 2
drückt Alternativen aus; dann » Wenn
ich hier nicht arbeiten soll, wo denn?« 3
als »Sie sieht besser aus dem je.« III
Adv. nur wenn; eine Bedingung ent¬
haltend »Ich komme nicht mehr, es sei
denn, dein Mam ist nicht da.«
den|noph: Adv. trotzdem »Es regnet,
aber wir werden dennoch Spaß haben.«
De|no|tat: dato das; -s; -e (Sprachwiss.)
1 durch ein Wort bezeichneter Gegen¬
stand od. Sachverhalt 2 konkrete Be¬
deutung eines Begriffs im Gegensatz
zu mitschwingenden Nebenbedeutun¬
gen
De|no|ta|ti|gn: dat.-engh /denotazion/
die; -; -en 1 <Logik> Umfang eines Be¬
griffs 2 (Sprachwiss.) a) Zuweisung
des Bedeutungsinhaltes eines Sach¬
verhalts zu einem Begriff b) Bezie¬
hung zwischen sprachlichem Zeichen
u. der bezeichneten Wirklichkeit
de|no|ta|tiv: dat.-engh /denotatif/ Adj.
n. stg. (Sprachwiss.) nur den konkre¬
ten Inhalt eines Begriffs betreffend,
nicht die emotionalen Nebenbedeu¬
tungen
Denjtal: der; -s; -e <Sprachwiss.> Mit
Hilfe der Zähne gebildeter Laut (wie
z. B.’d’.V)
den|tal: dato Adj. 1 <Med.> die Zähne
betreffend 2 (Sprachwiss.; Laub mit
Hilfe der Zähne gebildet
Denftallis: der; - ; Dentales [veralt.] un¬
ter Beteiligung der Zahnwerkzeuge
gesprochener Laut »’t’u. ß'sindDen-
tales« Syn.: Dental
den|te|lie|ren: </r> dentellierst; dentel-
liertest; hast dentelliert auszacken von
Spitzenstoffen
Denftist dat.-fro der; -en; -en weibl.
Den|ti|stin —> Den|tis|tin: die; - ; -nen
a) (ursprünglich) nicht akademi¬
sche^) Zahnheilkundige(r) b) <heute>
Facharzt für Zahnheilkunde, Syn.: <b>
Zahnarzt, Zahnärztin
De|nun|zi|ant: dato der; -en; -en weibl.
De|nun|zi|an|tin: die; - ; -nen [abwert.]
Verräter(m); Person, die andere be¬
spitzelt u. anzeigt
De|nun|zi|an|ten|tum: dato das; -s; - [ab¬
wert.] Haltung u. Verhalten eines De¬
nunzianten
Dejnun|zia|ti|on —> De|nun|zi|a]ti|on:
dato /denunziazion/ die; - ; -en [ab¬
wert.] Anzeige; Verrat
de|nun|zie|ren: dato denunzierst; denun¬
ziertest; hast denunziert 1 verraten;
anschwärzen »jmdn. als Volksfeind
denunzieren« 2 beleidigen; öffentlich
u. fälschlich anklagen; diffamieren
Deo: Kurzw. das; -s; -s Deodorant =
Mittel zur Vermeidung von Körper¬
geruch (meistens unter die Achsel ge¬
sprüht, aufgetragen)
De|odo|rant —* De|o|do|rant: dat.-
englo das; -s; -s u.-e meist mit Duft¬
stoffen versetztes Mittel gegen Kör¬
pergeruch (meistens unter die Achsel
gesprüht, aufgetragen)
De|odo|ranit|spray —* De|o|do|rant|-
spray: dat.-fro der u. das; -s; -s Sprüh¬
flüssigkeit, meist mit Duftstoffen ver¬
setztes Mittel gegen Körpergeruch
(meistens unter die Achsel gesprüht,
aufgetragen)
De|odo|rie|rung —*■ De|o|do|rie|rung:
dat.-fro die; - ; -en Hemmung bzw.
Überdeckung eines schlechten Ge¬
ruchs mit einem angenehmen Duft
De|odo|ri|sie|rung —> De|o|do|ri|sie|-
rung: dat.-fro die; ~ ; -en Hemmung
bzw. Überdeckung eines schlechten
Geruchs mit einem angenehmen Duft
Deojspray —» De|o|spray: dat.-fr.;
englo der u. das; -s; -s kurz für Deodo¬
rantspray = Sprühflüssigkeit, meist
mit Duffstoffen versetztes Mittel ge¬
gen Körpergeruch (meistens unter die
Achsel gesprüht)
De|paijte|ment </r.> /departmong/ das;
-s; -s 1 politisch weitgehend selbstän¬
diger Landesbezirk Frankreichs 2
Schweizer Ministerium
De|partjment: <englo /dipartment/ das;
-s; -s 1 Bezeichnung für die einzelnen
Ministerien in den USA 2 Fachbe¬
reich od. Fakultät an Colleges u. Uni¬
versitäten in den USA
De|pen|dance: dat.-fro /depengdengß/
die; -; -n Zweigstelle; Filiale
De|pen|denz: dato die; ~ ; -en [geh.;
meist fachsprl.] Abhängigkeit von
etw., jmdm.
De|pen|denz|gram|ma|tik: die; - ; -en
(Sprachwiss.) moderne Forschungs¬
richtung der Linguistik, die aufgrund
der Aufeinanderfolge von Wörtern
od. Satzteilen die innere Struktur der
Sprache zu ergründen sucht, wobei
das Verb zertraler Bestandteil ist '
De|per|so|na|li|sa|ti|on: dat.-fro /deper-
sonalisazion/ die; ~ ; -en (Psychologie)
Verlust der Persönlichkeit bei geisti¬
gen od. seelischen Erkrankungen
De|pe|sche: dat.-fro die; - ; -n [veralt.]
Telegramm
de|pe|schje|ren: <fro depeschierst; depe¬
schiertest; hast depeschiert [veralt.]
ein Telegramm senden
De|pi|la|ti|on: dato /depilazion/ die; - ;
-en <Med.) das Entfernen von Haaren
de|pi|lje|ren: dato depilierst; depiliertest;
hast depiliert (Med.) entfernen von
Haaren
ciert/de|plat|zjert: <fro Adj. deplacier-
terjdeplazierter; deplacierteste!depla¬
zierteste —> deplatzierter; deplat¬
zierteste*— nicht geeignet; unange¬
messen; nicht geeignet; am falschen
Platz »eine deplacierte Bemerkung«
De|po|la|ri(safti|on: dato /depolarisa-
zion/ die; ~ ; -en (Physik) bei galvani¬
schen Elementen die Aufhebung der
Polarisation
de|po|la|ri|sie|ren: <fro depoiarisierst;
depolarisiertest; hast depolarisiert die
Polarisation aufheben
De(po|n]e: dat.-fro die; - ; Deponien
Ideponßn/ Ort, an dem etw. (z. B. Ab¬
fall) (end)gelagert wird
de|po|nie|ren: dat.-fro deponierst; depo¬
niertest; hast deponiert etw. an einem
Ort lagern, in Verwahrung geben »Ich
habe inein Geld bei einer Batik depo¬
niert.«
De|po|nle|rung: die; - ; -en Verwahrung,
Abstellen an einem bestimmten Platz
De|por|ta|ti|on: dato /deportazion/ die;
- ; -en Abtransport; Verschleppung
»illegale Deportation«
de|porjtie|ren: <fr.-lato deportierst; de¬
portiertest; hast deportiert verschlep¬
240
Des-Dur-Tonleiter
pen; zwangsweise an einen anderen
Ort transportieren
De|porftierfte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Deportierter;
eine Deportierte; zwei Deportierte)
Person, die zwangsweise in ein frem¬
des Land, an einen anderen Ort ge¬
bracht od. verbannt wird
De|pot: <lat.-fr.> /depo/ das; -s; -s 1 Vor¬
ratslager 2 Garage für Bahnen u. Bus¬
se »eine Straßenbahn ins Depot
fahren« 3 Lagerstätte für Wertpapiere
o. ä. bei einer Bank »Ich möchte ein
Depot eröffnen.« 4 <Med.> Speicher im
Körper für einen Stoff 5 Satz, der sich
am Boden einer Flüssigkeite (meist
bei rotem Wein) absetzt
De[pptjbe|hand|lung: (fr.; dto /depo-/
die; ~ ; -en <Med.» medizinische Be-
handhmg, bei der spezielle körperei¬
gene Präperate mit einer Spritze ein¬
geleitet werden
De|pot)ge|bUhr. (fr.; dto /depp-/ die; - ;
-en <Bankw.> Gebühr, die von der
Bank für die Aufbewahrung u. Ver¬
waltung von Wertsachen erhoben
wird
Defppt{ge|schäft: (fr.; dt.> /depo-/ das;
-(e)s; -e <Bankw.> Geschäft, das die
Aufbewahrung von Wertpapieren
zum Gegenstand hat
De|ppt|kon|to: (fr.; it.> /depp-/ das; -s;
-honten <Bankw.> Konto zur Aufbe¬
wahrung von Geldreserven
Oe(ppt|prä|pa|rat: dat.-fro /depp-/ das;
•(e)s; -e <Med.> schwer lösliches me¬
dizinisches Präparat mit langanhal¬
tender Wirkung
De|ppt|schein: fr.; dto /depp-/ der;
-(e)s; -e <Bankw.> Bankbescheini¬
gung über aufbewahrtes Gut
Oejpgtfwechjsel: (fr.; du der; -s; -
(Bankw.» für einen Bankkredit hinter¬
legter Wechsel, der bei dem entspre¬
chendem Institut aufbewahrt wird
Depp: der; -s; -en [abwert.] dummer
Mensch »Was ist er für ein Depp!«
Syn.: Dummkopf; Blödmann; Trottel
De(pres[si|pn —> De|p|res|si|on: dato
die; - ; -en 1 <Wirt.> Absinken der
wirtschaftlichen Zuwachsrate(auf ne¬
gative Werte) 2 m. PI. die psychische
Erkrankung Schwermut »Sie leidet
unter Depressionen.« 3 <Med.» Ein¬
buchtung
de|pres|s!v —» de|p|res)siv: (lau
/depressif/ Adj. an Depression lei¬
dend; schwermütig
de|pri|mie[ren —> de|p|ri|miejren: dat.-
fro deprimierst; deprimiertest; hast
demprimiert in eine schlechte, nieder¬
geschlagene Stimmung bringen, gera¬
ten »Die Niederlage hat mich depri¬
miert.«
de|prijmjert —» de[p|ri|miert: dat.-fr»
Adj. deprimierter; deprimierteste nie¬
dergeschlagen
De|pri|va|ti]on —» De|p|ri|va|ti|gn: dato
/depriwazipn/ die; -; -en 1 (Psycholo¬
gie! Entzug von Liebe od. anderen
psychischen Grundbedürfnissen 2
<kath. Kirche/ Entlassung aus dem
geistlichen Stand
de|pri|vie[ren —»• de|p|ri(vie(ren: dato
/depriwiren/ deprivierst; depriviertest;
hast depriviert (Psychologie) jmdm.
seine Liebe entziehen
De|pu|tat: dato das; -(e)s; -e 1 Sachlei¬
stungen, die zum Lohn gehören
»Bergleute erhallen ein Deputat an
Kohle.« 2 Anzahl der Pflichtstunden,
die ein Lehrer, ein Dozent lehren muß
De{pu|ta|ti|pit: dato /deputazipn/ die; - ;
-en Gesandschaft, die im Auftrag ei¬
ner Versammlung Wünsche od. For¬
derungen vorbringt
de|pu|tie|ren: dato deputierst; deputier¬
test; hast deputiert Bevollmächtigte
od. Gesandte entsenden
Defpu|tfer|te: dato der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Deputierter;
eine Deputierte; zwei Deputierte) 1
Person, die einer Deputation ange¬
hört 2 Äbgeordnete(r)
der. I bestimmter Art. im Maskulinum,
Sg. a) begleitet ein Wort mit männli¬
chem (grammatischen) Geschlecht
»Der Bau ist fast fertiggestellt. ♦ Der
Mann gab mir die Hand.« b) bestimm¬
ter Art. im Gen. u. Dat. im Femininum,
Sg. »Gib das der Frau dort! • das Kleid
der Frau« c) bestimmter Art. im Gen.
im Femininum, Maskulinum u. Neu¬
trum, PI. »das Gerede der drei Frauen •
die Autos der Männer • der Ball der
Kinder« II Demonstrativpron. dieser;
bezeichnet etw. mit männlichem
(grammatischen) Geschlecht »Der
Wagen dort drüben war es, der mich
geschnitten hat.« III Relativpron. be¬
zeichnet eine männliche Person, etw.
mit männlichem grammatischen Ge¬
schlecht »Ein Wagen, der mich über¬
holt hat, steht dort.« IV deru. den eine
nicht näher beschriebene, bezeichnete
Person
der|ar|tig: Adj. a) in dieser Art u. Weise
beschaffen, getan b) etw. derartiges
—» etw. Derartiges: etw., was in einer
bestimmten Art u. Weise beschaffen
ist
derb: Adj. grob; urwüchsig; vulgär »ein
derbes Schimpfwort«
Derbjheit: die; - ; -en unfeine, grob¬
schlächtige Art, Bemerkung
derb|kno|chig: Adj. einen groben Auf¬
bau seines Körpers besitzend
Der|by: (englo /dörbi/ das; -s; -s a) (ur¬
sprünglich) Spitzentreffen im Bereich
des Pferdesports b) (Fußball» Zusam¬
mentreffen zweier Mannschaften aus
einer Region »Das Derby zwischen
Schalke u. Dortmund war mal wieder
ausverkauft.«
Dgrtby|ren|nen: <englo /dörbi-/ das; -s; -
"hochdotiertes Pferderennen
der[einst: Adv. a) in der Zukunft; ir¬
gendwann einmal b) in früherer Zeit
deijein]stig —» deiieins(tig: Adv. in Zu¬
kunft
dejren: 1 Relativpron. a) Gen. Sg. von
'die' b) Gen. PI. von 'der', 'die', 'das' II
Demonstrativpron. a) Gen. Sg. von
'die'b) Gen. PI. von 'der', 'die', das‘
derjge|statt: Adv. auf diese Art u. Weise
dergl.: Abk. dergleichen
dergleichen: Demonstrativpron. 1 at¬
tributiv verwendet ähnlich; in der glei¬
chen, selben Art 2 dies; etw. Ähnli¬
ches »Ich wartete auf eine Nachricht,
aber nichts dergleichen erfolgte.«
De|ri|vat: dato /deriwat/ das; -(e)s; -e 1
(Sprachwiss.» Wortableitung; abgelei¬
tetes Wort 2 (Chemie» etw. aus einer
anderen Verbindung Abgeleitetes
Oe|rltva[ti|pn: dat.» /deriwazipn/ die; - ;
-en (Sprachwiss.» neue Wortbildung
aus einem ursprünglichen Wort (als
Ableitung)
de|ri|va|tlv:/deriwatif/ Adj. n. stg. aus ei¬
ner Ableitung (neu) hervorgehend
de|rt|vie|ren: /deriwiren / derivierst; deri-
viertest; hast deriviert aus einem Wort
ableiten, bilden
deijje|ni|ge: Pron. diese Person; eine
spezielle Person »Derjenige, der den
Ball warf, soll sich melden.«
Denn.: Abk. a) Dermatologie b) Derma¬
tologe = Hautarzt; Dermatologin =
Hautärztin
derfnta|lig: Adj. n. stg. [österr. selten,
sonst veralt.] jetzt
der|ma|ßen: Adv. in hohem Maße; sehr
stark »Ich bin dermaßen wütend, daß
ich schreien könnte.«
Der|ma|to|lo]ge: <gro der; -n; -n weibl.
Der|ma|tö|lp|gin: die; - ; -nen (Med.»
Am/Ärztin für Hauterkrankungen
Der|ma|to|lo|gie: (gro die; ~ ; - Lehre
von den Hautkrankheiten u. deren
Behandlung
Der]ma|to[plp|stik —» Der|ma|to|plas|-
tik: (gro die; - ; -en (Med.» Hautver¬
pflanzung
Der|ma|tp|se: (gro die; ~ ; -n (Med.» Er¬
krankung der Haut
Derjmolgraph --=» auch Der)mo|graf:
(gro /dermograf/ der; -en; -en (Med.»
Stift, der auf der Haut zeichnen kann
de|ro: Pron. [veralt.] Form von Genitiv
Plural 'der u. die’
De)rojga|ti|pn: die; - ; -en (Rechtsw.»
Aufhebung eines Rechtssatzes durch
einen anderen
ders.: Abk. derselbe
deijseljbe: Demonstrativpron. drückt
aus~ daß über die gleiche (männliche)
Person gesprochen, geschrieben wird,
von der bereits die Rede war, die be¬
reits bekannt ist
der|sel)bi|ge: Pron. [veralt.] drückt aus,
daß über die gleiche (männliche) Per¬
son gesprochen, geschrieben wird,
von der bereits die Rede war, die be¬
reits bekannt ist
detjweil/derfwei[ien: Adv. u. Konj. in
dieser Zeit; während etw. anderes ge¬
schieht »Geh du zum Friseur, derweil
kaufe ich ein.«
Deijwisch: (pers.-türko der; -s; -e islami¬
scher Bettelmönch
derz.: Abk. derzeitig
der]zei]tig: Adj. n. stg. zum betreffenden
Zeitpunkt aktuell; damalig; gegen¬
wärtig
des-/Des-: dat.-fro Wortbildungsele¬
ment ( + Verb od. + Substantiv, meist
fremdsprachiger Herkunft; wird vor
Konsonanten zu de-jDe-) drückt eine
Rückgängigmachung, Beseitigung
des im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten aus »desinformieren ♦ desin¬
teressiert«
—» des un|ge|ach|tet: s. desungeachtet
Defsajster —*■ De(sas(ter: <gr.-lat.-it-
fro /disaßter/ das; -s; - extremer
Fehlschlag; Mißerfolg
Des-Dur/Des-Dur. (Musik» Bezeich¬
nung einer Tonleiter; Tonart, die auf
dem um einen halben Ton erniedrig¬
ten D aufbaut
Des-Dur-Tonlleitter: die; - ; -n (Musik»
eine auf ’Des’ aufgebaute Anreihung
241
Desensibilisation
von Tönen mit Halbtonschritten zwi¬
schen dem dritten u. vierten u. dem
siebten u. achten Ton
Dejsen[si(bi|li[sa|ti|on: <lau /desensibi-
Iisazion/ die; ~ ; -en Aufbau der Un¬
empfindlichkeit; Abbau von Emp¬
findlichkeit
De|sen|si|bi]<i|8a|tor: dato der; -s;
Desensibilisatoren <Photographie> un¬
empfindlich gemachter Farbstoff
de|sen|$i|bi|li|sje)ren: desensibilisierst;
desensibilisiertest; hast desensibiltsiert
unempfindlich (etw. gegenüber) ma¬
chen
De|sen|si|bi|D|sie|rung: dato die; - ; -en
Aufbau der Unempfindlichkeit; Ab¬
bau von Empfindlichkeit
Delsertteur: dat.-fro /desertör/ der; -s;
-e weibl. Delserfteulrin: die; ~ ; -nen
Person, Militärangehörige^), der/die
sich (im Krieg) ohne Erlaubnis von
seiner (militärischen) Einheit entfernt
dejserftie|ren: dat.-fro desertierst; deser¬
tiertest; bist desertiert sich (im Krieg)
unerlaubt von seiner militärischen
Einheit entfernen
De|serjti|on: dat.-fro /deserzion/ die; - ;
-en <Milit.> Fahnenflucht; unerlaubtes
Entfernen von der (militärischen)
Einheit
desgl.: Abk. desgleichen
des|glei|chen: Adv. 1 genauso; in dieser
Art 2 desgleichen mehr: mehr in die¬
ser Art »Ich kam desgleichen mehr be¬
richten.«
deshalb: Adv. aus diesem, dem genann¬
ten Grund
de|si|de|rajbel: dato Adj. desiderabler;
desiderabelste [geh.] erwünscht
De(si|de|rat: dato das; -(e)s; -e 1 «Buch-
wiss.) em erwünschtes Objekt in Bi¬
bliotheken 2 etw. Erwünschenswertes
de|si|de|rat: dato Adj. desiderater; desi¬
derateste wünschenswert, um eine
Lücke zu füllen
De|sign: dat.-it.-fr.-englo /disain/ das;
-s; -s Entwurf; Muster »Das Design
dieses Vorhangstoffes gefallt mir be¬
sonders.«
De|si|gnat —» De|si|g|nat: dato das; -s;
-e «Sprachwiss.; Logik) ein durch eine
Benennung gekennzeichneter Gegen¬
stand
De|si|gner —De|si|g|ner: dat.-fr.-
englo /disainer/ der; -s; - weibl. De|-
si|gne|rin —*• De|si|gjne|rin: die; - ;
-nen Person, die Entwürfe fertigt, etw.
gestaltet; Formgestalter(in) »Sie ar¬
beitet als Designerin Jur einen Innenar¬
chitekten.«
de|si|gnie|ren —» de|si|g|nje|ren: dato
designierst; designiertest; hast desi¬
gniert eine Person für ein Amt vorher¬
bestimmen
Des|il|lu|si[on: dat.-fro die; ~ ; -en Ent¬
täuschung; Ernüchterung
des|il]lu|sio|nte|ren —> des|il|lu|si|o|-
njejren: <fro desillusionierst; desillu-
sioniertest; hast desillusioniert jmdn.
seiner Träume berauben, enttäuschen
O«s|il[lu|sio|nie|rung —» Des|il|lu|si)o|-
niejrung: fro die; - ; -en Enttäu¬
schung; Ernüchterung
Des|in|fek)ti)gn: fr.-lato /deßinfekzion/
die; ~ ; -en das Desinfizieren; Entkei¬
mung; Abtötung von Keimen, Bakte¬
rien, Viren durch spezielle Mittel
Des[in|fek]ti|ons|niit|tel: dato /deßinfek-
zionß-/ das; -s; ~ Mittel, das Krank¬
heitserreger, Keime, Bakterien, Viren
abtötet
des|in|fi|zie|ren: desinfizierst; desinfi¬
ziertest; hast desinfiziert Keime, Bak¬
terien, Viren durch spezielle Mittel
vernichten, abtöten
Des|in|fi|zie|rung: die; - ; -en das Desin¬
fizieren; Abtötung von Keimen, Bak¬
terien, Viren durch spezielle Mittel
Des|in|forjma|ti|gn: dat.-fro /deßinfor-
mazion/ die; ~ ; -en eine Nachricht,
die absichtlich falsch über bracht wur¬
de
Oes|in(te|grajti|gn —> Des|in|te|g|ra|ti|-
on: dato /deßintegrazion/ die; ~ ; -en
Verhinderung der Bildung einer Ein¬
heit; Spaltung
Des|in(te|gra)tor —> Des|in|te|g|ra|tor:
dato der; -s; Desintegratoren «Teeh-
nik> Schleudermühle
des|in|te|grie|ren —> des|in|te|g|rie|ren:
desintegrierst; desintegriertest; hast
desintegriert [fachsprl.] beenden; aus¬
einanderbringen; spalten
Des(injt6|grie|rung —* Des|injte|g|r[ie|-
rung: die; ~ ; -en Vorgang der Auflö¬
sung, Spaltung
Des|in|teijes|se —* Des|in|te|rjesjse:
dat.-fro das; -s; - Mangel an Anteil¬
nahme; Interesselosigkeit
des|in|teries|sieit —> des|in|te|r|es|-
siert: dat.-fro Adj. desinteressierter;
desinteressierteste nicht den Wunsch
habend, Informationen über etw. zu
erlangen; interesselos
de|skri|bie(ren —» de|s|k|ri(bje|ren:
dato deskribierst; deskribiertest; hast
deskribiert <Geisteswiss.> beschreiben
De|skriptti|on —*■ De|s|k|ripjti|on: dato
/deßkripzion/ die; - ; -en [meist
fachsprl.] Beschreibung
de|skrip(tiv —» de|s|k|rip|tiv: Adj. n. stg.
beschreibend
DeskTop pu|bli|shing—» Desk|top|pu|-
b|Ii|shmg/Desk|top-Pu|b|li|shing:
<englo /deßktop-paplisching/ das; - ;
~ u. -s eine Erarbeitung von Text u.
Layout unter Zuhilfenahme der EDV
Des|odo|rant —» Des|o]do|rant: dat.-
fro das; -s; -s Mittel meist mit Zusatz
von Duftstoffen zur Vermeidung von
Körpergeruch (meist unter die Ach¬
seln gesprüht, dort aufgebracht)
de|so|lat: dato Adj. desolater; desolate¬
ste hoffnungslos schlecht; verwahr¬
lost; traurig »Das Haus ist in einem
desolaten Zustand.«
Oes|or|ga|ni|sa|ti(on: fro /deßorganisa-
zion/ die; - ; -en schlechte, mangel¬
hafte Organisation »Die Veranstal¬
tung fiel der Desorganisation zum Op¬
fer.«
des|oijga|ni|sie|ren: dato desorgani¬
sierst; desorganisiertest; hast desorga¬
nisiert etw. auseinanderplanen, zer¬
rütten, durcheinanderbringen; die
Organisations(strukturen) aufheben,
zerstören
des|ori|en)tje|iien —* des|o|ri|en[tie|ren:
dat.-fro desorientierst; desorientier¬
test; hast desorientiert a) in einen ver¬
wirrten Zustand bringen b) keine od.
falsche Informationen geben
des|ori|en|tiert —»■ des|o|ri|en(tiert: fro
Adj. desorientierter; desorientierteste
( a) sich in einem verwirrten Zustand
befindend b) keine od. falsche Infor¬
mationen besitzend
Des|ori|en]tie|rung —» Des|o|ri|en|tie|-
rung: dat.-fro die; - ; -en Zustand der
Verwirrung, falschen, unzureichen¬
den Planung
des)oxy|die|r»n —* des|o|xy|dje|ren:
dato /deßokßidiren/ desoxydierst; de¬
soxydiertest; hast desoxydiert «Che¬
mie) einer chemischen Zusammenset¬
zung Sauerstoff entziehen
Des|oxy|ri|bo|nu|kle{in|sau|re —*■ Des|-
o[xy|ri|bo|nu|k[le[in|säu|re: dato /de-
ßokßiribonukle-in-/ die; - ; -n «Bio¬
chemie) DNS, Verbimiung aus Ei¬
weißmolekülen, die als Träger der
Erbinformationen dienen
Des|oxy[ri|bo)se —*■ Des|o|xy|ri|bp|se:
dato /deßokßiribose/ die; - ; - «Che¬
mie) Zucker, der sich in der Nuklein¬
säure befindet
de|spek|tierjlich —> de|s|pek|t]er|lich:
dato Adj. respektlos; herablassend
De)spe|ra|do —» De|s|pe(ra|do: <span.-
ameriko der; -s; -s 1 Radikaler 2 ein
zu allem entschlossener verzweifelter
Mensch
de|spe(rat—* de|s|pe|rat: dato Adj. de¬
sperater; desperateste verzweifelt;
hoffnungslos »eine desperate Situati¬
on«
De|spe|ra|ti|on —> De|s|pe|ra|ti|on:
dato /deßperazion/ die; ~ ; -en Ver¬
zweiflung
Deslpob <gr.-lato der; -en; -en weibl.
Des|pp|tin: die; -; -nen willkürliche(r)
Herrscher(in); mit Gewalt Herrschen-
de(r)
Des|po)t[e: <gro die; - ; Despotien jde-
spoti'nj Machtherrschaft ohne Gren-
zenfDiktatur
des[pp|tisch: <gro Adj. mit Gewalt herr¬
schend
Oes|po|tis(mus: <gro der; - ; - Gewalt¬
herrschaft
Desa.: Abk. Dessert = Nachspeise
des|8gl|ben: Pron, derselben Person,
demselben Typ Zuzuordnendes
des|sen: Gen. Sg. von 'der', 'die', 'das'
—>• des|sen un|ge|ach|tet: s. dessenun¬
geachtet
des|sent|hal|ben: Adv. wegen einer Per¬
son od. wegen etw. etw. tun, erfol¬
gend, Syn.: dessentwegen
des[sent|we|gen: Adv. wegen einer Per¬
son o«j. wegen etw. etw. tun, erfol¬
gend, Syn.: dessenf halben
des(sent|wil|len: Adv. wegen jmdm.; ei-
”ner Person od. etw. zuliebe (unterläßt
od. unternimmt jmd. etw.)
des|sen|un|ge[ach)t»t —» desjaen un|-
"ge[ach|tet: Adv. ohne weitere Beach¬
tungeiner Sache; trotzdem; dennoch
Des]serb <gr.-lat.-fro /dessär, desser u.
dessert/ aas; -s; -s Nachspeise
Des]sert]ga|bel: fr.; dto /dässär-, des¬
ser- u. dessen-/ die; - ; -n kleinere Ga¬
bel, mit der man nur das Dessert, den
Nachtisch ißt
Des|sart|lüf|fel: fr.; dto /dässär-, des¬
ser- u. dessen-/ der; -s; - kleinerer
Löffel, mit dem man nur das Dessert
ißt
Des|sert|mes|seR fr.; dto /dässär-, des¬
ser- u. dessert-/ das; -s; ~ kleineres
Messer, mit dem man den Nachtisch
ißt
242
deutsch
Des|sert)tel|ler: (fr.; dts /dässär-, des-
ser- u. dessen-/ der; -s; - kleinerer
Teller, von dem man den Nachtisch
ißt
Oes|sert|wein: <fr.; dt.> /dässär-, desser-
u. dessen-/ der;-(e)s; -e süßer Wein,
den mäh zum Dessert trinkt
Oesfsin: dat.-it.-frs /dässäng u. desein
u. [ügs.] disein/ das; -s; -s a) Entwurf,
Muster, Zeichnung, Plan von etw.
Dieses Dessin sagt mir zu.« b) gestalte¬
tes Muster, Form o. ä.
Deslsous: dat.-frs /dessu/ das; - jdes-
sußj; - jdessuß! (m. PL) a) Damen¬
unterwäsche b) erotische Damenun¬
terwäsche
DesL: Abk. 1 Destillat 2 Destillation
dest.: Abk. destilliert
de(sta|bi|ii|siefren: dat.-engls destabili¬
sierst; destabilisiertest; hast destabili¬
siert etw. in einen instabilen, wackeli¬
gen, unsicheren Zustand bringen
De|sta]bi|lijsie|rung: dat.-engls die; ~ ;
-en Stabilität, Standfestigkeit, Sicher¬
heitentziehen
De|stil|lat —* De|s|til|lat: <lat.> das;
-fe)s; -e <Chemie> durch Destillation
gewonnene, konzentrierte Flüssigkeit
»Das Destillat hat 40% Alkohol.«
De|stU|lat)bren|ner —* De|s|tit|lat[bren|-
ner: <lat.; dt.> der; -s; ~ Gegenstand
zur Fabrikation des Branntweins
De|stil|la|ti|on —> De|s|ti|la|ti|gn: <lat.>
/deßtillazipn/ die; - ; -en 1 (Chemie)
Trennung bzw. Reinigung flüssiger
Stoffe durch Verdampfung u. an¬
schließende Wiederverflüssigung 2
Branntweinbrennerei 3 kleines Wirts¬
haus
Oe|stilfla)ti|ons|gas —> Dejsftil|la(ti|-
ons|gas: dats /deßtillazionß-/ das;
-es; -e <Chemie> Gas, das bei dem che¬
mischen Vorgang der Reinigung von
Stoffen u. der Zerlegung von Gemi¬
schen entsteht
De|stil|la)tor —»• De|s|til|la|tor: <lat..>
der; -s; Destilatoren <Chemie> Gerät
für den Vorgang der Destillation
De|st]l|le —* De)s|t]l|le: dat.-fr.> die; ~ ;
-n 1 Brennerei für Branntwein 2
[landsch.; ugs.; heute oft scherzh.]
Schankwirtschaft
De|stn|Merlap|pa|rat —» Oe|sttil|liedapl-
pa|rat: <lat.> der; -(e)s; -e benötigtes
Gerät zur Destillation
de|stil|lie|ren —* de|s|til|lie|ren: <lat.>
destillierst; destilliertest; hast destil¬
liert <Chemie> durch Verdampfen
trennen, reinigen »Die Bauern destil¬
lierten illegal Alkohol.«
dejsto —> desjto: Konj. um so »Je län¬
ger du wartest, desto schwieriger wird
es.«
de|stru|je|ren —» de|s|t|ru|ie|ren: dats
destruierst; destruiertest; hast de-
struiert [geh.] zersetzen; zerstören;
vernichten
De|struk|ti|&n —* De|s(t(ruk|ti[on: dats
/deßtrukzipn/ die; - ; -en 1 <Geologie>
Zerstörung des Bodens durch Verwit¬
terung 2 das Auseinanderreißen, Zer¬
reißen
de|struk|tiv —> de|s|tlrukjtiv: dats
/deßtruktif/ Adj. zerstörerisch; nicht
dienlich »destruktive Kräfte, Diskus¬
sionbeiträge«
De|struk|ti|vi|tät —> De|s|t|ruk|ti|vift|t:
tlat.> /deßtruktiwität/ die; - ; - zerstö¬
rerische Haltung od. Veranlagung
des|un|ge|ach[tet —» des un|ge[ach|-
tet: Adv. trotzdem; dennoch
des|we|gen: Adv. auf Grund dessen
»Ich hatte einen Unfall, deswegen
komme ich zu spät.«
De|szen|dent —»• De|s|zen|dent: <lat->
/deßzendent/ der; -en; -en 1 a) (Astro¬
logie) am westlichen Horizont unter¬
gehendes Tierkreiszeichen im Mo¬
ment einer Geburt b) (Astronomie)
Untergangspunkt eines Gestirns 2
Nachfahre
De|szen|denz —a- De]s|zen|denz: dats
/deßzendenz/ die; - ; -en 1 (Astrono¬
mie) Untergang eines Gestirns 2
Nachkommenschaft
De|szen|denz|theo|rie —* De|s|zen|-
denzjthe}o|rie: /deßzendenz-/ die; - ;
•n Abstammungslehre
Ost.: Abk. 1 Detail = Einzelheit 2
Detektiven) 3 Determination = a)
Bestimmung b) Abhängigkeit
det.: Abk. 1 detailliert = in allen Einzel¬
heiten 2 determiniert = abgegrenzt;
bestimmt
De|tgi(: dat.-frs /detai/ das; -s; -s Einzel¬
heit »jmdm. Details mitteilen«
D«ttai!|fra|ge: </r.; dis /detai-/ die; - ; -n
Frage, die in die spezifischen Einzel¬
heiten geht
De|tail|han|del: fr.; du /detai-/ der; -s; -
[veralt.] Handel mit (privaten) Kun¬
den, Syn.: Einzelhandel
De(tail|kennt|nis: (fr.; du /detai-/ die;
-; -se Wissen von Einzelheiten
de)tail|tie]ren: dat.-frs /detaijiren/ de¬
taillierst; detailliertest; hast detailliert
[geh.] etw. in allen Einzelheiten darle¬
gen, erklären
de|tail|lieit: <fr.> /detaijirt/ Adj. detail¬
lierter; detaillierteste in allen Einzel¬
heiten; genau »eine detaillierte Schil¬
derung der Ereignisse«
de]ta|l|reich: (fr.; du /detai-/ Adj. etw.
in seinen, allen Einzelheiten berich¬
tend, darstellend o. ä.
De|tail|zeich|nung: (fr.; dts /detai-/ die;
~ ; -en 1 Zeichnung, die die kleinsten
Einzelheiten beinhaltet 2 korrekte od.
vergrößerte Zeichnung
De|tekftei: dato die; - ; -en Ermittlungs¬
büro, das sich bemüht, Ungeklärtes
herauszufmden
De|tek|tiv: dat.-engls /detektif/ der; -s;
-e Idelektiwel weibl. De|tek)ti|vin: die;
- ; -nen Person, die beruflich Ermitt¬
lungen anstelit, um Ungeklärtes her¬
auszufinden »Sie arbeitet als Detekti¬
vin für eine Versicherung.«
De|tek|tiv|bü|ro: dat.-frs /detektif-/ das;
-s; -s Büro, das sich mit privaten u. öf¬
fentlichen Angelegenheiten beschäf¬
tigt u. Erkundungen u. Nachfor¬
schungen betreibt
De|tekftiv|ge|schich|te: dat.-fr.; dts
/detektif-/ die; - ; -n Erzählung, in der
eine Person hinsichtlich eines Verbre¬
chens, ungeklärten Ereignisses nach¬
forscht
deltek|ti|visch: dats /detektiwisch/ Adj.
n. stg. nachforschend; scharfsinnig
aus Details folgernd
De|tek|tiv|ro|inan: dat.-frs /detektif-/
der; -s; -e längere Erzählung, in der
eine Person hinsichtlich eines Verbre¬
chens, ungeklärten Ereignisses nach¬
forscht
De|tek|tor: dat.-engls der; -s; Detektoz
ren Gerät zur Wahrnehmung unsicht¬
barer Stoffe, Energien usw. Metallde¬
tektor«
De(terjmijnan(te: dats die; - ; -n 1 Fak¬
tor, der etw. bestimmt 2 (Math.) rech¬
nerisches Hilfsmittel bei algebrai¬
schen Gleichungen
De|t«r|mi|na|tijgn: dats /determinazion/
die; ~ ; -en 1 Begriffsbestimmung
durch eine präzisere Benennung, die
untergeordnet ist 2 durch Vorkomm¬
nisse, Gegebenheiten erfolgte Be¬
dingtheit aller psychischen Erschei¬
nungen 3 (Bio.) Vorherbestimmung
eines Keimteiles, die zu einer be¬
stimmten Entwicklung eines Körper¬
teils führt
de|ter]mi|na|tiv; dats /determinatif/ Adj.
n. stg. 1 im einzelnen bestimmend 2
entschlossen
D6|ter|(ni|n|grt|heit: dats die; - ; - etw.
Festlegtes, Bestimmtes
De|ter|mi|nis|mus: dats der; - ; - (Philo¬
sophie) Überzeugung, daß alles be¬
stimmt ist, bevor es geschieht
De|to|na|ti|on: dat.-frs /detonazion/ die;
-; -en Explosion
deut|ban Adj. erklärbar; auslegbar; in¬
terpretierbar
Deultellei: die; - ; -en zu kleinliches,
übermäßig interpretierendes Erklären
von etw.
deuteln: deutelst; deuteltest; hast ge¬
deutelt (durch Reden) anders inter¬
pretieren, verändern » An diesem Test¬
ergebnisgibt es nichts zu deuteln.«
deuten: deutest; deutetest; hast
gedeutet 1 auf etw. deuten, zeigen 2
erklären; interpretieren; auslegen
Deuten der; -s; - weibl. Deu|te|rin: die;
- ; -nen Person, die etw. erklärt, inter¬
pretiert
Deutller. der; -s; - weibl. Deutjlelrin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die etw.
in übertriebenem Maße interpretiert
deutllich: Adj. klar u. ohne Fragen er¬
kennbar; unmißverständlich
Deutllichlkeit: die; ~; -en (PI. s.) 1 klare
Bestimmtheit, mit der etw. erklärt
wird 2 klare Aussage, Stellungnahme,
die einer Person gegenüber gemacht
wird 3 o. PL etw. mit aller Klarheit
Gesagtes, das keine weitere Möglich¬
keit offenläßt
deutj(ich|keitsjhal|ber: Adv. um Mi߬
verständnisse zu vermeiden
Deutsch: das; - u. -s; - Amtssprache in
Deutschland, Österreich u. unter an¬
deren Sprachen in der Schweiz
deutsch: Adj. n. stg. 1 der deutschen
Sprache, Kultur, Nation o. ä. ange¬
hörig, zuzuordnen »Fleiß u. Ord¬
nungsliebe gelten als typisch deutsche
Eigenschaften.« 2 a) auf (gut) deutsch
—» auf (gut) Deutsch: [ugs.] deutlich;
klar; unmißverständlich b) mit jmdm.
deutsch reden —* mit jmdm.
Deutsch reden: [ugs.] jmdm. deutlich,
klar u. unmißverständlich die Mei¬
nung sagen c) kein Deutsch mehr
verstehen: sich taub stellen; eine An¬
weisung absichtlich überhören, nicht
ausführen wollen »Ich habe dir schon
so oft gesagt, daß du den Müll hinun¬
243
Deutscharbeit
tertragen sollst - verstehst du kein
Deutsch mehr?«
Deutschlarlbeit: die; - ; -en Test, Klau¬
sur, schriftliche Prüfung (in der Schu¬
le), der/die die Fähigkeiten, das Wis¬
sen des Unterrichtstoflfes, der in der
Deutschstunde durchgenommen wor¬
den ist, zeigen soll
Deutlache: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Deutscher; eine
Deutsche; zwei Deutsche) Mensch,
der die deutsche Staatsangehörigkeit
besitzt
deutsch|feind|lich: Adj. den Deutschen
nicht freundschaftlich gegenüberste¬
hend
deutschlfreundlHch: Adj. den Deut¬
schen mit freundlichen Gefühlen ge¬
genüberstehend
deutschlqelsinnt: Adj. sich den Deut¬
schen, Deutschland, seiner Kultur
usw. gleichgesinnt u. nahe fühlend
Deutschlkunjde: die; - ; - [veralt.] Lehre
über das deutsche Kulturgut u. die
deutsche Sprache
de|jtsch|kund|lich: Adj. n. stg. zu
Deutschkunde gehörend, sie betref¬
fend
Deutschiland: o. Art.; -s; - mitteleuro¬
päischer Staat mit Berlin als Haupt¬
stadt
Deutsch|land|fra|ge: die; - ; - <Pol.; Ge¬
schichtet Problem der Teilung
Deutschlands infolge der Gebietsauf¬
teilungen, Grenzziehungen nach dem
II. Weltkrieg u. die Frage nach einer
möglichen Wiedervereinigung
Deutsch|land|funk: der; -s; - Radiostati¬
on, die weltweit in deutscher Sprache
sendet
Deutschilandllied: das; -(e)s; - Natio¬
nalhymne Deutschlands seit 1922
(von der heute bei offiziellen Anläs¬
sen nur der Text der dritten Strophe
gesungen wird)
Deutschllandlpolliltik: die; ~ ; -1 Politik
anderer Staaten, die mit Deutschland
in Verbindung steht 2 <hist.> Gesamt¬
heit der politischen Maßnahmen, die
das Verhältnis zwischen BRD u.
DDR betrafen
Deutsch|land|sen(der: der; -s; - 1 von
1927 bis 1945 Sender im Deutschen
Reich 2 von 1949 bis 1971 Rundfunk¬
sender der DDR
Deutsch|leh|ren der; -s; - weibl.
Deutschllehlrelrin: die; - ; -neu Per¬
son, die (an einer Schule) die deutsche
Sprache, Literatur, Grammatik,
Rechtschreibung usw. (u. im Ausland
gegebenenfalls die deutsche Kultur)
unterrichtet, lehrt
deutschlnahiolnal —> deutschlnaltilol-
nal: Adj. n. stg. 1 sehr stark an die
Vorteile u. Besonderheiten des deut¬
schen Kulturgutes u. des Staates glau¬
bend 2 a) die Deutschnationale
Volkspartei (1918-1933) betreffend b)
österreichische Gruppe, die die An-
gtiederung Österreichs an Deutsch¬
land wünschte
Deutschlprjdensjr'rtfter. der; -s; - <hist.>
Angehöriger einer speziellen, reichen
Oberschicht im frühen Mittelalter
Deutsch|rtt|terjor]den: der; -s; - <hist.>
Ritterorden im Mittelalter (der Ober¬
schicht dieser Zeit)
Deutschischweiz: die; - ; - Gebiet in
der Schweiz, in dem von einem Gro߬
teil der Bevölkerung die deutsche
Sprache gesprochen wird
Deutschlschweilzer: der; -s; - weibl.
Deutschlschweilzelfin: die; - ; -nen
Bewohnerin) des deutschsprachigen
Teils der Schweiz
deutsch|spra|chig: Adj. n. stg. die deut¬
sche Sprache sprechend
dautsch|sprach|lich: Adj. n. stg. bezüg¬
lich der deutschen Sprache
doutschlstämlmig; Adj. n. stg. <Person>
aus Deutschland kommend; deutsche
Vorfahren habend
Deutsch|stun|de: die; - ; -n Unterricht
im Lehrfach Deutsch
DeutschjtOlmeltel: die; - ; -en [abwert.]
Überhöhung, Überbewertung ver¬
meintlicher deutscher Besonderhei¬
ten, Eigenschaften
Deutschluntteijricht: der; -(e)s; - Un¬
terricht, Lektion im Fach Deutsch,
der deutschen Sprache u. Literatur
Deutung: die; - ; -en Erklärung; Inter¬
pretation
Deultunqslverlsuch: der; -(e)s; -e Be¬
mühen, etw. zu erklären, zu interpre¬
tieren
Dev.: Abk. 1 Devise = Wahlspruch 2
Devisen = ausländische Zahlungs¬
mittel
De|va|lua|tijpn —» De|va|lu|a|tl|on: dat-
fro /dewaluazion/ die; * ; -en Kurs¬
verlust einer Währung
De|va|sta|ti|pn —» De|va|s]ta|ti|on: dato
/dewaßtazion/ die; - ; -en starke Be¬
schädigung, Zerstörung
De|ver|ba)tjv: dato /dewerbatif/ das; -s;
•e jdewerbatiwel <Sprachwiss.> aus ei¬
nem Verb entstandenes Wort (einer
anderen Wortart, z. B. berechenbar
aus berechnen), Syn.-. Deverbativum
□e|ver|ba{ti|vum: dato /dewerbatiwum/
das; -s; Deverbativa <Sprachwiss.> aus
einem Verb entstandenes Wort (einer
anderen W'ortart, z. B. berechenbar
aus berechnen), Syn.: Deverbativ
De|via|ti|on —*■ De|vi|a|tilon: dato
/dewiazion/ die; ~ ; -en <Soziol.;
Sprachwiss.t Verlagerung; Abwei¬
chung
De|via[tk>|n]st —» De|vi|a|ti|o|nist dato
/dewiazionißt/ der; -en; -en weibl. De|-
via|tio|ni|stin —> De|vi|a|ti|o|nis|tin:
die; - ; -nen Person, die ihre Meinung
verlagert, ändert, eine abweichende
Ansicht vertritt
de|vi[ie[ren: dato /dewi-iren/ deviierst;
deviiertest; hast deviiert verlagern; än¬
dern; abweichen
Defvjjse: dat.-fro /dewise/ die; - ; -n 1
Leitspruch; Leitfaden »Nach dieser
Devise handelte sie auch.« 2 n. PI. aus¬
ländische Währungen; ausländisches
Geld »Sie deckten sich mit Devisen
ein.«
De|vi|sen|aus|gleich: dat.; dto
/dewisen-/ der; -(e)s;- <hist.> Zahlung
von Geldern der Bundesrepublik
Deutschland an ausländische Nato-
länder, deren Truppen auf deutschem
Gebiet stationiert sind
De|vi[sen|be|schrän|kung: dat.; dto
/dewisen-/ die; - ; -en eingeschränkte,
verminderte Möglichkeit, fremde
Währungen zu kaufen, in ein Land
einzuführen
Defvi|sen|be|stimfmung: dal.; dto
/dewsen-/ die; - ; -en durch den Staat
festgelegte Regeln hinsichtlich des
Imports u. Exports von ausländi¬
schen Währungen
De|vijsen|be|wirt|schafttung: dat.; dto
/dewisen-/ die; - ; -en <Pol.> Steuerung
des Marktes mit ausländischen Län¬
dern (Zahlungs-, Kredit-, Kapitalver¬
kehr)
De(vi|senfbi|lanz: dato /dewisen-/ die;
- ; -en <Volkswirt.> (abschließendes)
Ergebnis aus dem Handel, dem Ver¬
kehr mit ausländischen Währungen
De|vi|sen|bör|se: dat.; dto /dewisen-/
die; -; -n Ort, Einrichtung, an dem/in
der der Handel mit ausländischen
Währungen getätigt wird
De|v]|sen|ge|schäft: dat.; dto /dewisen-/
das; -(e)s; -e Handel mit ausländi¬
schen W ährungen
De|vi|sen|han|del: dat.; dto /dewisen-/
der; -s; - Kauf (u. Verkauf) von aus¬
ländischen Währungen durch Ban¬
ken
De|vi|sen|händ|ler: dat.; dto /dewisen-/
der; -s; - weibl. De|vi|sen|händ|fe|rin:
die; -; -nen Person, die den Ankauf u.
Verkauf von ausländischen Währun¬
gen tätigt
De|vi|sen)kon|trol|!e —» De|vi|sen|kon|-
tjrbl|le: dato /dewisen-/ die; - ; -n
Überwachung von ausländischen
Währungen
De|vilsen|kurs: dato /dewisen-/ der; -es;
-e <Wirt; Börse> der momentane Wert
einer Währung
De|vi|sen|mak|ler. dat.; dto /dewisen-/
der; -s; - weibl. De|vi|sen|niakjie(rin:
die; - ; -nen Person, die mit ausländi¬
schen Währungen handelt
De|v!|sen|markt: dat.; dto /dewisen-/
der; -(e)s; -markte der gesamte
Markt an der Börse, der mit ausländi¬
schen Währungen handelt
Defvi|sen|schmug|gel: dat.; dto
/dewisen-/ der; -s; - illegaler Handel,
illegales Importieren mit/von auslän¬
dischen Währungen
De|v||sen)ver|gelhen: dat.; dto
/dewisen-/ das; -s; - gesetzlich nicht
korrektes, strafbares Handeln mit
ausländischen Währungen
de|vot: dato /dewot/ Adj. devoter; devo¬
teste [geh.] im Verhalten unterwürfig
De|vofti|on: dato /dewozipn/ die; ~ ; -en
Zeigen von Ergebenheit
De|vottio|na|li|en —* De|vo(ti|o|na|li|en:
dato /dewozionaltei/ die (PI.) <Reli¬
gion> kirchliche Utensilien wie Ro¬
senkranz, Kreuz; Gegenstände, mit
denen Heilige ge-/verehrt werden
Dex|tro|se: dato /dekßtrpse/ die; • ; -
Traubenzucker
Dez.: Abk. 1 Dezember 2 a) Dezernat =
Sachgebiet b) Dezement(in) = Sach-
gebietsleiter(in)
dez.: Abk. 1 dezent = a) zart b) vor¬
nehm c) zurückhaltend 2 dezidiert =
a) entschieden b) bestimmt 3 dezi¬
miert = vermindert 4 dezimal = auf
die Grundzahl TO’ bezogen
De|zem|ben dato der; - u. -s; - (PI. s.)
letzter, zwölfter von zwölf Monaten
des Jahres; Monat nach dem Novem¬
ber mit 31 Tagen
244
Diakonie
de|zent: dat.-fro Adj. dezenter; dezente¬
ste zurückhaltend; angenehm wenig;
nicht aufdringlich; zart
de|zen|tral —* de|zen)t|ral: dato Adj. n.
stg. nicht auf einen Ort konzentriert,
sondern verteilt
De|zenftra|li|sa[ti|gn —» De|zen|t|ra|li|-
sa|ti|ore <lat.> /dezentralisazion/ die;
- ; -en Verteilung von Funktionen u.
Aufgaben auf verschiedene Stellen
de|zen|tra|li|sie|ren —* de|zen|t|ra|li|-
sie|ren: dato dezentralisierst; dezen¬
tralisiertest; hast dezentralisiert etw.
auseinanderlegen, voneinander tren¬
nen
De|zen|tra|li|sje|rung —> De)zen|t|ra|li|-
sie|rung: <lat.> die; - ; -en Verteilung
von Funktionen u. Aufgaben auf ver¬
schiedene Stellen
De|zer|nat: dato das; -(ejs; -e (leiten¬
der) Geschäfts-, Verwältungsbereich
eines universitären od. kirchlichen
Verbandes
De|zer|nent: <lat.> der; -en; -en weibl.
De|zer|nen|tin: die; - ; -nen Leiter(in)
eines Sachgebietes »Die Stelle des De¬
zernenten wird neu besetzt.«
dezi-/Dezi-: <lat.> Wortbildungselement
ein Zehntel »Deziliter«
De|zi|bel: dat.-fro das; -s; - Maßeinheit
der Lautstärke durch Schalldruck (1/
10 Bel)
de|zi|d]e|ren: <lat.> dezidierst; dezidier¬
test; hast dezidiert entscheiden
de|zi|cRert: dato Adj. dezidierter; dezi¬
dierteste [geh.] entschieden; bestimmt
»dezidierte Anweisungen«
De|zi|gramm: dato das; -s; -e 1/10
Gramm; 0,1 Gramm
De|zi|H|ten dato der; -s; - 1/10 Liter; 0,1
Liter
de|zi|mal: dato Adj. n. stg. auf die
Grundzahl ’10’ bezogen
De|zi|inal|bmch: dat.; dto der; -(e)s;
-bruche <Math.> Nenner, der ira Bruch
zehn beträgt od. eine Potenz von
Zehn ist
De|zi|ma|le: dato die; - u. -n; -n <Math.>
eine rechts vom Komma eines Dezi¬
malbruchs stehende Ziffer einer Zif¬
fernfolge
de|zilma|li|sje]ren: dato dezimalisierst;
dezimalisiertest; hast dezimalisiert
<Math.> auf das Dezimalsystem umar¬
beiten
De|zi|ma|li|sie|rung: dato die; ~ ; -en
<Math.> das Umarbeiten auf ein Dezi¬
malsystem
De|zi|mal|klas|si|fi|ka|ti|on: dato die; - ;
-en «Math.» eine Systematisierung in
zehn Abteilungen, diese in zehn Un¬
terabteilungen usw.
Dejzi|mal|stel|le: dat.; dto die; - ; -n
<Math.> erste Stelle rechts neben dem
Komma
De|zi|mal|sy|stem —> De|zi|mal|sy|s|-
tem: das; -s; - Zehnersystem »Unsere
Mathematik beruht auf dem Dezimal¬
system.«
De|zi|mal|zahl: dat.; dto die; ~ ; -en
<Math.> Zahl, deren Bruch rechts ne¬
ben dem Komma zu finden ist
De|zi|me|ter: <fro der u. das; -s; - «Ma߬
einheit der Länge> zehn Zentimeter
de|zi|nije|ren: dato dezimierst; dezimier¬
test; hast dezimiert verringern; ver¬
kleinern; weniger machen
De|zi|mjejrung: dato die; - ; -en Verlust;
Verminderung; Verringerung
DF: Abk. Deutsches Fernsehen (gemeint
sind die öffentlich-rechtlichen Sender
ARD u. ZDF)
Df.: Abk. 1 Dorf 2 Durchfahrt
DFB: Abk. 1 Demokratischer Frauen¬
bund 2 <Sport> Deutscher Fechter¬
Bund 3 <Sport> Deutscher Fußball¬
bund
dfg.: Abk. dienstfähig
Dfz.: Abk. Dienstfahrzeug
DG: Abk. 1 Dachgeschoß 2 Dampf-
schifTahrtsgesellschaft
Dg.: Abk. 1 «Technik) Dichtung 2
Dirigent(in) 3 Düngung 4 Durchgang
d. G.: Abk. 1 der Gastgeber 2 «Zusatzbe-
zeichung für Könige, Kaiser, Zaren»
der/die Große 3 des Gesetzes 4 durch
Gelegenheit 5 durch Gesetz 6 durch
Güte
dg: Abk. «Maßeinheit des Gewichts» De¬
zigramm (1 dg = 1/lOtel Gramm)
D-Gar.: Abk. Doppelgarage
DGB: Abk. Deutscher Gewerkschafts¬
bund
dgl.: Abk. a) dergleichen b) desgleichen
d. Gr.: Abk. «Zusatzbezeichung für Kö¬
nige, Kaiser, Zaren» der/die Große
Dgt.: Abk. Dirigenten)
dgt: Abk. digital (- im Gegensatz zu
analog im Sinne von 'Daten auf der
Grundlage eines Ziffern-Codes dar¬
stellend’)
DGW: Abk. Dachgeschoßwohnung
DH: Abk. 1 Doppelhaus 2 Durchfahrt¬
höhe
d. H.: Abk. der Herausgeber
dH: Abk. «Maßeinheit der Wasserhärte»
deutscher Härtegrad
d. h.: Abk. das heißt
d’Hondt|sche System —» d’hondt|-
sche Sy|stem: das; -n -(e)s; - -e (PI.
s.) «Pol.» Berechnungsmodus bei
Wahlen, benannt nach dem belgi¬
schen Juristen Victor d’Hondt (1841¬
1901)
d. h. u. a.: Abk. das heißt unter anderem
Di.: Abk. 1 Dienstag 2 Dienst
d. i.: Abk. das ist
di.: Abk. 1 dienstags 2 dienstlich
D]a: Kurzw. das; -s; -s «Photographie»
Diapositiv
Diab.: Abk. 1 Diabetes = Zuckerkrank¬
heit 2 Diabtiker(in)
Dia|be|tes —> Di|a|be|tes: <gr.-lato der;
- ; - «Med.» Zuckerkrankheit; Krank¬
heit, bei der die Bauchspeicheldrüse
kein od. zu wenig Insulin produziert
Dia|be|ti|ker —» Di|a|be(ti|ken der; -s; ~
weibl. Dia|be]ti|ke|r|in —> Di|a|be|ti|-
ke|r|i(K die; - ; -nen Person, die an
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
leidet; Person, deren Bauchspeichel¬
eidrüse kein od. zu wenig Insulin pro¬
duziert »Als Diabetikerin darf sie kei¬
nen Zucker essen.«
dia|be|tisch —> di|a|be|tisch: Adj. n.
stg. «Med.» zuckerkrank; die Zucker¬
krankheit betreffend
Dia|be|trach|ter —* Di|a|be|trach|ten
'der; -s; - Apparat, mit dem die Dia¬
positive in einer vergrößerten Form
dargestelit werden
dia|bo|ltsch —> di|a|bo|lisch: igr.-lato
Adj. [geh.] teuflisch
Dia|bo|lo —» Di|a|bo|lo: (spano das; -s;
-s ein Geschicklichkeitsspiel
dia|chron —> di|a|chrorc igr.-lato
/diakron/ Adj. n. stg. «Sprachwiss.»
die geschichtliche Entwicklung der
Sprache betreffend, Ant.: synchro-
n(isch)
Dia|chro|n|e —> Oi|a|chro|nie: igr.-lato
/diakroni/ die; - ; -n /diakronPnl
«Sprachwiss.» Entwicklungsgeschichte
der Sprache
dia|chro|nisch —> di|a|chro|nisch: igr.-
lato Adj. n. stg. /diakronisch/
«Sprachwiss.» die geschichtliche Ent¬
wicklung der Sprache betreffend,
Ant.: synchron(isch)
Dia|dem —> Di|a)denr. igr.-lato das; -s;
-e Schmuckstück mit Edelsteinen, das
als Stirn- od. Haarschmuck getragen
wird »ein wertvolles Diadem«
Dia|gnp|se —* Di|a|g|ngjse: (gr.-fro die;
- ; -n «Med.; Psychologie» Feststel¬
lung einer Krankheit; fachliches Ur¬
teil bezüglich eines körperlichen od.
seelischen krankhaften Zustands
Dia|gno|stik —»• Di|a|g|nps|tifc igro die;
-; - «Med.; Psychologie» Lehre u. Fä¬
higkeit (von) der Erkennung der
Krankheiten, der körperlich od. see¬
lisch krankhaften Zustände »Die Dia¬
gnostik ist auf dem Gebiet der Krebser¬
kennunggut vorangeschritten.«
Dia|gnp|sti|ker —»• Di]a|g|ngslti|ker.
igro der; -s; - weibl. Dia|gng|stl|ke|rin
—* Dl|a|g|ngs|ti|ke|rin: die; ~ ; -nen
Person, die Krankheiten, krankhafte
seelische od. körperliche Zustände er¬
kennt, feststellt u. begründet
dia|gno|stlsch —> di|a|g|nos|tisch: <gro
Adj. n. stg. Krankheiten, krankhafte
seelische od. körperliche Zustände
feststellend
dia|go|nal —> dl|a|go|nal: igr.-lato Adj.
n. stg. 1 quer verlaufend »eine diago¬
nale Linie« 2 etw. diagonal lesen:
etw. nur flüchtig überfliegen, lesen
Dia|go|na|le —* Di|a|go|na|le: die; - ; -n
a) «Geometrie» Verbindungslinie zwi¬
schen zwei nicht benachbarten Ecken
eines Vierecks b) schräge, quer lau¬
fende Linie
Dia|go|nal|rei|fen —> Di|a|go|nal|rei|-
fen: igr.; dto der; -s; - «Technik» Rei¬
fen, in dem die Fäden sich im rechten
Winkel überschneiden u. nicht in der
Laufrichtung verlaufen
Dia|gramm —* Di|a|gramm: igr.-lato
das; -s; -e Schaubild; graphische Dar¬
stellung »Das Diagramm veranschau¬
licht die Bevölkerungsexplosion in
Afrika in den letzten zehn Jahren.«
Dia|gramm|pa|pier —» Di|a|gramm|pa|-
pien igr.-dto das; -(e)s; -e für die
Diagrammerstellung bestimmtes Pa¬
pier, das mit einem Netz (ganz klei¬
nen Kästchen) vorgedruckt ist
Dia|kon/[österr.j Dla|kon —> Di|a|kqn/
[österr.] Di|a|kon: igr.-lato der; -s u.
-en; -e Person, Geistlicher, die/der in
ihrem/seinem kirchlichen (Weihe-
)Grad unterhalb des Priesters steht
Dia|ko|nat —> Di|a|ko|nat igro das;
-(e)s; -e 1 der Wohnbereich eines
Diakons 2 Betreuung eines Pflegebe¬
reiches im Krankenhaus 3 Büro eines
Diakons
Dia|ko|nie —* Di|a|ko|nie: igr.-lato die;
- ; - «evang. Kirche» berufsmäßige(r)
Dienst, Organisation für Arme,
Kranke, Hilfsbedürftige
245
diakonisch
dia|ko|nisch—> di|a|ko|nisch: <gr» Adj.
n. stg. die Diakonie, Gemeindehilfe
betreffend
Dia|ko|nis|sen|haus —> Di|a|ko|nis|-
sen|haus: <gr.; dt.> das; -es; -häuser
Wohnort u. Schulungsort der Diako¬
nissen
Dia|ko|nus —> Di|a|ko|nus: (gr.-lat»
der; - : Diakonen <evang. Theologie)
begleitender Geistlicher
dia|kn|tisch —»• di|a|kri] tisch: (gr» Adj.
(Sprachwiss.) unterscheidend; der
Unterscheidung dienlich
Dial.: Abk. 1 Dialekt — Mundart 2 Dia¬
lektik •= Methode, Widersprüche
aufzudecken u./od. sie zur Auflösung
zu bringen
Dia|lekt —» Di|a|lekt: (gr.-lat» der;
-(ejs; -e Mundart; regionale, land¬
schaftlich geprägte (sich von der
Standardsprache im Wortschatz u./
od. Aussprache u./od. Satzbau unter¬
scheidende) Sprechweise »Sie spricht
sächsischen Dialekt.«
dia|lek|tal —* di)a|lek|tal: <gr.> Adj. n.
stg. (Sprachwiss.) die Mundart betref¬
fend; einer Mundart angehörend, ent¬
stammend
Dia|lekt|aus|druck —» Di|a|iekt|aus|-
druck: <gr.; dt» der; -(ejs; -ausdrücke
spezielle(s), nur in der entsprechen¬
den Mundart verwendete^) Wort od.
Formulierung
Dia|lekt|dieh|tung —> Di|a|lekt|dich|-
tung: <gr.; dt.> die; - ; -en literarische
Arbeit, Poesie in einer Mundart
Dia|lekt{for|schung —» Di|a|lekt|for|-
schung: (gr.; dt.> die; - ; -en Untersu¬
chungen, die sich mit den verschiede¬
nen Mundarten u. deren Erscheinun¬
gen sowie Abweichungen von der
Standardsprache auseinandersetzt
dia|lekt|frei —* di|a|lekt|frei: (gr.; dt.>
Alj. n. stg. ohne mundartliche Aus¬
drücke
Dia|lekt|geo|gra|phie —> Di|a|lekt|ge|-
o|gra|phie/auch Di|a|lekt|ge|o|gra|fie:
<gr» die; - ; -en <Sprachwiss.> Lehre,
die sich mit der örtlichen Ausdeh¬
nung u. Verbreitung einer Mundart
befaßt
Dia|lek|tik —* Di|a|lek|tik: (gr.-lat» die;
- ~-1 Methode, Widersprüche aufzu¬
decken 2 Fertigkeit, jmdn. in Rede u.
Gegenrede zu überzeugen 3 [geh.] Ge¬
gensätzlichkeit
dia|lek|tisch —> di|a|lek|tisch: <gr.-lat»
Adj. n. stg. 1a) zwei gegensätzliche
Aspekte umfassend, beinhaltend b)
»Philosophie) in Unterschiedlichkei¬
ten, Gegensätzen denkend 2
(Sprachwiss.) die Mundart betreffend;
einer Mundart angehörend, entstam¬
mend 3 [geh.] übertrieben genau
Dia|log —* Di]a|log: <gr.-Iat.-fr.> der;
-(ejs; -e [geh.] Gespräch zwischen
zwei od. mehr Personen »einen Dialog
führen« Ant.: Monolog; Selbstge¬
spräch
dia|lp|gisch —» di|a|lp|gisch: (gr» Adj.
n. stg. in einem Dialog sprechend, er¬
folgend
dia|lo|gi|sie|ren —* di)a|lo|gi)sje|ren:
<gr» diagolisierst; diagolisiertest; hast
diagoiisiert einen Text o. ä. in die
Form von Wechselgesprächen brin¬
gen
Dia|log|kunst —* Di|a|lgg|kunst: <gr.;
dt.> die; - ; -künste Vermögen, eine
Unterhaltung zu führen
Dia|log|part|ner —» Di|a|log|part]ner:
der; -s; - weibl. Dia|lpgjpart|ne|rin
—* Di|a|log|part|ne|rin: die; - ; -nen
Person, mit der man eine Unterhal¬
tung, ein Wechselgespräch führt
Dia|log|re|gie—> Di|a|lgg|re|gie: die; - ;
- Führung, Lenkung einer Unterhal¬
tung
Dia|log|ro|man —» Di|a|log|ro|man:
<gr.-lat.> der; -(ejs; -e (Literaturwiss.)
Geschichte, längere Erzählung in
Dialogen, Wechselgesprächen
Dia|ly|se —» Di|a|lyjse: <gr» /dialüse/
die; ~ ; -n Reinigung von löslichen
Stoffen, meist im Sinne von Blutwä¬
sche (Entfernung von Harnstoffen
aus dem Blut)
Dia|lyjse|ge|rät —> Di|a|ly|se|ge|rät:
<gr.; dt» /dialüse-/ das; ~(e)s; -e
<Med.> Apparat, der die Funktion der
Nieren übernimmt u. das Blut von
Schadstoffen reinigt
Dia|ly|se|sta|ti|on —> Di|a|lg|se|sta|ti|-
on: <gr.; dt» /dialüse-/ die; - ; -en
<Med.) Ort, Abteilung in einem Kran¬
kenhaus, an dem die Dialyse stattfm-
det
Dia|ly]se|zen|trum —> Di|a|ly|se|zen[t|-
rum: <gr.-lat» /dialüse-/ das; -s;
-Zentren (Med.) spezielle Klinik für
die Dialyse
dia|ly|sie|ren —> di|a|ly|sie|ren: (gr.)
/dialüsiren/ dialysierst; dialysiertest;
hast dialysiert 1 <Med.> das Blut von
Giftstoffen säubern 2 (Chemie; Phy¬
sik) trennen
dia|ly|tisch —» di|a|lyjtisch: <gr.> /dialü-
tisch/ Adj. n. stg. (Chemie) trennend
Dia|mant —> Di|a|mant: (gr.-lat.-fr»
der; -en; -en ein farbloser (ungeschlif¬
fener) Edelstein
dia|mant|be|setzt —» di|a|mant|be|-
setzt: <gr.-lat.-fr.; dt.> Adj. n. stg. mit
(einem/mehreren ungeschliffenen)
Edelsteinen) versehen, bestückt
Dia)mant|boh|rer —» Di|a|mantjboh|-
rer: <.gr.-lat.-fr.; dt.> der; -s; - (Berg¬
bau) Gerät, dessen Spitze aus Dia¬
mant besteht u. sich für hartes Ge¬
stein eignet
Dia|man|ten|kol|lier —* Di|a|man|ten|-
kol|ller: (gr.-lat.-fr» das; -s; -s mit
Diamanten besetzte Kette
Dia|mant|na|del —-» Di|a|mant|na|del:
(gr.-lat.-fr.; du die; - ; -n Schmuck¬
stück zum Anstecken, das mit Dia¬
manten besetzt ist
Dia)mant|ring —* Di|a|mant|ring: (gr.-
lat.-fr.; du der; -(ejs; -e Ring, der
mit Diamanten geschmückt, besetzt
ist
Diajmant|schmuck —* Di|a|mant|-
schmuck: <gr.-lat.-fr.> der; -(ejs; - all¬
gemeiner Begriff für Zierstücke,
Schmuckstücke mit Diamanten
dia|me|tral—* di|a|me|t|ral: <gr.> Adj. n.
stg. gegenüberliegend; entgegenge¬
setzt
Dialoaulse —»■ Pi|alpaulse: (gr.-lau
die; - ;-n(Bio.> Unterbrechung in der
Entwicklung
Dia|phrag|ma —*■ Di|a|phrag|ma: <gr.-
lat.> das; -s; Diaphragmen 1 (Med.)
(halb)durchlässige Scheidewand 2
(Med.) Zwerchfell 3 in die Scheide
einzuführender, mit Gummi überzo¬
gener, empfängsnisverhütender Ring,
der den Muttermund umschließt
»Das Diaphragma wird mit einem Gel
versehen, das die Spermien abtötet.«
Dia|po|si|tiv/Dia|po|si|tiv —> Di|a|po|si|-
tiv: (gr.-lat» /diapositifj das; -s; -e
j-positiwej (Photographie) durch¬
scheinendes Bild auf Filmmaterial,
das zur Projektion dient
Dia|pit>liek|tor—* D||a|pro|jek|tor: <gr.-
lau der; -s; -en (Photographie) Gerät
für die Umsetzung von Diapositiven
in (auf eine Leinwand geworfene) Bil¬
der
D)a|rah|men —s- Di|a|rah|men: <gr; du
der; -s; - (Photographie) Plastikum¬
rahmung des Diapositivs
Dia|spo|ra —* Di|a|s|po|ra: (gr.> die; •; -
a) religiöse (oder nationale) Minder¬
heit b) Gebiet, in dem religiöse u./od.
nationale Minderheiten leben c) das
Leben als Minderheit
Diajsto|le/Dia|sts|le —> Di|a|s|to|le:
(gr.> die; - ; Diastolen (Med.) Herzer¬
weiterung, die sich regelmäßig beim
Schlagen mit einer Zusammenzie¬
hung abwechselt, Ant.: Systole
dia|stiojlisch —> di|a|s)tp|lisch: <gr.>
Adj. n. stg. (Med.) die Diastole betref¬
fend
Di|ät: <gr.-lat.> die; - ; -en 1 a) besondere
Ernährung, die einem Krankheitsbild
entspricht od. der Gewichtsverminde¬
rung dient b) diät leben —» Diät
leben: eine Diät enthalten 2 n. PI. Ge¬
halt, Aufwandsentschädigung von
Abgeordneten, Politikern »die Diäten
erhöhen«
Di|ät|as|si|stent —» Di[ät|as|sis|tent:
(gr.-lat.) der; -en; -en Dl|ätjas|si]sten|-
tin—> Di|gt|as|sis|ten|tin: die; -; -nen
Person, die bei der Entwicklung, Be¬
sprechung von Diätspeise(plänen)n
beratend zur Seite steht
Diä|ten —> Di|ä|ten: dat.-fr.> die (PL)
Bezüge (Gehalt) der Abgeordneten
diäjtejtisch —» di|ä|te|tisch: dato Adj.
n. stg. (Med.) in bezug auf die Diät
diäjtisch di|ä|tisch: Adj. n. stg. eine Diät
betreffend
Di|ät|koch: der; -(ejs; -koche weibl. Di]-
ät|kö|chin: die; - ; -nen speziell ausge-
bildete(r) Koch/Köchin, der/die für
die Zubereitung der Diätspeisen zu¬
ständig ist
Di|ät|kost: die; - ; - Speisen, die zucker¬
arm, für Diabetiker verträglich od.
kalorienarm zubereitet ist
Di|ät|kü|che: die; - ; -n 1 Ort, wo die Di¬
ätkost hergestellt wird 2 Gesamtheit
der Gerichte, Speisen, die für Diabeti¬
ker, Übergewichtige o. ä. geeignet
sind, zubereitet werden können
Di|ät|plan: der; -(e )s; -plane Aufstellung
der Einnahme von Diätspeisen
Dia|vorjtrag —» D||a|voijtrag: (gr.; dt»
der; -(ejs; -vorträge Bericht, Erzäh¬
lung, der/die mit Diapositiven, Diafo-
tos veranschaulicht wird
Di|cho|to|mie: <gr» die; - ; Dichotomien
IdichotomPn/ a) Gabelung; Zweitei¬
lung b) Gliederung in Begriffspaare
di|cho|to|misch: <gr» Adj. n. stg. 1 (Bot.)
gegabelt 2 (Philosophie; Sprachwiss.)
zweiteilig; zweideutig
Di|chrt>|is|mus—» Di|ch|ro|is|mus: (gr.-
lat) /dikro-ißmuß/ der; - ; - (Physik)
246
diel
Zweifarbigkeit verschiedener Sub¬
stanzen
dicht: Adj. dichter; dichteste 1 a) völlig,
hermetisch abgeschlossen u. dadurch
undurchlässig »Die Folie ist dicht.« b)
(fast) undursichtig 2 a) räumlich (ein¬
zelne Teile) eng beieinander »Es
herrschte dichtes Schneetreiben. ♦ Sie
standen dicht zusammen.« b) räumlich
nicht weit entfernt 3 zeitlich schnell
aufeinander folgend 4 nicht ganz
dicht sein: [ugs.] nicht ganz normal,
ein wenig verrückt sein sein
—> dicht be|haart: s. dichtbehaart
—> dicht be|sie|delt: s. dichtbesiedelt
—» dicht bejvöljkert: s. dichtbevölkert
—> dicht gejdrängt: s. dichtgedrängt
dicht)be|haart —» dicht befhaart: Adj.
dichter behaart; am dichtesten behaart
stark behaart, viele Haare an einer
Stelle aufweisend
dichtjbe|sie|delt —» dicht be|sie|delt:
Adj. dichter besiedelt; am dichtesten
besiedelt Ort, Regiön, der/die von vie¬
len Menschen bevölkert wird, ist
cficht|be|völ|kert —k dicht be|völ|kert:
Adj. dichter bevölkert; am dichtesten
bevölkert sehr yiele Einwohner auf
engem Gebiet häbend
Dichfte: die; ~ ; ft (PL s.) 1 (Chemie;
Physik) Verhältnis von Masse zu Vo¬
lumen 2 (größt) Menge von gleichen
Dingen in einem Gebiet »Die Dichte
des Verkehrs nimmt immer mehr zu.«
Oich|te|mes|ser. der; • Meßgerät
für das spezifische Gewicht
dich|ten: dichtest; dichtetest; hast ge¬
dichtet lyrische Texte verfassen; (Ge¬
dichte) reimen »Sonette dichten«
D]chjter der; -s; - weibl. D|ch(te|rin:
die; -; -nen Person, die lyrische Texte,
Gedichte verfaßt
Dich|ter|fürst: der; -en; -en besonders
großartiger, geschätzter Literat, Poet
dichjte|risch: Adj. poetisch (zu Papier
bringend)
Dich|ter|kreis: der; -es; -e Gruppe, Run¬
de von Literaten, Poeten, Dichtem
Dich|terjle|sung: die; - ; -en Versamm¬
lung, Gelegenheit, während der Wer¬
ke von Literaten, Poeten, Dichtern
vorgetragen werden
Oichjter|schu|le: die; -; -n [veralt.] Lite¬
raten-, Poeten-, Dichterkreis (dessen
Mitglieder sich gegenseitig beeinflus¬
sen)
dicht|ge|drängt —> dicht ge|drängt:
Adj. dichter gedrängt; am dichtesten
gedrängt eng zusammen
dicht|hal|ten: hältst dicht; hielt(e)st
dicht; hast dichtgehalten [ugs.] etw.
nicht verraten; über etw. Schweigen
bewahren
Dich|tig|keit: die; - ; -en enges Neben¬
einander
Dichtkunst: die; ~ ; -künste a) schöpfe¬
risches Vermögen des Dichtens b)
(Regeln für) das Kreieren einer Dich¬
tung, eines poetischen, literarischen
Werkes
D|ch|tung: die; - ; -en 1 etw. Poetisches,
was von einem Autor, Dichter produ¬
ziert wurde 2 etw. Erfundenes »Das
ist doch alles nur Dichtung!« 3 Vor¬
richtung, die Rohre, Wasserhähne u.
ä. wasserundurchlässig macht »Die
poröse Dichtung muß erneuert
werden.« 4 Dichtung u. Wahrheit: Lü¬
gen, Erfundenes u. Wahres
Dich|tungs|gat|tung: die; - ; -en <Litera-
turwiss.) Gesamtheit von Texten,
Dichtungen, literarischen Werken
mit gemeinsamen Merkmalen
Dich|tungs[masjse: die; - ; -n Menge,
Material zur Abdichtung von Roh¬
ren, Wasserhähnen u. ä.
Dich|tungs|mafte|ri|al: das; -(e)s; -ien
Stoff, der zum Abdichten von Roh¬
ren, Wasserhähnen u. ä benutzt wird
D]ch|tungs|mit|tel: das; -s; - Zusatz,
der Beton wasserundurchlässig
macht
Dich|tungs|ring: der; -(e)s; -e ringarti¬
ger Gegenstand (aus Gummi) zur Ab¬
dichtung von Rohren, Wasserhähnen
u. ä.
dick: Adj. 1 korpulent; mehr als ein nor¬
males Körpergewicht aufweisend 2
[ugs.] groß; protzig »ein dickes Auto«
3 [ugs.] hoch; von großem Umfang
»ein dickes Gehalt« 4 [ugs.] schlimm;
schwerwiegend in den Auswirkungen
»ein dicker Fehler« 5 [ugs.] ange¬
schwollen u. deshalb sehr ausgeprägt
»eine dicke Backe« 6 [ugs.] eine enge
gefühlsmäßige, emotionale Bindung
aufweisend »eine dicke Freundschaft«
7 [ugs.] dicht, eng aufeinander fol¬
gend »dicker Verkehr« 8 a) volumen¬
reich »dikkes Haar« b) ein Maß, die
Dicke, den Durchmesser angebend
»ein fünf Zentimeter dickes Brett« 9
[derb] a) dick sein: schwanger sein b)
jmdn. dick machen: eine Frau
schwängern 10 es nicht so dick(e)
haben: [ugs.] nicht so viel besitzen;
kein sehr hohes Einkommen haben
11 (mit jmdm;) durch dick u. dünn
gehen: [ugs.] alles, Gutes sowie Un¬
angenehmes mit jmdm. zusammen
durchstehen 12 dick auftragen: [ugs.]
angeben; übertreiben 13 jmdn. od.
etw. dick(e) haben: mit etw. od.
jmdm. nichts mehr zu tun haben wol¬
len, es überdrüssig, leid sein
Dick[darm: der; -(e)s; -därme unterer,
dickerer u. kleinerer Teil des Verdau¬
ungsorganes; Darmes
Dick|darm|ent|zün|dung: die; - ; -en
(Med.) Infektion des Dickdarms
Dick|darm|krebs: der; -es; - <Med.> Er¬
krankung des Dickdarms mit bösarti¬
gen Geschwüren, T umoren
Dicke (Dik|ke —* Di|cke): der u. die;
-en; -en (mit unbestimmtem Art.: ein
Dicker; eine Dicke; zwei Dicke) kor¬
pulenter Mensch
Dicken|wachs|tum (Djk|ken|wachs|tum
"—* Di|cken|wachs|tum): das; -(ejs; -
Umfangszunahme
dickjfeljlig: Adj. [ugs.; oft abwert.] nicht
empfindlich od. sensibel »Er läßt
sämtliche Kritik dickfellig über sich er¬
gehen.«
Dick|fel|lig|keit: die; -; -en [ugs.] Gleich¬
gültigkeit gegenüber Abwertungen,
Angriffen, Kritik
dick|flüs|sig: Adj. von der Konsistenz
zähflüssig »Kleister ist eine dickflüssi¬
ge Masse.«
Dick|glas: das; -es; -gläser Glas, das
nicht in kleinste Scherben zerbricht
Djck|häu|ter: der; -s; - Säugetier, das
eine dicke Haut hat »Elefanten sind
Dickhäuter.«
dick|häu|tig: Adj. a) eine dicke Haut ha¬
bend b) (übertr.) nichts an sich heran¬
kommen lassend
Dickicht (Dik)kicht —» Di|ckicht): das;
•(e)s; -e dichtstehendes, undurch¬
dringliches Gebüsch
Dick[kopfc der; -(e)s; -e Person, die
stur, starrsinnig ist
dick|köp|fig: Adj. seinen Kopf, seine
Meinung durchsetzend; starrsinnig;
stur
D|ck|köp|fig|keifc die; - ; -en Uneinsich-
tigkeit (im Umgang mit anderen);
Starrköpfigkeit
dick]lei|big: Adj. einen dicken, korpu¬
lenten Körper, Leib besitzend
dick|lich: Adj. 1 zur Fettleibigkeit nei¬
gend 2 in der Beschaffenheit, Konsi¬
stenz dickflüssig
Djck|ma|cher: der; -s; - [ugs.] Speise,
Lebensmittel mit vielen Kalorien, die
dazu führen, daß jmd. Fett ansetzt,
dick wird »Während der Diät sind
Dickmacher tabu.«
Dick|schä|del: der; -s; - [ugs.] Person,
die sehr stur, dickköpfig ist
dick|schä|de[lig: Adj. seinen Kopf, seine
Meinung durchsetzend
djck[scha|lig: Adj. eine starke, dicke
Außenhaut besitzend
Dick|schiff: das; -(e)s; -e Schiff von be¬
deutender Größe
Dick|tue[rei —» Dick[tu|e|rei: die; - ; -en
[abwert.] Prahlerei mit seinen Fähig¬
keiten, seinem Besitz o. ä.
djck|wan|dig: Adj. eine recht große
Wandstärke besitzend
Dick|wansfc der; -es; -e [ugs.; abwert.]
dicker, korpulenter, fetter Mensch
Did.: Abk. aj Didaktik = 1. Wissen¬
schaft vom Unterricht 2. Methode
des Unterrichts b) Didaktiker(in)
did.: Abk. didaktisch
Di|dak|tik: <gr.-lat.> die; • ; -en a) o. PI.
Wissenschaft vom Unterrichten b)
Methode des Unterrichtens
Di|dak|ti|ker <gr.> der; -s; - weibl. Di|-
däk|ti|ke|rin: die; - ; -nen Person, die
sich mit der Didaktik als Wissen¬
schaft beschäftigt
di|dak|tisch: <gr.> Adj. a) n. stg. die Lehr¬
stoffvermittlung, das Lehren u. Ler¬
nen betreffend b) für den Unterricht
geeignet »Ich habe den Stoff didak¬
tisch auf gearbeitet.«
die: I a) bestimmter Art. im Femininum,
Sg. begleitet ein Wort mit weiblichem
(grammatischen) Geschlecht »Die
Wohnung ist fast fertiggestellt. ♦ Die
Frau gab mir die Hand.« b) bestimmter
Art. des Nominativ PI. im Femininum,
Maskulinum u. Neutrum c) bestimm¬
ter Art. des Akk. PL im Femininum,
Maskulinum u. Neutrum II Demon-
strativpron. diese; bezeichnet etw. mit
weiblichem (grammatischen) Ge¬
schlecht »Die Wohnung im dritten
Stock war es, die ich mir angesehen
habe.« III Relativpron. bezeichnet eine
weibliche Person, etw. mit weibli¬
chem grammatischen Geschlecht
»Die Frau, die mich mit ihrem Auto ge¬
rade überholt hat, steht dort. ♦ Die
Vase, die ich zerschlug, war teuer.« IV
1 die u. die: a) eine nicht näher be¬
schriebene, bezeichnete weibliche
Person b) mehrere nicht näher be¬
schriebene, bezeichnete Personen 2
247
Dieb
die da oben: [ugs.] Bezeichnung für
Personen, eine Personengruppe, die
Macht hat, reich ist
D|eb: der;-(e)s; -e weibl. Djejbin: die; -
; -nen 1 Person, die etw. stiehlt, ge¬
stohlen hat 2 Die kleinen Diebe hängt
men, die großen läßt man laufen: die
kleinsten Verbrecher werden bestraft,
die großen oft bewundert od. sogar
gefeiert od. einfach nicht gefaßt 3
Kein größerer Dieb als der Schlaf; er
raubt uns das halbe Leben: da der
Mensch etwa die Hälfte seines Lebens
schläft, wird er durch den Schlaf um
die Hälfte seines aktiven Lebens be¬
raubt, gebracht
Die|be|rei: die; - ; -en andauerndes Steh¬
len
Die|bes|ban|de: die; - ; -n Personen¬
gruppe, die stiehlt
Die|bes|beu[te: die; - ; -n beim Diebes¬
zug gestohlene Gegenstände
D|e|bes|fal|le: die; ~ ; -n Hinterhalt,
Trick, um Diebe zu stellen, festzuneh¬
men
Dje|bes|gut: das; -(ejs; -guter (PI. s.)
Dinge, die von Dieben gestohlen wor¬
den sind
Die|bes|höh|le: die; - ; -n Versteck der
Diebe
D[e|bes|nest: das; - (e)s; -er Versteck ei¬
nes Diebes, einer Diebesbande
Die|bes|pack: das; -(e)s; - [abwert.]
Diebe(sbande)
Die|bes|zug: der; -(e)s; -züge Aktion
der Diebe, Einbrüche, Überfalle o. ä.,
bei der Beute gemacht werden soll
die|bisch: Adj. 1 häufig stehlend »die
diebische Elster« 2 geheime Freude,
Schadenfreude empfindend
Djebs|ge|sin|del: das; -s; - [abwert.]
Gruppe von häufig stehlenden Men¬
schen, Syn.: Diebespack
D|eb|stahl: der; -(e)s; -stähle rechtswid¬
rige Wegnahme u. Aneignung frem¬
den Eigentums
Djeb|stahl|ver|si|che|rung: die; -; -en fi¬
nanzielle Absicherung gegen mögli¬
ches Bestohlenwerden, die den durch
die Entwendung von Eigentum ent¬
stehenden Schaden ersetzt
diej.: Abk. diejenige(n)
Die|!e: die; • ; -n 1 Korridor eines Hau¬
ses, einer Wohnung, von dem mehre¬
re Zimmer abgehen 2 schmales Holz¬
brett, das in alten Häusern als Boden¬
belag benutzt wurde »Die Dielen
knarrten laut.«
Di|elek|tri|kum —* Di|e|iek|t|ri|kum:
<gr.> das; -s; Dielektrika rPhysik; Elek-
trot.i Stoff, der Elektrizität schlecht
(weiterleitet
di|etok[trisch —»■ di|e|lek|t[risch: <gr.>
Adj. isolierend
Dje]len|bo|den: der; -s; -böden Fußbo¬
den, der aus einzelnen Dielen, Holz-
brettem, -bohlen hergestellt ist
Die|len|brett: das; -(e)s; -er einzelne
Holzlatte des Dielenbodens
Die|len|lam|pe: die; - ; -n Beleuchtungs¬
körper, der sich in der Diele befindet,
für eine Diele, einen Korridor geeig¬
net ist
dienen: dienst; dientest; hast gedient 1
verwendet werden; eine Aufgabe er¬
füllen; nützlich sein »Das Gerät dient
der Erleichterung der Hausarbeit.« 2
a) bei jmdm. im Haushalt angestellt
sein, um diese Person zu versorgen b)
beim Militär arbeiten »Ich habe drei
Jahre gedient.« c) für jmdn., eine In¬
stitution als Angestellte^) Dienstlei¬
stungen erbringen
Dte|ner: der; -s; - weibl. Die|ne|rin: die;
- ; -nen Person, die zur Erledigung
persönlicher Dienstleistungen, Arbei¬
ten (im Haushalt) bei jmdm. ange¬
stellt ist
Die|neijschaft: die; -; -en alle Diener ei¬
nes Haushaltes
dien|lich: Adj. etw. od. jmdm. nützlich,
nutzbringend »eine dienliche Informa¬
tion«
Dienst: der; -(e)s; -e 1 Arbeit; berufli¬
che Tätigkeit »Er muß zum Dienst.« 2
Gefälligkeit »jmdm. einen Dienst
erweisen« 3 außer Dienst: nicht mehr
arbeitend, sondern sich im Ruhestand
befindend 4 der öffentliche Dienst:
im Dienste des Staates (alle Bereiche
u. Personen) S (jmdm.) gute(n) Dien¬
ste) leisten, tun; seine(n) Dienst(e)
tun: seinen Zweck, seine Bestimmung
erfüllen 6 zu Diensten stehen, sein:
anbieten, sich bereit erklären zu hel¬
fen, eine Leistung zu erbringen 7
(jmdm.) den Dienst versagen: nicht
funktionieren »Das Auto, seine Beine
versagtetn) seinen/ihren Dienst.« 8
Dienst am Kunden: Leistungen, die
kostenlos freiwillig erbracht werden;
kostenloser Kundenservice 9 Dienst
ist Dienst, u. Schnaps ist Schnaps:
[ugs.] Arbeit u. privates Vergnügen
sind zwei völlig verschiedene Dinge
10 jmdm. mit etw. einen schlechten
Dienst erweisen: ohne böse Absicht
jmdm. mit etw. schaden, obwohl man
helfen wollte 11 vom Dienst: 1.
diensthabend u. somit zu einer be¬
stimmten Zeit die Verantwortung tra¬
gen »Holen Sie bitte den Arzt vom
Dienst.« 2. häufig vorkommend
»Klaus Kinski spielt in vielen Krimis
den Bösewicht vom Dienst.«
—» Ojenst tujend: s. diensttuend
Dienst|ab|teil: das; -(e)s; -e Abteil im
Zug, der für das Personal reserviert
ist
Dienst|adel —> Dienst|a|del: der; -s; -
Bezeichnung für Personen, die auf¬
grund ihrer Arbeit, Verdienste ge¬
adelt wurden
Djens|tag: der; -(e)s; -e 1 zweiter Tag
der Woche, wenn man den Wochen¬
beginn am Montag ansetzt; Tag zwi¬
schen Montag u. Mittwoch »Wir wol¬
len Dienstag ins Theater gehen.« 2
Dienstag morgen, abend, mittag,
vormittag, nachmittag —* Dienstag¬
morgen, -abend, -mittag, -vormit¬
tag, -nachmittag: zu einer bestimm¬
ten Tageszeit an einem Dienstag
diens|tä|gig: Adj. n. stg. an einem
Dienstag stattfmdend »Die dienstägi¬
ge Sitzung beginnt um 9 Uhr.«
djens|täg|lich: Adj. n. stg. jeden Diens¬
tag stattfindend »Unser dienstägliches
Frühstück fallt diese Woche leider
aus.«
D]ens[tag|moijgen: der; -s; - u. [ugs.]
-de Morgen eines, des Dienstages
d]ens]tags: Adv. den ganzen Dienstag
über; immer am Dienstag
D|enst|al|ter. das; -s; - gerechnete Zeit
im Beamtem- u. Militärdienst
Dienst|äl|tes|te —> Djenstjä([tes[te: der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Dienstältester; eine Dienstälteste;
zwei Dienstälteste) Person, die am
längsten bei einer Firma o. ä. beschäf¬
tigt ist
Dienst]an|wei|sung: die; - ; -en dienstli¬
cher Befehl von höherer Stelle
Djenst|an|zug: der; -(e)s; -anzüge vor¬
geschriebene Kleidung während der
Arbeit
Dienst|auf|fas|sung: die; - ; -en Einstel¬
lung eines Menschen zu den Pflichten
seiner Arbeit
Dienst|auf|sicht: die; -; - Behörde, Per¬
son, welche die Aufsicht über nachge¬
ordnete Behörden u. Amtswalter aus¬
übt
Dienst|aus|ga|be: die; - ; -n <Milit.> Auf¬
stellung des Dienstverlaufes
Dienst|aus|weis: der; -es; -e Identitäts¬
karte für den Dienst, Betrieb
Dienst|au|to: das; -s; -s Fahrzeug für
Dienstfahrten; Auto, das einem Mit¬
arbeiter von der Firma zur Verfügung
gestellt wird
dienstbar: Adj. n. stg. a) bereit zum
Dienst b) sich etw. dienstbar
machen: etw. für sich, persönliche
Zwecke (aus)nutzen
Dienstjbeffehl: der; -(e)s; -e zu erfül¬
lende Aufgabe im Dienst
dienst|be|flis|sen: Adj. (übertrieben) be¬
müht, jmdm. behilflich, zu Diensten
zu sein, jmdn. beruflich, arbeitsmäßig
zu unterstützen »Der Kellner nahm
ihm dienstbeflissen den Mantel ab.«
D[enst|be|flis|sen|heit: die; ~ ; -en vor¬
bildliches Verrichten seines Dienstes;
bestrebt, seine Kunden o. ä. hervorra¬
gend zu bedienen
D|enst|be|ginn: der; -(e)s; - Anfang des
Dienstes, der Arbeitszeit
Dienst|be]reit|schaft: die; - ; -en 1 Ab¬
rufbereitschaft für einen Notfall im
Arbeitsablauf 2 Wille, Bestrebung,
jmdm. mit seiner Arbeit behilflich zu
sein, zu dienen
Dienst|be|zeich|nung: die; - ; -en beruf¬
licher Rang einer Person
Dienst|be[zü]ge: die (PI.) Besoldung
der Beamten
D[enst[bo|te: der; -n; -n weibl. Dienstj-
bo|tin: die; - ; -nen Person, die in ei¬
nem Haushalt angestellt ist, dienende
Aufgaben verrichtet
Diensteid: der; -(e)s; -e Treueeid, der
zu Beginn des Dienstes, der Anstel¬
lung, bei der Einstellung geleistet
wird
Dienst|si|fer: der; -s; - Bemühen im
Dienst
dienst|eif|rig: Adj. bestrebt, Kunden be¬
sonders gut zu bedienen, die Arbeit
gut zu verrichten; in beruflicher Hin¬
sicht pflichtbewußt
Djenst|fahit: die; - ; -en 1 aus berufli¬
chen Gründen anzutretende, absol¬
vierte (Geschäfts-)Reise 2 aus berufli¬
chen Gründen notwendige Fahrt mit
dem eigenen Auto (für die die Kosten
erstattet werden)
djenstjferjtig: Adj. n. stg. 1 zum Dienst
bereit; bestrebt 2 hilfsbereit
d|enst|frei: Adj. n. stg. frei, keinen
Dienst habend; nicht arbeiten müs¬
send
248
Diffamation
Dienst|gang: der; -(ejs; -gange Weg,
der im Dienst getätigt wird
Dianst|ga|heim|nis: das; -ses; -se be¬
triebliche, berufliche Information, die
nicht weitergegeben werden darf
Dienst|ge|spräch: das; -(e)s; -e 1 Tele¬
fonat, Gespräch, das aus beruflichen
Gründen geführt wird »Privat- u.
Dienstgespräche werden getrennt
abgerechnet.« 2 Besprechung mit
Kollegen, Vorgesetzen, Geschäfts¬
freunden o. ä. über berufliche The¬
men usw. »Für Dienstag ist ein Diensl-
gespräch angesetzt.«
Dienstgrad: der; -(e)s; -e (häufig Mi-
lit.> Position, Titel innerhalb der Hier¬
archie, Rangordnung
Dienstjgrad|ab|zei|chen: das; -s; - etw.,
was jmds. Rang signalisiert, symboli¬
siert
Dienst|ha|ben|de: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Diensthaben¬
der; eine Diensthabende; zwei Dienst¬
habende) ihren Dienst ausübende,
verantwortliche Person
Dienstherr der;-(e)n; -(e)n juristische
Person des öffentlichen Rechts, einer
Behörde, mit der ein Beamter in ei¬
nem öffentlich-rechtlichen Dienst- u.
Treueverhältnis steht »Der Innenmini¬
ster ist der oberste Dienstherr aller Be¬
amten.«
Dienst|jahR das;-(e)s; -e Arbeitsjahr
Dienstjju|bi|lä|um: das; -s; -Jubiläen
(zeitliche) Zugehörigkeit zu einer Fir¬
ma o. ä.; Wiederkehr des Eintrittsta¬
ges in ein Unternehmen
Djenst|ldei|dung: die; - ; -en (PI. s.)
vorgeschriebene Arbeitskleidung
Dienst|lei|stung —» Djenst|leisjtung:
die; ~ ; -en 1 m. PI. Arbeiten (inner¬
halb des Wirtschaftssystems), die
nicht der Güterproduktion dienen
»Dienstleistungen werden immer
teurer.« 2 Arbeit, (kleine) Gefällig¬
keit, die man für jmdn. erledigt
Djenst|lei|stungs|be|trieb —Dienst|-
leis|tungs|be|trieb: der; -(e)s; -e
<Wirt.> Betrieb, dessen Aktivitäten
auf die Dienstleistung abzielen
Dienst|lei|stungs|ge|werjbe —>
Dienst|leis|tungs|ge|werjbe: das; -s; ~
Gewerbe, dessen Aktivitäten auf die
Dienstleistung abzielt
dienst|lich: Adj. n. stg. 1 im Rahmen
der beruflichen Arbeit »Ich muß
dienstlich verreisen.« 2 offiziell »eine
dienstliche Anweisung«
Dienst|mäd|ch6n: das; -s; - Hausmäd¬
chen; in einem Haushalt beschäftigte
weibliche Person
Dienst|magd: die; - ; -mägde [veralt.]
grobe Arbeit verrichtende Dienerin,
weibliche Arbeitskraft (in der Land¬
wirtschaft)
Djenst|mann: der;-(e)s; -männer, -leute
u. -en 1 PI. -männer u. [österr.J -leute
[veralt.] Gepäckträger 2 PI. -en
Lehnsmann
Dienst)mar|ke: die; - / -n Identitätsaus¬
weis der Polizisten, Staatsangestellten
Dienst|müt|ze: die; ~ ; -n Mütze, die
während des Dienstes getragen wird,
zu einer Uniform gehört
D|enst)perjso|nal: das; -s; - Personal,
Gruppe von Angestellten, das/die
sich im Dienst befindet »Das Hotel
hat zu wenig Dienstpersonal.«
Dienstpflicht: die; ~ ; -en Verpflich¬
tung, seinen Dienst zu leisten, be¬
stimmte Pflichten zu übernehmen
dienst|pflich|tig: Adj. n. stg. Verpflich¬
tungen (gegenüber dem Staat) nach¬
kommen müssend
D!enst|pi|sto|le—* Dienst|pis|to|le: die;
- ; -n für die Arbeit zu nutzende, zur
Verfügung gestellte Handfeuerwaffe
Dienstplan: der; -(e)s; -pläne Anord¬
nung der Termine, Arbeitszeiten einer
Gruppe von Personen im Dienst
Djenst|post: die; - ; - Briefe u. ä., die im
Rahmen der Arbeitsaufgaben verfaßt
u. von der Firma, Behörde o. ä. ver¬
schickt werden
Dienst|rang: der; -(e)s; -ränge (jmds.)
Einstufung, Anordnung in der Hier¬
archie einer Behörde, des Militärs
u. ä.
dienst|recht|lich: Adj. n. stg. arbeits¬
rechtlich
Djenst]rei|se: die; - ; -n Fahrt im Rah¬
men des Dienstes, der Arbeit
Dienst|schluB —* Dienstschluss: der;
-Schlusses; -Schlüsse Ende der Ar¬
beitszeit)
Dienstschreiben: das; -s; - schriftliche
Äußerung, Korrespondenz im Rah¬
men des Dienstes, der Arbeit
Dienst|sie|gel: das; -s; - Abzeichen
(heute meist Stempel) eines Amtes
Dienststelle: die; - ; -n mit bestimmten
Aufgaben betrauter Teil einer Behör¬
de »Für dieses Problem ist eine andere
Dienststelle zuständig.«
Djenstjstem|pel: der; -s; - auf ein
Schriftstück aufgedrucktes, -gestem¬
peltes Zeichen eines Amtes
Djenst|stra|fe: die; - ; -n Strafe, die auf¬
grund eines Regel-, Disziplinarverge¬
hens erteilt wird
Dienstjstun|de: die; - ; -n (m. PI.) t Ar¬
beitszeit 2 Öffnungszeit eines Amtes
diensttauglich: Adj. gesundheitlich fä¬
hig für den Dienst
D]enstjte|le|fon: das; -(e)s; -e Fern¬
sprechanlage, die für dienstliche
Zwecke bestimmt ist
dienstftu)end —» Djenst tu|end: Adj. n.
stg. seine Arbeit verrichtend (u. dabei
für das Funktionieren von etw. ver¬
antwortlich)
d]enst|un|fä|hig: Adj. n. stg. (gesund¬
heitlich) nicht tauglich für den Dienst
Dienst|ün|fall: der; -s; -Unfälle Verlet¬
zung, die man während der Dienstzeit
erfährt, sich zuzieht
dienst|un|taug|lich: Adj. n. stg. (gesund¬
heitlich) nicht fähig für den Dienst
Dienstjver|ge|hen: das; -s; - schuldhaf¬
ter Vorgang einer im Dienst stehen¬
den Person
Dienst|ver|hält[nis: das; -ses; -se das die
Dienste betreffende Rechtsverhältnis
d|enst|veijpflich|tet: Adj. n. stg. für eine
Arbeit zwangsweise abgestellt, einge¬
setzt »Die Stadtangesteillen wurden
dienstverpflichtete Wahlhelfer.«
Dienst|veijtrag: der; -(e)s; -Verträge
(Rechtsw.) Vereinbarung, die einen
Tausch von Arbeitsleistung gegen
Geldleistung zum Gegenstand hat
Dienst|vorjschrfft: die; - ; -en Gesetze,
Richtlinien, die im Dienst eingehalten
I werden müssen
Dienst)waf|fe: die; - ; -n für die Arbeit
zu nutzende, zur Verfügung gestellte
Handfeuerwaffe
D[enst|wa|gen: der; -s; - Fahrzeug, das
für dienstliche Zwecke bestimmt ist
d]enst)wid|rig: Adj. gegen die Dienstge¬
setzehandelnd
dienst|wil|lig: Adj. zum Dienst bereit;
bestrebt, gut zu arbeiten
Dienst|woh|nung: die; - ; -en Unter¬
kunft, die jmdm. (gegen Miete) zur
Verfügung gestellt wird, damit diese
Person ihren dienstlichen Aufgaben
angemessen nachkommen kann
Dienst|2im|mer: das; -s; - Raum, der
für dienstliche Zwecke vorgesehen ist
diesbez(gl).: Abk. diesbezüglich
d|es|be|züg|lich: Adj. n. stg. diese Sache
betreffend
Diejsel: der; -s; - 1 nach einem deut¬
schen Ingenieur benannter Kraftstoff
für bestimmte Motoren 2 Kurzw.
Kraftfahrzeug mit einem Dieselmo¬
tor
diefsel|elek|trisch —*■ die]sel|e|lek|t|-
risch: Adj. n. stg. <Elektrot.> unter Zu¬
hilfenahme von einem Dieselmotor
Elektrizität erzeugend
Die|sel|kraft|stoff: der; -(e)s; -e Brenn¬
stoff für den Dieselmotor
D|g|sel|lok: Kurzw. die; ~ ; -s Lokomoti¬
ve, Zugmaschine für Eisenbahnwag¬
gons, die mit Diesel angetrieben wird
Die|sel|lo|ko|mo|ti|ve: die; ~ ; -n Zugma¬
schine für Eisenbahnwaggons, die mit
Diesel betrieben wird
D|e]sel|mo[tor der; -s; -en von Otto
Diesel entwickelter Verbrennungsan¬
trieb
Die|sel|öl: das; (e)s; -e Brennstoff für
den Dieselmotor
Die|set)trieb|wa|gen: der; -s; - Zugfahr¬
zeug, Triebwagen, das/der mit Diesel
betrieben wird
diejsig: Adj. leicht nebelig; dunstig;
nicht klar »ein diesiger Tag«
Die|sig|keit: die; - ; -en (Wetten Trüb¬
heit; leichter Nebel
diesj.: Abk. diesjährig
d|es[jäh|Hg: Adj. n. stg. im laufenden, in
diesem Jahr stattfindend, aus diesem
Jahr stammend
djes|mal: Adv. dieses Mal »Diesmal will
ich ihm noch verzeihen, aber dann tue
ich es nie wieder.«
diess.: Abk. a) diesseits b) diesseitig
dies|sei|tig: Adj. n. stg. a) (Religion) auf
das Hier u. Jetzt, nicht auf das Jen¬
seits bezogen; der realen Welt ange¬
hörig, zuzuordnen b) auf dieser Seite
(auf der der Sprecher sich befindet)
von etw. »diesseits des Flusses«
Dies|sei|tig|keifc die; - ; -en (Religion)
dem Hier u. Jetzt, nicht dem Jenseits
zugewandte Ei nstellung
Dietjrich: der; -s; -e gebogener Metall¬
bügel zum Öffnen von (einfachen)
Schlössern
Diff.: Abk. Differenz = a) Unterschied
b) Meinungsverschiedenheit
diff.: Abk. 1 differenziert = aufgeglie¬
dert; vielschichtig 2 diffizil = schwie¬
rig
Dif|fa|ma|ti|on: <lat.> /diffamazipn/ die;
- ; -en Verleumdung; üble Nachrede;
Rufmord
249
Diffamie
Dif|fa|mie: <lat.-fr.> die; - ; -n ldiffami‘nj
Bosheit; üble Nachrede; Verleum¬
dung
dif|fa|m]e[ren: dat» diffamierst; diffa¬
miertest; hast diffamiert über eine
Person schlecht sprechen, ihren Ruf
zerstören
Dif|fa|mie|rung: die; - ; -en Verleum¬
dung; üble Nachrede
dif|ferjent: dat.i Adj. n. stg. [geh.] un¬
gleich; verschieden; sich unterschei¬
dend »differente Auffassungen«
Dif|fe|ren|ti]al —» auch Dif]fejrenjzi|al:
dat» /differenzial/ das; -s; -e 1 <Math.>
Zuwachs einer Funktion bei Ände¬
rung eines Faktors 2 Kur zw. Differen¬
tialgetriebe
Dif|fe|ren|ti]al|gettrie|be —> auch Difj-
fejren|zi|al|gejtrie|be: <lat.; dt.>
/differenzial-/ das; -s; - <Technik> Ge¬
triebe, das. die erbrachte Motorlei¬
stung bei Fahrzeugen auf den Antrieb
der Räder überträgt
□rf|fe|ren|ti|al|glei|chung —» auch Dif|-
fe|ren|zi|al|gleijchung: <lat.; du
/differenzial-/ die; - ; -en <Math.>
Gleichung, in der Differentialquo¬
tienten Vorkommen
Dif]fe|ren|ti|al|rech|nung —* auch Dif|-
fe|ren|zi|al|rech|nung: dat.; dt»
/differenzial-/ die; - ; -en <Math.>
Rechnungärt, Bereich der höheren
Mathematik
dif|fe|ren|tijell —> auch dif|fe|ren|zijell:
dat» /differenzjel/ Adj. unterschei¬
dend »differentielle Merkmale«
Dif]fejrenz: dat» die; - ; -en 1 m. PI. mit
Streit verbundene Meinungsverschie¬
denheit »Wir hatten erhebliche
Differenzen.« 2 [geh.] Unterschied
»Zwischen diesen Dingen besteht eine
große Differenz.« 3 <Math.> Ergebnis
einer Subtraktion, des Abziehens,
Minusnehmens
Dif|fe|renz|be|trag: dat.; dt.> der; -(e)s;
-«rüge Unterschied, Differenzsumme
zwischen zwei Zahlen
Dif]fe|renz]ge|schäft: dat.; dt» das;
-fe)s; -e Geschäftsvereinbarung an
der Börse, bei der die Differenz zwi¬
schen dem Vertragskurs u. dem Kurs
am Erfüllungstag zu zahlen ist
—» Dtf]fe|ren|zi|al: s. Differential
—» Drf(fe|ren|2i|al|ge|trie|be: s. Diffe¬
rentialgetriebe
—» Dif|fe|ren|zi|al|gleijchung: s. Diffe¬
rentialgleichung
—» Dif|fe|ren|zi|al|rech|nung: s. Diffe¬
rentialrechnung
—» dif|fe|ren[zi|ell: s. differentiell
difffe|ren|z]er(bar dat» Adj. unter¬
scheidbar; trennbar
Difjfe|renjzjerjbar]keit: dat.: dt» die; - ;
-en Möglichkeit der Unterscheidung;
Unterschiedlichkeit
diflfe|ren|zie|ren: dat» differenzierst;
differenziertest; hast differenziert
[geh.] unterscheiden; trennen »Du
mußt lernen, zwischen Beruf u. Privat¬
leben zu differenzieren.«
dif|fe|ren|ziert: Adj. differenzierter; dif¬
ferenzierteste [geh.] aufgegliedert;
vielschichtig; Einzelheiten beschrei¬
bend, behandelnd »eine differenzierte
Darstellung des Problems«
Diftfe|ren|zie|rung: dat.; dt» die; - ; -en
(kleinste) Unterscheidung
dif|fe|rie|ren: dat» differiert; differierte;
hat differiert [geh.] verschieden sein;
unterschiedlich sein; abweichen »Un¬
sere Meinungen differieren stark von¬
einander.«
dif|fi|zjl: dat.-fr» Adj. 1 schwierig; müh¬
sam; schwer »ein diffiziler Weg zum
Erfolg« 2 heikel; nicht unproblema¬
tisch »eine diffizile Angelegenheit«
dif|fun|dje|ren: dat» diffundierst; diffun¬
diertest; hast diffundiert 1 <Physik>
zerstreuen 2 <Chemie> verschmelzen
diffus: dat» Adj. diffuser; diffuseste 1
<Chemie; Physik> ohne exakte Ab¬
grenzung; zerstreut »diffuses Licht« 2
<übertr.> ungeordnet; durcheinander;
unklar »Was hast du nur für diffuse
Vorstellungen?«
D'tffu|si|pn: dat» die; - ; -en 1 <Physik>
Lichtstreuung 2 <Chemie> eigenstän¬
diges Vermischen von Stoffen
Dif|fu]sor: dat» der; -s; Diffusoren
<Technik> Rohr, das zur Rückgewin¬
nung von Energie aus der Luftströ¬
mung zuständig ist
di|giftal: dat.-engl» Adj. n. stg. 1 Tech¬
nik) in Ziffern dargestellt »eine digi¬
tale Uhr« 2 <EDV> schrittweise; in
Stufen 3 <Med.> mit dem Finger »Etw.
wird digital untersucht.«
Di|gi[tal|an!zei[ge: dat.; dt» die; - ; -n
eine in Ziffern dargestellte Anzeige
Di|gi|ta)lis: dat» die; - ; • u. das; • ; - 1
< Pflanze) Fingerhut 2 <Pharmazie> aus
dem Fingerhut erzeugtes Medika¬
ment für das Herz
di|gi|talti|sie|ren: dat» digitalisierst; digi¬
talisiertest; hast digitalisiert in Zif¬
fern, Zifferkombinationen darstellen
Di|gi)tal|rech|ner: dal.; dt» der; -s; - Ge¬
rät, das mit binären Ziffern rechnet
Di|gi|tal|tech|nik: <gr.-lat» die; - / -en
Umarbeiten in Ziffern
Di|gi|tal|uhr: dat.; dt» die; - ; -en Zeit¬
messer, Uhr, der/die die Zeit mit Zif¬
fern darstellt
d|]hy|brid —* di|hy|b|rid: <gr» /dihübrit/
Adj. n. stg. <Bio.> in zwei Erbmerkma¬
len verschieden
Di|jam|bus: <gr» der; - ; Dijamben <Lite-
raturwiss.; Verslehre) zweifacher
Jambus
Dik|tajphqn —» auch Dik|ta|fon: dai.-
gr» /diktafon/ das; -s; -e Tonbandge¬
rät zum Diktieren; Diktiergerät
Dik|tat: dat» das; -(e)s; -e 1 a) das Dik¬
tieren; das Vorlesen eines Textes, da¬
mit eine andere Person diesen auf¬
schreibt »das Diktat verlangsamen« b)
TText, der zum Aufschreiben vorgele¬
sen wird bzw. nach einem Diktat (a)
aufgeschrieben wird »Das Diktat ent¬
hält zwei Fehler.« 2 Zwang zu etw.
Wir widersetzten uns diesem Diktat.«
Dik|ta|tor: dat» der; -s; Diktatoren
weibl. Dik|ta|tp|iin: die; - ; -nen Per¬
son, die willkürlich eine Gewaltherr¬
schaft ausübt
dik|ta|tg]risch: dat» Adj. mit Zwang u.
Gewalt »eine diktatorische Regie¬
rung«
Dik|ta[tuR dat» die; ~ ; -en Staatsform,
in der mit willkürlicher Machtaus¬
übung regiert wird, so daß andere ge¬
sellschaftliche Bewegungen, Elemente
mit Gewalt unterdrückt werden
dik|tie|ren: dat» diktierst; diktiertest;
hast diktiert 1 etw. vorlesen, einen
Text sagen, sprechen, damit es/dieser
mitgeschrieben wird »einen Brief
diktieren« 2 jmdm. etw. vorschreiben;
befehlen »Ich lasse mir nicht diktieren,
was ich zu tun habe!«
Dik]tier]ge|rat: dat.-dt» das; -fe)s; -e
Apparat, auf den (Korrespondenz)
diktiert u. von dem Diktiertes, Ge¬
sprochenes abgehört werden kann
Dik[tio|när —» Dik(ti|o|när: dat»
/dikzionär/ der; -s; -e [veralt.] Wörter¬
buch
D|l|do: <gr» der; -s; -s ein aus Latex
künstlich hergestellter Penis
Di|lein|ma: <gr.-lat» das; -s; -s u. Dilem¬
mata Situation, in der man sich unan¬
genehmerweise zwischen mehreren
gleichwertig guten/schlechten Mög¬
lichkeiten entscheiden muß
Di|let|tant: dat.-it» der; -en; -en weibl.
Di|let|tan|tin: die; - ; -nen [abwert.]
Nicht-Fachmann »Man sieht, daß
diese Fliesen ein Dilettant verlegt hat.«
di|let|tan|ten|haft: dat» Adj. dilettanten-
hqfter; diletlantenhafteste nicht fach¬
männisch, schlampig, stümperhaft
Di|let|tan|ten|tum: dat» das; -s; - Halb¬
wissen, Stümperei, mit dem/der etw.
getan wird
di|tet|tan{tisch: Adj. a) nicht ausrei¬
chend; unzulänglich b) [meist abwert.]
nicht fachgerecht
Di|let|tan|üs|mus: dat» der; ~ ; - Halb¬
wissen; laienhaftes Wissen
di|let|tie|ren: dat» dilettierst; dilettier-
test; hast dilettiert 1 [abwert.] etw. nur
laienhaft, nicht sehr gut ausfiihren 2
[veralt.] auf einem Gebiet Laie sein
Di|li|gence: dat.-fr» /dilisehangß/ die;
•; -n <hist.> Eildienst per Postkutsche
Dill: der; -(e)s; -e Würzkraut (für Salat)
Di|lu|vi|um: dat» /diluwium/ das; -s; -
erdgeschichtliche Phase des Pleisto¬
zäns
Di|men|silon: dat» die; - ; -en 1 <Physik>
a) Abmessung (eines Körpers) b) Be¬
ziehung (einer Größe zu
Grundgrößen) 2 Ausdehnung; Grö¬
ße; Umfang; Ausmaß »Diese Ge¬
schäftsleutedenken in ganz anderen fi¬
nanziellen Dimensionen.«
di|men|sio|nal —> di[men|si|o|nal: dat»
Adj. n. stg. Abmessungen kennzeich¬
nend
di|men|sio|nie|ren —* di|men|si|o|nie|-
ren: dimensionierst; dimensioniertest;
hast dimensioniert etw. in seinen Ma¬
ßen festlegen »Er hat die Portionen
viel zu groß dimensioniert.«
Di|me|ter: dat» der; -s; - <Verslehre>
Vers aus zwei gleichen Metren
Di[mi|mi|tiv: dat» /diminutif/ der; -(e)s;
-e jdimhutiw*/ <Sprachwiss.> Verklei-
nerungs-, häufig Vemiedlichungs-
form eines Wortes
Di|mi|nu|tty|bi!|dung: dat.; dt»
/diminutif-/ die; - : -en <Sprachwiss.>
Herstellung eines Diminutivs
Di|mi|nu|tiv|suf|fix: dat» /diminutif-/
das; -es; -e <Sprachwiss.> Nachsilbe
zur Bildung einer Verkleinerungs¬
form »'-lein' ist ein Diminutivsuffix.«
Di|mi|nu|ti]vum: dat» /diminutiwum/
das; -s; Diminutiva <Sprachwiss.> Ver¬
kleinerungsform »Tischlein ist das Di-
minutivum von Tisch.«
250
Diplomatenviertel
Di|mis]siJon: dato die; - ; -en Rücktritt
eines Ministers od. einer gesamten
Regierung
Di|m)s|sio|när —* Di]mis|si|o|när: dato
der; -s; -e weibl. Di|mis|sio|n|jiin —»
Di|mis|sl|o[nä|rin: die; ~ ~; -nen
[schweiz.; veralt.] aus dem Dienst ent¬
lassene^) Beamter/Beamtin
di|mit|tie|ren: dat.i dimittierst; dimittier-
test; hast dimittiert [veralt.] verab¬
schieden; entlassen
Dimjmer. <englo der; -s; - stufenloser
Helligkeitsregler für Beleuchtungen
df|morph: <gro /dimorf/ Adj. n. stg.
zweiförmig
Di|mor[phie: <gr.> /dimorfie/ die; - ;
Dimorphien jdimorfynj 1 <Bio.> Vor¬
kommen von Tieren od. Pflanzen in
zwei möglichen Formen 2 <Chemie>
Kristall in zwei verschiedenen For¬
men, Syn.: Zweigestaltigkeit
Di|mor|phis|mus: <gr.-lat.> /dimorfiß-
muß/ der; - ; Dimorphismen 1 <Bio.>
Vorkommen von Tieren od. Pflanzen
in zwei möglichen (Erscheinungs-)
Formen 2 <Chemie> Kristall in zwei
verschiedenen Formen, Syn: Zweige¬
staltigkeit
DIN: Kurzw. die; -; - Deutsche Industrie
Norm(en); Verbandszeichen des
Deutschen Instituts für Normung
Di|ner. dal.-fr o /ding/ das; -s; -s umfang¬
reiches, meist festliches (Abend-)Es-
sen
DIN-Forjmat: das; -(e)s; -e nach einer
bestimmten deutschen Norm vorge¬
schriebene Größe des Papiers
Ding: das; -fe)s; -e u. -er 1 Gegenstand
»Ich habe diese Dinge, [abwert.) Din¬
ger in meinem Schrank gefunden.« 2
Sache; Tätigkeit; Ereignis »Das ist
nicht mein Ding!« 3 Angelegenheit
»persönliche Dinge regeln« 4 das ist
ain Dingl: [ugs.] überraschter, bewun¬
dernder Ausruf S a) krumme Dinger
machen, drehen: [ugs.] etw. nicht Er¬
laubtes, Rechtswidriges tun b) ein
Ding drehen: [ugs.] eine kriminelle
Handlung begehen »Die Diebesbande
wollte heute Nacht wieder ein Ding
drehen.« 6 aller guten Dinge sind
drei: a) tUrsprung dieser Wendung»
früher mußte ein Beschuldigter drei¬
mal vor Gericht geladen werden, ehe
er in Abwesenheit bestraft werden
konnte b) [oft scherzh.l Bemerkung,
wenn etw. dreimal geschieht od. etw.
auch beim zweitenmal nicht geklappt
hat 7 das ist ein Ding der Unmöglich¬
keit: das geht nicht, es ist unmöglich 8
guter Dinge sein: optimistisch, fröh¬
lich, zuversichtlich sein »Er hatte die
Stelle bekommen u. war nun guter
Dinge.« 9 unverrichteter Dinge: etw.
nicht verwirklicht, erreicht haben 10
jmdm. ein Ding verpassen: [ugs.]
jmdn. schlagen 11 nicht mit rechten
Dingen zugehen: 1. merkwürdig,
nicht erklärbar sein 2. etw. ist nicht le¬
gal, ist ungesetzlich 12 vor allen
Dingen: besonders; zunächst; zuerst
13 Gut Ding will Weile haben: etw.,
was gut werden, gelingen soll,
braucht Zeit u. Geduld 14 jedes Ding
hat zwei Seiten: jede Sache o. ä. hat
meistens eine gute n. eine schlechte
Seite, einen Vorteil, aber auch einen
Nachteil, man sollte sie genau prüfen,
bedenken
Dingjhaf]tig|keit: die; • ; -en <Philoso¬
phie> Realität, Dasein, (greifbare)
Existenz von Sachen
ding|lich: Adj. n. stg. in der Realität,
Wirklichkeit, nicht nur in der Vorstel¬
lungvorhanden, existent
Ding|lich|keifc die; - ; -en Zustand des
Vorhandenseins in der Realität,
Wirklichkeit
Dlngsjbums: der, die u. das; - ; -e (PI.
s.) [ugs.] nicht näher bezeichnete(s)
Sache, Ding od. Person
Dingsjda: der, die u. das; - ; -e (PI. s.j
[ugs.] nicht näher bezeichnete(s) Sa¬
che, Dingod. Person
Ding|wort: das; -(e)s; -Wörter <Sprach-
wiss.> Nomen; Substantiv; Haupt¬
wort
di|niejren: <lat.-fro dinierst; diniertest;
hast diniert [geh.; häufig auch
scherzh., iron.] (festlich) speisen »Wir
dinierten im 5-Sterne-Hotel.«
Di)ning-room —> Difningroom: <englo
/deiningru m/ der; -s; -s Eßzimmer
Din|kel: der; -s; - besondere Weizensorte
»Das Brot ist aus Dinkel gebacken.«
Dinjner <engh das; -s; • u. -s <in Eng¬
land die Hauptmahlzeit» (warmes)
Abendessen
DIN-Norm: die; • ; -en Norm, die vom
Deutschen Institut für Normung fest¬
gesetzt wurde
Dilnolsaulriler: <gr.-lato der; -s; - ausge¬
storbene prähistorische Riesenechse
Oilnolsaulrus: der; - ; Dinosaurier aus¬
gestorbene prähistorische Riese¬
nechse
Di|ode —» Di|o|de: <gr-lat:> die; - ; -n
<Elektrot.> elektrische Zweipolröhre
Dio|len(fa|ser—» Di|o|len)fa|ser: die; - ;
-n Kunstfaser aus Polyester
dio|phan|tisch —* di]o|phan|tisch: <gr.>
/diofantisch/ Adj. 1 unbekannt 2 dio-
phantische Gleichung: <Math.> Glei¬
chung mit zwei od. mehr Unbekann¬
ten
Di|op(trie —> Di|op|t)rig: <gr.-lato die;
* ; Dioptrien jdioptrpnj <Optik> Ma߬
einheit für den Brechungswert von
Linsen(systemen)
Dijoxan —»■ Di|o|xan: /diokßan/ das; -s;
- chemisches Lösungsmittel für Fette
u. Lacke, leicht nach Äther riechend
Difoxin —* Di|o|xin: /diokßin/ das; -s; -
chemische, giftige Verbindung von
Chlor u. Kohlenwasserstoff
Dijoxyd —> Di|o|xyd: <gro /diokßütl/
das; -s; -e <Chemie> Verbindung mit
zwei Sauerstoffatomen
Di|öze|sfn —> Di|ö|ze|san: <gr.> der; -s;
-e Leiter einer Diözese
di|öze]san —» di|ö|ze|san: <gro Adj. n.
stg. einer Diözese, kirchlichen Ver¬
waltungseinheit angehörend, zuzu¬
ordnen
Di|öze|se —» Di|ö|ze)se: <gr.-lato die;
- ; -n <kath. Kirche» Amtsgebiet eines
Bischofs »Ein neuer Bischof hat die
Diözese übernommen.«
Di|özie—*■ Di|ö|zie: <gr.> die; -; -n Zwei-
häusigkeit, Ant.: Monözie
di|özisch —» di|ö[zisch: <gr.» Adj. n. stg.
zweihäusig, Ant.: monözisch
Oiph|te[rre: <gr.-lato /difteri/ die; - ; -n
jdifterjfnj <Med.» Infektionskrankheit
im Hals- u. Rachenraum (bei der es
im extremen Fall zum derartigen An¬
schwellen der Luftwege kommen
kann, daß Erstickungsgefahr droht,
bei der dann ein Luftröhrenschnitt
durchgeführt werden muß)
Diph(the)rie|schutz|imp|fung: <gr.; dt.»
/difteri-/ die; * ; -en das Zuführen von
Impfstoff zum Schutz, zur Immuni¬
sierung vor Diphterie
Diph|the|rie|se|rum: <gro /difteri-/ das;
-s; -seren u. -sera Immunkörper gegen
Diphterie(erreger) enthaltendes Se¬
rum
diph]the|risch: <gr.> /difterisch/ Adj. n.
stg. <Med.» durch Diphterie verur¬
sacht
Diphthong —> Di|ph|thong: <gro
/diftong/ der; -s; -e «Sprachwiss.» zwei
aufeinanderfolgende Vokale, Selbst-
laute»'Ei’u. 'au'sindDiphtonge.«
di|phthon|gie[ren —» di|ph(thon|g|ej-
ren: <gro /diftongiren/ diphthongierst;
diphthongiertest; hast diphthongiert
<Sprachwiss.» zum Diphtong entwik-
keln
Di|phthon|gie|rung —»■ Di|ph|thon|g]e|-
rung: <gro /diftongirung/ die; - ; -en
Entwicklung zum Diphtong
Dipl.: Abk. Diplom = a) amtliche Ur¬
kunde b) Abschlußzeugnis) einer
akademischen Ausbildung
dipi.: Abk. 1 diplomatisch — a) urkund¬
lich b) staatsmännisch e) klug berech¬
nend 2 diplomiert = mit einer amtli¬
chen Urkunde, einem Diplom verse¬
hen
Di|plom —» Di|p|lom: <gr.-lat.> das; -s;
-e (Fach-)Hochschulbescheinigung
über eine bestandene (Abschluß-)
Prüfung; Urkunde
Di|plo|mand —» Di|p|lo|mand: <gr.-lat.i
der; -en; -en weibl. Di|plo|man|dln - -*
Di|pflo|man|din: die; - ; -nen Anwärte¬
rin) auf eine (Fach-)Hochschulbe-
scheinigung über eine bestandene
(Abschluß-)Prüfung
Di|plom|ar|beit —> Di)p|lgm(ar|beit:
<gr.; dt.> die; - ; -en wissenschaft¬
liehe Arbeit, Niederschrift für einen
(Fach-)HochschuIabschluß
Di|plo|mat—-» Di|p|lo]mat: <gr.> der; -en;
-en weibl. Di|pio|majtin —» Di|p|lo|-
majtin: die; - ; -nen 1 höhere(r) Beam¬
ter/Beamtin im auswärtigen Dienst 2
Person, die taktisch klug handelt
Di|plo]malten|aus[weis Di|p|lojma|-
ten|aus|weis: <gr.; du der; -es; -e
Identitätsausweis eines/einer Beam-
ten/Beamtin im auswärtigen Dienst
Di|plo|ma]ten|kof|fer —* Di|p|lo|ma|-
ten|kof|fer: der; -s; - kleiner, rechtek-
kiger Lederkoffer, in den DIN A4-
Blätter passen »Er hatte einen Diplo¬
matenkoffer in der Hand.«
Di|pio|ma|ten|lauf|bahn —»• Di|p|lo|ma|-
ten|lauf)bahn: <gr.; dt.> die; - ; - a) be¬
ruflicher Aufstieg eines/einer Beam-
ten/Beamtin im auswärtigen Dienst
b) Tätigkeit eines/einer Beamten/Be-
amtin im auswärtigen Dienst
Di|plo|ma[ten|paB —> Di|p|lo|ma)ten|-
paas: <gr.-lat.-fro der; -passes; -passe
Ausweis eine(s)(r) hohen (im Ausland
arbeitenden) Beamten, Beamtin im
auswärtigen Dienst
Di|plo]ma|ten|vierttel —* Di|p|lo)ma|-
tenjvierltel: <gr.; du das; -s; - Wohn-
251
Diplomatie
gegend, in der fast ausschließlich Di¬
plomaten u. ihre Familien leben
Di|plo|mat|je —> Oi|p|lo|maftie: <gr.-
lat.-fr» die; - ; -1 Kunst des Verhan-
delns »Sie ist eine Meisterin der
Diplomatie.« 2 Gesamtheit der Beam-
ten/Beamtinnen im auswärtigen
Dienst (in einem Staat)
Di|plo|ma|ti|ker —* Di|p|lo|ma)ti|ker
der; -s; - weibl. Di|plo|ma|ti|ke|rin —»
Dijp|lo|mafti|ke|rin: die; - ; -nen 1 ge¬
schickt handelnde Person 2 Person,
die sich mit der Lehre von den Ur¬
kunden beschäftigt
di|ploJma|tisch —» di|p|lo|ma(tisch:
Adj. dat.-fr» geschickterweise nicht
parteiergreifend; Kompromisse er¬
zeugend
di|pto|mje|ren —»■ di|p|lo|mie|ren: <gr.-
lat» diplomierst; diplomiertest; hast
diplomiert mit einer Urkunde aus¬
zeichnen
Di|plom|in|ge|nieur —*■ Di|p|lpm|in|ge|-
nileuR <gr.-lat.-fr.> der; -s; -e weibl.
Di|plom|in|ge|nieu|rin —> Di|p|lom|-
in)ge|ni|eu|rin: die; ~ ; -nen Ingeiueu-
r(m), der/die die Ausbildung mit ei¬
nem Diplom beendet hat
Di|plom(prü|fung —* Di|p(lgm|prü|fung:
(gr.-lat.; dt» die; ~ ; -en Examen, mit
dessen Bestehen man ein Diplom er¬
wirbt
Dijpol: <gr.> der; -fe)s; -e <Physik> be¬
nachbarte Ladungen mit unterschied¬
lichen Polaritäten
Di|pol|an|ten|ne: <gr.> die; - ; -n Sende-
'empfanger mit zwei gleichen Leitern
d|p|pen: <engh dippst; dipptest; hast
gedippt 1 <Nahrung> etw. (wie z. B.
Gemüse) in eine Sauce o. ä. eintau¬
en, eintunken 2 <Seefahrt> die Schiffs¬
flagge zum Gruß heben u. senken
Di|ptyjchon —Di|p|ty|chon: <gr.>
/diptichon/ das; -s; Diptychen u.
Diptycha <Kunstwiss.> Doppeltafel
Dir.: Abk. 1 Direktion 2 Direktive = a)
Anweisung b) Verhaltensregel 3 a)
Direktorium b) Direktoren) 4 <in Zu¬
sammensetzung) Direkt- 5 Diri¬
genten)
dir.: Abk. 1 direkt 2 <Musik> dirigiert
(von)
di|rekt: dat» I Adj. 1 unmittelbar; ohne
Umwege; ohne Einbeziehung anderer
Personen 2 auf geradem Wege; ziel¬
strebig; in gerader Richtung auf ein
Ziel zu 3 eindeutig; undiplomatisch
»Ihre direkten Bemerkungen sind
gefürchtet.« 4 sofort; ohne Verzöge¬
rung II Adv. geradezu; regelrecht; tat¬
sächlich »Da haben wir ja direkt Glück
gehabt, daß ihr zuhause seid.«
Di|rekt)flug: der; -(e)s; -füge Beförde¬
rung mit dem Flugzeug ohne Umstei¬
genotwendigkeit
Di|i«kt|heit: die; - ; -en Unverblümtheit,
einer Äußerung, Handlung »jmdm.
etw. mit Direktheit mitteilen«
Di|rek|ti|on: dat» /direkzion/ die; - ; -en
1 Leitung eines Betriebes, Unterneh¬
mens; Gesamtheit der Direktoren 2
Büros, in denen die Betriebsleitung u.
ihre engsten Mitarbeiter arbeiten
Di|rek|B|ons|zim|mer: <lat.; dt.>
/direkzionß-/ das; -s; - Zimmer des
Chefs, der Chefin, der Betriebsleitung
Di|rek|tijve: dat» /direktiwe/ die; - ; -n
Weisung; Verhaltensregel
Di|rekt|man|dat: <lat.> das; -(e)s; -e
nicht über eine (Wahl-)Liste, sondern
direkt u. persönlich bei einer Wahl er¬
haltener Vertretungsauftrag, Parla¬
mentssitz; Mandat eines Abgeordne¬
ten durch Mehrheitswahl
Oi|rek|ton dat» der; -s; Direktoren
weibl. Di|rekfto|rin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die einen Betrieb, ein Unterneh¬
men leitet »Sie ist zur Direktorin er¬
nannt worden.«
Dijrek|to|ral: dat» das; -(e)s; -e 1 Raum,
Büro der Betriebsleitung 2 Leitung ei¬
nes Unternehmens »jmdm. das Direk¬
torat übertragen«
Di|rek|tojren|po|sten —-> Di|rek|to|ren|-
pos|ten: dat.; dt» der; -s; * <Wirt.>
führende, verantwortliche Stelle in
der Betriebsleitung
Di|rek|to|ren|ses|sel: der; -s; - Position,
Posten des Betriebsleiters/der Be¬
triebsleiterin »Sie wollte den Direkto¬
rensesselhaben.«
Di|rek|to|ri|um: das; -s; Direktorien jdi-
rektorim/ Vorstand; Geschäftsleitung
»Er wurde ins Direktorium berufen.«
Di|rek]tri|ce —* Di|rek|t|rijce: <fr»
/direktriß(e)/ die; - ; -n Leiterin eines
Modegeschäftes, die auch für neue
Entwürfe zuständig ist
Di|rekt|sen|dung: die; - ; -en Rund¬
funk; Fernsehern Sendung, die direkt,
zeitgleich u. nicht als Aufzeichnung
übertragen wird
Di|rekt|überjtra|gung —» Di|rekt|üjber|-
tra|gung: die; - ; -en zeitgleich über¬
tragene u. nicht aufgezeichnete Sen¬
dung in Fernsehen u. Rundfunk
Di|rekt|weijbung: die; - ; -en <Werbung;
Wirt.) Werbung, die auf einen speziel¬
len Kunden, Kundenkreis abzielt
Dijri|gent: dat» der; -en; -en weibl. Di|ri|-
gen|tin: die; ~ ; -nen Person, die ein
Orchester o. ä. dirigiert u. leitet
Dijri|gen|ten|puR: dat» das;-(e)s; -e hö¬
herer, kleiner Tisch für den Dirigen¬
ten zur Ablage der Notenblätter
Di|ri|gen|ten|stab: dat.> der; -(ejs; -stö¬
be Stab, Stöckchen des Orchesterlei-
ters/der Orchesterleiterin, den er/sie
zum Dirigieren des Orchesters ge¬
braucht
Di|ri|gent)schaft <!at.> die; - ; -en [geh.]
a) Tätigkeit des Dirigenten b) Zeit¬
raum der Dirigententätigkeit einer
Person
di|ri|gie|ren: dat.> dirigierst; dirigiertest;
hast dirigiert 1 ein Orchester beim
Spielen, Musizieren anleiten 2 leiten;
lenken; in eine Richtung führen »Er
dirigierte uns in die Parklücke.«
Dfrndl: das; -s; ~ u. -n 1 bayrisches,
österreichisches Trachtenkleid 2
[bayr.; österr.) junges Mädchen »Sie
ist ein hübsches Dirndl.«
Dirndlkleid: das; -(e)s; -er folkloristi-
’sches Trachtenkleid in Bayern u.
Österreich
D]rndl|mo|de: die; - ; -n Moderichtung,
die sich an folkloristischen Klei¬
dungsstücken, Dirndln orientiert
Dir|ne: die; - ; -n Frau, die gegen Bezah¬
lung sexuelle Dienste erweist, Syn:
Prostituierte; Nutte; Hure
Dir]nen|mi|lieu: das; -s; -s Milieu, Um¬
gebung, Lebensbereich der Prostitu¬
ierten, Dirnen
dis-/Dis-: <lat.> Wortbildungselement
(+ Verb od. + Substantiv od. + Ad¬
jektiv, meist fremdsprachiger Her¬
kunft) dis- + Basiswort = Antonym,
Gegenteil des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten; nicht das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte; drückt
aus, daß etw. negativerweise zum Ge¬
genteil wird »disqualifizieren ♦ Dis¬
kontinuität ♦ dispropertional«
Djs|agio —» Di|s|a|gio: dt» /disadseho/
das; -s; -s <Bankw.> Betrag, um den
ein tatsächlich ausgegebener Darle¬
hensbetrag geringer ist als der Nenn¬
betrag; Abschlagsgeld
Djsc|iockey/Disk|jockey (Disc|jok|key/
Disk|jokjkey —> D|sc|jo|ckey/Disk|-
jo|ckey): (engl» /diß(k)dsehoke'/ der;
-s; -s Ansager(in), Kommentatoren)
u. Aufleger(in) von Platten in Tanzlo¬
kalen, Diskotheken
Dis|co/Dis|ko: Kur zw. die; - ; -s Disco-
thek/Diskothek = Ort zum Tanzen
mit moderner Musik
Dis|co|mu|sik/Disjko|mu|sik: die; ~ ; -en
(moderne) Musik, die in Diskotheken
abgespielt wird
Dis|co|thek/Dis|ko|thek: <gr.-lat.-fr»
die; -; -en 1 Lokal, in dem (sehr laute)
moderne Tanzmusik gespielt wird 2
Sammlung von Platten, CDs »eine
umfangreiche klassische Diskothek«
Dislcounlter: dat.-fr.-engl» /dißkaun-
ter/ der; -s; - (Besitzer eines) Ge¬
schäfts, das Waren zu einem hohen
Rabattsatz u. damit sehr billig ver¬
kauft
Dislcountkielschäft: dat.-engl.; dt»
/dißkaunt-/ das; -(e)s; -e Laden, in
dem Waren wegen des minimalen
Services besonders preiswert verkauft
werden
Dislcountllalden: dat.-engl.; dt»
/dißkaunt-/ der; -(e)s; -laden Ge¬
schäft, in dem Waren wegen des mini¬
malen Services besonders preiswert
verkauft werden
Dis|cpunt|preis: dat.-engl.; dt»
/dißkaunt-/ der; -es; -e günstiger Preis
D]s-Dur das; • ; - Durtonleiter, die auf
den Halbton ’Dis’ aufbaut
dis|gru|ent —» dis|g|ru|ent: dat» Adj. n.
stg. [geh.] nicht übereinstimmend; un¬
terschiedlich »Unsere Ansichten wa¬
ren völlig disgruent.« Ant.: kongruent
Dis|haijmo|nje/Dis|haijmo|nie: dat»
die; ~ ; Disharmonien /dißharmonfcnl
[geh.] 1 <Musik> Mißton; Mißklang 2
Unstimmigkeit; Uneinigkeit »Zwi¬
schen den Partnern herrschte Dishar¬
monie« Ant.: <1; 2> Harmonie
dis|haijmo|niejren: dat» disharmonie¬
ren; disharmonierten; haben
disharmoniert 1 <Musik; Töne) nicht
übereinstimmen 2 <Farben; Formen)
nicht zusammenpassen 3 <Menschen>
sich nicht verstehen; nicht zusammen¬
passen
dis|har|mo|nisch/djs|haijmo|nisch:
dat.-gr» Adj. [geh.] nicht im Einklang;
im Frieden gestört
Dis|kanfc dat» der; -(e)s; -e <Musik> a)
rechte Klaviatur bj improvisierte Ge¬
genstimme c) Sopran
Dis|kant|schiüs|sel: dat.; dt» der; -s; -
<Musik> Schlüssel für die oberste
Stimme; Sopranschlüssel
252
Disponent
Dis|kant|stim|me: dal.; dt.» die; - ; -n
(Musik) Sopran
Dis|ket|te: tgr.-lat.-fr.-engl.» die; ~ ; -n
<EDV> Datenträger für Computer
Dis|ket|ten|lauf(werk: dat.; dt.» das;
-(e)s; -e <EDV> Teil des Computers,
in den die Disketten eingelegt werden,
um diese zu lesen od. zu beschreiben
Dfsk|iockey/Dlsc|jockey (Disk[jok|key/
Disc|iok)key —> Disk[jofckey/Disc|-
jojckey): <engl.» /diß(k)d9ehoke</ der;
•s; -s Ansager(in), Kommentator(in)
u. Aufleger(in) von Platten in Tanzlo¬
kalen, Diskotheken
Dis|ko/Dis|co: Kurzw. die; ~ ; -s Disko-
thek/Discothek = Ort zum Tanzen
mit moderner Musik
Dis|ko|gra|phie —» auch Dis|ko|gra|fie:
<gr.» /dißkografi/ die; -; DiskograpJtf
en tdißkografmj (vollständige)
Schallplattenliste
Dis|ko|mu|sik/Dis[co|mu|sik: die; ~ ; -en
(moderne) Musik, die in Diskotheken
abgespielt wird
Diskont: dat.-it.» der; -s; -e/Dls|kon(to:
der; - u. -s; -s u. Diskonti (Bankw.)
Zinsvergütung bei noch nicht fälligen
Zahlungen
Dis|kon|ten: dat.-it.» die (PI.) <Bankw.>
Wechsel innerhalb eines Landes
Dis|kontjer|hö|hung: dat.-it.; dt.» die; - ;
•en (Bankw.) Erhöhung des Zinssat¬
zes
dis|kpnt|fä|hig: dat.-it.; dt.» Adj. n. stg.
in der Lage seiend für den Diskont
Dis|kont(ge|schäft: dat.-it.; dt.» das;
-(e)s; -e geschäftlicher Abschluß, der
vor dem fälligen Wechsel getätigt
wird
dis|kon|tie|ren: dat.-it.» diskontierst; dis¬
kontiertest; hast diskontiert <Bankw.>
Wechsel vorfristig kaufen
Dis|kon|t|eJrung: dat.-it.» die; - ; -en
(Bankw.) Kauf vor dem fälligen
Wechsel
dis|kon|ti|mi|jer|lich: dat.» Adj. n. stg.
[geh.] unterbrochen; unzusammen¬
hängend Ant.: kontinuierlich
Dls|kon|ti|nui|tät Dis|kon|ti[mi|i(tät:
dat.» die; - ; -en Zusammenhanglosig-
keit; unsteter Ablauf von etw., Ant.:
Kontinuität
Dis|kon|to: der; - u. -s; -s u. Diskonti/
Dis|kont: dat.-it.» der; -s; -e <Bankw.>
Zinsvergütung bei noch nicht fälligen
Zahlungen
Dis|kont|satz: der; -es; -sätze <Bankw.>
Zinssatz, zu dem die Zentralbank
Wechsel von den Banken ankauft
Dis]kor|dan2: dat.» die; ~ ; -en 1 <Musik>
Ungleichheit in einer Komposition 2
<Geologie> verschiedene Lagerungen
von Gesteinsschichten 3 [geh.] ande¬
re, gegensätzliche Meinung
Dis|ko|rol|ler: der; -s; • (m. PI.) [veralt.]
Rollschuh, dessen Rollen fest unter
einem Spezialschuh montiert sind
Dis|ko|thek/Dis|co|thek.' igr.-lal.-fr.»
die; - ; -en 1 Lokal, in dem (sehr laute)
moderne Tanzmusik gespielt wird 2
Sammlung von Platten, CDs »eine
umfangreiche klassische Diskothek«
Dis|kre|dit: dat.» der; -s; -e [geh.]
schlechter Leumund; Herabsetzung
von jmds. Ansehen (bei jmdm.)
dis|kre|di|tiejren: <fr.» diskreditierst; dis¬
kreditiertest; hast diskreditiert [geh.]
in Verruf bringen; verleumden; jmds.
Ansehen, Ruf herabsetzen
Dis[kre|di|tie|rung: dat.» die; - ; -en Vor¬
gang des Verdächtigens; jmdn. in
Mißkredit bringen
Dis|kre|panz: dat.» die; - ; -en [geh.] Dif¬
ferenz, Unterschied zwischen zwei
od. mehr Dingen; Unstimmigkeit
»Zwischen diesen Aussagen besteht
eine erhebliche Diskrepanz.«
dis|kret: dat.-fr.» Adj. diskreter; diskre¬
teste zurückhaltend; unauffällig; un¬
aufdringlich »Diskrete Kellner spre¬
chen nicht über etw., was sie am Tisch
hören.«
Dis|kre|ti]on: dat.-fr.» /dißkrezion/ die;
- ; -1 Verschwiegenheit; ohne öffent¬
liches Aufsehen »etw. mit Diskretion
behandeln« 2 Zurückhaltung; Unauf¬
dringlichkeit »Er legte große Diskreti¬
on an den Tag.«
Disjkri|mi|na|ti|gn: dat.» /dißkrimina-
zion/ die; - ; -en Benachteiligung (ei¬
ner Personengruppe); Abwertung
dis|kri|mi|nje|ren: dat.» diskriminierst;
diskriminiertest; hast diskriminiert 1
jmdn. od. etw. anders, schlechter als
andere, vergleichbare Personen, Lei¬
stungen behandeln »Frauen werden
hinsichtlich der Bezahlung noch immer
diskriminiert.« 2 jmdn. mit negativen
Äußerungen, Bemerkungen schlecht¬
machen
Dis|kri|mi|nie|rung: dat.» die; - ; -en 1 B
enachteiligung gegenüber vergleich¬
baren Personen 2 Demütigung; das
Schlechtmachen »Die Diskriminie¬
rung ist ihm gelungen.« 3 fachliche,
wissenschaftliche Unterscheidung
von verschiedenen Dingen
Dis|kri|mi|nie|nings|ver|bot: das; -(e)s;
-e (Rechtsw.) gesetzliches Verbot,
jmdn. wegen seiner Herkunft, Rasse,
Hautfarbe usw. zu benachteiligen
Dis|kurs: dat.» der; -es; -e 1 Erörterung;
Verhandlung 2 (Sprachwiss.) verwirk¬
lichte sprachliche Äußerung auf¬
grund des sprachlichen Vermögens ei¬
nes Sprachteilnehmers
dis|kur|s]v: dat.» /dißkursif/ Adj. n. stg.
<Philosophie> das Ganze folgernd;
schlußfolgernd
Dis|kus: <gr.-lat.»der; ~ u. -ses; -se u.
Disken scheibenförmiges Wurfgerät
Dis[kus[si|on: dat.» die; - ; -en Ge¬
spräch, mündliche Auseinanderset¬
zung (Argumentationen u. Gegenar¬
gumentation) über ein Thema; Aus¬
tausch von Argumenten, Meinungen
usw. »eine Diskussion fuhren«
Dis[kus|si|ons|ba|sis: dat.» die; - ; - Ba¬
sis, Grundlage eines Gespräches;
Ausgangspunkt eines Gespräches
Dis[kus|si|ons|bei|trag: dat.; dt.» der;
-(e)s; -beitrüge Wortmeldung, Rede¬
beitrag während eines Gespräches
dis|kus[8i|pns|freu[dig: dat.; dt.» Adj.
sich mit Vorliebe verbal mit anderen
auseinandersetzend
Ore|kus|si|ons|grund|la|ge: dat.; dt.»
die; ~ ; -n Basis, Grundlage eines Ge¬
spräches; Ausgangspunkt einer Dis¬
kussion
Dis|kus|stjons[lei|ten dat.; dt.» der; -s; ~
weibl. Dis|kus|si|ons|leifte|rin: die; - ;
-nen Leiterin), Managerin) eines
Gespräches
Dis|kus|si|ons|run|de: dat.; dt.» die; - /
-n zusammensitzende Gruppe von
Personen, die über ein Thema disku¬
tieren, sich intensiv unterhalten
Dis|kus|si|ons|teil|neh|mer: dat.; dt.»
der; -s; - weibl. Ois|kus|si|pns|teil|-
nehjme|rin: die; - ; -nen Person, die
an einer Gesprächsrunde teilnimmt
Dis|kus|si|ons|the|ma: <gr.-lat.» das; -s;
-themen der diskutierte Stoff; Gegen¬
stand eines Gespräches
dis|kus|sions|wüijdig: dat.; dt.» Adj.
wert, diskutiert zu werden
Dis|kus|wer|fen dat.; dt.» der; -s; -
weibl. Dis[kus|wer|fe|rin: die; - ; -nen
Person, die den Diskuswurf sportlich
betreibt
Dis|kus[wurf: der; -(e)s; -würfe <Sport>
Schleudern eines flachen Wurfkör¬
pers
dis]ku|ta]bal: dat.-fr.» Adj. diskutabler;
diskutabelste der Diskussion, Erwä¬
gung, Besprechung wert »eine disku¬
table Möglichkeit«
dis|ku|tie|ren: dat.» diskutierst; disku¬
tiertest; hast diskutiert sich (im Ge¬
spräch mit anderen Personen) mit ei¬
nem Thema beschäftigen, dabei Mei¬
nungen, Argumente u. Gegenargu¬
mente austauschen, erörtern
dis-Moll/dis-Moll: das; - , - Moll-Ton¬
leiter, die auf dem Halbton ’dis’ auf¬
baut
dis-Moll-Tpn|lei|ter: die; - ; - Aneinan¬
derreihung von Tönen (von ’dis’ aus¬
gehend) mit Halbtonschritten zwi¬
schen dem zweiten u. dritten u. dem
fünften u. sechsten Ton
Dis|pa|ri|tät: dat.» die; - ; -en Ungleich¬
heit, Verschiedenheit von etw., Ant.:
Parität
Dis|pens: dat.» der; -es; -e Erlaubnis für
(die Unterlassung von) etw.; Befrei¬
ung von einem Verbot
Dis|pen|sa[ri(um: dat.» das; -s;
Dispensarien jdißpensarbnj Heilmit¬
telbuch
Dis|per[si|ons|faiibe: dal.; dt.» die; - ; -n
Farbe, die auf der Grundlage von
Pigmenten u. Kunststoffen gebunden
wird
Dis|play: dat.-fr.-engl.» /dißple'/ das; -s;
-s 1 Anzeige(fenster) an elektroni¬
schen Geräten 2 Dekorationselement
bei der Schaufenstergestaltung '
Pislplavlqralphilker auch Dis|play|-
gra|fi|ker: tgr.-engl.» /dißple'-/ der; -s;
- weibl. Dis)play|gra|phi|ke|rin —>
auch Dis|play|gra|fi|ke|rin: die;, - ;
-nen (Werbung) Dekorateuren);
Schaufenstergestalter^»)
Disjplay|ma|te|ri|al: dat.-engl.» /dißple'-/
das; -s; -ien (Werbung) Material, das
für die Dekoration benötigt wird
Dis|po|kre|dit: Kurzw. dat.-it.» der;
-fe)s; -e Dispositionskredit =
(Bankw.) Betrag, bis zu dem der/die
Inhaber(in) sein/ihr Lohn- od. Ge¬
haltskonto, Girokonto überziehen
darf »Ich habe meinen Dispo(sitions)-
kredit gänzlich ausgenutzt.«
Dis|po|nent: dat.» der; -en; -en weibl.
Dis|po|nen|tin: die; - ; -nen Mitarbei¬
terin) mit Vollmachten 1 (Wirt.)
Kaufmann/Kauffrau 2 (Theater) Ma¬
nagerin)
253
disponibel
dis|po|ni|bel: Adj. disponibler; disponi¬
belste [geh.] ohne Umstände u. sofort
verfügbar, frei
Dis|po|ni|bi|li]tät: dato die; - ; -en [geh.]
Verfügbarkeit einer Ware, Sache od.
Person
dis|po|nieJren: dato disponierst; dispo¬
niertest; hast disponiert [geh.] a) ord¬
nen b) festsetzen c) verfügen
dislpolniert: dato Adj. disponierter; dis¬
ponierteste [geh.] aufgelegt; in einer
bestimmten Stimmung, Verfassung
Dis[po|si|ti|on: dato /dißposizion/ die;
- ; -en 1 Anordnung; Gliederung;
Verfügung »Zu Beginn des Referats
stellte ich meine Disposition vor.« 2 a)
Empfänglichkeit b) <Med.> Anfällig¬
keit für Krankheiten; Veranlagung 3
etw. steht nicht zur Disposition: a)
darum handelt es sich nicht, geht es
nicht b) etw. ist nicht verfügbar
dis(po|si|ti|ons|fä|hig: dal.; dto /dißpo-
sizionß-/ Adj. n. stg. in der Lage sein,
ein Geschäft zu tätigen
Disjpo|si|ti|ons|fond: dat.-fro /dißposi-
zionsfong/ der; -s jdißposizionsfongß/;
-s jdißposizionsfongßj Summe, über
die verfügt werden kann, die nicht
festgelegt ist
Disjpo|si|ti|ons|kre|dit dat.-ito /dißpo-
sizionß-/ der; -(e)s; -e <Bankw.> der
bis zu einer festgelegten Summe ge¬
währte Kredit einer Bank für ein Gi¬
rokonto, der nicht überzogen werden
darf »Ich habe meinen Dispo(sitions)-
kredit gänzlich ausgenutzt.«
dis|pro|por|tio|nal —> dis|pro|por|ti|o|-
nal: dato /dißproporzional/ Adj.
[geh.] schlecht proportioniert; in ei¬
nem unausgewogenen Verhältnis zu¬
einander, zu etw. stehend
dis|pro|porjtio|njert —» disjpro|por]ti|-
ojniert: dato /dißproporzionirt/ Adj.
disproportionierter; disproportionier¬
teste [geh.] unebenmäßig; in einem
unausgewogenen Verhältnis zueinan¬
der, zu etw. stehend
Dis|put: dat.-fro der; -(e)s; -e [geh.]
Auseinandersetzung; Wortwechsel;
Streitgespräch »ein heftiger Disput«
Dis|pu|ta|ti|sn: dato /dißputazion/ die;
- ; -en wissenschaftliche Erörterung
(auch als mündlicher Teil einer Dok¬
torprüfung)
dis[pu|tie|ren: dato disputierst; dispu¬
tiertest; hast disputiert [geh.] ein (wis¬
senschaftliches) Streitgespräch füh¬
ren
Disjqua|li|fi|ka|ti|on: dato /dißkwalifika-
zion/ die; - ; -en a) Erklärung der Un¬
tauglichkeit rb) Ausschluß aufgrund
einer Regelwidrigkeit
dis|qua|li|fi|zje|ren: dat.-englo /dißkwa-
lifiaren/ disqualifizierst; disqualifi¬
ziertest; hast disqualifiziert a) für
nicht fähig erklären b) jmdn. auf
Grund einer Regelverletzung von der
Teilnahme, aus der Wertung eines
sportlichen Wettkampfes ausschlie¬
ßen
dis|qua|li|fi|zfe|rent sich: /dißkwalifizi-
ren/ disqualifizierst dich; disqualifi¬
ziertest dich; hast dich disqualifiziert
durch eigene Fehler, eigenes Versagen
zeigen, daß man für etw. nicht geeig¬
net ist »Durch diese falsche Antwort
hat sie sich selbst disqualifiziert.«
Diss.: Abk. 1 Dissertation = Doktorar¬
beit 2 Dissonanz = Mißstimmigkeit;
Mißklang; Unstimmigkeit
Disjsens: dato der; -es; e [geh.] fehlende
Übereinstimmung, Syn.: Konsens
Dis|ser|tant: dato der; -en; -en weibl.
Dis|serftan|tin: die; - ; -nen [geh.]
jmd., der seinen Doktortitel anstrebt
Dis|serjta|tl|on: dato /dissertazion/ die;
- ; -en Doktorarbeit, wissenschaftli¬
che Arbeit, die eine Person nach Er¬
langung eines universitären Ab¬
schlusses (aller Fachrichtungen)
schreiben kann, um den Doktortitel
zu erhalten
dis|ser]t]e|ren: dato dissertierst; disser¬
tiertest; hast dissertiert [geh.] an der
Doktorarbeit arbeiten
Dis|si|dent: dato der; -en; -en weibl.
Disjsi|den[t)n: die; - ; -nen [geh.] 1
jmd., der von allgemeinen Meinungen
abweicht 2 jmd., der keiner Kirche
angehört, aus einer Kirche ausgetre¬
ten ist
dis|si|die|ren: dato dissidierst; dissidier-
test; hast dissidiert [geh.; veralt.] 1 an¬
derer Meinung sein 2 eine Religions¬
gemeinschaft verlassen
Dis|si|mi|la|ti|on: dato /dissimilazion/
die; - ; -en 1 <Sprachwiss.> Wandel,
Veränderung eines von zwei Vokalen,
Selbstlauten innerhalb eines Wortes,
um sie unähnlich zu machen 2 (Phy¬
siologie) Energiegewinnung durch
Abbau von nährstoffreichen Sub¬
stanzen
dis|si|mi|lie|ren: dato dissimilierst; dissi¬
miliertest; hast dissimiliert 1 (Sprach-
wiss.> einen von zwei Vokalen, Selbst¬
lauten innerhalb eines Wortes än¬
dern, um sie unähnlich zu machen 2
<Bio.> durch den Abbau nährstoffrei¬
cher Substanzen Energie gewinnen;
organische Verbindungen unter Frei¬
setzung von Energie in einfachere zer¬
legen
dis|si|mu|lie|Fen: dato dissimulierst; dis¬
simuliertest; hast dissimuliert eine psy¬
chische od. physische Krankheit zu
verbergen suchen
dis|so|nant dato Adj. dissonanter;
dissonanteste 1 <Musik> in Form einer
Dissonanz; einer Dissonanz zuzuord¬
nen 2 (übertr.) mißklingend
Dis|so|nanz: dato die; - ; -en 1 (Musik)
Mißklang 2 Unstimmigkeit; Streite¬
reien
dis|so|zi|al: dato Adj. (Psychologie)
nicht die Fähigkeit besitzend, sich in
die bestehende Gesellschaft einzuord¬
nen
dis|so|zi|ie|ren: dato dissoziierst; disso¬
ziiertest; hast dissoziiert 1 <Chemie>
spalten, zerfallen (lassen) in Ionen od.
Atome 2 [geh.] trennen
Di|stanz —* Dis|tanz: dato die; - ; -en
Entfernung zwischen zwei Punkten;
Strecke
di|stan|zje|ren —> dis[tan|zie|ren: dat.-
fro distanzierst; distanziertest; hast
distanziert (Sport) seine Gegner lei¬
stungsmäßig weit übertreffen
di|stan|zie|ren —> disjtan|ziejren, sich:
dat.-fro distanzierst dich; distanzier¬
test dich; hast dich distanziert sich los¬
sagen; mit etw. od. jmdm. nichts zu
tun haben wollen »Sie distanzierte
sich von den Machenschaften ihres
Mannes.«
di|stan|z|ert —* dis|tan|zjert: dat.-fro
Adj. distanzierter; distanzierteste
[geh.] zurückhaltend, auf Abstand be¬
dacht u. daher nicht besonders herz¬
lich »ein distanziertes Verhältnis«
Di|stan|zje|rung —» Dis|tan|zie|rung:
dat.-fro die; - ; -en Abstand, den man
gewinnt, um den man sich bemüht
Di|stanz|wech|sel —» Ois(tanz|wech|-
sel: dat.; dto der; -s; - (Bankw.)
räumliche Veränderung in bezug auf
Ausstellung u. Zahlung
Di|stel —> Disjtel: die; - ; -n wild wach¬
sende Pflanze mit Stacheln '
D]|stel|fal|ter —> Djs|tel|fal|ter: der; -s;
- im Mai u. Juni vorkommender klei¬
ner Tagesschmetterling, der regelmä¬
ßig weite Wanderzüge unternimmt
Di|stel|fink —> Dis|tel|fink: der; -(e)s;
-en Singvogel, der der Familie der
Finken angehört; Syn.: Stieglitz
Di|sti|chon —» Dis|ti|chon: <gro das; -s;
Distichen (Literaturwiss.) zweizeilige
Strophe aus Hexameter u. Pentame¬
ter
di|stin|gu||eren —> dis|tin|gu|ieren: di-
stinguierst; distinguiertest; hast distin¬
guiert [geh.] in besonderem Maße un¬
terscheiden, aus etw. herausheben
di|stin|gu|]ert —> dis|tin|gu||ert: dat.-
fro Adj. distinguierter; distinguierteste
[geh.] vornehm; sich (durch Vor¬
nehmheit) abhebend »distinguiertes
Benehmen«
Di|stin|guiert|heit —* Di|s|tin|gu|iert|-
heit: <fro die; - ; -en vornehme (Le¬
ben s-)Art
Dis|tri|bu[ent —> Di|s|t|ri|bu|enfc dato
der; -en; -en weibl. Dis|tri|bu]en|tin
—» Di|s|t|ri]bu|en|tin: die; - ; -nen
[geh.] Austeiler(in); Verteiler(in)
dis|tri|bu|je|ren —» di|s|tjri|bu|ie|ren:
dato distribuierst; distribuiertest; hast
distribuiert [geh.] austeilen; verteilen
Dis|tii|bu|ti|2n —» Di|s|t|ri|bu|ti|on: dato
/dißtribuzion/ die; - ; -en 1 (Wirt.)
Verteilung »die Distribution der
Waren« 2 (Psych.) Verteilung, Auftei¬
lung des Aufmerksamkeitspotentials
3 (Math.) verallgemeinerte Funktion,
die aus der Erweiterung des mathe¬
matischen Funktionsbegriffs resul¬
tiert
Di|strikt —»• Di|s|t|rikt: dat.-fr.-englo
der; -(e)s; -e Verwaltungsbezirk; Ge¬
biet; Region; Bezirk
Disz.: Abk. Disziplin (meist im Sinne
von 'wissenschaftliche Fachrich¬
tung’)
disz.: Abk. sh disziplinarisch b) diszipli¬
niert
Dis|zi|pljn —» Dis|zi|p|lin: dato die; - ;
-en 1 das absichtliche u. auf freiem
Willen basierende Einhalten von Ver¬
haltensregeln »mit viel Disziplin
arbeiten« 2 o. PI. Unterwerfung unter
(Verhaltens-)Regeln, eine Ordnung
»Disziplin ist heute keine Tugend
mehr.« 3 (wissenschaftliche od. sport¬
liche) Fachrichtung
dis|zi|pli|när—> dis|zi|p|li|när: dato Adj.
n. stg. [österr.] den Dienst betreffend;
dienstlich
dis|zi|pli|na|risch —* dis|zi|p|N|na|risch:
dato Adj. n. stg. 1 die Dienstordnung
betreffend »disziplinarische Maßnah-
254
doch
men« 2 besonders streng »eine diszi¬
plinarische Bestrafung«
Dis|zi|pli|nar|maB|nah|me —»• Dislzi|p|-
li|narjmaß|nah[me: die; - ; -n benörd-
licfies Eingreifen bei einer dienstli¬
chen Verfehlung eines Beamten
Dis|zi|pli|nar|recht —» Dislzi|pjli|narj-
recht: das; -(e)s; - rechtliche Gruna-
lage, nach der die Disziplinarma߬
nahmen erlaubt u. durchgeführt wer¬
den
Dis|zi|pli|narjstra|fe —* Dis|zilp|li|narJ-
strajfe: die; - ; -n 1 Verurteilung,"die
aufgrund eines Disziplinarfehlers
ausgesprochen wird 2 [veralt.] Diszi-
plinarmaßnahme
Dis|zi|pli|narfvertfah|ren —» Dis|zi|p|li|-
narjver|fah|ren: das; -s; - Untersu¬
chung, das einen Disziplinarfehler
aufdeckt u. bestraft
Dis|zi|pli|nar|ver]ge|hen —» Dis|zi|p|li|-
nar|ver|gejhen: das; -s; - Fehlverhal¬
ten eines Beamten
dis|zi|pli|ni$|ren —» dis|zi|p|li|nie)ren:
<lat.> disziplinierst; diszipliniertest;
hast diszipliniert in Ordnung halten;
Disziplin halten od. anerziehen;
jmdn. zu Disziplin zwingen
dis|zi|pliln|ert —> dis{zilp(li|niert: Adj.
disziplinierter; disziplinierteste den
(Verhaltens-)Regeln, der Ordnung
entsprechend; Vorschriften, Verhal¬
tensregeln, Arbeitsaufgaben streng
einhaltend »eine disziplinierte Klasse«
Dis|zi|pli|nie|rung —> Dis|zi|p|li|niej-
rung: *lat.> die; - ; -en Vorgang des
Disziplinierens
dis|zi|plin|los —> dis|zi|p|linjlos: dat-
dto Adj. disziplinloser; disziplinloseste
keine Disziplin besitzend; nicht ge¬
horsam »ein disziplinloser Schüler«
Dis|zi|plin|k>|sig|keit —» Dis|zi|p|lin|lo|-
sig|keit: die; - ; -en Verhalten "ohne
Zucht, Disziplin; starker Mangel an
korrekten Verhaltensformen
DK#.: Abk. 1 Divergenz = Abweichung
2 Dividende = Gewinn
div.: Abk. 1 divergent; divergierend =
abweichend 2 a) divers = verschieden
b) diverse = mehrere
Di|va: <lat.-it.> /diwa/ die; - ; -s u. Diven
berühmte, gefeierte Künstlerin, die
durch eigensinniges, exzentrisches
Verhalten aufifällt
di|ver|gent: dato /diwergent/ Adj. diver¬
genter; divergenteste 1 entgegenge¬
setzt; unterschiedlich »divergente
Standpunkte« 2 <Math.> nicht steiger¬
bar; ohne Grenzwert
Di|ver|genz: dato /diwergenz/ die; - ;
-en [geh.] Abweichung zweier Mei¬
nungen, Ergebnisse usw. voneinan¬
der; Unterschied; Meinungsverschie¬
denheit; Aufspaltung 2 «Math.! das
Auseinandergehen (von Zahlenrei¬
hen) bis ins Unendliche
di|ver]gie|rend: dato /diwergirent/ Adj.
1 [geh.] verschiedene Meinungen ha¬
bend 2 <Math.> ohne Grenzwerte
di|vers: dato /diwärß/ Adj. diverser; di¬
verseste verschieden; unterschiedlich
»diverse Möglichkeiten«
Di|ver|ses: /diwerses/ o. Art. (PI.) Eini¬
ges, Verschiedenes, das aber nicht ge¬
nauer bezeichnet, genannt wird
Di|verjsi|fi|kafti|pn: <engl.-lato /diwersifi-
kazion/ die; ~ ; -en «Wirt.! Auswei¬
tung der Produktion durch neue Pro¬
dukte
ditver|si|fi|2ie|ren: <engl.-lato /diwersifi-
aren/ diversifizierst; diversifiziertest;
hast diversifiziert <Wirt.> das Produkt¬
angebot ändern (u. ausweiten)
Di|ver|si|fi|zje|ning: tengl.-lato /diwersi-
fizirung/ die; - ; -en 1 Wandel; Ab¬
wechselung; Vielfalt; Veränderung 2
<Wirt.> Ausweitung der Produktion
durch neue Produkte
Di|ver|si|on: dato /diwersion/ die; - ; -en
unerwarteter Angriff; Ablenkungsan¬
griff; [besonders früher DDR] Sabo¬
tage
Di|ver]ti|men|to: dto /diwertimento/
das; -s; Divertimenti «Musiki Suite für
Instrumentalkomposition; freieres
Zwischenspiel; Potpourri
Di]ver|tis|se|ment: </r.> /diwertißmoftg/
das; -s; -s «Musiki Zwischenspiel in
der französischen Oper des 17. u. 18.
Jhds. durch das Ballett od. den Ge¬
sang
Di|vi[den|de: dat.-fro /diwidende/ die;
-; -n Gewinnanteil auf eine"Aktie
Dl|vi|den|den|er]trag; dat.-it.; dto /diwi-
denden-/ der; -(e)s; -ertrage Wertzu¬
wachs einer Aktiengesellschaft, die
auf eine einzelne Aktie entfällt
Di|vijden|den|schein: dat.-it.; dto /diwi-
denden-/ der; -(e)s; -e Beleg, der bei
der Auszahlung der Dividenden vor¬
gelegt werden muß
di|vi|djejren: dat.-fro /diwidiren/ divi¬
dierst; dividiertest; hast dividiert
«Math.! teilen »20 dividiert durch fünf
ergibt vier.«
Di|vi|si|pn: dato /diwision/ die; ~ ; -en 1
<Math.> das Dividieren, Teilen »Die
Division ist eine der vier
Grundrechenarten.« 2 größere militä¬
rische Einheit »Die Division wurde an
die Front beordert.« 3 <Sport> Spiel¬
klasse bei Mannschaftssportarten,
besonders beim Fußball »Wir spielen
diese Saison in der zweiten Division.«
Di|vi|siojnajli|sie|rung —» Di|vi|si[o|na|-
li|sie|rung: dato /diwisionalsirung/
die; - ; -en <Milit.> das Zusammenstel¬
len von Divisionen
Di|vi|8io|när —> Di|vi|si|o|när: dato der;
-s; -e 1 <Milit.> Führer einer Division
2 <Sport> Verein, der in einer Spiel¬
klasse bei Mannschaftssportarten,
besonders beim Fußball, mitwirkt
Di|vijsijons|komlman|deur: dat.-fro
/diwisionß-/ der; -s; -e <Milit> Ober¬
befehlshaber einer größeren militäri-
sehen Einheit
bi|vi|si|ons|la|za|rett: dato /diwisionß-/
das; -(e)s; -e <Milit.) Krankenstation
einer größeren militärischen Einheit
Di|vi|si|ons|stab: dato /diwisionß-/ der;
-(e)s; -stöbe <Milit.) Führung mehre¬
rer größerer militärischer Einheiten
Di|wan: <pers.-lürk.-it.-fro /diwan/ der;
-s; -e 1 [veralt.] niedriges Sofa zum
Liegen 2 orientalische Sammlung von
Gedichten
d. J.: Abk. 1 «Namenszusatzi der/die
Jüngere 2 des/dieses Jahres 3 dieses
Jahrgangs
dkl.: Abk. dunkel
Qkm.tAbk. Denkmal
DKP: Abk. Deutsche Kommunistische
Partei
DKW: Abk. Dampfkraftwagen ( = ehe¬
malige Kraftfahrzeugmarke)
dkwtw.: Abk. dankenswerterweise
DL: Abk. 1 Demarkationslinie = vor al¬
lem in Kriegszeiten vorläufig festge¬
legte Grenze zwischen zwei Staaten 2
Dienstleistung 3 dato <Med.> dosis le¬
talis = tötliche Dosis ( = Menge eines
Stoffes, die zum Tod führt) 4 Deut¬
sche Leasing GmbH
DL: Abk. <Technik> Druckluft
dl: Abk. <Maßeinheit des Rauminhalts!
Deziliter (1 dl = ein zehntel Liter)
DLG: Abk. Deutsche Landwirtschafts¬
gesellschaft
d. I. J.: Abk. des laufenden Jahres
d. I. M.: Abk. des laufenden Monats
DLRG: Abk. Deutsche Lebensrettungs¬
gesellschaft
d. I. W.: Abk. der laufenden Woche
DM: Abk. 1 «Währungseinheit! Deut¬
sehe Mark 2 «Sport! Deutsche
Meisterschaften) 3 Deutsches Mu¬
seum (in München) 4 Dieselmotor 5
Drogeriemarkt
Dm.: Abk. 1 Damm 2 Denkmal
d. M.: Abk. 1 «Zusatz bei militärischen
Rangbezeichungem der Marine 2
«Maßeinheit der Länge» [veralt.] deut¬
sche Meile (l d. M. = 7532,5 Meter)
3 des/dieses Monats
dm: Abk. «Maßeinheit der Länge! Dezi¬
meter (ldm = 10 Zentimeter)
dm*:
Abk. «Maßeinheit der Flächei Qua¬
dratdezimeter (1 dm2 = 100 cm2)
dm3;
Abk. «Maßeinheit des Rauminhalts!
Kubikdezimeter (1 dm2 = I Liter)
D-Mark: die; - ; - deutsche(s) Wäh¬
rungseinheit, Zahlungsmittel
d-Moll-Ton|lei|ter: die; - ; -n «Musiki auf
dem Grund ton d beruhende Moll¬
Tonleiter
d. Mts.: Abk. des/dieses Monats
DNA: Abk. 1 Deutscher Normenaus¬
schuß = ehemalige Bezeichnung für
das 'Deutsche Institut für Normung’
u. heute eine seiner Unterabteilungen
2 tenglo die Desoxyribonucleinacid
= Desoxyribonucleinsäure = Träger
der Erbinformation
DNS: Abk. Desoxyribonukleinsäure
Do.: Abk. Donnerstag
do.: Abk. donnerstags
OOB: Abk. Damenoberbekleidung
Do|ber[mann: der; -(e)s; -männer gro¬
ßer zweifarbiger Schutzhund mit
dunklem (schwarzem od. dunkel¬
braunem) Fell u. hellen (beigelbrau¬
nen Abzeichen an Kopf, Brust, Pfo¬
ten u. Bauch, der zur Rasse der Pin¬
scher (mit eingekreuztem Rottweiler)
gehört (meist auch heute noch mit
coupierten Ohren u. Schwanz)
doch: I Adv. 1 dennoch; trotzdem »Sie
ist doch gekommen.« 2 ja; im Gegen¬
satz zur Implikation in der vorange¬
gangenen Frage sehr wohl »Du hast
bestimmt die Hausaufgaben noch nicht
fertig? - Doch, ich habe sie gemacht.«
II Konj. aber »Die Situation war nicht
ideal, doch der Versuch gelang
trotzdem.« III Partikel verstärkt, ver¬
leiht einer Aussage, Frage, Nach¬
druck »Von dem Sturz wird doch
nichts zurückgeblieben sein?«
255
Docht
Docht: der;-(e)s; -e in Wachs getränk¬
ter, gedrehter Faserstrang in Kerzen;
zum Verbrennen von Brennstoffen
(ähnlich einer Kerze, Lichtquelle) be¬
nutztet Stoffstrang
Docht|sch6|re: die; - ; -n Schneidegerät,
"üm (Kerzen-)Dochte zu kürzen
Dock: das; -s; -s u. [selten] -e Ort, Vor¬
richtung zum Bau u. zur Reparatur
von Schiffen »Die 'Sybille' liegt im
Dock.«
Dock]ar|bei(ter: der; -s; - Arbeiter am
Dock, der vor allem bei der Be- u.
Entladung, Reparatur von Schiffen
tätig ist
docken (dokjken —> do|cken): dockst;
docktest; hast gedockt a) anlegen
»Schiff dockt« b) liegen »Schiff dockt
am Kai«
Docker (Dokfker —» Do|cker): der; -s; -
Arbeiter am Dock, der vor allem bei
der Be- u. Entladung von Schiffen tä¬
tig ist
Dock|ha|fen: der; -s; -häfen Anlage zum
"Überholen u. Warten von Schiffen
Oocking|ma|nö|ver (Dok|fcing|ma|nö|-
ver —» Dq|ckingjma|nö|ver): das: -s;
- Vorgang des Anlegens einer Raum¬
fähre an eine andere-
d. Ö. D.: Abk. des öffentlichen Dienstes
Dojge: dto /dgsehe/ der; -n; -n <hist.> Re¬
gent Venedigs
Dgjgenjmüt|ze: <it.> /dosehen-/ die; - ;
-n Mütze des Regenten Venedigs
Dp|gen|pa|laet: <io /drehen-/ der;
-(e)s; -paläste Palast "3er Regenten
Venedigs
Dogjge: die; - ; -n großer, schwerer
Hund mit kurzhaarigem Fell, der
schon in sehr alten Kulturen als
Kampf- u. Schutzhund gebraucht
wurde
Dgglger: <engb der; -s; - <Geologie; Ge¬
steinsart) brauner Jura
Dgglger: <niederh der; -s; - Fischerei-
"boot
Dggjma: <gr.-lat.> das; -s; Dogmen 1 ver¬
bindliche Aussage der katholischen
Kirche hinsichtlich des Glaubens 2
[geh.] Anspruch auf Verbindlichkeit,
Allgemeingültigkeit hegende Aussage
»etw. zum Dogma erheben«
Dog|ma|tik: <gr.> die; - ; -en 1 Lehre,
Wissenschaft vom Dogma 2 [abwert.]
dogmatische Einstellung
DogIma|ti|ken <gr.> der; -s; - weibl.
Dogjm§|ti|ke|rin: die; ~ ; -nen 1 Per¬
son, die unkritisch an dem eigenen
Gedankengut festhält u. keine gegen¬
sätzliche Meinung gelten läßt 2 Per¬
son, die die Dogmatik vertritt, sie
lehrt
dog|ma|tisch: <gr.-lato Adj. 1 den An¬
spruch auf AUgemeingültigkeit, Ver¬
bindlichkeit erhebend »eine dogmati¬
sche Aussage« 2 unkritisch; unreflek¬
tiert »an etw. dogmatischfesthalten«
dog|ma|ti|sie|ren: <gr.> dogmatisiersi;
dogmatisiertest; hast dogmatisiert
etw. als Dogma erklären
Doh|ie: die; - ; -n t schwarzer Rabenvö¬
gel mit stahlblauen Flügeln, der mei¬
stens eine lebenslange partnerliche
Bindung eingeht »Die Dohlen nisten
in einer Felsenhöhle.« 2 wenig kleidsa¬
mer, altmodischer Hut »Sie hatte eine
grauenvolle Dohle aufgesetzt.«
Dok.: Abk. a) Dokument = 1. Urkunde
2. Schriftstück b) Dokumentation =
Zusammenstellung von Dokumenten
u. Materialien
dok.: Abk. a) dokumentarisch - amt¬
lich; urkundlich b) dokumentiert =
beurkundet; bewiesen
dok|tem: dokterst; doktertest; hast ge¬
doktert [ugs.] 1 wie ein Arzt zu heilen
versuchen 2 ohne großen Erfolg im¬
mer wieder neue Behandlungsmetho¬
den an einem Patienten ausprobieren
3 sich lange u. erfolglos mit etw. be¬
schäftigen
Doktor: <lat.> der; -s; Doktoren weibl.
Dok|to|rin: die; - ; -neu 1 aj akademi¬
scher Grad; Titel, der nach Dissertati¬
on (Doktorarbeit) u. Disputation
(mündlicher Prüfung) von der Uni¬
versität verliehen wird »seinen Doktor
in Philosophie machen« b) Person, die
den Titel eines Doktors trägt »Sie ist
Doktor der Geologie.« 2 [ugs.] Arzt/
Ärztin »Ich gehe zum Doktor.«
Dok|to|rand: <lat.> der; -en; -en weibl.
Dok|tojran|din: die; - ; -nen Person,
die an ihrer Doktorarbeit arbeitet,
den Titel eines Doktors anstrebt
Dok|totjar|beit: die; - ; -en schriftliche
Arbeit, mit der ein Doktortitel erwor¬
ben wird
Dok)totidi|plom —> Dok|torjdilp|tom:
<lat.-gr.> das; -(e)s; -«"Urkunde über
den Doktortitel
Dgk|tor|ex|amen —^ Dgk|tor|e|x|aj-
men: dato das; -s; - u. -examina Prü¬
fungfür die Doktorwürde
Dok(tor|grad: der; -(e)s; - akademische
Stufe des Doktortitels
Dgk|tor|hufc der; ~(e)s; -hüte a) [ugs.]
Besitz des Titels Doktor b) Hut, der
den Doktortitel symbolisiert
dok|to|rjejren: dato doktorierst; dokto¬
riertest; hast doktoriert [veralt.] an
der Doktorarbeit arbeiten
Dokftorischrift: die; - ; -en 1 schriftliche
Arbeit für die Erlangung der Doktor¬
würde 2 [ugs.] schwer entzifferbare,
kaum lesbare Handschrift
Dokjtor)ti|tel: der; -s; - Auszeichnung
mit der Doktorwürde
Dok|tor|va|ter: der; -s;-v'äter (Pi. s.) bei
der Doktorarbeit beratende(r) Pro¬
fessoren)
Dokjtor]wür|de: die; - ; -n akademische
Stufe
Ookjtrin —» Dok|t|rin: dato die; -; -en 1
Lehrmeinung (absoluter Geltung) 2
[geh.] Grundsatz
Dok|tri|n§r—» Dok|t|ri|när: dato der; -s;
-e weibl. Dok]tri|närin —> Dok|t|ri|-
närin: die; - ; -nen [geh.] Verkünder
weltfremder Lehren
Dok|trt|najris|inus —> Dok|t|ri|na|ris|-
mus: <lato der; - ; - [geh.] eigensinni¬
ges Verharren an Theorien
Do|ku]ment: dato das; -(e)s; -e 1 offi¬
zielles Schriftstück »ln diesem Ordner
liegen alle wichtigen Dokumente.« 2
etw., was etw. dokumentiert, deutlich
zeigt 3 Beweisstück für ein Geschehen
Do|ku|men|ta|tist: dato der; -en; -en
weibl. Do|kujmen|ta|li|stin —* Dofkuj-
men|tajfisjtin: die; - ; -nen Person, die
in einer "Dokumentationsstelle arbei¬
tet
Do|ku|men|tar: dato der; -s; -e weibl.
Do|ku|men|ta|rin: die; - ; -nen Person,
die in einer Dokumentationsstelle ar¬
beitet, eine entsprechende Ausbil¬
dung hat
Do|ku|men|tar|auf|nah|me: dal.; dto
die; - ; -n Video-, Audioaufnahme
von etw., die als Dokument aner¬
kannt ist, ein tatsächliches Ereignis
zeigt
Do|ku|men)tarjbe|richt: dat.; dto der;
-(e)s; -e Aussage mittels an Doku¬
menten festgemachten Tatsachen,
wodurch die Aussage stichhaltig u.
glaubhaft wird
Do|ku|men|tarjf(lm: dat.; dto der; -(e)s;
•e Film, der etw. den Tatsachen ge¬
treu zeigt .
dojku|men|tajrisch: Adj. a) n. stg. mit¬
tels Dokumenten »ein dokumentari¬
scher Beleg, Bericht« b) durch An¬
schauung; Anschaulichkeit bewei¬
send
Do|ku|men|ta|rist: dato der; -es; -en
weibl. Do|ku|men{ta|rijstin —> Do|-
ku|men|tajrisjtin: die; - ; -nen jmd.,
der urkundlich u. mit Tatsachenma¬
terial arbeitet
Do|ku|men|tarfspiel: dat.; dto das;
-(e)s; -e getreue Darstellung einer hi¬
storischen Begebenheit in den Me¬
dien
Do|ku|men|ta|ti|on: dato /dokumenta-
zign/ die; -; -en a) Zusammenstellung
von etw., die etw. dokumentiert,
deutlich zeigt »eine Dokumentation
für das Fernsehen drehen« b) Zusam¬
menstellung von authentischem Ma¬
terial zu einem Thema »eine Doku¬
mentation der Ereignisse«
Do|ku|mect|ten|9amm|lung: dat.; dto
die; - ; -en Anhäufung von Urkun¬
den, Tatsachenberichten u. ä.
do|ku|menftie|ren: dato dokumentierst;
dokumentiertest; hast dokumentiert 1
festhalten; zusammenstellen »Er hat
die Ereignisse dokumentiert.« 2 bele¬
gen, beweisen mittels offizieller
Schriftstücke »seinen Anspruch auf
etw. dokumentieren«
do|ku|men(tie|ren, sich: dato dokumen¬
tiert sich; dokumentierte sich; hat sich
dokumentiert sich zeigen; sich äußern
Do|ku|men)tie|rung: dato die; - ; -en
[geh.] Bezeugung; Beurkundung eines
Sachverhalts
Dolby HS: Abk. *englo <Unterhaltungs¬
elektronik> Dolby headroom extensi¬
on «* Dolby Rauschunterdrückung
mit verbesserter Aufzeichung
Dolch: der; -(ejs; -e Stichwaffe mit ei¬
nem langen Griff an einer schmalen
Klinge
Dolch|spit|ze: die; - ; -n oberster, vor¬
derster Punkt des Dolchmessers
Dolchjstich: der; -(e)s; -e a) Wunde, die
durch den Stich mit einem Dolch ver¬
ursacht wird b) Vorgang des Zuste¬
chens mit einem Dolch
Oolch|stoQ|le|gen|de: die; - ; -n 1 Ge¬
rücht, das Verrat für ein mißlungenes
Vorgehen verantwortlich macht 2 ins¬
besondere von rechtskonservativen u.
nationalistischen Kreisen vertretene
Ansicht, daß die Niederlage Deutsch¬
lands im 1. Weltkrieg nicht auf militä¬
risch-wirtschaftlicher Ebene, sondern
durch Sabotage u. den Verrat einiger
Politiker erfolgt ist
256
Dope
Dol|de: die; ~ ; -n büschelartiger Blüten,
Fruchtstand
Dol|den|blüt|len der; -s; - <Bot > Dol¬
dengewächs .
dol|den(för|mig: Adj. n. stg. das äußere
Erscheinungsbild einer büschelarti¬
gen Pflanze besitzend
Dol|den|ge|wächs: das; -es; -e Gewächs
mit doldenförmigen Blüten
Dol|den|risjpe: die; - ; -n Rispe mit dol¬
denförmigen Blüten
dol|den|stän|dig: Adj. n. stg. als Blüte
doldenförmig seiend
Dol|den|trau|be: die; - ; -n büschelarti¬
ger Blütenstand
doll: Adj. [ugs.] 1 toll; großartig 2 [ab¬
wert.] schlimm
Dol|lar: <engh der; -s; -s (aber: 5 Dollar)
Münze; Währungseinheit in verschie¬
denen Ländern
Dol|lar]kure: der; -es; -e Börsenkurs des
Dollars
Dol|larjzei|chen: das; -s; - durchgestri¬
chenes S (»—>»)
Doll|punkfc der; -(e)s; -e [ugs.] Ent¬
scheidendes an einer Sache; immer
wieder diskutierter Punkt
dol|met|schen: dolmetschst; dolmetsch¬
test; hast gedolmetscht etw. Gespro¬
chenes in eine andere Sprache über¬
setzen
Dol|met|scher: der; -s; ~ weibl. Dpl|-
met|sche|rin: die; - ; -nen Person, die
etw. Gesprochenes in eine andere
Sprache übersetzt
scherjin|s|ti|tut das; -(e)s; -e Ausbil¬
dungsstätte für Dolmetscherinnen)
Do|lo|m]|ten: die (PL; immer mit Art.
gebraucht) Gebirge, Gebirgszüge in
den italienischen Alpen
Dom: <lat.-it.-fro der; -(e)s; -e 1 große
Kirche; Bischofssitz »Wir wollen den
Kölner Dom besichtigen.« 2 (Geolo¬
gie) Gesteinsfalte von gewölbeartiger
Struktur u. kreisförmiger Grundform
Dom: <gr.-fr.> der; -(e)s; -e 1 Decke in
kuppelartiger, gewölbter Form 2
Aufsatz eines Kessels o. ä. in gewölb¬
ter Form
Dom: (Sanskril-Hindh die (PL) in der
Hierarchie zu den niedersten nordin¬
dischen Kasten zählende Kaste
Dom: dat.-porto der; - ; - Titel (für
Herr) in Portugal, der vor den Tauf¬
namen gesetzt wird
Do|m||ne: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 Spezial¬
gebiet von jmdm.; Gebiet, auf dem
jmd. Kenntnisse bzw. Macht, Einfluß
hat »Dieses Ressort ist eine Domäne
der FDP.« 2 Teilstück des dem Staat
gehörenden landwirtschaftlich nutz¬
baren Gebietes
Dom|choR /domkor/ der; -(e)s; -chöre
Gesangsgruppe der Bischofskirche
Dom|de|kan: der; -s; -e Superintendent
des Domes
do|me|sti|zge|ren —> do|mes|ti|zje|ren:
dato domestizierst; domestiziertest;
hast domestiziert 1 <(Haus-)Tier> aus
Wildformen züchten 2 (Kulturpflan¬
ze) aus Wildformen züchten
Dom|frei|heit: die; ~ ; -en (hist.) dem
Dom untergeordnetes, dessen Geset¬
zen unterstehendes Gebiet
Dom|herr: der; -en; -en (kath. Kirche)
vorstehender Geistlicher eines Do¬
mes; Domkapitular
do|mi|nant: dato Adj. dominanter;
dominanteste a) (Med.; Bio.) überla¬
gernd; vorherrschend »ein dominantes
Gen« b) bestimmend »Er hat ein domi¬
nantes Wesen.«
Do|mi|nant|ak|kord: dat.-fro der; -(e)s;
-e (Musik) vorherrschende Tonfolge
auf der fünften Stufe
Do|mi|nant[drei|klang: der; -(e)s; -klän¬
ge (Musik) Dreiklang auf der fünften
Stufe der Tonleiter
Do|mi|nan[te: dato die; - / -n (Musik)
fünfte Stufe einer Tonleiter
Do|mi|nanz: dato die; ~ ; -en Vorherr¬
schaft; Durchsetzungsfähigkeit »die
Dominanz einer Erbanlage«
do|mi|nie|ren: dato dominierst; domi¬
niertest; hast dominiert (be-)herr-
schen; eine Vormachtstellung einneh¬
men »Im Moment dominiert die Trau¬
er über alle anderen Gefühle.«
Do|mi|ni|ka|neR dato der; -s; - dem
christlichen Orden der Dominikaner
zugehörige Person
Do|mi|ni|ka]neijklo|ster —» Do|mi|ni|-
ka|ner|klos|ter: das; -s; -klöster
Wohnort, Lebensbereich des christli¬
chen Ordens der Dominikaner
Do|mi|ni|ka|ner|or|den: der; -s; - im Jahr
1215 von dem Heiligen Dominikus
gegründeter, christlicher Bettlerorden
do|mijni|ka|nisch: Adj. n. stg. die Ange¬
hörigen od. Angelegenheiten des
christlichen Bettlerordens der Domi¬
nikaner bezeichnend, betreffend
Do|mi|no: dat.-it.-fro das; -s; -s Spiel,
bei dem es Spielsteine mit unter¬
schiedlichen Augenzahlen/Punkten
gibt, wobei Spielsteine mit gleichen
Augenzahlen kombiniert, aneinan¬
dergelegt werden
Dp|mi|no|spiel: das; -(e)s; -e Spiel, bei
dem es Spielsteine mit unterschiedli¬
chen Augenzahlen/Punkten gibt, wo¬
bei Spielsteine mit gleichen Augen¬
zahlen kombiniert, aneinandergelegt
werden
Do|mi|zil: dato das; -s; -e [oft scherzh.;
sonst geh.] Wohnsitz
Dom|ka|pi|tel: das; -s; - geistliche Kör¬
perschaft des Domes
Dom|ka|pi|tu|lar: das; -s; -e Mitglied des
Domkapitels
Domjpropst: der; -(e)s; -e Oberster,
Leiter des Domkapitels
Dompteur: dat.-fro /domptör/ der; -s;
-e männl. Person, die Tiere zähmt u.
dressiert; Tierbändiger »Er war
Dompteur im Zirkus.«
Domp|teu|se: /domptöse/ die; - ; -n
weibl. Person, die Tiere zähmt u.
dressiert; Tierbändigerin »Sie war
Dompteuse im Zirkus.«
Domjrat: der; -(e)s; -rate geistliche
Körperschaft des Domes
Dom|schatz: der; -es; -schätze Reich-
od. Besitztümer der Bischofskirche
Dpm|schu|le: die; * ; -n ein dem Dom
angegliedertes Lehrinstitut
Dom|stift: das; -(e)s; -e eine der Bi¬
schofskirche angegliederte schulische
Stiftung (zur Ausbildung von Schü¬
lern)
Dö|ner|ke|bab: <türko der; -s; - (Kochk.)
türkisches Gericht aus gebratenem,
stark gewürztem Hammel-, Hähn¬
chen- od. Rindfleisch vom Spieß
Dpn|ner der; -s; ~ (PL s.) 1 (Unwetter)
lautes Geräusch im Anschluß an ei¬
nen Blitz »Der Donner hat die Hunde
erschreckt.« 2 Donner u. Doria; Don¬
ner u. Blitz: [ugs.] erstaunter Ausruf 3
wie vom Donner gerührt dastehen,
sein: erschrocken in einer Tätigkeit
innehalten
Don|nerjbal|ken: der; -s; ~ [scherzh.]
sehr einfache Toilette
Dpn|ner]büch|se: die; - ; -n [ugs.; ver-
alt.) Gewehr
Don|neijgott: der; -es; - (Religion) Gott
des Donners, der von den Germanen
verehrt wurde
Don|nerjkeil: der; -(e)s; -e Versteine¬
rung des spitzen Endstücks der Schale
fossiler Weichtiere aus dem Meer
don|nern: donnerst; donnertest; hast
gedonnert (warme u. kalte Luftschich¬
ten) sich mit einem rollenden knallar¬
tigen Schall reiben u. entladen »Es
donnerte u. blitzte heftig.«
Don|neijschlag: der; -(e)s; -schlage
Luftdruckwelle mit nachfolgendem
rollenden, knallenden Geräusch
Dpn|ners|tag: der; -(e)s; -e a) vierter
Tag der Woche (bei Zählung ab Mon¬
tag); Tag zwischen Mittwoch u. Frei¬
tag b) Donnerstag morgen, abend
usw. —* Donnerstagmorgen,
-abend usw.: eine bestimmte (Tages-)
Zeit eines Donnerstages bezeichnend
don|nersftags: Adv. an jedem Donners¬
tag »Donnerstags gehen wir zur Gym¬
nastik.«
Don|ner|stim|me: die; ~ ; -n [ugs.] sehr
laute Stimme
Don|ner[wet|ter: das; -s; - 1 laut darge¬
brachte Beschimpfung, Tadel, der
jmdm. für eine dumme, verwerfliche
Handlung zuteil wird »Bei unserer
Rückkehr gab es ein großes Donner¬
wetter von unseren Eltern.« 2 zum
Donnerwetter (auch, nochmal):
[ugs.] a) Ausruf des Ärgers b) Ausruf
der Bewunderung, der Überraschung
Don|qui|chot|te|rie: fr.-spano /donki-
ehotteri/ die; - ; -n jdonkiehotterijnj
zum Scheitern verurteiltes Unterneh¬
men eines wohlmeinenden Schwär¬
mers
Dont|ge|schäft: <fr.; dto /dong-/ das;
-(e)s; -e (Wirt.) Börsengeschäft, des¬
sen Rechtswirksamkeit zu einem spä¬
ter vereinbarten Termin zu den zuvor
ausgehandelten Konditionen wirk¬
sam wird
doof: Adj.; doofer/[ugs.] döfer; doofste/
[ugs.] döfste 1 [ugs.] dumm; nicht in¬
telligent; blöd »ein doofer Fehler« 2
doof u. dußlig: [ugs.] sehr, bis zur äu¬
ßersten Grenze des Zumutbaren »Ich
arbeite mich dumm u. dußlig, werde
aber trotzdem nicht fertig.« 3 Doof
bleibt doof, da helfen keine Pillen:
häufige Bemerkung, auch scherzhaft,
wenn jmd. etw. absolut nicht begreift,
lernt, versteht, wenn man ihn für be¬
sonders gutmütig, dumm hält o. ä.
(oft mit dem Zusatz 'selbst Kranken¬
haus versagt’)
Dooflheifc die; - ; -en a) dumme, einfäl¬
tige Art b) unkluge Handlung, Art
Dope: <englo /dp“p/ das; -s; -1 (Sport)
unerlaubte Mittel zur Leistungsstei¬
gerung 2 Rauschmittel; Droge
257
dopen
dojpen: <engh /do“pen/ dopst; doptest;
hast gedopt (meist Sport> (unerlaubt)
leistungssteigemde Mittel zu sich
nehmen, zur Einnahme geben
Dp|ping: <engh /do“ping/ das; -s; -s
(meist Sport(wettkämpfe)> verbotene
Anwendung von leistungssteigemden
Mitteln
Do|ping|kon|trol|le —» Dp|ping|kon|t|-
rpl|le: <engl.-fr.> die; ~ ; -n <Sport>
Überprüfung, ob ein verbotenes Mit¬
tel zur Leistungssteigerung einge¬
nommen wurde
dopp.: Abk. doppelt
Dpplpel: das; -s; - 1 <Sport> (Spiel, bei
dem) zwei Spieler als Mannschaft
auftreten »ein Doppel spielen« 2 Du¬
plikat; Zweitausfertigung »ein Doppel
anfertigen«
Dop|pel|ach|se: die; - ; -n zwei aufein¬
anderfolgende Achsen
Dpp|pel|ach|ter: der; -s; - <Sport> Ru¬
derboot mit acht Ruderern ä zwei
Ruderblättern
Dpp|pel|ad|ler: der; -s; ~ Adler mit zwei
Köpfen als Symbol »Das Münzbild
zeigt einen Doppeladler.«
Dpp|pel|agent —> Dpp|pel|a|gent: der;
-en; -en weibl. Dgp)pel|agen|tin —>
Dop|pei|a|gen|tin: die; - ; -nen Spio¬
ne) für zwei Staaten
Dgpjpel|axel —» Dop|pel|a(xel: der; -s;
- <Sport> zweifache Drenung in der
Luft, besondere Sprungtechnik beim
Eiskunstlauf, Turmspringen o. ä.
Dop|pel|axt: die; - ; -äxte zweischneidi¬
ges Beil
Dop|pel|band: der; -(e)s; -bände aus
zwei Büchern, Bänden bestehendes,
gebundenes Buch
Dpp)pel|bau|er: der; -s; -n <Schach> zwei
Bauern, die hintereinander plaziert
sind
Dpp|pel|be|la|stung —» Dop|pel|beJ-
las|tung: die; - ; -en Belastung, die
daraus resultiert, daß zwei Arbeiten
gleichzeitig, parallel zu erledigen sind
»Viele Frauen haben mit Beruf u.
Haushalt eine Doppelbelastung zu tra¬
gen.«
Dpp)pel|be|lich|tung: die; - ; -en <Foto;
Film) zweimalige Belichtung eines
Negativs
Dpp|pel|be|steue|rung —* Dgp|peljbe|-
steu|e|rung: die; ~ ; -en zweifache
Steuerzahlung (für einen Betrag)
Dpp|pel|bett: das; -(e)s; -en Schlafmö¬
bel, das für zwei Personen ausgerich¬
tet ist
Dop]pel|bin|dung: die; - / -en <Chemie;
Physik) zweifacher Zusammenhalt;
Atombindung durch zwei Elektronen
dop|pel(bö|dig: Adj. n. stg. 1 <Koffer;
Raum) mit einem Geheimfach ausge¬
stattet, das durch einen zweiten Bo¬
den entstanden ist 2 eine zweite, hin¬
tergründige Bedeutung habend
Dopjpel|chor: der; -fe)s; -chöre <M usik>
zwei große Gesanggruppen in einer
Komposition
Doplpeljdecker (Dpp|pel|dek|ker —*
Dop|pel|de|cker): der; -s; - 1 altmodi¬
sches Flugzeug mit zwei Flügelebenen
2 zweistöckiger Bus
dpp|pel|deu|tig: Adj. n. stg. auf zwei ver¬
schiedene Arten zu verstehen (von de¬
nen eine oft sexueller Art ist) »Ich ver¬
bitte mir diese doppeldeutigen Anspie¬
lungen!«
Dop|pel|deu)tig|keit: die; - ; -en Aussa¬
ge, die zwei verschiedene Bedeutun¬
gen enthält
Dgp|pel|ehe—» Dop|pel[e|he: die; -; -n
zwei gleichzeitig geführte Ehen, Syn.:
[fremdsprl.] Bigamie
Dop|pel|er|folg: der; -(e)s; -e (meist
Sport) a) zweifacher Sieg, Belegung
des ersten u. zweiten Platzes in einem
Wettbewerb durch ein Land b) Sieg
eines Teilnehmers in zwei Teilwettbe¬
werben
Dop|pel|feh|len der; -s; - <Sport, meist
Tennis) zwei gleichzeitig, unmittelbar
nacheinander begangene Fehler
(beim Aufschlag)
Dop|pel|fen|ster —> Dop|pel|fens|ter:
das; -s; - Fenster, das aus zwei Glas¬
scheiben besteht
Oop|pel|flin|te: die; ~ ; -n [veralt.J Ge¬
wehr mit zwei Schießrohren
Dop|pel|gän|ger: der; -s; - weibl. Dop|-
pel|gän|ge|rin: die; - ; -nen Person,
die jmdm. extrem ähnlich sieht, so
daß man sie verwechseln kann
dop|pel|ge|schlech|tig: Adj. n. stg. zwei
Geschlechter besitzend
Dop|pel|grab: das; -(e)s; -gröber T oten-
stätte für zwei, zumeist verwandte od.
verheiratete Personen
Dgp|pel|haus: das; -es; -häuser Haus,
das aus zwei geteilten Wohneinheiten
mit separaten Hauseingängen besteht
Dgp|pel|haus|hälfjte: die; - ; -n eine Sei¬
te eines Doppelhauses
Dgp[pel(heft: das; -(e)s; -e zwei, in ei¬
nem zusammengefaßte, gebundene
Hefte
Dpp|pel|he|lfx: die; - ; - <Bio.> doppelt
ineinander verwundene Eiweißmole¬
külstränge, die die genetischen Merk¬
male des Menschen enthalten
Dop|pel|hoch[zeifc die; - ; -en Eheschlie¬
ßung von zwei Paaren gleichzeitig an
demselben Ort u. zur selben Zeit
Dop|pel|kinn: das; (e)s; -e unterhalb
des Unterkiefers angesiedeltes Fettge¬
webe
Dpp|pei|kol|ben|mo|tor: der; -s; -en
<Technik> Zweitaktmotor, dessen bei¬
de Kolben innerhalb einer Brenn¬
kammer liegen
Dop|pel|kon|so|nant der; -en; -en zwei
gleiche, direkt aufeinanderfolgende
Konsonanten, Mitlaute, wie z. B. ’ss’,
’tt’ od. ’fT
Dgp|pel|kon|so|nanz: die; ~ ; -en Abfol¬
ge zweier Konsonanten, Mitlaute
Dop|pel|kopf: der; -(e)s; - mit vierzig
Karten gespieltes Spiel für vier Spie¬
ler
Dpplpeljkom: der;-(e)s; -e (PI. s.) aus
Getreide gebrannter klarer Schnaps
mit einem Alkoholgehalt von mehr
als 38 Volumenprozent
Dop|pel|kreuz: das; -es; -e 1 <Musik>
Kennzeichen für einen zweifach er¬
höhten Ton 2 Kreuz, das mit zwei
(Quer-)Balken hergestellt wurde
Dop|pel|kur|ve: die; -; -n S-Kurve; zwei
direkt aufeinanderfolgende Kurven
dgp]pel|läu|fig: Adj. n. stg. Feuerwaffe,
die mit zwei Schießrphren ausgestat¬
tet ist »doppelläufige Schrotflinte.«
Dop|pel]laut: der; -(e)s; -e a) zwei auf¬
einanderfolgende Vokale, Selbstlaute
b) zwei aufeinanderfolgende Konso¬
nanten
Dop|pel|le|ben: das; -s; - geheimgehal¬
tene Aktivitäten, zusätzliche Lebens¬
weise neben einer anderen, die der
Vorstellung von bürgerlicher Moral
u. ä. nicht entsprechen, entspricht
»Sie führt ein Doppelleben, alle den¬
ken, sie sei eine nette Nachbarin, dabei
arbeitet sie als Prostituierte.«
Dpp|pel|mit|glied|schaft: die; - ; -en 1
Angehörigkeit von zwei Familienmit¬
gliedern zu einem Verein o. ä. 2 Ange¬
nören einer Person zu zwei (gleichar¬
tigen) Vereinen o. ä.
Dop|pel|mon|ar|chie —» Dop|pel|mo|-
n|ar|chie: die; - ; -n zweifache (konig-,
kaiserliche) Obergewalt; Verbindung
von zwei Staaten unter einem König/
Kaiser »Österreich-Ungarn war vor
dem Ersten Weltkrieg eine Doppelmo¬
narchie.«
Dop|pel|mo|ral: die; - ; - zweifache, zwi¬
schen äußerer Stellungnahme u. eige¬
nem Handeln Unterschiede machen¬
de Moralauffassung
Dop|pel|mord: der; -(e)s; -e zweifache
vorsätzliche Tötung von Personen
zur selben Zeit
Dop|pel|nahfc die; - ; -nähte zweifach
genähte Naht
Dopjpel|na|me: der; -(n)s; -n a) aus zwei
Namen (nach einer Heirat) (oft Ge-
burts- u. Familienname des Ehepart¬
ners) zusammengesetzter Nachname
b) aus zwei einzelnen Vornamen zu¬
sammengesetzter Vorname (häufig
mit Bindestrich verbunden)
Dpp|pel|num|mer: die; • ; -n zweifache
Ausgabe einer Zeitschrift o. ä. in einer
Ausgabe zusammengefaßt
Dop|pel|partjner: der; -s; - weibl. Dpp|-
pel|part|ne|rin: die; - ; -nen (meist
Sport) Mitspielerin) bei einem Dop¬
pelspiel
Dpp|pel|paß —> Doplpellpass: der;
-passes; -pässe (Fußball) direktes,
schnelles Hin- u. Rückspiel des Balles
zwischen zwei Spielern einer Mann¬
schaft
Dpp|pel|por|trät Dop|pel|por|tlrät:
das; -s; -s Bild (der Gesichter, Ober¬
körper) von zwei Personen
Dop|pel|punkt: der; -(eis; -e Satzzei¬
chen (V), das vor Aufzählungen, der
direkten Rede, vor Folgerungen steht
Dop|pel|rei|her: der; -s; - Anzugjacke,
Blazer mit zwei Knopfleisten neben¬
einander
dop|pel|rei|hig: Adj. n. stg. a) zwei ne¬
beneinanderstehende Reihen Knöpfe
(an einer Jacke) aufweisend b) Stühle
o. ä. aufweisend, die regelmäßig in
zwei Reihen aufgestellt sind
Dop|pel|nimpf|boot: das; -(ejs; -e ein in
südostasiatischen Ländern vorkom¬
mendes Boot ähnlich dem Katama¬
ran, das aus zwei getrennten Boots¬
körpern besteht, die nur durch ein
Gestänge miteinander verbunden
sind
Dpp|pel]sal|to: der; -s; -s u. -salti (Sport)
zweifache Drehung in der Luft
Dop|pel|schlag: der; -(e)s; -Schläge a)
(Musik) Verzierung eines Tons durch
das Anschlägen von benachbarten
Tönen in Sekundenschritten b)
258
Dornröschen
<Sport> [ugs.] zweifacher Torerfolg in¬
nerhalb kürzester Zeit
dop|pel|sei|tig: Adj. n. stg. beidseitig;
von, auf beiden Seiten
dop|pel|sin|nig: Adj. n. stg. zweifache
Bedeutung besitzend
Oqp|pel|sin|nig|keit: die; - ; -en zweifa¬
che Bedeutung
Dop|pel|spiel: das; -fe)s; -e 1 <Sport>
Spiel mit zwei statt einer Person auf
einer Position, Seite 2 Betreiben eines
zwielichtigen, verräterischen Zieles
im Umgang mit z. B. einer Person
Dpp|pel|spi|on: der; -(e)s; -e weibl.
Dop|pel)spio|nin —» Dop|pel|spi|o|-
nii* die; - ; -nen Person, die für zwei
Staaten gleichzeitig geheimdienstlich
tätig ist, spioniert
Dpp|pel|stern: der; -(e)s; -e «Astrono¬
mie» zwei sich in großer Nähe befin¬
dende Sterne
dgp|pel|stöckig (dpp|pel|stök|kig —»
dqp|pel|stö|ckig): Adj. n. stg. aus zwei
Ebenen, Etagen bestehend
Dqp|pel|stra(te|gie: die; - ; -n a) zwei
Planungen, die unterschiedliche Ziele
verfolgen b) zwei Planungen, mit de¬
nen ein Ziel verfolgt wird
Dop|pel|stu|di|um: das; -s; - gleichzeitig
betriebene zwei Studien(gänge); Ab¬
solvierung, Verfolgung, das Studieren
zweier Studienfächer
Dppjpel|stun|de: die; -; -n zwei Schul¬
stunden von je 45 Minuten umfassen¬
de Unterrichtseinheit
dop|peK: Adj. n. stg. 1 in zweifacher
Menge, Höhe »In dieser Situation ist
Zuverlässigkeit doppelt wichtig.«
Ant.: einfach 2 (alles) doppelt sehen:
jugs.] betrunken sein 3 das ist dop¬
pelt gemoppelt: [ugs.] das ist unnöti¬
gerweise zweimal, einmal zuviel ge¬
tan, vorhanden 4 doppelt (genäht)
hält besser «Anmerkung, wenn jmd.
etw. zweimal sagt od. tut> zweifach ist
sicherer 5 doppelt u. dreifach: mehr,
als eigentlich notwendig ist »Ich habe
alles doppelt u. dreifach kontrolliert.«
Dop|pel-T-Trä|ger der; -s; - <Bauw.>
Stütze, deren äußeres Erscheinungs¬
bild einem doppelten T gleicht
Dop|pel]tür die; ~ / -en a) zwei dicht auf¬
einanderfolgende Türen b) aus zwei
Flügeln bestehende Tür
Dop|pe|lung: die; - ; -en Verdoppelung,
zweifache Ausführung von etw.
Dop|pel|ver]dielneR die (PI.) Paar,
Ehepaar, das monatlich zwei Gehäl¬
ter zur Verfügung hat, bei dem beide
Partner (voll) berufstätig sind
Dop|pel|verjdienst: der; -es; -e zweifa¬
cher Lohn, zwei Gehälter in einer Le¬
bensgemeinschaft
Dop|pel|veijga|ser der; -s; - «Technik)
zwei Kammern besitzendes (An-
triebs-)Aggregat, in dem Benzin in ei¬
nen gasförmigen Zustand versetzt
wird
Dop|pel|veijgla|sung: die; - ; -en zwei
hintereinander angebrachte Fenster¬
scheiben (in einem Rahmen)
Dpp|pet|vo|kal: der; -s; -e Folge von
zwei gleichen Vokalen, Selbstlauten,
z. B. ’oo’ in ’doof
Dgp|pel|wand: die; - ; •wände zweifa¬
ch^) (gemauerte) W and
dop|pellwan|dig: Adj. n. stg. aus zwei
hintereinander stehenden Wänden
bestehend
Dgp|pel]zent|ner. der; -s; - Gewicht
von zwei Zentnern (ein Zentner = 50
kg); lOOkg
Dop|pel|zim|mer: das; -s; - Hotel-,
Krankenhausraum mit zwei Betten,
Ant.; Einzelzimmer
dpp|pel|zün|gig: Adj. [abwert.] verschie¬
denen Menschen gegenüber gegen¬
sätzliche Ansichten äußernd, um ei¬
nen persönlichen Vorteil zu erzielen
Dopplung: die; - ; -en Verdopplung,
zweifache Ausfertigung von etw.
d. ö. R.: Abk. des öffentlichen Rechts
Dorf: das; -(e)s; Dörfer 1 kleine Ansied¬
lung von relativ wenigen Häusern
»Wir haben lange in einem kleinen
Dorf am Niederrhein gewohnt.« 2 über
die Dörfer gehen: [ugs.] nicht treu
sein; Ehebruch begehen »Es ist doch
bekannt, daß ihr Mann gern mal über
die Dörfer geht.«
Dorf|äl|tejste —* Dorf|äl|tes|te: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Dorfältester; eine Dorfälteste;
zwei Dorfälteste) älteste, erfahrenste
Person in einem Dorf (zugleich mei¬
stens auch der Gemeindevorsteher)
Dorf]an|ger der; -s; - Anger, Haupt¬
platz eines Dorfes
Dorf)aus|gang: der; -(e)s; -ausgänge
(Orts-)Ende eines Dorfes
Dgrf|be|woh|ner: der; -s; - weibl. Dorfl-
be|woh|ne|rin: die; • / -nen Einwoh¬
nerin) eines Dorfes, einer kleinen
Gemeinde
Dorf|ein|gang: der; -(e)s; -eingänge
(Orts-)Beginn eines Dorfes
Dorf|ge]mein|de: die; - ; -n a) Gemein¬
de, Einwohnerschaft eines Dorfes b)
Gesamtheit der Einwohner mehrerer
Dörfer
Dprf|ge|mein|schaft: die; - ; -en sämtli¬
che Einwohner eines Dorfes
dörjflsch: Adj. [abwert.] wenig welt¬
männisch; ein wenig naiv
Dgrf]|u[gend: die; - ; - junge Leute eines
Dorfes
Dgrfjkiijche: die; ~ ; -n (kleines) Gottes¬
haus in einem Dorf
Dörf]ler der; -s; - weibl. Dörf|le|rin: die;
- ; -nen jmd., der in einem Dorf aufge¬
wachsen ist u. dessen Kultur stark an¬
genommen hat
dörflich: Adj. a) dem Leben im Dorf
entsprechend; ländlich »dörfliche
Ruhe« b) dem Dorf zugehörig »ein
dörflicher Brunnen«
Dorf|lin|de: die; ~ ; -n ein großer, auf
dem Hauptplatz stehender Linden¬
baum
Dorfjplatz: der; -es; -platze zentraler
Ort, freie Fläche als Mittelpunkt ei¬
nes Dorfes
Dorf|schen|ke —» auch Dgrf|schän|k«
die; - ; -n Kneipe, Lokal eines Dorfes
Dorf)schön|hert: die; ~ ; -en [oft spöt¬
tisch] schönste Frau od. schönstes
Mädchen eines Dorfes
Dorf|schu|le: die; - ; -n Schule, Unter¬
richtsort eines Dorfes, meistens sehr
klein u. früher nur aus einer od. zwei
Klassen bestehend
Dgrf|schul|mei|ster —» Dorflschulj-
meis|ten der; -s; - [veralt.] Lehrer ei¬
nes Dorfes
Dorf|schul|ze: der; -s; - [veralt.] Bürger¬
meister eines Dorfes
Dorf]tetch: der; -(e)s; -e meist neben
dem Dorfplatz liegender kleiner See
bzw. Tümpel
Dorf|trotttel: der; -s; ~ 1 dümmliche Per¬
son »Der Dorftrottel wurde von allen
in Ruhe gelassen.« 2 [abwert.] naive
Person vom Dorf, die mit den Gepflo¬
genheiten der städtischen Kultur
nicht vertraut ist »Er benimmt sich
wie ein Dorftrottel.«
dpjrisch: Adj. n. stg. 1 «Musik) die Kir¬
chentonleiter auf ’d’ betreffend 2
«Kunst) eine bestimmte Form der
griechischen Antike betreffend
Dor|mi|tp|ri|ufn: <lat.> das; -s; Dormito-
rien Idormitormj Schlafraum in ei¬
nem Kloster
Dorn: der; -(e)s; -en u. [fachsprl.j -e u.
[ugs.] Dörner 1 PI. Dornen fest veran¬
kerter spitz zulaufender Fortsatz, Ab¬
zweig von etw. (z. B. an
Pflanzenstengeln) 2 PL Dorne in der
Form dem in der Pflanzenwelt vor¬
kommenden Dorn ähnlicher Teil an
technischen Geräten »Das Leder wird
mit einem Dorn durchstoßen.« 3
jntdm. ein Dorn im Auge sein: jmdm.
unbequem, verhaßt sein 4 Zertritt den
Dorn nur, wenn du Schuhe trägst:
«Warnung) sei vorsichtig! nimm dich
in acht! 5 keine Rosen ohne Domen:
alles, jede Sache, jedes Ding hat auch
eine negative Seite
Dorn]busch: der; -(e)s; -büsche
Strauch, Gebüsch, der mit Domen
versehen ist
Dor|nen[ge|strüpp: das; -(e)s; -e
Strauch, verwildertes Gebüsch, das
mit vielen Dornen versehen, fast un¬
durchdringlich ist
Dqrjnen|hecke (Dpr|nenjhek]ke —>
Dpiinen|he|cke): die; - ; -n Hecke, die
aus Dornenbüschen besteht
Dor|nen|kranz: der; -es; -kränze ge¬
flochtener Kranz aus Domenzwei¬
gen, Syn.: Dornenkrone
Dor|nen|kro|ne: die; - ; -n geflochtener
Kranz aus Dornenzweigen »Jesus
wurde eine Dornenkrone aufgesetzt.«
dprjnen|reich: Adj. a) mit vielen Dornen
versehen b) «übertr.) mit vielen
Schwierigkeiten belastet, behaftet;
beschwerlich »Wir mußten einen dor¬
nenreichen Weggehen.«
Dor(nen(strauch: auchder; -(e) s;
-sträucher (Teil eines) Doroenbusches
dqrjnen|voll: Adj. a) mit vielen Domen
versehen b) «übertr.) mit vielen
Schwierigkeiten belastet, behaftet;
beschwerlich
Dorjnen|weg: der; -(e)s; -e [ugs.] be-
schwerliche(r)(s) Phase, Lebensab¬
schnitt, Leben, in der/dem viele Pro¬
bleme zu bewältigen sind, waren
Dorjnen|zweig: der; -(e)s; -e kleiner
Ast von einem Domenbusch
dgijnig: Adj. 1 mit Domen, spitzen
Pflanzenteil versehen 2 «übertr.)
schwierig; voller Hindernisse »ein
dorniger Weg zum Erfolg«
Dom|rös|chen: das; -s; - weibliche Fi¬
gur aus einem Volksmärchen, die ei¬
nen hundertjährigen Schlaf schlief u.
durch den Kuß eines Prinzen geweckt
wurde
259
Dornröschenschlaf
Dorn|(ös[chen|schlaf: der; -(e)s; - (zu
bekämpfende) tiefe Zurückgezogen¬
heit, die zu Unzeitgemäßheit, Rück¬
ständigkeit führt
dörren: dörrst; dörrtest; hast gedörrt
trocknen; etw. die Flüssigkeit entzie¬
hen
Dönjfleisch: das; -(e)s; - getrocknetes
u. dadurch haltbar gemachtes Fleisch
Dörr|ge|mü|se: das; -s; - getrocknetes u.
dadurch haltbar gemachtes Gemüse
Dörrlobst; das; -es; - getrocknete u. da¬
durch haltbar gemachte Früchte
Dönjpflau|me: die; - ; -« getrocknete u.
dadurch haltbar gemachte Pflaume
Dorsch: der; -(e)s; -e Speisefisch; Ka¬
beljau; als getrockneter Fisch; Stock¬
fisch
dort: Adv. <oft mit einer zeigenden, hin¬
weisenden Geste verbunden) an ei¬
nem anderen, jenem, diesem Ort »Er
steht dort (z.B.an der Tür).«
—> dort be|hal|ten: s. dortbehalten
—» dort blei|ben: s. dortbleiben
—» dort zu Lan|de: s. dortzulande
dort|be|hal|ten —» dort be|hal|ten: be¬
hältst dort; behielt(e)st dort; hast
dortbehalten —>hast dort
behalten<— jmdn. od. etw. an dem
Ort festhalten od. zurückhalten
dort|b!ei|ben —> dort blej|ben: bleibst
dort; blieb(e)st dort; bist dortgeblie¬
ben —>bisl dort geblieben<— an
dem Ort bleiben, verweilen
dprtjher/dort|her: Adv. <oft mit einer
zeigenden, hinweisenden Geste ver¬
bunden» von dort; von jenem Ort
dort|hin/dort|hin: Adv. <oft mit einer zei¬
genden, hinweisenden Geste verbun¬
den» nach dort; zu jenem Ort »Wir
müssen dorthin (z. B. geradeaus) ge¬
hen.«
dort|hin|ab —> dprt|hi|n|ab: Adv. da
drüben hinab; an dem Ort hinunter
dort|hin|auf —» dprt|hi|n|auf: Adv. da
drüben hinauf; an dem Ort hinauf
dort|hin|aus —> dprt|hi|n|aus: Adv. da
drüben hinaus; an dem Ort hinaus
dort|hin|ein —> dprt|hi|n|ein: Adv. da
drüben hinein; an dem Ort hinein
dort|hin|un|ter—> dort|hi|n|un|ter: Adv.
da drüben hinunter; an dem Ort hin¬
ab
dor|tig: Adj. n. stg. an dem, jenem Ort
befindlich
dprt|zu|lan|de —> auch dort zu Lanjde:
Adv. [geh.] der Kultur des besagten
Landes zufolge »Letztes Jahr waren
wir in England - dortzulande würzt
man Chips u. Pommes Frites mit Es¬
sig.«
DOS: Abk. <engh <EDV> disc operating
System = Plattenbetriebssystem ( =
Bezeichnung für IBM-kompatible
Computerbetriebssysteme, deren
Hauptaufgabe in der Verwaltung von
Dateien besteht; die Abkürzung
’DOS’ wird häufig gleichbedeutend
mit den verbreitetsten Betriebssyste¬
men für Personalcomputer verwen¬
det)
Dos.: Abk. Dosis = zugemessene Men¬
ge
dos.: Abk. dosiert = angemessen
Do|se: die; - ; -n a) Gefäß (oft aus
Blech) mit Deckel »eine Dose mit
Keksen« b) (vakuum)verschlossenes
Blechgefäß, das haltbare Lebensmit¬
tel enthält
dö|sen: döst; döstest; hast gedöst a)
wach, aber nicht auf etw. konzentriert
sein »Sie döste vor sich hin.« b) leicht,
nicht fest schlafen
Dojsen|bier: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
Bier, das sich in einer Dose (b) befin¬
det, in einer Dose (b) verkauft wird
Dp|sen|blech: das; -(e)s; -e Material,
dünn ausgewalztes Metall, aus dem
Dosen hergestellt werden
dp|sen|fer|tig: Adj. n. stg. <Speise> zum
Essen vorgefertigt, in Dosen (b) ver¬
kauft u. nach dem Erhitzen zu essen
Do|sen|fleisch: das; -(e)s; - Fleisch, das
in Dosen (b) verkauft wird u. darin
längerfristig aufbewahrt werden kann
Do|sen|ge|mü|se: das; -s; - Gemüse, das
in Dosen (b) verkauft wird u. darin
längerfristig aufbewahrt werden kann
Do|sen|milch: die; - ; - in Dosen (b),
Flaschen, Pappbehältem abgepackte,
spezielle, dickflüssige Milch »Kaffee
trinke ich am liebsten mit Dosen¬
milch.« Syn.: Kondensmilch
Do|sen|öff|ner der; -s; - 1 Schneide¬
werkzeug, mit dem Dosen (b) geöff¬
net werden 2 [ugs.; scherzh.j Besit¬
zerin) eines Haustieres (meist von
Hund od. Katze)
Do|sen|supjpe: die; ~ ; -n Suppe, die
vorgefertigt in Dosen (b) verkauft
wird u. darin längerfristig aufbewahrt
werden kann
Do|sen|wurst: die; - ; -wurste Wurst,
die vorgefertigt in Dosen (b) verkauft
wird u. darin längerfristig aufbewahrt
werden kann
do|sieiibar: (gr.-dto Adj. n. stg. portio¬
nierbar; (gut) in angemessene Men¬
gen (auQteilbar
Do[s|er|barjkeit: tgr.-dto die; - ; -en Por-
tionierbarkeit; Aufteilbarkeit in ange¬
messene Mengen
do|sieJren: dat.-fro dosierst; dosiertest;
hast dosiert eine Dosis abmessen; ein¬
teilen »die Benzinzufuhr dosieren
Do|sie|rung: dat.-fr.»die; ~ ; -en Abmes¬
sung; Zumessung »die Dosierung ei¬
nes Medikamentesfestlegen«
Dp|sis: tgr.-lat.-fro die; - ; Dosen abge¬
messene, zugemessene Menge; Quan¬
tum »Sie braucht täglich eine be¬
stimmte Dosis dieses Medikaments.«
Dos|sier dat.-fr.» /dossje/ das u. [ver-
alt.] der; -s; -s 1 Aktenheft; Akten¬
bündel »Ich ließ mir das Dossier
kommen.« 2 m. PI. wichtige(s) Schrift-
stück(sammlung)
dos|sje|ren: <fro dossierst; dossiertest;
hast dossiert [fachsprl.] böschen; etw.
abschrägen
Dos]sie|rung: </r.» die; ~ ; -en 1
[fachsprl.] das Böschen; das Abschrä¬
gen von etw. 2 Böschung
do|t]e|ren: dat.> dotierst; dotiertest; hast
dotiert 1 ausstatten; verbinden »Der
Preis ist mit 10 000 DM dotiert
worden.« 2 bezahlen; honorieren »Die
Stelle wird angemessen dotiert.«
Do|tie|rung: dato die; • ; -en Lohn für
gehobenere Arbeit
Dotier: der u. das; -s; - gelber Bestand¬
teil eines (Vogel-)Eies
Dot|terjblu|me: die; - ; -n Blume mit
gelblichen Blüten, die in sumpfigem
Gelände wächst
dot|ter|gelb: Adj. n. stg. wie das Eigelb,
kräftig gelb getönt
Dot|ter|saclc der; -(e)s; -sacke <Bio.;
Zool.» Gewebe, das das Dotter bei
Wirbeltieren im embryonalen Zu¬
stand umhüllt
doulbeln: <fr.> /dübeln/ doubelst; doubel-
test; hast gedoubelt eine Person bei
etw., einer gefährlichen Handlung er¬
setzen »Stuntman doubeln Schauspie¬
ler.«
Doulble: dat.-fr:> /dubel/ das; -s; -s a)
jmd., der eine Person ersetzt, anstelle
der richtigen Person eirispringt b)
jmd., der für den/die eigentliche^)
Darstellerin) in besonders gefährli¬
chen Filmszenen einspringt »Der Au¬
tounfall wurde mit einem Double ge¬
dreht.« Syn.: <b> Stuntman, Stuntwo-
man/-girl
dou|blte|ren: </r.» /dubliren/ doublierst;
doubliertest; hast doubliert verdop¬
peln
Doulqlaslfichlte —> Doulallaslfichlte:
/duglaß- u. [engl.] dagTeß-/ die; - ; -n
(Exemplar einer) nach dem Botaniker
D. Douglas benannte(n) Fichte(nart)
Dpw-Jpnes-In|dex: der; - u. -es; -
<Wirt.» Punktwert, der die Durch¬
schnittsaktienwerte an der New Yor¬
ker Börse ausdrückt
Do|zent: dato der; -en; -en weibl. Do|-
zen|tin: die; - ; -nen Person, die Er¬
wachsene (z. B. an einer Universität,
Volkshochschule) unterrichtet »Ich
arbeite als Dozentin an der Volkshoch¬
schule.«
do|zie|ren: dato dozierst; doziertest;
hast doziert 1 lehren »Er doziert
(über) alte Geschichte.« 2 [oft ab¬
wert.] besserwisserisch reden »Sie be¬
gann zu dozieren.«
DP: Abk. 1 Deutsches Patent 2 Dienst¬
paß
DPA: Abk. Deutsches Patentamt
dpa: Abk. Deutsche Presseagentur
(Nachrichtenagentur)
DPD: Abk. Deutscher Paketdienst
Dpf.: Abk. 1 Dampf 2 Dampfschiff
Dpfm.: Abk. Dampfmaschine
dpp.: Abk. doppelt
dpt(r)/Dptn Abk. <Maßeinheit der
Brechkraft von Gläsern» Dioptrie
Dr: Abk. 1 Doktor (akademischer Titel)
2 Drama = Trauerspiel; ernstes
Schauspiel 3 a) Druck b) Druckerei c)
Drucker(in) 4 <Postw.» Drucksache
dr.: Abk. a) dringend b) dringlich
Dra|che: <gr.-lato der; -n; -n 1 Fabeltier,
ähnlich einem Dinosaurier mit Flü¬
geln »In vielen Märchen kommen Dra¬
chen vor.« 2 streitsüchtiger Mensch,
besonders Frau »Sie ist ein richtiger
Drache.«
Drajchen: der; -s; - 1 Fabeltier, ähnlich
einem Dinosaurier mit Flügeln »In
vielen Märchen kommen Drachen
vor.« 2 streitsüchtiger Mensch, beson¬
ders Frau »Sie ist ein richtiger
Drachen.« 3 Gerät, Gestell mit Pla¬
stik, Papier, das an einer Schnur mit
thermischen Mitteln fliegt »Die Kin¬
der lassen Drachen steigen.« 4 Gestell
zum Drachenfliegen 5 kleines Schup¬
penkriechtier mit einer Flughaut an
verlängerten Rippen
Dra|chen|baum: der; -(e)s; -bäume Li¬
liengewächs in warnen Ländern, das
260
Dränage/Drainage
rotes Gummiharz, einen Farbstoff,
liefert
Drafchen|blut: das; -(e)s; - 1 aus dem
Drachenbaum gewonnenes Harz zur
Herstellung eines Farbstoffes 2 My¬
thologie) Blut eines Drachens, das
nach der Legende außergewöhnliche
Kraft spendet
Dra|chen(brut: die; - ; - [veralt.] Herum¬
treiber; Taugenichts ,
Dra|chen|flie|gen: das; -s; - Fortbewe¬
gung in der Luft ohne Motor mit ei¬
nem Fluggestell, das deltaförmig,
dreieckig konstruiert ist
Dra|chen|flie|ger: der; -s; - weibl. Dra|-
chen|flie|ge|rin: die; ~ ; -nen Person,
die das Drachenfliegen praktiziert
Dra|chen|kopf: der; -(e)s; -köpfe Gat¬
tung giftiger, schwerfällig gebauter
Fische mit Knochenschilden an den
Wangen, stark entwickelten Flossen¬
strahlen u. einem Kopf, der mit Sta¬
cheln od. Anhängen besetzt ist
Dra|chen|mu|ster —*. Dra|chen|mus|-
ter: das; -s; - BildmoTw, auf dem
Drachenfiguren zu erkennen sind u.
das besonders häufig bei chinesi¬
schem Porzellan verwendet wird
Dra|g6e/Dra|gee: <gr.-lat.-fr.> /drasehe/
das; -s; -s a) mit Zuckergruß, einer fe¬
sten Substanz überzogenes Medika¬
ment in runder Tablettenform b) mit
Zuckerguß überzogene Süßigkeit
DraJgo|na|de: die; - ; -n militärische Ge¬
waltausübung, die Ludwig XIV. ge¬
gen die Hugenotten anwandte
Dra|gojner: der; -s; - 1 [abwert.] sehr
männlich, resolut wirkende Frau;
Frauenzimmer; 2 <Milit.> Reiter
Draht: der;-(e)s; Drähte 1 zu einem Fa¬
den o. ä. gezogenes, gedrehtes Metall
»einen Draht spannen« 2 telefonische
Verbindung, Leitung 3 o. PI. [veralt.]
Geld 4 auf Draht sein: [ugs.] clever,
gewitzt u. aufmerksam sein u. in ei¬
nem entscheidenden Moment richtig
handeln 5 jmdn. auf Draht bringen:
[ugs.] jmdn. zum richtigen u. schnel¬
len Handeln veranlassen
Draht|an|schrift: die; -; -en Adresse, die
in verkürzter Form bei Eilsendungen
verwendet wird
Draht|ant|wort: die; - ; -en [veralt.] Ant¬
wort, die telegrafisch erteilt wird
Draht|aus|lö|ser: der; -s; ~ Photogra¬
phie) Auslöser, um ein einwandfreies,
nicht durch Erschütterung beein¬
trächtigtes Bild bei Stativaufnahmen
zu bekommen
Draht|büijste—> Draht|bürs|te: die; - ;
-n Bürste mit Drahtborsten
Dnjht|chen: das; -s; - dünner, kleiner
Draht
drah|ten: drahtest; drahtetest; hast
gedrahtet 1 mit Draht verbinden 2 als
Telegramm schicken
Draht|esel —» Draht|e|sel: der; -s; -
[ugs.; scherzh.] Fahrrad
Draht|fen|ster —> Draht|fens|ter: das;
-s; - Fenster, vor dem sich eine Ver¬
gitterung aus Draht befindet
Oraht|ge]flecht: das; -(e)s; -e verwo¬
bene Drähte; geflochtene Fläche aus
Draht
Draht|ge|stell: das; -(e)s; -e Gestell, das
aus Draht produziert wurde
Draht|git)ter: das; -s; - stabileres Draht¬
geflecht
Drahtigfas: das; -es; -gläser Glas, das
aus Sicherheitsgründen mit eingear¬
beitetem Drahtgeflecht produziert
wird u. somit schwer zerstörbar ist
Draht|haaijdackel (Draht|haar|dak|kel
—3- Draht|haarjda|ckel): der; -s; -
Dackel mit hartem, borstigem, nicht
seidig-weichem Fell, Syn.: Rauhaar¬
dackel
draht|haa|rig: Adj. <Fell; Haan nicht
weich, sondern rauh
drah|tig: Adj. <Figun schlank u. durch¬
trainiert »Ein drahtiger Mann sprang
über die Mauer.«
Dreht|korb: der; -(e)s; -körbe korbför¬
mige Tasche aus Draht
drahtlos: Adj. n. stg. <Nachrichtentech¬
nik> Kontakt ohne Leitungen herstel¬
lend
Drahtfrol|le: die; - ; -n gerollte größere
Menge, Anhäufung von Draht
Draht|sche|re: die; - ; -n spezielles
Schneidegerät für Draht
Draht|seil: das; -(e)s; -e gedrehter dik-
kerer Strang aus Draht
Drahtjseil|akt: der; -(e)s; -e 1 Vorfüh¬
rung eines Akrobaten in größerer Hö¬
he auf einem Seil 2 oibertr.) schwieri¬
ges Unternehmen, bei dem alle Partei¬
en zufriedengestellt werden müssen
Draht|seil|künst|ler —» Drahtlseill-
küns[tjter: der; -s; - weibl. Draht|seil|-
künst|le|rin —». Draht|seil|küns|tlle|-
rin: die; - ; -nen 1 Ärtist(in) auf dem
Drahtseil 2 <übertr.> Person, die im¬
mer wieder in der Lage ist, auch
heikle Situationen gut zu überstehen
Draht|sieb: das; -(e)s; -e kleinste Parti¬
kel aussortierendes Gerät od. Ge¬
flecht aus Draht
Draht|spu|le: die; - ; -n kleinere Draht¬
rolle
Draht[verjhau: der; -(e)s; -e Unter¬
schlupf, kleine Hütte die aus Draht
hergestellt wird
Draht|zaun: der; -(e)s; -zäune Abgren¬
zung aus Draht
Drai|na]ge/Drä|na|ge: <engl.-fr.> /dräna-
sehe/ die; - ; -n 1 Anlage von Rohren
u. Leitungen zum Trockenlegen des
Bodens; Entwässerung 2 <Med.> Ab¬
leitung von Absonderung z. B. von
Wunden durch ein Röhrchen od. Ga¬
zestreifen
Drai|sjjne: /dräsine/ die; ~ ; -n 1 kleines
Eisenbahnfahrzeug 2 Vorläufer des
Fahrrades
dra|ko|nisch: <gr.> Adj. streng
Drall: der; -(e)s; -e (PI. s.) 1 <Physik> a)
Körperrotation eines Gegenstandes
um die eigene Achse b) Drehimpuls 2
spiralenförmige, ganz leichte Einker¬
bungen im Rohr einer Feuerwaffe,
die das Geschoß in eine Drehbewe¬
gung bringt
drall: Adj. <Frau; Körperteile) ein wenig
mollig, aber fest »Sie hatte dralle
Oberschenkel.«
Dra|ma: <gr.-lat.> das; -s; Dramen 1 a) li¬
terarische Gattung, die sowohl Trau¬
erspiele als auch Lustspiele umfaßt
»Wir besprechen in der Schule im Mo¬
ment ein Drama von Schiller.« b) klas¬
sisches Trauerspiel; Tragödie »ein
Drama aufführen« 2 [ugs.] tragisches
Ereignis »Es ist ein Drama gesche¬
hen.«
Dralmajtik: <gr.> die; - ; - 1 Dichtkunst
des Dramas 2 Spannung; spannende
Entwicklung »Das Elfmeterschießen
im Endspiel war an Dramatik nicht zu
überbieten.«
Dra|ma|ti|ker: <gr.> der; -s; - weibl. Dra|-
ma]ti|ke|rin: die; - ; -nen- Autor(in)
von (tragischen) Theaterstücken
dra|ma|tisch: igr.-lato Adj. 1 span¬
nungsgeladen »eine dramatische
Rettungsaktion« 2 das Drama (als
Gattung) betreffend »die dramati¬
schen Dichtungen des 19. Jhds.«
dra|ma|ti|sje|ren: dramatisierst; drama¬
tisiertest; hast dramatisiert 1 in ein
Schauspiel umsetzen »Er hat die
Kurzgeschichte dramatisiert.« 2 über¬
treiben; spannender, schlimmer, ge¬
fährlicher darsteilen als es der Wirk¬
lichkeit entspricht »Du dramatisierst
die Angelegenheit mal wieder.«
Dra|ma|ti|sie|ning: <gr.> die; - ; -en 1 Er¬
arbeiten eines Bühnenstücks 2 Über¬
treibung
Dra|ma)turg: <gr.> der; -en; -en weibl.
Dra|ma|tur|gin: die; - ; -nen künstleri¬
sche^) Beraterin) im Theater u. bei
den Medien
Dra|ma|tur[gie: <gr.> die; - ;
Dramaturgien jdramaturgpnl 1 <Lite-
raturwiss.) Lehre von den Gesetzmä¬
ßigkeiten des Dramas hinsichtlich des
äußeren u. inneren Aufbaus 2 a) Me¬
dien- od. Theaterabteilung, in der
Dramaturgen beschäftigt sind b) Auf¬
bereitung eines Bühnenstückes, Hör¬
spieles od. Filmes 3 <übertr.> dramati¬
scher Ablauf eines Geschehens »Die
Dramaturgie des olympischen
Schwimmfinales ist schnell erzählt.«
dra|mafturjgisch: <gr.> Adj. n. stg. in be¬
zug auf die Dramaturgie, die Span¬
nung
dran: Adv. 1 [ugs.] kurz für daran meist
in Verbindung mit 'da' a) an etw. be¬
findlich »Dieses Fleisch kaufe ich
nicht, da ist mir zu viel Fett dran.« b)
an, gegen etw. »Da dran kannst du
dichfesthalten.« c) an etw. »Er verspä¬
tet sich meistens, da dran mußt du dich
nicht stören.« d) auf etw. bezogen
»Der Iran ist reich da dran (an
Erdöl).« e) wegen etw. »Er erlitt Ver¬
brennungen dritten Grades u. ist da
dran gestorben.« 2 da ist alles dran:
[ugs.; oft iron.] etw. od. jmd. ist fast
perfekt 3 dran glauben müssen:
[ugs.; salopp] a) sterben müssen b) ka¬
puttgehen »Mir ist das Tablett mit den
Gläsern runtergefallen, leider haben
zwei dran glauben müssen.« 4 an etw.
ist etw. dran; da ist etw. dran: [ugs.]
etw. könnte stimmen »Die Idee ist
nicht schlecht, da könnte etw. dran
sein.« 5 gut/arm, schlecht, übel (mit
jmdm., etw.) dran sein: [ugs.] es gut/
schlecht haben »Mit dem Alkoholiker
als Mann ist sie aber übel dran.« 6
nicht wissen, wo, wie man bei, mit
jmdm., etw. dran ist: [ugs.] nicht wis¬
sen, was man von jmdm., etw. den¬
ken, erwarten soll »Er ist ein komi¬
scher Kerl, u. man weiß nie, wie man
mit ihm dran ist.«
Drä|na|ge/Drai|na|ge: <engl.-fr.>
/dränasehe/ die; - ; -n 1 Anlage von
Rohren u. Leitungen zum Trockenle¬
gen des Bodens; Entwässerung 2
261
dranbleiben
<Med.> Ableitung von Absonderung
z. B. von Wunden durch ein Röhr¬
chen od. Gazestreifen
dran|btei|ben: bleibst dran; blieb(e)st
dran; bist drangeblieben [ugs.] dabei¬
bleiben, jmdn. od, etw, nicht verlas¬
sen »Ich werde ihn ans Telefon rufen,
bitte bleiben sie dran.«
Drang: der; -(e)s; Dränge (PL s.) ge¬
steigertes Bedürfnis »Ich verspürte
den Drang zu helfen.«
dran|ge|ben: gibst dran; gab(e)st dran;
hast drangegeben [ugs.] ein Ziel o. ä.
aufgeben »Er gab es dran, ihn zu be¬
lehren.«
dran|ge|hen: gehst dran; ging(e)st dran;
bist drangegangen [ugs.] mit etw. be¬
ginnen; mit der Erledigung einer Auf¬
gabe o. ä. beginnen
Drän|ge|lei: die; - ; -en 1 als negativ
empfundenes Antreiben zur Eile
»Diese Drängelei geht mir auf die
Nerven.« 2 (körperliches) Vorandrän¬
gen in einer Schlange, Menschenmen¬
ge o. ä. »Trotz ihrer Drängelei kam sie
nicht früher an als wir.«
drän|gen: drängst; drängtest; hast
gedrängt 1 jmdn. zum (raschen) Han¬
deln bewegen wollen, ihm keine Be¬
denkzeit o. ä. lassen »Er drängte ihn,
den Vertrag zu unterschreiben.« 2
jmdn. schieben, drücken, stoßen od.
schubsen, um ein Ziel schneller od.
vor anderen Personen zu erreichen 3
jmdn. in eine bestimmte Richtung
zwingen »Er drängte sie zur Tür hin¬
aus.«
drän|gen, sich: drängst dich; drängtest
dich; hast dich gedrängt auf engstem
Raum gemeinsam mit vielen Men¬
schen sein
Drang|pe|ri|ode —> Drang|pe|ri|o|de:
die; - ; -n <Sporl> Zeit, in der jmd. ei¬
nem starken Druck ausübt
Drang|sal: die; -; -e u. das; -(e)s; -e Pei¬
nigung durch einen Zustand; Qual
drang|sa|lie|ren: drangsalierst; drangsa¬
liertest; hast drangsaliert [abwert.]
jmdn. durch Ausübung körperlichen
od. seelischen Drucks zu etw. zu
zwingen versuchen; tyrannisieren »Er
hat uns jahrelang drangsaliert.«
Drang|sa|ljejrung: die; -; -en Peinigung;
Qual; Zunigen von Leid
drangvoll: Adj. sehr leidvoll, bedrük-
kend
Drä|nie|rung: <fr.> die; - ; -en Entwässe¬
rung mit Hilfe eines Kanalsystems
dran|ma|chen: machst dich dran; mach¬
test dich dran; hast dich drangemacht
[ugs.] mit einer Tätigkeit o. ä. begin¬
nen »Sie machten sich daran, Unkraut
zu jäten.«
dran|neh|men: nimmst dran; nahm(e)st
dran; hast drangenommen [ugs.] a)
(Schule; Unterricht) jmdn. dazu aus¬
suchen, eine Frage zu beantworten,
einen Beitrag zum Unterricht zu lei¬
sten »Der Lehrer nahm mich ständig
dran.« b) eine Person nach der ande¬
ren behandeln, bedienen o. ä. c) sich
mit jmdm. beschäftigen
dran|set|zen: setzt dich dran; setztest
dich dran; hast dich drangesetzt mit
Energie sein Ziel verfolgen »Ich werde
alles daransetzen, diesen Prozeß zu ge¬
winnen.« •
Drajpö —» auch Dralpee: </r> der; -s; -s
dicht gewebter, einfarbiger Wollstoff
für Damen- u. Herrenoberbekleidung
dra|pje|rsn: </r> drapierst; drapiertest;
hast drapiert Stoff zum Zweck der
Dekoration raffen od. in Falten legen
Dra|pie|rung: die; - ; -en das stilvolle Le¬
gen, Raffen von Stoff o. ä.
dra|stisch —» drastisch: <gr.> Adj. ex¬
trem; deutlich zum Ausdruck brin¬
gend »drastische Worte, Preiserhö¬
hungen«
drauf: Adv. 1 [ugs.] kurz für darauf oft in
Verbindung mit 'da' a) auf etw. »Er
trommelt drauf (— auf dem Tisch)
herum.« b) daraufhin; danach; nach
»Kurz drauf ( = nach dem Streit) ging
sie beleidigt fort.« c) basierend auf;
begründet in »Sie hatten ihm alle Hilfe
versprochen u. da drauf baut er.« d)
zum (Gesprächs-)Inhalt haben »Da
drauf kam er nicht zu sprechen.« e) auf
etw. od. jmdn. räumlich od. zeitlich
folgend »Er kam kurz drauf.« 2 drauf
u. dran sein, etw. zu tun: [ugs.] fast
bereit sein, etw. zu tun »Ich war drauf,
u. dran, ihr das Haus zu verbieten.« 3
etw. drauf haben: [ugs.] a) mit einer
hohen Geschwindigkeit fahren »Die¬
ser Wagen hat vielleicht etw. drauf!;
Wir hatten 170 km/h drauf.« b) intelli¬
gent sein, etw. gut machen, können
»Der neue Kollege hat wirklich was
drauf.« 4 nichts drauf haben: [ugs.]
nicht viel können »Auf den könnten
wir auch verzichten, der hat doch
nichts drauf!« S gut/schlecht o. ä.
drauf sein: [ugs.] sich körperlich od.
seelisch gut/schlecht fünlen »Laß
mich mit deinen Problemen in Ruhe,
ich bin zur Zeit selbst nicht gut drauf!«
—» drauf sein: s. draufsein
Drauf|gän|ger: der; -s; - weibl. Drauf|-
gän|ge|rin: die; - ; -nen Person, die
ungeachtet der Gefahren für sich (od.
andere) eine Handlung ausführt, die
sich um des Erlebnisses, Abenteuers
willen unvorsichtig verhält
drauflqänlqelrisch: Adj. nicht zögerlich,
sondern risikoreich handelnd
drauf|ge|hen: gehst drauf; ging(e)st
drauf; bist draufgegangen 1 [ugs.] bei
etw. zu Schaden kommen »Das Auto
ist bei der Verfolgungsjagd draufge¬
gangen.« 2 [ugs.; salopp] sterben »Er
ist bei dem Autounfall drauf gegan¬
gen.«
drauflhaulen: haust drauf; hautest drauf;
hast draufgehauen [ugs.] auf etw. od.
jmdn. schlagen
drauf|sein —*■ drauf sein: bist drauf;
warst drauf; bist draufgewesen
—* bist drauf gewesen<— 1 sich
(räumlich gesehen) auf etw. befinden
»Die Kartons sind da oben drauf.« 2
[ugs.] gut/schlecht gelaunt sein »Du
bist heute aber (gar nicht) gut drauf.«
draulBen: Adv. außerhalb eines (ge¬
schlossenen) Raumes, Ortes »Die
Kinder spielen draußen (= im Frei¬
en).«
Drehf.: Abk. 1 Durchfahrt 2 Durchfüh¬
rung
DrchgaAbk. Durchgang
Drcks.: Abk. <Postw.> Drucksache
Dread|locks: <engl.> /drädlokß/ die
(PI.) kleine, aus dünnen Haarsträh¬
nen fest geflochtene Zöpfchen (ur¬
sprünglich Kennzeichen für die Mit¬
gliedschaft in der Rastafari-Sekte)
Drech|se|lei: /drekßelej/ die; ~ ; -en das
Bearbeiten von Materialien an einer
Drechslerbank
drech|seln: /drekßeln/ drechselst; drech¬
seltest; hast gedrechselt Holz mit einer
Maschine, speziellen Werkzeugen
künstlerisch-verschönemd bearbeiten
»Ich habe die Tischbeine selbst ge¬
drechselt.«
Drechs|ler /drekßler/ der; -s; - weibl.
Drechs|le|rin: die; - ; -nen Person, die
Holz auf der Drechslerbank bearbei¬
tet
Drechs|leijar|bett: /drekßler-/ die; - ;
-en a) Produkt, das von dem an der
Drechslerbank arbeitenden Hand¬
werker hergestellt wird b) die durch
Drechseln erfolgende handwerkliche
Bearbeitung von Holz
Drechs|leijbank: /drekßler-/ die; - ;
-bcmke Arbeits-, "Werkbank eines
Drechslers; Drehbank
Drechs|le|rei: /drekßlerei/ die; - ; -en
Ort, Firma, Produktionsstätte, in/an
dem ein Drechsler seine Arbeit ver¬
richtet
drechs|lern: /drekßlem/ drechslerst;
drechslertest; hast gedrechslert kunst¬
volle Holzarbeiten (professionell)
ausführen
Dreck: der; -(e)s; - 1 (dunkler, modri¬
ger) Schmutz 2 [abwert.] Angelegen¬
heit »Das ist dein Dreck, darum küm¬
mere ich mich nicht.« 3 jmdn., etw.
mit Dreck bewerfen: [ugs.; salopp]
über jmdn. übel reden, ihn verleum¬
den 4 einen Dreck: [ugs; salopp] abso¬
lut nicht(s) »Sie haben mir einen
Dreck zu befehlen.« S Dreck am Stek-
ken haben: [ugs.; salopp] kriminell
sein; keine tadellose Vergangenheit
haben 6 ein Dreck, der letzte Dreck
für jmdn. sein: [ugs.; salopp] für
jmdn. wertlos, zu verachten sein »Ich
lasse mich doch von Ihnen nicht wie der
letzte Dreck behandeln.« 7 jmdn., etw.
durch den Dreck ziehen, in den
Dreck ziehen, treten: [ugs.; salopp]
jmdn., etw. schlechtmachen »Mußt du
unsere Beziehung durch den Dreck
ziehen?« 8 (bis an den Hals, über die
Ohren) im Dreck sitzen, stecken:
[ugs.; salopp] in großen Schwierigkei¬
ten, Nöten sein 9 jmdn. aus dem
Dreck ziehen: [ugs.; salopp] jmdm.
aus einer schlimmen Situation her¬
aushelfen »Wer hat dich denn damals
aus dem Dreck gezogen?« 10 aus dem
gröBten, gröbsten Dreck heraus
sein: [ugs.; salopp] die größten
Schwierigkeiten überwunden haben
Dreck|aijbeit/Drecks|arjbeit: die; ~ ; -en
[ugs.; abwert.] unangenehme, schwere
Tätigkeit »Die Drecksarbeit bleibt
wieder an uns hängen.«
Dreck|ei|mer: der; -s; - [landsch.; ugs.]
Mülleimer; Behältnis für Abfälle
Dreck|fink: der; -(e)s; -en [ugs.] jmd.,
häufig ein Kind, der/das sich sehr
schmutzig macht »Du bist ein kleiner
Dreckfink.«
Dreck|hau|fen: der; -s; - [ugs.] große
Ansammlung von Schmutz
dreckig (drek|kig —» drejckig): Adj. 1
schmutzig; nicht sauber »dreckige
Wäsche« 2 [ugs.] sich schlecht fühlen;
262
Dreiländereck
jmdm. schlecht bekommen o. ä. »Mir
geht es dreckig.« 3 [ugs.] unanständig
»dreckige Witze« 4 dreckig u.
speckig: [ugs.] ungepflegt; schmutzig;
ungewaschen
Dreck|loch/Drecks|loch: das; -(ejs; -lo¬
cker [ugs.; abwert.] extrem unaufge-
räumte(s), schmutzige(s) Wohnung,
Zimmer »In diesem Dreck(s)loch blei¬
be ich nicht.«
Dreck|nest: das; -(e)s; -er [ugs.; ab¬
wert.] Ort, der langweilig ist, keine
Aktionen, Feste, Kulturangebote,
Freizeitangebote aufweist
Drecks]ar[beit/Dreck|ar|beit: die; -; -en
[ugs.; abwert.] unangenehme, schwere
Tätigkeit, die niemand freiwillig ver¬
richten möchte »Die Drecksarbeit
bleibt wieder an uns hängen.«
Dreck|sau: die; ~ ; -säue [derb; abwert.]
ä) jmd., der dreckig, unordentlich,
sehr ungeplegt ist »Du solltest dich
waschen, du siehst aus wie eine richtige
Drecksau.« b) gemeine, hinterhältige
Person »Diese Drecksau hat mich be¬
trogen.«
Dreck|schau|fel: die; ~ / -n [ugs.] Schlip¬
pe, Spaten, um Schmutz aufzukehren
Dreck|schleu|der: die; - ; -n [ugs.;
abwert.] 1 a) die Umwelt erheblich be¬
lastende Fabrik o. ä. b) nicht schad¬
stoffarmes Auto 2 Person, die viele
Schimpfwörter od. vulgäre Ausdrük-
ke sagt
Drecks|loch/Dreck|loch: das; -(e)s; -lö¬
cher [ugs.; abwert.] unaufgeräumtefs),
schmutzige(s) Wohnung, Zimmer »In
diesem Dreck(s)loch bleibe ich nicht.«
Dreck|spatz: der; -es u. -en; -spatzen
[ugs.] schmutzige Person, meist Kind
Drecks|zeug/Dreck|zeug: das; -s; -
[ugs.; abwert.] etw. Minderwertiges;
minderwertige Ware
d. Red.: A bk. die Redaktion
d. Ref.: Abk. der/die Referent(in)
Dreh: der; -(ejs; -e u.-s 1 besonderer
Trick, mit dessen Hilfe etw. funktio¬
niert »Es gibt da einen besonderen
Dreh.« 2 um den Dreh herum: [ugs.]
so ungefähr; grob geschätzt »Das
Haus müßte so um den Dreh herum
300.000 DM wert sein.«
Drehbank: die; - ; -banke Maschine in
einer Werkstatt, die Holz, Metall u.
Kunststoff durch Abschälen mit ei¬
nem Drehstahl bearbeitet
dreh|bar: Adj. n. stg. so beschaffen, daß
es gedreht werden kann; in der Rich¬
tung veränderbar
Dreh|be|we|gung: die; - ; -en Bewe¬
gung, bei der etw. gedreht wird od.
eine Person sich dreht, wendet
Dreh|buch: das; -(e)s; -bücher Text¬
buch mit Anweisungen, nach dem ein
Film od. Bühnenstück hergestellt, in
Szene gesetzt wird
Dreh|buch|au|tor der; -s u. -en; -en
weibl. Dreh|buch|au|to|rin: die; - ;
-nen Schreiber(in) eines Drehbuches
für das Fernsehen, Theater, den Film
Dreh|b(ih|ne: die; ~ / -n Bühne im Thea¬
ter, die drehbar ist, so daß verschie¬
dene Bühnenbilder schnell wechseln
können
dre|hen: drehst; drehtest; hast gedreht 1
im Bogen, Kreis bewegen »an einer
Schraube drehen« 2 Filmaufnahmen
machen »Wir drehen eine Komödie.« 3
durch drehende Bewegungen formen
»eine Zigarette drehen« 4 manipulie¬
ren; durch Beeinflussung von Ereigni¬
sabläufen bewerkstelligen »etw. ge¬
schickt drehen« 5 an etw. ist nichts zu
drehen: eine Situation ist nicht zu än¬
dern, ist eindeutig 6 etw. schlau
drehen: etw. zum eigenen Vorteil ge¬
schickt bewerkstelligen, regeln »Das
hat er aber außerordentlich schlau ge¬
dreht.«
dre|hen, sich: drehst dich; drehtest dich;
hast dich gedreht 1 sich im Kreis, um
seine eigene Achse bewegen »Bei die¬
sem Tanz muß man sich mehrmals
drehen.« 2 zum Gegenstand, als Mit¬
telpunkt haben »Alles dreht sich nur
noch um das Baby.«
Drejher: der; -s; - 1 folkloristischer
Tanz aus Österreich 2 gelernter Ar¬
beiter an einer Drehbank
Dreh[ge|stell: das; -(ejs; -e Fahrgestell
bei Schienenfahrzeugen, das drehbar
ist
Drehfkreuz: das; -es; -e Vorrichtung aus
Metallstreben, die um einen Punkt
kreisen, zum Zweck der Regulierung,
Kontrolle des Zustroms von Men¬
schen in einen Raum
Dreh|leijer. die; ~ ; -n Streichinstrument
im Mittelalter
Dreh|mo|menfc das; -(e)s; -e <Physik>
Maß für die Drehwirkung einer an ei¬
nem drehbaren Körper angreifende
Kraft
Dreh|or|gel: die; ~; -n fahrbares, mecha¬
nisches Musikinstrument, das durch
eine Kurbel in Gang gesetzt wird; eine
kleine Orgel, die oftmals von Straßen-
musikem gespielt wird
Dreh|ort: der; -(ejs; -e Örtlichkeiten,
die für eine Filmaufnahme genutzt
werden
Dreh|pau|se: die; -; -n erholsame Un¬
terbrechung, Ruhephase, die wäh¬
rend der Filmaufnahmen gemacht
wird
Dreh|punkt: der; -(e)s; -e Mittelpunkt
der Drehung eines Körpers
Dreh|schal|ter: der; -s; - drehbarer
Schalter, mit dem ein (elektrotechni¬
scher, physikalischer) Vorgang in
Funktion gesetzt wird
Dreh|ses|sel: der; -s; - unterhalb der
Sitzfläche drehbares Sitzmöbel mit
Armlehnen
Dreh|strom: der; -(e)s; - <Elektrot.>
Verkettung dreier Wechselströme, die
um 120J phasenverschoben sind
Dreh|stuhl: der; -(ejs; -Stühle unterhalb
der Sitzfläche drehbares Sitzmöbel
Dreh|tün die; - ; -en Tür, die sich dre¬
hend öffnen u. somit passieren läßt
»Kaufliäuser besitzen häufig Drehtü¬
ren.«
Drejhung: die; - ; -en das Drehen; kreis¬
förmige Bewegung »Nun folgt eine
Drehung u. danach ein Wechsel¬
schritt.«
Dreh|wurm: der;-(ejs;-wärmer 1 Band¬
wurmart, die u. a. Nutzvieh befällt 2
einen Drehwurm haben, bekommen:
durch zu heftige, kreisende Bewegun¬
gen u. daraus resultierender Kreis¬
laufüberbelastung verursachtes Ge¬
fühl, daß alles um einen herum kreist
Drehjzahl: die; - ; -en Tourenzahl; Zahl
der Umläufe von Maschinen in einer
Minute/Zeiteinheit
drei: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen =) 3
2 <Schulnote> befriedigend 3 nicht bis
drei zählen können [abwert.] dumm,
blöd, unintelligent sein »Die sieht aus,
als könne sie nicht bis drei zählen!« 4
dreimal darfst du raten: das ist nicht
schwer, das weißt du doch »Dreimal
darfst Dü raten, wohin ich diesen Som¬
merfahren werde.«
Drej|ak|ten der; -s; ~ Bühnenstück aus
drei Teilstücken, Akten
drei]bän|dig: Adj. n. stg. aus drei Einzel¬
büchern, Bänden bestehend
Drei|bett|zim|mer das; -s; - Hotel-,
Krankenhausraum für drei Personen,
mit drei Betten
drei|di|men|sio|nal —» drei|di|men|si|-
o|nal: Adj. n. stg. drei Dimensionen
erscheinend; den ganzen Raum erfas¬
send
Drei|eclc das; -(e)s;-e geometrische Fi¬
gur mit drei Spitzen
dreijeckig (drei|ek|kig —» drei|e|ckig):
Adj. n. stg. geometrische Figur, die
drei Spitzen aufweist
Dre!|ecks|ge|schich|te: die; - ; -n Le¬
bensumstände, Erlebnis einer Person
mit gleichzeitig zwei (Lebens-, Se-
xual-)Partnern
Drei|ei|nig|keit: die; -; -(christliche Reli¬
gion) Dreifaltigkeit; Trinität von
Gottvater, Gottsohn u. Heiligem
Geist
Drei|ei|nig|keits|fest: das; -(ejs; -e
(christliche Religion) Fest zu Ehren
der Trinität, Dreieinigkeit
Drei|er|rei|he: die; - ; -n Serie, Folge,
Reihe von drei Dingen, Personen o. ä.
Drei|fal|tig|keit: die; - ; - (Christi. Reli¬
gion) Trinität von Gottvater, Gott¬
sohn u. Heiligem Geist
Drei|farjben|druck: der; -(ejs; -e Vor¬
gang, bei dem gelb, rot u. blau über¬
einander in Schichten gedruckt wer¬
den
Drei|fel|der|wirt|schaft: die; - ; - Boden¬
nutzung, bei der der Wechsel von
Brache, Winter- u. Sommergetreide
im Dreijahresrhythmus stattfindet
Drei|ge|stim: das; -(ejs; -e 1 drei zu¬
sammenliegende Sterne 2 Gruppe
von drei bestimmten Personen im
(Kölner) Karneval
drei|ge{stri|chen: Adj. n. stg. <Musik> in
der dritten Oktave
Drei|grp|schen|heft: das; -(ejs; -e [ab¬
wert.] kurzer, literarisch nicht wert¬
voller Roman
Dreijkant: der; -(ejs; -e dreieckiger
Körper »Dreikantfeile«
Drei|kä|se|hoch: der; -s; -s kleines Kind
»Unsere Nachbarn haben einen Drei¬
käsehoch zu Besuch.«
Drei|klang: der; -(ejs; -klänge <Musik>
auf einem Ton aufgebauter Klang in
Terzen
Dreijklas]sen|wah1|recht: das; -(ejs; -
<hist.) in Preußen übliches, gültiges
Wahlrecht, das die Stimmen nach den
Steuerzahlungen gewichtete
Drei|köjni|ge: die (PI.) (christliche Reli¬
gion) Fest der drei Könige (Melchior,
Caspar, Balthasar) am 6. Januar
Drei|län|der|eck: das; -(ejs; - Ort, an
dem drei Länder sich treffen
263
Dreimeilenzone
»Deutschland, Österreich u. die
Schweiz bilden am Bodensee ein Drei¬
ländereck.«
Drei|mei|len|zo|ne: die; ~ -n zu einem
staatlichen. Hoheitsgebiet gehöriger,
drei Meilen breiter Küstengewässer¬
streifen »Der Kutter war in die Drei¬
meilenzone eingedrungen.«
drein|blicken (dreln|blik|ken —> drein|-
bli|cken: blickst drein; blicktest drein;
hast dreingeblickt auf eine bestimmte
Art u. Weise schauen; einen bestimm¬
ten Gesichtsausdruck aufsetzten (z.
B. böse; finster, fröhlich usw.)
drein|fm|den, sich: findest dich drein;
fand(e)st dich drein; hast dich drein¬
gefunden etw. als Tatsache akzeptie¬
ren; sich mit etw. abfinden »Sie hat
sich dreingefunden, mit dieser Behin¬
derung zu leben.«
drein[mi|schen: mischst dich drein;
mischtest dich drein; hast dich dreinge¬
mischt [geh.; veralt.] sich unaufgefor¬
dert an etw. beteiligen, Syn.: einmi¬
schen
drein|rejden: redest drein; redetest drein;
hast dreingeredet [geh.; veralt.] sich in
fremde Angelegenheiten einmischen
»Es ist seine Entscheidung, du solltest
ihm nicht dreinreden.«
Drei|pha|sen|strom: der; -(e)s; -ströme
<Elektrot.> dreiphasiger Wechsel¬
strom
Drej|punkt|gurt: der; -(e)s; -e an drei
Stellen festgemachter Autogurt, der
Becken u. Oberkörper am Sitz fest¬
hält
Drei|rad: das; -(e)s; -räder Kinderfahr¬
zeug mit einem Vorderrad u. zwei
Hinterrädern, das über Pedale ange¬
trieben wird »Das Mädchen bekommt
ein Dreirad zu Weihnachten.«
Drei|satz: der; -es; - <Math.> Verfahren
zur Berechnung einer vierten, unbe¬
kannten Größe
Dreijspftz: der; -es; -e im 18. Jhd. ver¬
breiteter Hut, dessen Krempe an allen
drei Seiten hochgeklappt ist
Drei|sprin|ger: der; -s; - weibl. Di®j|-
sprin|ge|rin: die; - ; -nen <Sport>
Sportlerin) in einer leichtathletischen
Disziplin, bei der drei aneinanderge¬
reihte Sprünge ausgeführt werden u.
danach in eine Sandgrube gesprungen
wird
Drejlsprung: der; -(e)s; -spränge Sport¬
art, bei der vor dem eigentlichen
Weitsprung zwei weite Sprünge, gro¬
ße Schritte gemacht werden
drej|Big: Kardinalzahl (Zahlzeichen =)
30
Drei|Bi|geijjah|re —» auch drei|Bi[ger
Jah|re: die (PI.) die Jahre zwischen
1930 u. 1940, in älteren Texten auch
zwischen 1830 u. 1840 usw.
drej|Big|jäh|rig: Ädj. n. stg. 1 30 Jahre alt
»ein dreißigjähriger Mann« 2 30 Jahre
dauernd »Unsere Firmengeschichte ist
bereits dreißigjährig.«
Drei|Big|ster —> Drei|Bigs|ter: der;
Dreißigsten; Dreißigsten <Rechtsw.>
gesetzliche Verpflichtung der Erben,
bestimmten Familienangehörigen
während der ersten 30 Tage nach dem
Tode des Erblassers Unterhalt zu ge¬
währen
dreist: Adj. dreister; dreisteste [abwert.]
in der Art unverfroren, frech, ohne
Rücksicht auf bestimmte gesellschaft¬
liche Konventionen handelnd
Dref|stig|kelt —» Dreis|tig|keit: die; - ;
-en bewußt angewandte Frechheit,
Unverschämtheit
drei|stim|mig: Adj. n. stg. <Gesang> in
drei Stimmlagen singend »Dieses Lied
wurde dreistimmig vorgetragen.«
Drei|ta|ge|fielber das; -s; - erhöhte Kör¬
pertemperatur, hohes Fieber, über¬
tragbar durch Mücken, das in den
Mittelmeerländern auftritt
Drei[vier|tel|l[|ter|fla|sche: die; - / -n Ge¬
fäß, in das dreiviertel Liter Flüssig¬
keit hineinpassen
Orei|vter|tel|mehr|heit: die; - ; -en Vo¬
tum, Abstimmungsergebnis, Stim¬
menabgabe mit mindestens 75% Zu¬
stimmung
Drei|vierjtel|stun|de: die; - ; -n 45 Minu¬
ten (einer Stunde)
Drei|vter|tel|takt: der; - (e)s; -e Takt, der
ein drei Viertel langes Zeitmaß hat
drei|wer|tig: Adj. n. stg. 1 <Sprachwiss.)
Verb, das drei Satzglieder fordert 2
Chemie) Element, das sich mit den
drei Atomen des einwertigen Wasser¬
stoffes verbindet
dre]|wö|chig: Adj. n. stg. drei Wochen,
21 Tage andauernd »Wir haben einen
dreiwöchigen Urlaub gebucht.«
Drgi|zack: der; -(e)s; -e Stab mit drei
Spitzen, Enden
drei|zehn: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen
= ) 13 2 jetzt schlägt’s (aber)
dreizehn!: erstaunter, ungläubiger
Ausruf; das geht zu weit; jetzt reicht
es »Jetzt schlägt’s aber dreizehn - die
Stereoanlage ist ja schon wieder so
laut!«
Drei[zlm|mer|woh|nung: die; - ; -en
Wohnung, die zusätzlich zu Küche,
Diele, Bad drei Zimmer (Wohn-,
Schlaf-, Kinderzimmer) hat
d. Res.: Abk. <Zusatz bei militärischen
Dienstgraden) der Reserve
Dre|sche: die; - ; - [ugs.] Prügel »Er be¬
kam häufig Dresche.«
dre|schen: drischst; drosch(e)st u. [ver¬
alt.] drasch(e)st; hast gedroschen 1
Korn aus den Ähren entfernen, schla¬
gen »Das Korn wurde früher per Hand
gedroschen.« 2 auf etw. od. jmdn. ein¬
schlagen, treten »Er drosch den Ball
über das Tor.«
Dre|scher: der; -s; - weibl. Dre|sche|-
rin: die; - ; -nen Person, die Körner
von Stroh u. Streu trennt
Dresch|fle|gel: der; -s; ~ Gerät, mit
dem der Vorgang des Dreschens ge-
handhabtwird
Dreschfgut das; -(e)s; -guter Getreide,
das beim Dreschen gewonnen wird
Dresch|ma|schi|ne: die; - ; -n maschi¬
nell betriebener Dreschflegel
Dreß —» Dress: fr.-engl.> der; Dresses;
Dresse Bekleidungsstücke für einen
spezifischen Zweck »Arbeitsdreß •
Tennisdreß usw.«
Dreslseur fr.> /dressör/ der; -s; -e Per¬
son, die Tiere abrichtet, dressiert
dres|sier|bar </r.> Adj. <oft wildes Tier)
zu einem bestimmten Verhalten er¬
ziehbar, abrichtbar
dres|sie|ren: tlat.-fr.> dressierst; dres¬
siertest; hast dressiert <Tiere> abrich¬
ten; etw. beibringen »Er hat die Lö¬
wen dressiert.«
Dres|sjerjsack: fr.; dt.> der; -(e)s;
-sacke <Kochk.) tütenartiger Gegen¬
stand, an dessen Ende durch eine Öff¬
nung Creme o. ä. gepreßt wird, z. B.
zur Verschönerung von Torten
Dres|sing: <lat.-fr.-engh das; -s; -s 1 So¬
ße für einen Salat od. ein Gericht
»Die Griechen bevorzugen ein Dres¬
sing aus Öl u. Essig.« 2 Kräuter- u.
Gewürzmischung
Dress|man: <engl.> /dressmän/ der; -s;
-men Idressmenj männliches Manne¬
quin
Dres|suR dat.fr.> die; - ; -en (PI. s.) 1
a) das Abrichten von Tieren »einen
Hund zur Dressur geben« b) Vorfüh¬
rung der von Tieren (u. in einer spe¬
ziellen Disziplin von Pferden) erlern¬
ten Fähigkeiten »eine Dressur zeigen«
2 [ugs.; abwert.] Erziehung unter gro¬
ßem Drill, extremer Bevormundung
»Unsere Kinder sollen nicht dressiert
werden!«
Dres|suijakt: dat.-fr.> der;-(e)s; -e Voll¬
zug u. Wiedergabe der Dressur
Dres|sur|pferd: fr.; dt.> das; -(e)s; -e
Pferd, das (zum Dressurreiten) abge¬
richtet wird
Dres|sur[prü|fung: fr.; dt.> die; - ; -en 1
Wettbewerb im Dressurreiten 2 Über¬
prüfung der vorgenommenen Dressur
(meist bei Hunden)
Dres|sur|rei|ten: fr.; dt.> das; -s; -
<Sport> Reiten eines Pferdes in be¬
stimmten Figuren
drgl.: Abk. dergleichen
Drgt.: Abk. Dirigenten)
drib|beln: <engh dribbelst; dribbeltest;
hast gedribbelt einen Ball mit kleinen
Stößen bewegen »Der Basketballstür¬
mer dribbelte um seinen Gegenspieler
herum.«
Dribb|ling: <engh das; -s; -s schnelle
Führung eines Balles mit Kopf od.
Fuß
Drift: die; - ; -en [seemannssprl.] vom
Wind bewirkte Bewegung an der
Oberfläche des Meeres
drif|ten: driftest; driftetest; bist gedriftet
[seemannssprl.] mit der Strömung
treiben
Drill: der;-(e)s; -e (PI. s.) strenges, dis¬
zipliniertes, organisiertes Einüben
von Fähigkeiten, Tätigkeiten »harter
Drill«
Drill: (Afrik. Spr.-engh der; -s; -e ein
dem Mandrill verwandter Affe in den
Regenwäldem Westafrikas
Drill: der; -s; -e dreifadiges festes Lei¬
nen-od. Baumwollgewebe
Drill|boh|ren der; -s; - kleines Bohrge¬
rät
dril|len: drillst; drilltest; hast gedrillt a)
durch (militärisches) Training für
eine Aufgabe fit, fähig machen »Der
Nachhilfelehrer drillte uns für die
Prüfung.« b) auf etw. gedrillt sein:
auf etw. vorbereitet, fixiert sein
Dril|licti: der; -s; -e dreifadiges festes
Leinen- od. Baumwollgewebe
Dril|lich|an|zug: der; -(e)s; -anzüge An¬
zug aus dreifädigem, festem Leinen-
od. Baumwollgewebe
Dril|ling: der; -s; -e 1 eines von drei
gleichzeitig entstandenen, von der
Mutter fast gleichzeitig geborenen
Lebewesen 2 Jagdgewehr mit drei
Läufen
264
Droschke
Drilljma|schi|ne: die; - ; -n Gerät, das
reihenweise Saatgut verteilt
drin: Adv. 1 [ugs.] kurz für darin; in etw.
(enthalten) »In dem Preis ist das Früh¬
stück schon drin.« 2 drin sein: [ugs.]
möglich sein; sich machen lassen
»Zehn Prozent Preisnachlaß müßten
doch drin sein.«
—> drin sein: s. drinsein
drin|gen: dringst; drang(e)st; hast ge¬
drungen 1 auf etw. bestehen »Er hat
auf die Einhaltung der Abmachung
gedrungen.« 2 durch etw. hindurch
gelangen »Das Licht drang durch die
Vorhänge.« Syn. <1> drängen
dringend: Adj. 1 eilig u. nicht auf¬
schiebbar »ein dringender Termin« 2
etw. aufs dringendste fordern —*
etw. aufs Dringendste fordern: be¬
sonders stark nach etw. verlangend
dringlich: Adj. eilig u. wichtig zugleich
Dring|lich|keit: die; ~ ; -en Nachdrück¬
lichkeit; große Wichtigkeit
Dring|llchjkeits|an|frafge: die; - ; -n
<Pol.> im Parlament vorgetragene
Frage von besonderer Wichtigkeit zu
einem aktuellen Thema
Dring|Iich|kerts|an|trag: der; -(e)s;
-anträge <Parlament> besonders wich¬
tige, ein aktuelles Thema betreffende
Anfrage im Parlament
Drink: <engl.v der; ~ u. -s; -s meist alko¬
holisches Getränk »fVir nahmen einen
Drink vor dem Essen.«
drin|nen: Adv. innen; innerhalb eines
Raumes »Drinnen ist es warm u. drau¬
ßen schneit es.«
drin|sein —» drin sein: bist drin; warst
drin; bist dringewesen —vbist drin
gewesen*— sich (räumlich gesehen)
innerhalb von etw. befinden »Der Ar¬
tikel ist in der letzten Ausgabe dring¬
ewesen.«
drin|sit|zen: sitzt drin; saß(es)t drin;
hast dringesessen [ugs.] in einer unan¬
genehmen Situation sein
drin[stecken (drin|stek|ken —> drin|-
ste|cken): steckst drin; stecktest drin;
hast dringesteckt [ugs.] 1 in einer un¬
angenehmen Situation sein 2 viel Ar¬
beit, viel zu tun haben
Dnt|te: der, die u. das (mit unbestimm¬
tem Art.; ein Dritter; eine Dritte; ein
Drittes) 1 (von der Kardinalzahl drei
abgeleitetet) sich zwischen dem zwei¬
ten u. vierten befindliche^) Gegen¬
stand, Person 2 jeder dritte, der... —>
jeder Dritte, der...: jede sich zwischen
der 2. u. 4. befindliche Person, die... 3
zum dritten —» zum Dritten: a) ab¬
schließend; (eine Versteigerung) be¬
endend b) als dritter Punkt in einer
Reihe; drittens 4 zu dritt: mit drei Per¬
sonen 5 der lachende Dritte: Person,
die für sich selbst aus dem Streit ande¬
rer Personen persönlichen Gewinn er¬
zielt
dritfte Welt —» Drit|te Welt: die; -n - ; -
Sammelbegriff für alle aus westlicher
Sicht als wirtschaftlich unterentwik-
kelt betrachteten Länder, Staatsge¬
meinschaften
Dritftel: das u. [Schweiz.] der; -s; - der
dritte Teil von etw. »Ein Drittel seines
Lebens verbringt der Mensch im
Schlaf.«
drrt|teln: drittelst; dritteltest; hast ge¬
drittelt in drei (gleiche) Stücke tren¬
nen, teilen
drittens: Adv. an der dritten Position
Drit|te-Wett-La|den: der; -s; -Läden Ge¬
schäft, in dem Waren aus den Ent¬
wicklungsländern verkauft werden
drjtt}klas|sig: Adj. n. stg. nicht sehr gut
auf einem Gebiet, sondern eher
schlecht »Er ist ein drittklassiger Sän¬
ger.« Ant.: erstklassig
Dritt|kläB|ler —*■ Dritt(kläss|ler: der; -s;
* weibl. Dritt|kläB|le|rin —* Diittf-
kläss|le|rin: die; - ; -nen Schüler(in) in
der dritten Klasse der Grundschule
Dritt|land: das; -(e)s; -Länder Land, das
nicht durch internationale, bilaterale
Verträge o. ä. anderen Staaten ver¬
pflichtet ist
Dritt|mit[tel: das; -s; - Finanzierungen,
die öffentlichen Einrichtungen zu¬
sätzlich zu ihrer normalen Unterstüt¬
zung (z. B. aus der Industrie, aus Stif¬
tungen o. ä.) zukommen
DRK: Abk. Deutsches Rotes Kreuz
(deutsche Sektion der internationalen
Organisation für die medizinische
Versorgung von Kriegsopfern, für
Katastrophenhilfe, allgemeine Kran¬
kenfürsorge usw.)
Drpjge: üat.-fr.v die; - ; -n a) Rauschgift
»Sie nimmt Drogen.« b) als Medika¬
ment verwendetes Rauschmittel »Sie
muß mit dieser Droge behandelt wer¬
den.«
drö|ge: Adj. 1 trockener Zustand 2
<übertr.> sehr fade; uninteressant; hu¬
morlos; langweilig
dro|gen|ab|hän|gig: Adj. n. stg. in psy¬
chischer u./od. physischer Form ab¬
hängig von Rauschmitteln
Drp]gen|ab|hän|gi|ge: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Drogen¬
abhängiger; eine Drogenabhängige;
zwei Drogenabhängige) jmd., der
nicht mehr ohne Rauschmittel leben
kann, süchtig nach (einem) Rausch¬
gift ist
Dro|gen|be]ra|tungs|stel|le: die; - ; -n
Ort, zu dem Drogenabhängige kom¬
men können, um Hilfe zu erhalten
Dro|gen|kon|sum: der; -s; - Einnahme,
Verbrauch von Rauschmitteln
Dro|gen|miB|brauch—* Drg|gen|miss|-
brauch: auch der; -(e)s; -mißbräuche
—»-missbrauche*— (PL s.) Ein¬
nahme von Rauschmittel über das
nicht gefährliche, über das erträgli¬
che, über das medizinisch vertretbare,
über das den Körper nicht zu sehr
schädigende Maß hinaus
Dro|gen|sucht: die; ~ ; -suchte u. -en
(PI. s.) psychische u./od. physische
Abhängigkeit von Rauschgiftmitteln
Dro|gen|sze|ne: die; - ; -n gesellschaftli¬
cher Bereich, Ort, an dem der Dro¬
genhandel floriert, Rauschmittel ge¬
nommen u. gehandelt werden
Dro|gen|to|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Drogentoter;
eine Drogentote; zwei Drogentote)
durch Drogenkonsum, aufgrund ei¬
ner Überdosis an Rauschgift gestor¬
bene Person
Dro|ge|r]e: <fr.> die; - ; -n Geschäft, in
dem Kosmetika u. nicht rezeptpflich¬
tige Heilmittel u. ä. verkauft werden
Dro|gist: <fr.> der; -en; -en weibl. Dro|gi|-
stin —» Dro|gisftin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die eine Drogerie besitzt od. in
ihr arbeitet u. eine bestimmte Lehre
gemacht u. Prüfung abgelegt hat
Dreh|brief: der; -(e)s; -e schriftliche
Mitteilung, in der eine Warnung,
Drohung o. ä. ausgesprochen wird
drq|hen: drohst; drohtest; hast gedroht 1
jmdn. mit Handlungen od. Worten
bedrohen, einschüchtern, warnen »Er
hat mich mit einem Messer bedroht,« 2
negativerweise eventuell eintreffen
»Uns droht ein starker Sturm.« 3 Wer
lange droht, macht dich nicht tob
jmd., der gerne u. häufig mit etw.
droht, macht dies meist nicht wahr,
setzt es nicht in die Tat um, ist daher
ungefährlich
dro|hend: Adj. einschüchternd; negative
Auswirkungen ankündigend
Droh|ge|bär|de: die; - ; -n <Mensch;
Tier> bestimmte Geste zum Zweck der
Einschüchterung eines Gegners, An¬
greifers
Droh|ne: die; - ; -n 1 männliche Arbeits¬
biene »Die Drohnen werden nach der
Paarung gefressen.« 2 <übertr.> [ab¬
wert.] Person, die faul ist ü. Vorteile
aus den Bemühungen einer anderen
Person zieht
dröhlnen: dröhnst; dröhntest; hast
gedröhnt 1 a) laut (wider)hallen; sehr
laut sein; ein (unangenehm) lautes
Geräusch erzeugen »Der Motor
dröhnte laut unter der Brücke.« b) laut
sprechen »Er dröhnte durch das ganze
Büro.« 2 dumpf schmerzen »Mein
Kopf dröhnt nach der langen
Zahnarztbehandlung.« 3 a) ein(e)
Droge, Rauschgift einnehmen, kon¬
sumieren b) jmdm. ein(e) Droge,
Rauschgift verabreichen
Dröh|ming: die; -; -en [ugs.] a) Dosis ei¬
nes Rauschmittels, einer Droge b) Zu¬
stand nach Einnahme einer Droge
Dro|hung: die; - ; -en Einschüchte-
rung(sversuch) durch Handlungen,
Worte o. ä., mit denen man jmdn. zu
etw. bringen, zwingen will »Seine
Drohung beeindruckte uns nicht.«
Drgh|ver1hal|ten: das; -s; - bestimmte
Verhaltensform zum Zweck der Ein¬
schüchterung eines Gegners, Angrei¬
fers
Droh|wort: das; -(e)s; -e einschüchtern-
de(s) Wort(e)
drol|lig: wiederlo Adj. in der (Wesens-)
Art, im Verhalten witzig, lustjg, putz¬
ig »ein drolliger kleiner Hund«
Drol|lig|keit: die; - ; -en Spaßigkeit; wit¬
zige Beschaffenheit
Dro|me|dar: <gr.> das; -s; -e einhöckriges
Kamel
Drop-out: tengh /dropaut/ der; -s; -s
1 Ausbruch aus der Gesellschaftsord¬
nung 2 Person, die aus einer Gesell¬
schaftsordnung ausbricht, ausgebro¬
chen ist 3 <Technik> lückenhafte Auf¬
zeichnung auf einem Magnetband,
die z. B. aus einer fehlerhaften Anord¬
nung der Magnetpartikel resultiert
Drops: <engl.> das u. der; - ; - (m. PI.)
hartes Fruchtbonbon »Die Kinder lut¬
schen Drops.«
Drosch|ke: <russ.> die; - ; -n 1 Kutsche
zur Personenbeförderung »in einer
265
Droschkengaul
Droschke fahren« 2 [ugs.] Taxi »eine
Droschke nehmen«
Drosch|ken|gaul: der; -(e)s; -g'äule
[ugs.; abwert.J Pferd, das seine Dien¬
ste getan hat, alt u. schwach ist
Drosch|ken|kut|scher der; -s; - weibl.
Drosch|ken|kut|sche|rin: die; - ; -nen
1 Fahrer(in) eines ein- od. mehrspan-
nigen Fuhrwerks 2 [scherzh.] Fah¬
rerin) eines Taxis
Dros|sel: die; - ; -n in mehreren Unter¬
arten (zu denen Amsel, Nachtigall
usw. zählen) auf der ganzen Welt vor¬
kommender Singvogel
Orgs|sei: die; - ; -n 1 <Elektrot.> Spule
zur Drosselung von Wechselströmen
2 <Technik> Ventil, das Gas- od. Flüs¬
sigkeitsmenge od. -druck regelt 3
<Jagd> Luftröhre vom Wild
Dros|sel|klap|pe: die; -; -n «Technik) in¬
nerhalb von Rohrleitungen angeord¬
nete (drehbare) Scheibe zur Verände¬
rung des Durchgangs, -lasses
drosjseln: drosselst; drosseltest; hast ge¬
drosselt 1 (die Zufuhr von etw.) ver¬
ringern »den Ölverbrauch drosseln« 2
[veralt.J jmdn. würgen; jmdm. die
Kehlezudrücken, Syn.: <2> erdrosseln
Oros)sel|spu|le: die; - ; -n <Elektrot.>
Spule zur Drosselung von Wechsel¬
strömen
Dros|se|lung: die; - ; -en Verringerung,
Verkleinerung (eines Zustroms, einer
Menge)
Dros|sel|ven|til: das; -(e)s; -e «Technik)
Ventil, das Gas- od. Flüssigkeitmenge
od. -druck regelt
Droß|lung —* Dross|lung: die; - ; -en
Verringerung, Verkleinerung (eines
Zustroms, einer Menge)
Drs.:Abk. «Postw.) Drucksache
DRsp.: Abk. Deutsche Rechtsprechung
drüjben: Adv. «oft mit einer zeigenden,
hinweisenden Geste verbunden) auf
der anderen, jenseitigen Seite »Dort
drüben steht Martin.«
drü|beR Adv. [ugs.] über etw. befindlich
—> drü|ber brei(ten: s. drüberbreiten
—» drü|berfah|ren: s. drüberfahren
—> drüjber schreiben: s. drüberschrei¬
ben
—» drüjber ste|hen: s. drüberstehen
—> drü ber steijgen: s. drübersteigen
drü|ber|brei|ten —> auch drüjber brei|-
ten: breitest drüber; breitetest drüber;
hast drübergebreitet —>auch hast
drüber gebreitet*— etw. überdecken,
bedecken »Er breitete ein Laken über
das Sofa.«
drü|ber)fah|ren —> auch drü|ber fati|-
ren: fährst drüber; fuhr(e~jst drüber;
bist/hast drübergefahren —> auch
bist/hast drüber gefahren*— mit etw.
über etw. streichen
drü|ber|schrei|ben —» auch drü|ber
schre[|ben: schreibst drüber; schrie-
b(e)st drüber; hast drübergeschrieben
—*auch hast drüber geschrieben*—
in einen Text, auf ein Bild o. ä. etw.
schreiben
drü|ber|ste|hen —» auch drü|ber ste|-
hen: stehst drüber; stand(e)st drüber;
hast drübergestanden —>auch hast
drüber gestanden<— etw. macht
jmdm. nichts aus, berührt ihn (inner¬
lich) nicht
drü|ber|stei|gen —> auch drü|ber Steil¬
gen: steigst drüber; stieg(e)st drüber;
bist drübergestiegen —* auch bist drü¬
ber gestiegen*— über ein Hindernis
klettern
Druck: der; -fe)s; -e u. Drücke 1 Art u.
Weise, in der etw. gedruckt, maschi¬
nell geschrieben ist »Der Druck ist ge¬
stochenscharf.« 2 PI. Drucke Produkt
des Drückens »einen Druck kaufen« 3
o. PL Vorgang des Drückens »Ich ha¬
be die Vorlagen in den Druck gege¬
ben.« 4 auf eine Fläche einwirkende
Kraft »den Druck erhöhen« S o. PL a)
das Drücken, Ausüben von Druck
»Es ist ein kurzer, starker Druck
erforderlich.«« b) seelischer Zwang 6
hinter etw. öd. jmdm. Druck
machen: [ugs.] dafür sorgen, daß etw.
schneller erledigt wird »Den Hand¬
werkern muß man Druck machen,
sonst wird die Arbeit nie fertig.« 7 a)
jmdn. unter Druck setzten: [ugs.] ver¬
suchen, jmdn. zu etw. zu zwingen,
ihm zu drohen, ihn bedrängen »Man
hatte versucht, den Politiker unter
Druck zu setzten.« b) unter Druck
stehen: [ugs.] in Bedrängnis sein »Sie
standen mächtig unter Druck u. mu߬
ten diesem Vertrag zustimmen.« 8 un¬
ter Druck sein: zeitlich in Bedrängnis
geraten; in Zeitnot sein
Druck[ab|faii: der; -(e)s; -abfälle «Phy¬
sik) Druckverkleinerung, -Verminde¬
rung
Druck|aus|gleich: der;-(e)s; -e «Physik)
Angleichung zweier verschiedener
Drücke in verschiedenen Körpern
Druck|be|la|stung —* Druck|be|las|-
tung: die; - ; -en Spannung des Druk-
kes
Druck|blei|stift: der; -(e)s; -e Schreibge¬
rät, dessen (Blei-)Mine durch das
Ausüben von Druck aus einem Vor¬
ratsbehälter im Stift austritt
Druck|bo|gen: der; -s; -bögen Papierrol¬
le, die bedruckte Seiten beinhaltet
Druck|buch|sta|be: der; -n; -n Zeichen
aus dem Alphabet in gedruckter
Schreibweise od. wie in gedruckter
Form mit der Hand erzeugt
Drücke|ber|ger (Drük|ke[ber|ger —»
Drü|cke|ber|ger): der; -s; ~ weibl.
Drücke|ber[gejrin (Drjjk|ke|berjgar|in
—» Drü|cke[ber|ge|rin): die; - ; -nen
[abwert.J Person, die sich einer Ver¬
antwortung nicht stellt »Der Drücke¬
berger soll mir nicht mehr unter die
Augen kommen.«
druck|emp|find|lich: Adj. Druck als un¬
angenehm, schmerzhaft empfindend
drucken (druk|ken —> drujcken):
druckst; drucktest; hast gedruckt Bil¬
der, Zeitung, Bücher usw. durch
Druck produzieren
drücken (drük|ken —» drujcken):
drückst; drücktest; hast gedrückt 1 ei¬
nen Druck auf etw. od. jmdn. aus¬
üben »Er drückte ihren Arm. • Er
duckte auf die Hupe.« 2 durch Pressen
herausholen »den Saft aus der Zitrone
drücken« 3 a) körperlich einen
Schmerz auslösen »Der Schuh drückt
am kleinen Zeh.« b) seelisch belasten
»Existenzangst drückte ihn.« 4 etw.
mindern »den Preis drücken« 5 «Ge¬
wichthebern stemmen »Er drückte
100 kg.« 6 jmdn. od. etw. unter Aus¬
übung von Druck in eine Richtung
schieben »Er drückte ihn an die
Wand.«
drückend|helD (drük|kend|heiß) —>
druckend haß: Adj. n. stg. von ex¬
trem unangenehmer, schwüler Hitze
Drucker (Drukjker —» Drujcker): der;
-s; - weibl. Drucke|rin (Druk|ke|rin
—» Dru|cke|rin): die; ~ ; -nen 1 Per¬
son, die das Druckerhandwerk erlernt
hat, ausübt »Die Drucker streiken für
höhere Löhne.« 2 nurmännl. Form Ge¬
rät zur Produktion, Beschriftung von
Briefen, Schriftstücken »Der Drucker
zieht das Papier nicht ein.«
Drücker (Drük|ker —» Drü|cker): der;
-s; - weibl. Drücke|rin (Drükjke|rin
—» Drü|cke|rin): die; - ; -nen 1 [ugs.]
Person, die an der Haustür etw. (z. B.
ein Zeitschriftenabonnement) zu ver¬
kaufen sucht »Arbeitslose werden gern
als Drücker eingestellt.« 2 [Jargon]
Person, die sich regelmäßig das
Rauschgift Heroin spritzt 3 nur
männl. Form Abzug am Gewehr »Sie
betätigte den Drücker.« 4 nur männl.
Form Knopf, mit dem etw. in Gang
gesetzt wird 5 auf den letzten
Drücker: [ugs.] gerade noch rechtzei¬
tig; in letzter Minute »Mußt du zu je¬
der Besprechung auf den letzten Drük-
ker erscheinen?« 6 am Drücker sein,
sitzen: [ugs.] Macht über etw., jmdn.
ausüben, haben »Gegen diese Anord¬
nung kann ich nichts ausrichten, die
hat der Chef selbst herausgegeben - u.
der sitzt am Drücker!«
Drucke|rei (Druk|ke|rei—> Dru|cke|rei):
die; - ; -en Werkstatt, Fachbetrieb, in
dem gedruckt wird
Druckeijfarjbe (Druk|ker)far|be —»
Dru|ckerjfar|be): die; - ; -n Farbe, die
für das Drucken genutzt wird
Drucker]pres|se (Dryk|kerjpres|se —->
Dru|cker)pres|se): die; - ; -n Gerät,
durch das große Papierwalzen gezo¬
gen werden, wodurch Druckerzeug¬
nisse hergestellt werden
Druckerjschwär|ze (Druk|ker|schwär|-
ze—» Dru|ckerjschwär|ze): die; -; -n
schwarze Farbe, mit der die Zeichen
gedruckt werden, die auf dem Papier
o. ä. verbleiben
Druck|erjzeug|nis: das; -ses; -se ge¬
drucktes Produkt
druck|fä|hig: Adj. (moralisch) so be¬
schaffen, das man es (in einer Zei¬
tung) drucken kann »Das Wort
’Scheiße’ war früher nicht druckfä¬
hig.«
Druck|fasjsung: die; ~ ; -en fertiggestell¬
tes Original, das gedruckt werden
kann
Dmckjfeh|ler: der; -s; ~ fehlerhafte Zu¬
sammenstellung eines od. mehrerer
Wörter; Falschschreibung in einem
Druckerzeugnis
Druckform: die; - ; -en Gefäß, in dem
sich die Druckfarbe befindet u. das
für die Verteilung der Farbe zustän¬
dig ist
drtjckjfriscüv Adj. n. stg. gerade aus der
Presse kommend
Druck|gra|phik —=► auch Druck|gra|fik:
lie; - ; -en «Kunstwiss.) Zeichnungen,
die handwerklich od. maschinell ge¬
drucktwerden
Druckjinjdu(strie —» Druck|in|du|sjt|-
rie: die; -; -n Wirtschafts- u. Produk-
266
Dtz
tionszweig, der aus Druckereien u.
deren Subunternehmen besteht
Druck[ka|biine: die; - ; -n Räume bei
Flugzeugen, U-Booten o. ä., in denen
der natürliche Druck künstlich erhal¬
ten, erzeugt wird
Dtuck|kes|sel: der; -s; ~ <Technik> Be¬
hälter zum Speichern komprimierter
Gase
Druck|knopf: der; -(e)s; -knöpfe 1 Ver¬
schlußvorrichtung (an Kleidungs¬
stücken), bei der eine Ausbuchtung
im Oberteil in eine Aussparung im
Unterteil einrastet »Ich habe einen
Druckknopf an die Bluse genäht.« 2
eindrückbare Vorrichtung an einem
Gerät, einer Maschine o. ä., die bei
Betätigung eine Funktion auslöst
Druck|koch]topf: der; -(e)s; -töpfe
Kochtopf, der mit Druck Speisen
schneller gart »Im Druckkochtopf
braucht Sauerkraut nur ca. eine halbe
Stunde, bis es gar ist.« Syn.: Schnell¬
kochtopf
Druckjluft: die; -;- <Physik> verdichtete
Luft als Antriebsmittel für Geräte,
Werkzeuge, Kraftmaschinen
Druck|mes|ser: das; -s; - <Physik> Ma¬
nometer; Gerät, das zur Messung von
Gasen, Flüssigkeiten u. Dämpfen
dient
Druck|mit)tel: das; -s; - etw., wodurch
man in einer Angelegenheit zu seinen
Gunsten Zwang auf jmdn. ausübt; In¬
formation, Wissen, durch die/das
Macht ausgeübt werden kann
Oruck|mu|ster —» Druck|mus|ter: das;
-s; - Vorlage für einen Druck
Druck|ort: der; -(e)s; -e Ort, wo Druck¬
material produziert wird
Druck|pa|pier: das; -(e)s; -e Papier,
Material, auf das gedruckt wird
Druck|platjte: die; ~ ; -n Blechform, die
der Maschine angepaßt ist u. auf der
ein bestimmtes (zu druckendes) Mu¬
ster vorliegt
Druck|pres|se: die; - ; -n Gerät, mit
dem Druckerzeugnisse hergestellt
werden
druck|rei(: Adj. 1 so weit fertiggestellt,
daß man es drucken kann »Das Buch
ist noch nicht druckreif.« 2 a) von so
großem (öffentlichen) Interesse, daß
es unbedingt gedruckt werden muß b)
nicht druckreif sein: etw., eine Äuße¬
rung o. ä. ist so unanständig od.
schlecht, daß sie nicht gedruckt wer¬
den kann »Die Flüche des Ministers
nach seiner Wahlniederlage waren
nicht druckreif.«
Drucks.: Abk. <Postw.> Drucksache
Dnick)salche: die; ~ ; -n 1 Sendung, die
unverschlossen per Post zu einem
günstigeren Beförderungspreis ver¬
sendet wird 2 <Druckw.> gedrucktes
Produkt, das nicht aus einem Flie߬
text besteht
Druck|schriffc die; -; -en 1 Schriftart, in
der Buchstaben gedruckt erscheinen
od. per Hand nachgeahmt werden 2
gedrucktes Produkt, das nicht gebun¬
den ist
Dnick|sei|te: die; - ; -n Seite eines ge¬
druckten Produktes
Druck|stel|le: die; ~ ; -n Stelle am Kör¬
per, auf die ein zu starker (schmerz¬
hafter) Druck ausgeübt wurde (u. ei¬
nen sichtbaren Abdruck hinterlassen
hat)
Druck|stock: der; -(e)s; -stocke 1 Sieb
beim Siebdruck 2 Prägeplatte beim
Druck
Druck|ta|ste—*■ Druck|tas|te: die; -; -n
spezielle Art von Schalter
Druckjtech|nik: die; - ; -en Art der Ver¬
vielfältigung (von Schrift, Gedruck¬
tem)
druck|tech|nisch: Adj. n. stg. das Ver¬
fahren des Druckes betreffend
Druckjtyjpe: die; ~ ; -n spezielle Druck¬
form für eine Schriftart
druckjun|emp|tind|lich: Adj. gegen ei¬
nen Druck nicht empfindlich; durch
Druck nicht (sehr) zu beeinflussen
Druck|un|ter|schied: der; -(e)s;-e <Phy¬
sik> unterschiedliche Drücke in ver¬
schiedenen Körpern, Bereichen
Druck|ver|band: der; -(e)s; -verbände
Kompresse, Wundverband zur Stil¬
lung einer blutenden Wunde
Druck|ver|bot: das; -(ejs; -e Untersa¬
gung des Vervielfältigens u. Veröf-
fentlichens (Drückens) von etw.
Druck|ver|fah]ren: das; -s; - Art, tech¬
nische Form der Vervielfältigung
(von Schrift, Gedrucktem)
Druck|was[ser|re|ak|tor: der; -s; -en
Kraftwerk, dem unter Druck stehen¬
des Wasser als Kühlung dient
Druckjwel|le: die; ~ ; -n <Physik> starke
Luftbewegung, die durch plötzlich
frei werdende Luft spürbar wird
»Nach einer Atombombenexplosion
entsteht eine Druckwelle.«
Druijde—* Dru|i|de: der; -n; -n Priester
mit Heilkraft u. Seherfähigkeiten zur
Zeit der Kelten
druljdisch —> dru|i|disch: Adj. n. stg.
Druiden od. die Kräfte der Druiden
betreffend
drun|ter: Adv. 1 [ugs.] kurz für darunter;
unter etw. 2 es, alles geht drunter u.
drüber, [ugs.] es herrscht ein totales
Durcheinander »In ihrem Haushalt
geht alles drunter u. drüber.«
—» drun(ter ge|hen: s. druntergehen
—drunjter lie]gen: s. drunterliegen
—» drunjter mi|schen: s. druntermi¬
schen
—> drunfter schrej|ben: s. drunter¬
schreiben
—» drun|ter set|zen: s. druntersetzen
—* drun|terzie|hen: s. drunterziehen
drun|teijge|hen —»- auch drun|ter ge|-
hen: gehst drunter; ging(ejst drunter;
bist druntergegangen —*-auch bist
drunter gegangen<— 1 [ugs.] vom
Raumangebot, Platz her gesehen un¬
ter einen Gegenstand passen 2 das
Preisniveau unterschreiten »Dieses
Angebot ist so günstig, da können wir
nicht druntergehen.«
drun|terjlie|gen —» auch drun|ter Hel¬
gen: liegt drunter; lag drunter; hat
druntergelegen —*auch hat drunter
gelegen<— 1 einen Grenzwert unter¬
schreiten »Die gemessenen Ozonwerte
liegen weit drunter.« 2 räumlich unter
etw. liegen
drun[ter|mi|schen —»• auch drun|ter
m]|schen: mischst drunter; mischtest
drunter; hast druntergemischt
—>auch hast drunter gemischt*—
mehrere Bestandteile miteinander
vermengen »Du muß noch Gewürze
druntermischen.«
drun|terjschrei|ben —* auch drun|ter
schrei|ben: schreibst drunter; schrie-
b(e)st drunter; hast druntergeschrie¬
ben —*auch hast drunter
geschrieben<— etw. unter einen Text
o. ä. schreiben »Du mußt noch das Da¬
tum drunterschreiben.«
dran|ter|set|zen —» auch drun|ter set|-
zen: setzt drunter; setztest drunter;
—>auch hast drunter gesetzt■*— a)
oneist im Sinne vom unterschreiben
»Wir müssen nur noch unsere Unter¬
schriften (z. B. unter das Schriftstück)
druntersetzten.« b) etw. unter einen
Text o. ä. schreiben
drun|ter|zie|hen —» auch drun|ter zje|-
hen: ziehst drunter; zog(e)st drunter:
hast druntergezogen —>auch hast
drunter gezogen<—- 1 zusätzlich ein
Kleidungsstück unter ein anderes an¬
ziehen »Es ist kalt draußen, du solltest
ein Unterhemd drunterziehen (unter
den Pullover).« 2 <Kochk.> eine Zutat
zu einem Rezept vorsichtig mit den
übrigen Zutaten vermischen »das
Mehl nach u. nach drunterziehen«
Dru|se: der; - ; -n 1 bestimmte Erkran¬
kung beim Pferd 2 mit Kristallwän¬
den versehener Felshohlraum
Dru|se: der; -n; -n Mitglied einer im Li¬
banon u. Syrien angesiedelten Religi¬
onsgemeinschaft
Dryjse: die; - ; -n Organ im Körper, das
ein Sekret ausscheidet od. ein Inkret
in den Körper abgibt
dru|seln: druseist; druseltest; hast gedru-
selt [ugs.] schlummern
dr|jjsen|ar|tig: Adj. n. stg. einer Drüse
ähnelnd
Drü|sen|funk|ti|on: die; - ; -en Tätigkeit,
Aufgabe einer Drüse
Drü|sen|schwel|lung: die; - ; -en Ver¬
dickung eines od. mehrerer Drüsen¬
organe
D-Sa[|te: die; - ; -n <Musik> auf den Ton
D gestimmte Saite eines Saiteninstru¬
mentes, z. B. einer Gitarre
Dschun|gel: <Sanskrit-engl.> der u. [sel¬
ten ] das; -s; -1 Urwald, Tropenwald
mit fast undurchdringlichem Pflan¬
zenwerk »Sie haben sich im Dschungel
verirrt.« 2 <übertr.> etw., was nicht od.
kaum zu überschauen ist
Dschun|gel|fie|ber: das; -s; - durch ei¬
nen Virus hervorgerufene fiebrige
Krankheit; Gelbfieber
Dschun|gel|krieg: der; -(e)s; -e Kampf,
der im Dschungel stattfindet
Dschun|gel|pfad: der; -(e)s; -e kleiner
Weg im Dschungel
Dschun|ke: <malai.-port.> die; - ; -n chi¬
nesisches Segelschiff
ds. J(s).: Abk. des/dieses Jahres
ds. M.: Abk. des/dieses Monats
dspr.: Abk. deutschsprachig
Dst.: Abk. Dienst
dstl.: Abk. dienstlich
dt(sch).: Abk. deutsch
DTB: Abk. Deutscher Turnerbund
DTC: Abk. Deutscher Touring Automo¬
bil Club
dto.: Abk. dito = ebenso
dtv.: Abk. Deutscher Taschenbuchver¬
lag
Dtz(d).‘. Abk. Dutzend
267
DU
DU: Abk. 1 a) Dienstunfähigkeit b)
Dienstuntauglichkeit 2 Dusche
Du.: Abk. Dusche
d. U.: Abk. der/die Unterzeichner(in)
d. u.: Abk. (Vermerk auf ärztlichen
Attesten> a) dienstunfähig b) dienst¬
untauglich
du: Personalpron.; 2. Pers. Sg. Nomina¬
tiv 1 (nicht bei erwachsenen, unbe¬
kannten, unvertrauten Personen) An¬
redewort, -form für Personen, mit de¬
nen der Sprecher, Schreiber entweder
verwandt od. vertraut, befreundet ist
2 <wird gebraucht, wenn allgemein ge¬
sprochen wird) man 3 per du sein: mit
jmdm. vereinbart haben, daß man
sich dutzt; jmdn. mit der vertrauten
Anredeform ’du’ ansprechen 4 Wie
du mir, so ich dir jmdm. Gleiches mit
Gleichem vergelten S auf du u. du
stehen: mit jmdm. ein innigeres Ver¬
hältnis eingehen, bei dem man sich
duzt
Du|a): dato der; -s; -e (Sprachwiss.) Nu¬
merus der Zweiheit
du|al: dato Adj. n. stg. zweifach; zweisei¬
tig »das duale System der Müllbeseiti¬
gung«
dua|li|sje|ren —> du|a|K|sje|ren: dato
dualisierst; dualisiertest; hast duali-
siert doublieren; verdoppeln
Dua|!is|mus —»• Du|ajlis|mus: dato der;
- ; - 1 (Philosophie) Annahme von
entweder zwei sich ergänzenden od.
vollkommen gegensätzlichen Prinzi¬
pien 2 (Pol.) zwei Machtpotenziale
nebeneinander od. rivalisierend 3 a)
Zweiheit b) Gegensätzlichkeit
Duajlist —* Du|a|ljsfc dato der; -en; -en
weibl. Dua[l]|stin —» Du|a|lis)tin: die;
- ; -nen jmd., der den Dualismus ver¬
tritt
dua|lj|stisch —* du|a|lis|tisch: dato
Adj. n. stg. 1 bezogen auf den Dualis¬
mus 2 entgegengesetzt
Dua|li|tät —> Du|a|li|tät: dato die; - ; -en
[geh.f Doublierung; Verzweifachung;
Verdopplung
Du|al|sy|stem —> Du|alfsys[tem: <gr.-
lato das; -s; -e 1 (Soziol.) von zwei Sei¬
ten her existierendes Abstammungs¬
Verhältnis 2 (Math.) binäres Zahlen¬
system
Düjbel: der; -s; - Plastikumhüllung,
-mantel, die/der in ein in die Wand
gebohrtes Loch gesteckt wird u. in
den eine Schraube eingedreht wird
»Dieser Dübel ist zu klein für die
Schraube.«
du|beln: dübelst; dübeltest; hast gedübelt
Vorgang, einen Gegenstand mit ei¬
nem Dübel zu befestigen »ein Brett an
die Wand dübeln«
du|bi|os/du)bi|ös: dato Adj. dubioser/
dubiöser; dubioseste/dubiöseste [geh.]
zweifelhaft; nicht vertrauenerwek-
kend »ein dubioser Geschäftsmann«
Du|blee —> Du|b|lee: <fro das; -s; -s 1
Kupferlegierung, die mit Feingold
überzogen ist 2 bestimmter Billiard-
stoß
Du|blet|te —» Du|b|let(te: dat.-fro die;
~ ; -n Doppelstück; zweite Ausferti¬
gung von etw.
du|bUejren —> du|b|lie|ren: <fro du¬
blierst; dubliertest; hast dubliert 1 ein
Metall mit einem Edelmetall plattie¬
ren, überziehen 2 (Kunstwiss.) die
Rückwand eines Gemäldes verdop¬
peln 3 (Spinnerei) zusammendrehen 4
(Druckw.) abfärben
Du|bl]er|ma[schi|ne —» Du|b|Her|ma|-
schi|ne: dat.-fr.o die; -; -n (Spinnerei)
Gerät, das Fäden zusammendreht
Du|blo|ne —> Du|b|lp|ne: <spano die; - ;
-n spanische Münze aus Gold im 16.
bis 19. Jhd.
ducken (duk|ken —> du|cken), sich:
duckst dich; ducktest dich; hast dich
geduckt 1 a) (bei einer Gefahr od. vor
Schreck) den Oberkörper nach vom
beugen u. sich damit kleiner machen
»Sie duckte sich spontan vor dem her¬
anfliegenden Vogel.« b) den Kopf ein¬
ziehen, um kleiner zu werden u. so ei¬
nen niedrigen Durchgang zu passie¬
ren »Wenn Du hier durchgehen möch¬
test, dann mußt du dich ducken.« c)
sich aus Angst, Deniut od. Furcht vor
jmdm. niederbeugen »Er duckte sich
vor den Beschimpfungen seines
Chefs.«
Duck|mäu|seR der; -s; - [abwert.] Per¬
son, die nicht den Mut hat, ihre Mei¬
nung zu verkünden; ängstlicher
Mensch
Duck|mäu|se|ret: die; - ; -en typische
Aktion eines Duckmäusers
duck|mäu|se|risch: Adj. Duckmäuser
betreffend; sich demütig, ängstlich
verhaltend .
Du|de|lej: die; - ; -en [ugs.; abwert.] als
lästig u. unangenehm empfundendes
Spielen eines Radios, Instrumentes
du|deln: dudelst; dudeltest; hast gedudelt
{ugs.; abwert.] über längere Zeit spie¬
len, in Betrieb sein (ohne, daß jmd.
zuhört) »Das Radio dudelt den ganzen
Tag.«
Du|del|sack: der; -(ejs; -sacke Sack¬
pfeife; altes Musikinstrument, Blasin¬
strument aus einer Schalmei u. drei
Stimmen, besonders in Schottland
vorzufinden
Dujdel|sack|pfei|fer: der; -s; - weibl.
Du]del|sack|pfei|fe|rm: die; - ; -nen
Person, die den Dudelsack spielt
Du|del|sack|spie|ler: der; -s; - weibl.
Du]del|sack|spie|le|rin: die; - ; -nen
Person, die den Dudelsack spielt
Dud|ler: der; -s; - weibl. Dudjle|rin: die;
- ; -nen [abwert.] jmd., der über lange
Zeit u./od. schlecht ein Instrument
spielt
Du|§N: dato das; -s; -e 1 <hist.> formali¬
sierter Zweikampf (mit Waffen) »In
einem Duell mit seinem Feind wollte er
seine Ehre wiederherstellen.« 2 (Sport)
Wettkampf zwischen zwei Gegnern,
gegnerischen Mannschaften »Das
Duell der Finalisten wurde mit Span¬
nung erwartet.« 3 [geh.] Streitge¬
spräch)
Du|el|lanfc dato der; -en -en weibl. Du|-
el|lan|tin: die; - ; -nen [veralt.] Teil¬
nehmerin) an einem Duell
du|el|lje|ren, sich: dato duellierst dich;
duelliertest dich; hast dich duelliert ei¬
nen Zweikampf austragen
Du(ell|pi|sto|le —» Du|elljpis|to|le: die;
* ; -n Waffe, die für ein Duell verwen¬
det wurde
Dufett: dat.-ito das; -(ejs; -e Gesangs¬
stück für zwei Sängerinnen) »ein Du¬
ett schreiben, singen« .
Duft: der; -(ejs; Düfte angenehmer Ge¬
ruch
Duft|drü|se: die; -; -n Geruchsstoffe ab¬
sondernde Drüse bei Tieren
duf|ten: duftest; duftetest; hast geduftet
gut riechen »Es duftet nach Zimt.«
duftend: Adj. n. stg. angenehm rie¬
chend
Duft[hauch: auclider; -(ejs; -e ein nur
sehr leichter, angenehmer Duft, Ge¬
ruch
dufftig: Adj. hauchdünn
Duf|tig|keit: die; - ; -en Zartheit; Leich¬
tigkeit
Duft|kis|sen: das; -s; - Kissen, das mit
Düften ausstrahlenden Stoffen, Grä¬
sern ausgefüllt ist
Duft[mar]ke: die; • ; -n (Tier> Urinsprit¬
zer, der einen Anspruch auf ein Re¬
vier untermauert »Der Kater setzte
eine Duftmarke.«
Duft|no|te: die; - ; -n charakteristischer
Geruch (eines Parfüms) »Sie bevor¬
zugt eine blumige Duftnote.«
Duft|stoff: der; -(ejs; -e 1 Stoff, der dem
Parfüm seinen Duft verleiht 2 (Bio.)
von Tieren ausgestoßener Duft zu un¬
terschiedlichen Zwecken (z. B. Revie¬
rabgrenzung)
Duft|was|sen das; -s; - u. -wässer mit
Alkohol u. Duftstoffen versehene
Flüssigkeit zur äußerlichen Erfri¬
schung
Duft|wol|ke: die; ~ ; -n (unangenehme,
aufdringliche) Konzentration von
(Parfum-)Geruch, Duft, der jmdn.
umgibt »Dich umgibt eine Duftwol¬
ke.«
Du|ka|ten: dto die (PI.) venezianische
Münze seit 1284, die sich im 14. Jhd.
über Europa verbreitete u. ab dem 18.
Jhd. einen Rückgang zu verzeichnen
hatte
Du|ka|ten|esel —> Du|kajten|e|sel: der;
-s; • [ugs.] nicht versiegende Geld¬
quelle
Du|ka|ten|gold: das; -(ejs; - reines
Gold, das in Münzen verarbeitet ist
Du[ka|ten[schei|Ber: der; -s; - weibl.
Du|ka|ten]schei|Bejrin: die; - ; -nen
[derb] jmd., der viel Geld besitzt
Duk|tus: dato der; ~ ; Dukten 1 Schrift¬
zug 2 a) künstlerischer Linienzug b)
charakteristische Art künstlerischer,
wissenschaftlicher Präsentation
dul|den: duldest; duldetest; hast geduldet
jmdn. od. etw., den/was man nicht
mag, nicht fortschicken, -geben, son¬
dern ertragen u. sich nicht beschwe¬
ren »Er wurde von ihrer Familie nur
geduldet.«
Diil|der|mie|ne: die; - ; -n aufgesetzter
Gesichtsausdruck des Erduldens, be¬
reitwilligen Leidens
duld|sam: Adj. tolerant; etw. ohne Kla¬
ge, Widerspruch erduldend, ertra¬
gend »ein duldsamer Mensch«
Dyld|sam|keit: die; ~ ; -en Widerspruch-
losigkeit, Toleranz, mit der etw. ertra¬
gen wird
Dyl|dung: die; - ; -en PI. s. Toleranz;
stillschweigende Hinnahme eines Ge¬
schehens
Dum|dum|ge|schoB —> Dum|dum|ge|-
schoss: das; -geschosses; -geschosse/
[österr. weiterhin] -ge|scho8: das;
-es; -e Patrone, deren Kugel an der
Spitze einen freiliegenden Bleikern
268
dünnbesiedelt dünn
od. eine offene Höhlung hat, große
Wunden verursacht u. völkerrecht¬
lich verboten ist
dumm: Adj. dümmer; dümmste 1 a) nicht
schlau; nicht intelligent »ein dummer
Schüler« b) dumm wie Bohnenstroh,
wie die Nacht sein: [ugs.] sehr dumm
sein c) dumm wie SchÜHerscheiBe:
[derb] sehr dumm sein d) dümmer
sein als die Polizei erlaubt: [ugs.] sehr
dumm sein e) dumm geboren u.
nichts dazu gelernt: [ugs.] sehr
dumm 2 dumm u. dämlich, dußlig
—» dusslig/dusselig: [ugs.] sehr, bis
zur äußersten Grenze des Zumutba¬
ren »Ich arbeite mich dumm u. däm¬
lich, werde aber trotzdem nicht fertig.«
3 jmdm. ist, wird etw. zu dumm:
[ugs.] jmd. ist am Ende seiner Geduld
»Langsam wird es mir zu dumm, stän¬
dig auf ihn zu warten.« 4 jmdm. dumm
kommen: [ugs.] zu jmdm. ungezogen,
unverschämt werden 5 eine(n) Dum-
me(n) finden: [ugs.] jmdn. finden, den
man ausnutzen kann »In ihr hatte er
eine Dumme gefunden, die die ganze
Arbeit erledigte.« 6 jmdn. für dumm
verkaufen: [ugs.] jmdn. versuchen
hereinzulegen, zu täuschen »Der
Edelstein ist doch nicht echt, ich lasse
mich doch nicht für dumm verkaufen.«
7 der; die Dumme sein: [ugs.] derjeni¬
ge, diejenige sein, der/die benachtei¬
ligt ist u. die negativen Auswirkungen
zu tragen hat »Sie war wieder einmal
die Dumme u. mußte die ganze Arbeit
alleine machen.« 8 Die Dummen wer¬
den nicht alle, sterben nicht aus: An¬
merkung, wenn jmd. sehr gutgläubig
ist, sich leicht betrügen läßt o. ä.
Dummjchen: das; -s; ~ [abwert.] (nach
jmds. Ansicht) nicht besonders intelli¬
gent handelnder Mensch, meist Frau
od. Kind
Dumm|drei|stig|keit —» Dumm|dreis|-
tig|keit: die; - ; -en extrem unge¬
schickte, freche Handlung, Geistes¬
haltung
Dum]me|jun|gen|streich: der; -(e)s; -e
[ugs.] Handlung, um jmdn. zu ärgern,
die man eigentlich nur Jungen zutraut
dum|mer]we[|se: Adv. [ugs.] aufgrund
eines Versehens, einer Unbedacht¬
heit, eines Zufalls geschehen »Dum¬
merweise habe ich gesagt, daß ich don¬
nerstags Zeit habe.« Syn.: [ugs.] blö¬
derweise
Dumm|heit: die; - ; -en 1 unüberlegtes,
unkluges Handeln »eine Dummheit
begehen« 2 Mangel an Intelligenz »Er
zeichnet sich durch große Dummheit
aus.« 3 a) vor Dummheit brüllen,
schreien, brummen: [ugs.] sehr
dumm sein b) wenn Dummheit weh
täte, dannBemerkung, wenn man
jmdn. für sehr dumm hält 4 Eine
rechte Dummheit ist immer noch
mehr wert als eine falsche Weisheit:
zugeben zu können, etw. nicht zu wis¬
sen, können o. ä., ist mehr wert, als
ständig vermeintlich gute Ratschläge
zu erteilen, so zu tun, als ob man alles
könne od. wisse
Dumm|kopf: der; -(e)s; -köpfe
<Schimpfwort> unintelligente Person
»Dieser Dummkopf hat vergessen, den
Herd auszumachen.« Syn.: Blödmann;
Depp; Trottel; Idiot
dümm|lich: Adj. wenig intelligent; däm¬
lich
Dum|my: <engh /dammi/ der; -s; -s u.
Dummies —>nur noch Dummys<—
a) Testpuppe bei Autotests, Crash¬
tests; Nachahmung eines Menschen
bj Vorlage, an der etw. getestet wird
dümjpeln: dümpelt; dümpelte; hat ge-
dümpelt [seemannssprl.] schwanken
bei langsamer (Schiff-)Vorwärtsbe-
wegung
dumpf: Adj. dumpfer; dumpf(e)ste ge¬
dämpft; nicht in voller Ausprägung
»ein dumpfer Knall ♦ dumpfer
Schmerz«
Dumpf|backe (Dumpf|bak|ke —>
Dumpf|ba|cke): die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert.] dümmliche Person
Dumpffheit: die; - ; -en 1 Stumpfsinnig¬
keit (einer Handlung) 2 dumpfe Be¬
schaffenheit eines Klangs
Dum|ping: <engl.> /damping/ das; -s; -
Ausfuhr, Verkauf von Waren unter
den Produktionskosten, dem in einem
Land geltenden Verkaufspreis zwecks
Vernichtung von Konkurrenzanbie¬
tern (im Ausland)
Dum|ping[preis: <engl.; du /damping-/
der; -es; -e Schleuderpreis, extrem
niedriger (unter den Produktionsko¬
sten) liegender Preis für Waren,
Dienstleistungen, der dazu dient,
Konkurrenten, Mitanbieter vom
Markt zu verdrängen
Dü)ne: wiederL> die; ~ ; -n Sandhügel
am Meer »Wir haben einen Spazier¬
gang durch die Dünen gemacht.«
Düjnenjbiljdung: die; - ; -en Anhäufung
von Sand (an der Küste)
Dung: der; -(e)s; - Kot (u. Urin) (von
Tieren), der zur Wachstumsförde¬
rung, Düngung von Pflanzen benutzt
wird »Der Dung der Kühe wird gesam¬
melt u. dann auf dem Feld verteilt.«
Dung|ab|la|ge: die; - ; -n Ort, an dem
der Kot (u. Urin) von Tieren gelagert
wird
Dün|ge|mit|tel: das; -s; - Substanzen,
die dem Boden zwecks Erntesteige¬
rungen zugeführt werden
dün|gen: düngst; düngtest; hast gedüngt
Felder, Beete o. ä. mit Tierfäkalien
(Kot u. Urin), Kompost od. chemi¬
schen Mittel versehen, damit die
Pflanzen besser wachsen »Die Felder
werden dort zu stark gedüngt.«
Oünlger. der; -s; - Zusatzstoff für be¬
bauten Boden, der den Ertrag steigert
Dün|ger|hau|fen: der; -s; - Anhäufung
von den Ertrag steigernden chemi¬
schen u. biologischen Substanzen
Dung|hau|fen: der; -s; - aufgeschütteter
Kot u. Urin von Tieren
Dün|gung: die; ~ ; -en Vorgang, bei dem
dem Boden den Ertrag steigernde
chemische u./od. biologische Sub¬
stanzen zu geführt wird
Dun|kel: das; - ; - 1 Lichtlosigkeit 2
(übertr.) Unerklärbarkeit
Dünjkel: der; -s; - [abwert.] Gefühl von
"Überheblichkeit, Hochmut, das jmd.
zeigt »Dieser Dünkel den ausländi¬
schen Nachbarn gegenüber ist uner¬
träglich.«
dun|kel: Adj. dunkler; dunkelste 1 a) gar
nicht od. kaum erleuchtet »ein dunk¬
ler Raum« b) in der Farbe nicht hell
»ein dunkles Kleid« 2 <übertr.> unklar;
verdächtig »Dieses Geld stammt aus
dunklen Kanälen.« 3 tief »eine dunkle
Stimme« Ant.: <1; 3> hell 4 so dunkel,
daB man die Hand vor den Augen
nicht sieht: äußerst dunkel 5 im dun¬
keln tappen —> im Dunkeln tappen:
über etw. keine Informationen haben
»Ich tappe völlig im dunkeln, was diese
Veranstaltung angeht.« 6 Im Dunkeln
ist gut munkeln: [oft scherzh.} im
Dunkeln, verborgenen kann man vie¬
les tun, was nicht erlaubt ist
Dyn|ket|arjrest: der; -fe)s; -e Haft in ei¬
nem lichtdichten Raum
dun|kel|äu|gig: Adj. dunkle Augen auf¬
weisend
dun|kel|blond: Adj. n. stg. dunklere,
aber noch blonde Haare habend
dün|kel[haft: Adj. dünkelhafter; dünkel¬
hafteste sich arrogant, als sozial hö¬
herstehend produzierend, gebärdend
»Seine dünkelhafte Art verschaffte
ihm nur Antipathien.«
Dün|kel|haf|tig|keit: die; - ; -en Einge¬
nommenheit, Arroganz jmdm. od.
etw. gegenüber
dun|kel|häu|tig: Adj. dunkelfarbige
Haut habend
Dun|kel|heit: die; - ; -en (PI. s.) Zu¬
stand des Dunkelseins, ohne (od. mit
wenig) Licht »Bei Dunkelheit gehe ich
nicht gerne durch den Tunnel.« Ant.:
Helligkeit
Dun|kel|kam|mer: die; - ; -n lichtdichter
Raum (für die Entwicklung von Fo¬
tos)
Oun|kel|mann: der; -(e)s; -männer
[abwert.] 1 [veralt.] Vertreter veralte¬
ter Anschauungen 2 jmd., der in un¬
durchsichtige Machenschaften ver¬
wickelt ist
Dun|kel|zel|le: die; - ; -n dunkle Gefäng¬
niszelle
Dun|kel|zif]fer: die; -; -n Anzahl der sta¬
tistisch nicht erfaßten Personen, Er¬
eignisse im Verhältnis zu den erfa߬
ten, besonders der der Polizei nicht
gemeldeten Verbrechen (im Verhält¬
nis zu den gemeldeten) »Die Dunkel¬
ziffer ist bei Vergewaltigungen beson¬
ders hoch.«
dün|ken: dankst; dünktest; hast gedünkt
[geh.; veralt.; heute oft scherzh.] ver¬
muten »Mich/mir dünkt, daß da etw.
nicht ganz stimmt.«
dünfken, sich: dünkst dich; dünktest
dich; hast dich gedünkt [geh-; veralt.)
sich für etw. halten »Er dünkte sich
besser als alle seine Nachbarn.«
dünn: Adj. 1 a) <Form; Figun gering im
Umfang; nicht dick »ein dünner
Mensch« b) wenig enthaltend; spär¬
lich; gering im Durchmesser »dünner
Stoff, Kaffee« 2 dünn gesät sein: etw.
gibt es nicht oft, ist schwer zu finden 3
mit jmdm. durch dick u. dünn gehen:
[ugs.] alles, Gutes sowie Unangeneh¬
mes mit jmdm. zusammen durchste¬
hen
—* dünn be haart: s. dünnbehaart
—> dünn be sie|delt: s. dünnbesiedelt
—» dünn ge sät: s. dünngesät
dünn|be|haatt —» dünn beihaart: Adj.
dünner behaart; am dünnsten behaart
lichtes, wenig Haar habend
dünnfbeijnig: Adj. dürre Beine habend
dünn|be]sie|delt —» dünn bejsie|delt:
Adj. dünner besiedelt; am dünsten be-
269
Dünnbier
siedelt eine geringe Anzahl von Ein¬
wohnern aufweisend »eine dünnbesie¬
delte Landschaft« Syn.: dünnbevöl¬
kert
Dünnjbier: das; -(e)s; -e [ugs.] alkohol¬
armes Bier
dünn|blü|tig: Adj. körperlich schwach
Dünn|brett|boh|rer: der; -s; - [abwert.]
a) ein nicht intelligenter, nicht begab¬
ter Mensch »Dieser Dünnbrettbohrer
ist völlig unfähig.« b) Person, die im¬
mer den Weg des geringsten Wider¬
standes geht
Dünn|darm: der; -(ejs; -därme Teil des
(menschlichen) Darms
dün|ne|ma|chen, sich: machst dich
dünne; machtest dich dünne; hast dich
dünnegemacht [ugs.] unbemerkt, ver¬
stohlen Weggehen
dünn|ge|sät —-» dünn ge|sät: dünner ge¬
sät; am dünnsten gesät sehr selten
»Stellenausschreibungen sind dünnge¬
sät\«
dünn|häu|tig: Adj. 1 Haut von geringer
Dicke aufweisend 2 <übertr.> [ugs.]
empfindlich; sensibel
Dünn|pfiff: der; -(ejs; -e [ugs.] Durch¬
fall
Dünn|säu|re: die; - / -n nach einem che¬
mischen Prozeß anfallendes, ätzendes
u. nicht mehr verwertbares Produkt
dünn|scha|lig: Adj. <Frucht> eine dünne
Schale, Hülle habend
Dünn|schiB —* Dünn|schiss: der;
-schisses; -schisse (PI. s.) [derb]
Durchfall
Dünn|schliff: der; -(ejs; -e sehr dünn¬
wandig hergestelltes Mineralplätt¬
chen, das unter dem Mikroskop un¬
tersucht werden kann
Dunst der; -(ejs; Dünste 1 schwacher
Nebel; Ausdünstung »Beim Wegfah¬
ren verschwand das Dorf im Dunst.« 2
jmdm. blauen Dunst Vortäuschen,
vormachen: [ugs.] eine Person täu¬
schen; mehr vorgeben, als wirklich
den Tatsachen entspricht 3 der blaue
Dunst: ungesunder Zigaretten-, Ziga¬
rillo- od. Pfeifenqualm 4 keinen blas¬
sen Dunst haben: [ugs.] keine Ah¬
nung haben; von etw. nichts verste¬
hen; etw. nicht wissen
dun|sten —» duns]ten: dunstest; dunste¬
test; hast gedunstet [geh.] 1 a) in der
Luft verdampfen »Wasser (ver-j
dunsten« b) Geruch abgeben
»Schweiß (aus) dunsten«
dünfsten —* düns|ten: dünstest; dünste¬
test; hast gedünstet a) <Kochk.> mit
Wasser(dampl) kochen, gar werden
lassen »Sie dürfen das Gemüse nur
kurz dünsten!« b) [ugs.] schwitzen »ln
der Sonne dünstete er vor sich hin.«
Dunst|hau|be: die; - ; -n Abzugsvor¬
richtung für Dampf beim Kochen,
Syn.: Dunstglocke
dun|stig —> duns|tig: Adj. diesig, leicht
nebelig »Heute ist es draußen wieder
dunstig.«
Dunstjkreis: der; -es; -e 1 Atmosphären¬
trübung 2 <übertr.> Umfeld eines ge¬
lehrten, prominenten Menschen
Dunst|schicht: die; - ; -en Nebelfeld
dicht über der Erde
Dunst)schlei|en der; -s; - dünne Nebel¬
decke »Über dem Dorf lag ein Dunst¬
schleier.«
Dunst|wol|ke: die; - ; -n Lufttrübungs¬
schwall dicht über der Erde
Dü|nung: die; - ; -en vom Wind erzeugte
Meereswellen
Duo: <Iat.-it.> das; -s; -s zwei Sängerfin¬
nen) od. Schauspielerinnen), die
(häufig) gemeinsam Musikstücke sin¬
gen od. spielen, etw. darbieten »als
Duo auf treten«
dü|pie|ren: </r.> düpierst; düpiertest; hast
düpiert [geh.] jmdn. durch eine Hand¬
lung täuschen, zum Narren halten (u.
damit beleidigen) »Er hatte mich
durch seine Bemerkung düpiert.«
Dü|pie|rung: die; - ; -en Überrumpe¬
lung, Übertölpelung eines Menschen
Dupl.: Abk. Duplikat = Zweitausferti¬
gung
du|plie|ren —» du|p|liejren: <lat.> du-
plierst; dupliertest; hast dupliert ein
zweites Onginal hersteilen
Du|plie|rung —> Du|p|l|e|rung: dato die;
- ; -en Herstellung eines zweiten Ori¬
ginals
Dujpljk —»■ Du|p|lik: <lat.> die; - ; -en
Zweitausführung (eines Originals)
Du|pli|kat —» Du|p|li|kat: dato das;
-(ejs; -e Doppel-, Zweitausfertigung
von etw. »ein Duplikat herstellen«
du|pli|zie|ren —> du|p|li|zie|ren: dat.>
duplizierst; dupliziertest; hast dupli¬
ziert verzweifachen; nochmals her¬
steilen
Du|pli|zijtjjt —» Du|p|li|zi|tät: dat.> die;
- ; -en Zweimaligkeit; zweifache Exi¬
stenz von etw.
Dur: dat.v das; - ; - <Musik> Tonge¬
schlecht »Er spielte die Sonate in E-
Dur.«
Duijak|kord: der; -(ejs; -e <Musik> mit
großer u. kleiner Terz aufgebauter
Dreiklang
du|ra(tiv: dato /duratif/ Adj. ausdauernd
beschaffen
durch: I Präp. mit Akk. 1 räumlich
drückt aus, daß sich jmd., etw. vor¬
wärts, von einer Seite auf die andere
bewegt »Wir gingen durch die Stadt,
Tür.« 2 drückt aus, welches Mittel für
etw. benutzt wird, welchen Grund
etw. hat »Er überzeugte die Abgeord¬
neten durch eine flammende Rede.« 3
zeitlich über einen Zeitraum hinweg
»Die ganze Nacht durch diskutierten
wir.« II Adv. kurz nach »Es ist drei
Uhr durch.« Syn.: <II> vorbei III durch
wird häufig verwendet als Alternative
zu a) mit Personalpron. dadurch
»Durch ihn habe ich das gelernt.« b)
mit was wodurch »Durch was ist dir
das aufgefallen?« IV1 durch u. durch:
total; ganz u. gar »Dieser Mensch ist
durch u. durch verdorben.« 2 jmdm.
durch u. durch gehen: [ugs.] jmdm.
geht etw. bis an die Schmerzgrenze
»Dieses Kreischen geht mir durch u.
durch.« 3 durch die Bank: [ugs.] alle,
ohne Ausnahme »Sie hat uns alle
durch die Bank getäuscht.« 4 durch
die Blume: nicht direkt, nur andeu¬
tungsweise »Ich habe ihm durch die
Blume gesagt, daß ich ihm kein Geld
leihen werde.«
durch-: Wortbildungselement 1 hin¬
durch a) kennzeichnet Bewegung
»durchfahren« b) kennzeichnet Tren¬
nung »durchsägen ♦ durchbrechen« c)
kennzeichnet Abnutzung »durch¬
scheuern« d) kennzeichnet eine gleich¬
mäßige Verteilung »durchbluten« 2
von Anfang bis Ende a) Zeit
»durchtanzen« b) Raum »durchblät¬
tern« 3 in Richtung nach unten
»durchliegen« 4 <verst.> völlig »durch¬
gliedern«
—> durch sein: s. durchsein
durch|ackern (durch|ak|kem —>
durch|a|ckern): ackerst durch; acker¬
test durch; hast durchgeackert [ugs.]
ein Thema bis zur Erfüllung des Ziels
intensiv bearbeiten
durch|ar]bei|ten: arbeitest durch; arbei¬
tetest durch; hast durchgearbeitet sich
mit etw. intensiv, über eine längere
Phase beschäftigen
Durch|arjbei|tung: die; - ; -en gründli¬
che Beschäftigung mit einem Thema,
Buch, einer Aufgabe
durch|at|men: atmest durch; atmetest
durch; hast durchgeatmet 1 in tiefen
Atemzügen Luft aufnehmen »Nach
dem Streit atmete sie kräftig durch.« 2
zur Ruhe kommen, sich erholen, ent¬
spannen (nachdem man viel Arbeit,
Mühe o. ä. hatte) »Nun setzt dich mal,
u. atme durch!«
durchlaus/durchlaus: Adv. 1 unbedingt
»Das ist ihm einfach nicht auszureden,
er will durchaus mitgehen.« 2 obwohl
man es nicht unbedingt annehmen
könnte »Da können Sie ja durchaus
recht haben, aber ich glaube es nicht so
ganz.«
durch|backen (durch|bak|ken —>
durch|ba|cken): backst/bäckst durch;
backtest/buk(e)st durch; hast durch¬
gebacken Kuchen, Brot o. ä. so lange
im Backofen erhitzen, bis er/es gar ist
durch|bei|ßen: beißt durch; bissest
durch; hast durchgebissen —«-alle
Vergangenheitsformen mit ss<— ei¬
nen Gegenstand mit den Zähnen zer¬
teilen »Der Hund hat das Kabel durch¬
gebissen.«
duich|bei|6en, sich: beißt dich durch;
bissest dich durch; hast dich
durchgebissen —>alle Vergangen¬
heitsformen mit ss<— sich gegen alle
Widerstände durchsetzen; etw.
durchkämpfen »Sie hat sich durch die
Prüfung regelrecht durchgebissen.«
durch|bet|teln, sich: bettelst dich durch;
betteltest dich durch; hast dich durch¬
gebettelt um Almosen bitten u. so sei¬
nen Lebensunterhalt verdienen
durch|bie|gen, sich: biegt sich durch;
bog sich durch; hat sich durchgebogen
sich unter Belastung verformen »Das
Regalbrett bog sich unter den Büchern
durch.«
Durch[bil|dung: die; -; -en 1 hoher Wis¬
sensstand 2 vollendete Dinge (For¬
men) od. Körper
durch|blät|tem: blätterst durch; blätter¬
test durch; hast durchgeblättert die
Seiten einer Zeitschrift, eines Buches
o. ä. Umschlägen, ohne dabei intensiv
zu lesen »Ich habe den Bildband über
Amerika durchgeblättert.«
Durch|blick: der;-(ejs; -e 1 gute Durch¬
sicht durch einen transparenten Stoff
2 [ugs.] Verständnis von etw., einer
Aufgabe od. einem Thema
durch|blit|zen: in der Wendung etw.
durchblitzen lassen: a) jmdm. etw.
andeuten b) etw. (von sich) erkennen
270
durchfurchen
lassen »Beim letzten Spiel blitzte sein
Können durch.«
Durch|blu|tung: die; - ; -en Durchfluß
des Blutes, Versorgung der Körper¬
bereiche mit Blut, Sauerstoff
Durch|blu|tungs[stö|rung: die; ~ ; -en
<Med.> mangelnde Versorgung mit
Blut in bestimmten Gefäßbereichen
Durch|boh|ning: die; - ; -en a) das
Durchlöchern von etw. mit einer
Bohrmaschine b) mit einer Bohrma¬
schine hergestelltes Durchgangsloch
durch|bre|chen: brichst durch; bra¬
ch! e) st durch; hast durchgebrochen
durch Druck in zwei Teile teilen »Er
brach die Scheibe Brot durch.«
durch|bre|chen: durchbrichst; durchbra¬
chfeist; hast durchbrochen eine
Schranke, ein Hindernis (zerstören
u.) passieren »Die Demonstranten
durchbrachen die Polizeisperre.«
durch|bren|nen: brennst durch; brann-
■ fest durch; bist durchgebrannt 1 gegen
den Willen anderer, der Eltern, des
Partners (mit jmdm.) fortgehen (u.
heiraten) »Sie brannte mit ihrem Lieb¬
haber durch.« 2 (elektrische Geräte,
Teile) kaputtgehen »Am Fernseher
war nur ein Kabel durchgebrannt.«
durch|brin|gen: bringst durch; brachtest
durch; hast durchgebracht 1 eine Per¬
son versorgen 2 eine sehr kranke Per¬
son behandeln, pflegen, bis ihr Zu¬
stand stabil ist 3 dafür sorgen, daß
jmd. eine Wahl, Prüfung o. ä. besteht
4 <Geld; Vermögen) vollständig aus¬
geben
Durch|bruch: der; -(ejs; -brüche 1
<meist Milit.) Zerreißen, Durchbre¬
chen feindlicher Linien 2 künstleri¬
scher o. ä. Erfolg mit etw. 3 Stelle, die
durchbrochen ist
durch|checken (durch|chek|ken —»
durch|che|cken): checkst durch;
checktest durch; hast durchgecheckt
etw. od. jmdn. gründlich prüfen
durch|dis|ku|tie|ren: diskutierst durch;
diskutiertest durch; hast durchdisku¬
tiert sich solange über ein Thema un¬
terhalten, bis man zu einem Ergebnis
gekommen ist
durch|dr8n|gen, sich: drängst dich
durch; drängtest dich durch; hast dich
durchgedrängt sich durchzwängen
» Viele Menschen drängten sich gleich¬
zeitig durch die Tür.«
Durch|drin|gung: die; -; -en 1 gegensei¬
tiges Durchschneiden von Körpern
od. Flächen 2 gründliche Erfassung
von Eindrücken, Ansichten, Aufga¬
ben
durch|driicken (durch|driik|ken —>
durch|drü|ckenj: drückst durch;
drücktest durch; hast durchgedrückt
[ugs.] eine Sache bei einer Person od.
Institution durchsetzen »Die Regie¬
rung drückte das Gesetz im Parlament
durch.«
durchleillen: durcheilst; durcheiltest;
hast durcheilt zügig eine Strecke be¬
wältigen, ein Buch schnell lesen
Durch|ein|an|der —» Durch|ei|n|anjder:
das; -s; - Verwirrung, Chaos in einem
Bereich
durch|ein|an|der —> durch|ei|n|an|der:
Adv. 1 ohne Ordnung; unaufgeräumt;
chaotisch; nicht systematisch »Das
Spielzeug lag durcheinander im
Schrank.« 2 durcheinander sein: ver¬
wirrt sein
—s- durch|ei|n|an|der brin|gen: s. durch¬
einanderbringen
—* durch|ei|n|an|der ge|ra|ten: s.
durcheinandergeraten
—* durch|ei|n|an|der laufen: s. durch¬
einanderlaufen
durchtein|an|der|brin|gen—» durch|ei|-
n|an|der brin|gen: bringst durcheinan¬
der; brachtest durcheinander; hast
durcheinandergebracht —»hast
durcheinander gebracht<— Dinge,
Informationen o. ä. miteinander ver¬
wechseln, miteinander vermengen, in
Unordnung bringen »Ich habe die Na¬
men der Nachbarn durcheinanderge¬
bracht.«
durch|ein|an|der|ge|ra|ten —» durch|-
ei|n|an|der ge|ra|ten: gerätst durchein¬
ander; geriet (e)st durcheinander; bist
durcheinandergeraten —»bist durch¬
einander geraten*— a) miteinander
vermengt werden; unordentlich wer¬
den »Die Zettel sind durcheinander¬
geraten.« b) [ugs.] verwirrt werden
»Ich bin durch die Aufregung ein wenig
durcheinandergeraten.«
durch|ein|an|derjlaufen —* durch|ei|-
n|an|der laufen: lauft durcheinander;
lief(e)t durcheinander; seid durchein¬
andergelaufen —»seid durcheinander
gelaufen<— unkoordiniert, planlos
durch die Gegend rennen, eilen, lau¬
fen
durch|ex|eijzie|ren: exerzierst durch;
exerziertest durch; hast durchexerziert
(Militär.; auch übertr.) solange üben,
bis etw. beherrscht wird
Durchf.: Abk. Durchfahrt
durchfahfen: fährst durch; fuhr(e)st
durch; bist durchgefahren 1 einen Ort
passieren, durchqueren »Wir fuhren
langsam durch die Stadt.« 2 eine
Strecke ohne Halt, Unterbrechung
zurückzulegen »Der Zug fährt durch
bis Essen.«
durchfahjren: durchfährst; durchföh-
r(e)st; hast durchfahren 1 mit einem
Fahrzeug durchqueren »Wir durch¬
fuhren das Land von Ost nach West.«
2 <übertr.) plötzlich erfassen, bewußt
werden »Plötzlich durchfuhr ihn der
Gedanke, daß ihr etw. geschehen sein
könne.«
Durchfahrt: die; - ; -en 1 Fahrt durch
ein Gebiet 2 Strecke, Straße, die
durch etw. hindurchführt
Durchfahrts|recht: das; -(e)s; -e Bewil¬
ligung, Befugnis, durch ein Gebiet zu
fahren
Durchfahrts|stra|Be: die; - ; -n
(Haupt-)Straße durch ein Gebiet
Durchfall: der; -(e)s; -fälle (Med.) dün¬
ner, reichlicher (oft mit Krämpfen u.
hohem Flüssigkeitsverlust verbunde¬
ner) Stuhlgang
durchfalfen: fällst durch; fiel(e)st
durch; bist durchgefallen 1 durch ein
Loch o. ä. hindurchgleiten »Die klei¬
nen Erbsen fielen durch das Sieb.« 2 a)
eine Prüfung nicht bestehen »Er ist
bei der Abiturprüfung durchgefallen.«
b) (künstlerische Aufführung) nicht
gefallen, akzeptiert werden »Das
Stück fiel bei der Premiere durch.«
durchfärjben: färbst durch; färbtest
durch; hast durchgefärbt gleichmäßige
Farbänderung an einem Kleidungs¬
stück mit Farbstoff erzeugen
durchfeifen: feilst durch; feiltest durch;
hast durchgefeilt etw. mit einer Feile
in Teile trennen
dyrchfil|zen: filzt durch; filztest durch;
hast durch (ge)filzt [ugs.] jmdn., etw.
gründlich durchsuchen
Durchf lugsfecht: das; -(e)s;-e Erlaub¬
nis, ein fremdes Hoheitsgebiet mit ei¬
nem Flugzeug zu überfliegen
Durchfluß —» Durchfluss: der; -fius-
ses; -flüssea) o. PI. das Durchströmen
(von Wasser) b) Rohr in der Wand
durchflut) sehen: flutschst durch;
flutschtest durch; bist durchgeflutscht
[ugs.] 1 durch ein Loch o. ä. fallen,
gleiten 2 (übertr.) eine Prüfung so ge¬
rade noch bestehen
durchfor]mu|lie|ren: formulierst durch;
formuliertest durch; hast durchformu¬
liert einen Brief, eine Rede schriftlich
vorbereiten u. bis ins Kleinste gestal¬
ten
Durchfor|mung: die; ~ ; -en detaillierte
Gestaltung von etw.
durchforsten —» durchforsten:
durchforstest; durchforstetest; hast
durchforstet ein Gebiet nach etw.
durchsuchen »Ich habe den ganzen
Schrank durchforstet u. nichts gefun¬
den.«
Durchfoijstung —» Durchforsfung:
die; - ; -en 1 Befreiung eines Waldes
von minderwertigem Holz 2 [ugs.]
Durchsicht von Papieren, Unterla¬
gen; Durchsuchung eines Gebietes
(auf der Suche nach etw.)
durchfra|gen, sich: fragst dich durch;
fragtest dich durch; hast dich durchge¬
fragt durch ständiges Fragen zur Lö¬
sung, zu einem (räumlichen) Ziel ge¬
langen »Er fragte sich zum Bahnhof
durch.«
durchführbar: Adj. als Handlung
machbar; in die Realität umzusetzen
Durchführ]bar|keit: die; - ; -en Mach¬
barkeit; Umsetzbarkeit
Durchfühijbar|keits]stu|die: die; - ; -n
Erhebung, Untersuchung über die
Machbarkeit, Umsetzbarkeit von
etw.
durchfüh|ren: führst durch; föhnest
durch; hast durchgeführt a) etw. ohne
Unterbrechung, Beirrung tun, ma¬
chen b) einen Auftrag erfüllen
Durchfuhr|erjlaub|nis: die; -; -se Bewil¬
ligung für das Durchfahren eines Ge¬
bietes, den Transport von etw. od.
jmdm. durch eine Gebiet
Durchfüh|rung: die; - ; -en Vollziehung,
Umsetzung eines Auftrags, einer Idee
Durchfüh|rungs(be|stim|nriung: die; - ;
-en Vorschrift, Anordnung, nach der
ein Plan o. ä. umzusetzen ist
Durchfüh|rungs|veijord|nung: die; - ;
-en (gesetzliche) Anordnung, einen
Plan, Auftrag o. ä. (auf bestimmte
Weise) umzusetzen
Durchfuhrjveijbot: das; -(e)s; -e Ver¬
bot, Untersagung, etw. durch ein Ge¬
biet zu transportieren, zu fahren
durchfurchen: durchfurchst; durch¬
furchtest; hast durchfurcht durchwüh¬
len, -pflügen; längliche kleine Gräben
durch ein Ackerfeld ziehen »Der Bau¬
er durchfurchte die Erde.«
271
durchfüttern
durch|füt|tern: fütterst durch; füttertest
durch; hast durchgefüttert [ugs.]
jmdm. (in schwierigen Zeiten) Essen
geben, alles Lebensnotwendige geben
Durchg.: Abk. Durchgang
Durch|ga|be: die; - ; -n 1 Öffnung,
durch die man etw. reichen, geben
kann 2 das Übermitteln einer Mel¬
dung, Nachricht über Telefon, Funk
u. ä.
Durchgang: der; -(e)s; -gange Verbin¬
dung, Passage zwischen zwei Orten;
Lücke zwischen zwei Räumen o. ä.
Der Durchgang war mit Autos ver¬
stellt.«
durch|gän|gig: Adj. n. sig. 1 durchflie¬
ßend »Der durchgängige Verkehr be¬
lastet das Dorf sehr.« 2 ohne Unter¬
brechung; immer gleich »Die ganze
Belegschaft arbeitet freitags durch¬
gängig eine Stunde weniger.«
Durch|gangs|arzt: der; -es: -ärzte weibl.
Durch|gangs|ärz|tin: die; ~ ; -nen Me¬
dizinerin), der/die im Auftrag der
Berufsgenossenschaften arbeitet (um
den Kostenträger zu ermitteln)
Durch|gangs|bahn|hof: der; -(ejs;
-bahnhöfe Bahnstation mit durchfüh¬
renden Gleisen
Durch|gangs|la|ger: das; -s; - vorüber¬
gehender Aufenthaltsort für Flücht¬
linge
Durch|gangs|sta|ti|on: die; - ; -en vor¬
läufiger Aufenthaltsort; Ort, an dem
man auf etw. wartet
Durch|gangs|stra|Be: die; - ; -n Haupt¬
verkehrsstraße, die durch einen Ört
führt
Durch|gangs|ver|kehr: der; -(e)s; •
durch ein Gebiet, einen Ort durchfah¬
render Verkehr
Durch|gangs|zug: der; -(e)s; -züge
Schnellzug, der an einer Station, ei¬
nem Bahnhof nicht hält
durch|gajren: garst durch; gartest durch;
hast durchgegart etw. so lange ko¬
chen, braten od. dünsten bis es durch¬
gekocht, durchgebraten od. durchge¬
dünstet ist
durch|gä|r»n: gärt durch; gor/gärte
durch; ist durchgegorenjdurchgegärt
aus Fruchtzucker Alkohol bilden
» Wein muß durchgären.«
durch|ge|ben: gibst durch; gab(e)st
durch; hast durchgegeben Informatio¬
nen weitersagen, technisch übermit¬
teln
durch|gle|Ben: gießt durch; gossest
durch; hast durchgegossen —>alle
Vergangenheitsformen mit ss<—
durch etw., einen Filter schütten
durch|gra|ben: gräbst durch; grub(e)st
durch; hast durchgegraben einen Weg,
ein Loch durch etw. buddeln, graben
durch|gra|ben, sich: gräbst dich durch;
grub(e)st dich durch; hast dich
durchgegraben 1 eine Öffnung durch
etw. graben »Der Hund grub sich
durch die Erde. 2 <übertr.> sich mit ei¬
ner komplizierten Sache lange, aus¬
führlich beschäftigen »Ich habe mich
durch die ganzen Informationen durch¬
gegraben.«
durch|grei|fen: greifst durch; griff(e)st
durch; hast durchgegriffen 1 durch ein
Loch (in der Wand) fassen 2 kompro¬
mißlos Ordnung, Disziplin schaffen
dureh|hal[ten: hältst durch; hielt(e)st
durch; hast durchgehalten etw. bis zu
einem bestimmten Zeitpunkt aushal¬
ten, überstehen
Durch|hal|te|pajro|le: die; - ; -n Leit¬
spruch, um eine schwierige Situation
zu überstehen
Durch|hal|te|ver|m5|gen: das; -s; - Fä¬
lligkeit zum Überstehen von schwieri¬
gen Situationen
durch|hän|gen: hängt durch; hing durch;
hat durchgehangen 1 eine Wölbung
nach unten aufweisen »Unter der Last
der Bücher hängt das Regal durch.« 2
[ugs.] keine Begeisterung, wenig Elan
für etw. aufbringen »Im Moment hän¬
ge ich bei meiner Arbeit ein wenig
durch.«
Durchjhänlger: der; -s; - [ugs.] 1 zeit¬
weilige physische u./od. psychische
Ermüdungserscheinung 2 <übertr.> Si¬
tuation, Phase in einer Entwicklung
o. ä., in der nicht alles gut gelaufen ist
»Zwischendurch gab es einige Durch¬
hänger.«
durch|he|cheln: hechelst durch; hechel¬
test durch; hast durchgehechelt a) sich
in gemeiner Art äußern; über jmdn.
lästern b) Themen in allen Medien u.
sehr schnell breittreten, bearbeiten
du(Ch|käm|men: kämmst durch; kämm¬
test durch; hast durchgekämmt mit ei¬
nem Kamm durch das Haar fahren
durch|käm|men: durchkämmst; durch¬
kämmtest; hast durchkämmt nach
etw. in einem Gelände organisiert su¬
chen
durchlkämplfen, sich: kämpfst dich
durch; kämpftest dich durch; hast dich
durchgekämpft sein Ziel unter physi¬
schen u. psychischen Belastungen er¬
reichen
durch|kom|men: kommst durch; ka-
m(e)st durch; bist durchgekommen 1
a) schwere Verletzung überleben »Er
ist zwar schwer verwundet, aber er
wird durchkommen.« b) einen gefähr¬
lichen (militärischen) Einsatz überle¬
ben 2 a) einen Test bestehen b) mit ei¬
ner Ausrede eine Situation überste¬
hen c) mit geringen finanziellen Mit¬
teln sein Leben bestreiten 3 a) zum
Zielort gelangen b) durch eine freie
Telefonleitung zum Teilnehmer ge¬
langen c) Informationen durch die
Medien ausstrahlen d) <Flüssigkeit>
durchdringen, durchsickem (z. B.
durch eine Wand)
durch|kon|stru|ie|ren —> durch|kon|s|-
t|ru|ie|reK konstruierst durch; kon¬
struiertest durch; hast durchkonstru¬
iert bis ins kleinste Detail entwerfen
durch|kra|men: kramst durch; kramtest
durch; hast durchgekramt [ugs.] unge¬
ordnete Gegenstände durchsuchen,
durchwühlen »Ich mußte alle Schrän¬
ke durchkramen, bis ich das Tuch ge¬
funden hatte.«
durch|kreu|zan: kreuzt durch; kreuztest
durch; hast durchgekreuzt eine Text¬
stelle, ein Wort, ein Zeichen auf ei¬
nem Blatt Papier mit einem geschrie¬
benen Kreuz unleserlich, ungültig
machen
durchlkreulzen: durchkreuzt; durch¬
kreuztest; hast durchkreuzt 1 durchs
Land, über ein Meer fahren u. ver¬
schiedene Städte besichtigen 2 ein
Vorhaben zunichte machen »Du hast
meine ganzen Pläne durchkreuzt.«
durch|krie|chen: kriechst durch; kro-
ch(e)st durch; bist durchgekrochen
sich liegend durch eine Öffnung fort¬
bewegen
durch|la|den: lädst durch; lud(e)st
durch; hast durchgeladen <Feuerwaffe>
schußfertig machen; den Ladehebel
nach dem Einsetzen eines vollen Ma¬
gazins betätigen, so daß die Patrone
ins Patronenlager eingeführt wird u.
die Waffe durcngeladen ist
Durch|laB 7-» Durchlass: der; -lasses;
-lässe 1 Öffnung, durch die etw. von
einer Seite zur anderen gelangen kann
»Es gab einen Durchlaß für die Katzen
in der Rückseite des Hauses.« 2 das
Durchlässen, Passierenlassen von
etw., jmdm. »Der Durchlaß wurde uns
verweigert.«
Durch|läs|sig|keit: die; - ; -en a) einkal¬
kuliertes Durchlässen, Einlassen von
etw. b) Undichtigkeit, so daß Flüssig¬
keit o. ä. durchdringen kann
Durch|lauchte auchbfe; ~ ; - [veralt.]
Bezeichnung, Anrede für fürstliche
Personen
durch|lau|fen: läufst durch; lief(e)st
durch; bist durchgelaufen einen Ört
passieren; durch einen Ort schnell ge¬
hen »Er lief durch das Gärtchen.«
durchllaulfen: durchläufst; durchlie-
f(e)st; hast durchlaufen etw. absolvie¬
ren, durchmachen »Er durchlief das
Gymnasium ohne Schwierigkeiten.«
Durchjlauf|er|hit|zer: der; -s; - elektri¬
sches Gerät, das Wasser erwärmt,
während es durchfließt
durch|ma|chen: machst durch; machtest
durch; hast durchgemacht 1 (eine)
schwierige Situationen) durchleben 2
eine Nacht aufbleiben, durchfeiem,
ohne zu schlafen
Ourch|marsch: der; -(e)s; -märsche 1
Durchquerung zu Fuß 2 [ugs.] Durch¬
fall 3 <Sport> ungefährdeter Gewinn
einer Meisterschaft o. ä. 3 <Skat> Spiel
ohne Stich
durch|mar|schie|ren: marschierst durch;
marschiertest durch; bist durchmar¬
schiert 1 zu Fuß durchqueren 2
<Sport> ohne aufgehalten werden zu
können, eine Meisterschaft gewinnen,
Tabellenführer werden o. ä.
Durch|mes|sen der; -s; - Innenmaß run¬
der, geometrischer Formen
Durch|nah|nie: die; - ; -n Durchnehmen
von Lernmaterial bis zum Abschluß
(in der Schule)
durch|neh|men: nimmst durch; nah-
m(e)st durch; hast durchgenommen
ein Thema im Unterricht behandeln
besprechen
durch|nu|me|rie|ren —* durch|num|-
me|rie|rerK numerierst durch; nume¬
riertest durch; hast durchnumeriert
—> immer mit mm<—~ eine Menge
zusammengehöriger Gegenstände,
Personen nach bestimmten Gesichts¬
punkten mit Ziffern in chronologi¬
scher Reihenfolge versehen
durch|que|ren: durchquerst; durchquer¬
test; hast durchquert ein Gebiet, einen
Fluß o. ä. von einer Grenze (Seite) bis
zur gegenüberliegenden Grenze (Sei¬
te) durchreisen, durchwaten
272
Durchwurzelung
Durchjque|rung: die; • ; -en Reise von
einer Grenze zur gegenüberliegenden
Grenze; Überwindung eines Flusses
durch|ras[seln: rasselst durch; rasseltest
durch; bist durchgerasselt [ugs.] durch
eine Prüfung fallen
Durch|rei|che: die; - ; -n Wandöffnung
zwischen Küche u. Speiseraum
durch|rei|sen: reist durch; reistest durch;
bist durchgereist ohne Aufenthalt
durch ein Gebiet durchfahren
Durch|rei|sen|de: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.; ein Durchreisen¬
der; eine Durchreisende; zwei Durch¬
reisende) Person, die ohne od. nur
mit kurzem Aufenthalt ein Gebiet
durchfährt
durch|ro|sten —> durch|ros|ten: rostet
durch; rostete durch; ist durchgerostet
mietallhaltiges Materiah sich durch
Oxidation auflösen
Durch|sa|ge: die; -; -n über die Medien,
einen Lautsprecher o. ä. durchgege¬
bene Information
durch|sa|gen: sagst durch; sagtest
durch; hast durchgesagt über die Me¬
dien, einen Lautsprecher o. ä. infor¬
mieren
durch|sä[gen: sägst durch; sägtest
durch; hast durchgesägt etw. mit einer
Säge trennen
durch|schau|bar: Adj. in seinen (negati¬
ven) Absichten, zukünftigen Hand¬
lungen leicht einschätzbar
durch|schei|nend: Adj. so dünn be¬
schaffen, daß Licht hindurchfällt
»Glas ist durchscheinend.«
durch|schim|mern: schimmert durch;
schimmerte durch; hat durchgeschim¬
mert durch einen nicht ganz lichtun¬
durchlässigen Gegenstand schwach
durchscheinen
Durchschlag: der;-(e)s; -Schläge 1 mit
Kohle-, Durchschlagpapier herge¬
stellte Zweitschrift, Kopie eines
Schriftstückes »Früher wurden wichti¬
ge Briefe mit Durchschlag getippt.« 2
ßandsch.] Haushaltsgerät zum Ab¬
schütten von Lebensmitteln, Syn.: <2>
Sieb
Durch|schlä|ger: der; -s; - stumpfes
Werkzeug, bei dem ein eingepreßter
Metallstift zum Lochen von etw. be¬
nutzt wird; Locher
Durch|schlag|pa|pier: das; -(e)s; -e
Pauspapier, das beim Maschine¬
schreiben zwischen zwei Blätter gelegt
wird, um eine Kopie zu erstellen
Dyrch(schlagsfkraft: die; -; -kräfte (PI.
s.) 1 ausgeübte Kraft eines Geschos¬
ses o. ä., die steigt, je höher die Ge¬
schwindigkeit ist 2 überzeugende
Wirkung, Leistungen von jmdm.
durch|schlän|geln, sich: schlängelst
dich durch; schlängeltest dich durch;
hast dich durchgeschlängelt 1 sich mit
schlängelnden, Hindernisse umge¬
henden Bewegungen fortbewegen
»Ich schlängelte mich mit einem Mo¬
torrad zwischen den Autos durch einen
Stau durch.« 2 irgendwie immer zu¬
rechtkommen »Er schlängelte sich
durchs Leben.«
durch|schleu|sen: schleust durch;
schleustest durch; hast durchge¬
schleust 1 ein Schiff durch eine Aus¬
gleichskammer schicken, die eine Ver¬
bindung zwischen verschieden hohen
Wasserspiegeln ist 2 <übertr.> jmdm.,
etw. den Weg durch etw. weisen
Durch|schlupf: der; -(e)s; -e Lücke
bzw. Loch zum Durchgelangen
durch|schnei|den: schneidest durch;
schnitt(e)st durch; hast durchge¬
schnitten etw. mit einem Schneid¬
werkzeug trennen
Durch|schnitt: der; -(e)s; -e statisti¬
sches Mittel von etw. »Im Durch¬
schnitt haben Frauen eine Lebenser¬
wartung von 78 Jahren.«
Durch|schnitts|be|ga|bung: die; - ; -en
normale Befähigung, Begabung, In¬
telligenz
Durch|schnitts|tem[pe|ra{tur: die; - ;
-en Mittelwert der Temperatur an ei¬
nem Ort
Durch]schnrtts|wert: der; -(e)s; -e mitt¬
lerer gemessener Wert
durch|schrei|ben: schreibst durch;
schrieb (e)st durch; hast durchge¬
schrieben mit Hilfe des Pauspapiers
ein Duplikat hersteilen
Durch|schrift: die; - ; -en mit Pauspa¬
pier hergestelltes Schriftstück
durch|8Chwit|zen: schwitzt durch;
schwitztest durch; hast durchge¬
schwitzt so stark transpirieren, daß
die Kleidung naß ist
dureh|sein —» durch sein: bist durch;
warst durch; bist durchgewesen
—*bist durch gewesen■*— 1 unter
Schwierigkeiten durch einen mit Hin¬
dernissen ausgestatteten Raum ge¬
kommen sein 2 ein Risiko, eine Ge¬
fahr unbeschadet überstanden, hinter
sich haben 3 mit einer bestimmten Ar¬
beit, Tätigkeit o. ä. fertig sein »Noch
drei Seiten, dann bin ich mit dem Buch
durch.« 4 <Lebensmittel> durch langes
Lagern reif od. durch Braten, Kochen
usw. gar sein »Herr Ober, das Steak
ist noch blutig; ich wollte aber, daß es
durch ist!« 5 bei jmdm. unten durch
sein: [ugs.] jmds. Gunst entzogen be¬
kommen haben »Seit er der alten
Tratschtante von meinem Geliebten er¬
zählt hat, ist er bei mir unten durch.«
durch|setz[bar: Adj. zu verwirklichen;
umzusetzen
durch|set|zen: setzt durch; setztest
durch; hast durchgesetzt etw., ein Ziel
gegen andere Meinungen verwirkli¬
chen
durch|set|zen, sich: setzt dich durch;
setztest dich durch; hast dich durchge¬
setzt sich mit etw. gegen andere Mei¬
nungen behaupten
Durch|set|zung: die; - ; -en (PI. s.) Be¬
hauptung eigener Wünsche, des eige¬
nen Willens
Durch|sicht: die; - ; -en das Durcharbei¬
ten, Durchschauen von etw. »Ich be¬
kam die Akten zur Durchsicht.«
durch]sich|tig: Adj. n. stg. so dünn od.
klar, daß man hindurchsehen kann
»Das Klebeband ist durchsichtig.«
durch|sickem (durch|sik|kern —>
durch|si|ckern): "sickert durch; sik-
kerte durch; ist durchgesickert 1 <Flüs-
sigkeib in kleinen Mengen, langsam
(gefiltert) nach unten fließen 2 nach
u. nach, langsam bekannt werden
durch|ste|chen: stichst durch; sta¬
chle )st durch; hast durchgestochen lo¬
chen; mit einem spitzen Gegenstand
durchstoßen
Durch|steh|verfmö|gen: das; -s; - Fähig¬
keit, eine Leistung aufrechtzuerhal¬
ten, etw. durchzuhalten
durch|stel|len: stellst durch; stelltest
durch; hast durchgestellt ein Telefon¬
gespräch auf eine (andere) Nebenstel¬
le einer (Telefon-)Anlage vermitteln
»Bitte stellen Sie den Anruf durch!«
durch|stö|b«rn/durch|stö|b0rn: stöberst
durch/durchstöberst; stöbertest durch/
durchstöbertest; hast durchgestöbert/
hast durchstöbert ein Gebiet, eine
Menge von Dingen nach einem (be¬
stimmten) Gegenstand o. ä. durchsu¬
chen
durch|strei|chen: streichst durch; stri-
ch(e)st durch; hast durchgestrichen 1
eine Linie, einen Strich durch ein
Wort, einen Text, eine Zeichnung zie¬
hen (u. es so ungültig machen) 2 Ge¬
müse in einem Sieb passieren »Möh¬
ren durchstreichen«
durch|stre||fen: durchstreifst; durch¬
streiftest; hast durchstreift ein Gebiet
(wandernd) erkunden »Wir durch¬
streiften den Wald.«
durch|strö|men: strömt durch; strömte
durch; ist durchgeströmt duich etw.
hindurch fließen, laufen
durch|strö|men: durchströmt; durch¬
strömte; hat durchströmt in etw.,
jmdn. eindringen u. es, ihn erfüllen
»Freude durchströmte ihn.«
Durch|struk|tu|rie|rung: die; - ; -en
Struktur, Organisation, Ordnung bis
ins kleinste
durch|su]chen: suchst durch; suchtest
durch; hast durchgesucht eine Menge
von Gegenständen, alles absuchen
durch|sujchen: durchsuchst; durchsuch¬
test; hast durchsucht einen Bereich
nach etw. absuchen
Durch|su|chung: die; - ; -en Absuchen
aller Gegenstände, eines Raumes, Ge¬
bietes
durch|tral|nie|ren: trainierst durch; trai¬
niertest durch; hast durchtrainiert sei¬
nen Körper, bestimmte Muskeln auf¬
bauen, fit machen
durch|trie|ben: Adj. [abwert.] verschla¬
gen; abgeklärt; auf seinen Vorteil be¬
dachtseiend
Durch|trigjben|heit: die; ~ ; -en [abwert.]
Abgeklärtheit hinsichtlich der eige¬
nen Vorteilsfindung
durch|wach|sen: Adj. n. stg. 1 nur von
mittelmäßiger Qualität »Wir hatten
durchwachsenes Wetter.« 2 von etw.
durchzogen »Ich kaufte durchwachse¬
nen Speck.«
Durch|waM: die; - ; -en <Technik> eine
von mehreren Telefonnummern, die
mit einzelnen Anschlüssen innerhalb
einerTelefonanlage (z. B. in einer Fir¬
ma) verbunden ist
Dyrch|wahl|num|mer: die; •; -n Ziffem-
folge, die direkt zu einem Teilnehmer
einer größeren Telefonanlage führt
dyrch|wal|ken: walkst durch; walktest
durch; hast durchgewalkt 1 <Wäsche>
zur Säuberung ausschlagen, kneten,
bearbeiten 2 [derb] verprügeln
Durch|wurf: der; -(e)s; -würfe großes
gitterförmiges Gerät, das Steine, Kies
o. ä. siebt
Durch|wur[ze|lung: die; - ; -en Verzwei¬
gungen der Wurzeln in der Erde
273
Durchzug
Durch|zug: der;-(ejs; -züge 1 o. PL an¬
haltende, stärkere, gerichtete Luftbe¬
wegung innerhalb eines Raumes bzw.
einer Wohnung »Durchzug in der
Wohnung entsteht durch mehrere ge¬
öffnete Fenster.« 2 Bewegung durch
einen Ort als Zwischenstation
Durch|züg|ler: der; -s; - (m. PL) Zug¬
vogel, der ein Land nur als Zwischen¬
station benutzt
Durch[zugs|ar|beit: die; - ; -en hand¬
werkliche Arbeit, bei der Fäden
durch in Farbe u. Stärke andersartige
ausgetauscht werden
dürften: darfst; durftest; hast gedurft die
Erlaubnis zu etw., einer Handlung
haben
dürf|tig: Adj. a) Ansprüchen in Qualität
u. od. Menge nicht genügend b) we¬
nig, geringe Menge »Sie war nur sehr
dürftig bekleidet.«
Dürf|tig|keit: die; - ; -en Armseligkeit,
Mangelhaftigkeit einer Sache, eines
Ergebnisses
dürr. Adj. dürrer; dürrfejste 1 [oft ab¬
wert.] sehr dünn, schlank »Wasfindet
er an dieser dürren Ziege?« 2 außerge¬
wöhnlich trocken »Wir sammelten
dürres Holz für ein Feuer.«
Dür|re: die; • ; -n (starke, langanhalten¬
de) Trockenheit
Dürjrejpe|rio|de —» Dür|re|pe|ri|o|de:
die; - ; -n großer Zeitraum, in dem es
sehr heiß u. trocken ist
Durst: der; -(ejs; -1 Gefühl von Was¬
sermangel; Wunsch nach einem Ge¬
tränk »Nach dem Jogging hatte ich
großen Durst.« 2 einen, ein Glas, eins
über den Durst trinken: [ugs.] zuviel
Alkohl trinken u. einen Rausch ha¬
ben 3 vor Durst umfallen: [ugs.] sehr
durstig sein; großen Durst haben
duifstig —* durs|tig: Adj. auf ein Ge¬
tränk Durst habend; Flüssigkeit be¬
nötigend
durst|stil|lend: Adj. den Durst löschend
»Tee ist ein durststillendes Getränk.«
Dusch|bad: das; -(ejs; -bäder a) Bade¬
zimmer, Raum mit einer Dusche b)
[geh.] Säuberung, Brausen unter einer
Dusche
Du|sche: <lat.-it.-fr.> die; - ; -n 1 a) Vor¬
richtung aus einem Keramikbecken
u. einer in bestimmter Höhe ange¬
brachten Brause, von der ein Wasser¬
strahl ausgeht, von dem man sich be¬
sprenkeln läßt u. sich dabei wäscht
»Ich gehe noch eben unter die
Dusche.« b) das Duschen, Duschba¬
den »Ich möchte auf eine Dusche am
Morgen nicht verzichten.« 2 wie eine
kalte Dusche sein: [ugs.] in hohem
Maße enttäuschend, ernüchternd sein
du|schen: duschst; duschtest; hast ge¬
duscht brausen; sich unter einer Du¬
sche waschen
Dusch|gel: das; -(e)s; - Flüssigseife zur
Körperreinigung
Dusch|ka|bi|ne: die; - ; -n kleiner, ge¬
schlossener Raum mit Duscheinrich¬
tung
Dusch|raum: der; -(ejs; -räume Zim¬
mer, Raum mit einer od. mehreren
Duschen
Düjse: die; - ; -n nach vorne verengtes
Rohr, durch das eine Flüssigkeit mit
Druck austritt od. auch Luft angeso¬
gen wird »Die Düse ist verstopft, es
kommt kaum noch Wasser durch.«
Du|sei: der; -s; - [ugs.] Glück bei einem
Vorhaben, einer Sache »Da hast du
aber Dusel gehabt!«
Dü|sen|bom|ber: der; -s; - <Milit.> mit
Strahltriebwerken, Turbinen ange¬
triebener Bomber
Dü|sen[flug|zeug: das; -(ejs; -e mit
Strahltriebwerken, Turbinen ange¬
triebenes Flugzeug
Dü]sen[jä|ger der; -s; ~ <Milit.> mit
Strahltriebwerken, Turbinen ange¬
triebenes Kampfflugzeug der Luft¬
waffe
dus|se|lig: Adj. [ugs.] 1 besonders
dumm, blöd »Wer hatte diese dusseli¬
ge Idee?« 2 a) vergeßlich; ungeschickt
»sich dusselig anstellen« b) leicht
schwindelig, unwohl »sich dusselig
fühlen«
duB|lig—> duss|lig: Adj. [ugs.] 1 beson¬
ders dumm, blöd »Wer hatte diese
dusselige Idee?« 2 a) vergeßlich; unge¬
schickt »sich dußlig anstellen« b) leicht
schwindelig, unwohl »sich dußlig füh¬
len« 3 dumm u. dußlig —> dumm u.
dusslig: sehr, bis zur äußersten Gren¬
ze des Zumutbaren »Ich arbeite mich
dumm u. dußlig, werde aber trotzdem
nicht fertig.«
Dus|se|lig|keit: die; - ; -en besondere
Dummheit, Blödheit» Vor lauter Dus-
seligkeit läßt der doch noch das Kaf¬
feewasser anbrennen!«
Duß|lig|keit —» Duss|lig|keit: die; - /
-en besondere Dummheit, Blödheit
»Vor lauter Dußligkeit läßt der doch
noch das Kaffeewasser anbrennen!«
dü|ster—» düs|ter: Adj. 1 recht dunkel
»Es war ein düsterer, nebliger
Morgen.« 2 schlechte Aussichten,
Perspektiven aufweisend »Die Firma
hatte nur düstere Zukunftschancen.«
Dü|ster|nis —> Düs|ter|nis: die; - ; - a)
Dunkelheit b) dunkle Beschaffenheit
Dutt: der; -(ejs; -e u. -s zu einem Kno¬
ten gebundene Haare »Die alte Dame
trug einen Dutt.«
Du|ty-free-Shop » auch Du|ty|free|-
shop: <engl.> /djuti fri schpp/ der; - u.
-s; -s Geschäft, Laden an Flughäfen,
auf Schiffen u. ä., in dem man bei Rei¬
sen ins Ausland (außerhalb einer
Zollunion) kleinere Warenmengen
zollfrei einkaufen kann »Im Duty-
free-Shop kaufe ich billige Zigaret¬
ten.«
Dut|zend: <lat.-fr.> das; -s; -e 1 o. PL
Menge, Einheit von zwölf Stück »Sie
kaufte ein Dutzend Eier.« 2 Dutzende
von ... —» auch dutzende von...: un¬
zählige, übermäßig viele ... »Es gab
Dutzende von Beschwerden.«
dut|zend|fach: Adv. [ugs.] sehr oft, in
hoher Stückzahl
Dut|zend|ge|sicht: das; -(ejs; -er
[abwert.] kein besonders ausdrucks¬
volles Gesicht; ein Gesicht, das jeder
haben könnte
DUV: Abk. Dienstuntauglichkeitsver¬
fahren
DUZ: Abk. Dienstuntauglichkeitszeug¬
nis
du|zen: duzt; duztest; hast geduzt jmdn.
mit ’du’ u. nicht mit ’Sie’ ansprechen
Duzfreund: der; •(ejs; -e vertraute Per¬
son, die man mit ’du’ anredet
D\fc Abk. 1 <EDV> Datenverarbeitung 2
Dienstvertrag 3 Dienstvorschrift 4
Doppelversicherung 5 Druckverfah¬
ren 6 Druckvennerk 7 Druckvor¬
schrift 8 Durchführungsverordnung
(zu einem Gesetz)
d. V.: Abk. 1 der/die Verfasserin) 2 der/
die Vertreterin) 3 durch Vertrag
d. v. J.: Abk. des vergangenen Jahres
DW: Abk. 1 Dauerwelle 2 Deutsche
Welle (öffentlich-rechtliche Rund¬
funkanstalt für Auslandsprogramme,
Mitglied des ARD)
Dw.: Abk. <Postw.> Durchwahl
d. W.: Abk. diese(r) Woche
Dyn.: Abk. 1 Dynamik = a) Bewe¬
gungslehre b) Schwung; Treibkraft 2
Dynamit (= ein Sprengstoff) 3 Dyna¬
mo = a) Stromerzeuger b) <Sport>
Teil eines Vereinsnamens 4 Dynastie
- Herrschergeschlecht
dyn.: Abk. dynamisch = bewegt;
schwungvoll
Dy|na|mik: <gr.-lat.> /dünamik/ die; - ; -
1 Bewegungslehre 2 Schwung; Trieb¬
kraft; Elan »Sie strahlte Dynamik
aus.«
dy)na|misch: <gr.> /dünamisch/ Adj. 1
kraftgespannt 2 bewegt; schwungvoll
»dynamische Schritte«
dyjna|mijsiejren: <gr.> /dünamisiren/ dy¬
namisierst; dynamisiertest; hast
dynamisiert 1 [geh.] antreiben; voran¬
treiben 2 <sehr häufig bei Versiche-
rungsabschlüssem etw. an veränderte
Situationen anpassen
Dy|na|mit: /dünamit/ das; -s; - Nitrogly¬
zerinsprengstoff
Dy]na|mjt|pa]tro|ne —> Dyjna|mjt|pa|t|-
ro|ne: /dünamit-/ die; ~ ; -n mit
Sprengstoff gefüllter Stab
Dy|na|mo/Dy|na|mo: Kurzw. tgr.-englo
/dünamo/ der; -s; -s Dynamomaschi¬
ne = Maschine zur Erzeugung elek¬
trischen Stroms
Dy|na|stje—» Dy|nas|t]e: <gr.> /dünasti/
die; ~ ; Dynastien IdünaßlPnJ Herr¬
schaft; Herrschergeschlecht; Herr¬
scherhaus »Mit ihr starb die Dynastie
aus.«
dy|na|stisch —» dy|nas|tisch: <gr.>
/dünaßtisch/ Adj. n. stg. auf eine Dy¬
nastie abzielend; eine Dynastie betref¬
fend
Dys|funk|ti|gn: <gr.-lat.> /dißfunkzion/
die; - ; -en <Med.> Funktionsstörung
eines Organs
DZ: Abk. Fremdenverkehr) Doppel¬
zimmer
dz.: Abk. derzeitig
dz/Dz: Abk. <Maßeinheit des Gewichts)
Doppelzentner (1 dz = 100 kg)
Dzd.: Abk. Dutzend
dzt.: Abk. derzeitig
D-Zug: Kurzw. der; -(ejs; -Züge 1
Durchgangszug 2 (ein) alter Mann,
(eine) alte Frau ist doch kein D-Zug:
[ugs.; scherzh.] nicht schneller mög¬
lich, können
D-Zug-Tem|po: das; -s; - sehr hohe Ge¬
schwindigkeit »Er kommt im D-Zug-
tempo angerannt.«
D-Zug-Zpjschlag: der;-(ejs; -Zuschläge
zusätzlich zum Fahrpreis erhobenes
Entgelt bei Benutzung eines D-Zuges
Dzw.: Abk. Dienstzweig
DZZ: Abk. Dienstzeitzulage
274
Echo
E
E/e: das; - u. fugs.J -s; - u. fugs.] -s
Schriftzeichen, fünfter Buchstabe des
deutschen Alphabets
E: Abk. 1 Edisonfassung (nach dem Er¬
finder Edison benanntes Elektroge-
winde für Glühlampen u.
Elektronenröhren) 2 <Eisenb.> Eilzug
3 <bei Schaltern) Ein 4 Einfahrt 5
(Handel) Einfuhr 6 (EDV> Eingabe =
Dateneingabe 7 Eingang 8 Einwoh¬
ner 9 Einsatzwagen 10 (Post) Ein¬
schreiben 11 (Sport) Einzel 12 Eisen¬
bahnverkehr 13 Energie 14 Entschei¬
dung (eines Gerichts) 15 Europastra¬
ße 16a) Export = Ausfuhr b) Export¬
euren)
e: Abk. erhöhte Sicherheit (= Schutz¬
maßnahme beim industriellen Betrieb
elektrischer Geräte)
E.: Abk. 1 Eminenz = Kardinalstitel 2
Entschädigung 3 Entscheidung 4 Ent¬
schließung 5 Entwurf 6 Erdgeschoß 7
Erlaß
e.: Abk. 1 ehrenamtlich 2 eine; einem; ei¬
nen; einer; eines 3 eingeschrieben 4
eingetragen 5 elektrisch 6 elektro¬
nisch 7 evangelisch
EA: Abk. 1 Eilauftrag 2 Einfuhraus¬
schuß 3 Eintrittsalter 4 Einzelantenne
5 (Bankw.) Einzahlungsauftrag 6
(Buchw.) Erstausgabe 7 Evangelische
Akademie = Tagungsstätte der evan¬
gelischen Kirche 8 (Handel) Export¬
auftrag 9 Erstaufführung
ea. : Abk. 1 ehrenamtlich 2 einander
EAG: Abk. 1 Einfuhr- u. Ausfuhrhan¬
delsgesellschaft 2 (Med.) Elektro-
atriogramm (zur Aufzeichnung der
Erregungsausbreitung in den Herz-
vorhöfen, Teil des EKG) 3 Europä¬
ische Atomgemeinschaft (zur Koor¬
dinierung der nationalen Kemfor-
schungszentren u. der Atomindu¬
strien in den Staaten der EU)
Earl: <engh /ör1/ der; -s; -s dem Grafen
entsprechender englischer Titel
Eau de Coflgjgne: </r.> jo de colonje/
das; -s; -s a) Parfüm mit niedrigem
Duftstoffgehalt b) zitrusfruchtartiger
Geruch
Eau de toi|lette —> Eau de Toi|lette:
</r> /o de toalett/ das; -s; eaux de toi-
lelte u. [ugs.j -s Parfüm mit niedriger
Intensität des Duftes (geringer als bei
Eau de parfum)
EB: Abk. 1 (Zoll) Einfuhrbewilligung 2
Einheitsbedingungen 3 Einfuhrbe¬
stimmungen 4 (Fremdenverkehr) Ein¬
zelbett 5 Erziehungsberatung
Eb.: Abk. 1 Ebene 2 Eigenbau 3 Eisen¬
bahn 4 Erwerbsbeschränkung
eb. : Abk. 1 eben 2 erwerbsbeschränkt
Eb|be: miederlo die; - ; -n 1 in regelmä¬
ßigen zeitlichen Abständen im Wech¬
sel mit der Flut auftretendes Zurück¬
gehen des Wassers, Fallen des Mee¬
resspiegels Ant.: Flut 2 im Portemon¬
naie, in der Geldbörse, Kasse
herrscht Ebbe: [ugs.; scherzh.] es ist
kein Geld (mehr) vorhanden
Eb|be|strom/Ebb|strom: der; -(e)s;
-ströme durch die Ebbe entstehende
Strömung
eben —> ejberc I Adj. a) ohne Erhe¬
bung; flach »zu ebener Erde« b) ohne
Hindernis »ebene Straße« II Adv. 1 a)
modal gerade noch »Das reicht so
eben.« b) modal genau »Das ist es ja
eben.« 2 temporal a) jetzt; in diesem
Moment »Eben kommt er.« b) vorhin;
vor kurzer Zeit »Er rief eben an.«
Eben|bild —*• E|ben|bild: das; -(e)s; -er
etw., jmd., das/der im Aussehen etw.
od. jmdm. (fast) entspricht, sehr äh¬
nelt »Er ist das Ebenbild seines Va¬
ters.«
ebenfbüijtig —* e|ben|bür|tig: Adj.
gleichwertig; von gleichem Stand,
gleicher Herkunft »Er war ein eben¬
bürtiger Gegner.«
Ebenfbüijtigjkeit —* E|ben|biirjtig|keib
die; - ; - gleicht wertig)e Abstammung
eben|da —» e)ben|da: Adv. (vor allem
in wissenschaftlichen Arbeiten, Fu߬
noten) an derselben Stelle (in dersel¬
ben zitierten Arbeit zu finden)
eben|da|her/eben|da|her —* e|ben|da|-
hen Adv. [geh.] a) aus diesem Grund
b) deshalb
eben|dar|um/eben|dar|um —» e|ben|-
da|rjum: Adv. [geh.] aus diesem
Grund
eben|da|selbst/eben|da|selbst —> e-
|ben|da|selbst Adv. [veralt.] ebenda
eben|der/eben|die/eben|das —* e-
~ |ben|der/e|ben|die/e|ben|das: Fron.
deutet auf etw., jmd. Bestimmtes hin
Ebe|ne —> E|be|ne: die; - ; -n 1 fla-
che(s)(r) Gebiet, Landstrich »Am Fu¬
ße des Gebirges erstreckte sich eine rie¬
sige Ebene.« 2 (Geometrie) a) nicht ge¬
krümmte Fläche b) (in einem Modell,
einer Vorstellung) eine von mehreren
vertikal, übereinander angeordneten
Flächen »Die Zimmer liegen auf drei
Ebenen verteilt.« 3 (übertr.) eine von
mehreren, übereinander angeordne¬
ten Gruppen innerhalb einer Hierar¬
chie, Rangordnung
ebenjeijdig —» e|benjer|dig: Adj. 1
glatt 2 n. stg. auf Höhe des flachen
(Erd-)Bodens liegend
ebenf.-.Abk. ebenfalls
ebenfalls —> e|ben|falls: Adv. das glei¬
che Verhalten, Merkmal aufweisend
»Er war ebenfalls auf der Feier.« Syn.:
auch;ebenso
Eben|heit —»• E|ben|heit die; - ; -en a)
Ebenmäßigkeit b) Gleichmäßigkeit
Eben|maB —* E|ben|maB: das; -es; -e
[geh.] Gleichmaß
Eben|mäjBig|keit —» E|ben|mä|ßig|-
keit die; - ; -en [geh.] Gleichmäßig¬
keit
eben|so —> e|ben|so: Adv. in gleichem
Maße; gleichermaßen »Er freut sich
ebenso wie du.«
—> e|ben|so gern: s. ebensogem
—> ejbenjso sehn s. ebensosehr
—> e|ben|so viel: s. ebensoviel
—» ejbenjso weh: s. ebensoweit
eben|so|gem —> e|ben|so gern: Adv.
im gleichen Maße mögend »Ich esse
ebensogem Nudeln wie Kartoffeln.«
eben|so|sehr —> e|ben|so sehn Adv.
genausosehr; im gleichen Maße »Er
mag das Fach Deutsch ebensosehr wie
Mathematik.«
eben|so|viel —> e|ben|so viel: Adv. ge¬
nausoviel; im gleichen Maße
eben|so|weit —> ejbenjso weit Adv.
genausoweit; die gleiche Entfernung
betreffend, beinhaltend »Er ist eben¬
soweit gelaufen wie sein Freund.«
Eber —> E|ben der; -s; - männliches
Schwein »Der Eber steht im Stall.«
Syn.: (allgemein, geschlechtsneutral)
Schwein; (weibl.) Sau; (jung, nicht ge¬
schlechtsreif) Ferkel
Eberjesche —> E|ber|esche: die; - ; -n
Baum mit weißen, in Dolden wach¬
senden Blüten, dessen Früchte rot od.
gelb sind u. sehr bitter schmecken
EBf: Abk. (Post) Einschreibebrief
ebf.: Abk. ebenfalls
eb|nen: ebnest; ebnetest; hast geebnet 1
etw. (z. B. Land), was Erhöhungen
aufweist, gleichmäßig flach machen,
die Erhöhungen entfernen 2 (übertr.)
etw. einfacher machen; vereinfachen
Eb|nung: die; ~ ; -en 1 das Glätten eines
Bodens, Untergrundes 2 (übertr.) Be¬
seitigung von Schwierigkeiten
EBR: Abk. Elternbeirat
EC: Abk. 1 (Sport) a) Eishockey-Club b)
Eislauf-Club 2 (Eisenb.) Euro-City¬
Zug 3 (Bankw.) Eurocheque-Karte 4
<engh European Community/Euro-
pean Communities (Zusammen¬
schluß 12 europäischer National¬
staaten mit dem Ziel, wirtschafts-,
finanz-, währungspolitische sowie all¬
gemeinpolitische Belange gemeinsam
zu regeln; wenn von der Europä¬
ischen Gemeinschaft die Rede ist, ist
die Staatenorganisation insgesamt ge¬
meint; wenn von den Europäischen
Gemeinschaftem gesprochen wird,
sind deren zahlreiche Unterorganisa¬
tionen gemeint; in den 1990er Jahren
wurde der Begriff gewechselt zu EU
= Europäische Union)
ec: Abk. (Bankw.) Eurocheque-Karte
Ec|ce-Hojmo: dato das; - u. -s; - u. -s
(Kunst) Jesus Christus am Kreuz mit
der Dornenkrone in künstlerischen
Darstellungen
echauf)fie|ren —» e|chaufjfie|ren, sich:
dal.-fr» /eschoffiren/ echauffierst
dich; echauffiertest dich; hast dich
echauffiert sich erregen; sich aufre¬
gen; sich erhitzen
Echo —> Ejcho: tgr.-lat» das; -s; -s 1
(mehrfacher) Widerhall eines Ge¬
räusches »Das Echo am Königssee ist
275
echoen
sehr eindrucksvoll.« 2 Resonanz, Re¬
aktion auf eine Äußerung, Tat
geboten —» e|cho|en: echost; echotest;
hast geechot a) widerhallen (im
Gebirge) b) [ugs.] Gesagtes ständig
wiederholen
Echojlot —> E|cho|lot: das; -(e)s; -e
Apparat zur Wassertiefenmessung,
Erfassung von Objekten mittels aku¬
stischer Signale
Echo|lo|tung —* E|cho|lo|tung: die; - ;
-en <Technik> Bestimmung von Hö¬
hen u. Tiefen bzw. Entfernungen mit
dem Echolot
Ech|se: /ekße/ die; ~ ; -n Reptil, Kriech¬
tier, das in vielen unterschiedlichen
Arten u. Größen, mit schuppiger
Haut, mit u. auch ohne Gliedmaßen
vorkommt
echt: tniederl.> I Adj. echter; echteste 1 n.
stg. a) nicht künstlich hergestellt
»echte Blumen« b) nicht falsch; keine
Kopie »ein echter Schrank aus dem
17. Jhd.« 2 wirklich; wahrhaftig
»echte Liebe« II Adv. [ugs.] tatsächlich
Ant.: <1; 2> unecht; falsch
Echtjhaar[pe|rücke (Echt|haar|pe|riik|-
ke —> Echt|haar|pe|rü|cke): die; - ;
-n ein Haarteil, Haarersatz für den
ganzen Kopf, das/der aus menschli¬
chem Haar besteht
Echtfheit: die; - ; -en 1 Eigenschaft,
nicht gefälscht zu sein 2 Glaubwür¬
digkeit
Echtjheits|nach|weis: der; -es; -e Be¬
weis, Zertifikat über die Echtheit ei¬
nes Produktes, Kunstwerkes o. ä.
Echt)heits|prii|fung: die; ~ ; -en Unter¬
suchung über die Echtheit eines
Kunstwerkes
Echt|heits|zer|ti|fi|kat: das; -(e)s; -e
schriftlicher Beleg, Beweis über die
Echtheit einer Sache
echt|sil|bern: Adj. n. stg. aus echtem,
reinem Silber bestehend
Eck: das; - (e)s; -en a) Ecke b) etw. Ecki¬
ges, z. B. ein Häusereck
Eck|ball: der; -(e)s; Eckbälle <Sport> un¬
gehindertes Hineinschießen o. ä. des
Balles aus der Ecke (in den gegneri¬
schen Strafraum), z. B. beim Fußball
Eck|ball|veiihält[nis: das; -ses; -se
<Sport> Vergleich der Anzahl der zu¬
gestandenen, erzielten Eckbälle (bei
einem Fußballspiel)
Eckjbank: die; - ; -b'änke Sitzmöbel¬
stück, das in einem 90°-Winkel ge¬
bautwird
Eckjbrett: das; -(e)s; -er Regalbrett in
der Form eines Dreiecks, das an der
Wand hängt
Ecke (Ekjke —* E(cke): die; - ; -n 1
Kante, Stelle, an der zwei Linien auf¬
einandertreffen 2 jmdn. um die Ecke
bringen: [ugs.] jmdn. umbringen, tö¬
ten 3 jmdm. nicht um die Ecke
trauen: jmdm. nicht vertrauen 4 an
allen Ecken (und Enden, Kanten):
(ugs.] überall »Es fehlt an allen Ecken
u. Kanten.«
ecken|los (ek|ken|k>s —> e|cken|los):
Adj. n. stg. a) ohne Ecken b) rund
Eckffah|ne: die; - ; -n <Sport> Fahne als
Begrenzung eines Spielfeldes
Eck|fen|ster —* Eckffensjter: das; -s; -
Fenster in der Ecke eines Raumes,
Gebäudes; Fenster über Eck eines
Gebäudes
Eck|ge|bäu|de: das; -s; - ein Haus, das
in einem Winkel auf der Ecke eines
Grundstücks steht, Fronten zu zwei
Straßen hat
Eck|grund|stück: das; -(e)s; -e zu be¬
bauende Fläche an der Kreuzung
zweier Straßen
Eckh.:A6k. Eckhaus
Eck|haus: das; -es; -häuser Gebäude,
das an der Kreuzung zweier Straßen
steht
eckig (ekfkig —*■ e|ckig): Adj. n. stg.
Ecken, Kanten habend; nicht rund
od. oval »Eine eckige Tasse ist sehr
selten zu finden.«
Eck|pfei|ler: der; -s; - 1 Stütze eines Ge¬
bäudes, einer (architektonischen)
Konstruktion 2 <übertr.> wichtige
Stütze (Ding, Idee, Person) für etw.
Ecklplatz: der; -es; -plätze a) Sitzplatz in
der Ecke eines Raumes b) Sitzplatz
am Ende einer Sitzreihe
Eck|satz: der; -es; -sätze <Musik> erster
od. letzter Satz bei mehrsätzigen
Kompositionen
Eckfschrank: der; -(e)s; -schränke
Schrank, der in die Ecke eines Rau¬
mes integriert worden ist, dessen
Rückseite einen 90°-Winkel aufweist
Eck|so|fa: das; -s; -s Couch, die im 90°-
Winkel in eine Ecke eingepaßt ist
Eck[stan|ge: die; - ; -n <Sport> a) Eck¬
fahne b) Begrenzung des Spielfeldes
Eck|stein: der; -(ejs;-e 1 a) Stein an der
Außenkante, Ecke eines Gebäudes b)
Stein an der Außenkante, Ecke eines
Grundstücks als Begrenzung 2 Farbe
>Karo< im Kartenspiel 3 <übertr.>
Markstein; grundlegender Ausgangs¬
punkt
Eck|stoB: der; -es; -stoße <Sport> Eck¬
ball
Eck|turm: der; -fejs; -türme hohes Ge¬
bäude an der Ecke eines Grund¬
stücks, Gebäudekomplexes
Eck|zahn: der; -(e)s; -zähne spitzer
Zahn zwischen Schneide- u. Backen¬
zähnen »Im Eckzahn ist eine Plombe.«
Eckjzins: der; -es; -en <Bankw.> Zinssatz
für Sparkonten mit gesetzlicher Kün¬
digung
Eco|no|my|klas|se —> E|co|no|my|-
klas|se: vengh /ikonemi-/ die; - ; -n
<Flugw.> preisgünstige Tarifklasse
beim Fliegen
Ecrujsei|de —» E|c|ru|sei|de: /ecrü-/
die; - ; -<Textil> naturfarbene Seide,
die nicht vollständig entbastet ist;
Rohseide
Ecu/ECU: <engl.-fr.> /ekü/ der; * u. -s; -
u. -s u. die; - ; - <Wirt.> kurz für Euro¬
pean Currency Unit = Vergleichs-,
Einheitswährung innerhalb der Euro¬
päischen Union
ed.: Abk. <lat.> editit = hat herausgege¬
ben
Eda|mer Käjse—> §|da|mer Kä|se; der;
- -s; - - <Speise> nach der Stadt
Edam benannter Käse aus den Nie¬
derlanden
Ed|da: die; -; - <Literaturwiss.> altnordi¬
sches Dichtwerk
edel —* ejdel: Adj. edler; edelste 1 a)
~ von hoher, wertvoller Qualität »edler
Stoff« b) harmonisch; schön »ein ed¬
les Gesicht« 2 Edel sei der Mensch,
hilfreich u. gut: (aus dem Gedicht
>Das Göttlicher von Johann Wolf¬
gang v. Goethe) edel, hilfsbereit u.
gut sind drei Eigenschaften, die wün¬
schenswert bei jedem Menschen wä¬
ren
Edei-/edel- —» E(del-/e|del-: Worlbil-
dmgselement von guter, wertvoller
Qualität; von hohem Wert »Edelmut«
Edef[da|me —> E|del|da]me: die; ~ ; -n
[verait.J Frau adeliger Herkunft
Edeljfrau —» E|del(frau: die; - ; -en
Frau adeliger Herkunft
Edel|fräu|lein —>■ E|del|fräu|lein: das;
-s; - [veralt.] junges Mädchen, unver¬
heiratete Frau adeliger Herkunft
Edel(gas —*■ E|del|gas: das; -es; -e
<Chemie> eines der sechs gasförmigen
Elemente Helium, Neon, Argon,
Krypton, Xenon u. Radon, die farb-
u. geruchlos sind
Edel|holz —> fj|del|holz: das; -es; -höl¬
zer hochwertiges, teures Holz, das be¬
sonders für Schnitzereien, Möbel ge¬
eignet ist
Edel|ka|sta|nie—* i[del|kas|ta|nie: die;
- ; -n Baum mit großen, gezackten
Blättern u. weißen Blüten, dessen rot¬
braune Früchte eßbar sind
Edel|leu[te —* E|del|leu(te: die (Pi)
[veralt.] Gruppe von Edelmännem,
Adeligen (beiderlei Geschlechts)
Edel[mann —* E[del|mann: der; -(e)s;
-männer u. -leule Mann adeliger Her¬
kunft »Am mittelalterlichen Hof tra¬
fen sich die Edelmänner.«
Edel[mar|der—* E)del|mar|der: der; -s;
~ a) Tier aus der Gattung der Marder
b) Baummarder
Edel[me|talf —> E|del|me(taN: das;
-(e)s; -e wertvolles Metall (z. B. Sil¬
ber, Gold)
Edel|me|tall|händ|ler —» E|del|me[tall|-
händ]ler: der; -s; - weibl. Edeljmel-
tall|händjle|(in —* §jdel|meitall[-
händ|le|rin: die; ~ ; -nen Kaufmann,
Kauftrau, der/die mit Edelmetallen
wie Gold, Silber u. Platin handelt
Edeljmut —E|del|mut: der; -(e)s; -
<Charakten Großherzigkeit; Anstän¬
digkeit; Selbstlosigkeit »Sein Edelmut
ist grenzenlos.«
edel|mü|tig —» ejde(|mü[tig: Adj. [geh.]
eine edle Einstellung, uneigennützi¬
ges, Fehler verzeihendes Handeln
aufweisend
Edel|pilz[kä|se—» E|del|pilz|kä|se: der;
-s; • u. (Sorten) - <Speise> Käse mit
eßbaren, bläulichen Schimmelpilzen
Edel|ro[se—» E|del|ro|se: die; - ; -n spe¬
ziell gezüchtete Rose, die jeweils nur
eine Blüte pro Stiel ausbildet
Edelstahl—» E|del|stahl: der; -(e)s; -e
u. -stähle besonders harter, rostfreier
Stahl
Edellatein—» E|del|stein: der; -(e)s; -e
wertvolles Mineral, das aufgrund sei¬
ner besonderen Festigkeit, seines
Glanzes u. seiner Farbe als Schmuck
verarbeitet wird
Edel|tan|ne —* E)del]tan|ne: die; - ; -n
a) Tanne(nart), deren flache Nadeln
weiße Streifen auf der Unterseite zei¬
gen b) Weißtanne; Silbertanne
Edeljweiß —> E|del|weiß: das; -es; -e
vom Aussterben bedrohte Pflanzen¬
art des Hochgebirges mit weißlichen,
sternförmigen Blüten
Edel|zwicker (Edel|zwik|ker —» E|del|-
zwijcker): der; -s; - <Wein> ursprüng-
276
Ehe
lieh aus dem Elsaß stammender trok-
kener Weißwein aus verschiedenen
Rebsorten
Eden —» E|den: <hebr.> das; - u. -s; -1
(Religion) Paradiesgarten der Bibel 2
wunderschöner Ort »Dieser Ort ist
ein Garten Eden.«
ediejren —» e[die|ren: <lat.> edierst;
ediertest; hast ediert <Buchw.> heraus¬
geben; veröffentlichen
Edi|ti|on —» E|di|ti|on: <!at.> /edizion/
die; - ; -en <Buchw.> 1 Herausgabe
(von Büchern, Druckerzeugnissen);
Ausgabe (eines Buches) 2 Verlag od.
Abteilung eines Verlages, der/die Bü¬
cher herausgibt
Edi|tor —> E|di|tor: dat.-engb der; -s;
. Editoren weibl. Edi|to|rin —E|di|to|-
rin: die; - ; -nen 1 Heraüsgeber(in) ei¬
nes Buches 2 nur männl. Form (EDV)
Teil des Datenverarbeitungssystems
in einer EDV-Anlage
edi|to|risch —> e|di|to|risch: Adj. n. stg.
a) die Ausgabe eines Buches betref¬
fend b) verlegerisch
EDL: Abk. Ersatzdienstleistender =
jmd., der anstelle des Bundeswehr¬
dienstes soziale Aufgaben in Kran¬
kenhäusern, Alten- u. Jugendheimen
usw. erfüllt
Ed|le: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Edler; eine Edle; zwei
Edle) [veralt.] Person adeliger Her¬
kunft
Edu|ka|ti|on —> E|du|ka|ti|on: <lat.>
/edukazion/ die; - ; - Erziehung (von
Kindern)
E-Dur: das; - ; - <Musik> Tonleiter, ba¬
sierend, aufbauend auf dem Grund¬
ton E der Dur-Tonleiter
E-Dur-Ton|lei|ter: die; - ; -n (Musik) auf
dem Grundton E basierende, aufbau¬
ende Dur-Tonleiter
EDV: Abk. elektronische Datenverarbei¬
tung (jegliche Datenverarbeitung mit
Hilfe des Computers)
EDVA: Abk. elektronische Datenverar¬
beitungsanlage
EDV-An|la|ge: die; - ; -n (Technik;
EDV» kurz für elektronische Daten¬
verarbeitungsanlage
EE: Abk. 1 Einfuhrerklärung 2 Ein¬
kaufsermächtigung
EEF: Abk. (Versicherungsw.) Einzugser¬
mächtigungsverfahren
EF: Abk. 1 Erziehungsfürsorge 2 Er¬
werbsfähig
ef.: Abk. erwerbsfähig
Efen|di—> E|fen|di: <gr.-türk.i der; -s; -s
<hist.> Titel der höheren Beamten in
der Türkei
Efeu —» E)feu: der; -s; - immergrüne
Kriech,- Hänge- bzw. Kletterpflanze
mit kleinen, gezackten Blättern
efeu|be|wach|sen —> e|feu|be|wach|-
sen: Adj. n. stg. mit Kletterpflanzen,
Efeu bewachsen, (teilweise) bedeckt
Effekt: <lat.> der; -(e)s; -e a) Wirkung;
Ergebnis »Der Effekt dieses einfachen
Tricks ist verblüffend.« b) (sich erge¬
bender) Nutzen
Ef|fek|ten: <lat.-fr.> die (PI.) (Bankw.)
Wertpapiere an der Börse
Ef|fek|ten|bank: die; - ; -en (Bankw.)
Bank, die sich mit langfristigen Kre¬
diten beschäftigt
Ef|fek|ten|bör|se: die; - ; -n (Bankw.)
Handel mit Aktien u. Wertpapieren
Ef|fek|ten|han|del: der; -s; - (Bankw.)
Handel mit Wertpapieren sowie de¬
ren Ausgabe durch die Bank
Ef|fekt|garn: das; -(e)s; -e farbige(s)
Garn, Wolle mit Knoten, Glitterpar-
tikeln o. ä.
Ef|fekt|ha|sche|rei: die; - ; -en Streben,
Verlangen danach, durch besonderes
Verhalten, Aussehen o. ä. aufzufallen
»Sein auffälliges Benehmen war nur
Effekthascherei.«
ef)fek|tjy: <lat.> /effektif/ Adj. 1 n. stg.
tatsächlich; der Wirklichkeit entspre¬
chend »der effektive Gewinn« 2 a)
wirksam »effektive Regeln« b) nütz¬
lich; von gutem Nutzen
Ef|fek|ti|vi|tät: /effektiwität/ die; - ; -
Wirksamkeit; Durchschlagskraft
»Die Effektivität der Medikamente
läßt leider zu wünschen übrig.«
Ef|fekt|lack: der; -(e)s; -e Lack, der
durch eine besondere Zusammenset¬
zung nach dem Trocknen Muster o.
ä. bildet
ef|fekt|voll: Adj. Wirkung, einen großen
Effekt erzielend
Ef|fi|lier|sche|re: die; - ; -n spezielle
Schere, die Frisöre zur Ausdünnung
der Haare verwenden
eflfi|zi|ent: dat.> Adj. effizienter; effizien¬
teste leistungsfähig; wirkungsvoll
Ef)fi|zi|enz: <lat.> die; - ; -en Wirkungs¬
grad; Wirksamkeit »Die Effizienz der
DDR- Wirtschaft war relativ gering.«
ef|fi|zie|ren: dat.> effizierst; effiziertest;
hast effiziert a) bewirken b) erzielen
Ef|flo|res|zenz: dat.> die; - ; -en (Med.) 1
krankhafte Veränderung der Haut 2
bei Mineralien vorkommender Über¬
zug von Algen, Pilzen o. ä.
EFM: Abk. Einfamilienhaus
EG: Abk. 1 Einfuhrgenehmigung 2 Ein¬
fuhrgesetz 3 (Sport) Eislaufgemein¬
schaft 4 Erdgeschoß 5 Ergänzungsge¬
setz 6 Europäische Gemeinschaft(en)
(Zusammenschluß von 12 europä¬
ischen Nationalstaaten mit dem Ziel,
wirtschafts-, Finanz-, währungspoliti¬
sche sowie allgemeinpolitische Belan¬
ge gemeinsam zu regeln; wenn von
>der Europäischen Gemeinschaft! die
Rede ist, ist die Staatenorganisation
insgesamt, wenn von >den Europä¬
ischen Gemeinschaften! die Rede ist,
sind die zahlreichen Unterorganisa¬
tionen gemeint; seit den 1990er Jah¬
ren abgelöst durch den Begriff EU =
Europäische Union)
e. G.: Abk. 1 eingetragene Genossen¬
schaft 2 eingetragene Gesellschaft
egal —» e|gal: dat.-fr.> Adj. n. stg. 1 un¬
wichtig; nicht von Bedeutung »Das ist
egal.« 2 [ugs.] gleich; einerlei; fast
übereinstimmend
ega|li|sie|ren —» e|ga|li|sje|ren: egali¬
sierst; egalisiertest; hast egalisiert
etw. ausgleichen, anpassen, auf das
gleiche Niveau bringen
Ega|li|sje|rung —> E|ga|li|sie|rung: die;
-; -en Angleichung; Anpassung
ega|li|tär—> e|ga|ii|tär: <fr.> Adj. gleich¬
machend; gleiches Niveau anstrebend
Ega|li|ta|ns|mus —* E|ga|li|ta|ris|mus:
der; - ; - (Philosophie; Soziol.) soziale
Theorie, die die vollkommene Gleich¬
heit der Menschen in einer
Gesellschaft fordert
Ega|li|tät —*■ E|ga|li|tät: die; - ; -en
Gleichmachung; bestehende Gleich¬
heit
Egbd./Egbdf.: Abk. Eigenbedarf
Egel —» E|gel: der; -s; - wurmartiges,
blutsaugendes Tier, das früher in der
Medizin eingesetzt wurde
Egelschnecke (Egel|schnekjke —* E-
|get|schne|cke): die; - ; -n Schnecke
mit einem zurückgebildeten Gehäuse
Egeijling —» E|gerjling: der; -(e)s; -e
ein (Wild-)Champignon
Eg|ge: die; - ; -n (Landwirt.) Gerät zur
Lockerung des Bodens mit mehreren
Zinken(reihen)
egfgen: eggst; eggtest; hast geeggt die
Erde eines Feldes mit Hilfe einer Egge
lockern
Eg|gen|band: das; -(ejs; -bänder festes
Band, das Nähte haltbar machen soll
EGM: Abk. Entgiftungsmittel
EGN: Abk. (Telefon) a) Einzelgebühren¬
nachweis b) Einzelgesprächnachweis
Ego —» E|go: dat.t das; -; -s (Psycholo¬
gie) das Ich »Mein Ego verlangt ele¬
gante Kleidung.«
Ego|is|mus —> E|go|is|mus: dat.-fr.>
der; - ; Egoismen (PI. s.) a) o. Pt.
Selbstsucht, bei der jmd. nur an seine
eigenen Interessen u. Vorteile denkt
b) selbstsüchtige Handlung »Sein
Egoismus zerstörte die Ehe.«
Ego|ist —» E|go|ist: der; -en; -en weibl.
Egoistin —> E|go|is|tin: die; - ; -nen
selbstbezogener Mensch »Dieser Ego¬
ist dachte wieder nur an sich.«
egoi|stisch —» e|go|js|tisch: Adj. nur
an sich selbst denkend; selbstsüchtig;
sich u. seine Bedürfnisse an die erste
Stelle stellend
Ego|trip —» E|go|trip: der; -s; -s (ugs.]
egoistische Lebenseinstellung od. Le¬
bensphase, Verhaltensweise
Ego|zen[trik—» E|go|zen|t|rik: dat.> die;
- ; - übertriebene Ich-Bezogenheit ei¬
nes Menschen
Eßo|zenttri|ker —» E|go|zen|t|ri|ken
der; -s; ~ weibl. Ego|zerijt|ri|ke|rin:
die; - ; -nen übertrieben Ich-bezoge-
ner Mensch
ego|zen|trisch —> e|go|zen(t|risch:
Adj. ichbefangen; ichbezogen
egres|siy —> e|g|res|siv: <lat.> /egressif/
Adj. 1 drückt das Ende eines Vor¬
gangs aus 2 Luft bei der Artikulation
nach außen stoßend
EH: Abk. 1 Eigenheim 2 Einzelhaft 3
Einzelhandel 4 Einzelhaus 5 Einzel¬
heizung 6 Erholungsheim
ehVe. h.: Abk. ehrenhalber
E. h.: Abk. Ehren halber; nur in dem Ti¬
tel Dr. phil. E. h.
E. H.: Abk. Erste Hilfe
e. hzAbk. 1 eigenhändig 2 ehrenhalber
eh.: Abk. 1 ehelich 2 a) ehemalig b) ehe¬
mals 3 (Zusatz bei Titeln) ehrenhalber
4 eigenhändig
eh(e)d.: Abk. ehedem
Ehe —» E|he: die; - ; -n 1 gesetzlich (u.
kirchlich) anerkannte Lebensgemein¬
schaft zweier nicht gleichgeschlechtli¬
cher Personen 2 wilde Ehe: [veralt.]
das Zusammenleben von Mann u.
Frau, ohne verheiratet zu sein »Sie le¬
ben schon seil fünf Jahren in wilder
Ehe.« 3 Gezwungene Ehe - des Her¬
zens Wehe: in einer Ehe, die nicht
freiwillig u. aus Liebe zustande
277
eh«
kommt, sind die Partner od. ist ein
Partner oft unglücklich, bringt die
Ehe meistens viel Kummer u. Leid 4
Ehen werden im Himmel
geschlossen: man sollte niemanden
verkuppeln
ehe —* e|he: Konj. zeitlich gesehen be¬
vor etw. geschieht, eine Handlung o.
ä. erfolgt »Hole bitte den Kaffee, ehe
du dich setzt!«
ehejähn|lich —» e|he|ähn|lich: Adj.
[meist amtssprl.] so zusammenlebend
wie in einer Ehe(gemeinschaft), aber
nicht verheiratet
Ehe|an|bah|nung —*■ E|he|an|bah|-
nung: die; - ; -en Vermittlung einer
Ehe durch einen (professionellen)
Dritten
Ehe)an|bah|nungs|in|sti|tut —> E|he|-
an|bah|nungs|in|s|ti|tut: das; -(e)s; -e
Institut, Unternehmen, das Ehen, die
Bekanntschaft mit Heiratswilligen
vermittelt
Ehe|be|ra|ter —> E|he|be|ra|teR der; -s;
- weibl. Ehe|be|ra|te|rin —» E|he|be|-
ra|te|rin: die; ~ ; -nen a) Person, die
Ehepaaren bei Eheproblemen hilft b)
nur männl. Form amtliche od. kirchli¬
che Institution, die Eheberatungen
durchführt
Ehe|be|ra|tung —> E|he|be|ra|tung: die;
- ; -en a) beratendes Gespräch über
die (Partnerschafts-)Probleme eines
Ehepaares b) soziale od. kirchliche
Einrichtung zur Beratung von Ehe¬
paaren
Ehe|be|ra|tungs|stel|le —> E|he|be|ra|-
tungsjstel|le: die; - ; -n amtliche od.
kirchliche Einrichtung zur Beratung
von Ehepaaren in Problemsituatio¬
nen
Ehe|bett —> E|he|bett das; -(e)s; -en
Doppelbett (für ein (Ehe-)Paar) »Wir
haben statt des Ehebetts eine Auszieh¬
couch gekauft.«
ehe|bre|chen —> e|he|bre|chen: nur im
Infinitiv gebraucht [veralt.] eine au¬
ßereheliche sexuelle Beziehung haben
Ehe|bre|cher —> E|he|bre|cher: der; -s;
- weibl. Ehe|bre|che|rin —»■ E|he|-
bre|che|rin: die; - ; -nen [veralt.] Per¬
son, die ihren Ehepartner mit ei-
ne(r)(m) anderen betrügt od. betro¬
gen hat
ehe|bre|che) lisch —> e|he|bre(che|-
risch: Adj. n. stg. [veralt.] die Treue in
der Ehe verletzend
Ehejbruch —» E|he|bruch: der; -(e)s;
Ehebrüche [oft. amtssprl.] außereheli¬
che sexuelle Beziehung
eh(e)d.: Abk. ehedem
ehe|dem —> e|he|dem: Adv. [geh.] frü¬
her; einst, vormals
Ehe)fä|htg|keit —> E|he|fä|hig|keit: die;
- ; - <Rechtsw.> rechtliche Mündig¬
keit, Reife für das Eingehen einer Ehe
Ehe|fä|hig|keits|zeug|nis —*■ E|heffä|-
hig|keits|zeug|nis: das; -ses; -se
<Rechtsw.> offizielles Zertifikat über
die Reife, Erlaubnis, eine Ehe schlie¬
ßen zu dürfen
Ehefrau —* E|he|frau: die; ~ ; -en
männl. Ehe|mann —* E|he|mann:
der; -(e)s; -männer weiblicher/männ-
licher Partner in der Ehe
Ehe|füh|ning —» E|he|füti|rung: die; - ;
-en [amtssprl.] (Art u. Weise des) Füh¬
ren^) einer Ehe
Ehe|gat|te —> E|he|gatjte: der; -n; -n
weibl. Ehe|gat|tin —> E|he|gat|tin:
die; ~ ; -nen männlicher/weiblicher
Teil eines Ehepaares
Ehe|gatjten|split|ting —> E|he|gatjten|-
split|ting: das; -s; -s <Steuerw.> Form
der Versteuerung des Einkommens
Ehe|ge|mahl —»• E|he|ge(mahl: der;
-(e)s; - weibl. Ehe|ge|mah|Hn —> E-
|he|ge|mah|lin: die; • ; -nen [veralt.]
Ehemann/Ehefrau
Ehe|ge|spons —> E|he|ge|spons: das;
-es; -e 1 [veralt.; noch scherzh.] Ehe¬
mann/Ehefrau
Ehelglück —* E|he|glück: das; -(e)s; -e
Zufriedenheit durch eine glückliche
Ehe
Ehe|gü|ter|recht —> E|he|gü|ter|recht:
das; -(e)s; - <Rechtsw.> übliches Ehe¬
recht der Gütergemeinschaft, wenn
kein besonderer Ehevertrag vorliegt
Ehe|hin|der)nis —> E)he|hin|derjnis:
das; -ses; -se <Rechtsw.; Religion»
rechtliches Hindernis, warum eine
Ehe nicht geschlossen werden kann
Ehe|joch —» E|he|joch: das; -(e)s; -
[scherzh.] als Belastung betrachtete
Ehe
Bie|kon|trakt —» E|he|kon)t|rakt: der;
-(e)s; -e <Rechtsw.> Ehevertrag, der
das Zusammenleben u. eine eventu¬
elle Scheidung regelt
Ehe|krach —* E|he|krach: der; -fe)s;
Ehekräche Auseinandersetzung in ei¬
ner Ehe, zwischen Ehepartnern
Ehe|kri|se —» E|he|kri|se: die; -; -n grö¬
ßerer Konflikt in einer Ehe
ehel.: Abk. 1 ehelich 2 ehelos
Ehe|le|ben —> E|he|le|ben: das; -s; -
(Form des) Zusammenleben(s) eines
Ehepaares
Ehe|leu|te —* E|he|leu|te: die (PI.)
Ehefrau u. Ehemann; Mann u. Frau,
die verheiratet sind »Kontoinhaber
sind die Eheleute Müller.« Syn.: Ehe¬
paar
ehe|lich —* e|he|lich: Adj. n. stg. 1 a)
die Ehe betreffend b) in der Ehe ge¬
schehend, üblich »Er vernachlässigte
seine ehelichen Pflichten.« 2 innerhalb
einer Ehe geboren Ant.: <2> unehelich
ehe|li|chen —> e|he|li|chen: ehelichst;
ehelichtest; hast geehelicht [veralt.;
noch scherzh.] einen Mann, eine Frau
heiraten »Er ehelichte seine langjähri¬
ge Verlobte.«
Ehe|lich|kelts|eiiklä|ning —> E|he|lich|-
keits|er|klä|rung: die; - ; -en
<Rechtsw.> Erklärung, Bescheinigung,
daß jmd. ehelich geboren ist
Ehe|lo|sig|keit —» E|he|lo|sig|keit: die;
-; - das Unverheiratetsein
ehern.: Abk. a) ehemalig b) ehemals
ehe|ma|lig —* e|he|ma|lig: Adj. n. stg.
vormalig; früher; zuvor »Auf dem
Klassentreffen sah er ehemalige Mit¬
schüler wieder.«
ehe|mals —» e|he|mals: Adv. a) vor¬
mals b) damals
Ehe|mann —> E|he|mann: der; -(e)s;
-männer weibl. Ehefrau —> E|he{-
frau: die; - ; -en männlicher/weibli¬
cher Partner in einer Ehe »Mein Ehe¬
mann ist Handwerker Von Beruf.«
Ehe|mü)dig|keit —> E|he|mü|dig|keit:
die; - ; - Überdruß hinsichtlich der
(eigenen, bereits geschlossenen) Ehe
ehe|mün|dig —> e|he|mün|dig: Adj. n.
stg. <Rechtsw.> das Mindestalter od.
eine offizielle Genehmigung für eine
Eheschließung habend
Ehe|mün|dig|keit —> E[he|mün|dig|-
keit: die; ~ ; - <Rechtsw.> durch das
Mindestalter erreichte Erlaubnis,
Entscheidungsfreiheit, eine Ehe zu
schließen
Ehe|na|me —» E|he|na|me: der; -n(s);
-n [amtssprl.] gemeinsamer Name ei¬
nes Ehepaares u./od. der Familie
Ehe|paar —> E|he|paar das; -(e)s; -e
Ehemann u. Ehefrau; Mann u. Frau,
die verheiratet sind »Kontoinhaber ist
das Ehepaar Müller.« Syn.: Eheleute
Ehe|part|ner—» E|he|part|ner der; -s; -
weibl. Ehe|part|ne|rin —* E|he|part|-
ne|rin: die; * ; -nen Partner, Frau u.
Mann in einer Ehe
eher—» e|hen Adv. 1 früher; vor einem
gesetzten Zeitpunkt »Ich komme eher,
als wir vereinbarten.« 2 ziemlich si¬
cher
Ehe|recht —» E|he|recht: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Gesamtheit der Gesetze,
die das Eheleben, die Ehescheidung
definieren
Ehe|ring —» E|he|ring: der;-(e)s; -e am
linken od. rechten Ringfinger getra¬
gener Ring als Zeichen der Verbun¬
denheit bei Ehepaaren
ehern —> e|hern: Adj. 1 [veralt.] aus Ei¬
sen hergestellt »Der Ritter trug eine
eherne Rüstung.« 2 öibertr.» altherge¬
bracht u. nicht anzuzweifeln »Das ist
bei uns ein ehernes Gesetz.«
Ehe|schei|dung —» E|he|schei|dung:
die; - ; -en <Rechtsw.> rechtliche Tren¬
nung einer Ehe
Ehe|schlle|ßung —> E|he|schlie|ßung:
die; ~ ; -en Heirat; das Eingehen einer
Ehe vor einer staatlichen Instanz u.
teilweise zusätzlich in der Kirche
ehest —» ejhest: Adv. [besonders
österr.] so früh wie möglich
ehest- —> e|hest-: Adj. n. stg.; ehester;
eheste; ehestes noch am liebsten
Ehestreit —> E|he|streft: der; -(e)s; -
(PI. nur in der Zusammensetzung:
Ehestreitigkeiten) Auseinanderset¬
zung, Streit unter Eheleuten
Ehe|tra|gö|die —* E|he|tra|gö|dte: die;¬
- ; -n schlimme Entwicklung einer
Ehe; Eskalation eines Streites zwi¬
schen Eheleuten
Ehe|ver|bot —> E|he|ver|bot: das;
-(e)s; -e [amtssprl.] Verbot, Untersa¬
gung, eine Ehe einzugehen
Ehe|ver|mitt|tung —*■ E|he|ver|mitt]-
lung: die; • ; -en a) das Vermitteln ei¬
ner Ehe b) Institut, das Ehepamtner
vermittelt
Ehe|ver|spre|chen —» E|he|ver|spre|-
chen: das; -s; - Versprechen, eine
Ehe mit jmdm. einzugehen, jmdn. zu
heiraten
Ehe|ver|trag —> E|he]ver|trag: der;
•(e)s; -vertrüge <Rechtsw.> schriftli¬
che Vereinbarung zwischen (zukünf¬
tigen) Eheleuten über die Verteilung
des Besitzes o. ä. im Falle einer Schei¬
dung
Ehe|weib —» E|he|weib: das; -(e)s; -er
[veralt.; noch scherzh.] Ehefrau
ehe|wid|rig —» e|he|wi|d|rig: Adj. n. stg.
im Widerspruch zur Ehe stehend »
EHG: Abk. Einzelhandelsgesetz
278
ehrfurchtgebietend Ehrfurcht
EHM: Abk. Einheitsmiete
Ehrjab|schnei|der: der; -s; - weibl. Ehrj-
ab|schnei|de|rin: die; - ; -nen [veralt.J
Person, die absichtlich dem Ansehen
einer anderen Person schadet
Ehrfauf|fas|sung: die; • ; -en jmds. Be¬
griff von Ehre
ehrjbar. Adj. den moralischen Anforde¬
rungen entsprechend u. anzuerken¬
nen
Ehijbar|keit: die; -; - Anstand; Würde
Ehr|be|griff: der; -(e)s; -e jmds. persön¬
liche Vorstellung vom Wesen der Eh¬
re
Ehr|be|lei|di|gung: die; • ; -en Verlet¬
zung der Ehre
Eh|re: die; • ; -n 1 a) Achtung; Anerken¬
nung »Es war eine Ehre für mich, zu
der Veranstaltung eingeladen zu
werden.« b) äußerliches Zeichen, Aus¬
druck der Achtung, Anerkennung 2
o. PI. persönliche Würde »die Ehre
des Menschen« 3 jmdm. alle Ehre
machen: jmds. Ansehen heben »Ihre
Hilfsbereitschaft macht Ihnen alle
Ehre.« 4 Was verschafft mir die
Ehre?: [geh.] Was ist das Anliegen Ih¬
res Besuches? »Guten Tag, Herr Mo¬
ser, was verschafft mir die Ehre?« 5
wieder zu Ehren kommen: wieder ge¬
braucht, geachtet werden »Ist Ihr al¬
tes Fahrrad wieder zu Ehren gekom¬
men?« 6 in Ehren ergraut (sein): [geh.]
(hoch angesehen) alt geworden sein
»Er hat sich in Ehren ergraut zur Ruhe
gesetzt.« 7 etw. in Ehren halten: etw.
schätzen, achten u. bewahren »Gro߬
vater, ich werde deine Taschenuhr stets
in Ehren halten.« 8 keine Ehre im Leib
haben: kein Gefühl für Ehre haben
»Er ist böse u. gewissenlos, er hat kein
bißchen Ehre im Leib.« 9 aller Ehren
wert sein: [ugs.] Achtung, Lob ver¬
dienen »Ihre Tat ist aller Ehren wert.«
10 auf Ehre; bei meiner Ehre: Formel
der Beteuerung »Bei meiner Ehre, das
war ich nicht! ♦Auf Ehre, das war ich
nicht!« 11 mit (allen) Ehren: unter
Ehrbezeugungen (für jmds. Verdien¬
ste) »Er war mit allen Ehren entlassen
worden.« 12 jmdm. zu Ehren: um
jmdn. zu ehren »Die Ausstellung wur¬
de ihm zu Ehren gemacht.« 13 Ehre,
wem Ehre gebührt: (aus dem Neuen
Testament, Römerbrief des Paulus
13,7) [heute oft scherzh.] man sollte
jedem Menschen die Ehre erweisen,
das Lob zollen, die/das er sich erwor¬
ben hat, die/das ihm zusteht »Womit
habe ich das verdient, wie komme ich
dazu, tja - .«14 Besser arm in Ehren,
als reich in Schanden: besser arm u.
ehrlich als reich durch Betrug, Kor¬
ruption o. ä.
eh|ren: ehrst; ehrtest; hast geehrt etw.
od. jmdn. achten, anerkennen, hoch¬
schätzen »Du sollst deine Eltern eh¬
ren.«
Eh|ren|amt: das; -(e)s; -ämter {freiwilli¬
ge Ausübung eines Amtes, einer) Tä¬
tigkeit ohne Bezahlung
eh|ren|amt|lich: Adj. n. stg. eine (so¬
ziale) Tätigkeit aus Idealismus, Enga¬
gement ohne Bezahlung ausübend
Eh|ren|be|zei|gung: die; -; -en Ehrenbe¬
zeugung; Demonstration von Ehrer¬
bietung jmdm. gegenüber
Eh|renjbe|zeu|gung: die; ~ / -en <übertr.>
(militärischer) Gruß als Zeichen der
Ehrerbietung
f hfren|bürjger: der; -s; - weibl. Eh|ren|-
bür|ge|rin: die; ~ ; -nen wegenbeson¬
derer Verdienste mit dem Titel eines
herausragenden Bewohners o. ä. von
einer Stadt ausgezeichnet
Eh|ren|büijgerjrecht: das; -(e)s; -e sym¬
bolisch verliehene Auszeichnung als
besonderes, geschätztes Mitglied ei¬
ner Gemeinde, öffentlichen Instituti¬
on
Eh|ren|dienst: der; -(e)s; -e [geh.] Eh¬
renamt »Seine freiwillige Mitarbeit in
der Gemeinde ist ein Ehrendienst.«
Eh|ren|dok|tor: der; -s; -en a) ehrenhal¬
ber verliehener Doktortitel b) Träge¬
rin) des Titels (a)
Eh|ren|ein|tritfc der; -(e)s; -e <Bankw.>
Eintreten einer dritten Person für ei¬
nen Wechselschuldner
fh|ren|eijkJä|ning: die; - ; -en Widerruf
einer Verleumdung in der Öffentlich¬
keit »Der Schauspieler verlangte von
der Zeitung eine Ehrenerklärung.«
Eh|ren|for|ma|ti|on: die; ~ ; -en militäri¬
scher Aufzug zu Ehren einer be¬
stimmten Person »Zu Ehren des Ge¬
burtstages der englischen Königin zieht
jedes Jahr eine Ehrenformation auf.«
fh|ren|fried|hof: der; -(e)s; -friedhöfe
Begräbnisstätte für im Krieg gefal¬
lene Soldaten
Eh|ren|gar|de: die; ~ ; -n militärische
Gruppe, Einheit, die zu Ehren einer
Person aufmarschiert
Eh|ren|gast: der; -(e)s; -gaste hervorge¬
hobener, besonderer Gast »Der Eh¬
rengast in der Fernsehsendung ist ein
bekannter Sänger.«
Ehjrenfge|lett: das; -(e)s; - Begleitung
für eine besondere, verehrte Person
eh|ren|haft: Adj. ehrenhafter; ehrenhaf¬
teste den Vorstellungen von Ehre ent¬
sprechend »Er führte ein ehrenhaftes
Leben.«
Eh|ran|haf]tig|keit: die; ~ ; -en (PI. s.)
ehrenhafte(s) Verhalten, Handlung
ehjren|hal|ber Adv. 1 (meist als Zusatz
zu einem Titeb als Würdigung von
Verdiensten verliehener, nicht auf
dem sonst üblichen Wege erworbener
Titel »Er wurde zum Doktor ehrenhal¬
ber ernannt.« 2 um der Ehre willen;
um jmdn. zu ehren, würdigen (nicht
zur Ausübung einer Tätigkeit)
Eh|ren|jung|fer: die; * ; -n [veralt.] jun¬
ges Mädchen, das bei der Begrüßung
eines Ehrengastes hilft
Eh|ren|kojdex: der; - u. -es; -kodizes u.
-e Gesamtheit der Vorstellungen von,
Regeln bezüglich der Ehre in einer be¬
stimmten Gruppe, Gesellschaft o. ä.
Ehjren|kom|pa|nie: die; - ; -n <Milit.> mi¬
litärische Formation, die zu jmds. Eh¬
ren aufmarschiert, z. B. bei Staatsbe¬
suchen
Eh|ren|ie|gi|on: die; ~ ; - französischer
(militärischer) Orden
Eh|ren|mit|glied: das; -(e)s; -er Mitglied
in einem Verein, einer Partei u. ä., das
ehrenhalber aufgenommen worden
ist
Eh|ren|na|me: der; -ns; -n zusätzlicher,
ehrender, Anerkennung ausdrücken¬
der Name
Eh|ren|preis: der; -es; -e Preis, der als
Ehrung verliehen wird
Eh|ren|preis: das u. der; -es; - <Bot.> auf
der Nordhalbkugel verbreitetes Heil¬
kraut mit blauen od. rötlichen Blüten,
zur Gattung der Rachenblütler gehö¬
rig
Eh|ren[rech|te: die (PI.) in der Wendung
bürgerliche Ehrenrechte: aktives u.
passives Wahlrecht sowie das Recht,
öffentliche Ämter einzunehmen u. Ti¬
tel zu führen
Eh|ren|ret|tung: die; - ; -en (PI. s.) die
Richtigstellung eines Sachverhaltes,
so daß jmds. Ehre letztlich unangeta¬
stet bleibt
eh|ren]rüh|rig: Adj. jmds. Ehre nicht
entsprechend; moralisch verwerflich
Eh|ren|run|de: die; - ; -n 1 <Sport> Run¬
de, die der Sportler zu Ehren seines
Sieges läuft 2 [ugs.; scherzh.] Wieder¬
holung einer Schulklasse, eines Schul¬
jahres aufgrund schlechter Leistun¬
gen
Eh|ren[salche: die; - ; -n (PI. s.J selbst¬
verständliche Angelegenheit
Eh|ren|se[na|toR der; -s; -en weibl. Eh|-
ren|se|na|to|rin: die; - ; -nen Ehren¬
mitglied einer Hochschule
Eh|ren|stand|punkt: der; -(e)s; -e [geh.;
veralt.] Meinung, die die Ehre erlaubt
Eh|ren|stra|fe: die; ~ ; -n 1 Entziehung
der bürgerlichen Rechte 2 verun¬
glimpfende, demütigende Strafe
Eh|ren|tanz: der; -es; -tanze a) Tanz zu
Ehren eines Paares b) Tanz mit einer
wichtigen, bevorzugten Person
Eh|ren|tri|bü|ne: die; • ; -n (Sport) Tri¬
büne in einem Stadion o. ä. mit be¬
sonderen Plätzen für Ehrengäste
Eh|ren|ur|kun|de: die; - ; -n verliehene
Urkunde für besondere Leistungen,
z. B. im Sport bei den Bundesjugends¬
pielen
Eh|ren[wa|che: die; - ; -n Aufziehen ei¬
nes Wachtpostens zu Ehren einer Per¬
son od. Gruppe
eh(ren|wert: Adj. ehrenwerter; ehrenwer¬
teste achtbar »Er hatte einen ehren¬
werten Grund für seine Handlungswei¬
se.«
Eh|ren|wort: das; -(e)s; -e feierliches
Versprechen
eh|renjwört|lich: Adj. n. stg. das Ehren¬
wort gebend; mit einem Ehrenwort
verbunden
Bi|ren|zei)chen: das; -s; - Zeichen der
Ehre, Auszeichnung für besondere
Verdienste in Form eines Ordens, ei¬
ner Urkunde o. ä.
ehr]eijbiejtig: Adj. einer Person seine
Hochachtung zeigend, Ehre erwei¬
send
Ehr|er|bie|tig|keit: die; - ; -en (PI. s.)
Handlung, Verhalten, mit der/dem
man einer Person seine Hochachtung
erweist
Ehr]er|bie|tung: die; • ; -en Ausdruck
der Bewunderung einer bestimmten
Person gegenüber
Ehijfurcht: die; - ; - Achtung, Wert¬
schätzung, Respekt jmdm. gegenüber
»Die Kinder haben keine Ehrfurcht
mehr vor ihren Lehrern!«
ehr[furcht|ge|bie|tend —> Ehijfurcht
ge|bie|tend: Adj. Respekt einflößend
»Er schüttelte sein Haupt ehrfurchtge¬
bietend.«
279
ehrfürchtig
ehrjfürchftig: Adj. voll Respekt, bewun¬
dernder Hochachtung
ehijfurchts|los: Adj. n. stg. [geh.] ohne
Respekt u. Ehrfurcht
ehr|furchts)voli: Adj. [geh.] voll Ehr¬
furcht, Respekt, bewundernder
Hochachtung; ehrfürchtig
Ehrjge|fühl: das; -(e)s; - Bewußtsein für
die eigene Ehre, das moralisch richti¬
ge Handeln
Ehr|geiz: der; -es; -e (PI. s.) (teilweise
als unangenehm empfundene) stark
ausgeprägte Strebsamkeit »Vor lauter
Ehrgeiz denkt er nur noch an seine Ar¬
beit.«
eht]gei|zig: Adj. äußerst strebsam; be¬
strebt, etw. ganz besonders gut zu
machen »ein ehrgeiziger Mann«
Ehrgeizling: der; -(e)s; -e [abwert.]
übertrieben strebsame Person
etiijlich: Adj. 1 a) zuverlässig u. nicht be¬
trügend »Man kann ihm vertrauen, er
ist ein ehrlicher Mensch.« b) nicht ge¬
logen, sondern der Wahrheit entspre¬
chend Ant.: <a; b> unehrlich 2 Ehrlich
währt am längsten: Ehrlichkeit u.
Wahrheit sind immer der bessere
Weg, machen sich schließlich bezahlt,
denn man hat ein gutes Gewissen
ehr|li|cher|wej]se: Adv. ehrliche Absich¬
ten vertretend; der Ehrlichkeit, Wahr¬
heit verpflichtet
Ehr1lich|keit: die; ~ ; -en (PI. s.) a)
Rechtschaffenheit b) Aufrichtigkeit
»Ich muß auf deine Ehrlichkeit ver¬
trauen.« Ant.: <a; b> Unehrlichkeit
ehr|lie|bend: Adj. [veralt.] nach Ehre su¬
chend; der Ehre einen hohen Stellen¬
werteinräumend
ehijlos: Adj. n. stg. ohne Ehre, Ehrge¬
fühle
Ehr]lo|sig|keit: die; ~ ; - Zustand ohne
Ehre, Anrecht auf Achtung
ehijsam: Adj. [veralt.] ehrbar
Ehrjsam|keit: die; -; -en f PI. s.) [veralt.]
Ehrbarkeit
Ehijsucht: die; - ; Ehrsüchte (PL s.)
[veralt.] überzogenes Streben nach öf¬
fentlicher Anerkennung
ehrjsüch|tig: Adj. sehr stark nach Aner¬
kennung strebend
Eh|rung: die; ~; -en 1 Veranstaltung, bei
der jmd. gewürdigt wird »Heute findet
die Ehrung für ihn statt.« 2 das Ehren
(eines Siegers, eines Verdienstes)
Ehrjyer|lust: der; -(e)s; -e 1 Verlust der
bürgerlichen Rechte 2 Verlust der eh¬
renden Anerkennung durch die Um¬
welt
Etwjwürjden: o. Art.; -s; - <kath. Kirche»
Anrede, Bezeichnung für Brüder u.
Schwestern in geistlichen Orden
ehijwüijdig: Adj. 1 Hochachtung, Re¬
spekt verdienend 2 Attribut, Zusatz
in Anreden katholischer Geistlicher
u. ä.
Ehijwürjdigjkeit: die; - ; -en a) Vereh¬
rungswürdigkeit einer (weisen, alten)
Person, der man besonderen Respekt
entgegenbringt b) «Baudenkmäler,
Kultur- u. Gedenkstätten» Vereh¬
rungswürdigkeit aufgrund des Alters,
der (religiösen, kulturellen) Bedeu¬
tung
EHW: Abk. Eisenhüttenwerk
Ei: das; -(e)s; -er 1 a) weibliche Keim¬
zelle b) von einem weiblichen Nicht¬
Säugetier wie Fisch, Vogel, Reptil
usw. hervorgebrachtes ovales Gebil¬
de, umhüllt von einer kalkhaltigen,
zerbrechlichen Schale, in dem (nach
vollzogener Befruchtung) Nachkom¬
men ausgebrütet werden, die bei Le¬
bensfähigkeit ausschlüpfen c) als
Nahrungsmittel verwendetes Ei (lb)
(vor allem von Hühnern) »ein Ei
essen« 2 wie aus dem Ei gepellt:
[ugs.] sehr, fast übertrieben korrekt,
sorgfältig gekleidet »Trotz des langen
Arbeitstages sieht sie immer wie aus
dem Ei gepellt aus.« 3 wie ein rohes Ei
behandeln: sehr vorsichtig behandeln
»Den Chef muß man manchmal wie ein
rohes Ei behandeln.« 4 (Ach) du dic¬
kes Eil: [ugs.] überraschter, er¬
schreckter Ausruf »Ach du dickes Ei!
Wie siehst du dem aus?« 5 das Ei des
Kolumbus: eine verblüffend einfache
Lösung »Das ist das Ei des Kolumbus,
so machen wir es.« 6 jmdm. auf die Ei¬
er gehen: [derb] jmdm. sehr lästig
sein »Der Kerl geht mir auf die Eier.«
7 ungelegte Eier: [ugs.] etw. (z. B.
Pläne) noch nicht Ausgereiftes, Ferti¬
ges »Darüber müssen wir noch gründ¬
lich nachdenken, bis jetzt sind es noch
ungelegte Eier.« 8 wie auf Eiern
gehen: vorsichtig gehen »Nachdem
der Gips abgenommen war, ging er erst
einmal wie auf Eiern.« 9 sich gleichen
wie ein Ei dem anderen: zum Ver¬
wechseln ähnlich sein »Die beiden
Zwillinge glichen sich wie ein Ei dem
anderen.« 10 das Ei unterm Huhn ver¬
kaufen müssen: aus Geldnot verkau¬
fen müssen, was noch nicht fertig ist
»Seit sie gebaut haben, müssen sie das
Ei unterm Huhn verkaufen.« 11 viele
Eier kosten: [jugendsprl.] sehr teuer
sein »Das Rennrad hat sicher viele Ei¬
ergekostet.«
-ei/(er)ei: Wortbildungselement; oft
betont a) mit Verb bei gerben auf
>-eln</<-ern< wird >-eU, Sonst meist
>-erei< benutzt «meist negativ empfun¬
den» drückt aus, daß das im Basiswort
Genannte wiederholt, andauernd ge¬
schieht, getan wird »Warterei« b) +
Substantiv jmds. Handlung entspricht
dem, was inhaltlich im Basiswort aus¬
gesagt ist »Schlamperei«
Ei|ab|la|ge: die; - ; -n «Zool.» das Able¬
gen der Eier in das Nest o. ä.
Ei|be: die; - ; -n Baum, Strauch mit wei¬
chen Nadeln
E[|bisch: der; -s; -e Malvengewächs;
Strauch mit rosa, roten, blauen od.
weißen Blüten, der mit dem Hibiskus
verwandt ist
Eich|amt: das;-(e)s; -ämter Institution,
Behörde zur Festsetzung von Maßen,
Überprüfung von Meßgeräten, tech¬
nischem Gerät, Syn: Eichbehörde
Eich|baum: der; -(e)s; -bäume [veralt.]
Eiche; Eichenbaum
Elch|be|höi1de: die; - ; -n Institution,
Behörde zur Festsetzung von Maßen,
Überprüfung von Meßgeräten, tech¬
nischem Gerät, Syn.: Eichamt
Ei|che: die; - ; -n 1 Laubbaum mit har¬
tem Holz u. Eicheln als Früchten 2
Holz der Eiche (1) 3 Es fällt keine Ei¬
che vom ersten Streich: jede Arbeit
braucht ihre Zeit
Ei|chel: die; - ; -n 1 Frucht des Eichen¬
baumes 2 «Anat.» a) vorderer Teil des
männlichen Gliedes b) vorderer Teil
des weiblichen Kitzlers 3 Farbe im
traditionellen deutschen Kartenspiel
Ei|chel|hä|her: der; -s; - taubengroßer
Vogel mit braun-blau-weißem Gefie¬
der, der sich von Früchten u. Samen
ernährt
Ei|chel|mast: die; ~ ; -en (PI. s.) Schwei¬
nefütterung mit Eicheln
eifchen: Adj. n. stg. aus Eichenholz ge¬
fertigt
ej|chen: eichst; eichtest; hast geeicht
«Eichamt» etw. in eine bestimmte
Norm bringen
Ei|chen|baum: der; -(e)s; -bäume [geh.]
Eiche
Ei|chen|gall|wes|pe: die; - ; -n schwarze
Wespe aus der Gattung der Gallwes¬
pen, deren Larven Galläpfel produ¬
zieren
E||chen|holz: das; -es; -hölzer Holz des
Eichenbaumes »Das Eichenholz ist
sehr stabil u.fest.«
Ei|chen|kranz: der; -es; -kränze Kranz
aus Eichenlaub als Symbol des Sieges
Ei|chen|laub: das; -(e)s; -1 Blätter des
Eichenbaumes 2 Siegeszeichen aus
Eichenlaub (1)
Ej|chen[sarg: der; -(e)s; -sarge Sarg aus
Eichenholz
Ei|chen|schrank: der; -(e)s; -schränke
Schrank aus Eichenholz
Ejjchen|spin|ner. der; -s; ~ gelb-brau¬
ner Nachtfalter, dessen Raupen auf
Eichen leben
Ei|chen|tisch: der; -(e)s; -e Tisch aus
Eichenholz
E||chen|wald: der; -(e)s; -wälder Wald,
in dem ausschließlich Eichen stehen,
angepflanzt sind
Eich|ge|wicht: das; -(e)s; -e Eichmaß;
Normgewicht, das von der Eichbe¬
hördefestgelegt worden ist
Eich|höm|chen: das; -s; ~ braun-rotes,
flinkes Nagetier mit einem buschigen
Schwanz, das sich von Nüssen, Sa¬
men o. ä. ernährt
Eich|kätz|chen: das; -s; - [veralt.] Eich¬
hörnchen
EichjmaB: das; -es; -e Normmaß, das
von der Eichbehörde festgelegt wor¬
den ist
Eich|stem|pel: der; -s; - Stempel(auf-
druck), Plakette, der/die die amtliche
Eichung beglaubigt
Eich|strich: der; -(e)s; -e Strich, der ein
bestimmtes Normmaß auf einer Ska¬
la, z. B. an einem Meßbecher, anzeigt
Ei|chung: die; - ; -en das Eichen eines
Gewichts o. ä.
Eid: der; -(e)s; -e 1 Schwur; Gelöbnis
»Er hat einen Eid auf seine Aussage
abgelegt.« 2 an Eides Statt —> an Ei¬
des statt unter Eid
Ej|dam: der; -s; -e [veralt.] Schwieger¬
sohn
Bd|biuch: der; -(e)s; -brüche Zuwider¬
handlung gegen einen Schwur
eid|brü|chig: Adj. n. stg. seinen Schwur
gebrochen habend
Ej|dech|se: die; - ; -n kleine, braun¬
grünliche Echse, die sehr flink ist u.
ihren Schwanz bei Verfolgungen ab¬
werfen kann
E||der|dau|ne: die; - ; -n Flaumfeder der
Eiderente, die zur Füllung von Kis¬
sen, Bettdecken, Steppjacken usw.
verwendet wird
280
Eigendynamik
Ei|der]en(te: die; - ; -n große Ente, die
Federn für Kissenfüllungen liefert
E[|der|gans: die; - ; -gärtse volkstümli¬
che Bezeichnung für die Eiderente
Ei|des|be|leh|rung: die; - ; -en Beleh¬
rung, die vor jeder Vereidigung statt¬
findet
Ei|des|for|mel: die; - ; -n dem Sprecher
beim Ablegen eines Eides vorgegebe¬
ne Worte
Ei|des|lei|stung —> Ei|des|leis|tung:
die; - ; -en das Ablegen des Eides
Ei|des|pflicht: die; - ; -en 1 Pflicht, einen
Eid abzulegen 2 Verpflichtung, die
man durch einen Eid eingegangen ist
3 Pflicht, unter Eid nur die Wahrheit
zu sagen
ei|des[statt|lich: Adj. n. stg. [amtssprl.j
a) anstatt, anstelle eines Eides »Er
legte dem Richter eine eidesstattliche
Erklärung vor.« b) eidesstattliche
Versicherung: Erklärung (anstelle ei¬
nes Eides) meist im Hinblick auf
jmds. Zahlungsunfähigkeit
Ei|de|tik: <gr.> die; - ; - Fähigkeit, sich
etw. bildhaft vorzustellen
Ei|de|ti|ken der; -s; - weibl. Ei|de|ti|ke|-
rin: die; - ; -nen Mensch, der die Fä¬
higkeit hat, sich Dinge bildhaft vor¬
zustellen; visuell veranlagter Mensch;
Augenmensch
eijdeftisch: Adj. anschaulich; bildhaft
Eid|ge|nos|se: der; -n; -n weibl. Eidjge|-
nos|sin: die; - ; -nen 1 [veralt.] eine
von mehreren Personen, die durch ei¬
nen Eid verbundenen sind 2 Bürge¬
rin) der Schweiz
Bd|ge|nos|sen|schaft: die; ~ ; -en Ver¬
bund von Personen o. ä. durch einen
gemeinsam geleisteten Schwur
eid|ge|nös|sisch: Adj. n. stg. a) durch ei¬
nen Eid verbunden b) schweizerisch;
der Schweiz zuzuordnen
eid|lich: Adj. n. stg. durch einen Eid be¬
stätigt
Ei|do|lo|gje: <gr.> die; ~ ; - Theorie, die
das Wesen einer Sache durch die Be¬
schreibung seiner Gestalt untersu¬
chen u. definieren will
Ei|do|phor: <gr.> /eidofor/ das; -s; -e Ge¬
rät, das zur Projektion von Fernseh-
großbildem dient
Ej|dot|ter: der u. das; -s; ~ gelber, von ei¬
nem Häutchen umgebener, nährstoff¬
reicher Teil des Eis »Ich mag den Ei¬
dotter besonders gern.«
Ei|er|be(cher: der; -s; - Gefäß, Halte¬
rung, in dem/der man gekochte Eier
serviert
§i|erjbri|kett: das; -s; -s eiförmiges Koh¬
lebrikett zum Heizen
Ei|erJkoh|le: die; - ; -n Kohlestück (aus
Steinkohle) in Form eines Eies
Ei|er|kopf: der; -(e)s; Eierköpfe 1
(Schimpfwort) [ugs.] dummer, unein¬
sichtiger Mensch »Der neue Nachbar
ist ein blöder Eierkopf.« 2 [ugs.] Intel¬
lektueller, sehr gebildeter Mensch,
der nur auf sein Fachgebiet konzen¬
triert ist
Ei|er|korb: der; -(e)s; -körbe Korb, in
dem Eier transportiert werden
Ei|erjku|chen: der; -s; - kurz für Eier¬
pfannkuchen = gebratener Fladen
aus einem Teig aus Eiern, Mehl u.
Milch
Eijerjlauffen: das; -s; - Kinderspiel, bei
dem ein Ei auf einem Löffel balan¬
ciert werden muß
Ei|eijli|kör: der;-(e)s: -e gelbes, zähflüs¬
siges, alkoholisches Getränk aus
Weinbrand o. ä., Zucker u. Eiern
Ej|er|löf|fel: der; -s; ~ kleiner Löffel zum
Essen von (weich)gekochten Eiern
ei|ern: eierst; eiertest; bistjhat geeiert 1
hat (durch Beschädigung) ungleich¬
mäßig rotieren »Das Fahrrad eierte
nach dem Unfall.« b) bist [ugs.] unsi¬
cher gehen, mit einem Fahrzeug fah¬
ren
Ei|erjpfann|ku|chen: der; -s; - Eierspei¬
se aus Eiern, Mehl u. Milch
Ej|er|pflau|me: die; - ; -n eiförmige,
ovale Pf?aume(nart), Frucht einer
Pflaumenbaumart
Ei|er|scha|le: die; ~ ; -n kalkhaltige Au¬
ßenhülle des Eis
ei|er|scha|len|far|ben: Adj. n. stg. eine
weißlich-gelbe Farbe aufweisend
Ei|eijschnee: der; -s; - geschlagenes u.
dadurch (fast) schnittfest gewordenes
Eiweiß, Syn.: Eischnee
Ei|er|spei|se: die; - ; -n Gericht aus Ei¬
ern, mit einem hohen Anteil an Eiern
Ei|eijstab: der; -(e)s; -stöbe <Kunst> Or¬
nament aus ei- u. pfeilspitzenförmi¬
gen Gebilden
Ei|er|stich: der; -(e)s; -e gewürztes, ver¬
quirltes Ei, das im Wasserbad ge¬
stockt ist u. kleingeschnitten als Sup¬
peneinlage verwendet wird
E||er|tanz: der; -es; -tanze 1 Geschick¬
lichkeit erfordender (folkloristischer)
Tanz zwischen ausgelegten rohen Ei¬
ern 2 einen Eiertanz vollführen: etw.
sehr vorsichtig, überaus diplomatisch
zu erledigen versuchen, ohne dabei
Partei zu ergreifen, sich festzulegen,
um allen Beteiligten gerecht zu wer¬
den
Eilerjuhr: die; - ; -en Uhr (manchmal
kleine Sanduhr), mit der die Kochzeit
für Eier gemessen wird
Ei|er|wäijmer: der; -s; - Hütchen (aus
Stoff) zum Warmhalten von (Früh-
stücks-)Eiem
Ei|fer: der; -s; -1 starkes Streben, Bemü¬
hen unter großem Einsatz, mit Begei¬
sterung »Er ist mit Eifer bei der
Sache.« 2 im Eifer des Gefechts: in
dem Durcheinander; in der Eile
Ej|fe|rer: der; -s; - weibl. Ej[fe|rin: die;
- ; -nen Person, die für ihre Einstel¬
lung fanatisch kämpft (vor allem aus
religiösen, ideologischen u. politi¬
schen Motiven)
Elfern: eiferst; eifertest; hast geeifert
nach Anerkennung, Erfolg streben
Ei|fer|sucht: die; - ; - gesteigerte, oft
krankhafte Angst, die Zuneigung ei¬
ner anderen Person zu verlieren
Ei|fer|süch|te|lej: die; - ; -en immer wie¬
der geäußertes Mißtrauen; Streitge¬
spräch über jmds. Mißtrauen, Eifer¬
sucht
ei|feijsüch|tig: Adj. a) (immer) ängst¬
lich, besorgt, die Liebe eines Men¬
schen zu verlieren od. teilen zu müs¬
sen »Als sie ihn mit einer anderen Frau
sah, stellte sie eifersüchtige Fragen.«
b) ängstlich, Angst habend, Erfolge o.
ä. teilen zu müssen
El]fer|suchts|sze|ne: die; -; -n durch Ei¬
fersucht entstandener heftiger Streit
(vor Dritten)
er|för]mig: Adj. n. stg. die Form eines
Eies besitzend, Syn.: oval
eif]rig: Adj. sehr um etw. bemüht u.
strebsam »Sie ist eifrig bei der Sache.«
Sie ist eine eifrige Schülerin.«
Erf|rig|keit: die; ~; - stetes, angestrengtes
Bemühen, etw. gut zu erledigen
Eig.: Abk. 1 Eigenschaft 2 a) Eigentum
b) Eigentümerin)
eig.: Abk. 1 eigen 2 eigentlich
Ei|gelb: das; -(e)s; -e (aber: drei
Eigelb) Dotter eines Eis »Ich mag das
Eigelb durchgebraten.«
ei|gen: Adj. 1«. stg. jmdm. selbst gehö¬
rend »mein eigenes Auto« 2 [geh.] in
der Art, vom Charakter her seltsam,
wunderlich »Er ist in letzter Zeit sehr
eigen geworden.« 3 kennzeichnend;
besonders auf etw. achtend »In punc¬
to Sauberkeit ist sie eigen.« 4 sich
etw. zu eigen machen —> sich etw.
zu Eigen machen: etw. lernen u. dann
anzuwenden wissen 5 etw., jmdn. sein
eigen nennen —> etw., jmdn. sein Ei¬
gen nennen: man verfügt über etw.
od. jmdn. 6 jmdm. etw. zu eigen ge¬
ben —» jmdm. etw. zu Eigen geben:
einer Person etw. zum Geschenk ma¬
chen
Ei|gen|art: die; - ; -en besondere(s)
Merkmal, Verhaltensweise; etw., was
für jmdn. kennzeichnend, typisch ist
ei|gen|ar|tig: Adj. in merkwürdiger, selt¬
samer Art u. Weise
ei|gen|ar|ti|ger|wei|se: Adv. merkwürdi¬
gerweise; seltsamerweise; wie nicht zu
vermuten, abzusehen war
Ü|gen|aijtig|keit: die; - ; -en Merkwür¬
digkeit, Auffälligkeit, die jmd., etw.
aufweist
Ei|gen|bau: der; -(e)s; -ten etw. Selbst¬
konstruiertes u. Selbstgebautes »Die¬
ses Schiff ist ein Eigenbau.«
Eijgen|be|darf: der; -(e)s; - u.
[fachsprl.] -e (beabsichtigte) Nut¬
zung, Erfordernis für sich selbst
Ej|gen|be|sitz: der; -es; -e <Rechtsw.) Ei¬
gentum u. zugleich Besitz
Ej|gen|be|sit|zer: der; -s; - weibl. Ei|-
gen|be)sit|ze|rin: die; - ; -nen Person,
die Eigenbesitzhat
Ei|gen|be|we|gung: die; - ; -en (Astro¬
nomie) tatsächliche, wirkliche Bewe¬
gung der Gestirne
Ei|gen|blut|be|hand|lung: die; - ; -en
<Med.> Reiztherapie, bei der Eigen¬
blut entnommen u. anschließend in¬
tramuskulär zurückgeführt wird
Ei|genjbrö|te|lei: die; - ; -en (ständiges)
eigenwilliges Handeln
Ei|gen|bröt|ler: der; -s; - weibl. Ei|gen|-
bröt]le|rin: die; - ; -nen sich abson¬
dernder, oft eigenartig benehmender
Mensch
ei|gen|bröt|le|risch: Adj. meist allein u.
eigenwillig handelnd
Ej|gen|dün|kel: der; -s; - mit einer ge¬
wissen Selbstgefälligkeit gepaarter
Dünkel, verbundene Arroganz
Ei|gen|dy]na|mik: die; - ; - eigene Ge¬
setzlichkeit; nicht, nur schwer zu be¬
einflussender Handlungsablauf, der
sich aus einer Sache ergibt
281
Eigenfinanzierung
Eijgen|fi|nan|zie|mng: die; -; -en Bezah¬
lung, Kostenaufbringung aus eigenen
Geldmitteln
ei|gen|ge|setz|lich: Adj. n. stg. nach ei¬
genen, besonderen Gesetzen, Regeln
handelnd, funktionierend
Ei|gen|ge|setz|lich|keifc die; - ; -en aus
einer Sache hervorgehende (unge¬
wöhnliche) Gesetzmäßigkeit
Ei|gen|ge|wicht: das; -(e)s; -e Gewicht
einer Sache ohne Verpackung u. ä.
eigenh.: Abk. eigenhändig
ei|gen|hän|dig: Adj. n. stg. <Tätigkeit>
selbst ausgeübt »Das Dokument muß
ihre eigene Unterschrift tragen.«
Ej|gen|hän|dig|keit: die; - ; -en Eigen¬
schaft, von jmdm. selbst geschrieben,
bearbeitet u. überreicht o. ä. zu sein
Ei|gen|heifn: das; -(e)s; -e a) eigenes
(Einfamilieo-)Haus b) [selten] Eigen¬
tumswohnung
Ei|gen|heit: die; - ; -en Sonderbarkeit,
Merkwürdigkeit, Auffälligkeit, die
jmd., etw. aufweist
Ei|gen|in|itia|ti|ve —> Ei|gen|i|n|i|ti|a|ti|-
ve: die; - ; -n a) Handlung aus eige¬
nem Antrieb b) Ergreifen der Initiati¬
ve zu etw. c) in Eigeninitiative: ohne
Planung, Mithilfe von außen
g|gen|in|ter[es|se —» Ei|gen|in|te|rjes|-
se: das; -s; -n (PL s.J persönliches In¬
teresse an einer Entwicklung, einem
Vorgang
Ej|gen|ka|pi|tal: das; -s; -e eigenes Geld¬
vermögen (das in eine Finanzierung
einfiießt)
Ei|genjkir|che: die; ~ ; -n (Religion; hist.>
Kirche im MA, die einem weltlichen
Stifter gehörte, der auch die Geistli¬
chen ernannte
Ei|gen|lei|stung —» E]|gen|leis|tung:
die; - ; -en Tätigkeit, die im Gegen¬
satz zu anderen von jmdm. selbst or¬
ganisiert, ausgeführt wird
Ej|gen|lie|be: die; - ; - Liebe zu sich
selbst, der eigenen Person
Ei|gen|lob: das; -(ejs; - Lob für sich
selbst, die eigenen Leistungen o. ä.
ej|gen|müch|tig: Adj. n. stg. etw. selb¬
ständig tun od. entscheiden, ohne be¬
auftragt od. berechtigt zu sein »eine
eigenmächtige Handlung«
ej|gen|mäch|ti|ger|wei|se: Adv. gegen
die Regeln nicht mit anderen Perso¬
nen, Vorgesetzten abgesprochen
Ei|gen|mäch)tig|keit: die; ~ ; -en Hand¬
lung über jmds. Kompetenzen hinaus
Ei|gen|mitftel: die (PL) <Bankw.> eige¬
nes (Bar-)Vermögen
Ei|gen|na|me: der; -(n)s; -n/Ei|gen|na|-
men: der; -s; - (individuelle) Bezeich¬
nung, die jmd. trägt »Eigennamen
werden in den meisten Sprachen groß
geschrieben.«
Ej|gen|nutz: der; -es; - Verhalten, Ein¬
stellung, bei dem nur auf den eigenen
Nutzen, Vorteil abgezielt wird
e||gen|nüt|zig: Adj. zu seinem eigenen
Vorteil unternommen, erfolgt »Dieses
Angebot erfolgt durchaus eigennüt¬
zig.« Ant.: uneigennützig
Ei|gen|nüt|zig|keit: die; - ; - a) Eigen¬
nutz; Verhalten, Einstellung, bei dem
nur auf den eigenen Nutzen, Vorteil
abgezielt wird b) Bedachtsamkeit auf
den eigenen Nutzen, Vorteil
Ei|gen|nut|zung: die; - ; -en <Rechtsw.>
Beanspruchung von Wohneigentum
durch den Eigentümer
ei|gens: Adv. [geh.] extra für einen An¬
laß »Ich bin eigens von Köln zu Besuch
hergekommen.«
Blgenlschaft: die; - ; -en Merkmal, ty¬
pische Verhaltensweise, Kennzeichen
einer Person od. Sache »Sie hat die Ei¬
genschaft, immer zu spät zu kommen.«
E||gen|schafts|wort: das; -(e)s; -Wörter
<Sprachwiss.> Adjektiv; Wiewort
Ej|gen|schwin|gung: die; - ; -en <Physik>
nach einmaligem Anschwingen sich
fortsetzende Bewegung zu zwei Seiten
hin
Ei|gen|sinn: der; -(e)s; - Charakterei¬
genschaft, die sich in Trotz, Rechtha¬
berei äußert »Den Eigensinn hat sie
von ihrem Vater geerbt.«
ei|gen|sin|nig: Adj. a) starrköpfig seine
Meinung vertretend b) voller Eigen¬
sinn
Ei|gen|sin|nig|keit: die; - ; - eigensinnige
Haltung; Starrköpfigkeit, Beharren
auf etw.
d|gen|staat|lich: Adj. n. stg. <Pol.> 1 in¬
nerstaatlich 2 unabhängig von ande¬
ren Staaten
EJ|gen|staat|lich|keK: die; - ; - <Pol.> 1
Gesamtheit der innerstaatlichen Vor¬
gänge eines Staates 2 Souveränität ei¬
nes Staates
ei|gen|stän|dig: Adj. selbständig; unab¬
hängig von anderen Dingen, Perso¬
nen »Die Rechenaufgabe lösteer völlig
eigenständig.«
Ü|gen|stän|dig|keifc die; ~ ; - Selbstän¬
digkeit; Unabhängigkeit von anderen
Personen, Dingen
ei|gen|süch|tig: Adj. selbstbezogen,
egoistisch handelnd; auf den eigenen
Profit bedacht
ei|gent|lich: I Adj. n. stg. 1 ursprünglich;
ehemals vorhanden »Der eigentliche
Sinn meiner Worte wurde verfälscht.«
2 wirklich; tatsächlich »Der eigentli¬
che Grund war ...« II Partikel Aus¬
druck eines Vorwurfs o. ä. »Wer sind
Sie eigentlich?«
Ej|gent|Iich|keit: die; - ; - [geh.] ur¬
sprünglicher Zustand einer Sache
Ei|gen|tof: das; -(e)s; -e <Sport> Schuß,
Treffer beim (Fuß-)Ballspiel in das ei¬
gene Tor
Ei|gen|tum: das; -s; - etw., was jmdm.
gehört; jmds. rechtmäßiger Besitz
Eilgenitülmer: der; -s; - weibl. Ej|gen|-
tü|me|rin: die; -; -nen Person, die etw.
rechtlich besitzt, innehat u. darüber
verfügen kann »Er ist Eigentümer ei¬
nergroßen Werkshalle.«
Ei|gen|tü|merjschaft: die; - ; -en (Nach¬
weis über die) Tatsache, daß jmdm.
etw. (z. B. ein Haus o. ä.) gehört
e||gen|tüm|lich: Adj. 1 besonders; spe¬
ziell; anders als Vergleichbares 2
merkwürdig; ungewohnt (u. suspekt)
Ei|gen|tüm|lich|keit: die; - / -en 1 das
Besondere an einer Sache 2 das My¬
steriöse, Ungewohnte an etw., jmdm.
Ej|gen|tums|bil|dung: die; ~ ; - Anschaf¬
fung, Anhäufung von privatem Ei¬
gentum
Ei|gen|tums|übeijtra|gung —» Ei|gen|-
tums|ü|berjtra|gung: die; - ; -en
<Rechtsw.> offizielle Übertragung von
Eigentum im Grundbuch, Handelsre¬
gister o. ä. (nach einer Schenkung,
Erbschaft, einem Verkauf o. ä.)
Ei|genftums|ver]ge|hen: das; -s; -
<Rechtsw.> Raub, Diebstahl von Ei¬
gentum
Ei|gen|tums|vorjbe|hait: der; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Regelung, wonach der
Verkäufer so lange der Eigentümer ei¬
ner Ware bleibt, bis diese vollständig
bezahlt ist
Ej|gen|tums|woh|nung: die; - ; -en
Wohnung, die jmds. privates Eigen¬
tum ist (u. von ihm selbst bewohnt
wird)
ei|gen|verjant|wort|Nch: Adj. für sich u.
seine Handlungen selbst haftbar, ver¬
antwortlich
Ei|gen|ver|brauch: auch der; -fe)s; - ei¬
gener Verbrauch, Bedarf an etw.
E$|gen|wer)bung: die; - ; -en Werbung
eines Unternehmens zu eigenen Gun¬
sten, für die eigene Firma
Ej|gen|werfc der; -(e)s; - innerer Wert,
Gehalt eines Gegenstandes, einer Per¬
son o. ä.
el|gen|wil|lig: Adj. a) von der Art, dem
Charakter her eigensinnig »eine ei¬
genwillige Frau« b) in der Art unge¬
wöhnlich; seltsam
E||genJwil|Kg|keit: die; ~ ; -1 Bestreben,
den eigenen Willen durchzusetzen 2
Eigenmächtigkeit
ei|gen|w(ich|sig: Adj. n. stg. selbständig,
aus eigener Kraft herangewachsen,
entwickelt
eigh.: Abk. eigenhändig
e]g|nen, sich: eignest dich; eignetest
dich; hast dich geeignet in der Lage
sein, etw., eine Tätigkeit angemessen
zu erledigen; durch seine Beschaffen¬
heit zu etw. taugen »Dieses Geschirr
eignet sich für die Mikrowelle.«
Eig|ner der; -s; ~ weibl. Eig|ne|rin: die;
~ ; -nen Besitzerin), Eigentümerin)
(eines Schiffes)
Eig|nung: die; - ; - Fähigkeit, Kompe¬
tenz zu etw. »Er mußte seine Eignung
beweisen, bevor er zugelassen wurde.«
Eig|nungs|prü|fung: die; ~ / -en Prü¬
fung, Test, in der/dem man seine Fä¬
higkeiten unter Beweis stellen muß
Ejg|nungs|test: der; -(e)s; -s u. -e Prü¬
fung, die Auskunft über jmds. Fähig¬
keit zu etw. geben soll »Er hat den
Eignungstest bestanden.«
Eigt.: Abk. a) Eigentum b) Eigentü¬
merin)
eigtl.: Abk. eigentlich
Ej|klar: das; -s; - [österr.] Eiweiß; heller,
durchsichtiger Teil des Eiinneren
E[|land: das;-(e)s; -e [poet.] Insel
E]l|bojte: der; -n; -n weibl. Eil|bo|tin: die;
- ; -nen 1 Briefträgerin) für Eilsen¬
dungen, der/die auch außerhalb der
normalen Zustellungszeiten Postsen¬
dungen ausliefert 2 per Eilboten: mit,
in Eilzustellung »Er ließ den Geburts¬
tagsbriefper Eilboten zustellen.«
Eilbrief: der; -(e)s; -e Brief, kleinere
Postsendung, die so schnell wie mög¬
lich, per Eilboten zugestellt werden
soll
B|le: die; - ; -1 Bestreben, etw. schnell
zu tun »Ich bin in Eile!« 2 Dringlich¬
keit »Das hat keine Eile.«
Ei|lei|ten der; -s; - <Anat.> einer von
zwei Kanälen zwischen Eierstöcken
u. Gebärmutter
282
Einbaumöbel
Ei[teifter(schwan|ger|schaft: die; ~ ; -en
<Med.> Einnistung, Entwicklung des
befruchteten Eies im Eileiter
eilten: eilst; eiltest; hat/bist geeilt a) bist
sich schnell irgendwohin bewegen
»Sie eilte von einem Büro ins andere.«
b) hat schnell zu erledigen sein »Diese
Sache eilt wirklich sehr.« c) Eite mit
Weite: Ermahnung, alles mit Ruhe u.
Bedacht sorgsam zu erledigen, nichts
zu schnell zu tun od. zu schnell zu ent¬
scheiden
ei|ten, sich: eilst dich; eiltest dich; hast
dich geeilt [geh.] sich bei etw. beeilen;
etw. möglichst schnell erledigen
ei|tends: Adv. [geh.] sich beeilend; so
schnell wie möglich »Sie ging eilends
zur Bank u. hob das Geld ab.«
eilffer|tig: Adj. bestrebt, jmdm. zu hel¬
fen, jmdm. einen Dienst zu erweisen
Eilffer|tig|keit: die; - ; - a) Bestreben,
etw. schnell (für jmdn.) zu erledigen
b) diensteifriges (ein wenig vorschnel¬
les) Verhalten
Eil|frachb die; - ; -en bevorzugt beför¬
dertes Frachgut, Syn.: Eilgut
Eillgut: das; -(e)s; -guter bevorzugt be¬
fördertes (industrielles) Gut, Material
Eil|gü|teijzug: der; -(e)s; -züge Zug, der
ausschließlich Eilgut befördert
ei|lig: Adj. a) hastig; in Eile seiend »Ich
habe es sehr eilig.« b) dringlich »ein ei¬
liger Brief«
Einmarsch: der; -(e)s; -märsche ur¬
sprünglich nur Milit.» Marsch in ei¬
nem schnellen Tempo, Syn.: Ge¬
schwindmarsch
Ejl|schritt: der; -(e)s; -e in der Wendung
im Eilschritt (gehen): große, schnelle
Schritte machend
Eil|sen|dung: die; - ; -en (Postsen¬
dung, die per Eilboten zugestellt wird
Eil|tem|po: das; -s; - schnelles Laufen,
Fahren, das die Eile einer Person
deutlich macht
Eil|ver|fah|ren: das; -s; - vereinfachtes
(Verwaltungs-)Verfahren, um einen
Prozeß zu beschleunigen
Eil|zug: der; -(e)s; -züge [veralt.] Zug,
der an relativ wenigen Bahnhöfen
hält (entspricht dem heutigen Regio
(nal-Express))
Eil|zu|stel|lung: die; - ; -en (Post-)Zu-
stellung per Eilboten
E||mer: der; -s; - 1 größeres, hohes Ge¬
fäß aus Plastik od. Zink mit einem
Henkel »Sie füllte den Eimer mit
Wasser.« 2 im Eimer sein: [ugs.] ka¬
putt, verdorben o. ä. sein »Mir ist
nichts passiert, aber das Auto ist völlig
im Eimer.«
E]|mer[bag|ger: der; -s; - <Technik>
Fahrzeug mit einer laufenden Kette
von Eimern zum Schöpfen (von wei¬
cher Erde, Flüssigkeit o. ä.)
ei|mer|wei[se: Adv. 1 (Flüssigkeit) in
großen Mengen »Diesen Likör könnte
ich eimerweise trinken.« 2 (Kohle, Er¬
de u. ä.» in kleinen Mengen »Die
Steinkohle wurde damals eimerweise
gefördert.« 3 Zeche Eimerweise:
[scherzh.] kleine Schachtanlage o. ä.
mit geringer Förderungsmenge
e]n: I unbestimmter Art. (Maskulinum u.
Neutrum; Femininum: eine)
(Sprachwiss.» a) bezeichnet etw., was
zuvor im Text nicht genannt wurde
»Ein Hund lief in die Küche u. stahl
dem Koch ein Ei.« b) dient der Verall¬
gemeinerung; nennt ein Element als
Beispiel für die Gattung »Eine Katze
braucht genausoviel Zuwendung wie
ein Hund.« II Kardinalzahl mit dem
Wert eins »Eine Schwalbe macht noch
keinen Sommer. • Bitte zehn Briefmar¬
ken zu einer Mark!« III Indefinitpron.
einzig; gleich; der-, die-, dasselbe »Da
sind wir endlich einmal einer
Auffassung!« IV kurz für einschalten;
hier einzuschalten (als Hinweis an
Schaltern) V 1 der, die, das eine od.
(der/die/das) andere: unbestimmt
viele »Es sind zwar schon viele da, aber
der eine od. andere wird wohl noch
kommen.« 2 jmds. ein u. altes sein:
etw. ist jmdm. viel wert »Ihr Enkel¬
kind ist (ihnen) ihr ein u. alles!« 3 ein
für allemal: nur ein einziges Mal u.
nicht wieder »Ich sage es dir ein für al¬
lemal: Ein Hund kommt mir nicht ins
Haus!« 4 in einem fort: andauernd;
immerzu
ein-: Wortbildungselement; in Verben
trennbar 1 von außen nach innen; in
etw. hinein »einatmen ♦ einordnen ♦
einberufen« 2 gravieren o. ä.
einritzen« 3 um herum »einreiben ♦
einwickeln« 4 heran »einkolen ♦
einkaufen« 5 eine andere Richtung
nehmend »einbiegen« 6 a) sich ver¬
kleinern »einlaufen« b) bewahren
»einmachen ♦ einfrieren« 7 a) kaputt¬
machen »einschlagen« b) verenden;
kaputtgehen »eingehen« 8 wieder¬
holte, anhaltende Handlung »einre¬
den (auf fmdn.)«
Ein|achs[an|hän|gen der; -s; ~ (Tech¬
nik) Lkw-Anhänger mit einer Achse
Ein|ak|ten der; -s; - Theaterstück mit
nur einem Akt
ein|ak|tig: Adj. n. stg. (Theaterstück) aus
nur einem Akt bestehend
ein|an|der —* ei|n|an|der: Fron, [geh.]
gegenseitig »Sie versprachen einander
ewige Freundschaft.«
ein|ar|bei|ten: arbeitest ein; arbeitetest
ein; hast eingearbeitet anlemen; jmdn.
in eine Arbeit einweisen
Ein|ar]bei|tung: die; - ; -en Auseinan¬
dersetzung mit einer neuen (berufli¬
chen) Aufgabe; konkretes, prakti¬
sches Erlernen einer Arbeit
Ein|aijbei[tungs|zeit: die; - ; -en Zeitab¬
schnitt, in dem man sich mit einer
neuen Aufgabe vertraut machen, ge¬
macht haben soll
ejn|ar|mig: Adj. n. stg. mit nur einem
Arm ausgestattet
ein|äschern —*■ ein|ä|schern: äscherst
ein; äschertest ein; hast eingeäschert 1
(Feuer) durch die Hitzeeinwirkung
völlig vernichtet werden 2 einen To¬
ten verbrennen (u. danach in einer
Urne beisetzen)
Ein|äsche|rung —> Ein|ä|sche|rung:
die; - ; -en Verbrennung einer Leiche
(u. anschließende(s) Aufbewahrung,
Begraben in einer Urne), Syn.: Feuer¬
bestattung
Ejn|äsche|nings|hal|te —Ein|ä|sche|-
rungs|hal|le: die; - ; -n großer Raum
mit speziellen Öfen, in dem die Lei¬
chen verbrannt werden, Syn:
[fremdsprl.] Krematorium
ein|at|men: atmest ein; atmetest ein;
hast eingeatmet die Luft durch Nase
u. Mund einsaugen
Ein|at|mung: die; - / -en Einziehen der
Luft durch Nase u. Mund
e[n|ato|mig—> ein|a|to|mig: Adj. n. stg.
(Physik; Chemie» aus nur einem Atom
bestehend
e|n|ät|zen: ätzt ein; ätztest ein; hast ein¬
geätzt etw. mittels einer ätzenden
Säure markieren
ein|äu|gig: Adj. n. stg. nur (noch) ein
Auge besitzend
Ein|äu|gi|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Einäugiger; eine
Einäugige; zwei Einäugige) Person
mit nur einem Auge
Ein)äu|gig|keit: die; - ; -1 Zustand, nur
ein Auge zu haben 2 (übertr.) vorein¬
genommene Sichtweise, die etw. igno¬
riert, über etw. hinwegsieht
Ein|bahn|stra|ße: die; ~ ; -n Straße, die
nur in eine Richtung von Fahrzeugen
befahren werden darf »Er ist von der
falschen Seite in die Einbahnstraße
eingebogen.«
Emjbahnjver|kehr der; -(e)s; - nur in
eine Richtung verlaufender Straßen¬
verkehr
ein|balfsa|mte(ren: balsamierst ein; bal¬
samiertest ein; hast einbalsamiert 1
tote Körper von den Innereien befrei¬
en u. mit Mitteln behandeln, die die
Fäulnis u. den Zerfall, die Verwesung
hemmen 2 [ugs.] mit Salbe, Creme o.
ä. einschmieren
Ein|bal|sa|mte|rung: die; - ; -en das Ein¬
reiben von etw., meist einer Leiche,
mit Salben, Öl o. ä. (zum Schutz vor
Verwesung)
Ein|band: der; -(e)s; Einbände Buch¬
deckel u. -rücken, die um die Seiten
eines Schriftstückes herum befestigt
sind
Ejn|band|decket (Ejn|band|dek|kel —>
Ein|band|de|ckel): der; -s; - (Buchw.)
(am festen Rücken befestigte) feste
Umhüllung an der Vorder- bzw.
Rückseite eines Buches
ein|bän|dig: Adj. n. stg. (Buchw.» aus
nur einem Band bestehend »ein ein¬
bändiges Lexikon«
Ein|bau: der; -s; -ten a) das Einbauen,
Einpassen einer Sache in einen Raum,
ein Auto o. ä. »Der Einbau der Küche
dauerte zwei Tage.« b) in etw. Einge¬
bautes, Eingepaßtes
ein|bau|en: baust ein; bautest ein; hast
eingebaut etw. fest in etw. befestigen,
integrieren Ant.: ausbauen
ein|bau|fer|tig: Adj. n. stg. bereits so
weit vorbereitet, daß es eingebaut,
eingepaßt werden kann
Ein|bau|kü|che: die; - ; -n Küchenele¬
mente u. Elektrogeräte, die in eine
Küche eingepaßt werden
Ein|bau|leuch|te: die; - ; -n Lampe,
Leuchte zum Einbau in Maschinen,
Fahrzeuge; Leuchte zum Einbauen
(z. B. Deckenspots)
Ein|baum: der; -(e)s; Einbäume Boot,
das aus nur einem Baum gefertigt,
herausgeschnitzt wurde
Ejn|bau|mö|bel: das; -s; - Möbelstücke,
die bereits vorgefertigt sind, um nur
noch in einen Raum eingebaut, einge¬
paßt zu werden
283
einbaureif
ein|bau|reif: Adj. n. stg. bereits so weit
vorbereitet, daß es eingebaut werden
kann
Efn|bau|schrank: der; -(e)s; -schränke
Schrank, der in einen Raum einge¬
baut, speziell eingepaßt ist
Ein|bau|teil: das; -(e)s; -e Möbelstück
o. ä., das in ein bereits existierendes
Möbelstück eingepaßt werden kann
e]n|be|grei|fen: begreifst ein; begrif-
f(e)st ein; hast einbegriffen etw. od.
jmdn. in etw. einbeziehen
ein)be|hal|ten: behältst ein; behielt(e)st
ein; hast einbehalten (etw. Eingezoge¬
nes) vorerst nicht zurückgeben »Nach
dem Alkoholtest hat die Polizei seinen
Führerschein einbehalten.«
E]n|be|hai|tung: die; ~ ; -en [amtssprl.]
das Festhalten einer Sache o. ä. (bis
zur Erfüllung einer Bedingung) »Weil
er seine Schulden nicht zahlen konnte,
wurde die Einbehaltung eines Teiles
seines Monatsgehaltes angeordnet.«
einjbei|nig: Adj. n. stg. mit nur einem
Bein ausgestattet; nur (noch) ein Bein
besitzend
Ein|be|ken|nung: die; ~ ; -en 1 o. PI.
[österr.] das Bekennen einer Schuld o.
ä. 2 Steuererklärung
ein|be|rech|nen: berechnest ein; berech¬
netest ein; hast einberechnet bei einer
Überlegung, Kalkulation berücksich¬
tigen
ein|be|nitfen: berufst ein; berief(e)st
ein; hast einberufen a) offiziell zu einer
Versammlung o. ä. einladen; mehrere
Personen versammeln »eine Sitzung
einberufen« b) <Milit.> befehlen, zum
Wehrdienst einzurücken
Ein|be|ru|fung: die; ~; -en offizielle Her¬
anziehung für ein Amt o. ä. »Seine
Einberufung zum Militär stand be¬
vor.«
Ein|be{rujfungs|be)fehl: der; -(e)s; -e
schriftliche Einberufung zum Wehr¬
dienst
ein]be|stelflen: bestellst ein; bestelltest
ein; hast einbestellt [amtssprl.] eine
Person in eine Behörde bestellen,
kommen lassen
Einjbe|stel|lung: die; - ; -en [amtssprl.]
Bestellen, Kommenlassen einer Per¬
son in eine Behörde
ein|be|to|nie|ren: betonierst ein; beto¬
niertest ein; hast einbetoniert etw. mit
Beton befestigen »Der Pfeiler ist in
den Boden einbetoniert.«
E|n|be|to|nie|rung: die; - ; -en Befesti¬
gung mit, durch Beton
ein|bet|ten: bettest ein; bettetest ein;
hast eingebettet etw. in etw. Bestehen¬
des, Schützendes einpassen »Das
Haus steht eingebettet in sanfte Hügel
außerhalb der Stadt.«
Einjbet|tung: die; - ; -en a) Einfügung in
eine Unterlage o. ä. b) <übertr.> Ver¬
netzung, Verbindung mit anderen
Dingen, Personen
Einjbett|zim|fner: das; -s; ~ Zimmer für
eine einzelne Person mit nur einem
Bett (in einer Pension, einem Hotel)
ein|beu|len: beulst ein; beultest ein; hast
eingebeult eine Beule, Delle in etw.
hineinschlagen
ein|be|zie|hen: beziehst ein; bezog(e)st
ein; hast einbezogen 1 hinzuziehen; ins
Vertrauen ziehen »Sie bezogen die El¬
tern in ihre Planungen ein.« 2 etw. be¬
rücksichtigen, mit aufnehmen
Ein|be|zie|hung: die; ~ ; -1 das Aufneh¬
men, Berücksichtigen von neuen Ide¬
en, Heranziehen von Personen zu ei¬
ner Unternehmung 2 Berücksichtigen
von Vorhandenem »Die Einbeziehung
des Brachgeländes in den Park gestat¬
tete es, eine Ökowiese anzulegen.«
Ein|be|zug: der; -(e)s; - das Aufneh¬
men, Berücksichtigen von neuen Ide¬
en, Heranziehen von Personen zu ei¬
ner Unternehmung
ein|bie|gen: biegst ein; bogfejst ein; bist
eingebogen eine Kurve beschreiben,
gehen u. dadurch in eine andere Stra¬
ße o. ä. kommen
Ein|bie|gung: die; ~ ; -en a) Abzweig ei¬
ner Straße o. ä. b) Vorgang des Ein¬
biegens, Abzweigens
ein|bil|den, sich: bildest dir ein; bildetest
dir ein; hast dir eingebildet sich etw.
vorstellen, was nicht der Realität ent¬
spricht
Einjbil|dung: die; - ; -en 1 Vorstellung;
etw., was nur in den Gedanken, aber
nicht in Wirklichkeit vorhanden ist 2
Einbildung ist auch eine Bildung:
[ugs.] ironische Bemerkung über
jmdn., der überheblich ist
E|n|bil|dungs|kraft: die; - ; - starke
Phantasie, durch die sich jmd. etw.
vorstellt
ejn|bim|sen: bimst ein; bimstest ein; hast
eingebimst [ugs.] jmdm. etw. mühe¬
voll beibringen
e]n|bin|den: bindest ein; bandfejst ein;
hast eingebunden 1 <Buchw.> mit Dek-
keln, einem Rücken zusammenkleben
2 <Mensch> jmdn. wie bereits andere
mit der Mitarbeit an einer Sache be¬
auftragen »Der neue Mitarbeiter wur¬
de in das Projekt eingebunden.« 3 eine
Tätigkeit mit anderen verbinden, Zu¬
sammenlegen
Ein|bin|dung: die; - ; -en 1 <Buchw >
Ausstattung mit einem Einband 2
Einbeziehung von etw., jmdm. in ein
Vorhaben
ein|bla(sen: bläst ein; blies(es) t ein; hast
eingeblasen 1 in etw. hineinblasen 2
[ugs.] jmdm. etw. einflüstern; jmdn.
bei etw. manipulieren 3 [ugs.] etw. in
der Schule vorsagen
ein|bläu|en: bläust ein; bläutest ein; hast
eingebläut einen Stoff blau färben
ein|blen)den: blendest ein; blendetest
ein; hast eingeblendet a) «Elektrot.;
Fernsehern auf ein anderes Bild über¬
tragen »Zur näheren Information wur¬
de ein weiteres Bild eingeblendet.« b)
<Rundfunk> in eine Sendung hinein¬
schalten, -blenden
Ein|blen|dunq: die; - ; -en a) das Ein¬
blenden, Übertragen eines Bildes,
sprachlicher Äußerungen in ein ande¬
res Fernsehbild o. ä. b) etw., was in
etw. eingeblendet wurde
ein|bleu|en —> ein|bläu|en: bleust ein;
bleutest ein; hast eingebleut —*alle
Formen mit äu<— jmdm. Kenntnisse
durch häufige Wiederholung vermit¬
teln
Ein|bliclc der; -(e)s; -e 1 Sicht von au¬
ßen in einen Raum, auf ein Gelände 2
<übertr.) a) Kenntnis durch Einsicht
in ein Dokument o. ä. b) Erweiterung
des Wissens
ein|boh|ren: bohrst ein; bohrtest ein;
hast eingebohrt etw. in etw. mit win¬
denden Bewegungen hineinführen,
-bohren »Er hat das Loch für den Dü¬
bel in die Wand eingebohrt.«
ein|bom|ben: bombst ein; bombtest ein;
hast eingebombt <Sport> [ugs.] den Ball
mit enormer Kraft ins Tor schießen,
werfen o. ä.
ein|boo|ten: bootest ein; bootetest ein;
hast eingebootet mit einem Boot auf
ein Schiff transportiert werden
lin|boo|tung: die; - ; -en Transport mit
einem Boot auf ein Schiff »Die Ein¬
bootung der Passagiere verlief ohne
Probleme.«
ein|bre|chen: brichst ein; brach(e)st ein;
bist/hast eingebrochen 1 ist in sich zu¬
sammenfallen »Das Dach ist über ih¬
nen eingebrochen.« 2 bist unbefugt
etw. öffnen, um etw. zu stehlen »Die
Jugendlichen sind in den Supermarkt
eingebrochen.« 3 hast mit Gewalt etw.
zum Einsturz bringen »Sie haben die
Mauer eingebrochen.« 4 bist [ugs.] un¬
erwartet ohne Erfolg bleiben
Bn|bre|cher: der; -s; - weibl. §in|bre|-
che|rin: die; - ; -nen Dieb(in), der/die
in Häuser u. Wohnungen eindringt
Ejn|bre|cherjban|de: die; - ; -n Gruppe
von Einbrechern, die zusammen Ein¬
bruchdiebstähle verübt
Ein|bren|ne: die; - ; -n Mehlschwitze
zum Binden von Soßen u. Suppen
»aus Mehl u. Butter eine helle Ein¬
brenne hersteilen«
ein|bren|nen: brennst ein; branntest ein;
hast eingebrannt 1 jmdöm., einem Tier
ein Zeichen mit einem heißen Metall¬
stück in die Haut, das Fell brennen 2
(Eindruck; Idee> sich festsetzen;
jmdm. etw., eine Idee o. ä. in den
Kopf setzen
Ein|brenn|lack: der; -(e)s; -e spezieller
Lack, der durch Hitzeeinwirkung be¬
sonders unempfindlich u. hart wird
ein|brin|gen: bringst ein; brachtest ein;
hast eingebracht 1 Gewinn abwerfen
»Die Aktien haben uns viel Geld
eingebracht.« 2 ernten »die Ernte, das
Heu einbringen« 3 vorschlagen »einen
Antrag einbringen«
Ejn|brin|gung: die; - ; -en 1 Hineinbrin¬
gen, Zurverfügungstellen von etw.,
Ideen für ein Vorhaben 2 [amtssprl.]
Vorlage von etw. (bei einer offiziellen
Stelle) »Die Einbringung von Gesetzes¬
vorlagen ist ein mühsamer Vorgang.«
ein|brocken (ein|brok|ken —* ein|bro|-
cken): brockst ein; brocktest ein; hast
eingebrockt jmdn. durch eine Hand¬
lung in eine ungünstige Situation
bringen
Ein|bruch: der; -(e)s; -bräche gewaltsa¬
mes, unerlaubtes Öffnen einer Woh¬
nung, eines Autos o. ä. »ln unser Haus
ist eingebrochen worden.«
Ejn|bruch(s)|dieb|stahl: der; -(e)s;
-diebstähle bei einem Einbruch verur¬
sachter Diebstahl
§jn|bruch(s)|werk|zeug: das; -(e)s; -e
Werkzeug, Gerät mit dem eingebro¬
chen werden kann, wird
e!n|bruchs|si|cher: Adj. n. stg. gegen ge¬
waltsames Eindringen geschützt
Ein|bruch|stel|le: die; - ; -n 1 Stelle, an
der eine Eisfläche durch eine Bela¬
stung aufgebrochen ist 2 Stelle, an der
284
einerlei/einerlei
Einbrecher eingestiegen sind 3 (Geo¬
logie) Stelle, wo sich Gestein abgelöst
hat
e|n|buch|ten: buchtest ein; buchtetest
ein; hast eingebuchtet [ugs.] jmdn. ins
Gelängnis bringen
Ein|buch|tung: die; - ; -en 1 Wölbung
nach innen 2 [ugs.] Einlieferung von
jmdm. ins Gefängnis
ein|bud|deln: buddelst ein; buddeltest
ein; hast eingebuddelt [ugs.] etw. (in
Sand, lockerer Erde) vergraben
ein|bü|geln: bügelst ein; bügeltest ein;
hast eingebügelt etw., ein Motiv durch
Bügeln in den Stoff drücken
ein|bun|kern: bunkerst ein; bunkertest
ein; hast eingebunkert [ugs.] 1 etw. in
ein Lager bringen, um sich zu bevor¬
raten 2 jmdn. ins Gefängnis bringen;
einsperren
ein|biirjgern: bürgerst ein; bürgertest
ein; hast eingebürgert (Rechtsw.) auf
Antrag u. nach entsprechender Prü¬
fung die Staatsangehörigkeit verlei¬
hen »Unser Nachbar ist jetzt endlich
eingebürgert worden.«
Eln|bür|ge|rung: die; - ; -en Übernahme
in eine, Verleihung einer andere(n)
Staatsbürgerschaft
Ejn|bu|Be: die; - ; -n Verlust »Bei der
Spekulation mit Aktien hatten wir eine
große finanzielle Einbuße.«
ein|bü|8en: büßt ein; büßtest ein; hast
eingebüßt etw. Vorhandenes (zum
Teil) verlieren »Durch seine unver¬
schämte Rede hat er an Vertrauen ein¬
gebüßt.«
ein|checken (ein|chek|ken —» ein|-
che|cken): <engb /em(t)schäcken/
checkst ein; checktest ein; hast
eingecheckt a) (Flugpersonal) Passa¬
giere, Fluggäste abfertigen b) (Flug¬
gast) sich vom Personal abfertigen
lassen
e]n|cre|mert/ein|kre|men; cremst/kremst
ein; cremtesifkremtest ein; hast einge¬
cremtleingekremt mit etw., Creme,
Salbe o. ä. einreiben »Hast Du dein
Gesicht auch gut mit Sonnencreme ein¬
gecremt?« .
eind.: Abk. eindeutig
ein|däm|men: dämmst ein; dämmtest
ein; hast eingedämmt 1 einen Fluß,
Bach o. ä. stauen 2 (übertr.) etw. be¬
schränken, begrenzen »ein Feuer ein¬
dämmen«
Ejn|däm|mung: die; -; -en 1 das Stauen,
Lenken von Wasserläufen 2 (übertr.)
Verringerung von etw. »Die Eindäm¬
mung des Risikos ist unser vordringli¬
ches Ziel.«
Ein|damp|fung: die; - ; -en [fachsprl.]
Konzentration durch Verdampfen
von Flüssigkeit
ainfdecken, sich (ein|dek|ken —»- ein|-
de|cken), sich: deckst dich ein; deck¬
test dich ein; hast dich eingedeckt sich
reichlich mit etw. bevorraten, versor¬
gen »sich mit Konserven eindecken«
Ein|decfcer (Ein|dek|ker —» Ein|de|-
cker): der; -s; - (Technik) 1 Flugzeug
mit einfachen (nicht doppelten) Trag¬
flächen 2 Schiff mit nur einem durch¬
laufenden Heck
ein|dei|chen: deichst ein; deichtest ein;
hast eingedeicht ein Gebiet zum
Schutz vor Wassereinbruch bei Hoch¬
wasser, Sturmfluten o. ä. mit einem
Deich umgeben
Bn|dei|chung: die; - / -en a) das Eindei¬
chen eines Gebietes zum Schutz vor
Wassereinbruch, bei Hochwasser,
Sturmfluten o. ä. b) alle Deiche, die
ein (begrenztes) Gebiet schützen
ein|del(len: dellst ein; delltest ein; hast
eingedellt [ugs.] etw. durch Einbeulen
leicht beschädigen
Ein|del|lung: die; - ; -en a) das Einbeu¬
len eines Gegenstandes b) Delle,
Beule in einem Gegenstand; Ergebnis
der Eindellung (a)
ein|deu|tig: Adj. nicht zweifelhaft, son¬
dern klar u. deutlich »eine eindeutige
Antwort« Ant.: zweideutig; doppel¬
deutig; vieldeutig; mehrdeutig
Ein|deu|tig|keit: die; - ; -en 1 o. PI. Tat¬
sache, daß etw. eindeutig, nicht anzu¬
zweifeln ist 2 [verhüll.] eindeutig
grobe, anzügliche, beleidigende Be¬
merkung
ein|deut|schen: deutschst ein; deutsch¬
test ein; hast eingedeutscht 1 a)jmdn.
zum/zur Deutschen machen b) ein
Gebiet (teilweise) deutsch machen 2
in die deutsche Sprache übersetzen,
übertragen; nach den deutschen Aus¬
spracheregeln, Rechtschreibregeln
sprechen, schreiben
Ein|deut|schung: die; - ; -en Übernah¬
me von ausländischen Wörtern in die
deutsche Sprache mit Angleichung
der Lautung u. Schreibung
einjdicken (ein]dik]ken —» ejn|di|cken):
dickst ein; dicktest ein; hast eingedickt
a) etw. einkochen, kochen, bis es dick
wird »Das Pflaumenmus muß man ein¬
dicken lassen.« b) (Speise o. ä.) dik-
k(er) werden
§in|di|men|sio|nal —> ein|di|men|si|o|-
nal: Adj. n. stg. 1 sich nur in einer Di¬
mension entwickelnd, zeigend 2
(übertr.) nicht ausreichend umfang¬
reich, vielfältig analysiert, dargestellt
ejnjdorjren: dorrt ein; dorrte ein; ist ein¬
gedorrt langsam eintrocknen
ein|do[sen: dost ein; dostest ein; hast
eingedost Lebensmittel in Dosen ein¬
schließen, damit sie länger haltbar
sind
gin|dö|sen: döst ein; döstest ein; bist ein¬
gedöst [ugs.] (für kurze Zeit) nicht
sehr fest schlafen
eindr.: Abk. 1 eindringlich 2 eindrucks¬
voll
ginldrecken (ein)drek|ken —> ejn|dre|-
ckenb dreckst ein; drecktest ein; ist/
hast eingedreckt aj ist durch längeres
Stehen schmutzig werden b) hast
durch etw. schmutzig machen
ein|dre|schen: drischst ein; drosch(e)st
ein; hast eingedroschen [ugs.] auf etw.
od. jmdn. einschlagen
ein|dril|len: drillst ein; drilltest ein; hast
eingedrillt etw. unter Druck lehren,
lernen
etn]drin|gen: dringst ein; drang (e)st ein;
bist eingedrmgen 1 in etw. (auf Um¬
wegen) hineingelangen »Das Wasser
drang durch viele Ritzen ein.« 2 (unbe¬
fugt) einbrechen »Die Diebe sind
durch das Kellerfenster eingedrun¬
gen.« 3 sich eingehend mit etw. befas¬
sen »in das Thema eindringen«
ejn|dring|lich: Adj. 1 mit Nachdruck
»Ich habe sie eindringlich gewarnt.« 2
jmdn. auf das eindringlichste hin¬
weisen —» auch jmdn. auf das Ein¬
dringlichste Hinweisen: jmdn. beson¬
ders nachdrücklich auf etw. hinwei¬
sen
Ein|dring|lich|keit: die; - ; - Nachdrück¬
lichkeit; Dringlichkeit, Eile, Wichtig¬
keit deutlich machendes Verhalten
Ein|dring|ling: der; -s; -e Person, die sich
unerlaubterweise unbefugten Zutritt
verschafft
Eindruck: der; -(e)s; Eindrücke 1 durch
Druck in einem weichen Untergrund
hinterlassene Spur »Im Boden waren
die Eindrücke der Pferdehufe zu
erkennen.« 2 Wirkung, die etw. od.
jmd. auf jmdn. macht »Ich habe von
der Reise viele interessante Eindrücke
über Landu. Leute mitgebracht.«
ein|drücken (ein|drük|ken —» ein|drü|-
cken): drückst ein; drücktest ein; hast
eingedrückt etw. (an einer Stelle) nach
innen drücken, pressen »Du hast den
Pfirsich an einer Stelle eingedrückt.«
ein]drück|lich: Adj. (etw. Wichtiges sa¬
gend) mit besonderer Betonung
E]n|druck(lich|keit: die; - ; - a) Betonung
der Wichtigkeit von etw. b) Eigen¬
schaft, einen Eindruck, eine Wirkung
bei jmdm. zu hinterlassen
ein|drucks)voH: Adj. eine starke (meist
positive) Wirkung habend »ein ein¬
drucksvolles Bild«
ein|dü|beln: dübelst ein; dübeltest ein;
hast eingedübelt (Technik) einen Dü¬
bel in eine Wand bringen; etw. mit ei¬
nem Dübel sicher befestigen
ein|du|seln: duselst ein; duseltest ein;
bist eingeduselt [ugs.] in einen leichten
Schlaf fallen »Ich bin tatsächlich am
Schreibtisch eingeduselt.«
ein|eb|nen: ebnest ein; ebnetest ein; hast
eingeebnet den Erdboden eben, glät¬
ten
Ejn|eb|nung: die; ~ ; -en das Einebnen,
Glätten des Bodens
ein|ei|ig: Adj. n. stg. <Med.> nur aus ei¬
nem Ei entwickelt »eineiige Zwillin¬
ge«
Ein|el|tern|fa|mi|lie: die; - ; -n Familie,
bestehend aus einem od. mehreren
Kindern u. nur einem Eltemteil
ei|nen: einst; eintest; hast geeint [geh.]
(nach einem Streit) zusammenbrin¬
gen, vereinigen, einig machen »Das
offene Gespräch einte die verfeindeten
Geschwister.« Ant.; entzweien
ein|en|gen: engst ein; engtest ein; hast
eingeengt 1 jmdn. in seiner (Bewe¬
gungsfreiheit bedrängen, beschrän¬
ken »Seine neue Hose engte ihn ein.« 2
(als negativ empfundene) Möglich¬
keiten reduzieren, verringern, ein¬
grenzen
Ejn|en|gung: die; - , -en 1 das Einengen,
Beschränken von jmds. (Bewegungs-)
Freiheit 2 Verringerung, Eingrenzung
(negativer Möglichkeiten o. ä.)
§j|ner|kapak: der; -s; -s (Sport) Paddel¬
boot für eine Person
Ei|ner|ko|lon|ne: die; - ; -n [Schweiz.]
einzeln hintereinander marschierende
Personen
ei|ner|lei/ei|ner|lei: Adj. n. stg.; n. dekl.
egai; nicht wichtig; nicht von Bedeu¬
tung »Einerlei was du tust, tu es.
richtig. ♦ Das ist mir einerlei.«
285
einerseits
ei|ner|seits: Adv. auf der einen Seite
(meist in Verbindung mit anderer¬
seits^
ej|nes|teils: Adv. auf der einen Seite
(meist in Verbindung mit >anderen-
teils<)
ein|ex|er[zte|ren: exerzierst ein; exer¬
ziertest ein; hast einexerziert durch
häufiges Üben erlernt, lehren
Einf.: Abk. <Handel> Einfuhr
ein|fach: I Adj. a) gewöhnlich; schlicht;
nichts Besonderes »Es sind einfache
Leute.« b) nicht schwer, sondern
leicht u. unkompliziert »Diese Aufga¬
be ist einfach.« c) einmal, nicht mehr¬
fach »Ich hatte einen einfachen, nicht
einen doppelten Whisky bestellt.« II
Partikel verstärkender Zusatz, Aus¬
ruf »Das kann einfach nicht wahr
sein!« III Warum einfach, wenn’s
auch umständlich geht?: das ist un¬
nötig umständlich »Dann fülle ich
eben das Formular dreimal aus, warum
einfach, wenn’s umständlich auch
geht?«
Ein|fach|heit: die; - ; -en Schlichtheit ei¬
ner Sache, Genügsamkeit einer Per¬
son
elnffä|deln: Jadelst ein; fädeltest ein; hast
eingefädelt 1 einen Faden o. ä. durch
etw. ziehen 2 eine Sache, Handlung o.
ä. einleiten, bewirken; in die Wege lei¬
ten »Ich habe dieses Projekt eingefä¬
delt.«
ein|fah|ren: fährst ein; fuhr(e)st ein;
hast/bist eingefahren 1 bist in etw. hin¬
einfahren »Der Zug fährt in den Bahn¬
hof ein.« 2 hast die Ernte in die
Scheune o. ä. bringen »die Ernte
einfahrem 3 hast ein Fahrzeug durch
entsprechende Fahrweise zur vollen
Leistungsfähigkeit bringen
ein|fah|ren, sich: fährt sich ein; fuhr sich
ein; hat sich eingefahren 1 [ugs.] zur
Gewohnheit werden »Es hat sich so
eingefahren, daß wir jeden Montag in
die Sauna gehen.« 2 [ugs.] immer wie¬
der gegen od. für jmdn., etw. spre¬
chen, handeln, weil man einen Wider¬
willen gegen etw. od. jmdn. od. eine
Vorliebe für etw. od. jmdn. hat
Ein|fahr|si|gnal —> E|n|fahr|si|g|nal:
das; -(e)s; -e <Technik> Signal, das
dem Zug erlaubt, in den Bahnhof ein¬
zufahren
Einfahrt: die; - ; -en 1 breiter, auch für
Fahrzeuge geeigneter Zugang zu ei¬
nem Anwesen, Gebäude 2 das Hin¬
einfahren Ant.: < 1; 2> Ausfahrt
Einffahrt|er]laub|nis: die; - ; -se Geneh¬
migung, Erlaubnis, daß der Zug in
den Bahnhof einfahren kann
Bn|fall: der; -(e)s; -fälle 1 Eindringen
von etw. »Der Einfall der Sonnen¬
strahlen wird durch Sonnenblenden
gedämpft.« 2 feindliches Eindringen
»Der Einfall der Truppen erfolgte in
der Nacht.« 3 Idee; plötzlicher Ge¬
danke »Der Einfall, einen Ausflug zu
machen, war toll.« 4 Einfälle sind bes¬
ser als Ausfälle: ein lustiger, witziger
Einfall, Spaß wirkt besser als ein ge¬
hässiger, hitziger Ausfall, Ausbruch 5
Einfälle haben wie eine Kuh Ausfälle:
[ugs.] komische Ideen haben
ein|fa!|len: fällt ein; fiel ein; ist eingefal¬
len 1 in etw. hineingelangen, eindrin¬
gen »Wegen der Sonnenblenden
konnte die Sonnenstrahlen nur ge¬
dämpft einfallen.« 2 gewaltsam ein-
d ringen »Der Feind fiel ins Land ein.«
3 in sich zusammenbrechen »Das
Haus fiel nach dem Erdbeben ein.« 4
einen plötzlichen Gedanken, eine
Idee, Erinnerung haben »Der Name
der früheren Nachbarin ist mir nicht
mehr eingefallen.« 5 sich etw. einfal¬
len lassen: eine Idee haben
ein|falls|los: Adj. n. stg. völlig ohne
Kreativität; langweilig
Ein|fallsjlo|sig|keit: die; ~ ; - Mangel an
Kreativität, Ideen
em|falts|reich: Adj. mit viel Phantasie,
guten Ideen
Ein|falls|reichitum: der; -s; - Hervor¬
bringung besonders vieler kreativer
Ideen
Ein|fall(stra|ße: die; - ; -n <Verkehrsw.>
größere Straße, die in einen Ort hin¬
einführt
Ein|falls|winjkel: der; -s; - (Physik; Op¬
tik) Winkel zwischen einem Strahl,
der auf eine Ebene einfällt u. dem auf
dieser Ebene errichteten Lot
Ein|fa!t: die; -; - a) geistige Beschränkt¬
heit b) Arglosigkeit
ein|fäl|tig: Adj. geistig beschränkt; nicht
sehr intelligent u. nur langsam Zu¬
sammenhänge begreifend »ein einfäl¬
tiger Mensch«
Ein)fäljtig|keit: die; - ; - Naivität, gut¬
mütige Beschränktheit einer Person
Ein|falts|pin|sel: der; -s; - [ugs.] dümm¬
licher Mensch
Ein|1al|zung: die; - ; -en a) das Eindrük-
ken einer Falz, Falte »Zwischen Buch¬
rücken u. Buchdeckel muß eine Einfal¬
zung vorgenommen werden.« b) Ker¬
be, die durch Einfalzung (a) entstan¬
den ist
Em|fa|mi{li|en|haus: das; -es; -häuser
Haus, in dem nur eine Familie wohnt,
wohnen kann, lebt
e]n|fan|gen: fängst ein; fing (e)st ein;
hast eingefangen 1 etw. Entwichenes
wieder fangen 2 Töne, Bilder o. ä. mit
einem Medium festhalten »Auf dem
Foto ist die Stimmung gut eingefangen
worden.«
ein|fäijben: färbst ein; färbtest ein; hast
eingefärbt gänzlich mit einer anderen
Farbe versehen »Ich habe die alte wei¬
ße Bettwäsche blau eingefärbt.«
einjfaijbig: Adj. n. stg. a) nicht bunt b) in
einer einheitlichen, durchgängigen
Farbe, Syn.: uni
Einjfäijbung: die; - ; -en das Färben mit
einer anderen, einheitlichen Farbe
ein|fas|sen: faßt ein; faßtest ein; hast
eingefaßt —>alle Formen mit ss<—
mit einer Umrandung versehen »Der
Garten ist mit einer Hecke eingefaßt.«
Ein|faa|sung: die; - ; -en a) Rahmen b)
Zierrand um etw. herum »Die Einfas¬
sung des Brunnens ist aus Marmor.«
ein[fet|ten: feitest ein; fettetest ein; hast
eingefettet etw. mit Fett einreiben
Ein|fet|tung: die; ~ ; -en a) das Einfetten,
Einreiben mit Fett b) Fett, mit dem
etw. eingerieben wird, wurde
ein|feuch|ten: feuchtest ein; feuchtetest
ein; hast eingefeuchtet etw. mit Was¬
ser gut befeuchten »Mangelwäsche
muß man gut einfeuchten.«
e]nffeu|ern: feuerst ein; feuertest ein;
hast eingefeuert etw. beheizen; in etw.,
einem Ofen, Kamin ein (offenes) Feu¬
er produzieren
ein[fil|trie|ren —» ein(fil|t|rie|ren: fil¬
trierst ein; filtriertest ein; hast einfil¬
triert (ugs.J jmdn. etw. zwangsweise
trinken lassen
einffütfden, sich: findest dich ein; fan-
dfejst dich ein; hast dich eingefunden
an einen Ort kommen »Bis 20 Uhr
hatten sich alle Gäste eingefunden.«
ein|flan|ken: flankst ein; flanktest ein;
hast eingeflankt <Sport> a) ein Turnge¬
rät mit einer Flanke überqueren b)
den Ball mit einer Flanke zu einem
Punkt befördern
ein|flech|ten: flechtest ein; flochtest ein;
hast geflochten a) beim Flechten etw.
mit in das Material hineinbinden b)
(übertr.) etw. beiläufig (in einem Ge¬
spräch) erwähnen, sagen
e]n|fUe|gen: fliegst ein; flogfejst ein;
bist/hast eingeflogen a) hast ein Flug¬
zeug in ein Land, zu einem Ort brin¬
gen b) hast etw., jmdn. mit einem
Flugzeug o. ä. in ein anderes Land o.
ä. fliegen »Für den plötzlich erkrank¬
ten Sänger wurde ein Vertreter aus
Übersee eingeflogen, um die ausver¬
kaufte Vorstellung zu retten.« c) bist
zu einem Ort, in ein Gebiet, Land flie¬
gen
ein|flie|ßen: fließt ein; floß ein; ist einge¬
flossen —*atle Vergangenheilsfor¬
men mit ss<— 1 (Flüssigkeit) in etw.
fließen, gelangen 2 einflieBen lassen:
eine beiläufige Bemerkung machen
eln|flö|ßen: flößt ein; flößtest ein; hast
eingeflößt a) jmdm. etw. (gegen seinen
Willen) zu trinken geben b) jmdm.
(zwangsweise) seine Medizin geben
»Da er sich nicht bewegen konnte,
mußte ihm die Medizin eingeflößl wer¬
den.«
Ein|flö|ßung: die; - ; -en zwangsweise
Verabreichung von Flüssigkeit (z. B.
Medizin)
Ein]flug|loch: das; -(e)s; -löcher (Zoob
Öffnung in der Behausung von flie¬
genden Tieren, die als Ein- u. Auslaß
dient
E[n|flug|schnei|se: die; - / -n Landeweg
von Flugzeugen
Einffluß —> Einfluss: der; Einflusses;
Einflüsse Wirkung auf etw. od. jmdn.
Ein|fluS|be|neich —»- Einffluss|be|reich:
der; -(e)s; -e a) Gegend, in der jmd.
Einfluß hat b) gesellschaftliche Sphä¬
re, in der eine Person ihren Einfluß
geltend machen kann
Ein|fluB|nah)me —» Ein|ftuss|nah|me:
die; - ; -n das Einwirken auf etw. od.
jmdn.
e[n|fluß|reich —» ein|fluss|reich: Adj.
mächtig; von bedeutender Wirkung
Ein|flti|ste|ning —> Ein|flüs|ter|ung:
die; - ; -en 1 etw., was jmdm. ins Ohr
geflüstert wird 2 negative Einflußnah¬
me, Manipulation, die jmd. auf jmdn.
unauffällig ausübt
ein|for|dem: forderst ein; fordertest ein;
hast eingefordert berechtigterweise
(einen zustehenden Geldbetrag o. ä.)
von jmdm. haben wollen
E[n|forjde|rung: die; - ; -en Verlangen
nach einer Zahlung, Lieferung o. ä.
ein|för(mig: Adj. wenig abwechselnd,
abwechslungsreich; langweilig; im¬
mer gleich
286
eingehen/eingehn
G|n)förjmig|keit: die; - ; -en Monotonie,
mit der etw. geschieht, abläuft; Zu¬
stand ohne Abwechslung
ein|frie|den: friedest ein; friedetest ein;
hast eingefriedet ein Grundstück o. ä.
mit einem Zaun, einer Mauer, einer
Hecke umgeben
ein(frie|ren: frierst ein; fror(e)st ein;
hast (ist eingefroren 1 hast a) etw. zu
Eis werden lassen »Der Saft ist zu Eis
eingefroren.« b) Lebensmittel durch
Gefrieren haltbar machen »Das ein¬
gefrorene Gemüse bleibt frisch, bis es
aufgetaut wird.« 2 ist a) durch Frost
unbrauchbar werden »Die Wasserlei¬
tung ist eingefroren.« b) festfrieren
ein|fro|sten —* ein|fros(ten: frostest
ein; frostetest ein; hast eingefrostet a)
etw. zu Eis werden lassen b) Lebens¬
mittel durch Gefrieren haltbar ma¬
chen
Ein|fro|stung —► E]n|fros|tung: die; - ;
-en das Einfrosten, Einfrieren
e|n)füigen: fügst ein; fügtest ein; hast
eingefügt dazwischenschieben »ein
Wort einfügen«
Ein|fü|gung: die; - ; -en a) Hinzufügung
b) Einschub (in einen Text)
einjfüh|(en: fühlst ein; fühltest ein; hast
eingefühlt sich in das Seelenleben ei¬
nes anderen hineindenken, hineinver¬
setzen
ein{fühl|sam: Adj. das Seelenleben eines
anderen nachempfmden könnend;
feinfühlig, Syn.: sensibel
Ejnffühftung: die; - / - das Sicheinfühlen
in eine andere Person, ein Tier, einen
Kunstgegenstand usw.
E|n|fiih|lungs|ga|be: die; - ; - Fähigkeit,
sich in das Seelenleben einer anderen
Person, in einen Vorgang usw. einzu¬
fühlen
Ein|füh}lungs|veijmö|gen: das; -s; - Fä¬
higkeit, sich in das Seelenleben einer
anderen Person, in einen Vorgang
usw. einzufühlen
Ein|fuhr: die; - ; -en <Wirt.> Import von
Waren aus dem Ausland
Ein|fuhiibe|schei|ni|gung: die; - ; -en
<Wirt.> Zertifikat (des Zolls) über die
Einfuhr von Waren
Ein|fuhr|be|8chränjkung: die; - ; -en
<Wirt.> Begrenzung der Einfuhr von
ausländischen Waren
En|fuhr|be|stjm|mun|gen: die (PI.)
<Wirt.> Vorschriften, Bedingungen,
die für den Import gelten, unter denen
ausländische Waren eingeführt wer¬
den dürfen
Ein|fuhrjbe|wil|li|gung: die; ~ ; -en
<Wirt.> Erlaubnis für die Einfuhr, den
Import von Waren
eitt|füh|ren: führst ein; führtest ein; hast
eingeführt 1 <Wirt.> importieren; Wa¬
ren aus einem Land in ein anderes
bringen »Bananen einführen« 2 jmdn.
bekanntmachen mit Personen, einer
Sache od. einem Fachgebiet »Er
führte sie in die Filmwelt ein.« 3 etw.
in eine Körperöffnung schieben 4 eine
Neuerung bringen »Letztes Jahr wur¬
de in unserer Firma die 4-Tage-Woche
eingeführt.«
Ein|fuhr|ge|neh|mi|gimg: die; - ; -en
<Wirt.> Erlaubnis für die Einfuhr, den
Import von Waren
Ein|fuhr)ha|fen: der; -s; -häfen <Wirt.>
Importhafen; (See-)Hafen, in dem
eingeführte Waren eintreffen u. ge¬
löscht werden
Ein|fuhrjkon|tm|gent: das; -(e)s; -e
<Wirt.> vom Staat festgelegte Menge
an Waren, die eingeführt werden darf
Ein|fuhr]li|zenz: die; * ; -en <Wirt.> Im¬
porterlaubnis für Waren
Eintfuhr|sper|re: die; - ; -n <Wirt.> vom
Staat ausgesprochenes Verbot für Im¬
porte
Einjfiih|rung: die; - ; -en 1 Einleitung in
ein Thema »Vor der Premiere gab es
eine Einführung in das neue Theater¬
stück.« 2 a) Beginn einer neuen Vor¬
gehensweise o. ä. »Seil der Einführung
des neuen Gesetzes werden die Verfah¬
ren zügiger durchgeführt.« b) Beginn
einer neuen Tätigkeit, zu der jmd. an¬
geleitet wird
Ein|füh|nmgs|preis: der; -es; -e beson¬
ders günstiger Verkaufspreis eines
neuen Produktes
Ein|füh|rungs|vorjtrag: der; -fejs; -vor¬
trüge Vortrag, der als Einleitung einer
folgenden Reihe von wissenschaftli¬
chen Vorträgen, Veranstaltungen
dient
Einffuhr|ver]bot: das; -(e)s; -e Untersa¬
gung eines Warenimportes durch den
Staat
Ein|fuhr|zoll: der; -(e)s; -zolle an den
Staat zu entrichtende Gebühr bei der
Einfuhr von Waren
ejn|füi|len: füllst ein; fülltest ein; hast
eingefüllt etw. in ein Behältnis schüt¬
ten od. hineingießen
Einjfüll|öff|nung: die; * ; -en Öffnung an
einem Behältnis, durch die etw. hin¬
eingeschüttet werden kann
Ein|füll|stut)zen: der; -s; ~ a) Öffnung
an einem Behältnis zum Hineinschüt¬
ten von etw. b) Rohr, durch das etw.
in einen Behälter geschüttet wird
Eing.: Abk. 1 Eingabe 2 Eingang
Ein|ga|be: die; * ; -n 1 schriftlicher An¬
trag »Ich machte eine Eingabe beim
Finanzamt.« 2 <EDV> (das Eingeben
von) Daten, die einem Computer o. ä-
zugeführt werden
Ein|ga|be|da|ten: die (PI.) <EDV> Da¬
ten, die ein Computer aufnimmt, die
ein Rechner als Datenbasis erhält
Ein(ga|be|ge|rät: das;-(e)s; -e Teil eines
Rechners, mittels dessen Daten auf¬
genommen, in das Daten eingegeben
werden können
E|n|gang: der; -(e)s; -gange 1 Stelle,
durch die man in ein Gebäude, Anwe¬
sen usw. geht 2 Eintreffen » Wir bestä¬
tigen den Eingang Ihres Schreibens.«
Ant.:<l> Ausgang
ein|gän|gig: Adj. 1 <Me!odie> so beschaf¬
fen, daß man sie leicht behalten kann
»Dieses eingängige Lied wird zu einem
Ohrwurm werden.« 2 gut nachvoll¬
ziehbar u. einleuchtend
Ein[gän)gig|keit: die; - ; - das Eingän¬
gigsein; Eigenschaft, leicht verständ¬
lich u. merkbar zu sein
ein|gangs: Adv. u. Pr'äp. mit Gen. zu Be¬
ginn (einer Rede o. ä.) »Wie ich be¬
reits eingangs bemerkte, stimme ich
dieser Aussage nicht zu.«
Ein|gangs|be|stä|ti|gung: die; - ; -en
Empfangsbestätigung für Waren
Ein|gang$|buch: das; -fe)s; -bücher
Buch einer Firma, in dem Waren,
Rechnungen, allgemeine Post usw. re¬
gistriert werden
Eln|gangs(da|tum: das; -s; -daten Tag,
Datum, an dem ein Auftrag o. ä. an¬
gekommen, eingegangen ist
Ein|gangs|hal|le: die; - ; -n a) Foyer ei¬
nes größeren Gebäudes b) Eingangs¬
bereich in einer Villa od. einem
Schloß
Ein|gangs|stem|pel: der; -s; - Stempel
(aufdruck), der den Empfang, das
Eingangsdatum festhält
Ein|gangs|stro|phe: die; - ; -n <Litera-
tunviss.) die einleitende, erste Strophe
eines Liedes od. Gedichtes
§in|gangs|tag: der; -(e)s; -e bestimmter
Tag, an dem die Post, die Ware usw.
angekommen ist, geliefert werden soll
Ein|gangs|tür. die; ~ ; -en Haustür,
Wohnungstür, durch die man in ein
Haus od. eine Wohnung gelangt
Ein|gangs|veijmerk: der; -(e)s; -e Hin¬
weis auf einem Schriftstück, Liefer¬
schein o. ä., daß u. wann etw. einge¬
gangen ist
Ein|gangs|wort: das; -(e)s;-e kleine Re¬
de, die zu Beginn eines Vortrages, ei¬
ner Veranstaltung o. ä. gehalten wird
ein|ge|ben: gibst ein; gab(e)st ein; hast
eingegeben 1 dafür sorgen, daß jmd.
seine Medizin einnimmt 2 ein Gesuch,
einen Antrag einreichen 3 <EDV> Da¬
ten in einen Computer eintippen, ein¬
füttern
ein|ge|bil|det: Adj. 1 im Wesen, vom
Charakter hochmütig u. arrogant;
von der eigenen Person zu sehr über¬
zeugt »Ich spreche mit dieser eingebil¬
deten Ziege kein Wort mehr.« 2 nicht
wirklich existierend; nur in der Vor¬
stellung vorhanden
Ein|ge|bin|de: das; -s; - <Religion> [ver¬
altet.] Patengeschenk
ein|ge|bo[ren: Adj. n. stg. a) in einer be¬
stimmten Gegend ansässig b) [veralt.]
einem Naturvolk angehörend
Ein{ge|bo|re|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Eingeborener;
eine Eingeborene; zwei Eingeborene)
Person, die zu den Ureinwohnern ei¬
nes Landes gehört
Ein|ge|bung: die; ~ / -en plötzlicher Ein¬
fall
einjge|denk: Adv. sich erinnernd; ange¬
sichts einer vergleichbaren Situation
ein)ge|fah|ren: Adj. zur Gewohnheit ge¬
worden
eln]ge|faljlen: Adj. (im Gegensatz zu ei¬
nem früheren Zustand) eine Wölbung
nach innen, unten aufweisend »Die
alte Frau hatte eingefallene Wangen.«
ein|ge|fleischt: Adj. eingefleischter; ein¬
gefleischteste in den Gewohnheiten
eingefahren u. nicht veränderbar »Er
ist ein eingefleischter Junggeselle.«
ein|ge|(ührt: Adj. n. stg. bereits bekannt,
von jmdm. präsentiert, als gültig zur
Kenntnis gegeben
ein|ge(hen/«in|gehn: gehst ein; gin-
g(e)st ein; bist eingegangen 1 ankom¬
men »Der Brief ist eingegangen.« 2 a)
<Tiere; Pflanzen) sterben b) [ugs.] etw.
nicht aushalten können »Ich gehe vor
Hitze ein.« 3 einlaufen; bei der Wä¬
sche kleiner werden »Dieses Material
geht beim Waschen ein.« 4 auf etw.
reagieren; etw. Aufmerksamkeit zu¬
kommen lassen »auf den Antrag
287
eingehend
entgehen« 5 sich an etw. binden »die
Ehe, einen Vertrag entgehen« 6 einge¬
hen wie eine Primel: [ugs.] aufgrund
schlechter äußerer Bedingungen ster¬
ben, zugrunde gehen
ein|ge|hend: Adj. sorgfältig u. intensiv
ein|gehn/ein|ge|hen: gehst ein; gin-
g(e)st ein; bist eingegangen 1 ankom¬
men »Der Brief ist eingegangen.« 2 a)
(Tiere; Pflanzen) sterben b) [ugs.] etw.
nicht aushalten können »Ich gehe vor
Hitze ein.« 3 einlaufen; bei der Wä¬
sche kleiner werden »Dieses Material
geht beim Waschen ein.« 4 auf etw.
reagieren; etw. Aufmerksamkeit zu-
kommeh lassen »auf den Antrag
entgehen« 5 sich an etw. binden »die
Ehe, einen Vertrag eingehen« 6 ein¬
gehn wie eine Primel: [ugs.] aufgrund
schlechter äußerer Bedingungen ster¬
ben, zugrunde gehen
ein|ge[keilfc Adj. 1 <räumlich> a) befe¬
stigt mit einem Keil b) zwischen zwei
od. mehr Gegenständen eingeklemmt
2 <übertr.> in Bedrängnis gebracht
Ein(ge|koch(te: das; -n; - (o. Art. u. bei
Mengenangabe: Eingekochtes) durch
Einkochen Eingemachtes, haltbar
Gemachtes
ein]ge|legfc Adj. n. stg. a) in eine Mari¬
nade, Soße zur Zubereitung gelegt,
getan b) in ein Material eingefügt »In
den Tisch war ein Schachbrettmuster
eingelegt.«
Ein|ge|mach|te: das; -n; - (o. Art. u. bei
Mengenangabe: Eingemachtes) 1 ein¬
gekochtes Obst, Gemüse »Das Einge¬
machte hält bei uns immer nur wenige
Wochen.« 2 a) [ugs.] (für den Notfall
zusammengetragene) Ersparnisse b)
ans Eingemachte gehen: [ugs.] an
die Reserven, Substanz, das Gesparte
gehen (müssen) »Mein Konto ist leer,
jetzt muß ich ans Eingemachte gehen.«
ejn|ge|mein|den: gemeindet ein; gemein¬
dete ein; hat eingemeindet (Pol.) in
eine größere Gemeinde, Stadt einglie¬
dern »Rheinhausen wurde 1975 nach
Duisburg eingemeindet.«
Ejnjge|mein|dung: die; -; -en <Pol.> Auf¬
nahme einer kleinen Stadt, Gemein¬
de, eines Dorfes in eine verwaltungs¬
technisch größere Gemeinde
ein|ge|nom|men: Adj. 1 als Geldsumme
o. ä. von Kunden erhalten, bekom¬
men 2 eine von sich eingenommene
Person: eine eingebildete, arrogante
Person
ein|ge|pfercht: Adj. n. stg. a) in einen
(zu) engen Raum eingesperrt b) von
einer Begrenzung umgeben
ein(ge|schlech|tig: Adj. n. stg. <Bot.> nur
eingeschlechtliche Merkmale aufwei¬
send,Ant.: zwittrig
ein|ge|schnappt: Adj. eingeschnappter;
eingeschnappteste 1 n. stg. durch Ein¬
schnappen (in ein Schloß) verschlos¬
sen 2 <Person> beleidigt
e]n|ge|schos|sig: Adj. n. stg. nur eine
Etage aufweisend »Die Häuser wer¬
den in eingeschossiger Bauweise er¬
richtet.« Ant.: zwei-, dreigeschossig
usw.; mehrgeschossig
ein|ge|schränkt: Adj. eingeschränkter;
eingeschränkteste a) reduziert; verrin¬
gert b) in seiner Freiheit beengt
Em|gejschränkt|heit: die; - ; -en das
Eingeschränktsein, Beengtsein in sei¬
nerfreien Entfaltung
ejn|gejschrie|ben: Adj. n. stg. 1 (Post¬
sendung) per Einschreiben geschickt
2 in eine offizielle Liste eingetragen
(z. B. als Student einer Universität)
ein|ge|schwo|ren: Adj. sich zu einer Sa¬
che verpflichtet habend; gegenseitig
füreinander eintretend
ein|gejses|sen: Adj. seit sehr langer Zeit
an einem Ort lebend
ein|ge|spielt: Adj. n. stg. 1 (mehrere Per¬
sonen) aufeinander abgestimmt; auf
jmdn. gut eingestellt
e|n|ge|sprun|gen: Adj. n. stg. 1 (Sport)
mit einem Sprung eine Turnübung
einleitend 2 für jmdn. eine Aufgabe
übernommen habend
ejn|ge[stan|de|ner|maj6en: Adv. zuge¬
gebenermaßen; ehrlich gestanden
Einjge|ständ|nis: das; -ses; -se Zugeben
einer Schuld o. ä.
ein|ge|ste|hen: gestehst ein; gestan-
d(e)st ein; hast eingestanden zugeben
»Er hat seinen Irrtum eingestanden.«
ein|ge|stellt Adj. n. stg. 1 eine be¬
stimmte technische Einstellung auf¬
weisend »Die Heizung ist zu niedrig
eingestellt.« 2 eine bestimmte Mei¬
nung, emotionale Haltung vertretend
ein|ge|stri)chan: Adj. n. stg. (Musik;
Tom in der mittleren Höhenlage des
Notensystems liegend u. mit einem
senkrechten Strich od. der Zahl eins
gekennzeichnet
ein[ge|tra|gen: Adj. n. stg. (Rechtsw.)
eine rechtsgültige Eintragung in ein
amtliches Register aufweisend
ein|ge|wach|sen: Adj. 1 in die Haut o.
ä. hineingewachsen u. deshalb nicht
gut zugänglich 2 (Park; Garten) mit
alten Bäumen u. Büschen bewachsen
Ein|ge|weck|te: das; -n; - (o. Art. u. bei
Mengenangaben: Eingewecktes) das
Eingemachte; eingemachtes Obst od.
Gemüse
Ein|ge|wei(de: das; -s; - (m. PL) Inne¬
reien; innere Organe eines Lebewe¬
sens
Ein|ge|wei|de|bruch: der; -(e)s; -bräche
(Med.) Heraustreten von Eingewei-
den in eine Wölbung des Bauchfells
Bn|ge|wei|de(wurm: der; -(e)s; -wär¬
mer (Med.; Zool.) Wurm, der sich im
Verdauungstrakt von Menschen u.
Tieren aufhält
ein|ge|wöh|nen, sich: gewöhnst dich ein;
gewöhntest dich ein; hast dich einge¬
wöhnt sich an eine neue Situation an¬
passen
Ein|ge|wöh|nung: die; - ; -en Phase der
Einstellung auf eine neue Situation
einlge|zah1t: Adj. n. stg. als Geldsumme
in eine Kasse, für einen Zweck be¬
zahlt
ein|ge|zo|gen: Adj. n. stg. 1 (Bankw.)
von einem Geldinstitut aufgrund ei¬
ner Einzugsgenehmigung von einem
Konto abgebucht 2 [geh.] ein zurück¬
gezogenes Leben führend
ein|gie|ßen: gießt ein; gossest ein; hast
eingegossen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss<— ein Getränk in ein
Glas, eine Tasse schütten »Gieß mir
bitte noch (eine Tasse) Kaffee ein.«
Ant.: ausgießen
em|gip)sen: gipst ein; gipstest ein; hast
eingegipst (Med.) etw. in Gips legen
»Sein gebrochenes Bein mußte einge¬
gipst werden.«
ein|glei|sig: Adj. n. stg. 1 (Bahn) nur ei¬
nen Gleisstrang aufweisend »Auf der
eingleisigen Bahnstrecke kommt es
häufig zu Verspätungen.« 2 (übertr.)
sich nur eine Möglichkeit offenhal¬
tend; nur eine Sache nutzend, gelten
lassend »Meiner Meinung nach den¬
ken Sie hier (zu) eingleisig.« Ant.: d;
2> zweigleisig; mehrgleisig
efn|glie|dern: gliederst ein; gliedertest
ein; hast eingegliedert etw. od. jmdn.
integrieren, aufnehmen
Ein|glie|de|rung: die; - ; -en Aufnahme,
Integration in ein bereits bestehendes
Ganzes »Die Eingliederung des neuen
Schülers in die Klassen war anfangs
etw. schwierig.«
ein|gre|ben: gräbst ein; grub(e)st ein;
hast eingegraben a) etw. im Erdboden
versenken b) eine Inschrift in einen
Stein meißeln c) (übertr.) [ugs.] sich
ausgrenzen, zurückziehen
Ein|gra|bung: die; - ; -en a) das (Sich-)
Eingraben b) etw., was eingegraben
wird
ein|grätjschen: grätschst ein; grätsch¬
test ein; hast eingegrätscht (Sport) a)
die Hand von einem Turngerät kurz
lösen, um mit einem Bein über das
Turngerät hinweggrätschen zu kön¬
nen b) mit gegrätschten, geöffneten
Beinen beim Fußball(foul) in die
Beine des Gegners rutschen
ein|gra|vie|ren: gravierst ein; graviertest
ein; hast eingraviert in Metall, Glas,
hartes Material ritzen
Ein[gra|vie|rung: die; - ; -en a) das Ein¬
gravieren, Einritzen in hartes Materi¬
al b) Gravur, Einritzung als Ergebnis
von(a)
ejn|grei|fen: greifst ein; griff(e)st ein;
hast eingegriffen dazwischentreten;
sich einmischen u. versuchen, Schlim¬
mes bzw. Schlimmeres zu verhindern
ein|gren|zen: grenzt ein; grenztest ein;
hast eingegrenzt a) etw. mit einer
Grenze versehen b) etw. einengen
»Die Themen des Vortrages mußten
eingegrenzt werden.«
Ein|gren|zung: die; - ; -en das Eingren¬
zen, Eingegrenztwerden
E|n|griff: der; -(e)s; -e 1 (unberechtiges)
Eingreifen in bestehende Verhältnisse
od. Vorgänge 2 (Med.> Operation
»Der Arzt riet zu einem schnellen
Eingriff.« 3 Vorrichtung, Öffnung,
durch die man in etw. hineingreifen
kann
Ein|griffs|mög|lich|kert: die; - ; -en
Chance, in etw. einzugreifen
e|n|grup|pie|ren: gruppierst ein; grup¬
piertest ein; hast eingruppiert etw.,
jmdn. in eine Gruppe, Klasse einord¬
nen
einpiacken (ein|hak|ken —» ein|ha|-
cken): hackst ein; hacktest ein; hast
eingehackt 1 wiederholt auf auf etw.
od. jmdn. hacken, (mit einem Werk¬
zeug) einschlagen »Der Mann hackte
auf den Holzklotz ein.« 2 (übertr.)
jmdn. wiederholt od. dauernd angrei¬
fen
ein[ha|ken: hakst ein; haktest ein; hast
eingehakt 1 an einer Öse, einem Ha-
288
Einjährige
ken befestigen 2 <übertr.> einen Ein¬
wand machen »An einigen Stellen des
Referats hakte der Professor ein.«
ein|ha|ken, sich: hakst dich ein; haktest
dich ein; hast dich eingehakt seinen
Arm mit dem Arm von jmdm. ver¬
schränken »Das Pärchen hatte sich
eingehakt u. spazierte fröhlich davon.«
Ein|halt: in der Wendung jmdm., einer
Sache Einhalt gebieten, tun: jmdn.
daran hindern, etw. zu tun; etw. in
seinem Fortgehen verhindern; verhin¬
dern, daß etw. geschieht, weiterge¬
führt wird
ein|hal(ten: hältst ein; hiett(e)st ein; hast
eingehalten 1 a) etw. befolgen, genau
beachten b) [veralt] aufhören, etw. zu
tun 2 <Schneiderei> etw. enger machen
»Die Schneiderin soll das Bündchen
etw. enthalten.«
Ein|hal|tung: die; - ; -en einer genauen
Vorgabe (meist zeitlich od. räumlich)
folgen
ein|häm[mern: hämmerst ein; hämmer¬
test ein; hast eingehämmerl 1 etw. mit
einem Hammer in etw. hineinschla¬
gen 2 [ugs.j intensiv lehren; dafür sor¬
gen, daß jmd. etw. nicht vergiß
ejn|han|deln, sich: handelst dir ein; han¬
deltest dir ein; hast dir eingehandelt
[ugs.] 1 die negative Folge einer
Handlung zu tragen, selbst zu verant¬
worten haben »Diese Strafarbeit hast
du dir selbst eingehandelt.« 2 eine In¬
fektionskrankheit bekommen
ein|hän|dig: Adj. n. stg. mit nur einer
Hand
Ein|hän|di|gung: die; -; - [geh.] Aushän¬
digung, Übergabe von etw.
Ein(handjseg|ler: der; -s; - <Sport> 1
Sportsegler, der ein Segelboot allein
segelt 2 Segelboot, das von nur einem
Segler gesegelt werden kann
eln|hän|gen: hängst ein; hängtest ein;
hast eingehängt 1 etw. in die dafür
vorgesehene Haltevorrichtung brin¬
gen 2 ein Telefongespräch beenden,
indem man den Hörer einhängt 3 sich
bei jmdm. einhaken
gin|hau|chen: auchen hauchst ein;
hauchtest ein; hast eingehaucht nur in
der Wendung Leben einhauchen: eine
Sache zum Funktionieren bringen,
mit Leben erfüllen
ejn|hau|en: haust ein; hautest ein; hast
eingehauen [ugs.] 1 a) etw. in einen
Stein hineinschlagen b) einen Nagel
o. ä. in eine Wand schlagen 2 etw. zer¬
stören 3 auf jmdn. eindreschen; jmdn.
verprügeln
ein|häu|sig: Adj. n. stg. <Bot.> sowohl
männliche als auch weibliche Ge¬
schlechtsmerkmale aufweisend
ein|he]ben: hebst ein; hob(e)st ein; hast
eingehoben in eine Halterung einhän¬
gen
ein|hef)ten: heftest ein; heftetest ein;
hast eingeheftet 1 in einen Hefter ein¬
ordnen »Ich werde die Unterlagen in
den Ordner einheften.« 2 <Schneiderei>
etw. festnähen
ejn|hel|misch: Adj. an einem Ort, in ei¬
nem Land zu Hause u. mit den Ver¬
hältnissen vertraut
Ein]hei|mi[sche: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Einheimi¬
scher; eine Einheimische; zwei Einhei¬
mische) Person, die aus einer be¬
stimmten Gegend stammt u. auch
dort lebt
ejn|heim|sen: heimst ein; heimstest ein;
hast eingeheimst [ugs.] in größerer
Menge bekommen »Er hat für die Ar¬
beit viel Lob eingeheimst.«
ein|hei|ra|ten: heiratest ein; heiratetest
ein; hast eingeheiratet durch Heirat
Mitglied einer Familie werden
Ein|heit: die; - ; -en 1 Ganzes; Geschlos¬
senheit »Diese beiden Teilbände bilden
eine Einheit.« 2 polizeiliche od. militä¬
rische Truppe 3 zugrundegelegtes
Maß zur Bestimmung von etw.
ein|heit|llch: Adj. 1 übereinstimmend
»Es muß eine einheitliche Regelung ge¬
funden werden.« 2 zusammenhängend
»Die Einführung einer einheitlichen
Währung wird noch in diesem Jahr¬
zehnt angestrebt.«
Ejn|heit|lich|keit: die; - ; -en (PI. s.) Un-
terschiedslosigkeit; gleiche Beschaf¬
fenheit
Ein|heHs|frorrt: die; - ; -en <Pol.; Mi)it.>
Zusammenschluß mehrerer Gruppen,
die gemeinsam ein politisches, militä¬
risches Ziel erreichen wollen
Ein|heHs|ge|werk|schaft: die; • ; -en
<Wirt> Gewerkschaft, die für alle Ar¬
beitnehmer zuständig ist
Ein|heitsjkurz|schrift: die; - ; - eine Ste¬
nographieschrift; Verbindung der
Gabelsberger Kurzschrift mit der von
Schulze-Schrey
Ein|heits|maß: das; -es; -e genormtes
Maß
Ein|heits|parjtei: die; ~; -en <Pol.> politi¬
sche Partei, die alle politischen Strö¬
mungen in einem Staat in sich auf¬
nimmt, so daß keine anderen Parteien
mehr bestehen
Ein|helts|preis: der; -es; -e allgemein
festgelegter u. akzeptierter Preis für
eine Ware
Einjheits|staab der;-(e)s; -en <Pol.> von
einer Zentralgewalt gelenkter, nicht
pluralistisch organisierter Staat
Ein[heits|ta|rif: der; -(e)s; -e allgemein
gültiger, einheitlicher Tarif
Ein|heits|wert der; -(e)s; -e <Rechtsw.>
rechtlich festgelegter, weit unter dem
Verkehrswert liegender Wert für eine
Immobilie (der bei einigen Steuerbe¬
rechnungen o. ä. zugrundegelegt
wird)
ein|hei|zen: heizt ein; heiztest ein; hast
eingeheizt 1 einen (Kohle-)Ofen in
Gang bringen, betätigen u. somit
Wärme erzeugen »Im Schlafzimmer
muß noch eingeheizt werden.« 2 [ugs.]
jmdn. unter Druck setzen, zur Eile
an treiben
oin|hel(fen: hilfst ein; half(e)st ein; hast
eingeholfen jmdn. unterstützen, z. B.,
indem man etw. souffliert o. ä.
e[n|hel|lig: Adj. n. stg. ohne Ausnahme
übereinstimmend; einstimmig
Ein|hel|lig|keit: die; - ; - Einstimmigkeit
bezüglich eines Entschlusses, einer
Meinung
efn|herjge|hen: geht einher; ging einher;
ist einhergegangen 1 einen Weg ent¬
langkommen 2 gleichzeitiges Auftre¬
ten von mehreren Erscheinungen
ein|hie|ven: hievst ein; hievtest ein; hast
eingehievt [seemannssprl.] etw. zu sich
hereinziehen
ein[hjn: Adv. [österr.] hinein
ein|ho|len: holst ein; holtest ein; hast ein¬
geholt 1 jmdn. erreichen, der einen
Vorsprung hat; zu jmdm. aufschlie¬
ßen » Wir werden die Freunde bald ein¬
geholt haben.« 2 zu sich heranziehen
(u. Zusammenlegen) »Die Fischer hol¬
ten die Netze wieder ein.« 3 [ugs.;
landsch] (Lebensmittel) einkaufen
Ein|hol|netz: das; -es; -e [ugs.; landsch.]
Einkaufsnetz
ein|hö|ren, sieh: hörst dich ein; hörtest
dich ein; hast dich eingehört etw.
durch mehrfaches Hören verstehen;
sich etw. durch längeres Hören ver¬
traut machen
Ein|horn: das; -(e)s; Einhörner <Mytho¬
logie» Fabelwesen in der Gestalt eines
Pferdes mit einem Horn in der Mitte
der Stirn
Ein|hu)fen der; -s; - Gattung der Pferde
ein|hu|fig: Adj. n. stg. mit nur einem Huf
an jedem Fuß
ein[hül|len: hüllst ein; hülltest ein; hast
eingehüllt etw. durch eine Umhüllung
verstecken
Ein|hül(lung: die; - ; -en a) das Einhül¬
len, Einpacken in etw. b) etw., womit
etw. eingehüllt wurde
ein|hun|dert: Kardinalzahl (Zahlwort
=) 100; kleinste dreistellige Zahl
ei|nig: Adj. einverstanden; übereinstim¬
mend; einer Meinung seiend
ei|nig-: Indefinitpron. u. unbestimmes
Zahlwort 1 einiger; einige; einiges
(mit pluraler Bedeutung) unbe¬
stimmte, kleinere Menge von etw.
Sie wußte einiges.« 2 einige mehr als
zwei, aber nicht viele »einige Fragen«
3 ziemlich viel »Das Hochwasser rich¬
tete einigen Schaden an.«
ein]igeln, sich: igelst dich ein; igeltest
dich ein; hast dich eingeigell 1 <igel>
sich zu einer Kugel zusammenkrüm¬
men 2 a) <übertr.> sich verkriechen,
zurückziehen b) <Milit> sich in einer
Verteidigungsstellung einrichten
ei|ni(ge|mal: Adv. nicht häufig; wenige,
einige Male
ei|ni|gen, sich: einigt euch; einigtet euch;
habt euch geeinigt eine Einigung tref¬
fen; Übereinkommen »Wir einigten
uns auf 1000 DM Miete. ♦ Ich einigte
mich gütlich mit ihr.«
ej|ni]ger]ma|ßen: Adv. halbwegs (zu
akzeptieren) »Ich habe mich einiger¬
maßen erholt.«
Ei|nig|keit: die; - ; -en Übereinstim¬
mung hinsichtlich einer Frage
B|ni|gung: die; - ; -en Erzielung einer
Übereinstimmung in einer Meinung,
Frage
E||ni|gungs]be]stre|bung: die; ~ / -en
Wille, Bemühung, in einer Frage
übereinzukommen
ein|imp|fen: impfst ein; impftest ein; hast
eingeimpft 1 jmdm. einen Impfstoff
mit einer Spritze o. ä. verabreichen 2
[ugs.] jmdm. durch ständige Wieder¬
holungen etw. bei bringen, nahebrin¬
gen
ein|ja|gen: jagst ein; jagtest ein; hast
eingejagt 1 jmdm. Angst o. ä. einflö¬
ßen 2 jmdn. zur Jagd anlernen
einph|rig: Adj.n. stg. ein Jahr alt
Ein|jäh|ri|ge: das; -n; - [veralt] mittlere
Reife; Fachoberschulreife
Ein|jöh|ri|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Einjähriger; eine
289
einkalkulieren
Einjährige; zwei Einjährige) 1 einjäh¬
riges Kind, Tier 2 nur männl. Form
[hist.] Soldat, der auf Grund seiner
schulischen Bildung nur ein Jahr die¬
nen mußte
e|n|kal|ku|lie|ren: kalkulierst ein; kalku¬
liertest ein; hast einkalkuliert a) etw.
(Unvorhergesehenes) mit in Betracht
ziehen b) etw. mit in eine Rechnung
einbeziehen
Ein|kam|mer|sy|stenn —» Ein|kam|-
mer|sy|s|tem: ~ das; -(e)s; -e
«Rechtsw.; Pol.» Verfassungssystem,
bei dem die Legislative aus nur einer
Kammer besteht
Ein|kap|se|lung/Ein|kaps|lung: die; - ;
-en 1 Verschluß, Sichverschließen in
einer engen Hülle 2 das (gesellschaft¬
liche) Sichzurückziehen »Seine Ein¬
kapselung ist schwer zu verstehen.«
Ein|ka|rä|ten der; -s; - Edelstein mit ei¬
nem Gewicht von einem Karat, zwei
Gramm
«in|ka|rä|tig: Adj. n. stg. von einem Ka¬
rat; zwei Gramm Gewicht habend
ein|kas|sie|reri: kassierst ein; kassiertest
ein; hast einkassiert 1 eine Geldsum¬
me in Empfang nehmen 2 [ugs.] etw.
ohne Genehmigung in seinen Besitz
bringen 3 [ugs.] jmdn. verhaften
Ein|kas|sie|rung: die; ~ ; -en a) Vorgang
des Einkassierens b) etw., was einkas¬
siert, in Empfang genommen wird
Einjkauf: der; -(e)s; Einkäufe 1 einge¬
kaufte Ware »Ich habe die Einkäufe
im Schrank verstaut.« 2 Vorgang des
Einkaufens »Beim Einkauf sollte man
immer auf Preis u. Qualität achten.« 3
<Wirt.> Abteilung einer Firma, die für
den Einkauf von Waren od. Ver¬
brauchsmaterial usw. zuständig ist
ein|kau|fen: kaufst ein; kauftest ein; hast
eingekauft etw. in einem Geschäft
käuflich, gegen Geld erwerben
ein|kau|fen, sich: kaufst dich ein; kauf¬
test dich ein; hast dich eingekauft
<Wirt.) sich eine Mitgliedschaft, Betei¬
ligung in einem Verein, einer Firma o.
ä. kaufen
Ein|käu|fer der; -s; ~ weibl. EJn|käujfe|-
rin: die; - ; -nen Angestellte(r) eines
Unternehmens, der/die beruflich Wa¬
renvorräte beschaffen, ergänzen muß
Ejn|kaufs|ab|tei|lung: die; - ; -en [kauf-
mannssprl.] Bereich, Abteilung einer
Firma, die sich um den Einkauf küm¬
mert
Ein|kaufs|be|din|gung: die; - ; -en a)
festgelegte Regel, die beim Einkauf
einzuhalten ist b) n. PI. Möglichkeit,
seine Einkäufe zu erledigen
Ein|kaufs|beu|tel: der; -s; - Tragetasche
zum Einkäufen, Transportieren der
Einkäufe
Ein|kaufs|bum|mel: der; -s; - Spazier¬
gang, bei dem in Geschäften (ziellos,
ohne besondere Wünsche) Waren an¬
gesehen, gekauft werden
Ein|kaufs|cen|ter das; -s; - Gebäude¬
komplex, der eine große Anzahl von
dicht beieinanderliegenden Geschäf¬
ten enthält, Syn.: Einkaufszentrum
Ein|kaufs|netz: das; -es; -e durchbro¬
chene Tasche zum Einkäufen, Trans¬
portieren der Einkäufe
Ein|kaufs[preis: der; -es; -e Preis, zu
dem Geschäfte ihre Waren einkaufen;
Großhandelspreis
Ün|kaufs|quel|le: die; - ; -n Geschäft o.
ä., in dem man Waren (günstig) bezie¬
hen kann
Ein|kaufs|ta|sche: die; - ; -n Tasche
zum Verstauen, Transportieren von
eingekauften Waren
Ein|kaufs|wa|gen: der; -s; - a) auf ei¬
nem Gestell mit Rädern befestigter
Drahtkorb, in dem man die zu kau¬
fenden Waren durch das Geschäft be¬
fördert b) auf einem Gestell mit Rä¬
dern befestigte hohe Einkaufstasche
Ein|kaufs|zen|trum —> Ein|kaufs|zen|-
t|rum: das; -s; -Zentren große Anzahl
von Geschäften, die dicht beieinan¬
der, in einem Gebäudekomplex lie¬
gen, Syn. Einkaufscenter
Ein|kehn die; • ; -1 Rast in einem Gast¬
haus o. ä. 2 «meist Religion» stilles
Nachdenken; Selbstprüfung; Selbst¬
besinnung »Er hielt Einkehr.«
ein|keh|ren: kehrst ein; kehrtest ein; bist
eingekehrt 1 ein Lokal, Restaurant
besuchen 2 eintreten; sich ereignen
»Nach dem Lärm kehrte endlich wie¬
der Ruhe ein.«
ein|kei|len: keilst ein; keiltest ein; hast
eingekeilt 1 etw. mit einem Keil blok-
kieren 2 jmdn. einklemmen »Wir wa¬
ren in dem überfüllten Bus eingekeilt.«
3 <übertr.> jmdn. in die Enge treiben,
so daß er nicht mehr entkommen
kann
ein|kel|lem: kellerst ein; kellertest ein;
hast eingekellert «meist Lebensmittel»
(für den Winter) im Keller einlagern
Ein|tol|le|rungs|kaijtof|fel: die; - / -n la¬
gerungsfähige Kartoffel, die zum Ein-
kellem geeignet ist
ein|ker|ben: kerbst ein; kerbtest ein; hast
eingekerbt eine Kerbe in etw., z. B.
Holz, hineinschneiden
Ejn|ker]bung: die; ~ ; -en eingekerbte
Stelle; Kerbe
ein|ker[kern: kerkerst ein; kerkertest
ein; hast eingekerkert jmdn. einsper¬
ren, verhaften, ins Gefängnis bringen
Ein|ker|ke|rung: die; - ; -en das Einker¬
kern, Einsperren
ein|k«s|seln: kesselst ein; kesseltest ein;
hast eingekesselt <Milit.» die gegneri¬
sche Armee in einem bestimmten Ge¬
biet umzingeln
ein|kla|gen: klagst ein; klagtest ein; hast
eingeklagt «Rechtsw.» bei Gericht ei¬
nen Anspruch geltend machen
ein|klam|mern: klammerst ein; klam¬
mertest ein; hast eingeklammert etw.
in Klammem setzen
Ein|klang: der; -(e)s; - 1 «Musik» har¬
monischer Gleichkiang mehrerer
Stimmen od. Instrumente 2
Meinungsübereinstimmung zwischen
mehreren Personen, Syn: Harmonie
ein|klap|pen: klappst ein; klapptest ein;
hast eingeklappt etw. zusammen- od.
hochklappen
ein|kla|rie|ren: klarierst ein; klariertest
ein; hast einklariert [seemannnssprl.]
beim Einlaufen in den Hafen durch
den Zoll u. die Hafenbehörde abge-
fertigen lassen
Ein|klas|sen|schu|le: die; - ; -n Schule,
in der alle Schüler in einem Raum
gleichzeitig unterrichtet werden
e[n|klas|sig: Adj. n. stg. mit nur einer
Klasse
ein|kle|ben: klebst ein; klebtest ein; hast
eingeklebt etw. mit Hilfe von Kleb¬
stoff in etw. befestigen
ein|klei|den: kleidest ein; kleidetest ein;
hast eingekleidet jmdn. mit neuer
Kleidung ausstatten »Ihre Großmut¬
ter kleidete sie jedes Frühjahr neu ein.«
ein|klei|stern —> ein|kleis|tem: klei¬
sterst ein; kleistertest ein; hast einge¬
kleistert etw. mit Kleister versehen,
um es zu befestigen »Bevor die Tape¬
ten an die Wand kommen, müssen sie
eingekleistert werden.«
ein|klem|men: klemmst ein; klemmtest
ein; hast eingeklemmt zwischen etw.
einpressen, einquetschen
ein|klin|ken: klinkst ein; klinktest ein;
hast eingeklinkt etw. einrasten lassen
ein|klin|ken, sich: klinkst dich ein; klink¬
test dich ein; hast dich eingeklinkt sich
einmischen, z. B. in ein Gespräch od.
einen Vorgang
ein|klop|fen: klopfst ein; klopftest ein;
hast eingeklopft etw. in etw. hinein¬
klopfen »Er klopfte den Haken in die
Wand ein.«
ein|knei|fen: kneifst ein; kniff(e)st ein;
hast eingekniffen a) zwischen etw. ein¬
pressen b) etw. fest Zusammenhalten
e]n|knicken (ein|knik|ken —> e|n|kni|-
cken): knickst ein; knicktest ein; hastj
bist eingeknickt a) hast etw. umbiegen
b) bist in sich zusammensinken
ein|khöpf|ban Adj. n. stg. in etw. hinein¬
knöpfbar, mit Knöpfen zu befestigen
»Zu dem Anorak gehört ein einknöpf-
bares Wollfutter.«
e[n|knöp|fen: knöpfst ein; knöpftest ein;
hast eingeknöpft etw. mit Knöpfen in
etw. befestigen
Ein|knöpf|fut|ter das; -s; - Innenfutter
zum Einknöpfen
ein|kno|ten: knotest ein; knotetest ein;
hast eingeknotet in ein Tuch einwik-
keln u. mit einem Knoten verschlie¬
ßen
ein|ko|chen: kochst ein; kochtest ein;
hast eingekocht Obst, Gemüse durch
Einmachen haltbar machen
Bn|kom|men: das; -s; ~ 1 gesamter Ver¬
dienst; in einem Zeitraum eingenom¬
mene, erhaltene Geldsumme 2 Gute
Haushaltung macht kleines Einkom¬
men groß: wer sein Geld gut einteilt,
kommt auch mit wenig Geld, einem
kleinen Gehalt, Einkommen aus
Ein|kom|mens|gren|ze: die; ~ ; -n staat¬
lich festgelegte oberste u. unterste
Grenze eines Einkommens (hinsicht¬
lich der Bemessung von Steuern, Ver¬
günstigungen, Zuschüssen o. ä.)
ein|kom|mens|los: Adj. n. stg. ohne Ein¬
kommen
e|n|kom|mens|schwach: Adj. einkom¬
mensschwächer; einkommensschwäch¬
ste ein sehr geringes Einkommen be¬
ziehend
e|n|kom|mens|stark: Adj. einkommens¬
stärker; einkommensstärkste ein sehr
hohes Einkommen beziehend
Ein|kom|men(s)|steu|en die; •; -n Geld¬
betrag, der auf Grund des Einkom¬
mens als Steuer berechnet u. festge¬
setzt wird
Bn|kom|men(s)[steufer[er[kfä|rung: die;
- ; -en jmds. Angaben über sein Ein¬
kommen
290
Einlieferungsschein
ein|kom(men(s)|steu[er|pflichjtig: Adj.
n. stg. unter die Einkommensteuerre¬
gelung fallend; verpflichtet, Einkom¬
mensteuerzu bezahlen
Ein|kom|mens|veiihält|nis|se: die (PI.)
Summe eines Einkommens; Stand
von jmds. Einkommen
Ein|kom|mens|zu|wachs: der; -es; -Zu¬
wächse Steigerung des Einkommens
ein|koftent sich: holet sich ein; kotete
sich ein; hat sich eingekotet sich, seine
Wäsche ohne Kontrolle über seine
Darmfunktionen mit Kot verschmie¬
ren
ein(kra|chen: krackt ein; krachte ein; ist
eingekracht [ugs.] Zusammenstürzen
u. etw. unter sich begraben
ein|krat|zen: kratzt ein; kratztest ein;
hast eingekratzt etw. in etw. hineinrit¬
zen
ein|krei|sen: kreist ein; kreistest ein;
hast eingekreist 1 etw. graphisch mar¬
kieren 2 jmdn. umzingeln 3 <übertr.>
einen Fragenkomplex, ein Thema ein¬
grenzen u. umreißen
Ein|krei|sungs|po{K|tik: die; - ; - <Pob
Maßnahmen, einen Staat in verschie¬
dener Hinsicht zu isolieren
ein|ki«|men/ein|cre|men: kremst/cremst
ein; kremtest/cremtest ein; hast einge¬
kremt/eingecremt sich, etw., jmdn.
mit einer Salbe o. ä. einreiben
ein|krfe|gen: kriegst ein; kriegtest ein;
hast eingekriegt [ugs.] 1 jmdn. einho¬
len (z. B. beim Wettlauf) 2 <übertr.>
(in der Höhe, Leistung o. ä.) gleich¬
ziehen mit jmdm.
ein|krie[gen, sich: kriegst dich ein;
kriegtest dich ein; hast dich eingekriegl
[ugs.] sich wieder beruhigen
ejn|krüm|men: krümmst ein; krümmtest
ein; hast eingekrümmt a) nach innen
abwinkeln b) <Haken> (verwiegen
Ein]krüm|mung: die; - ; -en das Einge¬
krümmte, nach innen Verbogene
einkstpfl.: Abk. einkommensteuer¬
pflichtig
Ein|künf(te: die (PI.) das Einkommen,
Geld, das jmd. (regelmäßig) erhält
»Wirmüssen unsere Einkünfte offenle¬
gen.«
ein|kufscheln, sich: kuschelst dich ein;
kuscheltest dich ein; hast dich eingeku-
schelt sich anschmiegen
ein|la|den: lädst/[landsch.] ladest ein;
lud(e)st ein; hast eingeladen 1 a) als
Gast zu sich bitten »Ich habe meine
Kollegen für Samstag zu mir
eingeladen.« b) jmdn. zu etw. bitten
»jmdn. ins Theater, zum Essen
entladen« 2 etw. in ein Fahrzeug tun
Ein|la|dung: die; ~; -en a) Aufforderung
zu einem Besuch, zu einer Veranstal¬
tung, zu einer Feier mit Gästen, zu ei¬
ner Teilnahme an etw. b) Brief, Karte
o. ä. mit der Einladung (a)
Ein|la|dungs|karjte: die; - ; -n Karte, die
als Aufforderung zu einem Besuch
dient
Ein|la|ge: die; ~ ; -n 1 Beilage in einem
Brief o. ä. 2 Zutat einer Suppe (z. B.
Fleischklößchen, Eierstich, Nudeln) 3
a) als Festigung einem Kleidungs¬
stück unterlegter Stoff o. ä. b) kurz
für Slipeinlage = zum Schutz der
Kleidung von Frauen im Slip getrage¬
ner, umhüllter Wattestreifen 4 einge¬
legtes Ornament, z. B. in einer Truhe,
einem Schrank 5 orthopädische Vor¬
richtung zur Stützung der Fußsohle,
Formung des Fußes 6 Teil einer Vor¬
stellung, einer Aufführung o. ä. 7
<Wirt.> Geld, das auf ein Bankkonto
eingezahlt od. in eine Firma investiert
wurde
ein|la|gern: lagerst ein; lagertest ein;
hast eingelagert 1 etw. an einem Ort
deponieren »In dem Vorratsraum hat
er viele Konserven eingelagert.« 2
<Med.> sich festsetzen »Giftstoffe la¬
gern sich vorwiegend in der Leber ein.«
ejn|lan|gen: langst ein; langtest ein; bist
eingelangen [landsch.] einen Ort errei¬
chen »Ich hoffe, daß er morgen ein¬
langt.«
Ein|laß —> Einjlass: der; Einlasses;
Einl'ässe 1 o. PI. Erlaubnis zum Ein¬
treten 2 [veralt.] Eingangstür
ein(las|sen: läßt ein; ließ(es)t ein; hast
eingelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss«— 1 jmdm. den Zutritt
erlauben 2 etw. in einen Behälter lau¬
fen lassen »Wasser für ein Bad einlas¬
sen«
e]n|las|sen, sich: läßt dich ein; ließ(es)t
dich ein; hast dich eingelassen —*al!e
Gegenwartformen mit ss«— 1 bereit
sein, Kontakt zu jmdm. od. etw. auf¬
zunehmen »sich auf ein Abenteuer
einlassen« 2 [abwert.] mit jmdm. ver¬
kehren, der eigentlich nicht zu einem
paßt
Ein|la6[kaijte —> Ein|lass|kar|te: die;
- ; -n schriftliche Bestätigung als Ein¬
trittserlaubnis, Syn.: Eintrittskarte
Ein|las|sung: die; - ; -en <Rechtsw.> a)
Stellungnahme des Beklagten zur
Klage im Zivilprozeß b) Absatz, Ar¬
gument in einer Stellungsnahme (a)
Einjlauf: der; -(e)s; Einläufe 1 Ankunft
der Läufer, Pferde o. ä. bei einem
Rennen »Der Einlauf war so knapp,
daß sich der Sieger nur durch die Ziel¬
fotos ermitteln ließ.« 2 <Med.> Einflö¬
ßen von Wasser durch den After zur
Entleerung des Darms
ein|lau|fen: läufst ein; lief(e)st ein; bist
eingelaufen 1 <Sportlen a) in das Sta¬
dion hineinlaufen b) das Ziel errei¬
chen 2 <Schiff> im Hafen ankommen 3
<Flüssigkeit> in ein Gefäß laufen, flie¬
ßen 4 <Kleidungsstück> bei der Wä¬
sche kleiner werden 5 hast <Schuh>
dem Fuß anpassen
ein|!au|fen, sich: läufst dich ein; liefte)st
dich ein; hast dich eingelaufen 1 <Tech¬
nik> sich in einer bestimmten Zeit der
Inbetriebnahme auf einen Normal¬
wert einstellen »Die neue Heizung
muß sich erst einmal einlaufen« 2
<Sport> sich warm, geschmeidig ma¬
chen »Die Ersatzspieler laufen sich
schon ein.«
Ein|lauf|wet|te: die; - ; -n <Sport> Ga¬
lopp- od. Trabrennwette, bei der man
die zwei od. drei schnellsten Pferde
benennen muß
ein|läu|ten: läutest ein; läutetest ein; hast
eingeläutet den Beginn einer Sache,
Veranstaltung ankündigen »Dieses
Fest läutet die Sommerferien ein.«
ein|le]ben, sich: lebst dich ein; lebtest
dich ein; hast dick eingelebt sich an
eine neue Umgebung gewöhnen
Einjle|ge|arjbeit: die; - ; -en <Kunst> a)
ein aus zwei od. mehreren Materialien
bestehendes Möbelstück o. ä., in das
Ornamente eingearbeitet wurden b)
in etw. aus anderem Material eingear¬
beitete Motive, Ornamente, Syn.;
[fremdsprl.] <a; b> Intarsienarbeit
ein|le|gen: legst ein; legtest ein; hast ein¬
gelegt 1 etw. in ein Material hineinle¬
gen 2 ein Lebensmittel konservieren,
marinieren 3 ein Möbelstück o. ä. mit
verschiedenartigen Ornamenten, In¬
tarsien versehen 4 Haare mit Locken¬
wicklern formen 5 <Technik> einen be¬
stimmten Zustand, eine Funktions¬
weise herbeiführen »Er legte den drit¬
ten Gang ein.« 6 [Schweiz.] etw. abge¬
ben 7 etw. hinzufugen (z. B. eine Bal¬
lettnummer in ein Musical) 8
Widerspruch, sein Veto einlegen: wi¬
dersprechen; etw. (vorläufig) verhin¬
dern, unterbinden 9 eine Pause
einlegen: die Arbeit, eine Fahrt,
Wanderung o. ä. unterbrechen
Ein|le[ger. der; -s; - 1 <Bankw.> Person,
die bei einer Bank etw. eingezahlt, ein
Sparguthaben hat 2 <Wirt.> Teilhabe-
r(in) eines Unternehmens 3 Einschub
Ein|leg|soh|ie: die; - / -n (orthopädi¬
sche) Sohle, die man in Schuhe hin¬
einlegt
ein|lei|ten: leitest ein; leitetest ein; hast
eingeleitet 1 mit etw. beginnen »Er lei¬
tete den Abend mit einer Rede ein.« 2
in Gang setzen; eröffnen »das Verfah¬
ren, den Prozeß einleiten«
e|n|lei|tend: Adv. einführend; begin¬
nend
Ein|lei(tung: die; - ; -en einführender
Teil, mit dem ein Buch, Aufsatz usw.
beginnt
Ein|lei|tungs|ka|pi|tel: das; -s; -
<Buchw.> erster Teil eines Buches, in
dem der Autor sich zu seinem Werk
näher äußert
ein|ten|ken: lenkst ein; lenktest ein; hast
eingelenkt bei etw. von seinem vorhe¬
rigen Standpunkt zurücktreten u.
nachgeben »Bei Streitigkeiten lenkt
sie meistens ein.«
Ein|len|kung: die; - ; -en 1 Nachgiebig¬
keit gegenüber einer anderen Mei¬
nung 2 das Steuern in eine andere
Richtung
ein|le[sen: liest ein; las(es)t ein; hast
eingelesen <EDV> Daten in einen
Computer einbringen
ein|le|sen, sich: liest dich ein; las(es)t
dich ein; hast dich eingelesen sich le¬
send in einen Text hineinversetzen,
einarbeiten; sich mit einem bestimm¬
ten Wissensgebiet durch das Lesen ei¬
nes Buches o. ä. vertraut machen
ein|leuchjten: leuchtet ein; leuchtete ein;
hat eingeleuchtet inhaltlich versteh¬
bar, nachvollziehbar sein
einpeuchjtend: Adj. deutlich; gut nach¬
vollziehbar »Er stellte seine Meinung
einleuchtend dar.«
ein|!iejfern: lieferst ein; liefertest ein;
hast eingeliefert 1 in ein Krankenhaus
o. ä. einweisen, bringen 2 etw. abge¬
ben od. überbringen
Ein|lie|fe|rung: die; - ; -en das Einlie-
fem, Eingeliefertwerden
Ein|lie|fe|rungs|schein: der; -(e)s; -e
schriftliche Bestätigung der rechtmä¬
ßigen Einlieferung
291
Einlieferungstermin
Em|lieffe|rungs|teijmin: der; -(e)s; -e
Datum, an dem jmd. in ein Kranken¬
haus o. ä- aufgenommen werden soll
E|n|lie|ger: -s; - a) <hist.> Arbeiter,
der bei seinem Arbeitgeber unterge¬
bracht wird b) Bewohner einer klei¬
nen Mietwohnung in einem größeren
Einfamilienhaus
ein|li|nig: Adj. geradeheraus, direkt in
seiner Handlung, Meinungsäußerung
e|n|lo|chen: lochst ein; lochtest ein; hast
eingelocht [ugs.] 1 einsperren; ins Ge¬
fängnis bringen 2 <Sport> den Golfball
in das Loch befördern
ein|lojgie|ren: /einlosehiren/ logierst ein;
logiertest ein; hast einlogiert jmdn. in
einer Pension, Herberge, bei jmdm. o.
ä. einquartieren, dort für einige Zeit
wohnen lassen
ejn|lo|gie|ren, sich: /einlosehiren/ lo¬
gierst dich ein; logiertest dich ein; hast
dich einlogiert [veralt.] sich in einer
Herberge o. ä. einquartieren, dort für
einige Zeit wohnen
ein|lö|sen: löst ein; löstest ein; hast ein¬
gelöst 1 etw. für eine Verpflichtungs¬
erklärung (Gutschein, Scheck, Ge¬
winnlos, Lottoschein o. ä.) erhalten 2
ein Versprechen einlösen: etw. tun,
was man versprochen hat
Ein|lö|se|sum|me: die; - ; -n Geldbe¬
trag, den man für die Tilgung von
Schulden od. zur Auslösung eines
Pfandes benötigt
Ein)lö|sung: die; - ; -en a) Erfüllung ei¬
ner Pflicht o. ä. b) das Auslösen eines
Pfandes
Ein|lö|sungs|sum|me: die; - ; -n Geldbe¬
trag, den man für die Tilgung von
Schulden od. zur Auslösung eines
Pfandes benötigt
ein|lul|len: lullst ein; lulltest ein; hast ein¬
gelullt [ugs.] 1 jmdn. zum Schlafen
bringen 2 das Mißtrauen eines ande¬
ren geschickt ausschalten
ein|malchen: machst ein; machtest ein;
hast eingemacht Lebensmittel durch
Einkochen konservieren
Bn|mach|glas: das; -es; -gläser Gefäß,
in das das Einmachgut gefüllt wird
Ein|mach|gum|mi: das; -s; -s Gummi¬
ring, der als Dichtung um den Deckel
des Einmachglases gespannt wird
Einjmach|ring: der; -(e)s; -e Gummi¬
ring, der als Dichtung um das Ein¬
machglas gespannt wird
ejn|mah|nen: mahnst ein; mahntest ein;
hast eingemahnt anmahnen; einfor¬
dern
Ein|mah|nung: die; - ; -en famtssprl.]
Forderung nach Bezahlung von
Schulden o. ä. durch eine schriftliche
Mahnung
ein|mal: Adv. 1 nicht mehrmals, son¬
dern nur ein einziges Mal »Ich sage
das nur einmal.« 2 zu einem unbe¬
stimmten Zeitpunkt »Das wird dir ein¬
mal leid tim.« 3 auf einmal: 1. plötz¬
lich (u. unerwartet) »Auf einmal ging
es doch!« 2. zusammen; zugleich 4
noch einmal: etw. wiederholen »Ich
sage es noch einmal.« S alle auf
einmal: gleichzeitig »Sie sprachen alle
auf einmal.« 6 einmal mehr wieder
einmal; erneut 7 einmal ist keinmal:
1. ursprünglich ein alter Rechtssatz,
daß eine einmalige Handlung o. ä.
nicht als Gewohnheitsrecht gedeutet,
ausgelegt werden kann 2. heute oft als
entschuldigende, auffordernde od.
scherzhafte Bemerkung gebraucht 8
Es war einmal (...): formelhafte Ein¬
leitung von Märchen, Geschichten,
deren Geschehen erfunden ist u. zu ei¬
nem unbestimmten Zeitpunkt in der
Vergangenheit spielen 9 Einmal ge¬
schrieben ist so gut wie zehnmal
gelesen: nur etw. Schriftliches ist of¬
fiziell gültig, dient für immer als Be¬
weis o. ä., kann man nicht vergessen
10 Wer einmal lügt, dem glaubt man
nicht, u. wenn er auch die Wahrheit
spricht einer Person, die man bereits
einmal od. mehrfach beim Lügen er¬
wischt, durchschaut hat, der schenkt
man nie wieder Glauben, glaubt man
nie wieder
Ein|mal|eins: das; - ; - 1 (Reihe der
möglichen) Multiplikationen der
Zahlen von 1 bis 20 mit den Zahlen
von 1 bis 10 2 <übertr.> Grundkennt¬
nisse eines Berufs, einer Tätigkeit
Ein|mal|hand|tuch: das; -(e)s; -tücher
Handtuch aus Papier, Zellstoff, das
nur zum einmaligen Gebrauch be¬
stimmtist
eln|ma|lig: Adj. a) außerordentlich (gut)
»Das Essen war einmalig.« b) n. stg.
nicht mehrmals vorkommend
Ein|ma|liglkeih die; - ; - Außergewöhn¬
lichkeit, Besonderheit von etw.,
jmdm.
Ein|mal|spritfze: die; - ; -n <Med.> Injek¬
tionsnadel zum einmaligen Gebrauch
Ein|mann|be)trieb: der; -(e)s; -e <Wirt.>
Unternehmen, in dem der Besitzer,
die Besitzerin alle Arbeiten erledigt
Ein|mann|ge|sell|schaft: die; - ; -en
<Wirt.> Unternehmen, bei dem sämtli¬
che Anteile in einer Hand, bei einem
Besitzer sind
Ein|mann|wa|gen: der; -s; - Bus od.
Straßenbahn ohne Schaffner, der od.
die nur vom Fahrer bedient wird
Ein|mark|stück: das; -(e)s; -e Geld¬
stück im Wert von einer Deutschen
Mark
Ein|marsch: der; ~(e)s; Einmärsche 1
militärische Eroberung eines Landes,
einer Stadt 2 a) das Einmarschieren
(von Militär im Rahmen einer
Parade) b) <Sport> das Einmarschie¬
ren der Teilnehmer an einem Wett¬
kampf, z. B. bei einer Olympiade
ejn|mar|schie|ren: marschiert ein; mar¬
schierte ein; ist einmarschiert 1 <Milit.>
ein fremdes Land zu erobern versu¬
chen 2 a) bei einem Sportfest ins Sta¬
dion hineingehen b) am Publikum
vorbeidefilieren, vorbei gehen 3 [ugs.;
scherzh.] in einer geschlossenen
Gruppe zusammen in einen Raum o.
ä. laufen
ein|mas|sie|ren: massierst ein; massier¬
test ein; hast einmassiert eine Salbe o.
ä. in die Haut hineinreiben, so daß
diese vollständig in die Haut einzieht
Ein|ma|ster —* E[n|mas|ten der; -s; ~
Segelschiff mit nur einem Mastbaum
einlmaulern: mauerst ein; mauertest ein;
hast eingemauert mit einer Mauer um¬
geben, in eine Mauer, Wand einbau¬
en
ein|mau|ern, sich: mauerst dich ein;
mauertest dich ein; hast dich
eingemauert <übertr.> sich verschan¬
zen; sich stark absichem
ein|mei|ßein: meißelst ein; meißeltest
ein; hast eingemeißelt etw. in einen
Stein o. ä. mit einem Meißel eingra¬
vieren, einritzen, einschlagen »Der
Steinmetz meißelte die Daten des Ver¬
storbenen in den Grabstein.«
ein|men|gen, sich: mengst dich ein;
mengtest dich ein; hast dich einge¬
mengt sich um die Angelegenheiten
anderer kümmern, unaufgefordert an
etw. beteiligen
Ein|me|ter|brett: das; -(e)s; -er <Sport>
Sprungbrett im Schwimmbad, das ei¬
nen Meter über der Wasseroberfläche
liegt
ein|mie[ten: mietest ein; mietetest ein;
hast eingemietet [fachsprl.] in einer
Erdgrube einlagern
e]n|mie(ten, sich: mietest dich ein; mie¬
tetest dich ein; hast dick eingemietet
(in Zukunft) zur Miete in einem Zim¬
mer od. einer Wohnung wohnen
Ein|mie|tung: die; - ; -en a) das Ab¬
schließen eines (kurzfristigen) Miet¬
vertrages b) Einlagerung in einer Erd¬
grube
ein|mi|schen: mischst ein; mischtest ein;
hast eingemischt in etw. einmengen; in
ein anderes Material mischen
ein|mi|schen, sich: mischst dich ein;
mischtest dich ein; hast dich einge¬
mischt sich um die Angelegenheiten
anderer kümmern, unaufgefordert an
etw. beteiligen
Ein|mi|schung: die; • ; -en das (Sich-)
Einmischen; unaufgeforderte Stel¬
lungnahme, Handlung
einlmolnalttg: Adj. n. stg. einen Monat
andauernd
ein|mo|nat|lich: Adj. n. stg. jeden Monat
einjmojtolrig: Adj. n. stg. <Technik> mit
nur einem Motor ausgestattet
e|n|mot)ten: mottest ein; mottetest ein;
hast eingemottet a) Kleidungsstücke
zum Schutz vor Motten mit natürli¬
chen od. chemischen Mitteln behan¬
deln u. wegschließen b) <übertr.> etw.
nicht weiter benutzen u. weglegen
ein|mum|men: mummst ein; mummtest
ein; hast eingemummt sich in dicke Sa¬
chen einwickeln, warm anziehen
ein|rnum|men, sich: mummst dich ein;
mummtest dich ein; hast dich einge¬
mummt sich sehr warm anziehen
eih|münjden: mündet ein; mündete ein;
ist eingemündet Zusammentreffen,
-kommen; einströmen »Diese Straße
mündet in die Hauptstraße ein.«
Ein|mün|dung: die; ~ ; -en Stelle, an der
etw. mit etw. anderem zusammen¬
trifft, in etw. einmündet
ein|miittig: Adj. übereinstimmend; der¬
selben Ansicht »Wirfaßten einen ein¬
mütigen Entschluß.«
ein|na|geln: nagelst ein; nageltest ein;
hast eingenagelt einen Nagel mit ei¬
nem Hammer in eine Wand schlagen
ein|nä|hen: nähst ein; nähtest ein; hast
eingenäht etw. durch eine Naht befe¬
stigen
Ein|nah|me: die; - ; -n (m. PI.) 1 Geld,
das in einem bestimmten Zeitraum,
an einem Tag durch Verkäufe o. ä.
hereingekommen ist; Einkünfte; Ver-
einnahmung von Abgaben u. Steuern
2 a) das Einnehmen, Schlucken von
292
einprägen
etw., z. B. Medizin b) militärische Er¬
oberung eines Gebietes, einer Stadt,
einer Stellung usw., Ant.: <1> Ausgabe
Ein|nah|me|aus|fall: der; -(e)s; -ausfälle
durch Krankheit o. ä. bedingter Ver¬
dienstausfall
Einjnah)me)buch: das; -(e)s; -büchet
«meist Wirt.) Buch, in dem die Ein¬
nahmen verzeichnet, registriert wer¬
den
Ein|nah)me|quel|le: die; - ; -n Möglich¬
keit, sich Geld zu verschaffen
eln|näs[sen: näßt ein; näßtest ein; hast
eingenäßt —*alle Formen mit ss<—
<Med.> durch eine Schwäche der
Harnblase den Urinabfluß nicht kon¬
trollieren können
ein(ne[beln: nebelst ein; nebeltest ein;
hast eingenebelt etw. mit Qualm u.
Rauch umgeben
ein|neh|men: nimmst ein; nahm(e)st
ein; hast eingenommen 1 Geld o. ä. in
Empfang nehmen, verdienen »Wir
haben heute 1000 DM eingenommen.«
2 a) [geh.] essen u./od. trinken »einen
Imbiß einnehmen« b) Medikamente
nehmen »Hast du deine Tropfen
eingenommen?« 3 Platz, Zeit bean¬
spruchen 4 erobern »Der Feind hat die
Burg eingenommen.« 5 einen guten
Eindruck machen u. dadurch auf
seine Seite bringen »jmdn. für sich
einnehmen« 6 niederlassen »Nehmen
Sie bitte Ihre Plätze ein!« 7 innehaben
ein(neh(mend: Adj. in der Art positiv
bewertet, anziehend u. sympathisch
»Sie hat ein einnehmendes Wesen.«
Ein|neh|mer: der; -s; - weibl. Einjneh)-
me|rin: die; - ; -nen Person, die Geld
einzieht
e)n|nicken (e]n|nik|ken —* ein|ni|cken):
nickst ein; nicktest ein; bist eingenickt
kurz (gegen seine Absicht) einschla¬
fen
ein|ni|sten —> ein|nis|ten, sich: nistest
dich ein; nistetest dich ein; hast dich
eingenistet 1 <Vogel> einen vorbereite¬
ten Nistkasten o. ä. zum Nestbau,
Ablegen von Eiern benutzen »In der
Scheune haben sich Schwalben
eingenistet.« 2 <Gast> [scherzh.; auch
abwert.] (längere Zeit) jmds. Gast¬
freundschaft in Anspruch nehmen;
unangenehm lange bleiben
Ein|ni|stung —> Ein|nis[tung: die; -; -en
1 Nestbau od. Nutzung eines Nestes
durch Vögel 2 «Bio.; befruchtete Ei¬
zelle) Festsetzung in der Gebärmut¬
ter, im Uterus 3 [ugs.] das (unaufge¬
forderte) Sicheinquartieren, Wohnen
bei jmdm. für eine längere Zeit
Ein|öd: die; - ; -en [österr.] Abgeschie¬
denheit
Ein(öd|bau|er: der; -s; -n weibl. Ein|öd|-
bäue[rin —> Ein|öd|bäu|e|rin: die; ~ ;
-nen Person, die einen in völliger Ab¬
geschiedenheit (auf einer Alm) liegen¬
den Hof, eine Hütte bewirtschaftet u.
dort lebt
Einföde —» Ein|ö|de: die; - ; -n karge,
nicht kultivierte, einsame Landschaft
» Wie kann man nur in dieser Einöde le¬
ben?«
Ein|öd|hof: der;-(e)s; -höfe abgelegener
Bauernhof, der von einem Einödbau-
em bewirtschaftet wird
ein|ölen —» e]n[ö[ten: ölst ein; öltest
ein; hast eingeölt etw. mit Öl behan¬
deln, schmieren
ein|op«|rie|ren —» ein|o|pe|rie|ren: ope¬
rierst ein; operiertest ein; hast
einoperiert <Med.> ein neues Organ o.
ä. chirurgisch in einen Körper einset¬
zen
«in|ord|nen: ordnest ein; ordnetest ein;
hast eingeordnet etw. in eine Reihen¬
folge bringen »das Geschehen in die hi¬
storischen Verhältnisse einordnen«
ein|ord|nen, sich: orebtest dich ein; ord¬
netest dich ein; hast dich eingeordnet 1
sich mit dem Fahrzeug auf die richti¬
ge Spur bringen »Du mußt dich rechts
einordnen!« 2 sich anpassen
Ein|ord|nung: die; - ; -en Zuordnung
von etw. zu einer Gruppe, Klasse
Ein[ord[nungs|schwie|rig|keit: die; - ;
-en 1 Problematik, etw. zuzuordnen 2
Problem, sich anderen anzupassen
ein|packen (ein|pak|ken —> ein|pa|-
cken): packst ein; packtest ein; hast
eingepackl 1 etw. in einem Behälter
(zum Transport) verstauen, unter¬
bringen »Sie hat die Äpfel schon
eingepackt.« 2 etw. mit einer Umhül¬
lung aus (Geschenk-)Papier versehen
»Die Flasche Cognac muß noch einge¬
packt werden.« 3 einpacken können:
[ugs.] nichts mehr ändern, erzielen, er¬
reichen können
ein|packen (ein|pak|ken —* ein|pa|-
cken), sich: packst dich ein; packtest
dich ein; hast dich eingepackt [ugs.]
sich warm anziehen
ein|par|ken: parkst ein; parktest ein;
hast eingeparkt ein Auto in eine Park¬
box, auf einen Parkplatz fahren
Ein[par]tei|en|re|gie|rung: die; - ; -en
<Pol.> Regierung, die von nur einer
politischen Partei gestellt, gebildet
wird
Ein|parjtei|en|sy|stem —> Ein|par|tei|-
en|sy[sftem: das; -(e)s; -e <Pob poli¬
tisches System, in dem nur eine Partei
existiert, in dem es keinen Parteien¬
wettstreit gibt
Ein|pajitei|rejgiejrung: die; - ; -en <Pob
Regierung, die von nur einer politi¬
schen Partei gestellt, gebildet wird
ein|pas|sen: paßt ein; paßtest ein; hast
eingepaßt —>alle Formen mit ss<—
etw. genau passend machen »Die
Haustür mußte genau in den Rahmen
eingepaßt werden.«
Ein|pas|sung: die; - ; -en das Einpassen,
genaue Einfügen in etw.
e]n|pau]ken: paukst ein; pauktest ein;
hast eingepaukt [ugs.] etw. intensiv
lernen/lehren »Für die morgige Eng¬
lischarbeit muß ich (mir) noch Voka¬
beln einpauken.«
Ein|pau)ken der; -s; - weibl. Einjpau|-
kejrin: die; - ; -nen Person, die jmdn.
in einem Fach intensiv unterweist
ein|peit|schen: peitschst ein; peitschtest
ein; hast eingepeitscht 1 auf jmdn.,
etw. einschlagen 2 jmdm. etw. mit ri¬
gorosen Mitteln beibringen
Efn|peit|scher. der; -s; ~ weibl. Ein|pe)t|-
sche|rin: die; - ; -nen 1 jmd., der auf
jmdn., etw. einschlägt 2 Person, die
jmdn. aggressiv u. fanatisch manipu¬
liert, zu etw. antreibt
ein(pen|deln, sich: pendelt sich ein; pen¬
delte sich ein; hat sich eingependelt 1
a) nach Aufs u. Abs einen Mittelwert
erreichen, sich stabilisieren b)
<übertr.) in Ordnung kommen 2 aus
einem Vorort od. anderem Ort in die
Großstadt zur Arbeit fahren
EIn(pend[ler: der; -s; - weibl. Einjpend|-
te|rin: die; - ; -nen a) Person, die in ei¬
nem Vorort od. auf dem Land wohnt
u. in der Großstadt arbeitet b) Per¬
son, die im Ausland arbeitet, jedoch
jeden Abend in ihr Heimatland zu¬
rückkehrt
ein|pen)nen: pennst ein; penntest ein;
bist eingepennt [ugs.] einschlafen »Ich
bin so müde, daß ich sofort einpennen
könnte!«
Ein|per|sp|nen|haus|haft: der; -(ejs; -e
Haushalt, der aus nur einer Person
besteht; Wohnung, in der nur ein
Mensch lebt, Syn.: Singlehaushalt
Ein|pfen|nig|stück: das; -(e)s; -e Geld¬
stück im Wert von einem Pfennig, das
als Glücksbringer gilt
ein[pfer|chen: pferchst ein; pferchtest
ein; hast eingepfercht etw., Tiere auf
einem kleinen Raum Zusammenhal¬
ten, in einen (zu kleinen) Käfig sper¬
ren
ein[pflan|zen: pflanzt ein; pflanztest ein;
hast eingepflanzt 1 eine Blume, Pflan¬
ze o. ä. in den Erdboden setzen 2
<Med.> ein Organ, z. B. eine Niere,
einoperieren
ein|pflocken/ein|pflöcken (ein|pftok|-
ken/ein|pflök|ken —> ein)pflo[cken/
ein|pflö|cken): pflockst!pflöckst ew.'
pfocktest/pflöcktest ein; hast einge-
pflockt/eingepflöckt einen Holzstab in
den Boden setzen, um etw. daran zu
befestigen od. um etw. einzuzäunen
ein|pfrop|fen: pfropfst ein; pfropftest
ein; hast eingepfropft «Gartenbau)
eine Methode anwenden, um etw. auf
eine andere Pflanze zu übertragen; ei¬
nen Ast, ein Pflanzenteil ablösen u.
mit einer anderen Pflanze verbinden,
um diese zu veredeln
E]n|pha|sen[strom: der; -(ejs; -ströme
«Elektrot.) Wechselstrom
Ein|pha|sen-Wech|sel|strom: der;
-(ejs; -ströme «Elektrot.) einphasiger
Wechselstrom, bei dem nur während
einer Phase Spannung besteht (wie er
in privaten Haushalten vorkommt,
verwendet wird)
ein[pha|sig: Adj. n. stg. «Elektrot.) in,
mit einer Phase
§in|pin|seln: pinselst ein; pinseltest ein;
hast eingepinselt mit einem Pinsel eine
Flüssigkeit aufltragen
ein|pla|nen: planst ein; plantest ein; hast
eingeplant etw. in seinen Plänen, Ab¬
sichten berücksichtigen »Der Einbau
einer Alarmanlage sollte eingeplant
werden.«
ein)pö|keln: pökelst ein; pökeltest ein;
hast eingepökelt durch Zugabe von
Kochsalz konservieren
ein[po|(ig: Adj. n. stg. «Elektrot.) mit nur
einem Pol ausgestattet
ein|prä|gen: prägst ein; prägtest ein;
hast eingeprägt 1 etw. mit einer Prä¬
gung, einem Druck versehen 2 jmdn.
dazu bringen, sich etw. zu merken
ejn|prä|gert, sich: prägst dir ein; präg¬
test dir ein; hast dir eingeprägt sich
etw. genau merken »Man muß sich die
293
einprägsam
PIN-Nummer der Scheckkarte sorg¬
fältig einprägen.«
ein|präg(sam: Adj. einen nachhaltigen
Eindruck hinterlassend; gut nachzu¬
vollziehen, zu merken »Die Beispiele
waren sehr einprägsam.«
Bn|präg(sam|keit: die; ~ ; - gute Nach¬
vollziehbarkeit, Verdeutlichung von
etw.
Ein|prä|gung: die; - ; - a) etw., was in
etw. (Materielles od. in das Gedächt¬
nis eines Menschen) eingedrückt, ein¬
geprägt wurde b) Vorgang des Ein¬
drückens, Einprägens
ein|pres|sen: preßt ein; preßtest ein; hast
eingepreßt —*alle Formen mit ss<—
etw. mit Druck in etw. hineinfügen
ein|pro|gramjmie|ren —* ein|pro|g|-
ram|mie|ren: programmierst ein; pro¬
grammiertest ein; hast
einprogrammiert <EDV> etw., Pro¬
gramme mit Arbeitsanweisungen in
einen Computer eingeben
ein|prü|geln: prügelst ein; prügeltest ein;
hast eingeprügelt auf etw. od. jmdn.
einschlagen »Immer wieder prügelte
die Bande auf ihr Opfer ein.«
ein|pu|dern: puderst ein; pudertest ein;
hast eingepudert etw., Haut (zum
Schutz) mit Puder betupfen
e|n|pum|pen: pumpst ein; pumptest ein;
hast eingepumpt <Flüssigkeit> mit ei¬
ner Pumpvorrichtung in etw. hinein¬
fließen lassen
Ein|pup|pung: die; - ; -en <Zoob das
(Sich-)Einhüllen von Insekten vor ih¬
rem Gestaltwandel »Nach der Einpup¬
pung werden aus den Larven Schmet¬
terlinge.«
ein|quar(tie|ren: quartierst ein; quartier¬
test ein; hast einquartiert jmdm. eine
Wohnung, einen Schlafplatz zuwei¬
sen »Nach dem Krieg wurden bei vielen
Familien Flüchtlinge einquartiert.«
Ant.: ausquartieren
einlquaijtielren, sich: quartierst dich
ein; quartiertest dich ein; hast dich ein¬
quartiert sich (für längere Zeit) bei
Freunden, in einem Hotel aufhalten,
dort übernachten »Ich quartierte mich
bei meiner Cousine ein.«
Ein|quaiitie|rung: die; ~ ; -en 1 Einwei¬
sung in eine Unterkunft; Beziehen ei¬
nes Zimmers 2 [ugs.] Person(en), die
sich bei jmdm. einquartiert hat/ha-
ben, dort einquartiert wurde(n)
ein]quet|schen: quetschst ein; quetsch¬
test ein; hast eingequetscht [ugs.] etw.
(zwischen zwei Gegenständen) ein¬
klemmen »Er hat sich den Finger an
der Autotür eingequetscht.«
ein|rahjmen: rahmst ein; rahmtest ein;
hast eingerahmt 1 etw., z. B. ein Bild,
mit einem Rahmen, einer Umran¬
dung versehen 2 rechts u. links von
jmdm., etw. stehen, sein »Auf dem Fo¬
to wird sie von ihren Eltern einge¬
rahmt.«
Em|rah|mung: die; - ; -en 1 das Verse¬
hen, Ausstatten mit einem Bilderrah¬
men 2 Umgebung, in der etw. steht,
gesehen wird
ein(ram|men: rammst ein; rammtest ein;
hast eingerammt 1 einen Pfahl in die
Erde treiben 2 etw. gewaltsam zer¬
trümmern »Sie rammten die verschlos¬
sene Tür ein.«
ejn|ran|gie|ren: rangierst ein; rangiertest
ein; hast einrangiert 1 mit einem Fahr¬
zeug, Auto durch (mehrmaliges) Vor-
u. Zurückfahren eine bestimmte Posi¬
tion erreichen 2 [ugs.] etw. od. jmdn.
zuordnen
Ein|ran|gie|rung: die; - ; -en das (kom¬
plizierte) Positionieren eines Fahr¬
zeugs
ein|ra|sten —> ein|ras|ten: rastest ein;
rastetest ein; hast/ist eingerastet a)
hast dazu bringen, in eine Halterung
fest einzuklinken b) ist fest einklinken
»Der Autositz rastete hörbar ein.«
ein|räu|chem: räucherst ein; räuchertest
ein; hast eingeräuchert etw. in Rauch
u. Qualm hüllen »Durch den Zigaret¬
tenqualm wurde der ganze Raum ein¬
geräuchert.«
e[n|räu|men: räumst ein; räumtest ein;
käst eingeräumt 1 etw. in einen Behäl¬
ter, Schrank, eine Wohnung stellen,
legen 2 a) etw. (gegen seinen Willen)
zugeben b) jmdm. einen (meist finan¬
ziellen) Vorteil gewähren »einen Kre¬
dit, Preisnachlaß einräumen«
Einjräu|mung: die; - ; -en a) Gewährung
eines (finanziellen) Vorteils b) Zu¬
stimmung zu etw. (gegen den eigenen
Willen)
Einjräu|mungs)satz: der; -es; -sätze
<Sprachwiss.> Konzessivsatz, der Ge¬
gengründe für das Hauptgeschehen
angibt, das dadurch jedoch nicht ver¬
hindert werden kann
Ein|raum|woh|nung: die; - ; -en Woh¬
nung (für Alleinstehende), die aus nur
einem Zimmer (sowie einer kleinen
Küche) u. einem Bad besteht, Syn.:
Einzimmerapartement
einjrech|nen: rechnest ein; rechnetest
ein; hast eingerechnet etw., einen Be¬
trag mit in seine Überlegungen, Rech¬
nungen aufnehmen
E[n|re|de: die; - ; - <Rechtsw.> Wider¬
spruch, durch den eine Klage
abgewiesen wird; Einspruch wegen
Verletzung eines Rechts
ein|re|den; redest ein; redetest ein; hast
eingeredet jmdm. von einer nicht zu¬
treffenden Sache zu überzeugen ver¬
suchen »Sie wollte mir einreden, daß
ich für den Job nicht geeignet sei.«
Ant.: ausreden
ein|re|den, sich: redest dir ein; redetest
dir ein; hast dir eingeredet sich immer
wieder etw. (nicht Zutreffendes) sa¬
gen »Ich redete mir ein, daß ich viel zu
unsportlich sei.«
ein|re|gu|lie|nen: regulierst ein; regulier¬
test ein; hast einreguliert <Technik> 1
auf ein festgelegtes Normmaß einstel¬
len 2 eine Problemsituation normali¬
sieren
Ejn|re|gujlie(rung: die; ~ ; -en <Technik>
das Einregulieren, Einstellen eines
Normmaßes
ein|rei|ben: reibst ein; rieb(e)st ein; hast
eingerieben Salbe o. ä. auftragen u.
einwirken lassen
Em|rei|bung: die; - ; -en das Aufträgen
von Salbe o. ä.
ein|rei|chen: reichst ein; reichtest ein;
hast eingereicht einen Antrag o. ä. bei
einer offiziellen Stelle abgeben »Ich
habe den Rentenantrag eingereicht.«
Ein|rei|chung: die; - ; -en Abgeben, Zur-
kenntnisbringen eines schriftlichen
Dokumentes bei einer Behörde o. ä.
Ein|rei|chungs|frist: die; - ; -en festge¬
legter Zeitraum, in dem bestimmte
Dokumente abgegeben werden müs¬
sen
ein|rei|hen: reihst ein; reihtest ein; hast
eingereiht einer Gruppe zuordnen
ein|rei|hen, sich: reihst dich ein; reihtest
dich ein; hast dich eingereiht sich einer
(wartenden) Gruppe anschließen
Bn|rei|her: der; -s; - Sakko od. Blazer
(zu einem Anzug) mit nur einer
Knopfleiste
Ejn|rei|hung: die; - ; -en das (Sich-)Ein-
reihen in eine Gruppe, Schlange
Ein|rei|se: die; - ; -n Betreten von frem¬
dem Staatsgebiet
Ein|rei|se|er|läub|nis: die; - ; -se amtli¬
che Genehmigung zur Einreise in ei¬
nen Staat
Ein|rei|se|ge|neh|mi|gung: die; - ; -en
(schriftliche) amtliche Erlaubnis zur
Einreise
ein|rei|sen: reist ein; reistest ein; bist ein¬
gereist ein fremdes Land (mit staatli¬
cher Erlaubnis) betreten
Ejn|reijse)verjbot: das; -(e)s; -e amtli¬
che Verweigerung der Einreiseerlaub¬
nis
B»|rei|se|vi|sum: das; -s; -visa sichtba¬
rer Vermerk im Personalausweis, der
bei der Einreise in einen Staat hinein¬
gestempelt wird
eln]rei|ßen: reißt ein; rissest ein; hast ein¬
gerissen —«-alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*-~ 1 <Gebäude; Kon¬
struktion) zum Zusammenbrechen
bringen »Diese Wand muß emgerissen
werden.« 2 etw. einreißen lassen:
(meist abwert.] etw. zur (schlechten)
Gewohnheit werden lassen
ein|rei|ten: reitest ein; ritt(e)st ein; hast
eingeritten <Sport> 1 als Reiter in ein
Stadion, einen Parcours kommen 2
ein Pferd für das Reiten abrichten,
trainieren, zureiten
ein|rei|ten, sich: reitest dich ein; rit-
t(e)st dich ein; hast dich eingeritten
sich als Reiter an ein Pferd gewöhnen
u. zugleich das Pferd an sich gewöh¬
nen
ein|ren|ken: renkst ein; renktest ein; hast
eingerenkt 1 ein Gelenk wieder in den
ursprünglichen Zustand, in seine Hal¬
terung bringen 2 <übertr.> [ugs.] eine
Mißstimmung schlichten
Bn]ren|kung: die; - ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Einrenkens
ein|ren|nen: rennst ein; ranntest ein; hast
eingerannt 1 etw. aus dem Lauf her¬
aus mit Wucht zerstören, nach innen
drücken b) sich im Laufen an einem
Gegenstand verletzen 2 jmd. rennt of¬
fene Türen ein: jmd. stößt mit seiner
Meinung auf Resonanz, Zustimmung
ein|rich|ten: richtest ein; richtetest ein;
hast eingerichtet 1 mit Möbeln usw.
ausstatten »die Wohnung einrichten«
2 planen; möglich machen »Könnt ihr
es einrichten, mich abzuholen?« 3 etw.
neu schaffen, gründen »eine Bera¬
tungsstelle einrichten« 4 <Med.> einen
Knochen nach einem Bruch wieder in
die richtige Stellung bringen
Ein|richjter: der; -s; - weibl. E|n|rich|tej-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die techni-
294
einschalten
sehe Geräte betriebsbereit macht 2
nur männl. Form Möbelhaus; Firma,
die (Einbau-)Möbel verkauft ,
E]njrich|tung: die; - ; -en 1 a) das Ein¬
richten technischer Geräte b) Bau¬
konstruktion von technischen Gerä¬
ten 2 a) das Einrichten einer Woh¬
nung o. ä. mit Möbeln b) Art u. An¬
ordnung der Möbel in einer Woh¬
nung 3 (staatliche) Institution
Ein|rictytungs|dar|le|hen: das; -s; -
Kredit, Darlehen, der/das (bei einer
Eheschließung) z. B. für den Kauf
von Möbeln o. ä. gewährt wird
E|n|rich|tungs|haus: das; -es; -häuser
Möbelhaus; Geschäft, Firma, das/die
Möbel verkauft
Ein|riB —» Ein|riss: der; Einrisses; Ein¬
risse Ritze, Spalte an der Oberfläche
od. am Rand von etw.
ein|ritjzen: ritzt ein; ritztest ein; hast ein¬
geritzt etw. mit einem spitzen Gegen¬
stand in ein hartes Material ein¬
schneiden
ein|rol|len: rollst ein; rolltest ein; hast
eingerollt 1 eine Rolle aus einem dün¬
nen od. flexiblen Material (z. B. Pa¬
pier) bilden 2 etw. verpacken 3 mit ei¬
nem Fahrzeug auf einen Platz o. ä.
langsam fahren, rollen »Die Panzer
rollten in Prag ein.« 4 <Sport> beim
Turnen eine Rolle, bestimmte Boden¬
übung machen, einen Purzelbaum
schlagen
ein|rol|len, sich: rollst dich ein; rolltest
dich ein; hast dich eingerollt sich zu¬
sammenkrümmen »Der Igel rollte
sich zu einem Stachelball ein.«
ein|ro|sten —* ein|ros|ten: rostest ein;
rostetest ein; bist eingerostet 1 <Me¬
tall> durch Rost, Korrosion unbeweg¬
lich, porös werden »Die Schrauben an
den Rädern waren eingerostet.« 2
riibertr.; Mensch) weniger beweglich
als früher sein, werden
ein|rücken (ein|rük|ken —* ein|rü|-
cken): rückst ein; rücktest ein; bistj
hast eingerückt 1 a) hast einen Text
am Zeilenanfang nach rechts ver¬
schieben b) hast <Druckw.> einen Text
dazwischenschieben »Der Redakteur
vom Dienst rückte die Spätmeldung in
die erste Seite ein.« 2 bist <Milit.> a)
zum Militär, in die Kasernen gehen b)
in ein Land einmarschieren 3 bist die
Position eines anderen in einer Reihe
übernehmen
Ein|rückung (Ein|rük|kung —> Ein|rü|-
ckung): die; - ; -en 1 a) eingerückte
Zeile b) Einmontieren einer Passage
od. eines Bildes in einen Artikel 2 a)
Vorgang des Einrückens zum Militär
b) Vorgang des Einrückens mit einer
militärischen Einheit in ein Land
ein|rUh|ren: rührst ein; rührtest ein; hast
eingerührt 1 eine Zutat einem Teig o.
ä. unter Rühren hinzufügen 2
<übertr.> [ugs.] jmdm. eine Unan¬
nehmlichkeit bereiten
einjrü|sten —» einjriistten: rüstet ein;
rüstete ein; hat eingerüstet <Bauw.> ein
Gebäude mit einem Gerüst umgeben
eins: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen =) 1
2 <Schulnote> sehr gut; bestmögliche
Note 3 eins zu null für jntdn.: [ugs.] in
diesem Punkt hat jmd. recht, ist er
überlegen »Jetzt hast du es ihm aber
gegeben, eins zu null für dich.« 3 eins
a: [ugs.] ausgezeichnet; hervorragend
»Das Essen war eins a.« 4 eins, zwei,
drei: [ugs.] sehr schnell; in kurzer Zeit
»Eins, zwei, drei war alles fertig.«
Bn|saat: die; - ; -en das Setzen von Sa¬
men
ein|sacken (ein|sak|ken —» ein|sa|-
cken): sackst ein; sacktest ein; hast/
bist eingesackt 1 hast etw. in einen
Sack für Lebensmittel o. ä. packen 2
hast [ugs.] Geld od. andere materielle
Güter an sich bringen 3 bist einsin¬
ken; versinken » Wir sind auf dem mo¬
rastigen Weg bis über die Knöchel in
den Schlamm eingesackt.«
ein|sä|en: säst ein; sätest ein; hast einge¬
sät Samen in den Boden setzen, geben
ein|sa|gen: sagst ein; sagtest ein; hast
eingesagt [landsch] jmdm. etw. vorsa¬
gen
ein|sä|gen: sägst ein; sägtest ein; hast
eingesägt in etw. mit einer Säge hin¬
einsägen; etw. nur teilweise durchsä¬
gen
Ein|sa|ger: der; -s; - weibl. Ein|sa|ge|-
rin: die; - ; -nen [landsch.] Person, die
jmdm. etw. vorsagt, Syn: Souffleur/
Souffleuse
e|n|sal|ben: salbst ein; salbtest ein; hast
eingesalbt etw., jmdn. mit Salbe o. ä.
einreiben
ein|sal|zen: salzt ein; salztest ein; hast
eingesalzen Lebensmittel durch Be¬
handlung mit Salz konservieren
ein|sam: Adj. a) allein; ohne Gesell¬
schaft »Im Alter sind viele Menschen
einsam, niemand kümmert sieh um
sie.« b) unbewohnt; verlassen; entle¬
gen »eine einsame Gegend«
Ein|sam|keifc die; - ; -en (PI. s.) 1 das
(als unangenehm empfundene) Al¬
leinsein 2 abgelegene, menschenleere
Gegend
E|n|sam|keits|ge|fühl: das; -(e)s; -e un¬
angenehmes Gefühl, allein zu sein
ein|sam|meln: sammelst ein; sammeltest
ein; hast eingesammelt etw. (wieder)
Zusammentragen, eintreiben
Ein|samm|lung/Bn|sam|me|lung: die;
- ; -en Vorgang bzw. Ergebnis des
Einsammelns
ein|sar|gen: sargt ein; sargte ein; hat ein¬
gesargt 1 eine(n) Tote(n) zur Beerdi¬
gung, Verbrennung in einen Sarg le¬
gen 2 jmd. kann sich einsargen
lassen: [ugs.] jmd. befindet sich in ei¬
nerausweglosen Situation
]Bn|sar|gung: die; - ; -en das Einsargen,
Legen in einen Sarg
gnjsatz: der; -es; Einsätze 1 a) Teil, das
eingesetzt wird »Zu dem Spargeltopf
gehört ein Metallkörbchen als
Einsatz.« b) eingenähtes Stoffstück 2
Engagement, Aufwand, Hingabe,
das/den/die jmd. in etw. einbringt
»Ihr Einsatz für die Familie war
bewundernswert.« 4 a) das Aktivwer¬
den von Gruppen, Mannschaften,
militärischen Einheiten 5 Anfang, Be¬
ginn einer Tätigkeit »Der Dirigent
gab den Posaunen das Zeichen zum
Einsatz.« 6 das Benutzen von Materi¬
al, Geräten, Werkzeugen »Bei dem
Brand kamen lange Leitern zum
Einsatz.« 7 Betrag, den man inve¬
stiert, für etw. gibt u. hofft, einen Ge¬
winn zu erzielen, aber bereit ist zu ver¬
lieren, wie z. B. beim Glücksspiel
Efn|satz|be|fehl: der; -(e)s; -e Auftrag,
Befehl zum Polizei- od. Militäreinsatz
ein|satz|be|reifc Adj. n. stg. a) dienstbe¬
reit; zum Handeln, Erfüllen eines
Auftrags bereit, in der Lage b)
gebrauchsfertig »Die Feuerlöscher
waren nur zum Teil einsatzbereit.«
E|n|satz|be|reit|schaft: die; - ; - Fähig¬
keit, einen Auftrag in Angriff zu neh¬
men
ein[satz|fä|hig: Adj. n. stg. von Material
u. Technik her bzw. körperlich u. gei¬
stig bereit zum Einsatz
Ein|satz|grup|pe: die; - ; -n spezielle
(militärische o. ä.) Gruppe von Perso¬
nen, die in schwierigen Situationen
eingesetzt, herangezogen wird
Ein|satz|kom|man|do: das; -s; -s Ein¬
satzgruppe der Polizei, Feuerwehr
od. des Militärs
Ein|satz|plan: der; -(e)s; -plane Plan,
der den Ablauf eines Einsatzes (zeit¬
lich) festlegt
Ejn|satz|stück: das; -(e)s; -e in etw. ein¬
gesetztes Teil
Ein|$atz|wa|gen: der; -s; - a) Kraftfahr¬
zeuge der Polizei, des Militärs, der
Rettungsdienste usw. b) bei Bedarf
zusätzlich fahrender Omnibus, Stra¬
ßenbahn usw.
Ein|satz|zei|chen: das; -s; - Zeichen,
das den Einsatz, Beginn von etw. si¬
gnalisiert, bestimmt »Der Dirigent
gibt der Sängerin das Einsatzzeichen.«
ein|sau|en: saust ein; sautest ein; hast
eingesaut [ugs.] etw. sehr schmutzig
machen
ein|säu|ern: säuerst ein; säuertest ein;
hast eingesäuert Lebensmittel od.
Tierfutter (gegebenenfalls mit Hilfe
von Salz od. Essig) durch Gärung
haltbar machen
Ein|säue|rung —> Ein|säu|e|rung: die;
- ; -en das Haltbarmachen durch Gä¬
rung von Lebensmitteln u. Tierfutter,
eventuell mit Essig od. Salz
ein|sau|gen: saugst ein; saugtest/so-
g(e)st ein; hast eingesaugt leingesogen
Flüssigkeit od. Luft durch Saugen,
Herstellung eines Sogs aufnehmen
Ein|sau|gung: die; - ; -en Aufnehmen
von etw. mittels eines Soges
e]n|säu|men: säumst ein; säumtest ein;
hast eingesäumt 1 einen Saum an ein
Kleidungsstück nähen 2 (mit Pflan¬
zen o. ä.) umranden, einen Rand bil¬
den
ein|schach|teln: schachtelst ein; schach¬
teltest ein; hast eingeschachtelt a) etw.
in eine Schachtel einpacken b) mehre¬
re (gleichartige) Dinge ineinanderfü-
gen
ein|scha|len: schalst ein; schaltest ein;
hast eingeschalt <Bauw.> einen Bau
mit einer Schalenkonstruktion verse¬
hen
Ein|scha|ler: der; -s; - weibl. [selten]
Bn|scha|le|rin: die; ~ ; -nen <Bauw.>
Person, die Einschalungen voraimmt
ein|schaljten: schaltest ein; schaltetest
ein; hast eingeschaltet 1 ein(e) elektri¬
sche^) Gerät, Vorrichtung mit einem
Schalter in Betrieb setzen »Sie schal¬
tete den Elektroherd ein.« 2 bei einem
Fahrzeug od. einer anderen Maschine
einen Gang einlegen 3 jmdn. (als
Schiedsrichter) in einem Konflikt, bei
einem Problem heranziehen »Sie
295
«inschalten
schaltete einen Rechtsanwalt ein.« 4
eine Unterbrechung in einem Ablauf
vornehmen Ant.: <1> ausschalten
ein|schai|ten, sich: schaltest dich ein;
schaltetest dich ein; hast dich
eingeschalt 1 (automatisch) den Be¬
trieb aufnehmen »Der Ventilator
schaltete sich ein.« 2 sich einmischen,
sich einbringen in eine Gespräch, eine
Auseinandersetzung, einen Ablauf
usw.
Ein|schalt|he|bel: der; -s; • (Technik)
Hebel, beweglicher Griff, mit dem
man Maschinen einschaltet, in Funk¬
tion setzt
Emjschattjquolte: die; - ; -n (prozentual
gemessene) Anzahl der Fernsehzu¬
schauer, die eine bestimmte (Fernseh¬
sendung gesehen, gehört haben
Einfschal|tamg: die; ~ ; -en 1 das An¬
schalten eines Radios, einer Maschine
o. ä. 2 Einmischung einer Person in
eine Diskussion o. ä.
Ein|scha)lung: die; ~ ; -en <Bauw.> Vor¬
gang bzw. Ergebnis des Einschalens
ein|schär[fen: schärfst ein; schärftest
ein; hast eingeschärft jmdm. eine Ver¬
haltenmaOgabe, Aussage o. ä. gut ein¬
prägen
ein|schar|ren: scharrst ein; scharrtest
ein; hast eingescharrt etw., jmdn.
(ohne großen Aufwand, dicht unter
der Erde) vergraben
ein|schät|zen: schätzt ein; schätzest ein;
hast eingeschätzt bewerten »Ich schät¬
ze ihre Leistung als gut ein.«
Ein|schät|zung: die; - ; -en persönliche
Wertung eines Vorganges o. ä. »Die
richtige Einschätzung der politischen
Situation ist schwierig.«
ejnjschäujmen: schäumst ein; schäum¬
test ein; hast eingeschäumt 1 etw. mit
Seifenschaum bedecken 2 etw. zum
Schutz mit Kunststoffschaum umge¬
ben
ein|schei|Ben, sich: scheißt dich ein;
schissest dich ein; hast dich eingeschis¬
sen —>alle Vergangenheitsformen
mit ss*— [derb] sich bei jmdm. ein¬
schleimen, einschmeicheln; jmdm.,
von dem man sich etw. verspricht, be¬
sonders freundlich entgegentreten
ein|schen|ken: schenkst ein; schenktest
ein; hast eingeschenkt 1 jmdm. ein (al¬
koholisches) Getränk eingießen »Sie
schenkte mir einen Obstler ein.« 2
<übertr.> [ugs.] jmdn. in einer Ausein¬
andersetzung, einem Wettkampf
überlegen besiegen; jmdn. in überle¬
gener Weise übertrumpfen
ein|sche|ren: scherst ein; schertest ein;
bist eingeschert 1 sich mit dem Auto
in den Verkehr einordnen 2 [see-
mannssprl.] Taue durch Halterollen
führen
ein|schich|tig: Adj. n. stg. mit nur einer
Schicht von etw. ausgestattet; nur aus
einer Schicht bestehend
ein|schicken (ein|schik[ken —» ein|-
schijcken): schickst ein; schicktest
ein; hast eingeschickt 1 a) ein Gerät
(mit der Post) an die Hersteller-, Re¬
paraturfirma schicken, senden »Ich
habe das Telefon eingeschickt.« b)
etw. (einen Kupon, ein Los, einen
Film o. ä.) zur Bearbeitung an eine
Firma schicken c) <Med.> eine Gewe¬
beprobe an ein Labor zur Untersu¬
chung versenden 2 einen Stoff (z. B.
Gas od. Wasser) od. Strom in eine
Leitung einleiten
e|n|schie|ben: schiebst ein; schobfejst
ein; hast eingeschoben a) etw. in etw.
hineinschieben b) etw. (heimlich) hin¬
zufügen
Einjschle|bung: die; - ; -en 1 das Hin¬
einschieben, Hinzufügen von etw. 2
(Sprachwiss.) Parenthese
Einjschie|nen|bahn: die; - / -en Eisen-,
Bergbahn o. ä. mit einer Mittel¬
schiene
Ein|schie|nen|tioch|bahn: die; - ; -en
Bahn, die auf einer Schiene weit über
der Erdoberfläche fährt, Syn.: Schwe¬
bebahn
ein|schie|Ben: schießt ein; schossest ein;
kastjist eingeschossen —>alle Ver¬
gangenheilsformen mit ss<— 1 hast a)
durch Beschießen zerstören b) eine
Schußwaffe gebrauchsfertig machen
2 hast a) etw. in einen Gegenstand
hineintreiben b) <Sport> den Ball od.
Puck (beim Eishockey) ins Tor beför¬
dern 3 ist a) (Wasser) in eine Leitung,
einen Kanal o. ä. fluten b) <Milch>
nach der Entbindung bei Menschen
u. Säugetieren in der Brust der Mut¬
ter, des Muttertieres entstehen
ein)schif|fen: schiffst ein; schifftest ein;
hast eingeschifft an Bord eines Schif¬
fes transportieren, gehen
ejn|schif)fen, sich: schiffst dich ein;
schifftest dich ein; hast dich einge¬
schifft als Passagier für eine Schiffs¬
reise an Bord gehen
Ein|schif)fung: die; - ; -en <Schiff> das
An-Bord-Gehen (für eine Seereise)
Ein|schif]fungs|hajfen: der; -s; -häfen
Hafen, an dem die Passagiere an Bord
gehen
e|n|schir|ren: schirrst ein; schirrtest ein;
hast eingeschirrt einem Tier (meist
Pferd) das Geschirr anlegen (um es
einzuspannen)
einschl.: Abk. einschließlich
ein|schla|fen: schläfst ein; schlief (e)st
ein; bist eingeschlafen 1 in Schlaf fal¬
len 2 kurzzeitig taub in den Gliedma¬
ßen werden 3 etw. einschlafen
lassen: ein Vorhaben o. ä. aufgeben,
nicht weiterverfolgen
ein(sch(ä|fem: schläfern ein; Schläfer¬
lest ein; hast eingeschläfert 1 (Zool.>
(vom Tierarzt) töten (lassen) »Wir
mußten den Hundemschtäfern lassen.«
2 so langweilig, gleichförmig sein,
daß es zum Eindösen führt
ein|schlä|fernd: Adj. langweilig u. ru¬
hig, so daß man dabei einschläft
Ejnjschlä{fe{(ung: die; ~ ; -en 1 Narkoti-
sierung (mit Schlafmitteln) 2 Tötung
eines Tieres ohne Schmerzen 3 [ugs.]
Beruhigung von jmdm., so daß diese
Person schläft
gnjschlag: der; -(e)s; Einschläge 1
Auftreffen eines Blitzes, einer Kugel
in, auf jmdn., einen Gegenstand 2
etw., was jmds. Bild prägt, verändert
»Sie hat einen südländischen Ein¬
schlag.«
ein[schta|gen: schlägst ein; schlug(e)st
ein; hast eingeschlagen 1 a) etw. in
etw. hineinschlagen »Er schlug den
Haken in den Pfosten.« b) etw. kaputt¬
schlagen »Bei den Krawallen wurden
die Schaufenster einiger Geschäfte
eingeschlagen.« 2 <Blitz) auf ein Ge¬
bäude, etw. treffen (u. es zerstören)
Der Blitz schlug in die Hütte ein.« 3
(Lenkrad) stark in eine andere Rich¬
tung drehen 4 a) <Weg; Richtung)
nehmen »Er schlug den Weg nach Sü¬
den ein.« b) einen Beruf wählen; eine
Laufbahn beginnen 5 (Schneiderei) ei¬
nen Saum kürzen 6 (durch einen
Handschlag, ein Händeschütteln)
eine Abmachung treffen, bekräftigen
»Er schlug ein u. freute sich über das
Verhandlmgsergehnis. 7 sich gut ein¬
führen; einen guten Start haben; An¬
fangserfolg haben 8 einschiagen wie
eine Bombe, ein Blitz: eine Sensation,
Überraschung auslösen
ein|schtä|gig: Adj. n. stg. auf einen be¬
stimmten Bereich bezogen; fachbezo¬
gen »Die einschlägige Literatur hilft
dem interessierten Leser weiter.«
ejn|schläm|men: schlämmst ein;
schlämmtest ein; hast eingeschlämmt
(Gartenbau) Pflanzen stark bewäs¬
sern
einlschleilchen, sich: schleichst dich
ein; schlich(e)st dich ein; hast dich
eingeschlichen 1 (Person; Gefühl o. ä.>
sich unbemerkt (durch eine List) Zu¬
tritt verschaffen 2 unbemerkt gesche¬
hen »In die Arbeit haben sich einige
Fehler eingschlichen.«
einjschleitfen: schleifst ein; schliff(e)st
ein; hast eingeschliffen 1 (Technik) mit
einer Maschine etw. eingravieren 2
sich etw. durch gezielte Wiederholung
einprägen; ein Verhalten zur Ge¬
wohnheit werden lassen
Ein[schlei|fung: die; - ; -en a) Vorgang
des Einschlafens b) etw., was einge¬
schliffen, eingraviert wurde e) Vor¬
gang, in dem sich eine Gewohnheit,
ein Verhaltensmuster herausbildet
ein|schlep|pen: schleppst ein; schlepp¬
test ein; hast eingeschleppt 1 ein Fahr¬
zeug od. ein Schiff in den Hafen hin¬
einziehen 2 eine Krankheit o. ä. zu ei¬
nem Ort, in eine Gegend mitbringen
Ein|schlep|pung: die; - ; -en Vorgang
des Einschleppens
einjschleu|sen: schleust ein; schleustest
ein; hast eingeschleust jmdn. heimlich
in eine Organisation o. ä. hineinbrin¬
gen »Die Polizei schleuste einen Mann
in die Bande ein.«
Ein[schleu|sung: die; -; -en Hineinbrin¬
gen von jmdm. in etw. unter Umge¬
hung einer Kontrolle o. ä.
ein|sch!ie]ßen: schließt ein; schlossest
ein; hast eingeschlossen —*alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*— 1 a)
etw. in einem Behälter verschließen b)
jmdn. gefangenhalten 2 jmdn. od.
etw. einbeziehen »ins Gebet einschlie¬
ßen * in die Gemeinschaft einschließen«
t|n|schlie3|lich: Präp. mit Gen. inklusi¬
ve; etw. eingeschlossen; unter Ein¬
schluß
Emjschlie|ßung: die; - ; -en etw., was
eingeschlossen ist, wird, von etw. um¬
geben ist
ein|schlum|mern: schlummerst ein;
schlummertest ein; bist eingeschlum¬
mert 1 einschlafen 2 [verhüll.] (im
Schlaf) sterben 3 aufhören zu be¬
stehen; nicht mehr angewendet wer¬
den
296
einschweben
Ein|schlupf: der; -(e)s; -e 1 offene Stel¬
le, Loch, durch die/das jmd. od. ein
Tier in etw. hineingelangen kann 2
das Hineinschlüpfen
ein|schlür|fen: schlürfst ein; schlürftest
ein; hast eingeschlürft etw., Flüssig¬
keit geräuschvoll einsaugen
Ejn|schluB —> Einschluss: der; Ein¬
schlusses; Einschlüsse 1 Fremdkörper
in einem Mineral 2 [veralt.] das Ge¬
fangennehmen u. Einschließen von
jmdrn. 3 unter Einschluß von etw.
—» unter Einschluss von etw.: mit
Berücksichtigung von etw.
einjschmei|cheln, sich: schmeichelst
dich ein; schmeicheltest dich ein; hast
dich eingeschmeichelt sich bei jmdm.
(von dem man sich etw. erhofft) über¬
aus lieb, freundlich verhalten
ein|schmei|chelnd: Adj. a) sich durch
Charme, Komplimente beliebt ma¬
chend, um dadurch Vorteile zu erhal¬
ten b) <Musik; Stimme; Wort» ange¬
nehm; weich; beruhigend
Ein|schmeich|tung: die; ~ ; -en Vorgang
des Einschtneichelns
ein|schmei|ßen: schmeißt ein; schmis¬
sest ein; hast eingeschmissen —*a!ie
Vergangenheitsformen mit ss<—
[ugs.] 1 etw. durch Einwerfen zerstö¬
ren »bei der Demonstration wurden die
Schaufenster eingeschmissen.« 2 Me¬
dikament; Droge> schlucken; einneh¬
men
ein|schmel|zen: schmilzt ein; schmolzest
ein; hast eingeschmolzen <oft Metall)
durch Erhitzung verflüssigen
Ein|&chme(|zung-. die; - ; -en das Ein¬
schmelzen, Verflüssigen von Metall
durch Erhitzen
Ein|schmel|zungs|pro|zeB —» Ejn|-
schmel|zungs|pro|zess: der; -prozes-
ses; -prozesse Vorgang der Ein¬
schmelzung
e|n|schmie|ren: schmierst ein; schmier¬
test ein; hast eingeschmiert [ugs.] etw.
od. jmdn. mit Schmiermittel, Creme
o. ä. einfetten, einreiben
efn|schmug|geln: schmuggelst ein;
schmuggeltest ein; hast eingeschmug¬
gelt 1 zollpflichtige od. verbotene
Waren (z. B. Drogen, Zigaretten, Al¬
kohol) illegal über eine (Staats-)
Grenze bringen 2 sich heimlich u. un¬
bemerkt in einen Raum, eine Gruppe
o. ä. einschleichen
ein|schnap|pen: schnappst ein; schnapp¬
test ein; bist eingeschnappt 1 ins
Schloß fallen, springen 2 [ugs.) belei¬
digt sein
ein|schnei|den: schneidest ein; schnit-
l(e)st ein; hast eingeschnitten 1 a)
etw. nur teilweise durchschneiden; in
etw. hineinschneiden »Er hat die Folie
eingeschnitten, damit Luft an das
Fleisch kommen kann.« b) einritzen;
einkerben (z. B. Schriftzeichen in
Holz o. ä.) 2 <Film> beim Filmschnitt
Teile einfügen 3 eindringen (z. B. in
die Haut) »Die Henkel der schweren
Einkaufstasche schnitten ihr in die Fin¬
ger ein.« 4 <übertr.> sich ungünstig
auswirken »Die Brandkatastrope wird
tief in den Betrieb des Flughafens ein¬
schneiden.«
ejn|schnei|dend: Adj. sich stark, we¬
sentlich auswirkend »einschneidende
Maßnahmen treffen«
ein|schnei(dig: Adj. n. stg. mit nur einer
Schneide versehen
ein|schnei|en: schneist ein; schneitest
ein; bist eingeschneil völlig mit Schnee
bedeckt werden (so daß man einen
Ort nicht mehr verlassen kann)
E|n|schnitt: der; -(e)s: -e 1 a) <Med.>
durch einen Schnitt geöffnete Stelle b)
Stelle, an der ein Einschnitt (a) er¬
folgte; Schnittstelle 2 (Zeit-)Punkt, an
dem sich ein Geschehnis, ein Hand¬
lungsablauf plötzlich u. stark ändert
»Die Geburt des Kindes brachte einen
bedeutenden Einschnitt in ihr Leben.«
3 Stelle in einem Text, wo eine inhalt¬
liche od. formale Änderung beginnt 4
Ernte, die durch das Schneiden einer
Wiese o. ä. erzielt wurde, Syn.:
[fremdsprl.] <2; 3> Zäsur
ein|schnitjzen: schnitzt ein; schnitztest
ein; hast eingeschnitzt etw. in Holz o.
ä. einritzen, einkerben
ein|schnü|ren: schnürst ein; schnürtest
ein; hast eingeschnürt 1 a) etw. durch
straffes Binden, Fäden, Schnüre Zu¬
sammenhalten b) einengen, z. B.
durch Gummiband od. einen Gürtel
2 aus Angst die Kehle zusammenzie¬
hen 3 <Sport; Milit.) eine Mannschaft,
einen Gegner stark in die Verteidi¬
gung drängen »Sie wurden in den eige¬
nen Strafraum eingeschnürt.«
Ein|schnü|rung: die; - ; -en 1 Vorgang
bzw. Ergebnis des Einschnürens 2
Stelle, wo etw. eingeschnürt ist
ein|schrän|ken: schränkst ein; schränk¬
test ein; hast eingeschränkt etw. be¬
grenzen »Er mußte seine Ausgaben auf
das Notwendigste einschränken.«
|in|schrän|kung: die; - ; -en 1 Minde¬
rung, Kürzung von etw. » Wir werden
die Einschränkung der Sozialleistun¬
gen nicht einfach hinnehmen.« 2 Vor¬
behalt; Begrenzung »Die Erlaubnis
zum Betreten des Naturschutzgebietes
gilt nur mit Einschränkung.«
ein|schrau|ben: schraubst ein; schraub¬
test ein; hast eingeschraubt etw. in ein
Gewinde drehen
Ein|schrei|ba|brief: der; -(e)s; -e
<Postw.> von der Post gegen einen
Empfangsschein ausgelieferter Brief
Ein|schrei|be|ge)bühR die; - ; -en 11m¬
matrikulationsgebühr für Studenten
2 Gebühr, Kosten eines Einschreibe¬
briefes
ein|schrei|ben: schreibst ein; schrie-
b(e)st ein; hast eingeschrieben 1 a)
etw. in ein Heft, Buch o. ä. eintragen
b) sich namentlich in eine offizielle Li¬
ste eintragen c) jmdn. immatrikulie¬
ren, an einer Universität für einen
Studiengang anmelden, eintragen 2
eine Postsendung per Einschreiben
aufgeben 3 ein Schreibgerät in Ge¬
brauch nehmen
einlschreilben, sich: schreibst dich ein;
schrieb(e)st dich ein; hast dich einge¬
schrieben 1 sich namentlich in eine of¬
fizielle Liste eintragen 2 (sich) imma¬
trikulieren; sich an einer Universität
für einen Studiengang anmetden 3
sich an ein Schreibgerät gewöhnen 4
sich durch Schreiben mit einem The¬
ma vertraut machen; sich in eine
schriftlich zu erledigende Arbeit hin-
einfmden
Ein|schrei|ben: das; -s; - <Postw.> Ein¬
schreibebrief, -päckchen
Ein|schrei|be|sen|dung: die; ~ ; -en
<Postw.> Einschreibebrief od. -päck¬
chen
Ein|schreib|ge|bühr: die; - ; -en <Postw.>
Gebühr, Kosten eines Einschreibe¬
briefes
ein|schrei|ten: schreitest ein; schrit-
t(e)st ein; bist eingeschritten sich dra¬
stisch in einen Konflikt o. ä. einmi-
sehen u. diesen (mit Gewalt) (vorläu¬
fig) lösen
e[n|schrum|peln: schrumpelt ein;
schrumpelte ein; ist eingeschrumpelt
an Feuchtigkeit verlieren u. klein u.
runzlig werden
ein|schrump|fen: schrumpft ein;
schrumpfte ein; ist eingeschrumpft
(durch Substanz-, Feuchtigkeitsver¬
lust) kleiner werden
Ein|schub: der; -(e)s; Einschübe 1
(Sprachwiss.) etw. in einen Text Ein¬
gefügtes; Parenthese 2 Schublade od.
eingeschobenes Bauteil
ein|schüchjtern: schüchterst ein;
schüchtertest ein; hast eingeschüchterl
jmdm. Angst machen; jmdm. den
Mut nehmen
E|n|schücfi|te|rung: die; - ; -en Bestre¬
ben, jmdn. zu verängstigen, ihm den
Mut zu nehmen
ejn|schu|len: schulst ein; schultest ein;
hast eingeschult in die Schule (meist in
die erste Klasse einer Schule, eines
Schultyps) eintreten
Ein|schu|lung: die; - ; -en das Einschu¬
len, Aufnehmen in eine Schule
Ein|schu|lungs|al|ter: das; -s; - Alter, in
dem ein Kind schulpflichtig wird u.
erstmals eine Schule besucht
Em|schuB —> Ein|schuss: der; Ein¬
schusses; Einschüsse 1 Verletzung
durch eine Kugel, Schrot aus einer
Schußwaffe 2 Beimischung von etw. 3
<Sport> Treffer beim Fußball o. ä. 4
(Tiermed.) Entzündung, meist am
Hinterschenkel des Pferdes 5
(Bankw.) hinterlegtes Geld bei einer
Bank 6 (Weberei) querlaufende Fä¬
den am Webschiffchen
Efn|schuB|loch —» Ein|schuss|loch:
das; -(e)s; -Löcher Loch, durch das
ein Geschoß eingedrungen ist
Ein|schuß|stel|le —* Ein|schuss|stel|-
Ie/Ein|schuss-Stel|le: die; - ; -n Stel¬
le, an dem eine Kugel o. ä. eingedrun¬
gen ist
Efn|schuB|win|kel —> Ein|schuss|win|-
kel: der; -s; - 1 Winkel, Grad, in dem
ein Geschoß eingedrungen ist 2
(Sport) Winkel, Schußbahn, in dem/
der ein Ball das Tor trifft
ein|schüt)ten: schüttest ein; schüttetest
ein; hast eingeschüttet eine Flüssigkeit
o. ä. in ein Gefäß hineingeben
ein|schwat|zen/ein|schwätjzen:
schwatztjschwätzt ein; schwatztest/
schwätztest ein; hast eingeschwatzt/
eingeschwätzt [ugs.] jmdm. etw. einre¬
den; auf jmdn. einreden
ein[schwe|ben: schwebst ein; schwebtest
ein; bist eingeschwebt 1 sich in einer
gleitenden Flugbewegung dem Erd¬
boden, dem Flughafen nähern 2 mit
dem Flugzeug od. Hubschrauber
kommen
297
«inschweißen
ein[schwei|ßen: schweißt ein; schwei߬
test ein; hast eingeschweißt 1 ein tech¬
nisches Teil in, an eine Maschine o. ä.
schweißen 2 Lebensmittel o. ä. mit ei¬
nem speziellen Gerät in einer Klar¬
sichtfolie luftdicht verpacken
ein|schwen|ken: schwenkst ein;
schwenktest ein; hast/bist
eingeschwenkt 1 etw. in eine Richtung
(hinein)drehen 2 <übertr.> seine Mei¬
nung ändern u. jmdm. zustimmen
ein|schwim|men: schwimmt ein;
schwamm ein; hat eingeschwommen
[Jargon] die Teile für eine Montage
auf dem Wasserweg herbeibringen
ejn|schwin|gen: schwingt ein; schwang
ein; hat eingeschwungen <Jagd> das
Landen von (Greif-)Vögeln
ein[schwö|ren: schwörst ein; schwu-
r(e)stjschwor(e)st ein; hast einge¬
schworen 1 a) jmdn. auf etw. festlegen
b) jmdn. mit einem Treueschwur an
sich binden 2 eingeschworen sein:
sich an etw. gewöhnt haben, sich
nicht davon trennen wollen
ein|seg|nen: segnest ein; segnetest ein;
hast eingesegnet <evang. Kirche> a)
konfirmieren b) ein Brautpaares,
jmdn. weihen
Ein|seg|nung: die; - ; -en <evang.
Kirche) a) Vorgang des Einsegnens in
der Konfirmation b) Vorgang des
Einsegnens eines Brautpaares
ein|seh|bar: Adj. 1 einzusehen; über¬
blickbar; Einblick gewährend 2
dibertr.) verständlich; nachvollzieh¬
bar
ein|se|hen: siehst ein; sah(e)st ein; hast
eingesehen 1 in etw. hineinblicken;
sich Einblick verschaffen (z. B. in Ak¬
ten, Dokumente o. ä.) 2 dibertr.> etw.
begreifen, was man vorher falsch be¬
urteilt hat
Ein|se|hen: das; -s; - in der Wendung mit
jmdm., etw. ein/kein Einsehen
haben: etw. od. jmdn. (nicht) verste¬
hen; (kein) Verständnis aufbringen
für etw. od. jmdn.
ein|sei|fen: seifst ein; seiftest ein; hast
eingeseift 1 etw. mit Seifenschaum be¬
decken 2 <übertr.) [ugs.] jmdn. betrü¬
gen
Ein|seif|pin|sel: der; -s; - Rasierpinsel
zum Einseifen der Haut
§in|sei|tig: Adj. n. stg. 1 nur eine Seite
betreffend 2 a) nur von einem Stand¬
punkt aus betrachtend b) 'Begabung;
Interesse) beschränkt auf einen Be¬
reich
Ein|sei[tig(keit: die; - ; -en (PI. s.) ein¬
seitige, nicht differenzierte Stellung¬
nahme, Handlung
<ün[sen(den: sendest ein; sandtestjsende-
test ein; hast eingesandt/ eingesendet a)
etw. per Post zuschicken b) an etw.,
einer Veranstaltung schriftlich teil¬
nehmen
£in|sen|der: der; -s; - weibl. §in|sen|-
de|rim die; - ; -nen Person, die jmdm.
etw. zuschickt, schriftlich an einer
Verlosung o. ä. teilnimmt
Ein|sen|de|schtuß —» Ein|sen|de|-
schluss: der; -Schlusses; - Termin, an
dem ein Manuskript, Teilnahme¬
schein o. ä. spätestens abgeschickt,
eingesandt sein muß
Ein|sen|de|ter|min: der; -(e)s; -e be¬
stimmtes Datum, an dem ein Manu¬
skript o. ä. abgeschickt sein muß
ein|sen]ken: senkst ein; senktest ein;
hast eingesenkt 1 <Technik; Bauw.> in
den Boden, in die Tiefe einlassen
»Stahlträger in die Erde eingesenken«
2 dibertr.) [poet.] ins Gemüt, in die
Seele eindringen; Spuren im Gedächt¬
nis einprägen »Die Liebe zur Natur
wurde ihm früh ins Herz gesenkt.«
Ein|sen|kung: die; - ; -en 1 das Ver-,
Einsenken 2 Vertiefung im Boden
ejn|setz|bar: Adj. n. stg. verwendbar;
brauchbar; die Fertigkeit besitzend,
eine Arbeit zu verrichten, eine Funk¬
tion erfüllen zu können
ein|set|zen: setzt ein; setztest ein; hast
eingesetzt 1 etw. in etw. einfügen »Er
setzte das letzte Teil in das Puzzle
ein.« 2 [fachsprl.) a) Blumen o. ä. in
die Erde pflanzen b) (junge) Fische in
einen Fischteich, ein Becken tun, dort
aussetzen 3 <Verkehrsw.> bei hohem
Bedarf ein zusätzliches (öffentliches)
Verkehrsmittel verwenden 4 a) für
etw., eine Tätigkeit, einen Zweck ver¬
wenden »Wir setzen einen neuen
Mann dafür ein.« b) jmdn. zu etw. er¬
nennen, jhm/ihr eine Position, Funk¬
tion, Aufgabe übertragen (z. B. als
Vormund, Erbe, Verwalter, Vorsit¬
zender, Hilfskraft usw.) 5 etw. ausfül¬
len, in ein Formular, einen Testbo¬
gen, eine Tabelle o. ä. eintragen 6
etw. setzt (wieder) ein: a) etw. be¬
ginnt (erneut) b) <Musik> beginnen
»Die 2. Stimme setzte zu spät ein.«
ein|set|zen, sich: setzt dich ein; setztest
dich ein; hast dich eingesetzt 1 intensiv
u. mit voller Kraft, mit vollem Ein¬
satz etw. tun »Sie spielten nicht gut,
aber sie setzten sich bis zur letzten Mi¬
nute voll ein.« 2 jmdn. od. etw. inten¬
siv fördern u. unterstützen
£in|set|zung: die; - ; -en das Einsetzen
von etw., jmdm.; Beauftragung mit,
Verwendung zu einer Tätigkeit
Ein|sicht: die; - ; -en 1 a) o. PL Einblick
auf einen Ort, ein Grundstück b) Ein¬
blick in Dokumente, Unterlagen, Ak¬
ten o. ä. 2 a) das Verstehen, Begreifen,
Gelangen zu einer Ansicht über etw.
b) Vernunft, die jrad. letztlich an-
nimrat
ein|sich|tig: Adj. etw. einsehend, verste¬
hend
Ein|sich|tig|keit die; ~; - das Einsichtig¬
, Verständigsein
Ein|sicht|nah|me: die; - ; -n [amtssprl.]
Betrachtung, Prüfung eines Doku¬
mentes o. ä.
ein|sichts[fä|hig: Adj. bereit, in der La¬
ge, etw. einzusehen, einzugestehen
ein|sichts|los: Adj. n. stg. ohne Ver¬
ständnis, Einsicht
ein|sichts|voll: Adj. viel Verständnis,
Einsicht besitzend
Ejn|sie|de|lei: die; - ; -en einsam gelege¬
ner Wohnsitz eines Einsiedlers
ein|sie|den: siedest ein; siedetest ein;
hast eingesiedet [österr.] etw. durch
Kochen eindicken, einmachen
Ein|sied|glas: das; -es; -gläser [österr.]
Glas zum Einkochen, zum Einma¬
chen von Lebensmitteln
Ejn|sied|!er: der; -s; ~ weibl. Ejnjsied|lej-
rin: die; ~ ; -nen Person, die (aus reli¬
giösen Gründen) völlig zurückgezo¬
gen (außerhalb eines Dorfes, einer
Stadt) allein, ohne soziale Kontakte
lebt Syn.: Eremit(in)
eln|siedfle|risch: Adj. zurückgezogen
wie ein Einsiedler lebend
Ein|sil|ber: der; -s; - <Sprachwiss.> [ugs.]
Wort, das aus nur einer Silbe besteht
ein|sil|big: Adj. n. stg. 1 <Wort> nur eine
Silbe aufweisend »Das Wort »und« ist
einsilbig.« 2 nur wenig sprechend; nur
wenige, kurze Sätze zu einer Unter¬
haltung beitragend
Einjsil|big|keit: die; - ; -1 Einsilbigsein
eines Wortes 2 Wortkargheit einer
Person
ein|sin|gen, sich: singst dich ein; san-
g(e)st dich ein; hast dich eingesungen
1 die Stimme auf einen Gesangsvor¬
trag vorbereiten 2 [landsch.] jmdn. in
den Schlaf singen
ein|sin|ken: sinkst ein; sankfejst ein;
bist eingesunken in etw. einbrechen; in
etw. teilweise untergehen »Ich sank
bis zu den Knöcheln im Schlamm ein.«
em|sitjzen: sitzt ein; saßfesjt ein; hast
eingesessen 1 in einem Gefängnis sit¬
zen; eine Haftstrafe verbüßen 2 a)
durch häufigen Gebrauch eine Vertie¬
fung in ein Sitzmöbel drücken b) sich
etw. zum Sitzen anpassen (z. B. Sattel,
Arbeitsstuhl); zum Sitzen für sich ge¬
eignet machen c) etw. durch häufiges
Sitzen bequem machen, dabei aber
abnutzen 3 sich auf ein Pferd setzen
ein|sit|zig: Adj. n. stg. mit nur einem Sitz
versehen, ausgestattet
e[n|som|me|rig: Adj. n. stg. <Fische-
reiw.) ein Jahr alt
Ein|sofjtie|rung: die; - ; -en Vorgang,
System, Ergebnis der Einordnung
von Waren o. ä.
ein|spal|tig: Adj. n. stg. <Druckw.> in
nur einer (Druck-)Spalte angeordnet,
Ant.: zwei-, mehrspaltig
ein|span|nen: spannst ein; spanntest ein;
hast eingespannt 1 a) in einer Halte¬
vorrichtung unter Zug bingen b) Pfer¬
de vor eine Kutsche einschirren 2
jmdn. für etw. einsetzen; jmdn. bitten,
etw. zu tun, bei einer Arbeit zu helfen
Ein|spän|ner: der; -s; - 1 einspännige,
von nur einem Pferd gezogene Kut¬
sche 2 [landsch.] a) zurückgezogen le¬
bender Sonderling b), Junggeselle 3
Kaffeespezialität aus Österreich
ein|spa[ren: sparst ein; spartest ein; hast
eingespart die Kosten, Ausgaben für
Material, Personal usw. senken
Ein|spa|rung: die; - ; -en Einschrän¬
kung, durch die weniger Geld, Mate¬
rial benötigt wird
ein|spei|chem: speicherst ein; speicher¬
test ein; hast eingespeichert 1 Waren,
z. B. Lebensmittel, in einem Speicher
aufbewahren 2 <EDV> das Speichern,
Sichern, Zurverfügungstellen von
Daten in einem Computer
Ein|spei|sung: die; - ; -en 1 das Verput¬
zen mit Mörtel 2 <EDV> Eingabe von
Daten in einen Computer 3 <Technik>
etw. über Zuleitungen in eine techni¬
sche Anlage bringen
einjspie|len: spielst ein; spieltest ein;
hast eingespielt 1 a) ein Musikinstru¬
ment durch Üben u. Spielpraxis zur
vollen Klangqualität bringen b) ein
Sportgerät in Gebrauch nehmen 2 ein
298
Einstellung
Musik- od. Theaterstück einüben 3
einen Ertrag, Gewinn durch eine Auf¬
führung (Film, Theater) eine Sport¬
veranstaltung o. ä. einnehmen, an¬
sammeln 4 a) vorbereitetete Film-,
Fernseh-, Video od. Tonaufnahmen
in eine Sendung einbringen b) Film-,
Video-, Tonaufnahmen vorführen c)
<EDV> Daten aus einer Datei in eine
andere übertragen
ejn|spie|len, sich: spielst dich ein; spiel¬
test dich ein; hast dich eingespielt 1
<Musik> vor einem Konzert o. ä. auf
einem Musikinstrument proben 2
(Sport) sich beim Sport einlaufen od.
Spielzüge proben 3 a) durch Übung in
einem Team Spielzüge (im Mann¬
schaftssport) od. Abläufe (z. B. bei ei¬
ner Theateraufführung) lernen b)
technische od. organisatorische Vor¬
gänge u. Abläufe zur Routine werden
lassen 4 (Meßwerte) sich einpendeln
»Ihr Gewicht hat sich auf etwa 60 kg
eingependelt.«
Efn|spiel|eijgeb|nis: das; -ses; -se Ge¬
winn, Ertrag, der durch die Auffüh¬
rung eines Films o. ä. entsteht
Ein|spie|lung: die; - ; -en a) das Einspie¬
len von etw. b) Einfügen eines Filmes,
einer Tonaufnahme von Zusatzinfor¬
mationen beim Fernsehen, Radio
ein|spin|nen, sich: spinnst dich ein;
spann(e)st dich ein; hast dich
eingesponnen 1 <Insekt> sich verpup¬
pen 2 <übertr.) sich absondern; sich in
seiner Gedankenwelt verlieren
Ejn(spra|che: die; ~ ; -n <Rechtsw.>
[österr.; Schweiz.] Einspruch; Wieder¬
spruch
Ein|spra|chig|keit: die; - ; - 1 Eigen¬
schaft, nur in einer Sprache sprechen
zu können 2 Eigenschaft, in nur einer
Sprache geschrieben zu sein
ein|spren|gen: sprengst ein; sprengtest
ein; hast eingesprengt 1 etw. mit Ge¬
walt öffnen od. zerstören 2 etw. mit
Wasser sprühend befeuchten 3 klein¬
ste Teilchen, einzelne Teile in eine
größere Gesamtheit, einen größeren
Zusammenhang einbringen
ein|sprin|gen: springst ein; sprang(e) st
ein; bist eingesprungen fürjmdn. kurz¬
fristig eine Aufgabe übernehmen (als
Sänger, Sportler, Trainer, Vertre¬
tungslehrer usw.)
ein|sprin|gen, sich: springst dich ein;
sprang (e)st dich ein; hast dich
eingesprungen (Sport; Reitern
Übungssprünge vor einer Sportver¬
anstaltung machen
Ein|spritz|dü|se: die; - ; -n (Technik)
Düse zum Einbringen des Kraftstoffs
in den Einspritzmotor
ein|sprit|zen: spritzt ein; spritztest ein;
hast eingespritzt 1 Medikamente
durch eine Injektion in den Körper,
Organismus einführen 2 mit Hilfe ei¬
ner Düse in den Motor einbringen
Ein|sprit|zen der; -s; - (Technik) Mo¬
tor, bei dem der Kraftstoff durch Ein¬
spritzung dem Zylinder zugeführt
wird
Ein|spritz|mo|tor der; -s; -en (Technik)
Motor, bei dem der Kraftstoff durch
Einspritzung dem Zylinder zugeführt
wird
Ein|sprit|zung: die; - ; -en Vorgang des
Einspritzens
Einspruch: der; -fe)s; Einsprüche a)
Protest, Beschwerde gegen etw. b)
(Rechtsw.) rechtswirksamer Wider¬
spruch gegen eine amtliche Entschei¬
dung (mit aufschiebender Wirkung)
Ein|spruchs|recht: das; -fe)s; -e
(Rechtsw.) Recht, gegen einen Be¬
schluß o. ä. Widerspruch, Einspruch
erheben zu dürfen
ein|spü|len: spülst ein; spültest ein; hast
eingespült ein Wasch- od. Spülmittel
in Wasser lösen (u. der Wäsche zuge¬
ben)
Eins|sein: das; -s; - [geh.] vollkommene
Übereinstimmung, Identifizierung
einst: Adv. a) [geh.] vor langer Zeit b)
unbestimmter Zeitpunkt in der Zu¬
kunft Syn.: (a> früher; <b> irgendwann
(einmal)
e|n|stamp|fen: stampfst ein; stampftest
ein; hast eingestampft a) etw. fest zu¬
sammenpressen b) [veralt.] Altpapier,
Druckerzeugnisse (durch Stampfen)
zerstören
Ein|stand: der; -(ejs; Einstände 1 aus
Anlaß eines Dienstantritts ausgegebe¬
ne Speisen u. Getränke »Ich gebe
heute in der neuen Abteilung meinen
Einstand.« 2 Beginn einer neuen Tä¬
tigkeit »Heute hat sie ihren Einstand.«
3 (Sport) erstes Spiel einer (neu gebil¬
deten) Mannschaft, eines neuen Spie¬
lers 4 (Tennis) Spielstand nach 40:40,
wenn beide Spieler gleich viele Punkte
haben 5 <Jagd> Stelle, an der sich häu¬
fig Wild aufhält, Ant.: (1; 2> Ausstand
Ein|stands|preis: der; -es; -e (Wirt.) Ein¬
kaufspreis einer Ware, in der die Be-
schaffungs- u. Transportkosten nicht
enthalten sind
ein|stan|zen: stanzt ein; stanztest ein;
hast eingestanzt (Technik) etw. in Me¬
tall prägen »In Münzen sind Zahlen u.
Zeichen eingestanzt.«
ein|sta|peln: stapelst ein; stapeltest ein;
hast eingestapelt Waren o. ä. in Sta¬
peln lagern, anordnen
e|n|stau|ben: staubt ein; staubte ein; hat
eingestaubt völlig mit Staub bedeckt
werden
ein|stäu|ben: stäubst ein; stäubtest ein;
hast eingestäubt etw. mit Mehl, Puder
o. ä. bedecken
ein|stechen: stichst ein; stach(e)st ein;
hast eingestochen 1 mit einem spitzen,
scharfen Gerät in etw. hineinstechen,
z. B. mit einem chirurgischen Messer
in eine Eiterbeule, mit einer Nadel in
ein Stück Stoff, mit einem Spaten in
die Erde usw. 2 jmdn. mit einem Mes¬
ser, einem Bajonett o. ä. Stichwunden
beibringen 3 (Kartenspiel) mit einer
Trumpfkarte ausgespielte Karten ste¬
chen
ein(stecken (ein|stek|ken —» ein|ste|-
cken): steckst ein; stecktest ein; hast
eingesteckt 1 a) in seine (Hosen-, Jak-
ken-, Einkaufs-)Tasche tun b) die
Hand in die Hosentasche stecken c)
[abwert.] mitnehmen »Vorsicht, sie
steckt ein, was sie kriegen kann!« 2
etw. in etw. hineinstecken, wo es hin¬
eingehört (z. B. einen Stecker in die
Steckdose, einen Schlüssel ins
Schloß) 3 a) viel aushalten können;
körperliche Schläge od. Tritte od.
Mißerfolge, Kritik u. Schicksalsschlä¬
ge ertragen b) (Boxsport) Schläge,
Treffer bekommen »Er mußte wäh¬
rend des Kampfes viel einstecken.«
Ein|steck|kamm: der; -(e)s; -kämme
Kämmchen, das entweder als Haar¬
schmuck dient od. die Haare in einer
bestimmten Form halten soll
Ein|steck|tuch: das; -(ejs; -tücher klei¬
nes Tuch, das in die Brusttasche eines
Sakkos, einer Jacke gesteckt wird
ejn|ste|hen/ein|stehn: siehst ein; stan-
d(e)st ein; hast/bist eingestanden für
etw., jmdn. die Folgen einer negati¬
ven Sache (mit)tragen »Ich stehe für
meine Fehler ein.«
ein|steh|len, sich: stiehlst dich ein; stab¬
ile) st dich ein; hast dich eingestohlen
sich heimlich Zutritt verschaffen
Ein|stei|ge|dieb|staht: der; -(ejs; -dieb-
stähle Diebstahl, bei dem der Dieb
durch ein Fenster o. ä. in eine Woh¬
nung eingestiegen ist
ein|stei|gen: steigst ein; stieg (e) st ein;
bist eingestiegen 1 ein Fahrzeug betre¬
ten »Wir stiegen in den Bus ein.« 2
(Bergsteigen) in eine Bergwand, einen
Kamin o. ä. hineinsteigen, klettern 3
[ugs ] sich an einem Geschäft, einer
Unternehmung beteiligen »Ich steige
ins Aktiengeschäft ein.« 4 beginnen
mit einer Sache »Ich weiß noch nicht,
wie ich in das Referat einsteigen soll.«
Ant.: (1; 3> aussteigen
Ein|stei|ger: der; -s; - weibl. Ein|stei|-
ge|rln: die; - ; -nen Person, die in einer
bestimmten Branche beginnt »Schon
als Einsteiger verdient man hier viel
Geld.«
ein|stell|ban Adj. n. stg. (Technik) sich
genau j ustieren lassend
e|n|stel|len: stellst ein; stelltest ein; hast
eingestellt 1 aufbewahren; an einen
bestimmten Ort tun »das Auto im
Parkhaus einstellen ♦ die Akten in den
Schrank einstellen ♦ ein Fahrrad in ei¬
nen Ständer einstellen« 2 einen Arbeit¬
nehmer neu in Dienst nehmen; jmdn.
(neu) beschäftigen »Sie werden zum
nächsten I. eingestellt.« 3 a) (Technik)
einen Apparat, ein Gerät regulieren
»Stellen Sie Ihr Radio bitte auf Zim¬
merlautstärke ein!« b) (Sport) einen
Sportler, eine Mannschaft auf den
Gegner u. seine Spieltaktik vorberei¬
ten 4 beenden; nicht weiterfuhren
»Ich stelle die Diskussion ein.«
einlstelllen, sich: stellst dich ein; stell¬
test dich ein; hast dich eingestellt 1 sich
an einer bestimmten Stelle einfinden,
ankommen 2 als Folgeerscheinung
auftreten »Nach der Operation stellten
sich Komplikationen ein.« 3 sich inner¬
lich auf etw. vorbereiten »Sie stellten
sich auf Überstunden ein.« 4 sich
jmdm. anpassen »Die Tennisspielerin
hatte sich gut auf die Linkshänderin
eingestellt.«
e|n|stel|lig: Adj. n. stg. nur aus einer Zif¬
fer bestehend
Ein|stell|platz: der; -es; -platze Tiefgara¬
genplatz od. fester Parkplatz für ein
Auto
Ein|stell|ska|la: die; - ; -Skalen Skala am
Radiogerät, anhand derer die Fre¬
quenzen der verschiedenen Sender
eingestellt werden können
Bn|stel|lung: die; - ; -en 1 das Hinein¬
stellen u. Aufbewahren »Die Einstel¬
lung des Autos in das, dem Flughafen-
299
Einstellungsgespräch
parkhaus ist teuer.« 2 Abschaffung;
Beendigung »die Einstellung des
Gerichtsverfahrens« 3 Beschäftigung
»Meine Einstellung erfolgt zum 15.
dieses Monats.« 4 innere Haltung zu
etw. od. jmdm.
Ein|steljlungs|ge|spräch: das; -(e)s; -e
Vorstellungsgespräch in einem Un¬
ternehmen, in dem man zukünftig ar¬
beiten möchte
Ein|stel|lungs|terjmin: der;-(e)s; -e Da¬
tum, Termin der Einstellung, des Ar¬
beitbeginns in einer neuen Firma
Ein|stel|lungs|test: der; -(e)s; -s u. -e
Prüfung, die man im Rahmen eines
Auswahlverfahrens vor der Einstel¬
lung in eine Firma ablegen muß
Bn|steinungs|un|ter|su|chung: die; ~ ;
-en medizinische Überprüfung, Un¬
tersuchung (durch den Betriebsarzt)
zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses
ein|steu|ern: steuerst ein; steuertest ein;
hast eingesteuert 1 etw. auf einen be¬
stimmten Kurs, an einen Ort bringen
2 <Seefahrt> ein Schiff in einen Hafen,
eine Fahrrinne o. ä. hineinbringen,
-steuern 3 etw. den Verhältnissen an¬
passen
Ejn|steue|rung —> Ein|steu|e|rung: die;
~ ; -en Vorgang bzw. Ergebnis des
Einsteuerns
Ein|stich: der; -(e )s; -e Stelle, an der
jmd. einen spitzen Gegenstand, eine
Nadel in etw. gestochen, getrieben
hat »Man konnte an ihrem Arm viele
Einstiche erkennen.«
Ein|stich|stel|le: die; ~ ; -n Punkt, Stelle,
an der jmd. mit einem spitzen Gegen¬
stand, einem Stachel o. ä. verletzt
worden ist
Ejn|stieg: der; -(e)s; -e 1 das Betreten,
Einsteigen in ein Fahrzeug o. ä. 2
Stelle, Öffnung, an der man in ein
Fahrzeug o. ä. einsteigen kann »Der
Einstieg befindet sich vorne.« 3
(Bergsteigern a) Stelle, an der ein stei¬
ler Weg, ein Kletterpfad, eine Mög¬
lichkeit des Einsteigens in eine Berg¬
wand beginnt b) das Beginnen einer
Klettertour 4 (Wirt.) Beginn der Be¬
teiligung an einem Geschäft 5 Beginn
einer Handlung »Der Einstieg in das
Referat, die Rede ist besonders schwie¬
rig.« Ant.: <l; 2> Ausstieg
Ein[stieg|lu[ke: die; - ; -n (von einer
hochklappbaren Tür verschlossener)
kleiner Eingang in einen (Innen-)
Raum (z. B. Dachboden, Schiffska¬
bine od. Flugzeug)
Ein|stiegs|dro|ge: die; -; -n schwache(s)
Droge, Rauschmittel, die/das nach
häufiger Einnahme das Verlangen
nach härteren Drogen fördert
ejnjstig —> einstig: Adj. n. stg. ehema¬
lig; damalig; früher
ejn|stim|mig: Adj. n. stg. ohne Gegen¬
stimme; einer Meinung
Ein|stim|mig|keit: die; - ; - (Abstim¬
mung mit) identische(n) Positionen,
Ansichten
Ein[stim|niung: die; -; -1 (Musik) durch
eine Probe, durch Stimmen in Ein¬
klang, zu einem optimalen Klang
bringen 2 Vorbereitung von jmdm.
auf eine bestimmte Situation
ein|stip|pen: stippst ein; stipptest ein;
hast eingestippt [ugs.j etw. in eine
Flüssigkeit, Soße eintauchen
ein|stöp)seln: stöpselst ein; stöpseltest
ein; hast eingestöpselt a) einen Stop¬
fen fest in etw. hineindrücken b) einen
Stecker in eine Steckdose, eine Ein¬
steckbuchse stecken
ein|strah|len: strahlt ein; stählte ein; hat
eingestrahlt Strahlen in bestimmter
Weise auf etw. richten
ein|strei|chen: streichst ein; strich(e)st
ein; hast eingestrichen 1 eine Wand o.
ä. mit etw. bestreichen 2 [ugs.j eine
Geldsumme o. ä. an sich nehmen, er¬
halten 3 <Musik> ein Streichinstru¬
ment einstimmen
ein|streu|en: streust ein; streutest ein;
hast eingestreut 1 etw. in etw. hinein-
od. mit etw. bestreuen 2 etw. in einen
Text, eine Rede o. ä. einfügen
ejn|strö|men: strömt ein; strömte ein; ist
eingeströmt 1 in etw. hineinfluten 2
(übertr.) in großer Anzahl einen
Raum (z. B. ein Stadion o. ä.) betre¬
ten
ejn|stro|phig: Adj. n. stg. aus nur einer
Strophe bestehend
ein|stu|die|ren: studierst ein; studiertest
ein; hast einstudiert einen Vortrag,
eine Tätigkeit auswendig lernen u.
sehr oft üben, um eine Auf-/Vorfüh-
rung vorzubereiten »Die Schauspieler
studieren ein neues Stück ein.«
Ein|stu|die|rung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Ergebnis des Einübens eines
Textes, Theaterstückes o. ä.
ein|stu|fen: stufst ein; stuftest ein; hast
eingestuft in eine bestimmte Stufe,
Klasse einordnen
ejn|stu|fig: Adj. n. stg. mit nur einer Stu¬
fe versehen; aus nur einer Klasse, Stu¬
fe bestehend
ein|stül|pen: stülpst ein; stülptest ein;
hast eingestülpt nach innen stülpen,
drücken; das Außere nach innen dre¬
hen
Ejn|stül|pung: die; - ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Einstülpens
ein|stup|pen: stuppst ein; stupptest ein;
hast eingestuppt [österr.j etw. einpu¬
dern
ejn|stiir|men: stürmst ein; stürmtest ein;
bist eingestürmt a) schnell, überra¬
schend eindringen b) jmdn. mit etw.,
einer Forderung bedrängen
Ejn|sturz: der; -es; Einstürze das Zu¬
sammenfallen eines Bauwerks o. ä.
ejn|stür[zen: stürzt ein; stürzte ein; ist
eingestürzt 1 zusammenbrechen u.
nach unten fallen 2 einatürzen wie
ein Kartenhaus: unerwartet u. plötz¬
lich beendet werden, enden, aufhören
Ejn|sturz|ge|(fahr die; - ; -en Gefahr,
Wahrscheinlichkeit des Zusammen-
fallens eines Gebäudes
einstw.: Abk. a) einstweilen b) einstwei¬
lig
einst|wei|len: Adv. für einen vorläufi¬
gen, begrenzten Zeitraum
ein|sug|ge|rie|ren: suggerierst ein; sug¬
geriertest ein; hast einsuggeriert [ugs.j
eine Person willentlich mit einer An¬
sicht beeinflussen, wobei ihr der Ein¬
druck vermittelt wird, daß es sich um
seine ihre eigene Meinung handelt,
Syn.: suggerieren
Eins{war|den: das; -s; - [geh.] vollständi¬
ge Identifikation, Verbindung
Eins|wer|dung: die; - ; - [geh.] vollstän¬
dige Identifikation, Verbindung
ein|tä|gig: Adj. n. stg. einen Tag andau¬
ernd
e|n|tan|zen, sich: tanzt dich ein; tanztest
dich ein; hast dich eingetanzt sich beim
Tanz warmmachen; kurz Figuren ei¬
nes Tanzprogramms vor einem Auf¬
tritt üben
Ein|tän|zeR der; -s; - weibl. [selten]
Ein)tän(ze|rin: die; - ; -nen [veralt.j
Angestellte^) eines Tanzlokals, der/
die die Kunden als Tanzpartner un¬
terhalten soll
ein|tä|to|wie|ren: tätowierst ein; täto¬
wiertest ein; hast eintätowiert jmdm.
dauerhaft mit Farbe u. einer Nadel
ein Motiv in die Haut einritzen
E|n|tä|to|wie[rung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Ergebnis des Tätowierens
eln|tau[chen: suchen tauchst ein; tauch¬
test ein; bist/hast eingetaucht a) bist in
eine Flüssigkeit sinken b) hast etw. in
eine Flüssigkeit senken, tunken
Einftausch: der; -(ejs; - Vorgang bzw.
Ergebnis des Tauschens, Wechselns
einer Ware gegen Geld o. ä.
ein|tau|schen: tauschst ein; tauschtest
ein; hast eingetauscht etw. gegen etw.
anderes wechseln, tauschen
ein|ta|xie|ren: taxierst ein; taxiertest
ein; hast eintaxiert jmdn. genau beob¬
achten u. einschätzen
einjtei|ten: teilst ein; teiltest ein; hast ein¬
geteilt a) etw. in kleine Teile gliedern
b) etw. sinnvoll aufteilen c) etw. ord¬
nen d) jmdm. eine befristete Arbeit
zuweisen
Ein|tei|ler: der; -s; - Badeanzug aus ei¬
nem zusammenhängenden Stoff¬
stück, Ant.: Zweiteiler; Bikini
ein|tei|lig: Adj. n. stg. aus nur einem Teil
bestehend »ein einteiliges Kleid«
Ein|tei|lung: die; ~ ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Einteilens, Gliedems,
Zuordnens
ein|tip|pen: tippst ein; tipptest ein; hast
eingetippt etw. mit einer Tastatur in
eine Schreibmaschine, einen Compu¬
ter o. ä. eingeben
einttö|nig: Adj. langweilig; ohne Ab¬
wechslung »ein eintöniger Urlaub«
Ant.: abwechslungsreich
Ein|tö|nig|keit: die; - ; - Dasein, Hand¬
lungsablauf ohne Abwechslung;
Mangel an Abwechslung
Ein|top<: der; -(e)s; Eintöpfe Gericht,
Mahlzeit aus zusammen gekochten
Zutaten, meist Fleisch u. Gemüse,
Kartoffeln
ein|top|fen: topfst ein; topftest ein; hast
eingetopft in einen Blumentopf pflan¬
zen
Ein[trächt: die; - ; - friedlliches Beisam¬
mensein; Übereinstimmung
ein|träch|tig: Adj. n. stg. friedlich; har¬
monisch; gleicher Meinung
Ein|trächjtig|keifc die; - ; - harmoni¬
scher Zustand
einjträch|tig|lich: Adj. n. stg. [veralt.j
einträchtig; ohne Streit
Eintrag: der; -(e)s; Einträge 1 amtliche
Einschreibung, Notiz in ein Doku¬
ment 2 Tadel in einer Akte, einem
Klassenbuch o. ä. 3 schriftliche Notiz
4 Artikel in einem Wörterbuch
ein|tra)gen: trägst ein; trugfejst ein;
hast eingetragen 1 einen amtlichen
Vermerk vornehmen 2 etw. Zusam¬
mentragen, um es zu sammeln 3 einen
300
Einwegverpackung
Gewinn erbringen 4 sich etw. einhan¬
deln »Ihr Irrtum hat ihr viel Ärger ein¬
getragen.«
ein(träg|lich: Adj. gewinnbringend »ein
einträgliches Geschäft«
Ein|träg|lich|keit: die; ~ ; - Eigenschaft,
gewinnbringend od. gewinnverspre¬
chend zu sein
Ein|tra|gung: die; - ; -en Notierung ei¬
nes Vermerkes, Verweises
einjtrai|nie|ren: trainierst ein; trainier¬
test ein; hast eintrainiert durch wie¬
derholtes Üben etw. beherrschen, ein
Ziel erreichen
ein|trän|ken: tränkst ein; tränktest ein;
hast eingetränkt mit einer Flüssigkeit
durchdringen (lassen)
ein|träu|feln: träufelst ein; träufeltest
ein; hast eingeträufelt etw. tröpfchen¬
weise einflößen
§injtref|fen: triffst ein; traf(e)st ein; bist
eingetroffen a) an einem Ort ankom¬
men »Er ist gestern eingetroffen.« b)
geschehen; wirklich werden
ein|treib|bar: Adj. n. stg. <Geld> möglich
von Schuldnern zu bekommen
e|n|trei|ben: treibst ein; trieb(e)st ein;
hast eingetrieben 1 Vieh in den Stall,
Tiere ins Gehege treiben 2 <Bergbau;
Technik) einen Stollen in den Berg
treiben 3 <Geld> von jmdm. die Bezah¬
lung von Schulden o. ä. verlangen, er¬
zielen .
Ejn(trei|ber: der; -s; - [seltenJ weibl.
Ein)trei[be)iin: die; - ; -nen Person, die
Geldsummen o. ä. von Schuldnern
einsammelt
Ein|trei|bung: die; ~ ; -en Vorgang des
Einsammelns von geschuldetem Geld
e|n|tre|ten: trittst ein; tratfejst ein; bist
eingetreten 1 einen Raum betreten 2
eine Tür, ein Fenster durch gewaltsa¬
mes Treten öffnen u. dabei beschädi¬
gen 3 sich einen Fremdkörper in den
Fuß treten »Sie hatte sich einen Holz¬
splitter in den Fuß eingetreten.« 4 einer
Organisation beitreten; bei einer Or¬
ganisation Mitglied werden 5 (plötzli¬
cher) Beginn eines Zustandes »Als das
Licht ausging, trat endlich Ruhe ein.«
em(treften|den|falls: Adv. [amtssprl.]
wenn, falls der Fall eintritt; sollte dies
eintreffen
Ein|trettens|de|batfte: die; - ; -n <Pob
[Schweiz.] Diskussion über eine Ge¬
setzesvorlage o. ä., die im Anschluß
daran im Parlament beraten wird
ein|trich|tem: trichterst ein; trichtertest
ein; hast eingetrichtert [ugs.J 1 jmdm.
ein Getränk, Essen, Medizin trotz
dessen Widerwillen geben 2 jmdm.
Kenntnisse, Verhaltensmaßgaben
(durch Wiederholungen) beibringen
Ein|tritts|geld: das; -(ejs; -er zu entrich¬
tender Geldbetrag beim Betreten ei¬
ner Veranstaltung o. ä.
Ein|trittsjkaijte: die; - ; -n Beleg, daß
man den Eintritt gezahlt hat, teilneh¬
men darf
Ein|tritts|preis: der; -es; -e Geldsumme,
die man für den Eintritt bezahlen
muß
ainftrom|meln: trommelst ein; trommel¬
test ein; hast eingetrommelt auf jmdn.,
etw. einschlagen
ein|tröp|feln: tröpfelst ein; tröpfeltest
ein; hast eingetröpfelt etw. tröpfchen¬
weise einflößen, zufügen
einltrülben, sich: trübt sich ein; trübte
sich ein; hat sich eingetrübt (Wetter;
Himmel) immer mehr (durch eine
dichte Wolken- u. Dunstschicht) be¬
deckt, beeinträchtigt werden
Ein|trij|bung: die; - ; -en Wetterver¬
schlechterung durch Trüberwerden
ein(tru|deln: trudelst ein; trudeltest ein;
bist eingetrudelt [ugs.] verspätet, aber
ohne Hast an einem Ort ankommen
ein|tun|ken: tunkst ein; tunktest ein; hast
eingetunkt [ugs.] etw. eintauchen »Er
tunkt Kekse immer in Kakao ein.«
ein|t«j|rig: Adj. n. stg. mit nur einer Tür
ausgestattet
ein]tü|ten: tütest ein; tütetest ein; hast
eingetütet [kaufmannssprl.] etw. in
Tüten verpacken
ein|üben —* ein|ü|ben: übst ein; übtest
ein; hast eingeübt etw. immer wieder
proben »Die Theatergruppe hat das
Stück sehr lange eingeübt.«
Einübung —> Ein|ü|bung: die; ~ ; -en a)
das Einüben von etw. b) etw., was
man eingeübt hat
Einv.: Abk. 1 a) Einvernahme b) Einver¬
nehmen 2 Einverständnis
ein«.: Abk. einverstanden
ejn|ver]lei|ben: verleibst ein; verleibtest
ein; hast einverleibt [ugs.] ein Gebiet,
einen Besitz zusätzlich hinzufgügen,
einfügen
einjver|lei|ben, sich: verleibst dir ein;
verleibtest dir ein; hast dir einverleibt
[ugs.] 1 von etw. Besitz ergreifen 2
eine große Menge von Speisen u. Ge¬
tränken zu sich nehmen 3 [ugs.] sich
etw. geistig aneignen
Ejn|verjlei|bung: die; - ; -en Vorgang
des Einverleibens
Ein|verjnah|me-. die; -; -n [österr.] a] po¬
lizeiliches Verhör b) gerichtliche Ver¬
nehmung
Ein|ver|neh|men: das; -s; - (durch Ge¬
spräche o. ä, erzielte) Übereinkunft,
Einigkeit
ein|ver|neh|men: vernimmst ein; vernah-
m(e)st ein; hast einvernommen
[österr.] verhören
einjver|nehm|lich: Adj. in, mit gegensei¬
tigem Einverständnis, wechselseitiger
Billigung
Ein|ver|neh|nnung: die; - ; -en 1 [österr.]
Verhör 2 all-, beidseitige Überein¬
kunft
ein(ver]stan|den: Adj. n. stg. etw. billi¬
gend; einem Vorhaben zustimmend
ein|veijständ|lich: Adj. n. stg. in all-,
beiderseitigem Einverständnis (getan,
geklärt)
Ein|ver|ständ]nis: das; -ses; -se Billi¬
gung, Erlaubnis, Zustimmung jmds.
zu etw. »Ich gebe mein Einverständnis
zu dem Verkauf des Hauses.«
Ein[verfständ|nis(er|klä|rung: die; ~ ; -en
schriftliche Zustimmungzu etw.
Einw.: Abk. 1 Einwand; Einwände 2 a)
Einwanderung b) Einwander(er)(in) 3
Einwohner(in)
einw.: Abk. einwandfrei
Ein|waa|ge: die; - ; -n 1 Gewicht des In¬
halts einer Dose od. anderen Verpak-
kungen 2 [fachsprl.] Gewichtsverlust,
Umsatzverlust durch großzügiges
Abwiegen mehrerer kleiner Portionen
ein|wach|sen: wächst ein; wuchs ein; ist
eingewachsen beim Wachsen in etw.
hineindrücken
ein|wach|sen: wachst ein; wachstest ein;
hast eingewachst etw. mit Wachs be¬
streichen, einreiben
ein|wal|zen: walzt ein; walztest ein; hast
eingewalzt mit Hilfe einer Walze etw.
in den Erdboden o. ä. eindrücken
Ein|wand: der; -(e)s; -wände a) Wider¬
spruch; Protest; Beschwerde »Ich mel¬
dete meine Einwände an.« b) etw., was
bedacht werden sollte »Es gab berech¬
tigte Einwände von seiten der Mitar¬
beiter.«
Ein|wan|de|ren der; -s; ~ weibl. Ejn|-
wan|de|rin: die; - ; -nen Person, die
ihr Land verlassen hat u. in ein ande¬
res Land kommt, um dort zu leben
Ant: Auswanderer/Auswandererin
ein|wan[dern: wunderst ein; wandertest
ein; bist eingewandert das Heimatland
verlassen u. sich in einem fremden
Land niederlassen, Syn.: [fremdsprl,]
immigrieren
Ein|wan|de|rung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Ergebnis des Einwanderns
Ein|wan|de|rungs|bejhör|de: die; - ; -n
Dienststelle, Behörde eines Landes,
die die Einwanderungserlaubnis er¬
teilt
Ein|wan|de|rungs|land: das; -<e)s; -län¬
der Staat, in den besonders viele Men¬
schen einwandem (wollen)
ein|wand|frei: Adj. n. stg. ohne Fehler;
nicht zu beanstanden
einlwärts: Adv. nach innen gerichtet
ein|wärts|ge|hen —» ein|wärts ge|hen:
gehst einwärts; gingfejst einwärts;
bist einwärtsgegangen —*bist ein¬
wärts gegangen*— mit nach innen
zeigenden Zehen laufen, gehen
ein|we|ben: webst ein; wobfejst ein;
hast eingewoben bei der Herstellung
ein Muster in ein Stück Stoff o. ä. ein¬
fügen
ein|wech|seln: wechselst ein; wechseltest
ein; hast eingewechselt 1 Geld, Devi¬
sen um- od. enttäuschen 2 <Sport> ei¬
nen Feldspieler gegen einen Auswech¬
selspieler ersetzen
Ein|wechs|lung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Ergebnis des Einwechselns
ein|wecken (ein|wek|ken —» ein|we|-
cken): weckst ein; wecktest ein; hast
eingeweckt etw. durch Einkochen
haltbar machen
Ein)weck|glas: das; -es; -gl'äser Glas
zum Einmachen, Einkochen
Ein|weg|be(häl|ter: der; -s; - Verpak-
kung, für die man keinen Pfand er¬
hält, die nur einmal verwendet wird
Ein|weg|fla|sche: die; - ; -n Flasche, die
nach Leerung in den Müll, ins Recy¬
cling kommt, nicht wiederverwendet,
nicht nochmals gefüllt wird Ant.:
Mehrwegflasche; Pfandflasche
E]n)weg|hahn: der; -(e)s; -höhne (Che¬
mie) Röhrenhahn, bei dem Gase od.
Flüssigkeiten nur in eine Richtung
fließen
Ein|weg[schei|be: die; - ; -n Fenster¬
scheibe, durch die man nur von einer
Seite sehen kann
Ejn|weg]sprit|ze: die; - ; -n Injektions¬
spritze für den einmaligen Gebrauch
Ein|weg|ver]packung (Ein(weg|ver|-
pak|kung —» Ein|weg|ver|pa|ckung):
die; - ; -en Verpackung, die nicht
nochmals verwendet wird, sondern
301
EnwEhen
nach dem Öffnen od. Gebrauch auf
den Müll kommt
ein|wei|hen: weihst ein; weihtest ein;
hast eingeweiht 1 eröffnen; seiner Be¬
stimmung übergeben 2 ins Vertrauen
ziehen »Ich weihe sie in mein Geheim¬
nis ein.«
Ein|wei|hung: die; - ; -en 1 feierliche Er¬
öffnung 2 religiöse Segnung zur Er¬
öffnung 3 [ugs.] erstmaliger Ge¬
brauch von etw. (z. B. eines Klei¬
dungsstücks)
Ein|wei|hungsjfei|er die; - ; -n offizielle
Feier zur Eröffnung
Ein|wei|hungs|fei(er|lich|keit: die; - ; -en
offizielle Feier, Gesamtheit der feier¬
lichen Handlungen zur Eröffnung
von etw.
ein|wei|sen: weist ein; wies (es)t ein;
hast eingewiesen 1 jmdn. in ein Kran¬
kenhaus schicken »Der Hausarzt wies
sie in die Klinik ein.« 2 jmdm. den
richtigen Weg zeigen
Ein)wei|sung: die; - ; -en 1 (zwangswei¬
se) Unterbringung von jmdm. in einer
Institution (z. B. Krankenhaus,
Heim) 2 Einarbeitung o. ä. von jmdm.
durch eine kompetente Person
Ein|wei|sungs|schein: der; -(e)s; -e
durch eine dazu befugte Person aus¬
gestellte Bescheinigung, daß jmd. in
ein Krankenhaus o. ä. aufgenommen
werden soll
ein|wen|den: wendest ein; wendetest/
wandtest ein; hast eingewendet leinge¬
wandt zu bedenken geben
Ein|wen|dung: die; - ; -en 1 <Rechtsw.>
Vorbringung eines Einspruchs 2 ge¬
äußerte Einwände od. Gegengründe
gegen etw.
ejn|werjfen: wirfst ein; warf(e)st ein;
hast eingeworfen 1 etw. durch Werfen,
etw. Geworfenes zerstören 2 <Sport>
einen Ball o. ä. wieder auf das Spiel¬
feld zurückwerfen 3 elw. unaufgefor¬
dert in eine Diskussion o. ä. einbrin¬
gen
Ein|werjtig)kEt: die; - ; -en <Chemie>
Ausstattung mit nur einer Möglich¬
keit, eine chemische Verbindung ein¬
zugehen 2 «Sprachwiss.; Dependenz-
grammatib Eigenschaft eines Verbs,
nur eine Ergänzung zu fordern (u.
zwar das Subjekt)
Entwickeln (ein)wik|keln —♦ Entwi¬
ckeln): wickelst ein; wickeltest ein;
hast eingewickelt 1 etw. in Papier o. ä.
eindrehen 2 [ugs.] jmdn. durch ge¬
schicktes Reden, Schmeicheleien für
sich gewinnen
Ein|wickel|pa|pier (Ein|wik|keljpa|pier
—* Ein(wi|ckel)paipief): das; -(e)s; -
Verpackungspapier
Ein|wick|lung: die; - ; -en das Ver-, Ein¬
packen
ein]wie|gen: wiegst ein; wiegtest ein;
hast eingewiegt ein kleines Kind zum
Schlafen bringen
En|wie|gen: wiegst ein; wogfe)st ein;
hast eingewogen 1 [kaufmannssprl.j
etw. in Portionen abwiegen 2 [kauf-
mannssprl.] beim (zu großzügigen)
Abwiegen einen gewissen Verlust ma¬
chen 3 <Boxen; Ringern vor einem
Wettkampf wiegen, um festzustellen,
ob die das Gewichtslimit der Ge¬
wichtsklasse nicht überschritten ist
ein|wil|(i|gen: willigst ein; willigtest ein;
hast eingewiltigt seine Zustimmung
geben; sich einverstanden erklären
Ein|wil|lijgung: die; - ; -en Einverständ¬
niserklärung zu etw.
ein|win|ken: winkst ein; winktest ein;
hast eingewinkt/[ugs.) eingewunken
<Verkehr> durch Zeichen jmdn. in eine
Parkbox o. ä. einweisen
ein|win|tern: winterst ein; wintertest ein;
hast eingewintert für den Winter be¬
sonders behandeln, präparieren;
durch den Winter bringen
Enjwir|ken: wirkt ein; wirkte ein; hat
eingewirkt 1 eine gewisse Zeit auf etw.
eine Wirkung ausüben, wodurch ein
Ziel, Effekt erreicht wird, werden soll
2 einen Einfluß ausüben; beeinflussen
Ejn|wir|kung: die; - ; -en Beeinflussung
von jmdm., etw.
Ein|wiijkungsjmög|lich|kEt: die; - ; -en
Möglichkeit, Chance, Einfluß auf
jmdn., etw. auszuüben
En|wö|chig: Adj. n. stg. eine Woche an¬
dauernd
Ein|wohfner, der; -s; - weibl. Ein|woh|-
ne|rin: die; - ; -nen Person, die in ei¬
nem bestimmten Gebiet, Land, einer
Gemeinde lebt
Ein|woh|nerjschaft: die; ~ ; -en alle Ein¬
wohner eines bestimmten Gebietes,
Landes o. ä.
Ein)wohjner{ver|zeich|nis: das; -ses; -se
amtliche Liste, in der alle Einwohner
eines bestimmtes Gebietes eingetra¬
gen sind
Ein|woh|ner)zahl: die; ~ / -en Anzahl der
Bewohner eines bestimmten Gebietes
Ejn(wurf: der; -(e)s; Einwürfe 1 Schlitz,
durch den man etw. werfen kann (z.
B. an einem Briefkasten, Automaten)
2 kurze Bemerkung während einer
Diskussion o. ä. 3 <Sport> Wiederein¬
bringung des Balls in das Spiel durch
Werfen
ein|wur|zeln: wurzelt ein; wurzelte ein;
hat eingewurzelt 1 etw. einpflanzen 2
ins Gedächtnis einprägen
Einz.: Abk. 1 Einzahl 2 Einzahlung 3 in
Zusammensetzungen Einzel-
Enz.: Abk. einzeln
Ejn|zahl: die; - ; -en (PI. s.) tSprach-
wiss.» Wort, das einen einzelnen Ge¬
genstand nennt, Syn.: [fremdsprl.]
Singular; Ant.: Mehrzahl;
[fremdsprl.] Plural
ein]zah|len: zahlst ein; zahltest ein; hast
eingezahlt eine Geldsumme auf ein
Konto o. ä. (bar) bezahlen
Ein|zahjler. der; -s: - weibl. Ein|zah|le|-
rhv. die; - ; -nen Person, die eine Geld¬
summe überweist od. einzahlt
Ejn|zah|lung: die; - ; -en a) Vorgang des
Einzahlern b) eingezahlte Geldsum¬
me
Ein|zah|lungs|bejleg: der; -(ejs; -e
Quittung, die man als Beweis einer
Einzahlung erhält
Einjzah|lungs|for|mu|lar das; -(e)s; -e
vorgedrucktes Schriftstück, Formu¬
lar, das man bei einer Einzahlung aus¬
füllen muß
Einfzah|lungs|schal|ter: der; -s; - The¬
ke in einer Bank o. ä., an der Einzah¬
lungen bearbeitet werden
ein|zäu|nen: zäunst ein; zäuntest ein;
hast eingezäunt ein Grundstück o. ä.
mit einem Zaun umgeben
Ein|zäu|nung: die; -; -en a) Vorgang des
Einzäunens b) Zaun um etw.
ein|zeich|nen: zeichnest ein; zeichnetest
ein; hast eingezeichnet etw. Fehlendes
in eine Zeichnung einfügen
BnjzEch|nung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Ergebnis des Einzeichnens
En|zE|lig: Adj. n. stg. «meist Literatur-
wiss.> aus einer (Vers-)Zeile be¬
stehend
Ein|zel|ab|tEI: das; -(ejs; -e Zugabteil
mit sechs bis acht Sitzplätzen
EjnjzE|ak|tiJon: die; - ; -en eine einzeln
od. einmalig durchgeführte Hand¬
lung, Straftat
Ein|zel|aus|ga(be: die; - ; -n <Literatur-
wiss.; Buchw.> einzelne, besondere
Ausgabe eines Buches, eines literari¬
schen Werkes
E[n|zE|band: der; -(e)s; -bände
<Buchw.> einzelnes Buch einer Buch¬
reihe »Das Lexikon setzt sich aus meh¬
reren Einzelbänden zusammen.«
Ein[zE|be]ob|ach|tung: die; - ; -en Be¬
obachtung einer einzelnen Erschei¬
nung, die zu einem Gesamtergebnis
beiträgt
EjnJzE|bett das; -(e)s; -en (Hotel-)Bett
für nur eine Person
Ein|zE|bett[zim|meR das; -s; - Hotel¬
zimmer für eine Person, Syn.: Ein¬
bettzimmer
E|njzel|dar|stel|lung: die; - ; -en kürzere,
eigenständige Darstellung von etw.,
jmdm. in einem Kapitel, Artikel o. ä.
Sn|zE|do|Es: die; - ; -dosen bestimmte
Menge eines Medikamentes, einer
Droge, die auf einmal genommen
wird
Ein|zel|druclc der; -(e)s; -e <Buchw.>
Sonderdruck eines Buches o. ä.
Ein|zel|ele|ment —> Ein|zE|e|le|menb
das; -(ejs; -e einzelnes Teil aus einer
Serie von kombinierbaren Elementen
(z. B. Möbelstück aus einer Gruppe
von Einrichtungsgegenständen)
Ein(zel(er|geb|nis: das; -ses; -se Teiler¬
gebnis einer größeren Gesamtunter¬
suchung
Bn|zel|ex|em|plar —* Ein|zE|ex|em|p|-
lan das; -(ejs; -e besonders seltenes
Exemplar einer Tierart, einer Buch¬
ausgabe o. ä.
gin|zel|fahr|schein: der; -(ejs; -e Fahr¬
schein, der zu einer einzigen Fahrt
mit einem öffentlichen Verkehrsmit¬
tel berechtigt
Ein[zE|fall: der; -(ejs; -fälle 1 Gesche¬
hen, das nur ein einziges Mal vor¬
kommt 2 Person od. Sache, für die
eine individuelle Beurteilung, Be¬
handlung erforderlich ist
Ein|zE|fall|stu|dle: die; - ; -n wissen¬
schaftliche Untersuchung von einem
einzelnen Fall, Vorkommnis o. ä.
Ein|zel|feld: das; -(ejs; -er <Sport> Spiel¬
feld, auf dem nur Einzel-, keine Dop¬
pelspiele absolviert werden können
(z. B. beim Tennis, Badminton)
Ejn|zel|ferti|gung: die; - ; -en <Wirt.> a)
gesonderte Anfertigung von etw. (z.
B. Möbelstück) b) in einer Einzelferti¬
gung (a) produziertes Stück
Ein|zel|fir|(na: die; - ; -firmen <Wirt.> a)
Unternehmen eines Alleininhabers bj
eine von mehreren Finnen aus einem
Verbund
302
Eisbecher
Bn|zel|gän|ger: der; -s; ~ weibl. Enj-
zel|gän|ge|rin: die; ~ ; -nen Außensei¬
terin), der/die sich vor der Umwelt
zuröckzieht
ein|zel|gän|ge|risch: Adj. zurückgezo¬
gen lebend; ohne viele soziale Kon¬
takte
Ejn|zel|ge[werk|schaft: die; - ; -en Ge¬
werkschaft innerhalb eines Verbun¬
des, die die Interessen der Arbeitneh¬
mer eines bestimmten Berufsfeldes
vertritt
En|zel|haft: die; -; - Haft, Verbüßen ei¬
ner Gefängnisstrafe in einer Einzel¬
zelle
Bn|zel|häft|ling: der; -s; -e Gefangener,
Häftling in Einzelhaft
Bn|zel|han|del: der; -s; - <Wirt.> (spezia¬
lisierter) Verkauf an den End verbrau¬
er; alle Geschäfte, die an den Endver¬
braucher verkaufen
Ein|zel|han|dels|kauf|mann: der; -(e)s;
-männer u. -leute weibl. E|n|zel|han|-
dels|kauf]frau: die; • ; -en u. -leute
<Beruf> Kaufmann, -frau, der/die im
Einzelhandel tätig ist, ausgebildet
wurde
Ein|zel|händ|ler: der; -s; - weibl. Ein|-
zel|händ|le|rin: die; ~ ; -nen Händle¬
rin), Geschäftsmann/-frau, der/die
(sich auf bestimmte Waren speziali¬
siert hat u. diese) Waren in Ladenge¬
schäften dem Verbraucher anbietet
Bn|zel|haus: das; -es; -Häuser freiste¬
hendes (Einfamilien-)Haus
Ein|zel|heit: die; - ; -en Teilstück eines
Ganzen »Über die Einzelheiten spre¬
chen wir später.« Syn.: [fremdsprl.]
Detail
En|zel|in|terjes|se —> En|zel|in|te|r|-
es|se: das; -s; -n individuelles (Eigen-
)Interesse eines Einzelnen
En|zel|ka|bi|ne: die; - ; -n Einzelzimmer
an Bord eines Schiffes
Bn|zeljkampf: der; -(e)s; -kämpfe 1
<Miht.» Nahkampf zweier Soldaten 2
<Sport> einzeln, separat bewerteter
Wettkampf eines Sportlers
Ein|zel|kind: das; -(e)s; -er einziges
Kind eines Eltempaares
Ein|zel|lei|stung —»■ Ein|zel|leis|tung:
die; - ; -en <meist Sport» (außerge¬
wöhnliche) Leistung eines Einzelnen
ein|zel|lig: Adj. n. stg. <Bio.» aus nur ei¬
ner Zelle bestehend
Einjzel|mit|glied|schaft: die; - ; -en Mit¬
gliedschaft einer einzelnen Person in
einer Organisation o. ä.
ejn|zein: Adj. n. stg. für sich allein; ohne
andere »Auf dem Wühltisch lagen
noch einige einzelne Schuhe.«
ein|zeln/ein|zeln-: Indefinitpron. u. un¬
bestimmtes Zahlwort + (einzelner;
einzelne; einzelnes) Teil einer Menge;
manche(s); einige(s) »Einzelne Thea¬
terbesucher verließen den Saal vor Ab¬
schluß der Aufführung.«
Bn|zel|nach|weis: der; -es; -e Beleg für
eine einzelne Handlung, Sache
Bn|zel|num|mer: die; - ; -n separate
Ausgabe einer Zeitschrift o. ä.
Bn|zel|per]son: die; - ; -en individuelle
Person (ohne Begleitung)
Ein|zel|rad|auf|hänjgung: die; ~ ; -en
<Technik> Befestigung der Räder ein¬
zeln an einer Achse am Fahrzeug
Ein|zel|rich|ter: der; -s; ~ weibl. Ein|zel|-
rich|te|rin: die; ~ ; -nen «Rechtsw.»
Richter(in), der/die z. B. Zivilfalle al¬
lein, ohne Schöffen o. ä. entscheidet
Ein|zel|spiel: das; -(e)s; -e <Sport> Spiel,
das mit insgesamt zwei Spielern, ei¬
nem Spieler pro Mannschaft durch¬
geführt wird
Ein|zel|staat: der; -fe)s; -en <Pol.» ein¬
zelner Staat in einem Staatenbund
Ein|zel|stim|me: die; - ; -n <Musik> Solo
in einer Partitur
Ein|zel|stun|de: die; ~ ; -n a) Unter¬
richtsstunde für eine Person (z. B. als
Nachhilfe) b) einzelne Unterrichts¬
stunde von 45 Minuten
Ein|zel|teil: das; -(e)s; -e 1 spezielles Er¬
satzteil für eine Maschine o. ä. 2 ein¬
zelnes Kleidungstück
Ein|zel|un|ter|riclit: der; -(e)s; - Unter¬
richt für einen einzelnen Schüler; Pri¬
vatunterricht
Bn|ze(|veijkauf: der; -(e)s; - Verkauf
des Einzelhandels
Bn[zel|weijtung: die; -; -en <Sport> per¬
sönliche, separat zählende Wertun¬
gen der in einer Mannschaft gestarte¬
ten Sportler
Ein|zel|wett|be|werb: der; -(e)s; -e
Wettkampf mit einzeln gegeneinan¬
der antretenden Sportlern o. ä.
Ein|zel|wis|sen: das; -s; - [oft abwert.]
spezialisiertes Wissen
E]njzel|zeit: die; - ; -en <Sport> Zeit, die
ein Mannschaftssportler erzielt, erzie¬
len muß
Bn|zel|zim|mer das; -s; ~ Hotel-, Pen-
sions-, Krankenhauszimmer mit nur
einem Bett, für eine Person »Ich habe
ein Einzelzimmer gebucht.« Ant.: <für
zwei Personen» Doppelzimmer; <für
drei Personen» Dreibettzimmer usw.;
Mehrbettzimmer
ein|ze|men|tie|ren: zementierst ein; ze¬
mentiertest ein; hast einzementiert
etw. mit Zement im Boden verankern
»Die Zaunpfähle wurden einzemen¬
tiert.«
ein|zieh|bar: Adj. n. stg. zum Einziehen
vorgesehen, geeignet
e[n|zie|hen: ziehst ein; zog(e)st ein; bist/
hast eingezogen 1 hast eine Kordel,
Fäden, ein Gummiband o. ä. in Texti¬
lien, Kleidungsstücke einführen 2
hast Luft, Dämpfe, Schwaden o. ä.
tief einatmen 3 hast etw. einbauen
»eine Zwischendecke einziehen« 4 hast
etw. zurückfahren, einholen, einrol¬
len, zurückziehen »Der Hund zog den
Schwanz ein.« 5 hast zum Militär¬
dienst heranziehen 6 bist eine neue
Wohnung, in der man zukünftig
wohnt, mit seinen Möbeln, Sachen
füllen »Wir ziehen im Mai in unsere
Wohnung.« 7 hast <Geld; Steuern»
(zwangsweise) von jmdm. holen, ver¬
langen, nehmen 8 hast Grundbesitz,
Vermögen beschlagnahmen 9 hast
aus dem Umlauf nehmen »Die störan¬
fälligen Geräte wurden von der Firma
eingezogen.« 10 hast über etw. Nach¬
forschungen anstellen, Erkundigun¬
gen einholen 11 hast <Druckw.» einen
Text, eine Zeile einrücken
Ein|ziejhung: die; - ; -en Vorgang des
Einziehens (von etw. in etw.)
ein|zig: I Adj. n. stg. 1 auschließlich, nur
diese(s)(r) eine »Es war der einzige
Baum weit u. breit in der ganzen
Ebene.« 2 einzigartig; beispiellos
»Nach der Party gab es in der Küche
eine einzige Sauerei!« II Adv. aus¬
schließlich; nur; allein »Es kommt ein¬
zig darauf an, bis morgen fertig zu
werden.« III einzig u. allein: aus¬
schließlich; nur »Der Schreibtisch ge¬
hört einzig u. allein mir.«
e|n|zig|ar|tig: Adj. einmalig (auch im
Sinne von schön, wunderbar)
Ein|zig|ar|tig|keit: die; -; - Besonderheit
einer Sache o. ä.
Ein|zig|keit: die; - ; - Besonderheit einer
Sache o. ä.
e|n|zin|geln: zingelt ein; zingeltet ein;
habt eingezingelt etw., jmdn. einkrei¬
sen u. dadurch festsetzen, gefangen¬
nehmen
Bnjzug: der; -(e)s; Einzüge 1 PI. s. Be¬
ziehen einer neuen Wohnung o. ä. 2
<Druckw.» a) o. PI. das Einziehen ei¬
nes Papierblattes b) Einrückung
Bn|zü|ger: der; -s; - <Schach> Aufgabe,
die mit einem einzigen Schachzug ge¬
löst werden muß
Ein|zugs|be|reich: der; -(e)s; -e Um¬
land einer größeren Stadt, eines wirt¬
schaftlichen, kulturellen, sportlichen
Zentrums, aus dem Benutzer, Arbeit¬
nehmer o. ä. kommen, Syn.: Einzugs¬
gebiet
Einjzugs|ge|biet: das; -(e)s; -e Umland
einer größeren Stadt, eines wirt¬
schaftlichen, kulturellen, sportlichen
Zentrums, aus dem Benutzer, Arbeit¬
nehmer o. ä. kommen
Ein|zugs|ver|fah|ren: das; -s; - <Bankw.»
Einzug von geschuldeten Beträgen
durch die Bank mit Erlaubnis des
Schuldners
Ein[zwän|gung: die; - ; -en gewaltsames
Beengen
Eilpullven das; -s; - Trockenei
ef|rund: Adj. n. stg. oval; eiförmig
Eis: das; -es; - 1 a) o. PI. gefrorenes
Wasser b) gefrorene Speise aus Was¬
ser od. Milch/Sahne, Zucker u.
Früchten o. ä. 2 jmdn. auf Eis legen:
[ugs.] jmdn. (für einige Zeit) ausschal¬
ten »Er wird vorläufig nicht kandidie¬
ren, man hat ihn auf Eis gelegt.« 3 aufs
Eis tanzen gehen: [ugs.] übermütig
werden; viel aufs Spiel setzen, wagen
»Ich glaube fast, du willst aufs Eis tan¬
zen gehen.« 4 das Eis brechen: Zu¬
rückhaltung überwinden u. etw. be¬
ginnen, den Anfang machen »Nach¬
dem wir uns eine halbe Stunde unter¬
halten hatten, war das Eis gebrochen.«
5 etw. auf Eis legen: [ugs.] eine Zeit
lang nicht weitermachen; etw. ver¬
schieben
B|sack: der; -s; - Nebenfluß des Flusses
Etsch in Italien
Eisb.: Abk. Eisenbahn
Eis|bahn: die; -; -en (künstliche) Eisflä¬
che zum Schlittschuhlaufen
Eis[bän der; -en; -en weißer, in der Ark¬
tis lebender Bär mit weißem Fell, Pelz
Eis|bäijfell: das; -(e)s; -e Fell eines Eis¬
bären (als Bodenbelag)
Bs|be|cher. der; -s; - a) (hohes) kelch¬
artiges od. schalenartiges Gefäß für
Eis(kugeln), Früchte u. Sahne b) Eis¬
becher (a) mit Inhalt, Eis (mit Früch¬
ten, Sahne usw.) »Ich habe einen Eis¬
becher bestellt.« c) Eis u. a. in einem
Eisbecher (a)
303
Eisbeil
Ejs|beil: das; -(ejs; -e Eispickel zum
Zerschlagen, Einkerben von Eis
E|s|bein: das; -(e)s; -e gepökeltes u. ge¬
kochtes Fleisch vom Schweineschen¬
kel
Eis|berg: der; -(e)s; -e schwimmendes
abgebrochenes Gletscherstück, des¬
sen Spitze aus dem Wasser ragt
Eis|beu|tel: der; -s; - mit Eiswürfeln ge¬
füllter Beutel zur Kühlung
eis|blau: Adj. n. stg. von intensiv grau¬
blauer Farbe
Eis|block: der; -(e)s; -blocke eckiges,
größeres Stück Eis
Eis|blu|me: die; - ; -n Kristallisationen
aus Eis an Fensterscheiben o. ä.
Eis|bo|den: der; -s; -böden gefrorener
Erdboden
Eis|bom|be: die; ~ ; -n Speiseeisspeziali¬
tät für mehrere Personen, meist als
große Halbkugel geformt
Eis|bre|cher: der; -s; - Schiff, das die
Schinahrtswege von Eis freihält
Eis|bu|de: die; - ; -n Kiosk, an dem man
Speiseeis kaufen kann
E|s|ca|te: das; -s; -s Restaurant, in dem
Speiseeis, Kaffee u. a. serviert werden
Ef|schajle: die; ~; -n Hülle aus Kalk, die
ein Ei umgibt
Ei|schnee: der; -s; - geschlagenes Ei¬
weiß »Aus Eischnee u. Zucker wird
Baiser hergestellt.«
Eis|creme —> Eis|kreme: /-krönt, -krem
u. -kreme/ die; - ; -sj Eiskrem: die; - ;
-s u. [ugs.J der; -s; -e u. -s cremiges
Speiseeis, meist mit Sahne
E|s|decke (Eis|dek|ke —> Efs|de[cke):
die; - ; -n geschlossene Eisschicht auf
einem Gewässer
Eis|die|le: die; - ; -n [veralt.] Lokal, in
dem es vor allem Speiseeis gibt, Syn.:
Eiscafe
Ei|sen: das; -s; - 1 gräuliches, schweres
Metall, das schnell rostet 2 a) ein hei*
Oes Eisen: eine riskante Sache b) ein
heiBes Eisen anfassen: eine schwieri¬
ge Sache in Angriff nehmen, zur Dis¬
kussion stellen 3 in die Eisen steigen,
treten: [ugs.] sehr scharf bremsen
(beim Autofahren) 4 a) jmdn., etw.
zum alten Eisen werfen: [ugs.] jmdn.,
etw. als unbrauchbar, untauglich be¬
trachten b) zum alten Eisen gehören,
zählen: [ugs.] nicht mehr als arbeits¬
fähig, einsatzfähig betrachtet werden
S mehrere Eisen im Feuer haben:
mehrere Möglichkeiten (gleichzeitig)
haben »Es ist immer gut, wenn man
mehrere Eisen im Feuer hat.« 6 (bei
jmdm.) auf Eisen beißen: [ugs.] jmds.
Gegenwehr, Ablehnung ist unüber¬
windbar »Mit dieser Forderung wirst
du bei ihm auf Eisen beißen.« 7 man
muß das Eisen schmieden, solange
es heiB ist: wenn die Umstände gün¬
stig sind, muß man seine Möglichkei¬
ten nutzen
—» Eifsen ver|arjbei|tend: s. eisenverar¬
beitend
Ei|sen|bahn: die; • ; -en 1 Zug; öffentli¬
ches Verkehrsmittel auf Schienen 2 es
ist höchste Eisenbahn: [ugs.] es ist
höchste Zeit
Ei|sen|bahn|ab|teil: das; - (e)s; -e Abteil,
abschließbarer Raum in einem Eisen¬
bahnwagen
Ei|sen|bahn|an|schluB —> Ei|sen|-
bahn|an|schluss: der; -anscRlusses;
-anschlüsse Verbindung, Abfolge von
Zügen, die man benötigt, um zu ei¬
nem Ziel zu kommen
Ei|sen|bahn|aijbei|ter: der; -s; - Person,
die bei der Bahn arbeitet, z. B. Gleise
ausbessert o. ä.
Ejjsen|bahn|damm: der; -(ejs; -dämme
Erhöhung, Erdanhäufung unter od.
neben den Gleisen
E]|sen|bahn|dijrek|ti|on: die; - ; -en Lei¬
tung einer Eisenbahngesellschaft
Ef|sen|bah|ner: der; -s; ~ [ugs.] Person,
die beruflich bei der Bahn tätig ist
Ei|sen|bahnjfahrt: die; - ; -en Reise,
Fahrt mit einer Bahn, einem Zug
Ei|sen|bahn|gleis: das; -es; -e Schienen
(sträng), aufdenen/dem die Züge fah¬
ren
Ei|sen|bahn|kno|ten|punkt: der; -(e)s;
-e Bahnhof, in dem Bahnlinien aus
verschiedenen Richtungen Zusam¬
menkommen ’
El|sen|bahn|netz: das; -es; -e Gesamt¬
heit der Bahnlinien in einem Gebiet,
Land
Ei|sen|bahn|schaff|ner der; -s; ~ weibl.
Ei|sen|bahn|schaff|ne|rin: die; • ; -nen
Person, die in der Bahn die Fahr¬
scheine kontrolliert
Ei|sen|bahn|schran|ke: die; - ; -n Ab¬
sperrung, Schranke, die bedient wird,
wenn ein Zug eine Straße kreuzt
Ei|sen|bahn|si|gnal —» Ej|sen|bahn|sil-
g|nal: das; -(ejs; -e (Licht-)Signal,
das den Bahnverkehr regelt
EI|sen|bahn|sta|tl|on: die: -; -en [veralt.]
Bahnhof, an dem ein Zug hält
Ei|sen|bahn[ta|rif: der; -(ejs; -e Fahr-
preis(system) der Bahn, für Bahn¬
fahrten
Ei|sen|bahn|tun|nel: der; -s; ~ Tunnel
mit Gleisen, durch den nur Züge fah¬
ren können
Ei|sen|bahn|un|glück: das; -(ejs; -e Un¬
fall mit einer Eisenbahn, einem Zug
Ei|sen|bahn|ver)bin|dung: die; - ; -en
Verbindung, Abfolge von Zügen, die
man benötigt, um zu einem Ziel zu
kommen
Ei|sen|bahn|wa|gen: der; -s; - Waggon
eines (Personen-)Zuges
Ei|sen|bahnjwärjter: der; -s; - weibl. Ei|-
sen|bahn|wär|te|rin: die; - / -nen
Bahnarbeiter(in), der/die im Bahnhof
Aufsicht führt
Ei|sen|bahn|zug: der; -(ejs; -zöge Per¬
sonen- od. Güterzug
Ei|sen|bart: der; -(ejs; - [ugs.] Scharla¬
tan u. Schaumschläger (auf dem Ge¬
biet der Medizin)
E!|sen|berg|werk: das; (ejs; -e <Berg¬
bau> Förderwerk für Eisenerz
eijsenjbe|schla|gen: Adj. n. stg. a) mit
Metall-, Eisenbeschlägen versehen b)
mit Hufeisen versehen
Ei|sen|bett: das; -(ejs; -en Bettgestell
aus Eisen
Ej|sen|biech: das; -(ejs; -e <Technik>
Schweißeisen
E||sen|chlo|rid: das; -s; - <Chemie> Ver¬
bindung von Chlor mit Eisen, die
schwarzbraune Kristalle ausbildet
E||sen|erz: das; -es; -e Erz, das Eisen
enthält
Ei|sen|fei|le: die; ~ ; -n Werkzeug, mit
dem Metalle behandelt, bearbeitet,
abgehobelt werden
Ei|sen|ge|halt: der; -(ejs; -e Menge an
Eisen, die in einem StofT enthalten ist
E||sen|gie|ßer der; -s; - Person, die be¬
ruflich flüssiges Eisen in Formen lei¬
tet, um Gegenstände herzustellen
Ej|sen|glanz: der: -es; - (Geologie) Stein¬
art des Roteisens
Ei|sen|guB —* E||sen|guss: der; -gus¬
ses; - Vorgang bzw. Ergebnis des Gie¬
ßens von flüssigem Eisen in Formen
ei|sen|hal|tig: Adj. Eisen enthaltend
Eilsenlhamlmer: der; -s; -hämmer Ham¬
mer, mit dem Eisen geschmiedet wird
El|sen|hand|lung: die; - ; -en Geschäft,
in dem Eisenwaren verkauft werden
ej|sen|hart: Adj. n. stg. [ugs.] a) sehr
hart, widerstandsfähig b) oibertr.)
ohne Rücksicht
Ei|sen|hut: der;-(ejs; -hüte 1 <Bot.> gif¬
tige Pflanze mit dunkelgrünen Blät¬
tern u. blauen Blüten 2 Helm aus Ei¬
sen
Ei|sen|hüt|te: die; - ; -n Werk, in dem
Eisen verarbeitet wird
E||sen|hüt|ten|we|sen: das; -s; - Ge¬
samtheit der Eisenverhüttung (als In¬
dustriezweig)
ii|sen|in|du|strie —> Ei|sen|in|du|s[t|rie:
die; - ; - Industriezweig, der sich mit
der Eisengewinnung u. Eisenverarbei¬
tung beschäftigt
Ei|sen|kur: die; - ; -en Kuranwendung
mit eisenhaltigen Präparaten
Ef|sen|le|gie|rung: die; ~ ; -en a) Verbin¬
dung von Eisen mit anderen Metallen
b) Überzug aus Eisen
E||sen|man|gel: der; -s; - (Med.) Man¬
gel, Defizit am Mineral Eisen im Kör¬
per, Blut (eines Menschen)
Ei|sen|oxid —* Ei|senjo|xid: das; -(ejs;
- <Chemie> Verbindung von Sauer¬
stoff mit Eisen
Ei|sen|prä|pa|rat: das; -(ejs; -e <Med.>
Eisen enthaltendes Medikament
Ei|sen|quel|le: die; - / -n eisenhaltige
Mineralquelle
E||sen|sä|ge: die; ~ ; -n Säge zum Zersä¬
gen von Eisen
Ei|sen|schlacke (Eilsenlschlaklke —>
Ei|sen|schla|cke): die; - ; -n Rück¬
stand, der bei der Eisenverhüttung
entsteht
!l|sen|schwanun: der; -(ejs;
-schwämme poröser Metallkörper,
der nach der Reduktion von Eisen¬
erzen zurückbleibt
Ej|sen|schwarz: das; -es; -1 Eisenfarbe
2 Farbe für Zink- u. Gipsgegenstände
Ei|sen|span: der; -(ejs; -späne beim
Feilen von Eisen anfallender kleiner
Span, Partikel
Ei|sen|sul|fafc das; -(ejs; - <Chemie> als
Farbstoff verwendetes Salz, Sulfat
des Eisens
Eijsen|trä|ger. der; -s; - <Bauw.> in Ge¬
bäuden verwendete Stütze aus Eisen
ei|sen|ver|ar|bei|tend —* Ei|sen veijarj-
bei|tend: Adj. n. stg. Eisen zu etw.
produzierend, bearbeitend
El|sen|vi|tri|ol —» Ei|sen|vi(t|ri|ol: das;
-(ejs; - (Chemie) Tristallisiertes, grü¬
nes Eisensulfat
Ei|sen|wajren|hand|lung: die; - ; -en Ge¬
schäft, in dem Waren aus Eisen, Me¬
tall (z. B. Werkzeuge, Nägel usw.)
verkauft werden
304
Eitergeschwür
Ei|sen|werk: das;-(e)s; -e Eisenhütten¬
werk; Industriebetrieb, der Eisen ver¬
arbeitet od. produziert
Ei|sen|wich|ser. der; -s; - [ugs.] Arbei¬
ter, der sich ausschließlich mit dem
Lackieren von Metallen beschäftigt
ej|sen|zeit|lich: Adj. n. stg. die Eisenzeit
betreffend, aus ihr stammend
eifsern: Adj. 1 aus Eisen gefertigt, be¬
stehend 2 <Charakter> konsequent;
nicht von einem Vorhaben abwei¬
chend »Mit eiserner Disziplin hörte sie
mit dem Rauchen auf.« 3 der Eiserne
Vorhang: <hist.> nach dem Zweiten
Weltkrieg bis 1989/90 die fast un¬
durchlässige Grenze zwischen den
kommunistischen u. nichtkommuni¬
stischen Staaten Europas
Ei|ses|haucb: auchder; -(e)s; - [poet.]
kalter Windzug
E|s|es|sig: der; -s; - bei 16,6° C zu eis¬
ähnlichen Kristallen erstarrende, er¬
starrte Essigsäure
Eisfech: das; -(e)s; -jacher Gefrier¬
kühlfach im Kühlschrank
Eisfeld: das; -(e)s; -felder größere ge¬
frorene (Wasser-)Fläche
Eis|fi|schejrei: die; - ; - das Angeln, Fi¬
schen unter einer Eisfläche
Eisffläfche: die; - ; -n a) vereistes Ge¬
wässer o. ä. b) (künstlich hergestellte)
Fläche zum Schlittschuhlaufen
eisfrei: Adj. n. stg. ohne Eis; nicht ge¬
froren
Eis|gang: der; -(e)s; - Treibeis in flie¬
ßenden Gewässern
Eis|ge|tränk: das; -(e)s; -e sehr kaltes
Getränk mit Eiswürfeln
Bs|glät|te: die; * ; - Glätte, Rutschig-
keit, die durch Eisbildung entsteht
eis|grau: Adj. n. stg. von weißgrauer
Farbe
Eis|ha(ken: der; -s; - <Sport> beim Berg¬
steigen benutzter gebogener Metall¬
stift als Sicherheitsutensil
Els|hei|lf|gen: die (PL) (Namens-)Tage
(katholischer Heiliger) Mitte Mai, an
denen es häufig noch einmal sehr kalt
ist, friert
Eis|hockey (E|s|hok|key —»■ Eis|ho|-
ckey): das; -s; - <Sport> Mannschafts¬
spiel mit Schlittschuhen auf einer Eis¬
fläche, bei dem mit einem Schläger
der Puck auf das gegnerische Tor ge¬
. schossen wird
Eis[hockey|schlä|ger (Eis|hok|key|-
schlä|ger —> Eis|ho|ckey|schlä|ger):
der; -s; - (Sport» gebogener Stock als
Schläger beim Eishockey, mit dem
der Puck bewegt wird
ei|sig: Adj. 1 sehr kalt 2 (Stimmung; At¬
mosphäre» unfreundlich; abweisend
ei|sig|kalt —> ei|sig kalt Adj. n. stg. ex¬
trem; sehr kalt
Eis|kaf|fe«: der; -s; - Getränk aus (Va-
nille-)Eis, kaltem Kaffee u. Sahne
eis|katt: Adj. n. stg. 1 von sehr niedriger
Temperatur 2 <übertr.> ohne Gefühle
zeigend; nicht, durch Gefühle in sei¬
nem Handeln beeinflußt
Eis(ka|nal: der; -(e)s; -kanäle <Sport>
vereiste (Renn-)Bahn für Bobfahrten
u.ä.
EJs|kef|len der; -s; - <hist.> Kellerraum,
der mit Eisblöcken gekühlt wurde u.
zur gewerblichen Lagerung von Wein
o. ä. diente
Ejs|kon|di|tor: der; -s; -en weibl. Eis|-
kon|di|to|rin: die; - ; -nen <Beruf> Kon-
ditor(in), der/die Speiseeis u. Speise¬
eisprodukte herstellt
Eis|kri|stall —* Eis|kris|tall: das; -(e)s;
-e Kristallstruktur, -form aus Eis, ge¬
frorenem Wasser
Eis|küh|len der; -s; - a) Gefäß, in dem
Getränke kühl gehalten werden b)
Gefäß, in dem Eiswürfel einige Zeit in
relativ warmen Räumen aufbewahrt
werden können
Eis|kunst|lauf/Eis|kunst|lauf: der;
-(e)s; -laufe (PI. s.) (Sport» Sportart,
bei der auf Schlittschuhen (zu Musik)
kunstvolle tänzerische Figuren u.
Sprünge dargeboten werden
Eisflauf: der; -(e)s; - das Schlittschuh¬
laufen
eis|lau|fen —* Eis laufen: läufst Eis;
liefte)st Eis; bist eisgelaufen —»bist
Eis gelaufen*— sich mit Schlittschu¬
hen fortbewegen
Eis|läu|fer: der; -s; - weibl. Eis|läufe|-
rin: die; - ; -nen Person, die auf
Schlittschuhen läuft
Eisjloch: das; -(e)s; -löcher Öffnung in
einer Eisdecke
Eisfmann: der; -(e)s; -männer 1 Person,
die auf der Straße Speiseeis verkauft 2
[ugs.; scherzh.J einer der (männlichen)
Eisheiligen
Eis|ma|schi|ne: die; - ; -n Gerät, mit
dem Speiseeis hersteilt wird
Eis|mö|we: die; - ; -n große Möwe(nart)
Efs|na|del: die; - ; -n Kristall aus Eis in
Form einer Nadel, in einer langen,
spitzen Form
Eis|pa|last: der; -(e)s; -paläste 1 große
Eislaufhalle 2 [ugs.; scherzh.] sehr kal¬
te Wohnung
Eis|prin[zes|sin: die; ~; -nen männl. E|s|-
prinz: der; -en; -en [ugs.] prominen¬
te^) Eiskunstläuferin); Person, die
beim Eiskunstlauf großen Erfolg hat
u. vom Publikum bewundert wird
Ejjsprung: der; -(e)s; Eisprünge <Med.>
Follikelsprung
Eis|rejgen: der; -s; - a) Niederschlag aus
gefrorenen Wassertropfen b) sofort
auf dem extrem kalten Boden gefrie¬
render Regen
Eis|rei|fen: der; -s; - speziell konstruier¬
ter Winterreifen für das Fahren auf
Schnee u. ä.
Eis|re|vue: die; - ; -n Showveranstal¬
tung, bei der von professionellen Eis¬
kunstläufern einzelne Schaulaufvor¬
führungen dargeboten werden
E]s|sa|lat: der; -(e)s; -e Salatkopf mit
glatten, knackigen, grünen Blättern
Eis|sa|lon: der; -s; -s Lokal, in dem vor
allem Speiseeis serviert u. verkauft
wird
E|s|schlit|ten: der; -s; - <Sport> Schlit¬
ten zum Eissegeln
Eisfschnellauf (Eis|schnell|lauf) —> im¬
mer mit Ili: Eis|schnell(faufc der;
-(e)s; -laufe a) o. PI. Sportart, bei der
auf einer eisbedeckten Laufbahn auf
Schlittschuhen Rennen stattfinden b)
einzelnes Eisschnellauf rennen
Eis|scho|ko{la|de: die; - ; -n Getränk
aus (Vanille-)Eis, kaltem Kakao u.
Sahne
E|s|schol|le: die; - ; -n größeres Stück
Treibeis
Eis|schrank: der; -(e)s; -schränke
[landsch.] Kühlschrank
Eis|se(geln: das; -s; - (Sport» das Segeln
mit Schlittschuhen od. einem Eis¬
schlitten
Eisfsport: der; -(e)s; - Gesamtheit der
auf Eisausgeübten Sportarten
lis|sta|dijon: das; -s; -Stadien Sportsta¬
dion mit einer Eisbahn, Eisfläche
Eis|stau: der; -(e)s; - aufgestaute Eis¬
stücke in fließenden Gewässern
Eis|stock|schie|Ben: das; -s; - (Sport»
Spiel auf dem Eis, bei dem mit Eis¬
stöcken möglichst nah an eine Marke
gespielt wird
Eisftanfzen: das; -s; - (Sport» Disziplin
des Eiskunstlaufs; tänzerischer Paar¬
lauf mit Schlittschuhen auf dem Eis
(im Gegensatz zum Paarlaufen mit
Sprüngen u. Hebungen, die nicht
über Hüfthöhe gehen)
Eisftorfe: die; - ; -n Torte aus Speiseeis
u. Teig
Eisftüfte: die; - ; -n Waffeltüte, in die
Speiseeis gefüllt wird
Eis|ver|käujfer: der; -s; - weibl. Eis|verj-
käu[fe|rin: die; ~ ; •nen Person, die
Speiseeis zum Verkauf anbietet
Eis|vo|gel: der; -s; -v'ögel 1 am Wasser
lebender Vogel mit blaugrünem Ge¬
fieder u. einem scharfen, gebogenen
Schnabel 2 Falter mit braunen Flü¬
geln mit weißen Flecken
Eis|warn|dienst: der; -(e)s; -e Warn¬
dienst, der Schiffe vor Eisbergen,
Treibeis o. ä. rechtzeitig warnt
Ejsjwas|ser: das; -s; - eiskaltes Wasser,
in dem manchmal noch Eisstücke
schwimmen
Eis|wein: der; -(e)s; -e süßer Wein, sü¬
ßes alkoholisches Getränk, dessen
Trauben erst nach Einbruch des Fro¬
stes geerntet wurden
Ejs|wol|ke: die; - ; -n (Meteorologie»
Wolke aus Eiskristallen
Eis|wür|fel: der; -s; - gefrorenes Stück
Wasser (in rechteckiger Form)
Eis|wü|ste —»■ Eis|wüs|te: die; - ; -n
(Geographie» mit Eis bedecktes Land
Etefzapfen: der; -s; ~ zapfenförmiges,
nach unten dünner, spitz zulaufendes
Stück Eis
E]s|zeit: die; - ; -en (hist.» (Zeit einer)
Abkühlung, Klimaveränderung auf
der Erde, während der größere Teile
der nördlichen Halbkugel mit Eis be¬
deckt waren, werden
Eis|zeit|al|ter das; -s; - Pleistozän; be¬
stimmter Zeitraum mit einer Abküh¬
lung, Klima veränderung auf der Erde
eisjzeitflich: Adj. n. stg. der Eiszeit zuge¬
hörig
ei|tel: Adj. eitler; eitelste (auf negativ be¬
wertete Art) besonderen Wert auf
sein Äußeres legend; eingebildet
Ei)tel|keit: die; -; -en 1 Eingebildetheit 2
[veralt.] Bedeutungslosigkeit; Ineffizi¬
enz
Elfter: der; -s; - (Med.» gelbliche Wund¬
flüssigkeit, die bei einer Entzündung
entsteht
Ei(ter[beufle: die; - ; -n <Med.» durch
eine Ansammlung von Eiter verur¬
sachte Erhebung in der Haut o. ä.
Ei)ter|bläs|chen: das; -s; - (Med.» mit
Eiter gefülltes Bläschen
ii|ter|ge|schwüR das; -(e)s; -e (Med.»
entzündetes, eiterndes Geschwür
305
Eiterherd
Eifter|herd: der; -(e)s; -e <Med.> entzün¬
dete Stelle, an der sich der Eiter bildet
EI|ter|pfropf: der; -(ejs; -en (Med.) (etw.
verstopfender) Pfropf aus getrockne¬
tem Eiter
EUterjpicket (Ei|ter)plk|kel—» Ei|terfpi|-
ckel): der; -s; - <Med.> entzündeter,
mit Eiter gefüllter Pickel
eit|rig: Adj. Eiter absondemd
Ei|weiB: das; -es; -e (aber: drei Eiweiß)
1 klare Gallertmasse um den Dotter
eines Eis herum 2 aus proteinreichem
Material bestehender Bestandteil der
Nahrung
ei|weiB|arm: Adj. eiweißarmer; eiwei¬
ßarmste wenig Eiweiß enthaltend
Ei|weiB|be|darf: der; -(e)s; - Bedarf an
Eiweiß eines Menschen, Lebewesens
Ei|wei8|ge|halt: der; - fe)s; - Gehalt ei¬
ner Speise an Eiweiß
Ei|wei8|man|gel: der; -s; - Unterversor¬
gung des Körpers mit Eiweiß
ejjwei8|reich: Adj. viel Eiweiß enthal¬
tend
Ei]wei8|stoff: der; -(e)s; -e <Chemie> ei¬
weißartige Verbindung
Ei]weiB|stoff|wech|sel: der; -s; ~ <Med.>
Stoffwechsel im Eiweißhaushalt eines
Menschen, Lebewesens
Ei]zel|le: die; ~ ; -n <Med.> weibliche
Keimzelle
EJ: Abk. <Buchw.> Erscheinungsjahr
Eja|ku|lat —> E|ia|ku|lat: dato das;
-(e)s; -e <Med.> ausgespritzte Samen¬
flüssigkeit
Eja|ku|la|tion —> E|ja|ku|la|ti|on: <lat.>
/ejakulazion/ die; - ; -en (Med.) Sa¬
menerguß des Mannes, männlichen
Tieres
eja|ku|lie|ren —> e[ja|ku|l[e|ren: dato
ejakulierst; ejakuliertest; hast
ejakuliert <Med.> Samenflüssigkeit
ausstoßen, ausspritzen
Ejek|ti|pn —» E|jek|ti|on: dato /ejek-
zion/ die; - ; -en das explosionsartige
Ausschleudern von Materie
eji|zfe|ren —» e|ji|zie|ren: dat.> ejizierst;
ejiziertest; hastejiziert etw. ausschleu¬
dern
EK: Abk. 1 Eigenkapital 2 Einbauküche
3 Eisernes Kreuz (= ehemalige mili¬
tärische Ordensauszeichnung) 4 (Ver¬
sicherung) Ersatzkasse 5 Exekutiv¬
kommission, Exekutivkomitee (aus¬
führendes Organ, z. B. von Sportor¬
ganisationen)
EKD: Abk. Evangelische Kirche in
Deutschland
Ekel—» Ejkel: der; -s; - äußerst heftiger
Widerwille etw. od. jmdm. gegenüber
»Wir empfanden Ekel vor dem Ge¬
stank.«
Ekej —» i|kel: das; -s; - [ugs.] äußerst
widerliche Person »Er ist ein Ekel!«
ekel|erjre|gend —» E|kel er|re|gend:
Adj. Ekel, Abscheu hervorrufend; ab¬
stoßend
ekel[haft—» e|kel|haft: Adj. ekelhafter;
ekelhafteste Ekel hervorrufend;
scheußlich »Die Wände sind mit ekel¬
hafter Farbe beschmiert.«
ekeln—* ejkeln, sich: ekelst dich; ekel¬
test dich; hast dich geekelt ein Gefühl
körperlichen Unwohlseins aufgrund
starker Abneigung gegen etw. od.
jmdn. empfinden
Eke1|na|me—» E|kel|na|me: der; -ns; -n
flandsch.] Spitzname
EKG: Abk. <Med.> Elektrokardiogramm
= Aufzeichnung der Herztätigkeit
Ek|kle|sia: <gr.-lat.> die; ~ ; - (Religion)
die christliche Kirche
Eklat —» E|k|lat: </r.> /ekla/ der; -s; -s
Skandal; in negativer Weise Aufse¬
hen, Widerstreben, einen Boykott
hervorbringender Vorfall
ekla|tant —» e|k|la|tant: </r> Adj. ekla¬
tanter; eklatanteste Aufmerksamkeit
erregend; offensichtlich
Ek)lek|ti|ker <gr.-lat.> der; -s; - weibl.
Ek|lek|ti|ke|rin: die; - ; -nen jmdn., der
in seinen Darstellungen fremdes Ge¬
dankengut verwendet u. selbst keine
originellen Gedanken entwickelt
ek|lek|tisch: <gr.-lat.> Adj. nur die Ideen
anderer übernehmend
Ek|lek|ti|zis|mus: <gr.-lat.> der; - ; - (Phi¬
losophie) Einstellung, Haltung eines
Eklektikers
Ek|lip|se—» E|k|lip)se: <gr.-lat.> die; - ;
-n (Astronomie) Sonnen- bzw. Mond¬
finsternis; Ausbleiben von etw.
Ek|lip|tik—» E|k|lipjtik: tgr.-lais die; ~ ;
-en scheinbare Sonnenkreisbahn
ek|lipjtisch —> e|k|lip|tisch: <gr.-lat.>
Adj. n.stg. auf die Eklipse bezogen
Ekrü|sei|de—» E|k|rü|sei|de: die; - ; -n
naturfarbene Seide, die nicht voll¬
ständig entbastet ist; Rohseide
Ek|sta|se—* Eks|ta|se: <gr.-lat.> die; - ;
-n höchste Begeisterung, Verzückung
Ek|sta|ti[ker —» Eks|ta|ti|ker: der; -s; ~
weibl. Ek|sta]ti|ke|rin—> Eksftajti|ke|-
rin: die; - ; -nen Person, die leicht in
Ekstase gerät, in Ekstase ist
ek|sta|tisch —» eks|ta|tisch: Adj. sich
im Rausch, in Ekstase befindend; auf
Ekstase zurückzuführen
Ek|t§jse: <gr.-lat.> die; - ; -n (Sprach-
wiss.) Dehnung eines Vokals
Ek|to|mie: <gr.> die; - ; -n jektomVn
(Med.) chirurgische Entfernung eines
Organs
Ek|to|pa|ra|sjt: <gr.> der; -en; -en (Med.)
Parasit, der auf der Körperoberfläche
lebt
EKZ: Abk. 1 Einkaufszentrum 2 Ein¬
kaufszentrale (für öffentliche Büche¬
reien)
Ek|zgm: <gr.> das; -s; -e (Med.> nicht an¬
steckende, juckende Hautentzündung
El.: Abk. 1 Elastizität = Spannkraft;
Anpassungsfähigkeit 2 Eleganz =
Gewandtheit 3 Elektrizität 4 Elektro-
n(en) = negativ geladene(s) Elemen¬
tarteilchen 5 Elektronik 6 Element 7
Elite = Auslese der Besten
el.: Abk. 1 elastisch - biegsam; dehn¬
bar 2 elegant = 1. geschmackvoll 2.
geschickt 3 elektrisch 4 elektronisch
Ela|bo|rat —> E|la|bo|rat: dat.i das;
-(e)s; -e [geh.] 1 Ausarbeitung von
etw., z. B. einer Idee 2 [iron.] Pfusche¬
rei
ela(bo|riert —» e|la|bo|riert: dato Adj.
elaborierter; elaborierteste a) qualifi¬
ziert ausgearbeitet b) (Sprache; So-
ziol.) gehoben; gut formuliert
Elan —» Ejlan: dat.-fr.> der; -s; -
Schwung; Energie; Begeisterung »Mit
Elan ging sie an die Vollendung der Ar¬
beit.«
elan|voll —» e|lan|voll: Adj. voller
Schwung, Esprit »Er ging elanvoll an
die Arbeit.«
Elajste—» E|las|te: <grs die; - ; - (Che¬
mie) elastischer, dehnbarer Kunst¬
stoff
Ela|stik|bin|de —» E|las|tik|bin|de: die;
- ; -n Verband aus elastischem Mate¬
rial
e!a|stisch —» e|las|tisch: Adj. dehnbar
»elastisches Material«
Ela|sti|zi|tät —» E|las|ti|zi|tät: <gr.> die;
~ ; -en (PI. s.) Spannkraft; Geschmei¬
digkeit; Anpassungsfähigkeit
Elajsti|zi|täts|gren)ze —» E|las|ti|zi|-
tats|gren|ze: die; - ; -n Punkt, bis zu
dem ein Stoff noch elastisch ist, bis zu
dem sich ein Stoff dehnen läßt
Ei|bejsei)ten|ka|nal: der; -(e)s; - Kanal
zwischen der Elbe u. dem Mittelsei¬
tenlandkanal
Elbfkahn: der; -(e)s; -kühne 1 Trans¬
portschiff auf der Elbe 2 [ugs.;
scherzh.] besonders großer Schuh
Elb|sand|stein|ge|bir[ge: das; -s; - Ge¬
birge (in Sachsen), durch das die Elbe
fließt
Elch: der; -(ejs; -e weibl. Elch|kuh: die;
* ; -kühe 1 nordischer Hirsch 2 ich
denks mich küßt, knutscht ein Elch:
[ugs.] überraschter Ausruf
Elch|bul|le: der; -n; -n weibl. Elch|kuh:
die; - ; -kühe männlicher bzw, weibli¬
cher Elch
Elchfkalb: das; -(e)s; -kälber Jungtier
eines Elches .
EI|do|ra|do: dat.-span.> das; - ; -s
Traumland; Paradies .
Ele|fant—> E|lejfant: der; -en; -en weibl.
Ele|fan)tin —» E|le|fan|tin: die; - ;
-nen Ele|fan|ten|kuh —» E|le|fan|ten|-
kuh: die;~- ; -kühe 1 in Afrika u, In¬
dien lebendes, großes, massiges, grau¬
es Tier mit einem langen Rüssel 2 wie
ein Elefant im Porzellanladen: An¬
merkung, wenn sich jmd. tölpelhaft,
ungeschickt benimmt u. dadurch
Schaden, Unheil anrichtet 3 nachtra¬
gend wie ein Elefant (sein): sehr lange
Zeit etw. im Gedächtnis behalten u.
jmdm. eine schlechte Tat o. ä. sehr
lange nachtragen, lange nicht od. nie
wirklich verzeihen 4 aus einer Mücke
einen Elefanten machen: eine Klei¬
nigkeit zu hoch bewerten, überbewer¬
ten
Ele|fan|ten|ba|by —» E|le|fan|ten|ba|by:
das; -s; -s u. -babies —*nur noch
-babys*— [ugs.] Tolpatsch; großer,
ungelenker Mensch, Mann
Ele|fan|ten|bul|le —> E|le|fan|ten|bul|le:
der; -n; -n weibl. Ele|fan|ten|kuh —»
E|le|fan|ten|kuh: die; -; -kühe männli¬
cher bzw. weiblicher Elefant
Ele|fan|ten|fuB—» E|le|fan|ten|fuß: der;
-es; -fuße 1 Fuß eines Elefanten 2
standfester Schemel
Ele|fanjten|ge|dächt|nis —» E|le|fan|-
ten|ge|dächt|nis: das; -ses; - a) [ugs.]
besonders gutes Gedächtnis b) jmd.
hat ein Elefantengedächtnis: jmd.
(vergißt u.) verzeiht etw., eine Beleidi¬
gung o. ä. nie
Ele|fan|ten|haut —» E|le|fan|ten|haut:
die; ~ ; - in der Wendung jmd. hat eine
Elefantenhaut: [ugs.] jmd. ist sehr un¬
empfindlich gegen Kritik u. ä.
Ele|fan[ten|hochjzeit —» E|le|fan(ten|-
hochjzeit: die; ~ ; -en [scherzh.] Zu¬
sammenschluß von großen Firmen,
Organisationen
306
Elektron
Ele|fan)ten|ri)s|sel —» E|le|fan]ten|rüs|-
sel: der; -s; ~ Greifinstrument am
Kopf des Elefanten
Ele|fan|tia|sis/Ele|phan|tia|sis —> E|le|-
fan|ti|a|sis/E|le|phan|ti|a|sis: <gr.-lat.>
die; * ; - <Med.> starke Hautverdik-
kung durch Lymphstauung
e)e|fan|tös —> e|le|fan|tSs: Adj. elefitn-
töser; elefantbseste [ugs.; veralt.]
großartig; außergewöhnlich
ele|gant —* e|le|gant: dal.-fr.t Adj. ele¬
ganter; eleganteste 1 schick »ein äu¬
ßerst elegantes Kleid« 2 geschickt
»eine elegante Handlungsweise«
Ele|ganz —* E|le|ganz: dat.-fr.> die; - ; -
1 <äußere Erscheinung) Gepflegtheit 2
<Rede> Gewandtheit
Ele|gie —> E|le|gie: <gr.-lao die; -; -n
lelegi‘n/ «Literaturwiss.) wehmütiges
Gedicht; Klagegesang
Ele|g||en|dich|ter —» E|le|gi|en|dich|ter:
der; -s; ~ weibl. Ele)gJ]en]dich|te|rin
—»■ E|le|gj|en|dich|te|rin: die; - ; -nen
Dichter(in), Poet(in), der/die Elegien
verfaßt
Ele|gi|ker —» E|lejgi|ker; <gr.-lat.> der;
-s; ~ weibl. Ele|gi|ke|rin —> E|le|gi|-
ke|rin: die; ~ ; -nen 1 Dichter(in), der/
die Elegien verfaßt 2 zur Wehmut nei¬
gende Person
elejgisch—* e|lejgisch: <gr.-lat.> Adj. n.
stg. voller Wehmut; traurig
elek|tiv —> e|lek|tiv: <lat.> /elektif/ Adj.
n. sig. auswählend
Elek|to|rat —* E|lekjto|rat: <lat.> das;
-(e)s; -e <hist.> Kurfürstenwürde
Elektr.: Abk. 1 Elektriker(in) 2 Elektrizi¬
tät 3 Elektron(en) = negativ gelade-
ne(s) Elementarteilchen 4 Elektronik
elektr.: Abk. 1 elektrisch 2 elektronisch
Elek|tri|fi|ka|ti|on —» E|lek|t|rijfi|ka|ti|-
on: <gr.-lat.> /elektrifikazion/ die; - ;
-en [Schweiz.] Elektrifizierung
elek|tri|fi|z|e|ren —> e|lek(tjri|fi|zie|ren:
<gr.-lat.> elektrifizierst; elektrifizier¬
test; hast elektrifiziert etw. auf elektri¬
schen Betrieb ein- od. umstellen
Elek[tri|fi|z|e|rung —* E|lek|t|ri|fi|zje|-
rung: <gr.-lat.>die; -; -en Vorgang des
Elektrifizierens
Elekjtrik —> E|lek(t|rik: <gr.-lat.> die; ~ ;
- Gesamtheit einer elektrischen Anla¬
ge »Die Elektrik des Autos ist kaputt.«
Elek|tri|ker —»• E|lek|t|ri|ker: <gr.-lat.>
der; -s; - weibl. Elekjtri|ke|rin —> E-
|lek)t|ri|ke|rin: die; - ; -nen Handwer¬
kern), der/die beruflich elektrische
Anlagen installiert od. repariert
elek|trisch —* e|lek|t|risch: <gr.-lat.>
Adj. n. stg. mit Strom betrieben »Wir
hatten lange kein elektrisches Licht.«
elek|tri|s[e|ien —> e|lek|tjri|sie|ren: <gr.-
lat.i elektrisierst; elektrisiertest; hast
elektrisiert 1 elektrische Ladungen er¬
zeugen 2 mit Stromstößen behandeln
3 <übertr.) jmdn. in Begeisterung od.
in positive wie negative Aufregung
versetzen
elek|tri|sie|ren —> e|lek|t|ri|sie|ren:
elektrisierst dich; elektrisiertest dich;
hast dich elektrisiert einen elektri¬
schen Schlag, Stromschlag bekom¬
men
Elek|tri|sie(rung —> E|lek|t|ri|sie|rung:
(gr.-lato die; - ; -en das Bewirken ei¬
ner Stromspannung in etw.
Elek|tri|zi{tiit —» E[lek|t|ri|zi)tät: <gr.-
lat.i die; - ; - elektrische Energie
Elek)tri|zi|täts|erizeu|gung —> E|lek|tj-
ri|zi|täts|er|zeu|gung: die; ~ ; -en Pro¬
duktion, Erzeugung von Elektrizität
Etek|tri|zi|täts|ge|seU|schaft —> E|lek|-
t|ri|zi|täts]ge|sell|schaft: die; -. ; -en
Unternehmen, das Strom erzeugt u.
an Verbraucher abgibt
Elek|tri|zi|täts|netz —> Ejlek|t|ri|zi)tats|-
netz: das; -es; -e Leitungsnetz für
Elektrizität
Elek|tri|zi|tits|werk —» E|lek|t|ri|zi|-
täts|werk: das; -(e)s; -e Unterneh¬
men, Werk, in dem Strom erzeugt
wird
Elek|tri|zi|täts|zäh|ler —> E|lekjt|ri|zi|-
täts|zäh|ier: der; -s; • Meßgerät, das
den Stromverbrauch aufzeichnet
Elek|tro|aku|stik —* E|lek|t|ro|a|kusjtik:
die; - ; - <Physik> Umwandlung von
Strom in Schall u. umgekehrt
Elek|tro|artti|kel —> E|lek|t|ro(arJti|kel:
7gr.-lat.> der; -s; - Ware, Gerät, das
elektrisch betrieben wird
Elek|tro|au|to —»• E|lek|t|ro|au(to: <gr.-
lat.> das; -s; -s Auto, das mit einem
Elektromotor betrieben wird
elek|tro|che|misch —> e|lek|t|ro|che|-
misch: Adj. n. stg. den Zusammen¬
hang chemischer u. elektrischer Vor¬
gänge darstellend, betreffend
Elek|tro|chir|ur|gie —> E|lek|tjro[chirf-
ur|gie: die; - ; - <Med.> Operation
(stechnik) mit Strom
Elek|trg|de —*• E|lek[t|ro|de: <gr.-lat.>
die; ~ ; -n <Elektrot.; Physik) Leiter,
der den Stromübergang vermittelt
elek|tro|dy|na|misch —> e|lekft|ro|dy|-
najmisch: Adj. n. stg. <Elektrot.; Phy¬
sik) stromerzeugend
Elek|tro|dy|na|mo|me|ter —* E|lek|t|ro|-
dy|na|mo|metter: das; -s; - «Physik)
Meßgerät für elektrische Stromstärke
u. Spannung
Elek|tro|en|ze|pha|lo|graph —» E|lek(t|-
ro|en|ze|pha|lo[graph/E|lek|t|ro|en|-
ze|pha|lo|graf: der; -en; -en <Med.)
Gerät zur Aufzeichnug von Elektro¬
enzephalogrammen, Messungen von
Gehimströmen
Elek|tro|fahr|zeug —> E|lek|t|ro|fahrj-
zeug: das;-(e)s; -e Fahrzeug, das mit
einem Elektromotor betrieben wird
Elekjtro|ge|rät —»• E|lek|t|ro|ge|rät: das;
-(e)s; -e elektrisch betriebenes Gerät
»Als Küchenhilfen gibt es heute schon
viele Elektrogeräte.«
Elek|tro|ge|schäft —> E|lek|t|ro|ge|-
schäft: das; -(e)s; -e Geschäft, in
dem man elektrische Geräte kaufen
kann
Elek|tro|gi|tar1re —* E|lek|t|ro|gi[tarjre:
die; - ; -n <Musik> Instrument, Gitar¬
re, bei der die Schwingungen der Sai¬
ten mit Hilfe eines elektrischen Ver¬
stärkers auf einen Lautsprecher über¬
tragen werden
E!ek|tro|hand|werk —> E|lek[t|ro|hand|-
werk: das;-(e)s; - Handwerk, Berufs¬
zweig, das/der sich mit der Elektro¬
technik beschäftigt
Elek|tro|herd —» E|lek|t|ro|herd: der;
-(e)s; -e mit Strom betriebene Koch¬
stelle
Elek|tFo|in|du|st|rie —* Ejlek(t|rojih|du[-
sftjrie: die; - ; - Industrie, die sich mit
Elektrotechnik u. der Herstellung
von Elektroartikeln beschäftigt
Elekjtro|in|stal|la|teur —» E|lek|t|ro|ins|-
tal|la(teur: der; -s; -e weibl. Elek|troj-
in|stal|la|teu|rin —»• E[lek|t|ro|ins|tal|-
lajteu|rin: die; ~ ; -nen Handwerke-
r(in), der/die beruflich elektrische In¬
stallationen vomimmt
Elek|tro|kar|dio|gramm —> E|lek[t|ro|-
kar|dio|g|ramm: das; -s; -e <Med.>
Aufzeichnung der Herztätigkeit Syn.:
[Abk.] EKG
Elek|tro|kar[dio|gra|phie —> E|lek|t|ro|-
kar|d|io|gra|phie/E|tek|t|ro|kar|d|io|-
gra|fie: die; - ; -n <Med.; Herz> (Ver¬
fahren zur) Aufzeichnung von Kar¬
diogrammen
Elek|tro|kar|ren —> E|lek(t|ro|kar|ren:
der; - u. -s; - kleines,'mit Strom be¬
triebenes Fahrzeug zum Transport
von Lasten auf kurzen Strecken
Elek|tro|kau|stik —* E|lek|t|ro|kaus|tik:
die; - ; - <Med.> Operationsmethode,
bei der Gewebe mit einem bestimm¬
ten Gerät, dem Elektrokauter, ausge¬
brannt wird
Elek|tro|kon|zern —» E|lek|t|ro|kon|-
zern: <gr.-lat.> der; -(e)s; -e <Wirt.>
große(s) Unternehmen, Unterneh¬
mensgruppe der Elektroindustrie
Elek|tro|ly|se —* E|lek|t|ro|ly|se: <gr.>
/elektrolüse/ die; - ; -n durch Strom
bewirkte Zersetzung chemischer Ver¬
bindungen
elek|tro|Iy|sie|ren —> e|lek|t|rojly|s|e|-
ren: /elektrolüsiren/ elktrolysierst;
elektrolysiertest; hast elektrolysierl
«Physik) durch elektrischen Strom
(chemisch) zersetzen
Etek|tro|lyt —* E|lek|t|ro|lyt: <gr.-lat.>
/elektrolüt/ der; -en; -en «Physik)
Stromleiter, der sich durch elektri¬
schen Strom chemisch verändert
elek|tro|ly|tisch —> e|lekftRo|ly|tisch:
<gr.-lat.> /elektrolütisch/ Adj. n. stg.
«Physik) sich durch elektrischen
Strom zersetzend
Elek|tro|ma|gnet —> E|lek|t|ro|ma|g|-
net: der; -en; -en «Physik) gespultes
Stück Eisen, das bei Stromzufuhr ma¬
gnetisch wird
elek|tro|ma|gne|tisch —► e|lekjt|ro|ma|-
g|ne|tisch: Adj. n. stg. «Physik) durch
Stromzufuhr magnetisch (werdend)
Elek|tro|ma|gne|tis|mu$ —> E|lek[t|ro|-
ma|g|ne|tis|mus: der; - ; - «Physik)
durch Strom erzeugter Magnetismus
EI«k|tro[mas|sa|ge —> E|lek|t|ro|mas|-
sajge: die; ~ ; -n «Med.) Massage mit
Hilfe von elektrischem Strom
Elek|tro|me|cha|nik —> E|lek|t|ro|me|-
cha|nik: die; • ; - das «Physik) Zusam¬
menwirken von elektrischen u. me¬
chanischen Vorgängen
Elek|tro|mei|ster —> E|lek|t|ro|meis|ter:
<gr.-lat.; dt.> der; -s; - weibl. Elek|tro|-
mei|stejrin —» E|lek|t|ro|meis|te|rin
die; - ; -nen Elektriker(in) mit Mei¬
sterprüfung
Elek|tro|mo|bil —> E|lek|t[ro|mo|bil:
das; -(e)s; -e Fahrzeug, das mit einem
Elektromotor betrieben wird
Elek|tro|mo|tor —*• E|tek|tjro|mo|tor:
der; -s; -en «Elektrot.) Motor, der
elektrische in mechanische Energie
umwandelt
Elek|tron —> E|lek|t|ron: <gr.> das; -s;
Elektronen «Physik) negativ geladenes
Elementarteilchen
307
Elektron
Elek|tron —» E|lek|tfron: <gr.> das; - ; -
natürliche Legierung aus Gold od.
Silber
E(ek|tro|narjko|se —> E|tek|t|ro|nar|ko|-
se: die; - ; -n <Med.> Narkose, die
durch elektrische Stöße erzeugt wird
Elekftro]nen|blitz —> E|lekft|ro|ne»|-
blitz: der; -es; -e a) elektronisch
erzeugtes Blitzlicht b) Blitzlichter er¬
zeugendes Gerät
Elek|tro|nen|ge|hirn —» E]lek|t|ro|nen|-
ge|hirn: das; -(e)s; -e <Elektrot.;
EDV) [veralt.] leistungsfähiges elek¬
tronisches Steuerungs-, Rechengerät;
Großrechenanlage
Elek(trgjnen|hül|le —* E[lekft|ro|nen|-
hüi|le: die: - ; -n <Chemie; Physik)
sämtliche Elektronen, die einen
Atomkern umgeben
Elek|tro|nen|milkro|skop —» E|lek|t|ro|-
nen|mi(k|ro|sjkop: das; -(e)s; -e sehr
leistungsfähiges Mikroskop; Vergrö¬
ßerungsgerät für kleinste Objekte
Elek|tro)nen|op|tik —> E|lek)tjro]nen|-
op|tik: die; - ; - <Physik; Chemie) Bil¬
derzeugung durch Kathodenstrah¬
lung
Elek|trojnen|rech|ner —*■ E|lek|t|ro|-
nen|rech|ner der; -s; - <EDV> Elek¬
tronenrechenmaschine; Großrechner
Elek|trplnen|röh|re —» £jlek[t|ro|nen|-
röh|re: die; - ; -n <Physik; Elektrot.)
luftleerer Glas- od. Metallkolben, in
dem Strom fließt
E(ek|tro|nen|sctileu|der —*■ E|lek(t|rg|-
nen|schleu|der; die; - ; -n «Physik;
Elektrot.) Gerät zur Beschleunigung
von Elektronen
Elek|tro|nen|theo|rie —*■ E|lek)t|ro|nen|-
the|o|rie: die; - ; - <Physik> Lehre von
den Elektronen, negativ geladenen
Teilchen
Elek|tro|nen|volt —> E|lek|t|ro|nen|volt:
das; -s; «Physik) Maßeinheit für Ener¬
gie in der Atomphysik
Elek|tro|nik —> E|lek|t|rojnik: die; ~; -en
«Elektrot.) Teilgebiet der Elektrotech¬
nik, das sich mit Elektronenröhren,
Halbleiterno. ä. befaßt
Elek|tro{ni|ker —> E|lek|t|rg|nf|ker <gr.>
der; -s; - weibl. Elek(tro|ni|ke|rin —>
Eflek|t|rofni|ker|in: die; ~ ; -nen Tech¬
nikern), der/die sich beruflich mit
Elektronik beschäftigt
elek|trgjnisch —» e|lek]t|ro|nisch: <gr.>
Adj. n. stg. a) die Elektronik betref¬
fend, ihr zuzuordnen b) elektroni¬
sche Datenverarbeitung: elektroni¬
sche Verarbeitung von Daten mit Hil¬
fe einer Rechenmaschine, eines Com¬
puters
Elek|tro|ofen —* E|(ek|tjro|o|(en: der;
-s; -Öfen elektrischer, mit Strom be¬
triebener (Schmelz-)Ofen
Elek|tro|ra[sie|rer —> E|lek|t|ro|ra|sie|-
rer der; -s; - mit Strom betriebener
Rasierapparat
Etek|tro|achock —> E|lek|t!ro|schock:
der; -s; -s u. -e <Med.> durch Stromstö¬
ße hervorgerufene Reizung des Ge¬
hirns zur Therapie von Geisteskrank¬
heiten
Elekjtro|schwei)ßung —> E|lek|t|roj-
schwei|ßung: die; - ; -en das Schwei¬
ßen mittels Strom
Elekftro|skgp —E|lek{t|ro|s|kgp: <gr.>
das; -(ejs; -e <Physik> Gerät, das
schwache elektrische Ströme messen
kann
Elek|tro|sta|t«k —> E|lekft|ro|sta(tik:
<gr.> die; - ; - «Physik) 1 Lehre von der
ruhenden Elektrizität, den ruhenden
Ladungen 2 Aufladung mit Elektrizi¬
tät
elekjtro|sta|tisch —* e|lek|t|ro|sta|-
tisch: <gr.> Adj. n. stg. «Physik) die
Elektrostatik betreffend, ihr zuzuord¬
nen
Elek|tro(tech|nik —> E|lek(t|ro|tech|nik:
die; ~ ; - sich mit der Erzeugung u.
Anwendung der Elektrizität befassen¬
de Technik
Etek(tro|tech|ni|ker —> E|lek|t|ro|tech|-
ni|ker: der; -s; - weibl. Eiek(troftech|-
nljke|rin —> E|lek|t|rojtech|ni|kejrin:
die; - ; -nen Techniker(in), der/die
sich beruflich mit der Herstellung u.
dem Betrieb von elektrotechnischen
Maschinen beschäftigt
elek|tro|tech|nisch —» e|lek|t|roftech|-
nisch: Adj. n. stg. die Elektrotechnik
betreffend, ihr zuzuordnen
Elekftro[the|ra(pie/Elek|tro|tIie{ra|pie
—* E|lekjt|ro(the|ra|pie: <gr.) die; -; -n
«Med.) Verwendung von, Behandlung
mit Strom, um Krankheiten zu heilen
Eiek|tro|zeit —* E|lek(t|ro|zeit: die; ~ ; -
«Sport) elektronisch gestoppte Zeit
Elek|tro|zeit|nahjme —* E|lek|t|ro|zeitj-
nah|me: die; - ; -n «Sport) das Stop¬
pen der Elektrozeit
Ele[ment —» E|le|ment </al.> das;-(e)s;
-e 1 Bestandteil 2 «Chemie) chemi¬
scher Grundstoff 3 a) Naturerschei¬
nung »Feuer u. Wasser sind Elemente
der Natur.« b) «Philosophie) Grund¬
bestandteile jeglicher Existenz in der
antiken Philosophie 4 «übertr.) verab¬
scheuungswürdiger Mensch 5 sich in
seinem Element fühlen; in seinem
Element sein: [ugs.] sich an einem
Ort, mit einer Tätigkeit sehr wohl
fühlen
ele|men|tar —> e|le|men|tan dat.t Adj.
grundlegend »elementares Wissen«
Ele|men|tarjbe|griff —»• E|lejmen|tar|-
bejgriff: der; -(ejs; -e Grundbegriff
auf einem (wissenschaftlichen) Gebiet
E(e|men|tar|erjeig|nis —* E|le|men|tar|-
er)eig|nis: das; -ses; -se Naturkata¬
strophe; urgewaltiges Geschehen, Er¬
eignis
Ele|men|tar|ge|wah —» Ejle|men|tarj-
ge|walt: <lat.> die; - ; -en Urkraft der
Natur, der Elemente (3)
ele)menjta|risch —» e|le|men|ta|risch:
Adj. n. stg. die Grundbegriffe betref¬
fend
Ele|men|tar[klas|se —* E|le|men|tar|-
klas|se: die; - ; -n Klasse in der
Grundschule
Ele|men[tarjkraft —> E|le|men|tar|kraft:
die; - ; -kräfte Naturkraft
Ele|men|tar[la|dung —> E|le|men|taij-
la|dung: die; - ; -en «Physik) kleinste
mögliche elektrische Ladung
Ele|men|taijma|gnet —> E|le|menftar|-
ma|g|net: der; -en; -en «Physik) theo¬
retisch existierender, denkbarer Ma¬
gnet mit einem konstanten magneti¬
schen Moment als Baustein magneti¬
scher Stoffe
Ele|men(tar[ma|the|ma|tik —> E|le|-
men|tar|ma|the|ma|tik: die; - ; -
Grundbegriffe der Mathematik; Be¬
reich der Mathematik, der sich mit
den Grundbegriffen beschäftigt
Ele|men]tar|schu|le —»• E|le|men|tar|-
schu|le: die; - ; -n Grundschule
Ele|men|tarjteil|chen —*■ E|le|men(tar|-
teil|chen: das; -s; - Sammelbegriff
für die kleinsten nachweisbaren Teil¬
chen eines Atoms
Ele|men|tar|untteiiricht —> E|lejmenj-
tar|un|ter|richt: der; -s; - Grundschul¬
unterricht; die Grundlagen lehrender
Unterricht
Ele|ment|um|wand|lung —» E|le|ment|-
umjwand|!ung: die; ~ ; -en «Chemie)
Umwandlung eines chemischen Ele¬
mentes in ein anderes durch die Um¬
wandlung des Atomkerns
Ele|mi|öl —» E|le|mi|öl: <arab.-span.>
Harz einer bestimmten Sorte tropi¬
scher Bäume
Elend —» E|lend: das; -s; -1 große Not
»In der dritten Welt gibt es viel
Elend.« 2 das ganze, heulende Elend
kriegen, haben: [ugs.] sehr unglück¬
lich sein 3 mit jmdm., mit etw. Ist es
ein Elend: [ugs.] jmd., etw. bereitet
Sorgen 4 langes Elend: [ugs.;
scherzh.) sehr großer (dünner)
Mensch 5 wie ein Häufchen Elend:
[ugs.] in einem sehr unglücklichen Zu¬
stand
elen|dig —> ejlen|dig: Adj. a) unglück¬
lich; beklagenswert »Seine finanzielle
Lage war elendig.« b) blaß u. schlecht,
krank aussehend
elen|dig|lich —> e|len[dig[lich: Adj. auf
elende, grausam schlechte Weise
Elends(da|sein —» E|lends|da|sein:
das; -s; - [geh.] armseliges Leben
Elends|vier)tel —> E|lends|vier|tel: das;
-s; • Stadtteil, in dem extrem arme
Menschen leben
Ele|va|ti|on —» E|le)va|ti|pn: tlat.y
/elewazion/ die; - ; -en 1 [geh.] das
Emporheben, die Erhöhung 2 «kath.
Kirche) Hochheben u. Zeigen von
Hostie u. Kelch zum Zeichen der
Wandlung während der Messe 3
«Astronomie) Höhe eines Gestirns
über dem Horizont 4 «Parapsycholo¬
gie) rational nicht erklärbares, schein¬
bares Schweben von Personen u. Ge¬
genständen
Ele)va]tor —> E|le]va|tor: dat.t /ele-
wator/ der; -s; Elevatoren «Technik)
Förder- u. Hebeeinrichtung für Güter
Elejve —> E|le|ve: /elewe/ dat.-fr.> der:
-n; -n weibl. Ele|vin —* E|le|vin: die;
~ ;■ -nen Lehrling od. Schüler(in) in
künstlerischen Berufen (z. B. bei Tän¬
zern, Schauspielern)
elf: Kardinalzahl (Zahlwort =) 11
El|fe: <engl.> die; - ; -««Mythologie) zier¬
liches, graziles, im Wald lebendes Fa¬
belwesen
Elfjeck: das; -(ejs; -e «Math.) geometri¬
sche Figur mit elf Ecken
El|fen|bein: das; -(ejs; -e (PI. s.j gelb¬
lich-weißes Material der Stoßzähne
von Elefanten, das z. B. zur Herstel¬
lung von Klaviertasten sowie
Schmuck, Schachfiguren o. ä. ver¬
wendet wird/wurde
El|fen|bein|arjbeit: die; - ; -en kunstvoll
geschnitzer Gegenstand aus Elfen¬
bein
el|fen|bei|nem: Adj. n. stg. aus Elfen¬
bein gefertigt
308
elysisch
eltfen|beinffar|ben: Adj. n. stg. die gelb*
lichweiße Farbe des Elfenbeins besit¬
zend '
El|fen|bein|kü|ste —* El|fen|bein|küs|-
te: die; - ; - Staat in Westafrika
El|fen|bein|turm: der; -(e)s; -türme in
der Wendung jmd. lebt im Elfenbein¬
turm, zieht sich in den, seinen Elfen¬
beinturm zurück: jmd. lebt in der
selbstgewählten Isolation eines
Künstlers, Wissenschaftlers o. ä. u.
betrachtet seine Umwelt nicht reali¬
stisch
el[fen|haft: Adj. elfenkafter; elfenhafte¬
ste [poet.] zart, feingliedrig u. sich ele¬
gant bewegend
Elpen|rei|gen: der; -s; - Tanz der Elfen
in Märchen
Elften der; -s; - [ugs.j 1 <Sport> Straf¬
stoß beim Fußball; Elfmeter 2 [selten]
die Zahl ll
Elfferjrat der; -(e)s; - elf Mitglieder
zählender Karnevalsausschuß
El|ferfwet(te: die; - ; -n <Sport> Weltsy¬
stem beim Fußball, bei dem man den
Ausgang von elf Spielen Vorhersagen
muß
ejffisch: Adj. n. stg. [poet.] elfenhaft;
zart, feingliedrig u. sich elegant bewe¬
gend
Elfjme|ten der; -s; - <Sport> Strafstoß
beim Fußball, bei dem der Ball vom
Elfmeterpunkt aus von einem gegne¬
rischen Feldspieler auf das Tor ge¬
schossen werden darf
Etf|metteijmar|ke: die; - , -n <Sport>
Punkt, der elf Meter vom Tor entfernt
ist, auf den der Ball beim Strafstoß
gelegt wird
Elfjmejterfpunkt: der; -(ejs; -e <Sport>
Punkt, der elf Meter vom Tor entfernt
ist, auf den der Ball beim Strafstoß
gelegt wird
Elf]mejter|schie|ßen: das; -s; - <Sport>
Ermittlung des Siegers beim Fußball
durch das Schießen vom Elfmeter¬
punkt aus
Elffmejterjschüt|ze: der; -n; -n weibl.
Etf)me|ter|schüt|zin: die; - ; -nen
(Sport> Fußballspielern), der/die ei¬
nen Elfmeter ausführt, verwandelt
Elf|me|tetjtor: das; -(e)s; -e <Sport;
Fußbalh Tor, das durch einen Elfme¬
tererzielt wurde
elfftens: Adv. an elfter Stelle (in einer
Auflistung)
Elifas —> E|li|as: der; - ; -1 a) (Religion)
eine biblische Figur b) männlicher
Vor-, Eigenname 2 feuriger Elias:
funkensprühende Dampflokomotive
Eli|die|rung —> E|li|die|rung: <lat.> die;
-; -en [geh.] Abstoßung
Eli|mi|na|ti|£n —» E|li|mi|na|ti|on: dat.-
fr.> /eliminazion/ die; -; -en Ausschal¬
tung; Beseitigung; Entfernung; Til¬
gung
eli|mi|nie|ren —> e|l|li|mi|nje|ren: <lat.-
fr.> eliminierst; eliminiertest; hast
eliminiert a) herauslösen, um etw. iso¬
liert zu betrachten b) herauslösen, um
etw. unwirksam machen zu können;
beseitigen c)jmdn. töten, beseitigen
Eli|mi|nie|rung —> E|l|li|mi|nie|rung:
dal.i die; - ; -en a) Vernichtung; Besei¬
tigung »Die Eliminierung der Schäd¬
linge ist uns nicht gelungen.« b) [ver¬
hüll.] Ermordung, Tötung (von Men¬
schen)
eli|tär —» e|li|tär </r.> Adj. a) zur Elite
gehörend b) herausragend; für Auser¬
wählte bestimmt c) eingebildet; hoch¬
mütig
Eli]te —» E|ti|te: <lat.-fr.> die; - ; -n a)
Auslese der Besten »Die Elite eines
Jahrgangs hat Chancen auf wirklich
gut bezahlte Arbeitsstellen.« b) Füh¬
rungsschicht
Eli|te|trup|pe —» E|li|te|trup|pe: <lat.-fr.>
die; - ; -n besonders fähige, gute (mili¬
tärische) Einheit, Gruppe
Eli|xier —> E|lijxier: <gr.-arab.-lat.>
/elekßir/ das; -(e)s; -e a) Heiltrunk b)
Zaubertrunk »Die Hexe mischte ein
betäubendes Elixier.«
ELK: Abk. Evangelische Lutherische
Kirche
EII|bo|gen/EI|len|bo|gen: der; -s; - 1
(Med.) Gelenk zwischen Ober- u. Un¬
terarm; (äußerer Teil, Spitze des) von
zusammentreffendem Ober- u. Un¬
terarm gebildeten Winkels »Er stieß
mir den Ellbogen in die Seite.« 2 a)
seine Ellbogen (gebrauchen: sich
ohne Rücksicht durchsetzen »Wenn
du etw. erreichen willst, mußt du deine
Ellbogen gebrauchen.« b) keine Ellbo¬
gen haben: sich nicht durchsetzen
können
EII|bo|gen|frei|heit/EI|len|bo|gen|frei|-
heifc die; - ; - Bewegungsmöglichkeit
in räumlicher u. geistiger Hinsicht
EII|bo|gen|gejlenk/EI|len|bo|gen|ge|-
lenk: das; -(e)s; -e <Anat.> Gelenk
zwischen Ober- u. Unterarm
EII|bo|gen|ge|sell|schaft/EI|len|bo|gen|-
ge|sell|schaft: die; • ; - Gesellschaft,
in der sich jeder ohne Rücksicht
durchsetzen muß, will
Eitle: die; - ; -n 1 <Anat.> Teilknochen
des menschlichen Unterarmes 2 [ver-
alt.] Längenmaß (entsprechend der
Länge der Elle, des Unterarmes eines
Erwachsenen)
El|len|beu|ge: die; - ; -n <Anat.) Innen¬
seite des Unterarms
El|l]p|se: <gr.-lat.> die; - ; -n 1 (Math.)
geometrische Figur mit zwei Brenn¬
punkten »Die Erde durchmißt eine El¬
lipse bei ihrem Weg um die Sonne.« 2
(Sprachwiss.) Kurzsatz; Auslassung
von Redeteilen
el|lip|sen|för|mig: Adj. n. stg. elliptisch
elflip|tisch: Adj. n. stg. in der Form einer
Kegelschnittkurve, eines langgezoge¬
nen Kreises, Ovals
Elms|feu|er das; -s; - Lichtbündel an
spitzen Gegenständen, z. B. der Take¬
lage eines Segelschiffes, durch elek¬
trisch aufgeladene Luft bei Gewitter,
Syn.: Sankt Elmsfeuer
Elp|ge —* E|lp|ge: <gr.-lat.-fr.> /elosehe/
die; ~; - übertriebene Lobesrede
E-Lok: die; -; -s kurz für Eisenbahnlo¬
komotive
elo|quent —* e|lo|quent <lat.>
/elokwent/ Adj. eloquenter; eloquente¬
ste beredt; wortreich u. gewandt im
Ausdruck
Elo|quenz —E|lo|quenz: <lat.> /elo-
kwenz/ die; - ; - Beredsamkeit; gute
rhetorische Fähigkeiten
Elo|xal —> E|lojxal: (Warenzeichen)
<gr.-lat.> /elokßal/ das; -s; - (Chemie)
durch anodische Oxidation gewon¬
nene Schutzschicht auf Aluminium,
die das Material wetterbeständig
macht
e!o|x]e|ren —e|lo|xie|ren: <gr.-lat.>
/elokßiren/ eloxierst; eloxiertest; hast
eloxiert mit Eloxal überziehen
El|rit|ze: die; - ; -n <Zool.> in kleinen
Schwärmen lebender Karpfenfisch,
der silbrig glänzt
Eis.: Abk. a) Elsaß b) Elsässer(in)
eis.: Abk. elsässisch
El|saß —> El|sass: das; Elsasses; - Ge¬
biet in Ostfrankreich
El|ster —> Elsjter: die; - ; -n schwarz¬
weißer Vogel, der stark auf blinkende
Dinge reagiert
Elt: Abk. Elektrizität
el|tertlich: Adj. n. stg. den, jmds. Eltern
zuzuordnen »das elterliche Haus«
El|tern: die (PI.) 1 (jmds.) Mutter u. Va¬
ter »Heute besuche ich meine Eltern.«
2 nicht von schlechten Eltern sein:
[ugs.] Klasse, Format haben
El|tem|abend —> El|tern|a|bend: der;
-s; -e Veranstaltung, bei der die Eltern
von Schülern einer Klasse u. der
Klassenlehrer über schulische Dinge
o. ä. reden
EI|tem|aus|schuB —> El|tern|aus|-
schuss: der; -ausschusses; -ausschüsse
Gremium in einer Schule, das aus ge¬
wählten Eltern der Schüler gebildet
wird
El|tern|bei|rat: der; -(e)s; -heirate El¬
tern Vertretung (in einer Schule)
EI|tem|ge|ne|rajti|on: die; - ; -en 1 (Bio.)
Parentalgeneration 2 alle Menschen
im Alter der Eltern einer Person(en-
gruppe)
El(tern|haus: das; -es; -Häuser a) Haus,
in dem man seine Kindheit verbracht
hat; Wohnsitz der Eltern b) prägender
Einfluß der Eltern auf die Kinder
El|tern|lie|be: die; - ; - Liebe der Eltern
zu ihren Kindern
el|tem|los: Adj. n. stg. verwaist; ohne
Eltern
El|tern|pflicht: die; - ; -en Verantwor¬
tung, Pflichten der Eltern gegenüber
ihren Kindern
El|tern|schaft: die; - ; -en 1 alle Eltern
(einer Gruppe von Kindern) b) Zu¬
stand, Vater od. Mutter zu sein
El|tarn|schlaf|zim|mer: das; -s; - Zim¬
mer, in dem die Eltern einer Familie
schlafen
El|tern|sprech|stun|de: die; - ; -n
Sprechtermin, Veranstaltung für El¬
tern, um sich über den Leistungsstand
ihrer Kinder in der Schule zu infor¬
mieren
El|tem|sprech|tag: der; -(e)s; -e allge¬
meine Sprechstunde in der Schule, bei
dem sich die Eltern über den Lei¬
stungsstand ihrer Kinder informieren
können
El|tern|teil: das;-(e)s; -e Mutter od. Va¬
ter
El|tern|veijtre|tung: die; - / -en gewählte
Gruppe von Elternteilen, die sich um
die Zusammenarbeit von Elternschaft
u. Lehrern bemühen soll
ELW: Abk. Einliegerwohnung = in ein
Einfamilienhaus zusätzlich einge¬
baute Wohnung
elyjsisch —» e|lyjsisch: <gr.-laU /elü-
sisch/ Adj. n. stg. [geh.] reizend; him¬
mlisch
309
Elysium
Elyjsijum —»■ E|ly|si|um: tgr.-lato /elü-
sium/ das; -s; - [poet.] ein, das Para¬
dies
EM: Abk. 1 a) Ehrenmitgliedschaft b)
Ehrenmitglied 2 Elektromotor 3
Elektronenmikroskop 4 Erwerbsmin¬
derung S «Sporn a) Europagemein¬
schaft b) Europameistern)
-em: Wortbildungselement drückt aus,
daß etw. Bestandteil einer (wissen¬
schaftlichen) Theorie ist, eine ab¬
strakte Größe darstellt »Theorem ♦
Ideologem«
Em.: Abk. 1 Emaille = Schmelzüberzug
2 Emanzipation 3 a) Emigration =
Auswanderung b) Emigrant(in) 4
Eminenz = Kardinalstitel, -anrede 5
Emissär(in) = mit einem bestimmten
Auftrag Abgesandte(r) 6 Emission 7
Emulsion
em.: Abk. 1 emalliert 2 emanzipiert 3
emeritiert = als Professoren) in den
Ruhestand versetzt 4 eminent = äu¬
ßerst
E-mail —* E-Mail: Abk. <engh /i-mä'l/
die; -;- Electronic mail = elektroni¬
sche Post; Übermittlung von Briefen
u. anderen Daten von Computer zu
Computer über Telefonleitungen
Email —»• E|mail: </r.> /emaj/ das; -s; -s/
Etnail|le —> E|mail|le: /emaj u.
emalje/ die; - ; -n Schmelzüberzug aus
hartem Material, z. B. über Töpfen u.
Pfannen »Die Emaille springt nach u.
nach vom Kochtopf ab.«
Emailjfarjbe —» E|mailjfarjbe:
/emaj(l)-/ die; ~; -n Anstrichlack
Email|lack —» E|mail|lack: /emaj(l)-/
der; -(e)s; -e stark glänzender, leicht
verlaufender Lack
Email|le —» E|mail|le: /emaj u. emalje/
die; ~ ; -«/Email —*• E|majl: /emaj/
das; -s; -s Schmelzüberzug, z. B. über
Töpfen u. Kannen
email|l]s|ren —* e|mail|lie|ren: <fr.>
/emajiren u. emal(j)iren/ emaillierst;
emailliertest; hast emailliert mit Email
überziehen
Emailllierlofen —* E|mail|ljer|o|fen:
/emajir- u. emal(j)ir-/ der; -s; -Öfen
Ofen, in dem Email gehärtet wird
Emajl|ma|le|rei —> E|mail|ma|le|rei:
/emaj(l)-/ die; - ; -en Kunstwerk, das
mit Hilfe der Emailliertechnik entsan¬
den ist
Email|lieijtech|nik —* E|mail|lier|tech|-
nik: /emajir- u. emal(j)jr-/ die; - ; -en
Bemalung von Metalfgegenständen,
auf die flüssiges Glas aufgetragen
wird
Ema|na|ti|on —* E|ma|na|ti|on: dato
/emanazion/ die; - ; -en 1 Ausfluß 2
«Philosophie) Hervorgehen des Vielen
aus dem Einen, Göttlichen 3 [geh.]
Ausstrahlung (einer Persönlichkeit)
Eman|ze —» E|man|ze: dato die; - ; -n
[ugs.; meist abwert.] Frau, die für die
Emanzipation der Frauen kämpft
Eman|zi|pa|ti|on —> E|man|zi|pa|ti|pn:
dato /emanzipazion/ die; - ; -en 1 Be¬
freiung von Abhängigkeiten); Ver¬
selbständigung 2 Gleichstellung der
Frau mit dem Mann
Eman|zi|pa|ti|ons|bejwe|gung —> E-
|man|zi|pa|ti|gns|be|we|gung: jeman-
zipazionß-/ die; ~ ; -en (Frauen-)Ini-
tiative, Bewegung, die die Emanzipa¬
tion (2) als Ziel verfolgt
Eman|zi|pa|ti|ons|stre|ben —» E|man|-
zi|pa|ti|pns|stre|ben: /emanzipa-
zionß-/ das; -s; - Forderung, Bemü¬
hung nach, um Emanzipation
eman|zi|pa|to|risch —> ejman|zi|pa|tp|-
risch: Adj. auf die Emanzipation ge¬
richtet
eman|zi|piefren —> e|man|zi|pie|ren,
sich: emanzipierst dich; emanzipier¬
test dich; hast dich emanzipiert sich
unabhängig machen
Eman|zi|pjejning —» E|man|zi|pie]rung:
die; - ; - Vorgang bzw. Ergebnis des
Emanzipierens
Em|bar|go: <spano das; -s; -s «Wirt.;
Pol.) Ausfuhrverbot; Handelssperre
»Die UNO verhängte ein Embargo
über das Land.«
Em|blem —> Em|b|lem: <gr.-lat.-fro
/emblem u. [fr.] angblem/ das; -s; -e
Kennzeichen; Hoheitszeichen; Sinn¬
bild
Em|ble|ma|tik —> Em|b|lem|ma|tik:
/emblematik u. [fr.] angblematik/ die;
- ; - sinnbildliche Darstellung religiö¬
ser o. ä. Inhalte
em|ble|ma|tisch —» em|b|l|em|ma|-
tisch: /emblematisch u. [fr.]
asgblematisch/ Adj. n. stg. die Emble¬
matik betreffend, ihr zuzuordnen
Em|bo|Ne: tgr.-lalo /emboli/ die; -; Em¬
bolien lembolPnj <Med.> Verstopfung
eines Blutgefäßes
Em]bryo —*■ Em|b|ryo: <gr.-lato
/embrio/ der u. lösten.] das; -s; Em¬
bryonen u. -s Leibesfrucht; noch nicht
geborenes (in der Gebärmutter her¬
anreifendes) Lebewesen
em|bryojnal —> emjb|ry|o|nal: <gr.-lato
/etnbrional/ Adj. n. stg. <Med.> keim¬
haft; sich im Mutterleib entwickelnd;
dem Embryo zuzuordnen, ihn betref¬
fend
Em|bryo|nai|ent|wick|lung —* Em|b|-
ry|o|nal|ent|wick|lung: /embrional-/
die; ~ ; -en <Bio.> Ausprägung, langsa¬
me Entwicklung des Embryos
Emen|da|ti|on —> E|men|da|ti|pn: dato
/emendazion/ die; - ; - «Literatur-
wiss.> Verbesserung eines Textes
emen|dje|ren —> e]men|die|ren: dato
emendierst; emendiertest; hast emen-
diert etw. (in einem Text) verbessern
eme|ri|tje|ren —> e|me|ri|tie|ren: dato
emeritiert; emeritierte; hat emeritiert
einen Hochschulprofessor von seiner
Verpflichtung zur Lehrtätigkeit ent¬
binden
Eme|ri|tie|rung —> E|me|ri(tie|rung:
dato die; • ; -en Vorgang des Emeri-
tierens
Eme|ri|tus —» E|mg|ri|tus: dato der; - ;
Emeriti von seiner Hochschultätig¬
keit, Lehrverpflichtung entbundener
Professor
eme|ri|tu8 —» e|me|ri|tus: dato Adj. n.
stg.; n. dekl. von der Lehrtätigkeit
entbunden
Eme|ti|kum —»■ E|me|ti|kum: dato das;
-s; Emetika <Med.> Brechmittel
EMG: Abk. <Med.> Elektromyogramm
— Aufzeichnung der Muskeltätigkei¬
ten
Emigrant—» E|mijg|rant: dato der; -en;
-en weibl. Emi|granjtin —*■ E|mi|g|-
ran|tin: die; - ; -nen Person, die aus¬
wandert, dauerhaft in ein anderes
Land übersiedelt
Emi|gran|ten|li]te|raftur —> E|mi|g|ran|-
ten|li|te|ra|tur: die; • ; - «Literatur-
wiss.) Literatur, die im Exil geschrie¬
ben wurde
Emi|gran|ten|schick|sal —* E|mi|g|ran|-
ten|schick|sal: das; -(e)s; -e (typi¬
sches) Erleben, Schicksal eines Aus¬
wanderers
Emi|gra|ti|pn —> E|mi[g|ra|ti|pn: dato
/emigrazion/ die; - ; -en Auswande¬
rung »In der Nazizeit waren viele
Künstler zur Emigration aus Deutsch¬
landgezwungen.« Ant.: Immigration
emi|gne|ren —* e|mi|g|rie|ren: dato
emigrierst; emigriertest; bist emigriert
auswandem; sein Land verlassen
Ant.: immigrieren
Emijgrjerjte —» E|mi|g|rjer|te: dato der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Emigrierter; eine Emigrierte; zwei
Emigrierte) Ausgewanderte^)
emi|nent —*■ e|mi|nent: dat.-fro Adj.
eminenter; eminenteste a) hervorra¬
gend; außerordentlich b) «verst.) sehr;
äußerst »eminent wichtig«
Emi|nenz —* E|mi|nenz: dato die; - ;
-en «kath. Kirche) (Anrede für einen)
Kardinal
Emir/Emir —* E|mir: tarabo der; -s; -s
islamischer Gebieter, Fürst
Emi|rat —> E|mi|rat: das; -(e)s; -e ara¬
bisches FürstenTum, das von einem
Emir regiert wird
Emis|sär—> E|mis|sär: dat.-fro der; -s;
-e weibl. Emis|sä|rin —*■ E]misjs|]rin:
die; - ; -nen Abgesandter mit einem
bestimmten Auftrag
Emis|si|pn —» E|mis|si|pn: dat.-fro die;
- ; -en 1 <Bankw.> Ausgabe von Wert¬
papieren 2 Ausströmen von Schad¬
stoffen in die Luft
Emis|si|gns]bank —» E|tnisjsi|gns{-
bank: die; - ; -en Bank, die sich mit
der Ausgabe von Wertpapieren be¬
schäftigt
Emis|si|ons|schutz —> E|mis|si|ons|-
sctiutz: der; -es; - Schutz der Men¬
schen vor umweltschädlichen Stoffen
in der Luft
Emis|si|ons]stopp —> E|mis|si|gns|-
stopp: der; -s; - vom Staat zeitlich be¬
grenztes Ausgabeverbot von Wertpa¬
pieren
Emis|si|onslwer|te —» E|mis|si|pns|-
wer]te: die (PI.) Meßwerte der Luft¬
verschmutzung
Emit|tent —* E|mit|tent: dato der; -en;
-en weibl. Emit|ten]tin —» E|mit|ten|-
tin: die; ~ ; -nen 1 «Bankw.) Person,
die Wertpapiere ausgibt 2 Fabrik o.
ä., die Umweltverschmutzung verur¬
sacht
Emitter—»• E|mitjter: dat.-engloder; -s;
- «Technik) Teil des Transistors, der
die Elektronen aussendet
e-Moll: das; - ; - «Musik; Komposition)
auf dem Grund ton e basierend
e-Moll-Ton|lei|ter: die; ~ ; - «Musik)
Tonleiter, basierend auf dem Grund¬
tone
Emo|ti|on —> E|mo|ti|on: dat.-fro
/emozion/ die; - ; -en Gefühl; seeli¬
sche Erregung
emo|tio|nal/enio|tio|nell —♦ e|mo|ti|o|-
nal/e|mo|tio|nell: dato /emozional u.
emozionell/ Adj. von Gefühlen" be¬
wegt; gefühlsmäßig
310
empören
emo|tio|na|li|sje|ren —* e|mo|ti|o|na|li|-
sie|ren: <lat.> /emozionalisiren/ emo-
tionalisierst; emotionalisiertest; hast
emotiomlisiert Gefühle erregen; etw.
mit Gefühlen aufladen
Emo|tio[na|li|tät —» E|mo|ti(o|na|li|tät:
<lat.> /emozionalität/ die; - ; - gefühls¬
betonte Verhaltensweise
emo|tio|nell/emo|tio|nal —* e|mo|ti|-
onell/e|rno|tio|nal: Uat.> /emozionell
u. emozional/ Adj. von Gefühlen be¬
wegt; gefühlsmäßig
emo|tijgns|frei —* e|mo|ti|pns|frei:
/emozipnß-/ Adj. frei von Gefühlen;
ohne Gefühle
emo|tI|ons(ge|Ia|den —> e|mo|ti|ons|-
ge|la|den: /emozionß-/ Adj. voller
Gefühle »Die Diskussion war emoti¬
onsgeladen.«
emo|ti|gns|los —> e|mo|ti|gnsjlos:
/emozionß-/ Adj. n. stg. ohne Gefühle
Em|pa|th|je: <gr.-fr.> die; - ; - «Psycholo¬
gie> Einfühlungsvermögen
em|pa|thisch: <gr.-fr.> Adj. n. stg. «Psy¬
chologie) das Einfühlungsvermögen
betreffend, ihm zuzuordnen
Emp|fang: der; -(e)s; Empfänge 1 das
Empfangen, Bekommen, Entgegen¬
nehmen von etw. 2 (Art der) Begrü¬
ßung durch jmdn. 3 Rezeption in ei¬
nem Hotel o. ä., wo Gäste empfan¬
gen, eingecheckt werden »Melden Sie
sich bitte am Empfang!« 4 offizielle
Feier, auf der zu einem Anlaß Gäste
begrüßt werden »Anläßlich des 60.
Geburtstages gibt es einen Empfang.«
5 etw. in Empfang nehmen: etw. an¬
nehmen, empfangen 6 jmdn. in Emp¬
fang nehmen: [ugs.] jmdn. aufneh¬
men, empfangen, begrüßen
empjfanjgen: empfängst; empfing fejst;
hast empfangen 1 etw. entgegenneh¬
men, annehmen, erhalten, bekommen
»Ich habe dein Telegramm empfan¬
gen.« 2 einen Gast begrüßen 3 einen
Fernseh- od. Radiosender sehen bzw.
hören können »Wir können verschie¬
dene Fernsehsender empfangen.« 4
[geh.] schwanger werden
Emp|fän|gen der; -s; ~ weibl. Emp|fän|-
gejrin: die; - ; -nen 1 Person, die etw.
erhält; Adressaten) »Die Empfänge¬
rin des Briefes wohnt nicht mehr hier.«
2 Radio
emp|fäng|lich: Adj. auf etw. leicht an¬
sprechend, reagierend »Sie ist sehr
empfänglich für schöne Musik.« Ant.:
unempfänglich
Empjfäng|lich|keit: die; - ; - Zugäng¬
lichkeit für etw.
Emp|fäng|nis: die; - ; - a) Befruchtung
der Eizelle; Eintritt einer Schwanger¬
schaft b) Mariä Empfängnis: <kath.
Kirche> katholischer Feiertag, der an
die jungfräuliche Empfängnis Marias
erinnern soll
Emp(fäng|nis|ver[hü|tung: die; - ; -en
(PI. s.) (Maßnahme zur) Vermei¬
dung, Verhütung einer Schwanger¬
schaft
Emp|fäng|nis|verjhü|tungs|mit|tel: das;
-s; - Mittel, Medikament zur Vermei¬
dung einer Schwangerschaft
Emp|fäng|nis|zeit die; - ; -en Zeitraum,
in dem eine Frau schwanger werden
kann
Emp|fangs|an|ten|n«: die; - ; -n «Elek-
trot.> Antenne, mit der man elektro¬
magnetische Wellen empfangen kann
Emp|fangs|be|rech|tig|te: der u. die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.: ein Emp¬
fangsberechtigter; eine Empfangsbe¬
rechtigte; zwei Empfangsberechtigte)
Person, die befugt ist, etw. entgegen¬
zunehmen
emp|fangs|bejrait: Adj. n. stg. willens u.
fähig, etw., jmdn. in Empfangzu neh¬
men »Das Dienstpersonal stand emp¬
fangsbereit am Portal.«
Emp|fangs|be|schei|ni|gung: die; - ; -en
Quittung, auf der der Erhalt, Emp¬
fang von etw. bestätigt, vermerkt ist
Emp|fangs|be|stä|ti|gung: die; - ; -en
Quittung, auf der der Empfang, Er¬
halt von etw. bestätigt, vermerkt ist
Emp]fangs|chef: der; -(e)s; -s weibl.
Emp|fangs|chejfin: die; - ; -nen rang-
höchste(r) Angestelle(r) an der Re¬
zeption eines Hotels o. ä.
Emp|fangs|da|me: die; - / -n <Beruf>
Frau, die in großen Hotels o. ä. die
Gäste begrüßt
Emp|fangs|haljle: die; ~ ; -n großer Ein¬
gangsraum, in dem die Gäste begrüßt
werden
Emp|fangs|raum: der; -(e)s; -räume
Raum in einem Unternehmen o. ä., in
dem die Gäste begrüßt werden
Emp|fengs|schein: der; -(e)s; -e Quit¬
tung
Emp|fangs|statti|on: die; - ; -en «Elek-
trot.> Zielpunkt elektromagnetischer
Wellen
Emp|fangs|stölrung: die; - ; -en «Elek-
trot.> falsche, mangelnde Umsetzung
von Wellen durch ein Fernseh- od.
Rundfunkgerät
Enip|fangs[zim|men das; -s; - Raum,
in den man seine Gäste bittet, um sie
zu begrüßen
emp|feh|len: empfiehlst; empfahl(e)st;
hast empfohlen Vorschlägen; als be¬
sonders gut nennen; raten
emplfehllen, sich: 1 empfiehlst dich;
empfahl(e)st dich; hast dich
empfohlen 1 [geh.] sich verabschieden
»Ich empfehle mich.« 2 sich auf fran¬
zösisch empfehlen: von einer Party,
einem Fest gehen, ohne sich zu verab¬
schieden 3 es empfiehlt sich: es ist
ratsam
emp|feh|iens|wert: Adj. empfehlenswer¬
ter; empfehlenswerteste wert, gelobt,
jmdm. empfohlen, geraten zu werden
Emp|feh|lung: die; - ; -en 1 a) [veralt.]
(ausgerichteter) Gruß b) Aussage,
Brief, die/der jmdm. als Zeugnis o. ä.
von jmdm. gegeben wird; von einem
Dritten formulierte Bitte darum, den
Überbringer zu fördern 2 Hinweis auf
ein als gut empfundenes Produkt,
eine positive Handlungsweise; ausge¬
sprochener Ratschlag
Emp|feh|lungs|brief: der; -(ejs: -e von
einem Dritten formulierte, schriftli¬
che Bitte darum, den Überbringer,
Bewerber zu fördern
Emp|feh|lungs|schrei|ben: das; -s; -
von einem Dritten formulierte,
schriftliche Bitte darum, den Über¬
bringer, Bewerber zu fördern
emp|find|bar. Adj. n. stg. (körperlich
od. emotional) spürbar
Empffin|den: das; -s; - (spürbares) Ge¬
fühl
emplflnjden: empfindest; empfand(e)st;
hast empfunden etw. fühlen
emp|find|lich: Adj. 1 a) leicht u. schnell
auf Reize reagierend b) seelisch
schnell zu verletzen 2 deutlich spür¬
bar »eine empfindliche Geldstrafe«
Emp|find|llch|keit: die; - ; -en 1 o. PL
(übertriebene) Sensibilität 2 (m. PI.)
unterschwellige Differenzen zwischen
Personen
emp|find]sam: Adj. sehr sensibel, ge-
fühfsbetont
Emp|find|sam|keit. die; -; - 1
Sensibilität; das Empfindsamsein 2
<Literaturwiss.> gefühlsbetonte litera¬
rische Strömung in der 2. Häfte des
18. Jahrhunderts
Emp|fin|dung: die; • ; -en 1 Gefühl 2
Ahnung in Hinsicht auf jmdn.
Emp|fin|dungs|kraft: die; - ; - Gefühls¬
stärke
Emp|fin|dung8|lo(sig|keit: die; - ; - Un¬
fähigkeit, etw. zu fühlen
Emp|fin|dungs|wort: das;-(e)s; -Wörter
«Sprachwiss.) Interjektion; Ausruf des
Schmerzes, der Freude, der Überra¬
schung usw.
Em|phase: <gr.-Iat.-fr.> /emfase/ nach¬
drückliche Hervorhebung; Eindring¬
lichkeit
Emlpire: tengl.t /etnparir/ das; -s; - <hist.>
das Britische Reich, Imperium
Emlpire: </r.> /pngpir/ das; -s; - a) Stil¬
epoche des ersten französischen Kai¬
serreiches b) [geh.; veralt.] Kaiser¬
reich
Em|p]re)stil: /ongpir-/ der; -s; - von
Frankreich ausgehende Kunstrich¬
tungum 1800
Em|pi|rje: <gr.> die; - ; - a) Erfahrung b)
Erfahrungswissenschaft
Em|pi|ri|ker: <gr.> der; -s; - weibl. Em|-
pjjjri|ke|rin: die; • ; -nen 1 Wissen-
schaftler(in), der/die mit Versuchen,
Befragungen o. ä. arbeitet 2 Mensch,
der meist aufgrund eigener Erfahrun¬
gen handelt
em|pi|risch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. a) er¬
fahrungsgemäß »Ehe Medikamente
zugelassen werden, müssen mehrere
empirische Untersuchungen durchge¬
führt werden.« b) dem Experiment
entnommen
Em|pi|ris|mus: <gr.-lat.> der; - ; - «Philo¬
sophie) philosophische, wissenschaft¬
liche Richtung, die von Erfahrungen
ausgeht
emlpgr: Adv. in Richtung hinauf »die
Stufen empor«
em|ppr1arlbei(ten, sich: arbeitest dich
empor; arbeitetest dich empor; hast
dich emporgearbeitet durch harte Ar¬
beit eine bessere berufliche Position
einnehmen, erreichen
em|por|blicken (em|porjblik|ken —>
em]potjb(i|cken): blickst empor; blick¬
test empor; hast emporgeblickt 1 [geh.]
hinaufblicken 2 jmd. blickt zu jmdm.
empor: jmd. bewundert jmdn.
Em|po|re: die; -; -n Galerie (z. B. in Kir¬
chen, Theatern)
em|pö|ren, sich: empörst dich; empör¬
test dich; hast dich empört sich über
etw., jmdn. aufregen; entrüstet sein
über etw.; sich gegen etw. auflehnen,
311
Empörer
gegen etw. rebellieren, sein Mißfallen
ausdrücken
Em|pö|rer der; -s; - weibl. Em|pöjre|rin:
die; - ; -nen [veralt.] Aufständische^);
Aufrührer(in)
em|porjhe|ben: hebst empor; hob (e) st
empor; hast emporgehoben etw. hin¬
aufheben, nach oben heben
em|porjkom|men: kommst empor; ka¬
mte)st empor; bist emporgekommen
a) nach oben kommen b) »übertr.» ein
höheres Ansehen, eine bessere soziale
Stellung erlangen
Em|pprjkömm|ling: der; -s; -e [abwert.]
Person, die in kürzester Zeit Karriere
gemacht hat
em|pprjlojdem: lodert empor; loderte
empor; ist emporgelodert <Flamme> in
die Höhe steigen
em|por|ra|gen: ragst empor; ragtest em¬
por; hast emporgeragt [geh.] sich nach
oben erstrecken
em|por[schau|en: schaust empor; schau¬
test empor; hast emporgeschaut [geh.]
nach oben sehen
em|po>1schwe|ben: schwebst empor;
schwebtest empor; bist emporge¬
schwebt [geh.] nach oben schweben
em|por|schwinjgen: schwingst empor;
schwang(e)st empor; hast emporge¬
schwungen etw. od. sich in die Höhe
schwingen
em|pgiistei|gen: steigst empor; stie¬
gt e)st empor; bist emporgestiegen 1
nach oben gehen 2 dibertr.) an Anse¬
hen u. Macht gewinnen
Em|pöjrung: die; - ; -1 [veralt.] Aufruhr
2 Erregung; Mißfallensäußerung
em|porjziejhen: ziehst empor; zogtejst
empor; hast emporgezogen [geh.] etw.
od. sich in die Höhe ziehen »Der Ar¬
tist zog sich langsam am Trapez em¬
por..«
emjsig: Adj. in der Art u. Weise fleißig,
eifrig »emsiges Treiben«
Em|sig|keit: die; - ; - Fleiß »Das ständi¬
ge Sammeln von Nektar zeigt die Em¬
sigkeit der Bienen.«
Emu —* gmu: <port.) der; -s; -s australi¬
scher großer Straußenvogel
Emul|gajtor —» E|mul|gajtor (lato der;
-s; Emulgatoren <Chemie> Mittel, das
die Bindung eigentlich nicht mischba¬
rer Flüssigkeiten erleichtert
Emul|sjn —* E|mul|sin: dato das; -s; -
<Chemie> Ferment, das in bitteren
Mandeln enthalten ist
Emul|si|on —* E|mul|si|on: dato die; - ;
-en 1 <Chemie; Physik) durch Beimen¬
gen feinster Tröpfchen erreichtes Ge¬
misch aus zwei nicht mischbaren
Flüssigkeiten 2 lichtempfindliche
Schicht auf Fotopapier u. Filmen
E-Mu|silc die; -; - kurz für ernste M usik
= klassische Musik
EMV: Abk. Einheitsmietvertrag
EMW: Abk. elektromechanisches Werk
EN: Abk. europäische Norm
en bloc: <fro /ang block/ Adv. im ganzen
»Die Serie von Kunstdrucken kann nur
en bloc erworben werden.«
en gros: dat.-fro /a«g gro/ Adv. im gro¬
ßen; in größeren Mengen » Wir kaufen
Konserven meist en gros ein.«
en masse: <fro /ang maß/ Adv. in großer
Zahl »Die Touristen fallen hier im
Sommer en masse ein.«
en vogue: <fro lang wog/ modern; in
Mode
En.: Abk. 1 Eigenname 2 Energie
En|an|tio)tro|pie —»■ En|an]ti|o|t]ro|pie:
(gro /enanziotropi/ die; - ; - <Chemie>
wechselseitige Änderung der Zu¬
standsform eines Stoffes in eine ande¬
re
en|chan|tjert: <fro /aagschongtirt/ Adj.
enchantierter; enchantierteste [geh.;
veralt.] von etw., jmdm. bezaubert,
begeistert
En|cp|der —» auch En|ko|den dat-
englo der; -s; - <EIektrot.> Teil ver¬
schiedener elektrischer Geräte, das
als Vorrichtung zur Verschlüsselung
dient
en|co|die|ren/en|ko|die|ren: dal.-englo
encodierst; encodiertes; hast encodiert
eine Nachricht o. ä. mit Hilfe eines
Codes verschlüsseln
Enlcounlten dat.-engh /enkaunter/ das;
-s; - <Psychologie> Gruppentraining
zur Steigerung der Sensitivität
en|cou|ra|g]e]ren: </r.> /engkurasehiren/
encouragierst; encouragiertest; hast
encouragiert zu etw. ermutigen
End-: Wortbildungselement drückt aus,
daß das letzte Stadium, der Schlu߬
punkt des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten erreicht ist »Endfas¬
sung » Endresultat«
End|ab|nah|me: die; ~; -n Überprüfung,
Begutachtung am Ende eines Produk¬
tionsvorgangs o. ä.
End|ab|rech|nung: die; - ; -en Ab¬
schlußrechnung
End|aus|schei|dung: die; - ; -en <Sport>
letzte Wettkampfphase in einer be¬
stimmten Disziplin, in der eine Ent¬
scheidung über den Sieg fällt
End|bahn|hof: der; -(e)s; -Höfe Zielsta¬
tion eines Zuges, einer Bahn
End|be|to|nung: die; - ; -en <Sprach-
wiss.) Betonung der letzten Silbe eines
Wortes
End|darm: der; -(e)s; -därme <Med.>
letztes Stück des Darms, menschli¬
chen Dickdarms
En|de: das; -s; -n 1 a) o. PI. Zeitpunkt,
an dem etw. aufhört, nicht weitergeht
b) Stelle, an der etw. aufhört 2 a) o.
PI. letzte(s) Teilstück, -strecke b)
Reststück 3 mit etw. ein Ende
machen: [ugs.] etw. beenden 4 ein bö¬
ses, kein gutes Ende nehmen:
schlimm ausgehen, enden 5 das dicke
Ende kommt nach, noch: [ugs.] das
Schlechte, Unangenehme kommt
zum Schluß 6 ein/kein Ende nehmen:
aufhören/nicht aufhören 7 kein, nie
ein Ende finden: nie, immer (zu) spät
aufhören 8 etw. am falschen, ver-
kehrten/richtigen Ende anfassen:
etw. falsch/richtig machen, anfangen,
beginnen 9 einer Sache ein Ende ma¬
chen, setzen, bereiten: etw. beenden
10 ein Ende haben: Schluß sein; auf¬
hören; enden 11 letzten Endes:
schließlich 12 am Ende: 1. schließlich;
im Grunde 2. vielleicht; womöglich;
etwa »Waren das am Ende nur leere
Versprechungen?« 13 am Ende sein:
[ugs.] 1. müde, erschöpft sein 2. (fi¬
nanziell) ruiniert sein 14 mit seinem
Latein, seiner Kunst, seinem Ver¬
stand am Ende sein: [ugs.] nicht mehr
wissen, was man noch tun soll 15 etw.
zu Ende führen: etw. abschließen, be¬
enden 16 mit jmdm. geht es zu Ende:
[verhüll.] jmd. stirbt 17 zu Ende ge¬
hen; zu Ende sein: aufhören, allmäh¬
lich verbraucht sein; beendet, fertig,
aufgebraucht sein 18 Ende gut, alles
gut: der Ausgang, das Resultat ist
gut, alle vorherigen Schwierigkeiten
sind unwichtig
End|efjfekt: der; -(e)s; -e Schlußergeb¬
nis »Im Endeffekt mußten ihm alle zu¬
stimmen.«
En|de|mie: (gro die; - ; -n /endempn/
<Med.> örtlich begrenztes Auftreten
einer Infektionskrankheit
en|de|misch: (gro Adj.n. stg. <Med.> ört¬
lich auftretend od. örtlich begrenzt
En|de|m[s|mus: <gro der; - ; - «Tier;
Pflanze) das Auftreten in einem be¬
grenzten Raum
enfden: endest; endetest; hast geendet zu
Ende sein, gehen; sich nicht mehr
fortsetzen »Der Prozeß endete mit ei¬
nem Vergleich.«
End|er|folg: der;-{e)s; -e letztlich erziel¬
ter Erfolg
End|er|geb|nis: das; -ses; -se letztliches,
abschließendes Ergebnis
End|erjzeug|nis: das; -ses; -se Produkt
am Ende eines Produktionsvorgangs
End|fas|sung: die; - ; -en letzte, endgül¬
tige Fassung (eines Textes)
endg.: Abk endgültig
Endjge|schwin|dig|ksit: die; - ; -en
höchste erreichte Geschwindigkeit
end|gül|tig: Adj. n. stg. letztlich ent¬
schieden; feststehend; nicht widerruf¬
bar »Diese Entscheidung ist endgül¬
tig.«
End|gül|tig(keit: die; - ; - Unumstöß-
lichkeit einer Tatsache, Entscheidung
End[hal|te|stel[le: die; - ; -n letzter Hal¬
tepunkt einer Bus-, Bahnlinie »An der
Endhaltestelle wendet der Bus.«
Endjhirn: das; -(e)s; -e <Bio.> vorderster
Abschnitt des Gehirns bei Wirbeltie¬
ren
En|d||vie: (gr.-lat.-fro /endiwie/ die; - ;
-n Gemüsepflanze mit hellgrünen,
krausen Blättern
En|dj|vi|en|sa|lat: (gr.-lat.-fro /endT
wien-/ Blättern der Endivie (u. a.) mit
Dressing, Sauce
Endfkampf: der; -(e)s; -kämpfe 1
<Sport) letzte, entscheidende Ausein¬
andersetzung 2 <Milit.> letzte Phase in
einem Krieg
End|kon|so|nant: der; -en; -en <Sprach-
wiss.) letzter Konsonant, Mitlaut ei¬
nes Wortes
End|la|ger: das; -s; - Platz zur Endlage¬
rung von (oft giftigen, gefährlichen)
Materialien
end[la|gem: nur im Infinitiv u. Partizip
II, Perfekt gebraucht: hat endgelagert
(gefährliche) Materialien endgültig
lagern
End|la|ger|stät|te: die; - ; -n Platz zur
Endlagerung von Materialien
End|la|ge|rung: die; - ; -en Vorgang des
Endlagems
End|lauf: der; -(e)s; -laufe <Sport> letz¬
tes, entscheidendes Rennen bei einer
Sportveranstaltung »Am Endlauf neh¬
men acht Läufer teil.«
endlich: Adv. 1 nach einer Zeit des
Wartens doch noch (geschehend)
Um 10 Uhr kam er dann endlich.« 2 in
312
Enfant
der Zeit begrenzt »Meine Geduld ist
auch nur endlich.«
End|lich|keit die; ~ ; - Begrenztheit von
~ etw., meist des irdischen Lebens
end|los: Adj. n. stg. a) ohne Ende b)
[ugs.] sehr lange dauernd
End|los|band: das; -(e)s; -bänder
[fachsprl.] rotierendes Papierband,
Magnetband o. ä.
End|los|for|mu|lar. das; -(e)s; -e
(Druckw.) zusammenhängende For¬
mulare auf perforiertem Papier, die
durch eine Maschine laufen
End|lo|sig|keit: die; - ; - unendliches
Andauem; unendlich lange (erschei¬
nende) Zeitspanne
End|lö|sung: die; - ; -en a) endgültige
~ Lösung b)<hist.> [verhüll.] nationalso¬
zialistisches Vorhaben der Ermor¬
dung, Vernichtung aller Juden
End|mon|ta|ge: die; - ; -n <Technik>
Aufbau von etw., einem Möbelstücks
o. ä. an dem für es bestimmten Platz
End|mo|rä|ne: die; - ; -n (Geologie) Mo¬
räne, die sich am Ende eines Glet¬
schers gebildet hat
en|do|gen/en|do|gen: <gr.> Adj. n. stg.
von innen kommend; im Inneren ent¬
stehend, Ant.: exogen
en|do|kiin —» en|do|k|r]n: <gr.> Adj. n.
stg. (Drüse) innere Sekretion aufwei¬
send
En|do|kri|no|lo|gie —» En|do|k|ri|no|lo|-
gje: <gr> die; - ; - (Med.) Lehre von
den Drüsen mit innerer Sekretion
En|do|pajra|sK: <gr.> der; -en; -en <Bio.;
Med.) im Organismus lebender Para¬
sit
En|do|skop —* En|do|s|kpp: <gr.> das;
-(e)s; -e <Med.> optisches Instrument,
das in eine Lichtquelle eingeschlossen
ist u. zur Untersuchung von inneren
Organen u. Körperhöhlen sowie zur
gezielten Gewebeentnahme dient
En|do|sko|pie —* En|do|s|ko|pig <gr.>
die; ~; -n jendoskopifnl (Med.) Unter¬
suchung von inneren Organen od.
Körperhöhlen mit Hilfe eines Endo¬
skops
en|do|theirm: <gr.-lat.> Adj. n. stg. wär¬
mebindend
End|pha|se: die; - ; -n letzte Phase; letz¬
ter Abschnitt »Der Versuch ist jetzt in
der Endphase.«
End|preis: der; -es; -e <Wirt.> Preis, den
~~ der Verbraucher für ein Produkt be¬
zahlen muß
End|pro|dukt: das;-(e)s; -e fertiges Pro¬
dukt eines Herstellungsprozesses
Endfpunkt: der; -(e)s; -e Ende, Schlu߬
punkt von etw.
End|reim: der; -(ejs; -e <Literaturwiss.>
Reim, lautliche Übereinstimmung am
Versende
End|re|sul|tat: das; -(e)s; -e letztlich er¬
zieltes Ergebnis; Endergebnis
End|run[de: die; - ; -n (Sport) letze Run-
~ de in einem Wettkampf
End|sieg: der; - (e)s; -e <Milit.> am Ende
eines Krieges stehender Sieg
gnd|sil|be: die; ~ ; -n (Sprachwiss.) Silbe
am Ende eines Wortes
Endspiel: das; -(e)s; -e entscheidendes,
letztes Spiel eines Sporttumiers
End|spurt: der; -(e)s; -s <Sport> Be¬
schleunigung der Geschwindigkeit im
letzten Teil eines Wettrennens o. ä.
Endjstand: der; -(e)s; - <Sport> Ender¬
gebnis eines Wettkampfes o. ä.
End|sta|ti|on: die; - ; -en Endhaltestelle
eines Busses, einer Bahn
Endfstück: das; -fe)s; -e letzter Teil,
letztes Stück von etw.
End|sum|me: die; ~ ; -n Endergebnis ei¬
ner Addition; letztlich errechnete
(Geld-)Summe
En|dung: die; - ; -en (Sprachwiss.) letz¬
ter Bestandteil, oft Beugungs- od.
Wortbildungselement eines Wortes
»Verben mit der Endung >-eln< (wie
dächelm, >hüsteln<, >köcheln<) haben
oft eine Bedeutung des Verkleinems.«
en|dungs|los: Adj. n. stg. (Sprachwiss.)
ohne besondere, erkennbare Endung
End|ur|sa|che: die; - ; -n eigentliche Ur¬
sache
End|ur|teil: das; -(ejs; -e (Rechtsw.) ab¬
schließendes Urteil eines Gerichtes
End|v8r|brau|cher: auch«rder; -s; -
weibl. [selten] End|ver]brau|che|rin:
die; - ; -nen Kunde/Kundin, der/die
ein Produkt vom Einzelhändler o. ä.
kauft
End|vo|kal: der; -(e)s; -e (Sprachwiss.)
letzter Vokal, Selbstlaut am Ende ei¬
nes Wortes
end|zeit|lich: Adj. n. stg. zur Endzeit ge¬
hörend; an die Endzeit erinnernd
End|zeit|stim|mung: die; - ; - Weltun¬
tergangsstimmung
End|ziel: das; -(ejs; -e angestrebtes,
endgültiges Ziel
End|zif|fsr; die; - ; -n Ziffer, Zahl am
Ende einer Zahlenkombination
End|zweck: der; -(e)s; -e eigentlicher
Zweck od. Sinn von etw.
Ener|ge|tik —E|ner[gejtilc <gr.> die; - ;
- Lehre von Wesen u. der Nutzung
der Energie
enerfge|tisch —;► ejner|gejtisch; tgr.y
Adj. n. stg. 1 (Physik) auf Energie be¬
ruhend 2 (Sprachwiss.) wirksam;
kraftvoll; die Kraft der Sprache be¬
treffend
Energie —» E|nerjgie: <gr.-lat.-fr.> die;
- ; -n jenergienl a) körperliche u. gei¬
stige Kraft b) physikalische Kraft
»Der Verbrauch an Energie ist bei dem
Gerät viel zu hoch.«
—> E|nerjgie spa|rend: s. energiespa¬
rend
ener|gie|arm —» e|ner|g|e|arm: Adj.
energiearmer; energiearmste wenig
Energie habend, beinhaltend
Ener|gie|be|darf —> E|neijgje|be|darf:
der; -(ejs; - für etw. notwendige
Menge an Energie
enerfg|e|be)wußt —* e|ner|gie|be|-
wusst Adj. energiebewußter;
energiebewußteste —*alle Formen
mit ss<— Energie bewußt gebrau¬
end, nicht unnötig vergeudend
Ener|gie|ein|spa|rung —> E|ner|gie|-
ein|spa|nmg: die; - ; -en a) Vorgang
des sparsamen, bewußten Ver¬
brauchs, des Einsparens von Energie
b) eingesparte Energie
Ener|gie|forn) —*■ E|nerjgie|form: die;
- ; -en Art der zur Verfügung stehen¬
den Energie
Ener|gie|ge|win|nung —> E|ner|gie|ge|-
win|nung: die; - ; - (Form der) Pro¬
duktion von Energie, Strom
Eneijgje|haus|hatt —» E|ner|gie|haus|-
halt der; -(ejs; - Verhältnis von
Energieerzeugung u. Energiever¬
brauch
eneiigie|in|ten|siv —> e]nerjgie|in|teri|*
shc Adj. viel Energie verbrauchend
Ener|giejkri|se —> E|ner|gie|krt|se: die;
- ; -n Wirtschaftskrise, Schwierigkei¬
ten hinsichtlich der Energieversor¬
gung
Ener|gie|lei|stung —> E|ner)gie|leis|-
tung: die; • ; -en 1 Menge an Energie,
die von etw. produziert wird 2 [ugs.j
besonders viel Energie verbrauchende
e Handlung
En|ar|gie|lle|fe|raiit —-» E|nerjgie|lie|fe|-
rant der; -en; -en a) Energiequelle b)
(Wirt.) Firma o. ä., die Strom, Ener¬
gie liefert, verkauft
ener|giejlos —* e|ner|gie|los: Adj. ohne
Energie, Elan; kraftlos
Ener|gie|po|li|tik —» E|ner|gie|po|li|tilc
<gr.> die; - ; - Gesamtheit der staatli¬
chen Maßnahmen hinsichtlich der
Energieversorgung
Enerjgje|prin|zip —> E|ner|gie|prin|zip:
das; -s; -ien (Physik) Energieerhal¬
tungsgesetz
Ener|g|e|quel|le —» E|ner|gie|quel|le:
die; - ; -n Stromerzeuger; etw., was
Energie erzeugt
Ener|gie|rech|nung —»■ E|ner|gle]rech|-
nung; die; - ; -en a) Berechnung von
Energiezufuhr u. -verbrauch b) Rech¬
nung über den Strom- u. Gasver¬
brauch (in einem Haushalt o. ä.)
Ener|gie|re|ser|ve —* E|ner|gie|re|ser[-
ve: die; - ; -« gespeicherte, noch zur
Verfügung stehende Energie
ener]g|e|spa|rend —> E|ner|gie spa|-
rend: Adj. Energie sparsam verbrau¬
end
Ener|g[e|spar|pro|gramm —» E|ner|-
g|e|spaiipro|g|ramm: das; -(ejs; -e
Programm, Maßnahmenkatalog, mit
dem man Energie sparen kann
Ener|gje|um|wand|lung —» E|neijgie|-
um|wand|lung: die; - ; -en (Physik)
Umwandlung, Umbau von Energie in
Wärme o. ä.
Ener|gie|ver|schwen|dung —> E|ner|-
gie|ver|schwen|dung: die; - -en (PL
s.) unnötiger Verbrauch von Energie
Ener]gie|ver|sor|gung —» E|ner|gie|-
vensorjgung: die; - ; - Bereithaltung
von Energie für den Verbraucher
Ener|gje|wirt|schaft —> E|ner|gje|wirt|-
schaffc die; • ; - wirtschaftliche Aus¬
nutzung von Energiequellen
Ener|gie|zu|fuhr ^ E|neiigie|zu|fuhn
die; - ; -en Versorgung mit, Zufuhr
von Energie
energisch —> e|ner)gisch: Adj. in der
Art des Willensstärken Auftretens
entschieden, bestimmt
enarjvlelrend —»■ e|ner]vie|rend; dat-
fr.> /enerwirend/ Adj. a) nervtötend;
entnervend »Wenn das Baby nicht
bald mit diesem enervierenden Geheule
aufhört, gehe ich nach Hause.« b) ent¬
kräftend »Der ständige Streit ist ener¬
vierend.«
Enerfviejrung —» E|ner]vie|rung: dato
/enerwirung/ die; - ; -en 1 Entnervung
durch jmds. Verhalten, bestimmte
Vorfälle 2 (Med.) Ausschaltung der
Verbindung zwischen einem Nerv u.
dem dazugehörigen Organ
En|fant teiiijjbte: </r.> /angfong terribHe>/
das; Enfants terrible; Enfants terribles
313
eng
[geh.] Person, die ständig gegen ge¬
sellschaftliche Regeln verstößt
eng: Adj. 1 gering, wenig zu den Seiten
hin ausgedehnt; nicht weit »ein enger
Rock« 2 <übertr.> eingeschränkt »Du
hast eine zu enge Betrachtungsweise.«
3 <übertr.> vertraut »enge Freund¬
schaft« 4 etw. nicht so eng sehen:
[ugs.] nicht kleinlich, nicht intolerant
sein
—* eng an|lie|gend: s. enganliegend
—» eng bejdruckt: s. engbedruckt
—> eng bejfreunldet: s. engbefreundet
—» eng be|schne|ben: s. engbeschrie¬
ben
—» eng um|schlun|gen: s. engum¬
schlungen
—* eng verwandt: s. engverwandt
En|ga|ge|ment: <fr.> /angaseh^maeg/
das; -s; -s 1 o. PI. persönlicher Einsatz
»Der Erfolg ist fast nur ihrem Engage¬
ment zu verdanken:« 2 besonders
Künstler) Anstellung; Arbeitsstelle
»Die Schauspielerin sucht nach einem
neuen Engagement.«
en|ga|gje|ren: <fr.> /angasehiren/ enga¬
gierst; engagiertest; hast engagiert
jmdn. verpflichten, unter Vertrag
nehmen, ihn mit einer Aufgabe be¬
trauen »Für die Hauptrolle wurde ein
berühmter Sänger engagiert.«
en|ga|gie|ren, sich: </r.> /angaeehiren/
engagierst dich; engagiertest dich; hast
dich engagiert einen Standpunkt be¬
ziehen; sich für etw. einsetzen »Er en¬
gagierte sich für den Naturschutz.«
en|ga|giert: </r.> /angasehirt/ Adj. enga¬
gierter; engagierteste entschieden für
etw. eintretend; sich stark für etw.
einsetzend »Sie ist eine engagierte
Mitarbeiterin.«
En|ga|g|ert|heit: die; - ; - /angasehirt-
heit/ persönlicher Einsatz für eine Sa¬
che
eng|an|lie|gend —> eng an|lie|gend:
Adj. enger anliegend; am engsten an¬
liegenddicht am Körper (anliegend)
eng|be|druckt —> eng be|druckt: Adj.
enger bedruckt; am engsten bedruckt
dicht mit etw. bedruckt
eng|be|freun|det —» eng be|freun|det:
Adj. enger befreundet; am engsten be¬
freundet sehr gut befreundet
eng|be|schrie|ben —> eng be|schrfe|-
ben: Adj. enger beschrieben; am eng¬
sten beschrieben dicht beschrieben
En|ge: die; - ; -n 1 o. PI. beengte Ver¬
hältnisse; Mangel an Platz »In dieser
Enge kam ich nicht arbeiten.« 2 a) nur
wenig geöffnete enge Stelle b) jmdn.
in die Enge treiben: jmdn. mit Fragen
bedrängen, ihn in Verlegenheit brin¬
gen
En|gel: der; -s; ~ 1 <Religion> überirdi¬
sches Wesen, als Bote Gottes meist
mit Flügeln dargestellt 2 <übertr.> Per¬
son mit sanftem, liebevollen Wesen 3
ein blonder Engel: jüngere Frau mit
langem, blonden Haar 4 ein Engel
mit einem B davon [scherzh.] ein un¬
artiges, freches Kind 5 die Engel (im
Himmel) singen, pfeifen hören: [ugs.]
einen fast unerträglichen Schmerz
empfinden 6 a) einen guten Engel
habere Glück haben; Hilfe, Rettung
erhalten b) jmds. guter Engel sein:
jmdm. zu Hilfe kommen, in der Not
helfen
En|gel]chen/En|ge|lein: das; -s; - a)
kleiner Engel, Bote Gottes b) Kose¬
wort für ein Kind, eine geliebte Per¬
son
en|gel|gleich/en|gels|gleich: Adj. n. stg.
wie ein Engel
En|gel|ma|cher: der; -s; — weibl. En|-
gel|ma|che|rin: die; - ; -nen [verhüll.]
Person, die (illegal) Abtreibungen
vomimmt
en|gelfrein/en|gel|rein: Adj. n. stg. [geh.]
die Reinheit eines Engels besitzend;
unschuldig
En|gels|ge|duld: die; - ; - sehr viel, star¬
ke Geduld
En|gels|ge|sicht: das; -(ejs; -er un¬
schuldiges, niedliches Gesicht
En|gels|haan das; -(e)s; -e 1 blondes,
lockiges Haar 2 Weihnachtsbaum¬
schmuck aus dünnen, glänzenden
Gold- u. Silberfäden
En|gels|mie|ne: die; ~ ; - Unschulds¬
miene
En|gels|mu|sik: die; ~ ; - als besonders
schön empfundene Musik
Enjgels|trom|pe|te: die; - / -n aus Mexi¬
ko stammendes Nachschattenge¬
wächs mit trompetenförmigen Blü¬
ten, beliebt als Zierpflanze
En|gels|zun|gen: die (PI.) in der Wen¬
dung jmd. redet mit Engelszungen
(auf jmdn. ein): jmd. spricht mit gro¬
ßer Geduld u. Eindringlichkeit (zu
jmdm.)
En|gel|wurz: der; -es; -e Pflanze mit wei¬
ßen od. rötlichen Doldenblüten
En|ger|ling: der; - (e)s; -e weißlichgelbe
Made, die Pflanzen schädigt
eng|hal|sig: Adj. <Flasche o. ä.> mit ei¬
nem engen Hals versehen
Eng|her|zig|keit: die; -; - Kleinlichkeit
Engl.: Abk. a) England b) Engländerin)
engl.: Abk. englisch
England: o. Art.; -s; -1 im Süden lie¬
gender Teil von Großbritannien 2
[ugs.] Großbritannien
Eng|län|der: der; -s; - weibl. Eng|län|-
de|rin: die; - ; -nen 1 a) Angehörige^)
des englischen Volkes b) [ugs.] Brite/
Britin 2 nur männl. Form verstellbarer
Schraubenschlüssel 3 nur männl.
Form österreichisches Gebäckstück
englisch: Adj. n. stg. 1 a) die in Eng¬
land, Amerika usw. geschriebene, ge¬
sprochene Sprache betreffend b) in
England entstanden »Das ist ein engli¬
scher Film.« 2 (Steak) nur kurz ange¬
braten u. daher noch blutig
Englische: das; -n; - die englische Spra¬
che
Eng|lisch|hom: das; -s; -hömer (Musik)
Holzblasinstrument in der Altlage
Eng|lisch|le|der das; -s; - fester Baum¬
wollstoff
Eng|lisch|rpt: das;-(e)s; - <Chemie> Ber¬
liner Eisenrot; Material aus Eisen¬
oxid, das u. a. als Malerfarbe verwen¬
det wird
eng|lisch|spra|chig: Adj. n. stg. die eng¬
lische Sprache (als Muttersprache)
sprechend
Eng|lisch|un|ter|richt: der; -(e)s; -
(Schul-)Unterricht im Fach Englisch
eng|ma|schig: Adj. 1 aus kleinen Ma¬
schen bestehend; mit kleinen Ma¬
schen versehen 2 <übertr.> undurchläs¬
sig; nicht zu durchdringen
Enjgojbe: <fr.> /angpb/ die; ~ ; -n Über¬
zugsmasse für Keramikprodukte
en|go|biejren: </r.> /asgobiren/ engo-
bierst; engobiertest; hast engobiert
Keramik mit einer Überzugsmasse
versehen
EnglpaB —> Eng|pass: der; -passes;
-passe 1 engelStelle an einem Weg, ei¬
ner Straße; schmaler Durchgang 2
(übertr.) vorübergehender Mangel an
einer Sache
En|gros|han|del: /anggrg-/ der; -s; -
[kaufmannssprl.] Großhandel
eng|stir|nig: Adj. nicht weitblickend;
verbohrt auf etw. bestehend
eng|um|schlun|gen —> eng um|-
schlunjgen: Adj. sich mit beiden Ar¬
men umfassend »Das Liebespaar
stand engumschlungen im Park.«
eng|ver|wandt —> eng verwandt: Adj.
enger verwandt; am engsten verwandt
sehr nah familiär verbunden
en|har|mojniscb: igr.> Adj. n. stg. (Mu¬
sik) harmonisch austauschbar, ver¬
tauschbar in bezug auf die Tonhöhe
enig|ma[tisch —> e|nig|ma|tisch: dat.-
engl.i Adj. [geh.] rätselhaft
En|kau[stik—> En|kaus|tik: (gr.tdie; - ;
- in der Antike entwickeltes Malver¬
fahren, bei dem die Farben mit
Wachs gebunden werden
En|kel: der; -s; ~ weibl. En|ke|lin: die; ~;
-nen Kind der Tochter od. des Sohnes
En|kel|kind: das; -(e)s; -er Kind der
Tochter od. des Sohnes
En|kel|sohn: der; -(e)s; -söhne Sohn des
Sohnes od. der Tochter
En|kel|toch[ter: die; - ; -töchter Tochter
des Sohnes od. der Tochter
En|kla]ve—*■ En|k|la|ve:</a(.-/r.> /enkla;
we/ die; - ; -n <Pol.> vom eigenen
(Staatsgebiet) umschlossener Teil ei¬
nes fremden Staatsgebietes, Ant.: Ex¬
klave
—En|ko|der: s. Encoder
en|ko|dje[ren/en|co|die|ren: <engl.> en-
kodiertstjencodierst; enkodiertest/en-
codiertest; hast enkodiert/encodiert
eine Nachricht mittels eines Codes
verschlüsseln, Ant.: dekodieren
En|ko|die|rung/En|co|dje|rung: <lat.-
engh die; ~ ; -en das Verschlüsseln ei¬
ner Botschaft
En|kul|tu|ra|ti|gn: dat.-engh die; ~ ; -en
(Soziol.) das Hineinwachsen einer
Person in eine Gesellschaft u. die da¬
mitverbundene Kultur
enorm—»• e|ngrm: <lat.-fr.> Adj. außer¬
ordentlich; erstaunlich
En|quete: </r.> /angkett/ die; - ;-n1 <So-
ziöl.) große Erhebung od. Umfrage,
besonders um die soziale od. wirt¬
schaftliche Lage eines Landes o. ä. zu
ermitteln 2 [österr.] Arbeitstagung
En|quete|kom[mis|si|on: <fr.> /angkett-/
die; - ; -en <Pol.> vom Bundestag ein¬
berufene, aus Mitgliedern des Bun¬
destages u. Experten zusammenge¬
setzte Kommission zu einer grundle¬
genden Untersuchung eines Themas
(z. B. der Bevölkerungsentwicklung,
des Schutzes der Erdatmosphäre in
Verbindung mit der Energiepolitik)
En|sem|ble: <lat.-fr.> /angßongbel/ das;
-s; -s 1 zusammengehöriges Ganzes
aus Einzelelementen 2 Künstlergrup¬
pe »Das Ensemble spielt schon lange
zusammen.«
314
Enteroskopie
En|sem|ble|mit|glied: <fr.> /angßong-
bel-/ das; -(e)s; •er Mitglied einer
künstlerischen Gruppe mit einem fe¬
sten Engagement, meist am Theater
»In dem Programmheft des Musicals
stellten sich alle Ensemblemitglieder
vor.«
En|sem|btefän|zer: <fr.> /angßpngbel-/
der; -s; - weibl. En|sem|ble|tänzjerin:
die; - ; -nen Tänzer(in) in einer Grup¬
pe mit einem festen Engagement
ent-: <lat.> Wortbildmgselement 1 ent-
+ Stamm eines Fremdwortes +
>-isieren< etw. vom dem im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten befreien
»entideologisieren ♦ enttabuisieren« 2
kennzeichnet die Rückführung in den
ursprünglichen Zustand a) (Gegen¬
satz: ver-) »entkorken« b) (Gegensatz:
be-) »entwaffnen« c) bezeichnet den
Gegensatz zu dem im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten »entflechten«
d) befreien von »entgiften • entstören«
3 beginnen »entflammen« 4 entfernen;
hinausgelangen »entlaufen • entleihen
♦ entnehmen« 5 [verst.] dazu beitragen,
daß etw. zum dem im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten wird
ent.: Abk. 1 entbehrlich 2 entbunden
Entjamfung: die; - ; -en Enthebung aus
dem Amt
entjar|ten: entarte; entartete; bist entar¬
tet sich negativ, außerhalb der Norm
entwickeln
Enjtajsis: <gr.> die; - ; Entasen <Archit.>
kaum feststellbare Verdickung des
sich bogenförmig verengenden Schaf¬
tes antiker Säulen nach der Mitte zu
entlasten —> ent|äs(tert entästest; ent¬
ästetest; hast entästet einen Baum von
Ästen befreien
entläulBem: entäußerst; entäuftertest;
hast entäußert [geh.] sich von etw.
trennen; etw. verkaufen
Ent|bal|lung: die; - ; -en <Soziol.> Bevöl¬
kerungsverminderung, -entzerrung
in, von dicht besiedelten Gebieten
ent|beh|ren: entbehrst; entbehrtest; hast
entbehrt verzichten (müssen); nicht
haben
ent|behr|lich: Adj. verzichtbar; nicht
notwendig »Goldene Wasserhähne
sind entbehrlich.«
Ent|beh|mng: die; - ; -en erzwungener
Verzicht, Mangel an etw.
entjbeh|runga|reich: Adj. voller Ver¬
zicht, Mangel, Entbehrung
ent|bei|nen: entbeinst; entbeintest; hast
entbeint die Knochen aus einem Stück
Fleisch entfernen
ent|bjn|der>: entbindest; entbandfejst;
hast entbunden 1 von einer Verpflich¬
tung o. ä. befreien 2 a) ein Kind zur
Welt bringen b) einer Frau u. ihrem
Kind bei der Geburt helfen
Entjbin|dungs|ab|tei|lung: die; - ; -en
Station, Abteilung in einem Kranken¬
haus, in der die Babies geboren, ent¬
bunden werden
Ent|bin|dungs|an|stalt: die; - ; -en Ein¬
richtung für werdende Mütter, in der
sie leben u. gebären können
Ent|bin|dungs|stafi|on: die; - ; -en Sta¬
tion, Abteilung in einem Kranken¬
haus, in der die Babies geboren, ent¬
bunden werden
Entlbin|dung$|zim|mer. das; -s; -
Kreißsaal
ent|blätfern: entblätterst; entblätter¬
test; hast entblättert von Blättern be¬
freien
ent|blätfem, sich: entblätterst dich; ent¬
blättertest dich; hast dich entblättert 1
<Bio.> Blätter verlieren 2 [ugs.] sich
ausziehen, entkleiden
ent|blö]den, sich: entbl'ödest dich; ent-
blödetest dich; hast dich entblödel in
der Wendung jmd. entblödet sich
nicht, etw. zu tun: jmd. schämt sich
nicht, findet nichts dabei, etw. zu tun
ent|bl3|8en: entblößt; entblößtest; hast
entblößt die Kleidung von einem Kör¬
perteil entfernen
errt(blö|ßen, sich: entblößt dich; entblö߬
test dich; hast dich entblößt sich aus¬
ziehen; sich seiner Kleidung entledi¬
gen
Entjblöjßung: die; - ; -en 1 Befreiung
von Kleidungsstücken 2 <übertr.> Be¬
freiung von etw., einem Zustand
ent|bren|nen: entbrennst; entbranntest;
bist entbrannt ein besonders starkes
Gefühl entwickeln; sich heftig entwik-
keln
ent|bü|ro|krafi|sie|ren —> ent|bü|ro|k|-
rafi|sie|renc entbürokratisierst; entbü-
rokratisiertest; hast entbürokratisiert
von der übertriebenen Bürokratie be¬
freien
ent|chlo|ren: entchlorst; entchlortest;
hast entchlort von Chlor befreien
Ent|christ|li|chung: die; - / - (Religion;
Soziol.) Rückgang der Bedeutung des
Christentums
ent|dä|mo|ni|sie|ren: entdämonisierst;
entdämonisiertest; hast entdämonisiert
das Mystische an etw. absprechen,
aufklären
entdecken (ent|dek|ken —> ent|de|-
cken): entdeckst; entdecktest; hast
entdeckt 1 zuerst, als erste Person fin¬
den 2 finden; erkennen »Ich entdeckte
neue Charakterzüge an ihm.«
Entdecker (Ent|dek|ker —> Ent|de|-
cker): der; -s; - weibl. Ent|d«cke|rin
(Ent|dek|ke|rin —» Ent|dejck«|rin):
die; - ; -nen Person, die etw. entdeckt
hat
Entdeckung (Ent|dek|kung —» Ent¬
deckung): die; - ; -en 1 Vorgang des
Entdeckens 2 etw., was man heraus¬
gefunden hat »Die Polizei machte eine
schreckliche Entdeckung.«
Entdeckungsfahrt (Ent|dekjkungs|-
fahrt -4- Entdeckungsfahrt: die;
-; -en Fahrt, bei der man etw. entdek-
ken, erfahren, finden will
Ent|deckungs|rei|se (Ent|dek|kungs|-
reijse -4- Ent|de|ckungs|rei|se): die;
- ; -n Reise, bei der man etw. entdek-
ken, erfahren, finden will
Enf e: die; - ; -n männl. Enfefrich: der;
-s; -e/Er|pel: der; -s; - 1 Wasservogel
mit Schwimmfüßen u. breitem Schna¬
bel (die weibliche Form >Ente< wird
auch allgemein geschlechtsneutral
benutzt) »Die Enten paddelten auf
dem Teich herum.« 2 nur weibl. Form
Falschmeldung »Presseente«
ent|eh|ren: entehrst; entehrtest; hast ent¬
ehrt einer Person die Ehre, Würde
nehmen
ent|aig|nen: enteignest; enteignetest;
hast enteignet (Wirt.; Pol.) jmdm. (le¬
gal) durch staatlichen Eingriff den
Besitz wegnehmen
Enteig|nung: die; - ; -en (Wirt.; Pol.)
Überführung von Privateigentum in
staatliches Eigentum
ent§i|len: enteilst; enteiltest; bist enteilt
[geh.] sich schnell entfernen
ent|eifsen: enteist; enteistest; hast ent¬
eist etw. vom Eis befreien »Im Winter
muß man morgens die Autoscheiben
enteisen.«
Ent|ei|sejming: die; - ; -en Befreiung
vom Eisen(gehait)
Entemo|tio|na|li|sie|rung —» Ent|e|-
mojti|o|na|li|sia|rung <lat.> die; - ; -en
Befreiung von Emotionen; Verringe¬
rung der bei etw. bedeutsamen Emo¬
tionen
Enfen|brafen: der; -s; - im Ofen gebra¬
tene Ente
En|ten|bür|zei: der; -s; - 1 eine Drüse
der Ente 2 jmd. ist geschwätzig wie
ein Entenbürzel: [ugs.] jmd. redet
sehr viel
En|ten|gang: der; -(e)s; -1 watschelnde
Gangart (ähnlich) einer Ente 2 <Sport>
Gehen in der Hocke als Übung zum
Beinmuskeltraining
Enfen|griit|ze: die; - ; - [ugs.] an der
Oberfläche von stehenden Gewässern
befindliches grünes Geflecht von
Wasserlinsen
Enfenfdein: das; -s; - zum Verzehr ge¬
eignete Teile der Ente
En|ten|schna|bel: der; -s; -Schnäbel 1
Maul, Schnabel einer Ente 2 im 15.
Jahrhundert getragener Schuh mit
schnabelförmiger Spitze
Enfente: </r.> /ongtongt/ das; - ; -n
(Pol.) bündnisähnliches Verhältnis
zwischen mehreren Staaten
Enfenfeich: der; -fejs; -e kleiner See,
an, auf dem Enten leben
ent|er|ben: enterbst; enterbtest; hast ent¬
erbt eine Person von ihrem angekün¬
digten Erbe ausschließen
Ent|erbfe: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Enterbter; eine
Enterbte; zwei Enterbte) Person, die
enterbt wurde
Ent|er|bung: die; - ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Enterbens
Enf er)ha|ken: der; -s; - Haken zum En¬
tern eines Schiffes
Enfefrich: der; -s; -i/Er|pel: der; -s; -
weibl. Enfe: die; - ; -n Wasservogel
mit Schwimmfüßen u. breitem Schna¬
bel (die weibliche Form >Ente< wird
auch allgemein geschlechtsneutral be¬
nutzt)
enfern: dat.-span.-nieder!» enterst; en¬
tertest; hast geentert a) ein Schiff
überfallen u. widerrechtlich an Bord
gehen »Die Piraten enterten das
Schiff.« b) [seemannssprl.; scherzh.]
an Bord eines Schiffes gehen
En|te|ro|klys|ma —* Enfe|ro|k|lys|ma
<gr.> /enteroklüßma/ das; -s;
Enteroklysmen <Med.> Spülung des
Darms
Erife|ro(kok|fcen: die (PI.) <Med.> Bak¬
terien, die zur normalen Darmflora
des Menschen gehören
En|te|ro|skop —* Enfe|ro|s|kopc <gr.>
das; -(e)s; -e <Med.> Endoskop zur
Untersuchung des Dickdarms
Enfe|ro|sko|pie —» Enfe|ro|s|ko|piec
<gr.> die; - ; -n jenteroskopPnj Unter¬
suchung des Dickdarms mit Hilfe ei¬
nes Endoskops
315
Entertainer
En|teijtai|ner: <engh /enterta'ner/ der;
-s; - weibl. En|terjtai|ner|in: die; - ;
-nen Unterhalter(in) (im Show¬
geschäft) »Sr ist einer der beliebtesten
Entertainer im deutschen Fernsehen.«
En|te|rung: die; ~ ; -en gewaltsames Ein¬
nehmen, Erobern eines Schiffes
Entf.: Abk. Entfernung
entf.: Abk. 1 entfällt 2 entfernt
ent|fa|chen: entfachst; entfachtest; hast
entfacht etw. 1 (Feuer) anmachen
»Der Blitz entfachte ein Feuer.« 2
<übertr.> mit etw. beginnen; etw. anre¬
gen
Ent|fo|chung: die; - ; -en 1 Auslösung
von etw., meist eines Brandes 2
<übertr.> (Auslösung von jmds.) Erre¬
gung o. ä.
ent)fah|ren: entfährt; entfuhr; ist entfah¬
ren etw. plötzlich, unbeabsichtigt, un¬
bedacht herauskommen; emotional
aussprechen, ausrufen
ent)fal|len: entfällt; entfiel; ist entfallen
1 vergessen »Der Name ist mir
entfallen.« 2 einen Anteil erhalten
»50% entfallen auf dich.« 3 nicht
stattfinden »Die Sendung entfallt.«
ent|fal|ten: entfaltest; entfaltetest; hast
entfaltet etw. auseinanderfalten
ent)faljten, sich: entfaltest dich; entfal¬
tetest dich; hast dich entfaltet sich frei
u. vollständig entwickeln können
Ent|fal|tung: die; -; -en 1 Vorgang bzw.
Ergebnis des Entfaltens 2 freie Ent¬
wicklungsmöglichkeit
Ent|fal|tunga|mög|lich|keit: die; - ; -en
Chance, Möglichkeit, sich frei ent¬
wickeln zu können
ent)fär|ben: entfärbst; entfärbtest; hast
entfärbt etw., einem Kleidungsstück
die Farbe entziehen
Ent|fär]ber. der; -s; - (chemisches) Mit¬
tel, um etw., einem Kleidungsstück
die Farbe zu entziehen
Ent|fäijbung: die; - ; -en Vorgang des
Entfärbens
Ent|far|bungs|mit|tel: das; -s; - (chemi¬
sches) Mittel zum Entfärben von
etw., Kleidung o. ä.
ent|fer|nen: entfernst; entferntest; hast
entfernt etw. von etw. wegnehmen,
wegmachen
entfernen, sich: entfernst dich; entfern¬
test dich; hast dich entfernt einen Ort
verlassen
entfernt: Adj. entfernter; entfernteste 1
in einer größeren Entfernung; weit
entfernt 2 in einer bestimmten Entfer¬
nung 3 nicht im entferntesten —»
nicht im Entferntesten: auf gar kei¬
nen Fall; kein bißchen; keinesfalls
Enttferlnung: die; - ; -en 1 bestimmter
Abstand 2 Beseitigung von etw.
Entlferlnunnslmeslser. der; -s; - Gerät
zum Messen von Abständen
ent|fes|seln: entfesselst; entfesseltest;
hast entfesselt 1 (sich von) etw. befrei¬
en 2 etw. anstacheln, einleiten
Ent|fes|se|lung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Ergebnis der Entfesselung von
etw.,jmdm.
Ent|fes|se|lungs|künst|ler: der; -s; -
weibl. Entjfes|se|lungs|künst|le|rin:
die; -; -nen Artisten), der/die sich aus
verschiedenen Fesseln selbst befreien
kann
Ent|fet|tung: die; - ; -en Entziehung von
Fett (z. B. aus Milch)
Ent|fet|tungs|kur. die; - ; -en Kur, in der
man sein Gewicht reduziert
ent|feuch|ten: entfeuchtest; entfeuchte¬
test; hast entfeuchtet [fachsprl.] von
Feuchtigkeit befreien
Entlfeuchiter: der; -s; ~ Gerät, das die
Feuchtigkeit aus der Luft entnimmt
Ent|feuchjtung: die; - ; -en Vorgang des
Entfeuchtens
entjflam|men: entflammst; entflamm¬
test; hast entflammt 1 etw. in Brand
setzen 2 aufflammen; eine größere
Flamme entwickeln 3 (übertr.) jmdn.
begeistern; ein heftiges positives Ge¬
fühl hervorrufen
Ent|flam|mung: die; - ; -en Vorgang des
Entflammens
ent|f!ech|ten: entfliehst; entflochtest;
hast entflochten 1 etw. entwirren, auf¬
lösen 2 <Wirt.> ein Unternehmen o. ä.
neu, einfacher gliedern .
Ent|ftechftung: die; - ; -en Vorgang des
Entflechtens
entsteigen: entfliegt; entflog; ist entflo¬
gen fliegend entkommen; wegfliegen
ent|flte|hen: entfliehst; entfloh(e)st; bist
entflohen aus einer Gefangenschaft o.
ä. entkommen
ent|fremjden: entfremdest; entfremde¬
test; hast entfremdet 1 dafür sorgen,
bewirken, daß sich eine enge Bezie¬
hung langsam auflöst 2 etw. für einen
anderen Zweck nutzen
ent|frem|den, steh: entfremdest dich;
entfremdetest dich; hast dich entfrem¬
det eine Beziehung langsam lösen;
sich gefühlsmäßig von jmdm. entfer¬
nen
Entjfremfdung: die; - ; -en 1 (Entwick¬
lung einer) Kluft zwischen Menschen
2 (Philosophie; Marxismus) histo¬
risch-gesellschaftliche Situation, in
der Menschen von ihrer Arbeit ent¬
fremdet sind
ent|ffi|sten —> ent|fris|ten: entfristest;
entfristetest; hast enlfristet (Wirt.;
Bankw.> von einer Frist befreien
Ent[fii|stung —* Ent|fris|tuitg: die; - ;
-en Vorgang des Entffistens
ent|füh|ren: entfuhrst; entführtest; hast
entführt (meist eine Person) mit Ge¬
walt an einen Ort bringen u. dort fest¬
halten, um Forderungen durchzuset¬
zen
Ent|füh|rung: die; - ; -en a) Verschlep¬
pung, Raub eines Menschen gegen
seinen Willen (mit dem Ziel einer Er¬
pressung) b) [ugs.] Mitnahme, Weg¬
nahme von etw.
entg.: Abk. 1 entgegen 2 entgiftet
ent|ga|sen: entgast; entgastest; hast ent¬
gast von Gas säubern, befreien
Ent|gajsung: die; - ; -en Befreiung von
Gasen
®nt|ge|gen: I Präp. mit Dat. wider, ge¬
gen, kontra etw. »Entgegen allen Ab¬
sprachen handelte er eigenmächtig.« II
Adv. in Richtung auf etw. od. jmdn.
zu »dem Wind entgegen«
ent|ge|gen|ar|bei|ten: arbeitest entge¬
gen; arbeitetest entgegen; hast
entgegengearbeitet 1 gegen etw. od.
jmdn. arbeiten od. kämpfen 2 aus
zwei Richtungen aufeinander zuar¬
beiten (z. B. beim Tunnelbau von
zwei Seiten aus)
ent|ge|gen|blicken (ent|ge|gen|blik|ken
—» ent|ge|gen|bli|cken): blickst ent¬
gegen: blicktest entgegen; hast entge¬
gengeblickt [geh.] etw., jmdm.
(freundlich) entgegensehen
ant)ge|gen|brin|gen: bringst entgegen;
brachtest entgegen; hast entgegenge¬
bracht a) zu jmdm., auf jmdn. zuge¬
hen u. ihm etw. bringen b) etw., Ge¬
fühle für jmdn. zeigen
ent|ge|gen|fie|bem: fieberst entgegen;
fiebertest entgegen; hast entgegenge¬
fiebert etw. sehnsüchtig erwarten;
etw. kaum erwarten können
ent|ge[gen|ge[hen: gehst entgegen; gin-
g(e)st entgegen; bist entgegengegan¬
gen a) räumlich auf jmdn. zugehen b)
jmdm. bei etw. entgegenkommen
ent|ge|gen|ge|setzt: Adj. n. stg. in ver¬
schiedenen Richtungen liegend, posi¬
tioniert; völlig gegensätzlich
ent|ge|gen|hal|ten: hältst entgegen; hiel-
t(e)st entgegen; hast entgegengehal¬
ten 1 jmdm. etw. reichen 2 (übertr.)
ein Gegenargument Vorbringen
ent)ge|gen[ju|beln: jubelst entgegen; ju¬
beltest entgegen; hast entgegengeju-
belt jmdm. mit lautem Jubel entge¬
genkommen
ent|ge|gen|kom|men: kommst entgegen;
kamfejst entgegen; bist entgegenge¬
kommen 1 jradm. ein Stück auf einem
Weg entgegengehen 2 jmdn. treffen,
der sich in entgegengesetzter Rich¬
tung bewegt »Der Geisterfahrer kam
mir auf meiner Spur entgegen.« 3
(übertr.) mit jmdm. einen Kompro¬
miß schließen
ent|ge|gen|kom|mend: Adj. 1 auf jmdn.
zugehend 2 (übertr.) jmdm. Zuge¬
ständnisse machend
ent|ge|gen|lau|fen: läufst entgegen; lie-
f(e)st entgegen; bist entgegengelaufen
1 auf jmdn. zugehen 2 (übertr.) im Ge¬
gensatz zu etw. stehen
ent|ge|gen|neh|men: nimmst entgegen;
nahm(e)st entgegen; hast entgegenge¬
nommen etw. in Empfang nehmen
ent|ge|gen|schalften: schallt entgegen;
scholljschallte entgegen; ist entgegen-
geschollenjentgegengeschallt entge¬
gentönen
ent|ge|gen|se|hen: siehst entgegen; sa-
h(e)st entgegen; hast entgegegesehen
1 etw. Zukünftiges erwarten 2 etw.
Ankommendes anschauen
ent|ge|gen|set|zen: setzt entgegen; setz¬
test entgegen; hast entgegengesetzt 1
etw. als Hindernis aufstellen 2 etw.
gegenüberstellen
Ent|ge|gen|set|zung: die; -; -en das Lei¬
sten von Widerstand
ent|ge|gen|stef|ien: stellst entgegen;
stelltest entgegen; hast entgegenge¬
stellt 1 den Weg (mit etw.) versperren
2 in Widerspruch, Gegensatz zu etw.
stehen, stellen
entjge|gen|tre|ten: trittst entgegen; tra-
t(e)st entgegen; bist entgegetreten 1
jmdm. den Weg o. ä. versperren »Mu¬
tig trat er dem Einbrecher entgegen.« 2
(übertr.) sich zur Wehr setzen
ent|ge|gen|wer|fen: wirfst entgegen;
wa7f(e)st entgegen; hast entgegenge¬
worfen 1 jmdm. etw. zuwerfen »Sie
warf dem kleinen Jungen den Ball
entgegen.« 2 sich für eine Sache er¬
setzen
316
entlarven
ent|geg|nen: entgegnest; entgegnetest;
hast entgegnet antworten; erwidern;
eine gegenteilige Äußerung machen
Ent|geg|nung: die; - ; -en Antwort, Er¬
widerung auf die Frage einer anderen
Person; Widerrede
ent]ge|hen/ent|gehn: entgehst; entgin-
g(e)st; bist entgangen 1 um etw. her¬
umkommen; etw. nicht tun, erleiden
müssen »Er entging dem Attentat nur
knapp.« 2 etw. übersehen »Der Lehre¬
rin entging fast niemals ein Fehler.« 3
sich etw. entgehen lassen: etw. ver¬
säumen »Leider habt ihr euch das
Konzert entgehen lassen.« ■
ent|gei|stert —» ent|geis|tert: Adj. völ¬
lig entsetzt ~
Entgelt: das;-(e)s; -e Lohn für eine ge¬
leistete Arbeit o.ä.
ent|gel|ten: entgiltst; entgalt (e)st; hast
entgolten etw. (mit etw.) belohnen,
bestrafen
ent|gelt|lich: Adj. n. stg. gegen Bezah¬
lung
ent|gif|ten: entgiftest; entgiftetest; hast
entgiftet 1 von Gift befreien 2 <übertr.>
eine freundliche Atmosphäre schaf¬
fen
Entjgrfjtung: die; - ; -en Vorgang des
Entgiftens
entlgleijsen: entgleist; entgleiste; ist ent¬
gleist 1 <Zug o. ä.> von den Schienen
abkommen 2 etw. Unverschämtes,
sehr Unhöfliches sagen; aus dem
Rahmem fallen 3 durch ein Ereignis
aus dem Lebensrhythmus kommen
Entjgleilsung: die; ~ ; -en a) Vorgang
des Entgleisens b) Taktlosigkeit; un¬
höfliche Bemerkung, Handlung
entjglejjten: entgleitest; entglitt(e)si;
bist entglitten 1 aus der Hand o. ä. fal¬
len 2 etw. aus der Kontrolle verlieren
ent|glo|ri|fi|zie]ren: dato entglorifizierst;
entglorifiziertest; hast entglorifiziert
jmdm., einer Sache das Besondere,
Unantastbare, Heldenhafte nehmen
Ent|glo|ri|fi|zje|ning: die; - ; -en Befrei¬
ung von übertriebener Verehrung
(swürdigkeit)
ent|grä|ten: entgrätest; entgrätetest;
hast entgrätet «Fisch) von den Gräten
lösen
enth.: Abk. 1 enthaltend) 2 enthoben
entlhaalren: enthaarst; enthaartest; hast
enthaart von Haaren befreien
Entjhaa|rungs|mit|tel: das; -s; - kosme¬
tisches Mittel, CTeme zur Enthaarung
von Kinn, Achselhöhlen, Beinen usw.
Ent|haf|tung: die; - ; -en Entlassung aus
der Gefangnishaft od. Haftung für
etw.
entjhal|ten: enthältst; enthieit(e)st; hast
enthalten 1 etw. beinhalten »Das Diät¬
bier enthält wenig Alkohol.« 2 ein¬
schließen »Die Montage ist im Preis
enthalten.«
entjhaljten, sich: enthältst dich; enthiel-
t(e)st dich; hast dich enthalten auf
etw. verzichten; etw. nicht tun »Er
enthielt sich der Stimme«
ent|ha(t|sam: Adj. a) sehr genügsam le¬
bend b) auf Genüsse verzichtend (z.
B. auf Alkohol, Rauchen, Sexualver¬
kehr usw.)
Ent|halt)sam|keit: die; ~ ; - Verzicht auf
Sexualität, Stimulanzien, Genüsse
£nt|hal|tung: die; - ; -en 1 Verzicht auf
eine Stimmabgabe (bei Wahlen) 2 o.
PI. Genügsamkeit
entlhärften: enthärtest; enthärtetest;
hast enthärtet etw. weicher machen
Entihgrjtung: die; ~ ; -en Vorgang des
Enthärtens
Ent|haup|tung: die; - ; -en (Hinrichtung
durch) Abtrennen des Kopfes, Ent¬
haupten
ent|he|ben: enthebst; enthob(e)st; hast
enthoben <Amt; Position) jmdn.
zwangsweise entfernen, entlassen
Ent|he|bung: die; ~; -en 1 Befreiung von
etw. 2 Absetzung von einem Amt, Po¬
sten o. ä.
ent|hem|men: enthemmst; enthemmtest;
hast enthemmt 1 «Psychologie» seelisch
lösen 2 «Technik» ein technisches Ge¬
rät von einer Blockierung befreien
Ent|hemmt|heit: die; - / - 1 «Psycholo¬
gie) das Befreitsein von sozialen Re¬
geln 2 «Technik» das Befreitsein von
einer technischen Blockierung
ent|hül|len: enthüllst; enthülltest; hast
enthüllt 1 eine Statue o. ä. von ihrer
Umhüllung befreien u. der Öffent¬
lichkeit damit symbolisch übergeben
2 eine Information, ein Geheimnis
herausbekommen u. veröffentlichen
Entjhül|lung: die; - / -en 1 (symbolische)
Übergabe eines Denkmals o. ä. 2 Ver¬
öffentlichung, Aufdeckung von unbe¬
kannten Tatsachen, Affären o. ä.
ent|hu|ma[ni|sje|ren: enthumanisierst;
enthumanisiertest; hast enthumanisiert
aller menschlichen Eigenschaften be¬
rauben
En|thu|si|as|mus: <gr.-lat.> der; - ; - Be¬
geisterung; Leidenschaftlichkeit »Sie
gingen mit großem Enthusiasmus an
die Arbeit.«
En|thu|si|sst: <gr.> der; -en; -en weibl.
En|thu|sia|stin —> En|thujsi|asjtin:
die; - ; -nen begeisterte(r) Bewunde-
rer/Bewunderin von etw., jmdm.
ent|ideo|lo|gi|s|g|ren —» ent|i|de|o|lo|-
gi|sie|ren: entideologisierst; entideolo-
gisiertest; hast entideologisiert sich,
etw. von seinen Vorstellungen, Ideo¬
logien lösen, befreien
Ent|ideo(k»|gi|sje|rung —» Ent]i jde|o|k>|-
gi|sie|rung: die; ~ ; -en Befreiung von
einer Ideologie, Ideologien
ent|jung|fern: entjungferst; entjungfer¬
test; hast entjungfert deflorieren; das
Jungfernhäutchen (mit dem Penis)
durchstoßen
Ent|jung|fe|rung: die; - ; -en Deflorati¬
on; erster Geschlechtsverkehr (bei
dem das Jungfernhäutchen durchsto¬
ßen wird)
entjkal|ken: entkalkst; entkalktest; hast
entkalkt von Kalk befreien
Ent|kal|kung: die; - / -en das Befreien
von Kalk
ent|kei)men: entkeimst; entkeimtest;
hast entkeimt 1 ein Lebensmittel o. ä.
von Keimen, Bakterien befreien 2
etw. von jungen Trieben, Keimen be¬
freien 3 [poet.] aus der Erde sprießen
Ent|keijmung: die; - ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Entkeimens
entlkerjnen: entkernst; entkerntest; hast
entkernt eine Frucht von ihrem Kern
befreien
entfkleijden (sich): entkleidest (dich);
entkleidetest (dich); hast (dich) ent¬
kleidet 1 jmdn., sich ausziehen 2 nicht
reflexiv eines Amtes entheben
Ent|klej|dung: die; - ; -en Vorgang des
Entkleidens, Ausziehens
Ent|klej|dungsjsze|ne: die; - ; -n Szene
in einem Theaterstück od. einem
Film, in der sich Darsteller entkleiden
ent(koftfei(nje|ren —* ent|kof|fe|i|nie|-
ren: entkoffeinierst; entkoffeiniertest;
hast entkoffeiniert einem Produkt
(meistens Kaffee) das Koffein entzie¬
hen
Ent|ko|lo|nia|lt|sie|rung —» Ent|ko|lo|-
ni|a|li|sje|rung: die; - ; -en <Pob De-
kolonisation; Auflösung des Kolo¬
nialstatus
ent)kom|men: entkommst; entkam) e) st;
bist entkommen jmdm., etw. entflie¬
hen können »Er konnte aus dem Ge¬
fängnis entkommen.«
Ent|kom|men: das; -s; - das Auswei¬
chen, Entfliehen
entjkpr|ken: entkorkst; entkorktest; hast
entkorkt einen Korken aus der Fla¬
sche lösen; vom Korken befreien
ent|kräf|ten: entkräftest; entkräftetest;
hast entkräftet 1 abschwächen;
schwächen; jmdm., etw. die Stärke
nehmen »Die Strapazen haben seinen
Körper entkräftet.« 2 widerlegen; ab¬
schwächen
Ent|kräf|tung: die; - ; -en 1 (Zunahme)
körperliche(r) Schwäche 2 Widerle¬
gung eines Arguments
ent|kramp|fen: entkrampfst; entkrampf¬
test; hast entkrampft 1 einen Krampf
(im Körper) lösen; die Muskulatur
lockern 2<übertr.> eine unangenehme,
peinliche Situation auflockern
ent|kramp|fen, sich: entkrampfst dich;
entkrampftest dich; hast dich
entkrampft a) sich körperlich vom
Krampf befreien b) seelisch wieder ins
Gleichgewicht kommen (was oft mit
körperlicher Entspannung einher¬
geht)
Ent|kri|mi|na|li|sje|rung: die; - ; -en aus
dem Zustand, Status der Kriminali¬
sierung, des Kriminellseins lösen
entl.: Abk. 1 entlang 2 entlassen 3 ent¬
laufen 4 entlastet S entlegen
ent|la|den: entlädst; entlud(e)st; hast
entladen 1 eine bestimmte Ladung
heraus- od. heruntemehmen 2 «Elek-
trot.) von elektrischer Ladung befrei¬
en
entlang: Adv. u. Präp. vorangestellt mit
Akk. u. [selten, meist Schweiz.] Dat;
nachgestellt mit Dat. u. Gen. einem
Weg, einer Strecke folgend »Entlang
der Straße standen alte Säume.«
ent|lang|fah|ren: fährst entlang; fuh-
r(e)st entlang; bist entlanggefahren a)
einen bestimmten Weg fahren b) den
Finger o. ä. an etw. entlangführen
ent|lang|ge|hen: gehst entlang; gin-
g(e)st entlang; bist entlanggegangen
einen Weg in eine bestimmte Rich¬
tunggehen
ent|lang|lau|fen: läufst entlang; lief(e)st
entlang; bist entlanggelaufen 1 einen
Weg in eine bestimmte Richtung ge¬
hen od. laufen 2 in eine bestimmte
Zielrichtung o. ä. verlaufen
ent|lar(ven: entlarvst; entlarvtest; hast
entlarvt jmdn., der sich verstellt, in
seinem eigentlichen Wesen darstellen
317
Entlarvung
Entjlaijvung: die; - ; -en Demaskierung,
Enthüllung von etw., jmdtn.
ent|las|sen: entläßt; entließ!es) t; hast
entlassen —*alle Gegenwartsformen
mit ss*— 1 jmdn. gehen lassen, frei¬
geben (z. B. aus der Haft, dem Kran¬
kenhaus, der Schule, einer
Verpflichtung) 2 jmdm. seinen Ar¬
beitsplatz kündigen
Ent|tas|sung: die; - ; -en 1 Erlaubnis zu
gehen 2 Beendigung des Arbeitsver¬
hältnisses durch den Arbeitgeber
Ent|laß|fei|er —» Ent|lass|fei|en die; - ;
-n Feier zur bestandenen letzten
Schulprüfung
Ent|!as|sungs|fei|er: die; - ; -n Feier zur
bestandenen letzten Schulprüfung
Ent|las|sungs|ge|such: der; -(e)s; -e
schriftlich eingereichte Bitte um
Amtsenthebung
Ent|las|sungs|pa|pie|ie: die (PI.) Un¬
terlagen über die, zur Entlassung
Ent|ias|sungs|schein: der; -(e)s; -e
schriftliche Bescheinigung über die
Entlassung (aus einer öffentlichen In¬
stitution, einem Gefängnis)
Ent|las|sungs|zeug|nis: das; -ses; -se
Abschlußzeugnis
ent|la|sten —> ent|las|ten: entlastest;
entlastetest; hast entlastet 1 jmdm.
etw. von der Arbeit abnehmen 2 Be¬
anspruchung mindern »die Straße
entlasten« 3 jmdn. von einer Anschul¬
digung (teilweise) befreien
Ent|la|stung —>■ Ent|las|tung: die; - ;
-en 1 Befreiung von einer (körperli¬
chen od. seelischen) Belastung 2
<Rechtsw.> Befreiung durch Beweise
o. ä. von einer Schuld
Ent|lajstungs|an|griff —► Entjlas|-
tungs|an|griff: der; -(e)s; -e <Milit.;
Sport) Angriff, durch den die eigenen
Truppen, die eigene Abwehr entlastet
wird
Ent|la|stungs|ma|te|ri|al —* Ent|las|-
tungs|ma|te|ri|al: das; -s; -ien
<Rechtsw.> Beweise, durch die der An¬
geklagte von seiner Schuldzuweisung
befreit werden kann
Ent[la[stungs[schlag —* Ent|las|-
tungsjschlag: der; -(e)s; -schlage
(Sport; Ballspiel) Schlag, Spielzug,
durch den ein Spieler seine Mann¬
schaft aus einer gefährlichen Lage be¬
freien kann
Ent|la|stungs|zeu|ge —» Entflas -
tungs|zeu|ge: der; -n; -n weibl. Ent -
la|stungs|zeu]gin —► Entflas|tungs -
zeu|giK die; - ; -nen (Rechtsw.) Zeu¬
ge, der den Angeklagten durch seine
Aussage entlasten kann
Ent|la|stungs|zug —» Ent)lasftungs|-
zug: der;-(e)s; -züge (Eisenb.) zusätz¬
lich eingesetzter Zug, der einen fahr¬
planmäßigen Zug entlasten soll
entllaulben: entlaubst; entlaubtest; hast
entlaubt 1 von Bäumen od. Sträu-
chem das Laub (chemisch) entfernen
Entllaulbung: die; - ; -en Entfernen der
Blätter von den Bäumen
entllauHen: entläuft; entlief; ist
entlaufen (Kind; Haustier; Weidevieh)
weglaufen,■ ausreißen
entHaulsen; entlaust; entlaustest; hast
entlaust von Läusen befreien
EntHaulsung: die; - ; -en Vorgang, Ak¬
tion des Entlausens
Ent|lau|sungs|schein: der; -(e)s; -e
schriftlicher Nachweis, Beweis einer
durchgeführten Entlausung
ent|lejdi|gen, sich: entledigst dich; entle¬
digtest dich; hast dich entledigt 1 sich
von etw. befreien 2 ein Kleidungs¬
stück ablegen
entlleelren: entleerst; entleertest; hast
entleert 1 ein Gefäß o. ä. ausschütten
2 etw. seines Inhaltes berauben
entlleelren: entleerst dich; entleertest
dich; hast dich entleert 1 etw. leer ma¬
chen, indem man etw. daraus entfernt
2 [verhüll.] a) seine Notdurft verrich¬
ten; Kot u./od. Urin ausscheiden b)
sich erbrechen ,
Ent|lee|rung: die; • ; -en Vorgang des
Leerens
entjlejgen: Ad), weit entfernt u. meist
einsam »ein entlegener Ort«
Ent)le|gen|heit die; - ; - [geh.] abgelege¬
ne Lage
ent|leh|nen: entlehnst; entlehntest; hast
entlehnt (Sprachwiss.) Wörtern aus ei¬
ner anderen Sprache übernehmen
Ent|leh|nung: die; - ; -en 1 [geh.] das
Entleihen 2 (meist Sprachwiss.) Über¬
nahme aus einem anderen Bereich
ent|lei|ben: entleibt sich; entleibte sich;
hat sich entleibt [geh.; veralt.] sich das
Leben nehmen; sich selbst töten;
Selbstmord begehen
ent|leijhen: entleist; ent lieh (e)st; hast
entliehen etw. ausleihen
Ent|lein: das; -s; - 1 kleine Ente 2 ein
häßliches Entlein: a) nicht sehr hüb¬
sche, wenig selbstbewußte junge Frau
b) jmd., der seine Schönheit, Fähig¬
keiten noch nicht erkannt, entwickelt
hat
ent|io|ben, sich: entlobst dich; entlobtest
dich; hast dich entlobl eine Verlobung
lösen
Ent|lp|bung: die; - / -en Vorgang des
Entlobens
entjlocken (ent|lok|ken —» entlo¬
cken): entlockst; entlocktest; hast ent¬
lockt jmdn. zu einer Reaktion, Äuße¬
rung, Antwort usw. bewegen
entjlohjnen: entlohnst; entlohntest; hast
entlohnt jmdm. seinen ihm zustehen¬
den Lohn auszahlen
ent|löh|nen: entlöhnst; entlöhntest; hast
entlöhnt [Schweiz.] jmdn. für eine
Dienstleistung o. ä. bezahlen
Ent|loh|nung: die; - / -en Bezahlung
Entjlöhjnung: die; - ; -en [Schweiz.] Be¬
zahlung
ent|lüf|ten: entlüftest; entlüftetest; hast
entlüftet a) einen Raum o. ä. mit
Frischluft versorgen b) Luftein¬
schlüsse in einer Leitung o. ä. entfer¬
nen
Ent|lüf|tung: die; - ; -en a) Vorgang des
Entlüftens b) (technische) Anlage,
Vorrichtung zur Ableitung von Luft
Ent|lüf|tungs|fen|ster —* Ent)lürf]-
tungs|fens|ter, das; -s; - Fenster,
durch das ein Luftaustausch erfolgen
kann
Ent|IUf|tungs|ven]til: das; -(e)s; -e
(Technik) Ventil, verschließbare Öff¬
nung zum Ablassen von Druckluft
ent|machften: entmachtest; entmachte¬
test; hast entmachtet (oft Pol.) jmdn.
seiner Macht berauben; dafür sorgen,
daß jmd. keine Macht mehr hat, keine
Herrschaft mehr ausüben kann
Ent|mach|tung: die; - ; -en (oft Pol.) das
Entmachten, Entziehen der Macht
Ent|ma)gne)ti|sle|rung —» Ent)ma]g|-
ne|ti|sie|rung: die; ~ ; -en (Physik)
Entziehung der magnetischen Eigen¬
schaften, der Anziehungskraft auf
Metall
ent|man|nen: entmannst; entmanntest;
hast entmannt 1 <Med.> kastrieren; die
Hoden entfernen 2 (übertr.) etw. (ab)-
sch wachen
Ent|man|nung: die; - ; -en das Entman¬
nen; Kastration (eines Menschen)
Ent|ma|te|ria|ii|sie]<’ung —» Ent|ma|te|-
ri|a|li|sje|rung: die; - ; -en Loslösung
von der Materie, dem Dinglichen
entjmen|schen: entmenschst; ent¬
menschtest; hast entmenscht a) un¬
menschlich werden; verrohen b)
jmdn. entwürdigen
ent|mensch|li|chen: entmenschlichst;
entmenschlichtest; hast entmenschlicht
seiner Menschlichkeit, sozialen, men¬
schlichen Eigenschaften berauben
Ent|men|schung: die; • ; - a) das Ent¬
menschlichen b) Verrohung c) Entzie¬
hung der menschlichen Würde
ent|mi|lifta|ri|sie|ren: entmilitarisiert;
entmilitarisierte; hat entmilitarisiert
(Milit.) aus einem Gebiet die (militäri¬
schen) Truppen abziehen u. militäri¬
sche Anlagen abbauen
Ent|mi|li|ta|ri|s]e]rung: die; - ; -en (Mi¬
lit.) völliger Abbau von Militär, mili¬
tärischen Anlagen u. Waffen in einem
Gebiet
ent|mi|nen: entminst; entmintest; hast
entmint (Milit.) ein Gebiet von Minen
befreien
ent|mi|sten —» ent|mis|ten: entmistest;
entmistetest; hast entmistet ja) einen
Stall ausmisten b) (übertr.) Überflüs¬
siges aussortieren, wegwerfen
Ent|mj|stung —* Entlmjsftung: die; ~ ; -
1 das Entmisten, Ausmisten eines
Stalls 2 (übertr.) das Aussortieren
entimün|di|gen: entmündigst; entmün¬
digtest; hast entmündigt (Rechtsw.)
[veralt.] jmdm. die Geschäftsfähigkeit
amtlich aberkennen
Ent|mün|di|giing: die; - ; -en (Rechtsw.)
[veralt.] Äbsprechen bestimmter bür¬
gerlicher Rechte per Gerichtsbe¬
schluß
ent|mu|tl|gen: entmutigst; entmutigtest;
hast entmutigt jmdm. den Mut, die
Zuversicht nehmen Ant.: ermutigen
Ent|mu|ti|gung: die; ~ ; -en Verringe¬
rung des Mutes, der Zuversicht durch
jmdn., etw.
Entjmy)sti|fi|zie]njng —»■ Ent(mys|ti(fi|-
zje|rung; die; - ; -en Abbau von my¬
stischen, geheimnisvollen Vorstellun¬
gen hinsichtlich etw.
ent|my|stlffi|zte|ren —* ent|mys|ti|fi|-
zie|rerc entmystifizierst; entmystifi-
ziertest; hast entmystifiziert mystische
Vorstellungen hinsichtlich etw. ab¬
bauen
ent|my|thi|sie]ren: entmythisierst; ent-
mythisiertest; hast entmythisiert etw.
Unheimliches, bisher Unerklärliches
rational erklären u. deuten
Ent|my|tho|lo|gi|s|e|ruhg: die; - ; -en das
Entmythologisieren, Erklären von
Unheimlichem, Geheimnisvollem
Entn.: Abk. Entnahme
318
entsahnen
Ent|nah|me: die; ~ ; -n das Herausneh¬
men von etw.
entjna|tio|na|li|sie|ren —» ent|na|ti|o|-
na|li|s|e|ren: entnationalisierst; entna-
tionalisiertest; hast entnationalisierl
<Pol.>1 aus einem Staatsbündnis lösen
2 eine staatliche Vereinnahmung
rückgängig machen
Ent|najho|na|li|sie|rung —» Ent|na|ti|o|-
na|li|sie|rung: die; - ; -en das Entna-
tionalisieren, Lösen aus einem Staats¬
verbund
ent|na|zi|fi|zie|ren: entnazifiziert; entna¬
zifizierte; hat entnazifiziert <hist.> na¬
tionalsozialistische Einflüsse (nach
dem Zweiten Weltkrieg) ausschalten
u. ehemalige Nationalsozialisten be¬
strafen, verurteilen
Ent|na|zi|fi|ziejrung: die; - ; -en <hist.>
das Bestrafen von Nationalsoziali¬
sten, Ausschalten nationalsozialisti¬
scher Einflüsse in Deutschland nach
dem Zweiten Weltkrieg durch die Be¬
satzungsmächte
ent|neh|men: entnimmst; entnahm(e)st;
hast entnommen 1 herausnehmen »Sie
entnahmen ihrem Koffer nur wenige
Kleidungsstücke.« 2 <übertr.> schlie¬
ßen; eine Schlußfolgerung ziehen
ent|ner|ven: entnervt; entnervte; hat ent¬
nervt nervlich, psychisch stark bela¬
sten
ent|nervt: Adj. entnervter; entnervteste
von etw. genervt, seiner Geduld, Be¬
herrschung beraubt
Ent|ner|vung: die; - ; -en das Entnervt¬
sein, -werden; starke psychische Bela¬
stung durch etw.
ent|8len —> ent|ö|ien: entölst; entöltest;
hast entölt den Gehalt an Fett vermin¬
dern
Ent|ölung—» Ent|ö|lung: die; • ; -en das
Entölen, Vermindern des Fettgehalts
(in Pflanzenprodukten)
En|to|mo|lo|gie: <gr.> die; - ; - Insekten¬
kunde
en|to|mo|lo|gisch: <gr.> Adj. n. stg. die
Insektenforschung betreffend, ihr zu¬
zuordnen
ent|gp|tjsch —» en|tjpp|tisch: <gr.> Adj.
n. stg. <Med.> im Innern des Auges
ent|o|tisch —» en|t|g|tisch: <gr.> Adj. n.
stg. <Med.> im Innern des Ohres
ent|peijsön|li|chen: entpersönlichst; ent¬
persönlichtest; hast entpersönlicht die
persönliche Bindung ausschalten,
nicht beachten
Ent|per]sön|li|chung: die; - ; -en das
Ausschalten der Persönlichkeit od.
persönlichen Bindung
ent|pflich|ten: entpflichtest; entpflichte-
test; hast entpflichtet [geh.] aus einer
Verpflichtung entlassen
Ent|pflich|tung: die; - ; -en Entlassung
aus einer Pflicht
entjpo|li|ti|sie|ren: entpolitisierst; entpo¬
litisiertest; hast entpolitisiert das Poli¬
tische, (parteipolitische Aspekte in
einem bestimmten Bereich ausschal¬
ten
Ent|po|ll|ti|sie|rung: die; * ; -en das Ent¬
politisieren, Ausschalten von politi¬
schen Elementen in einem Bereich
ent|pri|va)ti|s[e|ren: entprivatisierst; ent-
privatisiertest; hast entprivatisiert
<Wirt.; Pol.) Privateigentum in Staats¬
eigentum (od. (selten] in eine große
Gesellschaft mit vielen Beteiligten)
überführen
Ent|pri|va|ti|sie|rung: die; - ; -en <Wirt.;
Pol.) Überführung von Privateigen¬
tum in Staatseigentum
ent|pup|pen, sich: entpuppst dich; ent¬
pupptest dich; hast dich entpuppt [ugs.]
sich anders entwickeln, zeigen, als
man es zuvor annahm, Syn.: (sich)
herausstellen
ent|quel|len: entquillt; entquoll; ist
entquollen (Flüssigkeit; Dampf;
Qualm) [geh.] aus etw. hervordringen
ent|rah|men: entrahmst; entrahmtest;
hast entrahmt den Rahm, das Milch¬
fett abschöpfen
Ent|rah|mer der; -s; - Maschine, die
den Rahm von der Milch nimmt
Ent)rah|mung: die; - ; -en das Entrah¬
men, Abschöpfen von Milchfett
ent|rat|en: enträtst; entriet(e)st; hast
entraten [veralt.] entbehren müssen
ent|rät|seln: enträtselst; enträtseltest;
hast enträtselt etw. Unbekanntes ver¬
stehen, zu durchschauen versuchen
Entjrätse|lung: die; - ; -en Lösen, Lö¬
sung eines Rätsels; das Durchschauen
eines geheimnisvollen Sachverhalts
ent|rech|ten: entrechtest; entrechtetest;
hast entrechtet [veralt.] jmdm. seine
Rechte nehmen, absprechen
Ent|rech|te|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Entrechteter;
eine Entrechtete; zwei Entrechtete)
[veralt.] Person, der ihre Rechte ge¬
nommen, abgesprochen wurden
Ent|rech|tung: die; - ; -en [veralt.] das
Entrechten, Absprechen von Rechten
En|tre|cpte —> En|t|re|cote: dat.-fr.>
/angti*kot/ das; - u. -s; -s <Kochk.)
Rippenstück beim Rind
En[tree —» En(t|ree: <lat.-fr.> /angtre/
das; -s; -s 1 a) Eintritt; Eingang; Ein¬
gangsraum »Das Entree war frisch
renoviert.« b) Eintrittsgeld 2 <Kochk.>
Vorspeise 3 <Musik> Eröffnungsmu¬
sik
En|tree|tüR </r> /angtre-/ die; ~ ; -en
[geh.] Eingangstür eines Hauses
ent|rei|Sen: entreißt; entrissest; hast ent¬
rissen —>alle Vergangenheitsformen
mit ss<— 1 jmdm. etw. mit Gewalt
fortnehmen »Der Dieb entriß ihr die
Handtasche.« 2 a) jmdn. aus etw. be¬
freien, retten b) jmdn. aus einer (trü¬
ben) Stimmung, aus eine (schlechten)
Verfassung holen, befreien
ent|rich|ten: entrichtest; entrichtetest;
hast entrichtet bezahlen; jmdm. etw.
geben, übermitteln
Ent|rich|tung: die; - ; -en (PI. s.) das Be¬
zahlen eines Entgeltes, einer Geld¬
summe
ent|r1e|geln: entriegeltst; entriegeltest;
hast entriegelt einen Riegel, Ver¬
schluß öffnen
ent|rin|den: entrindest; entrindetest; hast
entrindet von der (Baum-)Rinde lö¬
sen, befreien
Ent|rinjdung: die; - ; -en das Entrinden;
das Lösen der Rinde von einem Baum
o. ä.
entfrinfgen: entringst; entrang(e)st; hast
entrungen 1 etw. unter großer An¬
strengung in einem Kampf wegneh¬
men 2 mühevoll einen Laut ausstoßen
ent|rin|nen: entrinnst; entrann(e)st; bist
entronnen einer Gefahr o. ä. gerade
noch entkommen, sie meiden
(können) »Er entrann den Fluten nur
knapp.«
ent|rip|pen: entrippst; entripptest; hast
entrippt [fachsprl.] die Rinden, Blatt-
adem des Tabaks entfernen
ent|rol|len: entrollst; entrolltest; hast
entrollt 1 a) etw. auseinanderrollen b)
etw. immer weiter auseinanderfalten,
von etw. abrollen 2 (Münze o. ä.> aus
der Hand rollen; entgleiten
ent|ro]sten —* ent|ros|ten: entrostest;
entrostetest; hast entrostet einen Ge¬
genstand vom Rost befreien
Ent|ro|stung —> Entjrosjtung: die; - ;
-en das Entrosten, Entfernen von
Rost von etw.
ent|rücken (entfrük|ken —» ent|rü|-
cken): entrückst; entrücktest; hastj
bist entrückt [geh.] a) hast etw. einem
bestimmten Bereich, Einfluß entzie¬
hen b) bist sich in einem trancearti¬
gem od. traumartigem Zustand befin¬
den
Ent|rückt|heib die; - ; -en [geh.] das Ent¬
rücktsein; Abwendung von der Reali¬
tät
Ent|rückung (£nt|rük|kung —> Ent(rü|-
ckung): die; - ; -en [geh.] das Entrük-
ken, Entrücktsein; Zustand der Reali¬
tätsferne
ent|rüm|peln: entrümpelst; entrümpel¬
test; hast entrümpelt alte Gegenstän¬
de, Gerümpel von einem Ort entfer¬
nen
Ent|itimp|lung/Ent|rüm|pe|lung: die; - ;
-en das Entfernen, Aussortieren alter
Gegenstände aus einem Haus o. ä.
Ent|run|dung: die; - ; -en (Sprachwiss.)
Aufgeben, Beenden der Lippenrun¬
dung bei der Erzeugung eines Lautes
ent|rü|sten —> ent|rüs|ten: entrüstest;
entrüstetest; hast entrüstet jmdn. in
Empörung versetzen
ent|rü]sten, sich —> ent|rüs|ten, sich:
entrüstest dich; entrüstetest dich; hast
dich entrüstet sich empören, aufregen
über etw., was gegen die Norm ver¬
stößt, wie man sie versteht (z. B. über
unmoralisches, sittenwidriges Verhal¬
ten)
ent|rü|stet —> ent|rüs|tet: Adj. von ei¬
nem Ausspruch, einer Sache entsetzt
Ent|rü|stung —» Ent|rüs|tung: die; - ;
-en Empörung über ein Verhalten, Er¬
eignis o. ä.
Ent|ru]stungs|sturm —> Ent|rüs|tungs|-
sturm: der; -(e)s; -stürme große Em¬
pörung, Entrüstung, die von vielen
Menschen geäußert wird
ent|saf|ten: entsaftest; entsaftetest; hast
entsaftet Früchten Saft (mit Hilfe ei¬
nes Entsafters) entziehen; den Saft
auf Fdichten auspressen
Ent|safjten der; -s; - (Küchen-)Gerät,
mit dem der Saft von Früchten ausge¬
preßt werden kann
entfsa|gen: entsagst; entsagtest; hast
entsagt etw. (in Zukunft) nicht mehr
tun; auf etw. verzichten
Ent|sa|gung: die; ~ ; -en freiwilliger Ver¬
zicht
ent|sa|gungs|reich: Adj. viele Entsa¬
gungen, großen Verzicht erfordernd
ent|sah|nen: entsahnst; entsahntest; hast
entsahnt das Fett auf der Milch o. ä.
entfernen
319
entsalzen
ent(sal|zen: entsalzt; entsalztest; hast
entsalzt vom Salz befreien
Ent|sal|zung: die; - ; -en Entzug von
Salz
entlsSulern: entsäuerst; entsäuertest;
hast entsäuert Säure aus Lebensmit¬
teln, Flüssigkeiten entfernen
Entsch.: Ahk. 1 Entschädigung 2 Ent¬
scheidung 3 Entschuldigung
entsch.: Abk. 1 entschädigt 2 entschei¬
dend 3 entschieden 4 entschuldigt
ent|schäjdi|gen: entschädigst; entschä¬
digtest; hast entschädigt a) für einen
Schaden, Verlust o. ä. aufkommen b)
einen Ausgleich bekommen
Ent)schä|di|gung: die; • ; -en Ersatz od.
Ausgleich für einen erlittenen Scha¬
den .
Ent|schä|di|gungs|sum|me: die; - ; -n
Geldbetrag als Ersatz für einen erlit¬
tenen Schaden
entschärften: entschärfst; entschärf¬
test; hast entschärft 1 eine Bombe o.
ä. am Explodieren hindern 2 bibertr.»
eine Situation entspannen
Entfschärffung: die; - ; -en das Ent¬
schärfen, Entschärftwerden
Ent|schejd: der; -(e)s; -e [geh.] amtli¬
che^) Entscheidung, Beschluß
ent)schei|den: entscheidest; entschie-
d(e)st; hast entschieden zu einem Ur¬
teil kommen
entjscheijdend: Adj. von großer Bedeu¬
tung »Entscheidender Faktor für sei¬
nen Sieg war sein gutes Training.«
Ent|schei|dung: die; -; -en 1 (amtlicher)
Beschluß 2 Wahl zwischen Möglich¬
keiten
Ent|sche||dungs|b«|fug|nis: die; - ; -se
Kompetenz, Erlaubnis, eine Ent¬
scheidung zu treffen
Ent|scheljdungsffra|ge: die; - ; -n Fra¬
ge, Problem, bei der es um eine Ent¬
scheidung, einen wichtigen Beschluß
geht
Ent)schef|dungs|frel|heit: die; ~ / -en
Recht, etw. frei zu entscheiden, zu
wählen
Ent|sche]|dungs|ge|walt: die; - / -en
Macht, etw. entscheiden, beschließen
zu dürfen
Ent|schejjdungs|recht: das; -(e)s; -e
Kompetenz, Berechtigung, Entschei¬
dungen treffen zu dürfen
Ent)schei|dungs|schlacht: die; -; -en a)
letzte, einen Krieg entschei¬
dende Schlacht b) bibertr.; oft Sporn
letzte in einer Reihe von Auseinan¬
dersetzungen, Begegnungen; Kampf,
in der/dem der Sieger ermittelt wird
(z. B. bei politischen Wahlen, in ei¬
nem Ausscheidungsturnier)
entjschei|dungs|schwer Adj. [geh.]
eine schwierige, wichtige, schwerwie¬
gende Entscheidung betreffend
Ent|sche[Jdungs|spiel: das; -(e)s; -e
<Sport> Spiel, bei dem es um eine
wichtige Entscheidung (z. B. um ei¬
nen Meistertitel) geht
entjschje|den: Adj. 1 fest entschlossen;
eine Meinung habend (u. diese nicht
mehr ändernd) 2 eindeutig »ein ent¬
schiedener Vorteil« Ant.: <1> unent¬
schieden
Ent|sch>e|den|heit: die; - ; - willensstar¬
ke Haltung »Mit aller Entschiedenheit
wehrte er sich gegen seine Gegner.«
Entschl.: Abk. 1 Entschließung 2 Ent¬
schluß
entschl.: Abk. 1 entschlossen 2 ent¬
schlüsselt
entschlacken (entfschtakfken —» ent|-
schlafcken): entschlackst; entschlack¬
test; hast entschlackt den Körper mit
Hilfe von den Stoffwechsel anregen¬
den Produkten von Giften u. Schlak-
ken befreien
Entschlackung (Ent|schlak|kung —»
Entschlackung): die; - ; -en Befrei¬
ung des Körpers von Giften
entschlafen: entschläfst; entschlie¬
ße jst; bist entschlafen [verhüll.] ster¬
ben
ent|schla|gen: entschlägst; entschlu-
g(e)st; hast entschlagen [geh.] a) sich
seelisch von etw. lösen b) auf etw. ver¬
zichten
ent|schlei|ern: entschleierst; entschleier¬
test; hast entscheiert 1 den Schleier,
eine Verhüllung (vom Gesicht) entfer¬
nen 2 <übertr.> etw. offenlegen; ein
Geheimnis durchschauen
Ent|schleie|rung —> Ent|schlei|e|rung:
die; - ; -en das Enthüllen, Befreien
von einem (symbolischen) Schleier
entschließen: entschließt dich; ent-
schlossest dich; hast dich entschlossen
-—*alle Vergangenheitsformen mit
ss<— zu dem Entschluß, der Ent¬
scheidung kommen, etw. zu tun
Entschließung: die; ~ ; -en offizieller
Entschluß (eines Gremiums)
entschlossen: Adj. eine feste Ansicht,
Absicht habend
Em|schlos|sen|heit: die; - ; - starker
Wille, etw. zu tun
ent[schluin|mern: entschlummerst; ent¬
schlummertest; bist entschlummert
[geh.] 1 einschlafen 2 [verhüll.] ster¬
ben
entschlüpfen: entschlüpfst; entschlüpf¬
test; bist entschlüpft 1 entkommen 2
eine unbedachte Äußerung tun 3
<Tier> aus dem Ei hervorkommen
Ent|schluB —» Entschluss: der; Ent¬
schlusses; Entschlüsse 1 Feststellung,
Erklärung einer Absicht »Sie konnte
ihren Entschluß nicht in die Tat umset¬
zen.« 2 einen Entschluß fassen —»
einen Entschluss fassen: sich ent¬
scheiden; etw. beschließen »Du mußt
endlich einen Entschluß fassen, wes du
nun tun willst.« 3 Schneller Entschluß
bringt oft Verdruß —> Schneller Ent¬
schluss bringt oft Verdruss: eine
übereilte Entscheidung bringt oft
Nachteile u. Ärger
entschlüsseln: entschlüsselst; ent¬
schlüsseltest; hast entschlüsselt ver¬
ständlich machen; einen Code, eine
Geheimsprache übersetzen »Ich ent¬
schlüsselte die Nachricht innerhalb we¬
niger Minuten.« Ant.: verschlüsseln
Entschlüs|se|lung: die; - / -en Enträtse¬
lung eines Codes o. ä.
ent|$chluß|fä|hig —» ent|schlussfä|-
hig: Adj. n. stg. in der Lage, einen
Entschluß zu fassen, eine Entschei¬
dung zu treffen
Ent|schlußjfä|hig|keit —> Ent|schluss|-
fä|hig|keife die; ~ ; - Fähigkeit, eine
Entscheidung zu treffen, treffen zu
dürfen
Ent|schlußfreu|dig|keit —» Ent|-
schluss|freu|dig|keit die; - ; - Fähig¬
keit, schnell u. unkompliziert zu ei¬
nem Entschluß zu kommen
Entschlußkraft —> Entschlusskraft
die; - 7 - ausgeprägte Fähigkeit, sich
für eine Möglichkeit entscheiden zu
können, einen Entschluß treffen zu
können
Ent|schluß[io|sig|keit —* Ent[schluss|-
lo|sig|keit die; ~ ; - Unfähigkeit, Ent¬
schlösse, Entscheidungen schnell u.
unkompliziert zu treffen, fällen
ent|schuld|bar Adj. als Entschuldigung
zu akzeptieren; (aus der Situation
heraus) verständlich
Entj$chuld[barjkeit: die; - ; - das Ent¬
schuldbarsein
ent|schul|den: entschuldest; entschulde¬
test; hast entschuldet (Wirt.; Bankw.>
jmdn. von einer (finanziellen) Schuld
befreien
ent|schu1|di|gen: entschuldigst; ent¬
schuldigtest; hast entschuldigt jmdm.
etw. Getanes od. Gesagtes verzeihen,
vergeben
entschul[di|gen, sich: entschuldigst
dich; entschuldigtest dich; hast dich
entschuldigt jmdn. um Verzeihung,
Vergebung bitten
Entschuldigung: die; - ; -en Bekun¬
dung des Bedauerns über eine Hand¬
lung
Ent[schul|di|gungs|brfef: der; -(e)s; -e
Schreiben, Brief, in dem jmd. etw.
Versäumtes, ein falsches Verhalten o.
ä. entschuldigt, um Verzeihung für
etw. bittet
Entjschul|di|gungs|grund: der; -(ejs;
-gründe Ursache für ein Versäumnis
o.ä.
Ent|schul|di|gungs|schrei|ben: das; -s;
- Brief, Schriftstück, in dem man sich
für etw. entschuldigt
Entschuldung: die; - ; -en <Wirt.;
Bankw.> Befreiung von Schulden
ent|schwe|ben: entschwebst; entschweb¬
test; bist entschwebt [geh.; meist
scherzh., iron.] a) (mit tänzelnden
Schritten) Weggehen; Weggehen u. an¬
dere mit der Arbeit zurücklassen b)
sich Tagträumen o.ä. hingeben
Ent|schwe[fe|lung/Ent|schwef]lung:
die; - ; -en <Chemie> Entzug, das Ent¬
ziehen von Schwefel
ent|schwin|den: entschwindest; ent-
schwand(e)st; bist entschwunden 1
[geh.] viel zu schnell vergehen, vorbei¬
sein 2 [meist scherzh.] sich entfernen
entseelt: Adj. n. stg. ohne Seele, Ge¬
fühle
ent|selb|sten, sich —» ent)selbs|ten,
siele entselbst sich; entselbsteste sich;
hat sich entselbstet [geh.] a) sich töten
b) sich von seinem Selbstwertgefühl
lösen
ent|sen|den: entsendest; entsandtest/
entsendetest; hast entsandtjentsendet
a) etw. verschicken b) Personen an ei¬
nen bestimmten Ort schicken, beru¬
fen
Entsendung: die; - ; -en Entsenden,
Schicken von jmdm., etw. an einen
Ort
Entsetzen: das; -s; - heftiger Schreck;
Bestürzung
Entsetzensschrei: der; -(e)s;-e lauter
Ausruf der Angst, Empörung
320
Entw.
ent|setz|lich: Adj. in den Folgen, Aus¬
maßen, der Wirkung schrecklich,
furchtbar, grauenvoll, schlimm
Ent|setz|lich|keit die; - ; -en unfaßbar
grausame(r) o. ä. Handlung, Zustand
entlaaulchen: entseuchst; entseuchtest;
hast entseucht etw. von einer Seuche,
Krankheitskeimen befreien
ent|sl|chern: entsicherst; entsichertest;
hast entsichert etw. aus einer Siche¬
runglösen
ent|s]e|geln: entsiegelst; entsiegeltest;
hast entsiegelt ein Siegel an einem
Brief o. ä. öffnen
Ent|sle|ge|lung/Ent|sieg|lung: die; - ;
-en das Erbrechen eines Siegels
entjsm|nen, sich: entsinnst dich; entsan-
n(e)st dich; hast dich entsonnen sich
erinnern
ent|sinn|li|chen: entsinnlichst; entsinn¬
lichtest; hast entsinnlicht etw. ab¬
strakt, ungegenständlich, unanschau¬
lich machen, darstellen
Ent|sinn|li|chung: die; - ; -en Befreiung
von wahrnehmbarer, konkreter An¬
schaulichkeit
ent|sitt|li|chen: entsittlichst; entsittlich¬
test; hast entsittlicht (geh.] die sittli¬
chen Werte (einer Person) in Frage
stellen; einen schädlichen Einfluß auf
jmds., die allgenmeine Moral, Sitt¬
lichkeit ausüben
ent|sor|gen: entsorgst; entsorgtest; hast
entsorgt Müll, Abfälle deponieren od.
beseitigen
Ent|sorjgung: die; • ; -en Beseitigung
von Abfällen u. Müll
ent|span|nen, sich: entspannst dich; ent¬
spanntest dich; hast dich entspannt 1
sich von Belastungen, Streß, körperli¬
cher Anspannung freimachen »In der
Sauna kann ich mich gut entspannen.«
2 <übertr.> sich beruhigen; die Gefahr
einer Steigerung, Eskalation verlieren
»Die Lage entspannte sich.«
Ent|span|ming: die; - ; -en 1 Erholung
nach einer anstrengenden Arbeit o. ä.
2 Lösung von politischen Konflikten,
Gegensätzen
Ent|span|nungsjpo|li|tik: die; - ; - <Pob
politisches Handeln, das Konflikte
zwischen verschiedenen Staaten o. ä.
lösen soll
Ent|span|nungs|übung —> Ent|span[-
nungs|ii|bung: die; - ; -en (gymnasti¬
sche) Übung, Bewegung, Gedanken¬
übung, die der Erholung dienen soll
ent|spie]geln: enispiegelst; entspiegel-
test; hast entspiegelt eine spezielle
Schicht auf optische Gläser aufbrin¬
gen, die reflexmindemd wirkt
Ent|spiejge|lung/Entjspieg|lung: die; -;
-en a) Aufdampfen einer reflexmin¬
dernden Schicht auf optische Gläser
b) Ergebnis der Entspiegelung (a)
ent|spin|nen, sich: entspinnt sich; ent¬
spann sich; hat sich entsponnen sich
entwickeln
Entspr.: Abk. Entsprechung
entspr.: Abk. a) entsprechend b) ent¬
spricht
entjspre|chen: entsprichst; entspra-
ch(e)st; hast entsprochen 1 etw.
gleichkommen, angemessen sein »Die
Prüfungsnote entspricht ihrer
Leistung.« 2 a) einen Wunsch erfüllen
»Mit dieser Stellungnahme entsprach
er der Forderung seiner Geschäftspart¬
ner.« b) die Erwartungen erfüllen
entsprechend: I Adj. a) angemessen
»Man muß entsprechende Maßnahmen
ergreifen.« b) zuständig »Sie muß ei¬
nen entsprechenden Facharzt
aufsuchen.« II Präp. m. Dat. (meist
nachgestellt) gemäß »Die Behörden
hat den Vorschriften entsprechend zu
entscheiden.«
Ent|spre|chung: die; - ; -en 1 Überein¬
stimmung 2 Angemessenheit; Ver¬
hältnismäßigkeit
ent|sprie|6en: entsprießt; entsprössest;
bist entsprossen —>alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— [geh.] aus etw.
hervorgehen; sich aus etw. heraus ent¬
wickeln, wachsen
ent|spiin|gen: entspringst; entspran-
g(e)st; bist entsprungen a) <Fluß>
seine Quelle, seinen Ursprung haben
»Der Bach entspringt einem
Bergquell.« b) <übertr.; Idee; Sachver¬
halt> seine Quelle, seinen Ursprung
haben
entjsta|li|ni|sie|ren: entstalinisiert; ent-
staiinisierte; hat entstalinisiert <Pol.>
die Einflüsse Stalins, des Stalinismus
im öffentlichen Leben ausschalten
Ent|sta|li|ni|sie|rung: die; - ; -en das
Ausschalten stalinistischer Einflüsse
ent|stam|men: entstammst; entstamm¬
test; bist entstammt a) aus einer be¬
stimmten Familie, Firma o. ä. kom¬
men b) aus einer bestimmten Zeit,
Epoche kommen c) aus einer be¬
stimmten Region, einem bestimmten
Bereich, einer bestimmten Denkschu¬
le od. Ausbildung kommen
entlstaujben: entstaubst; entstaubtest;
hast entstaubt 1 Staub von einem Ge¬
genstand entfernen 2 <übertr.> von
überholten, veralteten Methoden,
Gewohnheiten, Ansichten befreien
Entlstaulbunq: die; - ; -en 1 Befreiung
von Staub 2 <übertr.> Befreiung von
überholten Ansichten, Handlungs¬
praktiken
ent|ste|hen/ent|stohn: entsteht; ent¬
stand; ist entstanden 1 anfangen; ge¬
schaffen werden »In Berlin entsteht
ein neues Regierungsviertel.« 2 als Er¬
gebnis für jmdn. herauskommen
Entjstejhung: die; -; -en Entwicklungs¬
geschichte), Schaffung von etw.
Ent|ste|hungs|ge|schich|te: die; - ; -n
Geschichte, Verlauf der Entwicklung
von etw.
Ent|ste|hungs|zeit: die; - / -en Zeitab¬
schnitt, in dem etw. entstanden ist,
sich entwickelt hat
ent|stei|nen: entsteinst; entsteintest;
hast entsteint eine Frucht von ihrem
Kern lösen
ent|ste!|len: entstellst; entstelltest; hast
entstellt 1 das Äußere einer Gestalt
unvorteilhaft verändern; etw. in den
äußeren Form beschädigen, defor¬
mieren 2 einen Sachverhalt, eine Be¬
gebenheit unrichtig wiedergeben; den
Sinn einer Sache verfälschen
entstellt: Adj. entstellter; entstellteste
(durch einen Unfall o. ä.) häßlich
(geworden) »Durch die Lähmung nach
dem Schlaganfall hat er ein entstelltes
Gesicht.«
Entjstelflung: die; - ; -en Deformierung
des Körpers od. des Gesichtes
ent|stem|peln: entstempelst; entstempel¬
test; hast entstempelt die amtliche Zu-
lassung(splakette am Auto) entfer¬
nen, widerrufen
ent|stie|ten: entstielst; entstieltest; hast
entstielt den Stiel von Früchten ent¬
fernen
ent|stöjren: entstörst; entstörtest; hast
entstört <Elektrot.> den störenden
Faktor an einem elektrischen Gerät
o. ä. ausschalten
Ent|stöjrung: die; - ; -en <E!ektrot.> das
Ausschalten störender Faktoren beim
Betrieb eines Elektrogerätes
Entjstö|rungs|dienst: der; -(e)s; -e
<ElektroL> Abteilung, Firma, die
Fernsprechstörungen o. ä. behebt
Ent|stöjrungs|stel|le: die; - ; -n <Elek-
trot.> Abteilung, Firma, die Fern¬
sprechstörungen behebt
ent|strö|men: entströmt; entströmte; ist
entströmt [geh.] (in größeren Mengen)
entweichen, hinausgelangen »Der
Leitung entströmte Gas.«
Entjsüh|nung: die; - ; -en <meist Reli¬
gion) [geh.] Befreiung durch Buße
von einer Schuld
ent|sump|fen: ent sumpf st; entsumpftest;
hast entsumpft einen Sumpf trocken¬
legen; Wasser aus einem Sumpf ablei¬
ten
ent]ta|bu|ie]ren: enttabuierst; entta-
buiertest; hast enttabuiert etw. von ei¬
nem Tabu befreien; etw. gegen das
bisher übliche Verhalten zum Thema
machen
ent|ta|bui|sje|ren —* ent|ta|bu|i|sie|ren:
enttabuisierst; enttabuisiertest; hast
enttabuisiert etw. von einem Tabu be¬
freien; etw. gegen das bisher übliche
Verhalten zum Thema machen
ent|tar|nen: enttarnst; enttarntest; hast
enttarnt eine Verkleidung, Tarnung
o. ä. erkennen u. aufdecken
Ent|tar|mmg: die; - ; -en Aufdeckung u.
Bekanntmachung einer Identität, ei¬
ner verborgenen, geheimen Tätigkeit
entltäutechen: enttäuschst; enttäusch¬
test; hast enttäuscht jmds. Erwartung
nicht erfüllen »Sein Verhalten hat
mich sehr enttäuscht.«
Entltäulschunq: die; ~ ; -en Nichterfül¬
lung, Zerstörung einer Erwartung
entltäulschunoslreich: Adj. reich an
enttäuschten, nicht erfüllten Erwar¬
tungen
entlteelren: entleerst; entleertest; hast
entleert etw. von Teer befreien
ent|thro]nen: entthronst; entthrontest;
hast entthront [geh.] einen König o. ä.,
(Allein-)Herrscher (auch in nicht-po¬
litischen Bereichen) aus seinem Amt
entlassen
Entjthrp|nung: die; - ; -en Ablösung,
Absetzung eines Herrschers in, von
seinem Amt
entftrüm|rnern: enttrümmerst; enttrüm¬
mertest; hast enttrümmert von Trüm¬
mern, zerstörten Bauteilen o. ä. be¬
freien
Ent|trüm|me|rung: die; - ; -en Befreiung
von Trümmern
entfvölfkem: entvölkert; entvölkerte; hat
entvölkert durch Krieg, Krankheiten
u. a. Notlagen eine Bevölkerungsar¬
mut in einem Gebiet hervorrufen
Entw.: Abk. 1 Entwässerung 2 Entwurf
3 Entwicklung
321
entwachsen
entjwach|sen: entwächst; entwuch-
s(e)st; bist entwachsen 1 aus dem Bo¬
den o. ä. herauswachsen 2 über ein
bestimmtes Entwicklungsstadium
hinauswachsen
ent|waff|nen: entwaffnest; entwaffne¬
test; hast entwaffnet 1 jmdm. seine
Waffen abnehmen 2 (übertr.) jmds.
Widerstand durch einnehmendes
Verhalten brechen
ent|waff|nend: Ädj. Widerstände bre¬
chend; für sich einnehmend »Sie war
von entwaffnender Liebenswürdig¬
keit.«
Entwaffnung: die; - ; -en Vorgang des
Entwaffnens, Abnehmens von Waf¬
fen
ent|wal|den: entwaldest; entwaldetest;
hast entwaldet einen Wald roden; ein
bewaldetes Gebiet abholzen
Ent|wal|dung: die; - ; -en das Abholzen,
Roden eines Gebietes, Waldes
ent|wan|zen: entwarnt; entwarntest;
hast entwarnt 1 etw. von Wanzen,
Ungeziefer befreien 2 <übertr.> [ugs.]
von versteckten Abhörmikrophonen
befreien
entjwafnan: entwarnst; entwarntest;
hasTentwarnt einen Alarm (durch ein
bestimmtes Signal) beenden
Ent|war|nung: die; ~ ; -en Aufhebung ei¬
ner Alarmbereitschaft nach einer Ge¬
fahr
ent|wäs|sern: entwässerst; entwässer¬
test; hast entwässert 1 a) Wasser ent¬
ziehen; ein Gebiet trockenlegen
»Durch Kanäle wurde das Sumpfgebiet
entwässert.« b) Abwässer entsorgen c)
Wasser eines Gebietes, einer Land¬
schaft aufnehmen 2 <Med.> dem Kör¬
per Wasser entziehen (z. B. bei Was¬
sersucht)
Ent|wäs|se|rung: die; - ; -en 1 a) das Ab¬
leiten des Wassers (aus dem Boden) b)
System der Kanalisation 2 <Med.> das
Ausschwemmen von überschüssigem
Wasser aus dem Körpergewebe
Ent|wäs|se|njngs|gra|ben: der; -s; -grü¬
ben Graben, durch den überflüssiges
Wasser abfließen kann
ent|we|der Konj. nur in Verbindung mit
>oder< gibt an, daß es zwei Möglich¬
keiten, eine Alternative gibt
Ent|we|der-Oder —> Ent|we|der-g|den
das; ~ ; - verschiedene Möglichkei¬
ten, die man vor einer Entscheidung
abwägen muß
ent|wej|chen: entweichst; entwich(e)st;
bist entwichen 1 jmdm., einer Gefahr
entkommen 2 «Gas o. ä.> aus einer
Leitung o. ä. austreten
ent|we!|hen: entweihst; entweihtest; hast
entweiht etw. (Heiliges) schänden
Ent|wej|hung: die; • ; -en Schändung
(eines Heiligtums)
ent|wen|den: entwendest; entwandtest/
entwendetest; hast entwandt/entwen-
det jmdm. etw. unrechtmäßig weg¬
nehmen, stehlen
Ent|wen|dung: die; - ; -en Diebstahl
von etw.
ent|wer|fen: entwirfst; entwarf(e)st;
hast entworfen etw. planen, skizzie¬
ren, ausarbeiten »ein Konzept entwer¬
fen« .
Ent|wer|fer der; -s; - weibl. Ent|wer|fe|-
rin: die; • ; -nen Person, die beruflich
Entwürfe für etw. schafft, kreiert,
Syn.: [fremdsprl.] Designer(in)
entjwerjten: entwertest; entwertetest;
hast entwertet a) den Wert einer Sache
vermindern b) <Fahrkarte; Ticket)
durch Kennzeichnung (Stempeln, Lo¬
chen o. ä.) in Gebrauch nehmen
Ent|werften der; -s; - Gerät, das Fahr¬
karten locht, stempelt
Ent|wer|tung: die; - ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Entwertens
entjwickeln (ent|wik|keln —* entwi¬
ckeln): entwickelst; entwickeltest; hast
entwickelt 1 etw. erfinden, konstruie¬
ren »ein Modell entwickeln« 2 etw.
ausarbeiten u. (jmdm.) erklären »den
Plan entwickeln« 3 entstehen; sich
herausbilden »Er entwickelt ein musi¬
sches Talent.« 4 <Photographie> durch
chemische Behandlung sichtbar ma¬
chen »einen Film entwickeln«
entwickeln (entjw|k|keln —> entwi¬
ckeln), sich: entwickelst dich; entwic¬
keltest dich; hast dich entwickelt 1 in
einem Prozeß entstehen »Die Raupe
wird sich zu einem bunten Schmetter¬
ling entwickeln.« 2 Fortschritte ma¬
chen; vorankommen
Ent|wicke|lung (Entjwikjke|lung —►
EntWjcke|lung)/Ent|wick|lung: die;
- ; -en 1 (freie) Entfaltung von jmdm.
bzw. weiterer Ablauf von etw. 2
<Technik> das Entwickeln, Behandeln
eines Films, Negativs
EntWckper der; -s; - 1 Flüssigkeit, die
Fotos sichtbar werden läßt 2 <Tech¬
nik> Schweißapparat des Schlossers
EntWck|lerjbad: das; -(e)s; -bäder Lö¬
sung, in die Filme zum Entwickeln ge¬
legt werden
Ent|wjck|lung/EntWcke|lung (Ent|wik|-
kepung —» Ent|wi|ckejlung): die; - ;
-en 1 (freie) Entfaltung von jmdm.
bzw. weiterer Ablauf von etw. 2
<Technik> das Entwickeln, Behandeln
eines Films, Negativs
Ent|wick|lungs|diensta der;-(e)s; -e Or¬
ganisation, die Hilfe in Entwicklungs¬
ländern leistet
ent|wjck|lungs|fä|hig: Adj. in der Lage,
sich weiterzuentwickeln, entwickelt
zu werden
Ent|wick|lungs|ge|schich|te: die; - ; -n
Geschichte der Entstehung, Entwick¬
lung von etw. (oft der Erde, ihrer Flo¬
ra u. Fauna, des Menschen)
ent|wick|lungs|ge|schicht|lich: Adj. n.
stg. die Entwicklungs-, Entstehungs¬
geschichte von etw. (oft der Erde, ih¬
rer Flora u. Fauna, des Menschen)
betreffend, ihr zuzuordnen
Ent|wick|lungs|ge|setz: das; -es; -e Re¬
gel, Gesetzmäßigkeit in einem Ent¬
wicklungs-, Entstehungsprozeß
Ent|wick|lungs|grad: der; -(e)s; -e er¬
reichte Stufe einer Entwicklung
Ent|wick|lungs|het|fer: der; -s; - weibl.
Ent|wick|lungs|hel|fe|rin: die; - ; -nen
Person, die als Lehrer(in), Helfer(in)
in Entwicklungsländern arbeitet
ent|wick|lungs|hem|mend: Adj. die
Entwicklung beeinträchtigend, ver¬
langsamend
Ent|wjckjlungs|hil|fe: die; - ; -n Zahlun¬
gen, Lieferung von Gütern, Vermitt¬
lung von Kenntnissen o. ä. an Länder
mit einem niedrigen Industrialisie¬
rungsgrad
Ent|wick|lungs|jah|re: die (PI.) a) Zeit,
in der etw. gewachsen, gereift ist bj
«Mensch) Pubertät
Ent|wjck|liings|land: das; -(e)s; -länder
Staat, Land, dessen Industrie wenig
ausgebildet ist, wodurch wirtschaftli¬
che, technische Hilfe aus dem Aus¬
land benötigt wird
Ent|wjck|lungs|po|li|tik: die; - ; - politi¬
sche Strategie, Maßnahmen zur För¬
derung der wirtschaftlichen Lage in
Entwicklungsländern
Ent|wick|lungs|stö|rung: die; - ; -en
<Med.; Psychologie) Defekt, Störung
während einer (menschlichen, psychi¬
schen, körperlichen) Entwicklung¬
phase
Ent|wlck|lungs|zeifc die; - ; -en 1 Zeit¬
raum, den etw. od. jmd. zur Entwick¬
lung benötigt 2 o. PI. Pubertät
Ent|wjck|lungs|zu|stand: der; -(e)s;
-zustände Stadium, erreichter Zu¬
stand der Entwicklung von etw.,
jmdm.
Entfwid|mung: die; - ; -en [amtssprl.]
Entzug einer bestimmten öffentlichen
Nutzung
ent|win|den: entwindest; entwand(e)st;
hast entwunden 1 jmdm. etw. mit Ge¬
walt wegnehmen 2 jmdm. geschickt
entkommen
ent|wirr|bar: Adj. n. stg. so beschaffen,
das man es entwirren, in den ordentli¬
chen, ursprünglichen Zustand brin¬
gen kann
ent|wir]ren: entwirrst; entwirrtest; hast
entwirrt etw., was durcheinander (ge¬
raten) ist, in die Einzelteile zerlegen,
klären; eine Verwirrung auflösen
Ent|wjr|rung: die; - ; -en Vorgang des
Entwirrens, Ordnens
entjwi|schen: entwischst; entwischtest;
bist entwischt [ugs.] jmdm. entkom¬
men
ent|wöh|nen: entwöhnst; entwöhntest;
hast entwöhnt 1 einen Säugling abstil¬
len 2 einer Person eine Angewohnheit
o. ä. abgewöhnen
ent|wür|di|gen: entwürdigst; entwürdig¬
test; hast entwürdigt jmdm. od. etw.
seine (persönliche) Würde, Achtung
nehmen
Ent|wü|jdi|gung: die; - ; -en Behand¬
lung, die jmdm. seine Würde nimmt
Ent|wurf: der; -(e)s; -würfe 1 Muster
»der Entwurf eines neuen Bürokom¬
plexes« 2 Konzept; erste Nieder¬
schrift
Ent|wurfs|ge|schwin|dlg|keft: die; - ;
-en Wert im Straßenbau, nach dem
geometrische Elemente einer Straße
(Kurvenradien o. ä.) ermittelt werden
Ent|wurfs|zeich|nung: die; «; -en (erste)
Skizze eines Gebäudes, Kleidungs¬
stückes u. ä., das gebaut, hergestellt
werden soll
Ent|wurjmung: die; - ; -en (Tier> Be¬
handlung zur Befreiung von u. Vor¬
beugung vor Würmern, Parasiten
ent|wuijzeln: entwurzelst; entwurzeltest;
hast entwurzelt 1 «Pflanze) mit der
Wurzel aus dem Boden nehmen 2
(Mensch) (gegen den eigenen Willen)
aus dem gewohnten Umfeld nehmen,
entfernen
Entjwuijze|lung/Ent|wyrz|liing: die; - ;
-en Vorgang bzw. Zustand des Ent-
wurzelns, Entwurzeltwerdens
322
Epaulett/Epaulette
entlzaulberrr. entzauberst; entzauber¬
test; hast entzaubert einer Sache den
Reiz, den Zauber nehmen
ent|zer|ren: entzerrst; entzerrtest; hast
entzerrt a) <Physik; Technik) Verzer¬
rungen beseitigen, entfernen b) [ugs.]
etw. über einen längeren Zeitraum
verteilen
Ent|zer|rung: die; - ; -en Vorgang des
Entzerrens
ent|zie(hen: entziehst; entzogfejst; hast
entzogen 1 etw. wegziehen 2 etw. für
die Zukunft verweigern; etw. nicht
mehr erlauben 3 sich aus einer aus¬
weglosen Lage befreien, indem man
sich ihr verweigert
Ent|z]e|hungsjan|stalt: die; - ; -en <Päd.>
[veralt.] Heim, in dem schwererzieh¬
bare Kinder u. Jugendliche leben u.
pädagogisch betreut werden
Ent|zie|hungs|erjschei|nung: die; ~; -en
<Med.) starke Reaktion des Körpers,
nachdem man eine Droge, starke Me¬
dikamente abgesetzt hat
Ent|zje|hungs|kur: die; - ; -en Kur, in
der ein Süchtiger von seiner Drogen¬
sucht durch Entzug u. psychologische
Betreuung geheilt werden soll
ent|zjf)fer|bar: Adj. n. slg. (nur mit Mü¬
he) lesbar
entjzjftfern: entzifferst; entziffertest;
hast entziffert a) eine unleserliche
Handschrift od. etw. verblaßte
Schrift zu lesen versuchen »Seine
Handschrift ist kaum zu entziffern.« b)
in einer nur wenig beherrschten Spra¬
che Geschriebenes zu lesen, verstehen
versuchen » Wir konnten die Inschrift
auf dem Grabstein des Römerfriedhofs
leider nicht entziffern.«
Ent|zif{fe(nmg: die; - ; -en Vorgang des
Entzifierns, mühevollen Lesens
Entzücken (Ent(zgk|ken —* Ent|zü|-
cken): das; -s; - [geh.] Begeisterung;
ausgelassene Freude
entzückend (entjzük|kend —*■ entzü¬
ckend): Adj. große Begeisterung her¬
vorrufend (weil etw. schön, reizend
ist)
Entzug: der; -fejs; Entzüge Absetzen
von" Drogen o. ä., nach denen jmd.
süchtig ist »Um von der Droge Alko¬
hol loszukommen, mußte er einen Ent¬
zug in einer Klinik machen.«
Ent|zugs|er|schei|mmg: die; - ; -en
<Med.> Reaktion des Körpers auf ei¬
nen (Drogen-)Entzug
entjzünd|bar: Adj. (leicht) anzuzünden,
brennbar
Entzünd|bar)keit: die; - ; -en (hohe)
Neigung, Fähigkeit, brennbar zu sein
entzünden: entzündest; entzündetest;
hast entzündet zum Brennen bringen
ent(zün|den, sich: entzündest dich; ent¬
zündetest dich; hast dich entzündet 1
ohne fremdes Zutun zu brennen be¬
ginnen 2 <Med.; Wunde> von Keimen
befallen werden (die eine Entzündung
hervorrufen) 3 <übertr.> sich über etw.
aufregen
ent|zünd|lich: Adj. 1 leicht brennbar 2
<Med.; Wunde> durch Keime entzün¬
det, infiziert
Ent|zünd|lich|keit: die; - ; -en Zustand
des Entzündlichseins
Entzünjdung: die; - ; -en 1 das (Sich-)
Entzünden, Anbrennen eines Feuers
2 (Krankheit durch eine) Wunde, die
sich entzündet hat
entzün|dungs|hem|mend: Adj. n. slg.
<Med.> die Entzündung einer Wunde
hemmend, verringernd, verhindernd;
desinfizierend wirkend
Ent|zün|dungs|herd: der; -(e)s; -e
<Med.> Punkt (im Körper), an dem
eine Entzündung entstanden ist u.
sich nun auf andere Partien auswirkt
ent|zwei: Adj. n. stg. in zwei od. mehr
Stücke zerbrochen »Die Vase ist ent¬
zwei.«
ent|zwei(bre|cheft: brichst entzwei; bra-
ch(e)st entzwei; hast entzweigebro¬
chen auseinanderbrechen (u. dabei
beschädigen, zerstört werden)
ent|zwe]|en: entzweist; entzweitest; hast
entzweit eine Beziehung od. Freund¬
schaft (bedingt durch einen Konflikt
od. ein Mißverständnis) zerstören;
Freunde durch einen Streit o. ä. tren¬
nen
ent|zweijge|hen: geht entzwei; ging ent¬
zwei; ist entzweigegangen in einzelne
Stücke zerbrechen
ent|zwei|ma|chen: machst entzwei;
machtest entzwei; hast entzweige¬
macht [ugs.] etw. zerbrechen, zerstö¬
ren
ent|zwei)schnei)dcn: schneidest ent¬
zwei; schnitt (e)st entzwei; hast ent¬
zweigeschnitten etw. durchschneiden
(u. dadurch zerstören)
Entjzwei|ung: die; - ; -en das Sich-Aus-
einanderleben; Trennung (verursa¬
chender Streit)
enu|me|rie|ren —> e|num|me|n|e|ren:
dau enumerierst; emtmeriertest; hast
enumeriert —* immer mit mm«?—
etw. aufzählen
Entv!|ron|nient: <engl.> /enweirenment/
das; -s; -s <Kunst> künstlerisch gestal¬
teter Raum mit Dingen des Alltags,
die den Betrachter zu aktiver Teilnah¬
me auffordem sollen
en|vi|ron|men|tal: <engl.> /enweirenmen-
t'l/ Adj. n. stg. <Kunst> das Environ¬
ment, die Umgebung betreffend
En|vi|ron|to|lofgie: <gr.-fr.> /enwironto-
logi/ die; - ; - Erforschung der Um¬
welt
Enz.: Abk. 1 Enzyklika = päpstliches
Rundschreiben 2 Enzyklopädie =
Darstellung des gesamten Wissens¬
standes; Nachschlagewerk
En|ze|pha|lo|gramm: <gr.> /enzefalo-
gratnm/ das~-(ejs; -e <Med.> Dia¬
gramm der elektrischen Gehim-
ströme
En]ze)pha|lo|gra|phie —» auch En|ze|-
phajlojgraffje: <gr.> /enzefalografi/
die; - ; -n /enzefalografml <Med.)
kurz für Elektronenzephalographie
= Röntgenaufnahme des Gehirns (in
mehreren Ebenen)
En|zi|an: der; -s; -e 1 blau, gelb, lila od.
selten weiß blühende Gebirgspflanze
mit glockenförmigen Blüten 2 alko¬
holisches Getränk, das aus den Wur¬
zeln des gelben Enzians hergestellt
wird
en|zi|an|blau: Adj. n. stg. die leuchtende
Farbe des blauen Enzians besitzend
En|zy|kli|ka —» En|zyk|li|ka: (gr.-lato
/enzüklika/ die; • ; Enzykliken <kath.
Kirche) päpstliches Rundschreiben
en|zyjklisch —> en|zy|k|lisch: </a/.> /en-
züklisch/ Adj. n. stg. einen Kreislauf
bildend
En|zy|klo|pä|dje —» En|zyk|lo|pä|dje:
(gr.-lat.'> die; - ; -n jenzüklopädfcn/ a)
Nachschlagewerk »Ich sah in einer
Enzyklopädie nach.« b) Darstellung
des gesamten Wissenstofifes
en|zy|klo|pä|disch —» en|zyk|lo|pä|-
dfsch: /enzüklopädisch/ Adj. n. stg.
mit allumfassenden Kenntnissen aus¬
gestattet
En|zy]kio|pä|dist —> En]zy|k|lo|pä|dist
(gr.-fr.y /enzüklopädißt/ der; -en; -en
weibl. En|zyjklo|pä|di)stin —w En|zy|-
k|lo|pä|d[s|tin: die; - ; -nen a) Person,
die an der Zusammenstellung, Her¬
stellung einer Enzyklopädie beteiligt
ist, war b) Mitarbeiter der großen
französischen Enzyklopädie (1751¬
1780)
En|zym: (gr.-lau /enzüm/ das; -s; -e
<Bio.> den Stoffwechsel eines Organis¬
mus steuernde organische Verbin¬
dung, die in einer lebenden Zelle ge¬
bildet wird
en|zy(ma|tisch: <gr.> /enzümatisch/ Adj.
n. stg. <Bio.; Chemie) durch Enzyme
bewirkt
En|zy|mo|lo|gie: <gr.> /enzümologi/ die;
- ; - <Bio.; Chemie) Wissenschaft,
Lehre von den Enzymen
EO: Abk. Eichordnung
e. o.: Abk. (lau ex ofiice = von Amts
wegen
EOG: Abk. <Med.> Elektrookulogramm
= Aufzeichnung der Augenbewegun¬
gen
Eo|l[th —» E|o|lith: <gr.) der; -s u. -en; -e
u. -en Feuerstein mit natürlichen Ab¬
splitterungen, die an Steinzeitwerk¬
zeuge erinnern
eo|si|me|ren —> e|ojsi|nie|ren: eosi-
nierst; eosiniertest; hast eosiniert etw.
mit Eosin einfärben
Eo|zän —» E|o]zän: <gr.> das; -s; - Geo¬
logie) älteste (Ablagerung der) Ter¬
tiärzeit
Eo|zpi|kum —> E|o|z|oi|kum: <gr.> das;
-s; - Zweitälteste Stufe der Erdent¬
wicklung
EP: Abk. 1 Einheitspreis 2 Endpunkt 3
<Chemie> a) Erstarrungspunkt b) Er¬
weichungspunkt 4 Europäisches Par¬
lament od. <engh European Parlia-
ment - Volksvertretung der EU-
Milgliedsstaaten mit nur sehr gerin¬
gen Entscheidungskompetenzen 5
<Sport> Europapokal
Ep.: Abk. 1 a) Epik = erzählende Dich¬
tung b) Epikerfin) 2 Epilog = Nach¬
wort; Ausklang 3 Episode = Ereignis
von kurzer Dauer 4 Epistel = La)
Sendschreiben; Apostelbrief b) vorge¬
schriebene Lesung im Gottesdienst 2.
längerer Brief 3. Strafpredigt 5 Epo¬
che = Zeitabschnitt 6 Epos = erzäh¬
lende Versdichtung; Heldengedicht
ep.: Abk. 1 episch = erzählend 2 epi¬
skopal = bischöflich 3 epochal =
über den Augenblick hinaus bedeu¬
tend
Ep|arch: <gr.> der; -en; -en <hist.> Statt¬
halter in einer byzantinischen Provinz
Epau|lett/Epau|let)te —> E|pau|lett/E-
jpaüjiet|te: dal.-fro /epolett/ die; -s; -s
Schulterstück an einer Uniform
323
Ephebe
Ephe|be —» E|phe|be: <gr.-lato /efebe/
der; -n; -n «hist.» wehrfähiger Mann
im antiken Griechenland
ephefbisch —* e|phe|bisch: <gr.-lato
/efebisch/ Adj. n. stg. wie ein Ephebe;
einem Epheben zuzuordnen
Ephe|dr|n —> E|phed|rin; <gr.-lat.>
/efedrin/ das; -s; - <Med.> kreislaufan¬
regender Wirkstoff, der häufig zu
Heilzwecken, aber auch als Auf¬
putschmittel verwendet wird
ephe|mer —» e|phe|men /efemer/ Adj.
n. stg. 1 kurzlebig 2 von vorüberge¬
hender Bedeutung
Eph|eme|rflde —* E|ph|e[me[n|de: <gr.-
lato /efemende/ die; - ; -n 1 Eintags¬
fliege 2 Tabelle, mit der man die
täglichen Planetenkonstellationen er¬
rechnen kann 3 n. PI. Tagebücher,
Zeitschriften o. ä., die in einem be¬
stimmten Abstand erscheinen
Ephor —> E|phOR <gr.-lato /efor/ der;
-en; -en <hist.> Amt eines der fünf
höchsten Beamten im antiken Sparta
Epho|rat —-> E|pho|rat <gr.-lato /eforat/
das; -(e)s; ~e Amt eines Ephoren; ei¬
nes der fünf höchsten Ämter im anti¬
ken Sparta
Epho|ren|amt —» E|pho|ren|amt <gr.-
lato /eforen-/ das; -(e)s; -ämter <hist.>
Stellung, Dienst des Ephoren
Epho|rie —* E|pho|rie: <gr.-lato /efori«/
die; - ; -n «hist.» 1 Aufsichtsbezirk (ei¬
nes Ephoren) 2 Amtsbereich eines
Ephorus
Epho|rus —> E|pho|rus: <gr.-lat.> /efo-
rus/ der; - ; Ephoren «Religion;
Kirche» a) Seminarleiter (in der evan¬
gelischen Kirche) b) Dekan innerhalb
der Reformierten Kirche
Epid.: Abk. 1 Epidemie = Seuche; Mas¬
senerkrankung 2 <Med.» Epidermis =
Oberhaut
Epi|de|mje —» E|pi|de|mie: <gro die; - ;
-n /epidemPn/ Massenerkrankung
»Grippeepidemie«
Epi|detmio{lo|gie —» E|pi|de|mi|o|lo|-
gie: <gro die; - ; - <Med.» Lehre von
der Herkunft, Verbreitung u. Be¬
kämpfung von Epidemien
epi|de|mio|lp|gisch —* e)pi|de|mi|o|lo|-
gisch: <gro Adj. n. stg. «Med.» die Epi¬
demiologie betreffend
epi|de|misch —> e|pi|de|misch: <gro
Adj. n. stg. <Med.» seuchenartig auf¬
tretend
Epi|der|mis —*■ E|pi|der|mis: die; - ;
Epidermen <Anat.» äußerste Schicht
der Haut; Oberhaut
Epi|dia|skop —» E|pi|dl|a|s|kop: <gro
das; -(ejs; -e Lichtbildwerfer; Projek¬
tor
Epi|ge|ne|se —* E|pi|ge|ne|se: <gro die;
-; -n 1 <Bio.» Entwicklung eines Orga¬
nismus durch aufeinanderfolgende
Neubildungen 2 «Geologie» nachträg¬
lich entstandender Flußlauf in früher
abgelagerten Schichten
epi|go|nal —» e|pi|go|nal: <gr.> Adj. etw.
nachahmend, nachgestaltend
epi|go|nen|haft —> e|pi|gg|nen|haft
Adj. epigonenhafter; epigonenhafteste
«Kunst» etw. nachahmend; nicht ori¬
ginell
Epi|gglnen|tum —> E|pi|gojnen[tum:
das;-(e)s; - «oft Kunst» nachahmende
Art u. Weise; kopierender, nachah¬
mender Stil
—» E|pi|graf: s. Epigraph
—» E|pi|gra|filc s. Epigraphik
—» E|pi|gra|fi|keR s. Epigraphiker
Epigramm —»■ E|pi|gramm; das; -(e)s;
•e «Literaturwiss.» kurzes Sinngedicht
od. Spottvers
epi|gram|ma|tisch —* e|pi|gram|ma|-
tlsch: Adj. n. stg. knapp u. treffen«!;
witzig, geistreich (in der Formulie¬
rung)
Epigraph —» auch E|pi|graf: /epigraf/
das; -s; -e antike Inschrift
Epi|gra|phik —» auch E|pi|gra|fik: /epi-
grafik/ die; -; - Wissenschaft von den
Inschriften
Epi|gra|phi|ker —* auch E|pi|gra|fi|ken
/epigrafiker/ der; -s; - weibl. Epi|gra|-
phi|ke|rin —* auch E|pi|gra|fi|ke|rin:
die; - ; -nen Wissenschaftlern), der/
die sich mit Inschriften befaßt
Epik —»■ E|pilc <gr.-lat > die; - ; - «Litera¬
turwiss.» erzählende Dichtung
Epi|ker —» E|pi|ken <gr.-lato der; -s; -
weibl. Epi|ke|rin —* E)pi|ke|rin: die;
- ; -nen «Literaturwiss.» Dichter(in)
von Erzählungen
Epl|kle|se —>■ E|pi|k|le|se: <gr.> die; ~; -n
«Religion» Anrufung des heiligen Gei¬
stes in der Liturgie der orthodoxen
Kirche
Epi|ku|re|er —» E|pi|ku|re|er: der; -s; ~
weibl. Epi|ku|ree|rin —» E|pi|ku|re|e|-
rin: die; - ; -nen 1 «Philosophie» An¬
hängern) des Philosophen Epikur
(341-270 v. Chr.) 2 das Leben genie¬
ßender Mensch, der den leiblichen
Freuden das Daseins zugewandt ist
ept|ku|re|isch —> e{pi|ku|re|isch: <gr.-
lat.> Adj. n. stg. 1 «Philosophie» Epi¬
kur, seiner Lehre zuzuordnen 2 ge¬
nußsüchtig
Epi|ku|re|is|mus —* E|pi|ku|rejis|mus:
<gr.-lat.> der; - ; -1 «Philosophie» Leh¬
re des Philosophen Epikur 2 auf die
materiellen Freuden des Lebens ge¬
richtete Lebensweise, Grundeinstel¬
lung
Epi|la|ti|on —» E|pi|la|ti|pn: dato
/epilazipn/ die; - ; -en Enthaarung
»Zur Epilation benutzte sie ein Spe¬
zialgerät.«
Epi|lep|s|e —» E|pi|lep|sie: <gr.-lat.-fro
die; - ; Epilepsien jepilesPn/ «Med.»
durch plötzliche Krämpfe u. kurze
Bewußtlosigkeiten gekennzeichnete
Krankheit »Sie litt unter Epilepsie.«
Epi|leptti|ker —» E|pi|lep[ti|ker <gro
der; -s; - weibl. Epi|lep|ti|ke|rin —» E-
|pi|lep|ti|ke|rin: die; - ; -nen «Med.»
Person, die an Epilepsie, Fallsucht lei¬
det
epi|lep|tisch —* e|pi|lep|tisch: <gro Adj.
n. stg. «Med.» an Epilepsie leidend;
auf Epilepsie zurückriiführen
epi|lie|ren —> e|pi|lie|ren: dato epilierst;
epiliertest; hast epiliert Körperhaare
durch Herausziehen entfernen
Epi|log —» E[pi|log: <gr.-lato der; -s; -e
«Literaturwiss.; Drama» Nachwort;
Nachspiel; Ausklang Ant.: Prolog
Epi|pha|ni|as —> E|pi|pha|ni|as: <gro
/epifanias/ das; -(e)s; -e «christliche
Religion» Fest der Erscheinung Chri¬
sti; Dreikönigsfest am 6. Januar
Epi|pha|nie —» E|pi|pha]nie: <gro
/epifani/ die; - ; - «Religion» Erschei¬
nung (eines) Gottes
Epijphyjse —> E|pi|phyjse: <gro /epi-
füse/ die; ~; -n «Med.» Zirbeldrüse
Epi|phyt —*■ E|pi|phyt <gro /epifüt/ der;
-en; -en «Bio.» Pflanze, die sich selb¬
ständig ernährt, jedoch auf anderen
Bäumen, Pflanzen wächst
Epi|ro|ge|ne|se —> E|pi|ro|ge|ne|se-.
<gro die; - ; -n «Geologie» das Heben
u. Senken von Erdkrustenteilen, das
langsam u. in sehr großen Zeiträumen
abläuft
episch —*■ e|pisch: <gr.-lato Adj. 1 «Li¬
teraturwiss.» die Epik betreffend 2 er¬
zählend 3 sehr ausführlich
Epi|skop —» £|pi|s|kop: <gro der; -s; -e
«Technik» Bildwerfer für undurch¬
sichtige, auf Papier gedruckte Bilder
epi|sko|pal —> e|pi|s|ko|pak dato Adj.
n. stg. «Kirche» bischöflich; von einem
Bischof ausgehend
Epi|sko|pa|lis|mus —> E)pi|s|ko|pa|ljsj-
mus: dato der; - ; - «Religion» reli¬
giöse, kirchliche Richtung mit dem
Prinzip des Bischofskonzils als höch¬
ste Instanz der Kirche
Epi|sko|pa|list —» E|pi|s|ko|pa|l|st dato
der; -en; -en Epi|sko|pa|lj|stin —> E-
|pi|s|ko|pa|)is|tiK die; - ; -nen «Reli¬
gion» Vertreterin), Anhänger(in) des
Episkopalismus, der Episkopalkirche
Epi|sko|pal|kir|che —> E|pi|s|ko|pal|-
kirjche: dato die; - ; -n «Religion» eine
nichtkatholische Kirche unter episko¬
paler Leitung
Epi|sko|pat —> E|pi|sjko|pat dato das
u. der; -(ejs; -e «Religion» 1 o. PI. Bi¬
schofswürde 2 Gesamtheit der Bi¬
schöfe
ep)|sko|pisch —> e|pi|s|ko|pisch: dato
Adj. n. stg. «Religion» bischöflich
Epi|sp|de —* E|pi|sojde: <gr.-fro die; - ;
-n 1 a) Ereignis von kurzer Dauer
»Unsere Beziehung war nur eine
Episode.« b) nebensächliches Ereignis
2 «Musik» Zwischenstück 3 «Literatur¬
wiss.; Dichtung» literarische Neben¬
handlung
Epi|sp|den)film —> E|pi|sp|den|film:
der; -(e)s; -e Film, der aus Episoden,
mehreren kurzen, nicht öd. nur lose
in Verbindung stehenden Handlun¬
gen besteht
epi|sp|den|haft —> e|pi|so|den|haft
Adj. n. stg. episodenhaft; in mehreren
kürzeren Abschnitten
epi|so|disch —» e|pi|so|disch: Adj. n.
stg. episodenhaft; nicht andauernd;
oft nebensächlich u. nicht sehr wich¬
tig
Epi|stel —» E|pisjtel: <gr.-lato die; - ; -n
1 «Religion» biblisches Briefbuch 2
[veralt.; noch scherzh.] längeres
Schreiben; umfangreicher Brief 3
[veralt.] Strafpredigt
Epi|ste|mo|lo|gie —> E|pis|te|mo|lo|gie:
<gr.-lat.-englo die; ~ - «Philosophie»
Wissenschaftslehre (vor allem in der
englischen Philosophie)
Epi|taph —*■ E|pi|taph: <gro /epitaf/ das;
-(ejs; -e a) Grabinschrift b) Gedenk¬
tafel für eine(n) Verstorbene(n)
Epi|thel —» E|pi|thel: <gro das; -s; -e
«Bio.; Anat.» Deckzellenschicht der
Haut bei Tieren u. Menschen
Epi|the|ton —* E|pi|the|ton: <gro das; -s;
Epitheta «Sprach wiss.» als Attribut ge¬
brauchtes Adjektiv od. Partizip
324
Erbeutung
Epi|zen|trum —» E|pi|zen(t|rum: das; -s;
-Zentren über einem Erdbebenherd
liegendes Gebiet
epo|chal —* e|po|chak <gr.> Adj. 1 für
einen großen Zeitraum bedeutsam
»Die Französische Revolution war ein
epochales Ereignis.« 2 <Päd.> Organi¬
sation des Unterrichts, bei dem die
einzelnen Fächer in größeren Blöcken
unterrichtet werden
Epojche —» E|pp|che; <gr.-lat.> die; - ;
-n Zeitabschnitt mit gemeinsamen
künstlerischen, gesellschaftlichen
Werten, Strömungen
epolche|ma|chend —> e|po|che|ma|-
cheni Adj. n. stg. aufsehenerregend;
für einen langen Zeitraum von Bedeu¬
tung
Epos —► Ejpos: <gr.-lat.> das; - ; Epen
<Literaturwiss.> erzählende Versdtch-
tung; Heldengedicht
Ep|sillon: <gr.» das; -s; -s ein griechischer
Buchstabe
Equa|ll|zer —» E|qua|li|zer. <engl.>
/ikwelaiser/ der; -s; ~ Zusatzgerät für
Hi-Fi-Anlagen zur Verbesserung des
Klangbildes
Equi|li|brist —» E)qui|li|b|rist: <lat.-fr.>
/ekwili’brißt/ der; -en; -en weibl. Equi|-
H|bri]stin~—» E|qui|li|b|ris|tin: die; ~ ;
-nen Artisten), der/die Gleichge¬
wichtkunststücke vorführt
Equifpajge —» E(qui|pa|ge; </r> /eki-
paschW/ die; ~ ;-n1 elegante Kutsche
2 Schiffsmannschaft 3 Ausrüstung ei¬
nes Offiziers
Equipe —* E|quipe </r.» /ekip/ die; - ;
-n <Sport> Mannschaft, besonders im
Reitsport
equi|pie|ren —» e(qui|pie|renc </r.>
/ekipiren/ equipierst; equipiertest;
hast equipiert mit einer Ausrüstung
ausstatten
Equi|pie|rung —» E)qui|pie)rung </r.>
/ekipirung/ die; - ; -en Ausstattung
für einen bestimmten Zweck
Equip|ment —» E|quip|ment <engb
/ekwipment/ das; -s; -s Ausrüstung
»Das Tonstudio hat das modernste
Equipment.«
ER: Abk. 1 Einfuhrerklärung 2 <Elek-
trot.» Empfangsrelais 3 Entschädi¬
gungsrente 4 Ergänzungsrichtlinie(n)
5 <Sport> Europarekord
-er: Wortbildungselement <dient meist
der Personenbezeichnung) 1 a) be¬
zeichnet jmdn., der eine Tätigkeit im
Moment od. häufig (oft als Beruf)
ausübt »Bergsteiger * Lehrer« b) be¬
zeichnet jmdn., der der Organisation,
die im Basiswort ausgedrückt ist, an¬
gehört »Gewerkschafter« 2 Maschine,
die die Tätigkeit, die im Basiswort
ausgedrückt ist, ausführt »Geschirr¬
spüler« 3 Bewohner einer Stadt, eines
Landes, einer Landschaft »Kölner ♦
Österreicher« 4 etw., jmd. mit der (ty¬
pischen) Eigenschaft, die im Basis¬
wort inhaltlich bezeichnet ist
»Zweisitzer»Achttausender« 5 Gerät,
mit dem etw. getan wird »Kugel¬
schreiber«
er-: Wortbildungselement (meist +
Verb f + sich + Akk.-Objekt)) durch
die Tätigkeit des im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückten einen Erfolg, ein
Ergebnis, ein Objekt erreichen »(ein
Plus) erwirtschaften ♦ (sich) (eine
Medaille) erlaufen«
er: Personalpron. 3. Pers. Sg. männlich
»Wo bleibt der Junge denn, er ist doch
schon lange unterwegs?«
Er.: Abk. Erinnerung
Er|ach|ten: das; -s; - in der Wendung
meines Erachtens: meiner (indivi¬
duellen) Auffassung nach »Meines
Erachtens ist die Lage sehr gefähr¬
lich.«
■ er)ach|ten: erachtest; erachtetest; hast
erachtet hinsichtlich einer Sache, Per¬
son eine bestimmte Meinung vertre¬
ten
er|ah|nen: erahnst; erahntest; hast er¬
ahnt eine Vorahnung, auf Indizien ge¬
gründete Vermutung haben
eijar|bei|ten: erarbeitest; erarbeitetest;
hast erarbeitet durch Arbeit etw. er¬
reichen »Sie hatte sich eine gute Posi¬
tion in der Firma erarbeitet.«
Erjarjbeiftung: die; ~ ; -en das Erarbei¬
ten; das Erreichen eines Ziels durch
Arbeit
erläulgen: eräugst; eräugtest; hast er¬
äugt suchend umhersehen (besonders
von Tieren)
Erb|adel —* Erb|a|defc der; -s; - alle
Träger ererbter Adelstitel
£rb|än|de|rung: die; - ; -en <Bio.> geneti¬
sche Mutation
Erb|an|la|ge: die; - ; -n <Bio.> von den
Eltern vererbte(s) genetisches Materi¬
al, Entwicklungsmöglichkeiten
Eib|an|spruch: der; -(e)s; -ansprüche
<Rechtsw.» gesetzlich festgelegter An¬
spruch auf ein Erbe
Erb[anfte(l: der;-(e)s; -e <Rechtsw.> fest¬
gesetzter Anteil an einem Erbe
Eijbar)man: das; -s; - (gnädige) Hand¬
lung aus Mitleid
erjbarltnen, sich: erbarmst dich; er¬
barmtest dich; hast dich erbarmt aus
Mitgefühl etw. tun
eijbar|mens|wert: Adj. erbarmenswer¬
ter; erbarmenswerteste erbarmungs¬
würdig; Mitleid verdienend
er|bärmjlich: I Adj. 1 in sehr schlechtem
Zustand »Er sieht erbärmlich aus.« 2
von schlechter Qualität, geringem Ni¬
veau »Seine Leistung fand ich erbärm¬
lich.« 3 moralisch minderwertig »Er
ist ein erbärmlicher Lügner.« 4 <verst.)
groß, stark in negativer Hinsicht »Bei
der Hitze wurden sie von erbärmlichem
Durst gequält.« II Adv. <verst.> sehr;
äußerst in negativer Hinsicht »eine er¬
bärmlich heruntergekommene Kneipe«
Er|bärmjlich|keit: die; -; -en elender Zu¬
stand; würdeloses Handeln, Dasein
Eijbatjmung: die; - ; -en [geh.} (gnädige)
Handlung aus Mitleid
eijbar|mungs|los: Adj. n. stg. völlig
ohne Mitgefühl, Gnade
Er|barjmungs|lo|sig|keit: die; • ; - mit¬
leidsloseis) Verhalten, Grundhaltung
er|bar[mungs(voll: Adj. voller Erbar¬
men, Mitgefühl
er|bar|mungs|würjdig: Adj. Mitleid ver¬
dienend
erlbaulen: erbaust; erbautest; hast er¬
baut 1 ein Gebäude o. ä. errichten 2
innerlich aufrichten; jmdm. Spaß ma¬
chen »Die Rede erbaute ihn.«
Eribauler. der; -s; ~ weibl. Erlbauelrin
—»• ErlbauleHre die; ~ ; -nen Person,
die ein Gebäude gebaut hat, bauen
ließ
erlbaullich: Adj. erbaulicher; erbaulich¬
ste erhebend, positiv aufs Gemüt wir¬
kend
Erlbaullichlkeifc die; - ; - das Erbaulich¬
sein; positive Wirkung auf das Gemüt
Erlbaulunq: die; - ; -en 1 Errichtung ei¬
nes Gebäudes 2 <Mensch> psychischer
Aufbau; philosophische, religiöse o.
ä. Aufrichtung
Eribaulungslliltelraltur. die; - ; - <Litera-
turwiss.; Religion» positiv stimmende
Bücher u. Schriften, meist mit religiö¬
sem Inhalt
Erb|baujer: der; -n; -n weibl. Erb|bäue|-
rin —» Erb|bäuje|rinc die; - ; -nen 1
Besitzer(er) eines Erbhofes 2 Bauer/
Bäuerin, der/die einen Hof von einer
bestimmten Mindestgröße besitzt
Erb|bau[recht: das; -(e)s; -e (Rechtsw.»
vererbbares Recht, auf fremdem Bo¬
den bauen zu dürfen
erb|be|rech|tigt: Adj. n. stg. das Recht
auf ein Erbe besitzend
Erb|bio|lo|gle —* Erb|bi|o|fo|gie: die: - ;
- Bereich der Biologie, der sich mit
der Genetik, Vererbungslehre be¬
schäftigt
erb|bio|lo|gisch —> erb|bi|o|lo|gisch:
Adj. n. stg. auf der Genetik, geneti¬
schen Prinzipien beruhend
Er|be: der; -n; -n weibl. Er|bin: die; - ;
-nen 1 Person, die den Besitz eines
Verstorbenen erhält 2 Der Erben Trä¬
nen sind ein verdecktes Lachen: wer
erbt, freut sich (Tränen für den Ver¬
storbenen sind oft nur geheuchelt)
Er|be: das; -s; - (PI. nur in der Form
Erbschaften) 1 Besitz, den eine ver¬
storbene Person jmdm. vermacht 2
Vermächtnis; kultureller Besitz »das
Erbe der Vergangenheit pflegen« Syn.:
Erbschaft
er|be]ben: erbebst; erbebtest; bist erbebt
1 <Erde> plötzlich erschüttert werden,
sich bewegen 2 [geh.] von Emotionen
stark beeinflußt sein, werden
erbjei|gen: Adj. n. stg. [amtssprl.J durch
ein Erbe zu Eigentum gelangen
Erb|ei]gen|schaft: die; - ; -en <Bio.» Ei¬
genschaft, Merkmal, die/das vererb¬
bar ist
Erb|ei|gen|tum: das; -(e)s; - [amtsspri.]
Eigentum, das jmd. durch eine Erb¬
schaft erhält, erhalten hat
Erb|ein|set|zung: die; ~ ; -en [amtsspri.]
Benennung eines Erben (in einem Te¬
stament)
erfben: erbst; erbtest; hast geerbt a) etw.
von jmdm. nach dessen Tod erhalten
b) ein genetisches (körperliches pd.
charakterliches) Merkmal von seinen
Eltern bekommen
Er|ben|ge|mein)schaft: die; - ; -en
Gruppe von Erben desselben Objek¬
tes
er|be]ten: erbetest; erbetetest; hast erbe-
tet [geh.] durch ein Gebet, durch Be¬
ten wünschen, erhalten
erfbet|teln: erbettelst; erbetteltest; hast
erbettelt durch wiederholtes Bitten zu
etw., Geldgeschenken) o. ä. kommen
erjbeujten: erbeutest; erbeutetest; hast
erbeutet durch Gewalt etw. an sich
bringen
Erlbeuitunq: die; - ; -en Vorgang des
Stehlens, Erbeutens
325
erbfähig
erb|fä|hig: Adj. n. stg. <Rechtsw.> recht¬
lich fähig, befugt, etw. zu erben
Erbfall: der; -(e)s; -fälle [amtssprl.]
nach dem Tode eintretende Vergabe
des Erbes
erbffäl|lig: Adj. n. stg. <Rechtsw.> ein
rechtmäßiges Erbe antretend
Erb|feind: der; -(e)s; -e weibl. Erbjfein|-
din: die; - ; -nen 1 seit langer Zeit ver¬
haßter Feind 2 nttr tnännl. Form [ver¬
hüll.] Teufel
Erb|fol|ge: die; - ; -n (gesetzlich) festge¬
legte Reihenfolge, in der etw. (oft
auch ein Titel) an Personen, meist an
Verwandte vererbt wird
Erb|foltger: der; -s; - Erb|fol|ge|rin: die;
- ; -nen rechtliche(r) Nachfolgerin)
eines Verstorbenen
Erb|fol|ge|krieg: der; -(e)s; -e <Pol.>
Krieg, Kampf um die Thronfolge in
einem Land
erb|ge|sund: Adj. n. stg. <Med.> nicht
erblich belastet, geschädigt
Erblgut: das; -(e)s; -guter 1 gesamtes
Erbe; vererbte Werte 2 Gutshof, gro¬
ßer Bauernhof, der jeweils insgesamt
vererbt wird, nicht unter den Erben
verteilt wird 3 <Bio.> die gesamten
Erbanlagen eines Lebewesens
Erbjhof: der; -(ejs; -höfe Bauernhof,
der (meist dem ältesten Sohn) vererbt
wird
er|bie|ten, sich: erbietest dich; erbo-
t(e)st dich; hast dich erboten seine
Hilfe, Dienste zur Verfügung stellen,
anbieten
Er|bin: die; - ; -nen männl. Erjbe: der; -n;
-n Person, der etw. vererbt wird
eijbitjten: erbittest; erbatfejst; hast er¬
beten höflich um etw. bitten; etw.
durch Bitten erlangen
er|bft|tem: erbitterst; erbittertest; hast
erbittert jmdn. in Wut u. Empörung
(u. Frustration) geraten lassen
eijbjtjtert: Adj. hartnäckig, trotz aller
Widerstände an etw. festhaltend
Eijbit|te|rung: die; -; - das Erbittertsein,
-werden
Er|bi|um: das; -s; - <Chemie> in dem Mi¬
neral Ytterit enthaltenes Metall mit
dem chemischen Zeichen >Er<
Erb|krank|heit: die; - / -en <Bio.; Med.>
Krankheit, die von Generation zu
Generation weitergegeben werden
kann
er]blas|sen: erblaßt; erblaßtest; bist er¬
blaßt —*alle Formen mit ss<— 1
eine hellere, weiße Gesichtsfarbe
bekommen »Er erblaßte vor Neid.« 2
[verhüll.; poet.] sterben
Erb|laslsen|schaft: die; - ; -en
«Rechtsw.) Vermögen, das ein Ver¬
storbener hinterläßt
Erb|las|ser: der; -s; - weibl. Erb|las|se|-
rin: die; - ; -nen <Rechtsw.> Person, die
ein Erbe hinterläßt
Erb|ias|sung: die; - ; -en <Rechtsw.>
Erbgut, das ein Verstorbener hinter¬
läßt
Erb|last: die; - ; -en starke Belastung,
Schulden o. ä., die vom Vorgänger
unbewältigt weitergegeben worden
sind
Erb|le|hen: das; -s; ~ <Rechtsw.; hist.>
vererbbares Lehen, zur Nutzung zur
Verfüging gestelltes Land o, ä.
er|blei|chen: erbleichst; erblichfejst;
bist erblichen 1 blaß werden 2 [ver¬
hüll.; poet.] sterben
Erb|lai|den: das; -s; - <Bio.; Med.> von
den Vorfahren übertragene Erb¬
krankheit
erb|lich: Adj. n. stg. <Bio.> genetisch ver¬
erbbar
Erb|lich|keit: die; ~ ; -en <Bio.> Vererb¬
barkeit
eijblicken (er]bl|k|ken —» erjblj|cken):
erblickst; erblicktest; hast erblickt a)
etw. erkennen, sehen b) jmd. erblickt
das Licht der Weib jmd. wird geboren
er|biin|den: erblindest; erblindetest; bist
erblindet 1 das Augenlicht verlieren;
blind werden 2 meist Glas> den Glanz
verlieren; undurchsichtig werden
Er|blin|dung: die; - ; -en meist Auge>
Vorgang des Erblindens
er|blpn|den: erblondest; erblondetest;
bist erblondet sich die Haare blondie¬
ren, hell färben
erb|los: Adj. n. stg. [amtssprl.] a) ohne
Erben b) ohne Erbe, Erbschaft
er|blü|hen: erblühst; erblühtest; bist er¬
blüht a) <Bio.> Blüten entfalten b)
<übertr.> sich gut entwickeln; sich voll
entfalten »Nach der Renovierung ist
das Museum zu neuem Glanz erblüht.«
Erb|mas|se: die; - ; -1 biologische Ge¬
samtheit der Erbanlagen 2 das ge¬
samte Erbgut eines Nachlasses
erb|mä|ßig: Adv. <Bio.> durch Erbanla¬
gen bedingt
Erb|merk|mal: das; -(e)s; -e <Bio.> ver¬
erbbares, meist äußerlich sichtbares
Merkmal
Erb|mon|ar|chie —» Erb|mo|n|ar|chie:
die; - ; -n <Pol.> Monarchie, System
der Königsherrschaft, bei der/dem
das älteste Kind (od. oft der älteste
Sohn) des Monarchenpaares Thron¬
folger ist
Erb|on|kel: der; -s; - weibl. Erb|tan|te:
die; - ; -n Onkel, Tante von dem/der
man eine größere Erbschaft erwartet,
der/die den Neffen, die Nichte als Er¬
ben eingesetzt hat
eifborjgen: erborgst; erborgtest; hast er¬
borgt [geh.] sich etw. ausleihen
eijbo|sen: erbost; erbostest; hast erbost
jmdn. wütend machen
er|bp|sen, sich: erbost dich; erbostest
dich; hast dich erbost sich über etw.
aufregen; über etw. wütend sein, wer¬
den
er|bö|tig: Adj. n. stg. in den Wendungen
erbötig sein; sich eibötig machen:
sich anbieten, bereit sein, etw. auszu¬
führen
Erbpacht: die; -; -en <Rechtsw.> vererb¬
bares Recht, ein fremdes Grundstück
wirtschaftlich nutzen zu dürfen
Erb|päch|ten der; -s; - weibl. Erb|-
päch|te|rin: die; ~ ; -nen PersonT die
ein Grundstück in Erbpacht hat
Erb|pfle|ge: die; - ; - <Bio.> Lehre von
der Erbgesundheit, Syn.: [fremdsprl.]
Eugenik
Erb|prinz: der; -en; -en weibl. Erb|prin|-
zes|sin: die; ~ ; -nen <Pol.> ä!teste(r)
Sohn/Tochter des Monarchen u. so¬
mit der/die Thronfolgern)
er/bre/chen: erbrichst; erbrach(e)st;
hast erbrochen 1 Nahrung, etw. be¬
reits Geschlucktes, Halbverdautes
aus dem Magen herauswürgen »Sie
erbrach das Abendessen.« 2 bis zum
Erbrechen: [ugs.] bis zum Überdruß 3
etw., ein Schloß o. ä. aufbrechen,
Syn.: <1> [derb] auskotzen
er]bre|chen, sich: erbrichst dich; er¬
bracht ejst dich; hast dich erbrochen
sich übergeben Syn.: [derb] kotzen
Erbrecht: das;-(ejs; -e <Rechtsw.> a) o.
PI. Gesamtheit der Gesetze, die sich
mit dem Vererben, Erben beschäfti¬
gen b) Recht auf (einen Teil) eines
Nachlasses
eijbrinlgen: erbringst; erbrachtest; hast
erbracht a) etw. vorlegen »Er er¬
brachte den Beweis für seine Behaup¬
tung.« b) eine Geldsumme o. ä. auf¬
bringen
eijbrü|ten: erbrütest; erbrütetest; hast
erbrütet [fachsprl.] etw. ausbrüten
Erbs|brei: der; -(ejs; -e dicke Suppe,
Brei aus (pürierten) Erbsen
Erbsch.: Ahk. Erbschaft
Erb|scha]den: der; -s; -schaden <Med.>
vererbbare, durch Vererbung entstan¬
dene Krankheit od. Mißbildung
Erb|schafb die; - ; -en das Erbe, Ge¬
erbte, das hinterlassene Vermögen
usw. einer verstorbenen Person (an
die Erben) Syn.: Erbe
Erb|schafts|an|ge|le|gan|heifc die; - ;
-en (Verwaltungsvorgang in einer)
Erbschaftssache
frb|schafts|an|spruch: der; -(ejs; -an¬
sprüche jmds. Recht, einen Teil eines
Nachlasses zu erben
Erb]schafts|sa|che: die; - ; -n (Verwal¬
tungsvorgang in einer) Erbschaftsan¬
gelegenheit
Erb|schafts]steu|er: die; - ; -n gesetzlich
festgelegte Steuer, die bei Erbantritt
an den Staat gezahlt werden muß
Erb|schein: der; -(e)s;-e <Rechtsw.> Be¬
stätigung der Erbberechtigung durch
das Nachlaßgericht
Erb|schlei|chen der; -s; ~ weibl. Erb|-
schlei|che|rin: die; -; -nen Person, die
sich unredlich einen Anspruch auf ein
Erbe verschaffen möchte, sich des¬
halb bei jmdm. einschmeichelt
E(b|se: die; - ;-n 1 Hülsenfrucht, die an
Sträuchern wächst 2 <Bot.> Strauch,
an dem die Erbse (1) wächst 3 etw. an
der Erbse haben: [ugs.] nicht ganz
normal sein
Erb|sen|brei: der; -(ejs; -e Brei, dicke
Suppe aus Erbsen
Erb|sen|ein|topf: der; -(ejs; -eintöpfe
Suppe aus Erbsen, Kartoffeln, Speck
u. Kräutern
erb|sen|gn>B: Adj. n. stg. die Größe ei¬
ner Erbse besitzend
Erb|sen|kraut: das; -(ejs; - Stiele u.
Blätter der Erbsenpflanze
Erb|sen|sup|pe: die; - ; -n dickflüssige
Speise aus Erbsen, Kartoffeln, Speck
u. Kräutern
Erb|senjzäh|le|rei: die; - ; -en [ugs.]
kleinliches, geiziges Verhalten
Erbs|püjree: das; -s; - Speise, Gericht
aus pürierten, zerkleinerten Erbsen
Erbs|stroh: das; -(ejs; - getrocknetes
Erbsenkraut
Erb|stück: das; -(ejs; -e Gegenstand,
den man von jmdm. geerbt, nach des¬
sen Tod erhalten hat
Erb|sün|de: die; ~ ; -n <Religion> durch
den Sündenfall Adams u. Evas ange¬
borene Sündhaftigkeit des Menschen
326
Erdhund
Erbsjwurst die; - ; -wurste in einer Rol¬
le zusammengepreßte Zutaten, die
man zur Herstellung von Erbsensup¬
pe benötigt
Erbt.: Abk. Erbteil
Erb(tan(te: die; - ; -n männl. Erb|on|kel:
der; -s; - Tante, Onkel, von der/dem
man eine größere Erbschaft erwartet,
die/der jmdn. als Erben eingesetzt hat
Erbteil: der u. das; -(e)s: -e 1 <Rechtsw.>
gesetzlich festgelegter Teil eines
Nachlasses, den jrad. erben muß/
kann 2 körperlich od. charakterlich
ererbter Eigenschaft
Erb)tei|king: die; -; -en <Rechtsw.> Auf¬
teilung eines Erbes, Nachlasses
Erb|trä|ger: der; -s; - <Bio.> Gen bzw.
Chromosom mit Erbanlagen
erb|tüm|lich: Adj. n. stg. [veralt.] das Er¬
be betreffend
erb|un]fä|hig: Adj. n. stg. (Rechtsw.) ge¬
setzlich nicht in der Lage, ein Erbe
antreten zu können
Erb|unjterjtä|nigjkeit die; - ; -en <hist.>
erbliche Abhängigkeit eines Bauern
von seinem Gutsherrn
erb|un|wihjdig: Adj. <Rechtsw.> auf¬
grund von rechtlichen o. ä. Verfeh¬
lungen von einem Erbe ausgeschlos¬
sen
Erbjverftrag: der; -(e)s; -vertrage
(Rechtsw.) zu Lebzeiten abgeschlos¬
sener Vertrag zwischen dem Erblasser
u. dem/den Erben
Erb|ver|zicht: der; -(e)s; -e Ablehnung
eines Erbes
Erb|ver|zichts|veijtrag: der; -(e)s;
-vertrage <Rechtsw.> zu Lebzeiten no¬
tariell geschlossener Vertrag zwischen
einem Erblasser u. einem möglichen
Erben, in dem dessen Verzicht auf das
künftige Erbe vereinbart wird
Erd)ach]se: die; - ; -n gedachte Verbin¬
dung zwischen Nord- u. Südpol, um
die sich die Erde dreht
erdacht: Adj. n. stg. erfunden »Er hat
eine erdachte Geschichte erzählt.«
Erd[at(ter|tum: das; -(e)s; - <Geologie>
Paläozoikum
Erd|an|zte|hung: die; - ; - (Physik) An¬
ziehungskraft, Schwerkraft, die von
der Erde ausgeht
Erd[ap|fel: der; -s; -äpfel [österr.] Kar¬
toffel
Erd|at|mo|sphä|re —» Erd|atjmo|s|ph£|-
rer. die; - ; - Lufthülle, die die Erde
umgibt
Erd[arjbei|ten: die (PI.) <Bauw.> alle
Hoch- u. Tiefbauarbeiten, bei denen
mit Erde gearbeitet wird, Erde bewegt
wird
Erd|bahn: die; -; -en <Astronomie> Um¬
laufbahn der Erde um die Sonne
Erd|batl: der; -(e)s; - [geh.] der Planet
Erde
E(d[be|ben: das; -s; - Erschütterung
der Erdoberfläche, verursacht durch
die Spannung der Erdkruste, Ver¬
schiebung der Erdplatten
Erd|be|ben|herd: der; -(e)s; -e Zen¬
trum, Ausgangspunkt eines Erdbe¬
bens
Erd|be|ben|war|te: die; - ; -n Institut, in
dem Erdbeben erforscht u. gemeldet
werden
Erd[be|ben|wel[le: die; ~ ; -n Welle, Be¬
wegung, die vom Zentrum des Erdbe¬
bens ausgeht
End|beer|bow|le: die; - / -n alkoholi¬
sches Getränk aus Wein, Sekt u. Erd¬
beeren
Erd|bee|re: die; - ; -n a) <Bot.> niedrige
Pflanzen, Staude, die rote, weiche
Früchte mit kleinen grünen Punkten
hervorbringt b) Frucht der Erdbeere
(a)
erd|beerjfaijben: Adj. n. stg. dunkelrot;
von der Farbe reifer Erdbeeren
Erd|beer[tor[te: die; - ; -n Torte mit ei¬
nem Belag aus (frischen) Erdbeeren .
Erd|be|schleu[ni[gung: die; - ; - (Physik)
(Wert, Grad der) Beschleunigung ei¬
nes Gegenstandes im freien Fall (in ei¬
nem luftleeren Raum)
Erd|be|schrei|bung: die; - ; - [veralt]
Geographie, Erdkunde (als Schul¬
fach, Wissenschaft)
Erd|be|stat)tung: die; -; -en Beerdigung
eines Leichnams in einem Sarg in der
Erde
Erd|be|völ|ke)rung: die; - ; - Gesamtheit
der auf der Erde lebenden Menschen
Erd|be|we|gung: die; - ; -en a) Bewe¬
gung (in) der Erdkruste b) <Bauw.>
das Bewegen von Erde, Erdboden bei
der Durchführung von Bauarbeiten
Erd[be|woh|ner. der; -s; - weibl. Erd|-
be(woh|ne|rin: die; - ; -nen Person,
die auf der Erde wohnt; lebender
Mensch
Erd|bo|den: der; -s; -böden 1 a) o. PI.
oberste Schicht der Erdoberfläche b)
Art der Beschaffenheit des Erdbo¬
dens (a) (z. B. Lehm, Humus usw.) 2
etw. dem Erdboden gleichmachen:
etw. völlig vernichten, zerstören »Bei
dem Angriff wurde die Stadt dem Erd¬
boden gleichgemacht.« 3 vom Erdbo¬
den verschwinden: 1. vernichtet aus¬
gerottet werden 2. nicht mehr zu se¬
hen, finden sein
Erd|bohjrer: der; -s; ~ (Technik) Spe¬
zialbohrer zur Entnahme von Boden¬
proben
erd|braun: Adj. n. stg. die dunkelbraune
Farbe des Erdbodens besitzend
Erd|brocken (Erd|brok|ken —> Erd|-
brojcken): der; -s; - Stück harte,
meist lehmige Erde
Erd|dich(te: die; - ; - (Physik) durch¬
schnittliche Dichte der Erde
Er[de: die; - ; -n (PL s.) 1 o. PL der
(blaue) Planet, auf dem die Menschen
leben 2 bräunliche, natürliche Sub¬
stanz aus Gestein u. organischen
Stoffen, die die oberste Schicht des
Bodens (soweit dieser nicht von Was¬
ser bedeckt ist) bildet 3 o. PL Boden;
(Unter-)Grund »Du hast das Brot auf
die Erde fallen lassen.« 4 auf der Erde
bleiben: realistisch bleiben 5 unter
der Erde liegen: [verhüll.] tot u. be¬
graben sein »Auch wir werden bald un¬
ter der Erde liegen.« 6 jmdn. unter die
Erde bringen: [verhüll.] 1. die Schuld
an jmds. vorzeitigem Tod tragen 2.
jmdn., der gestorben ist, beerdigen 7
etw. aus der Erde stampfen: etw.
sehr schnell, ohne viel Material,
Grundlagen, praktisch aus dem
Nichts schaffen« 8 Auf Erden lebt
kein Menschenkind, an dem man
keinen Mangel findfet): kein Mensch
ist vollkommen, ohne Fehler
eijden: erdest: erdetest; hast geerdet
(Technik) (eine Stromquelle, einen
Stromleiter) mit der Erde verbinden
Er]den|bür|ger: der; -s; - a) [geh.] Lebe¬
wesen, das auf der Erde lebt b) ein
neuer Erdenbürger: ein neugebore¬
nes Baby
Er|den|glück: das;-(e)s; - [poet.] das ir¬
dische Glück; Glück, das man im Le¬
ben erfährt
er|denk|ban Adj. n. stg. erdenklich; vor¬
stellbar
Er|den|kind: das; -(e)s; -er [geh.] der
Mensch als sterbliches Wesen
er|denk|lich: Adj. n. stg. erdenkbar; vor¬
stellbar
Er[den|le|ban: das; -s; - (Religion) das
Leben als begrenzter Aufenthalt, be¬
fristetes Dasein auf der Erde
Erjden|win|kel: der; -s; - [geh.] (meist
einsamer, idyllischer) abgelegener Ort
erd|far)ben: Adj. n. stg. die braune Far¬
be des Erdbodens besitzend
Erdlfall: der; -(e)s; -fälle (Geologie)
durch Erdeinsturz entstandene Bo¬
densenke
Erdfferjkel: das; -s; - in Afrika leben¬
des, schweinähnliches Säugetier
erd|fem: Adj. (Astronomie) weit von der
~ Erde entfernt
Erd|floh: der; -s; -flöhe Flohkäfer
Erd|frucht: die; - ; -früchte Gemüse,
Frucht, das/die in der Erde wächst
Erdg.: Abk. 1 Erdgeschoß 2 Erdge¬
schichte
Erd|gas: das; -es; -e in der Erde vor¬
kommendes, brennbares Gas (als
Energiequelle)
erd|gas|höf|fig: Adj. n. stg. [fachsprl.]
vermutlich erdgashaltig
Erd|gas|lei|tung: die; - ; -en Leitungen,
Rohr, durch die/das Erdgas geleitet,
an einen anderen Ort transportiert
wird
Erd|gas)voijkom|men: das; -s; - Fund¬
ort mit einem Vorrat von Erdgas
grd|ge|bo|ren: Adj. n. stg. (Religion) ir¬
disch; zeitlich begrenzt
erd(ge|bun[den: Adj. a) n. stg. (Pflanze)
an die Erde gebunden; Erde benöti¬
gend b) naturverbunden; heimatver¬
bunden
Erd|geist: der; -(e)s; -er (Mythologie)
fiktiver, in der Erde lebender Dämon
Erd|ge|achichjte: die; - ; - Entwicklung
der Erde
erd|ge|schicht|lich: Adj. n. stg. die Ent¬
wicklungsgeschichte) der Erde be¬
treffend
Erd|ge|schoB —> Erd|ge)schoss: das;
-geschosses; -geschosse/[ösicrr. wei¬
terhin] -ge|scho8: das; -es; -e ebener¬
dige Etage in einem Haus, Syn.:
[fremdsprl.] Parterre
Erd|hau|fen: der; -s; - Hügel, Haufen
aus aufgeworfener Erde
Erdjhöh|le: die; - ; -n unterirdische (in
die Erde gegrabene) Höhle (in der ein
Tier lebt)
Erd|hörn[chen: das; -s; - auf Bäumen
u. auf dem Boden lebendes Nagetier
mit einem buschigen Schwanz
End|hü|gel: der; -s; - Erhebung, Hügel
aus aufgeworfener Erde
Erd|hund: der; -(e)s; -e Hund, der bei
Jagden zur Aufstöberung von Tieren
in ihren Bauten eingesetzt wird
327
erdichten
er|dich|ten: erdichtest; erdichtetest; hast
erdichtet sich etw. ausdenken
Er|dich|tung: die; ~ ; -en 1 das Erdich¬
ten, Ausdenken von etw. 2 das Er¬
dichtete; Ergebnis des Erdichtens
erjdig: Adj. a) aus Erde bestehend b) mit
Erde bedeckt c) nach Erde schmek-
kend, riechend
Eid|in|ne|re: das; -n; - <Geologie> unter
der Erdkruste gelegene Schichten der
Erde
Erd|ka|bel: das; -s; - <Technik> unterir¬
disch verlegtes Kabel
Erd|kern: der; -(e)s - der innerste, me¬
tallische Kern der Erde
E(ti|kreis: der; -es; - [poet.] die gesamte
Erde .
Erd|kru|ste—*• Erd|krusjte: die; - ; - äu¬
ßerste, feste Schicht der Erde
Erd|krö|te: die; - ; -n häufigste einheimi¬
sche Krötenart
Erd|ku|gel: die; -; - die Erde als Planet
Erdjkun|de: die; ~ ; - Geographie; Wis¬
senschaft von der Erde als Planet
erd|kund|lich: Adj. n. stg. die Erdkunde
betreffend, ihr zuzuordnen
Erd|toch: das; -(e)s; -iöcher unterirdi¬
sche, in die Erde gegrabene Höhle
erd|ma|gne[tisch—» erd|ma|g|ne|tisch:
Adj. n. stg. den Magnetismus der Er¬
de betreffend, ihm zuzuordnen
Erd|ma|gne|tis|mus —» Erd|majg|ne|-
tisjmus: der; - ; - <Physik> der überall
auf der Erde wirkende Magnetismus
Erdjmänn|chen: das; -s; - 1 (Mytholo¬
gie) Kobold; Alraun 2 zu den
Schleichkatzen zählendes Tier, das im
Süden Afrikas lebt u. sich bei Gefahr
sichernd auf den Hinterbeinen auf¬
richtet
Erd]me|talfc das;-fejs; -e <Chemie> Me¬
tall, Element der dritten Hauptgrup¬
pe des Periodensystems, das in der Er¬
de enthalten ist
Erd|mit|tel(al|ter: das; -s; - (Geologie)
das Mesozoikum; Zeitraum vor 248
bis 98 Mio. Jahren
Erd|mitjtel|punl(t: der; -(e)s; - Mittel¬
punkt im Innern der Erde
erd|nah: Adj. erdnaher; erdnächste
(Astronomie) in der Nähe der Esde
befindlich
Erd|nä|he: die; ~ ; - (Astronomie) Be¬
reich in relativer Nähe der Erde; Peri¬
gäum
Erd|nuB —> Erd|nuss; die; - ; -nässe 1
Pflanze mit länglichen Hülsen, in de¬
nen sich 1 bis 2 stark ölhaltige, nu߬
ähnliche Samen befinden 2 a) Hülse
der Erdnuß (1) mit Samen b) Samen
der Erdnuß (1)
Erd|nuB|butjter —*• Erd|nuss|but|ter:
die; - ; - Brotaufstrich aus pürierten
Erdnüssen (2b)
Erd|ober(flä|che —*• Erd|o|ber)flä|che:
die; - ; - oberste Schicht der Erde
Eni\öl: das;-(e)s; - brennbarer, fettiger,
dickflüssiger, zumeist schwarzer
Rohstoff, der durch Bohrungen ge¬
fördert wird
—* Erdföl ex|porjtie|rend: s. erdölex¬
portierend
Erd|öl|che|mie: die; - ; - Petrolchemie;
chemischer Teilbereich, der sich mit
der Erdölverarbeitung beschäftigt
eijdolfchen: erdolchst; erdolchtest; hast
erdolcht eine Person mit einem spit¬
zen, scharfen Gegenstand, einem
Dolch erstechen
erd)öl|ex|por|tie|rend —> Erd|öl ex|por|-
tie|rend: Adj. n. stg. (Wirt.) Erdöl in
andere Staaten ausführend
Erd|öl(feld; das; -(e)s; -er Gebiet, in
dem nach Erdöl gebohrt wird, Erdöl
gefördert wird
Erd|ölfför(de[rung: die; - ; -en Bohrung
nach Erdöl; Pumpen des Erdöls an
die Erdoberfläche
Erd|öl|in|du|strie —» Erd|öl|in|du)s|t)rie:
die; - ; - Petrolindustrie als Teilbe¬
reich der chemischen Industrie
Erd|öl|lei|tung: die; - ; -en Rohr, Lei¬
tung, durch das/die das geförderte
Erdöl geleitet wird, Syn.: [fremdsprl.]
Pipeline
Erd|öl|preis: der; -es; -e Preis, den man
für (159 Liter = 1 Barrel) Erdöl be¬
zahlenmuß
Erdjöl|pro|dukfc das; -(e)s; -e Erzeug¬
nis, das mit Hilfe von Erdöl herge¬
stellt wird
Erd|öl|pro|duk|ti|on: die; - ; -en Förde¬
rung von Erdöl
£rd|öljraf|fi|ne|rie: die; - ; -nj-raffme-
rfcnj Unternehmen, das Erdöl zu
Treibstoffen u. Schmier- u. Heizölen
verarbeitet
Endföl|vor]kom|men: das; -s; - Existenz,
Vorrat von Erdöl in einem Gebiet
Erd|rauch: auchder; -es; - kleine Pflanze
mit traubenförmigen, roten Blüten,
die in der Volksmedizin zur Blutreini¬
gung verwendet wird
Erd|reich: das; -(e)s; - (Humus-)Boden
als Grundlage des Wachstums der
Pflanzen u. anderer Lebewesen
Erd|rin|de: die; - ; - Erdkruste; äußerste
Schicht der Erde
er)dröh|nen: erdröhnt; erdröhnte; ist er¬
dröhnt laut schallen, widerhallen
er|dro$|seln: erdrosselst; erdrosseltest;
hast erdrosselt durch Erwürgen um¬
bringen, töten
Er|dros|se|lung: die; - ; -en das Erdros¬
seln, Erwürgen
Erjdroß|lttng —> Er|dross|lung: die; - ;
-en das Erdrosseln, Erwürgen
Erd|ro|ta|ti|on: die; - ; -en Umdrehung
der Erde
erdrücken (er|drük[ken —*- erjdrüj-
cken): erdrückst; erdrücktest; hast er¬
drückt 1 jmdm. od. etw. durch Aus¬
übung starken Druckes töten 2
(übertr.) einen großen seelischen
Druck auf jmdn. ausüben »Sie er¬
drückte die Kinder fast mit ihrer
Liebe.« 3 einen sehr beherrschenden
Eindruck ausüben
Erd|rutsch: der; -(e)s; -e durch schwere
Regenfälle o. ä. plötzlich verursachte
Abwärtsbewegung von Erdmassen
Erd|sa|tel|lit: der; -en; -en (natürlicher
od. künstlicher) Himmelskörper, der
um die Erde kreist
Erdjschat|ten: der; -s; - Schatten, den
die Erde, von der Sonne beschienen,
auf den Mond wirft
Erdschicht: die; - ; -en a) Schicht aus
Erde b) (Geologie) einheitliche Abla¬
gerungsschicht
Erdjschlipf: der; -(e)s; -e [Schweiz.]
Erdrutsch; durch schwere Regenfälle
o. ä. plötzlich verursachte Abwärts¬
bewegung von Erdmassen
ErdjschluB —> Entschluss: der; Erd¬
schlusses; Erdschlüsse (Elektrot.) feh¬
lerhafte Verbindung eines
Stromkreises mit der Erde
Erdjschol|le: die; - ; -n a) Stück harter
Erdeb) Gebiet, das ein Bauer bearbei¬
tet
Erdjsicht: die; - ; -en (Qualität der)
Sicht auf die, zur Erde aus der Höhe,
z. B. aus einem Flugzeug
Erd|spalfte: die;, * ; -n Spalte, langge¬
streckte, tiefe Öffnung in der Erde
Erd|stoB: der; -es; -stoße plötzliche Er-
~ schütterung der Erdkruste
Erd|strö|me: die (PI.) (Physik) elektri¬
sche Ströme im Erdboden
Erd|teil: der;-(e)s; -e Kontinent
Erd|tra|bant: der; -en; -en natürlicher
od. künstlicher Erdsatellit
er|dul)den: erduldest; erduldetest; hast
erduldet etw. Unangenehmes über
sich ergehen lassen, mit Geduld ertra¬
gen
Er|dyl|dung: die; - ; -en (PI. s.) das Er¬
dulden, Ertragen von etw. Unange¬
nehmem
Erd|um|dre|hung: die; - ; -en das Dre¬
hen der Erde um die eigene Achse
Erd|um|fang: der; -(e)s; - Umfang der
Erde; Strecke um die Erde herum
EFd|um|krei|sung: die; - ; -en das Um¬
kreisen der Erde durch Satelliten o. ä.
Erd|um|lauf[bahn: die; - ; -en Umlauf¬
bahn eines Satelliten um die Erde
erd|um|span|nend: Adj. n. stg. auf der
gesamten Erdkugel
Erjdung: die; - ; -en (Physik; Technik) 1
o. PI. das Erden, Ableiten von Strom
o. ä.; Verbindung mit der Erde 2
Spannungsausgleich zwischen einer
elektrischen Anlage u. der Erdspan¬
nung
Erjdungs|lei|tung: die; - ; -en (Physik)
Leitung aus stromleitendem Materi¬
al, mit der ein technisches Gerät o. ä.
geerdet wird
Erd|ur|zeit: die; - ; - Archaikum
Erdjwachs: das; -es; - (Chemie) natürli¬
ches Paraffin; Ozokerit
Erd|wall: der; -(e)s; -e langgestreckte
Aufschüttung aus Erde
Erdjwärjme: die; -; - Wärme, Tempera¬
tur der Erde, die sich aus der Bestrah¬
lung der Sonne auf die Erde u. der
Wärme des Erdinneren zusammen¬
setzt
Erd|zeit|al|ter: das; -s; - (Geologie) Zeit¬
abschnitt in der Abfolge der geologi¬
schen Perioden
er)ei|fem, sich: ereiferst dich; ereifertest
dich; hast dich ereifert sich über etw.
aufregen; wütend, heftig werden
Erjei|fe|iting: die; - ; -en das Sicherei¬
fem; Sichaufregen
erje|g|nan, sich: ereignet sich; ereignete
sich; hat sich ereignet geschehen; sich
zutragen
Er|yig|nis: das; -ses; -se 1 a) (nicht all-
tägliche(sXr)) Geschehen, Vorfall b)
Besonderheit; Sensation 2 ein freudi¬
ges Ereignis: Geburt eines Kindes
er|eig|nis|los: Adj. n. stg. langweilig;
ohne außergewöhnliche Handlungen,
Vorfälle
er|ejg|nis|reich: Adj. ereignisreicher; er¬
eignisreichste voller Ereignisse, unge¬
wöhnlicher Handlungen, Vorfälle
328
erforschen
er|ei|len: ereilst; ereiltest; hast ereilt
[geh.] plötzlich, unerwartet gesche¬
hen, über jmdn. hereinbrechen
Erek|ti|on —» E|iek|tt|on: dato
/erekzion/ die; - ; -en <meist Penis>
Aufrichtung, Versteifung aufgrund
von Blutstauung bei mit Schwellkör-
pem versehenen Organen
Ere[mit —* E|re|mit: <gr.-lato der; -en;
-en 'weibl. Ere|mj|tin —»• E|re|mi)tin:
die; - ; -neu Einsiedlerin); Mensch,
der sich (aus religiöser Überzeugung)
von der Welt abgewandt hat u. ein
einsames Leben führt »Er lebte zwan¬
zig Jahre als Eremit im Wald.«
Ere|mi|tg)ge —E|rejmi|tajge: dat.-fro
/eremitaseh<e>/ die; - ; -n 1 Behausung
eines Einsiedlers 2 a) seit dem 18.
Jahrhundert betont schlichtes Land¬
haus in einem Park b) prunkvolles
Landhaus
erlerlben: ererbst; ererbtest; hast ererbt
etw. durch eine Erbschaft erhalten
er|erbt: Adj. n. stg. 1 durch eine Erb¬
schaft erhalten 2 genetisch von den
Vorfahren, Eltern übertragen
erejthisch —»■ e]relthisch: <gr.> Adj.
<Med.> krankhaft reizbar, erregbar
Ere|th]s|mus —» E|re|this|mus: <gro
der; ~ ; - <Med.> krankhafte Reizbar¬
keit
Erf.: Abk. 1 Erfahrung 2 Erfassung 3 a)
Erfindung b) Erfinderin) 4 Erfolg 5
Erfordernis 6 Erforschung
erf.: Abk. 1 erfahren 2 erfaßt 3 erfinde¬
risch 4 erfunden 5 erfolgt 6 erforder¬
lich 7 erforscht 8 erfüllt
er|fahr(bar: Adj. n. stg. so geartet, daß es
erkannt, erlebt, bewußt werden kann
er}fah|ren: Adj. kenntnisreich; versiert
»Sie ist eine erfahrene Lehrerin.«
er|fah|ren: erfährst; erfuhr(e)st; hast er¬
fahren 1 eine Information erhalten;
ein Erlebnis haben 2 etw. erleben, zu
spüren bekommen
Er(fah|ren|he)t: die; - ; - Zustand, in
dein jmd. viele Erfahrungen durch¬
lebt, Kenntnisse gesammelt hat
Erjfahjning: die; - ; -en 1 erworbenes'
(Welt-)Wissen »Er ist reich an Erfah¬
rungen.« 2 etw. in Erfahrung bringen:
etw. erkunden, erforschen
Er[fah|rungs|aus]tausch: der; -(e)s; -e
Gespräch o. ä., in dem Erfahrungen
mitgeteilt, ausgetauscht werden
Er|fah|rungs|be)richt: der; -(e)s; -e
schriftliches Dokument, in dem Er¬
fahrungen, Erlebnisse geschildert
werden
er|fah|rungs|ge|m8ft: Adv. auf Erfah¬
rungen beruhend; üblicherweise
Er(fah|rungs|kur|ve: die; - ; -n <Soziob
Kurvendiagramm, das den Erwerb
von Erfahrungen verdeutlicht
erjfah|rungs|mä)8ig: Adj. n. stg. auf Er¬
fahrungen beruhend
Erffah(rungs|me|di|zin: die; - ; - <Med.>
Heilkunde, Diagnostik u. Behand¬
lung, die auf Erfahrungen, Beobach¬
tungen aufbaut
Erffah|mngs{tat|sa|che: die; - ; -n Tat¬
bestand, der aufgrund von belegba¬
ren Erfahrungen bestätigt, angenom¬
men, vorausgesetzt werden kann
Ertfah|rungs|wert: der; -(e)s; -e Wert,
der aufgrund von Erfahrungen als
Durchschnittswert angenommen wer¬
den kann
Er|fah|rungs|wi8|sen|schaft: die; - ; -en
<Philosophie> auf Erfahrungen, Beob¬
achtungen basierende Wissenschaft
er|taB|bar —» er|fgss|ban Adj. a) (mit
den Händen) greifbar b) verständlich;
geistig aufzunehmen c) <EDV> in ei¬
nen Computer einzuspeichern
er|fas|sen: erfaßt; erfaßtest; hast erfaßt
alle Formen mit ss<— 1 mit der
Hand greifen 2 verstehen »das Pro¬
blem erfassen« 3 Besitz ergreifen
»Eine Sehnsucht erfaßte mich.« 4 sam¬
meln u. verzeichnen »Daten erfassen«
Er|fas|sung: die; - ; -en das Erfassen,
Anfassen, Aufnehmen, Verstehen
von etw.
ertdl.: Abk. 1 erfindlich 2 erforderlich
er[fech|ten: erfichtst; erfochtest; hast er¬
fochten durch Kampf zu etw., einem
positiven Ergebnis gelangen, kom¬
men
er|fin|den: erfindest; erfand(e)st; hast
erfunden 1 nach u. nach etw. Neues
entwickeln »ein neues Gerät erfinden«
2 sich ausdenken; etw., was nicht der
Wirklichkeit entspricht, schreiben od.
sagen
Erffinjder: der; -s; - weibl. Er[fin|de|rin:
die; - ; -nen Person, die etw. Neuarti¬
ges entwickelt »Graham Bell war der
Erfinder des ersten brauchbaren Tele¬
fons.«
Er|fjn|deijgeist: der; -(e)s; - Fähigkeit,
die Lösung theoretischer Probleme in
die Praxis umzusetzen
erffin|de|risch: Adj. 1 reich an Einfällen
zur praktischen Lösung von Proble¬
men 2 Not macht erfinderisch: unter
Druck, in einer Notsituation findet
man auch ungewöhnliche Lösungen
u. Auswege
Er|fin|dung: die; - ; -en etw. Neuartiges
als Lösung eines Problems, einer Fra¬
ge, Umsetzung einer Idee
Ertfin|dungs|ga|be: die; - ; -n Fähigkeit,
etw. erfinden zu können
Er)fin|dungs|kraft: die; - ; - Kraft, etw.
zu erdenken u. in die Praxis umzuset¬
zen
er[fin|dungs|raich: Adj. reich an Erfin¬
dungen, technischen Ideen
Er|fin|dungs|reieh|tum: der; -s; - Eigen¬
schaft, viele Ideen zu Problemlösun¬
gen zu haben
erjflglhen: erflehst; erflehtest; hast er¬
fleht [geh.] inständig um etw. bitten
er(flie|gen: erfliegst; erflog(e)st; hast
erflogen 1 etw. mit einem Flugzeug
besuchen, kennenlernen 2 etw. für,
durch seine Flugkünste erhalten, ge¬
winnen
Er|folg: der; -(e)s;-e 1 positives Ergeb¬
nis »Das Lied war ein großer Erfolg.«
2 von Erfolg gekrönt werden, sein:
zum Erfolg führen; erfolgreich abge¬
schlossen werden »Ihre Bemühungen
wurden von Erfolg gekrönt.« Ant.:
Mißerfolg
—» Erffolg verjspnejchend: s. erfolgver¬
sprechend
erifollgen: erfolgt; erfolgte; ist erfolgt
als Folge von etw. eintreten, gesche¬
hen
er|folg|ge|krönt: Adj. n. stg. mit Erfolg
abgeschlossen »Der Wettkampf war
für die Mannschaft erfolggekrönt.«
Er|foIg|ha|sche|rei: die; - ; -en übertrie¬
bene Sucht nach Erfolg
ertfgig|los: Adj. n. stg. ohne jeglichen
Erfolg; vergeblich
Er)fplg|lo|sig)keit: die; - ; - das Ausblei¬
ben von Erfolg
erJfolg|reich: Adj. mit, voller Erfolg
Eijfglgs|aus|sicht: die; - / -en Chance
auf einen Erfolg
Er|folgs|au|tor: der; -en; -en weibl. Er|-
folgs|au(to|rin: die; - ; -nen Person,
die mit Erfolg Bücher schreibt
Eijfolgs|beftei[li|gung: die; - ; -en <meist
Wirt.> Gewinn-, Kapital- od. Sub¬
stanzbeteiligung an einem erfolgrei¬
chen Projekt
Eijfolgs]bi|lanz: die; - ; -en <oft Wirt.> er¬
folgreiche Bilanz eines Unternehmens
o. ä.; Liste von Erfolgen
£r|fplgs|buctv. das; -(e)s; -bücher Buch,
das in großer Auflage verkauft wird
Er)fplgs|chan|ce: die; - ; -n Wahr¬
scheinlichkeit, Möglichkeit, daß man
einen Erfolg erzielt
Er|folgs|den|ken: das; -s; - stetiges Stre¬
ben nach Erfolg
Eijfolgs|eijleb|nis: das; -ses; -se positi¬
ves, das Selbstgefühl steigerndes Er¬
eignis
Er|folgs|ho|no|rar: das; -(e)s; -e Bezah¬
lung, die sich nach dem erzielten Er¬
folg richtet
Er|fgigsjkon)trol|le —*■ Er|fglgs|konlt|-
röijle: die; - ; -n (regelmäßige) Über¬
prüfung des Ergebnisses von etw.
Erjfolgs|kutjve: die; - ; -n <oft Wirt.>
Kurvendiagramm, das ein Geschäfts¬
ergebnis o. ä. graphisch darstellt
Er|fg!gs|nach|weis: der; -es; -e Doku¬
ment über einen erzielten Erfolg
eijfglgs|ori|en|tieTt —* ar|folgs|o|ri|en|-
tiert: Adj. erfolgsorientierter; erfolgs¬
orientierteste nur auf meßbare Erfolg
ausgerichtet
Er|folg6|prä|mie: die; - ; -n (Geld-)Ge-
schenk, das man für ein positives Er¬
gebnis erhält
Er|folgs|ro|man: der; -(e)s; -e erfolgrei¬
cher, vielverkaufter Roman
Er[folgs|schrift|stel|ler: der; -s; - weibl.
Er]fglgs|schrift|stel|l6|rin: die; - ; -nen
Schriftsteller(in), Autor(in), der/die
erfolgreiche Bücher, Bestseller
schreibt
erffglgs|si|chen Adj. sicheren Erfolg
versprechend
Er|fglgs|ztf1fer: die; - ; -n Zahl, die Er¬
folge, ein positives Ergebnis (prozen¬
tual) angibt
Eijfolgs|zwang: der; -(e)s; -zwänge
(von anderen Personen erzeugter)
Druck, Erfolg zu haben
erjfglgjverlspreijchend —» Erjfolg ver¬
sprechend: Adj. Ereignis, Vorgehen,
das Erfolg verspricht, erwarten läßt
er|fg(jder|lich: Adj. n. stg. für etw. not¬
wendig
erjforjdeijli|chentfalls: Adv. [amtssprl.]
falls notwendig »Erforderlichenfalls
muß ein neuer Antrag eingereicht wer¬
den.« -■
er|forjdern: erforderst; erfordertest; hast
erfordert etw. als notwendig voraus¬
setzen ■
Ertfpr|der|nis: das; -ses; -se wichtige
Voraussetzung; Notwendigkeit
er|fgi{schen: erforschst; erforschtest;
hast erforscht etw. einer genauen (wis¬
senschaftlichen) Untersuchung unter¬
ziehen
329
Erforscher
Exotischer: der; -s; - weibl. Er|fgri*
sche|rin: die; - ; -nett Person, die etw.
erforscht
Erforschung: die; ~ ; -en das Erfor¬
schen, Untersuchen von etw.
erfrajgen: erfragst; erfragtest; hast er¬
fragt eine Information o. ä. durch
Fragen erhalten
Erffra|gung: die; - ; -en das Fragen nach
einer Information; Erhalt einer Infor¬
mation durch Befragung vom jmdm.
erfreuten: erfreust; erfreutest; hast er¬
freut Glück, Freude bereiten
erfreuten, sich: erfreust dich; erfreutest
dich; hast dich erfreut über etw.
Glück, Freude empfinden »Er er¬
freute sich an ihrem frischen Ausse¬
hen.«
erfreullich: Adj. günstig; freudig; posi¬
tivzubeurteilen
erfreullllchertweilse: Adv. glücklicher¬
weise »Erfreulicherweise ist ihm bei
dem Unfall nichts passiert.«
erfnefen: erfrierst; erfror(e)st; bist er¬
froren 1 durch zu starke Kälteeinwir¬
kung u. daraus folgende Unterküh¬
lung des Körpers sterben 2 [ugs.] sehr
frieren »Ich erfriere (gleich), wenn du
den Ofen nicht anmachst.«
Erfrierung: die; ~ ; -en Schädigung (ei¬
nes Körperteils) durch übermäßige
Kälteeinwirkung
Er|frie|rungs)tod: der; ~(e)s; -e Tod, der
durch Erfrieren, starke Kälteeinwir¬
kungeintritt
erfrijschen: erfrischt; erfrischte; hat
erfrischt jmdm., einer Sache o. ä. neu¬
en Schwung, Frische geben
erfiDschen, sich: erfrischst dich; er¬
frischtest dich; hast dich erfrischt a)
sich durch Wasser o. ä. abkühlen b)
(verhüll.] sich waschen
Erfri|schung: die; ~; -en 1 a) kühles Ge¬
tränk b) Dusche od. Bad, die/dasman
nimmt 2 <übertr.> positive Abwechs¬
lung
Erfri|schungs|gefränk: das; -(e)s; -e
kaltes Getränk, das der Erfrischung
dient
Erffri|schungs|raum: der; -(e)s; -räume
1 Zimmer, in dem man Getränke u.
kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen
kann 2 [selten] Wasch- u. Toiletten¬
raum
Erfri|schungs|tuch: das; -(e)s; -tiicher
in parfumhaltige Flüssigkeit o. ä. ge¬
tauchtes, luftdicht verpacktes Papier¬
tuch, das zur Erfrischung dient
erfühlten: erfühlst; erfühltest; hast er¬
fühlt 1 etw. mit den Händen ertasten 2
etw. emotional, mit dem Gefühl er¬
fassen
erfpll|ban Adj. n. stg. zu erfüllen, befrie¬
digen; einlösbar
erfüllten: erfüllst; erfülltest; hast erfüllt
1 sich in einem Raum ausbreiten »Der
Flieder erfüllte das ganze Zimmer mit
seinem Duft.« 2 emotional ergriffen
sein, machen 3 einer Forderung voll
entsprechend eintreffen; wahr wer¬
den 5 <Math.; Gleichung> aufgehen
Erfüllt|heit: die; - ; - innere Zufrieden¬
heit
Erfül|lung: die; - ; -en 1 innere Zufrie¬
denheit 2 das Wahrwerden, die Reali¬
sierung eine Sache
Erfül|lungs|ge|hilfe: der; -n; -n weibl.
Erjfül|lungs|ge|hilfin: die; - ; -nen
<Rechtsw.) Person, die für einen ande¬
ren eine Leistung erbringt
Er|fül|tungs|ort: der;-(e)s; -e <Rechtsw.>
Ort, an dem eine Leistung o. ä. er¬
bracht werden soll, ein diesbezügli¬
ches Gerichtsverfahren angestrengt
werden muß
erjfunjden: Adj. n. stg. von jmdm. er¬
dacht »Der berühmte Detektiv Sher-
lock Holmes ist eine erfundene Figur.«
ERG: Abk. Elektroretinogramm = Ge¬
rät zur Prüfung der Sehfahigkeit
Erg.: Abk. 1 Ergänzung 2 Ergebnis 3 Er¬
guß 4 Ergiebigkeit
erg.: Abk. 1 a) ergänze! b) ergänzend c)
ergänzt 2 ergiebig
Erg.-Bd.: Abk. Ergänzungsband = er¬
gänzendes Buch, Lexikon mit zusätz-
liehen Informationen
erjg§n|zen: ergänzt; ergänztest; hast er¬
gänzt eine Sache vervollständigen;
etw. zu etw. hinzufügen
er1gän|zen, sich: ergänzt euch; ergänztet
euch; habt euch ergänzt durch Eigen¬
schaften u. Fähigkeiten des jeweils
anderen einen Ausgleich, eine Steige¬
rung erhalten, Syn.: einander ergän¬
zen
Er|gün|zung: die; - / -en Hinzufügung;
zusätzliche Information
Er|gän|zungs|ab|gafbe: die; - ; -n <Steu-
en zeitlich begrenzte Abgabe
Er|gän|zungs|band: der; -(e)s; -bände
Buch, das Nachträge o. ä. zu einem
mehrbändigem Werk enthält
erjgatfern: ergatterst; ergattertest; hast
ergattert [ugs.] etw. mit viel Geschick
erhalten
erlgaulnern: ergaunerst; ergaunertest;
hast ergaunert [ugs.] etw. durch betrü¬
gerisches Verhalten bekommen
Ergeb.: Abk. Ergebnis
er|ge|ben, sich: ergibst dich; ergab(e)st
dich; hast dich ergeben 1 als Ergebnis
herauskommen 2 [geh.] sich etw. od.
jmdm. widmen, hingeben 3 a) ohne
Widerstand einen Kampf aufgeben b)
sich mit etw. abfinden
Er|ge|benjheit: die; - ; -en a) Demut b)
Loyalität gegenüber einem Höherge¬
stellten
Eijge|ben|heits|adres|se —* Er|ge|-
ben|heits|a|d|res|se : die; - ; -n an
eine (hochgestellte) Persönlichkeit ge¬
richtetes Schreiben (od. eine Hand¬
lung), mit dem/der man seine Erge¬
benheit kundtut
Er|geb|nis: das; -ses; -se a) sich aus etw.
ergebende(s) Folge, Resultat »Das
Spiel war zwar schlecht, aber das Er¬
gebnis war gut.« b) Lösung einer Auf¬
gabe, z. B. einer Rechenaufgabe
er|geb|nis|los: Adj. n. stg. ohne ein (po¬
sitives) Ergebnis
erfgeb|nis|reich: Adj. reich an Resulta¬
ten; erfolgreich (abgeschlossen)
Erjge|bung: die; - ; - [geh.] Einstellung
des Widerstandes
er|ge|bungs|voll: Adj. voller Demut, Er¬
gebung
eijgejhen: ergeht; erging; ist ergangen 1
aussenden; erlassen »ein Befehl, ein
Erlaß ergeht« 2 + es jmd. geschehen,
zustoßen » Wie ist es Ihnen ergangen?«
3 etw. über sich ergehen lassen: etw.
ohne Widerstand erdulden
eijgefien, sich: ergehst sich; ergin-
g(e)st dich; hast dich ergangen 1
[geh.; veralt.] spazieren gehen »In der
Pause ergingen sich die Zuschauer im
Foyer.« 2 [geh.; iron.] viele (große)
Worte machen »sich in Ausreden
(über etw.) ergehen«
£ijwii|gung: die; - ; -en Nachdenken
über, Inbetrachtziehen von etw., um
Positives u. Negatives abzuwägen
er|gte]big: Adj. 1 lange anhaltend, aus¬
reichend 2 viel (landwirtschaftlichen)
Ertrag bringend 3 <übertr.> fruchtbar,
ertragreich u. Erfolg mit sich brin¬
gend »ein ergiebiges Gespräch«
Eijg|e|big|keit: die; - ; - hoher nutzbarer
Ertrag, Inhalt von etw.
er|gie|ßen: ergießt; ergoß; hat ergossen
—>alle Vergangenheitsformen mit
ss<— <Wasser, Licht u. ä.> entsen¬
den; verbreiten; verlagern
eijgte|ßen, sich: ergießt sich; ergoß sich;
hat sich ergossen —>alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— in einer großen
Menge fließen
er|glän|zen: erglänzt; erglänzte; ist
erglänzt erstrahlen; anfangen zu glän¬
zen
er|gl|m|men: erglimmt; erglomm; ist er¬
glommen [poet.] anfangen zu glim¬
men, brennen
er|glü]hen: erglühst; erglühtest; bist er¬
glüht a) anfangen zu glimmen, glühen
b) <Mensch> vor Aufregung o. ä. rot
werden
er|go: dato Adv, [geh.] folglich; also »Du
willst nicht, ergo bleibst du zu Hause.«
Er|go|graph —> auch Er[go|graf: dato
der; -s; -en <Med.> Gerät zur Messung
der Muskeltätigkeit
Er|go|me|ten dato das; -s; - <Med.> Ge¬
rät zur Messung der Leistungsfähig¬
keit des menschlichen Organismus
Erjgo|no|m|e: dat.-engh die; - ; - Wis¬
senschaft, die sich mit der Belastbar¬
keit des menschlichen Organismus
beschäftigt, Syn.: Ergonomik
Er|go|no|mik: dat.-engh die; - ; - Wis¬
senschaft, die sich mit der Belastbar¬
keit des menschlichen Organismus
beschäftigt, Syn.: Ergonomie
Er|go]ste|nn —> Er)gosfte|rin: tgr.-fr.>
das; -s;'- <Med-> Vorstufe des Vit¬
amins D
Er|go|ta|min: <gr.-fr.> das; -s; - <Med.>
Mutterkornalkaloid, das bei der Ge¬
burtshilfe verwendet wird
Er[go|the|ra|pje: <gr.> die; - ; -n mit Ar¬
beitstherapie erweiterte Beschäfti¬
gungstherapie
Er|go|tjs|mus: <gr.> der; - ; - <Med.> Ver¬
giftung durch einen Getreideparasi¬
ten; Mutterkomvergiftung
®rfc|öt|zen: ergötzt; ergötztest; hast er¬
götzt jmdn. mit etw. erfreuen
er|göt|zen, sich: ergötzt dich; ergötztest
dich; hast dich ergötzt [meist abwert.]
sich an etw. (schadenfroh) erfreuen
»Die Zuschauer ergötzten sich an dem
Schauspiel.«
er|götz|lich: Adj. Vergnügen, Entzük-
ken bereitend »Es war ein ergötzlicher
Anblick.«
Erjgötz|lich|keib die; - ; -en [geh.] Ver¬
gnügen; Spaß
Er|göt|zung: die; ~ ; -en [geh.] (erzieltes)
Vergnügen
erlgraulen: ergraust; ergrautest; bist er¬
graut a) graue Haare bekommen b)
330
Erholungsheim
<übertr.> altern »Sie ist in den letzten
Jahren völlig ergraut.«
er|grei(fen; ergreifst; ergriff(e)st; hast
ergriffen 1 mit der Hand fassen, neh¬
men »Er ergriff ihre Hand.« 2 jmdn.
(eine(n) Verbrecher(in)) finden u. ver¬
haften, gefangennehmen »Sie haben
den Dieb ergriffen.« 3 etw. beginnen,
in Angriff nehmen »die Macht
ergreifen« 4 von einem Gefühl über¬
wältigt werden »Sie wurde von Angst
ergriffen.«
Erfgreljfung: die; -; -en 1 das Greifen ei¬
nes Gegenstandes 2.Festnahme eines
Verbrechers o. ä. 3 Übernahme einer
(führenden) Position o. ä.
er|grit)fen: Adj. innerlich stark gerührt;
sehr bewegt »Sie war ergriffen von
dem Erlebnis.«
Er|grif|fen|heit: die; - ; - Gemütsrüh¬
rung; sentimentale, emotionale Be¬
troffenheit
er|grjm|men: ergrimmst; ergrimmtest;
bist/hast ergrimmt a) bist wütend, är¬
gerlich werden »Er ergrimmte bei der
schamlosen Lüge.« b) hast wütend, är¬
gerlich machen
er|gründ|bar Adj. n. stg. durch Erfor¬
schung, Erlangung von Kenntnissen
zu verstehen
er|grün|den: ergründest; ergründetest;
hast ergründet die Ursachen für etw.
feststellen; etw. versuchen herauszu-
ßnden
Eijgrün|dung: die; - ; -en Erforschung
von Ursachen
ErjguB —* Erfguss: der; Ergusses; Er¬
güsse 1 «Med.) Ausströmen von Kör¬
perflüssigkeiten in einem Schwall auf¬
grund einer Aufstauung in den
Weichteilen des Körpers 2 <Geologie>
Ausfluß von heißer Lava 3 stürmi¬
scher Ausbruch von Emotionen
erb.: Abk. 1 a) erhalten b) erhältlich 2 er¬
hitzt 3 erhöht 4 erholt
er|ha|ben: Adj. 1 erhöht; aus einer Flä¬
che, Platte hervorstehend 2 <übertr.>
würdevoll »ein erhabener Moment« 3
«übertr.) a) hochmütig »ein erhabener
Blick« b) über etw. stehend »Sie war
über die Anschuldigungen erhaben.«
Er|h§|ben|heit: die; - , -en 1 Erhöhung,
Erhebung des Bodens 2 o. PL a) Wür¬
de; Hoheit b) Überlegenheit
Er|halt: der;-(e)s; -1 Empfang von etw,
(z. B. eines Briefes o. ä.) 2 Bewahrung
von etw. in seiner Existenz, Art
er|hgl|ten: erhältst; erhielt(e)st; hast er¬
halten 1 etw. bekommen, empfangen
»Sie erhielt einen Brief.« 2 pflegen; in
einem bestimmten Zustand bewah¬
ren; nicht verändern »die Natur
erhalten« 3 ernähren »Kann er eine so
große Familie erhalten?«
Er|hal|ter: der; -s; - weibl, Er|hal|te|rin:
die; - ; -nen Person, die etw., jmdn.
durch ihre Hilfe unterstützt u. somit
am Leben, existent erhält
er|hätt|lich: Adj. n. stg. lieferbar; mög¬
lich zu bekommen
£r|hal|tung: die; - ; -en (PI. s.) Bewah¬
rung, Sicherung des Bestehenbleibens
von etw.
Er|hal|tungs|ko|sten —> Er]hal|tungs|-
kosjten: die (PL) Geldsumme, Ko¬
sten, die fiir die Erhaltung, Bewah¬
rung von etw. erforderlich sind
Er|hal|tungs|trieb: der; -(e)s; -e In¬
stinkt, der die Selbsterhaltung steuert
er|hal|tungs|wür|dig: Adj. so wertvoll,
daß es erhalten werden sollte
Er|hal|tungs|zu|stand: der; -(e)s; - qua¬
litativer Zustand, in dem sich eine Sa¬
che befindet
er|hanjdeln; erhandelst; erhandeltest;
hast erhandelt a) etw. durch Handeln
erwerben b) aushandeln
«r|hän|gen: erhängst; erhängtest; hast
erhängt jmdn. töten, indem man ihn
(am Galgen) aufhängt, mit einem Seil
erdrosselt
erjhän|gen, sich: erhängt sich; erhängte
sich; hat sich erhängt Selbstmord
durch Erdrosseln an einem Seil o. ä.
begehen
er|hjjr|ten: erhärtest; erhärtetest; hast
erhärtet 1 [selten] härter, hart machen
2 <übertr.> immer klarer, eindeutiger
werden lassen
erjhärjten, sich: erhärtet sich; erhärtete
sich; hat sich erhärtet immer eindeuti¬
ger werden
Er|häijtung: die; • ; -en 1 das Härten ei¬
nes Materials 2 Bekräftigung eines
Argumentes o. ä.
er|ha|schen: erhaschst; erhaschtest; hast
erhascht 1 etw. schnell ergreifen 2 etw.
im letzten Moment wahmehmen »Er
konnte gerade noch einen Blick erha¬
schen.«
erjhejben: erhebst; erhob(e)st; hast er¬
hoben 1 a) hochheben »Laßt uns die
Gläser auf sein Wohl erheben!« b)
[geh.] von etw. erbaut sein »Sie waren
von der Predigt erhoben.« 2 a) eine
quantitative (soziologische, statisti¬
sche) Untersuchung durchführen u.
etw. errechnen b) errechnen u. ein¬
nehmen »die Steuern erheben« 3
<übertr.> eine überragende Position
zuweisen
erjhe|ben, sich: erhebst dich; erhob(e)st
dich; hast dich erhoben 1 a) von etw.
aufstehen b) in die Höhe steigen c) in
die Höhe ragen 2 a) eine räumlich hö¬
here Position einnehmen b) <übertr.>
eine überragende Position einnehmen
er|hejbend: Adj. positive, feierliche Ge¬
fühle hervorrufend »Es war ein erhe¬
bendes Gefühl, als wir die Bühne betra¬
ten.«
erjheb|lich: Adj. sehr wichtig; von gro¬
ßer Bedeutung; gewaltig »ein erhebli¬
cher Unterschied« Ant.: unerheblich
Er|he|bung: die; -; -en 1 etw., was höher
als der Rest ist (wie z. B. ein Hügel,
Berg, eine Anhöhe) 2 Untersuchung,
Umfrage, Nachforschung über etw.,
zu einer Frage »eine Erhebung von
Daten« 3 «meist Pol.> Rebellion, Auf¬
stand gegen soziale, politische Ver¬
hältnisse od. eine Person 4 [selten] fei¬
erliche, gehobene Stimmung
Er]he]bunga|veijfah|ren: das; -s; -
«Math.; Sozio!.) Verfahren, nach dem
etw. erhoben, errechnet wird
Erjhe|bungs|zeit|raum: der; -(e)s; -Zeit¬
räume «Math.; Soziob Zeitraum, in
dem Daten o. ä. gesammelt, erhoben
werden
er]hei|ra|ten: erheiratest; erheiratetest;
hast erheiratet etw. durch eine Heirat
erhalten
er|hei|schen: erheischst; erheischtest;
hast erheischt etw. von jmdm. bekom¬
men, fordern
er|hei|tem: erheiterst; erheitertest; hast
erheitert jmdn. unterhalten, belusti¬
gen
Er|heijte|n>ng: die; - ; -en (etw. zur) Be¬
lustigung
er|hel|len: erhellst; erhelltest; hast er¬
hellt 1 heller machen »Viele Kerzen er¬
hellten den Raum.« 2 «übertr.) klarer,
durchschaubarer machen »Diese In¬
formationen erhellten das Geschehen
für mich.« Ant.: verdunkeln
erlheulcheln: erheuchelst; erheucheltest;
hast erheuchelt etw. durch Lügen er¬
reichen, bekommen
er|hit|zen: erhitzt; erhitztest; hast erhitzt
etw. stark erwärmen, heiß machen
» Wasser erhitzen«
Er]hg]ben|sein: das; -s; - [geh.] extrem
feierliche Stimmung
er[hof|fen: erhoffst; erhofftest; hast er¬
hofft wünschen, erwarten, aber nicht
wissen, ob es eintreffen wird
er[höjhen: erhöhst; erhöhtest; hast er¬
höht 1 a) höher machen; aufstocken
»Das Gebäude wird um ein Stockwerk
erhöht.« b) «übertr.t auf einen höheren
Stand bringen »Die Renten werden
nur wenig erhöht.« c) «Musik) um ei¬
nen Halbton od. Ton höher machen 2
«Temperatur) wärmer werden, ma¬
chen 3 im Rang steigen (lassen) 4 Wer
sich selbst erhöht, der wird ernied¬
rigt, u. wer sich selbst erniedrigt, der
soll erhöht werden: «Bibelzitat; Jesus
Christus im Evangelium des Matt¬
häus) wer stolz ist, sich über andere
stellt, soll fallen, gestürzt, gestraft
werden; wer demütig, bescheiden ist,
soll belohnt werden
Er[hö|hung: die; - ; -en 1 a) räumliche
Anhebung, Aufstockung b) «übertr.)
Anhebung, Steigerung von etw. 2 An¬
höhe (in einem flachen Gebiet) 3
[geh.] Erhebung in einen höheren
Rang, Status
Er[hq|hungs|zei|chen: das; -s; - «Mu¬
sik) Vorzeichen, Kreuz, das den dar¬
auffolgenden Ton um einen Halbton
erhöht
erjhojlen, sich: erholst dich; erholtest
dich; hast dich erholt a) nach Anstren¬
gungen, Krankheit, den Körper rege¬
nerieren; wieder in den alten Zustand
kommen »Sie erholte sich nach der
Operation nur langsam.« b) «Wirt.)
sich nach einem (wirtschaftlichen)
Einbruch wieder besser stehen, den
alten Zustand erreichen
er|hgi|sam: Adj. der Erholung förder¬
lich; zur Wiedererlangung der Kräfte
geeignet, angenehm
Er|ho|lung: die; - ; -en das Entspannen
von, zum Wohle von Körper u. Geist
Er[ho|lungs|auf[ent|hatt: der; -(ejs; -e
Aufenthalt (an einem Ferienort o. ä.),
der ausschließlich der Erholung, Ent¬
spannungdient
er|ho|lungs|be|dürf|tig: Adj. Entspan¬
nung benötigend; erschöpft
Er|ho|lungs|ge|biet: das;-fe )s; -e Land¬
schaft, Gebiet, in der/dem man sich
gut entspannen kann -
Er|hg|lungs|heim: das; -(e)s; -e Ferien¬
heim od. Sanatorium, in dem man sei¬
nen Urlaub, seine Rekonvaleszenz
331
Erholungsort
verbringen u. wieder zu Kräften kom¬
men kann
Er|ho|lungs|ort: der; -(e)s; -e Urlaubs¬
ort, in dem man sich erholen kann
Erjhgjlungs|paufse: die; - ; -n Unterbre¬
chung einer Tätigkeit, Pause, in der
man sich kurzfristig entspannen kann
Er|hg|lungs|rei|se: die; - / -n Urlaubsrei¬
se, die (ausschließlich) der Erholung
dienen soll
Er|ho|lungs|ur|laub: der; -(e)s; -e Ur¬
laub, der ausschließlich der Erholung
dienen soll
Eijhojlungs|wert: der; -(e)s; -e Quali¬
tätsmaß, das die mögliche Erholung
an einem Ort signalisiert
Eijhgjlungs|zeit: die; - ; -en Zeitraum,
in dem man sich entspannen u. ausru¬
hen soll
Er]hojlungs|zen|trum —> Er|ho]lungs|-
zen|tjrum: das; -s; -Zentren {Ferien-)
Anlage mit verschiedenen Kur- u.
Freizeiteinrichtungen in ruhiger Lage
u. guter Luft
etjhö|ren: erhörst; erhörtest; hast erhört
a) den Wunsch einer Person anhören,
erfüllen b) [veralt.] einen Heiratsan¬
trag annehmen
Er|hö|rung: die; -; -en a) Erfüllung eines
Wunsches b) Annahme eines Heirats¬
antrages
eri|g|ejren —» e|ri|gie|ren: <lat.> erigiert;
erigierte; hat erigiert <Med.; Penis>
sich versteifen
Eri|ka|ge|wächs —> E|ri|kajge|wächs:
das; -es; -e Heidekrautgewächs (meist
mit rötlichen od. weißen Blüten)
er)n|nern: erinnerst; erinnertest; hast
erinnert a) jmdn. dazu bringen, an
etw. od. jmdn. zu denken, es nicht zu
vergessen b) als ähnlich wahrgenom¬
men werden; eine Erinnerung wach¬
rufen
er|in|nern, sich: erinnerst dich; erinner¬
test dich; hast dich erinnert sich etw.
Vergangenes ins Gedächtnis rufen
Erjin|nejrung: die; ~ ; -en 1 a) o. PL Fä¬
higkeit, längere Zeit zurückliegendes
Geschehen od. Personen im Gedächt¬
nis zu bewahren u. sich ins Bewußt¬
sein zurückzurufen »Die Erinnerung
an meinen 18. Geburtstag ist schön.«
b) ö. PL Gesamtheit von Eindrücken,
die im Gedächtnis bewahrt bleiben 2
o. PL Andenken »Zur Erinnerung an
den Urlaub habe ich viele Fotos
gemacht.« 3 Eindruck, der im Ge¬
dächtnis bewahrt ist 4 PL <meist Lite-
raturwiss.> Aufzeichnungen eigener
Erlebnisse, Syn.: <4> Memoiren 5 sich
in Erinnerung bringen: jmdn. an sich
(wegen eines erhofften Vorteils) erin¬
nern (wollen) »Mit der Karte aus dem
Urlaub wollten sie sich in Erinnerung
bringen.« 6 sich etw. in Erinnerung
bringen: an etw. denken; sich an etw.
gewollt, mühsam erinnern
Er|infne|rungs|bild: das; -(e)s; -er Foto
o. ä., das Erinnerungen aufkommen
läßt
Erjjn|ne|rungs|hil|fe: die; ~; -n Gedächt¬
nisstütze, durch die man an etw. erin¬
nert werden soll
Er|in|ne|rungs|liicke (Er|in|ne|rungs|-
lük|ke —* Erjinlnejrungs|lü|cke): die;
- ; -n etw. Erlebtes, an das man sich
nicht mehr (in allen Einzelheiten) er¬
innern kann; Mangel an Erinnerungs¬
vermögen in bezug auf etw.
Er|injne|rungs|schrei|ben: das; -s; -
Brief, der an etw. erinnern soll, etw.
ins Gedächtnis ruft
Er|in|ne|rungs|stat)te: die; - ; -n Ort, der
an etw. Besonderes erinnert, Syn.:
Gedenkstätte
Er|in|ne|rungs|stück: das; -(e)s; -eetw.,
was jmdn. an bestimmte Ereignisse
erinnert
Er|in|ne|rungs|wert der; -(e)s; -e ideel¬
ler Wert eines Gegenstandes für
jmdn., mit dem man Erlebnisse o. ä.
verbindet
er|ja|gen: erjagst; erjagtest; hast erjagt
a) etw. nach einer Verfolgung, Jagd
erlegen b) [ugs.) etw. durch große An¬
strengung o. ä. erreichen, erlangen
ERK: Abk. Evangelisch Reformierte
Kirche
Erk.: Abk. 1 Erkältung 2 Erkenntnis 3
Erkennung 4 Erker 5 Erkundigung
erk.: Abk. 1 erkaltet 2 erkältet 3 a) er¬
kannt b) erkenntlich 4 erkundet 5 er¬
kundigt
er|kal|ten: erkaltet; erkaltete; ist erkal¬
tet sich abkühlen; kalt werden
er|käl|ten, sich: erkältest dich; erkälte¬
test dich; hast dich erkältet <Med.> sich
(durch Unterkühlung) eine Infektion,
zumeist mit Husten, Schnupfen, Fie¬
berzuziehen Syn.: (sich) verkühlen
Er|kal|tung: die; - ; -en das Abkühlen
von etw.
Erjkal|tung: die; - ; -en <Med.> Infektion
(infolge einer Unterkühlung), die sich
zumeist durch Halsschmerzen,
Schnupfen u. Husten äußert
Er|käl|tungs|gejfahn die; - ; -en Um¬
stände, die eine Erkältung begünsti¬
gen »Die Erkältungsgefahr ist im
Herbst besonders groß.«
Er|käl|tungs|krank|heit: die; - ; -en mit
Halsschmerzen, Schnupfen, Husten
o. ä. verbundene Infektion
er]kämp|fen: erkämpfst; erkämpftest;
hast erkämpft durch Mühe u. starke
Aktivität erreichen
erlkaulfen: erkaufst; erkauftest; hast
erkauft 1 etw. durch Geld (anstatt
durch Arbeit) erreichen, bekommen 2
durch Hartnäckigkeit u. Opfer errin¬
gen »Der Sieg wurde mit großen Ent¬
behrungen u. Opfern erkauft.«
Erkd.: Abk. Erkundigung
mjkecken (er]kek|ken —» erjkejcken),
sich: erkeckst dich; erkeckfest dich;
hast dich erkeckt [veralt.] sich etw.
herausnehmen, was einem eigentlich
nicht zusteht; sich erdreisten
er|kenn[bar. Adj. n. stg. wahrnehmbar
Eijkenn|baijkeit: die; - ; -en Wahr¬
nehmbarkeit von etw.
er|ken|nen: erkennst; erkanntest; hast
erkannt 1 etw. od. jmdn. deutlich
wahrnehmen »Die Kathedrale ist
schon von weitem zu erkennen.« 2 etw.
od. jmdn. identifizieren aufgrund von
Merkmalen 3 (meist Rechtsw.> urtei¬
len; ein Urteil sprechen »Das Gericht
erkannte auf schuldig.« 4 a) etw. ver¬
stehen, durchschauen »Erst nach vie¬
len Jahren erkannte er seine Schuld.«
b) richtig einschätzen »ln der Not er¬
kennt man seine wahren Freunde.«
erjkenntjlich: Adj. in der Wendung jmd.
zeigt sich für etw. erkenntlich: jmd.
bedankt sich für etw. (mit einem Ge¬
schenk o. ä.)
Eijkennt|lich|keit: die; - ; -en a) o. PL
etw., womit sich jmd. erkenntlich,
dankbar für etw. zeigt b) Dankbar¬
keit, die damit verbunden ist, jmdm.
etw. Gutes zu vergelten
Er|kennt|nis: die; - ; -se Einsicht auf¬
grund von Beobachtung, Forschung
u. geistiger Verarbeitung
Er|kennt|nis|fä|hig|keit: die; - ; - Fähig¬
keit, etw. einzusehen, verstandesmä¬
ßig zu erfassen
Erfkennt|nis|kri|tik: die; - ; - (Philoso¬
phier Teilbereich der Erkenntnistheo¬
rie, in dem die Voraussetzungen von
Erkenntnis u. Wissen untersucht wer¬
den
Er|kennt|nis[leh|re: die; ~ ; - (Philoso¬
phier Erkenntnistheorie
Er|kennt|nis|pro|zeB —»■ Er|kenntjnis|-
pro|zess: der; -prozesses; -prozesse
Entwicklungsphase, in der eine Er¬
kenntnis, das Verstehen eines Zusam¬
menhangs einsetzt
erjkennt|nis|theo|re|tisch —> er|kennt|-
nis|the|o|re|tisch: Adj. n. stg. (Philo¬
sophier auf der Erkenntnistheorie be¬
ruhend
Er|kennt|nis|theo|rie —* Er|kennt|nis|-
the|o|rie: die; - ; -n (Philosophier Teil¬
bereich der Philosophie, in dem die
Grundlagen der wissenschaftlichen
Erkenntnis untersucht werden
Er|ken|nung: die; - ; -en 1 Identifikati¬
on, gedankliche Einordnung von
etw., jmdm. 2 a) Maßnahmen zur
Identifikation eines Verdächtigen
(auf der Basis der polizeilichen Kar¬
teien) b) kurz für polizeilicher Erken¬
nungsdienst = Abteilung einer Poli¬
zeibehörde, die sich mit (a) beschäf¬
tigt
Er|ken|nungs]dienst: der; -(e)s; -e Ab¬
teilung der (Kriminal-)Polizei, die an
der Identifikation von Toten, Verbre¬
chern o. ä. arbeitet
Er|ken|nungs|mar|ke: die; - ; -n a) Iden¬
titätsmarke, die jeder Soldat bei sich
führen muß b) Dienstmarke, Abzei¬
chen eines Polizisten, mit der er sich
ausweisen kann c) Identitätsmarke
für Hunde; Hundemarke, Syn.: (a; b>
[ugs.] Hundemarke
Er|ken|nungs|me|lo|die: die; - ; -n Mu¬
sikstück (meist ohne Text), an dem
man eine bestimmte Radio- od. Fern¬
sehserie wiedererkennt, Syn.:
[fremdsprl.] Trailer
Er|ken|nungs|zei|chen: das; -s; - Merk¬
mal, an dem man etw. od. jmdn. (wie-
der-)erkennt
Er|ker: (/r.> der; -s; - mit Fenstern ge¬
schlossener Vorsprung an der Fassa¬
de od. Ecke eines Gebäudes
Er|ker|fen|ster —> Er|ker|fenslter das;
-s; ~ Fenster in einem (geschlossenen)
Vorbau, Vorsprung eines Gebäudes
Eijker|zim|mer: das; -s; ~ Zimmer mit
einem Erker
erjkläijbar: Adj. n. stg. verständlich zu
erläutern
Erjklär|bar|keit: die; * ; - Fähigkeit, ver¬
ständlich, verstehbar, nachvollzieh¬
bar gemacht zu werden
eijklä|ren: erklärst; erklärtest; hast er¬
klärt 1 einer Person etw. in Einzelhei¬
ten aufzeigen u. klarmachen »Der
332
erleichtern
Lehrer erklärte den Schülern die
Mathematikaufgabe.« 2 a) deuten
»Ich konnte sein Verhalten nicht
erklären.« b) begründen »Ich mußte
meine Verspätung erklären.« 3 (öf¬
fentlich) mitteilen 4 seinen Rücktritt
erklären: zurücktreten; öffentlich den
Rücktritt von einer Position, einem
Amt verkünden 5 den Krieg erklären:
einen Krieg offiziell beginnen 6 sich
einverstanden erklären: seine Zu¬
stimmung zu etw. verkünden; etw. zu¬
stimmen 7 sich bereit erklären: seine
Bereitschaft zu etw. od. etw, zu tun,
zu übernehmen verkünden; bereit
sein, etw. zu tun, zu übernehmen
erfklärjlich: Adj. n. stg. verständlich;
einzusehen; verständliche Gründe ha¬
bend
er|klärfti|cherjwei|se: Adv. aus verständ¬
lichen Gründen
eriklärt: Adj. n. stg. a) offenkundig; of¬
fensichtlich; von jmdm. so bezeichnet
b) bekennend; sich als etw. bezeich¬
nend »Sie ist eine erklärter Vegetarie¬
rin.«
eiiklär|terjma|Ben: Adv. etw. ausdrück¬
lich betont habend
er|klärfteiiwei|se: Adv. etw. ausdrück¬
lich betont habend
Er|klä|ning: die; - ; -en 1 das Deuten,
Darlegen von Zusammenhängen o. ä.
2 offizielle Stellungnahme (einer Be¬
hörde o. ä.)
er|kleck|lich: Adj. recht groß, bedeu¬
tend
£r]klet|te|rimg: die; - ; -en Besteigung
eines Berges o. ä.
er|klim|men: erklimmst; erklomm(e)st;
hast erklommen [geh.] einen Berg o. ä.
hinaufsteigen
er|klfn|gen: erklingt; erklang; ist
erklungen <Musik> erschallen, ertönen
(lassen)
erjkiüjgeln: erklügelst; erklügeltest; hast
erklügelt [geh.] mit scharfem Ver¬
stand ausdenken od, entwickeln
er]ko|ren: Adj. n. stg. jmdn., etw. ausge¬
sucht habend; von [geh.] jmdm. aus¬
gesucht, zu etw. bestimmt »Das erko¬
rene Opfer setzte sich zur Wehr.«
erjkranjken: erkrankst; erkranktest; bist
erkrankt krank werden »Er ist plötz¬
lich erkrankt u. kam nicht kommen.«
£r|kran|kung: die; - ; -en (akut) aufge¬
tretene Krankheit
Er|kran|kungs|fall: der; -(e)s; -fälle Si¬
tuation, in der eine Krankheit be¬
ginnt, vorliegt
er|küh|nen, sich: erkühnst dich; erkühn¬
test dich; hast dich erkühnt sich etw.
herausnehmen, obwohl man nicht die
Kompetenz, Erlaubnis besitzt
er|kundjbar: Adj. n. stg. geeignet, um er¬
kundet, herausgefunden zu werden
er|kun|di|gen, sich: erkundigst dich; er¬
kundigtest dich; hast dich erkundigt
eine Information über etw. einholen
Er|kun|di|gimg: die; - ; -en Einholung
von Informationen
Er|kun|dung: die; - ; -en Suche nach In¬
formationen, Erkenntnissen an einem
Ort
Er|kunjdungs|fahrt: die; ~ ; -en Fahrt,
Reise, auf der etw., ein Ort erkundet,
näher betrachtet werden soll
Erjkuntdungsjflug: der; -(e)s; -flüge
Flug, um ein Gebiet aus der Luft zu
erkunden, kennenzulemen
eijkün|steln —»• er|küns|teln: erkün¬
stelst; erkünsteltest; hast erkünstelt
auf eine erzwungene Art produzieren,
entstehen lassen
er[küjren: erkürst; erkürtest/erkorst;
hast erkürtjerkoren etw., jmdn. auser¬
wählen u. auszeichnen (mit einem Ti¬
tel o. ä.) »Er ist als Kandidat für die
Präsidentschaft erkoren worden.«
erl.: Abk. 1 erlangt 2 erlaubt 3 a) erlas¬
sen b) erläßlich 4 a) erläuternd b) er¬
läutert 5 erledigt 6 erlernt
er|la|ben: erlabst; erlabtest; hast erlabt
[veralt.] sich erfreuen (z. B. an
Speisen) »Erquicket u. erlabet Euch!«
Erjiag: der; -(e)s; Erläge [österr.] Ein¬
zahlung eines Betrages
er|lah|men: erlahmst; erlahmtest; bist
erlahmt a) langsamer werden; an
Kraft nachlassen, verlieren b) (auf¬
grund einer Anstrengung) lahm, geh¬
behindert werden
Er]tah|mung: die; * ; -en Ermüdung,
Verlangsamung bei einer Tätigkeit
er|lan|gen: erlangst; erlangtest; hast er¬
langt durch Bemühung bekommen,
erreichen »Nach langjähriger Arbeit
erlangte er den Doktortitel.«
Erjfanjgung: die; - ; -en das Erreichen
von etw. (durch Bemühen)
Er|laB —> Erjlass: der; Erlasses; Erlasse
vom Gesetzgeber, offizieller Stelle
herausgegebene, erlassene Verhal¬
tens-, Handlungsmaßgabe, Verord¬
nung
er|las|sen: erläßt; erließ(es)l; hast erlas¬
sen —>alle Gegenwartsformen mit
ss*— 1 offiziell anordnen »ein neues
Gesetz erlassen« 2 jmdn. von einer
Verpflichtung, Strafe befreien
Er|las|sung: die; - ; -en a) das Herausge¬
ben, Verkünden eines Gesetzes, Be¬
fehls o. ä. b) das Reduzieren einer
Strafe; Verzichten auf Begleichung ei¬
ner Schuld
erllaulben: erlaubst; erlaubtest; hast er¬
laubt 1 etw. zustimmen, gestatten, bil¬
ligen »Die Mutter erlaubte ihrer Toch¬
ter, bei einer Freundin zu über¬
nachten.« 2 in die Lage versetzen, etw.
zu tun; jmdm. die Möglichkeit zu etw.
geben »Sein Gehalt erlaubte ihm kei¬
nen teuren Urlaub.« Ant.: <1; 2> verbie¬
ten 3 erlauben Sie mall: sehr ungehal¬
tene Reaktion, wenn jmd. etw. getan
hat, was jmdm. etw. nicht gefällt, ihn
ärgert, was frech, unverschämt ist
»Na. erlauben Sie mal, was geht Sie
das denn eigentlich an!« 4 erlaubt ist,
was gefällt: was jmdm. allgemein an¬
genehm ist, kann sich über die vorge¬
schriebenen Nonnen hinwegsetzen
»In der heutigen Zeit ist erlaubt, was
gefällt.«
erllaulben. sich: erlaubst dir; erlaubtest
dir; hast dir erlaubt 1 sich herausneh¬
men »Was erlauben Sie sich? Das ist
eine Unverschämtheit.« 2 sich leisten
»Ich kann mir mit meinem Einkommen
eine große Wohnung erlauben.« 3 Was
erlauben Sie sich): [ugs.] empörter,
entrüsteter Ausruf!
Erllaublnis: die; - ; -se Zustimmung zu
einem Vorhaben durch Vorgesetzte
o. ä.
erllaucht: auch tAdj. erlauchter;
erlauchteste [geh.] durch ihre geho¬
bene Position herausragend »Wir
konnten ein erlauchtes Publikum be¬
grüßen.«
erilaulfen: erläufst; erlief(e)st; hast
erlaufen <Sport> a) etw. durch Laufen
gewinnen o. ä. b) etw. (z. B. einen Ball
o. ä.) durch Laufen erreichen
erilaulschen: erlauschst; erlauschtest;
hast erlauscht etw. durch heimliches
Mithören erfahren
eriläultern: erläuterst; erläutertest; hast
erläutert etw. näher erklären, darle¬
gen
Er|läu|te|rung: die; - ; -en Erklärung,
Darlegung eines Sachverhaltes
eriläultelrunaslweilse: Adv. zur Erklä¬
rung
feile: die; - ; -n Baum od. Strauch mit
rundlichen Blättern, der besonders an
feuchten Stellen wächst
er|le|ben: erlebst; erlebtest; hast erlebt 1
a) etw. am eigenen Leibe, selbst erfah¬
ren b) etw. auf sich einwirken lassen 2
etw. als Lebender miterleben, zu Leb¬
zeiten Geschehenes wahmehmen
Erjlebjnis: das; -ses; -se Erfahrung, die
jmd. gemacht hat
Er|leb|nis|auf|satz: der; -es; -aufsätze
(Schul-)Aufsatz, Bericht, in dem jmd.
eines seiner Erlebnisse schildert
£r|leb|nisibe|richt: der; -(e)s; -e <Litera-
turwiss.> Erzählung, Text, in der/dem
über ein eigenes Erlebnis des Autors
berichtet wird
Er|leb|nis|dich|tung: die; - ; -en <Litera-
turwiss.> Dichtung, in der ein Erlebnis
des Dichters verarbeitet wird
Er|leb|nis|fä|hig|keit: die; - ; - (Psycho¬
logie) Fähigkeit, Erlebnisse seelisch
verarbeiten zu können
Er|leb|nisjhun|ger. der; -s; - dringender
Wunsch, etw. Ungewöhnliches zu er¬
leben
er]leb|nis|hung|rig: Adj. sich nach unge¬
wöhnlichen, spannenden Erlebnissen
sehnend
er]leb|nis|reich: Adj. reich an Erlebnis¬
sen, interessanten Begebenheiten
Er]teb|nis|ro|man: der; -(e)s; -e (Litera-
turwiss.) Roman, in dem ein unge¬
wöhnliches Erlebnis, interessante Be¬
gebenheiten (aus dem Leben des Au¬
tors) geschildert werden
er)lfb|nis|stark: Adj. erlebnisstärker; er¬
lebnisstärkste stark, reich an unge¬
wöhnlichen Erlebnissen
Er|leb|nis|welt: die; ~ ; -en individuelle
Vorstellung des inneren Erlebens (je¬
der einzelnen Person)
er]le|di|gen: erledigst; erledigtest; hast
erledigt ausführen; zu Ende führen
er]ie|digt: Adj. n. stg. 1 als Tätigkeit, Ar¬
beit absolviert, getan, bearbeitet 2
[ugs.] sehr müde 3 [ugs.] sozial, im so¬
zialen Umfeld nicht mehr akzeptiert
Er|le|di|gung: die; - ; -en 1 o. PL Erledi¬
gen, Absolvieren einer Arbeit 2 Ein¬
kauf; Besorgung
er|le]gen: erlegst; erlegtest; hast erlegt 1
als Jäger fangen, schießen 2 [österr.]
einen bestimmten Betrag bezahlen
Er|!e|gung: die; -; -en a) <Jagd> Vorgang
des Erlegern eines Tieres b) [österr.]
Bezahlen eines Betrages
er|leich|tem: erleichterst; erleichtertest;
hast erleichtert 1 a) vereinfachen; we-
333
Erleichterung
niger schwer, schwierig machen »Der
Computer erleichtert die Arbeit.« b)
lindern; erträglich machen 2 sich von
einer seelischen Last befreien »Sie
erleichterte ihr Gewissen bei der
Beichte.« 3 [ugs.] jmdm. etw. unrecht¬
mäßig wegnehmen, stehlen
Erjleich|te|rung: die; ~ ; -en a) o. PL in¬
nerlich gelöstes Gefühl b) etw., was ei¬
nen Zustand, eine Arbeit erträglicher,
einfacher, leichter macht
er|lei|den: erleidest; erlitt (e)st; hast er¬
litten 1 Negatives mitmachen; dulden;
zugefügt bekommen 2 Schaden haben
»Die Truppen erlitten schwere Verlu¬
ste.«
Er|len|bruch: der u. das; -(e)s; Erlenbrü-
che feuchtes Gebiet, auf/in dem Erlen
wachsen
Er|len|holz: das; -es; -höher Holz (von)
der Erle
Erjlen|strauch: auch der; -(ejs; -sträu-
cher Erle, die als Strauch wächst
erjlern|bar: Adj.n. stg. zu erlernen; dazu
geeignet, gelernt zu werden
Erjlern|barjkeit: die; ~ ; - Eigenschaft,
erlernbar zu sein
erflerlnen: erlernst; erlerntest; hast er¬
lernt sich mit einer Sache, Tätigkeit o.
ä. so lange auseinandersetzen, bis
man sie beherrscht
erjlejsen: Adj. [geh.] von vorzüglicher,
besonderer Qualität »erlesene Spei¬
sen«
Er|le|sen|heit die; ~ ; - das Ausgesucht¬
sein; exquisite Beschaffenheit; Exklu¬
sivität
erlleuchlten: erleuchtest; erleuchtetest;
hast erleuchtet 1 aufleuchten; etw. mit
Licht erfüllen 2 <übertr.; meist Reli¬
gion> [geh.] mit geistiger Erkenntnis
erfüllen
Er|leuch|tung: die; -; -en 1 das Erleuch¬
ten, Versehen mit Licht 2 blitzartige
Erkenntnis
Erlgt.: Abk. Erläuterung
er|lie|gen: erliegst; erlagfejst; bist erle¬
gen 1 a) dem Gegner o. ä, zum Opfer
fallen b) an etw. sterben 2 [österr.]
etw. hinterlegen
Erl|kö|nig: der; -s; -e 1 o. PI. «Literatur-
wiss.; Mythologie) dämonische Figur
aus Goethes Ballade >Der Erlkönig« 2
«Mythologie) Naturdämon 3 «Tech¬
nik) [Jargon] getarnter Prototyp eines
neu entwickelten Autotyps
erjlglgen: Adj. von jmdm. ausgedacht,
erfunden u. bewußt als Wahrheit aus¬
gegeben
Er|lös: der; -es; -e Gewinn, Einnahme,
den/die man (nach allen Abzügen) er¬
hält »Er lebte von dem Erlös aus dem
Verkauf des Hauses.«
er|lö[schen: erlischt; erlosch; ist erlo¬
schen 1 a) ausgehen; aufhören zu
brennen, leuchten »Die Kerze ist
erloschen.« b) zu Ende gehen; aufhö¬
ren »Die Liebe ist erloschen.«
erjlöjsen: erlöst; erlöstest; hast erlöst
(von etw. Negativem) befreien »Der
Tod erlöste ihn von seinen Schmer¬
zen.«
Eijlöjser: der; -s; - weibl. [selten] Erjlö]-
se|rin: die; - ; -nen 1 nur männl. Form
o. PL «christliche Religion) Jesus
Christus als Erretter der Menschen 2
[geh.] jmd., der jmdn. von etw. be¬
freit, erlöst
Er|lö|seijbild: das; -(e)s; -er Bild, auf
dem Christus als Erretter der Men¬
schen abgebildet ist
Erjlöjsung: die; -; -en das Erlöstwerden,
die Befreiung von etw. Negativem
»Der Tod brachte ihr Erlösung von den
Qualen.«
er|mäch|tijgen: ermächtigst; ermächtig¬
test; hast ermächtigt jmdm. zu etw.
die Berechtigung, Vollmacht, Erlaub¬
nisgeben
Er|mächti|gung: die; - ; -en Erteilung ei¬
ner Berechtigung zu etw.
Er|m3ch]ti|gungs{ge|setz: das; -es; -
«Pol.) Gesetz, das die Vollmacht vom
Parlament auf die Regierung über¬
trägt
er|mah[nen: ermahnst; ermahntest; hast
ermahnt jmdn. an eine Verpflichtung
erinnern; jmdm. eine Verpflichtung
auferlegen »Die Mutter ermahnte das
Kind, sich beim Spielen nickt schmut¬
zig zu machen.«
Erjmah|nung: die; - ; -en Aufforderung,
einer bestimmten Aufgabe unverzüg¬
lich nachzukommen
erjman|geln: ermangelt; ermangelte; hat
ermangelt etw. Wünschenswertes
nicht aufweisen, haben
Er|man|ge|lung: die; ~ ; - in der Wen¬
dung in Ermangelung: da etw. fehlt,
nicht vorhanden ist »In Ermangelung
von Wein begnügten wir uns mit Obst¬
säften.«
er|man|nen, sich: ermannst dich; er¬
manntest dich; hast dich ermannt
[geh.] sich zu einer Handlung mutig
durchringen »Er ermannte sich zu ei¬
ner Umschulung.«
er|mä|Bigfc Adj. n. stg. herabgesetzt; bil¬
liger (verkauft) »Die Möbel wurden zu
ermäßigten Preisen verkauft.«
Er|mä|ßi|gung: die; - ; -en Reduzierung
(eines Geldbetrages); Abschlag von
einer Geldsumme, Syn.: [fremdsprl.]
Diskonto
er|mat|ten: ermattest; ermattetest; hast/
bist ermattet [geh.] 1 a) bist an Kraft
verlieren b) hast an Kraft verlieren
lassen »Die harte Arbeit hatte ihn sehr
ermattet.« 2 ist an Glanz verlieren
Erjmat|tung: die; - ; - Ermüdung (auf¬
grund einer Tätigkeit)
erjmeB|bar—» er|mess|bar: Adj. zu Er¬
messen; vorstellbar
Er|mes|sen: das; -s; - eigenes Gutdün¬
ken; den Begleiterscheinungen ange¬
messene Entscheidung, Festsetzung
»Es liegt in deinem Ermessen zu ent¬
scheiden, ob das Lokal geschlossen
werden sollod. nicht.«
Er[mes]sens|fra|ge: die; - ; -n Problem,
das durch die persönliche Entschei¬
dung des Befragten gelöst wird
Er|mes|sens|frei|heit die; - ; - Möglich¬
keit, nach eigenem Ermessen zu ent¬
scheiden
eijmit|teln: ermittelst; ermitteltest; hast
ermittelt durch Nachforschungen
feststellen »Die Polizei ermittelte den
Täter.«
Eijmittjlung: die; - ; -en Erkundung,
Nachforschung (hinsichtlich eines
Verbrechens) »Während der Ermitt¬
lungen fand die Polizei weitere Opfer.«
Er|mitt|lungs|ar|beit: die; ~ ; -en Arbeit,
die während einer Ermittlung, Suche
nach einem Verbrecher, Vermißten o.
ä. erledigt werden muß
Er|mitt|lungs|aus|schu6 —* Er|mitt|-
lungs|aus|schuss: der; -ausschusses;
-ausschüsse «meist Pol.) Gruppe von
Menschen, Parlamentariern, die ge¬
meinsame Ermittlungen betreiben
Er|mftt|lungs|rich|ter: der; -s; - weibl.
Er[mittjlungs|richtte|rin: die; - ; -nen
«Rechtsw.) Richter(in), der/die über
Haftbefehle, Durchsuchungen o. ä.
zu entscheiden hat, die Ermittlungs¬
arbeit der Polizei, Staatsanwaltschaft
fortsetzt, unterstützt
Er|mitt|lungs|ver|fah|ren: das; -s; ~
«Rechtsw.) Feststellung eines Tatbe¬
standes durch die Staatsanwaltschaft
er|mög|li|chen: ermöglichst; ermöglich¬
test; hast ermöglicht jm«im. zu etw.
die Gelegenheit bieten; etw. möglich
machen
Er)mög|li|chung: die; - ; -en das Schaf¬
fen von Voraussetzungen, die etw.
möglich machen
erjmoijden: ermordest; ermordetest;
hast ermordet heimtückisch, mit Ab¬
sicht (einen) Menschen töten
Ertmgi]dung: die; • ; -en vorsätzliche,
hinterlistige od. brutale Tötung eines
Menschen
er|müd|bar Adj. n. stg. (schnell) er¬
schöpft, müde zu machen
er]mü]den: ermüdest; ermüdetest; bist
ermüdet 1 erschöpft sein, werden 2
«Technik) durch ständige, häufige Be¬
lastung die Elastizität o. ä. verlieren
Er|müjdung: die; - ; -en 1 Erschöpfung 2
«Technik) das Ermüden von Material;
Verlust der Elastizität
Er]mü]dungs|er|schei|nung: die; - ; -en
Symptom einer Überbeanspruchung
erjmun|tem: ermunterst; ermuntertest;
hast ermuntert jmdn. aufzuheitem
versuchen, ihm Mut machen; jmdn.
anzuregen versuchen, ihm Lust ma¬
chen
Er|mun|te|rung: die; - ; -en Ermutigung
zu etw.; Handlung, die jmdm. eine
Anregung gibt, Lust zu etw. macht
Er|mu|ti]gung: die; * ; -en das Zuspre¬
chen von Mut, Zuversicht
ern ,:Abk. 1 ernannt 2 erneuert
er|näh]ren: ernährst; ernährtest; hast er¬
nährt mit Nahrung versorgen; für
jmds. Unterhalt sorgen
er|näh|ren, sich: ernährst dich; ernähr¬
test dich; hast dich ernährt sich mit
(bestimmter) Nahrung versorgen
Er|näh|reR der; -s; - weibl. Er|näh|re|rin:
die; -; -nen Person, die für den Unter¬
halt anderer Personen, ihrer Familie
sorgt
Er|näh|rung: die; • ; -en 1 Gesamtheit,
Zusammenstellung der Nahrung 2
«übertr.) wirtschaftliches Auskom¬
men einer Familie o. ä.
Erln|h|rungs|for)schung: die; - ; -en
Teilgebiet wissenschaftlicher For¬
schungen, das sich mit (der Optimie¬
rung von) Ernährung beschäftigt
Er]näh|rungs]la|ge: die; - ; -n allgemei¬
ner Zustand, Qualität u. Quantität
der Lebensmittelversorgung
Er|näh|rungs|leh|re: die; - ; - «Med.)
Lehre, Wissenschaft von der richtigen
Ernährung, von der Zusammenset¬
zung der Speisen
334
Eröffnungsfeier
er|näh|rungs|phy|sio|to|gisch —*■ erf
näh|rungs|phy|si|ojlo|gisch: Adj. n.
stg. <Med.» die Ernährung betreffend,
ihr zuzuordnen
Er)n§hjrungs]stö|rung: die; - ; -en
<Med.» Gesundheitsstörung, die
durch falsche Ernährung hervorgeru¬
fen wird od. zu falschen Eßgewohn¬
heiten führt
Er|näh|rungs|wei|se: die; - ; -n Zusam¬
menstellung, Kombination der Le¬
bensmittel, die man zu sich nimmt
Er|näh|rungs|wis|sen|schaft: die; - ; -n
<Med.» Lehre von der richtigen, ge¬
sunden Ernährung
erjnen|nen: ernennst; ernanntest; hast
ernannt jmdn. bestimmen, zu etw. be¬
rufen
Erjnan|nungs|urfkunjde: die; - ; -n offi¬
zielles Dokument, in dem jmd. in ei¬
nem Amt o. ä. bestätigt wird
erlneuleribar. Adj. n. stg. a) neu zu
schaffen; wiederzubeleben b) so be¬
schaffen, daß man es auffrischen
kann c) zu renovieren; wieder aufbau¬
bar
Erineulerlen der; -s; ~ weibl. Er|neue|rin
—j- Er|neu|e|rin: die; - ; -nen Person,
die etw. neu belebt od. reformiert
erlneulern: erneuerst; erneuertest; hast
erneuert 1 etw. instand setzen, ausbes-
sem, gegen etw. Neues austauschen 2
verlängern »den Vertrag erneuern« 3
etw. auffrischen, wiederbeleben »eine
alte Freundschaft erneuern«
Er(neue|rung —»• Er|ney|e|rung: die: - ;
-en Vorgang bzw. Ergebnis des. Er¬
neuertwerdens, Emeuems
erlneuelrunpslbetdOrfjtig: Adj. Erneue¬
rungen, eine Renovierung, einen (teil¬
weisen) Austausch nötig habend, er¬
fordernd
er|neut: Adj. n. stg. wiederum; von
neuem
Erlneuluna: die; ~ ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Erneuertwerdens, Er-
neuerns; das Erneuern bzw. das Er¬
neuerte
er|nied|ri|gen —> er|nie|d|ri|gen: ernied¬
rigst; erniedrigtest; hast erniedrigt
jmdn. in seiner Würde herabsetzen,
schmälern
eijnled|ri|gen, sich —> er|nie|d|rijgen,
sich: erniedrigst dich; erniedrigtest
dich; hast dich erniedrigt seine Würde
mit einer Handlung herabsetzen
Er|nied|ri|gung —> Er|nie|d|ri|gung: die;
~ ; -en 1 Herabsetzung von jmdm. in
seiner Persönlichkeit, Würde 2 räum¬
liche Absenkung von etw.
Ernst* der; -(e)s; -1 geistige Grundhal¬
tung von Strenge, Nachdenklichkeit,
wenig Humor, Ant.: Spaß 2 im Ernst:
ohne Abstriche; ernsthaft; nicht aus
Spaß »Ich meine das im Ernst!« 3 der
Emst des Lebens: der harte Alltag;
das harte Berufsleben 4 (mit etw.)
Emst machen: etw. in die Tat umset¬
zen »Ob er mit seiner Drohung Emst
macht?«
ernst: Adj. ernster; ernsteste 1 ohne
Scherz; mit Nachdenklichkeit erfüllt
2 streng; nachdrücklich; hart »ernste
Ermahnungen« 3 der Wirklichkeit
entsprechend; nicht vorgetäuscht;
ehrlich; aufrichtig »ernste Absichten
haben« 4 bedrohlich; schwierig »eine
ernste Situation«
—» ernst ge|meint: s. ernstgemeint
Ernst|faN: der; -(e)s; Ernstfälle für
möglich gehaltenes Ereignis, dessen
Eintritt sehr gefährlich werden kann
ernst|ge| meint—» ernst ge|mejnt: Adj.
ernster gemeint; am ernstesten ge¬
meint ehrlich gemeint; nicht im Scherz
(gesagt)
ernstjhaft: Adj. ernsthafter; ernsthafte¬
ste 1 ehrlich gemeint 2 <Krankheit> ge¬
fährlich; lebensbedrohend 3 eindring¬
lich betont 4 <Mensch> für Scherze,
Albernheiten nicht besonders aufge¬
schlossen
Ernst|haf|tig|keit: die; - ; - 1 ehrliche,
emstmeinende Haltung 2 bedrohli¬
cher Charakter von etw. 3 ernsthaftes
Wesen eines Menschen
ernstjlich: Adj. 1 <Verletzung; Krank¬
heit» schwer »Er hat ernstliche
Verletzungen.« 2 sehr intensiv u. ge¬
nau »Das habe ich mir ernstlich über¬
legt.«
Ern|te: die; - ; -n 1 a) das Einbringen
von landwirtschaftlichen Feldpro¬
dukten »Die Ernte des Getreides litt
unter dem schlechten Wetter.« b) Feld¬
produkte, die eingebracht, geerntet
(1) wurden »Die Kartoffelernte war
dieses Jahr gut. 2 <übertr.» Lohn, Er¬
trag, den man erwirtschaftet hat, für
den jmd. eine Leistung erhält »End¬
lich konnten sie die Ernte ihrer langen
Arbeit genießen.« 3 jmdm. ist die
(ganze) Ernte, Petersilie verhagelt*
[ugs.] jmd. ist durch etw. enttäuscht,
niedergeschlagen »Du siehst aus, als
hätte es dir die ganze Ernte verhagelt.«
4 schreckliche, furchtbare Ernte
halten: [geh.] Tod u. Verderben brin¬
gen
Ern|te|aus|fali: der; -(ejs; -ausfälle Dif¬
ferenz zwischen der üblichen u. der
tatsächlichen Ernte; Verlust bei der
Ernte, bedingt durch schlechtes Wet¬
ter, Schädlinge o. ä.
Ern|te|dankjfest: das; -(e)s; -e (christli¬
che Religion» religiöses Fest, das (am
ersten Sonntag im Oktober) nach der
Ernte gefeiert wird
Ern|te)ein|satz: der; -es; -einsätze
(Zwangs-)Verpflichtung, (als Aushil¬
fe) bei der Ernte zu helfen; Arbeit als
Hilfskraft bei der Ernte
Ern]te|er|geb|nis: das; -ses; -se Ertragfs-
höhe) der Ernte
Ern]te|fest: das; -(e)s; - Fest (der Bau¬
ern), das nach der Ernte gefeiert wird
Ernjtejmolnat: der; -(ejs; -e a) [veralt.]
August b) Monat, in dem etw. geern¬
tet werden kann
ern|ten: erntest; erntetest; hast geerntet
1 die reifen Feld- u. Gartenfrüchte
einbringen (vom Baum pflücken,
vom Feld holen usw.) 2 (übertr.» (als
Lohn) erhalten
em|te|reif: Adj. n. stg. völlig reif; dazu
geeignet, geerntet zu werden
Ern|te|se|gen: der; -s; - [geh.] (gutes) Er¬
gebnis einer Ernte
Em]te|wet)ter: das; -s; - gutes Wetter,
bei dem man die Ernte einfahren
kann
Ern|te|zeit: die; - ; - Zeitraum, in dem
man die Ernte einfahren kann
eijnüch|tern: ernüchterst; ernüchtertest;
hast ernüchtert 1 einen Betrunkenen
von seinem alkoholisierten Zustand
befreien, ausnüchtem 2 <übertr.»
jmdm. seine Illusionen nehmen
Eijnüchfte|rung: die; ~ ; -en (übertr.»
Vorgang u. Ergebnis des Ernüch-
tems, Emüchtertwerdens; Befreiung
von zu hohen Erwartungen
Er|obe|rer —» Er|o|be|rer: der; -s; -
weibl. Er|obe[rin —»• Eijo|be|rin: die;
~ ; -nen a) Person, die eine Stadt o. ä.
einnimmt u. unterwirft b) <übertr.»
Person, die jmds. Meinung, Gefühle
für sich einnimmt
eijobern—» erjofbern: eroberst; erober¬
test; hast erobert 1 <Milit.» mit militä¬
rischen Mitteln erkämpfen, in Besitz
nehmen 2 durch Bemühen, Anstren¬
gung erhalten »Durch ihren Charme
eroberte sie alle Herzen.«
Eijobejrung —> Er|oJbe|rung: die; -; -en
1 das Erobern; die Inbesitznahme 2
etw., was man errungen, in Besitz ge¬
nommen hat »Er verlor all seine Erobe¬
rungen schon bald wieder.« 3 a) eine Er¬
oberung, Eroberungen machen:
jmds. Sympathie, Zuneigung, Liebe
gewinnen »Na, hast du schon wieder
eine Eroberung gemacht?« b) auf Er¬
oberungen ausgehen: [ugs.; scherzh.]
versuchen, jmds. Sympathie, Zunei¬
gung, Liebe zu gewinnen
Erjobe]rungs|ab|sicht —» Er|o|be|-
rungs|ab|sicht: die; ~ ; -en Plan,
Wille, etw., jmdn. zu erobern
Er]gbejrungs|drang —> Er|g|be|rungs|-
drang: der; -(e)s; - unbedingter, star¬
ker Wille, etw., jmdn. zu erobern
Eiigbe|rungs|krieg —» —> Er[o|be|-
rungs|krieg: der; -(e)s; -e <Milit.»
Krieg, der zur Eroberung, Einnahme
eines Staates o. ä. dient
er|obe|rungs)lu|stig —er|o|be|rungs|-
iusftig: Adj. nach Eroberungen stre¬
bend
Er[obe|rungs|sucht —* Er|o|be|rungs|-
sucht: die; - ; - krankhafte Sucht,
etw., jmdn. unbedingt erobern zu
müssen, wollen
er|obe|rungs|süch|tig —> er|o|be|-
rungs|süch|tig: Adj. von der Erobe¬
rungssucht besessen
Er|ob«|rungs|zug —». Er|g|be|rungsj-
zug: der; -(ejs; -zügeKrieg(szug), der
die Eroberung von etw. zum Ziel hat
er[öff)nen: eröffnest; eröffnetest; hast er¬
öffnet 1 a) etw. einweihen u. für die
Öffentlichkeit zugänglich machen
»eine Ausstellung eröffnen« b) erst¬
mals der Kundschaft zugänglich ma¬
chen; gründen c) ein Konto bei einer
Kreditanstalt einrichten 2 mitteilen
»Sie eröffnete Ihren Eltern, daß sie ei¬
nen neuen Freund habe.« 3 (Schach»
eine Partie beginnen
Ertöffjnung: die; - ; -en 11nbetriebnah¬
me, Einweihung von etw. 2 (oflizelle)
Mitteilung, die jmdm. über etw. ge¬
macht wird 3 einleitende Züge beim
Schach
Ertöfr|nungs[an(spra|che: die; - / -n Re¬
de zu Ehren einer Eröffnung, Einwei¬
hung
Eijöff)nungs|be|schluB —» Er|öff|-
nungslbe|schluss: der; -beschlusses;
-beschlösse (Rechtsw.» Beschluß eines
Gerichtes, die Hauptverhandlung
einzuleiten
Eijöff|iHings|fel[er: die; - ; -n Fest zu
Ehren einer Eröffnung, Einweihung
335
Eröffnungsrede
Er|öff|nungs|re|de: die; -; -n Ansprache
zu Ehren einer Eröffnung, Einwei¬
hung
Eijöfljnungs|vorjstel|lung: die; •; -en er¬
ste (Theater-)Vortellung eines Stük-
kes, in einer Saison
erolgen —> e|ro|gen: <gr.-lat.'> Adj. erre¬
gend; erotisch reizbar »erogene Zo¬
nen«
er|ör|tern: erörterst; erörtertest; hat er¬
örtert etw. genau erklären u. in Ein¬
zelheiten auseinanderlegen
Er[öijte|rung: die; - ; -en gründliche
Darlegung, Diskussion über ein be¬
stimmtes Thema
Eros —> E|ros: tgr.-lato /eroß/ der; - ; -
1 griechischer Gott der Liebe 2 [geh.]
geschlechtliches Verlangen
Eros-Cen|ter —» E|ros[cenfter. das; -s;
- [verhüll.] Bordell
Ero|si|on —» E|ro|si|on: dato die; - ; -en
«Geologie) Erdabtragung durch
Wind, Wasser, Eis »Die Erosion führt
an Steilhängen zu Erdrutschen.«
ero|te|ma/tisch —*■ e|ro(te|ma|tisch:
Adj. n. stg. <Päd.> auf den Fragen des
Lehrers beruhend
Erojtik —> E|rp|titc <gr.-fr> die; - ; - a)
sinnliche Liebe b) Sexualität
Eroftfjka —> E|rojti[ka: <gr.> die (PL) se¬
xuell anregende(s)(r) Mittel, Gegen¬
stand
ero(tisch —* e|ro|tisch: <gr.-fr.> Adj. a)
die Liebe betreffend b) sexuell anre¬
gend, erregend »erotische Literatur«
ero)ti|s]e|ren —> e)ro|ti|sie|ren: eroti¬
sierst; erotisiertest; hast erotisiert a)
äußere Reize ausstrahlen, die erotisch
wirken b) etw. auf die Erotik verla¬
gern
Ero|ti|zis|rmi8 —* E|ro|ti|zjs|mus: der;
- ; Erotizismen 1 erotisch wirkende(r)
Gegenstand, Handlung 2 o. Pi. Fixie¬
rung auf das Erotische
Ero|to|ma|nie —* E|ro|to|ma|nie: <gr.>
die; -; - <Med.> krankhaft gesteigertes
sexuelles, erotisches Verlangen
Erjpel: der; -s; - /En|te|rich: der; -s; -e
weibl. Enjte: die; - ; -n Wasservogel
mit Schwimmfüßen u. breitem Schna¬
bel (die weibliche Form >Ente< wird
auch allgemein geschlechtsneutral be¬
nutzt)
erjpicht: Adj. n. stg. in der Wendung auf
etw. erpicht sein: an etw. sehr interes¬
siert sein; begierig nach etw. sein »Der
Reporter war erpicht auf den Skan¬
dal.«
er|pre8|bar —> er|pness|bar Adj. eine
Voraussetzung für eine Erpressung
bietend, aufweisend
er|pres]sen: erpreßt; erpreßtest; hast er¬
preßt —*alle Formen mit ss<— a)
jmdm. mit etw. drohen u. ihn damit
zu etw. nötigen b) Geld von jmdm. er¬
halten aufgrund von Drohungen
»Der Entführer hat eine hohe Geld¬
summe erpreßt.« c) seelisch unter
Druck setzen
Erjpres|ser. der; -s; - weibl. Erjpresjse)-
rin: die; - ; -nen Person, die jmdn. er¬
preßt, Geld o. ä. von jmdm. zu erpres¬
sen versucht
Er|pres|serjbiieü der; -(e)s; -e Schrei¬
ben, Brief, in dem ein Erpresser seine
Forderungen formuliert
erjpres|se|risch: Adj. n. stg. «meist
Rechtsw.) den kriminellen Tatbe¬
stand einer Erpressung erfüllend
Erjpres|sung: die; - ; -en unter Drohun¬
gen gestellte Forderung einer Person
gegenüber einer anderen
Erjpres|sungs|brief: der; -(e)s; -e Brief,
in dem der Erpresser seine Forderun¬
gen formuliert
er|prp|ben: erprobst; erprobtest; hast er¬
probt etw. prüfen, (aus)probieren
erjprobt: Adj. erprobter; erprobteste oft
ausprobiert »Das ist ein erprobtes
Nachrichtensystem.«
erjprob|terjwei|se: Adv. bereits erprobt,
probiert; schon mehrfach auf diese
Weise durchgeführt
Er|pro|bung: die; ~; -en Vorgang des Er-
probens; Testphase
Er|pro|bungs|flug: der; -(e)s; -füge
Flug, bei dem man etw., ein Fluggerät
testen möchte
Er|pro|bungs[pha|se: die; - ; -n Zeit¬
raum, in dem etw. getestet wird
Erjpro|bungs|stu|fe: die; • ; -n «Schulet
in einigen Bundesländern die Jahr¬
gangsstufe 5 u. 6, in der die Eignung
eines Schülers für eine Schulform er¬
mitteltwird, Syn.: Orientierungsstufe
er|quicken (eijquik|ken —» er|qui|-
cken): /erkwicken/ erquickst; erquick¬
test; hast erquickt [geh.] neu beleben;
erfrischen
er|quick|lich: /erkwicklich/vfäußerst
angenehm, erholsam, erfrischend
Err.: Abk. 1 Errichtung 2 Errungen-
schaft(en) 3 <Med.> Erreger 4 dato
errata = Irrtümer (= meist Druck¬
fehler)
err.: Abk. 1 erraten 2 erregt 3 erreicht 4
errungen
erjraf|fen: erraffst; errafftest; hast
errafft [geh.] 1 etw. eilig zusammen¬
packen 2 etw. habgierig in seinen Be¬
sitz bringen
eijrejchen[bar: Adj. n. stg. <Math.> etw.
ist mathematisch zu berechnen, er¬
mitteln
erjrech|nen: errechnest; errechnelest;
hast errechnet <Math.> etw. mit Hilfe
der Mathematik berechnen, ermitteln
Erjrech|nung: die; - ; -en (PI. s.)
«Math.) mathematische Berechnung
er/reg/ban Adj. a) durch äußere Reize
leicht aufzuregen, nervös, ärgerlich
zu machen b) sexuell (leicht) anzure¬
gen
Erjreg|bar[keit: die; - ; - Eigenschaft,
(leicht) erregbar zu sein
er|re|gen: erregst; erregtest; hast erregt
1 in jmdm. ein heftiges Gefühl hervor¬
rufen »Der Streit erregte seinen
Zorn.« 2 eine erotische Wirkung aus¬
üben 3 als Funktionsverb das Ge¬
nannte hervorrufen »Aufsehen erre¬
gen ♦ Anstoß erregen«
Erjrejger: der; -s; - Bakterium, Virus o.
ä., das eine Krankheit hervorruft
Erjregt|herfc die; - ; -en Nervosität; Zu¬
stand der Aufregung, (sexuellen) Er¬
regung
Er]rejgung: die; - ; -en 1 a) (Zustand
der) Nervosität, Aufregung b) sexuel¬
le Erregtheit 2 etw., was Erregung
hervorruft
Er|rg|gungs|zu|stand: der; -(e)s; -Zu¬
stände «Psychologie) Stadium, Zu¬
stand der Erregung
er]reich|bar: Adj. a) in Reichweite; zu
erreichen, kontaktieren b)«übertr.> zu
schaffen »Du solltest dir ein erreichba¬
res Ziel setzen.«
er|rei|chen: erreichst; erreichtest; hast
erreicht 1 in der Lage sein, mit den
Händen etw. anfassen, ergreifen zu
können 2 Kontakt, Verbindung auf¬
nehmen »Wie kann ich Sie erreichen,
wenn ich die Pläne habe?« 3 erlangen;
eintreffen; erhalten; ankommen 4
etw. schaffen, verwirklichen, voll¬
bringen »sein Ziel erreichen«
Erjretjtung: die; ~ ; -en [geh.] Vorgang u.
Ergebnis der Rettung aus einer Not¬
lage
er|nch]ten: errichtest; errichtetest: hast
errichtet 1 a) aufstellen; (aus Teilen)
bauen »eine Blockade errichten« b)
bauen »ein Bürogebäude errichten« 2
etw. einrichten, gründen »Sie errich¬
teten eine Forschungsstation in der
Antarktis.«
Er]rich|tung: die; - ; -en 1 das Bauen,
Aufstellen von etw. 2 [geh.] offizielle
Gründung, z. B. einer Botschaft, ei¬
ner Universität
er]rin|gen: erringst; errang (e)st; hast er¬
rungen etw. durch Bemühung, An¬
strengungerlangen
er|rö]ten: errötest; errötetest; bist errötet
(im Gesicht) rot werden
Er[run|gen|schaft: die; • ; -en durchge¬
setzte Handlungsweise, Erfindung;
etw., was durch Anstrengung erreicht
wurde
Ers.: Abk. 1 Ersatz 2 Ersuchen
ers.: Abk. 1 a) ersetzbar b) ersetzt 2 er¬
sichtlich
Etjsatz: der; -es; - Person od. Sache, die
an die Stelle von jmdn. od. etw. tritt
u. die Aufgaben, Funktionen über¬
nimmt »Ich habe ihr eine neue Tasse
für die zerbrochene als Ersatz gege¬
ben.«
Er|satz|bank: die; - ; -bänke «Sport)
Sitzbank am Spielfeldrand, auf der
die Auswechselspieler sitzen
Er|satz|be|frle|di|gung: die; - ; -en «Psy¬
chologie) Handlung, die anstatt der
nicht erreichbaren, auszuführenden
Handlung Befriedigung schaffen soll,
schafft
Er|satz|dienst: der; ~(e)s; -e soziale Tä¬
tigkeit als Ersatz, Alternative für den
(Pflicht-)W ehrdienst
er|satz|dienst|pflich|tig: Adj. n. stg. zum
Wehrersatzdienst, Zivildienst ver¬
pflichtet
Er[satz|dro|ge: die; - ; -n <Med.> Medi¬
kament, das anstelle eines Rauschgif¬
tes (in immer kleiner werdenden Do¬
sen) eingenommen wird
er|satz|ge|schwächt: Adj. n. stg. «Sport¬
mannschaft) durch den Einsatz von
Ersatzspielern geschwächt, weniger
gut als üblich
Er]satz|hand|lung: die; - ; -en «Psycho¬
logie) Handlung, die anstelle einer
nicht zu realisierenden Handlung
ausgeführt wird
Er|satz|kas|se: die; • ; -n Träger der ge¬
setzlichen Krankenversicherung
Er|satz|leu|te: die (PI.) Männer u./od.
Frauen, die als Ersatz für andere ein¬
springen, eingesetzt werden
336
Erschwerniszulage
er|satz|los: Adj. n. stg. ohne Ersatz,
Ausgleich »Dm Konzert wurde ersatz¬
losgestrichen.«
Er|satz|l5|sung: die; - ; -en Lösung, die
als Ersatz akzeptiert werden kann;
Handlung, die ersatzweise für eine
andere ausgeführt wird
£rfsatz|mann: der; -(e)s; -männer u.
-leute Person, meist Mann, die/der
eine andere Person in einem Wett¬
kampf, bei der Arbeit o. ä. vertritt
Er|satz|mitttel: das; -s; - Gegenstand,
Substanz, der/dieetw. anderes ersetzt
£r|satz|per|son: die; - ; -en cPsycholo-
gie> Mensch, der eine Bezugsperson
ersetzt
Er|satz|pflicht: die; - ; - Pflicht, Aufga¬
be, für einen verursachten Schaden
aufzukommen
er|satz|pf)ich|tig: Adj. n. stg. verpflich¬
te!, für einen entstandenen Schaden
aufzukommen
£r|satz|pro|be: die; - ; -n <Sprachwiss.>
Ersetzen, Auswechseln einzelner
Satzglieder als Prüfung, ob sie in ihrer
Funktion in dem Satz stehen können
u. ob sich dadurch der Sinn des Satzes
wesentlich verändert
Er|satz|rad: das; -fejs; -räder Reifen,
Rad, der/das als Reserverad im Auto
mitgeführt wird
Er|satz|rei|fen: der; -s; - Rad, Reifen,
däs/der als Reserverad im Auto mit¬
geführt wird
Erjsatz|spie|ter: der; -s; - weibl. Erl~
satz(spiej(e|rin: die; - ; -nen <Sport>
Sportlerin), der/die als Ersatz für ei¬
nen verletzten, unpäßlichen Spieler in
die Mannschaft kommt
Eiisatz|teil: das; -(e)s; -e <Technik> Teil,
Element einer Maschine, das ein un¬
brauchbares ersetzt
Erjsatz|teil|la|gen das; -s; - Lagerraum,
in dem verschiedene Ersatzteile auf¬
bewahrt werden
er|satz|wei|se: Adv. als Ersatz, Vertre¬
tung, Ausgleich »Ersatzweise erhalten
Sie für den Kaufpreis der defekten Ma¬
schine ein teureres Gerät.«
Er|satz|zeit die; - ; - Zeitraum, in dem
keine Rentenversicherungsbeiträge
eingezahlt wurden, der aber trotzdem
als Versicherungszeit angerechnet
wird
erlsaulfen: ersäuft; ersoff; istjhal ersof¬
fen 1 ist [ugs.] ertrinken 2 hat
[fachsprl.] ein Gelände, Feld o. ä. mit
Wasser überschwemmen
erlsaulfen: ersäufst; ersäuftest; hast
ersäuft 1 [ugs.] etw. od. jmdn. im
Wasser o. ä. ertränken 2 etw., seinen
Kummer im Alkohol ersäufen: [ugs.]
sich (immer wieder) einen Alkohol¬
rausch antrinken, um etw. zu verges¬
sen, ertragen zu können
ersch.: Abk. <Buchw.> erschienen
erjschafffen: erschaffst; erschuf(e)st;
hast erschaffen a) etw. Neues aufbau¬
en, entwickeln »Er erschuf ein
Industrieimperium.« b) <Religion>
schöpfen »Gott erschuf den Menschen
nach seinem Bilde.«
Er|schaf|fer: der; -s; - weibl. Erjschafl-
fe|rin: die; - ; -nen a) [geh.] Person, die
etw. entwickelt hat b) nur männl.
Form <Religion> Gott als Schöpfer der
Welt
Er|schaf|fung: die; - ; -en [geh.] Vor¬
gang u. Ergebnis der Schöpfung von
etw.
er|schau|dem: erschauderst; erschau¬
dertest; bist erschaudert auf Grau¬
samkeiten, Unheimliches, Tempera¬
turunterschiede mit (einem leichten
Unwohlsein u.) einer Gänsehaut rea¬
gieren
erlschauten; erschaust; erschautest; hmt
erschaut 1 [poet.] etw. erblicken 2
<übertr.> [geh.] etw. mit dem geistigen
Auge wahmehmen, erahnen, prophe¬
zeien 3 [geh.] etw. od. jmdn. sehen u.
erkennen
erlschaulern: erschauerst; erschauer¬
test; bist erschauert [geh.] vor Angst
zusammenschrecken »Die unheimli¬
che Dunkelheit in dem alten Schloß
ließ ihn erschauern.«
er|schei|nen: erscheinst; erschien(e)st;
bist erschienen 1 sich sehen lassen,
kommen; erkennbar werden »Der
Gast erschien pünktlich um acht.« 2
<Buch u. ä.> an die Öffentlichkeit ge¬
bracht werden; herausgebracht wer¬
den 3 Vorkommen; sich darstellen
»Die ganze Angelegenheit erscheint
mir ziemlich merkwürdig.«
Er|schei|nung: die; - ; -en 1 äußeres Bild
von jmdm., etw. »Er war eine impo¬
sante Erscheinung.« 2 als wirklich
empfundene (religiöse) Vorstellung
von etw., jmdm. 3 in Erscheinung
treten: jmd. od. etw. zeigt sich, wird
sichtbar »Nach kurzer Zeit traten
Mängel in Erscheinung.«
Eijschej|nungs|da|tum: das; -s; -daten
<Buchw.> Termin, an dem ein Buch o.
ä. erscheint, auf den Markt gebracht
wird
Erfschei|nungs|fest: das; -fejs; -e Reli¬
gion) Dreikönigsfest am 6. Januar
Er|schei[nungs[jahr: das; -(e)s; -e
<Buchw.> Jahr, in dem ein Buch o. ä.
erschienen ist, herausgebracht wurde
Erjschei|nungs|ort: der; -(e)s; -e
<Buchw.> Stadt, Ort, in der/an dem
ein Buch o. ä. erschienen ist
Er[schie|ßung: die; ~ ; -en Tötung mit
einer Schußwaffe (als Form der Hin¬
richtung)
erjschlafjfen: erschlaffst; erschlafftest;
bist erschlafft 1 a) an Muskelkraft ver¬
lieren b) <meist Haut) an Elastizität
verlieren 2 müde, schlaff machen,
werden
Erschlaffung: die; - ; -en Verlust von
Spannkraft, Elan
e>[schla|gen: erschlägst; erschlug!e)st;
hmt erschlagen 1 jmdn., ein Tier
durch Schläge, Hiebe töten 2 <übertr.>
jmdn. beeindrucken, emotional be¬
rühren
eijschlalgen: Adj. n. stg. 1 durch Hiebe
getötet 2 a) durch etw. Überraschen¬
des od. Imposantes so beeindruckt,
daß man nicht sofort reagieren kann
b) bestürzt, verstört von einem Ereig¬
nis »Von der Unglücksbotschaft waren
sie völlig erschlagen.«
er|schleilchen, sich: erschleichst dir; er¬
schlich! e)st dir; hmt dir erschlichen
durch Lügen, Hinterhältigkeiten von
jmdm. Vorteile erlangen »Er erschlich
sich damit ein Vermögen.«
Er|8chlei|chung: die; - ; -en Erreichung
eines Ziels durch hinterlistige Ma¬
chenschaften, Handlungen
eijschlteß|ban Adj. a) nutzbar zu ma¬
chen »Er hat ein schwer erschließbares
Grundstück in den Bergen gekauft.« b)
sich erschließen, folgern lassend
erschließen: erschließt; erschloss! es) t;
hmt erschlossen —»alle Vergangen¬
heitsformen mit ss*— 1 nutzbar, zu¬
gänglich machen »Dm Sumpfgebiet
ist erschlossen worden. • Der Industrie
sind neue Märkte erschlossen wor¬
den.« 2 geistig zugänglich machen;
deuten, verstehen lernen
Er|schljefBung: die; - ; -en 1 Nutzbar¬
machung, das Zugänglichmachen ei¬
nes Gebietes 2 Verstehen, Deuten ei¬
nes Vorgangs od. Werkes (Textes,
Musikstückes, Gemäldes usw.)
eijschmei|cheln: erschmeichelst; er¬
schmeicheltest; hmt erschmeichelt
etw. durch Schmeicheln erreichen
er[schöp|fen: erschöpfst; erschöpftest;
hmt erschöpft 1 a) <Thema> [geh.] voll¬
ständig behandeln b) vollständig ver¬
brauchen 2 müde machen
erjschöp|fend: Adj. 1 in erschöpfender,
vollständiger, alles berücksichtigen¬
der Art u, Weise 2 müde machend
eijschöpft: Adj. erschöpfter; erschöpfte¬
ste durch zu große Anstrengung nicht
mehr leistungsfähig, körperlich mü¬
de, ohne Kraft
Er|schöp|fung: die; -; -en (PI. s.) durch
Anstrengung od. Krankheit verur¬
sachte Müdigkeit u. Kraftlosigkeit
Er]schöp|fungs|tod: der; -(e)s; -e Tod,
der durch Überarbeitung, Überbean¬
spruch ung, Erschöpfung eintritt
Er]schöp]fungs|zu|stand: der; -{e)s;
-zustande <Med.> körperliches Gefühl
der völligen Ermüdung
er|schos|sen: Adj. a) durch eine Kugel,
Schrot aus einer Schußwaffe getötet
b) <übertr.> [ugs.] völlig ermüdet
eijschrecken (erjschrek|ken —» er|-
schrejcken): erschrickst; erschra-
k(e)st; bist erschrocken einen
Schreck, heftige Gemütsbewegung
bekommen »Durch das Gewitter sind
alle Anwesenden erschrocken.«
erschrecken (er|schrek|ken —» er|-
schrejcken): erschreckst; erschreck¬
test; hmt erschreckt jmdn. in Angst
versetzen
erschreckend (erjschrek|kend —* er|-
schre|ckend): Adj. ~ 1 (plötzliche)
Furcht, Angst auslösend 2 bedenklich
stimmend »Die letzten Ergebnisse wa¬
ren erschreckend.«
eTschüt|tern: erschütterst; erschütter¬
test; hast erschüttert 1 etw. wanken u.
zittern lassen »Dm Erdbeben erschüt¬
terte die gesamte Stadt.« 2 <übertr.> ei¬
nen Menschen sehr stark beeindruk-
ken
erschw.: Abk. 1 erschwert 2 erschwing¬
lich
erschweren: erschwerst; erschwertest;
hmt erschwert schwerer, mühsamer
machen »Das Gewitter erschwerte uns
die Arbeit.« Ant.: erleichtern
Edschwerlnis: die: - ; -se zusätzliches
Hindernis
Erschweijnis|zu|la|ge: die; - ; -n finan¬
zieller Ausgleich, den man bei schwe-
337
erschwindeln
ren beruflichen Arbeiten, Arbeit un¬
ter widrigen Umständen erhält
er|schwin|deln: erschwindelst; erschwin¬
deltest; hast erschwindelt etw. durch
List u. Lüge erreichen
er|schwing|ban Adj. finanziell zu be¬
wältigen, zu bezahlen »Die Preise wa¬
ren für uns nicht erschwingbar.« Syn.
erschwinglich
er|schwin|gen: erschwingst; erschwan-
g(e)st; hast erschwungen [geh.] etw.
aufbringen, bezahlen können
erjschwjng|lich: Adj. im Preis so, daß
man es sich leisten kann; bezahlbar
er]seh|nen: ersehnst; ersehntest; hast er¬
sehnt [geh.] etw. sehr begehren, her¬
beiwünschen
er|setz|bar Adj. n. stg. austauschbar;
durch jmdn., etw. zu ersetzen
er|set|zen: ersetzt; ersetztest; hast er¬
setzt 1 an die Stelle von etw. od.
jmdm. treten »Der Torwart hat ein ge¬
brochenes Bein, wir müssen ihn
ersetzen.« 2 jmdn. für eine Sache ent¬
. schädigen
er|setz|lich: Adj. ersetzbar; zu ersetzen;
(leicht) auszutauschen
erjsjchtjlich: Adj. n. stg. (gut) erkennbar
»Die aus dem Manuskript ersichtliche
Meinung des Autors entsprach nicht
der des Verlags. ♦ Was sie wirklich
meint, ist nicht ganz ersichtlich.«
erjsin|nen: ersinnst; ersann) e) st; hast
ersonnen [geh.] sich ausdenken »Er er¬
sann immer neue Entschuldigungen für
seine Verspätungen.«
Eijsit|zung: die; ~ ; -en (Rechtsw.) Er¬
werb durch langjährigen Besitz
erjsoijgen: ersorgst; ersorgtest; hast
ersorgt [Schweiz.] etw. mit Sorge,
Angst erwarten
eijspa|ren: ersparst; erspartest; hast er¬
spart 1 Geld zusammensparen »Von
ihrem kleinen Gehalt konnte sie sich
nicht viel fürs Alter ersparen.« 2 Un¬
angenehmes fernhalten »Ich konnte
dir diese Aufregung leider nicht erspa¬
ren.«
Er|spar|nis: die; - ; -se u. das; -ses; -se 1
ersparte Geldsumme 2 Reduzierung
von Arbeit, Kosten, Aufwand o. ä.
Er[spar|nis|grün|de: die (PI.) Gründe,
die eine Einsparung nachvollziehbar
od. notwendig machen
erjspje]len: erspielst; erspieltest; hast er¬
spielt 1 durch Spielen als Gewinn er¬
reichen, erhalten »Die Mannschaft er¬
spielte sich den Sieg.« 2 <Musik; Thea¬
ter> einen Preis in einem Wettbewerb
gewinnen »Die Geigerin erspielte sich
den ersten Preis.«
er|sprie|Ben: ersprießt; ersproß; ist er-
sprossen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— [geh.] hervorkommen;
sich aus etw. entwickeln »Daraus
kann nichts Gutes ersprießen.«
er|spneB|lich: Adj. [geh.] erfolgverspre¬
chend; nutzbringend; angenehm »Die
Aussichten sind ersprießlich.«
Er|sprieB|lich)keit: die; - / • [veralt.]
Nützlichkeit von etw.
, er[spy|ren: erspürst; erspürtest; hast er¬
spürt [geh.] 1 etw. mit den Tastorga¬
nen erfühlen 2 etw. gefühlsmäßig er¬
kennen :
erst: I Adv. 1 a) bevor etw. anderes pas¬
siert; zunächst »Beende erst die Schu¬
le, bevor du eine Weltreise machst!« b)
am Anfang; zunächst; anfänglich
»Erst schien alles schief zu laufen.« 2
a) vor kurzer Zeit »Ich traf sie erst ge¬
stern, da ging es ihr noch gut.« b) nicht
früher als »Ich kann erst nach Ostern
kommen.« c) nicht länger als »Ich stu¬
diere erst im 2. Semester.« II Partikel 1
einmal (in Zukunft) »Wenn sie erst
wütend ist, dann wird es schlimm.« 2
schon » Wären wir doch erst zurück!«
Erst.: Abk. 1 Erstattung 2 Ersteigerung
3 Ersteigung 4 Erstickung
erst.: Abk. 1 erstattet 2 erstiegen 3 er¬
steigert
er|star|ken: erstarkst; erstarktest; bist
erstarkt [geh.] an Stärke od. Einfluß
gewinnen
Er|star|kung: die; ~ ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Erstarkens, Stärkerwer¬
dens
er|star|ren: erstarrst; erstarrtest; bist er¬
starrt a) unbeweglich werden »Die
Lava erstarrte zu Stein.« b) gefrieren;
erkalten u. damit fest werden »Das
Wasser erstarrte zu Eis.«
er]stat|ten: erstattest; erstattetest; hast
erstattet 1 zurückgeben; bezahlen; er¬
setzen; vergüten 2 Funktionsverb etw.
tun, erzielen a) berichten »Bericht
erstatten« b) anzeigen »Anzeige
erstatten« c) melden
Erstauff.: Abk. Erstaufführung
Erst|auf|füh|rung: die; - ; -en erste Auf¬
führung, Premiere, Uraufführung
eines Theaterstückes o. ä.
Erst|auf|la|ge: die; - ; -n <Buchw.> erste
Auflage, Ausgabe eines Druckpro¬
duktes o. ä.
erlstaulnen: erstaunst; erstauntest; hast/
bist erstaunt 1 hast in Erstaunen ver¬
setzen 2 bist in Verwunderung gera¬
ten
Erlstaulnen: das; -s; - Vorgang des In-
Verwunderung-Geratens, Erstaunt¬
seins
er[staun|lich: Adj. 1 sehr eindrucksvoll,
beachtlich »erstaunliche Leistung« 2
<verst.> sehr »Das ging erstaunlich
schnell.«
Erlstauntlheit: die; -; - erstaunter, über¬
raschter Zustand einer Person
Erstausg.: Abk. <Buchw.> Erstausgabe
erst|be|ste —* erst|bes(te: Adj. n. stg. 1
jmdm. zuerst begegnend, begegnet
seiend 2 den, die erstbeste(n) neh¬
men —> den, die Erstbeste(n)
nehmen: 1. das erste, was jmdm. be¬
gegnet, nehmen 2. [ugs.] ohne viel
Überlegung, Kritik jmdn. schnell hei¬
raten, den man kennenlernt
Erst|be|stei|gung: die; - ; -en erste Be¬
steigung, Erklimmung eines Berges
Erstdruck: der; -(e)s; -e <Druckw.> 1
Probedruck 2 erste Ausgabe eines Bu¬
ches o. ä.
§r|st * ersft-: Adj. n. stg.erster; erste;
erstes an erster Stelle genannt
eijstejchen: erstichst; erstach(e)st; hast
erstochen ein Lebewesen mit einem
spitzen Gegenstand töten
er]ste|hen/erstehn: erstehst; erstan-
d(e)st; hast/bist erstanden 1 hast
[geh.] durch Kauf erwerben, erhalten
2 bist a) gesund werden »Sie ist von ih¬
rer langen Krankheit erstanden.« b)
von neuem errichtet werden; auferste¬
hen
Er|ste-H|l|fe-Le||stung —> Ers[te-Hil|-
fe-Leis|tung die; - ; -en erste Hilfe,
die bereits am Unfallort o. ä. geleistet,
gegeben wird
Er|ste|hung: die; -; -en [geh.] Kauf einer
Sache
er|stei|gen: ersteigst; erstiegfejst; hast
erstiegen etw. Hoch-, Höhergelegenes
(einen Berg, eine Treppe o. ä.) bis
zum höchsten Punkt erklimmen
er|stei|gern: ersteigerst; ersteigertest;
hast ersteigert bei einer Versteigerung
kaufen, erwerben
Erjstei|ge|mng: die; - ; -en Erwerb eines
Gegenstandes auf einer Versteige¬
rung
Erjste[|gung: die; - ; -en das Erklimmen
eines Berges o. ä.
er|stel|len: erstellst; erstelltest; hast er¬
stellt 1 sich etw. ausdenken, ausarbei¬
ten »einen Plan erstellen« 2 bauen
Er|stel|lung: die; - ; -en Anfertigung von
etw. »Die Erstellung der Urkunde dau¬
ert zwei Tage.«
er|sten|mal —» ersten Mat Adv. in den
Wendungen a) beim, zum erstenmal
—*■ beim, zum ersten Mat bei der er¬
sten sich bietenden Gelegenheit b)
zum erstenmal —> zum ersten Mat
niemals zuvor, sondern erst jetzt; erst¬
mals
erstens —* ersjtens: Adv. an erster
Stelle; zum einen
erstg.: Abk. erstgenannt
Erst|ge|bä|ren|de: die; -n; -n <Med.>
Frau, die zum ersten Mal Mutter
wird
erst|ge|bo|Fen: Adj. n. stg. als erstes
Kind der Eltern geboren
Erst(ge|bo|re|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.; ein Erstgebore¬
ner; eine Erstgeborene; zwei Erstgebo¬
rene) Kind, das als erstes, vor seinen
Geschwistern geboren wurde
Erstjge|bofc das; -(e)s; -e erste Summe,
die bei einer Versteigerung geboten
wird (od. werden muß)
Erst|ge|burt: die; - ; -en 1 a) erste Ge¬
burt einer Frau b) erstgeborenes Kind
2 <Rechtsw.> besonderes Vorrecht des
erstgeborenen Kindes in der Erbfolge
Erst|gefburts|recht: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> besonderes Vorrecht des
erstgeborenen Kindes in der Erbfolge
erst|ge|nannt: Adj. n. stg. an erster Stel¬
le genannt, aufgeführt
Erst|hel|fen der; -s; - weibl. Erst|hel|fe|-
rin: die; - ; -nen Person, die eine Erste¬
Hilfe-Ausbildung abgeschlossen hat
eijsticken (er|stik|ken —> er|st||cken):
erstickst; ersticktest; bist/hast erstickt
1 bist durch Sauerstoffmangel sterben
2 hast ein Lebewesen töten, indem die
Atmung verhindert wird »Er erstickte
den Hund mit einer Decke.« 3 <übertr.>
[ugs.] von etw. zu viel haben »Ich er¬
sticke in Arbeit.« Syn.: <3> ertrinken
Erstickung (Er|stik|kung —»■ Erjstij-
ckung): die; - ; -en Tod aufgrund ei¬
nes Mangels an Sauerstoff
Eijstickungs|tocl (Erstik|kungsjtod —>
Er|sti|ckungs|toc$ der; -(e)s; - Tod,
der durch Erstickung, Sauerstoff¬
mangel eintritt
erstkl.: Abk. erstklassig
Erst|kläB|ler —* Erstjkläss|len der; -s; -
weibl. Erstjkläß|le|rin —> Erst|kläss|-
le|riit die; - ; -nen Schülerin), der/die
338
Eruption
die erste Klasse der Grundschule be¬
sucht
erst|klas|sig: Adj. n. stg. besonders gut;
herausragend
Erst)kom|mu|ni|on: die; - ; -en <kath.
Kirche> (Fest der) erste(n) Teilnahme
an der Eucharistiefeier
erst|lich: Adv. erstens; zuerst
Erstling: der; -(e)s; -e 1 erstes Werk ei¬
nes Künstler 2 erstes Kind einer Fa¬
milie 3 (Produkt einer) erste(n), frü-
he(n) Ernte eines Jahres
Erstjlings(film: der; -(e)s; -e erster Film
eines Künstlers, Regisseurs
Erst|lings|ro|man: der; -(e)s; -e erster
Roman eines Schriftstellers
Erst|lings|werlc das; -(e)s; -e erstes
Werk eines Künstlers
erstm.: Abk. a) erstmalig b) erstmals
erst|ma|lig: Adj. n. stg. erstmals; zum er¬
" sten Mal; noch nie zuvor erfolgt
erstmals: Adv. zum ersten Mal; noch
nie vorher »Ich war in diesem Sommer
erstmals in Asien.«
Erstjpla|zier|te —» Erst|plat|zieijte: der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Erstplazierter; eine Erstplazierte;
zwei Erstplazierte —nimmer mit
tz<— ) <Sport> Person, die bei einem
Wettkampf Sieger geworden ist
Erste: Abk. Erstreckung
erjstrah|len: erstrahlst; erstrahltest; bist
erstrahlt a) hell aufleuchten b)
<übertr.> besonders positiv wirken
»Sie erstrahlte vor Glück.«
erst|ran|gig: Adj. n. stg. auf dem ersten
Rang plaziert; besonders gut, wichtig
erjstre|ben: erstrebst; erstrebtest; hast
erstrebt versuchen, etw. Bestimmtes,
ein Ziel zu erreichen
er|stre|bens|wert: Adj. erstrebenswer¬
ter; erstrebenswerteste so beschaffen,
daß man es wünschen, anstreben
sollte :
er|strecken (er|strek|ken —»• er|stre]-
cken), sich: erstreckt sich; erstreckte
sich; hat sich erstreckt eine gewisse
Fläche, Strecke in Anspruch nehmen
Er|streckung (Er|strek|kung —» Er|-
strejckung): die; - ~; -en Ausdehnung
von etw. (über ein Gebiet)
er|strei|ten: erstreitest; erstritt (e) st;
hast erstritten etw. durch einen Streit,
Kampf, aggressive Verhandlungen
herbeiführen, erreichen
Erstschlag: der; -(e)s; -schlage <Milit.>
Angriff (mit Atomwaffen), der den
Gegner hindern soll, seinerseits an¬
zugreifen
Erst]se|me|ster —» Erst|se|mes|ter
das; -s; - Student(in) im ersten Seme¬
ster seines/ihres Studiums
Erst|stim|me: die; - ; -n <Pol.> Stimme,
die der Wähler bei den Wahlen (z. B.
bei den Wahlen zum Deutschen Bun¬
destag) einem Kandidaten aus seinem
Wahlkreis gibt
er]stun|ken: Adj. in der Wendung etw.
isterstunken u. erlogen: etw. ist frei
erfunden, eine bewußt verbreitete Lü¬
ge
erjstür|men: erstürmst; erstürmtest; hast
erstürmt <Mi!it.> eine Festung o. ä.
durch einen Angriff erobern
Erstfver|kaufs|tag: der; -(ejs; -e <Wirt.>
erster Tag, an dem etw. verkauft wer¬
den kann, darf
Erstjver|öf|fent|li|chung: die; - ; -en
<Buchw.> 1 erste Veröffentlichung ei¬
nes Druckproduktes 2 erstveröffent¬
lichtes Exemplar, Buch o. ä.
Erst|verjstoijbe|ne: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Erstver¬
storbener; eine Erstverstorbene; zwei
Erstverstorbene) <meist Rechtsw.) als
erste(r) Verstorbene in einer Ehe,
Gruppe von (erbberechtigten) Ver¬
wandten o. ä.
Erst|wa|gen: der; -s: - größtes, bevor¬
zugtes Auto einer Person, Familie,
die mehrere Wagen besitzt
Erst|wäh|len der; -s; - weibl. Erst|wäh|-
le|rin: die; - ; -nen <Pol.» Person, die
aufgrund ihres Alters erstmals an ei¬
ner politischen Wahl teilnehmen darf,
teilnimmt
Erst|zu|las|sung: die; - ; -en erste Zulas¬
sung, Eintragung eines Kraftfahr¬
zeugs beim Straßenverkehrsamt
erjsujchen: ersuchst; ersuchtest; hast er¬
sucht jmdn. förmlich u. nachdrück¬
lich um etw. bitten
ert.: Abk. erteilt
erftap|pen: ertappst; ertapptest; hast
ertappt [ugs.] jmdn. bei einer Unrech¬
ten Handlung entdecken, erwischen,
überraschen
erjtajsten —» erjtas|ten: ertastest; erta¬
stetest; hast ertastet etw. mit den
Händen, Tastorganen erfühlen
eriteulben: ertaubst; ertaubte; bist
ertaubt <Med.> das Gehör verlieren
Erftgi|!ung: die; - ; -en das Erteilen, Ge¬
währen von etw.
Ertrag: der; -(e)s; Ertrüge 1 Ernte; Ge¬
samtheit einer (landwirtschaftlichen)
Produktion »Durch Düngung werden
hohe Ertrüge erzielt.« 2 Gewinn
erjtraglban Adj. zu ertragen, physisch
u. psychisch auszuhalten
er|tra|gen: ertrügst; ertrug(e)st; hast er¬
tragen etw. auf sich nehmen, es dul¬
den, mitmachen, aushalten
eijtrag|fä|hig: Adj. fähig, einen Ertrag
zu erbringen; einen Gewinn, Ertrag,
eine Ernte erwarten lassend
erjtrig|lich: Adj. nicht gut, aber auch
nicht übermäßig schlecht; auszuhal¬
ten; annehmbar; mittelmäßig Ant.:
unerträglich
Er|träg|lich|keit: die; - ; - erträglicher,
auszuhaltender Zustand
er|trag|los: Adj. n. stg. ohne Ertrag, Ge¬
winn
Erjtrag|lojsig|keit: die; - ; - Mangel an
Gewinn; Zustand des Ertraglosig-
seins
erfträg|nis|reich: Adj. reich an Erträgen,
positiven Ergebnissen, Gewinn
er[trag]reich: Adj. einen reichen Ertrag
bringend
er[trags|arm: Adj. ertragsärmer; am
erlragsärmsten nicht viel Ertrag brin¬
gend
Er|trags|aus|sich|ten: die (PI.) Aus¬
sicht, einen Ertrag, Gewinn zu erzie¬
len
erttrags(fä|hig: Adj. fähig, in der Lage,
einen Ertrag zu erzielen
Er|trags(la|ge: die; - ; - wirtschaftliche
Situation hinsichtlich der Gewinne u.
Verluste
Er(trags(min|de|rung: die; - ; -en Redu¬
zierung des Ertrags, Gewinns durch
etw.
Er(trags|schwan|kung: die; - ; -en Ver¬
änderungen im Ertrag, Gewinn (be¬
dingt durch Umweltbedingungen o,
ä.)
er|trags|si|cher. Adj. einen gesicherten
Ertrag versprechend; viel Ertrag ga¬
rantierend
Er|trags|stei|ge|rung: die; - ; -en Zu¬
nahme des Ertrags
Eijtrags|steu|er/£r]trag|steu|er: die; - ;
-n Steuer, die auf Erträge, Gewinne
erhoben wird
er|trän|ken: ertränkst; ertränktest; hast
ertränkt jmdn., ein Tier gewaltsam
zum Ertrinken bringen, im Wasser er¬
sticken lassen
ertträulmen: erträumst; erträumtest;
hast erträumt sich einen Wunsch in
seinen Träumen ausdenken; einen
Wunsch haben
er|trjn|ken: ertrinkt; ertrank; ist ertrun¬
ken 1 unter Wasser (durch Sauerstoff¬
mangel u. Eintritt von Wasser in die
Lunge usw.) sterben 2 <übertr.> von
etw. zu viel haben »Ich ertrinke in Ar¬
beit.« Syn.: <2> ersticken 3 Der Ertrin¬
kende klammert sich am, an einem
Strohhalm fest: in einer verzweifelten
Lage, Situation o. ä., setzt man seine
ganze Hoffnung auf die kleinste
Chance, Aussicht auf Rettung
Eijtrin|ken[de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Ertrinkender;
eine Ertrinkende; zwei Ertrinkende)
Person, die in einem Gewässer zu er¬
trinken droht, vor dem Ertrinken
steht
er|trot|zen: ertrotzt; ertrotztest; hast er¬
trotzt seinen Willen durch Trotz, trot¬
ziges Handeln durchsetzen
Erjtrot(zung: die; - ; - das Erreichen ei¬
nes Ziels durch trotziges Handeln
Eijtrun|ke|ne: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Ertrunkener;
eine Ertrunkene; zwei Ertrunkene)
Person, die in einem Gewässer o. ä.
ertrunken, durch Einatmen von Was¬
ser gestorben ist
er|tiich|ti|gen: ertüchtigst; ertüchtigtest;
hast ertüchtigt [veralt.] jmdn. körper¬
lich fit machen
er|tgch|ti|gen, sich: ertüchtigst dich; er¬
tüchtigtest dich; hast dich ertüchtigt
[veralt.] sich körperlich fit machen
Erftüch|ti|gung: die; - ; -en körperliches
Training
er|tüf|teln: ertüftelst; ertüfteltest; hast
ertüftelt sich etw. ausdenken u. ba¬
steln
erfüb(ri|gen: erübrigst; erübrigtest; hast
erübrigt 1 <oft Zeit) bereithalten, auf
etw. verwenden 2 etw. erübrigt sich:
etw. ist unnötig (geworden)
eru(je|ren —» e|ru|te|ren: dato eruierst;
eruiertest; hast eruiert herausfinden;
ermitteln; feststellen
erup|tie|ren —> e|rup|tiejren: datj erup-
tiert; eruptierte; ist eruptiert <meist
Geologie) etw. (z. B. Lava, Asche,
Steine) bricht (plötzlich) aus einem
Vulkan hervor, wird herausgeschleu¬
dert
Erup|ti|on —» E|rup|ti|pn: dato
/eruption/ die; - ; -en 1 <Geologie> a)
vulkanischer Ausbruch b) <auf der
Sonne) Gasausbruch 2 <Med.> Haut¬
ausschlag
339
eruptiv
erupltiv —» e|rup|tiv: dato /eruptif/ Adj.
1 (Geologie) durch Eruption entstan¬
den 2 <Med.> hervorbrechend
Erup|tiv|ge|stein —* E|mp|tiv|ge|stein:
/eruptif-/ das; -s; -e (Geologie) bei ei¬
nem Vulkanausbruch herausge¬
schleudertes Gestein
eijwa|chen: erwachst; erwachtest; bist
erwacht a) aufwachen, wach werden
aus Schlaf, Betäubung, Traum b) ak¬
tiv werden, Interesse bekommen, sich
bewußt mit der Realität auseinander¬
setzen
er[wach(sen: Adj. n. stg. volljährig; in
einer Situation, in der eine Person
kein Kind mehr ist, für seine Hand¬
lungen selbst verantwortlich ist u.
nicht mehr der Erziehungsgewalt der
Eltern od. des Vormunds untersteht,
Ant.: minderjährig
Er|wach|se|ne: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Erwachsener;
eine Erwachsene; zwei Erwachsene)
erwachsene männliche bzw. weibliche
Person
Erjwach]se|nen|biljdung: die; - ; - Ma߬
nahmen zur Weiterbildung von Er¬
wachsenen
Er|wach|se|nen|tau|fe: die; ~ ; -n (Reli¬
gion) (Prinzip der) Taufe der Gemein¬
demitglieder erst als Erwachsene
erjwäjgen: erwägst; erwog(e)stjerwäg-
test; hast erwogen a) bedenken b) etw.
genau auf Vor- u. Nachteile sowie auf
mögliche Folgen überprüfen; die
Möglichkeit überdenken, etw. zu tun
er|w||gens|wert: Adj. erwägenswerter;
erwägenswerteste in Erwägung zu zie¬
hen; als Möglichkeit zu überlegen, be¬
achten
eijwäh|len: erwählst; erwähltest; hast
erwählt [geh.] 1 etw., jmdn. für etw.
aussuchen 2 etw., jmdn. durch eine
Wahl bestimmen
Er|wähl|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Erwählter; eine Er¬
wählte; zwei Erwählte) Person, die
durch eine Wahl bestimmt wurde,
von jmdm. für etw. auserkoren wurde
erjwäh|nen: erwähnst; erwähntest; hast
erwähnt nebenbei, beiläufig etw. sa¬
gen »Ich erwähnte ja bereits (kurz),
daß ich in die Ferienfahre.«
erfwäh[nens[wert: Adj. erwähnenswer¬
ter; erwähnenswerteste wichtig genug,
um genannt zu werden
er|wähn|teijma|8en: Adv. wie schon er¬
wähnt
Erjwjjh|nung: die; - ; -en Nennung, Vor¬
gang bzw. Ergebnis des Erwähnens
er|wah|ren: erwahrst; erwähnest; hast
erwähn [Schweiz.] 1 etw. durch ein
Amt bestätigen lassen 2 [selten] a)
wahr, zur Realität werden b) sich als
wahr erweisen, heraussteilen
erjwan|dern: erwanderst; erwandertest;
hast erwandert etw. durch Wandern
kennenlemen, erreichen
eijwärjmen, sich: erwärmst dich; er¬
wärmtest dich; hast dich erwärmt 1 n.
in der 2. Pers. wärmer werden, sich er¬
hitzen 2 sich für etw., jmdn. begei¬
stern
Erjwärjmung: die; - ; -en 1 das Erhitzen
von etw. 2 das Sicherwärmen, Begei¬
stern für etw.
erjwarjten: erwartest; erwartetest; hast
erwartet 1 dem Kommen von etw. od.
jmdm. zu einem bestimmten Zeit¬
punkt entgegensehen 2 von etw. aus¬
gehen; mit etw. rechnen u. nicht über¬
rascht sein
Er|war|tung: die; - ; -en 1 o. PI. Unge¬
duld, Sehnsucht, mit der man auf etw.
wartet 2 Hoffnung, Annahme bezüg¬
lich eines Ereignisses
Er[warjtungs|angst: die; - ; -ängste
(Psychologie) Furcht, bestimmte Er¬
wartungen nicht erfüllen zu können
er|war)tungs|froh: Adj. erwartungsfro¬
her; erwartungsfroheste mit freudiger
Erwartung
er{war]tungs|ge|mäB: Adv. den Erwar¬
tungen entsprechend »Erwartungsge¬
mäßgewann er das Rennen.«
Eijwar|tungs|ho|ri|zont: der; -(e)s; -
(PI. s.) Erwartungen bezüglich einer
bestimmten Leistung, Qualität o. ä.
Eijwarjtungs|hal|tung: die; • ; -en durch
bestimmte, hohe Erwartungen ge¬
prägte Haltung, Einstellung
er|war|tungs|voll: Adj. mit vielen Er¬
wartungen, gespannt
erwecken (er|wek|ken —* er|wej-
cken): erweckst; erwecktest; hast
erweckt [geh.] 1 a) jmdn. aus dem
Schlaf wecken b) etw., jmdn. ins Le¬
ben zurückrufen 2 verursachen, erre¬
gen »Der Zustand des ermatteten Tie¬
res erweckte Mitleid.«
Eijweckung (Er|wek|kung —* Er|we|-
ckung): die; - ; -en 1 das Wecken, Ge¬
wecktwerden 2 religiöse Bekehrung,
Erneuerung
er|wejch|bar: Adj. 1 (durch Hitze) wei¬
cher zu machen 2 zu einem Verhalten
zu überreden, sich erweichen lassend
er]wei|chen: erweichst; erweichtest; hast
erweicht 1 a) etw. (durch Hitzeeinwir¬
kung) weich machen b) (durch Hitze¬
einwirkung) weich werden 2 jmdn. zu
einem Verhalten überreden »Er ließ
sich durch ihre Tränen nicht erwei¬
chen.«
Erjweis: der; -ses; -se Nachweis, Beleg
für eine Sache
er|wejs|baR Adj. durch einen Nachweis
belegbar
eijwej|sen: erweist; erwies(es)t; hast er¬
wiesen 1 etw. belegen, nachweisen 2
jmdm. ein Gefühl entgegenbringen,
zeigen »jmdm. Ehrerbietung erweisen«
er|wei|sen, sich: erweist dich; erwie-
s(es)t dich; hast dich erwiesen 1 sich
als etw. heraussteilen 2 jmd. zeigt sich
für etw. erkenntlich; jmd. bedankt
sich für etw. mit etw., einer Handlung
Er|wej|sung: die; - / -en a) das Beweisen
von etw. b) das Sichherausstellen als
etw. c) das Zeigen eines Gefühls o. ä.
er|wgi|tern: erweiterst: erweitertest; hast
erweitert etw. vergrößern, ausdehnen
Er|we||te|rung: die; - ; -en Vergröße¬
rung von etw.
Erjwerb: der; -(e)s; -e 1 Verdienst (des
Lebensunterhaltes o. ä.) 2 Gewerbe,
mit dem jmd. seinen Lebensunterhalt
erarbeitet 3 Kauf o. ä. einer Sache
er|wer|ben: erwirbst; erwarb(e)st; hast
erworben kaufen; etw. durch Bemü¬
hung u. Anstrengung erlangen
Erjweijber: der; -s; • weibl. Er|wer|be|-
rin: die; - ; -nen Person, die etw. er¬
wirbt, kauft
erjwerbs|fä|hig: Adj. psychisch u. phy¬
sisch in der Lage, einen Beruf auszu¬
üben
Er|werbs|fä|hig|keit‘ die; -; - Fähigkeit,
einem Beruf nachzugehen
er)werbs|ge|min|dert: Adj. in seiner Er¬
werbsfähigkeit eingeschränkt
Er|werbs|le|ben: das; -s; - Berufsleben;
Arbeitswelt
er|werbs|los: Adj. n. stg. ohne Arbeit u.
somit ohne Einkommen Ant.: er¬
werbstätig
Erjwerbs|k>|sig|keit: die; -; - Arbeitslo¬
sigkeit; [veralt.] Berufslosigkeit
Er|werbs|min|de|rung: die; - ; -en kör¬
perliche od. seelische Behinderungen,
die eine Person in ihrem Beruf ein¬
schränkt
Er|werbs|quel|le: die; - ; -n Tätigkeit,
durch die man Geld verdienen kann
Er|werbs|sinn: der; -(e)s; - Fähigkeit,
Erwerbsmöglichkeiten zu erkennen u.
wahrzunehmen
Erjwerbs|stre|ben: das; -s; - Streben
nach Erwerb
erfwerbsjtä|tig: Adj. n. stg. einer berufli¬
chen Tätigkeit nachgehend
Er]werbs|tälti|ge: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Erwerbstäti¬
ger; eine Erwerbstätige; zwei Erwerbs¬
tätige) Person, die einer beruflichen
Tätigkeit nachgeht
er|werbs|un|fa|hig: Adj. n. stg. gesund¬
heitlich nicht mehr in der Lage, seinen
Lebensunterhalt zu verdienen (weder
in dem erlernten, bisher ausgeübten,
noch in einem anderen Beruf) Ant.:
erwerbsfähig
Eijwerbs|unffäjhig|keit: die; -; - körper¬
liche od. geistige Unfähigkeit, einer
beruflichen Tätigkeit nachzugehen
Er|werbs|zweig: der; -(e)s; -e Bereich
der Wirtschaft, in dem man einer Be¬
rufstätigkeit nachgehen kann
ei[wi|dem: erwiderst; erwidertest; hast
erwidert 1 auf etw. antworten, (münd¬
lich) reagieren »Auf diese Frage
konnte ich nichts erwidern.« 2 auf ähn¬
liche od. gleiche Art auf Gefühle od.
Handlungen reagieren »Liebe erwi¬
dern«
Eijw]|de|rung: die; - ; -en 1 (längere)
Antwort 2 auf etw. gezeigte Reaktion
»Ihre Zuneigung findet keine Erwide¬
rung.«
er(wie|sen: Adj. n. stg. nachgewiesen;
durch Beweise belegt »Es ist erwiesen,
daß er an der Tat beteiligt war.«
er|wie|se|nerjma]ßen: Adv. nachweis¬
lich, durch Beweise belegt
etjwirjken: erwirkst; erwirktest; hast er¬
wirkt durch seinen Einsatz etw. errei¬
chen, veranlassen
Erfwiijkung: die; - ; -en Veranlassung
von etw.
eijwirt|schafjten: erwirtschaftest; er¬
wirtschaftetest; hast erwirtschaftet
Gewinne, Erträge o. ä. durch be¬
triebswirtschaftliche Maßnahmen er¬
reichen '
eijwijschen: erwischst; erwischtest; hast
erwischt 1 jmdn. bei einer ungesetzli¬
chen, verbotenen Handlung ertap¬
pen, überraschen, fangen »Ich er¬
wischte ihn beim Klauen.« 2 etw. (ge¬
rade noch) erreichen, bekommen »Ich
habe den Zug noch erwischt.« 3 sich
eine Krankheit o. ä. zuziehen
340
ESA
erjwürjgen: erwürgst; erwürgtest; hast
erwürgt jmdn. ermorden, töten, in¬
dem man ihm die Kehle zudrückt
Erz: das; -es; -e 1 metallhaltiges Mineral
~ 2 [geh.] Bronze
erz-/Erz-: Wortbildungselement <meist
emotional u. negativ empfunden»
drückt eine Verstärkung des im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten aus;
völlig; gänzlich; von Grund auf
»erzkonservativ ♦ Erzschurke«
Erz|ader —* Erz|a|den die; - ; -n Erz¬
vorkommen
er|zäh|len: erzählst; erzähltest; hast er¬
zählt 1 eine wahre od. erfundene Be¬
gebenheit in Worte fassen u. anderen
mitteilen 2 das kannst du deiner
Großmutter erzählen: [ugs.] ich glau¬
be das nicht, das ist gelogen 3 du
kannst mir viel erzählen: [ugs.] das
glaube ich dir nicht
er]zäh|lens|wert: Adj. erzählenswerter;
erzählenswerteste interessant; span¬
nend; wichtig für den Zuhörer
Eijzäh]ler: der; -s; * weibl. Er|zäh|le|rin:
die; - ; -nen a) Person, die eine Ge¬
schichte erzählt »Er ist ein guter
Märchenerzähler.« b) Schriftsteller,
der Prosatexte, Erzählungen schreibt
er[zäh|le|rtsch: Adj. n. stg. die (Art u.
Weise der) Erzählung betreffend
Er|zähl|kunst: die; - ; - Kunst, hervorra¬
gende Fähigkeit, Eignung, eine Ge¬
schichte zu erzählen
Er|zäh|lung: die; - ; -en a) Geschichte b)
Bericht c) (Form der) Prosadichtung
erzbpsch).: Abk. erzbischöflich
Erz|berg|bau: der; -(e)s; - Bergbau, in
dem Erz gewonnen, gefördert wird
Erz|berg|werk: das; -(e)s; -e Bergwerk,
in dem Erz abgebaut wird
Erzjbi|schof: der; ~(e)s; -bischöfe hoher
kirchlicher Würdenträger, Leiter ei¬
ner großen Kirchenprovinz
erz(bi|schÖfllich: Adj. n. stg. vom Erzbi¬
schof ausgehend, den Erzbischof be¬
treffend
Erz|bis|tum: das; -s; -bistümer <kath.
Kirche» große Kirchenprovinz
Erz]bö|se|wicht: der; ~(e)s; -e [ugs.]
bösartiger M ensch
Erz|di|öze)se —* Erz|di|ö|ze|se: die; - ;
-n <kath. Kirche» Erzbistum, kirchli¬
che Verwaltungseinheit
Erz|en|gel: der; -s; - »Religion» in der
Hierarchie hoch stehender Engel
erlzeulnen: erzeugst; erzeugtest; hast er¬
zeugt 1 etw. hersteilen, produzieren 2
entstehen lassen; hervorrufen »Durch
Reibung wird Wärme erzeugt.«
Erlzeuluer: der; -s; - weibl. Erlzeuloel-
ifn: die; - ; -nen 1 a) Person, die etw.
erzeugt b) Person, die etw. produziert
2 nur männl. Form biologischer Vater
eines Kindes
Erlzeulnerlland: das; -(e)s; -länder
Land, in dem etw. produziert wird,
wurde
Ertzeulaerlpreis: der; -es; -e Preis, den
ein Produzent, Erzeuger für eine Wa¬
re verlangt
Erlzeuqlnls: das; -ses; -se Produkt; Wa¬
re
EHzeulqunq: die; - ; -en (PL s.) Pro¬
duktion einer Ware
Er]zeu|gungs|ko|sten —» Er|zeu|-
gungs|kos|ten: die (PI.) Kosten, die
bei einer Produktion anfallen ~
erz|faul: Adj. [ugs.] extrem, sehr faul
Erz|feind: der; -(e)s; -e weibl. Erz|feinJ-
dirt: die; ~ ; -nen erbitterte(r) Gegne¬
rin), Widersacher(in)
Erzjfeind|schaft: die; ~ ; -en eine beson¬
ders intensive bzw. langanhaltende
Feindschaft
Erz|gau|nen der; -s; - weibl. Erz|gau|-
nejrin: die; - ; -nen Person, die immer
wieder Gaunereien, Verbrechen be¬
geht
Erz|ge|bir(ge: das; -s; - Mittelgebirge,
das teils in Sachsen, teils in der Tsche¬
chischen Republik liegt
Erz|ge|win|nung: die; - ; - Förderung
von Erz
Erz|gie|ßeR der; -s; - »Beruf» Handwer¬
ker, der Waren aus Gußerz herstellt
Erz|gie|Be|rei: die; - : -en Gießerei, in
der gußeiserne Waren hergestellt wer¬
den
Erz|gru|be: die; ~; -n Erzbergwerk
erz|hal|tig: Adj. Erz enthaltend
£rz|her|zog: der; -s; -herzöge weibl.
Erz|hierjzo|gm: die; - ; -nen »hist.»
Prinz od. Prinzessin des österreichi-
sehen Kaiserreiches, des Hauses
Habsburg
Erz|her[zog|tum: das; -(e)s; -tümer
Herrschaftsgebiet eines Erzherzogs
grz|höf|fig: Adj. n. stg. [bergmannssprl.J
mit reichen Erzvorkommen
Era|hüt|te: die; - ; -n erzverarbeitendes
Hüttenwerk
er|zieh|bar Adj. n. stg. sich erziehen las¬
send; zur Erziehung geeignet
er|zie]hen: erziehst; erzog(e)st; hast
erzogen »besonders Kinder» den Cha¬
rakter formen, Fähigkeiten ausbilden
u. die Entwicklung fördern
Er|zie|her. der; -s; - weibl. Er]zie|he|rin:
die; - ; -nen Person, die eine entspre¬
chende Berufsausbildung hat u. Kin¬
der u. J ugendliche erzieht
Erjzje|her|ga|be: die; -; - pädagogisches
Talent
er|zie|he|risch: Adj. n. stg. a) auf die Er¬
ziehung bezogen b) die Erziehung be¬
treffend
Er]zie|hung: die; - ; - pädagogische Be¬
treuung, Beeinflussung (durch die El¬
tern)
Erjziejhungsjanjstalt: die; - ; -en Heim,
in dem schwererziehbare Kinder u.
Jugendliche leben
Er)ziejhungs|bei|hil|te: die; - ; -n finan¬
zielle Hilfe, Zahlung, die der Staat für
die Erziehung von Kindern auszahlt
Eijz[e|hungs|be{ra|tung: die; - ; -en a)
Beratungsstelle, bei der sich Eltern
Hilfe in Erziehungsfragen holen kön¬
nen b) Beratung durch eine Erzie¬
hungsberatungsstelle
er|zie|hungs|be|rech|tigt' Adj. n. stg.
rechtlich mit der Erziehung von Kin-
dem betraut
Erjzjejhungs|be|rech|tig|te: der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art.: ein Er¬
ziehungsberechtigter; eine Erziehungs¬
berechtigte; zwei Erziehmgsberech¬
tigte) Eltern od. Vormund von Kin¬
dern
Er|zie(hungs|geld: das; ~(e)s; -er staat¬
lich festgelegte, zeitlich begrenzte fi¬
nanzielle Unterstützung für einen Er¬
ziehungsberechtigten, der nicht od.
nur teilweise berufstätig ist
Eijz[e|hungs[heim: das; -(e)s; -e Insti¬
tution, in der Kinder u. Jugendliche
leben u. pädagogisch betreut werden
Erfz]e|hungs|me|thojde: die; - ; -n be¬
stimmte Form, Theorie, nach der El¬
tern ihre Kinder erziehen
Er]zie]hungs|schwiejrig|kei]ten: die
(PI.) Probleme* die während der Er¬
ziehung eines Kindes auftauchen
Eijzie|hungs|uijlaub: der; -(e)s; -e(Pl.
s.) Ausstieg aus dem Berufsleben, um
sich der Erziehung u. Betreuung sei¬
nes Babies, Kindes zu kümmern
Er|zie|hungs|wis|sen]schaft: die; - ;
-en; Pädagogik; Wissenschaft von der
optimalen Erziehung, Betreuung von
Kindern
er|zie|len: erzielst; erzieltest; hast erzielt
ein Ergebnis bewirken, erhalten »In
diesem Jahr haben wir hohe Gewinne
erzielt.«
erjzjtftern: erzitterst; erzittertest; bist er¬
zittert vor Angst, Anspannung od. in¬
folge eines Stoßes zittern
Erz|ka]tho|lik: der; -en; -en weibl, Erz|-
~ ka|tho]lijkin: die; - ; -nen [meist-ab¬
wert.] sehr konservative^) Katholi¬
ken)
erzjka|thp|lisch: Adj. n. stg. [abwert.]
sehr streng an den Grundsätzen der
katholischen Religion, Glaubenslehre
festhaltend
erz|kon|ser|va|tiv: Adj. (politisch, sozi¬
al) sehr, extrem konservativ
Erz|ia|ger: das; -s; - Erzvorkommen;
Lager mit gefördertem Erz
Erz[prie(ster —*■ Erz|pries|ten der; -s; ~
»geistlicher Titel» Dekan
erz|pro|te|stan|tisch —» erz(pro(tes|-
tan|tisch: Adj. [meist abwert.] prote¬
stantisch-konservativ geprägt
erz|re|ak|tio|när —* erz|re|ak|ti|o|när
Adj. [meist abwert.] im Gedankengut
sehr reaktionär geprägt; jeglichen
Fortschritt ablehnend
Erz]ri]va|le: der; -n; -n weibl. Erz|ri|va)lin:
die; - ; -nen; langjähriger, schwieriger
Gegner, Konkurrent(in)
Erzfschelm: der; -(e)s; -e weibl. Erz]-
schel|min: die; - ; -nen Spitzbube; li¬
stiger, ironischer, witziger Mensch
Erzjübel —> Erz|ü|befc das; -s; - schwer¬
wiegendes Übel
er|zür[nen: erzürnst; erzürntest; hast er¬
zürnt jmdn. zornig, wütend machen
Er|züijnuiig: die; - ; - Zustand der Wut,
Aufregung
Erz|va|ter: der; -s; - »Religion» Stamm¬
vater des jüdischen Volkes
Erz{ver|hütftung: die; - ; -en Verarbei¬
tung, Verhütten von Erzen
Erz|vor|kom|men: das; -s; - Gebiet, in
dem Erz vorkommt; Fundstelle von
Erz
Er|zwin)gung: die; - ; -en (PI. s.) Vor¬
gang bzw. Ergebnis der Ausübung
von Zwang
Eijzwin|gungsjhaft:die; - ;-Beugehaft,
die eine bestimmte Handlung hervor¬
rufen soll
er|zwun|ge|neijma|ßen: Adv. durch
Zwang erreicht, hervorgerufen
es: a) Personalpron. für Neutrum b) als
unpersönliches Subjekt »Es regnet.«
ESA: Abk. European Space Agency =
Europäische Weltraumorganisation
341
Esche
Esche —» E|sche: die; ~ ; -n 1
Laubbaum mit fedrigen Blättern 2 o.
PI. (verarbeitetes) Holz der Esche
Eschen|holz —»• E)schen|holz: das; -es;
- Holz der Esche, das zu Möbeln o. ä.
verarbeitet wird
E-Schicht: die; ~ ; -en kurz für Elektro¬
nenkonzentration der in der lonen-
sphäre ionisierten Luftschicht
Es|cu|do: dat.-port.> /eßkudo/ der; ~ u.
-s; - u. -s Währung(seinheit) in Por¬
tugal
Es-Dur das; ~ ; - (Musik) Durtonart,
die auf dem Ton Es basiert
Es-Dur-Ton|lei|ter. die; - ; - <Musik>
Durtonleiter, die auf dem Ton Es ba¬
siert
Esel —*• E|sel: <lat.> der; -s; - 1 als Reit-
u. Lasttier benutzter kleinerer Ver¬
wandter des Pferdes 2 wenn man den
Esel nennt... (... kommt er gerennt):
[ugs.] wenn man von jmdm. spricht,
kommt diese Person gerade 3 der
Esel nennt sich (selbst) zuerst: eine
Person nennt unhöflicherweise zuerst
sich selbst 4 Wenn es dem Esel zu
wohl ist, geht er aufs Eis: wenn sich
eine Person überschätzt, wird sie
leichtsinnig und riskiert zu viel S Wo
der Esel sich einmal stößt, da stöBt
ersieh nicht wieder: das, womit jmd.
einmal schlechte Erfahrung gemacht
hat, versucht er in Zukunft zu vermei¬
den 6 Den Esel meint man, den Sack
schlägt man: oft wird der Schwäche¬
re (Abhängige) gestraft (schlecht be¬
handelt), als Warnung für den Stärke¬
ren (Vorgesetzten)
Ese|lei —»• E|se|lei: die; ~ ; -en [ugs.]
Dummheit; dummes Verhalten
Esel|hengst —» E|sel|hengst: der;
-(e)s; -e männlicher Esel
Esejlin —» E|se|lin: die; - ; -nen weibli-
— eher Esel
Eselsbrücke (Esels|brük|ke —» E-
|sels|brii|cke): die; - ; -n bewußt ge¬
schaffener, gemerkter Anhaltspunkt,
Wortspiel, der/das eine Assoziation
auslöst u. so zur Erinnerung an etw.
führt
Eselsjohr—» E|selsfohr: das;-(e)s; -en
1 Ohr eines Esels 2 eingeknickte Ecke
an einem Heft, einem Buch o. ä.
Esels|riicken (Esels|riik|ken —> E-
|sels|rtt|cken): der; -s; - 1 Rücken ei¬
nes Esels 2 <Archit.> spitz zulaufende
Form eines spätgotischen Bogens
Esel|stu|te —> E|sel|stu|te: die; ~ ; -n
weiblicher Esel
-esk: (germ.-it.) Wortbildungselement
(meist + Namen od. namensähnli¬
chem Fremdwort); dient der Adjekti¬
vierung ähnlich dem, was im Basis¬
wort ausgedrückt ist; mit denselben
Eigenschaften wie dem, was im Basis¬
wort ausgedrückt ist »clownesk • kaf-
kaesk♦ pittoresk«
Esk.: Abk. 1 Eskimo 2 Eskorte =
Schutzwache; Gefolge; Begleitung
Es|ka|ia|ti|on: <fr.-engh /eßkalazion/
die; - ; -en a) stufenweise Steigerung
»Die Eskalation der Gewalt hätte man
vermeiden können.« b) Ausweitung
es|ka|l|efren: eskalierst: eskaliertest;
hast eskaliert (2. Pers. Sg. wird selten
verwendet) a) immer stärkere Mittel
einsetzen b) steigern »Die Auseinan¬
dersetzung darf nicht zum Krieg eska¬
lieren.« -
Es|ka|mo|ta]ge: </r.> /eßkamotasefeM/
die; - ; -n [geh.; veralt.] 1 Zaubertrick
2 Taschenspielerei
Eslkalmolteur: </r.> /eßkamotör/ der; -s;
-e Zauberer, Taschenspieler
es|ka|mo|tie|ren: fr.> eskamotierst; es-
kamotierlest; hast eskamotiert etw.
durch einen Zaubertyck verschwin¬
den lassen
Es|ka|pa|de: dat.-it.-fr.) die; ~ ; -n a)
Abenteuer b) <übertr.> Seitensprung
Es|ka|pjs|mus: dat.-engh der; - ; -
(Psychologie) Fluchtverhalten;
Krankheit, bei der die Patienten der
Realität ausweichen u. sich in Illusio¬
nen o. ä. flüchten
es|ka|pi|stisch —» es|ka|pis|tisch: Adj.
n. stg. (Psychologie) sich der Realität
entziehend; an Eskapismus leidend
Es|ki|mo: (Indian. Spr.> der; ~ u. -s; - u.
-s eingeborener Bewohner des arkti¬
schen u. subarktischen Gebietes
Es|kor]te: <lat.-it.-fr.> die; ~ ; -n Schutz¬
wache; Gefolge; Begleitung zum
Schutz (u. zur Ehrung)
es|korftie|ren: </r.> eskortierst; eskortier¬
test; hast eskortiert (Milit. o. ä.> etw.
od. jmdn. begleiten »Die Königin wur¬
de von Mitgliedern der Leibgarde es¬
kortiert.«
Es|kor|tie|rung: <fr.t die; - ; -en Beglei¬
tung zum Schutz, zur Ehre einer Per¬
son
Es|ku|do: <lat.-port.> der; - u. -s; - u. -s
Währungseinheit in Portugal
Es-Moll: das; - ; - <Musik> Molltonart,
die auf dem Ton es basiert
Es-Moll-Ton|lei|teR die; ~; - Molltonlei¬
ter, die auf dem Ton es basiert
Eso|te|rik —» E|so|te|rik: <gr.> die; - ;
-en Geisteshaltung, die nur für Einge¬
weihte bestimmt u. verständlich ist
Eso|te|ri|ker—> E|so(te|ri|ker: <gr.> der;
-s; ~ weibl. Esojte|ri|ke|rin —> E|so|-
te|ri]ke|rin: die; - ; -nen Anhänger(in)
der Esoterik
Es|pa|dril|le —» Es|pa|d|ril|le: <span.-fr.>
die; - ; -s Leinenschuh mit einer Sohle
aus Hanf
Es|pe: die; - ; -n leicht vom Wind in Be¬
wegung zu setzende Pappel(art)
Es|pen|laub: das; -(e)s; - a) Laub, Blät¬
ter der Espe b) jmd. zittert wie
Espenlaub: jmd. zittert stark
Es|pe|ran|to: das; - u. -s; - künstliche
Welt(hilfs)sprache
Espr.: Abk. Espresso = starker Kaffee
Esjpres|so—» Es|p|res|so: dt» der; ~ u.
-s; -s u. Espressi (aber: zwei (Tassen)
Espresso) a) o. PI. dunkel gerösteter
Kaffee b) sehr starker Kaffee aus ei¬
ner Spezialmaschine bzw. auf spe¬
zielle Art zubereitet u. in einer kleinen
Tasse serviert
Es|prit —» Es|p|rit: <lat.-fr.> der; -s; -
geistreiche, witzreiche Geistes-, We¬
sensart »Die Frau hat wirklich
Esprit.«
Es|say/Esfsay: <lat.-fr.-engh /ässe' u.
ässe/ der u. das; -s; -s literarische
Form des Aufsatzes; kürzere Ab¬
handlung über eine literarische od.
wissenschaftliche Frage
§B|bar—» essjbar: Adj. n. stg. als Nah¬
rungsmittel (für Menschen) geeignet
»Nicht alle Pilze sind eßbar.«
EB|bar|keit —* Ess|bar|keit: die; ~ ; -
Eigenschaft des Eßbarseins
E6|be|steck —> Ess|bejsteck: das;
-(e)s; -e Eßgeräte, die für eine Mahl¬
zeit benötigt werden, z. B. Messer,
Gabel, Löffel
Es|se: die; - ; -n Schornstein, Rauch¬
fang an der Herdwand einer Schmie¬
de
EBjecke (EBjek|ke —*• Ess|e|cke): die;
- ; -n kleiner Raum, Bereich eines
Zimmers od. der Küche mit einem
Eßtisch u. Sitzgelegenheiten, in dem
Mahlzeiten eingenommen werden
Es|sen: das; -s; ~ 1 Einnahme von Nah¬
rung (mit anderen Personen aus ei¬
nem festlichen o. ä. Anlaß) 2 Gericht,
das für eine Mahlzeit zubereitet wur¬
de 3 Nach dem Essen sollst du ru-
h(ejn od. tausend Schritte tun: eine
humoristische Gesundheitsregel (aus
dem 17. Jhd.); nach dem Essen wird
(zur besseren Verdauung) eine Ruhe¬
pause od. ein Spaziergang empfohlen
4 Essen u. trinken hält Leib u. Seele
zusammen: jedes Lebewesen muß es¬
sen, um Kraft zu haben u. überhaupt
leben zu können
es|sen: ißt; aß(es)t; hast gegessen
—>alle Gegenwartsformen mit ss<—
1 (Mensch) Nahrung aufnehmen,
Syn.: (Tier; beim Menschen [derb])
fressen 2 essen wie ein Spatz: [ugs.]
sehr wenig essen »Nehmen Sie noch
etw., Sie essen ja wie ein Spatz!« 3 es
wird nichts so heiß gegessen, wie es
gekocht wird: es wird nicht so
schlimm, wie man es befürchtet
Es)sen|aus|ga|be: die; - ; -n 1 Stelle, an
der Mahlzeiten ausgeteilt werden 2 o.
PI. das Ausgeben, Verteilen der
Mahlzeiten (in einer Kantine o. ä.)
Es|sen)fe|geR der; -s; - [landsch.]
Schornsteinfeger
Es|sen|ge|ruch: der; ~(e)s; -gerüche Ge¬
ruch, der beim Zubereiten von Mahl¬
zeiten entsteht
Es|sen|kar[te: die; -; -n Wertmarke, ge¬
gen die man ein Essen in einer Kan¬
tine o. ä. einlösen kann
Es|sen|martke: die; ~ ; -n Wertmarke,
gegen die man ein Essen in einer Kan¬
tine o. ä. einlösen kann
Es|sens|aus|ga|be: die; - ; -n Ort, Stelle,
an der Mahlzeiten ausgegeben wer¬
den
Es|sens|mar]ke: die; - ; -n Wertmarke,
gegen die man ein Essen in einer Kan¬
tine o. ä. einlösen kann
Es|sens|zeit: die; - ; -en Tageszeit, zu
der man eine Mahlzeit in einer Kan¬
tine o. ä. einnehmen kann
es|sen|ti|ell —> auch es|sen|zi|^ll: dat.-
jr.i /essenzi-cll/ Adj. wesentlich; not¬
wendig; lebensnotwendig
Esfsenz: dat.) die; ~ ; -en a) o. PL Wesen;
Kern (einer Sache) b) konzentrierter
Auszug »Parfüm-, Duftessenz«
—> es|sen|zi|ell: s. essentiell
E8|ge|schirr —> Ess|ge|sch«r: das; -s;
-e Eßgeräte, Teller (u. Besteck), die
man zur Nahrungsaufnahme benö¬
tigt
EB|ge[wohn|heit —» Ess(gejwohn|heit:
die; - ; -en Art u. Weise, in der jmd.
traditionell, gewöhnlich sein Essen
zubereitet u. aufnimmt »Die Eßge-
342
Etikettenschwindel
wohnheiten der Amerikaner sind meist
anders als die der Europäer.«
EB|gier —> Ess|gier. die; * ; - Sucht,
ständig zu essen
eßlgiejng —9. ess|gie|rig: Adj. gierig,
süchtig nach Essen
Es|sig: der; -s; - u. (Sorten) -e 1 aus
Obst gewonnene saure Flüssigkeit
zum Einlegen, Marinieren, Haltbar¬
machen o. ä. von Lebensmitteln
»Sauerbraten wird in Essig «. Wasser
eingelegt.« 2 mit etw. ist (es) Essig:
[ugs.] etw. klappt nicht »Na, mit der
Urlaubsreise ist es wohl Essig!«
Es|sig|es|senz: die; ~ ; -en synthetisch
hergestelltes Essigkonzentrat
Es|sig|gur]ke: die; - ; -n Gurke, die in
Essig eingelegt wurde
es|sig|sau|er: Adj. n. stg. mit chemisch
gebundener Essigsäure
Es|sigfsäu|re: die; - ; - <Chemie>
organische, stechend riechende Fett¬
säure, die der Hauptbestandteil von
Essig ist
Es|slg|säu|re|bak|te|rie: die; - / -n Bak-
tcrium, das bei der Herstellung von
Essig mitwirkt, indem es alkoholhal¬
tige Flüssigkeiten mit Hilfe von Luft
in Essig utnwandelt
EB|ka|sta|nie —» Ess|kas|ta|nte: die; ~ ;
-n (Frucht der) Edelkastanie
EB|koh|le —»• Ess|kohjle:. die; - ; -n
Steinkohlenart, die u. a. auch als
Hausbrandkohle genutzt wird
Eß|kuljtur —* Ess|kuljtun die; - ; -en
(positiv bewertete) Tradition, Kultur
der Nahrungsaufnahme
EBI. -* Essl.: Abk. Eßlöffel
Eß|löf[fe! —*• Ess|löf |fefc der; -s; - Eßge-
rät, Besteckteil, mit dem man Suppe
o. ä. ißt
eB|löfjfel|wei|se —*■ ess|löf)fel)wei|se:
Adv. jeweils die Menge, die auf einen
Eßlöffel paßt
EBjlojkal —> Easjlojkafc das; -(e)s; -e
~ Lokal, Restaurant, in dem man (grö¬
ßere) Mahlzeiten zu sich nehmen
kann
E6|lust —► Essflust: die; • ; - Lust, etw.
~ zu essen
EBisucht Ess|sucht die; - ; -
Zwang, ständig etw. essen zu müssen
EBjtisch —* Essltisch; der; -(e)s; -e
Tisch, an dem die Mahlzeiten einge¬
nommen werden können
EB|un|lust —*■ Ess|un|!usfc die; - ; - Ab-
~ neigung, Unlust, etw. zu essen
E8fwa|ren —»• Iss|wa|rere die (PI.)
Nahrungsmittel
EB|zim|mer —* Ess|zim|men das; -s; -
Raum mit einem Eßtisch, in dem die
Mahlzeiten eingenommen werden
ESt: Abk. Einkommensteuer
Esta|b!ish|ment —» Es|tob|lish|ments
<fr.-engh /eßtäblischment/ das; -s; -s
a) führende wirtschaftliche od. politi¬
sche Schicht in einer Gesellschaft b)
konservative Gesellschaft, die das al¬
te, tradierte System erhalten will
Estragon —► Esft|ra|gore dat.-fr.> der;
-s; - a) Pflanze mit langen, schmalen
Blättern u. weißen Blüten in Rispen
b) Gewürz aus den getrockneten Blät¬
tern des Estragons (a)
Estrich —*■ Estrich: <gr.-lat.-dt.> der;
-s; -e 1 a) fugenlos gepflasterter, ze¬
mentierter Fußboden b) Material zur
Herstellung von (a) 2 [Schweiz.]
Dachboden
Esttg.: Abk. Erstattung
Eszett: das; - u. [ugs.] -s; • u. [ugs.] -s
Sonderzeichen in der deutschen
Schrift; Buchstabe >ß<
ET: Abk. 1 <engl.> electrica! typewriter =
elektrische Schreibmaschine 2 <Ei-
senb.> elektrischer Triebwagen 3 a)
Elektrotechnik b)
Elektrotechniker(in) 4 Ersatzteile)
et cejte|ra: <lat.> /et zetera/ Konj. und so
weiter
et ce|tejra pp.: <lat.> /et zetera pepe/
~ Konj. und so weiter, und so weiter
Et: Abk. 1 Etage(n) 2 Etat = Haus¬
haltsplan; Geldmittel 3 Etappe =
Zeitabschnitt
ETA: <bask.> die; - ; - Abkürzung für
Euzkadi Ta Azkatasuna = baskische
Befreiungsbewegung
eta|btiejren —*• e|ta|b|lie|ren: dat.-fr.y
etablierst; etabliertest; hast etabliert
a) gründen; einrichten »ein Geschäft
etablieren« b) sich niederlassen »als
Steuerberater etablieren« e) sich häus¬
lich niederlassen d) einen Platz ein¬
nehmen
Eta|blie]ning —» E(ta|b|lte(rung: </r.>
die; - ; -en erfolgreiche Einführung,
das Sicheingliedern in etw.
Eta|blisjse|ment —■* E(ta|b|Hs|se|inent:
<fr.> /etablismong/ das; -s; -s 1 Unter¬
nehmen 2 a) gepflegte Gaststätte b)
[meist abwert.] Nachtbar c) [verhüll.]
Bordell
Etajge —» Ejtalge; <lat.-fr.\ /etasehe/
die; - ; -n Stockwerk; Geschoß »Ich
wohne in der 2. Etage.«
Eta|gen[bett —> E]ta|gen|bett: /eta-
sefeen-/ das; -(e)s; -en Bettgestell, bei
dem zwei Betten übereinander mon¬
tiert sind
Eta]gen|haus —» E|tg|gen|haus: /eta-
sehen-/ das; -es; -häuser Wohnhaus
mit mehreren Etagen
Eta|gen|hel|zung —*■ E|ta|gen|hei|zung-.
/etasefeen-/ die; ~ ; -en Heizungsanla¬
ge, die eine Etage separat beheizt
£ta|gen|woh|nung —» E|ta]gen|woh|-
nung: /etasehen-/ die; - ; -en Woh¬
nungin einem mehrstöckigen Haus
Etapjpe —* E|tap|pe: wiederl.-fr.i die;
- ; -n 1 Teilstrecke; Abschnitt »Wir
reisen in Etappen.« 2 Versorgungsge¬
biet hinter der Front
£tap|pen|lauf —*■ E(tap|penjlaut der;
-(e)s; -laufe <Sport> Rennen über
mehrere Etappen
Etapjpenjsfeg —* E|tap|pen|siegt der;
-(e)s; -e <Sport> Gewinn einer Etappe
eines Rennens
Etap|pen|ziel —* Ettapjpenjzlel; das;
-(e)s; -e Ziel einer Etappe; Nahziel,
das man erreichen möchte
Etat —* Ejtat: dat.-fr» /eta/ der; -s; -s
<ßnanziell> Haushaltsplan; Geldmittel
eta|ti|sje|ren —» e(ta|ti]s|e|ren; </r.>
/etaisiren/ etatisierst; etatisiertest;
hast etatisiert in den Etat aufnehmen
etat|mä|Big —» e|tot|inä|ßtg: </r.> /eta-/
Adj. n. stg. a) planmäßig b) im Haus¬
halt vorgesehen
Etat|über[schrei|tung —» E|<at)ii|befj-
schreiftung: <fr.> /eta-/ die; - ; -en
Überschreitung des Haushalts, der
genehmigten Geldmittel
etc.: Abk. dat.t et cetera - und so wei¬
ter
etc. pp.: Abk. <lat.> et cetera perge, perge
= und so weiter und so weiter
ete|pe|tejte —* e|te|pe]to|te: miederl.-
fr.y Adj. n. stg. [ugs.] a) geziert; zim¬
perlich b) steif; konventionell
Eteijnit —* E|ter|nit das u. der; ~ u. -s; -
Material aus Asbestzement
Etg.: Abk. Etage(n)
Ethik gthik; <gr.-tat.> die; - ; -en 1
” Sittenlehre; Lehre vom sittlichen
Handeln u. Wollen 2 gemeingültige
Normen der Lebensführung
Ethi|ker —*■ E|thi|ker: <gr.-lat.> der; -s; -
weibl. Ethi|ke|rin: die; * ; -nen a)
Moralphilosoph(in) b) ein bewußt
moralisch handelnder Mensch
ethisch —> e(thisch: <gr.-lat.> Adj. 1 die
" Ethik betreffend 2 auf den sittlichen
Normen beruhend; den sittlichen
Normen entsprechend
Ethn.: Abk. a) Ethnologie = Völker¬
kunde b) Ethnolog(e)(in)
ethn.: Abk. a) ethnisch b) ethnologisch
= völkerkundlich
Ethjnie: <gr.> /etni-e/ die; ~ ; -n (Ethnolo¬
gie) Gruppe von Menschen mit einer
einheitlichen Kultur
ethjnisch: <gr.> Adj. a) die Kultur u. Le¬
bensgemeinschaft einer Volksgruppe
betreffend b) einer Volksgruppe ange¬
hörend, die eine sprachliche u. kultu¬
relle Einheit bildet
—> Eth|no)gra|fie: s. Ethnographie
—> eth)no|gra|fiscfc s. ethnographisch
Eth|nolgra|phie —* auch Eth|nd]gra|fie
<gr.> /etnografi/ die; - ; -n beschrei¬
bende Völkerkunde
ethjnojgrajphisch —»• auch eth|no|gra)-
fiscn; tgr.y /etnografisch/ Adj. n. stg.
die Völkerkunde betreffend
Ethjno|lo|ge: <gr.> der; -n; -n weibl. Eth|-
no|lg|gin: die; ~ ; -nen Wissenschaftle-
r(in), der/die Völkerkunde betreibt
Eth|no|lo|g]e: <gr.> die; - ; - Völkerkun¬
de
eth|no|lpjgisch: <gr.> Adj. n. stg. auf die
Völkerkunde bezogen; die Völker¬
kunde betreffend
Etho|lojge —* E|tho|to|ge: <gr.-lat.> der;
-n; -n weibl. Etho|lg|gin —» E|tho(lo|-
gint die; - ; -nen Wissenschaftler(in)
auf dem Gebiet der Verhaltensfor¬
schung
Etho(lo|gie —» E(tho|lo|g!e; <gr.> die; - ;
- Verhaltensforschung
etho|lo]gisch —> e|tho|lglgisch: <gr.-
lat.> Adj. n. stg. die Verhaltensfor¬
schung betreffend
Ethos —> E|tttcs: <gr.-lat.> das; -; - mo-
~ ralische(r), ethisch-moralische(r), sitt-
liche(r) Lebensgrundsatz, Gesinnung
Etilkett —» E|t(|ke«t eniederl.-fr.y das;
-fe)s; -e(n) u. -s Warenschildchen
»Das Etikett war aus dem Puttover
herausgetrennt.«
Eti|ket|te —*■ E|ti|ket}te; <fr.> die; - ; -n
(Pi. s.) a) gesellschaftliche Umgangs¬
formen b) gehobene Umgangsförmen
in einem offiziellen Rahmen »Bei ei¬
nem Staatsbesuch muß die Etikette
streng eingehalten werden.«
Eti|ketjten|schwin|del —* E|ti|ket|ten|-
schwin|deh der; -s; - Kennzeichnung
minderwertiger Waren mit falschen
Angaben
343
etikettieren
eti|ket|tie|ren —*■ e|ti|ket|tje|ren: etiket¬
tierst; etikettiertest; hast etikettiert
Ware mit einem Etikett kennzeichnen
Eti|ketjtie|rung —> Efti|ketftie|rung: die;
- ; -en Anbringen eines Etiketts an
eine Ware
etjlich-: Indeflnitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort; etlicher; etliche; etliches
viel; einige »Er hat etliche Bücher aus
der Bibliothek entliehen.«
et|ii|che|mal —» et|li|che Mal: Adv. des
öfteren; einige Male
Etü|de —* E(t5|de: dat.-fr> die; ~ ; -n
<Musik> Musikstück (als Übung), das
verschiedene Schwierigkeiten enthält
Etui —> Ejtui: </>.> /etui u. [fr.] ätwi/ das;
-s; -s Behälter; Schutzhülle
ETW: Abk. Eigentumswohnung
etw.: Abk. 1 etw. 2 etwaig
et|wa: I Adv. 1 nicht genau bestimmt,
festgelegt; ungefähr; annähernd; bei¬
nahe 2 beispielsweise »Kulturen sind
unterschiedlich, wenn man etwa die
deutsche mit der ägyptischen Kultur
vergleicht.« II Partikel 1 <verst.> mögli¬
cherweise; unter Umständen; viel¬
leicht »Bist du etwa krank?« 2 <verst.>
verneinend »Ich habe es nicht etwa
vergessen.« 3 in etwa: so ungefähr
et|wa|ig: Adj. n. stg. unter Umständen
erfolgte, erfolgende; womöglich
etjwas: Indefinilpron. 1 ein wenig; ein
bißchen »Ich nehme etw. Zucker in
den Kaffee.« 2 stellvertretend für etw.
nicht näher Bezeichnetes 3 Etwas ist
besser als nichts: Anmerkung, wenn
jmd. nur wenig bekommt o. ä. (u. da¬
mit vielleicht sogar zufrieden ist)
Etym.: Abk. Etymologie = Wissen¬
schaft von der Herkunft der Wörter
etym.: Abk. etymologisch = die Her¬
kunft eines Wortes betreffend
Ety|mo|lo]gje —» E|ty|mo|lo|g!e: <gr.-
lat.v /etümologi/ die; -; Etymologien /
etymologpnj a) Wissenschaft der
Wortherkunft, der Wortgeschichte u.
ursprünglichen Wortbedeutung b)
Wortherkunft, -geschichte u. -grund¬
bedeutungfeines Wortes)
ety|mo|lo|gisch —> e|ty|mo|lo|gisch:
<gr.-lat.> /etümologisch/ Adj. die
Wortherkunft, -geschichte u. -bedeu¬
tung betreffend
Et-Zei|chen: dat.; dt.> das; -s; - das in
Firmennamen gebräuchliche Zeichen
für>und<(>&<)
EU: Abk. 1 Energieumsatz 2 Erholung¬
surlaub 3 Erwerbsunfähigkeit 4 Eu¬
ropäische Union od. <engl.> European
Union = neue Bezeichnung für die
EG als Staatenorganisation insge¬
samt
e. U./E. U.: Abk. eigenhändige Unter¬
schrift
eu-/Eu-: <gr.> Wortbildungsmittel schön;
wohl; gut; reich
euch: Pron. Personalpron., das die 2.
Person Plural im Dativ u. Akkusativ
kennzeichnet
Eu|cba|ri|stie —» Eu|cha|ris|tie: <gr.-
lat.> die; - ; Eucharistien jeucharistknj
a) (christlicher Gottesdienst) das
Abendmahl b) die Gaben (Brot u.
Wein) beim Abendmahl
Eujdä|mo|nie: <gr.> die; ~ ; - Glück;
Glückseligkeit
Eu|dä|mo|nis|mus: <gr.> der; - ; - Lehre,
die besagt, daß das irdische Glück das
Wichtigste im Leben ist
eulerlseits: Adv. eurerseits; von euch
ausgehend
eulerslgleilchen: Pron. n. dekl. eures¬
gleichen; solche Leute wie ihr
eu|ert|hal|ben: Adv. eurethalben; euret¬
wegen
Eu|ge|nik: <gr.> die; - ; - <Med.> Erbge¬
sundheitsforschung, die schädigende
Erbeinflüsse ausschalten will
Eu|kaf(yp|tus: <gr.-lat.> /eukalüptuß/
der; -; - u. Eukalypten schmalblättri¬
ger, immergrüner Baum u. Strauch,
dessen Blätter ein ätherisches Öl ent¬
halten
Eu|ka|lyp|tusjbaum: <gr.> /eukalüptuß-
u. eukaliptuß-/ der; -(e)s; -bäume in
Australien beheimateter Baum mit
schmalen Blättern, die ein heilkräfti¬
ges ätherisches Öl enthalten
Eu|le: die; ~ ; -n 1 Nachtvogel mit gro¬
ßem Kopf u. großen Augen »Die Eule
schrie.« 2 Eulen nach Athen tragen:
etw. ist völlig überflüssig, unnötig 3
Was dem einen seine Eule, ist dem
anderen seine Nachtigall: was der
eine häßlich findet, findet ein anderer
schön o. ä.; was der eine nicht mag,
erscheint dem anderen sehr begeh¬
renswert o. ä.
eullenläuloio: Adj. n. stg. (beinahe) das
Nachtsichtvermögen einer Eule besit¬
zend
eu|len|haft: Adj. wie eine Eule; ähnlich
einer Eule
Eu|len|spie]gel: der; -s; - a) (historische)
Narrenfigur aus der frühen Neuzeit
b) Person, die sich als Narr gibt (dabei
aber Wahrheiten aufdeckt)
Eu|lan|spie|ge|lei: die; • ; -en Streich,
Torheit
Eulmel: der; -s; ~ [ugs.] 1 größerer Ge¬
genstand 2 unsymphatischer Mensch
Eu|nuch: <gr.-lat.> /eunuch/ der; -en; -en
a) Mann, der durch Kastration zeu¬
gungsunfähig gemacht worden ist;
Kastrat b) kastrierter Haremswächter
Eu|nu|chen|stim|me: <gr.> die; - ; -n
(Sing-)Stimme eines Kastraten
Euph.: Abk. 1 Euphemismus 2 Eupho¬
rie
euph.: Abk. 1 euphemistisch = beschö¬
nigend; verschleiernd 2 euphorisch =
hochgestimmt
Eu|phe|mis(mus: <gr.-lat.> /eufemiß-
muß/ der; - ; Euphemismen beschöni¬
gendes verhüllendes Wort
eu|phe|m]jstisch —* eu|phe|mis|tisch:
<gr.> /eufemißtisch/ Adj. beschöni¬
gend u. verhüllend
Eu|pho|nje: <gr.-lat.> /eufoni/ die; - ;
Euphonien jeufonpnj sprachlicher,
musikalischer Wohllaut, Wohlklang
Eu|pho|rie: <gr.> /euforj/ die; - ;
Euphorien jeuformj Hochgefühl;
Hochstimmung
eujpho|risch: (gr.> /euforisch/ Adj.
hochgestimmt »Sie war ganz eupho¬
risch über die gelungene Vorstellung.«
-eun dat.-fr.t /-ör/ Wortbildungsele¬
ment; oft betont (meist + Stamm ei¬
nes französischen Fremdwortes) be¬
zeichnet einen Mann, der die Hand¬
lung des im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückten ausführt od. mit dem im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückten
umgeht »Friseur ♦ Kontrolleur«
eur(op).: Abk. europäisch
Eur.: Abk. a) Europa b) Europäerin)
eur: Abk. europäisch
Eu[ra|si|en: o. Art.; -s; - Landmasse, die
Europa u. Asien umfaßt
eu|ra|sisch: Adj. n. stg. 1 zu Eurasien
gehörend 2 Eurasien, Eurasier betref¬
fend
Eu|ra|tom: die; ~ ; - Europäische Atom¬
energiegemeinschaft = Gesellschaft,
die sich für die friedliche Nutzung der
Atomenergie einsetzt
eu|rer|seits: Adv. euerseits; von eurer
Seite
eulreslaleilchen: Pron. n. dekl. euers¬
gleichen; Personen wie ihr
eulretlhallben: Adv. euerthalben; euret¬
wegen
eu|ret)we]gen: Adv. euertwegen; für,
wegen euch
eulrettwilllen: Adv. euertwillen
Eu|rhyth|mie: <gr.> /eurütmi/ die; ~ ; -1
Ebenmaß in der Bewegung 2 <Med.>
regelmäßiger Blutkreislauf 3 Tanzart,
-form, die vom Anthropologen Ru¬
dolf Steiner entwickelt wurde
Eulrolcheaue: der; -s; -s offizieller, bis
zu einer bestimmten Summe garan¬
tierter Scheck, der bei (fast) allen eu¬
ropäischen Banken eingelöst werden
kann
Eulro|cheaue-Kaftte: die; - ; -n interna¬
tional, in Europa gültige Scheckkarte
(als Ausweiskarte zum Euroscheck)
Eulroldolllars: die (PI.) <Wirt> Dollar¬
guthaben von US-amerikanischen
Unternehmen o. ä. in Europa
Eulrolkomlmulnislmus: der; - ; - <Pol.;
hist.) politische Richtung innerhalb
des Kommunismus, der kommunisti¬
schen Parteien in Westeuropa, die die
KPdSU nicht als Führer aller kom¬
munistischen Parteien akzeptieren
Eu|ro|krat —*■ Eujro|k|rgt: <fr.> der; -en;
-en weibl. Eu|ro|kra|tin—* Eu|ro|k|ra|-
tin: die; ~ ; -nen <Pol.> a) Politiker, der
vorrangig die Interessen Europas ver¬
tritt b) [abwert.] Bürokraten) in der
europäischen Verwaltung
Eulrolnorm: die; - ; -en Norm für Maße
o. ä., die in allen Ländern der Euro¬
päischen Union identisch ist
Eu|ro|pa: <gr.> o. Art.; -s; -1 weibliche
Gestalt in der griechischen Mytholo¬
gie 2 westlicher Teil des eurasischen
Kontinents, der als eigener Erdteil
angesehen wird 3 Gesamtheit der
Staaten in Europa (2)
Eu|ro|pa|cup: tengh der; -s; - <Sport> 1
Siegerpokal bei einem europäischen
Wettbewerb 2 europäischer Mann¬
schaftswettbewerb in verschiedenen
Sportarten
Eu|ro|päjen. der; -s; - weibl. Eu|ra|pä[-
erin —»■ Eu|ro|pä|e|rin: die; ~ ; -nen
Bewohner(in), Staatsangehörige(r) ei¬
nes europäischen Staates
eu]ro|pä|isch: Adj. n. stg. a) Europa be¬
treffend b) aus Europa stammend
Eu|ro|päi|sche Ge)richts|hof —* Eu|roj-
p||i|sche Ge|richts|hof: der; -n -(e)s;
- Gericht, von dem Urteile gefaßt
werden, die in ganz Europa Gültig¬
keit erlangen, haben
Eu|ro|päijsche Rat —*• Eu|ro|pä]i|sche
Rat: der; -n (e)s; - seit 1949 be-
344
Evergreen
stehendes Gremium aus Vertretern
der Mitgliedsstaaten der EU (bzw.
EWG/EG), das sich um den Schutz u.
die Förderung der europäischen Idea¬
le u. Grundsätze im Interesse des so¬
zialen u. wirtschaftlichen Fortschritts
in Europa kümmert
Eu|ro|päi|sche Wäh|rungs|ein|heit —*•
Eu|ro|pä|i|sche Wah|rungs|ein|heifc
die; -n - ; - geplante Vereinheitlichung
sämtlicher europäischer Währungen
(zum Euro)
Eu|ro|päi|sche Wah|rungs|fonds —>
Eu|ro|pä|i|sche Wäh|rungs|fonds-.
der; -n -s; - zur Kontrolle der europä¬
ischen Währungen u. ihrer Wechsel¬
kurse geschaffene Institution, ge¬
schaffenes System
eu|ro|päi|sie|ren —» eu|ro|pä|i|s|e|ren:
europäisierst; europäisiertest; hast eu¬
ropäisiert nach europäischem Vorbild
gestalten
Eu|ro|pa|mei|ster —» Eu|ro|pa|meis|ter:
der; -s; ~ weibl. Eu|ro|pa|mei|ste|rin
—» Eu|rp|pa|meis|te|rih: die; - ; -nen
<Sport> Person, die bei einem offiziel¬
len europäischen Wettkampf den er¬
sten Platz belegt hat
Eu|ro|pa|mei|ster)schaft —* Eu|rp|pa|-
meis|ter|schaft die; - ; -en «Sport*
Wettbewerb, an dem europäische
Sportler teilnehmen, um den besten
europäischen Sportler in einer Diszi¬
plin zu ermitteln
Eu|ro|pa|paiila|ment: das; -(e)s; - <Pol.>
Versammlung, Parlament aus in ihren
Staaten direkt gewählten europä¬
ischen Politikern mit stark einge¬
schränkter Kompetenz bezüglich der
Gesetzgebung (mit Sitz in Straßburg)
Eu|ro)pa|po|kal: der; -(e)s; -e «Sport*
Siegerpokal in einem europäischen
Wettbewerb
Eujro|pa|rat: der; -(e)s; - <Pol.> seit 1949
bestehender Rat aus verschiedenen
europäischen Mitgliedsstaaten, der
sich laut Satzung um den Schutz u.
die Förderung der europäischen Idea¬
le u. Grundsätze im Interesse des so¬
zialen u. wirtschaftlichen Fortschritts
in Europa kümmert
Eujrojpa|re|kord: der; -(e)s; -e «Sport*
Höchstleistung, Rekord, die/der in ei¬
ner bestimmten Disziplin von einem
europäischen Sportler erreicht wurde
Eu|ro|vi|si|on: Kurzw. <engh die; ~ ; -
European Television = Europäisches
Fernsehen = gemeinsames ubertra¬
gungsnetz der Fernsehanstalten, die
der Europäischen Rundfunk-Union
angeschlossen sind
-euse: dat.-fr.i /-Öse/ Wortbildungsele¬
ment; oft betont (meist + Stamm ei¬
nes französischen Fremdwortes) be¬
zeichnet eine Frau, die die Handlung
des im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten ausführt, mit dem im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten um¬
geht »Souffleuse • Friseuse«
Euften das u. das; -s; ~ mit mehreren
Zitzen ausgestatteter Hautbeutel, in
dem sich die Milch von Säugetieren
sammelt
Eu|thajna|sie: <gr.> die; ~ ; - <Med.> a)
Sterbeerleichterung durch Narkotika
b) Sterbehilfe; Herbeiführung des To¬
des durch Medikamente bei unheilbar
Kranken
eu|trpph: <gr.> /eutrpf/ Adj. <Bio.; meist
Boden> a) nährstoffreich b) über¬
düngt
EUV: Abk. 1 Eigenunfallversicherung 2
Einzelunfallversicherung
Ev.: Abk. 1 a) Evakuierung = Aussied¬
lung b) Evakuierte^) 2 a) Evangelium
b) Evangelist
ev.: Abk. 1 evakuiert = ausgesiedelt; ge¬
räumt 2 evangelisch 3 eventuell 4 evi¬
dent = offenkundig; einleuchtend
e. V.: Abk. 1 eingetragener Verein 2 ei¬
desstattliche Versicherung 3<Bankw.>
Eingang Vorbehalten (= Klausel bei
Gutschriften von Schecks, die besagt,
daß bei Nichteingang des Gegenwer¬
tes eine Stornierung erfolgt)
ev.-luth.: Abk. evangelisch-lutherisch =
einer theologischen Richtung zuzu¬
ordnen, angehörig, die sich aus¬
schließlich an Martin Luther orien¬
tiert
ev.-ref.: Abk. evangelisch-reformiert; ei¬
ner theologischen Richtung zuzuord¬
nen, angehörig, die sich auf Zwingli
u. Calvin beruft
ev.-ref.: Abk. evangelisch-reformiert
Eva —» EJva: <hebr.> /efa/ die; - ; - a)
<Religion> der erste weibliche Mensch,
der von Gott erschaffen wurde b)
<übertr.> Frau
Eva|ko|stüm —»• Ejva|kos(tüm: /efa-/
das; -(e)s; -e keine Kleidung meist in
der Wendung im Evakostüm: <Frau>
[ugs.; scherzh.) nackt
Evafkua|ti|on —> E|va|ku|a|tijpn: </r>
/ewakuazipn/ die; ~ ; -en «Technik*
Herstellung eines Vakuums
Eva|kuajtl|gn —> £(va|ku|atti|pn: dat.i
/evakuazion/ die; - ; -en Aussiedlung
von Bewohnern; Räumung eines (be¬
siedelten Gebietes) »Es bestehen
Pläne für die Evakualion des Dorfes.«
eva|ku|ie|ren —» e|va|ku|ie|ren: </*•.*
/ewakuiren/ evakuierst; evakuiertest;
hast evakuiert 1 Bewohner eines Ge¬
bietes vorübergehend aussiedeln 2
«Technik* ein Vakuum herstellen
Eva|ku|ie|rung —» E|va|ku|ie|rung: <fr.i
/ewakuirung/ die; • ; -en das vorrü-
bergehende Aussiedeln von Personen
aus einem gefährdeten Gebiet
£va|lua|ti|on —* E|va|lu|a|ti|pn: dat.-fr.-
engh /ewaluazion/ die; -; -en Bewer¬
tung; Beurteilung »Die Evaluation
dieser Sache ist nicht ganz einfach.«
eva|lua|tiv —> e|va|lu|a(tiv: dat.-fr.-
engh /ewaluatif/ Adj. elw. (bewer¬
tend
evallulielrer» —e|va|lu|ie]nen: dat.-fr.-
engl.> /ewaluiren/ evaluierst; evaluier¬
test; hast evaluiert (geh.) etw. bewer¬
ten, beurteilen »Der Lehrer muß die
Arbeiten evaluieren.«
Eva|iu|ie|rung —> E|va|lulfe|mng: dat.-
fr.-engl.> /ewaluirung/ die; - ; -en Be¬
wertung, Beurteilung von etw.
Evang.: Abk. a) Evangelium b) Evange¬
list
evang.: Abk. evangelisch
Evan|gejli|ar —»• E|van|ge|li|ar. <gr.i das;
-s; - (kunstvoll gestaltete) Sammlung
der vier Evangelien in einem Buch
Evan|ge|li|en —» E|van|ge|K|en: tgr.i die
(PI.) Sammlung der vier Schilderun¬
gen der Geschichte von Jesus Chri¬
stus im Neuen Testament in einem
Buch
Evan|g§lli|en|buch —> Ejvan|gp|li|en|-
buch: <gr.i das;-(e)s; - Buch, in dem
die vier Evangelien aufgeschrieben
sind
Evan|ge|li|sa|ti|on —> E|van|ge|ti|sa|ti|-
on: <gr.-lat.> die; ~ ; -en Vorgang bzw.
Ergebnis des Evangelisierens
evan|ge|lisch —» e|van|ge|lisctv. <gr.-
lat.> Adj. n. stg. 1 auf dem Evangelium
fußend 2 «Konfession* protestantisch
evanlge|lisch-lu]the|risch —* ejvan|-
gejlisch-lu|the|risch: Adj. n. stg. der
theologischen Richtung zuzuordnen,
angehörig, die sich ausschließlich an
Martin Luther orientiert
evan|ge|lisch-reffor|miert —» e|van|-
ge|lisch-rejfor)mierfc Adj. n. stg. der
theologischen Richtung zuzuordnen,
angehörig, die sich auf Zwingli u.
Calvin beruft
evan|ge|H|sie|ren —»■ e|van|ge|li|s|e|ren:
(gr.-lat.> evangelisierst; evangelisier-
test; hast evangelisiert den christli¬
chen Glauben mittels des Evangel¬
iums verbreiten
Evan|ge|li|s|e|rung —> E|van|ge|lijsje|-
rung: (gr.-lal.i die; - ; - Vorgang bzw.
Ergebnis des Evangelisierens
£van|ge|list —* E|van|ge|list <gr.-Iat.i
der; -en; -en weibl. £van[ge|ll|stin —*
Ejvan|ge|lis|tin: die; - ; -nen 1 nur
männl. Form «Religion* Verfasser ei¬
nes Evangeliums 2 a) Diakon(in), der/
die aus dem Evangelium vorliest b)
Prediger(in) einer freikirchlichen Ge¬
meinde, der aus dem Evangelium vor¬
liest
£vanjge|li|um —* E)van|ge|li|um: <gr.-
lal.> das; -s; Evengelien 1 a) die vier er¬
sten Bücher im Neuen Testament b)
eines der vier ersten Bücher im Neuen
Testament 2 o. PI. etw., von dessen
Richtigkeit man überzeugt ist u. das
man als Instanz für eigenes Handeln
anerkennt 3 jmds. Evangelium, für
jmdn. (das) Evangelium sein: alles,
ohne Einschränkungen, glauben »Er
kann sagen was er will, für sie ist es das
Evangelium.«
Even|tu|al|an|trag —* E|ven|tu|al|an|-
trag: dat.-fr.; dt.i /ewentual-/ der;
-(e)s; -anträge «Rechtsw.* ein Neben¬
antrag, der gestellt wird, wenn der
Hauptantrag abgewiesen wird
Even|tujal|fatt —*■ E|ven|tu|aljfa!!: dat.-
fr.; dt.i /ewentual-/ der; -(e)s; -fälle
ein Fall, der möglicherweise eintreten
kann
Even|tu|al|haus|halt —» E|ven(tu|al|-
haus|hatt: dat.-fr.; dt.i /ewentual-/
der;-(e)s; -e «Pol,* ein bestimmter Po¬
sten des bundesdeutschen Haushalts¬
planes, der zur Förderung der Wirt¬
schaft in Anspruch genommen wer¬
den kann
Evenjtua|li|tät —E|ven|tu|aili|t§b dat.-
fr.i /ewentualität/ die; - ; -en be¬
stehende Möglichkeit
even|tu|ell —» e|ven|tu|eU: <fr.i Adj. u.
Adv. möglicherweise; vielleicht; unter
Umständen »Ich komme eventuell
später.«
Evejrest —» gve|rest /ewereßt/ der; - ;
- kurz für mit Mount Everest “ höch¬
ster Berg der Erde
Evergreen —*• E|ver|green: «eng/.*
/ewergrin/ der; -s; -s 1 über lange Zeit
sehr populäre Melodie 2 (von vielen
345
evgl.
Musikern, Schauspielern) eingeübtes
Stück
evgl.: Abk. evangelisch
evi|dent —» e|vi|dent: <lat.> /ewident/
Adj. evidenter; evidenteste plausibel,
offenkundig; keiner Erwähnung, Er¬
läuterung bedürfend
Evi|denz —» E|vi|denz: <lat.> /ewidenz/
die; - / -en 1 Deutlichkeit; Klarheit 2
selbstverständliche Tatsache »Daß
die Gleichberechtigung von Mann u.
Frau gefördert werden muß, ist eine
Evidenz.«
Evo|lu|tt|pn —» E|vo|lu|ti|pn: dat.t
/ewoluzion/ die; - ; -en 1 langsam
fortschreitende Entwicklung 2 Ent¬
wicklung der Lebewesen zu höheren
Formen, Ant.: <1> Revolution
evo|lu|tio|när —» e|vo|lu|ti|o|när: dato
/ewoluzionär/ Adj. n. slg. auf die Evo¬
lution zurückzuführen; die Evolution
betreffend
Evo|luttio|nis|mus —* E|vo|lu|ti|o|ni|si-
mus: <Ial.> /ewoluziönißmuß/ der; ~ ; -
eine Entwicklungslehre, -theorie aus
dem 19. Jahrhundert
evo|lu|tio|ni|stisch —» e|vo|lu|ti|o|nis|-
tisch: dat.t /ewoluzionißtisch/ Adj. n.
stg. auf dem Evolutionismus basie¬
rend, ihn betreffend
Evo|lu|tilpns|leh|re —> E|vo|lu|ti|gns|-
leh|re: <lat.> /ewoluzionß-/ die; - -
Lehre, Theorie, die sich mit der Ent¬
wicklung der Lebewesen in der Ge¬
schichte beschäftigt
Evol|ven|te —» E|vol|ven|te: <lat.> /ewol-
wente/ die; - ; -n <Math.> ebene Kur¬
ve, deren Krümmungsmittelpunkte
eine Evolute bilden
EVT: Abk. Eignungs- u. Verwendungs¬
test
evt(l).: Abk. eventuell
EW: Abk. 1 Einheitswert 2
Einwohnerin) 3 Eiweiß 4 Elektrizi¬
tätswerk
Ew.: Abk. Einwohnerin)
ew.: Abk. 1 ehrwürdig 2 a) einstweilen
b) einstweilig 3 ewig
e. W./E. W.: Abk. eingetragenes Waren¬
zeichen
E-Werk: das; -(e)s; -e kurz flir Elektrizi¬
tätswerk
EWG: Abk. Europäische Wirtschaftsge¬
meinschaft = Keimzelle der EU mit
dem Ziel der schrittweisen Annähe¬
rung der nationalen Volkswirtschaf¬
ten
ewig —> e|wig: Adj. 1 nicht endend,
sondern immerwährend »das ewige
Leben; ewige Treue; ewiges Einerlei;
ewiges Elend« 2 ewig u. drei Tage:
[ugs.] sehr lange »Du brauchst ewig u.
drei Tage, bis du etw. begreifst.« 3 ein
ewiger Student: [ugs.] ein Student,
der lange studiert, ohne einen Ab¬
schluß zu machen
f wig|gest|ri|ge —» E|wig|gest|ri|ge: der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Ewiggestriger; eine Ewiggestrige;
zwei Ewiggestrige) Person, die die po¬
litischen Erkenntnisse, Neuerungen
für sich nicht annimmt u. reaktionäre
Absichten hat
Ewig|keit —> E|wig|keit: die; ~ ; -en 1 a)
o. PI. endloser Zeitraum b) <übertr.>
[übertreibend] sehr lange Zeit »Ich ha¬
be eine Ewigkeit gewartet.« 2 «nach
dem Tod» das Jenseits; Himmel; Him¬
melreich »In die Ewigkeit eingehen.« 3
in die Ewigkeit abberufen werden,
eingehen, hinübergehen: [geh.] ster¬
ben
§wig|lich —» ejwig|lich: Adv. [poet.]
” zeitlich nicht einzuschränken; für im¬
mer »Ihre Liebe dauert ewiglich.«
EwZ/Ew.-Z.: Abk. Einwohnerzahl
e- Wz.: Abk. eingetragenes Warenzei¬
chen •
Sk <lat.> /ekß/ ehemals als Vorsilbe 1
” Aufforderung, ein Glas ganz (auf ein¬
mal) zu leeren »Trinken wir auf ex!« 2
vorbei; zu Ende 3 tot
Ex-: dat.t /ekß-/ Wortbildmgselement;
teilweise betont (meist +
Personenbezeichnung) bezeichnet
jmdn., der die Funktion des im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten frü¬
her, zuvor innehatte »Exminister ♦
Exfreundin «
ex-/Ex-: dat.t /ekß-/ Wortbildungsmit¬
tel; vor Konsonanten oft zu >elE-< ver¬
kürzt; vor dem Konsonant >f< oft zu
>ef-/Ef-< angeglichen a) aus b) aus -
heraus c) weg d) ent- /Ent- e) ehema¬
lig »Exfreund«
Ex.: Abk. 1 Examen = (Abschluß-)
Prüfung 2 Exekutive = vollziehende
Gestalt im Staat 3 Exempel = Bei¬
spiel 4 Exemplar » Einzelstück 5 Exil
= Verbannung; Verbannungsort 6
Extras
ex.: Abk. 1 exakt = genau 2 exempla¬
risch — beispielhaft
ex ca|the|dra —» ex ca|the|d|ra: Adv.
~ dato /ekß katedrä/ 1 <kath. Kirche»
durch die Verbindlichkeit, Unfehl¬
barkeit des Papstes 2 ohne Kritik od.
Nachdenken »Er wurde ex cathedra
verurteilt.«
ex of|fi|cio: Adv. dat.> /ekß offizio/
«Rechtsw.» amtlich festgeTegt, beglau¬
bigt
ex|akt —» e|x|akt: dat.t /ekßakt/ Adj.
exakter; exakteste nicht ungefähr,
sondern ganz genau
Ex|akt|heit —* E|x|akt|heit: dat.t /ek߬
akt-/ die; - ; - Genauigkeit; Sorgfäl¬
tigkeit; Richtigkeit »Die Exaktheit,
mit der er arbeitete, war bewunderns¬
wert.«
Ex|al|ta|ti[on —» E|x|ai|ta|ti|pn: dat.-fr.t
/ekßaltazion/ die; - ; -en «Psychologie»
Zustand des übertriebenen Erregt¬
seins
ex|al|tie|ren —* e|x|al|tie|ren, sich: dat.-
fr.t /ekßaltiren/ exaltiersl dich; exal¬
tiertest dich; hast dich exaltiert sich in
einer übertriebenen Art u. Weise auf¬
regen o. ä.
ex|al|t|ert —» e|x|al|tiert: dat.t /ekßal-
tirt/ Adj. exaltierter; exaltierteste 1
überspannt »Sie legt ein ziemlich exal¬
tiertes Gehabe an den Tag.« 2 aufge¬
regt
Ex|amen —> E|x|a|men: dat.t /ekßa-
men/ das; -s; - u. Examina (Ab¬
schlußprüfung (an einer Universi¬
tät)
Ex|amens|angst —» E|x|a|mens|angst:
/ekßamenß-/ die; - ; -sängste Angst,
die man vor einem Examen od. wäh¬
renddessen verspürt
Ex|ami|nand —» E|x|a|mi|nand: dat.t
/ekßaminant/ der; -en; -en weibl. Ex|-
ami|nan|din —* E|x|a|mi|nan|din: die;
- ; -nen Examenskandidaten) in einer
Examensprüfung
Ex|ami[najtor —> E|x|a|mi|na(tor: dat.t
/ekßaminator/ der; -s; Examinatoren
weibl. Ex|ami|na|tg]rin —» E|x|a|mi|-
na|tg|rin: die; - ; -nen Prüfer(in) in ei¬
ner Examensprüfung
ex|ami|nie|nen —» e|x|a|mi|nie|ren:
/ekßaminiren/ examinierst; exami¬
niertest; hast examiniert a) jmdn. etw.
in einer Prüfung fragen b) etw. prü¬
fend untersuchen c) etw. prüfend er¬
fragen
Ex|ege|se —* E|x|e|ge|se: <gr.t
/ekßegese/ die; - ; -n Erklärung, Aus¬
legung eines Textes, besonders der Bi¬
bel
Ex|eget —» E|x|e|get: <gr.t /ekßeget/
der; -en; -en weibl. Ex|ege|tin—*■ E|x|-
ejgeftin: die; - ; -nen Person, die etw.,
einen Text interpretiert, auslegt (oft
die Bibel)
exe)ku]tie]ren —> e|x|e|ku|tie|ren: dat.t
/ekßekutiren/ exekutierst; exekutier¬
test; hast exekutiert an jmdm. ein
(Gerichts-)Urteil vollstrecken; hin¬
richten; töten
Exe|ku|ti[gn —> E|xfe|ku|ti|on: dat.t
/exekuzion/ die; ~ ; -en 1 Vollstrek-
kung des Todesurteils; Hinrichtung 2
[österr.] Pfändung
Exejku|ti|ons|kom|inan|do —> E|x|e|-
ku|ti|gns|kom|man|do: /ekßekuzi-
oaß-j das; -s; -s Gruppe, Kommando
von Soldaten o. ä., die/das eine Hin¬
richtung ausführen soll
exe|ku|tiv —* e|x|e|ku|trv: dat.t
/ekßekutif/ Adj. n. stg. ausführend
Exe|ku[ti|ve —>• E|x|e|ku|ti]ve: dat.t jek-
ßekutiwe/ die; - ; -n «Rechtsw.; Pol.»
vollziehende, ausführende Staatsge¬
walt
Exe|ku|tiv|ge(walt —> E|x|e|ku|tiv|ge|-
walt: /ekßekutif-/ die; - ; - «Pol.» aus¬
führende Gewalt in einem Staat
Exe|ku|tVv|oi]gan —* E|x|e|ku|tiv|orj-
gan: /ekßekutif-/ das; -(e)s; - «Pol.»
ausführendes Organ in einem Staat
Ex|em|pel —> E|x|em|pel: dat.t /ekß-
empel/ das; -s; ~ 1 Beispiel 2 Vorbild
3 jmd. statuiert ein Exempel: jmd. be¬
straft jmdn. zur Abschreckung beson¬
ders hart
Ex|emjplar :—a- E|x|em|p|lar: dat.t
je kßemplar/ das;-(e)s; -e Einzelstück
»Ich habe noch zwei Exemplare des
Buches auf Lager.«
ex|em|pla]risch —> e|x|em|p|lajrisch:
/ekßemplarisch/ Adj. 1 beispielhaft;
musterhaft »Sie zeigten uns das Ge¬
schehen exemplarisch an einigen
Bildern.« 2 a) warnend b) ab¬
schreckend
Ex|em|pli)fi|ka|b'|on —» E|x|em|p|li|fi|-
ka]ti|pn: dat.t /ekßemplißkazion/ die;
- ; -en etw. durch erklärende Beispiele
darstellen
ex|em|pli|fi|zje|ren —* e|x|em|p|li|fi|zie|-
ren: /ekßemplifiziren/ exemplifizierst;
exemplifiziertest; hast exemplifiziert
etw. durch Beispiele erklären, ver¬
deutlichen
ex|er|zie|ren —» e|x|er|zie|ren: dat.t
/ekßerziren/ exerzierst; exerziertest;
hast exerziert 1 eine militärische
Übung durchführen 2 etw. wiederholt
einüben
346
Exkretion
Ex|er|zier|platz —*■ E|x|eijzigijpfatz:
/ekßerzir-/ der; -es; -platze Platz für
Exerzierübungen
Ex|er|zi|ti|en —* E|x|erjzi|ti)en: dat.r
/exerzizi«n/ die (PI.) geistliche Übun¬
gen der Katholiken
Ex|er|z|jtijum —*■ E|x|er|zp|um: <te.>
/ekßerzizium/ das; -s; Exerzitien 1
[veralt.] Übungsarbeit in der Schule'
o. ä- 2 geistliche Übung
Ex|ha|!a|ti|on: dat.r /ekßhalazion/, die;
- : -en 1 (Med.) das Ausatinen 2 (Geo¬
logie> das Ausströmen von Gasen
o. ä.
Ex|hau|sti|pn —* Ex|hausjti|on: dat.r
/ekßhaußtion/ die; • ; -en <Med.> Zu¬
stand der Erschöpfung
ti|onsimettho|de; * /ekßhaußtionß-/
die; - ; - <Math.> Rechenverfahren in
der Geometrie, mit dem man den In¬
halt von Flächen u. Räumen berech¬
net, die gekrümmt sind
Exlhaulstor ■—> Ex|haus|tor: dat.r /ekß-
haußtor/ der; -s; Exhaustoren 1 Saug¬
gerät 2 Entlüfter 3 Gebläsegerät
ex|hi|b|e|ran: dat.r /ekßhib[ren/ exhi-
bierst; exhibiertest; hast exhibierl 1
etw. öffentlich zur Schau stellen 2
etw. aushändigen
Ex|hi|bi(ti[on: dat.r /exhibizion/ die; - ;
-en 1 öffentliche Zurschaustellung
von Geschlechtsteilen 2 Ausstellung
Ex|hi|bi|tio|nis|mus —* Ex|hi|bi|ti|o|nis|-
mus: dat.-fr.r /exhibizionißmuß/ der;
- ; - krankhafte Neigung zur Entblö¬
ßung, zur Zurschaustellung des eige¬
nen Körpers (u. der Geschlechtsteile)
Ex|hi|bi|tio|nist —* Ex|hi|bi|ti|o|n|st:
dal.r /ekßhibizionißt/ der; -en; -en
weibi. Ex|hi(bi|tio|ni|stin —* Ex|hi|bi|-
ti|o|nisjtin: die; - ; -nen (Psychologie)
Person, die ihren entblößten Körper
aus sexueller Lust zur Schau stellt
Ex|hu|ma|ti|gn: dat.r /ekßhumazion/
die; - ; -en Ausgrabung einer mensch¬
lichen Leiche zwecks (amtsärztlicher)
Untersuchung
ex|hu|tnie|ren: dat.r /ekßhumiren/ exhu¬
mierst; exhumiertest; hast exhumiert
eine Leiche, die bereits bestattet wur¬
de, wieder ausgraben, meist zur Un¬
tersuchung
Ex|hu|mie|ning: dat.r /ekßhumirung/
die; - ; -en Ausgrabung einer men¬
schlichen Leiche zwecks (amtsärztli¬
cher) Untersuchung
Exil —* E|x|il: dal.r /ekßil/ das; -s; -e 1 a)
Verbannung b) Verbähnungsort»Na¬
poleons Exil war die Insel Elba.« 2
Ort, an den man geht, weil man seine
Heimat verlassen muß »Der Schrift¬
steller ging ins Exil.«
exi|l|g|ren —» e|x|i|lie|ren: /ekßiliren/
exilierst; exhiliertest; hast exhiliert
jmdn. ins Exil schicken
Exil|ii|te|ra|tur —» E|x|il|li|te|ra|tur: dat.r
/ekßil-/ die; ; - düteraturwiss.) lite¬
rarische Werke, die ein Autor, Auto¬
ren im Exil geschrieben hat, haben
Exil|po|U|ti|ker —*■ E|x|illpo|li(ti|ker;
/ekßil-/ der; -s; - weibi. Exiljpo|)i|ti|-
kejrin —> E|xil|po|li|ti|ke|rin: die; - ;
-nen Politikerin), der/die aufgrund
der politischen Lage in seinem Hei¬
matland im Exil leben muß
Exit|re|gie|ning —* E|x|M|re|gie|rung:
/ekßil-/ die; - ; -en (Völkerrecht) Re¬
gierung, die sich gezwungenermaßen
im Ausland aufhält od. sich dort er¬
nennt
exi|stent —» e|xis|tent: dat.r
/ekßißtent/ Adj. n. stg. (wirklich) vor¬
handen »Das Original dieser Kopie ist
leider nicht mehr existent.«
exi|sten|ti|al —> e(xis|ten|ti|al/eixis|-
ten|zijal: dat.r /ekßißtenzial/ Adj. n.
stg. das (menschliche) Dasein betref¬
fend
Exi|sten|tiajlis|fnus —» E[xis|ten|ti|a|-
lis[mus/E|xis|ten!zi|a|lis|mus: dat.r
/ekßistenzialißmuß/ der; ~ ; - philoso¬
phische Richtung, die den Sinn des
menschlichen Daseins in Frage stellt
Exi|sten|tiall]st —* E|xistten|ti|a|Iist/E-
|xisften|zi|ä|list: dal.-fr.r /ekßißlenzia-
lißt/ der; -en; -en weibi. Exi|sten|tia|li|-
stin —» E|xis|ten|ti|ajlis|tfn/E|xis|teh|-
zi|a|lis[tin: die; - ; -nen (Philosophie)
Anhängern) der Philosophie des
Existentialismus
exi|sten|tia|li|stisch —* e|xis|ten(ti|a|-
lis|tisch/efxis|ten|zi|a|lis|tisch: dat.-
fr.r /ekßißtenzialißtisch/ Adj. n. stg.
(Philosophie) auf den Existenzialis¬
mus bezogen, ihn betreffend, von ihm
ausgehend
ten|ti|al|phfloiso|phte/E|xis|ten|zi|al|-
phi|lo|so|phie: /ekßißtenzial-/ die; - ;
- (Philosophie) Philosophie des Exi¬
stentialismus
exi|sten|ti|ell —> e|xis|ten|ti|ell/e|xis|-
ten|zi|e11: /ekßißtenziell/ Adj. auf das
Dasein bezogen »Freiheit ist ein exi¬
stentielles Bedürfnis des Menschen.«
Existenz —»■ E|xis(tenz: dat.r
/ekßißtenz/ die; - ; -en 1 a) PI. s. Da¬
sein; Leben b) Vorhandensein 2 PI. s.
materielle Lebensgrundlage 3 [meist
abwert.] Mensch »eine merkwürdige,
zweifelhafte Existenz«
£xi|stenzjangst —> E|xis|tenz)angst:
/ekßißtenz-/ die; - ; -ängste (Psycho¬
logie) Furcht vor dem weiteren (gu¬
ten) Verlauf des Lebens
exi|stgnz|be|dro|hend —* e|xis|tenz|-
be|dro|hend: /ekßißtenz-/ Adj. das ei¬
gene Leben, die eigene Lebensform
bedrohend
Exi|stenz)be|rech|ti|gung —*■ E|xis|-
tenz|be|rech|t)|gung: /ekßißtenz-/
die; - ; -en (PI. s.) Berechtigung zum
Leben
exi|stenz|fä|hig —» e|xis|tenz|fä|h|ig:
/ekßißtenz-/ Adj. fähig, in der Lage zu
(über-)leben »Viele Unternehmen sind
nicht mehr existenzfähig.«
Exi|stenz|grund|la|ge —* E|xis|tenz|-
grund(!a|ge: /ekßißtenz-/ die; - ; -n
Gesamtheit der Voraussetzungen für
jmdn., etw. zum (Über-)Leben
—* e|xis|ten|zi|al; s. existential
—* Ejxis(ten|zi|a|lis|mus: s. Existentia¬
lismus
—*■ E|xis|ten|zi|a|list/E|xistten|zi|a|lis|*
tin: s. Existentialist/Existentialistin
—* E|xis(ten|zi|al|phi|lo|so|phie: s. Exi¬
stentialphilosophie
—» e|xi)$|ten|zi|ell: s. existentiell
Exi|stenz|kampf —»■ E|xis|tenz|kampf;
/ekßißtenz-/ der; -(e)s; - Kampf ums
(Über-)Leben, Existieren
Exi|stenz|mi|ni|mum —» E|xis|tenz|mi|-
ni|mum: /ekßißtenz-/ das; -s; • zur Le¬
benserhaltung des Menschen erfor¬
derliches Mindesteinkommen »Die
Menschen dort fristen ihr Dasein unter
dem Existenzminimum.«
exi|sti§|ien —-> e|xis|t|e|r»n: dat.r
/ekßißtiren/ existierst: existiertest;
hast existiert 1 a) leben »Der Mensch
existiert.« b) vorhanden sein »Exi¬
stiert ein Klavier in diesem Haus?« 2
den Lebensunterhalt bestreiten; leben
»Ich habe genug, um existieren zu kön¬
nen.«
Exijtus —* Ejxi|tus: dat.r /ekßitus/ der;
-; - a) Tod b) tödlicher A usgang einer
Krankheit
exkl.: Abk. 1 exklusiv 2 exklusive =
ausschließlich
Ex|kla]ma|ti)oii: dat.r /ekßklamazion/
die; - ; -en Ausrufung von etw.)
ex|kla|ma|tpjrisch: dat.r /ekßklamato;
risch/ Adj. n. stg. etw. ausrufend
exjkla|mie|ren: dat.r /ekßklamiren/ ex-
klamierst; exklamiertest; hast exkla-
miert etw. ausrufen
Exjklajve: dat.r /ekßklawe/ die; - ; -n 1
(Pol.) eigenstaatliches Gebiet im
fremden Staatsgebiet 2 außerhalb des
normalen Verbreitungsgebiet Auftre¬
ten einer Tier- od. Pflanzenart
ex|klu|die|ren: dat.r /ekßkludiren/ ex-
kludierst; exkludiertest; hast exklu-
diert [geh.] etw., jmdn. absondem,
ausgrenzen
Ex{k!u|si|on: dat.r /ekßklusion/ die; - ;
-en Ausschließung
ex|klu|siv: dat.-fr.-engl.r /ekßklusif/ Adj.
a) n. stg. nicht alltäglich; vornehm b)
nur bestimmten Personen zugänglich
ex|clu|siv/ex|klu|si|ve: dat.r /ekßktusif u
ekßklusiwe/ Pr’äp. mit Gen. nicht mit-
einbezogen; ausschließlich; ohne
»Der Reisepreis exklusiv Transfer be¬
trägt 704 DM.« Ant.: inklusive
Ex|klu|s|v|be|richt: /ekßklusif-/ der;
-(e)s; -e (Zeitungsw.) ausschließlich
einem Verlag zur Veröffentlichung
freigegeben
Ex|klu]siv|m|terjview: dat.-engh /ek߬
klusif-/ das; -s; -s ein Interview, das
von nur einem Reporterfteam) ge¬
führt u. veröffentlicht werden darf
Ex|k)u|si|vi|tät: dat.-engl.r /ekßklusiwi-
tät/ die; - ; -en (PI. s.) a) Ausschlie߬
lichkeit; Abgeschlossenheit b) Vor¬
nehmheit; das Einmalige; das Nicht¬
alltägliche
Ex|klu|sivjrecht: /ekßklusif-/ das; -(cjs;
-e ein alleiniges Recht auf eine Veröf¬
fentlichung o. ä.
Ex|kom|mujni|ka|ti|pn: dat.r /ekßkom-
munikazipn/ die; - ; -en Ausschluß
aus der katholischen Kirche
ex|kom|mu|ni|zie|ren: dat.r /ekßkom-
muniziren/ exkommunizierst; exkom¬
muniziertest; hast exkommuniziert
aus einer (besonders katholischen)
Kirchengemeinschaft ausschließen
Ex|kom|mu[ni|zte|rung: dat.r /ekßkom-
munizirung/ die; - ; -en das Aus¬
schließen aus der katholischen Kirche
Ex|kFe|ment: dat.r jekßkrement/ das;
-(e)s; -e Ausscheidung wie Ham u.
Kot
Ex|krgt: dat.r /ekßkret/ das; -(e)s; -e
(Med.; Zool.> menschliches od. tieri¬
sches Stoffwechselprodukt (z. B. Kot,
Schweiß)
Ex|kre|ti|pn: dat.r /ekßkrezipn/ die; - ;
-en (Med.; Zool.> das Ausscheiden
347
exkretorisch
von menschlichen od. tierischen
Stoffwechselprodukten
ex|kre|to|risch: <lat> /ekßkretorisch/
Adj. n. stg. (Med.; Zool.> Stoffwech¬
selprodukte ausscheidend
Ex|kul|pa|ti|on: <lal> /ekßkulpazion/
die; - ; -en <Rechtsw.> Rechtfertigung
zwecks jmds. Entlastung
exjkul|p]e|ren: dau /ekßkulpiren/ ex-
kulpierst; exkulpiertest; hast exkul-
piert von einer Schuld befreien
Exjkurs: dato /ekßkurß/ der; -es; -e 1
Abschweifung vom Hauptthema 2
kürzere Ausarbeitung eines Spezial¬
od. Randproblems im Rahmen einer
wissenschaftlichen Arbeit
Ex|kur]si|gn: dat.-fro /ekßkursion/ die;
- ; -en (vorbereitete u. unter Leitung
durchgeführte) Studienfahrt, Ausflug
»Die Biologiestudenten machten eine
Exkursion an das Wattenmeer.«
Ex|li|bris —*■ Ex|lj|b|ris: <lal.> /ekülibriß/
1 [wörtlich] aus den Büchern 2 ein
Stempel o. ä., der mit dem Namen des
Besitzers versehen ist
Ex|ma|tri|ku|la|ti|on —> Ex|ma|t|ri|ku|-
la|ti|ont <lat.> /ekßmatrikulazion/ die;
- ; -en das Verlassen einer Hochschu¬
le; Löschung des Status als Studen¬
tin)
Ex|mis|si|on: <lat.> /ekßmission/ die; - ;
-en <Rechtsw.> amtliche Ausweisung
(aus einem Wohnhaus o. ä.)
ex|mit|tie]ren: dato /ekßmitiren/ exmit¬
tierst; exmittiertest; hast exmittiert 1
(Rechtsw.) gerichtlich aus einer Woh-
nungo. ä. weisen2vertreiben
Exjmit|tle|rung: <lat.> /ekßmitirung/ die;
- ; -en <Rechtsw.> amtliche Auswei¬
sung aus einem Wohnhaus
Exo|bio|lo|g|e —* E|x|o|bi|o|lojgie: <gro
/ekßo-/ die; - ; - Wissenschaft, die au¬
ßerirdisches Leben erforscht
Ex|odus —* E|x|o|dus: <gr.-lat.>
/ekßoduß/ der; - ; -se (PL s.) a) o. PL
(Bibel) Titel des zweiten Buches Mo¬
ses b) Auszug (eines Volkes aus einem
Land) »Der Bürgerkrieg führte zu ei¬
nem Exodus der Bevölkerung ins
Nachbarland.«
Exo|ga|mie —* E|x|o|ga|mje: <gr.>
/ekßogami/ die; - ; -n /ekßogampn/
<Soziol.> Heirat außerhalb der Fami¬
lie, des Stammes, der Sippe o. ä.
exo|gen —» e|x|o|gen: <gr.-lat.>
/ekßogen/ Adj. n. stg. von außen her
eindringend, Ant.: endogen
exo|krin —»• e|x|o|k|nn: <gr.> /ekßokrin/
Adj. n. stg. (Med.) Sekret o. ä. aus¬
scheidend
ex|oi]bi|tant —* e|x|or|bi|tant dato
/ekßorbitant/ Adj. exorbitanter; exor-
bitantestf übertrieben; gewaltig »Ich
bin nicht gewillt, diesen exorbitanten
Preis zu zahlen.«
Ex|or|bi|tanz —> E|x|or|bi|tanz: dato
/ekßorbitanz/ die; - ; -enJPl. s.)
[geh.] Außerordentlichkeit; Übertrei¬
bung
Ex|or|di|um —=► E|xlor|di|um: <lat.>
/ekßordium/ das; -s; Exordia (Sprach-
wiss.; Literaturwiss.) Einleitung einer
Rede (als rhetorisches Element)
ex|or|zie|ren —» e|x|or]z]e|ren: (gr.-lato
/ekßorziren/ exorierst; exoriertest;
hast exorziert <Religion> den Teufel,
Dämonen austreiben
Ex|or|zie|rung —> E|x|or|zie|rung; (gr.-
lato /ekßorzirung/ die; - ; -en (Reli¬
gion> Austreibung des Teufels o. ä.
Ex|or|zis|mus —» E|x|or|zis|mus: dato
/ekßoraßmuß/ der; - ; Exorzismen
Beschwörung u. Austreibung von
Dämonen u. Geistern
Ex)or|zist —» E|x|or|z]st <gr.-lat.> /ekß-
orzißt/ der; -en; -en weibl. Ex|or]zi|stin
—* E|x|or|zis|tin: die; - ; -nen (Reli¬
gion) Person, die Dämonen, den Teu¬
fel austreibt
Exot/Exo|te —* E|xot/E|xote: (gr.-lato
/ekßot(e)/ der; Exoten; Exoten (auf
den Mensch bezogen> weibl. Exo|tin
—* E|xo|tin: die; -; -nen Mensch, Tier
od. Pflanze aus fernen, fremdartigen
Ländern
exo|te|risch —*■ e|xo|te|risch: <gr.-lato
/ekßoterisch/ Adj. n. stg. [geh.] allge¬
meinverständlich
Exotik —» E|xo|tilc <gr.-lat.> /ekßotik/
die; - ; - a) von tropischer Beschaffen¬
heit b) Fremdartigkeit, fremdartiges
Aussehen
Exo|ti|ka —» E|xo|ti|ka: <gr.-lato /ekßo-
tika/ die .(PL) aus einem anderen
Kulturkreis stammende Kunstgegen¬
stände
exo|tisch —> e|xo|tisch: <gr.-lato /ek-
ßotisch/ Adj. fremdartig »exotische
Früchte«
Exo|tis|mus —» Efxo|tisjmus: <gr.-Jat.>
/ek’ßotißmuß/ der; - ; Exotismen
(Sprachwiss.) fremdsprachiges Wort,
das ausschließlich in seinem fremd¬
ländischen Umfeld benutzt wird
Exp.: Abk. 1 Expansion = Ausdehnung
2 Experte(n); Expertin(nen) 3 Experi¬
ment 4 Exponat S a) Export b)
Exporteuren) 6 Exposition
exp.: Abk. 1 experimentell 2 exponiert
4 = hervorgehoben
Ex|pan|der: dat.-englo /ekßpander/ der;
-s; - <Sport> Sportgerät, das durch
Zugbewegungen vor allem die Arm-
u. Oberkörpermuskulatur stärken
soll
ex|pan|die|ren: <lat.> /ekßpandiren/ ex¬
pandierst; expandiertest; hast expan¬
diert 1 sich vergrößern, ausbreiten 2
(Physik; Gas o. ä.> die Ausdehnung
vergrößern 3 (Pol.) den Machtbereich
vergrößern
ex|pan|s]|bel: <lat.-fr.> /ekßpansibel/
Adj. expansibler; expansibelste ver¬
größerbar; ausdehnbar
Ex|pan|si|on: dat.-fro /ekßpansion/ die;
- ; -en a) Ausdehnung, Erweiterung
der staatlichen Macht »Das Expansi¬
onsstreben des Diktators muß be¬
kämpft werden.« b) wirtschaftlicher
Aufschwung c) (Gas; Dämpfe) räum¬
liche Ausdehnung »Die Expansion
des gefrierenden Wassers hat den Be¬
hälter gesprengt.«
ex|pan|sk>|ra|stisch —ex|pan|si|o|nfs|-
tisch: <lat.-fr.> /ekßpansionißtisch/
Adj. sich im Denken u. Handeln auf
die Expansion konzentrierend
Ex|panjsi|ons|be|stre|bun|gen: /ek߬
pansionß-/ die (PL) Handlungen, die
auf Expansion ausgefichtet sind
Ex|pan|si|ons|ge|schwin|dig|keit: /ekß-
pansionß-/ die; - ; -en (oft Physik) be¬
stimmte Geschwindigkeit, mit der
sich ein Stoff, etw. ausdehnt '
Ex|pan|si|pns|kraft: /ekßpansionß-/ die;
- ; -kräfte (Physik) Kraft, mit der sich
etw., ein Stoff ausbreitet; Expansiv¬
kraft
Ex|pan|si|ons|po|li|tik: /ekßpansionß-/
die; - ; - a) politische Theorie, die sich
mit der Expansion von Staaten be¬
schäftigt b) politische Bestrebungen,
ein Land auf Kosten anderer zu ver¬
größern
ex|pan|siv: <lat.> /expansif/ Adj. auf Ex¬
pansion eingestellt; sich ausdehnend
Ex(panjsiv|kraft: /expansif-/ die; - ; -
(Physik) Kraft, mit der sich etw., ein
Stoff ausbreitet; Expansionskraft
Ex|pa)tria|ti|on —* Ex|pa|t|ri|a|ti|on:
(lat.i /ekßpatriazion/ die; - ; -en (Pol.)
Ausbürgerung aus einem Staat; Ver¬
bannung
Ex|pe|di|ent: <lat.> /ekßpedi-ent/ der;
-en; -en weibl. Ex|pe[dl[en)tin: die; - ;
-nen (Beruf) Angestellte(r) im Trans¬
portwesen eines Unternehmens
ex|pe|dje|ren: <lat.> /ekßpediren/ expe¬
dierst; expediertest; hast expediert
etw. transportieren, befördern »Die
Ware wurde mit dem Zug nach Mün¬
chen expediert.«
Ex|pe|dje|rung: <lat.> /ekßpedirung/ die;
- ; -en Vorgang des Transportiertwer¬
dens, Transports
Ex|pe|di|ti|on: (lau /ekßpedizion/ die;
- ; -en 1 a) Forschungsreise b) Grup¬
pe, die eine Forschungsreise unter¬
nimmt 2 (Milit.) Kriegszug 3 Versand-
od. Abfertigungsabteilung
ex|pen|siv: dat.> /ekßpensif/ Adj. [geh.]
teuer, kostspielig
Ex|pe|rf|ment: dat.> /ekßperiment/ das;
-(e)s; -e 1 (wissenschaftlicher) Ver¬
such 2 gewagtes Unternehmen
exjpe|ri|men|tal: datx /ekßperimental/
Adj. n. stg. auf der Grundlage eines
Versuches
Ex|pe|ri|men|tal|phy|sik: /ekßperimen¬
tal-/ die; - ; - (Physik) Physik, die mit
Versuchen arbeitet
ex|pe|ri|men|tell: dat.y /ekßperimentell/
Adj. n. stg. auf der Grundlage eines
Versuches
Ex|pe|ri|nnen|tiei1büh|ne: /ekßperimen-
tir-/ die; - ; -n a) Bühne für experi¬
mentelles Theater b) Studio, Werk¬
statt-Theater
ex|pe|ri|men|tje]ren: dat.i /ekßperimen-
tiren/ experimentierst; experimentier¬
test; hast experimentiert einen Ver¬
such durchführen; durch Versuche
herausfinden wollen; ausprobieren;
untersuchen
Ex|pe|ri|men|tierista|di|um: /ekßperi-
mentir-/ das; -s; bestimmter Punkt,
bestimmtes Stadium in einer Ver¬
suchsreihe
Ex|per]te: dat.-fr.> /ekßperte/ der; -n; -n
weibl. Ex|per]tin: die; - ; -nen Person,
die sich auf einem Gebiet besonders
gut auskennt; Sachverständige^);
Kenner(in)
Ex|per]ten]grup|pe: /ekßperten-/ die; - ;
-n mehrere zusammenarbeitende Per¬
sonen, die Experten auf einem be¬
stimmten Gebiet sind
Ex|per|ten|sy|stem —» Ex|per]ten|sy|s|-
tem: /ekßperten-/ das; -(e)s; -e
(EDV) Programm, das eigenständig
Schlußfolgerungen ziehen kann u.
Problemlösungen angibt
348
Expreß
Ex|per|tj]se: <fr.> /ekßpertise/ die; - ; -n
Gutachten (durch eine(n) Sachver¬
ständige^) »Diese Expertise wurde
von der Regierung in Auftrag gege¬
ben.«
Expl.: Abk. Explosion
expl.: Abk. 1 explizit = ausdrücklich 2
explosiv
Ex|ptilka|ti|on: dat.> /explikazion/ die;
- ; -en Erklärung; Erläuterung »Für
Explikationen blieb keine Zeit mehr.«
ex|pli|zie|ren: dat.> /ekßpiiziren/ expli¬
zierst; expliziertest; hast expliziert
[geh.] etw. genau darstellen, erklären
»Der Wissenschaftler mußte den Be¬
griff genauestem explizieren.«
ex|pli|zit: dat.> /ekßplizit/ Adj. explizi¬
ter; expliziteste ausdrücklich; deut¬
lich; differenziert dargestellt
ex|plo|die|i«n: <lat.> /ekßplodiren/ ex¬
plodierst; explodiertest; bist explodiert
1 aufgrund zu starken Drucks von in¬
nen mit lautem Krach zerbersten,
platzen »Die Bombe ist explodiert.« 2
schnell u. stark zunehmend »Die Be¬
völkerung explodiert.« 3 einen Wut¬
ausbruch haben
Ex|plo|rand: <lat.> /ekßplorand/ der; -en;
-en weibl. Ex|plo)ran|din: die; - ; -nen
Psychologie; Med.> Person, die durch
eine Befragung untersucht werden
soll
Ex|p1o|ra|ti|on: <lat.> /ekßplorazion/ die;
- ; -en Psychologie; Med.) Untersu¬
chung einer Person (durch eine Befra¬
gung)
Ex|p!o|rajtor: dat.t /ekßplorator/ der; -s;
Exploratoren weibl. Ex|plo|ra|to|rin:
die; - ; -nen (Psychologie; Med.) Per¬
son, die eine Exploration durchführt
ex|plo|si|bel: <lat.> /ekßplosibel/ Adj. 1
<Chemie> leicht zur Explosion zu brin¬
gen 2 Psychologie; Med.> zu Aggres¬
sion neigend
Ex|plo|si|on: dato /ekßplosion/ die; - ;
-en 1 große Erschütterung, mit gro¬
ßem knallartigem Krach verbunden
(beim Platzen von Körpern od. Aus¬
brechen von Flüssigkeiten) 2 starker,
zorniger Gefiihlsausbruch 3 übermä¬
ßiges Wachsen von etw. Bevölke¬
rungsexplosion; Preisexplosion«
ex|plo|si|ons|ar[tig: /ekßplosionß-/ Adj.
1 in der Art, Wucht einer Explosion 2
plötzlich einsetzend
Ex|plo|si|ons|ge|fahr: /ekßplosionß- /
die; - ; -en Gefahr, daß es zu einer Ex¬
plosion kommen kann
Ex|plo|si|gns|herd: /ekßplosionß-/ der;
-(e)s; -e Punkt, Ort, von dem eine Ex¬
plosion ausgeht
Ex|plo|si|ons|ka|ta|stFo|pHe —» Ex|plo|-
si|ons|katta|s|t|ro|phe: /ekßplosionß-/
die; ~ ; -n schreckliches Ereignis, das
durch eine Explosion verursacht wur¬
de; Explosion mit schlimmen Folgen
für jmdn., etw.
Ex|pto|si|ons|knaU: /ekßplosionß-/ der;
-(e)s; - laute(r)(s) Knall, Geräusch,
der/das bei einer Explosion entsteht
Ex|plo|si|gns|kra|teR /ekßplosionß-/
der,; -s; - <Geologie> tiefes Loch, das
durch eine Explosion entstanden ist
Ex|plo|si|onstmoltor. /ekßplosionß-/
der; -s; -en <Technik> Vergasermotor
ex|plo|si|gns|si|cher: /ekßplosionß-/
Adj. n. stg. vor einer Explosion ge¬
schützt
Ex[plo|siv: dat.t /ekßplosif/ das; -s; -e
lekßplosiwe/ (Sprachwiss.) Verschlu߬
laut
ex|plo|siv: dato /ekßplosif/ Adj. 1 leicht
u. schnell zur Explosion (1) neigend
»ein hochexplosiver Sprengstoff« 2
<Charakter> zu starken, heftigen Ge¬
fühlsausbrüchen neigend
Ex|ptojsi|vi|tät-. /ekßplosiwität/ die; ~ ; -
Fähigkeit, (leicht) explodieren zu
können
Ex|plo|s[y|kör|per: /ekßplosif-/ der; -s; -
explosives Geschoß, pyrotechnisches
■Produkt o. ä.
Ex|plo|siv|laut: /ekßplosif-/ der; -(e)s;
-e (Sprachwiss.) Verschlußlaut
Exjpto|s]v|stoff: /ekßplosif-/ der; -(e)s;
-e Material, Kombination von Mate¬
rialien, das/die leicht explodieren
kann
Ex|po|nat: <lat.-russ.> /ekßponat/ das;
-(e)s; -e Ausstellungsstück; Mu¬
seumsstück »Das Exponat war hoch
versichert.«
Ex|po|nent: <lat.> /ekßponent/1 heraus¬
gehobener Vertreter einer Richtung 2
<Math.> Hochzahl
Ex|po|nen|ti|al|funk|ti|on: /ekßponenz-
ial-/ die; - ; -en (Math.) Funktion mit
der Hochzahl als einer Unbekannten
Ex|po|nen|ti|a)|glei|chung: /ekßponenz-
ial-/ die; - ; -en (Math.) Gleichung mit
einer Unbekannten als Hochzahl
Ex|po|nen|ti|al|gröjße: /ekßponenzial-/
die; - ; -n (Physik) Wert, Größe, der/
die exponentiell von einer anderen
Größe abhängig ist
ex|pojnen|ti|ell: dat.t /ekßponenziell/
Adj. n. stg. (Math.) den Verlauf einer
Exponentialfunktion nehmend
Exjport: dat.-engl.t /ekßpprt/ der; ~(e)s;
-e Ausfuhr; Waren, die aus einem
Land in ein anderes überführt werden
Ex|port|ab|hän|gig|keit' /ekßport-/ die;
- ; -en finanzielle Abhängigkeit eines
Landes o. ä. vom Exportgeschäft
Ex|pgrt|an|teil: /ekßport-/ der; -(e)s; -e
1 bestimmter Anteil am Export 2 An¬
teil am Export des Großhandels
Ex|port|be|din|gun|gen: /ekßport-/ die
(Pi) besondere Regelungen, die bei
der Ausfuhr von Waren o. ä. beachtet
werden müssen
Ex|port|be|schrän|kung: /ekßport-/ die;
• ; -en gesetzliche Einschränkung, die
bei der Ausfuhr von Waren o. ä. be¬
achtet werden muß
Ex|pgrt|be|stim|mun|gen: /ekßport-/ die
(PL) gesetzliche Regelungen, die bei
der Ausfuhr von Waren o. ä. beachtet
werden müssen
Ex|port|bier. /ekßport-/ das; -(e)s; -e
(ursprünglich nur) exportiertes Bier,
das 5% Alkohol enthält
Exlporiteur: dat.-fr.> /ekßportör/ der; -s;
-e Exlporiteulrin: die; ~ ; -nen a) Per¬
son, die Waren ins Ausland ausführt;
Ausfuhrhändier(in) »Der Exporteur
dieser Waren hat mit einer Klage zu
rechnen.« b) nur männl. Form Firma,
die Waren ins Ausland ausführt,
Ant.: Importeuren)
Ex|portjge|schäft: /ekßport-/ das;
-(e)s; -e 1 Unternehmen, das Waren
o. ä. exportiert 2 Exportauftrag, den
ein Unternehmen ausführt
Exjport|han|del: /ekßport-/ der; -s; -
Handel mit ausländischen Kunden,
bei dem Waren aus einem Land aus¬
geführt werden
ex|por|tia|ren: dat.-engh /ekßportiren/
exportierst; exportiertest; hast expor¬
tiert Waren ins Ausland ausführen
»Das Land exportiert vor allem land¬
wirtschaftliche Erzeugnisse.« Ant.;
importieren
Ex|pgrtjin|duistrie —* Ex|pgrt|in|du|s|t|-
rie: /ekßport-/ die; ~ ; -n Industrie¬
zweig, Bereich der industriellen Ferti¬
gung, der Waren ausschließlich für
ausländische Kunden produziert
ex|port|injten|siv: /ekßport-/ Adj. n. stg.
ausschließlich für den Export produ¬
zierend
Ex|port|kauf|inann: /ekßport-/ der;
-(e)s;männer u. -leute weibl. Ex|port|-
kaufjfrau: die; ~ ; -en (Beruf) Büro-
kaufmann/-frau, der/die für die Ex¬
portgeschäfte in einem Unternehmen
zuständig ist
Ex]pgrt|land; /ekßport-/ das;-(e)s; -län¬
der Staat, Land, In dem die Industrie
viele Waren für den Export produ¬
ziert
Ex|port|li|zenz: /ekßport-/ die; - ; -en
behördliche Genehmigung zur Aus¬
fuhr von Waren o. ä.
Ex|pprt|markt: /ekßport-/ der; -(e)s;
-markte Wirtschaftsbereich des Ex¬
portgeschäftes; wirtschaftliche Mög¬
lichkeit, exportierte Güter abzusetzen
£x|port|prä|mie: /ekßport-/ die; - ; -n
staatlicher Zuschuß bei Exportge¬
schäften
Ex|port|schla|ger: /ekßport-/ der; -s; -
besonders beliebtes Exportgut
Ex|port|über|schuß —> Ex|port|ü|ber|-
schuss: /ekßport-/ der; -Überschus¬
ses; -Überschüsse (Wirt.) positive Bi¬
lanz, volkswirtschaftlicher Gewinn
im Export-lmport-Geschäft
Ex|pgrt|wirttschaft: /ekßport-/ die; - ; -
Wirtschaft(sbereich), der/die Waren
ausschließlich, vielfach für den Ex¬
port produziert
Ex|port|zotl: /ekßport-/ der;-(e)s; -zolle
Gebühr, die bei der Ausfuhr von Wa¬
ren bezahlt werden muß
Ex|po|s6 —> auch Exlpolsee: <lat.-fr.>
/ekßpose/ das; -s; -s 1 Denkschrift 2 a)
Entwurf für ein Vorhaben, Skizzie-
rung b) (Film> Plan mit einem groben
Handlungsablauf (im Gegensatz zum
Drehbuch)
Ex|po|si|tijpn: dat.-fr.) /ekßposizion/
die; - ; -en 1 Einleitung; Auseinander¬
setzung 2 (Literaturwiss.) Einleitung
für ein Schauspiel 3 Ausstellung 4 Be¬
lichtung 5 (Musik) einleitender Sona¬
tensatz o. ä., der die musikalischen
Themen, die in dem Stück zu bearbei¬
ten sind, vor-, aufstellt
ex|po|si|to|riach: dat.> /ckßpositorisch/
Adj. n. stg. auf die literarische Exposi¬
tion bezogen, sie betreffend
Ex|po|sittur: dat.> /ekßpositur/ die; ~ ;
-en 1 (kath. Kirche) selbständiger Be¬
zirk in einer Pfarrei 2 a) Filiale eines
Unternehmens b) [österr.] behördli¬
che Nebenstelle
ex|preß-/Ex|preß- —» ex|press-/Ex|-
press-: dato /ekßpreß/ Wortbildungs¬
mittel eilig; Eil- »Expreßbrief = Eil¬
brief«
Ex|prgB —»• Ex|press: dat.i /ekßpreß/
der; Expresses; - Eilzug; Schnellzug
349
expreß
ex|preß —» ex|press: dato /ekßpreß/
Adv. eilig
Ex|pie8|gut —»• Ex|press|gut: /ek߬
preß-/ das; -fejs; -güler Ware, die
den Empfänger besonders schnell er¬
reichen soll
£x|pres|si|on: dato /ekßpression/ die;
- ; -en [geh.] Ausdruck, den etw., jmd.
hat, vermittelt
Ex|pres|sio|nis|mus —»■ Ex|pres|si|o|-
nis|mus: /ekßpressionißmuß/ der; - ;
- Kunstrichtung, Ausdruckskunst des
frühen 20. Jahrhunderts
Ex|pres|sio|nist —* Ex|pres|si|o|nist
/ekßpressionißt/ der; -en; -en weibl.
Ex|pres|sio|n]|stin —»■ Ex|pres|si|o|-
nisjtin: die; - ; -nen (Kunst) (in den er¬
sten Jahrzehnten des 20. Jahrhun¬
derts produzierende(r)) Künstlerin),
der/die (innerhalb der Musik, Litera¬
tur od. bildenden Kunst) besonderen
Wert auf die Ausdruckskraft eines
Kunstwerks legte u. sich dabei von
den traditionellen Methoden seiner
Kunst löste
ex|pres|sis verjbis: dat.> /ekßpressiß
werbiß/ ausdrücklich
ex|pres|siv: <lat.> /ekßpressif/ Adj. [geh.]
ausdrucksstark; den Ausdruck unter¬
streichend
Ex|pres|si|vi|tät: /ekßpressiwität/ die; - ;
-1 Ausdrucksstarke von etw. (z. B. ei¬
nes Kunstwerkes) 2 <Bio.> Stärke der
Ausprägung einer Erbanlage
Ex|preß|rei|ni[gung - -» Ex|press|rei|ni|-
gung; /ekßpreß-/ die; - ; -en a) Wä¬
schereinigungsgeschäft, das Kleidung
besonders schnell reinigt b) Säube¬
rung von etw. durch eine Expreßreini¬
gung (a)
Ex|preß|sen|dung —> Ex|press|sen|-
dung/Ex|press-Sen|dung: /ekßpreß-/
die; - ; -en Brief o. ä., der besonders
schnell den Empfänger erreichen soll,
durch Eilboten ausgeliefert wird
Ex|preß|zug —Ex|press|zug: /ek߬
preß-/ der; -(ejs; -ziige [Schweiz.]
Schnellzug
Ex)pro|pria|ti|pn —» Ex|pro|p|ri[a|ti|on:
dat.-fro /ekßpropriazion/ die; - ; -en
<Pol.; Philosophie) Enteignung (von
Eigentum an Produktionsmitteln)
ex|pro|pri|ie|ren —» ex|pro|p|ri|ie|ren:
dat.-fro /ekßpropriiren/ expropiierst;
expropiiertest; hast expropiiert <Pol.;
Philosophie) enteignen
ex|qui|sft: <lat > /ekßkwisit/ Adj. exquisi¬
ter; exquisiteste in der Qualität ausge¬
sucht, erlesen
Ex|spi|ra|ti|gn: dato /ekßßpirazion/ die;
-; -en (Med.) das Ausatmen
ex|spi|ra|to|risch: dato /ekßßpirtorisch/
Adj.n. stg. <Med.) mit einem Stoßton
ausatmend; auf die Ausatmung bezo¬
gen
Ex|stjrjpa|ti|gn: dat.y /ekßßtirpazion/
die; ~ ; -en <Med.> Entfernung eines
ganzen, erkrankten Organs
ex|stirjp]e|refi: dat.y /ekßßtirpiren/ ex-
stirpierst; exslirpiertest; hast
exstirpiert <Med.> ein ganzes Organ
entfernen
Ex|tem|po|re: dat.y /ekßtempore/ Adv. 1
<Theater> Improvisation 2 improvi¬
siert gehaltene Rede o. ä.; Improvisa¬
tion von etw.
ex|tem|po|rie|ren: dat.t /ekßtemporiren/
extemporierst; extemporiertest; hast
extemporiert etw. improvisieren,
spontan tun
Ex|ten|ded: dat.-engh /ikßtendid/ die;
- 7 - <Druckw.> breite Antiquadruck¬
schrift, die aus England stammt
ex|ten|die|ren: dat.y /ekßtendiren/ ex¬
tendierst; extendiertest; hast exten¬
diert etw. erweitern, ausdehnen
Ex|ten|si|qn: dat.y /ekßtension/ die; - ;
-en Ausdehnung; Ausbreitung; Er¬
streckung
Ex|ten|si|tät: dat.y /ekßtensität/ die; - ; -
Auswirkung, Ausdehnung von etw.
ex|ten|siv: dat.y /ekßtensif/ Adj. 1 a)
[geh.],allumgreifend; ausdehnend b)
(Landwirt.) Bewirtschaftung auf gro¬
ßen Flächen mit geringem Aufwand
betreibend 2 (Rechtsw.) die Möglich¬
keiten der Auslegung von Gesetzen
nutzend
ex|ten|si|vie|nen: dat.y /ekßtensiwiren/
extensivierst; extensiviertest; hast ex-
tensiviert [geh.] etw. ausdehnen; aus¬
weitem
Exltelrieur! dat.-fr.y /ekßteriör/ das; -s;
-s u. -e 1 a) Außen-, Oberfläche eines
Gebäudes o. ä. b) die äußere Erschei¬
nung einer Person
extern: dat.y /ekßtem/ Adj. n. stg. drau¬
ßen befindlich; auswärtig
Extterjnist /ekßtemißt/ der; -en; -en
weibl. Ex|ter|ni|stin —> Ex|ter]nis|tin:
die; - ; -nen [österr.] 1 <Med.> Arzt,
Ärztin für äußere Krankheiten 2 ex¬
terner, außerhalb wohnender, von
außerhalb kommender Schüler od.
Prüfling
ex|ter|ie|strisch —* ex|teijres|t|risch:
dat.y /ekßterreßtrisch/ Adj. n. stg. au¬
ßerirdisch »Viele Wissenschaftler
glauben an exterrestrisches Leben.«
ex|terjri|to|ri|al: dat.y /ekßterritorial/
Adj. n. stg. <Gebiet; Gebäude o. ä.>
den Gesetzen eines Fremdstaates
nicht unterworfen
Exjter]ri|to|ria|li|tät —* Ex(ter|ri|to|ri|a|-
li(täfc dat.y /ekßterritorialität/ die; - ; -
(Pol.) Unantastbarkeit in" fremdem
Staatsgebiet
Ex|tink|ti|gn: dat.y /ekßtinkzion/ die; ~ ;
-en 1 Auslöschung 2 (Physik) Strah¬
lendämpfung
Extr.: Abk. 1 Extrakt = Auszug 2 Ex¬
tras
extr.: Abk. extrem
Ex|tra —* Ex|t|ra: dat.y /ekßtra/ das; -s;
-s nicht serienmäßig mitgeliefertes
Zubehörteil
ex|tra —*■ exjt|ra: dat.y /ekßtra/ Adv. 1
getrennt, einzeln, nicht mit anderen
gemeinsam »Das schicke ich dir
extra.« 2 zusätzlich; außerdem »für
das Frühstück muß extra gezahlt
werden.« 3 besonders; eigens »Das ha¬
be ich extra jur dich gekocht.«
Ex|tra- —> Ex(t|ra-: Wortbildungsele¬
ment; teilweise betont zusätzlich;
ein(e) besondere(r/s), zusätzliches)
im Basiswort inhaltlich Ausgedrück¬
ten »Extrabonus ♦ Extravorstellung«
ex|tra- —* ex|t|ra-: 1 Wortbildungsele¬
ment; teilweise betonte (meist mit
fremdsprachlichem Adj.) kennzeich¬
net die Nichtzugehörigkeit einer Per¬
son, eines Gegenstandes zum im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückten
»extrakorporal« 2 außergewöhnlich,
besonders »extragroß«
Ex|tra|aus|ga|be —*■ Ex|t|ra|aus|ga|be:
/ekßtra-/ die; - ; -n 1 Sonderausgabe
eines Buches, einer Zeitung o. ä. 2 au¬
ßergewöhnliche Geldausgabe
Ex|tralaus|stat|tung —» Ex|t|ra|aus|-
stat|tung: /ekßtra-/ die; - ; -en zusätz¬
licher Ausrüstungsgegenstand (meist
in einem Auto o. ä.)
Ex|tra|blatt —»• Ex(t|ra]blatt: /ekßtra-/
das; -(e)s; -blätter Sonderausgabe ei¬
ner Zeitung, die über ein aktuelles Er¬
eignis berichtet
ex|tra|fein —> ex|t|ra|fein: /ekßtra-/
Adj. n. stg. 1 [ugs.j besonders fein 2
<Gemüse> besonders klein u. zart
ex|tra|ga|lak|tisch —» ex(t|ra|ga|lak|-
tisch: /ekßtra-/ Adj. n. stg. Astrono¬
mie) außerhalb der Galaxis
ex|tra|h]e|Fen —> ex|t|ra|h]e|ren: dat.y
/ekßtrahiren/ extrahierst; extrahier¬
test; hast extrahiert 1 a) (Chemie) ei¬
nen Stoff aus einer Pflanze ziehen b)
<Med.) einen Zahn od. einen Fremd¬
körper aus einem Körper entfernen
ex|tra|kor|po|ral —> ex(t|ra|korjpo|ral:
/ekßtra-/ Adj. n. stg. (Med.) außerhalb
des Körpers
Extrakt —> Extrakt dat.y /ekßtrakt/
der u. [fachsprl.j das; -(e)s; -e 1 Aus¬
zug aus tierischen od. pflanzlichen
Stoffen »Kamillenextrakt« 2 Zusam¬
menfassung des Hauptinhaltes eines
mündlichen od. schriftlichen Textes
Ex|trak|ti|on —» Ex|t]rak|ti|gn: dat.y
/ekßtrakziqn/ die; - ; -en 1 (Med.) das
Herausziehen eines Zahnes od. eines
Fremdkörpers aus einem menschli¬
chem Körper 2 (Chemie) das Heraus¬
ziehen von Substanzen aus einer
Pflanze o. ä.
ex|trak[tfv —» ex|t|rak|tiv: dat.y /ekß-
traktif/ Adj. n. stg. (Chemie) heraus¬
ziehend
Ex|trak|tiv|stoff —* Ex|trak|tiv|stoff:
/ekßtraktif-/ der; -(e)s; -e (Bio.) Sub¬
stanz in Tieren u. Menschen, die
durch Wasser od. Alkohol herausge¬
zogen werden kann
ex|tra)or]di|när —»• ex]t]ra|oiidi|när:
dat.-fr.y /ekßtra-/ Adj. n. stg. [geh.] au¬
ßergewöhnlich; außerordentlich
Ex|tra|po|la|ti|gn —»• Ex|t|ra|po|la|ti|gn:
dat.y /ekßtrapolazion/ die; - ; -en
(Math.) Vorgang bzw. Ergebnis des
Extrapolierens
ex|tra|po|lm|ren —* ex|tjra|po|lig|ren:
dato /ekßtrapoliren/ extrapolierst;
extrapoliertest; hast extrapoliert 1
(Math.) außerhalb eines Intervalls lie¬
gende Werte mit Hilfe der innerhalb
des Intervalls liegenden Werte nähe¬
rungsweise bestimmen; eine Kurve
weiterführen 2 mit Hilfe von Bekann¬
tem zu einem Resultat gelangen
Ex|tra|po|si|ti|on —» Ex)t|ra|po|si|ti|on:
/ekßtra-/ die; - ; -en (Sprachwiss.)
Verschiebung eines Gliedsatzes an
das Ende eines Satzgefüges »Es ist
gut, daß du da bist.«
Ex|tra|post —> Ex|t|ra|post: /ekßtra-/
die; - ; - a) Postwagen, der zusätzlich
eingesetzt wird b) Schriftstücke u. ä.,
die mit der Extrapost (a) befördert
werden
Ex|tra|ra|li|on —» Ex(t|ra|ra|ti|on: /ek߬
tra-/ die; - ; -en zusätzliche Ration,
Zuteilung (einer Speise)
350
EZW
ex|tra|ter|re|strisch—* ex|t]ra|ter]res|t|-
risch: /ekßtra-/ Adj. n. stg. außerir¬
disch ”
Ex|traJtour —» Ex|t|ra]tour:
/ekßtratur/ die; - ; -en 1 (ungeplante)
Handlung, die nicht gerne gesehen
wird; negativ bewertetes Vorgehen 2
zusätzliche Fahrt (eines öffentlichen
Verkehrsmittels)
ex|tra)va|gant/ex)tra|va|gant —» ex)t|-
ra|va|gant: <lat.-fr.> /ekßtrawagant/
Adj. extravaganter; extravaganteste 1
ausgefallenen Geschmack zeigend 2
überspannt; verstiegen
Ex|tra|va|ganz —» Ex|t|ra|va|ganz:</ar-
fra /ekßtrawaganz/ die; - ; -en Über¬
treibung; Abweichung von der Norm
exttra|verjtiert/ox(tro|ver|tiert —» ex]t|-
ra|ver|tiert/ex|tro|ver|tiert: <lat.> /ekß-
trawertirt u. ekßtrowertirt/ Adj. ex¬
travertierter lextrovertierler; extraver-
tierteste/extrovertierteste nach außen
gerichtet; für äußere Einflüsse emp¬
fänglich »Sie machte einen eher extra¬
vertierten Eindruck.« Ant,: introver¬
tiert
Ex|tra|veijtiert|heit —> Ex|tjrajver|tiert|-
heit: /ekBtrawertirtheit/ die; - ; -
Weltoffenheit; Aufgeschlossenheit
Ex]tra|wurst —» Ex|t)ra|wurst: /ekßtra-/
die; - ; -wurste 1 [landsch.; österr.J a)
der Jagdwurst ähnliche Frischwurst
b) salamiähntiche, schwach geräu¬
cherte Wurst 2 jmd. brät jmdtn. eine
Extrawurst: [ugsj jmd. behandelt
jmdn. bevorzugt
Ex|tra|zug —» Ex|t)ra|zug: /ekßtra-/
der; -(e)s; -züge [Schweiz.] Sonderzug
Exjtrem —» Ex]t|rem: <lat.> /ekßtrem/
das; -s; -e 1 höchster Grad; Maximum
2 von einem Extrem ins andere
fallen: eine extreme Haltung einneh¬
men u. sofort eine andere, ebenso ex¬
treme einnehmen »Du bist förder¬
lich, du fällst von einem Extrem ins an¬
dere«
ex|trem —»• ex(t]rem: data /ekßtrem/
Adj. übertrieben; in äußerst starkem
Maße; bis an die äußerste Grenze rei¬
chend »Das ist extrem teuer.«
Exjtremffall—> £x(t|rem|fali: /ekßtrem-/
der; -(e)s; -falle a) besonders außer¬
gewöhnliche, schwierige Angelegen¬
heit b) Person, die in einer besonders
schwierigen Situation ist
Ex|tre|mjs|mus ■—* Ex|t|re|mrs|mus:
/ekßtremißmuß/ der; - ; Extremismen
übersteigerte radikale Haltung »Der
zunehmende religiöse Extremismus ist
beunruhigend.«
Exjtrejmist —* Ex|t|re|m[st: /ekßtre-
mißt/ der; -en; -en weibl. Exjtre|mi]$tin
—*■ Ex|t|re(misftin: die; - ; -nen <Pob
Person, die besonders radikale Vor¬
stellungen hat
ex|tre|mi|stisch —» ex|t|re|mis|tisch:
/ekßtremißtisch/ Adj. eine radikale
politische Einstellung vertretend, zei¬
gend
Ex|tre|mijtät —> Ex[t|re|irii|tät: /ekß-
tremität/ die; - ; -en 1 m. PI. (Med.)
Gliedmaße(n) 2 Extrem (1)
Ex|trem|punkt —> Ex|t|rem|punkt:
/ekßtrem-/ der; -(e)s; -e (Math.) Mi¬
nimum od. Maximum einer mathe¬
matischen Kurve
Ex|trem|si|tua)ti|on—* Ex)t]rem|sittu|a|-
ti|on: /ekßtrem-/ die; - ; -en außeror¬
dentliche Situation »Auch in dieser
Extremsituation dürfen Sie nicht die
Nerven verlieren!«
Ex|trem(wert —> Ex|t|rem(wert: /ek߬
trem-/ der; -(ejs; -e niedrigster/höch-
ster Wert; äußerster Wert (, der nicht
über- od. unterschritten werden darf)
ex|tiin)sisch —»• ex|t|rin|sisch: dat.-
engla /ekßtrinsisch/ Adj. n. stg. durch
äußere Zwänge bestimmt
exjtro|verttiert/exttra|ver|tiert —> ex|t|-
ro|veijtiert/ex|t|ra]vetjtiert: data /ek߬
trowertirt u. ekßtrawertirt/ Adj. ex-
trovertierterjextravertierter; extrover-
tierteste/extravertierteste nach außen
gerichtet; für äußere Einflüsse emp¬
fänglich Ant.: introvertiert
Ex|tnj|der —» Ex|t|ru(der: dat.-engla
/ekßtruder/ der; -s; - <Technik> Ma¬
schine zur Herstellung von thermo¬
plastischen Formstücken
Exz.: Abk. 1 Exzeption = Ausnahme 2
Exzerpt = schriftlicher Auszug aus
einem Werk .
exz.: Abk. 1 exzellent 2 exzentrisch =
überspannt; verschroben 3 exzeptio¬
nell = außergewöhnlich, ausnahms¬
weise eintretend 4 exzerpiert =
schriftliche Auszüge aus einem Werk
angefertigt
ex|zel|lent: dat.-fra /ekß(z)ellent/ Adj.
exzellenter; exzellenteste in der Art
u./od. Qualität hervorragend, ausge¬
zeichnet »Es gab einen exzellenten
Wein.«
Ex|zel|lenz: dat.-fra /ekßzellenz/ die; ~ ;
-en a) Anrede (für Botschafterfinnen))
im diplomatischen Dienst b) (hist.)
frühere(r) Anrede, Titel für Generäle
u. höchste Beamte
ex|zel|Ne|ren: data /ekßzelliren/ exzel-
lierst; exzelliertesl; hast exzelliert
[geh.] durch besondere Leistungen
glänzen
Ex|zen|ter: data /ekßzenter/ der; -s; -
(Technik) Steuerungsscheibe, deren
Achse nicht durch ihren Mittelpunkt
geht
Ex|zen|ter|schei|be: /ekßzenter-/ die; - ;
-n (Technik) Steuerungsscheibe, deren
Achse nicht durch ihren Mittelpunkt
geht
Ex|zen|trik —» Ex[zen|t|rlk: data /ekß-
zentrik/ die; ; - [geh.] überzogenes
Benehmen; als seltsam empfundenes
Verhalten
Ex|zen|tri|ker —» Ex|zen|t|ri|ker: data
/ekßzentriker/ der; -s; - weibl. Ex|-
zen|tri|ke|rin —> Ex|zen(t|ri|ke|rin:
die; - ; -nen Person, die sich seltsam,
abweichend von der Norm verhält
ex|zen]trisch —> ex|zen]t|risch: data
/ekßzentrisch/ Adj. 1 (Charakten
überspannt; ein wenig eigen »ein ex¬
zentrischer Millionär« 2 nicht im Mit¬
telpunkt befindlich
Ex|zenttrl|zf(tfrt —» Ex(zen|tfri|zi|tät:
/ekßzentrizität/ die; - ; -en 1 [geh.]
überspanntes Benehmen od. Verhal¬
ten 2 (Math.) Distanz zum Mittel¬
punkt
ex|zepjtio|nell —» ex|zep(ti|o|nell: /ekß-
zepzionell/ Adj. außergewöhnlich,
ausnahmsweise
ex|zep|tiv: data /ekßzepzif/ Adj. n. stg.
[veralt.J ausnehmend; ausschließend
ex|zer|pie|ren: data /ekßzerpiren/ exzer¬
pierst; exzerpiertest; hast exzerpiert
die wichtigsten Stellen aus einem
Buch in Form eines Exzerptes heraus¬
schreiben
Ex|zerpfc data /ekßzerpt/ das; -(ejs; -e
schriftliche Zusammenfassung, Aus¬
zug aus einem Werk
Ex|zerp|tl|pn: data /ekßzerpzion/ die; - ;
-en 1 das Exzerpieren 2 Exzerpiertes;
Exzerpt _
Ex|zerp(ton data /ekßzerptor/ der; -s;
Exzerpieren weibl. Ex|zerp|tp)rina. die;
- ; -nen Person, die Exzerpte, ein Ex¬
zerpterstellt
Ex|zeß —» Ex|zess: data /ekßzeß/ der;
Exzesses; Exzesse Ausschreitung;
Maßlosigkeit »Sie tranken bis zum
Exzeß.«
ex|zes(sjv: data /ekß(z)esif/ Adj. das
(normale) Maß überschreitend; aus¬
schweifend »exzessiver Alkoholge¬
nuß«
ex|zi|die|ren: data /ekßzidiren/ exzi-
dierst; exzidiertest; hast exzidiert
(Med.) Gewebe aus einem Körper
schneiden
ex[zi|pie|ren: data /ekßzipiren/ exzi-
pierst; exzipiertest; hast exzipierl etw.
als eine Ausnahme darstellen
Eye|li|ner: <engla /ailainer/ der; -s; -
Kosmetikartikel zum Zeichnen eines
Lidstriches
EZ: Abk. 1 Ehrenzeichen 2 eineiige
Zwillinge 3 Einwohnerzahl 4 (Frem¬
denverkehr) Einzelzimmer 5 Elektro¬
zaun 6 (Med.) Ernährungszustand 7
Erstzulassung (von Kraftfahrzeugen)
Ez.: Abk. 1 Eilzug 2 Einzahl 3 Einzah¬
lung
EZE: Abk. Einzugsermächtigung
Ezfl Abk. Einzahlung
EZW: d 6k. Einzimmerwohnung
351
F
F
F/f: /eff/ das; - u. [ugs. ]-s;~u.[ugs. ] -s
Schriftzeichen, sechster Buchstabe
des deutschen Alphabets
F: Abk. 1 <Textiltechnik> Faser 2 Fehler
3 Fernsprecher = Telefon 4 (Bau¬
technik) Fertigteil 5 <engl.> <EDV> file
= Datei 6 Fluor = chemisches,
nichtmetallisches Element 7 Folio¬
blatt = von dato folio = Blatt = al¬
tes Buchformat 8 Format 9 <lato fra¬
ter = Bruder (= im Sinne von: Kir¬
chen-, Ordensbruder) 10 Frequenz 11
Frist
f: Abk. 1 <Textverweis> folgende = u.
die folgende Seite 2 englisches u.
nordamerikanisches Längenmaß)
foot = Fuß (1 f = 30,48 cm) 3 Fre¬
quenz = Schwingungszahl
F.: Abk. 1 Fahrer 2 <Sprachwiss.> Femi¬
ninum = weibliches Geschlecht 3
Fluß 4 Folioblatt = von <lat.> folio =
Blatt - altes Buchformat 5 Form 6
Fortsetzung? Frühstück
f.: Abk. 1 fachlich 2 fast 3 <Sprachwiss.>
feminin *= weiblichen Geschlechts 4
fest S <Textverweis> folgende = u. die
folgende Seite 6 (englisches u. nord¬
amerikanisches Längenmaß) foot =
Fuß (1 f. = 30,48 cm) 7 für
F: Abk. Grad Fahrenheit = vor allem
in Großbritannien u. den USA ge¬
bräuchliche Maßeinheit der Tempe¬
ratur (0 Grad Celsius entspricht 32
Grad Fahrenheit)
FA: Abk. 1 Fachabteilung 2 Fachaus¬
schuß 3 Femantrieb 4 <Postw.> Fern¬
meldeamt 5 Filmabteilung 6 Finanz¬
amt 7 Finanzausschuß 8 Firmenan¬
schrift 9 Forschungsabteilung 10 For¬
schungsanstalt 11 Forstamt
Fa.: Abk. 1 Familie 2 Firma
Fa|bel: dat.-fro die; - ; -n 1 (Literatur-
wiss.) Erzählung mit belehrendem
Charakter, in der Tiere wie Menschen
sprechen, denken u. handeln »In der
Fabel vom Hasen u. vom Igel überlistet
der Igel mit Hilfe seiner Frau den
Hasen.« 2 erdichtete Geschichte
Fa|bel|buch: das; -(e)s; -buchet Samm¬
lung von Fabeln u. Geschichten in
Buchform
Fa]bel|dich|ter: der; -s; - weibl. Fa|bel|-
dlch|te|rin: die; - ; -nen Verfasser(in)
von Fabeln
Fa|be|k»i: die; -; -en [oft abwert.] 1 o. PI.
Unwahrheiten erfindendes Erzählen
2 erfundene, nicht der Wahrheit ent¬
sprechende (Phantasie-)Geschichte
fa|bel|haft- Ad), fabelhafter; fabelhaf¬
teste 1 viel besser als erwartet »ein fa¬
belhaftes Fußballspiel« 2 (verst. bei
Adj.> [ugs.] äußerst; überaus »fabel¬
haft gutes Aussehen« 3 besonders gut;
besonders schön
Fajbelftier: das; -(ejs; -e nicht in der
Wirklichkeit existierendes, erfunde¬
nes Tier »Das Einhorn ist ein Fabel¬
tier.«
Fa|bel|welt: die; - ; -en 1 nicht wirklich
existierende, sondern erfundene Welt
2 in Fabelgeschichten geschilderte,
beschriebene Welt
Fa|be(|we[sen: das; -s; - nicht in der
Wirklichkeit existierendes, erfunde¬
nes Lebewesen »Die Fee ist ein Fabel¬
wesen.«
Fabr.: Abk. a) Fabrik b) Fabrikant(in) c)
Fabrikat d) Fabrikation
Fa|brik —> Fa|b|rilc dat.-fro die; - ; -en
a) Betrieb, in dem durch Maschinen¬
einsatz (Industrie-)Produkte in gro¬
ßer Stückzahl hergestellt werden b)
Gebäude, Bauten einer Fabrik
Fa[brik|an|la|ge —> Fa|b|rik|an|la|ge:
die; - ; -n alle zu einer Fabrik gehö¬
renden Bauten, deren Ausstattung so¬
wie das Grundstück
Fa|bri|kant —» Fa|b|ri|kant <lat.-fr.>
der; -en; -en weibl. Fa|bri|kan|tin —»
Fa|b|ri|kan|tin: die; ~ ; -nen Inha¬
berin), Besitzerin) einer Fabrik
Fa|br]k|ar|beit —» Fa|b|rik|ar|beit die;
- ; - Tätigkeit einer Person, die in ei¬
ner Fabrik arbeitet
Fa|brik|ar[bei|ter —*■ Fa|b|rik|ar|bei|ter:
der; -s; - weibl. Fa|brik[aHbei|te|rin
—» Fa|b|rik|ar|beifte|rin: die; - ; -nen
Person, die in einem industriellen
Produktionsbetrieb arbeitet
Fa|bri|kat —» Fa|b|ri|kat <lat.-fr.> das;
-(e)s; -e a) Erzeugnis der industriellen
Fertigung b) bestimmte Ausführung
eines industriell gefertigten Produktes
Fa|bri|ka|ti|on —* Fa|b|ri|ka|ti|on: dat-
fr.y /fabrikazion/ die; - ; -en indu¬
strielle Fertigung von Gütern in einer
Fabrik
Fa|bri|ka|ti|ons|be|trieb —» Fa|b|ri|ka|-
ti|ons|be|trieb: /fabrikazionß-/ der;
-(ejs; -e eigenständiger Produktions¬
bereich innerhalb eines Unterneh¬
mens, der eine bestimmte Ware fertigt
Fajbri|ka|ti|ons)feh|ler —> Fa|b|ri|ka|ti|-
pns|feh|ler; /fabrikazionß-/ der; -s; -
bei der Fertigung entstandener Feh¬
ler, Mangel an einer Ware
Fa|bri|ka|ti|ons|se|heim|nis —> Fa|b|ri|-
ka)tijons|ge|heim|nis: /fabrikazionß-/
das; -ses; -se Geheimhaltung der Fa¬
brikationsmethode zum Schutz vor
Nachahmung
Fa|bri|ka|tilonslme|tho|de —*■ Fa|b|ri[-
ka|ti|pns|me|tho|de: /fabrikazionß-/
die; - ; -n Art u. Weise der industriel¬
len Fertigung einer Ware
Fa|bri|ka)ti|qns|pro|zeB —> Fa|b|ri|ka|~
ti|pns|pro|zess: /fabrikazionß-/ der;
-Prozesses; -prozesse Ablauf der häu¬
fig schrittweise erfolgenden indu¬
striellen Fertigung einer Ware
Fa|bri|ka|ti|onslver|fah|r«n —»• Fa|b|ri|-
ka|ti|gnsjverffah|rem /fabrikazionß-/
das; -s; - Ablauf der häufig schritt¬
weise erfolgenden industriellen Ferti¬
gung einer Ware
Fa|brik|be|sit|zer —* Fa[b|rik|be|sit|zen
der; -s; - weibl. Fa|brik[be|sit|ze|rin
—»• Fa|bjrik|b«|sit|ze|rin: die; - ; -nen
Eigentümer(in) einer Fabrik; Fabri¬
kanten)
Fa|brik|be|trieb —> Fa|b|rik|be|trieb:
der; -(ejs; -e 1 Fabrikanlage 2 Ferti¬
gungsprozeß
Fa|brik|di|rek|tor —> Fa(b|rik|di|rek(tor.
der; -s; -en weibl. Fa|brik|di|rek|to|rin
—> Fa|b|r|k|di|rek|to[rir »: die; - ; -nen
Leiterin) od. Eigentümer(in) einer
Fabrik
Fa|brikler|zeug|nis —» Fa|b|rik|er|-
zeüg|nis: das; -ses; -se Endprodukt
eines maschinellen Fertigungsvorgan¬
ges
Fa[brik[ge|bäu[de —> Fa|bjrik|ge|bäu|-
de: das; -s; - Bauwerk, in dem eine
Fabrik od. ein industrieller Produkti¬
onszweig untergebracht ist
Fa|brik|ge|län|de —* Fa|b|rik|ge|län|de:
das; -s; - Grundstück, auf dem eine
Fabrik od. ein Teil der Fabrikanlage
angesiedelt ist
fa|brik|mä|Big —» fa|b|rik|mä|ßig: Adj.
n. stg. industriell, in großer Stückzahl
wie in einer Fabrik hergestellt
fabrikn.: Abk. fabrikneu
fa|brik|neu —* fa|b|rik|neu: Adj. n. stg.
gerade aus der Fertigung gekommen
u. noch unbenutzt
Fa|brik]schiff —> Fa|b|rik|schifft das;
-(ejs; -e<Fischereiw.> Schiff, auf dem
Fische sofort nach dem Fang verwer¬
tet, verarbeitet werden
Fa|brik|si|re|ne —»■ Fa|b|rik|si|re|ne: die;
- ; -n Signaleinrichtung, die Beginn u.
Ende der Arbeitszeit in einem indu¬
striellen Fertigungsbetrieb hörbar,
akustisch anzeigt
Falbrikjtor * Fa|b|rik|ton das; -(ejs;
-e Eingang zu einem Fertigungsbe¬
trieb, einem Fabrikgelände
Fa|brikjwa{re —* Fa|b|rik|wa|re: die; - ;
-n [häufig abwert.] Produkt, das ma¬
schinell in großer Stückzahl gefertigt
wurde
fa[bri|zie|ran —» fa|b|ri|zie|ren: dat.-fro
fabrizierst; fabriziertest; hast fabri¬
ziert 1 [veralt.] etw. in einer Fabrik
produzieren 2 [ugs.; oft abwert.) a)
etw. Dummes machen »Was habt ihr
bloß wieder für einen Unsinn fabri¬
ziert?« b) etw. mit Mühe, aber nicht
besonders gut herstellen
fa|bu|lie|ren: dato fabulierst; fabulier¬
test; hast fabuliert eine erdachte Bege¬
benheit mit vielen ausschmückenden
Worten erzählen »Du fabulierst doch
nur!«
Fa|bu|lie|ren dato der; -s; - weibl. Fa|-
bu|lie|rajrin: die; - ; -nen Erfinder(in)
od. Erzähler(in) von unwirklichen, er¬
dachten Geschichten
Fa|bu|Her|kunst: die; - ; -künste Gabe,
interessante Erzählungen erfinden u.
mit Worten darstellen zu können
fa[bu|lös: dat.-fr.t Adj. fabulöser; fabu-
löseste 1 märchenhaft; phantastisch 2
352
Fachleute
nicht wahrscheinlich; nicht glaubwür¬
dig
Face|lif|ting: <engh /fa'ßlifting/ das; -s;
~-s Operation, bei der die Gesichtshaut
geglättet, gestrafft wird
Falcetfte —> auch Fas|$et|te: </r.>
/fassette/ die; - ; -n 1 durch Schliff er¬
zeugte kleinere eckige Glas-, Metall-
od. Edelsteinflächen 2 (Zahnmed.)
aus Porzellan od. Kunststoff gefer¬
tigte Zahnersatzverkleidung 3
(Druckw.) leicht schräge Druckstock¬
kante, die der Befestigung dient 4
<übertr.> Bestandteil einer vielschich¬
tigen Sache
Fa(cet|ten|au|ge —> auch Fas|set|ten|-
au)gec /fassetten-/ das; -s; -n <Zool.>
Organ, das Insekten u. Gliederfüßern
das Sehen ermöglicht u. aus mehreren
Segmenten besteht
Fach: das; -(e)s; Fächer 1 Unterrichts¬
gegenstand, Sachgebiet, der/das in
der Schule, Universität unterrichtet
wird »Er hat Fünfen in den Fächern
Mathematik u. Deutsch.« 2 durch
Zwischenböden abgeteilter Raum in
einem Schrank o. ä. »Ich brauche ein
Fach für meine Strümpfe.« 3 (darstel¬
lende Kun$t> Teilbereich der Schau¬
spielerei, Musik (der bestimmte Vor¬
aussetzungen erfordert) »das dramati¬
sche Fach« 4 <Archit.> vermauerte
Fläche zwischen den Balken eines
Fachwerkhauses 5 (Weberei) Lücke
für das Schiffchen zwischen den Kett¬
fäden 6 vom Fach sein: auf einem Ge¬
biet gute, spezielle Kenntnisse, eine
Ausbildung Besitzen
Fach|ar|bei|teR der; -s; - weibl. FachJ-
arfbei(te|rin: die; - ; -nen Person, die
einen handwerklichen Beruf erlernt
hat
Fach|ar|beijterfbrief; der; -(e)s; -e
Zeugnis über eine bestandene Fach¬
arbeiterprüfung
Fach|ar|bei|ter|priiffung: die; ~; -en eine
Fachausbildung abschließende Prü¬
fung; beurkundete Prüfung
Fach|ar|bei|terjzeug|nis: das; -ses; -se
Urkunde über eine bestandene Fach¬
arbeiterprüfung
Fachjarzt: der; -es; -ärzte weibl. Fach|-
ärzjtin: die; - ; -nen Arzt/Ärztin, der/
die sich durch eine besondere Schu¬
lung auf ein Gebiet der Medizin spe¬
zialisiert hat
fach|ärzt|lich: Adj. n. stg. von einem
Facharzt erstellt, durchgeführt
Fach|auf|sicht: die; - ; -en (Rechtsw.)
vom Staat, einer Verwaltungsbehörde
wahrgenommene, sichergestellte Auf-
sicht(sfunktion) über die Tätigkeit
nachgeordneter Instanzen od. Gewer¬
bezweige
Fach|aus|bil|dung: die; - ; -en Ausbil¬
dung auf einem Spezialgebiet
Fach|aus|druck: der; -(e)s; -ausdrücke
(Sprachwiss.) festgelegter, spezieller
Begriff in einer Fachsprache, Berufs¬
sprache »Ich kenne den Fachausdruck
für diese Krankheit nicht.« Syn.: Fach¬
begriff; Fachwort
Fachb.: Abk. a) Fachberatung b) Fach¬
beratern)
Fach|be|grifh der; -(ejs; -e festgelegter,
spezieller Terminus in einer Fach¬
sprache, Berufssprache, Syn.: Fach¬
ausdruck; Fachwort
Fach|be|ra|ter: der; -s; - weibl. Fachj-
be|ra|te|rin: die; - ; -nen Person, die
für ein, auf einem Fachgebiet bera¬
tend tätig ist
Fach|be|ra|tung: die; -; -en a) Informa¬
tion über ein bestimmtes Fachgebiet
b) Institution, in der z. B. durch einen
Fachmann od. einen Fachberater
über ein bestimmtes Fach informiert
wird
Fach|be|reich: der; -(e)s; -e 1 Spezial¬
gebiet 2 Organisationseinheit an
Hochschulen u. Universitäten, in der
verwandte Fächer zusammengefaßt
sind
Fach|be|zeich|nung: die; - ; -en festge¬
legter, spezieller Begriff in einer Fach¬
sprache; Berufssprache, Syn: Fachbe¬
griff; Fachausdruck; [fremdsprl.] Ter¬
minus
fach|be|zo[gen: Adj. n. stg. ein Fachge¬
biet betreffend »fachbezogener Unter¬
richt«
Fach|bi|blio|thek —> Fach|bi|b|li|o|-
thelc die; ~ ; -en Spezialbücherei, in
der Fachbücher bestimmter Fächer
ausgeliehen werden können
Fach|buch: das; -(e)s; -bücher Buch, in
dem wissenschaftliche Themen eines
Fachgebietes beschrieben werden
Fach|buch|hand|lung: die; - ; -en Spe¬
zialbuchhandlung, in der Fachbücher
verkauft werden
Fach|buch|ver|lag: der; -(e)s; -e Verlag,
der Fachbücher publiziert, druckt u.
veröffentlicht
Fach|chi|ne|sisch: das; ~ u. -s; - [ugs.,
abwert.] ausschließliche Verwendung
fachbezogener Ausdrücke gegenüber
Personen, die diese nicht verstehen
»Das Fachchinesisch der Ärzte ist
schrecklich, man versteht nie, was ei¬
nem wirklich fehlt.«
Fach|di|dak|tik: die; - ; -en (PI. s.)
"(Päd.) fachbezogene Unterrichtslehre
fälcheln: fächelst; fächeltest; hast gefä¬
chelt a) sich, jmdm. mit einem Fächer
o. ä. Gegenstand Wind, Luftströme
zur Abkühlung produzieren b) [geh.]
sanft, nur ein wenig wehen »Der Wind
fächelte.«
Fäfcher. der; -s; - 1 (an den Seiten ver¬
stärktes) gleichmäßig gefaltetes, an
einer Längsseite zusammengefaßtes,
ausklappbares Instrument aus Papier
o. ä., das mit der Hand zwecks Erzeu¬
gung eines kühlenden Luftstroms hin
u. her bewegt wird 2 Palmblätter, die
in der Form einem Fächer ähneln 3
Auerhahnschwanz
fä|cher|för)mig: Adj. n. stg. wie ein aus¬
einandergefalteter Fächer (1)
fä|che|rig: Adj. n. stg. auseinandergefal¬
tet wie ein ausgebreiteter Fächer (1)
Fä|cher|pal|me: die; ~ ; -n Palme mit
Blättern, die wie ein auseinanderge¬
falteter Fächer (1) aussehen
F||che|rung: die; - ; -en Aufgliederung
in Unterabteilungen
Fach|fra|ge: die; - ; -n fachbezogene
Problemstellung
Fach|frau: die; - ; -en männl. Fach|-
mann: der; -(e)s; -männer u. -leute in
einem bestimmten Fach, auf einem
speziellen Gebiet ausgebildete Person
mit entsprechenden Kenntnissen,
Ant.: Laie
fach|fremd: Adj. n. stg. nicht fachbezo¬
gen; einem anderen Fach zugehörig
»eine fachfremde Herangehensweise«
Fach|ge[biefc das; -(ejs;-ecin Fach be¬
treffender Arbeitsbereich »Sein Fach¬
gebiet ist die Elektrotechnik.«
fach|ge|bun|den: Adj. n. stg. einem
Fachgebiet zugehörig
fach|ge|mäB: Adj. fachgemäßer; fachge¬
mäßeste in sachgerechter Art u. Wei¬
se; fachgerecht
Fach|ge|schäft: das; -(ejs; -e Laden,
der Artikel einer bestimmten Waren¬
gruppe zum Kauf anbietet, Syn.:
Fachhandel
Fach|ge|spräch: das; -(ejs; -e Mei¬
nungsaustausch über ein fachliches
Thema
Fach|han|del: der; -s; - a) Laden, der
auf bestimmte Warengruppen spezia¬
lisiert ist; Fachgeschäft b) alle Fach¬
geschäfte, die eine Warengruppe ver¬
kaufen
Fach|hoch|schul|reiffe: die; - / - Qualifi-
"kation, die den Besuch einer Fach¬
hochschule ermöglicht »Für das Stu¬
dium der Sozialpädagogik benötigt
man die Fachhochschulreife.«
Fach|idi|ot —* Fach|i|di|ot der; -en; -en
weibl. Fach|idi|otin —> Fach|i|di|o|tin:
die; - ; -nen [abwerl.] Person, die aus¬
schließlich mit ihrem Fachgebiet be¬
schäftigt ist u. anderen Dingen unbe¬
holfen gegenübersteht
Fach|jar|gon: der; -s; -s von Fachwör¬
tern geprägte, fachbezogene Um¬
gangssprache unter Fachleuten
Fach|ka|ta|log: der; -(ejs; -e 1 (Buchw.)
(Werbe-)Prospekt, in dem Fachbuch¬
titel (mit Preisen versehen) aufgelistet
werden 2 (Bibliotheksw.) Liste, in der
Buchtitel nach Fächern angeordnet
sind
Fach|kennt|nis: die; ~ ; -se fachmänni-
~sche Einsicht in, Überblick über ein
spezielles Wissensgebiet, Fach
Fach|kom|pe|tenz: die; - ; -en fachmän¬
nisches Handlungswissen auf einem
speziellen Wissensgebiet
Fachkraft: die; - ; -kräfte Person, die
aufgrund ihrer Ausbildung fachbezo¬
gene Tätigkeiten ausführen kann
Fach|kreis: der; -es; -e (m. PI.) Gesamt¬
heit der Experten eines Fachs
Fach|kun|de: die; - / - fachbezogener
Unterricht in Berufsschulen, in dem
die Auszubildenden die Inhalte der
Fachgebiete erlernen, die ihren Beruf
betreffen
fach|kun|dig: Adj. über fachmännische
Einsicht in, Überblick über ein -spe¬
zielles Wissensgebiet, Fach verfü¬
gend, Ant.: fachunkundig
fach|kund|llch: Adj. n. stg. den fachbe¬
zogenen Unterricht in Berufsschulen
betreffend
FatM,: Abk. 1 Fachlehrern) 2 Fachleu¬
te
Fach|leh|rer der; -s; - weibl. Fach|leh|-
re|rin: die; - ; -nen Person, die auf¬
grund ihrer pädagogischen u. fachli¬
chen Ausbildung fachbezogene In¬
halte lehrt
Fach|leu|te: die (PI.) in einem bestimm¬
ten Fach, auf einem speziellen Gebiet
ausgebildete Personen mit entspre¬
chenden Kenntnissen
353
fachlich
fachjlich: Adj. n. stg■ mit einem Fach,
Fachgebiet zusammenhängend
Fach|li|te|ra|tur: die; - ; -en fachbezoge¬
ne (wissenschaftliche) Literatur für
ein Fachgebiet
Fachjmann: der; -fe)s; -männer u. -leute
weibl. Fachprau: die; - ; -en in einem
bestimmten Fach, auf einem speziel¬
len Gebiet ausgebildete Person mit
entsprechenden Kenntnissen, Ant.:
Laie
fach|män|nisch: Adj. fachgerecht »eine
fachmännische Arbeit«
Fach|obeijschu[le —» Fach|o|ber|-
schu|le: die; - ; -n weiterführende
Schule, in der fachbezogener Unter¬
richt erteilt wird u. die mit dem Er¬
werb der Fachhochschulreife endet
Fach|pres|se: die; - ; - alle Zeitungen u.
Zeitschriften, in denen Fachthemen
behandelt werden
Fach|re|fe|nent:' der; -en; -en weibl.
Fach|reffe|ren|tin: die; - ; -nen für ein
spezielles Gebiet verantwortliche(r)
Sachbearbeiter(in) in einer Verwal¬
tung
Fach|rich|tung: die; - ; -en Unterabtei¬
lung eines ein Fach betreffenden Ar¬
beitsbereiches
Fach|schaft: die; - ; -en 1 die in einem
Fach Berufstätigen 2 a) Studentinnen
u. Studenten einer Fachrichtung b)
Studierendenvertretung (eines Fach¬
bereiches)
Fach|schu|le: die; - ; -n auf ein Fach be¬
zogene Berufsschule »Ich besuche zur
Zeit eine Fachschule für Hauswirt¬
schaft.«
Fach|slm|pe|lei: die; - ; -en [ugs,; oft ab- .
wert.] für Laien schwer nachvollzieh¬
bare Unterhaltung über ein Fachge¬
biet
fach|sim|peln: fachsimpelst; fachsimpel¬
test; hast gefachsimpelt schwer nach¬
vollziehbar überein Fachthema reden
»Hör' auf zu fachsimpeln u. komm'
endlich auf den Punkt!«
fach|spe|ztffisch: Adj. n. stg. präzise auf
ein Fachgebiet bezogen
Fach[spra|che: die; - ; -n für Laien
meist schwer od. gar nicht verständli¬
che Sprache eines Faches od. Wis¬
sensbereiches, die sich vor allem
durch ihren genau definierten Wort¬
schatz auszeichnet u. Fachleuten die
knappe u. präzise Verständigung er¬
möglicht
fach|sprach|l(ch: Adj. n. stg. einer Fach¬
sprache zuzuordnend; in einer Fach¬
sprache
Fach|terjmi[nus: der; - ; -termini (ver¬
bindlich) definiertes Fachwort
fach)übeijgrei|fend: Adj. n. stg. nicht
auf ein Wissens- od. Fachgebiet be¬
grenzt
Fach|ver|käu|fer: der; -s; • weibl. Fach|-
ver|käu|fe|rin: die; - ; -nen Person, die
für den Verkauf von speziellen Waren
ausgebildet ist u. sich in diesem Fach¬
bereich gut auskennt
Fach|welt: die; - ; - alle Autoritäten u.
Kenner eines Fach- od. Wissensge¬
biets
Fach|werk: das; -(e)s; -e 1 <Archit.>
Technik, aus Holzverstrebungen u.
Mauerwerk ein Haus zu bauen 2
<Bauw.> sichtbare Holzverstrebungen
bei einem Bauwerk
Fach|wis|sen: das; -s; - auf ein Fachge¬
biet bezogenes Wissen
Fach|wort: das; •(e)s: -Wörter festgeleg¬
ter, spezieller Begriff in einer Fach¬
sprache, Berufssprache, Syn.: Fach¬
begriff; Fachausdruck
Fach|wöijter|buch: das; -(e)s; -bücher
Nachschlagewerk, das Fachbegriffe
eines Fachs od. Wissensgebietes u. ih¬
re Definitionen (in alphabetischer od.
sachlogischer Ordnung) aufgelistel
enthält
Fach|zeit|schrift: die; - ; -en Zeitschrift,
die auf fach- od. berufsbezogene The¬
men spezialisiert ist, Syn.: Fachzei¬
tung
Fach|zei|tung: die; - / -en Zeitung, die
auf fach- od. berufsbezogene Themen
spezialisiert ist, Syn.: Fachzeitschrift
Fa|cia|lis/Fa|ziajlis —» Fa|ci|a|lis/Fa|zi|-
a|lis: dato der; - ; - <Med.> kurz für
nervus facialis = beidseitiger Hirn¬
nerv, der vom Schädeldach bis zum
äußeren Ohr verläuft u. der Impuls¬
leitung zu den Gesichtsmuskeln dient
Fackel (Fak|kel —a. Fa|ckeJ): dato die;
- ; -n mit brennbarer Flüssigkeit (z. B.
Pech od. Wachs) getränkter u. an¬
schließend entzündeter Holzstock,
der mit leuchtender Flamme brennt
fackeln (fak|keln —» fa|ckeln): fackelst;
fackeltest; hast gefackelt [ugs.] a) sich
nur zaudernd entscheiden b) nicht
lange fackeln: sich schnell entschei¬
den u. nicht zögern; nicht lange über¬
legen
Fackeljschein (Fak|kel|schein —> Fa|-
ckel|schein): der; -(e)s; - Licht, das
von einer brennenden Fackel ausgeht
Fackelfträ|ger (Fak|kelfträ|ger —* Faj-
ckeljträ|ger): der; -s; - weibl. Fackeij-
trä|ge|rin (Fak|kel|trä|ge|rm —> Fa|-
ckel|trä|ge|rin): die; - ; -nen Person,
die eine brennende Fackel hält
Fackel|zug (Fak|kel|zug —> Fa|ckel|-
zug): der; -je)s; -züge Umzug, bei
dem Menschen mit entzündeten Fak-
keln gehen
Fa|gon/Fas|sgn: dat.-fro /fassong u.
fassong u. [österr. u. Schweiz, meist]
fasson/ die; - ; -s u. jsüddt.; Schweiz.;
österr.] -en 1 a) <Bekleidung> Muster;
Art, Form des Zuschnitts b) Form (ei¬
nes Kleidungsstücks) »Nach der er¬
sten Wäsche hat das Kleid die Fasson
verloren.« c) Figur d) [veralt.] umge¬
schlagene Verlängerung des Kragens
an einer Jacke; Revers 2 Lebensweise,
Weise der Lebensführung »Das ist
ganz nach meiner Fasson.« 3 aus der
Fasson geraten: 1. die Fassung, Hal¬
tung verlieren 2. [ugs.] an Gewicht zu¬
nehmen; dick(lich) werden; die gute
Figur verlieren »Na, in den letzten
Jahren bist du aber etw. aus der Fasson
geraten.« 4 jeder soll, kann nach sei¬
ner Fasson selig, glücklich werden:
jeder soll (in seinem Leben) das tun,
was er möchte, für richtig hält »Laß
sie doch nach ihrer Fasson selig wer¬
den!«
Fa|$gn/Fas|sgn/Fa|;gn|n6: </r.> /fas¬
song u. fassonne/ der; - u. -s; -s klein
gemustertes Gewebe
fa|de: </r.> Adj. [abwert.] 1 uninteres¬
sant; unattraktiv; langweilig »Der
Film ist fade.« 2 ohne Geschmack;
nicht gut gewürzt »Die Suppe
schmecktfade.«
Fajden: der; -s; Fäden u. Faden 1 a) PI.
Fäden dünner Strang aus zusammen¬
gedrehten Natur- od. Kunstfasern
»Er bemühte sich, den Faden durch das
Nadelöhr zu ziehen.« b] PI. Fäden
etw., was fadenförmig ist »Sie hat
graue Fäden im Haar.« 2 PI. Faden
Maßeinheit zur Bestimmung der
Wassertiefe (l Faden = ca. 1,8 m) 3
keinen trockenen Faden mehr am
Leib(e) haben, tragen: [ugs.] die Klei¬
dung ist überall naß »Als ich zu Hause
ankam, hatte ich durch den Regen kei¬
nen trockenen Faden mehr am Leibe.«
4 an einem (dünnen, seidenen) Fa¬
den hängen: sehr zweifelhaft sein
»Nach der Operation hing sein Leben
nur noch an einem seidenen Faden.« 5
der Faden ist gerissen: der bisher
fließende Ablauf einer Handlung ist
unterbrochen »Mitten in der Kür des
Eislaufpaares ist der Faden plötzlich
gerissen, u. es klappte nichts mehr.« 6
alle Fäden laufen in jmds. Hand
zusammen: jmd. überblickt u. beein¬
flußt alles »Alle Fäden laufen in der
Hand des technischen Leiters des Pro¬
jektes zusammen.« 7 den Faden
verlieren: in einem Gespräch, Vor¬
trag o. ä. aus dem Konzept kommen
»Mitten im Vortrag verlor er der Fa¬
den u. wußte nicht mehr weiter.«
Fa|den|dich|te: die; ~ ; -n <Textilie>
Kennzahl, die die Anzahl der Kett- u.
Schußfäden je Längeneinheit in ei¬
nem Gewebe angibt
fa|den|dünn: Adj. n. stg. 1 äußerst dünn
2 mit leiser Stimme
Fa|den|en|de: das; -s; -n Stelle, an der
ein Faden (1) aufhört
fa|den|för]mig: Adj. n. stg. wie ein Fa¬
den (1)
Fajden|glas: das; -es; -gläser Glas mit
gitterförmig eingeschmolzenen Fa¬
sern
Fajden|bef|tung: die; - ; -en beständige
Heftung von Büchern mit Fäden
ohne Leim
Fa|den|kreitz: das; -es; -e <Optik> kreuz¬
förmige Markierung an optischen
Geräten durch waagerechte u. senk¬
rechte Fäden (meist Striche, Linien)
zum Zielen auf andere Objekte
Fa|den|lauf: der; -(e)s; -laufe <Textilie>
Webrichtung der Längsfaden in ei¬
nem Stoff
fa|den|schei|nig: Adj. 1 [abwert.] leicht
in seiner wahren Gestalt zu erkennen;
leicht durchschaubar; im Wahrheits¬
gehalt leicht erkennbar »Deine Argu¬
mente sind fadenscheinig.« 2 <Stoff>
dünn geworden durch häufige Benut¬
zung, Abnutzung
Fa|den|schei|nig|keit: die; ~ ; -en 1 [ab¬
wert.] Durchschaubarkeit; Unglaub¬
würdigkeit 2 Zustand der Abgetra-
genheit, Abgenutztheit, Schäbigkeit,
Zerschlissenheit, Schadhaftigkeit
Fa|den|stär[ke: die; - ; -n Durchmesser
eines Fadens
Fa|den|wurm: der; -(e)s; -wärmer <Zo-
ol.> sehr dünner Wurm, der frei, aber
auch als Parasit bei Mensch u. Tier
vorkommt
Fajden|zäh[ler: der; -s; - <Textilie> Lu¬
pe, Vergrößerungsglas, mit dessen
354
fahren
Hilfe Kett- u. Schußfaden überprüft
werden
f. a. F.: Abk. (Handel) frei ab Fabrik
Fa|gott: <it.> das; -(e)s; -e (Musik) tief
klingendes Holzblasinstrument
Fajggtjtist: der; -en; -en weibl. Fa|got[-
tistjin —* Fa|gotjtis|tin: die; ~ ; -nen
Musiker(in), der/die das Fagott spielt
f. a. H.: Abk. (Handel) frei ab Haus
fä|hig: Adj. a) auf einem Gebiet mit Fä¬
higkeiten ausgestattet; begabt; quali¬
fiziert; talentiert »Er ist ein fähiger
Arzt.« b) zu etw. fähig sein: zu einer
Handlung in der Lage sein
Fä|hig|keit die; - ; -en 1 m. PI. geisti-
ge(s) od. praktische^) Begabung, Ta¬
lent, Vermögen »Niemand zweifelt an
seinen künstlerischen Fähigkeiten.« 2
o. PI. Eigenschaft, die jmdn. kenn¬
zeichnet
fehl: Adj. fast ohne Farbe; bleich »Sie
wurde fahl, als sie die Spinne sah.«
fehljbleich: Adj. n. stg. äußerst blaß
Fahl|heit: die; *; - Bleichheit; Blässe
fehn|den: fahndest; fahndetest; hast
gefahndet (meist Polizei o. ä.> intensiv
nach etw., jmdm. suchen »Nach den
Entführern wird im ganzen Land ge¬
fahndet.«
Fahndung: die; ~ ; -en großangelegte
Suchaktion (meist mit dem Ziel,
jmdn. einer rechtsmäßigen Verurtei¬
lung zuzuführen) »Die Fahndung nach
den Tätern war erfolgreich.«
Fahn|dungs[ap|pa|rat. der; -(e)s; -e alle
Personen, die eine großangelegte
Suchaktion durchführen, an ihr teil¬
nehmen
Fah|ne: die; -; -n 1 Stoffstück, das an ei¬
nem Mast od. Stock angebracht ist u.
als Zeichen ein Unternehmen, einen
Staat o. ä. symbolisiert »die deutsche
Fahne • die Vereinsfahne« 2 o. PI.
[ugs.] Mundgeruch (meist nach Ge¬
nuß von Alkohol) »Pfui, du hast eine
fürchterliche (Bier-) Fahne!« 3
(Druckw.) kurz für Korrekturfahne
= Vorabdruck eines Textes für die
Endkorrektur 4 (Bot.) oberstes, grö߬
tes Blütenblatt bei Schmetterlings¬
blütlern 5 (Zool.) Teile der Feder, die
vom Kiel ausgehen 6 (Jagd) Behaa¬
rung des Schwanzes bei Eichhörn¬
chen u. manchen Hunden, Syn.: d>
Flagge; Banner 7 a) jmdn. zu den
Fahnen rufen: [veralt.] jmdn. als Sol¬
daten in den Krieg schicken, rekrutie¬
ren »Alle gesunden Männer wurden zu
den Fahnen gerufen, um das Vaterland
zu verteidigen.« b) unter jmds. Fahne
stehen: [veralt.] Soldat im Krieg sein
»Er stand unter König Arthurs
Fahne.« 8 mit fliegenden Fahnen
untergehen: in Erwartung der siche¬
ren Niederlage noch einmal alles ge¬
ben; ohne Chance verlieren »Die neu
gegründete Bürgerinitiative ist mit flie¬
genden Fahnen untergegangen.« 9 mit
fliegenden Fahnen (zu jmdm., etw.)
übergehen: seine Sympathien, Mei¬
nungen o. ä. überraschend u. offen
ändern u. sich dem Gegner anschlie¬
ßen »Plötzlich änderte er seine politi¬
sche Ansicht u. wechselte mit fliegen¬
den Fahnen zur Opposition.« 10 etw.
auf seine Fahne schreiben: sich etw.
zum Anliegen machen u. sich vehe¬
ment dafür einsetzen »Die Gruppe
hatte den Naturschutz auf ihre Fahne
geschrieben.« 11 die Fahne Hochhal¬
ten: sich zu etw. od. jmdm. bekennen
u. beharrlich dafür od. für ihn eintre¬
ten »Am Ende waren es nur noch einige
wenige, die für ihr Vorhaben die Fahne
hochhielten.« 12 die/seine Fahne
nach dem Wind drehen: [abwert.]
sich immer nach der Mehrheit richten
Fah|nen|ap|pell: der; -(e)s; -e (Milit.)
Antritt der Soldaten zum Entrollen
der Fahne
Fah|nen|eid: der; -(e)s; -e (Milit.)
Treueschwur (auf die Fahne als Sym¬
bol für den Staat)
Fah|nen]flucht: die; - ; - (Milit.) strafba¬
res, unerlaubtes Wegbewegen von ei¬
ner militärischen Einheit, um (im
Krieg) dem Militärdienst zu entgehen
»Der wiederaufgefundene Soldat wur¬
de wegen Fahnenflucht verurteilt.«
fah|nen|flüch|tig: Adj. n. stg. (Milit.) die
militärische Einheit unerlaubt verlas¬
sen habend
fah|nen|gejschmückt: Adj. n. stg. mit
Fahnen dekoriert
Fah|nen|mast: der; -(e)s; -en Stange, an
dem Fahnen mittels eines Seilzugs
hochgezogen, gehißt werden, Syn.:
Fahnenstange
Fah|nen|schwin|gen: das; -s; - effektrei¬
che Handhabung, geschickte Bewe¬
gung von Fahnen bei Festumzügen
Fah|nen|schwin|gen der; -s; • weibl.
Fah|nen|schwin|ge|rin: die; - ; -nen
Person, die eine Fahne kunstvoll be¬
wegt
Fah|nen|stanjge: die; ~ ; -n 1 Mast, an
dem Fahnen mittels eines Seilzugs
hochgezogen, gehißt werden, Syn.:
Fahnenmast 2 das Ende der
Fahnenstange: [ugs.] Endpunkt eines
Prozesses; Stillstand einer Entwick¬
lung
Fah|nen|tuch: das; -(e)s; -tücher u. -tu¬
che 1 PI. -tuche Stoff, der zur Herstel¬
lung von Fahnen verwendet wird 2
Pi -tücher Flagge; Vereins- od. Na¬
tionalflagge
Fah|nenjwei|he: die; - ; -n festlich be¬
gangene Segnung einer (neuen)
Fahne
Fähnjlein: das; -s; - 1 kleine Fahne 2
(Milit.; hist.) Landsknechttruppen¬
einheit 3 [Selten] Gruppe von Pfadfin¬
dern
Fähn|rich: der; -s; -e (Milit.) 1 (MA>
Fahnenträger 2 (hist.; Preußen) jüng¬
ster Offizier 3 (Bundeswehr) Offiziers¬
anwärter für den Grad des Leutnants
Fahr|ab|tei|lung: die; - / -en Formation
von Fahrzeugen, die gemeinsam fah¬
ren
Fahr|aus|weis: der: -es; -e 1 Fahrkarte,
Ticket zur Benutzung der (öffentli¬
chen) Verkehrsmittel Bahn, Bus,
Straßenbahn, S-Bahn, Untergrund¬
bahn; Fahrkarte; Fahrschein »Ohne
Fahrausweis darfst du nicht fahren.« 2
[Schweiz.] Führerschein; Fahrerlaub¬
nis
fahrb.: Abk. 1 fahrbar 2 fahrbereit
Fahrjbahn: die; - ; -en für fahrende
Fahrzeuge bestimmter Teil einer Stra¬
ße »Nach dem Unfall wurde die linke
Seite der Fahrbahn gesperrt.« Syn.:
Fahrspur
Fahijbahn|marfkie|rung: die; - / -en Li¬
nien, die den Verkehrsteilnehmern
Fahrtrichtungen usw. anzeigen
Fahr|bahn|ver[en|gung: die; - / -en Ver¬
kleinerung, Verschmälerung der
Fahrbahn, Straße (oft aufgrund von
Straßenbauarbeiten)
Fahi[bahn|wech)sel: der; -s; - a) das
Wechseln mit einem Fahrzeug von ei¬
ner Fahrbahn, Fahrspur zur anderen
b) umgeleitete Führung der Fahrzeu¬
ge auf eine andere Spur, Fahrbahn
fahrjbar: Adj. n. stg. a) auf Rollen o. ä.
beweglich »Dieses Möbelstück, Tisch¬
chen ist fahrbar.« b) fahrbarer Unter¬
satz: [ugs.; scherzh.] Auto
fahr|be|reit: Adj.n. stg. a) alle für den
Fährbetrieb notwendigen Bedingun¬
gen erfüllend »Dieses Auto ist mit sei¬
nen defekten Bremsen nicht fahrbe¬
reit.« b) abfahrbereit
Fahr|be|reit|schaft: die; - ; -en Einrich¬
tung eines Unternehmens, einer Insti¬
tution o. ä., die Fahrzeuge u. Fahrer
bereitstellt
Fähijbe|trieb: der; -(e)s; -e Einsatz von
Fährschiffen »Nach der Sturmwar¬
nung wurde der Fährbetrieb einge¬
stellt«
Fahrjbüh|ne: die; - ; -n meist offene Be¬
ladefläche eines Baustellenaufzuges
Fährdienst: der;-(e)s; -e 1 Einrichtung
eines Unternehmens, einer Institution
o. ä., die Fahrzeuge u. Fahrer bereit¬
stellt 2 (Eisenb.) Tätigkeit des Fahr¬
dienstleiters, der für ein bestimmtes
Gebiet, eine bestimmte Strecke die
Abfolge der Züge zu organisieren, hat
3 Arbeit, die eine Person verrichtet,
die beruflich öffentliche Verkehrsmit¬
tel fahrt
Fahr|dienst|lei|ten der; -s; - weibl.
Fahr|dienst|leijte|rin: die; - ; -nen 1
Chef(in) der Einrichtung eines Unter¬
nehmens, einer Institution o. ä., die
Fahrzeuge u. Fahrer bereitstellt 2 (Ei¬
senb.) Person, die für ein bestimmtes
Gebiet, eine bestimmte Strecke die
Abfolge der Züge zu organisieren hat
Fähjre: die; ~ ; -n Boot zum Befördern
von Personen, Fahrzeugen von einem
Ufer (eines Gewässers) zum anderen
feh|ren: fährst; fuhr(e)st; hastjbist
gefahren 1 a) ist (Fahrzeug) sich (mit
Hilfe eines Motors) auf Rollen od.
Rädern vorwärtsbewegen »Das Auto
fährt gut.« b) hast (eine) Person(en)
od. Waren, Gegenstände usw. in ei¬
nem Fahrzeug von einem Ort zum an¬
deren befördern »Ich habe meine Mut¬
ter zum Arzt gefahren.« c) bist sich
(selbst am Steuer eines Fahrzeuges
sitzend od. in einem Fahrzeug als
Fahrgast sitzend) in einem Fahrzeug
von einem Ort zum anderen bewegen
»Ich bin (im Bus) zum Arzt gefahren.«
d) hast ein Kraftfahrzeug in Besitz,
zum Eigentum haben »Er fährt
Motorrad.« e) ist als Antriebsstoff für
das Kraftfahrzeug tanken »Er fährt
mit Normalbenzin.« f) ist (öffentliches
Verkehrsmittel) sich an einen be¬
stimmten Ort bewegen; eine be¬
stimmte Route nehmen »Der Bus
fährt zum Hauptbahnhof.« g) bist ver¬
reisen »Er ist über das Wochenende
zum Skilaufen gefahren.« 2 a) bist/hast
mit den Händen eine streichende Be¬
355
fahren
wegung durch etw. machen »Sie fährt
ihm durch das Haar.« b) bist plötzlich,
in Eile, erschreckt eine Bewegung
ausführen »Er fuhr aus der Koje.« 3
bist mit etw. Erfahrungen haben »Mit
Freundlichkeit fährt man immer gut.«
4 hast zur Ausführung kommen las¬
sen; organisieren »Dieses Jahr fahren
wir drei Sprachkurse.« 5 hast <Tech¬
nik> eine technische Einrichtung in
Funktion halten »einen Ofen fahren«
6 <Bergbau> sich innerhalb des Berg¬
werks, unter der Erde od. wieder an
die Erdoberfläche bewegen 7 hast ei¬
nen fahren lassen: [derb] Luft aus
dem Darm entweichen lassen; pupsen
8 mit etw. gut/schlecht fahren: mit
etw. gute/schlechte Erfahrungen ma¬
chen 9 in jmdn. gefahren sein: jmd.
ist plötzlich (für andere Personen
nicht nachvollziehbar) verändert,
seltsam »Das kannst du doch nicht ma¬
chen. Mensch, was ist bloß in dich
gefahren?« 10 in die Kleider fahren:
sich hastig ankleiden 11 Besser
schlecht fahren als stolz, gut laufen:
Bemerkung, wenn jmdm. eine Fahr-
od. Mitfahrgelegenheit angeboten
wird, selbst, wenn sie nicht komforta¬
bel ist 12 Wer sacht fährt, kommt
auch an: langsam u. gemächlich
kommt man auch, oft sicherer, an
—*■ fah|ren las|sen: s. fahrenlassen
Fahfrenjheit: o. Art; -; - <Physik> vor al¬
lem in Großbritannien u. den USA
gebräuchliche Einheit zur Tempera¬
turmessung; 0 Grad Celsius entspre¬
chen 32 Grad auf der Fahrenheittem¬
pera tu rskala
fah|ren|las|sen —> fah|ren las|sen: läßt
fahren; ließ(es)t fahren; hast fahren¬
gelassen —>hast fahren gelassen* alle
Gegenwartsformen mit ss«— 1 etw.
(mit den Händen) Festgehaltenes
schnell loslassen, freigeben 2 etw. auf¬
geben; auf etw. verzichten; von etw.
ablassen »Wegen des Wetters haben
wir unsere Urlaubspläne fahren¬
lassen.« 3 einen fahrenlassen —»
einen fahren lassen: [ugs.] Luft aus
dem Darm entweichen lassen; pup¬
sen; furzen
Fah|rer: der; -s; - weibl. Fah|re|rin: die;
- ; -nen a) Person, die ein Fahrzeug
lenkt b) Person, deren Beruf es ist zu
fahren
Fah|rer|fluchb die; - ; - unerlaubtes,
strafbares Verlassen einer Unfallstelle
durch denjenigen, der den Unfall ver¬
ursacht hat
Fah|rer|haus: das; -es; -häuser Kabine
(z. B. bei Lastkraftwagen), von der
aus ein Fahrzeug geführt wird
Fahr|er|laub|nis: die; - / -se [amtsspr.]
von einem amtlichen Fahrprüfer,
dem Straßenverkehrsamt erteilte Er¬
laubnis, Genehmigung zum Fahren
eines Kraftfahrzeuges, Syn.: Führer¬
schein
Fahrjgast: der; -(e)s; -gaste Person, die
in einem Bus, einer Bahn, einem Taxi
mitfährt u. dafür bezahlt
Fahr|ge|fühl: das; -(e)s; -e (PI. s.) Emp¬
findung beim Fahren eines Fahr¬
zeugs, die von dessen Straßenlage u.
sonstigen Fahreigenschaften abhän¬
gig, beeinflußt ist
Fahr|ge|le|gen|heit: die; - ; -en Mitfahr¬
möglichkeit
Fahr|ge|mein|schaft: die; - ; -en Zusam¬
menschluß mehrerer Personen, die
mit nur einem Fahrzeug an ein ge¬
meinsames Ziel fahren, wobei oft die
Fahrer od. Fahrzeuge der Reihe nach
wechseln
Fahijge|schäffc das;-(e)s; -e Kirmesat¬
traktion, Karussell o. ä. auf Jahr¬
märkten
Fahr|ge|schwin|dig|keit: die; - : -en
Schnelligkeit, Tempo, in dem ein
Fahrzeug eine Strecke zurücklegt
Fahiige|stell: das; -(e)s; -e 1 a) Rah¬
menstruktur der Achs- u. Antriebs¬
aufhängung eines Fahrzeugs b) Fahr¬
werk eines Flugzeugs 2 [ugs.;
scherzh.] Beine eines Menschen
fah|rig: Adj. a) unruhig, ruhelos b) un¬
konzentriert
Fahr|kaijte: die; - ; -n Nachweis über
den für eine Fahrt mit öffentlichen
Verkehrsmitteln entrichteten Betrag,
Syn.: Fahrschein; [fremdsprl.] Ticket
Fahrjkar|ten|aus|gajbe: die; - ; -n Schal¬
ter, an dem Fahrkarten für Verkehrs¬
mittel verkauft werden, Syn.: Fahr¬
kartenschalter •
Fahr|kar(tefi|kon(trol|le —> Fahr[kar[-
ten|kon|t|rol|le: die; - ; -n Überprü¬
fung der Gültigkeit der Fahrkarten
für ein öffentliches Verkehrsmittel,
meist während der Fahrt durch Fahr¬
kartenkontrolleure
Fahr|karjten|kon|trol|leur —» Fahr|kar|-
ten[kon[t[rol(leur der; -s; -e weibl.
Fahijkaijten|kon|trol|leu|rin —»
Fahr]kar|ten|kon|t|rol|leu|rin: die; - ;
-nen Angestellte)» des Verkehrsbe¬
triebes, dessen/deren Aufgabe es ist,
die Gültigkeit der Fahrkarten für ein
bestimmtes Verkehrsmittel zu über¬
prüfen
Fahr|kom|forb der; -s; - Bequemlichkeit
eines Fahrzeugs, auch hinsichtlich
der Fahrleistung u. des vermittelten
Fahrgefühls
Fahrjko|sten —> Fahrjkos|ten: die (PI.)
Geldbetrag, der für die Zurücklegung
eines Weges, einer Strecke mit einem
Fahrzeug aufgewendet werden muß,
Syn.: Fahrtkosten
fahr|läs|sig: Adj. unvorsichtig, unauf¬
merksam handelnd; unbesonnen »Es
war fahrlässig, den Fotoapparat sicht¬
bar im Wagen liegenzulassen.«
Fahr[läs|sig|keit: die; - / -en unvorsich¬
tiges, unverantwortliches Handeln
Fahrjleh|rer: der; -s; - weibl. Fahr|leh|-
re|rin: die; ~; -nen Person, die anderen
das Fahren theoretisch u. praktisch
beibringt
Fahrjlei|stung —» Fahijleisjtung: die;
- ; -en Fahrverhalten u. Motorlei¬
stung eines Fahrzeugs
Fähijntann: der; ~(e)s; -leute u. -männer
Person, die eine Fähre steuert
Fahijplan: der; -(e)s; -plane 1 a) Ver¬
zeichnis der öffentlichen Verkehrs¬
verbindungen b) einzuhaltende zeitli¬
che Vorgabe für die Ankunft u. Ab¬
fahrt öffentlicher Verkehrsmittel an
Bahnhöfen, Haltestellen usw. »Der
Fahrplan ist wegen des Unwetters
durcheinandergeraten.« 2 [ugs.] (zeitli¬
che) Planung für ein Unternehmen,
Vorhaben » Wir haben einen Fahrplan
für das weitere Vorgehen aufgestellt.«
fahijplan|mä|Big: Adj. n. stg. mit den im
Fahiplan angegebenen Zeiten über¬
einstimmend
Fahrjpra|xis: die; - ; - Routine, Sicher¬
heit im Führen eines Fahrzeuges
Fahr|preis: der; -es; -e Geldbetrag, der
für einen Fahrausweis bezahlt werden
muß
Fahr|preis|er|stat|tung: die; - / -en
Rückzahlung des Geldbetrags, den
man für die Fahrt mit einem öffentli¬
chen Verkehrsmittel bezahlt hat,
Syn.: Fahrgelderstattung
Fahijprü|fung: die; - ; -en amtliche
Überprüfung des Fahrvermögens u.
der Kenntnis der Straßenverkehrs¬
ordnung vor dem Erwerb des Führer¬
scheins
Fahijrad: das; -(e)s; -rüder Fahrzeug
mit zwei Rädern ohne Motor, dessen
hinteres Rad über eine Kurbelkon¬
struktion mit Muskelkraft bewegt
wird »Das Fahren mit dem Fahrrad ist
umweltfreundlich u. gesund.«
Fahr[radffah|rer: der; -s; - weibl. Fahrj-
rad|fah|rer|in: die; - ; -nen Person, die
(häufig) auf einem Fahrrad fährt
Fahr|rad]ket|te: die; - ; -n Kette, die die
Bewegung der Pedale auf das hintere
Rad überträgt
Fahr|rad|rei|fen: der; -s; - Gummiman¬
tel u. Schlauch für die Felgen bzw.
Räder eines Fahrrads
Fahrjrad|tour: die; - / -en Ausflug mit
dem Fahrrad
Fahrjrad|weg: der; -(e)s; -e separater
Weg od. abgetrennter Teil einer Stra¬
ße für Fahrräder, Syn.: Radweg
Fahr|rin|ne: die; - ; -n mit Bojen mar¬
kierter Schiffsweg im Meer vor der
Küste od. in Flüssen, der immer so
tief ist, daß Schiffe fahren können
Fahrschein: der; -(e)s; -e für einen be¬
stimmten Geldbetrag erworbenes
Ticket, das zur Fahrt mit einem öf¬
fentlichen Verkehrsmittel berechtigt,
Syn.: Fahrausweis; Fahrkarte
Fghrjschiff: das; -(e)s; -e Boot zum Be-
~fördem von Personen, Fahrzeugen
von einem Ufer (eines Gewässers)
zum anderen, Syn.: Fähre
Fahrjschrei|ber: der; -s; - Aufzeich¬
nungsgerät, das die Leistung eines
Fahrzeugs (meist eines Lkw) festhält,
indem es eine runde Papierscheibe
mit Zeit- u. Geschwindigkeitsanga¬
benbeschreibt, Syn.: Fahrt(en)schrei-
ber
Fahrjschu|le: die; - ; -n Unternehmen,
welches praktischen u. theoretischen
Unterricht zum Erlernen des Fahrens
eines Fahrzeugs u. der Straßenver¬
kehrsordnung erteilt
FahijschO|ler: der; -s; - weibl. Fahij-
schü|le|rin: die; - ; -nen Person, die in
einer Fahrschule unterrichtet wird
Fahijsi|chetjheifc die; - / - zuverlässiges
Fahrverhalten eines Fahrzeugs, z. B.
Spurtreue, optimaler Bremsweg usw.
Fahrjspur: die; - ; -en meist durch Li¬
nien gekennzeichneter Teil der Stra¬
ße, der in einer bestimmten Richtung
befahren wird
Fahr|stil: der; -(e)s; -e Art u. Weise, wie
eine Person fährt u. sich im Straßen¬
verkehr verhält
356
Fak.
Fahijstrahl: der;-(e)s; -en <Math.; Geo¬
metrie) Strecke, die einen Kegel¬
schnittpunkt mit seinem Brennpunkt
verbindet, Syn.: Leitstrahl
Fahr|stra|ße: die; - ; -n 1 [veralt.] gut
ausgebaute, breite Femstraße od.
Autobahn 2 <Eisenb.> Weg eines Zu¬
ges, der mit Signal- u. Weichenstel¬
lung abgesichert ist
Fahijstuhl: der; -(e)s; -Stühle 1 meist
von Wänden umgebene, verkleidete
Plattform, die durch eine Seilkon¬
struktion auf u. ab bewegt wird u.
Personen od. Gegenstände in die ver¬
schiedenen Etagen eines Gebäudes
befördert 2 Rollstuhl, Syn.: <l> Auf¬
zug, Lift
Fahr|stun|de: die; - ; -n praktische Un¬
terrichtsstunde einer Fahrschule, in
der ein Fahrschüler das Fahren mit
einem Fahrzeug lernt
Fahrt: die; -; -en 1 a) Fortbewegung mit
einem Fahrzeug, um von einem Ort
zu einem anderen Ort zu gelangen b)
Schnelligkeit, mit der sich ein Fahr¬
zeug von einem Ort zum anderen be¬
wegt 2 <Bergbau> a) Leiter in einem
Schacht b) Förderanlage, die mit ei¬
nem Seilzug arbeitet 3 a) in Fahrt
kommen, geraten, sein: [ugs.] I. gute
Laune bekommen, haben 2. zornig,
ärgerlich werden »Er kam allmählich
in Fahrt u. warf ihr alles vor, was ihn in
den letzten zehn Jahren gestört hatte.«
b) jmdn. in Fahrt bringen: 1. jmdn. in
gute Laune versetzen »Die lustige Ge¬
sellschaft brachte ihn richtig in Fahrt,
u. er erzählte einen Witz nach dem an¬
deren.« 2. jmdn. ärgerlich, zornig ma¬
chen 4 eine Fahrt ins Blaue (ma¬
chen): ein Herumfahren, Ausflug
ohne bestimmtes Ziel
fahr]tauglich: Adj. n. stg. geistig u. kör¬
perlich dazu in der Lage, mit einem
Kraftfahrzeug am Straßenverkehr
teilzunehmen
Fahrt|dau|er: die; - ; - Zeitspanne, die
benötigt wird, um mit einefn Fahr¬
zeug von einem zu einem anderen Ort
zu gelangen, Syn: Fahrzeit
Fähijte: die; - ;-n 1 Hinweise auf jmdn.;
Spur, die zu jmdm. führt »Die Polizei
hatte eine Fährte u. hoffte, den Verbre¬
cher zu finden.« 2 die von einem Tier
Unterlassenen Abdrücke, Spur »Die
Jäger folgten der Fährte des Bären.« 3
jmdn. auf die falsche Fährte locken:
jmdn. irreführen, ihn beabsichtigt
täuschen
Fahrjten|buch: das; -(e)s; -buchet 1
Buch, Heft o. ä., in dem Angaben
über ein Fahrzeug, z. B. gefahrene
Strecken, Benzin- u. Ölverbrauch so¬
wie durchgeführte Wartungsarbeiten
festgehalten werden 2 [veralt.] Buch,
Heft o. ä., in das Etappen u. Ereig¬
nisse einer Wandergruppe eingetra¬
gen werden
Fahr|ten|schrei|ber der; -s; - Aufzeich¬
nungsgerät, das die Leistung eines
Fahrzeugs festhält, indem es eine run¬
de Papierscheibe mit Zeit- u. Ge¬
schwindigkeitsangaben beschreibt,
Syn.: Fahr(t)schreiber
Fähijten|su|cher der; -s; - weibl. Fähr|-
ten|su|che|rin: die; - ; -nen Person,
die Spuren (oft Tierspuren) sucht, er¬
kennt u. zuordnen kann
Fahijtest: der; -(e)s; -s u. -e Probe,
durch die festgestellt werden soll, ob
ein Fahrer geistig u. körperlich dazu
in der Lage ist, im Straßenverkehr ein
Fahrzeug zu führen
Fahrt|ko|sten —» Fahrt|kos|teru die
(PI.) finanzieller Aufwand für die Be¬
wältigung eines Weges, Syn.: Fahrko¬
sten
Fahrt|rich|tung: die; - ; -en Ziel, Rich¬
tung, in der sich ein Fahrzeug fortbe¬
wegt, in die die Straßenführung ver¬
läuft
Fahrt|schrei|ber/Fahr|ten|schrei|ber:
der; -s; - Aufzeichnungsgerät, das
die Leistung eines Fahrzeugs festhält,
indem es eine runde Papierscheibe
mit Zeit- u. Geschwindigkeitsanga¬
ben beschreibt, Syn.: Fahrschreiber
fahr|tüch|tig: Adj. n. stg. 1 (Kraftfahr¬
zeug> betriebsbereit 2 <Person> geistig
u. körperlich fähig, ein Kraftfahrzeug
zu führen
Fahrt|un|teijbre|chung: die; - ; -en
Pause, die bei der Zurücklegung eines
Weges mit einem Fahrzeug von einem
zu einem anderen Ort gemacht wird
Fahrtwind: der; -(e)s; -e beim Fahren
entgegenwirkender Luftwiderstand,
Gegenwind, Syn.: Fahrwind
fahr|un{tüch|tig: Adj. n. stg. 1 (Kraft¬
fahrzeug) (wegen eines Fehlers od.
Defektes) nicht betriebsbereit 2 <Per¬
son> geistig u. körperlich nicht fähig,
ein Kraftfahrzeug zu führen
Fahr|un|tüch|tig|keit: die; - ; -en 1
(Kraftfahrzeug) durch Fehler, Ver¬
schleiß od. Defekt entstandener Zu¬
stand, der den Betrieb im Straßenver¬
kehr nicht erlaubt 2 (Person) geistiges
u. körperliches Unvermögen, mit ei¬
nem Kraftfahrzeug am Straßenver¬
kehr teilzunehmen
Fahrjver|bin|dung: die; - ; -en Möglich¬
keit, mit einem od. auch mehreren
Verkehrsmittel(n) von einem Ort zum
anderen zu gelangen, Syn.: Verkehrs¬
verbindung; Streckenverbindung
Fahr|ver|bot: das; -(e)s; -e (meist zeit¬
lich begrenzte) gerichtliche od. poli¬
zeiliche Anordnung, die einem Fahrer
untersagt, mit einem Kraftfahrzeug
aktiv am Straßenverkehr teilzuneh¬
men
Fahijver|hal|ten: das; -s; -1 Art u. Wei¬
se, in der sich ein(e) Fahrer(in) eines
Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr
verhält, benimmt 2 beim Fahren ver¬
mittelter Eindruck des technischen
Zustandes eines Kraftfahrzeugs hin¬
sichtlich des Fahrkomforts, der Fahr¬
leistung, der Fahrsicherheit usw.
Fahr|was|ser das; -s; - 1 mit Bojen
markierter Schiffsweg im Meer vor
der Küste od. in Flüssen, der immer
so tief ist, daß Schiffe fahren können,
Syn.: Fahrrinne 2 in jmds. Fahrwas¬
ser geraten: in den Einfluß einer Per¬
son kommen 3 in jmds. Fahrwasser
schwimmen, segeln: Denkrichtun¬
gen, Handlungsarten o. ä. einer Per¬
son übernehmen, ohne darüber nach¬
zudenken, ob sie richtig od. falsch
sind 4 im rechten, richtigen, in sei*
nem Fahrwassersein: [ugs.] etw. tun,
was der eigenen Veranlagung, An¬
schauung entspricht
Fahijweg: der; -(e)s; -e 1 befahrbare
Straßen »Der Fahrweg ist frei.« 2 zu
fahrende od. gefahrene Strecke; Ent¬
fernung zwischen zwei Orten
Fahijweijse: die; - ; -n Art u. Weise, in
der sich ein(e) Fahrer(in) eines Kraft¬
fahrzeugs im Straßenverkehr verhält,
benimmt, Syn.: Fahrverhalten
Fahrjwerk: das; -(e)s; -e a) Fahrzeug¬
rahmen, Achs- u. Antriebsaufhän¬
gung eines Fahrzeugs; Fahrgestell b)
(meist einklappbare) Radaufhängun¬
gen eines Flugzeuges, die das Starten,
Landen u. die Fortbewegung am Bo¬
den ermöglichen
Fahijwind: der; -(e)s; -e 1 beim Fahren
entgegenwirkender Luftwiderstand;
Gegenwind 2 beim Segeln, Segelflie¬
gen als Antrieb genutzer Wind, Syn.:
(1> Fahrtwind
Fahre.: Abk. Fahrzeug
Fahrjzeit: die; - ; -en Dauer einer Fahrt
von einem Ort zum anderen
Fahrjzeug: das;-(e)s; -e durch Muskel¬
kraft, Wind od. Motoren betriebenes
Fortbewegungsmittel, das so kon¬
struiert ist, daß es Personen sowie Sa¬
chen transportieren kann (z. B. Auto,
Schiff, Fahrrad)
Fahr|zeug|auf|kom|men: das; -s; - An¬
zahl von Kraftfahrzeugen, die auf ei¬
ner bestimmten Strecke zur selben
Zeit fahren, Syn.: Verkehrsaufkom¬
men; Verkehrsdichte
Fahr]zeug|brief: der;-(e)s; -e amtliches
Dokument im Besitz des Fahrzeug¬
halters, das ihn/sie als rechtmäßige(n)
Besitzer(in) ausweist u. in dem alle
Fahrzeugdaten aufgeführt sind
Fahr|zeug|füh|rer: der; -s; - weibl.
Fahr]zeug|füh|re|rin: die; - ; -nen
[amtsspr.] Person, die ein Kraftfahr¬
zeug lenkt, Syn.: Fahrer(in)
Fahr!zeug|hal|ter der; -s; - weibl.
~Fahr]zeug|hal]te|rrn: die; - / -nen
[amtsspr.] Eigentümerin) eines
Kraftfahrzeugs, der/die als solche(r)
in Kraftfahrzeugbrief u. -schein ein¬
getragen ist
Fahr]zeug|in|sas|se: der; -n; -n weibl.
Fahrjzeug|in|sas|sin: die; - ; -nen Per¬
son, die in einem öffentlichen od. pri¬
vaten Fahrzeug befördert wird
Fahr|zeug|len|ker: der; -s; - weibl.
Fahr]zeug|len|ke|rin: die; - ; -nen
[Schweiz.] Fahrer(in) eines Fahrzeugs;
Person, die in einem Kraftfahrzeug
hinter dem Steuer sitzt, Syn.: Fahr-
zeugfahrer(in); Fahrzeugführer(in);
Fahrerin)
Faijble: <lat.-fr.> /läObel/ das; -s; -s Sym-
phathie, Vorliebe, Neigung, die jmd.
für etw. od. für jmdn. empfindet
fair: <engh /fär/ Adj. a) sportlich kor¬
rekt; die Regeln der Sportart beach¬
tend, einhaltend b) ehrlich, zuverläs¬
sig, anständig, Ant.: unfair
Fair play —> Fairplay/Fair Play. <engl.i
/fär plej/ das; - ; - gerechter, ehrlicher
Umgang mit anderen
Fahjneß —» Fajrjness: <engb /fämess
u. fämiss/ die; - ; - 1 (Sport) Beneh¬
men in einem sportlichen Wettkampf,
das nicht gegen die Regeln verstößt 2
einwandfreies, faires Benehmen ge¬
genüber anderen Personen
Fak.: Abk. Fakultät = Fachbereich ei¬
ner Universität
357
fak.
fak.: Abk. fakultativ = freigestellt;
wahlweise
fä|kal: <lat.> Adj. n. stg. aus Fäkalien be¬
stehend, daraufbezogen
Fä|kal|d(in|ger: der; -s; - Dünger aus
menschlichem od. tierischem Kot u.
Urin
Fä|ka|li|en: dato /fäkalen/ die (PI.) Bla¬
sen- u. Darmausscheidungen eines
Menschen od. Tieres; Kot u. Urin,
Harn
Fa|kir/[österr.] Fa|kir: <arabo der; -s; -e 1
«Indiern Mensch, der in der Lage ist,
seinen Körper durch Meditation o. ä.
unempfindlich gegen Schmerzen zu
machen 2 (Indiern Artist, der sich wie
ein Fakir (1) präsentiert
Fak|si|mi|le: dat.-englo das; -s; -s origi¬
nalgetreue, oft fotografische Nachbil¬
dung von Drucken u. (Handschrif¬
ten
Fak|s!|mi|le|aus|ga|be: die; - ; -n Ausga¬
be eines Druckerzeugnisses als ge¬
treue Nachbildung
Fak|si|mi|le|dnick: der; -(e)s; -e
(Druckw.) 1 originalgetreues Druk-
kerzeugnis (meist fototechnische Re¬
produktion) 2 o. PI. (meist fototech¬
nisches) Reproduktionsverfahren
fak|si|mi|lie|ren: faksimilierst; faksimi¬
liertest; hast faksimiliert eine original¬
getreue Nachbildung erstellen
Fakt; dato der u. das; -(e)s; -s u. -en un¬
bestreitbare, nicht zu bezweifelnde
Tatsache
Fakjten|ma|te[ri|ai: das; -(e)s; -ien Un¬
terlagen, Belege od. Nachweise be¬
stimmter Gegebenheiten, Ereignisse
Fak|ten|wis|sen: das; -s; - Kenntnisse
über Ereignisse u. Daten
Fakjti]gn: tlat.> /fakzion/ die; - ; -en
(meist Politik) [veralt.] kämpferische
Gruppierung, die sich innerhalb einer
Partei gebildet hat u. von deren Pro¬
gramm z. T. stark abweicht
fak|tisch: dato Adj. n. stg. real; wirklich;
tatsächlich
fak|ti|tiv/fak|ti|tiv: <lat.> /faktitif/ Adj. n.
stg. i [geh.] etw. auslösend 2 (Sprach-
wiss.> bewirkend; drückt aus, daß
etw. zu etw. gemacht wird »'Kürzen'
ist ein faktitives Verb.«
Fakjti|zi|tät: dato die; - ; -en [geh.] tat¬
sächliche Begebenheit; wahrnehmba¬
re Tatsache
Faktor: dat.> der; -s; Faktoren weibl.
Fakttojrin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form mitwirkende Kraft; Moment,
Aspekt, der auf etw. Einfluß nimmt;
Gesichtspunkt, der zu berücksichti¬
gen ist 2 nur männl. Form (Math.)
Zahl, mit der man eine Multiplikati¬
on durchführt, malnimmt 3
(Druckw.) Person, die einer Setzerei
vorsteht
Fak|to|ren|ana|ly|se —> Fak(tpjren|aj-
na|ly|se: die; - ; -n (Psychologie) stati¬
stisches Verfahren, bei dem die eine
Situation kennzeichnenden Eigen¬
schaften ermittelt werden
Fak[tg|tu(ii: dato das; -s; -s u. Faktoten 1
Person, die über langjährige Erfah¬
rung in einem Haushalt od. Betrieb
verfügt u. die verschiedensten Arbei¬
ten ausführt 2 meist ältere, liebens¬
werte, aber etw. seltsame, schrullige
Person
Fakjtum: dato das; -s; Fakten u. Fakta
Tatbestand; Sachverhalt; Gegeben¬
heit; Ereignis
Fak|tu|ra: dat.-it.> die; - ; Fakturen
[österr.; sonst veralt.] Lieferschein
fak|tu|rie|ren: fakturierst; fakturiertest;
hast fakturiert (Wirt.) [veralt.] Rech¬
nungen, Lieferscheine ausstellen
Fa|kyl|tas: dat.> die; - ; Fakultäten [geh.]
Erlaubnis, (wissenschaftlich) zu leh¬
ren
Fa|kul|tät: dato die; - ; -en 1 a) aus ver-
waltungs- u. organisationstechni¬
schen Zwecken gebildeter Zusam¬
menschluß (verschiedener) wissen¬
schaftlicher Disziplinen an einer
Hochschule b) Angehörige(r) einer
Fakultät c) Räume, in denen eine Fa¬
kultät untergebracht ist 2 (Math.) ma¬
thematisches Produkt, dessen Fakto¬
ren durch eine bei l beginnende na¬
türliche Zahlenreihe gebildet werden
fa|kul|ta|tiv: dat.-fro /fakultatif/ Adj. n.
stg. [geh.] freigestellt; frei wählbar
»Ob Sie Foto mit ’F" od. 'Ph' am An¬
fang schreiben, ist fakultativ.« Ant:
obligatorisch
Fal|ke: der; -n; -n 1 in Unterarten vor¬
kommender, sich von kleineren Tie¬
ren ernährender Greifvögel mit gebo¬
genem Schnabel u. Gefieder von
graubrauner, am Bauch meist heller
Färbung, der auch als Jagdvogel ab¬
gerichtet wird 2 (Pol.) [Jargon] Per¬
son, die (außenpolitisch) ihr Ansicht
ohne Kompromißbereitschaft u. not¬
falls militärisch durchsetzen will
Fal|ken|au|ge: das; -s; -n 1[ugs.] Person
mit aufmerksamem Blick, der nichts
entgeht, der man nichts verheimli¬
chen kann 2 (Geologie) feinfaserige
Quarzart, die häufig als Schmuck¬
stein Verwendung findet
Fal|ken|bei|ze: die; - / -n (Jagd) das Auf¬
spüren u. Erlegen von meist kleineren
Wildtieren mit abgerichteten Falken
(1), Syn.: Falkenjagd; Beizjagd
Faljkenfhorst: der; -(e)s; -e meist in fel¬
siger Umgebung in großer Höhe an¬
gelegtes, als Brutplatz eines Falken
dienendes Nest
Fal|ken|jagd: die; - ; -en (Jagd) das Auf¬
spüren u. Erlegen von meist kleineren
Wildtieren mit abgerichteten Falken,
Syn.: Falkenbeize
Falk|nen der; -s; - weibl. Falk|ner|in:
die; -; -nen Person, die Falken (1) zur
Jagd abrichtet u. mit diesen Greifvö¬
geln jagt
Falk|ne|rei: die; - ; -en (Jagd) 1 Gelände,
in dem Jagdvögel, meistens Falken
gehalten u. auf das Aufspüren u. Erle¬
gen von meist kleineren Wildtieren
trainiert werden 2 o. PI. Dressur u.
Einsatz von Falken zur Jagd von
meist kleineren Wildtieren
Fall: der; -(e)s; Fälle 1 o. PI. a) Ab¬
wärtsbewegung eines Körpers infolge
der Erdanziehungskraft »Bei dem Fall
vom Hausdach brach er sich ein Bein.«
b) Abwärtsbewegung infolge eines
Sturzes o. ä. 2 ein eventuell eintreten¬
der Umstand, mit dem gerechnet wer¬
den muß »Im Falle, daß es regnet, fällt
die Gartenparty aus.« 3 a) Sachlage;
Angelegenheit »Das ist ein eindeutiger
Fall.« b) (Rechtsw.) Angelegenheit,
mit der sich ein Gericht, die Polizei o.
ä. beschäftigt 4 (Sprachwiss.) die vier
Fälle; Formen, die ein Substantiv od.
Pronomen durch Deklination ein¬
nimmt u. damit im Satz seine Bezie¬
hung zu anderen Satzteilen anzeigt
»In dem Satz "Ich sitze auf dem Sofa.“
steht 'ich' im ersten Fall (= Nomina¬
tiv).« Syn.: (4> [fremdsprl.] Kasus 5
klarer Fall: [ugs.j natürlich; selbstver¬
ständlich 6 a) jmdn., etw. zu Fall
bringen: 1. dazu beitragen, daß jmd.
od. etw. auf den Boden fallt »Das
Glatteis hat ihn zu Fall gebracht. • Er
hat ihn gestoßen, das hat ihn zu Fall ge¬
bracht.« 2. a) etw. verhindern, zu¬
nichte machen »Die Opposition hat
das Gesetz zu Fall gebracht.« b) etw.,
jmdn. stürzen »Sie versuchten, den
Diktator zu Fall zu bringen.« b) zu Fall
kommen: 1. hinfallen; stürzen »Durch
den unebenen Boden ist er zu Fall ge¬
kommen.« 2. gestürzt, abgesetzt wer¬
den »Durch den Skandal ist der Mini¬
ster zu Fall gekommen.« 3. verhindert
werden »Der Entwurf ist durch den
Einspruch zu Fall gekommen.« 7 a) auf
jeden Fall, auf alle Fälle: bestimmt;
unbedingt; ob so od. so »Das erledige
ich aufjeden Fall.» Das klappt auf alle
Fälle.« b) auf keinen Fall: nein; nie;
niemals 8 gesetzt den Fall, (daB)...:
angenommen »Gesetzt den Fall, er hat
wirklich recht ( = daß er wirklich recht
hat), was wäre dann?« 9 jmds. Fall
sein: [ugs.] jmds. Wünschen entspre¬
chen »Eine Weltreise? Das wäre ganz
mein Fall.« 10 von Fall zu Fall: in je¬
dem Einzelfall gesondert »Das kann
nicht generell bestimmt, sondern muß
von Falt zu Fall entschieden werden.«
11 ein hoffnungsloser Fall (sein):
[ugs.; scherzh.] ohne Aussicht auf
Besserung u. sich nicht ändern »Du
kommst schon wieder zu spät - du bist
ein hoffnungsloser Fall.«
Fall|bei|spiel: das; -(e)s; -e Beispiel,
welches eine Situation, Möglichkeit
od. Sachlage veranschaulicht
Fallbrücke (Fall|brük|ke —> Fall|brü|-
~cke): die; - ; -n a) bewegliche Brücke
an mittelalterlichen Burgen u. Fe¬
stungen, die bei Gefahr hochgezogen
bzw. hochgeklappt wurde b) (Schiff)
ausklappbarer Steg
Fal|le: die; - ; -n 1 Apparat zum Fangen
von Tieren in unterschiedlicher Form
»Die Maus saß in der Falle.« 2
(übertr.) Trick, List, mit dem/der jmd.
überlistet werden soll 3 ausweglose
(von anderen herbeigeführte) Situati¬
on, Lage 4 a) [ugs.] Bett b) sich in die
Falle hauen: [ugs.; salopp] schlafen
gehen; ins Bett gehen
fal|len: fällst; fiel(e)st; bist gefallen 1 a)
sich (unfreiwillig, unwillkürlich)
durch das eigene Gewicht aufgrund
der Erdanziehungskraft nach unten,
auf den Boden zu bewegen b) stürzen;
aus einem Grund (z. B. durch Stol¬
pern) das Gleichgewicht verlieren u.
sich auf den Boden zubewegen »Er
stolperte u.fiel.« 2 a) an Höhe verlie¬
ren »Der Wasserspiegel fällt.« b) an
Wert verlieren »Der Dollar fällt.« 3
(sich) nach unten erstrecken, verlau¬
fen »Das Kleidfällt schön. ♦ Das Haar
fiel ihr bis auf die Schultern.« 4 (Sol¬
dat) [verhüll.] sterben; den Tod finden
358
Falschheit
»Er ist im Krieg gefallen.« S plötzlich
in eine andere (Bewußseins-)Lage ge¬
raten »Sie fiel in Ohnmacht.« 6 eine
unvermittelte, lebhafte Bewegung
machen »Sie fiel ihm um den Hals.« 7
überholt; ohne weitere Geltung »Die
Grenzen sind gefallen ( ~ gibt es nicht
mehr).« 8 an einem Zeitpunkt gesche¬
hen, sich ereignen »Heiligabend fällt
auf einen Mittwoch.« 9 plötzlich ge¬
troffen werden »Die Entscheidung ist
gefallen.« 10 erobert werden »Die
Stadt fiel nach langer Belagerungs¬
zeit.« 11 <Jagd> durch äußere Umstän¬
de (z. B. Nahrungsmangel, Frost, Er¬
krankung) verenden 12 (Geologie;
Gesteinsschicht) sich neigen 13 (ohne
lange Vorbereitung) durchgeführt
werden »Es fielen zwei Tore kurz
nacheinander.« 14 jmdm. ins Wort
fallen: (im Gespräch, beim Reden)
unterbrechen »Fall mir nicht ständig
ins Wort!« 15 ins Auge fallen: auffal¬
len; auf sich aufmerksam machen
»Das Kleid ist ihr sofort ins Auge ge¬
fallen.«
—* fal|len las|sen: s. fallen lassen
fäl|len: fällst; fälltest; hast gefällt (einen
-Baum) mit einer Säge od. Axt so bear¬
beiten, daß er kippt, fällt
fal|len|las|sen —» fal|len las|sen: läßt
fallen; ließ(es)t fidlen; hast fallen-
(ge) lassen; —>hast fallen (ge) lassen
♦ alle Gegenwartsformen mit ss*— 1
aus den Händen gleiten lassen »Bei¬
nahe hätte ich die Vase fallengelas¬
sen.« 2 einen Plan, eine Absicht o. ä.
aufgeben »Er hat seine Absicht fallen¬
gelassen, dieses Jahr noch in Urlaub zu
fahren.« 3 den Kontakt zu jradm. ab¬
brechen »einen Freund fallenlassen« 4
eine Bemerkung fallenlassen —>
eine Bemerkung fallen lassen: etw.
nebenbei erwähnen
Fal|len|stel|leR der; -s; - weibl. [selten]
Fal|len|stel|le|rin: die; - ; -nen Person,
die Geräte aufstellt, um Tiere zu fan¬
gen
Fall|ge|schwin|dig|keit: die; - ; -en (Phy¬
sik) Geschwindigkeit, Tempo, mit
der/dem sich ein Körper im freien
Fall durch die Erdanziehungskraft
zum Erdmittelpunkt hin bewegt
Fall|ge|setz: das; -es; -e (Physik) Gesetz
des freien Falls von Körpern (durch
die Erdanziehungskraft zum Erdmit¬
telpunkt hin)
Fall|git|ter das; -s; - bewegliches Holz-
od. Eisengitter im Tor von mittelal¬
terlichen Burgen u. Festungen, das
bei Gefahr heruntergelassen wird, um
den Eingang abzuschließen
Fall|gru|be: die; - ; -n 1 tiefer Schacht in
Burgen u. Festungen, in den Gefange¬
ne geworfen wurden 2 mit Blattwerk
o. ä. getarnte Erdausschachtung,
Grube, in der Tiere gefangen werden
sollen
Fall|ham|mer: der; -s; -hämmer großer
Hammer, dessen Gewicht, Wucht
beim Aufprall nach dem Fall aus be¬
stimmter Höhe in der Schwerindu¬
strie zur Metallverarbeitung einge¬
setzt wird
Fall|hö|he: die; - ; -n (Physik) von einem
frei fallenden Körper zurückgelegter
Weg
fäl|lig: Adj. n. stg. 1 (seit geraumer Zeit)
geboten, erforderlich 2 einer Abma¬
chung entsprechend zu einem be¬
stimmten Zeitpunkt zu zahlen od.
auszahlbar »Der Sparvertrag ist im
Mai (zur Auszahlung) fällig.« 3 [ugs.]
sich jmdn. vornehmend, vorknöpfend
»Er hat mich lange hingehalten, aber
jetzt ist erfällig.«
Ffl|lig|keit: die; - / -en a) Notwendigkeit
”b) (Wirt.; Bankw.) Zahlbarkeit zu ei¬
nem bestimmten vereinbarten Termin
Falli|nie (Fall|ll|nie) —* immer mit Hl:
Fall|li|nie/Fall-Linie: die; - ; -n 1 a)
(Ski) Talabfahrt auf direktem Wege
b) (Bergsteigen) Route, die ohne Um¬
wege zum Gipfel eines Berges führt 2
(Physik) auf einer schrägen Fläche die
Linie, die das größte Gefälle aufweist
Fall|obst: das;-(e)s; - Früchte, die vom
Baum gefallen sind u. daher oftmals
Druckstellen aufweisen
Falllout —» auch Fall-out: tengb
/folaut/ der; -s; -s nach einer überirdi¬
schen Kem(waffen)explosion anfal¬
lender verstrahlter Ascheregen u. son¬
stige radioaktive Niederschläge
Fall|reep: das; -(e)s; -s (Schiff) Treppe,
Leiter, die an der Bordwand eines
Schiffes befestigt ist u. bei Bedarf her¬
untergelassen wird
Fall|rohn das; -(e)s; -e (Bauw.) Rohr,
durch welches das (in der Dachrinne
angesammelte Regen-)Wasser senk¬
recht in die Kanalisation od. in den
Boden abgeleitet wird
Fall|rück|zie|her: der; -s; - (Sport; Fu߬
ball) Schuß, bei dem der Spieler sich
nach hinten fallen läßt u. dabei den
Ball über seinen Kopf hinweg nach
hinten spielt
falls: Konj. gesetzt den Fall, daß; im
Falle, für den Fall, daß; wenn
Fall|schirm: der; -(e)s; -e auf dem Rük-
ken getragenes, zusammengelegtes,
großes Stoffstück an Seilen, das beim
Sprung aus einem Flugzeug entfaltet
wird u. dadurch den Fall bremst
Fall|schinn|jä|ger: der; -s; - (Milit.) 1
Soldat, der im Kampfeinsatz mit ei¬
nem Fallschirm abspringt 2 PI. mili¬
tärische Kampfeinheit
Fall|schirm|sei|de: die; - ;-n (PL s.) zur
Herstellung von Fallschirmen ver¬
wendeter, sehr dünner, aber strapa¬
zierfähiger Stoff aus Seide od. Che¬
miefasern
Fall|schirm|sprin|gen der; -s; - weibl.
Fall|schinn|sprin|ge|rin: die; -; -nen 1
Person, die aus sportlichen Gründen,
als Hobby mit einem Fallschirm von
einem Flugzeug o. ä. aus in die Tiefe
springt 2 Soldat, der im Kampfein¬
satz mit einem Fallschirm abspringt
Fall|strick: der; -(e)s; -e absichtlich ein¬
geplante Schwierigkeit, die dazu
dient, eine Person zu täuschen; Falle
Fall|stu|die: die; - ; -n Analyse eines bei¬
spielhaften Problemfalls, deren Er¬
gebnis auf andere Fälle übertragen
werden kann u. sich deshalb dazu eig¬
net, allgemeine wissenschaftliche Be¬
obachtungen zu formulieren
Falljsucht: die; ~ ; - [veralt.] Krankheit,
die sich in plötzlichen starken
Krämpfen u. kurzer Bewußtlosigkeit
äußert; zerebrale Funktionsstörun¬
gen mit epileptischen Anfällen, Syn.:
[fremdsprl.] Epilepsie
Fall|tritt: der; -(e)s; -e (Sport; Rugby)
Tritt gegen den fallenen Rugbyball,
bevor er zu Boden geht
Fall|tür: die; - ; -en 1 in den Boden ein¬
gelassene Klapptür über einer Keller¬
od. Bodentreppe 2 in den Boden ein¬
gelassene Geheimtür (vor allem in
mittelalterlichen Burgen u. Festun¬
gen), die aufklappt, wenn man sie be¬
tritt
Fäl|lungs|mit|tel: das; -s; - (Chemie)
Flüssigkeit, Gas od. fester Stoff, der
unlösliche Niederschläge bildet
fallw.: Abk. fallweise
Falljwild: das; -(e)s; - (Jagd) Wildtiere,
die aufgrund von Nahrungsmangel,
Frost od. Krankheit verendet sind
Fall|wind: der; -(e)s; -e abwärtsgerich-
"teter Höhenwind mit großer Ge¬
schwindigkeit, der in Gebirgen plötz¬
lich auftritt u. eine Gefahr für Gleit¬
schirmflieger u. a. darstellt
Fals.: Abk. Falsifikat = Fälschung
falsch: dat.-fr.> Adj. falscher; falsch(e)-
ste 1 n. stg. a) nicht richtig »Die Lö¬
sung ist falsch.« b) unecht; kein Origi¬
nal »Der Stein ist falsch.« c) unpas¬
send »Nur keine falsche Bescheiden¬
heit.« 2 a) n. stg. vorgetäuscht; un¬
wahr »Er hat unter Vorspiegelung
falscher Tatsachen ihr Vertrauen er¬
worben.« b) (Charakter) hinterhältig;
nicht die wahre Absicht verratend
»Dieser Mann ist falsch.« 3 ein fal¬
scher Fuffziger: [ugs.] ein unehrlicher
Mensch »Hau ab, du falscher Fuff¬
ziger!« 4 falscher' Hase: (Kochk.)
Hackbraten 5 an den/die Falschefn)
geraten, kommen: an den, die Un¬
rechte^) kommen u. nichts bei dieser
Person erreichen, ausrichten können
—» falsch lje]gen: s. falschliegen
—» falsch spie|len: s. falschspielen
Falsch|aus|sa|ge: die; - ; -n (Rechtsw.)
Schilderung (einer Begebenheit), die
dem tatsächlichen Vorgang nicht ent¬
spricht; unwahre Aussage
Falsch|bu|chung: die; - / -en (Bankw.)
meist versehentlich falsch getätigte
od. adressierte Transaktion von
Geldbeträgen
fälschen: dato fälschst; fälschtest; hast
gefälscht etw. zu Betrugszwecken
nachahmen, nachbilden »Die Unter¬
schrift ist gefälscht.«
Ff ({scher: der; -s; - weibl. Fät|sche|rin:
die; - : -nen Person, die etw. nach¬
macht od. nachahmt u. behauptet,
die Nachahmung sei echt, ein Origi¬
nal
Falsch|fah|rer der; -s; - weibl. Falschj-
fah|re|rin: die; - ; -nen Person, die mit
ihrem Fahrzeug eine Fahrbahn in der
entgegengesetzten Richtung befahrt
u. dabei sich u. andere Verkehrsteil¬
nehmer gefährdet, Syn.: Geisterfah-
rer(in)
Falschgeld: das; -(e)s; -er unechte, ille¬
gal angefertigte (nachgemachte)
Banknoten od. Münzen, Syn.: [ugs.]
Blüten
Falschheit: die; -; -en 1 etw., was Feh¬
ler aufweist 2 etw., was nicht der wah¬
ren Gegebenheit entspricht 3 etw.,
was nachgeahmt ist 4 Betrug 5 [ab¬
wert.] Unehrlichkeit
359
fälschlich
fälschlich: Adj. n. stg. von einem Feh¬
ler, Irrtum, einer falschen Annahme
ausgehend
fälsch|li|cher|wei|se: Adv. von einem
Fehler, Irrtum, einer falschen Annah¬
me ausgehend
falsch|lie|gen —» falsch Helgen: liegst
falsch: lag(e)st falsch: hastfalschgele¬
gen —»hast falsch gelegen*— {ugs.]
mit seiner Auffassung, seinem Ver¬
ständnis nicht den Kern treffen »Da
liegst du aber falsch, mein Lieber, da
hast du dich getäuscht.«
Falsch|mel|dung: die; - ; -en nicht der
Wahrheit entsprechende Nachricht,
Information, die mit dem tatsächli¬
chen Sachverhalt nicht überein¬
stimmt
Falsch|mün|zen der; -s; - weibl.
Falsch|miin|ze|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die Zahlungsmittel wie Bankno¬
ten od. Münzen illegal nachmacht
Falsch[mün|ze|rei: die; - ; -en illegale(s)
Anfertigung, Nachmachen von Mün¬
zen (u. Banknoten)
Falsch[par|ker: der; -s; - weibl. Falschj*
par)ke|rin: die; - ; -nen Person, die
nicht den Verkehrsregeln entspre¬
chend parkt, z. B. indem sie ihr Kraft¬
fahrzeug in einer als Halte- od. Park¬
verbot ausgewiesenen Zone abgestellt
hat
falsch|spie|len —* falsch spiejlea-
spielst falsch; spieltest falsch; hast
falschgespielt —»hast falsch ge¬
spielt*—■ (beim Spiel) mit unerlaub¬
ten Tricks u. Hilfsmitteln den eigenen
Vorteil herbeifuhren
Falsch|spie|ter: der; -s; ~ weibl.
Falsch[spiejle|rin: die; - ; -nen Person,
die beim Spiel mit unerlaubten Tricks
u. Hilfsmitteln den eigenen Vorteil
herbeiführt
Fälschung: die; ~ ; -en 1 Nachahmung,
Kopie von etw. »Dieses Bild ist nicht
echt, es ist eine Fälschung.« 2 PL s.
Ausführung einer Handlung, die zu
einer Kopie, Nachahmung von etw.
führt
fäl|scluings|si|cher. Adj. n. stg. so gear¬
tet, daß eine Kopie od. Nachahmung
unmöglich ist
Fal|si|fi|kat: dato das; -(ejs; -e Fäl¬
schung eines Gegenstandes; gefälsch¬
ter Gegenstand »Es handelt sich bei
dem Bild um ein Falsifikat.«
Fai|si|fi|ka|ti|on: <lat.> /falsifikazion/ die;
- ; -en 1 [veralt.] Fälschung 2 [geh.]
die (nachprüfbare) Widerlegung einer
(meist wissenschaftlichen) Hypo¬
these, Annahme, durch eine Untersu¬
chung, einen Gegenbeweis o. ä.
fal|si|fijzie|ren: dato falsifizierst; falsifi-
zertest; hast falsifiziert [geh.] 1 eine
Hypothese, Annahme durch Be-
weis(e) widerlegen 2 verändern; ver¬
fälschen, Ant.: <l; 2> verifizieren
Falt|ar|be)t: die; - ; -en hobbymäßig an¬
gefertigte handwerkliche Arbeit, bei
der Material, meist Papier, kunstvoll
geknickt wird
falt|baR Adj. n. stg. so geartet, daß das
Falten möglich ist
FaKjblatb das; -(e)s; -blätter (oft mehr¬
fach) zusammengelegter u. bedruck¬
ter Bogen Papier (z. B. Reklamebeila¬
ge o. ä.)
Falt|boot: das; -(ejs; -e faltbares kleines
Boot aus Kunststoff od. Leinwand
mit einem tragenden Fiberglas- od.
Aluminiumrahmen
Fal|te: die; ~ ; -n 1 <bei Stoffen u.
Kleidungsstücken» a) beim Bügeln,
durch unsachgemäße Behandlung o.
ä. (unabsichtlich) entstehender Knick
in einem sonst glatten Material (Stoff,
Papier o. ä.) b) eingenähter Schmuck
eines Kleidungsstückes »Der Rock
hat viele Falten.« 2 <Körper> linienför¬
mige Vertiefung im Gesicht od. am
Körper; Furche »Er zog die Stirn in
Falten.« 3 <Geologie> Verformung der
Erdkruste, der Gesteinsschichten
fgl|ten: faltest: faltetest; hast gefaltet 1
Papier, Stoff, Wäsche o. ä. so Zusam¬
menlegen od. knicken, daß sie weni¬
ger Platz einnehmen »Er faltete den
Pullover u. legte ihn in den Schrank.« 2
die Hände falten: die Hände Zusam¬
menlegen u. die Finger miteinander
verschränken
fal|ten|frei: Adj. n. stg. <Kleidung> keine
Falten, Knicke aufweisend, Syn.: fal¬
tenlos
Fal|ten[haut die; - ; -häute <Med.> Kör¬
perhaut, die gefurcht u. von Linien,
Falten durchzogen ist; abnorme Er¬
schlaffung der Haut mit starker Fal¬
tenbildung
fal|ten|los: Adj. n. stg. ohne Falten,
Knicke, Furchen, Syn.: faltenfrei
fal|ten|reich: Adj. zahlreiche Falten,
Furchen, Knicke aufweisend
Fal|ten|roclc der; -(ejs; -rocke Rock,
dessen Stoff in bestimmten Abstän¬
den regelmäßig gefaltet ist »Der
schottische Kilt ist ein typischer Fal¬
tenrock.«
Fal)ten|wurf: der; -(ejs; -würfe charak¬
teristische, durch Falten geprägte Li¬
nie eines Kleidungsstücks
Fal|ter: der; -s; - Schmetterling
fal|tig: Adj. 1 mit Falten geschmückt,
geziert 2 durch unerwünschte Falten
unansehnlich »Der Rock ist nach dem
ersten Tragen faltig.« 3 linienförmige
Vertiefungen aufweisend »Das Ge¬
sicht der alten Frau war faltig.«
Faltjkar|te: die; - ; -n Land- od, Städte¬
karte, die (durch z. T. mehrfaches
Falten) in ein handliches Format zu¬
sammengelegt werden kann
Fattjkar[ton: der; -s; -s in ein handliches,
leicht zu verstauendes Format zusam¬
menlegbarer, faltbarer Behälter in
vielen Größen, meist aus Pappe
Falt[schach|tel: die; ~ ; -n in ein handli¬
ches, leicht zu verstauendes Format
zusammenlegbarer, faltbarer Behäl¬
ter in vielen Größen, meist aus Pappe
FattftüR die; - ; -en Tür, die beim Öffnen
in mehrere schmale senkrechte Falten
zusammengeknickt wird
Fal(tung: die; ~ ; -en 1 das Zusammenle¬
gen 2 <Geologie> faltenartige For¬
mungen von Gesteinsschichten
Falz: der; -es; -e 1 a) Stelle, an der etw.
(wie z. B. Papier) geknickt ist »Er
strich mit dem Fingernagel über die
Falz.« b) Vertiefung zwischen Buch¬
deckel u. -rücken 2 Verbindungsstelle
von Blech (z. B. an einer Konserven¬
dose) 3 <Holz> Vertiefung an Holz¬
werkstücken an der Stelle, an der sie
in ein anderes Stück eingepaßt wer¬
den
fal|zen: falzt; falztest; hast gefalzt 1 etw.
mit einem Knick versehen 2 eine Ver¬
bindungsstelle bei Blech hersteilen 3
eine Vertiefung an Holzwerkstücken
schaffen 4 <Gerberei> Dicke von Le¬
derausgleichen
Falz|li|nie: die; - ; -n <Druckw.> aufge¬
drucktes Zeichen auf der Rückseite
jedes gefalzten Druckbogens, das
falsch liegende Bögen erkennen läßt,
Syn.: Flattermarke
Faijzung: die; - ; -en 1 a) Stelle, an der
etw. (wie z. B. Papier) geknickt ist b)
Vertiefung zwischen Buchdecke] u. -
rücken 2 a) das Versehen mit einem
Knick b) die Erzeugung einer Vertie¬
fung zwischen Buchdeckel u. -rücken
3 a) Verbindungsstelle bei Blechen (z.
B. an einer Konservendose) b) Her¬
stellung einer Verbindungsstelle bei
Blech 4 a) <Holz> Vertiefung an Holz¬
werkstücken an der Stelle, an der sie
in ein anderes Stück eingepaßt wer¬
den b) Schaffung einer Vertiefung an
Holzwerkstücken
Fam.: Abk. Familie
fam.: Abk. familiär
fa|mi|li]är: dato Adj. a) auf die Familie
bezogen »eine familiäre Feier« b) an¬
genehm an die Familie erinnernd
Fajmi|lia|riftät —> Fajmi|li|ajnjtät dato
die; - ; -en [geh.] Vertraulichkeit, wie
sie meist zwischen verwandten od.
sehr eng befreundeten Personen be¬
steht
Fa|mi[lie: dato (familie/ die; - ; -n 1 ver¬
wandtschaftlich verbundene Gruppe
von Menschen a) Eltern u. Kind(er);
Kleinfamilie b) alle, auch entfernt
verwandte Mitglieder einer Familie;
Großfamilie 2 <Bio.> in der Klassifi¬
zierung der Lebewesen die Stufe un¬
terhalb der Gattung u. oberhalb der
Art 3 das kommt in den besten Fa¬
milien vor: [ugs.] das kommt schon
mal vor; es ist doch nicht so schlimm
4 das bleibt in der Familie: [ugs.] dar¬
über wird nicht mit Außenstehenden
gesprochen »Was ich dir erzählt habe,
bleibt hoffentlich in der Familie.«
Fa|mi[li|en|ähn|lich|keit: /familim-/ die;
- ; -en vergleichbare Züge des Cha¬
rakters od. der äußerlichen Erschei¬
nung bei Mitgliedern einer Familie
Fa|mi|li|en|al|bum: /familPn-/ das; -s -al¬
ben u. [ugs.] -s spezielles Buch, Heft
o. ä., in dem sich Erinnerungsfotos
der Familie befinden
Fa|mj|li|en|an|ge|hö|ri|ge: /familim-/ der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Familienangehöriger; eine Fami¬
lienangehörige; zwei Familienangehö¬
rige j Mitglied der Familie; Verwand¬
ter)
Fa|mi|li|en|an[ge|le|gen)heit: /familtai-/
die; - ; -en etw., was allein den Fami¬
lienverbund, die Familienmitglieder
angeht
Fa|mj|li|en)an|schluß —» Fa|mi|li|en|-
an|schluss: /familien-/ der; -anschlus¬
ses; -anschlüsse Einbeziehung einer
nicht verwandten Person in die Fami¬
lie
Fa|m|]ll|en|an|zei|ge: /familhn-/ die; ~ ;
-n Zeitungsinserat, mit "dem eine Fa¬
360
fangen
milie ein privates Geschehen öffent¬
lich bekanntgibt
Fa|mi|li|en|bad: /familicn-/ das; -(e)s;
-bäder [veralt.] nicht nach Geschlech¬
tern getrennter Teil eines öffentlichen
Bades
Fa|mi|li(enjbe|ra(tung: /familien-/ die; -;
-en Institution, die bei der Klärung
pädagogischer, rechtlicher u. sozialer
Fragen in Familien Hilfestellung lei¬
stet
Fa|mi|li|en|be|si1z: /famili«n-/ der; -es;
- Eigentum einer Familie
Fa|mi|lijen(be|trieb: /famili'n-/ der;
-(e)$; -e (meist kleineres) Unterneh¬
men, das einer Familie gehört u. (in
der Hauptsache) von Mitgliedern die¬
ser Familie geführt wird
Fa|mi|li|en|bild: /famili'n-/ das; -(e)s;
-er Gemälde od. Fotografie, das die
Angehörigen einer Familie zeigt
Falmi|li|en|chro|nik: /famüfaikronik/
die; - ; -en Geschichte einer Familie,
in der die Lebenswege von deren Mit¬
gliedern in zeitlicher Abfolge aufge¬
zeichnet sind
Fa|m||lijen[eh|re: /familien-/ die; - ; -n
(PL s.) Achtung, Respekt, Wert¬
schätzung, die einer Familie durch
außenstehende Personen entgegenge¬
bracht wird
Fa|mi|li)en|fei|er /famili'n-/ die; - ; -n
Fest anläßlich eines familiären Ereig¬
nisses im Familienkreis
fa|mflli|en|feind|(ich: /familien-/ Adj. a)
nicht auf Familien eingestellt b) das
Familienleben ablehnend c) gegen In¬
teressen, Bedürfnisse usw. von Fami¬
lien gerichtet, Ant.: familienfreund¬
lich
Fa|mi|ll|en|fest: /famHim-/ das; -(e)s; -e
Feier anläßlich eines familiären Er¬
eignisses im Familienkreis
Fa|m|)li|en|for|schung: /farnüün-/ die;
- ; - Forschungsgebiet, das sich wis¬
senschaftlich mit der Herkunft u. Ab¬
stammung von Personen befaßt,
Syn.: [fremdsprl.J Genealogie; Ge¬
schlechterkunde; Ahnenforschung
Fa|mi|li|en(f(irjsorjge: /famili4n-/ die; - ;
-n (finanzielle u. beratende) Unter¬
stützung einer Familie in sozialer
Notlage
Fa|mi|li|en|gruft: /fanulim-/ die; ~ ;
-griifte Grab, in dem (alle) Familien¬
mitglieder beerdigt werden; Angehö¬
rigen einer 'Familie vorbehaltenes
Grab
Fa|mi|(i|en|kirtjsche: /familim-/ die; - ;
-n [ugs.; scherzh.) Auto, das ausrei¬
chend Raum für eine (große) Familie
bietet
Fa|mi|(i|en|le|ben: /familien-/ das; -s;
- das Miteinanderleben in einer Fami¬
lie
Fa|mp|en|mit|gl>ed: /familien-/ das;
-(e)s; -er Person, die einer Familie
angehört
Fa|mp|en|na|me: /familien-/ der: -ns; -n
Nachname, Zuname* der eine Person
als Mitglied einer bestimmten Familie
ausweist
Fa|mp|en|ober|haupt —» Fa(mijli|en|-
o|ber(haupt: /familicn-/ das; -(e)s;
-Oberhäupter Autoritätsperson in der
Familie, Syn.: Familienvorstand
Fa|mp|en|paB—*■ Fa|mi(l)|en|pass: /fa¬
milien-/ der; -passes; -passe 1 Aus¬
weisdokument, das für mehrere Fa¬
milienmitglieder, mindestens aber für
ein Elternteil u. die Kinder, ausge¬
stellt wird 2 Ausweis für die ermä¬
ßigte Benutzung der Züge der Deut¬
schen Bahn
Fa)mp|en|p!alnung: /familfai-/ die; - /
-en a) Begrenzung der Zahl der Kin¬
der einer Familie in Abhängigkeit zur
sozialen u. finanziellen Lage der El¬
tern b) persönliche Regelung der
Empfängnisverhütung innerhalb ei¬
ner Partnerschaft
' Fa|mp|en|po|li|tik: /familien-/ die; - ; -
staatliche Förderung der Familie u.
deren Angelegenheiten
Fa|mp|en|recht: /familim-/ das; -(e)s; -
<Rechtsw.> der die rechtliche Situati¬
on der Familie betreffende Teil des
Rechts
Fa|mp|en|ro|man: /familim-/ der;
-(e)s; -e <Literaturwiss.> längere Er¬
zählung über das Leben einer Familie
Fa|mp|en|sinn: /famili'n-/ der; -(e)s; -
anteilnehmendes Verständnis für Er¬
eignisse u. Schwierigkeiten innerhalb
der Familie; Liebe zur Familie
Fa|mp|en|sitz: /familRn-/ der; -es; -e
(meist großes) Gebäude, Haus u.
Grundstück einer (meist) vermögen¬
den od. dem Adelsstand angehören¬
den Familie
Fa|mp|en]stand: /familün-/ der; -(e)s;
- (amtsspr.) (Angabe über die) fami¬
liäre Einbindung einer Person »Unter
der Rubrik 'Familienstand' konnte
man 'ledig', 'verheiratet’, 'geschieden'
od. 'verwitwet'ankreuzen.«
Fa|mpjen|stück: /familfai-/ das; -(e)s;
-e etw., was an die Mitglieder der jün¬
geren Generation einer Familie wei¬
tergegeben wird
Fa|mp|en|un|terjhalt: /familien-/ der;
-(e)s; - finanzielles Aufkommen, Lei¬
stungen, die eine Familie zum Leben
braucht
Fa|mp|en|va|ter. /familim-/ der; -s; -v'ä-
ter Mann, der Ehefrau u. Kind(er)
(zu versorgen) hat
Fa|mp|en)verjhült|nis|se: /familien-/ die
(PI.) soziale u. wirtschaftliche Gege¬
benheiten, die das Leben einer Fami¬
lie bestimmen
Fa|mp|en|vorj$tand: /famili'n-/ der;
~(e)s; -Vorstände Autoritätsperson in
der Familie, Syn.: Familienoberhaupt
Fa|mp|en|wap|pen: das; -s; - /fami¬
lien-/ Traditionszeichen für eine Fa¬
milie, vor allem bei adeligen Familien
Fa|mp|en|zu|la|ge: /'familien-/ die; -; -n
Geldbetrag, der zur Arbeitslosenhilfe
für jedes unterhaltsberechtigte Fami¬
lienmitglied dazugezahlt wird
Fa|mp|en|zu|sam|men|füh)rung: /famf
lim-/ die; - ; -en Versuch, Familien¬
mitglieder, die durch Kriegsumstän¬
de, Vertreibungen o. ä. einander ver¬
loren haben, wieder zusammenzu¬
bringen
Fa|mi]li|en|zu|wachs: /familim-/ der;
-es; -Zuwächse Nachkomme, durch
den eine Familie vergrößert wird
fa|mos: dat.-fr> Adj. famoser; famoseste
fugs.) in beeindruckender Weise, be¬
eindruckendem Maße; toll
Fa|mu|lattur: dato die; - ; -en [geh.] Teil
des Medizinstudiums, bei dem Stu¬
dierende im Krankenhaus, in einer
Arztpraxis mit pflegetechnischen
Aufgaben vertraut gemacht werden
Fan: <engh /fön/ der; -s; -s Person, die
"einer Sache, einem Verein, einer Per¬
son usw. enthusiastisch, leidenschaft¬
lich anhängt, dafür schwärmt
(an.: Abk. fanatisch
Fa)na|ti|keR dat.-fro der; -s; - weibl.
Fajna|ti|ke|rin: die; -; -nen Person, die
eine religiöse, politische od. andere
Ideologie radikal verfolgt (u. in rück¬
sichtsloser Weise bereit ist, dafür zu
töten od. sich selbst zu töten)
fa|na|tisch: dat.-fro Adj. völlig begei¬
stert u. blind eifernd; für vernünftige
Argumente nicht zugänglich
fa|nafti|ste|ren: dat.-fro fanatisierst; fa-
natisiertest; hast fanatisiert eine Per¬
son gegen etw. aufwiegeln
Fa|na|tfs|mus: dat.-fro der; - ; - leiden¬
schaftliche, teilweise auch äußerst
rücksichtslose Verfechtung einer
Idee, Sache o. ä.
Fan|club/Fan|klub: /fän-/ der; -s; -s Ver¬
sammlung, Vereinigung von Perso¬
nen mit gleichen Interessen, ähnlicher
Begeisterung für eine Person, eine Sa¬
che od. einen Verein, auch als einge¬
tragener Verein
Fanjfajre: </r.> die; - ; -n <Musik> 1 trom¬
petenähnliches Blechblasinstrument
2 Tonfolge des Dreiklangs als Erken¬
nungszeichen, das Aufmerksamkeit
erweckt »Die Fanfaren ertönten zum
Gruß für die Ankömmlinge.« 3 Kom¬
position für Blasinstrumente
Fang: der; -(e)s; Fänge 1 a) o. PI. Auf¬
spürung u. Ergreifung eines Tieres b)
geangelte, gefischte Fische c) erlegtes
Wild (fl aufgespürtes u. gefangenes
Tier 2 a) o. PI. Maul der (Raub-)Tiere
(die Tiere jagen u. reißen) b) m. PI.
Fangzähne der Tiere, die Tiere‘jagen
u. reißen c) n. PL Füße u. Krallen Von
Raubvögeln (die Tiere jagen u.
reißen) 3 einen guten/tollen Fang
machen: (iron.J etw. od. jmd., was/
der nicht viel wert ist, jmdn. ent¬
täuscht, nicht begeistert, nicht jmds.
Vorstellung (eines Ideals) entspricht
»Na, mit der Karre hast du ja einen tol¬
len Fang gemacht.« 4 einem Wild den
Fang geben: <Jagd> ein verletztes Tier
töten
Fangjarm: der; -(e)s; -e armähnliches,
von der Kopfregion ausgehendes
Greiforgan bei im Wasser lebenden
Tieren zum Aufspüren u. Erfassen
von Beute, z. B. bei Kraken, Syn.:
[fremdsprl.] Tentakel
Fangjein|rich|tung: die; - ; -en techni¬
sches Gerät, mit dessen Hilfe Telefon¬
anrufe zurückverfolgt werden kön¬
nen, Syn.: Fangschaltung; Fangvor¬
richtung
Fang|ei|sen: das; -s; - eiserne Falle, die
bei der Raubwildjagd zum Einsatz
kommt
fan|gen: fängst;ßng(e)st; hast gefangen
1 (ein Lebewesen) durch Verfolgung
u. Jagen in die Hände, in die Gewalt
bekommen »Die Katze hat eine Maus
gefangen.« 2 einen Gegenstand aus
der Luft greifen u. festhalten »Ich
werfe den Ball, u. du versuchst, ihn zu
fangen.«
fanjgen, sich: fängst dich; fing(e)st
dich; hast dich gefangen 1 in eine Falle
361
Fänger
geraten, aus der man sich nicht befrei¬
en kann »Das Kaninchen fing sich in
der Schlinge.« 2 (körperlich od. see¬
lisch) wieder in die Waage kommen,
zur Normalität zurückkehren »Nach
dem Tod ihres Mannes hat sie sich lan¬
ge nicht gefangen.« 3 [ugs.] sich eine
fangen: eine Ohrfeige bekommen,
kassieren
Fän|gen der; -s; - weiht. Fän|ge|rin: die;
; -nen 1 Person, der”freilaufende,
streunende, wildlebende Tiere fängt 2
<Sport; Ballspiele) Person, deren Auf¬
gabe es ist, den Ball zu fangen
Fang)fra]ge: die; - ; -n Frage, mit der
"der Fragende dem Gefragten eine
Falle stellt, mit der der Gefragte ver¬
anlaßt werden soll, etw. auszuplau-
dem
fangffrisch: Adj. n. stg. <Fisch> gerade
^geangelt, noch nicht lange (keinen
Tag) gelagert
Fang|ge|biet: das; -(e)s; -e zum Tier¬
fang od. Angeln von Fischen freigege-
bens Gelände, Gewässer(abschnitt)
Fang|ge|rät: das; -(e)s; -e Falle zum
Tierfang od. Angeln von Fischen
Fang|grün)de: die (PI.) Meeresab¬
schnitt, Gewässer, der/das sich durch
hohes Fischaufkommen auszeichnet
u. dadurch hohe Fangquoten ermög¬
licht
Fang|gür)tel: der; -s; - <Landwirt.> Kle¬
bestreifen mit chemischer Beschich¬
tung, der zur Abwehr von Schädlin¬
gen um den Stamm von Obstbäumen
geklebt wird
Fang[jagd:<äe/ - ; - <Jagd> Erlegung von
Wild unter Verwendung von Fallen
u. Netzen
Fang|kort>: der; -(e)s; -körbe <Ver-
kehrsw.) korbähnliche Vorrichtung
an Schienenfahrzeugen, die verhin¬
dern soll, daß Personen im Falle eines
Unfalles überrollt werden
Fang|netz: das; -es; -e reißfestes Ma¬
schengewebe, das zum Fangen von
Fischen od. Wild eingesetzt wird
Fanfgo: <it.> der; -s; - heilkräftiger, mine¬
ralhaltiger Vulkanschlammg (Fan|-
go[pak|kung—> Fan|go|pa|ckung):
die; - ; -en auf den Körper aufgetra¬
genes Fango; Bad mit Fango zu Heil¬
zwecken
Fang|prä|mie: die; ~ ; -n Geldbetrag als
Belohnung für das Einfangen von
Personen, Tieren
Fang[schal|tung: die; - ; -en techni¬
sche^) Gerät, Vorrichtung, mit des-
sen/deren Hilfe Telefonanrufe zu¬
rückverfolgt werden können, Syn.:
Fangeinrichtung; Fangvorrichtung
Fanglschufi —» Fangschuss: der;
-Schusses; -schösse <Jagd> Schuß, der
ein angeschossenes od. verwundetes
Tier tötet
Fang|voi)rich|tung: die; - ; -en 1 System,
das den Fall einer Fahrstuhlkabine
bei einem technischen Defekt ab¬
bremst 2 technisches Gerät, mit des¬
sen Hilfe Telefonanrufe zurückver¬
folgt werden können, Syn.: <2> Fang¬
schaltung; Fangeinrichtung
Fang|zahn: der; -(e)s; -zähne scharfer
Eckzahn bestimmter Tierarten, die
Tiere jagen u. reißen (wie z. B. Wölfe,
Hunde, (Raub-)Katzen)
Fang|zeit: die; - ; -en Zeit, in der die
höchsten Fangquoten (beim Fisch¬
fang) erzielt werden können, in der
gefangen werden darf
Fan|klub/Fan|club: /fön-/ der; -s; -s Ver¬
sammlung, Vereinigung von Perso¬
nen mit gleichen Interessen, ähnlicher
Begeisterung für etw. od. jmdn.
Fan(ta|sie/Phan|ta|sie: <gr.-lat.> die; - ;
-n /fantasien/ 1 Vorstellungskraft,
Gabe, Vermögen, etw. zu erfinden,
sich in Gedanken etw. auszumalen 2
vorgestellte, erfundene Welt »In ihrer
Fantasie wohnt sie in einer Villa mit
Swimmingpool.« 3 nur Fantasie Kom¬
position; Musikstück, Syn.: <2> Vor¬
stellungskraft), Ant.: Wirklichkeit;
Tatsache
—» Fan(ta|sie|ge|bil|de: s. Phantasiege¬
bilde
—*■ fan(ta|sje|los: s. phantasielos
—* Fan)ta|sie|lo|sig(keit: s. Phantasielo-
sigkeit
—* fan(ta|sie|volt s. phantasievoll
—*■ Fan|tast/Fan|tasttin: s. Phantast/
Phantastin
—*■ Fan|tas|te|ree s. Phantasterei
Fan|ta|sy: <engh /föntesi/ die; - ; -s
Sparte von Film, Roman u. Comic,
die Phantastisches, Märchenhaftes,
Magisches u. Zauberhaftes behandelt
Fa|ra]day|kS|ftg; <engl.> /faredi-/ der; -s;
-e <Physik> a) Gehäuse od. Netz aus
Metall, das dazu dient, vor elektri¬
scher Spannung zu schützen, z. B. bei
Meßgeräten b) Gegenstand, der wie
Faradaykäfig (a) wirkt »Ein Auto ist
ein Faradaykäfig.«
färb.: Abk. farbig
Farb|ab|stim|mung: die; - ; -en a) das
In-Einklang-Bringen verschiedener
Farben od. Farbabstufungen b) Pho¬
tographie) möglichst farbgetreue
Wiedergabe durch Einstellung der
drei am Bildaufbau beteiligten Teil¬
farbenbilder
Farb|ab|stu|fung: die; - ; -en schrittwei¬
se zu- bzw. abnehmende Helligkeits-
u. Sättigungsgrade einer Farbe
Farb|ab|wei|chung: die; - ; -en a) Pho¬
tographie) Unterschied der Farbwie¬
dergabe des Abzugs zur Vorlage b)
<optisches Gerät) Strahlenabwei¬
chung vom Idealbildpunkt
Farb|ab|zug: der; -(e)s; -abziige Photo¬
graphie) Farbvergrößerung od. Kon¬
taktabzug von einem Farbnegativ auf
Fotopapier
Farb|auf|nah|me: die; - ; -n in Farbe
aufgenommenes Foto, Syn.: Farbfo¬
to; Farbphoto
Farb|band: das; -(e)s; -bänder mit Far¬
be getränktes Stoffband für eine
Schreibmaschine, Rechenmaschine
Farb|be|zeich|nung/Farjben|be|zeich|-
nung: die; ~ ; -en Name einer Farbe
od. eines Farbtons, i. T. als verbindli¬
che Norm festgelegt
Farb|bild: das; •(e)s; -er Foto in Farbe
Farbjdia: das; -s; -s durchscheinendes,
farbig entwickeltes fotografisches
Bild, das auf eine Leinwand gewor¬
fen, projiziert werden kann
Farbtdruck: der; -(e)s; -e 1 o. PI. mit
Farbe arbeitender Druckvorgang 2
farbiges Druckerzeugnis
Faijbe: die; - ; -n 1 sichtbare Tönung
von Gegenständen, Dingen 2 Stoff,
mit dem Gegenstände, Dinge bemalt,
getönt werden können »Naturfarbe«
3 <Kartenspiel> Symbol auf Spielkar¬
ten (Herz, Karo, Pik od. Kreuz) 4 eine
Gruppe, einen Staat o. ä. symbolisie¬
rende Farbe, Farbkombination auf
der Flagge 5 die Farbe wechseln: 1.
blaß, bleich od. rot werden 2. seine
(politische) Meinung ändern 6 Farbe
bekennen: [ugs.] die Wahrheit sagen,
zugeben
farb|echt: Adj. n. stg. die Farbe durch
Sonneneinstrahlung, waschen o.ä.
nicht verlierend
Farb|ef|fekt: der; -(e)s; -e besondere
Wirkung, Auffälligkeit, die mit der
gezielten Verwendung einer Farbe
od. durch die Kombination von Far¬
ben erreicht wird
Fär]be|mit|tel: das; -s; - Substanz (Flüs¬
sigkeit, Pulver o. ä.), mit der Texti¬
lien, Haare gefärbt werden können
farb|emp|find|lich/faijben|emp|find|-
lich: Adj. 1 <Film> verschiedene Far¬
ben u. Farbtöne genau erfassend 2
mit Farben gefärbt, die nicht farbecht
sind u. schnell blaß werden od. ver¬
laufen
fäijben: färbst; färbtest; hast gefärbt a)
etw. farblich verändern, mit Färbe¬
mittel bearbeiten b) eine bestimmte
Farbgebung verursachen c) Farbe ab¬
geben, verlieren d) [übertr.] prägen,
verfremden
färtben, sich: färbt sich; färbte sich; hat
sich gefärbt die Farbe wechseln; eine
andere Farbe annehmen
Far|ben|be|zeich|nung/Faib|be|zeich|-
nung: die; - ; -en Name einer Farbe
od. eines Farbtons, z. T. als verbindli¬
che Norm festgelegt
far|ben|bllnd: Adj. n. stg. ohne Farb-
wahrnehmung; nicht fähig, Farben
zu identifizieren
faijben|emp|find|lich/farb|emp|find|-
lich: Adj. 1 <Fitm> verschiedene Far¬
ben u. feinste Farbunterschiede ge¬
nau darstellend 2 beim Waschen vor¬
sichtig zu behandeln, da die Farben
leicht verlaufen
far|ben|froh: Adj. farbenfroher;
farbenfroh)e)ste mit satten, leuchten¬
den Farben versehen
Fariben|in|du|strie —»• Far|ben|in|du|s|-
tfrie: die; - ; -n Wirtschaftszweig, der
vorwiegend künstliche Farben u.
Lacke produziert
"ben|kas(ten/Farb|kas|ten: der; -s;
-kästen kleiner Behälter mit Malfar¬
ben, Syn.: Malkasten
Far|ben|leh|re/Farb|leh|re: die; - ; -n
Wissenschaft der Farben, ihrer Ent¬
wicklung u. Zusammensetzung
Far|ben|pa|let|te/Farb|pa|let|te: die; - ;
-n 1 Brett zum Anmischen von Far¬
ben 2 großes, reichhaltiges Angebot
an verschiedenen Farben
faijben|präch|tig: Adj. durch viele satte
Farben auffallend; schön durch ver¬
schiedene Farben
Farfben|spiel/Farb|spiel: das; -(e)s; -e
Farberscheinung ineinander überge¬
hender, sich mehfach ändernder Far¬
ben
Faijben|sym|bo|lik/Farb|sym|bo|lik:
die; ~ ; -en Zeichenhaftigkeit der Far¬
ben, Farbverwendung
362
Faschismus
Fäijber: der; -s; - weibl. Fär|be|rin: die;
• ; -nen Person, die berufsmäßig Tex¬
tilien od. andere Materialien färbt
F|r|ber|baum: der; -(e)s; -bäume Baum
"od. Strauch, dessen Früchte u. Blätter
zum Gerben von Saffianleder benutzt
■werden
Fär1be|rei: die; - ; -en 1 o. PI. Handlung,
die eine Färbung od. Farbverände¬
rung bewirkt 2 (Wirt.) Unternehmen,
in dem Materialien in ihrer Farbge¬
bung verändert werden
Färjbeijpflan|zen: die (PI.) Pflanzen,
die der Gewinnung von Farbstoffen
dienen
Farb|fem|se|her Kurzw. der; -s; -
Farbfemsehgerät
Farbffern|seh|ge|rät: das; -(e)s; -e
<Technik> technisches Gerät, das elek¬
trische Impulse mittels einer Bildröh¬
re in farbige, bewegte Bilder umsetzt
u. Filme usw. in den Farben, die bei
der Aufnahme zu sehen waren, wie¬
dergibt
Farb)fern|seh|ka|me|ra: die; -; -s Tech¬
nik» Aufnahmegerät, das farbige Bil¬
der übermittelt u. für Femsehaufnah-
men, z. B. in Fersehstudios, verwen¬
det wird
Farb|filjteR der; -s; - Glasscheibe, die
~vor ein Objektiv einer Kamera gesetzt
wird u. bestimmte Anteile des einfal¬
lenden Lichts herausfiltert
Farbffo|to/Farbfpho|to: Kurzw. das; -s;
-s Farbfotografie/Farbphotographie
Farb|fo|to|gra|fie/Farb|pho|to|gra|phie:
die; - ; -n in Farbe aufgenommene(s)
Fotografie, Foto auf einem Farbfilm,
Syn.: Farbaufnahme
Farfo|ge|bung: die; - ; -en Auswahl u.
Abstimmung von Farben, die ver¬
wendet werden, um etw. zu gestalten
Farb|ge|stal|tung: die; - ; -en Ausgestal¬
tung von etw. mit ausgewählten Far¬
ben in einer bestimmten Anordnung,
Komposition
Farb|hotz|schnitt: der; -(e)s; -e <Kunst;
"Druckw.) Holzschnittabdruck, der
mittels (verschieden) gefärbter
Druckstöcke hergestellt wird
farjbig: Adj. 1 a) mit Farbe(n) b) bunt;
mit vielen Farben versehen 2
<Mensch> mit dunkler Hautfarbe 3
(übertr.; Erzählweise) lebhaft, an¬
schaulich u. lebendig, Ant.: <1; 3>
farblos; <3> langweilig
Far[bi|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Farbiger; eine Far¬
bige; zwei Farbige) Angehörige(r) ei¬
ner ethnischen Gruppe; Nichtwei-
ße(r) mit dunkler Hautfarbe
Far|bigjkeih die; - ; -en 1 Buntheit 2 Le¬
bendigkeit; Vielfalt
Farb|kar|te: die; -; -n (Druckw.; Grafik)
Papierbogen mit normierten Farbtö¬
nen zum Bestimmen, zur Auswahl
von Farben
Farbfka|sten/Farjben|ka|sten —*
Farb|kas|ten/Faijben|kas|ten: der; -s;
-kästen kleiner Behälter mit Malfar¬
ben, Syn.; Malkasten
Farb|kom|bi|na|ti|on: die; - ; -en be¬
stimmte Anordnung od. Mischung
von verschiedenen Farben, um einen
neuen Farbton, andere Eigenschaften
der Farbe od. eine besondere Wir¬
kungzuerreichen
Farb|kom]po|nen]te: die; -; -n (Chemie)
chemische Trägersubstanz, die zur
Herstellung von Farbstoffen verwen¬
detwird
Farb|kom|po|si|ti|on: die; - ; -en be¬
stimmte Anordnung od. Mischung
von verschiedenen Farben, um einen
neuen Farbton, andere Eigenschaften
der Farbe od. eine besondere Wir¬
kung zu erreichen
Farb|kon|trast —> Farb|kon|t|rast: der;
-(e)s; -e a) starker, auffälliger Unter¬
schied zwischen mehreren Farbtönen,
insbesondere zwischen schwarz u.
weiß, hell u. dunkel b) (Foto; Film o.
ä.> Farbgebung eines Bildes
Farb(kör[per: der; -s; - kleines, Farbe
tragendes Teilchen; Pigment
farbl.: Abk. farblos
Farb|leh|re/Faiiben|leh|re: die; - ; -n
Wissenschaft der Farben, ihrer Ent¬
wicklung u. Zusammensetzung
farb|lich: Adj. n. stg. auf die FaTbe,
Farbgebung bezogen
Farb|li|tho|gra|phie —* auch Farb|H|*
tho|grajfie: die; - ; -n (Kunst;
Druckw.) Lithographie, die auf ver¬
schieden gefärbten Steinen hergestellt
wird
farb|los: Adj. farbloser; farbloseste 1 n.
stg. klar, ohne Färbung (u.
durchsichtig) »Der Klebstoff ist eine
farblose Flüssigkeit.« 2 (Person) unin¬
teressant u. langweilig »Der farblose
Schauspieler konnte in seiner Rolle
nicht überzeugen.« Ant.: farbig; bunt;
(2> schillernd
Farfo|lo|sig|keib die; ~ ; -en 1 das Fehlen
von Farbe 2 Langweiligkeit; Eintö¬
nigkeit
Faibjne|ga|tiv: das; -(e)s; -e (Photogra¬
phie) Bild eines Umkehrfilms auf dem
die Komplementärfarben zum Positiv
enthalten sind
Farb|nu|an|ce: die; - ; -n feine Spur,
kleinster Grad im Unterschied eines
Farbtons zu einem anderen
Farb|pajletlte/Farjben|pa|let|te: die; - ;
-n 1 Brett zum Mischen von Farben 2
große, reichhaltige Auswahl an ver¬
schiedenen Farben
Faib|pa|pien das; -(e)s; -e (Photogra¬
phie) beschichtetes Papier zur Her¬
stellung von Farbabzügen aus Farb-
negativen
Farb|pho|to/Farb(fo|to: Kurzw. das; -s;
-sFarbphotographie/Farbfotografie
Farb|phofto|gra|phie/Farb(fo|to|gra|fie:
die; ~ ; -n in Farbe aufgenommene
Photographie;- Foto auf einem Farb¬
film, Syn.: Farbaufnahme
Farb|puijver: das; -s; - Farbe u. Farb¬
pigmente als lose, feste Partikel in
trockener Form
Farb|spiel/Fartben|spiel: das; -(e)s; -e
Farberscheinung ineinander überge¬
hender, sich mehrfach ändernder
Farben
Farb|stift: der; -(e)s; -e Schreib- od.
Malwerkzeug, das in Farbe schreibt
Farb|stoff: der; -(e)s; -e Färbemittel,
natürlicher od. synthetischer Stoff,
der etw. eine Färbung gibt
farb|ton|rich|tig: Adj. n. stg. (Photogra¬
phie) so beschaffen, daß alle Farben
des Lichtspektrums in gleicher Weise
aufgenommen werden
Farbjtopf: der; -(e)s; -topfe Aufbewah¬
rungsbehältnis für Farbe
Farb|tup|fer der; -s; - bunter Fleck,
oftmals als auflockernd od. erhei¬
ternd empfunden
Fjujbung: die; - ; -en a) Handlung,
"durch die Farbveränderung bewirkt
wird; Färben von etw. b) Farbton
Farb|verjgrö|Be|rung: die; -; -en vergrö¬
ßerter Abzug einer Farbfotografie
Farjce: dat.-fr.t /farß(e)/ die; - ; -n 1 ab¬
surde Handlung, die der ursprüngli¬
chen Absicht nicht (mehr) gerecht
werden kann, ihren Zweck nur noch
nach außen hin erfüllt »Die Presse¬
freiheit war während der Militärdikta¬
tur zur Farce geworden.« 2 (Literatur-
wiss.> volkstümliches Lustspiel »Im
Theater wird eine Farce gespielt.« 3
(Kochk.) gehackte Füllung für
Fleisch od. Fisch
Farm: <engl.-amerik.> die; - ; -en a) land¬
wirtschaftlicher Betrieb (vor allem
mit Getreideanbau u. ä.) b) Zucht¬
stätte, Syn.: (dt.] Bauernhof; Hof
Farjmer:(engf.) der; -s; - weibl. Farjme)-
rin: die; - ; -nen Besitzerin) od. Päch¬
terin) eines landwirtschaftlichen Be¬
triebs; Bauer/Bäuerin
Far|mers|frau: die; - ; -en [veralt.] a)
Frau eines Farmers b) Frau, die einen
landwirtschaftlichen Betrieb führt;
Bäuerin
Farn: der; -(e)s; -e in vielen Unterarten
vorkommende Pflanze mit großen,
gefiederten Blättern
fam|ar(tig: Adj. n. stg. a) vom äußeren
Eindruck her wie Farn beschaffen b)
zu den Famgewächsen gehörend
Farn|pflan|ze: die; - ; -n 1 in verschiede¬
nen Arten vorkommende
Pflanze(ngruppe) 2 ein einzelner
Farn, eine Pflanze mit großen, gefie¬
derten Blättern
Fäijse: die; - ; -n weibliches Rind, das
noch kein Kalb hatte
Fa|san: der; -(e)s; -e u. -en eßbarer
Hühnervögel mit sehr farbenprächti¬
gen Hähnen u. graubraunen Hennen
fa|schie|ren: faschierst; faschiertest;
hast faschiert [österr.; süddt.] Fleisch¬
stücke mit Hilfe eines Fleischwolfes
fein zerkleinern
Fa|schjeijte: das; -n; - (o. Art. od. bei
vorangestellter Mengenangabe: Fa¬
schiertes) [österr.] 1 Hackfleisch 2 a)
aus Hackfleisch zubereitetes Gericht
b) faschiertes Laibchen: [österr.] Fri¬
kadellen
Fajsching: der; -s; -e u. -s [süddt.;
österr.] Tage vor Beginn der christli¬
chen Fastenzeit, an denen gefeiert
wird, sich die Menschen kostümieren,
Syn.: Karneval; Fastnacht
Fa]schings[zeib die; - ; - närrische Zeit,
die am Aschermittwoch, dem Beginn
der christlichen Fastenzeit, endet,
Syn.: Kamevalszeit
Fa|schings|zug: der; -(e)s; -züge festli¬
cher, närrischer Umzug mit kostü¬
mierten Personen zur Faschings-,
Karnevalszeit
Fa|sch[s|mus: dat.-it.> der; - ; - (Pol.)
militanteste rechtsextreme politische
Richtung, Ideologie und Herrschafts¬
form, die Fremde ausgrenzt, nationa¬
listische Ideen propagiert u. die einem
Führerprinzip folgt
363
Faschist
Faschist: der; -en; -en weibl. Fa|schist|-
in —* Fa|schisftin: die; - ; -nen <Pol.>
[abwert.] Person, die eine faschisti¬
sche Ideologie vetritt
fa|schj|stisch —* fa|schis]tisch: Adj. n.
stg. <Pol > a) rechtsradikalem Denken
verhaftet; reaktionär b) den Faschis¬
mus betreffend; zum Faschismus ge¬
hörend
fa|schi|sto|id —* fa|schis|to|id: Adj. n.
stg. <Pol.> faschistische Neigung auf¬
weisend; dem Faschismus ähnlich
Fa|se: die; - ; -n <Holzverarbeitung> ab¬
geschrägte Kante, Fläche bei Holz-
od. Steinwerkstoffen
Fa|se|lei: die; - ; -en [ugs.; abwert.] un¬
überlegtes, meist belangloses Reden
ohne Sachkenntnis
Fa|sel|hans: der; - u. -es; -e u. -hänse
[ugs.; abwert.] Person, die unüberlegt
Belangloses, Unsinniges redet
fa|saln: faselst; faseltest; hast gefaselt
[ugs.] unzusammenhängendes, dum¬
mes Zeug reden od. schreiben
Fa|ser: die; - ; -n 1 (Teil eines) (Stoff-)
Fadens »Der Pullover ist aus einer Mi¬
schung von Kunst- u. Naturfasern
hergestellt.« 2 kleinster Gewebeteil (z.
B. eines Muskels) »Einige Muskelfa¬
sern sind gerissen.« 3 mit jeder Faser,
mit allen Fasern (seines/ihres usw.)
Herzens: [ugs.] sehr stark; innig
Fa|ser|glas: das; -es; - <Technik> Glasfä¬
den
fa|se|rig/fas|rig: Adj. a) aus Fasern zu¬
sammengesetzt b) fusselig, ausge¬
franst
fa|ser|nackt: Adj. n. stg. völlig ohne
Kleidung; ganz u. gar unbekleidet,
Syn.: splitterfasernackt •
Fa|s©r|plat|te: die; - ; -n <Holzverarbei¬
tung> aus (Holz-)Fasem u. Bindestof¬
fen hergestellte Fläche
fa|ser|scho|nend: Adj. besonders sanft
u. schonend zu Gewebe(fasem)
Fa|ser|schrei|ber: der; -s; ~ Schreib-
od. Malstift mit besonders dünner
(Faser-)Spitze, Syn.: Filzstift
Fa|se|rung: die; - ; -en Struktur von Fa¬
sern
Fajshion: <lat.-fr.-engb /faschen/ die; -;
- a) Mode; das, was modern ist b) ge¬
hobene Lebensweise
Fas|nacht: die; - ; - [landsch.] fröhliches
Fest vor Beginn der christlichen Fa¬
stenzeit, Syn.: Fastnacht; Fasching;
Karneval
fas|rig/fa|se|rig: Adj. a) aus Fasern zu¬
sammengesetzt b) fusselig; ausge¬
franst
Fass.: Abk. 1 Fassade 2 Fassung
Faß —> Fass: das; Fasses; Fässer 1 Ge¬
fäß, Behälter aus Holz, Metall od.
Kunststoff in bauchiger, geschlosse¬
ner Form »Wir haben für heute abend
ein kleines Faß Bier.« 2 [veralt.] Maß
für Flüssigkeiten, das heute nur noch
für Erdöl verwendet wird 3 ein FaB
aufmachen —* ein Fass aufmachen:
[ugs.] wild feiern »An meinem Ge¬
burtstag machen wir ein Faß auf.« 4
das schlägt dem FaB den Boden aus
—* das schlägt dem Fass den Bo¬
den aus: [ugs.] jetzt reicht’s; das kann
man sich nicht bieten lassen; das ist
die größte Frechheit, Unverschämt¬
heit 5 ein FaB ohne Boden sein —*
ein Fass ohne Boden sein: etw., was
immer neue Investitionen erfordert,
ohne etw. zurückzugeben od. Gewinn
auszuschütten »Das Geschäft rentiert
sich nicht, es ist ein Faß ohne Boden.«
6 Unmaß sprengt das FaB —> Un¬
maß sprengt das Fass: Maßlosigkeit,
Übermaß hat immer schlechte Folgen
Fas|sa|de: <lat.-it.-fr.> die; - ; 1 Ge¬
bäude» (die der Straße zugewandte)
Außenwand, Vorderseite, Frontsei¬
te) 2 das (gepflegte) Äußere, durch
das man nicht auf das Innere, den
wahren (Hinter-)Grund sehen kann
Fas|sa|den|klet|te|ren der; -s; - weibl.
Fas|sa|den|kle1jtefrin: die; - ; -nen
Dieb(in), der/die an der Außenmauer
hinaufsteigt, um in ein Gebäude ein¬
zudringen
Fas|sa]den|lift: der; - fe)s; -e (Arbeits-)
Aufzug, der außen an einem Gebäude
an Seilen angebracht ist
Fas|sa]den|rei|ni|gung: die; - ; -en Säu¬
berung der Außenseiten eines Gebäu¬
des
Fas|sa|den|stukjka|teur —» Fas|sa|-
denfstu|cka|teun der; -(e)s; -e weibl.
sa]der^stu|cka[teu|rin: ^ die; - ; -nen
Person, die berufsmäßig Verzierun¬
gen u. Ornamente an Fassaden er¬
stelltu. repariert
faB|bar —fass[ban Adj. a) deutlich;
wahrnehmbar b) gut verständlich
FaB|bar|kert —» Fass|bar|keit die; - ; -
a) Deutlichkeit; Wahrnehmbarkeit b)
Verständlichkeit
FaB|bier —> Fass|bien das; -(ejs; - u.
(Sorten) -e Bier, das frisch aus dem
Faß kommt (im Unterschied zum
Dosen- u. Flaschenbier)
FäB|chen —» Fäss|chen; das; -s; - klei¬
nes Faß
fas|sen: faßt; faßtest; hast gefaßt
—*alle Formen mit ss<— 1 a) etw.
od. jmdn. in eine Hand od. beide
Hände nehmen »Er faßte sie an der
Schulter u. zog sie zurück.« b) mit der
Hand etw. od. jmdn. streifen 2 a)
(auf-)laden »Wir müssen noch unsere
Ladung fassen.« b) eine bestimmte
Menge aufnehmen »Das Glas faßt 0,2
Liter.« 3 verstehen; begreifen; inhalt¬
lich aufnehmen können »Ich kann es
nicht fassen.« 4 etw. in Worte kleiden;
formulieren »Er versuchte, seine Ge¬
fühle in Worte zu fassen.« 5 sich beru¬
higen, wieder zur Ruhe kommen »Ich
habe mich gefaßt.« 6 ineinander grei¬
fen »Das Zahnrad faßt nicht.« 7 etw.
mit einer Umrandung versehen »Ich
lasse den Rubin in Goldfassen.« 8 sich
kurz fassen: nicht viele Worte ma¬
chen, sondern kurz u. bündig etw. sa¬
gen, berichten
fäs|ser|wei|se: Adv. a) in Fässern (ver¬
packt) b) in großer Menge; das Fas¬
sungsvermögen mehrerer, vieler Fä-
ßer füllend
—» Fas|set|te: s. Facette
—* Fas|set|ten|au|ge: s. Facettenauge
Fassg.: Abk. Fassung
Fas|sl|on: dat.t die; ~ ;-en [veralt.] 1 Ein¬
gestehen eines Verbrechens 2 Steuer¬
erklärung
faß|lich —* fasslich: Adj. (leicht) ver¬
ständlich, Syn.: faßbar
Fas|son/Faj$on: dat.-fr.> /fassong u.
fassong u. [österr. u. schweizrmeist]
fasson/ die; - ; -s u. fsüddt.; Schweiz.;
österr.) -en 1 a) <Bekleidung> Muster;
Art, Form des Zuschnitts b) Form (ei¬
nes Kleidungsstücks) »Nach der er¬
sten Wäsche hat das Kleid die Fasson
verloren.« c) Figur d) [veralt.l umge¬
schlagene Verlängerung des Kragens
an einer Jacke; Revers 2 Lebensweise;
Weise der Lebensführung »Das ist
ganz nach meiner Fasson.« 3 aus der
Fasson geraten: 1. die Fassung, Hal¬
tung verlieren 2. [ugs.] an Gewicht zu¬
nehmen; dick(lich) werden; die gute
Figur verlieren 4 jeder soll, kann
nach seiner Fasson selig, glücklich
werden: jeder soll (in seinem Leben)
das tun, was er möchte, für richtig
hält »Laß sie doch nach ihrer Fasson
selig werden!«
Fas|sgn/Fa|;on/Fa|9on|n6: (fr.) /fas-
song u. fassone/ der; - u. -s; -s klein
gemustertes Gewebe
fas|so|nje|ren: fassonierst; fassoniertest;
hast fassoniert 1 Speisen, insbesonde¬
re Fleisch, eine bestimmte Form ge¬
ben 2 [österr.] die Haare bei Männern
an den Seiten u. am Nacken stufenlos
in eine bestimmte Form schneiden
Fas|son|schnitt: der; -(e)s; -e (konser¬
vativer) Formhaarschnitt, bei dem
die Seiten u. der Nacken ohne Stufen
in eine bestimmte Form geschnitten
werden
FaB|reif —» Fass|reif: der; -(ejs; -en rei¬
fenförmiger Metallstreifen, mit dem
die einzelnen Hölzer, die Dauben, ei¬
nes Faßes fixiert, befestigt sind
Faß|rei|fen —> Fass|rei|fen: der; -s; -
reifenförmiger Metajlstreifen, mit
dem die einzelnen Holzer, die Dau¬
ben, eines Faßes fixiert, befestigt sind
Fas|sung: die; - ; -en 1 Gewinde, in das
etw. eingeschraubt werden kann »die
Glühbirne in die Fassung schrauben« 2
Umrandung, die dem Halt dient 3
ausgearbeitete Form, Gestaltung,
Wortlaut (meist von sprachlichen
Werken wie Literatur o. ä.) »Die erste
Fassung ist fertig.« 4 a) innere Ge¬
mütshaltung, Beherrschung »Seine
Fassung war dahin, er weinte.« b)
jmdn. aus der Fassung bringen:
jmds. inneren, seelischen Gemütszu¬
stand durcheinanderbringen, jmdn.
schockieren c) nicht leicht, durch
nichts aus der Fassung zu bringen
sein: innerlich stabil, seelisch gefestigt
sein; sehr geduldig u. nicht nervös od.
hektisch sein
fas|sungs|los: Adj. n. stg. äußerst be¬
stürzt, völlig erstaunt; vollkommen
aus der Fassung gebracht; in hohem
Maße erschreckt; konsterniert
Fas|sungs|lo|sig|keit: die; - ; -en völli¬
ger Verlust der (inneren) Haltung;
große Bestürzung; tiefes Erschreckt¬
sein
Fas|sungs|ver|mö|gen: das; -s; ~ 1 Ka¬
pazität, Aufnahmemöglichkeit, die
eine bestimmte Menge od. Anzahl
von etw. nicht überschreiten kann 2
<übertr.> Aufnahmefähigkeit, Ver¬
ständnis, das ein Mensch für etw. od.
jmdn. aufbringen kann
faB|wei|se —* fass|wei|se: Adv. a) in
Fässern (verpackt) b) in großer Men¬
ge; das Fassungsvermögen mehrerer,
vieler Fässer füllend
364
Faust
fast: Adv. nicht ganz; (in) etwa »Er hat
fast das Tor getroffen.«
Fast food —> Fastffood/Fast Foocfc
<engl.-amerik.> /faßt fut/ das; ~ u. -s; -
(meist o. Art. gebraucht) in Schnellre¬
staurants angebotene (mit den Fin¬
gern zu essende) Speisen
Fafsten —» Fas[tene (PI. von [veralt.]
~Faste) das; -s; - a) die christliche Fa¬
stenzeit von Aschermittwoch bis ein¬
schließlich Karfreitag zur Besinnung
u. Vorbereitung auf das Osterfest b)
während der Fastenzeit auferlegter
Verzicht auf Luxusartikel, Konsum¬
güter u. auf alles Nichtlebensnotwen¬
dige c) Verringerung der, zeitweiliger
Verzicht auf Nahrungsaufnahme
fajsten —» fas|ten: fastest; fastetest;
hast gefastet a) aus religiösen Grün¬
den das Konsumverhalten einschrän¬
ken b) für eine bestimmte Zeitdauer
nichts od. wenig essen; auf bestimmte
Genußmittel verzichten, um das Kör¬
pergewicht zu reduzieren
Fa|sten|kur —* Fas|ten|kur: die; - ; -en
medizinisch angeleitete Abmage¬
rungskur, bei der durch gezielten Ver¬
zicht auf (bestimmte) Nahrung od.
völligen Nahrungsverzicht eine Ge¬
wichtsabnahme od. ein Heilungspro¬
zeß der Patienten erreicht, gefördert
werden soll
Fa|sten|spei[se —* Fas|ten|spei|se:
die; - ; -n <Religion> Nahrungsmittel,
das während der Fastenzeit gegessen,
getrunken werden darf
Fajsten|zeit —>• Fasjtenjzeifc die; - ; - a)
<Religion> Zeitraum, in dem aus reli¬
giösen Gründen (zu gewissen Tages¬
zeiten) nichts od. nur bestimmte Nah¬
rungsmittel gegessen werden dürfen
b) <kath. Kirche» von Aschermittwoch
(nach Karneval) bis Karfreitag an¬
dauernde Besinnungszeit zur Vorbe¬
reitung auf das Osterfest; Fasten (a)
—* Fastjfood/Fast Food: s. Fast food
Fastjnacht: die; - ; -en fröhliches Fest
"vor Beginn der christlichen Fasten¬
zeit, Syn.: Karneval; Fasching
Fast[nachts[ball: der; -(e)s; -balle gro-
~ße Tanz-, festliche Kostümveranstal¬
tung zu Fastnacht, Karneval, Syn.:
Faschingsball; Karnevalsball
Fast|nachts|brauch: der; -(e)s; -brau¬
che bestimmte Verhaltensweise, die
traditionell zur Fastnachtszeit ausge¬
übt wird
Fast|nachts|um|zug: der; -(e)s; -Umzü¬
ge festlicher, närrischer Marsch, Ver¬
sammlung mit kostümierten Perso¬
nen u. gestalteten Wagen zur Fast¬
nachtszeit, Syn.: Faschingsumzug;
Kamevaisumzug
Fast|nachts|zeit: die; -; - Zeit zwischen
dem 11.11. u. Aschermittwoch, Syn.:
Kamevalszeit
Fasz.: Abk. Faszination = Anziehungs¬
kraft
fasz.: Abk. a) faszinierend b) fasziniert
Fas|zi|na|ti|on: <lat.> /faßzinazion/rfie; - ;
-en Reiz, Verlockung, magnetisieren¬
de Wirkung
fas|zi|nje|ren: dat.-englo faszinierst; fas¬
ziniertest; bist/hast fasziniert a) hast
eine sehr starke, fesselnde Wirkung
ausüben, magnetisieren »Ihre Art zu
sprechen faszinierte mich.« b) bist von
etw. gefesselt sein »Ich war von der
Vorstellung fasziniert.«
Fa|ta Morjgajna: <it.» die; - ; Fata
Morganen a) Sinnestäuschung durch
Luftspiegelung, die Dinge erscheinen
läßt, die nicht vorhanden sind »Da ist
eine Oase. - Nein, das ist nur eine Fata
Morgana, von der nächsten Oase sind
wir noch weit entfernt!« b) dibertr.»
Trugbild, das man von etw. hat; Ein¬
bildung
faftal: <lat.> Adj. [geh.] a) sehr ärgerlich;
unliebsam b) verhängnisvolle Konse¬
quenzen habend
fa|ta|ler|wei|se: Adv. unerfreulicherwei¬
se; ärgerlicher-, störenderweise
Fa|ta|lis|mus: dato der; - ; - [geh.] Glau¬
be an die Unveränderlichkeit u.
Unausweichlichkeit des Schicksals,
Syn.: Schicksalsergebenheit; Schick¬
salsgläubigkeit
Fa|ta|lisfc der; -(e)s; -en weibl. Fa|ta|li|-
stin —»• Fa|ta|lis|tin: die; - ; -nen Per¬
son, deren Handeln von der Überzeu¬
gung bestimmt wird, daß das Schick¬
sal unabänderlich ist
fa|ta|l||stisch —» fa|ta|lis|tisch: Adj.
sich dem Schicksal ohnmächtig fü¬
gend; sich dem Schicksal ausgeliefert
fühlend »Mit deiner fatalistischen
Einstellung wirst du im Leben nichts
erreichen!« Syn.: schicksalsergeben;
schicksalsgläubig
Fa|ta|li|tlt: dato die; - ; -en [geh.] Un¬
glück; Ungemach; Tragik; Tragödie
Fatz|ke: der; -n u. -s; -n u. -s [ugs.; ab¬
wert.] eingebildete, selbstverliebte
Person, meist Mann
faulchen: fauchst; fauchtest; hast ge¬
faucht 1 <Tier> halblautes, zischendes,
drohendes od. warnendes Geräusch
ausstoßen »Die Katze fauchte, weil sie
sich von mir bedroht fühlte.« 2 etw. in
einem Tonfall, einem Laut ähnlich ei¬
ner drohenden Katze ausstoßen, sa¬
gen »"Sei stillr fauchte sie.«
faul: Adj. 1 <Nahrungsmittel> durch
Fäule, Gärung, Verwesung ungenie߬
bar geworden »ein fauler Apfel« 2
<übertr.» zweideutig; nicht einwand¬
frei; unglaubwürdig »Das ist ein fau¬
les Versprechen.« 3 nicht fleißig; nicht
arbeitswillig; nicht bereit, sich anzu¬
strengen »ein fauler Schüler« 4 unor-
denthch; nicht gewissenhaft 5 faule
Schäfer haben gute Hunde: wer faul
ist, läßt oft andere für sich arbeiten 6
sich auf die faule Haut legen: nichts
tun; faulenzen
Faul|baum: der; -(e)s; -bäume faulig
riechender Strauch od. Baum mit
glatten, ovalen Blättern, der kleine
Steinfrüchte hervorbringt
Fäu|le: die; - ; - unter Einwirkung von
Bakterien bewirkte Zersetzung; Ver¬
wesung, Syn.: Fäulnis
fau|len: fault; faulte; ist/hat gefault ver¬
derben; verwesen; sich zersetzen
faullenlzen: faulenzt; faulenztest; hast
gefaulenzt seine Zeit nutzlos, ohne
etw. zu tun verbringen; sich ausruhen
Faullenlzer der; -s; - 1 weibl. Faulleni-
ze|rin: die; - ; -nen [abwert.] Person,
die nichts tut 2fösterr.; ugs.] Blatt mit
Linien 3 [ugs.; veralt.] bequemer
Lehnsessel od. Liegestuhl 4 [ugs.] Be¬
hältnis, Etui, in dem Schreibwerkzeu¬
ge lose, unbefestig aufbewahrt wer¬
den
Fau|len|ze|rei: die; - ; -en (PI. s.) [ab¬
wert.] das Nichtstun; Müßiggang
Faullqas: das; -es; -e Gas, meist Me¬
thangas, das beim Verwesungsprozeß
organischer Stoffe entsteht u. nutzbar
gemacht werden kann
Faullheit: die; - ; -en a) mangelnde od.
nicht vorhandene Arbeitsbereitschaft
»Seine Faulheit ist unübertroffen.« b)
vor Faulheit stinken: [ugs.] sehr faul
sein 2 Faulheit ist der Schlüssel zur
Armut: Faulheit ist der Beginn, das si¬
cherste Mittel, arm zu werden 3 nach
Faulheit folgt Krankheit: wer faul ist,
hat keinen Lebensinhalt, wird träge,
unzufrieden u. schließlich krank
fau[liq: Adj. verwesend; verderbend;
sich zersetzend
Fäul|nis: die; - ; - unter Einwirkung von
Bakterien bewirkte Zersetzung; Ver¬
wesung, Syn.: Fäule
Fäul|nis|bak|te|rie: die; - ; -n Mikroor¬
ganismus, Bakterie, durch die Zerset¬
zungsprozesse aktiviert werden, Syn.:
Fäulniserreger
Fäul|nis|er[re|ger. der; -s; - Mikroorga¬
nismus, Bakterie, durch die Zerset¬
zungsprozesse aktiviert werden, Syn.:
Fäulmsbakterie
Faul|pelz: der; -es; -e [ugs.; abwert.] Per¬
son, die nichts tut, obwohl sie Aufga¬
ben zu erledigen hätte, arbeiten könn¬
te, Syn.: Nichtsnutz
Faullschlamm: das; -(e)s; -schlämme
Schlamm, der auf dem Grund von
Klärbecken od. verschmutzen Ge¬
wässern entsteht u. unangenehmen
Geruch verbreitet
Faulltier: das; -(e)s; -e auf Bäumen le¬
bendes mittel- u. südamerikanisches
Säugetier mit rundem Kopf, dichtem
braunen Fell u. kurzem Schwanz
FauHunq: die; - ; -en (PI. s.) Verwe¬
sung; Zersetzung
Faun: dato der; -(e)s; -e a) <Religion;
hist.» Waldgott im alten Rom b) <My¬
thologie; Literaturwiss.» Waldgeist
mit Hörnern (als Symbolisierung des
Sexualtriebs)
Faulna: dato die; - ; Faunen 1 <Zool.» a)
Gesamtheit der in einem bestimmten
Gebiet lebenden Tiere b) Zusammen¬
stellung der für ein Gebiet charakteri¬
stischen Tierarten 2 Fauna u. Flora:
Tier- u. Pflanzenwelt
Faust: die; -; Fäuste 1 geschlossene, zu¬
sammengepreßte Hand »Er schlug
mit den Fäusten auf ihn ein.« 2 mit der
Faust auf den Tisch hauen,
schlagen: [ugs.] seine Meinung äu¬
ßern u. durchsetzen »Laß dir nicht al¬
les gefallen, hau mal mit der Faust auf
den Tisch!« 3 auf eigene Faust: [ugs.]
allein u. ohne Hilfe anderer »Er ging
los u. erkundete auf eigene Faust die
Gegend.« 4 die Faust im Nacken
spüren: unter Druck stehen; gezwun¬
genermaßen etw. tun müssen »Er ar¬
beitet nur, wenn er die Faust im Nak-
ken spürt.« 5 die Faust, die Fäuste in
der Tasche ballen: seine Wut, Zorn o.
ä. nicht äußern »Er ballte die Fäuste
in der Tasche u. sagte nichts zu den un¬
berechtigten Vorwürfen.« 6 mit eiser¬
ner Faust: rücksichtslos, unter An-
365
Faustabwehr
Wendung von Gewalt »Der Aufruhr
wurde mit eiserner Faust unterdrückt.«
Faustlablwehn die; -; - <Sport> Technik
des Torwarts, der den Ball mit der
Faust aus dem Torbereich schlägt
Faustlball: der; -fe)s; -balle 1 o. PI.
Sportart, bei der zwei Mannschaften
einen Ball über eine gespannte Schnur
bringen müssen, wobei sie nur mit der
Faust od. dem Unterarm schlagen 2
Ball, der zum Faustballspiel benutzt
wird
Fäustlchen: das; -s; - 1 kleine Faust 2
sich ins Fäustchen lachen: [ugs.] sich
hinterrücks darüber freuen, daß
jmdm. ein Schaden zugefügt worden
ist, daß etw. mißlungen ist; Schaden¬
freude empfinden
faustldick: Adj. n. stg. 1 so dick wie eine
geballte Hand 2 eine faustdicke
Lüge: dreiste, unglaublich plump ge¬
äußerte Unwahrheit 3 es faustdick
hinter den Ohren haben: [ugs.] geris¬
sen, schlau sein
Fäulstel —» Fäustel: der; -s; - 1 Ham¬
mer mit besonderer Schlagkraft, der
im Bergbau u. bei der Steinbearbei¬
tung eingesetzt wird 2 keilförmiger
Stein, der in der Steinzeit als Werk¬
zeug u. zur Verteidigung diente 3
Handschuh, bei dem nur der Daumen
ein eigenes Fingerfach hat, Syn.: <3>
Fausthandschuh
Faustjfeu]er)waf|fe: die; - ; -n Schu߬
waffe, die mit einer Hand bedient
werden kann
faustlqroB: Adj. n. stg. in der Größe ei¬
ner geballten Hand
Faustlhieb: der; -(e)s; -e kräftiger
Schlag mit der geballten Hand
faujstisch —» faustisch: Adj. [geh.)
gierig nach neuen Eindrücken, weite¬
ren Erfahrungen
Faust)kampf: der; -(e)s; -kämpfe
<Sport> Zweikampf, der mit den
Fäusten nach festgelegten Regeln
ausgetragen wird; Boxkampf
Faustlkeifc der; -(e)s; -e <hist.> in der
Steinzeit als Werkzeug u. zur Vertei¬
digung benutzter Stein in der Form
eines Keils
Fäustllinq: der; -s; -e 1 Handschuh mit
einer Kammer für die Finger, nur der
Daumen hat eine separate Umhül¬
lung 2 <Bergbau> Gesteinsbrocken
von der Größe einer Faust
Faust|recht: das;-(e)s; - Recht, das sich
ausschließlich auf die Macht des
Stärkeren, Durchsetzungsvermögen
stützt
Faustlrelgel: die; • ; -n auf Erfahrungs¬
werte gestützter, generalisierter
Grundsatz
Faustischlag: der; -(ejs; -schlage kraft¬
voller, heftiger, zielgerichteter Hieb
mit der geballten Hand
Fau|v]s|mus: </r.> /fowißmuß/ der; - ; -
<Kunst> Stilrichtung in der französi¬
schen Malerei des frühen 20. Jahr¬
hunderts, die sich durch einfache
Maltechniken u. ausdrucksstarke
Farben auszeichnet
Fauxjpas: </r.> /fopa/ der; - Ifapafßjj; -
Ifopaßl Fehl verhalten; indiskrete, ge¬
gen gesellschaftliche Regeln versto¬
ßende Verhaltensweise
Fav.: Abk. Favorit(in) = vermutliche^)
Gewinnerfin)
fav.: Abk. favorisiert = bevorzugt; ver¬
mutlich gewinnend
Fa|ve|la: <port.> /fawela/ die; - ; -s Ar¬
menviertel »Die Favelas wachsen im¬
mer weiter an.«
fa|vo|ri]sig|ren: dat.-fr» /faworisiren/ fa¬
vorisierst; favorisiertest; hast
favorisiert 1 bevorteilen 2 (Sport) als
Gewinner erwarten
Fa|vo|rft: <lat.-it.-fr.> /faworit/ der; -en;
-en weibl. Fa|vo|ri|tin: die; - ; -nen 1
Protege; Liebling »Ihr momentaner
Favorit ist ein Arzt.« 2 erwartete(r)
Gewinner(in) »Er ist der Favorit im
lOOm-Lauf.«
Fa|vo|rjjten|rol|le: /faworiten-/ die; - ; -n
Position eines Günstlings, besten
Spielers, Lieblings
Fax: /fakß/ Kurzw. das; -es; -e Telefax
= über Telefonleitungen, Fernkopie¬
rer übertragenes Schriftstück
Fajxa: /fakße/ die; - ; -n 1 witzige Ge¬
sten od. komisches Mienenspiel »Er
machte Faxen zur Belustigung der
Kinder.« 2 jmdm. unüberlegt scha¬
dende Handlung; Blödsinn »Macht
keine Faxen, u. kommt mit!«
fajxen: Kurzw. /fakßen/ faxt; faxtest;
hast gefaxt einen Brief, ein Schrift¬
stück über einen Fernkopierer absen¬
den; telefaxen »Ich habe das Schreiben
vor einer Woche an die Hauptge¬
schäftsstelle gefaxt.«
Fajyencö: dt.-fr» /fajangß/ die; - ; -n
weißes Töpfergut, das mit Zinnfarben
bemalt u. glasiert ist
FAZ: Abk. 1 (Fernsehtechnik) Filmauf¬
zeichnung 2 Frankfurter Allgemeine
Zeitung (= eine Tageszeitung)
fa|zi|al: dat.> Adj. n. stg. (Med.) zum Ge¬
sicht u./od. Fazialis/Facialis, Ge¬
sichtsnerv gehörend
Fa|zia|lis/Fa|cia|lis —> Fa|zi|a|lis/Fa|ci|-
ajlis: <lat.> der; ~ ; - (Med.) kurz für
nervus facialis = beidseitiger Hirn¬
nerv, der vom Schädeldach bis zum
äußeren Ohr verläuft u. der Versor¬
gung der Gesichtsmuskeln dient
Fa|zi|li|t|t: dato die; - ; -en 1 [veralt.] si¬
cheres u. weltmännisches Auftreten;
Geschicktheit 2 (Wirt.; Bankw.)
größtmöglicher Kreditrahmen
Fajzit: data das; -s; -s 1 a) abschließende
Zusammenfassung; resümierendes
Urteil »Fazit unseres Gesprächs ist,
daß wir nicht zusammen nach Italien
fahren.« b) (End-)Summe einer Bilanz
2 das Fazit (aus etw.) ziehen: [geh.]
zusammenfassen u. das Typische her¬
ausstellen
FB: Abk. 1 Fachbereich 2 (Unterhal¬
tungselektronik) Fernbedienung 3
Firmenberater(in) 4 Finanzbuchhal¬
tung 5 Forschungsbereich 6 For¬
schungsbericht 7 (Handel) Fracht¬
briefs Fußboden
Fb.: Abk. 1 Fahrbahn 2 Flugbetrieb
fb.: Abk. 1 fahrbar 2 fahrbereit
fbg.: Abk. farbig
FBI: Abk. <amerik.> Federal Bureau of
Investigation = Bundesfahndungs-
od. Bundeskriminalamt der USA
Fbl.: Abk. 1 Faltblatt 2 Formblatt
fbl.: Abk. farblos
Fbr.: Abk. a) Fabrik b) Fabrikant(in) c)
Fabrikat d) Fabrikation
fbr.: Abk. 1 fahrbar 2 fahrbereit
Fbst.: Abk. Farbstoff
FCKW: Abk. Fluorchlorkohlenwasser-
stoff(e) = als Lösungsmittel u. Treib¬
gas verwendete chemische Verbin¬
dung, die zum Abbau der die Erde
schützenden Ozonschicht beiträgt
FD: Abk. Fernexpress, ehemalige Be¬
zeichnung für Femzüge der Eisen¬
bahn
f. d. D.: Abk. für den Dienstgebrauch
f. d. a. B.: Abk. für den eigenen Bedarf
Fdg.: Abk. 1 Fahndung 2 Federung 3
Forderungen) 4 Förderung
f. D. G.: Abk. für den Dienstgebrauch
FDGB: Abk. Freier Deutscher Gewerk¬
schaftsbund der DDR
FDJ: die; - ; - Freie Deutsche Jugend,
Verband für Jugendliche in der DDR
f. d. J.: Abk. für das, dieses Jahr
FDJ|ler: Abk. der; -s; weibl. FDJjle|rin:
die; * ; -nen (früher DDR> Mitglied
der FDJ
fdf.: Abk. feindlich
F. D. P.: Abk. Freie Demokratische Par¬
tei (= eine politische Partei in
Deutschland)
f. d. R. d. U.: Abk. für die Richtigkeit der
Unterschrift
f. d. R./F. d. R.: Abk. 1 für den, die
Rechtsunterzeichnete(n) 2 für die
Richtigkeit
F-Dun dau das; - ; - (Musik) vierter
T on der C-Dur-T onlei ter
F-Dur-Tqn|lei|ten dat.> die; - ; -n (Mu¬
sik) auf dem Grundton F beruhende
Tonleiterin Dur
Fe: Abk. dau ferrum = Eisen = chemi¬
sches Element; Schwermetall
Fea|tiire: dat.-fr.-engh /fitscher/ das; -s;
-s u. die; - ; -s aus verschiedenen Ele¬
menten u. Darstellungsformen (Inter¬
view, Kommentar u. a.) zusammen¬
gesetzter dokumentarischer Bericht
in Radio od. Fernsehen
Feb(r).: Abk. Februar
fe|bril —» fe|b|ril: Adj. (Med.) fiebrig;
mi t Fieber verbunden
Fe|bru|ar —» Fe[b|ru|ar: dal» der; -s; -e
(Pt. s.) zweiter von 12 Monaten des
Jahres; Monat zwischen Januar u.
März mit 28 od. 29 Tagen »Meine
Mutter hat im Februar Geburtstag.«
fec.: Abk. dat.> fecit = geschaffen von
(auf Kunstwerken)
Fecht|bahn: die; - ; -en für den Fecht¬
kampf vorgesehene Bodenfläche
Fecht|bru|der der; -s; -brüder [veralt.]
Landstreicher; Bettler
Fgcht|de|gen: der; -s; ~ Hieb- u. Stich¬
waffe mit schmaler Klinge
fechften: fichtst; focht (e)st; hast
gefachten 1 mit einer leichten, länge¬
ren Stichwaffe, einem Degen o. ä. ei¬
nen Kampf austragen »Heute fechten
die Mannschaften um den
Weltmeistertitel.« 2 [geh.; veralt.] im
Krieg den Soldatendienst erfüllen »Er
fechtet für unsere Sache.« 3 [ugs.;
landsch.] hausieren; an Haus- u.
Wohnungstüren betteln
Fecht|hieb: der; -(e)s; -e (meist Sport)
mit dem Degen ausgeführter Schlag
beim Fechten
Fecht|kampf: der; -(e)s; -kämpfe (meist
Sport) zwischen zwei Fechtenden aus¬
getragener sportlicher Wettbewerb
Fecht|mas|ke: die; - ; -n (Sport) Schutz¬
maske aus Drahtgeflecht, die Ge-
366
Fehlbesetzung
Sichtsverletzungen der Fechtenden
verhindern soll
Fechtsport: der; -(e)s; - sportliche Be¬
tätigung u. Wettkampf mit Hieb- u.
Stichwaffen
Felder: die; - ; -n 1 aus Horn u. haar¬
ähnlichen Fasern bestehender Teil
des Vogelgefieders »Der Pfau hat am
Schwanz bunte Federn.« 2 zum Schrei¬
ben verwendeter vorderer Teil des
Füllers bzw. früher verwendeter)
Gänsefeder, Gänsekiel, die/der zum
Schreiben in Tinte getaucht wurde 3
Holzpaneele o. ä. verbindende dünne
Leiste »Er paßte die Feder in die Nut
ein.« 4 Kraft ausübender) od. aus-
gleichende(r) (mehrfach gebogener),
spiralförmiger)) Metalldraht od. -
platte 5 a) in die, den Federn: [ugs.]
ins, im Bett »Wenn ich aufstehe, liegt
er noch in den Federn. • Los, ab in die
Federn, es ist Schlafenszeit!« b) aus
den Federn: [ugs.] aufstehen (aus
dem Bett) »Los, raus aus den Federn,
es ist schon 8.00 Uhr!« 6 sich mit
fremden Federn schmücken: Lei¬
stungen anderer Personen als die eige¬
nen ausgeben »Das hast du doch nicht
gemacht, du schmückst dich wohl mit
fremden Federn?« 7 an den Federn er¬
kennt man den Vogel: am Äußeren
eines Menschen erkennt man sein
Wesen, seinen Charakter 8 Mancher
will fliegen, ehe er Federn hat: man
sollte nicht versuchen etw. zu tun,
ohne darauf vorbereitet zu sein
Fe|der|an[trieb: der; -(e)s; -e <Technik>
mit einer Stahlfeder versehene Kon¬
struktion, die für die für eine Bewe¬
gung notwendige Kraft sorgt
Fe|der|ball: der; -(ejs; -b'älle <Sport> 1
Gummiball mit Federn od. federarti¬
gen Stabilisatoren 2 o. PI. Spiel mit ei¬
nem Federball u. -Schlägern über ein
Netz
Fe|deijball|spiel: das; -(ejs; -e Spiel mit
einem Gummibali mit Federn od. fe¬
derartigen Stabilisatoren an der Seite
u. Schlägern (über ein Netz)
Fe|der|bett: das; -(e)s; -en mit Federn
od. Daunen gefülltes Oberbett, Bett¬
decke
Fe|der|boa: die; - ; -s aus Straußenfe¬
dern gefertigter langer, schmaler
Schal, der um den Hals getragen wird
fe|der|füh|rend‘. Adj. n. stg. verantwort¬
lich; maßgeblichen Einfluß ausübend
Fe|der|füh|ning: die; ~ ; - Verantwor¬
tung, Vorsitz, Vorbildfunktion, die
von jmdm. übernommen wird
Fe|derjge|wicht: das; -(ejs; -e <Sport> t
o. PI. eine der unteren Gewichtsklas¬
sen im Kampfsport 2 Sportlerin) der
Körpergewichtsklasse Federgewicht
(1)
Fg|der|ge|wicht(len der; -s; ~ weibl. Fe|-
derjge|wlchtjle|rin: die; -; -nen Sport¬
lerin) im Kampfsport, der/die auf-
gund seines/ihres geringen Körperge¬
wichts in die Federgewichtsklasse ge¬
hört
Fe|der|hal|ter|griff: der; -(e)s; - «Tisch¬
tennis) Schiägerhaitetechnik, bei der
der Griff zwischen Daumen u. Zeige¬
finger nach oben zeigt, Syn.: Penhol¬
dergriff
fe|de|rig/fed|iig: Adj. wie eine Feder be¬
schallen; an eine Feder erinnernd
Fe[der[kern: der; -s; -e aus metallenen
Sprungfedern bestehender innerer
Teil einer Matratze
Fe|derjkem|ma|trat|ze —> Fe|der|-
kern|ma|t|rat|ze: die; - ; -n auf der
Liegefläche eines Betts aufliegendes
Polster mit einem Kern aus metalle¬
nen Sprungfedern
Fe|derjkiel: der; -(e)s; -e a) langgezoge¬
ner, stabartiger Kern aus Horn einer
Vogelfeder, von dem die Federhaare
ausgehen u. der in der Haut wurzelt
b) [veralt.] Tintenschreibgerät, das
aus dem Schaft einer Feder hergestellt
wird
Fejder|kis|sen: das; -s; - mit Federn od.
Daunen gefüllte Stoffhülle, z. B. als
Unterlage für den Kopf
Fejderjkleid: das; -(e)s; -er Gefieder,
Bewuchs mit Federn bei Vögeln
fe|der|leicht: Adj. n. stg. a) von äußerst
geringem Gewicht, wie eine Feder b)
scheinbar ohne Gewicht, nicht den
Gesetzen der Schwerkraft gehor¬
chend
Fejder|mäpp|chen: das; -s; - Etui für
Füller u. Bleistifte o. ä. in länglicher
Form, oft aus Leder
Feder|mes|ser: das; -s; - Messer, des¬
sen kleine, scharfe Klinge mittels ei¬
ner Feder in den Griff geklappt wer¬
den kann; Taschenmesser
fe|dern: federst; federtest; hast gefedert
1 sich aufgrund einer Druck- od. Zug¬
kraft zunächst zusammen- od. aus¬
einanderziehen, dann aber aus eige¬
ner Kraft in die ursprüngliche Positi¬
on zurückschnellen 2 etw. mit einem
Federungssystem ausstatten
Fejder|schaffc der; -(ejs; -schäfte der in
der Haut verwurzelter, rohrförmige
Teil einer Feder; Federkiel
Fe|deiivieh: das; -s; - [ugs.] Geflügel;
alle mit Federn bewachsene Kleintie¬
re
Fe|der|waa|ge: die; - ; -n mechanische
Waage mit einer sich mehr od. weni¬
ger dehnenden Feder, durch die das
Gewicht auf einer Skala angezeigt
wird
Fe|derfwei|Be: der; -n; -n junger, nur
leicht gegorener Wein, Traubenmost
»Federweißer schmeckt gut zu Zwie¬
belkuchen.«
Fe|der|wild: das; -(ejs; - gefiederte
Kleintiere, die gejagt werden dürfen
Fejderfwisch/Fle|der|wfsch: der; -(ejs;
-e 1 an einem Stab befestigtes Feder¬
büschel od. federartiges Gebilde zum
Abstauben 2 [ugs.] Person, die nervös
u. oberflächlich wirkt
Fe|der|wol|ke: die; ~ ; -n zarte, dünne
Wolke in den höheren Luftschichten;
Zirruswolke
Fe]der|zeicti|nung: die; - ; -en «Kunst»
a) feinlinige, mit Tusche od. Tinte u.
Feder gefertigte Zeichnung b) o. PI.
das Erstellen von Federzeichnungen
fed|rig/fe|de|rig: Adj. wie eine Feder be¬
schaffen; an eine Feder erinnernd
Fee: die; - ; -n «Mythologie» weibliche,
helfende Märchenfigur, gute Zaube¬
rin
Feedjback —» auch Feed-baok: <engl.>
/fidbäck/ das; -s; -s Rückmeldung;
Reaktion »Unsere Sendung hatte ein
positives Feedback bei den Zuschau¬
ern.«
Feellinq: «eng/.» /filing/ das; -s; -s [beson¬
ders jugendsprl.] a) Gefühlserlebnis b)
Stimmung, gefühlvolle Atmosphäre
feen|haft: Adj. feenhafter; feenhafteste
a) feengleich; anmutig; schön b) mär¬
chenhaft; geheimnisvoll
f. e. G.: Abk. für eigenen Gebrauch
Fejge: die; - ; -n Gerät, das zum Reini¬
gen von Getreide verwendet wird
Fe|getfeu|en das; -s; - «christliche Reli¬
gion» Zustand, Aufenthaltsort nach
dem Tod, in dem die Verstorbenen
von Sünden gereinigt werden, bevor
sie in den Himmel kommen
fe|gen: fegst; fegtest; hast gefegt 1 a) mit
einem Besen o. ä. kehren, säubern b)
etw. in eine bestimmte Richtung, an
einen bestimmten Ort fegen c) etw.
mit od. ohne Absicht durch Körper¬
einsatz fortwischen, an einen Ort be¬
fördern »Beim Umdrehen fegte sie die
Gläser vom Tisch.« 2 [süddt.] putzen;
säubern 3 «Sport; Eishockey» den
Puck mit dem Schläger wischend be¬
fördern 4 «Jagd» das Geweih von
Rückständen, Verschmutzung befrei¬
en
Fe|ger der; -s; - 1 Hilfsmittel zum Keh¬
ren; Besen 2 [ugs.] a) wild spielendes
Kind b) [selten] schwungvoller, elan-
voller junger Mann c) [selten] sehr le¬
bendige junge Frau
Feh|de: die; ~ ; -n langwährende Feind¬
schaft, Auseinandersetzung zwischen
Personengruppen
Feh|de|hand|schuh: der; -(ejs; -e in der
~Wendung Jmdm. den Fehdehand¬
schuh hinwerfen: 1 «hist.» dem Geg¬
ner einen Handschuh als Zeichen der
Herausforderung im Streit vor die
Füße werfen 2 mit jmdm. Streit be¬
ginnen
fehl: in den Wendungen fehl am Platz(e)
sein; sich fehl am Platz fühlen: (sich)
falsch, nicht wohl, nicht willkommen,
fühlen »Tippen kann er nicht, er ist
hier im Schreibbüro fehl am Platz. ♦
Deine Vorwürfe waren völlig fehl am
Platz. ♦ Ich glaube, ich sollte wieder ge¬
hen, ich fühle michfehl am Platz.«
Fehl|an|zei|ge: die; ~ ; -n 1 [ugs.] enttäu¬
schendes, vom Erwarteten abwei¬
chendes Resultat »Hast du sie in der
Cafeteria gefunden? - Nein,
Fehlanzeige.« 2 «Milit.» Meldung für
den Fehlschuß bei einer Schießübung
Fehlb.: Abk. «Handel» Fehlbetrag
fehl|bar. Adj. 1 n. stg. [selten] nicht ge¬
gen Fehlhandlungen od. -entschei¬
dungen gefeit 2 [schweiz.] a) n. stg.
«Rechtsw.» einer Gesetzesüberschrei¬
tung schuldig b) krank; kränklich
Fehl|barjkeiL- die; - ; - Zustand, daß
jmd. nicht gegen Fehler u. Irrtümer
gefeit ist, Am.: Unfehlbarkeit
Fehl|be|le|gung: die; - ; -en a) falsche
Reservierung eines Zimmers b)
[amtsspr.] nicht (mehr) regelgerechte
Vergabe von Wohnraum im sozialen
Wohnungsbau
fehl|be|set|zen: besetzt fehl; besetztest
fehl; hast fehlbesetzt eine Stelle od.
Rolle einer unqualifizierten, der Auf¬
gabe nicht gewachsenen Person geben
Fehl|be|set|zung: die; - ; -en a) nicht ge¬
eignete Besetzung einer Stelle od.
Rolle b) Person, die eine Stelle od.
Rolle nicht erfüllen kann
367
Fehlbetrag
Fehl|be|trag: der; -(e)s; -betrage Ver¬
lust, Defizit in einer Abrechnung
Fehl|dia|gno|se —» Fehl|di|a|g|no|se:
die; - ; -n falsche Deutung, Interpre¬
tation einer Situation (vor allem in
der Medizin)
Fehl|dis|po|si|ti|on: die; - ; -en unange¬
messene Planung, Gliederung von
Abläufen
Fehldruck: der; -(ejs; -e a) <Druekw.>
"fehlerhafter Druck, Probedruck b)
fehlerhaft gedruckte Briefmarke, die
dadurch (meist) im Wert steigt
Fehl|ein|schät|zung: die; - ; -en falsche
Deutung von etw.; unzutreffende
Vermutung
fehlten: <lat.-fr.> fehlst; fehltest; hast
gefehlt 1 a) nicht anwesend sein b) ent¬
behrt werden »Wenn du nicht da bist,
fehlst du mir schrecklich.« 2 a) an etw.
mangeln; nicht in ausreichendem
Maß zur Verfügung stehen »Es fehlt
ihm an Geld, Geduld.« b) zur Ankunft
am Ziel, Einhaltung eines Planes,
Fertigstellung erforderlich sein »Noch
zwei Gäste fehlen, dann sind alte da.« 3
plötzlich nicht mehr da sein »Ein Ohr¬
ring fehlt.« 4 [ugs.J krank sein »Was
fehlt ihm?« 5 [veralt.] etw. Unrechtes,
Falsches tun; einen Fehler machen 6
weit gefehlt: Sie liegen falsch’; im Ge¬
genteil! »Ich habe den Eindruck, es ge¬
fällt Ihnen nicht? - Weit gefehlt, es ge¬
fällt mir sehr.« 7 es fehtt(e) nicht viel:
beinahe; fast »Es fehlte nicht viel, u.
ich hätte einen Unfall gebaut.« 8 das
fehlt(e) (mir) gerade noch; das hat
(mir) gerade noch gefehlt; das hat
mir zu meinem Glück (gerade) noch
gefehlt: [iron.] das ist zuviel; das ist
jetzt nicht nötig; das ist gerade jetzt
unpassend »Das hat mir gerade noch
gefehlt, jetzt fängt es an zu regnen.«
Fehl|ent|wick|lung: die; ~ ; -en Fortfüh¬
rung, Ausdehnung in eine falsche od.
unerwünschte Richtung
Fehlten der; -s; - 1 etw. nicht richtig
Gemachtes »Du hast fünf (Recht¬
schreib-) Fehler im Diktat.« 2 a) un¬
schönes, falsches Verhalten, nachtei¬
liger Charakterzug einer Person »Ihr
Fehler ist, daß sie nie nein sagen
kann.« b) unüberlegte(s), nachteili¬
ge^), falsche(s) Verhalten, Handlung
»Es war ein Fehler von mir, dich nicht
anzurufen.« 3 bei der Herstellung ent¬
standener Mangel an einem Produkt
»Webfehler« 4 Anderer Fehler sind
gute Lehren Fehler anderer erkennt
man besser als die eigenen, man kann,
soll daraus lernen
feh|ler|frei: Adj. n. stg. ohne Fehler; ma¬
kellos
feh|ler(haffc Adj. fehlerhafter; fehlerhaf¬
teste mit Fehlern versehen, behaftet
feh|ler|los: Adj. n. stg. fehlerfrei; makel¬
los
Feh|leijquel|le: die; - ; -n Ursache, Ur¬
sprung für entstehende Fehler
Feh|lerjsu|che: die; ~ ; -n Ausschau
nach Fehlem; Auffinden von Abwei¬
chungen
Fgh|!eijzahl: die; - ; -en Menge der Feh¬
ler; Anzahl der Abweichungen
Fehljgelburt: die; - ; -en <Med.> a) vor¬
zeitiges Gebären, Verlust eines Em¬
bryos, der nicht lebensfähig od. tot ist
»Nach der Fehlgeburt riet ihr der Arzt,
mit einer Schwangerschaft ein halbes
Jahr zu warten.« b) der totgeborene
Embryo
fehl|gi«i|fen: greifst fehl; griff (e)st fehl;
~hast fehlgegriffen einen Fehler verur¬
sachen, machen
Fehl|in|foiima|ti|on: die; - ; -en falsche,
unzutreffende Auskunft; unrichtige
Daten über etw.
Fehl|in|tsiipre|ta|ti|on: die; ~ ; -en fal¬
sche Auslegung, unzutreffende Dia¬
gnose von etw.
Fehl|in|ve|sti|ti|on —» Fehl|in|ves|ti|ti|-
"on: die; - ; -en a) <Wirt.> Kapitalanla¬
ge, die sich nicht rentiert, keinen Ge¬
winn bringt, zusätzliche Kosten ver¬
ursacht, unwirtschaftlich ist b) [ugs.]
Gegenstand, dessen Kauf sich nicht
gelohnt hat
Fehl|kal|ku|la|ti|on: die; - ; -en a) <Wirt.>
falsche Berechnung der entstehenden
Kosten; unzutreffende Schätzung b)
falsch durchgeführtes Abwägen des
Für u. Wider; irrtümliche Annahme
Fehlfkauf: der; -(ejs; -kaufe a) [geh.] Er-
"werb einer Ware, die den Ansprüchen
od. Erwartungen nicht entspricht,
überteuert ist b) [ugs.] käuflich erwor¬
bener Gegenstand, der den Erwartun¬
gen nicht entspricht
Fehl|kon|struk|ti|on —» Fehl|kon|s|t|-
ruk|ti|on: die; ~ ; -en a) falsch aufge¬
bautes, installiertes od. zusammenge¬
fügtes Objekt; fehlerhafter Aufbau b)
nicht funktionstüchtiges, mit techni¬
schen Mängeln behaftetes Objekt
Fehl|mel|dung: die; ~ ; -en a) falsche,
unzutreffende Mitteilung, Nachricht
b) negativer Bescheid; enttäuschendes
Resultat; Fehlschluß
Fehl|paß —* Fehl|pass: der; -passes;
-passe «Ballsport» mißglücktes Zu¬
spiel
Fehl|pla|nung: die; ~; -en fehlerhaft kal¬
kuliertes Vorgehen, falsche Abwä¬
gung der notwendigen Arbeitsschritte
Fehl|schlag: der; -(e)s; -schlüge 1 (un¬
erwartete) Niederlage; negatives Er¬
gebnis, Ende; nicht erfolgreicher Aus¬
gang »Das Projekt war ein großer
Fehlschlag.« 2 <Sport> Schlag ins Lee¬
re »Nun darf er sich keinen Fehlschlag
mehr leisten.«
fehl|schla|gen: schlägt fehl; schlug fehl;
ist fehlgeschlagen nicht gelingen; nicht
der Vorstellung gemäß eintreffen
Fehl|sich|tig|keit: die; -; -en <Med.> Stö¬
rung des Sehvermögens durch Kurz-
od. Weitsichtigkeit od. eine Augen¬
krankheit
Fehl|start: der; -(e)s; -s 1 <Sport> Start
vor dem Startzeichen 2 «Luftfahrt;
Raumfahrt) mißlungenes Abheben
Fehltritt: der; -(ejs; -e 1 unglückliches
Auftreten mit dem Fuß (durch das
eine Verletzung auftritt) »Durch einen
Fehltritt habe ich mir den Knöchel
verstaucht.« 2 Dummheit, Fehler,
Verstoß gegen ein Gesetz, Gebot,
Versprechen
Fehl|utjteik das;-(ejs; -e a) zu milde od.
strenge (richterliche) Entscheidung b)
falsche, unzutreffende Meinung,
(richterliche) Entscheidung
Fehl|ver|hal|ten: das; -s; - unangemesse¬
nes, gegen gesellschaftliche Regeln
verstoßendes Verhalten
Fehl|zün|dung: die; - ; -en «Technik)
verfrühte od. verspätete Zündung des
Kraftstoffgemisches
feilen: in der Wendung gegen etw. ge¬
feit sein: gegen etw. gewappnet, un¬
empfindlich sein »Gegen diesen Vor¬
wurf war er nicht gefeit.«
Fei|er: die; * ; -n 1 festliche Zusammen¬
kunft; Fest, das aus einem bestimm¬
ten Anlaß veranstaltet wird »Wir la¬
den alle Freunde u. Verwandten zu der
(Geburtstags-) Feier ein.« Syn.: Fest;
Fete; Party 2 zur Feier des Tages: um
einen Anlaß gebührend zu würdigen
Fei|erjabend —* Fei|er|a|bend: der; -s;
-e 1 a) Ende der Arbeitszeit; Beginn
der Freizeit »Um 16.00 Uhr habe ich
Feierabend. ♦ Nach Feierabend treibe
ich viel Sport.« b) Freizeit »Er ver¬
bringt den Feierabend vor dem
Fernseher.« 2 damit, mit etw. ist (bei
jmdm.) Feierabend: [ugs.] damit ist
(für jmdn.) endgültig Schluß »Ich hei¬
rate morgen, mit dem fröhlichen Jung¬
gesellenleben ist nun endgültig
Feierabend.« 3 Jetzt ist (endgültig)
Feierabendl: Schluß jetzt! Ich dulde
das nicht mehr!
Fej|er|abend|be|schüf|ti|gung —» Fei|-
er|a|bend|be|schäf|ti|gung: die; - ;
-en Tätigkeit, die in der Freizeit aus¬
geführt wird
Fei|er|abend|ver|kehr —» Fei|er|a|*
bend|verjkehr: der; -(ejs; - hohes
Verkehrsaufkommen auf Straßen u.
in Bahnen bei Arbeitsende, zum Zeit¬
punkt des Feierabends
Feie|rei —» Fei|e|rel: die; - ; -en [ugs.;
oft abwert.] wiederholtes, unange¬
nehm ausgiebiges, als störend emp¬
fundenes Feiern
f«i|er|lich: Adj. 1 a) festlich; einem festli¬
chen Ereignis entprechend, würdig
»feierliche Ansprache« b) besonders
eindrucksvoll »ein Geschenk feierlich
überreichen« 2 etw. ist (schon) nicht
mehr feierlich: [ugs.] etw. ist nicht zu
ertragen, ist zu viel (verlangt)
Fei|er|lich|kert: die; -; -en 1 Fest; feierli¬
ches Beisammensein 2 besonders ein¬
drucksvolle Redeweise b) o. PI. Ernst¬
haftigkeit, Erhabenheit
fei|ern: feierst; feiertest; hast gefeiert a)
ein Ereignis feierlich begehen »Ge¬
burtstag feiern« b) in ausgelassener
Stimmung sein »Wir haben an jedem
Wochenende gefeiert.« c) jmdn. hoch¬
leben lassen »Die Zuschauer feierten
den Sieger.«
Fei|er|stun|de: die; ~ ; -n festliche Ver¬
anstaltung zu einer besonderen Gele¬
genheit
Fe(|er|tag: der; -(ejs; -e a) arbeitsfreier
Tag; jährlicher Gedenktag »Dieser
Tag ist in katholischen Bundesländern
ein Feiertag.« b) ein aus persönlicher
Sicht besonderer Tag »Endlich ist die
Arbeit fertig. Das ist für mich ein Fei¬
ertag.«
fgj|er|t8g|lich: Adj. n. stg. für den Feier¬
tag charakteristisch; einem Feiertag
angemessen
fei|erjtags: Adv. an Feiertagen
Fej|er|tags|stim|mung: die; - ; -en ent¬
spannte Gemütslage, die für einen
Feiertag charakteristisch ist
fe|g/fei|ge: Adj. feiger; feig(e)ste «Ver¬
halten; Charakter» [abwert.] nicht
368
feinsandig
mutig; jede Gefahr scheuend, jede
Anforderung meidend »Der feige Kerl
traut sich nicht, mir seine Meinung zu
sagen.«
Foi|ge: die; - ; -n 1 Tropenbaum mit
großen, fünflappigen Blättern u. vio¬
letten od. grünen, süßen, eßbaren
Früchten; Feigenbaum 2 Frucht des
Feigenbaums, die frisch od. getrock¬
net gegessen wird 3 a) [derb] sekundä¬
res, äußeres Geschlechtsmerkmal der
Frau; Vulva bl [derb; veralt.] Prosti¬
tuierte; Hure
Fei|gen|baum: der; -(e)s; -bäume Tro¬
penbaum mit großen, fünflappigen
Blättern u. violetten od. grünen, sü¬
ßen, eßbaren Früchten
Feijgen|blatt: das: -(e)s; -blätler 1 Blatt
des Feigenbaums, aus dem sich Adam
u. Eva nach biblischer Überlieferung
einen Lendenschurz fertigten 2 blick¬
dichte Verpackung; etw., was eine aus
Scham zu verdeckende Stelle bedeckt,
verhüllt
Fe||gen|kak|tus: der; - u. -ses; -kakteen
u. [ugs.] -se bäum- u. strauchartiger
Kaktus mit kleinen Blättern u. gelben
od. roten Blüten
Feiglheit: die; --e« beklemmendes Ge¬
fühl in Gefahrsituationen, das zu
Rückzug u. Vermeidung von Risiken
führt
Feig|her|zig|keit: die; ~ ; -en [veralt.]
Feigheit
Fejg|ling: der; -s; -e [abwert.] Person,
die nicht mutig ist u. vor jeder Anfor¬
derung zurückschreckt
feil|bie|ten: bietest feil; bot(e)st feil;
hast feilgeboten [veralt.] verkaufen;
zum Kauf anbieten
Feil|ble|tung: die; - ; -en 1 [veralt.] An¬
bieten von etw. zum Kauf 2 [österr.]
Auktion; Versteigerung
Fej|le: die; - ; -n Werkzeug mit einem
Blatt aus gerilltem Metall, mit dem
etw. ein wenig abgehobelt, geglättet
werden kann
feilten: feilst; feiltest; hast gefeilt 1 mit
einer Feile von einem harten Material
kleinste Stücke lösen, etw. ebnen »Sie
feilte ihre Fingernägel.« 2 <übertr.> ei¬
nen Text sorgfältig ausformulieren
feilschen: feilscht; feilschtest; hast ge¬
feilscht den Preis für etw. aushandeln;
versuchen, einen Preis herunterzu¬
handeln »Auf sudeuropäischen Märk¬
ten wird erwartet, daß man um den
Preis der Waren feilscht.« Syn.: han¬
deln
fein: <fr.> Adj. 1 a) fast pulvrig »feiner
Sand« b) dünn u. leicht »feines Haar«
c) von zarter Erscheinung »feine
Figur« 2 a) sehr deutlich, genau »Die
Punkte waren fein herausgearbeitet.«
b) präzise, einwandfrei funktionie¬
rend »feines Gehör« 3 von sehr guter
Qualität »ein feines Restaurant« 4 von
sehr gutem, anständigem, gebildetem
Charakter »ein feiner Herr« 5 gut; er¬
wähnenswert; Anerkennung verdie¬
nend »Das ist eine feine Sache. « Das
hast du fein gemacht.« 6 fein (he)raus
sein: [ugs.) endlich wieder in positiver
Situation sein »Wenn das Geschäft
klappt, bin ich fein heraus.«
—> fein ge|mah]ten: s. feingemahlen
—s- fein ge|schwun|gen: s. feinge¬
schwungen
—* fein ge|spon|nen: s. feingesponnen
—» fein verfteitt: s. s. feinverteilt
Fein|ab|stim|mung: die; - / -en (Tech¬
nik.) exakte Justierung eines Apparats
(bevor er in Betrieb genommen wird);
Feineinrichtung
Fejn|ar|beit: die; - ; -en präzise Endbe¬
arbeitung, um ein Erzeugnis zu per¬
fektionieren
Fein|bäcke|rei (Fgin|bäkjke|rei —*
Fein|bä]ckejrei): die; - ; -en Bäckerei,
die süße Teigwaren anbietet; Kondi¬
torei
Fein|btech: das; -(e)s; -e sehr dünnes
Blech für spezielle Arbeiten
Fe|nd: der; -(e)s; -e weibl. Fein|din: die;
~ ; -nen 1 a) Person, die einem od.
mehreren anderen Menschen nicht
freundlich gesinnt ist u. ihr schaden
will, sie bekämpft »Sie waren Feinde.«
b) (Staat o. ä.> eine (politisch, militä¬
risch) einem anderen Lager, Bündnis
angehörende Macht, die dem eigenen
System schaden, es zerstören will 2
Person, die etw. entschieden ablehnt
»Er war ein Feind von Gewalt.« Ant.:
Freund 3 ran an den Feind): [ugs.;
scherzh.] los, fangt an, nur keine
Hemmungen »Das Buffet ist eröffnet;
ran an den Feind!« 4 jmdm. feind sein
—> jmdm. Feind sein: jmdm. feind¬
lich, nicht freundschaftlich gesinnt
sein S Besser offener Feind als zwei¬
deutiger Freund: ein zweifelhafter
(vielleicht falscher) Freund bedeutet,
birgt oft größere Gefahr als ein (er¬
kannter) Feind 6 Das Bessere ist der
Feind des Guten: etw. mag noch so
gut sein, es muß aber etw. Besserem,
Vollkommenerem Platz machen, wei¬
chen 7 Der ärgste Feind ist in uns
selber: der eigene Charakter, die eige¬
nen schlechten Eigenschaften (wie z.
B. Neid, Bosheit, Unzufriedenheit o.
ä.) schaden am meisten 8 Viel Feind,
viel Ehr: (hat seinen Ursprung im
Wahlspruch Maximilian 1.) viele
Feinde zu haben spricht für jmdn., ist
sehr ehrenvoll
Feind|be|rüh|rung: die; - ; -en <Milit.>
Zusammentreffen mit feindlichen mi¬
litärischen Einheiten
Feindbild: das; -(e)s; -er (oft von Vor¬
urteilen geprägte) Vorstellung, die
man von einem Gegner hat, mit der
man sich einen Feind aufbaut, defi¬
niert
Feind|ein|wir|kung: die; ~ ; -en <Milit.>
Auswirkung feindlicher Aktionen
Fein|des|hand: in der Wendung in
Feindeshand: [veralt.] im Besitz, in
der Gewalt des Gegners
Fejn|des|land: das; -(e)s; - Bereich, der
sich in Feindeshand befindet; Zone,
die der Gegner vereinnahmt hat, be¬
sitzt
feind|lich: Adj. 1 a) so wie ein Feind b)
gegnerisch; den Feind betreffend; von
Seiten des Gegners 2 etw. negativ ge¬
genüberstehen, gesinnt sein
Feind|lich|keit: die; - ; -en 1 o. PI. feind¬
liche, ablehnende Einstellung jmdm.
gegenüber 2 feindliche Verhaltens¬
weise
Feind|schaft: die; ~ ; -en a) ein negati¬
ves, nicht freundschaftliches Verhält¬
nis zwischen Gegnern mit der Bereit¬
schaft zu schaden »Die Feindschaft
zwischen diesen Gruppen hätte gar
nicht erst entstehen dürfen.« b) Ver¬
hältnis zwischen Gegnern, gegneri¬
schen Gruppen
feind|schaft|lich: Adj. voller Feind¬
schaft, Ablehnung; von Feindschaft
bestimmt
feind|se|lig: Adj. voller Feindschaft,
Ablehnung; von Feindschaft be¬
stimmt
Feind|se|lig|keit: die; - ; -en 1 o. PI.
feindseliges, ablehnendes Verhalten
jmdm. gegenüber 2 kämpferische,
kriegerische Auseinandersetzung
Feind|senjder. der; -s; - <Milit.> Radio¬
station des Gegners
Fejn|ein|ste(J!ung: die; ~ ; -en exakte Ju¬
stierung eines Apparats (bevor er in
Betrieb genommen wird); Feinab¬
stimmung
fefn|füh|lig: Adj. a) empfindsam u. sensi¬
bel; darauf bedacht, niemanden zu
verletzen od. unter Druck zu setzen
»Sie machte eine wenig feinfühlige
Bemerkung.« b) (Technik) empfind¬
lich, genau justiert
Fein|füh|lig|keit: die; - ; -en a) empfind¬
same, einfühlsame, sensible Art b)
(Technik) Reaktion auf minimale Im¬
pulse
Feing.: Abk. Feingold
Fein)ge|bäck: das; -(e)s; - meist süße
Backwaren, Plätzchen
Feinlgejfühl: das; -(e)s; - besondere
Empfindsamkeit, Empfindlichkeit,
Sensibilität
fein|ge|mah|len —* fein ge|mah|ten:
Adj. feiner gemahlen; am feinsten ge¬
mahlen in kleinste Teilchen zerklei¬
nert; pulverähnlichfein|ge|schwun|-
gen —*■ fein ge]schwun|gen:
Adj. feiner geschwungen; am feinsten
geschwungen in einem dünnen, ele¬
ganten Bogen verlaufend »feinge¬
schwungene Linien«
fe!n|ge|spon|nen —* fein ge|spgn|nen:
Adj. feiner gesponnen; am feinsten ge¬
sponnen zu einem zarten, dünnen Fa¬
den verarbeitet, gedreht
Fein|gold: das; -(e)s; - besonders reines,
hochwertiges Gold
fein|kör[nig: Adj. 1 aus kleinsten Kör¬
nen bestehend 2 (Photo; Film) beson¬
ders empfindlich, hochauflösend
Fein|kost: die; - ; - sehr wohlschmek-
kende, nicht alltägliche, exquisite Le¬
bensmittel, Syn.: Delikatessen
Fein|kost|ge|schäft: das; -(e)s; -e Le¬
bensmittelgeschäft, in dem Delikates¬
sen verkauft werden, Syn.: Delikates¬
sengeschäft
fein|ma|schig: Adj. mit engen Maschen
geknüpft
Fein|me|cha|nik: die; • ; - Fachgebiet
der Technik, das sich mit der Kon¬
struktion empfindlicher (Meß-)Gerä-
te beschäftigt
Fein|mes|sung: die; ~ / -en (Technik)
sehr präzise Ermittlung von Längen
od. Werten mit hoher Genauigkeit
fein|ner|vig: Adj. sehr feinfühlig; extrem
gefühlsbetont _
fejn|po|rig: Adj. mit kleinsten Öffnun¬
gen, Poren »feinporige Haut«
Feins.: Abk. Feinsilber
fein|san|dig: Adj. mit feinkörnigem
Sand bedeckt; aus feinem Sand be¬
stehend
369
Feinschmecker
Fe|n|schmecker (Fein|schmek|ker —»
Fein|schme|cker): der; -s; - weibl.
Fejnjschmeckejrin (Fein|schmek|ke|-
rin —> Fein|schme|cke|rin): die; - ;
-nen Person, die eine Vorliebe für gut
zubereitete Speisen u. Delikatessen
hat
Fein|schineckeijlo|kal (Fein|schmek|-
ker|lo|kal —> Fe|n|schme|cker|loj-
kal): das; -(e)s; -e Restaurant, dessen
Küche auf ausgewählte Gerichte u.
Getränke spezialisiert ist
Fein|schnitt: der; -(e)s; -e besondere
Sorte Rauchtabak
Fgin|sil|ber: das; -s; - besonders reines,
hochwertiges Silber
fein|sin|nig: Adj. künstlerisch begabt;
sehr aufmerksam, empfindsam
Fein|struk|tur: die; • ; -en 1 geordneter
Teilbereich eines komplexe Systems 2
a) <Physik> die in Spektralapparaten
beobachtete Aufspaltung vieler Spek¬
trallinien von Atomen b) (Technik)
gitterförmige(r) Aufbau, Anordnung
der Moleküle eines Werkstoffs
Fein|un|ze: die; ~ ; -n Maßeinheit für
das Gewicht von Feinedelmetallen
fejn|ver|teilt—> fein verteilt: Adj. feiner
verteilt; am feinsten verteilt ausgegli¬
chen, gleichmäßig verbreitet
Fein|wä|sche: die; - ; Textilien, die be¬
sonders schonend gewaschen werden
müssen
feist: Adj. feister; feisteste a) unansehn¬
lich dick; unerträglich fett b) hämisch;
hinterhältig; schadenfroh
fej|xen: feixt; feixtest; hast gefeixt (hä¬
misch, schadenfroh) breit lächeln
Fel|chen: der; -s; - <Zoob schlanker
Fisch aus der Familie der Lachse
Feld: das; -(e)s; -er 1 a) Gebiet, das mit
Feldfrüchten, Getreide bepflanzt ist,
landwirtschaftlich bearbeitet wird,
wurde »Die Felder müssen bewässert
werden, wenn es nicht bald regnet.« b)
weites, ebenes, offenes Gebiet »Wir
wandern durch Wald u. Feld.« 2 kurz
für Schlachtfeld = Ort, an dem ge¬
kämpft wird 3 a) kurz für Sportfeld;
Spielfeld »Die 22 Spieler betreten das
Feld.« b) (Brettspiel) Einteilungen,
Markierungen eines Spieles »Rücke
fünf Felder vor.« c) (Gesamtheit der)
Teilnehmer eines sportlichen Wett¬
rennens »Das Feld ist noch dicht
zusammen.« 4 (Physik) Bereich, in
dem die von etw. ausgehenden Eigen¬
schaften wirksam sind »magnetisches
Feld« 5 das Feld räumen: gehen; wei¬
chen; seinen Platz freigeben »Komm,
laß uns das Feld räumen.« 6 das Feld
beherrschen: führend, anerkannt
sein »Auf dem Gebiet beherrscht dieser
Konzern allein das Feld.« 7 jntdm. das
Feld streitig machen: jmdn. verdrän¬
gen wollen, mit ihm konkurrieren
»Sie wollen mir wohl das Feld streitig
machen?« 8 jmdm. das Feld
überlassen: freiwillig gehen, weichen,
seinen Platz räumen »Ich werde ihr
wohl od. übel das Feld überlassen
müssen.« 9 ein weites Feld sein: ein
Gebiet sein, zu dem viel zu sagen wäre
»Das Thema Umweltschutz ist ein wei¬
tes, schwieriges Feld.« 10 Auf Nach¬
bars Feld steht das Korn besser, was
andere haben, besitzen, ist, erscheint
immer begehrenswert
Feld|ahorn —> Feld|a|horn: der; -s; -e
(PI. s.) als Strauch od. Baum wach¬
sender Ahorn mit kleinen, langstieli¬
gen Blättern
Feld|ar|beit: die; - ; -en 1 Arbeit auf
dem Acker 2 (Soziol.) empirische Be¬
fragung durch Marktforscher od.
Wissenschaftler, die Menschen zu be¬
stimmten Themen befragen u. Daten
sammeln; Feldforschung
Feld|arftil|le|rie: die; - ; -n (Milit.) meist
ungepanzerte, leichte u. bewegliche
Geschütze
Feld|bahn: die; -; -en (Milit.) Feldeisen¬
bahn, die für Transporte benutzt wird
Feld|bett: das;-(e)s; -en leichtes Klapp¬
bett, das gut transportiert u. einfach
aufgestellt werden kann
Feld|cham|pi|gnon—» Feld|cham|pi|g|-
non: der; -s; -s auf Weiden u. Vieh¬
wiesen wachsende Pilzart, Syn.: Wie¬
senchampignon
Feld|fla|sche: die; ~ ; -n (Milit.) flache
Metallflasche zum Transport von Ge¬
tränken
Feld|flur: die; ~; - in Gemeindebesitz be¬
findliches Ackerland
Fetd|for|schung: die; - ; -en (Soziol.)
empirische Befragung durch Markt¬
forscher od. Wissenschaftler, die
Menschen zu bestimmten Themen be¬
fragen u. Daten sammeln
Feld|frucht: die; ~ ; -frächte (m. PI.)
Ackerpflanze bzw. deren Frucht
Feld|got|tes|dienst der; -(e)s; -e (Mi¬
lit.) von einem Feldgeistlichen bzw.
Militärpfarrer (im Freien) im Kriegs¬
fall od. im Manöver o. ä. abgehalte¬
ner Gottesdienst
Feld|gras|wirt|schaft: die; - ; -en (Land¬
wirt.) abwechselnde Bewirtschaftung
von Boden als Ackerland u. Wiese;
Wechselwirtschaft
Feld|hand|ball: das; -(e)s; - im Freien
stattfindendes Handballspiel
Feld|ha|se: der; -n; -n auf Äckern u. Fel¬
dern lebende Hasenart mit graugel¬
bem bis braunem Fell u. heller Bauch¬
seite
Feld|hau|bitjze: die; - ; -n (Milit.) meist
ungepanzertes, bewegliches, großka¬
libriges Geschütz mit kurzem Rohr
Feld|heer: das; -(e)s; -e (Milit.) im
Kampf stehender Teil einer Truppe
Feld|herr: der; -(e)n; -en (Milit.) [ver-
alt.J Oberbefehlshaber eines Heeres
Feld|herrn|blick: der; -(e)s; -e unnach¬
giebiger, unduldsamer, aufmerksa¬
mer Blick in die Ferne
Feld|hockey (Feld|hok|key —» Feld|-
ho|ckey): das; -s; - im Freien stattfin¬
dendes Hockeyspiel
Feld|hü|ter: der; -s; - [veralt.] Person,
die Ackerland bewacht, Syn.: Flur¬
schütz
Feld|jä|geR der; -s; - (Milit.) 1 n. PI.
Truppengattung der Bundeswehr, die
militärische Operationen u. den Ver¬
kehr überwacht 2 Angehöriger der
Feldjäger (1)
Feld|ka|plan —» Feld|ka|p|lan: der; -s;
-kapläne (Milit.) [veralt.] katholischer
Feldgeistlicher
Feld|kü|che: die; ~ ; -n (Milit.) bewegli¬
che Küche, Küchenwagen zür Ver¬
pflegung der Soldaten im Einsatz
Feld|la|geR das; -s; - (Milit.) [veralt.]
Lager des Heeres, das sich in Kriegs¬
handlungen befindet
Feld|la|za|rett: das; -s; -e (Milit.) mobile
Krankenstation, Einrichtung zur
Versorgung kranker u. verwundeter
Soldaten im Einsatz
Feld|marjschall: der; -s; -marschälle
(Milit.) [veralt.] 1 höchster militäri¬
scher Dienstgrad 2 Offizier dieses
Dienstgrads
Feld|maus: die; - ; -mäuse Wühlmaus
mit gelblichem bis graubraunem Fell,
die auf Äckern, Wiesen u. Feldern
lebt
Feld|mes|ser: der; -s; - [veralt.] Inge¬
nieur, der Vermessungen des Landes
vomimmt
Feld|post: die; • ; - (Milit.) Postverbin¬
dung im Krieg, die Briefe zwischen
Truppe u. Ängehörigen portofrei
transportiert
Feld|post|kartte: die; - ; -n (Milit.) Post¬
karte, die mit der Feldpost transpor¬
tiert wurde
Feld|pre|di|ger der; -s; - (Milit.) [ver¬
alt.] Militärgeistlicher
Feld|sa|lat: der; ~(e)s; -e Salatpflanze
mit länglichen, ovalen, in Rosetten
angeordneten Blättern
Fek)]spat: der; -(e)s; - (Geologie) farb¬
loses, gesteinsbildendes Mineral, das
in vielen Arten u. Formen vorkommt
Feld|spie|leR der; -s; ~ weibl. Feld|-
spie|le|rin: die; - ; -nen (Sporn Spie¬
lerin) einer Mannschaft auf dem
Spielfeld (u. nicht im Tor)
Feld|stärjke: die; • ; -n (Physik) Kraft,
die in einem Feld wirkt
Feld|stu|die: die; - ; -n (Soziol.) empiri¬
sche Forschung der Marktforscher
od. Wissenschaftler, die Menschen zu
bestimmten Themen befragen u. Da¬
ten sammeln
Feld|theo|rie —> Feld|the|o|rie: die; - ;
-n (Sprachwiss.) Theorie des sprachli¬
chen Feldes, die den Wortschatz einer
Sprache als ein in Zonen geordnetes
Feld betrachtet
Feld|über|le|gen|heit —» Feld|ü|ber|le|-
gen|heit: die; - ; -en (Sport) Vorteil ei¬
ner Mannschaft während des Spiels
auf dem Spielfeld
Feld|ver|such: der; -(e)s; -e Erprobung
unter realen, natürlichen Umständen;
praktischer Test
Feld|we|bel: der; -s; - 1 (Milit.) a) o. PI.
höchster Dienstgrad eines Unteroffi¬
ziers b) o. PI. in der Bundeswehr un¬
terster Dienstgrad eines Unteroffi¬
ziers mit Portepee c) Offizier mit dem
Dienstgrad Feldwebel 2 [ugs.; ab¬
wert.] herrschsüchtige Frau
Feld|weg: der; -(e)s; -e meist nicht as¬
phaltierter Weg durch Äcker u. Wie¬
sen
Feld|zug: der; -(e)s; -züge 1 (Milit.)
strategisch geplanter kriegerischer
Angriff »Der Feldzug wurde durch den
Wintereinbruch behindert.« 2 geplante
Aktion gegen jradn. od. etw. »Der
Feldzug für die Gleichberechtigung der
Frau war erfolgreich.«
Felg|auf|schwung: der; -(e)s; -auf¬
schwünge (Turnen) Aufschwung an ei¬
ner (Reck-)Stange mit einer ganzen
Drehung des Körpers
370
Fensternische
Fel|ge: die; - ; -n 1 <Fahrzeug> äußerer
Rahmen eines Rades (in den die Spei¬
chen auslaufen), in dem der Reifen
eingefaßt ist 2 <Sport> Schwung um
den Holm beim Geräteturnen »Er
machte eine Felge.« 3 nicht bebauter,
umgepflügter Acker
Fel|gen|brem|se: die; - ; -n <Technik>
"Bremsvorrichtung, bei der Bremsbak-
ken an der Felge des Rades greifen u.
dort abbremsen
Felg|um|schwung: der; -(e)s; -Um¬
schwünge <Turnen> ganze Drehung
aus der Grundhaltung
Fell: das; -(e)s; -e 1 a) Behaarung eines
Tieres zum Schutz vor Kälte, Nässe
usw, b) Tierhaut zur Weiterverarbei¬
tung, Herstellung von z. B. Beklei¬
dungsstücken 2 jmdm. das Fell Ober
die Ohren ziehen: [ugs.] jmdn. reinle¬
gen, betrügen, ausnutzen »Laß dir
beim Handeln nicht das Fell über die
Ohren ziehen!« 3 jmdm. juckt das
FeM: [ugs.] jmd. ist frech, übermütig o.
ä. u. provoziert damit jmdn. »Euch
juckt wohl das Fell? Gleich bekommt
ihr eine Tracht Prügel!« 4 ein dickes
Fell haben, bekommen, sich ein dic¬
kes Fell anschaffen, zulegen: [ugs.}
unempfindlich sein, werden, sich un¬
empfindlich machen »Die ständigen
Sticheleien störten ihn nicht, er hatte
ein dickes Fell (bekommmen).« 5 a)
jmdm. sind die, alle Felle fortge¬
schwommen, davongeschwommen:
jmds. Träume,Hoffnungen sind da¬
hin b) seine Felle fortschwimmen,
davonschwimmen, wegschwimmen
sehen: seine Träume, Hoffnungen
zerrinnen sehen 6 Einem Ochsen
kann man nur einmal das Fell über
die Ohren ziehen: jeder läßt sich nur
einmal ausnutzen
Fel|la|che: <araba der; -n; -n weibl. Fel|-
lafchin: die; - ; -nen; Bewohnerin)
der ländlichen Regionen des vorderen
Orients, der/die vom Ackerbau lebt
Fel|la|tio: <lat.> /fellazio/ die; - ; - sexuel-
Ie(s) Technik, Vorgehen, bei der/dem
der Penis des Geschlechtspartners mit
Zunge, Zähnen u. Lippen stimuliert
wird
fet|la|tio|ni§jren —> fel|la|ti|o|nie|ren:
/fellazioniren/ fellationierst; fellatio-
niertest; hast fellationiert einen Ge¬
schlechtspartner durch Fellatio sti¬
mulieren
Fels: der; - u. -en u. -ens u. [ugs.] -es;
-en 1 fester (Stein-)Block »Wirfuhren
zum Drachenfels.« 2 «überto standfe¬
ste, felsenfeste, nicht zu verunsichern¬
de, nicht zu erschütternde Position
Felslbild: das; -fejs; -er Malerei, die
von frühen Kulturen an die steinerne
Wand einer Höhle od. eines Felsen
gemalt wurde, Syn.: Höhlenmalerei
Fel|sen: der; -s; - großer Gesteinsbrok-
ken
Fel|sen|bucht: die; - ; -en von Felsen ge¬
säumter, ins Land hineinragender
Teil eines Meeres od. Sees
fe)|sen|fest: Adj. n. stg. sehr sicher; äu¬
ßerst fest; fest wie ein Felsen
Fel|senjge|birjge: das; -s; - Gebirgszug
mit vielen Felsen
Fe(|sen|grab: das; -(e)s; -gröber Fels¬
höhte, die als Grabstätte dient
Fel|sen)rHT: das; -(e)s; -e Felsenkette im
Meer, auch unter der Wasseroberflä¬
che
Fel|sen|schlucht: die; - ; -en tiefer Ein¬
schnitt in eine Landschaft mit steil
abfallenden Felswänden
Fel|sen|vorjsprting: der; -(e)s; -Vor¬
sprünge (aus einem Berg) hervorra¬
gender Felsen
folfsig: Adj. a) mit Steinen, Geröll od.
Felsen bedeckt »felsiger Weg« b) aus
Gestein od. Felsen »felsiges Kellerge-
wöbe«
Fels|kup|pe; die; - ; -n unbewachsener,
"felsiger oberer Teil eines Berges
Fgls|ma|le|rei: die; - ; -en in frühen Kul¬
turen an die steinerne Wand einer
Höhle od. eines Felsens gemalte bild¬
liche Darstellung, Syn.; Höhlenmale¬
rei
Fels|na|se: die; - ; -n herausragender
Vorsprung an einer glatten Felswand
Fels|re|li|ef: das; -s; -s u. -e herausgear¬
beitetes Bildwerk, plastische Darstel¬
lungen in einem Felsen
Fels|spal|te: die; ~ ; -n steil abfallende,
enge Vertiefung in einem Felsen od.
zwischen zwei Felsbrocken
Fels|wand: die; ~ ; -wände a) meist steil
abfallende od. aufsteigende Seitenflä¬
che eines Felsens b) felsige Bergwand
Feis|zeich|nung: die; - ; -en in frühen
Kulturen an die steinerne Wand einer
Höhle od. eines Felsens gemalte bild¬
liche Darstellung, Syn.; Höhlenmale¬
rei
Fern.: Abk. <Sprachwiss.> Femininum =
weibliches Geschlecht
fern.: Abk. feminin = a) weiblich; frau¬
lich b) <Sprachwiss.> weiblichen Ge¬
schlechts
fe|mi|nin: <lat.> Adj. weiblich
Fe|mi|ni|num: data das; -s; Feminina
<Sprachvviss.> a) Nomen, Substantiv,
Hauptwort weiblichen Geschlechts
»Das Wort ‘Sonne’ist ein Femininum,
man erkennt das am Artikel 'die'.« b)
eines der drei grammatischen Ge¬
schlechter, Genera des Deutschen;
das weibliche Genus
Fe|mi|nis|mus: data der; - ; Feminismen
1 o. PI. Richtung der Frauenbewe¬
gung, die ein neues Verständnis der
Rolle der Frauen in der Gesellschaft
anstrebt u. die traditionelle Aufga¬
benteilung zwischen Mann u. Frau in
der Gesellschaft in Frage stellt u. be¬
kämpft 2 <Bio.> weibliche Merkmal¬
sausprägung beim Mann od. männli¬
chen Tieren
Fe|mi|ni|stin —> Fe|mi|nisftin: die; - /
-nen Vertreterin der Frauenbewe¬
gung; Frauenrechtlerin, die für die so¬
ziale Gleichstellung der Frau in allen
gesellschaftlichen Bereichen eintritt
u. die traditionelle Gesellschafts¬
struktur in ihren Auswirkungen
durchschaubar machen will
Femme fajtale: <fra /famm fatal/ die; - ;
-s [scherzh.; sonst veralt.] extrava¬
gante, verführerische Frau
Fenjchel: data der; -s; - (PI. nur in Zu¬
sammensetzungen: zwei Fenchelknol¬
len) Gemüse, das zubereitet gegessen
u. getrocknet als Tee od. Arznei ver¬
wendet wird
Fen|chel|ge|mii|se: das; -s; - Knollen
des Fenchels als Beilage gekocht
Fen|chel[tee: der; -s; - Tee, der aus den
getrockneten Samen der Fenchel¬
pflanze zubereitet wird
Fen|der: der; -s; - stoßdämpfende Vor¬
richtung aus Gummireifen od. Kork
o. ä. an der Außenwand des Schiffs,
um die Wände vor Beschädigungen
beim Anlegen zu schützen
Fen|nek/Fe[nek: der; -s; -s u. -e Wüsten¬
fuchs; kleines Raubtier, mit langem,
wolligem Fell u. außergewöhnlich
großen Ohren, das in den Wüsten u.
Steppen Afrikas lebt
Fen|ster —*■ Fgnsjter: data das; -s; - 1
a) mit einer Konstruktion aus Holz-
od. Kunststoffrahmen u. Glas ge¬
schlossene Lücke in der Wand eines
Gebäudes, die Helligkeit hineinläßt
u. der Belüftung dient b) kurzfür Fen¬
sterflügel = gerahmte, mit einem
Verschluß versehene Glasfläche als
Teil des Fensters c) kurz für Schau¬
fenster = verglaste Wandöffnung,
hinter der Waren ausgestellt werden 2
weg vom Fenster sein: [ugs.] nicht
mehr interessant, wichtig, aktuell sein
3 sich zu weit aus dem Fenster leh¬
nen, hängen: sich zu sehr engagieren
Fen|steijbank —» Fens|terjbank: die;
- ; -banke das Fenster zur unteren
Wand hin abschließende Platte aus
Holz, Stein o. ä.
Fen[ster[bo|gen —> Fens|terjbo|gen:
der; -s; - u. -bögen oberer Teil eines
in besonderer Weise konstruierten
Fensters, das nicht rechtwinklig, son¬
dern bogenförmig abschließt
Fen|steijbrii|stung —* Fens(ter)brüs|-
tung: die; ~ ; -en Wandstück, das di¬
rekt unterhalb des Fensters liegt
Fen|ster]flii|gel —> Fens(ter|flü|gel:
der; -s; - die einzelnen, aufklappba¬
ren bzw. schwenkbaren Elemente ei¬
nes Fensters
Fen|ster|front —» Fens|ter|tront: die;
- ; -en (Vorder-)Seite eines Gebäudes,
Wand eines Hauses, die von zahlrei¬
chen Fenstern durchbrochen ist
Fen|ster|git|ter—*■ Fens|terjgit|ter: das;
-s; - Konstruktion aus hroizontalen
und vertikalen (oft verzierten), in die
Wand gemauerten Eisenstäben an
der Außenseite eines Fensters, die vor
Einbruch schützen soll
Fen[ster|kitt —»• Fens(ter|kitt: der;
-(e)s; - u. (Sorten) -e zum Verkleben
u. Abdichten von Fensterglas im Fen¬
sterrahmen verwendete zähe Masse
Fen)ster|kreuz —> Fens|teijkreuz: das;
-es; -e gekreuzte Rahmenkonstrukti¬
on innerhalb eines Fensters mit vier
Flügeln
Fen|ster|la[den—* Fens(teijla|den: der;
-s; -laden meist hölzernes Brett od.
Flügelkonstruktion zum Verschlie¬
ßen, Abdunkeln des Fensters von au¬
ßen
fen|sterin —* fens|terln: fensterlt; fen-
sterlte; hat gefensterlt [süddt.; österr.]
nachts durch Fenster ins Zimmer ei¬
nes Mädchens (mit einer Leiter) ein¬
steigen
fen|ster|los —*■ fens[ter)los: Adj. n. stg.
ohne Fenster
Fen|ster|(u|ke —> Fens|ter|lu|ke: die; -;
-n kleines (Dach-)Fenster
Fen|steijni|sche —> Fensfter|ni|sche:
die; - ; -n Vertiefung, Einbuchtung in
371
Fensteröffnung
einer Mauer, einer Wand, in der sich
ein Fenster befindet
Fen|ster|öff|nung —» Fens|ter|öff|-
nung: die; - ; -en Aussparung in einer
Wand, in die ein Fenster eingebaut
werden soll, worden ist
Fen|äter|platz —> Fens|ter|platz: der;
-es; -platze am Fenster gelegener Sitz¬
platz »Ist noch ein Fensterplatzfrei?«
Fen|ster|put|zer —> Fens|terlpirt|zer:
~der; -s; • weibl. Fen)ster|put|ze|rin
—> Fensjter|put|ze|rin: die; • ; -nen
Person, die beruflich Fensterscheiben
reinigt
Fen|ster|rah|men —> Fens|ter|rah|men:
~der; -s; - a) äußerer Teil der Fenster¬
konstruktion, der im Mauerwerk be¬
festigt ist b) beweglicher innerer Fen¬
sterrahmen, in den das Fensterglas
eingepaßt ist
Fen|sterjschel|be —> Fensjter|schei|-
be: die; - ; -n Glasfläche eines Fen¬
sters
Fen|ster|sims —> Fensjteijsims: der u.
das; -es; -e waagerechte Mauerfläche
an der Außenseite eines Fensters
Fenjsterjsturz —» Fensjterjsturz: der;
-es; -stürze 1 Fall aus einem Fenster
heraus 2 PI. auch -e oberer, waagrech¬
ter Abschluß der Fensteröffnung in
Form eines Trägers aus Stein, Beton
od. Eisen
Fenjstetizarjge —» Fens|ter|zar|ge: die;
- ; -n <Bauw.> Fassung, äußerer Rah¬
men eines Fensters, die/der im Mau¬
erwerk verankert ist
Fenz: die; • ; -en [veralt.] Zaun, mit dem
etw. abgeteilt, eingefriedet ist
fe|ri|al: Adj. [österr.] ferientypisch; zum
Urlaub gehörend; entspannt u. locker
Fe|ri|en: <lat.> /feri'n-/ die (PI.) mehrere
Wochen umfassender Zeitraum, in
dem in einer Institution (Schule, Uni¬
versität, Gericht o. ä.) die Arbeit ruht;
Erholungspause, Syn.: 'Arbeitnehme-
r(in)> Urlaub
Fe|ri|en|ar|beifc /feri'n-/ die; ~ ; -en a)
Job, der von Schülern od. Studenten
während der Ferienzeit angenommen
wird b) (Haus-)Arbeit, Aufgabe, die
während der Ferien zu erledigen ist
Fe|ri|en|auf|entfha(t: /feri'n-/ der; -(e)s;
-e 1 Anwesenheit an einem Ort wäh¬
rend der Ferien 2 [selten] Urlaubsort
Fejri|en|be|ginn: /feri'n-/ der; -(e)s; -
Anfang der Ferien(zeit)
Fe|ri|en|dorf: /feri'n-/ das; -(e)s; -darfer
Ansiedlung von kleineren Häusern,
die an Urlauber vermietet werden
Fe]ri|en|gast: /feri'n-/ der; -(e)s; -gäste
Besucher, der sich während seines Ur¬
laubs an einem Ort aufhält; Urlau¬
berin)
Fe|ri|en|haus: /feri'n-/ das; -es; -häuser
Gebäude, das zur Ferienzeit an Ur¬
lauber vermietet wird
Fg|ri|en[job: /feri'n-/ der; -s; -s Arbeit,
die von Schülern od. Studenten wäh¬
rend der Ferienzeit angenommen
wird
Fe|ri|en|kind: /feri'n-/ das; -(e)s; -er
Kind, das während der Ferien Gast in
einem Ferienheim od. bei einer ande¬
ren Familie ist
Fe|ri|en|ko|lo|nie: /fgri'n-/ die; -; -n Ein¬
richtung, in der Kinder u. Jugendliche
ihre Ferien verbringen
Fe)ri|en|kurs: /feri'n-/ der; -es; -e 1 an ei¬
ner Hochschule während der Ferien,
der vorlesungsfreien Zeit stattfinden¬
de Lehrveranstaltung für ausländi¬
sche Studenten 2 Sprachkurs im Aus¬
land, den Schüler während ihrer Fe¬
rien besuchen können
Fe|ri|en|ort: /feri'n-/ der; -(e)s; -e 1
Dorf od. Ortschaft, an dem jmd. seine
Ferien verbringt 2 Ortschaft, in der
sich regelmäßig viele Urlauber wäh¬
rend ihrer Ferien aufhalten
Fe]ri|en|pa|ra|dies: /feri'n-/ das; -es; -e
wunderschöner, für jeden etw. bieten¬
der Urlaubsort -
Fe|ri|en|park: /feri'n-/ der; -s; -s für Ur¬
lauber gestaltetes Gebiet mit Ferien¬
häusern, Gartenanlagen u. verschie¬
densten Freizeitangeboten
Fe|ri|en|rei|se: /feri'n-/ die; - ; -n Fahrt
an einen Urlaubsort in den Ferien,
Syn.: Urlaubsreise
Fe|ri|enjstim|mung: /feri'n-/ die; - ; -en
freudige, entspannte, erwartungsvolle
Gemütslage in der Ferien- u. Ur¬
laubszeit
Fe|ri|en|woh|nung: /feri'n-/ die; - ; -en
Wohnung, Räumlichkeiten, die zur
Ferienzeit an Urlauber u. Gäste ver¬
mietet wird/werden
Fe|ri|en)zeit: /feri'n-/ die; - ; -en Zeit¬
raum, in dem (Schul-)Ferien sind; Ur¬
laubszeit
Feijkel: das; -s; - 1 heranwachsendes
Schwein 2 a) unsauberer Mensch b)
Mensch mit unmöglichem Benehmen;
Schmutzfink »Er benahm sich wie ein
Ferkel.«
Fer]ke|le[: die; - ; -en [ugs.; abwert.] a)
Unsauberkeit; Verschmutzung b) ob¬
szöne Bemerkung od. Handlung
ferkeln: ferkelst; ferkeltest; hast gefer¬
kelt 1 <Sau> werfen; Junge gebären 2
<Mensch> [abwert.] kleckern; schlab¬
bern; etw. vergießen, verschütten
ferm: Adj. [österr.] fest; sicher; geübt;
firm »In Englisch ist er ferm.«
Fer|men[ta|t1|pn: dal» /fermentazion/
die; - ; -en 'Chemie; Bio.> 1 durch
Bakterien u. Enzyme verursachter
Prozeß der chemischen Wandlung 2
Entwicklung des Aromas in Nah¬
rungsmitteln
Fer|ment|bil|dung: die; - ; -en 'Chemie;
Bio.> Entstehung u. Entwicklung von
Gärstoffen bzw. Enzymen
feijmen|tie]ren: fermentierst; fermen¬
tiertest; hast fermentiert etw. durch
Fermantation behandeln; aromatisie¬
ren
fern: Adj. a) (Strecke) weit weg; in gro-
~ßer Distanz b) <Zeitraum> weit zurück
in der Vergangenheit c) <Zeitraum>
weit voraus in der Zukunft, Ant.: nah
fern: Pr'äp. mit Dal. [geh.] in großer
(räumlicher od. zeitlicher) Entfer¬
nung
—* fern hal|ten: s. fernhalten
—» fgm hallten, sich: s. fernhalten, sich
—» fgrn lie|gen: s. fernliegen
Fern|amt: das; -(e)s; -ämter [veralt.]
Vermittlungsstelle) für Telefonge¬
spräche ins Ausland
Fernjaus|lö|ser. der; -s; - 'Photogra¬
phin Zubehör eines Fotoapparates,
um den Kameraverschluß auch aus
einer Distanz öffnen zu können
tern|be|die|nen: nur im Infinitiv u. im
Partizip II, Perfekt gebraucht: hast
fernbedient einen Apparat mit einem
entsprechenden technischen bzw.
elektronischen Hilfsmittel aus der Di¬
stanz handhaben
Fern|be|die|nung: die; -; -en Hilfsmittel
"zur Einstellung von Audio-, Videoge¬
räten o. ä. aus einiger Distanz
fem|blei|ben: bleibst fern; blieb(e)st
fern; bist femgeblieben [geh.] nicht er¬
scheinen; nicht hingehen
Fer|ne: die; ~ ; -n 1 o. PI. a) Entfernung
b) [geh.] entfernter Raum; weit weg
gelegenes (unbekanntes) Gebiet; Wei¬
te; Fremde 2 PI. s. a) weit in der Ver¬
gangenheit liegende Zeit b) weit in der
Zukunft liegende Zeit
ferjner: Adv. [geh.] in der Zukunft; zu¬
künftig, weiter; in Bälde
fer|ner: Konj. a) außerdem; überdies;
darüber hinaus b) (unter) ferner
liefen: [ugs.] nicht von sehr großer Be¬
deutung, Wichtigkeit; mit keinem gu¬
ten Ergebnis
fer|ner|hin: Adv. [geh.] in der Zukunft;
zukünftig; weiterhin
feijneijhfn: Konj. außerdem; überdies;
darüber hinaus
Fern|fah|reR der; -s; - weibl. Fem|fah|-
re|rin: die; - ; -nen Fahrer(in) eines
Lastwagens, -zugs od. Sattelschlep¬
pers, vor allem über weite Strecken
Fem[ge|spräch: das; -(e)s; -e Telefon¬
gespräch über weite Entfernungen
fern|ge|steu|ert: Adj. n. stg. mit einer
entsprechenden technischen bzw.
elektronischen Einrichtung, z. B. ei¬
nem Sender, aus einiger Entfernung
zu bedienen
Fernjglas: das; -es; -gläser optisches
Gerät mit zwei Linsensystemen, wel¬
ches vor die Augen gehalten wird, um
entfernte Objekte sehen zu können
fern|gucken (fgrn|guk|ken —* fern|gu|-
cken): guckst fern; gucktest fern; hast
ferngeguckt [ugs.] femsehen; das
Fernsehprogramm verfolgen; in den
Fernsehapparat schauen
fern|halfton —» fern hal|ten: hältst fern;
hielt(e)st fern; hast ferngehalten
—»hast fern gehalten<— jmdn., etw.
nicht nahe heranlassen; jmdn. auf Di¬
stanz halten »Solange er im Kranken¬
haus liegt, sollten wir diese unnötigen
Streitereien von ihm femhalten.«
fern|hal|ten —» fern hal|ten, sich: hältst
dich fern; hielt(e)st dich fern; hast
dich ferngehalten —»hast dich fern
gehalten*— Abstand halten; sich
entziehen
fern|hei|zen: heizt fern; heiztest fern;
hast ferngeheizt durch eine Fernhei¬
zung mit Wärme versorgen
Fern|hei|zung: die; -; -en Anlage für die
Versorgung von (Privat-)Häusern mit
Heizenergie durch ein Fernheizwerk
fern|ko|pie|ren: kopierst fern; kopiertest
fern; hast fernkopiert [veralt.] a) mit
Hilfe eines Fernkopierers, (Tele-)
Faxgerätes übertragen b) mit dem
(Tele-)Faxgerät kopieren, Syn: (tele-)
faxen
Fern|ko|pie|rer der; -s; - [veralt.] (Tele-
)Faxgerät; Gerät zur Bild- u. Text¬
übermittlung über das Telefonnetz
Fem|kufs/Fem|kur|sus: der; -kurses; -
kurse Lehrveranstaltung, bei der die
372
Ferntrauung
Lernenden durch verschicktes Unter¬
richtsmaterial (u. begleitende Radio-
od. Fernsehsendungen) unterrichtet
werden
Fem|la|ster :—» Fern|las|ter. der; -s; -
[ugs.] Fernlastwagen, -zug; Lastkraft¬
wagen, mit dem Güter über längere
Strecken transportiert werden
Fern|lei|he: die; - ; -n a) Abteilung der
Bibliothek, die die Fernleihe betreut
b) das Ausleihen aus einer Bibliothek
in einer anderen Stadt über die eigene
Bücherei
Fern|leib|veijkehr: der; -(e)s; -es Aus¬
tausch von Büchern mit Bibliotheken
im In- u. Ausland
Fern|lei|tung: die; - ; -en Leitungskabel
-od. -rohr, welches über eine große
Entfernung verlegt ist
fem|!en|ken: lenkst fern; lenktest fern;
hast ferngelenkt mit einer entspre¬
chenden technischen bzw. elektroni¬
schen Einrichtung, z. B. einem Sen¬
ders, ein Gerät aus einiger Entfer¬
nung bedienen, fernbedienen
Fern|len|kung: die; - ; -en technisches
bzw. elektronisches Gerät, z. B. ein
Sender, mit dem aus einiger Entfer¬
nung ein Gerät bedient u. gesteuert
werden kann
Fern|licht: das; -fe)s; -er starkes, weit
reichendes Scheinwerferlicht an
Kraftfahrzeugen
fern|lfe|gen —> fern lje|gen: liegt fern;
lag fern; hat ferngelegen —>hat fern
gelegen■*— a) unsinnig, verfehlt sein
b) nicht angestrebt, beabsichtigt sein
Fem|mei|de|amt: das; -(e)s; -ämter für
den Telefonverkehr zuständige Ge¬
schäftsstelle
Fern|mel|de|dienst: der; ~(e)s; -e Abtei¬
lung, zuständiger Bereich für Installa¬
tionsarbeiten einer Telekommunika¬
tionsgesellschaft
Fern|mel|de|geheim|nis: das; -ses; -se
<Rechtsw.> Verpflichtung für Mitar¬
beiter der Telekommunikationsge¬
sellschaften, Kenntnisse über Tele¬
fongespräche u. ä. nicht an Dritte
weiterzugeben
Fgrn|mel|de|tech|nik: die; - ; - Bereich
der Elektrotechnik, der sich mit Tele¬
fon, Funk u. ä. beschäftigt
Fem|mel|de|trup|pe: die; - ; -n <Milit.>
Bereich, Einheit, der/die für das mili¬
tärische Fernmeldewesen u. ä. u. die
Elektrotechnik verantwortlich, zu¬
ständig ist
Fern|mel|detturm: der; -(ejs; -türme
Funkturm; die Häuser überragendes
Gebäude, über das elektrische Sende-
irapulse übermittelt werden
fern|münd|lich: Adj. n. stg. [veralt.] per
Telefon; telefonisch
Fernr.: Abk. Fernruf
Fern|mf: der; -(e)s; - [veralt.] 1
Telefonanschluß 2 Telefonnummer
Fernschr.: Abk. a) Fernschreiber b)
Fernschreiben
Fern|schrei|ben: das; -s; - durch einen
Fernschreiber übermittelte Nachricht
Fem|schrei|ben der; -s; - Gerät, das
zur Übermittlung von Textnachrich¬
ten dient
fern|schrift|lich: Adj. n. stg. [veralt.]
durch ein, von einem Telexgerät über¬
mittelt
Fern|seh|an|sa|ger der; -s; - weibl.
Fern|seh|an|sa|ge|rin: die; • ; -nen
Persop, die Fernsehsendungen u. ä.
im Fernsehen ankündigt od. anmode¬
riert
Fern|seh|an|ten|ne: die; - ; -n Metall-
"konstruktion an od. auf Häusern zum
Empfang von Femseh- u. Radiopro¬
grammen
Fern|seh|ap|pa|rat: der; -(ejs; -e Gerät
zum Empfang u. zur Wiedergabe von
Fernsehsendungen, Syn.: Fernsehge¬
rät; Fernseher; TV(-Gerät)
Fern|seh|bild: das; -(ejs; -er durch das
Fernsehgerät übermitteltes Bild
Fern|seh|emp|fang: der; -s; - Übermitt¬
lung von Sendungen über Antenne
od. Satellit zum Fernsehgerät
Fern|se|her: der; -s; - 1 kurz für Fern¬
sehapparat 2 Person, die fernsieht;
Zuschauer
Fern|seh|film: der; -(e)s; -e (im Fernse¬
hen ausgestrahlter u.) für das Fernse¬
hen gedrehter Film
Fern|seh|ge|bühn die; - ; -en Gebühr,
Abgabe für Fernseh- u. Radioemp¬
fang der öffentlich-rechtlichen Sende¬
anstalten
Fernjseh|ge|rät: das; -(e)s; -e Gerät
zum Empfang, Umsetzen von ver¬
schlüsselt gesendeten Bildern mit
Ton, mit dem Sendungen, Filme usw.
empfangen werden können, Syn.:
Fernsehapparat; Fernseher
Fern|seh|in|terjview: das; -s; -s Ge¬
spräch mit einem Fernsehberichter¬
statter, Interview das für das Fernse¬
hen geführt wird, dort gesendet wird
Fern|seh|jour|na|list: der; -en; -en weibl.
Fern|seh[jourjna|li|stin —> Fem|seh|-
jour|na|lis|tin: die; - ; -nen Korrespon¬
denten), Mitarbeiter(in) eines Fern¬
sehsenders, der/die Bildberichte re¬
cherchiert u. zusammenstellt
Fern|seh|ka|me|ra: die; - ; -s Aufzeich¬
nungsgerät für Fernsehbilder
Fem|seh|kol|leg: das; -s; -s u. [selten]
-ien Telekolleg; Vorlesungsreihe im
Fernsehen zu Fernstudium od. Fern¬
kursen
Fern|seh|kom|men|ta|ton der; -s; -en
~weibl. Fem[seh|kom|men|ta|to|rin:
die; - ; -nen Journalist(in), der/die zu
aktuellen Ereignissen im Fernsehen
Stellung bezieht
Fern)seti|lot)teJrie: die; - ; -n vom Fern¬
sehen durchgeführtes u. übertragenes
Glücksspiel
Fern|seh|pro|gramm —> Fem|seh|pro|-
g|ramm: das; -(ejs; -e 1 Zusammen¬
stellung aller Sendungen (eines od.
mehrerer Sender) »Das Fernsehpro¬
gramm wirdfür Monate im voraus ent¬
wickelt.« 2 Zeitschrift, Heft o. ä., in
dem die Zusammenstellung aller Sen¬
dungen für eine od. mehrere Wochen
abgedruckt ist
Fern|seh[re|porjta|ge: die; - ; -n aktuel¬
ler Bericht mit Interviews im Fernse¬
hen
Fern|seh|schirtn: der; -(e)s; -e Front ei¬
nes Fernsehgeräts, Syn.: Mattscheibe
Fern|seh|sen|der der; -s; - a) inhaltlich
verantwortliches, privatwirtschaftli¬
ches od. öffentlich-rechtliches Ünter-
nehmen, das Fernsehsendungen aus¬
strahlt u. auch selbst produziert b)
Sendeanlage für Femsignale
Fern|seh|sen|dung: die; - ; -en in sich
abgeschlossene^) Einheit, Film, Fol¬
ge einer Serie, eines Berichts o. ä. im
Fernsehen
Fern|sehfse|rie: die; - ; -n mehrteilige,
in täglichem od. wöchentlichem Ab¬
stand aufeinander folgende u. inhalt¬
lich aufeinander bezogene Sendungen
Fern|seh|spiel: das; -(e)s; -e für das
Fernsehen produziertes Schauspiel,
Theaterspiel
Fern|seh|stu|dio: das; -s; -s mit Fern-
"sehtechnik ausgestatteter Raum, in
dem Fernsehsendungen produziert
werden
Fern|seh[turm: der;-(e)s; -türme Funk-
lurm zur Übermittlung elektrischer
Sendeimpulse
Fern|seh|volk: das; -fe)s; - [scherzh.]
Gemeinde der Fernsehzuschauer
Fern|seh|zu|schau|er: der; -s; - weibl.
Fem|seh|zu|schau|erfn —* Fern|-
seh|zu|schau|e|rin: die; - ; -nen "Per¬
son, die fernsieht
fern|sich|tig: Adj. n. stg. <Med.> Objekte
erst in weiter Entfernung deutlich
wahrnehmend; weitsichtig
Fern|sprech|an|la|ge: die; - ; -n [veralt.]
"Telefonanschluß mit Nebenstellen
Fern|sprach|an|sa|ge|dienst: der; -(e)s;
-e Einrichtung, Institution, bei der In¬
formationen von einem Tonband te¬
lefonisch abgerufen werden können
Fern|sprech|ap|pairat der; -(ejs; -e
[veralt.] Telefon(apparat)
Fern|sprech|aus|kunffc die; - ; - telefo¬
nischer Auskunftsdienst, bei dem
man die Telefonnummern erfragen
kann
Fern|spre|chen der; -s; - [amtsspr.] Te¬
lefon
Fern|sprech|ge(heim|nis: das; -ses; -se
"Verpflichtung für Mitarbeiter der Te¬
lekommunikationsgesellschaften,
Kenntnisse über Telefongespräche u.
ä. nicht an Dritte weiterzugeben
Fern|sprech|zel|le: die; - ; -n [veralt.] je¬
dem zugängliche, öffentliche Mög¬
lichkeit zum Telefonieren; kleines
Glashäuschen mit einem Telefon,
Syn.: Telefonzelle
fern|steu|ern: steuerst fern; steuertest
~fern; hast ferngesteuert mit einer ent¬
sprechenden technischen bzw. elek¬
tronischen Einrichtung, z. B. einem
Sender, ein Gerät aus einiger Entfer¬
nung bedienen
Fern|steue|rung Fern|steu|e|rung:
die; - ; -en technisches bzw. elektroni¬
sches Gerät, z. B. ein Sender, mit dem
aus einiger Entfernung ein Gerät be¬
dient u. gesteuert werden kann
Fern|stra|ße: die; - ; -n [veralt.] Auto¬
bahn; breite, gut ausgebaute, meist
mehrspurige Straße
Fern|stu|di|um: das; -s; -Studien (Fach-)
Hochschulstudium ohne (regelmäßi¬
gen) Besuch einer Universität über
Lehrbriefe u. ä., wobei man allein zu
Hause arbeitet
Fern|tou|ris|mus: der; • ; - das Reisen in
ferne Länder
Fernjtrau|ung: die; - ; -en unter be¬
stimmten Bedingungen mögliche
Eheschließung, bei der nicht beide
Partner anwesend sind
373
Fernuniversität
Fern|uni|verjsi|tät —> Fem|u|ni|ver|si|-
tät: die; - ; -en Hochschule, an der ein
Fernstudium absolviert werden kann
Fem|un(teijricht: der; -fe)s; - Unter¬
richtsform, bei welcher die Lernenden
durch in Briefen verschickte Materia¬
lien unterrichtet werden
Fern|ver|kehn der; -(e)s; - Fahrzeug¬
verkehr über weite Entfernungen
Fern|weh: das; -s; - [geh.] Drang,
"Wunsch, in ferne Länder zu reisen,
Ant.: Heimweh
Fem|ziel: das; -(e)s; -e 1 Ziel, das in der
"Zukunft erreicht werden soll 2 [selten]
räumlich weit entferntes Ziel
Fern|zug: der; -(e)s; -züge Eisenbahn¬
zug für weite Strecken
Fer|ro|le)gie|ning: die; - ; -en <Physik;
Chemie> Eisengemisch
Ferjrojma|gnejtis|mus —* Fer|ro|ma|g|-
neftisjmus: dato der; - ; - magnetische
Wirkung des Eisens
Fer|se: die; - ; -n 1 Ende, hinterer Teil
des Fußes »Ich habe eine Blase an der
Ferse.« 2 Ende, hinterer Teil eines
Strumpfes »In der Ferse des Strumpfes
ist ein Loch.« 3 a) jmdm. auf den Fer¬
sen bleiben, sein: jmdn. jagen, ver¬
folgen »Die Polizisten blieben den
Flüchtenden auf den Fersen.« b)
jmdm. auf den Fersen folgen: jmdm.
sofort nachgehen »Er verließ die Fei¬
er, u. seine Frau folgte ihm auf den
Fersen.« c) jmdn. auf den Fersen
haben: von jmdm. gejagd, verfolgt
werden, ohne ihn abhängen zu kön¬
nen »Der Flüchtende hatte die Polizi¬
sten auf den Fersen.« 4 Fersengeld
geben: [ugs.] 1. sehr schnell ver¬
schwinden, flüchten »Als der Einbre¬
cher die Polizeisirene hörte, gab er
Fersengeld.« 2. schnell laufen, rennen
»Er gab Fersengeld, um sie noch einzu¬
holen.«
Fer|sen|bein: das; -(e)s; -e <Anat.> Fu߬
wurzelknochen am Ende des Fußes
feijtig: Adj. n. stg. 1 a) bis zum Ende ge¬
bracht, abgeschlossen, erledigt, aus¬
geführt »Die Arbeit ist fertig.« b) <Per¬
son> [ugs.] ausgelemt; die Ausbildung
abgeschlossen habend 2 mit jmdm.
fertig sein: keinen Kontakt mehr zu
jmdm. haben (wollen) »Ich habe ihr
die Meinung gesagt, jetzt bin ich fertig
mit ihr.« 3 fertig sein: [ugs.] a) er¬
staunt, überrascht sein »Du hast eine
Eins geschrieben ? Da bin ich aber fer¬
tig.« b) erschrocken, entsetzt sein
»Dein Auto wurde gestohlen? Da bin
ich aber fertig.« c) erschöpft sein
»Nach zwölfstündiger Autofahrt war
er völlig fertig.« 4 fertig werden:
[ugs.] sexuell befriedigt sein, zum Or¬
gasmus kommen 5 mit jmdm., etw.
fertig werden: [ugs.] sich mit seinem
Willen, seiner Kraft gegen jmdn., etw.
durchsetzen »Den kannst du ruhig mir
überlassen, mit dem werde ich schon
fertig. » Du kannst ruhig gehen, mit
dem Rest werde ich alleine fertig.« 6
mit etw. fertig werden: etw. innerlich
bewältigen »Mit dem Tod ihres Kindes
wird sie wohl ihr Leben lang nicht fer¬
tig werden.« 7 fertig ist die Laube, der
Lack: [ugs.] es ist geschafft, voll¬
bracht
—»• fertig be|kom|men: s. fertigbekom¬
men (b)
—* ferjtig brin|gen: s. fertigbringen (b)
—*■ ferjtig krje|gen: s. fertigkriegen (b)
—» ferjtig ma|chen: s. fertigmachen
—» ferjtig stel|len: s. fertigstellen
Fer|tig|bau: der; ~(e)s; -ten 1 o. PI. Her¬
stellung eines Gebäudes aus einer An¬
zahl vorgefertigter Elemente 2 Ge¬
bäude, das aus vorgefertigten Teilen
zusammengebaut worden ist
Fer|tig|bau|wei|se: die; ~ ; -n Hausbau
"aus vorbereiteten Elementen
ferjtig|be|kom|men: bekommst fertig;
bekam(e)st fertig; hast fertigbekom¬
men [ugs.] a) [iron.l tatsächlich tun;
machen bj —> ferjtig be|kom|men
—>hast fertig bekommen*— eine
Arbeit erledigen, abschließen
ferjtig|brin|gen: bringst fertig; brachtest
fertig; hast fertiggebracht a) schaffen;
leisten »Er hat es fertiggebracht, den
Schrank ohne Hilfe aufzubauen.« b)
—» fer|tig brjnjgen —»hast fertig
gebracht<—■ erledigen; abschließen
»In dieser Woche bringt er das noch
fertig.« c) etw. fertigbringen: [iron.]
tun, machen »Er bringt es fertig u.
fährt alleine nach Rom.«
fertigen: fertigst; fertigtest; hast gefer¬
tigt etw. produzieren
Ferjtig|eijzeug|nis: das; -ses; -se bereits
vorbereitetes, komplettiertes Produkt
Fer|tig|ge|richt das; -(e)s; -e Mahlzeit,
die zubereitet gekauft wird u. ledig¬
lich (im Backofen, in der Mikrowelle,
im Topf, im Wasserbad) erhitzt wer¬
den muß
Ferjtig|haus: das; -es; -häuser Fertig¬
bau; Haus aus einzelnen, vorgefertig¬
ten Elementen
Fer|tig|keifc die; - ; -en a) (handwerkli¬
ches) Können b) Wissen
Fer|tig|klei|dung: die; - ; - (serienmäßig)
gefertigte Kleidungsstücke, Syn.:
Konfektion
ferjtigjkrie|gen: kriegst fertig; kriegtest
fertig; hast fertiggekriegt a) [ugs.]
schaffen; leisten b)—» ferjtig krte|gen
—»hast fertig gekriegt*— erledigen;
abschließen c) etw. fertigkriegen:
[iron.] tatsächlich tun; machen
fer|tig|ma|chen —» ferjtig machen:
machst fertig; machtest fertig; hast
fertiggemacht —»hast fertig
gemacht*— 1 zum Abschluß bringen
(zur Verfügung stellen) 2 [ugs.] jmdn.
zum Aufgeben zwingen, erschöpfen 3
[ugs.] jmdn. überwältigen, zusam¬
menschlagen 4 [ugs.] jmdn. beleidi¬
gend tadeln, anfahren S [ugs.; ab¬
wert.] sexuell befriedigen; zum Orgas¬
mus bringen
Fgr|tig|me|nü: das; -s; -s fertig zuberei¬
tete, vorgekochte, meist tiefgefrorene
od. konservierte Speise
Ferjtig|pro|dukt: das; -(e)s; -e vorberei¬
tetes, komplettiertes, fertiges Erzeug¬
nis
ferjtigjstel|len —» ferjtig stellten: stellst
fertig; stelltest fertig; hast fertigge-
stelll —»hast fertig gestellt*— die
Produktion, Fertigung von etw. zum
Abschluß bringen
Fgrjtigjteil: das;-(e)s;-e komplettiertes,
vorbereitetes Zubehör zur Endmon¬
tage
Fertigung: die; - ; - (maschinelle) Pro¬
duktion
Ferjti|gungs|ko|sten —* Ferjti|gungs|-
kosjten: die (PL) bei der Produktion
anfallende Kosten
Ferjti|gungs|me|thojde: die; - ; -n Art u.
Weise, Konzept, Vorgehensweise
(bei) der Herstellung
Feijti|gungs|pro|zeß —» Ferfti|gungs|-
pro|zess: der; -prozesses; -prozesse
Vorgang der Herstellung von etw.
Ferjti|gungs|stra|Be: die; - ; -n Reihe
von Maschinen u. Arbeitsplätzen, die
für die Fertigung eines Produktes nö¬
tig sind
Ferftigjwalre: die; ~ ; -n komplettiertes
Erzeugnis; Fertigprodukt
Fer|ti|li|tät: dato die; - ; - <Bio.; Med.>
Fruchtbarkeit; Gebärfahigkeit, Ant.:
Sterilität
Fes/Fez: (türko der; - u. -es; - u. -e im
arabischen Raum übliche Kopfbe¬
deckung für Männer in Form einer
kegelstumpfähnlichen (roten) Filz¬
kappe
fesch: Adj. fescher; fesch(e)ste 1
[österr.; dt. nur ugs.] adrett; schick;
gut angezogen »Er ist ein fescher
Kerl.« 2 [österr.] sympathisch; lie¬
benswürdig; anständig
Fes|sel: die; - ; -n 1 a) Strick o. ä., der
dazu dient, ein Lebewesen an Händen
u./od. Füßen zusammenzubinden, so
daß es sich nicht mehr frei bewegen
kann b) Einschränkung, die einem
Menschen auferlegt wird, so daß er
nicht mehr nach freiem Willen han¬
deln kann 2 Teil des Beines zwischen
Fuß u. Wade
Fes|sel|bal|lon: der; -s; -e u. -s Heißluft¬
ballon, der nicht frei fliegt, sondern
mit Seilen an einer Stelle festgehalten
wird
Fes|seljge|lenk: das; -(e)s; -e <Zool.;
Huftier» Gelenk zwischen Mittelfuß
u. dem ersten Knochen des Zehs
fes|sel|los: Adj. n. stg. 1 frei von Fesseln
2 dibertr.» von Normen u. Zwängen
befreit
Fes|sel|lo|sig|keit: die; - ; -en Zustand
frei von Zwang u. Normen; plötzli¬
che, übermäßige Freiheit, Zügellosig¬
keit
fes|seln: fesselst; fesseltest; hast
gefesselt 1 <Lebewesen> Hände u./od.
Füße mit einem Strick o. ä. zusam¬
menbinden, so daß es sich nicht mehr
frei bewegen kann 2 sehr stark inter¬
essieren; mitreißen »Dieses Buch fes¬
selt mich.« 3 <Sport> Arm, Bein od.
Körper des Gegners fest im Griff ha¬
ben 4 <Milit.» den Feind strategisch an
einem Ort isolieren
Fes|se|lung: die; - ; -en 1 das Fesseln,
Festbinden von etw. od. jmdm. 2
<Schach> Stellung, bei der eine Figur
ihren Platz nicht verlassen darf, um
den König vor dem Schach zu retten
3 das Fasziniertwerden
Feß|lung —»■ Fess|lung: die; - ; -en 1
das Fesseln, Festbinden von etw. od.
jmdm. 2 <Schach> Stellung, bei der
eine Figur ihren Platz nicht verlassen
darf, um den König vor dem Schach
zu retten 3 das Fasziniertwerden
Fest: dato das; -fe)s; -e 1 oft etw. grö¬
ßere, aus einem bestimmten Anlaß
stattfmdende, gesellschaftliche Ver¬
anstaltung Syn.: Feier; Party; Fete 2
Feste soll man feiern, wie sie falten:
374
Festlohn
jede Möglichkeit zu feiern sollte
wahrgenommen werden
fest: Adj. fester; festeste 1 hart, nicht
weich »Kerzenwachs wirdfest, wenn es
abgekühlt ist.« 2 bleibend, nicht wech¬
selnd »fester Wohnsitz« 3 haltbar; sta¬
bil »Zum Wandern braucht man festes
Schuhwerk.« 4 a) haltbar; stramm,
nicht lose »Der Skischuh sitzt fest.« bj
unwandelbar; beständig »Er ist ein
Mann mit festen Prinzipien.« 5 a) end¬
gültig, nicht änderbar »Sie hat mir
fest zugesagt.« b) <verst.> stark; sehr
»Er hat fest an seinen Sieg geglaubt.«
—»• fest bm|den: s. festbinden (b)
—* fest biejtben: s. festbleiben (2)
—> fest drucken: s. festdrücken
—» fest hallten: s. festhalten (1)
—» fest haljten, sich: s. festhalten, sich
—> fest hän|gen: s. festhängen (1)
—» fest hef|ten: s. festheften
—> fest klam|mern: s. festklammern
—* fest klam|mem, sich: s. festklam¬
mern, sicK
—> fest klopfen: s. festklopfen
—» fest laufen: s. festlaufen (1)
—» fest lje|gen: s. festliegen (1)
—» fest ma|chen: s. festmachen (1)
—* fest na|geln: s. festnageln (1)
—» fest nä|hen: s. festnähen
—» fest schnal|len: s. festschnallen
—» fest schraulben: s. festschrauben
—> fest sit|zen: s. festsitzen
—> festste|cken: s. feststecken (1)
—> fest stellten: s. feststellen (3)
—» fest tieften: s. festtreten
—> fest um|ris|sen: s. festumrissen
—» fest veijwurfzelt: s. festverwurzelt
—* fest zie|hen: s. festziehen
Festabend —»• Fest|a|bend: der; -s; -e
feierlich gestaltetes Abendprogramm
Festfakt der; -(e)s; -e offizielle, feierli¬
che Inszenierung, Veranstaltung
Fest|an|ge|bot das; -(e)s; -e <Wirt.>
verbindlicher Kostenvoranschlag,
der einem Vertragsabschluß gleich¬
kommt
fest|an|ge|stellt: Adj. n. stg. <Wirt.> ei¬
nen dauerhaften (unbefristeten) Ar¬
beitsvertrag habend
Fest|an)laB —> Fest|an|lass: der; -an¬
lasses; -anlasse [Schweiz.] Festlichkeit
Fest|an|spra|che: die; - ; -n Rede vor
den Gästen eines Festes
fest|backen (fest|bak|ken —* fest|ba|-
cken): backt fest; backtejbuk fest; ist
festgebacken [ugs.] festhängen; fest¬
haften; anpappen
Fest|ban|kett das; -(e)s; -s feierliches,
offizielles Essen
fest|bei|Ben, sich: beißt dich fest; bissest
dich fest; hast dich festgebissen
—»alle Vergangenheitsformen mit
ss<— 1 mit den Zähnen fassen u.
nicht mehr loslassen »Der Hund hat
sich an, in der Hose des Briefträgers
festgebissen.« 2 etw. intensiv bearbei¬
ten, verfolgen
Fest|be|ieuch|tuiig: die; - ; -en 1 beson¬
dere Beleuchtung, helles Licht für ei¬
nen festlichen, gesellschaftlichen An¬
laß 2 [ugs.; scherzh.] übermäßige Be¬
nutzung von Lichtquellen
fest|bin|den: bindest fest; band(e)st
fest; hast festgebunden a) an etw. an¬
binden; mit Hilfe einer Schnur, eines
Strickes an etw. befestigen b) —»
auch fest b|n|den —»auch hast fest
gebunden<— durch Binden an der
Bewegung hindern, fixieren
fest|blei|ben: bleibst fest; blieb(e)st
fest; bist festgeblieben 1 <Person> un¬
nachgiebig bleiben; seine Meinung,
Ansicht beibehalten, nicht ändern 2
—» auch fest blejfben —»auch ist
fest geblieben•«— <Gegenstand> sich
nicht bewegen lassen
Fest|brenn|stoff: der;-<e)s; -e brennba¬
res Material »Holz ist ein Festbrenn¬
stoff«
fest|drücken (fest|driik|ken) —» auch
fest drü|cken: drückst fest; drücktest
fest; hast festgedrückt —»auch hast
fest gedrückt*— mit Kraftaufwand
befestigen, fixieren
Fe|ste —* Fes|te: die; - , -n [veralt.) 1
befestigte Burg, Festungsanlage 2
[poet.] Himmel; Firmament
fefste—> fes(te: Adj. [ugs.] heftig; rich¬
tig
Fest|es|sen: das; -s; ~ umfangreiche,
gute Mahlzeit aus festlichem Anlaß
festffreslsen, sich: frißt sich fest; fraß
sich fest; hat sich festgefressen
—>alle Gegenwartsformen mit ss<—
sich verkeilen; sich (durch Rost) fest¬
setzen
Fest|ge|la|ge: das; -s; - [abwert.] über¬
triebenes, übermäßiges (festliches)
Essen
Fest|geld: das; -(e)s; -er <Bankw.> bei
einer Bank für eine gewisse Zeit fest
angelegtes Geld
Fest|ge|wand: das; -(e)s; -gewänder
aus festlichem Anlaß getragenes Klei¬
dungsstück
Fest|got|tes|dienst: der; -(e)s; -e <Reli¬
gion> feierlich gestalteter Gottes¬
dienst aus besonderem Anlaß
Fest|hal|le: die; - ; -n großer Raum, in
dem Festveranstaltungen stattfinden
fest|hal|ten: hältst fest; hielt(e)st fest;
hast festgehalten 1 —> auch fest hall¬
ten —> auch hast fest gehalten<—■
jmdn., etw. daran hindern wegzulau¬
fen, sich wegzubewegen »Ich hielt den
Dieb am Ärmelfest.« 2 <übertr.> doku¬
mentieren »Diese Idee muß ich schrift¬
lich festhalten.« 3 etw. beibehalten,
nicht aufgeben
fest|hal|ten —* auch fest hal|ten, sich:
hältst dich fest; hielt(e)si dich fest;
hast dich festgehalten —»auch hast
dich fest gehalten*— sich mit den
Händen Halt verschaffen
fest|hän|gen: hängst fest; hing(e)st fest;
hast festgehangen 1 —> auch fest
hän|gen —»auch hast fest gehan-
gen<— sich mit etw., z. B. einem
Kleidungsstück, verhaken »Ich hänge
mit dem Ärmel an der Türklinke fest.«
2 einen Ort nicht verlassen können
»Mein Auto ist kaputt, deshalb hänge
ich hier fest.« 3 mit einer Sache, Über¬
legung nicht weiterkommen »Wir
hängen an diesem Punkt fest u. haben
keine neuen Ideen.«
fest|hef|ten —» auch fest hef|ten: hef¬
test fest; heftetest fest; hast festgehef¬
tet —»auch hast fest geheftet<—
etw. vorübergehend befestigen
Fe|sti|ger —» Fes|ti|ger: der; -s; - im
feuchten Haar zu verteilende Lösung,
die die Haare formbar macht u. ihnen
Halt gibt, Syn.: Haarfestiger
Fe|stig|keK —» Fes|tig|keit: die; - ; -en
1 Beständigkeit; Unveränderlichkeit;
Belastbarkeit 2 <Person> Charakter¬
stärke; Willenskraft
Fe|stig|keits|leh|re —* Fes|tig)keits|-
leh|re: die; - ; - <Technik> Bestim¬
mung der Belastbarkeit unterschiedli¬
cher Materialien bei bestimmten An¬
forderungen
Fe|sti|val —» Fes|ti|val: dat.-fr.-engl.>
/feßtiwel u. feßtiwal/ das u. [Schweiz,
auch] der; -s; -s Großveranstaltung
»Musikfestival«
Fe|sti|vi|tät —> Fes|ti|vi|tät: data
/feßtiwTtät/ die; - ; -en [veralt.] Feier;
Festlichkeit
fest|kei|len: keilst fest; keiltest fest; hast
festgekeilt etw. (unter Kraftaufwand)
verklemmen
fest|klam|mern —» auch fest klam|-
mern: klammerst fest; klammertest
fest; hast festgeklammert —»auch
hast fest geklammert <— 1 anklam¬
mem; mit Klammern anheften 2
(sich) krampfhaft festhalten
fest|klarn|mern —» auch fest klamj-
mem, sich: klammerst dich fest;
klammertest dich fest; hast dich
festgeklammert —»auch hast dich
fest geklammert*— etw., jmdn. er¬
greifen u. nicht loslassen
fest|kle|ben: klebst fest; klebtest fest;
hastjbist festgeklebt 1 etw. (mit einem
Klebemittel) dauerhaft zusammenfü¬
gen 2 bist an etw. klebenbleiben, hän¬
genbleiben, haftenbleiben
Fest[klei|dung: die; ~ / - Bekleidung, die
einem festlichen Anlaß angemessen
ist
fest|klop|fen —> auch fest klopfen:
klopfst fest; klopftest fest; hast festge¬
klopft ---»auch hast fest geklopft-«—
durch gezielte Schläge, Krafteinwir¬
kungen befestigen
Fest|ko|mi|tee: das; - ; -s Ausschuß für
die Planung u. Durchführung einer
Feier
Fest|kon|zert: das;-(e)s; -e Konzert an¬
läßlich einer besonderen Gelegenheit
Fest|kör|per: der; -s; - <Physik> Materi¬
al, das in seiner Form durch äußere
Einwirkung nur schwer veränderbar
ist
Festland: das; -(e)s; -länder 1 Konti¬
nent (im Gegensatz zu Inseln) 2 o. PI.
Land (im Gegensatz zum Meer)
fest|lau|fen: läuft fest; lief fest; ist fest¬
gelaufen 1 —» auch fest lauffen
—» auch ist fest gelaufenhängen¬
bleiben, sich verkeilen 2 <Sport> an
der gegnerischen Abwehr scheitern
fest|le|gen: legst fest; legtest fest; hast
festgelegt etw. nach bestimmten Re¬
geln gestalten, in eine bestimmte
Bahn lenken, planen »Wir legen im
Testament fest, welche Dinge an wen
vererbt werden.«
festlich: Adj. a) so, als sei es für ein Fest
b) für den Rahmen einer besonderen
Feier geeignet »festliches Essen«
festHie|gen: liegst fest; lag(e)st fest;
hast festgelegen 1 —»• fest lie|gen
—»hast festgelegen-«— nicht mehr
weiterkönnen, festsitzen 2 verbindlich
geplant, geregelt sein
Festjlohn: der; -(e)s; -löhne verbindlich
vereinbartes Einkommen für eine Tä¬
tigkeit
375
festmachen
fest|ma|chen: machst fest; machtest
fest; hast festgemacht 1 —* auch fest
mafchen —*auch hast fest ge¬
macht*— [ugs.] etw. anbringen, be¬
festigen »Ich muß den Gepäckträger
noch am Auto festmachen.« 2 (ugs.]
(vertraglich) beschließen, buchen
Festjmahl: das; -(e)s; -mähler u. -e (PI.
s.) feierliches Essen zu einem beson¬
deren Anlaß
Festjme(ter der; -s; - Raummaß für 1
Kubikmeter Holz
fest|na|geln: nagelst fest; nageltest fest;
hast festgenagelt 1 —» auch fest na|-
geln —>auch hast fest genagelt*—
mit einem Nagel, Nägeln befestigen
»Ich werde das Brett einfach fest¬
nageln.« 2 [ugs.] jmdn. auf gemachte
Aussagen hin zu einer Handlung, Sa¬
che zwingen
fest|nä|hen —* auch fest nä|hen: nähst
fest; nähtest fest; hast festgenäht
—*auch hast fest genäht *— mit ei¬
ner Naht, Nadel u. Faden o. ä. befe¬
stigen
fest|neh|men: nimmst fest; nahm(e)st
fest; hast festgenommen <Rechtsw.> ei¬
nen Verdächtigen (vorübergehend)
festhalten, arrestieren
Fest)of|fer|te: die; - ; -n <Wirt.> verbind¬
liches Angebot
Fest|pla|ket|te: die; ~ ; -n Abzeichen,
das anläßlich eines Festes ausgegeben
wird
Fest|plat|te: die; -; -n <EDV> fest instal¬
lierter, eingebauter Datenspeicher ei¬
nes Computers
Fest|platz: der; -es; -plätze freies Gelän¬
de, auf dem Feste veranstaltet werden
Festpr.: Abk. Festpreis
Festpreis: der; -es; -e unveränderlicher,
garantierter, vertraglich vereinbarter
Preis
Fest|pro|gramm —»• Fest|pro|g|ramm:
das; -(e)s; -e Zusammenstellungen
der Attraktionen einer Festveranstal¬
tung
Festjred|ner der; -s; ~ weibl. Fest|red|-
ne|rin: die; - ; -nen Person, die aus
festlichem Anlaß, auf einer Festver¬
anstaltung spricht, eine Rede hält
fest|ren|nen, sich: rennst dich fest; rann¬
test dich fest; hast dich festgerannt 1
[ugs.] sich von etw. (geistig) nicht be¬
freien können 2 <Sport> an der gegne¬
rischen Abwehr scheitern
Festjsaal: der; -(e)s; -säle großer Raum
für festliche Veranstaltungen
fest|schnal|len —> auch fest schnall¬
ten: schnallst fest; schnalltestfest; hast
festgeschnallt —>auch hast fest
geschnallt*— mit einem Gurt o. ä.
befestigen, anschnallen
fest)schrau|ben —* auch fest schraul-
ben: schraubst fest; schraubtest fest;
hast festgeschraubt —*auch hast fest
geschraubt*—■ unter Kraftaufwand
anschrauben, eindrehen; mit einer
Schraube o. ä. befestigen
Festschrift: die; - ; -en Sammlung von
Beiträgen verschiedener Autoren, die
aus einem festlichen Anlaß, z. B. zu
Ehren eines Jubilars, herausgegeben
wird
Festsetzung: die; - ; -en 1 verbindliche
Vereinbarung, Ordnung, Regelung 2
Verhaftung, das Festhalten einer ver¬
dächtigen Person
fest|sit|zen: sitzt fest; saß(es)t fest; hast
festgesessen 1 —> auch fast sitzen
—»-auch hast fest gesessen*— dauer¬
haft befestigt sein 2 (eine Reise,
Fahrt) wegen äußerer Umstände un¬
terbrechen müssen; nicht mehr wei¬
terkommen
Fest|spiel: das; -(e)s; -e 1 Bühnen- od.
Theaterstück zu einem festlichen An¬
laß 2 «. PI. wiederkehrende Serie fei¬
erlicher Konzert- od. Theaterveran¬
staltungen an einem Ort
Fest|spiel|haus: das; -es; -häuser Thea¬
tergebäude für Festspiele
fest|stecken (testjstek|ken —» fest|-
ste|cken): steckst fest; stecktest fest;
hast festgesteckt 1 —> auch fest ste|-
cken —>auch hast fest gesteckt <—
a) mit Nadeln o. ä. befestigen b) etw.
so an- od. hineinstecken, daß es hält 2
(eine Reise, Fahrt) wegen äußerer
Umstände unterbrechen müssen;
nicht mehr weiterkommen 3 <übertr.>
ratlos sein, in seinen Überlegungen
nicht mehr weiterkommen
feststellbar: Adj. n. stg. 1 nachweislich;
bemerkbar 2 unbeweglich zu machen,
so daß etw. an einem Ort stehenbleibt
Fest|stell|brem|se: die; * ; -n zusätzliche
Hand- od. Fußbremse eines Fahr¬
zeugs, die meist mechanisch per Seil¬
zug auf die Hinterräder wirkt
fest|stel|ten: stellst fest; stelltest fest;
hast festgestellt 1 a) eine Erkenntnis
anstreben »Wir machen eine Umfrage,
um festzustellen, wer diese Veranstal¬
tung aus welchem Grund besucht hat.«
b) im Anschluß an eine Untersuchung
wissen »Ich habe festgestellt, daß die
Heizung defekt ist.« 2 sagen 3 —»
auch fest stellten —*auch hast fest
gestellt*— etw. so einstellen, daß es
nicht verrutschen, seine Lage nicht
verändern kann
Fest|stell|schrau|be: die; ~ ; -n (Tech¬
nik) Schraube, mit der eine Einstel¬
lung vorgenommen u. gesichert wer¬
den kann
Feststellung: die; - ; -en 1 a) Erfor¬
schung b) Ergebnis einer Untersu¬
chung, Diagnose 2 mit Bestimmtheit
Gesagtes
Fest|stim|mung: die; - ; -en feierliches
Gefühl der Freude, Hochstimmung
Fest|tag: der; -(e)s; -e 1 aus einem be¬
stimmten Anlaß festlich begangener
Tag 2 n. PI. wiederkehrende Reihe
feierlicher Veranstaltungen, an denen
Festspiele stattfmden
Fest|tags|klei|dung: die; - ; -en feierli¬
che, einem festlichen Anlaß entspre¬
chende Kleidung
fest|tre|ten —» auch fest tre|ten: trittst
fest; trat(e)st fest; hast festgetreten
—*auch hast fest getreten*— 1
durch Tritte befestigen, fest machen 2
das tritt sich fest: scherzhafter od.
tröstender Kommentar, wenn jmdm.
etw. hinuntergefallen ist
fest|um|ris|sen —» fest um|ris|sen:
Adj. n. stg. 1 deutlich definiert, be¬
grenzt 2 sehr präzise, genau
Fe|stung —» Fesjtung: die; - ; -en Ge¬
bäudefanlage), in die Gegner nur
schwer eindringen können »Wir be¬
sichtigten eine mittelalterliche Fe¬
stung.«
Fe|stungs|an|la|ge —» Fes|tungs|anj-
la|ge: die; - ; -n gesamtes Gelände ei¬
ner Festung, Burg
Fe|stungs|gra|ben —*■ Fes|tungs|gra|-
ben: der; -s; -gräben meist mit Wasser
gefüllter Verteidigungsgraben einer
Festung, Burg
Fejstungsfhaft —* Fes|tungs|haft die;
- ; - <hist.> Inhaftierung in dunklen
Verschlagen, Kerkern einer Festung
Fest|veiian|stal|tung: die; - ; -en Dar¬
bietungen zu einem feierlichen Anlaß
Fest|vor|trag: der; -(e)s; -vorträge An¬
sprache zu einem festlichen Anlaß
fest|wach|sen: wächst fest; wuchs fest;
ist festgewachsen sich auf natürliche
Weise mit etw. verbinden, anwachsen
Fest|wie|se: die; - ; -n große Wiese, auf
der Feste u. Veranstaltungen stattfm¬
den
Fest|wo|che: die; - ; -n 1 Woche, in der
mehrere festliche Veranstaltungen
stattfinden 2 wiederkehrende Reihe
von Tagen od. auch Wochen, an bzw.
in denen Festspiele stattfinden
fest|ver|wurjzelt —* fest ver|wur|zelt:
Adj. fester verwurzelt; am festesten
verwurzelt 1 <Pflanze> mit den Wur¬
zeln sicher in der Erde festgesetzt 2
<übertr.> mit der Umgebung, dem (so¬
zialen) Umfeld eng verbunden
Festzelt: das; -(e)s; -e großes Veran¬
staltungszelt, das mit Tischen u. Bän¬
ken, einer Bühne, einem Rednerpult
u. einer Tanzfläche ausgestattet ist u.
in dem Getränke ausgeschenkt wer¬
den
fest|zie|hen —* auch fest zje|hen:
ziehst fest; zog(e)st fest; hast festge¬
zogen —*auch hast fest gezogen-*—
kraftvoll zusammenziehen, anziehen
Fest|zug: der; -(e)s; -züge feierlicher,
prunkvoller Umzug aus Anlaß eines
Festes
fe|tal/fö|tal: <lat.> Adj. n. stg. <Med.> den
Fetus, Fötus betreffend, ihm zuzu¬
ordnen
Fe|te: </r.> die; ~ ; -n private(s) Fest, Fei¬
er; Party
Fe|tisch: <lat.-port.-fr.> der;-(e)s; -e 1 a)
<Religion> magischer Gegenstand,
dem heilende od. schützende Kraft
zugeschrieben wird b) Gegenstand,
dem hohe Bedeutung für etw. beige¬
messen wird 2 Abgott; Götze
Fe|ti|schis{mus: <lat.> der; - ; -1 {Reli¬
gion) Anbetung von fetischisierten
Dingen; Glaube an die geheimnis¬
volle Wirkkraft von Gegenständen 2
{Psychologie) von der Norm abwei¬
chendes sexuelles Verhalten, das
durch Befriedigung an od. mit be¬
stimmten Gegenständen od. Körper¬
teilen gekennzeichnet ist 3 (übertr.)
[ugs.] Gier nach etw.; Anhäufung von
etw.
Fe|ti|schist: der; -en; -en weibl. Fe|ti|-
schi|stin —> Fe|tijschis|tin: die; - ;
-nen 1 (Religion) Person^ die die Kräf¬
te eines Fetischs anbetet 2 (Psycholo¬
gie) Person, die Fetischismus als sexu¬
elle Praxis betreibt
Fett: das; -(e)s; -e 1 in menschlichen,
tierischen u. pflanzlichen Organismen
vorkommender Stoff, der für die Pro¬
duktion von Nahrungsmitteln u.
auch in der Industrie genutzt wird
»Auf der Suppe hat sich Fett
376
Feuer
abgesetzt.« 2 Ablagerungen im Kör¬
per von Lebewesen »Das Schwein hat
ordentlich Fett angesetzt.« 3 a) sein
Fett weghaben: [ugs.] seine verdiente
Strafe erhalten haben »Ich habe ihn
mir vorgenommen, u. jetzt hat er sein
Fett weg.« b) sein Fett (ab)bekom-
men, kriegen: [ugs.] gerechtfertigt
ausgeschimpft, bestraft werden
»Wenn meine Eltern davon erfahren,
kriege ich aber mein Fett ab.« 4 Fett
schwimmt oben: [scherzh.] Anspie¬
lung auf das Gewicht, Dicksein eines
Menschens »Du brauchst keine Angst
zu haben zu ertrinken, dem Fett
schwimmt bekanntlich oben.« 5 im
Fett sitzen, schwimmen: [ugs.] wohl¬
habend, reich sein »Das Geschäft geht
gut, u. er schwimmt im Fett.«
fett: Adj. fetter; fetteste 1 (Speise) viel
Öl, Butter, Schmalz o. ä. Fett (1) ent¬
haltend »Fettes Fleisch esse ich nicht.«
2 <Lebewesen> [abwert. u. beleidigend]
zu dick (aufgrund falscher od. über¬
mäßiger Nahrungsaufnahme od.
krankheitsbedingt) 3 a) <übertr.>
reichhaltig; großen Gewinn erzielend
»fette Beute ♦ fetter Gewinn« b) frucht¬
bar; üppig »fettes Gras« 4 [landsch.]
stark betrunken, alkoholisiert 5
<Druckw.> dick, breit gedruckt
—* fettfutjtem; s. fettfüttem
—» fett gedruckt: s. fettgedruckt
Fett|anjsatz: der; -es; -ansätze außen er¬
kennbare Fettablagerung im Körper,
z. B. am Bauch
fett|arm: Adj. fettärmer; fettarmste (Le¬
bensmittel mit geringem, verringer¬
tem Fettanteil
Fett|au|ge: das; -s; -n tropfenförmige
Fettablagerung an der Oberfläche ei¬
ner (heißen) Flüssigkeit
Fett|ba|darf: der; -(e)s; - für eine ausge¬
wogene Ernährung notwendiger Fett¬
anteil der Nahrung
Fettdruck: der; -(e)s; -e <Druckw.>
durch stärkere, dick gedruckte Buch¬
staben hervorgehobene Schrift
Fett|fleck: der; -(e)s; -en durch Fett¬
spritzer od. -tropfen verursachte Ver¬
schmutzung
fetttfrei: Adj. n. stg. ohne Fett; ohne
Fettanteil
fett|füt|tern —* auch fett fgtjteriv. fut¬
terst fett .füttertest fett; hast feltgefüt¬
tert —*■auch hast fett gefüttert*—
(ein Tier) so mit Nahrung versorgen,
daß es Fett ansetzt, Syn.: mästen
fett|ge(druckt —» fett gedruckt: Adj.
fetter gedruckt; am fettesten gedruckt
(Druckw.) durch stärkere Buchsta¬
ben, Fettdruck hervorgehoben
Fett|ge|hatt: der; -(e)s; -e Anteil, Men¬
gedes in einem Lebensmittel vorkom¬
menden Fetts
Fett|ge|we|be: das; -s; - <Med.> Form
des Bindegewebes, das aus Fettzeilen
besteht
fett|glän|zend: Adj. n. stg. speckig, fettig
u. dadurch glänzend
fetftig: Adj. a) stark fetthaltig; aus Fett
bestehend b) voll von Fett
Fett|klo0: der; -kloßes; -klöße [ugs.; ab¬
wert.] beleibter Mensch, der übermä¬
ßig Fett angesetzt hat
Fett|klum|pen: der; -s; - 1 aus Fett be¬
stehender Brocken 2 [ugs.; abwert.]
fetter, beleibter Mensch
Fett|koh|le: die; - ; -n Steinkohlensorte,
die für die Herstellung von Koks ver¬
wendet wird
Fett|le|ber die; - ; - <Med.> Leberer¬
krankung mit vermehrter Neutral¬
fettablagerung in den Leberzellen
fett|lei]big: Adj. übermäßig beleibt, dick
Fett|lei[big|keit: die; - ; -en [geh.] über¬
mäßige Leibesfülle
Fett|nüpf[chen: das; -s; - meist in der
Wendung (bei jmdm.) ins Fettnipf-
chen treten: [ugs.; scherzh.] sich
durch eine vorschnelle, unüberlegte
Bemerkung od. Reaktion in eine
peinliche Situation bringen, es (un¬
freiwillig) mit jmdm. verderben
Fett|pol|ster —» Fett[pots|ter: das; -s; -
[ugs.] (sichtbare) Fettansammlung im
Körper
Fgtt|pres|se: die; - ; -n (Technik) per
"Hand zu bedienender Druckzylinder,
der Fett in Lagerstellen quetscht, die
geschmiert werden sollen
Fett)sack: der; -(e)s; -sacke [ugs.; ab¬
wert.] übermäßig dicker, fettleibiger
Mensch, meist Mann
Fett|säu|re: die; - ; -n (Chemie) Sub¬
stanz, die den Hauptanteil tierischen
u. pflanzlichen Fetts ausmacht
Fettschicht: die; - ; -en Fettansamm¬
lung, die sich auf einer Fläche über
od. unter anderen Materialien er¬
streckt
Fett|spal|tung: die; - ; -en (Chemie) Zer¬
legung von Fett- od. Ölsubstanzen in
freie Fettsäuren u. Glyzerine
Fettsucht: die; -; -(Med.)übermäßige,
krankhafte Produktion von Fettge¬
webe; durch Krankheit verursachte
Fettleibigkeit
F§tt|wulst der u. die; -(e)s u. - ; -e u.
-wülste nach außen gewölbte, eine
längliche Form bildende Ansamm¬
lung von Fettgewebe
Fe)tus/Fö|tus: dato der; - u. -ses; -se u.
Föten (Med.) menschlicher Organis¬
mus am Anfang seiner Entwicklung;
ungeborenes Kind vom dritten
Schwangerschaftsmonat an
Fetz: der; -es; -e [süddt.] Schuft; Halun¬
ke; unehrlicher Mensch
Fetfzen: der; -s; -1a) abgerissenes
Stück (Papier); Stoffflicken b) aus
dem Zusammenhang gerissener Teil
»Gesprächsfetzen« 2 [ugs.] a) [abwert.]
Kleidungsstück, das schlecht verar¬
beitet ist u. nicht gut sitzt b) [österr.]
Schürze, die bei der Abeit getragen
wird c) [österr.] Reinigungstuch;,
Putztuch; Aufnehmer 3 daß die
Fetzen fliegen: [ugs.] ohne Rücksicht;
sehr; stark
fet|zen: fetzt; fetztest; hast gefetzt [ugs.]
1 gewaltsam so abreißen, daß es zer¬
reißt »die Tapeten von den Wänden
fetzen« 2 schnell laufen od. fahren 3
(meist Musik) [jugendsprl.] mitreißen;
begeistern
fet|zig: Adj. [ugs.] super; prima; stark
»Die Musik, Kleidmg ist fetzig.«
feucht: Adj. feuchter; feuchteste gering¬
fügig naß; nicht ganz trocken
Feuchtlbioltop —* Feuchtlbiloltop: das
u. der; -(e)s; -e (Bio.) Anlage, Gebiet
mit einem Gewässer u. dort lebenden
Pflanzen u. Tieren, die auf Feuchtig¬
keit angewiesen sind
Feuchltialkeit: die; - ; -en 1 das Feucht¬
sein; Feuchte 2 geringfügige Nässe
Feuch[tig|keits|ge[hatt: der; -(e)s; -e
Grad an Feuchtigkeit von etw.; Men¬
ge an Wasser(molekülen) (z. B. in der
Luft)
Feucht)raumlarlmaitur die; - ; -en
(Technik) speziell für feuchte Räume
od. die Außeninstallation gefertigte
elektrische Schalter, Leitungen usw.
feu|dal: dato Adj. 1 n. stg. (hist.) durch
das Lehnwesen geprägt »feudale Ge¬
sellschaft« 2 (hist.) dem herrschenden
Stand zugehörig »feudaler Herrscher«
3 reich; luxuriös; einem Feudalherrn
angemessen »ein feudales Essen«
Feu|dal|ge|sell|schaft: die; - ; -en (hist.)
im Lehnswesen lebende Menschen;
durch das feudale Herrschafts- u.
Wirtschaftssystem geprägte Lebens¬
form
Feu|dal|hern der; -en; -en (hist.) Ange¬
höriger der oberen Stände
Feujdat|herr|schaft: die; - ; -en (Pol.;
hist.) auf dem Lehnsrecht aufgebaute,
vorindustrielle Gesellschaftsform, in
der die aristokratische u. geistliche
Oberschicht über den Grundbesitz
bestimmt u. über die niederen Stände
alleine herrscht, Syn.: Feudalismus
Feu|da}lis|mus: der; - ; -1 (Pol.) durch
das Lehnsrecht bestimmte, vorindu¬
strielle Gesellschaftsform, in der die
Oberschicht über den Grundbesitz
bestimmt u. alleine herrscht 2 (hist.)
durch das Lehnswesen geprägte Epo¬
che im MA
feu|da])i|stisch —* feu|da]lis|tisch: Adj.
(Pol.; hist.) auf den Feudalismus, das
Lehnswesen bezogen, von ihm ge¬
prägt »feudalistische Herrschaft«
Feu|da|li|tät: die; - ; - (Pol.; hist.) durch
das Feudalsystem, das Lehnsrecht ge¬
prägte Lebensform
Feu|dat|staat: der; -(e)s; -en (Pol.) Re¬
gierungssystem, das feudalistisch or¬
ganisiert ist
Feu|dal|sy[stem —» Feu|dal|sy[sftem:
dato das; -(e)s; -e (Pol.; Soziob Ge¬
sellschaftsform, in der alle Herr¬
schaftsfunktionen von wenigen
Grundbesitzern ausgeübt wurden,
Syn.: Feudalismus; Feudalwesen
Feu|dal|we|sen: das; -s; - (Pol.; Soziob
auf dem Lehnsrecht aufgebaute, vor¬
industrielle Gesellschaftsform, in der
die aristokratische u. geistliche Ober¬
schicht über den Grundbesitz be¬
stimmt u. in einer strengen Stände¬
ordnung alleine herrscht, Syn.: Feu¬
dalismus
Feulen das; -s; -1a) sich bei hoher
Sonneneinstrahlung in trockenem
Holz o. ä. entflammende Naturge¬
walt, die alles Leben durch Verbren¬
nung vernichtet b) bei der Verbren¬
nung entstehendes, Helligkeit u. Hit¬
ze spendendes Element, das als Licht-
od. Wärmeqelle genutzt werden kann
2 o. PI. (Schußwaffe) Schüsse »Sie er-
öffneten das Feuer.« 3 kurz für
Leuchtfeuer = Signalfeuer, -lampe o.
ä. in der Seefahrt 4 a) (Mensch) Tem¬
perament; Begeisterung »Sie hatte
Feuer.« b) (Gegenstand) Funkeln;
Leuchten »das Feuer eines Edelsteins«
5 Feuer fangen: 1. etw. od. jmd. gerät
in Brand 2. sich für etw. begeistern
377
Feuer
»Sie hatte för den Vorschlag sofort
Feuer gefangen.« 3. sich verheben 6
jmdm. Feuer unter dem, unterm Hin¬
tern, Arsch, Frack machen: [derb]
jmdn. zu höheren Leistungen veran¬
lassen »Dem Faulpelz werd(e) ich mal
Feuer unterm Hintern machen.« 7 mit
dem Feuer spielen: sich in eine Ge¬
fahr begeben 8 für jmdn. durchs Feu¬
er gehen: alles für jmdn. wagen 9
Feuer u. Flamme sein: schnell u.
übermäßig entflammt, leidenschaft¬
lich mitgerissen sein
—> Fauler hem|mend: s. feuerhem¬
mend
Feu|er|alarm —> Feu|er|a[larm: der;
-(e)s; -e Notsignal, Warnung bei
Feuer
Feu|erjan|zün|der. der; -s; ~ 1 leicht ent¬
flammbares Material als Hilfsmittel
bei der Entflammung von brennbaren
Materialien 2 Vorrichtung am Gas¬
herd zum Entzünden einer Flamme
Feulerlball: der; -(e)s; -balle 1 Mittel¬
punkt einer Atombombenexplosion 2
[poet.] Sonne
feu|erjbe|reit: Adj. n. stg. <Milit.> fertig
zum Schießen
feulerlbelstänldiq: Adj. n. stg. resistent
gegen Feuer; nicht entflammbar,
brennbar »feiterbeständiges Material«
Feuleribelstatltunq: die; • ; -en Beiset¬
zung einer Urne, in der sich die Asche
des, der zuvor verbrannten Verstor¬
benen befindet
Feu|eijbüch|se: die; - ; -n 1 altes Ge¬
wehr 2 <Technik> Bereich, Raum zur
Befeuerung bei Dampfmaschinen
Feu|er|el|fer. der; -s; - [ugs.] sehr große
Begeisterung; großes Engagement
»Sie ging mit Feuereifer an die neue
Aufgabe.«
feu|erifest: Adj. n. stg. nicht brennbar;
nicht entflammbar
Feu|erjge|fahr: die; ~ ; -en a) Bedro¬
hung, die von Feuer ausgeht b) Zu¬
stand des Bedrohtseins durch mögli¬
cherweise ausbrechendes Feuer
»Durch die anhaltende Trockenheit be¬
steht in den Wäldern Feuergefahr.«
feulerloelfährilich: Adj. n. stg. leicht ent¬
zündlich; leicht in Brand zu setzen
Feulerinelfecht: das; -(e)s; -e <Milit.>
kämpferische Auseinandersetzung
mit Waffen u. Geschützen
Feu|erjge|schwin|digjkeifc die; - ; -en
<Milit.> Geschwindigkeit der Schu߬
folge, Maß für die Leistung einer
Waffe in Schuß pro Minute
feu|eijhem|mend —> Fauler hemf-
mend: Adj. n. stg. für eine begrenzte
Zeit feuerfest, die Verbreitung eines
Feuers behindernd
Feu|er]herd: der; -fe)s; -e Ausgangs¬
punkt, Zentrum eines Feuers, Bran¬
des, Syn.: Brandherd
Feu|er|holz: das; -es; - möglichst trok-
kenes, brennbares Holz, Syn.; Ka¬
minholz
Feu|erjkraft: die; - ; - <Milit.> Wirkung
. von Waffen u. Geschützen
Feujerileitter: die; ~ ; -n 1 als Notaus¬
stieg zu benutzende, an der Außen¬
wand von Gebäuden montierte Leiter
2 meist auf einem Fahrzeug mon¬
tierte, ausfahr- u. drehbare Leiter der
Feuerwehr zur Brandbekämpfung
Feulerllöschlboot: das; -(e)s; -e für die
Brandbekämpfung ausgerüstetes
Schiff mit Wasserwerfern u. Schaum¬
kanonen
Feulerllölscher: der; -s; - tragbares, mit
Wasser, Schaum od. Stickstoff gefüll¬
tes Brandbekämpfungsgerät
Feu|er|lösch[ge|rät: das; -(e)s; -e trag¬
bares, mit Wasser, Schaum od. Stick¬
stoff gefüllter Behälter mit Spritzvor¬
richtung zur Brandbekämpfung
Faulerllöschlzuq: der; -(e)s; -züge a)
langes, schweres Feuerwehrfahrzeug
b) Abteilung von Feuerwehrfahrzeu¬
gen, die zusammen Einsätze fahren
Feulerliuauler: die; ~ / -n Schutzmauer
gegen Feuer, Syn.: Brandmauer
Feulerlmellder: der; -s; ~ öffentliche
Femsprechanlage, an der Feueralarm
ausgelöst werden kann
feulem: feuerst; feuertest; hast gefeuert
1 ein Feuer (im Ofen) entzünden 2 mit
einer Feuerwaffe schießen »Er feuerte
auf die Dose.« 3 [ugs.] jmdm. kündi¬
gen
Feuleripaulse: die; - ; -n <Milit.> für be¬
grenzte Zeit gültige Einstellung eines
Gefechtes, Kampfes; kurzzeitiger
Waffenstillstand
feuleripollilzeillich: Adj. n. stg. behördli¬
chen Vorschriften zuzuordnen, die
die Feuerbekämpfung betreffen
Feulertprolbe: die; - ; -n 1 [ugs.] erster
Bewährungstest; erster Einsatz »Die
Feuerprobe steht dem neuen Team
noch bevor.« 2 (Religion; hist.> Got¬
tesurteil durch Feuer
feulerlrot: Adj. n. stg. von grellem Rot
(wie Feuer)
Feu|erjsa|la|man|den der; -s; • Lurch
mit schwarz-gelb geflecktem Körper
Feu[eijsäu|le: die; - ; -n hohe, weitrei¬
chende Flammen
Feulerslbrunst: die; ~ ; -brünste großer,
unkontrollierter Brand, der verhee¬
rende Schäden verursacht
Feulerischalden: der; -s; -schaden durch
einen Brand verursachte Zerstörung
Feulerlschein: der; -fe)s; - Lichtwir¬
kung eines Feuers
FeuleHschifl: das; -(e)s; -e Schiff, das
mit einem Leuchtfeuer ausgerüstete!
ist u. vor Küsten od. Häfen ankert
Feulerlschluckar (Feulerlschluklker
—» Feulerischlulckert: der; -s; ~
weibl. Feuteriachluckelrin (Feu|erl-
schluk|ke|rin —> Feulerischlulcket-
rin): die; - ; -nen Artist(in), der/die
brennende Fackeln verschluckt u.
Feuer speit
Feu|ers|ge|fahr: die; ~ ; -en a) Bedro¬
hung, die von Feuer ausgeht b) Be¬
drohung, das Feuer ausbrechen
könnte c) Zustand des Bedrohtseins
durch möglicherweise ausbrechendes
Feuer
feu|er|sijcher: Adj. n. stg. nicht brenn¬
bar; nicht entflammbar; feuerfest
Feulerlspritlze: die; - ; -n Wasserwerfer
der Feuerwehr, der auf ein Fahrzeug
montiert ist
Feu[er|stat|te: die; ~ ; -n in alten, anti¬
ken Häusern befindliches offenes
Feuer zum Kochen u. Heizen
Feu|er|stein: der; -(e)s; -e 1 <hist.> be¬
stimmter Stein, der in der Steinzeit zu
Werkzeug verarbeitet wurde u. zum
Entzünden von Feuer diente 2 kleiner
Zündstein in Feuerzeugen
Feu|er|stel|le: die; • ; -n Ort, an dem ein
Feuer entzündet werden darf
Feuleristuhl: der; -(e)s; -Stühle [ugs.]
lautes, starkes Motorrad
Feulerttaulfe: die; ~ ; -n erster Einsatz,
in dem sich jmd„ etw. bewähren muß;
Feuerprobe
Feulerteulfel: der; -s; - [ugs.] Person,
die absichtlich Feuer legt, Syn.:
Brandstifter(in)
Faulerltreplpe: die; - ; -n an der Außen¬
wand von Gebäuden montierte Trep¬
penkonstruktion als Fluchtmöglich¬
keit
Feuelrunq —> Fey|ejn>ng: die; - ; -en 1
Ofen o. ä., in dem Brennstoffe ver¬
brannt werden 2 o. PI. Entflammen u.
Inganghalten eines Feuers 3 o. PI. für
die Feuerung bestimmtes Material;
Brennstoffe
Feuetrunoslanllalqe —» Feulelrunqsl-
anflalge: die; -; -n großer Ofen
Feuleriverteilchelrunq: die; -; -en Versi¬
cherung, die für Feuerschäden auf¬
kommt
Feulerlwalche: die; - ; -n Gebäude, in
dem Feuerwehrleute u. -fahrzeuge
ständig in Bereitschaft sind
Feulerjwaslser: das; -s; - [ugs.] hochpro¬
zentiges, alkoholisches Getränk
Feuleriwehr die; -; -en 1 mit geeigneten
Instrumenten u. Fahrzeugen ausge¬
stattete Organisation zum Löschen
von Bränden u. zur Rettung aus son¬
stigen Notlagen 2 alle Feuerwehrleute
(einer Einheit)
Feu|eijwehr[au|to: das; -s; -s Kraftfahr¬
zeug der Feuerwehr, das Löschhilfs¬
mittel u. Feuerwehrleute an den Ein¬
satzort bringt
Feulerlwehrüallter die; - ; -n meist auf
ein Fahrzeug montierte, auszieh- u.
drehbare Leiter mit einem Korb für
Personen, die zur Brandbekämpfung,
Rettung von Personen eingesetzt wird
Feulerlwehrlmann: der; -(e)s; -männer
u. -leute Angehöriger der Feuerwehr
Feujertwerk: das; -(e)s; -e a) (farbige)
Lichteffekte am Himmel, die durch
das Zünden von Leuchtkugeln, Rake¬
ten u. ä. entstehen b) kurz für Feuer¬
werkskörper
Feuleriweriker der; -s; - weibl. Feuleri-
wer|ke|rin: die; - ; -nen a) Person, die
Feuerwerkskörper herstellt b) Person,
die sich mit Sprengtechniken gut aus¬
kennt u. sich beruflich mit Spreng¬
stoffen befaßt, Syn.: [fremdsprl.] Py¬
rotechnikern)
Feulerlwerkslköripen der; -s; - chemi¬
sches Gemisch in einer Papphülle,
auch als Rakete, das bei Zündung in
bestimmten Farben explodiert
Feulerlzanqlbowlle/Feulerizankienl-
bowjle: die; ~ ; -n heißes Getränk aus
Rotwein, Rum u. Zitrusfrüchten, bei
dessen Zubereitung ein Zuckerhut
auf einer Feuerzange über das Bow¬
lengefäß gelegt, mit Rum übergossen
u. angezündet wird
Feulerizanlqe: die; - ; -n a) Greifwerk¬
zeug für Grillgut od. Brennstoffe b)
Halterung für den Zuckerhut beim
Zubereiten einer Feuerzangenbowle
Feulerizanlqenlbowlle/Feulerlzanql-
bowjle: die; - ; -n heißes Getränk aus
378
Fifa
Rotwein, Rum u. Zitrusfrüchten, bei
dessen Zubereitung ein Zuckerhut
auf einer Feuerzange über das Bow¬
lengefäß gelegt, mit Rum übergossen
u. angezündet wird
Feu|eiizeug: das; -(e)s; -e kleines, mit
Benzin od. Gas gefülltes Gerät zum
Anzünden von Zigaretten u. ä.
Feulerlzeuglbenlzin: das; -s; -e Brenn¬
stoff, mit dem Benzinfeuerzeuge ge¬
füllt werden
Feuil|le(tori: <lat.-fr.> /föjetong/ das; -s;
-s Teil einer Zeitung, in dem kultu¬
relle Themen behandelt werden, der
oft auch der Unterhaltung dient
Feuil|le|ton|re|dak|teuR /föjetong-/ der;
-(e)s; -e weibl. Feuil|lejton|re{dak|-
teu|rin: die; ~ ; -nen Journalist(in),
der/die die kulturelle Berichterstat¬
tung einer Zeitung leitet
Feuil|le|ton|sei|te: /föjetong-/ die; ~ : -n
Kulturseite in einer Zeitung; Teil ei¬
ner Zeitung, auf dem sich das Feuille¬
ton befindet
feu|rig: Adj. 1 <Person> sehr lebhaft, dy¬
namisch 2 <Rede; Ansprache) mit viel
Eifer, Empörung, Erregung vorgetra¬
gen »Er hielt eine feurige Rede gegen
die Intoleranz.« 3 <Essen> sehr scharf
gewürzt »Ich mag diese feurigen mexi¬
kanischen Gerichte.« 4 [geh.] leuch¬
tend »feurige Edelsteine«
Fez: fro /fetz/ der; -es; - [ugs.] Vergnü¬
gen »Das macht Fez.«
Fez/Fgs: aürko /feß/ der; - u. -es; - u.
-e im arabischen Raum übliche Kopf¬
bedeckung für Männer; kegelstumpf¬
ähnliche (rote) Filzkappe
F. f.: Abk. Fortsetzung folgt
ff. : 1 sehr fein 2 <Musik> fortissimo 3 fol¬
gende Seiten
Ffm: Abk. Frankfurt am Main
Fg: Abk. Feingold
Fg .: Abk. 1 (Musikinstrument) Fagot 2
Ferngespräch 3 Forschung 4 Fügung
fg. : Abk. folgend(e)
Fgst.: Abk. 1 Fahrgast 2 <Kfz> Fahrge¬
stell
FgzVFgZ: Abk. Fußgängerzone
FH: Abk. 1 Fachhochschule 2 Fernhei¬
zung 3 <englo flight hour = Flugstun¬
de 4 Flughafen 5 Flugzeughandbuch
6 Frauenhaus 7 Freihafen = außer¬
halb des Zollgebietes liegenderTeil ei¬
nes (See-)Hafens 8 Freihandel = un¬
beschränkter zwischenstaatlicher
Waren- u. Güteraustausch
Fhrz.: Abk. Fahrzeug
Fia|ker—* Fi|a|ken <fr.> der; -s; - a) [be¬
sonders österr.] von zwei Pferden ge¬
zogene Kutsche b) Person, die eine
Pferdedroschke lenkt; Kutscher
Fia|le—*■ Fi|a|le: die; -; -n <Archit.> klei¬
ner gotischer Turm mit geringem
Durchmesser
Fi|as|ko: <lat.-it.> das; -s; -s großer Mi߬
erfolg; Katastrophe »Das Unterneh¬
men war ein riesiges Fiasko.«
Fi|at: dato das; -s; -s [veralt.] Zustim¬
mung; Genehmigung
FljAT: (Warenzeichen) Abk. Fabbrica
Italiana Automobili Torino (Italieni¬
sche Autofabrik in Turin)
Fijbel: <gr.-lato die; - ; -n 1 Lesebuch für
Schulanfänger, mit dem diese das Le¬
sen lernen 2 (Archäologie; Kunstge¬
schichte) frühgeschichtliche, fein aus¬
gearbeitete Brosche
Fj|ber: die; ~ ; -n 1 o. PI. extrem haltba¬
re, industriell gefertigte Faser 2
(Med.; Bio.) fadenähnlicher Bestand¬
teil eines Muskels, einer Pflanze
Fjjberjglas: das; -es; - (Technik) beson¬
ders widerstandsfähiger, durchsichti¬
ger, glasähnlicher Kunststoff
Fi|bnl|le —» Fi|b|ril|le: die; - ; -n (Med.)
feinste Muskel- od. Nervenfaser
Fi|brin —* Fi|b|rin: das; -s; - (Med.) sich
bei der Blutgerinnung bildender Ei¬
weißstoff
Fi|brom —* Fi|b|rom: das; -s; -e (Med.)
gutartige Geschwulst, die aus Binde¬
gewebe besteht
Fich|te: die; - ; -n a) immergrüner Na¬
delbaum mit kurzen Nadeln »Im Vor¬
garten steht eine Fichte.« b) Fichten¬
holz »ein Schrank aus Fichte«
Fich|ten|hain: der; -(e)s; -e kleiner
Wald, in dem Fichtenbäume stehen
Flch|ten|holz: das; -es; -hölzer a) einzel¬
nes Holzstück aus Fichte b) o. PI. das
Holz des Fichtenbaums
Fich|ten|na|del: die; - ; -n Blatt des
Fichtenbaums, das wie eine Nadel ge¬
formt ist
Fich|ten|zap|fen: der; -s; - Fruchtstand
der Fichte in Form eines langgezoge¬
nen Tropfens, bei dem die Samen in
einzelnen Schuppen rund um eine
Achse angeordnet sind
ficken (fik|ken —»• fi|cken): fickst; fick¬
test; hast gefickt [derb] Geschlechts¬
verkehr haben
FJcker (Fjkjker > Fj|cker): der; -s; -
weibl. Fjcke|rin (FJk|ke|rin —> F]|cke|-
rin): die; - ; -nen [derb] Person, die
Geschlechtsverkehr hat
Ficke]rei (Fik|ke|rei —> Fi|cke|rei): die;
-; -en [derb] Geschlechtsverkehr
ficke|iig (fikjkejrig —> fi|cke|rig): Adj. 1
[landsch.] wibbelig; ruhelos; aufge¬
regt 2 [derb] sexuell erregt
Fick|mühjle: die; - ; -n [landsch.] Zwick¬
mühle
Fi|dei|kom|miB/Fi|dei|kom|mi8 —» Fi|-
de|i|kom|miss: dato das; -kommisses;
-kommisse (Rechtsw.) Familieneigen¬
tum, das weder aufgeteilt noch ver¬
kauft werden darf
dato Adj. [ugs.] fröhlich; lustig;
heiter »einefidele Runde«
Fj|di|bus: der; - u. -ses; - u. -se [veralt.]
Papier od. Holz als Anzünder für
Rauchwaren
Fie|ber. das; -(e)s; - 1 (Med.) erhöhte
Körpertemperatur als Hinweis, Re¬
aktion des Körpers auf eine Krank¬
heit »Sie hatte Grippe u. dabei 40 C
Fieber.« 2 [geh.] große Leidenschaft
—* Fje|ber sen|kend: s. fiebersenkend
Fje|berjan|fall: der; -(e)s; -anfälle aku¬
tes Fieber; ohne Ankündigung auftre¬
tendes hohes Fieber
Fje|beijfan|tasie: s. Fieberphantasie
fie|beijfrei: Adj. n. stg. frei von Fieber;
normale Temperatur habend
fie|beijglän|zend: Adj. n. stg. (Augen)
durch Fieber verursachten Glanz auf¬
weisend
fie]ber|glG|hend: Adj. n. stg. erhitzt u.
gerötet von Fieber
ftejbeijhaft: Adj. fieberhafter; fieberhaf¬
teste 1 n. stg. mit erhöhter Körper¬
temperatur; mit Fieber »eine fieber¬
hafte Erkältung« 2 sehr unruhig, ner¬
vös, erregt »fieberhaftes Treiben«
Fje|ber|hit|ze: die; • ; - erhöhte Körper¬
temperatur, die durch Fieber verur¬
sacht wird
fie|be|rig/fieb|rig: Adj. n. stg. 1 a) an
Fieber erkrankt; erhöhte Temperatur
aufweisend »ein fiebriger Patient« b)
zusammen mit Fieber auftretend
»eine fiebrige Erkältung« c) auf Fie¬
ber hindeutend 2 unruhig; erregt
fie|beijkrank: Adj. n. stg. aufgrund einer
infektiösen Erkrankung unter Fieber
leidend
Fje|ber]kur]ve: die; - ; -n grafische Dar¬
stellung der über einen Zeitraum hin¬
weg regelmäßig gemessenen Körper¬
temperatur eines Patienten
Fie|beiimes|ser: der; -s; - [ugs.] Ther¬
mometer zum Messen der Körper¬
temperatur
Fje|berjmücke (Fje|ber]mük|ke—* Fje|-
ber|mü|cke): die; - ; -n (Zool.> in tro¬
pischen u. südeuropäischen Ländern
vorkommende Stechmücke, die Ma¬
laria überträgt
fje|bem: fieberst; fiebertest; hast gefie¬
bert 1 an Fieber erkrankt sein 2 a)
etw. ersehnen, dringend erwarten b)
äußerst erregt, nervös sein
Fje|berjphan|ta|sie —» auch Fie|ber[-
fan|ta[sie: die; - ; -n bei hohem Fieber
auftretende Halluzinationen
fje|ber]sen|kend —* F]e|ber sen|kend:
Adj. n. stg. das Fieber bekämpfend,
lindernd, vermindernd
Fie|berjta|bel|le: die; - ; -n Liste, in die
die gemessenen Fieberwerte eingetra¬
gen werden
F]ejberfther]mo|me|ter: das; -s; - Ther¬
mometer zum Messen der Körper¬
temperatur
Fje|berttraum: der; -(e)s; -träume bei
hohem Fieber auftretende Wahnvor¬
stellungen, Halluzinationen
Fiejdel: die; ~; -n [veralt.; auch scherzh.]
einfache, nicht sehr wertvolle Geige
fie|daln: fiedelst; fiedeltest; hast gefie¬
delt [scherzh. od. abwert.] etw. müh¬
sam, ohne große Begabung Geige
spielen
fje|dern, sich: fledert sich; flederte sich;
hat sich gefiedert (Vogel) die Federn
wechseln; sich mausern
Fie|de|rung: die; - / -en Art, Aussehen
des Federkleids
fie|pen: fiepst; fieptest; hast gefiept a)
leise, hohe Töne produzieren »Der
junge Vogelfiepte aufgeregt.« b) einen
kurzen, hohen Ton als Lockruf erzeu¬
gen »Das Rehkitzfiepte.«
fjejren: fierst; fiertest; hast gefiert
[seemannssprl.] a) ein eine Last tra¬
gendes Tau ablassen b) ein Tau, Befe¬
stigungsseil lösen u. daran etw. her¬
unterlassen
fjes: Adj. fieser;fieseste [ugs.] 1 gemein;
verletzend »Sei nicht so fies zu ihm!« 2
wenig ansprechend; unansehnlich;
unangenehm »Das ist aber eine fiese
Farbe.«
Fies|ling: der; -(e)s; -e [scherzh. od. ab¬
wert.] böser, gemeiner, unangeneb-,
mer Kerl, unsympatischer Mensch
Fie|sta —» Fi|es|ta: dat.-spano /fi-eßta/
die; - ; -s (volkstümliches) Fest in
Spanien
Fäfa, FIFA: Kurzw. die; ~ ; - Federation
Internationale de Football Associati-
379
fifty-fifty
on = Internationaler Fußballver¬
band
ftf|ty-f|f|ty: tengl.t fünfzig-fünfzig a) frf¬
" ty-fifty machen: [ugs.] genau zur
Hälfte teilen; halbe-halbe machen b)
fifty-fifty stehen: unentschieden, pari
stehen
Fig.: Abk. Figur(en)
fig.: Abk. 1 figurativ = figürlich; dar¬
stellend; in übertragener Bedeutung 2
figürlich
F]|ga|ro: der; -s; -s [veralt.] Frisör; Bar¬
bier
Fight: <engi> /fait/ der; -s; -s <meist
Sport» Kampf; kämpferische Ausein¬
andersetzung
Fijgur: <lat.-fr.> die; - ; -en 1 a) Körper,
äußere Erscheinung eines Menschen
»Sie hat eine eher knabenhafte Figur.«
b) dreidimensionales Kunstwerk, das
einen Menschen od. ein Tier darstellt
c) Spielstein im Brett-, Schachspiel 2
Bewegungsablauf beim Tanz 3
<Musik> Sequenz; Tonfolge 4 (Sprach-
wiss.> aus dem üblichen Sprachge¬
brauch herausgehobene Ausdrucks¬
weise; Stilmittel 5 a) (Math.) geome¬
trische Konstruktion b) illustrierende
Skizze; schematisches Bild 6 handeln¬
de Person in einem Theaterstück o. ä.
7 [ugs.j Mensch 8 eine gute/schlech-
te, traurige Figur machen, abgeben:
durch sein Auftreten od. seine Er¬
scheinung einen positiven/negativen
Eindruck erwecken
fi|gu|ral: Adj. n. stg. mit Figuren
Fi|gu|ral|mu|sik: die; - ; - (Musik; MA>
mehrstimmige, kontrapunktisch
strukturierte Kirchenmusik
Fi|gu|ra|ti|on: <lat.> /figurazion/ die; * ;
-en 1 (Musik) Auflösung einer Melo¬
die od. eines Akkords in mehrere
gleichartige Elemente, Tonfolgen 2
(Kunstwiss.» Figuren darstellende,
bildhafte Kunst
fi|gu|ra|tiv: <lat.> Adj. n. stg. [geh.] 1 fi¬
gürlich; bildlich »eine figurative Dar¬
stellung des Sachverhalts« 2 nicht
wörtlich zu verstehen; mit übertrage¬
ner Bedeutung
fiJgur|bejtont: Adj. figurbetonter;
figurbetonteste (Kleidung) die Figur
hervorhebend; besonders eng anlie¬
gend
Fi[gu|ren(grup|pe: die; - ; -n künstleri¬
sche Konstellation von Figuren »Die
Figurengruppe auf dem Marktplatz
wirkt lebensecht.«
fl|gu|ren|reich: Adj. mit zahlreichen Fi¬
guren
Fi|gu|ren|thea|ter —* Fi|gu|ren(the|a|-
ten das; -s; ~ Theaterstück, Darbie¬
tung mit Figuren, z. B. Marionetten,
Puppen
filsu|rie|ren: figurierst; figuriertest; hast
figuriert 1 (Musik) einen Akkord, eine
Melodie in rythmische, melodisch
gleichartige Notengruppen anordnen
2 <EDV> einen Computer einrichten,
mit anderen Elementen in Überein¬
stimmung bringen
fi|güijlich: Adj. n. stg. 1 die Figur betref¬
fend 2 Figuren darstellend; figurativ
3 (Sprachwiss.» von übertragener Be¬
deutung; figural
Fikftijon: dato /fikzion/ die; - ; -en a)
Einbildung; Dichtung; Unwahrheit;
Hirngespinst »Diese Geschichte ist
reine Fiktion!« b) bewußt falsche An¬
nahme, die dazu dient, ein Problem
zu lösen
fik|tio|nal —» fik|ti|ojnafc /fikzional/
Adj. n. stg. [geh.] auf einer Fiktion,
Vorstellung, Annahme beruhend
fikftio|na|li|sjg|ren —> ffk|ti|o|na|li|sie|-
ren ßkzionaii&iteajfiktionalisierst;
fiktionalisiertest; hast fiktionalisiert
als Einbildung, Vorstellung, Annah¬
me darstellen
fikftiv: Adj. n. stg. [geh.] nicht mit der
Wirklichkeit übereinstimmend; nur
erdacht »eine fiktive Geschichte«
Fil.: Abk. Filiale = Zweigstelle
File: <engl.> /fail/ das; -s; -s a) [wörtlich]
"Akte b) <EDV> im Computerspeicher
o. ä. angelegte Akte, ordnungschaf¬
fende Einteilung
Fiftet: (lat-fr» /filej das; -s; -s 1 a)
(Fleisch) Lendenstück b) (Fisch) ent¬
grätetes Rücken-, Seitenstück 2 Stoff,
der wie ein Netz wirkt 3 Handarbeit,
mit der Filet (2) hergestellt wird
Fi|let|ar|beit: /file-/ die; - ; -en Handar¬
beitstechnik, bei der ein Fadennetz
hergestellt u. bestickt wird
fi|le|tie|ren: filetierst; filetiertest; hast fi¬
letiert (Kochk.) das Filet (1) bei
Fleisch od. Fisch auslösen
Fifletjspit|ze: /file-/ die; - ; -n Stoff mit
kunstvoll in Filetarbeit gearbeiteten
Löchern
Fi|letjsteak: /file-/ das; -s; -s besonders
zartes Steak aus Filet
Fi|lia|le —» Fi|li|a|le: dat.-fr.> die; - ; -n
Geschäft einer Ladenkette; Zweig¬
stelle; Außenstelle
Fi|U|^|kjr|che: die; ~ ; -n Kirchefnge-
meinde), die vom Pfarrer der Nach¬
bargemeinde seelsorgerisch mitver¬
sorgt wird
Ff|lia|ti|pn —» Fi|li|a|ti|pn: dat.-fro /filia-
zion/ die; • ; -en 1 Abstammungs¬
nachweis 2 (Rechtsw.) rechtmäßige
Abstammung eines Kindes von sei¬
nen Eltern 3 (Pol.) Aufteilung des
Staatshaushaltes
Fi|li|bu|ster —» Fi|li|bus|ter. <engl.>
/filibaßter/ das; -s; - (Pol.) im Senat
der ÜSA geläufige Methode, durch
sehr lange Reden die Verabschiedung
eines Gesetzes zu verhindern
Fi|li|gran —» Fi|li|g|rart dat.-ito das; -s;
-e sehr feine Goidschmiedearbeit aus
Gold- od. Silbergeflecht
fj|li|gran —» fi|li|g|rare dat.-it» Adj. sehr
fein; feingliedrig »Diese Kette ist fili¬
grane Handarbeit.«
Fi|li|gran|arfbeit —» Fi|li|g|ran|ar[beit:
die; - ; -en sehr feine Goldschmiede¬
arbeit
R|li|gran|glas —> Fi|li|g|ran|glas das;
-es; -gläser Glas mit einem eingear¬
beiteten Fadengitter
Fi|li|gran|schmuck —*• Fi|li|g|ran|-
schmuck: der; -(e)s; - sehr fein u.
kunstvoll gearbeiteter Goldschmuck
Fi[(i|us: dato der; - ; Filii u. -se [geh.;
scherzh.] Sohn
Film: <engl.> der; -(e)s; -e 1 a) bewegli¬
che Bilderfolge »einen Film im Kino
anschauen« b) aufgerolltes, schmales
Band, auf das eine Kamera Bilder
aufzeichnet »Der Film ist voll, ich
kann keine Bilder, Fotos mehr ma¬
chen.« c) o. PI. [ugs.] alle, die mit der
Herstellung von Spielfilmen u. ä. be¬
faßt sind »Sie arbeitet beim Film.« 2
hauchdünne Schicht, die etw. über¬
zieht »Die Straße ist mit einem öligen
Film überzogen.« 3 (bei) jmdm. ist der
Film gerissen: auf einmal etw. verges¬
sen; sich nicht erinnern
Fjlm|ama|teur —» Film|a|ma|teuR der;
-s; -e weibl. Film|ama|teu|rin —»
Film|a|ma|teu|rire die; - ; -nen 1 Per¬
son, die nur kleine Filmrollen spielt;
Anfänger im Filmgeschäft 2 Ama¬
teurfilmerin); Person, die hobbymä¬
ßigfilmt
Film|ate|Mer Film|a|te|lier. das; -s; -s be¬
sonders ausgestatteter Raum für
Filmaufnahmen
Film|auflnah|me: die; - ; -n mit der Ka¬
mera festgehaltene Szene
Film|au|toR der; -s; -en weibl. Film[au|-
to|rin: die; ~ ; -nen Person, die eine
Idee für einen Film verschriftlicht hat
Film|ball: der; -(e)s; -balle Galaveran¬
staltung der Filmindustrie
Film|be|richt der; -(e)s; -e filmischer
Beitrag eines Journalisten
Film|be|spre|chung: die; -; -en kritische
Beurteilung eines Film; Filmkritik
Film|bran|che: die; ~ ; - Filmindustrie;
Produktions- u. Verleihfirmen; Film¬
wirtschaft
Film|büh|ne: die; - ; -n [veralt.] Kino;
Lichtspielhaus
Film|di|ya: die; -; -s u. -diven [veralt.] ex¬
zentrische, berühmte Schauspielerin
Fil|me|ma|cheR der; -s; - weibl. Fil|me|-
ma|che|rin: die; - / -nen eigenverant¬
wortlich arbeitendefr) Autor(in) u.
Regisseur(in) eines (kleineren) Films
fil|men: filmst; filmte; hast gefilmt 1 a)
eine Kamera bedienen; mit einer Ka¬
mera aufzeichnen b) einen Film (in
seiner Gesamtheit) produzieren c) als
Darsteller, Schauspieler vor der Ka¬
mera agieren 2 [ugs.] jtnd. täuschen,
irreführen, blamieren
Fil|me|r§i: die; - ; -en [scherzh.; abwert.]
a) Betätigung als Hobbyfilmer b) Tä¬
tigkeit als Schauspieler
Film|fe|sti|yal —» Film|fes|ti|val: das; -s;
-s feierliche Veranstaltung, auf der
ausgewählte Filme vorgeführt u.
preisgekrönt werden, Syn.: Filmfest¬
spiele
Fiim|fest|spie|le: die (Fl.) feierliche
Veranstaltung, auf der ausgewählte
Filme vorgeführt u. preisgekrönt wer¬
den, Syn.: Filmfestival
Rlm|ge|seli|schaft: die; - ; -en Unter¬
nehmen der Filmbranche, das Filme
produziert u. vermarktet
Film|hand|lung: die; ~; -en filmisch dar¬
gestelltes Geschehen; Plot eines Films
Film|held: der; -s u. -en; -en weibl. Rlm|-
hel|din: die; - ; -nen Hauptdarstel¬
lern), Star eines Films
Film|in|du|strie —> Film|in|dus|t|ri«
die; - ; -n Gesamtheit aller Unterneh¬
men der Filmbranche, die Filme pro¬
duzieren u. vermarkten
fii|misch: Adj. n. stg. im Film; durch ei¬
nen Film »filmische Verarbeitung
Film|ka|me|ra: die; - ; -s Apparat, mit
dem Filmaufnahmen gemacht wer¬
den
Film|ko|mö|die: die; - ; -n ein lustiger,
unterhaltender, auch volkstümlicher
Film, Syn.: Slapstick
380
Finalgegner
Filmfkomjpojnist: der; -en; -en weibl.
~Film|komfpo|ni|stm —* Film|komj-
po|nis|tin: die; -; -nen Schöpfer(in) ei¬
ner den Film begleitenden Musik
Film|ko|pte: die; - ; -n ein weiterer Ab¬
zug eines Films
Film|kri|tik: die; - ; -en Besprechung,
Diskussion über die Darstellungen u.
Inhalte eines Films
Filtn|ma|te|ri|al: das; -(e)s; -ien 1 Quali¬
tät u. Beschaffenheit des Films (z. B.
hinsichtlich der Empfindlichkeit) 2
filmische Darstellungen eines be¬
stimmten Gegenstandes, Themas
Fflm|mu|sik: die; - ; -en (PL s.) speziell
für einen Film komponierte Musik
Film|plafkat: das; -(e)s; -e großformati¬
ges u. auffälliges Werbeplakat, das ei¬
nen Film ankündigt
Fllm|preis: der; -es; -e Preis, der für eine
künstlerische Mitarbeit an einem
Film, auch hinter der Kamera, verge¬
ben wird
Film|pre|mie)re —> Fjlmjpre|mi|e|re:
die; ~ ; -n feierliche Erstaufführung ei¬
nes Films ,,
Film|pro|dujzent: der; -en; -en weibl.
Fi<injpro|du|zen|tin: die; - ; -nen Per¬
son, die als Finanzier eines Films auf¬
tritt, die das Geld für die Filmherstel¬
lung bereitstellt
Fifm|projjefct: das; ~(e)s; -e Vorhaben
einer filmischen Darstellung eines
Themas
Film|pro|jek[tor: der; -s; -en technisches
Gerät zur Filmvorführung, z. B. in
Kinos
Film|re|gie: die; - ; -n verantwortliche
Leitung, Koordination bei einer Ver¬
filmung
Film|re|gis|seun der; -(e)s; -e weibl.
Film|re|gis|seu|rin: die: • ; -nen ver¬
antwortlicher Leiter, Koordinator ei¬
ner Verfilmung
Fihn|rejpor|ta|ga: die; - ; -n Reportage,
Bericht mit Filmberichten u. -inter¬
views
Film|riß —» Filmjriss: der; -risses; -risse
1 meist plötzliche Beschädigung des
Films 2 einen Filmriß haben —> ei¬
nen Filmriss haben: [ugs.] sich an
etw. (häufig nach starkem Alkohol¬
konsum) nicht mehr erinnern
Film|rol|le: die; ~ ; -n 1 Spule, auf die ein
Film aufgewickelt ist u. von der er
mittels des Filmprojektors abgespielt
wird 2 Part, den ein(e) Schauspie¬
lerin) in einem Film übernimmt
Film|schau|spie|ler: der; -s: - weibl.
Film|schau|spie|le|rin: die; - ; -nen
Darstellerin), Akteur(in) in einem
Film
Film|schön|heit: die; ~ ; -en attraktive,
oft mit einem Film berühmt gewor¬
dene Schauspielerin
Film|spu|le: die; - ; -n große Rolle, auf
die ein Film aufgewickelt ist, Syn.:
Filmrolle (1)
Film|star: der; -s; -s männlicher od.
weibliche Hauptdarstellerin) eines
Films, mehrerer erfolgreicher Filme
Film|stsrn|chen: das; -s; - (scherzh.; ab¬
wert.] junge Schauspielerin, die ihren
ersten Erfolg hat u. sich eine Karriere
erhofft
Filmfstufdio: das; -s; -s mit Technik aus¬
gestatteter großer Raum, in dem
Filmaufnahmen gemacht werden
Fitm|sze|ne: die; - ; -n einzelne Einstel¬
lung, Situation eines Films, meist von
der Kameraführung u. vom Dreh¬
buch abhängig
Filmjtafbletfte —» Film|ta|bjlet]te:</i>; - ;
•n <Med.> Pille, die mit einer dünnen
Schutzschicht umgeben ist, die von
der Magensäure amgelöst wird
FUm|thea|ter —» Film|the|after. das; -s;
- (veralt.] großes Kino, Lichtspiel¬
haus
Fi!m|ti|tel: der; -s; - Name, Bezeich¬
nung für einen Film
Film|trans|port: der;-(e)s: -e Weiterbe¬
wegen des Filmbandes in der Kame¬
ra, im Projektor
Film|veijteih: der; -(ejs; -e Betrieb, der
Rechte an Filmen kauft, diese in einer
bestimmten Anzahl kopiert u. an Ki¬
nos verleiht
FHm|vor{füh|rer: der; -s; - weibl. FUm|-
vor|füh|rejrin: die; • ; -nen Person, die
einen Filmprojektor betätigt
FjtmJvotjfiihijge|rät: das; -(e)s; -e Film¬
projektor; technisches Gerät, mit
dem Filme gezeigt werden
Film|wirt|schaft: die; - ; - Gesamtheit
der Filmindustrie, der Unternehmen,
die an Herstellung, Vertrieb u. Ver¬
kauf von Filmen beteiligt sind
Filmlzeitjschrift: die; ~ ; -en wöchentlich
od. monatlich erscheinendes Maga¬
zin, in dem über Filme, Schauspieler
u. die Filmbranche berichtet wird
Film|2en|sur: die; ~ ; -en 1 o. PI. Behör¬
de, die Filme daraufhin prüft, ob sie
öffentlich aufgeführt werden können
2 Zensur, das Kürzen von der Öffent¬
lichkeit nicht zumutbaren od. den po¬
litischen Machthabern nicht geneh¬
men Szenen von Filmen
FiHou: <engl.-fr.i /filu/ der u. [selten]
das; -s; -s [scherzh.] Schlingel; Spitz¬
bube; Schlaumeier
Filjter; dat.> der; -s; - 1 Gerät (mit ei¬
nem Einsatz) aus feinporigem Mate¬
rial, in dem ein fester Bestandteil ei¬
nes (flüssigen) Stoffes ausgesiebt wird
»Der Kaffee lief durch den Filter.« 2
kurz für Filtermundstück = (Papier-)
Röllchen in einer Zigarette, das vor
dem Tabak liegt 3 <Physik> Apparat,
der Bestandteile des Lichts zurück¬
halten kann »Lichtfilter«
Fil|ter|kaf|fee: der; -s; -s Kaffeegetränk,
'das mit Hilfe einer Filtertüte, die das
Kaffeepulver ausfiltert, zubereitet
wurde
fjl|tern: filterst; fdlertest; hast gefiltert
eine Flüssigkeit von (festen) Bestand¬
teilen befreien »Wasserfiltern«
Fil|ter(tü|te: die; - ; -n trichterförmiger
Papierfilter für Kaffeemaschinen o. ä.
Fil|te|rung: die; - ; -en a) Prozeß, durch
den eine Flüssigkeit od. ein Luftge¬
misch o. ä. von gelösten Partikeln be¬
freit wird b) Trennung verschiedener
Stoffe
Fil|ter|zijga|retjte: die; - ; -n Zigarette
mit Filter, der einen Teil der Schad¬
stoffe zurückhält
Fil|trgt —*■ Fil|t|rat </af.> das; -(e)s; -e
gefilterte Flüssigkeit
fil|trje]ren —*■ fi)|t|rie|ren: dai.-fr.> fil¬
trierst; filtriertest; hast filtriert mit
Hilfe eines Filters reinigen
Fil|trier{pa|pier —» Fil[t|rierjpa|pier das;
-(e)s; -e Papier, das zum Filtern be¬
nutzt wird
Filz: der; -es; -e 1 a) Wollstoff, dessen
Fasern ineinander verwoben sind b)
etw., was filzartig gewachsen, gewu¬
chert ist 2 <übertr.> nicht durchschau¬
bare, (korrupte) Verbindungen inner¬
halb eines Machtapparates, einer
Verwaltung o. ä. 3 [süddt.] Moor 4
[österr.] Bauchfett des Schweins S
[ugs.] geiziger u./od. unfreundlicher
Mensch (ohne Manieren)
Filzjdecke (F[iz|dek|ke —> Filz|dejcke):
die; -; -n Decke, dickes Tuch aus Filz
fjl|zen: filzt; filztest; hast gefilzt 1 <Stoff>
durch häufiges Waschen od. Ge¬
brauch an der Oberfläche aufrauhen,
verfilzen 2 a) jmdn. durchsuchen,
sorgfältig kontrollieren b) jmdn. aus¬
rauben 3 [ugs.] übernachten; schlafen
fll|zen: Adj. n. stg. aus Filz (gefertigt)
Fite|hut: der; -(e)s; -hüte aus Filz gefer-
tigte(r) Kopfbedeckung, Hut
til|zig: Adj. 1 a) verfilzt; zu Filz gewor¬
den b) von einer filzähnlichen Be¬
schaffenheit 2 [ugs.; abwert.] in unan¬
genehmer Weise geizig
Filzlaus: die; - ; -lause 1 blutsaugendes
Insekt, das sich in der Körperbehaa¬
rung des Menschen einnistet 2 [ugs.;
abwert.] Mensch, der Ärger verur¬
sacht hat
Filz|pan|tofffel: die; - ; -n aus Filz gefer¬
tigter Hausschuh, Pantoffel
FilzjschrBi|ber: der; -s; - Schreibwerk¬
zeug, Stift, der seine Farbe über eine
Spitze aus Filz abgibt, Syn.: Faser¬
schreiber
FIIz|stift: der; -s: - Schreibwerkzeug,
Schreiber, der seine Farbe über eine
Spitze aus Filz abgibt, Syn.: Faser¬
schreiber
Filzjun|ter|la|ge: die; - ; -n Filzschicht,
die auf den Boden von Gegenständen
geklebt ist, um diese od. die Fläche,
auf der sie stehen, vor Krätzern zu
schützen
Fim|mel: der; -s; - [ugs.; oft abwert.] be¬
sondere Neigung, Eigenart od. Ange¬
wohnheit, Syn.: Spleen; Tick
Fin.: Abk. 1 Finale 2 Finanzen
fin.: Abk. 1 finanziell 2 <lat.> finis = En¬
des <engf>finished = beendet
FinA: Abk. Finanzamt
Fj|nal: der; -s; -s [Schweiz.] Finale; sport¬
licher Endkampf
fi|nal: dat.r Adj. n. stg. 1 abschließend;
das Ende bildend »der finale Akt des
Schauspiels« 2 <Rechtsw.; Sprach-
wiss.> den Zweck, die Absicht be¬
zeichnend »'Damit' ist eine finale
Konjunktion.«
Fi|nal|ab|schluB —a- Fijnal|ab|schluss:
der; -abschlusses; -abschlüsse <Wirt.>
endgültiger Abschluß
Fi|nal|be|geg|nung: die; - ; -en <Sport>
einen sportlichen Wettbewerb ab¬
schließender Kampf; Finale
Fi|najle: dat.-iti das; -s; - u.-s 1 feierli¬
ches Ende; krönender Abschluß 2
(Sport) Endkampf; Endspiel; Endrun¬
de 3 a) letzter Satz eines Musikstücks
b) letzter Akt eines Theaterstückes
Fj]nal|geg|ner: der; -s; ~ weibl. Fi|nal|-
geg|ne|rin: die; - ; -nen (Sport) Kon¬
kurrenten) im sportlichen Endkampf
381
Finalismus
Fi]na|lis|mus: der; - ; - <Phüosophie>
Lehre der Zielbestimmtheit des Seins
Fl|na|llst: der; -en; -en weibl. Fi)na|li|stin
—f Fi|na|iis|tin: die; - ; -nen 1 Sport¬
lerin), der/die an einem Endkampf,
-spiel teilnimmt 2 <Philosophie> An-
hänger(in) des Finalismus
Fi|na|li|tät: die; ~ ; -en Zweckbestim¬
mung, Ermittlung des Beweggrundes
für eine Handlung, abhängig vom an¬
gestrebten Ziel, nicht ausgehend von
ihrer Ursache
Fj|nal|spiei: das; -(e)s; -e <Sport> End¬
spiel; Endkampf
Fl|nan|cier/Fi|nan|zier: <lat- fr.> /finasg-
ßi-e u. fmanzje/ der; -s; -s [geh.] Per¬
son, die als Geldgeber auftritt
Fijnanz: die; - ; -1 Bank- u. Geldwesen
2 (Fach-)Leute des Bank- u. Geldwe¬
sens
Fi]nanz|ab|tei|lung: die; ~ ; -en Bereich
eines Unternehmens, der für kauf¬
männische Fragen zuständig ist
Fi]nanz|adel —* Fi|nanzja|del: der; -s; -
über Geld, Macht u. Besitz verfügen¬
de (Führungs-)Schicht eines Landes
Fi|nanz|amt: das; -(e)s; -ämter a) Be¬
hörde der Stadt od. des Kreises, die
Steuergelder einzieht u. verwaltet b)
Gebäude, in dem die Behörde unter¬
gebracht ist
Fi|nanz|ari|sto|kra]tie —> Fj|nanz|a|ris|-
to|k)ra|tie: die; ~ ; - über Geld, Macht
u. Besitz verfügende (Führung«-)
Schicht eines Landes
Fi|nanz|be(am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Finanzbeam¬
ter; eine Finanzbeamte; zwei Finanz¬
beamte) weibl. auch Fi|nanz|be|am|-
tin: die; - ; -nen Steuerbeamte(r); für
Steuererhebung zuständige(r) Beam¬
ter)
F|jnanz|be|hörjde: die; - ; -n <Verwal-
tungsw.) untergeordnete Behörde der
Finanzverwaltung
Fj]nanz]buch|hal|ter: der; -s; - weibl.
Fi|nanz|buchjhal)terin: die; - ; -nen
Person, die die Finanzen eines Unter¬
nehmens überwacht u. kontrolliert
Fi|nanz|di[rek|toR der; -s; -en weibl. Fil-
nanz|di|rek)to|rin: die; - ; -nen <Pol.>
[Schweiz.] Leiter(in) des Finanzmini¬
steriums in einem Kanton
Fi|nan|zen: <lat.-fr.> die (PI.) 1 Geldwe¬
sen 2 (private) Vermögenslage
»Meine Finanzen erlauben mir zur
Zeit keine Flugreise.« 3 Staatsvermö¬
gen od. Vermögen von Körperschaf¬
ten des öffentlichen Rechts
Fi]nanz|ex|pertte: der; -n; -n weibl. Fi|-
nanz|ex)perttin: die; - ; -nen Sachver¬
ständiger), Fachmann/-frau für fi¬
nanzielle Fragen
Fijnanz|ge|nie: das; -s; -s [scherzh.] Per¬
son, die es versteht, Geld gewinnbrin¬
gend anzulegen od. zu investieren
fi|nan]zi|ell: <fr.> Ad), n. stg. die Finanzen
betreffend
Fi|nan|zier/Fi|nan|cier: <lat.-fr.> /finan-
zje/ der; -s; -s Person, die als Geldge¬
ber auftritt »Der Fußballverein benö¬
tigt einen neuen Finanzier.«
fi|r\an|zier]bar: Adj. n. stg. bezahlbar;
überschaubare Kosten verursachend
fi|nan|zie|rsn: </r.> finanzierst; finanzier¬
test; hast finanziert a) Geldmittel be¬
reitstellen b) Geldmittel aufbringen c)
einen Kredit aufnehmen
Fi|nan|zje|rung: die; -; -en 1 das Finan¬
zieren, Bezahlen 2 langfristige Bezah¬
lung durch Kredit, durch Leasing
Fi]nanz|kraft: die; - ; - einem Unterneh¬
men, einem Land zur Verfügung ste¬
hende finanzielle Mittel
fi|nanz|fcräf|tig: Adj. große finanzielle
Reserven besitzend; reich
Fi|nanz|la|ge: die; - ; - finanzielle Gege¬
benheiten von etw., jmdm.
Fi|nanz|mi|ni|ster —* Fj|nanz|mi|nis|ter.
der; -s; - weibl. Fi|nanz|mi|nt]8te|iin
—» Filnanz|mi|nisfie|rin: die; - ; -nen
<Pol.> Dienstherr(in) der obersten Fi¬
nanzbehörde
Fi)nanz[mi|ni|ste|ri|um —» Fi|nanz|mi|-
nis|te|ri|um: das; -s; -tninisterien <Pol.>
für das Finanzwesen auf Landes- od.
Bundesebene zuständige Verwal¬
tungsbehörde
Fi)nanz|pla|nung: die; - ; -en Ein-, Ver¬
teilung u. Überwachung der Finanz¬
kraft; Geldmittel eines Staates, Un¬
ternehmens o. ä.
Fi|nanz|po|li|tik: die; - ; - a) Finanzpla¬
nung eines Staates b) <Wirt.> Einset¬
zung der Finanzkraft eines Unterneh¬
mens
fi|nanz|schwach: Adj. finanzschwacher;
finanzschwachste ohne Finanzkraft;
ohne Geld, Vermögen
Fi]nanz|sprit|ze: die; - ; -n <Wirt.> hel¬
fende Finanzierung eines finanz¬
schwachen Unternehmens od. staatli¬
che Subvention
fi|nanz|starlc Adj. finanzstärker; finanz¬
stärkste über große Finanzkraft ver¬
fügend; über finanzielle Reserven ver¬
fügend
Fi)nanz|we|sen: das; -s; - die (öffentli¬
chen) Finanzen u. ihre Verwaltung
Fi|nanzjwirt|schaft: die; -; - Gesamtheit
der öffentlichen Institutionen u. de¬
ren Finanzkraft, die für Anliegen des
Gemeinwohls eingesetzt wird
Fin|del|kjnd: das; -(e)s; -er alleingelas¬
senes Baby od. kleines Kind, das von
den Eltern ausgesetzt wurde u. des¬
halb aufgefunden wurde
fin|den: findest; fand(e)st; hast gefun¬
den 1 a) etw. od. jmdn. aus Zufall od.
durch (gezieltes) Suchen entdecken,
treffen b) durch Nachdenken etw. er¬
kennen, entdecken »eine Lösung
finden« 2 [ugs.] über etw. in bestimm¬
ter Weise denken, etw. beurteilen »Ich
finde, wir sollten jetzt nach Hause
gehen.« 3 es, das wird sich (alles) fin¬
den: a) geregelt, geordnet werden b)
erklärt werden 4 sich gesucht u. ge¬
funden haben: [ugs.] gut zusammen¬
passen
fjn|den, sich: findet sich; fand sich; hat
sich gefunden 1 etw. (Verlorenes) ohne
aufwendige Suche wiederentdeckt
werden 2 sich aus der Situation erge¬
ben 3 sich mit etw. abfinden, in etw.
schicken
Fin|der: der; -s; - weibl. Fin|de|rin: die;
- ; -nen jmd„ der einen Gegenstand
entdeckt, den möglicherweise ein an¬
derer verloren hat
Fin|derjlohn: der;-(e)s; - Belohnung für
den ehrlichen Finder eines Gegen¬
stands, der diesen zurückbringt
finjdig: Adj. geschickt; ideenreich; erfin-
' derisch
Find|ling: der; -s; -e 1 <Geol.> vereinzel-
’ter Gesteinsbrocken; Steinblock 2
[selten] Findelkind
Finjdung: die; -; -en (PL s.) das Ausfin¬
digmachen, Entdecken von etw.
Fi|nes|se: dat.-fr» /finess(e)/ die; ~ ;-n 1
a) Kniff»Nach drei Jahren im Beruf
kenne ich alle Finessen.« b) Gerissen¬
heit »Das Treffen hat sie mit Finesse
initiiert.« 2 m. PL besondere Aufma¬
chung, Ausrüstung
FinG: Abk. Finanzgericht
Fin|ger: der; -s; -1a) <Körpeo Teil der
Hand, durch den das Greifen möglich
ist »Die Hand eines Menschen hat fünf
Finger.« b) Teil des Handschuhs, in
den ein Finger gesteckt wird 2 klebri¬
ge Finger haben: [ugs.] (gewohnheits¬
mäßig) stehlen 3 sich etw. aus den
Fingern saugen: [ugs.] etw. Erfunde¬
nes, Ausgedachtes erzählen 4 sich die
Finger verbrennen: [ugs.] etw. sagen,
tun u. damit hereinfallen, bei jmdm.
anecken »An dem Geschäft hat er sich
ganz schön die Finger verbrannt.« S
sich etw. an den (zehn, fünf) Fingern
abzählen können: [ugs.] etw. leicht
voraussehen können 6 eins, etw. auf
die Finger bekommen, kriegen:
[ugs.] gerügt, bestraft werden 7 ei-
ne(n), zehn an jedem Finger haben:
[ugs.] viele Verehrerfinnen) haben
»Wenn sie wollte, könnte sie an jedem
Finger zehn haben.« 8 jmdm. auf die
Finger klopfen: [ugs.] jmdn. (war¬
nend) rügen, tadeln »Du mußt ihm
mal kräftig auf die Finger klopfen,
sonst wird er immer unverschämter.« 9
sich die, alle (zehn) Finger nach etw.
lecken: [ugs.] etw. besitzen wollen 10
jmdm. auf die Finger sehen, schau¬
en, gucken: [ugs.] auf jmdn. achten,
ihn kontrollieren »Wenn du dem nicht
genau auf die Finger schaust, tut er
nichts.« 11 die Finger von jmdm.,
etw. lassen: [ugs.] mit etw., mit
jmdm. lieber nichts zu tun haben
»Laß lieber die Finger von der Sache,
davon verstehst du nichts!« t2 die Fin¬
ger in etw., im Spiel haben: [ugs.] an
etw. beteiligt sein 13 sich in den Fin¬
ger schneiden: [ugs.} sich kräftig ir¬
ren »Du hast gedacht, du könntest
mich hereinlegen, da hast du dich aber
in den Finger geschnitten.« 14 etw. im
kleinen Finger haben: [ugs.] etw. ge¬
nau wissen, beherrschen, spüren o. ä.
15 jmdm. durch die Finger
schlüpfen: [ugs.] jmdm. entkommen
»Der Dieb ist ihnen schon wieder durch
die Finger geschlüpft.« 18 (jmdm.)
durch die Finger sehen: (jmds.) Feh¬
ler, Unkorrektheit absichtlich nicht
zur Kenntnis nehmen »Er ist sein
Schwiegersohn - kein Wunder, daß er
ihm durch die Finger sieht.« 17 jmdn.,
etw. nicht aus den Fingern lassen,
geben: [ugs.] jmdn., etw. nicht abge¬
ben, unbedingt behalten wollen 18
jmdn. , etw. in die Finger bekommen,
kriegen: [ugs.] jmdn., etw. zu fassen
bekommen, finden »Na warte, wenn
ich dich in die Finger bekomme, dann
setzt es was!« 19 jmdm. in die Finger
fallen, geraten: [ugs.] in jmds. Gewalt
geraten; jmds. Opfer werden »Da sind
Sie leider einem Betrüger in die Finger
geraten.« 20 es juckt, kribbelt jmdm.
382
Firmenverzeichnis
in den Fingern: [ugs.] 1. jmd. möchte
etw. (mit seinen Händen) tun »Wenn
ick ihm zuscke, juckt es mich in den
Fingern, u. ich möchte ihm den Bohrer
aus der Hand nehmen.« 2. jmd.
möchte jmdm. eine Ohrfeige geben
»Wenn ich dein blödes Grinsen sehe,
juckt es mich in den Fingern.« 21 etw.
mit dem kleinen Finger machen:
[ugs.] etw. mühelos erledigen »Gib
her, das mache ich doch mit dem klei¬
nen Finger!« 22 etw. mit spitzen Fin¬
gern anfassen: [ugs.] etw. (widerwil¬
lig) mit Vorsicht anfassen »Sie hob die
schmutzigen Socken mit spitzen Fin¬
gern auf.« 23 mit (den) Fingern, mit
dem Finger auf jmdn., etw. zeigen:
öffentlich jmdn./etw. bloßstellen »Be¬
nimm dich! Od. willst du, daß die Leute
mit dem Finger auf uns zeigen?« 24
jmdm. unter, zwischen den Fingern
zerrinnen: jmd. kann sein Geld, Ver¬
mögen o. ä. nicht Zusammenhalten
»Ihr Gehalt zerrarm ihr zwischen den
Fingern.« 25 jmdm. unter, zwischen
die Finger kommen, geraten: 1. in
jmds. Gewalt geraten »Wenn der mir
zwischen die Finger gerät, kann er was
erleben!« 2. durch Zufall von jmdm.
gefunden werden 26 jmdn. um den
(kleinen) Finger wickeln können:
[ugs.] mit jmdm. machen können, was
man will 27 nur mit dem kleinen Fin¬
ger zu winken brauchen: so berühmt,
mächtig o. ä. sein, daß man seine
Wünsche nur geringfügig andeuten
muß, um andere dazu zu veranlassen,
sie zu erfüllen 28 Wer den kleinen
Finger gibt, dem nimmt man die gan¬
ze Hand: Großzügigkeit, Hilfsbereit¬
schaft, Gutmütigkeit o. ä. wird mei¬
stens schamlos ausgenutzt u. führt oft
zu größeren Forderungen
Fin|ger1ab|druck: der; -(e)s; -abdrücke
'aufgrund charakteristischer Linien
der Haut der Identifikation dienende
Spur, die sich beim Anfassen von etw.
von der unteren Fläche der Finger¬
kuppe ergibt »Am Tatort sind keine
Fingerabdrücke - die Täter haben
Handschuhe getragen.«
fin|ger|breifc Adj. n. stg. so breit wie ein
Finger
fin|ger[diclc Adj. n. stg. so dick wie ein
Finger
Fin|ger|faijbe: die; - ; -n ungiftige Mal¬
farbe für Kinder, die ohne Pinsel o. ä.
mit den Händen, Fingern verteilt
wird
fin|ger|feijtig: Adj. sehr schnell u. gut
beim Arbeiten mit den Händen, Fin¬
gern »Sie bewunderte ihren fingerferti¬
gen Umgang mit der Handarbeit.«
Fin|ger]ferjtigjke)t: die; - ; - Wendigkeit,
Sicherheit in der Bewegung der Fin¬
ger, einer handwerklichen Tätigkeit
Fin|geiiglied: das; -(e)s; -er Teil, Kno¬
chen eines Fingers
Fin|geijha|keln: das; -s; - alpenländi¬
scher Wettbewerb, bei dem sich zwei
Männer mit ineinandergehakten Fin¬
ger gegenseitig über einen Tisch zie¬
hen müssen
Fin|ger|hand|schuh: der; -(ejs; -e
Handschuh mit einer Hülle für jeden
Finger
Fin|geijhut: der; -(e)s; -Mite 1 bei Näh¬
arbeiten zum Schutz der Fingerkuppe
verwendete Metall- od. Porzellankap¬
pe 2 zu den Rachenblütlern gehören¬
de hohe Staudenpflanze mit großen,
in Trauben wachsenden Blüten, die
wie Fingerhüte aussehen
Fin|ger|knö[chel: der; -s; - Gelenk in
der Mitte des Fingers; Verbindungs¬
gelenk zwischen zwei Fingerknochen
Fin|ger]kup|pe: die; -; -n Spitze des Fin¬
gers
Fin|ger|Kng: der; -s; -e 1 Schutzhülle aus
Leder o. ä., die über den Verband ei¬
nes verletzten Fingers gestülpt u. mit
einem Band am Handgelenk befestigt
wird 2 Teil des Fingerhandschuhs,
der einen einzelnen Finger umhüllt 3
Schutzhülle aus Plastikfolie für einen
Finger
fin|gern: fingerst; fingertest; hast gefin¬
gert [ugs.] 1 a) etw. mit den Fingern
berühren, zu berühren versuchen b)
etw. nur mit Hilfe der Finger heraus¬
ziehen, -holen 2 [scherzh.] etw. ge¬
schickt hinbekommen, meistern 3
[scherzh.] etw. stehlen
Fin|geijna|gel: der; -s; -nägel aus Horn
gebildete feste Platte an der Oberseite
des letzten Gliedes jedes Fingers
Fin|gerjring: der; -(e)s; -e an einem Fin¬
ger getragenes Schmuckstück
F[n|ger|schnal|zen: das; -s; - durch das
schnelle Aneinanderreiben von Dau¬
men u. Mittelfinger erzeugtes knal-
Jendes Geräusch
Fin|ger|spit|ze: die; - ; -n oberstes Teil
des Fingers, Syn.: Fingerkuppe
Fin[ger|übung —Fin|gerjüjbung: die;
• ; -en <Musik> a) kleines Musikstück,
mit dem jmd._ seine Fähigkeiten zu
Beginn einer Übung, eines Konzerts
auffrischt, trainiert, sich wannspielt
b) Übung auf einem Instrument zum
Trainieren der Fingerfertigkeit
fin|gje|ran: <Jal.> fingierst; fingiertest;
hast fingiert etw. erfinden, Vortäu¬
schen; so tun, als ob etw. passiert wä¬
re »einen Einbruchfingieren«
Fjjnish: <engb /finisch/ das; -s; -s 1
<Sport> Endspurt 2 letzter Schritt zur
Fertigstellung von etw.; letzter Schliff
Fj|ni|tum: <lat.> das; -s; Finita <Sprach-
wiss.> gebeugte Verbform
FinK: Abk. Finanzkasse
F|nlc der; -en; -en körnerfressender klei¬
ner Singvogel mit buntem Gefieder u.
kegelförmigem Schnabel, der in vie¬
len Arten vorkommt
F[n|ken|vo|gel: der; -s; -vögel körner¬
fressender kleiner Singvogel mit bun¬
tem Gefieder u. kegelförmigen Schna¬
bel, der in vielen Arten vorkommt;
Fink
finn.: Abk. finnisch
Fjn|n«: die; - ; -n Larve(nstadium) eines
parasitären Wurms, Bandwurms
Fm|ne: die; - ; -n 1 Rückenflosse von
Hai u. Wal 2 spitze Seite, spitzes Ende
des Hammers
Fin|ne: der; -n; -n weibl. Fin|nin: die; - ;
-nen Einwohner(in), Staatsangehöri¬
ge^) des nordeuropäischen Staates
Finnland
Fin|nen|dolch: der; -(e)s; -e kurzes,
scharfes Messer
Fjnn|land: o. Art.; -s; - nordeuropä¬
ischer Staat mit der Hauptstadt Hel¬
sinki
Fin|no|ugrist —* Fin|noju|g|rist der;
-en; -en weibl. Fin|no|ugti|stin —>
Fin|no|u|g|ris|tin: die; - ; -nen <Sprach-
wiss.) Linguisten), der/die sich beson¬
ders mit den finnisch-ugrischen Spra¬
chen beschäftigt
F|nn|wal: der;-(e)s; -e sehr großer Wal
mit grauem Rücken, hellem Bauch u.
spitzer Rückenflosse
fin|ster —* fins|ter. Adj. 1 sehr dunkel
»Es ist finster draußen.« 2 bedrohlich;
unheimlich »eine finstere Gegend« 3
im finster(e)n (auch: dunklen) tappen
—> im Finstern (auch: Dunklen)
tappen: (noch) nichts (Genaues) wis¬
sen »In dem Fall tappt die Polizei im¬
mer noch im finsteren.«
Fin|ster]keit —> Fins|ter|keit die; - ; -
"Finsternis; dunkler Zustand
Fin|ster|ling —» Finsjteijling: der; -s; -e
[abwert.] unheimlich u. mißmutig
blickender Mensch
Fin|ster(nis —» Fins|teijnis: die; - ; - 1
völlige Dunkelheit; Abwesenheit von
Licht 2 <Astronomie> Himmelser¬
scheinung, bei der ein Planet einen
anderen verdeckt u. ihn verdunkelt
Fin|te: <lat.> die; ~ ; -n 1 Betrugsversuch;
Irreführung »Fallt nicht auf seine Fin¬
ten herein!« 2 <Sport> angedeutete Be¬
wegung, die den Gegner irreführen
soll, Syn.; <2> Scheinhieb; Scheinstoß
fin|ten|reich: Adj. [geh.] gewandt im Er¬
finden von Ausreden u. in der An¬
wendung von Tricks
fin|tte|ren: fintierst; fintiertest; hast fin¬
tiert <Sport> beim Boxen, Fechten,
Ringen eine Finte ausführen
fip|sig: Adj. [ugs.] klein; mickrig
Fitjlejfanz: der; -es; - [ugs.; oft abwert.]
1 unnützer Kram; unnötige Dinge;
Schnickschnack 2 nicht erforderli¬
ches, sondern eher behinderndes Ver¬
halten, Reden
Firm.: Abk. Firmung
firm: <lat.> Adj. fest; sicher; geübt »In
Englisch ist er firm.« Syn.: [österr.]
ferm
Fiijma: <lat.-it.> die; - ; Firmen a) Be¬
trieb; Unternehmen b) eingetragener
Name eines Geschäfts
Fir|ma|ment: <Iat.> das; -(e)s; -e sichtba¬
rer Himmel; Himmelsgewölbe
fiijmen: <lat.> firmst; firmtest; hast ge¬
filmt dcath. Kirche) das Sakrament
der Firmung spenden
Fir|men|auf|dmck: der; -(ejs; -e Abbil¬
dung des Firmennamens, Emblems
der Firma auf Briefbögen, Aufkle¬
bern usw.
Fir[men|chef: der; -s; -s weibl. Fii(men|-
cheffin: die; - ; -nen Inhaberin), Ei¬
gentümerin) od. Vorsitzende(r) eines
Unternehmens, Betriebs
fii[men|ei|gen: Adj. n. stg. der Firma ge¬
hörend, ihr angehörend
Fiijmen|in|ha|ber: der; -s; - weibl. Firj-
men|injha|berin: die; - ; -nen Eigen¬
tümerin), Besitzerin) einer Firma
fir|men|in|t«rn: Adj. n. stg. nur inner¬
halb der Firma (bekannt)
Fiijmen|re|gi|ster —> Fir|men|re[gis|ter.
der; -s; - Handelsregister, in das die
Firma eingetragen ist
Fiijmen|sitz: der; -es; -e Niederlassung,
Produktionsstätte einer Firma
Fir|men|verjzeich|nis: das; -ses; -se Auf¬
listung aller Firmen (einer Branche)
383
Finnenwagen
Fir|men|wa|gen: der; -s; - finneneige¬
nes Fahrzeug, das Mitarbeitern zur
Verfügung gestellt wird
Firjmen|zei|chen: das; -s; - gestaltetes
Logo, Signet einer Firma, das Wie¬
dererkennung verspricht u. daher der
Werbung dient
fir|miejren: <lat.> firmierst; firmiertest;
hast firmiert sich unter einem Namen
zusammenschließen, verbinden, fu¬
sionieren
Firm|ling: <lat.> der; -(e)s; -e <kath. Kir¬
che) Kind, Person, das/die gefilmt
wird
Firfmung: dat.y die; - ; -en Sakrament in
der katholischen Kirche
fir|nen: firnl; firnte; hat gefirnl <Wein>
ablagern
Fiijnis: der; -ses; -se zum Schutz aufge¬
tragenes farbloses Öl
Firn|schnee: der; -s; - der Firn; harte
oberste Schneeschicht (des Hochge¬
birges)
first dass: <engb /förßt klaß/ erstklas¬
sig; von höchstem Niveau
First|bal|ken: der; -s; - oberster, waage¬
rechter Balken, der die Dachkon¬
struktion trägt
First-class-Hpjtel —► First-Class-Ho|-
tel: <engl.> /förßt-klaß-/ das; -s; -s Er-
ste-Klasse-Hotel; exklusives, teures
Hotel der oberen Kategorie
First|hö|he: die; - ; - Höhe eines Bau¬
werks vom Boden bis zum Dachfirst
fis/Fis: <lat.> das; -; - <Musik> um einen
halben Ton erhöhtes F, f
Fisch: der;-(e)s; -e 1 a) Wirbeltier, das
mit Hilfe von Kiemen im Wasser at¬
men u. leben kann, mit einer von
Schuppen bedeckten Haut u. Flossen
zur Fortbewegung ausgestattet ist b)
Mahlzeit aus gekochtem od. gebrate¬
nem Fisch 2 (Astrologie) a) n. PL
Stemzeichen, Tierkreiszeichen vom
19.2. bis 20.3. eines Kalenderjahres b)
Person, die zwischen dem 19.2. u.
dem 20.3. geboren wurde 3 <Druckw.>
[veralt.] falsch abgelegter Letter im
Setzkasten 4 die Fische füttern: [ugs.;
scherzh.] sich ins Wasser erbrechen
»Bei der Schiffahrt habe ich laufend
die Fische gefüttert, weil ich seekrank
war.« 5 (das sind) kleine Fische:
[ugs.] (das ist) unbedeutend, uninter¬
essant »Das Geschäft interessiert mich
nicht, das sind doch nur kleine Fische.«
6 stumm wie ein Fisch sein: nichts sa¬
gen, sich nicht äußern »Sag doch etw.,
mach den Mund auf, sei nicht stumm
wie ein Fisch.« 7 weder Fisch noch
Fleisch sein: [ugs.] weder das eine
noch das andere sein »Die Idee taugt
nichts, sie ist weder Fisch noch
Fleisch.« 8 ein großer, dicker Fisch:
[ugs.] 1. ein gesuchter (bedeutender)
Verbrecher »Mit dem Boß der Dro¬
genmafia ist der Polizei ein dicker
Fisch ins Netz gegangen.« 2. ein gro¬
ßes Geschäft; dicke Beute o. ä. »Bei
den Verhandlungen habe ich einen dik-
ken Fisch an Land gezogen.« 9 (der)
Fisch will, muß schwimmen: Aus¬
spruch, wenn man beim od. nach dem
Fischessen Durst hat u. trinken will
»Noch ein Bier bitte, Fisch muß
schwimmen!« 10 Fische fängt man
mit Angeln, Leute mit Worten: wer
geschickt, gerissen ist, gut u. überzeu¬
gend reden kann, besitzt die Fähig¬
keit, andere von allem, ob gut od.
schlecht, zu überzeugen, auf seine Sei¬
te zu ziehen
—*■ Fisch ver|ar|bei|tend: s. fischverar¬
beitend
Fisch|ab|fall: der; -(e)s; -abfälle beim
Ausnehmen u. der Weiterverarbei¬
tung von Fischen anfallende (unge¬
nießbare) Reste
Fisch|ad|ler: der; -s; - an europäischen
Küsten heimischer Greifvögel mit
schwarzem Rücken u. weißem Bauch,
der hauptsächlich Fische fängt
ftsch|arm: Adj. fischarmer; fischarmste
mit wenigen Fischen; fast ohne Fi¬
sche
fisch|arjtig: Adj. n. stg. wie ein Fisch
Fisch|be[häl|teR der; -s; - Wasserbek-
ken od. -ebner, in dem gefangene Fi¬
sche lebendig aufbewahrt werden
Fisch|ba|stand: der; -(ejs; -bestände
Vorkommen, Menge von Fischen in
einem Gewässer
Fisch|be|steck: das; -(e)s; -e spezielles
Eßbesteck, mit dem Fisch gegessen
wird
Fischjbrut: die; - ; - Laich, Brut von Fi¬
schen
Fisch|damp|fer: der; -s; - hochseetüch¬
tiges Schiff zum Fischfang
fi|schen: fischst; fischtest; hast gefischt
1 angeln; Fische fangen 2 [ugs.] etw.
zu greifen versuchen
Fi|scher: der; -s; - weibl. Fi|sche|rin:
die; - ; -nen a) Person, die davon lebt,
daß sie Fische fangt u. verkauft b)
hobbymäßige(r) Angler(in)
Fi[scher|boofc das; -(e)s; -e kleineres
Schiff, von dem aus gefischt wird
Fi|scherjdorf: das; ~(e)s; -darfer kleiner
(Küsten-)Ort, in dem vor allem Fi¬
scherleben
Fj]sche|rei: die; - ; - berufsmäßiger
Fischfang
F(fsche|rei|fahfjzaug: das; -(e)s; -e
Wasserfahrzeug für den Fischfang
Fj|sche|rei|flottte: die; -; -n größere An¬
zahl von (zusammengehörigen) Fi¬
schereifahrzeugen
Fi|sche|rei|ge|setz: das; -es; -e gesetzli¬
che Regelungen, die den Fischfang
betreffen
Fi|sche(rei|ge|wäs|ser: das; -s; - Seen,
Flüsse od. Meeresteile, in denen ge¬
fischt werden darf
Fj]sche|rei|gren|ze: die; - ; -n (gedachte)
Linie, die die Fischereigewässer vor
der Küste eines Staates vom offenen
Meer trennt
Fj|sche|rei|ha|fen: der; -s; -häfen Hafen,
von dem aus viele Fischerboote auf
Fischfang gehen
F||sche|rei|we|sen: das; -s; - Gesamtheit
der mit der Fischerei zusammenhän¬
genden Tätigkeiten u. Institutionen
Fjjscheijnetz: das; -es; -e größeres Netz
aus grobem, haltbarem Gewebe, mit
dem Fische gefangen werden
Fi|schers|frau: die; - ; -en [veralt.]
(Ehe-)Frau eines Fischers
Fisch|fa|brik —» Fisch|fa|b|rik: die; - ;
-en Unternehmen, in dem Fisch ma¬
schinell verarbeitet u. verpackt wird
Fisch|fang|g»|biet: das; -(e)s; -e (Teil
eines) Gewässer(s), in dem gefischt
werden darf, gefischt wird
Fisch|fi|let: das; -s; -s Rücken-, Seiten¬
stück eines Fisches ohne Kopf,
Schwanz u. Gräten
Fisch|fut]ten das; -s; - (PI. s.) Lebens¬
mittel, die für die Fütterung von Fi¬
schen geeignet sind, verwendet wer¬
den .
Fisch|ge|richt das; -(e)s; -e <Kochk.>
als Mahlzeit zubereiteter Fisch
Fisch|glas: das; -es; -gläser gläserner,
oft runder Behälter für die Haltung
von Zierfischen
Fisch|grä|te: die; - ; -n dünnes, kno¬
chenähnliches Gebilde im Muskel¬
fleisch eines Fisches
Fisch|grün|de: die (PI.) Gebiet, in dem
gefischt werden kann, gefischt wird;
Fischfanggebiet
Fisch[hand|lung: die; - ; -en 1 Geschäft,
in dem Speisefische verkauft werden
2 Zoohandlung, in der vor allem Zier¬
fische verkauft werden
fi|schig: Adj. n. stg. 1 typische Ei¬
genschaften des Geruchs od. Ge¬
schmacks von Fisch aufweisend 2
<Auge> starr; glasig
Flsch|kom|bi|nat: das; -(e)s; -e (früher
DDR> [veralt.] großer Betrieb in der
DDR, der sich mit der Hochseefische¬
rei befaßte
Fisch|kon|setjve: die; - ; -n verarbeite¬
ter, haltbar gemachter, in Dosen ver¬
packter Fisch
Fj9ch|kunjde: die; ~ ; - Wissenschaft,
Kenntnis von den Fischen
Fisch|kut|teR der; -s; - in der Küsten-
u. Hochseefischerei verwendetes Fi¬
scherboot
Fisch|la|den: der; -s; -laden Geschäft, in
dem Speisefische verkauft werden
Fisch|laich: der; -(e)s; -e vom Fisch¬
weibchen abgelegte Eier
Fisch|leim: der; -(e)s; -e aus Fischgrä¬
ten u. a. Fischabfällen hergestellter
Leim, mit dem vor allem Papier ge¬
klebt wird
Fisch|markt: der; -(e)s; -markte
(Groß-)Markt, auf dem frische
Fische verkauft werden
Fisch|maul: das; -(e)s; -mäuler Maul,
Mundeines Fisches
Fisch|mehi: das; -(e)s; - u. -e (PL s.)
aus Fischabfällen hergestelltes Pul¬
ver, das zur Viehfütterung verwendet
wird
Fisch|mes|ser. das; -s; - besonders ge¬
formtes Messer zum Zerteilen eines
zubereiteten Fisches auf dem Teller
Fisch|otjter: der; -s; ~ größeres Nage¬
tier, das am Wasser lebt u. sich von
Fischen ernährt
fisch|reich: Adj. viele Fische enthaltend
»fischreiche Gewässer«
Fisch|rei|her: der; -s; • größerer Vogel
mit langem Schnabel, der sich von Fi¬
schen ernährt
Fisch|reu|se: die; - ; -n Netz in Sack¬
form, das zum Fischfang ausgelegt
wird
Fisch|ro|gen: der; -s; - (PL s.) Eier im
Körper des weiblichen Fisches
Rsch|schup|pe: die; • ; -n dünner, fla¬
cher, kleiner Knochen, der in großen
Mengen die Haut der meisten Fische
bedeckt
Fisch|schwanz: der; -es; -schwänze
längste, am hinteren Ende eines Fi-
384
Fixum
sches befindliche Flosse, optisch dem
Schweif von Säugetieren ähnlich
Fisch|stäb|chen: das; -s; ~ <Kochk.>
längliches, meist rechteckiges Stück
Fischformfleisch, das paniert ist u. in
der Pfanne gebraten wird
Fjsch|ster|ben: das; -s; - unnatürlich ge¬
häuftes Verenden von Fischen durch
stark verunreinigte od. überdüngte
Gewässer
Fisch|sup|pe: die; - ; -n (Kochk.) mit
Gemüse- od. Teigwareneinlage ge¬
kochte Brühe aus Fischfleisch
Fischteich: der; -(e)s; -e kleines Ge¬
wässer, in dem Fische leben (u. aus
dem Fische geangelt werden)
fisch|ver[ar|bei|tend —» Fisch verjaij-
* beiftend: Adj. n. stg. Fisch weiterver¬
arbeitend; Güter aus Fisch produzie¬
rend
Fisch|ver|gif|tung: die; - ; -ert <Med.> to¬
xische Reaktion, hervorgerrufen
durch den Genuß von durch falsche
od. zu lange Lagerung giftig geworde¬
nem od. für den Menschen ungenie߬
barem Fisch
Fisch[wan|de|rung: die; - ; -en Wande¬
rungsbewegung von Fischschwärmen
zum Zweck des Ablaichens an einem
hierfür geeigneten Platz des Gewäs¬
sers
Fisch|wei|her: der; -s; - mittelgroßes,
stehendes Gewässer, das für den An¬
gelsport freigegeben ist
Fischjwirt|schaft: die; - ; - Gesamtheit
der fischfangenden u. fischverarbei¬
tenden Betriebe »Die Völker am Meer
leben zu einem großen Teil von den Er¬
trägen aus der Fischwirtschaft.«
Fisch|zucht: die; - ; -en <Wirt.> kontrol¬
lierte Aufzucht von Fischen zu Zwek-
ken des finanziellen Gewinns
Fisch|zug: der; -(e)s; -ziige 1 (Fische-
reiw.> das Auswerfen u. Einziehen
von zur Hochseefischerei benötigten
Schleppnetzen 2 (hinter-)listige Vor¬
gehensweise, durch die man sich Stei¬
gerung von Reichtum, Ansehen od.
Macht erhofft
Fis-Dur: <lat.> das; - ; - <Musik> die auf
dem Halbton Fis beruhende, aufbau¬
ende Durtonart
Fis-Dur-Ton|lei|ten die; - ; -n <Musik>
auf dem Halbton Fis beruhende Dur¬
Tonleiter
Fi|si|ma|ten|ten: die (PI.) [ugs.] 1 Aus¬
weichmanöver; Bemühungen, um
etw. Unerfreuliches herumzukom¬
men 2 (witzige) Aufmerksamkeit erre¬
gende od. zur Behinderung von etw.
führende Handlung 3 Fisimatenten
machen: l. faule Ausreden, nicht
stichhaltige Gründe Vorbringen; Um¬
stände machen »Los, komm mit, u.
mach keine Fisimatenten.« 2 keine
Schwierigkeiten, Dummheiten ma¬
chen
Fis|kal: <lat.> der; -(e)s; -e <Rechtsw.;
hist.> [veralt.] Amtsinhaber, der vor
Gericht die Rechte des Landesfürsten
vertrat »Der Kaiser vertraute voll u.
ganz den juristischen Fähigkeiten sei¬
nes Fiskals.«
fis|ka|lisch: <lat.> Adj. n. stg. auf die
staatliche Vermögensverwaltung be¬
zogen, ihr zuzuordnen
Fis|kus: dato der; - ; Fisken u. -se a) Fi¬
nanzamt; staatliche Finanzbehörde
b) Staatskasse; Staatsvermögen
Fi|so|le: die; - ; -n [österr.] (grüne)
Bohne
fis-Moll: dato das; - ; - <Musik> die auf
dem Halbton fis beruhende, aufbau¬
ende Molltonart
fis-Moll-Ton|lei|ter: die; - ; -n <Musik>
auf dem" Halbton fis beruhende, auf¬
bauende Molltonleiter
F||stel —> Fis|tel: die; - ; -n 1 <Med.>
(krankhafte od. bewußt geschaffene)
Verbindung von sonst getrennt von¬
einander arbeitenden Organen (von
denen eines auch die Haut sein kann)
2 kurz für Fistelstimme = dünne, ho¬
he, als sehr unmännlich geltende
Kopfstimme
fijsteln —* fisteln: fistelst; fisteltest;
hast gefistelt (abwert.] mit hoher,
dünner Kopfstimme reden od. singen
Fi|stel|stim|me —» Fis|tel|stim|me: die;
- ; -n 1 <Musik> reine Kopfstimme 2
[abwert.] dünne, hohe, sehr schwach
tönende männliche Kopfstimme
fit: (ameriko Adj.fltter; fitt(e)ste aktiv,
gesund u. in sehr gutem körperlichem
u. geistigem Zustand
Fit|neß —» Fjt|ness: <englo die; - ; - gu¬
ter körperlicher u. geistiger Zustand;
beste Form
Fit|neß|cen(ter —* Fit|ness|cen|ter:
(englo das; -s; - Sportzentrum zur
Steigerung oder Erhaltung der per¬
sönlichen körperlichen Leistungsfä¬
higkeit mit unterschiedlichen Geräte¬
stationen zum Training spezifischer
Körperpartien od. -teile »Für die Mit¬
gliedschaft in meinem Fitneßcenter be¬
zahle ich 150 DM pro Monat.« Syn.:
Fitneßstudio
Fitjneß|stu|dio —* Fjt|ness|stu|dlo/Fit|-
ness-Stu|dio: das; -s; -s Sportzen¬
trum zur Steigerung oder Erhaltung
der persönlichen, körperlichen Lei¬
stungsfähigkeit mit unterschiedlichen
Gerätestationen zum Training spezi¬
fischer Körperpartien od. -teile, Syn.:
Fitneßcenter
Fit|neB|trai|ning —^ Fit|ness|trai|ning:
(englo das; -s; - Übung zur Leistungs¬
steigerung od. Bewahrung der Lei¬
stung
Fit]sche: die; ~ ; -n [landsch.] Scharnier
an Fenster od. Tür, Syn.: Angel
Fit|tich: der; -(e)$; -e 1 (poet.] Flügel
»Siehst du auf dem Gemälde die ausla¬
denden Fittiche des Mäusebussards?«
2 jmdn. unter seine Fittiche nehmen:
[ugs.; scherzh.Jjmdm. helfen, der eine
Sache nicht allein regeln kann, ihn an¬
leiten »Was, dein Sohn kann immer
noch nicht schwimmen? Den muß ich
mal unter meine Fittiche nehmen -
nächste Woche kommt er mit uns ins
Schwimmbad!«
Fjtjzel: der u. das; -s; - [landsch.] Stück¬
chen; Teilchen; Bruchteil; winzig klei¬
ner Rest, mit dem man nicht mehr viel
anfangen kann »Leider kommst du
viel zu spät zum Essen, so daß nur noch
ein ganz kleiner Fitzel Pizza übrig ist.«
fix: (lato /fikß/ Adj. fixer; fixeste 1 a)
[ugs.] sehr schnell »einefixe Antwort«
b) flott; wendig »Die Bedienung ist
fix.« 2 a) fest, eindeutig festgelegt »ein
fixer Betrag« b) unveränderlich 3 fixe
Idee: [ugs.] Zwangsvorstellung »Daß
jeder über dich lacht, ist doch nur eine
fixe Idee von dir.« 4 a) fix u. fertig:
[ugs.] 1. ganz fertig; alles erledigt
»Mit meiner Arbeit bin ich fix u. fer¬
tig.« 2. soweit; (abfahr-)bereit; start¬
klar »Ich habe schon auf dich gewartet,
ich bin fix u. fertig, wir können los.« 3.
körperlich od. nervlich erschöpft »Ich
habe den ganzen Tag geschuftet, nun
bin ich fix u. fertig.« b) fix u. foxi: [ju-
gendsprl.] körperlich od. nervlich er¬
schöpft »Wir haben eine Wanderung
gemacht,jetzt sind wir alle fix u.foxi.«
Fi|xa|tiv: dat.-fro /fikßatif/ das; -s; -e
IfikßaUwel [fachsprl.] Festigungsmit¬
tel; Fixiermittel
fi|xen: /fikßen/ fixt; fixtest; hast gefixt
[ugs.] harte Drogen (in Form intrave¬
nöser Spritzen) zu sich nehmen
Fi|xieijbad: (lat.; dto /fikßir-/ das; -(e)s;
-bäder (Photographie) chemische
Flüssigkeit, in die fotografisches Ma¬
terial getaucht wird, um es lichtbe¬
ständig zu machen »Laß' die Tür von
der Dunkelkammer bitte geschlossen,
denn die Fotos waren noch nicht im Fi¬
xierbad.«
fi|xier|bar: dato /fikßirbar/ Adj. n. stg.
[fachsprl.; geh.] klar erkennbar
fi|x[e|ren: dat.-fro /fikßiren/ fixierst; fi¬
xiertest; hast fixiert 1 a) anbringen;
fest verankern; etw. in eine bestimmte
Position bringen u. dafür sorgen, daß
es so bleibt b) festlegen; genau bestim¬
men 2 durch Aufschreiben od. Foto¬
grafieren festhalten 3 a) Fotos licht¬
unempfindlich machen b) Kreide- od.
Kohlezeichnungen haltbar machen c)
etw. für eine mikroskopische Analyse
vorbereiten 4 den Blick auf etw. len¬
ken, um es in Einzelheiten wahrzu¬
nehmen b) jmdn. scharf u. ohne Pause
anblicken
Fi|xier|mit|tel: /fikßir-/ das; -s; -
[fachsprl.] Festigungsmittel; Fixativ
Fi|xjer[salz: dato /fikßir-/ das; -es; -e
(Photographie) zur Herstellung von
Fixiermittel in einer Flüssigkeit auf¬
zulösende Satzverbindung »Im Au¬
genblick kann ich leider nicht entwik-
keln, weil mir das Fixiersalz ausgegan¬
gen ist.«
Fi|xie|rung: dato /fikßirung/ Se; - ; -en
1 a) das Festmachen, Festgemacht¬
werden b) Festlegung 2 Dokumenta¬
tion 3 (Photographie) a) Fixiermittel
b) Behandlung mit einem Fixiermittel
4 das Anstarren
Fix|ko|sten —» Fix|kos|ten: /fikß-/ die
(PL) [kaufmannssprl.] unveränderli¬
che Kosten, die man regelmäßig zu
begleichen hat
Fix|punkt: /fikß-/ der; -(e)s; -e fester
Bezugspunkt bei Messungen u. Beob¬
achtungen
Fix|stern: dat.; dto /fikß-/ der; -(e)s; -e
(Astronomie) keine Kreisbahnen zie¬
hender, kaum beweglicher Planet, der
eine von ihm selbst ausgehende
Leuchtkraft hat, mit der er andere
Planeten anstrahlt »Erde, Mars, Mer¬
kur u. Venus kreisen um unseren leuch¬
tenden u. wärmespendenden Fixstern,
die Sonne.«
F||xum: dato /fikßum/ das; -s; - Grund¬
lohn für eine bestimmte Arbeit ohne
385
Fixzeit
Leistungszulagen, Provision, Um¬
satzbeteiligungen o. ä.
Fixfzeit: /fikß-/ die; - ; -en Kernarbeits¬
zeit in einem Betrieb mit gleitenden
Arbeitszeiten, während der Anwesen¬
heitspflicht für alle Mitarbeiter be¬
steht
Fjord: <nonv.> der; -(e)s; -e steilwandi-
ger, langgestreckter Meereseinschnitt
Fjprd|kü[ste —> Fjord|küs|te: die; - ; -n
ans Meer angrenzendes Festland, in
das langgezogene Meereszungen hin¬
einragen
Fjord|pferd: das; -(e)s; -e norwegisches
Pony mit beigegelbem Deckhaar, ei¬
nem Aalstrich u. schwarzen Beinen
»Hast du in deinem Urlaub in Norwe¬
gen auch Fjordpferde gesehen?«
Fk.: Abk. 1 Fahrkarte(n) 2 Fernkabel
fk. : Abk. fachkundig
FKK-Ge|(|n|de: Kurzw. das; -s; - für
Anhänger der Freikörperkultur reser¬
vierter Bereich
FKKIer Kurzw. der; -s; - Person, die die
Freikörperkultur pflegt
FKK-Strand: Kurzw. der; -(e)s; -strande
für Anhänger der Freikörperkultur
reservierter Teil des Strandes
FL: Abk. 1 Feuerlöscher 2 (Textiltech¬
nik> Flachs
Fl: Abk. Fernleitung
Fl.: Abk. 1 Fläche 2 Flasche 3 <Musik>
Flöte 4 <MiIit.> Flotte 5 Fluß 6 Flüs¬
sigkeit
fl. : Abk. 1 flach 2 flämisch 3
<Sprachwiss.> a) flektierbar = beug¬
bar b) flektiert = gebeugt 4 fliegend 5
fließend 6 flüssig
flach: Adj. flacher ;flach(e)ste 1 a) platt;
ohne Unebenheiten, Erhöhungen
»flaches Land« b) nicht sehr tief »ein
flaches Gewässer« c) nicht sehr hoch
»ein flacher Absatz« 2 nicht tiefsinnig,
nicht sehr intelligent; unwichtig »ein
flaches Gespräch«
Flach|bau: der; -(e)s; -ten Gebäude
(mit flachem Dach), das höchstens
zwei Etagen hat
Flach|bo|gen: der; -s; -bögen <Archit.>
"Bogen, der eine geringe Wölbung auf¬
weist
flach(brü|stig —» flach(brüs|tig: Adj.
mit wenig Busen
Flach|dach: das; -(e)s; -dächer ebenes
Dach ohne Spitze u. Schrägen
Flach|druck: der; -(e)s; -e a) <Druckw.>
Drucktechnik, bei der die druckenden
u. nichtdruckenden Teile auf gleicher
Höhe liegen b) mit Flachdrucktech¬
nik erstelltes Produkt
Fljjlche: die; - ;-n 1 Ebene; Terrain; Ge¬
biet »Rund um die Rasenfläche ver¬
läuft die Aschebahn.« 2 Ober- od. Sei¬
tenfläche eines ebenen Gegenstandes
o. ä. »Wisch den Staub von den (Mö¬
bel-) Flächen!«
Fl||chen|aus[deh|nung: die; - ; -en (PI.
s.) Ausmaße, Verbreitung einer Flä¬
che
Flä|chen|be|rechfnung: die; - ; -en
<Math.> rechnerische Ermittlung des
Flächeninhalts, der Flächengröße
Flä|chen|brand: der; -(e)s; -brande flä¬
chendeckender Großbrand
flä]chen|deckend (flä]ehen|dek|kend
—* fläjchen|de|ckend): Adj. n. stg.
ein größeres Gebiet betreffend
fläjchen|haffc Adj. n. stg. eine Fläche
einnehmend
Flä|chen|in|haft: der; -(e)s; -e Maß für
die Größe einer Fläche, das durch ih¬
re Länge u. Breite bestimmt wird
Flä|chen|maB: das; -es; -e Einheit zur
Ermittlung des Flächeninhalts
Flä[chen|nut|zung: die; - ; -en Verwen¬
dung eines Gebiets, z. B. als Bau-,
Weide-, Ackerland od. Wald
F!ä|chen|nutjzungs|p(an: der; -(e)s;
-plane Plan, Karte, die die von einer
od. mehreren Gemeinden zukünftig
angestrebte Nutzung des Bodens dar¬
stellt
flach|fal|len; fallt flach; fiel flach; ist
flachgefallen [ugs.J wegen widriger
Umstände wegfallen, abgesagt wer¬
den, nicht durchzuführen sein »Das
Konzert fiel wegen des Regens flach.«
Flach|glas: das; -es; - Glas, das eine ebe¬
ne Fläche bildet, z. B. für Fenster¬
scheiben
fläfchig: Adj. a) mit großen Flächen b)
"flächendeckend
Flach|kopf|schrau|be: die; - ; -n (Tech¬
nik) Schraube mit flachem, unge¬
wölbtem Kopf, Ant.: Rundkopf¬
schraube
Flach|kü|ste —» Flach|küsfte: die; - ; -n
Küste, die sich nur wenig über den
Meeresspiegel erhebt u. zum Meer
hin flach abfallt
Flachland: das; -(e)s; - ebene Landflä¬
che ohne nennenswerte Erhebungen,
Ant.: Bergland
flachjlejgen: legst flach; legtest flach;
hast flachgelegt [ugs.] a) eine Person
(unter Kraftaufwand) hinlegen b)
[ugs.; abwert.) eine Frau zum Ge¬
schlechtsakt benutzen
Flach[mann: der; -(e)s; -männer abge¬
flachte Flasche (zum Transport von
alkoholischen Getränken), die in der
Brusttasche getragen wind, werden
kann
Flachs:/flakß/ der; -es; -e (PL s.) 1 Fa-
ser-/ÖlpÜanze (Leinpflanze), die zur
Herstellung von Leinen u. Ol genutzt
wird 2 Spaß; Unsinn »Das hat er nur
aus Flachs gesagt.«
flachsjblond: Adj. n. stg. sehr blond; in
der Haarfarbe an Flachs erinnernd
Flach|se: /flakße/ die; - ; -n <Med>
Sehne im Fleisch, Syn. Flechse
flach|sen: /flakßen/ flachst; flachstest;
hast geflachst [ugs.] über etw., mit
jmdm. Scherze machen; Albernheiten
od. Unwahrheiten erzählen
Flach|se|rei: /flakßerei/ die; ~ ; -n 1 a)
Herstellungsort von Flachsgam u.
Leinen; Flachsspinnerei b) als Mühe
empfundenes, ununterbrochenes
Flachsen 2 [ugs.] Neckerei
Flachs|garn: /flakß-/ das; -(e)s; -e zu
Leinengarn gesponnene Flachsfasern
Flachsfkopf: /flakß-/ der; -(e)s; -köpfe
[ugs.] sehr blonder Mensch (dessen
Haarfarbe an Flachs erinnert)
Ftachs|spin|ne|iai: /flakß-/ die; - ; -en
Betrieb, in dem die Flachsfasem zu
Garn verarbeitet werden
Ftach|was(ser: das; -s; - Wassergebiet
mit geringer Wassertiefe
Flach|wurz|ler: der; -s; - Pflanze, die ih¬
re Wurzeln nicht tief in den Boden
gräbt, sondern flach u. weit ausbreitet
Flach|zan[ge: die; -; -n (Technik) Zange
mit flachen, länglichen Backen
Flach|zie|get: der; -s; - Dachziegel ohne
herausragende Wölbung
F)ackerjfeu|er (F!ak|kerffeu|er —» Fla|-
cker|feu|er): das; -s; - Feuer, das
flackernd brennt
flacke|rig (flak|ke|rig —* fla|cke|rig):
Adj. flackernd; hin u. her zuckend
flackern (flak|kern —* fla|ckern): flak-
kert; flackerte; hat geflackert (Flam¬
me; Licht) unregelmäßig, mit ständig
wechselnder Helligkeit brennen »Die
Glühbirne flackerte ständig.«
Fla|cpn/Flajkpn: dat.-fro /flakrag/
kleine, dicht verschließbare Flasche
zum Abfüllen von Parfüm o. ä.
Finden: der; -s; -1a) Kuchen od. Brot
in flacher Form b) Pfannkuchen 2
Kuhfladen; Kot des Rindes
Flajdenjbroh das; -(e)s; -e flaches
Weißbrot
Flajdeijschnitt: der;-(e)s; -e Längs- od.
Querschnitt in einem Holzblock, bei
dem die Maserung besonders gut zur
Geltung kommt
Fla|de|rung: die; - ; -en Zeichnung des
Holzes mit Jahresringen, Maserung
Fläd|le: das; -s; - [landsch.] Streifen aus
Eierteig als Suppeneinlage
flad|rig: Adj. von einer Maserung
durchzogen; gemasert
Fla|gel|lant: dato der; -en; -en weibl.
Fla]gel|lan(tin: die; - / -nen 1 Person,
die sich aus religiösen Gründen selbst
geißelt, mißhandelt 2 Person die
durch Hiebe u. Schläge sexuelle Erre¬
gung verspürt, Befriedigung findet
Flajgel[lan[tenttuin: das; -s; - religiös be¬
gründete Selbstmißhandlung
Fla|gel|la|ti|on: dato /flagellazion/ die; -;
-en Peinigung, Mißhandlung des
Körpers zur sexuellen Erregung, Be¬
friedigung
Flagjge: die; - ; -n 1 Stoflstück in be¬
stimmter Färb- u. Motivkombinati¬
on, das an einem Mast od. Stock an¬
gebracht ist u. als Zeichen einen Staat
o. ä. symbolisiert »Die Soldaten hi߬
ten die Flagge.« Syn.: Fahne 2 unter
falscher Flagge fahren, segeln:
jmdn. täuschen, ihm etw. vorgaukeln
3 die Flagge streichen: [geh.] sich als
besiegt erklären 4 Flagge zeigen: mit
dem eigenen Urteil nicht zurückhal¬
ten, seine Meinung sagen
flag|gen: flaggst; flaggtest; hast geflaggt
Fahnen od. Flaggen aufziehen, hissen
Flag|gen|al|pha|bet: das; -(e)s; -e (PI.
s.) Darstellung des Buchstabenalpha¬
bets mit Hilfe von Flaggen zur Über¬
mittlung von Nachrichten über Sicht¬
verbindung
Flag|gen|gni8: der; -es; -grüße interna¬
tionaler Höflichkeitsbrauch bei
Schiflsbegegnungen auf See durch
Hissen der Flagge
Flag|gen|mast: der; -(e)s; -en (Schiffs-)
Mast, der zur Befestigung der Flagge
dient
Flag|gen]pa|ra|de: die; - ; -n unter Eh¬
renbezeigung erfolgendes Hissen u.
Niederholen der Nationalflagge am
Morgen bzw. am Abend
Flag|gen|si|gnal —* Flag|gen|si|g|nal:
das; -(ejs; -e Übermittlung einer
Nachricht mit Signalflaggen
386
Flausch
Flaggjof|fi|zier: der; -s; -e Seeoffizier im
Admiralsrang
Flaggschiff: das; -(e)s;-e 1 a) Schiff ei¬
nes (militärischen) Verbundes, auf
dem sich der leitende Offizier befindet
b) das bedeutendste, am besten ausge¬
rüstete Schiff 2 <übertr.> wichtigstes
Produkt, Aushängeschild einer Firma
o. ä. »Dieser Computer ist das Flagg¬
schiff der Firma.«
Flair: <lat.-fr.> /flär/ das; -s; - angenehme
Atmosphäre; symphathische persön¬
liche Note
Flak: Kurzw. die; - ; -s <Milit.> Flugab¬
wehrkanone =* Waffe zum Abschie¬
ßen feindlicher Bomber, Raketen
Flak|feu|er: das; -s; - <Milit.> Beschuß
von einer Flak, Flugabwehrkanone
Flak|hel|fer. der; -s; - weibl. Flakjhell-
fe|rin: die; - ; -nen <MiIit.> Bedie¬
nungspersonal an Flakgeschützen
Fla|kon/Fla|con: dat.-fr.t /fiakong/ das
u. der; -s; -s (verziertes) Fläschchen
aus geschliffenem Glas, meist für Par¬
füm »Ich sammle Flakons.«
flam|bje|ren: dat.-fr.i flambierst; flam¬
biertest; hast flambiert <Kochk.) mit
Alkohol übergossene Speisen anzün¬
den u. brennend servieren
Fla|men|co: <span.> der; - u. -s; -s a)
Tanz, der sich durch einen besonde¬
ren Rhythmus auszeichnet b) Lied
aus Andalusien, zu dem getanzt wird
Fla]min|go: <span.> der; -s; -s größerer
Wa’sservogel mit meist rosafarbenem
Gefieder
fläjmisch: Adj. n. stg. dem Volk, der
Volksgruppe der Flamen, dem Gebiet
Flanderns zuzuordnen
Flam|me: <lat.> die; - ; -n 1 gelbrot o.
bläulicher lodernder Teil des Feuers 2
(runde, kreisförmige) Vorrichtung
am Gasherd »Ich stellte den Topf auf
die Flamme.« 3 [ugs.] a) Freundin,
Geliebte eines Mannes »Er hat eine
neue Flamme.« b) Freund, Geliebter
einer Frau 4 etw. den Flammen
übergeben: [geh.] etw. (oft einen
Leichnam) verbrennen 5 ein Raub
der Flammen werden; in Rauch u.
Flammen aufgehen: [geh.] verbren¬
nen; total vom Feuer vernichtet wer¬
den »Der Bauernhof wurde ein Raub
der Flammen. ♦ Der Bauernhof ging in
Rauch u. Flammen auf.«
flam|men: flammst; flammtest; hast
geflammt a) brennen; lodern b) absen¬
gen; entzünden
fläm [men: flammst; flämmtest; hast
geflammt <Technik> absengen
Flam|men|meer das; -(e)s; -e (PI. s.)
[poet.] (Flächen-)Brand, bei dem sich
die Flammen wellenförmig wie im
Meer ausdehnen
Flam|men|tod: der; -(e)s; -e (PI. s.)
[geh.] Sterben im Feuer
Ffam|men[wer|feR der; -s; - <MiIif>
Nahkampfwaffe, die selbstentzün¬
dendes Öl verspritzt
Flamm|punkt: der; -(e)s; -e Tempera¬
tur, bei der ein Stoff entzündliche
Dämpfe entwickelt, die im Gemisch
mit Luft entzünden
Fla|nell: (engl.-fr.) der; -s; -e weiche,
warme Gewebeart »Flanellhemd«
fla|nle|ren: </r.> flanierst; flaniertest; bist
flaniert langsam schlendern (mit dem
Ziel, zu sehen u. gesehen zu werden)
Flan|ke: </r.> die; -; -n 1 Seite eines Tier¬
körpers »Die Flanken des Pferdes
bebten.« 2 <Milit.> Seite eines militäri¬
schen Verbundes »Der Gegner griff
die linke Flanke an.« 3 <Ballsport> Zu¬
spiel des (Fuß-)Balts von der Seite
flan|ken: flankst; flanktest; hast geflankt
beim Sport (Fuß- od. Handball, Hok-
key) den Ball von der Seite zur Mitte
spielen
Flan|ken|an|griff: der; -(e)s; -e militäri¬
scher od. sportlicher Angriff von der
Seite
Flan|ken|wech|sel: der; -s; - <Ballsport>
Spielzug, bei dem der Ball auf die ge¬
genüberliegende Spielfeldseite ge¬
bracht wird
f1an|kie|ren: </r.> flankiertst; flankiertest;
hast flankiert von der Seite decken,
schützen; an der Seite mitgehen »Er
wurde von mehreren Leibwächtern
flankiert.«
Flansch: der; -(e)s; -e <Technik> ver¬
breiteter Rand eines Rohres od. einer
Welle, an dem eine Verbindung her¬
gestellt werden kann
flan|schen: flanschst; flanschtest; hast
geflanscht einen Flansch anbringen,
montieren
Flan]schen|dich|tung: die; -; -en <Tech¬
nik> Gummi zur Abdichtung von
Flanschen
Flan[schen|ver|bin|dung: die; - ; -en
<Technik> Rohrverbindung mit Hilfe
von Flanschen
Flapjpe/Fläp|pe: die; -; -n [norddt.] ver¬
drießlich verzerrter Mund, Syn.:
Flunsch
flap|pen: floppst; flopptest; hast gefloppt
vom Wind gezerrt werden, so daß ein
knallendes Geräusch entsteht
flaplsig: Adj. nachlässig; ungezogen;
frech; tollpatschig
Fla|sche: die; - ; -n 1 verschließbares,
Flüssigkeit enthaltendes Gefäß, das
sich zum Verschluß hin verengt 2
[ugs.] Schimpfwort, das ausdrückt,
daß man von dem Können, Verhalten
usw. eines Menschen nichts hält 3 zur
Flasche greifen: [ugs.] (viel, ständig)
Alkohol trinken »In seinem Kummer
griff er zur Flasche.« 4 zu tief In die
Flasche gucken, schauen: [ugs.;
scherzh.] zu viel Alkohol trinken u. ei¬
nen Rausch bekommen »Der torkelt
ja. der hat wohl zu tief in die Flasche
geguckt!«
Fla|schen|bieR das; -(ejs; - u. (Sorten)
-e in Flaschen (u. nicht in Fässern) ge¬
lagertes Bier
Fla|schenjgä|rung: die; - ; -en Schaum¬
wein) Bildung von Alkohol nach der
Abfüllung in Flaschen
Fla|schen|gas: das; -es; -e (PL s.) Gas,
das zum Transport od. zur Lagerung
in Flaschen gefüllt wird
F!a|schen(glas: das; -es; -gläser dickes
Glas, aus dem Flaschen hergestellt
werden
Fla|schen|hals: der; -es; -halse Veren¬
gung einer Flasche (meist im oberen
Drittel)
Fla|schen|kind: das; -(e)s; -er Kind,
das mit, aus der Flasche ernährt (u.
nicht gestillt) wird
Fla|schen|nah|ning: die; - ; -en Nah¬
rung für Säuglinge, die mit der Fla¬
sche gefüttert wird
Fla|schen|öff|neR der; -s; - Hilfsmittel
zum Öffnen einer Flasche
Fla|schen|post: die; - ; - Brief, der in ei¬
ner verschlossenen Flasche in ein Ge¬
wässer geworfen wird (z. B. von
Schiffbrüchigen als Lebenszeichen)
Fla[schen|schiffc das; -(e)s; -e Modell,
kleine Nachbildung eines Schiffs,
das/die in eine Flasche hineingebaut
wird
Fla|schenjver|schluB —» Fla]schen|-
verjschluss: der; -Verschlusses; -Ver¬
schlüsse eine Flasche abdichtender
Deckel aus Kork, Metall od. Kunst¬
stoff
Fla|schen|wein: der; -(e)s; -e Wein, der
nach der Reifung in Fässern in Fla¬
schen abgefüllt wird
fla|schen|wei|se: Adv. a) in Flaschen b)
in großen Mengen
Fla]schen|zug: der; -(e)s; -zöge Tech¬
nik) Konstruktion zum Heben von
Lasten mit verringertem Kraftauf¬
wand durch Umlenkung des Zugseils
über Rollen
Flash: <engl.> /flasch/ der; -s; -s 1 Blitz¬
licht 2 kurze Sequenz eines Films 3
[ugs.] Beginn des Rauschzustandes
nach der Einnahme von Drogen
Flatjtei]hafjtig|keit: die; - ; - Unbestän¬
digkeit; Unstetigkeit
Flat|te|rie: </r.> die; - ; - [veralt.] nicht
ernst gemeinte(s) Höflichkeit, Kom¬
pliment
flat|tejrig: Adj. a) nicht regelmäßig,
sprunghaft b) [abwert.] wankelmütig
Flat]terjmann: der;-(e)s; -mämer [ugs.]
1 gebratenes Hähnchen 2 Nervosität
flat)tern: flatterst; flattertest; hastjbist
geflattert 1 ist <Vogel) schnell die Flü¬
gel bewegen »Der Kolibriflatterte mit
den Flügeln.« 2 ist a) durch die Luft
geweht werden b) sich im Wind bewe¬
gen 3 bistjhast a) nervöse Bewegun¬
gen ausführen b) [ugs.] wegen etw.
nervös, sehr angespannt, ängstlich
sein »Ich habe vor der Prüfung ganz
schön geflattert.«
Flat|teiisatz: der; -es; - <Druckw.>
Schriftsatz, bei dem die Zeilen am
rechten od. linken Rand nicht bündig
abschließen
flau: Adj. flauer; flau(e)ste 1 a) ohne
Kraft b) ein unangenehmes körperli¬
ches Gefühl habend »Mir ist ganz flau
im Magen.« 2 <Wind> nicht sehr stark
»ein flaues Lüftchen« 3 <Handel> nicht
besonders ertragreich, wenig intensiv
»Im Sommer geht das Geschäft nur
flau.«
Flau|heit die; - ; - 1 Lustlosigkeit;
Schwäche 2 Abgestandenheit 3 Übel¬
keit
Flaum: <lat.> der; -(e)s; -e a) dünne, wei¬
che (erste) Kopf- od. Barthaare b)
weiche Gefiederschicht »Das Küken
hat einen gelben Flaum.«
Flau|mer. der; -s; - [Schweiz.] Staubwe¬
del für den Boden; Bodenwischgerät
Flaumlfelder: die; - ; -n Daune, weiche
Feder aus dem Untergefieder von Vö¬
geln
flaulmiq: Adj. zart wie Flaum; aus
Flaum
flatrnijweich: Adj. n. stg. daunenzart;
weich wie Flaum
Flausch: der; -(e)s; - weiches Baum-
woll- od. Wollgewebe
387
flauschig
flaulschio: Adj. sehr weich
Flaulse: die; - ; -n (m. PL) Quatsch;
Unfug »Der Junge hat nur Flausen im
Kopf.«
Flaujte: die; - ; -n 1 <Segeln> Mangel an
Wind; Windstille 2 <übertr.> Mangel
an Ideen, Käufern o. ä. »Die Absatz¬
flaute endet im Frühjahr.«
Flbl.: Abk. Flugblatt
Flech|se: /flekße/ die; - ; -n <Med.>
Sehne im Fleisch
Flech|te: die; - ; -n 1 moosartiges Ge¬
wächs auf Bäumen od. Steinen 2 Be¬
zeichnung für verschiedene Hauter¬
krankungen 3 <Bot.> Symbiose aus Al¬
gen u. Pilzen
flechjten: flichtst/flechtest; flochtest/
[ugs.] flechtetest; hast geflochten
(mindestens drei) abgeteilte Stränge
zu einem Zopf od. einem (Korb-)Ge-
webe verbinden »Sie flocht die Haare
zu zwei Zöpfen. ♦ Er flechtet Körbe.«
Flechtfwerk: das;-(e)s; -e (PI. s.) 1 Ge¬
flochtenes 2 Matte od. Zaun 3
<Bauw.> Füllung eines Fachwerks mit
geflochtenen Zweigen
Fleck: der; -(e)s; -e(n) 1 Stelle einer
Fläche od. eines Stoffes, die sich farb¬
lich von ihrer Umgebung unterschei¬
det 2 <übertr.> Makel; Fehler, den
jmd. früher gemacht hat; Schuld 3
(iandsch.J Flicken auf einem Klei¬
dungsstück 4 nicht näher bestimmter
Ort »ein schöner Fleck« 5 vom Fleck
weg: [ugs.] jetzt sofort »Sie würde ihn
am liebsten vom Fleck weg heiraten.« 6
nicht vom Fleck kommen: mit etw.
nicht weiter, nicht vorwärtskommen
»Mit dieser Arbeit komme ich einfach
nicht vom Fleck.« 7 einen Fleck(en)
auf der (weiBen) Weste haben: [ugs.]
in der Vergangenheit Fehler began¬
gen haben »Viele, von denen man es
nicht gedacht hätte, haben einen Fleck
auf ihrer weißen Weste.« 8 am fal¬
schen Fleck: [ugs.] nicht richtig; nicht
angebracht; nicht passend »Mit dei¬
ner Kritik bis du hier am falschen
Fleck.«
Flecken (Flek|ken —* Flejcken): der;
-s; - 1 Verunreinigung; Verschmut¬
zung 2 historisches Dorf 3 Fläche
»Die blauen Flecken auf der Landkar¬
te sind Gewässer.«
Flecken|entffer[ner (Flek|ken|ent(fer|-
ner —» Fle[cken|ent|ferfner): der; -s;
- Mittel gegen Verunreinigungen (in
Kleidungsstücken)
flecken|los (flek|ken|los —-» fle|cken|-
los): Adj. n. stg. 1 ohne Flecken; sau¬
ber 2 moralisch ohne Tadel, Makel
Fleck|ent|ferjnen der; -s; - (chemische)
Substanz zur Bekämpfung, Entfer¬
nung von Flecken
Fleck|fie|ber: das; -s; - (Med.> Infektion,
die durch die Kleiderlaus übertragen
wird u. Fieber, Erbrechen u. Schüttel¬
frost auslöst, Syn.: Flecktyphus
fleckig (flek|kig —> fle|ckig): Adj. a) mit
Flecken bedeckt; verschmutzt b) mit
Flecken, andersfarbigen Flächen c)
mit Flicken
Fleck|ty(phus: der; -s; - <Med.> Fleckfie¬
ber
Fleck|vieh: das; -s; - Rinderrasse, die
gelbbraun-weiß gescheckt ist
Fleck|was[ser. das; -s; ~ u. -wässer
Fleckenentferner
Fled|de|ref: der; -s; - weibl. Fled|de|rin:
hie; - ; -nen a) Person, dielTote od.
Schlafende bestiehlt b) Person, die
den Sperrmüll auf Brauchbares hin
durchsieht
Fle|der|maus: die; - ; -mause zu den
Säugetieren gehörendes Nachttier
mit Flügeln u. stark ausgeprägtem
Gehör
Fla|der|maUs|ohrt das; -(e)s; -en (m.
PI.) a) übermäßig großes Ohr b) fei¬
nes Gehör
Flejgel: dato der; -s; - [abwert.] (männ¬
liche) Person, die sich unanständig u.
rücksichtslos, zu salopp benimmt
Fielgei|al|ter. das; -s; - pubertäre Ent¬
wicklungszeit (eines Jungen), die
durch Trotz, Selbstüberschätzung u.
Unhöflichkeit gekennzeichnet ist
Fle|ge|!ei: die; - ; -en unhöfliches Ver¬
halten; Rücksichtslosigkeit; Unfug
fle|ge!|haft: Adj. flegelhafter; flegelhaf¬
teste sehr rücksichtslos; äußerst unge¬
zogen, trotzig, ungeschliffen
Fle|gel|haf|tigjkeit: die; - ; -en (PI. s.)
ungezogenes, trotziges Verhalten
fle|ge|lig: Adj. flegelhaft
fle|hen: flehst; flehtest; hast gefleht in¬
ständig, sehr stark um etw. bitten,
betteln »Erflehte um Gnade.«
fle|hent|lich: Adj. mit Nachdruck; be¬
schwörend
Fleisch: das; -(e)s; -1a) aus Muskeln
bestehendes Gewebe des menschli¬
chen u. tierischen Körpers b) Körper
des Menschen im Gegensatz zum
Geist 2 a) eßbares Muskelgewebe von
Tieren »Fleischgericht« b) eßbarer
Teil von Früchten, Obst, Gemüse 3
<Druckw.> oberer Teil einer Druck¬
type, der keinen Abdruck hinterläßt 4
vom Fleisch(e) fallen: [ugs.] stark ab¬
nehmen; an Gewicht verlieren S sich
ins eigene Fleisch schneiden: sich
selbst Schaden zufügen »Bei diesem
Geschäft habe ich mir ins eigene
Fleisch geschnitten.« 6 jmdm. in
Fleisch u. Blut übergehen: für jmdn.
selbstverständlich werden »Die nöti¬
gen Handgriffe waren ihr bereits in
Fleisch u. Blut übergegangen.« 7 sein,
ihr eigen(es) Fleisch u. Blut: [geh.]
das eigene Kind; die eigenen Kinder 8
fleischfressende Pflanze —» Fleisch
fressende Pflanze: 1. Pflanze, die
sich von Insekten ernährt 2. [scherzh.]
Mensch, der gerne Fleisch ißt, nicht
viel von vegetarischer Ernährung hält
—»■ Fleisch fresjsend: s. fleischfressend
Fleisch[banlc die; - ; -en [landsch.] a)
Metzgerei b) Ladentheke in einer
Metzgerei
Fleisch]be|schau: die; - ; -en 1 Über¬
prüfung des Fleisches in Schlacht¬
höfen auf Reinheit u. Nahrungsmit¬
teltauglichkeit 2 [scherzh.; abwert.]
übertriebene Darstellung des spärlich
bekleideten Körpers in der Öffent¬
lichkeit
Flejsch|brü|he: die; ~ ; -n kräftige Brü¬
he, Suppe, in der Fleisch gegart wur¬
de, Syn.: [fremdsprl.] Bouillon
Ffeisch|ein|la|ge: die; - ; -n Fleisch als
Suppenzugabe
Fleischjein|waa|ge: die; - ; -n (PI. s.)
Gewicht des Fleischanteils in Fertig¬
gerichten
Fleischer: der; -s; ~ weibl. Flsi|sche|-
rin: die; •; -nen Person, die berufsmä¬
ßig das Fleisch geschlachteter Tiere
weiterverarbeitet, zum Teil zu Wurst
verarbeitet u. zum Kauf anbietet
Flei(sche|nei: die; - ; -en Laden, in dem
rohes u. zu Wurst verarbeitetes
Fleisch zum Verkauf angeboten wird,
Syn.: Metzgerei; Schlachterei
Flei|scherji njnung: die; - ; -en Verband
der Fleischer
Flei(scher]mei|ster —> Flei|scber|-
meis|ter der; -s; - weibl. Flei[scher[-
mei|ste|rin —>■ Flei|scher|meis|te|rin:
die; - ; -nen Person, die die Meister¬
prüfung im Fleischerhandwerk absol¬
viert hat (u. einen eigenen
Fleischereibetrieb leitet)
Rei[sches|lust: die; ~ ; -lüste (PI. s.)
[geh.] sexuelle Erregung; Verlangen
des Körpers
Fleisch|ex|trakt: das; -(ejs; -e einge¬
dickte Fleischbrühe zum Würzen
Fleisch)fa|brik —»• Fleisch|fa|b|rik: die;
- ; -en Industriebetrieb, in dem
Fleisch verarbeitet wird
Fleischjfarfbe: die; - ; -n Hautfarbe (ei¬
nes weißen Menschen); zartrosa Tö¬
nung
fleisch|fres|send —* Fleisch fresjsend:
Adj. n. stg. (ausschließlich) Fleisch als
Nahrung wählend
Fleisch|fres|ser: der; -s; ~ 1 Pflanze, die
Insekten frißt 2 Tier, das sich von
Fleisch ernährt
Fieisch|fül|lung: die; ~ ; -en fleischhalti¬
ge^) Füllung, Inneres »Tortellini mit
Fleischfüllung«
Fleisch|ge|richfc das;-(e)s; -e <Kochk.>
Mahlzeit, deren Hauptbestandteil
Fleisch ist
Fleisch|ge|schwulst: die; - ; -e <Med.>
Geschwulst aus Muskelgewebe (gut¬
artig (= Myom) od. bösartig ( = Sar¬
kom))
Fleisch|hau|er: der; -s; - weibl.
Flejsch|haue|rin —» Fleisch|hau(e|-
rin: die; - ; -nen [landsch.] Flei-
scher(in); Metzger(in)
Flelsch]haue|rei —»• Fleisch|hau|e|rei:
die; - ; -en [landsch.] Fleischerei;
Metzgerei
fle[|schig: Adj. a) hauptsächlich aus
Fleisch bestehend b) <Bot.> dick, saftig
u. wasserspeichernd
Fleisch|kä|se: der; -s; - gekochtes
Fleischprodukt; Fleischkuchen aus
Fleisch, Eiern u. Gewürzen, der meist
in Scheiben gebraten wird
Fleisch|klöB|chen: das; -s; - aus ge¬
hacktem Fleisch gerollte Bällchen
(meist in Suppen)
Fleisch|kon|serjve: die; - ; -n Dose mit
haltbar gemachtem Fleisch
flelsch|iich: Adj. n. stg. 1 [veralt.]
Fleisch enthaltend 2 sexuell, körper¬
lich erregend
fleisch|fos: Adj. n. stg. ohne Fleisch; frei
von Fleisch
Fleisch|mes|sen das; -s; - spezielles
Messer mit glatter, scharfer, unge¬
zähnter Schneide zum Zerkleinern u.
Zerlegen von Fleisch
Fleisch|pa|ste|te —* Fleisch|pas(tejte:
die; ~ ; -n in Teig gebackene Fleisch¬
speise
388
Fliegerabwehr
Fleisch|saft: der;-(e)s; -safte beim Bra¬
ten aus dem Fleisch austretende wä߬
rige Flüssigkeit
Fleisch|sa|lat: der; -(e)s; -e aus Wurst,
Mayonnaise u. Gurken bestehender
Salat (als Brotauflage)
F1ejsch(ton: der; -(e)s; -töne zartrosa
Farbton; fleisch- bzw. hautähnliche
Färbung
FleischjtDpf: der; ~(e)s; -topfe 1 (gußei¬
serner) Koch- bzw. Brattopf, der sich
zum Braten von Fleisch eignet 2 kräf¬
tiger, viel Fleisch enthaltender Suppe¬
neintopf
Fleisch|rär|gf<|tiing: die; ~ / -en durch
verdorbenes Fleisch verursachte Er¬
krankung
Fleisch|wolf: der; -(e)s; -wölfe Gerät
zum Zerkleinern von Fleisch u. a. Le¬
bensmitteln
Fleisch|wun]de: die; - ; -n <Med.> offene
Verletzung am Körper
Fleisch|wurst: die; - ;-wurste meist fein
zerkleinerte, aus Fleisch hergestellte
Wurst
Fleiß: der; -es; - 1 große(r) Eifer, Ehr¬
geiz, Ausdauer beim Arbeiten, Ant.:
Faulheit 2 Fleiß ist des Glückes
Vater: Fleiß ist der Grundstock zum
Glück, zur Zufriedenheit 3 ohne Fleiß
kein Preis: um etw. zu erreichen, muß
man sich darum bemühen, sich an¬
strengen 4 Sparsamkeit u. Fleiß ma¬
chen Häuser groß: nur wer fleißig u.
sparsam ist, kann viel erreichen,
wohlhabend werden
FIgiß|ar|beit: die; - / -en a) anstrengende
u. arbeitsintensive Arbeit b) [abwert.]
eine zeitintensive Arbeit, die mit Eifer
ausgeführt wurde, aber häufig keine
Anerkennung erfahrt
fleißig: Adj. eifrig; tatkräftig; sorgfältig,
Ant.: faul
Flejß|kärt|chen: das; -s; - Belohnungs¬
karte für gut gemachte Schularbeiten
flekt.: Abk. <Sprachwiss.> a) flektierbar
= beugbar b) flektiert — gebeugt
flek|tiar|bar: Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
beugbar; grammatisch abwandelbar
flakjbjjren: dat.t flektierst; flektiertest;
hast flektiert <Sprachwiss.> a) ein Sub¬
stantiv, Adjektiv, Pronomen od. ei¬
nen Artikel beugen, deklinieren b) ein
Verb beugen, konjugieren c) ein Ad¬
jektiv steigern, deklinieren
flen|nen: flennst; flenntest; hast geflennt
[ugs.; abwert.] (unnötig, ohne Grund)
ständig, über längere Zeit u. lautstark
Tränen vergießen, heftig weinen
Flen|ne|rei: die; - ; - [abwert.] langan¬
haltendes Heulen, Weinen
flet|schen: fletschst; fletschtest; hast ge¬
fletscht «meist Tieri als Zeichen von
Wut o. ä. die Lippen öffnen u. die
Zähne sichtbar werden lassen
Flott|ne(jru|der: das; -s; - <Technik> Ge¬
rät zur Verringerung des Kraftauf¬
wandes bei Flugzeug- u. Schiffssteue¬
rungen
fleulchen: fleuchst; fleuchtest; bist ge-
fleucht 1 [veralt.] fliegen 2 alles, was
da kreucht u. fleucht: alle sich bewe¬
genden Lebewesen, die kriechen u.
fliegen
Fleulrop: (Warenzeichen) Kurzw. o.
Art.; -s; - <lat.> Flores Europae = Blu¬
men Europas (= Unternehmen zur
Ausführung von Blumenbestellun¬
gen)
Flex.: Abk. 1 Flexibilität 2 <Sprachwiss.>
Flexion = Beugung
flex.: Abk. flexibel
fle|xi|bel: <lat.> /flekßjbel/ Adj. flexibler;
flexibelste 1 beweglich; elastisch; auf
verschiedene Arten handhabbar 2
<Person> nicht auf etw. fixiert; spon¬
tan 3 <Sprachwiss.> beugbar; flektier¬
bar »flexible Wortarten«
fle|xi|bi|lijs|s|ren: <lat.> /flekßibilisiren/
flexibilisieren; flexibilisierst; flexibili¬
sierst an etw., jmdn. anpassen
Fle|xi|bi|li|sje|ning:/flekßibi]isirung/die;
-; -en Prozeß der Anpassung
Fle|xi|bi[li|tät: dat.> /flekßibilität/ die; - ;
-1 Beweglichkeit 2 Anpassungsfähig¬
keit; Spontaneität, Ant.: Inflexibilität
Fle|xi{gn: dato /flekßion/ die; - ; -en 1
«Sprachwiss.) a) Deklination, Beu¬
gung von Substantiven, Adjektiven,
Artikeln u. Pronomen b) Konjugati¬
on, Beugung von Verben c) Kompa¬
ration, Steigerung der Adjektive 2
<Med.> Abknickung; Biegung
Fle|xi|ons|en|dung: /flekßionß-/ die; - ;
-en «Sprachwiss.) Endung eines Wor¬
tes, die die grammatische Beugung
anzeigt; Personalendung; Kasusen¬
dung
fle|xi|ons|fä)hig: /flekßionß-/ Adj. n. stg.
«Sprachwiss.; Wort> beugbar; dekli¬
nierbar, konjugierbar od. komparier¬
bar
fle|xi|pns|los: /flekßionß-/ Adj. n. stg.
«Sprachwiss.; Wort) nicht abwandel¬
bar; keine Flexion besitzend
Fle|xo|druck: /flekßo-/ der; -fe)s; -e
«Druckw.) Drucktechnik unter Hoch¬
druck mit Druckformen aus Kunst¬
stoff
«9 .: Abk. 1 Folge 2 Folgerung
flg.: Abk. 1 fliegend 2 folgend(e)
Flgz.: Abk. Flugzeug
Flicken (Flikjken —» Flijcken): der; -s; -
zum Schließen, Verdecken eines Lo¬
ches verwendetes Stück
flicken (fl;k|ken —* flijcken): flickst;
flicktest; hast geflickt einen Riß, ein
Loch o. ä. reparieren
Fiickenjdecke (Flik)ken|dek|ke —* Fl]|-
ckenfdejcke): die; ~ ; -n Decke, die
aus kleinen Stoffstücken (teilweise
aus Resten) zusammengenäht ist,
Syn.: Patchworkdecke
Flicken(tep|pich (Flikjken|tep|pich —»
FN(cken|tep|pich): der; -(e)s; -e aus
verschiedenen (bunten) Stoffstreifen
gewebter Teppich, Syn.: Fleckerltep¬
pich
Flick|f!ack; der; -s; -s <Sport> Figur beim
Turnsport, bei der der Turner sich
wiederholt vom Handstand am nach
hinten überschlägt u. wieder in den
Stand kommt
Flick|schu|ster —> Flick|schus|ten der;
~-s; ~ weibl. Flick|schu|ste|rin —*
Fljck|schus|te|riiü die; - ; -nen [ver¬
alt.] Schuhmacher(in), der/die nur
Reparaturen durchführt
Flickjwerk: das; -(e)s; - Produkt, Er¬
zeugnis, das nicht gut verarbeitet ist
u. wie geflickt amsieht
Flickfzeug: das; -(e)s; - Reparaturset
zum Flicken von Rädere bzw. deren
Schläuchen
Fljslden der; -s; - a) aus Südostasien
stammendes Ziergewächs mit stark
duftenden weißen od. violetten Blü¬
ten b) [landsch.] Holunder
Flle)der]bee|re: die; ~ ; -n [landsch.]
Frucht des schwarzen Holunders
flie]derjfar|big: Adj. n. stg. in der Farbe
von Flieder; violett; zartlila
Fliglderftee: der; -s; -s Tee aus den Blü¬
ten des schwarzen Holunders
Fliejge: die; - ; -n 1 kleines, schwarzes,
fliegendes Insekt ohne Stachel 2 zum
Hemd um den Hals gebundene
Schleife »Er trug eine elegante
Fliege.« 3 schmaler kleiner Bart über
der Ober- od. unter der Unterlippe
flie|gen: fliegst; flog(e)st; bist geflogen
1 a) sich mit Flügeln od. kraft eines
Motors in der Luft fortbewegen »Der
Vogelfliegt. • Das Flugzeug fliegt.« b)
sich passiv in einem Luftfahrzeug
fortbewegen »Er ist nach Malta
geflogen.« c) hast/bist ein Luftfahr¬
zeug lenken »Der Pilot flog die Ma¬
schine nach Malta.« d) durch Luftbe¬
wegung bewegt werden »Die Blätter
flogen im Wind.« 2 [ugs.] hinfallen; zu
Boden stürzen »Er flog auf den Boden
u. schlug sich die Nase blutig.« 3
dibertr.) [ugs.] sich sehr stark angezo¬
gen fühlen »Er fliegt auf blonde
Frauen.« 4 dibertr.) [ugs.] entlassen
werden; die Arbeitsstelle verlieren; ei¬
nen Ort verlassen müssen »Er flog aus
der Firma.«
Flie)gen|draht: der; -(e)s; -drahte ex¬
trem dünnmaschiger Fenstereinsatz
am Draht, der Fliegen abhalten soll
Flie|gen|dreck: der; -(e)s; - Ausschei¬
dung von Fliegen
Flje|gen|fän|gen der; -s; - mit locken¬
dem Duft u. einer klebenden Schicht
bestrichener Streifen aus Papier od.
Kunststoff als Fliegenfalle
Flie]gen|ge|wicht: das; -(e)s; -e «Sport;
Kampfsportarten) a) Gewichtsklasse
für Sportler mit geringem Gewicht b)
Sportlerin) der Fliegengewichtsklas¬
se
Flte]gen|ge[wicht|ler der; -s; - weibl.
Flje]gen|ge|wicht|le|rin: die; - ; -nen
Sportlerin) der Fliegengewichtsklas¬
se
Flie|gen|git|ter das; -s; - Fliegendraht
Fligjgenjpilz: der; -es; -e nicht eßbarer
Blätterpilz mit rotem Hut u. weißen
Flecken
Flie|gen|p!a|ge: die; - ; -n Belästigung
durch sehr viele Fliegen
Flie|gen|schiß —» Flie|gen|schiss: der;
-schisses; - [ugs.] a) Ausscheidung von
Fliegen b) Kleinigkeit; Kinkerlit¬
zchen
Flie|gen|schwarm: der; -(e)s; -schwär¬
me Ansammlung von vielen gemein¬
sam fliegenden Fliegen
Fliglger: der; -s; - 1 weibl. Flie|ge|rin:
die; -; -nen Flugzeugführer(in)2«Mi-
iit.) unterster Dienstrang bei der Flie¬
gertruppe 3 Flugzeug 4 «Sporn kurz¬
streckengeeignetes Pferd 5 [see-
mannssprl.] das kleinste, vorderste
Vormastsegel
Flie|ger|ab|wehn die; - ; - <Milit.> (Men¬
schen u. Maschinen zur) Verteidigung
gegen Luftangriffe
389
Fliegeralarm
Flje|ger|alann —*■ Flie|geija|larm: der;
-s; -e (PI. s.) Signal zur Warnung vor
Bombenangriffen feindlicher Flieger
Flie|ger|an|griff: der; -(e)s; -e Luftan¬
griff der (feindlicher) Flieger; Luft¬
krieg
FKe|ge|re|: die; - ; - Ausübung des Flie-
gens, Flugwesen
Flie|gerfhorst: der; -(e)s; -e <Milit.>
Flughafen der Luftwaffe
Füe|geijspra|che: die; -;- Fachsprache
der Piloten
fliejhen: fliehst; floh(e)st; bist geflohen
sich schnell wegbewegen, um etw. od.
jmdm. zu entkommen, etw. od. jmdn.
meiden zu können »aus dem Gefäng¬
nis fliehen« Syn..: flüchten
Flie|se: die; -; -n a) als Boden- u. Wand¬
verkleidung verwendetes, aus Ton od.
Stein hergestelltes, flaches Viereck b)
kurz für Teppichfliese - rechtecki¬
ges, meist quadratisches Teppich¬
stück, das in größerer Anzahl zum
Auslegen eines (Wohn-)Raumes be¬
nutzt wird
flie|ßen: fließt; floß; ist geflossen
—»alle Vergangenheitsformen mit
ss*— 1 sich pausenlos auf ein Ziel
hin vorwärtsbewegen »Wasser fließt.
♦ Strom fließt.« 2 «Stoff; Haare» locker
nach unten fallen »Das Kleid floß um
ihren Körper.« 3 etw. fließt in
Strömen: etw. ist im Übermaß vor¬
handen »Das Bier floß in Strömen auf
meiner Party.«
flim|mern: flimmerst; flimmertest; hast
geflimmert 1 <Licht> unregelmäßig
scheinen; zeitweilig, in kürzesten Ab¬
ständen vibrieren »Das Fernsehbild
flimmerte stark.« 2 [landsch.] polie¬
ren, sehr sauber putzen
fl]nk: Adj. flinker; flink(e)ste a) (sehr)
schnell; flott; behende b) flink wie ein
Wiesel: äußerst schnell u. wendig
Fl|n(te: die; - ;-n 1 a) [veralt.] (Jagd-)Ge-
wehr; langläufige Schußwaffe, die
Schrotmunition verschießt b) altes,
unmodernes Gewehr 2 jmd. wirft die
Flinte ins Korn: jmd. gibt ein Vorha¬
ben frustriert auf
Flirt: <engl.> /flöt/ der; -s; -s a) Kontakt¬
aufnahme, Liebelei mit jmdm., der ei¬
nem gefallt »Sie hatte einen heißen
Flirt mit einem Kellner.« b) lockere
Liebesbeziehung
FUtt|chen: das; -s; - a) [abwert.] mora¬
lisch fragwürdige Frau, die viele ober¬
flächliche sexuelle Beziehungen hat b)
Prostituierte
flit|zen: flitzt; flitztest; bist geflitzt [ugs.]
1 schnell (zu einem Ort) laufen 2 (als
Provokation) schnell nackt über die
Straße o. ä. laufen
fl. k. u. w. W.: Abk. fließend kaltes u.
warmes Wasser
Fllg.: Abk. Füllung
floaten: (englo /floaten/ floatet; floate¬
te; hat gefloatet <Wirt.; Währung»
stark, stärker als vorgesehen im
Wechselkurs schwanken
Flocke (Flok|ke —» Flp|cke): die; - ; -n
1 kugelähnlicher, loser Zusammen¬
schluß mehrerer kleinerer Elemente 2
flachgepreßtes Getreideprodukt
»Haferflocken« 3 PI. [ugs.] Geld 4
<Haustier> kleine runde Zeichnung
auf der Stirn (von Pferden)
Floh: der; -s; Flöhe 1 kleines Insekt, das
vom Blut des Menschen u. anderer
Warmblüter lebt »Der Hund hat
Flöhe.« 2 PI. [ugs.] Geld 3 die Flöhe
husten, niesen hören: [ugs.] die klein¬
sten Veränderungen wahrnehmen u.
glauben, daraus etw. (Negatives)
schließen zu können 4 jmdm. einen
Floh ins Ohr setzen: [ugs.] jmdm.
etw. einreden »Setz ihr ja keinen Floh
ins Ohr!« 5 einen Floh im Ohr haben:
[ugs.] nicht ganz normal sein; ver¬
rückt sein
Flom/Flo|men: der; -s; - (Bauch-)Fett
vom Schwein, aus dem Schmalz pro¬
duziert werden kann
Flop: (englo der; -s; -s 1 Fehlschlag; Ein¬
bruch bei einer Tätigkeit »einen Flop
landen« 2 <Sport> kurz für Fosbury¬
Flop = eine Technik beim Hoch¬
sprung
Floppy: (englo /floppi/ die; ~; -s kurzfür
Floppydisk = «EDV» Diskettenlauf¬
werk) für den Computer
Flor: dato der; -s; -e 1 dekorative Blu¬
men, Blüten in großer Anzahl 2
dibertr.» Wohlstand; gute wirtschaft¬
liche Lage
Flon <fr.-niederl.> der; -(e)s;-e u. Flore 1
viele herausstehende, aufgerichtete
(Teppich-, Textil-)Fasern 2 kurz für
Trauerflor = schwarzes Band o. ä.
das am Ärmel getragen od. um ein
Bild o. ä. gelegt Trauer um jmdn.
symbolisiert 3 dünner, durchsichtiger
Stoff
Flo|ra: dato die; - ; Floren 1 Gesamtheit
der natürlich vorkommenden Pflan¬
zen einer Landschaft; Pflanzenwelt
»Flora u. Fama = Pflanzen- u. Tier¬
welt« 2 <Med.» in einem Körperorgan
natürlich vorkommende Bakterien
»Die Darmflora muß neu aufgebaut
werden, nachdem sie durch die Antibio¬
tika zerstört worden ist.«
Flo|ren|ti|ner der; -s; ~ weibl. Flo|ren|ti|-
ne|rin: die; - ; -nen 1 Person aus der
italienischen Stadt Florenz; Einwoh¬
nerin) von Florenz 2 nur männl.
Form Damenhut mit breitem Rand 3
nur männl. Form Nuß- od. Mandel¬
plätzchen
Flo|rett <lat.-it.-fr.> das; -(e)s; -e <Sport>
Fechtwaffe
flo|rte|ren: dato floriert; florierte; hat
floriert wachsen; sich entwickeln; ge¬
deihen; blühen »Das Geschäft flo¬
riert.«
Flojnst: dato der; -en; -en weibl. Flo]r[j-
stin —» Flo|ris|tin: die; ~ ; -nen 1 Per¬
son, die berufsmäßig Blumen u.
Kränze bindet, mit Blumen u. Pflan¬
zen gestalterisch tätig ist 2 [selten] Er¬
forscherin) der Flora, Pflanzenwelt
Flosjkel: dato die; - : -n <Sprachwiss.»
formelhafte, nichtssagende Redewen¬
dung »Die Frage »Wie geht es?« ist
meistens eine reine Floskel, wobei der
Fragende gar nicht an einer ehrlichen
Antwort interessiert ist.«
Floß: das; -es; Flöße 1 (aus Baumstäm¬
men zusammengefügte) Plattform,
die auf dem Waser schwimmen kann
2 Schwimmer, Pose an einer Angel
Flos|se: die; - ; -n 1 aus Knorpel u.
Haut bestehender, zur schwimmen¬
den Fortbewegung dienender Kör¬
perteil eines Wassertieres »Die rechte
Flosse des Fisches ist verletzt.« 2 Teil
des Leitwerks an Flugzeugen, U-Boo¬
ten u. ä. 3 a) [ugs.] Hand »Leg deine
Flosse nicht auf mein Knie!« b) [ugs.]
Fuß
Flölte: (fro die; - ;-n 1 Musikinstrument
aus Holz od. Metall, das geblasen
wird, wobei durch das Schließen von
Löchern verschieden hohe Töne pro¬
duziert werden »Sie spielt Flöte.« 2
<Skat> Reihe von Karten gleicher Far¬
be 3 hohes Sektglas 4 [ugs.] Penis
flö|ten: flötest; flötetest; hast geflötet 1
«Musik» a) auf einer Flöte spielen b)
[landsch.] pfeifen; Töne mit den Lip¬
pen o. ä. produzieren 2 mit hoher, be¬
törender, etw. bei jmdm. erreichen
wollender Stimme sprechen
flöten|ge]hen —» flöjten gejhen: geht
flöten; ging flöten; ist flötengegangen
—»ist flöten gegangen*— [ugs.] ver¬
lorengehen
flott Adj, flotter; flotteste 1 sehr schnell,
eilig »flotter Schritt« 2 von hübscher,
modischer Erscheinung »eine flotte
Frau« 3 fahrtüchtig »Das Schiff, Auto
ist wieder flott.«
Flotjte: dt.-fro die; - ; -n alle Schiffe od.
Flugzeuge eines Staates od. eines Eig¬
ners
flott|ma|chen: machst flott; machtest
flott; hast flottgemacht a) ein Schiff
für die Benutzung wieder fertigma¬
chen b) ein (technisches) Gerät für die
Benutzung wieder fertigmachen
Flöz: der; -es; -e «Bergbau» Abbauflä¬
che, die Kohle o. ä. enthält, aus Kohle
besteht
Fis.: Abk. Felsen
Fluch: der; -(e)s; Flüche 1 Verdam¬
mung; Verwünschung 2 in der Wut
gesprochenes (Schimpf-)Wort 3 das
ist der Fluch der bösen Tat das ist
die (vorhersagbare) Konsequenz,
Folge, die aus einer Unrechten Hand¬
lung o. ä. resultiert
Flucht die; - ; -en 1 a) das schneite (wi¬
derrechtliche) Sichentfemen, Weg¬
laufen »Die Flucht aus dem Gefängnis
ist mißglückt.« b) «Jagd» weiter
Sprung des Wildes 2 a) gedachte ge¬
rade Linie, die Nebeneinanderliegen¬
des auf einer Höhe verbindet »die Au¬
tos parkten in der Flucht« b) gleichar¬
tige Begrenzung am Rand von etw.
Fensterflucht« c) gerade(r) Verlauf,
Anordnung einer Mauer »Die Hand¬
werker brachten die Mauer in die
Flucht.« 3 die Flucht nach vorn
(antreten): bei zu erwartenden
Schwierigkeiten, Auseinandersetzun¬
gen o. ä. sich nicht zurückziehen, son¬
dern sie bewußt annehmen, sich da¬
mit auseinandersetzen Ȁrger gibt es
sowieso, jetzt kann ich nur noch die
Flucht nach vorn antreten.« 4 jmdn. in
die Flucht schlagen: jmdn. vertreiben
»Sie hat den Angreifer in die Flucht
geschlagen.« 5 die Flucht ergreifen:
flüchten; weglaufen »Als sie den gro¬
ßen Hund sah, ergriffsie die Flucht.«
flüchten: flüchtest; flüchtetest; bist ge¬
flüchtet sich schnell von etw. od.
jmdm. entfernen »Sieflüchtete vor ih¬
ren Verfolgern.« Syn.: fliehen
flüchftig: Adj. 1 n. stg. auf der Flucht
»Der Mörder ist seit gestern flüchtig.«
2 a) oberflächlich; kurz »Ich kannte
390
Flüstergewölbe
ihn nur flüchtig.« b) schnell u. unge¬
nau »Sie korrigierte die Aufsätze nur
flüchtig.«
Flug: der; -(e)s; Flüge 1 Fortbewegung
durch die Luft (durch eigene od.
fremde Kraft) »Die Flüge nach New
York sind ausgebucht.« 2 <Jagd> Grup¬
pe gleichartiger Vögel, die zusammen
fliegen »ein Flug Schwalben« 3 (wie)
im Flug(e): rasch »Im Urlaub ist die
Zeit wie im Flug vergangen.«
Flü|gel: der; -s; - 1 (Vogeb Gliedmaßen¬
paar (aus Knochen, Muskeln, Haut),
das zum Fliegen genutzt wird, befä¬
higt 2 a) seitlicher Teil eines gleichmä¬
ßigen Gegenstandes »Altarflügel ♦
Flügel eines Hauses« b) Teil einer
Konstruktion, der in der Form u.
Funktion einem Vogelflügel ähnlich
ist 3 großes Klavier mit langgestreck¬
tem Resonanzkörper 4 a) äußerer,
seitlicher Teil einer Personengruppe,
oft Sportmannschaft »der linke Flügel
der Mannschaft« b) Abteilung einer
politischen Partei »Der linke Partei¬
flügel lehnte das Gesetz ab.« 5 die Flü¬
gel hängen lassen: keinen Mut mehr
haben »Fang noch mal von vorne an,u.
laß nicht gleich die Flügel hängen!« 6
jmdm. die Hügel stutzen: jmdn. dar¬
an hindern, etw., was einem unsinnig
vorkommt, wofür er sich aber sehr
engagieren möchte, zu tun 7 Jmdm.
Hügel verleihen: jmdm. neuen Mut
machen, Schwung, Auftrieb verleihen
flüglge: Adj. n. stg. 1 <Vogel> in der Lage
zu fliegen u. so das Nest zu verlassen
»Die kleinen Vögel sind flügge
geworden.« 2 <übertr.> in der Lage, für
sich selbst zu sorgen u. die Eltern zu
verlassen; selbständig
flugs: Adv. schnell
Flugjzeug: das; -(e)s; -e Luftfahrzeug
mit Tragflächen »Mit dem Flugzeug
kann man schnell u. bequem weite
Strecken überwinden.«
flulid: dato Adj. n. stg. <Chemie> flüssig;
fließend
Fluid —* Flu|id: dato das; -s; Fluida
flüssiges Mittel
Flui|dum —» Flu|i|dum: dato das; -s;
Fluida Aura, Wirkung, die von jmdm.
od. etw. ausgeht u. eine bestimmte
Atmosphäre schafft
Fluo|rid —» Flu|o|rid: dato das; -(e)s; -e
<Cheraie> Salz der Flußsäure
Fluo|rit —*■ Flu|o|r|t: dato der; -(e)s; -e
(Geologie; Minerab Flußspat
Flu|ke: die; - ; -n Schwanzflosse des
Wals
Fluk|tua|ti|gn —> Fluk|tu|a|ti|on: dato
/fluktuazion/ die; - ; -en 1 Schwan¬
kung; Wechsel; Veränderung »Die
Fluktuation der Teilnehmer ist in die¬
sem Kurs sehr hoch.« 2 (Med.) Hin- u.
Herbewegung von Körperflüssigkei¬
ten
flukitulielren: dato fluktuierst; fluktuier¬
test; hast fluktuiert 1 [geh.] abwech¬
seln; alternieren; schwanken; sich be¬
wegen 2 <Med.> sich hin- u. herbewe¬
gen
Flun|der: die; - ; -n Plattfisch, der in
Schwärmen lebt
Flun|ke|rei: die; - ; -en [ugs.] a) o. PI.
übermäßiges, störendes Schwindeln
b) erschwindelte Erzählung
Flun|ke|rert der; -s; - weibl. Flun|ke|rin:
die; - ; -nen [ugs.] Person, die öfter die
Unwahrheit erzählt, schwindelt
flun|kem: flunkerst; flunkertest; hast ge¬
flunkert [ugs.] die Unwahrheit erzäh¬
len
Flunsch: der; -(e)s; -e [ugs.] zum Wei¬
nen od. verdrießlich verzogener
Mund, Syn.: Flappe
Flu|or dato das; -s; - (Chemie) chemi¬
scher, nichtmetallischer Grundstoff
Flu|or dato der; ~; - (Med.) Ausfluß aus
Gebärmutter u. Scheide
Fluo|resjzenz —*■ Flu|o|res|zenz:dfe,--;
- Fähigkeit bestimmter Materialien,
bei Bestrahlung mit Licht- od. Rönt¬
genstrahlen, von selbst zu leuchten
fluo|res|zje|ren —» flu|o|res|zje|ren;
fluoresziert; fluoreszierte; hat fluores¬
ziert Röntgen- od. Lichtstrahlen über
einen längeren Zeitraum hinweg re¬
flektieren
Flu|or]wasjser1stoff: der; -(e)s; - (Che¬
mie) farbloses, giftiges Gas; chemi¬
sche Verbindung des Wasserstoffs
mit Fluor
Rur der; -(e)s; -e Gang, von dem aus
Türen zu Zimmern abgehen; Korri¬
dor
Flur die; - ; -en 1 (in Parzellen eingeteil¬
tes) Bodenland einer Ansiedlung, das
nicht landwirtschaftlich genutzt, be¬
baut wird 2 allein auf weiter Flur
(stehen): ganz alleine (sein)
Fluijbe|iei|ni|gung: die; - ; - Prozeß der
Umverteilung landwirtschaftlicher
Nützlichen, um aus verstreuten klei¬
nen Grundstücken bebaubare Land¬
flächen zu machen
Flur|föijde|ren der; -s; - Transportfahr¬
zeug, das innerhalb eines Unterneh¬
mens benutzt wird
Flurjgaijde|ro|be: die; -; -n Kleiderstän¬
der, Garderobe im Flur, Korridor
Fluijna|me: der; -ns; -n fester Land¬
schaftsname
Hur|scha|den: der; -s; -schaden Zerstö¬
rungen von Feldern u. Feldfrüchten,
die durch äußere Einflüsse (Wild, mi¬
litärische Übungen o. ä.) verursacht
wurden
Flu|se: die; - ; -n lockeres (Stoff-)Faser-
bällchen
ftu)sen: flust; flustest; hast geflust Fus¬
seln verlieren; Flusen entwickeln
Ruß —*■ Fluss: der; Flusses; Flüsse 1
größeres fließendes Gewässer »Im
Fluß schwimmen viele Fische.« 2 etw.
mit fließendem Charakter »Redefluß«
3 a) etw. in Fluß bringen —» etw. in
Russ bringen: etw. anregen, in Bewe¬
gung bringen »Sie bemühte sich ange¬
strengt, die Unterhaltung in Fluß zu
bringen.« b) in Ruß kommen, geraten
—» in Fluss kommen, geraten; etw.
kommt in Gang, in Bewegung, geht
weiter »Allmählich kam die Unterhal¬
tung in Fluß.« c) im Fluß sein —» im
Fluss sein; in Gang sein 4 alle Flüsse
laufen ins Meen nichts nimmt einen
außergewöhnlichen Verlauf, es ver¬
läuft alles nach der ihm innewohnen¬
den Art
fluß|ab|wärts —> fluss|ab|wärts: Adj.
n. stg. mit dem Strom, in Richtung
Mündung
Ruß|arm —» Fluss|anm; der; -(e)s; -e
Abzweig, Teil eines Flusses
fluBlauflwärts —* flusslauflwärts: Adv.
gegen den Strom; in Richtung Quelle
Fluß|bett —» Fluss|bett das; -es; -en
durch den Flußlauf geschaffene Bo¬
denvertiefung, die durch die Ufer be¬
grenzt wird u. durch die ein Fluß
fließt
Fluß|bie[gung —> Fluss|bie|gung: die;
- ; -en Knick, Biegung, Kurve, die ein
Fluß in seinem Lauf macht
Ruß|del|ta —* Fluss|del|ta: das; -s; -s
Mündungsgebiet eines Flusses
Ruß|dia|gramm —» Fluss|di|a|g|ramm;
das;-(e)s; -e Darstellung der notwen¬
digen Arbeitsschritte eines Prozesses
flüs|sig: Adj. 1 n. stg. nicht fest u. nicht
gasförmig »Unter Hitzeeinwirkung
wird Wachs flüssig. ♦ Wasser ist ein
flüssiger Stoff.« 2 a) ohne Hindernis,
Unterbrechungen b) (Sprache) ohne
steckenzubleiben; nicht abgehackt
»Er spricht flüssig.« 3 (übertr.) [ugs.]
zahlungsfähig; über Geldmittel verfü¬
gend »Ich bin gerade nicht flüssig.«
Flüs|sig|gas: das; -es; -e Gas in flüssi¬
gem Zustand
Flüs|sig|keit: die; - ; -en nicht fester
Stoff, der so beschaffen ist, daß er
fließen kann
flüs|sig|ma|chen —> flüs|sig ma|chen;
machst flüssig; machtest flüssig; hast
flüssiggemacht —>hast flüssig
gemacht<— 1 in einen flüssigen (Ag-
gregat-)Zustand bringen 2 (übertr.)
etw., Gegenstände verkaufen (um das
Bargeld zu erhalten)
Fluß|krebs —» Fluss|krebs: der; -es; -e
brauner od. grauer, im Süßwasser le¬
bender Krebs, dessen Fleisch als Deli¬
katesse gilt
Ruß|lauf —► Fluss|lauf; der;-(e)s; -lau¬
fe Linie, in der sich ein Fluß erstreckt;
Verlauf eines Flusses
Ruß|mün|dung —> Fluss|mün|dung:
die; - ; -en Stelle, an der ein Fluß auf
einen anderen od. auf ein Meer trifft
Flyßfpferd —» Flusspferd; das; -es; -e
pflanzenfressendes Säugetier mit
schwerem Körper, breitem Kopf mit
kleinen Augen u. Ohren, das an den
langsam fließenden Gewässern Afri¬
kas lebt
Fluß|re|gu|lie|rung —» Fluss|re|gu|lie|-
rung: die; - ; -en Veränderung eines
natürlichen Wasserlaufs durch men¬
schlichen Eingriff, z. B. um Überflu¬
tungen zu vermeiden
Fluß|sand —> Fluss|sand/Fluss-San(t
der; -es; - von einem Fluß mitgeführ¬
tes feinkörniges Material
Flußjsäu|re —» Fluss|säu|re/Fluss-
^äulre; die; - ; -n (Chemie) Fluorwas¬
serstoffsäure
Flyß|stahl —> Flusslstahl/Fluss-Stahk
der; -(e)s; -stähle Stahl, der flüssig er¬
zeugt wird
Flußaal —» Flussltal; das; -es; -täler
Tal, das durch einen Fluß gebildet
wurde; Flußebene
Flußjufer —* Fluss|u(fen das; -s; - ei¬
nen Fluß auf der rechten u. linken
Seite begrenzender Boden
Flü|ste|rer —* Hüs|te|rec der; -s; -
weibl. Rü|ste|rin —» Flüs|te|rin; die;
- ; -nen Person, die kaum hörbar,
ohne Stimmeinsatz spricht >
Flü[ster|ge|wöltbe —» Flüs|ter|ge|wöl|-
be; das; -s; - Raum, in dem geflü-
391
flüstern
Sterte Sprache an einigen Stellen deut¬
lich zu hören ist, an anderen gar nicht
flü|stem —* flüstern: flüsterst; flüster¬
test; hast geflüstert 1 sehr leise, ohne
Stimme sprechen »Er flüsterte ihr etw.
ins Ohr.« 2 jmdm. etw. flüstern: [ugs.]
jmdm. laut sagen, was man von ihm
od. von dem, was er tut, getan hat,
hält 3 das kann ich dir flüstern: [ugs.]
ganz bestimmt; das versichere ich dir
Fiu|ster[pro|pa|gan|da—» Flus(ter|pro|-
pa|gan|da: die; - ; - im Untergrund,
nicht öffentlich geschehende, unauf¬
fällige mündliche Agitation, Ver¬
leumdung
Flüjstertstim|me —*■ Flüsjter|stim|me:
die; -; -n tonlose, leise Stimme
Flüjsterjton —» Flüs|ter|ton: der; -(e)s;
-töne leise Sprechlautstärke; flüstern¬
der Ton
Flü|sterjtü|te —> F1üs|teijtü|te: die; - ;
-n {ugs.; scherzh.] Megaphon
Flut: die; ~; -en 1 a) o. PI. eine der Gezei¬
ten; Vorgang bei dem das Wasser des
Meeres ansteigt »Ebbe u. Flut« b) m.
PI. große Wassermengen 2 eine Flut
von etw.: eine sehr große Anzahl von
etw., Ant.:<la> Ebbe
Flut|ka|ta|stro|phe —» Flut|ka|ta|sft|ro|-
phe: die; - ; -n durch überschwem¬
mende Wassermassen verursachte
Naturkatastrophe
Fiut|licht‘ das; -fe)s; -er helles Kunst¬
licht zur Beleuchtung von großen
Plätzen
Flut(licht[an|la|ge: die; ~ ; -n Konstruk¬
tion, die große Plätze mit Flutlicht
versorgt, ausleuchtet
Flut|war|nung: die; ~ ; -en Hinweis auf
eine drohende Flutkatastrophe
Flyt|wel|le: die; - ; -n a) ungewöhnlich
hohe Welle, die durch Erdbewegun¬
gen unterhalb des Wasserspiegels ver¬
ursacht wurde b) plötzlicher Wasser¬
anstieg zu Beginn der Flut
fmdl.: Abk. fernmündlich
f-Moll: dato das; ~ ; - <Musik> auf dem
Grundton f beruhende, aufbauende
Molltonart
f-Mpll-Ton|lei|teR <iat.> die; - ; -n <Mu¬
sik> auf dem Grundton f beruhende,
aufbauende Tonleiter in Moll
Fn.: Abk. 1 Familienname 2 Fußnotefn)
(in schriftlichen Texten)
Fpckjmast: der; -(e)s; -en die vorderen
Segel tragender Mast eines Segelschif¬
fes
Fö|de|ra|lis|mus: dat.-fro der; - ; - <Pol.>
a) Streben nach einem Staat mit ei¬
genverantwortlichen, unabhängigen
Ländern b) politisches System, das ei¬
nen Staat in unabhängigen, eigenver¬
antwortlichen ländern organisiert,
Ant.: Zentralismus
Fö|de|ratti|on: <lat.-fr.> /föderazion/ die;
- ; -en 1 (Länder-)Verbund, Staaten-
biindnis 2 Bündnis
föjdejra|tiv: dat.-fro /föderatif/ Adj. in
einer Föderation organisiert
Fö|de[ra)tiv|staat: /föderatif-/ der; -es;
-en Bundesstaat
fö|de|ne|ren: dat.-fro föderierst; föde¬
riertest; hast föderiert [veralt.] Zusam¬
menarbeiten; sich verbünden
Fö|de|rier|te: <lat.-fr.> der; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Föderierter; zwei
Föderierte) mit anderen verbündeter
Staat
Foh|len: das; -s; - junges Huftier
(Pferd, Esel, Zebra, Kamel usw.)
foh|ten: fohlt; fohlte; hat gefohlt <(Huf-)
Tier) ein Junges, Fohlen zur Welt
bringen, gebären
Fohflen|mann|schaft: die; - ; -en <Sport>
Mannschaft, die sich aus unbekann¬
ten, sehr jungen Spielern zusammen¬
setzt
Föhn: dato der; -fe)s; -e in Alpennähe
auftretender warmer Fallwind
—> Föhn: s. Fön (2)
föhjnen: föhnt; föhnte; hast geföhnt
Föhnwind aufweisen
—* fötynen: s. föhnen
Föhn|krank|heit: die; - ; -en durch den
Föhn hervorgerufene Beeinträchti¬
gung der Gesundheit, die sich beson¬
ders in Störungen des Kreislaufs u. ä.
äußert
Föhn|wet|ter: das; -s; - föhniges Wetter;
Wetterlage, in der Föhn auftritt
Föhn|wind: der; -(e)s; -e warmer, trok-
kener Fallwind
Föh|re: die; - ; -n <Bot.> Kiefer
Föhjmn|wald: der; -(e)s; -wälder Kie¬
fernwald
fo|ka1: Adj. n. stg. 1 <Optik> auf den
Brennpunkt bezogen 2 <Med.> von ei¬
nem Krankheitsherd ausgehend
Fp|kal|di)stanz —*■ Fo|kaljdis|tanz: die;
-; -en <Optik> Brennweite
Fo|kaljin|fek|ti|on: die; - ; -en <Med.> In¬
fektion, die von einem Krankheits¬
herd ausgeht
Fo|kus: dat.y der; -; -se 1 <Optik> Brenn¬
punkt 2 <Med.> streuender Krank¬
heitsherd im Körper
fo|kus|sie|ren: fokussierst; fokussiertest;
hast fokussiert 1 a) <Physik> Licht¬
strahlen konzentrieren, auf einem
Punkt vereinigen b) eine Linse justie¬
ren, anpassen 2 <Kemtechnik> Strah¬
len durch elektromagnetische Felder
bündeln
folg.: Abk. folgend(e)
Fol|ge: die; - ; -n 1 Fortsetzung, Serie
von aufeinanderfolgendem Gesche¬
hen »Das war die 9. Folge der
Fernsehserie.« 2 Ergebnis, Resultat,
Erfolg von etw.; Konsequenz, die aus
einem bestimmten Handeln o. ä. re¬
sultiert 3 einer Sache Folge leisten:
einer Sache nachkommen, sie befol¬
gen »Diesem Verbot ist unbedingt Fol¬
ge zu leisten!« 4 in der Folge; für die
Folge: zukünftig; anschließend »ln
der Folge wird es noch weitere Entlas¬
sungen geben.« 5 etw. zur Folge
haben: Konsequenzen nach sich zie¬
hen »Die Schließung der Firma wird
weitere Arbeitslose zur Folge haben.«
Fol|ge|ein|rich|hmg: die; - ; -en soziale
Einrichtung in einem neuen Sied-
lungs- u. Wohngebiet
Fql|ge|erjschei|nung: die; - ; -en etw.,
was als Konsequenz von etw. auftritt
Fql|ge|ko|sten —*• Fol|gejkosften: die
(PI.) finanzielle Aufwendungen, Be¬
lastungen, die durch vorangegangene
Ausgaben verursacht wurden, in ihrer
Folge stehen; Folgelasten
Fql|ge[la|sten —» Fol|ge|lasften: die
(PI.) finanzielle Aufwendungen, Be¬
lastungen, die durch vorangegangene
Ausgaben verursacht wurden, in ihrer
Folge stehen
fol|gen: folgst; folgtest; bist gefolgt 1
jmdm. hinterhergehen »Du bist dem
Dieb gefolgt.« 2 etw. nachvollziehen;
eine Darstellung o. ä. verstehen 3
nach etw. od. jmdm. kommen »Zwei
folgt der Eins.« 4 gehorchen »Bist du
meinen Anordnungen gefolgt?« 5 (als
Konsequenz) aus etw. resultieren,
hervorgehen Steigendes—» Folgen¬
des: dieses; das im Anschluß Ge¬
nannte »Wir schlagen folgendes vor:
Erstens...« 7 im folgenden —»im Fol¬
genden: weiter unten; nachfolgend
genannt 8 das folgende —*■ das Fol¬
gende: das im Anschluß Genannte
fol|gen|der|ma|Ben: Adv. so; auf folgen¬
de Art
fol|gen|derjwei|se: Adv. so; auf folgende
Weise
fol|gen|los: Adj. n. stg. ohne Folgen,
Auswirkungen
fol|gen|reich: Adj. von einschneidenden
Auswirkungen begleitet
fol|gen|schwert Adj. schwerwiegende
Auswirkung nach sich ziehend
fol|ge|rich|tig: Adj. n. stg. vorhersehbar;
logisch; der Folge entsprechend,
Ant.: folgewidrig
follgern: folgerst; folgertest; hast gefol¬
gert aus einer Information Schlüsse,
Schlußfolgerungen ziehen
Fpl|ge|rung: die; - ; -en Konsequenz,
Lehre, die aus etw. gewonnen, gezo¬
gen wird; Schluß
Foi|ge|satz: der; -es; -Sätze <Sprach-
wiss.> Konsekutivsatz; die Folge,
Auswirkung des Hauptsatzgesche¬
hens angebender Nebensatz
Fq(|ge|scha|den: der; -s; -schaden durch
einen Schadensfall verursachter Scha¬
den
fgl|ge|wid|rig: Adj. unlogisch; nicht der
Folge entsprechend; nicht konse¬
quent, Ant.: folgerichtig
Fol|ge|zeifc die; -; -en Zeit im Anschluß
an etw.
folg|sam: Adj. sich den Wünschen od.
Anordnungen eines anderen fügend;
gehorsam, brav, fügsam, artig han¬
delnd »In meiner Klasse sind sehr folg¬
same Schüler.«
Fo|ii|ant: der; -en; -en großformatiges,
schweres, nicht leicht handhabbares
Buch
Fo|lie: dato /foli'/ die; - ; -n 1 Verpak-
kungsmaterial aus dünnem Kunst¬
stoff od. Metall »Leg eine Folie über
die Wurst, damit sie frisch bleibt!« 2
[geh.] Gundlage, Hintergrund, vor
dem etw. geschieht
Fo|li|en|karftofffel: die; - ; -n in einer
(Alu-)Fo!ie gebackene Kartoffel
fojli|en[ver[packt: Adj. n. stg. in eine
Folie eingewickelt, verschnürt o. ä.
FoJIio: dato das; -s; Folien 1 o. PI. Buch¬
format in der Größe eines halben Bo¬
gens 2 Doppelseite eines Geschäfts¬
buches
Fojllo|band —*• Fp|li|o|band: der; -(e)s;
-bände Buchband im Format eines
Folios (1)
Folk: (englo /fouk/ der; -s; - Musikrich¬
tung, die englische, irische, nordame¬
rikanische od. schottische Tradition
mit Elementen des Rock verbindet
Folk|lo|re/Folk|lo|re: <englo die; - ; -1 a)
Volkskunde b) Tradition; Brauch 2
<Musik> a) überlieferte, traditionelle
392
Förderungsmaßnahme
Musik b) traditionelle Elemente der
Kunstmusik
Folk|lo|re[kleid: das; -(e)s; -er Kleid,
das mit farbigem Druck od. bunter
Stickerei mit Motiven aus der Volks¬
kunst verziert ist
Folk|lo|ri|stik —» Folk|lo|ris|tik; die; - ; -
Wissenschaft der Folklore, Volks¬
kunde
folk|lo|ri|stisch —* fo!k|lo|ris|tisch: Adj.
1 die Folklore betreffend 2 volkslied¬
haft 3 volkskundlich
Fo(k|sän|ger. /fo^k-/der; -s; - weibl.
Folk|sän|ge|rin: die; - ; -nen Sänge¬
rin), der/die Folk darbietet
Folk|song: <engl.> /fo^k-/der; -s; -s Lied,
das alte angloamerikanische folklori¬
stische Elemente mit Rock verbindet
Fplk|wang: o. Art.; -s; - <Mythologie>
Sitz der nordischen Göttin Freyja
Fol|li)kel: «ta.» der; -s; - <Med.> 1 klei-
ne(r)(s) Schlauch, Säckchen, Drüsen¬
bläschen 2 Hülle der heranreifenden
Eizelle im Eierstock
FojJI|]kel|horjfnon: das; -s; -e <Med.>
Ostrogen
Fol|li|kel|sprung: der; -(e)s; -Sprünge
«Med.» Eisprung
Fpl|säu|re: die; - ; -n Vitamin des Vit-
amin-B-Komplexes
Fplfter die; - ; -n 1 Zufügen von
Schmerzen; schmerzhafte Mißhand¬
lung von jmdm. (um etw. zu erfahren,
Informationen zu erzwingen) 2 jtndn.
auf die Folter spannen: eine Person
absichtlich noch nicht über etw. in
Kenntnis setzen, auf eine Neuigkeit
warten lassen »Nun sag’ schon, was
los ist, u. spanne mich nicht länger auf
die Folter.«
Foijteijbank: die; - ; -banke <MA> Ge¬
rät, auf das jmd. zur Folter gelegt
wurde
Fol|te|rer: der; -s; - weibl. Foi|te|rin: die;
- ; -nen Person, die andere quält,
durch Gewaltanwendung dazu be¬
wegt, etw. zu sagen od. zu tun
Fol(ter(ge|rät: das; -(e)s; -e Gerät, In¬
strument zum Ausüben der Folter
Fol|ter|m|stru|inent —» Fol|ter|ins|t|ru|-
ment das;-(ejs; -e Instrument, Vor¬
richtung, Gerät zum Foltern
Fpl|ter|kam|mer: die; ~; -n <M A> Raum,
Gewölbe einer Burg, Festung, in dem
die Folterwerkzeuge aufbewahrt wur¬
den u. in dem gefoltert wurde
Foljteijkel|len der; -s; - <MA> Gewölbe
einer Burg, Festung, in dem die Fol¬
terwerkzeuge aufbewahrt wurden u.
in dem gefoltert wurde
Fol|ter|knecht: der; -(e)s; -e Folterer
bzw. dessen Gehilfe
Folfter|meftho|de: die; ~ ; -n Art u. Wei¬
se zu foltern; Foltertechnik
folgern: folterst; foltertest; hast gefoltert
jtndn. bewußt sehr quälen
Fpl|teijqual: die; ~ ; -en 1 bei der Folter
erlittene Qual, Schmerzen 2 äußerste,
extremste Qual
Fol|te|ning: die; - ; -en das Foltern, Ge¬
foltertwerden
Fgl|terjwerkjzeug: das; -(e)s; -e Hilfs¬
mittel, das zum Foltern dient
—* Fon; s. Phon
Fön: der; -(e)s; -e 1 Fön (Warenzei¬
chen) Haartrockner einer bestimmten
Firma 2 —* Föhn Haartrockner, der
mit heißer Luft arbeitet, der heiße
Luft bläst»
Fond: frans /fcmg/ der; -s; -s 1 Rücksitz
im Auto 2 Fleischsaft, der als Rück¬
stand nach dem Braten od. Kochen
bleibt 3 a) Hintergrund b) Stoffunter¬
grund, von dem sich ein Muster ab¬
hebt 4 Hauptsache; Grundlage
Fon|dant: dar. /r.> /fongdang u. [ugs.]
fondant/ der; -s; -s a) Zuckermasse
mit Geschmacks- u. Farbstoffen b)
Süßigkeit aus (a)
Fonds: </r.» /fpng/ der; -s; -s <Wirt.;
Bankw.» 1 Zusammenschluß von An¬
legern, die in verschiedene Aktien in¬
vestieren 2 für eine bestimmte Ver¬
wendung bereitgestellter Geldbetrag
3 [geh.] geistiger Reichtum, Erfah¬
rungsschatz, aus dem man schöpfen
kann 4 «früher DDR> alle personellen
u. materiellen Möglichkeiten eines
Unternehmens, Betriebs als gesell¬
schaftliches Potential 5 «Wirt.»
Schuldverschreibung, die eine öffent¬
liche Körperschaft zwecks Kapitaler¬
langung herausgibt
Fon|due: <lat.-fr.> /fondü/ die; - ; -s u.
das; -s; -s a) Gericht, bei dem ein Topf
mit Fett auf einer Flamme auf dem
Tisch steht u. jede Person ein Stück
Fleisch auf einen Spieß steckt u. in
das heiße Fett hält u. dann in Saucen
tunkt b) Käsefondue: Gericht, bei
dem in einem Topf Käse geschmolzen
wird, dann auf eine Flamme auf den
Tisch gestellt wird u. jede Person ein
Stück Brot (od. auch Gemüse) auf ei¬
nen Spieß steckt u. diesen dann in den
Käse hält c) Schokoladenfondue:
Gericht, bei dem in einem Topf Scho¬
kolade geschmolzen wird, dann auf
eine Flamme auf «len Tisch gestellt
wird, so daß jede Person ein Stück auf
einen Spieß aufgespießtes Obst o. ä.
in die Schokolade tunken kann d) chi¬
nesisches Fondue: Fondue (1), bei
dem anstelle des heißen Fetts eine
Brühe verwendet wird
Fonlduelgalbel: die; - ; -n langstielige
Gabel mit zwei Zinken zum Fon¬
dueessen
—» Fon: s. Phon
föjnen —* föhlnen: fönst; föntest; hast
gefönt —»-immer mit h*— «meist
Haar» durch Benutzung eines elektri¬
schen Haartrockners, Föns von
Feuchtigkeit befreien, trocknen
—» Fojnofgraf: s. Phonograph
—» Fo|no|met|rie; s. Phonometrie
—» Fo|no|ty|pist/Fo|no(ty|pis|tin: s.
Phonotypist/Phonotypistin
Fon|tä[ne: <lat.-fr.> die; - ; -n mit Druck
ausgestoßener Wasserstrahl
Fon|ta|nel|le: </r.» die; - ; -n «Med.» Kno¬
chenlücke am Schädel eines Neuge¬
borenen
—» Fpn|zahl; s. Phonzahl
Foot|ball: <engb /futbal/ der; -s; -
«Sport» amerikanisches Mannschafts¬
ballspiel mit zwei Mannschaften zu je
elf Spielern, das dem Rugby ähnlich
ist
fopfpen: foppst; fopptest; hast gefoppt
[ugs.; scherzh.] einer Person etw. Un¬
wahres sagen u. sich über ihre Gut¬
gläubigkeit amüsieren
Fop|pe|rej: die; ~ ; -en [ugs.] lästiges,
übermäßiges Foppen
forjcjejren: <lat.-fr.t /forßiren/ forcierst;
forciertest; hast forciert a) mit Nach¬
druck vorantreiben b) vergrößern;
herausfordern
Ford.: Abk. Forderungen)
Ford.: Abk. Förderung
Föijde: die; ~ ; -n Meeresbucht, die weit
in das flache Festland hineinreicht
Förjdeijband: das; -(e)s; -bänder «Tech¬
nik» mechanisch bewegtes, endloses
Band zur Beförderung von Gütern (in
der industriellen Fertigung)
För|de|rer der; -s; - weibl. För|de|re|rin:
die; ~; -nen Person, die jmdn. od. etw.
fördert, unterstützt
För[de|rer{kreis: der; -es; -e Gruppe von
Personen, die jmdn. od. etw. fördert,
unterstützt
För|der|korb: der; -(e)s; -körbe «Berg¬
bau» Stahlkonstruktion, Lift zum
Aufwärts- od. Abwärtsbefördem der
Bergleute u. der Förderwagen bei der
Schachtförderung
För|der|kreis: der; -es; -e Vereinigung
von Personen u./od. Gruppen, die
jmdn. od. etw. fördern
Föijder|kurs: der; -es; -e Kurs, in dem
Schüler mit sinkenden, schlechten
Leistungen besonders gefördert wer¬
den
Förjdeijland: das; -(e)s; -landet Land,
in dem Rohstoffe, besonders Erdöl,
gefördet werden
förjder|lich: Adj. nützlich für ein Ziel;
dienlich
forjdern: forderst; fordertest; hast gefor¬
dert etw. von jmdm. bekommen, er¬
reichen haben wollen; etw. ausdrück¬
lich wünschen, Syn.: verlangen
föijdern: förderst; fördertest; hast
gefordert 1 etw. unterstützen; jmdm.
helfen 2 Bodenschätze abbauen, aus
der Erde holen »Kohlefordern«
Föijderjpreis: der; -es; -e Preis, durch
dessen Vergabe begabte Künstler,
Wissenschaftler u. a. gefördert, unter¬
stützt werden sollen
Föi|der|schachb der; -(e)s; -schachte
«Bergbau» senkrecht ins Erdinnere
führender, verhältnismäßig enger
Grubenbau, der die Erdoberfläche
mit der Lagerstätte verbindet
Förjderjseil: das; -(e)s; -e «Bergbau»
(Stahl-)Seil zum Heraufziehen u. Ab¬
lassen eines Förderkorbes
Föijderjstu|fe: die; - ; -n die ersten bei¬
den Jahre auf einer weiterführenden
Schule (5. u. 6. Klasse der Haupt¬
schule, cier Realschule u. des Gymna¬
siums), in denen unterschiedliche Be¬
gabungen festgestellt werden sollen
Förjdeijturm: der; -(e)s; -türme «Berg¬
bau» turmartiges Bauwerk aus Stahl
od. Beton direkt über dem Schacht ei¬
nes Bergwerkes
For|de|rung: die; - ; -en deutlich ausge¬
sprochene Bitte, angemeldeter An¬
spruch auf etw.
Föijde|rung: die; -; -en 1 Unterstützung
des Nachwuchses (u. der wissen¬
schaftlichen Forschung) 2 «Bergbau»
a) das Fördern von Kohle b) geför¬
derte Kohle
Föijde]rungs|maß|nah|me: die; - ; -n
Bestimmungen od. Bemühungen, die
der Förderung, Unterstützung dienen
393
Förderverein
Förfdertvertein: der; -(e)s; -e Verein zur
Förderung, Pflege, Unterstützung ei¬
ner bestimmten Sache
Förjder|wa|gen: der; -s; - <Bergbau>
Wagen zum Transport von Kohle od.
Erzen im Bergwerk
För|der)werk: das; -(e)s; -e <Technik>
maschinelle Vorrichtung zur Beförde¬
rung von Massengütern
Fore|checking (Fore|chek(king —►
Forejche|cking): <englo
/foanschecking/ das; -s; -s <Sport; ur¬
sprünglich nur Eishockey> Behinde¬
rung eines Angriffs des Gegners be¬
reits in dessen vorderer Spielhälfte
Fore|hand: <engl.> /foadtänt/ die; -; -s u.
~der; u. -s; -s <Sport> Schlag mit der
Vorhand (z. B. beim Tennis, Hockey,
Polo usw.)
Fo|rel|le: die; - ; -n Süßwasserfisch mit
einer bunten Zeichnung des Rückens
Fo|rei|len|teich: der; -(e)s; -e (künstli¬
ches) stehendes Gewässer für die Fo¬
rellenzucht
Fo|rel|len(zucht: die; - ; -en a) Aufzucht
von Forellen b) Betrieb, Unterneh¬
men, das vom V erkauf selbst aufgezo¬
gener Forellen lebt
fo|rgn|sisch: <lat.> Adj. n. stg. der Justiz
dienend »forensische Medizin«
Forjke: dato die; - ; -n Gabel, Gerät mit
Zinken für die Arbeit im Stall
Form: dat.i die; - ; -en 1 a) äußere Ge¬
stalt, Figur »Die Lampe hat die Form
einer Kugel.« b) Gestalt eines künstle¬
rischen od. geistigen Produktes »Das
Musikstück ist in der Form einer So¬
nate geschrieben.« c) Darstellungswei¬
se; Erscheinungsart; Weise des Auf¬
tretens, Vorhandenseins d) gesell¬
schaftlichen Normen entsprechendes
Verhalten 2 Geräte u. Gegenstände,
die etw. noch Ungeformtem eine
Form geben »Einen Kuchen backt
man normalerweise in einer Form.« 3
o. PI. gesundheitlicher Zustand »Ich
bin wieder in Form.« 4 zu großer
Form auflaufen: sich steigern; eine
große Leistung erbringen »Beim
Rückspiel wird er sicher wieder zu gro¬
ßer Form auflaufen.« 5 in aller Form:
wie es sich gehört, sehr förmlich »Ich
entschuldige mich in aller Form bei
Ihnen.« 6 aus der Form gehen: [ugs.;
scherzh.] zunehmen; dick(er) werden
7 a) Formen annehmen: 1. langsam
erkennbar, fertig werden 2. über das
übliche, akzeptable Maß hinausgehen
b) Form annehmen: langsam erkenn¬
bar werden, zu funktionieren begin¬
nen »Unser Vorhaben nimmt langsam
Form an.«
—»Form ge|bend: s. formgebend
Form.: Abk. 1 Format 2 Formation 3
Formular
form.: Abk. 1 formal 2 formell = 1.
offiziell 2. nur der Form halber 3 for¬
malisiert 4 formiert S formuliert
for)mal: dato Adj. n. stg. a) im Hinblick
auf die Form »Formal betrachtet ist
der Vertrag korrekt.« b) nur der Form
nach; rein äußerlich »Sie bekommen
die Stelle, das Gespräch mit dem Per¬
sonalrat ist nur ein formaler Akt.«
Form|al|de|hyd: der; -s; - gesundheits¬
schädigendes, farbloses Gas mit ei¬
nem stechenden Geruch, das zur Des¬
infizierung sowie als Bindemittel in
Preßspanholz verwendet wird
For|ma|lin: ( Warenzeichen) das; -s; - als
Konservierungs- u. Desinfektions¬
mittel dienende Formaldehydlösung
for|ma((i|sje|ren: formalisierst; formali¬
siertest; hast formalisiert 1 formal,
mit Hilfe von Formeln o. ä. darstellen
2 in eine gemeinsame Form bringen;
vereinheitlichen
For|ma|lis|mus: der; - ; Formalismen a)
o. PI. übermäßige Fixiertheit auf die
Form b) Automatismus; etw. ohne in¬
nere Beteiligung, rein äußerlich Voll¬
zogenes
Forfma|list: der; -en; -en weibl. For|ma|-
lijstin —* Fo»jma|lia|tln: die; - ; -nen
Person, für die die Form, das For¬
male am wichtigsten ist
for)ma|IJ|stisch —» for|ma|li8|tlsch:
Adj. (hi) stark auf die Form bezogen
For|ma|li|tät: dato die; -; -en a) amtliche
Regel; behördliche Konvention b)
Äußerlichkeit »Das ist eine reine For¬
malität.«
for|mal|iu|rl|stisch —» for|mal|ju|ri8|-
tisch: Adj. n. stg. <Rechtsw.> dem Ge¬
setzestext nach
forjmal|recht|lich: Adj. n. stg. <Rechtsw.>
dem Gesetzes text nach
For|mat: dato das;-(e)s; -e 1 festgelegte
Höhe u. Breite »Welches Format hat
das Blatt?« 2 a) außergewöhnliche
Qualität »Dieser Roman hat Format.«
b) Charakterstärke »Dieser Mann hat
Format!«
For|ma|ti|on: dato /formazion/ die; ~ ;
-en 1 Reihe; bestimmte Anordnung 2
<Milit.> militärischer Verband, Trup¬
penteil 3 <Geologie> Anordnung von
Gesteinsschichten
For|ma|tifgns|flug: /formazionß-/ der;
-(ejs; Jlüge a) mehrere in einer be¬
stimmten Anordnung fliegende Flug¬
zeuge b) ähnlich verlaufender Flug
von zwei od. mehreren Raumfahrzeu¬
gen
For|ma|ti|gns|grup|pe: /formazionß-/
die; - ; -n <GeoI.> ähnliche Gesteins¬
schichten
For|ma|ti|gns|tanz: /formazionß-/ der;
-es; -tanze Tanz, bei dem acht Paare
gemeinsam in einer Reihe, Anord¬
nung tanzen
for|ma|tiv: dato /formatif/ Adj. n. stg.
gestaltend; die Gestaltung betreffend
foim|bar: Adj. n. stg. a) so beschaffen,
daß die Form veränderbar ist» Wachs
ist warm gut formbar.« b) veränder¬
bar; beeinflußbar »Menschliches Ver¬
halten ist formbar.«
fgrmjbe|stän|dig: Adj. u. stg. die Form
nicht verändernd od. verlierend
Form|blatt: das; -(e)s; -blätter Vor¬
druck, in den Daten u. Antworten
eingetragen werden müssen, Syn.:
[fremdsprl.] Formular
For|mel: dato die; - ; -n 1 Folge von
Symbolzeichen zur vereinfachenden
Benennung »Ich kann mir die mathe¬
matische Formel nicht merken.« 2 fest¬
stehende, unveränderliche Redewen¬
dung 3 <Sport> durch bestimmte
Merkmale unterschiedene Renr. va-
genklassen »Formel l-Rennen«
For|mel-1-Ren|nen: das; -s; - Autoren¬
nen in der schnellsten Motorwagen¬
disziplin
for|mel|haft: Adj. formelhafter; forme!-
~hafteste (Sprache; Formulierung) un¬
beweglich; starr; erstarrt
For|mel|haf|tig|keit die; - ; -en (Spra¬
che; Formulierung) Starrheit; Er-
starrtheit; Unbeweglichkeit
for|mell: dat.-fro Adj. 1 a) gesetzlichen
Bestimmungen entsprechend »Es
wurde ein formelles Verfahren
anberaumt.« b) sehr förmlich; unter
Beachtung der gesellschaftlichen Re¬
geln »Beim formellen Empfang wurden
alle Gäste namentlich vorgestellt.« 2 a)
nur der Form nach; nur äußerlich
»Formell gab man ihm zwar recht, ent¬
schied sich dann aber gegen ihn.« b) di¬
stanziert »Seine Begrüßung war sehr
formell u. kühl.«
Fgr|me(|samm|lung: die; - ; -en Aufli¬
stung der Gesetze u. Formeln eines
naturwissenschaftlichen Fachgebietes
For)mel)spra|che: die; - ; -n durch den
'Einsatz von Formeln geprägte (Fach-)
Sprache
For|me!|2ei|chen: das; -s; - chemisches,
physikalisches od. mathematisches
Symbol für Größen, Stoffe u. ihre
Verknüpfungen
foijmen: formst; formtest; hast geformt
1 etw. eine (andere) Gestalt geben
»Sie formte einen Zopf aus Hefeteig.«
2 etw. od. jmdn. prägend beeinflussen
forjmen, sich: formt sich; formte sich;
hat sich geformt sich bilden; in einen
Zustand mit klaren Formen überge¬
hen »Allmählich formten sich ihre un¬
terschiedlichen Eindrücke zu einem
klaren Bild.«
forjmen|reich: Adj. in vielen verschiede¬
nen Formen u. Gestalten vorkom¬
mend
For|men|reich|tum: der; -(e)s; -reichtü-
mer (PI. s.) Fülle der unterschiedli¬
chen Ausprägungsformen einer be¬
stimmten Art
Fgrm|feh|len der; -s; - 1 Verstoß gegen
gesellschaftliche Regeln »Er beging ei¬
nen Formfehler, als er zum Empfang
nicht im dunklen Anzug erschien.« 2
Nichtbeachtung der äußeren Form
»Der Brief ist sprachlich einwandfrei,
weist jedoch einige Formfehler auf.« 3
(Rechtsw.) Verstoß gegen Verfahrens¬
vorschriften 4 (Tierzucht) Abwei¬
chungen von der gewünschten Kör¬
perform
Form|fra|ge: die; - ; -n eine die äußere
Form, nicht den Inhalt betreffende
Angelegenheit
fom{ge|bend —» Form ge|bend: Adj.
n. stg. a) etw. eine äußere Gestalt ge¬
bend b) prägend; einem Inhalt eine
künstlerische Darstellungsform ver¬
leihend
Fgrm|ge[bung: die; - ; -en a) Gestaltung
der äußeren Erscheinungsform von
etw. b) eine dem Inhalt angemessene
Gestaltung von Kunstwerken
Form|ge|füM: das; -s; - gutes Gespür für
die ästhetische Wirkung von Kunst-
u. Gebrauchsgegenständen
form|ge|recht: Adj. n. stg. einer dem In¬
halt nach erwarteten od. erforderli¬
chen Form entsprechend
forjml|da|bel: dat.-fro Adj. formidabler;
formidabelste 1 [geh.] in seiner Form
od. seinem Können eindrucksvoll;
überwältigend 2 [veralt.] durch seine
394
Forstrecht
Erscheinung erschreckend, beängsti¬
gend
for|mie|ren: dat.-fr» formierst; formier¬
test; hast formiert 1 etw. dazu brin¬
gen, eine Ordnung anzunehmen »Die
voranschreitende Kapelle formierte
den langen Zug der Festgäste.« 2 in
eine bestimmte Ordnung bringen
»Der Anführer formierte die Gruppe.«
forjmjelren, sich: formiert sich; for¬
mierte sich; hat sich formiert 1 sich zu¬
sammenfinden; eine bestimmte Ord¬
nung annehmen »Tausende kleiner Fi¬
sche formieren sich zu einem großen
Schwarm.« 2 sich bestimmten Ziel¬
vorstellungen entsprechend ordnen
»Alle früheren Freunde formierten sich
geschlossen gegen ihn.«
Forjmje|rung: die; - ; -en 1 Anordnung
von etw. »Die Formierung der Wett¬
kampfteilnehmer durch die Veranstal¬
ter nahm viel Zeit in Anspruch.« 2 Ge¬
staltung unter Berücksichtigung be¬
stimmter Ziele »Die Formierung der
Bürgerrechtler zu einer geschlossenen
Gruppe gegen die Regierungsparteien
gelang nicht.«
Form|kri|se: die; - ; -n <Sport> Zeit
schlechter körperlicher Kondition u.
mangelhafter Leistungsfähigkeit ei¬
nes Sportlers
förmjlich: Adj. 1 den Vorschriften od.
Konventionen entsprechend »Der
Antrag muß förmlich gestellt werden.«
2 unpersönlich; kühl »Sie begrüßten
sich sehr förmlich.« 3 geradezu; buch¬
stäblich »Sie geriet förmlich außer sich
vor Freude.«
Fömn|lich|keit: die; - ; -en a) Verhalten,
das den gesellschaftlichen Nonnen
entspricht »Er trug seine Bitte in aller
Förmlichkeit vor.« b) etw., was ledig¬
lich einer äußeren, entleerten Form
genügt »Er erging sich in lauter Förm¬
lichkeiten.«
form|tos: Adj. n. stg. 1 ungeformt »Der
formlose Ton wurde zu einer Vase
gestaltet.« 2 a) Formvorschriften
nicht berücksichtigend »Die Anfrage
ist formlos zu stellen.« b) locker; sich
nicht streng an Regeln haltend »Am
Arbeitsplatz geht es sehr formlos zu.«
Foim|lo|sig|keit: die; - ; -en 1 Zustand
eines Stoffes ohne erkennbare äußere
Form »Formlosigkeit ist eine typische
Beschaffenheit von Gasen.« 2 a) unge¬
zwungenes; unkorrektes Benehmen
»Die Bewerberin fiel durch ihre Form¬
losigkeit unangenehm auf.« b) Unge-
staltetheit; mangelhafte Gestaltung
künstlerischer od. geistiger Werke
»Die Formlosigkeit machte den Vor¬
tragschwer verständlich.«
Fprm|sa|che: die; - ; -n Handlung, die
allein der äußeren Form genügt, in¬
haltlich keine Probleme aufwirft »Die
Paßkontrolle war eine reine Formsa¬
che.«
Form|sand: der; -(e)s; -e (PI. s.) beim
Metallgießen verwendeter Sand, der
je nach Metallart u. gewünschter
Form von unterschiedlicher Beschaf¬
fenheit ist
form|schön: Adj. wohlgeformt; durch
besonders gute Form auffallend
Form|schwan|kung: die; - ;-en (m. PI.)
<meist Sport) Schwankungen der Lei¬
stungsfähigkeit »Aufgrund seiner
Formschwankungen ist er kein zuver¬
lässiger Spieler.«
Form|stren|ge: die; ~ ; - strikte Beach¬
tung bestimmter Normen u. Regeln
hinsichtlich der Form von Kunst- u.
Gebrauchsgegenständen Wesentli¬
ches Prinzip der Bauhaus-Architektur
war ihre Formstrenge.«
Form|tief: das; -s; -s <Sport> Phase
schlechter Kondition u. Leistung
»Der Tennisspieler hat zur Zeit ein
Formtief.«
form[treu: Adj. formtreuer;
formtreu(e)ste gleichbleibend in der
Form; seine Form bewahrend
For|mu|lar: dato das; -(e)s; -e Form¬
blatt, dessen vorgedruckte Fragen u.
Aufforderungen beantwortet, befolgt
werden müssen »Er muß das Formular
für die Anmeldung ausfüllen.«
for|mu|l|e|ren: dat.-fro formulierst; for¬
muliertest; hast formuliert etw.
sprachlich ausdrücken; in Worte fas¬
sen »Er formulierte die Wahlrede für
den Kanzlerkandidaten.«
For|mu|l|e|rung: die; - ; -en a) Tätigkeit,
Vorgang, seinen Gedanken sprachli¬
chen Ausdruck zu verleihen »Die For¬
mulierung seiner Gedanken fiel ihm
schwer.« b) in Sprache ausgedrückter
Gedanke »Der Vortrag enthielt brilli-
ante Formulierungen.«
fgrm|vo!f|en|det: Adj. n. stg. in vollkom¬
mener Weise einer bestimmten Form
entsprechend »Der Turniertanz des
Siegerpaares war formvollendet.«
Forsch.: Abk. Forschung
forsch: dat.-fro Adj. forscher;
forschfejste a) tatkräftig »Er ist ein
forscher Kerl.« b) [abwert.] unbeküm¬
mert; derb; rücksichtslos »Ihre allzu
forsche Art machte ihr viele Feinde.«
foijschen: forschst; forschtest; hast
geforscht a) etw. in intensiver (wissen¬
schaftlicher) Arbeit untersuchen »Es
wird noch immer nach einem Medika¬
ment gegen AIDS geforscht.« b) inten¬
siv nach etw. od. jmdm. suchen »Sie
forschten nach ihren Freunden in der
alten Heimat.«
Forjscher: der; -s; • weibl. Foijsche|rin:
die; - ; -nen Person, die auf einem be¬
stimmten, meist wissenschaftlichen
Gebiet forscht »Albert Einstein ist ei¬
ner der berühmtesten Forscher des 20.
Jhds.«
Forschung: die; - ; -en 1 intensives,
planvolles Suchen nach etw. »Seine
Forschungen werden staatlich geför¬
dert.« 2 wissenschaftliche Untersu¬
chung »Jede medizinische Forschung
dient der Verbesserung der menschli¬
chen Gesundheit.« 3 Gesamtheit aller
wissenschaftlichen Forschungstätig¬
keit »Moderne Wirtschaft u. Gesell¬
schaft sind ohne Forschung nicht denk¬
bar.«
Fgr|schungs|auf|trag: der; -(e)s; -auf¬
träge Anordnung, eine bestimmte
Forschungstätigkeit durchzuführen
»Das Institut erhielt einen Forschmgs-
auftrag für die Entwicklung alternati¬
ver Energiegewinnungsprojekte.«
For|schungs|bei|trag: der; -(e)s; -bei-
träge Arbeit, die im Rahmen eines
größeren Forschungsvorhabens hilft,
das Projekt zu verwirklichen »Jeder
Mitarbeiter hat seinen Forschmgsbei-
trag zu leisten.«
Foijschungs|be|richt der; -(e)s; -e
schriftliche Zusammenfassung der
Methoden u. Ergebnisse einer For¬
schungstätigkeit
Fpr|schungs|ge|biet: das; -(e)s; -e be¬
stimmter, abgegrenzter Bereich, auf
dem Forschung betrieben wird »Sie
arbeitet auf dem Forschungsgebiet der
Biochemie.«
Fgijschungs|in|sti|tut —Fgr|-
schungs|ins|ti|tut: das; -(e)s; -e Ein¬
richtung zur Ausübung von For¬
schungstätigkeit
Foijschungs|irie|tho|de: die; - ; -n Vor¬
gehensweise bei einer wissenschaftli¬
chen Untersuchung
For|schungs|rich|tung: die; - ; -en von
mehreren Wissenschaftlern verfolgte
Richtung in einem Forschungsbe¬
reich
For|schungs|sa|tel|lit: der; -en; -en die
Erde umkreisender künstlicher
Raumflugkörper, der vorwiegend
wissenschaftlicher Forschung dient
»Der Forschungssatellit übermittelt
Informationen zur Großwetterlage in
Deutschland.«
For|schungs|schiff: das; -(e)s; -e
Schiff, das zur Erforschung von Ge¬
wässern u. den dort vorkommenden
Lebewesen dient
Forjschungs|se|me|ster —► For|-
schungs|se|mes|ter: das; -s; - Befrei¬
ung eines Hochschullehrers von Lehr¬
verpflichtungen für ein Semester zum
Zwecke wissenschaftlicher For¬
schungsarbeiten
Fgr)schungs|zen|trum —* Forj-
schungs|zen|t|rum: das; -s; -Zentren
Einrichtung, in der Forschung auf
verschiedenen Wissenschaftsgebieten
betrieben wird
Forst: der; -(e)s; -e(n) eingegrenztes
Waldgebiet, das wirtschaftlich ge¬
nutzt wird u. sich meist in staatlichem
Besitz befindet
Forst|amt: das; -(e)s; -ämter 1 unterste
Behörde der Forstverwaltung 2 Ge¬
bäude, in dem das Forstamt (1) unter¬
gebracht ist
Forst|be|zirk: der; -(e)s; -e Gebiet, für
das ein Forstamt zuständig ist
fpijsten —»• fors|ten: forstest; forste¬
test; hast geforstet Waldpflege sowie
Waldnutzung nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten betreiben
Förjster —> Förster: der; -s; ~ weibl.
Förjstejrin —*■ Förs|te|rin: die; - ;
-nen Forstbeamte(r), Angestellte^),
der/die für die Wild- u. Waldpflege
zuständig ist
Förjstejrei —» Förs|te|rief: die; - ; -en
Wohnung u. Büro eines Försters
forst|ge|recht: Adj. n. stg. den Anforde¬
rungen des Forstwesens entsprechend
Forst|haus: das; -es; -häuser Büro u.
Wohnhaus des Försters
Forst|rat: der; -(e)s; -räte [veralt.]
Forstbeamter im höheren Dienst;
Forstmeister
Forst|recht: das; -(e)s; - <Rechtsw.> Teil
des öffentlichen Rechts, der sämtliche
Gesetze u. Vorschriften umfaßt, die
Wald- u. Forstwirtschaft betreffen
395
Forstrevier
Forstjre|vier: das; -s; -e Unterbezirk ei-
~nes Forstamtes, der vom Revierför¬
ster betreut wird
Forstjschajden: der; -s; -schaden Schä¬
digungen des Waldes
Forstschädling: der; -(e)s; -e Organis¬
mus, der dem Wald sowohl biologi¬
schen wie wirtschaftlichen Schaden
zufügt »Die bei uns am häufigsten vor¬
kommenden Forstschädlinge sind Rau¬
pen.«
Forstung —* Fors|tungc die; - ; -en Be¬
wirtschaftung u. Pflege des Waldes
Forst|verjwal|tung: die; - ; -en alle Ein¬
richtungen, die mit der Erhaltung des
Waldes u. seiner wirtschaftlichen
Nutzung befaßt sind
Forstw.: Abk. Forstwirtschaft
Forstwirt: der; -(e)s; -e weibl. Forstj-
wirjtin: die; - ; -nen 1 studierte(r) hö-
here(r) Forstbeamte(r) 2 Besitzerin)
eines Waldes, der/die diesen wirt¬
schaftlich nutzt
Forstwirtschaft: die; - ; - Teil der
Landwirtschaft, der sich mit der Er¬
haltung u. Bewirtschaftung von Wäl¬
dern befaßt
Forst|wis|sen|schaft: die; - ; -en Wis¬
senschaft, die sich in biologischer,
wirtschaftlicher u. juristischer Hin¬
sicht mit dem Anbau, der Nutzung u.
dem Erhalt des Waldes beschäftigt
Forjsxjthie: /forsüzi' u. forsizie/ die; ~ ;
-n sehr früh im Jahr blühender
Strauch mit vielen, kleinen, gelben
Blüten
Fort: <lat.-fr.> /for/ das; -s; -s <Milit.> Fe¬
stung, die Einzelbauwerk od. Teil ei¬
ner größeren Anlage ist u. die der mi¬
litärischen Verteidigung dient
Fort.: Abk. Fortuna (meist als Name
von Sportvereinen)
fort: Adv. 1 von einem Ort weg, entfernt
sein »Er ist schon lange von Zuhause
fort.« 2 fort u. fort: immer weiter; un¬
unterbrochen »Sie suchten ihn fort u.
fort.« 3 in einem fort: ununter¬
brochen »Sie redete in einem fort.« 4
und so fort: und so weiter
foiWFort-: Wortbildungselement; trenn¬
bar bei Verben; untrennbar bei No¬
men; hat verschiedene Bedeutungen
mit Wirkung auf das ganze zusammen¬
gesetzte Wort 1 a) entfernt sein »fort¬
bleiben ♦ Fortsein« b) sich entfernen
»fortfuhren ♦ fortkommen ♦ Fortgang«
2 weitermachen; nicht auf hören »fort¬
setzen • fortfuhren ♦ Fortsetzung« 3
vorangehen, sich dem Ziel nähern
»fortkommen ♦ Fortschritt« 4 verlo¬
rengehen »fortkommen« 5 sich aus¬
breiten, sich vermehren »(sich) fort¬
pflanzen«
fortab: Adv. [geh.] von nun an
fort an: Adv. [geh.] von jetzt ab
fort bejgefben: begiebst dich fort; bega-
b(e)st dich fort; hast dich fortbegeben
[geh.] sich zu einem anderen Ort hin¬
bewegen, begeben
Fort|be|stand: der; -(e)*; - das Weiter¬
bestehen; Weiterexistieren
fgrt|be[we|gen:'ö'äH>cgrr fort; bewegtest
fort; hast fortbewegt etw. an einen an¬
deren Ort transportieren »Sie brauch¬
ten einen Kran, um die schwere Last
fortzubewegen.«
fprt|be|we|gen, sich: bewegst dich fort;
bewegtest dich fort; hast dich fortbe¬
wegt sich von einem Ort zu einem an¬
deren begeben »Das Kind bewegte sich
auf allen Vierenfort.«
Fort|be]wejgung: die; - ; -en das Gelan¬
gen von jmdm., einem Tier von einem
Ort an einen anderen »Viele Lebewe¬
sen verfügen über mehrere Arten der
Fortbewegung: Enten können z. B. so¬
wohlfliegen als auch laufen u. auf dem
Wasser schwimmen.«
fgrt|bil|den: bildest fort; bildetest fort;
hast fortgebildet jmds. Bildung, jmds.
geistige od. körperliche Fähigkeiten
erweitern »Er bildet Lehrlinge im Be¬
trieb fort.«
fortjbil|den, sich: bildest dich fort; bilde¬
test dich fort; hast dich fortgebildet
weiterlemen; die eigenen Fähigkeiten
vervollkommnen »Er bildet sich in ei¬
nem Abendkurs über Informatik fort.«
Fort|bil|dung: die; • ; - Weiterentwick¬
lung, insbesondere von beruflich
wichtigen Fähigkeiten u. Kenntnis¬
sen
fort|bla|sen: bläst fort; blies (es) t fort;
hast fortgeblasen 1 etw. wegpusten
»Der Wind blies die Blätter fort.« 2
wie fortgeblasen: spurlos verschwun¬
den »Die Schmerzen sind wie fortge¬
blasen.«
fgrt[blei|ben: bleibst' fort; blieb(e)st
fort; bist fortgeblieben ausbleiben;
nicht zurückkehren »Da er kein Geld
für die Zugfahrt hat, wird er dieses
Wochenende wohlfortbleiben.«
fgrt|brin|gen: bringst fort; brachtest
fort; hast fortgebracht etw. od. jrndn.
wegbringen; etw. od. jmdn. an einen
anderen Ort schaffen
Fortjdau|er: die; - ; - das Andauem,
Weiterbestehen von etw. »Bei Fort¬
dauer des Regens könnte es eine Über¬
schwemmung geben.«
fgrtfdau|ern: dauert fort; dauerte fort;
hat fortgedauert [geh.] andauem; sich
über einen längeren Zeitraum erstrek-
ken »Wenn die Schmerzen bis morgen
fortdauern, mußt du zum Arzt gehen.«
fort|drän|gen: drängst fort; drängtest
fort; hast fortgedrängt jmdn. od. etw.
gegen seinen Willen von einer Stelle
wegschieben »Die Demonstranten
wurden von der Polizeifortgedrängt.«
fgrjte: Adv. <Musik> schnell (gespielt)
fort|ei)len: eilst fort; eiltestfort; bist fort¬
geeilt a) sich schnell von einem Ort
wegbewegen »Kaum angekommen
eilte der Läufer schon wieder fort.« b)
eine Bewegung ständig fortsetzen
fort|ent|wickeln (fort|ent|wik|keln —»
fprt)ent|wi]ckeln): entwickelst fort;
entwickeltest fort; hast fortentwickelt
etw. Begonnenes auf ein Ziel hin vor¬
anbewegen »Der Chef hat das Kon¬
zept seines Mitarbeiters fortentwik-
kelt.«
fort|ent|wickeln (fort|ent|wik|keln —»
fgrtjent|wi|ckeln), sich: entwickelst
dich fort; entwickeltest dich fort; hast
dich fortentwickelt sich weiterbilden;
seine Fähigkeiten od. seinen Charak¬
ter vervollkommnen
Fort|ent|wick|lung: die; - ; - fortge¬
setzte, voranschreitende Entwicklung
For[te|piaJno —»• Forjte|pi|a|no: tlat.-iu
das; -s; -s 1 <Musik> unmittelbarer
Wechsel von lauter u. leiser Klang¬
stärke 2 Klavier
fortjfah|ren: fährst fort; fuhr(e)st fort;
bist fortgefahren 1 (sich) fahrend wo¬
anders hinbegeben »Wir fahren mor¬
gen mit der Bahn fort.« 2 eine begon¬
nene Tätigkeit weiter ausüben »Nach
großem Applaus fuhr er mit seinem
Vortragfort.«
fort|fal|len: fällt fort; fielfort; istfortge-
~fallen entfallen; nicht zur Wirkung
kommen »Leider mußte der letzte
Punkt der Tagesordnung fortfallen.«
fort|flat|tern: flattert fort; flatterte fort;
ist fortgeflattert a) <Tier> schnell mit
den Flügeln schlagend an einen ande¬
ren Ort fliegen »Erschreckt flatterte
die Taube fort.« b) weggeblasen wer¬
den »Als die Windböe aufkam, flatter¬
ten alle Zeitungen fort.«
fort|flie|gen: fliegst fort; flog(e)st fort;
bist fortgeflogen von einem Ort weg¬
fliegen »Viele Vögel fliegen im Herbst
fort.«
fort|fiih|ren: führst fort; führtest fort;
hast fortgeführt 1 etw. Begonnenes
weiterbetreiben; weitermachen »Sie
führte die Arbeit des Vorgängers fort.«
2 an einen anderen Ort bringen »Der
Vater führt die Kinder von der Klippe
fort.«
Fprt|füh|rung: die; - ; -en 1 das Weiter¬
machen; Fortsetzung 2 das Wegfüh¬
ren von einem Ort
Fortgang: der; -(e)s; -1 das Sichentfer-
nen von einem Ort; das Weggehen
»Alle Freunde bedauerten seinen Fort¬
gang aus der Heimat.« 2 das Fortset¬
zen eines begonnenen Geschehens
»Vom Fortgang des Vermittlungsge¬
spräches versprach man sich eine Lö¬
sung des Problems.«
fort|ge|ben: gibst fort; gab(e)st fort;
hast fortgegeben etw. abgeben; wegge¬
ben »Er gab die Altkleiderfort.«
fprt]ge|hen: gehst fort; ging(e)st fort;
bist fortgegangen 1 an einen anderen
Ort gehen; etw. od. jmdn. verlassen 2
weitergehen; fortdauern »Die Streite¬
reien können nicht länger so fortge¬
hen.«
fprt|ge|schrit|ten: Ad), a) in bezug auf
ein Ziel ein Stück vorangekommen
»Für diesen Job sind fortgeschrittene
Computerkenntnisse erforderlich.« b)
innerhalb eines Zeitraumes einen spä¬
teren Punkt erreicht haben »Er er¬
reichte seine Wohnung erst zu fortge¬
schrittener Stunde.«
Fort|ge|schrft|te|nen|kurs: der; -es; -e
Unterrichtsreihe, Kurs, die/der be¬
stimmte Vorkenntnisse od. Fertigkei¬
ten voraussetzt
fortfge|setzt: Ad), n. stg. andauernd;
sich mehrfach wiederholend
fgrt|grau[len: graulst fort; graultest fort;
hast fortgegrault vertreiben; [ugs.]
wegekeln »Mil deiner Unfreundlich¬
keitgraulst du alle fort.«
fort|hin: Adv. [veralt.] künftig; von nun
ab
For[tis|si|mo: <lat.-it.> das; -s; -s <Musik>
sehr laute Tonstärke
fort|ia|gen: jagst fort; jagtest fort; hast
fortgejagt jmdn. od. etw. unsanft da¬
zu bringen, den derzeitigen Aufent¬
haltsort zu verlassen »Im Nu hatte der
Hund alle Katzen fortgejagt.«
Fort|kom|men: das; -s; -1 a) das Voran¬
bewegen »Staus behinderten unser
396
fortwährend
Fortkommen auf der Autobahn.« b)
das Wegbewegen; das Entkommen
»Aus dieser Wildnis gibt es kein Fort¬
kommen.« 2 a) das Vorankommen in
der Ausbildung, im Beruf »Die Eltern
verfolgten mit Interesse das Fortkom¬
men ihres Sohnes.« b) [veralt.] Lebens¬
unterhalt »Viele Menschen haben
nicht das Nötigste zum Fortkommen.«
fort)kom|men: kommst fort; kam(e)st
fort; bist fortgekommen 1 a) von ei¬
nem Ort Weggehen; sich entfernen b)
verlorengehen »Mir ist meine Geld¬
börse fortgekommen.« c) weggeschafft
werden »Nach seinem Tod kamen alle
seine Möbel fort.« 2 auf seinem Weg
weitergehen; vorankommen »Im dick¬
ten Schneetreiben konnte keines der
Autosfortkommen.« 3 erfolgreich sein
»In letzter Zeit ist er mit seinem Stu¬
dium nicht recht fortgekommen.«
fort|kön|nen: kannst fort; konntest fort;
hast fortgekonnt in der Lage sein, sich
an einen anderen Ort zu begeben
»Leider können wir heute abend nicht
fort.«
fortjkrie|gen: kriegst fort; kriegtest fort;
hast fortgekriegt [ugs.] wegschaffen;
beseitigen »Ich kriege den Fleck nicht
fort.«
fort|lasjsen: läßt fort; ließ (es) tfort; hast
fortgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— 1 etw. unberücksich¬
tigt lassen »Aus Zeitmangel mußte er
Teile seiner Rede forllassen.« 2 jtndn.
od. etw. sich entfernen lassen »Sie
wollte uns gar nicht wieder fortlassen,«
Fort|)as|sung: die; -; - a) das Weglassen
»Nach Fortlassung aller unwichtigen
Erklärungen wurde es ein interessanter
Bericht.« b) etw. Weggeiassenes
fort|iau|fen: läufst fort; lief (e)st fort;
bist fortgelaufen 1 von einem Ort weg
zu einem anderen laufen »Der Hund
ist plötzlich fortgelaufen.« 2 kontinu¬
ierlich weitergehen; nicht aufhören
»Wir werden Sie fortlaufend informie¬
ren.«
fort|lau|fend: Adj. n. stg. ununterbro¬
chen aufeinanderfolgend
fortjle|gen: legst fort; legtest fort; hast
fortgelegt an eine andere Stelle legen;
etw. nicht (in der Hand) behalten »Sie
legte die Zeitung fort.«
fort)locken (fort|lok|ken —> fort|lo|-
cken): lockst fort; locktest fort; hast
fortgelockt jmdn. od. etw. auf freund¬
liche od. raffinierte Weise dazu brin¬
gen, einen Ort zu verlassen; an einen
anderen Ort locken
fort|ma|chen: machst fort; machtest
fort; hast) bist fortgemacht 1 (ugs.] den
Aufenthaltsort wechseln »Nach dem
Krieg haben/sind sie nach Amerika
fortgemacht.« 2 hast fortsetzen; wei¬
termachen »So kannst du nicht fort¬
machen.«
fort|ma|chen, sich: machst dich fort;
machtest dich fort; hast dich fortge¬
macht [ugs.] 1 sich unbemerkt od.
schnell an einen anderen Ort begeben
»Er hat sich heimlich fortgemacht.« 2
Mach dich fort!: Verschwinde!
fortjneh|men: nimmst fort; nahm(e)st
fort; hast fortgenommen 1 beseitigen;
entfernen »Sie nahm die Gläser fort.«
2 jmdm. etw. wegnehmen
fort)pflan|zen, sich; pflanzt sich fort;
pflanzte sich fort; hat sich
fortgepflanzt 1 a) Nachkommen zeu¬
gen bj für das Fortbestehen des Ge¬
schlechts, der Art sorgen 2 sich aus¬
dehnen »Der Schall pflanzt sich fort.«
Fortjpflan|zung: die; - ; - 1 Zeugung,
Schaffung von Nachkommen 2 Aus¬
dehnung, Ausbreitung »Die Fort¬
pflanzung der Schallwellen findet mit
unglaublicher Geschwindigkeit statt.«
Fort|pflanjzungs|or(gan: das; -(e)s; -e
<Bio.> für die Fortpflanzung notwen¬
diges u. genutztes Organ
Fort|pflan|zungs|trieb: der; -(e)s; -e
<Bio.> der Erhaltung der eigenen Art
u. der sexuellen Befriedigung dienen¬
der Geschlechtstrieb
fgrt|räu|men: räumst fort; räumtest fort;
hast fortgeräumt beiseite schaffen; an
einen anderen Ort schaffen »Er
räumte die Kleidung, die ihm nicht
mehr paßte, fort.«
fort|rei|sen: reist fort; reistest fort; bist
fortgereist abreisen; an einen anderen
Ort reisen; sich an einen anderen Ort
begeben
fort|rei|8en: reißt fort; rissest fort; hast
fortgerissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— 1 a) gewaltsam
wegnehmen »Er reißt ihr die Handta¬
sche fort.« b) durch einen Luft- od.
Wasserstrom gewaltsam an einen an¬
deren Ort transportieren »Der stark
angeschwollene Strom riß alles mit
sich fort.« 2 durch Einwirkung von
etw. stark beeindrucken, begeistern
»Die schwungvolle Musik riß die Zu¬
hörerfort.«
Forts.: Abk. Fortsetzung
Fortjsatz: der; -es; -sätze Verlänge¬
rungsstück, gleichartige Ergänzung,
Fortsetzung das von Lebewesen od.
einzelnen Organen gebildet wird »Der
Blinddarm ist ein Fortsatz des Darm¬
es.«
fort|schaf|fen: schaffst fort; schafftest
fort; hast fortgeschafft weg-, abtrans¬
portieren »Vor dem Umzug schaffte
sie die alten Schallplatten fort.«
fort|scheu|chen: scheuchst fort;
scheuchtest fort; hast fortgescheucht
[ugs.] wegjagen; wegtreiben »Die Kin¬
der scheuchten die Tauben vom Platz
fort.«
fort|schicken (fort|schik|ken - ♦ fort|-
~schi|cken): schickst fort; schicktest
fort; hast fortgeschickt a) jmdn. auf-
fordera zu gehen »Sie schickten die
Kmder fort.« b) etw. befördern lassen
»Morgen schickt er das Paket fort.«
fort|schlei|chen: schleichst fort; schli-
ch(e)st fort; bist fortgeschlichen a)
langsam u. heimlich Weggehen bj
<Tien wegkriechen
fort|schleichen, sich: schleichst dich
fort; schlich (e)st dich fort; hast dich
fortgeschlichen sich leise u. möglichst
unbemerkt entfernen
fort|schrei|ten: schreitest fort; schrit-
t(e)st fort; bist fortgeschritten 1 sich
in einer eingeschlagenen Richtung
weiterbewegen »Er schritt auf dem
schmalen Wanderweg fort.« 2 <übertr.>
sich schrittweise auf ein angestrebtes
Ziel zubewegen »Das Forschungspro¬
jekt schritt schnell fort.«
Fortischritt: der; -(e)s; -e das Vorange¬
hen; Vorwärtsentwicklung (haupt¬
sächlich in gesellschaftlichen, techno¬
logischen u. wissenschaftlichen Berei¬
chen) »Ihr Sohn macht große Fort¬
schritte im Französischunterricht.«
fort|schrittjlich: Adj. a) den Fortschritt
vorantreibend; den Fortschritt dar¬
stellend »Er ist ein fortschrittlicher
Politiker.« b) im Sinne des Fort¬
schritts »Das ist eine fortschrittliche
Entwicklung.«
Fort|schritt|Uch|keib die; - ; - das Fort¬
schrittlichsein, Syn.: [fremdsprl.] Pro¬
gressivität _
Fort|schritts|glau|be: der; -ns; - Über-
"zeugung, daß der Fortschritt eine po¬
sitive Wirkung hat
fort|schwem|men: schwemmt fort;
schwemmte fort; hat fortgeschwemmt
mit viel Wasser wegspülen »Der rei¬
ßende Strom schwemmte ganze Bäume
fort.«
fortjsehjnen, sich: sehnst dich fort; sehn¬
test dich fort; hast dich fortgesehnt
sich an einen anderen Ort wünschen
fort|set|zen: setzt fort; setztest fort; hast
fortgesetzt (nach einer Pause) weiter¬
machen; mit etw. fortfahren »Wir set¬
zen die Wanderung fort.«
fgrt|set|zen, sich: setzt sich fort; setzte
sich fort; hat sich fortgesetzt sich aus¬
weiten »Ein Gerücht setzt sich fort.«
Fort|set|zung: die; - ; -en 1 das Weiter¬
bestehen; das Weitermachen »Wir
müssen an die Fortsetzung der Arbeit
denken.« 2 etw., was an Vorhergehen¬
des anschließt »Die Fortsetzung der
Geschichte lesen Sie auf Seite S.«
Fprt|set|zungs|ro|man: der; -(e)s; -e
<Literaturwiss.> Roman, der in fort¬
laufenden Teilabschnitten (in Zeit¬
schriften o. ä.) erscheint
fort|steh|len, sich: stiehlst dich fort;
stahl(e)st dich fort; hast dich fortge¬
stohlen sich unauffällig von einem Ort
entfernen »Im Schutze der Dunkelheit
konnte er sich leicht fortstehlen.«
fort|stre)ben: strebst fort; strebtest fort;
hast fortgestrebt sich bemühen, sich
wünschen, von einem Ort an einen
anderen zu gelangen
fort|tra(gen: trägst fort; trug(e)st fort;
hast fortgetragen wegtransportieren;
an einen anderen Ort bringen
fortltreilben: treibst fort; trieb(e)st fort;
hast fortgetrieben 1 jmdm. od. etw.
gegen dessen Willen mit Gewalt von
einem Ort wegschicken »Sie trieben
ihn aus seinem Haus fort.« 2 etw. vor¬
an- od. wegtreiben »Die Flut trieb das
Schiff fort.« 3 eine Handlung, ein
Verhalten fortsetzen »Er trieb seinen
Schabernack immerfort.« Abist durch
eine Strömung o. ä. an einen anderen
Ort transportiert werden
Foijtu|na: <lat.> die; ~ ; - a) <Re)igion;
Mythologie) römische Glücksgöttin
b) Fortuna war jmdm. hold; Fortuna
verwöhnt jmdn.: jmd. ist erfolgreich,
hat Glück
Forftune/For(tüIne: <fr.> /fortün(e)/ die;
-; - Glück; Erfolg _
fort(wäh(ren: währt fort; währte fort;
hat fortgewährt weiterbestehen; an¬
dauern
fort(wäh|rend: Adj. n. stg. beständig;
dauerhaft; ununterbrochen
397
fortwälzen
fortjwäl|zen: wälzt fort; wälztest fort;
hast fortgewäkt langsam drehend
fortbewegen; fortrollen
fort)we|hen: weht fort; wehte fort; hat
fortgeweht wegblasen; durch einen
starken Luftstrom wegtreiben
fort|wer|fen: wirfst fort; warf/ e)st fort;
hast fortgeworfen a) durch einen Wurf
an einen anderen Ort befördern b)
sich einer Sache entledigen »Werft
Papier u. Dosen nicht einfach fort.«
fort|wün|schen: wünschst fort; wünsch¬
test fort; hast fortgewünscht an einen
anderen Ort wünschen »Sie wünschte
ihn ans andere Ende der Welt.«
fort|wün|schen, sich: wünschst dich
fort; wünschtest dich fort; hast dich
fortgewünscht sich wünschen, an ei¬
nen anderen Ort zu sein »Oft habe ich
mich aus diesem Lande fortgewünscht
u. blieb doch immer hier.«
fort|zah|fen: zahlst fort; zahltest fort;
hast fortgezahlt wie bisher so auch in
Zukunft zahlen
Fort|zahjlung: die; - ; -en Zahlung, die
auch in der Zukunft weiter erfolgt
»Über die Fortzahlung der Löhne im
Krankheitsfall gab es lange Diskussio¬
nen.«
fort|zie|hen: ziehst fort; zog(e)st fort;
hast/bist fortgezogen 1 bist sich an ei¬
nen anderen Ort begeben »Er zog aus
der Heimat fort in ein fremdes Land.«
2 hast etw. od. jmdn. ziehend an einen
anderen Ort befördern »Er zog ihn
vom Abgrundfort.«
Fo|rum: dato das; -s; Foren u. Fora t
düst.) altrömischer Marktplatz 2 Ge¬
richtsort 3 Erörterung in der Öffent¬
lichkeit 4 Gruppe von Spezialisten
Fo|rums|dis|kus|si|on: die; - ; -en öf¬
fentliche Diskussion
Fo|rums|ge|spräch: das; -fe)s; -e öf¬
fentliches Gespräch
FOS: Abk. Fachoberschule
Fos[ail: dato das; -s; Fossilien jfossilienj
Versteinerung von Tieren u. Pflanzen
aus urgeschichtlicher Zeit
fos|sil: dato Adj. n. stg. aus früher erd¬
geschichtlicher Zeit stammend; ver¬
steinerte, Tiere, Pflanzen enthaltend
fö|tal/fe|tal: dato Adj. n. stg. <Med.> den
Fötus/Fetus betreffend, ihm zuzuord¬
nen
Fojto/Phpjto: Kurzw. <gro /foto/ das; -s;
-s Fotografie/Photographie = Bild,
das mit einer Kamera aufgenommen
wurde »ein Foto schießen, machen«
Fp|to|al|burn/Php)to|al|bum: das; -s; -al¬
ben u. [ugs.] -s Buch, in dem Fotos
aufbewahrt werden
Fo|to|ap|pa|rat/Phpjt0|ap|pa|rat: der;
-(e)s; -e Gerät zum Fotografieren;
Kamera
Fofto|ar|chiv/PhpJto|ar|chiv: das; -(e)s;
-e Ort, an dem Fotografien katalogi¬
siert u. verwahrt werden
Fg]to|arjti|kel/Pho|to|aijti|kel: der; -s; ~
1 etw., was man zum Fotografieren
braucht 2 gedrucktes journalistisches
Erzeugnis mit Text u. Bildern
Fo]to|ate|lier/Phgfto|ate|lier —» Fojto)-
a|te|lier/Php|to|a|te|lier: das; -s; -s Ar¬
beitsplatz eines (Portrait-)Fotogra-
phen
fofto|che|misch/pho|to|che|rnisch: /fo¬
to-/ Adj. n. stg. (Chemie) das Spezial¬
gebiet der Chemie betreffend, das sich
mit den Reaktionen beschäftigt, die
durch Lichteinfall ausgelöst werden,
ihm zuzuordnen
—» Fo)toje|lek|t|ri|zi|tät: s. Photoelektri¬
zität
—> Fojto)e|lek|tjron: s. Photoelektron
fofto|gen/pho|to|gen: Adj. auf Fotos
gut wirkend »ein fotogenes Mädchen«
Fo|to]graf/Pho|to|graph: der; -en; -en
weibC Fofto|gra|fln/Pho|to|grajphin:
die; -; -nen Person, die (berufsmäßig)
fotografiert
Fo(to|gra(fie/Pho(to|gra(phie: die; - ; -n
/fotografpn/ 1 a) Bild, das mit einer
Kamera aufgenommen wurde b) o.
PL Prozeß des Fotografierens c) o. PI.
Gesamtheit der Techniken, mit denen
Bilder fotographisch festgehalten
werden
fo|to|gra|fie|ren/photto|gra{phie|ren: fo¬
tografierst/ photographierst; fotogra-
fiertest/photographiertest; hast foto¬
grafiert/photographiert a) mit Hilfe ei¬
ner Kamera Bilder, Fotos machen b)
jmdn. od. etw. mit Hilfe einer Kame¬
ra festhalten
fo(to|graffisch/phojto|grajphisch: Adj.
n. stg. (wie) mit einem Fotoapparat
gemacht
Fojto|gra|vii|re/Phpjto(gra|vü|re: s. Pho¬
togravüre
die; - ; - Unternehmen u. Betriebe,
die Produkte herstellen, die für das
Fotografieren notwendig sind
Fo|to|ko|pie/Pho|tolko|pie: die; - ; -n
mit einem entsprechendem Gerät fo¬
tografisch hergestellle Reproduktion
einer Seite Syn.: Ablichtung
fo|to|ko|ple|ren/pho|to|ko|pie|ren: foto¬
kopierst/photokopierst; fotokopier-
test/photokopiertest; hast fotokopiert/
photokopiert ein Schriftstück o. ä. fo¬
tografisch vervielfachen
Fo|to|ko|pie|rer/Pho|to|ko|p|e|rer. der;
-s; - kurz für Fotokopiergerät
Fo|tofla]bor/Pho|to|la|bor: das; -s; -e
verdunkelbarer Raum, Arbeitsplatz
zur Herstellung von Fotografien
Fp|to|ma|te|ri|al/Php|to|ma|te|ri|ak das;
-s; -ien alles, was beim Fotografieren
verwendet wird
—* Fo|to|me|t|rie: s. Photometrie
—» fo|to|me|t|risch: s. photometrisch
Fgjto|mo(dell/Phgjto|mo(detl: das; -s; -e
Person, von der berufsmäßig Werbe¬
fotos o. ä. gemacht werden
Fo|to|mon|tajge/Phoito|mon|ta|ge: die;
- ; -n a) Bild, das durch die Fotomon¬
tagetechnik entstanden ist b) Zusam¬
menstellung verschiedener Bildaus¬
schnitte zu einem neuen Ganzen
—» Fojton: s. Photon
Fo|to|pa|pier/Pho|to|pa|pier: das; -(e)s;
- beschichtetes, lichtempfindliches
Papier für die labormäßige Herstel¬
lung von Fotografien
Fp)to|rea|list/Phpjto|rea|list —» Fo|to|-
reja|lisfc der; -en; -en weibl. Fo)to|reaj-
li(stin/Php)to|rea)li)stin —> Fojto|re|-
a|lis|tin/Php|tolre|a|lis|tin: die; ~; -nen
Künstler(in), der/die Bilder nach Fo¬
tografien mailt
Fp|tojre|por|ter/Pho|tojre|porjter. der;
-s; - weibl. Fojto|re|porjte|rin/Phg)-
to|re|poijte|rin: die; - ; -nen Reporte¬
rin), der/die Fotos für Zeitungen o.
ä. macht
Fojto|satz/Phofto(satz: <gr.; dt» der;
-es; -sätze (Druckw.) Lichsatz
fo|to|trpp/pho(to|trgp: <gr.> Adj. n. stg. 1
(Physik; Brille) sich in der Tönungsin¬
tensität nach dem Lichteinfall aus¬
richtend 2 (Bio.) sich nach dem Licht
ausrichtend
Fojto|tro|pis|mus/Pho|to|tro|pis(mus:
(gr.> der; - ; - (Bio.) durch regelmäßige
Lichteinwirkung von einer Seite ver¬
ursachter Wechsel der Wachstum¬
sausrichtung in Richtung des Lichts
Fo)to|zeit|schrift/Phojto|zeitjschrift:
die; ~ ; -en Fachzeitschrift für Foto¬
grafen, für das Fotografieren
—»• Fojto|zel|le: s. Photozelle
—»■ Fo|to|zin|ko|gra]fie: s. Photozinko¬
graphie
Fö|tus/Fe(tus: dat.> der; ~ u. -ses; -se u.
Föten (Med.) ungeborenes Kind vom
dritten (Schwangerschafts-)M onat an
Fot|ze: die; ~ ; -n [derb] 1 weibliche
Scheide; Vagina 2 [derb; beleidigend]
Schimpfwort für eine Frau 3 [bayr.;
österr; derb] a) Mund b) Ohrfeige
fot|zen: fotzt; fotztest; hast gefotzt
(bayr.; österr.; derb] (eine) Ohrfei-
ge(n) austeilen
Foul: <engl» /faul/ das; -s; -s (Sport) Re¬
gelverstoß; Unfairneß gegenüber dem
Gegner » Wegen dieses Fouls bekam er
die rote Karte u. mußte den Platz ver¬
lassen.«
Foullelflmetter. /faul-/ der; -s; - (Fu߬
ball) Strafstoß, der dem gefoulten
Gegner nach einem Foulspiel im 16-
m-Raum zugesprochen wird
foujlen: <engh /faulen/ foulst; foultest;
käst gefoult (Sport) nicht den Regeln
entsprechend spielen; den Gegner
durch unfaires Spiel benachteiligen
Fpx|ter]rien (engl.) /fokß-/ der; -s; -
(Zooi.) weiß-schwarzgefleckter, klei¬
ner, rauhhaariger, bei der Fuchs- u.
Dachsjagd eingesetzter englischer
Jagdhund
Fpxjtrott: <engl.-amerik> /fokfltrott/
der; -(e)s; -e u. -s Gesellschaftstanz
im Viervierteltakt
Foy|er dat.-fr.> /foje/ das; -s; -s Ein¬
gangs- od. Vorhalle in öffentlichen u.
großen, repräsentativen Gebäuden,
besonders im Theater u. in der Oper
Fpl.: Abk. 1 Fahrplan 2 Flugplan
FR: Abk. 1 Familienrecht 2 (Post) Fem-
tnelderechnung 3 (Titel) a) Finanzrat,
-rätin b) Forstrat, -rätin 4 (Kernkraft¬
werkstechnik) Forschungsreaktor 5
Frankfurter Rundschau (eine
Tageszeitung) 6 Finanz-Rundschau
(eine steuerrechtliche Fachzeitschrift)
Fr: Abk. 1 <lat.> frater = Bruder (im
Sinne Kloster-, Ordensbruder) 2 Frau
3 Freitag 4 Frist 5 Frühstück
fr: Abk. 1 franco = frei; ohne Porto 2
französisch 3 frei 4 freitags 5 frisch 6
früh
Fracht: die; - ; -en 1 Güter, Gegenstän¬
de, die transportiert werden (sollen)
Die Fracht wird im Hafen verladen.« 2
Entgelt, das für den Transport von
Gütern bezahlt werden muß
Frach|t)bahn|hof: der; -(e)s; -bahnhöfe
Bahnhof für Güterzüge, auf dem
Frachtgüter verladen werden
398
Fraktionsvorstand
Frachtbrief: der; -(ejs; -e Formular,
das mit allen wesentlichen, die Beför¬
derungen betreffenden Angaben aus¬
gefüllt werden muß
Frachter, der; -s; ~ Schiff, mit dem Gü¬
ter transportiert werden
Fracht)flug|zeug: das; -(e)s; -e Flug¬
zeug, das zum Transport von Gütern
bestimmt ist
frachtfrei: Adj. n. stg. Beförderung von
Gütern) für den Empfänger kostenlos
Fracht{füh|rer: der; -s; - weibl. Fracht)-
füh|re|rin: die; - ; -nett Person, die ein
Frachtuntemehmen betreibt
Frachtgut: das; -(e)s; -guter Gesamt¬
heit der zu befördernden Transport¬
güter
Fracht)ko|sten —* Fracht|kos|ten: die
JPl.) Kosten für die Beförderung von
Gütern
Frachtpa|pier: das; -(e)s; -e Doku¬
ment, das die für eine Fracht notwen¬
digen Informationen enthält
Fracht|raum: der; -(ejs; - Laderaum im
T ransportfahrzeug
Frachtstück: das; -(e)s; -e zu beför¬
dernder Frachtgegenstand
Fracht|ver|kehr: der; -(e)s; - Beförde¬
rung der Fracht durch unterschiedli¬
che Transportmittel
Fracht|ver|trag: der; -(e)s; -vertrage
rechtsgültige Vereinbarung über die
Bedingungen der Verfrachtung von
Gütern
Frack: der; -(e)s; Fräcke Gesellschafts¬
anzug mit langem Rückenteil, der
ausschließlich zu sehr festlichen An¬
lässen getragen wird
Fra]ge: die; - ; -n t Erkundigung nach
etw.; Äußerung, die eine Antwort ver¬
langt; Versuch, etw. zu erfahren, was
man nicht (genau) weiß 2 Angelegen¬
heit, die noch erörtert werden muß;
Problem; noch zu besprechendes The¬
ma 3 a) das ist die große Frage: das
ist noch nicht sicher »Wann ich mit
dem Haitsbau anfangen kann? Das ist
die große Frage.« b) das ist (noch
sehr) die Frage: das ist (noch sehr)
ungewiß; das ist noch nicht entschie¬
den »Ob ich nach dem Studium eine
Stelle bekomme, das ist noch sehr die
Frage.« 4 (das ist) gar keine Frage:
bestimmt; sicher 5 etw. in Frage stei¬
len —* auch etw. infrage stellen: 1.
an etw. zweifeln; Bedenken gegen
etw. anmelden 2. etw. die Sicherheit
nehmen; etw. gefährden 6 was für
eine Fraget: natürlich, selbstver¬
ständlich »Ob ich komme? Was für
eine Frage!« 7 außer Frage stehen,
sein: ganz sicher, gewiß sein »Ich
komme, das steht doch außer Frage!« 8
eine bescheidene Frage: [ugs.; oft
iron.] Ausdruck des Ungehaltenseins;
Floskel zur Einleitung einer kriti¬
schen, skeptischen Frage »Eine be¬
scheidene Frage: Komme ich heute
noch mal dran?« 9 nur eine Frage der
Zeit sein: etw. wird mit Sicherheit in
Zukunft geschehen; etw. wird ohne
eigenes Zutun eintreten »Meine Be¬
förderung ist nur eine Frage der Zeit.«
10 ohne Frage: es gibt keine Zweifel
»Das geht in Ordnung, ohne Frage.«
11 (für jmdn., etw.) in Frage kommen
—♦ auch infrage kommen: für geeig¬
net gehalten werden; möglich sein
»Würde dieses Kleid für Sie in Frage
kommen?«
Fra|ge|bo|gen: der; -s; -bögen Fragen
enthaltende Liste
Fra|ge|für)wort: das; -(e)s; -Wörter
(Sprachwiss.) Fragewort, das einen
Fragesatz einleitet, Syn.: [fremdsprl.]
Interrogativpronomen
frajgen: fragst; fragtest; hast gefragt 1
zielgerichtet etw. erfahren wollen; um
eine Antwort bitten; sich erkundigen
»Die neugierigen Kinder fragen viel.«
Ant.: antworten 2 fragte) lieber nicht:
[ugs.] jmd. möchte über etw. nicht
gerne reden 3 es fragt sich: etw. ist zu
bezweifeln 4 a) da fragst du mich
zuviel: [ugs.] ich weiß es auch nicht b)
frag mich was Leichteres: [ugs.] ich
weiß es auch nicht 5 das frag’ ich
dich: ich weiß es nicht, deshalb frage
ich ja, du solltest es wissen 6 da fragst
du noch?: [ugs.] das ist doch deutlich,
offensichtlich, selbstverständlich 7
fragen kostet nichts: [ugs.] es ist gut,
vorher, rechtzeitig Gewißheit zu er¬
halten 8 Fragen/fragen kostet kein
Geld: sich vorher (durch Fragen) zu
informieren, Gewißheit zu verschaf¬
fen, ist kostenlos 9 Am vielen Fragen
erkennt man den Narren: wer viel
fragt, gibt seine Unwissenheit zu er¬
kennen 10 Auf schnelle Fragen gib
langsame Antwort: man sollte vor¬
sichtig sein, vorher gut überlegen 11
Fragen macht klug: wer fragt, erfährt
etw. Neues, lernt etw. hinzu
frajgen, sich: fragst dich; fragtest dich;
hast dich gefragt über etw. nachden¬
ken; Zweifel an etw. haben »Ich frage
mich die ganze Zeit, ob meine Ent¬
scheidungrichtig war.«
Fra|genjka|ta|!og: der; ~(e)s; -e Liste
von Fragen zu einem bestimmten
Thema
Fra|gejparjti|kel: die; -;~ u. -n (Sprach-
wiss.) einen Fragesatz einleitendes
Wort, Syn.: Fragewort
Fra|ge|rei: die; - ; -en langes, als unan¬
genehm empfundenes Nachfragen
Fra]ge|satz: der; -es; -sätze (Sprach-
wiss.) Satz, der eine Frage ausdrückt,
Syn.: [fremdsprl.] Interrogativsatz
Fra|ge|stel|lung: die; - ; -en a) Art u.
Weise, in der eine Frage gestellt, for¬
muliert ist »Die Fragestellung in der
Klassenarbeit war schwer zu ver¬
stehen.« b) wissenschaftliche Aufga¬
benstellung; wissenschaftliches Pro¬
blem »Bei diesem Projekt gibt es meh¬
rere Fragestellungen, die untersucht
werden müssen.«
Fra(ge|stun|de: die; - ; -n (Pol.) für Fra¬
gen u. Anträge vorgesehene Zeit im
Parlament
Fra|ge|wort: das; -(ejs; -Wörter Wort,
das am Anfang eines Fragesatzes
steht (z. B. >wo<, >wie<, >was(, >wer<)
Fra|ge|zei|chen: das; -s; - graphisches
Zeichen (>?<), das am Ende eines Sat¬
zes steht, der eine Frage ausdrückt
fra|gil: <lat.> Adj. [geh.] brüchig; zierlich;
sehr leicht zerbrechend »Der kleine
Tisch ist sehr fragil. • Sie war eine fra¬
gile Person.«
Fra|gi]li|tät: <lau die; - ; - Brüchigkeit;
extreme Zierlichkeit
fragjlich: Adj. 1 betreffend; in Frage
kommend »Das ist die fragliche Ange¬
legenheit, über die bereits gesprochen
wurde.« 2 ungewiß; zweifelhaft »Es ist
sehr fraglich, ob er die Prüfung be¬
steht.«
fragltos: Adv. bestimmt; ganz sicher;
unbestritten »Das ist fraglos richtig.«
Fraglmenb dato das; -(ejs; -e 1 Teil;
(Uber-)Rest »Es sind nur noch Frag¬
mente der Burg ausgegraben worden.«
2 <Literaturwiss.> [geh.] unvollendetes
Werk 3 <Med.> Knochenbruchstück
»Mehrere kleine Fragmente mußten
operativ entfernt werden.«
frag)menjtär. </r.> Adj. n. stg. [selten] un¬
vollständig, Syn.: fragmentarisch
fragjmenjtajrisch: Adj. n. stg. aus Stück¬
werk bestehend; nur teilweise vorhan¬
den, Syn.: fragtnentär
frag|würjdig: Adj. a) zu bezweifeln; zu
"Zweifeln Anlaß gebend »Es ist sehr
fragwürdig, ob die Angaben den Tatsa¬
chen entsprechen.« b) keinen guten
Eindruck machend »Deine Tochter
verkehrt aber mit sehr fragwürdigen
Jugendlichen.« c} [selten] zu berück¬
sichtigen; in Betracht zu ziehen »Die
Angelegenheit erschien fragwürdig ge¬
nug, um näher untersucht zu werden.«
Frakt: Abk. 1 Fraktion 2 Fraktur
Frak|ti|gn: <lat.-fr.> /frakzipn/ die; -; -en
1 <Pol.> Gesamtheit der Vertreterin¬
nen) einer Partei im Parlament »Die
Regierungsfraktion stimmte für den
Entwurf.« 2 Verbindung von Perso¬
nen innerhalb einer Gruppe »Es bilde¬
ten sich Fraktionen in der Gewerk¬
schaft.« 3 (Chemie) Destillat, das
durch einen Trennungsvorgang ent¬
standen ist
frak[tio|nell —* frak|ti|o|nell: /frak-
zionell/ Adj. n. stg. zu einer Fraktion
gehörend, sie betreffend
frak|tio|njert —*• frak|ti|o|niert: /frak-
zionirt/ Adj. n. stg. 1 (Med.) in Teile
gegliedert; eingeteilt; in Intervallen
vorkommend »Das Medikament ist
fraktioniert zu verordnen.« 2 (Chemie)
durch Destillation od. Abkühlung
zerlegt
Frak|ti{pns|aus|schuB —* Frak|ti|ons|-
aus|schuss; /frakzionß-/ der; -aus¬
schusses; -ausschüsse (Pol.) aus Frak-
tionsmitgliedem gebildete Kommissi¬
on
Frak|ti|gns|be|schluß —* Frak|ti|ons|-
bejschluss: /frakzionß-/ der; -be¬
schlusses; -beschlösse (Pol.) von einer
Fraktion durch Abstimmung gefa߬
ter Beschluß
frak|ti|ons|los: /frakzionß-/ Adj. n. stg.
(Pol.) zu keiner Fraktion gehörend
Frak|ti|gns|stär|ke: /frakzionß-/ die; - ;
-n a) (Pol.) Mindestzahl der Abgeord¬
neten, die zur Bildung einer Fraktion
erforderlich ist »Fraktionsstärke
haben« b) Größe einer Fraktion, Teil¬
gruppe
Frak|ti[gns|vor[8it[zen|de: /frakzionß-/
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.: ein Fraktionsvorsitzender; eine
Fraktionsvorsitzende; zwei Fraktions¬
vorsitzende) (Pol.) Person, die in einer
Fraktion den Vorsitz hat, Syn.: Frak-
tionsführer(in)
Frak|ti|gns|vor|stand: /frakzionß-/ der;
-(ejs; -Vorstände (Pol.) Vorstand ei¬
ner Fraktion, der aus der Reihe ihrer
Mitglieder gewählt wird
399
Fraktionszwang
Frak|ti|ons|zwang: /frakzionß-/ der;
-(e)s; -zwänge <Pol.> Verpflichtung
der Fraictionsmitglieder zu einheitli¬
cher, den Fraktionsbeschlüssen ent¬
sprechender Stimmabgabe
Frak(tun dato die; ~ ; -en 1 <Med.) Kno¬
chenbruch 2 <hist.> heute nicht mehr
gebräuchliche, sogenannte deutsche
Schrift 3 (mit jmdm.) Fraktur reden:
[ugs.] jmdm. energisch die Meinung
sagen
Frak|turjschrift: die; - ; - <hist> nicht
mehr gebräuchliche, sogenannte
deutsche Druckschrift
Fran|chi]se:dat-fr.i /franschis«/die; -;
-n 1 Schadensbetrag, den "die Versi¬
cherung nicht erstattet 2 [veralt.] Frei¬
mut 3 [veralt.] Befreiung von Abga¬
ben, insbesondere von Zoll
Franjchise: dat.-engh /fränschaiß/ das;
- ; - (Wirt.) Art des Vertriebssystems
im Einzelhandel, bei dem der Einzel¬
händler eine Lizenz erhält, erwirbt,
die Produkte eines Unternehmens zu
verkaufen
frank.: Abk. 1 frankiert ~ Postsendung
freigemacht 2 frankophil - französi¬
sche Menschen, ihr Land u. ihre Kul¬
tur liebend
fran|kie]ren: <it;> frankierst; frankiertest;
hast frankiert eine Postgut- od. Brief¬
sendung durch das Aufkleben einer
Briefmarke od. das Stempeln mit ei¬
ner Frankiermaschine bezahlen
Fran|kigrjma|schi|ne: die; - ; -h Gerät,
Einrichtung zum Freistempeln von
Postsendungen ohne Verwendung
von Briefmarken
Fran|kie|rung: die; - ; -en a) das Freima¬
chen einer Postsendung b) Postge¬
bühr
fran|ko: da/.- it.> Adv. frei von Portoko¬
sten für den Empfänger einer Sen¬
dung
—* <ran|ko]fott s. frankophon
—> Fran|ko[fo]nte s. Frankophonie
franjko|phil: <gr.> /frankofil/ Adj. [geh.]
allem Französischen positiv gegen¬
überstehend, Ant.: frankophob
Fran|ko|phi|lje: <gr.> /frankofili/ die; • ; -
[geh.] Sympathie gegenüber allem
Französischen, Ant.: Frankophobie
fran|ko|phob: <gr> /frankofob/ Adj.
[geh.] alles Französische ablehnend,
Ant.: frankophil
Fran|ko|pho|bie: <gr.> /frankofobi/ die;
-; - [geh.] Antipathie gegenüber altem
Französischen, Ant.: Frankophilie
fran|ko|phpn —> auch fran|kojfoit
/frankofon/ Adj. n. stg. [geh.] Franzö¬
sisch als Muttersprache sprechend
Fran|ko|pho|n]e —* auch Fran|ko|fo|-
nte /frankofoni/ die; - ; - [geh.] das
Frankophonsein; die Französisch-
sprachigkeit
Fran|se: dat.-fro die; - ; -n 1 lose hän¬
gender, überstehender Faden an der
Kante eines Stoffes »Der Vorhang
hatte Fransen.« 2 [ugs.] hochtrabende
Pläne; dumme Ideen »Sie haben nur
Fransen im Kopf.« 3 [ugs.] unordentli¬
che Haare »Er soll sich mal seine
Fransen kämmen.« 4 in die Fransen
gehen: zerfallen; entzweigehen »Die
Papiere gehen allmählich in die
Fransen. ♦ Meine Hoffnungen gehen
mehr u. mehr in die Fransen.«
fran)sen: franst; franste; hat gefranst
Fransen bekommen »Der Stofffranst
nach der Wäsche an allen Nähten.«
fran|sig: Adj. 1 a) Fransen habend; mit
Fransen verziert b) Fransen habend;
ausgefranst; beschädigt 2 sich den
Mund fransig reden: viel (aber ver¬
geblich) auf jmdn. einreden
franz.: Abk. französisch
Franz|brannt|wein: der; -(ejs; - alkoho¬
lisches, mit Kräutern u. Essenzen ver¬
setztes Einreibemittel
Fran|zis)ka]ner: der; -s; - weibl. Fran|-
zis|ka|ne|rin: die; - ; -nen <kath. Kir¬
che> Person, die dem Franziskaneror¬
den angehört
Fran|zis[kajner]oijden: der; -s; -
<Religion> a) dm engeren Sinn> Orden
der Minderen Brüder; von Franz von
Assisi gegründeter Bettelorden b} <im
weiteren Sinn) eine der verschiedenen,
sich auf Franz von Assisi berufenden
Ordensgemeinschaften, die z. T. auch
außerhalb der katholischen Kirche
bestehen
fran|zis|ka)nisch: Adj. n. stg. die Fran¬
ziskaner betreffend, ihnen angehö¬
rend
Fran|zo]se: der; -n; -n weibl. Fran|zö|-
sin: die; - ; -nen 1 Einwohnerin)
Frankreichs 2 Person, die aus Frank¬
reich stammt
Fran|zp|se: der; -n; -n 1 (Technik)
Schraubenschlüssel, der verstellbar
ist 2 <Tien [ugs.] Schabe
Fran|zgjsen|brot: das; -(ejs; -e Ba¬
guette; französisches Weißbrot, das
besonders lang u. dünn ist
Fran|zo|sen|krank|heit: die; - ; - <Med.>
[ugs.] Syphilis
fran|zöjsisch: Adj. n. stg. 1 a) zu Frank¬
reich, den Franzosen gehörend, für
sie eigentümlich b) in der französi¬
schen Sprache 2 sich auf französisch
verabschieden —* sich auf Franzö¬
sisch verabschieden heimlich ver¬
schwinden
frap[pant: </r> Adj. frappanter; frappan¬
testeunerwartet; in Erstaunen verset¬
zend; schlagartig deutlich werdend
Fraplpö —* auch Freplpee: <fr.> /frape/
der; -s; -s Stoff mit eingepreßtem Mu¬
ster
Frapjpö —»■ auch Frap|peg </r.> /frape/
das; -s; -s mit Eisstückchen vermisch¬
tes erfrischendes Mixgetränk
Fraplpö - auch Frepfpen </r.> /frape/
das; -s; -s Figur des Balletts, wobei
der Fuß des Spielbeins mehrmals
leicht u. schnell gegen das Standbein
geschlagen wird
frap|pie|ren: frappierst; frappiertest;
hast frappiert 1 [geh.] verblüffen; etw.
Unerwartetes tun; stutzig machen 2
[geh.] eine Wein- od. Sektflasche in
Eisstücken stark kühlen
fri|sen: fräst; frästest; hast gefräst a)
ein Werkstück aus Metall od. Holz
mit einer Fräse bearbeiten, heraus¬
schneiden b) etw. mit einer Fräse an¬
fertigen, fabrizieren c) die Erde, eine
Ackerfläche mit einer Fräsmaschine
auflockern
Fräs|ma|schijne: die; » ; -n Maschine
zum Fräsen von Werkstücken
Fraß: der; -es; Fräße 1 a) Nahrung von
Tieren b) Schaden, der durch das Ab¬
fressen von Blättern durch Insekten
o. ä. entsteht 2 als schlecht empfun¬
dene Speise 3 [ugs.; scherzh.} Person,
die viel (auf einmal) ißt 4 o. PI. Rost¬
bildung od. anderweitige Zerstörung
eines Materials durch (aggressive)
chemische Vorgänge
Fraßjgift- das; -(ejs; -e Mittel zur
Schädlingsbekämpfung, das von den
zu vernichtenden Tieren gefressen
werden muß, um zu wirken
FraB|spur: die; ~ ; -en durch Zerfressen
entstandene Spur (z. B. bei Holzschä¬
den durch Holzwürmer od. Blatt¬
schäden durch Raupen)
fra|terjni|s]e|ren: <lat.-fr.> fraternisierst;
fraternisiertest; hast fraternisiert sich
verbünden; Brüderschaft schließen
Fratjze: die; - ; -n 1 a) vorsätzlich ent¬
stelltes, verzogenes Gesicht; Grimasse
b) unschönes, gräßliches (angsteinflö¬
ßendes) Gesicht 2 [ugs.; abwert.] a)
Gesicht b) [ugs.] Mensch
frat(zen|haft: Adj. fratzenhafter; frat¬
zenhafteste wie eine Fratze aussehend
u. wirkend
Frau: die; ~ ; -en 1 erwachsener, weibli¬
cher Mensch 2 Ehefrau 3 Anredeform
für eine erwachsene weibliche Person
4 unsere liebe Frau: dcath. Kirche)
Jungfrau Maria; Mutter Jesu Christi
5 weise Frau: 1. [veralt.] Hebamme 2.
[ugs.] Frau, die eine illegale Abtrei¬
bung durchführt 6 sich eine Frau
nehmen: [veralt.] heiraten
Fraulenlarlbeit: die; ~ ; -en 1 Berufstä¬
tigkeit der Frau 2 [abwert.] Tätigkeit,
die angeblich besonders typisch für
Frauen ist bzw. von ihnen ausgeführt
wird (häufig als Synonym für Haus¬
arbeit oder als Legitimation für die
Minderbezahlung betrieblicher Tätig¬
keiten verwendet)
Fraulenlarzt: der; -es; -ärzte weibl.
Frautenlärzltln: die; ~ ; -nen Gynäko-
loge/GynäkoIogin; Facharzt/Fach-
ärztin für Frauenkrankheiten, Ge¬
burtsvorsorge, Geburtshilfe
Fraulenlbelaufltranlte: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.; ein Frauen¬
beauftragter; eine Frauenbeauftragte;
zwei Frauenbeauftragte) Person, die
die Interessen u. Rechte der Frauen in
einer Behörde od. einem Betrieb ver¬
tritt
Frau|en|be|ruf: der; -(ejs; -e a) Beruf,
der vorwiegend von Frauen ausgeübt
wird b) [veralt.; abwert.] Beruf, der
aus traditionellen gesellschaftlichen
Vorstellungen heraus als besonders
geeignet für Frauen gilt
Frau|en{be(we|gung: die: ~; -en (Bestre¬
ben, Tätigkeit von Frauen(organisa-
tionen), deren Ziele die) Durchset¬
zung u. Verwirklichung der Gleichbe¬
rechtigung der Frauen (sind)
Frautenlchor der; -(ejs; -chöre (Musik)
Chor, der nur weibliche Mitglieder
hat
Fraulenlamanlzilpaltilon —> Fraulentel-
man|zi|pa|tijon: die; ~ ; - Verwirkli¬
chung von Selbständigkeit u. Unab¬
hängigkeit der Frau
Frau|enjfach|schu|le: die; -; -n spezielle
Ausbildungsstätte für Frauenberufe
fraulentfeindllich: Adj. Frauen ableh¬
nend, sie benachteiligend, ihnen scha¬
dend
400
-frei
Fraulenlfralge: die; -; - Themenbereich,
der sich mit der Stellung der Frau in
der Gesellschaft u. mit der Frauen¬
emanzipation befaßt
Fraulenlgetfänalnis: das; -ses; -se Haft¬
anstalt für weibliche Sträflinge, In¬
haftierte
Frau|en|gnjp|pe: die; -; -n 1 sich für die
Interessen u. die Gleichberechtigung
der Frau einsetzende Gruppe 2 Grup¬
pe von Frauen, die sich zufällig bildet
od. zu einem bestimmten Zweck or¬
ganisiert
Fraulenlhaar das; - (e)s; -e 1 Haar einer
Frau 2 o. PI. Moos, das durch die
goldgelbe Behaarung seiner Sporen¬
kapseln auffällt 3 Farn mit schwarzen
Stielen u. zarten, gefiederten Blättern
Fraulenlheus: das; -es; -häuser 1 Haus,
in dem mißhandelte u. mißbrauchte
Frauen (mit ihren Kindern) Zuflucht
finden 2 [veralt.] Bordell 3 Harem 4
<hist> in früherer Zeit Gemächer, Ge¬
bäude, in denen Mädchen u. unver¬
heiratete Frauen wohnten
Fraujen[heii|kun|de: die; - ; - <Med.> Gy¬
näkologie; Lehre von Frauenkrank¬
heiten u. Geburtshilfe
Fraulenlheld: der; -en; -en Mann, der
bei Frauen besonders beliebt ist u.
viele Affairen, kurze Beziehungen hat
Frauienlklilnik: die; - ; -en <Med.> auf
Geburtshilfe u. Frauenkrankheiten
spezialisiertes Krankenhaus
Fraulenlklo|ster —» Frau|en|klos|ter:
das; -s; -klöster <Religion> Nonnen¬
kloster
Frau|en|lei|den: das; -s; - <Med.> [ugs.]
geschiechtsspezifische Frauenkrank¬
heit
Fraufen|mann|schaft: die; -; -en <Sport>
Mannschaft, deren Mitglieder Frau¬
en sind
Fraulenlmanltel: der; -s; -mäntel 1 Man¬
tel, der von Frauen getragen wird;
Damenmantel 2 o. PI. Pflanze mit
gelbgrünen unscheinbaren Blüten u.
ausgebogten, gesägten Blättern, die
als Heilkraut Anwendung findet
Fraulanlorlden: der; -s; - <Religion> Or¬
densgemeinschaft, der nur Frauen
angehören
Fraulenlrechtilelrin: die; - ; -nen Frau,
die sich für die Rechte u. Gleichstel¬
lung von Frauen in der Gesellschaft
einsetzt
Frau|enfro|man: der; -(e)s; -e
<Lileraturwiss.> a) Roman, in dem
Frauen die Hauptrolle spielen b) Ro¬
man, der vorwiegend von Frauen ge¬
lesen wird
Fraulenlachuh: der; -(ejs; -e 1 Schuh,
der in dieser Form nur von Frauen
getragen wird 2 einheimische Or¬
chidee mit fünf braunroten Blüten¬
blättern u. einer pantoffelförmigen
gelben Zunge
Frau|en|schutz: der; -es; - (Rechtsw.)
gesetzliche Regelung zum Schutz von
Frauen bei der gewerblichen Arbeit
Frau|en(stajti|on: die; - / -en Station in
einer Klinik, einem Krankenhaus,
auf der nur Frauen u. Mädchen lie¬
gen
Fraulenlstimlme: die; - ; -n 1 weibliche
Stimme 2 <Musik> von Frauen zu sin¬
gender Part in der Chormusik (z. B.
Sopran, Alt)
FraulenlüberlsohuB —* Fraulenlülberl-
schuss: der; -Überschusses; - zahlen¬
mäßig größerer Anteil der Frauen ge¬
genüber den Männern in einer Gesell¬
schaft, Gruppe
Fraulertlverlband: der; -(e)s; -verbände
übergeordnete Organisation, in der
Frauengruppen u. -vereine zusam¬
mengeschlossen sind
Fraulenlvertein: der; -(e)s; -e organi¬
sierter Zusammenschluß von Frauen
Frau|en|wahl|recht: das; ~(e)s; - <Pot.>
Recht der Frauen, gleich den Män¬
nern an allgemeinen Wahlen tejlzu-
nehmen
Frau|en|zeit|schrift: die; ~ ; -en Zeit¬
schrift, die sich mit Themen beschäf¬
tigt, die Frauen interessieren u. die
vorwiegend von Frauen gelesen wird
Frau[en|zim|mer: das; -s; - 1 [veralt.J
Raum, der den Frauen Vorbehalten
war 2 [ugs.] a) weibliche Person b) [ab¬
wert.] Frau, die als leichtfertig, unor¬
dentlich u. von zweifelhafter Moral
gilt c) patente, selbständige Frau
Fräu|lein: das; -s; -s (PI. s.) 1 a) <hist.>
Anrede für adlige junge Damen b)
[veralt.] allgemeine Anrede für eine
unverheiratete Frau c) Anrede für
weibliche Bedienstete, besonders eine
Kellnerin »Fräulein, einen Kaffee
bitte!« 2 a) leichtfertiges, unmorali¬
sches Mädchen b) <hist-> in der Nach¬
kriegszeit Bezeichnung für die deut¬
sche Geliebte eines amerikanischen
Soldaten
Fräulleinlwunlder: das; -s; • nach 1945
von den amerikanischen Besatzungs¬
soldaten geprägter Ausdruck, der das
positive Bild, das Amerikaner plötz¬
lich von Aussehen u. Auftreten junger
deutscher Frauen hatten, beschreibt
fraujUch: Adj. weiblich; im Aussehen die
Formen einer erwachsenen Frau ha¬
bend
frb.: Abk. 1 fahrbar 2 fahrbereit
frbl.: Abk. 1 farblos 2 freibleibend
Frdh.: Abk. Friedhof
frdl.: Abk. 1 freundlich 2 friedlich
Freak: <engl.-ameriko /frik/ der; ~s; -s 1
Person, die sich in außerordentli¬
chem, übersteigertem Maße für etw.
begeistert 2 Person, die die Regeln der
Gesellschaft nicht anerkennt u. achtet
u. unabhängig davon lebt
frech: Adj. frecher; frechfejste 1 im
Umgang mit anderen Personen unge¬
zogen, böse, respektlos »Die Schüler
werden immer frecher.« 2 [ugs.] eine
kesse, modische Erscheinung habend
»Sie halte einen frechen Haarschnitt.«
3 frech wie Oskar, Dreck, StraBen-
drecfc sein: sehr frech sein »Die Kin¬
der sindfrech wie Straßendreck.«
Frech|dachs: der; -es; -e [ugs.; scherzh.]
vorwitziges, verschmitztes, übermüti¬
ges Kind
Frechjheit: die; ~ ; -en 1 o. PI. freches
Betragen »Über deine Frechheit ärge¬
re ich mich Tag für Tag.« 2 freches
Tun od. Reden »Die Kinder dachten
sich laufend neue Frechheiten aus, um
den alten Mann zu ärgern.«
Free Jazz —» auch Freeliazz: <engl.-
amerik.> /fri dsehäß/ der; - ; - <Musik>
sich durch freie Improvisation kenn¬
zeichnende Form der Jazzmusik
Freelsie: /fresi«/ die; ~ ; -n Blume aus
der Familie der Schwertlilien mit wei¬
ßen, gelben, violetten od. dunkelro¬
ten, angenehm duftenden Blüten
Fre|gat]te: <fr.-it.> die; - ; -n 1 <Milit.>
vorwiegend zum Schutz anderer
Schiffe od. zur U-Boot-Abwehr ein¬
gesetztes, schwer bewaffnetes, wendi¬
ges Kriegsschiff 2 [veralt.] schneller,
bewaffneter Dreimaster 3 <übertr.>
[abwert.] aufgetakelte, übermäßig ge¬
schminkte u. geschmückte Frau
Fre|gat)ten|ka)pi|tän: der; -s; -e <Milit.>
Oberstleutnant der Marine
Fre|gatt)vo[gel: der; -s; -vögel im Flie¬
gen" sehr gewandter, großer Seevogel
mit schwarzem Gefieder, einem an
der Spitze gekrümmten Schnabel u.
Schimmhäuten
frei: Adj. freier; freifejste 1 ungebun¬
den; unabhängig a) ohne äußere Be¬
einflussung »Er traf seine Entschei¬
dung frei, seinen eigenen Vorstellungen
entsprechend.« b) n. stg. ohne Hilfe
»Er deklamierte den langen Text voll¬
kommen frei.« c) nicht an Nonnen
od. Regeln gebunden »Er verblüffte
die Gesellschaft durch seine freien
Ansichten.« d) n. stg. ohne festen Part¬
ner »Er forderte ein Mädchen zum
Tanz auf, das noch frei zu sein schien.«
e) n. stg. <Chemie> nicht in eine Ver¬
bindung eingefügt »Bei dieser Analyse
gewinnt man Stickstoff als freies
Element.« 2 n. stg. zur Verfügung ste¬
hend, nicht festgelegt »Der freie
Raum auf dem Vordruck steht für An¬
merkungen zur Verfügung. • Dieser
Platz ist noch frei.« 3 n. stg. ungehin¬
dert, nicht eingeschränkt od. begrenzt
»Er fühlte sich frei von Schmerzen.« 4
n. stg. nicht bedeckt; nicht bekleidet
»Wir schliefen unter freiem Himmel. ♦
Der Rock ließ die Knie frei.« 5 n. stg.
nicht besetzt; nicht belegt »Dieser
Platz ist noch frei.« 6 n. stg. unentgelt¬
lich »Sie erhalten ein Probeexemplar
frei.« 7 <Sport> ohne Deckung »Drei
Spieler standen völlig frei.« 8 ich bin
so frei: [veralt.] Ausspruch, mit dem
man ein Angebot annimmt 9 frei u.
ledig: gänzlich befreit 10 frei
ausgehen: unbestraft bleiben 11
<Wirt.> a) freie Marktwirtschaft: Wirt¬
schaftssystem, in dem Angebot u.
Nachfrage Absatz u. Preis bestimmen
b) freier Markt: Handel an der Börse
mit freien, amtlich nicht notierten
Werten c) freie Rücklage: vom Un¬
ternehmer freiwillig gebildeter Reser¬
vefonds d) freier Träger: nichtstaatli¬
cher Betreiber einer öffentlichen Ein¬
richtung e) freie Konvertibilität: un¬
eingeschränkte Befugnis, eine Währ¬
ung zum geltenden Kurs zu tauschen
12 <Pob a) freie Welt: [veralt.] westli¬
che Welt (im Gegensatz zur kommu¬
nistischen Welt) b) freies Mandat:
ohne Weisung durch Fraktion od.
Partei ausgeübtes Mandat eines Ab¬
geordneten 13 freies Geleit: Sicher¬
heit garantierende Begleitung
—> frei lejgen: s. freilegen
—» freimalchen: s. freimachen (3)
—» frei schautfeln: s. freischaufein
-frei: Wortbildungselement; dient der
Adjektivierung 1 an das im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte nicht gebun-
401
Freibad
den, was positiv empfunden wird a)
nicht abhängig vom im Basiswort
Ausgedrückten »kreisfrei« b) das im
Basiswort Ausgedrückte nicht benöti¬
gend »rezeptfrei« 2 a) das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte tritt
nicht ein »knitterfrei« b) das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte muß
nicht ausgeführt werden »bügelfrei« 3
«positiv empfundem zur Institution,
die im Basiswort genannt ist, nicht ge¬
hen müssend; das im Basiswort Aus¬
gedrückte nicht tun müssend
»schulfrei« 4 a) ohne das im Basiswort
Ausgedrückte; das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte ist (ungewöhn¬
licherweise) nicht vorhanden
»keimfrei« b) ohne das (negativ emp¬
fundene) im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte »problemfrei« S «posi¬
tiv empfunden) das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte (meist Geld¬
wert) nicht leisten, bezahlen müssend
»gebührenfrei« 6 das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte nicht ver-, zu¬
deckend »kniefrei« 7 a) frei wegen des
im Basiswort inhaltlich Ausgedrück¬
ten »hitzefrei« b) frei zum im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten »wahl¬
frei«
Freijbad: das: -(e)s; -bäder nicht in ei¬
nem Gebäude befindliches Schwimm¬
bad
Frej|bal|lon: der; -s; -s freischwebender,
nicht am Boden verankerter bemann¬
ter od. unbemannter Ballon
frei|be|kom|men: bekommst frei; beka-
m(e)st frei; hast freibekommen a)
[ugs.] arbeitsfreie Zeit zugestanden
bekommen b) dafür sorgen, daß jmd.
gegen Kaution wieder freigelassen
wird
Frei|be|ruf|ler: der; -s; - weibl. Frei|bej-
ruf)la)rin: die; -; -nen Person, die in ei¬
nem freien Beruf tätig ist (z. B. Archi¬
tekt, Rechtsanwalt, Arzt mit eigener
Praxis)
frei|be|nrf(lich: Adj. n. stg. nicht ange-
stelh, nicht beamtet, sondern in einem
freien Beruf unabhängig arbeitend
» Vor einem Jahr hat der Arzt seine ei¬
gene Praxis aufgemacht u. ist jetzt
freiberuflich tätig.«
Frei|be|trag: der; -(e)s; -betrage Teil
des Einkommens, für den keine Steu¬
ern zu zahlen sind
Frgilbeufter: der; -s; - weibl. Frei|beu|-
te|rin: die; - ; -nen a) meist männl.
Form [veralt.] Pirat, der andere Schif¬
fe kaperte od. beraubte b) [ugs.J Per¬
son, die zum Schaden anderer u. zum
eigenen Nutzen Geschäfte macht
Frei|beu|te|rei: die; - ; - a) [veralt.] Ka¬
pern fremder Schiffe u. Ladungen;
Seeräuberei b) [abwert.] unmoralische
Geschäftemacherei
Frei|bien das; ~(e)s; -e Bier, das kosten¬
los, ohne Bezahlung ausgegeben wird
Frei|de|mojkrat —» Frel|de|mo|k|rafc
der; -en; -en «Pol.; Deutschland) Mit¬
glied der Freien Demokratischen Par¬
tei (F. D. P.)
frei|de|mo|kra|t!scb —» frei|de|mo|k|-
ra[tisch: Adj. n. stg. sich auf die Freie
Demokratische Partei od. ihre Mit¬
glieder beziehend
Frei|den|ker: der; -s; - weibl. Freijdenj-
kojrin: die; - ; -nen Person, die in reli¬
giöser öd. weltanschaulicher Über¬
zeugung unabhängig ist
<rei|den|ke|risch: Adj. n. stg. hinsicht¬
lich religiöser u. weltanschaulicher
Auffassungen nicht auf eine be¬
stimmte Richtung festgelegt
frei|en: freist; freitest; hast gefreit [geh.;
veralt.] 1 jmdn. ehelichen 2 einer Frau
einen Heiratsantrag machen
Fref|er: der; -s; - 1 Kunde eines Stri¬
chers od. einer Prostituierten 2 [ver¬
alt.] Mann, der um ein Mädchen
wirbt
Frei|ersjmann: der; -(e)s; -leute [veralt.]
Mann, der um ein Mädchen wirbt,
Syn.: Freier (l)
Freijex|em|plar —> Frei|ex|em|p|laR
das; -(e)s; -e Druckerzeugnis, das ko¬
stenlos abgegeben wird
Frgf|fahijkar|te: die; - ; -n Fahrkarte,
mit der man kostenlos ein Verkehrs¬
mittel benutzen kann
Frejjfahrt: die; - ; -en Fahrt, die ohne
Bezahlung gewährt wird
Frejjfrau: die; - ; -en Standesbezeich¬
nung u. Titel, Namensbestandteil der
Frau, Gattin eines Freiherm, Barons,
Syn.; Baronin
freig. : Abk. freigebig
Fre||ga|b«: die; - ; -n 1 das Freigelassen¬
werden; Entlassung in die Freiheit 2
Öffnung, das Zur-Verfügung-Stellen
für die Öffentlichkeit, allgemeine
Nutzung
Frei|gän|ger der; -s; - weibl. Frgi|gän|-
gejrin: die; - ; -nen Gefängnisinsasse/
-insassin, der/die tagsüber außerhalb
der Vollzugsanstalt ohne Bewachung
arbeiten darf u. abends wieder zu¬
rückkehrt
frei|ge|ben: gibst frei; gabjejst frei; hast
freigegeben 1 jmdn. od. etw. nicht
mehr festhalten »Der Club gab den
Spieler nicht frei.« 2 Urlaub geben 3
eine Beschränkung aufheben; etw.
dem Gebrauch übergeben
frei|ge|big: Adj. gern etw. schenkend;
großzügig anderen etw. (ab)gebend
Als freigebiger Gastgeber war er bei
allen beliebt.«
Frei|ge|he|ge: das; -s; - großes Wald-
od. Wiesenstück in freier Natur od.
im Tierpark, wo Tiere auf eine ihrer
Art entsprechenden Weise leben
Frei|geist: der; -(e)s; -er Freiden-
ker(in); Person, die das Denken allein
den Prinzipien der Vernunft unter¬
stellt; Person, die sich keiner Autori¬
tät unterwirft
frei|gei|stig —» frei|geis|tig: Adj. n. stg.
freidenkend
Fref|gren|ze: die; - ; -n 1 «Rechtsw.)
Sockel betrag des Einkommens, bis zu
dessen Obergrenze Steuerfreiheit be¬
steht 2 Obergrenze, Höchstmenge,
die für etw. (z. B. steuerfreie Waren¬
einfuhr) festgesetzt ist 3 «Technik)
Grenze für Radioaktivität von Stof¬
fen, unterhalb welcher das Arbeiten
mit diesen Stoffen genehmigungsfrei
ist
freih. : Abk. 1 freihändig 2 freiheitlich
frei|ha|ben: hast frei; hattest frei; hast
freigehabt arbeits- od. schulfreie Zeit
haben; vorübergehend von Verpflich¬
tungen befreit sein
Frej|ha]fen: der; -s; -häfen «Wirt.) Teil¬
bereich eines Hafens, der nicht zum
Zollgebiet gehört
frei|hal|ten: hältst frei; hiellfejst frei;
hast freigehalten 1 a) einen Ört nicht
benutzen, nicht versperren »Die Feu¬
erwehrzufahrt muß freigehalten
werden.« b) mit Beschlag belegen; re¬
servieren » Wir halten Plätze für euch
frei.« 2 für jmdn. bezahlen »Er hielt
sie den ganzen Abend frei.« 3 etw.
nicht zu etw. gelangen lassen; etw. vor
etw. schützen »Der Raum muß von
Staub freigehalten werden.«
Freijhandjbi|blio|thek —» Frei|hand|bi|-
b|li|ojthek: die; - ; -en Bibliothek, in
der die Besucher freien Zugang zu
den Büchern haben u. sie eigenhändig
aus den Regalen nehmen u. einsehen
können
Frejjhanjdel: der; -s; - «Wirt.) internatio¬
naler Handelsverkehr, der durch kei¬
nerlei staatliche Maßnahmen regu¬
liert od. eingeschränkt wird
Frei|han|de!s|ab|kom[m0n: das; -s; -
«Wirt.; Pol.) Vertrag zwischen Staa¬
ten, den zwischenstaatlichen Han¬
delsverkehr nicht durch Bestimmun¬
gen u. Vorschriften einzuschränken
(z. B. Zölle, Warenkontingente, Devi¬
sen betreffend)
Frej|han|dels|zo[ne: die; ~ ; -n «Wirt.;
Pol.) Zusammenschluß mehrerer
Staaten zu einem Handelsgebiet, in
dem es keine Binnenzölle od. andere
Handelsbeschränkungen gibt
frei|hän|dig: Adj. n. stg. 1 ohne Zuhilfe¬
nahme der Hände »Er konnte freihän¬
dig radfahren.« 2 ohne technische
Hilfsmittel »Die Zeichnung wurde
freihändig angefertigt.« 3 [amtsspr.]
unterderhand; regelwidrig ohne öf¬
fentliche Ausschreibung o.ä.
Frejfhand|zeich|nen: das; -s; • Zeichnen
ohne technische Hilfsmittel
Freybeit: die; - ; -en 1 o. PI. a) Unab¬
hängigkeit von Zwang od. Beschrän¬
kung in geistiger Hinsicht »Du hast
die Freiheit, deine eigene Entscheidung
zu treffen.« b) Unabhängigkeit von
Zwang od. Beschränkung in körperli¬
cher Hinsicht »Er schenkte den Gefan¬
genen die Freiheit.« 2 Recht od. Mög¬
lichkeit, etw. uneingeschränkt zu tun
»Zu den Grundrechten in einem demo¬
kratischen Staat gehört u. a. die Frei¬
heit der Rede, der Meinungsäußerung
u. der Religionszugehörigkeit.« 3 An¬
spruch auf Vorrechte 4 Recht zur
Nutzung
frei|heit[lich: Adj. n. stg. Freiheit gewäh¬
rend; Freiheit verwirklichend; Frei¬
heiterstrebend
Frei|heits|be|griff: der; -{e)s; -e Ver¬
ständnis u. Vorstellung, die jmd. von
Freiheit hat
Frei|heitsjbe|rau|bung: die; - ; -en
«Rechtsw.) Straftat, bei der jmd. ei¬
nem anderen unrechtmäßig die per¬
sönliche Bewegungsfreiheit entzieht
Frej|heits|drang: der; -(e)s; - starkes
Bedürfnis, Streben nach Freiheit
Frei|hetts|ent|zug: der; -(ejs: -
«Rechtsw.) Verlust der persönlichen
Freiheit aufgrund eines gerichtlichen
Urteils; Arrest; Haft
402
freistellen
fre||heits|ge|fähiidend: Adj. n. stg. be¬
drohlich od. gefahrbringend für die
Freiheit
Frei|heits|idee —> Frej|heits|i|dee: die;
• ; -n Vorstellung von vollkommener
Freiheit
Frei|heits|kampf: der; -(ejs; -kämpfe
politischer od. militärischer Kampf,
der die Freiheit zum Ziel hat
Frei|heits|lie|be: die; •; - Streben, Sehn¬
sucht nach Freiheit
frei|heits|Ue(bend: Adj. die Freiheit sehr
hoch bewertend; sich für die Freiheit
einsetzend
Frej|heits|raum: der; -(e)s; -räume alle
wichtigen Freiheitsrechte umfassen¬
der Bereich, der es dem einzelnen er¬
möglicht, sein Leben innerhalb einer
sozialen Ordnung frei zu entfalten
Freijheits|sinn: der; -(e)s; - Einstellung
u. Gesinnung, die auf die Freiheit ge¬
richtet sind
Frei|heits|stra|fe: die; - ; -n <Rechtsw.>
gerichtlich verhängte Strafe, die im
Entzug der körperlichen Freiheit be¬
steht
Frei|herr: der;-(e)n; -en weibl. Freiffrau:
die; - ; -en a) Adelstitel, Namensbe¬
standteils eines Barons, einer Baronin
b) Trägerin) des Titels (a)
Frej|karjte: die; - ; -n Eintrittskarte, für
die kein Geld bezahlt werden muß
frei|kau|fen: kaufst frei; kauftest frei;
hast freigekauft für jmdn. durch
Geldzahlung dessen Freiheit erwir¬
ken »Durch Zahlung des verlangten
Lösegeldes wurde er freigekauft.«
Frei|kirjche: die; - ; -n Kirche, die vom
Staat u. anderen kirchlichen Institu¬
tionen unabhängig ist
frei|kom|men; kommst frei; kam(e)st
frei; bist freigekommen befreit wer¬
den; sich befreien »Ohne Hilfe konnte
er von den Angstvorstellungen nicht
freikommen.«
Fre||köiiper|kul|tur: die; -; - Aufenthalt,
Bewegung u. Baden mit nacktem
Körper in der freien Natur
Freikorps: das; -; - <Milit.> Truppe au¬
ßerhalb der regulären Streitkräfte, die
aus Freiwilligen besteht
Freg|land: das; -(e)s; - landwirtschaft¬
lich genutzte Fläche, die nicht durch
Gewächshäuser geschützt ist
Frei|land|ge|mü|se: das; -s; - Gemüse,
das im Freiland gewachsen u. gereift
ist
frei|las|sen: läßt frei; ließ(e)st frei; hast
freigelassen —»alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— einen Menschen od.
ein Tier aus der Gefangenschaft ent¬
lassen
Frej|las|sung: die; - ; -en das Freilassen,
Freigelassen werden »Unter lautem
Protest wurde die Freilassung aller. Ge¬
fangenen gefordert.«
Frei|lauf: der; -(e)s; -laufe (PI. s.)
<Technik> Kupplung, mit deren Hilfe
bei Fahrrädern, Motorfahrzeugen u.
Maschinen Antrieb u. angetriebene
Achse voneinander getrennt werden
können
frej|lau|fen, sich: läufst dich frei; lie-
f(e)st dich frei; hast dich freigelaufen
(Sport) sich beim Mannschaftsspiel
durch Laufen von seinem Bewacher,
Gegenspieler lösen
frei|le|gen —* auch frei lejgen: legst
frei; legtest frei; hast freigelegt
—*.auch hast frei gelegt*— tiefer im
Boden liegende Schichten zugänglich
werden lassen; etw. Verdecktes.offen-
legen
Frei|lei|tung: die; - ; -en <Technik> ober¬
irdische, zwischen Masten gespannte
Leitung zum Weiterleiten elektrischer
Energie
frej|lich: Adv. 1 allerdings; einschrän¬
kend (muß gesagt werden, daß ...)
Ich habe alles erreicht, was ich wollte.
Freilich habe ich jetzt neue Pläne.« 2
[landsch.] ja; selbstverständlich; ver¬
stärkende Bejahung
Frei|licht|mu|se|um: das; -s; -museen
Museum, das seinen meist volks¬
kundlichen Bestand im Freien hat,
präsentiert
Frei|licht|thea|ter —» Frei|licht|the|a|-
ter das; -s; - 1 Theaterbühne im
Freien 2 Theateraufführung im Frei¬
en
Frei|los: das; -es; -e 1 Lotterielos, das
ohne zusätzliche Zahlung zu einer
weiteren Ziehung berechtigt 2 (Sport)
Los, durch das ein Sportler od. eine
Mannschaft kampflos die nächste
Runde erreicht
frei|ma|chen: machst frei; machtest frei;
hast freigemacht 1 sich in Unterbre¬
chung einer Tätigkeit freie Zeit neh¬
men 2 frankieren; Gebühr für Post¬
sendung bezahlen 3 —> auch frei ma|-
chen —»-auch hast frei gemacht*—-
einen Körperteil entblößen
Frej|maijke: die; - ; -n Wertmarke zum
Freimachen von Postsendungen,
Syn.: Briefmarke
Fre||mau|ren der; -s; • Angehöriger der
Gesellschaft der Freimaurer
Frei|mau|re|rej: die; - ; - Humanitätsbe¬
wegung; weltweit verbreitete, Män¬
nern vorbehaltene Bewegung, die ihre
Anhänger dem Ideal des edlen Men¬
schentums näherbringen will; in Lo¬
gen organisierte Geheimbündelei
Frejlmut: der; -(e)s; - rückhaltlose, un¬
eingeschränkte Offenheit
frej|mü|tig: Adj. offen u. ohne Furcht
seine Meinung bekennend; aufrichtig
frej|pres|sen: preßt frei; preßtest frei;
hast freigepreßt —»alle Formen mit
ss*— jmdn. durch den Einsatz er¬
presserischer Mittel u. Methoden be¬
freien »Durch Androhung einer Ge¬
waltaktion wurden die Gefangenen
freigepreßt.«
Frei|raum: der; -(e)s; -räume 1 (Psycho¬
logie; Soziol.) Spielraum zur Entfal¬
tung persönlicher Vorstellungen u.
Kräfte innerhalb der Gesellschaft 2
(Sport) außerhalb des Spielfelds lie¬
gender freier Seitenstreifen
frej|schaf|fend: Adj. n. stg. in einem frei¬
en Beruf tätig; nicht als Angestellter
arbeitend
Freijschäijler: der; -s; - 1 (Milit.) Ange¬
höriger einer Truppe; freiwilliger
Kämpfer außerhalb der regulären
Streitmacht 2 Mitglied einer Frei¬
schar genannten Gruppe der freien
Jugendbewegung
frei|schau|feln —» auch frei schaujfehr.
schaufelst frei; schaufeltest frei; hast
freigeschaufelt —»-auch hast
freigeschaufelt*— mit Schaufel od.
Schaufelbagger eine verdeckende
Schicht entfernen u. so jmdn. od. etw.
zum Vorschein bringen
frei|schie|8en: schießt frei; schossest
frei; hast freigeschossen —»alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*— durch
Einsatz von Schußwaffen jmdn. be¬
freien od. etw. freimachen
frej|schl«p|pen: schleppst frei; schlepp¬
test frei; hast freigeschleppt a) [see-
mannssprl.] ein Schiff, das auf Grund
gelaufen ist, herausziehen u. wieder
fahrbereit machen b) ein vom Weg
abgekommenes, manövrierunfähiges
Fahrzeug auf die Straße ziehen
Freischütz: der; -en; -en (Mythologie)
im Volksglauben Schütze, der magi¬
sche Freikugeln verwendet, die un¬
fehlbar sind
Frei|schwim|mer: der; -s; - weibl. Frei|-
schwim|me|rin: die; - ; -nen 1 Person,
die durch eine Schwimmprüfung den
Nachweis erbracht hat, 15 Minuten
lang ununterbrochen schwimmen zu
können 2 nur männl. Form Frei¬
schwimmerausweis; Nachweis über
die Fähigkeit, 15 Minuten schwim¬
men zu können
fre||set|zen: setzt frei; setztest frei; hast
freigesetzt 1 (Physik; Chemie) heraus¬
trennen; herauslösen »Bei dem Brand
wurden giftige Gase freigesetzt.« 2 frei
werden lassen, zum Vorschein kom¬
men lassen »Die große Verantwortung
setzte enorme Kräfte bei ihm frei.« 3
(Wirt.) versetzen; entlassen »Ein Teil
der in der Produktion freigesetzten Ar¬
beitskräfte wurde im Vertrieb beschäf¬
tigt.«
Freijslnn: der; -(e)s; - 1 liberale, fort¬
schrittliche Einstellung 2 (Pol.) links¬
liberale politische Strömung seit der
Mitte des 19. Jhds.
fre||spre|chen: sprichst frei; sprach(e)st
frei; hast freigesprochen 1 (meist
Rechtsw.) jmdn. für unschuldig (im
Sinne einer Anklage) erklären 2 einen
Auszubildenden im Handwerk zum
Gesellen erklären
Frei|spre|chung: die; - ; -en (Rechtsw.)
gerichtlicher Akt, durch den ein An¬
geklagter für unschuldig erklärt wird
2 (Handwerk) Erklärung, durch die
ein Auszubildender nach bestandener
Prüfung zum Gesellen ernannt wird
Frei|spruch: der; -(e)s; -spräche
(Rechtsw.) richterliches Urteil, das ei¬
nen Angeklagten für unschuldig er¬
klärt
Freist.: Abk. Freistaat
freist.: Abk. freistehend
Frei|staat: der; -(e)s; -en [veralt.] deut¬
sche Bezeichnung für Republik
Frejlstatt: die; - ; -statten Zufluchtsort;
Asyl; jmdm. viel (politische) Freiheit
gewährender Ort
frei|ste|hen: stehst frei; stand(es)t frei;
hast freigeslanden 1 leer sein »Das
Haus stand jahrelang frei.« 2 jmdm.
überlassen sein »Es steht Ihnen frei,
sofort einzuziehen od. später.«
frei|stel|len: stellst frei; stelltest frei;
hast freigestellt 1 jmdn. vorüberge¬
hend von seinen dienstlichen Pflich¬
ten befreien »Sie wurde für vier Wo¬
chen freigestellt, tan an einem Fortbil¬
dungskurs teilzunehmen.« 2 jmdm.
etw. anheimstellen; jmdm. die Ent-
403
Freistetten
Scheidung überlassen »Wir stellen Ih¬
nen frei, ob Sie Ihre Arbeit sofort od.
im nächsten Monat antreten wollen.«
frai|stel|len, sich: stellst dich frei; stell¬
test dich frei; hast dich freigestellt
<Sport> eine ungedeckte Stellung ein¬
nehmen
Frej|stem|pel: der; -s; - aufgedruckter
Stempel, mit der eine Postsendung
frankiert wird
Freilstil: der; -s; - <Sport> a) kurz für
Freistilschwimmen b) kurz für Frei¬
stilringen '
Frgf|stü|rin|gen: das; -s; - <Sport> Diszi¬
plin des Ringens, bei der fast alle
Griffe erlaubt sind
Frei|stil|schwim|men: das; -s; - <Sport>
Schwimmdisziplin, bei der den
Schwimmern die Wahl der Schwimm¬
art überlassen bleibt, was meist zur
Wahl des sehr schnellen Kraulstils
führt
Frejlstoß: der; -es; -stoße <Sport> Strafe
nach einem Regelverstoß, wodurch
der gegnerischen Mannschaft ein
weitgehend unbehinderter Schuß zu¬
gestanden wird
Frej|stun|de: die; - ; -n innerhalb der
Arbeits- od. Schulzeit eingeschobene
freie Stunde
Frei [tag: der; ~(e)s;-e 1 Wochentag zwi¬
schen Donnerstag u. Samstag; 5. Wo¬
chentag (bei mit dem Montag begin¬
nender Zählung) 2 Schwarzer Freitag
—> schwarzer Freitag: 1. nach dem
Volksglauben Unglückstag, insbe¬
sondere wenn er auf einen 13. Mo¬
natstag fällt 2. <Wirl.> a) Freitag, an
dem nach gewagten Spekulationen
od. kurzsichtigen Eingriffen zahlrei¬
che wirtschaftliche Zusammenbrüche
erfolgten (z. B. 24.9.1869; 13.5.1927;
25.10.1929; 10.7.1931) b) plötzlicher
wirtschaftlicher Rückschlag größeren
Umfangs 3 Freitag abend —» Frei¬
tagabend: Abendstunden eines be¬
stimmten, des nächsten Freitags
freittags: Adv. immer an Freitagen
»Freitags trifft sich der Stammtisch in
der Kneipe.«
Fre|jtod: der; -(e)s; -e (PI. s.) {verhüll.]
freiwillig gewählter Tod; Selbstmord
frgijtralgend: Adj. n. stg. <Archit.> Kon¬
struktion von Bauwerken ohne Zwi¬
schenstützen »Eine freitragende Brük-
ke verband die beiden Flußufer mitein¬
ander.«
Frej|trep|pe: die; - ; -n großzügige Trep¬
penanlage (ohne Geländer), die au¬
ßen vor einem Gebäude liegt
Freifübung —» Frei|ü|bung: die; - ; -en
(m. PL) <Sport> Turnübung, die in
der Regel ohne Gerät ausgeführt
wird; Gymnastik
Frgi|um|sch!ag: der; -(e)s; -Umschläge
vorab frankierter Briefumschlag
freiw.: Abk. freiwillig
frg]|wit|lig: Adj. aus eigenem, freiem An¬
trieb; nicht gezwungen; aus freien
Stücken
Frgl|wilfii|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Freiwilliger; eine
Freiwillige; zwei Freiwillige) Person,
die freiwillig eine Aufgabe (auch Mili¬
tärdienst) übernimmt
Frejjwurf: der; -(e)s; -würfe <Sport> als
Strafe nach einem Regelverstoß der
gegenerischen Mannschaft gewähr¬
ter, relativ unbehinderter Ballwurf
Frei|zei|chen: das; -s; - <Elektrot.> be¬
sonderer Ton im Telefon od. Telex,
der bedeutet, daß der gewählte An¬
schluß frei ist
FreJIzeifc die; - ; -en 1 o. PL berufs- od.
schulfreie Zeit »In meiner Freizeit lese
ich viel.« 2 Urlaubsveranstaltung in
Form eines Beisammenseins in einer
Gruppe mit bestimmtem Interessen¬
schweipunkt »Die Kirchengemeinde
veranstaltet mehrere Freizeiten für Ju¬
gendliche.«
Frgi|zeit|be|schäf|tl|gung: die; - ; -en
Tätigkeit, die der Entspannung in der
arbeitsfreien Zeit dient (auch im
Sinne von Hobby u. Liebhaberei)
Freijzeit|ge|stal|tung: die; - ; -en sinn¬
volle Einteilung u. Verwendung der
arbeitsfreien Zeit
Frej]2eit|in|du|strie—> Frei|zeitjin|dus|-
t[rie: die; - ; -n Gesamtheit der Pro¬
duktions- u. Dienstleistungsbetriebe,
die etw. anbieten, was im Freizeitbe¬
reich Verwendung findet
Fr§i|zeit|klei|dung: die; - ; -en bequeme,
unkonventionelle Kleidung, die vor¬
wiegend in der Freizeit getragen wird
Frej]zert|wert: der; -(e)s; -e Bewertung
einer Einrichtung od. Sache im Hin¬
blick auf Erholungs- u. Entspan¬
nungsmöglichkeiten während der
Freizeit
FreJJzettjzenftrum —* Frejjzeit|zenttj-
rum: das; -s; -Zentren größere Anlage,
die so konzipiert ist, daß es diverse
Möglichkeiten gibt, seine Freizeit zu
gestalten
frai|züjgig: AdjA a) nicht streng an Vor¬
schriften gebunden; großzügig b) sich
über allgemeine Moralvorstellungen
hinwegsetzend; unabhängig von ge¬
sellschaftlichen Nonnen »Der allzu
freizügige Film schockierte sie.« 2 n.
stg. nicht an einen Ort gebunden
»Sein freizügiges Leben ermöglichte es
ihm, viele verschiedene Länder u. Kul¬
turen kennenzulernen.«
Frei]züfgig|keit: die; - ; -en 1 Unabhän¬
gigkeit von allgemeinen (meist mora¬
lischen) Vorschriften u. gesellschaftli¬
chen Erwartungen 2 o. PL Möglich¬
keit zur freien, eigenständigen Be¬
stimmung des Aufenthaltsortes
fremd: Adj. fremder; fremdeste 1 n. stg.
einem anderen Volk, Land, einer an¬
deren Kultur angehörend »Er konnte
sich bald in der fremden Sprache
verständigen.« 2 ungewohnt; unver¬
traut »Er ist mir fremd.« 3 n. stg. einen
anderen angehend; ihm gehörend »Er
verging sich an fremdem Eigentum.«
Fremd|arjbei|ten der; -s; - weibl.
Fremd|ar|bei|te|rin: die; - ; -neu [ver-
alt.] Gastarbeiter/Gastarbeiterin; Ar-
beitnehmer/Arbeitnehmerin aus dem
Ausland
fremdtarftig: Adj. ausländisch wirkend;
vom Gewohnten abweichend
Fremd|be|sitz: der; -es; - <Rechtsw.> Be¬
sitz, aber kein Eigentum an einer Sa¬
che; Zustand, wenn Besitzer u. Eigen¬
tümer von etw. nicht identisch sind
Fnemd|be|stäu|bung: die; - ; -en <Bot.>
Bestäubung mit dem Blütenstaub ei¬
ner anderen Blüte
Fremd|be|stimjmung: die; - ; -en das
Gelenktwerden, Beeinflußtwerden
durch andere, Ant.: Selbstbestim¬
mung
Fremfde: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Fremder; eine
Fremde; zwei Fremde) 1 a) Person,
die aus einem Ort, aus einer Gegend
stammt, welche mit dem derzeitigen
Aufenthaltsort nicht identisch ist b)
Person, die von den Ortsansässigen
als nicht dazugehörig angesehen wird
2 unbekannte Person
Frem|de: die; ~ ; - {geh.; sonst veralt.]
Land, Region, das/die jmdtn. nicht
vertraut od. bekannt ist
Fremd|ein|wir|kung: die; • ; -en Beein¬
flussung von außen »Der Defekt ist
nicht auf Fremdeinwirkung zurückzu¬
führen.«
Frem|den|feind|lich|keit: die; - ; -
Feindlichkeit gegenüber Ausländern
u. Nicht-Einheimischen
Frem|den|fiih|ren der; -s; ~ weibl.
Frem|dentfüh|re|rm: die; - ; -nen Per¬
son, die Ortsunkundigen Sehenswür¬
digkeiten der Gegend zeigt u. regio¬
nale Informationen gibt
Frem[den|haß —*• Frgm{den|hass: der;
-hasses; - Verachtung u. Abneigung
gegenüber Ausländern u. Unbekann¬
ten
Frem|den|heim: das; -(e)s; -e kleinere
Übernachtungsstätte für Gäste
Frem|den)le|gi|gn: die; - ; -en <Milit.>
französische Truppe, die aus ange¬
worbenen Ausländern besteht
Frgm|den|!e|g)o|när —» Fremjden|le|-
gi|o|när: der; -s; -e Angehöriger der
Fremdenlegion
Fnem|den|paß —* Frem|den|pass-, der;
-passes; -pässe Paß mit befristeter
Gültigkeit, der einem Ausländer aus¬
gestellt wird, der keinen anderen Aus¬
weis besitzt
Frem|den[po|ti|zei: die; - ; - Ausländer¬
behörde der Polizei
Frgm|den|vertkehR der; -(e)s; - Zu¬
strom Ferienreisender in eine Region,
an einen Ort, Syn.: Tourismus
Frem|den|zim|mer: das; -s; - a) Zimmer
Für Hotel- od. Pensionsgäste b) für
Gäste reserviertes, vorgesehenes Zim¬
mer in einer Privatwohnung
Fremd|fi|nan|zie|rung: die; ~; -en <Wirt.>
Kapitalbereitstellung von außen,
durch andere, Ant.: Eigenfinanzie¬
rung; Selbstfinanzierung
frgmd|ge|hen: gehst fremd; ging(e)st
fremd; bist fremdgegangen [ugs.j sei¬
nem Ehepartner untreu sein
Frgmd|hett: die; -; - das Nichtvertraut¬
sein, Anderssein
Fremd|herr|schaft: die; - ; -en (PL s.)
<Pob Herrschaft einer ausländischen
Macht über ein Volk
Fremdjka|piftal: das; -(e)s; - <Wirt.> aus
fremden Mitteln aufgebrachtes Kapi¬
tal eines Unternehmens, Ant.: Eigen¬
kapital
Fremd|kör|pen der; -s; ~ <Med.; Bio.> 1
von außen in einen Organismus ein¬
gedrungene fremde Substanz 2 Per¬
son, die nicht in ihre Umgebung paßt,
die sich von ihr unterscheidet u. nicht
akzeptiert wird
fromd|län|dlsch: Adj. n. stg. einem an¬
deren Land angehörend; ausländisch
404
Friede
Fremdjting: der; -s; -e [veralt.] 1 Nicht¬
einheimischer 2 Unbekannter; Frem¬
der
fremdspr.: Abk. fremdsprachig
Fremd|spra|che: die; -; -n <Sprachwiss.>
Sprache, die man sich nach dem Erst¬
sprachenverb aneignet, Ant.: Mutter¬
sprache
Fremd|spra|chen|korire|spon|dent —*
Fremd|spra|chen|kor|res|pon|dent
der; -en; -en weibl. Fremd[spra|chenj-
kor|rejspon|den|tin -—» Fremd|spraj-
chen|korjres|pon|denttin: die; - ; -nen
Büroangestellte(r) im kaufmänni¬
schen Bereich, der/die für die Korre¬
spondenz in mindestens zwei Fremd¬
sprachen zuständig, ausgebildet ist
fremdsprl.: Abk. fremdsprachlich
Fremdjstoff: der; -(e)s; -e <Med.> Sub¬
stanz, die dem Körper fremd u. für
ihn giftig ist
Fremd|ver|schul|den: das; ~ ; -s Schuld
einer dritten Person an einem Gesche¬
hen
Fremd|wäh|rung: die; - ; -en im Aus¬
land übliches, verwendetes Geld »ln
dem Lokal nahm man keine Fremd¬
währungen an.«
Fremdjwort: das; -(e)s; -Wörter 1
<Sprachwiss.> aus einer anderen Spra¬
che stammendes Wort, das sicn in
Form u. Aussprache noch erkennbar
von den Wörtern der eigenen Sprache
unterscheidet 2 ein Fremdwort für
jmdn. sein; etw. sein, was von jmdm.
nicht zu erwarten ist »Höflichkeit ist
ein Fremdwortfür sie.«
Fremdlwörfteiibuch; das; -{e)s; -buchet
Nachschlagewerk, in dem Bedeutung
u, Aussprache von Wörtern einer an¬
deren Sprachen erklärt werden
fre|ne|tisch: Adj. heftig; wahnsinnig;
überschwenglich
Fre|quen|ta|ti|on: dat.i /frekwentazion/
die; - ; -en 1 häufiges Benutzen 2 [ver¬
alt. J häufiges Aufsuchen eines Ortes
fre|quen|tje|ren: dato /frekwentiren/
frequentierst;frequentiertest; haslfre¬
quentiert [geh.] 1 oft benutzen 2 oft
besuchen
Frequenz: dat.t /frekwenz/ die; - ; -en 1
<Physik> Schwingungszahl von Wel¬
len pro Zeiteinheit »Das Radiopro¬
gramm wird auf einer anderen Fre¬
quenz gesendet.« 2 a) Häufigkeit, die
Besucherzahl betreffend; Anzahl der
Besucher »Es war eine Ausstellung mit
hoher Frequenz.« b) Häufigkeit, die
Verkehrsdichte betreffend »Dies ist
eine Bahnstrecke mit geringer
Frequenz.« 3 <Med.) Häufigkeit eines
Vorganges, einer Tätigkeit »Der Pa¬
tient hat eine hohe Atemfrequenz.«
Fre|quenz|be|reich: /frekwenz-/ der;
~(e)s; -e <Physik> Gruppe von
Schwingungen ähnlicher Art, häufig
aus dem Bereich des Elektromagne¬
tismus
Fre|qugnz|li|ste —» Fre|quenz|lis|te:
/frekwenz-/ die; ~ ; -n 1 a) [Schweiz.]
Anwesenheitsliste von Teilnehmern,
Besuchern b) (Sprachwiss.) Häufig¬
keitsliste verwendeter Wörter in be¬
stimmten Bereichen
Fre|quenzjskajla: /frekwenz-/ die; - ;
-Skalen Maßeinteilung zum Wählen
u. Messen von Frequenzen, z. B. an
Rundfunkgeräten
Fresjke: die; - ; -n auf frischem, noch
feuchtem Putz ausgeführte Malerei,
Syn.: Fresko
Fres|sajli|en: die (PL) [scherzh.] Nah¬
rungsmittel
Fresjse: die; - ; -n [derb] 1 Mund 2 Ge¬
sicht 3 eine groBe Fresse haben, die
Fresse weit aufreiBen: angeberisch,
eingebildet sein 4 jmdm. die Fresse
polieren: jmdn. verprügeln
Fres|sen: das; -s; -1 Nahrung für Tiere
2 ein gefundenes Fressen für jmdn.
sein: von jmdm. erfreut u. begierig
aufgenommen werden
fresjsen: frißt; fraß(es)t; hast gefressen
—>alle Gegenwartsformen mit ss<—
1 a) <Tier> Nahrung aufnehmen; essen
b) <Mensch> (dert>3 mit schlechten Ma¬
nieren essen; schlingen 2 nach u. nach
zerstören »Der Rost frißt mein Auto! •
Das Mißtrauen frißt mich innerlich
(auf).« 3 zum Fressen sein,
aussehen: [ugs.] besonders niedlich,
hübsch sein 4 er wird dich schon
nicht (gleich) fressen: [ugs.] hab
keine Angst, es wird schon nicht so
schlimm werden 5 jmdn. od. etw.
gefressen haben: [ugs.] jmdn. od.
etw. gar nicht mögen 6 jmdn. zum
Fressen gern haben: jmdn. sehr gern
haben
Frefi|napf —> Fress|napf: der; -(e)s;
-näpfe Futtertopf für die Nahrung
der Haustiere
FreBjsack —* Fress|sack: der; -(e)s;
-sacke [ugs.; scherzh.] Person, die sehr
viel ißt
FreB|wel|le —> Fress|wel|le: die; - ; -n
nach großer Enthaltsamkeit einset¬
zendes Bedürfnis nach reichlicher
Nahrung
FreB[werk|zeu]ge —* Fress|werk|zeuj-
ge: die (PL) Körperteile eines In¬
sekts, mit denen es Nahrung auf¬
nimmt, zerkleinert
Frettjchen: das; -s; - kleine, braungelbe
Art des einheimischen Iltis (mit dem
man Kaninchen jagt)
Freulde: die; - ; -n 1 Spaß; Glück;
Hochstimmung; gute Laune 2 mit
Freuden: mit Vergnügen 3 Schaden¬
freude ist die reinste Freude: der
Schaden., das Pech anderer erweckt
besondere Freude 4 in jeder Freude
ist ein Tropfen Wermut: keine Freude
ist ungetrübt
Freuldenlhaus: das; -es; -häuser Bor¬
dell; Haus, in dem Prostituierte ihre
Dienste anbieten
Freuldenlmädlchen: das; -s; - [veralt.]
Prostituierte; Hure
Freu|den|rausch: der; -(e)s; - Glücks¬
taumel
fre<j|den[reich: Adj. voller Freude;
viel(e) Frcude(n) beinhaltend
freu|de|strah|lend: Adj. vor Glück
strahlend, stark lächelnd
freuldio: Adj. glücklich, fröhlich, heiter
gestimmt
Freu|dig|keit: die; ~ ; -en Heiterkeit; Ge¬
fühl des Glücks
freudllos; Adj. n. stg. öde; unglücklich;
völlig trostlos
freuten, sich: freust dich; freutest dich;
hast dich gefreut 1 a) an etw. großes
Vergnügen haben »Ich freute mich
über den Besuch.« b) voller froher Er¬
wartung auf elw. sein »ich freue mich
auf den Urlaub.« 2 freudiges
Ereignis: Geburt eines Kindes 3 das
freuteinen denn ja auch!: [ugs.; iron.]
a) toll, groß ist die Freude wirklich
nicht b) das wird ja auch Zeit! 4 sich
freuen wie ein Schneekönig, Kind:
[ugs.] sich über etw. besonders freuen
Freund: der; -(e)s; -e weibl. Freun|din:
die; - ; -nen 1 a) nahestehende Person,
der man vertraut u. bei der man sich
sicher, geborgen, verstanden fühlt b)
Lebenspartner(in), Ant.: <a> Feind 2
Freund u. Feind: jedermann 3 Freund
Hein: [verhüll.] der Tod 4 kein Freund
von etw. sein: etw. nicht mögen 5
jmdm. freund sein —> jmdm. Freund
sein: jmdm. freundschaftlich gegen¬
überstehen
Freunldeslkreis: der; -es; -e Gruppe von
Menschen, die einander, jmdm. nahe¬
stehen
freundllich: Adj. 1 liebenswürdig; höf¬
lich 2 sonnig (mit wenigen Wolken);
heiter; zum Wohlfühlen geeignet
»Das Wetter war freundlich.«
freundllilcherlweilse: Adv. liebenswür¬
digerweise; aus Wohlwollen
Freund|lich|keit: die; - ; -en nettes,
wohlwollendes Wesen u. Verhalten
Fraund|schaft: die; -; -en gute, enge Be¬
ziehung; herzliche Verbundenheit
zwischen Menschen, die sich gern mö¬
gen u. vertrauen, Ant.: Feindschaft
freundlschaftllich: Adj. herzlich u. in
Freundschaft verbunden
Freundlschaftsldienst: der; ~(e)s; -e
Gefälligkeit aus Freundschaft
Freundlschaftslspiei: das; -(e)s; -e
<Sport> Spiel zweier Mannschaften,
das kein Punktspiel ist u. nicht die
Wertung der Mannschaft in der Spiel¬
klasse beeinflußt
Freund|schaftsjver|trag: der; -(e)s;
-vertrage <Pol.> politische Überein¬
kunft zweier Staaten über deren
freundschaftliche Beziehungen
Fre|vek /frefel/ der; -s; - Verbrechen;
verwerfliche Handlung; Versündi¬
gung gegen eine anerkannte mensch¬
liche od. göttliche Ordnung
freNel: /frefel/ Adj. n. stg. [veralt.} ver¬
werflich; verbrecherisch; böse
frejvel|haft: /frefel-/ Adj. frevelhafter;
frevelhafteste lästerlich; verwerflich;
sündhaft
Frejvel|haf|tig|keit: /frefel-/ die; - ; -en
frevelhaftes Verhalten
Fre{vel|tat: /frefel-/ die; - ; -en verbre¬
cherische Handlung
frevjlejrisch: /freflerisch/ Adj. verbre¬
cherisch
frger.: Abk. fristgerecht
fr. H.: Abk. <Handel> frei Haus
Frftf.: Abk. 1 Freihafen = außerhalb
des Zollgebietes liegender Teil eines
(See-)Hafens 2 Friedhof
frhtl.: Abk. freiheitlich
Friejde: der; -ns; -/Frie|den: der; -s; - 1
Zustand des Ungestörtseins, der Ord¬
nung u. Ruhe, Ant.: Krieg 2 dem
Frieden nicht trauen: von der mo¬
mentanen friedlichen Situation nicht
überzeugt sein, sich nicht auf sie ver¬
lassen 3 um des Heben Friedens
willen: um Streit zu vermeiden; um
Ruhe zu haben 4 Friede, Freude,
Eierkuchen: [ugs.j scheinbar ist alles
in Ordnung S in Frieden lassen: nicht
405
Friedensbedingung
belästigen 6 seinen Frieden mit
jmdm. od. etw. machen: sich mit
jmdm. versöhnen; etw. nicht länger
ablehnen
Friejdens|be|din|gung: die; - ; -en <Pob
Voraussetzung, unter der Frieden ge¬
schlossen wird
Frie]dens)be|we|gung: die; - ; -en <Pol.>
Verein, Gruppe, die sich für den Frie¬
deneinsetzt
Frie]dens|for|schen der; -s; - weibl.
Frig|dens|for|sche|rin: die; - ; -nen
Wissenschaftlerfin), der/die sich mit
den Voraussetzungen u. Bedingungen
für Frieden beschäftigt
Frie]dens|forjschung: die; - ; -en Wis¬
senschaft, die sich mit der Erfor¬
schung der Voraussetzungen für
Krieg u. Frieden befaßt
Frie|dens|ge|spräch: das; -(e)s; -e
<Pob Gespräch zur Sicherung u. Her¬
stellung des Friedens
Frie|dens|in|itia|ti|ve —*• Frie|dens[i]n]i|-
ti|a|ti|ve: die; - ; -n <Pol.> Bewegung,
Einsatz für den Frieden
Frie|dens|kon|fe|renz: die; - ; -en <Pol.>
Sitzung, Tagung, die die Wiederher¬
stellung des Friedens zum Thema hat
u. darüber berät
Frie|dens|misisi|oi): die; - ; -en <Pob
Gesandtschaft, Auftrag zur Vorberei¬
tung des Friedens
Friejdensfno|bel|preis: der; -es; -e Aus¬
zeichnung, die für außergewöhnliche
Leistungen zur Erhaltung des Frie¬
dens in der Welt jährlich vergeben
wird
Frie|dens|pfei|fe: die; - ; -n Pfeife, die
mit Vogelfedern verziert ist u. bei ei¬
nigen Indianerstämmen Nordameri¬
kas zum Zeichen des Friedens ge¬
raucht wurde
Frie|dens|pflicht: die; - ; -en <Wirt.;
Rechtsw.> Pflicht zur Einhaltung des
friedlichen Zustands zur Zeit der Gül¬
tigkeit eines Tarifvertrages
Frie|dens|po[ii|tik: die; - ; - Politik, de¬
ren Ziel die Aufrechterhaltung od.
Wiederherstellung des Friedens ist
Frie|dens|rich|ter: der; -s; - weibl. Frie|-
dens|rich|te[rin: die; • ; -nen 1
Schiedsmann, -frau 2 <meist USA u.
GB> Einzelrichter(in), der/die für klei¬
nere Delikte im Straf- u. Zivilrecht
zuständig ist
Fr[e|dens|schlu0 —> Fiie|dens|-
schluss: der; -Schlusses; -Schlüsse
<Pol.> vertragliche(r) Besiegelung, Ab¬
schluß eines Friedens
Frie|dens|si|che|rung: die; - ; -en (Ma߬
nahme zur) Gewährleistung des Frie¬
dens
Frie|dens|stif|ter: der; -s; - weibl. Frie|-
dens|stif|te|rin: die; - ; -nen Person,
die vermittelnd berät u. sich um die
Wiederherstellung des Friedens be¬
müht
FrieJdens(sym|bol: das; -s; -e Sinnbild,
Zeichen für den Frieden
Frjejdens|tau|be: die; - / -n Taube, die
als Zeichen des Friedens verstanden
wird
Frie|dens[ver|hand|lung: die; - ; -en (m.
PI.) Beratung, deren Ziel es ist, Frie¬
den herzustellen
Frie|dens|verjtrag: der; -(e)s; -vertage
<Pol.> rechtsverbindliche Vereinba¬
rung zur Sicherung des Friedens
fried|ferftig: Adj. friedliebend; freund¬
lich; milde
Friedihoh der; -(e)s; -höfe Begräbnis¬
stätte (in der Erdbestattungen statt¬
finden)
Fried|hofs(gärt|ne|rei: die; - ; -en a)
Gärtnerei, die z. T. für die Pflege der
Gräber u. die der gesamten Fried¬
hofsanlage zuständig ist b) Gärtnerei
neben einem, am Eingang eines
Friedhofes
Fried|hofs|ka|pol|le: die; ~ ; -n kleine
Kirche, Kapelle in der Nähe des, auf
dem Friedhofsgelände(s), in der meist
die Gedenkgottesdienste, Andachten
für die Verstorbenen stattfinden
Fried|hofs|ru|he: die; - ; - 1 Ruhe, die
auf einem Friedhof herrscht 2 Stille,
die jmd. als unangenehm empfindet
friedlich: Adj. 1 ohne kriegerische
Handlungen 2 in ruhiger Weise, stil¬
lem Zustand
Frjed|lich|keit: die; - ; -en das Gewalt¬
lossein, Friedfertigsein
fried]los: Adj. n. stg. innerlich unruhig
friedjsam: Adj. [geh.] friedlich; friedfer¬
tig; verträglich
Fried{sam|keit: die; - ; -en [geh.] das
Friedsamsein; friedsame Handlung
fried|voll: Adj. voll inneren Friedens; ge¬
lassen
frie|ren: frierst; fror (e) st; hast/ist gefro¬
ren 1 hast a) körperlich starke Kälte
empfinden, weil die Temperatur nied¬
rig ist »Es ist kalt, ich friere!« b) see¬
lisch starke Kälte empfinden, weil
jmd. sehr hart u. verletzend ist 2 ist zu
Eis werden (wenn die Temperatur
entsprechend tief, unter 0 C gesunken
ist) »Das Wasser ist gefroren.« 3 frie¬
ren wie ein Schneider, (junger) Hund:
[ugs.] sehr frieren
Fries: der; -es; -e flauschiger Stoff aus
od. mit Wolle
Fries: der; -es; -e Wanddekoration, die
aus plastischen Verzierungen besteht
fries.: Abk. friesisch
Frje|sen|nerz: der; -es; -e [ugs.; scherzh.]
wasserfeste, gummierte (gelbe) Jacke
fri|gid/frijgi]de: dato Adj. n. stg. <Frau>
innerlich kühl; keine Gefühle zeigend;
sexuell gleichgültig
Fri|gi|di|t§t: die; - ; -en sexuelle Gleich¬
gültigkeit der Frau; innere Kühle
Fri|ka|del|ie: <lat.-fr.-niederlo die; ~ ; -n
gehacktes, rundlich geformtes, gebra¬
tenes Fleisch
Frilkaslsee: </r.> /frikassg/ das; -s; -s
Ragout aus kleingeschnittenem
Fleisch u. Sauce
fri(kas|sje|ren: frikassierst; frikassier-
test; hast frikassiert Zutaten zu Fri-
kasse verarbeiten; kleinschneiden
Fri|ka|tiv: dato /frikatif/ der; -s; -e
jfrikatiwej (Sprachwiss.! Spirans; Rei¬
belaut
Frik|ti|on: dato /frikzion/ die; ~ ; -en 1
(Wirt.! Verzögerung des sofortigen
Wiederherstellens des Gleichgewichts
zwischen Angebot u. Nachfrage 2
<Med.> Einreibung od. Massage 3
<Technik> Reibung zwischen zwei
Körpern, die gegeneinander zur
Übertragung von Kräften n. Dreh¬
momenten bewegt werden 4 [geh.] im
Zusammenleben entstehende Reibun¬
gen od. Unstimmigkeiten
Fris|bee: cenglo /frißbi/ das; - ; -s
<Sport> runde, flugfähige Plastikschei¬
be
frisch: Adj. frischer; frischeste 1 a) (Le¬
bensmittel! gerade hergestellt, geern¬
tet, zubereitet; nicht verwelkt od. alt
»Der Salat ist ganz frisch.« b) noch
nicht benutzt, verbraucht c) vor kur¬
zer Zeit; neu »Der Zaun ist frisch
gestrichen.« 2 ausgeruht; nicht mehr
müde »Auf dem Drei-Tage-Ritl beka¬
men sie auf halber Strecke frische
Pferde.« 3 schmutzfrei »Sie hat für
den Besuch extra frische Handtücher
hingelegt.« 4 gutes Aussehen, gutes
körperliches Befinden erkennen las¬
send »Du siehst frisch aus, hattest du
Urlaub?« 5 nicht sehr warm; kühl
»Obwohl die Sorme scheint, ist es noch
sehr frisch draußen.« 6 nicht mehr
ganz frisch (unterm Pony) sein: [ugs.]
nicht mehr ganz normal, leicht ver¬
rückt sein 7 frisch gewagt ist halb
gewonnen: schnelles Zupacken ist
wichtig für den Erfolg
Frisch|blut das; -(e)s; - u. (Med.! -e
(Med.! Blut, das einem Blutspender
erst vor kurzem entnommen wurde
frisch|ge|backen —» frisch ge|backen:
Adj. n. stg. (übertr.! [ugs.] noch sehr
neu; eben erst entstanden »Noch am
Hochzeitstag trat das frischgebackene
Paar die Hochzeitsreise an.«
Frisch|gejwicht: das; (e)s; -e Gewicht
eines Produktes beim Abpacken in
frischem Zustand; Gewichtsangabe
vor Gewichtsverlust durch Austrock¬
nen od. anderem Bestandsverlust
Frisch|hal)tejbeu|tel: der;-s; - (Plastik-)
Beutel, der zum Frischhalten u. Auf¬
bewahren von Lebensmitteln dient
Frisch|hal|te|packung (Frisch[haltte|-
pakfkung —» Fn>ch|hal|te|pa[-
ckung): die; - ; -en vom Fabrikanten
für verderbliche Produkte verwende¬
tes, frischhaltendes Verpackungsma¬
terial
Frisch|kä|se: der; -s; • weißer Käse, der
aus Sauermilch hergestellt wird u.
noch nicht gereift ist
Frisch|kost: die; - ; - Nahrung, die
hauptsächlich aus frischem Obst u.
Gemüse besteht
Frjsch|iing: der; -fe)s; -e 1 (Tier! junges
Wildschwein, nicht älter als ein Jahr 2
[scherzh.] neues, unerfahrenes Mit¬
glied in einer Gruppe
Frisch|luft: die; - ; - (Technik! sauer¬
stoffreiche, noch nicht verbrauchte
Luft
Frisch|milch: die; - ; - Milch, die erst
kürzlich gemolken wurde u. ohne
Konservierungsstoffe ist
Frisch|was|sert das; -s; -1 sauberes, un¬
verbrauchtes Wasser 2 Süßwasser (im
Unterschied zum salzhaltigen Meer¬
wasser)
Frisch|zel|le: die; - ; -n (Med.! noch le¬
bende Zelle, die aus einem größeren
Zellverband entnommen wurde; aus
Organen von Föten od. Jungtieren
gewonnene Zelle
Frisch[zel|len|be|handjlung: die; - ; -en
(Med.! Therapie, bei der Frischzellen
enthaltende Präparate injiziert wer¬
den
Fri|seur/Fri|sör: <fro /frisör/ der; -s; -e
weibl. Fritoeulse/Frilsölse/Friteölrin:
406
Frontmotor
die; ~ ; Friseusen/Frisösen/Friseurin-
nen Fachmann/Fachfrau für Haar¬
pflege u. -gestaltung
fri|sie|ran: </r.> frisierst; frisiertest; hast
frisiert 1 eine Frisur machen; Haare
kämmen 2 [ugs.] etw. vorsätzlich ver¬
ändern; manipulieren »Das Motorrad
ist frisiert.«
Fri|sigr($a|lon: der; -s; -s Arbeitsplatz ei¬
nes Friseurs, einer Friseuse, Syn.: Fri¬
seursalon; Haarstudio
Frist; die; ~ ; -en a) festgelegter Zeit¬
raum, nach dessen Ablauf etw. ge¬
schehen sein muß b) bestimmter Zeit¬
punkt c) kurzer, begrenzter Aufschub
eines vereinbarten Termins
Frist|ab|lauf: der; -fe)s; -ablaufe Ver¬
streichen einer bestimmten festgeleg¬
ten Zeitspanne
fristen —> fns|ten: fristest; fristetest;
hast gefristet 1 sich darum bemühen,
etw. aufrechtzuerhalten; mühsam
eine Zeit fiberbrücken 2 [selten] einen
Termin hinausschieben; eine Frist,
Fristverlängerung gewähren 3 sein
Dasein fristen; kümmerlich leben
Fri|sten|lö|sung —» Fris]ten|lö|sung:
die; - ; -en (Rechtsw.) gesetzliche Re¬
gelung für Schwangerschaftsabbrü-
che, die besagt, daß eine Abtreibung
innerhalb eines gewissen Zeitraums
legal ist
fristjgejrecht: Adj. n. stg. genau zum
festgelegten Zeitpunkt; innerhalb des
vereinbarten Zeitraumes
Frijstigjkeit —> Fris(tig|keifc die; ~ ; -en
<Bankw.> Zeitspanne, für die ein
Geldbetrag fest angelegt ist »Die
Bank bot Kredite mit unterschiedlicher
Fristigkeit an.«
fristjlos: Adj. n. stg. sofortig; ohne Ge¬
währung einer Frist »Völlig unerwar¬
tet erhielt er eine fristlose Kündigung.«
Fristlüberjschreijtung —» Fristju|ber|-
scnreijtung; die; -; -en Überziehung
einer festgesetzten Frist
Frist)ver)län|ge|rung: die; - ; -en zusätz¬
lich zu einer vereinbarten Zeitspanne
gewährte Zeit
Frist)wah|rung: die; ~ ; -en Einhaltung
eines vereinbarten Zeitraumes/Zeit-
punktes
Frijsur. die; ~ ; -en 1 Haartracht; Art,
wie eine Person ihr Haar trägt 2 das
Umarbeiten eines Motors, um ihn
schneller zu machen 3 gekräuselte
Borte an Kleidung (z. B. Rüschen)
Frilteulse —* Fritlteulse: </r.> /fritöse/
die; -; -n Elektrogerät zum Backen in
heißem Fett
fri|tje|ren —* frit|tie|ren; <lat.-fr.> fri¬
tierst; fritiertest; hast fritiert —> im¬
mer mit ttf— in heißem Öl braten
Frit[tg[te: die; ~ ; -n (m. PI.) [österr.)
Teigstreifen aus Pfannekuchenteig
(als Suppeneinlage)
Frit|te: die; ~ ; -n 1 durch Fritieren ge¬
wonnene Speise 2 n. Fl. [ugs.] Pom¬
mes frites
—* Frit|teu|se; s. Friteuse
—» frit|tie|ren; s. fritieren
Fri(tij|re —* Frit|tü|re: </r.> die; - ; -n 1
Friteuse; Gerät zum Fritieren 2 hei¬
ßes Fett, mit dem fritiert wird 3 Spei¬
se, die fritiert wurde
fri|vol: dat.-it.-fia /friwol/ Adj. a) nach¬
lässig; sorglos b) (moralisch) scham¬
los; frech
Fri|vo|ti[tat: /friwolität/ die; - ; -en 1 a)
Schamlosigkeit; Verhalten, das nicht
sittlich od. moralisch ist b) unmorali¬
sche od. unsittliche Äußerung 2 a) un¬
überlegtes Verhalten b) unüberlegte,
unbekümmerte Äußerung 3 PI. in
Handarbeit hergestellte Spitze
Frk.: Abk. Frankreich
Frl,:Abk. Fräulein
frnhd.: Abk. <Sprachwiss.> frühneu¬
hochdeutsch (= Entwicklungsstufe
der deutschen Sprache zwischen etwa
1500 u. 1650)
froh: Adj. froher; froh(e)ste t a) erfreut;
heiter b) Freude bringend; freudig
stimmend 2 erleichtert »Er ist froh,
die schwierige Arbeit geschafft zu ha¬
ben.«
—» froh geHaunfc s. frohgelaunt
> froh gejstimmt: s. frohgestimmt
froh|ge|launt —* froh gellaunt; Adj. fro¬
her gelaunt; am frohfejsten gelaunt in
guter Stimmung
üoh|ge|mufc Adj. fohgemuter; frohge¬
muteste zuversichtlich; heiter
frgh|ge|stimmt —» froh ge|stmunk
Adj. froher gestimmt; am frohfejsten
gestimmt fröhlich; gut gelaunt
fröhlich: Adj. 1 a) von froher, heiterer
Art b) lustig; in guter Stimmung »Es
war eine fröhliche Gesellschaft.« c)
(abwert.] unbedacht; rücksichtslos
»Er drängelte sich fröhlich bis an die
Spitze vor.« 2 froh machend
Fröh|lich|keit: die; - ; - fröhliches We¬
sen; fröhliches Verhalten
froh|lockert (froh|lok|ken —> froh|lo|-
cken): frohlockst; frohlocktest; hast
frohlockt innerlich od. nach außen er¬
kennbar über etw., einen Erfolg Freu¬
de empfinden
Froh|na(tur. die; - ; -en Mensch mit hei¬
terem Wesen
Froh|sinn: der; -s; - heitere Ausgegli¬
chenheit; frohes Wesen
fromm: Adj. frommer(frömmer; frortrn-
ste/frömmste 1 sehr gläubig; Gottes
Gesetzen u. denen der Kirche folgend
2 fügsam; brav
From|me: der; -n; - fveralt.] 1 Nutzen 2
zu Nutz u. Fromm« sein: nützlich sein
From|me: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Frommer; eine
Fromme; zwei Fromme) (Religion)
gläubige Person
Fröm|me|lei: die; - ; -en [abwert.]
a) scheinheiliges, oberflächliches
Frommsein b) scheinheiliges Verhal¬
ten
frgmjmeln:frömmelst; frömmeltest; hast
gefrömmelt scheinheilig tun; übertrie¬
ben fromm sein
Fromm|heft: die; - ; - Gläubigkeit;
Frömmigkeit
Fiüm|mig|keit: die; ~ ; -en Einstellung,
Verhalten voller Verehrung für Gott
Fron: die; - ; - <hist.> Dienstleistung, die
in körperlicher Arbeit bestand
Fron: der; -en; -en u. -e [veralt.] Ge¬
richtsdiener
Fran|ar]beifc die; - ; -en <hisD vom
Lehnsherrn auferlegte harte Arbeit
fron|den: frondest; frondetest; hast ge-
frondet t [veralt.] Fronarbeit leisten 2
schwere, als Zwang empfundene Ar¬
beit leisten .
Frontdienst: der; -fe)s; -e <hist.> Arbeit
der Leibeigenen für ihren Herrn
fro|nen: fronst; frontest; hast gefront 1
Fronarbeit leisten 2 anstrengende, als
Last od. Strafe empfundene Arbeit
verrichten
frö|nen: frönst; fröntest; hast gefrönt ei¬
ner Leidenschaft verfallen sein; sich
einer Fähigkeit od. Sache voll u. ganz
hingeben
Fron|hof: der; - fe)s; -höfe <hist.> Herr-
scbaftshof, auf dem Frondienst gelei¬
stet wurde
Fron|leichjnam: der; -fe)s; - (meist o.
Art. gebraucht) (Religion) katholi¬
scher Festtag zum Gedenken an die
Eucharistie
Frpn|lelch|nams|pro|zes|si|on: die; - ;
-en (Religion) katholische Prozession
am Fronleichnamsfest
Front: <lat.fi.> die; - ; -en 1 (Milit.) vor¬
derste Gefechtslinie der kämpfenden
Truppen »Mein Mann ist an der Front
gefallen.« 2 Vorderseite; dem Be¬
trachter zugewandte Seite » Wir haben
die Front des Hauses neu gestrichen.«
3 organisierte Einheit »Die Demon¬
stranten bildeten eine Front gegen die
Polizei.« 4 (Sport) vorderste Position,
Spitze »Die Schwimmerin ging gleich
nach dem Start in Front.« 5 (Meteo¬
rologie) Grenze zwischen unter¬
schiedlichen. Luftmassen »Kaltfronten
ziehen über Deutschland nach Öster¬
reich hinweg.« 6 Front gegen jmdn.
od. etw. machen: gegen jmdn. od.
etw. in Opposition gehen »Sie schlos¬
sen sich zusammen u. machten Front
gegen die Werksleitung.«
fron|tal: dato Adj. n. stg. a) von vorn
kommend; von vom gesehen b) nach
vom gerichtet »Der Angriff erfolgte
frontal.«
Fron)ta|li|tät: die; - ; -en (hist.; Kunst)
Gesetzmäßigkeit der archaischen
Kunst, menschliche Körper immer
frontal, von vorne darzustellen
Fron|tal|un|ter|richt: der; ~(e)s; - Schul¬
unterricht, bei dem die Schulbänke so
angeordnet sind, daß alle Schüler auf
den Lehrer sehen, der vor der Klasse
steht u. Stoff vorträgt
Fron[tal|zu|sam|menjstoB: der; -es; -sto¬
ße Zusammenprall zweier aufeinan¬
der zufahrender Fahrzeuge
Frpnt|an|trieb: der; -(e)s; - (Technik)
Vorderradantrieb bei Kraftfahrzeu¬
gen
Front|be|richt: der; -(e)s; -e Meldung
über die Lage an der militärischen
Front
Front|brei|te: die; - ; -n 1 vordere Breite
eines Gebäudes 2 (Milit.) Ausdeh¬
nung der kämpfenden Truppen über
eine bestimmte Strecke
Frontdienst: der; -(e)s; -e (Milit.) Mili¬
tärdienst bei der kämpfenden Truppe
im Krieg
front|dienstttaug|lich: Adj. n. stg. (Mi¬
lit.) für gesund u. stark genug befun¬
den, tun Frontdienst zu leisten
Front|g<e|bel: der; -s; - vorderer Giebel
eines Gebäudes (zur Straße hin)
Front|li{nie: die; • : -n Verlauf der
Kampflinie
Front|mo|tor: der; -s; -en (Technik) Mo¬
tor, der über der Vorderachse eines
Kraftfahrzeugs gelagert ist
407
Frontschwein
Frontjschwein: das; -(e)s; -e [Jargon]
Soldat, der in der Kampflinie Dienst
tut
Front|sol|dat: der; -en; -en weibl. Frontj-
sol|da|tin: die; - ; -nen Soldaten), der/
die in der vorderen Kampflinie Dienst
tut
Front|stel|lung: die; • ; -en 1 <Müit.> mi¬
litärischer Standpunkt an der Front 2
<übertr.> ablehnende Haltung 3
<Sport> Aufstellung in frontaler Hal¬
tung
Front|tür. die; -; -en Tür an der Vorder¬
seite (insbesondere eines Gebäudes)
Frontlveijlauf: der; -(e)s; -verlaufe <Mi-
lit.> Orts- u. Richtungsbeschreibung
der Kampflinie
Frorrt|wech|sei: der; -s; -1a) Änderung
der Frontlinie b) [iron.] das Überlau¬
fen zur gegnerischen Seite (im Krieg)
2 «übertr.» Änderung der Einstellung,
der Meinung
Front|zahn: der; -fe)s; -zähne <Anat.>
sichtbarer Zahn des Ober- u. Unter¬
kiefers; Schneide- u. Eckzahn
Frosch: der; -fe)s; Frösche 1 zur Fami¬
lie der Lurche gehörendes kleines,
schwanzloses Tier von grüner od.
brauner Farbe, das in od. in der Nähe
von Gewässern lebt, laute Quaklaute
von sich gibt u. sich in großen Sprün-
fen od. schwimmend fortbewegt 2
urz für Knallfrosch = kleiner Feuer¬
werkskörper »Die Kinder warfen
Knallfrösche, u. es gab einen großen
Lärm.« 3 <Musik> abschraubbarer
Griff am Streicherbogen 4 Endsteg
am Webstuhl 5 <Sport; Eishockey)
Teil des Torwarthandschuhs, der
Daumen u. Zeigefinger miteinander
verbindet 6 «Archit.» einen Balken
stützendes Teil 7 sei kein Frosch:
[ugs.] Stell dich nicht so an! 8 einen
Frosch im Hals, in der Kehle haben:
[ugs.] sich häufig räuspern müssen u.
deshalb nicht richtig sprechen kön¬
nen
Frosch|au|ge: das; -s; -n 1 Auge eines
Frosches 2 [ugs.j nicht in die Karosse¬
rie integrierter, sondern aufgesetzter
Scheinwerfer beim Auto
Froschjlaich: der; -fe)s; - Eier des
Frosches (1), die in großen Mengen
am Uferrand eines Gewässers abge¬
legtwerden
Froschjmann: der; -(e)s; -männer [ugs.]
Taucher mit spezieller Ausbildung,
Ausrüstung u. speziellem Auftrag,
häufig für militärische Zwecke od. in
Rettungsarbeiten eingesetzt
Frosch|maul: das; -(e)s; -mäuler 1
Maul eines Frosches 2 <Archit.>
Dachfenster in der Form eines Kreis¬
segmentes od. von ähnlich geschwun¬
gener Form
Fro3Ch|peiiapek(ti|ve —» Frosch|pers|-
pek|ti|ve: die; - ; - Bild, Betrachtung,
Sichtweise eines Gegenstandes von
unten
Frosch|schen|kel: der; -s; - a) Hinter¬
bein eines Frosches b) <Kochk.> ent¬
häutete, gebratene Hinterkeule be¬
stimmter Froscharten (wird als deli¬
kate Vorspeise geschätzt)
Frost: der; -(e)s; Fröste (PI. s.J 1 Tem¬
peratur unter dem Gefrierpunkt
(0 °C) 2 Kälteempfindung
frost|an(fäl|lig: Adj. durch Frost leicht
geschädigt werdend
frost|bejstän|dig: Adj. n. stg. unemp¬
findlich gegenüber Frost
Frost|beujte: die; - ; -n <Med.> durch
Kälte verursachte schmerzhafte
Schwellung an Händen od. Füßen
Frgst|brand: der; -(e)s; - <Med.> Abster¬
ben von Körpergewebe nach hoch¬
gradigen Erfrierungen
Frost|ein|bruch: der; -fe)s; -einbrüche
plötzliches starkes Absinken der
Temperatur bis in den Frostbereich
frö|ste|lig —> frös|te|lig: Adj. a) unange¬
nehm kühl »Der Abend war fröstelig.«
b) frierend; Kälte empfindend
fröjsteln —»• frös|tetn: fröstelst; fröstel¬
test; hast gefröstelt ein wenig frieren
frost|empjfind|lich: Adj. auf Frost nega¬
tiv reagierend; durch Frost leicht be¬
einflußbar zu beeinträchtigen
frost)froi: Adj. n. stg. ohne Frost »Die
Nacht war kühl, aberfrostfrei.«
Frpst]ge|fahr: die; - ; - Möglichkeit od.
Wahrscheinlichkeit des Auftretens
von Frost
frostfge)fährjdet: Adj. n. stg. möglicher¬
weise durch Frost zu beeinträchtigen
<rost|ge|3chützt: Adj. n. stg. unemp¬
findlich gemacht gegenüber Frost;
bewahrt vor Frosteinwirkung
Frpst|gren|ze: die; - ; -n zwischen einer
frostfreien u. einer durch Frost be¬
troffenen Region verlaufende Grenz¬
linie
frost|hart: Adj. n. stg. durch Frost nicht
"negativ beeinflußbar; resistent gegen¬
über Frost
fro|stig —=► frgsttig: Adj. 1 a) eisig; sehr
kalt »Die Nacht war frostig.« b) stark
frierend; große Kälte empfindend 2
<Verhalten> unfreundlich, reserviert u.
abweisend
Frojstigjkeit—* Fros|tig|keit: die; - ; -1
frostige Witterung 2 frostiges Wesen;
frostiges Verhalten
frost)klar: Adj. n. stg. <Wetter> sehr kalt
u. wolkenlos; winterlich klar u. kalt
frost|kiirjrend: Adj. n. stg. eisig; sehr
kalt
Frost|iuft: die; - ; - kalte, reine Luft
Frostjnacbte die; - ; -nächte Nacht, in
der die Temperatur unter dem Ge¬
frierpunkt liegt
Frpst|scha|den: der; -s; -Schäden Scha¬
den, der durch Frosteinwirkung ent¬
standen ist
Frostfschutz: der; -es; - Bewahrung vor
Frosteinwirkungen
Frost|schutz|mrt|tel: das; -s; - Sub¬
stanz, die bei Hinzufügen zu einem
anderen Stoff dessen Gefrierpunkt
herabsetzt u. so dessen Gefrieren ver¬
hindert
Frpst|span|ner der; -s; ~ <Zoo!.> Falter,
der seine Eier bei einsetzendem Frost
an Obstbäumen ablegt u. dessen im
Frühjahr schlüpfende Raupen den
Bäumen große Schäden zufügen
Frgst|wetjt«r. das; -s; - Witterung, die
durch anhaltenden Frost gekenn¬
zeichnet ist
Frot|tee/[österr.] Frotjtd: </r.> das u. der;
- u. -s; -s Baumwollgewebe mit ange¬
rauhter Oberfläche, das besonders
gut Feuchtigkeit aufnimmt u. daher
für Bademäntel u. Handtücher ver¬
wendet wird
Frot|tee|gam: das; -fe)s; -e Schlaufen
aufweisendes Garn
Frot|tier|ge|we|be: das; -s; - Gewebe
mit maschenartigen Schlingen, das,
da es besonders gut Feuchtigkeit auf¬
nimmt, für Handtücher u. Bademän¬
tel verwendet wird
Frotjtierftuch: das; -(e)s; -tücher (grö¬
ßeres) Handtuch aus Frottiergewebe
Frotjze|lei: die; - ; -en [ugs.] 1 fortwäh¬
rendes Necken mit anzüglichen Be¬
merkungen 2 neckende, hänselnde
Bemerkung
frotjzeln: frotzelst; frotzeltest; hast ge¬
frotzelt [ugs.] jmdn. necken; sich über
jmdn. od. etw. lustigmachen
frsti.: Abk. fürstlich
Frucht: die; - ; Früchte 1 a) an Bäumen
u. Sträuchem wachsendes pflanzli¬
ches Produkt, das aus Samen u. ihrer
Umhüllung besteht b) [veralt.] Getrei¬
de, Kartoffeln u. alle Feldfrüchte 2
Ergebnis; Resultat 3 sich in der Mut¬
ter entwickelndes Lebewesen 4 ver¬
botene Früchte: verlockende, aber
verbotene Genüsse 5 Früchte tragen:
Erfolg haben
Frucht|an|satz: der; -es; -ansälze nach
der Blüte soeben erkennbare Frucht¬
entwicklung
frucht|bar: Adj. 1 a) <Bot.> ertragreich;
viele Früchte hervorbringend b) viele
Nachkommen habend 2 «übertr.» er¬
folgreich; nützlich
Frucirtlbarjkeit: die; - : - a) Fruchtbar¬
sein des Bodens, der Menschen b)
<übertr.> Fruchtbarsein des menschli¬
chen Verhaltens
Frucht|bar|keits|kult: der; -(e)s;-e Re¬
ligion» in verschiedenen Kulturen an¬
zutreffende religiöse Verehrung der
Fruchtbarkeit u. der für sie stehenden
Symbole
Frucht|bla|se: die; • ; -n <Med.> den Em¬
bryo einschließiende, mit Fruchtwas¬
ser gefüllte Organhülle; aus Eihäuten
gebildeter Sack, der Frucht u. Frucht¬
wasser umschließt
Fruchtblatt: das; -(e)s; -blätter <Bot.>
aus einem Blatt hervorgegangenes
Organ, auf dem sich die Samenanla¬
gen bilden
Früch|te|brot: das; -(e)s; -e Kuchenbrot
mit verschiedenen Trockenfrüchten
Frucht|ein|waage: die; - ; -n Gewicht
der Früchte in einer Dose, Packung
fnich|ten: fruchtet; fruchtete; hat ge¬
fruchtet helfen; Wirkung, Erfolg zei¬
gen
Fruchtfleisch: das; -fe)s; - eßbare
Hülle um den Stein, die Kerne einer
Frucht
Fruchtjfol|ge: die; ~ ; -n «Landwirt.»
wechselnde Anpflanzung von Früch¬
ten auf einer Nutzfläche
Frucht|ge|schmack: der; -fe)s; - Ge¬
schmack nach Früchten od. Frucht¬
aromen
Frucht|gum|mi: das; -s; -s Gummibon¬
bon, das nach Frucht schmeckt
fruch[tig: Adj. nach Früchten schmek-
kend, riechend; aromatisch
Frucht|!o|ghurt—» auch Fnicht|jo|guit:
der; -s; -e Joghurt mit Fruchtanteil
fruchtlos: Adj. n. stg. 1 [selten] keine
Früchte tragend »Der Kirschbaum
blieb über lange Jahre fruchtlos.« 2
408
Frühsommer
<öbertr.> erfolglos; vergeblich »Gib
diese fruchtlosen Bemühungen auf!«
Frucht|lo|sig|keit.- die; - ; - Vergeblich¬
keit; Erfolgslosigkeit
Fruchtmark: das; -(e)s; - fleischiger
Teil einer Frucht
Frucht)pres|se: die; - ; -n Gerät zum
Entsaften einer Frucht
frucht] reich: Adj. a) viele Früchte her¬
vorbringend b) <übertr.> viel Erfolg
habend
Frucht|saft: der; -(e)s; -e Saft, der aus
Füchten gepreßt wird
Frucht|saft|ge|tränk: das; -(e)s; -e un¬
ter Zusatz von Fruchtsaft hergestell¬
tes, erfrischendes Getränk
Fnjcht(säu|re: die; - ; -n in Früchten
vorkommende Säure (z. B. Zitronen¬
säure, Weinsäure)
Frucht!was]ser das; -s; - <Med.> Flüs¬
sigkeit, die den Embryo in der
Fruchtblase umgibt 1
Fruchtwein: der; ~(e)s; -e Obstwein;
Wein, der durch Vergärung von
Früchten hergestellt wird ,
Fruchtzucker (Frjicht|zuk]ker —»
Frucht|zu|ckei): der; -s; - im Saft von
(süßen) Früchten enthaltener Zucker,
Syn.: [fremdsprlj Fructose
Fnic|tp)se/Fruklto|se: dat.t die; - ; -
Fruchtzucker
fru|ga): dato Adj. einfach; anspruchslos;
schlicht im Hinblick auf die Lebens¬
weise
Fru|gajti|tät: dato die; - ; - Einfachheit,
Mäßigung der Lebensweise
früh: I Adj. früher; früheste a) zu Beginn
eines bestimmten Zeitraumes »Ich
komme früh u. helfe dir bei den
Vorbereitungen.« b) vor dem norma¬
len, üblichen Zeitpunkt liegend »Ein
früher Tod setzte seinem Schaffen ein
Ende.« 11 Adv. 1 am Morgen »Gestern
früh habe ich verschlafen.« 2 von früh
bis spät: ununterbrochen; den gan¬
zen Tag lang »Ich war von früh bis spät
auf den Beinen.« 3 früher od. später:
bestimmt irgendwann einmal »Früher
od. spater wirst du froh sein über die¬
sen Entschluß.«
—» früh ver|stor|ben: s. frühverstorben
früh|auf: Adv. in der Wendung von
frühäuf: von frühester Kindheit an
» Von frühauf hatte er sich einschrän¬
ken müssen.«
Frijh|aufjste|her: der; -s; - weibl. FrfihJ-
auflste(he|rin: die; - ; -neu Person, die
in der Regel früh am Tag aufsteht
Früh|beet: das; -(e)s; -e besonders ge¬
schütztes Beet, in dem vor der eigent¬
lichen Pflanz- u. Reifezeit junge
Pflanzen gezogen werden
Früh|be|ga|bung: die; - ; -en 1 Bega¬
bung zu etw., die früh erkennbar wird
2 Person, deren Begabung früh er¬
kennbarwird
früh|christ)lich: Adj. n. stg. <Religion>
aus dem Beginn des Christentums
stammend; das frühe Christentum be¬
treffend
Früh|dia)gno|se —* Früh|di(a|g|no|se:
die; -; -n <Med.> das Feststellen u. Be¬
urteilen einer Krankheit in einem frü¬
hen Stadium
Früh|dienst: der; -(e)s; -e Arbeit, die in
den ersten Vormittagsstunden, Mor¬
genstunden beginnt
Frü|h«: die: - ; - Beginn eines Zeitab¬
schnitts, insbesondere die ersten
Stunden nach Sonnenaufgang
frü|her: I Adj. Komparativ von >früh< zei¬
tiger; älter; in vergangener Zeit lie¬
gend »Das ist eine frühere Auflage des
Buches. • Ich konnte keinen früheren
Termin bekommen.« II Adv. 1 damals;
ehemals »Früher war alles viel billi¬
ger.« 2 eher; vor einem festgelegten
bestimmten Zeitpunkt liegend »Kom¬
me bitte früher als um 20.00 Uhr!«
Früh|erjken|nung: die; - ; -en uneist Me¬
dizin.» zeitige Erkennung einer Verän¬
derung, insbesondere einer krankhaf¬
ten Veränderung
frü)he]stens —> frü|hes|tens: Adv.
nicht bevor; nicht eher als; bezeichnet
den Zeitpunkt, von dem an etw. ein¬
treten kann
frü(hest|mög|lich: Adj. n. stg. zum frü¬
hesten Zeitpunkt realisierbar; so bald
wie möglich
Früh|form: die; - ; -en zeitlich zuerst
auftretende Form während einer Ent¬
wicklung
Früh|ge|burt: die; - ; -en a) <Med.> vor¬
zeitige Geburt eines lebensfähigen
Kindes (beim Menschen in der Zeit
zwischen der 28. u. der 37. Schwan¬
gerschaftswoche) b) zu früh gebore¬
nes Baby od. Säugetier
Früh|ge[müjse: das; -s; - erstes frisches
Gemüse im Frühjahr
Früh|ge[schichjte: die; - ; - 1 die im
Rahmen der Erdgeschichte auf die
Vorgeschichte folgende Epoche 2 in¬
nerhalb einer speziellen Entwick¬
lungsgeschichte frühester Zeitab¬
schnitt
Früh|got|tes|dienst: der; -(e)s; -e <Reli¬
gion> erster Gottesdienst am Morgen
Fiüh|gym|na|stik —» Früh|gym|nas|tik:
die; - ; - Gymnastik am Morgen, die
der körperlichen Aktivierung für den
Tag dient
frühlinivallid/frühlinjvallilde: Adj. n. stg.
vorzeitig arbeitsunfähig durch
Krankheit
Früh|in|va|lijdi|tät- die; - ; -en aus ge¬
sundheitlichen Gründen früh eintre¬
tende Arbeitsunfähigkeit
Frühliahn das; -(e)s; -e eine der vier
Jahreszeiten; das erste Jahresquartal
nach dem Winter; Zeit zwischen Win¬
ter u. Sommer, Syn.: Frühling; [poet.J
Lenz
Früh|jahrs|be|stel|lung: die; - ; -en im
Frühjahr vorgenommene Bearbei¬
tung der Felder
Früh|iahrs|blü|her: der; -s; - Pflanze,
die im Frühjahr blüht
Früh|jahrs|kol|lek|ti[on: die; - ; -en das
gesamte Angebot an Kleidung für die
Frühjahrssaison (eines Designers,
Modehauses)
Früh|jahrs|mii|dig|keit: die; - ; - Nach¬
lassen der Leistungsfähigkeit im
Frühjahr
Fr$fhjjahrs(putz: der; -es; - besonders
gründliche Reinigung der Wohnung
zu Anfang des Jahres
Früh|ka|pi(ta|!is|nnus: der; ~ ; - <hist.;
Wirt.> Anfangsphase des Kapitalis¬
mus
Früh|kaijtof|fel: die; - ; -n Kartoffel ei¬
ner frühreifen Sorte
früh{kind|lich: Adj. n. stg. in der frühen
Kindheit stattfindend; die frühe
Kindheit betreffend
Früh|kon|zert: das; ~(e)s; -e Musikver¬
anstaltung am V ormittag
Früh|kuljtur. die; - ; -en 1 Anfang einer
Kulturepoche 2 <Landwirt.> Anbau u.
Ernte landwirtschaftlicher Produkte
vor der üblichen Zeit durch Einsatz
von Witterungsschutz
Früh|l(ng: der; -s; -e eine der vier Jahres¬
zeiten; erstes Jahresquartal nach dem
Winter; Zeit zwischen Winter u. Som¬
mer, Syn.: Frühjahr; (poet.] Lenz
FrUh|lings]an|fang: der; -(e)s; -anfänge
Beginn des Frühlings »Kalendarischer
Frühlingsanfang ist auf der Nordhalb¬
kugel der 21. März.«
Frühi|lings|blu|me: die; - ; -n im Früh¬
ling blühende Blume, Pflanze
Früb|lings|ge[fühl: das; -(e)s; -e 1 heite¬
re, gelöste Empfindung, wie sie die
beginnende wärmere Jahreszeit ver¬
mittelt 2 m. Pt. [scherzh.] Stimmung,
in der man sich leicht verliebt
Früh]lings|lied: das; -(e)s; -er Lied, das
im Frühling gesungen wird; Lied, das
den Frühling besingt
Früh|lings|luft: die; - ; -lüfte (PI. s.) lin¬
de, laue Luft, die der Frühling bringt
Früh|lings|rol|le: die; - ; -n fritierter, ge¬
rollter Pfannkuchen aus Blätterteig
mit einer Füllung aus Fleisch, Fisch
od. Gemüse; asiatische Vorspeise
Früh|lings|sup|pe: die; - ; -n Suppe mit
verschiedenen frischen Gemüsen
Früh|mes)se: die; - ; -n <kath. Kirche»
erste, am frühen Morgen stattfinden¬
de Messe des Tages
Frßh|mitjtel|al|ter das; -s; - erste Phase
des Mittelalters
ffüh|mrt|tel|hoch|deutsch: Adj. n. stg.
7Sprachwiss.» aus der ersten Phase der
mittelhochdeutschen Sprechzeit
stammend; in der hochdeutschen
Sprache des frühen Mittelalters ver¬
faßt
friih|mor|gens: Adv. zeitig am Morgen;
bei Tagesbeginn
Friih|nach|rich|ten: die; - PI. erste
Nachrichtensendung am frühen Mor¬
gen
Früh(ne|bel: der; -s; - Nebel, der sich
am Morgen bildet u. am Tag auflöst
früh(neu|hoch|deutsch: Adj. n. stg.
"iSprachwiss.» aus der Anfangsepoche
der neuhochdeutschen Zeit stam¬
mend; in der Sprache der frühen Neu¬
zeit verfaßt
Früh|reih der; -(ejs; - gefrorene Feuch¬
tigkeit am Boden, die sich am frühen
Morgen bildet u. am Tag vergeht
Früh|nen|te: die; ~ ; -n vorgezogene Ren¬
tenzahlung (z. B. bei Krankheit)
Frühlrentjner der; -s; - weibl. Frtihj-
rentjnejrin: die; - ; -nen Person, die
vorzeitig Rente bezieht
Früh|schicht: die; -; -en 1 erste Arbeits¬
schicht des Tages 2 Gruppe der in der
Frühschicht beschäftigten Arbeiter
Fruh|schopjpen: der; -s; - 1 Wein od.
Bier, das am Morgen in geselliger
Runde im Gasthaus getrunken wild 2
gesellige Runde, in der am Morgen
getrunken wird
Früh|som|mer. der; -s; - erste Phase des
Sommers
409
Frühstadium
Früh|sta|di|um: das; -s; -Stadien erste
Phase, Anfangsstadium einer Ent¬
wicklung
früh|start der; -(e)s; -e <Sport> Start
vor dem Startsignal; Fehlstart
Früh|stüclc das; -(e)s;-e 1 Mahlzeit am
Morgen 2 [ugs.] Arbeitspause für eine
Mahlzeit am Morgen
früh|stücken: frühstückst; frühstück¬
test; hast gefrühstückt die erste Mahl¬
zeit am Tag einnehmen
Früh|stücka|bü|fett: das; -s; -s Tisch mit
verschiedenen zum Frühstück gehö¬
renden Speisen, von denen jeder sich
selbst bedienen, auswählen kann
Früh|stücks|fem|se|hen: das; -s; - Fern¬
sehprogramm am frühen Morgen
Früh|stücks|fteisch: das; -(e)s; - aus
zerkleinertem Fleisch hergestellter
Brotbelag (in Dosen)
Früh|stücks|pau|se: die; - ; -n Arbeits¬
pause zum Frühstücken
Früh|stücks|speck: der; -(e)s; - Speck,
der meist gebraten u. mit gebackenen
Eiern zum Frühstück gegessen wird
Früh|stücks|zim|mer; das; -s; - Raum
(in einer Pension), in dem gefrüh¬
stückt wird
fiüh|ver|storjben —* früh ver[stor|ben:
Adj. n. stg. bereits jung gestorben
Früh|warn|sy|stem —» Früh|warn|sy|s(-
tem: das; -s; -e <Milit.> Radareinrich¬
tung, mit deren Hilfe feindliche Flug¬
körper früh geortet werden können
Früh|werk: das; -(e)s; -e a) etw., was zu
Beginn einer Schaffensperiode ent¬
standen ist b) eines der ersten Werke
eines (jungen) Künstlers
Früh|zeit: die; - ; - Anfangszeit einer
Epoche
früh|zeiftig: Adj. a) sich zeitig, am An¬
fang eines Zeitabschnitts ereignend
»Er stand immer frühzeitig auf.« b)
vorzeitig; vor dem normalen Zeit¬
punkt eintreffend »Der frühzeitige
Winter schädigte die Ernte.«
Fmk|to!se/Fruc|tojse: <lat.> die; ~ ; -
Fruchtzucker
Frust: Kurzw. der; -(e)s; -e [ugs.] Fru¬
stration; Enttäuschung (durch er¬
zwungenen Verzicht) »Ich ertränkte
meinen Frust in Alkohol.«
fru|sten —* frus|ten: frustest; fruste¬
test; hast gefrustet [ugs.j frustrieren;
enttäuschen
Fru|stra|ti|on —*■ Fru|s(tjra|ti|on: <lat.>
/irußtrazion/ die; - ; -en Enttäu¬
schung durch eine nicht erfüllte Er¬
wartung, durch Verzichtenmüssen
auf etw. sehr Erwünschtes
frujstriejren —>■ fnj|s(t)rie|ren: dato fru¬
strierst; frustriertest; hast frustriert
jmdn. enttäuschen; jmdm. die Erfül¬
lung seiner Wünsche u. Erwartungen
vereiteln
Fm]strie|rung —* Fru)s(t|rie|rung: die;
- ; -en das Enttäuschen von Erwar¬
tungen; das Enttäuschtwerden durch
unerfüllte Erwartungen
fr. v.: Abk. frei von
FrW: Abk. Frischwasser
frw.: Abk. freiwillig
Fr*.: Abk. Franzose; Französin
fr*.: Abk. französisch
frag.: Abk. freizügig
Frzt.: Abk. Freizeit
FS: Abk. 1 Fachschaft = Fachvertre¬
tung von Studierenden an Universitä¬
ten 2 Fachschule 3 Fährschiff4 Fall¬
schirm 5 Feinsilber 6 <Post> Femmel-
desekretär 7 a) Fernschreiber b) Fern¬
schreiben 8 Fernsehen; Fernseher 9
Flugsicherung 10 Forschungsschiff
11 «Schiffahrt) Funkstelle
Fs: Abk. Feinsilber
Fs.: Abk. 1 Festschrift 2 Fürsorge 3
Fortsetzung
Fschr.: Abk. a) Fernschreiber b) Fern¬
schreiben
fschr.: Abk. fernschriftlich
Fspr.: Abk. Fernsprecher = Telefon
Ft.: Abk. 1 Festung 2 Fürstentum
Ftg Abk. Fertigung
Fu: Abk. Funk; Funkwesen
Fuchs: /fukß/ der; -es; Füchse weibl.
Füchjsin: die; - ; -nen 1 hundeähnli¬
ches, kleineres heimisches Raubtier
mit rotbraunem Fell, spitzer Schnau¬
ze u. buschigem Schwanz, das als be¬
sonders listig u. schlau gilt 2 Pelz aus
Fuchsfell 3 «übertr.) a) schlauer, listi¬
ger Mensch b) rothaariger Mensch 4
rötlichbraunes Pferd S <Zoob rötlich
gefärbte Falterart 6 [veralt.] Gold¬
münze 7 Abzugskanal eines Kamins 8
junges Mitglied einer Studentenver¬
bindung im l. od. 2. Semester 9 wo
sich Hase u. Fuchs gute Nacht
sagen: [scherzh.] sehr abgelegener,
einsamer Ort 10 Ein alter Fuchs ist
schwer zu fangen: jmdn., der viel Le¬
benserfahrung hat, kann man kaum
überlisten 11 Füchse prellen: über¬
schlau sein; einen Schlauen überlisten
12 die Füchse brauen: es bildet sich
Nebel; Nebel steigt auf
Fuchs|bau: /fukß-/ der; -(ejs; -e unter¬
irdische Fuchshöhle, die als Schlaf¬
platz u. zur Aufzucht der Jungen
dient
fuch|sen: /fukßen/ fuchst; fuchstest;
hast gefuchst [ugs.] jmdn. ärgern
Fuchjsie: /fukßie/ die; ~ ; -n Strauch¬
pflanze mit hängenden, glockenför¬
migen Blüten in verschiedenen Far¬
ben (weiß, rosa, rot, violett)
fuchfsig: /fukßig/ Adj. 1 fuchsrot »Die
Natur hat ihr diese fuchsigen Haare
beschert.« 2 [ugs.] wütend; ärgerlich
Fuchsfiagd: /fukß-/ die; - ; -en a) Jagd
auf Füchse b) sportliche Jagd zu Pfer¬
de, bei der ein Reiter, der den Fuchs
darstellt, von den übrigen Reitern u.
ihren Hunden gejagt wird
Fuchs|!och: /fukß-/ das; -(e)s; -löcher
Fuchsbau; Fuchshöhle
Fuchs|pe(z: /fukß-/ der; -es; -e Pelz aus
dem Fell eines Fuchses
fuchsjrot: /fukß-/ Adj. n. stg. von der
Farbe eines Fuchses
Fuchsschwanz: /fukß-/ der; -es;
-schwänze 1 Schwanz des Fuchses 2
Säge mit breitem, sich nach vom ver¬
jüngendem Sägeblatt 3 a) Grassorte
mit fuchsschwanzförmigen Samenris¬
pen b) Blume mit langen, fuchs¬
schwanzähnlichen Blütenständen
fuchs|teu|fels|wild: /fukß-/ Adj. n. stg.
[ugs.] besonders wütend; rasend
Fuchftel: die; - ;-n 1 o. PI. [ugs.] strenge
Herrschaft; Tyrannei 2 [veralt.] De¬
gen mit breiter Klinge 3 unter jmds.
Fuchtel geraten: [ugs.] von jmdm.
streng beaufsichtigt, bevormundet
werden
hichjteln: fuchtelst; fuchteltest; hast ge-
fuchtelt [ugs.] mit den Armen od. ei¬
nem Gegenstand in der Luft schnell
hin- u. herfahren; etw. wild vor jmdm.
bewegen
fuch|tig: Adj. [ugs.] wütend; erbost
fu|deln: fudelst; fudeltest; hast gefudell
[ugs.] 1 betrügerisch spielen; mogeln;
pfuschen 2 nachlässig arbeiten 3
schrubben; säubern
Fu|der das; -s; - 1 Wagenladung 2 [ver¬
alt.] Hohlmaß für Wein
fu|der|weijse: Adv. [ugs.] unverhältnis¬
mäßig viel
Fu|ge: die; - ; -n 1 Grenzsteile von Bau¬
elementen, an der diese zusammenge¬
fügt werden 2 <Sprachwiss.> Verbin¬
dungselement in Zusammensetzun¬
gen 3 aus den Fugen gehen: [ugs.] 1.
aus der Ordnung geraten; den Zusam¬
menhalt verlieren 2. schnell viel Kör¬
pergewicht gewinnen; zu dick werden
Fujge: dat.-it.> die; - ; -n <Musik> Stück,
bei dem in mehreren aufeinanderfol¬
genden Stimmen ein Thema durchge¬
führt wird »J. S. Bach hat viele be¬
rühmte Fugen komponiert.«
füjgen: fügst; fügtest; hast gefügt 1 zu¬
sammensetzen »Wir wohnen in einem
aus Feldsteinen gefügten Haus.« 2 an¬
einanderreihen; etw. zu etw. hinzu¬
tun; etw. in etw. hineinsetzen »Sie
fugte die passenden Wärter in die
Textlücken.« 3 <meist Religion) ein¬
richten
fü|gen, sich: fügst dich; fügtest dich;
hast dich gefügt 1 nachgeben; gehor¬
chen »Siefügt sich seinen Wünschen.«
2 sich ereignen »Esfügte sich, daß wir
uns vor meiner Abreise noch einmal be¬
gegneten.«
fu|gen|los: Adj. n. stg. ohne erkennba¬
ren Abstand; dicht aneinander an¬
schließend »Das Fenster schließt
fugenlos. ♦ Die Darbietungen gingen
' fugenlos ineinander über.«
Fujgen-s: das; - ; - <Sprachwiss.> bei der
Bildung von Wortzusammensetzun¬
gen eingefügtes ’s’ (z. B. das ’s’ in 'er¬
wartungsvoll’, 'Verwaltungsgebäu¬
de’)
Fujgen|the|ma: das; -s; -themen <Musik>
musikalisches Thema, sich wiederho¬
lende Notenfolge einer Fuge
Fu|gen|zei|chen: das; -s; - <Sprach-
wiss.> sprachliches Zeichen, Mor¬
phem, das bei der Zusammensetzung
von Wörtern verwendet wird (z. B.
das >s< in Religionsunterricht« od. das
>n< in >Biütenblatt«)
füg|sam: Adj. gehorsam; sich leicht ein-
u. unterordnend
Füg|samjkeit: die; - ; - Gehorsam; wi¬
derstandsloses Ein- u. Unterordnen
Füjgung: die; - ; -en 1 «Sprachwiss.)
Wortgruppe, die eine sprachliche Ein¬
heit bildet 2 «meist Religion) Einwir¬
kung einer übernatürlichen, schick¬
salhaften Macht
fühl|bar: Adj. 1 empfindbar; merkbar
»ln der wirtschaftlichen Situation des
Unternehmens ist eine fühlbare Besse¬
rung eingetreten.« 2 körperlich spür¬
bar »Ihr Händedruck war kaum fühl¬
bar.«
fühlten: fühlst; fühltest; hast gefühlt 1
etw. körperlich, mit dem Tastsinn
wahrnehmen 2 ertasten; mit den Fin¬
410
Füllmasse
gern prüfen 3 empfinden; seelisch
wahrnehmen 4 [ugs.J jmdm. auf den
Zahn fühlen; durch Fragen ausfor¬
schen
füh|len, sich: fühlst dich; fühltest dich;
hast dich gefühlt 1 a) sich in einem be¬
stimmten körperlichen od. seelischen
Zustand befinden »Ich fühle mich
schlecht.« b) sich für etw. halten »Ich
fühle mich verantwortlich.« 2 [ugs.] a)
sich fühlen wie ein Fisch im Wassert
sehr zufrieden sein; sich sehr wohl
fühlen b) sich fühlen wie ein Fisch
auf dem Trockenen: sich unwohl,
hilflos fühlen 3 sich wie neugeboren
fühlen: sich wunderbar erholt fühlen
4 sich wie durch den Wolf gedreht
fühlen: [ugs.] sich erschöpft, zerschla¬
gen fühlen
Fühlten der; -s; - 1 (Tier) Tast-, Ge¬
ruchs-, Geschmacksorgan von Insek¬
ten, Schnecken, Krebsen u. a. 2
(Technik) Instrument, das Daten
sammelt, Syn.: [fremdsprl.] Sensor 3
seine Fühler ausstrecken: [ugs.] sich
vorsichtig erkundigen
Fühl|horn: das; -(e)s; -hörner <Zool.;
Tier> [selten] Fühler; Organ zum Füh¬
len
fühl|los: Adj. n. stg. [veralt.] 1 ohne kör¬
perliche Wahrnehmung »Nach der
Betäubung war ihre Hand vollkommen
fühllos.« 2 ohne seelisches Gefühl
fuhl|sam: Adj. empfindungsstark; emp¬
fänglich für Gefühle
Fühjlung: die; - ; - Kontakt; Berührung;
Beziehung
Füh|lung|nah|me: die; -; -n das Herstel¬
len von Kontakten; Aufnahme von
Verbindungen
Fuhr|be|trieb: der; -(e)s; -e Speditions¬
firma; Transportunternehmen
Fuh|re: die; - ; -n 1 Ladung eines Trans¬
portfahrzeugs »Fünf Fuhren Heu wur¬
den als Winterfutter für die Tiere
benötigt.« 2 Fahrt, Beförderung mit
einem Transportfahrzeug »Der Spedi¬
teur hatte eine Fuhre nach Hamburg.
füh|ren: führst; führtest; hast geführt 1
in eine bestimmte Richtung lenken;
den Weg zeigen »Erführt das Pferd in
den Stall.« 2 etw. leiten »Sie führt die
Abteilung.« 3 mit seiner Leistung an
erster Stelle liegen »Sie führt mit drei
Punkten Vorsprung.« 4 ein Fahrzeug
lenken 5 in eine bestimmte Richtung
leiten »Der Weg führt direkt zum
Haus.« 6 etw., einen Titel offiziell tra¬
gen »Er fuhrt den Titel des Earls.« 7
im Warenangebot haben »Wirführen
keine Strümpfe.« 8 sich in einer be¬
stimmten Art u. Weise betragen »Er
wurde aus dem Gefängnis entlassen,
weil er sich gut geführt hatte.« 9 ein
Ergebnis erzielen »Das führt zu
nichts.« 10 etw. benutzen; handhaben
»Sie führt den Pinsel geschickt über
das Papier.« 11 anlegen u. Eintragun¬
gen vornehmen »Sie führt ihr Ausga¬
benbuch ganz regelmäßig.« 12 das
groSe Wort führen: In einer Unter¬
haltung, bei einem Gespräch sehr viel
u. laut reden
Füh|r«R der; -s; - weibl. Füh|re|rin: die;
- ; -neu 1 Person, die etw. leitet, an
der Spitze von etw. steht »Er ist der
Führer der Gruppe.« 2 Person, die
etw. zeigt u. erklärt »Unser Führer
zeigte uns während der Reise alle
Sehenswürdigkeiten.« 3 Buch, das Se¬
henswürdigkeiten abbildet, erklärt u.
den Standort beschreibt 4 Fahrer(in),
Lenker(in) eines Kraftfahrzeugs 5
(hist.; NS-Staat> titelähnliche Be¬
zeichnung für A. Hitler während sei¬
ner Herrschaft
Füh|rer|hau$: das; -es; -häuser Fahrer¬
raum, Fahrerkabine in einem Lkw
od. Kran
füh|reijlos: Adj. n. stg. a) ohne die not¬
wendige Leitung (bei Menschen od.
Tieren); ohne Orientierung »Sie irrten
führerlos umher.« b) (Fahrzeug) ohne
Fahrer »Die Bahn fährt ßhrerlos; sie
wirdferngesteuert.«
Füh|rer|prin|zip: das; -(e)s; - (Pol.; So-
ziol.) Grundsatz, nach dem alle Ent¬
scheidungen ausschließlich von einem
Führer (1) ausgehen u. ihm alle ande¬
ren willig folgen
Füh|rerfrol|le: die; - ; - Position eines
Führers (1) einschließlich aller Aufga¬
ben u. Tätigkeiten
Füh|rer[schaft: die; - ; -en 1 Eigenart,
Wesen eines Führers (1) 2 Führungs¬
spitze, die aus mehreren Personen be¬
steht 3 Amt eines Führers (1)
Füh|rer|schein: der; -(e)s; -e Lizenz, die
eine Person berechtigt, ein Kraftfahr¬
zeug zu lenken, Syn.; [amtsspr.] Fahr¬
erlaubnis
Führfhand: die; ~ ; -hände (PI. s.)
(Sport; Boxern Hand vor dem Körper
zur Vorbereitung eines Schlages mit
der anderen Hand
Fuhijlohn: der; -(e)s; -löhne 1 Entgelt
für Warentransport 2 [veralt.] Entgelt
für eine Taxifahrt
Fuhr)mann: der; -(e)s; -1 (hist.) Fahrer
eines Gütertransports, vornehmlich
mit einem Pferdewagen 2 o. PI. ein
Sternbild -
Fuhrpark: der; -s; - Gesamtheit der
Fahrzeuge eines Unternehmens
Füh|rung: die; - ; -en 1 a) Führer; leiten¬
de Person; leitendes Gremium b) Tä¬
tigkeit des Führens, Leitens 2 a) Per¬
son, die durch Leistung an der Spitze
liegt b) (Sport) jmd. in einer vorderen
Position c) (Wirt.; Pol.) Person, die ei¬
nen Vorsprung gegenüber Konkur¬
renten hat 3 (Technik) Einrichtung an
Maschinen, die die Bewegungsrich¬
tung (z. B. der zu bearbeitenden Teile
beim Durchlauf) bestimmt 4 o. PI.
das Benehmen, Verhalten »Von allen
wurde ihm tadellose Führung beschei¬
nigt.«
Füh|rungs|an|spruch: der; -(e)s; -an¬
sprüche (Pol.; Soziol.) Forderung
nach Einräumung einer Führungspo¬
sition; Recht auf Führungsübernah¬
me
Füh|rungs|ar1beit: die; - ; - (Lauf-,
Rennsport) das Anführen einer
Gruppe od. des ganzen Teilnehmer¬
feldes durch einen Mann an der Spit¬
ze, der das Tempo bestimmt
Füh|nings|auf|ga|be: die; -; -n Auftrag,
Menschen verantwortungsbewußt zu
leiten; Arbeit, die den Leitungsbe¬
reich betrifft
Fiih(rungs|kraft: die; - ; -kräfte (meist
Wirt.) Person in leitender Position
füh[rungs|los: Adj. n. stg. ohne Leitung,
Lenkung
Füh|rungs|lo|sig|keit: die; - ; - Situati¬
on, Zustand ohne die notwendige Lei¬
tung
Füh|rungs|macht: die; - ; -möchte (Pol.)
stärkster, mächtigster Staat
Fgh|rungs[schicht: die; - ; -en (Soziol.)
Bevölkerungsschicht, die die Ge¬
schehnisse im gesellschaftlichen, poli¬
tischen, wirtschaftlichen Leben we¬
sentlich beeinflußt u. lenkt
Füh|rungs|schie|ne: die; - ; -n (Technik)
Schiene, die dafür sorgt, daß sich Ma¬
schinen- od. Fertigungsteile beim Ar¬
beitsprozeß in einer bestimmten
Richtung bewegen
Füh(rungsjspit|z<a: die; - ; -n Person, die
innerhalb eines Gremiums die Haupt¬
führungsarbeit leistet
Füh|rungs|stab: der; -(e)s: -stöbe 1 Per¬
sonen, die ein Unternehmen o. ä. len¬
ken, leiten 2 (Milit.) a) Spitze der Bun¬
deswehr b) Spitze einer Waffengat¬
tung
Füh|rungs|stil; der; -(e)s; -e Art u. Wei¬
se zu leiten, zu führen
Füh|rungs|zeug|nis: das; -ses; -se 1 amt¬
liche Bescheinigung über jmds. Ver¬
halten, insbesondere im Hinblick auf
etwaige Straftaten 2 Bescheinigung
des Arbeitgebers über das Verhalten
eines Arbeitnehmers
Fuhr|un|teijnehjmen: das; -s; - Trans¬
portunternehmen; Spedition
Fuhr|un|ter|neh|mer: der; -s; - weibl.
Fuhr]un|tertneh|me|rin: die; - ; -nen
Inhaber(in) eines Transportunterneh¬
mens, einer Spedition
Fuhr|werk: das; -(e)s; -e 1 von Pferden
od. anderen Zugtieren gezogener Wa¬
gen 2 [österr.] T ransportauto
Fül|te: die; - ; - 1 a) Menge; Vielfalt
»Er erhielt eine Fülle von Informa¬
tionen.« b) Reichtum; Überfluß »Der
Tisch bog sich unter der Fülle exoti¬
scher Früchte.« 2 Körperfülle; Be¬
leibtheit 3 [österr.] Füllung in Speisen
Füllten: das; -s; - [veralt.] Fohlen; jun¬
ges Huftier, meist Pferd
füllten: füllst; fülltest; hast gefüllt 1 voll¬
machen »Der Ballon ist mit Gas ge¬
füllt.« 2 hineintun; einfüllen »Fülle
doch bitte die Suppe in die Terrine!« 3
Platz beanspruchen, benötigen
füllten, sich: füllt sich; füllte sich; hat
sich gefüllt voll werden »Der Saal
füllte sich allmählich mit Gästen..«
Fül|ler: der; -s; - 1 [ugs.] Füllfederhalter
~2 [Jargon] Text, der in der Zeitung ge¬
druckt wird, um freien Raum zu fül¬
len
Füll]fe|derjhat)ter: der; -s: - Schreibge¬
rät, dessen hohler Schaft mit Tinte
od. Tintenpatronen gefüllt ist
Füll|ge|wicht: das; -(e)s; -e (Wirt.) Net¬
togewicht, das die Ware beim Einfül¬
len hat
Füll|hat|teR Kurzw. der; -s; ~ Füllfeder¬
halter
Füll|horn: das; -(e)s; -hörner unten spitz
zulaufender Behälter als Symbol,
Sinnbild der Fülle u. Fruchtbarkeit
fülflig: Adj. 1 beleibt; dick 2 (übertr.)
vollklingend; vollmundig; reich »Der
Wein warfüllig u. aromatisch.«
Füll|mas|se: die; - ; -n Material, mit
dem etw. gefüllt wird »Die Füllmasse
des Omeletts bestand aus Gemüse.«
411
Füllort
Füll|ort: der; -(e)s; -e (Bergbau) Verla¬
destelle für Fördergut am Schacht
Füll|sel: das; -s; -1a) wertloser Gegen¬
stand zum Auffüllen von etw. b)
<übertr.> Unwichtigkeit, Nebensäch¬
lichkeit, häufig zum Schließen einer
Lücke gebraucht »Einige Darbietun¬
gen waren bloße Füllsel im
Programm.« 2 Füllung in Speisen
Full-time-Jpb —» Full|time|iob/Full-
Time-Job: <engb /full tarnt (djsehob/
der; -s; -s Arbeitsstelle mit voller
Stundenzahl; Ganztagsbeschäftigung
Fül|lung: die; -; -en 1 a) Einlage in Spei¬
sen »Die Füllung des Blätterteigs be¬
steht aus Pilzen, Schinken u.
Schmand.« b) Zahnplombe c) Mate¬
rialien in andersartiger Hülle
»Polsterfüllung ♦ Kissenfüllung« 2 das
Einfüllen »Die Füllung des Ballons
nahm viel Zeit in Anspruch.« 3 (Inne¬
res einer) Tür 4 <Literaturwiss.> Sil¬
ben, die die Takte eines Verses füllen
Fülljwort: das; -(e)s; -Wörter (Sprach-
wiss.t Wort mit geringem Aussage¬
wert, das häufig der emotionalen Ab¬
tönungdient
ful|mi|nanfc dat.i Adj. fulminanter; fumi-
nanteste außergewöhnlich; glänzend;
zündend .
Fum|mel: der; -s; - [ugs.; meist abwert.]
schlecht verarbeitetes, billig ausse¬
hendes Kleidungsstück, oft Kleid
fum|meln: fummelst; fummeltest; hast
gefummelt [ugs.] 1 an etw. herumba¬
steln; sich an etw. zu schaffen machen
»Er fummelte stundenlang an dem de¬
fekten Fahrrad herum.« 2 umständlich
hervorholen
Fund; der; -(e)s; -e 1 das Finden, Ent¬
decken »Bei den Ausgrabungen mach¬
ten sie manchen interessanten Fund.« 2
das Gefundene, Entdeckte »Sie
brachte den Fund gleich zur Polizei.«
Fun|da|ment: </at.> das; -(e)s; -e 1 a) fe¬
ste Grundmauer; fester Sockel eines
Gebäudes »Das Fundament eines Ge¬
bäudes muß stabil sein!« b) fester Un¬
tergrund unter schweren Maschinen
u. anderen Geräten 2 <übertr.> Basis,
Grundlage von Erfahrung, Wissen
»Lateinkenntnisse bilden ein gutes
Fundament, um die italienische Spra¬
chezulernen.«
fun|da|men|tal: <lat.> Adj. n. stg. grund¬
legend; wesentlich
Fun|da|men|ta|lis|imis: <lat.> der; ~ ; -
<meist Religion) strenggläubige reli¬
giöse Richtung, die sich durch Wis¬
senschafts- u. Fortschrittsfeindlich¬
keit auszeichnet
Fun|da|men|ta|list: der; -en; -en weibl.
Fun|da|men|tä|li|stin: —» Fun|da|-
menfta|lis)tirt die; - ; -nen (meist Reli¬
gion) Person, die den Fundamentalis¬
mus vertritt, für ihn eintritt u. kämpft
Fun|da|men|tal|punkt: der; -(e)s; -e
(Physik) Bezugspunkt zur Festlegung
bestimmter Temperatureinheiten (z.
B. Gefrierpunkt, Siedepunkt)
Fun|da|men|tal|satz: der; -es; -Sätze
(Math.) grundlegender mathemati¬
scher Lehrsätz
Fun|da|men|tal|theo|lo|gie —* Fun|da|-
men|tal|thejo|lo|gie: die; - ; - (Reli¬
gion) systematische Disziplin der ka¬
tholischen Theologie, die sich mit den
Grundlagen der Kirche, des Glau¬
bens beschäftigt
fun|da|men|tje|ren: fundamentierst; fun¬
damentiertest; hast fundamentiert 1
(Bauwerk) mit einer sicheren Grund¬
lage versehen 2 (übertr.; Lehre; Theo¬
rie) mit einer sicheren Grundlage ver¬
sehen
Fund|bü|ro: das; -s; -s amtliche Stelle,
wo Verlorenes abgeholt u. Gefunde¬
nes abgegeben wird
Fund|ge|gen|stand: der; -(e)s; -gegen¬
stände 1 gefundene Sache, die jmd.
zuvor verloren hatte 2 bei archäologi¬
schen Grabungs- od. Sucharbeiten
entdeckter Gegenstand
Fund|gru|be: die; -; -n Ort, an dem man
viel finden, entdecken kann »Dieses
Tal ist eine Fundgrube für Historiker.«
fun|die|ren: <lat.> fundierst; fundiertest;
hast fundiert 1 etw. begründen, unter¬
mauern 2 durch Geldmittel sicherstel¬
len <■
fünjdig: Adj. n. stg. 1 reichhaltig; ergie¬
big »fündige Silberminen« 2 fündig
werden: erfolgreich bei der Suche
nach etw. sein
Fund|ort: der; -(e)s; -e Stelle, an der
etw. gefunden wurde
Fund|sa|che: die; - ; -n Gegenstand,
den jmd. gefunden hat
Fund|stät|te: die; ~ ; -/» Ort, an dem etw.
gefunden wurde
Fundjstück: das; -(e)s; -e gefundener
Gegenstand (von kulturellem od. wis¬
senschaftlichem Interesse)
Fund|un|ter|schla|gung: die; ~ ; -en
rechtswidriges Zurückbehalten eines
gefundenen Gegenstandes
Fun|dus: der; - ; - 1 [veralt.] Grund u.
Boden 2 Theaterabteilung, in der
sämtliche Requisiten, Kostüme, De¬
korationen aufbewährt werden 3 gei¬
stiger Grundbestand »Er verfügte
über einen immensen Fundus an Erfah¬
rungen.« 4 (Med.) unterer Teil, Boden
eines Hohlorgans
fünf: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen = ) 5;
Ziffer zwischen vier u. sechs 2 (Schul¬
note) mangelhaft = zweitschlechteste
Note 3 es ist fünf (Minuten) vor
zwölf: es ist allerhöchste Zeit, etw. zu
tun 4 fünf(e) gerade sein lassen:
[ugs.] nicht alles so genau nehmen
»Heute tue ich nicht so viel, sondern
lasse malfunfe gerade sein!«
Fünf|ak(ter: der; -s; - Bühnenstück aus,
mit fünf Akten
fünf|bän|dig: Adj. n. stg. Text, der in
fünf Bänden erscheint, erschienen ist
Fünfeck: das; -(e)s; -e (Math.) geome¬
trische Figur mit fünf Ecken
Fünften der; -s; - [ugs.] 1 Fünfmark¬
stück 2 Fünfpfennigstück 3 Note
)mangelhaft( in einer Klassenarbeit,
einer Prüfung o. ä.
fünfffach: Adj. n. stg. fünfmal vorkom¬
mend
Fünf|gang|ge|trie|be: das; -s; - (Tech¬
nik) Schaltgetriebe mit fünf Gängen
fünf|ge|schos|sig: Adj. n. stg. aus fünf
Etagen, Stockwerken bestehend
fünfjhun|dert: Kardinalzahl (Zahlzei¬
chen =) 500
Fünf|jati|res|plan: der; -(e)s; -plane
Wirtschaftsplanung für fünf Jahre
(als Instrument der sozialistischen
Planwirtschaft)
fünf|iäh|rig: Adj. n. stg. 1 fünf Jahre alt 2
fünf Jahre dauernd
füntjjähijlich: Adj. n. stg. alle fünf Jahre
wiederkehrend; sich in Abständen
von 5 Jahren ereignend
Fünf|kampf: der; -(e)s; -kämpfe (Sport)
Wettkampf in fünf Sportarten, die ei¬
ner Gesamtwertung unterliegen
fünf|mal: Adv. fünffach wiederholt
fünf|ma|lig: Adj. n. stg. fünfmal stattfm-
dend; sich fünfmal ereignend
Fünf|mark|schein: der; -(e)s; -e Bank¬
note,"clie fünf Deutsche Mark wert ist
Fünf|mark|stück: das; -(e)s; -e Geld¬
stück, Münze, das/die fünf Deutsche
Mark wert ist
fünf|mo|na|tig: Adj. n. stg. 1 fünf Mo¬
nate alt 2 fünf Monate dauernd
fünf|mo|nat|lich: Adj. n. stg. alle fünf
Monate wiederkehrend; sich alle fünf
Monate wiederholend
Fünf|pfen|nig|stück: das;-(e)s; -e Geld¬
stück, Münze, das/die fünf Deutsche
Pfennige wert ist
fünf|pro|zen|tig: Adj. n. stg. fünf Pro¬
zent; fünf Hundertstel enthaltend
Fünf|pro|zent|klau|sel: die; ~ ; - (Pol.)
Bestimmung des Wahlrechts, wonach
Parteien mit weniger als fünf Prozent
der abgegebenen Stimmen keinen Sitz
im Parlament erhalten
Fünf|ta|ge|wo|che: die; - ; -/»Wochemit
fünf Arbeitstagen
fünfltaulsenth Kardinalzahl (Zahlzei¬
chen =)5000
Fünfltaulsenlden der; -s; - Berg, der
fünftausend Meter od. noch etw. hö¬
her ist
fünf|tei|lig: Adj. n. stg. in fünf Teile zer¬
legt; aus fünf Teilen bestehend
Fünf|uhrftee: der; -s; -1 britische Tradi¬
tion, um fünf Uhr Tee zu trinken 2
nachmittägliche Tanzveranstaltung
Fünf|uhr|voijstel|lung: die; - ; -en um
fünf Uhr nachmittags beginnende Ki¬
no- od. Theatervorstellung
Fünf|uhr|zug: der; -(e)s; -züge Zug, der
um fünf Uhr abfährt
Fünf|und|drei|Big|stun|den|wo|che: die;
r ; -n (Wirt.) Woche mit 35 Arbeits¬
stunden
fünf]zig: Kardinalzahl (Zahlzeichen =)
50
Fünf|zi|ger: der; -s; ~ [ugs.] 1 Fünfzig¬
pfennigstück 2 Fünfzigmarkschein 3
falscher Fünfzigen hinterhältiger, be¬
trügerischer Mensch
Fünt|zi|ger|jah|re: die (PI.) a) (Lebens¬
alter eines Menschen» Zeit zwischen
dem 50. u. 60. Geburtstag b) (Jahr¬
hunderb Jahre zwischen >50 u. >60
Fünf|zig|grp|schen|stück: das; -(e)s; -e
österreichische Münze im Wert eines
halben Schillings
Fünf|zig|mark|schein: der; -(e)s; -e
Banknote, die fünfzig Deutsche Mark
wert ist
Fünf|zig|pfen|nig|stück: das; -(e)s; -e
Geldstück, Münze, das/die fünfzig
deutsche Pfennige wert ist
Fünf|zim|mer|wohjnung: die; - ; -en
Wohnung, die fünf Zimmer hat
fun|gi|bel: dat.> Adj. n. stg. 1 (Rechtsw.)
vertretbar; austauschbar (hinsichtlich
Anzahl, Maß u. Gewicht bestimmba¬
ren Sachen) 2 [geh.] beliebig aus¬
tauschbar; ersetzbar
412
Funktionär
Fun|gi|bl|Ii|tät: dato die; - ; -en 1
<Rechtsw~ Vertretbarkeit; Aus¬
tauschbarkeit von beweglichen Sa¬
chen 2 [geh.; abwert.] beliebige Ver¬
wendbarkeit
fun|gie|ren: <lat.> fungierst; fungiertest;
hast fungiert eine bestimmte Funkti¬
on haben; als jmd. od. etw. tätig sein
Fun|gi|zid: dato das; -s; -e schädliche
Pilze abtötendes Mittel, meist Chemi¬
kalie _
Funk: der; -(e)s; -1a) drahtlose Über¬
mittlung von Informationen, die mit
speziellen Geräten gesendet u. emp¬
fangen werden b) Gerät zum Senden
u. Empfangen von Funknachrichten
»Der Streifenwagen ist mit Funk
ausgestattet.« 2 Rundfunk; Radio
Funk|ama|teur —* Funk(a|ma|teur der;
-s; -e weibl. Funk|ama|teu|rin —*
FunklalmaHeulrin: die; - ; -nen Per¬
son, die aus Liebhaberei mit Geneh¬
migung Funksprüche sendet u. emp¬
fängt
Funk|an|la|ge: die; -; -n <Technik> Emp¬
fangs- u. Sendeeinrichtung zur draht¬
losen Nachrichtenübermittlung
Funk|auf|kiä|rung: die; - / - <Milit.> a)
Abhören feindlicher Funksendungen
u. Feststellung feindlicher Funkstel¬
len b) Abteilung, die mit (a) befaßt ist
Funk|aus|stel|iung: die; - ; -en Messe
für Neuentwicklungen auf dem Ge¬
biet des Funkwesens, Fernsehens
Funk|be|ar|beittung: die; - ; -en 1 Her¬
richten eines literarischen od. musika¬
lischen Werkes für eine Rundfunk¬
sendung 2 umgestaltetes, rundfunk¬
gerechtes Sprech- od. Musikstück
Funk|be|trieb: der; -(e)s; -e <Technik>
Tätigkeit, Vorgang des Funkens
Funkjbrücke (Funkjbrük|ke —* Funk|-
brü|cke): die; - ; -n Zwischenstation;
Funkanlage, mit der über größere Di¬
stanzen gesendet werden kann
Funkjdienst: der; -(e)s; -e Nachrichten¬
dienst über Funk
Fun|ke/Fun|ken: der; Funkens; Funken
1 a) glühendes, abgesprengtes Feuer¬
teilchen b) <übertr.> sich mitteilende,
übertragende Emotion »Der Funke
der Begeisterung sprang auf die Zu¬
schauer über.« 2 ganz geringe Menge;
ein bißchen »Nicht ein Funke Hoff¬
nung war ihm geblieben.«
Funk|ein|rich|tung.' die; - ; -en 1 Tech¬
nik) Sende- u. Empfangsanlage für
Funksendungen 2 Bearbeitung von
Sprech- u. Musiksendungen für den
Rundfunk
funjkeln: funkelst; funkeltest; hast ge-
funkelt 1 Licht wechselnder Helligkeit
aussenden »Tausende von Sternen fun¬
kelten am Nackthimmel.« 2 a) blitzen;
strahlen »Ihre Augen funkelten ihn
an.« b) <übertr.> abwechslungsreich;
interessant
fun|kel|na|gel|neu: Adj. n. stg. völlig
neu; eben erst entstanden; gerade er¬
worben
funjfcent funkst; funktest; hast gefunkt 1
(Technik) Nachrichten über Funk
senden »Er funkt seine Zustimmung.«
2 kleine Feuerteilchen hervorbringen
»Das Feuerzeug funkte, brannte aber
nicht mehr.« 3 [ugs.] reibungslos funk¬
tionieren; wunschgemäß verlaufen 4
es funkt (bei jmdm.): [ugs.] I. jmd.
versteht, begreift etw. »Jetzt hat es bei
mir gefunkt, ich weiß, was du meinst.«
2. jmdm. wird jmd. sympathisch; jmd.
verliebt sich »Als ich ihn sah, hat es so¬
fort zwischen uns gefunkt.« 3. es gibt
eine Auseinandersetzung »Gleich
funkt es, wenn du nicht sofort ruhig
bist.«
—» Fun|ker> sprü|hend: s. funkensprü¬
hend ~
Funjken|ent|ta|dung: die; ~; -en (Physik)
plötzliche elektrische Entladung
Funjkenjflug: der; -(e)s; - andauerndes
Wegfliegen, Weggetriebenwerden
von Funken
Fun|ken(ma|rie|chen: das; -s; - Tänze¬
rin u. Begleiterin des (Kölner) Karne¬
valregiments
Fun|ken|re|gen: der; -s; - große Menge
von Funken, die an einer Stelle nie¬
dergeht
fun|ken|spriijhend —» Funjken sprü¬
hend: Adj. n. stg. a) Funken von sich
gebend »Funkensprühende Schweißar¬
beiten wurden durchgeführt.« b)
<übertr.> brillant; geistreich
Funk|ent|stö|rung: die; - ; •en <Technik>
das Ausschalten einer Störquelle für
den Funkempfang
Fun|ker: der; -s; - weibl. Fun|ke|rin: die;
- ; -nen Fachmann/Fachfrau für die
drahtlose Übermittlung von Nach¬
richten »Er ist Funker bei der Armee.«
Funk|fas|sung: die; - ; -en Bearbeitung,
bearbeitete Form von Sprech- u. Mu¬
siksendungen für den Rundfunk
Funk|feu|er: das; -s; - <Technik> statio¬
närer Funksender für die Navigation
von Schiffen u. Flugzeugen
funkfge|mäß: Adj. n. stg. den Besonder¬
heiten des Rundfunks entsprechend;
für Rundfunkübertragungen geeignet
Funkjhaus: das; -es; -häuser Gebäude,
in dem Funk- u. Fernsehsendungen
gestaltet u. aufgenommen werden
Funk|kol|teg: das; -s; -s u. -ien im Radio
gesendete Vorlesungsreihen in der
Formeines Fernstudiums
Funk|kon|takt: der; -(ejs; -e Verbin¬
dung mit einer Funkstation
Funk|meljdung: die; - / -en drahtlos
übermittelte Nachricht
Funk|meG|tech|nik —> Funk|mess|-
tech|nile die; - ; -en <Technik> speziel¬
les Verfahren der Funktechnik, das
sich mit der Entfemungs- u. Stand¬
ortbestimmung von Objekten befaßt
Funk|or|tung: die; ~ ; -en <Technik>
Standortbestimmung von Schiffen
od. Flugzeugen durch Funkwellen
Funk|pei|lung: die; - / -en (Technik) a)
Standortbestimmung von Schiffen
od. Flugzeugen durch Anpeilen b)
technische Ermittlung eines Sender¬
standortes
Funk|schat|ten: der; -s; - (Technik) Be¬
reich hinter einem Hindernis, der
durch Funkwellen nicht erreicht wer¬
den kann
Funk|si|gnal —> Funk|si|g|nal: das;
-(e)s; -e drahtlos übermitteltes Mor¬
sezeichen
Funk|sprechjge|rät: das; -(e)s; -e
(Technik) Gerät, mit dem man Nach¬
richten über kurze Entfernungen
drahtlos übermitteln kann
Fjrnk|spruch: der; -(e)s; -spräche draht¬
los übermittelte Nachricht
Funk|sti!|le: die; - ; -1 Sendepause, Un¬
terbrechung des Funks 2 (übertr.)
Schweigen eines Gesprächpartners
Funk|stö|rung: die; - ; -en (Technik)
"Störung in Form von Ausfall od. Ver¬
zerrung beim Empfang von Rund¬
funk- od. Fernsehsendungen
Funk|strei|fe: die; - ; -n Polizeistreife,
die mit einem Funkgerät ausgestattet
ist
Funkftechfnik: die; - ; -en Teilgebiet der
(Elektro-)Technik, das sich mit der
Nachrichtenübermittlung mittels
elektromagnetischer Wellen befaßt
Funkfte|le|fon: das; -(ejs; -e drahtloses
Telefon
Funkttejte|gramm: das; -(ejs; -e Tele¬
gramm, das über Funk drahtlos über¬
mittelt wird
Funkfti|on: dat.t /funkzion/ die; • ; -en 1
a) Aufgabe; Tätigkeit »die Funktion
der Leber, des Herzens« b) Stellung;
Rolle »In welcher Funktion bist du
hier?« c) Tätigkeit, Aufgabe inner¬
halb eines Ganzen »Die Funktion der
Begleitmusik ist die Akzentuierung des
filmischen Geschehens.« 2 (Math.) ver¬
änderliche Abhängigkeit einer Größe
von einer od. mehreren anderen 3
(Musik) gegenseitige Abhängigkeit
der Harmonien 4 (Sprachwiss.) Lei¬
stung der Sprache; Leistung von
Sprachelementen
funk|tio|nal —> funk|ti|o|nal: dat.t
/funkziona!/ Adj. funktionsgerecht;
funktionsentsprechend; im Sinne ei¬
ner bestimmten Funktion
funkjtlo|na|li|sje|ren —funkfti|o|na|li|-
siejren: /funkzionalisiren/ fmktiona-
lisierst; funktionalisiertest; hast funk-
tionalisiert etw. zum Funktionieren
bringen; etw. od. jmdn. in eine Funk¬
tionseinheit integrieren
Funk|tlo|na|lis|fnus —*• Funk|t<|o|na|lis|-
mus: (/ao/funkzionalißmüß/ der; - ;
- 1 (Archit.) moderne Richtung, bei
der die Gestaltung von Bauwerken u.
Gegenständen unter besonderer Be¬
rücksichtigung ihres Zweckes erfolgt
2 (Psychologie) Theorie, bei der die
menschliche Psyche vor allem im Zu¬
sammenhang mit den lebenserhalten¬
den Funktionen gesehen wird
Funk)tio|na|list —* Funkfti|o|na|liftt
/funkzionalißt/ der; -en; -en weibl.
Funk|tiojnajii|stin —» Funk|ti)o|na|-
lis|tin: die; - ; -nen Anhänger(in) od.
Vertreterin) des Funktionalismus
funk|tio|na|ii]stisch —» funk|t(|o|na|lis|-
tisch: /funkzionaljßtisch/ Adj. auf
den Vorstellungen des Funktionalis¬
mus gegründet; dem Funktionalis¬
mus zuzuordnen; den Funktionalis¬
mus betreffend
Funk{tio|nal|stil —» Funk|ti|o|nal|stil:
/funkzional-/ der; -(ejs; - (Sprach¬
wiss.) Sprachstil, der die Sprache
funktional einsetzt, d. h. ihrem Zweck
entsprechend (z. B. Vortragsstil, Wer¬
bestil)
Funk|tio|när —» Funk|ti|o|nir. dat.-fr.>
/funkziönär/ der; -s; -e weibl. Funk|-
tio|nä|rin —» Funk|ti|o|nä|rin: die; - ;
•nen offiziell beauftragte, angestellte
Person in der Leitung einer Organisa¬
tion, die deren Weisungen gemäß
handelt u. deren Interessen in der Öf¬
fentlichkeit vertritt
413
funktionell
funk|tio|nell —» 1unk|ti|o|ne1l: <Iat.-fr.>
/funkzionell/ Adj. n. stg. 1 a) in einem
Leistungszusammenhang stehend b)
wirksam; effektiv c) in den Zusam¬
menhängen einer Funktion betrach¬
tet; sie betreffend 2 Musik; Ton;
Klang> im Zusammenhang bestimm¬
ter Harmonien stehend 3 <Med.> die
(für den gesamten Organismus be¬
deutsame) Leistung eines Organs,
Körperteils betreffend
funk|tio|nje|ren —> funk|ti|o|nie(ren:
dat.-fr.i /funkzioniren/ funktionierst;
funktioniertest; hast funktioniert 1
ordnungsgemäß, der Aufgabe ent¬
sprechend arbeiten »Die Maschine
funktioniert.« 2 <übertr.> angepaßt
sein; sich wie erwartet verhalten
funk|ti|gns|be|dingt: /funkzionß-/ Adj.
n. stg. die Ursache in der Funktion
habend
funk|tijgns|fä|hig: /funkzionß-/ Adj. n.
stg. in der Lage, eine bestimmte Auf¬
gabe od. Leistung zu erfüllen
funkfti|gnsjge|necht: /funkzionß-/ Adj.
n. stg. genau abgestimmt auf die
Funktion, die jmd. od. etw. ausüben
soll; der Funktion entsprechend
funktionierend, arbeitend, beschaffen
Funkfti|ons|gleijchung: /funkzionß-/
die; - ; -en «Math.) Darstellung'einer
Funktion durch eine algebraische
Gleichung
funk|ti|gns|los: /funkzionß-/ Adj. n. stg.
ohne Aufgabe; keine Funktion erfül¬
lend
Funk|ti|ons|prülfung: /funkzionß-/ die;
- ; -en a) <Med.> Untersuchung eines
Organs auf seine Arbeits- u.. Lei¬
stungsfähigkeit b) <Technik> Über¬
prüfung eines Geräts auf seine Lei¬
stungsfähigkeit
Funkfti|gns|stö|rung: /funkzionß-/ die;
~ ; -en gestörte Tätigkeit eines Or¬
gans, technischen Gerätes
funk)ti|gns{tüch|tig: /funkzionß-/ Adj. n.
stg. in der Lage, ein Aufgabe zu erfül¬
len
Funk|ti|ons|verb: /funkzionß-/ das; -s;
-en <Sprachwiss.> Verb, das nur mit ei¬
nem Substantiv zusammen einen Be¬
griff bildet (z. B. >treten< in der Wen¬
dung >in Verhandlungen treten«)
Funk|turm: der; -(e)s; -türme hohes
Bauwerk, auf dem Aufbauten von
Sende- u. Empfangsantennen große
Reichweiten erreichen können
Funk|ver[kehr: der; -(e)s; - drahtloser
Informationsaustausch
Funk|we|sen: das;-s; - gesamter Bereich
der drahtlosen Übermittlung von In¬
formationen
Funk|zei|chen: das: -s; ~ drahtlos über¬
mitteltes Signal, Zeichen; Morsezei¬
chen
Fun|zel: die; - ; -n [ugs.J schlecht bren¬
nende, wenig Licht gebende Lampe,
Kerze »Bei dieser Funzel konnte man
nicht lesen.« Syn.: [landsch.] Funsel
fun|ze|lig: Adj. [ugs.] schwach, schlecht
leuchtend
fun|zeln: es funzelt; funzelte; hat gefun-
zelt [ugs.] schlecht leuchten
für: I Präp. 1 a) auf den Nutzen, das
Förderliche hinweisend »Sie gibt viel
Geld für Lebensmittel aus.« b) eine
Person bezeichnend, zu deren Gun¬
sten etw. geschieht »Er entschied sich
für den ersten Kandidaten.« c) [ugs.]
gegen »Diese Tabletten sind für
Kopfschmerzen.« 2 das Ziel bezeich¬
nend »Er trainiert för das
Sportabzeichen.« 3 bezeichnet die Be¬
stimmung »Der Brief ist för dich.« 4
zur Bewertung von jmdm., etw. »Sie
hielt ihn för ungeeignet.« 5 Benennung
eines Grundes »Er wurde för sein Ver¬
ständnis gelobt.« 6 eine Vertretung
kennzeichnend »Sie sprang für ihn
ein.« 7 gibt den (Gegen-)Wert an »Ich
habe den Schrank för 1000 DM
gekauft.« 8 a) bezeichnet die Dauer
von etw. »Der Ausweis gilt für 5
Jahre.« b) bezeichnet einen Zeitpunkt
»Sie verabredeten sich för 3 Uhr
nachmittags.« 9 die Aufeinanderfolge
kennzeichnend »Tag för Tag ♦ Satz
för Satz ♦ Haus för Haus« 10 für sich:
ganz allein »Manchmal wollte sie ein¬
fach für sich sein.« 11 das Für u.
Wider: was dafür u. was dagegen
spricht » Wir müssen das Für u. Wider
dieses Unternehmens noch genau
besprechen!« 12 für nichts u. wieder
nichts: völlig vergeblich; ganz um¬
sonst 13 was für ein: in welcher Art;
wie beschaffen »Was för einen Hut
hätten Sie gern? • Was für ein Mensch!
♦ Hast du ein neues Auto? - Und was
für eines!« II Adv. 1 für u. für. [poet.]
für immer u. ewig »Die Erinnerung an
ihn blieb för u.för in ihrem Herzen.« 2
da... für; wo... für; [landsch.; ugs.] da¬
für; wofür »Da bin ich nicht für.«
fü>]baß —* fürjbass: Adv. [veralt.] vor¬
wärts »Er eiltefürbaß.«
Für|bit|te: die; - ; -n <oft Religion) Gebet
od. Bitte für andere '
Furjche: die; ~ ; -n 1 längliche Vertie¬
fung, Rinne in der Erde, im Gestein,
im Schnee 2 <Med.> a) Falten der Haut
b) vertiefte Linien des Gehirns 3 Kiel¬
linie, die ein Schiff im Wasser zieht
fyr|chen: furchst; furchtest; hast ge¬
furcht linienförmige Vertiefungen er¬
zeugen
Fur|chen|zie|her: der; -s; - «Landwirt.)
Ackergerät zum Ziehen von Furchen
auf Feldern
fur|chig: Adj. von Furchen durchzogen
Furcht: die; ~ ; - 1 Angst; Bangigkeit 2
[veralt.] Ehrfurcht
—» Furcht ein|flö|8end: s. furchteinflö¬
ßend
—» Furcht er|re|gend: s. furchterregend
furcht|bar Adj. 1 in der Wirkung
schrecklich, entsetzlich, grauenvoll
»Wer beging diese furchtbare Tat?« 2
[ugs.] sehr »Er war furchtbar nett.« 3
[ugs.; abwert.] äußerst unangenehm
furcht|ein|flö|6end —» Furcht ein|flö|-
ßend: Adj. bei anderen Furcht her¬
vorrufend »Ihr Auftritt war furchtein¬
flößend.«
fürchften: furchtest; fürchtetest; hast
gefürchtet 1 Angst, Furcht vor jmdm.
od. etw. haben 2 sich um jmdn. od.
etw. sorgen »Ich fürchte um meinen
Arbeitsplatz.« 3 [veralt.] Ehrfurcht
vor jmdm. od. etw. empfinden
fürch|ten, sich: fürchtest dich; fürchte¬
test dich; hast dich gefürchtet Angst
vor etw. od. jmdm. haben
furcht|er|re|gend —» Furcht er|re]gend:
Adj. Furcht hervorrufend
furchtlos: Adj. n. stg. sehr mutig; ohne
Angst, Ant.: furchtsam, Syn.: mutig;
unerschrocken
furcht|sam: Adj. sich schnell, häufig vor
etw. fürchtend, Ant.: furchtlos; mu¬
tig; unerschrocken
Furchtfsam|keit: die; - ; -en furchtsames
Wesen; ängstliche Art
fürjein|an|der —* für]ei|n|an|der: Adv.
beschreibt eine gegenseitige Bezie¬
hung; der eine für den anderen
Fu|rie: <lat.> /furie/ die; - ; -n 1 a) «Reli¬
gion; Mythologie) römische Rache¬
göttin b) «übertr.) in rasende Wut ge¬
ratene Frau 2 wie von Furien gehetzt,
gejagt, gepeitscht: in panischem
Schrecken (davonlaufend)
fulrifgs: dato Adj. a) [veralt.] wild; heftig
b) großartig; glänzend; leidenschaft¬
lich
fütjlieb|neh|men —> fürjljeb neh|men:
nimmst fürlieb; nahm(e)st fürlieb;
hastfürliebgenommen —>hast fürlieb
genommen<— [veralt.] sich mit etw.,
jmdm. begnügen müssen, Syn.: vor¬
liebnehmen
furn.: Abk. furniert
Fur|njer: <fr.> das; -(e)s; -e <Holz> dünne
Platte aus edlem Holz, die auf min¬
derwertiges Holz aufgezogen wird
fuijnie|ren: funierst; fmiertest; hast fu-
niert <Holz> mit Funierholz überzie¬
hen
Fur|nigr]plat|te: die; - ; -n <Holz> Sperr¬
holzplatte mit od. aus kreuzweise
übereinandergeklebten Furnieren
Fur]n|e|rung: die; - ; -en <Holz> 1 Tätig¬
keit des Fumierens 2 Ergebnis des
Fumierens; furniertes Holz
Fu|rp|re: dat.-it.> die; - ; - in der Wen¬
dung Furore machen: Aufmerksam¬
keit, Aufsehen erregen; Beifall errin¬
gen »Mit diesem Kleid wirst du auf
dem Ball Furore machen.«
Fürs.: Abk. Fürsorge
Füijsorfge: die; - ; -n 1 Hilfe; Sichküm-
mem um eine bedürftige Person 2 öf¬
fentliche Einrichtung zur Hilfe u. Un¬
terstützung Bedürftiger 3 [ugs.] Geld
od. andere Leistungen des Sozialam¬
tes
Füijsoijgejamt: das; -(e)s; -ämter [ver-
alt.] Sozialamt
Fürjsoijge|an|stalt: die; - ; -en [veralt.]
Heim, Anstalt der öffentlichen Für¬
sorge
Fürjsor)gejemp|fän|ger: der; -s; - weibl.
~Fürjsoijge|emp|fän|ge|rin: die; - ;
-nen [veralt.] Person, die vom Sozial¬
amt Ünterstützung erhält
Fürjsoi[ge|er[zie|hung: die; -; -en Erzie¬
hung vernachlässigter Kinder durch
hierfür bestimmte Personen od. in
hierfür vorgesehenen Einrichtungen
anstelle der elterlichen Erziehung
Für|soijge|heim: das; -(e)s; -e Einrich¬
tung zur Betreuung u. Erziehung ver¬
nachlässigter Jugendlicher
für|sorfgend: Adj. fürsorglich; treusor¬
gend; sich liebevoll kümmernd
Für]soijge|pflicht: die; - ; - Pflicht der
Eltern, des Arbeitgebers, des Staates,
für das Wohl der Kinder, Arbeiter,
Bürger Sorge zu tragen
Fürjsorjgejun|teijstüt|zung: die; - ; -en
1 Leistungen von Fürsorgeeinrich¬
tungen 2 [veralt.] Sozialhilfe
414
Fuß
fürjsorgjlich: Adj. um eines anderen
Wohlbefinden bemüht; jmdn. treu
umsorgend
Für|sorg|lich|keit: die; - ; -en fürsorgli¬
che Art u. Weise; treusorgende Tätig¬
keit
Für|spre|chen der; -s; - weibl. FÜrj-
spre|che|rin: die; - ; •nett Person, die
sich bei einem Dritten für jtndn. ein¬
setzt
Fürst; der; -en; -en weibt. Fürjstln —»
Fürstin: die; - ; -nen 1 a) Angehöri-
ger/Angehörige des hohen Adels b)
Adlige(r) in der Rangordnung zwi¬
schen Graf u. Herzog c) allgemeine
Bezeichnung für Monarchen), Herr¬
scher 2 Erster unter seinesgleichen
»Er ist ein Fürst unter den Köchen.«
Fürst|bijschof: der; -s; -bischöfe <hist.>
~Bischof, der zugleich den weltlichen
Rang eines Fürsten bekleidet, innehat
Fürjsten|ge|schlecM —» Fürs|ten|ge[-
schlecht: das; ~(e)s; -er Fürstenfami¬
lie; Herrscherhaus; Dynastie
Für]sten|haus —* Fürsftenjhaus: das;
-es; -häuser fürstliche Familie
Für|sten|hof —> Fürs(ten|hof: der;
-(e)s; -Höfe Wohn- u. Herrschaftssitz
eines Fürsten
Fürjsten|kro|ne —* Fürs(ten|kro|ne:
die; - ; -n a) Rangzeichen eines Für¬
sten, das zu besonderen Anlässen ge¬
tragen wird; Goldreif mit fünf laub¬
förmigen Zacken b) <übertr.> Amt ei¬
nes Fürsten
Für|sten|sitz —* Fürs|ten|sitz: der; -es;
-e 1 ständiger Wohnort eines Fürsten
2 Sessel mit hoher Lehne u. Balda¬
chin
Für|sten|stand —* Fürsjten|stand: der;
-(e)s; - a) Rangstufe des Fürsten zwi¬
schen Graf u. Herzog b) alle Fürsten
Fürjsten|tum —* Fürs|ten(tum: das;
-fe)s; -tümer Herrschaftsgebiet eines
Fürsten
fürstlich: Adj. n. stg. 1 n. stg. dem Für¬
sten od. Fürstenstand zuzuordnen 2
nach Fürstenart; großzügig »Das war
ein flirstlicher Lohn für so geringe Mü¬
he.«
Füret-Pückler-Eis (-Pükjkler—> -Pü|-
ckler-): das; -es; - u. (Sorten) -e Kom¬
bination aus Vanille-, Erdbeer- u.
Schokoladeneis
Furt: die; - ; -en flache, untiefe Stelle ei¬
nes Flusses, wo man ihn durchfahren
od. durchwaten kann
Fu|njn]kel: dal.) das u. der; -s; - <Med.>
Geschwür; eitrige Entzündung eines
Haarfollikels u. einer Talgdrüse
Fujrun|ku|lQjse: dat.> die; - ; -n <Med.>
Krankheit, bei der Furunkel (ge¬
häuft, an verschiedenen Körperstel¬
len) auftreten
fitrjwahr: Adv. [veralt.; geh.] wirklich;
tatsächlich
Füijwort: das; -(e)s; -Wörter «Sprach-
wiss.> Pronomen; Wort, das an Stelle
eines Substantivs, Nomens, Haupt¬
wortes steht od. es näher bestimmt
Furz: der; -es; Fürze [derb] geräuschvol¬
les Abgehen von Darmwinden, Gas
aus dem Darm, Syn.: Pups
fyrjzen: furzt; furztest; hast gefurzt
[derb] Darmwinde hörbar entweichen
lassen, Syn.: pupsen
Fus.: Abk. Fusion
fujschen/fujscheln: fusch(el)st; fu-
schjeljlest; hast gefusch(el)t
[landsch.] 1 nicht sorgfältig arbeiten
»Er fusch (el)te bei der Klempner¬
arbeit.« 2 betrügen; täuschen; mogeln
3 umherhuschen; sich schnell u. heim¬
lich bewegen
Fujsel: der; -s; - fugs.) minderwertiger
Branntwein, Schnaps
Fu|set|öl; das; -(ejs; -e bei der alkoholi¬
schen Gärung entstehendes, gesund¬
heitsschädigendes, schlecht riechen¬
des, schlecht schmeckendes Gemisch
F. u. S. f.: Abk. Fortsetzung und Schluß
folgt
Fu]si|pn: </ar.> die; - ; -en 1 «Wirt.» Zu¬
sammenschluß vorher selbständiger
Unternehmen zu einer rechtlichen u.
wirtschaftlichen Einheit 2 <Bio.> Ver¬
einigung zweier Zellen 3 <Physik> kurz
für Kernfusion = Verschmelzung
von Atomkernen 4 <Pob Vereinigung
mehrerer Organisationen S <Bio.; Op¬
tik» Vereinigung der von beiden Au¬
gen aufgenommenen Bilder zu einem
einzigen
fu|sio|nie]ren —> fu|sijo|nie|ren: dat.t
fusioniert; fusionierte; hat fusioniert
(Wirt.) vereinigen; zusammenschlie¬
ßen
Fujsio|nie|rung —» Fu|sl|o|nie|rung:
die; ~ ; -en <Wirt.> Zusammenschluß
zweier od. mehrerer Unternehmen zu
einem einzigen
Fu|si|pns|na|ak|tor: der; -s; -en «Physik;
Technik» durch Kemverschmeizung
Energie produzierendes Kraftwerk
Fu|si|pns)ver|hand|lung: die; - ; -en
«Wirt.» Besprechung u. Beratung zum
geplanten Zusammenschluß zweier
Unternehmen
Fuß: der; -es; Füße 1 a) «Anat.» unter¬
ster, vom Sprunggelenk bis zu den Ze¬
hen reichender Teil des Beines bei
Menschen u. Wirbeltieren b) «Insekt»
unterster Teil der der Fortbewegung
dienenden Gliedmaßen c) Fortbewe¬
gungsorgan bei Weichtieren (z B.
Schnecke, Muschel) d) gesamtes Bein
bei kurzbeinigen Tieren (z. B. Ei¬
dechse, Krokodil) 2 «übertr.» a) unter¬
ster Teil von Gegenständen (bei Mö¬
beln u. anderen Gebrauchsgegenstän-
nden) »Die Lampe hat einen Fuß aus
Edelstahl.« b) o. PI. bei Bodenerhe¬
bungen »Am Fuße des Hügels lag ein
kleiner See.« c) o. PI. bei großen Bau¬
werken »Sie rasteten am Fuße des
Aussichtsturmes.« d) o. PI. unterer
Rand einer Druckseite »Anmerkun¬
gen zum Text erscheinen am Fuß einer
jeden Seite.« 3 [ugs.] unterer, den Fuß
bekleidender Teil des Strumpfes 4 «Li-
teraturwiss.» [veralt.) Takt, rhythmi¬
sche Einheit eines Verses 5 PI. Fuß
Längenmaß, das sich an der (Durch-
schnitts-)Länge eines menschlichen
Fußes orientiert € (festen) Fuß
fassen: sich eingliedem »Es gelang
ihm, in der Fremde Fuß zu fassen. • ln
dieser Branche muß ich erst Fuß
fassen.« 7 Füße bekommen: [ugs.) un¬
auffindbar, verschwunden sein; ge¬
stohlen werden »Paß auf, daß deine
Handtasche nicht plötzlich Füße
bekommt.« B jmdm. den Fuß auf den
Nacken setzen: [ugs.) jmdn. unter
Druck setzen; jmdn. zu etw. zwingen
»Er setzte seinen Untergebenen gern
den Fuß in den Nacken.« 9 kalte Füße
kriegen: (ugs.) aus Angst, Befürch¬
tungen ein Vorhaben, einen Plan auf¬
geben 10 sich die Füße nach etw. ab¬
laufen, wundlaufen: [ugs.] viel her-
umiaufen, um etw. zu erreichen, zu
erledigen »Ich habe mir die Füße abge¬
laufen, bis ich die Vase bekommen
habe.« 11 sich kalte Füße holen:
[ugs.] etw. gelingt jmdm. nicht, geht
daneben »Na, bei diesem Vorhaben
hast du dir aber kalte Füße geholt.« 12
auf freiem Fuß sein; sich auf freiem
Fuß(e) befinden: frei sein; nicht einge¬
sperrt, inhaftiert sein »Die Angeklag¬
ten befinden sich schon wieder auf frei¬
em Fuß.« 13 jmdn. auf freiem Fuß
(belassen: jmdn. nicht einsperren,
inhaftieren »Ich verstehe nicht, wie
man einen Vergewaltiger auf freiem
Fuß lassen kann.« 14 jmdn. auf freien
Fuß setzen: jmdn. (aus dem Gefäng¬
nis, der Gefangenschaft) entlassen 15
sich die Füße vertreten: (ugs.) sich
bewegen »Nach dem Essen werde ich
mir ein bißchen die Füße vertreten.« 16
die Füße unter jmds. Tisch strecken:
[ugs.) sich von jmdm. versorgen, un¬
terhalten lassen »Als Lehrling streckt
er immer noch die Füße unter Müllers
Tisch.« 17 stehenden Fußes: [ugs.]
unverzüglich 18 sich die Füße vertre¬
ten: [ugs.] sich bewegen »Nach dem
Essen werde ick mir ein bißchen die Fü¬
ße vertreten.« 19 wieder auf die Füße
fallen: [ugs.] alle Schwierigkeiten gut
überstehen »Egal was er macht, er
fällt immer wieder auf die Füße.« 20
mit einem Fuß im Gefängnis stehen:
[ugs.] am Rande der Straffälligkeit le¬
ben; etw. tun, wodurch man leicht mit
dem Gesetz in Konflikt geraten kann
»Seit er sich dieser Bande angeschlos¬
sen hat, steht er mit einem Fuß im
Gefängnis.« 21 auf festen Füßen
stehen: eine feste, sichere Position
haben »Das Unternehmen steht auf fe¬
sten Füßen.« 22 sich auf (die) etge-
ne(n) Füße stellen: wirtschaftlich
selbständig werden 23 auf eigenen
Füßen stehen: finanziell unabhängig
sein »In kurzer Zeit stand er mit sei¬
nem Geschäft auf eigenen Füßen.« 24
auf dem Fuß(e) folgen: sich unmittel¬
bar danach ereignen »Es geschieht dir
recht, die Strafe folgt auf dem Fuß.«
25 jmdm. auf die Füße treten: [ugs.]
1. jmdn. beleidigen, verletzen »Mit
deiner dummen Bemerkung hast du ihr
aber auf die Füße getreten.« 2. jmdn.
deutlich tadeln »Diesem Besserwisser
muß man mal ordentlich auf die Füße
treten!« 3. jmdn. nachdrücklich an
etw. erinnern, ihn auffordem, endlich
etw. zu tun 26 mit beiden Füßen im
Leben stehen: praktisch, tüchtig zu¬
packend sein »Ich habe meine Tochter
so erzogen, daß sie mit beiden Fußen
fest im Leben steht.« 27 auf wackligen
Füßen stehen: [ugs.] keine feste Basis
haben »Das Unternehmen stand von
Anfang an auf wackligen Füßen.« 28
auf großem Fuß leben: sehr großzü¬
gig, teilweise über seine Verhältnisse
leben 29 mit jmdm. auf freundschaft¬
lichem, vertrautem, gespanntem
Fuß stehen: zu jmdm. eine freund-
415
FuBabdruck
schaftliche, vertraute, gespannte Be¬
ziehung haben »Mit unseren Nach¬
barn stehen wir auf freundschaftlichem
Fuß.« 30 zu Fuß: sich mit Hilfe der ei¬
genen Füße fortbewegend 3t mit ei¬
nem Fuß(e) im Grabe stehen: bald
sterben müssen 32 sich selbst auf
den Füßen stehen: [ugs.} sich selbst
behindern »Aus dir wird nie etw., du
siehst dir immer selbst auf den Füßen.«
33 jmdm. zu Füßen liegen: jmdn. be¬
wundern, verehren; bereit sein, alles
für jmdn. zu tun »Eines Tages wird
man mir zu Füßen liegen.« 34 jmdm.
den Kram vor die Füße werfen: [ugs.]
aus Ärger jmdm. plötzlich die Zusam¬
menarbeit aufkündigen; wütend von
einer Arbeit weglaufen »Ich hätte gro¬
ße Lust, dir den ganzen Kram vor die
Füße zu schmeißen.« 35 jmdn. od.
etw. mit Füßen treten: jmdn. od. etw.
verschmähen, verachten »Sie haben
die Freiheit mit Füßen getreten. ♦ Sie
hat seine Großzügigkeit mit Füßen
getreten.« 35 jmdm. vor die Füße
laufen: [ugs.] unerwartet, zufällig
jmdn. treffen »Gestern lief mir eine al¬
te Freundin in der Stadt vor die Füße.«
37 jmdm. etw. zu Füßen legen: [geh.]
jmdm., den man verehrt, etw. Kost¬
bares schenken, überreichen »Er legte
ihr sein Herz zu Füßen.« 38 gut/
schlecht zu Fuß sein: gut/schlecht
laufen, gehen können »Sie ist schon
über 80 Jahre alt, ist aber immer noch
gut zu Fuß.« 39 etw. vom Kopf auf die
Füße stellen: etw. Verdrehtes wieder
zurechtrücken; etw. wieder in den
richtigen Zusammenhang stellen
Fuß|ab|druck: der; -(e)s; -abdrücke
Spur, die ein Fuß auf dem Boden hin¬
terlassen hat
Fuß]ab|wehr: die; -; - <Sport> Abwehren
eines Balles mit dem Fuß
Fuß|an|gel: die; - ; -n 1 beim Hineintre¬
ten zuschnappende Eisenklammer,
die Diebe festhalten soll 2 <übertr.>
Schwierigkeit, die jmdm. zum Ver¬
hängnis werden kann
Fuß|bad: das; -(e)s; -bäder 1 Bad spe¬
ziell für Füße 2 [ugs.; scherzh.] über¬
geschütteter Kaffee auf der Unter¬
tasse
Fuß|ball: der; -(e)s; -balle 1 aus Leder¬
stücken zusammengenähter schwarz¬
weißer Ball, der mit Luft gefüllt ist u.
zum Fußballspielen verwendet wird 2
o. PI. a) o. PI. kurz für Fußballspiel b)
o. PL kurz für Fußballsport
Fu8|ballän|der|spiel (Fuß|ball|län|derf-
~splel) —*• immer mit ffi: Fuß|ball|län|-
deijspiel/Fuß|ball-Län|deijspiel: das;
-(e)s; -e <Sport> Spiel zwischen Fu߬
ballnationalmannschaften
Fuß|ball]bun|des|trai[ner: der; -s; -
Trainer der Fußballnationalmann¬
schaft (in einem Bundesstaat, speziell
in den Bundesrepubliken Deutsch¬
land u. Österreich)
Fyß|ball|elf: die; -; - <Sport> aus elf Spie¬
lern bestehende Fußballmannschaft
Fyß|bal|len: der; -s; ~ <Anat.> Muskel¬
polster an der Unterseite des Fußes
Fyß|bal|ler; der; -s; - weibl. Fußjbal|le|-
rin: die; - ; -nen Fußballspieler/Fuß-
ballspielerin
Fuß|ball|fan: der; -s; -s <Sport> Person,
die gern Fußball spielt od. sich gern
Fußballspiele ansieht
Fuß|bali|feld: das; -(e)s; -er <SporP ge¬
nau abgemessenes Spielfeld für Fu߬
ballspiele
Fyß|ball|kri|mi: der; -s; -s äußerst span-
"nendes Fußballspiel mit aufregenden
Wettkampfsituationen
Fuß|balt|mei|ster —» Fuß|ba(l|meis|teR
der; -s; - <Sport> beste Fußballmann¬
schaft auf nationaler Ebene
Fyß]bali]mei|ster]schaft —» Fyßjball|-
meis|ter|schaft die; -; -en <Sport> all¬
jährliche Ermittlung der besten natio¬
nalen Fußballmannschaft
—ä- Fuß|bail|län|deijspiel/Fuß|bali-
Län|der|spiefc s. Fußballänderspiel
Fyß|ball|na|tio|nal|mann|schaft —*
~Fu8|ball|na|ti|o|nallmann|schafb die;
- ; -en <Sport> beste Spieler eines Lan¬
des, die ihre Nation bei internationa¬
len Fußballturnieren vertreten
Fuß|ball|schutv. der; -(e)s; -e <Sport>
Lederschuh mit Stollensohle, die dem
Spieler guten Halt gibt
Fyß|ball|spiel: das; -(ejs; -e <Sport>
Ballspiel zwischen 2 aus je 11 Spielern
bestehenden Mannschaften, wobei
die Spieler versuchen, den Ball (in 2 x
45 Minuten) mit Fuß- od. Kopfstö¬
ßen in das gegenerische Tor zu schie¬
ßen
Fuß|balt|spie|ler. der; -s; - weibl. Fuß|-
ball|spie|le|rin: die; - ; -nen <Sport>
Person, die Fußball spielt
Fuß|ball|sta|di|on: das; -s; -Stadien
Sportanlage, die aus einem Fußball¬
feld u. darum angeordneten Zuschau¬
ertribünen besteht
Fuß|ball|tor: das; -(ejs; -e <Sporp aus ei¬
ner Latte u. zwei Pfosten bestehender
rechteckiger Bogen (mit einem Netz)
an der Torlinie des Fußballfeldes, in
den der Ball geschossen werden muß
Fuß|ball|to|to: das; -s; - Glücksspiel in
Form einer Sportwette, bei der die
Spielausgänge bestimmter Fußball¬
spiele zu erraten sind
Fuß|bailttrai|ner: der; -s; - weibl. Fyßj-
ball]trai|na|rin: die; - ; -nen Person,
die die Fußballmannschaft trainiert,
die Übungen überwacht u. Ratschlä¬
ge zur Leistungsverbesserung gibt
Fuß[ball|ver|band: der; -(ejs; -verbände
Dachorganisation der Fußballvereine
Fuß)ball|ver]ein: der; -(e)s; -e Verein,
dessen Vereinsziel das Fußballspiel
ist
Fuß|bal(|welt|mei|ster —> Fuß|ball|-
weft|meisjteR der; -s; - Gewinner¬
mannschaft der an der Fußballwelt¬
meisterschaft teilnehmenden Natio¬
nen
Fußjball|welt|inei|ster|schaft —> Fu8|-
ball|welt|meis|ter]schaffc die; - ; -en
internationales Turnier zwischen
Fußballnationalmannschaften, bei
dem der Weltmeister ermittelt wird
Fyß|bank: die; -; -banke niedriger Sche¬
mel, auf den beim Sitzen die Füße ge¬
legt werden
Fuß|bo|den: der; -s; -b'öden Grundfläche
eines Raumes
Fuß|bo|den|be|lag: der; -(e)s; -beläge
auf dem Fußboden(untergrund) auf¬
gebrachter Belag (z. B. Teppichbo¬
den, Stein, Kunststoff, Holz)
Fuß|bo|den|hei|zung: die; - ; -en im
Fußboden verlegte Warmwasser- od.
Elektroheizung
fuß|breit Adj. n. stg. so breit, wie ein
Fuß lang ist
Fuß|brem|se: die; - ; -n Bremse, die mit
dem Fuß bedient wird
Fus|sel: die; - ; -n u. der; -s; - u. -n Fäd-
chen od. kleine Faser (zumeist am un¬
erwünschten Ort) Syn.: [österr.] Fuzel
fus|sa|lig: Adj. 1 voller Fädchen; ausge-
"franst 2 sich den Mund fusselig
reden: [ugs.] intensiv auf jmdn. einre¬
den, um ihn zu überzeugen od. um
ihn dazu zu bringen, etw. zu tun
fusjseln: fusselt; fusselte; hat gefusselt
Fusseln bilden »Der Pullover fusselt.«
fu(ßen: fußt; fußte; hat gefußt 1 basie¬
ren; stützen »Die Theorie fußt auf
zahlreichen Untersuchungen. 2 [ver-
alt.] die Füße aufsetzen; stehen 3
<Jagd; großer Vogeb sich setzen; auf
etw. sitzen »Der Adler fußt auf seinem
Horst.« .
Fuß)en|de: das; -s; -n (PI. s.) unteres
Ende eines Bettes; der Platz, wo ge¬
wöhnlich die Füße liegen
Fußffeh|ler: der; -s; - <Sport> a) <Tanzem
ungenaue Plazierung des Fußes;
Schrittfehler b) <Tennis> unerlaubtes
Überschreiten der Grundlinie beim
Aufschlag c) <Hockey> Ballspiel mit
dem Fuß
Fuß|fes)sel: die; -; -n 1 um den Fuß ge¬
legte Kette, gelegtes Seil, mit der/dem
ein Mensch od. ein Tier am Fortlau¬
fen gehindert werden soll 2 Bereich
des Beines am Knöchel
fyß|frai: Adj. n. stg. die Füße unbedeckt,
frei lassend
Fyß|gän|geR der; -s; - weibl. Fyß|gän|-
gejrin: die; - ; -nen Person, die sich
ohne Fahrzeug im Straßenverkehr
bewegt »Achte auf die Fußgänger!«
Fuß|gän|ger[an)|pel: die; -; -n Ampel¬
anlage, die von Fußgängern bedient
werden kann, um den Verkehr zu
stoppen u. ungehindert die Straßen
überqueren zu können
Fu8(gän|ger|strei|fen: der; -s; - durch
Streifen auf der Fahrbahn gekenn¬
zeichnete Stelle, wo Fußgänger beim
Überqueren besonderen Schutz ge¬
nießen, Syn.: [ugs.] Zebrastreifen
Fuß|gän|gerttun|nel: der; -s; - Unter¬
führung speziell für Fußgänger
Fuß|gän|ger|weg: der; -(ejs; -e Weg,
der speziell für Fußgänger angelegt
ist
Fuß|gän|geijzoine; die; - ; -n Bereich im
Hauptgeschäftszentrum, der für den
Autoverkehr gesperrt ist u. nur von
Fußgängern benutzt werden darf
Fuß|ga|lenk: das; -(e)s; -e Gelenk zwi¬
schen Bein u. Fuß
fuß|ge|recht: Adj. n. stg. auf die Bedürf¬
nisse u. Maße des Fußes eingestellt
Fuß|he|bel: der; -s; - Hebel an einem
Gerät, der mit dem Fuß bedient wird
fuß|hoch: Adj. n. stg. so hoch wie ein
Fuß lang ist
fußjkalt: Adj. n. stg. kalt für die, an den
Füße(n) »Trotz Heizung ist der Kaum
immer fußkalt.«
Fuß|kis|sen: das; -s; - Polsterunterlage
für die Füße
Fuß|knö|chel: der; -s; ~ vorstehender
Knochen am Fußgelenk
416
Futurist
fuß|krank: Adj. n. stg. a) an den Füßen
schmerzend, wund b) [scherzh.] nicht
gerne laufend
Fu8|la|ge: die; - ; - <Med.> besondere
Geburtslage des Kindes, wobei es mit
den Füßen voraus den Mutterleib
verläßt
fuß|lahm: Adj. n. stg. an den Füßen mü¬
de, erschöpft
fuB|lang: Adj. n. stg. 1 so lang wie ein
Fuß 2 bis auf die Füße reichend
Fu8|lap|pen: der; -s; - (m. PI.) Stoff
zum Umwickeln der Füße, der statt
Strümpfen in Stiefeln od. Holzschu¬
hen getragen wird
Fu8|leijden: das; -s; - Beschwerden am
Fuß; Fußkrankheit
Fu8|lei|ste —» Fuß|leis|te: die; - ; -n
schmaler Stab o. ä., der die Fuge zwi¬
schen Wand u. Fußboden abdichtet
FüBjling: der; -s; -e Socke ohne Schaft,
Rand; Fußsöckchen
Fuß|marsch: der; -(e)s; -mär sehe
Marsch zu Fuß, oft über eine weite
Strecke
FuB|mat|te: die; - ; -n Matte vor Türen
u. Treppen zum Säubern der Schuhe
FuB|na|gel: der; -s; -nägel extrem feste
Hornhaut auf dem vordersten Glied
der Fußzehen
Fu8|no|te: die; - ; -n Bemerkung unter
dem eigentlichen Text am Ende einer
Seite od. eines Textes, Kapitels, die
sich auf den Text bezieht
FuB|pfad: der; -(e)s; -e schmaler, unbe¬
festigter Weg, der nur von Fußgän¬
gern benutzt werden kann
Fu8|pfle|ge: die; - ; - Behandlung der
Füße
FuB|pfle|g«R der; -s; ~ weibl. FuB|pfle|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die beruf¬
lich fußpflegerische Behandlungen
durchführt, Nägel schneidet, Horn¬
haut behandelt u. ä.
FuBfpilz: der; -es; -e 1 Hauterkrankung
an den Füßen 2 Erreger der Fußer¬
krankung
FuB|pu|der der; -s; - Puder zur Pflege,
medizinischen Versorgung des Fußes
FuB|punkt: der; -(e)s; -e 1 <Geometrie>
Endpunkt einer Senkrechten, die als
Lot auf einer Geraden od. Ebene
steht 2 (Astronomie) dem höchsten
Punkt der Himmelskugel, dem Zenit
gegenüberliegender Punkt, Syn.:
[fremdsprl.] Nadir
Fuß|ra|ste —> Fuß|ras|te: die; - ; -n
Fußstütze (meist an Motorrädern)
Fu8|ring: der; -(e)s;-e Markierungsring
für Vögel
FuB|rücken (FuB|rük[ken — > FuB|rü|-
cken): der; -s; - Oberseite des Fußes,
Syn.: Spann
Fu8|sack; der; -(e)s; -sacke beutelför¬
mige Hülle zum Füßewärmen
FuB|schal|ter der; -s; - Schalter an
Elektrogeräten od. Maschinen, der
mit dem Fuß bedient wird
FuB|sche|mel: der; -s; - niedriger Hok-
ker, der als Fußstütze dient
FuB|soh|le: die; - ; -n untere Fläche des
Fußes
FuB|sol|dat: der; -ert; -en [veralt ] Sol¬
dat, der zu Fuß marschiert
FuB|spur: die; -; -en a) als Abdruck od.
Feuchtigkeit von Füßen hinterlasse-
nen Stapfen auf dem Boden b) <Tier>
Fährte
Fu8|stap|fen: der; -s; - 1 Fußabdruck
auf dem Untergrund 2 in jmds. Fu߬
stapfen treten: jmds. Nachfolge an¬
treten; jmdn. als Vorbild nehmen
Fu8|stüt|ze: die; - ; -n 1 niedrige Bank
od. Kissen zum Aufstellen der Füße 2
Schuheinlage
Fu6(ta|ste —> Fuß|tas|te: die; - ; -n Ta¬
ste od. Schalter zur Fußbedienung
fuß|tief: Adj. n. stg. so tief, wie ein Fuß
lang ist
FuBltritt: der; -(e)s; -e 1 Stoß mit dem
Fuß 2 Auftreten mit dem Fuß; Schritt
»Er hörte Fußtritte im Nachbarraum.«
Fyß|volk: das; (e)s; -1 <Milit.> Infante¬
rie; Soldaten, die zu Fuß marschieren
u. kämpfen 2 [ugs.; abwert.] Anhän¬
gerschaft; bedeutungslose Mitglieder,
untere Schicht einer Organisation 3
unters Fußvolk geraten: sozial, sitt¬
lich tief fallen
Fu8|wan|de|rung: die; - / -en längerer
Spaziergang durch die Natur
FjiB|wan|ne: die; - ; -n Schale zum Ba¬
den der Füße
fuB|warm: Adj. n. stg. warm für die Fü¬
ße »Der Raum ist angenehm fu߬
warm.«
Fuß|wa|schung: die; - ; -en 1 das Wa¬
schen der Füße eines Besuchers als
altorientalischer Brauch der Gast¬
freundschaft 2 katholischer Ritus der
Gründonnerstagsliturgie zur Erinne¬
rung an die Fußwaschung Jesu
FuB|weg: der;-(e)s; -e 1 für Fußgänger
bestimmter Weg 2 (Streckenangabe)
Entfernung, die man in einer Stunde
zu Fuß zurücklegen kann 3 das Zu¬
fußgehen »Der vierstündige Fußweg
hatte sie sehr müde gemacht.«
fuB|wund: Adj. n. stg. wund, leicht ver¬
letzt an den Füßen
FuB[wuijzel: die; - ; -n <Anat.> Fußbe¬
reich zwischen Unterschenkel u. Mit¬
telfuß
FuB|wuiizel|kno|chen: der; -s; - <Anat.>
Fußknochen zwischen Unterschen¬
kel- u. Mittelfußknochen
FuL: Abk. <Sprachwiss.> Futur; die Zu¬
kunft bezeichnende Verbform
Fujton: <jap.> /futon, futong u. [ugs.] fu-
tong/ der; -s; -s raaTtenartige japani¬
sche Matratze
futsch: Adj. n. stg.; n. dekl. [ugs.] weg;
verschwunden »Das Geld ist futsch.«
fut|schi|ka|to: Adj. n. stg.; n. dekl. [ugs.]
weg; verschwunden
Fut|ter: das; -s; -1a) Tiemahrung b)
[ugs.] Nahrung für Menschen »Das
Futter reicht für alle hungrigen
Wanderer.« 2 gut im Futter sein:
[ugs.; scherzh.] gut genährt, beleibt,
dick(Iich) sein
Futjter: das; -s; - Auskleidungsmaterial
für Kleidungsstücke u. a. Gegenstän¬
de
Futjte|ral: <lat.> das; -(e)s; -e eng anlie¬
gende, dem Inhalt angepaßte Hülle
für Brille, Fernrohr, Sportgerät o. ä.
Fyt|ter(ge|trei|de: das; -s; - für die
Viehfütterung bestimmtes Getreide
Fut|terjhäus|chen: das; -s; - für Vögel
im Winter aufgestellter Kasten mit
Futter
Fut|ter|kam|mer: die; - ; -n Lager- u.
Zubereitungsraum für Tiemahrung
Fut|ter|krip|pe: die; ~ ; -n 1 Behälter zur
Tierfütterung 2 [ugs.] Eßtisch »Jetzt
geht es an die Futterkrippe.« 3
<übertr.> [ugs.] einträgliche Position
»Der sitzt an der richtigen Futterkrip¬
pe.«
Fut|ter|le|der: das; -s; - (PI. s.) Unter¬
material eines Bekleidungsstückes od.
anderen Gegenstandes aus dünnem,
geschmeidigem Leder
Fut|teijmau|en die; - / -n Schutzmauer
an Hängen od. Felswänden, um Erd¬
rutsch od. Steinschlag zu verhindern
Fut|ter|mehl: das; -(e)s; -e (PI. s.) ge¬
mahlenes Futtergetreide zur Beimen¬
gung unter die Tiemahrung
Fut|ter|mit|tel: das; -s; - Tiemahrung
fütftern: fütterst; füttertest; hast gefüt¬
tert 1 a) ein Tier mit Nahrung versor¬
gen b) einem kleinen Kind od. hilflo¬
sen Menschen Nahrung in den Mund
geben c) jmdm. übermäßig zu essen
geben 2 [ugs.] a) ein Gerät mit Daten
versehen »Der Computer wurde mit
den notwendigen Informationen gefut¬
tert.« b) Geldstücke in einen Automa¬
ten werfen 3 ein Kleidungsstück mit
Futtermaterial versehen
Fut|ter|napf: der; -(e)s; -näpfe Schale
zur Fütterung von Haustieren
Fut|tertneid: der; -(e)s; - a) Neid auf die
Nahrung eines anderen Tieres b) Neid
auf die Nahrung eines anderen Men¬
schen c) <übertr.> Neid, Mißgunst auf
Vorteile eines anderen
Futjteijpflanjze: die; - ; -n Pflanze, die
zur Tierfütterung angebaut u. ver¬
wendetwird
Fyt|terjplatz: der; -es; -platze 1 Ort der
Tierfütterung 2 Lagerplatz für Fut¬
termittel
Futtter[rau|fe: die; - ; -n Gitterkorb zur
Verfutterung von Heu, Gras od.
Stroh
Fut|ter|rü|be: die; - ; -n Rübe, die aus¬
schließlich der Tierfütterung dient;
Runkelrübe
Futjterjsack: der; -(e)s; -sacke mit Fut¬
ter gefüllter Beutel, der Tieren zur
Fütterung umgehängt wird
Fut|ter|sei[de: die; - ; -n (PI. s.) zum
Ausfüttem von Kleidungsstücken
aus anderen Stoffen verwendete Seide
Futfterjsipo: der u. das; -s; -s turmartiger
Behälter, Bau zur Aufbewahrung von
Futtermitteln
Fut|ter|stoff: der; -(e)s; -e Stoff zum
Auskleiden von Kleidungsstücken u.
a. Gegenständen
Fütjte|rung; die; - ; -en (PI. s.) 1 a) das
Geben von Futter, Nahrung an Tiere
b) das Zureichen, Eingeben von Nah¬
rung an einen Menschen, der nicht
selbständig essen kann 2 a) das Aus¬
kleiden eines Kleidungsstückes o. a.
Gegenstandes b) Innenauskleidung
eines Kleidungsstückes od. anderen
Gegenstandes
Fu|tur. dat.> das; -s; -e (Sprachwiss.;
Verb> Zeitform, die die Zukunft aus¬
drückt
Fuftu|ris|mus: <lat.-it.> der; - ; - (Kunst)
formalistische Kunstrichtung zu Be¬
ginn des 20. Jahrhunderts, die in Ita¬
lien ihren Ursprung hat
Fu(tu|rist <lat.-it.> der; -en; -en weibl.
Fu|tu|rl]stin —* Fu|tu|n>[tin: die;
- ;-nen Anhängern), Vertreterin)
des Futurismus
417
futuristisch
fu|tu|ri|stisch —» fu|tu|ris|tisch:
dat.-ito Adj. n. stg. 1 in Art u. Weise
des Futurismus; zum Futurismus
gehörend 2 zukunftsorientiert; an
der zukünftigen Entwicklung orien¬
tiert
G/g: /ge/ das; - u. [ugs.J -s; - u. fugs.j
-s Schriftzeichen, siebter Buchstabe
des deutschen Alphabets
G: Abk. 1 Gas 2 Geheimsache 3 <Börse>
Geld (= zu diesem Preis bestand nur
Nachfrage) 4 Gemeinde 5 Generator
= Stromerzeuger 6 Gerät 7
<Rechtsw.> Gericht 8 Geschwindigkeit
9 Gesetz 10 Gewerkschaft 11 <Elek-
trot.> Gleichstrom 12 Grundfläche 13
Grundlinie 14 Gruppe
g: Abk. 1 (Maßeinheit des Gewichts)
Gramm 2 <Qualitätsangaben> grob
G.: Abk. 1 (Milit.) General 2 (Sprach-
wiss.> Genitiv = Wesfall 3 Gerät 4
Gesandte(r) 5 Gesetz
g.: Abk. 1 gasförmig 2 geschlossen 3 gut
G-7-Gipfel: der; -s; - Gipfelkonferenz
der Gruppe der 7 bedeutendsten In¬
dustriestaaten der Welt - Konferenz
zur Koordinierung der Wirtschafts¬
politik zwischen Deutschland, Frank¬
reich, Großbritannien, Italien, Japan,
Kanada u. den USA
GA: Abk. 1 Geldanlage 2 Gesundheits¬
amt
Ga: Abk. 1 Gallium = chemisches Ele¬
ment; Schwermetall 2 <Eisenb.> Gü¬
terabfertigung
Ga.: Abk. 1 Garage 2 Garten
Ga|bar]di|ne/Ga|bar|di|ne: <span.-fr.>
/gabardinfe)/ der; -s; - u.(Sorten) - u.
die; - ;-u. (Sorten) - dicker, glatter
Stoff; Gewebe für Mäntel u. Sport¬
kleidung
Gajbarjdi|ne|an|zug/Ga|bar|di|ne|an|-
zug: /gabardinM-/ der; -(e)s; -anzüge
Anzug, der aus einem schräggeripp¬
ten, strapazierfähigen, festen, dichten
Stoff, Kammgamgewebe hergestellt
ist
Ga|be: die; - ; -n 1 [geh.] etw., was gege¬
ben, geschenkt wird »Ich habe als
kleine Gabe einen Blumenstrauß
geschenkt.« 2 <übertr.> besondere Fä¬
higkeit »Sie hat die Gabe, in die Zu¬
kunft blicken zu können.« 3 (verab¬
reichte) Dosis eines Medikaments 4
[schweiz.] Gewinn (im Lotteriespiel,
beim Kegeln o. ä.) 5 eine (gute) Gabe
Gottes: etw. besonders Schönes,
Gutes 6 eine milde Gabe: etw., was
man wohltätig jmdm., der bedürftig
ist, gibt, spendet »Der Bettler bat um
eine milde Gabe, u. ich gab ihm eine
Fu|tu|ro|lo|gie: <gr.-lat.> die; - ; - Zu¬
kunftsforschung
Fy|zel: der; -s; ~ [österr.] Fädchen od.
kleine Faser(zumeist am unerwünsch¬
ten Ort) »Fuzelam Kleid« Syn.: Fussel
fw.: Abk. freiwillig
G
Mark.« 7 Alle gute Gabe kommt von
oben: a) (religiöser, christlicher Aus¬
spruch) alles Gute kommt von Gott
b) [scherzh.] Anmerkung, wenn
jmdm. etw. auf den Kopf fällt c)
[scherzh.] Anmerkung, wenn es stark
regnet, schneit, hagelt usw.
Ga|bel: die; - ; -n 1 Teil des Eßbestecks
"mit mehreren Zinken zum Aufspie¬
ßen von fester Nahrung »Suppe kann
man nicht mit der Gabel essen.« 2 (Te¬
lefon) Vorrichtung, auf die der Tele¬
fonhörer gelegt wird 3 kurz für Gabe¬
lung, Ort, an dem sich etw. in Form
einer Gabel teilt 4 (Landwirt.) kurz
für Heugabel, Mistgabel = einer Ga¬
bel (1) ähnliche Gegenstände, Werk¬
zeuge zum Aufspießen von etw. 5
(Jagd) Geweih eines Zweienders
Gajbel|bis|sen: der; -s; ~ a) in würziger
Soße eingelegtes Stück Heringsröll¬
chen b) wohlschmeckender Happen,
kleines Stück eines Nahrungsmittels
(z. B. belegtes Brot) zur Appetitanre¬
gung
Gäjbel|chen: das; -s; - kleine Gabel
ga|bel|för|mig: Adj. n. stg. von einer
Stelle in zwei verschiedene Richtun¬
gen auseinanderstrebend, verlaufend
»Der Weg ging gabelförmig auseinan¬
der.«
ga]be|lig: Adj. n. stg. [selten] sich von ei¬
ner Stelle in zwei verschiedene Rich¬
tungen verlaufend
gajbeln, sich: gabelt sich; gabelte sich;
hat sich gegabelt sich aus einem
Strang, Weg, Teil in mehrere teilen
»Der Weg gabelt sich hier in einen
Haupt- u. zwei Nebenwege.«
Ga|bel|stap[ler: der; -s; - Fahrzeug, Ge¬
rät, mit dem man Güter auf Paletten
stapelt od. transportiert »Er fuhr mit
dem Gabelstapler durch die Werkhal¬
le.«
Ga|be|lung: die; - ; -en Stelle, Ort, an
dem sich ein Weg, Strang in zwei od.
mehr Teile teilt »Die Gabelung des
Weges kannst du nicht verfehlen.«
Ga]ben]be|rei|tung: die; - ; - (kath. Kir¬
che) Darbietung von Brot u. Wein als
Symbol des Leibes u. des Blutes Chri¬
sti
Ga|ben|tisch: der; -(e)s; -e Tisch, an
dem zu festlichen Anlässen die Prä¬
sente, Geschenke aufgebaut werden
FZ: Abk. 1 Fachzeitschrift 2 (Post) Fern-
meldezug3 Funkzentrale
Fzb.: Abk. Finanzbedarf
Fzgn.: Abk. Führungszeugnis
Fzt.: Abk. Fahrzeit
Fzw.: Abk. Finanzwesen
Gacke|lei (Gak|ke|lel —» Ga|cke|lei):
die; - ; -en [landsch.; ugs.] langanhal¬
tendes Lachen u. Gerede »Ihre Gak-
kelei nervte mich.«
gackern (gakjkern —» ga|ckern): gak-
kerst; gackertest; hast gegackert 1
(Huhn> ein abgehacktes, der Lautfol¬
ge >gack( ähnliches Geräusch erzeu¬
gen »Die Henne gackert beim
Eierlegen.« 2 (übertr.) [ugs.] ständig,
häufig albern (ohne eigentlichen An¬
laß) lachen »Warum gackert ihr denn
schon wieder?« 3 wer gackert, muß
auch ein Ei legen: [ugs.] wenn jmd.
eine Andeutung macht, muß er diese
auch erklären
Gfifffel: die; -; -n [seemannssprl.j schrä¬
ge, drehbare am Mast verschiebbare
Stange mit einer gabelähnlichen
Klaue, hakenartigen Form zum Fas¬
sen, Greifen zur Befestigung des Gaf¬
felsegels
Gaf|fel|scho|ner: der; -s; - [see-
mannssprl.] zweimastiges Schiff mit
Gaffelsegeln
gaf|fen: gaffst; gafftest; hast gegafft [ab¬
wert.) jmdn. od. etw. (ziemlich
dümmlich, mit offenem Mund) an¬
starren
Gaf|feR der; -s; - weibl. Gaf|fe|rin: die;
- ; -nen [abwert.] Person, die jmdn.
od. etw. neugierig (ziemlich dümm¬
lich, mit offenem Mund) anstarrt
Gaf|fe|rei: die; - ; - [abwert.] ständiges,
neugieriges (ziemlich dümmliches)
Anstarren (mit offenem Mund)
Gag: <engl.> /gäg/ der; -s; -s als Scherz
gesagte Worte, ausgeführte Hand¬
lung mit Pointe »Das war ein gelunge¬
ner Gag.«
gajga: <//-.> Adj. n. stg.; n. dekl. unsicher;
unbeholfen; blöd
Ga|ge: <fr.> /gaseh*/ die; - ; -n Bezah¬
lung, Honorar für eine künstlerische
Tätigkeit »Die Sänger verzichteten zu¬
gunsten des guten Zwecks auf ihre Ga¬
ge.«
gäh|nen: gähnst; gähntest; hast gegähnt
1 bei Müdigkeit, Sauerstoffmangel
od. aus extremer Langeweile mit weit
geöffnetem Mund atmen 2 gähnende
Leere: es ist gar nichts da; völlige Lee¬
re
Gäh|ne|rei: die; - ; -en [ugs.; oft abwert.]
Zeichen für Müdigkeit od. auch Lan-
418
Gallwespe
geweile, bei der der Mund unwillkür¬
lich aufgerissen u. die Luft eingezo¬
gen u. ausgestoßen wird; anhaltendes
Gähnen
gal.: Abk. <engh (Maßeinheit des Rau¬
minhalts in Großbritannien u. den
USA> gallon = Gallone (1 gal. =
з, 785 Liter)
gal.: Abk. gälisch
GaJIa: <fr.-spart.> die; - ; [ugs.] -s u.
(ugs.] Galen 1 festliche Veranstal¬
tung, oft eine besonders festliche
Opern-, Theatervorführung 2 a) kurz
für Galauniform “ festliche Uni¬
form, elegante Kleidung zum Ausge¬
hen b) sich ln Gala werfen: [ugs.] sich
besonders elegant anziehen
ga|la-/Ga|la-: Wortbildungselement
festlich »Galaabend«
Ga|la|abend —» Ga|la|a|bend: der; -s; -e
spätabendliche (Fest-)Veranstaltung
mit offizieller Garderobe
Ga|la|kon|zert: das; -(e)s; -e aus einem
besonderen Grund stattfindendes
(Fest-)Konzert, bei dem elegante
Kleidung vorgeschrieben ist
ga|lak|tisch: <gr.-lat.i Adj. n. stg. (Astro¬
nomie) zum System der Milchstraße
gehörend; das System der Milchstra¬
ße betreffend
Ga|lak|tg]se: <gr.> die; - ; -n Milchzuk-
kerbestandteil
ga[la|mä|Big: Adj. einem besonders fest¬
lichen Anlaß entsprechend
Gajlsn: <span.t der; -s; -e a) sehr höfli¬
cher Verehrer b) [iron.] Liebhaber
gajlant: Adj. galanter; galanteste a)
(meist Art eines Mannes einer Frau
gegenüber) höflich; zuvorkommend;
auf sehr elegante Art »Seine galante
Art ist umwerfend.« b) [veralt.] die Se¬
xualität, das Liebesieben betreffend
»ein galantes Abenteuer«
Ga|lan]te|rie: <fr.> die; - ; -n jgalanterifnj
1 [geh.; veralt.] freundliche Umgangs¬
formen 2 schmeichelhafte Äußerung,
besonders dem weiblichen Geschlecht
gegenüber
Ga|lanftefrie|wa|ren: die (PL) [veralt.]
Zubehör zur besonderen Betonung
der Gaderobe, Syn.: [fremdsprl.]
Accessoires
Ga|la|uni|form —» Ga|la)u|ni|form: die;
- ; -en bei außergewöhnlichen Veran¬
staltungen getragene prachtvolle Uni¬
form
Ga|!a|vorjstel|lung: die; - ; -en aus be¬
sonderem Anlaß festlich begangene
Aufführung
Ga|la|xie/Ga|lajxis: <gr.-lat.> /galakßi u.
galakßiß/ die; - ; -n fgalakßin u.
galakßbnj (Astronomie) a) großes
Sternsystem b) o. PI. Milchstraße
Ga|lee|re: <gr.-lat.-it.> die; -; -n mittelal¬
terliches, von Sklaven, Kriegsgefan¬
genen od. Sträflingen gerudertes
Schiff
Galleelrenlsklalve: der; -n; -n auf einem
Schiff, Galeere als Antriebskraft, Ru¬
derer mißbrauchte leibeigene Person
Ga|leo|ne/Ga|ligjne —» Ga|lejg|ne/Ga|-
li|o|ne: <gr.-lat.-span.> die; - ; -«<hist.>
großes Segelschiff mit Geschützen
(Kriegs- u. Handelsschiff) der Spanier
и. Portugiesen
Ga|lejrig: «7.> die; - ; -n jgalerifnj 1 Aus¬
stellungsräume für Werke der bilden¬
den Künste »Wir besuchten eine
Kunstgalerie.« 2 einen Raum, Innen¬
hof mindestens in Deckenhöhe um¬
laufender) offene(r) Gang, Empore
»Wir saßen bei dem Orgelkonzert auf
der Galerie.« 3 kurz für Gemäldegale¬
rie; (Ausstellungsraum für eine) Ge¬
mäldesammlung 4 a) am weitesten
oben gelegener Theaterrang b) alle
Zuschauer auf dem am weitesten
oben gelegenen Theaterrang S (hist.)
gedeckter, mit Schießscharten ausge¬
statteter Gang; Minengang 6 [rot¬
welsch; österr.; veralt.] Gaunerwelt 7
[scherzh.] Anhäufung, Ansammeln
von einem ähnlichen Zweck dienen¬
den Gegenständen »Räum’ endlich
deine Pullovergalerie vom Stuhl!«
Gajlelrist: <it.> der; -en; -en weibl. Ga|le|-
ris|tin —» Ga]le|ri]stin: die; - ; -nen 1
Galerieeigentümer(in); Betreiber(in)
eines Ausstellungsraumes für bilden¬
de Künste; Person, die mit Kunstge¬
genständen handelt 2 [rotwelsch;
österr.; veralt.] Person, die der Gau¬
nerwelt angehört
Gal|gen: der; -s; - a) Vorrichtung zum
Erhängen von Menschen »Man er¬
richtete einen Galgen für die Hinrich¬
tung des Mörders.« b) in der Form
dem Galgen (a) ähnliche Vorrichtung
mit einem Querbalken zur Aufhän¬
gung technischen Geräts c) jmdn. an
den Galgen bringen: jmdn. einer Be¬
strafung, der Todesstrafe ausliefem
»Für diese Tat wird man ihn an den
Galgen bringen.« d) am Galgen
enden: [ugs.] einer bösen Zukunft
entgegengehen
Gallgenjfrist: die; - ; -en (PI. s.) Zeit¬
raum, der jmdm. zugestanden wird
od. der verbleibt, bis etw. (eine Ent¬
scheidung, Bestrafung o. ä.) erfolgt
od. zu erfolgen hat
Gal|gen|atricic der; -(e)s; -e a) [ugs.;
veralt.; abwert.] Gauner; Herumtrei¬
ber; Verwahrloster; Taugenichts b)
[ugs.] Kind, junger Mann, dem man
trotz seiner Durchtriebenheit nicht
wirklich böse ist
Galjgen|vo|gel: der; -s; -vögel Herum¬
treiber; Verwahrloster; Taugenichts
Ga|li|läa: o. Art.; -s; - in der Bibel (Neues
Testament) häufig erwähnte Region;
ein Gebiet im heutigen Israel, in Palä¬
stina; Herkunftsort Christi
Ga|!io|ne/Ga|leg|ne —*• Ga|!i|gjne/Gaj-
le|ojne: <gr.-lat.-span.t die; - ; -n gro¬
ßes Segelschiff mit Geschützen
(Kriegs- u. Handelsschiff) der Spanier
u. Potugiesen
Ga|li|ons|fi|gur: die; - ; -en a) holzge¬
schnitzte Gestalt am Schiffsbug b)
(übertr.) Person, die (zu Repräsentati¬
onszwecken) für eine Firma o. ä. fun¬
giert
Galljaptfel: der; -s; -äpfel (Bot.> apfelför¬
mige, rundliche Wucherung an Ei¬
chen, die durch meist tierische Parasi¬
ten hervorgerufen wird
Gai|le: die; - ; -n 1 (Anat.> kurzfiir Gal¬
lenblase, blasenförmiges Wirbeltier¬
organ, das der Speicherung des in der
Leber gebildeten Gallensekrets dient
»Sie hat Steine in der Galle.« 2 von
der Leber gebildetes, produziertes
Verdauungssekret, das in der Galle
(1) gespeichert wird »Nachdem nichts
mehr im Magen war, erbrach er nur
noch Galle.« 3 a) Galle (verspritzen:
boshafte Dinge sagen b) jmdm.
kommt die Galle hoch: [ugs.] jmd.
wird zornig c) jmdm. läuft die Galle
über: [ugs.] jmd. wird sehr böse u.
schimpft »Als sie spät in der Nacht im¬
mer noch so laut Musik machten, lief
ihm die Galle über.«
Gal|le: <lat.> die; - ; -n 1 a) (Tiermed.) ab-
"norme weiche Geschwulst an Sehnen¬
scheiden u. Gelenken (besonders von
Pferden) als Folge einer Ansammlung
von Körperfl üssigkeit b) (Bot> Pflan¬
zengalle; durch Parasiten hervorgeru¬
fene Mißbildung an Pflanzen in Form
einer rundlichen Wucherung
gal jle jbitjter/galjlen|bit|ter: Adj. n. stg.
extrein bitter schmeckend
Galjlen|flüs|sig|keit: die; - ; - zur Fett¬
verdauung notwendige, in der Leber
gebildete u. in der Gallenblase gespei¬
cherte flüssige Absonderung
Gal|ten|gang: der; ~(e)s; -gonge (m.
PI.) <Anat.> körpereigenes Leitgefäß
der Leber mit Mündung in den
Zwölffingerdarm, durch welches die
Gallenflüssigkeit durch die Gallen¬
blase transportiert wird
Gal|len|grieB: der; -es; -e (Med.) viele
kleine Gallensteine
Gal|len|ko|iik: die; - ; -en (Med.) durch
wandernde Gallensteine ausgelöster,
krampfhaft auftretender Schmerz im
Gallenbereich
Gatpen|lei|den: das; -s; ~ <Med.> Er¬
krankung der Gallenblase
Gal|ten|röhijling: der; -s; -e (Bot.) dem
Steinpilz ähnlicher, aber ungenießba¬
rer Röhrenpilz
Galjlen|stein: der; -(e)s;-e <Med.> durch
nicht herausgeschwemmte Essenzen
der Galle verursachte Bildung von fe¬
sten Ablagerungen
gal|len|trei|bend: Adj. das Abfließen der
Gallenflüssigkeit fördernd
Ga(|(en|we|ge: die (PI.) <Anat.> Gallen¬
blase u. Gallengänge
Gal|lert/Gal|lert: <lat.> das; -(e)s; - u.
(Sorten) -e eingedickte, nach dem Er¬
kalten steife, durchsichtige Masse,
Brühe
gal|lert|arftig: Adj. die gleiche Beschaf¬
fenheit aufweisend wie eine aus tieri¬
scher od. pflanzlicher Brühe herge¬
stellte dickflüssige Masse
Gal|lertjmas|se: die; - ; -n Gemenge mit
der Konsistenz einer zähen Flüssig¬
keit, die aus tierischer od. pflanzlicher
Brühe hergestellt wurde
gat|lig: Adj. 1 sehr bitter vom Ge¬
schmack 2 (sprachliche Äußerung)
voller Verbitterung; scharf; spitz
Gall|jam|bus: <gr.-lat.> der; - ; -jamben
(Literaturwiss.) aus zwei Kürzen u.
zwei Längen bestehendes Versmaß,
dessen letzter Versfuß unvollständig
ist
Gal|lojne: tfr.-engl.i die; - ; -n
(Hohlmaß) a) englisch = 4,55 Liter b)
amerikanisch = 3,785 Liter
gal|lo|phil: Adj. n. stg. allem Französi¬
schen aufgeschlossen gegenüberste¬
hend
gal|lo|phpb: Adj. n. stg. allem Französi¬
schen ablehnend gegenüberstehend
Gal!]wes|pe: die; ~ ; -n (Zoob dunkles
od. rötliches Insekt, welches Pflan¬
zengewebe zur Behausung u. Ernäh¬
419
Galone
rung der Nachkommen benutzt, wo¬
durch bei den Pflanzen Auswüchse
entstehen
Ga|io|ne: <fr.-it.> die; -; -n Zierleiste, die
an offizieller Garderobe zu finden ist
bzw., an Uniformen angebracht, ein
Rangabzeichen darstellt
Ga|lopp: dt.-frs der; -s; -e u.-s a) schnell¬
ste Gangart von Pferden u. ä. Tieren
in Form einer Reihe aufeinanderfol¬
gender Sprünge »Schritt, Trab u. Ga¬
lopp sind die drei Gangarten beim Rei¬
ten.« b) im Galopp: <übertr.> [ugs.]
sehr schnell; im Eiltempo
ga|lop|pje]ren: galoppiert; galoppierte;
ist galoppiert <meist Pferd o. ä.> sich in
langen Sprüngen schnell fortbewegen
gajlop|pje|rend: Adj. n. stg. 1 <Pferd> im
Galopp laufend 2 <übertr.> sich
schnell ausbreitend, verschlimmernd
»galoppierende Schwindsucht, Inflati¬
on«
Ga(lopp)ren|nen: das; -s; - <Reitsport>
Wettlauf, bei dem die Pferde über
eine festgelegte Distanz in der schnell¬
sten Gangart auf ein Ziel zulaufen
Ga|lo[sche: <lat.-fr.-it.> die; - ; -n a) [ver-
alt.) Schutzüberzug für die Schuhe b)
[ugs.; abwert.] alter, abgetragener
Schuh
Galjva|ni)sa|ti[on: dt.-lat.> /galwanisa-
zion/ die; - ; -en 1 <Technik> Prozeß
des Überziehens von Metall unter Zu¬
hilfenahme der Elektrolyse 2 (Med.)
Behandlung eines Leidens unter Hin¬
zunahme von Gleichstrom
Gal|va|ni|seur: dt.-fro /galwanisör/ der;
-s; -e weibl. Galfvalnllseulrin: ~die; ~ ;
-nen Person, die in der Galvanotech¬
nik arbeitet
gal|vajni|sje|ren: <fr.> /galwanisiren/ gal¬
vanisierst; galvanisiertest; hast
galvanisiert 1 <Technik> (Gegenstand)
unter Zuhilfenahme der Elektrolyse
etw. mit Metall überziehen 2 (Med.)
eine Behandlungsform, Therapie mit
Gleichstrom einleiten
Gal|va|no|kau|stik —» Gal|va|no|kaus|-
tilc /galwano-/ die; ~ ; -1 (Med.) [ver-
alt] Ausbrennen kranker Zellteile mit
Hilfe eines medizinischen Elektroge¬
rätes mit glühendem Platindraht
(Galvanokauter), heute weitgehend
durch Elektrochirurgie verdrängt 2
(Elektrot.) elektrolytische Methode
zur Ätzung radierter Kupferbleche
Gal|va|no|skop —> Gal|va|no|s|kpp:
dt.; gr.> /galwano-/ das; -s; -e (Tech¬
nik> nicht geeichtes Meßinstrument,
um elektrische Stöme zu messen
Ga[ma]sche; <arab.-span.-fr.> die; - ; -n
1 [veralt.] über Schuhoberseite u.
Knöchel getragener (geknöpfter)
Stoffschlauch, Lederüberschuh 2 (vor
Imdm-, etw.) Gamaschen haben:
[ugs.; veralt.] Angst (vor jmdm., etw.)
haben »Vor dem Examen habe ich or¬
dentlich Gamaschen.«
Gam|be: dat.-ito die; - ; -n <Musik> zwi¬
schen dem 16. u. 18. Jhd. verbreitetes,
mit dem Knie gehaltenes Streichin¬
strument, das sechs Saiten hat, Syn.:
Kniegeige
Gam|ma: <semit.-gr.-lat.> das; - u. -s; -s
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets, der an dritter Stelle steht
Gam|tna|glo|bu|Hn: <semit.-gr.-lat.> das;
-s; - (Med.) Bestandteil des Eiweißes
von Blutplasma, das zur (prophylak¬
tischen, vorbeugenden) Behandlung
verschiedener Krankheiten dient
Gam|ma|strah|len: die (PL) (Physik;
Med.> radioaktive kurzwellige Strah¬
lung
Gam|ma|zis|mus: tsemit.-gr.-lat.-> der;
- ; - undeutliche, falsche Aussprache
der Kehllaute >g< u. >k<, die dann als
>d< u. >t< gesprochen werden
gam|me|lig/gamm|li<j: Adj. gamm(e)li-
ger; gamm(e)ligste [ugs.] 1 wenig ge¬
pflegt, heruntergekommen aussehend
»Er trug ein ziemlich gammeliges
Hemd.« 2 dibertr.; Nahrungsmittel)
[ugs.] nicht mehr ganz frisch, sondern
in Fäulnis übergehend
gam|meln: gammelst: gammeltest; hast
gegammelt [ugs.] 1 [meist abwert.]
faulenzen u. seine Zeit ohne Arbeit
verbringen »Heute gamm(e)le ich den
ganzen Tag.« 2 (Lebensmittel) lang¬
sam schlecht werden, verfaulen »Das
Obst gammelt schnell, wenn es heiß
ist.«
Gamm[ler. der; -s; - weibl. Gamm|le|-
rin: die; - ; -nen [ugs.; oft abwert.]
(meist jugendliche) Person, die aus ei¬
ner Handlung des Protestes heraus ei¬
nen sicheren Platz innerhalb einer
Ordnung od. Gesellschaft ablehnt,
ohne geregelte Arbeit, mit ungepfleg¬
tem Äußeren
Gamm|ler|tum: das; -s; - Erscheinung,
Lebensform der Gammler
gamm|lig/gam|meiUg: Adj. ganvn(e)li-
ger; gammfefligste [ugs.] 1 wenig ge¬
pflegt, heruntergekommen aussehend
»Er trug ein ziemlich gammliges
Hemd.« 2 (übertr.; Nahrungsmittel)
nicht mehr ganz frisch, sondern in
Fäulnis übergehend
Gams: der, die u. das; - ; - u. -en
[landsch.] einer Ziege ähnliches, euro¬
päisches Hochgebirgstier mit senk¬
recht stehenden, am oberen Ende
nach hinten gebogenen Hörnern u.
braunem Fell mit hellen Abzeichen,
Syn.: Gemse
Gams|bart: der; -(e)s; -harte vor allem
als Schmuck an süddeutschen, öster¬
reichischen Trachtenhüten für Män¬
ner verwendetes Haarbüschel aus
dem Rückenfell des Gamsbockes
—» Gäms|boclc s. Gemsbock
—» Gam|se: s. Gemse
—»■ gäms|far|ben: s. gemsfarben
Gamsjlejder: das; -s; - [landsch.] aus der
vom Fell befreiten Haut der Gemse
hergestelltes Leder
—» Gäms|le|der: s. Gemsleder
Gang: tengl.-ameriko /gäne/ die; - ; -s
Bande, Horde; organisierte Verbre¬
cherbande »Die (Straßen- jGangs des
Elendsviertels bekämpfen sich gegen¬
seitig.«
Gang: der; -(e)s; - zusammenarbeiten¬
de Hafenarbeiter od. Schiffsbesat¬
zung
Gang: der; -(e)s; Gänge 1 schmaler, län¬
gerer Weg innerhalb von Häusern,
Wohnungen »Wir gingen einen langen
Gang hinunter, entlang.« 2 das Gehen
(zu einem Ereignis, einer Veran¬
staltung) »Der Gang zum Arzt war
dringend erforderlich.« 3 a) Art u.
Weise des Gehens »Er hat einen
schlurfenden Gang.« b) Art der Fort¬
bewegung von Reittieren »Die drei
Gangarten des Pferdes sind Schritt,
Trab u. Galopp.« 4 eine von mehreren
nacheinander servierten Speisen »ein
Essen mit fünf Gängen« 5 (Geologie)
mineralgefüllte Ader, Spalte im Ge¬
stein 6 (Technik) Übersetzungsstufen
bei einem Fahrzeug »in den dritten
Gang schalten« 7 in Gang kommen:
langsam anfangen »Das Gespräch
kam allmählich in Gang.« 8 Gang
nach Kanossa/Canossa, Kanossa¬
gang —> auch Canossagang: eine
als notwendig empfundene Erniedri¬
gung der eigenen Person, die als un¬
angenehm u. schwierig empfunden
wird 9 a) einen Gang zulegen: [ugs.]
schneller werden »Los, leg einen Gang
zu, dann schaffen wir es noch!« b) ei¬
nen Gang zurückschalten: [ugs.] etw.
nicht so schnell, heftig, viel o. ä. tun
10 seinen Gang gehen: wie gewohnt,
wie immer weitergehen » Wenn du im
Krankenhaus bist, achte ich darauf,
daß zu Hause alles seinen Gang geht.«
11 etw. in Gang bringen, setzen: be¬
wirken, daß etw. allmählich anfängt,
funktioniert o. ä. 12 a) in Gang sein:
in Funktion sein »Die Maschinen wa¬
ren seit Stunden in Gang.« b) im Gan-
g(e) sein: 1. es geht etw. vor; es ge¬
schieht etw. »Die Verhandlungen wa¬
ren noch im Gange.« 2. eine Vermu¬
tung, Ahnung ausdrückend, daß etw.
passiert, stattfindet, von dem man je¬
doch nichts Sicheres weiß »Ich habe
das Gefühl, da ist etw. im Gang.«
Gang|art: die; - ; -en (Mensch; Tien Art
des Laufens »Das Pferd wechselte die
Gangart.«
gang|ban Adj. n. stg. 1 begehbar 2
(übertr.) für brauchbar, möglich er¬
achtet
Gangjbar|keit: die; ~ ; -1 Begehbarkeit
2 (übertr.) Brauchbarkeit, Machbar¬
keit für etw. nach jmds. Einschätzung
Gän|ge|lei: die; ~ ; -en [ugs.; abwert.)
Ausübung von Bevormundung
gänlgeln: gängelst; gängeltest; hast ge¬
gängelt [ugs.; abwert.] eine andere
Person in ihrem Denken u. Handeln
bevormunden
Gän|ge|lung: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
Ausübung von Bevormundung
gän|gig: Adj. 1 üblicherweise verwendet
od. recht häufig »Dies ist eine gängige
Automarke. * die gängige Meinung
über dieses Thema« 2 (Münzw.) gültig;
in Umlauf 3 (Jagd; Hund) gehorsam,
leicht zu führen
Gän|gig|keit: die; -; -en 1 Allgemeinüb¬
liches; Gewöhnliches; Normales 2
(Münzern von Gültigkeit; in Umlauf
3 (Ware) einen großen Abnehmer¬
kreis aufweisend »Die Gängigkeit un¬
serer Campingartikel ist saisonbe¬
dingt.«
Gan|gli|en|blocker (Gan|gli|en|blok|ker
—> Gan|g|li|en|blo|cker): /gangli'n-/
der; -s; (Med.) Medikament, wel¬
ches die Übertragung von Reizen u.
Informationen im Nervensystem
hemmt
Gang|li|on: <gr.-lat.> das; -s; Ganglien
Iganglknj (Med.) 1 Überbein, zysti¬
sche Geschwulst mit Bindegewebs-
kapsel u. gallertartigem Inhalt an Ge¬
lenken 2 Nervenknoten, außerhalb
420
gar
des Zentralnervensystems gelegene
Anhäufung von Ganglienzellen, Ner¬
venzellen
Gan|grän —> Gan|g|räre <gr.-lat> die;
- ; -en u. das; -s; -e/Gan|grä|ne —»
Gan|g|rä|ne: die; - ; -n «Med.) bräun¬
lich-schwarz verfärbter, absterbender
Teil eines Gewebes durch trockenen
Brand (Folge von Durchblutungs- u.
Ernährungsstörungen) od. durch
feuchten Brand (Fäulnis durch Bak¬
terien)
Gang|schal|tung: die; - ; -en <Technik>
Schaltstelle, durch die die einzelnen
Gänge des Getriebes in die für sie vor¬
gesehene Position gebracht werden
Gangfstar —> Gang|s(ter. tengl.-ame-
rifc.) /gängßter/ der; -s; - weibl.
Gang|ste|rin —> Gang|s|te|rin: die;
- ; -nen Person, die gegen das Strafge¬
setz verstößt, verstoßen hat »Die
Gangster wurden gefaßt.«
Gang|ster)ban|de —> Gang|s(ter(ban|-
dea /gängßter-/ die; ~ ; -n (organi¬
sierte) Gruppe von Verbrechern
Gang|way: <engh /gängwa'/ die; - ; -s
beweglicher Laufgang zu einem
Schiff od. Flugzeug
Ga|no|ve: dtebr.-jidd.t /ganowe/ der; -n;
-n weibl. Ga|no|vin: die; ~ ; -nen [ugs.;
abwert.] jmd., der gegen das Strafge¬
setz verstößt, verstoßen hat, Syn.:
Gauner(in); Spitzbube; Verbreche-
r(in); Dieb(in)
Ga|np|ven|eh|re: /ganowen-/ die; - ; -
Ehrenkodex eines Verbrechers
Gans: die; - ; Gänse männl. Gän|se|rich:
~der; -s; -e/[norddt.] Gan(ten der; -s; ~
/[süddt.; österr.] Gan|sen der; -s; - 1
großer Vogel mit meistens weißem
Gefieder u. längerem Hals, der wegen
seines Fleisches als Haus- u. Nutztier
gehalten wird (u. besonders um die
Weihnachtszeit verspeist wird) 2 nur
weibl. Form Schimpfwort, Beleidi¬
gung für Frauen »Du blöde Gans!«
Gäns|chen: das; -s; -1a) Verkleine-
rungs- od. Verniedlichungsform zu
Gans b) noch nicht ausgewachsene
Gans 2 [ugs.; abwert.] junge, alberne,
naive weibliche Person
Gän|se|blüm|chen: das; -s; - kleine, auf
Wiesen wachsende Blume mit einer
Blüte aus kleinen, spitz zulaufenden
weißen Blättern mit rosafarbener
Spitze um einen gelben Mittelpunkt
»Die Kinder pflückten Gänseblüm¬
chen.«
Gän|se|bra|ten: der; -s; - Gericht aus
gebratener Gans
Gän|se|brust: die; - ; -brüste Brust¬
fleisch der Gans, das auf verschieden¬
ste Art u. Weise zubereitet u. verzehrt
werden kann
Gän|se|füß]chen: das; -s; - «Sprach-
wiss.i [ugs.] Satzzeichen (zwei links
unten u. rechts oben od. links u.
rechts oben stehende Striche, Linien),
das wörtliche Rede kennzeichnet;
Satzzeichen, das ein od. mehrere
Wörter hervorhebt, Syn.: Anfüh¬
rungszeichen
Gän|se|haut: die; - - a) zeitweiliger
Hautzustand, der sich in Erregungs¬
zuständen, Ausnahmesituationen,
wie Furcht, Aufregung od. Kälte ein¬
stellt, gekennzeichnet durch Aufstel¬
lung der Haare u. Hervortreten der
Hauttalgdrüsen »Sie bekommt vor
Schreck eine Gänsehaut.« b) jmdm.
läuft eine Gänsehaut über den Rük-
ken; etw. verursacht jmdm. eine
Gänsehaut: [ugs.] etw. läßt jmdn. frö¬
steln, schaudern vor Grauen, Furcht,
Ehrfurcht o. ä.
Gän|se|kiel: der; -(e)s; -e <hist.> früher
"zum Schreiben mit Tinte verwendete,
angespitzte Schwungfeder einer Gans
»Sie tauchte den Gänsekiel ins Tinten¬
faß.«
Gän|se|marsch: der; -(e)s; - in der
Wendung im Gänsemarsch: in einer
Reihe hintereinander gehend
Ganjser der; -s; - [süddt.; österr.]
männliche Gans
Gän|se|rich: der; -s; -e männliche Gans
Gänjsejschmalz: der; -es; - ausgelasse¬
nes, durch längeres Erhitzen ge¬
schmolzenes Fett der Gans, das zum
Braten od. (erkaltet) als Brotaufstrich
verwendet wird
Gänsjlein: das; -s; - Verkleinerung od.
Verniedlichung zu Gans; noch nicht
voll ausgewachsene Gans
Gan|ter. der; -s; - [norddt.] männliche
Tjans
ganz: I Adj. n. stg. a) alles, gesamt u.
nichts ausgelassen »Er kennt die ganze
Welt.« b) unbeschädigt od. vollstän¬
dig »Das Auto ist wieder ganz.« c) <im
Zusammenhang mit einer Kardinal¬
zahl) nicht mehr als »Das hat ganze
zwei Mark gekostet.« II Adv. a) völlig
»Sein Geld ist ganz verloren.« b)
<verst.; steigernd) sehr »ganz viele
Studenten« c) ziemlich; nicht perfekt,
aber auch nicht vollkommen schlecht
od. ungenügend »Er ist ein ganz guter
Vater.« II11 im (großen) ganzen, im
großen u. ganzen —> im (großen)
Ganzen, im Großen u. Ganzen: alles
in allem, insgesamt »Das Referat ist
im ganzen soweit ganz gut, an einigen
Stellen jedoch ungenau.« 2 a) ganz u.
gar: total; vollkommen »Das haben
Sie ganz u. gar falsch verstanden.« b)
ganz u. gar nicht: überhaupt nicht
»Das habe ich ganz u. gar nicht so
gemeint.« 3 es geht ums Ganze: es
geht um alles »Bei dieser Entscheidung
geht es ums Ganze. ♦ Es ist die letzte
Runde, jetzt geht es ums Ganze.« 4
aufs Ganze gehen: alles riskieren,
wagen, um etw. zu erreichen, herbei¬
zuführen
Gan|ze: das; -n; - 1 etw., was zusam¬
mengehört, Teile, Stücke, Elemente
o. ä. u. zu einer Einheit wird od. als
solche wirkt, gesehen wird »Das Gan¬
ze soll eine Stadt darstellen?« 2 alles,
was zu einer Angelegenheit, Sache ge¬
hört, von Bedeutung ist »Das Ganze
hat keinen Sinn.« 3 nichts Halbes u.
nichts Ganzes sein: 1. etw. reicht, ge¬
nügt nicht, man kann nichts damit
anfangen 2. etw. ist schwach, vermin¬
dert, von geringer Stärke o. ä. 4 aufs
Ganze gehen: [ugs.] alles riskieren,
wagen, um etw. zu erreichen, herbei¬
zuführen »Wenn er nicht alles verlie¬
ren wollte, mußte er jetzt aufs Ganze
gehen.« S es geht ums Ganze: etw. ist
ein hohes Risiko, es geht um alles; es
geht um Sieg od. Niederlage, Gewinn
od. Verlust 6 im (großen) ganzen, im
großen u. ganzen —* im (großen)
Ganzen, im Großen u. Ganzen: alles
in allem, insgesamt
Gän|ze:die; - ;-inden Wendungena)in
seiner, ihrer Gänze: [geh.] im vollen
Umfang b) zur Gänze: vollkommen;
ganz (u. gar)
Ganz|foto: das; -s; - Fotografie, die die
Gesamtheit einer Person abbildet,
den gesamten Körper zeigt
Ganzjheit: die; - ; -en (PI. s.) etw., was
eine Einheit bildet
ganzjheit|lich: Adj. n. stg. Art u. Weise,
eine Sache zu betrachten, bei der die
betreffende Sache von allen Seiten er¬
läutert wird u. so über eine einzige
Disziplin, einseitige Betrachtungswei¬
se o. ä. hinausgeht
Ganz|heits|me|di|zin: die; - / - medizini¬
sche Richtung, die sowohl die psychi¬
sche als auch die physische Verfas¬
sung des Patienten berücksichtigt u.
behandelt
Ganz|heits|me|tho|de: die; - ; - <Päd.>
didaktische Methode des Lesenler¬
nens, bei der nicht vom einzelnen
Buchstaben ausgegangen wird, son¬
dern vom ganzen Wort, Syn.: Ganz¬
wortmethode
ganz|jäh|rig: Adj. n. stg. über das ge¬
samte Jahr hinweg
ganz|le|dem: Adj. n. stg. <Buchw.> nur
aus dem Material Leder bestehend
»ein ganzlederner Einband«
Ganz|lei|nen: das; -s; - 1 «Textilindu¬
strie; Gewebe) aus reinem Leinen be¬
stehend 2 in Ganzleinen: «Buchw.) ge¬
bunden in Leinen
ganz|lei|nen: Adj. n. stg. 1 «Textilindu¬
strie) aus reinem Leinen hergestellt 2
«Buchw.; Einband) nur aus dem Ma¬
terial Leinen bestehend
ganz|sei|tig: Adj. n. stg. sich auf eine ge¬
samte Seite beziehend, erstreckend
» Wir inserieren ganzseitig.«
ganz|tä|gig: Adj. n. stg. während eines
ganzen Tages
ganzftags: Adv. den ganzen Tag ausfül¬
lend
Ganz|tags|be|schäf|ti|gung: die; ~ ; -en
Arbeit, die den gesamten Tag andau¬
ert
Ganz|ton: der; -(e)s; -töne «Musik) In¬
tervall, welches zwei Halbtöne um¬
faßt
Ganz|wort)me|tho|de: die; - ; - <Päd.> di¬
daktische Methode des Lesenlemens,
bei der nicht vom einzelnen Buchsta¬
ben ausgegangen wird, sondern vom
ganzen Wort, Syn.: Ganzheitsmetho¬
de
Gar.: Abk. 1 Garage 2 Garantie
gar.: Abk. garantiert
gar I Adj. n. stg. «Nahrung) zubereitet,
gekocht, gebraten od. gebacken u. so¬
mit nicht mehr roh, sondern zum Es¬
sen fertig »Die Kartoffeln sind gar.« II
Partikel <verst.> gebraucht bei Vermu¬
tungen, Ängsten o. ä. »Sie bewegt sich
nicht mehr, ist sie ohnmächtig od. gar
schon tot?« III Adv. <verst.> a) in Ver¬
neinungen b) in Zusammenhang mit
>nicht< od. >kein< völlig, überhaupt
(nicht) »Er hat gar kein Benehmen.«
IV a) gar nicht: überhaupt nicht b)
ganz u. gar (nicht): vollkommen;
(überhaupt nicht)
—»• gar ge|kocht s. gargekocht
421
Garage
Ga|ra|ge: </r.> /garasehe/ die: - ;-n 1 (ab¬
schließbarer, mit einem breiten Tor
versehener) Raum zum Abstellen ei¬
nes Autos, Kraftfahrzeugs »Ich fahre
das Auto in die Garage.« 2 [selten]
Werkstatt, in der Kraftfahrzeuge re¬
pariertwerden
Ga|ra|gen|ein|fahrt: /garasehen-/ die; ~ ;
-en Einfahrt, die in eine Garage führt
Ga|ra|gen|tor: /garasehen-/ das; -(e)s;
-e bewegliche(s) Tür, Tor einer Gara¬
ge
Gajranfc </r.> der; -en; -en weibl. Ga|ran|-
tin: die; - ; -nen Person, die für etw.
od. jmdn. bürgt, eine Garantie leistet
»Der Vertrag ist Garant für den Frie¬
den.«
galant: Abk. garantiert
Ga|ran|tje: </r> die; - ; -n jgarantBnj1
Gewähr, Zusicherung, Sicherheit, die
jmd. für etw. gibt 2 [kaufmannssprl.J
beim Kauf eines Gegenstandes dem
Käufer vertraglich festgelegte Zusi¬
cherung, für die Dauer eines abge¬
steckten Zeitrahmens eventuell anfal¬
lende Reparaturen zu übernehmen
od. die Kosten hierfür zu erstatten 3
unter Garantie: [ugs.] ganz bestimmt
»Das ist unter Garantie die Wahrheit.«
Ga|ran|tie|an|$pruch: der; -(e)s; -an¬
spruche Forderungen, die auf Grund
einer Garantie (2) gestellt werden
können
Ga|ran[tje[eijklä|rung: die; - ; -en Be¬
scheinigung, schriftliche Zusiche¬
rung, die jmd. hinsichtlich eines Pro¬
dukts, einer Leistung gibt
ga|ran|tje|ren: </r.> garantierst; garan¬
tiertest; hast garantiert a) etw. ge¬
währleisten, versichern »eine be¬
stimmte Summe garantieren« b) [ugs.]
voller Überzeugung o. ä. sein »Ich ga¬
rantiere dir, daß das Geschäft klappt.«
c) etw. zusichem; die Gewähr bieten
»gesetzlich die Rechte des Menschen
garantieren« d) für eine Zusicherung,
Sicherheit einstehen; sich verbürgen
Ga|ran|tje|zeit: die; - ; -en Zeit, inner¬
halb der eine Garantie, schriftliche
Zusicherung des Herstellers für eine
Ware gilt
Garjbe: die; - ; -n 1 zusammengebunde¬
nes Getreide »Die Garben waren zum
Trocknen aufgestellt.« 2 Serie von ab¬
gefeuerten Schüssen »Er feuerte eine
Garbe aus dem Maschinengewehr ab.«
Garjben|bm|der der; -s; - Maschine,
die gemähtes Getreide nach dem
Schnitt zu Garben bindet
Gar|de: </r.> die; - ; -n 1 Leibwache,
Schutztruppe, die eine hochgestellte
(militärische) Person, Institution be¬
schützt 2 Elitetruppe; Gruppe von be¬
währten Leuten 3 (noch) von der al¬
ten Garde sein: ein zuverlässiger
Mensch sein, der das Gute, Altherge¬
brachte verkörpert
Gaijde|of|fi|zien der; -s; -e <Milit.> Per¬
son mit militärischem Rang u. beson¬
derer Ausbildung u. Ausrüstung, die
Mitglied einer Garde, Elitetruppe ist
Gar1de|re[gi|menfc das; -(e)s; -ercMihu
uniformiertes Regiment mit besonde¬
rer Ausbildung u. Ausrüstung zum
persönlichen Schütze des Königs
Gar|de|rp|be: </r.> die; - ; -n 1 a)
Schrank, Vorrichtung (in Privatwoh¬
nungen meist im Flur, in der Diele)
für die Unterbringung von Jacken,
Mänteln »Er hängte die Jacke an die
Garderobe.« b) in öffentlichen Gebäu¬
den wie Theatern, Museen o. ä. spe¬
ziell eingerichteter Raum zum Abge¬
ben von Taschen, Jacken, Mänteln u.
ä. 2 (gesamte) Kleidung einer Person
»Sie hat (eine) exklusive Garderobe.«
3 Raum (zum Ankleiden) für Schau¬
spielerinnen)
Gar|de|ro)ben|frau: die; - ; -en weibliche
Person, die in Theater, Oper o. ä. die
Garderobe, Mäntel, Hüte usw. der
Besucher entgegennimmt
Gartdejro|ben|ha[ken: der; -s; - haken¬
ähnliche Vorrichtung, an der man
Mäntel od. Hüte aufhängt
Gar|de|ro|bier: <fr.> /garderobje/ der; -s;
-s weibl. Garjde|ro|bie|re: </r.> /gard°-
robjere/ die; ~ ; -n <Theater> Person,
die im Theater den Künstlern beim
An-, Umkleiden hilft u. die Kostüme
pflegt 2 nur weibl. Form [veralt.] weib¬
liche Person, die in Theater, Oper o.
ä. die Garderobe, Mäntel, Hüte usw.
der Besucher entgegennimmt
Gar[de|sol|daL‘ der; -en; -en <Milit.> Sol¬
dat mit besonderer Ausbildung u. ei¬
ner prächügen Uniform als Mitglied
einer Garde für den persönlichen
Schutz des Königs
Gaijdijne: <lat.-fr.-niederh die; - ; -n 1
Stoff aus meist leichterem Material,
der als Sichtschutz (um weniger gut
von außen in den Raum blicken zu
können) od. aus dekorativen Grün¬
den innen vor ein Fenster gehängt
wird »Die Gardinen müssen gewaschen
werden.« 2 hinter schwedischen
Gardinen: im Gefängnis (eine Frei¬
heitsstrafe verbüßend)
Gar|di|nen|lei|ste —» Garjdi|nen|leis|te:
die; - ; -n über dem Fenster unter der
Decke angebrachte Leiste, die mehre¬
re Laufrillen od. Schienen hat, um die
Ringe, Rollen der Gardine zu führen
Gar|di|nen|stan|ge: die; - ; -n a) Stab,
mit dem die Gardinen, auf- u. zugezo¬
gen werden b) über dem Fenster unter
der Decke angebrachte (Holz-)Stan-
ge, -leiste, die mehrere Laufrillen od.
Schienen hat, um die Ringe, Rollen
der Gardine zu führen c) am Fenster¬
rahmen angebrachte kleine Stäbe, um
Gardinen dicht an der Fensterscheibe
zu befestigen
Garjdist: <fr.< der; -en; -en <Milit.> Mit¬
glied einer Garde mit besonderer
Ausbildung u. prächtiger Uniform
ga|ren: garst; gartest; hast gegart durch
Kochen, Braten gar, eßbar werden,
machen »Das Fleisch gart im Schnell¬
kochtopf in 20 Minuten. ♦ Sie garte das
Fleisch im Schnellkochtopf.«
ga|ren: gärt; gärte)gor; hat gegärt/gego¬
ren 1 <Fruchtsaft> Alkohol bei der He¬
fe-, Zuckerumsetzung, -Verarbeitung
entwickeln; sich unter Alkoholbil¬
dung zersetzen »Der Most gärte.« 2
<übertr.> unterschwellig Wut entwik-
keln »In ihr gärte es.«
garjge|kocht —> gar ge|kocht: Adj. n.
stg. so lange kochen, bis die Speise
fertig zum Verzehr ist
Garjkoch: der; -s; -koche [veralt.] Koch
für einfache Speisen
Gar|külche: die; • ; -n [veralt.] a) Re¬
staurant, Speisegaststätte, die nur
einfache Speisen anbietet b) Küche in
Betrieben o. ä.
Gär|mrt[tel: das; -s; - Mittel, Substan¬
zen, die den Prozeß der Gärung her¬
vorrufen
Garn.: Abk. 1 Garnierung 2 Garnison
(Standort einer Armeetruppe) 3 Gar¬
nitur
Garn: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e 1 ge¬
sponnener, gedrehter Faden zum Nä¬
hen od. für andere Handarbeiten »Ich
verwende ein Garn aus Naturfasern.« 2
[seemannssprl.] erfundene od. ausge¬
schmückte Geschichte »Seemanns¬
garn spinnen« 3 a) jmdn. ins Garn
locken: jmdn. bewußt täuschen b)
jmdm. ins Garn gehen: [ugs.] sich von
jmdm. täuschen lassen
garn.: Abk. garniert
Garjnejle: miederh die; •; -n <Zoob hel¬
ler, kleiner Krebs mit langen Fühlern
»Bevor man Garnelen essen kann, muß
man sie von ihren Schalen befreien.«
gar|nie|ren: </r.> garnierst; garniertest;
hast garniert schmücken; mit Dekora¬
tion verzieren »die Wurstplatte, die
Torte mit Früchten usw. garnieren«
Gar[ni|son: fr» die; - ; -en <Milit.> 1
Truppenstandort 2 Truppe, die in ei¬
ner Garnison stationiert ist
Gaijni|sons|stadt/Gaijni|sonjstadt: die;
- ; -Städte <Milit.> Stadt, in der eine
militärische Einheit stationiert ist
Gar[ni[tur: </r> die; - ; -en 1 Verzierung;
Dekoration (für Lebensmittel) 2 a)
zwei od. mehrere zusammengehörige
Stücke »Die Wäschegarnitur besteht
aus Slip u. Unterhemd.« b) Sitzgruppe
(meist aus Couch u. Sessel(n))
Garn|spu|le: die; - ; -n Rolle, auf der ein
aus Fasern hergestellter Faden gewik-
kelt ist od. von der er abgewickelt
(mechanisch von einer Nähmaschine)
werden kann
Gar[rotjte/Ga|rotfte: <span.> die; - ; -n
<hist.> Würgeschraube, die in Spanien
als Instrument zur Vollstreckung der
Todesstrafe durch Erdrosseln benutzt
wurde
gatjrot[tie|ren: tspan.) garrottierst; gar-
rolliertest; hast garrottiert <hist.>
jmdn. mit einer Würgeschraube er¬
drosseln
gagjstig —» gars|tig: Adj. sehr unange¬
nehm; unfreundlich, hinterhältig u.
gemein »Sie hat einen garstigen
Mann.«
Gaijstig|keit —» Gars|tig|keit: die; - ;
-en 1 o. PI. <Lebewesen od. Gegen¬
stand> Eigenschaft, Widerwillen, Ent¬
setzen o. ä. hervorzurufen 2 <Person>
Unfreundlichkeit, Häßlichkeit im Be¬
nehmen
Gäijstoff: der;-(e)s; -e Mittel, Substan¬
zen, die den Prozeß der Gärung her¬
vorrufen
Gärt|chen: das; -s; - kleiner Garten
Garjten: der; -s; Gärten 1 a) Fläche, ein
Stück Land, das mit Gras, Blumen,
Pflanzen, Bäumen usw. bepflanzt
wird »Zu unserem Haus gehört ein
großer Garten.« b) botanischer
Garten: Gartenanlage (a), die viele
verschiedene, meist auch ausgefal¬
lene, exotische Blumen u. Pflanzen
zeigt c) zoologischer Garten: Anlage
im Freien, in der viele Tierarten,
meist auch Tiere, die normalerweise
422
Gasmann
auf anderen Kontinenten zu Hause
sind, in Gehegen u. Käfigen gezeigt
werden c) englischer Garten: größere
Gartenanlage, die naturgewachsen
aussieht, obwohl sie sorgfältig ge¬
pflegt wird 2 Garten Eden: a) «Reli¬
gion) das Paradies b) <übertr-> ein be¬
sonders schöner Ort, Plate 3 quer
durch den Garten: [ugs.] 1. vielfältig,
verschiedenes durcheinander beinhal-
tend2. Gemüsesuppeneintopf mit vie¬
len verschiedenen Gemüsesorten
Garjten|ar|beit: die; - ; -en körperliche
Tätigkeit im Garten
Gar[ten|ar]chi|tekt: der; -(ejs; -en weibl.
Garftenjar|chi|tek[tin: die; ~; -nen Per¬
son, die für die künstlerische Gestal¬
tung u. Planung von Gärten u. öffent¬
lichen Grünflächen zuständig u. aus¬
gebildet ist
Gartten|bau|aus|stel|lung: die; - ; -en
Veranstaltung, bei der Gartenanlagen
sowie pflanzliche Erzeugnisse od.
Produkte des Gartenbaus ausgestellt
u. besichtigt werden können
Gar|ten|beet: das; -(e)s; -e abgesteckte
Stelle des Gartens, die für Zier- od.
Nutzpflanzen vorgesehen ist
Gartten|bfu|me: die; -; -n eine von Men¬
schen gepflanzte u. im Garten gezoge¬
ne Blume
Garftenjfest: das; -(e)s; -e im Garten
stattfmdende Party
Garftenlgejrät: das; -(e)s; -e a) Gegen¬
stand, Werkzeug zur Bewirtschaftung
des Gartens b) o. PI. alle Gegenstände
u. Werkzeuge zur Bewirtschaftung
des Gartens
Gar|ten|häus|chen: das; -s; - (meist aus
Holz gefertigtes) kleines Haus im
Garten
Gar|ten|lcräuiten die (PI.) im Garten
gepflanzte u. gezüchtete Kräuter
Garften|kres|se: die; - ; - Kulturform
der Kresse, einer in Europa, Afrika u.
Asien angebauten Pflanze, deren
Blätter für Salate u. ä. verwendet
wird
Gar]ten|kunst: die; -; - Planung der Ge¬
staltung von öffentlichen Grünflä¬
chen u. Parks u. deren künstlerische
Durchführung
Garften|fau|be: die; - ; -n kleines, ein¬
fach gebautes Häuschen, Hütte im
Garten zum Aufenthalt bei schlechte¬
rem Wetter u. zum Aufbewahren der
Gartenstühle, -gerate u. ä.
Gar(ten|sche|re: die; - ; -n stabile, spe¬
ziell geformte Schere zum Schneiden
von Pflanzen, Blumen usw.
Gar)ten|schlauch: auch der; -(e)s;
-schlauche Wasserschlauch, der für
die Bewässerung des Gartens benutzt
wird
Garjten|stuhl: der; -(e)s; -Stühle meist
aus Kunststoff hergestellte Sitzgele¬
genheit mit Lehne zur Verwendung
im Garten
Gartten|thea|ter —> Garften|thejatten
~das; -s; - Anlage im Freien mit
Bühne u. Sitzgelegenheit für Zu¬
schauer, welche die natürliche Umge¬
bung als Theaterkulisse nutzt
Garftenftisch: der; ~(e)s; -e im Freien
verwendbarer, meist aus Kunststoff
hergestellter Tisch
Gar)ten|tor: das; -(e)s; -e Eingangstür,
welche sich an einem, einer den Gar¬
ten umgebenden Zaun, Mauer o. ä.
befindet
Gar|tenfzaun: der; -fe)s; -zäune Ab¬
grenzung aus ineinander verwobenen
Holz- od. Metalleinfriedungen, die ei¬
nen Garten umgeben
Gar]ten{zim|mer: das; -s; - Raum, wel¬
cher eine Tür zum od. eine Aussicht
auf den Garten besitzt
Garften|zwerg: der; -(e )s; -e 1 zur Zier¬
de im Garten aufgestellte Figur in der
Gestalt eines Zwerges, kleinen Männ¬
chens mit Bart u. (roter) Zipfelmütze
2 [abwert.] kleiner, häßlicher Mensch
Gärtner: der; -s; - weibl. Gärtjne|rin:
die; - ; -nen a) Person, die beruflich
ausgebildet ist, Pflanzenbau, Baum¬
schulen, Anbau von Obst, Gemüse
usw. zu betreiben od. zu pflegen b)
Person, die als Hobby gern u. viel im
Garten tätig ist
Gärt|ne|rei: die; - ; -en a) Firma, Unter¬
nehmen, die/das gewerblichen Gar¬
tenbau betreibt b) o. PI. [ugs.] Arbeit
im Garten
Gärt|ne|rin|art: die; - ; - in der Wendung
nach Gärtnerinart: <K6chk.> mit vie¬
len Gemüsebeilagen
gärt|nern: gärtnerst; gärtnertest; hast
gegärtnert aus Liebe u. Hobby zur
Gärtnerei im Garten arbeiten
Gärung: die; - ; -en 1 das Bilden, Sich-
Zersetzen (teilweise besonders schäu¬
mend) von Most, Teig o. ä. durch He¬
fe zu Alkohol, Milch- od. Buttersäure
2 [übertr.) Wut, Ärger o. ä. »Der in
Gärung geratene Pöbel probte den
Aufstand.«
GäjrungsIprojzeB —> Gä|rungs|pro|-
zess: der; -prozesses; -prozesse Ab¬
lauf der Gärung von etw.
Gä|rungs|vor]gang: der; -(e)s; -Vorgän¬
ge Prozeß, in dem die Gärung abläuft
Gar|zeifc die; - ; -en Back- bzw. Koch¬
zeit für ein bestimmtes Gericht
Gas: das; -es; -e 1 energiereichster Zu¬
stand einer Substanz, die sich in der
Luft verflüchtigt 2 kurz für Erdgas -
als Energielieferant genutzter Boden¬
schatz in Form von Gas (1) » Wir hei¬
zen mit Gas.« 3 jmdnt. das Gas, den
Gashahn abdrehen: [ugs.] jmdn. (fi¬
nanziell, wirtschaftlich) ruinieren;
jmdm. keine weiteren (finanziellen)
Mittel zur Verfügung stellen 4 a) Gas
geben: 1. in einem motorisierten
Fahrzeug auf das Gaspedal treten,
um die Energie-, Kraftzufuhr auszu¬
lösen, was dazu führt, daß das Fahr¬
zeug sich fortbewegt, fahrt 2. «übertr.>
sich beeilen b) aufs Gas treten: die
Geschwindigkeit eines Kraftfahr¬
zeugserhöhen
Gasjab(te|ser. der; -s; - weibl. Gas|ab|-
lejsejrin: die; - ; -nen städtischefr) An¬
gestellte^), der/die meist einmal im
Jahr die verbrauchten Gaseinheiten
von einem Zähler notiert u. zur Ab¬
rechnung weiterleitet
Gas|ana|ly|ss—» Gas|a|na|ly|se: die; - ;
-n Untersuchung von Gasen auf ihre
Bestandteile u. ihr anteilmäßiges Vor¬
handensein in einem Gasgemisch hin
Gasjanfgriff: der; -(e)s; -e meist militä¬
rische Offensive, bei der Gift-, Ner¬
vengas verwendet wird
Gas|be|häl(ten der; -s; - großes Gefäß
zur Aufbewahrung, Speicherung von
Gas
gas|be|heizt: Adj. n. stg. mit Brenngas
betrieben u. dadurch erwärmt
Gas|be|leuch|tung: die; ~ ; -en a) Licht¬
quelle, die durch Brenngas betrieben
wird b) mittels Brenngas erzeugtes
Licht
Gas|be)ton: der; -s; -e <Bauw.> feinkör¬
niger Baustoff, aufgelockert durch
Gaso. ä.
Gas|boijler der; -s; - Behälter, in dem
"Wasser gesammelt u. durch Brenngas
aufgeheizt wird
Gas]bom|be: die; - / -n Hohlkörper, der
mit Giftgas gefüllt u. mit einem Zün¬
der zur Explosion gebracht wird
Gas|brand: der; -(e)s; -brande <Med.>
gefährliche, leicht durch Sepsis zum
Tode führende Infektionskrankheit,
hervorgerufen durch in verschmutz¬
ten, tiefen Wunden vorhandene Erre¬
ger
Gas|bren|ner: der; -s; - in Gasherden,
-kochem o. ä. befindliche Apparatur,
welche durch Verbrennung von
Brenngas Wärme erzeugt, die zu ei¬
nem bestimmten Zweck (Kochen,
Heizen o. ä.) genutzt wird
Gas|ent|wick|lung: die; - ; -en Gasbil¬
dungen infolge anhaltender chemi¬
scher Reaktionen
Gas|fem[ver|sorjgung:die; ~;-Eindek-
kung, Versorgung eines Gebietes mit
Gas, welches aus entfernteren Gebie¬
ten über Pipelines transportiert wird
Gas|feue|rung —» Gas(fou|e|rung: die;
- ; -en Hitzeerzeugung durch eine
Vorrichtung zum Verbrennen von
Heiz-, Brenngas
Gas|feu|er|zeug: das; -(e)s; -en Feuer¬
zeug, welches durch Flüssiggas eine
Flamme erzeugt
Gas|fla|sche: die; - ; -n aus Stahl gefer¬
tigter Behälter, in dem unter Druck
verflüssigtes Gas aufbewahrt wird
gasjför|mig: Adj. n. stg. nicht fest od.
flüssig, sondern die Form von Gas be¬
sitzend
Gas|hahn: der; -(e)s; -hähne 1 Gerät,
Vorrichtung zum Regulieren, Einstel¬
len der Gaszufuhr aus einer Leitung 2
den Gashahn aufdrehen: [salopp]
sich durch Gaseinatmung selbst tö¬
ten; Selbstmord mit Gas
gas|haljtig: Adj. n. stg. Gas enthaltend
Gas|heijzung: die; ~ ; -en Wärmequelle,
die mittels Brenngas betrieben wird
Gas|herd: der; -(ejs; -e mit Brenngas
betriebene Kochstelle
ga|sig: Adj. n. stg. wie Gas
Gas|kam|mer: die; - ; -n a) Raum, in
dem Menschen durch Giftgas getötet
werden z. B. bei Hinrichtung einer
zum Tode verteilten Person b) «NS-
Staat> Raum, in dem in hoher Zahl
besonders Juden u. andere der politi¬
schen Führung unliebsame Personen¬
gruppen in der Zeit des Nationalso¬
zialismus mit Giftgas getötet wurden
Gas|lei|tung: die; ~ ; -en Röhrenlei¬
tungssystem, durch das Brenngas
transportiert wird
Gaslicht: das; -(e)s; - Licht, das mit
Brenngas betrieben wird
Gas|mann: der; •(e)s; -männer [ugs.]
Angestellter, der meist einmal im Jahr
423
Gasmaske
die verbrauchten Gaseinheiten von ei¬
nem Zähler notiert u. zur Abrech¬
nung weiterleitet
Gas)mas|ke: die: ~ ; -n vor dem Gesicht
getragenes Gerät aus Gummi, Plastik
u. Luftfiltern, das giftige Gase aus der
Atemiuft fernhält, filtert
Gas|mes)ser. der; -s; ~ Gerät zum An¬
schluß an eine Gasleitung, das die in¬
nerhalb eines bestimmten Zeitraumes
verbrauchten Gaseinheiten zählt,
Syn.: Gaszähler
Gas|ofen —*• Gas)o(fen; der; -s; -Öfen
Ofen, welcher durch Gasverbrennung
Wärme erzeugt
Ga|so|me|ter: <fr.> der; -s; - [veralt.]
sehr großer, meist runder Gasbehäl¬
ter, in dem Gase für Fabriken o. ä.
zwischengelagert werden
Gas|pa|tro|ne —> Gas|pa|t)ro|ne: die;
- ; -n Metallhülse, die mit Gift- od.
Tränengas gefüllt ist
Gas|pe|dal: das; -s; -e mit dem Fuß be¬
tätigtes Gerät zur Regelung der Ener¬
giezufuhr (in motorisierten
Fahrzeugen) »Er trat das Gaspedal bis
unten durch.«
Gas|pi|sto|le —> Gas|pis|to|le: die; ~ ;
-n Waffe, deren Munition aus Gaspa¬
tronen besteht
Gas|rech|nung: die; - ; -en regelmäßige
Abrechnung überden Gasverbrauch
Gäß|chen —» Gassichere das; -s; -
schmale, enge Straße
Gasjse: die; -; -n kleine(r), enge(r) Stra¬
ße, Weg
Gasjsen]bujbe: der; -n; -n [veralt.; ab-
"wert.J Junge, der sich auffällig oft auf
der Straße aufhält, herumtreibt
Gas|sen|dreck: der; -s; - in der Wendung
frech wie Gassendreck: [ugs.] dreist,
respektlos u. besonders frech, unver¬
schämt
Gasjsen|hau|er. der; -s; - [ugs.] belieb¬
tes, bekanntes (Party-)Lied, das in
den Straßen oft nach Feiern o. ä. ge¬
sungen od. gepfiffen wird; sehr popu¬
lärer u. eingängiger Schlager
Gas|sen|jun|ge: der; -n; -n [abwert.; ver¬
alt.] Junge, der sich auffällig oft auf
der Straße aufhält, herumtreibt
GäB|lein —> Gäss|leire das; -s; -
schmale, enge Straße
Gasfspürjgejrät: das; -(e)s; -e Gerät,
welches durch Sauerstoffanalyse gifti¬
ge, sich in der Luft befindliche Gase
erkennen, aufspüren kann
Gast: der; -(e)s; Gäste Person, die da,
wo sie sich gerade aufhäit, fremd ist,
nicht zu Hause ist, privat od. aus be¬
ruflichen Gründen zu Besuch ist (z. B.
Besucher eines Lokals, einer Privat¬
person)
Gas|tan|ker: der; -s; - großes Spezial-
"schiff zum Transport von Flüssiggas
Gast|arjbei|ter: der; -s; • weibl. Gastj-
ar|bei|te|rin: die; - ; -nen Person, die
(ursprünglich für begrenzte Zeit) aus
dem Ausland für eine Tätigkeit ange¬
worben wurde
Gast|di|ri|gent: der; -en; -en weibl.
Gast|dl|ri|gen|tin: die; ~ ; -nen Leite¬
rin) eines Orchesters, der/die zeitlich
beschränkt ein fremdes Orchester di¬
rigiert
Gast|do|zent: der; -en; -en weibl. Gast|-
dojzenftin: die; - ; -nen a) Person, die
an einer Universität, Hochschule
Vorlesungen, Seminare hält, aber
dort nicht festangestellt ist b) Dozen¬
tin), der/die an einer fremden Hoch¬
schule angestellt ist, aber an einer an¬
deren Hochschule für eine festge¬
setzte Zeit doziert
Gäjste|bett —»• Gäs|te|bett das; -(e)s;
-en (zusammenklappbare) Schlafgele¬
genheit für Besucher
Gas|tech|nik: die; - ; -en (Technik)
Maßnahmen, Einrichtungen, Er¬
kenntnisse o. ä., um Brenngas herzu¬
stellen, anzuwenden, zu behandeln
Gä|ste|hand|tuch —» Gäs|te|hand|-
tuch: das; -(e)s; -tücher kleines
Handtuch, das für den Gast bereitge¬
stellt wird
Gi|ste|haus —» Gäsjte]haus: das; -es;
-häuser (sich im direkten Anschluß
zur Wohnstätte befindendes) Haus,
welches für Besucher bereitgestellt
wird
Gä|ste-WC Gäsjte-WC: das; -s; -s
kleines Zimmer nur mit Toilette u. ei¬
nem Handwaschbecken
gastfrei: Adj. gastfreier; gastfreieste
[landsch.] gastfreundlich
Gastfreundschaft: die; ~ ; -en bereit¬
willige Aufnahme, Bewirtung, Beher¬
bergung von Besuchern
Gastjgejschenk: das; -(e)s; -e Ge¬
schenk, Mitbringsel eines Besuchers
für den Gastgeber
Gast|haus: das; -es; -häuser Haus mit ei¬
ner Gastwirtschaft u. Fremdenzim¬
mern
Gast|hof: der; -(e)s; -höfe häufig länd¬
lich gelegenes Haus mit einer Gast¬
wirtschaft u. Fremdenzimmern
Gast|hö|rer der; -s; - weibl. Gast|hö|-
re|rin: die; - ; -nen Besucheifin) einer
Universitätsveranstaltung, der/die
nicht an dieser Hochschule immatri¬
kuliert ist
ga|stie|ren —* gas|tie|ren: gastierst;
gastiertest; hast gastiert 1 mit einer
(künstlerischen) Darbietung (auf ei¬
ner Tournee) aD einem Ort auftreten
2 (Sport) im Heimatort des Gegners
zum Wettkampf antreten
Gast|kon]zert: das; -(e)s; -e musikali¬
sche Darbietung eines ortsfremden
Orchesters, Künstlers
Gastland: das; -(e)s; -länder Staat, in
dem man sich als Besucher (vorüber¬
gehend) befindet, aufhält
gastjlich: Adj. gemütlich; zum Wohl¬
fühlen
Gast|mahl: das;-(e)s; -mähler u. -e (PI.
s.j [geh.; veralt.] besonders festliches
Essen mit Besuchern
Gast|mann|schaft: die; - ; -en (Sport)
Gruppe von Sportlern, die zu ihren
Gegnern gereist ist u. dort ein Spiel,
einen Wettkampf austrägt
Gas|tod; der;-(e)s; -e Tod durch Einat¬
men von Gas
Gast|pro|fes|sor: der; -s; -en weibl.
Gast|pro|fes|so|rin: die; - ; -nen Pro¬
fessoren), der/die für einen begrenz¬
ten Zeitraum eine Professur an einer
Universität übernommen hat u. dort
Seminare, Vorlesungen hält
Gastr.: Abk. a) Gastronomie b) Gastro¬
nomen)
gastr.: Abk. gastronomisch = das Gast¬
stättengewerbe betreffend
ga|stra) —* ga|s|t|rak <gr.> Adj. n. stg.
(Med.) den Magen betreffend »ga-
strale Beschwerden«
Gastjrecht: das; -(e)s; -e [veralt.] Recht
"eines Fremden, für einen vorüberge¬
henden Aufenthalt den Schutz u. die
Gastfreundschaft seines Gastgebers,
Gastlandes beanspruchen zu dürfen
Gast|red|nen der;-s; - weibl. Gast|red|-
ne|rin: die; - ; -nen Person, die einge¬
laden wurde, um einen Vortrag zu
halten
Ga|strek|to|mie —> Ga|s|t|rek|to|tnte
<gr > die; - ; -n jgaßtrektombn/ (Med.)
Bezeichnung für die (teilweise) Her¬
ausnahme des Magens durch einen
operativen Eingriff
ga|strisch —» ga|s|t|risch: <gr.> Adj. n.
stg. (Med.) Bestandteil des Magens,
ihn betreffend, von ihm ausgehend
Ga]stri)tis —* Ga|s]t|ri|tis: (gr.) die; ~ ;
Gastritiden (Med.) Magenschleim¬
hautentzündung
Ga|stro)ngm —» Ga|s|t|ro|ngm: tgr.-frs
der; -en; -en Spezialist auf dem Gebiet
der Gastronomie, Kochkunst
Ga|stro|nomie —* Ga|s|t|ro|nom|g: <gr.-
fr.r die; - ; - a) Restaurantgewerbe b)
Kunst des feinen Kochens
ga|stro|no|misch —» ga|s|t|ro|ng|-
misch: Adj. n. stg. a) das Gaststätten¬
gewerbe betreffend b) die feine Koch¬
kunst betreffend
Ga|stro|skop —► Gajs|t|ro|s|kgp: (gr.)
das; -s; -e (Med.) Instrument, Endo¬
skop mit Lichtquelle u. Spiegel, das
durch die Speiseröhre bis zum Magen
eingeführt wird, um das Innere des
Magens zu untersuchen
ga]stro|sko|ple|ren —* ga|s(t|ro|s|ko|-
pie|rert: <gr.> gastroskopierst; gastro¬
skopiertest; hast gastroskopiert
(Med.) das Innere des Magens mit ei¬
nem durch die Speiseröhre eingeführ¬
ten Gastroskop, Endoskop untersu¬
chen
Ga|stro|sto|mie —> Ga|s|t|ro|sto|mje:
(gr.> die; - ; -n /gastrostomPn/ (Med.)
Anlegung einer Magenfistel (röhren¬
förmiger Kanal) zur künstlichen Er¬
nährung
Gastjstätjte: die; - ; -n einfacheres Lo-
~kal, in dem man (Essen u.) Getränke
bekommt »Die Gaststätte war sehr
gut besucht.« Syn.: Gasthof
Gast|stu|be: die; - ; -n Restaurant, E߬
zimmer eines Gasthofes
Gasftur|bi|ne: die; ~ ; -n (Technik) Tur¬
bine, die durch Gasverbrennung an¬
getrieben wird
Gast|vor|trag: der; -(e)s; -vorträge
(Hochschulw.) von einem Gastdozen¬
ten od. Gastprofessor gehaltene Re¬
de, Vorlesung o. ä.
Gast|wirt: der;-(e)s; -e weibl. Gast|wtr|-
tin: die; - ; -nen Betreiber(in) einer
Wirtschaft als Besitzerin) od. Päch-
ter(in)
Gast]wirt|schaft: die; ~ ; -en einfaches
Restaurant, Syn.: [ugs.j Kneipe
Gast|zifn|mer: das; -s; - a) Fremden¬
zimmer für einen (zahlenden) Gast b)
Aufenthaltsraum für Gäste (in einer
Pension o. ä.)
Gasfwerk: das; -(e)s; -e Betrieb, der
Brenngas produziert u. an die Abneh¬
mer weiterleitet
424
Geächtete
Gas|zah|ler. der; •s; - Gerät zum An¬
schluß an eine Gasleitung, das die in¬
nerhalb eines bestimmten Zeitraumes
verbrauchten Gaseinheiten zählt,
Syn.: Gasmesser
Gatt(g).: Abk. Gattung(en)
Gatjte: der; -n; -n weibl. Gatjtin: die; - ;
-nett [geh.} Ehepartner; Ehemann
bzw. Ehefrau »Mein Gaue kommt
später.«
Gatfter: das; -s; -1a) Zaun aus Holz b)
Tor aus Holz e) <Reitsport> Hindernis
beim Springreiten 2 eingezäuntes
Forstrevier 3 «Elektrot.) Schaltkreis 4
<Technik> a) Gestell aus Spulen an
Maschinen zum Spinnen von Wolle
o. ä. b) Säge für Baumstämme
Gat|tung: die; - ; -en <Bio.) Gruppe von
Lebewesen od. Dingen, die wichtige
Eigenschaften od. Merkmale gemein¬
sam haben »Der Wellensittich gehört
zu der Gattung der Sittiche.«
Gat|tungsjbe|griff: der; -(e)s; -e Ober¬
begriff, der mehrere Unterarten zu¬
sammenfaßt
Gatjtungs|na|me: der; -ns; -n 1 «Sprach-
wiss.> semantisch definierte Klasse
von Nomen, Substantiven, die Ge¬
genstände, Sachverhalte bezeichnen 2
Bezeichnung einer Gattung
GAU: Kurzw. der; -s; -s <meist auf Kern¬
kraftwerke bezogem größter ange¬
nommener Unfall
Gau: der; -(e)s; -e 1 «Nationalsozialis¬
mus) Verwaltungseinheit der NSDAP
2 «hist.) großer ländlicher Bezirk
Gaulbe/Gaulpe; die; ~ ; -n erkerähnli¬
cher Vorsprung mit normalem, ge¬
radem Fenster im Dach zur Vergrö¬
ßerung des Wohnraums
Gaulcho: auchotlndian. Spr.-span.r
/gautscho/ der; - u. -s; -r südamerika¬
nischer berittener Hirte
Gauldi: Kurzw. die; ~ ; - u. das; -s; -
[ugs.; besonders süddt.] kurz für Gau¬
dium » Spaß; Vergnügen
Gauldilum: dat.> das; -s; - Spaß; Vergnü¬
gen »Das wird ein Gaudi(um)!«
Gau|ke|tei: die; -; -en [geh.] a) Zauberei;
Kunststück; Vortäuschung b) meist
plumper Unsinn
qaulkellhaft Adj. gaukelhafter; gaukel¬
hafteste täuschend; vortäuschend
Gaulkellapiel: das; -fe)s; -e [geh.; ab¬
wert.] geschickte Irreführung, Vor¬
täuschung, Syn.: Gaukelwerk
Gaulkellwerk: das; -(e)s; - [veralt.] ge¬
schickte Irreführung, Vortäuschung,
Syn.: Gaukelspiel
GaukHer der; -s; - weibl. Gaukllelrin:
die; - ; -nen 1 Person, die als Akrobat,
Zauberer Kunststücke (auf dem Jahr¬
markt, der Kirmes) aufführt 2 Per¬
son, die jmdm. etw. vorzumachen
versucht, jmdn. mit Tricks betrügt,
täuscht
Gauk|te|rei: die; - ; -en [veralt.] a) Vor¬
stellung eines Gauklers b) [geh.; ab¬
wert.] geschickte Irreführung, Vor¬
täuschung
naukllerihaft: Adj. gaunerhafter; gauk¬
lerhafteste wie ein Gaukler
Gaul: der; -(e)s; Gäule 1 [oft abwert.]
(altes, nicht sehr leistungsstarkes)
Pferd »Der Gaul bewegte sich keinen
Meter.« 2 jmdm. Zureden wie einem
lahmen Gaul: [ugs.] jmdn. lange über¬
reden, etw. (weiterhin) zu tun 3 Einem
geschenkten Gaul sieht man nicht
ins Maul: man sollte an etw., was man
geschenkt bekommt, nicht herummä¬
keln
Gau|lei|ter: der; -s; ~ «Nationalsozialis¬
mus) Leiter einer Bezirks-, Organisa¬
tionseinheit der NSDAP
Gaulleiltung: die; - ; -en «Nationalsozia¬
lismus) Leitung einer Bezirks-, Orga¬
nisationseinheit der NSDAP
Gaulmen: der; -s; - 1 oberer Teil des
Mundinnenraumes »Mit der heißen
Suppe hat er sich Zunge u. Gaumen
verbrannt.« 2 einen feinen Gaumen
haben: ein Feinschmecker sein 3 etw.
für jmds. Gaumen sein: etw.
schmeckt jmdm. »Lecker, das ist etw.
für meinen Gaumen.« 4 am, den,
jmds. Gaumen kitzeln: Appetit erre¬
gen
Gaulmenlbein: das; -(e)s; - <Anat.>
paarweise vorhandener Knochen, der
den hinteren, harten Abschnitt des
Gaumens ausmacht
Gaulmenlfreulde: die; - ; -n [geh.] Spei¬
sen, Getränke, die ein Genuß für
jmdn. sind, Syn.: Gaumenkitzel
Gaulmenlkitlzel: der; -s; - [geh.] Spei¬
sen, Getränke, die ein Genuß für
jmdn. sind, Syn.: Gaumenfreude
Gaulmenllaute der; -(e)s; -e «Sprach-
wiss.) mit der Hilfe der Zunge u. des
Gaumens gebildeter Laut, Syn.:
[fachsprl.] Guttural
Gau|men-R: das; -s; -s «Sprachwiss.) Ar¬
tikulation des R-Lautes durch das in
die Mundhöhle hängende Zäpfchen
in der Mitte des hinteren Gaumen¬
randes, Syn.: Zäpfchen-R
Gau|men|spal|te: die; - ; -n <Med.> Mi߬
bildung, angeborener Spalt im harten
Gaumen infolge eines Ausbleibens
der embryonalen Verschmelzung der
beiden Oberkieferfortsätze (Gaumen¬
platte) mit dem Knochen im unteren
hinteren Teil der Nasenscheidewand
Gaufner: der; -s; - weibl. Gaulnelrin:
die; - ; -nen 1 Person, die jmdn. (übli¬
cherweise) sehr geschickt, findig be¬
trügt, (kleine) Verbrechen, Ungesetz¬
lichkeiten begeht
Gau|ne|rei: die; - ; -en Tat, verbrecheri¬
sche Tätigkeit eines Gauners (Betrü¬
gers, Schwindlers, Diebes)
gaulnerihaft Adj. gaunerhafter; gauner¬
hafteste sich wie ein Gauner unehr¬
lich, betrügerisch verhaltend
qaulnern: gaunerst; gaunertest; hast ge¬
gaunert stehlen; betrügen
Gaulnerjspralche: die; - ; -n «Sprach¬
wiss.; hist.) gruppenspezifische Ge¬
heimsprache, Sondersprache, Grup¬
pensprache von Kriminellen
Gaulneristück: das; -(e)s; -e geschick-
te(s) Vorgehen, Ausführung eines Be¬
truges, Schwindels o. ä.
Gauinerlzinlken: der; -s; - schriftliches
sprachliches Zeichen, das nur unter
Gaunern u. Nichtseßhaften üblich,
bekannt ist
Gautoe/Gaulbe: die; ~ ; -n erkerähnli¬
cher Vorsprung mit normalem, ge¬
radem Fenster im Dach zur Vergrö¬
ßerung des Wohnraums
Gaut|sche: die; - ; -n «Papiererzeugung)
Maschine mit zwei Walzen, welche
die noch feuchten Papierbahnen
preßt u. ihnen das Wasser entzieht,
Syn.: Gautschpresse
gautischen: gautschst; gautschtest; käst
gegautscht 1 «Druckgewerbe) jmdn.
nach bestandener Prüfung durch Ein¬
tauchen in ein Faß als Gesellen in die
Innung, Zunft einführen, aufnehmen
2 «Papierherstellung) Papier im
Gautschbrett entwässern
Gaiitschlpresjse: die; - ; -n «Papierer¬
zeugung) Maschine mit zwei Walzen,
welche die noch feuchten Papierbah¬
nen preßt u. ihnen das Wasser ent¬
zieht, Syn.: Gautsche
Ga|votjte: </r.> /gawott/ die; - ; -n
«Musik) 1 ein Teilstück, Element der
Suite 2 ein Tanz im 2/4-Takt
Gay: <engh /gaj/ der; - u. -s; -s [ugs.]
männlicher Homosexueller
Ga|ze: tpers.-arab.-span.-fr.> /gase/ die;
- ; -n a) durchsichtiges, feines Netzge¬
webe aus Leinen, Baumwolle, Seide
od. Chemiefaser b) «Med.) Verband¬
mull c) «Technik) Siebbespannung
Gafzeljle: tarab.-it.> die; -; -n zu der Fa¬
milie der Antilopen gehörende Tier¬
art aus den Steppengebieten Afrikas
u. Asiens, die etwa Rehgröße hat
Ga|z»t|te: <it.-fr.> /gazette u. gasättW/
die; - ; -n [veralt.; noch abwert.f Zei¬
tung
GB: Abk. 1 Genehmigungsbescheid 2
Generalbevollmächtigte(r) 3
Geschäftsbedingungen 4 Geschäfts¬
bereich S Geschäftsbericht 6 Gesetz¬
buch 7 Großbritannien 8 Grundbuch
= Register über Eigentumsrechte an
Grundstücken
Gb.: Abk. 1 Gebirge 2 Gebühr(en) 3
Geburt 4 «Musik) Generalbaß 5 Ge¬
sangbuch
gb.: Abk. 1 gebeizt 2 geboren 3 «Verwal¬
tung) genehmigungsberechtigt 4
«Buchw.) gebunden
Gbd.: Abk. 1 Gebäude 2 «Buchw.) Gro߬
band
Gbh.: Abk. «Eisenb.) Güterbahnhof
gbr.: Abk. 1 gebrannt 2 gebraucht 3 ge¬
bräuchlich
Gbt.: Abk. 1 Gebet 2 Gebiet 3 Gebot 4
Geburt
Gbz.: Abk. «Rechtsw.) Gerichtsbezirk
GD: Abk. 1 a) Generaldirektion b)
Generaldirektoren) 2
Gesundheitsdienst 3 Gottesdienst
Gde^ Abk. Gemeinde
G-Dur. /ge-dur/ das; - ; - «Musik) Dur¬
tonart, die auf dem Gnmdton G ba¬
siert
G-Dur-Ton|lei|ten /ge-dur-/ die; - ; -n
«Musik) Tonleiter des Durtonge¬
schlechts, die auf dem Grundton G
basiert
GE: Abk. 1 Gerichtsentscheidung 2
Gesamteinkünfte 3 Geschäftsergeb¬
nis 4 «Landwirt.) Getreideeinheit 5
Gewichtseinheit 6 Größeneinheit
g.«.: Abk. gut erhalten
ge-/Ge-: Wortbildungselement (oft ge-/
Ge- + Basiswort + -e) wiederholte
(negativ empfundene) Handlung;
wiederholtes (negativ empfundenes)
Geschehen »Gefeilsche ♦ Gelabere ♦
Geknallere«
Ge[äch[te)te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Geächteter; eine
Geächtete; zwei Geächtete) «hist.) Per¬
son, die vom Rechtsschutz ausge-
425
Geächze
schlossen wurde u, damit vogelfrei
war, d. h. sich im Zustand völliger
Recht- u. Schutzlosigkeit befand
Ge|ich|ze: das; -s; - [meist abwert.}
ständiges Gestöhne
Geläder —» Ge|ä|der: das; -s; - Gebil¬
de, System von vielen (zusammen¬
hängenden) immer dünner werden¬
den, verzweigten Adern a) <Mensch;
Tier> Blutgefäße b) (Bio.» feine Röh¬
ren in Insektenflügeln c) <HoIz>
dünne, schmale Verzierungen aus ei¬
nem anderen Holz
ge|adert/ge|ädert —* ge|a|dert/ge)ä|-
derfc Adj. n. stg. a) <Mensch; Tien mit
Blutgefäßen versehen b) (Zool.; In¬
sektenflügel) mit feinen Röhren verse¬
hen c) <Holz> dünne, schmale Verzie¬
rungen aus einem anderen Holz auf¬
weisend
gegiftet: Adj. n. stg. 1 auf bestimmte
Art geformt, gezeichnet o. ä. 2 eine
bestimmte Neigung, ein bestimmtes
Wesen habend
Gejäst; das; -(e)s; - Gesamtheit der
Aste eines od. mehrerer Bäume
Geb.: Abk. 1 Gebäude 2 Gebet 3 Gebiet
4 Gebirge 5 Gebot 6 Gebühren) 7
Geburt
geb.: Abk. 1 geboren 2 geborene(r) 3
<Buchw.> gebunden
Ge|babjbel: das; -s; - [abwert.] ständi¬
ges, sinnloses Reden
Gelbäck: das;-(e}s;-u. (Sorten) -saus
Teig Gebackenes (wie z. B. Kuchen,
Kekse, Plätzchen) »Zum Tee gab es
Gebäck.«
Ge|bäck|stiick: das; -(e)s; -e kleines
Stück Gebackenes
Ge|bäck|zan|ge: die; ~ ; -n Küchenge¬
rät, welches dazu benutzt wird, Ge¬
bäckstücke, ohne sie mit der Hand zu
berühren, auf Teller o. ä. zu verteilen
Ge|bälk: das; -(e)s; -e (PI. s.) 1 Ge¬
samtheit der für eine Konstruktion
benutzten Kanthölzer »Sie hörten ein
Ächzen im Gebälk.« 2 <Archit.> Ge¬
samtheit aller zum Bau benutzten
Teile (aus Stein), die horizontal über
einer Säule angebracht wurden
ge|bän|dert: Adj. n. stg. mit Streifen,
Bändern versehen
Ge|bir|de: die; - ; -n a) mit den Händen
ausgeführte Geste, Handlung, die
eine Aussage unterstreicht, beinhaltet
»Ergab ihr mit Gebärden zu verstehen,
daß er für den Anrufer nicht zu spre¬
chen sei.« b) festgelegtes, definiertes
Element, Teil der Gebärdensprache
zur Verständigung mit, zwischen Ge¬
hörlosen
gejbäijden, sich: gebärdest dich; gebär¬
detest dich; hast dich gebärdet eine be¬
stimmte, oft überzogene, auffällige
Weise im Verhalten zeigen »sich wie
verrückt gebärden«
Ge|bäijdenjspra|che: die; -; -n Verstän¬
digung durch Gebärden, bestimmte
Handzeichen, die der Verständigung
mit stummen u./od. tauben Personen
dient; visuelle Zeichensprache
Ge|ba|ren: das; -s; - Verhalten, Beneh¬
men, das durch bestimmte Gesten ge¬
kennzeichnet ist
ge|bä]ren: gebärst j[geh.] gebierst; ge¬
barst; hast geboren 1 (Frau; weibl.
Säugetier» ein Kind, ein Junges auf
die Welt bringen 2 zu etw. geboren
sein: eine Anlage, besondere (ange¬
borene, nicht erlernte) Fähigkeit zu
etw. besitzen
ge|bär|fä|hig: Adj. n. stg. die Vorausset¬
zungen besitzend, Nachkommen auf
die Welt zu bringen
ge|bär|freu|dig: Adj. a) schon viele Kin¬
der habend b) den Wunsch habend,
mehrere Kinder zu bekommen
Ge|bj)r|kli|nik: die; - ; -en [österr.] Ge¬
blüts-, Entbindungsstation (eines
Krankenhauses)
Ge|bär|mut|teR die; ~ ; -mutter <Med.>
Hohlorgan bei Frauen u. weiblichen
Säugetieren, in dem sich die be¬
fruchtete Eizelle entwickelt, Syn.:
[fremdsprl.] Uterus
Ge|bär[mut|ter}aen[kung: die; - ; -en
<Med.> nach unten absinkende Gebär¬
mutter durch Erschlaffung des mus¬
kulären Stützapparates im Becken
(oft verbunden mit Scheidensenkung,
Vorfall meist beider Scheidenwände)
ge(bauch|pin|seit: auchpinseltm der
Wendung sich gebauchpinselt
fühlen: [ugs.] sich geehrt, geschmei¬
chelt fühlen
Gelbäulde: das; -s: - a) größerer kom¬
plexer Bau »Das gesamte Gebäude
muß renoviert werden.« b) <übertr.»
aus vielen Einzelteilen zusammenge¬
setztes (Gedanken-, Ideen-)Gebilde
Gelbäuldelreilnlloung: die; - ; -en 1 Rei¬
nigung von Häusern 2 Firma, welche
die Gebäudereinigung organisiert u.
Personal zur Verfügung stellt
ge|b«|freujdig: Adj. großzügig Geschen¬
ke verteilend
Ge|bei|ne: die; • ; - Gesamtheit der
Knochen (Verstorbener) »Die Ge¬
beine der vor langer Zeit Verstorbenen
liegen im Beinhaus des Friedhofs.«
gelben: gibst; gab(e)st; hast gegeben 1
etw. aus seinem Besitz einer anderen
Person überlassen »Er gab ihr sein
Auto.« 2 + es a) vorhanden sein; exi¬
stieren »Es gibt heute viel mehr Autos
als früher.« b) eintreten; geschehen
»Ich glaube, es gibt heute noch
Regen.« 3 als Funktionsverb »einen
Befehl geben = befehlen ♦ einen Kuß
geben — küssen« 4 auf etw. nichts
geben: etw! nicht ernst nehmen; etw.
keine Bedeutung beimessen »Auf ihr
dummes Gerede mußt du nichts
geben!« 5 (dann, gleich, sonst) gibt’s
was: [ugs.] gleich, dann gibt es
Schimpfe, Schläge o. ä. »Mach das
nicht noch einmal, sonst gibt's was!« 6
da gibt’s, gibt es nichts: [ugs.] das ist
so; das steht fest »Er hilft, wo er kann,
da gibt's nichts.« 7 es jmdm. geben:
[ugs.] a) jmdn. zurechtweisen, aus¬
schimpfen o. ä. b) jmdn. verprügeln
» Wenn er dich nochmal angreift, dam
gib's ihm aber!« 8 wo gibt’s denn so
was?: [ugs.] das kommt ja gar nicht in
Frage, es ist eine Frechheit 9 etw., viel
darum geben (wenn ...): etw. haben,
besitzen wollen, es sich (sehr) wün¬
schen »Ich gäbe viel darum, wenn ich
milfahren könnte.« 10 Gib blind,
nimm sehend: gib, hilf, ohne viel zu
fragen, aber erinnere dich immer an
diejenigen, die dir gegeben, geholfen
haben 11 Wer gerne gibt, fragt nicht
lange: wer gerne gibt, hilft o. ä., tut es
ohne viele Worte u. ohne, daß man
ihn darum bitten muß 12 Geben (ge¬
ben) ist seliger denn, als Nehmen
(nehmen): frommer Gedanke, daß es
besser ist, anderen Menschen zu hel¬
fen, etw. zu schenken, als selbstsüch¬
tig darauf zu warten, daß man selbst
Hilfe, ein Geschenk bekommt
Ge|be|ne)dei|te: die; -n; - <kath. Kirche»
Beiname Marias, der Mutter Gottes
Ge|ben der; -s; -1 Person, die etw. ab¬
gibt 2 <TeIegraphie> Gerät, das Zei¬
chen übermittelt 3 <Technik> Meßgrö¬
ßenumformer, Syn.: <3> Verteiler
Ge)bei|lau|ne: die; - ; - Verhalten od.
Stimmung, in der jmd. besonders
gerne schenkt
Ge[bet das; -(e)s; -e 1 (Religion» zu
Gott gesprochene Worte; an Gott ge¬
richtete Gedanken 2 jmdn. ins Gebet
nehmen: jmdn. gründlich (wegen wie¬
derholter Verfehlungen) ermahnen,
zurechtweisen
Ge|bet|buch: das;-(e)s; -bücher 1 Buch,
das eine Zusammenstellung von Ge¬
beten enthält 2 [scherzh.] Bezeich¬
nung für Spielkarten 3 (Sport» Buch,
das über bestimmte Rennstrecken u.
deren Beschaffenheit Auskunft gibt
Ge|bets|for[mel: die; - ; -n bestimmte
Formulierungen in Gebeten
Ge|bets|man|tel: der; -s; -mäntel (jüdi¬
sche Religion» von Juden verwende¬
te^) Gewand, Robe, das/die beim Be¬
ten übergezogen wird
Ge|bets|müh]le: die; -; -n (Religion; La¬
maismus» zylinderförmiger, heiliger
Gebetsgegenstand, in dem sich kurze
Gebetsformeln befinden u. der be¬
wegt wird
Ge|bets|tep|pich: der; -(e)s; -e (Reli¬
gion; Islam» Teppich, auf dem der
Moslem (in der Moschee) seine Ge¬
bete verrichtet »Dieser Gebetsteppich
ist besonders wertvoll.«
Ge[bet|tei: das; -s; - [ugs.; abwert.] stän¬
diges (inständiges) Bitten
Ge|bieb das; -(e)s; -e 1 (Erd-)Flache
bestimmter Ausdehnung »In diesem
Gebiet wurden die Bäume abgeholzt.«
2 Bereich, Fach, in dem sich jmd. aus¬
kennt, besondere Fähigkeiten hat
ge|b|e[ten: gebietest; gebot (e)st; hast
geboten [geh.] 1 über jmdn., etw. die
Macht haben; befehlen; verfügen;
verlangen »Sie gebot ihm zu gehen.« 2
einer Sache, jmdm. Einhalt gebieten:
jmdn. daran hindern, etw. zu tun;
etw. in seinem Fortgehen verhindern;
verhindern, daß etw. geschieht, wei¬
tergeführt wird
ge|b|e)te|risch: Adj. dominant; herrisch
gejbietjlich: Adj. n. stg. eine bestimmten
Zone od. ein Areal, Gebiet betreffend
Ge|bjets|an|spruch: der; -(e)s; -ansprü-
che Forderung, Besitzansprüche be¬
züglich eines bestimmten Territori¬
ums, Areals, Gebiets
Ge|b!ets|hojheit:die; - ;- (Pol.»Macht¬
befugnis über ein, in einem Territori¬
um, Gebiet
Gelb|ets|re|fomv. die; - ; -en (Pol.» kom¬
munale od. auf Landesebene stattfin¬
dende Neuordnung eines Gebietes,
bei der die Anzahl von Städten, Ge¬
meinden u. Landkreisen verringert
wird
426
gebühren
ge|biets|wei|se: Adv. auf eine be¬
stimmte Zone, Region bezogen, eine
bestimmte Zone, Region betreffend
Gejbilfde: das; -s; - ungewöhnlicher
Gegenstand; etw., was entstanden,
gebildet worden ist
ge|bil|det: Adj. großes Wissen u. gute,
feine Umgangsformen habend »Er ist
ein sehr gebildeter Mann.«
Ge|bil|de|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gebildeter; eine
Gebildete; zwei Gebildete) Person, die
Bildung, Wissen, Intellektualität be¬
sitzt
Ge|bir)ge: das; -s; - Gesamtheit, Viel¬
zahl von miteinander verbundenen,
zusammengehörigen Bergen
gelbjiigig: Adj. bergig; hügelig
Ge|birgs|bach: der; -(e)s; -bäche klei¬
ner Fluß in einem Gebirge
Gefbirgs|be|woh|ner: der; -s; - weibl.
Gejbirgs)be|woh|nejrin: die; ~ ; -nen
Person, die in einem Gebirgsgebiet
lebt, ansässig ist
Ge]birgs|bil|dung: die; - ; -en <Geologie>
Verformung, Ausfaltung der Erdkru¬
ste, ablaufend in erdgeschichtlich re¬
lativ kurzen Zeiträumen
Ge|birgs|jä|gen der; -s; - <Milit.> a) An¬
gehöriger einer militärischen Truppe,
die für Einsätze im Gebirge zuständig
ist b) n. PI. militärische Truppe, die
für Einsätze im Gebirge zuständig ist
Ge|birgs|kamnv. der;-fejs; -kämme ab¬
fallende Oberkante eines Gebirges
Ge{birgs|ket(te: die; - ; -n ununterbro¬
chene Reihe von Bergen
Ge|birgs|mas|siv: das; -(e)s; -e ein Ge¬
birge als Ganzes, insgesamt
Ge|birgs|paB —* Ge|birgs|pass: der;
-passes; -passe Weg, Übergang über
ein Gebirge
Ge[bi& —* Gejbiss: das; Gebisses; Ge¬
bisse 1 Gesamtheit der Zähne (einer
Person, eines Tieres) »Das Gebiß ist
vollständig.« 2 künstlicher Zahnersatz
für das Gebiß (1); Zahnprothese »Er
bekam ein neues Gebiß.«
Ge|bi8|ab|druck —* Ge|biss|ab|druclc
der; -(e)s; -abdrücke <Zahnmed.> mit¬
tels eines formbaren Stoffes herge¬
stellter Abdruck eines Gebisses, der
die genaue Anordnung der Zähne
wiedergibt, um eine Prothese, einen
Zahnersatz anfertigen zu können
Ge|biß|re|gu|lie|rung —» Gejbiss|re|gu|-
liefrung: die; - ; -en Beseitigung von
falschen Zahnstellungen z. B. durch
eine Zahnspange
Ge|blä]se: das; -s; - <Technik> Ventila¬
tor, Lufitstromanlage zur Kühlung ei¬
nes Motors o. ä. »Das Gebläse ist de¬
fekt.«
ge|blümt/[österr.] ge|blumt: Adj. n. stg.
1 mit einem Blumenmuster versehen
2 <Literaturwiss.> (im 13. u. 14. Jhd.
beliebter Stil) sich durch besonders
häufige Umschreibungen, Klangs¬
piele u. Mehrdeutigkeiten in der
Sprache auszeichnend
ge|bo|gen: Adj. n. stg. einen Krüm-
müngswinkel aufweisend
ge[bor|gen: Adj. sicher u. behütet
Ge|bgr|gen|heit: die; -;- Gefühl der Si¬
cherheit u. des Wohlbefindens »Er
vermittelte ihr das Gefühl der Gebor¬
genheit.«
ge|bgrjsten —* ge|bors|ten: Adj. n. stg.
auseinandergeplatzt
Ge|bot: das; -(e)s; -e 1 <Religion> von
Gott (über Moses) gesandte, in der
Bibel stehende Weisung »die Zehn
Gebote« 2 a) moralischer Grundsatz,
in bestimmter Weise zu handeln »ein
Gebot der Höflichkeit« b) von einer
höheren Instanz ausgehende Anord¬
nung »ein Gebot befolgen« 3 jmdm. zu
Gebote stehen: [veralt.) für jmdn. da
sein, ihm zur Verfügung sein
Ge|bots|schild: das; -(e)s; -er <Ver-
kehrsw.> für Verkehrsteilnehmer be¬
stimmtes Schild, welches Verhaltens¬
weisen vorgibt
Gebr.: Abk. 1 Gebrauch 2 Gebrüder
gebr.: Abk. 1 gebrannt 2 gebräuchlich 3
gebraucht 4 gebrochen
Gelbräu: das; -(e)s; -e (meist abwert.]
zusammengemischtes od. schlecht
schmeckendes Getränk
Gebrauch: der; -(e)s; Gebräuche 1 o.
PL das Benutzen, die Verwendung
von etw. 2 Sitte; überlieferte Traditi¬
on; Brauch 3 in Gebrauch sein: in Be¬
trieb sein, benutzt werden »Der
Atomreaktor ist wieder in Gebrauch.«
4 a) etw. in Gebrauch nehmen: etw.
benutzen, gebrauchen »Wir haben
Computer schon vor langer Zeit in Ge¬
brauch genommen.« b) etw. außer Ge¬
brauch setzem nicht mehr benutzen,
gebrauchen c) außer Gebrauch kom¬
men: nicht mehr gebräuchlich, veral¬
tet sein »Diese Sitte ist schon lange au¬
ßer Gebrauch gekommen.« 5 in Ge¬
brauch kommen: in Umlauf kommen
»Nach u. nach kommen immer mehr
Funktelefone in Gebrauch.« 6 von etw.
Gebrauch machen: etw. benutzen,
ausnutzen
qelbraulchen: gebrauchst; gebrauchtest;
hast gebraucht 1 etw. benutzten, ver¬
wenden 2 [ugs.] nötig haben »Nach
dieser anstrengenden Arbeit kann ich
einen Urlaub gebrauchen.« 3 zu nichts
zu gebrauchen sein: nicht von ge¬
ringstem Nutzen sein »Den neuen
Lehrling werde ich entlassen, er ist
wirklich zu nichts zu gebrauchen!«
gelbräuchllich: Adj. n. stg. allgemein
üblich u. häufig verwendet, Ant.: un¬
gebräuchlich
Gelbrauchslanlleiftunq: die; - ; -en
schriftliche Beschreibung, wie etw.,
ein bestimmtes Gerät anzuschließen
u. zu bedienen, verwenden ist, Syn.:
Gebrauchsanweisung; Bedienungsan¬
leitung
Gelbrauchslanlweilsunq: die; - ; -en
Anleitung zur Anwendung, Benut¬
zung eines Geräts, Produkts
Ge|brauchs|ar]ti|kel: der; -s; - Gegen¬
stand, der jeden Tag, häufig benutzt
wird
qelbrauchslfälhiq: Adj. n. stg. zur Be¬
nutzung geeignet
Ge|brauchs|gejgen|stand: der; -(e)s;
-gegenstände Gegenstand, der jeden
Tag, häufig benutzt wird
Gelbrauchslqut: das; -(e)s; -guter (m.
Pt.) Gegenstand, Ware, den, die man
alltäglich benutzt
Gelbrauchslliltelraltun die; - ; - <Litera-
turwiss.» jede Form der Literatur, die
für einen bestimmten Zweck geschaf¬
fen wurde u. nur durch ihn Sinn er¬
hält, z. B. Werbetexte in Zeitungen u.
Fernsehen, Kirchenlieder, politische
Texte o. ä.
Gelbrauchslmulsik: die; - ; - aus einem
bestimmten Grund heraus od. für be¬
stimmte Interpreten komponierte
Musik, z. B. Filmmusik o. ä.
ge[brauchs|tüch|tig: Adj. strapazierfä¬
hig; funktionstüchtig
Golbrauchslwert: der; -(e)s; -e Wert ei¬
ner Sache o. ä. in Hinsicht auf ihre
Brauchbarkeit o. ä-, Syn.: Nutzwert
Ge|braucht|wagen: der; -s; - (zum Ver¬
kauf stehendes od. vor kurzer Zeit
ge-, verkauftes) bereits benutztes, äl¬
teres Auto »Ich bin auf der Suche nach
einem preiswerten Gebrauchtwagen.«
Gelbrauchtlwalqenlmarkt: der; -(e)s;
-markte 1 Verkaufsveranstaltung, auf
der gebrauchte Kraftwagen verkauft
werden 2 Handel, An- u. Verkauf von
gebrauchten Kraftwagen
Ge|bre|chen: das; -s; - [geh.] bleibender
körperlicher Schaden »Mit dem Alter
nehmen die Gebrechen zu.«
gejbrech|lich: Adj. gesundheitlich
schwach, leidend
Ge|brech|lich|keit: die; - ; -en gesund¬
heitliche Schwäche
ge|bro|chen: Adj. 1 n. stg. kaputt; de¬
fekt 2 a) n. stg. <Sprachwiss.> (Vokal)
durch benachbarte Laute beeinflußt
b) <Sprache> nicht flüssig, sondern
holprig u. fehlerhaft »Er spricht nur
gebrochenes Englisch.« 3 a) aufgrund
persönlichen Schicksals ohne Lebens¬
lust b) negativ beeinflußt u. dadurch
gestört 4 a) <Musik; Töne> voneinan¬
der abgehoben b) «Kunst; Farbe» ver¬
mischt u. daher in der Reinheit ver¬
mindert »gebrochenes Weiß« 5
<übertr.; menschlicher Gemütszu¬
stand» lebensmüde, depressiv nach ei¬
nem schweren Schicksalsschlag
Gejbrpjchen|heib die; ~ ; - 1 <Sprach-
wiss.» Vokal Veränderung aufgrund
der Beeinflussung durch benachbarte
Laute 2 a) Verlust der Lebensfreude
b) Gestörtheit durch negative Beein¬
flussung
Gefbijijder: die (PI.) a) [veralt.] alle
Brüder, die zu einer Familie gehören
b) [kaufmannssprl.] alle Brüder, die
gemeinsam geschäftlich tätig sind
Ge|brüll: das; -(e)s; -/Ge|brül|le: das; -s;
- (als unangenehm empfundenes) lau¬
tes, lange anhaltendes Schreien von
Mensch od. Tier »Dein Gebrüll ändert
auch nichts!«
Gejbrum|mel: das; -s; - 1 anhaltendes,
tiefes Geräusch 2 anhaltendes Mur¬
meln; undeutliches Sprechen
ge|bü]gelt: Adj. 1 durch Verwendung ei¬
nes Bügeleisens geplättet, geglättet 2
[ugs.] a) völlig erstaunt b) körperlich
u./'od. geistigerschöpft
Ge|bühn die; - ; -en 1 (Geld-)Betrag,
der für eine (Dienst-)Leistung gezahlt
werden muß 2 a) nach Gebühr: [geh.]
angemessen »Er wurde nach Gebühr
belohnt.« b) über Gebühr [geh.] zu¬
viel; übertrieben »Er wurde über Ge¬
bührgelobt.«
ge|büh|ren: gebührt; gebührte; hat ge¬
bührt [geh.] jmdm. für etw. als Aner¬
kennung, Gegenleistung zustehen
»Für diese Leistung gebührte ihr gro¬
ßes Lob.«
427
Gebührenanzeiger
Ge|büh|ren|an|zei|ger: der; -s; - <Tele¬
fon> Anzeige, welche die Menge der
zu zahlenden Gebühreneinheiten an¬
gibt
ge|büh|rend: Adj. n. stg. in angemesse¬
ner Art u. Weise
ge|büh|ren|derfwei|se: Adv. einer Per¬
son od. Sache angemessen
Ge|büh|ren|erjhö|hung: die; - ; -en Stei¬
gerung des Preises für eine Dienstlei¬
stung
Ge|büh|ren|er|laB —» Ge|büh|ren|er|-
lass: der; -erlasses; - Befreiung eines
Kunden, einer ausgewählten Gruppe
von Kunden von der Pflicht, etw. für
bestimmte Dienstleistungen zu be¬
zahlen
Ge|büh|ren|erjmä|Bi|gung: die; - ; -en
Erniedrigung, Verringerung der zu
zahlenden Abgaben für bestimmte
Dienstleistungen
Ge|büh|ren|er|statftung: die; -; -en Ver¬
gütung der bereits erfolgten Zahlung
für bestimmte Dienstleistungen
ge|büh|ran|frei: Adj. n. stg. umsonst; ko¬
stenfrei
Ge|büh|ren|ord|nung: die; -; -en von ei¬
nem Amt herausgegebener Katalog,
auf dessen Grundlage die Gebühren¬
berechnung erfolgt
ge|büh|ren|pflich|tig: Adj. n. stg. mit
Abgaben, Kosten belegt; kosten¬
pflichtig
Ge|büh|ten|satz: der; -es; -sdtze nach
der Gebührenordnung festgelegter zu
zahlender Betrag
gejbühijlich: Adj. [veralt.] entspre¬
chend; angemessen
Ge)bun|den|heit: die; -; - Verpflichtung
zu etw., jmdm. gegenüber
Ge|burt: die; - ; -en 1 Entbindung; Vor¬
gang, bei dem ein Kind aus dem Mut¬
terleib heraustritt u. von da an selb¬
ständig atmen u. als Organismus los¬
gelöst von der Mutter existieren muß
2 eine schwere Geburt sein: [ugs.]
mühsam, langwierig, schwierig sein o.
ä. »Dieser Abschluß des Vertrages war
eine schwere Geburt.«
Ge|bur)ten|kon)trol|le —» Ge|bur]ten)-
kon|tjrol[le: die; - ; - empfängnisver¬
hütende Maßnahme zur Kontrolle
der Geburtenzahlen zur Verhinde¬
rung einer drohenden Bevölkerungs¬
explosion
Ge|burtten|rück|gang: der; -(ejs; -rück¬
gänge Abnahme der Geburten (inner¬
halb eines Landes)
ge|byr|ten|schwach: Adj. geburten¬
schwacher; geburtenschwachste weni¬
ge Geburten, neugeborene Kinder
aufweisend
ge|bur|ten|stark: Adj. geburtenstärker;
geburtenstärkste viele Geburten, neu¬
geborene Kinder aufweisend
Gejbyijteniüber|schuB —* Ge|bur|ten|-
ü|ber|scnuss: der; -Überschusses;
-Überschüsse über die Anzahl verstor¬
bener Personen hinausgehende An¬
zahl der Geburten (innerhalb eines
Landes)
ge]bür)tig: Adj. n. stg. an einem be¬
stimmten Ort, in einem Land geboren
»Er ist gebürtiger Franzose.«
ge|burt|lich: Adj. n. stg. <Med.> mit einer
Geburt in Zusammenhang stehend
Ge|burts|adel —*■ Ge|burts|a|del: der;
-s; - durch die Geburt ererbter Adels¬
stand, Syn.: Erbadel
Ge|buitslda|tum: das; -s; -daten Tag,
Monat u. Jahr der Geburt einer Per¬
son
Ge|burts|feh|len der; -s; - bei der Ge¬
burt bereits vorhandene (körperliche)
Schädigung
Ge|burts|hel|fer: der; -s; - weibl. Ge|-
burts]hel|fe|rin: die; - ; -nen Person,
die beruflich dazu ausgebildet ist
(meist Arzt od. Hebamme), der Ge¬
bärenden bei der Niederkunft, Ge¬
burt Hilfe zu leisten
Ge|burts|jahr: das; -(e)s; -e Jahr, in
dem eine Person geboren wurde
Ge|burts|la|ge: die; - / -n <Med.> Stel¬
lung des ungeborenen Babys vor u.
bei der Geburt
Ge|burts|na|me: der; -ns; -n Nachname,
Familienname, den jmd. vor seiner
(ersten) Heirat getragen hat »Seitdem
das Namensrecht geändert wurde, wird
in Dokumenten, Fragebögen der Ge¬
burtsname erfragt.«
Ge|burts|ort: der; -(ejs; -e Stadt, in der
jmd. geboren wurde
Ge|burts|stadt: die; - ; -Städte Ort, wo
jmd. geboren wurde
Gejburts|tag: der; -(ejs; -e a) Tag, an
dem jmd. geboren wird, wurde »Ihr
Geburtstag ist der 26. April 1964.« b)
jährlich wiederkehrendes Jubiläum
des Geburtstags (a), das die meisten
Menschen feiern u. an dem man Ge¬
schenke bekommt
Ge|burts|tags|ge|schenk: das; -(ejs; -e
Gabe, die man anläßlich des Geburts¬
tags bekommt
Ge|burts|ur|kun|de: die; - ; -n amtliches
Schriftstück, auf dem die Geburt, de¬
ren Ort u. Datum sowie die Abstam¬
mung bestätigt wird
Ge|burts|we|hen: die (Pi.) 1 <Med.>
krampfartige, sich wiederholende
Schmerzen, die den Geburtsvorgang
einleiten, ankündigen u. begleiten 2
<übertr.> Start-, Anfangsschwierigkei¬
ten eines Projekts, Vorhabens o. ä.
Geck: der; -en; -en 1 abwertend beur¬
teilter, sehr eitler, modebewußt ge¬
kleideter Mann »Er ist ein Geck.« 2
[niederdt.] (Fastnachts-)Narr 3 [see-
mannssprl.] Schornsteinhaube
geckenlhaft (gek|ken|haft —> ge|-
cken|naft): Adj. geckenhafter; gecken¬
hafteste <Mann> in übertriebener Wei¬
se modisch orientiert
Gecko (Gek|ko —* Ge|cko):
<malai.-engl.-niederl.> der; -s; -s u.
Geckonen <Zool.> mittelgroße, (sub¬
tropische Echse
Ge[dächt|nis: das; -ses; -se 1 Erinne¬
rungsvermögen an etw. »Mein Ge¬
dächtnis läßt nach.« 2 Gedenken, Er¬
innerung (an jmdn., ein Ereignis) Die¬
ses Denkmal wurde zum Gedächtnis an
die Opfer des Krieges errichtet.« 3 ein
Gedächtnis wie ein Elefant haben:
ein äußerst gutes u. über lange Zeit
reichendes Erinnerungsvermögen be¬
sitzen 4 ein Gedächtnis wie ein Sieb
haben: [ugs.] sehr viel vergessen; we¬
nig in der Erinnerung behalten; oft
nicht an etw. denken, es vergessen 5
Das Gedächtnis ist eine gute Ta¬
sche, aber sie reißt, wenn man zuviel
hineinstopft: man kann sich nicht al¬
les merken, im Gedächtnis behalten,
wichtige Sachen sollte man notieren
»Schreib' dir den Termin auf, denn - .«
6 Ein Lügner muß ein gutes Ge¬
dächtnis haben: wer lügt, sollte sich
genau merken, was er gesagt hat,
sonst kommt die Wahrheit schnell zu
Tage, ans Licht
" Ge|dächtjnis|lü|cke): die; ~; -n er¬
innerungsleerer Zwischenraum in der
Kette von Erinnerungen; Mangel an
Erinnerung an einen Zeitraum, ein
Geschehen
Ge|dächt|nis|pro|to|koll: das; -(ejs; -e
Niederschrift, Zusammenfassung ei¬
ner Besprechung, Unterrichtsstunde
o. ä. aus dem Gedächtnis
Ge|dächt|nis|schwund: der; -(ejs; -
<Med.> Verringerung der Erinne¬
rungsfähigkeit
Ge|dächt[nis|stüt|ze: die; - ; -n etw.,
was die Merkfähigkeit, das Denken,
Erinnern an etw. stärkt, unterstützt
Ge|dan|ke: der; -ns; -n/Ge|dan|ken: der;
-s; - 11dee, Vorstellung, die aus dem
menschlichen Gehirn heraus aktiviert
wird, erscheint (aber nicht ausgespro¬
chen wird); etw., woran, an das man
denkt »Seine Gedanken waren nicht
bei der Arbeit.« 2 Auffassung; Ansicht
»Mein Gedanke war, daß wir es ohne
ihn erledigen sollten.« 3 kein
Gedanke: nie; niemals; auf keinen
Fall »Ich würde Ihnen niemals kündi¬
gen, kein Gedanke!« 4 in Gedanken
sein: geistesabwesend sein »Ich habe
nicht zugehört, ich war ganz in
Gedanken.« 5 sich mit dem Gedan¬
ken tragen, mit dem Gedanken
spielen: etw. in Erwägung ziehen 6
(alle) seine Gedanken beisammen,
beieinander haben: [ugs.] aufmerk¬
sam, sein 7 sich über etw. Gedanken
machen: über etw. grübeln, nachden¬
ken »Ich mache mir Gedanken über die
Zukunft meiner Kinder.« 8 sich we¬
gen etw., jmdm. Gedanken machen:
sich Sorgen um etw. od. jmdn. ma¬
chen 9 (jmds.) Gedanken lesen
(können): ahnen, was jmd. denkt
»Das wollte ich auch sagen - kannst du
Gedanken lesen?« 10 etw. in Gedan¬
ken tun: etw. tun, ohne es zu merken
»Das habe ich ganz in Gedanken
getan.« 11 der bloße Gedanke ...:
wenn man nur daran denkt »Der blo¬
ße Gedanke an den bevorstehenden
Zahnarzttermin treibt mir den Angst¬
schweiß auf die Stirn.« 12 Gedanken
sind frei: denken darf man, was man
will, ohne Rücksicht od. Beschrän¬
kung 13 Die ersten Gedanken sind
die besten: langes Nachdenken od.
Grübeln hilft häufig nicht od. nur
sehr wenig
Ge|dan|ken[aus|tausch: der; -(ejs; -
wechselseitige Mitteilung von Gedan¬
ken
Ge|dan|ken|blitz: der; -es; -e auf einmal,
plötzlich auftretende Idee
Ge|dan|ken|freijheit: die; - ; - uneinge¬
schränkte Möglichkeit, durch seinen
Verstand alle Richtungen des Den¬
kens, Ideologien auszuprobieren (u.
seine Ansichten zu äußern)
428
Gefährlichkeit
Ge|dan|ken|gang: der; -(e)s; -gonge be¬
stimmte Folge von Gedanken, die zu
einer Erkenntnis, einem Ergebnis füh¬
ren
Ge|dan|ken|ge|bäu|de: das; -s; ~ sich
aufeinander aufbauende u. in sich ge¬
schlossene Reihenfolge von Gedan¬
ken; Theoriegebilde
Ge|dan|ken|gut: das; -(e)s; - alle Ge¬
danken innerhalb einer bestimmten
Weitsicht, Mentalität, meist bezogen
auf kulturelle, politische Grundein¬
stellungen
Gejdan|ken|le]sen: das; -s; - 1 Fähig¬
keit, Kenntnisse über die Gedanken
einer anderen Person zu erlangen,
ohne daS diese die Gedanken ausge¬
sprochen hat 2 Wahrnehmung seeli¬
scher Vorgänge eines anderen, unab¬
hängig von den Sinnesorganen, Syn.:
<2> [fachsprl.] T elepathie
Ge|dan|ken|lo|sigjkeit: die; -; -en a) un¬
überlegte (rücksichtslose) Handlung
b) o. PL Neigung 2U (a) »Ihre Gedan¬
kenlosigkeit wird sie noch alle ihre
Freunde kosten.«
Ge|dan|ken|schritt: der;-(e)s; -e Teil ei¬
nes Entwicklungsprozesses im Den¬
ken, der zu einem vollständigen Ge¬
danken, einer Erkenntnis führt
Ge)dan|ken|sprung: der; -(e)s; -spränge
unerwarteter Übergang, Wechsel von
einem Gedanken zu einem nächsten,
ohne daß ein Zusammenhang besteht
Ge[dan|ken|tieffe: die; - / -n (bedeuten¬
der) Gehalt eines Gedankens
Ge|danjkenlübeijtra|gung —> Ge|dan|-
ken|ü|ber}tra|gung: die; - ; -en Wahr¬
nehmung seelischer Vorgänge eines
anderen, unabhängig von den Sinnes¬
organen, Syn.: [fachsprl.} Telepathie
ge|dan|kentver|lo|ren: Adj. n. stg. abwe¬
send; tief nachdenklich
ge|dan|ken|voll: Adj. n. stg. 1 mit (inne¬
ren) Gedanken beschäftigt; nacnden-
kend 2 [selten] voller Ideen
ge|dank|lich: Adj. n. stg. sich auf den
Denkvorgang od. auf Ideen bezie¬
hend
Ge|därm: das; -(ejs; -e <Körper> a) Ge¬
samtheit der Därme, (Verdauuugs-)
Organe b) m. PI. innere Organe; Ein¬
geweide
Gefdeck: das;-(e)s; -e 1 Geschirr u. Be¬
steck, das zum Essen benötigt wird 2
festgelegte Speisefolge »Ich hätte
gerne Gedeck drei.«
ge|dei|hen: gedeihst; gediehfejst; bist
gediehen 1 (Lebewesen) a) körperlich
wachsen; sich gut entwickeln b)
<Mensch> sich geistig gut entwickeln 2
<Ding; Sachverhalt) in einem Prozeß
der Entwicklung bis zur Vollendung
wachsen, sich weiterentwickeln
Ge|den|ken: das; -s; - ehrenvolle Erin¬
nerung an etw. od. jmdn.
ge|den|ken: gedenkst; gedachtest; hast
gedacht [geh.] 1 mit Gen. u. [ugs.]
Dal. an jmdn., etw. ehrfürchtig den¬
ken »Er gedachte seiner im Krieg ge¬
fallenen Kameraden.« 2 mit >zu< u. In¬
finitiv [geh.] beabsichtigen (etw. zu
tun) »Ich gedenke, zu dir zu kommen.«
Ge|denk|fei|er. die; ~ ; -n festliche Ver¬
sammlung, Treffen o. ä., welche(s)
anläßlich eines Jahrestages begangen
wird
Gefdenk|mi|nu|te: die; - ; -n zum Ge¬
dächtnis an etw., jmdn. abgehaltene
Schweigeminute
Ge|denk|stät)te: die; - ; -n zur Erinne¬
rung an Personen od. Ereignisse an¬
gelegtes Mahnmal
Gefdenkjtag: der; -(ejs; -e feierlich be¬
gangener Erinnerungstag zum Ge¬
denken an eine Person od. an ein Er¬
eignis
Gejdicht: das; -(ejs; -e 1 lyrisches litera¬
risches Kunstwerk in Versen, Reimen
u. mit Rhythmus 2 ein Gedicht sein:
[ugs.] besonders gut, hervorragend,
wundervoll »Das Kleid ist ein Gedicht.
• Das Essen war ein Gedicht.«
Ge|dicht[in|ter1pre|ta|ti|on: die; ~ ; -en
(Literaturwiss.) sprachliche Analyse
u. inhaltliche Auslegung, Deutung ei¬
nes Gedichtes
Ge|dicht|zy]klus —» Ge|dicht|zy|k|lus:
der; ~ ; -Zyklen Reihe mehrerer ähnli¬
cher, thematisch zusammenpassender
Gedichte
gefdie|gen: Adj. 1 sorgfältig u. haltbar
gearbeitet »gediegener Schmuck« 2
von zuverlässiger, ordentlicher Art
»ein gediegener Charakter« 3 [ugs.]
komisch; lustig; seltsam »Das ist ja
gediegen!«
Ge|die|gen|heit: die; -; -1 a) Sorgfältig¬
keit; das Solidesein b) Gründlichkeit;
Ordentlichkeit 2 Reinheit 3 [ugs.] a)
Wunderlichkeit b) Komik; komische,
amüsante Beschaffenheit
Ge|din|ge: das; -s; - [bergmannssprl.]
für Bergarbeiter, die im Schacht, in
den Minen arbeiten, ausgehandelter
Leistungslohn
gedr.: Abk. gedruckt
Ge|drän|ge: das; -s; ~ 1 o. PI. a) das
Schieben einer Person, von Personen
an eine andere Steile gegen deren
Wunsch b) ungeduldige Bewegung
des eigenen Körpers, wobei ohne
Rücksicht andere Menschen wegge¬
schoben werden 2 o. PI. sich voller
Ungeduld drängende, schiebende
Menschenmasse 3 (Sport; Rugby)
Stellung, bei der sich die Stürmer bei¬
der Mannschaften gegenüberstehen
u. versuchen, den anderen wegzu¬
drängen 4 ins Gedränge geraten,
kommen: [ugs.] (terminliche) Proble¬
me bekommen; mit etw. Schwierig¬
keiten haben
Ge|drückt|heit: die; - ; - Niedergeschla¬
genheit
ge|drun|gen: Adj. (Körpep untersetzt;
stämmig
Ge|drun|gen|helt: die; - ; - untersetzte,
kleine, stämmige Körpergestalt
Ge|d|u|del: das; -s; - [ugs.; abwert.] fort¬
während gespielte, (unharmonische)
Musik, Töne
Ge|dufd: die; - ; - a) Fähigkeit, ausdau¬
ernd zu sein u. über einen längeren
Zeitraum etw. ertragen od. warten zu
können b) sich in Geduld fassen: sich
gedulden; in Geduld abwarten c)
jmdm. reißt die Geduld: [ugs.] jmd.
wird ärgerlich, ungeduldi g » Wenn das
bis morgen immer noch nicht fertig ist,
reißt mir aber die Geduld.«
ge|dul|dig: Adj. tolerant; duldsam; aus¬
dauernd
Ge|duldslaijbeft: die; - ; -en Tätigkeit,
die Ausdauer erfordert
Ge]dulds|fa|den: der; -s; -fdden in der
Wendung jmdm. reißt der
Geduldsfaden: [ugs.] jmd. wird unge¬
duldig u. zornig
Gefduld|spiel/Ge|dulds|spiel: das;
-(ejs; -e Geschicklichkeitsspiel, oft
für eine Person
Ge|duids|pro|be: die; - ; -n äußerst star¬
ke-Inanspruchnahme der Geduld,
Toieranz einer Person
ge|dun|gen: Adj. n. stg. von jmdm. für
eine negative, verbrecherische Tat en¬
gagiert
ge|dun|sen: Adj. aufgequollen; aufge¬
schwemmt »Durch den Alkoholmi߬
brauch hat sie ein gedunsenes Ge¬
sicht.«
ge|eig)net: Adj. fähig zu etw. »Für dieses
Projekt ist er der geeignete Mann.«
Geest: die; ~; -en erhöht liegendes Land
mit sandigem Boden in der Nähe der
Nordsee
Gef.: Abk. 1 Gefahr 2 Gefährdung 3
(Milit.> a) Gefangene(r) b) Gefalle-
ne(r) c) Gefecht 4 Gefälle 5 Gefängnis
gef.: Abk. 1 gefahren 2 (Mi!it.> gefallen
3 gefällig 4 gefälligst S gefälscht 6
gefangen 7 geführt
Gejfahr: die; - ; -en 1 Situation, Gege¬
benheit, die das Leben bedroht; dro¬
hendes Unheil 2 auf eigene Gefahr:
<oft als Hinweis darauf, daß etw. zwar
erlaubt ist, daß aber niemand für ent¬
standenen Schaden haftet) auf eigenes
Risiko; eventuell auftretender Scha¬
den muß selbst getragen werden 3 Ge¬
fahr taufen: in die Gefahr geraten
»Sie wollen doch nicht Gefahr laufen,
daß man Sie erwischt?« 4 Wer sich in
Gefahr begibt, kommt darin um: Be¬
merkung, daß man kein Risiko einge¬
hen soll $ die gelbe Gefahr: [abwert.;
diskriminierend] in der westlichen
Weit suggerierte (wirtschaftliche) Be¬
drohung durch die in Forschung u.
Technik immer schneller fortschrei¬
tenden asiatischen Länder »Das
Schlagworl von der gelben Gefahr kam
gegen Ende des 19. Jhds. in Mode.«
ge|fahr|brin|gend —*• Geffahr brin|-
gentfc Adj. n. stg. Unheil, Risiko ent¬
haltend, erzeugend
ge|fähr|den: gefährdest; gefährdetest;
hast gefährdet sich selbst od. eine an¬
dere Person einer Gefahr, einem Risi¬
ko aussetzen
Ge|fähijdung: die; ~ ; -en Bedrohung
durch ein Risiko
Ge|fah|ren|be|re)ch: der; -(ejs; -e risi¬
koreiches Gebiet »Nach dem schweren
Unfall wurde der Gefahrenbereich ab¬
gesperrt.«
Geffahjrenjqueljle: die; - ; -n Auslöser,
Ursache eines Unheils, einer Gefahr
Ge|fah|ren|zu|lajge: die; ~ ; -n Zusatz¬
lohn, der aufgrund einer risikoreichen
Aufgabe gezahlt wird
ge|fähijiich: Adj. a) mit Gefahr verbun¬
den »Es ist gefährlich, bei Schnee u.
Eis ohne Winterreifen auf den Berg zu
fahren.« Ant.: ungefährlich b) be¬
denklich c) gefährlich Ist’s, den Leu
zu wecken: man sollte niemanden
herausfordem, der einem selbst Scha¬
den zufügen könnte
Geffghijlichlkeit die; - ; - etw., was für
jnidn. ein Risiko, Unheil, eine Bedro¬
hung in sich birgt
429
gefahrlos
gejfahrflos: Adj. n. stg. ohne Risiko
Getfährfte: der; -n; -n weibl. Ge|fähr|tin:
die; - ; -nen Person, die jmdm. nahe¬
steht; Freund(in); Kamerad(in); Be¬
gleiterin)
Ge)fäl|le: das; -s; ~ a) Höhenunterschied
zwischen zwei Orten »Das Gefalle der
Straße beträgt 12 %.« b) (sozialer,
physikalischer o. ä.) Unterschied
»Das Gefälle zwischen Arm u. Reick
wird immer großer.«
Ge|fal|len: der; -s; - 1 etw., was man für
eine andere Person tut »Ich tue dir den
Gefallen u. koche morgen.« 2 etw.
jmdm. zu Gefallen tun: etw. tun, um
jmds. Wunsch, Bitte o. ä. zu erfüllen
Ge|fal|len: das; -s; -1 Spaß an etw. od.
jmdm.; Lust auf etw. od. jmdn. »Sie
fand Gefallen an roten Sportwagen.« 2
nach Gefallen: [geh.] wie jmd. möchte
3 an jmdm., etw. Gefallen finden,
haben: jmdn. od. etw. gern mögen,
Freude daran haben
ge|fat|ten: gefällst; gefiel(e)st; hast
gefallen 1 mögen, leiden können; gern
haben »Es gefällt mir, lange zu
schlafen.« 2 sich etw. gefallen lassen:
eine Kränkung, Unannehmlichkeiten
hinnehmen »Diese Unverschämtheit
werde ich mir nicht gefallen lassen.«
Ge|fal|le|ne: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Gefallener; eine
Gefallene; zwei Gefallene) während
eines Kriegseinsatzes verstorbener,
getöteter Soldat; (Militärangehöri-
ge(r) als) Opfer eines Krieges
ge|fäl|lig: Adj. a) angenehm im Verhal¬
ten od. Äußeren »gefällige Freunde
haben« b) bereit, jmdm. einen Dienst,
Gefallen zu erweisen
geffäl|li|ger[wei]se: Adv. aus Hilfsbereit¬
schaft, Freundschaft
Ge]f§t|tig|keit: die; - ; -en a) etw., was
jmd. für eine Person aus Freund¬
schaft, um ihr zu helfen, tut; Gefallen
b) o. PI entgegenkommende^), hilf-
reiche(s), hilfsbereite(s) Wesen, Ver¬
halten, Weise
ge[fäl|lig|keitsihal]ber: Adv. aus einer
freundlichen Geste heraus; aus Ent¬
gegenkommen, Hilfsbereitschaft
gefälscht: Adj. n. stg. nicht echt; (wi¬
derrechtlich) kopiert; vorgetäuscht
echt »gefälschtes Geld«
—» geffanfgen hälften: s. gefangenhal¬
ten
—» ge[fan|gen nehjmen: s. gefangen¬
nehmen ~
Geffanjgejne: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Gefangener; eine
Gefangene; zwei Gefangene) 1 Person,
die eine Freiheitsstrafe absitzt, im Ge¬
fängnis ist »Die Gefangenen tragen
graue Kleidung.« 2 Person, die von
jmdm., etw.) (mit Gewalt) an einem
Ort festgehalten, am Weggehen ge¬
hindert wird »Er war ihr Gefangener.«
Ge|fan|ge|nen|la|geR das; -s; - für
Kriegsgefangene, politische Häftlinge
errichtetes, meist aus Baracken be¬
stehendes Aufenthaltslager, Camp, in
dem die Gefangenen leben
ge]fan|gen|hal|ten —» ge|fan|gen hall¬
ten: hältst gefangen; hielt(e)sl gefan¬
gen; hast gefangengehalten —*hast
gefangen gehalten<— 1 einer Person
die Freiheit genommen haben u. sie
gegen ihren Willen an einem Ort las¬
sen, von wo diese Person nicht Wegge¬
hen darf, kann u. kontrolliert wird 2
[geh.] jmdn. über eine längere Zeit
hinweg sehr faszinieren od. beanspru¬
chen »Das Bild hielt mich gefangen.«
Ge|fan|gen(nah|me: die; - , 1 a) Fest¬
nahme (durch die Polizei) b) Frei¬
heitsberaubung 2 Beeindruckung; das
Beeindrucktsein von etw.
gejfanjgenjnehmen —» gejfanjgen
nehjmen: nimmst gefangen; nah-
m(e)st gefangen; hast gefangenge¬
nommen —>hast gefangen genom¬
men<— 1 einer Person die Freiheit
nehmen »Im Krieg wurden viele Solda¬
ten von feindlichen Truppen gefan¬
gengenommen.« 2 <übertr.> eine große
Faszination ausüben; sehr stark jmds.
Interesse einnehmen, finden »Der Ro¬
man nahm sie ganz gefangen.«
Ge|fan|gen|schaft: die; • ; -en 1 wäh¬
rend eines Kriegseinsatzes von den
feindlichen Truppen vorgenommene
Freiheitsberaubung, Inhaftierung 2
Unfreiheit; Zwang, Druck, dem jmd.
unterliegt; Zustand, in dem (sich) eine
Person in ihren Rechten stark be¬
schränkt fühlt, ist
Ge|fäng|nis: das; -ses; -se a) Ort, an dem
Personen, die etw. Ungesetzmäßiges
getan haben, nach der Verurteilung
durch das Gericht zur Strafe für eine
bestimmte Zeit eingesperrt leben
müssen bj kurz für Gefängnisstrafe c)
mit einem Bein, Fuß im Gefängnis
atehen: etw. getan haben, was nicht
ganz den Gesetzen entspricht, wofür
man bestraft werden könnte
Ge|fäng|nis|in|sas|se: der; -n; -n weibl.
Ge|fäng|nis[in|sas|sin: die; - ; -nen
Person, die eine Gefängnisstrafe,
Haftstrafe, Freiheitsstrafe absitzen
muß; Häftling
Gejfäng|ms|stra|fe: die; - ; -n <Rechtsw.>
von einem Richter verhängter Frei¬
heitsentzug von festgesetzter Dauer,
der in einem Gefängnis verbüßt wer¬
den muß
Ge|fäng|nis|wär|ter: der; -s; - weibl.
Gejf|ng|nis|wäijtejrin: die; - ; -nen
Wächter(in) für die Gefangenen
Ge|fäng|nis|*el|le: die; ~ ; -n sehr kleiner
Raum (mit Gittern vor den Fenstern,
abgeschlossener Tür), in dem Häftlin¬
ge eine Freiheitsstrafe verbüßen müs¬
sen
Ge[fafsel: das; -s; - fortwährendes, un¬
sinniges, unverständliches Reden
Gejfäß: das; -es; -e 1 Behältnis, in das
etw. gefüllt werden kann »Wir ver¬
packten die Reste des Buffets in alle
möglichen Gefäße.« 2 a) <Anat.i
(Mensch; Tier) kurz für Blutgefäß «=
Ader od. Lymphgefäß b) kanalartiges
Leitungsnetzwerk der Pflanzen zum
Transport des aufgenommenen Was¬
sers ins Pflanzeninnere
Ge|fä8|chir|ur|gie —» Ge|fäß|chi|r[urj-
gie: die; - ;- <Med.> Spezialgebiet der
Chirurgie, welches sich diagnostisch
u. operativ mit den Blutgefäßen,
Adern, Arterien usw. befaßt
ge|fä8feijweiiternd: Adj. n. stg. <Med.>
die Erweiterung, Vergrößerung von
bluttragenden Gefäßen bewirkend
Gejfaß[krank|heit: die; - ; -en <Med.> Er¬
krankung von Blutgefäßen
gejfaßt —>• gefasst Adj. gefaßter; ge¬
faßteste —*■gefasster; gefassteste*—
a) sich beherrschend; auf etw. Unan¬
genehmes, Schreckliches mit innerer
Fassung reagierend b) sich auf etw.
gefaßt machen —* sich auf etw. ge¬
fasst machen: sich innerlich auf etw.
Unangenehmes entstellen c) auf etw.
gefaßt sein —» auf etw. gefasst sein:
schon auf etw. (Unangenehmes,
Schreckliches) vorbereitet sein, damit
gerechnet haben
ge|fjj8|yeijen|gend: Adj. n. stg. <Med.>
die Verengung eines blutführenden
Gefäßes bewirkend
Ge|fä6|veijen|gung: die; - ; -en <Med.>
meistens durch Ablagerungen an den
Wänden innerhalb der Blutgefäße
verursachte Verengung
Ge|fäß|ver]kal|kung: die; • ; -en <Med.>
Ablagerungen in den Arterien, Syn.:
[fachsprl.] Arteriosklerose
Ge|täßjverjschlu8 —* Gejfäß|ver[-
schluss: der; -Verschlusses; -Ver¬
schlüsse <Med.> durch ein Blutgerinn¬
sel o. ä. entstandene Verstopfung
(von Teilender Blutgefäße
Ge[fecht das; -(e)s; -e 1 a) <Mi!it.> kür-
zere(r) kriegerische^) Auseinander¬
setzung, Kampf b) Streit zwischen
Personen; Auseinandersetzung 2
jmdn. außer Gefecht setzen: jmdn.
handlungsunfähig machen »Sie hat¬
ten die Angreifer schnell außer Gefecht
.gesetzt.« 3 etw. ins Gefecht führen:
Gründe, Argumente o. ä. Vorbringen
Gejfechts[be|reit|schaft: die; - ; -en
(Milit.) Kampfbereitschaft
ge]fechts|kiaR Adj. n. stg. <Milit.; Mari¬
no zum Kampfbereit
ge|fechts[mä|8ig: Adj. n. stg. der Art u.
Weise eines Kampfes entsprechend
geffelstigt —> gejfesjtigt Adj. a) ge¬
wachsen; tradiert; (fest) verankert »in
gefestigten familiären Verhältnissen
leben« b) <Mensch> willensstark u.
nicht od. nur sehr schwer beeinflu߬
bar »ein gefestigter Charakter«
Geffielden das; -s; - 1 alle Federn,
Schwung-, Daunen-, Schwanz-,
Deckfedem am Körper eines Vogels
2 jmdm. sträubt sich das Gefieder:
[ugs.] jmdm. ist etw. zuwider, er wird
ärgerlich »Allein bei dem Gedanken an
die Tierquälerei sträubt sich (bei) mir
das Gefieder.«
ge|fie|dert: Adj. 1 a) n. stg. <Vogel> Fe¬
dern besitzend b) mit Federn verziert
2 <Bot.> viele kleine Blätter besitzend
Gejfie|de|rung: die; - ; -en <Vogel> Art u.
Weise des Federkleides
ge|fin|gert: Adj. n. stg. <Bot.> aus vielen
kleinen Einzelbauern bestehend, die
sich von der Mitte aus gleichmäßig
gegenüberstehen
geffteckt: Adj. n. stg. unregelmäßig mit
kleinen Stellen überzogen, die sich
farblich abheben
Ge[fl§n|ne: das; -s; - [ugs.; abwert.) stän¬
diges, lang anhaltendes Weinen
Ge)fl[m|mer: das; - ; - <Lichtschein>
[meist abwert.] ständig zitterndes, un¬
gleichmäßiges Leuchten
Gejflis|ssn|heit: die; ~; -en [selten] Eifer;
eifnge Bemühung, Syn.: Beflissenheit
ge|fli8|sent|lich: Adj. n. stg. 1 höflicher¬
weise mit Absicht »Er übersah das
schlechte Benehmen geflissentlich.« 2
430
Gegend
[geh.] mit Wohlwollen; freund¬
licherweise) »Wir überreichen das
Schreiben zur geflissentlichen Kennt-
nisnakme.«
Ge|fiti|gel: das; -s; - a) Oberbegriff für
alle Arten von Vögeln, die als Nutz¬
tiere gehalten werden b) Fleisch, Spei¬
se aus dem Fleisch von Vögeln (a)
Ge|fiü|gel|farm: die; ~ ; -en landwirt-
schaflicher Betrieb, in dem Geflügel
gezüchtet wird
Ge|flü|gel|fieisch: das; -(e)s; - Fleisch
von Nutzvögeln, z. B. von Hausen¬
ten, -gänsen, -hühnern usw.
gejflüjgett: Adj. n. stg. 1 «meist Bio.> mit
Flügeln 2 «Jagd; Vogeb durch eine
Schußwunde flugunfähig gemacht 3
geflügelte Worte; Ausspruch von
jmdm., der vielfach zitiert wird (ohne,
daß dem Sprecher der Autor noch be¬
kannt ist)
Ge|flü|gel|zucht: die; ~ ; -en das Aufzie¬
hen, Züchten u. die Pflege von Geflü¬
gel
Ge|flun|ker. [ugs.; abwert.] das; -s; -
fortwährendes Schwindeln, Lügen
Ge|flü|ster —> Ge|flüs|ter: das; -s; -
fortwährendes leises Reden
Ge|fol|ge: das; -s; - 1 Menschen, die
zum Troß, zur Reisebegleitung von
jmdm. gehören »Für das Gefolge des
Königs wurde eine Hoteletage
angemietet.« 2 im Gefolge: als Konse¬
quenz, Folge entstehen
Ge|fqlg|schaft: die; - ; -en 1 o. PI. Ge¬
horsamkeit 2 o. PI. <hist.> persönliches
Treueverhältnis eines Edelmannes, ei¬
ner Gruppe von Edelmännem zu sei¬
nem, ihrem Herrn 3 Gruppe von Ge¬
treuen 4 «Nationalsozialismus» Unter¬
abteilung der Hitler-Jugend (HJ), der
staatlichen Jugendorganisation der
NS-Zeit, der die meisten Jugendli¬
chen angehörten u. die in verschie¬
dene Untergruppierungen aufgeteilt
war
Geffolgs]leu|te: die (PI.) Mitglieder ei¬
ner Gefolgschaft; Anhänger
ge|frf|8ig: Adj. [abwert.] übermäßig viel
essend
Ge|ffä|Big[keit: die; - ; -en [abwert.]
(Wunsch nach) übermäßige(r) Nah¬
rungsaufnahme
Gejfreflte: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gefreiter; eine
Gefreite; zwei Gefreite) «Milit.» einfa¬
che^) Soldaten); zweitunterster
Mannschaftsdienstgrad
Gejfrietjfach: das; ~(e)s; -jacher Fach,
abgeschlossener Bereich innerhalb ei¬
nes Kühlschranks, in dem die Tempe¬
ratur unter 0° C beträgt
ge|frierjge}trock|net: Adj. n. stg. durch
Frostung haltbar gemacht »Schnell¬
kaffee ist gefriergetrockneter Kaffee.«
Geffirier|g<it: das; -(e)s; -guter Nah¬
rungsmittel, die durch Frostung, Ein¬
frieren haltbar gemacht wurden
Gejfrigr|punkt: der; -(e)s; -e Tempera¬
tur, bei der ein Stoff gefriert, zu Eis
wird, eine Flüssigkeit in den festen
Aggregatzustand übergeht
Ge[frier|schrank: der; -(e)s; -schränke
zum Gefrieren von Lebensmitteln
o. ä. vorgesehenes, schrankförmiges
elektrisches Gerät
Geffrierjschutz|mit|tel: das; -s; - Mittel
zur Verhinderung des Gefrierens »Pu
mußt im Winter ein Gefrierschutzmit¬
tel in die Scheibenwaschanlage deines
Autos füllen!«
Go|frg]re|ne: das; -n; -n (o. Art. od. mit
vorangestellter Mengenangabe: Gefro¬
renes) [süddt.; österr.] gefrorenes Er¬
zeugnis aus Milch, Früchten, Frucht¬
saft o. ä., das als Eis verspeist wird
Ge|fü]ge: das; -s; - 1 fachgerecht Zu¬
sammengefügtes, Zusammengesetz¬
tes 2 innere Struktur 3 «Metall» Form
des nach dem Starrwerden ausgebil¬
deten Kristallgitters
ge)fi]|gig: Adj. sich dem Willen einer an¬
deren Person unterwerfend
Ge|fühl: das; -s; -e 1 Empfindung, die
jmd. bei, für etw., für jmdn, hat »ein
freudiges Gefühl« 2 Sinneswahmeh-
mung (eines Menschen) »vor Kälte
kein Gefühl in den Zehen haben« 3 a)
Ahnung; Vermutung, nicht deutlicher
Eindruck »Ich habe das Gefühl, daß er
nicht kommen wird.« b) etw, im Ge¬
fühl haben: etw. ahnen, instinktiv
fühlen, wissen »Ich hatte es im Gefühl,
daß dein Plan schief geht.« 4 mit ge¬
mischten Gefühlen: nicht unbedingt
freudig »Ich sehe dem Besuch mit ge¬
mischten Gefühlen entgegen.« 5 a) das
höchste der Gefühle: [ugs.] a) für
jmdn. sehr schön b) das Maximum;
nicht mehr als »Ich zahle 20 DM, das
ist aber das höchste der Gefühle.« b)
ein Gefühl wie Weihnachten u.
Ostern (zusammen): ein wunderba¬
res Empfinden; sehr schönes Gefühl
ge|füh|lig: Adj. [abwert.} zu sehr von
Gefühlen geleitet
gejfühl|los: Adj. n. stg. 1 kein Mitgefühl
besitzend; völlig mitleidlos 2 ohne
(körperliche) Empfindung; (gefühls)-
taub
Gejfüh!|lo|sig[keit: die; - ; -en 1 Nicht¬
vorhandensein von (Mit-)Gefühl 2
Störung od. Fehlen der (körperli¬
chen) Empfindung
Ge|fühls|arjmut: die; - ; - Mangel an in¬
neren Regungen
Ge|fflhls|aus|bnich: der; -(e)s; -ausbrü¬
che unerwartete, meist übertriebene
verbale od. körperliche Bekundung
von inneren Regungen
Ge|fÜhls|äuj8e|rung: die; - ; -en verbale
od. körperliche Bekundung von inne¬
ren Regungen
ge|fühls|be]dingt: Adj. n. stg. durch die
Gefühle, inneren Regungen hervorge¬
rufen ■
ge|fühlsfbe|tont: Adj. gefühlsbetonter;
gefühlsbetonteste überwiegend von in¬
neren Regungen geleitet
Ge]fühls|du|8e|lei: die; - ; -en (abwert.]
übermäßige Zurschaustellung, Ein¬
bringung von Emotionen, Gefühlen
»Mit Gefühlsduselei können wir das
Problem nicht lösen.«
ge|fühls|kalt: Adj. gefühlskalter; ge¬
fühlskalteste a) unfähig, Gefühle, in¬
nere Regungen zuzulassen, zu zeigen
b) «Frau» unfähig, sexuelle Lust zu
empfinden, Syn.: [fremdsprl.J frigide
Ge]fühlsjle|ben: das; -s; - das innere Er¬
leben u. die nach außen getragene Be¬
zeugung von inneren Regungen, Ge¬
fühlen
Gejfühlsjmensch: der; -en; -en Person,
die sich zum großen Teil von ihren
Gefühlen, nicht von ihrem Verstand
in ihren Handlungs- u. Denkweisen
leiten läßt
Ge[Kjhis|re|gung: die; - ; -en Aufkom¬
men eines Gefühls, einer inneren Re¬
gung
Ge|fühls|sa|che: die; - ; - in der Wen¬
dung etw. ist reine Gefühlsache: etw.
läßt sich nicht belegen, sondern
kommt aus dem Inneren, ist eine Art
Ahnung, Eingebung
Gejfühls|sinn: der; -(e)s; - Sinn der tak¬
tilen Wahrnehmung; Tastsinn
Ge|fühls|wal|lung: die; - ; -en heftige in¬
nere Regung
Ge|fühls|wär[me: die; ~ / - Herzlichkeit
Ge(fühls|wert: der; -(e)s; -e Bedeutung,
die ein Gegenstand, eine Sache für
eine Person hat; ideeller Wert von
etw.
ge|füht|voll: Adj. mit viel Gefühl
Ge|fun|kei: das; -s; - andauerndes Glit¬
zern
Geg.: Abk. Gegner(in)
geg.: Abk. 1 gegeben 2 gegen
ge|ge]be[nenjfalls: Adv. sollten es die
Umstände erfordern, ermöglichen
»Ich werde Sie gegebenenfalls benach¬
richtigen.«
Gefge|ben|heit: die; - ; -en bestimmter
bestehender Umstand »sich mit den
Gegebenheiten abflnden • sich auf die
geänderten Gegebenheiten neu einstel¬
len«
Ge|gei|fer: das; -s; - [abwert.] ständiges,
besonders heftiges Meckern
ge]gen: I a) Präp. mit Akk.; in Verbin¬
dung mit einem Personalpron. dagegen
»Gegen mich kannst du nichts
ausrichten.« b) in Verbindung mit
>was( wogegen »Gegen was richtet sich
eigentlich deine Wut?« li Adv. nahezu;
fast; ungefähr »Ich komme so gegen
20 Uhr zu dir.« III Präp. mit Akk. a)
wider; bezeichnet einen Gegensatz,
Widerstand, Abneigung »ein Mittel
gegen Fieber« b) bezeichnet eine Be¬
ziehung »Er war ungerecht gegen sie.«
Ge[gen]akjti|on: die; - ; -en Gegenreak¬
tion; Reaktion, Handlung, die als
Antwort auf eine Handlung o. ä. aus¬
gelöst wird
Ge|genjanftrag: der; -(e)s; -anträge im
Gegensatz zu einem/einer anderen be¬
reits gestellten Antrag, Anfrage erfol¬
gende^) Antrag, Anfrage
Gejgen|an|zei|ge: die; -; -n <Med.> mög¬
liche medizinische, körperliche Folge,
Reaktion, die ein Medikament auf ei¬
nen Organismus haben kann, Syn.:
[fachsprl.] Kontraindikation
Ge|gen|ar|gu|ment: das; -(e)s;-e wider¬
sprechende Entgegnung
Ge]gen|bei|spiei: das; -fe)s; -e einer
These, Behauptung o. ä. widerspre¬
chendes Beispiel, welches das Gegen¬
teil darstellt, beschreibt
Ge|gen|be|weis: der; -es; -e widerspre¬
chender Beweis, der das Gegenteil
aussagt, darlegt
Geigend: die; • ; -en 1 nicht näher be-
zeichnetete(s), defmierte(s) (nur aus
dem Kontext bestimmbare(s)) Land¬
schaft, Gebiet 2 in der Gegend {um):
[ugs.] so ungefähr (bezeichnet Zeit- u.
Mengenangaben) 3 die Gegend unsi¬
cher machen: [ugs.; scherzh.] sich an
einem Ort o. ä. aufhalten »Hallo,
431
Gegendarstellung
grüß' dich! Willst du auch die Gegend
unsicher machen?«
Ge|gen|darjstel|lung: die; ~ ; -en Stel¬
lungnahme, Richtigstellung aus der
Sicht eines (von einem Presseorgan)
Angegriffenen
ge|gen|ein|an|der —» ge(gen|ei(n(an|-
der: Adv. eine Person kontra, gegen
eine andere Person od. etw. gegen
etw. anderes »Die Schwestern kämpf¬
ten gegeneinander.«
—* ge|gen|ei|n|an|der drüjcken: s. ge¬
geneinanderdrücken
—ge|gen|ei|n|an|der pres|sen; s. ge¬
geneinanderpressen
—» ge|gen|ei|n|an|der schla|g»n: s. ge¬
geneinanderschlagen
—» ge|gen|ei|n|an|der stellten: s. gegen¬
einanderstehen ~
—> ge|gen|ei|n|an|der stellten: s. gegen¬
einanderstellen ~
—» ge|gen|ein|an|der stp|Ben: s. gegen¬
einanderstoßen
ge|gen[ein|an|der|drücken (ge|gen|ein|-
an|derjdrlik|ken) —* ge|gen|ei|n|an|-
der drüjcken: drückst gegeneinander;
drücktest gegeneinander; hast gegen¬
einandergedrückt —*hasl gegenein¬
ander gedrückt<— etw. mit Druck
gegen etw. anderes halten
ge|gen|ein|an|deijpres|sen —» ge)gen|-
ei|n|an|der pres|sen: preßt gegenein¬
ander; preßtest gegeneinander; hast
gegeneinandergepreßt —^ hast gegen¬
einandergepreßt • alle Formen mit
ss*— etw. mit Druck gegen etw. an¬
deres halten
ge|gen|ein[an|der|schla|gen —* ge|-
gen|ei|nfan(der schlajgen: schlägst
gegeneinander; schlugst gegeneinan¬
der; hast gegeneinandergeschlagen
—>hast gegeneinander geschlagen
*— zwei od. mehrere Teile mit Kraft
aufeinander schlagen
ge|gen|ein|an|derfste|hen —*■ gefgen|-
ei|n|an)der stellten: steht gegeneinan¬
der; standet gegeneinander; habt ge¬
geneinandergestanden —>habt ge¬
geneinander gestanden*— a) sich un¬
freundlich gesinnt gegenüberstehen
b) nicht zueinander passen; das Ge¬
genteil aussagen
ge|gen|ein|an|der|stel|len —» ge|gen|-
et|n|an[der stellten: stellst gegeneinan¬
der; stelltest gegeneinander; hast ge¬
geneinandergestellt —+ hast gegenein¬
ander gestellt*— a) etw. od. jmdn.
mit etw. od. jmdm. vergleichen »Sie
stellte die verschiedenen Theorien ge¬
geneinander, um die Unterschiede
herauszuarbeiten.« b) zwei od. auch
mehrere Gegenstände so stellen, daß
sie sich gegenseitig berühren u. (ab)-
stützen
ge|gen|ein|an|der|sto|ßen —» ge|gen|-
ei|n|an|der stgjßen: stößtjstoßt gegen¬
einander; stießest!stieß(e) l gegenein¬
ander; hast/seid gegeneinandergesto¬
ßen —*■ hast/seid gegeneinander ge¬
stoßen*— a) seid mit Druck gegen
etw. anderes geraten, kommen b) hast
etw. mit Druck gegen etw. anderes
halten
Ge|genffahr|bahn: die; - ; -en Fahrseite,
-spuren für den Straßenverkehr, der
in die entgegengesetzte Richtung ver¬
läuft
Ge|gen|fra|ge: die; - ; -n Frage, mit der
eine andere Frage erwidert wird
gejgenjge|schlechtjlich: Adj. n. stg.
dem anderen Geschlecht zugehörig
Ge|gen|ge|watt: die; -; - Gewalt als Re¬
aktion auf Gewalt
Ge|genlge(wicht: das; -(e)s; -e Aus¬
gleich für etw., jmdn., der, das etw. in
der Waage hält
Gejgen|kan|di|dat: der; -en; -en weibl.
Ge)gen|kan|di|da|tin: die; - ; -nen Per¬
son, die sich als Konkurrenz um den¬
selben Posten, dasselbe Amt wie eine
andere Person bewirbt
Ge]gen|kia|ge: die; • ; -n <Rechtsw.>
Klage einer beklagten Person gegen
den Kläger, der sie beschuldigt, be¬
klagt
Ge|gen|k!ä|ger: der; -s; - weibl. Ge|gen|-
ktä|ge|rin.* die; - ; -nen <Rechtsw.> be¬
klagte Person, die Klage gegen den
Kläger erhebt, der sie beschuldigt, be¬
klagt
Ge|gen|lei|stung —> Ge|gen|leisftung:
die; - ; -en Dienst od. Bezahlung als
Ausgleich od. Dank für eine andere
Leistung
Ge|gen|licht: das; -(e)s; - einem Be¬
trachter direkt ins Gesicht scheinen¬
des, ihn blendendes Licht
Gejgen|lie|be: die; - ; -1 positiv beant¬
wortete, erwiderte Liebe 2 auf Ge¬
genliebe stoßen: Zustimmung, posi¬
tiven Zuspruch, Anerkennung erhal¬
ten »Mit ihrer Sozialreform stieß die
Regierung bei der Opposition auf we¬
nig Gegenliebe.«
Ge)gen|pro|be: die; -; -n 1 Umkehrkon-
"trollmethode, um ein Ergebnis zu
überprüfen 2 Überprüfung eines Ab¬
stimmungsergebnisses, indem die
Stimmenzahl der Personen mit gegen¬
sätzlicher Haltung erfragt wird
Gejgen|re|ak|ti|on: die; - ; -en Hand¬
lung, die auf eine bereits erfolgte
Handlung folgt
Gg|gen|re|de: die; - ; -n a) inhaltlicher
Umwand gegen vorgebrachte Argu¬
mente; Widerspruch b) [geh.] Ant¬
wort
Ge|gen|re|vo|lu|ti|on: die; - ; -en <Pol.>
Wiederherstellung der alten, vor ei¬
nem Umsturz bestandenen Ordnung,
Syn.: Konterrevolution
Gejgenjrichjtung: die; - ; -en die andere,
umgekehrte, entgegengesetzte Rich¬
tung
Ge|gen|satz; der; -es; -salze 1 a) etw.,
was völlig anders ist »Er ist ganz der
Gegensatz zu seinem Bruder.« b) gro¬
ßer Unterschied »Zwischen kalt u.
heiß besteht ein Gegensatz.« 2 n. PI.
Streitigkeiten, unterschiedliche Auf¬
fassungen zu einem Thema 3 <Musik>
der erste Kontrapunkt zum Fugen¬
thema 4 Gegensätze ziehen sich an:
Personen, die sich charakterlich
(sehr) unterscheiden, kommen oft
trotzdem sehr gut miteinander zu¬
recht, mögen sich, gehen eine (intime)
Beziehung, Freundschaft ein, da sie
sich gegenseitig ergänzen 5 ein Ge¬
gensatz wie Feuer u. Wasser so voll¬
kommen unterschiedlich, daß keine
Übereinstimmung erzielt werden
kann
Ge|gen|schlag: der; -(e)s; -schlage
Handlung, die auf eine bereits er¬
folgte Handlung folgt
ge|gen|sei|tig: Adj. n. stg. wechselseitig
» Wir haben ms gegenseitig beleidigt.«
Gejgen|seiftig|keit: die; - ; - Beziehung,
die wechselseitig in gleichem Mate
besteht
ge|gen|sin|nig: Adj. [veralt.] entgegen¬
gesetzt; unterschiedlich
Ge|gen|spie|ler der; -s; - 1 weibl. Gej-
gen|spie|le|rin: die; - / -nen a) <Sport>
Mitspieler(in) der anderen Gruppe,
des anderen Teams b) Feind(in); Ko-
trahent(in); Konkurrenten); Riva-
I(e)(in); Widersacher(in) 2 entgegen¬
gesetzt wirkende Kraft, Energie
Ge|gen]sprech|an)la)ge: die; - ; -n elek-
"troakkustische Einrichtung, die es er¬
möglicht, nach dem Anliegen, nach
der Identität der an der Hausein¬
gangstür Wartenden, Klingelnden zu
fragen »Die Gegensprechanlage ist
schon seit Monaten defekt.«
Ge|gen|stand: der; -(e)s; Gegenstände 1
Ding, etw., was nicht lebt, aber ange¬
faßt, gesehen werden kann (meist mit
einem Verwendungszweck) »Auf dem
Tisch lagen verschiedene Gegenstän¬
de.« 2 etw., worüber man spricht,
schreibt, nachdenkt' »Gegenstand der
Diskussion war der neue Dienstplan.«
3 <Schule> [österr.] Fach; Disziplin
Ge|gen|ständ|lich|keit: die; - ; - Kon¬
kretheit; Dinglichkeit; Erfaßbarkeit
Ge|gen|stand|punkt: der; -(e)s; -e ent¬
gegengesetzte Meinung
ge|gen|stands|be|zojgen: Adj. n. stg.
sich auf ein spezielles Thema bezie¬
hend »Mäßigen Sie sich, Ihre Aussa¬
gen sind nicht gegenstandsbezogen!«
gefgen|stands|los: Adj. n. stg. 1 a) un¬
gültig b) nicht begründet 2 ohne Be¬
zug zur Realität, Wirklichkeit
Ge|gen]stim|me: die; - ; -n 1 a) Stimme
bei einer Wahl, Abstimmung, die etw.
nicht befürwortet b) entgegengesetzte
Meinung 2 <Musik> zweite Stimme
mit eigenständiger Melodie, welche in
bezug zur Hauptstimme steht
Ge|gen|stiick: das; -(ejs; -e 1 einer Per¬
son od. einem Gegenstand sehr ähnli¬
che^) Person od. Gegenstand in einer
anderen Region od. auf einem ande¬
ren Sachgebiet 2 etw. völlig Unter¬
schiedliches, Entgegengesetztes, Syn.:
[fremdsprl.] < 1> Pendant
Ge|gen|teil: das; -(e)s; -e Gegensatz
von etw. »Die Kinder taten das Gegen¬
teil von dem, was die Eltern gesagt hat¬
ten.«
ge|gen|tei|lig: Adj. gegensätzlich; wider¬
sprechend; vollkommen unterschied¬
lich
gejgen|über —<• ge|gen|ü)ben I Präp.
mit Dat. 1 jmdm., etw. (räumlich) ge¬
nau entgegengesetzt »das Haus gegen¬
über« 2 im Vergleich mit jmdm., etw.
Ihm gegenüber bin ich geradezu reich.«
3 im Verhältnis zu jmdm. »Mir gegen¬
über ist sie nett.« II Adv. auf der ande¬
ren, entgegengesetzten Seite
ge|gen|überjlie|gend —*• gefgen[ü|berf>
liefgend: Adj. n. stg. sich auf der ande¬
ren Seite befindend
Ge|gen|über1stel|lung —> Ge|gen[üj-
ber|stel|lung: die; ~ ; -en polizeiliche
432
Geheimrezept
Maßnahme, bei der eiD Zeuge den/die
Verdächtigen erkennen soll
Ge)gen|ver|kehr der; -(ejs; -e 1 sich di¬
rekt aufeinander zubewegender Ver¬
kehr 2 Verkehr, der in die entgegenge¬
setzte Richtung, auf der anderen
Fahrbahn unterwegs ist
Ge|genjvor|schtag: der; -(e)s; -Vor¬
schläge Anregung, Idee o. ä., welche
einer anderen bereits gemachten An¬
regung, Idee o. ä. entgegensteht
Ge|gen|wait: die; - ; - 1 die Jetzt-Zeit;
Zeit, in der man sich gerade befindet;
Zeit zwischen Vergangenheit u. Zu¬
kunft 2 Anwesenheit bei etw. »Seine
Gegenwart ist unerwünscht.«
ge|gen|wär}ti9/ge|gen|wärttig: Adj. n.
stg. 1 der Jetzt-Zeit angehörig 2 bei
etw., an einem Ort anwesend »Bei die¬
sem Gespräch war er gegenwärtig.« 3
a) jmdm. gegenwärtig sein: jmdm. in
Erinnerung sein b) etw. gegenwärtig
haben: etw. in Erinnerung haben
Ge|gen|warts|Ii}tefra|tair. die; - ; - <Lite-
raturwiss.» Literatur, die in der Jetzt¬
zeit, erst kürzlich verfaßt worden ist
G$|gen|warts|spra|che: die; - ; -n
<Sprachwiss.> Sprache, die in der
Jetztzeit gesprochen wird
Ge|gen|wehr: die; - ; - geleisteter Wi¬
derstand »Bei dem Raubüberfatt lei¬
stete er heftige Gegenwehr.«
Ge|gen|wind: der; -(e)s; -e Windböen,
die aus der entgegengesetzten Rich¬
tung auf jmdn. zukommen
Gejgenjwiijkung: die; - ; -en gegensätz¬
liche Folge einer Wirkung von etw.,
wodurch die ursprüngliche Wirkung
aufgehoben, abgeschwächt wird
Ge|gen|wort: das; -(e)s; -Wörter
<Sprachwiss.> Wort, das auf ein ande¬
res gegensätzliches Wort erfolgt
»>Klein< ist das Gegenwort zu >groß<.«
Syn.: [fremdspri.] Antonym
Ge|gen|zug: der; -(e)s; -züge 1 <Sport>
Angriff des Gegners 2 Eisenbahnzug,
der in die entgegengesetzte Richtung
fährt 3 gegnerischer Zug bei Spieltak¬
tiken, politischen Machtkämpfen
Ge|glit|zer: das; -s; - anhaltendes Leuch¬
ten, Funkeln
Geg[ner: der; -s; - weibl. Geg|nerjin:
die; -; -nen Person, die eine Sache od.
andere Person nicht positiv bewertet,
sondern ablehnt u. bekämpft »Er ist
ein Gegner der Reformen.«
geg|ne|risch: Adj. n. stg. in bezug auf
den Gegner, den Konkurrenten,
Feind, ihn betreffend
gegr.: Abk. gegründet
Ge|grö]le: das; -s; - [ugs.; abwert.] an¬
haltendes lautes Schreien (meist in
angetrunkenem, sehr heiterem Zu¬
stand)
Gegs.: Abk. Gegensatz
Geh.: Abk. 1 Gehalt; Gehälter 2
Geheim- 3 Gehilfe; Gehilfin
geh.: Abk. t <Buchw.> geheftet 2 geheim
3 gehörig (zu)
Ge|hajbe: das; -s; - [abwert.] nicht na¬
türliches, affektiertes Verhalten
Ge|hack|te: das; -n; - (meist o. Art. od.
mit vorangestellter Mengenangabe:
Gehacktes) Fleisch, das durch einen
Fleischwolf gedreht u. so zerkleinert
wird, wurde
Ge|ha|den das; -s; - [geh.; abwert.] an¬
haltender Zank, Streit
Ge|halt: das; -(e)s; Gehälter gleichblei¬
bender, festgesetzter Betrag als mo¬
natliche Bezahlung der Beamten u.
Angestellten
Ge|hatt: der;-(e)s; -e 11nhalt; gedankli¬
cher, geistiger Wert »der Gehalt deiner
Worte« 2 Anteil in einer Mischung
»Der Gehalt an Silber ist sehr hoch.«
ge|halt|lich: Adj. n. stg. [ugs.] in bezug
, auf das Gehalt, den Lohn, die Vergü¬
tung einer Leistung
Ge|hatt(lo|sig|keit: die; • ; -en Zustand,
ohne Inhalt, Gehalt zu sein »Der Vor¬
trag war an Gehaltlosigkeit kaum noch
zu überbieten.« Syn.: (inhaltliche)
Leere
ge|halt|re»cb: Adj. viel Gehalt, Tiefe,
Aussage besitzend
Ge|hattsjab[rech|nung: die; - ; -en Be¬
scheinigung für das Arbeitsentgelt,
die Vergütung einer Leistung
Ge[halts|grup|pe: die; - ; -n <Beamte u.
Angestellte» Gehaltsstufe, nach der
die monatliche Vergütung einer Ar¬
beitsleistung berechnet wird
Ge|haltsjkon|to: das; -s; -konten Bank-,
Girokonto, auf das das Arbeitsent¬
gelt gezahlt wird
Ge|ha)ts|streiffen: der; -s; - Papier mit
der Gehaltsabrechnung
Ge|hatts|stu|fe: die; - : -n <Beamte u.
Angestellte) Bezahlungsstufe, nach
der die monatliche Vergütung einer
Arbeitsleistung berechnet wird
Ge|ha(ts|zahjlung: die; ~ ; -en das Aus¬
zahlen des Arbeitsentgeltes, der Ver¬
gütung für eine Arbeitsleistung
ge|han|di|capt/ge|han|di|kapt: <engb
Adj. durch einen Umstand in den
(körperlichen) Möglichkeiten behin¬
dert
ge|har|nischt: Adj. n.stg. 1 <hist.> einen
Harnisch, Panzer tragend »ein gehar¬
nischter Ritter« 2 in aggressiv-kriti¬
scher Weise »Er hielt mir eine gehar¬
nischte Moralpredigt.«
ge|häs|sig: Adj. in bösartiger Weise ei¬
ner anderen Person Negatives gön¬
nend; sich darüber freuend, wenn
jmdm. etw. Negatives, Unerfreuliches
passiert »eine gehässige Kollegin«
Syn.: mißgünstig
Ge[häsjsig|keit: die; - ; -en Boshaftig¬
keit; Mißgunst
Gelhäulse: das; -s; - äußere Umhüllung
eines Geräts, Schalentieres o. ä. »Das
Gehäuse der Waschmaschine ist leicht
beschädigt.«
geh|be|hin|dert: Adj. n. stg. nicht fähig
sein zu gehen od. aufgrund einer (kör¬
perlichen) Schädigung nicht fähig,
ohne Schwierigkeiten, besondere An¬
strengungen od. Gehhilfen zu laufen
Geh|be|hin|de|rung: die; - ; -en Unver¬
mögen od. Beeinträchtigung beim
Laufen aufgrund einer (körperlichen)
Schädigung
Ge|he|ge: das; -s; - 1 Jagd) Revier, in
dem gejagt werden darf 2 <Zoo u. ä.>
größere Käfiganlage o. ä., in der Tiere
in Gefangenschaft gehalten werden
»Elefantengehege« 3 jmdm. ins Gehe¬
ge kommen, geraten: sich bewußt
od. unbewußt in jmds. Angelegenheit
(störend) einmischen »Komm mir ja
bei meiner neuen Freundin nicht ins
Gehege!«
ge|heim: Adj. t nicht bekannt; nicht für
die Öffentlichkeit bestimmt; absicht¬
lich nicht erzählt »ein geheimer Plan«
2 im geheimen —»im Geheimen: un¬
bemerkt »Er hatte die Überraschung
im geheimen vorbereitet.«
—> ge|heim hai|ten: s. geheimhalten
—> gejheim tun: s. geheimtun
Ge|heim|agent —> Ge|heim|a|gent
der; -en; -en weibl. Ge|heim|agen|tin
—> Ge[he[m|a|genftin: die; - ; -nen
Person, die für eine Organisation, den
staatlichen Geheimdienst in geheimer
Tätigkeit unterwegs ist, Syn.: Agen¬
ten); Spion(in)
Ge|heim|dienst: der; -(e)s; -e Nachrich¬
tendienst (eines Staates), der mit
Spionage befaßt ist »Der sowjetische
Geheimdienst KGB war sehr gefürch¬
tet.«
Gejheim|do|ku|ment: das; -(e)s; -e (of¬
fizielles) Papier, das nicht der allge¬
meinen Öffentlichkeit bekannt wer¬
den darf
Ge|heim|fa|vo|rit: der; -en; -en weibl.
Gejheimjfa|vo|ri|tin: die; ~ ; -nen still-
ler, der Öffentlichkeit nicht bekannter
Favorit eines Wettkampfes, dem Sie¬
gesmöglichkeiten zugerechnet wer¬
den
ge|heim|hai|ten —* ge|heim hallten:
hältst geheim; hielt (e)st geheim; hast
geheimgehalten —>hast geheim ge¬
halten*— Informationen o. ä. nicht
an andere Personen weitergeben, wei¬
tersagen, sondern für sich behalten u.
nicht darüber sprechen od. schreiben
Ge|heim]hal|tung: die; - ; -en bewußter
Verzicht auf offizielle Bekanntma¬
chung
Gelheim|nis: das; -ses; -se 1 Informa¬
tion, Kenntnis, die nicht weitergege¬
ben wird, nicht anderen Personen
mitgeteilt werden darf, soll »Er verriet
mir ein Geheimnis.« 2 noch nicht (wis¬
senschaftlich) erforschtes Gebiet 3
ein süSes Geheimnis (haben): [ugs.]
ein Baby erwarten; schwanger sein 4
ein offenes Geheimnis: etw., wovon
jeder weiß, was aber offiziell noch
nicht bekanntwerden soll S den
Schleier des Geheimnisses lüften:
etw. nicht länger geheimhalten, son¬
dern sagen, erklären, mitteilen
Ge|heim|nis|trä|ger: der; -s; - weibl.
Ge|heim|nis|trä|ge|rm: die; - ; -nen
Person, die in viele Geheimnisse (ei¬
ner Institution o. ä.) eingeweiht ist
ge|heim|nis|um|wo|ben: Adj. [geh.] von
vielen (angeblichen) Geheimnissen
umrankt
ge|heim|ros|volt: Adj. ») scheinbar viele
Geheimnisse habend b) undurch¬
schaubar; seltsam
Ge|heim|po|li|zei: die; - ; - Abteilung in
der Polizei, die der Öffentlichkeit
nicht bekannt ist u. im Untergrund
besonders gegen Staatsgegner arbei¬
tet
Ge|heim|rat: der; -(e)s; -räte <hist.> a)
kurzfür Geheimer Regierungsrat o. ä.
b) Person, die den Titel (1) trägt
Ge|heim|rats|ecke (Ge|heim|rats|ekjke
—» Ge|heim|rats|e|cke): die; - ; -n
(m. PI.) beginnende Glatze am Haar¬
ansatz rechts u. links über der Stirn
Ge|heim|re|zept: das; -(e)s; -e geheime
Herstellungsanweisung
433
Geheimtip
Ge|heimftip: der; -s; -s a) nicht allseits
verbreitete Empfehlung für ein Vor¬
gehen o. ä. »Wir haben von ihr Ge¬
heimtips zur Blumenpflege bekom¬
men.« b) Institution (besonders Re¬
staurant o. ä.), die in Geheimtips (a)
empfohlen wird »Dieses kleine italie¬
nische Restaurant ist ein echter Ge¬
heimtip.«
ge|heimttue|risch —* ge|heim|tu|e|-
risch: Adj. in der Art eines Geheim¬
nistuers; Geheimnisse vorgebend
ge|heim(tun —» ge|heim tun: tust ge¬
heim; tat(e)st geheim; hast geheimge-
lan —>h<isl geheim getan*— fugs.;
abwert.] vorgeben, Geheimnisse zu
bewahren
Ge|hejm|tür: die; - ; -en Tür, Ein-, Aus¬
gang die, der nicht allgemein bekannt
ist
Ge|heim)waf|fe: die; - ; -n <Milit.> Waf¬
fe, die dem Gegner nicht bekannt ist
Ge|he]8: das; -es; - [veralt.] Befehl; An¬
weisung
gelhemmt: Adj. gehemmter; gehemmte¬
ste sich nicht trauend, so zu reagieren,
sich so zu verhalten, wie man im
Grunde gerne möchte
gejhen: gehst; ging(e)st; bist gegangen
1 a) laufen; sich in aufrechter Haltung
auf zwei Füßen bewegen b) aufbre¬
chen; einen Ort verlassen »Es ist spät,
deshalb muß ich gehen.« c) aus einer
Absicht heraus sich an einen be¬
stimmten Ort begeben »tanzen, ein¬
kaufen gehen« d) abfahren »Der näch¬
ste Zug geht in einer Stunde.« 2 a) sich
einem Tätigkeitsfeld zuwenden »in
die Politik gehen; unter die Schriftstel¬
ler gehen« b) seine Stellung aufgeben
»Er hat gekündigt u. wird zu Beginn
des nächsten Quartals gehen.« c) einer
bestimmten Tätigkeit regelmäßig
nachgehen »zur Realschule gehen« 3
a) funktionieren »Die Klingel geht.«
b) möglich sein »Das geht, das können
wir machen.« c) in bestimmter Art u.
Weise verlaufen »Die Geschäfte gehen
gut. • Die Uhr geht nach.« d) in be¬
stimmter Weise zu machen, durchzu¬
führen sein » Wie geht dieses Spiel?« 4
verkäuflich sein; absetzbar sein »Das
neue Produkt geht gut.« 5in bestimm¬
ter Weise (gewöhnlich) gekleidet sein
»Er geht als Indianer. ♦ Sie gehl noch
in Schwarz, Trauer.« 6 [ugs.] a) mit
jmdm. eine Beziehung, Liebesbezie¬
hung haben » Willst du mit mir gehen?
b) gerade akzeptabel sein »Na ja, das
geht gerade noch.« 7 a) bis zu einem
bestimmten Punkt reichen »Der Hund
ist groß, er geht mir fast bis an die
Brust.« b) verlaufen; die Richtung ha¬
ben »Die Straße geht geradeaus.« c)
sich etw. (einem Zeitpunkt, Zustand)
nähern »Sein Leben geht dem Ende
zu.« d) sich nach etw., jmdm. richten;
etw. als Maßstab nehmen »Danach
kannst du nicht gehen!« 8 beschreibt
einen physischen, psychischen Zu¬
stand »Es gehl ihm wieder besser.« 9
sich handeln um »Es geht um den
Punkt 7 in ihrem Bericht.« 10 a) ent¬
halten sein »Die Zahl fünf geht drei¬
mal in die 15. • In das Glas gehen 0,21
Flüssigkeit.« b) aufgeteüt werden
»Diese Summe geht durch zehn
Erben.« 11 wo jmd. geht u. steht:
434
[geh.] ständig u. überall »Wo sie geht
u. steht, sie ist immer die
Hauptperson.« 12 etw. mit sich gehen
lassen: [ugs.] einen Diebstahl bege¬
hen »Er hat im Kaufhaus schon öfter
etw. mit sich gehen lassen.« 13 gegan¬
gen werden: [ugs.; scherzh.] nicht
selbst gekündigt haben, sondern ent¬
lassen werden 14 in sich gehen: über
sich u. sein Verhalten nachdenken
(sich ändern wollen) 15 einen gehen
lassen: [derb] Luft aus dem Darm
entweichen lassen »Du kannst doch
hier nicht einfach einen gehen lassen,
du Ferkel.« 16 gehen wie am
Schnürchen: [ugs.] wie vorgesehen,
wie geplant, problemlos funktionier
ren »Das geht ja wie am Schnürchen.«
17 wie geht’s, wie stehfs?: [ugs.] eine
Begrüßungsformel »Hallo, lange nicht
gesehen - wie geht’s, wie steht's?« 18
wie auf Eiern gehen: [ugs.] sehr vor¬
sichtig gehen
—* ge|henias|sen, sich: s, gehenlassen
Ge|henk|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gehenkter; eine
Gehenkte; zwei Gehenkte) Person, die
am Strang aufgehängt u. damit getö¬
tet wurde
ge|hen|las|sen —» gejhen Ias|sen,
sich: läßt dich gehen; ließ(e)sl dich
gehen; hast dich gehen)ge) lassen
—* hast dich gehen (ge)lassen ♦ alle
Gegenwartsformen mit ss*— (nach
einem negativen Ereignis) sein Äuße¬
res vernachlässigen u./od. sich prak¬
tisch, geistig nicht angemessen be¬
schäftigen, passiv sein »Nach dem
Tod seiner Frau ließ er sich gehen.«
Ge|het|ze: das; -s; - [ugs.; abwert.] 1 an¬
dauerndes schnelles Hin- u. Herlau¬
fen; Eile; Hast 2 Aufwiegelung, Hetz¬
reden gegen etw., jmdn.
qelheuler: Adj. in der Wendung (jmdm.)
nicht (ganz) geheuer (sein): a) bei
jmdm. Verdacht erregen b) ein un¬
wohles, ungutes Gefühl erzeugen c)
ein unheimliches Gefühl erzeugen
Gehjgips: der; -es; -e Beinbandagierung
mit Gips, die ein Gehen, Humpeln er¬
möglicht
Gejhit|fe: der; -n; -n weibl. Ge|hil(fin: die;
- ; -nen 1 Person, die jmdm. bei einer
Tätigkeit hilft, untergeordnete Arbei¬
ten verrichtet »Er muß Gehilfen
anstellen.« 2<Rechtsw.> Person, die ei¬
ner anderen bei einer verbrecheri¬
schen Tat, Handlungsweise Beihilfe
leistet; Komplize/Komplizin 3 [ver¬
alt.] Person, die eine Prüfung in be¬
stimmten Ausbildungsberufen im Be¬
reich Handwerk od. Industrie abge¬
schlossen hat
Ge|hil|fen|prü|fung: die; - ; -en [veralt.]
präktische(r) Test, Prüfung mit dem,
der einige Ausbildungsberufe im Be¬
reich Handwerk od. Industrie abge¬
schlossen werden
Ge|hirn: das; -(e)s; -e 1 a) Organ, das
die Körperfunktionen u. das Bewußt¬
sein steuert »Bei dem Unfall wurde
sein Gehirn verletzt.« b) <übertr.> etw.,
jmd., was/der für die Steuerung von
etw. zuständig ist »Er ist das Gehirn
der Firma.« 2 dir hat man wohl ins
Gehirn geschissen: [derb] du bist
wohl verrückt
Ge|him|blu|tung: die; - ; -en <Med.>
Austritt von Blut aus einem gerisse¬
nen, geplatzten Blutgefäß im Hirn
Ge|hirn|chir[ur|gie —» Ge|him|chi|r|ur|-
gie: die; - ; - <Med.> Gebiet der Chir¬
urgie, das sich mit Operationen am
Gehirn beschäftigt
Ge|h|m|erjschüt]te|rung: die; - ; -en
<Med.> Erschütterung des Gehirns
durch äußere Einwirkung, die von
Symptomen wie Erbrechen, Übelkeit
bis hin zu Bewußtseinsstörungen be¬
gleitet wird
Ge|hirn|haut: die; - ; -häute <Anat.> das
Gehirn umgebende Hülle, Syn.:
[fremdsprl.] Meninges
Ge|him|haut|ent(zün(dung: die; - ; -en
<Med.> Entzündung der das Gehirn
umgebenden Hülle, Syn.: [fremdsprl.]
Meningitis
Ge|hirn|schlag: der; -(e)s; -schlage
<Med.> Störung der Gehimdurchblu-
tung mit daraus folgendem schlagar¬
tigen Aussetzen der Gehimfunktion
od. von Teilen der Gehirnfunktionen
Ge|himjsub|stanz —-» Ge|him|sub|s|-
tanz: die; - ; -en Bestandteil des Ge¬
hirnes; Material, aus dem das Gehirn
besteht »Man unterscheidet graue u.
weiße Gehirnsubstanz.«
Gejhirn(tu|mor: der; -s; -e <Med.> (bösar¬
tige) Geschwulst im Gehirn
Ge|h|m|wä|sche: die; - ; -n Psycholo¬
gie: Verwandlung eines Menschen
durch ständige Beeinflussung, Bear¬
beitung mit geistigen Inhalten, Über¬
zeugungen »In der Sekte wurden die
Mitglieder einer Gehirnwäsche unter¬
zogen.«
ge|ho|ben: Adj. 1 (recht) anspruchsvoll
»Das Restaurant ist eher der gehobe¬
nen Klasse zuzurechnen.« 2 <Sprach-
wiss.> gebildet; bildungssprachlich u.
mit komplizierten Wörtern, Struktu¬
ren
Ge|höft: das; -(e)s; -e Bauernhof; land¬
wirtschaftlicher Betrieb
Ge|hör: das; -(e)s; -e 1 a) Sinn des Hö¬
rens »Das Gehör ist bei Hunden gut
ausgeprägt.« b) Fähigkeit des Hörens
bei einem Individuum »Sein Gehör
hat nachgelassen.« 2 <Musik> Fähig¬
keit, Tonhöhen sinnlich wahrzuneh¬
men 3 Hörorgan beim Murmeltier,
Raub- u. Schwarzwild 4 <Rechtsw.>
Anhörung 5 a) sich Gehör verschaf¬
fen: dafür sorgen, daß einem zuge¬
hört wird b) um Gehör bitten: um An¬
hörung, Aufmerksamkeit bitten
»Darf ich die Herrschaften um Gehör
bitten?« 6 etw. zu Gehör bringen:
[geh.] etw. äußern »Er brachte einige
Lieder zu Gehör.« 7 Gehör finden/
schenken: mit einer Bitte, einem An¬
liegen o. ä. angehört werden/jmds.
Bitte, Anliegen o. ä. anhören
gejhorjchen: gehorchst; gehorchtest;
hast gehorcht jmds. Willen, Anord¬
nung, Befehlen folgen; sich einer hö¬
hergestellten Person, Autorität unter¬
ordnen »Das Kind gehorcht den El¬
tern.«
ge|hö|ren: gehörst; gehörtest; hast
gehört a) Besitz, Eigentum von jmdm.
sein »Diese Tasche gehört mir.« b)
jmdm., etw. zugeordnet sein »Diese
Vase gehört auf die Anrichte.«
Geisterstunde
ge|hö|ren, sich: gehört sich; gehörte
sich; hat sich gehört sich ziemen; den
gesellschaftlichen Regeln entsprechen
»Mil den Fingern zu essen gehört sich
nicht.«
Ge|hör|gang: der; -(e)s; -gonge <Anat.>
Teil, der das Außenohr mit dem In¬
nenohrverbindet
ge[höijge|schä|digt: Adj. n. stg. unter
einem geschädigten, durch Krankheit
in Mitleidenschaft gezogenen Gehör
leidend
ge[hö|rig: Adj. n. stg. ziemlich intensiv,
stärk, viel; wie es angemessen ist »eine
gehörige Portion Glück«
Ge|horjkno|chet|chen: das; -s; ~ <Anat.>
ScEalleitung im Ohr, bestehend aus
Hammer, Amboß u. Steigbügel
Ge|hörjlo|se: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Gehörloser; eine
Gehörlose; zwei Gehörlose) Person,
die kein Hörvermögen besitzt, Syn.:
Taube
Ge|hör|nerv: der; -s; -en (Anal.) Nerven¬
strang im Ohr
Ge|hörn|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gehörnter; eine
Gehörnte; zwei Gehörnte) 1 nur
männl. Form (Religion) a) [ugs.] Teu¬
fel b) Gott (keltischer) primitiver
(Jagd-)Religionen 2 [scherzh.] Ehe¬
partner, der von dem anderen betro¬
gen wird
Ge|hpr|sam: der; -s; - (bedingungslose)
Befolgung von Anweisungen
ge|horfsam: Adj. sich unterordnend;
Anordnungen folgend »Sie haben ein
gehorsames Kind.«
Ge|hpr|sam|keit: die; ~ ; - Anordnun¬
gen, Befehlen folgende (Wesens-)Art
Ge|hör|scha|den: der; -s; -schaden Schä¬
digung im Gehörbereich
Geh)rung: die; - ; -en <Technik; Hand¬
werlo Anpassung im Winkel des Auf¬
einandertreffens von Leisten o. ä.
beim Zusammensetzen von Rahmen
»Die Latten müssen auf Gehrung ge¬
schnitten werden.«
Geh|ver|such: der; -(e)s; -e a) Auspro¬
bieren von Schritten, dem Laufen (bei
Kleinkindern od. von Personen, die
aufgrund einer Verletzung o. ä. länge¬
re Zeit am Laufen gehindert waren)
b) (übertr.) (erster, unbeholfener) Ver¬
such, eine Unternehmung zu starten
Gehjwag: der; -(e)s;-e Weg, meist Bür¬
gersteig, auf dem Fußgänger gehen
Gei|er: der; -s; ~ 1 <Zool.> aasfressender
großer Vogel mit stark nach unten ge¬
bogenem Schnabel u. ohne Fiederung
an Hals u. Kopf, der in den (Sub-)
Tropen beheimatet ist »Die Geier ha¬
ben eine wichtige Aufgabe im
Naturkreislauf.« 2 wie ein Geier, die
Geier: begierig vom Unglück anderer
Menschen profitierend, Gewinn er¬
zielend 3 weiß der Geier: [ugs.; sa¬
lopp] besagt, daßjmd. keine Ahnung
von etw. hat; was weiß ich »Weiß der
Geier, wo der Ball ist.« 4 Hol' dich der
Geier! Hofs der Geier!: ungehaltener
Ausruf; jmdn. od. etw. verwünschen¬
der Fluch
Geißer: der; -s; - 1 Spucke; Speichel 2
<übertr.> [geh.; abwert.] Beschimp¬
fung
Gei|ge: die; - ; -n 1 <Musik> kleineres
Streichinstrument »Sie hob die Geige
ans Kinn.« Syn.; Violine 2 nach jmds.
Geige tanzen: [ugs.] willig das tun,
was ein anderer verlangt »Immer muß
ich nach seiner Geige tanzen.« 3 jmdm.
hängt der Himmel voller Geigen:
jmd. ist zur Zeit sehr glücklich u. sieht
voller Zuversicht in die Zukunft 4 a)
die zweite Geige spielen: [ugs.] in un¬
tergeordneter Position o. ä. sein b)
die erste Geige spielen: [ugs.] zu be¬
stimmen haben
Gei|gen|bau|er: der; -s; - weibl. Gei|-
gen|bau]er]in: die; - ; -nen Handwer¬
kern), der/die beruflich Violinen,
Geigen herstellt
Geijger]zäh|ler: der; -s; - (Physik) Ap¬
parat, der Radioaktivität mißt
geil: Adj. t [ugs.; derb; meist abwert.] se¬
xuell erregt »Er war ziemlich geil (auf
sie).« 2 [ugs.; jugendsprl.] interessant
u. beeindruckend »Das ist eine geile
Platte.« Syn.: <2> toll; super 3 auf
jmdn. od. etw. geil sein: jmdn. od.
etw. heftig begehren, in seinen Besitz
bringen wollen
geiften: geilst; geiltest; hast gegeilt 1
[ugs.] a) auf (etw. od.) jmdn. scharf
sein; etw., jmdn. besitzen wollen b)
seine sexuellen Triebe befriedigen 2
(Pflanze» [veralt.J schnelles Wachstum
aufweisen; schnell wachsen
Geiljheit: die; - ; -en [abwert.] a) Zu¬
stand der extrem gesteigerten Be¬
gierde auf etw. od. jmdn. b) Gier nach
sexueller Befriedigung
Qei|sel: die; - ; -« Person, die von jmdm.
festgehalten wird, der die Freilassung
des/der Gefangenen von der Erfül¬
lung seiner Forderungen abhängig
macht »Der Bankräuber hat Geiseln
genommen.«
Gejjsel|dra|ma: das; -s; -dramen Ge¬
schehen der Erpressung durch das
Festhalten von Personen als Geiseln
Gei|sel|nah|me: die; - ; -n unrechtmäßi¬
ges Festhalten von Personen, um etw.
für sich zu erreichen, Ziele durchzu¬
setzen
Gejjser. der; -s; - /Geyjsir: der; -s; -e hei¬
ße Springquelle
Geijsha: jap.-engl» /gescha/ die; - ; -s
beruflich ausgebildete Unterhal¬
tungsdame in japanischen Teehäu-
sem
Geiß: die; - ; -en a) [bayr.; österr.;
Schweiz.] weibliche Ziege b) <Jagd>
weibliches Tier beim Rehwild, Gams-
u. Steinwild
Geiß|bock: der; -{e)s; -bocke [süddt.;
österr.; Schweiz.] männliche Ziege
Geißel: die; - ; -n 1 <Bio.> beweglicher
Plasmafaden zur Fortpflanzung 2
<hist.> peitschenähnlicher Stab mit
Riemen od. Schnüren am Ende zur
Erziehung, Züchtigung 3 (übertr.)
Qual
geißeln: geißelst; geißeltest; hast gegei¬
ßelt [geh.] als verabscheuungswürdig
hinstellen »Alle Politiker geißelten die
Haltung des Diktators.«
gejjßein, sich: geißelst dich; geißeltest
dich; hast dich gegeißelt [veralt.] sich
(mit einer Geißel, einem peitschen¬
ähnlichen Stab mit Riemen od.
Schnüren am Ende) auspeitschen, ka¬
steien
Geist: der; -(e)s; -er 1 o. PI. a) Bewußt¬
sein, Verstand, Vernunft eines Men¬
schen b) Einstellung; Haltung »Geist
der Freundschaft« c) jmds. Sinn, Ab¬
sicht »Wir handelten damit im Gei¬
ste) unserer Eltern.« 2 (unsterbliche)
Phantasiegestalt, Gespenst, das aus
Verstorbenen entstanden ist; nicht
real existierendes Wesen mit überna¬
türlichen Kräften »Man sagte, in dem
Schloß gehe ein Geist um.« Syn.: (2>
Gespenst 3 wie ein Geist aussehen:
kränklich u. bleich aussehen 4 wie
von, durch Geisterhand: auf uner¬
klärliche Art u. Weise geschehend 5
da, hier scheiden sich die Geister: in
diesem Punkt sind die Meinungen
nicht gleich »Tut mir leid, da bin ich
anderer Ansicht, hier scheiden sich die
Geister.« 6 (merken, sehen) wes Gei¬
stes Kind jmd. ist: (feststellen,) wel¬
che Einstellung, Bildung o. ä. jmd.
hat »Lerne ihn etw. näher kennen,
dann merkst du schneit, wes Geistes
Kind er ist!« 7 jmdm. auf den Geist
gehen: [ugs.] jmdm. auf die Nerven
gehen, ihm lästig werden »Der geht
mir auf den Geist mit seinem blöden
Gerede.« 8 im Geist(e): sich in Gedan¬
ken, der Phantasie etw. vorstellen
»Im Geiste sah er sich schon als be¬
rühmter Sänger.« 9 a) seinen, den
Geist aushauchen: [geh.; verhüll.]
sterben »Er sah sie alle noch einmal
an, dann hauchte er seinen Geist aus.«
b) seinen, den Geist aufgeben: 1.
[veralt.] sterben »Heute abend um 8
Uhr hat er seinen Geist aufgegeben.«
2. [ugs.; scherzh.] kaputtgehen »Nun
hat der Fernsehapparat endgültig sei¬
nen Geist aufgegeben.« 10 von allen
guten Geistern verlassen sein: [ugs.]
durcheinander, unvernünftig sein
»Was machst du denn da bloß, bist du
von allen guten Geistern verlassen?« 12
guter, dienstbarer Geist: [ugs;
scherzh.] Dienstbote, Dienstbotin
»Minna ist der dienstbare Geist dieses
Anwesens.«
Geist: der; -(e)s; -e alkoholisches Ge¬
tränk »Himbeergeist«
geistjbil|dend: Adj. n. stg. zur Erweite¬
rung des geistigen Wissens beitragend
Gei]sterjbe|schwö|rer —>• Geis|terjbe|-
schwö|rer: der; -s; - weibl. Gei|sterj-
be|schwö|re|rin —* Geis(ter]be|-
schwö|re|rin: die; - ; -nen (Parapsy¬
chologie) Person, die die Geister Ver¬
storbener anruft
Gei]ster|fah|rer —-> Geis|ter[fah|rer:
der; -s; ~ weibl. Gei]ster|fah|re|rm —»
Geis|terjfah|re|rin: die; ~ ; -nen Auto,
Kraftfahrzeug(fahrer(in)), das bzw.
der/die in falscher Richtung gegen
den Verkehr auf der Autobahn fährt
gei|ster|haft —» geis|ter|haft: Adj. gei¬
sterhafter; geisterhafteste in der Art
von Geistern; unheimlich; gespen¬
stisch
Gejlsterjreich —* Geis|ter]reich: das;
-fe)s; - (Mythologie) fiktives, nur
vorgestelltes Gebiet, das den Geistern
gehört
Gei]ster|stadt —> Geis(ter|stadt: die;
- ; -Städte ausgestorbene, unbe¬
wohnte, von den ehemaligen Bewoh¬
nern verlassene Stadt
Gei]staijstun]de —> Geisfterjstun|de:
die: - ; -n [ugs.] Zeit zwischen 24.00 u.
435
Geistesabwesenheit
1.00 Uhr, in der angeblich die Geister,
Gespenster umgehen
Gei]stes|ab|we|sen|heit —> Geis|tes|-
ab|we|sen|heit die; - ; • Unaufmerk¬
samkeit; Zerstreutheit
Gei|stes|ar|beit —> Geis(tes|ar|beit
die; - ; - vorwiegend theoretische,
denkende Arbeit
Gei|stes|ar|mut —> Geis[tes|ar|mufc
die; - ; - geringe geistige Kapazität;
geringes Denk-, Verstehensvermögen
Gei|stes|ge|gen|wart —> Gejs|tes|ge|-
gen|wart die; - ; - Vermögen, einer
Situation entsprechend schnell han¬
deln zu können
gei|stesjge|gen|wärttig —> geis|tes|-
ge|gen[wär|tig: Adj. einer Situation
entsprechend schnell handeln kön¬
nend
Gei|stes|ge|schich|te —> Geis(tes|ge|-
schich|te: die; - / -n chronologischer
Abriß der Theorieströmungen der
verschiedenen Epochen einer Kultur
»Das dialektische Denken bestimmt
die abendländische Geistesgeschichte.«
gei|stes|ge|schicht|lich —* geis|tes|-
gejschichtjlich: Adj. n. stg. in bezug
auf die Geistesgeschichte, Theoriege¬
schichte, ihr zuzuordnen
gejjstes|ge|stört —* geis|tes|ge|störb
Adj. n. stg. <Med.> aufgrund einer
krankhaften Störung des Gemüts od.
Gehirns nicht fähig zu normalen
Handlungen, Reaktionen, normalem
Denken
Gei|stes|ge|stör|te —> Ge[s|tes|ge|-
störfte: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Geistesgestörter;
eine Geistesgestörte; zwei Geistesge¬
störte) <Med.> Person, die im geisti¬
gen, seelischen Bereich, im Denken
krank ist
Gei|stes|grö|8e —» Geis|tes|grö|ße:
die; - ; -n a) hohes Maß an geistigem
Wissen b) weiser Charakter
gei|stes|krank —> geis|tes|kranlc Adj.
n. stg. <Med.> geistig, seelisch nicht ge¬
sund; psychisch deformiert, anomal
G«{steslkran|ke —* Geis|tes|kran|ke:
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.: ein Geisteskranker; eine Geistes¬
kranke; zwei Geisteskranke) <Med.>
Person, die geistig od. seelisch gestört
ist; psychisch anomaler Mensch
Gei|stes[le[ben —» Geis|tes|le|ben:
das; -s; - alle Ereignisse, die die Theo¬
riebildung der Wissenschaft, Mentali¬
tät des Menschen betreffen
Gei|stes|schwä|che —» Geis|tes|-
schwä|che: die; - ; -n mangelnde In¬
telligenz; mangelndes geistiges Ver¬
mögen
Gei|stes|stö|rung —> Geis|tes|stö|-
rung: die; -; -en <Med.> Abnormalität
in bezug auf die Geistigkeit, Fähig¬
keit des Handelns u. Denkens eines
Menschen
Gel|stes|ver|fas|sung —» Geis|tes|verj-
fas|sung: die; - ; -en Zustand der gei¬
stigen Gesundheit od. Krankheit
»Man weiß nie so genau, in welcher
Geistesverfassung sie heute wieder ein¬
mal ist.«
Gei|stes|wis|sen|schaft —» Ge[s|tes|-
wis|sen|schaft die; - ; -en (m. PI.)
Sammelbezeichnung, Oberbegriff für
alle Wissenschaften, die sich mit Kul¬
tur, Sprache, geistigem Leben be¬
schäftigen
Gei)stes|wis|senlschafttler: der; -s; -
weibl. Geis|tes|wis|sen|schaft|l©|rin:
die; - ; -nen Person, die sich mit der
Wissenschaft von der gesellschaft¬
lich-geschichtlichen Wirklichkeit,
Kultur, Sprache befaßt
gei|stes|wis|sen|schaft|lich —» geis|-
tes|wisjsen|schaft|lich: Adj. n. stg.
die Geisteswissenschaft betreffend,
ihr zuzuordnen
Gei[stes|zu|stand —» Geis(tes|zu|-
stand: der; -(e)s; -zustande <Med.;
Psychologie) psychischer Zustand ei¬
nes Menschen; Verfassung des Gei¬
stes
geilstig —» geistig: Adj. 1 nicht kör¬
perlich, sondern denkend (mit dem
Verstand) »geistige Arbeit« 2 nicht
real; nur in der Vorstellung
geist|lich: Adj. n. stg. «Religion) den reli¬
giösen, kirchlichen Bereich betreffend
»geistlicher Beistand«
Geist|li|che: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Geistlicher; eine
Geistliche; zwei Geistliche) <Religion>
eine theologische Ausbildung haben¬
de, einen theologischen Beruf aus¬
übende Person
geistlos: Adj. geistloser; geistloseste
nicht intelligent
geistjtö|tend: Adj. nicht anregend; lang¬
weilig
geistvoll: Adj. geistreich
Geiz: der; -es; -e 1 äußerst übertriebene,
bereits als unangenehm empfundene
Sparsamkeit, bei der nichts od. so gut
wie nichts, nur so viel wie absolut not¬
wendig vom Besitz ausgegeben wird,
Ant.: Großzügigkeit; «übertrieben)
Verschwendung 2 «Landwirt.) kurz
für Geiztrieb = (vor allem an Weinre¬
ben auftretender) Nebentrieb eines
Pflanzenstocks, der das Wachstum
des Haupttriebes hemmt
gei|zen: geizt; geiztest; hast gegeizt in
übersteigertem Maße sparen
Geiz|hals: der; -es; Geizhälse [ugs.] sich
u. anderen gegenüber sehr geizig zei¬
gende Person »Von diesem Geizhals
werden wir nichts bekommen.«
gej|zig: Adj. in übersteigertem Maße
sparend
Gejjamlmer: das; -s; - [ugs.; abwert.] an¬
haltendes lautes Klagen
Geliauchlze: auchzedru, -s; - [ugs.] an¬
haltendes Jubeln
Geliaulle; das; -s; - [ugs.; abwert.] anhal¬
tende, quietschend ausgestoßene, ho¬
he Klagelaute (eines Tieres)
Ge|jgh|le: das; -s; - [ugs.] anhaltendes
lautes, fröhliches Rufen
gek.: Abk. 1 gekachelt 2 gekühlt 3
gekennzeichnet 4 gekündigt 5 ge¬
kocht 6 gekürzt 7 gekoppelt
Ge|knirjsche: das; -s; - anhaltendes Rei¬
begeräusch von metallenen Gegen¬
ständen
Ge|kni|ster —» Ge|knis|ten das; -s; - an¬
haltendes raschelndes Geräusch
Ge|kränkt|heit: die; - ; - seelische Ver-
letztheit; das Beleidigtsein
ge|kün|stelt —* ge|kün|$|telt Adj. un¬
natürlich; geziert
Gel: das; -s; -e u. [ ugs.] -s kurz für Gela¬
tine = (durchsichtige) sehr dickflüssi¬
ge Substanz; kolloidaler Zustand ei¬
nes Stoffes, der sich in feinster Vertei¬
lung in einer Flüssigkeit befindet
Ge|läch|ter: das; -s; • (PI. s.) (lautes,
länger andauerndes) Lachen »Sie
brach in schallendes Gelächter aus.«
Ge|la|ge: das; -s; - ausgiebiger Alko¬
holgenuß, Genußmittelkonsum u./
od. Einnahme einer reichhaltige
Mahlzeit von einer (sehr fröhlichen)
Gruppe von Personen »Die Geburts¬
tagsfeier artete in ein Saufgelage aus.«
Ge|län|de: das; -s; - a) Landschaft, Ge¬
biet, die/das weitgehend im Ur¬
sprungszustand ist »Das Gelände ist
mit Mischwald bewachsen.« b) Grund¬
stück, Gebiet, das gewerblich o. ä. be¬
nutzt wird »Die Kinder spielen auf
dem Gelände der Baufirma.«
ge|l])n|de|gän|gig: Adj. n. stg. «Fahr¬
zeug) in der Lage, im Gebirge, auf
schwierigem Gelände zu fahren »Ge¬
ländegängige Autos sind auch in Städ¬
ten vermehrt zu finden.«
Ge|län|de|lauf: der; -(e)s; -läufe «Sport;
Leichtathletik) Lauf durch unebenes
Land, freies Gebiet (nicht auf einem
Sportplatz)
Ge|län|der: das; -s; - Vorrichtung an
Treppen, Baikonen, Brücken u. ä„
die dem Schutz vor dem Herunterfal¬
len (u. dem Festhalten) dient
Ge|län|de|übung —» Ge|län|de|ü|bung:
die; - ; -en <Milit.> Übung im unebe¬
nen Land, freien Gebiet
Ge|län|de|wa|gen: der; -s; - Jeep;
Kraftfahrzeug, das für die Fahrt
durch unebenes Land ohne Wege od.
Straßen geeignet ist
gejtan|gen: gelangst; gelangtest; bist ge¬
langt an, zu etw. kommen; etw. errei¬
chen » Wir werden an unser Ziel gelan¬
gen.«
Ge|laB —> Ge|lass: das; Gelasses; Ge¬
lasse [veralt] kleiner, wenig heimeli¬
ger Raum (im Keller)
ge|las|sen: Adj. ruhig u. kühl; sich nicht
aus der Ruhe bringen lassend »Er rea¬
gierte sehr gelassen auf seine Kündi¬
gung durch die Firmenleitung.«
Ge|la|ti|ne: dat.-it.-fro /sehela(n)tme/
die; - ; - Knochenleim; Gallert; ge¬
schmackslose Substanz aus Knochen¬
leim in Platten od. Kapselform zum
Eindicken von Flüssigkeiten, flüssi¬
gen Nahrungsmitteln
qelläulfiq: Adj. allgemein bekannt; häu¬
fig benutzt, angewendet »eine geläufi¬
ge Regel«
gelb: Adj. n. stg. 1 eine der Grundfar¬
ben; in der Farbe wie die reife Zitro¬
nenschale 2 nicht das Gelbe vom Ei
sein: [ugs.] etw. könnte (viel) besser
sein; das war nicht gut, nicht von Vor¬
teil
Gelb|fie|ber: das; -s; - <Med.> Busch-
od. Dschungelfieber, das durch die
Gelbfiebermücke übertragen wird u.
als Symptome Erbrechen, hohes Fie¬
ber, Gelbsucht, Leber- u. Nierenschä¬
den aufweisen kann
gelb|lich: Adj. n. stg. einen Hauch in
den gelben Farbton gehen; von leicht
gelber Färbung
Gelb|sucht: die; - ; - <Med.> Leber¬
krankheit, -infektion, bei der die
Haut sowie Schleimhäute als Folge
eines Eintritts von Gallenfarbstoffen
436
Gelehrsamkeit
in den Blutkreislauf eine gelbliche
Farbe annehmen
Geld: das; -(e)s; -er 1 a) o. PL Zah¬
lungsmittel, vom Staat kontrolliert u.
hergestellt in Form von Münzen u.
Scheinen »Geld verdienen • Geld von
der Bank holen« b) Betrag, der für ei¬
nen Zweck zur Verfügung gestellt
wird »Der reiche Industrielle spendete
Geld für den Bau eines Kinder¬
gartens.« 2 <Bankw.> kurz für Geld¬
kurs = Kurs, zu dem an der Börse
Nachfrage nach Aktien o. ä. besteht 3
Geld stinkt nicht bei Geld ist es egal,
merkt man nicht, woher es kommt
»Es ist uninteressant, woher das Geld
kommt, Geld stinkt nicht.« 4 a) sein,
das Geld (mit beiden, vollen Händen)
auf die Straße werfen: [ugs.]'sein
Geld verschwenderisch ausgeben b)
das, sein Geld unter die Leute
bringen: das Geld (schnell) ausgeben
c) sein, das Geld (mit beiden, vollen)
Händen zum Fenster hinauswerfen,
rausschmeißen: [ugs.] sein Geld ver¬
schwenderisch, sinnlos ausgeben 5
(das große) Geld machen: [ugs.] (viel)
Geld verdienen B Geld wie Dreck, wie
Heu haben: [ugs.] sehr reich sein »Der
hat doch Geld wie Dreck.« 7 jmdm.
rinnt das Geld durch die Fingen jmd.
kann mit Geld nicht richtig umgehen
ß das Geld liegt (nicht) auf der
Straße: [ugs.] Geld ist (nicht) leicht,
(nicht) ohne Mühe, Anstrengung zu
verdienen 9 etw. zu Geld machen:
[ugs.] etw. (Wertgegenstände) verkau¬
fen »Sie mußte nach u. nach ihren ge¬
samten Schmuck zu Geld machen.« 10
nach Geld stinken: [ugs.] sehr reich
sein 11 nicht mH Geld zu bezahlen
sein: der Wert von etw. ist unschätz¬
bar hoch, unersetzlich »Gesundheit ist
nicht mit Geld zu bezahlen.« 12 ins
Geld gehen: [ugs.] etw. ist auf die
Dauer ziemlich teuer »Dein Hobby
geht ganz schön ins Geld.« 13 im, in
Geld schwimmen: [ugs.] sehr reich
sein »Der kann sich das leisten, der
schwimmt doch im Geld.« 14 nicht für
Geld u. gute Worte: niemals »Das ma¬
che ich nicht! Nicht für Geld u. gute
Worte.« 15 am Geld hängen, kleben:
[ugs.] geizig sein 16 jmdm. Geld
abknfipfen: intdn. veranlassen, Geld
herauszurücken 17 Geld regiert die
Welt jmd., der Geld hat, kann fast al¬
les erreichen, sich alles erlauben, nach
der Moral, dem Recht o. ä. fragt
meist niemand, u. die Reichen bestim¬
men (auch in der Politik) 16 Redet
Geld, so schweigt die Welt Mit Geld
ist fast die ganze Menschheit käuf¬
lich, bestechlich 19 Was du nicht mit
Geld bezahlen kannst, bezahle we¬
nigstens mit Dank: man muß (u.
kann) vieles nicht mit Geld bezahlen,
aber sich bedanken, einen Freund¬
schaftsdienst anerkennen kann jeder
Ge|d|adel —* Geld|a|det der; -s; -
durch ihre Finanzen, Reichtum in
den Adel gehoben
Geld|an|la|ge: die; - ; -n a) Geld, das in
Aktien, Grundeigentum o. ä. angelegt
wird, um Zinsgewinne o. ä. zu erzie¬
len b) Anlageobjekt, mit dem Ge¬
winne zu erzielen sind
Geld(au[to|mat: der; -en; -en Apparat an
"Postfilialen, Banken od. Sparkassen,
der Geld herausgibt, wenn man eine
entsprechende Karte u. seine persön¬
liche Geheimzahl eingegeben hat
Geld|beu|tel: der; -s; - Behältnis für
Geld; Geldbörse; Portemonnaie
Geld|bom|be: die; - ; -n <Bankw.> ver¬
schließbarer Metallbehälter, in dem
Geld (z. B. der Tagesumsatz eines Ge¬
schäfts) zur Bank transportiert,
nachts in der Bank eingezahlt, einge¬
worfen wird »Er warf die Geldbombe
in den Nachttresor.«
Geld|bör|se: die; - ; -n [geh.] Behältnis
für Geld; Geldbeutel; Portemonnaie
Geld bu|ße: die; -; -n Geldstrafe
Geld gejber: der; -s; - weibl. Geld|ge|-
"be rin: die; - ; -nen Person, die für eine
Angelegenheit o. ä. Geld abgibt,
zahlt, investiert
Geld|ge|schäft: das; -(e)s; -e Geschäft,
bei dem es sich um Geldtransfer o. ä.
handelt
Geld|gier die; - ; - [abwert.] überstei¬
gertes Verlangen nach Geld
Geld|in|sti|tut —» Geld|in|s|ti|tut das;
~(e)s; -e Post, Bank, Sparkasse o. ä.
Institution, die Geldgeschäfte abwik-
kelt
Geld|ka|pi|tal: das; -s; - <Wirt.> zur Ver¬
fügung stehendes Kapital eines Be¬
triebes
Geld|kat|ze: die; ~ ; -n [veralt.] Behältnis
für Geld, das an den Gürtel gehängt
wird
Geldkurs: der; -es; -e <Börse> Kurs, zu
Hem an der Börse Nachfrage nach
Aktien o. ä. besteht
Geld|tei|stung —> Gefdjleisftung: die;
-; -en Geld, das eine Hilfe, Unterstüt¬
zung od. Bezahlung darstellt »Ar¬
beitslosenunterstützung ist eine Geld¬
leistung.«
Geld|men|ge: die; -; -n bestimmte Sum¬
me an Geld (die in einem Staat in
Umlauf ist)
Ge(d|mit|tel: die (PL) für bestimmte
Zwecke zur Verfügung stehender
Geldbetrag
Geld|not: die; • ; -nöte Zustand ohne
Geld, finanzielle Mittel; Geldknapp¬
heit
Geld|quel|le: die; ~ ; -n Institution, Ein¬
zelperson o. ä., die Geld verleiht, ver¬
gibt, zur Verfügung stellt
Geld|schein: der;-(e)s; -e offiziell in ei¬
ner bestimmten Art gedrucktes u. ge¬
kennzeichnetes Stück Papier, das ei¬
nen bestimmten Wert darstellt »Ich
brauche einen 20 DM-(Geld-)
Schein.«
Geld|schranlc der; -(e)s; -schränke
Tresor; abschließbares od. durch eine
Zahlen- u./od. Nummernkombinati¬
on gesichertes Fach o. ä., in dem Geld
u. andere Wertgegenstände aufbe¬
wahrt werden
Geld|schrank|knacker (Geld|schrank|-
knak|ker —> Geld|schrank|kna|-
ckei): der; -s; ~ [ugs.] Person, die ei¬
nen Tresor gewaltsam öffnet u. den
Inhalt stiehlt
Geld|sor|gen: die (PL) beängstigende
Gefühle in bezug auf das Geld, das fi¬
nanzielle Auskommen
Ggld|spen|de: die; ~ ; -n freiwillige Ab¬
gabe von Geld zu einem guten Zweck
Geld|sum|me: die; - ; -n bestimmte An¬
zahl an Geldscheinen u. Geldstücken,
die einen bestimmten Wert, Betrag an
Geld, finanziellen Mitteln ergibt
Geld|ta|sche: die; - ; -n größere Geld¬
börse
Geld|umjlauf: der; -(e)s; -umlaufe Men¬
ge offiziell gedruckter Geldscheine u.
gepreßter Geldmünzen, die ausgege¬
ben sind u. innerhalb eines Gebietes
(durch Ankauf u. Verkauf) weiterge¬
geben werden
Geld|veijkehr der; -(e)s; - Tauschzah¬
lung; Zahlungen, die wechselseitig er¬
folgen
Geld|waschjanjla|ge: die; - ; -n [ugs.]
Ort, an den illegal erworbenes od. un¬
versteuertes Geld gezahlt wird u. von
dem das Geld an jmdn. weiter-, zu¬
rückgeleitet wird
Geld|wirt|schaft: die; - ; - Wirtschafts¬
form, bei der der Gebrauch des Gel¬
des als Tausch- u. Zahlungsmittel die
Regel ist
Geld|zah|lung: die; - ; -en Abgabe eines
bestimmten Geldbetrages
Geld|zu|wen|dung: die; - : -en Bezah¬
lung, Ausgabe von Geld als Hilfelei¬
stung, zur Unterstützung von einer
Einzelperson od. einer Organisation
gedeckt Adj. in der Wendung wie ge¬
leckt aussehen: [ugs.; scherzh.J per¬
fekt aussehend
Gellee: dat.-fr.»/sehele/ der u. das; -s; -s
a) Brotaufstrich aus Fruchtsaft, der
mit Zucker u. Geliermittel gekocht
wird u. nach dem Erkalten fest wird
b) fest gewordener Fleisch- od. Fisch¬
saft, Syn.: Aspik
Ge|lejge: das; -s; - Nestablage von Vö¬
geln u. Reptilien
ge|le]gen: Adj. passend; recht; ange¬
nehm
Ge|le|gen|heH: die; - ; -en 1 günstiger
Moment, Umstand o. ä., um etw. zu
verwirklichen »Ich warte auf eine Ge¬
legenheit, es ihm2u erzählen.« 2 Anlaß
3 [werbesprl.] Sonderangebot 4 die
GelegenheH beim Schopf(e) fassen,
packen, nehmen: eine günstige Gele¬
genheit ausnutzen 5 GelegenheH
macht Diebe: ein günstiger Umstand,
eine günstige Gelegenheit, verführt
zum Diebstahl, Unrecht
Ge|le|gen|heits|aijbeR: die; - ; -en kurz¬
fristige berufliche Tätigkeit
Ge|le|gen|heits|kauf: der; -(e)s; -Käufe
a) besonders günstiger Erwerb einer
Sache »So ein Gelegenheitskauf bietet
sich selten.« b) Sache, die sehr preis¬
wert erworben wurde »Der Wagen
war ein Gelegenheitskauf.«
ge[le[gent|lich: Adj. n. stg. a) nicht im¬
mer, sondern nur ab u. zu, manchmal
»Gelegentlich gehe ich ins Spiel¬
casino.« b) wenn es paßt; zu noch kei¬
nem festgelegten Zeitpunkt »Ich
komme dich gelegentlich besuchen.«
ge|leh|rig: Adj. Wissen od. Anweisun¬
gen sofort gut aufnehmend; begabt zu
lernen
ge|lehr|sam: Adj. 1 Wissen, Anweisun¬
gen sofort, gut aufnehmend; begabt
zu lernen 2 [veralt.] viel Wissen besit¬
zend; gelehrt
Ge|lehr|sam|keit die; - ; -en [geh.] sehr
breites, großes Wissen
437
Gelehrte
Ge(lehr[te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gelehrter; eine Ge¬
lehrte; zwei Gelehrte) 1 Person, die
eine akademische Laufbahn einge¬
schlagen hat od. auf andere Weise
Wissen auf einem (Wissenschafts-)
Gebiet erlangt hat 2 darüber streiten
sich die Gelehrten: [scherzh.] das ist
noch nicht wissenschaftlich geklärt
Ge|leib das; -(e)s; -e 1 Begleitung 2
jmdm. (das) Geleit geben: [geh.] eine
Person begleiten 3 zum Geleit: Einlei¬
tung, Kommentar zu einer (wissen¬
schaftlichen) Veröffentlichung 4
jmdm. das (letzte) Geleit geben:
[geh.] eine Person zu Grabe tragen,
bei der Bestattung anwesend sein 5 si¬
cheres, freies Geleit: <Rechtsw.> Zu¬
sicherung, die Bewegungsfreiheit u.
die persönliche Unverletzbarkeit zu
gewährleisten
Ge|leit|wort: das; -(e)s; -Wörter Worte,
die vor einer offiziellen Ansprache ge¬
halten werden, als Einleitung, Kom¬
mentierung in einer Veröffentlichung
stehen
Gejlenk: das; -(e)s; -e 1 <Anat.> bewegli¬
che Verbindungsstelle zwischen zwei
Knochen »Ihr Schultergelenk ist
entzündet.« 2 (Technik) bewegliches
Verbindungsteil zwischen
Maschinenteilen) »Das Gelenk
quietscht, es muß geölt werden. ♦ Ach¬
sengelenk • Gabelgelenk« 3 <Bot.> Ver¬
dickung am Pflanzenstengel od.
Blattstiel, der Aufwärts- u. Abwärts¬
bewegungen der Stiele u. Blätter mög¬
lich macht
ge|len|kig: Adj. (Körper) sehr beweg¬
lich, bewegungsfahig u. biegsam
»Trotz ihres Alters ist sie noch sehr ge¬
lenkig.«
Ge|len|kigjkeit: die; - ; - besondere Be¬
weglichkeit, Wendigkeit, Geschick¬
lichkeit (der Knochen, Gelenke, des
Körpers) »Für Akrobaten ist Gelen¬
kigkeit wichtig.«
Ge|lenk|knor|pel: der; -s; - <Anat.>
Knorpel, der ein Gelenk schützt, un¬
terstützt
Ge[|enk|ku|gel: die; - ; -n <Anat.> abge¬
rundetes Ende eines Knochens, der
mit einem Gegenstück ein Gelenk bil¬
det
Ge|lenk|pfan|ne: die; ~ ; -n <Anat.> Teil
des Knochens, in dem der Gelenk¬
kopf eines anderen Knochens liegt
Ge|lenk|schmerz: der; -es; -en <Med.>
unangenehme, schmerzhafte, quä¬
lende Empfindung im Gelenk
Ge)tenk)verjstei|fung: die; - ; -en <Med.>
Unbeweglichkeit eines Gelenkes
geig.: Abk. gelegentlich
Ge|lich|ter das; -s; - [ugs.; abwert.] ver¬
brecherische, zwielichtige Person
»Wir müssen das Gelichter aus der
Stadt verjagen.«, Syn.: Gesindel
Ge|iieb|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Geliebter; eine Ge¬
liebte; zwei Geliebte) Person, zu der
man (neben einer festen Beziehung)
sexuelle Kontakte unterhält »Er hatte
eine Geliebte, von der seine Frau nichts
wußte.«
ge|li$jfert: - in der Wendung geliefert
sein: [ugs.] keine Möglichkeit, keinen
Ausweg (mehr) haben
ge|lte|ren: <fr.-lat> /seheliren/ geliert;
gelierte; hat geliert zu Gelee werden
Ge|ljer|mit|tel: /sehelir-/ das; -s; -
<Kochk.> Substanz wie Gelatine,
Knochenleim, die das Gelieren er¬
möglicht, vereinfacht
Gejlieijzucker (Gejlierjzuk|ker —» Gej-
lier|zu|cker): /sehelir-/ der; -s; - sü¬
ßender Stoff, Zucker (zur Herstellung
von Marmelade u. ä.J, dem ein gelee¬
bildendes Mittel untergemischt ist
ga|lind/ge|lin|de: Adj. gelinder; gelinde¬
ste recht schwach; nicht sehr intensiv
u. nachdrücklich »gelinde Kritik«
ge|lin|gen: (es) gelingt; gelang; ist ge¬
lungen nach Bemühungen zustande
kommen; klappen »Unser Vorhaben
ist gelungen.«
Ge|lis|pel: das; -s; - [geh.; abwert.] leises,
häufig mit Zischlauten (besonders bei
der Aussprache von S-Lauten) ver¬
bundenes Reden
geljlen: gellt; gellte; hat gegellt 1 inten¬
siv, in schrillen Tönen, laut zu hören
sein »Seine Rufe gellten durch das
Haus.« 2 jmdm. gellen die Ohren:
jmdm. klingen schrill hervorge¬
brachte Laute (schmerzhaft) in den
Ohren nach »Mußt du so lange herum¬
schreien, bis mir die Ohren gellen?«
geltend: Adj. durchdringend laut
ge|lo|ben: gelobst; gelobtest; hast gelobt
[geh.] ein ernsthaftes, (beeidetes) Ver¬
sprechen geben »Er gelobte, die Ver¬
fassung zu wahren.«
ge|lqjben, sich: geloben sich; gelobten
sich; haben sich gelobt den festen Vor¬
satz haben, etw. zu tun »Sie gelobten
sich feierlich, nie wieder Alkohol zu
trinken.«
Ge|löb|nis: das; -ses; -se ernsthaftes
Versprechen; Eid; Schwur
ge|}ösb Adj. n. stg. unbesorgt; frei von
Ängsten o. ä.
Gel|se: die; - ; -n <Zoob [österr.] Stech¬
fliege; Pferdefliege
gelt.: Abk. geltend
gellten: gilt; galt; hat gegolten 1 gültig
sein; Wirkung haben; in Kraft setzen
»Seit 01.07.96 gilt das neue Gesetz.« 2
[geh.] bestimmt sein für jmdn. »Der
Aufruf gilt dir.« 3 auf etw. ankom¬
men, zählen »Bei diesem Unternehmen
gilt es, wachsam zu sein.« 4 etw.,
jmdn. (nicht) gelten lassen: etw.,
jmdn. (nicht) für gültig halten, an¬
rechnen »Diese dumme Ausrede lasse
ich nicht gelten.«
geltend: Adj. n. stg. 1 gültig »geltendes
Recht« 2 a) etw. geltend machen: be¬
rechtigte Ansprüche o. ä. durchsetzen
»Er hat Schadenersatz geltend
gemacht.« b) sich geltend machen:
etw. wirkt sich aus, macht sich be¬
merkbar »Die Umweltverschmutzung
macht sich jetzt schon geltend.«
Geltung: die; - ; -1 Gültigkeit 2 jmdm.,
einer Sache Geltung verschaffen:
dafür sorgen, daß jmdm., etw. Acht¬
ung, Respekt o. ä. erwiesen wird »Er
versprach, Recht u. Gesetz Geltung zu
verschaffen.« 3 a) etw. zur Geltung
bringen: etw. in den Vordergrund
stellen b) zur Geltung kommen: be¬
sonders vorteilhaft wirken »Erst
durch die Beleuchtung kamen die aus¬
gestellten Gegenstände voll zur Gel¬
tung.«
Gel|tungs|be|dürf|nis: das; -ses; -se (PI.
s.) innerer Drang nach Anerkennung
Gel|tungs|sucht: die; ~ / - sehr starker
Drang nach Anerkennung
Ge|lüb|de: das; -s; - a) sehr ernstge¬
meintes Versprechen aus eigenem in¬
neren Antrieb b) <kath. Kirche> heili¬
ges Versprechen einer nicht im Chri¬
stentum festgeschriebenen, als beson¬
ders religiös empfundenen Handlung
(das von der evangelischen Kirche ab¬
gelehnt wird) »Jeder katholische Prie¬
ster legt ein Keuschheitsgelübde ab.«
Ge|fump/Ge[lum|pe: das; Gelump(e)s; -
[ugs.; abwert.] 1 unnütze, nicht weg¬
geräumte Gegenstände 2 Gesindel
Ge(lüst: das;-(e)s; -e (m. /V.//Ge|lü|ste
—» Ge|lüs(te: das; -s; -e (m. jP/.)/Ge|-
lü|sten —> Ge|lüs|ten das; -s; - [geh.]
starker Wunsch, Lust auf, Verlangen
nach etw. »Sie mußte ihre Gelüste
noch eine Weile zügeln.«
ge|lü|sten —> gejlüsjten: gelüstet; gelü¬
stete; hat gelüstet Verlangen nach
etw.haben
Gern.: Abk. 1 Gemeinde 2 Gemein¬
schaft 3 Gemisch 4 Gemüse
gern.: Abk. 1 gemahlen 2 gemalt 3
gemäß 4 gemäßigt 5 gemeinnützig 6
gemeinsam 7 gemischt 8 gemustert
GEjMA: Kurzw. die; -; - Gesellschaft für
musikalische Aufführungen u. me¬
chanische Vervielfältigüngsrechte
ge]mäch|lich: Adj. mit Ruhe, ruhig u.
langsam »Gemächlich gingen sie zum
Hotel zurück.«
Ge|mäch|lich|keit: die; ~ - Rastlosig¬
keit; Ruhe; Besonnenheit
ge|mach[sam: Adj. [geh.; veralt.] lang¬
sam, ohne Hast
ge|mah|nen: gemahnst; gemahntest;
hast gemahnt [geh.] jmdn. an etw. aus¬
drücklich erinnern
Ge|mäl|de: das; -s; ~ a) (Kunst) gemal¬
tes Bild »Ölgemälde« b) <übertr.> de¬
tailgetreue, wirlichkeitsnahe Abfas¬
sung »Ecos >Name der Rose< zeichnet
ein Gemälde des mittelalterlichen Klo¬
sterlebens.«
Ge|mai|de|aus|stel|lung: die; - ; -en öf¬
fentliche Darbietung, Zurschaustel¬
lung von Bildern _
ge|mäß: Präp. mit Dat. in Übereinstim¬
mung; entsprechend »Dem Vertrag
gemäß dürfen keine Haustiere gehal¬
ten werden.«
ge|m|]ßigt: Adj. nicht extrem; nicht ra¬
dikal; nicht so streng; nicht übertrie¬
ben »gemäßigte Preise«
Ge|mäu|er: das; -s; - [geh.] größeres, al¬
tes Haus, Gebäude »Sie lebten in ei¬
nem düsteren Gemäuer.«
Ge|mecker (Ge|mek|ker —* Ge]me|-
cker): das; -s; - [ugs.; abwert.] anhal¬
tendes Meckern, Nörgeln, Schimpfen
ge|mein: Adj. 1 Verhalten jmdm.
gegenüber) a) als abstoßend, nicht
richtig, ungerecht empfunden »Es
war gemein, mich nicht mit auf die
Party zu nehmen.« b) rücksichtslos;
unfreundlich; in gehässiger Weise
»Sein Verhalten ihr gegenüber ist
gemein.« 2 (verst.) sehr »gemein weh
tun« 3 «heute nur noch in überliefer¬
ten Wendungen od. fachsprl. (Bio.)
verwendet) normal; nichts Besonde¬
res; allgemein »das gemeine Volk » die
gemeine Kornblume • die gemeine
438
Gemütskranke
Sprache (~ Sprache des täglichen
Umgangs, des Volkes)« 4 etw. mit
jmdm., etw. gemein haben: mit etw.,
jmdm. Gemeinsamkeiten, gleiche In¬
teressen haben 5 sich mit jmdm. ge¬
mein machen: [geh.} sich auf gleiche
Stufe mit einer öffentlich als niedriger
betrachteten Person stellen
Ge|mein|de: die; - ; -n 1 a) politischer
od. kirchlicher Bezirk mit eigener
Verwaltung b) Gesamtheit der Men¬
schen eines Bezirks 2 Teilnehmer¬
schaft einer Veranstaltung 3 alle An¬
hänger einer Person, Idee
Ge|mein|de|amt das;-(e)s; -ämter Amt
(in einer Kommune od. Kirchenge¬
meinde), das für die Verwaltung ver¬
antwortlich ist
ge|mein|de|ei|gen: Adj. n. stg. im Besitz
der Gemeinde befindlich
Ge[mein|de|hel|feR der; -s; - weibl. Ge|-
mein|de|hel|fe|rin: die; - ; -nen <evang.
Kirche> Kirchenvertreter(in) einer
Gemeinde; Diakon(in), der/die in vie¬
len Bereichen einer Kirchengemeinde
arbeitet, arbeiten kann
Ge|mein|de|pfle|ge: die; - ; - <evang.
Kirche) (Kranken-)Pflege, soziale
Hilfe, die allen zur Gemeinde Gehö¬
renden zukommt
Ge|meinjde|pfle|ger. der; -s; - weibl.
Ge|mein|de|schwe|ster —> Ge|-
mein|defschwes|ter: die; - / -n (meist
weibl.) im Auftrag einer Kirchenge¬
meinde tätige Hauspflegekraft »Der
Gemeindepfleger besucht viele der al¬
ten Patienten mehrmals täglich.«
Ge|mein|de|saal: der;-(e)s; -säle größe¬
rer Raum, in dem Sitzungen der Ge-
meinde(vertreter) u. a. Veranstaltun¬
gen stattfinden
Ge|mejn|d«|schwejster —* Ge|mein|-
de|schwes)ter: die; - ; -n m'ännl. Gej-
mein|de|pfle|gen der; -s; - (meist
weibl.) im Auftrag einer Kirchenge¬
meinde tätige Hauspflegekraft »Die
Gemeindeschwester besucht viele der
alten Patienten mehrmals täglich.«
Ge|mein|de(ver[samm|lung: die; - ; -en
Zusammenkommen der Gemeinde
zur Besprechung der örtlichen Pro¬
bleme
Ge|mein{de|vorjste|her. der; -s; - weibl.
Ge|mein|de)voiiste|he|rin: die; - ;
-nen vorsitzende(r) Verwaitungsbe-
amte(r)
Ge|mein|de|zen)trum —> Ge|mein|de|-
zenftjrum: das; -s; -Zentren zentrales
Hauptgebäude einer (Kirchen-)Ge-
meinde als gemeinsamer Treffpunkt
ge|meind|lich: Adj. n. stg. [geh.] in be¬
zug auf die Gemeinde ■
ge|mein|ge)fähr)lich: Adj. n. stg. für die
Allgemeinheit, Gesellschaft eine gro¬
ße, bedrohliche Gefahr bedeutend
Ge|mejn|heit: die; - ; -en unfreundliche,
ungerechte Handlung, Art »Es war
eine Gemeinheit, mich einfach nicht zu
fragen.« •
Ge|mein|nutz: der; -es; - Nutzen für das
Zusammenleben, die Gemeinschaft
ge|mein|nüt|zig: Adj. n. stg. <Steuerw.>
(von einem Gericht) als nützlich für
die Gesellschaft eingestuft, bestätigt
»Wir sammeln zugunsten einer ge¬
meinnützigen Organisation.«
ge|mein|satn: Adj. 1 nicht alleine, son¬
dern zwei od. mehrere Personen zu¬
sammen »Gehen wir gemeinsam zu der
Party?« 2 nicht einer Person od. ei¬
nem Gegenstand allein zu eigen »un¬
ser gemeinsamer Besitz«
Ge|mein|schaft: die; - ; -en durch etw.
miteinander verbundene Personen-,
Staatengruppe
ge|mein|schaft|lich: Adj. n. stg. 1 in be¬
zug auf eine Gemeinschaft 2 zusam¬
men »gemeinschaftliches Vorgehen«
Ge|mein|schaftsjar|beit: die; - ; -en (Re¬
sultat der) Zusammenarbeit mehrerer
Personen
Ge|mein|schafts|ge|fühl: das; -(e)s; -e
Empfindung der Zusammengehörig¬
keit
Ge|mein|schafts|geist: der; -(e)s; -
Wunsch, für die Zusammengehörig¬
keit zu kämpfen; Empfindung der Zu¬
sammengehörigkeit
Ge|mein[schafts|pra|xis: die; - ;
-praxen von mehreren Ärzten ge¬
meinsam genutzte Arztpraxis »Der
Allgemeinmediziner u. der Internist be¬
treiben eine Gemeinschaftspraxis.«
Ge|mein|schafts|pro|duk[ti|on: die; - ;
-en Produkt, das in Zusammenarbeit
mehrerer Einzelpersonen, einzelner
Organisationen od. Verbände o. ä. er¬
zeugt wird, wurde
Ge|mein|schafts|zel|le: die; - ; -n Ge¬
fängniszelle für mehrere Personen
Gejmein|spra|che: die; - ; - <Sprach-
wiss.) allgemeine Umgangssprache
gejmein|ver|ständ|lich: Adj. n. stg. für
jede Person verständlich
Gejmein|wohl: das; -(e)s; - auf die Ge¬
meinschaft bezogener, allgemeiner
guter Zustand
Gejmenjge: das; -s; - 1 <Landwirt.>
Mischaussaat auf einem Feld 2
Durcheinander von Unterschiedli¬
chem
ge|mes|sen: Adj. langsam u. würdevoll
(auch zurückhaltend) »Er ging gemes¬
senen Schrittes.«
Ge|fne$[sen|heit: die; - ; -en würdevol¬
les Verhalten
Ge|metfzel: das; -s; - [abwert.] sinnlo¬
ses, grausames Töten
Ge|mi|natti|pn: <lat.) /geminazipn/ die;
-; -en <Sprachwiss.> 1 Konsonant, der
zweimal angesetzt wird; Konsonan¬
tenverdoppelung 2 Wortgruppen od.
Wortwiederholung innerhalb eines
Satzes
Ge|misch: das; -(e)s; -e 1 a) aus ver¬
schiedenen (Bestand-)Teilen, Dingen
Zusammengesetztes »Das Getränk ist
ein Gemisch aus Saft u. Gin.« b) (Che¬
mie) aus unterschiedlichen, fein
durchmischten Einzelbestandteilen
bestehende Substanz »ein Öl-Wasser¬
Gemisch« 2 <Kfz-Technik> a) leicht
brennbare Substanz aus Benzin u.
Luft b) Kraftstoff aus einer Benzin¬
Öl-Mischung
g«|mischt|spra|chig: Adj. n. stg. wenig¬
stens zwei Sprachen in ähnlichem
Umfang aufweisend »gemischtspra¬
chige Regionen«
Ge|mischtjwa|ren[handfiung: die; - ; -en
[veralt.] kleiner Kaufladen mit ver¬
schiedensten Waren
Gem|me: <lat.-it.> die; - ; -n 1 (Ketten-,
Ohrringanhänger, Ringzierstein aus)
geschnitzte(r)(m) Achat 2 <Bio.; Pilz>
dauerhafte Zelle, die bei unge¬
schlechtlicher Fortpflanzung entsteht
ge|mop|pelt: in der Wendung doppelt
gemoppelt' [ugs.] zweimal erfolgt
Gems|bock —* Gämsjbock: der; -(e)s;
-bocke <Zool.> männliche Gemse
Gem[se —* Gäm|se: die; - ; -n <Zool.>
paarhufiges Säugetier, das im Hoch¬
gebirge lebt, daher gut klettern kann,
mit einem Fell von gelblicher bis röt¬
lich-brauner Färbung
Ge|mü|se: das; -s; - (PI. s.) 1 a) Pflan¬
zen, die ganz od. teilweise roh od. ge¬
kocht als Nahrung dienen »Gemüse
ist sehr gesund.« b) [salopp; scherzh.J
Blumenstrauß c) Gemüse putzen:
Gemüse (a) waschen, schälen, schnei¬
den 2 junges Gemüse: [ugs.; scherzh.;
manchmal abwert.] Bezeichnung für
meist jüngere Menschen, die noch
keine bzw. nicht viel Erfahrung ha¬
ben
Ge|mü|se|an|bau: der; -fejs; - Anbau,
Pflanzung, Züchtung von Gemüse
Ge|mü|se|ein|topf: der; -(ejs; -eintopfe
oft dickliche Suppe aus Gemüse, Kar¬
toffeln (u. Fleisch)
Ge|mü|se|gartten: der; -s; -gärten Stück
eines Gartens, das für den Gemüsean¬
bau gedacht ist, verwendet wird
Ge|mü)se|händ|len der; -s; - weibl. Gej-
mü]se|händ|le|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die Gemüse verkauft
ge|mujstert —* getmusjtert: Adj. n. stg.
nicht einfarbig, sondern mit Tupfen;
Karos, Blumen, Streifen o. ä. verse¬
hen »Sie trägt ein gemustertes Kleid.«
Gelingt: das; -(e)s; -er 1 sich etw. zu
Gemüte führen: [ugs.] a) sich etw. zu
Herzen nehmen b) sich Kenntnisse
(aus einem Buch) aneignen c) etw.
Gutes genüßlich essen od. trinken
»Heute werde ich mir eine flasche
Wein zu Gemüte führen.« 2 a) seeli¬
scher Zustand, Eigenart eines Men¬
schen, Lebewesens »Dieser Regen
geht mir aufs Gemüt.« b) Person, mit
einem bestimmten seelischen (Dau-
er-)Zustand »Sie ist ein ruhiges Ge¬
müt.« c) ein sonniges Gemüt haben:
[iron.] besonders naiv, leichtfertig o.
ä. sein d) jmdm. aufs Gemüt schla¬
gen: etw. od. jmd. wirkt frustrierend,
niederschlagend
ge|mgt|lich: Adj. (Atmosphäre; Charak¬
ter) behaglich; zwanglos; Ruhe aus¬
strahlend »Es war ein gemütlicher
Abend.«
Ge|mgt|lich|keit: die; - ; - a) innere od.
äußere Ruhe; Behaglichkeit b) in aller
Gemütlichkeit: in aller Ruhe »Jetzt
werden wir uns in aller Gemütlichkeit
hinsetzen u. essen.« c) da hört (doch)
die Gemütlichkeit auf!: [ugs.] das ist
eine Unverschämtheit!
gejtnüts|arm: Adj. kaum Gefühle ha¬
bend
Ge|müts|art: die; - ; -en Art der bei
jmdm. vorhandenenen seelischen
Verfassung .-
ge|müts|krank: Adj. n. stg. <Med.; Psy¬
chologie) depressiv; seelisch nicht ge¬
sund
Ge|müts|kran|ke: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Gemütskran¬
ker; eine Gemütskranke; zwei Gemüts¬
kranke) Person, die an Depressionen
leidet
439
Gemütskrankheit
Ge|müts|krank|tieit: die; -; -en seelische
Erkrankung
Ge|müts|lei|den: das; -s; ~ seelische Er¬
krankung
Ge|müts|mensch: der; -en; -en [ugs.]
Person, die alles in Ruhe erledigt,
nicht schnell aufbraust
Ge|müts|ru|he: die; -; - Zustand des ln-
sich-Ruhens, der seelischen Ausgegli¬
chenheit
Ge|müt$|stim|mung: die; - ; -en mo¬
mentaner Zustand des Gemüts, seeli¬
scher Zustand
Ge|müts(verjfasjsung: die; - ; -en mo¬
mentaner Zustand des Gemüts; seeli¬
scher Zustand
ge|müt|voN: Adj. viel Gemüt, Empfin¬
dungsgabe besitzend
Gen.: Abk. 1 Genehmigung 2 «Milit.)
General 3 General- = Haupt-;
Allgemein- 4 Generation 5 Generator
6 <Sprachwiss.> Genitiv = Wesfall 7'
Genus - grammatisches Geschlecht
7 Genossenschaftlerfin)
Gen: das; -(e)s; -e <Bio.> Träger der
Erbanlagen auf den Chromosomen
eines Lebewesens, der spezifische
Merkmalsausprägungen bestimmt
gen.: Abk. 1 genannt 2 genetisch 3
genehmigt 4 genormt 5 genossen¬
schaftlich 6 genügend
gen: Präp. mit Akk. in Richtung (auf)
Wir fahren jetzt gen Süden. Heimat.«
-gen/-(o)gen: <gr.> Wortbildungselement
a) dem im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten (optimal) entsprechend,
ihm ähnlich »fotogen ♦ ßlmogen/
telegen« b) das im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückte erzeugend »karzi¬
nogen«
ge|nant: tfro /sehenant/ Adj. genanter;
genanteste [veralt!] äußerst unange¬
nehm; peinlich; schnell etw. als pein¬
lichempfindend
gdnau: Adj. genauer; genau(e)ste 1 a)
einwandlrei; völlig mit etw. überein¬
stimmend »Deine Antwort war genau
richtig. ♦ eine genaue Uhr« b) gründ¬
lich; alles bedenkend; gewissenhaft 2
des genaueren —► des Genaueren:
ganz genau; noch näher bestimmend
»Ich werde dir das noch des genaueren
erklären.« 3 (es mit etw.) (nicht so)
genau nehmen: [ugs.] etw. ganz
streng, peinlich exakt/lockerer ange¬
hen, es (nicht ganz so) streng betrach¬
ten »Sie nimmt es mit dem Haushalt
(nicht so) genau.« 4 auf das genaue¬
ste —* auf das Genaueste: sehr ge¬
nau, präzise
qelnautaelnomlmen —— ge|nau ge|-
noiri|men: Adv. bei genauer Betrach¬
tung
gelnaulso: Adv. (nur) in dieser Weise u.
nicht anders »Genauso muß es sein!«
aelnaulsotaut —* ge|nau|so gut Adj. n.
stg. qualitativ ebenso hochwertig wie
etw. amderes
Gen|darm: </r> /sehandarm/ der; -en;
-en [Schweiz, u. österr., sonst veralt.]
(Land-)Polizist
Gen|dar|me|rie: <ßo /sehandarmeri/ die;
- ; Gendarmerien jsehandarmerimj
[Schweiz, u. österr., sonst veralt.)
(Land-)Polizei(statton)
Ge|neaflq|ge —* Ge|ne|a|lo|ge: dat.-gro
der; -n; -n weibl. Ge|nea|tg|gin —>
Ge|ne|a|lp(gin: die; ~ ; -nen Person,
die sich mit der Geschlechterfolge,
-abstammung beschäftigt
Gejnea|to|gie —* Ge|r»e|a)lo|gie; dat.-
gro die; -; • Abstammungskunde
ge|nea|)o|gisch —» ge|ne|a|lo|gisch:
Adj. n. stg. die Genealogie betreffend,
ihr zuzuordnen
gejnehm: Adj. [geh.] angenehm; will¬
kommen; passend »Ist es genehm,
wem wir um 20 Uhr kommen?«
ge|neh|mi|gen: genehmigst; genehmig¬
test; hast genehmigt 1 offiziell erlau¬
ben; zulassen; gestatten »Der Ur¬
laubsantrag wurde genehmigt.« 2
(sich) einen genehmigen: [ugs.;
scherzh.] ein Glas Alkohol trinken
»Nach der Aufregung muß ich mir erst
einmal einen genehmigen.«
Ge)nehlmi|gung: die; - ; -en (schriftli¬
che) Erlaubnis, etw. zu tun »Wir ha¬
ben die Genehmigung für unseren An¬
bau erhallen.«
Ge|neh|mi|gungs|pflicht: die; - ; -en
«Rechtsw.) [amtssprl.] Zwang zur Ein¬
holung einer Erlaubnis bei der Betrei¬
bung eines Gewerbes, für den Besitz
eines Gegenstandes o. ä.
ge|neh|mi|gungs)pflich|tig: Adj. n. stg.
«Rechtsw.) [amtssprl.] dem Zwang un¬
terliegend, gestattet zu werden
gejneigt: Adj. geneigter; geneigteste
[veraltj willens, etw. eine positive Sei¬
te abzugewinnen; jmdm., etw. wohl¬
gesonnen
Ge|neigt(heit: die; - ; - Zustand des
Wohlwollens, der Fürsprache
Ge|ne|ral: dato der; -s; Generäle weibl.
[seilen] Ge|nejra)lin: die; - ; -nen 1
<Milit.> a) hoher Offiziersrang beim
Heer b) Trägerin) des Titels, Ranges
(a) 2 a) hoher Rang in militärisch or¬
ganisierten Vereinen (z. B. bei der
Heilsarmee) b) Trägerin) des Titels,
Ranges (a)
ge|ne|ra1-/Ge|ne|ral-: dato Wortbil¬
dungselement a) Haupt- Generalkon¬
sul« b) Allgemein- c) Gesamt- Gene¬
ralversammlung«
Ge|ne|ral|amne|stie —» Ge|ne|ral|am|-
ne|s(tie: die; - ; -n <Rechtsw.> Strafbe¬
freiung für einen größeren Personen¬
kreis
Ge|nejral|be|voll|mäch|tig|te: der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art.: ein Ge¬
neralbevollmächtigter; eine Generalbe¬
vollmächtigte; zwei Generalbevoll¬
mächtigte) «meist Wirt-> Person, die
von jmdm. die Erlaubnis hat, in jeder
Hinsicht in seinem Sinne zu handeln
Ge|ne|rel|bun|des|an|walt: der; -(e)s;
-anwälte weibl. Ge|ne|ral|bunj<tes|an|-
wäiftin: die: - ; -nen «Rechtsw.) ober¬
ste^) Staatsanwalt, -anwältin in der
Bundesrepublik Deutschland
Ge|ne|ral|di|i«fc|tor: der; -s; -en weibl.
Gejne|ra(|d<|rek|to|rin: die; - ; -nen
<Wirt.> Cheffin) eines großen Betrie¬
bes
Ge|ne)ral|inften|dant: der; -en; -en weibl.
Gejne|ral)in|ten|dan|tin: die; ~ ; -nen
Leiterin) eines großen Theaters od.
mehrerer Theater
Ge|ne|ra|li|sa|ti|pn: dato /generalisa-
zion/ die; - ; -en Schluß vom Einzel¬
nen auf das Ganze; Verallgemeine¬
rung
ge|nejra|liis[e|ren: dat.-fro generali¬
sierst; generalisiertest; hast generali¬
siert [geh.] vom Einzelnen auf das
Ganze schließen; verallgemeinern
Ge|ne|ra|Hs|si|mus: dto der; -; -se u. Ge¬
neralissimi «Milit.) höchster Leiter,
der Befehle erteilt
Ge|ne|raljka|pi|tel: das; -s; - «kath. Kir¬
che) Versammlung der Oberen eines
katholischen Ordens
Ge|ne|ral|pau|se: die; - ; -n «Musik) für
alle Stimmen eines Tonsatzes gemein¬
same Pause
Ge|nejral|pro|be: die; - ; -n «meist Thea¬
ter) letzte Probe vor der Erstauffüh¬
rung
Ge|ne|ral|se|kre|tär —»- Ge|r*e|ral(se|k|-
rejtar: der; -s; -e weibl. Ge]ne|ratjsej-
kre|tä|rin —> Ge|ne|ral|sejk|reftä|rin:
die; - ; -nen Leiterin) einer Instituti¬
on
Ge|ne|ral|staats)an|watt: der; -s; -an¬
wälte weibl. Ge|ne|ral|staats|an|wäl|-
tin: die; ~ ; -nen «Rechtsw.) höchste(r)
Anklägerin) bei jedem Oberlandes¬
gericht
Ge]ne|ral|stab: der; -(e)s; -Stäbe «Milit.)
Organisation von Offizieren mit Spe¬
zialausbildung zur Unterstützung der
militärischen Führung
Ge|ne|ra1|stabs|kar[te: die; - ; -n offi¬
zielle-(für militärische Zwecke er¬
stellte) Landkarte
Ge|na|ral|streik: der; ~(e)s; -s «Wirt.)
Arbeitsniederlegung, Streik (fast) al¬
ler Arbeitnehmer in einem Gebiet
Ge|ne|ra(jsufper)m|ten|dent: der; -en;
-en «evang. Kirche) höchster evangeli¬
scher Geistlicher einer Landeskirche
Geine|ra)!syn|ode —* Ge|ne|ral|sy|n|o|-
de: die; - ;-n 1 «evang. Kirche) ober¬
stes Organ der Gemeinden, Selbstver¬
waltung 2 «kath. Kirche) Konzil
ge|nelral|über|ho|len —* ge|ne|ral|ü|-
ber|ho|len: generalüberholst; general¬
überholtest; hast generalüberholt etw.,
eine technische Anlage genau über¬
prüfen u. reparieren
Ge]nelrat|über|ho|tung —* Ge|ne|ral|ü|-
berfhoflung; die; -; - «Technik) völlige
Überprüfung u. Mängelbeseitigung
Ge|ne|ral|un|ter[neh|meR der; -s; ~
weibl? Ge|ne|ral|untterjneh|me|rin:
die; ~ ; -nen «Wirt!) mehrere Betriebe
verschiedener Branchen besitzende(r)
U nteniehmer(in)
Ge|ne]ra(|verjsamm|lung: die; - ; -en
oberstes Verwaltungs- u. Beschlußor¬
gan von Gesellschaften
Ge|ne|ral|vi|kar: der; -s; -e «kath. Kirche)
Person, die dem Bischof in Verwal¬
tungsfragen zur Verfügung steht
Ge|ne|ral|votl|macht: die; - ; -en
«Rechtsw.; Wirt.; Pol.) allgemeine, al¬
leinige Verantwortung für sämtliche
Geschäfte
Ge|nejra|ti|on: dato /generazion/ die; ~ ;
-en 1 die Glieder, Ebenen einer Ge¬
schlechter-, Familienfolge »Drei Ge¬
nerationen leben in diesem Haus:
Großeltern, Eltern u. Kinder.« 2 die in¬
nerhalb eines begrenzten, kleineren
Zeitraums Geborenen »die Generati¬
on unserer Eltern« 3 Erzeugnisse einer
(technischen) Entwicklungsstufe
Ge[ne|ra|tigjnen|veijtrag —» Ge|ne|ra|-
ti|ojnen|ver|trag: /generazionen-/ der;
-(e)s; -Verträge <(Sozial-)Versiche-
rungsw.) Eintreten der jeweils jünge-
440
Genuß
ren Mitglieder für die älteren in einer
Gesellschaft
Ge|ne|ra|ti|ons|kon|flikt —*■ Ge|ne|ra|ti|-
ons|kon|f[likt: /generazionß-/ der;
-(e)s; -e Streit, Unverständnis zwi¬
schen verschiedenen Alterstufen
Ge|ne|ra|ti|gns|wech|sel: /genera¬
zionß-/ der; -s; ~ 1 <Bio.> Wechsel der
Fortpflanzungsart 2 Wechsel von der
älteren zu der jüngeren Generation
Ge|ne|ra|tor tlat.> der; -s; Generatoren
a) Gerät zur Stromerzeugung b) Ofen
zur Erzeugung von Gas
ge|ne|rell: Adj. allgemein, ohne Unter¬
schied; alle, alles betreffend u. umfas¬
send »Generell gilt die Hausordnung. ♦
Generell möchte ich darauf hinweisen,
daß...«
ge|ne|rie|ren: <lat.> generierst; generier¬
test; hast generiert 1 (mit technischer
Hilfe) schaffen, entwickeln, hervor¬
bringen 2 <Sprachwiss.> Sätze kon¬
struieren, die der Grammatik entspre¬
chen .
ge|ne|rös: tfr.-lato Adj. generöser: gene¬
röseste [geh.] edelmütig; freigiebig
Ge|ne|ro|si|tät: die; -; -en [geh.] Freigie¬
bigkeit; Großzügigkeit
Ge|ne|se: <gr.-lat» die; - ; -n (meist Bio.>
Entstehung; Entwicklung (einer Art)
gejnejsen: genest; genas) es) t; bist gene¬
sen eine Krankheit überwinden; sich
auf dem Weg zur gesundheitlichen
Verbesserung, zur Gesundung befin¬
den
Ge]ne|sis: <gr.> die; - ; -1 Entstehung;
Ursprung 2 <Bibel> erstes Buch Moses
mit der Schöpfungsgeschichte
Ge|ne|sung: die; - ; -en (PI. s.) Prozeß
des Gesundwerdens nach einer länge¬
ren, schweren Krankheit
Ge|ne|sungs|pro|zeß —» Ge|nej$ungs|-
pröfzess: der; -prozesses; -prozesse
Vorgang der Gesundung
Ge|ne|sungs|ur|laub: der; -(e)s; -e (ur¬
sprünglich Milit.) längere Freizeit für
die Gesundung
Ge|ne|tik: <gr.-lat.> die; - ; - (Bio.> Verer¬
bungslehre
ge|nejtisch: Adj. 1 entwicklungsge¬
schichtlich 2 erblich bedingt
ge|ni|al: dato /genjal/ Adj. hervorragend
begabt; großartig; vollendet »eine ge¬
niale Idee«
ge|nia|Ksch —» ge|ni|§|lisch: /genja-
lisch/ Adj. wie ein Genie
Gejnia|li|tit —* Ge|ni|a|li|tät: /genja-
lität/ die; - ; - außerordentliche Ver¬
anlagung; überdurchschnittliche Be¬
gabung
Ge|nick: das; ~(e)s; -e 1 (Körpen Ge¬
lenk bestehend aus den beiden oberen
Wirbeln der Halswirbelsäule, des hin¬
teren Halsbereiches, das die Beweg¬
lichkeit des Kopfes ermöglicht »Sie
packte das Kaninchen am Genick.« 2
a) jmdm., einer Sache das Genick
brechen: jmdn. ruinieren, etw. ver¬
nichten, zunichte machen b) sich das
Genick brechen: [ugs.] an etw. schei¬
tern, sich selbst ruinieren »Falls du
deinen Mund nickt hältst, wirst du dir
nochmal das Genick brechen.«
Ge|njck|schuß —*■ Ge|nick|schuss:
der; -Schusses; -Schüsse Todesschuß in
den Nacken
Ge|nick|starjre: die; - ; -n 1 (Med.> [ver-
alt.] Hirnhautentzündung 2 Steifheit
im Nacken(bereich)
Ge|nje: tlat.-fr.> /sehenij das; -s; -s 1
überragende schöpferische Geistes¬
kraft »Sein Genie ist unübertroffen.« 2
hervorragend begabter, schöpferi¬
scher Mensch
ge|nie|ren, sich: <fr.> /seheniren/ geni¬
erst dich; geniertest dich; hast dich ge¬
niert gehemmt sein; sich schämen
»Ich bade nicht nackt, ich geniere
mich.«
ge|nier]lich: /sehenirlich/ Adj. [ugs.] a)
zurückhaltend; schüchtern b) peinlich
ge)nieß]ban Adj. 1 (nicht besondes
schmackhaft, aber) eß- u. trinkbar
»Das Essen war genießbar.« 2 [ugs.]
vom Charakter her umgänglich
ge|nje|8en: genießt; genössest; hast ge¬
nossen —»alle Vergangenheitsformen
mit ss*— 1 mit Freude, Vergnügen
etw. tun od. zu sich nehmen (essen,
trinken) 2 etw. Positives erhalten »Sie
genoß eine gute Erziehung.«
ge|nie|ßelrisch: Adj. bewußt mit Freude
Ge|nie|streich: /seheni-/ der; -(e)s; -e
genialer Einfall
ge|ni|tal: dato Adj. n. stg. (Med.> die Ge¬
schlechtsorgane betreffend
Ge|ni|tal/Ge|ni|ta|le: dat.i das; -s; Geni¬
talien /genitalen/ (m. PI.) Ge¬
schlechtsorgan
Ge|ni(tal|be|reich: der; -(e)s; -e Körper¬
region mit den Genitalien, Ge¬
schlechtsorganen
Ge|ni|ta|le/Ge|ni|t§l: dat.i das; -s; Geni¬
talien Igenitaliml (m. PI.) Ge¬
schlechtsorgan
Ge|ni|tiv: dat.i /genitif/ der; -s; -e
Igenitiwe/ (Sprachwiss.) in der Dekli¬
nation der 2. Fall, der bei substantivi¬
schen Attributen od. bei bestimmten
adverbialen Fügungen vorzufinden
ist »In der Fügung >die Mutter des Fin¬
dest steht >des Findest im Genitiv.«
Ge|ni|tiv|a1ttri|but —* Ge|ni|tiv|at|t|ri|-
but: /genitif-/ das; -(e)s; -e (Sprach¬
wiss.) meist nachgestellte Beifügung
im 2. Fall »In dem Satz >Das Auto
meines Vaters ist neu.t ist tmeines Va-
terst das Genitivattribut zu >Das Au¬
tor.«
Ge|ni|tiv|ob[|elct: /genitif-/ das; -(e)s; -e
(Sprachwiss.) Ergänzung im 2. Fall
»In dem Satz »Wir gedachten der
Toten.« ist >der Toient das Genitivob¬
jekt.«
Ge|ni|us: dat.i der; - ; Genien lgenien/1
a) o. PI. schöpferische Kraft eines
Menschen b) schöpferischer Mensch
2 (Religion; hist.) Schutzgeist im rö¬
mischen Altertum
Gen|ma|ni|pu|ta|ti|on: die; • ; -en (Bio.)
künstlich im Genlabor bewirkte Neu¬
ordnung, Veränderung des Erbgutes
eines Lebewesens mit der Absicht,
vererbbare Eigenschaften zu verän¬
dern
Ge|nom: <gr.-lat.> das; -s; -e (Bio.) einfa¬
cher Chromosomensatz einer Zelle
Ge|nos|se: der; -n; -n weibl. Ge|nos|sin:
die; - ; -nen 1 (Anrede für ein) Mit¬
glied einer sozialistischen Partei 2
Person, die ein Schicksal, Ereignis mit
jmdm. teilt »Er war ein Leidensge¬
nosse von mir.«
Ge|nos|sen|schaft: die; - ; -en Zusam¬
menschluß, Vereinigung, die die wirt¬
schaftliche Förderung, Unterstüt¬
zung der Mitglieder zum Ziel hat
Ge|nos|sen|schaf|ter/Ge|nos|sen|-
schaftjler: der; -s; - weibl. Ge|nos|-
sen|schaf(te|rin/Ge|nos|sen|schaftj-
le|rin: die; - ; -nen Person, die einer
Genossenschaft angehört
ge|nos|sen|schaft|lich: Adj. n. stg. eine
Genossenschaft betreffend, ihr zuzu¬
ordnen
ge|no|ty|pisch: Adj. n. stg. (Bio.) alle
Erbfaktoren betreffend
Ge|no|ty|pus: <gr.i der; - ; -typen (Bio.)
alle Erbfaktoren; das gesamte Erbgut
eines Lebewesens
Ge|no|zid: tgr.i der u. das; -(e)s; -e u.
Genozidien Igenozidim/ [geh-] Tötung,
Ausrottung aller Angehörigen einer
Nationalität, Rasse od. Religion;
Völkermord
Genjre: dai.-fr.> /s6hangr«/ das; -s; -s
künstlerische Gattung
gen|re|haft: /settangi*-/ Adj. n. stg.
(Kunst) der Darstellungsweise (von
Alltagssituationen) der Genremalerei
entsprechend »Das Bild stellt genre¬
haft das tägliche Leben dar.«
Gen|tech|no|lo|gie: die; • ; -n (Bio.)
Technologie in bezug auf die Genfor¬
schung
gen|tech|no|lo|gisch: Adj. n. stg. die
Gentechnologie betreffend, ihr zuzu¬
ordnen
Gentfle|man: tengb /dsehäntelmän/
der; -s; Gentlemen jdaekäntelmenj (ge¬
pflegter) Mann mit höflichem Beneh¬
men
gejnug: Adv. 1 in ausreichender Menge
»Es ist genug Fleisch für alle da.« 2
Aufforderung, mit elw. aufzuhören
»Genug! Ich will nichts mehr davon
hören!« 3 sich selbst genug sein: al¬
leine, ohne Gesellschaft gut zurecht¬
kommen, sich beschäftigen können
ge|nü|gen: genügt; genügte; hat genügt
ausreichen; genug haben, sein
ge|nü|gend: Adv. ausreichend; genug
ge|nüg|sam: Adj. mit wenig zufrieden;
bescheiden »ein genügsamer Mensch«
Ge|nüg|sam|keit- die; - ; -en Beschei¬
denheit; Anspruchslosigkeit
Ge|nug|tu|ung: die; - ; -en 1 Befriedi¬
gung über ein erreichtes Ziel, eine Lei¬
stung »Mit Genugtuung sah sie den er¬
klommenen Berg hinab.« 2 Befriedi¬
gung über erfolgte Vergeltung eines
Unrechts, über einen Schaden eines
anderen
ge[nu|in: tlat.i Adj. n. stg. 1 (Med.) ange¬
boren; vererbt 2 echt
Ge|nus: dato das; - ; Genera 1 Art; Gat-
lung 2 (Sprachwiss.) (grammatisches)
Geschlecht »Die >Fraut, die >Sonnet
haben das Genus Femininum ( = weib¬
lich).«
Ge|nuß —*■ Ge|nuss: der; Genusses; Ge¬
nüsse 1 Freude, Wohlbehagen bei
etw. empfinden »Sie empfand es als
Genuß, sich einmal bedienen zu
lassen.« 2 o. PI. Zufuhr, Aufnahme
von Nahrung od. anderen Stoffen (in
den Körper) »Der übermäßige Genuß
von Alkohol ist gesundheitsgefähr¬
dend.« 3 in den Genuß von etw.
kommen: Geld, Vergünstigungen o.
ä. bekommen
441
genußfreudig
ge)nu8ffrau|dig —► ge|nusstfreujdig;
Adj. offen für das Genießen; gerne
etw. genießend
ge|nü8|lich —» ge|nüss|lich: Adj. lust¬
voll; voller Genuß »Sie schleckte ge¬
nüßlich ein Eis.«
Ge|nu8|mit)tel —* Ge|m»ss|mit|tel: das;
-s; - Lebensmittel, Luxusgut, leichtes
Rauschmittel u. ä., das für den Le¬
benserhalt nicht notwendig, aber an¬
genehm, schmackhaft ist
gejnuBjreich —» ge|nuss|reich: Adj.
lustvoll; viel Genuß bietend
Ge]nuB|sucht —» Ge[nuss|sucht/Ge|-
nuss-Sucht; die; - ; - [abwert.] Gier
nach Annehmlichkeiten, gutem Essen
usw.
ge|nuB|sücb[tig —» ge|nuss|siichjtig:
Adj. gierig auf Annehmlichkeiten, gu¬
tes Essen usw.
ge|nuß|voll —*■ ge|nuss|voll: Adj. mit
viel Lust
Geo|dä|sie —*■ Ge|o|däjsje; <gr.> die; - ;
- Vermessungswissenschaff
Geo|dät —> Ge|o|dät; der; -en; -en
weibl. Geo|däjtln —* Ge|o|dä|tin: die;
- ; -nen <gr.> Vermessungswissen-
schaftlerfin)
Geogr.: Abk. a) Geographie = Erdkun¬
de b) Geographen)
geogr.: Abk. geographisch
—»• Ge|ojgraf/Ge]o|gra|fin: s. Geograph
—» Gejojgraffie; s. Geographie
—> ge]o|gra|fisch; s. geographisch
Geojgraph —Ge|o|graph/Ge|ojgraf:
igr.-lat.> /geograf/ der: -en; -en weibl.
Geo|gra]phin Ge|o|gra|phin/Ge|-
o|gra|fin: die; - ; -nen Geographie-,
Erdkundewissenschaftlerfin)
Geo|gra|phie —» Ge|o|gra|ph|e/Ge|o|-
g raffle; <gr.-lat.> /geografi/ die; - ; -
Erdkunde »Ich studiere Geographie.«
geo|gra|phisch —* ge|o|gra|phisch/
gejofgratfisch; <gr.-lat.> /geografisch/
Adj. n. stg. erdkundlich; der Geogra¬
phie zuzuordnen
Geol.: Abk. Geologie = Lehre von der
Entstehung u. vom Aufbau der Erde
geol. : Abk. geologisch
Geo|lo|ge —*■ Ge|o|lo|ge: <gr.> der; -n; -n
weibl. Geo|lo|gin —* Gejo|lo|gin: die;
- ; -nen Person, die sich mit der Ent¬
stehung u. dem Aufbau der Erde be¬
schäftigt
Geo|lo|gie —*■ Ge|o|lo|gie; <gr.> die; -; -
Lehre von Entstehung u. Aufbau der
Erde
geojlojgisch —> ge)o|lo|gisch: <gr.> Adj.
n. stg. den Aufbau, die Entstehung
der Erde betreffend
Geom.: Abk. <Math.> Geometrie -
Lehre von den Flächen u. Körpern
geom. : Abk. geometrisch
Geo|me|ter —* Ge|o|me|ter; <gr.-lat.>
der; -s; - Vermessungswissenschaftle-
r(in)
Geo|me|trie —*■ Ge|o|me|t|rie; (gr.-iat.>
die; - ; - Bereich der Mathematik, der
sich mit den gestaltlichen Gesetzmä¬
ßigkeiten u. Größenbeziehungen be¬
faßt
geo|me]trisch —* ge|o|mejt|risch: <gr.-
lat.i Adj. n. stg. <Math.> a) die Lehre
von den Flächen u. Körpern betref¬
fend b) geometrische Körper u. ä. be¬
schreibend »geometrisches Muster«
Geojmor|pho[lo|gie —> Ge|o|mor]pho|'
lofgie: <gr.> die; - ; - Zweig der physi¬
schen Geographie, der die Oberflä¬
chenformen der Erde u. ihre Entste¬
hung unter Verwendung von geologi¬
schen, geophysikalischen u. klimato-
logischen Erkenntnissen untersucht
p/io|lgjgisch; <gr.> Adj. n. stg. die Geo¬
morphologie betreffend
Geo|phy|sik —»■ Ge|o|phy)sik; <gr.-lat.>
die; - ; - Lehre von den physikali¬
schen Eigenschaften des Erdkörpers
geo|phy|si|ka|lisch —> ge|ajphyjsi|ka]-
lisch: <gr.> Adj. n. stg. die Lehre von
den physikalischen Eigenschaften des
Erdkörpers betreffend
Geo|phy|si|ker —*■ Ge|o|phy|si|ker; <gr.>
der; -s; ~ weibl. Geo|phy|sijkejrin —»
Ge|o|phy]si|ke|rin: die; - ; -nen Wis-
senschaftler(in) auf dem Gebiet der
Lehre von den physikalischen Eigen¬
schaften des Erdkörpers
Geo|pla|stik —* Ge|o|pla|sjtik: die; - ;
-en Darstellung von Tellen der Erd¬
oberfläche im Relief
geofpo|li|tisch —* ge|o|po|li]tiscl>: Adj.
n. stg. die Wechselwirkung zwischen
geographischen u. politischen Gege¬
benheiten betreffend
Geojsphä|re —* Ge|o|s|phä|re; <gr.> die;
~;- Erdsphäre; Erdoberfläche u. Erd¬
hülle, in der sidh festes Land, Wasser,
Luft, Pflanzen- u. Tierwelt u. die Ein¬
wirkung des Menschen berühren u.
teilweise durchdringen
Geo|tek|tojnik —» Ge|o|tekjto]nik; die;
~ ; - Lehre von Entwicklung u. Auf¬
bau der gesamten Erdkruste
Geo|ther|mik —*• Ge|o|ther|mik: die; - ;
- Lehre u. Wissenschaft der Erd¬
wärme
Geo|wis|senjschafften —* GeJo|wis|-
senjschafften: die (PI.) alle Gebiete,
Wissenschaften, die sich mit der Er¬
derforschung beschäftigen
geo|zen|trisch —> ge|o|zen|t|risch:
Adj. n. stg. <Astronomie> a) die Erde
als Mittelpunkt begreifend »geozen¬
trisches Weltbild« b) auf den Erdmit¬
telpunkt bezogen
geo|zy|klfsch —» ge|o|zylk|lisch: Adj. n.
stg. <Astronomie> den Erdumlauf um
die Sonne betreffend
Gep.: Abk. Gepäck
Gejpäck: das; -(e)s; - (PL nur in Zu¬
sammensetzungen: Gepäckstücke)
Dinge, Gegenstände, die man auf eine
Reise o. ä.mitnimmt
Ge|pack|ab|fer|ti|gung: die; -; -en 1 An¬
nahme des Gepäcks zum Weitertrans¬
port 2 Schalter in Flughäfen, Bahn¬
höfen o. ä., an dem das Gepäck zum
Weitertransport angenommen wird
Ge|päck|ab|lage: die; - ; -n Aufbewah¬
rungsstelle für Gepäckstücke
Ge|päck|an]nah|me: die; •; -n 1 Annah¬
me des Gepäcks zum Weitertransport
2 Schalter in Flughäfen, Bahnhöfen
o. ä., an dem das Gepäck zum Weiter¬
transport angenommen wird
Ge|päck|kon|trol|le—* Ge|päckjkonjt|-
die; - ; -n Überprüfung des Ge¬
päcks bei Grenzüberquerung
Ge|päck|netz: das; -es; -e Netz, in das
kleinere Gepäckstücke gelegt werden
können
G«|päck|schal|ter: der; -s; - Ort, an
dem der Transport des Gepäckes be¬
zahlt, das Gepäck abgegeben od. ab¬
geholt werden kann
Ge|pSck|schein: der; ~(e)s; -e Quittung
für abgegebenes Gepäck
Ge|päckjstück: das; -(e)s; -e Koffer;
Tasche; Paket
Ge|päck)trä|ger: der; -s; - weibl. Ge|-
päckjträ|ge|rin: die; - ; -nen 1 nur
männl. Form Vorrichtung an Fahr¬
zeugen, meist hinten an Zweirädern,
die speziell für Gepäck angefertigt ist
2 Person, die Gepäck für jmdn. trägt
Ge|päck(ver|si|che|rung: die; -; -en Ab¬
sicherung des Gepäckes gegen Verlust
od. Beschädigung
Gejpard: (fr.-it.-lat.> der; -s; -e <Zoob zu
den Mittelkatzen gehörendes Raub¬
tier von hundeähnlicher Gestalt mit
geflecktem Fell
gelpgrtt: Adj. n. stg. 1 [selten] mit Perlen
geschmückt 2 <Art der Gefiederfär¬
bung bei Vögeln) mit perlenartigen
Tupfen, Flecken
ge|pfefjfert: Adj. 1 <Speisen> a)mit Pfef¬
fer gewürzt b) von scharfem, pfefferi-
gern Geschmack 2 <übertr.; Preis)
[ugs.] sehr hoch »Ich habe eine gepfef¬
ferte Rechnung bekommen.« 3 Reak¬
tion) sehr angriffslustig, aggressiv
(antwortend)
gepfl.: Abk. 1 gepflanzt 2 gepflegt
gejpflegt: Adj. gepflegter; gepflegteste
äußerlich eine gute Erscheinung ha¬
bend »ein gepflegterlgepflegt ausse¬
hender Mann« Ant.: ungepflegt
Gejpflegt|heifc die; - ; • a) Ordentlich¬
keit b) Apartheit c) Vornehmheit
Ge|pflgjgen|heit: die; - ; -en übliches,
traditionelles Verhalten (bei einer Ge¬
legenheit)
gepr.: Abk. 1 gepreßt 2 geprüft
Ge|prah|le: das; -s; - [abwert.] Angebe¬
rei; Ä ufschneiderei; Wichtigtuerei
Gejprän]ge: das; -s; - [geh.] Schmuck¬
stück; Prunk; Pracht; Pomp
G«|pras|se): das; -s; - anhaltendes Ge¬
räusch wie von heftigen Regentrop¬
fen
gepr. u. gen.: Abk. geprüft u. genehmigt
gejpunk|tet: Adj. n. stg. 1 mit Punkten
bedruckt »Sie trug gepunktete
Unterwäsche.« 2 aus Punkten be¬
stehend »Sie müssen auf der gepunkte¬
ten Linie unterschreiben.«
Ge|quietjsche: /gekwitsche/ das; -s; -
[ugs.; oft abwert.] anhaltendes, krei¬
schendes Geräusch wie von nicht
geölten Rädern
Ger.: Abk. 1 Gerät 2<Rechtsw.> Gericht
ger.: Abk. 1 gerade 2 gerecht 3 geregelt 4
gereinigt 5 gerichtlich 8 geronnen
ge[rajde: I Adv. 1 zeitlich in diesem Mo¬
ment; in diesem, dem soeben vergan¬
genen Moment »Ich bin gerade
fertiggeworden.« 2 fast nicht mehr,
nur mit großer Mühe u. ganz knapp
»Ich habe den Bus noch gerade
erwischt.« 3 <verst.> [ugs.] jetzt auf je¬
den Fall, um jeden Preis; jetzt erst
recht »Nach deinen Ermahnungen ge¬
he ick gerade!« 4 [ugs.] schnell »Ich ge¬
he mal gerade zum Bäcker.« II Adj. n.
stg. 1 <Math.; Zahl) durch zwei teilbar
2 nicht schief; nicht krumm »Stell
dich gerade hin!« 3 offen seine Mei¬
nung äußern »etw. gerade(heraus)
sagen« III Partikel 1 abmildernd bei
einem Tadel, bei Kritik o. ä.«Na, ge-
442
Gereiztheit
rade gut war das aber nicht!« 2 bringt
eine Mißstimmung zum Ausdruck
» Warum muß das gerade jetzt sein?« 3
verstärkt den Hinweis auf jmdn. in ei¬
ner Aussage o. ä.«Gerade du solltest
keine guten Ratschläge geben!«
—* ge(ra|de biejgen: s. geradebiegen
(I)
—*■ ge|ra|de hallten: s. geradehalten
—» ge|ra|de richten: s. geraderichten
0) '
—»• ge|ra|de sit|*en: s. geradesitzen
—»• gejra|de stejhen: s. geradestehen (1)
—*■ gejrajde stellten: s. geradestellen
gelraldelaus: Adv. in Richtung gerade
nach vorne »Sie müssen nach ca. 500
m geradeaus in die Einfahrt einbie¬
gen.«
ge|ra|de|bie|gen: biegst gerade; bo-
g(e)st gerade; hast geradegebogen 1
—*• ge|ra|de bie|gen —*hast gerade
gebogen•*— etw. Krummes in eine Li¬
nie bringen 2 etw. in Ordnung brin¬
gen, richten
ge|ra|de|hal|ten —* ge|rajde haljten:
hältst gerade; hieltfejst gerade; hast
geradegehalten —»hast gerade
gehalten<— jmdn., etw. in einer Li¬
nie, nichtschief halten
ge|ra|de|he|r|aus: Adv. [ugs.] ohne Um¬
schweife
ge]ra|de|hin: Adv. leichtsinnig
ge|ra|de|rich|tea' richtest gerade; richte¬
test gerade; hast geradegerichtet 1 —»
ge[ra|de rich|ten —»hast gerade
gerichtet*— etw. Krummes in eine
gerade Linie bringen 2 etw. in Ord¬
nung bringen, richten
ge|rä|derL* Adj. n. stg. [ugs.] müde; ka¬
putt; körperlich zermürbt
ge(ra|de|sit|zen —» ge|ra|de sit|zen:
sitzt gerade; saß(es)t gerade; hast ge¬
radegesessen —»hast gerade gesessen
<— mit geradem Rücken, nicht mit
gewölbtem Rücken sitzen
ge[ra|de|so: Adv. genau, exakt so
—* ge(ra|de|so gut: s. geradesogut
—* ge|ra|de|so viel: s. geradesoviel
ge|ra}de|so|gut —» ge|ra|de|so gut:
Adv. genausogut
ge(ra|de|so|viel —» ge|ra|de|so viel:
Adv. genausoviel
ge|ra|de|ste|hen: stehst gerade; standest
gerade; hast geradegestanden 1 —»
ge|ra|de stellten —»hast gerade
gestanden<— in einer geraden Hal¬
tung stehen 2 sich für das Gelingen
od. Mißlingen einer Tätigkeit, Hand¬
lungsweise verantwortlich zeigen
ge|ra|de|stel|len —> ge|ra|de stellen:
stellst gerade; stelltest gerade; hast ge¬
radegestellt —»hast gerade gestellt
*— etw. in eine Linie stellen
ge|ra|de|wegs/[schweiz.] ge|ra|des|-
wegs: Adv. ohne Umweg; direkt
ge|ra|de|zu: Adv. a) räumlich in gerader
Linie b) <übertr.> direkt; ohne Um¬
schweife (etw. sagen, tun)
ge|rad|läu|fig: Adj. n. stg. in einer ge¬
raden Linie verlaufend
ge|rad|li|nig: Adj. 1 a) in gerader Linie;
b) direkt 2 ehrlich
Ge|ran|gel: das; -s; - [ugs.] (längere
handgreifliche) Auseinandersetzung
um etw. , was jeder haben, über das je¬
der bestimmen möchte
Ge|ra|nie: <gr.-lau /gerani«j die; - ; -n
Zierstaude, die in vielen Farben blü¬
hend als Balkonpflanze beliebt ist
Ge|rät: das; ~(e)s; -e a) (technisches) In¬
strument, mit dem eine Arbeit ausge¬
führt wird » Unser Nachbar hat ein Ge¬
rät, mit dem man Eiscreme herstellen
kam.« b) o. PL Gesamtheit der Gerä¬
te, die für etw. notwendig sind
ge|ra|ten: gerätst; gerietfejst; bist gera¬
ten 1 gelingen; gut werden; ein gutes
Ergebnis erzielen »Das Essen ist
geraten.« 2 in eine Situation, einen
Zustand kommen »Er ist in eine ge¬
fährliche Situation geraten.« 3 nach
jmdm. geraten: einem Verwandten
ähnlich sein »Das Kind ist nach der
Mutter geraten.« 4 außer sich
geraten: unkontrolliert wütend wer¬
den
Ge|rajte|schup|pen: der; -s; - kleines
(Holz-)Häuschen, Anbau für die Auf¬
bewahrung von Gartengeräten »Der
Rasenmäher steht im Geräteschup¬
pen.«
Ge|rä)te|tur|nen: das; -s; - Turnen an
Sportgeräten wie Schwebebalken,
Barren, Pferd, Reck, Ringe usw.
Ge|rä|te|übung —» Ge|rä|te|ü|bung:
die; ~ ; -en Tumabfolge an einem
Turngerät
Ge|ra|te|wohl: in der Wendung aufs
Geratewohl: ohne vorherige Anmel¬
dung, Absicherung »Ich fuhr aufs Ge¬
ratewohl in den Urlaub.«
gelraunt: Adj. n. stg. [geh.] von längerer
Dauer »Sie ist schon seit geraumer
Zeit krank.«
qelräulmiq: Adj. viel Raum, Platz bie¬
tend »ein geräumiger Keller«
Gelräulmiglkeit: die; - / - Zustand, viel
Raum u. Platz zu bieten
Gelraulne: das; -s; - anhaltendes leises,
unterdrücktes Sprechen, Flüstern
Gelräusch: das; -fe)s; -e etw., was man
hört »Da war ein komisches Geräusch
vorder Tür.«
qelräuschlarm: Adj. geräuscharmer; ge¬
räuscharmste mit kaum vernehmba¬
ren Lauten; leise
Gelraulsche: das; -s; - anhaltendes Ge¬
räusch wie bei einem Fluß, fließen¬
dem Wasser
ge|räusch|emp|find|lich: Adj. empfind¬
lich gegen Lärm
Ge)räusch|ku|lis|se: die; - ; -n Ge¬
räusche, die etw. od. jmdn. umgeben,
begleiten
qelräuschllos: Adj. n. stg. ohne Ge¬
räusche, Lärm; lautlos
Ge|rausch|lo|sig[keit: die; ~ ; - Lautlo¬
sigkeit
Ge|räusch|mes|ser: der; -s; - (Technik)
Apparat, der die Intensität von Lau¬
ten, Lärm erfaßt
Gelräuschlpelqel: der; -s; ~ Lautstärke
eines Geräusches, Lärms
ge|räusch|voll: Adj. voll von Geräusch¬
en; laut
Gelräuslper: das; -s; - anhaltende, wie¬
derholte Geräuscherzeugung in der
Kehle
geijben: gerbst; gerbtest; hast gegerbt 1
Tierhäute zu Leder verarbeiten 2
jmdm. das Fell gerben: 1. jmdn. hef¬
tig kritisieren 2. jmdn. finanziell aus¬
nehmen 3. jmdn. verprügeln
Geijber: der; -s; - weibl. Ger|be|rin: die;
- ; -nen Person, die Tierhäute zu Le¬
der verarbeitet
Ger|be|ra: die; - ; ~ u. -s Blume, (Korb-
blütler-)Pflanze, die große, margeri¬
tenförmige Blüten hervorbringt
Getjbe|rei: die; ~ ; -en Werkstatt, in der
Tierhäute zu Leder verarbeitet wer¬
den
Gerb|mit|tel: das; -s; - Stoff, der bei der
Weiterverarbeitung von Tierhäuten
zu Leder verwendet wird
Gerb|säu|re: die; ~ ; -n aus Pflanzen er¬
zeugter Stoff, der bei derWeiterverar-
beitung von Tierhäute zu Leder von
Bedeutung ist
Gerb[stoff: der; -fe)s; -e aus Pflanzen
erzeugter Stoff, der bei der Weiterver¬
arbeitung von Tierhäuten zu Leder
von Bedeutung ist
ge|recht: Adj. gerechter; gerechteste 1 a)
den Gesetzen u. dem moralischen
Empfinden entsprechend »Der Rich¬
ter fällte ein gerecktes Urteil.« b) den
allgemeinen (gesellschaftlichen)
Wertmaßstäben entsprechend »Sie
teilte den Kuchen in gerechte Anteile
auf.« 2 einem Anlaß, einer Situation
o. ä. entsprechend
ge|rech|ter|wei|se: Adv. gebührender¬
weise; wie es etw. od. jmdm. gebührt;
wie es etw. od. jmdm. gegenüber fair
ist; richtigerweise
ge|recht|fer|tigt: Adj. n. stg. richtig; in
der Richtigkeit o. ä.bewiesen, erklärt,
dargestellt
Ge|rech|tig|keit: die; - ; - 1 Haltung,
Entscheidung gemäß der bestehenden
Gesetze bzw. entsprechend dem allge¬
meinen Rechtsempfinden 2 etw., was
als gebührend erachtet wird 3 [veralt.]
Berechtigung 4 ausgleichende
Gerechtigkeit: etw., was gebührend,
als Wiedergutmachung für eine Un¬
gerechtigkeit erachtet wird
Ge|rech|tig|keitstfa|na|ti|ken der; -s; -
weibl. Ge|rech|tig|keits|fa|na|tijke|rfn:
die; - ; -nen Person, die über das nor¬
male Maß hinaus auf Gerechtigkeit
besteht
Ge|rech|tig|keits|ge|fühl: das; -(e)s; -e
Empfindung von, für Gerechtigkeit
ge|rech[tig|keits|lie|bend: Adj. n. stg.
für die Gerechtigkeit kämpfend, sie
als sehr wichtig empfindend
Ge|rech[tig|keits|sinn: der; -fe)s; -
Empfindung von, für Gerechtigkeit
Ge|re|de: das; -s; -1a) wiederholtes, in¬
haltsloses Reden b) abfälliges, oft
nicht der Wahrheit entsprechendes
Reden, Gerücht über jmdn. 2 a) jmdn.
ins Gerede bringen: dafür sorgen,
daß über jmdn. schlecht gesprochen
wird b) ins Gerede kommen: selbst
der Gegenstand von Lügen, Klatsch
o. ä.sein
ge|re|gelt: Adj. a) in Ordnung gebracht;
geordnet b) planmäßig; regelmäßig
gejreift: Adj. gereifter; gereifteste zu ei¬
ner Persönlichkeit geworden
gefreizt: Adj. gereizter; gereizteste
(Stimmung; Laune> nervös u. zu Ag¬
gressivität neigend
Ge|rejzt]heit: die; - ; - Zustand, in dem
eine Person sehr ärgerlich, nervös,
überempfindlich reagiert
443
geriatrisch
ger|ia|trisch —* ge|iji|ajt|risch: Adj. n.
stg. (Med.) die Altenheilkunde betref¬
fend
Gejrichb das; -fejs; -e (meist gekochte)
Speise, Mahlzeit »Ich habe ein neues
Gericht gekocht.«
Gelncht das; -(e)s; -e 1 <Rechtsw.> öf¬
fentliche Institution, die den Gesetzen
gemäß bei Streitigkeiten, Verstößen
gegen das festgeschriebene, geltende
Recht usw. ein Urteil fällt »als Zeuge
vor Gericht aussagen« 2 das Jüngste,
Letzte Gericht: (besonders christliche
Religion) Tag des Weltuntergangs;
das göttliche Gericht über die
Menschheit 3 mit jmdm. ins Gericht
gehen: jmdn. streng tadeln, ihn ener¬
gisch zurechtweisen
ge|rich|tet: Adj. n. stg. auf etw. gezielt
gejrjchtjllch: Adj. n. stg. <Rechtsw.> 1
auf das Gericht bezogen, ihm zuzu¬
ordnen 2 aufgrund eines Beschlusses
einer gerichtlichen Instanz
Ge[richts|ak|te: die; - ; -n <Rechtsw.> ge¬
sammelte Schriftstücke (zu einem
Fall, der bei Gericht liegt, lag)
Ge[richts|arzt: der; -es; -ärzte weibl.
Ge|richts|ärz|tin: die; - ; -nen
<Rechtsw.> Medizinerfin), meist Pa-
thologe/Pathologin, der/die für das
Gericht arbeitet, um medizinische
Fragen in Rechtsfälien zu beantwor¬
ten
ge|richts|ärzt|lich: Adj. n. stg.
(Rechtsw.) von einem Gerichtsarzt
ausgeführt, ihn betreffend
Gejrichts|baijkeit: die; - ; -en
(Rechtsw.) a) rechtsprechende
Gewalt(ausübung) b) o. Pi. Berechti¬
gung, Recht zu sprechen
Gejrichts|be|richtter|stat|ten der; -s; -
weibl. Ge|richts|be|richt|erjstat(te|rin:
die; - ; -nen Reporterin), der über
Gerichtsfalle schreibt, berichtet
Ge|rjchtejbe|schlu6 —* Ge|richts|be|-
schfuss: der; -beschlusses; -beschlösse
<Rechtsw.> Ergebnis eines Prozesses;
richterliche Entscheidung
Ge|richts|be|zirk: der; ~(e)s; -e
(Rechtsw.) Raum, Gebiet, für den,
das ein Gericht zuständig ist
Ge|richtslant|schefd: der; -(e)s; -e
(Rechtsw.) Beschluß eines Gerichts
Ge|richts|ent|schei|dung: die; - ; -en
(Rechtsw.) Beschluß eines Gerichts
Gejrichts|ge|bäu|de: das; -s; - (großes)
Haus, in dem Gerichtsverhandlungen
staufinden, in dem Recht gesprochen
wird
Gejrichtsjhof: der; -{e)s; -h'öfe
(Rechtsw.) a) höhere gerichtliche In¬
stanz b) <hist.) gerichtliche Instanz, an
der mehrere Richter tätig sind
Ge|richts|ho|heifc die; ■- ; -en <Rechtsw.>
Erlaubnis zur Rechtsprechung
Ge|richtsjkojsten —* Ge|richts|kos|-
teh: die (PI.) <Rechtsw.> Kosten, die
durch ein Verfahren bei Gericht ent¬
standensind
Ge|richtsjme|dl)zin: die; - ; - (Rechtsw.)
Bereich der Medizin, der sich mit auf¬
kommenden naturwissenschaftlichen,
medizinischen Fragen bei Gerichts¬
verfahren beschäftigt
Ge|richts|me|di|zi|ner: der; -s; - weibl.
Ge|r1chte|me|dijzi|ne|rin: die; - ; -nen
(Rechtsw.) Mediziner(in), meist Pa-
thologe/Pathologin, der/die für das
Gericht arbeitet, um medizinische
Fragen in Rechtsfallen zu beantwor¬
ten
Gefrichtsjorh der; -(e)s; -e (Rechtsw.)
Stadt, Ort, in der/an dem (in einem
bestimmten Fall) ein Prozeß ange¬
strengt, geführt wird, werden muß
Ge|richts|saal: der; - ( e )s; -säle Zimmer,
in dem Verfahren, Prozesse verhan¬
delt werden
Ge|richts|schrel|ber: der; -s; - weibl.
Ge|richts|schrei|berin: die; - ; -nen
(Rechtsw.) Person, die Protokoll bei
einem gerichtlichen Verfahren führt
Gejrichts|spra|che: die; - ; -n spezielle
Wortwahl bei Verhandlungen, ge¬
richtlichen Abläufen
Ge|richts|stand: der; -(e)s; -stände
(Rechtsw.) Ort, an dem ein (zuständi¬
ges) Gericht ist, an dem gegen jmdn.
prozessiert werden kann
Ge|r1chts(terjmin: der; -(e)s; -e
(Rechtsw.) Datum, an dem eine ge¬
richtliche Verhandlung stattfindet
Ge|ijchtsjurjteil: das; -(e)s; -e
(Rechtsw.) (endgültiger) Beschluß,
Entscheid eines Gerichtsverfahrens
Ge|richts|verjfah|ren: das; -s; -
(Rechtsw.) Untersuchung eines Falles
durch eine gerichtliche Instanz mit
anschließender Urteilsverkündung
Ge|richtsfveijfaslsung: die; ~ ; -en
(Rechtsw.) Aufbau u. Gerichtsbarkeit
der Gerichte
Ge|richtsjverjhand|lung: die; - ; -en
(Rechtsw.) Untersuchung eines Falles
durch eine gerichtliche Instanz mit
anschließender Urteilsverkündung
ge|richts|ver|wertibar: Adj. n. stg.
(Rechtsw.) für ein Verfahren von
Nutzen; vor Gericht als Beleg für etw.
vorzubringen
Ge|richts|voll|zte|her: der; -s; - weibl.
Ge|richts|voll|zie|he|rin: die; - / -nen
(Rechtsw.) Person, die gerichtlich an¬
geordnete Zwangsvollstreckungen
ausführt
Ge|richtsjweg: der; -fe)s; -e (Rechtsw.)
Versuch der Durchsetzung eines per¬
sönlichen Anliegens, Interesses per
Gerichtsverfahren u. -entscheid
Ge|richts|we|sen: das; -s; - (Rechtsw.)
Gesamtheit dessen, was in Zusam¬
menhang mit gerichtlichen Institutio¬
nen steht
ge|rie|ben: Adj. listig; hinterlistig; ver¬
schlagen; abgebrüht; gerissen; durch¬
trieben
ge|ring: Adj. 1 nicht viel, hoch, sondern
eher niedrig »Die Nebenkosten sind
gering.« 2 eine nicht sehr hohe gesell¬
schaftliche Position; sozial niedrig
»Sie war von geringer Herkunft.« 3
nicht im geringsten —» nicht im Ge¬
ringsten; nicht das Geringste: gar
nicht 4 (um) ein Geringes (weniger,
mehi): nur wenig (weniger, mehr)
—* gejring achjten: s. geringachten
—* gejring schätzen: s. geringschätzen
ge|ring|ach|ten —» gejring achjten:
achtest gering; achtetest gering; hast
geringgeachtet —> hast gering geach¬
tet «— etw. od. jmdn. nicht (sehr
hoch) schätzen; etw. od. jmdn. mi߬
achten
Ge|ring|achjtung: die; • ; - a) Mißach¬
tung b) Verachtung
gejrinjgelt: Adj. n.stg. quergestreift »Sie
trägt ein blau weiß geringeltes Kleid.«
ge|ring|fii|gig: Adj. von geringem Aus¬
maß; von geringer, untergeordneter
Bedeutung »Es traten nur geringßgi-
ge Probleme auf.«
Ge|ringjfü|gig|keit: die; - ; -en a) Neben¬
sächlichkeit b) o. PI. Belanglosigkeit
ge|nng|schät|zen —* gejring schät¬
zen: schätzt gering; schätztest gering;
hast geringgeschätzt —>hast gering
geschätzt«— etw. od. jmdn. nicht
(sehr hoch) achten; etw. od. jmdn.
mißachten
ge|ring|schätjzig: Adj. abwertend
Ge|ringjschät|zig|keit: die; - ; -en Ab¬
wertung
Gejringjschätjziing: die; - ; -en Abwer¬
tung
ge|ring|atenjfalls —> gejringsjtenjfalls:
Adv. [geh.] wenigstens
ge|ringst|mög|Hch: Adj. n. stg. so wenig
wie möglich
ge|ring|wer|tig: Adj. abwertig; von we-
nfg Bedeutung, Wert
gejrinnjbar: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß es gerinnen, sich verfestigen kann
Ge|rinn|baijkeit: die; - ; - substantielle
Beschaffenheit, die einen Stoff gerin¬
nen lassen kann
gejrinjnen: gerinnt; gerann; ist geronnen
(eiweißhaltiger Stoff) (durch Hitze¬
einwirkung) die Form, Beschaffen¬
heit verändern, Flocken bilden, ver¬
dicken
Gejrinnjsel: das; -s; - 1 dünner Flüssig¬
keitsstrahl 2 geronnene Flüssigkeit 3
(Med.) kleinerer, fester Blutklumpen,
der den Blutkreislauf behindert u. so
zum plötzlichen Tod eines Lebewe¬
sens führen kann
Gejrinjnung: die; - ; -en (PL s.) Vor¬
gang der Klumpenbildung
ge|rin|nungs|fä|hig: Adj. n. stg. so be¬
schaffen, daß es gerinnen kann
Gejrin|mmgs|fä|hig|keit: die; ~ ; -en
(Med.) Beschaffenheit, gerinnen,
stocken zu können
Ge|rin|nungsjfakjtor. der; -s; -en (Med.)
Eiweiß, das für die Gerinnung bedeu¬
tend ist
Ge|rip|pe: das; -s; - 1 Knochengerüst,
Gesamtheit der Knochen eines Lebe¬
wesens (ohne Muskeln, Haut usw.)
Das Gerippe der Katze lag im Wald.«
2 [ugs.] extrem dünner, knochiger
Mensch »Du Gerippe könntest ein
paar Kilo mehr gebrauchen.«
gejris|sen: Adj. 1 (Charakter) sehr pfif¬
fig seinen Vorteil erzielend »Er ist ein
sehr gerissener Anwalt.« 2 mit einem
Loch, Riß versehen »Die gerissene
Hose kannst du nicht mehr anziehen.«
3 <Tier> von einem Raubtier getötet
Ge|ris|sen|heit: die; - ; - Listigkeit; Hin¬
terlistigkeit; Verschlagenheit; Abge¬
brühtheit; Durchtriebenheit
Germ: der u. die; -s; - (suddl.; österr.
auch] die; ~ ; - Hefe »Wir haben Germ
gemacht.«
germ(an).: Abk. germanisch
Geijmsijne: der; -n; -n (hist.) Angehöri¬
ger eines Stammes, der in der Römer-
2eit östlich des Rheins lebte
Gerjmajnia: die; - ; - Frauengestalt als
Sinnbild, Symbol Deutschlands
444
Gesamteindruck
Ger|ma]ni|en: o. Art.; -s; - <hist.> römi¬
sche Bezeichnung für das Land, das
die Germanen bewohnten
gertma|nisch: Adj. die Germanen, de¬
ren Sprache, Kultur usw. betreffend
ger[ma|ni|sie|rer>: germanisierst; germa¬
nisiertest; hast germanisiert a)
Deutschland zugehörig machen b)
der deutschen Sprache angleichen
Gertma|ni|sjejrung: die; - ; -en a) Zuge-
hörigmachung zu Deutschland b) An¬
gleichung an die deutsche Sprache
Gerjma|nist: <lat.> der; -en; -en weibl.
Ger|ma|ni|stin —» Gerjma|nis|tin: die;
- ; -nen Wissenschaftler(in), der, die
sich mit der deutschen Literatur u.
Sprache befaßt
Geijma|ni[stik —» Ger[ma|nis|tik: die;
~ ; - deutsche Sprach- u. Literaturwis¬
senschaft, teilweise (vor allem im
Ausland) unter Miteinbeziehung der
deutschen Landeskunde, Geschichte,
Kultur, Volkskunde u. Altertums¬
kunde
ger]ma|ni)stisch —> ger|ma|nis|tisch:
Adj. n. stg. die deutsche Literatur- u.
Sprachwissenschaft betreffend
Geiima|no|phi|Ne: die; - ; - Zuneigung
zu allem, was die deutsche Kultur,
Lebensweise usw. betrifft
Gerjma|no|pho|bie: dat; gr.> die; - ; -
Furcht, Haß, Ablehnung allem ge¬
genüber, was die deutsche Kultur, Le¬
bensweise usw. betrifft
gern/getjne: Adv. 1 a) Zuneigung für
jmdn. od. etw. empfindend »Ich habe
ihn gern, aber sie mag ick lieber.« b)
etw. mit Freude, Vorliebe ausführend
»Ich tanze gerne. aber am liebsten
wandere ich.« 2 das hab’ ich gem(e)!:
[ugs.; iron.] eine Äußerung der Verär¬
gerung o. ä. »Ohne zu fragen, leihst du
dir mein Auto! Vas hab' ich gerne!« 3
gern geschehen: Antwort, wenn sich
jmd. bedankt »Ich danke Ihnen! - Gern
geschehen!« 4 der, die kann mich gern
haben: [ugs.] mit einer Person will
jmd. nichts mehr zu tun haben
gern|ge|se|hen —» gern ge|se|hen:
Adj. n. stg. immer mit Freundschaft,
Freundlichkeit begrüßt »gerngese¬
hene Gäste«
Ge|röll/Ge|röl|le: das; Geröll(e)s; Ge¬
rolle größere Anzahl loser Steine
Ge|iöll|hal|de: die; • ; -n Halde, Auftür¬
mung mit lockerem Gestein
Gejrplljschutt: der; -(ejs; - Abfall aus
Gesteinen
Ge|ron|to|lofgie: <gr.> die; - ; - <Med.> a)
Erforschung der Alterung des Men¬
schen u. von Alterungsprozessen im
menschlichen Körper b) Untersu¬
chung von Krankheitsverläufen in
unterschiedlichen menschlichen Le¬
bensaltern
Ge|rö|stejte —* Ge|rösfte)te: das; -n; -n
(o. Art. od. mit vorangestellter Men¬
genangabe: Geröstetes) [süddt.;
österr.] gebratene Kartoffeln
Geijste —* Gersjte: die; - ; -n niedrig
wachsende Getreidesorte mit be-
grannten Ähren, die zum Bierbrauen
od. Füttern verwendet wird
Geij$ten|kom —* Gers|ten|kom: das;
-(ejs; -körner Abszeß der Liddrüse
Ger|sten|saft —> Gersften|saft der;
-(e)s; -safte [scherzh.J Bier; alkoholi¬
sches Getränk aus Malz u. Hopfen
Ger]sten|schrot —» Gers|ten|schrot
der; -(e)s; -e nicht sehr fein gemah¬
lene Gerste
Ger[sten[sup|pe —> Gersften|sup|pe:
die; -; -n Suppe, die Gerste enthält
Geijsten|zucker (Gerjsten|zuk|ker —>»
Gers|ten|zu|cker): der; -s; - Zucker
aus Gerste
Geijte: die; - ; -n dünner Holzstock »Sie
schnitt eine Gerte vom Strauch ab.«
geijten|sch!ank: Adj. n. stg. besonders
schlank
Gejrych: der; -(e)s; Gerüche mit dem
Geruchssinn, über die Nase aufzu¬
nehmender, wahrnehmbarer, oft an¬
genehmer od. unangenehmer Duft
ge|ruch)frei/ge|ruchs|frei: Adj. n. stg.
geruchlos; ohne Geruch
ge|ruch|los: Adj. n. stg. ohne Geruch,
Duft; geruchsfrei
Ge|(uchflo|sig|keit: die; - ; - Geruchs¬
freiheit
Ge|ruchs|bejlä|sti|gung —> Ge|ruchs|-
be|läs|ti)gung: die; - ; -en Störung,
Beeinträchtigung des Wohlbefindens
durch üblen Geruch
ge|ruchs|bln|dend: Adj. n. stg. (schlech¬
ten) Geruch vermindernd
ge|ruchs|emp|find(lich: Adj. äußerst
sensibel Gerüchen gegenüber
Ge|ruchs|emp|fin|dung: die; - ; -en Sen¬
sibilität in bezug auf Geruch, Gerü¬
che
ge|mchs|frei/ge|ruch|frei: Adj. n. stg.
geruchlos; ohne Geruch
Gejruchs|nerv: der; -s; -en Nerv, der für
das Erkennen von Gerüchen zustän¬
dig ist
Ge|ruchs|or|gan: das; -(e)s; -e Nase;
Organ zum Riechen, das die Empfin¬
dung eines Geruchsreizes weiterleitet
Ge|ruchs|sinn: der; -(e)s; - Vermögen,
Gerüche wahrzunehmen; Riechsinn
eines Lebewesens
Ge|rüchh das; -(e)s; -e a) etw., was er¬
zählt, verbreitet wird u. nicht auf
Wahrheit überprüft ist b) etw. für ein
Gerücht halten: [ugs.] etw. keinen
Glauben schenken, es für falsch, un¬
wahr halten
Ge|rüch[te|kü)che: die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert.] Ort, an dem Halbwahrheiten
od. Lügen in Umlauf gebracht wer¬
den
Ge|rüchjte|ma|cher. der; -s; - weibl.
Gejrüch|te|ma|che|rin: die; - ; -nen
[abwert.) Person, die gerne Gerüchte,
Halbwahrheiten od. Lügen in Um¬
laufbringt, erzählt
ge|rücht[wei|se: Adv. in Andeutungen
Ge|ni|fe: das; -s; - [meist abwert.] anhal¬
tendes lautes Sprechen, Rufen,
Schreien
ge|ru[han: geruhst; geruhtest; hast ge¬
ruht [geh.; veralt.; auch iron.] (jmdm.)
die Gnade erweisen, etw. zu tun
ge|ruhjsam: Adj. langsam; gemütlich;
behäbig
Ge)ruh|sam|keit: die; • ; -en Langsam¬
keit; Gemütlichkeit; Behäbigkeit
Ge|rum|pel: das; -s; - anhaltender
(dumpfer) Lärm; Gepolter
Ge|rüm|pel: das; -s; - [meist abwert.]
Vielzahl, Gesamtheit, alter, un¬
brauchbarer Gegenstände
Ge|runtdi|um: <lat.> das; -s; Gerundien
jgerundm/ <Sprachwiss.> in der latei¬
nischen Grammatik der deklinierte
Infinitiv
Ge[runjdiv: <lat.> /gerundif/ das; -s; -e
/gerundjwrj <Sprachwiss.> Verbalad¬
jektiv, das die Notwendigkeit einer
Handlung bezeichnet
Ge|run|di[vum: <lat.> /gerundiwum/das;
-s; Gerundiva jgermdiwa] <Sprach-
wiss.> in der lateinischen Sprache vor¬
kommendes Verbaladjektiv, das die
Notwendigkeit einer Handlung be¬
zeichnet
Ge|rüst: das;-(e)s; -ela) (gedankliche)
Konstruktion, entworfene Gesamt¬
struktur b) «Literaturwiss.; Kunst)
tragende Konstuktion, Entwurf, Auf¬
bau eines Romans, Gemäldes o. ä. 2
<Bio.> (statische) Trägerkonstruktion,
Skelett eines pflanzlichen od. Tieri¬
schen Gebildes, Körpers 3 <Archit.>
tragende Konstruktion eines in Be¬
tonskelettbauweise u. a. errichteten
Bauwerks 4 aus Stangen u. Brettern
errichtetes Gestell zur Ausführung
von Außenbauarbeiten u. ä.
Ge|rüst|bau: der; -(ejs; -bauten Bau ei¬
ner Konstruktion für Bau-, Repera-
tur-, Montagearbeiten
Ge|rüst|bau|er. der; -s; - weibl. [selten]
Ge|rüst|baue|rin —*■ Ge|rüst|bauje|-
rin: die; - ; -nen Person, die beruflich
Gerüste aufbaut
Ge|rüt|tel: das; -s; - anhaltende schüt¬
telnde Bewegung
Ges.: Abk. 1 Gesamt- 2 Gesandte(r) 3
Gesang 4 Geselle 5 Gesellschaft 6 Ge¬
sellschafter 7 Gesetz 8 Gesuch
ges.: Abk. 1 gesammelt 2 gesamt 3
gesehen 4 gesellschaftlich 5 gesetzlich
6 gesichert 7 gesucht 8 a) gesund b) ge¬
sundet
Gejsab|ber: das; -s; - [ugs.; abwert.] an¬
haltendes Herausfließen von Speichel
Ge|salb|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gesalbter; eine Ge¬
salbte; zwei Gesalbte) <kath. Religion)
Person, die eine Salbung bekommen
hat
Ge|sai[ze|ne: das; -n; -n (meist o. Art.
od. mit vorangestellter Mengenanga¬
be: Gesalzenes) Fleisch, das stark ge¬
salzen wird
ge|samt: Adj. n. stg. 1 alles zusammen
(genommen) »Vas gesamte Haus wird
renoviert.« 2 im gesamten —» im
Gesamten: alles zusammengenom¬
men
Ge|samt|an|sicht: die; • ; -en 1 Anblick
eines Ganzen in der gesamten Aus¬
dehnung 2 vollständige Meinung,
Auffassung von etw.
Ge[samt|auf)la|ge: die; - ; -n <Druckw.>
alle Drucke, Exemplare eines Druk-
kerzeugnisses
Ge|samt|daijstel|lung: die; - ; -en voll¬
ständige Erklärung, Ausführung,
Aufführung eines Sachverhaltes o. ä.
ge|samt|deutsch: Adj. n. stg. a) <hist.>
BRD u. DDR betreffend b) die alten
u. die neuen Bundesländer der BRD
betreffend
Ge|samt|deutsch|(and: o. Art.; -s; - a)
<hist.> BRD u. DDR b) die alten u. die
neuen Bundesländer der BRD
Ge|samt[ein|druck: der; -(e)s;
-eindrücke vollständige Meinung in
bezug auf etw. od. jmdn.
445
Gesamterbe
Ge|samt|erjbe: der; -n; -n weibl. Ge|-
samt|er]bin: die; - ; -nen Person, die
den Nachlaß einer Person vollständig
erhält, Syn.: Alleinerbe, Alleinerbin
Ge|samt(erlgeb|nis: das; -ses; -se End¬
resultat, das aus mehreren Einzelre¬
sultaten zusammengesetzt ist
ge]samt)ge|sell|schaftjtich: Adj. n. stg.
<Soziol.> alle Mitglieder der Gesell¬
schaft betreffend
Ge|samt|ge|wichb das; -(e)s; - voll¬
ständige Last
Gefsamt|ge|winn: der; -fe)s; - Ender¬
trag »Der Gesamtgewinn beträgt 100
DM.«
Ge|samt|heit: die; - ; -1 die Allgemein¬
heit, Öffentlichkeit 2 Zusammennah-
me von einzelnen Elementen zu einem
Ganzen
Gejsamt)hoch)schu|le: die; - ; -n wis¬
senschaftliche u. pädagogische Hoch¬
schule, Universität, die auch Fach¬
hochschulstudiengänge anbietet
Gelsamt|in|ter|es|se —*■ Ge|samt|in|te|-
rjes|s«: das; -s; -n allgemeine, gemein¬
schaftliche Hinwendung einer Grup¬
pe, Volksgemeinschaft o. ä. zu einer
Sache
Ge|samt|ka|ta|log: der; -(e)s; -e mehre¬
re, unterschiedliche Bibliotheksbe¬
stände verzeichnender Katalog
Ge|samt|klas|se|ment: das; -s; -s <Sport>
Endresultat
Ge|samt|ko[sten —► Ge|samt|kos|ten;
die (PI.) vollständige Unkosten
Ge|samt|no|te: die; -; -n Endnote, -Zen¬
sur, die aus mehreren Einzelnoten in
verschiedenen Teilbereichen zusam¬
mengesetzt ist
Ge[samt|schuld: die; - ; -en <Rechtsw.>
Schuldverhältnis zwischen mehreren
Schuldnern u. einem Gläubiger, der
jeden einzelnen Schuldner zur Beglei¬
chung des vollständigen Schuldbetra¬
ges heranziehen kann
ge|samt|schuld|ne|risch: Adj. in bezug
auf die Gesamtschuld, ihr zuzuord¬
nen
Ge|samt)schu|le: die; ~ / -n (Ganztags-)
Schultyp, der Haupt-, Realschule u.
Gymnasium vereint
Ge|samt|sieg: der;-(e )s; -e <Sport> Sieg,
der aus Einzelsiegen od. hohen Pla¬
zierungen der verschiedenen Etappen
eines Wettkampfes hervorgeht
Ge|samt|stra|fe: die; - ; -n <Rechtsw.>
Höhe, Länge, Dauer einer (Haft-)
Strafe, die sich aus den Strafen für
mehrere einzelne Vergehen zusam¬
mensetzt
Ge)samt|sum|rne: die; - ; -n sich aus
mehreren Einzelbeträgen ergebende
vollständige Summe
Ge|samt|um|satz: der; -es; -Umsätze
Umsatz, der sich aus verschiedenen
Teilumsätzen zusammensetzt
Ge|samt]un|ter|richt: der; -(e)s; -
tSchulw.) Lehrweise in der Schule, die
sich nicht nur auf ein Fach be¬
schränkt, sondern in Zusammenar¬
beit mit den Lehrenden aller Einzelfa¬
cher als ganzheitliche Lehrmethode
arbeitet
Ge|samt|ver[band: der; -(e)s; - verbände
<Wirt.> Zusammenschluß mehrerer
Verbände
Ge|samt|werk: das; -(e)s; -e Gesamt¬
heit aller Werke eines Künstlers, einer
Künstlergruppe, eines Wissenschaft¬
lers o. ä.
Ge|samt|wert: der; -(e)s; -e vollständi¬
ger Wert von etw.
Ge|samt]wer|tung: die; -; -en Wertung,
die sich aus einzelnen Wertungen aus
verschiedenen Teilbereichen ergibt
Ge|sandfte: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Gesandter; eine
Gesandte; zwei Gesandte) weibl. auch
6e|sand|tin: die; - ; -nen <meist Pol.>
Person, die (mit diplomatischen Auf¬
gaben) geschickt wird
Ge|sandtjschaft: die; - ; -en <Pol.> a) di¬
plomatische Vertretung b) Haus, in
dem eine diplomatische Vertretung
ihren Sitz hat
Ge|sang: der;-(e)s; Gesänge das Singen
(eines Liedes); beim Singen erzeugte
Töne »Der Gesang der Vögel«
ge|sang|ar|tig: Adj. einem Gesang ähn¬
lich
Ge|$ang|buch: das; -(e)s; -bücher 1
Buch, in dem Kirchenlieder (mit No¬
ten u. Text) gesammelt stehen 2 das
falsche Gesangbuch haben: [ugs.;
scherzh.} eine unbeliebte, nicht op¬
portune politische Einstellung od.
Glaubenszugehörigkeit haben, der
falschen Partei angehören
Ge|sang|leh|rer/Ge|sangs|leh|rer: der;
-s; - weibl. Ge|sang|!eh|re|rin/Ge|-
sangs|leh|re|rin: die; - ; -nen Person,
die die Kunst des Singens lehrt
Ge|sangs|buch: das; -(e)s; -bücher
[österr.J Buch, in dem Lieder (mit No¬
ten u. Text) gesammelt stehen, Syn.;
Gesangbuch
Ge|sangjschu|le: die; - ; -n Schule, in
der" die Kunst des Singens gelehrt
wird
Ge|sangs|kunst: die; - ; -künste Kunst
des Singens
Ge|sangs|leh|rer/Ge|sang]feh|rer: der;
-s; - weibl. Ge]sangs]leh|re]rin/Ge|-
sang|leh|re|rin: die; - ; -nen Person,
die das Singen lehrt
Ge|sangs|päd|ago[ge —> Ge|sangs|-
päfd|a|go|ge: der; -n; -n weibl. Ge -
sangs|päd|ago|gin —► Ge|sangs|pä|-
d|ä|go|gin: die; - ; -nen Person, die
das Singen lehrt
Ge|sangs|so|list: der; -en; -en weibl.
Gehsangs|so|li|s|tin —> Ge|sangs|-
so|lis|tin: die; - ; -nen Sänger(in), der,
die einzeln, allein auftritt
Ge|sangs|stim|me/Ge]sang)stim|me:
die; - ; -n Singstimme
Ge|sangs|stück/Ge|sang|stüclc das;
-(e)s; -e Musikwerk für Gesang; Vo¬
kalwerk
Ge)sangs|stun|de/Ge|sangjstun|de:
die; - ; -n Unterrichtsstunde, in der
die Kunst des Singens gelehrt wird
Ge|sang|stfm|me/Ge|sangs|sttm|ine:
die; -; -n Singstimmf
Ge|sang|stück/Ge|sangs|stOck: das;
-(e)s; -e Musikwerk für Gesang; Vo¬
kalwerk
Ge|sang|stun|de/Ge|sangs|stunjde:
die; - ; -n Unterrichtsstunde, in der
die Kunst des Singens gelehrt wird
Ge|sang|un|ter|richt/Ge|sangs|unjter|-
rieht der; -(e)s; - Unterricht in der
Kunst des Singens
Ge|sang|verjein/Ge|sangs|veijein: der;
-(e)s; -e Gruppe, die das Singen (von
Volksmusik) (aus)übt
Gejsäß: das; -es; -e Verlängerung des
Rückens; Körperteil, auf dem man
sitzt, Syn.; [ugs.] Hintern; Popo;
[derb] Arsch
Ge|säS|backe (Ge|säß|bak|ke —> Ge|-
säB|ba)cke): die; - ; -n Teil des Hin¬
terteils, des Gesäßes
Ge|sä8|fal|te: die; - ; -n senkrechte
Spalte über der Afteröffnung, die das
Gesäß in zwei Hälften teilt
Ge|säS|fur|che: die; ~ ; -n senkrechte
Spalte über der Afteröffnung, die das
Gesäß in zwei Hälften teilt
Ge[säß|mus|kel: der; -s; - Muskel des
Hinterteils, des Gesäßes
Ge(säß|spal|te: die; - ; -n senkrechte
Spalte über der Afteröffnung, die das
Gesäß in zwei Hälften teilt
Ge|säß)ta|sche: die; - ; -n Hosentasche,
die sich in der Höhe des Gesäßes be¬
findet
Gelsaulse: das; -s; - anhaltendes Ge¬
räusch von vorbeifahrenden Fahrzeu¬
gen
Gelsäulsei: das; -s; - anhaltendes Ge¬
räusch, wie bei einem leichten Wind¬
zug
Gesch.: Abk. 1 Geschäft 2 Geschichte 3
Geschoß 4 <Milit.> Geschütz
gesch.: Abk. 1 geschädigt 2 geschaffen
3 geschäftlich 4 geschätzt 5
geschichtlich 6 geschieden 7 geschützt
Ge|schä|dig|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Geschädigter;
eine Geschädigte; zwei Geschädigte)
Person, die einen (physischen od. fi¬
nanziellen) Schaden erlitten hat
Gejschäft: das; -(e )s; -e 1 Räumlichkei¬
ten, in denen Waren verkauft werden
»Sie hat ein Tabakwarengeschäft.« 2
kaufmännisches Unternehmen 3
etw., was zu erledigen ist 4 sein Ge¬
schäft, Geschäftchen machen,
erledigen: [verhüll.] auf die Toilette
gehen; Kot u./od. Urin ablassen; den
Darm entleeren 5 ein gutes Geschäft
(mit, bei etw.) machen: einen (finan¬
ziellen) Gewinn erzielen
ge|schäl|te|ha![ber: Adv. aufgrund der
Geschäfte
Ge|schäf|te|ma|cher: der; -s; ~ weibl.
Ge|schä^te|ma|che|rin: die; - ; -nen
[abwert.] Person, die aus allen Unter¬
nehmungen ein Geschäft, Gewinne
macht
Ge|schJH|te|ina|che|rei: die; - ; -en [ab¬
wert.] Vorgang, aus allem ein Ge¬
schäft zu machen, Kapital zu schla¬
gen
geschäftig: Adj. viel arbeitend; be¬
schäftigt
Ge|schäf|tigjkeit: die; - ; -en (Anschein
von) Arbeitsamkeit
ge|schäft|lich: Adj. n. stg. Geschäfte be¬
treffend, ihnen zuzuordnen
Ge|schäfts|ab|lauf: der; -(e)s; -abläufe
Art der Abwicklung eines Geschäftes
Ge|schäfts|ab|schluß —* Ge|schgfts|-
ab|schfuss: der; -abschlusses;
-abschlüsse vertragliche Festlegung
eines Geschäftsvorgangs
Ge|schäftsjan|teil: der; -(e)s; -e finan¬
zielle Beteiligung an einem Unterneh¬
men
Ge|schäfts|auf[ga|be: die; - ; - Auflö¬
sung eines Ladens, Unternehmens
446
geschehen
Ge|schäfts|auf|lö|sung: die; ~ ; -en Auf¬
gabe, Liquidierung eines Ladens, Un¬
ternehmens
Ge|schäfts|auf|sicht: die; - ; -
<Rechtsw.) zur Konkursvermeidung
eingesetzte Aufsichts-, Kontrollper-
son überein Unternehmen
Ge|schäfts|au|to: das; -s; -s Auto, das
ein Unternehmen (für Geschäfts¬
zwecke) einem Mitarbeiter zur Verfü¬
gung stellt
Ge|sch|ftsjbank: die; - ; -en <Bankw.>
Geldinstitut für Kreditangelegenhei¬
ten
Ge|schafts|be|din|gun|gen: die (PI.)
Bedingungen, Voraussetzungen für
einen Geschäftsabschluß
Ge|schäfts|be|reich: der; -(e)s; -e Auf¬
gabenbereich
Ge|schäfts|be|richt: der; -(e)s; -e
<Wh£> schriftliche Abfassung über
die Geschäftslage, Entwicklung eines
Geschäftes im Jahresrückblick
Ge|schäfts|be|zie|hung: die; - ; -en
nicht privates, sondern offiziell, ver¬
traglich geregeltes Verhältnis zwi¬
schen Geschäftspartnern
Ge|schäftsjbrief: der; -fe)s; -e dienstli¬
cher, offizieller Brief, Ant.: Privat¬
brief
Ge|schäfts)buch: das; -(e)s; -bücher
<Wi«7> Buch, in das die Geschäfte,
Ausgaben, Einnahmen, Verwen¬
dungszwecke niedergeschrieben wer¬
den
Ge|schifts|erjfah|rung: die; - ; -en Er¬
fahrungen, erworbene Kenntnisse in
einem Geschäftsbereich
Ge|schäfts|erföff|nung: die; - ; -en Neu¬
eröffnung eines Geschäftes, Unter¬
nehmens
ge|schäftsjfä|hig: Adj. n. stg. <Rechtsw.>
(geistig) in der Lage, Geschäfte eigen¬
verantwortlich abwickeln zu können
Ge|schäfts)fä|hig|ke'rt: die; - ; -en
<Rechtsw.> (geistiges) Vermögen, Ge¬
schäfte eigenverantwortlich abzuwik-
keln
Geschäfts |frau: die; - ; -en männl. Ge|-
schäfts|mann: der; -es; -männer u.
-leute Person, die im Handel tätig ist,
ein Geschäft besitzt, Geschäfte macht
Ge|schäfts|freund: der; -(e)s; -e weibl.
Gefschäftsffreun|din: die; -; -nen Per¬
son, mit der jmd. häufiger Geschäfte
tätigt
ge(schaft8{füh[rend: Adj. n. stg. ein Un-
terneftmen leitend
Ge|schäfts|füh|rung: die; - ; -en 1 Füh¬
rung, Lenken eines Unternehmens 2
Person od. Gruppe von Personen, die
für das Führen, Leiten eines Geschäf¬
tes, Betriebes verantwortlich einge¬
stellt ist, sind
Ge|schäfts|ge|ba|ren: das; -s; - Vorge¬
hensweise bei einer Geschäftsver¬
handlung
Ge|schäfts|ge|heim|nis: das; -ses; -se in-
teme~Kenntnisse über Personal, Pro¬
dukte, Patente, Verkaufsstrategien
usw. eines Betriebes
Ge|schäfts|geist: der; -(e)s; - Aufge¬
schlossenheit für geschäftliche Unter¬
nehmungen
Ge|schäfts|haus: das; -es; -häuser
Räumlichkeiten, in denen Geschäfte
abgewickelt werden, ein Unterneh¬
men untergebracht ist
Ge|schäfts|hem der; -en; -en [Schweiz.]
Person, die Geschäfte führt
Ge|schäfts|in|ha|ber: der; -s; - weibl.
Ge|schäfts|in|ha|be|rin: die; - ; -nen
Besitzer(in), verantwortliche^) Leite¬
rin) eines Geschäftes, Unternehmens
Ge|schäfts|in|ter|es|se —> Ge|schäfts|-
in|te|iies|se: das; -s; -n Bekundung,
Vorhandensein von Aufgeschlossen¬
heit gegenüber allen ein Unterneh¬
men betreffenden Belangen
Ge|schäfts|iahr das; -(e)s; -e (Wirt.)
zwölfmonatiger Zeitraum, der mit ei¬
ner Bilanz abgeschlossen wird
Ge|schäfts|ka|pi|tal: das; -s; -e u.
-kapitalien <Wirt.> Geld, Finanzmit¬
tel, die einem Unternehmen, einem
Geschäft zur Verfügung stehen
Gelschifts|ko|sten —» Ge|schäfts|-
kosften: die (PL) <Wirt.) Unkosten
eines Geschäftes, Unternehmens
ge|schäfts|kun|dig: Adj. erfahren in Ge¬
schäftsabwicklungen
Ge|schäfts|la|ge: die; - ; -n 1 finanzielle
Situation eines Geschäftes 2 Ort, an
dem ein Unternehmen angesiedelt ist;
Qualität des Standortes
Ge|schäfts|lei]tung: die; - ; -1 Leitung,
Führung eines Geschäftes, Unterneh¬
mens 2 Person od. Gruppe von Perso¬
nen, die für die Leitung, Führung ei¬
nes Geschäftes, Unternehmens ver¬
antwortlich ist, sind
Ge|schäfts|mann: der; -(e)s; -m'änner u.
-leute weibl. Ge|schäfts|frau: die; - ;
-en Person, die Geschäfte abwickelt,
ein Unternehmen leitet, besitzt
ge|schäfts|mä|Big: Adj. n. stg. 1 in be¬
zug auf die Geschäfte 2 sachlich;
nicht persönlich
Ge|schäfts|ord|nung: die; -; -en (Partei;
Behörde; Parlament; Verein) der
Funktion dienende (schriftlich festge¬
legte) Regeln
Ge|schäfts|part|ner: der; -s; - weibl.
Ge|schäfts|part|ne|rin: die; - ; -nen
Person, die mit einer anderen der/die
Inhaberin) eines Geschäftes ist
Ge|schäfts|po|li|tik: die; - ; - Art, Cha¬
rakter der Grundeinstellungen, Akti¬
vitäten, aus denen heraus Geschäfte
gemacht werden
Ge|schäfts|raum: der; -(e)s; -räume
Ort, an dem Geschäfte abgewickelt
werden, der von einem Unternehmen
dienstlich benutzt wird
Ge|schäfts|rei|se: die; - ; -n aufgrund
von ^Jeschäftsverhandlungen o. ä.
notwendige Reise
ge|schäfts|schä|di|gend: Adj. einem
Unternehmen schadend
Ge|schäfts|schä|dl|gung: die; - ; -en
Handlung, Äußerung o. ä., die einem
Unternehmen schadet
Ge|schäfts|schluB —> Ge|schäfts|-
schluss: der; -Schlusses; - Uhrzeit, zu
der ein Geschäft, eine Institution o. ä.
schließt
Ge|schäfts|sinn: der; -(e)s; - Aufge¬
schlossenheit für geschäftliche Unter¬
nehmungen
Ge|schäfts|sitz: der; -es; -e Ort, an dem
ein Unternehmen angesiedelt ist
Ge|schäfts|stel|le.' die; -;-n1 Büro o. ä.
für Kundenbetreuung 2 (Rechtsw.)
Stelle bei Gericht, bei der offizielle
Urkunden, Beurkundungen mit
Amtssiegel ausgestellt werden
Ge|schäfts|stra|ße: die; - ; -n Straßen¬
zeile mit vielen Geschäften; Einkaufs¬
straße
Ge[schäfts|stun|den: die (PI.) Zeit¬
spanne, in der ein Geschäft, eine Be¬
hörde o. ä. für Publikum geöffnet ist
Ge|schäfts|tä|tig|keit: die; - ; -en Ar¬
beit, Handlungen, die das Geschäft,
Geschäfte betreffen
Ge|schäfts|trä|ger: der; -s; - weibl. Ge|-
schäfts|trä|gejrin: die; - ; -nen in der
Hierarchie auf der untersten Stufe
stehende(r) Diplomat(in) einer diplo¬
matischen Institution im Ausland
ge|schäfts|tüch|tig: Adj. 1 rege u. er¬
folgreich in geschäftlichen Dingen 2
[abwert.] sich mit allen am Rande der
Legalität befindlichen Mitteln, unter
Zuhilfenahme aller erdenklichen
Tricks einen (finanziellen) Vorteil
beim Abschluß eines Geschäftes ver¬
schaffend
ge|schäfts|un|fä|hig: Adj. (Rechtsw.)
(geistig) nicht fähig, nicht berechtigt,
geschäftliche Handlungen durchzu¬
führen
Ge|schäfts|un|kolsten —» Ge|schäfts|-
un|kos)ten: die (PI.) Kosten für den
Betrieb eines Geschäftes wie Miete,
Lohnkosten, Firmenwagen usw.
Ge|schäftsjver|bin|dung: die; - ; -en
dienstliche Kontakte, Beziehungen
Ge|schäfts|ver|kehr: der; -(e)s; - wech¬
selseitige Geschäftsbeziehungen
Ge|schäfts|vier|tel: das; -s; - Ortsteil,
in dem es viele Geschäfte, Läden, Ein¬
kaufsmöglichkeiten gibt
Ge|schäfU|wa|gen: der; -s; • Auto, das
ein Unternehmen (für Geschäfts¬
zwecke) einem Mitarbeiter zur Verfü¬
gung stellt
Ge|schäfts|welt: die; - ; - der gesamte
Bereich der Geschäfte; alles, was die
Geschäftsleute betrifft
Ge|schäfts|wert: der; -(e)s; -e (Wirt.)
Gesamtwert eines Geschäftes, Unter¬
nehmens
Ge|schäfts|zeit: die; - ; -en Zeit, zu der
ein Geschäft, eine Behörde o. ä. geöff¬
net hat
Ge|schäfts|zen|trum —> Ge|schäfts|-
zen|t|rum: das; -s; -Zentren Ortsteil, in
dem es viele Geschäfte, Läden, Ein¬
kaufsmöglichkeiten gibt
Ge|schäfts|zim|mer: das; -s; - Raum,
der für geschäftliche Arbeiten, Büro¬
arbeiten zur Verfügung steht
Ge|schäfts|zweig: der; -(e)s; -e Wirt¬
schaftszweig
Ge|schä|ker das; -s; - [auch abwert.]
anhaltendes Necken
Ge|schar|re: das; -s; - [ugs.; abwert.] an¬
haltendes Geräusch von über den Bo¬
den schiebenden, schleifenden Füßen
o. ä.
ge|schätzt: Adj. angesehen; geachtet
»ein geschätzter Mitarbeiter«
Gelschaulkel: das; -s; - [ugs.; abwert.]
anhaltendes Hin- u. Herschwingen
ge|scheckt: Adj. n. stg. zwei sich ab¬
wechselnde Farben aufweisend »ein
schwarz-weiß geschecktes Kaninchen«
Ge|sche|hen: das; -s; - (PL s.) [geh.] 1
Vorgang 2 Ereignis
ge|sche|hen: geschieht; geschah; ist ge¬
schehen 1 passieren; sich ereignen;
stattfinden »Ein Unglück, Unfall ist
geschehen.« 2 es ist um jmdn., um
447
Geschehnis
etw. geschehen: 1. jmd., etw. ist ver¬
loren, vernichtet 2. jmd. hat sich ver¬
liebt 3 es geschehen (noch) Zeichen
u. Wunder: erstaunte Feststellung,
daß etw. unerwarteterweise doch pas¬
siert, eine Handlung o. ä. erfolgt ist
Ge|scheh|nis: das; -ses; -se [geh.] Ab¬
lauf; Geschehen; Ereignis
ge|scheit: Adj. gescheiter; gescheiteste
kluge Entscheidungen treffend; ur¬
teilsfähig; intelligent »eine gescheite
Frau ♦ eine gescheite Entscheidung«
Ge|schenlc das; -(e)s; -e 1 etw., was
man einem anderen gibt, schenkt,
ohne Bezahlung überläßt 2 ein Ge¬
schenk des Himmels: eine gute, un¬
erwartete Nachricht o. ä. »Die Nach¬
zahlung ist ein Geschenk des Him¬
mels.« 3 Kleine Geschenke erhalten
die Freundschaft Bemerkung (gele¬
gentlich auch ironisch gemeint), daß
man sich die Zuneigung, Sympathie
von jmdm. erhält, wenn man ein Ge¬
schenk bekommt od. eines macht
Ge|schenk|ar)ti|kel: der; -s; ~ (typi¬
scher) Gegenstand zum Verschenken
Ge|schenk|packung (Ge|schenk|pak|-
kung —> Ge|schenk|pa|ckung): die;
- ; -en (hübsche) feste Umhüllung ei¬
nes Geschenkes
Ge|schenk|pa|pier: das; -(e)s; - meist
bedrucktes, buntes Papier zum Ein¬
wickeln von Geschenken
Ge|schenk|sen|dung: die; ~ ; -en
[amtssprl.] Geschenk, das mit der
Post geschickt wird
Ge|schich|te: die; - ; -n 1 mündliche od.
schriftliche Erzählung eines wirkli¬
chen od. ausgedachten Geschehens 2
[ugs.] nicht angenehme Angelegenheit
3 o. PI. a) Ereignisse u. Entwicklun¬
gen politischer, gesellschaftlicher od.
kultureller Art in der Vergangenheit
b) Fach in der Schule od. Universität,
das a) zum Inhalt hat 4 Geschichte
machen: für immer in Erinnerung
bleiben »Keiner glaubte, daß er einmal
Geschichte machen würde.« 5 Mach
keine Geschichten): [ugs.] a) tu das
lieber nicht '
Ge|schich|ten|buch: das; -(e)s; -bücher
Buch, das Erzählungen enthält
Ge|schichts|at|las: der; - u. -ses; -atlan¬
ten u. -se Buch, das geschichtliche Ge¬
gebenheiten in Kartenform, karto-
graphiert darstellt
Ge|schichts|aufffas|sung: die; - ; -en
Verständnis der, für die Geschichte
Ge|schichts|buch: das; -(e)s; -bücher
Buch für den Schulunterricht, das ge¬
schichtliche Ereignisse, Veränderun¬
gen usw. darstellt u. beschreibt
Ge|schichts|dra|ma: das; -s; -dramen
Drama, in dem ein authentisch durch
Quellen belegbarer, geschichtlicher
Stoff aufgegriffen u. künstlerisch zu
einem Stück verarbeitet wird
Ge|schichts|fäl|schung: die; - ; -en be¬
wußt falsche Darstellung von ge¬
schichtlichen Ereignissen, Begeben¬
heiten
Ge|schichts|for|scher: der; -s; - weibl.
Ge|schichts|forjsche|rin: die; - ; -nen
Wissenschaftlern) auf dem Gebiet
der Geschichtsschreibung u. -doku¬
mentation
Ge|schichtsjfor|schung: die; - ; -en
Wissenschaft der Geschichtsschrei¬
bung u. -dokumentation
ge|schichts|los: Adj. n. stg. ohne Ge¬
schichtsbewußtsein
ge|schichts|phi|lo|so|phiscl>: Adj. n.
stg. den Bereich der Philosophie be¬
treffend, der Schlüsse aus der Ausle¬
gung der überlieferten Quellen zieht
u. daraus Theorien entwickelt
Ge|schichts|schrei|ber der; -s; - weibl.
Ge|schichts|schrei|be|rin: die; - ;
-nen [veralt-j Person, die geschichtli¬
che Ereignisse u. deren Verlauf nie¬
derschreibt
Ge|sch!chts|schrei|bung: die; - ; - das
Niederschreiben der Geschichte, ge¬
schichtlicher Ereignisse
Ge|schichts|un|ter|richt: der; -(e)s; -
Unterricht im Fach Geschichte in der
Schule
Ge|schichts|wis|sen|sctiaft|ler der; -s;
- weibl. Ge|schichts|wis|sen|schaft|-
le|rin: die; - ; -nen Person, die sich mit
der Forschung der geschichtlichen
Ereignisse, Zusammenhänge u. deren
Verlauf, Bedeutung auseinandersetzt
Ge|schichts|zahl: die; - ; -en Datum,
das in der Geschichte von besonderer
Bedeutung ist
Ge|schick: das; -(e)s; -e 1 o. PI. Fähig¬
keit, Talent, etw. gut, zu seinem Vor¬
teil zu tun »Bei den Verhandlungen hat
sie Geschick bewiesen.« 2 Schicksal,
das jmdm. zustößt
Ge|schick|lich|keit: die; - ; -1 <auf kör¬
perliche Fähigkeiten bezogen) Fin¬
gerfertigkeit; Gewandtheit; Wendig¬
keit 2 <auf geistige Fähigkeiten bezo¬
gen) Umsicht; Durchtriebenheit;
Schlauheit; Aufgewecktheit
ge|schickt: Adj. geschickter; geschickte¬
ste 1 gewandt; körperlich wendig 2
klug, gescheit
ge|schi$|den: Adj. n. stg. a) <Personen>
zerstritten; nicht mehr miteinander
verkehrend u. sprechend »Nach dem
Streit waren sie geschiedene Leute.« b)
nicht mehr miteinander verheiratet;
eine aufgelöste Ehe hinter sich ha¬
bend
Ge|schimp|fe: das; -s; - [ugs.; abwert.]
anhaltendes Meckern, Kritisieren
Ge|schim das; -(e)s; -e 1 a) Gegenstän¬
de im Haushalt, die dem Servieren
von Speisen dienen »Das Geschirr
muß noch abgewaschen werden.« b)
Service zusammengehöriger Teller,
Tassen u. ä. 2 (Kopf-)Teil des Zaum¬
zeugs für Pferde u. Zugtiere
Ge|schirr|schrank: der;-(e)s: -schränke
Aufbewahrungsort, Schrank, Vitrine
o. ä. für Geschirr
Ge|schirr|spül|ma|schi|ne: die; - ; -n
Maschine, Spülmaschine, in der
schmutziges Geschirr automatisch
gereinigt u. getrocknet wird
Ge|schinituch: das; -(e)s; -tücher (Lei¬
nen-, Baumwoll-)Tuch, mit dem das
saubere, noch nasse Geschirr getrock¬
net wird
Ge)schl6 —*■ Ge|schiss: das; Geschis-
ses; - [ugs.; salopp] unnötig viel Auf¬
hebens, Aufwand »Macht nicht so ein
Geschiß wegen des Besuchs!«
Geschl.: Abk. Geschlechter)
geschl.: Abk. 1 geschliffen 2 geschlos¬
sen
Ge|schlecht: das; -(e)s; -er 1 a) o. PI.
(Gesamtheit der Merkmale zur) Be¬
stimmung, ob ein Lebewesen männ¬
lich od. weiblich ist b) alle Lebewesen
eines (weiblichen od. männlichen)
Geschlechts 2 a) Gattung von Lebe¬
wesen »das menschliche Geschlecht«
b) Familie; Dynastie »das Geschlecht
der Habsburger« c) Generation von
Menschen »die kommenden Ge¬
schlechter« 3 Geschlechtsorgan 4 das
schwache, zarte, schöne Ge¬
schlecht: [ugs.; scherzh.) die Frauen
»Er liebte das schwache Geschlecht.« 5
das starke Geschlecht: [ugs.;
scherzh.] die Männer
Ge|schlechfter|fol|ge: die; ~ ; -n Gene¬
rationenfolge
Ge|schlech|teijrol|le: die; - ; -n <Soziob
Rollen verhalten, (tradierte) Zuschrei¬
bung der Verhaltensweisen von
Mann u. Frau, das durch die Gesell¬
schaft festgelegt ist
Ge[schlech|terjtren|nung: die; -; -en in¬
stitutioneil festgelegte (öffentliche)
Räume, Bereiche in denen sich aus¬
schließlich weibliche od. ausschlie߬
lich männliche Personen aufhalten,
bewegen dürfen
ge|schlecht|lich: Adj. n. stg. 1 das Ge¬
schlecht betreffend 2 sexuell
Ge|schlecht|lich|keit: die; - ; - Empfin¬
dungen in den Bereichen Erotik u.
Liebe
Ge|schlechts|akt: der; -(e)s; -e Bei¬
schlaf; sexueller Verkehr; Ge¬
schlechtsverkehr
Ge|schlechts|ap|pa|rafc der; -(e)s; -
(männliche od. weibliche) Sexualor¬
gane eines Organismus
Ge|schlechtsjbe|stim|mung: die; - ; -en
<Bio.> Bestimmung des Geschlechts
von Organismen
Ge|schiechts|chro|mo|som: das; -s; -en
<Bio.) das Geschlecht bestimmende
Chromosom
Ge|sctllechts|ge|nos|se: der; -n; -n
weibl. Ge|schtechts|ge|nos|sin: die;
- ; -nen Person, die dasselbe Ge¬
schlecht hat
Ge|9chlechts|hor|mon: das; -(e)s; -e
Sexualhormon
ge|schlechts|krank: Adj. n. stg. an einer
Geschlechtskrankheit leidend
Ge|schlechts|krank|heit: die; - ; -en
<Med.) überwiegend durch den Ge¬
schlechtsverkehr übertragene Krank¬
heit, Erkrankung im Intimbereich, an
den Geschlechtsorganen »Syphilis ist
eine Geschlechtskrankheit.«
Ge[schiechts|le|ben: das; -s; - Sexualle¬
ben; alle sexuellen Tätigkeiten
Ge|schlechts|lei|den: das; -s; - über¬
wiegend durch den Geschlechtsver¬
kehr übertragene Krankheit, Erkran¬
kung im Intimbereich, an den Ge¬
schlechtsorganen »Syphilis ist ein Ge¬
schlechtsleiden.«
Ge[schfechts|mo|ral: die; - ; - morali¬
sche Einstellung in bezug auf das Ge¬
schlechtsleben, die Sexualität
ge)schlechts|neu)tral —» pe|-
schlechts|neu|tjral: Adj. n. stg. nicht
auf ein Geschlecht bezogen
Ge|schlechts|or|gan: das; -s; -e innere
u. äußere Sexualorgane; Genitalien,
die der sexuellen Befriedigung u. der
Fortpflanzung dienen
448
geschwind
Ge|schlechts|part|nen der; -s; • weibl.
Ge|schlechts|partjne|rin: die; - ; -nen
Sexualpärtner(in), mit dem/der der
Geschlechtsakt vollzogen wird
ge|schlechts|reif: Adj. n. stg. fortpflan¬
zungsfähig
Ge|schlechts|rei|fe: die; - ; - Entwick¬
lungsstadium der Fortpflanzungsfä¬
higkeit
ge|schlechts|spe|zi|fisch: Adj. n. stg.
auf ein Geschlecht fixiert; für ein be¬
stimmtes Geschlecht typisch
Ge|schlechts|teil: dos; -(e)s; -e äußer¬
lich sichtbares Geschlechtsorgan
»Das primäre männliche Geschlechts¬
teil ist der Penis.«
Ge|schlechts|trieb: der; ~(e)s; -e Se¬
xualtrieb, Verlangen, das auf Ge¬
schlechtsverkehr, geschlechtliche
Vereinigung der Sexualpartner ab¬
zielt
Ge|schlechts|um|wand|lung: die; ~; -en
operative Umwandlung des angebo¬
ren Geschlechtes zum gegensätzlichen
Geschlecht
Ge|schlechts|un|ter|schied: der; -(e)s;
-e durch das Geschlecht bedingter
Unterschied zwischen männlichen u.
weiblichen Lebewesen
Ge|schlechts|ver|kehr: der; -(e)s; - Bei¬
schlaf; Koitus; sexuelle Vereinigung
Gejschlechts|wort: das; -(e)s; -Wörter
<Sprachwiss.> Begleiter des Nomens,
Hauptwortes, Substantivs, der dessen
grammatisches Geschlecht, das Ge¬
nus anzeigt u. mit ihm gebeugt, flek¬
tiert, dekliniert wird »>Der<, >die< u.
>das< sind Geschlechtswörter.« Syn.:
Artikel
Ge|schlechts|zel|le: die; - ; -n <Bio.>
Keimzelle
Ge|schlif|fen|heit: die; - ; -en (PI. s.) 1
durch” Schleifen vollendetes Äußeres
2 dibertr.» durch Übung vervoll¬
kommntes Benehmen
ge|schlos|sen: Adj. n. stg. a) zusam¬
men; ohne Ausnahme »Sie streikten
geschlossen.« b) zu; nicht offen »Ich
stand vor geschlossenen Türen.«
Ge|schlgs|sen|heit: die; - ; - Gemein¬
samkeit; Einheitlichkeit
Ge|schmack: der; -(e)s; Geschmäcke u.
fugs.J Geschmäcker t o. PI. a) Fähig¬
keit zu schmecken b) Art, wie etw.
schmeckt »saurer Geschmack« 2 Ur¬
teil; Bewertung; positiv bewertetes
Ereignis, Ding »Das ist nicht ganz
mein Geschmack.« 3 Geschmack an
etw. finden, gewinnen; einer Sache
Geschmack abgewinnen: etw. gern
haben, mögen 4 auf den Geschmack
kommen: allmählich etw. als gut,
schön, angenehm o. ä. empfinden u.
es genießen 5 über Geschmack läßt
sich nicht streiten: jeder Mensch hat
seinen eigenen Geschmack; ob gut
od. schlecht läßt sich nicht durch Dis¬
kussionen klären
gefschmack|lich: Adj. n. stg. den Ge¬
schmack betreffend, ihm zuzuordnen
ge|schmack|los: Adj. n. stg. 1 keinen
Geschmack habend; schal; ungewürzt
2 nibertr.» stillos; kitschig; unschön 3
<übertr.> taktlos; unverschämt
Ge|schmack]lo|sig|keit: die; - ; -en 1
Ungewürztheit; Schalheit 2 <übertr.>
Stillosigkeit; Kitsch 3 <übertr.> Takt¬
losigkeit; Unverschämtheit
Ge|schmack|sa|che/Gejschmacks|sa|-
che: die; - ; -n Frage des subjektiven
Empfindens
Ge|schmacks|emp|fin|dung: die; - ; -en
Vermögen, Fähigkeit, verschiedenar¬
tige Stoffe mit dem Geschmackssinn
auseinanderzuhalten
Ge|schmack|sinn/Ge|schmacks|sinn:
der; -(e)s; - Vermögen, Fähigkeit,
verschiedenartige Stoffe durch
Schmecken auseinanderzuhallen
Ge|schmacks|mu|ster —» Ge|-
schmacks|mus[ter: das; -s; -
<Rechtsw.> Schutz eines gewerblichen
Erzeugnisses per Gesetz
ge|schmacksfneu|tral —» ge|-
schmacks|neu|t|ral: Adj. n. stg. ohne
besonderen Geschmack
Ge|schmacks|pro|be: die; -; -n Kosten,
Schmecken, Probieren von etw. E߬
barem, um ein Geschmacksurteil fäl¬
len zu können
Ge|schmacks|rich|tung: die; - ; -en a)
Orientierung im Geschmack hinsicht¬
lich des Aromas (wie süß, sauer,
scharf, bitter) b) Orientierung im Ge¬
schmack hinsichtlich des Stils (wie
modisch, konservativ, sportlich) c)
Orientierung im Geschmack hinsicht¬
lich des Gefallens, der Sympathie
Ge|schmacks|sa|che/Ge]schmack|sa|-
che: die; ~ ;-n 1 a) persönliche(s) An¬
sicht, Empfinden hinsichtlich des
Aromas (wie süß, sauer, scharf,
bitter) b) persönliche(s) Ansicht,
Empfinden hinsichtlich des Stils (wie
modisch, konservativ, sportlich) c)
persönliche(s) Ansicht, Empfinden
hinsichtlich des Gefallens, der Sym¬
pathie 2 das ist Geschmackssache:
[ugs.] jeder hat einen anderen Ge¬
schmack, was der eine mag, mag ein
anderer vielleicht nicht usw., man
kann es also so od. so bewerten
Ge|schmacks|sinn/Ge|schmack|sinn:
der; -(e)s; - Vermögen, Fähigkeit,
verschiedenartige Stoffe durch
Schmecken auseinanderzuhalten
Ge|schmacks|verjiijrung: die; - ; -en
[abwert.] völlig dem allgemeinen Ge¬
schmack entgegengesetztes Verhalten
ge|schmack|voll: Adj. harmonisch (auf¬
einander abgestimmt u. zueinander
passend); stilvoll; gefällig »Ihre Woh¬
nung ist geschmackvoll eingerichtet.«
Ge|schm£j]de: das; -s; - wertvoller,
edelsteinbesetzter Schmuck
ge|schmei|dig: Adj. 1 schmiegsam,
weich u. glatt »ein geschmeidiges
Material« 2 in den Bewegungen ge¬
wandt u. gelenkig »Katzen sind sehr
geschmeidige Tiere.«
Ge[schmei|dig|ke(t: die; - ; -en Bieg¬
samkeit; Anschmiegsamkeit; Weich¬
heit
Ge|schmie|re: das; -s; - [ugs.; abwert.]
a) anhaltende Unsauberkeit b) unles¬
bare Handschrift
geschn.: Abk. 1 geschnitten 2 ge¬
schnitzt
Ge|schnjp|bel: das; -s; - [ugs.; abwert.]
(bei Vögeln in der Balzphase vorkom¬
mendes) Schmusen, ständiges Küssen
Ge|schnat|teR das; -s; - 1 anhaltend
schnarrende Lautäußerung von Gän¬
sen 2 <Mensch> [ugs.; abwert.] anhal¬
tendes Reden
Ge|schnet|zelfte: das; -n; - (o. Art. od.
mit vorangestellter Mengenangabe:
Geschnetzeltes) Gericht aus in Strei¬
fen geschnittenem, geschmortem
Fleisch, meist mit einer Soße » Wir es¬
sen heute Züricher Geschnetzeltes.«
Ge|schöph das; -es; -e 1 von jmdm.
(künstlich) Erschaffenes »Geschöpfe
Gottes« 2 Mensch
Ge|schoß —» Ge|schoss: das; Geschos¬
ses; Geschosse/{öslert. weiterhin] Gel¬
schoß: das; -es; -e 1 mit hoher Ge¬
schwindigkeit aus einer Feuerwaffe
abgefeuerte Kugel (od. durch die Luft
geschleuderter Gegenstand) »Das Ge¬
schoß hat den Oberschenkel gestreift.«
2 Etage in einem Gebäude
geschr.: Abk. geschrieben
gelschraubt: Adj. n. stg. in übertrieben
gewählter Sprache
Ge|schraubt|heit: die; - ; -en (Sprache»
[abwert.] Unnatürlichkeit; Schwül-
stigkeit
Ge|schrei: das; -(e)s; -1 lautes, länger
anhaltendes Rufen, Schreien 2 viel
Geschrei um nichts: zuviel Aufre¬
gung, Aufhebens um eine Kleinigkeit
Ge|schielb|sel: das; -s; - [ugs.; abwert.]
Geschriebenes von schlechter Quali¬
tät
geschtlz Abk. geschichtlich
Ge|schütz: das; -es; -e 1 bewegliche
Waffe für große Explosivgeschosse
(z. B. Kanone) 2 schwere Geschütze
auffahren: [ugs.] sich energisch mit
Gegenargumenten zur Wehr setzen
Gejschütz|don[ner: das; -s; ~ lang an¬
haltendes, lautes Geräusch, das beim
Abschuß eines Geschosses erklingt
Ge|schütz|stand: der; -(ejs; -stände
<Milit.> Platz, auf dem sich eine große
Feuerwaffe befindet
Ge|schütz|turm: der; -(e)s; -türme
<Milit.> a) Befestigung mit einem Ge¬
schütze b) Turm des Panzers
Geschw.: Abk. 1 <Milit.> Geschwader 2
Geschwindigkeit 3 Geschwister 4
<Med> a) Geschwulst b) Geschwür S
(Rechtsw.) Geschworene(r)
Ge|schwa|der: das; -s; ~ <Milit.> größe¬
re militärische Kampftruppe zu Luft
u. zu Wasser
Ge|schwa]fel: das; -s; - [ugs.; abwert.]
dummes, langanhaltendes, ergebnis¬
loses Gerede »Mit Geschwafel kom¬
men wir nicht weiter!«
Ge|schwätz: das; -es; -1 [ugs.; abwert.]
a) unnütze Gespräche ohne wirkli¬
chen Gehalt b) üble Nachrede;
Klatsch 2 was kümmert mich mein
Geschwätz von gestern: [ugs.] Be¬
merkung, wenn jmd. seine Ansich¬
ten) plötzlich geändert hat
ge|schwät|zig: Adj. [abwert.] zu viel re¬
dend »Wenn diese alte, geschwätzige
Tante zu meiner Frau kommt, gehe ich
meistens zu einem Freund.«
Ge|schwät|zig|keit: die; - ; - [abwert.] 1
Redseligkeit 2 Klatschsucht
ge|schwejft: Adj. n. stg. a) in der Form
eines Schweifes, Schwanzes; bogen¬
förmig b) einen langen Schwanz,
Sch weif habend
ge|schwei|ge: Konj. das schon gar
nicht; noch viel weniger
geschwind: Adj. geschwinder; ge¬
schwindeste [landsch.] hurtig; schnell
449
Geschwindigkeit
Gejschwin]dig|keit: die; - ; -en Schnel¬
ligkeit, mit der etw. geschieht, abläuft
Ge|schwin|dig|keits|bejgren(zung: die;
- ; -en Beschränkung, Einschränkung
der (Höchst-)Geschwindigkeit für ein
Fahrzeug
Ge|schwin|dig|keits|kon|trol|le —» Ge|-
schwin|dig|keits|kon)t|rol|le: die; - ;
-n Überprüfung der Einhaltung von
Geschwindigkeitsbegrenzungen
Ge|schwin|dig|keits|i)ber|schrei|tung
—> Ge)schwin|dig|keits|ü|ber|-
schreiftung: die; - ; -en Überschrei¬
tung einer vorgegebenen Geschwin¬
digkeitsbegrenzung
Ge|schwijster —* Ge|schwis)ten das;
-s; * (tn. PI.) Kinder derselben El¬
tern, Brüder u. Schwestern einer Per¬
son »Ich habe keine Geschwister.«
Ge|schwi|ster[kind —> Ge|schwis[ter|-
kind: das; -fe)s; -er 1 [veralt.;
landsch.] a) Kind der Schwester, des
Bruders; Nichte od. Neffe (je nach
Geschlecht des Kindes) b) Kind der
Schwester, des Bruders von Vater od.
Mutter; Kusine/Cousine, Cousin (je
nach Geschlecht des Kindes) 2 jmds.
(jüngere(r)) Bruder od. Schwester
»Für kleinere Geschwisterkinder gibt
es beim Eintritt Ermäßigungen.«
ge|schwi|ster|lich —* ge|schwis|ter|-
lich: Adj. sich auf Geschwister, Brü¬
der u. Schwestern beziehend
Ge|schwj|ster|lie|be —» Ge|schwis|-
ter|lie|be: die; - ; -1 emotionale öe-
fühle, Zuneigung zwischen Geschwi¬
stern 2 [verhüll.] sexuelle Beziehung
zwischen Geschwistern
ge|schwol|ten: Adj. 1 an einer bestimm¬
ten Stelle (für eine bestimmte Zeit
aufgrund einer Verletzung) dicker als
normal »ein geschwollenes Beim 2
<übertr.> [abwert.] in der Art des Re¬
dens, Ausdrucks sehr hochgestochen,
wichtigtuerisch »Rede doch nicht im¬
mer so geschwollen!«
Ge[schwo]re|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Geschwore¬
ner; eine Geschworene; zwei Ge¬
schworene) <Rechtsw.> Person, die bei
einem (Geschworenen-)Gerichtspro-
zeß über Schuld bzw. Unschuld des
(eines Kapitalverbrechens) Angeklag¬
ten entscheidet
Ge|schwulst: die; - ; Geschwülste
<Med.>~ krankhafte Gewebewuche¬
rung od. Schwellung »Sie hat eine Ge¬
schwulst an der Gebärmutter.«
ge)schwun|gen: Adj. n. stg. flachere
Rundungen, Biegungen besitzend; in
einem Bogen, in Bögen verlaufend
Ge|schwür: das; -(e)s; -e <Med.> dauer¬
hafte Entzündung an einem Körper¬
teil
Ge[schwür|bil|dung: die; - ; -en <Med.>
Entstehung eines Geschwüres
Ges-Dur/Ges-Our das; - ; - <Musik>
Durtonart, die auf dem Grundton
Ges basiert
Ges-DuMpn|lei|ter: die; - ; -n <Musik>
Tonleiter des Durtongeschlechts, die
auf dem Grund ton Ges basiert
Ge[sel|le: der; -n; -n weibl. Ge|sel|lin:
die; - ; -nen 1 Facharbeiter(in) in ei¬
nem Handwerksberuf »Er arbeitet als
Geselle in einer Tischlerei.« 2 [veralt.]
Mann »Er ist ein lustiger Geselle.«
ge|sel|len, sich: gesellst dich; geselltest
dich; hast dich gesellt zu etw. od.
jmdm. hinzukommen
Ge|sel|len|brief: der; ~(e)s; -e Urkunde
über die bestandene Gesellenprüfung
Ge|sel)len]prü|fung: die; - ; -en am Aus¬
bildungsende abzulegendes Examen
zum Gesellen in Handwerksberufen
Ge|sel|len|stück: das; -(e)s; -e hand¬
werkliche^) Arbeit, Produkt, die/das
für die praktische Gesellenprüfung
bewertet wird
ge|setjlig: Adj. a) in angenehmer, heite¬
rer Gesellschaft »eine gesellige
Runde« b) gern mit anderen Men¬
schen zusammen »ein geselliger
Mann«
Ge|sel|lig|keit: die; - ; -en Zusammen¬
sein, Zusammenkunft mit anderen
Menschen; Fest
Ge|sell|schaft: die; - ; -en 1 o. PI. (Ge¬
samtheit der) Personen, die in jmds.
Begleitung, Ümfeld sind »Sie befindet
sich in schlechter Gesellschaft. ♦ Ich
war in netter Gesellschaft.« 2 großes,
formelles Fest »eine Gesellschaft
geben« 3 Institution, die wirtschaftli¬
che, wissenschaftliche Ziele verfolgt
»die Gesellschaft für angewandte Phy¬
sik* eine Gesellschaft mit beschränkter
Haftung ( = GmbH) 4 in einem Staat,
einem Kulturraum zusammenlebende
Menschen »In unserer Gesellschaft ist
der Tod ein Tabu.« 5 die politisch,
wirtschaftlich u. kulturell dominie¬
rende Schicht in einem Staat »die bes¬
sere Gesellschaft« 6 sich in guter Ge¬
sellschaft befinden: [scherzh.] den¬
selben Fehler machen, den auch
schon kompetentere, intelligentere o.
ä. Personen gemacht haben
Ge|sell|schaf|ten der; -s; - weibl. Ge|-
selt|schaf|te|rin: die; - ; -nen 1 <Wirt >
Person, die an einem Unternehmen
beteiligt ist 2 meist weibl. Form [ver¬
alt.) Person, die angestellt ist, um
jmdn. zu unterhalten, zu beschäftigen
ge|sell|schaft(lich: Adj. n. stg. in bezug
auf die Gesellschaft, ihr zuzuordnen
a) hinsichtlich der sozialen, politi¬
schen u. wirtschaftlichen Situation b)
hinsichtlich des Benehmens, das üb¬
lich ist c) <früher DDR> der Allge¬
meinheit dienlich d) <Marxismus> hin¬
sichtlich der Beziehungen der Bürger,
der Menschen innerhalb einer Ge¬
meinschaft, Gesellschaft
Ge|sell[schafts[abend —> Ge|sell|-
schafts|ajbend: der; -s; -e Abend zur
Konversation, Unterhaltung
Ge|sell|schafts|dajme: die; - ; -n [ver¬
alt.] Person, die angestellt ist, um
jmdn. zu unterhalten, zu beschäftigen
Ge]seH)schafts|klei|dung: die; - ; - Be¬
kleidung für festliche, gesellschaftli¬
che Anlässe
Ge|sell|schafts|leh|re: die; ~ ; - 1 Ge¬
schichte, Geographie u. Sozialkunde
umfassendes Fach in der Schule 2 So¬
ziologie
Ge|sell|schafts|ord|nung: die; - ; -en
<Pol.; Soziob Gesellschaftsaufbau
hinsichtlich wirtschaftlicher u. politi¬
scher Strukturen
Ge|sell|schafts|po|li|tik: die; - / - Politik,
die zur Steuerung sozialer Prozesse
betrieben wird
ge|sell|schafts|po|li|tisch: Adj. n. stg.
die Politik betreffend, die hinsichtlich
der Steuerung sozialer Prozesse be¬
trieben wird
Ge|sell|schafts|raum: der; -(e)s;
-räume (mehreren Personen zur Ver¬
fügung stehendes) Zimmer, in dem
Zusammenkünfte, Feste o. ä. stattfin¬
den
Ge|sell|schafts(rei|se: die; - ; -n Reise,
die für eine Gruppe gebucht, angebo¬
ten wird
Ge[seU|schafts|ro|man; der; -(e)s; -e
<Literaturwiss.> längere Erzählung,
die das Leben in bezug auf eine be¬
stimmte Gesellschaftsform innerhalb
einer geschichtlichen Epoche zum
Gegenstand hat
Ge|sell|schafts|schicht: die; - ; -en <So-
ziöi.» Gruppe, Klasse innerhalb einer
Gesellschaft
Ge|sell|schafts|spiel: das; -(e)s; -e
Spiel, das mehrere Erwachsene mit¬
einander spielen können » Wir spielten
einen ganzen Abend Gesellschafts¬
spiele.«
Ge[sell|schafts|sy|stem —» Ge|sell|-
schafts|syjs|tem: das; -s; -e Aufbau,
Struktur einer gesellschaftlichen Ord¬
nung
Ge|sell|schafts|tanz: der; -es;-tanze tra¬
ditionelle, festgelegte Tanzschritte zu
einer entsprechenden Musik »Walzer
ist ein Gesellschaftstanz.«
ge|sell|schafts|yer|än|dernd: Adj. n.
stg. <Soziol.> Änderungen in eine be¬
stehende Gesellschaftsordnung brin¬
gend
Ge)sell)schafts|wis|sen|schaft: die; - ;
-en 1 n. PI. Volkswirtschaft, Politik u.
Soziologie 2 Fach, Wissenschaft, das/
die sich mit dem Gesellschaftsleben
beschäftigt
Ge|setZ: das; -es; -e 1 <Rechtsw.> vom
Staat erlassene, rechtlich bindende
Regel, Vorschrift, nach der sich jeder
zu richten hat u. deren Nichtbeach¬
tung bestraft wird 2 Prinzip, das ohne
Einfluß etw. bestimmt; unveränderli¬
cher Ablauf von etw. »die Gesetze der
Natur« 3 das Gesetz der Serie: Ge¬
setzmäßigkeit der Wahrscheinlich¬
keitsberechnung, nach der jede bis¬
lang immer nach einem bestimmten
Muster abgelaufene Handlungsabfol¬
ge auch in Zukunft nach demselben
Muster ablaufen wird 4 das Gesetz
des Dschungels: rechtlich ungere¬
gelte, chaotische Zustände, unter de¬
nen jeder nach seinen eigenen Rechts¬
vorstellungen handelt »Nach 15 Jah¬
ren Bürgerkrieg herrschte das Gesetz
des Dschungels im Land.«
Ge|setz|blatt: das; -(e )s; -blätter
<Rechtsw.> Veröffentlichung, die ein
Gesetz o. ä. bekanntgibt
Ge|setz|buch: das; -(e)s; -bücher
<Rechtsw.> Buch, das sämtliche Ge¬
setze zu einem Themenbereich bein¬
haltet
Ge|set|zes|bre[cher. der; -s; - weibl.
Ge|sgt)zes|bre|che|rin: die; • ; -nen
Person, die ein Gesetz überschreitet,
nicht beachtet
Ge|set|zes|hü|teR der; -s; - weibl. Ge|-
set|zes|hü|te|rin: die; ~ ; -nen Person,
die darauf achtet, daß Gesetze einge¬
halten werden
450
Gespensterglaube
Ge|setjzes|spra|che: die; - ; - (juristi¬
sche) Fachsprache, in der Verordnun¬
gen u. Gesetze geschrieben sind
Ge|setjzes|texfc der; -(e)s; -e Wortlaut,
Inhalt eines Gesetzes
Ge|setjzes|vorjla|ge: die; - ; -n Vorlage,
Entwurf zu einem Gesetz
ge)setz|ge|bend: Adj. n. stg. Gesetze er¬
lassend
ge|setz|ge|be|risch: Adj. n. stg. Gesetze
erlassend
Ge|setz|ge|bung: die; - ; - <Rechtsw.>
Idee, Diskussion u. Verabschiedung
eines Gesetzes
Ge|setz|lich|keit: die; - , -1 Prinzip der
inneren Ordnung 2 Regelung per Ge¬
setz
ge|setz|los: Adj. n. stg. a) Regeln, Ge¬
setze nicht respektierend, beachtend
b) keine Gesetze aufweisend
Ge|setz|lo|sig|keit: die; - ; -en 1 Nicht¬
beachtung von Gesetzen 2 o. PL das
Nichtexistieren, Nichtvorhandensein
von Gesetzen
ge|setz|mä|ßig: Adj. n. stg. sich nach ei¬
nem Gesetz richtend, »gesetzmäßiges
Vorgehen« Ant.: ungesetzmäßig; ge¬
setzwidrig
Ge|setzjmä|Big|keit: die; ~ / - Rechtmä¬
ßigkeit; Legalität
ge|setzt: Adj. gesetzter; gesetzteste 1
nicht mehr sehr jung; schon reifer, ru¬
higer, besonnener »gesetztes Alter« 2
<Wette beim Pferderennen) für einen
der ersten (meist den zweiten od. drit¬
ten) Platz getippt
Ge|setztjheit: die; * ; - Besonnenheit;
Erfahrenheit; Gemessenheit
ge|setz|wid|rig: Adj. n. stg. nicht dem
Gesetz folgend; gegen ein Gesetz ver¬
stoßend, Syn.: ungesetzmäßig, Ant.:
gesetzmäßig
Ge|setz|wid|rig|keifc die; - ; -en Verstoß
gegen ein Gesetz
Gelseuflze: das; -s; - anhaltender, hör¬
barer, schwerer, deprimiert klingen¬
der Luftausstoß eines Menschen
Gelaicht das; -(e)s; -er 1 a) vorderer
Teil des Kopfes, wo sich Augen, Na¬
se, Mund usw. befinden b) Ausdruck,
den das Gesicht (a) annimmt »Er
machte ein freundliches Gesicht.« c)
[geh.] Aussehen von etw. »Das Ge¬
sicht der Firma hat sich verändert.« 2
a) das Gesicht verlieren: Ansehen,
Geltung, Achtung o. ä. verlieren b)
das Gesicht wahren: sich so geben,
als ob alles in Ordnung wäre »Er ver¬
suchte, trotz seiner Niederlage das Ge¬
sicht zu wahren.« 3 sein wahres Ge¬
sicht zeigen: sich ohne Verstellung so
geben, wie man ist 4 ein anderes Ge¬
sicht bekommen: etw. sieht durch
etw. plötzlich anders aus 5 den Tatsa¬
chen ins Gesicht sehen: eine Angele¬
genheit o. ä. realistisch u. nüchtern
betrachten »Wir müssen den Tatsa¬
chen ins Gesicht sehen, das Geschäft
ist nicht mehr zu halten.« 6 der Wahr¬
heit ins Gesicht schlagen: alles
stimmt nicht, es ist erlogen, falsch
»Diese Darstellung schlägt der Wahr¬
heit ins Gesicht.« 7 jmdm. ins Gesicht
springen: jmdn. angreifen, ihn heftig
tadeln »Ich hätte ihm ins Gesicht
springen können vor lauter Wut.« 8
jmdm. ins Gesicht lügen: jmdn.
dreist, unverfroren anlügen 9 jmdm.
ins Gesicht lachen: jmdn. herausfor¬
dern, hämisch lachend ansehen »Sie
sagte ihm, daß sie sich von ihm trennen
wolle, u. er lachte ihr noch ins
Gesicht.« 10 jmdm. etw. ins Gesicht
sagen: jmdm. etw. unverblümt sagen,
ohne es zu beschönigen »Ich habe ihm
meine Meinung direkt ins Gesicht
gesagt.« 11 jmdm. im Gesicht ge¬
schrieben stehen: man kann etw. in,
an jmds. Gesicht, Miene erkennen
»Das schlechte Gewissen stand ihm ins
Gesicht geschrieben.« 12 jmdn. aus
dem Gesicht verlieren: [veralt.] den
Kontakt mit jmdm. verlieren 13
jmdm. wie aus dem Gesicht ge¬
schnitten sein: eine große Ähnlich¬
keit mit jmdm. haben »Der Sohn war
dem Vater wie aus dem Gesicht
geschnitten.« 14 ein schiefes Gesicht
machen, ziehen; ein langes Gesicht,
lange Gesichter machen: mißmutig
dreinschauen; enttäuscht dreinschau¬
en 15 jmdm. nicht ins Gesicht sehen,
blicken können: durch Schuldgefühle
o. ä. jmds. Blick nicht ertragen kön¬
nen 16 sich eine ins Gesicht stecken:
[ugs.] eine Zigarette, Zigarre rauchen
Jetzt muß ich mir erst mal eine ins Ge¬
sicht stecken.« 17 a) jmdn., etw. zu
Gesicht bekommen, kriegen: jmdn.,
etw. sehen »Niemand hat ihn je zu Ge¬
sicht bekommen.« b) jmdm. zu Ge¬
sicht kommen: von jmdm. gesehen
werden »Sollte dir der Brief zu Gesicht
kommen, gib ihn mir bitte!« 18 etw.
steht jmdm. (gut) zu Gesicht: 1. etw.
paßt, kleidet jmdn. »Die neue Frisur
steht dir gut zu Gesicht.« 2. jmd.
macht mit etw. auf die Menschen ei¬
nen guten Eindruck 19 ein Gesicht
wie drei, sieben, zehn, vierzehn Tage
Regenwetter machen: mißmutig,
schlecht gelaunt aussehen
Ge|sjchts|aus|druck: der; -(e)s;
-ausdrücke Mimik, die Empfindun¬
gen o. ä. ausdrückt
Ge|sichts|feld: das; -(e)s; -er Umkreis,
der mit dem Auge gesehen, wahrge¬
nommen wird (ohne den Kopf dabei
zu drehen)
Ge|sichts|kon|trol|le —> Ge|sichts|-
kon|t[rol|le: die; - ; -n [ugs.; scherzh.]
Überprüfung der äußeren Erschei¬
nung zum Einlaß (meist bei Diskothe¬
ken)
Ge|sichts|krebs: der; -es; -e <Med.>
[ugs.] Krebs der Gesichtshaut
Ge|sichts|kreis: der; -es; -e Umkreis,
der mit dem Auge gesehen, wahrge¬
nommen wird (ohne den Kopf dabei
zu drehen)
Ge|sjchts|läh|mung: die; - ; -en <Med.>
krankhafte Unbeweglichkeit von Ge¬
sichtsmuskeln
ge|sichts|los: Adj. n. stg. ohne auffal¬
lende (Charakter-)Eigenschaften; un¬
scheinbar
Ge|sjchts|mas|ke: die; - ; -n 1 Pflege¬
creme zum Aufträgen auf das Ge¬
sicht, um die Haut schöner, jünger,
glatter u. frischer aussehen zu lassen 2
(Maskenball) vor das Gesicht zu hal¬
tende Abschirmung, Verkleidung
Ge|sichts|mus|kel: der; -s; -n Muskel¬
strang im Gesicht
Ge|sjchts|nerv: der; -s; -en vom Gehirn
ausgehende Nervenbahn zur Versor¬
gung des Gesichtsmuskels
Ge|sjchts|punkt: der; - fe)s; -e Betrach¬
tungsweise; Aspekt
Ge|sichts|was|ser: das; -s; -wässer teil¬
weise mit Alkohol u. hautpflegenden,
-beruhigenden Zusätzen versehene
Flüssigkeit zur Entfernung von Sei¬
fen- u. Schmutzrückständen auf der
Gesichtshaut
Ge|slchts|win|kel: der; -s; - Betrach¬
tungsweise; Aspekt; Blickwinkel
Ge|sichts|zug: der; -(e)s; -Züge be¬
stimmte Mimik
Ge|s|ms: das; ~ ; -e horizontal verlau¬
fendes, vorspringendes Bauteil
Ge|sjn|de: das; -s; - [veralt.] Dienstper¬
sonal (in einem Haushalt) »Das Ge¬
sinde war in den Dachkammern unter¬
gebracht.«
Ge|sjn|del: das; -s; - [abwert.] verab¬
scheuungswürdige, den moralischen
Grundsätzen nicht genügende Perso¬
nen
gelsinnt: Adj. n. stg. eine Meinung, Hal¬
tung vertretend »einem Menschen
freundlich, feindlich gesinnt sein«
Ge|sin|nung: die; - ; -en (politische)
Meinung; Haltung
Ge|sin|nungs|ge|nos|se: der; -n; -n
weibl. Ge|sin|nungs|ge|nos|sin: die;
- ; -nen Person, die derselben Mei¬
nung ist
ge|sin|nungs|los: Adj. n. stg. [abwert.]
ohne innere, moralische, sittliche
Haltung
Ge|sin|nungs|lo|sig|keifc die; - ; -en
ohne sittliche, moralische Haltung
Ge|sln|nungs|wechjsel: der; -s; - Ver¬
änderung der Meinung, Haltung
ge|sit|tet: Adj. sich ordentlich, wohler¬
zogen verhaltend
ge|son|dert: Adj. n. stg. für sich allein
betrachtet
ge|son|nen: in der Wendung gesonnen
sein, etw. zu tun: beabsichtigen, etw.
zutun
ge|spal|ten: Adj. n. stg. in zwei Grup¬
pen, Ansichten geteilt
Ge|spann: das; -(e)s; -e 1 mindestens
von zwei Pferden gezogenes Fahrzeug
2 dibertr.) zwei gemeinsam handelnde
Personen
ge|spannfc Adj. gespannter; gespann¬
teste 1 voll Erwartung »Alle Kinder
sind gespannt, was sie am Weihnachts¬
abend geschenkt bekommen.« 2 (Situa¬
tion) leicht in Streit o. ä. übergehen
könnend »Die Stimmung war ge¬
spannt.«
Gejspannt|heifc die; - ; - Erwartung;
Aufmerksamkeit; Neugierde; Erre¬
gung; Gereiztheit
Ge|spenst: das; -(e)s; -er 1 (Mytholo¬
gie) nicht wirklich existierendes We¬
sen mit übernatürlichen Kräften;
Geist 2 Gespenster sehen: [ugs.] sich
etw. einbilden; grundlos Angst haben
»Da war bestimmt niemand! Du siehst
nur Gespenster.«
Ge|spen|sterjglau|be —» Ge|spens|-
teijglau|be: der; -ns; -/Ge|spen|ster|-
glau|ben —* Ge|spen|s|ter|glau|ben:
der; -s; - Glaube daran, daß es Geister
gibt
451
gespensterhaft
ge|spen|ster|haft—a- ge|spens|ter|haft:
Adj. gespensterhafter; gespensterhaf-
(este furchterzeugend; unheimlich
ge[spen|stisch—> gelapens|tisch: Adj.
furchterzeugend; unheimlich
Ge|spinst: das; -(e)s; -e a) etw., was
fein* netzartig gesponnen worden ist
b) (Textilindustrie) Endlosgam
gespr.: Abk. gesprochen
Ge|spräch: das; -(e)s; -e 1 Unterhal¬
tung; das Reden über etw. od. jmdn. 2
mit jmdm. im Gespräch bleiben: mit
jmdm. in Verbindung bleiben »Es ist
noch nicht entschieden, wir bleiben
weiter miteinander im Gespräch.« 3 im
Gespräch sein: über jmdn. od. etw.
wird (öffentlich) gesprochen
ge|spräjchig: Adj. viel u. gerne redend
Ge|sprä|chig|kert: die; - ; - starke(r)
Neigung, Hang zum Reden
ge|sprächs|be|rert: Adj. gesprächsberei¬
ter; gesprächbereiteste offen für ein
Gespräch sein; bereit, ein Gespräch
zu führen
Ge|sprächs|ein|heit: die; - ; -en Ko¬
sten-, Zähleinheit beim Telefonieren
Gejsprächs|form: die; - ; -en 1 Art, in
der ein Gespräch geführt wird 2 Er¬
zähltechnik in Essays, Romanen
u. ä., die eine dialogische Struktur
verwendet
Ge)sprächs|ge|gen|stand: der; -<e)s;
-gegenstände Sache, über die gespro¬
chen wird
Gejsprächsjparjtijkel: die; - ; -n
(Sprach wiss.) pausenfüllende Lautäu¬
ßerung innerhalb eines Gespräches,
die keine inhaltliche Bedeutung hat
»>Ähmt ist eine Gesprächspartikel.«
Ge|sprächs|part|ner. der; -s; ~ weibl.
Ge|sprächs|pait)ne|rin: die; - ; -nen
Person, mit der sich jmd. unterhält
Ge|sprächs|run|de: die; - ; -n Zusam¬
mentreffen mehrerer Personen zu ei¬
nem Gespräch, einer Unterhaltung,
verbalen Auseinandersetung
Gesprächsstoff: der; -(e)s; -e (mögli¬
ches) Thema des Gesprächs, der Un¬
terhaltung
Ge|sprächs|teiljneh|mer: der; -s; -
weibT. Ge|sprächsjteil|neh|mejrin:
die; - ; -nen Person, die bei einer Un¬
terhaltung anwesend ist u. sich betei¬
ligt
Ge|sprachs|the|ra|pie: die; - ; -n (Psy¬
chologie) Therapieform, bei der
durch Therapeut-Klient-Gespräche
die Problematik vom Klient eigen¬
ständig entwirrt u. erkannt werden
soll, um positive Impuse zur Verände¬
rung seiner psychischen Situation zu
setzen
gefsprächs|wei|se: Adv. durch eine Un¬
terhaltung; in einem Gespräch
gejsprenjkelt: Adj. n. stg. mit unregel¬
mäßigen Punkten, Tupfen versehen,
bedruckt »Die Küchenarbeitsplatte
hat eine gesprenkelte Oberfläche.«
Ge|spün das; -(e)s; - Vermögen, nicht
Offensichtliches zu erkennen
Gest.: Abk. 1 a) Gestalt b) Gestaltung 2
Gestein 3 Gestüt
gest: Abk. 1 gestaffelt 2 gestaltet 3
gestiftet 4 gestochen 5 gestorben fi ge¬
stört 7 (Handel) gestundet
Ge|sta|de: das; -s; - [poet.J Ufer
Gejstälfc die; - ; -en 1 äußere Erschei¬
nung »von schlanker Gestalt« 2 [meist
abwert.] nicht näher bezeichnele Per¬
son »eine seltsame Gestalt« 3 erfun¬
dene Figur in einem Roman o. ä. 4
Form eines Gegenstandes 5 a) Gestalt
annehmen, gewinnen: etw. zeichnet
sich immer deutlicher ab b) einer Sa¬
che Gestalt geben, verleihen: etw.
deutlich erkennbar machen »Er be¬
mühte sich, der Sache Gestalt zu
geben.« 6 sich in seiner wahren Ge¬
stalt zeigen: zu erkennen geben, wie
u. wer man wirklich ist
ge|staltfbanzi</f. formbar
ge|staljten: gestaltest; gestaltetest; hast
gestaltet a) formen; bilden; entwik-
keln; verwirklichen b) kreieren; schaf¬
fen c) organisieren
Ge|stal|ter: der; -s; - weibl. Ge|stal|te|-
rinfdie; - ; -nen Person, die etw. in
eine Form bringt, die einer Sache, ei¬
nem Gegenstand ein bestimmtes Aus¬
sehen verleiht
gejstaittejrisch: Adj. n. stg. schöpfe¬
risch; etw. schaffend, formend
gejstaltjlich: Adj. n. stg. eine Form be¬
treffend, ihr zuzuordnen
Gejstatt|lo|sigfkeih die; - ; - ohne (deut¬
liche) Formen
Ge|stal[tung: die; - ; -en 1 (PI. s.) For¬
mierung, Verleihung, Entwicklung ei¬
nes Aussehens 2 Kreation 3 Organi¬
sation
Ge]stalftungs|prin|zlp: das; -s; -ien Re¬
gel für die Art, Ausführung einer Ge¬
staltung
Ge|ständ|nis: das; -ses; -se Erklärung,
mit der etw. zugegeben wird »Der
Mörder legte ein Geständnis ab.«
Ge|stän[ge: das; -s; -1 [bergmannsspri.]
Gleisanlage 2 Zusammenhalt mehre¬
rer Stangen; Konstruktion aus Stan¬
gen 3 (Technik) Apparatur zur Über¬
tragung von Hebelkräften
Geistank: der; -(ejs; - äußerst schlech¬
ter Geruch
Ge|stän|ker. das; -s; - [ugs.; abwert.] an¬
haltendes Meckern
Ge|sta|po: Kurzw. die; - ; - Geheime
Staatspolizei (= Geheimpolizei im
nationalsozialistischen Deutschland)
ge|stat|ten: gestattest; gestattetest; hast
gestattet etw. erlauben, zulassen, ge¬
nehmigen
Ge|ste —» Gesjte: die; - ; -n 1 Bewe¬
gung der Hände, des Körpers, die
etw. aussagt, aussagen soll »Diese Ge¬
ste ist in südlichen Ländern
beleidigend.« 2 Handlung, die ein Zei¬
chen setzen soll »Dieser Besuch war
eine Geste des guten Willens.«
Gejsteck: das; -(e)s; -e zusammenge¬
bundenes Blumenarrangement
ge|ste]hen: gestehst; gestand(e)st; hast
gestanden a) etw. zugeben; ein Ge¬
ständnis machen, abiegen b) [ugs.]
ehrlich sagen »Ich gestehe, ich mag
dieses Essen nicht.«
Ge|$tejn: das; (e)s; -e natürliche An¬
häufung von Mineralien, die die feste
Erdrinde aufbauen
Ge|steins|kun|de: die; - ; - Lehre, Wis¬
senschaft von den Gesteinen
Ge|ste|ns|projbe: die; - ; -n abgelöster
Teil eines Gesteins zur Überprüfung
seiner Zusammensetzung, Bestand¬
teile
Ge|stelt: das; -(e)s; -e 1 Konstruktion
zur Befestigung, zum Aufstellen von
etw. »Die Vase hing in einem Gestell
an der Wand.« 2 [ugs.] Mensch mit ei¬
nem unproportionierten Körper u./
od. unvorteilhafter, schlampiger
Kleidung »Guckt euch dieses Gestell
an!« 3 Halterung von Brillengläsern 4
(Jagd) zu einer Schneise gelichteter
Wald
Gejstel|)ungs|be[fehl: der;-(e)s; -e (Mi-
lit.> Befehl, sich für den Wehrdienst
zu melden
geistern —» gestern: Adv. 1 a) in der
Zeitfolge ein Tag vor heute b) (in Ver¬
bindung mit einer Tageszeit) eine
ganz bestimmte Tageszeit des voran¬
gegangenen Tages »gestern morgen,
abend, mittag, nachmittag—»■ gestern
Morgen, Abend, Mittag, Vormittag,
Nachmittag« 2 nicht von gestern
sein: [ugs.] nicht dumm sein
ge[stiejfeit: Adj. n. stg. 1 Stiefel tragend
2 gestiefelt u. gespornt [ugs.;
scherzh.] völlig fertig u. bereit, sofort
loszugehen
Ge|stik—> Gesjtik: die; -; - Gesamtheit
der Gesten, Handbewegungen (einer
Person) »Ihre Gestik ist sehr ausge¬
prägt.«
ge|sti|ku)lie|ren —> gestti[ku|iie|ren:
dal» gestikulierst; gestikuliertest; hast
gestikuliert Gebärden, Gesten ma¬
chen »Sie gestikulierte wild mit den
Händen, damit man auf sie aufmerk¬
sam wurde.«
Ge|stirn: das; -(e)s; -e (Astronomie)
Stern; leuchtender Himmelskörper
gefstimt Adj. gestirnter; gestirnteste
[geh.] reflektierende Himmelskörper,
Sterne aufweisend, habend
ge|stisch —* gesftisch: Adj. mit Ge¬
stik, Handbewegungen
Ge)stö|ber: das; -s; - Sturm, Luftbewe¬
gung, bei dem/der kleine Teilchen,
meist Schnee, durch die Luft gewir¬
belt werden
ge|störb Adj. gestörter; gestörteste 1
geistig nicht seine volle Kraft habend;
psychisch beeinträchtigt, nicht nor¬
mal 2 in der Funktion beeinträchtigt
Gelsträuch: das; -(e)s; -er viele, dicht
beieinander, an einer Stelle wachsen¬
de Sträucher
gestjrig —* ges|t|rig: Adj. n. stg. 1 am
vorangegangenen Tag (erfolgt) »Das
gestrige Abendessen war sehr
gelungen.« 2 [abwert.] unmodern,
nicht von heute, überaltert
Ge[stnipp: das; -(e)s; -e freiwachsen¬
des, dichtes Gesträuch
Gejstüht: das; -(e)s; -e Gesamtheit der
Stühle, Bestuhlung eines Raumes
Ge|stüt: das; -(e)s; -e 1 alle Pferde eines
landwirtschaftlichen Betriebes 2 Hof,
auf dem Pferde herangezogen werden
3 Merkmale der Abstammung eines
Pferdes
Ge|such: das; -(e)s; -e schriftliche Bitte
(meist an eine übergeordnete Instanz)
Das Gnadengesuch wurde abgelehnt.«
ge|sund: Adj. gesünderjgesmder; gesün¬
deste/gesundeste 1 körperlich u. see¬
lisch nicht krank 2 in vernünftiger
Weise (gestaltet) »gesunder Men¬
schenverstand« 3 gesund sein wie ein
Fisch im Wasser: rundherum gesund,
fit sein 4 aber sonst bist du gesund?:
[ugs.] bist du noch normal, spinnst
du?
452
Gewaltherrschaft
ge|sund|be|ten: betest gesund; betetest
gesund; hast gesundgebetet a) versu¬
chen, jmds. Krankheit durch Gebete
zu heilen b) <übertr.> [iron.) immer
wieder behaupten, mit jmdm., etw. sei
alles in Ordnung, obwohl das offen¬
sichtlich nicht stimmt
Ge|sund(heit: die; - ; -1 körperlicher u.
seelischer Zustand ohne Krankheit 2
Gesundheit schätzt man erst, wenn
man sie verloren hat: was es heißt, ge¬
sund zu sein, weiß man erst, wenn
man krank ist
ge|sund]heit)llch: Adj. n. stg. bezogen
auf die Gesundheit; die Gesundheit
betreffend
Ge|sund|heits|amt: das; -(e)s; -ämter
für"das Gesundheitswesen zuständige
Behörde
Ge|sund|heits|er|zie|hung: die; • ; - Er¬
ziehung zu einer gesunden Lebens¬
führung
ge|sund|heits|gelfähr|dend: Adj. das
Risiko in sich bergend, tragend, der
Gesundheit zu schaden
Gejsund|heits|leh|re: die; - ; - <Med.>
medizinisches Teilgebiet, das sich mit
der Gesunderhaltung, der Vorbeu¬
gung vor Krankheiten beschäftigt
Ge|sund|heits|po|li|zei: die; - ; - staatli¬
che Einheit, die die Hygienemaßnah¬
men überprüft u. für die Seuchenbe¬
kämpfung zuständig ist
ge[sund|heits|schä|di|gend/ge|sund|-
heits|schäd|lich: Adj. schlecht für die
Gesundheit
Ge|sund|heits|we]sen: das; -s; - alle In¬
stitutionen, die für die Gesunderhal¬
tung, Kankenpflege u. für Seuchen¬
bekämpfung zuständig sind
Ge|sund|heits|zujstand: der; -(e)s;
-zustande momentaner Zustand,
Grad der Gesundheit
ge|sund|pfle|gen: pflegst gesund; pfleg¬
test gesund; hast gesunagepflegt eine
Person, die krank ist, bis zur ihrer Ge¬
nesung versorgen
ge|sund|schrump|fen: schrumpfst ge¬
sund; schrumpftest gesund; hast ge¬
sundgeschrumpft [ugs.) eine Firma
verkleinern, um nicht in den Konkurs
zu gehen
ge[sund|sto|Ben, sich: stößt dich ge¬
sund; stießest dich gesund; hast dich
gesundgestoßen [ugs.] die eigene wirt¬
schaftliche Lage mit einer Aktion o.
ä. erheblich verbessern, so daß keine
Existenzbedrohung mehr besteht
get.: Abk. 1 getauft 2 getestet 3 getilgt 4
getötet
ge|ti|gert: Adj. n. stg. mit einem Strei¬
fenmuster ähnlich einem Tigerfell
versehen »Er trug ein getigertes
Hemd.«
Ge|töjse: das; -s; - anhaltendes Lärmen
Getr.: Abk. 1 Getränkfe) 2 Getreide 3
<Kraftfahrzeug> Getriebe
getr.: Abk. 1 getraut (verheiratet) 2
getrennt 3 getrocknet
Ge|tm|gen|heit: die; ~ ; - gemessene(s),
emste(s), ruhigefs) Stimmung, Ver¬
halten
Ge|tränlc das; -(e)s; -e Flüssigkeit, die
getrunken wird »Ich möchte ein kaltes
Getränk ohne Alkohol.«
Ge|trän|ke|steu|er: die; •; -n Abgabe an
den Staat beim Erwerb von Alkoholi¬
ka
Ge|trat|sche: das; -s; - [ugs.; abwert.]
Verbreitung von Gerüchten, Lügen
od. Halbwahrheiten
ge|trau|en, sich: getraust dich; getrau¬
test dich; hast dich getraut sich etw.
Zutrauen; den Mut aufbringen, etw.
zu tun
Ge|trei)de: das; -s; - Pflanzen, aus deren
Körnern Mehl gewonnen wird
Ge|trei|de|aus|fuhr: die; *; - <Wirt.> Ex¬
port, Verkauf von Körnerfrüchten,
Getreidesorten ins Ausland
Ge|trei|de|ern|te: die; - ; -n a) Einsam¬
meln des Getreides nach der Reife b)
Menge der Ernte des Getreides
Ge|trgi|de|teld: das; -(e)s; -er Getreide¬
acker; Bodenstück, auf dem Getreide
angebaut wird
Ge|trei|de|han|del: der; -s; - An- u. Ver¬
kauf von Körnerfrüchten, Getreide
Ge[trei|de|voiirat: der; -(e)s; -Vorräte
Anhäufung, Vorrat von, an Körner¬
früchten, Getreide
ge|trennt|ge|schlech|tig: Adj. n. stg. je¬
weils nur ein Geschlecht besitzende
Pflanze
gejtrennt|le|bend —> getrennt lej-
bend: Adj. n. stg. <Ehepaar> (in Er¬
wartung einer Scheidung) keinen ge¬
meinsamen Haushalt führend
geltreu: Adj. einem Grundsatz, einem
Versprechen genau entsprechend
Geltreue: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Getreuer; eine Ge¬
treue; zwei Getreue) [geh.] treuer,
loyaler Mensch
geltreullich: Adj. n. stg. a) [veralt.] treu
b) sich genau nach etw. richtend
Ge|trie|be: das; -s; - 1 <Technik> Bewe¬
gung übertragende, erzeugende Vor¬
richtung in einer Maschine »Das Ge¬
triebe ist defekt.« 2 <Bergbau> Siche¬
rungspfahle im Schacht
Ge|trje|be|öl: das; -(e)s; -e <Technik>
Schmiermittel für das Getriebe
Ge|trom|mel: das; -s; - [ugs.; abwert.]
anhaltendes Schlagen auf einen Ge¬
genstand
gejtrost: Adj. n. stg.; n. dekl. ohne Sor¬
gen, Bedenken »Du kannst die Sachen
getrost hierlassen.«
Ge|trost|heit: die; - ; - Vertrauen
Get|to/Ghet)tc: das; -s; -s abgeschlosse¬
nes Wohnviertel für eine (mißachtete)
Bevölkerungsgruppe (ursprünglich
für die Juden einer Stadt)
get|toi|sje|ren/ghet|toi)sje|ren —» get|-
to|i|sie|ren/ghet|to|i|sie|ren: g(h)et-
toisierst; gfhjettoisiertest; hast
g(h)ettoisiert [geh.; abwert.] Perso¬
nen räumlich abgrenzen, von anderen
femhalten
Ge|tue: das; -s; - [ugs.; abwert.] gekün¬
steltes Benehmen; Aufhebens
Ge|tüm|mel: das; -s; * [ugs.] Durchein¬
ander vieler Menschen, Lebewesen;
viele Menschen an einem Ort
Ge|tu|schel: das; -s; - [ugs.; abwert.] an¬
haltendes leises, heimliches Sprechen
über etw. od. jmdn.
Gefvat|ter: /gefatter/ der; -s u. [veralt.]
-n; -n 1 [veralt.] Pate 2 [veralt.] be¬
freundete, verwandte od. bekannte
Person 3 (Eigen-)Name, der der Per¬
sonifizierung des Todes manchmal
vorangestellt beigegeben wird
Ge|viert: /gefirt/ das; -(e)s; -e Quadrat;
quadratisches, rechteckig abgegrenz¬
tes Gebiet
Gew.: Abk. 1 Gewährleistung) 2
Gewerbe 3 Gewerkschaft
Ge|wächs: /gewäkß/ das; -es; -e Pflan¬
ze, Gras o. ä.
ge|wagt: Adj. gewagter; gewagteste a)
mutig; ein Risiko enthaltend »Das
war ein gewagtes Unternehmen.« b)
(aufgrund moralischer Fragwürdig¬
keit) Aufsehen erregend »Sie hat ein
gewagtes Kleid an.«
Ge)wagt|heit: die; - ; -en 1 o. PI. Mut;
Verwegenheit 2 gewagte Aussagen,
Handlungsweisen
Gefwähr: die; - , - a) Versicherung, daß
et\F so ist wie angegeben, Syn.: Ga¬
rantie b) ohne Gewähr: für das, was
angegeben, gesagt, mitgeteilt wird,
wird (bei Unrichtigkeit) keine Haf¬
tung, Garantie übernommen »Es fol¬
gen die Lottozahlen - wie immer ohne
Gewähr.«
ge|wah|ren: gewahrst; gewahrtest; hast
gewahrt erblicken; bemerken
ge|wäh|ren: gewährst; gewährtest; hast
gewährt a) etw. großzügig erlauben,
gestatten b) jmdn. gewähren lassen:
jmdm. etw. nicht verbieten »Er wollte
es allein probieren, u. ich ließ ihn ge¬
währen.«
ge|währjlei|sten: gewährleistest; ge¬
währleistetest; hast gewährleistet für
etw. bürgen, es garantieren, zusichem
Ge|wahr|sam: der; -s; - unter Obhut; in
Verwahrung »Das Kind wurde in den
Gewahrsam der Polizei übergeben.«
Ge|walt: die; -; -en 1 Macht, Recht, Be¬
fugnis, über etw. od. jmdn. zu herr¬
schen, zu bestimmen »Der Mann
hatte Gewalt über seine Familie.« 2 o.
PI. a) sehr starke körperliche Kraft b)
unrechtmäßiges, brutales Vorgehen
»Die Täter gingen mit roher Gewalt
vor.« 3 elementare (Natur-)Kraft 4
mit aller Gewalt: unbedingt »Er ließ
sich nicht beirren u. versuchte, sein
Ziel mit aller Gewalt zu erreichen.« 5
sich in der Gewalt haben: sich unter
Kontrolle haben »Er halte sich in je¬
der Situation in der Gewalt.« 6 jmdm.
Gewalt antun: [geh.; verhüll.] jmdn.
vergewaltigen 7 höhere Gewalt: etw.,
was man nicht beeinflussen, vorherse¬
hen kann (Naturkatastrophen o. ä.) 8
Wenn die Gewalt kommt, geht das
Recht auf Krücken: durch Gewalt,
Unterdrückung o. ä. wird das Recht
unterdrückt, außer Kraft gesetzt,
man kann sich nicht mehr darauf be¬
rufen
Ge|walt|akt: der; -(e)s; -e 1 Vorgang
der Gewalteinwirkung 2 [ugs.] mit
großer Anstrengung verbundene
Handlung
Ge|wal|ten|tei|lung: die; - ; -en (PI. s.)
<PoI> Aufteilung der staatlichen
Macht (in Exekutive = ausführende
Gewalt, Legislative = gesetzgebende
Gewalt u. Jurisdiktion = rechtspre¬
chende Gewalt) »Gewaltenteilung ist
ein wesentlicher Bestandteil der Demo¬
kratie.«
Ge|walt|herr|schaft: die; - ; - <Pol.> Dik¬
tatur
453
Gewaltherrscher
Ge|walt)herr|scher: der; -s; ~ weibl.
[selten] Ge|walt{herr|sche|rin: die; - ;
-nen <Pol.> Diktatoren)
ge|wal|tig: Adj. 1 große Macht besit¬
zend »ein gewaltiger Herrscher« 2 a)
sehr groß; übermächtig »ein gewalti¬
ger Berg« b) <verst.> sehr »gewaltig
großer Durst«
ge|walt|los: Adj. n. stg. keine(n) Gewalt,
Zwäng ausübend, Syn.: friedlich
Ge|walt|marsch: der; -(e)s; -märsche
anstrengendes Laufen über eine weite
Strecke
Ge|walt|maB|nah|me: die; - ; -n Anord¬
nung, Anwendung von körperlichem
u. seelischem Zwang
Ge|walt|tafc die; - ; -en gewaltsame, un¬
rechtmäßige Handlung
Ge|walt|tä|ter: der; -s; - weibl. Ge|walt|-
tä(te[rin: die; - ; -nen Person, die
durch unrechtmäßige Handlungen
unter Anwendung von Gewalt andere
zu etw. zwingt
gefwalt|tä|tig: Adj. dazu neigend, Kon¬
flikte mit Gewaltanwendung lösen zu
wollen
Ge|walt|tä|tig|keit: die; - ; -en 1 mit Ge¬
walt verbundene Handlung 2 o. PI.
zur Gewalt neigende Wesensart
Ge|walt|ver|zicht: der; -(e)s; - Entsa¬
gung von Gewaheinsatz
Ge|walt)ver{zichts|ab|kom|men: das; -s;
- Vertrag auf Entsagung von Ge¬
walteinsatz, Einsatz militärischer
Waffen
Gejwand: das; -(e)s; Gewänder [veralt.]
sehr festliches Kleidungsstück »ein
kostbares Gewand«
Gelwandlhaus: das; -es; -häuser <MA>
Verkaufsstelle der Tuchmacher
ge|wandt: Adj. gewandter; gewandteste
sehr geschickt (in den Bewegungen,
einerTätigkeit) v
Gefwäs|ser: das; -s; - größere (natürli¬
che) Ansammlung von Wasser
Ge|we|be: das; -s; - 1 körperliche, orga¬
nische Substanz, die zu einem Ver¬
band ähnlich angelegter Zellen zu¬
sammengeschlossen ist 2 Stoff aus ge¬
webten Fäden »ein feines Gewebe«
Ge|we|be|pro|be: die; - ; -n zur Analyse
entnommenes Körpergewebe
Ge[we|be|trans|plan|ta|ti|on/Ge|webs|-
trans|plan|ta(tl|on: die; - ; -en Opera¬
tion, bei der auf zerstörte Haut neue,
körpereigene Haut verpflanzt wird
Ge|webs|ver|pflan|zung: die; - ; -en
Operation, bei der auf zerstörte Haut
neue, körpereigene Haut verpflanzt
wird
ge|weckt: Adj. geweckter; geweckteste
[landsch.] geistig rege; aufgeweckt
Ge|weckt[heit: die; -; - [landsch.] geisti¬
ge Wachsamkeit, Regsamkeit
Ge|wehn das; -(ejs; -e 1 Handfeuer-,
Schußwaffe mit langem Lauf »Er
zielte mit dem Gewehr auf das Reh.« 2
Gewehr bei FuB (stehen): bereit
(sein)
Ge[wehr|lauf: der; -(e)s; -laufe gezoge¬
nes Rohr des Gewehrs, durch das die
Kugel hindurchgepreßt u. in Drehung
versetzt wird
Ge|wejh: das; -(e)s; -e <Zoob Homaus-
wüchse am Kopf des Hirsches u. ä.
Tiere
Gefwerjbe: das; -s; -1a) berufliche Tä¬
tigkeit »Sein Gewerbe ist die Fische¬
rei.« b) Betrieb, mit dem jmd. seinen
Verdienst erzielen möchte »ein Ge¬
werbe anmelden« 2 a) das horizontale
Gewerbe: [ugs.; scherzh.} die Prosti¬
tution b) das älteste Gewerbe der
Welt [scherzh.; verhüll.] die Prostitu¬
tion
Ge|wer|be|amb das;-(ejs; -ämter staat¬
liche Institution, die alle gemeldeten
Gewerbebetriebe kontrolliert
Ge|wer|be|aufjsichts|amt: das; -(e)s;
-ämter staatliche Institution, die alle
gemeldeten Gewerbebetriebe kon¬
trolliert
Ge[wer|be|be|trieb: der; -(e)s; -eTeil ei¬
nes Unternehmens
Ge|werbe|freijheit: die; - ; - Recht, bei
einwandfreiem Leumund gewerblich
tätig zu werden
Ge|wer|be|ge|bieb das; -(ejs; -e Stadt¬
teil, in dem sich nur, überwiegend
Unternehmen od. Betriebe befinden,
Ant.: Wohngebiet
Ge|wer|be|ord|nung: die; - ; -
<Rechtsw.> Sammlung von Gesetzen,
die das Gewerbe regeln
Ge[wer|be|rechb das; -(e)s; -
(Rechtsw.) Gesetz(e), welche(s) das
Gewerbe regelt/regeln
Ge|wer|be|schein: der; -(ejs; -e Lizenz,
um ein Gewerbe zu betreiben
Ge|wer|be|schu|le: die; - ; -n Ausbil¬
dungsstätte für gewerblich Auszubil¬
dende
Ge|wgr|be|steu|er: die; - ; -n <Wirt.>
kommunal zu entrichtende Steuer,
deren Höhe sich nach dem Hebesatz
richtet
ge|wer|be|trei|bend: Adj. n. stg. gewerb¬
lich tätig
Ge|wer[be|trei|ben|de: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Gewerbe¬
treibender; eine Gewerbetreibende;
zwei Gewerbetreibende) Kaufmann,
-frau
ge|werb|lich: Adj. n. stg. bezogen auf
das Gewerbe; ein Gewerbe betref¬
fend, ihm zuzuordnen
Ge|werk|schaft: die; - ; -en Organisati¬
on zur Vertretung von Arbeitnehme¬
rinteressen »Er trat einer Gewerk¬
schaft bei.«
Ge|werk|schaf|ter/Ge|werk|schaft|len
der; -s; - weibl. Ge|werk|schaf]te|rin/
Ge|werk|schaft|Ie|rin: die; - ; -nen
Person, die in einer Gewerkschaft tä¬
tig ist, ihr angehört »Die Gewerk¬
schafter stimmten mehrheitlich für den
Streik.«
ge|werk|schaft|lich: Adj. n. stg. bezogen
auf die Gewerkschaft, von ihr ausge¬
hend, ihrzuzuordnen
Ge|werk|schafts|be|wejgung: die; - ; -
a) alle gewerkschaftlichen Institutio¬
nen zusammen b) zieloricnticrtes
Handeln einer Gewerkschaft zur Ver¬
besserung der Arbeitssituation der
Arbeitnehmer
ge|werk|schafts|frei: Adj. n. stg. (Unter¬
nehmen) keinen Betriebsrat habend
u. keine Mitarbeiter beschäftigend,
die in der Gewerkschaft sind
Ge|werk|schafts|funk|tio|när —» Ge|-
werk|schafts|funk|b|o|när: der; -s; -e
weibl. Ge|werkjschafts|funk[tio|nä|rin
—» Ge|werk|schafts|funk|ti|o|nä|rin:
die; - ; -nen jmd., der haupt- od. eh¬
renamtlich in einer Gewerkschaft eine
Funktion innehat
Ge|werk|schafts|sit|zung: die; - ; -en
Tagung der leitenden Angestellten ei¬
ner Gewerkschaft
Ge|werk|schafts|veijsamm|lung: die;
- ; -en Tagung der Mitglieder einer
Gewerkschaft
Ge|werk|schafts|vorjsit|zen|de: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Gewerkschaftsvorsitzender; eine
Gewerkschaftsvorsitzende; zwei
Gewerkschaflsvorsitzende) gewähl-
te(r) Vorstandsvorsitzende(r) einer
Gewerkschaft
Ge|wicht: das; -(ejs; -e 1 Druck,
Schwere eines Körpers; Masse »Der
Mann hat ein Gewicht von 80 kg.« 2 o.
PI. Bedeutung einer Sache »Seine
Aussage vor Gericht hatte Gewicht.« 3
ins Gewicht fallen: etw. ist bedeu¬
tungsvoll, gibt den Ausschlag 4 auf
etw. Gewicht legen: auf etw. Wert le¬
gen, es für wichtig halten
ge|wjch)ten: gewichtest; gewichtetest;
hast gewichtet etw. eine Bedeutung,
einen Stellenwert beimessen »Diesen
Fehler gewichtete man (als) nicht er¬
heblich.«
Ge|wicht|he|ben: das; -s; - (Sport) Diszi¬
plin, in der Gewichte gehoben, ge¬
stemmt, gerissen werden
Ge|wicht|he|ber: der; -s; - Sportler, der
Hanteln, Gewichte u. ä. stemmt
Ge|wichjtig|keit: die; - ; - Bedeutung;
Wichtigkeit
Ge|wichts[ana|ly|se —> Ge|wichts|a|-
na]Iy|se; die; - ; -n 1 (Geologie) Ver¬
änderlichkeitsmessung der Schwer¬
kraft 2 (Chemie) Ermittlung der
Masse von Elementen in Gemischen
Ge|wichts|an|ga|be: die; -; -n Nennung
des Gewichtes, der Schwere
kon|t(rol|le: die; -; -n (ständige)"Über-
prüfung des Gewichtes
ge|w]chts|los: Adj. n. stg. 1 gleich¬
schwer od. leichter als Luft 2 ohne je¬
de Bedeutung
Gejwichts|verila|ge|rung: die; - / -en 1
Änderung der Körperhaltung,
-Stellung 2 Bedeutungsverschiebung
Ge|wich|tung: die; - ; -en 1 (Statistik)
Errechnung des Durchschnittwertes
zur Ermittlung des Wertes von Ein¬
zelgrößen 2 Bedeutung; Schwerpunkt
ge|wjeft: Adj. gewiefter; gewiefteste
schlau; listig; durchtrieben
Ge|w{eft|heit: die; - ; - Schlauheit; Li¬
stigkeit; Durchtriebenheit
ge|wiegt: Adj. gewiegter; gewiegteste
sehr erfahren
ge[wjllt: Adj. n. stg. willens sein; etw. zu
tun, bereit sein »Ich bin gewillt, ein
Gespräch zuführen.«
Ge|wim|mel: das; -s; - anhaltendes Hin-
u. Herlaufen; Durcheinander; An¬
sammlung vieler Menschen od. Tiere
an einem Ort
Ge|wim|mer das; -s; - anhaltendes jäm¬
merliches, klägliches Weinen
Ge|win|de: das; -s; - (Technik) spiral¬
förmig um einen Bolzen od. Zylinder
normgerecht geschnittene Nut, die
z. B. dazu dient, eine Schraube in/aus
eine(n/m) festen Körper zu drehen
454
gewöhnlich
Ge|win|de|boh|rer. der; -s; - <Technik>
Werkzeug zum Schneiden von Innen¬
gewinden
Ge|vvin|de|schnei|der: der; -s; ~ ; Tech¬
nik) Werkzeug zum schneiden von
Außengewinden
Ge|winn: der; -(e)s; -e 1 <Wirt.> (finan¬
zieller) Reinertrag; Ertrag, der in ei¬
ner bestimmten Zeit gewachsen ist 2
Preis, Geschenk, der/das mit Glück
zu erhalten ist »Ich habe beim Preis¬
ausschreiben den Hauptgewinn er¬
zielt.«
—» Ge|wjnn bringend: s. gewinnbrin¬
gend
Ge|winnjan|teil: der; -(e)s; -e festgeleg¬
ter Teil eines Gewinnes, den jmd. be¬
anspruchen darf
Ge|winn|aus|schQt|tung: die; - ; -en
Auszahlung des anteiligen Gewinnes
an die Berechtigten
ge|winn|brin|gend —»• Ge|winn brin|-
gend: Adj. 1 Ertrag abwerfend; be¬
sitzerweiternd 2 Nutzen bringend
Ge|w|nn|chan|ce: die; -; -n Möglichkeit
zu siegen, einen Gewinn zu erzielen
gefwin|nen: gewinnst; gewannst; hast ge¬
wonnen 1 a) (in einem Kampf od.
Wettbewerb) siegen »Sie hat die Euro¬
pameisterschaft im Eiskunstlauf ge¬
wonnen.« b) in einem Glücksspiel ei¬
nen Preis erhalten »Ich habe bei der
Tombola ein Auto gewonnen.« 2 durch
körperliche od. geistige Anstrengung
erhalten »Ich habe Erkenntnisse ge¬
wonnen.« 3 eine andere Person durch
Überredung od. Überzeugung auf
seine Seite ziehen, zu etw. bewegen 4
<Bodenschätze> aus der Erde holen
»Kohle gewinnen« 5 Allzeit gewinnen
macht verdächtig, allzeit vertieren
macht verächtlich: ein ewiger Gewin¬
ner kommt leicht in den Verdacht zu
betrügen o. ä., aber ein ewiger Verlie¬
rer wird häufig verächtlich behandelt,
abgewertet 6 Wer sich selbst über¬
windet, der gewinnt: wer seine Unzu¬
länglichkeiten, Schwächen, Stolz o. ä.
überwindet, ist der Gewinner, Sieger
7 Wer wagt, gewinnt: man muß auch
einmal etw. riskieren, um zu gewin¬
nen 8 Wie gewonnen, so zerronnen:
Anmerkung, wenn jmd. etw. (ohne
dafür zu arbeiten) bekommt u.
schnell wieder verliert, ausgibt
Ge|win|nen der; -s; - weibt. Ge|wjn|ne|-
rin: die; - ; -nen Siegerin) eines Wett¬
streits
Ge|wjnn|klas|se: die; ~ ; -n Aufteilung
der Gewinner in Gruppen mit dersel¬
ben Lösung, demselben Wettvor¬
schlag, um so die Gewinnquoten in
den einzelnen Gewinnklassen errech¬
nen zu können
Ge|winnfma|xi|mie|rung: die; - ; -en
<Wirt.> Versuch, mit dem gering¬
stmöglichen Einsatz den größtmögli¬
chen Gewinn zu erzielen
ge|winn]süch|tig: Adj. besitzgierig; hab¬
gierig
ge|winn|träch|tig: Adj. die Möglichkeit
beinhaltend, einen Gewinn zu erzie¬
len
Ge|winn-und-Verjlust-Rech|nung: die;
- ; -en <Wirt.> Erfolgsrechnung, Bi¬
lanz
Getw|n|nung: die; - ; - Erzeugung von
etw. aus einem Rohstoff
Ge|winn|zahl: die; - ; -en (ausgeloste)
Glückszahl, mit der ein Gewinn ver¬
bunden ist
Ge|w]n|sel: das; -s; - [oft abwert.] anhal¬
tendes, klägliches Betteln, Klagen
(mit hellen Lauten, oft bei Hunden)
Ge|wfnr: das; -(e)s;- unübersichtliche(s)
Menge, Durcheinander von etw.
Der Räuber konnte im Menschenge¬
wirr untertauchen.«
Ge|wis|per: das; -s; - anhaltendes leises
Sprechen, Flüstern
gejwiB —> ge|wiss: I Adv. ganz be¬
stimmt »Er kommt gewiß morgen.« II
Adj. n. stg. 1 a) ohne Zweifel in be¬
stimmter Form vorhanden »Ich bin
mir gewisser Schwächen bewußt.« b)
nicht näher bezeichnet »In einem ge¬
wissen Alter ist dieses Verhalten ty¬
pisch.« 2 ein geringes Ausmaß aufwei¬
send »Eine gewisse Ähnlichkeit bestekt
zwischen euch.« 3 das gewisse Et¬
was: eine nicht näher beschriebene
positive Auszahlung
Ge|wis|sen: das; -s; - 1 Vermögen des
Menschen, ethische Werte, Gut u.
Böse zu unterscheiden 2 jmdm. ins
Gewissen reden: ein ernstes Ge¬
spräch mit jmdm. führen; versuchen,
jmdm. den rechten Weg zu zeigen
»Obwohl der Richter ihm ernsthaft ins
Gewissen redete, sah er sein Unrecht
nicht ein.« 3 a) jmdn. auf dem Gewis¬
sen haben: die Schuld an jmds. Tod,
Ruin tragen »Der betrunkene Auto¬
fahrer hatte den Tod eines Kindes auf
dem Gewissen.« b) etw. auf dem Ge¬
wissen haben: etw. Schlechtes getan
haben, an etw. die Schuld tragen 4 Ein
gutes Gewissen ist ein sanftes
Ruhekissen: wer nichts Schlechtes
od. Böses tut, hat auch keine Gewis¬
sensbisse, u. er kann nachts gut schla¬
fen 5 Man entgeht wohl der Strafe,
aber nicht dem Gewissen: ein began¬
genes Unrecht o, ä. kann man manch¬
mal vor der Öffentlichkeit vertu¬
schen, verbergen, aber niemals vor
dem eigenen Gewissen
ge|wis|sen|haft: Adj. gewissenhafter; ge¬
wissenhafteste genau; zuverlässig
Ge|wis|sen|haf|tig|keit: die; ~ ; - Genau¬
igkeit; Zuverlässigkeit
ge|wis|sen|los: Adj. gewissenloser; ge¬
wissenloseste verantwortungslos;
rücksichtslos; leichtfertig
Ge|wis|sen|lo|sig|keit: die; ~ ; - Verant¬
wortungslosigkeit; Rücksichtslosig¬
keit; Leichtfertigkeit
Ge|wis|sens|ent|schei|dung: die; - ; -en
Entscheidung, Entschluß aus dem
persönlichen Pflichtbewußtsein, Ver¬
antwortungsgefühl, der inneren
Überzeugung heraus
Ge|wis|sens|fra|ge: die; ~ ; -n Entschei¬
dung, die aus dem persönlichen
Pflichtbewußtsein, Verantwortungs¬
gefühl, der inneren Überzeugung her¬
aus getroffen werden muß
Ge|wis|sens|frei|heit: die; - ; - Freiheit,
nach seinen inneren Überzeugungen
zu handeln
Ge|wjsjsens|grün|de: die (PI.) in dem
persönlichen Pflichtbewußtsein, Ver¬
antwortungsgefühl, der inneren
Überzeugung begründetes Motiv für
eine Entscheidung, eine Handlung o.
ä. »eine Handlung, Tätigkeit aus Ge¬
wissensgründen ablehnen«
Gelwis|sens|kon|fiikt —> Ge|wis|sens|-
kon(f|likt: der; -(e)s; -e innerer, psy¬
chischer Zustand einer Person; der
ihr verbietet, ihre Tat, Entscheidung
o. ä. vor sich selbst verantworten zu
können »Nach dem Ladendiebstahl
quälten sie schwere Gewissenskon¬
flikte.«
Ge|wjs|sens|skru|pel: der; -s; - Zweifel,
Bedenken, ob eine Handlung o. ä. zu
verantworten ist
ge|wjs|ser|ma|ßen/ge|wis|ser|ma|Ben:
Adv. sozusagen; beinahe; gleichsam;
quasi
Ge|wiB|heit—> Ge|wiss|hei£ die; - ; -en
(PI. s.) nicht zu bezweifelnde, ganz si¬
chere Kenntnis »Jetzt habe ich die Ge¬
wißheit, daß sie gut angekommen ist.«
Ge|wit|ter: das; -s; - Unwetter mit Blitz
u. Donner (aufgrund zusammenkom¬
mender kalter u. warmer Luftmassen)
mit heftigem Niederschlag
ge|w(t|tern: es gewittert; es gewitterte;
es hat gewittert stark regnen, donnern
u. blitzen
Ge|wit|ter|stim|mung: die; - ; - 1 Stim¬
mung, die herrscht, bevor ein Gewit¬
ter kommt 2 <übertr.) [ugs.] ungemüt¬
liche Atmosphäre, die vermuten läßt,
daß es Streit geben wird
Ge|wit|ter|sturm: der; -(e)s; -stürme
stark aufkommende Winde bei einem
Gewitter
Ge|wit[terjwand: die; ~ ; -wände viele
Regenwolken, die durch keinen Son¬
nenstrahl durchbrochen werden
Ge|wlt|terjzie|ge: die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert.] streitsüchtige Frau
ge|witzt: Adj. gewitzter; gewitzteste
seine Interessen schlau, gut u. erfolg¬
reich wahrnehmend »ein gewitzter
Geschäftsmann«
Ge|witzt|heit: die; -; - Schlauheit; Klug¬
heit
ge|wo|gen: Adj. [geh.] freundlich ge¬
sinnt
Ge|wp|gen|heit: die; ~ ; - freundliche,
positive Gesinnung
ge|wöh|nen: gewöhnst; gewöhntest; hast
gewöhnt sich vertraut machen
Ge|wghn[heit: die; -; -en etw., was jmd.
immer wieder tut (ohne darüber
nachzudenken); selbstverständlich
gewordene Handlung o. ä.
ge|wphn|heits|ge|mäß: Adv. wie immer,
einer Gewohnheit entsprechend han¬
delnd
Ge|wohn|heits|mensch: der; -en; -en
Person, die an ihren Gewohnheiten
festhält
Ge|wohn|heits|necht: das; -(e)s; -e (PI.
s.) <Rechtsw.> Recht, das durch altbe¬
währte Praxis u._nicht durch Gesetz¬
gebungentsteht
ge|wohn|heits|recht|lich: Adj. n. stg. be¬
zogen auf das Gewohnheitsrecht;
dem Gewohnheitsrecht entsprechend,
als solches existierend
Ge|wohn|helts|ver|bre|cher der; -s; -
weibl. Ge|wohn|heits|ver|bre|che|rin:
die; - ; -nen <Rechtsw.> Person, die im¬
mer wieder ungesetzliche Handlun¬
gen begeht, gegen das Strafrecht ve-
stößt
ge|wöhn|lich: Adj. 1 a) völlig durch¬
schnittlich; normal »Ich wohne in ei-
455
Gewöhnlichkeit
ner gewöhnlichen Kleinstadt.« b) von
primitiver (Wesens-)Art »ein gewöhn¬
licher Mensch« 2 Adv. normalerweise
so erfolgend
Ge|wöhn|lich|keit: die; - ; - Alltäglich¬
keit; Normalität
ge|wohn|tertma|Ben: Adv. wie immer
Ge|w5h|nung: die; - ; - Vertrautma-
chung; Anpassung
Ge|wöl|be: das; -s; - <Archit.> (hoher)
mit großen Bögen in der Decke ge¬
bauter Raum »Unter der Burg gab es
ausgedehnte Kellergewölbe.«
ge|würjfelt: Adj. n. stg. 1 in Vierecke ge¬
teilt 2 planlos; durcheinander
Ge|wümt: das; -(e)s; -e (PI. s.) 1 krie¬
chende Tiere 2 [abwert.] unbedeuten¬
de, unmoralische Menschen
Ge|würz: das; -es; -e <Kochk.> als Ge¬
schmacksgeber, Verfeinerung einer
Mahlzeit verwendete Pflanzen(teile)
Ge|würz|ku|chen: der; -s; - Gebäck mit
einer bestimmten Mischung aus ver¬
schiedenen Gewürzen
Ge|würz|mi|schung: die; - ; -en
<Kochk.> Gemisch aus verschiedenen
Gewürzen
Ge|würz|müh|le: die; - ; -n Handmühle,
in der Gewürze gemahlen werden
Ge|würz|nel|ke: die; ~ ; -n Knospe des
Nelkenbaumes, die als Gewürz ver¬
wendet wird
Ge|würz|pflan|ze: die; - ; -n aromati¬
sche Pflanze, die od. deren getrock¬
nete Blätter usw. zum Würzen von
Speisen verwendet wird, werden
Gey|sir/Gey|siR der; -s; -e/Gej|sen der;
-s; - heiße Springquelle
GEZ: Abk. die; - ; - Gebühreneinzugs¬
zentrale (der öffentlich rechtlichen
Rundfunk- u. Fernsehanstalten der
Bundesrepublik Deutschland)
Gez.: Abk. Gezeiten
gez.: Abk. 1 gezahlt 2 gezählt 3 gezähmt
4 gezeichnet (= unterschrieben;
unterzeichnet) S gezogen
ge|zeich|net: durch ein Ereignis sichbar
verändert, beeindruckt »Er war von
den Strapazen gezeichnet.«
Ge|zei|ten: die (PI.) Ansteigen u. Abfal¬
len des Meerwassers; Ebbe u. Flut
Ge|zei|ten|ta|fel: die; - ; -n Jahrbuch
überden Gezeitenwechsel
Ge|zej|ten|wech|sel: der; -s; - regelmä¬
ßiger Wechsel von Ebbe u. Flut
ge|zielt: Adj. gezielter; gezielteste genau
geplant
ge|zie|mend: Adj. [geh.] mit allen For¬
men der Höflichkeit; gebührend
ge|ziert: Adj. gezierter; gezierteste [ab¬
wert.] unnatürlich; gekünstelt; manie¬
riert
Ge|z]ert)heit: die; -; - Gezwungenheit
Ge|zirp: das;-(e)s; -/Ge|zjr|pe: das; -s; -
anhaltend hervorgebrachter Laut der
Grillen
Ge|zi]sche: das; -s; - [abwert.] anhalten¬
des Geräusch, das durch das Heraus¬
pressen des Luftstromes aus etw.,
zwischen den Zähnen entsteht
Ge|zücht: das; -(e)s; -en (PI. s.) [ab¬
wert.] Brut; Gesindel; verabscheu¬
ungswürdige Personen
Ge|zweig: das; -(e)s; - [geh.] die gesam¬
ten Aste u. Zweige eines Baumes
Gelzwrtjacher: das; -s; - anhaltendes
Vogelkonzert; Vogellaute
ge|zwun|gen: Adj. unnatürlich; gestelzt;
gehemmt
ge|zwun|ge|ner|ma|ßen: Adv. unter
Zwang handelnd
Ge|zwun|gen|heit: die; - ; - Affektiert¬
heit; Gehemmtheit; Unnatürlichkeit
Gf.: Abk. 1 Graf; Gräfin 2 a) Geschäfts¬
führung b) Geschäftsführerin)
gf. : Abk. gasförmig
gfg.: Abk. 1 gasförmig 2 geringfügig
Gfge.: Abk. Gefolge
gf) .: Abk. 1 gefällig 2 geflochten
Gfsch.: Abk. 1 <Mi!it.> Gefangenschaft 2
Gefolgschaft 3 Grafschaft
Gfter: Abk. Gesellschafter
GG: Abk. 1 Gesamtgewicht 2 Gesetze 3
<Elektrot.> Gleichstrom-Generator 4
Goethe-Gesellschaft 5 Gütergemein¬
schaft 6 Grundgesetz = Verfassung
der Bundesrepublik Deutschland 7
Gauß-Gesellschaft
Gg.: Abk. 1 <Technik> Gegengewicht 2
Gegner(in)
g. g.: Abk. ganz geheim
gg. : Abk. 1 gegeben 2 gegen 3 <Kfz> ge¬
ländegängig
ggb.: Abk. 1 gegeben 2 gegenüber
ggbfs.: Abk. gegebenenfalls
ggez.: Abk. gegengezeichnet
ggf.: Abk. gegebenenfalls
ggr. : Abk. 1 gegrillt 2 gegründet
Ggs: Abk. Gegensatz
ggs. : Abk. 1 gegensätzlich 2 gegenseitig
g. g. u.: Abk. gesehen, genehmigt, unter¬
schrieben
Ggw.: Abk. 1 Gegenwart 2 (Handel) Ge¬
genwert 3 (Handel) Gutgewicht
ggz.: Abk. gegengezeichnet
GH: Abk. 1 Gerichtshof 2 a) Großhan¬
del b) Großhändler(in)
Gh.: Abk. 1 a) Gasthaus b) Gasthof 2
Gehalt 3 Geschäftshaus 4 Gesamthö¬
he
Ghet|to/Get|to: das; -s; -s abgeschlosse¬
nes Wohnviertel für eine (mißachtete)
Bevölkerungsgruppe (ursprünglich
für die Juden einer Stadt)
ghet|toi|sie|ren/get|toi|sie|ren —*
ghet|tojifsie|ren/get|to]i]sie|ren:
g(h)ettoisierst; g(h)ettoisiertest; hast
gfhjettoisiert [geh.; abwert.] Perso¬
nen räumlich abgrenzen, von anderen
fernhalten
Ghost|wri|ter: <engl.> /goußtwreiter/ der;
-s; - weiht. Ghost|wri|te|rin: die; ~ ;
-nen Person, die Bücher, Reden für
jmdn. schreibt, ohne als Autor ge¬
nannt zu werden
Gi: Abk. Giro = Überweisung von Geld
im bargeldlosen Zahlungsverkehr
Gjbjbon: <fr.> der; -s; -s <Zool.> Affenart,
die in Südostasien lebt
Gicht die; - ; -1 <Med.> mit einer Ein¬
schränkung der Beweglichkeit von
Gelenken verbundene Stoffwechsel¬
krankheit bei Tieren u. Menschen
»Sie litt an Gicht.« 2 (Bot.) Pflanzen¬
krankheit des Weizens aufgrund von
Parasiten befall, Madenbefall, als des¬
sen Folge sich dunkle, verhärtete
Körner in den sonst hellgelben Wei¬
zenähren bilden
Gicht die; - ; -en a) Mündung des
Hochofens b) Kohle o. ä. Energiegut,
mit der/dem ein Hochofen betrieben
wird
Gicht|an|fall: der; -(e)s; -anfölle (Med.)
Gichtschub; plötzliche Verschlimme¬
rung der Gicht
Gicht|gas: das; -es; -e im Hochofen an¬
fallendes Gas
gich|tig/gjch|tisch: Adj. n. stg. gicht¬
krank
Gictrt|kno|ten: der; -s; - (Med.) im Ge¬
lenkbereich befindlicher, durch die
Gicht entstandener Knoten
gicht|krank: Adj. n. stg. an der Stoff¬
wechselkrankheit Gicht leidend
G[e|bel: der; -s; - (oberer, schräg nach
oben zusammenlaufender Teil der)
Seitenwand eines Hauses »Die linke
Giebelwand ist schlecht isoliert wor¬
den.«
Gie|beljdach: das; -(e)s; -dächer Dach,
das sich auf, bei Giebelbauten findet
Gier die; ~ ; - ungezügeltes, heftiges,
übermäßiges Verlangen »Die Gier auf
etw. Süßes überfiel sie.«
gie|ren: gierst; giertest; hast gegiert
nach Genuß od. Besitz von etw. ver¬
langen
g[e|ren: gierst; giertest; hast gegiert [see-
mannssprl.] schlingern
giejrig: Adj. voll Genußsucht od. Besitz¬
lust; nach (immer mehr von) etw. ver¬
langend
G]eB|bach: der;-(e)s; -bäche Sturzbach
gje|ßen: gießt; gossest; hast gegossen
—»alle Vergangenheitsformen mit
ss*— 1 a) eine Flüssigkeit über etw.
schütten »die Blumen mit Wasser
gießen« b) in Verbindung mit >es<
[ugs.] sehr stark regnen »Es gießt.« 2
mit einer Form u. geschmolzener
Masse etw. herstellen, formen »eine
Figur aus Bronze gießen«
G]e|ßer: der; -s; - weibl. [selten] Gfe|-
ße|rin: die; - ; -nen Person, die (beruf¬
lich) flüssige Metalle od. Kunstsstoffe
in Formen gießt
Gie|ße|rei: die; - ; -en Betrieb, in dem
Metall od. Kunststoff gegossen wird
Gie|ße|rei|ar|bei|ter: der; -s; - weibl.
[selten] Gie|ße|r§i|ar|beifte|rin: die;
- ; -nen Person, die in einer Gießerei
arbeitet
Gie|ße|re]|be|trieb: der; -(e)s; -e Firma,
in der Metalle od. Kunststoffe in For¬
men gegossen werden
Gieß|harz: das; -es; -e (Technik) gießba¬
res Gemisch aus organisch-chemi¬
schen Stoffen mit glasartig-amorphen
od. festflüssigen Eigenschaften
G]eß|kan|ne: die; - ; -n 1 Kanne für das
Bewässern von Pflanzen mit der
Hand 2 [ugs.] Penis
Gieß|ofen —* Gjeß|o[fen: der; -s; -öfen
Ofen einer Gießerei, in dem Metalle
geschmolzen werden
Gieß|ver|fah|ren: das; -s; - (Gießerei)
Art der Verarbeitung von Gießmate¬
rialien
Gift: das; -(e)s; -e 1 Substanz, die im
Körper eine schädliche bis tödliche
Wirkung hervorruft 2 sein Gift
verspritzen: gehässige, widerwärtige
Worte sagen »Bei jeder Gelegenheit
muß sie ihr Gift verspritzen.« 3 Gift u.
Galle ..spucken, speien: [ugs.] aus
Wut, Ärger zornig, gehässig sein 4 für
jmdn., für etw. Gift sein: [ugs.] für
jmdn., etw. sehr gefährlich sein 5 dar¬
auf kannst du Gift nehmen: [ugs.] das
456
Girozahlung
ist sicher, du kannst dich darauf ver¬
lassen
giftlgrün: Adj. n. stg. von hellem, grel¬
lem Grün
gift|hal|tig: Adj. Gift enthaltend
gjf|tig: Adj. Gift, den Organismus schä¬
digende od. tödlich wirkende Sub¬
stanzenthaltend
Gif|tig|keit: die; - / - Gehalt an Gift in ei¬
ner Substanz; Grad des Giftigseins ei¬
ner Substanz
Gift|mi|schen der; -s; - weibl. Gift|mi|-
sche|rin: die; • ; -nett 1 Person, die in
böser Absicht Gift bereitet u./od. es
in ein Gefäß o. ä. abfüllt 2 [scherzh.]
Person, die aus beruflichen Gründen
giftige Substanzen (zu Heilzwecken)
vermengt, herstellt od. verkauft
Gift)niord: der; -fejs; -e gewaltsame Tö¬
tung eines Menschen durch Verabrei¬
chung von Gift
Gift|mör|den der; -s; - weibl. Gift|mör|-
de|rin: die; - ; -nett Person, die das Le¬
ben einer Person gewaltsam mit Gift
beendet (hat)
Gift|müll: der; -(e)s; - für die Umwelt
extrem schädlicher (Industrie-)Abfall
Giftlpilz: der; -es; -e giftiger Pilz, der,
wenn er gegessen wird, eine sehr
schädliche, oft tödliche Wirkung auf
den Organismus hat
Gift|schlan|ge: die; - ; -n Schlange, die
sich mit Hilfe ihrer Giftdrüse, die das
Gift beim Biß durch die Zähne aus¬
stößt, verteidigt od. ihre Beute da¬
durch tötet
Gjft|sta|chel: der; -s; -n Stachel (oft von
Insekten), durch den bei einem Stich
Gift in einen lebenden Organismus
eingeführt werden kann
Gift|stoffc der; -(e)s; -e Stoff, Substanz,
der/die eine zerstörende, tötende Sub¬
stanz enthält
Giftjzwerg: der; -(e)s; -e [ugs.; abwert.]
a) Person, die sehr gemein u. gehässig
ist (um seine kleinere Statur durch
dieses Verhalten zu überspielen) b)
aus Trotz laut weinendes, schreiendes
Kind
Gig: (engl.y der; -s; -s <Musik> einmaliger
Pop-, Jazzkonzertauftritt
Gig: (engl.y die; ~ ; -s a) Sportruderboot
b) Beiboot
Gi|ga|me|ter <gr.> das; -s; - <Physik;
Math.> eine Milliarde Meter
Gi|gant: (gr.-lat.) der; -en; -en a) Riese b)
etw. od. jmd. Gewaltige(s)(r) »Die
Firma war ein Gigant auf ihrem Ge¬
biet.«
gi|gan|tisch: Adj. beeindruckend; ge¬
waltig groß »ein gigantisches Feuer¬
werk«
Gi|gan|t]s|mus: <lat.-gr.y der; -ses; - 1
<Med.’> Riesenwuchs 2 Streben nach
überdimensionaler (Selbst-)Darstel-
lung, Produktion
gi|gan|to|ma|nisch: Adj. [geh.] das über¬
steigerte Bestreben betreffend, seine
Umwelt riesenhaft zu gestalten, ihm
zuzuschreiben
G||go|lo: </r.> /(d)sehigolo/ der; -s; -s 1
(bezahlter) Eintänzer 2 [ugs.] von
Frauen ausgehaltener Mann
gM|ben: gilbt; gilbte; hat gegilbt mit der
Zeit in eine gelbliche Farbe überge¬
hen
Gilde: die; ~ ; -n (genossenschaftliche
Vereinigung, Zusammenschluß einer)
Berufs-, Interessen-, Arbeitsgruppe
(in einer Region)
Gil|de|haus: das; -es; -häuser Gebäude,
in dem eine Gilde zusammenkommt
Gil|de|mei|ster —> Gil|de|meis|ter: der;
's; - weibl. Gjl|de|mei|ste|rin —> Gil|-
de|meisfte|rin: die; - ; -nen Führer(m)
einer Gilde, eines Zusammenschlus¬
ses zur Wahrung gemeinsamer Inter¬
essen
Gil|den|schaft: die; - ; -en sämtliche
Mitglieder einer Gilde
Gitn|pel: der; -s; - 1 [ugs.; abwert.]
dumme, einfältige Person 2 <Zool.>
Vogel, der zur Gattung der Finken
gehört
Gin: (niederl.-engl.y /dsehin/ der; -s; -s
klarer Wacholderbrann’twein
Ginfger (engl.y /dsehinselw/ der; -s; -
Ingwer
Gink|go —» auch Gin|ko: <jap.y der; -s;
-s hoher Baum, der fächerförmige
Blätter aufweist u. runde, gelbe
Früchte hervorbringt
Gin|seng: (chin.y der; -s; -s Efeugewächs
mit Heilwirkung
Gin|ster —*■ Gins|ter: dat.y der; -s; -
Strauch mit stark riechenden Blüten
»Der Ginster blüht dieses Jahr früh.«
Gip|fel: der; -s; -1a) höchste Stelle ei¬
nes Berges »Wir haben den Gipfel
erklommen.« b) höchster Punkt in ei¬
ner Entwicklung 2 das ist doch der
Gipfel: das ist unverschämt, unerhört;
das ist die Höhe »Jetzt auch noch lü¬
gen. das ist doch der Gipfel!«
gip|fe|lig: Adj. n. stg. [landsch.] mit Gip¬
feln, Erhöhungen versehen
G|p|fel|kon|fe|renz: die; - ; -en <Pol.> Zu¬
sammenkunft von Staatsmännern zur
Klärung eines staatenübergreifenden
Themas
Glp|fel|kreuz: das; -es; -e auf dem höch¬
sten Punkt eines Gipfels aufgestelltes
Kreuz
gipjfeln: gipfelt; gipfelte; hat gegipfelt
seinen Gipfel, Höhepunkt erreichen
»Seine Rede gipfelte in dem Verlangen
nach Freiheit.«
Gip|fel|tr»f|fen: das; -s; - <Pob Zusam¬
menkunft von Staatsmännern zu
eiern staatenübergreifenden Thema;
internationale Konferenz von führen¬
den Politikern
Gips: der; -es; -e 1 gesteinbildendes Mi¬
neral, Kristall 2 a) aus Gips (1) ge¬
wonnenes Pulver, das mit Wasser ver¬
mischt als Binde-, Befestigungsmittel
verwendet wird »Er rührte etw. Gips
an.« b) ein Verband aus Gips (a), der
gebrochene Knochen ruhigstellt u.
somit ein Zusammenwachsen ermög¬
licht »Sie trägt einen Gips.«
Gips|ab|druck: der; -(e)s; -abdrücke
mit Gips hergestellte Nachahmung,
Form von etw.
Gips|bein: das; -(e)s; -e [ugs.] Bein, das
nach einem Knochenbruch, Bänder¬
riß o. ä. mit einem meist weißen, nach
dem Trocknen hart werdenden Mate¬
rial (früher meist Gips) ruhiggestellt
wurde
Gips|bett: das; -(e)s; -en <Med.> aus ei¬
nem meist weißen, nach dem Trock¬
nen hart werdenden Material (früher
meist Gips) hergestelltes Korsett zur
Ruhighaltung, meist im Bereich der
Wirbelsäule
Gips|bü|ste —» Gips|büs|te: die; - ; -n
aus Gips hergestellte Büste, plastische
Figur eines menschlichen Kopfes u.
Oberkörpers
gip|sen: gipst; gipstest; hast gegipst 1
mit schwefelsaurem Kalk arbeiten 2
Wein mit einem Mineral zur Erhal¬
tung des Säuregehalts u. der Farbe
versetzen
Gfps|fi|gur die; - ; -en aus Gips, schwe¬
felsaurem Kalk, gefertigte Nachah¬
mung einer Person, eines Tieres
Gips|kopf: der; -(e)s; -köpfe 1 aus Gips,
schwefelsaurem Kalk, gefertigte
Nachahmung eines Kopfes 2 [ugs.;
abwert.] Einfaltspinsel; dumme Per¬
son
Gips|kor|sett: das; -s; -s u. -e <Med.> aus
einem meist weißen, nach dem Trock¬
nen hart werdenden Material (früher
meist Gips, schwefelsaurer Kalk) her¬
gestelltes Korsett zur Ruhigstellung,
meist im Bereich der Wirbelsäule
Gips|mas|ke: die; - / -n Nachahmung,
Abguß der Gesichtszüge mit Gips,
schwefelsaurem Kalk
G|ps|ver|band: der; -(e)s; -verbände fe¬
ster Verband aus einem meist weißen,
nach dem Trocknen hart werdenden
Material (früher meist Gips, schwe¬
felsaurer Kalk) zur Ruhigstellung
von Gliedmaßen
Gi|raf|fe: die; - ; -n sehr großes, hohes,
braungeflecktes afrikanisches Tier
mit extrem langem Hals
gi|rje|ren: du /sehiriren/ girierst; girier¬
test; hast giriert <Bankw.> Wechsel
. übertragen
Girl: <engl.y /görl/ das; -s; -s 1 Showtän¬
zerin 2 [Jargon] junges Mädchen
Gir|lan|de: dt.-fr.r die; - ; -n als (Raum-)
Zierde, bei Parties verwendeter, gefal¬
teter, ausgeschnittener, langer Papier¬
streifen oder pflanzliches Flechtwerk
»Wir hängten Girlanden im Garten
auf.«
Gi|ro: <gr.-lat.-iu /sehiro/ das; -s; -s
<Bankw.> a) Überweisung im bargeld¬
losen Zahlungsverkehr b) Übertra¬
gungsvermerk auf einem Konto
Gi|ro|bank: /sehiro-/ die; - ; -en Bank,
an der überwiegend Übertragungen
von Wechseln u. Wertpapieren statt¬
finden
Gj|ro|ge|schäft: /sehiro-/ das; -(e)s; -e
Geschäftszweig im Bereich des Han¬
dels mit Übertragungen von Wech¬
seln u. Wertpapieren
Gi|ro|kon|to: /sehiro-/ das; -s; -konten
Konto zum bargeldlosen Zahlungs¬
verkehr, auf das normalerweise Ein¬
künfte eingehen u. von dem Abbu¬
chungen, Daueraufträge, Überwei¬
sungen usw. abgehen
Gi|ron|di|sten —» Gi|ron|d]s|ten: <fr.y
/sehirosgdißten/ die (PI.) <hist.> ge¬
mäßigte, republikanische Partei zur
Zeit der Französischen Revolution
Gi|ro|ver|kehr: /sehiro-/ der; -s; -
<Bankw.) Zahlungsverkehr ohne Bar¬
geld, bei der Rechnungen u. ä. nur
durch das Tätigen von Überweisun¬
gen von u. auf Girokonten beglichen
werden
Gi|ro|zah|lung: /sehiro-/ die; - ; -en
<Bankw.> Zahlung in bargeldloser
Form, bei dem Rechnungen u. ä. nur
durch das Tätigen von Uberweisun-
457
girren
gen von u. auf Girokonten beglichen
werden
girjren: girrst; girrtest; hast gegirrt 1
<VogeI> Gluckslaute produzieren 2
<übertr.; meist Frau> kokett sprechen;
flirten
gis/Gis: das; - ; - <Musik> Ton; erhöh¬
tes G
Gischt: der; -(ejs; -e u. die; - ; -ert (PI.
s.) hochspritzendes Wasser bei star¬
kem Wellengang
gisch|ten: gischt; gischte; hat gegischt
[geh.] schäumen; Wellenschaum auf¬
sprühen
Gis-Dur/Gjs-Dyr: das; -s; - Durtonart,
"die auf dem Grundton Gis basiert
gis-Moll/gls-Moll: das; -s; - Moll-Ton¬
art, die auf dem Grundton gis basiert
gis-Mgll-Ton|lei|ter:die; - ; -«Tonleiter
des Molltongeschlechts, die auf dem
Grundton gis basiert, mit einem
Halbtonschritt zwischen dem zweiten
u. dritten u. dem fünften u. sechsten
Ton
Gi|tarfre: <gr.-arab.-span.> die; - ; -n
<Musik> sechs- od. zwölfsaitiges Zupf¬
instrument »eine Gitarre spielen ler¬
nen«
Gi|tar|Fen|spie|ler, der; -s; - weibl. Gi|-
tar|ren[spie|le|rin: die; -; -nen Person,
die auf der Gitarre spielen kann
Gi|tar|i«n|ver|stärjker der; -s; - elektri¬
sches Gerät zur Verstärkung des Gi¬
tarrenklanges
Git|ter: das; -s; - 1 aus (Metall-)Verstre-
bungen gebildeter Schutz vor jmdm.,
etw. od. zur Zierde 2 a) hinter Gittern
sein, sitzen: [ugs.] eine Gefängnis¬
strafe verbüßen b) jmdn. hinter Gitter
bringen: [ugs.] jmdn. ins Gefängnis
bringen
git|ter|ar|tig: Adj. n. stg. netzartig, aber
aus festem Material
Git|ter|bett: das; -(ejs; -en Bett (für
Kleinkinder) mit Gitterstäben an den
Seiten
Git|ter|fen|ster —» Git|ter|fens|ter: das;
-s; - Fenster mit einem Gitter
git|tern: gitterst; gittertest; hast gegit¬
tert mit Gittermaterial befestigen;
Gitter anbringen
GK|tertnetz: das; -es; -e <Kartographie>
quadratisches Liniennetz zur Ortsbe¬
stimmungin amtlichen Karten
G|t|ter|rost: der; -(e)s; -e Schutzgitter
von Abgüssen, Gullyschächten o. ä.
aus Eisen od. Kunststoff
Git[ter|struk|tur: die; - ; -en (Physik;
Chemie» periodische Anordnung der
lone, Moleküle u. Atome
Git]ter)zaun: der; -(e)s; -zäune Abgren¬
zung eines Grundstückes o. ä. mit
Längs- u. Querbalken in gitterartiger
Anordnung
GJ: Abk. 1 Geburtsjahrgang 2 Ge¬
schäftsjahr
GK: Abk. 1 Gerichtskosten 2 Gesamt¬
katalog 3 Gewerbekammer 4 <Sport>
Golfklub 5 (Lebensmittel» Güteklasse
6 a) Generalkonsulat ( =
Auslandsvertretung) b) Generalkon-
sul(in)
gk .: Abk. 1 gekündigt 2 gekürzt
Gl.: Abk. 1 Glasur 2 Glas 3 (Religion»
Gläubige(r) 4 (Wirt.» Gläubiger 5
(Math.» Gleichung 6 (Eisenb.» Gleis 7
Gletscher 8 Glied 9 Gliederung
Gl: Abk. (Eisenb.» Gleis
gl.: Abk. 1 glasiert 2 glatt 3 gläubig 4
gleich
Gla|ce —> auch Gla|cee: </»•.» /glaße/
der; ~ u. -s; -s 1 glänzender, dünner
Stoff aus Naturseide od. Kunstfasern
2 PI. Glacehandschuhe
Gla|cd|le|der —> auch GlalceeHelder:
/glaße-/ das; -s; - glattes, weiches,
sehr dehnbares Leder aus Ziegen- od.
Schafhaut
gla|cie]ren: dat.-fr.i /glaßiren/ glacierst;
glaciertest; hast glacieri 1 mit Glasur
versehen 2 [veralt.] gefrieren
Gla|dia|tor —> Gla|di|a[tor: dat.i der; -s;
Gladiatoren weibl. Gla|diafto|rin —>
Gla|di|ajtq|rin: die; - ; -nen 1 altrömi¬
scher Schaukämpfer 2 [scherzh.] Per¬
son, die für etw. heftig kämpft
Gla|dio|le—* Gla|di|o|le: dato die; - ; -n
zur Gattung der Schwertlilienge¬
wächse gehörende Pflanze, Blume
Gla|mour: <fr.-engl.> /glämmer/ der u.
das; -s; - blendender Glanz; bezau¬
bernde Aufmachung »Der Glamour
Hollywoods täuscht.«
gla|mou|rös: /glamuröß/ Adj. glamourö-
ser; glamouröseste bezaubernd; blen¬
dend, mit großem Aufwand gestaltet;
schön »ein glamouröses Fest«
Glanz: der; -es; -1 leuchtende, glitzern¬
de Reflexion von Licht bestimmter
Körper od. Stoffe »der Glanz des
Goldes« 2 positive Besonderheit »der
Glanz vergangener Jahre« 3 mit
Glanz: [ugs.] sehr gut, ausgezeichnet 4
mit Glanz u. Gloria: 1. hervorragend
2. [iron.] total, vollkommen (versa¬
gend)
Glanz|aujga: das; -s; -n (Med.» durch
übermäßige Tränenflüssigkeit be¬
dingtes nasses, glänzendes Auge bei
der Basedow-Krankheit
glän|zen: glänzt; glänztest; hast ge¬
glänzt 1 einen Lichtschein reflektieren
»Der Stoff glänzt im Sonnenlicht.« 2
durch Leistung, Können o. ä. hervor¬
stechen »Sie glänzte in der Prüfung.«
glänjzend: Adj. 1 glitzernd; Licht wider¬
spiegelnd 2 hervorragend
glän|zend|schwarz —» glänzend
schwarz: Adj. von glitzernder
schwarzer Farbe, die das Licht wider¬
spiegelt »Sie hat glänzendschwarze
Haare.«
Glanzjidee —> Glanz|i|dee: die; - ; -n
[ugs.] phantastischer Einfall, Gedan¬
ke
Glanz|lei|stung—> Glanz|leis|tung: die;
•; -en phantastische, große Leistung
glanzflos: Adj. n. stg. 1 ohne Reflektion
des Lichtes; ohne Glanz 2 schlecht;
durchschnittlich
Glanz|lo|sig|keit: die; - ; -en 1 Gegen¬
stand, dessen Zustand ohne Lichtre¬
flektierung, Glanz ist 2 geringe Wir¬
kung; Durchschnittlichkeit
Glanzjnumjmer: die; - ; -n phantasti¬
sche^) Stück, Einlage in einer Auf¬
führung
Glanz|pa|pier: das; -(e)s; -e buntes Pa¬
pier zum Basteln, das glänzt
Glanz|punkt: der; -(e)s; -e besonders
hervorragender Moment, Augenblick
einer Darbietung, Vorstellung o. ä.,
Syn.: Höhepunkt
Glanz|rol|le: die; - ; -n jmds. Schauspiel¬
kunst besonders hervorhebende Rol¬
le
Glanzjstück: das; -(ejs; -e eines der be¬
sten Stücke, bestes Stück einer Kol¬
lektion od. eines Künstlers
Glanz|zeit die; - ; -en Zeit, in der her¬
vorragende Leistungen erbracht wur¬
den
Glas: das; -es; Gläser 1 o. PI. durchsich¬
tiges, leicht zerstörbares, zerbrechli¬
ches Material 2 a) Trinkgefäß aus die¬
sem Material (l) »Ich brauche ein Glas
für den Saft.« b) kurz für Brillenglas
= geschliffenes Glas zur Korrektur
von Sehschwächen 3 a) zu tief ins
Glas schauen, gucken: [ugs.;
scherzh.] zuviel Alkohol trinken b)
ein Glas, ein Gläschen, einen, eins
über den Durst trinken: [ugs.;
scherzh.] etw. zuviel Alkohol trinken
u. einen Schwips haben c) die Gläser
schwingen: [veralt.] fröhlich Alkohol
trinken »Sie spielten Karten u.
schwangen die Gläser.« 4 Ein Gläs¬
chen, in Ehren kann niemand ver¬
wehren: Anmerkung, wenn jmd. sich
gelegentlich in Maßen Alkohol ge¬
nehmigt
Glas|ar|beit: die; - ; -en (handgefertigter
Kunst-)Gegenstand aus Glas
glas|ar]tig: Adj. in den Eigenschaften
ähnlich wie Glas
Glas|au|ge: das; -s; -n (Med.» Ersatzau¬
ge aus Glas
Glas|bau|stein: der; -(ejs; -e Stein, der
aus Glas besteht u. meist als Ziermau¬
er von Baikonen u. in Treppenhäu¬
sern o. ä. verwendet wird
Glas|be|häl|ter: der; -s; - Gefäß aus
Glas
Glas[blä|sen der; -s; - weibl. Glas|blä|-
sejrin: die; - ; -nen Person, die ölasge-
genstände herstellt
g!a|sen: glast; glastest; hast geglast 1
befestigen von Glasscheiben 2 [see-
mannssprl.] halbstündlich die Schiffs¬
glocke schlagen
Gta|ser: der; -s; - weibl. Gla[se[rin: die;
- ; -nen Person, die Fensterglas, Rah¬
menglas anfertigt u. einsetzt
Glä|serjklang: der; -(ejs; -klänge [geh.]
klirrendes, klimperndes Geräusch
beim Anstoßen der Gläser
Gla|serjmei|ster —* Gla|ser|meis|ter:
der; -s; - weibl. Glajser|mei|ste|rin
—> Glajser|meis[te|rin: die; - ; -nen
Glaser(in), der/die nach der Ausbil¬
dung eine fachspezifische Weiterbil¬
dung mit abschließender Prüfung ge¬
macht hat u. nun selbst ausbilden
darf
glä|sern: Adj. n. stg. 1 durchsichtig 2
aus Glas
Glasffa|ser: die; -; -n (m. PI.) (Technik»
Fasern u. Fäden aus Glas; Glasfiber
Glas|fa|ser|ka|bel: das; -s; - (Technik»
Kabel aus Glasfasern (in der Kom¬
munikationstechnik)
Glas|fi|ber: die; - ; -n (Technik» Fasern
u. Fäden aus Glas
Glas[fi|bertstab: der; -(ejs; -stöbe
(Sport; Leichtathletik» Stab aus Glas¬
fibern für den Stabhochsprung
Glas[ge|fäß: das; -gefäßes; -gefäße Be¬
hälter aus Glas
Glasglocke (Gtas[glok|ke —» Glas|-
glo[cke): die; - ; -n 1 Gefäß aus Glas
zur Abdeckung 2 klingende Glocke
aus Glas
458
glauben
Glas|gra|veur. der; -s; -e weibl. Glas|-
gra|veu|rin: die; - ; -neu Handwerker,
der Ornamente, Schriftzeichen o. ä. in
Glas graviert
Glas|haus: das; -es; -Häuser 1 Haus aus
Glas, wird oft zur besseren Reifung
von sehr empfindlichen Früchten,
Pflanzen genutzt, um sie vor Wetter¬
einflüssen zu schützen; Gewächshaus
2 Wer im Glashaus sitzt, soll nicht
mit Steinen werfen: man sollte nicht
etw. kritisieren, wenn man selbst dar¬
an beteiligt ist, direkt od. indirekt
jmdm. die Fehler u. Schwächen vor¬
werfen, die man selbst hat
glas|hell: Adj. n. stg. hell u. durchsichtig
wie Glas
Glas|hüt|te: die; - ; -n Industriekom¬
plex, der der Glasgewinnung u. Er¬
zeugung dient
gla)sie|ren: glasierst; glasiertest; hast
glasiert mit einer Glasur, einem Über¬
zug versehen
gla|sig: Adj. 1 in der Beschaffenheit
ähnlich wie Glas (z. B. fast
durchsichtig) »Die glasig gebratenen
Zwiebeln werden mit den Pilzen
vermischt.« 2 <Augen> starr u. unbe¬
weglich
Glas|in|du|strie —> Glas|in|du|s|t|rie:
die; - ; -n gesamter Industriezweig der
Glasproduktion
Glas|ka|sten —* Glas|kasften: der; -s;
-kästen kastenförmiger Behälter aus
Glas, in dem man etw. betrachten
kann
glas|klaR Adj. n. stg. 1 durchsichtig wie
Glas 2 deutlich verständlich; nicht zu
bezweifeln
Glas]kol|ben: der; -s; - kolbenförmiger
Behälter aus Glas
Glas]kör|per: der; -s; - <Med.> wäßriger
Bestandteil des Auges
Glas|ma|le|rei: die; - ; -en <Kunst> 1 das
Malen von Bildern auf Glas mit Glas¬
malfarben 2 Malerei, Bild auf Glas
Glas|nost: <russ.> die; ~ ; - <Pol.> (Streben
nach) Offenheit in der Politik (beson¬
ders Bekanntmachung der politischen
Ziele in der ehemaligen Sowjetunion)
Glas|pa|lasfc der; -(e)s; -paläste großes
Gebäude aus, mit vielen gläsernen
Flächen
Glas|per|le: die; - ; -n Perle, die durch
das Zerschneiden von Glasröhren u.
Weiterverarbeitung auf rotierenden
Trommeln hergestellt wird
Glas|plat|te: die; - ; -n Fläche aus Glas
»Wir haben einen Wohnzimmertisch
mit einer Rauchglasplatte.«
Glas|rah|men: der; -s; - 1 Abdeckplatte
aus Glas mit Papprückwand, hinter
der ein Bild, Plakat o. ä. festgeklam¬
mert wird 2 geschliffene Abgrenzung,
Rahmung eines Bildes, Plakates o. ä.,
in dem ein Bild zu Dekorationszwek-
ken aufgehängt wird
Glas|rei|nijger: der; -s; - Reinigungs¬
mittel für Glas
Glas|schei|be: die; - ; -n Fläche aus
Glas (die senkrecht in einen Rahmen
eingelassen ist); nicht sehr dickes,
ebenmäßiges Glasstück »Im Mittelal¬
ter hatten die Menschen noch keine
Glasscheiben in den Fenstern.«
Gias|scher|be: die; - ; -n Teil eines zer¬
brochenen Gegenstandes aus Glas (1)
Ich habe mich an einer Glasscherbe ge¬
schnitten.«
Glasjschmuck: der; -(e)s; - Schmuck¬
stücke aus Glas, mit Glassteinen
Glas|schnei|der. der; -s; - Werkzeug
zum Schneiden von Glas(scheiben)
Glas|schüs|sel: die; - ; -n bauchiger,
oben weit offener Behälter aus Glas
Glas|tisch: der;-(e)s; -e aus Glas herge¬
stellter Tisch; Tisch mit einer Glas¬
platte
Glastür: die; - ; -en Tür, die aus Glas
besteht (od. einen Einsatz aus Glas
hat)
Gla|sur: die; - ; -en Überzug, Schmelz,
Guß, der über etw. gezogen wird
»Tortenglasur ♦ Keramikglasur«
Glas|ver|si|che|rung: die; - ; -en Ergän¬
zung, Zusatzversicherung zur Haus¬
ratsversicherung, aufgrund derer Ge¬
genstände aus Glasmaterialien bei
Bruch ersetzt werden
Glas[wol|le: die; -; - Material zur Isolie¬
rung
Glas|zie]gel: der; -s; - Ziegel, der aus
Glas hergestellt ist
glatt: Adj. glatter; glatteste u. [ugs.;
landsch.] glätter; glätteste 1 a) ohne
Unebenheit »eine glatte, reine Haut«
t>) keinen Halt bietend »eine glatte
Fläche aus Eis« 2 a) ohne Zweifel; gut
»Er hat die Prüfung glatt bestanden.«
b) ohne Schwierigkeiten, Probleme
»Der Pilot schaffte eine glatte Lan¬
dung.« 3 (als negativ empfundene) un¬
verbindliche, höfliche Wesensart, bei
der der Verdacht der Unaufrichtig¬
keit aufkommt »Seme Worte waren
zu (aal)glatt, als daß sie ehrlich ge¬
meint sein konnten.« 4 glatt wie ein
Aal sein: die Fähigkeit besitzen, sich
aus jeder (unangenehmen) Lage her¬
auszubringen
—» glatt bü|geln: s. glattbügeln
—* glatt ge hen: s. glattgehen
—> glatt hg beln: s. glatthobeln
—* glatt le|gen: glattlegen
—> glatt po|lie|ren: s. glattpolieren
—» glatt ra|sie|ren: s. glattrasieren
—* glattrüh|ren: s. glattrühren
—» glatt schleifen: s. glattschleifen
—* glatt zje|hen: s. glattziehen
glatt|bü|geln —> glatt bü|geln: bügelst
glatt; bügeltest glatt; hast glattgebü¬
gelt—* hast glatt gebügelt*— knitt¬
rigen od. faltigen Stoff mit dem Bü¬
geleisen glätten
Glätte: die; - ; - sehr rutschige, glatte
Beschaffenheit »Die Glätte aufgrund
überfrierender Nässe auf den Straßen
führte zu vielen Unfällen.«
Glatt|eis: das; - u. -es; - 1 gefrore-
ne(r)(s) Regen, Wasser auf einer Flä¬
che »Fahre ja vorsichtig, es wird Glatt¬
eis auf den Straßen sein!« 2 jmdn. aufs
Glatteis führen: jmdn. hereinlegen,
ihn bewußt täuschen »Ihm gelingt es
immer wieder, andere aufs Glatteis zu
führen.« 3 aufs Glatteis geraten: in
eine heikle Situation o. ä. geraten
Glätt|ei|sen: das; -s; - [Schweiz.] Gerät
zum Glätten der Wäsche, Syn.: [dt.]
Bügeleisen
glätten: glättest; glättetest; hast geglät¬
tet einen knittrigen Stoff o. ä. glatter
machen; bügeln
glatt|ge|hen —» glatt ge|hen: geht
glatt; ging glatt; ist glattgegangen
—»ist glatt gegangen*— [ugs.] in
Ordnung, gut ausgehen
glatt|ho|beln —* glatt hgjbeln: hobelst
glatt; hobeltest glatt; hast glattgeho¬
belt —»hast glatt gehobelt*— eine
(Holz-)Fläche mit einem Hobel so
schleifen, daß es keine Unebenheiten
mehr gibt
glatt|le|gen —* glatt lejgen; legst glatt;
legtest glatt; hast glattgelegt —>hast
glatt gelegt*— ohne Falten od. Knit¬
ter legen, zusammenfalten
g1att|po|lie]ren —»• glatt po|lie|ren: po¬
lierst glatt; poliertest glatt; hast glatt¬
poliert —»hast glatt poliert*— mit
Politur zum Glänzen bringen
glatt|ran]dig: Adj. n. stg. ohne Ecken,
Kanten
glatt|ra|sie|ren —* glatt ra|sie|ren: ra¬
sierst glatt; rasiertest glatt; hast glatt¬
rasiert—>hast glatt rasiert*— Haa¬
re völlig entfernen, ohne daß ein
Haaransatz zurückbleibt
glatt|rüh|ren —* glatt rüh|ren: rührst
glatt; rührtest glatt; hast glattgerührt
—»hast glatt gerührt*— so lange
umrühen, bis eine Masse ohne Klum¬
pen entstanden ist
glatt|schlei|fen —» glatt schleißen:
schleifst glatt; schliff(e)st glatt; hast
glattgeschliffen —»hast glatt
geschliffen*— Material bearbeiten,
bis es eine glatte Oberfläche aufweist
Glät|tung: die; -; -en Vorgang des Glät-
tens (von etw. Faltigem, Knittrigem)
glatt|zie|hen —» glatt zie|hen: ziehst
glatt; zog(e)st glatt; hast glattgezo-
• gen —tratst glatt gezogen*— straf¬
fen
Glat[ze: die; - ; -n größere kahle Stelle
auf dem Kopf od. ein Kopf ganz ohne
Haare »Er hatte schon mit 25 eine
Glatze.«
Glatz|kopf: der;-(e)s; -köpfe [ugs.] Per¬
son, die auf dem Kopf keine Haare
mehr besitzt
glatz|köp|fig: Adj. n. stg. ohne Haare,
Syn.; kahlköpfig
Glaulbe/Glaulben: der; Glaubens; - 1
(Religion) Überzeugung, daß es etw.
Überirdisches gibt, was die Geschicke
auf der Welt steuert, die Welt erschuf,
ohne daß es einen Beweis dafür gibt
»der christliche Glaube ♦ der Glaube an
Gott« 2 ohne Überprüfung meist ge¬
fühlsmäßig ohne Beweise für wahr ge¬
haltene Vermutung, Überzeugung
»Mein Glaube an seine Liebe zu mir ist
ungebrochen.« 3 im guten, in gutem
Glauben: auf die Richtigkeit von etw.
vertrauend »Den Vertrag habe ich in
gutem Glauben unterschrieben.« 4 der
Glaube versetzt Berge: wenn man an
etw. fest glaubt, davon überzeugt ist,
kann man oft auch Unmögliches er¬
reichen 5 Glauben finden, schenken:
etw. wird geglaubt, für wahr gehalten
glay|ben: glaubst; glaubtest; hast ge¬
glaubt 1 eine bestimmte Überzeugung
(auch ohne Beweise) haben, vertreten
a) <Religion> religiös sein u. (einen)
Gott verehren »Ich glaube an Gott.«
b) gefühlsmäßig etw. für wahr halten
»Ich glaube dir.« 2 wer’s glaubt, wird
selig: [ugs.] jmd., der das (Gesagte)
glaubt, ist sehr naiv; das ist doch gelo¬
gen »Das hast du gemacht? Wer’s
glaubt, wird selig!« 3 ich glaube gar:
459
Glaubensbruder
[ugs.] überraschter, ablehnender Aus¬
ruf 4 das ist doch kaum/nicht zu
glauben!: [ugs.] das ist kaum/nicht zu
fassen, unerhört (überraschter, entrü¬
steter Ausruf) 5 Wer leicht glaubt,
wird leicht betrogen: der Leichtgläu¬
bige wird gern betrogen, Zweifel u.
ein gesundes Mißtrauen sind besser 7
Glauben ist leichter als denken: man
sollte alles selbst überprüfen
Glaulbenslbrulder: der; -s; -brüder Per¬
son, die derselben Religion angehört
Glaulbensldinloe: die (PI.) <Religion>
Angelegenheiten in bezug auf den
Glauben, die Religion
Glaulbensleilfer: der; -s; - Beflissenheit
in bezug auf den Glauben, die Reli¬
gion
Glaulbenslfralqe: die; ~ ; -n Angelegen¬
heit des Glaubens, der Grundüber¬
zeugung, die nur durch die Einstel¬
lung erklärbar, entscheidbar ist
GlaulbensHreilheit: die; - ; - Freiheit,
seinen Glauben, seine Religion aus¬
zuüben
Glaulbensloelmeinlschaft: die; - ; -en
<Religion> 1 Gruppe mit einer gemein¬
samen Religion 2 Gesamtheit aller
Gläubigen einer Religion
Glaulbenslaelnoslse: der; -n; -n weibl.
Glaulbenslaelnoslsin: die; - ; -nen
Person, die derselben Glaubensge¬
meinschaft od. einer anderen (politi¬
schen, religiösen) Gemeinschaft zuge¬
hörig ist
Glaulbenslkrleo: der; -(e)s; -e kämpfe¬
rische Auseinandersetzung, die (vor¬
geblich) aufgrund von Glaubensun¬
terschieden ausgefochten wird
alaulbenslstarlc Ad), n. stg. seiner
Überzeugung, seinem Glauben treu
(bleibend)
Glaulbenslstreit: der;-(e)s; - Streit, der
den Glauben, die (religiöse, politi¬
sche) Überzeugung betrifft
Glau|bens|zweijfel: der; -s; - zwiespäl¬
tige Gefühle in bezug auf seine (reli¬
giöse) Glaubensüberzeugung
G)au|ber|salz: das; -es; - <Chemie> Na¬
triumsulfathydrat, das natürlich als
Mineral in Kristallform u. gelöst im
Mineralwasser vorkommt
qlaublhaft: Adj. glaubhafter; glaubhafte¬
ste so dargestellt, daß man es für wahr
halten kann; einleuchtend »Sein Alibi
ist glaubhaft.«
Glaublhafltiqlkeiti die; - ; - Vertrauens¬
würdigkeit; Nachvollziehbarkeit
gljju|big: Adj. sehr religiös »ein gläubi¬
ger Christ«
Gläu|bijqe: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gläubiger; eine
Gläubige; zwei Gläubige) <Religion>
Person, die an einen Gott od. mehrere
Götter, Göttliches glaubt; religiöser
Mensch
Gläulbilqer: der; -s; - weibl. Gläulbilgel-
rin: die; -; -nen Person (die Forderun¬
gen stellen kann), bei der jmd. Schul¬
den hat
Gläu|bi|ger[aus|schuß —» Gläu|bi|ger[-
aus|schuss: der; -ausschusses;
-ausschüsse <Wirt.> Abgeordnete der
Konkursgläubiger
Gläulbitaerlschutz: der; -es; - <Wirt.>
Schutzmaßnahme für die Gläubiger,
Personen, die an ihre Schuldner be¬
rechtigte finanzielle Ansprüche stel¬
len
Glgti|bi|ger|ver|samm|lung: die; ~ ; -en
<Wirt.> Zusammentreffen aller Kon¬
kursgläubiger
Gläu|bi|ger|ver|zug: der; -(e)s;-Verzüge
<Rechtsw.> Ablehnung des schuldne-
rischcn Angebotes
Gläu[big|keit: die; - ; - <Religion> Zu¬
stand des Glaubens an einen Gott od.
mehrere Götter, an Göttliches; Reli¬
giosität
glaublwürldig: Adj. vertrauenswürdig;
nachvollziehbar
Glaub|würjdig|keit: die; - ; -en Vertrau¬
enswürdigkeit; Nachvollziehbarkeit
Glau|kom: <gr.> das; -s; -e <Med.> grüner
Star; Augenerkrankung, die durch ei¬
nen erhöhten Innendruck im Augap¬
fel entsteht u. zur Erblindung führen
kann
glbld.: Abk. gleichbleibend
glchl.: Abk. gleichlautend
glchn.: Abk. gleichnamig
glchz.: Abk. gleichzeitig
Gld(e).: Abk. Gelände
gleich: I Adv. a) in naher, kurzer Zeit
»Ich komme gleich.« b) in direkter Nä¬
he »Er wohnt gleich um die Ecke.« II
Adj. n. stg. a) vollkommen überein¬
stimmend; ohne Unterschied »die
gleiche Farbe ♦ die gleiche Meinung«
b) ohne Veränderung III Pr'äp. genau¬
so wie IV Partikel a) eine Nachfrage
begleitend » Wie war das gleich noch?«
b) Unmut ausdrückend »Dann laß es
doch gleich!« V 1 Gleiches mit Glei¬
chem vergelten: jmdm. gleich Gutes,
Schlechtes antun, was er einem zuvor
auch antat 2 von gleich zu gleich:
ohne irgendeinen Unterschied 3 auf
das gleiche, aufs gleiche hinauslau¬
fen, hinauskommen —» auf das
Gleiche hinauslaufen, hinauskom¬
men: so od. so dasselbe sein »Ob ich
heute od. morgen weitere sechs Stun¬
den daran arbeite, es läuft auf das glei¬
che hinaus.« 4 das gleiche —> das
Gleiche: einer anderen Sache sehr
Ähnelndes 5 gleich u. gleich gesellt
sich gern —» Gleich u. Gleich gesellt
sich gern: <wird häufig für Menschen
mit schlechter Gesinnung gebraucht!
wer sich ähnlich ist, verbündet sich
gerne
—> gleich beldeultend: s. gleichbedeu¬
tend
—» gleich be|rech|tigti s. gleichberech¬
tigt , ~
—> gleich deh|kend: s. gleichdenkend
—» gleich laulfend: s. gleichlaufend
—»■ gleich lau|tend: gleichlautend
gleich|ar[mig: Adj. n. stg. <Mechanik>
dieselbe Armlänge der Hebelarme be¬
sitzend
glejch|ar|tig: Adj. n. stg. sehr ähnlich in
der Art
Gleich|ar[tig|keit: die; - ; - große Ähn¬
lichkeit
gleich|be|deu|tend —» gleich be|deu|-
tend: Adj. n. stg. in der Bedeutung
nicht abweichend
Gle|ch|be|hand|lung: die; - ; - Behand¬
lung ohne Unterschied -
gleich|be|rech|tigt —> gleich be|rech|-
tigfc Adj. n. stg. dasselbe Recht besit¬
zend, ohne Unterscheidungen in be¬
zug auf den sozialen Stand, das Ge¬
schlecht, die Religionszugehörigkeit
usw. zu treffen
Gle[ch|be|rech|ti|gung: die; - ; - Zu¬
stand, dasselbe Recht zu besitzen wie
jeder andere
gleich|den|kend —* gleich den|kend:
Adj. n. stg. ähnlich od. genauso wie
jmd. anderes denkend; ähnliche, glei¬
che Gedanken, Ansichten habend
gleichen: gleichst; glichst; hast gegli¬
chen jmdm. od. etw. sehr ähneln
glei|chen|orts: Adv. [Schweiz.] am sel¬
ben, gleichen Ort
glei|chen|tags: Adv. [Schweiz.] am sel¬
ben, gleichen Tag
glei|cher|ma|ßen: Adv. im gleichen Ma¬
ße; ebenso
gleijcher|wei|se: Adv. auf die gleiche,
dieselbe, ähnliche Art u. Weise
gleichfförjmig: Adj. 1 n. stg. sehr ähnli¬
che, gleiche Formen besitzend 2 ohne
Abwechslung; langweilig
Gleich|för|mig|keit: die; - ; - Abwechs-
lungslosigkeit; Langeweile
gleich|ge|ar|tet: Adj. n. stg. gleicher,
derselben, ähnlicher Art
gleich|ge|la|gert: Adj. n. stg. aufgrund
der Ähnlichkeit zu vergleichen
gleich|ge|schlech|tig: Adj. n. stg. das¬
selbe Geschlecht besitzend
g!eich|ge|schlecht|lich: Adj. n. stg. 1
dasselbe Geschlecht besitzend 2 das
eigene Geschlecht liebend; homose¬
xuell
Gieich|ge|schlecht|lich|keit: die; - ; -
Liebe zum eigenen Geschlecht; Ho¬
mosexualität
Gleich]ge|sinn|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Gleichgesinn¬
ter; eine Gleichgesinnte; zwei Gleich¬
gesinnte) Person, die meist, in einem
bestimmten Punkt gleicher Meinung
mit jmdm. ist
gleich|ge|stimmt: Adj. n. stg. gleich,
ähnlich gelaunt
Gleichlgefwicht: das; -(e)s; - u.
[fachsprl.j -e Stabilität; nicht wacke¬
liger Zustand »Du mußt lernen, das
Gleichgewicht beim Radfahren zu hal¬
len.« Syn.: Balance
Gleich|ge|wichts|oijgan: das; -(e)s; -e
<Med.; Bio.) Organ, das das Aufrecht¬
halten des Körpers beeinflußt
Glejch|ge|wichts|sinn: der; -(e)s; -e
Sinn, der das Aufrechthalten des
Körpers von Lebewesens beeinflußt
Gleich|ge|wichts|stö|rung: die; - ; -en
Störung, die das Aufrechthalten der
Lebewesen beeinflußt, beeinträchtigt
gleich|gül|tig: Adj. a) ohne Wichtigkeit;
uninteressant; egal »Es ist doch gleich¬
gültig, was er sagt.« b) teilnahmslos
Gle|ch|gül|tig|keit: die; - ; - Uninteres¬
siertheit; Desinteresse
Glejch|heit: die; - ; -en 1 (fast) völlige
Übereinstimmung 2 o. PI. Gleichbe¬
rechtigung
Gleich|heits[prin|zip: das; -s; -ien
tRechtsw.) Prinzip der Gleichheit vor
dem Gesetz
Gleich|heits|satz: der; -es; -Sätze
<Rechtsw.> im Grundrecht verankerte
Gleichheit vor dem Gesetz
Gleich|heits|zei|chen: das; -s; - <Math.>
Zeichen, Symbol für Wertgleichheit
(=)
460
Gletscherbrille
Gleich|klang: der; -(e)s; -klänge (Mu¬
sik) harmonisches Gebilde von Tö¬
nen, Gefühlen, Farben o. ä.
gleich|kom|men: kommst gleich; ka-
m(e)st gleich; bist gleichgekommen
ähnlich sein; sich nicht unterscheiden
gleichl(td).: Abk. gleichlautend
Gleich|lauf: der; -(e)s; -laufe (Technik)
synchrone Drehzahl von Maschinen
gle|ch|lau|fend —> gleich laulfend:
Adj. n. stg. (Technik; Maschine) par¬
allel laufend
gleich|lauftend —» gleich lautend:
Adj. a) gleichen Klang, Laut, Wort¬
laut habend b) in der Bedeutung, der
Äußerung gleich
gleich|ma|chen: machst gleich; mach¬
test gleich; hast gleichgemacht etw.
anderen Sachen ähnlich, gleich ma¬
chen; U nterschiede aufheben
Gleich|ma|cher der; -s; - weibl.
Gleich|ma|che|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die alle Unterschiede aufhebt,
Unterschiede nicht beachtet
gleich|ma|che|risch: Adj. Unterschiede
aufhebend, nicht beachtend
Gleich|maß: das; -es; -e (PL s.) Eben¬
maß, Harmonie; Einheitlichkeit
gleich|mä|ßig: Adj. überall zu gleichen
Teilen »Verteilen Sie die Creme
gleichmäßig auf den Rücken!«
Gleich|mä|ßig|keit: die; - ; - Ebenmaß,
Harmonie; Einheitlichkeit; Vertei¬
lung (überall) zu gleichen Teilen
Gleich|mut: der;-(e)s; - [veralt.] Ausge¬
glichenheit; Leidenschaftslosogkeit
gle|ch|mü|tig: Adj. a) nicht emotional
reagierend; ausgeglichen; etw. gelas¬
sen hinnehmend; ruhig; besonnen b)
uninteressiert
gleichn.: Abk. gleichnamig
glejch|na|mig: Adj. n. stg. 1 denselben
Namen, dieselbe Bezeichnung führen
»Das gleichnamige Buch zum Film ist
im Buchhandel erhältlich.« 2 gleich¬
namig machen: (Math.; Bruchrech¬
nung) zwei od. mehr Brüche durch
Erweitern od. Teilen mit demselben
Wert im Nenner versehen, um sie sub¬
trahieren od. addieren zu können
Gle|ch|na|mig|keit: die; - ; -en Gleich¬
namigsein; Tragen desselben Namens
gleich|ran|gig: Adj. n. stg. den/die glei¬
chet) Rang, Stufe besitzend
Gleich|rich|tung: die; - . - (Elektrot.)
Umwandlung des Wechselstromes in
pulsierenden Gleichstrom
gle|ch|sam: Adv. in der Art wie; ähnlich
gleich|schal|ten: schaltest gleich; schal¬
tetest gleich; hast gleichgeschaltet [ab¬
wert.] jmdm. eine andere, die eigene
Meinung aufzwingen, ihn unterdrük-
ken, unterwerfen
Gleich|schal|tung: die; - ; - Unterwer¬
fung; Unterdrückung
Gleich|schritt: der; -(e)s; -1 (meist Mi¬
ßt.) das Gehen, Marschieren vieler im
gleichen Schritt 2 im Gleichschritt,
marsch!: militärisches Kommando,
Aufforderung an die Truppe, in Reih
u. Glied voranzumarschieren
gleich|se|hen: siehst gleich; sahfejst
gleich; hast gleichgesehen 1 jmdm. od.
etw. ähneln; aussehen wie 2 etw. sieht
jmdm. gleich: [ugs.] es ist charakteri¬
stisch, typisch für jmdn.
gleichfseiftig: Adj. n. stg. (Math.; Geo¬
metrie) Seiten in gleicher Länge besit¬
zend
Glefch|sei|tig|keit: die; ~ / -en (Math.)
Vorhandensein von Seiten mit glei¬
cher Länge
gleich|set|zen: setzt gleich; setztest
gleich; hast gleichgesetzt vergleichen;
als gleich betrachten
Gleich|set|zungs|satz: der; -es; -sätze
(Sprachwiss.) Satz, der zwei Dinge
auf dieselbe Stufe stellt
Gleich|stand: der; -(e)s; - a) (Pob glei¬
che Kräfte b) (Sport) gleiche Punkte
gleich|stel|len: stellst gleich; stelltest
gleich; hast gleichgestellt jmdm. od.
etw. den gleichen Rang, Stellenwert
einräumen
Gleich|stel|lung: die; - ;■ - (Gewährung
von) gleiche(r) rechtliche(r), gesell¬
schaftliche^) od. politische(r) Stel¬
lung (hinsichtlich des Stellenwerts)
gleich|stim|mig: Adj. n. stg. 1 dieselbe
Tonlage habend 2 gleiche Tagesform
habend; gleichgelaunt
Gleich|strom: der; -(ejs; -ströme (Tech¬
nik) immer in die gleiche Richtung
fließender elektrischer Strom, Ant.:
Wechselstrom
Gle[|chung: die; - , -en (Math.) Ver¬
knüpfung zweier wertgleicher, aber
formverschiedener mathematischer
Ausdrücke durch das Gleichheitszei¬
chen
gleich|viel/gleich|vjel: Adv. egal; gleich¬
gültig
gleich|wer|tig: Adj. n. stg. gleichen Wert
habend; nicht von höherem u. nicht
von niedrigerem Wert
Glejch|werjtig|keit: die; - ; -en (PI. s.)
Zustand des gleichen, vergleichbaren
Wertes
gleich|wohl: I Konj. [landsch.j obwohl II
Adv. trotzdem
gleichz.: Abk. gleichzeitig
gleich|zei|tig: Adj. n. stg. zur gleichen
Zeit; im selben Moment »Sie kamen
gleichzeitig.«
Gleich|zei|tig|keit die; - ; - Vorgang o.
ä., der zur gleichen Zeit geschieht
gle|ch|zie|hen: ziehst gleich; zogfejst
gleich; hast gleichgezogen gleiche,
ähnliche Leistung o. ä. erbringen; es
jmdm. nachtun, wie er tun, sich auf
denselben Stand bringen
Gleis: das; -es; -e 1 aus (Holzbohlen u.)
Schienen bestehender Fahrweg für
Eisenbahnzüge »Das Betreten der
Gleise ist verboten.« 2 (übertr.) Art u.
Weise der Durchführung, Zielsetzung
von etw. »Sie befanden sich auf dem¬
selben Gleis wie ihre Freunde.« Syn.:
(1; 2> [veralt.] Geleis(e) 3 a) auf dem
toten Gleis sein: einen Punkt erreicht
haben, an dem es kein Weiterkom¬
men gibt b) etw., jmdn. auf ein totes
Gleis, aufs tote Gleis schieben: an
etw. nicht weitermachen; jmdm. die
Macht, den Einfluß o. ä. nehmen 4
etw. ins (rechte) Gleis bringen; ins
(rechte) Gleis kommen: etw. ordnen;
etw. muß in Ordnung gebracht wer¬
den S im (alten) Gleis sein: etw. geht
in alter, gewohnter Ordnung weiter
»Die Arbeit ging im allen Gleis
weiter.« 6 auf ein falsches Gleis, aufs
falsche Gleis geraten: von einem mo¬
ralischen Lebenswandel zu einer un¬
sittlichen, oftmals sogar strafrechtlich
relevanten Lebensführung gelangen,
geraten
Gleis|ar|bei|ten: die (PI.) Arbeiten an
Schienen (für Züge od. Straßenbah¬
nen)
Gleis|bau: der; -(e)s; -bauten Verlegen
u. Ausbessem von Schienen der Bahn
Gleis|ket|tenffahr[zeug: das; -(ejs; -e
Kettenfahrzeug für Bauarbeiten,
Landwirtschaft u. Militär
Gleis|kör{per der; -s; - vollständiger
Bereich der Schienenanlage
Gleis|ne[rei: die; - ; - [geh.; veralt.] Lüg¬
nerei; Schwindlerei
glejs]ne|risch: Adj. lügnerisch; schwind¬
lerisch
gleißen: gleißt; gleißtejgliß; hat ge¬
gleißt Igeglissen stark glänzen, blen¬
den
Gleit|bahn: die; - ; -en (Flugw.) unbe¬
schleunigter Flug eines nicht angetrie¬
benen Flugzeuges unter Wirkung der
Schwerkraft
gle||ten: gleitest; glitt(e)st; bist geglit¬
ten 1 aj ohne großen Widerstand rut¬
schen; schlittern »auf der Eisfläche
gleiten« b) sich leicht, ruhig u. leise be¬
wegen
Glert|f!ä|che: die; - ; -n Ebene, auf der
etw. dahingleiten kann
Gleit|flug: der;-(e)s; -flüge leichtes Ab¬
wärtsbewegen, Dahingleiten eines
Flugzeuges ohne Motorbetrieb od. ei¬
nes Vogels ohne Flügelschlagen,
Syn.: Segelflug
Glejt|flug|zeug: das; -(e)s; -e Flugzeug
für Flüge ohne Motorbetrieb, Syn.:
Segelflugzeug
Gleit[klaufsel: die; - ; -n Vertragsab¬
schnitt, der besagt, daß die zu zah¬
lende Summe den veränderten Le¬
benshaltungskosten angepaßt wird
Gleit|la|ger: das; -s; - (Technik) Lager,
in dem die Welle od. Achse auf einem
Schmierfilm schwimmt
Gle|t|laut der; -fejs; -e (Sprachwiss.)
Laut, der den Übergang zu einem an¬
deren Laut erleichtert
Gleitschutz: der; -es; - Mittel, das ein
Kraftfahrzeug vor dem Rutschen auf
einereisbedeckten Fläche schützt
Gle|t|se|geln: das; -s; - Gleitflug mit ei¬
nem Segel o. ä. von den Bergen, einer
Anhöhe o. ä. abwärts
Gleitwachs: das; -es; -e Material, das
Skier präpariert, damit sie besser glei¬
ten, rutschen
Gleit|zeit: die; ~ ; -en a) variable An¬
fangs- u. Endzeit während eines Ar¬
beitstages »Seitdem die Gleitzeit ein¬
geführt wurde, können wir zwischen
6.30 u. 9 Uhr ins Büro kommen.« b) im
Rahmen der Gleitzeit (a) angehäufte
Überstunden
Gletscher: der; -s; - auch im Sommer
bestehende Eisscholle (auf einem
Berg) »Der Gletscher bildete Morä¬
nen.«
Glet[scher|ab|fluß —*■ Glet|scher|ab|-
fluss: der; -abflusses; -abflüsse Ab¬
fluß, Bach, der unterhalb des Glet¬
schers entsteht
glet|scher|ar|tig: Adj. n. stg. einem Glet¬
scher ähnelnd
Glet|scheijbril|le: die; - ; -n extrem
dunkle Sonnenbrille, die für Glet¬
461
Gletschereis
scherwanderungen u. ä. konstruiert
ist
Glet|scher|eis: das; -es; - gefrorenes
Wasser, aus dem ein Gletscher be¬
steht
Glet|scher|feld: das; -(e)s; -er einheitli¬
che Fläche eines Gletschers
Glet|scher|spa!|te: die; • ; -n enge Spalte
in einem Gletscher, die meistens in
Bewegung ist
Giet|scfier[zun|ge: die; - ; -n <Geologie>
wie eine Zunge aussehender, auslau¬
fender Abschnitt eines Gletschers
Gliblben der; -s; - [norddt.] eingedickte,
schmierige, gallertartige Flüssigkeit,
Masse
glib|bern: glibbert; glibberte; hat geglic¬
hen [norddt.] sich unregelmäßig,
nicht sicher, wackelig fortbewegen
Glied: das; -(e)s; -er 1 Teil von einem
Ganzen »das Glied einer Kette, eines
Fingers« 2 Körperteil a) Arme u.
Beine; Gliedmaßen b) Penis; männli¬
ches Geschlechtsteil 3 a) jmdm. in die
Glieder fahren: [ugs.] jmdn. tief tref¬
fen, beeindrucken o. ä. »Der Schreck
war ihm tief in die Glieder gefahren.«
b) jmdm. in den Gliedern stecken,
sitzen: [ugs.] jmd. fühlt, spürt etw.
(Negatives) (noch immer)
Glie|der|bau: der; -fe)s; - Aufbau des
Skelettes
Glie|der|fü|Ber: die (PL) wirbellose Tie¬
re, deren Panzer aus Chitin od. Kalk
bestehen
glie|dem: gliederst; gliedertest; hast ge¬
gliedert sortieren; in eine bestimmte
geordnete Reihenfolge bringen »einen
Text gliedern«
Glie|der)pup|pe: die; -; -n Puppe, die so
konstruiert ist, daß sie ihre Glieder
einzeln bewegen kann
Glie|der|rei|ßen: das; -s; - [ugs.] Schmer¬
zen in den Gliedern
Glie|der|schmerz: der; -es; -en schmerz¬
haftes Gefühl in einem, mehreren
Gliedern
G{ie|der[schwe|re: die; - ; - Müdigkeit
in den Gliedern
G(te[de|rung: die; - ; -en systematische
Aufteilung, Unterteilung
G(ied[ma|8e; die; - ;-n(m. PI.) Arme u.
Beine (bei Mensch u. Tier)
Glied[satz: der; -es; -sätze <Sprachwiss.>
Nebensatz, der dem Hauptsatz unter¬
geordnet ist
Glied|staat: der; -(e)s; -en <Pol.> Teil¬
staat, der zu einem Bund gehört
glied|wei|se: Adv. stückweise
glim|men: glimmt; glomm/glimmte; hat
geglommen/geglimmt leicht glühen,
brennen »Das Feuer glomm noch ein
wenig.«
glim|me|rig: Adj. schwach leuchtend
gljmjmern: glimmert; glimmerte; hat ge¬
glimmert schwach leuchten
Glimmjstenjgel —* Gljmmjstän|gel:
der; -s; - [ugs.] Zigarette
glimpflich; Adj. mit Glück; ohne
schlimme Folgen
Glis|san|do: <it.> das; -s; Glissandi <Mu-
siio Gleiten mindestens zweier Töne
glis|san|do: <it.> Adv. <Musik> gleitend
glit|sche|rig/gljt|sch|rig: Adj. [landsch.]
nicht faßbar; schlüpfrig; schmierig
glit|schig: Adj. [ugs.] feucht u. glatt
glit[ze|rig: Adj. funkelnd
gljtjzern: glitzert; glitzerte; hat geglit¬
zert im Licht funkeln, aufleuchten
»Das Gold glitzert im Sonnenlicht.«
glo|bal: dato Adj. 1 auf die gesamte Erd¬
oberfläche bezogen »globale Klima¬
veränderung« 2 umfassend; in größe¬
rem Rahmen; gesamt; ganzheitlich
»globales Denken ♦ <Medo globaler
Sprachverlust 3 [ugs.] allgemein; un¬
gefähr; geschätzt; überschlagen »Glo¬
bal wirdes 100 DM kosten.«
Glo|bal|strah|lung: die; - ; -en (Meteo¬
rologie) Strahlung von Sonne u. Him¬
mel
Glo|bal|sum|me: die; - ; -n gesamte
Summe
Glo|be|trot|ten tenglo der; -s; - weibl.
Glojbe|trot|ter|in: die; - ; -nen
Weitenbummler(in) »Seitdem er
Rentner ist, hat er sich zu einem Globe¬
trotterentwickelt.«
Glo|bin: dato das; -s; - <Bio.; Med.> Hä¬
moglobineiweiß
Glo|bus: dato der; - u. Globusses; Glo-
ben u. Globusse a) Kugel mit dem Ab¬
bild der Erdoberfläche »Ich habe Al¬
banien auf dem Globus gesucht.« b)
(übertr.) Erde; Welt »Ich war schon
fast überall auf dem Globus.«
Glocke (Glpk|ke —> Glo|cke): die; ~ / -n
1 aus Metall gegossener Körper, der
mit einem Klöppel zum Klingen ge¬
bracht wird »Der Küster läutet die
Glocken.« 2 kurz für Käseglocke =
Platte mit einem Deckel zur Aufbe¬
wahrung, zum Frischhalten von Käse
u. a. 3 Klingel (an einer Tür) »Die
Glocke hat geläutet.« 4 wissen, was
die Glocke geschlagen hat: [ugs.]
wissen, daß etw. Unangenehmes be¬
vorsteht, daß man mit negativen Fol¬
gen rechnen muß 5 a) etw. an die gro¬
ße Glocke hängen: [ugs.] alle über
etw. unterrichten, es allen erzählen b)
an die große Glocke kommen: [ugs.]
in aller Öffentlichkeit bekannt, disku¬
tiert werden
Glpcken|blu|me (Glok|ken|blu|me —*
Glg|cken|blu|me): die; ~ ; -n (meist)
blaue Blume mit glockenartigen Blü¬
ten
Glocken)bron|ze (Glok|ken|bron|ze —*
Glo|cken|bron|ze): die; - ; -n Legie¬
rung aus Kupfer u. Zinn, aus der eine
Glocke gegossen wird
glocken|f<>r|mig (glok|ken|för|mig —>
glo|cken|för|mig): Adj. n. stg. in der
Form einer Glocke, ihr ähnelnd
Glocken|gie|Ber (Glgk|ken|gie|Ber —>
Glgjcken|gie|ßer): der; -s; - Person,
die Glocken produziert
Glocken|guß (Glpk|ken|guß) —* Glg|-
ckenlguss: der; -gusses; -güsse Gie¬
ßen von Glockenbronze o. ä. Mate¬
rialien in eine Glockenform
Glgcken|hei|de (Glok|ken|hei|de —>
Glo|cken|hei|de): die; - ; -n Heide¬
kraut
Glpcken]helm (Glgk|ken|helm —» Glo|-
cken|helm); der; -(e)s; -e Spitze einer
Glocke, an der sie aufgehängt wird
Glocken|klang (Glok|ken|klang —>
Glojcken|klang): der; -(e)s; -klänge
Ton einer Glocke, die geläutet wird
Glgcken|läu|ten (Glok|ken|läu|ten —>
GloJcken|läu|ten): das; -s; - Geräusch
einer od. mehrerer Glocke(n), wenn
sie geläutet wird/werden
glockenrein (glpk|ken|rein —» glg|-
cken|rein): Adj. n. stg. besonders rein
»Sie singt mit glockenreiner Stimme.«
Glgcken|schlag (Glgk|ken|schlag —»-
Glp|cken|schlag); der; -fe)s; -schlüge
1 a) Klöppel, der innerhalb der Glok-
ke hängt u. den Klang durch das Auf¬
treffen an den Glockenseiten verur¬
sacht b) das Schlagen, Klingen, Ertö¬
nen der Glocke 2 auf den, mit dem
Glockenschlag: [ugs.] sehr pünktlich,
keine Sekunde zu früh od. zu spät
Glockenjstuhl (Glok|ken|stuhl —* Glp|-
cken|stuhi): der; -(e)s; -stähle Gestell
(in einem Turm), an dem eine Glocke
(1) befestigt ist »Der Glockenstuhl
muß erneuert werden.«
Glocken|ton (Glok|ken|ton —» Glp|-
cken|ton): der; -(e)s; -töne Klang,
Ton einer Glocke, die geläutet wird
Glgckenfturm (Glok|ken|turm —> Glo|-
cken|turm): der; -(e)s; -türme hohes,
schmales Gebäude od. Teil eines Ge¬
bäudes, das/der für die Anbringung
von Glocken errichtet wird
glockig (glokjkig —* glo|ckig): Adj. wie
eine Glocke geformt; weit ausgestellt
»ein glockiger Rock« .
Glplria: dato das; -s; - u. die; -; -1 [meist
iron.] Ehre; Glanz; Ruhm 2 <Religion>
Anfangsworte des christlichen Lob¬
gesanges
Glg|ria|sei|de —* Glo|ri|a|sei|de: die; - ;
- Gewebe, das als Futter- od. Schirm¬
stoff verwendet wird
Glp]ri)en]schein: der; -(e)s; -e (PI. s.)
(christliche Religion) Sinnbild des
Heiligen Geistes in Form eines Kran¬
zes, Syn.: Heiligenschein
Glo|if|fi|ka|ti|on: dato /glorifikazipn/
die; - ; -en Verherrlichung
glofrijfi|z[e|ren: dato glorifizierst; glorifi¬
ziertest; hast glorifiziert verherrlichen
Viele Menschen glorifizieren ihre Ju¬
gendzeit.«
Glo|ri|ft|zie|rung: die; - ; -en Verherrli¬
chung
glorreich: Adj. [iron.] rühmlich; glanz¬
voll; ruhmvoll
Glos|sar igr.-lato das; -s; -e Wörterver¬
zeichnis mit Erklärungen »Im Vor¬
wort des Buches finden Sie ein Glossar
der verwendeten Abkürzungen.«
Glos[sa(ri|um: das; -s; Glossarien /glos-
sarim/ [veralt] 1 Wörterverzeichnis
mit Anhang 2 Glossensammlung
Glos|sa|tor: igr.-lato der; -s; Glossatoren
weibl. Glos|sa|tojrin: die; ~ ; -nen Au¬
toren) von Glossen
Gtos|se: igr.-lato die; - ; -n 1 a) ironi¬
scher kürzerer (Zeitungs-)Artikel b)
ironische Anmerkung zu etw. 2
[fachsprl.] Anmerkung, Erläuterung
in alten, handschriftlich überlieferten
Texten
glos|sie|ren: igr.-lato glossierst; glos¬
siertest; hast glossiert 1 ein Wörter¬
verzeichnis mit Erklärungen verfas¬
sen 2 spotten; eine Glosse, einen spöt¬
tischen Artikel verfassen
Glotjtal: <gro der; -s; -e <Sprachwiss.>
Stimmritzenlaut; der durch Stimmrit¬
zenverschluß gebildete Knacklaut als
fester Vokaleinsatz im Anlaut, Syn.:
Kehlkopflaut
glotjtal: tgro Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
durch Stimmritzenverschluß gebildet
462
GLZ
Glot|tis: (gr.> die; - ; Glottides Stimmrit¬
ze
Glpt|tis|schlag: der; -(e)s; -schlage
(Sprachwiss.) einen gepreßten Vokal¬
einsatz bewirkender, durch Kehl¬
kopfverschlußbildung enstehender
Sprachlaut
Glot|ze: die; -; -n [ugs.; abwert.] Fernse¬
her »Schon wieder guckt er den ganzen
Tag in die Glotze!«
glot|zen: glotzt; glotztest; hast geglotzt
[ugs.; salopp] neugierig, blöd schauen
»Glotz nicht so!«
Glotz|kopf: der; -(e)s; -köpfe [ugs.; ab¬
wert.] Person, die mit staunenden,
starren Augen schaut
Glo|xi|nie: /glokßini«/ die; - ; -n Pflanze
(ursprünglich aus Brasilien) mit glok-
kenförmigen Blüten, die als Topf¬
blume beliebt ist
gtt.: Abk. gültig
gltd.: Abk. 1 geltend 2 gleitend
gltg.: Abk. gültig
Glubsch|au|ge/Glupsch|au|ge: das; -s;
-n 1 stark hervortretendes Auge 2
Glubschaugen/Glupschaugen
machen: [ugs.] neugierig, erstaunt
schauen
Glück: das; -(e)s; -e (PI. s.) 1 günstiger
Umstand; sich positiv auswirkende(r)
Zufall, Zufälle »Es war Glück, daß ich
die Stelle bekam.« 2 (Zustand der)
Zufriedenheit; Harmonie »Sie emp¬
fand großes Glück.« 3 Glück im Un¬
glück haben: etw. ist nicht ganz so
schlimm wie erwartet 4 zum Glück:
glücklicherweise »Zum Glück ist dir
nichts passiert.« 5 auf gut Glück: etw.
einfach versuchend, probierend »Er
hat sich auf gut Glück bei der Firma
vorgestellt.« 6 Glück muß der
Mensch haben: [scherzh.] Da habe
ich, hat jmd. Glück gehabt »Ich habe
im Lotto gewonnen! - Glück muß der
Mensch haben.« 7 bei jmdm., mit etw.
Glück haben: bei jmdm., mit etw. Er¬
folg haben 8 noch nichts von seinem
Glück wissen: [auch iron.] etw. Ange¬
nehmes, Unangenehmes noch nicht
wissen 9 von Glück sagen, sprechen
können: etw. einer glücklichen Fü¬
gung verdanken 10 mehr Glück als
Verstand haben: [ugs.] bei einer ge¬
fährlichen Sache o. ä. besonders viel
Glück (1) haben »Er hatte mehr Glück
als Verstand, daß ihm bei diesem
schweren Unfall nichts passiert ist.« 11
sein Glück machen: Erfolg haben 12
sein Glück mit Füßen treten: sein
Glück nicht erkennen (wollen), es
nicht zu schätzen wissen »Nimm das
Angebot an od. willst du dein Glück
mit Füßen treten?« 13 Der Weise trügt
sein Glück bei sich: weise ist jmd.,
der klug, in sich gefestigt, zufrieden
ist mit dem, was er kann u. hat 14
Glück u. Glas, wie leicht bricht das:
das Glück hält nicht immer an, man
sollte sich nicht auf die Dauer darauf
verlassen 15 Glück im Spiel - Unglück
in der Liebe: scherzhafte Bemerkung,
wenn jmd. beim Spiel gewinnt, Glück
hat od. umgekehrt, wenn jmd. Pech
beim Spiel hat, verliert 16 Sorgenlos
sein ist ein Glück, sorglos sein viel
Unglück: wer keine Sorgen hat, kann
sich glücklich schätzen, wer aber ge¬
dankenlos, sorglos in den Tag hinein
lebt, kann viel Leid, Kummer, Un¬
glück erleben
—a. Glück brinlgend: s. glückbringend
Glückfab!: das; -s; - Fliegergruß
Glücklauf!: das; -s; - Bergmannsgruß
glück|brin|gend —> Glück brinlgend:
Adj. Freude, Glück bringend, erzeu¬
gend
Glucke (Gluk|ke—> Glu|cke): die; - ; -n
1 Huhn, das Nachwuchs (Küken) be¬
treut 2 [meist abwert.] besonders für¬
sorgliche, bemutternde Frau
gluckern (gluk|kern —» glu|ckern):
gluckert; gluckerte; hat gegluckert
(Wasser) beim Abfließen o. ä. ein Ge¬
räusch verursachen
glück|haft: Adj. glückhafter; glückhafte¬
ste [veralt.] voller Glück; Glück ha¬
bend
Gluck|hen|ne: die; -; -n Henne, die brü¬
tet od. ihre Küken anführt
glücklich: Adj. mit Freude, Zufrieden¬
heit, Glück (2) erfüllt »Sie fuhren eine
glückliche Ehe.«
glückjlos: Adj. kein Glück habend,
empfindend
Glück|sa|che/Glücks|sa|che: die; - ; -n
in der Wendung etw. ist (reine)
Glücks(s)ache: etw., ein freudiges Er¬
eignis ist nicht planbar, sondern rein
zufällig passiert
Glücks|brin|ger der; -s; - Gegenstand
od. Person, dem/der magische Kräfte
zugesprochen werden, Syn.:
[fremdsprl.] Talisman
glück|sejlig: Adj. ein starkes, freudiges
Gefühl empfindend
Glück|se|lig|keit: die; -; -en 1 o. PI. star¬
kes, freudiges Gefühl 2 Ereignis, das
besonders große Freude auslöst
Glücks|fall: der; -(e)s; -fälle erfreuli¬
ches, zufällig auftretendes Ereignis
Glücks]göt|tin: die; - ; -nen (Mytholo¬
gie) Fortuna; Göttin des Glückes
Glücks|pfen|nig: der; -s; -e Pfennig,
kleinste deutsche Währungseinheit in
Münzform, die als Glückssymbol gilt
Glücks|pilz: der; -es; -e Person, die viel
Glück hat »Es gelingt ihm alles, er ist
ein richtiger Glückspilz.«
Glücks|rad: das; -(e)s; -r'äder 1 den
Glückswechsel symbolisierendes Rad
2 auf Jahrmärkten vorzufindendes
Rad, mit dem bei Drehung etw. ge¬
wonnen werden kann 3 o. PI. Spiel,
(Werbe-)Unterhaltungssendung im
Fernsehen, bei dem/der Begriffe, Re¬
dewendungen usw. erraten werden
müssen
Glücks|sa|che/Gtück|sa|che: die; - ; -n
Tn der Wendung etw. Ist (reine)
Glücks(s)ache: etw., ein freudiges Er¬
eignis ist nicht planbar, sondern rein
zufällig passiert
Glücksfspiel: das; -(ejs; -e Spiel (um
Geld), bei dem nicht Geschicklich¬
keit, Wissen o. ä., sondern der Zufall
über den Sieg entscheidet
Qlücks|stem: der; -(e)s; -e Stern, der
als Glücksbringer gilt
Glücks|zahl: die; - ; -en Zahl, die einer
Person Glück bringen soll
Glück|wunsch: der; -(e)s; -wünsche
Gratulation zu einem freudigen Er¬
eignis »Herzlichen Glückwunsch zum
Geburtstag!«
Glu|co|se [fachsprl.]/Glu|ko|se: <gr.> die;
- ; - (Chemie) Traubenzucker
Glüh|bir]ne: die; - ; -n [ugs.] mit Glas
umschlossener Glühfaden, der in die
Fassung einer Lampe eingedreht wird
u. bei Stromzufuhr Licht abgibt »Hie
Glühbirne ist kaputt.« Syn.: (Glüh-)
Lampe
glü|hen: glühst; glühtest; hast geglüht a)
rötlich leuchten u. große Hitze ver¬
breiten »Du hast vergessen, die Her¬
dplatte abzuschalten, jetzt glüht sie.«
b) im Gesicht vor Hitze, Erregung u.
ä. stark gerötet sein »Warum glühst
du so?« c) (Körpertemperatur) [ugs.]
aufgrund von Fieber sehr hoch, heiß
sein
glü|hend|heiB —» glü|hend heiß: Adj.
n. stg. besonders heiß, so heiß wie
Glut
Glüh|lam|pe: die; - ; -n Lichtquelle mit
einem durch elektrischen Strom zur
Glut erhitzten Glühfaden
Glüh|strumpf: der; -(e)s; -Strümpfe mit
Gas durchtränkter Faden beim Gas¬
glühlicht, der nach dem Anzünden
Licht ausströmt
Glüh|wein: der;-fe)s; -e alkoholhaltiges
heißes Getränk aus Wein, Nelken,
Zimt u. etw. Zitronen- od. Orangen¬
saft od. -aroma
Glüh|wümn[chen: das; -s; - <Zoob
[ugs.] Weichkäfer mit Leuchtorga¬
nen, Syn.: Leuchtkäfer
Glu|ko|se/[fachsprl.] Glu|co]se: <gr.> die;
-; - (Chemie) Traubenzucker
Glijpsch|au|ge/Giubsch|au|ge: das; -s;
-n 1 stark hervortretendes Auge 2
Glubschaugen/Glupschaugen
machen: [ugs.] neugierig, erstaunt
schauen
glup|schen: glupschst; glupschtest; hast
geglupscht [norddt.] mit großen, stau¬
nenden (Glupsch-)Augen starren
Glut: die; - ; -en 1 rötlicher, heißer
Schein, wenn das Feuer bereits fast
verloschen ist »Sie warf einen neuen
Scheit Holz in die Glut des Kamins.« 2
[ugs.] sehr große Hitze »Ich ertrage
diese Glut nicht mehr.« 3 [geh.] Lei¬
denschaft; Liebe; Temperament
Glut|amst—> Glut|a|mat: <gr.-lato das;
-(e)s; -e saures Natriumsalz der Glut¬
aminsäure, das als Speisegewürz ge¬
nutztwird
Glut|am]n)säu|re —» Glu)t|a|mjnjsäujre:
dat.-gr.; dt.> die; ~ ; -n (Chemie) Ami¬
nosäure, die als Eiweißbestandteil in
Nahrungsmitteln vorkommt u. die
Leistungsfähigkeit steigert
glut|äu|gig: Adj. heiße, leidenschaftliche
Augen besitzend
glut]rot: Adj. n. stg. sehr dunkle rote
Farbe
Gly|ce|rin [fachsprl.]/Gly|ze|rin: <gr.-lat.>
/glüzerin/ das; -s; - (Chemie) in natür¬
lichem’ Fett enthaltener, für die
Sprengstoff-, Salbenherstellung usw.
verwendeter dreiwertiger Alkohol
Gly|kol: Kurzw. <gr.> /glükpl/ das; -s; -e 1
glykys (= süß) u. Alkohol = süßli¬
cher, giftiger Alkohol 2 kurz für
Äthylenglykol = Frostschutz- u.
Desinfektionslösungsmittel
Glyjze[rln/[fachsprI.]Gfy|ce|rin: <gr.-lat.>
/glüzerin/ das; -s; - (Chemie) in natür¬
lichem Fett enthaltener, für die
Sprengstoff-, Salbenherstellung usw.
verwendeter dreiwertiger Alkohol
GLZ: Abk. Gleitzeit
463
glz.
glz.: Abk. gleichzeitig
glzd.: Abk. glänzend
Gm.: Abk. Gemeinde
gm.: Abk. 1 gemäß 2 gemäßigt
GmbH/ G. m. b. H.: Abk. Gesellschaft
mit beschränkter Haftung (= Kapi¬
talgesellschaft mit einem Mindest¬
stammkapital von 50 000 DM)
Gmde.: Abk. Gemeinde
g-Moll: /ge-moll/ das; - ; - (Musik)
Molltonart, die auf dem Grundtdn g
basiert
gms.: Abk. gemeinsam
Gnajde: die; ~ ; -n (PI. s.) 1 Milde, ge¬
währte Vergebung »um Gnade betteln
2 Gnade vor, für Recht ergehen
lassen: Nachsicht üben 3 auf Gnade
u./od. Ungnade: ohne Bedingung;
ohne Einschränkung; vollkommen
»Sie waren den Gangstern auf Gnade
u. Ungnade ausgeliefert.«
Gnajden|hoch|zeit: die; - ; -en 70.
Hochzeitstag; 70. Hochzeitsjubiläum
gna|den|los: Adj. n. stg. ohne Nach¬
sicht, Güte, Milde, Gunst
gna|den|reich: Adj. voller Nachsicht,
Güte, Milde, Gunst
Gn^denjstoß: der; -es; -Stöße Tötung
eines Tieres, das Todesschmerzen,
tötlich verletzt Qualen erleidet, um es
zu erlösen
Gna|den|tod: der; -es; -e [geh.] Tötung,
um einem Lebewesen Qualen zu er¬
sparen
gna|den(voli: Adj. voller Nachsicht,
Güte, Milde
Gna|den|weg; der; -fe)s; - <Rechtsw.>
Straferlaß nach Gnadengesuch
gnä|dig: Adj. 1 (herablassend) nachsich¬
tig »Gnädig hörte er mich an.« 2 n. stg.
[geh.; veralt.] höfliche Anrede »gnädi¬
ge Frau«
gneijsig: Adj. n. stg. aus metamorphem
Gestein, Quarz, Glimmer u. Feldspat
bestehend
Gnom: der; -en; -en zwergenhafte, meist
männliche (Sagen-, Phantasie¬
Gestalt »Ein häßlicher Gnom kam
hinter dem Baum hervor.«
gno]men|haft: Adj. zwergenhaft; ko¬
boldhaft
Gno|sis: <gr.-lat.> die; • ; - (Religion)
[veralt.] tiefe religiöse Erkenntnis
Gnojstik —» Gno|s(tite <gr.-lat.> die; - ; -
(Religion) Lehre, Wissenschaft über
die Erkenntnisse der göttlichen Ge¬
heimnisse
Gno|sti|zjs|mus —» Gno|s|ti|zis|mus:
<gr.> der; - ; - (Religion) die Erlösung
durch das Erkennen Gottes u. der
Welt suchende Religion(en)
Gnu: das; -s; -s (Zoo.) Antilopenart in
der afrikanischen Steppe
GO: Abk. 1 Gebührenordnung 2
Gemeindeordnung 3 Geschäftsord¬
nung 4 Gewerbeordnung
Go|be|lin: <fr.> /gobeläag/ der; -s; -s
Bildteppich; Wandteppich mit einge¬
wirkten Bildern
Go-cart/Go-Kart: <engl.-amerik.> der;
-s; -s (Sport) kleines Rennfahrzeug
(meist mit einem od. zwei Motoren
mit jeweils 100 cm3 Hubraum, Spit¬
zengeschwindigkeit 190 km/h)
Gockel (Gok)kel —» Gp|ckel): der; -s; -
1 [ugs.] ausgewachsener Hahn »Die¬
ser Gockel macht einen ungeheuren
Lärm.« 2 (übertr.) [abwert.] sich
(Frauen gegenüber) lächerlich produ¬
zierender, benehmender, sich aufspie¬
lender Mann »Schau dir diesen Gockel
an!«
Go-go-Girt: iengl.-amerik.> das; -s; -s
Tänzerin in einem Unterhaltungslo¬
kal; Revuetänzerin
Goi: der u. die; - ; Gojim jüdische Be¬
zeichnung für Nichtjuden
Go-Kart/Gp-cart: <engl.-amerik.> der;
-s; -s (Sport) kleines Rennfahrzeug
(meist mit einem od. zwei Motoren
mit jeweils 100 cm3 Hubraum, Spit¬
zengeschwindigkeit 190 km/h)
go|keln: gokelst; gokeltest; hast gego-
kelt mit Feuer spielen, Syn.: kokeln
Gold: das; ~(e)s; -1 meist gelblich glän¬
zendes, sehr wertvolles Edelmetall,
das früher als Zahlungsmittel verwen¬
det wurde »Der Preis für Gold ist
gesunken. * ein Ring aus Gold« 2 a)
schwarzes Gold: Kohle b) flüssiges
Gold: Erdöl 3 Gold wert sein: von
großer Wichtigkeit, Nützlichkeit
»Dein Tip war Gold wert.« 4 Goldener
Schnitt —»■ goldener Schnitt Tei¬
lung einer Strecke durch einen auf ihr
liegenden Punkt, u. zwar so, daß sich
der größere Abschnitt zur ganzen
Strecke so verhält wie der kleinere
zum größeren Abschnitt 5 Gold in der
Kehle haben: eine besonders gute
Singstimme haben »Laß deine Toch¬
ter als Sängerin ausbilden, sie scheint
Gold in der Kehle zu haben!« 6 nicht
mit Gold aufzuwiegen sein: nicht er¬
setzbar, nicht zu bezahlen sein 7 treu
wie Gold (sein): sehr treu, anhänglich
(sein) 8 Goldener Zaum macht’s
Pferd nicht besser: Reichtum vermit¬
telt keine Qualität für Anstand, Sitt¬
lichkeit o. ä. 9 Es ist nicht alles Gold,
was glänzt: nicht alles Auffällige ist
wertvoll, der äußere Schein trügt oft
10 Mit Gold ist jede Festung zu
erobern: mit Gold, Geld ist alles
käuflich 11 Morgenstund hat Gold
im Mund: wer früh aufsteht, arbeitet
gut u. erreicht viel 12 Eigener Herd
ist Goldes wert: einen eigenen Haus¬
halt zu haben, ist wichtig (sonst gibt
es leicht Streit) 13 goldenen Zeiten
entgegengehen: bessere Zustände in
der Zukunft auf sich zukommen se¬
hen 14 das Goldene Zeitalter —» das
goldene Zeitalter: a) Epoche, wäh¬
rend der eine bestimmte Kunstrich¬
tung o. ä. besonders weiterentwickelt
wurde, hervortrat, ihre Blütezeit
hatte »das Goldene Zeitalter der Mu¬
sik, der Malerei, der Literatur usw.«
b) (Mythologie) nach der Sage vieler
Kulturen, Völker, Glaubensgemein¬
schaften usw. paradiesischer Urzu¬
stand der Menschen, in der ein aus¬
schließlich gewaltfreies u. glückliches
Leben ohne Sorgen herrschte
Goldfader —*• Gold|a|den die; - ; -n
Ader, Einschluß in einem Gestein,
die/deraus Gold besteht
gold|ähn|lich: Adj. wie Gold
Gpld|auf|la|ge: die; -; -n Schicht, Über¬
zug aus Gold »eine Kette mit Goldauf¬
lage«
Gold|bar(ren: der; -s; - Barren, rechtek-
kiges Stück aus Gold
go!d)be|stickt: Adj. n. stg. mit goldenen
Fäden bestickt
Gold|bron|ze: die; - ; - Messing mit 77¬
85 % Kupfer
Gotdjdoiflar: der; -s; -s offizielle Wäh¬
rung der USA
gpl|den: Adj. n. stg. 1 wie Gold; goldfar¬
ben 2 goldenen Zeiten
entgegengehen: bessere Zustände in
der Zukunft auf sich zukommen se¬
hen 3 das Goldene Zeitalter —» das
goldene Zeitalter: a) Epoche, wäh¬
rend der eine bestimmte Kunstrich¬
tung o. ä. besonders weiterentwickelt
wurde, hervortrat, ihre Blütezeit
hatte »das Goldene Zeitalter der Mu¬
sik, der Malerei, der Literatur usw.«
b) (Mythologie) nach der Sage vieler
Kulturen, Völkern, Glaubensgemein¬
schaften usw. paradiesischer Urzu¬
stand der Menschen, in der ein aus¬
schließlich gewaltfreies u. glückliches
Leben ohne Sorgen herrschte 4 Gol¬
dener Schnitt —» goldener Schnitt
Teilung einer Strecke durch einen auf
ihr liegenden Punkt, u. zwar so, daß
sich der größere Abschnitt zur ganzen
Strecke so verhält wie der kleinere
zum größeren Abschnitt 5 die Gol¬
dene Stadt Prag, die Hauptstadt von
Tschechien 6 goldene Hochzeit:
50. Jubiläum des Hochzeitstages
gpld|far(ben/gold|far(big: Adj. n. stg.
von der (gelbroten) Farbe des Goldes
gold|farjbig/gold|farjben: Adj. n. stg.
von der (gelbroten) Farbe des Goldes
Gold|fa|san: der; -s; -e <Zoob farben¬
prächtiger, männlicher Hühnervögel
aus Innerchina
Gold|fie)ber: das; -s; - fieberhafte, such¬
tartige Suche nach Gold (von vielen
Menschen an einem Ort nach einem
Fund)
Gold|fisch: der; -(e)s; -e 1 kleinerer
(Zier-)Fisch von rotgoldener Fär¬
bung 2 [scherzh.] (reiche) Person, die
man heiraten wird od. mit der man
verheiratet ist, um sich zu bereichern
Gpldjgejhalt: das; -(e)s; - Menge, An¬
teil reinen Goldes in einer Legierung,
Substanz o. ä.
ggld|ge|rän|dert: Adj. n. stg. mit einem
goldenen Rand eingefaßt »eine gold¬
geränderte Brille«
Gold|gni|be: die; -; -n 1 Ort, Bergwerk,
wo Gold gefördert wird 2 Unterneh¬
men, das sehr erfolgreich u. ertrag¬
reich ist
Gpldigrund: der; -(e)s; -gründe (Kunst)
in der byzantinischen Mosaikkunst u.
der mittelalterlichen Malerei der gol¬
dene Hintergrund
gotd|haa|rig: Adj. n. stg. [geh.] golden
aussehende, blonde Haare tragend
gpld|hal|tig: Adj. mit Gold versehen;
Gold beinhaltend
gglfdig: Adj. 1 n. stg. die Farbe Gold
enthaltend 2 [ugs.] reizend; nett; nied¬
lich
Gold|kind: das; -(e)s; -er [ugs.] Person,
die sehr liebenswert ist
Gold}kro}ne: die; - ;-n 1 als Herrschafts¬
symbol auf den Kopf gesetzte Krone
aus Gold 2 Name für einige Münzen
3 (Zahnmed.) Ersatzzahn aus Gold
Gold|kurs: der; -es; -e (Börse) Wert des
Goldes
Ggld|kü|ste —* Gpld|küs{te: die; - ; -
(Geographie) Küstenbereich bei Gui¬
nea
464
Gosche/Goschen
Gold|ma|cher: der; -s; ~ weibl. Ggld|*
lna|che|rin: die; - ; -nen jmd., der ver¬
sucht, unedle Stoffe in Gold umzu¬
wandeln
Ggld|ma|cherjkunst: die; - ; - im Mittel¬
alter verbreiteter Versuch der Gold¬
macherei, mystische Geheimiehre,
unedle Stoffe in Gold umzuwandeln
Ggld|mark: die; - ; - Einheit, mit der in
der Inflation nach dem Ersten Welt¬
krieg die deutsche Währung berech¬
net wurde
Go1d|me|dail|fe: die; - ; -n goldfarbene
Medaille, die der Gewinner des ersten
Platzes bei einem Wettkampf (beson¬
ders bei einer Olympiade) erhält
Gold|mi|ne: die; -; -n 1 a) größeres Vor¬
kommen von Gold (in einem Berg)
Er hat eine Goldmine entdeckt.« b)
Bergwerk, in dem Gold abgebaut
wird 2 «übertr.) sehr gewinnträchtiges
Unternehmen; etw., was große Ein¬
nahmen ermöglicht
Goldlprets: der; -es; -e 1 Wert des Gol¬
des 2 Trophäe o. ä. als Gewinn für ei¬
nen Wettkampf, die aus Gold besteht
Goldjrand: der; (ejs; -ränder Umran¬
dung eines Gegenstandes aus Gold
od, in goldener Farbe
Goldrausch: der; -(e)s; -rausche Sucht,
Gold zu suchen; fieberhafte, suchtar¬
tige Suche nach Gold (von vielen
Menschen an einem Ort nach einem
Fund)
Goldfraujte: die; - ; -n Korbblütler mit
gelben Blütenrispen, Syn.: Goldrute
Gold)re|gen: der; -s; - 1 «Strauch od.
kleiner Baun» Schmetterlingsblütler
mit gelben, hängenden Blütentrauben
2 Feuerwerkskörper 3 [ugs.] plötzlich
eintreffender Reichtum
Gold|reif: der; -(e)s; -e [geh.] goldenes,
ringförmiges Armband
Gold[re|serjve: die; - ; -n <Wirt.> Vorrat
eines Staates an Gold als Zahlungs¬
mittel
gold|rich|tig: Adj. n. stg. [ugs.] 1 absolut
korrekt, richtig b) als Mensch liebens¬
wert
Gold|ring: der; -fejs; -e Ring, der aus
Gold besteht
Gold|schatz: der; -es; -schätze 1 Schatz,
"Fund aus Gold 2 <Kosename> Lieb¬
ling
Goldschmied: der; -(ejs; -e weibl.
Gpid|schmie(din: die; - ; -nen Person,
die beruflich Schmuckstücke aus
Gold herstellt
Gold|schmie|de|ar|beffc die; - ; -en Ge¬
genstand, Arbeit, der/die aus Gold
hergestellt wird
Gold|schmie|de|kunst: die; - ; - Kunst¬
handwerk, in dem aus Gold
Schmuckstücke hergestellt werden
Goldschnitt: der; -fe)s; -e zur Verschö¬
nerung der Schnittflächen eines Bu¬
ches aufgetragenes u. geglättetes
Blattgold
Gold|staub: der; -(e)s; - Staub aus
Gold; sehr kleine (geförderte, gewa¬
schene) Goldstücke
Ggld|stern: der; -<e)s; -e gelbblühende
Gattung der Liliengewächse
Gp(d|sticke|nei (Gold|stik|ke|rei —»•
Gold|sti|cke|rei: die; - / -en Stickar¬
beiten mit Goldfaden
Goidjstück: das; -(e)s; -e 1 Goldmünze
2 [ugs.] sehr gefällige, liebenswerte
Person
Gold|ton: der; -(ejs; -töne Farbe, die
nicht rein golden ist, aber die Farbe
Gold enthält
Gold|waa|ge: die; - ; -n 1 feinstabge¬
stimmte Waage für Edelmetalle,
-steine 2 alles, jedes Wort auf die
Goldwaage legen: Aussagen zu kri¬
tisch bewerten, interpretieren
Gpld(wäh|rting: die; - ; -en <Wirt.> Wäh¬
rungssystem, bei dem die Währungs¬
einheit einer gesetzlich bestimmten,
vom Staat gelagerten Menge Gold
entspricht
Gold|wä|sche: die; - ; -n Herauswa¬
schen, Sieben des Goldes aus der Erde
od. aus dem Wasser
Gpldlwert: der; -fe)s; -e Wert, Preis des
Goldes; Wert, den etw. aufgrund des
Goldgehalts hat
Gold|zahn: der; -(ejs; -zähne [ugs.] Er¬
satzzahn aus Gold
Go|lem: <hebr> der; -s; - «Mythologie)
künstlicher Mensch in der jüdischen
Sage
Golf: <engh das; -s; - Spiel, Sport auf
dem Rasen, bei dem ein kleiner, har¬
ter Ball mit einem Stock, der unten
gekrümmt ist, mit so wenig Schlägen
wie möglich nach bestimmten Regeln
gespielt u. in Löcher geschlagen wer¬
den muß
Golf: <gr.-lat.-it.> der; -(ejs; -e größere
Meeresbucht »am Golf von Mexiko«
Golf: (Warenzeichen) der; -s; -s Name
eines Pkw der Firma Volkswagen
GoK)ball: der; -(ejs; -balle kleiner, har¬
ter Ball zum Golfspielen
Gol|fer: der; -s; - weibl. Gol|fe|rin: die;
-; -nen Person, die Golf spielt
Golfplatz: der; -es; -platze große Rasen¬
fläche, Parcours, auf der, dem Golf
gespielt wird
Golf|schiä|ger: der; -s; - Sportgerät in
unterschiedlichen Stärken, mit dem
der Golfball geschlagen wird
GpH|spiel: das; -(ejs; -e a) Tätigkeit des
Golfspielens b) Wettbewerb im Golf¬
spielen
Golf|spie|ter. der; -s; - weibl. Gplf)spie|-
le|rin: die; - ; -nen Person, die Golf
spielt
Golfstrom: der; -(ejs; - «Geographie:
warme Meeresströmung im Nordat¬
lantik
Golf)tur|nier: das; -(ejs; -e Golfwett¬
kampf
Gp|li|ath: der; -s; -s 1 «Religion; Altes
Testament) ein Kämpfer der Philister,
der von David mit einem Stein getötet
wurde 2 riesiger, muskulöser Mann
Gojmor]rha/Go|mofjra: in der Wendung
Sodom u. Gornbrrfh)a: 1 «Christen¬
tum; Altes Testament) zwei Städte,
die wegen ihrer Sündhaftigkeit ver¬
nichtet wurden 2 Ausdruck für Sün¬
de, Sündhaftigkeit, Verderbtheit
Gon|del: die; - ; -n 1 a) Korb am Frei¬
ballon b) Kabine von Seilbahnen 2
Boot, das vor allem in Venedig als
Transportmittel genutzt wird u.
durch ein Ruder gelenkt u. fortbe¬
wegt wird
Gontdel|bahn: die; - ; -en Gondel, Ka¬
bine von Seilbahnen, die an einem
Drahtseil hängt u. meistens auf einen
Berg hinauf u. wieder herunter führt
ggnjdeln: gondelst; gondeltest; hast/bist
gegondelt 1 bist gegondelt [ugs.] sich
langsam, in Ruhe fortbewegen 2 hast
gegondelt in, mit einer Gondel fahren
Gon|do|lie|re: <».> /gondoljere/ der; - ;
Gondolieri Igondoljerij Gondelführer
(vor allem in Venedig)
Gong: <malai.> der u. [selten] das; -s; -s
a) Glockenscheibe zur Erzeugung
von Tönen b) aus einem od. mehreren
Tönen bestehendes Signal
gpnjgen: gongst; gongtest; hast gegongt
einen Gong, ursprünglich eine malaii¬
sche Glockenscheibe schlagen u. so
einen dumpf klingenden Ton erzeu¬
gen
Gpnglschlag: der; -(ejs; -schlage Klang
eines Gonges
gön|nen: gönnst; gönntest; hast gegönnt
zugestehen; sich freuen, daß ein ande¬
rer etw. hat od. erhält »Ich gönne dir
deinen Erfolg.« Ant.: mißgönnen
Gönjner: der; -s; - weibl. Gönjnejrin:
die; - ; -nen Person, die andere Perso¬
nen großzügig, freiwillig unterstützt
gön|ner[haft: Adj. gönnerhafter; gönner¬
hafteste [abwert.] herablassend gro߬
zügig
Gön|ner|haf|tig|keit: die; - ; -en [ab-
"wert.] herablassende Großzügigkeit
gön|ne|risch: Adj. n. stg. herablassend
"großzügig
Qo|norjrbö/Go|nor|rhöe: die; - ;
Gonorrhöen Geschlechtskrankheit;
Tripper
Goodtwill/Goodlwill: <engi> /gudwill /
der; -s; -1 freundliche Haltung 2 aus¬
gezeichneter Ruf 3 «Wirt.) Wert einer
Firma o. ä.
Goodlwilllreilse/GoodlwilHreilse: <engl.;
dt.> /gudwill-/ die; - ; -n Reise, die eine
bedeutende Person unternimmt, um
weitere Kontakte zu knüpfen od. zu
verbessern
GoodIwillltour/GoodIwiUltourt <engl.>
/gudwill-/ die; - ; -en Tour, Reise zu
mehrem Orten, die eine bedeutende
Person unternimmt, um weitere Kon¬
takte zu knüpfen od. zu verbessern
Gö|pel|werk: das; -(ejs; -e Vorrichtung
an Arbeitsmaschinen, die ein Lasttier
durch Kreisbewegung antreibt u. da¬
mit mittels eines Dreharms eine senk¬
rechte Welle in Rotation versetzt
Gör: das; -(ejs; -en [ugs.; oft abwert.]
sehr lebhaftes, oft ungehorsames
Kind »Ist dieses Gör schon wieder
hier?«
gordisch: Adj. in der Wendung den gor*
"dischen knoten durchhauen: etw.
Schwieriges auf leichte Weise lösen
Goijgonjzojla: <it.> der; -s; -s Rahmkäse
mit grünen Streifen aus Edelschimmel
(aus der gleichnamigen Stadt in Ita¬
lien)
Go|ril)la: <gr.-engl.) der; -s; -s <Zool.)
größter, (grau)schwarzer Menschen¬
affe » Wir beobachteten die Gorillas im
Zoo.«
GOS: Abk. gymnasiale Oberstufe
Gp|sche/Gp]schen: die; - ; Goschen
[Iandsch.; salopp; meist abwert.} a)
Mund b) die Gosche(n) halten: still
sein c) eine große Goschejn) haben:
prahlen
465
Gospel
Gos|pel: Kurzw. <engl> der u. das; -s; -s
Gospelsong = Evangelienlied der
nordamerikanischen Schwarzen, das
mit Jazz-Elementen durchsetzt ist
Gos|pel|sän|ger. der; -s; - weibl. Gosj-
~pel)sän)ge|rin: die; - ; -nen Person, die
Gospellieder singt
Gos|pel|sin|ger: <engh der; -s; -s Per¬
son, die Gospellieder singt
Gos|pel|song: <engl.> der; -s; -s religiö-
se(r)(s) Gesang/Lied, Evangelienlied
der nordamerikanischen Schwarzen,
mit Jazz-Elementen durchsetzt
Gos[se: die; -; -n 1 Rinne in der Straße,
an der Bürgersteigkante 2 a) <übertr.>
[abwert.] sozial niedriger, verkomme¬
ner Status b) jmdn. aus der Gosse
auflesen, ziehen: jmdn. aus den
schlechtesten, sozial übelsten Ver¬
hältnissen holen »Die Eltern versuch¬
ten alles, um ihre Tochter wieder aus
der Gosse zu holen.« c) aus der Gosse
kommen: in den schlechtesten, übel¬
sten Verhältnissen gelebt haben
got: Abk. gotisch
Gofte: der; -n; -n (hist.» Person, die dem
Stamm der Goten angehört
Go)tik: <frj die; - ; - a) europäischer
Kunststil vom 12. bis zum 15. Jhd. b)
Zeit vom 12. bis zum 15. Jhd.
Gott: der; -es; Götter weibl. Götftin: die;
- ; -nen 1 im Christentum, Islam, Ju¬
dentum nicht in der weiblichen Form u.
ohne Plural höchst(es) verehrtes, alle
Geschicke lenkendes überirdisches
Wesen 2 unsterbliches, höheres We¬
sen mit Macht 3 Gott im Himmel!: be¬
stürzter, erschreckter, verwunderter
o. ä. Ausruf »Gott im Himmel, was ist
passiert?« 4 a) Gott behüte!: [ugs.] er¬
schreckter, abwehrender Ausruf
»Gott behüte, damit habe ich nichts zu
tun!« b) da sei Gott vor!: erschreckter,
abwehrender o. ä. Ausruf »Hoffent¬
lich ist nichts passiert, da sei Gott vor!«
c) Gott steh mir, uns bei: erschreckter
Ausruf »Gott steh mir bei - eine La¬
wine kommt!« 5 a) ach (du lieber)
Gott: bestürzter, verwunderter o. ä.
Ausruf »Ach, du lieber Gott, das hört
sich ja fürchterlich an!« b) (mein) Gott:
bestürzter, verwunderter o. ä. Ausruf
»Mein Gott, du hast ja Fieber, c) all¬
mächtiger, groSer, guter, gütiger
Gott!: bestürzter, verwunderter o. ä.
Ausruf »Allmächtiger Gott, wie
konnte das passieren?« 6 Gott
bewahre!: [ugs.] nein »Das würde ich
nie tun, Gott bewahre!« 7 Gott hab
ihn, sie selig: mach Nennung des Na¬
mens einer, eines Totem »Nun ist
Tante Erna, Gott hab sie selig, schon
drei Jahre tot.« 8 Gott sei gelobt: er¬
leichterter Ausruf »Gott sei gelobt, sie
lebt noch!« 9 Gott u. die Well: [ugs.]
vieles: viele Leute »Er kennt Gott u.
die Welt. 10 weiB Gott: [ugs.] wirk¬
lich; tatsächlich »Das istf,) weiß
Gott(,) zuviel.« 11 vergelte Gott: [be¬
sonders süddt.J danke; vielen Dank
12 das wissen die Götten [ugs.] das
weiß niemand genau »Wann sie
kommt? Das wissen die Götter.« 13
Gott soll mich strafen, wenn was
ich sage ist wahr »Gott soll mich stra¬
fen, wenn ich gelogen habe!« 14 um
Gottes willen: [ugs.] erschreckter, ab¬
wehrender o. ä. Ausruf »Um Gottes
willen, leg das Messer weg!« 15 in Got¬
tes Namen: [ugs.] nun ja, von mir aus
»In Gottes Namen, dann kaufe es dir
eben!« 16 so Gott will: [ugs.] hoffent¬
lich, wenn nichts dazwischenkommt
»So Gott will, komme ich nächstes
Jahr wieder.« 17 wie ein junger Gott:
ein gutaussehender, schöner, toller
Mann »Sieht er nicht aus wie ein jun¬
ger Gott?« 18 seinen Frieden mit Gott
machen: wenn jmd. alt, dem Tode
nahe ist, sich Gottes Willen fügen 19
wie Gott jmdn. geschaffen, erschaf¬
fen hat: [scherzh.] nackt 20 bei Gott:
Formel der Bekräftigung »Bei Gott,
das ist eine Frechheit.« 21 leider
Gottes: [ugs.] leider 22 Gott sei’s ge¬
trommelt u. gepfiffen: [ugs.] erleich¬
terter Ausruf »Gott sei's getrommelt
u. gepfiffen, da kommt er endlich!« 23
Gott sei (Lob und) Dank; Gott sei’s
gedankt: [ugs.] erleichterter Ausruf
»Gott sei Dank, es geht ihnen gut! 24
den lieben Gott einen guten, from¬
men Mann sein lassen: [ugs.] ohne
Arbeit, Pflichten o. ä. seine Zeit ver¬
bringen 25 (ganz u. gar) von Gott,
von allen (guten) Göttern verlassen
sein: [ugs.] unwilliger, mißbilligender
Ausruf, wenn jmd. sich selbst od.
jmd. anderen für nicht ganz normal
hält 26 Jeder für sich u. Gott für uns
alle! [scherzh.; iron.] Bemerkung,
z. B. als Schlachtruf, bei einem Spiel
o. ä.; jeder kämpft, arbeitet, sorgt
o. ä. für sich selbst, dann sorgt Gott
für alle, hilft Gott allen, steht Gott
allen bei 27 Der Unmäßigen Gott ist
der Bauch: [scherzh.; iron.] Bemer¬
kung, wenn die Gedanken eines (dik-
ken) Menschen nur um das gute Es¬
sen u. Trinken kreisen 28 Gott be¬
schütze mich vor meinen Freunden!
Mit meinen Feinden will ich schon
selbst fertig werden: Hilf mir, meine
Freunde als richtig od. falsch zu er¬
kennen, gegen einen mir bekannten
Feind will, kann ich mich selbst wehr¬
en 29 Gott gibt's den Seinen im
Schlaf: abgeleitet von dem Psalm
»Dem Gerechten gibt’s der Herr im
Schlaf« heute scherzhafte od. ironi¬
sche Bemerkung, wenn jmd. etw. er¬
hält o. ä., ohne dafür gearbeitet, eine
große Leistung, Anstrengung er¬
bracht zu haben 30 Dem Fleißigen
hilft Gott: christliche Bemerkung, daß
dem, der arbeitsam u. fleißig ist, Got¬
tes Hilfe sicher ist 31 Der Mensch
denkt, aber Gott lenkt: christlicher
Ausspruch, angelehnt an einen
Spruch Salomons »nichts kann voll¬
kommen sein, was der Mensch plant«
32 Hilf dir selbst, so hilft dir Gott!:
vertraue auf deine eigene Kraft, ver¬
lasse dich nicht auf die Hilfe anderer
Menschen!
gott|ähn|lich: Adj. beinahe wie ein Gott
Ggtt[ähn|lich|keit: die; - ; -en beinahe
erfolgte Gleichsetzung mit einem
Gott
gott|be]gna|det: Adj. n. stg. mit außer¬
gewöhnlichen Fähigkeiten geboren
gott|be|hü|te: Adv. auf keinen Fall;
bitte, das bestimmt nicht
gott|be|wah(re —* Gott be|wah|re:
Adv. auf keinen Fall; bitte, das be¬
stimmt nicht
Gott|er|bar|men: das; -s; - in der
"Wendung zum Gotterbarmen (sein):
Mitleid verdienend, erzeugend
gott|er|ge|ben: Adj. a) sein Schicksal
annehmend; Negatives nicht be¬
kämpfend b) jmdm. ergeben; diene¬
risch
Gott|er]ge|ben|heit: die; - ; -en (PI. s.)
Zustand des Untertänigseins (gegen¬
über einem od. mehreren Göttern)
Göt(ter|ge|schlecht: das; -(e)s; -er (My¬
thologie) Geschlecht, Ahnenfolge der
Götter
göt|terjg!eich: Adj. n. stg. einem Gott
ähnlich
Göt|teijspei|se: die; ~ ; -n 1 Speise, die
besonders gut schmeckt 2 Wackel¬
pudding; steifer Fruchtpudding, -ge¬
lee
Göt(ter]trank: der; ~(e)s; - Getränk, das
besonders gut schmeckt
Got|tes|acker (Got|tes|ak(ker —» Got|-
tes|a|ckei): der; -s; -äcker [landsch.;
geh.] Ort der ewigen Ruhe im christli¬
chen Sinne; Friedhof
Got|tes[an|be|te[rin: die; - ; -nen <Zool.>
Tangheuschrecke
Ggt)tes]be|weis: der; -es; -e (Religion»
Vorgehensweise, das Dasein, die reale
Existenz Gottes u. seine Grundeigen¬
schaften aus natürlichen Prinzipien,
historischen Quellen o. a. Dokumen¬
ten zu beweisen
Got]tes|dienst: der; -(e)s; -e (Religion»
aus verschiedenen Teilen aufgebaute,
gemeinsame rituelle Anbetung eines
Gottes
Gotjtes|furcht: die; - ; - frommer, ehr¬
fürchtiger Respekt vor Gott
got|tes|fürch|tig: Adj. Gott ehrend, Re¬
spekt erweisend
Ggt|tes|ga[be: die; ~ ; -n angeborenes
Talent, natürliche Gabe Gottes seit
der Geburt
Ggtttes(ge|richfc das;-(e)s; -e 1 Gericht
vor Gott; (Christentum» das Jüngste
Gericht 2 Maßnahme, Durchführung
einer Auseinandersetzung, bei der
Gott entscheiden soll; Schuldspruch
durch angeblich göttliches Eingreifen
Got|tes|gna|de: die; - ; -n (PL s.) Milde,
Verzeihung Gottes
Gotjtes|gna|den|tum: das; -s; - düst.»
"Herrschaftsanspruch von Fürsten
(meist in der Herrschaftsform des Ab¬
solutismus), der aus der als Grund¬
wahrheit geltenden Einsetzung durch
Gott abgeleitet wird
Gotftes|haus: das; -es; -häuser (Reli¬
gion» Ort, an dem die christliche Mes¬
se, der christliche Gottesdienst abge¬
halten wird, Syn.: Kirche
Got]tes|kind|schaft: die; - ; - (Religion»
besondere Nähe eines Menschen zu
Gott
Got|tes|knecht: der; -(e)s; -e (Religion»
"l Bezeichnung für den vom Gott Jah¬
we Auserwählten 2 (Christentum; Al¬
tes Testament» Bezeichnung für einen
gottesfürchtigen Israeliten
Got|tes|lamm: das; -(e)s; -lämmer (Re¬
ligion; Christentum» Symbol für den
Gottessohn, Jesus Christus
got|tes|lä|sterjlich —> got|tes|läs|terf
lich: Adj. blasphemisch; Gott beleidi¬
gend
466
Grabbeigabe
Gotjtes|lä|ste|rung —> Got|tes|läs|tej-
rung: die; - ; -en Blasphemie; Beleidi¬
gung Gottes
Got|tes|leug|ner: der; -s; - weibl. Ggtj-
tes|leug|ne|rin: die; - ; -nen Person,
die Gott nicht anerkennt; Atheist(in);
Nichtgläubige(r)
Got)tes|lohn: der; ~(e)s; - 1 «Religion»
Belohnung von Gott für etw. Christli¬
ches, für eine positive, helfende Tat 2
für, um Gotteslohn: umsonst, ohne
Bezahlung (arbeiten, helfen o. ä.)
Got|tes|mutjter: die; ~; - «christliche Re¬
ligion» Maria
Got|tes|sohn: der; -(e)s; - christliche
Religion» Jesus Christus
Gotjtesjstaat: der; -(e)s; - christliche
Religion» Staat Gottes im Diesseits u.
Jenseits, der aus der Gemeinschaft
der gläubigen Christen besteht
Got|tes|streijter: der; -s; - weibl. Gotj-
tesjstrei|telrin: die; ~ ; -nen 1 "nur
m'ännl. Form <MA> [veralt.] Kreuzes¬
ritter; Ritter, der für seinen Glauben
in den Krieg zog 2 seine Religion, den
Glauben vertretende Person
Got|tes|ur|teil: das; -(e)s; -e <hist.>
Schuldspruch durch angeblich göttli¬
ches Eingreifen
gott|ge[fäi|lig: Adj. <Religion> Gottes
wohlwollendem Blick entsprechend
gottjge|ge|ben:. Adj. n. stg. «Religion»
von Gott gegeben
gottjge(weiht: Adj. n. stg. «Religion»
Gott ergeben u. ihm dienend
0ottjge|wollt‘ Adj. n. stg. «Religion» dem
"Willen Gottes entsprechend
gott]gtäu|big: Adj. n. stg. «Religion» ei¬
ner Religion zugehörig; an einen Gott
glaubend
Gottjheit: die; - ; -en «Religion» 1 Gott;
Göttin 2 o. PI. Göttlichkeit
göttjlich: Adj. n. stg. 1 «Religion» Gott
zugehörig 2 «übertr.; verst.» besonders
gut »Das Eis schmeckt göttlich.«
gott|lob: Adv. Ausdruck der Freude,
daß" etw. nicht passiert ist; zum
Glück; Gott sei Dank
gpttjlos: Adj. gottloser; gottloseste
«Religion» 1 nicht gläubig 2 ohne Re¬
spekt vor Gott
Gott|io|se: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Gottloser; eine
Gottlose; zwei Gottlose) «Religion»
Person, die nicht gläubig ist
Gott|Co|3ig|keit: die; ~ ; - «Religion» Zu¬
stand, nicht an Gott zu glauben, Got¬
tes Gebote nicht zu befolgen
Gott|mensch: der; -en; -en «christliche
Religion» Gott u. Mensch zugleich in
bezug auf Jesus Christus
gott|seflig/ggttjseftig: Adj. n. stg. «Reli¬
gion» von Gott erfüllt
Gott|se|lfg|keit/Ggtt|se|lig|keit:die; - ;-
«Religion» [veralt.) Erfüllung von
Gott
gotts|er|bjjnn|lich: Adj. ganz schlimm;
jämmerlich
gotts|i|m|meijlich: Adj. [ugs.] ganz
schlimm; erbärmlich
Gott]su|che: die; -; -n «Religion» Suche,
Streben, Versuch, Gott näherzukom¬
men
Gott|su[cher der; -s; - weibl. Gottjsu)-
che|rin: die; - ; -nen «Religion» Per¬
son, die auf der Suche nach Gott ist
Gott|va|ter: der; -s; - «christliche Reli¬
gion» 1. Person der Dreieinigkeit
gott|ver|dam|mich!: Interj. [derb]
Schimpfwort; drückt einen Fluch,
eine heftige Beschimpfung aus
gottjveijdammt: Adj. [derb] drückt ei¬
nen Fluch, eine heftige Beschimpfung
aus
gottjveijflucht: Adj. [derb] drückt einen
Fluch, eine heftige Beschimpfung aus
gottjverjges|sen: Adj. 1 nicht an Gott u.
seine moralischen Grundsatz glau¬
bend 2 [ugs.] allein
gott|verjlas|sen: Adj. völlig allein
Gott|verjtrau|en: das; -s; - 1 «Religion»
absolutes Vertrauen in Gottes Exi¬
stenz 2 optimistische Sorglosigkeit
Gottjwefsen: das; -s; - «Religion» gott¬
ähnliche Gestalt
Göt|ze: der; -n; -n 1 «Religion» im Sinne
"3er herrschenden (christlichen) Reli¬
gion ein unrechtmäßig verehrter
Gott, Mensch, Gegenstand o. ä. »Sie
verehren einen Götzen.« 2 etw., dem
eine übermäßig unkritische Haltung,
Verehrung, Aufmerksamkeit entge¬
gengebracht wird
Götjzen|al|tar: der; -s; -e «Religion»
Irisch, der für die Götzenverehrung
genutzt wird
Göt|zen|bitd: das; -(e)s; -er «Religion»
Darstellung (Bild, Skulptur, Statue o.
ä.) einer als göttlich angesehene Per¬
son bzw.Sache
Götjzen|die|ner: der; -s; - weibl. GÖtj-
"zen|die|ne|rin: die; - ; -nen «Religion»
Person, die einen Menschen od. einen
Gegenstand als etw. Göttliches anbe¬
tet
götfzen|die|ne|risch: Adj. n. stg. 1 «Reli¬
gion» Götzen, figürliche od. bildneri¬
sche Götterdarstellungen anbetend 2
einen Menschen od. Gegenstand
göttlich verehrend, anbetend
Got|zen|dienst: der; -(e)s; -e 1 Anbe¬
tung einer Person od. eines Gegen¬
standes 2 Anbetung figürlicher od.
bildnerischer Götterdarstellungen
Goujache: die; - ; -n/Gu|asch: dat.-it.-
frj /guasch/ die; - ; -en a) spezielle
wasserlösliche Farbe b) Malerei mit
undurchsichtigen Wasserfarben
Goulda: miederh /gauda/ der; -s; -s fe¬
ster Schnittkäse mit 20 - 45% Fettge¬
halt
Goullasch/Gullasch: /gulasch/ das u.
der; -(e)s; -e u. -s (österr. nur] das;
(e)s; -e angebratene u. anschließend
gekochte Fleischstücke mit Soße,
Syn.: [österr.) Gulyäs
Gour]mand: </r.» /gurmang/ der; -s; -s 1
Vielfraß 2 Schlemmer(in); Person, die
gerne u. viel ißt
Gourjmet: </r.» (gurme/ der; -s; -s
Feinschmeckerin) Gourmetrestau¬
rant«
Gou|ver|nantte: dat.-fr.r /guwemante/
die; - ; ~n 1 [veralt.] Erzieherin u. Ge¬
sellschafterin für die Kinder in rei¬
chen Familien 2 «übertr.» Frau, die
auf andere sehr belehrend u. bevor¬
mundend wirkt
gou|veijnan|ten|haft: /guwemanten-/
Adj. gouvernantenhafter; gouvernan¬
tenhafteste sehr streng belehrend (u.
von unattraktivem, altmodischem
Äußeren)
Gou|veijne|ment: </r.» /guwernemang/
das; -s; -s a) Regierung; Verwaltung
b) Verwaltungsbezirk
Goutverineur: dat.-fr.> /guwernör/ der;
-s; -e weibl. Goulverineulrm: die; ~ ;
-nen höchster Vertreter von politi¬
scher Exekutive od. Verwaltung in ei¬
nem Gebiet in verschiedenen Staaten,
«hist.» Kolonien od. eines bedeuten¬
den militärischen Standortes
GP: Abk. 1 Gefrierpunkt (von Wasser u.
anderen Stoffen) 2 Gegenprobe 3
«Versicherung» Generalpolice 4 Ge¬
samtpreis 5 <//■■> Grand Prix = Gro¬
ßer Preis (meist bei Sport- u. Musik¬
veranstaltungen)
Gp Abk. Gefrierpunkt (von Wasser u.
anderen Stoffen)
gpr.: Abk. 1 gepreßt 2 geprüft
gp. u. gen.: Abk. geprüft u. genehmigt
G. R.: Abk. 1 gegen Rückgabe 2 gelten¬
des Recht
GR: Abk. 1 Geheimrat ( — bis 1918 in
Preußen verliehener Titel) 2
Gemeinderat 3 Gesamtregister 4
Grundrecht
Gr.: Abk. 1 «Adelstitel» Graf; Gräfin 2
Grad (bei Temperaturangaben) 3
Grammatik 4 «Milit.» Granate 5 Gra¬
vur 6 Gros (- alte Zähleinheit: 1 Gr.
= 12 Dutzend = 144 Stück) 7 Größe
8 a) Grosserie (= Großhandel) b)
Grossisten) 9 Grotte 10 Grund (auch
auf «Seekarten» im Sinne von
»Meeresgrund«) 11 Gruppe 12 Gruß;
Grüße
Gr: Abk. Graphit = weiches, schwarzes
Mineral aus Kohlenstoff
g. R.: Abk. 1 gegen Rückgabe 2 gelten¬
des Recht
gr.: Abk. 1 grafisch/graphisch 2 gratis 3
grau 4 graviert S griechisch 6 grob 7
groß
GRA: Abk. «EDV» Großrechenanlage
Grab: das; -(e)s; Gräber 1 Stelle, Ge¬
denkstätte, an der ein(e) Tote(r) in die
Erde gebracht, begraben worden ist
»Ich gehe zum Friedhof, um das Grab
meiner Mutter zu besuchen u. frische
Blumen hinzustellen.« 2 jmdm. ins
Grab folgen: [geh.] (kurze Zeit) nach
jmdm. sterben »Nach sechs Monaten
folgte sie ihrem Mann ins Grab.« 3 a)
ins Grab sinken: [geh.] sterben b) ein
frühes Grab finden: [geh.] sehr jung
sterben c) sein Grab in den Wellen
finden; ein feuchtes, nasses Grab
finden: [geh.] (im Meer) ertrinken 4
bis ans, ins Grab: [geh.] bis in den
Tod S jmdn. Ins Grab bringen: die
Schuld anjmds. Tod tragen 6 a) jmdn.
zu Grabe trägem [geh.] jmdn. beerdi¬
gen b) etw. zu Grabe tragen: [geh.]
etw. für immer aufgeben 7 jmd. wür¬
de sich im Grabe (herjumdrehen,
wenn ...: [ugs.] jmd. (der bereits ver¬
storben ist) wäre empört, wenn ...
Deine Mutter würde sich im Grab um¬
drehen, wenn sie wüßte, was aus dir ge¬
worden ist.« 6 sich selbst sein Grab,
(sich) sein eigenes Grab scbai/feln,
graben: an seinem Ruin, Versagen
selbst Schuld haben 9 bis über das
Grab hinaus: [geh.] immer, selbst
über den Tod hinaus 10 etw. mit ins
Grab nehmen: niemals etw. davon sa¬
gen
Grabjbei|ga)be: die; -; -n «Religion; Ar¬
chäologie» Gegenstand, der zu einer
verstorbenen Person ins Grab gelegt
wurde
467
Grabbelei
Grab|be|lei: die; - ; -en [norddt.; ab¬
wert.] fortwährendes Herumtasten an
etw. mit den Fingern
grabfbeln: grabbelst; grabbeltest; hast
gegrabbelt [norddt.; abwert.] an
jmdm. od. etw. mit den Fingern her¬
umtasten
Grabjbel|aack: der; -(e)s; -sacke Sack,
meistens des Nikolaus, in den gefaßt
wird ohne hineinzuschauen, um ein
Geschenk zu entnehmen
Grab|bel|tisch: der; -(e)s; -e Tisch, der
mit Sonderangeboten angefiillt ist u.
an dem alles angefaßt werden darf,
Syn.: Wühltisch
Grab|ein|fas|sung: die; • ; -en einfassen¬
des Material (meist Stein od. Pflan¬
zen), das ein Grab an seinen vier Sei¬
ten begrenzt
Grajben: der; -s; Gräben lange, schmale
Vertiefung in der Erde »einen Graben
ausheben«
gra|ben: gräbst; grub(e)st; hast gegra¬
ben mit einem Werkzeug od. mit den
bloßen Händen ein Loch machen
Gräjberjfekl: das; -(e)s; -er Stück Land
mit vielen Gräbern
Grä|ber[fund: der; (e)s; -e Auffinden,
Entdeckung von bisher nicht bekann¬
ten Gräbern
Gra|bes|dun|kel: das; -s; - [geh.] absolu¬
te^) Dunkelheit)
Gra|bes|käl|te: die; -; - [geh.] schaurige,
starke Kälte
Gra|bes|rand: der; -(e)s; -ränder 1
Kante eines (offenen) Grabs 2 am
Grabesrand stehen: [geh.] kurz vor
dem Tod stehen, bald sterben
Gra|bes|ru|he: die; - ; - völlige Ruhe,
absolute Stille
Grajbes|stil|le: die; - ; - Stille, wie sie in
einem Grab vorzufinden ist; vollkom¬
mene Geräuschlosigkeit
Gra|bes|stim|me: die; - ; -n [ugs.] Stim¬
me, die sowohl sehr dunkel, tief u.
ernst als auch (scheinbar) aus einiger
Entfernung klingt
Grab|ge|wöl|be: das; -s; - (Archit.) Ge¬
wölbe, unter dem sich ein Grab befin¬
det
Grab|hü|gel: der; -s; - Hügel aus Erde
übereinem Grab
Grab|in|schrift: die; - ; -en (Gedenk-)
Schrift auf einem Grabstein
Grab|le|gung: die; - ; -en 1 <Kunst> das
in künstlerischen Formen ausge¬
drückte Zur-Ruhe-Legen von Jesus
Christus 2 Beerdigung
Grab|mal: das; -(e)s; -e u. -mäler Ge¬
denkstein am Grab Verstorbener
Grab]schän|dung: die; ~ ; -en unbefug¬
tes Beschädigen, Verwüsten von Grä¬
bern
grab|schen: grabschst; grabschtest; hast
gegrabscht etw. an sich reißen, (wider¬
rechtlich) anfassen
Grab|schmuck: der; -(e)s; - Dinge, die
ein Grab verschönern
Grab|schrift: die; - ; -en Schrift, die auf
einem Grabstein, -kreuz od. einer
-platte eingraviert ist
Grab|stät|te: die; -; -n Ort, an dem jmd.
begraben ist
Grab|stein: der; -(e)s; -e (verzierter, ge¬
schliffener) Stein mit den eingemei¬
ßelten Initialien, dem Namen des Ver¬
storbenen auf der Grabstelle zur Er¬
innerung an den Toten
Grab]stel|le: die; - ; -n Ort, an dem jmd.
begraben ist, werden kann
Grab|sti|chel: der; -s; - meißelartiges
Werkzeug zum Gravieren u. Ziselie-
. ren
Gra|bung: die; - ; -en < Archäologie) vor¬
sichtiges Suchen nach archäologi¬
schen Funden
Gracht: die; - ; -en Kanal, kleinere Was¬
serstraße in den Städten der Nieder¬
lande
Grad: der; -(ejs; -e 1 Maßeinheit für
Temperaturen »20 Grad Celsius,
Fahrenheit« 2 durch (wissenschaftli¬
che) Leistung erworbener Rang »aka¬
demischer Grad« 3 sich um 180 Grad
wenden, drehen: seine Meinung o. ä.
vollkommen ändern
grad.: Abk. 1 gradiert = verstärkt; stu¬
fenweise erhöht 2 graduell = stufen¬
weise; allmählich 3 graduiert = mit
einem akademischen Titel versehen
Gra|da|ti|on: dat.> /gradazion/ die; - ;
-en Steigerung; stufenweise Erhöhung
Grad|bo|gen: der; -s; -bögen <Technik>
Gerät für die Winkelmessung
Grad|ein|tei|lung: die; - ; -en Unter¬
scheidung, skalierte Auflistung der
Gradabschnitte
Gra|di|ent: <lat.> der; -en; -en Maß für
Steigungen od. Gefälle von Strecken¬
abschnitten
gra|die|ren: dat.> gradierst; gradiertest;
hast gradiert 1 a) verstärken b) kon¬
zentrieren 2 Grade unterscheiden,
einteilen 3 abstufen
Grajdje]rung: <lat.> die; - ; -en 1 a) Ver¬
stärkung b) Konzentration 2 Unter¬
scheidung der Grade 3 Abstufung
grad|li|nig: Adj. 1 n. stg. gerade verlau¬
fend 2 <Charakten direkt u. offen
Grad|mes|ser: das; -s; - Meßgerät,
Skala mit Gradeinteilung, meist
Thermometerod. Winkelmesser
Grad|netz: das; -es; -e (Geographie) Ge¬
samtheit der Längen- u. Breitenkreise
gra]du|al: <Iat.> Adj. n. stg. [geh.] in be¬
zug auf den Grad, Rang
gra|du|ell: dat.-fr.> Adj. n. stg. stufen¬
weise (erfolgend) »Zwischen diesen
Beleidigungen besteht ein gradueller
Unterschied.«
gra|du|ie|r«n: <lat.> graduierst; graduier¬
test; hast graduiert 1 a) einen akade¬
mischen Grad erteilen b) einen akade¬
mischen Grad erhalten 2 a) mit einer
Gradeinteilung bezeichnen b) abstu¬
fen
gra|du||ert: dato Adj. n. stg. mit akade¬
mischem Titel, mit Abschlußzeugnis
versehen
Gra|du|ier]te: dato der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Graduierter;
eine Graduierte; zwei Graduierte) Per¬
son, der ein akademischer Grad er¬
teilt wird, die einen akademischen
Grad erhalten hat
Gra|dll[je|rung: dato die; - ; -en Verlei¬
hung, Erhalt eines akademischen
Graduiertentitels
gradjwei|se: Adv. Grad nach Grad;
Stück für Stück; nach u. nach »Die
Temperatur nahm gradweise zu.«
Graelcum: <gr.-lat.> das; -s; - (amtlich
festgesetzte Prüfung mit/zum) Nach¬
weis der sprachlichen Kenntnisse in
Altgriechisch
Graf.: Abk. a) Grafik b) Grafikerin)
Graf: tgr.-lato /gräkum/ der; -en; -en
weibl. Gräfin: die; -; -nen 1a) Adelsti¬
tel zwischen Fürst(in) u. Freiherr/
Freifrau b) (Anrede für eine(n)) Trä¬
gerin) des Titels Graf, Gräfin 2 wie
Graf Koks (von der Gasanstalt, von
der Pelzwiese, von der siebten
Sohle, von der Rufferbude): [ugs.;
scherzh. u. oft auch abwert.] sehr vor¬
nehm, elegant, hochnäsig o. ä. »Er
gibt an, als sei er Graf Koks von der
Pelzwiese.«
—* Graf: s. Graph
graf.: Abk. grafisch
Gra]fen|kro|ne: die; - ; -n Krone als
Kennzeichnung der Adelung zum
Grafen
Grajfen|stand: der; -(e)s; -stände 1 alle
Grafen einer staatlichen Einheit 2
Rang des Grafen
Gra|fen|ti|tel: der; -s; ~ Titel des Grafen
als Namenszusatz, der früher mit
Machtbefugnissen verbunden war
—* Gra|fe|o|lo|gie/Gra|fo|lo|gie: $. Gra-
pheologie/Graphologie
Grafffijto: <it.> der u. das; - u. -s; Graffiti
(m. PI.) 1 in Stein geritzte Inschrift 2
Bilder, Skizzen, Parolen usw., die an
Wände gespritzt, gesprüht od. gemalt
wurden
—» Gra[fie: s. Graphie
Gra[fik/Gra|phik: <gr.> die; - ; -en a) o.
PI. Kunst u. Technik des Holzschnit¬
tes, der Radierung, der Zeichnung
usw. b) einzelnes Kunstwerk in der
Kunst u. Technik des Holzschnittes,
der Radierung, der Zeichnung
Gra|fi|ker/Gra|phi|ker /grafiker/ der; -s;
- weibl. Gra|fi|kejrin/Gra!phi|ke|rin:
die; - ; -nen Person, die künstlerisch,
technisch od. zeichnerisch mit der
Graphik befaßt ist
grajfisch/grajphisch: /grafisch/ Adj. n.
sig. die Grafik betreffend; in der Art
einer Grafik
—» Gralfit: s. Graphit
—> gra|fit|grau:s. graphitgrau
—» Gra|fit|stab: s. Graphitstab
gräflich: Adj. n. stg. in bezug auf den
Grafen; einem Grafen zuzuordnen
—»■ Gra|fo|lg|ge: s. Graphologe
—> gra|fo|lo|gisch: s. graphologisch
Grafschaft: die; - ; -en 1 Gebiet, das
zum Verwaltungsbezirk eines Grafen
gehört 2 Amtsbezirk, Verwaltungsbe¬
zirk in England
Gra|ham|brot: /grähäm-/ das; -(e)s; -e
ohne Gärung aus Weizenschrot her¬
gestelltes Brot
Gral: (/r.) der; -s; - (heiliger,) etw. be¬
wahrender Gegenstand (ursprünglich
Schale mit dem Blut Christi)
Grals|burg: die; - ; -en Ort, wo sich der
Gral befindet
Gralsfhü|ter der; -s; - weibl. Grals|hü|-
te|rin: die; - ; -nen 1 nur m'änrü. Form
(Mythologie) jmd., der der Gruppe
der auserwählten Hüter des Grals an¬
gehört 2 Person, die sich bemüht, etw.
Überkommenes zu bewahren
Grals|rit|ter: der; -s; - (Mythologie) aus¬
erwählter Ritter, der zur Ritterschaft
der Gralsburg gehört u. den Gral hü¬
tet
Grals|sa|ge: die; - ; - (Mythologie) Le¬
gende vom Gral, einer Schale, in der
das Blut von Jesus Christus aufgefan¬
468
Graphik/Grafik
gen wurde u. die von den Gralsrittern
gehütet wird
Gram: der; -(e)s; - heftiger, lang andau¬
ernder Kummer »Sie starb vor Gram
über den Tod ihrer Tochter.«
Gram(m).: Abk. Grammatik
gram(m).: Abk. a) grammatisch b)
grammatikalisch
gräjmen, sich: grämst dich; grämtest
dich; hast dich gegrämt [geh.] tief be¬
kümmert sein; sich ärgern
gram|er|fülK: Adj. gramerfüllter; gra-
merfullteste voller Gram; traurig;
mißmutig
gram|ge|beugt: Adj. gramgebeugter;
gramgebeugteste durch Gram seelisch
od./u. körperlich gebeugt
grämjlich: Adj. tief bekümmert; traurig
Gräm|lich|keit die; - ; -en tiefe Beküm-
mertheit, Traurigkeit
Gramm: <gr.-lat.-fr.> das; -s; -e (aber mit
Mengenangabe: 200 Gramm) Ma߬
einheit für das Gewicht»1 Kilogramm
( — 1 kg) hat 1000Gramm.«
Gram|maftik: <gr.-lat.> die; - ; -en
<Sprachwiss.> a) Lehre der Sprach-
struktur b) Regelsystem einer Sprache
c) Werk, in dem das Regelsystem ei¬
ner Sprache verzeichnet ist
gram|ma|ti|ka|lisch <gr.-lat.> Adj. n. stg.
(Sprachwiss.) die Grammatik betref¬
fend, ihr zuzuordnen; den sprachli¬
chen Regeln gemäß, Syn.: gramma¬
tisch
gram|ma|ti|ka|li|sie|ren: <gr.-lat.> gram-
matikalisierst; grammatikalisiertest;
hast grammatikalisiert <Sprachwiss.>
etw. zu einer Regel der Grammatik
machen
Gram|ma|ti|ka|li|tät: igr.-lau die; - ; -
<Sprachwiss.> den Regeln entsprech¬
ende Ausführung der Grammatik;
Grammatizität
Gram|ma|ti|ker: <gr.-lat.> der; -s; -
wem. Gram|majti|ke|rin: die; - / -nen
<Sprachwiss.> Sprachforscher(in), der,
die sich mit der Lehre der Sprach-
struktur befaßt
Gram|ma|tik|re|gel: tgr.-lao die; - ; -n
(Sprachwiss.) Regel von der Satzbil¬
dungsstruktur der Sprache
Gram|majtik|theo|rie —» Gram|ma|tik|-
the|o|rie: <gr.-lat.> die; - ; -n (Sprach-
wiss.> Theorie über die sprachlichen
Formen u. deren Funktionen im Satz
gram|ma]tisch: <gr.-lat.> Adj. n. stg.
<Sprachwiss.> die Grammatik betref¬
fend, ihr zuzuordnen; den sprachli¬
chen Regeln gemäß, Syn.: grammati¬
kalisch
—* Gram|mo|fpn: s. Grammophon
—» Gram|mo|fpn|na|del: $. Grammo¬
phonnadel
Gram|mo|phon —» auch Gram|mo|fon:
<gr.-lat.> das; -s; -e (alter) Plattenspie¬
ler »Die alten Schellackplatten wurden
auf Grammophonen abgespielt.«
Gramjmo|phon|na|del —* auch Gram|-
mo|fgn|na|del: die; ~ ; -n Bestandteil
des Grammophons, der mit seiner
Spitze über die Schallplatte gleitet,
diese abtastet u. so die Töne erzeugt
gram|voll: Adj. voll Kummer
Gran: das; ~(e)s; -e (aber: 30 Gran) 1
kleines, in der Pharmazie angewende¬
tes Maß für das Gewicht 2 Gewichts¬
maß für Gold u. Edelsteine
Gran.: Abk. Granulat
Grän: das; -(e)s; -e (aber: 30 Grän) Ge¬
wichtsmaß für Gold u. Edelsteine
Gra|na|dil|le: <lat.-span.> /granadi(ll)je/
die; ~; -n Passionsfrucht
Gra|nat <lat > der; -(e)s u. [österr.j -en;
-e u. [österr.j -en (Halb-)Edelstein
von dunklroter, leicht ins Bräunliche
gehender Färbung 2 [ugs.; österr.]
Person, die beim Spiel betrügt
Gre|natjap|fel: der; -s; -äpfel (Bot.) run¬
de Hartschalenfrucht mit roten, von
Fruchtfleisch umschlossenen Samen
Gra|na|te: <lat.-it > die; ~ ; -n mit Spreng¬
stoff gefülltes Geschoß »Die Granate
explodierte in der Nähe einer Schule.«
Gra|nat|schmuck: der; -(e)s; - mit Gra¬
naten, roten Halbedelsteinen besetzte
Schmuckstücke
Gra|nat|splitjten der; -s; - scharfes,
spitzes Stück einer explodierten Gra¬
nate
Gra|nat|trich|ter der; -s; ~ Loch im
Erdboden, das durch den Einschlag
einer Granate, Bombe entstanden ist;
Bombentrichter
Gra|nat|wer]fen der; -s; - Steilfeuerwaf¬
fe von bis zu 24 cm Durchmesser
Grand ouvert: <fr.> /grang uwer/ der; - ;
Grand ouverts jgrmtg uwerß/ <Skat>
aus der Hand gespielter Grand, wobei
der Spieler alle Karten aufdecken
muß
Grand Prix: <lat.-fr.> /grang pri/ der; - ;
- (Wettbewerbe; Wettkämpfe) Gro¬
ßer Preis
Grand Slam —* auch Grand|slam:
/gränt släm/ der; (-s); -s 1 vier Asse
beim Pokern 2 (Sport) a) die vier be¬
deutendsten Tennisturniere der Welt
in Melbourne, Paris, London (Wim¬
bledon) u. New York b) den Grand
Slam gewinnen: innerhalb einer Sai¬
son alle vier Turniere (a) gewinnen
Grand|ho|tel: das; -s; -s Hotel der Lu¬
xusklasse
gran|di|ps: <il.> Adj. grandioser; grandio¬
seste außergewöhnlich eindrucksvoll
großartig; erhaben »eine grandiose
Landschaft«
Grandlseilaneur </r> /grangßeniör/
der; -s; -s u. -e vornehmer Herr von
Welt
—> Grand|slam: s. Grand Slam
Gra|nit: <lat.-it.> der; -s (Sorten) -e 1
körnig-kristallines Tiefengestein 2 bei
jmdm. auf Granit beißen: bei einer
Person auf heftigen Widerstand sto¬
ßen, nichts erreichen
gra|n]t|ar|tig: Adj. n. stg. einem Granit
ähnlich
Gra|nlt|block: der; -(e)s; -blocke großer
Stein aus Granit
Gra|njt|qua|der: /-kwader/ der u. die; -s;
- großer (abgebauter) Stein aus Gra¬
nit
gran|tig: Adj. <Charakter> mürrisch; ver¬
drießlich; bei Störungen aggressiv
reagierend
Gran|tig|keit: die; - ; -en Verdrießlich¬
keit; Aggressivität in den Reaktionen
Gra|nu|lat: dat.r das;-(e)s; -e (fachsprl.]
gekörnte Substanz
Gra|nu|la|ti|gn: <lat.> /granulazion/ die;
- ; -en 1 Verzierung von Schmucksa¬
chen durch aufgelötete Kügelchen
aus Silber, Gold usw. 2 (Med.) bei
Wunden o. ä. sich ausbildende Gewe¬
beform der Haut, die in Narbengewe¬
be übergeht 3 Struktur einer Oberflä¬
che aus feinen Körnchen
Gra|nu|la|ti|ons|ge|we|be: /granulazi-
onß-y das; -s; - <Med.> sich bei Wun¬
den o. ä. bildende Gewebeform, die in
Narbengewebe übergeht
gra|nu|lie|ren: <lat.> granuliert; granu¬
lierte; ist/hast granuliert 1 hast
granuliert <Schmuck> durch Auflöten
von Metallkügelchen verzieren 2 ist
granuliert <Med.> bei Wunden o. ä.
eine Gewebeform bilden, die in Nar¬
bengewebe übergeht 3 ist granuliert
eine gekörnte Struktur annehmen
Gra|nu|lie|rung: <lat.> die; - ; -en 1 Ver¬
zierung von Schmucksachen durch
aufgelötete Kügelchen aus Silber,
Gold usw. 2 (Med.) Bildung einer Ge¬
webeform, die in Narbengewebe
übergeht 3 Struktur einer Oberfläche
aus feinen Körnchen
Gra|nu|lit: dat.t das; -s; -e <Geologie> me-
tamorphes, kristallines, in Struktur u.
Mineralzusammensetzung uneinheit¬
liches Gestein aus Schiefer, Quarz o.
a. Substanzen in der Erde
Gra|nu|lgm: das; -s; -e <Med.> besonders
an der Zahnwurzel auftretende Ge¬
schwulst
Grapefruit <engh /gre'pfrut/ die; - ; -s
Zitrusfrucht mit leicht bitterem Ge¬
schmack, meist gelber Außenschale
u. gelbem Fruchtfleisch, Syn.: [dt.]
Pampelmuse
Grape|ffuit|safh /gre>pfrut-/ der; -(e)s;
-safte (Sorten) Pampelmusensaft
Graph.: Abk. 1 a) Graphik b) Graphike¬
rin) 2 a) Graph(e)ologie = Lehre
von der Deutung der Handschriften
b) Grapheologe; Grapheologin
graph.: Abk. 1 graphisch 2 grapholo¬
gisch
Graph —> auch Graf: <gr.> /graf/ der;
-en; -en 1 (Math.; EDV; Physik> zeich¬
nerische Darstellung einer Funktion
2 (Sprachwiss.> kleinste, noch nicht
klassifizierte Texteinheit, schriftlich
fixierter Buchstabe
Gra|phem [fachsprl.]: <gr.> /grafem/ das;
-s; -e (Sprachwiss.) kleinste unter¬
scheidbare Schrifteinheit in einem
Schreibsystem, die einen od. mehrere
Laute als Sinnträger darstellt
Gra|phe|ma|tik [fachsprl.]: /grafematik/
die; - ; - (Sprachwiss.) Teilgebiet, das
sich mit Graphemen hinsichtlich ihrer
Stellung im Alphabet sowie der
Merkmale, die ihrer Unterscheidung
dienen, befaßt
gra|phe|majtisch [fachsprl.]: /grafema-
tischj Adj. n. stg. (Sprachwiss.) sich
auf die Graphematik beziehend, ihr
zuzuordnen
Gra|pheo|lo|g|e/Gra|pho|lo|gie —>
Gra|phe|o|lo|gie/Gra|pho|lo|gie/Gra|-
fe|ojlo|g]e/Gra|fo|lo|gie: <gr.> /graf(e)-
ologi/ die; - ; - 1 Wissenschaft von
den Schreibsystemen 2 Lehre von der
Deutung, Interpretation der Hand¬
schriften
Gra|phie —»■ auch Graf je: <gr.> /grafi/
die; - ; -n IgraphPnj (Sprachwiss.)
Schreibweise
Gra|phik/Grafik: <gr.> /grafik/ die; - ;
-en a) o. PI. Kunst u. Technik des
Holzschnittes, der Radierung, der
Zeichnung usw. b) einzelnes Kunst¬
werk in der Kunst u. Technik des
469
Graphiker/Grafiker
Holzschnittes, der Radierung, der
Zeichnung
Grajphi|ker/Gra|fi|ker. <gr.> /grafiker/
der; -s; - weibl. Gra]phi|ke|rin/Gra/fi|-
ke|rin: die; * ; -nen Person, die künst¬
lerisch, technisch od. zeichnerisch mit
der Graphik befaßt ist
gra)phlsch/gra)fisch: /grafisch/ Adj. n.
stg. die Graphik betreffend, ihr zuzu¬
ordnen; in der Art einer Graphik
Gra|phit —* auch Grajfit: <gr.-lat>
/grafit/ der; -s; -e (Sorten) weiches,
schwarzes Mineral aus reinem Koh¬
lenstoff
gra|ph|t|grau —* auch gra|fit|grau:
/grafit-/ Adj. n. stg. dunkelgrauer
Farbton von Graphit
Gra|phit|stab —>• auch Gra|fit|stab:
/grafit-/ der; -(e)s; -stöbe Stange aus
Graphit, die im technischen Bereich
Anwendung findet
Gra|pho|lo|ge —» auch Gra|fo|to|ge:
/grafologe/ der; -n; -n weibl. Gra|pho|-
lolgin —* auch Gra|fo|lg|gln: die; - ;
-nen Person, die Handschriften deutet
gra|pho|lg|gisch —* auch gra|fo|k>|-
gisch: /grafologisch/ Adj. n. stg. sich
auf die Handschriftendeutung bezie¬
hend, sie betreffend, ihr zuzuordnen
Gra|pho|sta|tik [fachsprl.]: /grafo-/ die;
-; - <Bauw.> Methode, Vorgehenswei¬
se, bei der Zeichnungen zur Lösung
statischer Probleme benutzt werden
Grapjpa: <it.> die; - ; -s Schnaps aus
T raubenpreßrückständen, Trestern
grap|schen: grapschst; grapschtest; hast
gegrapscht gierig, hastig nach etw.
greifen; etw. verbotenerweise anfas¬
sen
Gras: das; -es; Gräser 1 a) (Grün-)Pflan-
ze, die lange, schmale Halme hervor¬
bringt »Das Trockenblumengesteck
enthält verschiedene Gräser.« b) o. PL
vornehmlich aus Gräsern bestehende
geschlossene Pflanzendecke »Ich muß
noch das Gras mähen.« 2 ins Gras
beißen: [ugs.J sterben 3 das Gras
wachsen hören: [ugs.] Zukünftiges
ahnen, erkennen (wollen) 4 über etw.
wächst Gras: [ugs.] eine Tat, ein Ge¬
schehen o. ä. wird vergessen 5 wo
(d)er hinhaut, hintritt o. ä., (da)
wächst kein Gras mehr: [ugs.] (d)er
haut, tritt, schlägt o. ä. schnell u.
kräftig zu
gras|ar]tig: Adj. n. stg. ähnlich wie Gras
gres|be|wachjsen: Adj. n. stg. grasig;
mit Gras bewachsen
Grasjbojden: der; -s; -böden Boden mit
Grasbewuchs
Gras(bü|schel: der; -s; - kleines Bündel
aus Gras; zusammenstehende Gras¬
halme
Grasfdecke (Grasjdekfke —> Gras|de|-
cke): die; - ; -n mit Gras bewachsener
Boden
grajsen: grast; graste; hat gegrast <Vieh>
auf einer Wiese stehen u. Gras fressen
Gras|flä|che: die; - ; -n mit Gras be¬
wachsener Boden
Grasfleck: der; ~(e)s; -e kleinere Gras¬
fläche
Grasffleck: der; -(e)s; -en Verunreini¬
gung, die durch grünen Grasfarbstoff
entstanden ist
Grasffrosch: der; -(e)s; -frösche <Zool.>
gelbbraune Froschart mit dunklen
Flecken auf dem Rücken u. hellen
Flecken am Bauch, deren Lebens¬
raum Gräser u. Wiesen sind
Gras|fut|ter: das; -s; - Tiemahrung aus
frischem od. getrocknetem Gras
grasjgrün: Adj. n. stg. in einem kräfti¬
gen Grünton wie Gras
Gras|halm: der; -(e)s; -e einzelner Sten¬
gel des Grases
Gras|hüp|fer: der; -s; - [ugs.) Heu¬
schrecke, Syn.: Graspferd
grajsig: Adj. n. stg. a) wie Gras b) mit
Grasbewuchs
Gras|land: das; -(e)s; - aus Wiese, Grä¬
sern bestehende Fläche
Gras|li|lie: die; - ; -n <Bot.> Lilienpflan¬
ze, deren Blätter grasartig geformt
sind
Gras|mücke (Gras|mük|ke —» Grasf-
mü|cke): die; ~ ; -n <Zool.> Vogel aus
der artenreichen Familie kleiner, leb¬
hafter, insekten- u. beerenfressender
Singvögel, die oft in Bodennähe ni¬
sten (z. B. Spötter, Rohr- u. Laubsän¬
ger)
Gras|nar|be: die; - ; -n oberste Boden¬
schicht auf Wiesen u. Weiden, die
dicht von Pflanzenwurzeln durchzo¬
gen ist
Gras|nel|ke: die; - ; -n polsterbildende
Stauden des Meeresstrandes u. der
Alpen mit grasähnlichen Blättern u.
roten Blütenköpfen
Gras|platz: der; -es; -platze mit Gras be¬
wachsene kleinere Fläche
Gras|sa|men: der; -s; - Samen vom
Gras; Grassaat
grasfsie|ren: data grassiert; grassierte;
hat grassiert um sich greifen; sich aus¬
breiten »Die Grippe grassiert.«
gräS|iich —» grässlich: Adj. überaus
schrecklich, scheußlich, furchtbar
»Das Wetter ist gräßlich.« Ant.: wun¬
derbar
GräB|licti|keit —» Gräss|lich|keit: die:
- ; -en Scheußlichkeit; Fürchterlich-
keit; Ekelhaftigkeit
Gras|so|de: die; - ; -n oberste Boden¬
schicht auf Wiesen u. Weiden, die
dicht von Pflanzen wurzeln durchzo¬
gen ist
Gras|step|pe: die; - ; -n <Geographie>
Grasebene, Steppe, die besonders
fruchtbar, von vielen Gräsern, Pflan¬
zen u. Kräutern überzogen ist
Gras[strei|fen: der; -s; - in seiner Länge
ausgedehntes Stück Land, auf dem
Gras wächst (z. B. neben einer Stra¬
ße)
Grasjtep|pich: der; -(e)s; -e besonders
dichte Grasfläche
Gras|wuchs: der; -es; - Form, Art u.
Weise des Wachsens von Gras
Grat.: Abk. 1 Gratifikation = Sonder¬
zuwendung 2 a) Gratulation —
Glückwunsch b) Gratulant(in)/(en)
Grat der;-(e)s: -e schmale obere Kante
eines Berges, Bergrückens » Wir wun¬
derten auf dem Grat entlang.«
grat: Abk. gratis
Grä/ta: die; - ; -n den Knochen bei Säu¬
getieren entsprechendes, dem Körper
von innen her Festigkeit u. Form ver¬
leihendes Gebilde beim Fisch
gräjtenjlos: Adj. n. stg. ohne Knochen,
Gräten des Fisches
Gra|ti|fi|ka|ti|gn: <lau /gratifikazion/
die; -; -en freiwillige Vergütung; Son¬
derzuwendung
gra)ti|fi|z]e|ren: dat.t gratißzierst; grati-
fiziertest; hast gratifiziert Arbeitge¬
ber) [veralt.] an den Arbeitnehmer
aus besonderem Anlaß eine freiwillige
Vergütung zahlen
gräftig: Adj. 1 [ugs.] schlecht gelaunt;
gereizt 2 <Fisch als Speise) voller Grä¬
ten
Graftin: </r.> /gratäng/ das; -s; -s (mit
Käse) überbackene Speise »Kartoffel¬
gratin«
gra|ti|nie]ran: <fr.> gratinierst; gratinier¬
test; hast gratiniert (mit Käse u./od.
einer Soße) überbacken; mit einer
braunen Kruste überbacken
grajtis: dat.> Adv. a) umsonst; ohne Be¬
zahlung »Das erste Getränk ist
gratis.« b) gratis u. franko: [ugs.] ohne
etw. zu bezahlen »Das habe ich gratis
u. franko bekommen.«
Gra[tis|bei|la|ge: die: ~ ; -n unentgeidli-
che Beilage
Gra|tis|pro|be: die; - ; -n unentgeltliche
Ware zu Testzwecken, zum Auspro¬
bieren, probeweise Anwenden eines
Produktes
Graftis|vorfstei|(ung: die; - ; -en kosten¬
lose Vorstellung; Aufführung ohne
Eintritt
Grät|sche: die; - ; -n <Turnen> weiter als
zur Schulterbreite gespreizte Beine
grät|schen: grätschst; grätschtest; hast
gegrätscht (weit) auseinanderstrecken
»Bei dieser Übung werden die Beine
leicht gegrätscht.«
Grätsch|schritt: der; ~(e)s; -e <Turnen>
Ausführung der Grätsche durch ei¬
nen Schritt; mittels eines Schrittes in
die Grätsche gelangen
Grätsch|sprung: der; -(e)s; -spränge
<Tumen> Ausführung der Grätsche
während eines Sprungs über einen
Gegenstand (z. B. einen Bock)
Gra|tu|la|ti|gn: <lat.> /gratulazign/ die;
- ; -en Worte der Anerkennung, des
Glückwunsches nach erbrachter Lei¬
stung (zum Examen o. ä.), zu be¬
stimmten Ereignissen (Hochzeit, Ge¬
burt, Geburtstag o. ä.)
Gra|tu|la|tl|gns|cour dat.-fr» /gratula-
zignskur/ die; -; - offizielles Beglück¬
wünschen (hochgestellter Personen)
gra|tu|lie|ren: <Iat.> gratulierst; gratulier¬
test; hast gratuliert 1 jmdm. seinen
Glückwunsch aussprechen 2 sich
gratulieren können: [ugs.] sich selbst
über etw. freuen können
Grat|wan|de|rung: die; - ; -en 1 das
Sichbewegen an einem Abgrund, auf
einem Berggrat 2 sich auf einer Grat¬
wanderung befinden: in einer unsi¬
cheren Situation stecken, die sehr
leicht sowohl ins Positive als auch ins
Negative Umschlägen kann
grau: Adj. n. stg. 1 <Farbe> Mischung
zwischen weiß u. schwarz »Die graue
Hose paßt mir nicht mehr.« 2 alles
grau in grau malen—> alles Grau in
Grau malen; alles grau in grau sehen
—* alles Grau in Grau sehen: alles
negativ darstellen, sehen »Mußt du
immer alles grau in grau malen,
sehen?« 3 graue Maus: [ugs.] nicht
sehr auffällige, sondern eher un¬
scheinbare Person, meist Frau
—* grau mejliert: s. graumeliert
Graujbart: der; ~(e)s; -barte a) [selten]
Bart, der grau ist b) [ugs.] männliche
470
Greifarm
Person mit einem ergrauten, grauen
Bart
Graulbrot: das; -(e)s; -e {landsch.] aus
Roggen u. Weizen gebackenes Brot
—> Gräulel: s. Greuel
—» Gräulellmärlchen: s. Greuelmär¬
chen
—»■ Gräulellprolpataanlda: s. Greuel¬
propaganda
—> Gräulelltat: s. Greueltat
Graulen: das; -s; - große(s) Entsetzen,
Furcht; angstvoller Abscheu
graulen: graut; graute; hat gegraut 1 in
Verbindung mit >es< + Dativ allein bei
dem Gedanken daran Unbehagen
empfinden, etw. nicht gerne wollen
»Es graut mir vor dem
Zahnarzttermin.« 2 in Verbindung mit
>es< den Übergang von der Nacht
zum Tag vollziehen
—»• Grau|en er|re|gend: s. grauenerre¬
gend
graulen, sich: graust dich; grautest dich;
hast dich gegraut lähmende Furcht
empfinden
graulenlerlrelaend —» Graulen erzei¬
gend: Adj. schrecklich; fürchterlich;
Furcht hervorrufend »ein grauenerre¬
gendes Verbrechen«
qraulenlhaft: Adj. schrecklich; fürchter¬
lich; grauenvoll
qraulenlvoll: Adj. grauenhaft; schreck¬
lich; fürchterlich
Graulqans: die; - ; -gänse <Zool.> Gans
mit grauem Federkleid
—» Graulouss: s. Grauguß
Grau|guB —» Graulguss: der; -gusses;
-güsse <Geologie> graues Gußeisen
mit hohem Kohlenstoffanteil
qraulhaalriq: Adj. graue Haare habend
Graulkopf: der; -(e)s; -köpfe 1 Person,
die graue Haare hat 2 Kopf mit grau¬
en Haaren
qraullen. sich: graulst dich; graultest
dich; hast dich gegrault sehr große
Furcht vor etw. haben
qraullich/gräullich: Adj. n. stg. ins
Graue gehender Farbton
—» qräullich: s. greulich
grau|me|liert —> grau me|liert: Adj. n.
stg. graugesprenkelt
Graujpe: die; - ; -n a) abgerundetes Ge¬
treidekoni (Gerste, Roggen) ohne
Hülse b) <Kochk.> gekochte, ge¬
würzte, zubereitete Graupen (a) 2 Fa¬
serverdickung, Faserrückstand, die/
der bei der Textilproduktion entsteht
Graulpel: die; - ; -n Niederschlagsform
aus weißen, undurchsichtigen Eis¬
körnchen, die etw. weicher als Hagel¬
körner sind
oraulpeln: es graupelt; es graupelte; es
hat gegraupelt in Graupelschauern,
Schauem von weißen, undurchsichti¬
gen Eiskömchen, die etw. weicher als
Hagelkörner sind, regnen
Graulpellschauler: der; -s; - Schauer
von weißen, undurchsichtigen Eis¬
körnchen, die etw. weicher als Hagel¬
körnersind; weicher Hagelschauer
Graulpellwetlter. das; -s; - Wetter, des¬
sen Niederschlagsform aus weißen,
undurchsichtigen Eiskörnchen be¬
steht, die etw. weicher als Hagelkör¬
ner sind
Grau|pen|sup|pe: die; - ; -n Suppe aus
geschliffenen, runden Getreidekör¬
nern
Graus: der; -es; - Qual; Schreck; Ab¬
scheu; Furcht
qraulsam: Adj. a) ohne Gefühl anderen
körperlichen od. seelischen Schmerz
zufügend b) hart u. ohne Gnade 2
<verst.> sehr stark »grausame Kälte«
Graulsamlkeit die; - / -en Rohheit; Bru¬
talität
Graujschimlmel: der; -s; - 1 Pferd mit
weiß-grauem Fell 2 Schimmelpilzart
Grau|schlei|er: der; -s; - ins Graue,
Schmutzige gehender Farbton
Grau|sen: das; -s; - Gefühl der Furcht
u. des Abscheus, Ekels
graulsen: graust; grauste; hat gegraust
fürchten; verabscheuen; Ekel empfin¬
den
grau|sig: Adj. fürchterlich; abscheulich;
ek(e)lig
qrausllich: Adj. fürchterlich; abscheu¬
lich; ek(e)lig
Grau|specht: der;-(e)s; -e <Zool.> Bunt¬
spechtart mit (schwarz)grauem Gefie¬
der
Graultier: das; -(ejs; -e [ugs.; scherzh.]
a) Esel b) Kreuzung aus Pferd u. Esel;
Maultier
Graulzolne: die; - ; -n Bereich zwischen
legalen u. illegalen Handlungsweisen
»gesetzliche Grauzone«
Gralveur <fro /grawör/ der; -s; -e weibl.
Gralveulrin: die; - ; -nen Person, die
berufsmäßig Gravierarbeiten an Stei¬
nen, Metallen o. ä. vomimmt
Gralveurlarlbeit: /grawör-/ die; - ; -en 1
Tätigkeit des Gravierens 2 graviertes
Produkt
Gra|vi|di|tät: dato /grawidität/ die; - ;
-en «Med.» Schwangerschaft
Gra|vjer|an|stalt: /grawir-/ die; - / -en
Betrieb, in dem Gravuren erstellt wer¬
den
Gra|vjer|ar|beit: /grawir-/ die; - ; -en 1
Tätigkeit des Gravierens 2 graviertes
Produkt
grajvie|ren: miederl.-fro /grawiren/ gra¬
vierst; graviertest; hast graviert etw.
in Metall, in Stein einschneiden, ein¬
ritzen »Ich lasse seinen Namen in die
Uhr gravieren.«
gra|vie|rend: dato /grawirend/ Adj.
[geh.] ins Gewicht fallend; schwerwie¬
gend »gravierende Vorwürfe«
Gra|vie|rung: /grawirung/ die; - ; -en 1
in Metall eingeritzte Zeichnung od.
Schrift 2 Tätigkeit des Gravierens
Gra|vi|me|ter: dato /grawi-/ das; -s; -
Meßgerät für Schwerkraftänderun¬
gen
Gra|vi|me|tfie —> Gra|vi|me|t|ne: dato
/grawi-/ die; - ; -1 Schwerkraftanaly¬
se im Hinblick auf Schwerkraftände¬
rung 2 <Chemie> Bestimmung der
Menge eines Stoffes, einer Subtanz
durch Analyse des Gewichtes
gra|vi|me]trisch —> gra|vi|me|t|risch:
dato /grawi-/ Adj. n. stg. auf die Gra¬
vimetrie bezogen, ihr zuzuordnen
Gra|vi|ta|ti|gn: dato /grawitazion/ die;
- ; - Schwerkraft; Erdanziehungs¬
kraft
Gra|vi|ta|ti|gns|feld: /grawitazionß-/
das; -(ejs; -er Bereich, in dem die
Massenanziehung, Schwerkraft wirkt
Gra|vi|ta|ti|gns|ge|setz: /grawitazionß-/
das; -es; -e Gesetzmäßigkeit, nach der
sich zwei Körper im Abstand ihrer
Massenmittelpunkte mit der Gravita¬
tionskraft anziehen
Gra|vi|ta|ti|ons|krafb /grawitazionß-/
die; ~ ; -kräfte Schwerkraft, Anzie¬
hungskraft der Erde
gra]vi|tä|tisch: dato /grawitätisch/ Adj.
mit Würde; würdevoll
gra|yi|tie|ren: dat.-fro /grawitiren/ gra¬
vitierst; gravitiertest; hast gravitiert 1
«Physik; Astronomie» sich aufgrund
der Schwerkraft, Erdanziehungskraft
in Richtung des Mittelpunktes bewe¬
gen, zum Mittelpunkt hinneigen 2
[geh.] zu etw. neigen, tendieren
Gra|vur: dato /grawur/ die; - ; -en Dar¬
stellung, Zeichnung o. ä. auf Metall,
Stein od. Glas
Gra|vü|re: dat.-niederl.-fro /grawüre/
die; - ; -n 1 Stahl- od. Kupferstich 2
Tiefdruckfonm
Gra|zie: dato /grazi«/ die; - ; -n 1 o. Pt.
Anmut; Liebreiz »Sie kam mit Grazie
die Treppe herunter.« 2 a) «Mytholo¬
gie; Religion» eine der drei römischen
Göttinnen der Anmut b) «übertr.»
[scherzh.] äußerlich ansprechende,
schöne Frau
gra|zil: dat.-fro Adj. «Form; Figur»
schlank; zierlich; fein »eine grazile
Ballerina«
Gra|zi|li|tät: dat.-fro die; - ; - Liebreiz;
Anmut; Zartheit
gra|zi|ös: dat.-fro Adj. graziöser; graziö¬
seste im äußeren Erscheinungsbild, in
den Bewegungen anmutig
greh. : Abk. griechisch
Grchl.: Abk. Griechenland
grd: Abk. Grad (bei Temperaturanga¬
ben)
Gidb.: Abk. 1 a) Grundbesitz b)
Grundbesitzern) 2 Grundbuch =
Register über Eigentumsrechte an
Grundstücken
Grde.: Abk. 1 Grundlage 2 Grundlinie
Grdfl.: Abk. Grundfläche
Grdg.: Abk. Gründung
Grdr.: Abk. 1 Gründer(in) 2 Grundrente
3 Grundriß
Grds.: Abk. Grundsatz; Grundsätze
grds. : Abk. grundsätzlich
Grdst: Abk. 1 Grundstock 2
Grundstoff 3 Grundstück
Grdw.: Abk. 1 Grundwasser 2 Grund¬
wert
Green|horn: tameriko /grinhen / das; -s;
-s Grünschnabel, " unerfahrener
Mensch
Green [peace: tenglo Name einer inter¬
nationalen Umweltschutzorganisati¬
on
Gre|go|ria]nik —* Gre|go|ri|a|nik: dato
die; - ; -1 von Männern vorgetragene
lateinische Choralgesänge der katho¬
lischen Liturgie 2 Erforschung der
von Männern vorgetragenen lateini¬
schen Choralgesänge der katholi¬
schen Liturgie
gre|go|ria|ntsch —» gre|go|ri|a|nis«rf\:
Adj. n. stg. a) sich auf die Gregorianik
beziehend, ihr zuzuordnen b) Kalen¬
derreform, bis heute gültig '
Greif: (gr.-lato der; -(ejs u. -en; -e(n) 1
Greifvögel 2 «Mythologie» Fabeltier
mit Löwentatzen u. Flügeln
Greif|arm: der; -(ejs; -e «Technik» arm¬
ähnliches, automatisch betriebenes
Maschinenteil zum Greifen, Erfassen
von Lasten u. zu ihrem Transport
471
Greifbagger
Greiflbaglger. der; -s; - Baufahrzeug
mit einem zangenförmigen Greifarm,
das Erdreich aushebt u. abträgt
greifbar Ad}, n. stg. 1 vorhanden, nicht
weit entfernt, anwesend, so daß dar¬
über verfügt werden kann »Der zu¬
ständige Sachbearbeiter war nicht
greifbar.« 2 deutlich erkennbar
»greifbare Ergebnisse«
greiffen: greifst; griff(e)st; hast gegrif¬
fen 1 a) mit der Hand, den Fingern
etw. nehmen, fassen u. festhahen »Sie
griff den Apfel u. biß hinein.« b) etw.
nehmen wollen »Sie griff nach dem
Pullover.« c) etw. od. jmdn. berühren,
anfassen »Er griff an ihr Bein.« 2 etw.
od. jmdn. fangen »Die Polizei konnte
den Verbrecher greifen.« 3 etw. in ei¬
ner bestimmten Absicht nehmen »Im¬
mer, wenn er Probleme hatte, griff er
zur Flasche.« 4 nicht klappen; nicht
so funktionieren, wie man hoffte;
nicht den gewünschten Erfolg brin¬
gen »Diese Erklärung greift nicht.« 5
zu hoch/niedrig gegriffen sein: etw.
zu hoch/niedrig einschätzen 6 zum
Greifen nahe sein, liegen: ganz nahe
Grei|fen der; -s; - (Technik) armähnli¬
cher, automatischer Maschinenteil,
der Lasten greift u. transportiert
Greif|vo|gel: der; -s; -vögel Raubvogel
mit gebogenem Schnabel u. beson¬
ders stark ausgeprägten, scharfen
Krallen zum Erfassen, Ergreifen u.
Töten der Beutetiere
Greif)zan|ge: die; - ; -n Greifelement ei¬
nes Greifarms
GreifjzMjket: der; -s; - Zirkel zum Mes¬
sen von Dicken u. Durchmessern
grei|nen: greinst; greintest; hast gegreint
jämmerlich weinen; klagen
Greis: der; -es; -e weibl. Grei|sin: die; - ;
-nen Mensch im hohen Alter
Grei|sen|al[ter: das; -s; - sehr hohes Le¬
bensalter eines Menschens
greijsen|haft: Adj.; greisenhafter; grei¬
senhafteste a) wie ein Greis; greisen-
ähnlichb) sehr alt
Grei|sen|haf|tig|keit:die; ~;-greisähnli¬
ches äußeres Erscheinungsbild; grei¬
senhafte Charakterzüge
Grei|sen|stim|rn«: die; - ; -n sehr alte,
gebrochene Stimme
grell: Adj. 1 unangenehm, blendend hell
»grelles Licht« 2 unangenehm schrill
o. ä. »grelle Schreie« 3 (Farbe) stark
auffallend; leuchtend bunt »Sie ist zu
grell geschminkt!«
gretl|be|leuch)tet —* grell belleuchltet:
Adj. [abwert.] sehr hell ausgeleuchtet
Grelljheit die; - ; - [meist abwert.] 1
Auffälligkeit »Grellheit der Kleidung«
2 durchdringende Schrillheit, Tonhö¬
he »Grellheit der Stimme« 3 extreme
Helligkeit
Gre|mi|um: <lat.> das; -s; Gremien
jgrempnj Ausschuß; Körperschaft
Gre|na|dier. <lat.-it.-fr.> der; -s; -e Infan¬
terist; Fußsoldat
Gre|na|di|ne: </r.> die; - ; -n Obstsaft
(konzentrat) aus Granatäpfeln
Gre|na|di|ne: </r.> die; - ; -n hart gedreh¬
ter Zwirn aus Naturseide od. Chemie¬
fäden
Grenz|aus|gleich: der; -(e)s; -e finan¬
zieller Ausgleich auf landwirtschaftli¬
che Waren, der an den EU-Grenzen
zu zahlen ist, um die heimische Land¬
wirtschaft vor Billigimportprodukten
zu schützen u. so ihre Existenz zu si¬
chern
Grenz|balm|hof: der; -(e)s; -bahnhöfe
der letzte Bahnhof vor der Grenze
Grenz|baum: der; -(e)s; -bäume die
Grenze markierende künstliche
Sperre; Schtagbaum
Grenz|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Grenzbeam¬
ter; eine Grenzbeamte; zwei Grenzbe¬
amte) u. weibl. auch Grenz|be|am[tin:
die; - ; -nen Person, die in staatlichem
Auftrag eine Grenze bewacht, die
Reisenden kontrolliert
Grenz|be]fe|sti|gung —*■ Grenz|bejfes|-
tijgung: die; - ; -en Befestigung eines
markierten Geländestreifens, einer
staatlichen Abgrenzung; Befesti¬
gungsbauten, -anlagen an einer
Staatsgrenze
Grenz|be|ge|hung: die; - ; -en Pa¬
trouille, Kontrollgang an der Grenze
Grenz|be|la|stung —* Grenz|bejlasj-
tung: die; ~ ; -en (Technik) maximal
zulässige Belastung eines Stoffes od.
Gegenstandes
Grenz|be|reich: der; -(e)s; -e 1 Ort in
der Nähe einer Grenze 2 Stufe der
höchsten Belastbarkeit
Grenz|be|woh|ner: der; -s; ~ Person, die
in unmittelbarer Nähe zu einer Gren¬
ze angesiedelt ist
Grenz|be|zirk: der; -(e)s; -e (Zoll-)Be-
ieich an der Grenze
Grenjze: die; - ; -n 1 Demarkations-,
Scheide-, Trennlinie, die ein Gebiet
umreißt »die Grenze zwischen
Deutschland u. den Niederlanden • die
Grenzen des Grundstücks« 2 (zu ak¬
zeptierendes) Höchstmaß »Die Gren¬
zen meiner Geduld sind erreicht.« 3
keine Grenzen kennen: groß, über¬
mäßig, unersättlich o. ä. sein 4 etw.
sind Grenzen gesetzt: etw. kann
nicht weiter ausgedehnt werden 5
sich in Grenzen halten: nicht sehr
groß, hoch, übermäßig o. ä., sondern
noch erträglich, zu verkraften sein
gren]zen: grenzt; grenzte; hat gegrenzt
ä) mit etw. eine gemeinsame Grenze
haben »Deutschland grenzt an
Österreich.« b) nahe an etw. sein, her¬
ankommen; etw. beinahe sein
gren|zen|los: Adj. n. stg. 1 ohne Ein¬
schränkungen 2 unendlich
Gren|zen[lo|sig|keit: die; - ; -1 Uneinge¬
schränktheit 2 unendliche Weite
Gren|zer: der; -s; - weibl. Gren|ze|rin:
die; ~ ; -nen [ugs.j 1 Person, die an der
Grenze arbeitet, Grenzkontrollen
durchführt 2 in der Nähe einer Gren¬
ze lebende Person
Grenz|fall: der; -(e)s; -fälle Angelegen¬
heit, die mindestens zwei unterschied¬
liche Interpretationsmöglichkeiten
zuläßt; Ausnahmefall
Grenz|fluB —> Grenz|fiuss: der; -flus¬
ses; flösse Fluß an der Landesgrenze,
zwischen zwei Ländern, der als
Grenzmarkierung gilt
Grenz[forjma|li|tät: die; ~ ; -en (m. Pt.)
offizielle Abwicklung einer Angele¬
genheit, die bei einer Grenzüber¬
schreitung vorgenommen wird
Grenz(fra|ge: die; - ; -n 1 übergreifende
Problematik aus zwei od. mehr ver¬
schiedenen Wissensbereichen 2 (Pol.)
Schwierigkeit in Angelegenheiten des
Grenzverlaufs zwischen zwei od.
mehreren Ländern
Grenz|gän|ger. der; -s; - weibl. Grenz|-
gänjge]rin: die; - ; -nen Person, die in
regelmäßigen Abständen eine Grenze
überschreitet, (aus beruflichen Grün¬
den) über eine Grenze hinweg pendelt
Grenz|ge|biet: das; -(e)s; -e 1 Bereich,
der in unmittelbarer Nähe einer
Grenze liegt 2 an zwei wissenschaft¬
liche Fachrichtungen grenzendes
(Teil-)Gebiet
Grenz|ge(wäs|ser: das; -s; - Gewässer,
Fluß an der Landesgrenze, zwischen
zwei Ländern, das/der als Grenzmar¬
kierung gilt
Grenzjkaijte: die; - ; -n Ausweis, der als
Identitätsnachweis zur Grenzüber¬
schreitung im kleinen Grenzverkehr
dient
Grenz|kon|f!ikt —> Grgnz|kon|f]lilrt:
der; (e)s; -e (bewaffneter) Konflikt
zwischen zwei angrenzenden Staaten
aufgrund von Unstimmigkeiten we¬
gen des Grenzverlaufes
Grgnz|kon|trol|le —» Grenz|kon|t|rol|le:
die; - ; -n 1 Gruppe von Personen, die
die Kontrolle an einer Grenze vor¬
nimmt 2 Vorgang des Überprüfens
der Grenzgänger sowie deren Gepäck
durch Zollbeamte an einer Grenze
Grenz|kon|troU|punkt —> Grenz|konft|-
rolljpunkt: der; -(e)s; -e Stelle, wo
eine Grenzkontrolle vorgenommen
wird, legale Grenzübertritte möglich
sind
Grenz|lam>: das; -(e)s; -landet (PI. s.)
Bereich, der in unmittelbarer Nähe ei¬
ner Grenze liegt; Grenzgebiet
Grenz|li|nie: die; - ; -n 1 [veralt.] (Lan-
des-)Grenze 2 (Sport) mit Ölkreide,
Farbe o. ä. auf den Boden aufgezeich¬
nete Linie, die der sichtbaren Ein¬
grenzung eines Spielfeldes dient
Grenzjmark: die; - ; -en [veralt.] Be¬
reich, Bezirk, der in unmittelbarer
Nähe zu einer Grenze liegt
grenz|nah: Adj. n. stg. unmittelbar an
einer Grenze; nicht weit entfernt von
einer Grenze
Grenz|ort: der; -(e)s; -e Siedlung in un¬
mittelbarer Nähe einer Grenze
Grenz|pfahl: der; -(e)s; -pfähle Pfosten,
der eine Grenze markiert
Grenzjpo|li|zei: die; - ; - Einheit von Po-
Üzeibeamten zur Bewachung der
Grenze
Grenz|po|sten —> Grgnz|pos|ten: der;
-s; - Person, die an einer Grenze
Kontrollen durchführt
Grenz|pro|blem —> Grenzjprojb|(em:
das; -s; -e Problem, das zwischen zwei
angrenzenden Staaten aufgrund des
Grenzverlaufs existiert
Grenzjrain: der; (e)s; -e Ackergrenze
Grenzjschute der; -es; - a) polizeiliche
Einheit zur Bewachung der Grenze b)
[ugs. für] Bundesgrenzschutz
Grenz)schüt|zer der; -s; • weibl.
Grenzjschüt|ze|riri: die; - ; -nen [ugs.]
Person, die dem (Bundes-)Grenz-
schutz angehört
Grenz)si|che|rung: die; ~; -en a) polizei¬
liche Einheit zur Sicherung einer
Grenze b) Vorgang des Absichems ei¬
ner Grenze
472
Grillroom
Grenz|si|tua|ti|on —*■ Grenz|si|tu|a|ti|-
on: die; - ; -en außergewöhnliche Si¬
tuation, Lage, in der sich jmd. befin¬
det
Grenz|stadt: die; ~ ; -Städte Stadt, die an
einer Grenze liegt
G«enz|sta|ti|on: die; -; -en Bahnhof, der
unmittelbar vor od. an der Grenze
liegt
Grenz|stein: der; -(e)s; -e Stein zum
Abstecken, Markieren einer Grenze
Grenz|strah|len: die (PI.) <Med.> Rönt¬
genstrahlen, die nicht tief in die Haut
dringen u. bei der Behandlung von
Hauterkrankungen eingesetzt werden
Grenz|strei|tig|keit: die; - ; -en (m. PL)
Konflikt, der die Grenzmarkierung
von zwei angrenzenden Bereichen,
Staaten betrifft
Grenzltmpjpe: die; - ; -n <früher DDR;
Milit.i Einheit des Militärs zur Über¬
wachung der Grenzen
Grenz|iiberfgang —»■ Grenz|ü|ber|-
gang: der; -(e)s; -Übergänge 1 das
Überqueren einer Grenze 2 Stelle, an
def eine Grenze offiziell überquert
werden kann
grenz|über)schrei/tend —* grenz|ü|-
ber|schrei|tend: Adj. n. stg. nicht auf
einen Staat begrenzt
Grenz|über|tritt —* Grenz|ü|ber|tritt:
der; -(e)s; -e Überquerung einer
Grenze
Grenz|ver|let|zung: die; - ; -en Nichtbe¬
achtung, Mißachtung einer Grenze;
Überquerung einer Grenze ohne Er¬
laubnis
Grenz|wall: der; -(e)s; -wälle Mauer,
die eine Grenze markiert u. als Schutz
des abzugrenzenden Gebietes gegen
feindliche Übergriffe gebaut wurde
Grenz|wert: der; -(e)s; -e 1 maximale
Größe, Konzentration von etw. in ei¬
ner Substanz o. ä., die nicht weiter
hinaufgesetzt werden darf, nicht
überschritten werden darf »Abgas¬
grenzwerte« 2 <Math.> feste Größe,
nach der eine Folge reeller Zahlen im
Unendlichen hinstrebt
Grenz|wis|sen|schaft: die; - ; -en wis¬
senschaftliches Fach, das mindestens
an eine weitere Wissenschaft angrenzt
Grenz|zaun: der; -(e)s; -zäune Zaun,
der eine Grenze markiert
Grenz|zie|hung: die; -; - Festsetzung ei¬
ner Grenze
Grenz|zwi|schen|fall: der; -fe)s; -fälle
Störung im Grenzverkehr; Angele¬
genheit, die an der Grenze zwischen
zwei Staaten passiert
Grefchen|fra|ge: die; - ; - [geh.] Frage¬
stellung, bei der der Gefragte die
Wahrheit sagen sollte, wobei es meist
um eine Gewissensfrage geht
Gret|chen|fri|sur: die: ~ ; -en altmodi¬
sche Haartracht, bei der zwei längere
geflochtene Zöpfe zu einem Kranz ge¬
bunden werden
Greulel —» Gräu|el: der; -s; - a)
schreckliches Vorkommen, Erlebnis
»Sie konnte die Greuel des Krieges
nicht vergessen.« b) jmdm. ein Greuel
sein —» jmdm. ein Gräuel sein:
jmdm. absolut unangenehm sein; von
jmdm. als abscheulich, schrecklich
empfunden sein
Greu|eifmär|chen —> Gräulellmärl-
chen: das; -s; ~ phantastische Erzäh¬
lung, die schreckliche Taten, Ereig¬
nisse beschreibt (um jmdn. negativ
darzustellen)
Greu|el|pro|pa|gan|da —> Gr§u|el|pro|-
pa|gan|da: die; - ; - politische Wer¬
bung, die von schrecklichen, absto¬
ßenden Beispielen berichtet, um
jmdn. negativ darzustellen
Greulelltat —» Gräutelltat: die; - ; -en
schreckliche, abstoßende, unmensch¬
liche, gewalttätige Handlung
nreullich —» gräullich: Adj. abscheu¬
lich; schrecklich; abstoßend; gewalt¬
tätig
Grey|hound: <engl.> /gre'haund/ der; -
u. -s; -s 1 <Zoob englische Windhun¬
drasse, die aufgrund ihrer Schnellig¬
keit vorzugsweise für Windhundren¬
nen gezüchtet wird 2 amerikanische
Buslinie für Überlandfahrten
grfl.: Abk. großflächig
Griejbenjfett: das; -(e)s; -e Rückstand
beim Auslassen von Fett
Grie)ben|schmalz: der; -es; - Schmalz
mit Grieben, den Rückständen der
Flomen bei der Schmalzgewinnung
griech.: Abk. griechisch
Grje[chen|land: o. Art.; -s; - Staat, Re¬
publik im Südosten Europas mit der
Hauptstadt Athen
grie|nen: grienst; grientest; hast gegrient
[ugs.j unverschämt, mit Schadenfreu¬
de grinsen, lächeln
Gries|gram: der; -(e)s; -e mürrischer
Mensch
gries|grä|mig: Adj. im Verhalten, Um¬
gang mit anderen Menschen mür¬
risch; grantig
Grieß: der; -es; -e körnig gemahlenes
Getreide
Grjeß|brei: der; -(e)s; - dickflüssiger
Brei aus Grieß, der in Milch gekocht
wurde
Grje|8ig: das; -s; - Kot von Bienen
Grießlkloß: der; -kloßes; -klöße Knödel
aus Grießteig
Grieß|sup|pe: die; - ; -n Suppe mit ge¬
mahlenen Weizenkörnem
Griff: der; -(e)s; -e 1 Henkel, Vorrich¬
tung an einem Gegenstand, an dem
man diesen anfassen, festhalten od.
hochheben kann »der Griff der Ta¬
sche; der Griff der Pfanne« 2 zufassen¬
de Handbewegung »Er hat einen fe¬
sten Griff.« 3 (mit jmdm., etw.) einen
guten, glücklichen Griff tun: [ugs.j
gut gewählt haben 4 a) etw. in den
Griff bekommen, kriegen: [ugs.] etw.
beherrschen; lernen, mit etw. umge¬
hen zu können b) etw. im Griff haben:
[ugs.] etw. gut können, beherrschen 5
einen Griff in die Kasse tun: [ugs.;
verhüll.] Geld (aus der Kasse) stehlen
gnffbe|reit: Adj. n. stg. schnell zu neh¬
men, fassen
Griffbrett: das; -(e)s; -er <Musik> Brett
an Musikinstrumenten, auf das die
Saiten mit den Fingern gedrückt wer¬
den
Griffel: der; -s; - 1 Stift, der mit aus¬
wischbarer Schrift auf einer Schiefer¬
tafel schreibt »Der Griffel ist
zerbrochen.« 2 <Bot.> die Narbe tra¬
gender Stiel in der Blüte 3 den Griffel
fallen lassen: mit der Arbeit aufhö¬
ren
Griffel|ka|sten —» Grif|fel|kas|ten: der;
-s; -kästen kleiner Kasten für Schreib¬
stifte, Griffel
Grjf|fel|spit|zer: der; -s; - Anspitzer für
Schreibstifte, Griffel
griffig: Adj. gut zu fassen; handlich;
praktisch; zweckmäßig
Griffiglkeit: die; - ; -en Handlichkeit;
Griffestigkeit; Zweckmäßigkeit
Griffloch: das; -(e)s; -Löcher Höhlung,
Aussparung in etw. zum Hineingrei¬
fen
grifflos: Adj. n. stg. 1 ohne Henkel,
Griff o. ä. 2 <Tumübung> ohne anzu¬
fassen
Griffon: </r.> der; -s; -s <Zool.> mittelgro¬
ßer Vorstehhund mit drahtigem,
grauem od. weißbraunem Fell, der zu
Jagd- u. Schutzzwecken eingesetzt
wird
Grjffschrift: die; ~ ; -en <Musik> Zahlen
od. Buchstaben, die die entsprechen¬
den Tasten eines Instrumentes (zum
Lernen) bezeichnen
Griffteclfnik: die; ~ ; -en <Sport> Art des
Fassens beim Ringen u. ä.
Griffwechsel: der; -s; - Griffände¬
rung; Änderung der Handstellung
beim Festhalten
Grill: (fr.-engl.> der; -s; -s 1 a) Gerät zum
Braten von Fleisch u. a. (mit einem
offenen Feuer) b) kurz für Grillrost =
Metallgitter, auf das das Grillgut ge¬
legt wird 2 kurz für Kühlergrill =
Metallrost, durch den Luft, Fahrt¬
wind in den Motorraum des Autos
gelangt
Gril|la|de: </r.> die; - ; -n Fleischstück,
das auf einer Rostbratvorrichtung ge¬
grillt wird
Grifle: die; - ; -n 1 <Zool.> kleines, auf
Wiesen lebendes Insekt, das hohe, zir¬
pende Geräusche erzeugt; Grashüp¬
fer; Heuschrecke »Man hörte viele
Grillen zirpen.« 2 [veralt.] schrullige
Idee »Sie hat Grillen im Kopf.«
griffen: grillst; grilltest; hast gegrillt
Fleisch o. ä. über dem (offenen) Feuer
zu bereiten, garen »Würstchen grillen«
Grii|len|fän|ge|rei: die; -; - düstere Stim¬
mung
gril|len|fän|ge|risch: Adj. komisch; selt¬
sam; eigenartig, Syn.: grillenhaft
grjl|len|haft: Adj. komisch; seltsam; ei¬
genartig, Syn.: grillenfängerisch
Gril|len|hafjtig|keit: die; - ; - Eigenart;
Wunderlichkeit
Grill|ge|rät: das; -(e)s; -e (elektrisch be¬
triebenes) Gerät zum Rösten, Grillen
von Speisen (Fleisch, Fisch, Gemüse
usw.)
Grill|ge|richt: das; -(e)s; -e Speise, die
auf dem Grillrost zubereitet worden
ist
Griljliglfceit: die; ~ ; - Eigenart; Wunder¬
lichkeit; Grillenhaftigkeit
Grilfplatz: der; -es; -platze (in einer öf¬
fentlichen Anlage) zum Grillen vorge¬
sehene Stelle
Griil|re|stau|rant —> Grill|res|tau|rant:
das; -s; -s Speiselokal, in dem Grillge¬
richte, auf dem Grill geröstete Speisen
zubereitet u. serviert werden
Grilljroom: <engl.> /grillrum/ der; -s; -s
Räumlichkeit in einem Hotel, in dem
Grillgerichte, auf dem Grill geröstete
Speisen zubereitet u. serviert werden;
Rostbratküche
473
Grimasse
Gri[mas|se: <fr.i die; - ; -n absichtlich
verzerrtes Gesicht »Er schneidet stän¬
dig Grimassen.«
Gri|mas|senfschnei[den der; -s; -
weibl. Gri|mas|sen|schnei|de|rin: die;
- ; -nen Person, die das Gesicht ver¬
zerrt, Fratzen macht
gri|mas|sie|ren: </r.> grintassierst; gri-
massiertest; hast grimassiert das Ge¬
sicht zur Fratze verzerren
Grimm: der; -s; - Zorn, den jmd. über
etw. verspürt
Grimm|darm: der; -(e)s; -därme <Anat.>
größter Dickdarmtei), der zwischen
Blinddarm u. Mastdarm verläuft
grimjmig: Adj. mit Groll erfüllt; un¬
freundlich »Er zog ein grimmiges Ge¬
sicht.«
Grim|mig|keit: die; - ; - Zorn, Wut
Grind: der; -(e)s; -e <Med.> [ugs.] schor¬
fige, entzündete, eiternde, dicke Blase
(im Gesicht, an Lippen od. Nase) (bei
einer Allergie)
Grind|wal: der; -(e)s;-e <Zool.> zur Gat¬
tung der Delphine gehöriger, ca. S bis
9 Meter langer, schwarzer Zahnwal
mit kugelförmigem Kopf
Grinlgo: <span.> der; -s; -s [abwert.] süd¬
amerikanische Bezeichnung für einen
Nichtromanen
grin|sen: grinst; grinstest; hast gegrinst
a) höhnisch lächeln b) ständig ohne
Anlaß stark lächeln
griplpal: Adj. n. slg. <Med.> fieberhaft;
von einer Grippe ausgelöst
Griplpe: </r.> die; - ; -n <Med.> (durch Vi¬
ren erzeugte) Krankheit, die mit Hu¬
sten, Schnupfen, Fieber, Kopf- u.
Gliederschmerz verbunden ist
Grip|pe|an|fall: der; -(e)s; -anfälle plötz¬
liches Auftreten von Symptomen ei¬
ner Grippe
Grip|pe|epi|de|mie —* Gripjpe|e|pi|dej-
mie: die; - ; -n großflächige Verbrei¬
tung der Grippe; Grippewelle
Grip|pe|vi|rus: der; - ; -viren Virus,
Krankheitserreger, das den Ausbruch
der Grippe auslöst
Grip|pe|wel|le: die; - ; -n großflächige
Verbreitung der Grippe; Grippeepi¬
demie
Grips: der; -es; -e (PL s.) [ugs.] Ver¬
stand; Auffassungsgabe
Grizzjlyjbär/Grisjly|bär —» Gris|li|bär.
/grisli-/ der; -en; -en großer, brauner,
nordamerikanischer Bär
grob: Adj. gröber; gröbste 1 nicht fein,
sondern von derber, rauher Beschaf¬
fenheit »grober Sand ♦ grobe Arbeit« 2
a) beschränkt auf das Wichtigste »Ich
erzähle es dir grob, damit du eine Ah¬
nunghast, worum es geht.« b) von gro¬
ßer Tragweite; schlimm »ein grober
Fehler« 3 <Charakter> ohne Feinge¬
fühl; derb; roh; nicht zart »Er hat sie
sehr grob beschimpft, angefaßt.« 4
schlimm »Das war ein grober Fehler.«
5 aus dem Gröbsten (he)raus sein:
[ugs.] eine schwierige Phase überwun¬
den haben 6 aufs gröbste —> aufs
Gröbste: <verst. bei negativen Ge¬
schehnissen» sehr; äußerst »Er hat
mich aufs gröbste beleidigt.« 7 aus
dem groben arbeiten —* aus dem
Groben arbeiten: eine Tätigkeit, Ar¬
beit (zunächst) oberflächlich verrich¬
ten
—* grob ge|mah|len: s. grobgemahlen
—> grob ge[spgn|nen: s. grobgespon¬
nen
Grob|blech: das; -(e)s; -e [fachsprl.]
Blech ab einer Dicke von 5 mm
Grob|ein|stet|lung: die; - ; -en «Elek-
trot.» (vorläufige) ungenaue Sender-
einstelfung bei einem Radio
Grob|fei|le: die; - ; -n Schruppfeile zur
groben Bearbeitung
grob|ge|mah[len —» grob ge|mah|len:
Adj. groberjgröber gemahlen; am
gröbsten gemahlen großkörnig, nicht
fein gemahlen
grob|ge|spon|nen —> grob ge|spgn|-
nen: Adj. groberjgröber gesponnen;
am gröbsten gesponnen stark, nicht
fein gesponnen
Grob|heit: die; ~ ; -en Unhöflichkeit;
Derbheit; Rauhheit
Grojbijan: der; -s; -e unhöfliche u. rauhe
(meist männliche) Person
grob|klot|zig: Adj. derb; rauh
grobjknojchig: Adj. stabile, ausladende
Knochen habend; nicht zierlich
grgb|kör|nig: Adj. großkömig; nicht
fein gemahlen
gröbjlich: Adj. a) [geh.] auf grobe Weise
»eine gröbliche Verletzung der
Privatsphäre« b) [veralt.] von grober
Beschaffenheit »gröbliches Material«
grpb|ma|schig: Adj. großschlingig; aus
groben, großen Maschen hergestellt
Grob|ma|schig|keit: die; - ; - «Gewebe»
das Aufweisen großer Schlingen
grob|schläch|tig: Adj. [abwert.] von
derber, ungelenker Gestalt
Grob|schläch[tig|keit: die; - ; -en Derb¬
heit; stabiler Körperbau
Grobschnitt: der; -(e)s; -e Tabak in
grobem, nur wenig zerkleinertem
Schnitt, Zustand
Grob|zeug: das; -(e)s; -1 wertlose Din¬
ge 2 Gesindel; verabscheuungswürdi¬
ge Personen
Grog: der; -s; -s heißes Getränk aus
Wasser (od. Tee) mit Rum »Nach
dem Spaziergang trank er einen
Grog.«
gro9|gy: <engl.> /grpggi/ Adj. n. stg. 1
«ursprünglich» von Grog betrunken
sein 2 «übertr.» a) «Sport; Boxen»
schwer angeschlagen b) [ugs.] sehr
müde; erschöpft
grö|len: grölst; gröltest; hast gegrölt
lauthals schreien, lärmen
Grö]le|r§i: die; - / -en [abwert.] Schreie¬
rei; Lärmerei
Groll: der; -(e)s; - (mehr innerlich, als
äußerlich festzustellender) Zorn, Är¬
ger
grol[len: grollst; grolltest; hast gegrollt 1
zürnen; verstimmt sein 2 donnern
Grön|land|fah|rer: der; -s; - a) Boot für
den Walfang b) Person, die Wale jagt
Grön|land|wa): der; -(e)s; -e bis zu 20 m
langer Glattwal im Nordatlantik u.
im Stillen Ozean
Gros; dat.-fr» /groj das; - /gro(ß)j; -
Igroßl Hauptteil
Gros: dal.-fr.-niederl» /groß/ das; -ses;
-se (meist o. Art. mit unbestimmter
Mengenangabe: 4 Gros) zwölf Dut¬
zend; eine Menge von zwölf mal
zwölf
Grp|schen: </at.» der; -s; - 1a)
«Deutschland» Zehnpfennigstück b)
«Österreich» ein Hundertstel eines
Schillings c) «hist.» Münze aus Silber
d) [scherzh.] Vermögen; Geld als Be¬
sitz 2 der Groschen fällt (bei jmdm.)
(pfennigweise): eine Person versteht
(langsam) etw. 3 a) nicht (ganz) bei
Groschen sein: [verah.] nicht normal
sein b) jmdm. fehlt ein Groschen an
der Mark: [veralt.] jmd. ist nicht nor¬
mal, sondern geistesgestört
Gro|schen|blatt: das; -(e)s; -blätter auf
Sensationen abzielende Tageszeitung
Gro|schen|grab: das; -(e)s; -gröber a)
Spielautomat; Parkuhr; Automat,
der durch Einwurf kleinerer Geldbe¬
träge in Münzform bedient wird b)
etw., woran Geld verschwendet wird
Grofschen|ro|man: der; -(e)s; -e wenig
anspruchsvolle Erzählung (Liebesge¬
schichten, Arztgeschichten, Horror¬
geschichten usw.), die in Heftform
angeboten wird u. früher einen Gro¬
schen kostetet
gro|schen|wei|se: Adj. n. stg. mit, in IO
Pfennigstücken
groß: Adj. größer; größte 1 nicht klein;
in der Länge hoch, weit »ein großer
Hund« 2 sehr stark »großen Hunger
haben« 3 wichtig, bedeutend in einem
Bereich »ein großer Wissenschaftler«
4 bereits erwachsen »Ich habe ein gro¬
ßes Kind.« S groß machen: [kin-
dersprl.] den Darm entleeren; koten 6
groß u. breit: [ugs.] nicht zu überse¬
hen »Hier steht es doch groß u. breit
geschrieben.« 7 großer Bahnhof:
[ugs.] aufwendiger, festlicher Emp¬
fang »Dem Politiker wurde ein großer
Bahnhof bereitet.« 8 groß u. klein —>
Groß u. Klein: alle; jeder »Das
schmeckt groß u. klein.« 9 der große
Teich: Atlantik »Er fuhr über den gro¬
ßen Teich nach Amerika.« 10 im gro¬
ßen (und) ganzen —> im Großen u.
GanzenTim großen Ganzen: im allge¬
meinen »Im großen u. ganzen sind wir
uns einig.« 11 das größte für jmdn.
—> das Größte für jmdn.: das, was
sich jmd. am meisten wünscht
—*■ 9r°ß an|ge|legt: s. großangelegt
—* groß gejmujstert: s. großgemustert
—> groß ge|wach|sen: s. großgewach¬
sen
—» groß ka|rtert: s. großkariert
—» groß schreiben: s. großschreiben
(3) *
Grpß|ab|neh|mer: der; -s; - «Wirt.»
Kunde, der große Mengen von Wa¬
ren kauft
Groß|ak|tio|när —» Grpß|ak|ti|o|när:
der; -(e)s; -e «Wirt.» Aktionär, der ei¬
nen erheblichen Teil der Aktien einer
AG besitzt
Groß|alarm —* Groß|a|lamrt: der; -(e)s;
-e Alarm, der innerhalb eines weit
ausgedehnten Bereichs ausgelöst wird
groß]an|ge|legt —> groß anjge|l«gt:
Adj. n. stg. in großer Weise angelegt
Großjanjgriff: der;-(e)s; -e «Milit.» mas¬
sive militärische Öffensive
Grgß|an|la|ge: die; - ; -n (technische)
Anlage größeren Ausmaßes
groß|arjtig: Adj. hervorragend; nicht zu
kritisieren »ein großartiges Ergebnis ♦
ein großartiger Mensch«
Grgßjaijtiglkeit: die; - : - Herrlichkeit;
Prächtigkeit; Erhabenheit
Groß|auf|nah|me: die; - ; -n a) «Photo¬
graphie» aus der Nähe aufgenomme¬
nes Bild, Foto b) «Film» Einstellung,
474
Großklima
bei der ein einzelnes Objekt (od. ein
Teil dessen) das ganze Bild auslullt
Groß(auf|trag: der; -(e)s; -aufträge
<Wirt.> geschäftlicher Vertragsab¬
schluß zwischen Kunde u. Lieferant
mit großem finanziellen Auftragsvo¬
lumen
Gro8|bank: die; - ; -en <Bankw.> großes
Finanzunternehmen mit vielen
Zweigstellen
Groß|bau|en der; -n; -n Landwirt mit ei¬
ner großen Menge an Nutztieren u./
od. (Acker-)Land
Grqß|bau|stel|le: die; - ; -n Baustelle
von großen Außmaßen
Groß|be|hä!|ter: der; -s; - Behältnis von
großen Außmaßen
Groß|be|trieb: der; -(e)s; -e gewerbli¬
cher Betrieb mit einer Anzahl von
mehr als 1000 Mitarbeitern u. land¬
wirtschaftliche Betriebe mit mehr als
100 ha Fläche
Groß|bild|ka|me[ra: die; - ; -s Photo¬
graphie) Großformatkamera; Kame¬
ra, die großformatige Negative liefert
groß|blät|tejrig: Adj. n. stg. große Blät¬
ter tragend
grqB|blu|mig: Adj. n. stg. mit großen
Blumen; großblütig
großfblüjtig: Adj. n. stg. mit großen Blü¬
ten; großblumig
Großjbourjgeoijsie: die; - ; - (meist
Marxismus) Großbürgertum; Gesell¬
schaftsschicht, die im Besitz der Pro¬
duktionsmittel ist
Großjbraitd: der; -(e)s; -brande Gro߬
feuer; Brand, Feuer großen Ausma¬
ßes
Gro8|buch|stajbe: der; -n; -n groß ge¬
schriebener Buchstabe, Syn.:
[fremdsprl.] Majuskel
Gro6|bür|gen der; -s; - Person, die der
Gesellschaftsschicht des gehobenen
Mittelstandes angehört
Groß|bürjgerjtum: das; -s; - <Soziob alle
Bürger, die der Gesellschaftsschicht
des gehobenen Mittelstandes angehö¬
ren
großjdeutsch: Adj. n. stg. <hist.> a) <19.
Jhd.) ein deutsches Reich unter Verei¬
nigung aller deutschen u. österreichi¬
schen Staaten anstrebend, betreffend
b) (Nationalsozialismus* die Unter¬
werfung, (Zwangs-)Vereinigung aller
Gebiete mit angesiedelten Deutschen
zu einem Reich unter deutscher Herr¬
schaft anstrebend, betreffend
Gröjße: die; ~ ; -n 1 a) Ausdehnung in
Höhe, Länge u. Breite »Die Größe der
Basilika beeindruckt den Besucher.« b)
(enthaltene) Anzahl c) genormtes
Maß bei Kleidungsstücken 2 Bedeut¬
samkeit einer Person, Sache; Ausmaß
»Die Größe des Schadens ist noch nicht
bekannt.« 3 Mensch, der (auf einem
Gebiet) besondere Leistungen bringt
Groß[ein[kauf: der;-(e)s; -einkäufe Ein¬
kauf großer Mengen an Waren
GrpB|ein|satz: der; -es; -einsätze Ein¬
satz, der vieler Spezialisten, Maschi¬
nen usw.bedarf
grgBjeljterjlieh: Adj. n. stg. Großmutter
u. Großvater betreffend
Grgß|el|tern: die (PL) Großvater u.
Großmutter; Eitern der Eltern
Grgß|en|kel: der; -s; - weibl. die; - ;
-nen Gro8|en|ke|lin: Kind eines En¬
kels
Grö|ßen|klasjse: die; - ; -n 1 (Astrono¬
mie) Helligkeit eines Sterns 2 (meist
Wirt.) Gewichtsklasse od. Klasse, die
Gegenstände, Dinge nach ihrem Aus¬
maß einstuft, einteilt
Grö|ßen|ord|ming: die; - -en be¬
stimmte Größe, Dimension von etw.
gro|ßenftejts: Adv. überwiegend
Grö|ßen|un|ter|schied: der; -(e)s; -e
Differenz, meßbare Verschiedenheit
zweier Größen
Grö|Ben|veijhält|nis: das; -ses; -se a)
Proportion, Verhältnis, Relation,
Ausmaß von zwei bis mehreren Per¬
sonen od. Dingen zueinander b) Pro¬
portion, Verhältnis, Relation, Aus¬
maß zwischen den (Einzelbestand-)
Teilen eines Gegenstandes
Gr§|ßen|wahn: der; -(e)s; - (Psycholo¬
gie) [ugs.; abwert.] krankhaft gestei¬
gerte Selbstüberschätzung, Sucht
nach Anerkennung
Grö|8en|wahn|sinn: der; -(e)s; - (Psy¬
chologie) [ugs.; abwert.] krankhaft
gesteigerte Selbstüberschätzung,
Sucht nach Anerkennung
grö|8en|wahn|sin|n<g: Adj. n. stg. [ab¬
wert.] in übertriebenem Maße gel¬
tungssüchtig
Groß[fahn|dung: die; - ; -en groß ange¬
legte polizeiliche Suche nach Flüchti¬
gen od. Verlorenen, Vermißten
Gro8jfa|mijlie: die; - ; -n <Soziob a)
(hist.) Familie mit Vertretern aus
mehreren Generationen, die eine Le¬
bensgemeinschaft führen b) Lebens¬
gemeinschaft mehrerer Kleinfamilien
Großjfeujer. das; -s; - großer Brand
groß|ftä|chig: Adj. eine große Fläche
aufweisend, betreffend
Groß|flug|zeug: das; -(e)s; -e Flugzeug
mit besonders viel Stauraum für Pas¬
sagiere od. Ladung; Großraumflug¬
zeug
Groß|fo|lio: das; -s; - ein Buchformat
Großjfoijmat: das; -(e)s; -e (genormte)
Form, Format mit großen Ausmaßen
groß|forjma|tig: Adj. n. stg. von Format
großen Ausmaßes
Großjfürst: der; -en; -en weibl. Groß|für[-
stin —» Groß|fürs|tin: die; - ; -nen
<hist.) 1 o. PT. a) Ehren- u. Herrscher¬
titel in Rußland b) finnischer, litaui¬
scher u. polnischer Herrschertitel 2
Person, die diesen Titel <1> trägt
Groß|ga|ra{ge: die; - ; -« großes Gebäu¬
de zum Parken von mehreren Kraft¬
fahrzeugen
groß|ge|mu|stert —» groß ge|mus[tert:
Adj. mit großflächiger Musterung .
Grpß|ge|rät: das; -(e)s; -e großer tech¬
nischer Apparat
grpß|ge]wach|sen —» groß ge|wach|-
sen: Adj. (Lebewesen) groß
Gro8|grund|be|sitz: der; -es; - a) Eigen¬
tum von viel Land, Bodenfläche b) o.
PL alle Großgrundbesitzer
Gro8|grund]be|sit|zer. der; -s; - weibl.
Groß|grund|be|sitjze{rin: die; - ; -nen
Person, die ein großes Grundstück
od. mehrere große Grundstücke mit
viel Land, Bodenfläche von großer
Ausdehnung besitzt
Groß|han|del: der; -s: - (Wirt.) derjenige
Teil des Handels, der Waren zum
Weiterverkauf an den Einzelhandel
od. zur Weiterverarbeitung verkauft
Großjhanjdelslpreis: der; -es; -e (Wirt.)
Verkaufspreis, der im Großhandel
für eine Ware verlangt wird
Groß|han]dels|ver|band: der; -(e)s;
-verbände (Wirt.) Vereinigung der
Großhändler
Groß|händ|ler. der; -s; - weibl. Groß|-
händ|te|rin: die; - ; -nen <Wirt.> Gro߬
handelskaufmann, -kauflrau
Groß|hand|lung: die; ~ ; -en (Wirt.)
Großhandelsunternehmen
groß|her|zig: Adj. edelmütig; großzügig
Grpß|her|zig|keit: die; - ; - [geh.] Edel¬
mütigkeit
Groß|her|zog: der; -(e)s; -herzöge
weibl. Groß|her|zo|gin: die; - ; -nen a)
Titel, der in der Adelsgesellschaft zwi¬
schen König u. Herzog steht b) Per¬
son dieses Standes (a)
groß|her[zog|lich: Adj. n. stg. den Gro߬
herzog, das Großherzogtum betref¬
fend, ihnen zuzuordnen
Groß|her|zog|tum: das; -s; -Herzogtümer
a) Besitztum, Amtsbezirk eines Gro߬
herzogs b) (Pol.) Staatsform mit ei¬
nem Großherzog an der Spitze
Groß|hirn: das; -(e)s; -e <Anat.> die zwei
Halbkugeln des Gehirns
Groß|hirn|rin|de: die; - ; -n <Anat.> das
Großhirn umhüllende Haut, Rinde,
die eine große Menge von Nervenzel¬
len aufweist
Groß|in|du|strie —» Grpß|in|du|s|t|rie:
die; - ; -n a) Bereich von Industrieun¬
ternehmen, die in großem Maße Er¬
zeugnisse produzieren b) o. PL alle
großen Industrieunternehmen (a)
Groß|in|dujstn]el|le —* Groß|in|dus|t|-
rijei|le: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Großindustrieller:
eine Großindustrielle; zwei Großindu¬
strielle) Person, die ein od. mehrere
große Unternehmen besitzt, die in
großem Maße Erzeugnisse produzie¬
ren
Groß|in|qt>i|si|tor: der; -s; -en (hist.; Reli¬
gion) höchster Richter, Vorsitzender
der Reconquista Spaniens, der spani¬
schen Inquisition
Grosjsist: <fr.> der; -en; -en weibl. Gros|-
si|stin —» Gros|sis|tin: die; ~ ; -nen
(Wirt.) Großhändter(in)
groß]jäh(rig: Adj. n. stg. [veralt.] das ge¬
setzliche Volljährigkeitsalter erreicht,
überschritten habend
Groß|jäh|rig|keit: die; - ; - [veralt.] Voll¬
jährigkeit
groß|ka|li|brig —» grgß|ka|ii|b]rig: Adj.
(Waffe; Geschoß) mit großem Durch¬
messer
Großtkampf|tag: der; -fe)s; -e 1 <Milit.>
Tag, an dem heftige Kämpfe stattfln-
den 2 dibertr.) [ugs.] Tag mit viel Ar¬
beit
groß|ka|riert —» groß kajriert: Adj. n.
stg. 1 mit großem kariertem Muster 2
sich großspurig verhaltend
Groß|kat|ze: die; - ; -n <Zool.> Raubkat¬
ze wie Löwe, Gepard usw.
Groß|kauf]mann: der; -(e)s; -kaufmän¬
ner u. -kaufleute weibl. Groß|kauf|-
frau: die; -; -en GroßhändIer(in)
Groß|kind: das; -(e)s; -er Enkel(kind);
Nachkomme von Sohn od. Tochter
Groß|kli|ma: das; -s; -s u. -klimate Witte¬
rungsverhältnisse über einem großen
Gebiet
475
Großknecht
Grgß|knecht: der; -(ejs; -e [veralt.] den
anderen , Knechten vorstehender
Knechteines Bauernhofes
gro8|köp|fig: Adj. einen großen Kopf
habend
gro8|kot|zig: Adj. [abwert.J arrogant;
angeberisch
GroB|kot|zig|keit: die; - ; - [abwert.) Ar¬
roganz
GroB|kre|dit: der; -(e)s; -e <Bankw.>
große, von einem Kreditinstitut ver¬
liehene Geldsumme
Groß|kreuz: das; -es; -e höchste Klasse
vieler Orden
Grpß|külche: die; - ; -n Küche, in der
große Mengen an Essen gekocht wer¬
den; Kantinen- od. Restaurantküche
Groß|kun|de: der; -n; -n Kunde, der gro¬
ße Warentflengen kauft
Groß|kund|gejbung: die; - ; -en öffentli¬
che Bekanntmachung, die von einer
großen Menschenmenge abgegeben
wird
Groß|macht: die; -; -machte <Pob Staat
mit hohem militärischen u. wirt¬
schaftlichen Einfluß
groß|mäch(tig: Adj. n. stg. von großem
Einfluß
Grgß|macht|po[li|tik: die; - ; -en (PI. s.)
Ausübung seines überragenden Ein¬
flusses auf die Weltpolitik aufgrund
der wirtschaftlichen u. militärischen
Machtmittel eines Staates
Groß|ma|ma: die; - ; -s <Koseform>
Großmutter
Gro8|manns|sucht: die; - ; - [abwert.]
übersteigertes Verlangen nach Gel¬
tung, Ansehen, Anerkennung
groß|manns|süch|tig: Adj. [abwert.] gel-
tungssücbtig
Grpßfrnarkt: der; -(e)s; -markte a)
(Gruppe von) Großhandelsunterneh¬
men, die/das große Mengen von Arti¬
keln an Einzelhändler weitervertreibt
b) gemeinsamer Sitz, Verkaufsplatz
eines Großmarktes (a)
groß|ma|schig: Adj. a) weitmaschig; aus
grobem Gewebe b) <übertr.> <Kontrol¬
le> nicht sehr intensiv, detailliert o. ä.
groß|maß|stä|big: Adj. n. stg. [selten]
mit einem größeren Maßstab; gro߬
maßstäblich
groß|maB|stäb|lich: Adj. n. stg. mit ei¬
nem größeren Maßstab
GrgB|mau1: das; -(e)s; -mäuler (ugs.;
abwert.] Prahler(in); Schwätzer(in);
Angeber(in)
grpß|mäu(lig: Adj. (ugs.; abwert.] ange¬
berisch
Gro6|mäu|iig|keit: die; - ; - [ugs.; ab¬
wert.] Angeberei
grgß(mehr|heit|lich: Adj. n. stg. vom
größten Teil einer Gruppe beschlos¬
sen
GroB|mo|gul: der; -s; -e <hist.> a) ehema¬
liger indischer Herrschertitel b) Trä¬
ger dieses Titels (a)
Grp8|mut: der; -; - Edelmut
groB|mü|tig: Adj. edelmütig
Groß|mut|ter: die; - ; -mutier männl.
Groß|vafter: der; -s; -väter 1 Mutter/
Vater des Vaters bzw. der Mutter 2
das kannst du deiner GroBmutter
erzählen: ich schenke dem keinen
Glauben
Groß|mut|ter)blatt: das; -(e)s; -blätter
[ugs.] gutes Blatt beim Skatspielen
groß|müt|ter|lich: Adj. n. stg. sich auf
die Großmutter beziehend, ihr zuzu¬
ordnen
Groß|nef)fe: der; -n; -n weibl. Groß)-
nichfte: die; - ; -n Sohn bzw. Tochter
eines Neffen, einer Nichte
Groß|nich|te: die; - ; -n männl. Groß|-
nef|fe: der; -n; -n: Tochter bzw. Sohn
eines Neffen, einer Nichte
Großlokjtav: das; -s; - <Buchw.; Typo-
graphio Buchformat, Abk.: Gr. - 8°
Groß|on|kel: der; -s; - weibl. Groß|tan|-
te: die; - ; -« Bruder bzw. Schwester
eines Großeltern teils
Gro8[packung (Groß|pak|kung —»
Groß|pafckung): die; - ; -en Behältnis
aus Pappe, Kunststoff o. ä., in dem
mehrere (Einzel-)Artikel derselben
Ware zusammen zum Verkauf ange¬
boten werden;Packung mit großem
Volumen, viel Inhalt
GroB|pa|pa: der; -s; -s <Koseform> Vater
des Vaters, Syn.: Opa
groß)po]rig: Adj. große Poren habend
Groß|putz: der; -es; - [landsch.] Gro߬
reinemachen
Großjrat: der; -(e)s; -rate weibl. GroßJ-
rä|tin: die; - ; -nen <Pol.> [Schweiz.]
Mitglied eines Kantonparlaments
GroB|raum: der; -(ejs; -räume 1 weite¬
re^) Umgebung einer, Kreis um eine
Stadt »im Großraum Münster« 2 kurz
für Großraumbüro = Amtszimmer
mit mehreren Angestellten
Grpß|raum|bü[ro: das; -s; -s Amtszim¬
mer mit mehreren Angestellten
Groß|raum|flug[zeug: das; -(ejs; -e
Flugzeug mit besonders viel Stau¬
raum für Passagiere od. Ladung;
Großflugzeug
gro8[räu(mig: Adj. 1 eine große Fläche
betreffend, aufweisend 2 a) viel Platz
bietend b) raumgreifend
Gro8|räu|mig|kelt: die; - ; - großes Vo¬
lumen; Vorhandensein von viel Platz
Groß|rech|ner: der; -s; - <EDV> Server
eines Unternehmens; Hauptrechner,
-Computer mit hoher Kapazität
Grpß|rei|ne]tna|chen: das; -s; - Gro߬
putz
Grpß|satz: der; -es; -sätze <Sprachwiss.>
Satz, der aus mehreren Teilsätzen zu¬
sammengefügt ist; Satzperiode
Groß|schiffahrtslweg (GroB|schiff|-
fahrts|weg) —> immer mit fff Großj-
schifftfahrtsjweg: der; -(e)s; -e See¬
weg für große Schiffe
GroB|schnau|ze: die; - ; -n [ugs.; meist
abwert.] vorlaute Person
groß|schrei|ben: schreibst groß; schrie-
b(e)st groß; hast großgeschreiben 1
von besonderer Bedeutung, Wichtig¬
keit sein 2 mit großem (Anfangs-)
Buchstaben schreiben 3 —> groß
schreiben —>hast groß geschrie¬
ben*— mit ausladender Handschrift
schreiben »Schreib’ gr'öjkr, dam ist
die Postkarte schneller voll!« 4 gro߬
geschrieben werden: [ugs.] 1. von be¬
sonderer Bedeutung, Wichtigkeit sein
2. selten sein, nur in geringem Maße
zur Verfügung stehen
GroBjschreijbung: die; - ; - Verfahren,
ein Wort, einige Wörter mit einem
großen Anfangsbuchstaben zu schrei¬
ben
Groß]se|gel: das; -s; - Segel, das sich
am Großmast befindet
Groß]sen|der: der; -s; - <Funkw.> Sen¬
der mit 100 kW übersteigender Sen¬
deleistung
Großjspre|cher. der; -s; - Prahler; An¬
geber
Groß|spre|che|rei: die; - ; -en Prahlerei;
Angeberei
groß|spre|che|risch: Adj. angeberisch;
prahlerisch
groß]spu|rig: Adj. [ugs.] angeberisch;
prahlerisch
Groß|spu|rig|keit: die; - ; -en Angeberei;
Prahlerei
Groß[stadt: die; - ; -Städte Stadt mit
mehr als 100000 Einwohnern »Die
Großstädte haben mit erheblichen Ver¬
kehrsproblemen zu kämpfen.«
GrpS|städ|ten der; -s; - weibl. Großj-
städ|te|rin: die; - ; -nen Person, die in
einer Großstadt lebt
gro8|städ|trsch: Adj. auf die Großstadt
bezogen; die Großstadt betreffend
GroB|stadt|kind: das; -(ejs; -er t Kind,
das in einer Großstadt lebt 2 Person,
die lange Zeit, vom Kindesalter an in
der Großstadt lebte u. dadurch eine
besondere Vorliebe für das Gro߬
stadtleben entwickelt hat
Großjstadtjluft: die; - ; - [ugs.] Flair ei¬
ner Großstadt; Geistesleben einer
Großstadt
Grp6]stadt|mensch: der; -en; -en 1 Per¬
son, die in einer Großstadt lebt 2 Per¬
son, die lange Zeit, vom Kindesalter
an in der Großstadt lebte'u. dadurch
eine besondere Vorliebe für das
Großstadtleben entwickelt hat
Groß|stadt|ver|kehr. der;-(ejs; - (meist
hohes) Kraftfahrzeugaufkommen in
einer Großstadt
Groß|tan|te: die; • ; -n männl. Groß|on|-
kel: der; -s; - Schwester bzw. Bruder
eines Gro ßelternteils
Großjtafc die; - ; -en [auch iron.] Hel¬
dentat; überdurchschnittliche Lei¬
stung
Großjteil: der; -(ejs; -e der überwiegen¬
de Teil von etw.
grö8|ten|teils: Adv. überwiegend;
hauptsächlich; in weiten Teilen
GröBtjmaß: das; -es; - zu erreichendes
Höchstmaß
grö8t|mög|lich: Adj. n. stg. höchstmög¬
lich
Groß|tue|rei —> Groß|tu|e|rek die; - ; -
[abwert.} Angeberei
grpß|tue|risch —» groß]tu|e|rischc Adj.
angeberisch
groß|tun: tust groß; tatest groß; hast
großgetan angeben
Grpß]un|terjneh|men: das; -s; - Kon¬
zern mit mindestens 5000 Mitarbei¬
tern
Großjva|ter: der; -s; -väter weibl. Groß|-
mutjter: die; - ; -mutter Vater/Mutter
des Vaters bzw. der Mutter
groß]vä|ter]lich: Adj. wie ein Großvater
Grofl|ver|an]stal|tung: die; - ; -en Ver¬
anstaltung, an der viele Personen teil¬
nehmen
Grpß|ver]brau|cher aucherder; -s; -
Person, Institution o. ä., die hohe
Warenmengen verbraucht, abnimmt
Groß|ver|die|ner: der; -s; - weibl. Großj-
vetidie|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
überdurchschnittlich viel Geld ver¬
dient
476
Grundausbildung
Groß|vieh: das; -s; - große Nutztiere;
alle Rinder, Schweine, Ziegen, Schare
u. Pferde, die für landwirtschaftliche
Zwecke genutzt werden, Ant.: Klein¬
vieh
GroB|we|sir. der; -s; -e Titel des ober¬
sten Staatsbeamten in muslimischen
Ländern des osmanischen Reiches, in
der Türkei 1922 durch die National¬
versammlung abgeschafft
Groß|wet|terjla|ge: die; - ; -n länger an¬
haltende Wetterlage über einem gro¬
ßen Gebiet
Großjwild: das; -(ejs; - a) alle großen, in
der Wildnis lebende Tiere b) alle in
tropischen Gebieten lebenden Raub¬
tiere
Großjwi(d[jagd: die; - ; -en Jagd auf gro¬
ße, in der Wildnis, in tropischen Ge¬
bieten lebende (Raub-)Tiere
groB|wüch[sig: Adj. von großer Statur,
hohem Wuchs
grp8|zie|hen: ziehst groß; zog(e)st groß;
hast großgezogen einen Menschen od.
ein Tier bis zur Selbstständigkeit er¬
ziehen, heranziehen
groBjzüjgig: Adj. a) gerne u. viel ande¬
ren gebend, schenkend »ein großzügi¬
ges Geschenk« b) Fähigkeit, Fehler o.
ä. bei den anderen zu übersehen,
Ant.: <a> geizig; <b> kleinlich
Groß|zü|gig|keit: die; -; -en Spendabili-
tät; Freigebigkeit
grojtask: <ii-fr.> Adj. grotesker; groles-
keste a) absonderlich; verzerrt b)
phantastisch; lächerlich; absurd »eine
groteske Idee«
Grojtesjke: <it.-fr.> die; - ; -n 1 Merk¬
würdigkeit; Seltsamkeit; Absurdheit;
Absonderlichkeit 2 (Kunstwiss.; Lite-
raturwiss.» Stilelement, das scheinbar
nicht zu vereinbarende Elemente des
Abartigen, Absurden u. des Lächerli¬
chen, Komischen in der Darstellung
einer entfremdeten Welt zusammen¬
führt 3 <Kunst; hist.> (im 15. Jh. erst¬
mals ausgegrabene) Form der oma-
mentreichen Wandmalerei der Anti¬
ke, Renaissance 4 wunderlicher, ab¬
surder Tanz, der Dargestelltes über¬
zeichnet, verstellt, ironisiert
gro|tes|ker|wei|se: Adv. merkwürdiger¬
weise; absurderweise
Gro|tesk|film: der; -(ejs; -e seltsamer,
absurder Film
Gro|tesk|schfift: die; - ; -en (Druckw.»
Schriftgattung, Antiquablockschrift
mit gleichmäßig starker Linienfüh¬
rung der Buchstaben
Gro|tesk|tanz: der; -es; -tanze wunderli¬
cher, absurder Tanz, der Dargestell¬
tes überzeichnet, verstellt, ironisiert
Grot|te: <gr.-lat.-it.> die; - ; -n Höhle von
geringer Tiefe
Qroulpie: <engl.> /grgpi/ das; -s; -s 1 jun¬
ge Bewunderin einer Beatgruppe od.
eines Stars, die immer wieder ver¬
sucht, mit dieser bzw. diesem in Kon¬
takt zu kommen 2 der Subkultur zu¬
gehöriges Mädchen
Grp.: Abk. Gruppe
Gru.: Abk. Gruppe
Grüb|chen: das; -s; - kleine, rundliche
Vertiefungen in Wange, Kinn od. El¬
lenbogen
Gry|be: die; - „■ -n 1 künstliche Vertie¬
fung in der Erde 2 <Bergbau> Schacht;
Schachtanlage 3 Wer andern eine
Grube gräbt, fällt selbst hinein: man
soll nicht versuchen, jmdn. absicht¬
lich hereinzulegen, zu täuschen, da
man häufig selbst den Schaden hat, es
einen selbst trifft
Grü(be|lei: die; - ; -en fortwährendes,
angestrengtes Nachdenken
grüjbeln: grübelst; grübeltest; hast ge-
grübelt ständig, dauernd u. lange über
etw. od. jmdn. nachdenken ȟber ein
Verhalten, Problem grübeln«
Gru|ben|ar|bei|ter: der; -s; - Mann, der
in einem Bergwerk, auf einer Zeche
unter Tage arbeitet, um Bodenschät¬
ze abzubauen, Syn.: Bergmann
Gru|ben|aus|bau: der; -(e)s; - <Bergbau>
Absicherung des Geländes bei Erwei¬
terung od. Neubau eines Stollens
Grii)ben|bahn: die; - ; -en <Bergbau> auf
einem Bergwerksgelände zum Weiter¬
transport des abgebauten Materials
verwendetes Schienenfahrzeug, Syn.:
Lore
Gru|ben|bau: der; -(ejs; -e <Bergbau> zu
einem bestimmten Zweck ausgehobe¬
ner unterirdischer Schacht, Stollen o.
ä. in einer Bergwerksanlage
Gru|ben|brand: der; -(ejs; -brande
(Bergbau» Brand in einem Kohlen¬
bergwerk, meist durch selbstentzünd¬
liche Kohle, Entwicklung von Gru¬
bengas
Gru|ben[feld: das; -(ejs; -er (Bergbau»
abgestecktes Gebiet, das zur Förde¬
rung von Bodenschätzen genutzt wer¬
den darf
Grujbenfgas: das; -es; -e (Bergbau» Me¬
thangas; sich bei dem Abbau von
Steinkohle bildendes, unsichtbares u.
geruchsneutrales Gas, das leicht ex¬
plosiv ist u. daher Grubenbrände,
Schlagwetterexplosionen auslösen,
verursachen kann
Gfu[ben|holz: das; -es; -höher (Bergbau»
Abstützholz für Stollen
Gru|ben|tam|pe: die; - ; -n (Bergbau»
transportable Sicherheitslampe der
Bergleute, deren Flamme die Kon¬
zentration des Methangases unter Ta¬
ge anzeigt u. die bei zu geringem Sau-
erstoffgehait der Luft verlischt, Syn.:
Wetterlampe; Grubenlicht
Gru|ben|licht: das; -(ejs; -er (Bergbau»
transportable Sicherheitslampe der
Bergleute, deren Flamme die Kon¬
zentration des Methangases unter Ta¬
ge anzeigt u. die bei zu geringem Sau¬
erstoffgehalt der Luft verlischt, Syn.:
Wetterlampe; Grubenlampe
Gru|ben|unjglück: das; -(ejs; -e (Berg¬
bau» Unglücksfall, Katastrophenfall
in einem Bergwerk, häufig durch Ein¬
sturz von Stollen, in denen Bergleute
von Geröll, Erdreich eingeschlossen
werden
Gru(ben(wehr: die; - ; -en (Bergbau»
Rettungseinheit im Bergbauwesen
Grüb|len der; -s; - weibl. Grüb|le|rin:
die; * ; -nen Denker; Person, die fort¬
während u. angestrengt nachdenkt,
sich über vieles Gedanken, Sorgen
macht
grub|le|risch: Adj. fortwährend u. ange¬
strengt nachdenkend
Gruft: die; - ; Grüfte u. fugs.J Grüften
(gemauertes) größeres Grab
Gruffti: der; -s; -s (ugs.; jugendsprl.]1
Mensch hohen Alters (vom Stand¬
punkt des Jugendlichen aus) 2 Ange-
hörige(r) einer Ausprägung der Ju¬
gendkultur mit besonderer Vorliebe
für die schwarze Farbe
grum|meln: grummelst; grummeltest;
hast gegrummelt a) leise donnern, rol¬
len b) murmeln
Grum|met: das; -s; - Heu, das nicht vom
ersten Schnitt eines Jahres stammt
grün: Adj. 1 n. stg. wie die Farbe des
Grases, der Blätter »Die Blätter der
Bäume sind im Sommer grün.« 2 un¬
reif; noch nicht eßbar »grünes Obst« 3
keine bzw. kaum Erfahrung besitzend
»ein grüner Junge« 4 Umweltschutz
ausdrückend »die grüne Partei« 5
grüne Welle: die Verkehrsampeln
sind so geschaltet, daß für die Auto¬
fahrer immer grün ist 6 grüne Minna:
[ugs.] Polizeiauto 7 dasselbe in Grün:
[ugs.] fast dasselbe 8 jmdrrr. nicht
grün sein: [ugs.] jmdn. nicht leiden
können -
Grün|al|ge: die; ~ ; -n (m. PI.) grün ge¬
färbte, meist einzellige Algenart, die
meist als Plankton in Süß-, Brack-
od. Salzgewässern auftritt
Grün|an|lajge: die; - ; -n öffentlich ange¬
legte Grünfläche; großer Park
giün|äu|gig: Adj. n. stg. Augen mit einer
grünen Iris, grüne Augenfarbe ha¬
bend
grün|blind: Adj. n. stg. kein Grün se¬
hend, von anderen Farben unter¬
scheiden könnend
Grün|blind|heit die; - ; - (erbliche, vor¬
wiegend bei Männern auftretende)
Beeinträchtigung des Sehvermögens,
bei der die Fähigkeit, grüne Farbtöne
zu erkennen, von anderen Farben un¬
terscheiden zu können, nicht vorhan¬
den ist
Grund: der; -(ejs; Gründe 1 o. PI. a)
Stück Land b) Boden von etw., oft ei¬
nes Gewässers »der Grund des Sees ♦
der Grund des Topfes c) kurz für Hin¬
ter-, Untergrund = etw., was für etw.
die Grundlage bildet »Der Grund des
Stoffes ist blau. u. darauf sind Vierek-
kc gedruckt.« 2 Ursache, Motiv für
etw. »Ich habe meine Gründe für diese
Entscheidung.« 3 Grund u. Boden:
Land, Grundbesitz 4 auf Grund/
aufgrund: aus Anlaß; wegen 5 im
Grunde (genommen): eigentlich »Im
Grunde genommen haben Sie recht.« 6
einer Sache auf den Grund gehen,
kommen: den Grund, die Ursache
herausfmden 7 von Grund auf, aus:
völlig; total 8 in Grund u. Boden: a)
bis zur völligen Vernichtung b) total;
völlig; sehr
Grund*: Wortbildungselement; meist be¬
tont drückt aus, daß das im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte die Grundla¬
ge, Grundvoraussetzung einer Hand¬
lung, eines Vorgangs ist »Grundkapi¬
tal«
Grund|ak|kord: der; -(ejs; -e (Musik»
Akkord der ersten, vierten u. fünften
Stufe
grund|an|stän|dig: Adj. sehr ehrlich
Grund|an|strich: der; -(ejs; -e eine Flä¬
che vor Verwitterung schützender
Erstanstrich
Grundjaus|bil|dung: die; - ; -en (PI. s.)
(Milit.» Ausbildung des Soldaten zu
Beginn des Wehrdienstes
477
Grundausstattung
Grund|aus|stat|tung: die; - ; -en Basis¬
ausrüstung, Ausrüstung mit den al-
lemotwendigsten Dingen füretw.
Grund|baß —> Gryndfbass: der; -bas¬
ses; -hasse <Musik> 1 tiefste Töne, die
ein musikalisches Werk durchziehen
u. die dessen Harmonie bestimmen 2
Basisbaß
Grundjbaujstein: der;-(e)s; -e Basisele¬
ment
Grund|be|deu|tung: die; - ; -en a)
Hauptbedeutung b) im Unterschied
zu übertragenen, methaphorischen,
figurativen Bedeutungen die Bedeu¬
tung eines Wortes, die es ursprünglich
hat
Grund|be|din|gung: die; - ; -en Mindest¬
voraussetzung
Grund|be|dürf|nis: das; -ses; -se Min¬
destmaß von Notwendigkeiten auch
bei den einfachsten Lebensverhältnis¬
sen
Grund|be]griff: der; -(e)s; -e 1 Basisbe¬
griff 2 Grundvoraussetzung
Giund|be|sitz: der; -es; - Besitz von
Grund u. Boden; Grundeigentum
Grund|bejsit|zer: der; -s; - weibl.
Grund|be|sit|ze|rin: die; - ; -nen Ei¬
gentümerin) von Grund u. Boden
Grynd|bin|dung: die; - ; -en (Weberei)
Originalgrundlage als Basis für nach¬
folgende Bindungen
Grund|bir|ne: die; - ; -n [landsch.] Kar¬
toffel; Erdapfel
Grund|buch: das; -(e)s; -bücher amtli¬
ches Verzeichnis der in einer Stadt, ei¬
nem Gebiet eingeteilten Grundstük-
ke, Häuser u. ihrer Eigentümer
Grund|buch|amt: das; -(e)s; -ämter ge¬
richtliche Behörde, die für Grundbu¬
cheintragungen zuständig ist
Grund|buch|einltra|gung: die; - ; -en
Aufzeichnung aller Gegebenheiten,
die die Rechtsverhältnisse an Grund¬
stücken betreffen
grund|ehr|lich: Adj. ohne Falschheit;
immer die Wahrheit sprechend
Gnind|ei|gen|tum: das; -s; - Besitz von
Grund u. Boden; Grundbesitz
Grund|ei|gen|tü|mer der; -s; - weibl.
Grund(ei|gen|tä|me|rm: die; - ; -nen
Eigentümer, Besitzer von Grund u.
Boden
Gnjnd|einjheit: die; - ; -en 1 (Physik)
grundlegende Meßeinheit eines Ska¬
lierungssystems 2 Basiseinheit
Grund|eis: das; -es; - Eis, das an der
Flußsohle von Binnengewässern ge¬
bildet wird u. durch den Auftrieb an
die Oberfläche gelangt
grün|deln: gründelt; gründelte; hat
gegründelt <Tier> Nahrung auf dem
Grund, Boden von flachen Gewäs¬
sern suchen
griin(den: gründest; gründetest; hast ge¬
gründet 1 etw. beginnen »eine Familie,
ein Geschäft gründen« 2 sich auf etw.
od. jmdn. stützen, beziehen
Grün|der: der; -s; - weibl. Grünjdejrm:
die; - ; -nen Person, die etw., eine Or¬
ganisation, einen Verein o. ä. entste¬
hen läßt, gründet
Grünjder|vajter: der; -s; -väter Grün¬
dungsmitglied
Grund|er|werb: der; -(ejs; -e Kauf von
Grund u. Boden
Grund|eii«vert>|steu|er: die; - .; -n Steu¬
er, die nach dem Erwerb eines Grund¬
stückes entrichtet werden muß
Grttnjdeijzait: die; -; -en Jahre zwischen
1871 u. 1873, in denen aufgrund der
plötzlichen Geldvermehrung durch
die französische Kriegsentschädigung
in Deutschland zahlreiche Unterneh¬
mungen, meist Aktiengesellschaften,
gegründet wurden
grundfalsch: Adj. n. stg. vollkommen
falsch
Grundfarbe: die; - ; -n 1 (Malerei;
Druckw.) eine der drei Farben rot,
gelb od. blau, aus denen man alle
übrigen Farbschattierungen mischen
kann 2 erster Farbanstrich als Unter¬
grund für Oberflächenfarben
Grundfehler: der; -s; - Hauptfehler
Gründ|fra|ge: die; - ; -n fundamentale,
prinzipielle Frage
Grundfrei|hei|ten: die (PL) (Rechtsw.;
Pol.) Grundrechte
Grundfunkfr|on: die; - ; -en Haupt¬
zweck, -funktion
Grund|ge|bühr: die; - ; -en zu zahlender
Mindestbetrag für die Bereitstellung
von (öffentlichen) Einrichtungen
Grund|ge|dan|ke: der; -n; -n zugrunde¬
liegender Gedanke als Voraussetzung
für eine Idee o. ä.
Grund|ge|halt: das;-(e)s; -geholter mo¬
natlich gezahltes Mindestgehalt, das
durch Zulagen o. ä. ergänzt werden
kann
grund|ge|scheit: Adj. n. stg. intelligent;
sehr schlau
Grund|ge|setz: das; -es; -e 1 Naturge¬
setz; (naturwissenschaftliche) Gesetz¬
mäßigkeit 2 o. PI. Verfassung der
BRD
Grund|grö|Qe: die; - ; -n (Math.; Physik)
Basisgröße, der alle anderen Größen
untergeordnet sind
Grund|haljtung: die; ~ ; -en Grundein¬
stellung, auf deren Basis alle übrigen
Einstellungen u. Handlungsweisen ei¬
nes Menschen entstehen
Grund|hern der; -en; -en weibl. [seltenJ
Grund|her|rin: die; - ; -nen Eigen¬
tümerin) von Grund u. Boden in der
Grundherrschaftsform im Mittelalter
Grund|henjschaft: die; - ; -en (hist.) bis
ins 19. Jhd. in Deutschland übliche
Gutsherrschaft von Großgrundbesit¬
zern
Grun|dierfar(be: die; - ; -n Farbe für
den ersten Farbanstrich
Grund|ka|pijtal: das; -s; -ien (Wirt.)
Nennkapital einer Aktiengesellschaft
Grund|kennt|nis: die; - ; -se Basiswis¬
sen, grundlegende Kenntnisse von
etw.
Grund|konjzep|ti|on: die; - / -en Basis¬
entwurf
Grund|ko|sten —> Grund|kosfen: die
(PI.) Basiskosten, minimaler Kosten¬
aufwand für etw.
Grundjkurs: der; -es; -e Unterricht für
Anlanger zur Vermittlung von Basis¬
wissen in einem Bereich
Grund|ta|ge: die; - ; -n Fundament;
Ausgangspunkt für etw. » Viele Schü¬
ler schaffen das Abitur, ohne die
Grundlagen des Stoffes überhaupt zu
beherrschen.«
Grund|la|genfor)schung: die; - ; -en
Basisforschung
Grund|la|sten —> Grund|lasfen: die
(PI.) 1 finanzielle Belastungen bei
Besitz von Grund u. Boden 2 (hist.)
alle dem Grundherrn zustehenden
Zwangsabgaben u. von seiner Bau¬
ernschaft abzuleistende Dienste
grund|le|gend: Adj. a) entscheidend b)
<verst.) völlig »grundlegende Neue¬
rung«
gründflich; Adj. 1 sehr genau; mit gro¬
ßer Sorgfalt »gründlich arbeiten« 2
(verst.) sehr »Das Examen ist gründ¬
lich daneben gegangen.«
Gründ(lich|keit: die; - ; - Genauigkeit;
Sorgfältigkeit; Gewissenhaftigkeit
Grund|li|nie: die; - ; -n 1 (Sport) hinter¬
ste Spielfeldbegrenzung 2 (Math.) bei
einer Geometriefigur die unterste Ge¬
rade
Grund|li|ni|en|spiel: das; -(e)s; -e
(Sport) von der Grundlinie ausgehen¬
des, betriebenes Spiel
Grund|lohn: der; -(e)s; -löhne monat¬
lich gezahlter Mindestlohn, der durch
Zulagen o. ä. ergänzt werden kann
grundlos: Adj. n. stg. ohne Motiv
Grund|lo|sig|keit: die; - ; - Zustand, in
1 dem ohne Beweggrund gehandelt
wird
Grund|mau|er: die; - ; -n Fundament ei¬
nes Gebäudes
Grund|mo|rä|ne: die; - ; -n (Geologie)
Gletscherablagerung am Grunde ei¬
nes Gletschers
Grund|mu|ster —* Grund|mus|ter.- das;
-s; - 1 (Psychologie) Verhaltensab¬
lauf bei einer Person 2 Vorlage zur
Weiterverarbeitung
Grund|nah|rungs|mit|tel: das; -s; ~
Nahrung, die der Lebenserhaltung
dient
Grund|netz: das; -es; -e (Fischereiw.)
mit Gewichten beschwertes Fang¬
netz, das über den Meeresgrund gezo¬
gen wird
Grün|don|ners|tag: der;-(e )s; -e (christ¬
liche Religion) als Feiertag zelebrier¬
ter Donnerstag in der Karwoche,
Osterwoche zum Gedenken an das er¬
ste heilige Abendmahl
Grund|ord|nung: die; - ; -en Grundre¬
gel; Grundprinzip
Grundjpfand)recht: das; -(e)s; -e
(Rechtsw.) vertraglich festgelegtes
Recht zur Plandung unbeweglicher
Vermögenswerte (Grund, Boden u.
Gebäude) bei Zahlungsunfähigkeit
od. -unwilligkeit
Grund|pfei|ler: der; -s; - a) Strebe od.
Stütze als tragendes Element b)
(übertr.) wichtiges Element von etw.
Grund|prin|zip: das; -(e)s; -ien Grund¬
satz; Regel; Richtlinie
Grund|rech|nungs|art: die; ~ ; -en eine
der vier Rechenarten Addition (Zu¬
sammenrechnen), Subtraktion (Ab¬
ziehen), Multiplikation (Malnehmen)
u. Division (Teilen)
Grund|recht: das; ~(e)s; -e (Rechtsw.;
Pol.) Verfassungsbestimmung zur Si¬
cherung bestimmter grundlegender
Rechte jedes einzelnen Menschen in
einem Staat
Grund|re|gel: die; - ; -n wichtigste
Richtlinie; Grundsatz
Grund|ren|te: die; ~ ; -n 1 Bodenrente,
Einkommen aus dem Bodenbesitz 2
478
Grünfläch«
monatliche Mindestrente, die einer
Person im Rentenalter zusteht
GrundfriB —a- Grund|riss: der; -risses; -
risse (Archit.) gezeichneter Entwurf
eines Gebäudes o. ä.
Grundsatz: der; -es; -sätze für etw. zu-
grundegelegte(s) Prinzip, Richts¬
chnur; Regel
Gmnd|satz|de|battte: die; • ; -n <oft
Pol.) Aussprache in einer Versamm¬
lung über Prinzipien, das Zugrunde¬
liegende
Grund]satz|ent|schei|dung: die; - ; -en
maßgebendes Urteil; generelle Ent¬
scheidung
Grund|satz|er|klä|rung: die; - ; -en Ver¬
öffentlichung eines maßgebenden Ur¬
teils, einer generellen Entscheidung
grund|sätz|lich: Adj. n. stg. prinzipiell;
aus Prinzip
Grund|satz|pro|gramm —» Grund|-
satz|pro|g|ramm: das; -(e)s; -e 1
grundlegendes Programm, in dem der
Verlauf von etw. festgeschrieben wird
2 <Pol.> langfristige Absichtserklärun¬
gen einer Partei
Grund|satz|re|de: die; - ; -n Ansprache,
die grundlegende Probleme aufgreift
u. diskutiert
Grund|satz|ur|teil: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Urteil der höchsten rich¬
terlichen Instanz, das maßgebend für
weitere Beurteilungen ähnlicher od.
gleicher Fälle ist
Grund|schrift: die; - ; -en <Druckw.>
Schriftart, in der ein Druckerzeugnis
hauptsächlich gedruckt ist
Grund|schuld: die; - ; -en <Rechtsw.;
Bankw.) Grundstück als Sicherheit
beim Aufnehmen einer Hypothek,
das finanziell belastet wird
Grund|schu|le: die; - ; -n Schule (meist)
mit den Klassen eins bis vier, in der
den 6- 10jährigen Kindern Grundla¬
gen im Schreiben, Lesen u. Rechnen
vermittelt werden
Grundfschü|len der; -s; - weibi. Grund)-
schüjle|rin: die; - ; -nen Schüler(in),
der eine Grundschule besucht
Grund|schul|leh|rer der; -s; - weibi.
Gnind|schul|leh|re|rin: die; - ; -nen
Lehrer(in), der/die an einer Grund¬
schule unterrichtet
Grund|see: die; - ; -n [seemannssprl.]
hohe Welle in flachen Gewässern, die
sich überschlägt
gnmd|so)H|de: Adj. n. stg. 1 (Gegen¬
stand; Material) sehr stabil 2
<Mensch> besonders ehrlich; anstän¬
dig; einen tadellosen, vorbildlichen
Lebenswandel führend
grund|stän|dfg: Adj. n. stg. (Pflanzen)
unmittelbar, direkt am Boden wach¬
send
Grund|stein: der; -(e)s; -e 1 erster Stein,
der zu Beginn der Baumaßnahme ge¬
legt wird 2 den Grundstein zu etw.
legen: eine Basis schaffen, den An¬
fang bilden 3 der Grundstein zu etw.
sein: von großer Bedeutung für etw.
sein
Grund|stein|le|gung: die; - ; -en feierlich
begangene symbolische Steinlegung
zu Beginn einer Baumaßnahme
Grund|stel|lung: die; - ; -en 1 (Sport)
Parallelstellung der Füße 2 (Schach)
Ausgangsstellung der Spielfiguren 3
(Musik) Akkord mit dem Grundton
als Basiston in unterster Stellung
Giund|steu|er die; - ; -n vom Eigen¬
tümer zu entrichtende Steuer auf
Grund u. Boden
Grund|stock: der; -(e)s; -stocke An¬
fangsbestand einer Sammlung o. ä.,
der vergrößert, ausgebaut werden
kann
Grundstoff: der; -(e)s; -e 1 (Chemie)
Stoffe, die nicht mehr durch chemi¬
sche Reaktionen zerlegt werden kön¬
nen 2 Rohstoff zur industriellen Wei¬
terverarbeitung
Grund|stoff|ln|du|strie—*■ Grund|stoff|-
in|du|s|tjrie: die; -; -n Grundstoffe er¬
zeugende Industrie
Grund|stück: das; -(e)s; -e Land, das
jmd. besitzt
Grund|stücks|ei|gen|tü|mer: der; -s; -
weibi Grund|stücks|ei|gen|tü|me|rin:
die; - ; -nen Eigentümerin) von
Grund u. Boden
Grund|stücks|mak|ler der; -s; - weibi.
Grund|stücks|mak|le|rin: die; - / -nen
Person, die Grundstücke verkauft,
vermittelt od. verpachtet
Grund|stücks|nach|bar: der; -s; -n
weibi. Grynd|stücksjnachjba|rin: die;
- ; -nen Eigentümer(in) od. Bewohne¬
rin) des angrenzenden Grundstücks
Grund[stücks|preis: der; -es; -e Kosten
für den Erwerb eines Grundstücks,
meist pro Quadratmeter errechnet
Giund|stu|di|um: das; -s; -Studien erster,
meist mit einer (Zwischenprüfung
abzuschließender Teilabschnitt des
Studiums
Grund|sub|stanz—> Grund|sub|s|tanz:
die; - ; -en Stoff, der anderen Stoffen
zugrundeliegt, aus dem weitere Stoffe
gewonnen werden
Grund|ta|rif: der; -(ejs; -e Mindestpreis;
(für die Bereitstellung von etw.) zu
zahlender Mindestbetrag
Grund|ten|denz: die; - ; -en bestimmen-
de(r), maßgebende(r) Richtung,
Trend
Grund|ton: der;-(e)s; -töne 1 (Musik) a)
einem Akkord zugrundeliegender
Ton b) tiefer Ton 2 (Akustik) tiefster
zu unterscheidender Klang, Ton eines
Tongemischs 3 Farbton, der als Un¬
tergrund von etw. dient
Grundjübel —> Grund|ü|bel: das; -s; -
erste(r), grundlegende(r) Ursache,
Auslöser eines Mißstandes
Grund|um|satz: der; -es; -Umsätze
(Med.) benötigte Mindestenergie zur
Lebenserhaltung eines Körpers
Grün|dungs|fei|en die; - ; -n Fest anlä߬
lich der Gründung von, eines Zusam¬
menschlusses mehrerer Personen zu
etw.
Gtün|dungs{iahr: das; -(ejs; -e Jahr, in
dem eine Gesellschaft, ein Verein o. ä.
gegründet wurde
Grün(dungs|ka|pi|tal: das; -s; -ien
(Wirt.) finanzielle Mittel, die bei einer
Gründung eingebracht werden
Grün|dungs|mtt|glied: das; -(ejs; -er
Person, die bei der Entstehung von
Vereinen, einer Gesellschaft usw.
maßgeblich beteiligt ist
Grün|dungsju(1kun|de: die; - ; -n amtli¬
ches Schriftstück über die Gründung
einer Gesellschaft, eines Vereins o. ä.
Grün|dungs|ver|samm|lung: die; - ; -en
Zusammentreffen der Gründungs¬
mitglieder zwecks Gründung einer
Gesellschaft, eines Vereins o. ä.
Grün|dünjgung: die; - ; -en Düngungs¬
art durch Anbau u. Umpflügen
schnellwüchsiger Pflanzen, die nur
zum Zweck der Düngung auf einem
Stück Land angepflanzt worden sind
grundjverjkehrt: Adj. n. stg. absolut ver¬
kehrt; völlig falsch
Grund|ver|mö|gen: das; -s; - Eigenkapi¬
tal aus Grund, Boden u. Gebäuden
gnmdjver|schie|den: Adj. n. stg. völlig
gegensätzlich
Giund|ver|sor|gung: die; - ; - Versor¬
gung mit dem Allemötigsten
Grund|vor|aus|set|zung: die; - ; -en un¬
erläßliche Bedingung, Basisvoraus¬
setzung für etw.
Grundtwahr|heit: die; - ; -en unwider¬
legbare Tatsache
Grund|was|ser: das; -s; - unterirdische
natürliche Wasseransammlung
Grund|was|ser|ab|sen|kung: die; - / -en
(Tiefbau) Verringerung der Höhe des
Grundwasserspiegels
Grund|was|ser|spiejgei: der; -s; - Pe¬
gelstand des Grundwassers
Grund|wehiidienst: der; -(ejs; -e (Mi¬
lk.) (staatlich festgesetzte) militäri¬
sche Grundausbildung der für wehr¬
tauglich gehaltenen Männer eines be¬
stimmten Alters, die eine festgelegte
Mindestzeitspanne umfaßt
Grund|wert: der; -(ejs; -e (m. PI.)
grundlegende ethische Einstellung
Grund|wis(sen: das; -s; - notwendiges
Allgemeinwissen; Basiswissen von
etw.
Grundlwort: das; -(ejs; -Wörter
(Sprachwiss.) der in einer Wortzu¬
sammensetzung durch das Bestim¬
mungswort näher erläuterte, an zwei¬
ter Stelle stehende Wortteil »In der
Wortzusammensetzung >Handtuch< ist
>-tuch< das Grundwort u. >Hand-< das
Bestimmungswort.«
Gmnd|wort|schatz: der; -es;
-Wortschätze (Sprachwiss.) zur Basis¬
verständigung grundlegender Min¬
destbestand von Wörtern, die am
häufigsten innerhalb einer Sprache
verwendet werden
Grund|zahl: die; - ; -en 1 Kardinalzahl 2
Basiszahl
Grund|zins: der; -es; -e u. -en [veralt.] an
den Grundherren zu leistende
Zwangsabgabe für die landwirt¬
schaftliche Bodennutzung
Grü|ne: die u. der; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Grüner; eine
Grüne; zwei Grüne) 1 Parteimitglied
der Partei >Die Grünem 2 [ugs.J
Polizeibeamte(r) 3 nur männl. Form
[salopp] Zwanzigmarkschein
Grüjne: das; -n; - (häufig o. Art.;
Grünes) 1 grüner Farbton 2 abge¬
schnittener Zweig einer Grünpflanze,
eines Farnes o. ä. zur Verzierung von
Blumensträußen 3 Gewürzkraut 4
(Tierhaltung, -pflege) Grünfutter
grüjnen: grünt; grünte; hat gegrünt grün
werden; anfangen zu blühen, Blätter
zu bekommen
Grün|flä|che: die; - / -n öffentlicher
Park, Rasen, Wald usw. innerhalb ei¬
ner Stadt
479
Grünfutter
Grünffutfter: das; -s; - (Tierhaltung) fri¬
sche Grünpflanzen als Nahrung;
Saftfutter
Grün|giir|tel: der; -s; - Grünfläche, die
sich durch ein Wohngebiet zieht od.
dieses umgibt
Grün|kern: der; -(e)s; -e unreif geernte¬
te Dinkelsaat, eine Weizenart, die als
Einlage für Suppen o. ä. verwendet
wird
Grün]kohi: der; -(e)s; - a) Gemüsesorte
b) Speise aus (a)
Grün|kreuz: das; -es; - Deckname für
ein chemisches Kampfmittel, das im
Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde
Grünt.: Abk. <Wohnungsanzeige> Grün¬
lage (= in begrünter Umgebung gele¬
gen)
grün|iich: Adj. n. stg. grünliche Färbung
Grünlpflan|ze: die; ~; -n Zimmerpflanze
mit besonders ausgeprägten, schönen
Blättern
Grünjrot|blind|hert: die; - / - meist bei
Männern auftretende Störung des
Sehvermögens; Nichterkennung, Un¬
vermögen der Wahrnehmung u. Un¬
terscheidung der Farben rot u. grün
Grgn|schna|bel: der; -s; -schnöbet [ugs.]
unreifer, unerfahrener Mensch
Gtün|span: der; -(e)s; - grünliche Oxi¬
dationsschicht von Kupfer, Syn.:
[fachsprl.] Patina
Giün|specht: der; -(e)s; -e <Zoob gro¬
ßer Specht mit grünem Gefieder an
der Oberseite
Griinjstich: der; -(e)s; - <Fotografie> ins
Grüne gehende Verfärbung eines Fo¬
tos
Gtün|strei)fen: der; -s; - 1 grüne, natur¬
belassene od. angelegte Fläche, die
sich durch ein Wohngebiet zieht 2
grün bepflanzter Mittelstreifen von
Autobahnen
giun|zen: grunzt; grunzte; hat gegrunzt
<Schwein> einen kehligen Laut hervor¬
bringen
Grün|zeug: das; -s; - [ugs.] a) Gemüse
(u. Obst); Rohkost b) Gewürzkräuter
Giüpp|chen: das; -s; - kleine Gruppe
von Personen od. Dingen
Giup|pe: dt.-fr.t die; - ; -n kleinere An¬
zahl von Menschen, die zusammenge¬
hören od. zufällig zusammengetrof¬
fen sind
Grup|pen|abend —> Grup|pen|a|bend:
der; -s; -e Treffen, Zusammenkom¬
men mehrerer Personen am Abend
Grup|pen|ak(kord: der; -s; - <Wirt.> Zu¬
sammenarbeit einer Gruppe unter
Leistungslohndruck
Grup|pen|ar|beit: die; - / -en 1 parallele
od. serielle Arbeitsverrichtung einer
Gruppe 2 (Päd.) Erziehungsmethode,
bei der die Zusammenarbeit in Grup¬
pen als Grundlage zur Einübung von
sozialem Verhalten angesehen wird
Gryp(pen|be|wu6t|sein —* Grup|pen|-
be]wusst|seiit das; -s; - <Soziol.> Ge¬
meinschaftssinn; Zugehörigkeitsge¬
fühl zu einer Menschengruppe u.
Pflichtbewußtsein gegenüber ihren
Mitgliedern
Grup|pen|bil|dung: die; - ; -en (Soziob
Zusammensschluß von mehreren Per¬
sonen zu einer Gruppe mit gleichen
Interessen u./od. Fähigkeiten inner¬
halb eines gemeinsamen sozialen Ge¬
füges
Gnip|pen)dy|na|mik: die; - ; - (Soziob
Gesamtverhalten einer Gruppe inner¬
halb der Gruppe od. anderen Grup¬
pen gegenüber sowie wechselseitige
Verhältnisse zwischen eigenen u.
fremden Gruppenmitgliedern; Grup¬
penpsychologie
Grup|pen|fo|to/Grtjp|pen|pho|to: das;
-s; -s Foto mit- mehreren, zu einer
Gruppe gehörigen Personen
Grup|penlfüh|rer: der; -s; - weibl.
Grup|pen(füh|re|rin: die; - -nen Vor¬
gesetzte^), Leiter(in) einer Gruppe
Grup|pen|gym|na|stik —>- Grup|pen|-
gym[nas|tik: die; ~ ; - <Sport> Leibes¬
übung mit mehreren Personen, die
dieselbe Übung parallel ausführen
Grup|pen|lei|ter: der; -s; - weibl. Grup|-
pen|lei(te|rin: die; - ; -nen Vorgesetz¬
te^) einer Gruppe
Grup|pen|pho|to/Grupjpenffofto: das;
-s; -s Foto mit mehreren, eine Gruppe
bildenden Personen
Grpp|pen|psy|cho|lo|gie: die; - ; - < So¬
zio], > Gesamtverhalten einer Gruppe
innerhalb der Gruppe od. anderen
Gruppen gegenüber sowie wechselsei¬
tige Verhältnisse zwischen eigenen u.
fremden Gruppenmitgliedern; Grup¬
pendynamik
Grup]pen|psy|cho|the|ra|pie: die; - ; -n
<Psychologie> Therapieform, bei der
eine Gruppe seelisch Kranker gleich¬
zeitig behandelt wird, um durch eine
positive Gruppendynamik u. gegen¬
seitigen Erfahrungsaustausch der
Gruppenmitglieder bessere Heilungs¬
chancen zu erlangen
Grup[pen|rei[se: die; - ; -n Reise inner¬
halb eines Gruppenverbandes von
Personen, für die das Reiseuntemeh-
men alle formellen Angelegenheiten
der Reise durchorganisiert, abwickelt
Grup|pen|sex: der; -es; - Sex mehrerer
Personen gleichzeitig mit wechseln¬
den Geschlechtspartnem
Grup|pen|sieg: der; -(e)s; -e <meist
Sport) Sieg innerhalb einer Spielgrup¬
pe
grup|pen|spe|zi|fisch: Adj. typisch für
eine Gruppe
Grap|pen|spiel: das; -(e)s; -e Spiel, das
bei einem Turnier innerhalb einer
Spielgruppe ausgetragen wird
Grupfpen|spra|che: die; - ; -n (Sprach -
wiss.) besonderer, sich von der Stan¬
dardsprache unterscheidender
Sprachgebrauch einer (sozialen) Ge¬
meinschaft
Grup|pen|staif. der;-(e)s; -s u. [selten]
-e (Motorsport) gleichzeitiger Beginn
eines Rennen für mehrere Fahrzeuge,
die derselben Gruppe angehören
grup|pen|the|ra|peujtisch: Adj. n. stg.
<Med.; Psychologie) Art der medizini¬
schen od. psychologischen Behand¬
lung für eine bestimmte Anzahl von
Personen in einer Gruppe, um durch
eine positive Gruppendynamik u. ge¬
genseitigen Erfahrungsaustausch der
Gruppenmitglieder bessere Heilungs¬
chancen zu erlangen
Grup|pen|the|ra|pi»: die; - ; -n a) (Med.)
Behandlung von mehreren Personen
zusammen irn Unterschied zu der
Einzelbehandlung b) (Psychologie)
Behandlung von mehreren Personen,
die sich unter Anleitung eines Thera¬
peuten untereinander helfen, indem
sie eigene Probleme gemeinsam zu
verstehen u. zu bewältigen versuchen
Grup|pen|trai|ning: das; -s; - (Sport)
Übungsstunde für mehrere Personen
desselben Leistungsniveaus
Gryp|pen|unjterjncht: der; -(e)s; - 1
Unterricht für mehrere Personen mit
etwa gleichen Kenntnissen des Unter¬
richtsgegenstandes 2 (Päd.) Art des
Gruppenunterrichtes d>, bei der die
Schüler in Arbeitsgruppen aufgeteilt
werden
Grup|pen|ver|si|che[rung: die; - ; -en
(Versicherungsw.) Versicherungsart
für eine bestimmte Anzahl von Versi¬
cherungsnehmern
grup|pen|wei(se: Adv. in Teams; mit
mehrere Personen zusammen
grup|pie|ren: gruppierst; gruppiertest;
hast gruppiert (Personen, Gegenstän¬
de) zu einer Gruppe zusammenschlie¬
ßen
grup|pie|ren, sich: gruppiert euch; grup¬
piertet euch; habt euch gruppiert sich
zu einer Gruppe zusammenschließen
Grup|p|e|rung: die; - ; -en 1 a) Zusam¬
menschluß von jmdm od. etw. zu ei¬
ner Gruppe b) Zusammengeschlos¬
sensein zu einer Gruppe 2 bestimmte
Anzahl von Personen, die sich zusam¬
menfinden, um ein bestimmtes Ziel zu
verfolgen od. zu erreichen
Grus: miederh der; -es; - u. (Sorten) -e
1 (Geologie) durch Wetter- u. Witte¬
rungseinwirkung zerbröckeltes, zer¬
brochenes Gestein 2 Kohlenstaub
grusjarttig: Adj. n. stg. (Gestein) durch
Wetter- u. Witterungseinwirkung zer¬
bröckelt, zerbrochen
Grufsel: der; -s; - Grauen; Schrecken;
Furchtzustand
Gru[sel|ef|fekt: der; -(e)s; -e Wirkung,
die durch Unheimliches hervorgeru¬
fen wird
Gru|sel|filin: der; -fe)s; -e Film, der
beim Zuschauer durch seine unheim¬
liche Handlung Grauen erzeugt
Gru|sel|ge|schich|te: die; - ; -n schauri¬
ge Phantasieerzählung, die beim Le¬
ser od. Zuhörer durch ihre unheimli¬
che Handlung Grauen erzeugt; Gru¬
selmärchen
gru|se|lig: Adj. unheimlich
Gru]sel|mäijchen: das; -s; - schaurige
Phantasieerzählung, die beim Leser
od. Zuhörer durch ihre unheimliche
Handlung Grauen erzeugt; Gruselge¬
schichte
grujseln, sich: gruseist dich; gruseltest
dich; hast dich gegruselt sich vor etw.
ängstigen, fürchten, etw. unheimlich
od. unangenehm finden
Gruß: der; -es; Grüße freundliche, höfli¬
che Worte od. Geste zur Begrüßung
od. zum Abschied »Richten Sie Ihrem
Mann Grüße von mir aus!«
Gruß|be|kannt|schaft: die; - ; -en ober¬
flächliche, flüchtige Bekanntschaft,
die sich nur auf das Grüßen be¬
schränkt
Gruß|bot|schafL' die; - ; -en geschriebe¬
ner, offizieller Gruß, der an eine
Gruppe gerichtet ist
grpjßen: grüßt; grüßtest; hast gegrüßt 1
jmdm. einen guten Tag o. ä. wün¬
schen 2 grüßen lassen: [ugs.] etw.,
480
Gummidruck
sich in Erinnerung bringen, etw. an¬
klingen lassen
GruB|for|mel: die; - ; -n bestimmte idio¬
matische Redewendung zur Begrü¬
ßung od. Verabschiedung
GruB|kaijte: die; - ; -n Karte mit einer
Nachricht, die einen Gruß für jmdn.
enthält
gruB|los: Adj. n. stg. ohne Gruß
GruBlpfticht: die; - ; -en <Milit.> Pflicht
eines Soldaten, einen anderen Solda¬
ten mit einem höheren Dienstgrad
militärisch zu grüßen
Gru8|te|le|gramm: das; -(e)s; -e Gru߬
nachricht, die telegrafisch überbracht
wird
Grüt|ze: die; * ; - u. (Sorten) -n 1 a) PL
s. grob geschrotete Körner von ent¬
hülstem Getreide, die zu Suppe od.
Brei verarbeitet werden b) Brei aus
Grütze <1> 2 o. PL [ugs.] Intelligenz;
Denkfähigkeit 3 rote, grüne Grütze:
süße Speise, oft als Nachtisch aus ro-
ten/grünen Früchten od. Fruchtsaft
Grütz|wurst: die; - / -wurste Wurst, die
Grütze, grob geschrotete Körner von
enthülstem Getreide, als wesentlichen
Bestandteil enthält
GRV: Abk. gesetzliche Rentenversiche¬
rung
Grz.: Abk. Grenze
GS: Abk. 1 geprüfte Sicherheit ( = Zei¬
chen auf Geräten, die nach bestimm¬
ten sicherheitstechnischen Gesichts¬
punkten überprüft worden sind) 2
Gesammelte Schriften (eines Schrift¬
stellers, einer Schriftstellerin) 3
Geschäftsstelle 4 Gesamtschule 5 Ge¬
setzesversammlung 6 Grundschule 7
<Elektrot.> Gleichstrom 8 Grenz¬
schutz 9 Grundstück
Gs.: Abk. 1 Gesandte(r) 2 Geselle 3 Ge¬
setz
Gs: Abk. <Elektrot.> Gleichstrom
Gsch.: Abk. 1 Geschäft 2 Geschoß 3
<Milit.) Geschütz
Gschf.: Abk. a) Geschäftsführung b)
Geschäftsführerin) .
gschfH.: Abk. geschäftlich
gschtl.: Abk. geschichtlich
g. sifc: Abk. gut situiert = wirtschaft¬
lich, finanziell gut gestellt
gspr.: Abk. 1 gespritzt 2 gesprochen
Gspu]si: dal.-iu das; -s; -s [landsch.] 1
Liebesbeziehung 2 <Kosewort> Schatz
Gst: Abk. 1 Geschäftsstelle 2 Grund¬
stück
Gstr.: Abk. 1 <Med.> Gastritis = Magen¬
schleimhautentzündung 2 a) Gastro¬
nomie b) Gastronom(in)
gstr.: Abk. gastronomisch
Gstw^ Abk. a) Gastwirtschaft b) Gast¬
wirtin)
Gt.: Abk. 1 Garten 2 Gerät
gt.: Abk. a) ganztägig b) ganztags
Gtb.: Abk. Gartenbau
Gttg.: Abk. Gattung(en)
Gua|ja|ve —»• Gu|a[jajve: /guajawe/ die;
• ; -n a) Guajavebaum b) rundliche,
rosafarbene od. gelbe Baumfrucht
des Guajavebaums, Syn.: Guave
Gua|na|ko - -* Gu|a|na]ko: (Indian.
Spr.-span.> das u. der; -s; -s <Zoob im
Süden u. Westen Südamerikas vor-
kommende(s) Tier(art) (ähnlich dem
Lama), dessen/deren Fell lang, dicht
u. von fahler, rotbrauner Farbe ist
Gua|no —» Gu|a|no: der; -s; - Dünger
aus Seevogelkot
Gu|asch: die; - ; -en/Gou|ache die; • ;
-n dat.-it.-fro /guasch/ <Kunst> Male¬
rei mit undurchsichtigen Wasserfar¬
ben
gucken (gyk|ken —> gu|cken): guckst;
gucktest; hast geguckt 1 [ugs.] sich
etw. anschauen; nach etw. sehen;
nach etw. suchen »Ich gucke noch mal
nach einer blauen Bluse. ♦ Sie guckt in
die andere Richtung.« 2 [ugs.J in einer
bestimmten Weise schauen, ansehen
»Du guckst so traurig!« Syn.: kucken
3 a) gucken wie ein Auto: [ugs.] über¬
rascht (aus)schauen b) dämlich, blöd,
doof, dumm (aus dem Anzug, aus
der Wäsche) (drein)gucken: [ugs.]
dümmlich, nicht intelligent u./od. er¬
staunt schauen ,
Guckjfenjster —> Guckffens|ter: das;
-s; • rundliches kleines Fenster in der
Tür, durch das jmd. Personen, die vor
der- Tür stehen, sehen kann, durch
das jedoch nicht von außen nach in¬
nen geschaut werden kann
Gucki (Guk|ki •—» Gujcki): der; -s; -s
[ugs.] kleines Gerät zum Anschauen
von Diabildem, ohne daß die Dias
auf eine Leinwand od. an die Wand
projiziert werden
Guck|ka|sten —* Guck|kas[ten: der; -s;
-kästen 1 [veralt.] Gehäuse zur Bild¬
betrachtung, in der das Bild durch
Spiegel u. Linsen in scheinbar realisti¬
scher Distanz erscheint 2 [ugs.] Fern¬
sehgerät
Guck[ka|stenjbüh|ne —> Guck|kas|-
ten|büh|ne: die; - ; -n 1 durch den
Schlußprospekt, seitliche Kulissen u.
Soffitten abgeschlossene, vom Zu¬
schauerraum durch Vorhang ab¬
trennbare Bühne 2 Vorbau zur Be¬
schickung von Hochöfen 3 [ugs.]
Speicher; Dachboden
Guck|loch: das; -s; -löcher kleine Öff¬
nung, durch die man hindurchsehen
u. durch die man gesehen, beobachtet
werden kann
Gue|ril|la: <span.-fr.> /geri(ll)ja/ der; - u.
-s; -s u. die; - ; -s (m. PL) Angehöri¬
ge^) einer Einheit, die einen Guerilla¬
krieg führt, Syn.: [dt.] Freischärler
Gue|nl|la: (spanj /geri(!l)ja/ die; - ; -s a)
politischer Kleinkrieg, der mit einfa¬
chen militärischen Mitteln gegen Be¬
satzer o. ä. geführt wird b) Gruppe,
die eine Guerilla (1) führt
Gue|ril|la|krieg: /geri(ll)ja-/ der;-(e)s; -e
Partisanenkrieg, der meist gegen or¬
ganisierte Mächte od. gegen den eige¬
nen Staat geführt wird
Gujgel|hupf: der; -(e)s; -e [süddt.;
österr.] Napfkuchen
Guil|lo|ti|ne: <fr.> /gijutin6/ die; - ; -n
(Konstruktion mit) Fallbeil zur Hin¬
richtung, Enthauptung
guil|lo|ti|nie|ren: /gijutiniren/ guilloti¬
niert; guillotinierte; hat guillotiniert
durch eine Guillotine hinrichten, wo¬
bei der Kopf durch ein fallendes Beil
vom Körper abgetrennt wird
Gui|pure[spit[ze: /gipür-/ die; - ; -n mit
Seide übersponnenener Baumwollfa-
den, der mit einer besonderen Strick¬
technik zu einer Spitze gestrickt wird
Gullasch/Goullasch: das u. der; -(e)s;
•e u. -s [österr. nur] das; -(e)s; -e an¬
gebratene u. anschließend geschmor¬
te Fleischstücke mit Soße, in Ungarn
eher als Suppe angerichtet, Syn.:
[österr.] Gulyäs
Gu|lasch|ka|no|ne: die; - ; -n [solda-
tensprl.; scherzh.] transportable Feld¬
küche
Gu|lasch|kom|mu|nis|mus: der; - ; -
[abwert.] Kommunismus, der nur auf
die Lebensstandardverbesserung ab¬
zielt, wie es dem ungarischen nachge¬
sagt wird
Gu|lasch|sup|pe: die; - ; -n gewürzte,
dickflüssige Suppe mit Rindfleisch,
Tomaten u. Paprika(gewürz)
Gul|den: der; -s; - a) Währungseinheit
in den Niederlanden; I Gulden (hfl)
= 100 Cent b)<hist.> Geldstück unter¬
schiedlichen Wertes
güi|den: Adj. golden; aus Gold od. gold¬
farben
Gül|le: die; - ; - Jauche
gül|len: güllst; gülltest; hast gegidlt mit
Jauche, Fäkalien düngen
Gül[len|faB —> Gül|len|fass: das; - fas¬
sest -Jasser Faß für Jauche, Fäkalien
Gylfty: (lat.-fr.-engl> /gulli/ der u. das;
-s; -s abgedeckter Abfluß(schacht) in
der Fahrbahndecke
Gült.: Abk. Gültigkeit
gül|tig: Adj. n. stg. für geltend erklärt;
anerkannt; wirksam
Gül)tig|keit: die; - ; - Rechtskräftigkeit;
Wirksamkeit
Gül|tig[keits[dau|er: die; - ; - Zeitraum
der Gültigkeit
Gül|tig|keits|er|klä|rung: die; - ; -en Er¬
klärung, daß etw. rechtskräftig ist
Gum|mi: (gr.-lat.) der u. das; - u. -s; - u.
-s 1 o. PL flexibles, dehnbares Materi¬
al (aus dem Harz des Gummibaumes)
Die Reifen sind aus Gummi herge¬
stellt.« 2 kurz für Weingummi = Sü¬
ßigkeit 3 kurz für Gummiband 4 kurz
für Radiergummi 5 [ugs.] Kondom;
Präservativ; aus Gummi (1) gefertig¬
ter, zur Verhütung von Schwanger¬
schaften u. durch Geschlechtsverkehr
übertragene Krankheiten benutzter
Überzug für den Penis 6 Gummi
geben: [ugs.] etw. schnell tun; schnell
(los)fahren
Gum|mi|ad|ler der; -s; - [ugs.; scherzh.]
(zähes) Grillhähnchen
Gum|mi|ara|bi|kum —* Gum|mi|a|ra|bi|-
kum: das; -s; - Gummiharz aus Aka¬
zien, der bindend od. klebend ist
gum|mi|ar]tig: Adj. wie Gummi
Gum|mi|ball: der; -(e)s; -balle Ball, der
aus Gummi besteht
Gum|mi|band: das; -(e)s; -bänder elasti¬
sches Band mit Gummifäden
Gum|mi|bär|chen: das; -s; - Süßigkeit
aus Weingummi in Bärenform
Gum|mi|baum: der; -(e)s; -bäume ostin¬
discher, malaiischer Baum mit großen
tiefgrünen Blättern, aus dessen mil¬
chigem Saft Kautschuk produziert
wird
Gum|mi|be|griff: der; -(e)s;-e [ugs.] Ge¬
setzesabschnitt, der Raum für Inter¬
pretationen offenläßt
Gum|mi|be|rei|fung: die; - ; -en Rad mit
Gummireifen
Gum|mi|druck: der; -(e)s; - flexibler
Bilddruck auf Kleidungsstücken
481
Gummielastikum
Gum]mi|ela|sti|kum —> Gum|rni|e|las|-
ti|kum: das; -s; - tropischer Kau¬
tschuk
gum|mie|ren: gummierst; gummiertest;
hast gummiert 1 eine wasserlösliche,
haftende Schicht auftragen 2 <Textil¬
industrie> ein Kleidungssück mit Stof¬
fen imprägnieren, die es wasserdicht
machen
Gum|mie|rung: die; - ; -en 1 Aufträgen
einer wasserlöslichen Klebeschicht 2
wasserlösliche Klebeschicht
Gum|mi|fluB —» Gum|mi|fluss: der; -es;
- Harzfluß, Austreten von Harz aus
erkrankten Bäumen
Gum|mi|harz: das; -es; - tropischer ein¬
gedickter Milchsaft, der eine haften¬
de, klebende Wirkung hat
Gum|mi|hösjchen: das; -s; - Babyhose
' aus wasserdichtem Material, das als
Nässeschutz über die Stoffwindel ge¬
zogen wird
Gum|mi|knüp|pel: der; -s; - fester
Schlagstock aus Gummi für Polizei¬
einsätze
Gum|mi]lin|se: die; - ; -n System mit
"mehreren Linsen, bei dem die Brenn¬
weite kontinuierlich geändert werden
kann; Zoomobjektiv
Gum|mt|Iö|sung: die; - ; -en in Flüssig¬
keit gelöster Klebstoff
Gum|mi|pa|ra|graph—* auchGum|mi|-
pa|ra|graf: der; -en; -en [ugs.] Geset¬
zesabschnitt, der Raum für Interpre¬
tationen offenläßt
Gum|mi|rei|fen: der; -s; - Reifen aus
Gummi
Gum|mi|ring: der; -(e)s; -e a) Ring aus
Gummi zum Zusammenhalten von
etw. b) <Sport> ringförmiges Wurfge¬
rät c) flacher Ring aus nachgebendem
Material zum luftdichten Abschlie¬
ßen von Einmachgläsern d) ringför¬
mige Dichtung aus Gummi
Gum(mi|schlauch: auch der; -(e)s;
-Schläuche Schlauch aus Gummi
Gum|mi)soh|le: die; - ; -n aus Gummi
bestehende Sohle für Schuhe
Gum|mi|stie|fel: der; -s; - aus Gummi
bestehender, wasserabweisender Stie¬
fel
Gum|mi|strump(: der; -(ejs; -Strümpfe
elastischer Strumpf mit Gummigewe¬
be
Gum[mi|tier. das; -(e)s; -e meist mit
Luft gefülltes Spielzeugtier aus Gum¬
mi
Gum|mi|überjzug —» Gum|mi|ü]ber|-
zug: der; -(e)s; -Überzüge 1 schützen¬
de Haut aus Gummi 2 [ugs.] empfäng¬
nisverhütendes Präservativ für das
männliche Geschlechtsteil; Kondom
Gum|mi|un|ter]ia|ge: die; - ; -n kleine
Kautschukmatte zum Schutz vor
Nässe o. ä.
Gum|mi(zel|le: die; - ; -n mit Gummi
ausgekleideter Raum in psychiatri¬
schen Anstalten, um Patienten mit
unkontrollierten Verhaltensweisen
vor Verletzungen zu bewahren
Gum|mi|zug: der; -(ejs; -züge dehnba¬
rer Hosen-, Rockbund
Gunst: die; -; -1 Zeichen des Wohlwol¬
lens 2 zu jmds. Gunsten: für jmdn.
vorteilhaft, zu jmds. Vorteil
Gunst|be|weis: der; -es; -e Geschenk
od. bevorzugte Behandlung
günjstig —> güns|tig: Adj. a) von Vor¬
teil »Die Gelegenheit ist günstig.« b)
<Preis> nicht teuer, sondern preiswert,
billig »Der Pulli ist günstig.«
Günstjling: der; -s; -e Person, die von ei¬
ner einflußreichen Person vorzugs¬
weise behandelt wird, in ihrer Gunst
steht
Günst|lmgs|wirt|schaftTdie; ~;-a) Ver¬
gabe von Aufträgen, wobei das Ange¬
bot keine Rolle spielt, sondern die Be¬
ziehung zwischen Kunden u. Liefe¬
ranten b) Stellenvergabe, bei der nicht
das Wissen, die Fähigkeit ausschlag¬
gebend ist, sondern die Beziehung
zwischen Arbeitgeber u. Bewerber
Guplpy: <engh /guppi/ der; -s; -s <Zoob
kleiner Aquarienfisch
Gurtgel: die; - ; -n 1 vorderer Halsteil;
Kehle 2 jmdm. an die Gurgel sprin¬
gen, gehen: [ugs.] jmdn. wütend (mit
Worten) angreifen 3 jmdm. die Gur¬
gel zudrücken, zuschnüren; umdre¬
hen, abdrehen: [ugs.] eine Person
wirtschaftlich zugrunderichten 4 sich
die Gurgel ölen, schmieren: [ugs.] al¬
koholische Getränke zu sich nehmen
gurjgeln: gurgelst; gurgeltest; hast ge-
gurgelt 1 den Rachen spülen 2 ein
gurgelndes Geräusch (beim Spre¬
chen) ausstoßen
Guijke: <gr.-tschech.-poln.> die; - ; -n 1
grünes od. grüngelbes längliches Bo¬
dengemüse 2 [scherzh.] überdimen¬
sionale Nase 3 [derb] männliches Ge¬
schlechtsteil 4 [abwert.; salopp] häßli¬
ches, nicht mehr ganz funktionstüch¬
tiges Kraftfahrzeug 5 [scherzh.] selt¬
samer, wunderlicher Mensch 6 [ugs.]
Bordell
gur|ken: gurkst; gurktest; hastjbist ge¬
gurkt [ugs.] (mit dem Auto) ziellos
durch die Gegend fahren
guijkenfförjmig: Adj. n. stg. lang u.
leicht gebogen wie, ähnlich eine(r)
Gurke
Guijken|ge|würz: das; -es; - Gewürz
speziell zur Zubereitung von Gurken
Gur|ken|gfas: das; -es; -gläser Glasbe¬
hältnis für eingelegte Gurken
gur|ren: gurrst; gurrtest; hast gegurrt 1
<Taube> typische Laute produzieren 2
<Mensch> mit einem Klang wie (1) in
der Stimme sprechen
Gurt: der; -(ejs; -e t festes, schmales
Stoffband zur Befestigung, zum Fest¬
halten von etw. (insbesondere der In¬
sassen eines Autos beim Unfall) 2
<Technik> waagerecht verlaufender
Teil oben od. unten an Stahlträgern
Gurtjband: das; -(ejs; -bänder Bünd¬
chen als Abschluß an einem Klei¬
dungsstück
Gürjtel: der; -s; - 1 um die Taille getra¬
gener (dünner) Riemen (mit einer
Schnalle), der die Hose, den Rock
festhält od. einen Pullover o. ä. rafft
»Zu der Hose gehörte ein roter
Ledergürtel.« 2 etw. umgebendes
schmales Band in der Natur
»Waldgürtel« 3 <Technik> verstärken¬
de Einlage in (Gummi-)Reifen
Gür|tei|li|nie: die; - ; -n 1 Taille 2 unter
die Gürtellinie gehen, zielen: sehr un¬
höfliche (sich meist auf den sexuellen
Bereich beziehende) Bemerkungen
machen, die jmdn. persönlich angrei¬
fen 3 ein Schlag unter die Gürtellinie:
nicht fairer (verbaler) Angriff
Gür[tel|rei[fen: der; -s; ~ Autoreifen mit
Gewebeeinlage
Gür|tel|ro|$e: die; - ; - <Med.> Viruser¬
krankung der Haut, die sich durch
Bläschenbildung gürtelartig von der
Taille ausbreitet
gürjten: gürtest; gürtetest; hast gegürtet
(als) Gürtel um etw. od. jmdn. legen
Gurt|ge|sims: das; -es; -e <Archit.> hori-
zentale, bandartige Unterteilung der
Fassade
Gurt|muf|fei: der; -s; - [ugs.] Person, die
sich im Auto nicht anschnallt
Gu|ni: <Hindi> der; -s; -s 1 (verehrter)
Lehrer im Hinduismus 2 <übertr.>
Idol; Leitfigur
GUS: Abk. Gemeinschaft Unabhängi¬
ger Staaten (= Staatenbund auf dem
Gebiet der ehemaligen Sowjetunion,
UdSSR)
GuB —» Guss: der; Gusses; Güsse 1 a)
Gießen von Metall b) Produkt eines
Gusses (la) 2 kurz für Gußeisen »Die
Pfanne ist aus Guß.« 3 kurz für
Regenguß 4 das Schütten, Gießen ei¬
ner Flüssigkeit auf etw. 5 kurz für Ku¬
chenguß
GuB|be|ton —> Guss|be|ton: der; -s; -
zähflüssiger Beton, der in eine Form
gegossen wird
GuB|ei|sen —» Guss|ei|sen: das; -s; -
Grauguß, stabiless unflexibles Eisen
»ein Kerzenständer aus Gußeisen«
gu6|et|sern —> guss[ei|sern: Adj. n.
stg. aus einem Roheisen bestehend
Gu6]form —> Guss(form: die; - ; -en
Form, in die flüssiges Metall gegossen
wird, bis es erstarrt u. die gewünschte
Form erhält
Gu8|naht—* Guss|naht: die; - ; -nähte
Grat an der Oberfläche des Gußstük-
kes, das durch die Trennaht geteilter
Formen entsteht
Gu8|stück —* Guss|stück/Guss-
Stück: das; -(ejs; -e aus Metall ge¬
gossenes Bauteil
gu|stielren —* gus|tie|ren: dat.-it.v ga¬
stierst; gastiertest; hast gastiert Spei¬
sen testen
Gufsto —» Gusjto: <it.> der; -s; -s Ge¬
schmack; persönliche Neigung
Gut: das; -(ejs; Güter 1 größeres land-
wirtschafliches Anwesen 2 gehandel¬
ter Gegenstand »Die Güter werden auf
dem Güterbahnhof verladen.« 3 erstre¬
benswerte^) Gegenstand, Eigen¬
schaft
gut: Adj. besser; beste —xdas Beste<
künfig immer groß, aber weiterhin >am
besten<<— 1 nicht schlecht; be¬
stimmte Erwartungen erfüllend 2 nur
bei besonderen Anlässen »der gute
Anzug« 3 mindestens » Wir fahren eine
gute Stunde.« 4 leicht »Das ist gut
möglich.« 5 guten Tag sagen —»
auch Guten Tag sagen: jmdn. begrü¬
ßen, kurz besuchen 6 gut lachen, re¬
den haben: in einer günstigeren Posi¬
tion sein als der Sprecher 7 gut u.
gern: ohne Übertreibung 8 gut daran
tun: hinsichtlich etw., die richtige
Entscheidung treffen 9 es (mit etw.)
gut sein fassen: es dabei belassen, be¬
enden 10 (u.) damit gut: [ugs.] Schluß
11 so gut wie: fast; beinahe 12 sein
Gutes haben: einen guten Aspekt ha¬
482
Gutsherrschaft
ben haben; eine positive Wirkung ha¬
ben 13 zuviel des Guten, des Guten
zuviel sein: zuviel sein, über das übli¬
che. cträglichc Mali hinausgehen 14
das ist (ja) alles (ganz) gut u. schön,
aber...: nun ja, richtig, aber... 15 jen¬
seits von Gut u. Böse sein —» jen¬
seits von gut u. böse sein: (iron.) a)
zu alt für sexuelle Bedürfnisse sein b)
naiv, gutgläubig u. weltfremd sein 16
im guten wie im bösen —► im Guten
wie im Bösen: mit Freundlichkeit,
Nachsicht u. mit Strenge 17 im guten
(sagen, tun usw.) —* im Guten (sa¬
gen, tun usw.): ohne Ärger, Streit,
freundlich u. in Ruhe »Das können
wir doch sicher im guten regeln.« 18
des Guten zuviel tun: ein angemesse¬
nes Maß überschreiten 19 Heiraten
ist gut - aber nicht heiraten Ist
besser: (steht im I. Brief des Apostels
Paulus) vermutlich ist damit gemeint,
heiraten u. eine Familie zu haben ist
gut, aber noch besser ist es, allein zu
bleiben, seine ganze Kraft anderen,
hilfsbedürftigen Menschen u. Gott zu
widmen 20 Wer nichts Gutes tut, tut
schon Böses genug: man muß nicht
unbedingt etw. Schlechtes, Böses o. ä.
tun. allein die Tatsache, nie etw. Gu¬
tes zu tun, zu helfen o. ä., reicht schon
aus. ein böser, schlechter Mensch zu
sein 21 Wohl angefangen ist gut,
wohl enden ist besser. Man soll etw.
nicht nur mit Elan, Freude. Fleiß o. ä.
beginnen, sondern es auch gut zu En¬
de bringen
—> gut aus|se)hend: s. gutaussehend
—► gut bejzahlt: s. gutbezahlt
—► gut gejhen: s. gutgehen
—*• gut ge|hend: s. gutgehend
—» gut ge|klei|det: s. gutgekleidet
—» gutgejlaunt: s gutgelaunt
—*■ gut gejmejnt: s. gutgemeint
—► gut gejpflegt: gutgepflcgt
—*■ gut sitjzend: s. gutsitzend
—» gut tun: s. guttun
- -* gut un|ter|rich|tet: s. gutunterrieh-
tet
—*• gut verjdie|nend: s. gutverdienend
Gut|ach|t«n: das: -s: - schriftliche Dar¬
legung einer Expertenmeinung zu ei¬
ner Frage, einem Problem »Das Ge¬
richt ließ ein psychiatrisches Gutach¬
ten erstellen.«
gut|ach|ten: nur im Infinitiv u. Partizip
II. Perfekt gebraucht: hast gegutach-
tet eine fachmännische Beurteilung
abgeben
Gutachten der; -s; - weiht. Gutjach|-
t«|rin: die: - ; -nen F.xpcrte, Expertin,
der/die ein Gutachten, eine Beurtei¬
lung für etw. ausstellen, abgeben soll
gytjach|tei(lich/gyt|acht)lich: Adj. n.
stg. fachmännisch beurteilt; einem
Gutachter zuzuordnen
gutlarftig: Adj. harmlos, nicht bösartig
Gutjaijtiglkeit: die: - ; - Harmlosigkeit;
Ungefahrlichkeit
gutjaus|se|hend —>- gut aua|se|hend:
Adj. besser aussehend: am besten aus¬
sehend von netter äußerlicher Er¬
scheinung; hübsch
gut|be|tucht —► gut be|tucht: Adj. bes¬
ser betucht; am besten betucht vermö¬
gend; reich
gtrtjbejzahlt —» gut be|zahlt: Adj. bes¬
ser bezahlt; am besten bezahlt gut ent¬
lohnt; hochdotiert
gut{bürjger|lich: Adj. 1 konservativ 2
_<Kochk.> rustikal; ohne Feinheiten
Gut|dün|ken: das; -s: - Handlung. Beur¬
teilung nach persönlicher Empfin¬
dung
Gü|te: die: - ,• -1 Warenbeschaffenheit;
Warenwert 2 freundliche Gesinnung,
Gefälligkeit 3 ach du liebe/meine
Güte!: [ugs.] Ausruf des Erschrek-
kens. Erstaunens, großer Verwunde¬
rung
Gut|edel —> Gut|e(del: der; -s; - zur
Herstellung eines Weines benutzte
weiße Weintraubensorte
Gü|te|klas|se: die; - / -n Qualitätskate¬
gorie
GÜ|te|konttrol|le —» Gü|te|kon|t)rol|le:
die; -; -n Qualitätsuntersuchung
Gufte|nacht|ku8 —» Gu|te|nachtfkuss:
der; -kusses; -küsse Kuß vor dem Ins-
Belt-Gchen, zum Gute-Naeht-Sagcn
Gutte|nachtjlied: das: - (e/s; -er Gesang,
um jmdn. (meist Kinder) im Bett zum
Einschlafen zu bewegen
Gutten|mor|gen|gru6: der: -es: -grüße
morgendliche Begrüßung
Güjter die (PI.) materielle u. immate¬
rielle Mittel, die direkt od. indirekt
der Befriedigung der menschlichen
Bedürfnisse dienen
Gü|terjab|fer|ti|gung: die; - ; -en Zwi¬
schenlagerung u. Beladung von Wa¬
ren auf Fahrzeuge zum Weitertrans¬
port
Gü|terjbahn|hof: der: -fe)s; -bahnhöfe
Ort des Warenumschlages von Schie¬
nentransportfahrzeugen auf Trans¬
portfahrzeuge für die Straße oder um¬
gekehrt
Gü}terjgejmein|scbaft die; - ; -en
<Reehtsw.> Abmachung, Rechtszu¬
stand, bei dem das gesamte Vermö¬
gen von Eheleuten (nach einer Schei¬
dung) beiden zu gleichen Teilen, ge¬
meinsam gehört. Am.; Gütertren¬
nung
Gü|terjnah|ver|kehr: der:-lejs; - Trans¬
port von Waren mit aller Art von
Verkehrsmitteln bis zu einem Radius
von 50 km
GQjterjstand: der. -(ejs; -stände rechtli¬
che Eigentumsituation von Eheleuten
Gü|terjtausch: der;-(ejs; -«'Tausch von
Handelswaren zwischen Handels¬
partnern
Gü|terjtren|nung: die: - : -en getrennte
Verwaltung des beweglichen u. unbe¬
weglichen Vermögens jedes Ehepart¬
ners, Ant.: Gütergemeinschaft
Güjterjverjkehr der; -fe)s; - Transport
von Waren mittels Luft-, Wasser-,
Schienen- u. Straßenfahrzeugen
Gü|te|verjfah|ren: das; -(eis; -
<Rcchtsw.> Verfahren im Arbeits- od.
Zivilrecht, das auf eine Einigung zielt,
die beide Parteien zufriedenstellt
Güjte|z«i|chen: das; -s; - Plakette od.
Stempel nach der Qualitätskontrolle,
als Zeichen, daß eine Kontrolle statt¬
fand
gutjgs|hen —* gut gejhen: geht gut;
ging gut: ist gutgegangen —»ist gut
gegangen«— 1 wie geplant klappen 2
sich wohlfühlen »Es geht mir gut.« 3
viel verkauft werden
gutjge|hend —* gut gejhend: Adj. bes¬
ser gehend; am besten gehend <Wirt.>
gute Verkäuflichkeit; großen Umsatz
aufweisend
gut|ge|klef|det —>■ gut ge|klei|det: Adj.
besser gekleidet; am besten gekleidet
gutangezogen
gutjge|launt —> gut ge|launt: Adj. bes¬
ser gelaunt; am besten gelaunt voller
Freude; gutgestimmt
gut|ge|lun|gen —> gut ge|lun|gen: Adj.
besser gelungen; am besten gelungen
gutgemacht
gyt|ge|meint —» gut ge|meint: Adj.
besser gemeint; am besten gemeint
vom Guten ausgehend; ohne böse
Absicht
gut|ge|pflegt —» gut gejpflagt: Adj.
besser gepflegt: am besten gepflegt in
einem guten Zustand befindlich
gtrt|g«|sinnt —» gut gewinnt: Adj. bes¬
ser gesinnt; am besten gesinnt positiv
jmdm. gegenüber eingestellt
gut|gl&u|big: Adj. «Charakter» naiv; zu
'schnell vertrauend
Gutjgläu|blg|keit die; -. - Unbefangen¬
heit; Naivität; Vertrauensseligkeit
Guth.: Abk. Guthaben
Guthaben: das; -s: - Ersparnisse. Geld,
die,'das man (auf der Bank) hat
gutjherjzig: Adj. freundlich u. hilfsbe¬
reit
Gutjher(zig|k«ib die; - ; - Freundlich¬
keit; Hilfsbereitschaft; Großherzig¬
keit
güjtig: Adj. «Charaktcn hilfreich; barm¬
herzig; mild u. lieb; freundlich
gütl.: Abk. gütlich
gütlich: Adj. n. stg. 1 im friedlichen Ein¬
verständnis, ohne sich zu streiten 2
sich an etw. gütlich tun: etw. genü߬
lich essen, trinken
gut)mü|tlg: Adj. gutherzig; hilfsbereit;
nachgiebig
Gut|mü|tig|keit die; - ; - Gutherzigkeit;
Hilfsbereitschaft; Nachgiebigkeit
gutjnach|bar|lich: Adj. n. stg. ein gutes
Verhältnis zu (einem) Nachbarn ha¬
bend »gutnachbarliche Beziehungen
pflegen«
gutjsajgen: sagst gut; sagtest gut: hast
gutgesagt für etw. od. jmdn. bürgen,
sich einset/en
Guts|be(srtjzer der; -s; - weiht. Guts|-
be|sitjze|rin: die. - ; -nen (Pächter(in)
od.) Eigcntümer(in) eines landwirt¬
schaftlichen Anwesens
Gutschein: der; -(ejs; -e Beleg dafür.
daß man noch Ware od. Geld erhält
gut|schrei|ben: schreibst gut; schrie¬
bt ejsl gut; hast gutgeschrieben 1
wenn ein Betrag einem Konto sal¬
diert, als Piussumme angerechnct
wird 2 jmdm. etw. positiv anrechnen
Gutschrift: die; - . -en a) Geldbetrag,
der jmdm. zugesprochen wird b) Be¬
scheinigung für einen gutgeschriebe¬
nen Geldbetrag (a)
Gutsjhaus: das; -es; -häuser zu einem
landwirtschaftlichen Anwesen gehö¬
rendes Wohngebäude
Gutsherr: der; -n; -n weibl. Guts|herjrin:
die; - ; -nen Eigentümerin) od. Leite¬
rin) eines landwirtschaftlichen An¬
wesens od. Betriebes
Guts|henjschaft: die; - ; -en [veralt.|
Eigentümer, Leitung eines landwirt-
483
Gutshof
schaftlichen Betriebes sowie dessen
F amilienangehörige
Guts|hof: der; -(e)s; -höfe landwirt¬
schaftliches Anwesen
gut|si|tuliert —* gut si|tu|i£rt Adj. bes¬
ser situiert; am besten situiert sich in
einer guten wirtschaftlichen Lage be¬
findend
gut|sit|zend —* gut sit|zend: Adj. bes¬
ser sitzend; am besten sitzend gut pas¬
send
gut|spre|chen: sprichst gut; sprach (e)st
gut; hast gutgesprochen [landsch.] für
etw. od. jmdn. bürgen, sich einsetzen
Guts(verjwal|ter der; -s; - weiht. Guts|-
ver|wal|te|rin: die; - ; -nen Verwalte¬
rin) eines landwirtschaftlichen Be¬
triebes
Gut|temp|leR der; -s; - weibl. Gut|-
temp|le|rin: die; - ; -nen 1 nur mannt.
Form Angehöriger des Guttempleror¬
dens 2 Antialkoholiker(in)
Gut|temp|lerjorjden: der; -s; - 1852 ge¬
gründete, internationale Vereinigung
gegen Alkoholismus
gutftun —* gut tun: tust gut; tat(e)st
gut; hast gutgetan —>hast gut
getan<— 1 eine gute, angenehme
(entspannende) Wirkung erzeugen 2
[landsch.] sich bezogen auf eine Lei¬
stung positiv entwickeln
gut|tu|ral: data Adj. <Sprachwiss.> in der
Kehle gebildet »Das >g< ist ein guttu¬
raler Laut.«
Gut|tu|ral|laut: der; -(e)s; -e Laut, der
zwischen Zungenrücken u. Gaumen
gebildet wird
gut|un|ter[rich|tet —> gut un|ter|rich|-
tet: Adj. besser unterrichtet; am besten
unterrichtet gut informiert
gutjver[die|nend —> gut ver|dje|nend:
Adj. besser verdienend; am besten ver¬
dienend gute, hohe Entlohnung erhal¬
tend
gutfwil|lig: Adj. hilfsbereit
H/h: /ha/ das; ~ u. [ugs.j -s; - u. [ugs.J
-s Schriftzeichen, achter Buchstabe
des deutschen Alphabets
H: Abk. 1 <Bankw.> Haben = Guthaben
auf einem Bankkonto 2 Hafen 3 Hal¬
testelle 4 Handel 5 Wortbildungsele¬
ment Haupt- 6 <Elektrot.> Hauptan¬
schluß 7 <Wetterkunde> a) Hochdruck
b) Hochdruckgebiet 8 Hochschule 9
Höhe 10 Hydrant = Anschluß an die
Wasserleitung 11 Hydrogenium =
Wasserstoff (chemisches Element;
Nichtmetall)
h: Abk. 1 <Elektrot.> Hauptanschluß 2
data hora = Stunde (bei Zeitangaben
wie I0h = 10Stunden, 10 Uhr)
Gut|wil|lig|keit: die; - ; - Hilfsbereit¬
schaft
GV: Abk. 1 Gebirgsverein 2 Gemeinde¬
verband 3 Generalversammlung 4 a)
Generalvertretung b) Generalvertre-
ter(in) 5 Gerichtsvollzieher(in) 6
Gesamtverband 7 Gesamtverzeichnis
8 Gesangsverein 9 Geselligkeitsverein
10 gesetzlicher Vertreter 11 (Schiff¬
fahrt» große Fahrt voraus 12
<Rechtw.> Geschlechtsverkehr 13 Gü¬
terverkehr
GW: Abk. 1 Gas u. Wasser 2 Gaswerk 3
Geländewagen 4 Gesamtwerk (eines
Künstlers) 5 Gesammelte Werke (ei¬
nes Künstlers) 6 Gesamtwert 7 <Elek-
trot.> Gleichstrom/Wechselstrom
Gw.: Abk. 1 Garagenwagen 2 Geldwert
3 Gewerbe 4 Gewicht 5 Gewinn 6
Goldwert 7 Grundwert
Gwb.: Abk. 1 Gewebe 2 Gewerbe 3 Ge¬
wölbe
Gymn.: Abk. 1 a) Gymnasium b) Gym¬
nasiasten) 2 Gymnastik
gym|nalsi[a1: /gümnasial/ Adj. n. stg.
auf das Gymnasium abzielend, durch
das Gymnasium erzeugt, vermittelt
Gym|na|si|al|leh|rer: /gümnasial-/ der;
-s; - weibl. Gymjna|si]al|lehjre|rin:
die; - ; -nen Lehrer(in) an einem
Gymnasium (mit der Berechtigung,
in der Oberstufe zu unterrichten)
Gym|na[si|ast: /gümnasiaßt/ der; -en;
-en weibl. Gym|na|si|ajstin —» Gym|-
na|si|as|tin: die; - ; -nen Schüler(in),
der/die ein Gymnasium besucht
Gym|na|si|um: (gr.-lata /gümnasium/
das; -s; Gymnasien fgümnaskn/ höhe¬
re, weiterführende Schule, die mit
dem Abitur, der Hochschulreife abge¬
schlossen wird »Meine Tochter be¬
sucht ein Gymnasium.«
Gymjnast: /gümnatß/ der; -en; -en
weibl. Gym|na|stin —> Gym|nas|tin:
die; -; -nen 1 (hist.; antikes Griechen-
H.; Abk. 1 Hausmeister 2 Halt 3 Hei¬
zung 4 Herausgeber (von Büchern,
Zeitschriften od. Zeitungen) 5 Hotel
h.: Abk. 1 hinten 2 hoch 3 horizontal ~
waagerecht; liegend
h. a.: Abk. 1 hauptamtlich 2 data hoc
anno = in diesem Jahr
H3: Abk. Hessen 3 = drittes Fernseh¬
programm, ausgestrahlt vom Hessi¬
schen Rundfunk
HA: Abk. 1 Haftanstalt 2 Handelsabga¬
be 3 Handelsabkommen 4 Hauptab¬
teilung 5 Hauptamt 6 (Elektrot.»
Hauptanschluß 7 (Elektrot.» Hausan¬
schluß 8 Hausarzt 9 Haushaltsabtei¬
lung 10 Heeresamt (der Bundeswehr)
land» Person, die sich auf einen Wett¬
kampf vorbereitet u. zu diesem
Zweck systematisch Leibesübungen
macht 2 (Med.» Person, die Kranke
physiotherapeutisch behandelt
Gymjnajstik —» Gym|nas|tik: <gr.-lat.>
/gümnaßtik/ die; - ; - a) körperliche
Bewegungsweise, Sportart, bei der ge¬
zielte Übungen zum Aufbau der Mus¬
kulatur ausgeführt werden b) Gym¬
nastikstunde; Zeit, Gelegenheit, bei
der Gymnastik (1) ausgeführt wird
Gym|na]sti]ker: /gümnaßtiker/ der; -s; -
weibl. Gym|na|sti|ke|rin —» Gym|-
nasfti|ke|rm: die; - ; -nen Person, die
Leibesübungen macht
Gym|na|stik|unlter1richt —* Gym|nas|-
tik|un|ter|richt: /gümnaßtik-/ der;
-(e)s; - Unterricht, in dem Leibes¬
übungen gemacht werden
Gyn(äk).: Abk. a) Gynäkologie = Frau¬
enheilkunde b) Gynäkologe; Gynä¬
kologin
gyn(äk).: Abk. gynäkologisch
Gy|nä|ko|lo|gie: <gra /günäkologi/ die;
-; - (Med.» Frauenheilkunde
gy|nä|ko|lo|gisch: /günäkolpgisch/ Adj.
n. stg. die Frauenheilkunde betref¬
fend, ihr zuzuordnen
Gy|nä|ko[pho|bie: /günäkofobj/ die; - ; -
(Psychologie» nervlich bedingte Ab¬
lehnung alles Weiblichen
Gy|ros: <gra /güroß/ das; - ; - griechi¬
sches Fleischgericht (meist abge¬
schnitten vom Spieß)
GZ: Abk. 1 Gaszähler 2 Gesamtzahl 3
Geschäftszulassung
gz.: Abk. 1 ganz 2 gezahlt 3 gezählt 4
gezähmt 5 gezeichnet = unterschrie¬
ben; unterzeichnet
gzj.: Abk. ganzjährig
Gzn.: Abk. Gezeiten
11 Heilsarmee = militärisch straff or¬
ganisierte christliche Bewegung 12 a)
Heimarbeit b) Heimarbeiterin) 13
Hochamt = besondere, feierliche
Messe in der katholischen Kirche
ha: Abk. (Flächenmaß» Hektar (I ha =
100 a = 10 000 Quadratmeter)
ha.: Abk. hauptamtlich
Haar: das; -(e)s; -e 1 a) Substanz aus
Horn, die beim Menschen vorwiegend
am Kopf, aber wie bei Säugetieren
auch am Körper, einem Faden äh¬
nelnd, wächst b) nicht zählbare An¬
sammlung von (a) als Einheit »wellige,
glatte, blonde, braune Haare« 2 Haare
lassen (müssen): [ugs.] zwar davon¬
484
Haarstoppel
kommen, aber nicht ganz ohne negati¬
ve Folgen 3 Haare auf den Zähnen
haben: [ugs.j bösartige, rechthaberi¬
sche Bemerkungen machen, Antwor¬
ten geben 4 lange Haare, kurzer Sinn,
Verstand: {abwert.] gemeine Bemer¬
kungen einer Person (besonders einer
Frau) gegenüber, die langes Haar hat
u. etw. Dummes, Törichtes tut od.
sagt 5 jmdm. die Haare vom Kopf
fressen: (ugs.; oft scherzh.] auf Ko¬
sten von jmd. anderem leben »Er ar¬
beitet nicht, lebt von meinem Geld u.
frißt mir dabei die Haare vom Kopf.« 6
ein Haar in der Suppe usw. finden:
{ugs.] immer etw. zu meckern, auszu¬
setzen, zu kritisieren haben »Egal was
man vorschlägt, er findet immer ein
Haar in der Suppe.« 7 sich die Haare
raufen: verzweifeln »Ick könnte mir
die Haare raufen, wenn ich daran den¬
ke, daß mein neues Auto völlig zer¬
kratzt ist!« 8 niemandem ein Haar
krümmen (können): niemandem ein
Leid, etw. Schlechtes, Böses zufügen
können 9 sich keine grauen Haare
wachsen lassen: [ugs.] etw. nicht so
tragisch nehmen 10 kein gutes Haar
an jmdm., etw. lassen: jmdn. od. etw.
schlecht machen »A ls er von ihr sprach,
ließ er kein gutes Haar an ihr. ♦ An dem
Theaterstück haben die Kritiker kein
gutes Haar gelassen.« 11 an einem
Haar hängen: in Gefahr sein »Sein Le¬
ben hing nur an einem Haar; fast wäre
er abgestürzt.« 12 um ein Haar: beina¬
he; fast »Um ein Haar wäre das Kind
ertrunken.« 13 etw. an, bei den Haa¬
ren herbeiziehen: [ugs.] über etw. re¬
den, argumentieren, was gar nicht od.
nur am Rande zur Sache gehört »Die¬
ser Vergleich stimmt nicht, er ist an den
Haaren herbeigezogen.« 14 aufs, auf
ein Haar: übereinstimmend; gleich
»Sie sind Zwillinge u. gleichen sich aufs
Haar.« 15 jmdm. stehen die Haare zu
Berge, sträuben sich die Haare: (ugs.]
jmd. ist entsetzt, hat Angst o. ä. »Mir
standen vor Schreck die Haare zu
Berge.« 16 das kannst du dir, kann er
sich usw. in die Haare schmieren:
[ugs.] das will ich sowieso nicht, be¬
halte es »Schmier dir doch dein Geld in
die Haare, ich lasse mich doch dadurch
nicht bestechen!« 17 nicht (um) ein
Haar; (um) kein Haar: gar nicht; kein
bißchen 18 a) sich in den Haaren
liegen: [ugs.] streiten b) sich in die
Haare geraten, kriegen: [ugs.] streiten
Ȇber eine Kleinigkeit sind wir uns in
die Haare geraten.«
Haar[an|satz: der; -es; -ansälze a) Stelle
an der Stirn, an der der Haarwuchs
beginnt »Der Haaransatz wich immer
weiter zurück, weil er langsam eine
Glatze bekam.« b) unterster, der
(Kopf-)Haut am nächsten liegender
Teil des einzelnen Haares
Haariband: das; -(e)s; -bänder Stoff¬
streifen o. ä. zum Zusammenbinden,
zur Verzierung der Haare »Sie band
sich mit einem Haarband einen Pferde¬
schwanz.«
haaribreit: Adj. n. stg. [ugs.] sehr nah,
schmal »ein haarbreiter Riß«
Haar|bür]ste —> Haar|bUrsjte: die; - ,
-n Gerät, Bürste zum Kämmen der
Haare»
Haarlcreme —> auch Haar|kre]me: die;
- ; -s u. -n/Haarlkrsm: die; - ; -s u.
fugs.j der; -s; -e u. -s Pflegeprodukt
für Kopfhaare, das z. B. die Haar¬
struktur, den Sitz der Haare verbes¬
sern soll »Der Mann frisierte die Haa¬
re mit der Haarcreme zurück.«
haalren: haart; haarte; hat gehaart
(viele) Haare verlieren »Die Katze
haart im Moment besonders.«
Haarjentjferjner: der; -s; - a) Gerät zum
Abrasieren der Haare b) Creme, die
Körperhaare selbständig ablöst »Der
Haarentferner wird mit einem Spatel
aufgetragen.«
Haarjeijsatz: der; -es; - a) Perücke b)
Toupet, (Teil-)Perücke für einen
Mann
Haa)resjbrei|te: in der Wendung um
Haaresbreite: fast; beinahe »Um
Haaresbreite schrammten sie an einem
Unglück vorbei.«
Haartfaiibe: die; - -n Farbton des
Haars
haarjfein: Adj. so dünn wie ein Haar;
äußerst fein u. ganz dünn, kaum
sichtbar »In der Dichtung ist ein haar¬
feiner Riß.«
Haar|fejstljger —» Haar|fes|ti|gei: der;
-s; - (vor dem Trocknen der Haare
aufgetragene(r)) Flüssigkeit, Schaum,
die/der eine Frisur haltbarer macht
haartaelnau: Adj. n. stg. [ugs.] sehr ge¬
nau, detailliert »Du mußt mir haarge¬
nau erklären, was passiert ist!«
Haarjigel —» Haaiji|gel: der; - ; -s
Ameisenfresser, den es nur auf Neu¬
guinea gibt, zu den Schnabeltieren,
Unterart der Säugetiere, gehörend,
mit einer langen Schnauze u. einer
langen Zunge, an deren Spitze Sta¬
cheln sitzen
haafrig: Adj. 1 sehr viele Haare (!) ha¬
bend 2 [ugs.] nicht einfach; mit
Schwierigkeiten, Problemen beladen
»Das ist eine haarige Angelegenheit.«
Haaijklam|mer: die; - ,• n (schmücken¬
der, dekorativer) Gegenstand zum
Befestigen, Feststecken des Haares
haar|klein/haarjklein: Adj. [ugs.] sehr
genau, detailliert »Sie erklärte dem
Schüler die Aufgabe haarklein, damit
er sie endlich verstand.«
Haariklemlme: die; - ; -n kleine
(schmucklose) Spange zum Feststek-
ken der Haare
Haaijkranz: der; -es; -kränze 1 <Frisun
Zopf, der um den Kopf geschlungen
ist »Der Haarkranz wurde für die
Hockzeit mit Blumen geschmückt.« 2
nach Haarausfall (besonders bei
Männern) verbliebener ringförmiger
Rest der Kopfbehaarung »Der Haar¬
kranz wurde bei dem alten Mann im¬
mer dünner.«
Haarlkrem: die; - ; -s u. [ ugs.j der; -s; -e
u. -i/Haarlcreme: —> auch Haar[kre|-
me die; - ; -s u. -n Pflegeprodukt für
Kopfhaare, das z. B. die Haarstruk¬
tur, den Sitz der Haare verbessern soll
»Der Mann frisierte die Haare mit der
Haarcreme zurück.«
—» Haar[kre|me: s. Haarcreme/Haar-
krem
Haarjlack: der; -(e)s; -e Spray, das der
Frisur Festigkeit u. Glanz gibt »Sie
besprühte die Frisur mit Haarlack.«
Syn;. (nicht ganz so stark festigend)
Haarspray
haaijlos: Adj. n. stg. ohne Haare; glatz¬
köpfig; kahl »Die Nacktmaus ist voll¬
kommen haarlos.«
Haaijnä|del|kur|ve: die; - ; -n im Radius
sehr enge, in ca. 180J verlaufende
Kurve »Diese Haarnadelkurve ist im
Winter besonders tückisch.«
Haarjnetz: das; -es; -e altmodisches,
sehr dünnes Netz, das die Frisur zu¬
sammenhält, verhindert, daß diese z.
B. beim Schlafen die Form verliert
Haarjpftelge: die; - ; -n a) o. PI alle
Maßnahmen zur Pflege, zum Aufbau
des Haars (z. B. Haarwäsche mit be¬
sonderem Shampoo) »Der Frisör ist
ein Spezialist für die Haarpflege.« b)
Produkt, mit dem Haarpflege (a)
durchgeführt wird »Diese Haarpflege
wird nach dem Waschen aufgetragen.«
HaaririB —* Haarlriss: der; -risses;
-risse sehr feiner, mit dem Auge kaum
erkennbarer Riß in verschiedenen
Materialien »Auf dem Röntgenbild
ließ sich der Haarriß im Knochen deut¬
lich erkennen.«
Haar|rob|be: die; ~ : -n zu den Robben
gehörende Tierart, die sich von Pelz¬
robben dadurch unterscheidet, daß
sie nicht so viel Unterbehaarung be¬
sitzt u. eine stumpfere Schnauze hat
haarjscharf: Adj. n. stg. a) so gerade
noch (an etw. vorbei) »Ich bin haar¬
scharf an einer Fünf in Mathematik
vorbeigekommen.« b) sehr exakt, ge¬
nau »Das war haarscharf kalkuliert.«
Haar|schlei|fe: die; ~ ; -n dekoratives,
zur Schleife gebundenes Band, das
die Frisur (zusammen )hält »Die blaue
Haarschleife paßte wunderbar zu ih¬
rem blonden Haar u. zu dem blauen
Kleid.«
Haarjschnitt: der;-(e)s; -e Frisur durch
Schneiden, Stutzen der Haare, die
dem Haar eine bestimmte Form gibt
Haarjschopf: der; -(e)s; -schöpfe (be¬
sonders dichtes) Kopfhaar
Haar|spal|tejrei: die; - ; -en [abwert.J Er¬
wähnung, Heranziehung völlig ne¬
bensächlicher Aspekte eines Sachver¬
halts, die nicht den wirklichen Kern
einer Sache betreffen »Diese Haar¬
spaltereien hindern uns daran, zu ei¬
nem Ergebnis zu kommen.« Syn.:
Spitzfindigkeit
haar|spal|te|risch: Adj. [ugs.] übertrie¬
ben genau (eine Tatsache darstellend,
analysierend) »Die beiden Männer
stritten sich haarspalterisch über die
Vorzüge der einzelnen Biersorten.«
Haarlspanlae: die; - ; -n dekorative
Haarklemme; Gegenstand, mit dem
das Haar zusammengehalten wird
Haarjspray: der u. das; -s; -s Haarfesti¬
ger, der auf die fertige Frisur gesprüht
wird, damit diese die Form behält u.
nicht durch Wind o. ä. durcheinan¬
dergerät
Haarjstoplpel: der; -s; -n Bart- od.
Kopfhaar, das kurz über dem Haar¬
ansatz geschnitten ist, so daß nur ein
sehr kurzes, hartes Stück zurück¬
bleibt »Nach der Rasur des Haares
waren nach drei Tagen wieder die er¬
sten Haarstoppeln zu sehen.«
485
Haarsträhne
Haaristrählne: die; ~ ; -n dünner Strang
von Haaren »Die Haarsträhne wurde
blond eingefärbt.«
haarlsträulbend: Adj. [ugs.] als entsetz¬
lich od. grauenhaft empfunden »Die
Mordszene im Film war haarsträubend
u. grausam.«
Haarlteil: das; -(e)s; -e künstlicher
Haarstrang, der unsichtbar in das ei¬
gene Haar gesteckt, eingearbeitet
wird
Haar[tol|le: die; - ; -n aus Haaren ge¬
formte große Locke od. Welle am
Oberkopf »Elvis machte die Haartolle
populär.«
Haartracht: die; - ; -en [veralt.] Frisur,
die zu einer bestimmten Zeit od. in be¬
stimmten Regionen getragen wurde,
wird
Haarltrocklner: der; -s; - warme Luft
ausstoßendes elektrisches Gerät zum
Trocknen der Haare »Die Stärke des
Luftstroms kam bei diesem Haar¬
trockner stufenlos eingestellt werden.«
HaaHvolgel: der; -s; -vögel in den Tro¬
pen beheimateter Singvogel mit fast
kahlem Hinterkopf u. ansonsten lan¬
gem Gefieder
Haarlwaslser das; -s; -Wässer zur Pflege
des Haares, der Kopfhaut verwendete
Flüssigkeit »Das Haarwasser soll die
Haare stärken.«
Haar)wild: das; -(e)s; - mit einem Fell
ausgestattete Wildtiere »Die Rehe u.
das übrige Haarwild werden an speziel¬
len Fütterungsstellen versorgt.«
Haarlwirlbel: der; -s; - kreisförmig,
nicht in eine Richtung an einer Stelle
aus der Kopfhaut herauswachsende
Haare
Haarlwuchs: der; -es; -wüchse (PI. s.)
(Art u. Weise des) Wachsen(s) der
Haare »Sie hat einen kräftigen Haar¬
wuchs.«
Haariwurlzel: die; - / -n Teil des Haares,
der unter der Kopfhaut liegt
Hab|acht)stel|lung: die; ~ / -en <Milit.>
aufrechte, starre (auf das Kommando
»Stillgestanden« erfolgende, einge¬
nommene) Körperhaltung »Die Ha¬
bachtstellmg gilt als Ehrenbezeugung
gegenüber dem Vorgesetzten.«
Ha|be: die; - ; - a) gesamtes Besitztum
»Bei dem Brand verlor er seine ge¬
samte Habe.« b) Hab u. Gut: alles, was
einem gehört, was man besitzt »Man
hat ihn um sein Hab u. Gut betrogen.«
halben: hast; hattest; hast gehabt 1 a)
etw. als Eigentum besitzen »Er hat ein
großes Auto.« b) etw. als Eigenschaft
besitzen o. ä. »Sie hat lange Haare,
ein gutes Herz.« c) im Besitz (auch
charakterlich) von etw. sein »Er hat
viel Geduld, Zeit.« 2 von etw. be¬
drückt, befallen sein »Sie hat Heim¬
weh, Hunger, Schnupfen.« 3 aus einer
Menge bestehen »Die Wohnung hat
vier Zimmer.« 4 müssen »Er hat viel
zu lernen, um die Prüfung zu
bestehen.« 5 Hilfsverb zur Bildung
der Zeitformen des Perfekts u. Plus¬
quamperfekts »Er hat(te) Urlaub
beantragt.« 6 etw. für sich haben: lo¬
gisch sein »Diese Idee hat etw. für
sich.« 7 ich hab’sl: [ugs.] ich hab’ die
Lösung »Ich hab’s, der Schlüssel liegt
in der Schublade.« 8 was jmd. an
jmdm., etw. hat: wie hilfreich, nütz¬
lich jmd., etw. für jmdn. ist »Er weiß
gar nicht zu schätzen, was er an ihr
hat. ♦ Hoffentlich weiß er, was er an ei¬
ner guten Ausbildung hat.« 9 hast du’s
nicht ein bißchen Meiner —» ein
bisschen kleiner?: [ugs.] Aufforde¬
rung, nicht so zu übertreiben, anzuge¬
ben 10 a) zu haben sein: zu erhalten
sein »Das ist schon für wenig Geld zu
haben.« b) noch 2u haben sein: [ugs.]
noch ledig sein »Die Blondine dort ist
noch zu haben.« 11 etw. gegen jmdn.
haben: jmdn. nicht mögen, ihn ableh¬
nen 12 etw. hinter sich haben: etw.
überwunden haben »Diese unange¬
nehme Sache haben wir glücklicher¬
weise hinter uns.« 13 haste, hast du
nicht gesehen: [ugs.] blitzschnell »Er
klaute einen Apfel, u. haste nicht gese¬
hen, war er verschwunden.« 14 etwJ
nichts von etw. haben: einen/keinen
Vorteil von etw. haben »Von dieser
Sache habe ich nichts gehabt.« 15
etw., was mit jmdm. haben: [ugs.]
eine (intime) Beziehung, ein sexuelles
Verhältnis mit jmdm. haben 16 da
hast du's; da haben wir’s: [ugs.] ver¬
ärgerter Ausruf, wenn etw. mißlingt,
etw. Unangenehmes geschieht, das
man bereits erwartet hat »Da haben
wir’s, nun ist der Reifen platt.« 17 u.
damit hat es sich, hat sich’s: [ugs.]
das war es; das ist alles; mehr ge¬
schieht, gibt es o. ä. nicht »Er be¬
kommt fünfzig Mark zum Geburtstag,
u. damit hat sich's.« 18 für etw. zu ha¬
ben sein: a) Interesse an etw. haben
»Für ein gutes Geschäft ist er immer zu
haben.« b) etw. besonders mögen
»Für ein gutes Essen bin ich stets zu
haben.« 19 wer hat, der hat: [neidvoll
od. iron., scherzh.J es ist so, man kann
nichts dagegen tun, man muß es als
gegeben hinnehmen 20 nicht viel auf
sich haben: [ugs.] etw. ist ziemlich be¬
deutungslos »Diese kleine Verletzung
hat nicht viel auf sich.« 21 wie gehabt:
[ugs.] wie immer »Es ist immer das
gleiche, wie gehabt.«
Ha|be|nichts: der; - ; -e [ugs.] Person,
die nichts besitzt, arm ist
Ha|ben|sei|te: die; - ; -n <\Virt.> Gutha¬
benseite eines Kontos, auf der das
vorhandene, eingenommene Geld,
die Aktiva eingetragen, verzeichnet
sind
Hablgier: die; - ; - [abwert.] starker
Wunsch, etw. u. immer mehr zu besit¬
zen »Seine Habgier ist nicht zu befrie¬
digen.« Ant.: Bescheidenheit
hab|gie|rig: Adj. raffsüchtig; nach im¬
mer mehr Geld, Gütern strebend
»Habgierig strich der Mam das ganze
Geld ein.«
hab|haft: Adj. n. stg. meist in der Wen-
~dung jmd. wird einer Sache habhaft:
jmd. kommt in den Besitz einer Sache
»Nach drei Jahren Rechtsstreit, wird
er endlich der Sache habhaft.«
Ha|bicht: der; -s; -e Greifvögel mittlerer
Größe, mit breiten Schwingen u. lan¬
gem Schwanz, der sich von kleineren
Tieren ernährt
Ha|bichts|na|se: die; - ; -n [abwert.] ha¬
kenförmige Nase, die Ähnlichkeit mit
dem großen, gekrümmten Schnabel
eines Raubvogels aufweist
Ha[bi|li|ta|ti[on: data /habilitazion/ die;
- ; -en schriftliche Arbeit zum Erwerb
der Lehrberechtigung an einer Hoch¬
schule »Die Habilitation muß veröf¬
fentlicht werden.«
Hajbi|li|ta|ti|ons]sc)irift: <lat.; du /habi¬
litazion ß-/ die; - ; -en schriftliches
wissenschaftliches Werk, zum Erwerb
der Lehrberechtigung an Hochschu¬
len u. Universitäten im Rahmen des
Habilitationsverfahrens »Die Habili¬
tationsschrift muß veröffentlicht wer¬
den.«
ha|bi|li[tie|ren, sich: habilitierst dich; ha¬
bilitiertest dich; hast dich habilitiert
die Lehrberechtigung für Universitä¬
ten erwerben
Ha|bit: dat.-fr.> das u. der; -s; -e Klei¬
dung, die einer beruflichen Stellung,
Umgebung entspricht, für gewisse be¬
rufliche Anlässe vorgeschrieben ist
»Das Habit vor Gericht besteht aus ei¬
nem langen schwarzen Mantel.«
Ha|bit: dat.-fr.-engh /häbit/ das u. der;
-s; - Eigenschaft o. ä., die bei einer
Person darauf zurückgeführt wird,
daß sie es gewohnt ist, es gelernt hat
o.ä.
Ha|bi|tat: data das; -(e)s; -e 1 <Bio.> Le¬
bensraum, in dem eine Tier- od.
Pflanzenart regelmäßig vorkommt 2
[geh.] Wohnung; Wohnstätte; Wohn-
raum »Er gab sich viel Mühe, sein Ha¬
bitat seinem Status entsprechend zu
gestalten.«
ha|bi]tua|li|sje|ren —> ha|bi|tu|a|li|sie|-
ren: dat.> habitualisierst; habituaiisier-
test; hast habitualisiert üblich werden,
machen »Der Mann hatte den Tages¬
ablaufhabitualisiert.«
Ha|bi|tua|ti|gn —» Ha|bi|tu|a{ti|on: dat.>
/habituazion/ die; - ; -en [geh.] Ge¬
wöhnung an etw.
Hab|se|lig|keit: die; ~ ; -en (m. PI.) a)
Gegenstand, Sache, die jmdm. gehört
b) seine Habseligkeiten
(zusammen)packen: jmd. packt sei¬
nen wenigen Besitz zusammen (u.
geht, reist ab) » Wütend packte er seine
Habseligkeiten zusammen u. verließ
die Wohnung.«
Hab|suchfc die; - ; - krankhafte Gier,
immer mehr Geld, Güter an sich zu
bringen, zu erlangen »Die Habsucht
machte den Geschäftsinhaber zu einem
sehr unangenehmen Geschäftspart¬
ner.«
hab|süch|tig: Adj. gierig, immer mehr
Geld, Güter an sich zu bringen, zu er¬
langen »Habsüchtig rissen die Ver¬
wandten die Erbschaft an sich.«
Habt|acht|stel|lung: die; - ; - <Milit.>
aufrechte, starre (auf das Kommando
»Stillgestanden« erfolgende, einge¬
nommene) Körperhaltung
Hach|se/[süddt.] Ha|xe: /hakße/ die; - ;
-n a) (zum Essen zubereiteter) unterer
Teil des Beines von Schwein od. Kalb
»Ich habe eine gegrillte Schweinshaxe
bestellt.« b) <übertr.> [scherzh.] Bein
eines Menschen »Ich bin über deine
langen Hachsen gestolpert.«
Hack: das; -s; - kurz Jur Hackfleisch,
Gehacktes »Das Hack wird gut ge¬
würztgebraten.«
Hack|bank: die; - ; -bänke Vorrichtung,
auf der von Metzgern Knochen verar-
486
Haflinger
beitet, gehackt werden »Die Hack¬
bank ist aus Hartholz.«
Hackfbeil: das;-(e)s; -e Axt, Gerät zum
"Zerhacken von etw. (z. B. Holz,
Knochen) »Das Hackbeil hat eine ho¬
he, breite Schnittfläche.«
Hackbrett: das; -(e)s; -er 1 Platte, Brett
aus Holz, auf der/dem Gemüse od.
Kräuter zerhackt werden können
»Das Hackbrett ist aus Hartholz.« 2
zitherähnliches Instrument der alpen¬
ländischen Volksmusik, dessen Saiten
mit Klöppeln angeschlagen werden
Hacke (Hak|ke —> Ha|cke): die; - ; -n 1
a) Gerät zum Lockern der Erde bei
der Gartenarbeit mit einem Holzstiel
an einem Metallkeil, -blatt »Er lok-
kerte mit einer Hacke den Boden auf.«
b) [österr.] Beil od, Axt 2 hinterer Teil
des Fußes, der Ferse »Er hat mir in die
Hacken getreten.« 3 Absatz eines
Schuhs »Der Hacken hat sich gelöst.«
4 sich die Hacken ablaufen: [ugs.]
viele Wege zurücklegen, um etw. zu
finden, zu erreichen S a) sich an jmds.
Hacken hängen: [ugs.] einer Person
nachgehen, die Verfolgung aufneh¬
men, hinter ihr hergehen, dicht bei ihr
bleiben b) jmdm. (dicht) auf den Hak-
ken sitzen, sein: [ugs.} einer Person
nachgehen, die Verfolgung aufneh¬
men, hinter ihr hergehen, dicht bei ihr
bleiben c) jmdm. nicht von den Hak-
ken gehen: [ugs.] a) einer Person
nachgehen, die Verfolgung aufneh¬
men, hinter ihr hergehen b) jmdn. an¬
dauernd belästigen 6 einen im Hak-
ken haben; die Hacken voll haben:
stark angetrunken od. betrunken
sein, einen Alkoholrausch haben
Hacken (Hak|ken —> Hajcken): das; -s;
- das Zerteilen von etw. in kleine
Stücke mit einem scharfen Gegen¬
stand, einer Klinge durch viele
Schnitte »Durch das Hacken tritt die
Flüssigkeit in den Gewürzen aus u.
kann durch das Salz auf gesogen wer¬
den.«
Hacken (Hak|ken —* Ha|cken): der; -s;
- [ugs.] hinterer Teil des Fußes
»Durch die neuen Schuhe waren die
Hacken voller Blasen.« Syn.: Ferse
hacken (hak|ken —* hajcken): hackst;
hacktest; hast gehackt 1 a) etw. mit ei¬
nem scharfen Gegenstand, einer Klin¬
ge durch viele heftige Schnitte auf ei¬
nem Brett o. ä. in kleine Stücke zertei¬
len »Die Kräuter müssen gehackt wer¬
den, bevor sie zu der Suppe kommen.«
b) Holz mit einer Axt in Scheite zer¬
kleinern »Holz für den Kamin hacken«
2 <Vogel> mit dem Schnabel dem Bei¬
ßen ähnliche Handlung ausführen,
um jmdn., etw. abzuwehren, anzug¬
reifen, sich zu verteidigen
Hackenjtrick (Hak|ken|trick —» Ha|-
cken|trick): der; -s; -s überraschender
Spielzug beim Fußball, bei dem der
Ball mit der Ferse zum Mitspieler ge¬
spielt wird »Der Spieler übergab den
Ball durch einen Hackentrick an seinen
Mitspieler, der dam das Tor schoß.«
Hacker (Hak|ker —* Ha]cker): <engl.>
/häcker/ der; -s; - weiht. Hackerin
(Hak|ke|rin —» Ha|cke(rin): die; - ;
•nen Person, die widerrechtlich in
fremde Datenbanken eindringt
Hack|fieisch: das; -(e)s; -1 mit Hilfe ei-
"nes Fleischwolfes o. ä. zerkleinertes
Fleisch »Das Hackfleisch wird ge¬
würzt zu Frikadellen verarbeitet.« 2
jmd. macht Hackfleisch aus jmdm.:
[ugs.] jmd. verprügelt, verletzt, tötet
jmdn. blutig, brutal (aus Rache, als
Bestrafung für etw.)
Hackjmes[ser. das; -s; - 1 großes Mes¬
ser mit einer langen, scharfen (gebo¬
genen) Klinge »Das Hackmesser muß
regelmäßig geschärft werden.« 2
scharfe(s) Blatt, Schneide von Hack-
od. Spaltwerkzeugen »Das Hackmes¬
ser muß aus besonders gehärtetem
Stahl bestehen.«
Hack|ord|nung: die; - ; -en Begriff aus
der Verhaltenslehre, der die soziale
Rangordnung innerhalb einer (Tier-)
Gruppe, speziell bei Vögeln, be¬
schreibt »Er ist das oberste Glied in
der Hackordnung.«
Häck[sel|ma|schi|ne: die; - ; -n Gerät
zum Zerkleinern (von Stroh,
Pflanzenabfällen) »Die Häckselma¬
schine verarbeitet die Holzabfälle zu
Mulch.«
häckjseln: häckselst; häckseltest; hast
gehäckselt Stroh, Pflanzenabfälle,
Äste u. ä. mit einer Häckselmaschine
zerkleinern
Hackjsteak: das; -s; -s aus gehacktem
Fleisch geformtes, gewürztes Stück
zum Braten, Grillen »Zu dem Hack¬
steak gehört Ketchup.«
Ha[der der; -s; - [geh.] (nicht offen aus¬
getragener) Streit; (nicht offen geäu¬
ßerte) Wut, Unzufriedenheit über ein
Verhalten, einen Zustand »In der ka¬
putten Ehe gab es nur Hader u.
Streit.«
hafde|rig: Adj. [landsch.] (aufgrund von
Wut über etw.) streitsuchend
Ha|der|lump: der; -en; -en [bayr.,
österr., sonst veralt.] Mensch, der ver¬
kommen ist u. sich herumtreibt
hafdern: haderst; hadertest; hast geha¬
dert [geh.] 1 wegen etw. unzufrieden
sein u. sich ständig beklagen »Sie ha¬
derte mit ihrem Schicksal.« 2 sich mit
jmdm. wegen etw. auseinandersetzen,
streiten »Sie haderten ständig.«
ha|dern|hal)tig: Adj. n. stg. (Papien
Stoffrückstände, Stoffreste enthal¬
tend »Das kostbare Büttenpapier ist
hademhaltig.«
ha|der]süch|tig: Adj. streitsuchend;
konfliktsüchtig »Der cholerische
Mann ist hadersüchtig.«
Ha|des: <gr.> der; - ; - <Mythologie> a)
griechischer Gott des Totenreichs b)
Unterwelt; Totenreich
Hadsch: <arab.> der u. die; - ; - Pilger¬
fahrt der Moslems nach Mekka »Die
Hadsch ist für Moslems eine der reli¬
giösen Pflichten.«
Ha|dschi —» Hadjschi: <arab.-türk.i
der; -s; -s Ehrentitel eines Pilgers, ei¬
nes Moslems, der nach Mekka gepil¬
gert ist
Haf.: Abk. Hafen
Halfen: der; -s; Häfen 1 Ankerplatz für
Schiffe mit Einrichtungen zur Versor¬
gung u. zum Umschlag von Gütern u.
Passagieren » Wir laufen morgen früh
im Hafen ein.« 2 in den Hafen der Ehe
einlaufen: [ugs.} eine Ehe eingehen;
jmdn. heiraten 3 in den letzten Hafen
einlaufen: [verhüll.] den Tod finden;
sterben; das Leben verlieren
Hä|fen: der; -s; - [österr.; ugs.] Gefäng¬
nis
Ha[fen|amb das; -(e)s; -ämter Behörde,
die in einem Hafen den Verkehr der
Schiffe, Waren regelt u. beaufsichtigt
»Das Hafenamt liegt direkt an der
Pier.«
Ha|fen|an[la|ge: die; - ; -n alte techni¬
schen u. baulichen Gegebenheiten,
die zu einem Hafen gehören »Die Ha¬
fenanlagen sind durch die Springflut
stark beschädigt worden.«
Ha|fen|arjbei|ter: der; -s; - weibl. [sel¬
ten] Ha|fen|ar|bei|te|rin: die; ~ ; -nen
jmd., der in einem Hafen körperlich
arbeitet »Der Hafenarbeiter zog sich
für seine Arbeit einen Blaumam an.«
Ha|fen|eintfahrfc die; • ; -en Eingang,
Zufahrt für die Schiffe in den Hafen
»Die Hafeneinfahrt wird durch zwei
Leuchtfeuer markiert.«
Ha[fen[ge|{än|de: das; -s; - gesamtes
Gebiet, das zum Hafen gehört »Das
Hafengelände ist durch die Flut u. den
Sturm überflutet worden.«
Ha|fen|mei|ster —■* Ha|fenjmeis)ter:
der;-s;~ weibl. Ha]fen|meijate|rin—>
Ha|fen[meis]te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die mit der gesamten Leitung,
der Oberaufsicht im Hafen beauftragt
ist »Der Hafenmeister überwacht das
Anlegen des Schiffes.«
Ha]fen|mo||e: die; • ; -n künstlicher
Damm im Wasser, der den Hafen vor
Brandung u. Versandung schützt
Ha|fenjrand|fahrt: die; - ; -en touristi¬
sche Besichtigung des Hafens von ei¬
nem Boot aus »Die Hafenrundfahrt
durch den Duisburger Binnenhafen ist
sehr interessant.«
Hajfenfstadt: die; - ; -Städte Stadt, die
einen (See-)Hafen hat »Hamburg ist
eine der größten Hafenstädte Euro¬
pas.«
Ha|fen|vierttel: das; -s; - durch viele
Gastwirtschaften u. maritime Betrie¬
be geprägtes Gebiet rund um den Ha¬
fen
Hgjfer: der; -s; - 1 Getreide mit rispen¬
ähnlichen Fruchtständen »Hafer ist
ein beliebtes Viehfutter.« 2 jmdn.
sticht der Hafer, [ugs.] eine Person
wird zu übermütig
Ha|fer[brei: der; -(e)s; • Speise, die aus
Haferflocken u. Milch (od. selten
Wasser) gekocht, zubereitet wird
Ha|fer]flocke (Ha(fer]flok|ke—» Hajferj-
flo|cke): die; - ; -n (m. PI.) in eine be¬
stimmte Form gepreßtes Haferkorn,
das man als Nahrungsmittel verwen¬
det
Ha|feiimehl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
Mehl, das aus Haferkömem gewon¬
nen, gemahlen wird
Haff: das; -(e)s; -s u. -e (PI. s.) an einer
Flachküste gelegener, von einer
Landzunge oder von Inseln geschütz¬
ter Teil des Meeres »Das Kurische
Haff liegt östlich von Danzig.«
Haf|lin|ger: der; -s; ~ Name für ein tiro¬
ler Bergpferd, das zu den Warmblü¬
tern zählt, gedrungen u. fuchsfarben
ist u. als sehr ausdauernd gilt »Die
Haflinger haben sowohl Araber als
auch Kaltblüter als Vorfahren.«
487
Haft
Haft die; ~- a) Freiheitsentzug (im Ge¬
fängnis) als Strafe für eine ungesetzli¬
che Tat, Handlung »Er wurde wegen
des Bankraubes zu drei Jahren Haft
verurteilt.« b) jmdn. in Haft nehmen:
jmdn. verhaften (um ihn einer ge¬
richtlichen Verurteilung zuzuführen
-haft: Wortbildungselement; dient der
Adjektivierung; -hafter; -hafteste ähn¬
lich dem im Basiswort Ausgedrück¬
ten; wie das im Basiswort Ausge¬
drückte »mädchenhaft♦ vorbildhaft«
Haft(g): Abk. Haftung
Haft|an|stalt: die; - ; -en [geh.] Justiz¬
vollzugsanstalt, Gefängnis, in dem
Strafgefangene ihre jeweilige Strafe
verbüßen »ln der Haftanstalt sitzen
zweihundert Gefangene ein.«
Haft|aus|setjzung: die; - ; -en Unterbre¬
chung, Beendigung einer Haftstrafe
(unter Voraussetzung der
Bewährung) »An die Haftaussetzm-
gen waren verschiedene Bedingungen
geknüpft, die aber eine schnellere Ein¬
gliederung in die Gesellschaft ermögli¬
chen sollten.«
haftb.: Abk. haftbar
Haft|baijma|chung: die; - ; -en (PI. s.)
rechtliche Zuweisung der Verantwor¬
tung, Schadensersatzpflicht für einen
Vorfall »Die Haftbarmachung des
Verursachers wurde durch das Gericht
bestätigt.«
Haft|be|fehl: der; -(e)s; -e schriftliche
Anordnung eines Richters, aufgrund
deren eine Person, die einer Straftat
verdächtig ist, in Haft genommen
werden kann »Der Haftbefehl kann
nur auf Grund eines dringenden Tat¬
verdachtserlassen werden.«
Haft|dau]er: die; -; -n 1 Länge der Haft;
Dauer einer Gefängnisstrafe, Ge¬
fangenschaft »Die Haftdauer war der
Straftat angemessen.« 2 Zeitraum,
während dessen jmd. für etw. haften,
garantieren muß
haf|ten: haftest; haftetest; hast gehaftet
1 festkleben u. sich nicht od. nur
schwer lösen »Der Lippenstift haftet
gut.« 2 für etw. die Verantwortung
tragen »Eltern haften für ihre Kinder!«
—> hafjten bleijben: s. haftenbleiben
haf|ten|blei|ben —> haf|ten bleifben:
bleibst haften; blieb(e)st haften; bist
haftengeblieben —>bist haften
geblieben«— an etw. festkleben; mit
etw. fest verbunden bleiben
Haft|ent|las|sung: die; - ; -en Entlas¬
sung, Freigabe von jmdm. aus der
Haft, der Justizvollzugsanstalt
haft|fä|hig: Adj. n. stg. 1 <Rechtsw.> in
der Lage, einen Gefängnisaufenthalt
(gesundheitlich) zu überstehen »Das
Urteil wurde zur Bewährung ausge¬
setzt, weil der Verurteilte nicht haftfä¬
hig war.« 2 in der Lage, an etw. zu kle¬
ben, haften
Haft|fäjhig|keit: die; -; - (Rechtsw.» kör¬
perliche od. geistige Fähigkeit, geeig¬
neter körperlicher od. geistiger Zu¬
stand zum Antreten, Absolvieren ei¬
ner Haftstrafe
Haft|frist: die; - ; -en 1 Zeitraum, wäh¬
rend dessen jmd. für etw. haften, ga¬
rantieren muß 2 <Rechts w.) Länge der
-Haft; Dauer einer Freiheitsstrafe, Ge¬
fangenschaft
Haft|kie|fen der; -s; - in den Tropen be¬
heimateter, in manchen Unterarten
giftiger, räuberischer Fisch
Häft|»ng: der; -(ejs; -e Person, die sich
(als Strafe für ein Verbrechen) im Ge¬
fängnis befindet, in einer Justizvoll¬
zugsanstalt inhaftiert ist
HaftpQ.tAbk. Haftpflicht
baftpft.tAbk. haftpflichtig
Haft|pflicht|verjsi|che]rung: die; - ; -en
^Versicherung, die für den Versicher¬
ten den anfallenden Schadensersatz
übernimmt (z. B. bei einem Autoun¬
fall)
Haft|prii|fung: die: - ; -en gesetzlich vor¬
geschriebenes Verfahren, in dem die
Voraussetzungen der Untersuchungs¬
haft durch ein Gericht überprüft wer¬
den (z. B. Flucht-, od. Verdunke¬
lungsgefahr)
Haft|rtch|ter: der; -s; - weibl. Haft|rich|-
te|rin: die; ~ ; -nen <Rechtsw.> Richte-
r(in) (am Amtsgericht), der/die für
den Erlaß eines Haftbefehls zuständig
ist
Haft]scha|le: die; - ; -n Kontaktlinse;
die Brille ersetzende durchsichtige
Schale aus Kunststoff od. Glas, die
direkt auf die Iris gesetzt wird »Die
Haftschalen einzusetzen braucht Ge¬
duld u. Übung.«
Haft]stra|fe: die; -; -n <Rechtsw.> von ei¬
nem Gericht über den Verurteilten
verhängte Gelängnis-, Freiheitsstrafe
»Die Haftstrafe war auf drei Jahre
festgelegt.«
haftjun|fä|hig: Adj. n. stg. <Rechtsw.>
körperlich od. geistig nicht in der La¬
ge, eine Freiheitsstrafe abzuleisten
»Durch seinen Herzinfarkt war der
Mannhaftunfähig geworden.«
Haft|un|fä|hig|keit: die; - ; - <Rechtsw.>
"körperlich od. geistig bedingte Unfä¬
higkeit, eine Haftstrafe zu verbüßen
Haftung: die; -; -en 1 <Rechtsw.> Pflicht
zum (finanziellen) Eintreten bei ei¬
nem Schadensfall »Der Hersteller
übernimmt die Haftung für sein
Produkt.« 2 o. PI. das Kleben, Haften
an etw.; die Verbindung von, mit etw.
Haft|ur|laub: der; -(ejs; -e (Rechtsw.»
Ausgang, Urlaub, der von, während
einer Freiheitsstrafe gewährt wird
»Der Häftling war nach dem Haftur¬
laub nicht zurückgekehrt.«
Ha|ge|but[te: die; -; -n a) Heckenrose b)
rote Frucht der Heckenrose »Die Ha¬
gebutte läßt sich getrocknet zu Tee
brühen.«
Ha|ge|dasch: der; -s; -s in Afrika vor¬
kommender Ibis (Vogelart) mit oliv-
bräunlichem Gefieder, der einen sehr
auffälligen lauten Schrei ausstößt
Ha|ge|dorn: der; -(e)s; -e Weißdorn;
mit Dornen besetzter Strauch mit
weißen, doldenförmigen Blüten
Ha|gel: der; -s; - meist heftiger Nieder¬
schlag in Form von Eiskömern »Der
starke Hagel zerstörte die Kornernte.«
Ma|ge(|korn: das; -(ejs; -körner t einzel¬
nes, rundliches Eisstück, das während
eines Hagelniederschlags auf die Erde
fällt »Hagelkörner können mikrosko¬
pisch klein sein, aber auch die Größe
eines Hühnereis haben.« 2 (Med.» erb¬
senkorngroße chronische Entzün¬
dung der Talgdrüsen des Augenlids
hajgeln: hagelt; hagelte; hat gehagelt 1
als Hagel niederschlagen »Gestern hat
es wieder tüchtig gehagelt.« 2 <übertr.>
häufig, in großer Anzahl Vorkom¬
men, hereinbrechen
Ha|gel|scha|den: der; -s; -schaden Sach¬
schaden, der durch einen sehr starken
Hagelschauer, das Auftreffen von
Hagelkörnern entstanden ist
Ha|gel|schau|er: der; -s; - kurzfristiger
Niederfall des Hagels, Niederschlag
in Form von rundlichen Eiskörnem
»Der Hagelschauer dauerte nur wenige
Minuten.«
ha]ger. Adj. (Figur; Körper» sehr dünn,
knochig »Sie hat ein sehr hageres Ge¬
sicht.«
Ha|ger1keit: die; - ; -1 (Mensch» (mit ei¬
ner gewissen Größe verbundene) Ma¬
gerkeit 2 (übertr.» mangelhafte(r) Er¬
trag, Ausstattung von etw.
H§|ge]stolz: der; -es; -e älterer, über¬
zeugter, ein wenig sonderlicher Jung¬
geselle
Hüben der; -s; - in vielen Arten auftre¬
tender mittelgroßer Vogel
HÜheijkuckuck (Hä|her|kuk|kuck —»
Hä[her|ku[ckuck): der; -s; -e Unterart
der Vogelart Kuckuck, die ihre Eier
in fremde Nester legt
Hahn: der; -(e)s; Hähne weibl. Hen|ne:
die; - ; -n weibl. auch Huhn: das;
-(ejs; Hühner 1 a) (Nutz-)Vogel der
Hühnervögelgattung, besonders des
Haushuhns, der gegessen wird u. als
weibliches Tier (Huhn, Henne) auch
gehalten wird, um Eier zu legen, die
dann nicht ausgebrütet, sondern
(vom Menschen) verzehrt werden
»Der Hahn krähte laut. • Die Hennen
haben viele Eier gelegt.« b) Hahn:
Hahn ist die allgemeine Bezeichnung
für einen männlichen Vogel wie
Henne für einen weiblichen Vogel, es
sei denn, es gibt bei dieser Vogelart
für das männliche Tier eine spezielle
Bezeichnung (wie männlich »ErpeU zu
weiblich >Ente<) »Wellensittichhahn«
c) Henne (nicht Huhn): Henne ist die
allgemeine Bezeichnung für einen
weiblichen Vogel wie Hahn für einen
männlichen Vogel, es sei denn, es gibt
bei dieser Vogelart für das weibl. Tier
eine spezielle Bezeichnung (wie weibl.
>Ente( zu männl. >Erpel() Wellensit¬
tichhenne« 2 nur männl. Form; PI.
auch Hahnen [fachsprl.] technische
Vorrichtung, aus der am Waschbek-
ken das Wasser fließt, mit dem das
Wasser auf- u. abgedreht wird »Der
Hahn tropft.« 3 nur männl. Form Aus¬
lösevorrichtung an Schußwaffen »Er
spannte den Hahn.« 4 von etw. soviel
verstehen, wie der Hahn vom
Eierlegen: gar nichts können, wissen,
verstehen 5 der Hahn im Kort>(e) sein:
[ugs.] als einziger Mann in einem
Kreis von Frauen »Bei dem Kaffee¬
kränzchen war er der Hahn im Korb.«
6 wenn der Hahn kräht auf dem Mist,
ändert sich das Wetter od. nicht, od.
bleibt, wie es ist: Versuche, das Wet¬
ter vorherzusagen, scheitern meistens
Hähn|chen: das; -s; - 1 junger Hahn
»Das Hähnchen stolzierte zwischen
den Hennen umher.« 2 Brathähnchen;
verarbeiteter, gegrillter, gebackener
Hahn
488
Halbedelstein
Hah|nen|bal|ken: der; -s; - <Bauw.> die
Dachsparren verbindender Querbal¬
ken im Dachgerüsteines Bauwerkes
Hah|nen|fe|der: die; - ; -n bunte, farbige
Schwanzfeder des Hahnes »Der Hut
wird durch eine Hahnenfeder ge¬
schmückt.«
Hah|nen|fuS|ge|wächs: das; -es; -e
Pflanze, Kraut mit Doldenblüten
(mit ca. 2000 Variationen) Dotter¬
blume u. Rittersporn sind Hahnenfu߬
gewächse.«
Hah|nen|kamm: der; -(e)s; -kämme 1
auf dem Kopf des Hahnes befindli¬
cher roter, gezackter Fleischlappen
»Der Hahnenkamm ist der Stolz eines
jeden Hahns.« 2 <übertr.> altmodische
Mädchen-, Damenfrisur mit einer
längs eingesteckten Haarrolle am
Oberkopf
Hah|nen|kampt: der; -(e)s; -kämpfe
^hauptsächlich in Mittelamerika u.
Spanien veranstalteter) Kampf zweier
abgerichteter Hähne gegeneinander,
bei dem auf den Sieger gewettet wird
»Der Hahnenkampf ist bei uns verbo¬
ten.«
Hah|nen|schrei: der; -(e)s; -e Krähen
eines Hahnes (am Morgen) »Der erste
Hahnenschrei weckte die Dorfbewoh¬
ner.«
Hah|nen|tritt: der; -(e)s; -e 1 auf dem
Eidotter befindlicher Samenfaden 2
kleines Schwarz-weiß-Muster in der
Textilindustrie »Der Anzug hatte ei¬
nen Hahnentritt.«
Hahn|rei: der; -s; -e [ugs.; abwert.]
"Mann, der von seiner Frau betrogen
wurde, wird
Hai: dsländ.-niederh der; -(e)s; -e zu
den Knorpelfischen zählender Mee¬
resraubfisch, meist langgestreckt u.
stromlinienförmig, besonders ge¬
kennzeichnet durch die spitze Rük-
kenflosse, der ständig in Bewegung
sein muß, um nicht zu sinken, da er
keine Schwimmblase besitzt
Hai|fisch: der; -(e)s; -e zu den Knorpel¬
fischen zählender Meeresraubfisch,
meist langgestreckt u. stromlinienför¬
mig, besonders gekennzeichnet durch
die spitze Rückenflosse, der ständig
in Bewegung sein muß, um nicht zu
sinken, da er keine Schwimmblase be¬
sitzt
Ha]|fiscft|flos|sen|sup|pe: die; ~ ; -n chi¬
nesische Suppenspezialität, die aus
den Flossen des Hais zubereitet wird
Hain: der; -(e)s; -e [poet.; veralt.] klei¬
nerer Waid »Der Garten grenzt an ei¬
nen Hain.«
Hain|bu|che: die; - ; -n Laubbaum, an
dem besonders die hängenden Blü¬
tenstände auffallen
Ha]r-Sty|list —* Hair|sty)list: <engh
/häjrsteilißt/ der; -en; -en weibl. Hair-
Sty|li|stin —* Halr|sty|lis|tin: die; - ;
-nen Friseur(in) (besonders für mo¬
derne Haarschnitte)«Der Hair-Stylist
schnitt die Haare.«
Häk|chen: das; -s; - kleiner Haken, ge¬
flogenes (Metall-)Stück zum Aufhän¬
gen von Kleidung, Gegenständen
H||kel|ar\beit die; - ; -en a) o. PI. Hand¬
arbeit, bei der mit einem Häkelhaken
u. Wolle ein Gewebe hergestellt wird
b) Gegenstand, der durch Häkelarbeit
(a) entstanden ist
Hä|kel]garn: das; -(ejs; -e Material,
Wolle o. ä., mit dem man Häkelarbei¬
ten hersteilen kann
ha|keln: häkelst; häkeltest; hast
gehäkelt a) ständig, oft nicht rei¬
bungslos, ohne Mühe aus einer tech¬
nischen Vorrichtung o. ä. zu entfer¬
nen, bewegen »Der Rückwärtsgang
des Autos kakelt.« b) <Sport> einen
Gegner unfair durch Einhaken von
Fuß od. Hand, Arm an einer Bewe¬
gung hindern
häfkeln: häkelst; häkeltest; hast gehäkelt
eine Handarbeit durch Verarbeitung
von Wolle o. ä. mit einer Häkelnadel
hersteilen »Ich häkele an einem Deck-
chen.«
Ha|ken: der; -s; - 1 (an der Wand befe¬
stigtes) nach oben gekrümmtes Stück
Metall, Plastik zum Anhängen von
etw. »Er hängte den Topflappen an
den Haken.« 2 Hindernis, Problem
bei einer Sache »Der Haken an der Sa¬
che ist, daß ich kein Geld für den Flug
habe.« 3 dem >V< ähnliches Schriftzei¬
chen, das die Richtigkeit, Korrekt¬
heit, Bestätigung von etw. signalisiert
»Sie machte einen Haken an die erle¬
digten Aufgaben.« 4 a) einen Haken
haben: [ugs.] etw. kann nicht stim¬
men; es ist, müßte nach logischem u./
od. menschlichem Ermessen, eine Be¬
dingung dabei zu erfüllen (sein) »So
einfach kann das doch nicht sein, die
Sache hat bestimmt einen Haken.« b)
da steckt, liegt, sitzt, ist der Haken
fim Sande verborgen): [ugs.] an dieser
Stelle ist das Problem zu finden 5 Was
ein Häkchen werden will, krümmt
sich beizeiten: a) schon im jungen
Menschen zeigen sich Begabungen,
zeigt sich Talent b) wenn man viel
können will, sollte man früh zu üben
beginnen
Hajken|biich|se: die; - ; -n <hist.> Hand¬
feuerwaffe mit Hakenstange
Ha|ken|kreuz: das; -es; -e a) gleich¬
schenkliges Kreuz mit vier in die glei¬
che Richtung weisenden abgeknick¬
ten Armen (als Symbol für die Sonne)
b) Hakenkreuz (a) als Symbol der Na¬
tionalsozialistischen Deutschen Ar¬
beiterpartei, der verbotenen faschisti¬
schen, nationalsozialistischen Bewe¬
gung
Ha|ken|kreuz|fah]ne: die; - ; -n Flagge,
Fahne (der Nationalsozialisten), auf
der das Hakenkreuz abgebildet ist
Ha|ken|na|se: die; - ; -n [abwert.] Nase,
die sehr stark gekrümmt, nach unten
gebogen ist
Ha|ken|nat|ten die; - ; -n im Westen
Nordamerikas beheimatete, nicht gif¬
tige Schlange
Ha|ken|ver|schluB —* Ha)ken)ver|-
schluss: der; -Verschlusses;
-verschlösse Schließe, Schloß, die/das
aus einem Haken mit Gegenhalterung
u. einer Öse besteht »Der Rock hatte
einen Hakenverschluß.«
Hafla|li: </r.> das; -s; - u. -s Ruf, Signal
bei der /zur Jagd
halb: Adj. n. stg. 1 nicht ganz, sondern
"nur zur Hälfte; zum Teil »Ich habe ei¬
nen halben Apfel gegessen. • Die halbe
Schule ist heute leer.« 2 halbe Portion:
[ugs.] 1. eine Person (oft Mann), die
man nicht für voll, nicht ernst, nicht
wichtig nimmt »Vor dem Versiche¬
rungsvertreter habe ich keine Angst; er
ist doch nur eine halbe Portion.« 2.
jmd. ist klein, dünn, zart »Essen Sie
nur tüchtig, Sie sind doch nur eine hal¬
be Portion?« 3 halb u. halb: 1. ein we¬
nig; fast »Ich konnte sie so halb u. halb
davon überzeugen.« 2. <Fleisch> zur ei¬
nen Hälfte aus Schweinefleisch u. zur
anderen Hälfte aus Rindfleisch be¬
stehend »Ich hätte gerne Gehacktes,
Gulasch halb u. halb.« 4 halbes
Hemd: [ugs.] schwächlich aussehen¬
der Mann » Wasfindest du mar an ihm?
Er ist doch nur ein halbes Hemd.« 5
(mH jmdm.) halb u. halb, halbe-halbe
machen: [ugs.] durch zwei teilen 6
nichts Halbes u. nichts Ganzes sein:
etw. ist nicht genug, zu wenig, nichts
Richtiges 7 Oer auf halbem Weg um¬
kehrt, irrt nur zur Hälfte: wenn man
seinen Irrtum o. ä. noch rechtzeitig
bemerkt, einsieht, ist der Schaden o.
ä., den man anrichtet od. selbst hat,
nur halb so groß
—» halb gar: s. halbgar
—> halb leer: s. halbleer
—» halb tot: s. halbtot
—* halb verhungert: s. halbverhungert
—> halb wach: s. halbwach
Halb|af|fe: der; -n; -n Säugetier, das auf
Bäumen lebt, den Affen zugerechnet
wird u. zum Greifen geeignete Hände,
Zehen besitzt
Halbjau|to|mat: der; -en; -en Gerät, bei
dem noch nicht alles automatisch
ausgeführt wird, sondern ein gewisser
Teil noch von Hand erledigt werden
muß »Der Siebdruck wird in kleinen
Stückzahlen oft mit Halbautomaten
gedruckt.«
Halb|au|to|ma|tik: die; - ; -en Vorrich¬
tung, die nur zum Teil automatisch
arbeitet »Die Halbautomatik wird
durch einen Fußschalter betätigt.«
halb(aufto[ma|tisch: Adj. n. stg. zum
Teil durch, über eine Automatik erle¬
digt, erfolgend »ein halbautomatisches
Getriebe«
halb|blind: Adj. n. stg. in der Sehfähig¬
keit sehr stark beeinträchtigt; fast
blind »Ohne Brille war er halbblind.«
Halb|blut: das; -(e)s; -e a) <Mensch>
[veralt.j Mischling; Kind von Ehern,
die verschiedenen Ethnien angehören
b) Pferd, dessen Eltemtiere von ver¬
schiedenen Rassen abstammen
Halb(bru|der: der; -s; -brüder weibl.
Halb|schwe|ster —> Halb|schwes|-
ter: die; - ; -n Bruder/Schwester, mit
dem/der jmd. nur ein Eltemteil ge¬
meinsam hat »Sie sind Halbgeschwi¬
ster, Halbbrüder, Halbschwestern,
weil sie denselben Vater haben.«
Halb)dun|kel: das; -s; - Zwischenzu¬
stand zwischen Dunkel u. Hell; nicht
ganz dunkler, abgedunkelter Zu¬
stand, Ort »Im Halbdunkel konnte er
den Mann unter der Laterne erken¬
nen.«
halb|dun|kel: Adj. n. stg. nicht ganz
dunkel, ohne Licht, aber auch nicht
hell »Das Zimmer war halbdunkel, so
daß sie nur Umrisse erkennen konnte.«
Halb|edel|stein —> Halb|e|del|stein:
der;-(e)s;-e Schmuckstein von gerin¬
gerer Härte u. niedrigerem Wert, der
nicht mehr zu den Edelsteinen gerech-
489
halbe-halbe
net wird »In dem Halsschmuck wurde
der Halbedelstein Lapislazuli verarbei¬
tet.«
hal|be-hal|be: in der Wendung halbe¬
halbe machen: etw. gleichmäßig auf¬
teilen »Die Geschwister beschlossen,
mit der Eisportion halbe-halbe zu ma¬
chen.«
Halb|fa|bri|kat —> Halb|fa[b|ri|kat: das;
-(e)s; -e <Wirt.> halbfertiges Produkt,
Erzeugnis
halbfett: Adj. n. stg. <Druckw.> 1
<Schrift> in der Ausprägung zwischen
dünn u. fett »Die Zwischenüberschrift
des Artikels wurde halbfett gedruckt.«
2 <Speise> in der Trockenmasse mehr
als 20% Fett enthaltend »Dieser Spei¬
sequark ist halbfett.«
Halbffifna|le: das; -s; - <Sport> im K. O.-
System ausgetragene, vorletzte Spiel¬
runde bei einem Wettbewerb mit
noch vier Teilnehmern »Das Halbfi¬
nale wurde von deutschen u. holländi¬
schen Spielern bestritten.«
Halb|flie|gen|ge|wicht: das; -fe)s; -e
~Sport; Schwerathletik) a) niedrige
Gewichtsklasse b) Sportlerin) der
Gewichtsklasse Halbfliegengewicht
halb|gar —> halb gar: Adj. n. stg. 1
~<Kochk.> nicht durch, nicht fertig ge¬
kocht »Du kannst die Kartoffeln noch
nicht abgießen, sie sind erst halbgar.«
2 [übertr.] a) nicht ganz fertiger, noch
unreifer Mensch b) noch nicht ausge¬
reift »Deine Gedanken sind doch halb¬
gar!«
Halb|ge|fro|ra|ne: das; -n; - (meist o.
Art. gebraucht: Halbgefrorenes)
<Kochk.> geformtes, noch cremearti¬
ges Speiseeis »Zum Nachtisch gibt es
Halbgefrorenes.«
Halb|ge|schoB —» Halb]ge|schoss:
das; -geschosses; -geschosse [österr.
weiterhin] -gejschoß: das; -es; -e <Ar-
chit.) sehr niedriges Zwischengeschoß
Halb|ge]schwi|ster —» Halb[ge|-
schwis|ter die (PI.) Geschwister,
Brüder u./od. Schwestern, die/mit de¬
nen jmd. nur einen Elternteil gemein¬
sam haben/hat
Halb|gott: der; -fe)s; -götter weibl.
Halb|göt|tin: die; - ; -nen Mytholo¬
gie) Wesen, das aus der Verbindung
mit einem göttlichen Wesen u. einem
Menschen stammt »Herkules war ein
griechischer Halbgott.«
Halb|her|zig[keit: die; - ; -en a) o. PI.
(zum Mißerfolg führendes) nicht sehr
großes, mangelndes Engagement b)
Handlung gegen den eigenen Willen,
ohne Engagement »Die Halbherzig¬
keit der Mitarbeiter ließ das Betriebs¬
klimasinken.«
Halb|idi|ot —» Halb|i|di|ot der; -en; -en
~weibl. Halb|idi|o|tin —* Halb|i]di|o|tin:
die; - ; -nen [ugs.; abwert.] dummer,
wenig intelligenter Mensch
hal|bie|ren: halbierst; halbiertest; hast
halbiert a) in zwei gleiche Teile
(auf)teilen »Sie halbierte den Apfel.«
b) etw. um die Hälfte verringern »Der
Umsatz hat sich halbiert.«
Halb|in|sel: die; - ; -n ein von drei Seiten
mit Wasser umgebener Teil des Lan¬
des mit schmaler Verbindung zum
weiteren Restland
Halbj.: Abk. Halbjahr
halbj.: Abk. a) halbjährig b) halbjähr¬
lich
Halb|jahr. das; -(e)s; -e a) Zeitspanne
eines halben Kalenderjahres »Jedes
Halbjahr ist die Rechnung fällig.« b)
Zeitspanne von sechs Monaten c]
Zeitspanne von sechs Monaten, die
eine Einheit in einem organisatori¬
schen Ablauf bilden »Schulhalbjahr«
halbljährjlich: Adj. n. stg. jeweils genau
nach einem halben Jahr wiederkeh¬
rend; jedes halbe Jahr, alle sechs Mo¬
nate erfolgend »Halbjährlich muß die
Rechnung beglichen werden.«
halbjhg.: Abk. halbjährig
halbjhl.: Abk. halbjährlich
Halb]ku|gel: die; - ; -n halbe Kugel; hal¬
bierter, runder, geometrischer Körper
»Auf der Südhalbkugel ist Winter,
wenn in Europa Sommer ist.«
Halb|kup|pel: die; ~ ; -n hohle Halbku¬
gel als Überdachung, Dach von
etw.«Die Halbkuppel war aus Glas u.
ließ viel Licht in den großen Raum.«
Halb|le|der: das; -s; - fester Buchein¬
band, der mit einem Lederrücken u./
od. Lederecken versehen ist »Das
Halbleder macht aus jedem Buch ein
Schmuckstück.«
halblleer/halblleer—> halb leer Adj. n.
stg. bereits (genau) bis zur Hälfte ge¬
leert; nur bis zur Hälfte gefüllt »Die
Flasche ist halbleer.«
Halb|lei|ter: der; -s; - <Elektrot.> 1 kri¬
stalliner Stoff (Selen, Silizium u. a.)
mit hohem spezifischen Widerstand,
der bei abnehmender Temperatur
steigt; Material, das in den letzten
Jahrzehnten in der Elektronik zuneh¬
mend an Bedeutung gewann 2 kurz
für Halbleiterbauelement (= Diode,
Transistor)
halbjmast: Adv. <Fahne> (zum Zeichen
der Trauer) nur bis zur Hälfte der
Masthöhe hinaufgezogen »Zu den
Trauerfeierlichkeiten wurden die Fah¬
nen auf halbmast gesenkt.«
Halb]me|tall: das; -(e)s; -e <Chemie>
chemische Grundsubstanz, mit nicht¬
metallischen u. metallischen Eigen¬
schaften
Halb|mond: der;-(e)s; - als Halbkreis,
Sichel am Himmel sichtbare Hälfte
des Mondes »Der Halbmond war in
der wolkenlosen Nacht deutlich zu se¬
hen.«
halb|mondlför|mig: Adj. n. stg. in Form
eines Halbmonds »Der goldene, halb¬
mondförmige Ohrring steht dir gut.«
halbjnackt: Adj. n. stg. [abwert.] mit we¬
nigen Kleidungsstücken bekleidet
»Er lief halbnackt über die Straße.«
Halb]pen|si|on: die; - ; - (Unterkunft in
einem Hotel o. ä. mit) Frühstück u.
einer weiteren warmen Mahlzeit am
Tag »In der Reise ist Halbpension in¬
begriffen.«
halb|rund: Adj. n. stg. genau einen hal¬
ben Kreis od. eine halbe Kugel bil¬
dend, betreffend »Der Tisch ist halb¬
rund.«
Halb|schat|ten: der; -s; - nur teilweise,
unzulänglich vor der Sonneneinstrah¬
lung geschützter Ort, Zustand »Das
Gewächs benötigt den Halbschatten.«
Halb|schuh: der; -(e)s; -e geschlossener
"Schuh, der bis zum, unter den Knö¬
chel reicht »Der Halbschuh ist aus Le¬
der.«
Halb|schür|ze: die; - ; -n Schürze, die in
der Taille zusammengebunden wird,
nur die vordere Körperhälfte bedeckt
u. ohne Latz ist »Die Halbschürze war
aus Leinen u. damit kochfest.«
Halb|schwer[ge|wicht‘ das; -(e)s; -e
<Sport; Schwerathletik) a) Gewichts¬
klasse zwischen Schwer- u. Mittelge¬
wicht b) Sportlerin) der Klasse Halb¬
schwergewicht
Halb|schweijge|wicht|ler: der; -s; ~
weibl. [selten] Halb{schwer|ge[wicht|-
le|iin: die; - ; -nen Sportler(in) der
Klasse Halbschwergewicht
Halb|schwe|ster —> Halb|schwes|ter.
die; ~; -n männl. Halb|bni|der: der; -s;
-brüder Schwester/Bruder, mit dem/
der man nur ein Elternteil gemeinsam
hat »Sie sind Halbgeschwister, Halb¬
brüder, Halbschwestern, weil sie den¬
selben Vater haben.«
Halb|set[de: die; - ; -n Gewebe, Stoff,
der nur zur Hälfte aus Seide u. zur
Hälfte aus Baumwolle o. a. besteht
»Das Kleid besteht aus Halbseide u. ist
dadurch besonders pflegeleicht.«
halb|sei|den: Adj. 1 n. stg. aus Halbsei¬
de, nur zur Hälfte aus Seide be¬
stehend 2 [veralt.] zwielichtig wir¬
kend, erscheinend
halb|sei|tig: Adj. n. stg. 1 <Med.> nur eine
Hälfte des Körpers betreffend »eine
halbseitige Lähmung« 2 eine halbe
Seite eines Papierblattes betreffend
»ein halbseitiger Brief«
Halb|star|ke: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Halbstarker; eine
Halbstarke; zwei Halbstarke) [ugs.;
abwert.] Jugendliche(r), der/die sich
laut u. provozierend in der Öffent¬
lichkeit bewegt
Halbfstiefel: der; -s; - Stiefel, hoher
Schuh, der knapp über den Knöchel
reicht »Könntest du bitte auch meine
Halbstiefel putzen?«
Halb|strauch: auch der; -es; -sträucher
"Pflanze, die eine Form zwischen Stau¬
de u. Strauch darstellt
halb|stün|dig: Adj. n. stg. eine halbe
Stunde andauernd »Die halbstündige
Bestrahlung mit Infrarotstrahlen soll
den Heilungsprozeß beschleunigen.«
Halb]stüijmer: der; -s; - <Sport> [veralt.]
Mittelfeldspieler beim Fußballspiel
halb|tä|gig: Adj. n. stg. einen halben
Tag andauernd
halb|täg|lich: Adj. n. stg. jeden halben
Tag stattfindend
halb|tags: Adv. regelmäßig jeweils einen
halben Tag lang
Halb|tags|aijbeit: die; - ; -en (Berufs-
)Tätigkeit, Arbeit, die man regelmä¬
ßig (von montags bis freitags) einen
halben Tag lang ausübt; Tätigkeit,
für die man ca. 50% des Lohns einer
Vollzeittätigkeit erhält
Halbfegs|kraft: die; - ; -kräfte Person,
Arbeitnehmerfin), die/der halbe Ta¬
ge, halbtags in einer Firma beschäf¬
tigt ist »Die Halbtagskraft geht um
zwei Uhr nach Hause.«
Halb|tags|schu|(e: die; ~ ; -n Schule, in
der Kinder gewöhnlich nur am Vor¬
mittag unterrichtet werden »Die
Halbtagsschule bietet keine Hausauf¬
gabenbetreumg an.«
490
Hals
halb|tot/halb|tot —> halb tot: Adj. n.
stg. sehr krank, erschöpft o. ä., so daß
eine Person od. ein Tier dem Tode
sehr nahe ist »Nach der Schlägerei lag
der Mann halbtot im Straßengraben.«
Halb|to|ta|le: die; - ; -n (Film) Kamera¬
einstellung zwischen Totale u. Gro߬
aufnahme, die die handelnden Perso¬
nen zusammen mit dem näheren Um¬
feld einfängt »In der Halbtotalen ist
die Person ganz zu sehen, die Körper¬
sprache dominiert das Bild.«
halb|trocken/halb|trqcken (halb|trok|-
ken —» halb(tro|cken): Adj. n. stg.
<Wein o. ä.> zwischen lieblich u. trok-
ken liegend »Der halbtrockene Wei߬
wein paßt sehr gut zum Fisch.«
halb|ver|hunjgeit/hafb|ver|hun|gert —*
halb ver|hun|gert: Adj. n. stg. sehr
hungrig; seit zu langer Zeit ohne Nah¬
rung; fast verhungert »Nach der drei¬
stündigen Wanderung schienen die
Kinder halbverhungert.«
Halb|vo|kal: der; -(e)s; -e <Sprachwiss.>
Vokal, der nicht als Silbenträger auf¬
tritt (z. B. das >i( in >Fraktion<, das ei¬
gentlich >j< gesprochen wird)
halb|wach/halb|wach —*■ halb wach:
Adj. n. stg. noch nicht ganz wach;
noch halb schlafend »Als der Wecker
klingelte, war er schon halbwach.«
Halb|wahijhelt: die; - ; -en nicht voll¬
ständige od. nicht ganz korrekte Wie¬
dergabe, Erzählung von etw.«Der
Mann erzählte von dem Unfall nur
die Halbwahrheit; die Wahrheit hätte
seine Schuld bewiesen.«
Halb|wai|se: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Halbwaiser; eine
Halbwaise; zwei Halbwaise) minder¬
jährige Person, deren Vater od. Mut¬
ter, ein Eltemteil gestorben ist
halbjwegs: Adv. nicht ganz, absolut po¬
sitiv, aber auch nicht absolut negativ,
sondern so einigermaßen positiv
Halb|wel|ter(ge|wicht: das; -(e)s; -e
"(Sport; Boxern a) Gewichtsklasse un¬
ter dem Weltergewicht b) Sportlerin)
der Klasse Halbweltergewicht
Halb|werts|zaifc die; - ; -en (Chemie)
Zeitraum, in dem bei radioaktiven
Stoffen die Hälfte der Atome zerfällt
Halbfwis|sen: das; -s; - nicht sehr ausge¬
prägtes, nur rudimentäres Wissen;
unzureichende Kenntnisse über ein
Thema »Das Halbwissen reichte zum
Bestehen der Prüfung nicht aus.«
Halb|wol|le: die; - ; - Gewebe od. Stoff,
der zu 50 % aus Wolle besteht
Halb|wüch|si|ge: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Halbwüchsi¬
ger; eine Halbwüchsige; zwei Halb¬
wüchsige) [ugs.] fast erwachsene(r)
Jugendliche^)
Halbheit: die; - ; -en 1 (Sport) a) eine
von zwei (durch eine Pause getrenn¬
ten) Hälften der zur Verfügung ste¬
henden Spielzeit b) [ugs.] Pause zwi¬
schen zwei Halbzeiten (a) 2 <übertr.>
[ugs.] Zeitpunkt nach Ablauf der
Hälfte der für etw. zur Verfügung ste¬
henden Zeit
Halbfzeitjpfiff: der; -(e)s; -e <Sport>
"Pfiff, Signal des Schiedsrichters nach
Ablauf der Hälfte der Spielzeit als
Zeichen des Pausenbeginns »Die
Spieler warten auf den erlösenden
Halbzeitpfiff.«
Halb|zeug: das;-(e)s; -e <Wirt.> halbfer¬
tiges Fabrikat »Das Halbzeug wird
auf Lkw verladen u. zur nächsten Fa¬
brik gebracht.«
Hal|de: die; - ; -n Berg, Aufschüttung
aus Abfallen od. Bergbauprodukten
»Müllhalde; Kohlenhalde«
Hälf|te: die; - ; -n genau der halbe Teil,
einer von zwei (gleichen) Teilen von
etw. »Die Hälfte der Anrufe war für
mich. ♦ Die Hälfte der Schokolade ge¬
be ich ab.«
Halfjter: das; -s; ~ 1 Kopfgeschirr für
Pferde, Reittiere »Der Keiler hatte
Mühe, dem Pferd das Halfter über den
Kopf zu ziehen.« 2 Tasche für eine Pi¬
stole am Gürtel »Er zog die Pistole
aus dem Halfter u. schoß den Flüchten¬
den nieder.«
Hal|le: die; * ; -n 1 großer Raum, in dem
sportliche Wettkämpfe, musikalische
Aufführungen o. ä. stattfinden »Die
Halle war für das Rockkonzert voll¬
kommen ausverkauft.« 2 großer La¬
gerraum »Dieses Produkt finden Sie in
Halle 3.« 3 Lobby; Eingangsraum,
Eingangsbereich in (öffentlichen) Ge¬
bäuden
Hall|ef|fekt —» Hall|e|f|fekt: der; -(e)s;
-e (elektronisch) durch (Nach-)Hall,
Echo erzeugter (musikalischer) Effekt
»Der Toningenieur versuchte den Hall¬
effekt durch technische Tricks zu ver¬
meiden.«
Hal|le|lu|ja: dtebro das; -s; -s religiöser
Freudengesang
haljlen: hallt; hallte; hat gehallt 1 (Stim¬
me; Ton> (durch die räumlichen Ge¬
gebenheiten) einen echoähnlichen
Nachklang erzeugen »Unter der
Brücke hallte die Stimme stark, laut.«
2 (Geräusch) sich schnell, laut ver¬
breiten »Das Bellen hallte durch das
Haus.«
Mal|lenjbad: das; -(e)s; -bäder
"Schwimmbad, das sich in einem ge¬
schlossenen Raum befindet »Das
Hallenbad wird wegen Renovierungs¬
arbeiten geschlossen.«
Hal|len|bau: der; -(e)s; -ten a) das Er¬
stellen, Erbauen von Hallen, Gebäu¬
den mit mindestens einem sehr gro¬
ßen Raum b) (Gebäude mit einer)
Halle
Hal|len|fuB|ball: der; -s; - Fußballspiel
(als Sportart), das mit geänderten Re¬
geln in einer Halle stattfindet
Hal|len|hand|ball: der; -s; - Handball¬
spiel (als Sportart), das in einer Halle
stattfindet
Hal|len|hockey (Haf|len|hok|key —>
Hal|len|ho|ckey): das; -s; - Hockey¬
spiel (als Sportart), das in einer Halle
gespielt wird
Hal|len|kir|che: die; - ; -n (Archit.) Kir¬
che, bei der Mittel- u. Seitenschiffe
die gleiche Höhe haben u. von einem
gemeinsamen Dach bedeckt, über¬
spannt werden
Hal|len|schwimm|bad: das; -(e)s;
-bäder Schwimmbad, das sich in ei¬
nem geschlossenen Raum befindet
Hal|li|masch: der; -(e)s; -e in Gruppen
"an gefällten Bäumen o. ä. wachsende
braune Pilzart
hal|lo: Interj. 1 a) Gruß b) fragender Ruf
»Hallo (wer ist da)?« 2 abar hallo!
[ugs.] anerkennender, bekräftigender
Ausruf »Aber hallo - du siehst einfach
toll aus.«
Hal|lg|dri—* Hal|lo|d|ri: <ung.> der; -s; -s
(jüngerer) leichtsinniger Mann, der
ein unbeschwertes Leben führt, le¬
benslustigist
Hal|lu|zi|najti[pn: <gr.-lau /haluzina-
zipn/ die; - ; -en Sinnestäuschung;
trügerische Wahrnehmung von etw.,
was nicht in der Wirklichkeit existiert
»Bei bestimmten Geisteskrankheiten
sowie beim Konsum verschiedenster
Drogen treten oftmals Halluzinationen
auf.«
hal|lu|zi|na|tiv: dato /haluzinatif//<(/f. n.
stg. auf einer Sinnestäuschung beru¬
hend
hal|lu[zi(nie[ren: dato halluzinierst; hal¬
luziniertest; hast halluziniert a) eine
Sinnestäuschung haben b) Nichtexi¬
stierendes als existierend Vortäu¬
schen, sich vorstellen
Hal|lu|zi|no|gen: <gr.-lat.> das; -s; -e
<Med.) Sinnestäuschungen hervorru-
fende(s) Medikament od. Droge
Halm: der; (e)s; -e Stengel von Grä¬
sern, Getreidesorten o. ä. »Der Halm
war innen hohl.«
Hal|ma: <gro das; -s; - Brettspiel für vier
Personen
Ha|lo: igr.-lato der; - u. -s; -s u. Halonen
1 (Physik) Hof um eine Lichtquelle,
der durch Reflexion der Lichtstrahlen
an kleinsten Teilchen hervorgerufen
wird 2 (Med.) Ring um die Augen 3
(Med.) Warzenhof
Ha|lo|ggn: <gr.-lato das; -s; -e (Chemie)
salzbildender Grundstoff '
ha|lo|gen: <gr.-lat.> Adj. n. stg. salzbil¬
dend-
Ha|lo|gen|lam|pe: tgr.-lat.; dt.> die; - ; -n
mit Edelgas u. Halogen gefüllte Glüh¬
lampe »Halogenlampen geben sehr
helles Licht.«
Ha|lo|gen|schein|wer)fer: tgr.-lal.; du
der; -s; - Scheinwerfer an einem
Fahrzeug, der mit einer Halogenlam¬
pe, einer mit Edelgas u. Halogen ge¬
füllten, hellen Lampe versehen ist
Ha|lo]phyt: tgr.-lato /halofüt/ der; -en;
-en Pflanze, die auf stark salzhaltigem
Boden (vor allem an Meeresküsten)
wächst
Hals: der; -es; Hälse 1 (äußerlich) Kör¬
perteil zwischen Kopf u. Rumpf
»Kinder vergessen oft, ihren Hals zu
waschen.« 2 (innerlich) Rachen »Ick
mußte beim Arzt den Mund ganz weit
öffnen, damit er mir in den Hals schau¬
en konnte.« 3 schmaler, längerer Teil
bei Gegenständen »Flaschenhals« 4
Hals- u. Bein|bruch (wünschen): alles
Gute wünschen 5 Hals über Kopf:
[ugs.] ohne Vorbereitung, überstürzt
u. ohne Planung od. Organisation
»Er mußte sich Hals über Kopf auf die
neue Arbeit stürzen.« 6 jmdm. den
Hals umdrehen: [ugs.] jmdn. ermor¬
den, vernichten »Er wollte dem Chef
am liebsten den Hals umdrehen, nach¬
dem ihn dieser entlassen hatte.« 7 sich
jmdn., etw. vom Hals schaffen: [ugs.]
sich von jmdm. od. etw. befreien
»Diese Klatschbase werde ich mir
schnell vom Hals schaffen. * Dieses
scheußliche Geschenk muß ich mir vom
Hals schaffen.« 8 den Hals aus der
Schlinge ziehen: sich soeben noch
491
Halsabschneider
aus einer gefährlichen Situation be¬
freien »Man konnte ihn nicht verurtei¬
len; es gelang ihm immer wieder, den
Hals aus der Schlinge zu ziehen.« 9
seinen Hals riskieren: [ugs.l sein Le¬
ben gefährden »Mit seiner Darbietung
riskierte der Artist jedesmal seinen
Hals.« IDeinen langen Hals machen:
[ugs.] sich größer machen, um etw. ge¬
nau beobachten zu können »Die
Nachbarn machten lange Hälse, als er
mit seiner neuen Freundin kam.« 11
jcndm. den Hals stopfen: [ugs.] jmds.
Wünsche erfüllen 12 jmdn., etw. auf
dem Hals haben: [ugs.] sich um etw.
od. jmdn. kümmern müssen 13 jmdm.
etw. an den Hals hängen: [ugs.] jmdn.
belasten »Sie bängte die Versorgung u.
Erziehung ihres Kindes einfach ihrer
Mutter an den Hals.« 14 etw. in den
falschen, Unrechten, verkehrten Hals
bekommen, kriegen: [ugs.] etw. völ¬
lig mißverstehen u. sich darüber är¬
gern 15 jmdn., jmdm. den Hals kos¬
ten: [ugs.] jmds. Untergang, Ruin sein
»Wenn ich Urnen Einblick in die gehei¬
men Akten gewähre, kann mich das
den Hals kosten.« 16 jmdm. im
Hals(e) stecken bleiben: [ugs.] nichts
sagen, entgegnen, äußern können
»Mir blieb das Wort im Hals stecken.«
17 den Hals nicht volikriegen, nicht
voll genug kriegen: [ugs.] immer
mehT wollen; nie genug bekommen;
kein Maß kennen »Ich habe Bekannte,
die können den Hals nicht voll genug
kriegen.« 18 jmdm. mit etw. vom
Halse bleiben: [ugs.] jmdn. mit etw.
nicht belästigen, nicht bedrängen
»Bleib mir bloß mit deinen verrückten
Ideen vom Hals!« 19 sich jmdn., etw.
vom Hals halten: [ugs.] mit jmdm. od.
etw. nichts zu tun haben wollen 20
sich jmdm. an den Hals werfen,
schmeißen: [ugs.] sich jmdm. auf¬
drängen, sie belästigen 21 aus vollem
Hals(e): besonders laut »Das Kind
brüllte beim Zahnarzt aus vollem
Hals.« 22 jmdm. bis zum Halse
stehen: [ugs.] was zu lange dauert, zu
oft vorkommt, immer wiederkehrt,
ruft bei jmdm. Ekel, Abscheu, Abnei¬
gung hervor 23 bis zum Hals; bis
überden Hals: [ugs.] total; völlig
Hals|ab|schnei|der der; -s; - [ugs.; ab¬
wert.] jmd., der unangemessen hohe
Zinsen, Gegenleistungen für ein Dar¬
lehen, einen Dienst verlangt; Wuche¬
rer
hals|ab|schnei|de|risch: Adj. [ugs.; ab-
wert.j unangemessen hohe Zinsen,
Gegenleistungen für ein Darlehen, ei¬
nen Dienst verlangend
Hals[aus|schnitt: der; -(e)s; -e Öffnung
eines Kleidungsstückes am Hals
Hals[band: das; -(ejs; -b'änder Band,
Kette, Lederschlaufe o. ä., das/die
man einem Hund, Tier um den Hals
legt, um daran eine Leine zu befesti¬
gen
Hals|band|sit|tich: der; -s; -e zu der
Klasse der Sittiche gehörender Vogel
mit überwiegend grünem Gefieder u.
einem farblich abgesetzten Streifen
am Hals
hals|bre|che|risch: Adj. sehr gefährlich,
risikoreich; leicht eine Verletzung ver¬
ursachen könnend
Hals|ei|sen: das; -s; - <MA> Eisenhals¬
band, mit dem Gefangene festgeket¬
tet, gefoltert wurden
Hals|ent|zün|dung: die; - ; -en Entzün¬
dung des Rachenraumes
Hafsjketjte: die; - ; -n Schmuckstück
(aus einzelnen Gliedern, Elementen),
das man um den Hals trägt
Hals|krau|se: die; - ; -n 1 <Kleidung>
"großer, gefalteter Kragen (an Trach¬
ten, historischen Kostümen) 2 beson¬
ders bei männlichen Hühnervögeln
vorhandenene auffällige Federn am
Hals 3 <Med.> [ugs.] die Halswirbel¬
säule stützende Vorrichtung, die um
den Hals gelegt wird
Hals(län[ge: die; - ; -n <Sport> Maßein¬
heit für die Abstände im Einlauf bei
Pferderennen
Halsfnah: Adj. n. stg. <Kleidung> am
Hals besonders enganliegend ge¬
schnitten
Hals-Na|sen-Oh|ren-Arzt: der; -es; -ärz¬
te weibl. -Xizjti n: die; - ; -nen Fach-
arzt/Fachärztin, der/die auf den Be¬
reich der Hals-, Nasen-, u. Ohrenheil¬
kunde spezialisiert ist
Hals|schlag|ader —* Hals]schlag|a|-
der: die; - ; -n am Hals fühlbare, vom
Herzen kommende Hauptschlagader
Hals|schmerz: der; -es; -en Schmerz
verursachende Entzündung im Hals-
od. Rachenraum
Halsschmuck: der; -(e)s; - Schmuck,
den man am, um den Hals (meist in
Form einer Kette o. ä.) trägt
halsjstarjrig: Adj. [abwert.] stur; nicht
von der Richtigkeit einer Meinung,
Handlungsweise zu überzeugen
Hals|starjrig|keit: die; -; -en [abwert.] a)
o. PI. Sturheit; unbelehrbare Haltung
b) sture, übermäßig konsequente
Handlung
Halsjtuch: das; -(e)s; -tücher Tuch,
"rechteckiges Stoffstück, das man zur
Zierde od. als Schutz vor Kälte um
den Hals trägt, bindet
Halsfweh: das; -s; - [ugs.] Halsschmer¬
zen
Hals|wei|te: die; - ; -n a) Umfang des
Halses b) Kragenweite bei Hemden
u. ä.
Hals|wir|bel: der; -s; - einer von sieben
Wirbeln der Halswirbelsäule, die das
Knochengerüst des Halses bilden
Halt: der;-(e)s; -e u. -s 1 o. PI. a) Stütze
zum Festhalten, damit jmd. od. etw.
nicht umfallt b) <übertr.> psychische,
seelische Stütze 2 Unterbrechung bei
einer Fahrt, Reise
—» Halt ma|chen: s. haltmachen
haltb.: Abk. haltbar
haltjbar Adj. 1 a) (Nahrung) nicht
schnell verderblich »Die Wurst ist lan¬
ge haltbar.« b) nicht leicht zu zerstö¬
ren »Die Möbel sind sehr haltbar, da
wirst du lange etw. von haben.« 2
(meist Ball, Sport> festzuhalten; fang¬
bar »Dieses Tor war nicht nötig, der
Ball war doch haltbar.« 3 (meist Ball,
Sport) festzuhalten; fangbar »Dieses
Tor war nicht nötig, der Ball war doch
haltbar.«
Haltjbarjkeit: die; - ; -en; 1 Stabilität,
Langlebigkeit einer Sache 2 [ugs.] Da¬
tum, bis zu dem etw., ein Lebensmit¬
tel laut Aufdruck ohne Qualitätsver¬
lust haltbar, aufbewahrbar ist
Hattjbar|keits|da|tum: das; -s; -daten
kurz für Mindesthaltbarkeitsdatum;
aufgedrucktes Datum, bis zu dem
etw., ein Lebensmittel bei entspre¬
chender Lagerung mindestens haltbar
ist
Hälfte: die; - ; -n (Sport) Übung im
Turnsport, bei der eine Körperstcl-
lung für eine bestimmte Zeit konstant
beibehalten werden muß
Haf(te|bucht: die; - ; -en (Verkehrsw.)
Ausbuchtung der Straße bzw. Fahr¬
bahn zum Anhalten
Halftelgrifl: der; -(e)s; -e 1 Griff, an
dem man sich festhalten kann (z. B. in
Bussen) 2 (Sport) Form des Zugrei¬
fens beim Judo, mit der ein Gegner an
jeder effektiven Bewegung gehindert
wird
Hal|te|Ujnie: die; ~ ; -n dick mit Farbe
auf die Fahrbahn aufgetragene Quer¬
linie, an der (z. B. vor Ampeln) Fahr¬
zeuge anhalten müssen
hal|ten: hältst; hielt(e)st; hast gehalten
1 etw. in den Händen haben u. nicht
loslassen »Sie hält die Zange.« 2 nicht
weglassen, gehen lassen »Sein Chef
will ihn in der Firma halten.« 3 fangen
u. nicht loslassen »Der Torwart hielt
den Ball.« 4 a) Meinung, Einstellung,
Einschätzung etw. od jmdm. gegen¬
über bezeichnend »Sie hält nichts von
einem Campingurlaub.« b) Stellung
beziehen »Alle hielten zu ihm.« 5 sich
wenden an, richten nach »Sie hielt
sich an die Vorschrift.« 6 a) mit Erfolg
verteidigen »Sie hielten die Festung.«
b) erfolgreich sein »Sie hat sich in der
mündlicken Prüfung gut gehalten.« 7
viel Wert auf etw. legen »Sie hält viel
von Pünktlichkeit.« 8 etw. durchfüh¬
ren »Er hielt einen guten Vortrag.« 9
etw. angeschafft haben »Tiere halten«
10 nicht kaputt gehen »Diese T-Shirts
halten lange.« 11 nicht weitergehen
od. -fahren »Der Bus hält hier.« 12
sich nicht halten können: sich nicht
mehr beherrschen, sich nicht mehr zu¬
rückhalten können 13 an sich halten:
sich zusammenreißen, sich beherr¬
schen, sich nicht gehen, hinreißen las¬
sen
Haljter: der; -s; - weibl. Hal|te|rin: die;
- ; -nen 1 nur männl. Form Gegen¬
stand, an dem man etw. befestigen
od. aufhängen kann 2 Besitzer(in),
Betreiber(in) von etw., einem Fahr¬
zeug, Geschäft, Haustier
Hal|te[rung: die; - ; -en Vorrichtung, an
der etw. (jederzeit wieder entfernbar)
befestigt werden kann
Hal|te|stel(le: die; - ; -n festgelegter Ort,
der als Haltepunkt z. B. für öffentli¬
che Busse od. Bahnen dient
Halßeftau: das; -(e)s; -e Seil, mit dem
etw. gehalten wird od. mit, an dem
man sich festhält
Hal|te|ver]bctsjschild: das; -(e)s; -er
Verkehrsschild, das das Anhalten mit
einem Fahrzeug an einem Ort verbie¬
tet, untersagt
hatt|los: Adj. haltloser; haltloseste a)
ohne Halt, (psychologischen) Rück¬
halt b) nicht aufrechtzuerhalten; nicht
länger zu vertreten »ein haltloser Vor¬
wurf«
Halt|lo|sig|keit: die; - ; -en a) o. PI. Zu¬
stand ohne (psychischen) Rückhalt b)
492
Hand
moralische, gesetzliche Regeln mi߬
achtende Handlung c) o. PL Mangel
an Belegen, Beweisen (durch Gegen¬
beweise) für etw.
halt|ma|chen —» Haltma|chen: machst
halt; machtest halt; hast haltgemacht
—»machst Halt; machtest Halt; hast
Halt gemacht*— für einen kurzen
Zeitraum anhalten, an einem Ort blei¬
ben
Haltjschild: das; -(ejs; -er [veralt.]
Stoppschild; Verkehrsschild, das das
Anhalten eines Fahrzeugs an einem
Ort, einer Kreuzung anordnet
Hälftung: die; - ; -en 1 Art der Körper¬
stellung »Ihre Haltung ist gerade.« 2
Verhalten; Denken; Urteil; Meinung
über etw. od. jmdn. »Sie hat eine ab¬
lehnende Haltung dem Abenteuerur¬
laub gegenüber.« 3 Besitz »Haltung
von Haustieren« 4 Haltung bewahren:
sich beherrschen
Hal|tungs|feh|len der; -s; - Fehler in
der Körperhaltung, der zu Schäden
(z. B. an der Wirbelsäule) führen
kann
Hal|tungs|scha|den: der; -s; -schaden
Schädigung der Wirbelsäule, die
durch einen Haltungsfehler entstan¬
den sein kann
Hajlunjke: <tschech.> der; -n; -n 1 Person,
die Verbrechen, Bösartigkeiten, Hin¬
terhältigkeiten begangen hat, begeht
2 [scherzh.] pfiffiges, nicht besonders
artiges Kind, besonders Junge »Geht
spielen, ihr Halunken!«
Hä|ma|ti|non: <gr.> das; -s; - in der Anti¬
ke verwendetes Kupferglas, dessen
rote Färbung erst nach öfterem Er¬
wärmen u. Kühlen auftritt
Hä|ma|to|gramm —» Hä|ma|to|g|-
ramm: das; -s; -e <Med.> Blutbild; gra¬
phische Darstellung der Blutwerte,
die zur Beurteilung des Blutbildes
herangezogen wird
Hä|ma|to|lp|ge: <gr.> der; -n; -n weibl.
Hä|ma|to|lp|gin: die; - ; -nen Arzt,
Ärztin, der/die Spezialkenntnisse auf
dem Gebiet der BlutkTankheiten hat
Hä|ma|to|lo|g[e: <gr.> die; - ; - Teilgebiet
der Medizin, das sich mit dem Blut u.
den Blutkrankheiten befaßt
hä|matto|lg|gisch: <gr.> Adj. n. stg. die
Hämatologie, Lehre vom Blut betref¬
fend, auf ihr beruhend
Hä|ma|tpm: das; -s; -e <Med.> Bluter¬
guß; Blutgeschwulst
Ham|burg: o. Art.; -s; - Großstadt, Ha¬
fenstadtin Norddeutschland
Ham|buijgen der; -s; - weibl. Ham|bur|-
gejrln: die; - ; -nen Einwohner Ham¬
burgs, einer Stadt in Norddeutsch¬
land »Die Hamburger sprechen einen
eigenen Dialekt.«
Ham|bur|ger: <amerik.> /hämbörger/
der; -s; - Rindfleischfrikadelle mit
Ketchup, Senf u./od. anderen Soßen,
Gurke, Salatblatt, manchmal mit ei¬
ner Tomatenscheibe, oftmals mit ro¬
hen Zwiebelstückchen od. gebratene-
nen Zwiebelringen in einem weichen
Brötchen
hä|misch: Adj. in der Art, dem Verhal¬
ten anderen Personen gegenüber höh¬
nisch, schadenfroh, gehässig »Sein
hämisches Grinsen vergesse ich nie!«
Ham|mel: der; -s; -1a) kastriertes
männliches Schaf »Die Hammel ste¬
hen auf der Weide.« b) Fleisch vom
Hammel (la) »Ich mag gerne
Hammel.« 2 [Schimpfwort; beleidi¬
gend] dummer Mensch »Er ist ein blö¬
der Hammel.«
Ham|mel|bra|ten: der; -s; - (im Ofen,
auf dem Grill o. ä.) zubereitetes, ge¬
bratenes Fleischstück vom Hammel,
männlichen Schaf
Ham|mel|fleisch: das; -(ejs; - ausgelö¬
stes (zubereitetes) Fleisch eines Ham¬
mels, männlichen Schafes
Ham|mel|heijde: die; - ; -n 1 Herde,
Gruppe von gemeinsam grasenden,
gehaltenen Hammeln, Schafen 2
[ugs.; abwert.] Gruppe von nicht selb¬
ständig handelnden, jmdm. unkri¬
tisch, vertrauensvoll folgenden Men¬
schen
Ham|mel|sprung: der; -(e)s; -spränge
~( PL s.) <Pol.> Abstimmungsverfahren
im Parlament, bei dem die Abgeord¬
neten gezählt werden, wenn sie den
Plenarsaal durch die Ja-, Nein- od.
Stimmenthaltungstür betreten
Ham|mer. der; -s; Hämmer 1 Werkzeug
"aus einem Stiel u. einem Schlagklotz
»Sie schlug zwei Nägel mit einem
Hammer in die Wand.« 2 das ist ein
Hammer: [ugs.] 1. das ist schlimm,
unverschämt 2. toll; prima; großartig
»Du hast im Lotto gewonnen? Das ist
ein Hammer!« 3 (ei)nen Hammer
haben: [ugs.; Beschimpfung] nicht
ganz normal sein »Du hast wohl 'nen
Hammer. Du kannst doch nicht ein¬
fach an meine Brieftasche gehen.« 4
unter den Hammer kommen:
zwangsversteigert werden
Ham|mer|hai: der; -(e)s; -e Haiart mit
einem hammerförmigen Maul
Ham|mer|kie|fer: der; -s; - Tiefseefisch
Ham|mer|kla|vier: das; -(ejs; -e Tasten¬
instrument, bei dem die Tonerzeu¬
gung durch ein Hämmerchen, das
durch den Tastenmechanismus gegen
die Saiten geschleudert wird, erfolgt
Ham(mer[kopf: der; -(ejs; -köpfe klei¬
ner, dem Reiher ähnelnder, von der
Art her mit den Störchen nah ver¬
wandter Vogel mit nach hinten ste¬
henden Schopffedem
ham|mern: hämmerst; hämmertest; hast
gehämmert mit einem Hammer (auf
etw.) schlagen »Er hämmerte einen
Nagel in die Wand.«
Ham|mer[schlagt der; -(e)s; -schläge
Auftreffen eines Hammers auf einem
Gegenstand
Hamfmeijstiel: der; -(ejs; -e Griff bzw.
Stiel eines Hammers, an dem der
Gummi- od. Metallkopf befestigt ist
Ham|mer|weijfer: der; -s; - weibl.
Ham|mer]werjfe|rin: die; - / -nen
<Sport> Sportler(in) in einer Leicht¬
athletikdisziplin, bei der der soge¬
nannte Hammer, eine eiserne Kugel
mit Draht u. Griff, möglichst weit
weggeworfen werden muß
Ham|mer|werk: das; -(ejs; -e große
Schmiede, in der Hämmer von Was¬
ser- od. Dampfkraft angetrieben wer¬
den
Ham|mer|wurf: der; -(ejs; -würfe
<Sport> Wurf, Schleudern eines sog.
Hammers, einer eisernen Kugel mit
Draht u. Griff
Ham|mond|orjgel: /hämment-/ die; - ;
-n Musikinstrument, mit dem mehre¬
re andere Instrumente (gleichzeitig)
nachgeahmt werden können
Hä|mo|glo|b]n —*• Hä|mo|g|lo|bin: <gr.-
lat.> das; -s; - roter Blutfarbstoff
Hä|mor|rho|ide —> Hä|mor|r|ho|i|de/
Hä|mor|ri[de: <gr.-lat.> die; - ; -n (m.
PI.) aus krankhaft erweiterten Mast¬
darmvenen gebildeter Knoten
Ham|pe|lei: die; - ; -en (PI. s.) [abwert.]
ständige überflüssige, unmotivierte
Bewegungen, unruhiges Verhalten
(eines Kinds)
Ham|pel|mann: der; -(ejs; -männer 1 a)
kleine, flache, aus Holz hergestellte
Puppe mit durch ein System von Fä¬
den beweglichen Armen u. Beinen b)
Sportübung, bei der ähnlich dem
Hampelmann (la) Arme u. Beine auf-
u. abbewegt werden 2 [abwert.] (wil¬
lenlose) Person, die sich von (einer)
anderen beherrschen, lenken läßt u.
sich dabei lächerlich macht
Ham|ster —» Hams|ter: der; -s; -
nachtaktives, kleines, oft als Haustier
gehaltenes Nagetier, das besonders
dadurch gekennzeichnet ist, daß es
Nahrungsvorräte in den Wangenta¬
schen (im Maulinneren) sammelt, an¬
häuft
Ham|stei[backe (Ham|sterjbak|ke —>
Hamsfter|ba|cke): die; - ; -n 1 Bak-
ke(ntasche) eines Hamsters, in der
Nahrungsmittel gesammelt werden 2
a) [ugs.] mit Essen vollgestopfte Wan¬
ge eines Menschen b) [ugs.] schlaffe,
herabhängende Haut der Wange
beim Menschen
Ham|ste|rer —*■ Hams)te|ren der; -s; -
[ugs.] jmd., der viele Sachen (als Vor¬
rat) sammelt, erwirbt
Ham|stei]fahrt —» Hams|ter|fahrt: die;
- ; -en (besonders in der Kriegs- u.
Nachkriegszeit praktizierte) Fahrt,
Reise (aufs Land), um z. B. bei Bau¬
ern Lebensmittel gegen Wertgegen¬
stände o. ä. einzutauschen
Ham|ster|kauf —* Hams|terjkauf: der;
-(ejs; -häufe Einkauf, der in größeren
Mengen schnell getätigt wird, wenn
man vermutet, daß eine bestimmte
Ware bald sehr knapp wird
ham|stern —> hams|tern: hamsterst;
hamstertest; hast gehamstert etw.,
meist Lebensmittel in großen Mengen
als Vorrat erwerben
Hand: die; - ; Hände 1 <Körperteil> mit
fünf Fingern ausgestattetes Greif¬
werkzeug am unteren Ende des Ar¬
mes (bei Menschen u. Affen) »Ich gab
ihm zur Begrüßung die Hand.« 2 Hand
an sich legen: [geh.] sich selbst töten,
Selbstmord begehen 3 Hand an jmdn.
(an)legen: [geh.] jmdm. etw. antun,
ihm ein Leid zufügen »Er würde nie an
sein Kind Hand anlegen.« 4 Hand
draufl: ich gebe dir mein Verspre-
chen/gib mir dein Versprechen 5
Hand u. Fuß haben: [ugs.] gut ge¬
plant,' überlegt sein »Sein Vorhaben
schien Hand u. Fuß zu haben.« 6 zu
Händen (von)...: <Brief; Schriftstück!
an eine bestimmte Person gerichtet
»An die Firma.... zu Händen von Frau
...« 7 durch viele Hände gehen: häu¬
fig den Eigentümer wechseln »Das al¬
te Buch ist sicher schon durch viele
493
Handänderung
Hände gegangen.« 8 die Hand, Hände
nach jmdm., etw. ausstrecken:
jmdn., etw. haben, besitzen wollen 9
die Hand gegen jmdn. erheben:
(geh.] jmdm. drohen 10 die Hände
über dem Kopf zusammenschlagen:
über etw. empört, entsetzt sein 11
jmdm. rutscht die Hand aus; jmds.
Hand rutscht aus: [ugs.] jmd. ohrfeigt
jmdn. 12 in gute Hände kommen: in
jmds. fürsorgliche Obhut kommen 13
auf den Händen sitzen: keinen Ap¬
plaus erhalten »Heute saßen die Zu¬
schauer auf ihren Händen.« 14 mit
Hand antegen: helfen; mitarbeiten 15
etw. gegen jmdn. in der Hand, (den)
Händen haben; jmdn., etw. in der
Hand haben: von jmdm. etw. wissen,
von dem dieser jmd. nicht möchte,
daß es noch weitere Personen erfah¬
ren u. nach Gutdünken darüber ver¬
fügen u. diesen jmd. dadurch leicht
unter Druck setzen können 16 jmdm.
auf etw. die Hand geben: ein Verspre¬
chen geben 17 seine Hand für jmdn.,
etw. ins Feuer legen: volles Vertrau¬
en zu jmdm. od. etw. haben 18 jmdm.
in die Hand, Hände fallen, kommen:
1. (zufällig) von jmdm. entdeckt, ge¬
funden werden 2. jmds. Macht ausge¬
setzt sein »Diese Unterlagen sind lei¬
der der Konkurrenz in die Hände
gefallen.« 19 die Hand zur Versöh¬
nung reichen: den ersten Schritt tun,
um mit jmdm., mit dem man Streit
hatte, wieder Frieden zu schließen 20
mit beiden Händen zugreifen: sich
eine Gelegenheit, ein Geschäft o. ä.
nicht entgehen lassen 21 alle, beide
Hände voll zu tun haben: sehr viel Ar¬
beit haben; sehr beschäftigt sein 22
zwei linke Hände haben: [ugs.] (ma¬
nuell, mit den Händen) sehr unbegabt
sein 23 aus erster Hand/aus zweiter
Hand usw.: vom ersten Besitzer, vom
zweiten Besitzer: »Das Fahrzeug
stammt aus ersler/zweiter Hand.« 24
eine glückliche Hand haben: ge¬
schickt sein, das richtige Gespür für
etw. haben 25 sich mit Händen u. Fü¬
ßen gegen etw. sträuben, wehren:
[ugs.] sich gegen etw. zur Wehr setzen
26 die Hand, Hände im Spiel haben;
seine Hände in etw. haben: [ugs.j
heimlich an etw. beteiligt sein »Er be¬
teuert, daß er in dieser Sache seine
Hände nicht im Spiel gehabt hat. ♦ Er
ist ein gerissener Geschäftsmann u. hat
seine Hand überall drin.« 27 in siche¬
ren, guten Händen sein: sicher u. gut
aufgehoben sein 28 klebrige Hände
haben: [ugs.] zum Diebstahl neigen
»Bei dem mußt du alles wegschließen,
der hat klebrige Hände.« 29 an Hand/
anhand: mit Hilfe »Er konnte an
Handjanhand seiner Fingerabdrücke
identifiziert werden.« 30 an Händen u.
Füßen gebunden sein: völlig macht¬
los, eingeschränkt sein 31 eine hohle
Hand machen: [verhüll.] Bestechung
annehmen 32 jmdm. sind die Hände
gebunden: jmd. kann nicht frei han¬
deln, entscheiden 33 (klar) auf der
Hand liegen: etw. ist ganz deutlich,
klar, nicht zu bezweifeln »Es liegt
doch klar auf der Hand, daß er daran
beteiligt ist.« 34 etw. an beiden Hän¬
den abzählen, abfingern können:
[ugs.] das war vorauszusehen, abzuse¬
hen »Daß das nicht klappt, konntest
du dir doch eigentlich an beiden Hän¬
den abzählen.« 35 a) etw. aus der
Hand geben: die Erledigung von etw.
jmd. anderem übertragen, auf etw.
verzichten »Er fühlte sich zu all u. gab
die Leitung der Firma aus der Hand.«
b) jmdm. etw. aus der Hand nehmen:
jmdn. etw. nicht mehr erledigen las¬
sen, ihm etw. entziehen »Man war mit
ihm nicht zufrieden u. nahm ihm die
Leitung der Firma aus der Hand.« 36
jmdm. die Hand fürs Leben reichen:
[geh.] heiraten 37 von der Hand in
den Mund leben: keine Sicherheiten,
keine Rücklagen, Ersparnisse haben,
nicht für die Zukunft planen, Vorsor¬
gen 38 etw. bei der Hand haben: etw.
in der Nähe haben »Ich hoffe, Sie ha¬
ben Ihren Führerschein bei der Hand.«
39 seine Hand aufhalten: [ugs.] etw.
verlangen »Bei jeder Gelegenheit hält
mein Enkel die Hand auf.« 40 hinter
vorgehaltener Hand: heimlich; ver¬
deckt; nicht offen; nicht offiziell
Ȇber die Versteigerung ihres Hauses
wird nur hinter vorgehaltener Hand
geredet.« 41 Hand in Hand arbeiten:
gemeinschaftlich 42 keine Hand rüh¬
ren; die Hände in den SchoB legen:
nicht helfen, völlig untätig sein, blei¬
ben »Niemand rührte eine Hand u. half
ihm. ♦ Du solltest etw. tun u. nicht ein¬
fach nur die Hände in den Schoß
legen.« 43 jmdn., etw. in die Hand,
Hände bekommen, kriegen: [ugs.]
(zufällig) einer Person, Sache habhaft
werden »Diesen Brief darf er nie in die
Hände kriegen.« 44 aus, von privater
Hand: von Privatperson »Das stammt
von privater Hand u. ist im Geschäft
nicht erhältlich.« 45 etw. in der Hand
haben: etw. als Beweis o. ä. besitzen
»Er hatte ein Schuldanerkenntnis in
der Hand.« 46 seine Hände in Un¬
schuld waschen: seine Unschuld be¬
teuern 47 mit Händen zu greifen sein:
für jeden erkennbar, offensichtlich
»Die Spannung konnte man fast mit
Händen greifen.« 48 mit vollen
Händen: verschwenderisch; unbe¬
grenzt »Sie gab den Gewinn mit vollen
Händen aus.« 49 mit der linken Hand:
[ugs.] mühelos, nebenbei, ohne An¬
strengung »Das ist doch nicht schwer;
das erledige ich mit der linken Hand.«
50 mit leeren Händen: 1. ohne Ge¬
schenk (kommen) »Zu ihrem Geburts¬
tag kann ich doch nicht mit leeren
Händen gehen.« 2. ergebnislos »Seine
Klage wurde abgewiesen, u. er stand
mit leeren Händen da.« 51 mit leichter
Hand: mühelos, ohne sich anzustren¬
gen »Sie erledigte es mit leichter
Hand.« 52 in die Hände spucken:
[ugs.] die Arbeit in Angriff nehmen 53
jmdm. etw. in die Hand versprechen:
jmdm. ein Versprechen geben, das
man unbedingt einhält 54 in jmds.
Hand, Hände übergehen: den Besit¬
zer wechseln »Nach seinem Tod würde
das Geschäft in die Hände seines Soh¬
nes übergehen:« 55 letzte Hand an
etw. legen: [geh.] etw. vollenden 56 in
festen Händen sein: [ugs.] 1. verlobt,
verheiratet sein, ein festes Verhältnis
mit jmdm. haben 2. nicht zu verkau¬
fen sein 57 etw. (selbst) in die, seine
Hand, Hände nehmen: die Verant¬
wortung, Leitung übernehmen »Diese
Angelegenheit nehme ich selbst in die
Hand.« 58 etw. in jmds. Hand, Hände
legen, geben: [geh.] jmds. Obhut
übergeben »Ich lege die Leitung der
Firma ab sofort in deine Hand, mein
Sohn.« 59 seine Hand auf etw. haben,
halten: die Verfügungsgewalt über
etw. haben 60 mit etw. Hand in Hand
gehen: mit etw. eng verknüpft sein 61
eine unglückliche Hand haben: unge¬
schickt bei etw. sein; nicht das richtige
Gespür haben 62 für etw. ein Händ¬
chen haben: [ugs.] etw. besonders gut
können »Ich lasse mir nur von ihr die
Haare schneiden; sie hat halt ein
Händchen dafür.« 63 um jmds. Hand
anhalten: [geh.] einen Heiratsantrag
machen 64 jmdm. unter den Händen
zerrinnen, zerfließen: immer weniger
werden »Ihr zerrann das Geld unter
den Händen.« 65 jmdm. (leicht, gut,
flott) von der Hand gehen: jmd. erle¬
digt etw. mühelos »Heute geht mir die
Arbeit flott von der Hand.« 66 von
Hand zu Hand gehen: schnell den
Eigentümer wechseln, weitergegeben
werden »Die Geldscheine gehen
schnell von Hand zu Hand.« 67 mit
Händen u. Füßen reden: [ugs.] sich
mit Gesten verständigen 68 etw. von
langer Hand vorfoereiten: etw. (was
gegen jmd. anderen gerichtet ist)
gründlich, sorgfältig planen, vorbe¬
reiten »Der Aufstand war von langer
Hand vorbereitet.« 69 sich nicht von
der Hand weisen lassen; nicht von
der Hand zu weisen sein: scheinbar
zutreffend sein »Es ist nicht von der
Hand zu weisen, daß Betrug im Spiel
war.« 70 jmdm. aus der Hand
fressen: [ugs.; scherzh.} jmd. tut alles,
was der andere möchte »Er war ihr
hörig u. fraß ihr aus der Hand.« 71
jmdm. zur Hand gehen: jmdm. behilf¬
lich sein »Jeden Tag ging sie zu der al¬
ten Frau, um ihr ein wenig im Haushalt
zur Hand zu gehen.« 72 etw. zur Hand
haben: etw. griffbereit haben »Ich ha¬
be die Unterlagen zur Hand.« 73 zur
Hand sein: verfügbar, erreichbar, zu¬
gegen sein 74 jmdm. etw. zu treuen
Händen übergeben: jmdm. etw. zur
Aufbewahrung anvertrauen 75 An
schmutzigen Händen bleibt viel
hängen: ein moralisch minderwerti¬
ger Mensch ist auch bestechlich
Hand|än|de]rung: die; - / -en Änderung,
"die von Hand, nicht maschinell vor¬
genommen wird
Hand|ap|pa]rat: der; -fe)s; -e 1 zur Be¬
nutzung zusammengestellte Bücher
(zu einem bestimmten
Themen bereich) 2 technisches Gerät,
das in der Hand gehalten werden
kann, handlich ist 3 Telefonhörer
Hand|ar|beit: die; - ; -en 1 von einem
Menschen u. nicht von Maschinen
hergestellt »Dieser Schrank ist (eine)
Handarbeit.« 2 Häkel-, Strick-, Stick¬
arbeit o. ä:, die bearbeitet, fertigge¬
stellt wird
hand|ar[bei|ten: handarbeitest; handar¬
beitetest; hast gehandarbeitet Handar¬
beiten (meist mit Garn, Wolle) aus¬
führen, anfertigen
494
Handelsschiff
Hand|arjbei|ter der; -s; - weibl. Handj-
aijbeifte|rin: die; ~ ; -nen Angehöri¬
ge^) einer Berufsgruppe, die ihre Ar¬
beit von Hand, mit den Händen aus¬
führt
Hand|ar|beits|ge|schäft: das; -(e)s; -e
Taden, in dem man Artikel für Hand¬
arbeiten (z. B. Wolle, Nadeln) kaufen
kann
Hand|ar|beits|un|ter|richt: der; -(e)s; -
Lehrstunde, in der Handarbeiten ver¬
schiedener Art gelehrt werden (z. B.
Stricken, Nähen)
Hand|auf|le|gen: das; -s; - Form der
Heilung durch einen Menschen, der
angeblich über besondere Kräfte ver¬
fügt u. durch bloßes Auflegen seiner
Hand Krankheiten heilen kann
Hand|auf|le|gung: die; - ; -en a) o. PI.
Form der Heilung durch einen Men¬
schen, der angeblich über besondere
Kräfte verfügt u. durch bloßes Aufle¬
gen seiner Hand Krankheiten behe¬
ben kann b) Verfahren der Handauf¬
legung (a)
Handb.: Ahk. 1 Handbuch 2 Handbe¬
dienung
Hand|bal|ler: der; -s; * weibl. Hand|bal|-
le|rin: die; - ; -nen <Sport> Spieler(in),
die den Handballsport ausübt, in ei¬
nem Handballspiel aktiv ist
Hand|be|sen: der; -s; - kleiner Besen,
Bürste an einem Stiel, bei dem/der der
Stiel quer angebracht ist, so daß er/sie
von Hand geführt werden kann
hand|be|trie|ben: Adj. n. slg. nicht elek¬
trisch, sondern von Menschenkraft
angetrieben »Früher gab es handbe¬
triebene Waschmaschinen.«
Hand|be|we|gung: die; -; -en Geste, Be¬
wegung (mit) einer Hand (als Zei¬
chen, Anweisung)
Hand|bijblio|thek —» Hand|bi|b|li|o|-
thek: die; - ; -en a) größere Anzahl
von Nachschlagewerken, die in einem
Lesesaal zwar gelesen, jedoch nicht
ausgeliehen werden können b) jmdm.
(privat) zur Verfügung stehende Aus¬
wahl von (eigens zusammengestell¬
ten) Büchern, Nachschlagewerken
hand|breit: Adj. n. stg. eine Entfernung
von der Breite einer Hand, ca. 10 bis
15 cm betreffend, bildend
Hand|buch: das; -(e)s; -bücher Anlei¬
tung für etw. in einem Buch, gebunde¬
nen Heft »Ich brauche ein Handbuch
für das neue Computerprogramm.«
Händ|chen|hal|ten: das; -s; - [ugs.] Ver¬
halten, bei dem (zwei meist ineinan¬
der verliebte) Menschen (nebeneinan¬
der hergehen u.) sich an den Händen
halten
Hand|creme —> auch Mand|kre|me:
die; - ; -s u. -n/Hand|krem: die; - ; -s
u. [ugs.] der; -s; -e u. -s Pflegeprodukt
für die Hände
Hän|de|druck: der; -s; -drücke (PI. s.)
das kurzfristige Umschließen, Drük-
ken, Schütteln von jmds. rechter
Hand mit der eigenen rechten Hand
(als Zeichen der Bekräftigung, Begrü¬
ßung)
Hän|de|klat|schen: das; -s; - heftige Zu¬
sammenführung der rechten u. der
linken Handfläche (z. B. als Zeichen
der Zustimmung, Begeisterung)
Han|del: der; -s; - a) Ankauf u. Verkauf
(von Waren) »Der Handel mit Ge¬
brauchtwagen blüht.« b) geschäftliche
Vereinbarung »Wir haben einen Han¬
del geschlossen.« 2 Geschäft; Laden
»etw. ist im Handel erhältlich« c) Han¬
del (mit etw.) treiben: etw. verkaufen
d) Handel u. Wandel: die Wirtschaft
u. der Verkehr
—» Han|del trei|bend: s. handeltreibend
han|deln: handelst; handeltest; hast
gehandelt 1 a) mit jmdm. ein (Waren-)
Geschäft abschließen; (Waren) an¬
kaufen u. verkaufen »Er handelt mit
Obst u. Gemüse.« b) mit jmdm. über
den Preis von etw. verhandeln, feil¬
schen 2 in einer Sache tätig werden
»Er handelte bei Ausbruch des Feuers
sofort.« 3 ein Thema besprechen, be¬
inhalten 4 in einer bestimmten Weise
tätig sein, werden
Han|dels|ab|kom|men: das; -s; - Ver¬
trag, Abkommen, das zur Regelung
der Handelsbeziehungen zwischen
verschiedenen Staaten abgeschlossen
wird
Han|dels|aka|de|mie —>• Han|dels|a|-
ka|de|mie: die; ~ ; -n [österr.] höhere
Handelsschule
Han|dels|ar|ti|kel: der; -s; - Produkt,
das im Handel, in Geschäften ver¬
kauft wird
Han|dels|at|ta|ch& der; -s; -s Berater
für Wirtschafts-, Handelsfragen in ei¬
ner Botschaft
Han|dels|bank: die; - ; -en spezialisier¬
tes Bankinstitut, das sich mit Finan¬
zierungen u. Zahlungsgeschäften im
od. mit dem Ausland beschäftigt
Han|dels|be|schrän|kung: die; - ; -en
(vom Gesetzgeber auferlegte) Ein¬
schränkungen, erschwerende Ma߬
nahmen für den Außenhandel
Han|dels|bi|lanz: die; ~ ; -en 1 Bilanz,
Aufstellung eines Handelsunterneh¬
mens, die die Gewinne u. Verluste,
Einnahmen u. Ausgaben gegenüber¬
stellt 2 Gegenüberstellung der Ge¬
samtheit aller Güterimporte u. Ex¬
porte einer Volkswirtschaft in einer
zeitl. Periode
Han|dels|de|le|ga|ti|on: die; - ; -en offi¬
zielle Abordnung von Personen, die
im Ausland Handelsbeziehungen
pflegen u. zu knüpfen versuchen
Han|dels|buch: das; -es; -bücher ein
nach den Grundsätzen der ordnungs¬
gemäßen Buchführung vom Kauf¬
mann geführtes Buch, in dem die
Handelsgeschäfte u. die Vermögens¬
lage der Firma eingetragen werden
han|dels|ei|nig: Adj. n. stg. über eine
(wirtschaftliche) Abmachung einig
Han|dels|em|barfgo: das; -s; -s vom
Staat erlassenes, den Handel betref¬
fendes Verbot der Warenauslieferung
in ein bestimmtes Land
Han|dels|fiijma: die; ~ ; -firmen Unter¬
nehmen, das Waren (herstellt u.) ver¬
treibt
Han|dels|flot|te: die; - ; -n Schifffsflotte,
alle Schiffe eines Landes o. ä., die
zum Handel bestimmte Waren trans¬
portiert
Han|delsjge|richt: das; - fejs; -e rechtli¬
che Institution, die speziell für han¬
delsrechtliche Probleme zuständig ist
Han|dels|ge|seil|schaft: die; - ; -en Per¬
sonen- od. Kapitalgesellschaft mit be¬
stimmter rechtlicher, organisatori¬
scher Struktur, deren Zweck darauf
gerichtet ist, Handel zu betreiben
Han|dels|ge|setz|buch: das; -(e)s;
-bücher Gesetzbuch, das den Waren¬
handel u. das Sonderrecht der Kauf¬
leute regelt, betrifft
Han|dels|ge|wer|be: das; -s; - Gewer¬
bebetrieb, dessen Betreiber in kauf¬
männischer Weise Waren an- u. ver¬
kauft
Han|dels|ha|fen: der; -s; -häfen Hafen,
in dem Handelsgüter umgeschlagen
werden
Han|dels|haus: das; -es; -häuser [veralt.]
kaufmännisches Unternehmen mit
langer Tradition
Han|dels|kam|mer: die; - ; -n Zusam¬
menschluß, übergeordnete regional
strukturierte Organisation der (Indu¬
strie- u.) Handelsfirmen
Han|dels|klas|se: die; • ; -n [kauf-
mannssprl.] eine von mehreren Güte¬
klassen, in die Produkte eingeordnet
werden
Han|dels|machfc die; - ; -möchte Staat,
der aufgrund seiner umfassenden
Handelsgeschäfte eine besondere
wirtschaftliche Position einnimmt
Han|dels|mann: der; -(e)s; -männer u.
-leute [veralt.] Hausierer od. Vertreter
Han|dels|ma|ri|ne: die; - ; -n (PI. s.)
Schiffsflotte, alle Schiffe eines Landes
o. ä., die zum Handel bestimmte Wa¬
ren transportiert
Han|dels|maijke: die; - ; -n vom Gesetz
geschützter Name eines Produktes
Han|dels|mes|se: die; - ; -n Verkaufs¬
ausstellung, Messe, die speziell für
den Bereich des Handels organisiert
ist
Han|dels|mis|si|on: die; - / -en offizielle
"Vertretung, Institution eines Staates
in einem anderen, die dort Handels¬
beziehungen zu pflegen u. zu knüpfen
versucht
Han|dels|na|me: der; -ns; -n a) Firmen-
"bezeichnung b) Produktname; Han¬
delsmarke
Han|dels|nie|deijlas|sung: die; - ; -en
"Sitz, Filiale einer Firma
Han|dels|platz: der; -es; -platze Stadt,
Ort, die/der besonders für Handelsge¬
schäfte bekannt ist, wo Firmen Ge¬
schäfte abschließen
han|dels|po|li|tisch: Adj. n. stg. die Han¬
delspolitik betreffend; den Handel re¬
gelnde Maßnahmen betreffend
Han|dels|recht: das; -(e)s; - <Rechtsw.>
Gesamtheit der den Handel regelnden
Gesetze »Das Handelsrecht ist Teil
des Privatrechts.«
Han|dels|re|gi|ster —» Han|dels|re|gis|-
ter: das; -s; - vom Amtsgericht ge¬
führtes öffentliches Verzeichnis, in
dem Angaben über die örtlichen Han¬
delsgewerbe eingetragen sind (Eigen¬
tümer, Sitz der Firma, Stammkapital
usw.)
Han|dels|rei|sen|de: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Handels¬
reisender; eine Handelsreisende; zwei
Handelsreisende) Vertreterin), der/
die Kunden aufsucht u. ihnen seine/
ihre Artikel verkauft
Han|dels|schiff: das; -(e)s; -e für den
Transport von Handelswaren benutz¬
tes Schiff
495
Handelsschule
Han|dels|8chu|le: die; - ; -n Fach(ober)-
schule, die auf einen kaufmännischen
Beruf vorbereitet
Han|dels|span|ne: die; - ; -n [kauf-
mannssprl.) Betrag, Spanne zwischen
An- u. Verkaufspreis eines Produktes
Han|dels|stadt: die; - / -Städte Stadt,
Ort, die/der besonders für Handelsge¬
schäfte bekannt ist
Han|dels|stand: der; -es; -stände Berufs-
"stand der Händler, Kaufleute
Han|dels|stra|Be: die; - ; -n Weg, Stra¬
ße, auf dem/der (früher) die Waren
befördert werden, wurden
han|dels|üb|lich: Adj. n. stg. im Handel
gewöhnlich, häufig verwendet »eine
handelsübliche Verpackungsgröße«
Han|dels|verttrag: der; -(e)s; -vertrage
eine (längere) Geschäftsbeziehung
zwischen Unternehmen od. Staaten
regelnde schriftliche Abmachung
Han|dels|veijtre|ter: der; -s; - weibl.
Han|dels|verttre|te|rin: die; - ; -nen
Vertreterin) eines od. mehrerer Un¬
ternehmen, der/die Geschäfte ab¬
schließt bzw. vermittelt
Han|dels|vo(lu|men: das; -s; - u.
~-volumina (Wirt.) Ausmaß bzw. Men¬
ge des (Außenhandels in einem
ganz bestimmten, beschränkten Zeit¬
raum
Han|dels|wa|re: die; ~ ; -n Produkt, das
verkauft, gehandelt wird
Han|dels|weg: der; -(e)s; -e 1 Weg,
Straße, auf der ex- bzw. importierte
Waren transportiert werden 2 Weg,
den die Produkte über den Handel
nehmen, um vom Produzenten zum
Endverbraucher zu gelangen
han|del|trei|bend—> Han|del tref|bend:
Adj. n. stg. Produkte verkaufend; mit
etw. handelnd
hln|de|rin|gend: Adv. [ugs.] dringend,
verzweifelt etw. benötigend, nach
etw. suchend
Hänjde|schüt|teln: das; -s; - das kurzfri¬
stige Umschließen, Drücken, Schüt¬
teln von jmds. rechter Hand mit der
eigenen rechten Hand (als Zeichen
der Bekräftigung, Begrüßung)
Hänjde|wajschen: das; -s; - Reinigung
der Hände mit Wasser u. Seife
Hand|fe|ger: der; -s; - kleiner Besen,
Bürste an einem Stiel
Hand|fer|tig|keit: die; - ; -en Fähigkeit,
"Geschicklichkeit, etw. mit den Hän¬
den ausführen zu können
handlest: Adj. handfester; handfesteste
1 einfach, aber gut »handfeste
Nahrung« 2 greifbar u. konkret
»handfeste Beweise«
Hand|feu|eiiwaf1fe: die; ~ ; -n kleinere,
"tragbare, beim Schießen in der Hand
zu haltende Schußwaffe
Hand|flä|che: die; -; -n Handinnenseite,
Ant.: Handrücken
hand|ge|ar|bei|tet: Adj. n. stg. mit den
Händen, von Hand, nicht mittels Ma¬
schinen hergestellt
Hand|ge|brauch: aucl\der; ~(e)s; - stän¬
dige, unkomplizierte Benutzung
hand|ge|bun|den: Adj. n. stg. von Hand,
ohne Hilfe von Maschinen (zusam-
men)gebunden
hand|ge|fer|tigt: Adj. n. stg. von Hand
hergestellt; in Handarbeit angefertigt
hand|ge|knüpft: Adj. n. stg. mit den
Händen, nicht von einer Maschine
geknüpft
Hand|ge|lenk: das; -(e)s; -e 1 Gelenk,
das den Unterarm u. die Hand ver¬
bindet 2 jmd. schüttelt etw. aus dem
Handgelenk: jmdm. fällt etw. sehr
leicht; jmd. muß sich für etw. nicht
anstrengen
hand|ge|macht: Adj. n. stg. von Hand
hergestellt; in Handarbeit angefertigt
hand|ge|malt: Adj. n. stg. von Hand,
nicht von einer Maschine gemalt, her¬
gestellt
Hand|ge|men|ge: das; -s; - kleinere
körperliche Auseinandersetzung zwi¬
schen mehreren Personen (meist ohne
große Verletzungen) »Es kam zu ei¬
nem kurzen Handgemenge.«
Hand|ge|päck: das; -(e)s; - (PI. nur in
Zusammensetzungen: zwei Handge¬
päckstücke) Gepäckstück(e), das/die
man bequem tragen kann, nicht auf¬
gibt, selbst mit ins Flugzeug nimmt
hand|ge|schrie|ben: Adj. n. stg. mit der
Hand, nicht mit der Schreibmaschine
o. ä. geschrieben
Hand|gra|na|te: die; - ; -n mit Spreng¬
stoff gefüllte Waffe, kleine Bombe,
die entsichert, von Hand geworfen
wird u. anschließend explodiert
hand|greif1lich: Adj. n. stg. (im Streit)
körperlich aggressiv (handelnd)
Hand|greif|lich|keit: die; - ; -en direkter,
körperlicher Angriff; körperlich ag¬
gressive Handlung
Hand|grifh der; -(e)s;-e 1 (anspruchslo¬
se) Tätigkeit, die immer wieder mit
der Hand ausgeführt wird »Mit weni¬
gen Handgriffen räumte er die Arbeits¬
platte leer.« 2 an etw. befestigte Vor¬
richtung zum Anfassen
hand|groB: Adj. n. stg. so groß wie eine
durchschnittliche Hand
hand|hab|bar: Adj. n. stg. zu handha¬
ben, bedienen
Hand|hab|bar|keit: die; - ; - Art u. Wei¬
se der Bedienung(sfreundlichkeit)
hand|ha|ben: handhabst; handhabtest;
hast gehandhabt etw. in bestimmter
Art u. Weise bedienen, tun
Hand|ha|bung: die; ~; -en das Umgehen
mit etw., Bedienung von etw.
Hand|haiimo|ni|ka: die; - ; -s u.
-harmoniken <Musik> Akkordeon,
Ziehharmonika, Instrument, bei dem
mittels eines von Hand betriebenen
Blasebalgs u. an der Seite angebrach¬
ten Knöpfen, die die Luftzufuhr re¬
geln, Töne erzeugt werden
Han|di|cap/Han|di|kap: <engh /händi-
käpp/ das; -s; -s t a) (körperliche, gei¬
stige) Benachteiligung, Behinderung
b) Nachteil, Hindernis für etw. od.
jmdn. 2 <Sport> Ausgleichsvorgabe im
Wettkampf
Hand|kan|te: die; - ; -n äußere Kante,
Schmalseite einer Hand
Hand|kan|ten|schlag: der; -(e)s;
-Schläge meist Sport) Schlag, der mit
der äußeren Schmalseite der Hand
(z. B. bei Karate) ausgeführt wird
Hand|kof|fer. der; -s; - kleinerer Kof¬
fer, Gepäckbehälter, den man pro¬
blemlos transportieren kann
hand|ko|lo|riert: Adj. n. stg. von Hand
eingefärbt »ein handkoloriertes Foto«
Hand|korb: der;-(e)s; -körbe feste Ein¬
kaufstasche aus Korb, Tragekorb mit
Henkel
Hand)krem: die; - ; -s u. [ugs.] der; -s;
-e u. -s/Hand|creme:—» auchHand|-
kre|me: die; - ; -s u. -n Pflegeprodukt
für die Hände
—* Hand|kre|me: s. Handcreme/Hand-
krem
hand|lang: Adj. n. stg. so lang wie eine
durchschnittliche Hand
Hand[lan|ger: der; -s; - weibl. Handf-
lan|ge|rin: die; - ; -nen a) Person, die
weniger qualifizierte (handwerkliche)
(Hilfs-)Dienstleistungen erledigt b)
<Bauwirt.) ungelernter Arbeiter »Er
verdingte sich als Handlanger am
Bau.«
Hand|lan|ger|ar|beit: die; - ; -en unqua¬
lifizierte Tätigkeit, mit der jmd. einem
anderen hilft, zuarbeitet, der die ei¬
gentliche, kompliziertere Arbeit aus¬
führt
Hand|lan|ger)dienst: der; -(e)s; -e un¬
qualifizierte Tätigkeit, mit der jmd.
einem anderen hilft, zuarbeitet, der
die eigentliche, kompliziertere Arbeit
ausführt
Handjlauf: der; -(e)s; Handläufe zum
Festhalten dienende Leiste am Gelän¬
der einer Treppe
Händ|len der; -s; - weibl. H8nd|le|rin:
die; - ; -nen Person, die Waren ein- u.
verkauft
Hand|le|se|kunst: die; -; -künste angeb¬
liche Fähigkeit mancher Menschen,
die Zukunft bzw. Vergangenheit aus
den Linien der Handfläche erkennen
zu können
Hand|le|xi|kon: das; -s; -lexika u.
-lexiken Nachschlagewerk in Form
eines od. einiger weniger Bücher
handflich: Adj. bequem u. einfach zu be¬
nutzen
Hand|ling: tengh /händling/ das; -s; -
Umgang mit einem Gegenstand;
Handhabung, Handhabbarkeit einer
Sache, eines Handlungsablaufes
Handlung: die; ~ ; -en 1 Tat; Reaktion
»eine strafbare Handlung« 2 Abfolge
von Geschehnissen u. Ereignissen (in
Romanen, Filmen o. ä.) »spannende
Handlung«
Hand|lungs|ab|lauf: der; -(e)s; -abläufe
(regelmäßig erfolgender) Hergang
aufeinanderfolgender Handlungen,
Geschehnisse
Hand|lungs|be|darf: der; -(e)s; - Not¬
wendigkeit, etw. zu tun, zu unterneh¬
men
Hand|tungs|be|voll|mäch|tig|te: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Handlungsbevollmächtigter; eine
Handlungsbevollmächtigte; zwei
Handlungsbevollmächtigte) jmd., der
eine Vollmacht, Erlaubnis erhält, um
in bestimmten Situationen selbstän¬
dig handeln u. entscheiden zu können
hand|lungs|fä|hig: Adj. in der Lage, etw.
tun, agieren zu können
Hand|lungs|ffei|heit die; - ; - Möglich¬
keit, frei u. ohne Einschränkungen
handeln zu können
Handlungs|rei|sen|de: der; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Handlungsrei¬
sender; eine Handlungsreisende; zwei
Handlungsreisende) Handelsvertrete-
r(in), der/die seine/ihre (potentiellen)
496
Hanfseil
Kunden aufsucht u. ihnen seine/ihre
Waren verkauft
Hand|lungs|un|fä|hig|keit: die; - ; -en
Zustand, in dem jmd. nicht in der La¬
ge ist, zu handeln, angemessen auf
etw. zu reagieren
Hand|lungs|voll|maeht: die; ~; -en Voll¬
macht, Erlaubnis, die zur Vornahme
einer bestimmten, zu einem Handels¬
gewerbe gehörenden Art von Ge¬
schäften ermächtigt
Hand|lungs|wei|se: die; -; -n Art, in der
jmd. etw. tut, nach der jmd. handelt
Hand)oijgel: die; - ; -n 1 mit einer Kur¬
bel betriebene Drehorgel 2 Ziehhar¬
monika; einfaches Akkordeon
Hand|out —* auch Hand-out <engb
/häntaut/ das; -s; -s Thesen- o. a. Pa¬
pier, das als Begleitmaterial zu einem
Vortrag ausgegeben wird »Auf Seite
zwei im Handout können Sie die Ta¬
belle mitlesen, die ich in meinen Aus¬
föhrungengleich analysieren werde.«
Handjpresjse: die; - ; -n Gerät, mit dem
man durch Anwendung von manuel¬
ler Kraft Flüssigkeit, Saft aus etw.
drücken, pressen kann
Hand|rei|chung: die: - ; -en kleine
Dienstleistung, Handlangerarbeit
Hand|rücken (Hand|rük|ken —> Hand|-
rü|cken-, der; -s; - Oberseite der
Hand
hand|sam: Adj. (landsch.j 1 leicht zu be¬
dienen, handhaben, benutzen 2
<Mensch> umgänglich u. unkompli¬
ziert 3 etw. schnell verstehend, ler¬
nend (u. danach geschickt arbeitend)
Hand|schel|le: die; - ; -n (m. PI.) mit ei¬
nem Schloß versehene Metallfessel
für die Handgelenke
Hand|schlag: der; -(e)s; Handschläge 1
a) Händedruck (bei der Begrüßung,
einem Vertragsabschluß) b) jmd. be¬
siegelt etw. per Handschlag, mit ei¬
nem Handschlag: jmd. schließt einen
mündlichen Vertrag mit jmdm. ab 2
jmd. tut keinen Handschlag: jmd. ist
faul, arbeitet nicht
Hand|schrift: die; - ; -en 1 Aussehen,
Schriftbild von etw., was nicht ma¬
schinell, sondern mit der Hand ge¬
schrieben ist »Er hat eine fürchterliche
Handschrift.« 2 aus älterer Zeit über¬
lieferter handgeschriebener Text 3
<übertr.> Art u. Weise (einer Hand¬
lung), die jmdn., etw. kennzeichnet
Handjschiifftcmldeujtung: die; - ; -en
psychologische Analyse, Interpretati¬
on auf der Basis einer Handschrift, ei¬
nes handgeschriebenen Textes
Hand|schrif|ten|kun|de: die; - ; - Wis¬
senschaft, Lehre von der Handschrif¬
tendeutung
hand|schrift|lich: Adj. n. stg. von Hand,
mit der Hand geschrieben »ein hand¬
schriftlicher Lebenslauf«
Hand|schuh: der; -(e)s; -e (Kälte-)
Schutzüberzug für Hände, meist aus
Wolle od. Leder, aber auch aus Textil
od. Gummi
Hand|schuh|fach: das; -es; -föcher ver¬
schließbares Ablagefach auf der Bei¬
fahrerseite des Armaturenbretts in ei¬
nem Auto
Handjschutz: der; -es; - Schutzma߬
nahme) für die Hände, z. B. in Form
von Arbeitshandschuhen
Handlspie|gel: der; -s; - kleinerer Spie¬
gel mit Haltegriff, den man in der
Hand halten kann
Hand|stand: der; -(e)s; -stände <Sport>
Turnübung, bei der man auf seinen
Händen steht u. die Füße nach oben,
zur Decke gerichtet sind
Hand|stand|über|schlag —> Hand|-
stand|ü|berjschlag: der; -(e)s;
-Überschläge <Sport> Turnübung, bei
der man anläuft, einen Handstand
macht u. sich so überschlägt, daß
man wieder auf den Füßen aufkommt
Handstreich: der; -(e)s; -e (PI. s.)
"überfallartige Eroberung einer militä¬
rischen oder anderen Position (Politik
o. ä.) mit sofortiger Brechung von
Widerstand
Hand|ta|sche: die; - ; -n verschließbare,
kleinere Tasche mit Henkeln o. ä.
Hand(tel|ler der; -s; - Handinnenfläche
ohne die Innenseite der Finger
Hand|tuch: das; -(e)s; -tücher 1 recht¬
eckiges Stoffstück, meist aus Baum¬
wolle, das zum Abtrocknen (des Kör¬
pers) dient 2 jmd. ist ein schmales
Handtuch: jmd. ist extrem schlank
Hand|tuch|hal|teR der; -s; - Haltevor-
"richtung, um das Handtuch aufhän¬
gen zu können
hand|ver|le|sen: Adj. n. stg. besonders,
gezielt (von Hand) ausgesucht, her¬
ausgesucht »Für den Rumtopf werden
nur handverlesene Früchte verwendet.«
Handw.: Abk. Hand werker(in)
handw.: Abk. handwerklich
hand|warm: Adj.; n. stg. lauwarm; mit¬
telwarm
Hand|wä|sche: die; - / -n Reinigung
von Kleidungsstücken mit der Hand
u. nicht durch Maschinenwäsche
»Für dieses Hemd ist Handwäsche vor¬
geschrieben.«
Handfwerk: das; -(e)s; -e 1 a) (Ausbil-
dungs-)Beruf, in dem durch Arbeit
mit den Händen etw. hergestellt od.
repariert wird »das Hemdwerk eines
Schneiders erlernen« b) Gesamtheit
aller handwerklichen Berufe »Wir
müssen das Handwerk fordern.« 2
jmdm. das Handwerk (egen: jmds.
schlechtes, kriminelles Treiben been¬
den, ihn fassen 3 Handwerk hat gol¬
denen Boden: die Meinung, daß ein
ordentlich erlerntes Handwerk eine
gute, finanzielle Zukunft sichert 4 Ein
schlechtes Handwerk, das seinen
Meister nicht ernährt: die Meinung,
daß schlechte Arbeit das Auskommen
nicht sichert
hand|wer|keln: handwerkelst; handwer¬
keltest; hast gehandwerkelt [scherzh.J
an etw. laienhaft herumbasteln
Hand|wer|ker: der; -s; - weibl. Handj-
wer|ke|rin: die; - ; -ne« jmd., der einen
handwerklichen Beruf ausübt
Hand|weijker|stand: der; -(e)s; - Ge¬
samtheit der Handwerker (als gesell¬
schaftliche, wirtschaftliche Gruppe,
Einheit)
hand|werk]lich: Adj. n. stg. in bezug auf
das Handwerk, die Fähigkeit zur
Ausübung eines Handwerks »Er ist
handwerklich sehr geschickt.«
Hand|werks|be|trieb: der; -(e)s; -e Fir¬
ma, die Handwerker beschäftigt, etw.
handwerklich herstellt, bearbeitet
Hand|werks|bur|sche: der; -n; -n [ver-
alt.j Handwerker(geselle) auf der
Wanderschaft
Handjwerks|ge|sel|le: der; -n; -n weibl.
Hand|werks|ge|sel|lin: die; - ; -nen
Handwerkern), der/die die Gesellen¬
prüfung, eine Ausbildung in einem
Handwerksberuf abgeschlossen, ge¬
macht hat
Hand|werks|kam|mer: die; - ; -n öffent¬
lich-rechtliche Körperschaft, deren
Mitglieder die selbständigen Hand¬
werker u. die Angehörigen der Hand¬
werksbetriebe in einem Bezirk sind u.
deren Aufgabe die Wahrung u. För¬
derung der Interessen des Handwerks
ist
Hand|werks|mei|ster —» Hand|werks|-
meis|ter. der; -s; • weibl. Handj-
werks|mei|ste|rin —> Hand)werks|-
meistte|riir die; - ; -nen Handwerke¬
rn), der/die nach der Gesellenprü¬
fung die Meisterprüfung gemacht,
abgelegt hat
Hand|werks|rol|le: die; - ; -n bei den
Handwerkskammern geführtes öf¬
fentliches Verzeichnis, in das die selb¬
ständigen Handwerker mit ihren Be¬
trieben eingetragen sind
Hand|werks|ord|nung: die; - / -en Ge¬
setz, welches das Recht des Hand¬
werks regelt
Hand|werks|zeug: das; -(e)s; - Arbeits¬
werkzeug des Handwerkers
Hand|wör|teijbuch: das; -(e)s; -bücher
"handliches, kleinformatiges Wörter¬
buch
Handfwiujzel: die; - ; -n Gesamtheit der
Handwurzelknochen
Hand|wurjzel|kno|chen: der; -s; - Kno¬
chen (unter mehreren), der sich zwi¬
schen Unterarm u. Mittelhand befin¬
det
Han|dy: <engh /händi/ das; -s; -s Emp¬
fangs- u. Sprechgerät für drahtlose
Telefon Verbindungen als Handappa¬
rat ausgelegt
Hand|zei|chen: das; -s; - mit der Hand
gegebenes Signal, Zeichen
Handjzeich|nung: die; - ; -en 1 techni¬
sche Zeichnung, die mit der Hand,
ohne Hilfsmittel angefertigt wurde 2
eigenhändige Zeichnung eines Künst¬
lers auf Papier
Hand|zet|tel: der; -s; - kleineres be¬
drucktes Blatt Papier, das (auf der
Straße, zu Werbezwecken) verteilt
wird
ha|ne|bii|chen: Adj. (völlig willkürlich
erfunden u. deshalb) empörend »Sie
redet hanebüchenen Unsinn.«
Hanf: der; -(e)s; -e Pflanze, aus deren
Fasern Seile, Textilien u. a. gefertigt
werden u. aus deren Früchten, Samen
u. Blättern Haschisch, Marihuana ge¬
wonnen wird
Hanfjbre|che: die; - ; -n <Landwirt.>
landwirtschaftlich genutztes Gerät
zum Brechen der Hanfstengel
Hänfjling: der; -(e)s; -e 1 kleiner, brau¬
ner, zur Art der Finken gehöriger Vo¬
gel 2 [ugs.; meist abwert.] besonders
schwächlicher (kleiner) Mensch,
meist Mann
Hanf)sa|men: der; -s; - Samen der
Hanfpflanze
Hanfjseik das; -(e)s; -e aus Hanf ge¬
drehtes, gefertigtes Seil, Tau
497
Hang
Hang: der; -(e)s; Hänge 1 (nicht sehr
'steil) abfallende Seite eines Berges
2 o. PI. Vorliebe, Neigung (z. T. unbe¬
wußt)
hang|ab|wärts: Adj. n. stg. den Berg
hinunter »Bei der Schlittenfahrt ging
es steil hangabw'ärts.«
Han|gar/Han|gar. </r.» der; -s; -s Flug¬
zeughalle, meist für den Wartungs- u.
Reparaturbetrieb
Hän|ge|bauch|schwein: auchschwein-
~das; -(e)s; -e Hausschweinzüchtung
(aus Vietnam) mit tief herabhängen¬
dem Bauch
Hän|ge|bojden: der; -s; -h'oden an der
Decke eines hohen Raumes befestig¬
ter Zwischenboden zur Unterbrin¬
gung von etw. »Er kletterte auf die
Leiter, um etw. vom Hängeboden zu
holen.«
Hän|ge|brücke (Hän|ge|brük|ke —>
Hän|ge|brii|cke): die; - ; -n frei schwe¬
bende Brücke, die mittig nicht im Bo¬
den verankert ist
Hän|ge|bu|sen: der; -s; ~ weibliche
Brust, die leicht herunterhängt, deren
Brustwarzen nach unten zeigen
han|geln: hangelst; hangeltest; ist/hast
gehangelt sich an den Händen hän¬
gend vorwärtsbewegen »Der Affe
hangelt sich von Baum zu Baum.«
Hän|ge|mat|te: die; - ; -n zwischen zwei
Holmen o. ä. ausgespanntes Netz od.
Segeltuch, in dem man liegen kann
hän|gen: hängst; hängtest; hast gehängt
1 etw. nur an einer Stelle oben befesti¬
gen u. dann lose nach unten baumeln
lassen »Er hängte Wäsche auf.« 2 etw.
an ein Fahrzeug koppeln »einen Wag¬
gon an die Lokomotive hängen« 3 eine
Person töten, indem sie mit einem Seil
um den Hals an etw. geknüpft wird u.
ihr der Halt unter den Füßen genom¬
men wird 4 mit Hängen u. Würgen:
[ugs.] so gerade noch etw. geschafft,
erreicht haben; fast gefehlt haben
hän|gen, sich: hängst dich; hängtest
dich; hast dich gehängt 1 sich an etw.
od. jmdm. festhalten u. lose baumeln
lassen 2 sich an etw. heften 3 einer
Person folgen 4 sich mit etw. od.
jmdm. eng verbunden fühlen 5 sich
töten, indem man sich ein Seil um den
Hals knüpft u. den Halt unter den Fü¬
ßen verläßt
hän|gen: hängst; hingst; hast gehangen 1
nur an einer Stelle oben befestigt sein
u. dann lose nach unten baumeln
»Die Wäsche hing auf der Leine.« 2
mit etw. od. jmdm. sehr stark verbun¬
den sein »Ich hänge sehr an meinen
Eltern.« 3 sich seitlich neigen 4 im
Rückstand sein; stocken 5 an jmdm.
hängen wie eine Klette: [ugs.] eine
Person so gut leiden mögen, daß man
versucht, immer in der Nähe dieser
Person zu sein (u. dieser damit häufig
lästig fällt)
—> hän|gen blei|ben: s. hängenbleiben
—*■ hänjgen las|sen: s. hängenlassen
—» hänjgen lasjsen, sich: s. hängenlas¬
sen, sich
hän|gen|blei|ben —» hän|gen blei|ben:
bleibst hängen; blieb(e)st hängen; bist
hängengeblieben —»bist hängen
geblieben*— 1 mit etw., einem Klei¬
dungsstück an etw. festklemmen o. ä.
(so daß man nicht weitergehen kann)
2 [ugs.] in der Schule eine Schulklasse
aufgrund schlechter Noten wiederho¬
len müssen; Sitzenbleiben; nicht ver¬
setzt werden 3 sich nicht mehr wegbe¬
wegen (können); sich in etw. festset¬
zen 4 [ugs.] a) im Gedächtnis, in der
Erinnerung bleiben b) als Gewinn für
jmdn. zu verbuchen sein; als Ertrag
abfallen
hän|gen|las|sen —» hän|gen lassen:
läßt hängen; ließ(es)t hängen; hast
hängen (ge) lassen —»hast hängen
(geflossen ♦ alle Gegenwartsformen
mit ss*— 1 etw. an einem Haken o.
ä. Hängendes dort verbleiben lassen,
nicht wegnehmen 2 jmdn. in einer
schwierigen Situation nicht unterstüt¬
zen, ihm keine Hilfe gewähren, ihm
nicht beistehen
hän|gen|lasjsen —» hän|gen las(sen,
sich: läßt dich hängen; ließ(es)t dich
hängen; hast dich hängen (ge)lassen
—»hast dich hängen (ge)lassen ♦ alle
Gegenwartsformen mit ss*— sich in,
nach einer schwierigen Situation
nicht für etw. motivieren können, sein
Leben nicht aktiv gestalten
Hän|ge|schrank: der; -(e)s; -schränke
an der Wand befestigter, nicht auf
dem Boden stehender Schrank
hans.: Abk. hanseatisch
Häns|chen: das; -s; - 1 Verkleinerungs-
, Koseform für den männlichen
Vornamen Hans 2 Was Hänschen
nicht lernt, lernt Hans nimmermehr:
was man als Kind nicht gelernt hat,
kann man als Erwachsener nicht
mehr richtig erlernen
Hans|dampf: der; -(e)s; -e (PI.s.) a) ge¬
schäftiger, pfiffiger, umtriebiger
Mensch b) Hansdampf in allen
Gassen: [ugs.] jmd., der immer über¬
all dabei ist, sein will
Han|se: die; - ; -n «hist.» (See-)Handels-
gemeinschaft zwischen, aus mehreren
Städten in Nordeuropa u. Skandina¬
vien
Han|se|at: der; -en; -en weibl. Han|sea|-
tin: die; ~ ; -nen i <hist.> Kaufmann,
der der Hanse angehörte 2 Bürgerin)
einer Hansestadt
han|sea|tisch —» han|se|a|tisch: Adj.
n. stg. die Hanse(städte) betreffend;
der Hanse, einer Hansestadt zugehö¬
rig
Han|se|kog|ge: die; - / -n Kogge, Han¬
delsschiff eines Hanseaten, Kauf¬
manns
Hän|se|lei: die; - ; -en (ständiges) Är¬
gern, Necken
hän|seln: hänselst; hänseltest; hast ge¬
hänselt jmdn. ärgern; jmdn. wegen ei¬
ner Eigenschaft verspotten »Sie wur¬
de wegen ihrer altmodischen Kleidung
von den Mitschülerinnen gehänselt.«
Han|se|stadt: die; ~ ; -städte Stadt, die
der Hanse angehört(e)
han|se|städ|tisch: Adj. n. stg. typisch
für eine Hansestadt; einer Hansestadt
zuzuordnen
han|sisch: Adj. n. stg. 1 der Hanse zuzu¬
ordnen, angehörig 2 typisch für eine
Hansestadt
Hans|wurst: der; -(e)s; Hanswurste
(PI. s.) a) Figur, komische Rolle im
Theater des 18. Jahrhunderts b) sich
ständig dumm benehmender Mensch
Han|tel: die; - ; -n Sportgerät zur Stär¬
kung der Muskulatur, das aus zwei
durch einen Griff verbundene Schei¬
ben besteht
Han|tel|bank: die; - ; -banke leichtge¬
polsterte Bank, auf der Hantelübun¬
gen zum Krafttraining absolviert
werden
han|teln: hantelst; hanteltest; hast ge-
hantelt <Sport> mit einer Hantel, mit
Gewichten beim Bodybuilding (die
Armmuskulatur) trainieren
han|tie|ren: <niederl.-fr.> hantierst; han¬
tiertest; hast hantiert mit einem Ge¬
genstand arbeiten; etw. handhaben
hajpern: hapert; haperte; hat gehapert
zum Scheitern bringen; an etw. man¬
geln
Haplpen: der; -s; - Bissen, Kleinigkeit
zu essen
Hap|pe[ning: <engh /häppening/ das; -s;
-s (teilweise spontane, improvisierte)
öffentliche Veranstaltung, oftmals
unter Mitwirkung des Publikums, als
Kunstereignis mit überraschender
Wirkung, auch als politische Demon¬
stration
hap|pig: Adj. stark übertrieben; in nega¬
tiver Weise beeindruckend
hap|py: <engh /häppi/ Adj. [ugs.] glück¬
lich
Hap|py-End —» Hap|py|end/Hap|py
End: <engl.> /häppi ent/ das; ~ u. -s; -s
glücklicher Ausgang; glückliches En¬
de »Die meisten Liebesromane haben
ein Happy-End.«
Hap|tik: <gr.> die; - ; - Lehre vom Tast¬
sinn, der Berührung
haptisch: Adj. n. stg. den Tastsinn be¬
treffend, ihm zuzuordnen
Ha|ra|k||ri: <jap.> das; - u. -s; -s japani¬
scher ritueller Selbstmord durch das
Aufschlitzen des Bauches
Ha|raB —» Ha|rass: <//■.» der; Harasses;
Harasse «Wirt.» Kiste od. spezieller
Korb zum Verpacken zerbrechlicher
Waren
Hard co|ver—> Hard|co|ver/Hard Co|-
ver: <engl.-amerik.> /ha«d kawwer/
das; -s; ~ u. -s «Buch o. ä.» harter Um¬
schlag, Buchdeckel; (fest) gebundenes
Buch »Der Roman im Hard cover ist
teurer als das Taschenbuch.« Ant.: Pa¬
perback
Hard Rock —> auch Hard|rock: <engh
/ha«d rock/ der; - u. -s; -durch hohe
Lautstärke gekennzeichnete Musik¬
richtung mit einfacher u. rhythmi¬
scher Struktur
—> Hard|co|ver/Hard Co|ver: s. Hard
cover
Harjde: die; - ; -n «hist.» mehrere Dörfer
umfassender Verwaltungsbezirk (in
Schleswig-Holstein)
—» Hard|rock: s. Hard Rock
Hard|ware: tamerik.-engh /hardwär/
die; ~ ;-s (Pt. s.) «EDV» die apparati¬
ven (harten) Bestandteile der Anlage
in der Datenverarbeitung, Ant.: Soft¬
ware
Ha|rem: <arab.-türk.> der; -s; -s «hist.» a)
in islamischen Ländern Wohnbereich
der Frauen in einem Haus, den kein
fremder Mann betreten durfte b) Ge¬
meinschaft der Frauen, die zusam¬
men in einem Harem (a) wohnen c)
gegebenenfalls alle Ehefrauen, Mätr-
498
hartnäckig
essen eines wohlhabenden orientali¬
schen Mannes
Ha|rems|wäch|ter: der; -s; - <hist.> ka¬
strierter Mann, der den Haremsbe¬
reich u. die darin lebenden Frauen
schätzt, bewacht
Hä|re|sie: <gr.-lat.> die; - ; -n <Religion>
von der offiziellen Kirchenmeinung
abweichende Lehre; Irrlehre, Ketze¬
rei
Hä|re|ti|ken <gr.-lat.> der; -s; ~ weibl.
Hä|refti|ke)rin: die; - ; -nen jmd., der
von der offiziellen (kirchlichen) Lehre
abweicht, Syn.: Ketzer(in)
Har|fe: die; ~ ; -n Musikinstrument mit
über einem breiten Rahmen gespann¬
ten Saiten, die zur Erzeugung eines
Klanges gezupft, geschlagen werden
»Sie spielte auf der Harfe ein Glissan¬
do (gleitend rasche Tonfolge auf- oder
abwärts).«
Har|fe|n|st: der; -en; -en weibl. Har|fe|-
n]|stin —»■ Har|fe|nis|tin: die; - ; -nen
jmd., der das Musikinstrument Harfe
spielen kann, (beruflich) spielt
Harffen|spiel: das; -(e)s; -e Musik, die
entsteht, wenn jmd. auf einer Harfe
spielt
Har|ke: die; - ; -n Gartengerät mit Zin-
Tcen, Zacken zum Zusammenkehren
von Blättern, Glattrechen von Erde
haijken: harkst; harktest; hast geharkt
etw. mit einer Harke, einer mit Zak-
ken versehenen Metalleiste an einem
Stiel bearbeiten, oberfächlich auflok-
kern o. ä.
Har|le|kin: <fr.-it.> der; -(e)s; -e (Figur
eines) Narren, Clowns
Har|le|kin|frosch: der; -(e)s; -frösche in
amerikanischen Tropenzonen behei¬
matete Froschart
Harm: der; -(e)s; - [veralt] Schmerz,
Leid
harm|los: Adj. harmloser; harmloseste
nicht gefährlich; ohne böse Absicht;
ohne böse Hintergedanken »eine
harmlose Bemerkung«
Harm|lo|sig|keit: die; -; -en a) o. PI. Un¬
gefährlichkeit, Unbedenklichkeit von
etw., jmdm. b) unbedenkliche, nicht
sehr bedeutsame Handlung
Haijmo|n|e: <gr.-lat.> die; - ■ Harmonien
Iharmonfcnj 1 o. PI. Übereinstim¬
mung; Eintracht »Sie lebten in Har¬
monie zusammen.« 2 <Musik> Zusam¬
menklang mehrerer Töne, der für das
menschliche Ohr als angenehm emp¬
funden wird
Har|mo|nie]leh|re: <gr.-lat.; dt.> die; - ; -
<Musik> Gebiet der Musikwissen¬
schaft, das sich mit den harmonischen
Verbindungen von Akkorden u.
Klängen beschäftigt
har|mo|nj£|ren: <gr.-lat.> harmonierst;
harmoniertest; hast harmoniert (cha¬
rakterlich, musikalisch o. ä.) gut zu¬
sammenpassen
Har|mo|nik: <gr.-lat.> die; - ; - <Musik>
Gebiet der Musikwissenschaft, das
sich mit den harmonischen Verbin¬
dungen von Akkorden u. Klängen be¬
schäftigt, Syn.: Harmonielehre
haijmo|nisch: <gr.-lat.> Adj. (charakter¬
lich, musikalisch o. ä.) gut zusam¬
menpassend, miteinander vereinbar
Haijmö|ni|um: <gr.-lat.> das; -s; Harmo¬
nien Iharmonml (Musik) einer kleinen
Orgel ähnliches Tasteninstrument
Harn: der; -(e)s; -e flüssige Ausschei¬
dung des Körpers, die in der Blase ge¬
sammelt wird; Urin »Eine chemische
Analyse des Harns gibt Hinweise auf
viele Krankheiten.«
—> Harn trei|bend: s. harntreibend
Ham|bla|se: die; - ; -n <Med.> Organ zur
Harnspeicherung
Harn|drang: der; -(e)s; - starkes Be¬
dürfnis, Ham zu lassen, Urin auszu¬
scheiden
Harnisch: </r.> der; -(e)s; -e 1 Rüstung
eines Ritters »Er hatte seinen Har¬
nisch angelegt.« 2 a) in Harnisch kom¬
men, geraten: sehr wütend werden b)
in Harnisch sein: sehr wütend sein
Ham|röh|re: die; ~ ; -n <Med.> Gang, der
aus der Harnblase herausführt
Ham|säu|re: die; - ; -n durch Eiwei߬
stoffwechsel entstehende chemische
Verbindung im Ham
Harn|sperjre: die; - ; -n <Med.> a) (orga¬
nisch bedingtes) Unvermögen der
Ausscheidung von Urin b) etw., was
das Ausscheiden von Ham verhindert
harn|trei|bend —> Harn trei|bend: Adj.
die Urinbildung, den Urinabgang
fördernd
Harn|ver|gif|tung: die; - ; -en <Med.>
Durchsetzung des Ürins mit schädli¬
chen chemischen Verbindungen
Harn(we|ge: die (PL) Harnleiter,
-blase, -röhre u. Nierenbecken als Sy¬
stem, Einheit
Har|pu[ne: <niederl.-fr.> die; - ; -n mit ei¬
nem Widerhaken ausgestattete(r)(s)
Wurfspeer od. pfeilartiges Geschoß,
der/das z. B. zum Walfischfang be¬
nutzt wurde, wird
Har(pu[n|er. miederl.-fro der; -s; -e jmd.,
der Tiere mit einer Harpune jagt
har|pu|nie|ren: harpunierst; harpunier¬
test; hast harpuniert mit einer Har¬
pune jagen, zu treffen versuchen »Er
harpuniert den Fisch.«
Haijpy|ie: <gr.-lat> /harpüje/ 1 mit dem
Bussard verwandter südamerikani¬
scher Greifvögel 2 (griechische My¬
thologie) in Gestalt eines Mädchens
mit Flügeln dargestellter Dämon
har|ren: harrst; harrtest; hast geharrt a)
[geh.] etw. mit Geduld od. Sehnsucht
erwarten »Er harrte der Dinge, die da
kommen werden.« b) der Dinge har¬
ren, die da kommen werden, sollen,
mögen: geduldig (ab)warten
Harsch: der; -(e)s; - Schnee, der durch
Antauen u. späteres Überfrieren eine
harte, brüchige Oberfläche hat
harsch: Adj. harscher; harscheste 1 mit
groben Worten »Er sagte seinen Mit¬
arbeitern harsch seine Meinung.« 2
unangenehm rauh u. stark »Es wehte
ein harscher Wind.«
Harst: der; -(e)s; -e [veralt.] Schar, An¬
häufung (von Personen)
hart: I Adj. härter; härteste 1 a) nicht
weich od. nicht elastisch, sondern
sehr fest »Das Brot ist hart.« b) stabil
»Die DM ist eine harte Währung.« c)
in den Auswirkungen, im Ausmaß
schwer, extrem »ein hartes Schicksal;
ein harter Winter.« d) streng u. nicht
mitfühlend, sondern rücksichtslos,
Ant.: <la> weich; <lc> leicht; mild <ld>
nachsichtig; weich; mild II Adv. sehr
nahe, dicht II11 hart im Nehmen sein:
[ugs.] viel ertragen, einstecken kön¬
nen 2 es geht, kommt hart auf hart:
es geht um die Entscheidung in einer
extremen Situation
—> hartbe drängt: s. hartbedrängt
—» hart gejbrannt: s. hartgebrannt
—> hart ge frg|ren: s. hartgefroren
—* hart um|kämpft: s. hartumkämpft
hart[bejdrängt/hart|be|drängt —» hart
bedrängt: Adj. härter bedrängt; am
härtesten bedrängt sich von jmdm. zu
etw. gezwungen fühlend
Här|te|faH: der; -(e)s; -fälle a) Person,
deren soziale, finanzielle, wirtschaftli¬
che Lage so schlecht ist, daß sie bei
etw. unterstützt werden muß »Die
Kinder aus dem sozialen Brennpunkt
sind Härtefalle.« b) Situation, Lage,
in der sich ein Härtefall (a) befindet
här|ten: härtest; härtetest; hast gehärtet
"hart machen, werden »Die Hitze här¬
tet den Boden innerhalb kurzer Zeit.«
Här|te|pa|ra|graph —* auch Här]te|pa|-
ra|graf: der; -s u -en; -en <Rechtsw.>
Gesetz(esartikel), Paragraph, das/der
bei (finanziellen) Härtefallen, sozialer
Not herangezogen wird, um unange¬
messene Behandlung von jmdm. zu
vermeiden
Härjter der; -s; - chemische Substanz,
die etw. (z. B. Stahl) zugegeben wird,
um es hart zu machen
Här|te|ska|ta: die; - ; -skaten u. -s zehn
Stufen umfassendes Maßsystem für
die Härte von Materialien
Här|te|ver|fah|ren: das; -s; - (indu¬
strielle) Maßnahmen zum Härten von
Metall o. ä.
Hart|fa|serjplat|te: die; - ; -n Holzplatte,
die unter hohem Druck (aus Spänen
o. ä.) gepreßt wurde
hart|ge|brannt —> hart ge|brannt: Adj.
härter gebrannt; am härtesten
gebrannt »Es wurden hartgebrannte
Ziegelfür den Bau verwendet.«
hart[ge|frojren —»• hart ge[frg|ren: Adj.
durch Einwirkung von extremer Käl¬
te steif, hart geworden
Hart|geld: das; -(e)s; - geprägte Mün¬
zen; Geld aus Metall »Die Banken
nehmen kein Hartgeld in fremden
Währungen an.«
hart|her|zig: Adj. ohne Mitleid »Es war
eine hartherzige Entscheidung der Fir¬
menleitung, dem alleinstehenden Fami¬
lienvater mit 3 Kindern zu kündigen.«
Ant.: weichherzig; mitleidig
Hart|herjzig|keit: die; - ; -en a) o. PI. un¬
nachgiebiges, mitleidloses, unbarm¬
herziges Wesen od. Verhalten b) mit¬
leidlose, unbarmherzige Handlung
Hart|holz: das; -es; -höher ganz beson¬
ders hartes, schwierig zu verarbeiten¬
des Holz
Hart|kä|se: der; -s; - Käse, der im Ge¬
gensatz zum Weichkäse eine beson¬
ders feste u. trockene Beschaffenheit
hat u. schneidbar ist
hart|mäu|lig: Adj. (Pferd) für das Zaum¬
zeug unempfindlich am Maul u. sich
folglich schwer lenken lassend
Hart|me|tall: das; -(e)s; -e Metall, das
"besonders fest ist
Hart|mo|nat: der; -(e)s; -e [veralt.] Ja¬
nuar
Hart|mond: der; -(e)s; -e [veralt.] Janu¬
ar
hartnäckig (hart]näk|kig —» hart|nä|-
ckig): Adj. a) nicht bereit auf- od.
499
Hartnäckigkeit
nachzugeben, sondern stur auf seiner
Meinung o. ä. beharrend »Er bestand
hartnäckig auf seinen Forderungen.«
b) lang anhaltend u. nicht leicht los¬
zubekommen »ein hartnäckiger Hu¬
sten«
Hart|näckig|keit (Hart|näkfkig|keit —»
Hart|nä|ckig|keit: die; - ; -en (PI. s.)
besonders unnachgiebiges Verhalten;
sture Haltung
Hart|packung (Hartjpakjkung —>
Hart|pa|ckung: die; - / -en Schachtel
aus festem Material, oft Karton
Hartjsäu|fen der; -s; - weibl. Hart|säu|-
fe|rin: die; - ; -nen [scherzh.] jmd., der
überwiegend stark alkoholhaltige,
>harte< Getränke konsumiert
hart|scha[lig: Adj. eine harte Schale,
Außenhaut besitzend
hart|um|kämpft/hartjum]kämpft —»
hart umkämpft: Adj. härter um¬
kämpft; am härtesten umkämpft hef¬
tig, stark umkämpft »Der Sieg war
hartumkämpft.«
Haijtung: der;-(e Js; -e [veralt.j Januar
Hart|wei|zen: der; -s; - Weizenart, die
sich für die Produktion von Teigwa¬
ren besonders eignet
Harz: das; -es; -e zähflüssige, klebrige,
intensiv riechende Absonderung von
Bäumen »Das Harz wird in Behältern
gesammelt.«
Har|zer Käjse: der; - -s; - Magermilch¬
käse aus Sauermilch, eine Spezialität
aus dem Harz
Har|zer Rol|ler: der; - -s; - 1 zu Rollen
abgepackter Harzer Käse 2 besonders
schön singender Kanarienvogel
haijzig: Adj. a) reich an Baumharz b)
klebrig durch Harz c) nach Harz
schmeckend
Harz|säu|re: die; - ; -n im Baumharz
enthaltene Säure
Halsarldeur: <arab.-span.-fr.', /hasardör/
der;-(e)s; -e jmd., der leichtsinnig Ri¬
siken im Vertrauen auf sein Glück in
Kauf nimmt u. ohne Rücksicht auf
andere alles riskiert
Ha]sard|spiel: das; -(e)s; -e a) Glücks¬
spiel, bei dem man alles riskiert b) ris¬
kante, rücksichtslose Handlung
Hasch: das; -(e)s; - kurz für Haschisch
~= pflanzliches Rauschmittel aus
Hanf
Haischee: </r.> das; -s; -s (zubereitetes)
fein gehacktes Fleisch
ha|schen: haschst; haschtest; hast
gehascht 1 etw. zu ergreifen, fassen
bekommen 2 Haschisch konsumie¬
ren, rauchen
Häs|chen: das; -s; - 1 kleiner Hase 2
Kosewort für ein Kind, eine(n) ge-
liebte(n) Frau, Mann
Ha|scher: der; -s; - weibl. Ha|sche|rin:
die; - ; -nen [ugs.] jmd., der Hasch zu
sich nimmt
ha|sch|e|ren: haschierst; haschiertest;
hast haschiert etw. zu Haschee verar¬
beiten
Hajschisch: <arab.i das; -(e)s; - pflanz-
liche(s) Rauschmittel, Droge
Ha|schisch[zi|ga{ret|te: die; - ; -n Ziga¬
rette mit (einem Zusatz an) dem
Rauschmittel Haschisch
Ha|se: der; -n; -n weibl. Hä|sin: die; - ;
-nen 1 kleineres Nagetier mit langen
Ohren (im Unterschied zum Kanin¬
chen) u. ausgeprägten Hinterläufen
»Der Hase hoppelte über das Feld.«
2 Fleisch(gericnt) aus Hasenfleisch
»Heute essen wir Hase.« 3 ein alter
Hase sein: <Mensch> [ugs.] erfahren
sein, sich auskennen 4 wo sich Fuchs
u. Hase gute Nacht sagen: ein (einsa¬
mer) Ort, wo nichts geschieht, es sehr
langweilig ist 5 sehen, wissen, wie
der Hase läuft: [ugs.] abwarten, wie
sich etw. entwickelt 6 mein Name ist
Hase (u. ich wohne im Walde) (u. ich
weiB von nichts): [ugs.] ich habe keine
Ahnung, kann nichts zu der Sache o.
ä. sagen u. möchte nichts damit zu
tun haben 7 da, hier liegt der Hase im
Pfeffer: [ugs.] da, hier ist die Ursache,
der wunde Punkt, das etw. auslösende
Problem
Ha|sel|busch: der;-(e)s; -büsche Hasel¬
nußstrauch
Ha|sel|maus: die; - ; -mäuse dunkel¬
braune^) Nagetier, Maus
Ha|sel|nuß —» Ha|sel|nuss: die; - ;
-nässe (Frucht vom) Haselnu߬
strauch; kleine, braune, fast runde
Nuß »Wir gehen Haselnüsse sam¬
meln.«
Ha|sen|fuS: der; -es; Hasenfüße [ugs.]
Angsthase; feiger Mensch
ha|sen|fü|ßig: Adj. sehr ängstlich
Ha|sen|heiz: das; -e(n)s; -en [ugs.]
Angsthase; feiger Mensch
Ha|sen|klein: das; -s; - Innereien (u. bei
der Schlachtung anfallende kleinere
Stücke) vom Hasen
ha|sen|rein: Adj. n. stg. (Jagdhund) so
abgerichtet, daß er Hasen findet u.
anzeigt, jedoch die Verfolgung, Jagd
nicht ohne Aufforderung des Jägers
aufnimmt
Ha|sen|schaijte: die; - ; -n <Med.> [ugs.]
angeborene Mißbildung, Spalte in
der menschlichen Oberlippe
has|peln: haspelst; haspeltest; hast geha¬
spelt 1 Garn o. ä. auf eine Spule auf¬
rollen, von einer Spule abrollen 2 zu
schnell, eilig sprechen
Haß —> Hass: der; Hasses; - a) sehr
starkes negatives Gefühl der Ableh¬
nung; etw. od. jmdn. vollkommen ab¬
lehnen »Sie haßt die Jagd.« b) großer
Groll; große Wut, Am.: <a; b> Liebe
has|sen: haßt; haßtest; hast gehaßt
—*alle Formen mit ss*— a) jmdm.,
etw. negative Gefühle, Ablehnung
entgegenbringen »Ich hasse das frühe
Aufslehen.« Ant.: lieben; mögen b)
jmdn. od. etw. hassen wie die Pest:
[ugs.] jmdn. od. jmdn. überhaupt
nicht mögen, ihn sehr hassen
has|sens]wert: Adj. hassenswerter; has¬
senwerteste so schrecklich, daß man
es nur hassen kann, verabscheuen
sollte
Has|ser: der; -s; - weibl. Has|se|rin: die;
- ; -nen [oft abwert., mißbilligend]
jmd., der etw., eine Bevölkerungs¬
gruppe o. ä. (ohne Grund) haßt, ver¬
abscheut
haß|er]füllt—> hass|eijfüllt: Adj. haßer¬
füllter; haßerfüllteste —* hasserfüll¬
ter; hasserfüllteste«s— voller Haß,
Abscheu
häß|lich —» häss|lich: Adj. a) von un¬
schönem Äußeren, unschöner Art
»ein häßliches Haus ♦ eine häßliche Be¬
merkung« Ant.: schön b) häßlich wie
die Nacht, Sünde: [ugs.] äußerst hä߬
lich
Häß|lich|keit —» Häss|lich|keit: die; - ;
-en 1 o. PI. als unangenehm, absto¬
ßend empfundenes Äußeres 2 a) o. PI.
gemeines, schädigendes Verhalten b)
gemeine Handlung, Aussage
Haß|lie|be —* Hass|lie|be: die; - ; -n
(PL s.) Verhältnis zwischen Men¬
schen, in dem zugleich Haß u. Liebe
bestehen
Hast: <niederl.> die; - ; - äußerste Eile
»Sie schlang ihr Essen mit Hast in sich
hinein.«
halsten —» has|ten: tniederb hastest;
hastetest; bist gehastet [geh.] übertrie¬
ben eilen; etw. ohne Ruhe tun; hetzen
hajstig —> has|tig: <niederl.> Adj. etw.
sehr eilig, überstürzt erledigend
Ha|stig|keit —» Has|tigjkeit: die; - ; -en
a) o. PI. Eiligkeit, Hetze b) eilige
Handlung
Hät|sche|lei: die; - ; -en (ständiges,
übertriebenes) Liebkosen, Verwöh¬
nen von jmdm., einem Tier
h|t|scheln: hätschelst; hätscheltest: hast
gehätschelt etw., jmdn. (übertrieben)
zärtlich, (über)fürsorglich behandeln
»Sie hätschelten ihre Kinder.«
hatjschi/hat|schi: Interj. [ugs.] das Nie¬
sen nachahmendes Geräusch
Hat-Trick/Hat|trick —> nur noch Hat|-
trick: <engl.> /hättrick/ der; -s; -s a)
(Sport) Erzielung von drei Toren
nacheinander in einer Fußballhalb¬
zeit, einem Spielabschnitt b) dreimali¬
ger Erfolg (im Sport)
Hatz: die; - ; -en (Jagd) a) Hetzjagd mit
Hunden auf Tiere b) <übertr.> Jagd
auf, Verfolgung von Menschen
hau ruck: Interj. Ruf, der einen Rhyth¬
mus angeben soll, während man z. B.
etw. Schweres heben, ziehen muß
Haulbank: die; - ; -banke Werkbank
Haolbe: die; - ; -n 1 aus (dünnerem)
Stoff gefertigte Kopfbedeckung ohne
Krempe (für eine Frau) »In manchen
Berufen gehört eine Haube zur
Berufskleidung.« 2 kurz für Trocken¬
haube; elektrisches Gerät zum Trock¬
nen nasser Haare »Sie saß 30 Minuten
unter der Haube.« 3 kurz für Motor¬
haube »Die Haube war eingedellt.« 4
(Vogel) in der Form der Haube (l)
ähnliche (aufstellbare) Kopffedern 5
a) jmdn. unter die Haube bringen:
[ugs.; scherzh.] jmdn. verheiraten b)
unter der Haube sein: verheiratet sein
Haulbenllerlche: die; - ; -n zu den Ler¬
chen gehörender Singvogel, der durch
sein haubenähnliches Federkleid am
Kopf auffallt
Hau|ben|mei]se: die; - -n zu den Mei¬
sen gehörender kleiner Singvogel, der
durch sein haubenähnliches Feder¬
kleid am Kopf auffällt
Haulbenltaulcher: aucherder; -s; -
Wasservogel, der von Fischen lebt
Hau|bit|ze: die; - ; -n <tschech.> 1 Flach-
u. Steilfeuergeschütz 2 voll wie eine
Haubitze sein: stark betrunken, alko¬
holisiert
Hauch: der; -(e)s; -e [geh.] 1 leichter,
nur schwer wahrnehmbarer Geruch
»Es lag ein Hauch von Kaffee in der
Luft.« 2 nicht sehr starke Luftbewe¬
gung »Es war kein Hauch spürbar.« 3
nicht viel, sondern nur ein wenig von
500
Häuptling
etw. »In die Suppe kommt ein Hauch
Knoblauch.« 4 (sichtbarer) Atemzug
hauch|dünn; Adj. a) besonders dünn
»Er schnitt die Salami in hauchdünne
Scheiben.« b) äußerst knapp, eng
»Am Ende der Strecke war ihr Vor¬
sprung nur noch hauchdünn.«
hauch|fein/hauch|fe|n: Adj. ganz zart u.
dünn
Hauchllaut: der; -(ejs; -e <Sprachwiss.>
sehr feiner Reibelaut, der in der
Stimmritze erzeugt wird
hauch|zart: Adj. hauchzarter; hauch¬
zarteste besonders fein, dünn
Hauldekien: der; -s; - a) <hist,> zwei¬
schneidiger Degen b) Benutzer, Trä¬
ger eines Haudegens (a) c) <übertr.>
mutige, Risiken, (körperliche) Aus¬
einandersetzungen nicht scheuende
Person, meist Mann
Haule: die; - ; -n 1 (Spitz-)Hacke 2
Schläge, Prügel für jmdn. »Er hat
unser Geheimnis verraten. Jetzt be¬
kommt er Haue!«
hauten: haust; hautest; hast gehauen 1
Hiebe, Schläge austeilen, prügeln 2
durch Schläge mit Werkzeug etw. be¬
arbeiten, herstellen »Er haute Stufen
in die Steintreppe.« 3 einen Baum fäl¬
len, roden 4 sich an etw. stoßen »Ich
habe mir den Kopf gehauen.« 5 etw.
durch Schläge lösen, losbrechen »Im
Bergwerk wurde früher Kohle gehau¬
en.«
Hauten der; -s; - [bergmannssprl.] frü¬
here Bezeichnung für Bergarbeiter
Häuflohen: das: -s; - 1 a) verkleinernde,
verniedlichende Form von Haufen,
Anhäufung von etw. b) [verhüll.) Kot¬
absonderung (meist von Tieren od.
Kindern) 2 jmd. ist, sitzt da wie ein
Häufchen Elend: jmd. ist sehr nieder¬
geschlagen, elend
Hauffen: der; -s; - 1 Anhäufung von
Dingen 2 Trupp von Soldaten 3 [oft
abwert.] Ansammlung von Menschen
4 jmd. über den Haufen rennen, fah¬
ren, reiten, schießen: jmdn. unacht¬
sam, rücksichtlos, mutwillig anrem¬
peln, überfahren, erschießen usw.
häufen: häufst; häuftest; hast gehäuft
etw. an einer Stelle ansammeln
hau|fen|wei|se: Adv. [ugs] in erhebli¬
chen Mengen, enormer Anzahl vor¬
kommend, vorhanden »Er sammelte
haufenweise Lob für seine Arbeit.«
häulfia: Adj. nicht ein- od. zweimal,
sondern oft, viele Male »Er ist häufig
krank.« Ant.: selten
Häulfjqlkeit: die; - ; -en Frequenz, mit
der etw. vorkommt; Menge, in der
etw. auftritt
Haulklotz: der; -es; -klotze Klotz, Un¬
terlage (z. B. Baumstumpf), auf dem/
der das Holz gehackt wird
Haulmeslser das; -s; - Buschmesser;
sehr großes, leicht gebogenes Messer
mit sehr scharfer Klinge
Haupt: das; -(ejs; Häupter [geh.] 1
Kopf »Er neigte das Haupt zum
Gruß.« 2 leitende Person in der Fami¬
lie od. im Betrieb »Großvater ist das
Haupt der Familie.«
Haupt-: Wortbildungselement + Sub¬
stantiv drückt aus, daß das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte sehr be¬
deutungsvoll, wichtig ist »Hauptge¬
schäft • Hauptstadt«
Hauptteblnehlmer: der; -s; - weibl.
Hauptlablnehlmelrin: die; ~ ; -nen
<Wirt.> Person(engruppe), die den
größten Posten, die größte Menge der
Produktion einkauft, abnimmt
Haupt|ak|tio|när —> Haupt|ak|ti|o|nän
der; -(ejs; -e weibl. Hauptlakltiolnäl-
rin —» Hauptlakltilolnälrin: die; - ;
-nen Person, die den größten Teil der
Aktien einer Aktiengesellschaft be¬
sitzt, hält
Hauptlaklzent: der; -(e)s; -e 1 <Sprach-
wiss.> hervorgehobene, hauptsächli¬
che Betonung in einem Wort 2 größte
Bedeutung, die jmd. etw. zumißt
Hauptlalltar der; -fe)s; -altäre Altar ei¬
ner Kirche, der in deren Chor steht
hauptlamtllich: Adj. n. stg. hauptberuf¬
lich in einem Amt tätig
Haupt|an|schluß —» Hauptanschluss:
der; -anschlusses; -anschlüsse An¬
schluß eines Telefons, der direkt an
das Fernsprechnetz angeschlossen ist,
Ant.: Nebenanschluß
Hauptarbeit: die; - ; -en (PI. s.) wich¬
tigster, größter Teil einer (zu erledi¬
genden) Arbeit »Die Hauptarbeit be¬
steht darin, die Waren zu sortieren.«
HauptlaHquIment: das; -(ejs; -e zentra¬
le, stärkste Begründung für etw. »Die
Sicherung der Arbeitsplätze war das
Haupiargumentfür den Betriebsrat.«
Hauptlau|qen|merk: das; -s; - haupt¬
sächliche Beachtung, Aufmerksam¬
keit
Haupt|bahn|hof: der; -(e)s; -höfe grö߬
ter u. wichtigster Bahnhof einer Stadt
Hauptlbeldeultung: die; - ; -en wichtig¬
ster Inhalt, Sinn einer Sache
Hauptlbelruf; der; -(ejs; -e in erster Li¬
nie, hauptsächlich ausgeübter Beruf
einer Person (die noch einer Nebenbe¬
schäftigung, einem Ehrenamt o. ä.
nachgeht)
Haypt|be|schäf|ti|gung: die; - ; -en in
erster Linie, hauptsächlich ausgeübte
(berufliche) Tätigkeit einer Person,
die noch einer Nebenbeschäftigung,
einem Ehrenamt o. ä. nachgeht
Haupt|be|stand|teil: der; -(ejs; -e über¬
wiegender, wichtigster Bestandteil
»Stickstoff ist der Hauptbestandteil
der Erdatmosphäre.«
Haupt|dar|stel|ler der; -s; - weibl.
Hauptldarlstelllelrin: die; - ; -nen
wichtigste(r) Darstellerin) in einem
Film o. ä.; Schauspieler(in), der/die
die größte Rolle in einem Film o. ä.
spielt
Hauptdeck: das; -(ejs; -s oberstes u.
größtes Schiffsdeck
Haupt|ei|gen|schaft: die; - ; -en wichtig-
ste(s) Eigenschaft, (charakterliches)
Merkmal einer Sache od. eines Men¬
schen
Haupt|ein|gang: der; -(ejs; -eingänge
größter u. wichtigster Eingang eines
Gebäudes, das auch über Nebenein¬
gänge verfügt
Haupt|eijbe: der; -n; -n weibl. Haupt|er|-
bin: die; - ; -nen Person, die den grö߬
ten Anteil eines Erbes, Nachlasses er¬
hält
Haypt|er|zeug|nis: das; -ses; -se wichtig¬
stes Produkt, das eine Fabrik o. ä.
herstellt
Hauptfach: das; -es; -Jacher Hauptstu¬
diengang im Hochschulstudium od.
Schulfach mit höherer Stundenan¬
zahl
Haupt|fak|tor: der; -s; -en wichtigster
Punkt, Aspekt in einer Angelegen¬
heit, Überlegung
Hauptjfeind: der; -(ejs; -e weibl.
Hauptlfeinldin: die; - ; -nen größte(r)
Feind(in), Widersacher(in), den/die
jmd. hat
Hauptlfeldlwelbel: der; -s; - <Milit.> a)
Dienstgrad beim Heer b) Soldat, der
den Dienstgrad eines Hauptfeldwe¬
bels (a)innehat
Hauptlfilm: der; -(ejs; -e im Kino vor¬
geführter Film, dem ein Vorfilm (u.
Werbespots) vorangehen »Der
Hauptfilm dauert zwei Stunden.«
Haupt[for|de|rung: die; ~ ; -en wichtig¬
stes) Forderung, Verlangen, die/das
jmd. hat, aufstellt
Hauptjgang: der; -(ejs; -gänge 1 wich¬
tigster, größter Gang in einem Ge¬
bäude, von dem Nebengänge, -wege
abgehen 2 wichtigster Bestandteil ei¬
nesmehrgängigen Essens
Haupt|ge|bäu|de: das; -s; - größtes u.
wichtigstes Gebäude in einem zusam¬
mengehörigen Häuserkomplex
Haupt|ge|gen|stand: der; -(ejs;
-gegenstände wichtigstes Thema einer
Auseinandersetzung, Diskussion
Hauptigelricht das; -(ejs; -e Haupt¬
speise bei einem Menü »Als Hauptge¬
richt gab es Königsberger Klopse.«
Hauptlgelschäftslzeit: die; - ; -en Zeit¬
raum (am Tag), in dem die meisten
Leute einkaufen gehen, Dienstlei¬
stungen in Anspruch nehmen (kön¬
nen)
Hauptigelwicht das; -(ejs; -e größte
Wichtigkeit bei etw.; wichtigster, vor¬
nehmlich zu berücksichtigender Fak¬
tor in einer Angelegenheit
Haupt|ge|winn: der; -(ejs; -e größter,
höchster Gewinn in einer Lotterie,
Tombola o.ä.
Hauptgrund: der; -(ejs; -gründe wich¬
tigster Faktor, aufgrund dessen eine
Entscheidung gefällt wird
Haupthaar: das; -(ejs; -e [geh.] Kopf¬
haar
Hauptlhinldeiinis: das; -ses; -se größ-
te(s)(r) Hindernis, Widerstand bei ei¬
ner Sache
Hauptlinlhalt: der; -(ejs; -e wichtigster
Inhalt, zentraler Punkt (z. B. eines
Buches, einer Unterhaltung)
Haupt|kas|se: die; - ; -n größte Kasse
(in einem Geschäft, einer Firma), an
der auch alle seltener vorgenomme¬
nen Vorgänge (z. B. Umtausch) bear¬
beitet werden können
Haupt(ka|ta|iog: der; -(ejs; -e 1 zentra¬
ler, alle Bücher verzeichnender Kata¬
log in einer Bibliothek, der regelmä¬
ßig aktualisiert wird 2 alle Waren ei¬
nes Versandhauses o. ä. beinhalten¬
des Verzeichnis
Haupt|teh|rer: der; -s; - weibl. Haupt-
leh|re|rin: die; - ; -nen [veralt.] Leite¬
rin) einer wenig gegliederten Volks¬
schule
Haupt|lei|tung: die; - ; -en größte Elek¬
tro-, Wasserleitung o. ä.
Häuptling: der; -(ejs; -e 1 Oberhaupt
od. Chef eines Stammes, eines Clans
o. ä. 2 [scherzh] Oberhaupt
501
Hauptmahlzeit
Haupt|mahl|zeit: die; - ; -en wichtigste,
größte Mahlzeit eines Tages
Haupt|mann: der; -(ejs; deute <Milit.>
a) Offiziersdienstgrad zwischen Ober¬
leutnant u. Major b) Person, die den
Grad eines Majors (a) innehat
Hauptlmerk|mal: das; -(e)s; -e wichtig¬
stes Kennzeichen
Hauptlmielter der; -s; - im Mietvertrag
(an erster Stelle) genannter Mieter ei¬
ner Wohnung (der seinerseits unter¬
vermietet hat)
Hauptlmoltiv: das; -(e)s; -e 1 wichtig¬
ster Aspekt, Gegenstand in einer
(künstlerischen) Darstellung 2 haupt¬
sächlicher Beweggrund für eine
Handlung
Hauptlnenlner: der; -s; - der kleinste
gemeinsame Nenner bei der Addition
oder Subtraktion von Brüchen
Hauptlperison: die; - ; -en wichtigste
Person in einem Handlungsablauf, ei¬
ner künstlerischen Darstellung
Haupt|poijtal: das; -(e)s; -e großer
Haupteingang (in Form eines Tores)
Haupt|pro|be: die; ~ ; -n <meist Theater»
Generalprobe vor einer Aufführung
Hauptpunkt: der; -(e)s; -e wichtigster
Faktor bei etw., in einer Überlegung
Haupt|quar(tier: das; -(e)s; -e <ur¬
sprünglich nur Milit.» Sitz der befehls¬
habenden Offiziere, der Leitung einer
Firma, Institution
Hauptlraum: der; - (e)s: -räume größter,
wichtigster Raum eines Hauses, einer
Wohnung
Haupt|red|nec der; -s; ~ weibl. Hauptj-
red|ne|rin: die; - ; -nen Person, die die
wichtigste, längste Ansprache bei ei¬
ner Veranstaltung hält
Hauptlrelfelrent: der; -en; -en weibl.
Hauptjrelfelrenltin: die; - ; -nen Per¬
son, die die wichtigste, längste An¬
sprache bei einer Veranstaltung hält
Haupt|sa|che: die; ~ ; -n das Grundle¬
gendste; das Wichtigste; etw., was un¬
bedingt bedacht werden muß »Auch
wem das Auto kaputt ist, Hauptsache
ist doch, daß niemand bei dem Unfall
verletzt worden ist.« Ant.: Nebensa¬
che
haupt|säch|lich/haupt|säch|lich: I Adv.
vor allem »Hauptsächlich bin ich we¬
gen des Geldes hier.« II Adj. n. stg. in
der Hauptsache; wichtig; wesentlich;
vor allem; in erster Linie »Das haupt¬
sächliche Vergehen bestand in...«
Hauptlsailson: die; - ; -s u. [süddt.;
österr.] -en a) wichtigste Zeit für etw.,
in der es am höchsten frequentiert,
am meisten genutzt wird b) Hauptrei¬
sezeit
Hauptlsatz: der; -es; -sätze; <Sprach-
wiss.» Satz, der selbständig stehen
kann, weil er Subjekt, Prädikat (u.
Objekt) beinhaltet, Ant.: Nebensatz
»>Er geht.< ist ein Hauptsatz.«
Hauptschiff: das; -(e)s; -e größtes
Schiff, Mittelschiff in einer Kirche
o. ä. »In dem Hauptschiff versammel¬
ten sich die Gläubigen vor der Kanzel.«
Hauptlschlaqlader —*• Haupt|schlag|-
ü|der: die; -; -n (PI. s.) <Anat.» größte
Arterie, die aus der linken Herzkam¬
mer führt u. von der die anderen
Schlagadern abzweigen. »Das Blut
schoß aus der Hauptschlagader.«
Haupt|schlüs|sel: der; -s; - General¬
schlüssel; zu allen Schlössern eines
Hauses passender Schlüssel »Der
Hausmeister hat den Hauptschlüssel.«
Hauptschuld: die; - ; - hauptsächliche
Verantwortung für ein negatives
Ereignis »Die Haupschuld lastet auf
dem Angeklagten.«
Hauptlschuldlnen der; -s; - weibl.
Haupt|schuld|ne|rin: die; - ; -nen a)
wichtigster, größter Kreditnehmer ei¬
ner Person, Firma o. ä. b) jmd. der ei¬
nem Gläubiger die größte Summe
schuldet
Haupt|schu|le: die; - ; -n die Schulklas¬
sen, Jahrgangstufen 5 bis 9 od. 10 um¬
fassende Schulform, in der der
Hauptschulabschluß (= der niedrig¬
ste Schulabschluß des deutschen
Schulsystems) od. die Fachoberschul¬
reifeerzielt werden kann
Hauptschüller: der; -s; • weibl. Hauptj-
schü|le|rin: die; - ; -nen Schüler(in) ei¬
ner Hauptschule; Kind, Jugendli¬
che^), das/der/die eine Hauptschule
besucht
Hauptlschwielriqlkeit: die; - ; -en grö߬
tes Problem bei einem Vorhaben »Die
Hauptschwierigkeit ist bei ihm, die
Rechtschreibung in den Griff zu be¬
kommen.«
Haupt|selmilnar: das; -s; -e a) Universi¬
tät» Seminar, Unterrichtsreihe, das/
die im Rahmen des Hauptstudiums,
nach abgeschlossenem Grundstudi¬
um gehalten wird (das/die auf ein vor¬
hergegangenes Proseminar aufbaut)
u. für höhere Semester vorgesehen ist
»Der Kandidat besuchte das
Hauptseminar.« b) Organisation- u.
Unterrichtsgruppe in der Referendar¬
ausbildung »In dem Hauptseminar
werden die grmdlegenden didaktischen
Probleme erörtert.«
Haupt|si|gnal —> Haupt|si|g|nal: das;
-s; -e <Eisenb.» durch ein vorheriges
Signal angekündigtes Signal, eine
Strecke freigibt od. sperrt
Hauptjsitz: der; -es; -e wichtigste u.
größte Niederlassung einer Firma, in
der sich auch die Firmenleitung befin¬
det »Der Hauptsitz der Firma ist in Es¬
sen.«
Hauptlstadt: die; - ; -Städte (politisch)
Stadt eines Staates mit dem Sitz der
Regierung »Die Hauptstadt von Spa¬
nien ist Madrid.«
haupt|städftisch: Adj. n. stg. eine
Hauptstadt betreffend; einer Haupt¬
stadt zuzuordnen, ihr angemessen
»Die hauptstädtischen Straßen sind
immer verstopft.«
Hauptlstralße: die; - ; -n wichtige Ver¬
kehrsstraße in einer Stadt, einer Ge¬
gend, Ant.: Nebenstraße »Die Haupt¬
straßefuhrt durch den gesamten Ort.«
Haupt|sturm|füh|rer. der; -s; - <hist.»
Rang in der nationalsozialistischen
SA u. SS
Hauptlthelma: das; -s; -themen u. [sel¬
ten] -themata zentrale(s)(r), wichtig-
ste(sXr) Thema, Gegenstand einer
Diskussion, einer Unterhaltung
Haupt|un|terlschied: der; -(e)s; -e we¬
sentlichste Differenz, Abweichung;
wesentlichster nicht übereinstimmen¬
der Punkt, Aspekt
Hauptlverldielner: der; -s; - weibl.
Hauptfver|die|ne|rin: die; ~ ; -nen Fa¬
milienmitglied, das am meisten zum
Einkommen einer Familie beiträgt
Hauptlverlhandllung: die; ~ ; -en
<Rechtsw.» Verhandlung im Strafpro¬
zeß, in der das Gericht über Schuld u.
Strafe des Angeklagten entscheidet
Haupt|ver|kehrs|stra|Be/Haupt|ver|-
kehrs|stra|Be: die; -; -n wichtige, gro¬
ße, vielbefahrene Straße
Haupt|ver|kehrs|zeit: die; - ; -en Zeit¬
raum, in dem die meisten Fahrzeuge,
Menschen unterwegs sind, meistens
zu den Zeiten, in denen die Arbeit¬
nehmer zur Arbeitsstelle fahren od.
nach Büro-, Dienstschluß »Vormit¬
tags ist die Hauptverkehrszeit von sie¬
ben bis neun Uhr.«
Haupt|veijsamm|lung: die; ~ ; -en 1
meist jährlich stattfmdendende Ver¬
sammlung der Mitglieder eines Ver¬
eins, Delegierten eines Verbandes,
Aktionäre einer Aktiengesellschaft u.
a. »Die Hauptversammlung wird im¬
mer um den zehnten Dezember herum
einberufen.« 2 Gesamtheit der zur
Hauptversammlung zusammenge¬
kommenen Mitglieder, Delegierten,
Aktionäre
Hauptlverlwalltunq: die; - -en zentrale,
wichtigste Verwaltung einer Firma o.
ä.«Die Hauptverwaltung der Firma
liegt in Essen.«
Hauptjwacht)mei|ster —> Hauptf-
wacht meisten der; -s; - weibl.
Haupt waclit|mei|ste|rin —» Haupt|-
wachtmeis|te|rin: die; - ; -nen
Dienstgrad im (mittleren) Polizei¬
dienst
Hauptlwohnlsitz: der; -es; -e (dem Ein¬
wohnermeldeamt angegebene(r))
Wohnung, Wohnsitz, in der/an dem
man sich meistens, die längste Zeit im
Jahr aufhält »Der Hauptwohnsitz wird
in Mülheim angegeben, der Zweit¬
wohnsitz in Essen, ist das richtig?«
Hauptlwort: das;-(e)s; -Wörter <Sprach-
wiss.» Namenwort; Nomen; Substan¬
tiv »>Mann<, >Frau<, >Haus<, >Hmd<,
>Mond(, >Liebe<, >Gedanke< sind
Hauptwörter.«
Hauptlzeulae: der; -n; -n weibl. Hauptl-
zeu|gin: die; - ; -nen wichtigste^)
Zeuge/Zeugin für ein Ereignis, Ver¬
brechen o. ä. in einem Gerichtsver¬
fahren
Hauptlziel: das; -(e)s; -e wichtigstes
Ziel, Ergebnis, das jmd. erreichen
möchte »Das Hauptziel ist vorerst,
mit der Arbeit fertig zu werden.«
Hauptjzug: der; -(e)s; -züge 1 wichtiger
Reisezug zu einem Ort »Der Haupt¬
zug verbindet die Großstädte miteinan¬
der.« 2 auffallendster, wichtigster
Charakterzug »Sein Hauptzug ist
seine Schläfrigkeit.«
Hauptzweck: der; -(e)s; -e eigentli¬
ches, wichtigstes Ziel »Der Haupt¬
zweck dieser Maurerarbeit ist, eine ge¬
rade Wand als Sichtschutz zu erstel¬
len.«
Haus: das; -es; Häuser 1 Gebäude (aus
Ziegeln u. a.), in dem Menschen woh¬
nen od. arbeiten »Wir haben ein Haus
mit Garten gekauft.« 2 a) sozialer Fa¬
milienhintergrund »Er kommt aus gu¬
tem Hause.« b) ein adeliges Ge-
502
Haushaltsartikel
schlecht; eine bedeutende Familie »Er
kommt aus dem Hause Habsburg.« 3
Haus u. Hof: alles, was jmd. besitzt
»Die Naturkatastrophe brachte die
Familie um Haus u. Hof.« 4 Haus u.
Herd: der eigene Haushalt 5 mit der
Tür ins Haus fallen: [ugs.] einen
Wunsch, ein Anliegen, eine Bitte o. ä.
direkt aussprechen »Ich falle gleich
mit der Tür ins Haus, ich muß dich tan
deine Hilfe bitten.« 6 jmdm. das Haus
verbieten: jmdm. das Betreten des
Hauses od. der Wohnung untersa¬
gen.« 7 das Haus hüten: selbst zu
Hause bleiben od. auf das Haus von
anderen (Nachbarn, Freunden) auf¬
passen »Ich bleibe,daheim u. hüte das
Haus. • Meine Freunde sind in Urlaub,
u. ich hüte für sie ihr Haus.« 8 jmdm.
das Haus einiaufen, einrennen: [ugs.]
eine Person mit einem Anliegen belä¬
stigen 9 auf, in etw. zu Hause sein:
sich auf einem bestimmten Gebiet gut
auskennen 10 Haus der offenen für.
Möglichkeit, für die Bürger zur Be¬
sichtigung eines Institutes, Betriebes
o.ä.
—> Haus hälften: s. haushalten
Hausfaljtar: der;-(e)s; -alt'äre kleine Ni¬
sche, Raum in Haus od. Wohnung
zur Andacht, Besinnung »Jeden Mor¬
gen betete die Gläubige ein paar Minu¬
ten vor dem Hausaltar.«
Hauslanlaelstelflte: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Hausan¬
gestellter; eine Hausangestellte; zwei
Hausangestellte) Person, die in einem
Privathaushalt angestellt ist, um die
Hausarbeit zu erledigen »Die Haus¬
angestellte öffnete die Tür.«
Hauslanlzug: der; -(e)s; -anzüge ein-
od. zweiteiliger (aus Hose u. Pullover
o. ä. bestehender) bequemer Anzug,
den man zu Hause trägt »Der Haus¬
anzug, den sie trug, war schwarz.«
Haus|apo|the|ke —> Hauslalpolthelke:
die; - ; -n Zusammenstellung von Me¬
dikamenten in einem Privathaushalt,
um in Notfällen harmlosere Krank¬
heiten, kleinere Wunden behandeln
zu können »Hol mir doch bitte die
Pflaster aus der Hausapotheke!«
Hausfaijbeft: die; - ; -en 1 in einem
Haushalt anfallende (Reinigungs-)
Arbeiten »Oft erledigt die Frau noch
alle Hausarbeiten.« 2 a) in der Schule
als Übungsaufgabe erteilte Hausauf¬
gabe »Schüler machen die Hausarbei¬
ten selten gern.« b) von Studenten an¬
zufertigende wissenschaftliche Arbeit
zur Erlangung eines Nachweises, der
bei der Anmeldung zur Prüfung vor¬
gelegt werden muß
Hausfarfrest: der; -(e)s; -e (PI. s.) Stra¬
fe, die darin besteht, das Haus nicht
verlassen zu dürfen »Weil er seine
Hausarbeiten nicht gemacht hatte, be¬
kam der Schüler Hausarrest.«
Hausfarzt: der; -(e)s; -ärzte weibl.
HauslärzHin: die; ~ ; -nen Arzt, Ärztin
(meist Allgemeinmediziner(in)), der/
die Leiden behandelt, Impfungen
durchführt usw., den/die man im
Krankheitsfalle oftmals zuerst auf¬
sucht, der Patienten zu Spezialisten
überweist (u. der/die in Notfällen
auch Hausbesuche macht), dem/der
in der Regel Untersuchungsergebnis¬
se anderer Fachärzte, Berichte usw.
eines Krankenhauses über einen Pa¬
tienten zugeschickt werden, u. der/die
mit der weiteren Versorgung, Be¬
handlung (z. B. nach Krankenhaus-
aufenthalterff bei andauernden Be¬
schwerden) betraut ist
hausfbacken (haus|bak|ken —> haus|-
bafcken): Adj. sehr langweilig, unin¬
teressant u. reizlos »Sie trägt ständig
diese schreckliche hausbackene Klei¬
dung.«
Hausibank; die; ~ / -en Kreditinstitut,
bei dem jmd., eine Firma seine, ihre
wichtigen finanziellen Geschäfte erle¬
digt
Hausfbar die; - ; -s a) kleine Auswahl
von alkoholischen Getränken, die
man zu Hause in einem speziellen
Schrank, Fach aufbewahrt b)
Schrank o. ä., in dem man seine alko¬
holischen Getränke aufbewahrt
Hauslbelsellzor: der; -s; ~ weibl. Hausl-
be]set|ze|rin: die; - ; -nen Person, die
ein leerstehendes Haus ohne Mietver¬
trag u. gegen den Willen des Eigen¬
tümers bezieht, bewohnt
Hauslbelaetlzung: die; - ; -en wider¬
rechtliches Beziehen eines Hauses,
das unbewohnt ist
Haus|be|sitfzer: der; -s; - weibl. Hausj-
be|sit|ze|rin: die; - ; nen Hauseigentü¬
mern); Person, der ein Haus gehört
Hauslbelsuch: der; -(e)s; -e Besuch,
das Aufsuchen von jmdm. in dessen
Wohnung durch den Vertreter einer
Behörde, einen Arzt o. ä.
Haus|be|woh|ner: der; -s; ~ weibl.
Hauslbelwohlnefrin: die; - ; -nen Per¬
son, die in einem Haus lebt, eine
Wohnung hat
Hauslboot: das; -(e)s; -e (fest veranker¬
tes) Boot, das wie ein Haus eingerich¬
tet ist u. auf dem man leben kann
»Das Hausboot lag fest vertäut an der
Mole.«
Hausfdafme: die; - ; -n [veralt.] Wirt¬
schafterin (u. oft zugleich Gesell¬
schafterin) in einem Privathaushalt
»Die Hausdame leistete der alten
Dame Gesellschaft.«
Hausldeltekltiv: der; -(e)s; -e weibl.
Hausldeltekltilvin: die; - ; nen Person,
die in einem Kaufhaus o. ä. als Detek¬
tiven) fest angestellt ist, um z. B. La¬
dendiebstähle zu verhindern, Laden¬
diebe zu fassen »Der Hausdetektiv
hatte den Dieb erwischt.«
Hausldielner: der; -s; - weibl. Haus)-
diejnejrin: die; ~ ; -nen Angehörip(r)
des Dienstpersonals in einem Privat¬
haushalt
Hausldralchen: der; -s; - [ugs.; abwert.]
1 herrschsüchtige (Ehe-)Frau »Der
Hausdrachen wartete mit der Nudel¬
rolle auf den betrunkenen Ehemann.«
2 zänkische weibliche Hausbewohne¬
rin »Der Hausdrachen scheuchte die
spielenden Kinder vom Hof.«
Hausldurchlsulchung: die; - : -en (von
einem Richter genehmigte) Spuren-,
Beweissuche in einem Haus(ha!t)
durch die Staatsanwaltschaft od. Po¬
lizei »Die Hausdurchsuchung sollte die
Beweismittel sicherstellen.«
Hausleinjqanq; der; -(e)s; -eingänge
Haustür, Hausflur, die/der in ein
Haus führt »Der Hauseingang lag an
der Nebenstraße u. wurde durch eine
Straßenlaterne beleuchtet.«
haulsen: haust; haustest; hast gehaust 1
[auch scherzh.] (in einer schlechten
Wohnung) wohnen »Sie hausten in
Baracken.« 2 etw. verwüsten »Die
Fans hausten wie die Vandalen in der
Kneipe.«
Haulsen: der; -s; ~ größter europäischer
Störfisch, der überwiegend zur Ge¬
winnung von Kaviar gefangen wird
Häulserlblock: der; -(e)s; -s u. -blocke
Bezirk, der aus mehreren Häusern be¬
steht, die blockartig, von Straßen um¬
geben, eingegrenzt gebaut sind (u.
zusammengehören) »Die Eheleute
spazierten jeden Abend einmal um den
Häuserblock.«
Häu|ser|front: die; - ; -en Vorderseite
von mehreren nebeneinandergebau¬
ten Häusern »Die Häuserfront war
nach dem Krieg wieder komplett auf¬
gebaut worden.«
Häulserlmakller. der; -s; - weibl. Häul-
ser|mak|le|rin: die; - ; -nen jmd., der
Häuser im Auftrag von jmdm. ver¬
kauft; Zwischenhändler von Woh¬
nungen, Häusern
Häulserlmeer. das; -(e)s; -e [geh.] große
Anzahl von Häusern (auf einem rela¬
tiv begrenzten Gebiet)
Hauslflur der; -(e)s: -e Eingangsbe¬
reich, Flur u. Treppenhaus eines
(Miets-)Hauses
Haus)frau: die; - ; -en männl. Hausj-
mann: der;-(c)s; -männer Person, die
(ausschließlich) den Haushalt führt
u., soweit vorhanden, die Kinder er¬
zieht u. versorgt (u. nicht erwerbstätig
ist)
Hausllraulenlpflicht: die; - ; -en [meist
scherzh.] im Haushalt anfallende, zu
erledigende Arbeit
hausKraullich: Adj. n. stg. die Tätigkei¬
ten einer Hausfrau betreffend, ihr zu¬
zuordnen
Hauslfrielde: der; -ns; - 1 friedliches
Miteinanderleben aller Hausbewoh¬
ner 2 <Rechtsw.> Recht, innerhalb der
eigenen Wohnung ungestört zu sein
Haus|frie|dens|bruch: der; -(e)s;
-friedensbrüche <Rechtsw.> wider¬
rechtlicher Aufenthalt in einer frem¬
den Wohnung, auf einem fremden
Grundstück gegen den Willen des Be-
wohners/Besitzers
Haus|ge|mein|schaft: die; - ; -en Ge¬
samtheit der Hausbewohner
Haus|hatt: der; -(e)s; -e 1 a) (zusam¬
menlebende Personen in einer) Woh¬
nung b) alle mit einem Haushalt (a)
verbundenen Arbeiten, Verpflichtun¬
gen, Einrichtungen 2 Finanzplanung
einer Organisation, eines Staates, ei¬
ner Firma u. ä.
hauslhallten —» auch Haus hallten:
hältst haus; hielt(e)st haus; hast ge¬
haushalten —> auch hältst Haus; hiel-
t(e)st Haus; hast Haus gehalten*—
etw. sparsam verwenden
Hauslhälltelrin: die; - ; -nen männl.
Hauslhällter: der; -s; - Person, die ge¬
gen Bezahlung anderen Leuten den
Haushalt führt
Hauslhaltslaritilkel: der; -s; - Ware,
Produkt, Sache, die/das man für den
Haushalt benötigt
503
Haushaltsbuch
Hauslhaltslbuch: das; -(e)s; -bücher
Heft, Buch, in dem alle Haushaltsaus¬
gaben verzeichnet werden »Ich führe
schon seit Jahren ein Haushaltsbuch.«
Hauslhaltsldelfilzit; das; -(e)s; -e <Fi-
nanzw.> Nichtdeckung des (Staats-)
Haushaltes durch höhere Ausgaben
als Einnahmen
Haus|halts|fiih|rung: die; - ; -en Art der
Gestaltung, Organisation eines Haus¬
haltes
Haus|halts|geld: das; -(e)s; -er (PI. s.)
Betrag, der z. B. monatlich für die
Haushaltsführung zur Verfügung
steht, gestellt wird
Hauslhaltslhlllfe: die; - ; -n Hilfskraft,
Person, die in einem Haushalt gegen
Bezahlung bestimmte (körperlich an¬
strengende) Aufgaben (meist Reini¬
gung der Wohnung) übernimmt
Hausjhaltsljahr: das; -(e)s; -e Zeitraum
von einem Jahr, für den ein Finanz¬
plan für eine Institution o. ä. aufge¬
stellt wird
Hays|halts|kas|se: die; - ; -n (Depot,
Kasse mit dem) Geld für den Haus¬
halt, die Haushaltsführung
Hauslhaltslmalschilne; die; - ; -n Kü¬
chenmaschine zum Verquirlen, Kne¬
ten, Pürieren u. ä. von Lebensmitteln
haus|hatts|mä|ßig: Adj. n. stg. den
Haushalt betreffend
Haus|halts|packung (Haus|halts|pak|-
kung —» Haus|halts|pa|ckung): die;
- ; -en besonders preiswerte, günstige,
in größerer Menge, Stückzahl ver¬
packte, verkaufte Ware, Syn: Fami¬
lienpackung
Hauslhaltstplan: der; -(e)s; -plane a)
Plan für die Führung eines (Staats-)
Haushaltes, der festgelegt wird b)
Ausgabenplanung, -Verteilung, Fi¬
nanzplanungeiner Institution o. ä.
Haus|halts|schu|le: die; - ; -n Schule, in
der man die Führung eines Haushal¬
tes, im Haushalt anfallende Tätigkei¬
ten erlernt
Haus|hem der; -(e)n; -en weibl. Haus|-
herjrin: die; -; -nen 1 nur männl. Form
[veralt; noch scherzh.J Mann als Fa¬
milienoberhaupt, Haushaltsvorstand
2 Gastgeberin) 3 jmd., der das Haus¬
recht ausübt
hauslhoch; Adj. n. stg. a) die Höhe eines
Hauses besitzend b) sehr groß, viel
»Er ist mir in handwerklichen Dingen
haushoch überlegen.«
hau|sje|ren: hausierst; hausiertest; hast
hausiert von Tür zu Tür gehen u. Wa¬
ren zu verkaufen suchen
Hau|sie|rer: der; -s; - weibl. Hau|sje|re|-
rin: die; - ; -nen Person, die von Woh¬
nung zu Wohnung geht, um etw. zu
verkaufen
hausfin|tern: Adj. n. stg. innerhalb eines
Hauses, einer Firma o. ä. »eine haus¬
interne Stellenausschreibung«
Hauslkalninlchen; das; -s; - a) kleines
Kaninchen, das nicht gejagt, sondern
gezüchtet u. geschlachtet wird b) Ka¬
ninchen, das als Haustier gehalten
wird
Hauslkatlze: die; - ; -n domestiziertes,
von den Wildkatzen abstammendes
Haustier
Hauslkonlzert: das; -(e)s; -e <Musik>
Konzert, das in einem Privathaus
stattfindet u. nicht an einem öffentli¬
chen Ort o. ä.
Haus|leh|rer: der; -s; - weibl. Hausllehl-
re|rin: die; -; -nen [veralt.] Lehrer(in),
der/die angestellt wird, um Kinder zu
Hause zu unterrichten
Häusllelbauler. der; -s; ~ weibl. selten
Häus|le|bau|erin —»- Häus|le|bau|e|-
rin: die; -; -nen [schwäb.] jmd., der als
Bauherren) sem/ihr Eigenheim er¬
richten läßt, ließ
Häus|ler: der; -s; ~ weibl. Häys|le|rin:
die; ~; -nen [veralt.] Landwirt(in)/-ar-
beiter(in), dem/der kein Land, kein
Hof gehört, sondern nur ein kleines
Häuschen
Häus|lich|keit: die; - ; -1 Eigenschaft,
sein Zuhause sehr zu schätzen u. sich
gerne dort aufzuhalten, am liebsten
zu Hause zu sein 2 großes Engage¬
ment, gute Fähigkeiten in der Haus¬
haltsführung
Haysfmajcherjart: die; - ; -en (PI. s.)
meist in der Wendung nach Haus¬
macherart: auf traditionelle, im
Haushalt (u. nicht in der industriellen
Fertigung) übliche Weise »Sülze nach
Hausmacherart«
Hauslmachfc die; - ; -1 ererbte Gebiete
eines Monarchen, Fürsten »Die
Habsburger verfügten über eine große
Hausmacht.« 2 die Personen, auf die
sich jmd. bei der Machtausübung fest
verlassen kann
Hauslmädlchen: das; -s; - [veralt.] jün¬
gere Frau, die in einem Haushalt als
Haushaltshilfe tätig ist
Hauslmann: der; -(e)s; -männer weibl.
Haus|frau: die; - ; -en Person (auch
heute noch vorwiegend weibliche Per¬
sonen), die (ausschließlich) den Haus¬
halt führt u., soweit vorhanden, die
Kinder erzieht u. versorgt (u. nicht er¬
werbstätig ist)
Haus|manns|kosfc die; -; - auf traditio¬
nelle Weise gekochtes, deftiges Essen
Haus|mei|ster —» Haiislmeislter der;
-s; ~ weibl. Haus|mei|ste|rin —s-
Hauslmeisltelrin: die; - ; -nen Person,
die angestellt ist, um in einem Haus
kleinere Reparaturen zu erledigen u.
allgemein für Ordnung zu sorgen
Hauslmitlteillunq: die; - ; -en a) Zeit¬
schrift, Zeitung eines Unternehmens
zu Werbe- u. Informationszwecken b)
innerhalb eine(r)(s) Behörde, Unter¬
nehmens vermittelte interne Informa¬
tion
Haus|mttjtel: das; -s; - überliefertes
(natürliches) Mittel zur Bekämpfung
einer Krankheit, eines Leidens
Haus|müll: der; -s; - Müll, Abfall, der in
einem Haushalt entsteht, anfällt
Hauslmulsilc die; - ; - das Musizieren
im Familien- od. Freundeskreis im ei¬
genen Haus
Haus|müt|teijchen: das; -s; - [abwert.]
(reizlose) Frau, für die die Führung
des Haushalts sehr wichtig, von über¬
geordneter Bedeutung ist
Haus|num|mer die; ~ ; -n Kennzeich¬
nung eines Hauses mit einer Zahl (in¬
nerhalb einer Straße), die der Identifi¬
kation, Zuordnung dient
Haus|ord|nung: die; - ; -en die das Zu¬
sammenleben in einer Hausgemein¬
schaft regelnden Vorschriften
Haus|perjso|nal: das; -(e)s; - alle Ange¬
stellten in einem Privathaushalt
Haustoutz: der; -es; - gründliches Put¬
zen des Hauses, der Wohnung »Vor
Ostern veranstaltete sie einen Haus¬
putz.«
Haus|rab der; -(e)s; - alle Dinge, die zu
einer Wohnung, einem Haushalt ge¬
hören
Hauslratlverisilchelainq: die; ~ ; -en
Versicherung, die bei Schäden, z. B.
durch Wasser, Einbruch u. ä., die Ko¬
sten für den zerstörten, gestohlenen
u. ä. Hausrat übernimmt, ersetzt
Hauslrecht: das; -(e)s; - das Recht,
über die Benutzung eines Gebäudes
od. Raumes zu bestimmen
Hauslschlüslsel: der; -s; ~ Schlüssel für
die Eingangstür des Hauses
Hauslschuh: der; -(e)s; -e meist nur in¬
nerhalb einer Wohnung getragener
Pantoffel o. ä.
Hauslschwein: das; -(e)s; -e domesti¬
ziertes, gezüchtetes, als Fleischliefe¬
rant gehaltenes Schwein
Hauslse: <fr.> /hoß/ die; ~ ; -n <Börse;
Bankw.i a) volkswirtschaftlicher Auf¬
schwung b) das Steigen der Kurswerte
an der Börse, Syn.: <a> Boom; Ant.:
<b> Baisse
hausjste|ren: </r.> /*>oßiren/ haussiert;
haussierte; hat haussiert <Börse;
Bankw.> im Kurs(wert) steigen
Haus|stand: der; -(e)s; - alles, was zu
einem Haushalt gehört
Hauslstrecke (Hauslstreklke —>
Haus|stre|cke): die; ~ ; -n <Sport> ei¬
nem Wettbewerber vom Training her
bekannte Strecke
Haus|tau|fe: die; - ; -n Taufe, die zu
Hause u. nicht in einer Kirche statt¬
findet
Haus|te|le|fon: das; -(e)s; -e Telefon,
mit dem man nur innerhalb eines
Hauses, einer Wohnung telefonieren
kann
Haüsltier: das; -(e)s; -e Tier, das man
im Haus, in der Wohnung hält, nicht
aber als Nutztier
Haus|trau|ung: die; ~ ; -en Hochzeit, die
zu Hause u. nicht in der Kirche statt¬
findet
Hausltür: die; - ; -en stabile Tür, mit der
der (Vorder-)Eingang eines Wohn¬
hauses verschlossen ist
Hausltürlachlüslsel: der; -s; ~ Schlüssel
für die Eingangstür des Hauses
Haus|ty|rann: der; -en; -en a) Mann, der
über seine Familie zu herrschen ver¬
sucht b) Bewohner(in) eines Hauses,
der/die die anderen Bewohner tyran¬
nisiert, ständig belästigt
Hauslveribot: das; -(e)s; -e Untersa¬
gung des Betretens eines (öffentli¬
chen) Hauses
Haus|ver|wal|tung: die; - ; -en 1 o. PI.
alle verwaltungstechnischen Ma߬
nahmen, die in einem Haus anfallen 2
Firma, die die verwaltungstechni¬
schen Maßnahmen für ein Mehrfami¬
lienhaus übernimmt
Hauslwirt: der; -(e)s; -e weibl. Hausl-
wir|tin: die; - ; -nen Vermieterin) von
(mehreren) Wohnungen in einem
Haus
Haus|wirt|schafts|schu|le: die; - ; -n
Schule, in der man die Führung eines
Haushaltes, die Bewältigung der im
504
H-Dur
Haushalt anfallenden Tätigkeiten er¬
lernt
Haualzelt: das;-(e)s; -e größeres Zelt
Hausjzins: der; -es; -en [süddt.;
Schweiz.] Miete
Haut: die; ~ ; Häute 1 <Körperorgan>
Gewebe bei Mensch u. Tier, das den
Körper (die Muskeln, das Fleisch, die
Knochen) umgibt, schützt 2 a)
Schicht an der Oberfläche von (lang¬
sam erkaltenden) Flüssigkeiten b)
Schale, Pelle (von Früchten od.
Wurst) 3 mit Haut u. Haar(en): [ugs.]
total; ganz; vollkommen »Er hing mit
Haut u. Haaren an seinem Beruf.« 4
seine (eigene) Haut retten: sich selbst
in Sicherheit bringen, netten 5 sich
seiner Haut (er)wehren: [ugs.] sich
wehren 6 nur noch, nichts mehr als
Haut u. Knochen sein: [ugs.] extrem
dünn sein 7 aus der Haut fahren:
[ugs.] in Rage, Zorn geraten 8 nicht
aus seiner Haut (heraus)können:
[ugs.] sich, seine Gewohnheiten, Ei¬
genschaften nicht ändern können 9
sich auf die faule Haut legen, auf der
faulen Haut liegen: [ugs.] faulenzen
Haut|ab|schür|fung: die; - ; -en ober¬
flächliche Verletzung, Abschabung
der Haut
Hautlarzt: der; -(e)s; -ärzte weibl.
Haut|ärz|tin: die; - ; -nen Arzt/Ärztin,
der/die auf die Behandlung von Haut-
sowie Geschlechtskrankheiten spezia¬
lisiert ist, Syn: [fremdsprl.] Dermato-
loge/Dermatologin
Hautlattmunq: die; - ; -en Atmung, Sau¬
erstoffaufnahme u. -abgabe durch die
Poren, kleinen Öffnungen der Haut
Hautlauslschlaa: der;-(e)s; -ausschläge
<Med.> Pocken, Blasen, Rötungen u.
ä. Erscheinung auf der Hautoberflä¬
che (z. B. durch eine Allergie)
Haut|bank: die; - ; -en Sammelstelle,
Ort, an der/dem Haut für Transplan¬
tationen aufbewahrt wird
Haut|creme —»■ auch Haut|kre|me: die;
- ; -s u. -«/Hautjkrem: die; - ; -s u.
[ugs.J der; -s; -e u. -s Pflegeprodukt,
mit dem man seine Haut einreibt, um
sie besonders zu schützen, pflegen
Haute Cou|ture —» auch Haute|cou|-
ture: </r.> /ot kutür/ die; - ; - die für
die Mode tonangebende (hohe)
Schneiderkunst
häuften: häutest; häutetest; hast gehäu¬
tet die Haut von etw. abziehen; etw.
von der Haut befreien
häulten. sich: häutet sich; häutete sich;
hat sich gehäutet die Haut wechseln;
eine Hautschicht abstoßen »Schlan¬
gen häuten sich regelmäßig.«
haut|eng/haut|eng: Adj. n. stg. Klei¬
dung) so knapp, eng geschnitten, daß
sie dicht an der Haut sitzt
Hautelvollee: </r.> /ot wole/ die; - ; - [oft
iron.] gesellschaftliche Oberschicht
hautlfarlben: Adj. n. stg. a) in dem Farb¬
ton menschlicher, heller Haut b) von
hellblasser, leicht rötlicher Färbung
Hautlfetlzen: der; -s; ~ abgelöstes Stück
Haut
Haut|flech|te: die; - ; -n Hautkrankheit,
die mit schuppiger Hautbeschaffen¬
heit, Schorfkrusten verbunden ist
hautlfreundllich: Adj. gut verträglich
für die Haut
Haut|kli|nik: die; ~ ; -en Krankenhaus,
das speziell für komplizierte Haut¬
operationen, Transplantationen u. ä.
ausgerüstet ist
Hautlkonltakt: der; -(e)s; -e Berührung
der Haut eines anderen Menschen
Haut|krank|heit: die; - ; -en Fehlfunkti¬
on des Organs Haut
Hautlkrebs: der; -es; - bösartige
Wucherungen von Hautzellen, Syn.:
[fachspr.] Dermatose
Hautlkrem: die; - ; -s u. [ugs.] der; -s; -e
u. -s/Haut|creme: —> auch Haut|krej-
me: die; - ; -s u. -n Pflegeprodukt, mit
dem man seine Haut einreibt, um sie
besonders zu schützen, pflegen
—» Hautjkrefme: s. Hautcreme/Haut-
krem
Haut|ma|le|rei: die; - ; -en kunstvolle
Bemalung der Körperhaut
hautlnah: Adj. n. stg. sehr nah » Wir wa¬
ren hautnah dabei, als es passierte.«
Haut|pflejge: die; - ; - (spezielle Cremes
u. Lotionen u. ä. zur besonderen)
Pflege, Verbesserung der Haut
Hauflpiiz: der; -es; -e Erreger, der eine
Erkrankung der Haut verursacht
Haut|rei|zung: die; - ; -en leichte Rö¬
tung, leichter Schmerz der Haut
durch äußere Einflüsse
Hautlröltunq: die; - ; -en leichte Rotfar-
bung der Haut (an einer Stelle) durch
äußere Reizungen od. emotionale Re¬
aktionen
Hautlsallbe: die; - ; -n spezielle Wirk¬
stoffe enthaltende Creme, Paste zum
Einreiben der Haut
hautlscholnend: Adj. für die Haut nicht
schädlich
Haut|sin[nes|orfgan: das; -(e)s; -e Ner¬
venzellen in der Haut, die die Empfin¬
dung von Schmerz, Kälte u. ä. ermög¬
lichen
hautjsym|pa(thisch: Adj. Kleidung) im
Material auf der Haut angenehm zu
tragen -
Häufung: die; - ; -en 1 das Abziehen
der Haut eines Tieres 2 das natürliche
Abstreifen von zu eng gewordenen
Körperhüllen aus Horn od. Chitin
bei Echsen, Schlangen u. Insekten
Hautltranslplanltaltilon: die; - ; -en ope¬
rative Verpflanzung von Hautflächen
Haut|typ: der; -(e)s; -en Beschaffenheit
der Haut (besonders hinsichtlich der
Fettabsonderungen)
Hautlverlpflanlzunq: die; - ; -en operati¬
ve Entfernung der Haut von einem
Körperteil u. Einpflanzung an einem
anderen (z. B. nach Verbrennungen)
Hautlwun|de: die; - ; -n offene Verlet¬
zung der Haut
Ha|van|na: ohne Art: -s; - Haupstadt des
Inselstaates Kuba
Ha|van|na: die; - ; -s aus kubanischem
Tabak handgerollte Zigarre
Ha|va|ne: <arab.-it.-fr.-niederlo /hawari/
die; - ; -n a) Unfall mit Schiffen od.
Flugzeugen, wobei auch die Ladung
beschädigt wird b) Beschädigung an
Maschinen u. technischen Anlagen
ha|va|rie|ren: <arab.-it.-fr.-niederl.> /ha-
wariren/ havarierst; havariertest; hast
havariert a) mit einem Schiff od. Flug¬
zeug einen Unfall haben, wobei Gerät
u. Ladung einen Schaden erleiden b)
<Maschine> durch einen Unfall o. ä.
beschädigt werden
Ha|va|rist: <arab.-il.-fr.-niederl.> /hawa-
rist/ der; -en; -en weibl. Ha|va|r]|stin
—> Hajva|fisjtin: die; - ; -nen 1 Eigen¬
tümerin) eines havarierten Schiffes 2
nur männl. Form beschädigtes Schiff
Ha|xe/Hach|se: /hakße/ die; ~ ; -n
"[süddt.] a) (zum Essen verarbeiteter,
bereiteter) unterer Teil des Beines von
Schwein od. Kalb »Ich habe eine ge¬
grillte Schweinshaxe bestellt.« b)
<übertr.> [scherzh.J Bein eines Men¬
schen »Ich bin über deine langen Ha¬
xen gestolpert.«
Ha|zi|en|da: dat.-span.r /haßjenda/ die;
- ; -s Plantage, Landgut in Südameri¬
ka
HB: Abk. 1 Haftbefehl 2 Handbiblio¬
thek 3 Handelsbetrieb 4 Handelsbi¬
lanz 5 Hartmannbund = Fachver¬
band der Ärzte Deutschlands; be¬
nannt nach einem deutschen Arzt 6
Haus Bergmann (nach der Hersteller¬
firma benannte Zigarettenmarke) 7
Heißabfüllung mit anschließendem
Bedampfen (eine Methode zum Halt¬
barmachen von Lebensmitteln) 8
Hochbau 9 hydrotechnischer Beton
(U nterwasserbeton)
Hb(h)f.: Abk. Hauptbahnhof
Hb.: Abk. 1 Handball 2 Handbedienung
3 Handbuch
hb.: Abk. 1 heilbar 2 hilfsbedürftig
hbfl.: Abk. hauptberuflich
Hbj.: Abk. Halbjahr
H-Bom|be: die; - ; -n Wasserstoffbom¬
be
hbstg.: Abk. halbstündig
hbstt.: Abk. halbstündlich
h. c.: Abk. dato honoris causa =* ehren¬
halber; Zusatz bei ehrenhalber verlie¬
henen Titeln, z. B. Dr. K. c.
h. c. t.: Abk. dato hora cum tempora =
die Stunde mit der Zeit, die Stunde
mit dem akademischen Viertel ( =
mniversitäre Veranstaltungen» Be¬
ginn 15 Minuten später (IO h. c. t. =
10. IS Uhr))
HD: Abk. 1 a) Hafendirektion b)
Hafendirektor(in) 2 <Med.> Hämodia¬
lyse = Blutwäsche 3 <Schiffahrt>
Hauptdeck 4 <englo <EDV> hohe
Dichte (Kategorie der Speicherdichte
von Computerdisketten)
Hd.: Abk. 1 Hand 2 Handel 3 Hundert
hd.: Abk. 1 -händig (2hd.) 2 hoch¬
deutsch 3 hundert
h. d.: Abk. dato <Hinweis auf Medika¬
menteneinnahme» hora decubitus =
vordem Schlafengehen
Hdb.: Abk. Handbuch
Hdbr: Abk. Handbremse
hdbr.: Abk. handbreit
hdgm,: Abk. handgemacht
hdgr: Abk. handgroß
Hdhbg Abk. Handhabung
Hdl.: Abk. Handel
hdl.: Abk. handlich
Hdlg.: Abk. Handlung
Hdschr.: Abk. 1 Handschreiben 2
Handschrift
hdschr.: Abk. handschriftlich
Hdt: Abk. Hundert
hdt.: Abk. hundert
H-Dun dato das; - ; - <Musik> Akkorde
u. ä. im Bezugssystem der H-Dur¬
Tonlei ter
505
H-Dur-Tonleiter
H-Dur-Tgn|lei|ter: die; - ; -n <Musik>
Dur-Tonleiter, die auf dem Ton H ba¬
siert
Hdw.: Abk. Handwerker(in)
hdw.: Abk. handwerklich
Hdz.: Abk. 1 Handzeichen 2 Handzettel
l>. e.: Abk. 1 <lat.> hic est = hier ist 2
<lat.r hoc est = das ist 3 <engl.> high
explosive = hochexplosiv
Headlhunlter. <engl.> /hätthanter/ der;
-s; - Person, die einer Firma gut aus¬
gebildete, führende Mitarbeiter ab¬
wirbt, um sie einer anderen Firma zu
vermitteln
Headjline: cengh /hattlein/ die; - ; -s
(Zeitung u. ä.> Schlagzeile eines Arti¬
kels
Hea|ring: <engl.> /hiring/ das; -s; -s (Ver¬
anstaltung, Sitzung zur) Anhörung
besonders von politischen Zeugen in
parlamentarischen Ausschüssen
Hea(vy meftal —» Heajvy Me|tal/Hea(-
vyme|tal: <engh /hawwi mettell/ 1
(wörtlich] Schwermetall 2 <Musik>
Richtung der Rockmusik
Heb|am|me: die; - ; -n Frau, die als Ge¬
burtshelferin ausgebildet ist »Immer
mehr Frauen entbinden mit Hilfe einer
Hebamme zu Hause.«
He|be|büh|ne: die; - ; -n Vorrichtung,
Maschine zum An-, Hochheben von
Geräten u./od. Personen, damit Ar¬
beiten in größerer Höhe od. an der
Unterseite von etw. gefahrlos verrich¬
tet werden können
He[be|fi|gun die; - ; -en «Eiskunstlauf»
Übung, bei der der Mann die Frau
über seinen Kopf hebt
He|be|griff: der;-(ejs; -e (Ringen) Griff,
bei dem man den Gegner hochhebt
He|be[kran: der; -(ejs; -kröne große
Baumaschine mit einem Auslader, die
Lasten hebt
He[bel: der; -s; - 1 länglich geformtes
Instrument, mit dem eine Erhöhung
der Kraftübertragung erzielt wird
»Wir mußten einen Hebel ansetzen,
damit sich der große Stein bewegen
ließ.« 2 Griff zur Betätigung eines
Mechanismus »Zum Öffnen des Fen¬
sters muß dieser Hebel betätigt
werden.« 3 am längeren Hebel Sitten:
stärker als der Konkurrent sein »Ge¬
gen ihn kannst du nichts machen, er
sitzt am längeren Hebel.« 4 alle Hebel
in Bewegung setzen: alle zur Verfü¬
gung stehenden Mittel einsetzen
He|bel|arm: der; -(ejs; -e (Physik) Teil
des Hebels zwischen dem Drehpunkt
u. dem Punkt, an dem die Kraft wirkt
He[bel|ge|setz: das; -es; - (Physik) phy¬
sikalisches Gesetz, das den Status bei
der Anwendung eines Hebels defi¬
niert, an dem dieser im Gleichgewicht
ist
He|bel|griff: der; -(e)s; -e (Kampfsport)
Griff, mit dem man den Gegner durch
Hebeln der Arme zur Aufgabe zwin¬
gen will
He|bel[kraft: die; - ; -kräfte erhöhte
Kraft, die der Einsatz eines Hebels
laut Hebelgesetz bewirkt, erzielt
hejbeln: hebelst; hebeltest; hast gehebelt
a) (Sport) einen Hebelgriff durchfüh¬
ren b) für eine Arbeit einen Hebel an¬
wenden
hejben: hebst; hobfejst; hast gehoben 1
etw. od. jmdn. nach oben, in die Höhe
bewegen 2 verbessern »Sonne hebt die
Laune.« 3 einen heben: [ugs.] Alko¬
hol zu sich nehmen
He|ben der; -s; - (Chemie) Röhre, mit
der Flüssigkeit aus Gefäßen mittels
Luftdruck entnommen werden kann
He|be|satz: der; -es: -sätze (Steuerw.)
Prozentsatz, mit dem der Steuerme߬
betrag der Gewerbe- u. Grundsteuer
zur Ermittlung der Steuerschuld zu
berechnen ist
He|be|werk: das; -(e)s; -e kurz für
Schiffshebewerk = Anlage, Maschi¬
nen, mit denen ein Schiff einen Hö¬
henunterschied in einem Fluß, Kanal
überwinden kann
hebr.: Abk. hebräisch
He|brä|er —> He|b|rä|en der; -s; -
weibl. He|bräe|rin He|b|rä|e|rin:
die; - ; -nen (biblische Bezeichnung
für) Israelite, Israelitin, Angehöri¬
ge^) des Volkes Israel
He|brai|cum —» He|b|ra|i|cum: <gr.-lat.>
/hebrä-ikum/ das; -s; - (Prüfung zum)
Nachweis von Hebräischkenntnissen
he|brä|isch —> he|b|rä|isch: Adj. n. stg.
a) die hebräische Sprache betreffend,
ihr zuzuordnen b) die Hebräer betref¬
fend, ihnen zuzuordnen
He|bri|den —» He|b|ri[den: die (PI.) In¬
selgruppe vor Schottland
He|bung: die; ~ ; -en 1 das Heben, Aus¬
heben, Ausgraben eines Gegenstan¬
des 2 das Heben, Steigern von etw. 3
(Literaturwiss.) betonte Silbe in einem
Wort, Vers (in einem Gedicht)
He|che|le]: die; - ; -en [ugs.; abwert.] 1
ständiges, anhaltend heftiges Atmen
durch den Mund (auch bei Tieren) 2
Hetzerei, Lästerei über etw., jmdn.
he|cheln: hechelst; hecheltest; hast
gehechelt 1 (mit geöffnetem Mund)
schnell u. hörbar atmen »Der Hund
hechelte.« 2 [ugs.] über jmdn. herzie¬
hen, lästern
Hecht: der;-(ejs; -e 1 im Süßwasser le¬
bender gelbgrün gefleckter, langge¬
streckter Raubfisch »Ich habe einen
Hecht geangelt.« 2 ein toller Hecht
sein: [ugs.; oft iron.] (männliche) Per¬
son, der man für etw. Bewunderung
entgegenbringt »Er ist schon ein toller
Hecht!« 3 der Hecht im Karpfenteich
sein: jmd., dessen Anwesenheit in ei¬
ner Gruppe dominiert u. dadurch zu
Unruhe führt
hech|ten: hechtest; hechtetest; hastfbist
gehechtet (Sport) sich mit einem
Sprung (nach einem Ball) recken
Hecht|rol|le: die; • ; -n (Turnen) Rolle
aus einem Anlauf heraus
Hechtsprung: der; -(ejs; -spränge a)
(Turnen) Sprung über ein Gerät, bei
dem die Körperhaltung gestreckt ist
b) (Schwimmern Kopfsprung mit völ¬
lig gestrecktem Körper c) mit einem
Sprung verbundenes Recken nach ei¬
nem Ball o. ä.
Hechtjsupfpe: die; - ; -n 1 Fischsuppe
aus Hechtfleisch 2 an einem Ort, hier
zieht es wie Hechtsuppe: es ist starke
Zugluft zu spüren
Heck: das; -s; -s hinterer Teil eines
Fahrzeuges
Heck|an|trieb: der; -(ejs; -e Antrieb,
Übertragung der Motorkraft auf die
hinteren Räder eines Fahrzeugs
Hecke (Hek|ke —> Hejcke): die; - ; -n
aus (beschnittenen) Sträuchern, Bäu¬
men bestehender Begrenzungszaun
Hecken|ro|se (Hek|ken|ro|se —> He|-
~cken|ro]se): die; - ; -n Wildrose, die
an Sträuchern wächst u. Hagebutten
als Früchte trägt
Hecken|sche|re (Hek|ken|sche|re —>
He|cken|sche|re): die; - ; -n stabile
Schere mit langen Hebelgriffen, die
speziell zum Beschneiden von Hek-
ken, Ästen geeignet ist
Hecken|schüt|ze (Hek|ken|schüt|ze
—» He|cken|schüt|ze): der; -n; -n
weibl. Hecken|schiit|zin (Hek|ken|-
schütjzin —> He|cken|schüt|zin): die;
- ; -nen Person, die aus dem Hinter¬
halt auf jmdn. schießt
Heckßenjster —* Heck|fens|ten das;
-s; - Rückfenster eines Autos o.ä.
Heck|flag|ge: die; - ; -n Fahne am
Heck, hinteren Ende eines Schiffes
heck|la|stig —» heck|las|tig: Adj. am
hinteren Ende stark beladen (u. des¬
halb herunterhängend)
Heck|la|ter|ne: die; -; -n Laterne, Licht
am Heck, hinteren Ende eines Schif¬
fes
Heck|meck: das; -s; - [ugs.; abwert.] viel
Gerede, aufwendige Handlungen um
etw. Nebensächliches, Unkomplizier¬
tes
Hecklmoltor: der; -s; -en im Heck eines
Autos eingebauter Motor »Der VW-
Käfer hat einen Heckmotor.«
Heck|schei|be: die; - ; -n Rückscheibe
im hinteren Fenster eines Autos
Heck|tür die; - ; -en Lade-, Koffer-
"raumklappe an einem Auto
He|do|ni|ken <gr.-Iat.> der; -s; - weibl.
He|do|ni|ke|rin: die; - ; -nen Hedoni-
st(in); Anhänger(in) des Hedonismus,
einer antiken philosophischen Lehre,
die das Streben nach Genuß propa¬
giert, als Lebensziel sieht
He|do|nis|mus: <gr.-lat.> der; - ; - antike
philosophische Lehre, die das Streben
nach Genuß propagiert, als Lebens¬
ziel sieht
He|do|nist: (gr.-lat.> der; -en; -en weibl.
He|do|nj]stin —> He]do|nis|tin: die;
- ; -nen Hedoniker(in); Anhängern)
des Hedonismus, einer antiken philo¬
sophischen Lehre, die das Streben
nach Genuß propagiert, als Lebens¬
ziel sieht
he|do|ni|stisch —» he|do|nis[tisch: Adj.
der Philosophie des Hedonismus zu¬
zuordnen, entsprechend; sinnenfroh;
leichtlebig; ausschweifend
Heer: das; -(ejs; -e 1 (Milit.) (Land-)
Streitkräfte eines Staates 2 große
Menge, Ansammlung von Menschen
Heerfbann: der; -(ejs; - (hist.) im Mit¬
telalter vom König erlassener Aufruf
an die Untertanen, sich dem Heer an¬
zuschließen
Hee|resjlei|tung: die; - ; -en (Milit.)
Kommandozentrale, Führung eines
Heeres
Heer[füh|rer: der; -s; - Befehlshaber ei¬
ner Streitmacht in Kriegszeiten
Heerfzug: der; -(ejs; -züge Landstreit¬
kräfte, die in einer langen Kolonne
marschieren
He|fe: die; - ; -n Treibmittel aus Pilzen
(für Bier, Teig usw.) »Das Mehl wird
mit Hefe u. Milch vermengt.«
506
heilig
He|fe|brot: das; -(e)s; -e aus Hefeteig,
Hefe, Mehl u. Wasser gebackenes
Brot
Hg|fe|kloB: der; -es; -klöße Knödel, der
"aus Hefeteig geformt u. in Wasser ge¬
kocht wird
He|fe|ku|chen: der; -s; - Kuchen, der
aus Hefeteig, Mehl, Hefe u. Wasser
od. Milch gebacken wird
He|fe|teig: der; -(e)s; -e Teig aus Mehl,
Hefe u. Wasser od. Milch, der zu He¬
fekuchen od. Hefebrot verarbeitet
wird
He|fe|zopf: der; -(e)s; -zöpfe aus Hefe¬
teig gefertigtes Gebäck in Form von
ineinandergeflochtenenTeigsträngen
Heft: das; -(ejs; -e 1 a) mit Fäden o. ä.
zusammengefügte, mit einem dünnen
Einband versehene Papierblätter, auf
die (vor allem in der Schule) geschrie¬
ben wird b) Broschüre; nicht fest ge¬
bundenes Buch (meist literarisch min¬
derwertigen Inhalts) c) Exemplar ei¬
ner Zeitschrift 2 Griff eines Messers
hef|ten: heftest; heftetest; hast geheftet 1
Papierblätter miteinander verbinden,
klammern 2 Stoff(lagen) mit großen
Stichen vorläufig aneinandernähen
od. mit Stecknadeln zusammenstek-
ken
Heffter: der; -s; - Ordner bzw. Mappe,
in dem/der man einzelnen Blätter zu¬
sammenfassen, ordnen, abheften
kann
hefftig: Adj. stark u. mit großer Wucht
»heftiger Regem
Hefltifllkeit: die; - ; -en 1 sehr starkes
Auftreten von etw. 2 starke Emotio¬
nen ausdrückendes, wildes Auftreten
einer Person
Heftjklammer: die; - ; -n kleine, aus ge¬
bogenem Draht hergestellte Klam¬
mer, die Seiten od. Druckbögen zu ei¬
nem Heft vereint
Heft|ina|sctii|ne: die; - / -n Apparat,
den man zum Zusammenheften von
Papieren benutzt
Heft|pflajster—* Heft|pflas|ter: das; -s;
- mit Kleber versehener steriler
MuH-, Stoff-, Kunststoffstreifen zum
Bedecken kleinerer Wunden
Heft|zwecke (Heft|zwek|ke —» Heftj-
zwe|cke): die; - ; -n kleiner Nagel mit
großem Kopf, mit dem man von
Hand, ohne Hammer etw. an einer
Wand o. ä. anbringt, Syn.: Reißzwek-
ke
Hejge: die; - ; - <Forstw.> Aufzucht u.
Pflege von Tieren u. Pflanzen
He|ge|lia|ner —» He|ge|li|a|ner: der; -s;
~ weibl. He|ge|liajne|rin —* He|ge|li|-
a|ne|rin; die; - ; -nen Vertreter(in),
Anhängern) der Philosophie von
Hegel, dem bedeutendsten Vertreter
des deutschen Idealismus
he|ge|lia|nisch —> he|ge|ti|a|nisch: Adj.
die Lehre von Hegel betreffend
He|ge(lia|nis|mus —> He|ge|li|a|nis|-
mus: der; - ; - alle philosophischen
Richtungen auf der Basis von Hegels
Theorien
He|ge|mei(ster —He|ge|meis|ter: der;
-s; - weibl. Hefge|mei|stejrin —* He|-
ge|meis|te|rin: die; ~ ; -nen Wildpfle-
geifin)
he|ge|mo|ni|al: <gr.> Adj, die Hegemo¬
nie, Vormachtstellung, den Hegemo-
nialstaat betreffend
He|ge(mo|ni|al|staat: <gr.> der; -(ejs; -en
Staat, der eine Vormachtstellung hat
bzw. erstrebt
He|ge|mo|n[e: <gr.> die; - ; -n (PL s.)
Vorherrschaft, Vormachtstellung,
Überlegenheit in z. B. kultureller, po¬
litischer, wirtschaftlicher, militäri¬
scher Art
he|ge|mg|nisch; <gr.> Adj. n. stg. die He¬
gemonie vertretend
hejgen: hegst; hegtest; hast gehegt 1
etw. od. jmdn. schützen, pflegen, be¬
hüten u. dafür sorgen 2 etw. in sich
tragen »Sie hegte den Verdacht, daß er
sie betrügt.« 3 etw., jmdn. hegen u.
pflegen: für etw. od. jmdn. sorgfältig
sorgen, sich darum kümmern
He|ge|zeit: die; - ; -en <Jagd> Schonzeit
für das Wild
Hehl: in der Wendung keinen Hehl aus
"etw. machen: eine Tatsache, Mei¬
nung nicht verbergen, nicht verheim¬
lichen, sondern offen, direkt äußern,
dazu stehen
heh|len: hehlst; hehltest; hast gehehlt
«Rechtsw.) gestohlene od. unterschla¬
gene Sachen rechtswidrig an- u. ver¬
kaufen
Hehjler: der; -s; - weibl. Heh|le|rin: die;
- ; -nen «Rechtsw.) Straftäter(in), der/
die rechtswidrig gestohlene od. unter¬
schlagene Sachen an- u. verkauft, ab¬
setzt
Heh|le|iei: die; - ; -en <Rechtsw.> rechts¬
widriger An-, u. Verkauf, Absatz von
gestohlenen od. unterschlagenen Sa¬
chen
Heia|bett—» Hei|a|bett: das; - (ejs; -en
[kindersprachl.] Bett
Hei|de: der; -n; -n weibl. Heijdin: die; - ;
-nen aus Sicht einer gläubigen Person
jmd., der keiner Religionsgemein¬
schaft angehört, sich nicht zu (ihrem)
Gott bekennt
Hei|de: die; - ; -n große, weite, flache
Landschaft ohne Bäume mit Sträu-
ehern, Gräsern u. ä. »Lüneburger Hei¬
de«
Hej|de|kraut: das;-(ejs; - kleine Pflanze
mit rötlichen Blüten, die auf Sandbo¬
den wächst
Hei|de)|bee|re: die; -; -n Blaubeere
Hei|de[ler|che: die; - ; -n bodenbrüten¬
der europäischer u. asiatischer Vogel
mit besonders schönem u. vielfälti¬
gem Gesang
Hei|den|angst: in der Wendung jmd. hat
eine Heidenangst: jmd. hat große
Angst vor etw. »Er hatte eine Heiden¬
angst vor dem Examen.«
Hei|den|ar|beit: die; - ; - viel, zeitauf¬
wendige, umfangreiche Arbeit
Hei|den(geld: in der Wendung etw. ko¬
stet ein Heidengeld: [ugs.] etw. ko¬
stet, erfordert sehr viel Geld
Hei|den|länm: der; -(ejs; - [ugs.] große
Lautstärke (erzielendes, verursachen¬
des Ereignis)
Hei|den|tum: das; -(ejs; - a) [veralt.j
Gesamtheit der Nichtchristen, nicht¬
christlichen Religionen b) (aus der
Sicht der großen, nur einen Gott ver¬
ehrenden Religionen) Gesamtheit der
Nichtchristen, Nichtjuden, Nicht¬
moslems
Hei|de|rös|chen: das; -s; - kleine Pflan¬
ze mit meist gelblichen Blüten
heid|nisclr. Adj. nichtchristlich (u. nicht
dem Judentum od. Islam zuzuordnen,
angehörig)
Heid|schnucke (Heid|schnuk|ke —*■
Heid|schnu|cke): die; -; -n gezüchtete
kleinere Schafrasse
Hei|erjmann: der; -(ejs; Heiermänner
[landsch.; ugs.] Fünfmarkstück
heijkeh Adj. heikler; heikelste a) kompli¬
ziert u. eventuell sogar gefährlich
»eine heikle Angelegenheit« b) über¬
trieben wählerisch bei der Benutzung
von etw., der Nahrung o. ä.
Heit das; -s; - a) etw., das für jmdn. ei¬
nen Ausweg, eine Lösung, das er¬
sehnte Glück bedeutet »Sie sucht ihr
Heil im Kloster.« b) <Religion> die Er¬
lösung von den Sünden u. der ewige
Seelenfrieden
—»• Heil bringend; s. heilbringend
heil: Adj. n. stg. a) <Personen> nicht ver¬
letzt od. kaputt, sondern unbescha¬
det, unversehrt, gesund b) <Dinge>
nicht zerstörtod. kaputt
Heijland: der;-(ejs; -e a) <Religion> Ret¬
ter der Menschheit b) christliche
Religion) Jesus Christus als Retter
der Menschheit
Heil|an|stalt: die; - ; -en (geschlossenes)
Heim, Krankenhaus für süchtige od.
geistig verwirrte Menschen, in der sie
betreut, geheilt werden
Heiijbad: das; -(ejs; -bäder 1 Bad mit
Kräutern o. ä., das Beschwerden lin¬
dern soll 2 Kurort mit Quellen, deren
Heilwasser gegen diverse Krankhei¬
ten wirkt, wirken soll
heil)ban Adj. n. stg. «Krankheit) zu hei¬
len; behebbar; überwindbar
Heil|bar]keH: die; - ; - «Krankheit) Be¬
hebbarkeit; Überwindbarkeit
Hejl|be|hand|lung: die; - ; -en Therapie
(z. B. mit Medikamenten), die zur
Heilung, Überwindung einer Krank¬
heit führen soll
Heil|bejruf: der; -(ejs; -e berufliche Tä¬
tigkeit, die zur Genesung von Kran¬
ken beiträgt
heil|brin|gend —*■ Heil brin|gend: Adj.
«meist Religion) Segen, eine positive
Entwicklung bringend, hervorrufend
Hei(|brin|ger. der; -s; - a) «christliche
Religion) Jesus Christus als Retter
der Menschheit, Heiland b) [geh.] ver¬
ehrte Person, die große positive Ent¬
wicklungen hervorgebracht hat
Heii|butt: der; -(ejs; -e dunkler Salz-
wasserflsch, der die Augen auf der
rechten Seite hat
hei|len: heilst; heiltest; hast geheilt jmds.
körperliche od. seelische Gesundheit
bzw. den Normalzustand wieder her¬
steilen od. erreichen
He|l|er|de: die; - ; - Moorerde, mit der
man Hautkrankheiten bekämpft
Heil|er|folg: der; -(ejs; -e Erfolg, den
man mit einer Therapie gegen eine
Krankheit erzielt
heil|froh: Adj. n. stg. besonders erleich¬
tert u. glücklich
Heil|gym|na|st!k —* Heil|gym|nas|tik:
die; - ; - spezielle Muskeln trainieren¬
de Krankengymnastik z. B. nach ope¬
rativen Eingriffen
hei|lig: Adj. 1 von Gott geweiht, geseg¬
net 2 «übertr.) unantastbar u. wichtig
»Mein freier Tag ist mir heilig.« a)
Heilige Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit:
507
heilig
«Christentum) Einheit von Vater ( -
Gott), Sohn (= Jesus) u. dem Heili¬
gen Geist b) Heiliger Geist: «Christen¬
tum) dritte geistige Wesenheit im
christlichen Glauben, der christlichen
Dreieinigkeit, Dreiraltigkeil 3 Heili¬
ger Krieg —» heiliger Krieg: Krieg,
kämpferische Auseinandersetzung
(von Gegnern unterschiedlicher Reli¬
gion) aus (vorgeschobenen) religiösen
Gründen, zur Verteidigung der eige¬
nen Religion u./od. zur Verbreitung
der eigenen Religion 4 Heiliger Vater:
«kath. Religion) ehrenvolle Anrede
für den Papst, das Oberhaupt der ka¬
tholischen Kirche mit Sitz im Vatikan
in Rom
—> heijlig sprachen: s. heiligsprechen
H«i|lig|abend —* Hei|lig|a|bend: der;
-s; -e 24. Dezember, der in Erinne¬
rung an die Geburt von Jesus Chri¬
stus als christlicher Feiertag began¬
gen wird
He||li|gen|bild: das;-(e)s; -er «kath. Kir¬
che) (gerahmte, gemalte) Darstellung
eines Heiligen
Hej|li|gen|schein: der; -(e)s; -e symbol¬
hafter, runder Lichtschein, der auf
Darstellungen den Kopf od. den gan¬
zen Körper von Heiligen umgibt
Hei|lig|keit: die; - ; - 1 Zustand des
Heiligseins in einer Religionsgemein¬
schaft 2 Titel des Papstes
he||lig|spre|chen —hei|lig sprechen:
sprichst heilig; sprach (e)st heilig; hast
heiliggesprochen —>hast heilig
gesprochen*— «kath. Kirche) jmdn.
als Heiligen, heilige Person benennen
Hei|!ig|tum: das; -s; Heiligtümer 1 Ort,
Gegenstand, der von einer religiösen
Gemeinschaft verehrt wird 2 «übertr.)
etw., was jmdm. sehr wichtig, wert¬
voll ist
He|l|kraut: das; -fe)s; -kräuter Pflanze,
die wegen ihrer Wirkstoffe zu Heil¬
zwecken benutzt wird
Heil)kun|de: die; - ; - Wissenschaft von
u. Ausübung der Medizin
heil|kun]dig: Adj. große Erfahrungen,
eine Ausbildung auf dem Gebiet der
Heilkunde, Medizin besitzend
Heiljkunst: die; - ; -künste erworbene
Fähigkeit, einen Menschen durch An¬
wendung medizinischer, therapeuti¬
scher Kenntnisse heilen zu können
Heil|me|tho|de: die; ~ ; -n Methode,
Therapie, mit der jmd. geheilt wird,
werden soll
Hei!|mitjtel: das; -s; - Medikament od.
medizinische, therapeutische Anwen¬
dung, die eine Krankheit heilt, be¬
kämpft
Heil[päd|ago[ge —» Heil|pä|d|a|go|ge:
der; -n; -n weibl. Heil|pöd|ago|gin —»
Hetl|pä|d|a|go|gin: die; - ; -nen Erzie¬
herin) mit einer speziellen Ausbil¬
dung (in Psychologie u. a.), die ihn/sie
zur Erziehung psychisch gestörter
Kinder befähigt
he!l|päd|ago{gisch —> heil|pä|d|a|go[-
gisch: Adj. n. stg. die Heilpädagogik
betreffend, ihr zuzuordnen
Heil|pflan|ze: die; ~ ; -n Pflanze, die we¬
gen ihrer Wirkstoffe zu Heilzwecken
benutzt wird
Heil|prak|ti(ker der; -s; - weibl. He]l|-
prak|ti|ke|rin: die; - ; -nen «Beruf) Per¬
son mit einer besonderen Ausbildung
(kein Medizinstudium), die be¬
stimmte körperliche Leiden behan¬
deln darf
Heil|quel|le: die; - ; -n Quelle, deren
Wasser (vermeintlich) besonders ge¬
sund ist u. heilsam gegen bestimmte
Krankheiten wirkt
Heil|sal)be: die; - ; -« den Heilungspro¬
zeß fördernde, mit Wirkstoffen ange¬
reicherte Creme
heil)sam: Adj. die Heilung fördernd,
vorantreibend
Heil|sam|keit: die; -; - Eigenschaft, den
Gesundungsprozeß zu fördern
Heils|ar]mee: die; - ; - christliche Orga¬
nisation, die international arbeitet,
militärähnlich aufgebaut ist u. vor al¬
lem Seelsorge u. Sozialarbeit leistet
Heils|botjschaft: die; - ; -en «Religion)
Botschaft von «ier Erlösung der
Menschheit (durch Jesus Christus)
Heil|schlamm: der; -fe)s; -schlämme
zur Heilung bei Kuren o. ä. verwen¬
deter Schlamm, Syn: Fango
Hei|lung: die; ~ ; -en a) die Gesundung
von einer Krankheit, einem Leiden b)
Befreiung von (seelischen) Schmerzen
Hej|lungs|pro|zeB —»■ Hei|lungs|pro|-
zess: der; -prozesses; -prozesse Ab¬
lauf der Heilung einer Krankheit
Heil|ver)fah|ren: das; -s; - Methode, um
eine Krankheit zu heilen
Heim: das; -(e)s; -e 1 o. PI. Zuhause;
dort, wo jmd. wohnt u. sich wohl
fühlt 2 Einrichtung für Personen, die
der Fürsorge anderer bedürfen 3 Ge¬
bäude, das gesellschaftlichen Anläs¬
sen, Versammlungen dient
Heimjarjbeit: die; - ; -en a) Arbeit, Tä¬
tigkeit, die zu Hause erledigt wird b)
in Heimarbeit (a) hergestelltes Pro¬
dukt
Hei|mat: die; ~ ; - Ort, Land, in dem
jmd. geboren wurde u. mit dem ersieh
verbunden fühlt
Hei|mat)abend —> Hei|mat|a|bend:
der; -s; -e (Fest-jVeranstaltung, bei
der Brauchtum u. Traditionen ge¬
pflegt werden
hei|mat|be|rech|tigt: Adj. n. stg. [veralt.]
wohnberechtigt
Hej|matjdich)ter. der; -s; - weibl. Hei[-
matjdich)te|fin: die; - / -nen Dichte¬
rin), Autor(in), der/die über das Le¬
ben, die Natur in einer bestimmten
(zumeist ländlichen) Gegend schreibt,
in der er/sie lebt
Hei)mat|fest: das; -(e)s; -e Fest, Veran¬
staltung, mit dem/der die T raditionen
in einer Region gepflegt wird
Hei}mat|film: der; -fe)s; -e Film, der in
einer ländlichen Gegend spielt, regio¬
nale Besonderheiten betont u. von
vielen Landschaftsaufnahmen unter¬
malt wird
He]|mat|forjscher: der; -s; - weibl. Hej|-
mat|forjsche|rin: die; - ; -nen Person,
die sich mit der Erforschung der Na¬
tur u. Geschichte in einer Region, ih¬
rer Heimat beschäftigt
Hei|mat|ha(fen: der; -s; -hä/en Hafen, in
dem ein Schiff im Register eingetra¬
gen ist
He[|mat)kunde: die; - ; - [veralt.] Unter¬
richtsfach, das sich mit der Natur,
Geschichte u. ä. einer Region be¬
schäftigt
Hei|mat|land: das; -(e)s; -l'änder Her¬
kunftsstaat, -land einer Person od.
Staat, Land, in der sie sich zuhause
fühlt
hei|mat|lich: Adj. a) so beschaffen wie
zu Hause, in jmds. Heimat b) die Hei¬
mat betreffend, ihr zuzuordnen
Hei|mat|lied: das; -(e)s; -er Lied, das
seinen Ursprung in einer Region hat
u. dessen Text von der jeweiligen Ge¬
gend handelt
hei|mat|lo$: Adj. n. stg. ohne eine Hei¬
mat, ein Zuhause
Hei|mat|lo|sig|keit' die; - ; - Zustand
ohne eine Heimat, ein Zuhause
Hei)mat|mu|se|um: das; -s; -museen
Ausstellungsräume) mit für die enge¬
re Gegend, Region in geschichtlicher,
naturkundlicher Hinsicht wichtigen
Stücken, Exponaten
Hej[mat|spra|che: die; - ; -n Sprache,
die man in der jeweiligen Gegend
spricht, aus der jmd. kommt; (regio¬
nal gefärbte) Muttersprache
He]|matjtref|fen: das; -s; - Treffen der
Vertriebenen, Flüchtlinge des Krieges
im Gedenken an die Heimat, zur Pfle¬
ge alter Traditionen
hei|mat|verftrie|ben: Adj. n. stg. (im u.
nach dem Zweiten Weltkrieg) ge¬
zwungen, die Heimat zu verlassen
helm|brin|gen: bringst heim; brachtest
heim; hast heimgebracht a) etw., jmdn.
nach Hause begleiten, bringen b)
etw., jmdn. mit zu sich nach Hause
nehmen
Heim|chen: das; -s; - 1 im Dunkeln laut
zirpende Grille 2 das Heimchen am
Herd(e): [ugs.; meist abwert.] nur auf
ihren Haushalt bedachte Frau
Heim|com|pu(ter: der; -s; - kleinerer
Computer für den häuslichen Ge¬
brauch; Personalcomputer
Heirn|ein|wei|sung: die; - ; -en behördli¬
che, ärztliche Anordnung, jmdn. in ei¬
nem Heim (2) unterzubringen
hei|me|lig: Adj. gemütlich; so schön wie
in der Heimat, zu Hause
Hei|me|lig|keit:die; - ;-Gemütlichkeit
Heim|er|zie|her: der; -s; - weibl. Heim|-
erjzie|he|rin: die; - ; -nen Pädagoge,
Pädagogin, der/die in einem Kinder¬
heim tätig ist
Heim|eijzie|hung: die; - ; -en Erziehung
eines Kindes durch das pädagogische
Personal in einem Heim (2)
heim|fah|ren: fährst heim; fuhr (e) st
heim; bist heimgefahren nach Hause
fahren
Heim|fahrt: die; - ; -en Fahrt nach
Hause
heim|fin|den: findest heim; fand(e)st
heim; hast heimgefunden den Weg
nach Hause finden
heim|füh|ren: fuhrst heim; führtest heim;
hast heimgefuhrt 1 jmdm. den Weg
nach Hause zeigen; jmdn. nach Hause
begleiten »Ich habe die alte Dame
heimgeführt.« 2 [geh.; verait.; meist
poet.] eine Frau heiraten
Heim|gang: der; -(e)s; Heimgänge (PI.
s.) [verhüll.] Tod eines Menschen
heim|ge|hen: gehst heim; ging(e)st
heim; bist heimgegangen 1 nach
Hause gehen »Wir gehen jetzt heim.«
2 [verhüll.] im Sterben liegen; gestor¬
ben sein
508
Heißhunger
heim(ge|schä|digt: Adj. durch einen
Heimaufenthalt, die Erziehung in ei¬
nem Heim verstört, psychisch ange¬
griffen, geschädigt
hejm|ho|(en: holst heim; holtest heim;
hast heimgeholt 1 nach Hause zurück¬
holen 2 Gott hat jmdn. (zu sich in sein
Reich) heimgeholt: [verhüll.] jmd. ist
gestorben
hei|misch: Adj. (wie) zu Hause; jmds.
Zuhause zuzuordnen
Heim|kehr. die; - ; - Rückkehr nach
Hause
he|m|keh|ren: kehrst heim; kehrtest
heim; bist heimgekehrt nach Hause
zurückkommen
Heim|keh|rer: der; -s; - weibl. Heim|-
keh|rejrin: die; ~ ; -nen Person, die
nach längerer Abwesenheit wieder
nach Hause zurückkehrt
heim|kom|men: kommst heim; ka-
m(e)st heim; bist heimgekommen
nach längerer Abwesenheit nach
Hause zurückkommen
H$im{lei|ten der; -s; ~ weibl. Heim)lei|-
te|rin: die; - ; -nen (pädagogische(r))
Direktor(in) eines Heimes
heim|lich: Adj. n. stg. 1 nicht offen, son¬
dern unauffällig u. verheimlichend,
so daß andere Personen nichts davon
merken »Sie aß heimlich, weil sie ei¬
gentlich eine Diät machte.« 2 heim*
lieh, still u. leise: [ugs.] völlig unbe¬
merkt
Heimflich|keit: die; ~ ; -en verborgenes,
geheimes Handeln
Heim]lich|tu|eR der; -s; - weibl. Hejm|*
Uch|tue|rin —> Hejm|lich|tu|e|rin: die;
- ; -nen Person, die etw., alles heim¬
lich macht, alles möglichst geheim¬
hält
heim|lich|tun: tust heimlich; tatjejst
heimlich; hast heimlichgetan seine
Handlungen möglichst geheimhalten
Heim|mann|schaft: die; - ; -en <Sport>
gastgebende, auf eigenem Platz, in
der eigenen Halle spielende Manns¬
chaft
Heim|nie|der|la|ge: die; - ; -n <Sport>
Verlieren eines Spieles auf eigenem
Platz, in eigener Halle »Die Mann¬
schaft mußte eine Heimniederlage hin¬
nehmen.«
Heim|or|gel: die; - ; -n kleinere Orgel
für den Gebrauch zu Hause
Heim|recht: das; -(ejs;- «Sport» Berech¬
tigung, ein Spiel auf dem eigenen
Platz auszutragen
Heimjrei]se: die; - ; -n Reise zurück
nach Hause
heim|rei|sen: reist heim; reistest heim;
bist heimgereist von einem Ort wieder
nach Hause fahren, fliegen, reisen
heimjschicken (heim|schik|ken —>
heim|schi|ckerf: schickst heim;
schicktest heim; hast heimgeschickt
nach Hause schicken; anweisen, wie¬
der nach Hause zu gehen, fahren
Heim|sieg: der; -(ejs; -e «Sport» von ei¬
ner Mannschaft auf dem eigenen
Platz, in der eigenen Halle errungener
Sieg
Heimispiel: das; -(e)s; -e <Sport> Mann¬
schaftsspiel, das auf dem eigenen
Platz, in der eigenen Halle ausgetra¬
gen wird
He]m|statt: die; • ; - [geh.] Ort zum Le¬
ben, Wohnen, für eine besondere Tä¬
tigkeit »Die Künstler fanden in dem al¬
ten Gebäude eine neue Heimstatt.«
heim|suchen: suchst heim; suchtest
heim; hast heimgesucht mit etw. Uner¬
wünschtem, Unangenehmem befal¬
len, geplagt werden
Heim(tier: das; -(ejs; -e domestiziertes
Tier, das mit den Menschen in einem
Haushalt lebt (Hund, Katze o. ä.)
He|m|trai|neR der; -s; - «Sport» zu
Hause zu benutzendes Trainingsge¬
rät, oft Standfahrrad
heim]trau|en, sich: traust dich heim;
trautest dich heim; hast dich heimge¬
traut [ugs.] wagen, nach Hause zu ge¬
hen
Heim|tücke (Heim|tük|ke —» Heim|tii|-
cke): die; - ; -n listiges, freundlich
scheinendes, aber jmdm. bewußt
schadendes V erhalten
heim|tückisch (hejm|tük]kisch —»
heim|tü|ckisch): Adj. nicht aufrichtig,
sondern hinterhältig u. bösartig
Heim|vor{teil: der; -(ejs; -e <Sport> Vor¬
teil, den eine Mannschaft dadurch
hat, daß sie auf dem eigenen Platz, in
der eigenen Halle spielen kann
he|m|wärts: Adv. in Richtung nach
Hause »Es geht endlich heimwärts.«
Heim|weg: der; -(ejs; -e Weg nach
Hause
Heim|weh: das; -s; - starkes Verlangen,
wieder nach Hause, in die Heimat zu
kommen, Ant.: Fernweh
heim|weh]krank: Adj. n. stg. krank vor
Sehnsucht nach dem Zuhause
Heim|wor)ken der; -s; ~ weibl. Heim|-
wer[ke|rin: die; - ; -nen Person, die
privat, zu Hause Handwerkerarbei¬
ten erledigt, durchführt
Heim|wer]ker|markt: der; -(ejs;
-markte Geschäft, in dem Werkzeuge,
Baustoffe u. anderer Heimwerkerbe¬
darf verkauft werden
heim|wol|len: willst heim; wolltest heim;
hast heimgewollt gerne heimkehren,
nach Hause gehen wollen
heim|zah|len: zahlst heim; zahltest heim;
hast heimgezahlt sich für etw. rächen;
eine schlechte Tat bestrafen
heim|zie|hen: ziehst heim; zog(ejst
heim; bist heimgezogen nach Hause
zurückkehren
Heijni: der; -s; -s [ugs.] dummer Mensch,
Mann »Du bist mir ja ein vergeßlicher
Heini!«
Hein|zel|männ|chen: das; -s; - zwergen¬
hafte Phantasie-, Sagengestalt, die
(nachts) alle liegengebliebenen Arbei¬
ten erledigt »Jetzt k'önnte ich ein Hein¬
zelmännchen gebrauchen!«
Heilrat: die; - ; -en Verbindung von
Mann u. Frau durch den Staat u.
(teilweise) die Kirche zu Eheleuten,
Syn.: Eheschließung; Trauung
hei|ra|ten: heiratest; heiratetest; hast ge¬
heiratet eine Ehe mit jmdm. schließen
Hgijrsts|ab|sicht: die; ~ : -en Vorhaben,
in nächster Zeit zu heiraten
Hei|rats|an|trag: der; -(ejs; -anträge
Bitte an jmdn., ihn/sie zu heiraten
»Morgen mache ich meiner Freundin
einen Heiratsantrag.«
Hei|rats|an|zei|ge: die; ~;-n 1 Annonce,
mit der man seine baldige Hochzeit
bekanntgibt 2 Annonce, in der man
eine(n) Heiratspartner(in) sucht
Hei|rats|er|laub|nis: die; ~ ; - (amtliche)
Genehmigung für die Eheschließung
hei|rats|fä[hig: Adj. n. stg. in der Lage,
alt genug zum Heiraten »Sie ist jetzt
achtzehn Jahre alt u. somit heiratsfä¬
hig.«
Hei|rats|in|sti|tut —»• Hei)rats|ins|ti|tut:
das; -(e js; -e Einrichtung, Firma, die
ledigen Personen Partner vermittelt
Hei|rats|kan|di|dat: der; -en; -en weibl.
Hei]rats|kanfdi|da(tin: die; - ; -nen
jmd., der (nach jmds. Ansicht) für
eine Eheschließung in Frage kommt,
eine Ehe schließen möchte
Hei|rats|markt: der; -es; -markte (PI. s.)
1 Rubrik in einer Zeitung, in der Hei¬
ratsannoncen erscheinen 2 Gesamt¬
heit aller Personen, die unverheiratet
u. heiratswillig sind
He]|rats|schwin|del: der; -s; - Vortäu¬
schung des Heiratswunsches, um den
Partner um Vermögenswerte zu be¬
trügen
Hei]rats|ur)kun|de: die; - ; -n amtliche
Bestätigung, Urkunde des Standes¬
amts über die Eheschließung
Hei|rats[ver(initt|ler. der; -s; • weibl.
Hei|rats|ver|mitt|le|rin: die; - ; -nen
Person, die (beruflich) Ehen vermit¬
telt
heiler: Adj. «Stimme» nicht üblich,
nicht wie sonst, sondern belegt, krat¬
zig, stimmlos klingend »heisere Töne«
heiß: Adj. heißer; heißeste 1 «Tempera¬
tur» sehr warm 2 «Gefühl; Art u. Wei¬
se» leidenschaftlich; sehr kräftig 3 mit
Problemen, Konflikten beladen »ein
heißes Thema« Ant.: <l> kalt 4 heißer
Draht: [ugs.] gute Beziehungen, Ver¬
bindungen »Ich habe einen heißen
Draht zu ihm u. kann Ihnen vielleicht
behilflich sein.« S jmdn. (iberläuft es
heiß u. kalt; jmdm. läuft es heiß u.
kalt über den Rücken, den Rücken
hinunter, jmd. ist erschrocken, be¬
troffen o. ä.
—» heiß er|sehnfc s. heißersehnt
—» heiß ge|l]ebt s. heißgeliebt
—*■ heiß laulfert s. heißlaufen
—» heiß um|kämpft s. heißumkämpft
—» heiß um|strit|tei* S- heißumstritten
heiß-: Wortbildungselement [manchmal
ugs.] sehr; drückt aus, daß jmd. etw.
od. jmdn. intensiv erstrebt »heißge¬
liebt ♦ heißumstritten«
Hejß|be|hand|lung: die; - ; -en <Med.>
Therapie, Behandlung mit Dampf
heißlblüjtig: Adj. temperamentvoll,
leicht aufbrausend
hei|ßen: heißt; hieß(esjt; hast geheißen
1 einen Namen tragen »Wie heißt das
Baby dem?« 2 [geh.; veralt.] jmdn.
mit einem Namen, einer Bezeichnung
benennen »Sie hießen ihn einen Dieb.«
3 in einer anderen Sprache, anders
ausgedrückt etw. bedeuten »Das heißt
also, daß ihr nicht kommen wollt?«
hejß|er|sehnt —* heiß erlsehnt Adj.
heißer ersehnt; am heißesten ersehnt
dringend herbeigewünscht
heiß|ge|liebt —» hejß ge|ljebt Adj. hei¬
ßer geliebt; am heißesten geliebt be¬
sonders stark geliebt, verehrt
Heiß|hun|ger: der; -s; - besonders star¬
ker Hunger (auf etw. ganz Bestimm¬
tes)
S09
heißhungrig
heiSjhung|rig: Adj. n. stg. besonders
starken Hunger (auf etw. ganz Be¬
stimmtes) habend
heißjlau|fen —» heiß laufen: läuft heiß;
lief heiß; ist heißgelaufen —>ist heiß
gelaufen-*-— a) <Maschine> sich auf¬
grund sehr hoher Beanspruchung
überhitzen b) [ugs. J sich über etw. sehr
ärgern
Heiß|luft: die; - ; - maschinell erhitzte
Luft
Hei8|luft)hei|zung: die; - ; -en Heizung,
die mit Heißluft wärmt
Heiß|luft|herd: der; -(e)s; -e Ofen, der
mit heißer Luft erhitzt wird
Hgiß|man|gel: die; ~ ; -n a) zum Glätten
von Wäsche verwendetes Gerät mit
einer heißen Rolle, auf die die Wäsche
gepreßt wird b) Firma mit einer gro¬
ßen Heißmangel (a), die Wäsche plät¬
tet
Hejßfsporn: der; -(e)s; -e leicht auf¬
brausender, hitziger Mensch
heiß|spor|nig: Adj. leicht aufbrausend
u. hitzig
hei8|um|kämpft —> hejß um|kämpft:
Adj. heiJSer umkämpft; am heißesten
umkämpft besonders stark umkämpft
h§iß|um|stritjten —> heiß um|stnt|ten:
Adj. heißer umstritten; am heißesten
umstritten besonders stark umstrit¬
ten, widersprüchlich diskutiert
Heiß|was|seiispei|cher: der; -s; - Ge¬
rät, das Wasser elektrisch od. durch
Gas erhitzt u. speichert
-heit: Wortbildungselement -heit: dient
der Substantivierung von Adjektiven u.
Partizipien bezeichnet die Eigenschaft
des im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten »Geleiltheit«
hei(ter Adj. 1 von der Stimme, Atmo¬
sphäre od. Laune her nicht traurig
od. trübe, sondern lustig, fröhlich,
froh »ein heiterer Spielfilm; ein heite¬
rer Abend« 2 das kann ja heiter
werden: es scheint nichts Gutes, Er¬
freuliches zu erwarten zu sein 3 (wie
ein Blitz) aus heiterem Himmel:
plötzlich u. unerwartet
Hei|tertkeit: die; ~ ; - sehr lustige Stim¬
mung; große Belustigung
Hej|ter|kelts|aus|bruch: der; -(e)s;
-ausbrüche heftige Heiterkeitsäuße¬
rung
Heitter|kerts|er|folg: der;-(e)s; -e durch
unfreiwillig komisches od. tölpelhaf¬
tes Verhalten hervorgerufene Reak¬
tion bei den Betrachtern, Hörem u. ä.
Heiz|an|la|ge: die; ~; -n Maschinenanla¬
ge u. Heizungsinstallationen, durch
die ein Gebäude beheizt wird
heiz|bar: Adj. n. stg. so beschaffen, daß
die Möglichkeit besteht, es zu behei¬
zen, erwärmen
Heiz|decke (Heiz|dek|ke —» Heiz|de|-
cke): die; - ; -n (Bett-)Decke, die elek¬
trisch beheizt, erwärmt werden kann
hei|zen: heizt; heiztest; hast geheizt 1
(einen Raum o. ä.) mit Hilfe einer
Energiequelle erwärmen »Wir heizen
mit Gas.« 2 [ugs.] mit einem Fahrzeug
sehr schnell fahren
Hei|zer: der; -s; - weibl. [selten] Hei]ze|-
rin: die; -; -nen 1 Person, die die Heiz¬
anlagen bedient 2 <hist.> Person, die
einer Maschine Kohle o. ä. als Ener¬
giequelle zuführt
Heiz|fläjche: die; - ; -n a) Teil eines
Heizkörpers, dessen Fläche Wärme
ausstrahlt b) zu heizende(r), erwär-
mende(r) Fläche, Raum
Heiz|ge|rät: das; -(e)s; -e kleinerer,
elektrisch betriebener Heizkörper
Heiz|kes|sel: der; -s; - Behälter als Teil
der Heizungsanlage, in dem Wasser
erhitzt wird, das in die Heizkörper ge¬
pumpt wird
Heiz)kis|sen: das; -s; - elektrisch er¬
wärmbares, beheizbares Kissen
Heiz|kör|per: der; -s; - Wärme abstrah¬
lender (mit Wasser gefüllter) Hohl¬
körper einer Heizungsanlage in einem
Raum »Der Heizkörper ist unter dem
Fenster angebracht.«
Heiz|ko]sten —» Heiz|kos|ten: die (PI.)
Kosten, die durch das Heizen, Erwär¬
men eines Hauses entstehen
Heiz|ko|sten|pau|scha|le —> Heiz|kos|-
ten|pau|scha|(e: die; ~ ; -n Abschlag,
den Mieter für Heizkosten im Rah¬
men der Nebenkosten zu zahlen ha¬
ben u. der mit den tatsächlichen Ko¬
sten verrechnet wird
Heiz|kraft|werk: das; -(e)s; -e Kraft¬
werk, das Wärmeenergie für den in¬
dustriellen u./od. privaten Verbrauch
erzeugt
Heiz|lüf]ter: der; -s; - mit Strom betä¬
tigte tragbare Heizung, bei der mittels
eines Gebläses die kalte Raumluft an
heißen Lamellen vorbeigeleitet wird
Hejz|ma|te|ri|al: das; -(e)s; -ien Roh¬
stoff, Material, das zum Heizen ver¬
wendet wird (z. B. Öl, Holz, Kohle)
Heiz|ofen —* Heiz|o|fen: der; -s; -Öfen
mit Gas, Öl od. elektrisch beheizter
kleiner Ofen, der transportabel ist
Heiz|öl: das; -(e)s; -e flüssiger Brenn¬
stoff, Energieträger, der bei der Erd¬
ölaufbereitung entsteht u. zum Hei¬
zen verwendet wird
Heiz|pe|ri|ode —» Heiz|pe|ri|o|de: die;
- ; -n Zeitspanne im Jahr, Herbst,
Winter u. Frühjahr, in der geheizt
wird
Hejzjplatjte: die; ~; -n elektrisch beheiz¬
bare Platte, die zum Zubereiten od.
Warmhalten von Speisen dient
Heizjrohr: das; -(e)s; -e Leitung, Rohr
der Heizung, durch das das erhitzte
Wasser geleitet wird
Heiz|son|ne: die; - ; -n Gerät, das mit¬
tels glühender Heizstäbe elektrisch
Wärme erzeugt
Heiz|stoff: der; -(e)s; -e Rohstoff, Ma¬
terial, das . zum Heizen verwendet
wird (z. B. Öl, Holz, Kohle)
Hejz|strah|ler der; -s; - Gerät, das mit¬
tels glühender Heizstäbe elektrisch
Wärme erzeugt
Hei|zung: die; - ; -en Gerät zur Erzeu¬
gung von Wärme unter Nutzung,
Umwandlung eines Energieträgers
wie Öl, Gas, Kohle o. ä.
Hei|zungs|an|la|ge: die; - ; -n Gesamt¬
heit der zur Heizung eines Hauses ge¬
hörenden Maschinen, Leitungen,
Heizkörper
Hei|zungs|rohr: das; -(e)s; -e Leitung,
Rohr der Heizung, durch das das er¬
hitzte Wasser geleitet wird
Hei|zungsltank: der; -(e)s; -s Tank,
Vorratsbehälter, in dem sich Heizöl
befindet
Hektjar —» Hektar: <gr.-lat.-fr.> der u.
das; -s; - u. -e Flächenmaß, Feldmaß
(10.000 qm = 1 Hektar = 100 Ar)
Hekt|ar|er|trag —»■ Hek|t|ar|eijtrag: der;
-(e)s; -ertrage landwirtschaftlicher
Ertrag, der pro Hektar erzielt wird
Hek|tik: <gr.-lat.> die; ~ • übersteigerte
Betriebsamkeit; fieberhafte Eile;
krankhafte Aufgeregtheit
hekjtisch: <gr.-lat.> Adj. situationsbe¬
dingt od. aufgrund der Wesensart fie¬
berhaft, aufgeregt, sprunghaft, ner¬
vös » Warum läufst du denn so hektisch
herum?«
hek|to-/Hek|to-: <gr.> Wortbildungsele¬
ment <Maße> gibt an, daß es sich um
eine Einheit von hundert handelt
»Hektoliter«
—*• hek[to|gra|fie[ren: s. hektographie-
ren
Hek|to|gramm: <gr.> das; -(e)s; - u. -e
1 CIO Gramm
Hek|to|graph —> auch Hek|to|graf: der;
-en; -en Gerät zur Vervielfältigung
hek]to|gra|ph|e|ren —» auch hek|to|-
gra(fie|ren: hektographierst; hektogra-
phiertest; hast hektographiert —>alle
Formen auch mit f«— etw. (Geschrie¬
benes) mit einem Hektographen ko¬
pieren
Hek|to|li|ter: <gr.-fr.> der u. das; -s; - 100
Liter
Hek|to|me|ter. <gr.> der u. das; -s; * 100
Meter
Hek|to|pas|cal: <gr.> das; -s; - 100 Pas¬
cal, Zeichen hPa »Der Luftdruck be¬
trägt 995 Hektopascal.«
Hek|to|watfc <gr.> das; -s; - 100 Watt
hellaul: Interj. [landsch.] Ruf im Karne¬
val
Held: der; -en; -en weibl. Hel|din: die; ~ ;
-nen Person, die aufgrund einer her¬
ausragenden, mutigen Tat, ihres Ein¬
satzes hoch angesehen wird
Hel|den|dar|stel|ler: die; - ; - weibl.
Hel|den|daijstel|le|rin: die; - ; -nen
Schauspieler(in), der/die häufig die
Rolle eines Helden, einer Heldin (im
Theater, Film) spielt
He!|den|dich|tung: die; - ; - <Literatur-
wiss.» Dichtung, deren Inhalt sich mit
alten Heldensagen beschäftigt
Hel|den|epos —> Hel|den|e|pos: das;
~ ; -epen erzählende Dichtung, die
sich mit den Heldensagen des Mittel¬
alters beschäftigt
hel|den|haft' Adj. heldenhafter; helden¬
hafteste sich tapfer wie ein Held ver¬
haltend
Hel|den|mut: der; -(e)s; - besondere
Tapferkeit in einer Situation
hel|den|mü|tig: Adj. mit besonderer
Tapferkeit, mit Heldenmut
Hefjden|sa|ge: die; - ; -n (aus dem Mit¬
telalter) überlieferte Heldenge¬
schichte
Hel|den|tat: die; - ; -en besonders gute
"ü. tapfere Handlung
Hel|den|tod: in der Wendung den Hel¬
dentod sterben: [geh.; verhüll.] Ster¬
ben, Tod während einer kriegerischen
Auseinandersetzung
Hel|den|tum: das; -(e)s; - heldenhafte
Art u. Handlungsweise
hel|disch: Adj. sich tapfer wie ein Held
verhaltend
halfen: hilfst; half(e)st; hast geholfen 1
jmdn. unterstützen; jmdm. beistehen
510
hemmungslos
»Er half ihr beim Putzen.« 2 jmdm.,
gegen etw. dienen, nützen »Die Ta¬
bletten helfen gegen Seekrankheit. •
Seine Lügen halfen ihm nicht.« 3 ich
werd(e) dir helfen: [ugs.] jmdm. dro¬
hen, um ihn zu veranlassen, etw. zu
tun od. nicht zu tun 4 ich kann mir
nicht helfen (aber)[ugs.] ich habe
diese Meinung u. denke, daß sie rich¬
tig ist
Heljfers|hei|fer: der; -s; - weibl. Hgl|-
fers|hel|fe|rin: die; - ; -nen Person, die
jmdn. bei einer Sache, meist einem
Verbrechen unterstützt »Die Bank¬
räuber müssen Helfershelfer gehabt
haben.«
Hel|go(land: o. Art.; -s; - deutsche Insel
in der Nordsee
He|li|kon: <gr.-Iat.> das; -s; -s <Musik>
(Kontra-)Baßtuba mit runden Win¬
dungen (die besonders in der Militär¬
musik verwendet wird)
He|li|ko|pter —» He|li|kp|p|ter. <gr.-lat-
fr.-engl.> der; -s; - Hubschrauber
»Der Helikopter landete auf dem Dach
des Hochhauses.«
He|lio|bio|lo|gie —> Helli|o|bi|o|lo|gie:
<gr.> die; -; - Teilbereich der Biologie,
der sich mit dem Einfluß der Sonne
auf die Biosphäre beschäftigt
He|lio|skop —» He|li|o|s|kop: <gr.> das;
-(e);-e Licht reduzierendes Fernrohr
zur Sonnenbeobachtung
He|lio|the|ra|pie —> He|li|o|the|ra|pje:
<gr.> die; - ; -n <Med.> Behandlung ei¬
ner Krankheit mit Sonnenbestrah¬
lung
he|lio|zen|trisch —> he|li|ojzen|t|risch:
Adj. n. stg. <Astronomie> die Sonne in
den Mittelpunkt setzend
He|li|um: <gr.> das; -s; - Edelgas »Der
Ballon war mit Helium gefüllt.«
Hejlix: <gr.> /helikß/ die; - ; Helices
jhelizesj <Bio.; Chemie> Strang von
spiralförmig angeordneten Substan¬
zen
hell: Adj. 1 nicht dunkel, sondern viel
Liebt habend, erzeugend, ausstrah¬
lend 2 keine dunkle Farbe (habend)
Gelb ist eine helle, braun eine dunkle
Farbe.« 3 <Musik> hoher Ton 4 schlau
»ein heller Kopf« 5 <verst> absolut;
völlig »heller Wahnsinn«
—> hell erlleuchltet: s. hellerleuchtet
hell|auf: Adv. <verst.> völlig, sehr »Er
war hellauf begeistert über diese Idee.«
hell{äu|gig: Adj. helle, meist blaue Au¬
gen besitzend
hell|blau: Adj. n. stg. eine Färbung in ei¬
nem hellen Blauton aufweisend
hell|blond: Adj. n. stg. <Haar> von sehr
heller, gelblich-weißer Farbe »Ihre
Haare sind hellblond.«
Hel|le|bar|de: die; - ; -n Waffe, aus Stiel
u. scharfer Klinge bestehend, die im
späten Mittelalter benutzt wurde
Hel|le|nis|mus: <gr.-lat.> der; - ; - Grie¬
chentum; Kulturepoche in der Antike
hel|le|ni|stisch —> hel|le|nis|tisch: Adj.
n. stg. das Griechentum betreffend,
davon abgeleitet sein, ihm zuzuord¬
nen
Hel|ler: der; -s; ~ 1 historische, frühere
kleine Silber-, Kupfermünze »Dafür
hätte ich keinen Heller, Pfennig
gegeben.« 2 auf Heller u. Pfennig: ex¬
akt abrechnen, so daß die Rechnung
genau stimmt 3 keinen, nicht einen
lumpigen, blutigen, roten Heller für
etw. od. jmdn. geben: 1. a) kein Geld
geben b) nicht helfen 2. jmdm. od.
etw. keine Chancen einräumen; etw.
für aussichtslos halten
hell|er|leuch|tet —> hell er|leu|chtet:
Adj. heller erleuchtet; am hellsten er¬
leuchtet besonders viel (künstliches)
Licht aufweisend
Hel|les|pont: der; -(e)s; - [veralt.] Dar¬
danellen; Meerenge zwischen Mittel¬
meer u. Marmarameer
hell|ge(b: Adj. n. stg. eine Färbung in ei¬
nem hellen Gelbton aufweisend
hell|grau: Adj. n. stg. eine Färbung in ei¬
nem hellen Grauton aufweisend
hell|griin: Adj. n. stg. eine Färbung in ei-
~nem hellen Grünton aufweisend
hell|haajrig: Adj. blonde od. weiße Haa-
~re besitzend
hell|häu|ßg: Adj. helle, wenig gefärbte
Haut habend
hell|hö|rig: Adj. 1 sehr schalldurchlässig
»eine hellhörige Wohnung« 2 jmd.
wird hellhörig: jmd. erfahrt etw. u.
wird daraufhin besonders aufmerk¬
sam
Hel|lig|keit: die; - ; - hohe Lichtintensi-
lät »Die Helligkeit der Sterne ist heute
besonders groß.«
hell|rot: Adj. n. stg. eine Färbung in ei¬
nem hellen Rotton aufweisend
helljsejhen: nur im Infinitiv gebraucht
die Zukunft aufgrund einer Einge¬
bung Voraussagen
Hell|sejher. der; -s; - weibl. Hell|se|he|-
rin: die; ~ ; -nen Person, die anderen
Leuten angeblich ihre Zukunft Vor¬
aussagen kann
Hell|se|he|rei: die; ~ ; - Tätigkeit des
Hellsehens; Fähigkeit, hellsehen zu
können
hell|sejhe|risch: Adj. n. stg. die Hellse¬
herei, Zukunftsvorhersage betref¬
fend, ihr zuzuordnen
Hell|strom: der; -(e)s; - <Technik>
Strom, der in der Photozelle fließt
hell|wach: Adj. n. stg. völlig wach u.
aufmerksam
Helm: der; -(e)s; -e Kopfbedeckung aus
hartem Material zum Schutz vor Ver¬
letzungen im Kampf, bei der Arbeit,
beim Fahren von Zweirädem o. ä. ei¬
nen Helm aufsetzen, tragen«
Helm|busch: der; -(e)s; -büsche <hist.>
"Busch aus Federn, der als Zierde auf
einem Helm steckt
Helm|ka|su|aR der; -s; -e mit dem Emu
verwandter, nicht flugfähiger Vogel
mit zwei Kehlsäcken am Hals, der in
den Regenwäldem Neuguineas u.
Nordaustraliens beheimatet ist
Helm|schmuck: der; -(e)s; - auf einem
Helm befindlicher (Feder-)Schmuck
Helm|zier: die; - ; - Helmschmuck; auf
einem Helm befindlicher (Feder-)
Schmuck
Hejlo|te: <gr.> der; -n; -n <hist.> Staats¬
sklave in Sparta
Helv.: Abk. 1 Helvetien = Schweiz 2
Helvetica = Schrifttyp
helv.: Abk. helvetisch = schweizerisch
Hemd: das; -(e)s; -en 1 a) Kleidungs¬
stück mit einem Kragen (ursprüng¬
lich nur für Jungen u. Männer), das
den Oberkörper bedeckt b) unter dem
Hemd(la)od. unter anderen Oberbe¬
kleidungsstücken getragenes, ur¬
sprünglich ärmelloses Kleidungs¬
stück, das zum Schutz gegen Kälte
benutzt wird, Syn.: <b> Unterhemd 2
[abwert.] schmächtige, schwächlich
wirkende (meist männl.) Person 3
sein letztes Hemd für etw. od. jmdn.
(her)geben: alles für etw. od. jmdn.
tun od. geben 4 kein Hemd mehr am
Leibe, aut dem Hintern haben: [ugs.]
völlig ohne Besitz, verarmt sein S Das
Hemd ist mir näher als der Rock: ich
bin, mein eigener Vorteil ist mir am
wichtigsten 6 mach dir nicht ins
Hemd: [ugs.] sei nicht so feige, ängst¬
lich 7 jmdn. bis aufs Hemd aus¬
ziehen: [ugs.] jmdn. ausnutzen 8 sich
das Hemd ausziehen lassen: [ugs.]
zu gutmütig sein
Hemd|blu|se: die; - ; -n Damenbluse,
die wie ein Herrenhemd geschnitten
ist
Hemd|brust: die; - ; -brüste Einsatz in
einem Frackhemd
Hemdjchen: das; -s; - ; a) kleines Kin¬
derhemd b) Unterhemd für Damen
Hem|den|knopf: der; -(e)s; -knöpfe
Verschlußknopf an einem Hemd
Hemds|är[mel: der; -s; - (m. PI.) Ärmel
eines (Herren-)Hemdes
hemds|är|me|lig: Adj. n. stg. nicht sehr
vornehm, sondern eher burschikos,
kumpelhaft, zupackend
He|mi|sphä]re —He|mi|s|phä|re: <gr.-
lat.> /hemißfäre/die; - ; -n 1 a) <geo-
graphischi Erdhalbkugel »die nördli¬
che, südliche Hemisphäre« b) <poli-
ti$ch> Erdhalbkugel »die westliche,
östliche Hemisphäre« 2 <Med.> linke
bzw. rechte Groß- u. Kleinhimseite
he|mi|sphä|risch —» hemi|s|phä|risch:
<gr.> /hemißfärisch/ Adj. n. stg. die
Hemisphäre betreffend, ihr zuzuord¬
nen
Hejmi|sti|chi|um —» He|mi|s|ti|chi|um:
<gr.-lat.> das; * ; Hemistichien
jhemistichkn/ <Literatunviss.> halber
Vers in "der altgriechischen Metrik
hem|men: hemmst; hemmtest; hast ge¬
hemmt etw. od. jmdn. in der Entwick¬
lung, Bewegung od. Entfaltung auf¬
halten, behindern
Hemm|nis: das; -ses; -se verzögernder
Widerstand; Hindernis; Schwierigkeit
»Dieses Problem ist ein Hemmnis für
unsere Arbeit.«
Hemm|schuh: der; -(e)s; -e 1 Keil aus
"Holz od. Stahl, der unter die Räder
von Fahrzeugen geschoben wird, um
ihr Wegrollen zu verhindern, das
Fahrzeug in einer stabilen, gesicher¬
ten Stellung zu halten 2 <übertr.> Per¬
son, Institution od. Sachverhalt, die/
der die politische od. gesellschaftliche
Fortentwicklung blockiert
Hemm|schwel|le: die; • ; -n Punkt vor
der Überwindung einer persönlichen
(moralischen) Hemmung, Zurückhal¬
tung
Hem|mung: die; * / -en 1 Scheu, etw. zu
tun »Er hatte Hemmungen, sie
anzusprechen.« 2 Behinderung; Beein¬
trächtigung
hem|mungs|k>s: Adj. hemmungsloser;
hemmungsloseste ohne Hemmungen
(1), ohne moralisches Schuldempfin¬
den
511
Hengst
Hengst: der; -es; -e männliches Pferd,
aber auch die Bezeichnung für andere
pferdeähnliche männliche Tiere
Hengst|foh|len: das; -s; - junges männ¬
liches Pferd
Hen|kel: der; -s; - Griff, an dem etw. ge¬
tragen werden kann »Der Henkel der
Tasche ist abgerissen.«
Hen|kel|glas: das; -es; -gläser Glas mit
Griff, Henkel
Hen|kel|kort>: der; -(e)s; -körbe Ein¬
kaufskorb mit einem od. zwei Griffen
Henjkel|krug: der; -(e)s; -krüge Bier¬
krug mit großem Griff
Hen|kel|mann: der; -(e)s; Henkelmän¬
ner [ugs.] a) verschließbare Blechdose
mit Griff zum Mitnehmen von Spei¬
sen (zur Arbeit) b) [scherzh.] Dose,
mit der Reste eines Essens, Buffets
mit nach Hause genommen werden
Hen|kel[topf: der; ~(e)s; -töpfe (Koch-
)Topf mit Griffen
Hen|ker: der; -s; - 1 Person, die Hin¬
richtungen, Exekutionen ausführt 2
zum Henkerl: [ugs.] sehr verärgerter
od. überraschter Ausruf 3 weiß der
Henken [ugs.] ich habe keine Ahnung
4 sich den Henker um etw., jmdn.
scheren, kümmern: [ugs.] etw. od.
jmdm. keine Beachtung, Sorge zu¬
kommen lassen S hol’s, hol mich der
Henker, [ugs.] fluchende Bemerkung
6 geh, scher dich (bloß) zum
Henkeri: [ugs.] hau ab!; mach daß du
wegkommst!
Hen]kers|beik das; -(e)s; -e zur Hin¬
richtung durch Enthauptung vom
Scharfrichter, Henker benutzte Axt
Hen|kers|frist: die; - ; -en a) Gnaden¬
frist vor Vollstreckung des Todesur¬
teils b) <übertr.> Zeitraum vor einem
unangenehmen Ereignis
Hen|kers|mahl: das; -fejs; -e letzte,
meist sehr gute (oft die Lieblingsspei¬
se des Verurteilten) Mahlzeit vor der
Hinrichtung
Hen|kers|mahl|zeit: die; - ; -en 1 letzte,
meist sehr gute (oft die Lieblingsspei¬
se des Verurteilten) Mahlzeit vor der
Hinrichtung 2 [scherzh.] letztes ge¬
meinsames Essen (an einem Ort)
Hen|na: <arab.> das u. die; ~ u. -s; - Pul¬
ver, Extrakt aus den Blättern des
Hennastrauches zum (Rot-)Färben,
Pflegen der Haare »Sie färbte sich die
Haare mit Henna rot.«
Hen|najstrauch: auch der; -(e)s; -sträu-
eher in Asien u. Afrika beheimateter
Strauch, der Hennafarbstoff liefert
Hen|ne: die; - ; -n u. Huhn: das; -(e)s;
-kühner männl. Hahn: der; -(e)s;
Hähne a) (Nutz-)Vogel der Hühner¬
vögelgattung, besonders des Haus¬
huhns, der gegessen wird od. als weib¬
liches Tier auch gehalten wird, um Ei¬
er zu legen, die dann nicht ausgebrü¬
tet, sondern (vom Menschen) ver¬
zehrt werden b) Hahn: allgemeine Be¬
zeichnung für einen männlichen
Vogel, es sei denn, es gibt bei dieser
Vogelart für das männliche Tier eine
spezielle Bezeichnung (wie männl.
>Erpel< zu weiblich >Ente<) Wellensit¬
tichhahn« c) Henne (nicht Huhn):
Henne ist die allgemeine Bezeichnung
für einen weiblichen Vogel, wie Hahn
für einen männlichen Vogel, es sei
denn, es gibt bei dieser Vogelart für
das weibliche Tier eine spezielle Be¬
zeichnung (wie weiblich >Ente< zu
männlich >£rpel<) Wellensittich¬
henne«
He|pa|rin: <gr.-lat.> das; -s; - <Med.> Sub¬
stanz aus der Leber mit blutgerin¬
nungshemmender Wirkung
he|pajtisch: <gr.> Adj. n. stg. <Med.> die
Leber betreffend
He|pa|tj|tis: <gr.-lat.> die; - ; Hepatitiden
<Med.) Leberentzündung
He[pa|to|patthie: <gr.> die; - ; -n <Med.>
Leberleiden ■
Hep|ta|gon: <gr.> das; -s; -e Siebeneck
Hep|ta|me|ter <gr.> der; -s; * <Literatur-
wiss.> siebenfüßiger Vers
her Adv. 1 räumlich in die Richtung des
Sprechers »Bring den Kaffee bitte
her!« 2 zeitlich vorbei »Das ist schon
zehn Jahre her.«
heijab —*■ he|r|ab: Adv. von einem hö¬
her gelegenen Punkt aus nach unten
»Komm wieder herab.«
her]ab|bau|meln —> he|ijab|bau|metn:
baumelt herab; baumelte herab; hat
herabgebaumelt von etw. herunter¬
hängen »Vom Baum baumelte eine
Schaukel herab.«
heijab|blicken (her|ab|blik|ken —> he|-
r|ab|bli|cken): blickst herab; blicktest
herab; hast herabgeblickt 1 auf etw.,
jmdn. von oben hinuntersehen »Sie
blickt von der Tribüne auf die Spieler
herab.« 2 jmdn. (aufgrund seiner so¬
zialen Stellung) mißachten
herjab)flie|ßen —» he|ijabjllie|ßen:
fließt herab; floß herab; ist herabge¬
flossen —*alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position) zu
jmdm. herunterfließen
her|ab|hän|gen —> he|r|ab|hän|gen:
hängt herab; hing herab; hat herabge¬
hangen <aus dem Blickwinkel der
räumlich niedrigeren Position) von
etw. herunterhängen
her|ab|las|sen —» hejrjab|las|sen: läßt
herab; ließ(es)t herab; hast herabge¬
lassen —>alle Gegenwartsformen mit
ss*— <aus dem Blickwinkel der
räumlich niedrigeren Position) (zu
jmdm.) hinunterlassen
her|ab|las|sen —» he|r|ab|las|sen, sich:
läßt dich herab; ließ(es)t dich herab;
hast dich herabgelassen —>alle Ge¬
genwartsformen mit ss*— [abwert.]
sich trotz seiner Überlegenheit gnädi¬
gerweise zu einer Handlung durchrin¬
gen
her|ab|las|send —* hejrjab|las|send:
Adj. eine andere Person seine Überle¬
genheit u. Verachtung spüren las¬
send; von oben herab »Er spricht so
herablassend mit mir.« Syn.: selbstge¬
fällig
Her|ab|las|sung —* He|r|ab|las|sung:
die; • ; - Bewußtsein der Überlegen¬
heit, Mißachtung, Geringschätzung,
das/die man jmdn. spüren läßt
her|ab|min|dem —* he|rjab|min|dern:
minderst herab; mindertest herab; hast
herabgemindert geringer, unbedeu¬
tender machen; mildern
her|ab|se|hen —» he|r|ab|$e|hen: siehst
herab; sah(e)st herab; hast herabgese¬
hen 1 <aus dem Blickwinkel der räum¬
lich niedrigeren Position) nach unten
sehen »Er sah vom obersten Geschoß
herab auf die Straße.« 2 herablassend,
abfällig mit jmdm. umgehen
her]ab|sen|ken —» he|r|ab|sen|ken:
senkst herab; senktest herab; hast her¬
abgesenkt niedriger machen;
(ab)schwächen »Mit Hilfe von Eis¬
würfeln konnte er die Temperatur her¬
absenken.«
her|ab|set|zen —> he|r)ab|set|zen: setzt
herab; setztest herab; hast herabge¬
setzt 1 etw. geringer dosieren, ma¬
chen; senken; heruntersetzen, redu¬
zieren »den Preis herabsetzen« 2 unge¬
rechtfertigt eine Sache od. die Lei¬
stung einer Person niedermachen, ab¬
werten
her|ab|zie|hen —> he|r]ab|zie|hen:
ziehst herab; zog(e)st herab; hast her¬
abgezogen <aus dem Blickwinkel der
räumlich niedrigeren Position) nach
unten ziehen »Er zog sie mit herab in
die Tiefe.«
He|ral|dik: <gr.-fr.> die; - ; - Wappen¬
kunde
He|ral|dilker: <gr.-fr.> der; -s; - weibl.
He|ral|di|ke|rin: die; - ; -nen Wappen¬
kunde betreibender Mensch
he|ral|disch: <gr.-fr.> Adj. n. stg. die
Wappenkunde betreffend, auf sie be¬
zogen
herjan —» he|ijan: Adv. von einem
Punkt aus näher zu sich holen od. sich
näher darauf hin bewegen »Hol den
Fisch doch endlich zu dir heran!«
herj§n|arjbel|ten, sich —» he|rfan|ar|-
bei|ten, sich: arbeitest dich heran; ar¬
beitetest dich heran; hast dich herange¬
arbeitet sich körperlich od. geistig mit
großer Mühe an etw. herankämpfen,
zu etw. hinarbeiten
her|an|bil|den —* hefijan|bil|den: bil¬
dest heran; bildetest heran; hast heran¬
gebildet auf eine ganz besondere Art
zu etw. erziehen, ausbilden
her|an|bil|den, sich —> he|r|an|bil|den,
sich: bildet sich heran; bildete sich her¬
an; hat sich herangebildet während ei¬
ner Lernphase, eines Entwicklungs¬
prozesses entstehen, sich entwickeln
»Es bildet sich ein Umweltbewußtsein
heran.«
her|an|brin|gen —» he|ijan|brin|gen:
bringst heran; brachtest heran; hast
herangebracht etw. herbeitransportie¬
ren
her|an|dür|fen —> he|ijan|dürjfen:
darfst heran; durftest heran; hast her¬
angedurft nahe zu etw. kommen dür¬
fen; die Erlaubnis besitzen, sich
jmdm., etw. zu nähern
her|an|fah|ren —* he|r|an|fa|hren:
fährst heran; fuhr(e)st heran; bist
herangefahren sich mit einem Fahr¬
zeug etw. nähern
her1an|füh|ren —*• he|r|an|füh|ren:
führst heran; führtest heran; hast
herangefühn a) jmdn., an eine be¬
stimmte Stelle, Ort führen, bringen
»Der Bergführer führte die Gruppe an
die Steilwand heran.« b) etw. führt zu
einem Ort »Die Straße führt bis an den
Wald heran.« c) jmdm. ein Problem,
Sachverhalt erschließen, bewußt ma¬
chen
herjan|ge|hen —» he|r|an|ge|hen: gehst
heran; gingfejst heran; bist herange¬
gangen 1 sich zu Fuß nähern 2 ein(e)
Aufgabe, Projekt beginnen, angehen
512
Herausforderer
her|an|kom|men —» he|r|an|kom|men:
kommst heran; kam(e)st heran; bist
herangekommen 1 a) an etw. reichen,
gelangen »Kannst Du an die oberste
Schublade herankommen?« b) sich
etw. verschaffen, besorgen können.
Die Bürger können jetzt an ihre Stasi¬
Akten herankommen.« c) sich Zugang
zu jmdm. verschaffen, zu jmdm. ge¬
langen. »Es gelang ihm, an den Kanz¬
ler heranzukommen.« 2 a) jmdm. od.
einer Sache örtlich näherkommen
»Die hinteren Läufer kommen wieder
an das Feld heran.« b) zeitlich näher¬
rücken
her|anjlas|sen —> he|r|an|lasjsen: läßt
heran; ließ (es)t heran; hast
herangelassen —>alle Gegenwarts¬
formen mit ss*— jmdn. od. etw. nahe
zu sich kommen lassen
herjan|ma|chen —* he|rjan|ma|chen,
sich: machst dich heran; machtest dich
heran; hast dich herangemacht a) be¬
ginnen, eine Arbeit zu erledigen b)
[ugs.] die Nähe einer Person suchen,
weil man sie übervorteilen will c) sich
einer Person in (meist sexueller Ab¬
sicht) nähern »Sie machte sich gleich
an den neuen Lehrling heran.«
her|an|na|hen —» he|r|an|na|hen: naht
heran; nahte heran; ist herangenaht in
greifbare Nähe, Zukunft kommend;
nicht mehr lange/weit »Weihnachten
naht heran.«
her|an|neh|men —* he|r|an|neh|men:
nimmst heran; nahm(e)st heran; hast
herangenommen jmdn. bei einer Tä¬
tigkeit sehr belasten
herjan|pirjschen —> he|rtan|pirjschen,
sich: pirschst dich heran; pirschtest
dich heran; hast dich herangepirscht
sich vorsichtig, langsam, leise jmdm.,
einem Tier nähern
her|an|rei|fen —» he|r[an|reifen: reift
heran; reifte heran; ist herangereift
durch Zeitablauf den Grad der Reife
erreichen
her|an|rücken (her|an|rük|ken —* he|r|-
an|rü|cken): rückst heran; rücktest
heran; bist herangerückt a) etw. näher
zu etw. od. jmdm. hin bewegen b)
zeitlich näher kommen; bald erfolgen
her|an|schlei|chen —* he|r|anjschlei|-
chen: schleichst heran; schlich(e)st
heran; bist herangeschlichen sich leise
jmdm., etw. nähern
her|an!schlep|pen —» hejijan]schlep|-
pen: schleppst heran; schlepptest her¬
an; hast herangeschleppt [ugs.] etw.
mühevoll herbeitragen
herjan|tra|gen —*■ he|r|an|tra|gen:
trägst heran; trug(e)st heran; hast
herangetragen 1 etw. mit den Händen
herbeibringen 2 <übertr.> etw., eine
Bitte, ein Anliegen, einen Antrag o. ä.
bei jmdm. Vorbringen »Die Petition
wurde von den Bürgern an den Präsi¬
denten herangetragen.«
her|an|trau|en —* he|rjan|trau|en, sich:
traust dich heran; trautest dich heran;
hast dich herangetraut sich etw. nä¬
hern, an eine Sache herangehen, ob¬
wohl man Angst hat
haijan|tre|ten —> he|r]an|tre|ten: trittst
heran; trat(e)st heran; bist heran¬
getreten 1 näher zu jmdm. od. an ei¬
nen Ort kommen 2 sich wegen eines
Problems, einer Angelegenheit an
eine Person richten
heijan|wach|sen —»• he|rjan|wacb|sen:
wächst heran; wuchst es) t heran; bist
herangewachsen größer, reifer werden
Herjan|wach|sen|de —* He|r|an|wach|-
sende: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Heranwachsender;
eine Heranwachsende; zwei Heran¬
wachsende) 1 Jugendliche(r); Teen¬
ager 2 <Rechtsw.> im Jugendstrafrecht
eine Person zwischen 18 u. 21 Jahren
her|an|wa|gen —» he|r|an(wa|gen, sich:
wagst dich heran; wagtest dich heran;
hast dich herangewagt sich etw. mutig
nähern, obwohl man Angst hat
heijan|zie|hen —» he|ijan|zie|hen:
ziehst heran; zog(e)st heran; hast
herangezogen 1 etw. räumlich näher
zu einem bestimmten Punkt holen 2
aufziehen; erziehen u. pflegen »Kinder
zu guten Menschen heranziehen« 3 ei¬
ner Person eine Aufgabe o. ä. übertra¬
gen
herlauf —> helrlauf: Adv. von unten
nach oben »Komm herauf!«
herlauflarlbeilten —> helrlauflarlbeil-
ten, sich: arbeitest dich herauf; arbei¬
tetest dich herauf; hast dich herauf ge¬
arbeitet (langsam) Karriere machen
herlauflbehnülhen —> helrlauflbelmül-
hen, sich: bemühst dich herauf; be¬
mühtest dich herauf; hast dich herauf¬
bemüht <aus dem Blickwinkel der
räumlich höheren Position) freundli¬
cherweise zu jmdm. in eine höhere
Etage gehen
heriauflbebchwSlren —-> helrlauflbel-
schwöjren: beschwörst herauf; be-
schwur(e)stjbeschwor( e) st/beschwör¬
test herauf; hast heraufbeschworen/
heraufbeschwört etw. meist Negatives
durch Verhalten od. Aussage bewir¬
ken
herlauflbrinlgen —* he|r|auf|brin|gen:
bringst herauf; brachtest herauf; hast
heraufgebracht «aus dem Blickwinkel
der räumlich höheren Position)
jmdn., einen Gegenstand nach oben
tragen, bringen
heriauflhollen —» he|r]auf|ho|len: holst
herauf; holtest herauf; hast heraufge¬
holt <aus dem Blickwinkel der räum¬
lich höheren Position) etw. von unten
nach oben transportieren
herlauflkomlmen —> helrlauflkoml-
men: kommst herauf; kam(e)st her¬
auf; bist heraufgekommen <aus dem
Blickwinkel der räumlich höheren
Position) sich nach oben bewegen, zu
jmdm. nach oben kommen
her|auf|las|sen—» he|rjauf|las|sen: läßt
herauf; ließ(es)t herauf; hast herauf¬
gelassen ■—>alle Gegenwartsformen
mit ss*— <aus dem Blickwinkel der
räumlich höheren Position) jmdm.
die Erlaubnis, Möglichkeit geben,
ebenfalls nach oben zu kommen
herlauffechicken (heriauflschiklken—*
helrlauflschilcken): schickst herauf;
schicktest herauf; hast heraufge¬
schickt <aus dem Blickwinkel der
räumlich höheren Position) jmdn.
nach oben, zu einem höhergelegenen
Ort schicken, senden
heriauflsetlzen —» he|ijauf|set|zen:
setzt herauf; setztest herauf; hast her¬
aufgesetzt <Preis> höher machen; stei¬
gern
herlaus —> helriaus: Adv. a) von innen
nach außen »Komm doch heraus!« b)
von dort nach hier »Geben Sie die Ge¬
fangenen heraus!«
herlauslarlbeilten —> he|r]aus|ar|bei|-
ten: arbeitest heraus; arbeitetest her¬
aus; hast herausgearbeitet a) etw. aus
einem Material modellieren b) etw.
(aus einem Text) deutlich erkennen u.
darstellen
heijaus|be|kom|men —> he|r|aus|be|-
kom|men: bekommst heraus; beka¬
mte)st heraus; hast herausbekommen
1 eine Information, Lösung (nach der
man gesucht, gefahndet hat) erhalten
»Ich habe herausbekommen, daß er ge¬
kündigt worden ist.« 2 Wechselgeld
bekommen »Ich bekomme noch 20
DM heraus.« 3 etw. aus etw. lösen,
heraustransportieren
her|aus|beu|gen —> he|r|aus|beu|gen,
sich: beugst dich heraus; beugtest dich
heraus; hast dich herausgebeugt <aus
dem Blickwinkel der räumlich außer¬
halb gelegenen Position) den Ober¬
körper nach außerhalb abknicken
»Sie beugte sich zum Fenster heraus.«
Hsriauslbilldung —>- He|r|aus|bil|dung:
die; - ; -en langsame Entwicklung von
etw., jmdm. (zu etw., zu jmdm.)
her|aus|bre|chen —> he|ijaus|bre|-
chen: brichst heraus; brachte)st her¬
aus; bist/hast herausgebrochen etw.
gewaltsam (z. B. mit einem Brechei¬
sen) entfernen
herlauslbrinlgen —» helrlauslbrinlqen:
bringst heraus; brachtest heraus; hast
herausgebracht 1 etw. von innen (zu
jmdm.) herausbringen »Ich bringe den
Stuhl heraus.« 2 «Produkt) auf den
Markt werfen; entwickelt haben u.
zum Kauf anbieten »Er brachte ein
neues Parfüm heraus.« 3 «Laub her¬
vorbringen; produzieren »Er brachte
keinen Ton heraus.« 4 etw. erfahren,
an die Öffentlichkeit, zum Vorschein
bringen »Ich habe nie herausgebracht,
was er damit meinte.« 5 etw. veröf¬
fentlichen, publizieren
herlauslbrülllen —> he|ijaus|brül|len:
brüllst heraus; brülltest Heraus; hast
herausgebrüllt etw. laut herausschrei¬
en
her(aus|dre|hen - > helrlausldrelhen:
drehst heraus; drehtest heraus; hast
herausgedreht mittels Drehungen aus
etw. entfernen, von etw. lösen
heriauslfilltem —> he|rjaus|fil|tern: fil¬
terst heraus; filtertest heraus; hast
herausgefiltert durch den Prozeß des
Filterns einen bestimmten Anteil aus
einem Gemisch gewinnen
her|aus|fln|dan helrlauslfinlden:fin¬
dest heraus; fand(e)st heraus; hast
herausgefunden ausfindig machen;
etw. durch Zufall od. durch Bemü¬
hungen in Erfahrung bringen, was
jmd. geheimhalten wollte od. was un¬
bekannt gewesen ist
Herlauslforjdelrer —* Helrlauslforidel-
rer: der; -s; ~ weibl. Her|aus|for|de|rin
—» HelrteuslfoHdelrin: die; ~ ; -nen
jmd., der andere zu einem Kräftemes¬
sen, Wettbewerb auf geistiger, sportli¬
cher od. kämpferischer Ebene auffor¬
dert, herausfordert
513
herausfordernd
herlauslforldemd —*• he|ijaustfor{-
dernd: Adj. jmdn. provozierend u.
reizend
Heriauslforldelnmg —* He|r|aus|forj-
de|rung: die; ~ ; -en 1 <meist Sport)
Aufforderung zu einem Kampf,
Wettstreit 2 Aufgabe, Problem o. ä.,
dem sich jmd. stellt u. versucht, sie/es
zu bewältigen 3 Angriff o. ä., auf den
eine Person reagieren will od. muß
herlauslfühlren —> helrlauslfühlren:
führst heraus; ßihrtest heraus; hast
herausgeführt <aus dem Blickwinkel
der räumlich außerhalb gelegenen Po¬
sition) jmdn. von drinnen nach drau¬
ßen begleiten
heriaustaelben —». helrlauslqelben:
gibst heraus; gab(e)st heraus; hast
herausgegeben 1 aj etw., was man in
seinem Besitz hat (das aber häufig
rechtmäßig einer anderen Person ge¬
hört), abgeben b) auf einen (höher als
verlangt) gezahlten Geldbetrag das
Restgeld auszahlen 2 ein Buch, eine
Zeitung, Zeitschrift o. ä. veröffentli¬
chen
Heriaualqelber —> He|rfaus|ge|ber:
der; -s; - weibl. Heijaus|ge|be|rin —>
Helrlauslaelbelrin: die; - ; -nen Per¬
son, me Druckerzeugnisse veröffent¬
licht, publiziert, herausgibt
herteuslnelhen —» helriauslaelhen:
gehst heraus; ging(e)st Kraus; bist
herausgegangen 1 aus einem Haus,
Gebäude, umschlossenen Raum ins
Freie treten 2 von etw. lösen lassen
»Vorsicht mit den Korken! - Sie gehen
leicht heraus.«3 aus sich
herausgshen: sich gelöster geben,
seine Zurückhaltung allmählich auf¬
geben
heriauslhallten —» he|ijaus|hal|ten:
hältst heraus; hielt(es)t Heraus; hast
herausgehalten 1 etw. von innerhalb
eines umschlossenen Raumes nach
draußen halten 2 jmdn. absichtlich in
etw. nicht einbeziehen 3 jmdn. od.
etw. von einem Ort femhalten »Die
Polizei wollte die Hooligans aus der
Innenstadt heraushalten.« 4 sich
heraushalten: sich in eine Angelegen¬
heit nicht einmischen
herlauslhänlaen —» he|r|aus|hän|gen:
hängst heraus; hängtestüeraus; hast
herausgehängt etw. von innerhalb ei¬
nes umschlossenen Raumes nach
draußen hängen
heriauslhänlnen —> he|r1aus|hän|gen:
hängt heraus; hing heraus; hatlist her¬
ausgehangen 1 von innerhalb eines
umschlossenen Raumes nach drau¬
ßen hängen »Die Gardine hing den
ganzen Tag über heraus (aus dem
Fenster).« 2 a) die Zunge hängt
jmdm. zum Halse heraus: vor An¬
strengung total erschöpft sein b) etw.
hängt jmdm. zum Halse heraus: etw.
leid, überdrüssig sein
hertauslgucken (herlauslguklken —»
he|rjaus|gu|cken): guckst heraus;
gucktest heraus; hast herausgeguckl
<aus dem Blickwinkel der räumlich
außerhalb gelegenen Position) von
drinnen nach draußen schauen
her|aus|hau|en —» he|rfaus|haulen:
haust heraus; hautest heraus; hast'
herausgehauen 1 durch kraftvolle
Schläge herausbrechen, aus einer grö¬
ßeren Masse lösen 2 jmdn. durch ge¬
wagten Einsatz aus einer Gefahr hel¬
fen
herlauslhelben —» he|tiaus|be|ben:
hebst heraus; hob(e)st heraus; hast
herausgehoben 1 <aus dem Blickwin¬
kel der räumlich außerhalb gelegenen
Position) etw. aus seiner Umgebung
abheben, hervorstechen lassen 2 etw.
von unten, aus einem Gegenstand
nach oben heben
heriauslhallten —» he|rtaus|hel|fen:
hilfst heraus; half(e)st heraus; hast
herausgeholfen a) <aus dem Blickwin¬
kel der räumlich außerhalb gelegenen
Position) jmdm. helfen, aus einem
Gegenstand herauszukommen b)
jmdm. helfen, eine schwierige Situati¬
on zu meistern
herlauslhollen —»• he|ijaus|ho)!en: holst
heraus; holtest herausThast herausge¬
holt a) etw. aus etw. herausnehmen b)
[ugs.] Energien mobilisieren »Er
mußte die letzten Kräfte aus sich her¬
ausholen, um zu überleben.« c) jmdn.
befreien »Die Feuerwehr konnte die
Eingeschlossenen herausholen.« d)
durch besondere Fähigkeiten, An¬
wendung von Technik einen Vorteil
od. eine Steigerung erreichen
herlaus|keh|ran —» helrlauslkehlren:
kehrst heraus; kehrtest heraus; hast
herausgekehrt eine Eigenschaft, Posi¬
tion, gesellschaftliche Stellung in der
Öffentlichkeit besonders zur Geltung
bringen
her|aus|klet|tem —helrlauslkletltern:
kletterst heraus; klettertest heraus;
bist herausgeklettert <aus dem Blick¬
winkel der räumlich außerhalb gele¬
genen Position) von drinnen nach
draußen klettern
herlauslkomlmen —*• he|rbus|kom|-
men: kommst heraus; kam(e)st her¬
aus; bist herausgekommen 1 <aus dem
Blickwinkel der räumlich außerhalb
gelegenen Position) von drinnen nach
draußen kommen, gelangen 2 einen
Ort od. ein Gebiet verlassen 3 publik,
öffentlich bekannt werden 4 als Er¬
gebnis einer mathematischen Berech¬
nung ergeben 5 wirkungsvoll zur Gel¬
tung kommen »Die femininen Formen
kommen bei dieser Mode nicht sehr
heraus.« 8 in einer bestimmten Form
zum Ausdruck gelangen, sich nicht
verbergen lassen »Die Gesellschafts¬
kritik kam in seinen Schriften deutlich
heraus.« 7 aus einer bedrängenden Si¬
tuation einen Ausweg finden 8 eine
Fähigkeit nach u. nach nicht mehr be¬
herrschen können »Man muß ständig
üben, sonst kommt man aus dem
Schachspiel ganz heraus.« 9 etw. ver¬
öffentlichen, auf den Markt, in den
Handel bringen »Die Leute warten
alle bis das nächste Modell heraus¬
kommt.« 10 beim Kartenspiel als er¬
ster dran sein 11 groß heraus¬
kommen: großen Erfolg haben, in der
Öffentlichkeit Anklang finden
herlauslkönlnen —* he|r|aus|kön|nen:
kannst heraus; konntest heraus; hast
heraus gekonnt sich aus od. von einem
Ort entfernen dürfen, können
her|aus|krie|gen —s* he|rjaus|krie|gen:
kriegst heraus; kriegtest heraus; hast
herausgekriegt 1 etw. erfahren 2 etw.
heraus- od. zurückbekommen »Das
Brot kostet 3 DM, ich habe Ihnen 5
DM gegeben, also kriege ich noch 2
DM heraus.«
her|aus|krl|stal|K|sie|ren —» he|riaus|-
kris|taljli|sie|ren, sich: kristalUsiert
sich heraus; kristallisierte sich heraus;
hat sich herauskristallisiert 1 <Chemie>
Kristalle bei chemischen Prozessen
bilden 2 sich deutlich abzeichnen
herlausllaslsen —» he|ijaus|las|sen:
läßt heraus; ließ(es) t heraus; hast her¬
ausgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— a) jmdn. od. etw. von
drinnen nach draußen lassen »Wir
müssen den Hund noch einmal
herauslassen.« b) etw. mitteilen,
öffentlich machen
herlausllelsen —» he|rjaus|le|sen: liest
heraus; las(es)t heraus; hast heraus¬
gelesen etw. aus etw. interpretieren,
deuten
herlauslmüslsen —» he|rjaus|müs|sen:
mußt heraus; mußtest heraus; hast
herausgemußt —»alle Formen von
>müssen< mit ss*— 1 morgens aufste¬
hen od. aus dem Haus (zur Arbeit o.
ä.) müssen 2 etw. mitteilen müssen
»Das muß jetzt einfach mal heraus!« 3
den Drang verspüren herauszugehen
herlauslnehmlbar —> he|ijaus|nehm|-
bar: Adj. n. stg. entnehmSar; nicht
fest installiert
heriauslnehlmen —* he|ijaus|neh|men:
nimmst heraus; nahm(e)st heraus;
hast herausgenommen 1 etw. von in¬
nen nach außen legen, nehmen 2
jmdn. aus seiner bisherigen Umge¬
bung entfernen, reißen 3 etw. aus ei¬
nem lebenden Körper operativ entfer¬
nen »Sie nahmen seinen Blinddarm
heraus.« 4 sich etw. herausnehmen:
unverschämt sein, sich etw. anmaßen
zutun
herlauslpaulken —* he|r|aus|pau|ken:
paukst heraus; pauktestüeraus; hast
herausgepaukt [ugs.] jmdm. durch er¬
höhten Einsatz aus einer Gefahr o. ä.
helfen
her|aus|plat|zen —» he|r|aus|plat|zen:
platzt heraus; platztest Hieraus; bist
herausgeplatzt a) plötzlich u. unkon¬
trollierbar herauskommen b) plötz¬
lich u. unkontrolliert gesagt, getan
werden
heriauslpreslsen —» he|r|aus|pres|sen:
preßt heraus; preßtest "Heraus; hast
herausgepreßt —»alle Formen mit
ss*— durch Pressen, Erzeugung von
Druck herauslösen
herlauslputlzen —> helriauslputlzen:
putzt heraus; putztest heraus; hast her¬
ausgeputzt [ugs.] sich od. jmdn., etw.
besonders gut kleiden usw.
herlauslraloen —* he|r|aus|ra|gen:
ragst heraus; ragtest heraus; hast her¬
ausgeragt aufgrund körperlicher od.
geistiger Größe auffallen, andere
überragen
herlauslrelden —» he|r|aus|re|den,
sich: redest dich heraus; redetest dich
heraus; hast dich herausgeredet sich
mit Ausreden aus etw. befreien, zu
entlasten versuchen
herlauslreilBen —* he|rjaus|rei|ßen:
reißt heraus; rissest heraus; hast her¬
ausgerissen —»alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— <aus dem Blickwin-
514
herbeizitieren
kel der räumlich außerhalb gelegenen
Position» etw. gewaltsam, mit einem
Zug, Ruck entfernen
hertaus|riicken (heijaus|rük|ken —>
he|r|aus|rü|cken): ruckst heraus; rück¬
test heraus; bist/hast herausgerückt a)
hast <aus dem Blickwinkel der räum¬
lich außerhalb gelegenen Position»
etw. von drinnen nach draußen schie¬
ben, rücken b) bist [ugs.] nach langem
Zögern etw. beichten, erzählen »Jetzt
rück mal endlich mit der Wahrheit her¬
aus!«
herlaustechaflten —» he(r|aus|schaf|-
fen: schaffst heraus; schafftest heraus;
hast herausgeschafft etw. von drinnen
nach draußen transportieren, tragen
usw
herlauslschällen —* he|r|aus|schä|len:
schälst heraus; schältest heraus; hast
herausgeschält <aus dem Blickwinkel
der räumlich außerhalb gelegenen Po¬
sition» etw. aus etw. herausholen, in¬
dem man es mit einem scharfen Ge¬
genstand aus etw., seiner Schale löst
herjaus|schin)den —» he|rjaus|schin|-
den: schindest heraus; schindelest/
schmd(e)st heraus; hast herausge-
schunden/herausgeschindet [ugs.] mit
allen Mitteln einen Vorteil o. ä. her¬
ausholen
heriauslschlalqen —> he|r|aus|schla|-
gen: schlägst heraus; schlug!e)st her¬
aus; hast herausgeschlagen a) <aus
dem Blickwinkel der räumlich außer¬
halb gelegenen Position» etw. mit
Schlägen gewaltsam entfernen »ein
Stück aus einer Felswand herausschla¬
gen« b) [ugs.] etw. bei einer Sache ge¬
winnen, herausholen
herlauslschleuldem —> heldausl-
schleu|dern: schleuderst heraus;
schleudertest heraus; hast herausge¬
schleudert etw. von einem Ort weg zu
einem anderen hin schleudern
herlauslschmecken (her)aus|schmek|-
ken —* he|r|aus|schme|cken):
schmeckst heraus; schmecktest her¬
aus; hast herausgeschmeckt verschie¬
dene Gewürze, Zutaten in einer Spei¬
se erkennen
heriauslschmeilBen —» he|r|aus|-
schmei|ßen: schmeißt heraus; schmis¬
sest heraus; hast herausgeschmissen
—>alle Vergangenheitsformen mit
ss<— <aus dem Blickwinkel der
räumlich außerhalb gelegenen Positi¬
on» etw. herauswerfen, hinauswerfen;
einer Person des Hauses verweisen
herlauslschmugtaeln —» he|r|aus|-
schmuglgeln: schmuggelst heraus;
schmuggeltest heraus; hast herausge¬
schmuggelt <aus dem Blickwinkel der
räumlich außerhalb gelegenen Positi¬
on» jmdn. od. einen Gegenstand wi¬
derrechtlich von einem Ort mitneh¬
men, über eine Landesgrenze bringen
herlauslschneilden —> he|r|aus|-
schnei|den: schneidest heraus; schnit-
t(e)st heraus; hast herausgeschnitten
<aus dem Blickwinkel der räumlich
außerhalb gelegenen Position» etw.
mit einem Messer o. ä. herauslösen
herlauslschraulben —> he|rjaus|-
schrau|ben: schraubst heraus;
schraubtest heraus; hast herausge-
schraubt <aus dem Blickwinkel der
räumlich außerhalb gelegenen Positi¬
on» mit einem Schraubendreher o. ä.
in drehenden Bewegungen lösen
heriauslschrellen —* he|ijaus|schrei|-
en: schreist heraus; schrie(e)st her¬
aus; hast herausgeschrien etw. laut
ausrufen
her|aus|sprin|gen —» he|r|aus|sprin|-
gen: springst heraus; sprang (e)st her¬
aus; bist herausgesprungen 1 sich hüp¬
fend, springend von drinnen nach
draußen bewegen 2 etw. löst sich
plötzlich durch Fremdeinwirkung
aus einem Gesamtgefüge 3 sich als fi¬
nanziell vorteilhaft erweisen. »Was
springt dabeifür mich heraus?«
heijaus|stelllen —* he|rjaus|stel|len:
stellst heraus; stelltest heraus; hast
herausgestellt etw. klar, deutlich ma¬
chen, hervorheben
harlauslstellten —> he[rjaus|stel|len,
sich: stellst dich heraus; stelltest dich
heraus; hast dich herausgestellt deut¬
lich werden
herlaualatiirlzen —» helrlauslstürizen:
stürzt heraus; stürztest heraus; bist
herausgestürzt <aus dem Blickwinkel
der räumlich außerhalb gelegenen Po¬
sition» schnell u. plötzlich heraus¬
kommen, hinausgehen
her|aus|su|chen - -» he|r|aus|su|chen:
suchst heraus; suchtest heraus; hast
herausgesucht a) etw. zwischen ande¬
ren Sachen suchen b) prüfend etw.
wählen, aussuchen
herlausltretten —> he|r|aus|tre|ten:
trittst heraus; trat(e)st heraus; bist
herausgetreten <aus dem Blickwinkel
der räumlich außerhalb gelegenen Po¬
sition» aus einem Raum, Haus her¬
auskommen
herjausttromlmeln —> he|r)aus|trom|-
meln: trommelst heraus; trommeltest
heraus; hast herausgetrommelt [ugs.]
jmdn. lautstark, klopfend zwingen,
aus einem Haus, Zimmer herauszu¬
kommen
herlauslwalaen. sich —» he|r|aus|wa|-
gen, sich: wagst dich heraus; wagtest
dich heraus; hast dich herausgewagt
<aus dem Blickwinkel der räumlich
außerhalb gelegenen Position» sich
heraustrauen, trauen, nach draußen
zu gehen
heriauslwalschen —» he|r)aus|wa|-
schen: wäschst heraus; wusch(e)st
heraus; hast herausgewaschen durch
Waschen u. Reiben entfernen
heriauslwertfen —*■ he|r|aus|werjfen:
wirfst heraus; warf(e)st heraus; hast
herausgeworfen 1 a) <aus dem Blick¬
winkel der räumlich außerhalb gele¬
genen Position» einen Gegenstand
nach draußen werfen, schleudern b)
[ugs.] einer Person (im Streit) das
Haus verbieten 2 verschwenden
horlauslwln|den —» he|r[aus|win|den:
windest heraus; wana(e)st heraus;
hast herausgewunden <aus dem Blick¬
winkel der räumlich außerhalb gele¬
genen Position» etw. durch drehende
Bewegungen aus etw. entfernen
her[aus|win|den —> he|rjaus|win|den,
sich: windest dich heraus; wand(e)st
c dich heraus; hast dich herausgewunden
sich geschickt, mit Mühe aus einer
problematischen Situation bringen
hertauslwinlken —» he|ijaus|win|ken:
winkst heraus; winktest heraus; hast
herausgewinktI { ugs. ] herausgewun¬
ken a) jmdn. mit einer Geste zu sich
bitten, befehlen b) jmdn. etw. mit
Handzeichen z. B. aus einer Parkbox
herauslotsen
hariauslwirtlschaflten —» he|rjaus|-
wirt|schaf[ten: wirtschaftest heraus;
wirtschaftetest heraus; hast herausge-
wirtschaftet aus einer Firma, einer
Unternehmung (möglichst viel) Ge¬
winn erwirtschaften
heriauslwolllen —> helrlauslwolllen:
willst heraus; wolltest heraus; hast her¬
ausgewollt einen Ort, Raum, eine In¬
stitution verlassen wollen
herjaus|zie|hen —*■ he|r|aus|zie|hen:
ziehst heraus; zog(e)st heraus; hast
herausgezogen durch Anwendung
von Zugkraft aus/von etw. entfernen
herb: Adj. 1 <im Geschmack od. Ge¬
ruch» bitter; nicht lieblich, sondern
streng »ein herber Duft« 2 streng;
nicht weich »ein herbes Aussehen« 3
stark, schwer »eine herbe Enttäu¬
schung«
Herjba|ri|um: <lat-> das; -s; Herbarien
/herbarirn/ Sammlung getrockneter
Pflanzen u. Kräuter
heijbei: Adv. von einem Ort zu dem Ort
des Geschehens holen, kommen
her|bei|brin|gen: bringst herbei; brach¬
test herbei; hast herbeigebracht etw.
herantragen, zu jmdm. bringen
her|bei|ei|len: eilst herbei; eiltest herbei;
bist herbeigeeilt schnell herankom¬
men, zu jmdm. kommen
her|bei|füh|ren: führst herbei; führtest
herbei; hast herbeigeführt etw. bewußt
od. unbewußt, absichtlich od. unab¬
sichtlich bewirken, veranlassen, ver¬
ursachen »Sie führte einen Unfall her¬
bei.«
her|bei]lau|fen: läufst herbei; lief(e)st
herbei; bist herbeigelaufen schnell her¬
ankommen, zu jmdm. laufen
her|bej|re|den: redest herbei; redetest
herbei; hast herbeigeredet durch das
ständige Erwähnen von etw. es ver¬
meintlich Wirklichkeit werden lassen
heijbef|ru|fen: rufst herbei; rief(e)st her¬
bei; hast herbeigerufen jmdn. zu sich
heranrufen, bitten
hei(bei[schaf|fen: schaffst herbei;
schafftest herbei; hast herbeigeschafft
etw. heranholen, zu einem Ort brin¬
gen
her|be||schlep|pen: schleppst herbei;
schlepptest herbei; hast herbeige¬
schleppt etw. Schweres herantragen
her|bei|seh(nen: sehnst herbei; sehntest
herbei; hast herbeigesehnt einen be¬
sonders starken Wunsch, starkes Ver¬
langen nach etw. haben
her|bei|strö|men: strömt herbei: strömte
herbei; ist herbeigeströmt <Menge>
sich auf einen bestimmten Ort zube¬
wegen, zu jmdm., etw. kommen
hetjb0i|win|ken: winkst herbei; winktest
herbei; hast herbeigewinkt/[ugs.] her¬
beigewunken mit einem Handzeichen
zu sich winken, bitten
her|bei|wün|schen: wünschst herbei;
wünschtest herbei; hast herbeige¬
wünscht ein Ereignis, jmdn. herbei¬
sehnen
her|bel|zi|tie)ren: zitierst herbei; zitier¬
test herbei; hast herbeizitiert jmdn., z.
515
herbemühen
B. einen Untergebenen, autoritär zu
sich bestellen
her|be|müjhen, sich: bemühst dich her;
bemühtest dich her; hast dich herbe¬
müht sich an einen Ort begeben
her]be|or|dem: beorderst her; beorder¬
test her; hast herbeordert jmdn. an
diesen Ort, hierher zitieren, bestellen
Her|ber|ge: die; - ;-n 1 o. PL [geh.; sonst
veralt.] Unterkunft in einer fremden 2
kurz für Jugendherberge, eine relativ
preiswerte Übernachtungsmöglich*
keit vor allem für Jugendliche (u. jun¬
ge Familien)
Her|bergs|el|tern: die (PL) Ehepaar,
das eine Jugendherberge leitet
Hertbergs|mut|ter: die; - ; -mutter
m'ännl. Her|bergs(va|ter: der; -s;
-väter Leiterin) einer Jugendherber¬
ge
herjbe|stel|len: bestellst her; bestelltest
her; hast herbestellt jmdn., etw. zu
diesem Ort, zu sich, an den Ort, an
dem man sich befindet, kommen las¬
sen
her|bit|ten: bittest her; bat (e)st her; hast
hergebeten freundlich zu sich, an die¬
sen Ort, an den Ort, an dem man sich
befindet, bestellen
Her|bi|zid: <lat.> das; -(e)s; -e chemi¬
sches Ü nkrautvemichtungprodukt
Herbst: der; -(e)s; -e (PL s.) eine der
vier Jahreszeiten; Jahreszeit zwischen
Sommer u. Winter, die durch sich fär¬
bendes Laub der Bäume gekennzeich¬
net ist
Herbst|an|fang: der; -(e)s; -anfänge Be¬
ginn der Jahreszeit Herbst am 23.
September
Herbst]blu|me: die; - ; -n erst im Herbst
blühende Blume »Die Aster ist eine
Herbstblume.«
Herbst|kleid: das; -(e)s; -kleider 1 das
gefärbte Laub der Bäume im Herbst,
bevor sie abfallen 2 Gefieder des Vo¬
gels im Herbst, Winter3 aus dickerem
Stoff u. meist in gedeckten, sehr oft in
Erdtönen gefertigtes Kleid
Herbst|laub: das; -(e)s; - (abgefallene)
"Blätter der Bäume im Herbst
herbstlich: Adj. dem Herbst betreffend,
gemäß, ihm zuzuordnen
Herbst|mei|ster —» Herbst|meis[ter:
der; -s; - <Fußball> Mannschaft, die
nach den (im Herbst) abgeschlosse¬
nen Hinrundenspielen der Meister¬
schaft die Tabelle anführt
Herbst|mes|se: die; - ; -n Ausstellung,
Messe, die regelmäßig im Herbst
stattfindet
Herbst|mo|nat: der; -(e)s; -e a) einer
der Monate September, Oktober u.
November b) n. PL (Meteorologie)
Zeit zwischen dem 23. September u.
dem 21. Dezember
Herbsttson|ne: die; - ; -n langsam in ih¬
rer Intensität geringer werdende Son¬
neneinstrahlung im Herbst
Herbst|sturm: der; -(e)s; -stürme für
die Wetterlage im Herbst typischer
starker Wind
Herbst|zeit|lo|se: die; -n; -n im Herbst
blühende, erst im Frühjahr Blätter u.
Fruchtkapseln ausbildende, giftige
Lilie mit blaßvioletten, blaßrosa Blü¬
ten
Herd: der;-(e)s; -e 1 meist mit Elektrizi¬
tät od. Gas betriebenes Gerät, auf
dem etw. gekocht werden kann »Ich
habe das Essen auf dem Herd stehen u.
kann jetzt nicht Weggehen.« 2 am hei¬
mischen, häusliche»! Herd: zuhause
(bei der Familie) 3 eigener Herd ist
Goldes wert: einen eigenen Haushalt
haben ist wichtig (sonst gibt es leicht
Streit)
Heijde: die; - ; -n größere Anzahl zu¬
sammengehörender Tiere gleicher
Art »Rinderherde«
Her[den|mensch: der; -en: -en [abwert.]
Mensch, der immer mit der Masse
läuft u. keine eigene Meinung hat
Heijdenftier das; -(e)s; -e 1 a)Tier, das
"einer Herde angehört b) Tier(art),
das/die in Herden lebt 2 [abwert.]
Mensch, der immer mit der Masse
läuft u. keine eigene Meinung hat
Her|den|trieb: der; -(e)s; -e 1 Drang
zum Zusammenleben in einer Gro߬
gruppe 2 Drang, das zu tun, was an¬
dere tun
Herd|plat|te: die; - ; -n Kochplatte, auf
die der Topf gestellt wird
heijein —> he|r|ein: Adv. von (dr)außen
nach (dr)innen in einen Raum
»Komm doch herein!«
her|ein|be|kom|men —> he|r|ein|be|-
kom|men: bekommst herein; beka-
m(e)st herein; hast hereinbekommen
[ugs.] <aus dem Blickwinkel der räum¬
lich innerhalb gelegenen Position) als
Ware in ein Geschäft geliefert bekom¬
men
her|e|n|bit|ten —> he|r[ein|brt|ten: bit¬
test herein; batest herein; hast herein¬
gebeten jmdn. bitten, ins Haus, in die
Wohnung, in einen Raum zu kom¬
men
her|gin|bre|chen —» he|ijein|bre|chen:
bricht herein; brach herein; ist
hereingebrochen 1 a) erhebliche Was¬
sermassen, die plötzlich über etw. her¬
einstürzen b) durch eigene Instabilität
oder Fremdeinwirkung abbrechen u.
hereinstürzen 2 jmdn. od. etw. plötz¬
lich u. unvorbereitet hart od. schick¬
salhaft treffen, über jmdn. od. etw.
kommen
heij$in|brin|gen —» he|ijein|brin|gen:
bringst herein; brachtestherevn; hast
hereingebracht <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) etw. hereintragen, -transpor¬
tieren
her|ein|fai|len —» he|r|ejnjfal|len: fällst
herein;fielst herein; bist hereingefallen
1 <aus dem Blickwinkel der räumlich
innerhalb gelegenen Position) in ein
tiefes Loch o. ä. fallen 2 überlistet
werden; sich täuschen lassen »Sie ist
auf seine lüge hereingefallen.«
her[ein|füh|ren —» he|rjein|füh|ren:
führst herein; führtest herein; hast her¬
eingeführt <aus dem Blickwinkel der
räumlich innerhalb gelegenen Positi¬
on) jmdn. in ein Zimmer, Gebäude
begleiten
Her]e|n|gajbe—» He|rjein|gajbe: die; - ;
-n <Sport> von der Außenseite in die
Mitte des Spielfeldes gespielter Ball
her|ein|ge|ben—» he|r|ein|ge|ben: gibst
herein; gab (e)st herein; hast hereinge¬
geben (aus dem Blickwinkel der räum¬
lich innerhalb gelegenen Position)
etw. zu jmdm. (in einen Raum) hin¬
einbringen
her]ein|ho|len —» he|r|ein|ho|len: holst
herein; holtest herein; hast hereinge¬
holt etw. (aus dem Blickwinkel der
räumlich innerhalb gelegenen Positi¬
on) von außen nach innen befördern
her|ejn|kom|men —» he|r|ein|kom|-
men: kommst herein; kam(e)st her¬
ein; bist hereingekommen von außen
in das Innere gehen
her|ein|las|sen —» he|rjein|las|sen: läßt
herein; ließ (es) t herein; hast hereinge¬
lassen ■—>alie Gegenwartsformen mit
ss<— (aus dem Blickwinkel der
räumlich innerhalb gelegenen Positi¬
on) jmdn. eintreten, hereinkommen
lassen
her|ein|le|gen —» he|r|ein|le|gen: legst
herein; legtest herein; hast
hereingelegt 1 (aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) etw. in etw. hineintun 2 [ugs.]
jmdn. täuschen
her[§tn|neh|men —» he|r|ein|neh|men:
nimmst herein; nahm(e)st herein; hast
hereingenommen 1 (aus dem Blickwin¬
kel der räumlich innerhalb gelegenen
Position) einen Gegenstand herein¬
bringen 2 (Sport) etw. od. jmdn. ins
Spiel bringen, aufstellen, für einen an¬
deren Spieler einwechseln 3 jmdn. od.
etw. in eine Aufzählung, ins Sorti¬
ment neu aufnehmen
her|ein|plat|zen —» he|r|ein|plat|zen:
platzt herein; platzlest Herein; bist
hereingeplatzt (aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) [ugs.] plötzlich u. unerwartet
bei jmdm. einen Besuch machen, in
den Raum treten
her|ein|ras|seln —* he|r|ein|ras|seln:
rasselst herein; rasseltesfherein; bist
hereingerasselt [ugs.] tolpatschig in
eine unglückliche Lage kommen
her|$in|rei|chen —* he|r|ejn|rei|chen:
reichst herein; reichtest herein; hast
hereingereicht (aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) etw. vorbeibringen, bei jmdm.
abgeben
her[ein|schau|en —* he|r|ein|schaulen:
schaust herein; schautest herein; hast
hereingeschaut (aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen
Position) 1 in etw. hineingucken 2
[ugs.] bei jmdm. vorbeikommen, ihn
besuchen
her[e[n|schicken (her|ein|schik|ken)
—* he|r|ein|sch!|cken: schickst her¬
ein; schicktest herein; hast hereinge¬
schickt jmdm. veranlassen, in einen
Raum o. ä. zu treten »Schicken Sie
den neuen Mandanten herein.«
hetjein|schlei|chen —> he|r|ein|schlei|-
chen, sich: schleichst dich herein;
schlich(e)st dich herein; hast dich her¬
eingeschlichen sich von einem außer¬
halb gelegenen Ort heimlich u. unbe¬
merkt nach drinnen begeben
heijein|schmug|geln —» hejr|ein|-
schmuglgeln: schmuggelst herein;
schmuggeltest herein; hast hereinge-
schmugelt (aus dem Blickwinkel der
räumlich innerhalb gelegenen Positi¬
on) etw. (unerlaubt) unbemerkt an ei¬
nen Ort, über eine Landesgrenze brin¬
gen
heije]n|schnei|en —* he|r|ein|schnei|-
en: schneist herein; schneitest herein;
516
Heros
bist hereingeschneit 1 (Schnee; aus
dem Blickwinkel der räumlich inner¬
halb gelegenen Position» in einen
Raum geweht werden 2 [ugs.] überra¬
schend vorbeikommen; jmdn. unan¬
gemeldet besuchen
her|ein|spa|zie|ren —> he|r|ein|spa|zie|-
ren: spazierst herein; spaziertest her¬
ein; bist hereinspaziert [ugs.] unge¬
zwungen, auf lockere Art einen Raum
betreten
hertfin|stür|zen —> he|rjejn|stür|zen:
stürzt herein; stürztest herein; bist her¬
eingestürzt <aus dem Blickwinkel der
räumlich innerhalb gelegenen Positi¬
on» eilig von draußen nach drinnen
laufen
her]ein|trajgen —he|r]ein|tra|gen:
trägst herein; trug(e)st herein; hast
hereingetragen <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition» etw. hereinbringen, in einen
Raum mitbringen
heijfal|len: fällst her; fiel(e)st her; bist
hergefallen; immer in Verbindung mit
der Präposition >über< a) körperlich
aggressiv gegenüber etw. od. jmdm.
sein b) jmd. fällt über jmdn. her: jmd.
greift jmdn. körperlich an(u. beraubt
ihn) c) jmd. fällt über etw. her: jmd.
ißt etw. gierig, beansprucht etw. für
sich
her]füh|ren: führst her; führtest her; hast
hergeführt jmdn. an den Ort des Spre¬
chers bringen, (ge)leiten
herg.: Abk. hergestellt
Herjgang: der;-(e)s; Hergänge zeitliche
Reihenfolge einzelner Abschnitte, die
den gesammten Ablauf eines Ge¬
schehnisses ausmachen »Der Zeuge
beschrieb den Hergang des Unfalls.«
her|ga|ben: gibst her; gab(e)st her; hast
hergegeben 1 etw. weggeben (müssen)
Er gab die Münze nicht wieder her.« 2
etw. zu jmdm. herüberreichen »Gib
mir bitte das Feuerzeug wieder her!« 3
Vorteile o. ä. bringen
her|ge|brachfc Adj. n. stg. nicht beson¬
ders, sondern gewöhnlich, alltäglich,
normal, gewohnt, in überlieferter Art
u. Weise
her]ge|brach|terjma|ßen: Adv. traditio¬
nell überliefert; früher schon so ge-
handhabt
her|ge|hen: gehst her; ging (e)st her; bist
hergegangen 1 vor, hinter od. neben
jmdm. gehen, eine Person gehend be¬
gleiten 2 etw. nach eigener Überzeu¬
gung, mit wenig Rücksicht auf ande¬
re^) tun 3 hoch hergehen: auf einem
Fest, in einer Diskussion o. ä. heftig
u. laut zugehen 4 über jmdn. herge¬
hen: jmdn. stark, unfair kritisieren,
angreifen
hei]ge|höjren: gehörst her; gehörtest
her; hast hergehört zu einer bestimm¬
ten Sache, an diesen Ort, zu einer be¬
stimmten Person gehören
Her|ge|lau|fe|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Hergelaufe¬
ner; eine Hergelaufene; zwei
Hergelatifene) [ugs.; abwert.] Person
zweifelhafter Herkunft
herjhal[ten: hältst her; hielt(e)st her;
hast hergehalten [ugs.] für etw. verein¬
nahmt, verantwortlich gemacht wer¬
den
her[ho|len: holst her; holtest her; hast
hergeholt etw. od. jmdn. in die Nähe
des Sprechers transportieren
her|hö|ren: hörst her; hörtest her; hast
hergehört a) jmdm. aufmerksam, kon¬
zentriert zuhören b) alle mal
herhörenl: Bitte genau zuhören, jetzt
kommt etw. Wichtiges!
He|ring: der; -s; -e 1 kleinerer, in Unter¬
arten vorkommender Speisefisch »Es
gab Hering u. Pellkartoffeln.« 2 Befe¬
stigungshaken für Zelte »Die Heringe
sind nur ßr Sandboden geeignet.« 3
[ugs.] dünner Mensch
He|rings|faß —* He|rings|fass: das;
-fasses; -fässer Holzfaß, in dem zum
Verzehr bereitete Heringe gelagert
werden
He|ringsffi|let: das; -s; -s entgrätete, ent¬
häutete Hälfte eines Herings
He|rings|hai: der; -(e)s; -e großer Hai
mit zwei Rückenflossen
He|ringsfmilch: die; - ; - Samenflüssig¬
keit vom Hering (1)
He|rings|sa|lab der; -(e)s; -e Salat mit
Heringsstücken, Gurken, Zwiebeln u.
a., mit einer Marinade aus Mayon¬
naise, teilweise mit dem Saft roter
Be(e)te gefärbt
Herit.: Abk. Herkunft
Herjkom|men: das; -s; - 1 überlieferte
Sitte, Tradition, früheres Brauchtum
2 gesellschaftliche Herkunft, Abstam¬
mung einer Person
her[kom|men: kommst her; kam(e)st
her; bist hergekommen 1 sich zu
jmdm., zu etw. begeben 2 als Ur¬
sprung haben, Grundlage für Kennt¬
nisse, Fähigkeiten sein
her|kömm|lich: Adj. n. stg. auf die übli¬
che, tradierte Art
heijkömm|li|cheijwei|se/heijkömm|li|-
cher|wei|se: Adv. üblicherweise, der
T radi tion entsprechend
Heiiku|les|ar|beit: die; - ; -en Arbeit, die
extrem großen Kraftaufwand erfor¬
dert
Her|ku|les|kä|fer: der; -s; ~ mittelameri¬
kanischer, bis zu 16 cm langer Käfer
mit langen Hornfortsätzen
herjku|lisch: Adj. über besonders große
Kräfte verfügend
Herkunft: die; •; Herkünfte (PI. s.) (so-
ziale(r), nationale(r), kulturelle(r))
Ursprung, Abstammung
Her|kunfts|be|schei|ni|gung: die; ~ ; -en
schriftliche Bescheinigung, Bestäti¬
gung, daß ein Produkt aus einem be¬
stimmten Land, einer bestimmten Re¬
gion kommt
Her|kunfts|be|zeich|nung: die; - ; -en
Bezeichnung, Benennung des Her¬
kunftslandes, des Ursprungs einer
Ware
Hgr|kunfts|land: das; -es; -(ander a) Ge-
burts-, Mutterland einer Person b)
Land, Staat des Ursprungs, der Her¬
stellung einer Ware
her)lei|hen: leihst her; Iieh(e)st her; hast
hergeliehen [landsch.] jmdm. etw. aus¬
leihen
hetjlei|ten: leitest her; leitetest her; hast
hergeleitet 1 aus Tatsachen, Gründen,
Erfahrungen o. ä. auf Konsequenzen,
Ergebnisse, auf zu Erwartendes
schließen, folgern 2 über ein System
von Leitungen zu dem Ort des Spre¬
chers transportieren
heijmajchen: machst her; machtest her;
hast hergemacht einen guten, exquisi¬
ten Eindruck vermitteln »Das Kleid
macht wirklich etw. her!«
herjma|chen, sich: machst dich her;
machtest dich her; hast dich herge¬
macht; immer in Verbindung mit der
Präposition >über< etw. mit Genuß (in
größerem Mengen) verzehren
Herm|aphro|dis|inus —> Her|m|a|ph[-
ro|dis|mus: <gr.-lat.> /hermafrodiß-
muß/ der; - ; - <Bio.; Med.» Zweige¬
schlechtigkeit
Hermjaphrojdit —» Her|m|a|ph|rojdjt:
igr.-lat.> /hermafrodit/ der; -en; -en
Zwitter, Individuum mit sowohl
männlichen als auch weiblichen Ge¬
schlechtsmerkmalen
Herm|apfiro|diftis|mus —» Herfm|a|ph|-
ro|di|tis|mus: <gr.-lat.> /hermafrodi-
tißmuß/ der; - ; - <Bio.; Med.» Zweige¬
schlechtigkeit
Heijme|ljn: der; -s; -e a) zu der Familie
der Marder gehörendes größeres Wie¬
sel mit zur besseren Tarnung weißem
Fell im Winter (aber schwarzer
Schwanzspitze) u. braunem Fell im
Sommer b) aus dem (Winter-)FeU des
Hermelins (a) gefertigter Pelz
Herjme|lin|ka|nin|chen: das; -s; - Haus¬
kaninchen mit weißem Fell
Heijme]lin|kra|gsn: der; -s; - Kragen
aus Hermelinfell
Hedmelneuttik: <gr.> die; - ; - Auslege-
kunst, Deutung, Erklärung von Tex¬
ten od. eines musikalischen Motivs
od. Musikstückes
horlmelneultisch: Adj. n. stg. die Her¬
meneutik, Erkenntnis(gewinnung)
betreffend
Her|mes: der; - ; - (meist o. Art.
gebraucht) Götterbote in der griechi¬
schen Mythologie
her|me|tisch: <gr.-lat.> Adj. dicht ver¬
schlossen
her|me|ti|sie|ren: hermetisierst; hermeti-
siertest; hast hermetisiert luft-, was¬
serundurchlässig machen
herjneh|men: nimmst her; nahm(e)st
her; hast hergenommen 1 sich etw. be¬
sorgen » Wo soll ich denn das Geld bloß
hernehmen?« 2 jmdn. körperlich od.
geistig stark beanspruchen; an eine
Person hohe Anforderungen stellen
her|nje|derffal|len: fällt hernieder; ßel
hernieder; ist herniedergefallen [geh.]
sich nach unten bewegen »Er fiel auf
die Knie hernieder. ♦ Regen fillt her¬
nieder.«
He|ro|en|kutt: <gr.-lat.t der; -(e)s; -e
(übertriebene) Heldenverehrung
He|ro|in: <gr.» das; -s; - starkes, schnell
süchtig machende(s) Rauschgift,
Droge
he|ro|ln|süch|tig: <gr.; dt > Adj. n. stg.
körperlich abhängig von der Droge
Heroin
he|ro|isch: <gr.> Adv. heldenhaft
hejroi|sie|ren —> he|ro|i|sie|ren: <gr.> he¬
roisierst; heroisiertest; hast heroisiert
[geh.] zum Helden erhöhen
He|ro|is|mus: <gr.-lat.> der; - ; - [geh.] a)
Heldentum b) Heldenmut
He|rold: der; -(e)s; -e a) diist.» Hofbe¬
amter b) [geh.] Nachrichtenüberbrin¬
ger
He|ros: der; - ; Heroen 1 Held in der
griechischen Mythologie, der ein
517
Herpes
Halbgott ist od. wegen seiner Taten
als Halbgott verehrt wird 2 [geh.]
Held
Her|pes: <gr.-lat.> der; - ; Herpetes (PL
s.) «Med.» durch Viren verursachter
Bläschenausschlag meist um die
Mundpartie, der sich aber auch über
weitere Gesichtspartien verbreiten
kann od. an dem äußeren (aber auch
innen vorkommend) Geschlechtsbe¬
reich
Herjpes zojster —» Heijpes zos|ter:
der; - ; - «Med.» Gürtelrose, eine
schmerzhafte, mit Hautausschlag ver¬
bundene Krankheit
Herr der; -(e)n; -en 1 Mann, der gebil¬
dete u. gepflegte Umgangsformen hat
2 Anrede für einen Mann 3 <Religion>
Anrede, Bezeichnung für Gott 4 auch
weibl. Herjrin: die; -; -nen Person, die
über etw. od. andere Personen
herrscht, regiert 5 Herr des Himmels!:
[ugs.] ärgerlicher Ausruf 6 die Herren
der Schöpfung: [ugs.; scherzh.] das
männliche Geschlecht 7 der Herr im
Haus(e) sein: der Bestimmende in der
Familie sein 8 sein eigener Herr sein:
selbständig sein 9 über jmdn., etw.
Herr werden: jmdn., etw. in den Griff,
unter Kontrolle bekommen 10 Ge¬
strenge Herren regieren nicht lange:
a) Unwetter gehen schnell, bald vor¬
über, sie dauern nie lange b) wer eine
Sache, Aufgabe zu forsch, energisch
angeht, beginnt, ermüdet, erlahmt
bald, gibt schnell wieder auf 11 den
Seinen gibt's der Herr im Schlafe:
[scherzh.] eine Person hat großes, ei¬
gentlich nicht verdientes Glück ge¬
habt
Henjchen: das; -s; ~ Tierhalter, meist
Hundebesitzer
Her|ren|abend —> Her]ren|a|bend: der;
-s; -e [auch scherzh.] gesellschaftliche
Veranstaltung, Treffen, Verabredung
nur für Männer
Her[ren|aus|stat)ter. der; -s; - Geschäft,
in dem Herrenmode verkauft wird
Herjren|be|glei|tung: die; - ; -en a) o. PI.
Begleitung einer Frau durch einen
Mann b) Mann, der eine Frau (bei ei¬
nem offiziellen Anlaß) begleitet
Heijren|be|klei|dung: die; - ; - Kleidung
für den Mann
Her|ren|bejsuch: der; -(e)s; -e Besuch
eines Mannes bei einer Frau (in deren
Wohnung)
Herjren|fahr|rad: das; -(e)s; -rüder
Fahrrad mit einer waagerechten
Stange zwischen Lenker u. Sattel (auf
das man nur aufsteigen kann, wenn
man ein Bein über den Sattel hebt)
Herjren|ge|deck: das; -(e)s; -e ein Glas
Bier u. ein Glas Cognac, selten auch
Obstbrand o. ä.
Herjren|haus: das; -es; -häuser großes,
prachtvolles Haus auf einem großen
Besitz, Gut
Her|ren|kon|fek|ti|on: die; - ; - vorgefer¬
tigte, nicht maßgeschneiderte Beklei¬
dung für den Mann
her|ren|los: Adj. n. stg. ohne Besitzer,
Eigentümer
Herjren|ma|ga|zin: das; -(e)s; -e Zeit¬
schrift, Magazin, die/das inhaltlich
auf Männer abgestimmt ist u. Nackt¬
fotos von Frauen enthält
Her[ren|mensch: der; -en; -en jmd., der
sich ohne Grundlage, unberechtigt
gegenüber anderen genetisch bedingt
überlegen, stärker fühlt u. dies auch
zum Ausdruck bringt (die National¬
sozialisten bezeichneten sich selbst als
Herrenmenschen)
Her|ren|ober|ba|klei|dung —» Her[ren|-
o|ber|be|klei|dung: die; - ; - Gesamt¬
heit der über der Unterwäsche getra¬
genen Kleidungsstücke für Männer
Her|ren(ras|se: die; - ; -n (nach Auffas¬
sung des Nationalsozialismus u. an¬
derer rassistischer Theorien) nor¬
disch-europäische Rasse, die sich ge¬
genüber anderen Rassen u. Personen¬
gruppen überlegen fühlt u. daraus ei¬
nen rechtlich u. moralisch nicht halt¬
baren Herrschaftsanspruch ableitet
Her|ren|sa|ton: der; -s; -s Friseurge¬
schäft für Männer
Her|ren|satjtel: der; -s; - «Reitsport»
Reitsattel für Männer, bei dem die
Beine zu beiden Seiten hinabhängen
Heijren|sitz: der; -es; -1 großes, pracht¬
volles Haus auf einem großen Besitz,
Gut 2 «Reitsport» Sitzhaltung mit ge¬
grätschten Beinen im Herrensattel
Her|ren|tieR das; -(e)s; -e «Primaten»
Ordnung der Säugetiere, zu der der
Mensch sowie Affen u. Halbaffen
zählen
Her|ren|toi|let|te —» Her|ren[to|i|let|te:
die; - ; -n (öffentliches) WC für Män¬
ner in einem Restaurant o. ä.
Her|ren|tor(te: die; - ; -n nicht sehr süße
Schokoladentorte mit Alkohol
Herjren|un|ter|wä|sche: die; ~ ; - Her¬
renunterbekleidung (z. B. Unter¬
hemd, Unterhose)
Her|ren|witz: der; -es; -e [veralt.] sexuel¬
ler Witz, der nicht in Gegenwart von
Frauen erzählt wird, wurde
Her|ren|zim|mer. das; -s; - [veralt.]
Raum im Haus für den Hausherrn (u.
seine Besucher)
Heriigotb der; -s; - «Christ!. Religion»
Gott
Herr|gotts|frü|he: in der Wendung in al¬
ler Herrgottsfrühe: sehr, besonders
früh am Tag
her|risch: Adj. «Charakter» anderen Per¬
sonen oft u. gerne Befehle erteilend,
Syn.: rechthaberisch; gebieterisch
herrjje!/herr|je|mi|nel: Interj. verzweifel¬
ter od. überraschter Ausruf »Herrje,
der Braten ist angebrannt, will mir
denn gar nichts gelingen?!«
herr|lteh: Adj. als äußerst angenehm u.
schön empfunden »Wir hatten herrli¬
ches Wetter.« Syn.: wunderbar
Henjlich|keit: die; ~ ; -en besondere
Schönheit, Einzigartigkeit
Herrschaft: die; ~ ; -en 1 o. PL Macht
über etw. od. jmdn. 2 Person od. Per¬
sonengruppe, die die Machtbefug¬
nisse innehat (Dienstboten
gegenüber) 3 PL Anrede für eine ver¬
sammelte, zuhörende Personengrup¬
pe 4 Herrschaft noch mall: verärger¬
ter, ungeduldiger Ausruf
herr|schaft|lich: Adj. a) zum Personal,
zur Dienerschaft gehörend b) vor¬
nehm; elegant »Das herrschaftliche
Anwesen stand in einer Parkland¬
schaft.«
Henjschafts|an|spruch: der; -es;
-ansprüche Recht, Anspruch, über ein
Gebiet, Volk o. ä. herrschen zu dür¬
fen
Herr|schafts|fömi: die; - ; -en Form, in
der jmd. regiert; Staatsform eines
Landes
henjschafts|los: Adj. n. stg. ohne Re¬
gierung, politische Führung
Herr[schafts|lojsig|keit: die; - ; - Regie¬
rungslosigkeit; Führungslosigkeit
Herrjschafts|struk|tur. die; - ; -en Auf¬
bau, Machthierarchie einer Instituti¬
on, Regierung o. ä. »Die Herrschafts¬
struktur ist langsam gewachsen.«
Henjschafts|sy|stem - -> Herr|schafts|-
'sys|tem: das; -(e)s; -e Organisations¬
form der Regierung »ein diktatori¬
sches Herrschaftssystem«
Herrjschafts|zsiftent: Interj. Ausruf der
Entrüstung, Empörung u. des Ärgers
Herrsch|be|gieijde: die; - ; -n starker
Wunsch, über etw. zu herrschen,
Macht auszuüben
herrsch|be|gie|rig: Adj. den starken
Wunsch habend, über etw. zu herr¬
schen, Macht auszuüben
herrischen: herrschst; herrschtest; hast
geherrscht 1 gebieten; regieren; die
Macht, Entscheidungs- u. Befehlsge¬
walt haben 2 in beeindruckender Wei¬
se vorhanden sein
Herrischer: der; -s; - weibl. Herr|sche|-
rin: die; - ; -nen Person, die über die
Befehlsgewalt verfügt; regierende
Person
Herr|scher|ge|schlecht: das; -(e)s; -er
Familie, aus der (über Generationen,
mehrfach) Regenten/Regentinnen
hervorgegangen sind
Herr|scher|haus: das; -es; -häuser Fa¬
milie des Herrschers, aus der (über
Generationen, mehrfach) Regenten/
Regenrinnen hervorgegangen sind
herrsch|süch|tig: Adj. unbedingt herr¬
schen, Macht über jmdn. ausüben
wollend
her|rüh|ren: rührt her; rührte her; hat
abstammen »Dieser Brauch rührt
noch von den Germanen her.«
her|sa|gerK sagst her; sagtest her; hast
hergesagt a) etw. unüberlegt ausspre¬
chen »Du kannst das doch nicht ein¬
fach so dahersagen, schließlich ist der
Mann ja gestern erst gestorben.« b)
etw. Auswendiggelemtes (ohne Beto¬
nung) aufsagen »Der Schüler konnte
viele Gedichte ohne Mühe auswendig
hersagen.«
her|schau|en: schaust her; schautest
her; hast hergeschaut zu jmdn., etw.
gucken
her|schicken (her|schik)ken —> her|-
schi|cken): schickst her; schicklest
her; hast hergeschickt zu diesem Ort
senden, schicken
her|se|hen: siehst her; sah (e) st her; hast
hergesehen zu jmdm., etw. schauen,
gucken
heiisetlzen, sich: setzt dich her; setztest
dich her; hast dich hergesetzt sich zu
jmdm., dem Sprecher setzen »Setz’
dich bitte her.«
Harst.: Abk. a) Herstellung b) Herstelle¬
rn)
herjstam|men: stammst her; stammtest
her; hast hergestammt abstammen;
ursprünglich von einem Ort kommen
her|stel|len: stellst her; stelltest her; hast
hergestellt 1 etw. produzieren, anfer-
518
herumkritisieren
tigen, erzeugen 2 durch Bemühungen
bewirken »Frieden hersteilen«
Her|stel|ler: der; -s; - weibl. Her)steljle|-
7in: die; - ; -nen Produzenten) eines
Gegenstands, einer Ware
Heijstel|lerjfir|ma: die; - ; -firmen Un¬
ternehmen, Fabrik, in der etw. produ¬
ziert wurde, wird
Her|stel|lung: die; - ; - Produktion von
etw.; Warenfertigung
Her|stel|lungsjvertfah|ren: das; -s; -
Vorgang, Methode, Prozeß des Pro¬
duzieren
Hertz: das; - ; • <Elektrot.> Maßeinheit
der Wellenfrequenz
heijüben —» hejr|ü|ben: Adv. [landsch.]
diesseits
her|über —> he|r|üjbeit Adv. von der
anderen Seite, von woanders an die¬
sen Ort »Komm doch herüber zu uns
herüber!«
her|yberfbrt|ten —» he|r|ü|ber|bit|ten:
bittest herüber; bat(e)st herüber; hast
herübergebeten jmdn. zu sich bitten
heijüber|brin|gen —*■ he|r|ü|ber|brin|-
gen: bringst herüber; brachtest her¬
über; hast herübergebracht von einem
andern, entfernteren Ort transportie¬
ren
her|überjge[hen —> he|r)ü|ber|ge|hen:
gehst herüber; ging(e)sl herüber; bist
herübergegangen sich von einem an¬
deren Ort hierher begeben
her|übeitgrü|8en —> he|r|ü]ber|grüj-
ßen: grüßt herüber; grüßtest herüber;
hast herübergegrüßt <vom Blickpunkt
des Gegrüßtem jmdn. gegenüber, in
weiterer Entfernung grüßen
her|jüberfhel|fen —» he|r|ü|ber|hel|fen:
hilfst herüber; half(e)st herüber; hast
herübergeholfen jmdm. helfen, auf die
andere Seite von etw. zu kommen
herfübeijhojien —» he|r|üjber|ho|len:
holst herüber; holtest herüber; hast
herübergeholt etw. zu sich heranholen
her|über|kom|men —> he|i[ü|ber|kom|-
men: kommst herüber; kam(e)st her¬
über; bist herübergekommen sich nä¬
hern; den Ort des Sprechers anzielend
heijübeijkönjnen —» he|r]ü]ber|kön|-
nen: kannst herüber; konntest her¬
über; hast herübergekomt etw. über¬
queren können
herjüber|las|sen —> he|r)ü|ber|las|sen:
läßt herüber; ließ(es)t herüber; hast
herübergelassen —>alle Gegenwarts¬
formen mit ss*— jmdm. die Erlaub¬
nis zum Überqueren, Herkommen er¬
teilen
her[über|lau|fen —> he|r[ü[berjlau)fen:
läufst herüber; lief(e)st herüber; bist
herübergelaufen aud die andere Seite
laufen
her|über|müs|sen —* helijüjberfmüsj-
sen: mußt herüber; mußtest herüber;
hast herübergemußt —*■alle Formen
mit ss*— etw. überqueren, auf diese,
die hiesige Seite kommen müssen
her|über|rei|chen —* he|ijü|ber|rei|-
chen: reichst herüber; reichtest her¬
über; hast herübergereicht jmdm. etw.
geben, anreichen
her|über|schwim|men —> he|ijü|ber|-
schwim|men: schwimmst herüber;
schwamm(e)st herüber; bist herüber¬
geschwommen eine Distanz schwim¬
mend überwinden u. dadurch auf die
andere Seite kommen, gelangen
her|über|sprin|gen —> he|r|ü|ber|-
sprinjgen: springst herüber; spran-
g(e)st herüber; bist herübergesprun¬
gen ein Hindernis mit einem Sprung
überqueren u. dadurch auf die andere
Seite kommen, gelangen
herjüber|wer|fen —> he|r|üjber|werfen:
wirfst herüber; warf(e)st herüber;
hast herübergeworfen etw. über eine
Distanz, ein Hindernis werfen,
schleudern, was so auf die andere Sei¬
te gelangt
herjum —> he|r|um: Adv. 1 räumlich
sich im Kreis od. Bogen um etw. od.
jmdn. bewegend, befindlich »Um das
Haus herum stehen viele Bäume.« 2
zeitlich u. räumlich <Menge> etw. in
der Anzahl od. Qualität nicht genau
bestimmend, sondern nur schätzend
bezeichnend
—> he|r|um sein: s. herumsein
herjum|ärjgern —* he|rjum|är|gern,
sich: ärgerst dich herum; ärgertest
dich herum; hast dich herumgeärgert
sich mit einer unliebsamen Person od.
Angelegenheit immer wieder beschäf¬
tigen müssen
herjum|bal|gen —» he|r|um|bal|gen:
balgst herum; balgtest herum; hast
herumgebalgt [ugs.] mit jmdm. im
Spiel herumtollen, kämpfen
her|um|ba|steln —» he|ijum[bas|tein:
bastelst herum; basteltest herum; hast
herumgebastelt [ugs.] lange (unsyste¬
matisch) an etw. basteln, handwerk¬
lich arbeiten
heijqm|brül|len —» he|r|um|brül|len:
brüllst herum; brülltest Herum; hast
herumgebrüllt laut, oft ohne gewichti¬
gen Anlaß herumschreien
her|um|deu|teln —* he|r|um|deu|teln:
deutelst herum; deuteltest herum; hast
herumgedeutelt [ugs.] an etw. herurn-
rätseln; etw. zu interpretieren versu¬
chen
her|um|dok|tern —* he|r|um|dok|tern:
dokterst herum; doktertest herum;
hast herumgedoktert [ugs.] durch Pro¬
bieren ohne entsprechende Ausbil¬
dung versuchen, etw. zu reparieren,
zu heilen
heijum|dre|hen —» he|r)um|dre)hen:
drehst herum; drehtest herum; hast
herumgedreht etw., jmdn. umdrehen,
auf die Rückseite legen, in eine
andere Lage bringen; wenden
her|utn|drücken (her|urn|drük|ken) —*
he|r[um|drü|cken: drückst herum;
drücktest herum; hast herumgedrückt
[ugs.] etw. lange, immer wieder pres¬
sen, drücken
her[um|drücken (her|um|drük[ken —>
he|rjum|drü|cken), sich: drückst dich
herum; drücktest dich herum; hast dich
herumgedrückt [ugs.] 1 sich an einem
Ort ohne Beschäftigung aufhalten 2
etw. Unangenehmes nicht tun, stän¬
dig verschieben, auf jmdn. abwälzen
her|um|fah|ren —> he[r|um|fah|ren:
fährst herum; fuhr(e)st herum; bist
herumgefahren 1 a) um etw., im Kreis,
im Bogen fahren b) jmdn. von Ort zu
Ort fahren c) ohne Ziel u. ohne
Grund nur zum Spaß, nur zum Zeit¬
vertreib durch die Gegend fahren 2
sich plötzlich u. unvermittelt umdre¬
hen
her|mm|fuchjteln —* he|r|um|fuch|teln:
fuchtelst herum; fuchteltest herum;
hast herumgefuchtelt mit den Armen
od. einem Gegenstand heftig in der
Luft gestikulieren
herjum[Kih|ren —> he|r|umffüh|ren:
führst herum;führtest herum; hast her¬
umgeführt jmdm. etw., ein Gelände,
Haus zeigen
her|um|fuhrjwerjken —*■ he|r)um(fuhr|-
werfken: fuhrwerkst herum; fuhrwerk¬
test herum; hast herum (ge) fuhrwerkt
[ugs.] länger, lautstark etw. probie¬
ren, an etw. basteln
her|um|fum|meln —» he|r|um|fum|-
meln: fummelst herum; fummeltest
herum; hast herumgefummelt [ugs.] an
etw. Kleinem, Kompliziertem herum¬
basteln
her|um|ge|hen —* he|r|um|ge|hen:
gehst herum; ging!e)st herum; bist
herumgegangen auf einem Gelände, in
einem Haus, um etw. herumwandem,
-laufen
her|um|gei|stern —> he|ijum|geis|tern:
geisterst herum; geistertest herum;
bistjhast herumgegeistert [ugs.] 1 als
Gespenst spuken 2 unmotiviert, rast¬
los ständig herumlaufen
heijum|hacken (her|um|hak|ken) —»
he|r|um|ha[cken: hackst herum; hack¬
test Herum; hast herumgehackt 1 über
längere Zeit etw. hacken, heftig zer¬
schneiden, mit einem scharfen Gegen¬
stand zerteilen 2 auf jmdm.
herumhacken: [ugs.] jmd. kritisiert
jmdn. ständig
her|um|hor|chen —> he|r[um|hor|chen:
horchst herum; horchtest herum; hast
kerumgehorcht [ugs.] sich (nach etw.)
umhören, nach etw. fragen
her|um|ir|ren —> he|r|um|ir|ren: irrst
herum; irrtest herum; bist herumgeirrt
orientierungslos, ziellos herumlaufen
her[um|kom|manjdie|ien —* he|r|um|-
kom|man|die|ren: kommandierst her¬
um; kommandiertest herum; hast her¬
umkommandiert jmdm. laufend Be¬
fehleerteilen
her|um|kom|men —> he|r|um|kom|-
men: kommst herum; kam(e)st her¬
um; bist herumgekommen 1 in der La¬
ge sein, um etw. herumzugehen,
-fahren »Ich komme nicht um das Hin¬
dernis herum.« 2 viel reisen u. bei die¬
sen Reisen viel sehen 3 etw. nicht ver¬
meiden können, es tun müssen, auch
wenn man nicht möchte
har|um|kreb|sen —*■ he|r|um|kreb|sen:
krebst herum; krebstest herum; hast
herumgekrebst [ugs.] sich bemühen,
(beruflich, gesundheitlich) ein Ziel zu
verwirklichen
her[um|krie|gen —* he|r|um|krie|gen:
kriegst herum; kriegtest herum; hast
herumgekriegt [ugs.] 1 etw. herumdre¬
hen können 2 jmdn. durch Bemühun¬
gen o. ä. zu etw., was man selbst gerne
möchte, überreden 3 einen bestimm¬
ten Zeitraum ausfüilen, überstehen
»Die verbleibenden drei Wochen krie¬
gen wir auch noch herum.«
her|um|kri|ti|sie|ren —* he|r|um|kri|ti|-
sie|ren: kritisierst herum; kritisiertest
herum; hast herumkritisiert [ugs.]
jmdn., etw. ständig bemängeln, nie
damit zufrieden sein
519
herumkurven
hertum|kur|ven —* he|r|um|kur|ven:
kurvst herum; kurvtest herum; bist
herumgekurvt [ugs.] orientierungslos,
ziellos zum Zeitvertreib mit einem
Fahrzeug fahren, herumlaufen »Du
kurvst mit deinem Auto viel in der Ge¬
gend herum.«
her|um|lau|fen —» he|r|um|lau|fen:
läufst herum; lief(e)st herum; bist her¬
umgelaufen a) viel durch die Gegend
laufen b) um etw. herumgehen
her[rum|lie|gen —> he|r|um|lie|gen:
liegst herum; lag(e)st herum; hast
herumgelegen a) (Person) nichtstuend
liegen u. sich die Zeit vertreiben; fau¬
lenzen »Anstatt faul hier herumzulie¬
gen, solltet Ihr lieber arbeiten!« b) (Sa¬
che) achtlos, an keinem dafür beson¬
ders vorgesehenen Ort, irgendwo lie¬
gen
heijum|lun|gern —> he|r|um|lun|gern:
lungerst herum; lungertest herum; hast
herumgelungert [ugs.] ohne Beschäfti¬
gung, nur zum Zeitvertreib, ohne
Plan irgendwo sein
her[um|mä|keln —> he|r|um|mä|keln:
mäkelst herum; mäkeltest herum; hast
herumgemäkelt [ugs.] ständig bemän¬
geln, kritisieren
heijym|pla|gen —» he|r|um|pla]gen,
sich: plagst dich herum; plagtest dich
herum; hast dich herumgeplagt [ugs.]
a) sich mit etw. abquälen, abmühen b)
sich ständig über etw. ärgern
her[qm|quä|len —» he|r|um|quä|len:
quälst dich herum; quältest dich her¬
um; hast dich herumgequält [ugs.] a)
Schmerzen leiden b) sich sehr mit etw.
abmühen
her[ym|re|den—> he|r|um|reden: redest
herum; redetest herum; hast herumge¬
redet auf einen unangenehmen, den
bedeutendsten Punkt bei einer Dis¬
kussion, Aussprache nicht kommen
her|um|rei|sen —* he|r|um|rei|sen: reist
herum; reistest herum; bist herumge¬
reist durch die Gegend, zu verschiede¬
nen Orten reisen
her|um|rei|Ben —>■ he|r|um|rei|Ben:
reißt herum; rissest herum; hast her¬
umgerissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit sst— 1 a) etw. mit einer
vehementen Bewegung eine andere
Richtung geben »Er riß das Lenkrad
im letzten Moment herum u. vermied
so einen Unfall.« b) jmdn. heftig,
ruckartig zu Boden ziehen 2 <übertr.>
eine schon sicher geglaubte Niederla¬
ge noch abwenden
her]um|rei|ten —> he|r|um|rei|ten: rei¬
test herum; ritt(e)st herum; bist her¬
umgeritten immer wieder das Ge¬
spräch auf eine Sache bringen, über
etw. reden
herjum|schar|wen|zeln —» hejr|um|-
schaijwen|zeln: scharwenzelst herum;
scharwenzeltest herum; bist herum¬
scharwenzelt [ugs.] sich bewußt immer
in jmds. Nähe aufhalten u. diesem zu
helfen, schmeicheln versuchen »Sie
scharwenzelte ständig um den Chef
herum.«
her[um|schla|gen —» he|r|um|schla|-
gen, sich: schlägst dich herum; schlu-
g(e)st dich herum; hast dich herumge¬
schlagen [ugs.] sich mit etw., jmdm.
dauerhaft abmühen, sich über jmdn.,
etw. immer wieder ärgern müssen
her|um|schlep|pen —> he|rjum|-
schlep|pen: schleppst herum; schlepp¬
test herum; hast herumgeschleppt 1
etw. Schweres, Überflüssiges (immer)
bei sich tragen »Ich schleppe die Zeit¬
schrift für dich schon lange mit mir
herum.« 2 etw. seelisch nicht überwin¬
den, verarbeiten können
her[um|schnüf|feln —» he|r|ym|-
schnüf|feln: schnüffelst herum;
schnüffeltest herum; hast herumge-
schnüffelt [abwert.] sich in anderer
Leute Angelegenheiten einmischen,
herumspionieren, um etw. in Erfah¬
rung zu bringen
her|um|sein —» he|r|um sein: ist herum;
war herum; ist herumgewesen —>ist
herum gewesen<— [ugs.] zeitlich vor¬
über, vorbei, abgelaufen sein »Die
Wartezeit ist nun herum.«
herfum|spio|nie|ren —> he|r|um|spi|o|-
nie|ren: spionierst herum; spioniertest
herum; hast herumspioniert [ugs.] ver¬
suchen, etw. herauszußnden
her]um|spre|chen —> he|r|um|spre|-
chen, sich: spricht sich herum; sprach
sich herum; hat sich herumgesprochen
schnell verbreitet, zur Kenntnis ge¬
bracht werden »Die gute Nachricht
hat sich schnell herumgesprochen.«
her|um|stö|bern —* he|rjum|stö|bern:
stöberst herum; stöbertest herum; hast
herumgestöbert [ugs.] ziellos herum¬
suchen, herumwühlen
her[ym|sto|ßen —» he|r|um|sto|8en:
stößt herum; stießest herum; hast her¬
umgestoßen [ugs.] jmdn. ständig
schlecht, unfreundlich behandeln
her]um|streu|nen —> he|r|um|streu|-
nen: streunst herum; streuntest herum;
hast herumgestreunt <meist Tien ohne
Aufsicht, herrenlos herumstrolchen,
herumlaufen
her|um[to|ben —> he|r|um|to|ben: tobst
herum; tobtest herum; hast herumge¬
tobt [ugs.] wild herumrennen u. bal¬
gen
heijum|tol|len —> he|r]ym|tol|len: tollst
herum; tolltest herum; hast herumge¬
tollt [ugs.] ausgelassen herumlaufen,
spielen, toben
Her]um|trei|ber —* He|r|um|trei|ber:
der;-s;~ weibl. Herjum)trei|be|rin—*•
He|r|um|trei|bejrin: die; - ; -nen [ugs.;
abwert.] Person, die viel unterwegs ist
u. dadurch ihrer Arbeit, ihren Ver¬
pflichtungen nicht nachkommt
heijum|trö|deln —> he|r|um(trö|deln:
trödelst herum; trödeltest herum; hast
herumgetrödelt [ugs.] bummeln, etw.
sehr langsam tun u. dabei die Zeit ver¬
schwenden
her|um|va|ga|bun|die|ren —* he|r]um|-
va|ga|bun|dielren: vagabundierst her¬
um; vagabundiertest herum; hast her¬
umvagabundiert [abwert.] ohne festen
Wohnsitz u. feste Arbeit durch die
Gegend streifen
her[yn|ter —» he|r)un|ter: Adv. von
oben nach unten
her|un|ter|bau|meln —» he|r|un|ter|-
bau|meln: baumelt herunter; baumelte
herunter; hat heruntergebaumelt [ugs.]
von etw. herabhängen
her|yn|ter|be|kom|men —* he|r|un|terj-
be|komjmen: bekommst herunter; be-
kam(e)st herunter; hast herunterbe¬
kommen [ugs.] 1 etw. von einem hö¬
hergelegenen Ort weg nach unten be¬
wegen 2 Nahrung herunterschlucken
3entfemen; abkratzen
h6ijun|ter]be|ten —> he|r|un|terjbe|ten:
betest herunter; betetest herunter; hast
heruntergebetet etw. auswendig Ge¬
lerntes ständig u. wiederholt aufsagen
her|un|tei]bie|gen —> he|rjun|ter|bie|-
gen: biegst herunter; bog(e)st herun¬
ter; hast heruntergebogen <aus dem
Blickwinkel der räumlich niedrigeren
Position) nach unten ziehen, biegen,
drücken
her|un|ter|blicken (her|un|ter|blik|ken
—» hejrjun|teijbli|cken): blickst her¬
unter; blicktest herunter; hast herun¬
tergeblickt <aus dem Blickwinkel der
räumlich niedrigeren Position) von ei¬
nem höhergelegenen Ort herunter¬
schauen
her]un|taiibi«n|nen —> he|r|un|teij-
bren|nen: brennt herunter; brannte
herunter; ist heruntergebrannt weit,
völlig abbrennen
her|un|teiibrin|gen —> he|r]un(ter|brin|-
gen: bringst herunter; brachtest herun¬
ter; hast heruntergebracht 1 jmdn. od.
etw, von einem höher gelegenen Ort
nach unten bringen 2 [ugs.] es schaf¬
fen etw. od. jmdn. von einem höher
gelegenen Ort sicher an diesen Ort,
auf den Boden zu führen »Trotz des
Gewitters ist es dem Piloten gelungen,
das Flugzeug sicher herunterzubrin¬
gen.« 3 <übertr.> etw. abwirtschaften,
in einen schlechten Zustand versetzen
her|un|ter|drücken (her|un|terjdrük|-
ken) —> he|r|yn|teijdrü|cken: drückst
herunter; drücktest herunter; hast her¬
untergedrückt 1 <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position)
etw. nach unten drücken, pressen 2
(Geldsumme) niedriger, geringer ge¬
stalten »Anforderungen herunterdrük-
ken« "
her[un|tertfal|len —> he|r|un|ter|fal|len:
fällst herunter; fiel(e) st herunter; bist
heruntergefallen <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position)
(ohne fremdes Zutun, Verschulden)
von etw. nach unten fallen
her|un|ter|ge|ben —> he|r|un|terjge|-
ben: gibst herunter; gabfejst herun¬
ter; hast heruntergegeben (aus dem
Blickwinkel der räumlich niedrigeren
Position) jmdm. etw. herunterreichen
her|un|ter]ge|kom|men —> he|riun|ter|-
ge|kom|men: Adj. gesundheitlich,
wirtschaftlich, finanziell desolat, am
Ende
ber]un|terjhan|deln —» he|rtun|ter|han|-
deln: handelst herunter; handeltest
herunter; hast heruntergehandelt einen
Preis o. ä. durch Verhandeln senken
her[yn|terjhän|gen —» he|r|un|ter|hän|-
gen: hängt herunter; hing herunter;
hat heruntergehangen (aus dem Blick¬
winkel der räumlich niedrigeren Posi¬
tion) [ugs.] von etw. herabhängen,
herunterbaumeln
her]un|ter|hau|en —> he|ijun|tei]hau|-
en: haust herunter; hautest herunter;
hast heruntergehauen a) etw. mit ei¬
nem Schlag abtrennen u. zu Boden
fallen lassen b) jmdm. eine
(he)runtertiauen: [ugs.] jmdm. eine
Ohrfeige geben; jmdn. schlagen
520
hervortun
her|un|terjhe|ben —> he|r]un|ter|he|-
ben: hebst herunter; hob(e)sl herun¬
ter; hast heruntergehoben etw. von ei¬
ner höher gelegenen Stelle nach unten
holen
her[un(terjho|len —» he|rjynjteijho(len:
holst herunter; holtest herunter; hast
heruntergeholt <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position»
etw. von oben heruntertransportieren
her|un|ter|ho|len —» he|rjun|ter|ho|len,
sich: holst dir herunter; holtest dir her¬
unter; hast dir heruntergeholt 1 etw.
für sich von oben heruntertranspor¬
tieren 2 sich einen herunterholen:
[derbj (bis zum Orgasmus) masturbie¬
ren, sich selbst sexuell befriedigen
her|unfterfklap|pen —» he|r|un|ter|-
ktap|pen: klappst herunter; klapptest
herunter; hast heruntergeklappt <aus
dem Blickwinkel der räumlich niedri¬
geren Position» etw. von oben nach
unten klappen
her|unfter|kom|men —*■ he|r|un|terf-
kom|men: kommst herunter; ka¬
mt e) st herunter; bist heruntergekom¬
men 1 <aus dem Blickwinkel der räum¬
lich niedrigeren Position» von oben
nach unten gehen 2 a) durch mangeln¬
de Pflege, Bewirtschaftung an Quali¬
tät verlieren »Der Garten, die Firma
ist in letzter Zeit heruntergekommen.«
b) nach Schicksalsschlägen, durch In-
teressenlosigkeit o. ä. körperlich u./
od. sozial verkümmern, abbauen
hertun|ter|krat|zen —> he|r|un|ter|krat|-
zen: kratzt herunter; kratztest herun¬
ter; hast hermlergekratzt mühsam
entfernen, abkratzen
her|un|ter|krem|peln —* he|r|un|ter|-
kremjpeln: krempelst herunter; krem¬
peltest herunter; hast heruntergekrem¬
pelt [ugs.] Umschläge an Kleidungs¬
stücken abrollen
heijyn|terjlasjsen —» he|r|un)ter)las|-
sen: läßt herunter; ließ (es) t herunter;
hast heruntergelassen —*atle Gegen¬
wartsformen mit ss<— etw. od.jmdn.
von einem höher gelegenen Ort nach
unten, auf den Boden sinken lassen
herjun)terjle|sen —»• he|r|un|terjle|sen:
liest herunter; lasfesjt herunter; hast
heruntergelesen a) etw. schnell vorle¬
sen b) «EDV» von einem Datenspei¬
cher ablesen
herlun|ter|ma|chen —> he|r|un|ter[ma|-
chen: machst herunter; machtest her¬
unter; hast heruntergemacht etw. od.
jmdn. sehr schlecht beurteilen,
schlecht machen
her[un[ter|neh|men —» he|r|yn|ter1neh|-
men: nimmst herunter; nahm(e)st
herunter; hast heruntergenommen <aus
dem Blickwinkel der räumlich niedri¬
geren Position» etw. von oben weg¬
nehmen, herunterholen
herjunfter|put|zen —» he|r[un|terjput|-
zen: putzt herunter; putztest herunter;
hast heruntergeputzt [ugs.] jmdn. (öf¬
fentlich) sehr heftig zurechtweisen,
kritisieren
heijun|terjras|seln —» he|r|un|teijras|-
seln: rasselst herunter; rasseltest her¬
unter; hast/ist heruntergerasselt [ugs.]
1 hast <Text> etw. ohne große Beto¬
nungsunterschiede schnell aufsagen,
nennen, deklamieren »Sie rasselte die
Vokabeln, das Gedicht herunter.« 2 ist
<von einer Kette o. ä. gehaltene Vor¬
richtung» sich plöztlich schnell schlie¬
ßen »Das Burgtor rasselte herunter.«
her[un|terjrei|chen —» he|r]un|terjrei|-
chen: reichst herunter; reichtest her¬
unter; hast heruntergereicht raus dem
Blickwinkel der räumlich niedrigeren
Position» etw. von oben nach unten
geben, jmdm. anreichen
her|yn|ter|njt|schen—» he|rfyn|teijrut|-
schen: rutschst herunter; rutschtest
herunter; bist heruntergerutscht «aus
dem Blickwinkel der räumlich niedri¬
geren Position» von oben nach unten
rutschen, gleiten
her]un|teijschicken (her|un|teijschik|-
ken) —> he|r|un|ter]schi|cken:
schickst herunter; schicktest herunter;
hast heruntergeschickt «aus dem Blick¬
winkel der räumlich niedrigeren Posi¬
tion» (zu jmdm.) nach unten schicken,
senden
her|un|teijschlucken (her|un|teii-
schluk|ken) —*■ he|r[un[ter|schlu|-
cken: schluckst herunter; schlucktest
herunter; hast heruntergeschluckt a)
vom Mund in die Speiseröhre, den
Magen befördern »Die Tablette muß
man unzerkaut herunterschlucken.« b)
«übertr.» etw., eine beleidigende Be¬
merkung unkommen tiert lassen
her|un|ter[set|zen —* he|r[un(ter[set|-
zen: setzt herunter; setztest herunter;
hast heruntergesetzt 1 etw. geringer
dosieren, machen; senken 2 unge¬
rechtfertigt eine Sache od. die Lei¬
stung einer Person niedermachen, ab¬
werten
heijun|ter|spie|len —* heMun|ter|spie|-
len: spielst herunter; spieltest herun¬
ter; hast heruntergespielt etw. als un¬
wichtiger darstellen, als es ist
her]un|ter]sprin|gen —> he|rjun|ter|-
sprin|gen: springst herunter; spran¬
gt e) st herunter; bist heruntergesprun¬
gen «aus dem Blickwinkel der räum¬
lich niedrigeren Position» von oben
(zu jmdm.) nach unten springen
heijun|terjsto|Ben —* he|r|un]ter]sto|-
Ben: stößt herunter: stieß (es) t herun¬
ter; hast heruntergestoßen «aus dem
Blickwinkel einer niedrigeren Positi¬
on» jmdn., etw. von einer (räumlich,
geistig, sozial) hohen Position mit
Gewalt nach unten wegdrängen
her|un|teiistürizen —> he{r|un|terjstüij-
zen: stürzt herunter; stürztest herun¬
ter; bist heruntergestürzt «aus dem
Blickwinkel der räumlich niedrigeren
Position» nach unten (auf etw., jmdn.
zu) fallen
her|un|ter[wirt|schaftten —> he[r]un|-
terjwirtjschafjten: wirtschaftest her¬
unter; wirtschaftetest herunter; hast
hermtergewirtschaftet etw. so
schlecht betreiben, bewirtschaften,
daß man es (beinahe) ruiniert
her|un|teiizie|hen - > he|rjun|terjzie|-
hen: ziehst herunter; zog(e)st herun¬
ter; hast heruntergezogen «aus dem
Blickwinkel der räumlich niedrigeren
Position» etw., jmdn. nach unten zie¬
hen
herv.: Abk. 1 hervor 2 hervorragend
heijvor: Adv. [geh.] 1 von hinten nach
vorne 2 aus dem Verborgenen, einem
nicht einsehbaren Ort sichtbar ma¬
chen, werden
her|vorjbrin|gen: bringst hervor; brach¬
test hervor; hast hervorgebracht etw.
durch eigene Leistung, Anstrengung
erstellen, produzieren »Der Kompo¬
nist hat viele Opern hervorgebracht.«
heijvor]ge|hen: gehst hervor; ging(e)st
hervor; bist hervorgegangen 1 aus/von
etw., jmdm. stammen 2 aus etw. er¬
sichtlich, deutlich werden
herjvorjgucken (herfvgijgukjken) —>
her|vor|gu|cken: guckst hervor; guck¬
test hervor; hast hervorgeguckt hinter,
aus etw. hervorsehen
her|vor]he|ben: hebst hervor; hob(e)st
hervor; hast hervorgehoben etw. stark
betonen; auf etw. besonders hinwei¬
sen
herfvoijho|len: holst hervor; holtest her¬
vor; hast hervorgeholt etw. von einem
versteckten Ort, aus einem Versteck
herausholen
herjvor|kon>|men: kommst hervor; ka¬
mte)st hervor; bist hervorgekommen
«aus dem Blickwinkel der räumlich
außerhalb gelegenen Position» hinter
etw. hervortreten
her[vprjra|gen: ragst hervor; ragtest her¬
vor; hast hervorgeragt räumlich od.
aufgrund besonderer Eigenschaften
herausragen, auffallen
her]vor)ra(gend: Adj. besonders gut;
ausgezeichnet
heijvpijrujfen: rufst hervor; rief(e)st
hervor; hast hervorgerufen etw. bewir¬
ken, verursachen
heijvor|schau|en: schaut hervor; schaute
hervor; hat hervorgeschaut «aus dem
Blickwinkel der räumlich außerhalb
gelegenen Position» aus, zwischen
etw. hervorblicken, herausschauen
heijvgrjschnelffen: schnellst hervor;
schnelltest hervor; bist hervorge¬
schnellt jmd. od. etw. springt, schießt
unvermittelt hinter jmdm. od. etw.
hervor, in das Gesichtsfeld des Be¬
trachters
her|vor)sprin|gen: springst hervor;
sprangte)st hervor; bist hervorge¬
sprungen a) «aus dem Blickwinkel der
räumlich außerhalb gelegenen Positi¬
on» plötzlich irgendwo hervorhüpfen,
herausspringen b) aus etw. räumlich
herausragen
her|vo>jspru|deln: sprudelt hervor; spru¬
delte hervor; ist hervorgesprudelt
«Flüssigkeit» in einem Schwall heraus¬
sprudeln, austreten
herjvor[ste|chen: stichst hervor; sta-
ch(e)sl hervor; bistjhast hervorgesto¬
chen auffallen; sich (positiv) von einer
Menge unterscheiden
herjvoijstejhen: steht hervor; stand her¬
vor; hat hervorgestanden aus etw.
räumlich herausragen
her[vor|su|chen: suchst hervor; suchtest
hervor; hast hervorgesucht etw. aus ei¬
ner Menge von Gegenständen her¬
aussortieren, -suchen
her|vgijtre|ten: trittst hervor; trat(e)st
hervor; bist hervorgetreten 1 einen
Schritt (aus einer Reihe) nach vom
machen 2 sich von einem Untergrund
abheben
heijvprftun, sich: tust dich hervor; ta-
t(e)st dich hervor; hast dich hervorge¬
tan a) sich in einer Tätigkeit als beson¬
ders fähig erweisen b) sich wichtig tun
521
hervorzaubern
mit seinen Fähigkeiten, weil man auf¬
fallen will
her1vor|zau|bem: zauberst hervor; zau¬
bertest hervor; hast hervorgezaubert
auf nicht nachvollziehbare Weise,
(wie) durch Zauberei etw. zum Vor¬
schein bringen
her|win|ken: winkst her; winktest her;
hast hergewinktj[ugs.] hergewunken
jmdn. mit Handzeichen zu sich heran¬
winken
Here das; -e(n)s; -en 1 (Körper-)Organ
(in der Brust), das den Kreislauf, ei¬
nen lebenden Organismus (Tier u.
Mensch) am Leben erhält 2 <übertr.>
Sitz von Eigenschaften, Empfindun¬
gen, Gefühlen usw., wobei das Herz
nicht als Organ gesehen wird (ver¬
gleichbar mit der Seele) »Sie hat ein
gutes Herz.« 3 dritthöchste Farbe ei¬
nes Kartenspiels 4 Symbol für Liebe 5
jmds. Herz hängt an jmdm., etw.:
[geh.] jmd. hat jmdn. od. etw. so gern,
daß er sich nicht davon trennen will 6
jmdm. rutscht das Herz in die
Hose(n): [ugs.] jmd. bekommt einen
Schreck, Angst »Ich habe Flugangst;
mir rutscht beim Start jedesmal das
Herz in die Hose.« 7 jmds. Herz
schlägt höher: [geh.] jmd. ist voller
freudiger Erwartung 8 jmdm. schlägt
das Herz bis zum Hals: jmd. ist sehr
nervös, aufgeregt 9 jmdm. bleibt das
Herz stehen: jmd. erschrickt sehr 10
ein Herz u. eine Seele sein: unzer¬
trennlich sein, sich gut verstehen
» Wir sind von Kind an ein Herz u. eine
Seele.« 11 jmdm. sein Herz aus¬
schütten: [geh.] jmdm. seinen Kum¬
mer, seine Sorgen anvertrauen, sich
aussprechen 12 jmdm. das Herz
brechen: [geh.] jmdm. großen, seeli¬
schen Kummer bereiten 13 sich ein
Herz fassen, nehmen: seinen ganzen
Mut zusammennehmen »Nun faß dir
endlich ein Herz u. rufe ihn an!« 14
nicht das Herz haben, etw. zu tun:
[ugs.] etw. nicht ausführen können
»Sie hatte nicht das Herz, den Hund in
ein Tierheim zu geben.« 15 ein Herz
aus Stein haben: kein Mitleid emp¬
finden 16 das Herz auf dem rechten
Fleck haben: nett, freundlich, hilfsbe¬
reit, ein guter Mensch sein 17 jmdm.
das Herz schwermachen—» schwer
machen: [geh.] jmdm. Kummer, Sor¬
gen machen; jmdn. traurig stimmen
18 seinem Herzen Luft machen:
[ugs.] endlich aussprechen, was einem
nicht paßt, ärgert, bedrückt 19 leich¬
ten Herzens: [geh.] jmd. tut etw. gern,
es fällt ihm nicht schwer »Leichten
Herzens verzichtete sie darauf.« 20
jmdm. am Herzen liegen: jmdm. sehr
wichtig sein »Das Glück meiner Kin¬
der liegt mir besonders am Herzen.«
21 etw. auf dem Herzen haben: ein
Problem, eine Bitte o. ä. haben »Sag
schon, ich sehe dir doch an, daß du was
auf dem Herzen hast!« 22 jmdm. aus
dem Herzen gesprochen sein: jmds.
Meinung aussprechen »Du hast mir
aus dem Herzen gesprochen, ich denke
genau so.« 23 aus tiefstem Herzen:
[geh.] ehrlich, aufrichtig »Ich bedaure
den Vorfall aus tiefstem Herzen.« 24
jmdn. ins, in sein Herz schlieBen:
jmdn. sehr lieb, gern haben »Sie hatte
die Nachbarskinder schnell in ihr Herz
geschlossen.« 25 mit halbem Herzen:
[geh.] ohne rechte Lust, Anteilnahme
o. ä. 26 sich etw. vom Herzen reden:
[geh.] über seinen Kummer, seine Sor¬
gen, Probleme o. ä. mit jmdm. reden
27 von (ganzem) Herzen: [geh.] 1.
sehr herzlich »Ich wünsche Ihnen von
Herzen viel Glück.« 2. aus voller
Überzeugung »Er stimmte seinem
Plan von ganzem Herzen zu.« 28 von
Herzen gern: liebend gern, mit Freu¬
de »Ich werde sie von Herzen gern
besuchen.« 29 sich etw. zu Herzen
nehmen: 1. etw. befolgen, es beherzi¬
gen »Ich werde mir deinen Rat zu Her¬
zen nehmen.« 2. etw. sehr schwer neh¬
men 30 Was von Herzen kommt, das
geht zu Herzen: auch Kleinigkeiten,
Geschenke, Hilfe o. ä., die von Her¬
zen gegeben, gewährt werden, rühren
jmdn. u. bleiben lange (für immer) im
Gedächtnis, nehmen einen besonde¬
ren Stellenwert ein
herz|al|lerjliebst: Adj. n. stg. [veralt.;
noch scherzh.] besonders nett, nied¬
lich, süß
Herz|an|fall: der; -(e)s; -anfalle <Med.>
Funktionsstörung des Herzens; Herz¬
attacke
Herz|asth|ma: das; - ; - Asthma, das
Herzkranke bekommen können
herz|be|klem|mend: Adj. ein eingeeng¬
tes, die Angst verstärkendes Gefühl
in der Herzgegend erzeugend
Herzjbeu|tel: der; -s; - <Med.> äußere
Hülle des Herzens, in der sich eine
Flüssigkeit befindet
Herz)blatt: das; -(e)s; -blätter 1 zu den
Steinbrechgewächsen zählende Pflan¬
ze mit herzförmigen Grundblättern u.
weißen Blüten (Studentenröschen) 2
besonders geliebte Person
Herzfblub meist in Wendungen 1 etw.
mit seinem Herzblut schreiben: etw.
mit besonderer persönlicher Hingabe
schreiben 2 sein Herzblut für jmdn.
verwenden, hingeben: sich für jmdn.
bis zur Selbstaufopferung einsetzen,
verwenden
Herz|chen: das; -s; - (verniedlichende)
als Kosename, drohend od. ironisch
benutzte Bezeichnung, Anrede für
eine Person
Herz|chir|urg —*• Herz|chi|r|urg: der;
-en; -en weibl. Herz|chir)ur]gin —
Herz|chi|r|ur|gin: die; - ; -nen <Med.>
besonders auf Herzoperationen spe-
zialisierte(r) Chirurgen), Arzt/Ärztin
herjzei|gen: zeigst her; zeigtest her; hast
hergezeigt [ugs.] jmdm. etw. deutlich
zeigen, zur Ansicht geben
Her]ze|leid: das; -(e)s; - [geh.] großer
emotionaler Schmerz; großes Leid
Her|zens|an|ge|le|gen|heit: die; - ; -en 1
etw., was einer Person sehr viel be¬
deutet »Dieses Unternehmen ist eine
Herzensangelegenheit von ihr.« 2 [ver¬
alt.] (etw., was das) Liebesieben von
jmdm. (betrifft)
Her|zens|angst: die; - ; -ängste [geh.]
besonders große Angst vor etw., ei¬
nem Geschehen
Her|zens|bejdürf|nis: das; -ses; -se [geh.]
großes, wichtiges Verlangen, Bedürf¬
nis, Anliegen
Heijzens|bil|dung: die; - ; -en; [geh.]
ausgeprägte Fähigkeit, angemessen
gefühl- u. verständnisvoll mit Men¬
sehen umgehen zu können
Her|zens|bre|cher: der; -s; - Mann, der
es darauf anlegt, daß sich viele Frau¬
en in ihn verlieben; Casanova
Heijzens|bru|der: der; -s; -brüder weibl.
Herjzens|schwe|ster —> Herjzens|-
schwesjter: die; - ; -n [veralt.] Bru-
der/Schwester, Freund(in) (mit einer
ähnlichen Lebenseinstellung), zu
dem/der man eine besonders innige
Bindung hat
Her[zens|eijgie|Bung: die; - ; -en [ver¬
alt.] überschwengliche Liebeserklä¬
rung
Herjzensffreund: der; -(e)s; -e weibl.
Heijzens|freun|din: die; - ; -nen [ver¬
alt.] Freund(in) (mit einer ähnlichen
Lebenseinstellung), zu dem (der) man
eine besonders innige Bindung hat
Her|zens|gü|te: die; -;- besonders güti¬
ges, mitfühlendes Wesen
Her|zens|lust: in der Wendung aus
Herzenslust: so, wie man gerade
möchte
Her|zens|trosfc der; -(e)s; - [geh.] Trost,
Mitgefühl, Hilfe für einen unglückli¬
chen Menschen
Her|zens|wunsch: der; -(e)s; -wünsche
starker Wunsch, innigstes Begehren,
etw., was sich eine Person besonder,
am meisten wünscht
Herz|ent|zün|dung: die; - / -en <Med.>
Entzündung im Herzen; Karditis
herz|eijfrl|schend: Adj. ein natürliches,
jmdn. erfreuendes, glücklich machen¬
des Auftreten, Wesen besitzend
herz|eijgrei|fend: Adj. gefühlsmäßig na¬
hegehend, berührend
herz|er|quickend (herz|er|qulk|kend
—* herz|er|qui|ckend): Adj. ein na¬
türliches, jmdn. erfreuendes, glück¬
lich machendes Wesen besitzend
Herz|feh|len der; -s; - <Med.> Abwei¬
chung vom normalen Herzaufbau;
oft angeborene organische Störung
der Herzfunktion
Herz|flim|mern: das; - ; - <Med.> Bewe¬
gungen zahlreicher Fasern des Herz¬
muskels mit unregelmäßiger Herz¬
schlagfolge
Hgrz(form: die; - ; -en in der Form aus
zwei Rundungen, die sich oben in ei¬
ner Einkerbung treffen u. unten spitz
zulaufend enden
Herz|fre|quenz: die; ~ ; -en <Med.> Zahl
"der Herzschläge pro Minute
Herz|funkjti|on: die; - ; -en (normale)
"Herztätigkeit; Aufgabe des Herzens
Herz|ge|gend: die; - ; - Körperbereich
um das Herz, links, knapp über der
Brust, zur Mitte hin
herzjhaffc Adj. herzhafter; herzhafteste 1
kräftig (gewürzt) u. gehaltvoll »ein
herzhafter Snack« 2 <übertr.> in der
Ausprägung stark, intensiv
Herz|haf|tig|keit: die; - ; -en Deftigkeit
(einer Speise)
her|zie|hen: ziehst her; zogfejst her;
hast hergezogen a) etw. zu sich heran¬
ziehen b) seinen Wohnsitz (zu jmdm.)
verlegen c) über etw., jmdn. lästern,
in dessen Abwesenheit schlecht reden
her|zig: Adj. besonders reizend, niedlich
Herz|in|farlct: der; -(e)s; -e mangelnde
od. unterbrochene Durchblutung,
Schädigung des Herzmuskelgewebes
522
Heublumen
durch Sauerstoffmangel infolge der
Verstopfung der Herzkranzgefäße
hen|in|mg: Adj. [geh.] besonders innig,
intim; mit jmdm. eng verbunden
Herz|in[suf|fi|zi|en2: die; - ; -en <Med.>
Herzfunktionsschwäche
Herz|tcam|mer: die; - ; -n von starken
"Muskeln gebildeter Hohlraum des
Herzens, aus dem heraus das Blut in
den Kreislauf gepumpt wird
Herz|ka|the|ter: der; -s; - von außen ins
Herz gelegte kleine Rohrleitung
Herz|klop|fen: das; -s; - rasches Klop¬
fen, häufiges Zusammenziehen des
Herzens (z. B. bei Aufregung)
herz|krank: Adj. n. stg. an einer Fehl¬
funktion des Herzens leidend
Herz(krank(heit: die; - ; -en Erkran¬
kung, Fehlfunktion des Herzens
Herz)kranz|gejfäB: das; -es; -e Blutge-
Täß, das die Durchblutung der Mus¬
kulatur des Herzens bewirkt
hera|liclt: I Adj. Freundlichkeit, Fürsor¬
ge zeigend »Sie lächelte ihm herzlich
zu.« II Adv. <verst.> sehr »herzlich we¬
nig ♦ herzlich gerne«
Herz(lich|keifc die; - ; -en besondere
"Freundlichkeit
herz|los: Adj. herzloser; herzloseste
(Charakter; Umgehensweise mit an¬
deren Lebewesem ohne (Mit-)Gefiihl,
Anteilnahme
Herz|lo|sig|keit: die; - ; -en a) o. PI. ge¬
meineis) u. mitleidlose(s) Lebensein¬
stellung, Verhalten b) gemeine u. mit¬
leidlose Handlung
Herz|mas|sa|ge: die; - ; -n Ausübung
von regelmäßigem Druck auf das aus¬
setzende Herz als Maßnahme bei der
ersten Hilfe, Wiederbelebung
Herz|mrtftel: das; -s; - [ugs.] Medika¬
ment, Arznei, das/die die Herztätig¬
keit verbessern soll
Herjzog: der; -s; Herzoge weibl. Heijzo|-
gin: die; - ; -nen (Träger(in) eines)
Adelstitels in der Hierarchie zwischen
König u. Fürst
heijzogjlich: Adj. n. stg. einen Herzog
betreffend, ihm zuzuordnen
Herjzogftum: das; -(e)s; Herzogtümer
Besitz, Herrschaftsbereich eines Her¬
zogs
Herz|ope|ra|ti[on —* HerzJo|pe|ra|ti|on:
die; - ; -en Operation, die am Herzen
durchgeführt wird
Herz|pa)t1|ent: der; -en; -en weibl. Herz|-
pa|ti|enjtiiv. die; - ; -nen Patient(in) ei¬
nes Arztes mit Herzproblemen, Herz¬
funktionsstörungen, der/die von die¬
sem behandelt wird
Herz|schlag: der; -(e)s; Herzschläge
das Pumpen von Blut in den Blut¬
kreislauf durch die Zusammenzie¬
hung, Kontraktion der Herzmuskeln
Herzfschmere: der; -es; -en a) vom
Herzen ausgehender, verursachter
Schmerz, als Zeichen einer Funkti¬
onsstörung b) emotionales Leid,
meist Liebeskummer
Herz[schritt|ma|cher. der; -s; - 1 Herz¬
muskelgewebe, von dem die Impulse
zur Kontraktion des Herzens ausge¬
hen 2 elektronisches Gerät, das in den
Körper eingepflanzt wird, um durch
die Aussendung von Impulsen einen
konstanten Herzschlag zu gewährlei¬
sten
Herz|spen|der der; -s: ~ weibl. Herz|-
spen|de|rin: die; - ; -nen verstorbene
Person, deren Herz einer herzkranken
Person transplantiert wird, wurde
Herz|spe(zla[list —» Herz|spe|zi|a[list:
der; -en; -en weibl. Herz|spe|zia|li|stin
—* Herz)spe|zi]a|lisftm: die; - ; -nen
Arzt/Ärztin, der/die auf die Behand¬
lung von Herzerkrankungen speziali¬
siert ist, Syn.: [fremdsprl.] Kardiolo-
ge/Kardiologin
Herzjstär)kung: die; - ; -en Unterstüt¬
zung des Herzens, der Herzfunktion
(z. B. durch Medikamente, eine be¬
sondere Ernährung)
Herz|still|stand: der; -(e)s; - Ende, das
(kurzfristige) Aussetzen der Herztä¬
tigkeit; Zustand, in dem das Herz ei¬
nes Lebewesens nicht mehr schlägt,
nicht mehr arbeitet u. somit der Orga¬
nismus nicht mehr versorgt wird
Herz|stück: das; -(e)s; -e [geh.] bedeu-
tenster, zentraler Teil von etw., der
die Funktion von etw. gewährleistet
Herz|tä|tig|keft: die; - ; -en regelmäßige
Kontraktion des Herzens, der Herz¬
muskeln bei der das Blut zur Versor¬
gung des Organismus in die Arterien
gepumpt wird
Herzjton: der; -(e)s; -töne Geräusch,
das durch die Herztätigkeit, das Pum¬
pen von Blut in den Organismus, ver¬
ursacht wird
Herz|trans|plan|ta|ti|on: die; ~ ; -en ope¬
rative Verpflanzung eines Spender¬
herzens in einen lebenden Organis¬
mus
Herz|trop|fen: die (PI.) Medikament
zur Herzstärkung in flüssiger Form
herjzu: Adv. von einem anderen Ort
hierhin
her|zu|ei|len: eilst herzu; eiltest herzu;
bist herzugeeilt [geh.] schnell zu
jmdm., an einen Ort kommen, gehen
her)zu]kom|men: kommst herzu; ka-
m(e)st herzu; bist herzugekommen
[geh.] (schnell) zu jmdm., an einen
Ort kommen, gehen
Herzjver|sa|gen: das; -s; - Aussetzen od.
starke Abweichung vom Normalen
des Herzschlages
Herz|weh: das; -s; - Schmerz des Her¬
zens aufgrund organischer od. im
übertragenen Sinne seelischer Proble¬
me
herz|zer|iei|8end: Adj. großes Mitleid
erzeugend »herzzerreißende Trauer«
hass.: Abk. hessisch
Hes|sen: das; -s; - zentral gelegenes
Bundesland der Bundesrepublik
Deutschland
hes|sisch: Adj. n. stg. dem Bundesland
Hessen zuzuordnen
hefte[ro: <gr.> Adj. n. stg.; n. dekl. kurz
fiir heterosexuell = sexuell am ande¬
ren Geschlecht orientiert
he|te|ro|gen: <gr.> Adj. [geh.] ungleichar¬
tig, unterschiedlich; einer anderen
Gattung angehörend »Wir waren eine
sehr heterogene Gruppe.« Ant.: homo¬
gen
he|te|ro|morph: <gr.> Adj. auf andere
bzw. unterschiedliche Weise gebildet
hette[ro|npm: <gr.i Adj. 1 <Bio.> un¬
gleichartig, ungleichwertig in bezug
auf einzelne Körperabschnitte 2 <Pol.;
Verwaltung» abhängig von anderen
(Faktoren)
Hefte[ro|nym: <gr.> /heteronüm/ das;
-(e)s; -e <Sprachwiss.> a) Wörter in
verschiedenen Sprachen, die dieselbe
Bedeutung haben »>Teacher< u. >Leh-
rer< sind Heteronyme.« b) sachlich zu¬
sammenhängende, aber aus einem
anderen Wortstamm gebildete Wör¬
ter
he|te|ro|nym: <gr.> /heteronüm/ Adj. n.
stg. (Sprachwiss.) a) (Worten ver¬
schiedenen Sprachen angehörend,
aber dieselbe Bedeutung habend
»>Teacher< u. >Lehrer< sind hetero¬
nyme Wörter.« b) sachlich zusam¬
menhängend, aber aus einem anderen
Wortstamm gebildet
He|te[ro{se|xua)li|tät—* He|te]ro[se|xu|-
a|li[tät: <gr.-laO die; - ; - auf das ande¬
re Geschlecht gerichtete Sexualität,
Ant.; Homosexualität
he|te|ro|se|xu|ell: <gr.> Adj. n. stg. a) se¬
xuell am anderen Geschlecht orien¬
tiert b) auf der Heterosexualität beru¬
hend, ihrzuzuordnen
Ho(te|ro|spm: <gr.> das; -(e); -e (Bio.>
die dar Geschlecht bestimmenden,
definierenden Chromosomen
He[te|ro|sphäjre —» He|te|ros|phä|re:
(gr.> die; - ; - Atmosphäre in einer Hö¬
he über 100 km
Het)ze: die; PI. s.) 1 große, starke
Eile; ohne (genügend) Zeit 2 Jagd auf
Tiere od. ungeliebte Menschengrup¬
pen, Minderheiten 3 negatives, übles
Gerede gegen eine Person od. Sache,
um diese schlecht zu machen
hetjzen: hetzt; hetztest; hast gehetzt 1 a)
sich sehr beeilen b) von jmdm. zur
Eile angetrieben, gedrängt werden 2
über jmdn. lästern; über jmdn. in sei¬
ner Abwesenheit Negatives sagen
Het|zer: der; -s; - weibl. Het|ze|rin: die;
- ; -nen jmd., der sich aufwieglerisch,
hetzerisch gegenüber jmdm. od. etw.
äußert
Het|ze|rei: die; • ; -en 1 als lästig emp¬
fundene^ Antreiben zur) Eile 2 auf¬
stachelndes Lästern
het|ze|risch: Adj. n. stg. jmdn. gegen
jmdn., etw. aufzustacheln versuchend
Hetzjjagd: die; - ; -en a) Jagd, bei der
Wild von Hunden gehetzt, verfolgt
wird b) (übertr.) gnadenlose Jagd auf
jmdn.
Hgtz|kam|pa|gne —» Hetz|kam|pa|g|-
ne: die; - ; -n Aktion, meist auf politi¬
scher Ebene, bei der mit extremen
Mitteln versucht wird, die Allgemei-
heit od. weite Teile der Bevölkerung,
eines Personenkreises gegen etw., ge¬
gen jmdn., gegen eine Volksgruppe o.
ä. aufzubringen, Wut o. ä. zu schüren
Hetz|re|de: die; - ; -n Rede, Ansprache,
meist auf politischer Ebene, bei der
mit extremen Mitteln versucht wird,
die Allgemeiheit od. weite Teile der
Bevölkerung, eines Personenkreises
gegen etw., gegen jmdn., gegen eine
Volksgruppe o. ä. aufzubringen, Wut
o. ä. zu schüren
Heu: das; -s; - abgemähtes, getrocknetes
Gras, das (im Winter) als Futter für
das Vieh, aber auch für als Haustier
gehaltene Nagetiere wie Kaninchen
dient »Ich muß noch Heu kaufen.«
Heujbtu|meir. die (PI.) als Naturheil¬
mittel verwendetes Gemisch aus ver¬
523
Heuboden
schiedenen, mit dem Heu getrocken-
ten Blüten, Samen usw.
Heulbolden: der; -s; -böden Raum zum
Lagern von Heu
Hau|chellei: die; - ; -en Vortäuschung
von Gefühlen
heulcheln: heuchelst; heucheltest; hast
geheuchelt Gefühle, Meinungen o. ä.
Vortäuschen; nicht die wahre Absicht
o. ä. erkennen lassen »Seine Freund¬
lichkeit ist nur geheuchelt.«
Heuchler der; -s; ~ weibl. Heuchllelrin:
die; - ; -nen Person, die heuchelt, Ge¬
fühle vortäuscht
heuchllelrisch: Adj. Gefühle vorspie¬
lend
heulen: heust; heutest; hast geheut zu
Heu getrocknetes Gras ernten, ein¬
fahren
Heuler: die; - ; -n a) Anstellung auf ei¬
nem Schiff »Er hat eine neue Heuer.«
b) Bezahlung für die Arbeit auf einem
Schiff »Die Heuer ist recht ordent¬
lich.«
heulen Adv. [besonders süddt. u.
österr.] in diesem Jahr »Wir waren
heuer schon in Spanien.«
Heu|er]bü|ro: das; -s; -s Ort, Büro, an
dem/das offene Stellen an Seeleute
vermittelt
Heu|em|te: die; - ; - Vorgang bzw. Er¬
trag des Heuens
Heuleriveritraq: der; -es; -vertrage Ar-
beits-, Anstellungsvertrag eines See¬
manns
Heutaalbel: die; - ; -n Gerät aus langen
Metallzinken an einem Stiel zum Auf¬
heben, Wenden, Verteilen des Heus,
. JJtrohs o. ä.
Heulhüptfer. der; -s; - Heuschrecke
Haulhütlte: die; ~ ; -n Gestell, auf dem
I Heu getrocknet (u. gelagert) wird
Heul|bo|je: die; - ; -n t (Seefahrt) im
Wasser ausgelegtes Seefahrtszeichen
mit eingebauter Sirene, das einen
(<J|ieulton von sich gibt 2 <übert.> Per¬
son, die schnell od. sehr, zu oft weint
3 ȟberD Person, die schlecht singt,
den Ton (einer Melodie) nicht halten
kann, deren Gesang eher an Jam¬
mern, klagen erinnern
heulten: heulst; heultest; hast geheult 1
[ugs.; manchmal abwert.] weinen
»Das Kind heult schon wieder.« 2 a)
klagende, pfeifende Töne erzeugen
»Der Sturm, der Hund heulte.« b)
(meist Hund, Wolf> einen langge¬
streckten Jaulton von sich geben 3
. 2um Heuten sein: [ugs.] etw. ist sehr
niederschlagend 4 a) heuten wie ein
SchloBhund: [ugs.] stark weinen b)
Rotz u. Wasser heuten: [ugs.] stark
weinen 5 es herrscht Heuten u.
Zähnekteppern: alle haben Angst,
sind entsetzt 0 das heulende Elend
haben, kriegen, bekommen: [ugs.]
sehr deprimiert, traurig sein, werden
Heulten der; -s; - 1 Jungtier, Welpe ei¬
ner Robbe, eines Seehunds 2 [ugs.]
heulender, durchdringender, anhal¬
tender Laut, Ton 3 das, etw. ist (in)
der letzte Heuler: 1. etw., jmd. ist mi¬
serabel, empörend, sehr schlecht 2.
etw., jmd. ist anzuerkennen, toll
Heu|le|t«i: die; - ; -en [abwert.] langan-
dauemdes Heulen, Weinen, Jammern
Heuillaut: der; -(ejs; -e lautes Ge¬
räusch, das Signalwirkung haben soll
(z. B. bei einer Sirene)
Heullsutee: die; - ; -n [abwert.] oft, äüs
nichtigen Anlässen weinende Person
(meist Frau od. Mädchen)
Haul|ton: der; -(e)s; -töne lautes, durch-
‘ dringendes (auf- u. abschwellendes)
Geräusch, das Signalwirkung haben
soll (z. B. bei einer Sirene)
Heulmahd: die; - ; -en das Mähen u.
Trocknenlassen von Gras, das als
Heu im Winter als Tierfutter verwen¬
det wird
Heulmolnat/Heutmond: der; -fe)s; -e
[veralt.] Juli
Heulrellter: der; -s; - Gestell, auf dem
Heu getrocknet wird
Heulrilge: der; -n; -n a) junger Wein aus
der letzten Ernte b) Weinlokal, das
vor allem Heurigen (a) verkauft
Heu|ri|gen|lo]kal: das; -(ejs; -e Weinlo¬
kal, Gaststätte, das vor allem Heuri¬
gen (a) verkauft
Heu|ri|stik - > Heu|ris|tik: die; - ; - <gr.>
Lehre von nicht exakten Problemlö-
severfahren
Heu|schnup|fen: der; -s; - mit Schnup¬
fen, Tränenfluß u. a. verbundene Al¬
lergie, hervorgerufen durch Pollen be¬
stimmter Bäume u. anderer Pflanzen
Heulschrecke fHeulschreldke) —»
Heu|schrelcke: die; ~ ; -n zu den ge¬
flügelten Insekten zählendes, in vielen
Unterarten vorkommendes eierlegen¬
des, teilweise flugfähiges Tier mit
starken Kauwerkzeugen u. langen
Sprungbeinen (in Schwärmen auftre¬
tend vernichten sie ganze Ernten)
Heu|schrecken|kr»bs (Heulachrakl-
ken|krebs) —> Heulschrelckeni-
krebs: der; -es; -e gamelenartiger
Krebs
Heulsprin|aer: der; -s; - [ugs.] Heu¬
schrecke, eierlegendes, teilweise flug¬
fähiges Tier mit starken Kauwerkzeu¬
gen u. langen Sprungbeinen
Heulstaldel: der; -s; - [landsch.]
Scheune, Schober zur Heuaufbewah¬
rung
heulte: 'Adv. 1 a) (enger Zeitraum) nicht
gesteht u. nicht morgen; sondern am
jetzigen Tag »Heute ist Montag, ge¬
stern war Sonntag u. morgen ist
Dienstag.« b) (weiter Zeitraum) nicht
vor längerer Zeit u. nicht in zukünfti¬
ger Zeit; in dieser, der aktuellen Zeit 2
von heute auf morgen: [ugs.] schnell,
in kürzester Zeit »Das Leben kann von
heute auf morgen vorbei sein.« 3 hier
u. heute: jetzt sofort 4 Was du heute
kannst besorgen, das verschiebe
nicht auf morgen: man soll etw., Din¬
ge, die zu erledigen sind, nicht vor
sich herschieben, sondern sofort tun,
erledigen 5 Morgen, morgen, nur
nicht heute, sagen alle tauten Leute:
nur faule Menschen verschieben alle
Arbeiten auf später, machen sie nicht
sofort
heultig: Adj. n. stg. a) heute, an diesem
Tag geschehend b) in der momenta¬
nen Zeit, in der Jetztzeit üblich, aktu¬
ell, modern
heut)zu|ta|ge: Adv. in der jetzigen, mo¬
mentanen Zeit; zeitgenössisch
Heutwalgen: der; -s; - Anhänger,
Wagen zum Transport von Heu
Heulwenlden der; -s; - fahrbare Ma¬
schine zum Wenden des Heus
He|x(a)-/he|x(a)-: )-/hex(gr.> /bekß(a)-/
Wortbildungselement sechs-, Sechs-
he|xa|edrisch —» he|xa|e|d|risch: <gr.-
lat.> /hekßa-edrisch/ /f(^. n. stg. sechs¬
flächig; aus sechs Flächen bestehend
He|xa|gon: <gr.-lat.> /hekßagon/ das; -s;
-e Sechseck
he|xa|go|nal: <gr.-lat.> /hekßagonal/
Adj. n. stg. sechseckig
He|xa|gramm —» He(xa|g|ramm: <gr.-
lat.y das; -(e)s; -e Sechsstern, ein aus
einem regelmäßigen Sechseck durch
Verbinden der nicht benachbarten
Ecken entstehender Stern
He[xa]me|ter. <gr.-lat.> der; -s; - (Litera-
turwiss.) sechsfüßiger Vers
he|xa|mejtrisch —> he|xa|me)t|risch:
<gr.-Iat.> Adj. n. stg. a) in Hexametern,
sechshebigen Versen verfaßt b) den
Hexameter betreffend
He|xe: /hekße/ die; - ; -n 1 (meist als bö¬
se dargestellte) Frau, der Zauber¬
kräfte zugesprochen werden (vor al¬
lem in alten Märchen u. Sagen), die
oft bildlich mit einem Buckel u. einer
Warze auf der Nase, häufig mit roten
Haaren, dargestellt wird u. von der
gesagt wird, daß sie auf einem Besen
fliegen kann u. oft eine schwarze Kat¬
ze od. einen Raben hält 2 (Schimpf¬
wort) [beleidigend] bösartige, hinter¬
hältige Frau
hejxan: /hekßen/ hext; hextest; hast ge¬
hext 1 (Mythologie) mittels undurch¬
schaubarer, überirdischer Kräfte
Dinge bewirken, herbei- od. wegzau-
bem 2 (ugs.> etw. schnell erledigen
He|xen|be|sen: /hekßen-/ der; -s; -
(Mythologie) Besen einer Hexe, auf
dem diese angeblich fliegen kann
He|xen|ei: /hekßen-/ das; -(ejs; -er
[ugs.] Ei, das keinen Dotter hat
He|xen|haus: /hekßen-/ das; -s; -häuser
1 kleines (einsames) Haus, das an das
Haus der Hexe im Märchen von
>Hänsel u. Greteh erinnert 2 aus Leb¬
kuchen gebackenes kleines Häuschen
» Wir haben vor Weihnachten ein He¬
xenhaus gemacht.«, Syn.: Knusper¬
häuschen
He|xen|häu8|chen: /hekßen-/ das; -s; -
kleines Haus, das aus Lebkuchen,
Nüssen u. a. Weihnachtsnaschereien
besteht, geformt, gebacken ist, Syn.:
Knusperhäuschen
He|xen|iagd: /hekßen-/ die; - ; -en a)
(hist.) Verfolgung einer Frau, der
man Hexenkräfte nachsagte b) allsei¬
tige Vorverurteilung von Personen,
deren Schuld noch nicht erwiesen ist
He|xen|kes|sel: /hekßen-/ der; -s; - 1
(Mythologie) großer Kochtopf, Kes¬
sel, in dem eine Hexe einen Zauber¬
trank kocht 2 [ugs.] Ort, an dem es be¬
sonders hektisch, gefährlich zugeht
He)xen|mei|ster —* He|xen|meis|ter:
/hekßen-/ der; -s; - (Mythologie)
männliche Person mit Hexenfähigkei¬
ten
He|xen|sab|bat: /hekßen-/ der; -s; -e
(Mythologie) Hexenzusaramenkunft
(wie z. B. in der Walpurgisnacht)
He]xen|schu0 —*■ He|xen|schuss:
/hekßen-/ der; Hexenschusses; He¬
xenschüsse (PI. s.) durch einen von
524
hierunter/hierunter
Wirbeln eingeklemmten Nerv verur¬
sachte Schmerzen im Rückenbereich
He|xenftanz: /hekßen-/ der; -es; -tanze
«Mythologie) Hexenzusammenkunft
(wie z. B. in der Walpurgisnacht)
Ha|xen|yerjbren|nung: /hekßen-/ die; - ;
-en «hist.) Hinrichtung einer vermeint¬
lichen Hexe auf dem Scheiterhaufen
He|xen|wahn: /hekßen-/ der; -(e)s; -
krankhafter Glaube an, große Furcht
vor Hexen
He|xe|rei: /hekßerei/ die; - ; -en «Mytho¬
logie) das Zaubern
Hft(g).: Abk. Haftung
Hg(b).: Abk. Herausgeber (von Bü¬
chern, Zeitungen, Zeitschriften)
hg(b).: Abk. «Vermerk in Büchern, Zei¬
tungen, Zeitschriften) herausgegeben
hgd.: Abk. hängend
hgg.: Abk. «Vermerk in Büchern, Zei¬
tungen, Zeitschriften) herausgegeben
Hgl.: Abk. 1 Hagel 2 Hanglage 3 Hügel
hgm.: Abk. hausgemacht
Hifberjna|ti|on: <lat.> /hibemazion/ die;
-; -en <Med.> Schlafzustand, der nicht
natürlich eintritt, sondern nach Her¬
absenkung der Körpertemperatur be¬
wirkt wird
Hi|bis|kus: dat.y der; - ; Hibisken als
Heilpflanze Verwendung findendes
Malvengewächs
Hick|haclc das; -(e)s; - [ugs.J sinnlose
Auseinandersetzung
hjck|sen: hickst; kickstest; hast gekickst
Schluckauf haben u. dabei das typi¬
sche Geräusch erzeugen
hi|dro|tisch —> hi|d|rp|tisch: <gr.> Adj.
«Med.) schweißtreibend
hie: Adv. in der Wendung hie u. da: etw.
vereinzelt da u. dort vorhanden »Es
gab zwar hie u. da einige kritische
Stimmen, im großen u. ganzen Verlief
aber alles nach Plan.«
Hfeb: der; -(e)s; -e starker, kraftvoller
Schlag mit einer Waffe, einem Werk¬
zeug (mit Klinge)
h|eb|fest: Adj. n. stg. a) gegen Schläge,
Hiebe unempfindlich; durch Hiebe
nicht zerstörbar b) etw. ist hieb- u.
stichfest: etw. ist in seiner Gültigkeit
unwiderlegbar
Hieb|wafjfe: die; - ; -n Waffe, die mit ei¬
ner zweifachen Schneide versehen ist
(z. B. Säbel, Schwert)
Hieb|wun|de: die; ~ ; -n Verletzung, die
durch einen Schlag (mit einer Waffe)
bewirkt, hervorgerufen ist
hier: Adv. 1 genau dort, wo sich jmd. be¬
findet 2 nicht von hier sein: [ugs.]
nicht ganz normal sein 3 hier u.
heute: jetzt sofort
—» hjer blei|ben: s. hierbleiben
—s- hier las|sen: s. hierlassen
—» hier zu Lan|de: s. hierzulande
Merlan —> hie|r|an: Adv. an einer ge¬
rade vorliegenden, genannten, statt¬
findenden Sache anlehnend
Hterjarjchje —> Hie|r|ar|chie: <gr.> die;
- ; Hierarchien jhirarchijnj Rangord¬
nung; Rangfolge; Über- u. Unterord-
nungsverhaltnis
hierjarjchisch —* hie|r|ar|chisch: <gr.-
lat.) Adj. eine Rangordnung betref¬
fend, ihr zuzuordnen
hier|ar|chi|sje|ren —* hie|r|ar|chi|sig|-
ren: tgr.-lat.) hierarchisierst; hierar-
chisiertest; hast hierarchisiert «Soziol.)
Rangordnungen entwickeln
hjerjauf —»• hie|r|auf: Adv. 1 einen be¬
stimmten Ort bezeichnend »Du
kannst dein Glas hierauf stellen.« 2
zeitlich nachfolgend, sodann, später 3
auf eine gerade erwähnte Tatsache,
Erwähnung folgend, darauf aufbau¬
end
hjeijaus —> hje|r|aus: Adv. aus einer
Sache entstammend, sich aus etw. er¬
gebend, was vorher genannt wurde,
sichtbar ist
hjerjbei: Adv. 1 nahe, dicht bei etw. Dort
sind die Umkleideräume. Hierbei be¬
finden sich die Schließfächer für die
Wertsachen.« 2 während einer Ange¬
legenheit, eines Geschehens »Die De¬
monstration dauerte 4 Stunden. Hier¬
bei kam es zu Ausschreitungen.« 3 in
Bezug auf das Vorerwähnte »Das
Grundgesetz ist die Verfassung der
Bundesrepublik Deutschland-. Hierbei
stehen die Menschenrechte an erster
Stelle.«
hjerjblei|ben —» hjer blej|ben: bleibst
hier; blieb(e)st hier; bist hiergeblieben
an dem Ort des Sprechers bleiben,
sich weiterhin dort aulhalten
hieijdurch: Adv. 1 durch etw. Gezeigtes
hindurch »Gehen Sie bitte hierdurch.«
2 auf diese Weise 3 deshalb; daher;
darum; aufgrund des Vorerwähnten,
auf dem eben dargestellten Umstand
fußend
hjerjein/hieijejn —> hie|r|ein: Adv. in ei¬
nen vorliegenden, genannten Gegen¬
stand, in etw. ßezeichnetes, Gezeigtes
hinein
hierffür Adv. 1 einen Gegenwert, Ent¬
schädigung, Kompensation, Aus¬
gleich bezeichnend; dafür 2 auf etw.
Erwähntes hinweisend
hierjgegen: Adv. 1 gegen etw. Gezeigtes
od. bereits Erwähntes 2 verglichen
mit etw. eben Erwähnte(s)(m)
hjeijher/hierjher/hjerjher: Adv. an die¬
sen hiesigen Ort
—* hieijher bli|cken: s. hierherblicken
—> hieijher bnn|gen: s. hierherbringen
—* hierjher ge|hö|ren: s. hierhergehö¬
ren ~
—* hier|her ho|len: s. hierherholen
—» hierjher le|gen: s. hierherlegen
—> hjeijher schj|cken: s. hierherschik-
ken
hieijheijblicken (hierjherjblikjken —*
hjer|her bljjcken): blickst hierher;
blicktest hierher; hast hierhergeblickt
—>hast hierher geblickt*— hierher
zu jmdm. hinschauen, -sehen
hieijherjbrinjgen —» hjer|her brin|gen:
bringst hierher; brachtest hierher; hast
hierhergebracht —»-hast hierher
gebracht*— etw. an diesen Ort, zum
Sprechenden bringen
hierjheijge|hö|ren —» hierjher ge|hö|-
ren: gehörst hierher; gehörtest hierher;
hast hierhergehört —>hast hierher
gehört*— a) etw. hat einen festen
Platz an dem Ort des Sprechers, an ei¬
nen mit einer Geste gezeigten Platz b)
jmd. hat sein Zuhause, seine Heimat
hier, gehört in diese Umgebung,
Gruppe von Personen
hieijherjho|len —> hieijher ho|len: holst
hierher; holtest hierher; hast hierher¬
geholt —>hast hierher geholt*—
hierher, an diesen Ort (zu jmdm.), an
einen mit einer Geste gezeigten Platz
holen, bringen
hierjheijle|gen —» hierjher lejgen: legst
hierher; legtest hierher; hast hierher¬
gelegt —>hast hierher gelegt*— an
den Ort des Sprechers, an einen mit
einer Geste gezeigten Platz legen
hierjher|schicken (hieijherjschik|ken
—» hjer|her schocken): schickst hier¬
her; schicktest hierher; hast hierherge¬
schickt —>hast hierher geschickt*—
hierhin, an diesen, zuvor genau be¬
schriebenen, benannten Ort senden,
gehen lassen
hjerjheijum/hieijheijum —> hier|he|r|-
um: Adv. um diese Stelle, um einen
mit einer Geste gezeigten Platz herum
hjerjhin: Adv. 1. an den Ort des Spre¬
chers, zu dieser eben erwähnten Stel¬
le, an einen mit einer Geste gezeigten
Platz 2 in Verbindung mit >bis< bis an
diesen Ort, bis zu dieser Stelle, bis an
einen mit einer Geste gezeigten Platz
hierthlnlaus/hierihlnlaus —» hierjhi|n|-
aus: Adv. auf diese Weise, auf diesem,
mit einer Geste gezeigten Weg heraus
hjer|Mn|ein/hieijhin|ejn —> hier|hi|n|-
ein: Adv. hier, auf diesem Weg, auf
dem mit einer Geste gezeigten Weg in
etw. hinein
hierjhin|über/hier|hinjüber —* hierjhij-
n|über: Adv. hierher, an diese Stelle,
an einen mit einer Geste gezeigten
Platz
hjer|las|sen —» hier lassen: läßt hier;
ließest hier; hast hiergelassen —*alle
Gegenwartsformen mit ss*— etw.
hier, an dem Ort des Sprechers, an ei¬
nen mit einer Geste gezeigten Platz
belassen
hjerjmit: Adv. 1 damit; anhand dieser
Sache, mit diesem Hilfsmittel, Gegen¬
stand, mit etw. Gezeigtem 2 mit dem
eben genannten, vorher gesagten 3
zugleich mit diesem Vorgang, Ge¬
schehen, dieser Angelegenheit
hjeijnach/hieijnach: Adv. a) unmittel¬
bar folgend, anschließend b) daraus
zu folgern, schließen
hierjne|ben/hierjne|ben: Adv. a) neben
etw. oft mit einer Geste angezeigt be¬
findlich b) außerdem; zudem; darüber
hinaus; hinzukommend
Hie|ro|glyjphe —> Hie|ro|g|ly|phe: <gr.>
/hiroglüfe/ die; - ; -n 1 Zeichen der
Bilderschrift des Altägyptischen, Alt¬
kretischen u. Hethitischen 2 m. PI.
[iron.] kaum lesbare, nicht zu entzif¬
fernde^) Buchstabe, Handschrift
Hie|ro|man|tje: <gr» die; - ; - Weissa¬
gung aus Opfern
hierjüber/hierfüber/hierjüber—» hie|r|-
über: Adv. 1 über etw. zuvor Erwähn¬
tes 2 im Verlaufe dessen, während ei¬
nes Geschehens
hjerjum/hierjum —> hie|r|um: Adv. a)
räumlich um etw., ofTverbunden mit
einer hinweisenden, hinzeigenden Ge¬
ste herum b) inhaltlich etw. betref¬
fend
hieijun|ter/hierjuntter —» hie|r|un|ten
Adv. 1 räumlich unter diesem Platz,
diesem, mit einer Geste gezeigten Ge¬
genstand 2 unter einer bestimmten
Menge von Personen od. Sachen »In
dem Gebirgszug leben noch viele wilde
Tiere. Hierunter auch einige vom Aus-
525
hiervon/hiervon
sterben bedrohte Arten.« 3 inhaltlich
unter etw. zuvor Genanntem
hieijvon/hier[vqn: Adv. 1 räumlich von
dieser Stelle, von diesem Ort, oft mit
einer Getse angezeigt, aus 2 in Folge
der eben erwähnten Sache, Angele¬
genheit, als deren Resultat 3 als Teil
der eben, zuvor erwähnten Menge,
Gruppe
hier(vor/hier(vor/hierivor Adv. 1 räum¬
lich vor diesem Gegenstand, diesem
Ort, einem mit einer Geste angezeig¬
ten Platz 2 inhaltlich u. zeitlich vor
dieser, einer zuvor angesprochenen
Angelegenheit
hjerjzu/hieijzu/hierjzu: Adv. räumlich,
zeitlich u. inhaltlich zu einer bestimm¬
ten Angelegenheit, Gruppe, Klasse
od. Kategorie hinzu, dazugehörig,
sich darauf beziehend
h(erjzu|lan|de —* auch hjer zu Lande:
Adv. in diesem Staat, Land, in dieser
Gesellschaft
hie|sig: Adj. n. stg. an dem Ort des Spre¬
chers; hier anzutreffen
Hi|fi/Hi|Fi/HI|FI —* Hi-Fi: Kurzw. <e»gh
/haifi u. haifai/ <Unterhaltungselek¬
tronik> high fidelity = hohe (Ton-
klang)Treue (hohe Ubertragungsqua¬
lität od. lautgetreue Wiedergabe)
high: <engh /hai/ sich infolge Drogen¬
konsums od. aus freudigem Anlaß in
einem Zustand der Euphorie befin¬
dend
High|life: <engh /hailaif/ das; -s; - das
vornehme, exklusive Leben der High¬
Society
Highjtight <.engl> /hgilait/ das; -s; -s Hö¬
he-, Glanzpunkt; das Beste, ein Gan¬
zes zur Vollkommenheit Abrunden¬
des
High-So|cie|ty —* High|so|cie|ty: <engb
/haißeßaieti u. [ugs.] haißoßgRti/ die;
- ; - die vornehme, reiche Gesell¬
schaft; die oberen Zehntausend
High-Tech —» Hightech: Kurzw. o.
Art. <engh /hai-twk/ high technology
= Hoch-, Spitzentechnologie
High|way. <engh /haiwej/ der; -s; -s
amerikanische Autobahn
Hil|fe: die; - ; -n a) o. PI. Unterstützung,
Beistand, die/dem man jmdm. entge¬
genbringt od. die/dem einem jmd.
entgegenbringt b) Person, die als Un¬
terstützung für bestimmte Tätigkei¬
ten in Anspruch genommen wird
—s- Hil|fe bringend: s. hilfebringend
—» Hiltte sujchend: s. hilfesuchend
hil|fe|brin}gend —*■ Hif|fe bringend:
Adj. Hilfe, Erleichterung, Unterstüt¬
zung leistend, bringend
Hilffe|er{su|chen: das; -s; - (schriftliche)
Bitte um Hilfe an jmdn.
Hil|fe|lei|stung —» Hil|fe|leis|tung: die;
- ; -en 1 Maßnahme od. Handrei¬
chung, die jmdm. eine Arbeit od. Tä¬
tigkeit erleichtert 2 <Rechtsw.> Hilfe
u. Unterstützung, die man bei Un¬
glückslallen u. Not zu leisten ver¬
pflichtet ist
Hjl|fe|schrei: der; -fe)s; -e Ruf nach
Hilfe in einer Notsituation
Hiltfe|ste(|lung: die; -; -en 1 Hilfe, Anre¬
gung, Rat für jmdn. bei der Bewälti¬
gung einer Aufgabe 2 <Sport> Unter¬
stützung einer Turnübung, bestimmte
Handgriffe, die eine Person bei einer
Übung sichern, damit es zu keinem
Unfall, zu keiner Verletzung kommt
hil|fe|sufctiend—» Hilffe sujchend: Adj.
n. stg. um Unterstützung bittend
hilf)los: Adj. hilfloser; hilfloseste unselb¬
ständig; eine Situation nicht allein be¬
wältigen könnend
hilfreich: Adj. für etw. od. jmdn. nütz¬
lich, dienlich »Das war eine sehr hilf¬
reiche Information.«
Hilfs|artbei|ter: der; -s; - weibl. HIMs|arj-
bei)te|rin: die; - ; -nen Person, die kei¬
nen Beruf erlernt hat, sondern nur an¬
gelernt wurde
Hitfs|be|dürfftig|keit: die; - ; - Zustand,
finanziell od. in der praktischen Be¬
wältigung einer Situation, des Lebens
(z. B. aufgrund einer Behinderung, ei¬
ner Krankheit, Armut) auf Hilfe an¬
gewiesen zu sein
hiffs|be|reit: Adj. hilfsbereiter; hilfsberei¬
teste stets gerne jmdn. unterstützend
Hilfs|fond: der; - ; - zur Verfügung ge¬
stelltes Geld, das Menschen helfen
soll, die in irgendeiner Form bedürf¬
tig sind, sich in einer Notlage befin¬
den
Hitfs|kon|struk|ti|on —> Hitfs|kon|s|t|-
ruk|ti|on: die; - ; -en vorübergehender
Aufbau, um etw. zu erzielen, erhalten
Hilfs|kreft: die; - ; -kräfte (nicht beson¬
ders qualifizierte) Arbeitskraft, die
jmdn. bei der Bewältigung einer Auf¬
gabe unterstützt
H|ifs)mit|tet: das; -s; - etw., was für ei¬
nen Vorgang, zur Bewältigung einer
Aufgabe, zur Fertigstellung einer Ar¬
beit o. ä. zu Hilfe genommen wird
HiHs|quel|le: die; - ; -n 1 bei wissen¬
schaftlichen Arbeiten, jedes unter¬
stützende Material (besonders
Literatur) 2 jedes Hilfsmittel, das für
Tätigkeiten unterstützend wirkt
Hilfs|schü|ler. der; -s; - weibl. Hilfs[-
schü|le|rin: die; ~ ; -nen [veralt.] Schü¬
lerin) einer Hilfs-, Sonderschule
Hitfs|vert>: das; -(e)s; -en <Sprachwiss.>
zur Beugung, Flexion von Verben,
Tätigkeitswörtern, zur Bildung der
Perfekt-, Plusquamperfekt-, Zu¬
kunftsform notwendige Wörter »Die
Wörter >haben<, >werden< u. >sein< sind
Hilfsverben.«
hilfs|wei|se: Adv. als Hilfe, Ersatz, Un¬
terstützung dienend
Hi!fs|werk: das; -fe)s; -e Organisation,
die (soziale) Nothilfe leistet
Him|bee|re: die; ~ ; -n a) an Sträuchern
wachsende, rote, aus vielen kleinen
Kugeln zusammengesetzte (Wald-)
Frucht »Wirpflücken Himbeeren.« b)
Strauch, an der die Himbeere (a)
wächst
h]m|beerjfaijbig; Adj. n. stg. eine kräfti¬
ge, hellrote leicht in Pink gehende
Farbe aufweisend
Him|beer|si|rup: der; -s; -e dicklicher,
süßer, konzentrierter Himbeersaft,
der einer anderen Flüssigkeit als Aro¬
maspender beigegeben wird
Him|beerfstrauch: suehder; -(e)s;
-strmcher domenbesetzte Pflanze, an
der Himbeeren als Früchte wachsen
Him|mel: der; -s; - 1 über der Erde lie¬
gendes, sich scheinbar am Horizont
erhebendes, in der Nacht dunkelblau
bis schwarz (mit Sternen), am Tag
durch die Sonne erhellt blau-grau er¬
scheinendes Gebilde (mit Wolken) 2
«Religion) das Reich Gottes; die
Ewigkeit »in den Himmel kommen« 3
Hinunei noch (ein)mal: [ugs.] ärger¬
licher, unwilliger Ausruf »Himmel
noch mal, du solltest das doch nicht
anfassen!« 4 gerechter, gütiger
Himmel: [ugs.] bestürzter Ausruf 5
(ach) du lieber Himmel: [ugs.] be¬
stürzter, überraschter Ausruf »Ach du
lieber Himmel, wo kommst du dem
her?« 6 dem Himmel sei Dank: [ugs ]
erleichterter Ausruf »Dem Himmel sei
Dank, dir ist nichts passiert.« 7 Him¬
mel, Kreuz, Donnerwetter!: ärgerli¬
cher, unwilliger, verwünschender
Ausruf, Fluch 3 zum Himmel schrei¬
en, stinken: [ugs.] empörend, unmög¬
lich, ein Skandal sein 9 aus heiterem
Himmel: plötzlich, unerwartet u.
ohne erkennbaren Grund 10 im sie-
b(en)ten Himmel sein; sich wie im
sieb(en)ten Himmel fühlen: [ugs.]
sehr glücklich, vollauf zufrieden sein
11 um Himmels willen: [ugs.] er¬
schrockener, unwilliger Ausruf 12
Himmel u. Hölle in Bewegung
setzen: alles versuchen, um etw. zu
erreichen 13 Es ist noch kein Meister
vom Himmel gefallen: niemand kann
etw. auf Anhieb beherrschen, man
muß erst lernen, üben
him|mel|angst: Adj. in der Wendung mir
od. jmdm. ist himmelangst: große,
fast panische Angst vor etw.
Him|met|bett: das; -(e)s; -en Bett, über
das ein Baldachin aus Stoff gespannt
ist
himlmellblau: Adj. n. stg. von der Farbe
des wolkenlosen Himmels; so blau
wie der Himmel; azurblau
Him|meljfahrt: die; • ; -1 Auffahrt Jesu
Christi, Mariens in das Himmelreich
2 christlicher Feiertag zum Gedenken
an die Himmelfahrt (1) Jesu Christi
am 40. Tag nach Ostern
Him|mel|fahrts|kom|man|do: das; -s; -s
a) (militärischer) Auftrag, der so ge¬
fährlich ist, daß man ihn wahrschein¬
lich nicht überlebt b) alle Teilnehmer
eines Himmelfahrtskommandos (1)
hitn|mel|hoch: Adj. n. stg. sehr, überaus,
kaum beschreiblich hoch; so hoch wie
der Himmel
Him|mel|hund: der; -(e)s; -e [veralt.]
Teufelskerl
Himjmeijreich: das; -(e)s; - <Religion>
Paradies, Ort der ewigen Glückselig¬
keit
Him|meis|äqua|tor —» Him|mels|S|-
qua|tor: der; -s; - (Astronomie)
Kreis, der den Himmel in Nord- u.
Südhälfte teilt
Him|mels|brot: das; -(e)s; -e Johannis¬
brot
him|mel[schrei|end: Adj. n. stg. [ugs.]
extrem (schlecht, negativ)
Him|mels|er|schei|nung: die; - ; -en
astronomisches od. meteorologisches
Phänomen am Himmel
Him|mels(fürst: der; -en; - [poet.] Gott
Him|melajge|wöl|be: das; -s; - [poet.]
Firmament
Him{mels|g!o|bus: der; - ; -se u. -globen
Globus, der den Sternenhimmel als
Kugel zeigt
Him|mels|kar|te: die; -; -n Stemenkarte
526
hinausschmeiBen
Himjmels|körjpen der; -s; - Astrono¬
mie) (größere) im Weltraum vorkom¬
mende Gesteinsmasse wie Sterne, Pla¬
neten »Vom Observatorium aus wer¬
den die Himmelskörper beobachtet.«
Him|mels|kun|de: die; - ; - Astronomie;
Wissenschaft von den Sternen, Ge¬
stirnen u. ihren Bewegungen
Him|mels|rich|tung: die; - ; -en Norden,
Süden, Osten u. Westen
Him|mels|stür|mer: der; -s; - jmd., der
etw. erreichen möchte, was eigentlich
unmöglich ist
Him|mels|wa|gen: der; -s; - Sternbild
des Großen Wagens
him|mel|weit Adj. in der Wendung es
ist ein himmelweiter Unterschied: es
besteht eine große Differenz, ein riesi¬
ger Unterschied
himm|lisch: Adj. 1 sehr schön u. beson¬
ders angenehm; toll; klasse; super;
prima; wunderbar; wunderschön;
traumhaft »Wir hatten himmlisches
Wetter.« 2 den Himmel od. die durch
ihn symbolisierten, verkörperten reli¬
giösen Dinge betreffend »Das war
eine himmlische Fügung.«
hin: Adv. 1 auf einen bestimmten Punkt
zu a) zeitlich »auf den Sommer hin« b)
räumlich »auf die Wand hin« 2 [ugs.j
kaputt; zerstört; nicht mehr funkti¬
onstüchtig »Das Auto ist hin!« 3 hin-
u. hergerissen sein: [ugs.] sich nicht
entscheiden können, in einem Zwie¬
spalt stecken 4 hin u. wieder, ge¬
legentlich; manchmal »Hin u. wieder
trank er gerne ein Glas Bier.« 5 nach
aufien hin: äußerlich betrachtet
»Nach außen hin wirkte sie sehr ge¬
faßt.« 6 hin u. her reden: immer wie¬
der über etw. sprechen 7 hin u. her
überlegen; sich etw. gut überlegen,
alle Vor- u. Nachteile gegeneinander
abwägen
—» hin sein: s. hinsein
hin|ab —> hi|n|ab: Adv. von oben nach
unten
hin|auf —> hi|n|auf: Adv. von unten
nach oben
hin|aufjarjbeiftan_> hilnlauflarlbeitten:
arbeitest dich hinauf; arbeitetest dich
hinauf; hast dich hinaufgearbeitet sich
unter großen Bemühungen beruflich
hocharbeiten
hinlautibittten —» hi|n|aufjbtt)ten: bit¬
test hinauf; batest hinauf; hast hinauf¬
gebeten jmdn. von einem unterhalb
gelegenen Ort (der Straße, Haustür)
in sein Haus, seine Wohnung einla¬
den
hinlauflbrinjgen —* hilnlauflbrinlqen:
bringst hinauf; brachtest hinauf; hast
hinaufgebracht jmdn. od. etw. von ei¬
nem unterhalb gelegenen Ort hierher,
nach oben bringen
hinlauflgelhen —> hi|n!auf|ge|hen:
gehst hinauf; ging(e)st hinauf; bist
hinaufgegangen 1 von hier aus zu ei¬
nem höher gelegenen Ort gehen, füh¬
ren 2 in die Höhe gehen, steigen »Die
Arbeitslosenzahlen gehen wieder hin¬
auf.«
hin|auf|kletftern —» hilnlauflkletltern:
kletterst hinauf; klettertest hinauf; bist
hinaufgeklettert [ugs.j nach oben klet¬
tern, steigen
hinlauflkomlmen—» hilnlauflkomlmen:
kommst hinauf; kamfejst hinauf; bist
hinaufgekommen 1 a) sich zu einem
höher gelegenen Ort, Platz begeben b)
es schaffen, einen höher gelegenen
Ort zu erreichen 2 beruflich den Auf¬
stieg schaffen
hinlaullschaulen—» hi|n|auf|schau|en:
schaust hinauf; schautesThinauf; hast
hinaufgeschaut <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position)
nach oben zu jmdm., etw. hoch sehen,
blicken
hlnlauflselhen —» hilnlauflselhen:
siehst hinauf; sahfejst hinauf; hast
hinaufgesehen <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position)
nach oben zu jmdm., etw. hoch sehen,
blicken
hin|auf|stei|gen —> hi|n|auf|stei|gen:
steigst hinauf; stieg(e)st hinauf; bist
hinaufgestiegen zu einem höher gele¬
genen Ort stark bergan, steil gehen,
klettern
hin|guf)tra|gen —> hilnlaufltralqen:
trägst hinauf; lrug(e)st hinauf; hast
hinaufgetragen <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position)
etw. nach oben, hoch tragen, beför¬
dern
hin[auf)zie|han —» hi|n|auf|zie|hen:
ziehst hinauf; zogfejst hinauf; hast
hinaufgezogen <aus dem Blickwinkel
der räumlich niedrigeren Position)
eine Last nach oben, hoch befördern,
indem man sie zieht
hinlaus —» hilnlaus: Adv. 1 von innen
nach außen 2 auf Dauer »auf Jahre
hinaus ausgebucht«
hinlauslbelföridam —» hilnlauslbelförl-
dern: beförderst hinaus; befördertest
hinaus; hast hinausbefördert <aus dem
Blickwinkel der räumlich innerhalb
gelegenen Position) a) jmdn. od. etw.
von innen nach außen transportieren
b) [ugs.j jmdn. gewaltsam hinauswer¬
fen, des Hauses verweisen
hlnlauslbekrieilten—* hi|n|aus|be|glei|-
ten: begleitest hinaus; begleitetest hin¬
aus; hast hinausbegleitet <aus dem
Blickwinkel der räumlich innerhalb
gelegenen Position) jmdn. zur Tür, ins
Freie bringen, begleiten
hin|auslbrin|qen —> hilnlauslbrinlgen:
bringst hinaus; brachtesThinaus; hast
hinausgebracht <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) etw. von innen nach außen tra¬
gen, bringen
hln|aus|ei|len —> hi|n|aus|ei|len: eilst
hinaus; eiltest hinaus;Tist hinausgeeilt
<aus dem Blickwinkel der räumlich in¬
nerhalb gelegenen Position) schnell
nach draußen laufen
hlnlauslekeln —> hilnlauslelkeln: ekelst
hinaus; ekeltest hinaus; hast hinausge¬
ekelt jmdn. durch schlechte Behand¬
lung u. Gemeinheiten bewußt od. un¬
bewußt, beabsichtigt od. unbeabsich¬
tigt aus dem Haus verjagen, vom Ar¬
beitsplatz vertreiben
hinlauslgelhen —» hi|n|aus[ge|hen:
gehst hinaus; ging(e)st hinaus; bist
hinausgegangen 1 aus einem um¬
schlossenen Raum, einem Haus o. ä.
ins Freie treten, herausgehen 2 über
eine Grenze, ein Limit reichen 3 nach
draußen gerichtet sein
hin|aus|gucken (hin|aus|guk|ken) —»
hilnlauslqulcken: guckst hinaus; guck¬
test hinaus; hast hinausgeguckt <aus
dem Blickwinkel der räumlich inner¬
halb gelegenen Position) aus einem
Fenster o. ä. nach draußen schauen
hlnlauslhänloen —* hi|n|aus|hän|gen:
hängst hinaus; hängtest hinaus; hast
hinausgehängt <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition> etw. nach draußen hängen,
draußen aufhängen
hlnlauslhänloen —» hi|n|eus|hän|gen:
hängt hinaus; hing hinaus; hat hinaus¬
gehangen <aus dem Blickwinkel der
räumlich innerhalb gelegenen Positi¬
on) außen hängen
hin|aus|kom|men —s- hi|n|aus|kom|-
men: kommst hinaus; kamfejst hin¬
aus; bist hinausgekommen <aus dem
Blickwinkel der räumlich innerhalb
gelegenen Position) aus etw., einem
Haus herauskommen
hinlaualkomlulilmenltielren —» hijnj-
aus|komJp|li|men|tie|ren: komplimen¬
tierst hinaus; komplimentiertest hin¬
aus; hast hinauskomplimentiert jmdn.
durch freundliche Worte u. Gesten,
aber bestimmt zur Tür, aus dem Haus
weisen
hinlauallaslsen —> hilnlausllaslsen:
läßt hinaus; ließfesjt hinaus; hast hin¬
ausgelassen —*alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— 1 jmdm. erlauben, den
Raum, das Haus o. ä. zu verlassen 2
[ugs.j ein Geheimnis, eine Diskretion
verraten
hin|aus|leh|nen —» hi|n|aus|le|hnen,
sich: lehnst dich hinaus; lehntest dich
hinaus; hast dich hinausgelehnt den
Kopf u. Teile des Körpers weit aus
dem Fenster o. ä. lehnen
hlnlauslmüslsen —* hi|n|aus|müs|sen:
mußt hinaus; mußtest hinaus; hast hin¬
ausgemußt —alle Formen von »müs¬
sen* mit ss*—: <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) aus bestimmten Gründen ge¬
zwungen sein, ins Freie zu gehen, ei¬
nen Raum zu verlassen, hinausgehen
hinlauslpolsaulnen —> hi|n|aus|po|-
sau|nen: posaunst hinaus; posauntest
hinaus; hast hinausposaunt dibertr.)
eine Neuigkeit, ein Geheimnis allen
Leuten lauthals erzählen, nicht für
sich behalten können
hinlauslschaftfen —» hi|nlaus|schaf|-
fen: schaffst hinaus; schafftest hinaus;
hast hinausgeschafft <aus dem Blick¬
winkel der räumlich innerhalb gelege¬
nen Position) eine schwere Last von
drinnen nach draußen schaffen
hlnlau8lschelren —> hi|n|aus|sche|ren,
sich: scher Sch hinaus! [ugs.j Auffor¬
derung, sich von einem Ort, an dem
man unwillkommen ist, zu entfernen
hinlauslschielben —> hi|n|aus|schie|-
ben: schiebst hinaus; schobfejst hin¬
aus; hast hinausgeschoben 1 <aus dem
Blickwinkel der räumlich innerhalb
gelegenen Position) jmdn. od. etw.
hinausdrängen, mit Schubkraft hin¬
austransportieren 2 etw. hinauszö¬
gern, verschieben
hinlauslschmallBen —>• hilnlausl-
schmei|Ben: schmeißt hinaus; schmis¬
sest hinaus; hast hinausgeschmissen
—>alle Vergangenheilsformen von
)schmeißen< mit ss*— <aus dem
Blickwinkel der (räumlich) innerhalb
527
HinausschmiB
gelegenen Position) (ugs J1 a) etw. aus
etw. hinauswerfen b) etw. assortie¬
ren u. wegwerfen, zum Müll geben 2
a) jmdn. hinauswerfen, ihm das Haus
verbieten b) jmdm. den Arbeitsplatz
kündigen
Hin|aus|schml8 —> Hi|nlaus|schmiss:
der; -schmisses; -schmisse a) Hinaus¬
wurf aus einer Wohnung o. ä. b) Kün¬
digung; das Gekündigtwerden
hinlauslschreilen —» hijn|aus|schrei|-
en: schreist hinaus; schriebe )st hinaus;
hast hinausgeschrien (etw, unartiku¬
liert als Gefühlsäußerung) sehr laut
schreien
hin|auslselhen —> hilnlauslselhen:
siehst hinaus; sah(e)st hinaus; hast
hinausgesehen <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) aus einem Fenster o. ä. nach
draußen schauen
hlnlauslatelllen —> hilnlauslstelllen:
stellst hinaus; stelltest hinaus; hast
hinausgestellt 1 etw. von drinnen ins
Freie, nach draußen stellen 2 einen
Spieler vom Platz stellen, des Feldes
verweisen, ihm das weitere Mitspie¬
len, Teilhaben untersagen
hinlauslstOrimen —» hi|n|aus|stür|men:
stürmst hinaus; stürmtest hinaus; bist
hinausgestürmt <aus dem Blickwinkel
der räumlich innerhalb gelegenen Po¬
sition) (plötzlich) von drinnen nach
draußen rennen
hin|aus|stür|zen —» hilnlauslstürlzen:
stürzt hinaus; stürztest hinaus; bist
hinausgestürzt 1 durch Fremdeinwir¬
kung od. aus eigenem Verschulden
aus einem Fenster o. ä. nach draußen
fallen, stürzen 2 eilig, gehetzt zur Tür
od. aus dem Haus rennen
hinlauslstürizen —* hi|n|aus|stüijzen,
sich: stürzt sich hinaus; stürzte sich
hinaus; hat sich hinausgestürzt sich
mutwillig in selbstmörderischer Ab¬
sicht od. zur Flucht aus einem Fenster
o. ä. werfen
hlnlausltralqen —> hilnlaushralqen:
trägst hinaus; trug(e)st hinaus; hast
hinausgetragen 1 etw. von drinnen
nach draußen, ins Freie tragen 2
<übertr.> eine Nachricht, Information
verbreiten, unters Volk bringen 3
durch Schwung oder Fliehkraft aus
der Bahn geworfenen werden, über
eine Grenze hinauskommen
hinlauslwalqen —» hilnlauslwalqen.
sich: wagst dich hinaus; wagtest dich
hinaus; hast dich hinausgewagt <aus
dem Blickwinkel der räumlich inner¬
halb gelegenen Position) sich von
drinnen nach draußen trauen, ob¬
wohl man Angst hat
hinlauslwertten —» hi|n|aus|weijfen:
wirfst hinaus; warf(e)st hinaus; hast
hinausgeworfen 1 rausschmeißen;
jmdn. (derb) auffordem zu gehen 2
jmdn. entlassen; jmdm. kündigen (auf
derbe Art u. Weise)
hin)auslwol|ten —> hi|n|aus|wol|len:
willst hinaus; wolltest hinaus; hast
hinausgewollt 1 die Absicht haben,
nach draußen, ins Freie zu gelangen 2
etw. erstreben, beabsichtigen »Er
wollte auf etw. Bestimmtes hinaus.« 3
hoch hinaus wollen: ein hochgesteck¬
tes Ziel anstreben
Hinlauslwurf —» Hiln|aus|wurb. der;
-(e)s; -würfe a) das Hinausweisen aus
einer Wohnung o. ä. b) Kündigung,
das Gekündigtwerden
hinlauslzielhen —»- hi|n|aus|zie[hen:
ziehst hinaus; zog(e)st hinaus; hast
hinausgezogen 1 jmdn. od. etw. aus ei¬
nem geschlossenen Raum nach drau¬
ßen schleifen, ziehen 2 etw. verzö¬
gern, zeitlich in die Länge ziehen 3
aus einem geschlossenen Raum nach
draußen ziehen 4 sich hinausziehen:
zeitlich lange andauem, sich in die
Länge ziehen
hinlauslzölqem —» hi|n|aus|zö|gern:
zögerst hinaus; zögertest hinaus; hast
hinausgezögert etw. zeitlich aufschie¬
ben, verschieben , .
hin|be|ge|ben, sich: begibst dich hin; be¬
gabte) st dich hin; hast dich hinbege¬
ben [geh.] zu einem Ort, einer Veran¬
staltung, zu einer Person gehen
hinjbe|stet|len: bestellst hin; bestelltest
hin; hast hinbestellt jmdn. auffordem,
an einen bestimmten Ort zu kommen
hin|biefgen: biegst hin; bog(e)st hin;
hast hingebogen <übertr.> eine Angele¬
genheit durch Tricks u. Geschicklich¬
keit zum angestrebten Vorteil gestal¬
ten
hin|blät|tem: blätterst hin; blättertest
hin; hast hingeblättert eine Geldsum¬
me (bar, in Geldscheinen) bezahlen
H]n|bliclc in der Wendung in Hinblick
auf: in Anbetracht; angesichts; wegen
hin|derjlich: Ad), störend, belastend u./
od. lästig sein
hin|dern: hinderst; hindertest; hast ge¬
hindert eine Person nicht tun lassen,
was sie tun möchte; jmdn. von etw.
abhalten; jmdm. etw. unmöglich ma¬
chen
Hin|derfnis: das; -ses; -sea) etw., was bei
der Erreichung eines Zieles im Wege
steht, sich störend auswirkt b) jmdm.
Hindernisse in den Weg legen:
jmdm. bei dem Versuch, etw. zu errei¬
chen, Probleme, Schwierigkeiten be¬
reiten
Hjn|derfnis|fah|ren: das; -s; - Fahren mit
einem Fahrzeug um Hindernisse
herum (zur Übung, als Sport)
Hin|deijnis|lauf: der; -(e)s; -läufe Ren¬
nen, Lauf über Hindernisse
Hin|deijnis|läu|fer: der; -s; - weibl. Hin|-
der)nis|läuffe|rin: die; - / -nen <Sport>
Person, die an einem Rennen teil¬
nimmt, bei dem Hindernisse zu über¬
winden sind
Hin|de|rung: die; - ; -en etw., was etw.
od. jmdm. behindert, hemmt, nicht
ans Ziel kommen läßt
Hjn|de|mngs|gnind: der; -(e)s; -gründe
Beweggrund, Argument dafür, etw.
nicht zu tun
hin|deutten: deutest hin; deutetest hin;
hast hingedeutet auf etw. verweisen
H|n|di: das; -s; - eine Amtsprache in In-
"dien
Hin|du|js|mus: <pers.-lat.> der; - ; - indi¬
sche (Volks-)Religion
hindurch: Adv. 1 zeitlich eine Periode
überdauernd, fortwährend »Die
Trockenheit zog sich durch den Som¬
mer hindurch.« 2 sich inhaltlich durch
ein Werk, Buch o. ä. ziehend
hin|durch|ge|hen: gehst hindurch; gin-
g(e)st hindurch; bist hindurchgegan¬
gen etw. (ungehindert) durchqueren,
durchlaufen
hin|durch|schau|en: schaust hindurch;
schautest hindurch; hast hindurchge¬
schaut durch etw. sehen
hin|durch|zwän|gen: zwängst hindurch;
zwängtest hindurch; hast hindurchge¬
zwängt etw. durch eine enge Öffnung
drängen, quetschen, pressen, schie¬
ben, drücken
hin|ein —> hi|n[ein: Adv. von außen
nach innen in etw., einen Raum, ein
Gebiet
hin|egn|be|ge|ben —» hi|n|ein|be|ge|-
ben, sich: begibst dich hinein; bega-
b(e)st dich hinein; hast dich hineinbe¬
geben [geh.] in einen Raum o. ä. hin¬
eingehen
hin|ejn[bit|ten —» hi|n(ein|bitften: bittest
hinein; bat(e)st hinein; hast hineinge¬
beten <aus dem Blickwinkel der räum¬
lich außerhalb gelegenen Position)
jmdn. höflich auffördern einzutreten,
den Raum, die Wohnung, das Haus
zu betreten
hin|ein|den|ken —» hi|n|ein[den|ken,
sich: denkst dich hinein; dachtest dich
hinein; hast dich hineingedacht sich in
eine Person hineinversetzen, sich in
Methode, Arbeitsweise, ein Problem
einarbeiten
hln|ejn|drän|gen —» hi|n[ein|drän|gen:
drängst hinein; drängtest hinein; hast
hineingedrängt <aus dem Blickwinkel
der räumlich außerhalb gelegenen Po¬
sition) zusammen mit vielen anderen
etw. schnell betreten wollen
hin|ein|fres|sen —» hi|n|ein|fres|sen:
frißt hinein; fraß(e)st hinein; hast hin¬
eingefressen —*-alle Gegenwartsfor¬
men mit ss<— [ugs.] <übertr.> ein Pro¬
blem, Kummer nicht bewältigen, son¬
dern mit sich führen, es nicht ausspre¬
chen, keine Klärung erzielen od. nicht
anstreben
hin|ein|fun|ken —hi|n|ein|fun|ken:
funkst hinein; funktest hinein; hast hin¬
eingefunkt [ugs.] sich in etw. entmi¬
schen
hin|ein|gie|8en —> hi|n|ejn|gie| Ben:
gießt hinein; gossest hinein: hast hin¬
eingegossen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss<— Flüssigkeit in ein
Behältnis gießen
hin|ejn|grei|fen —> hi|n|ein|greiffen:
greifst hinein; griff(e)st hinein; hast
hineingegriffen in ein Behältnis hin¬
einfassen
hin|ein|hei|ra|ten —» hi|n|ein|hei|ra|ten:
heiratest hinein; heiratetest hinein;
hast hineingeheiratet in eine Familie
o. ä. einheiraten; durch eine Ehe¬
schließung (zukünftig) zu einer Fami¬
lie gehören
hin|ejn|in|teijpne|tie|ren —> hi|n|ein|in|-
teijpre|tie|ren: interpretierst hinein;
interpretiertest hinein; hast hineinin¬
terpretiert etw. einer Aussage entneh¬
men, was eigentlich gar nicht gesagt
wurde
hini§in|knien —> hi|n|ein|knien, sich:
kniest dich hinein; knietest dich hinein;
hast dich hineingekniet <übertr.> sich
mit großem Einsatz, Engagement ei¬
ner Aufgabe widmen
hin|ein|las|sen —> hi|n|ein|las|sen: läßt
hinein; ließest hinein; hast hineingelas¬
sen —*alle Gegenwartsformen mit
52&
hinr.
ss<— jmdn. in einen Raum, eine
Wohnung, ein Haus eintreten lassen
hinl§in|le|sen —> hi|n|ein|ie|sen: liest
hinein; las (es) t hinein; hast
hineingelesen 1 etw. aus einem Text
entnehmen, was eigentlich gar nicht
gemeint war 2 sich hineinlesen: sich
in einen Text, ein Problem einiesen,
die Problematik begreifen
hin|sjn|mi|schen —* hi|n|e|n|mi|schen:
mischst hinein; mischtest hinein; hast
hineingemischt 1 etw. unter eine
Masse, zwischen etw. mengen, tun 2
jmdm. in etw. hereinreden, obwohl es
einen nichts angeht
hin|ein|plat|zen —> hijn|ein|plat|zen:
platzt hinein; platztest hinein; bist hin¬
eingeplatzt [ugs.] plötzlich irgendwo
unerwartet dazukommen
hin|em|pres|sen —> hijn[ein|pres|sen:
preßt hinein; preßtest hinein; hast hin¬
eingepreßt —»■alle Formen mit ss*—
etw. in etw. hineinquetschen, -drük-
ken
hin[e]n|re|den—> hi|n|ein|re|den: redest
hinein; redetest hinein; hast hineinge¬
redet sich bei etw. einmischen; versu¬
chen, eine Person zu beeinflussen
hin|§in|rie|chen —> hi|n|ein|rie|chen:
riechst hinein; roch(e)st hinein; hast
hineingerochen [ugs.] etw. für kurze
Zeit tun u. sich damit Kenntnisse dar¬
über aneignen
hin|ein|schau|en —> hi|n|ein|schaulen:
schaust hinein; schautest hinein; hast
hineingeschaut 1 «aus dem Blickwinkel
der räumlich außerhalb gelegenen Po¬
sition) in etw. hineinblicken 2 [ugs.]
einen (kurzen, unangemeldeten) Be¬
such machen
hin|ein|schnei|en —* hi|n|gin|schnei|-
en: schneist hinein; schneitest hinein;
bist hineingeschneit 1 hat von draußen
durch das Fenster od. Dach schneien
2 bist plötzlich u. unerwartet zu Be¬
such, durch die Tür kommen
hin|ein|schütjten —* hi|n[ein|schüt|ten:
schüttest hinein; schüttetest hinein;
hast hineingeschüttet etw., z. B. Flüs¬
sigkeit, in einen Behälter o. ä. fließen
lassen
hin|ein|spa|zie|ren —» hi|n|e«i|spa|zie|-
ren: spazierst hinein; spaziertest hin¬
ein; bist hineinspaziert «aus dem Blick¬
winkel der räumlich außerhalb gele¬
genen Position) einen Raum ent¬
spannt betreten
hin|gjn|spie|len —* hi|n|ein|spie|len:
spielst hinein; spieltest hinein; hast
hineingespielt 1 für einen Sachverhalt
besondere Bedeutung haben, gewin¬
nen 2 sich hineinspielen: «Sport) sich
durch gute Leistungen einen Stamm¬
platz erkämpfen; in einem Turnier
eine weitere Runde erreichen
hin|ein|sprfn|gen—> hi|n|ejn|sprin|gen:
springst hinein; sprang(e)st hinein;
bist hineingesprungen «aus dem Blick¬
winkel der räumlich außerhalb gele¬
genen Position) in etw. hineinhüpfen
hin[ein|steijgern —* hi|n|ein|stei|gern,
sich: steigerst dich hinein; steigertest
dich hinein; hast dich hineingesteigert
sich mit einer Sache, einem Problem
bis zur Besessenheit auseinanderset¬
zen
hin|ein|stop|fen —> hi|n|e|n|stop(fen:
stopfst hinein; stopftest hinein; hast
hineingestopft [ugs.] etw. mühevoll in
etw. hineinzwängen
hin|£in|stür|zen —> hi|n|ein|stürjzen:
stürzt hinein; stürztest hinein; bist hin¬
eingestürzt «aus dem Blickwinkel der
räumlich außerhalb gelegenen Positi¬
on) a) heftig in etw. hineinfallen b)
schnell in einen Raum hineingehen
hin|e]n|ver|set|zen —» hi|n|ein|verjset|-
zen, sich: versetzt dich hinein; versetz¬
test dich hinein; hast dich hineinver¬
setzt versuchen, vermögen, sich in
jmds. Gedanken hineinzudenken,
jmds. Handlung nachzuvollziehen
hin|p]n|wach|sen—* hi|n|ein|wach|sen:
wächst hinein; wuchsest hinein; bist
hineingewachsen 1 größer, dicker wer¬
den, so daß jmdm. ein’ Kleidungs¬
stück paßt 2 «übertr.) bei der Bewälti¬
gung einer Aufgabe die nötigen Fä¬
higkeiten erwerben
hin|ejn|zer|ren —* hi|n|einjzer|ren:
zerrst hinein; zerrtest hinein; hast hin¬
eingezerrt jmdn. gegen seinen Willen
in einen Raum hineinziehen
hin|ejn|zie|hen —> hi|n|ein|zie|hen:
ziehst hinein; zog(e)st hinein; hast
hineingezogen 1 etw., jmdn. von au¬
ßen in einen Raum ziehen »Er zog den
Hund ins Auto hinein.« 2 jmdn. dazu
zwingen, sich ebenso wie man selbst
mit einer unangenehmen Angelegen¬
heit auseinanderzusetzen; jmdn. in
etw. verwickeln
hin|ejn|zwän|gen —* hi|n|ein|»vän|-
gen: zwängst dich hinein; zwängtest
dich hinein; hast dich hineingezwängt
sich mit großen Mühen ein (zu enges)
Kleidungsstück anziehen; sich in eine
kleine Kammer o. ä. zwängen
hin|fah|ren: fährst hin; fuhr (e)st hin; bist
hingefahren sich per Fahrzeug zu ei¬
nem bestimmten Ort bewegen
Hinjfahil: die; - ; -en Fahrt, Reise zu ei¬
nem Ziel
hin|faljlen: fällst hin; fiel(e)st hin; bist
hingefallen zu Boden stürzen
hin|fäl|lig: Adj. 1 nicht mehr wichtig;
nicht mehr notwendig; inzwischen
überflüssig 2 durch Alter, Krankheit
o. ä. schwach geworden
hin|fin|den: findest hin; fand(e)st hin;
hast hingefunden eine bestimmte Stel¬
le erreichen, finden, die man gesucht
hat
Hin|flug: der; -(e)s; -flüge Flugreise zu
einem bestimmten Ziel
hin(füh|ren: führst hin; führtest hin; hast
hingeführt jmdn. zu einem Ort leiten,
begleiten
Hin|ga|be: die; - ; -n a) o. PL große An¬
strengung, Einsatz, Eifer für etw. od.
jmdn. b) aufopferungsvolle Erledi¬
gung einer Aufgabe; Begeisterung für
eine Person
Hin|gang: der; -(e)s; Hingänge [ver¬
hüll.] Tod
hin|ge|ben, sich: gibst dich hin; gab(e)st
dich hin; hast dich hingegeben 1 sich ei¬
ner Aufgabe vollständig, bis zur Er¬
schöpfung widmen 2 [verhüll.] als
Frau mit einem Mann Geschlechts¬
verkehr haben
hin|ge|bungs|voll: Adj. besonders auf¬
opferungsvoll
hin|ge|gen: Adv. aber, auf der anderen
Seite; obwohl
hin|ge|hen: gehst hin; ging(e)st hin; bist
hingegangen etw. od. jmdn. aufsu¬
chen
hjn|hal|ten: hältst hin; hielt(e)st hin;
hast hingehalten 1 jmdm. etw. entge¬
gen halten, zum Nehmen anbieten 2
verzögern; jmdn. durch falsche Ver¬
sprechungen dazu bringen, auf etw.
abzuwarten
Hinjhaljtejtak|tik: die; - ; -en Strategie,
die man anwendet, um jmdn. hinzu¬
halten, etw. zu verzögern
hin|hau|en: haut hin; haute hin; hat hin¬
gehauen [ugs.] funktionieren; erfolg¬
reich sein
h|n|hö|ren: hörst hin; hörtest hin; hast
hingehört t tw., jmdm. lauschen, zuhö¬
ren
hjn|hu|schen: huschst hin; huschtest hin;
bist hingehuscht leise u. vorsichtig zu
etw. hineilen
Hin|ke|bein: das; -(e)s; -e [ugs.] verletz¬
tes od. steifes Bein, das man nach¬
zieht, mit dem man hinkt
Hin|kel|stein: der; -(e)s; -e großer, un¬
gewöhnlich geformter Steinbrocken
(der in der Vorzeitkultur bedeutsam
war)
hinjken: hinkst; hinktest; hast/bist
gehinkt 1 a) hast aufgrund einer Be¬
hinderung nicht normal, sondern un¬
gleichmäßig (ein Bein nachziehend)
gehen b) bist sich hinkend, ein Bein
nachziehend (auf einen Ort hin) fort¬
bewegen 2 hat nicht zutreffend, nicht
schlüssig sein »Der Vergleich hinkt.«
hin|knal|len: knallst hin; knalltest hin;
hastjbist hingeknallt 1 bist [ugs.] heftig
hinfallen »Der Kleine ist gestolpert u.
hingeknallt.« 2 hast [ugs.] jmdm. eine
Sache, Arbeit hinwerfen (u. damit auf
unberechtigte Kritik reagieren)
hm|knien: kniest dich hin; knietest dich
hin; hast dich hingekniet die Knie
stark beugen, auf dem Boden aufle¬
gen (u. das Gewicht darauf verlagern)
hin|kom|men: kommst hin; kam(e)st
hin; bist hingekommen 1 an, zu ei-
nen(m) bestimmten Ort kommen 2
[ugs.] etw. reicht hin, paßt, stimmt,
trifft zu » Wir müssen noch 2 cm absä¬
gen, dann müßte es hinkommen.« 3
etw. ausreichend haben; genügend
von etw. haben »Wir müssen mit dem
Geld auf jeden Fall hinkommen.« 4
hingeraten, verlegt werden, aus den
Augen verloren werden
hin|lan|gen: langst hin; langtest hin; hast
hingelangt [ugs.] nach etw. greifen
hin|läng|lich: Adv. ausreichend; zur Ge¬
nüge »Das ist hinlänglich bekannt!«
hin|le|gen: legst hin; legtest hin; hast hin¬
gelegt etw., jmdn. an eine Stelle legen,
zum Liegen, in eine liegende Position
bringen
hin|ma|chen: machst hin; machtest hin;
hast hingemacht [ugs.; salopp] sich
(ein bißchen mehr) beeilen; etw. end¬
lich fertigstellen »Jetzt macht doch
endlich mal hin!«
hin|met|zeln: metzelst hin; metzeltest
hin; hast hingemetzelt grausam, blutig
(Menschen) töten
hjn|nehjmen: nimmst hin; nahm(e)st
hin; hast hingenommen etw. als gege¬
ben akzeptieren, aushalten
hinr.: Abk. hinreichend
<29
hinreichend
h|njrei|chend: Adv. ausreichend; hin¬
länglich; zur Genüge
Hin|rei|se: die; - ; -n Anreise, Fahrt zu
einem Ort
hin|ren|nen: rennst hin; ranntest hin; bist
"hingerannt schnell zu etw. hinlaufen
hin|rich|ten: richtest hin; richtetest hin;
hast hingerichtet töten aufgrund eines
(Gerichts-)Urteils
Hin|rich|tung: die; - ; -en Exekution,
Tötung eines Menschen aufgrund ei¬
nes Todesurteils
Hin|rich|tungs|lcoin|man|do: das; -s; -s
Gruppe von Männern, Soldaten, die
ein Todesurteil vollstrecken
H[n|rich(tungs[stät|te: die; * ; -n Ort ei-
"ner Hinrichtung; Ort, an dem Todes¬
urteile vollstreckt werden, wurden .
Hin|runjde: die; - ; -n <Sport> erste
Hälfte einer Meisterschaftsrunde
hins.: Abk. hinsichtlich
hin|schei|den: scheidest hin; schiedest
hin; bist hingeschieden [verhüll.] (ver-)
sterben
h|n|schle|ben: schiebst hin; schob(e)st
hin; hast hingeschoben einen meist
schweren Gegenstand, den man nicht
tragen kann, durch Ausüben von
Schubkraft zu einem, jenem Ort,
Platz befördern, bewegen
hin|schiep|pen: schleppst hin; schlepp¬
test hin; hast hingeschleppt etw.
Schweres zu einem Ort hintragen
hin|schlep|pen, sich: schleppt sich hin;
schleppte sich hin; hat sich hinge¬
schleppt sich ermüdend, über einen
langen Zeitraum hinziehen
hin|schmei|ßen: schmeißt hin; schmis¬
sest hin; hast hingeschmissen —»-alle
Vergangenheitsformen mit ss<— 1
[ugs.; salopp] heftig auf den Boden
werfen »Er schmiß die Tasse hin.« 2
[ugs.] eine Sache ohne, vor dem Ab¬
schluß abbrechen »Er schmiß das Stu¬
dium hin.«
hin|schmie|ren: schmierst hin; schmier¬
test hin; hast hingeschmiert 1 etw. un¬
ordentlich, flüchtig, unsauber hin¬
schreiben od. zeichnen; einen flüchti¬
gen Entwurf skizzieren 2 [ugs.] hinfal¬
len, zu Boden stürzen
hin|schreijbeii: schreibst hin; schrie¬
be) st hin; hast hingeschrieben a)
jmdm. od. an eine bestimmte Adresse
schreiben b) etw. niederschreiben
hin|se|geln: segelst hin; segeltest hin;
bist hingesegelt zu einem bestimmten,
jenem Ort mit einem Boot segeln
hin|se|hen: siehst hin; sah(e)st hin; hast
hingesehen seinen Blick auf eine be¬
stimmte Stelle, auf ein Geschehen
richten; etw. betrachten
hin|sein —> hin sein: bist hin; warst hin;
bist hingewesen —>bist hin
gewesen<— [ugs.] 1 kaputt, defekt
sein »Das Radio ist hin.« 2 von etw.
od. jmdm. sehr begeistert sein »Sie
war begeistert, ganz hin von dem neuen
Lehrer.« 3 erschöpft, kaputt, ausge¬
laugt sein 4 nicht mehr vorhanden;
fort sein »Seine Geduld war endgültig
hin.« 5 was hin ist, ist hin: etw. einmal
Zerstörtes kann man nicht mehr repa¬
rieren
hin|set(zen: setzt hin; setztest hin; hast
hingesetzt etw. an, auf eine bestimmte
Stelle setzen, plazieren; etw. absetzen,
abstellen
hin|set|zen, sich: setzt dich hin; setztest
dich hin; hast dich hingesetzt sich auf
einen Stuhl o. ä. niedersetzen
Hfn|sicht: die; - ; -en Zusammenhang,
Verbindung mit einer anderen Ange¬
legenheit; Gesichtspunkt, Perspektive
hin|sicht|lich: Pr dp. mit Gen. bezüglich;
in bezug auf
Hin|spiel: das; -s; -e <Sport> erstes von
zwei Spielen zweier Mannschaften in
einem Wettbewerb
hin|starjren: starrst hin; starrtest hin;
~hast hingestarrt auf jmdn., etw. ge¬
banntblicken
hin|stel|len: stellst hin; stelltest hin; hast
"hingestellt 1 etw. an einen Ort stellen
2 jmd. stellt jmdn. als etw. hin: jmd.
erweckt den Eindruck, daß jmd. be¬
stimmte Eigenschaften hat
hin|ten: Adv. a) nicht vorne u. nicht an
der Seite b) am Ende »Er steht ganz
hinten.«
hin|ten|dran: Adv. hinter etw.; an hinter¬
er Position, Stelle
hin|ten|herfaus —> hin|ten|he|ijaus:
Adv. nach hinten, nicht zur Straße ge¬
legen (Haus, Zimmer usw.)
hin|ten|herfum —> hjn|ten|he|rjum:
Adv. 1 nicht von vorne, sondern von
hinten um etw. herum 2 nicht gerade¬
wegs, sondern auf Umwegen zum Ziel
3 <übertr.> a) unehrlich; nicht aufrich¬
tig; in feiger Art u. Weise; hinter jmds.
Rücken b) verdeckt; geheim; auf kon¬
spirative Art u. Weise
hjnften Pr'dp. 1 mit Dat. räumlich rück¬
seitig, dahinter, sich nach etw. ande¬
rem befindend »Ich arbeite hinter dem
Tresen.« 2 mit Dat. hinsichtlich der
Reihenfolge nachfolgend, an späterer
Stelle »Die deutschen Teilnehmer ka¬
men hinter dem Feld ins Ziel.« 3 a) mit
Dat. hinsichtlich einer erlebten Zeit
später, nachfolgend b) mit Akk. hin¬
sichtlich einer vergangenen Zeitspan¬
ne, Epoche (die Zeit davor) zeitlich
später
Hin|ter|ab|sichfc die; - ; -en geheimge-
"haltener, verdeckter Beweggrund
Hjnfterjachjse: die; - ; -n Verbindung u.
Halterung der beiden hinteren Räder
bei einem Auto o. ä.
Hin|ter|an]sicht: die; - ; -en Bild, das die
Rückseite von etw. bietet
Hjn|ter|aus|gang: der; -(e)s; -gange
Hausein- u. -ausgang auf der Rück¬
seite des Hauses
Hinfteijbänk|ler: der; -s; - weibl. Hin|-
ter|bänk|le|rln: die; ~ ; -nen wenig ein-
flußreiche(r) Abgeordnete(r) in einem
Parlament »Er saß dreißig Jahre als
Hinterbänkler im Bundestag.«
Hfnjterjbein: das; -(e)s; -e 1 <Tier mit
vier Beinern eines der zwei hinteren
Beine 2 sich auf die Hinterbeine
stellen: [ugs.] sich zu etw. aufgeraf¬
fen; etw., eine Arbeit ernsthaft begin¬
nen
Hin|ter|blie|be|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Hinterbliebe¬
ner; eine Hinterbliebene; zwei
Hinterbliebene) Mensch, der zurück¬
bleibt, wenn jmd. stirbt
Hin(ter|deck: das; -(e)s; -s hinteres
Schiffsdeck
hin(ter|drein: Adv. [veralt.] später; da¬
nach; hinterher
hin|ter|ein|an|der —» hin|ter]ei|n|an|-
der: Adv. einer hinter dem anderen
—* hin|ter|ei|n|an|der fahjren: s. hinter¬
einanderfahren
—> hin|teijei|n|an|der schallten: s. hin¬
tereinanderschalten
—» hin|terjei]n|an|der stellten: hinter¬
einanderstehen
hin|terjein|an|der|fahfren —> hin|terjei|-
n|anjderfah|ren: fahrt hintereinander;
fuhr(e)t hintereinander; seid hinter¬
einandergefahren ■—*seid hinterein¬
ander gefahren<— <Fahrzeuge> eines
hinter dem anderen herfahren
hin|ter|ein|an]der|schal|ten —> hinjteij-
ei|n|an|der schallten: schaltest hinter¬
einander; schaltetest hintereinander;
hast hinteremandergeschaltet —>hast
hintereinander geschaltet<— <Elek-
trot.> eine Reihenschaltung hersteilen
hin(ter[ein[an|der|ste(hen —» hin|ter|ei|-
n|an|der ste|hen: steht hintereinander;
standet hintereinander; habt hinterein¬
andergestanden —*■habt hintereinan¬
der gestanden<— (in einer Schlange)
einer Unter dem anderen stehen
hin|ter[ein|an|deiiweg —» hin|teijei|n|-
an|der|weg: Adv. in einem fort, ohne
aufzuhören od. abzusetzen
Hin|ter|ein|gang: der; -(e)s; -gonge auf
der Rückseite, hinteren Seite gelege¬
ner Eingang, Zutritt
hln|ter|fot)zig: Adj. [derb] gemein; hin¬
terhältig; mit verdeckter u. böser Ab¬
sicht
hin|ter|fra|gen: hinterfragst; hinterfrag¬
test; hast hinterfragt den Hintergrund
einer Sache klären wollen; eine Sache
näher erklärt haben wollen
Hinjter[fuB: der; -fußes; -fuße <Tier mit
vier Beinern Fuß an einem der zwei
hinteren Beine
Hin|ter1ge|dan|ke: der; -n(s); -n nicht
"geäußerte Absicht; Idee, die man
heimlich, neben einer Hauptabsicht
verfolgt »Bei ihrem Angebot hatte sie
keine Hintergedanken.«
hin|teijge|hen: hintergehst; hintergin-
g(e)st; hast hintergangen jmdn. be¬
trügen
Hbi|ter|ge|hung: die; - ; -en das hinter¬
hältige Betrügen; gemeiner Betrug;
gemeine Täuschung
H|n|taijglas|majle|rei: die; - ; -en a) o.
PI. Maltechnik für Bilder, bei der mit
deckenden Farben auf die Rückseite
einer durchsichtigen Glasfläche ge¬
malt wird b) mit dieser Maltechnik (a)
hergestelltes Bild
Hin|terjgrund: der; -(e)s; Hintergründe
1 etw., was hinter dem, was man di¬
rekt anschaut, liegt, aber sichtbar ist
2 Grund; Ursache; Zusammenhang 3
im Hintergrund stehen: wenig Beach¬
tung finden »Sie stand ihr Leben lang
nur immer im Hintergrund.« 4 jmdn.,
etw. in den Hintergrund drängen:
jmdn., etw. verdrängen, Beachtung,
Einfluß, Macht o. ä. nehmen 5 in den
Hintergrund treten: 1. sich zurückzie¬
hen »Er gab den Vorsitz auf u. trat in
den Hintergrund.« 2. keine Beach¬
tung, Bedeutung mehr haben
hin|terjgrün|dig: Adj. nicht gut, nicht
einfach zu verstehen, nicht zu erken¬
nen, aber von relativer Wichtigkeit
530
hinüberfahren
Hin|teiigrund|mu|sik: die; ~ ; - leise Mu¬
sik, die als akustischer Hintergrund
benutzt wird
Hinjterjhatt: der; -(e)s; -e Versteck, wo
'man jmdm. auflauert, von wo aus
man jmdn. angreift, angegriffen wird
hin|teijhäl|tig: Adj. falsch u. listig auf ei¬
nen Vorteil hoffend
Hintterjhand: die; -; Hinterhände 1 Hin¬
terbeine mit den Flanken beim Pferd
2 etw. in der Hinterhand haben: noch
etw. in Reserve haben »Der Verteidi¬
ger hatte noch ein paar Zeugenaussa¬
gen in der Hinterhand.«
Hin|ter|haupt|bein: das;.-(e)s; -e Kno¬
chen, der den hinteren Bereich des
Kopfes, des Schädels bildet
hin|ter|her/hin|terjher: Adv. a) zeitlich
nachfolgend, später, danach b) räum¬
lich hinter etw
—» hinterher sein: s. hinterhersein
hin|teijher|hin|ken: hinkst hinterher; hin¬
ktest hinterher; bist hinterhergehinkt 1
mit hinkendem Bein od. Fuß hinter
jmdm. hergehen 2 <übertr.> bei einem
Zeitplan mit seiner Arbeit od. einer
Entwicklung verspätet, zurück sein
hin|ter|her|tdeckern (hinfter|her|kiek|-
kern —* hin|terlheriklejckem): klek-
kerst hinterher; kleckertest hinterher;
bist hinterhergekleckert [ugs.] später
als andere kommen, anderen langsam
folgen (weil man z. B. trödelt)
hin|terjher!kom|men: kommst hinterher;
kam(e)st hinterher; bist hinterherge¬
kommen 1 jmdm. später folgen 2 jmd.
kommt mit etw. nicht mehr
hinterher [ugs.] jmd. schafft es nicht
mehr, eine Arbeit zu erledigen
hin|ter]heijlau|fen: läufst hinterher; lie-
f(e)st hinterher; bist hinterhergelau¬
fen 1 hinter jmdm. laufen, gehen 2
sich um etw. od. die Gunst, die Liebe
einer Person bemühen; etw. zu errei¬
chen versuchen
hin)terjher]ru|fen: rufst hinterher; rie-
f(e)st hinterher; hast hinterhergerufen
(etw.) hinter jmdm. herrufen, der im
Begriff ist wegzugehen od. sich bereits
entfernt ist, sich jedoch noch in Ruf-,
Hörweite befindet
hin|terjheijsein —> hinterher sein: bist
hinterher; warst hinterher; bist
hinterhergewesen —>bist hinterher
gewesen <— [ugs.] 1 etw. gerne ha¬
ben, erwerben wollen »Ich bin schon
lange hinter dieser Hose her.« 2 auf
etw., jmdn. ständig achten (müssen)
Ich bin ihm immer hinterher, daß er
seine Schularbeiten macht.« 3 einer
Person sehr zugetan sein u. hoffen,
daß diese die Gefühle erwidert; sich
eine intime Beziehung zu einer Person
wünschen
Hin|ter|hof: der; -(e)s; -höfe auf der
Rückseite eines Gebäudes gelegener,
meist etw. schäbiger, schmuckloser
(Innen-)hof
Hin|ter|huf: der; -es; -e <Tier mit vier
Beinen» Huf, Horn Verdickung an ei¬
nem der hinteren Beine, Füße
Hin|ter]kip|per der; -s; - Lastwagen
mit nach hinten kippbarer Ladefläche
für Sand, Kies, Erdreich o. ä.
Hin|tetjkopf: der; -(e)s; -köpfe 1 hinter¬
er Teil des Kopfes, Schädels, Hauptes
2 etw. im Hinterkopf haben: eine un¬
ausgesprochene Idee im Kopf haben
Hin[teijla|der: der; -s; - von hinten zu
ladende Feuerwaffe
Hin|terjland: das; -(e)s; - 1 ländliches
Gebiet als Einzugsbereich einer Stadt
»Diese Gegend gehört schon zum Hin¬
terland von Hamburg.« 2 <Milit.> hin¬
ter der Frontlinie liegendes nicht um-
kärapftes Gebiet
hinfter|las|sen: hinterläßt; hinterlie-
ß(es) t; hast hinterlassen —*alle Ge¬
genwartsformen mit ss<— 1 a) (Be¬
sitz, Pflichten) vererben »Er hinterließ
ein Haus.« b) durch Tod Angehörige
alleine zurücklassen »Der Verstor¬
bene hinterläßt seine Frau u. zwei
kleine Kinder.« 2 (nach dem Weg¬
gehen, Umzug o. ä. am alten Ort) zu¬
rücklassen
Hin|ter]las|sen|schaft: die; ~ ; -en alles,
was ein Verstorbener an Gütern,
Geld sowie Verpflichtungen (z. B.
Schulden) hinterläßt
hin|terfle|gen: hinterlegst; hinterlegtest;
hast hinterlegt a) etw. zur Aufbewah¬
rung an einen sicheren Ort bringen
»ein Testament hinterlegen« b) etw.
als Sicherheit, Pfand übergeben
Hin]ter|le|gung: die; - ; -en Vorgang
bzw. Objekt, Gegenstand des Hinter¬
legern, Abgebens zur Aufbewahrung
Hin|ter|le]gungs|ge|bühR die; - ; -en
Geldsumme, Kosten, Gebühr, die
jmd. dafür zahlt, daß jmd. offiziell
etw. für ihn aufbewahrt od. als Pfand
Hin|ter|le]gungs|sum|me: die: - ; -n Hö¬
he der Geldsumme, Kosten, Gebühr,
die jmd. dafür zahlt, daß jmd. offiziell
etw. für ihn aufbewahrt od. als Pfand
Hin|te(jleib: der; -(e)s; -er dnsekt» hin¬
terster Teil des dreigeteilten Körpers
Hin|to(jlist: die; - ; - Verhalten, das dar¬
auf ausgerichtet ist, jmdm. auf ver¬
steckte Weise zu schaden
hin|teijli|stig —* hinjter[lisjtig: Adj. tük-
kisch; nicht ehrlich u. offen, sondern
die wahre, schlechte Absicht verber¬
gend
Hin|terjmann: der; -(e)s; Hintermänner
1 Person, die (bei illegalen, zweifel¬
haften Geschäften, Unternehmun¬
gen) im Hintergrund, ohne Aufmerk¬
samkeit zu erregen, organisiert, die
Fäden zieht 2 <Bankw.» späterer Inha¬
ber eines Wechsels 3 Person, die sich
(z. B. in einer Schlange) hinter jmdm.
befindet
Hin|ter|mann|schaft: die; - / -en <Sport>
Mannschaftsteil, der die Aufgabe der
Abwehr hat
Hin|tern: der; -s; - [ugs.; salopp] 1 un¬
terster, verlängerter Teil des Rückens
»Sie rutschte aus u. fiel auf den Hin¬
tern.« Syn.: Popo; [verhüll.] vier
Buchstaben; [derb] Arsch; [geh.] Ge¬
säß 2 sich mit etw. den Hintern wi¬
schen können: [derb] etwas, was man
besitzt, ist ohne Wert, unbrauchbar 3
jmdm. in den Hintern kriechen: [ugs.]
ohne Selbstachtung jmdm. schmei¬
cheln, ihm in allem zustimmen 4 sich
auf den Hintern setzen: [ugs.] 1. total
überrascht sein »Wenn ich dir diese
Neuigkeit erzähle, wirst du dich auf
den Hintern setzen.« 2. auf etw. Mü¬
he, Arbeit verwenden; sich anstren¬
gen u. arbeiten 5 sich (vor Wut) in den
Hintern beiBen: [ugs.] über sich selbst
sehr ärgerlich, wütend sein
Hin|ter|paiftie: die; - ; -n hinterer Teil
von etw., des Körpers
H|n|ter|rad: das; -(e)s; -räder Rad, das
sich an der Hinterachse eines Autos
befindet
Hin|teijrad|an|trieb: der; -(e)s; -e An-
'trieb eines Kraftfahrzeuges über Hin¬
terachse u. Hinterräder
hin|ter|rücks: Adv. in böser Absicht,
ohne Warnung »Sie töteten ihn hinter¬
rücks.«
Hin|tertsas|se: der; -n; -n <hist.» vom
Grundbesitzer abhängiger Bauer
Hjn|teijsei|te: die; - ; -n die auf der
Rückseite gelegene, hintere Seite von
etw.
H|n|ter]schiff: das; -(e)s; -e hinterer
Schiffsteil
Hjn|ter|sinn: der; -(e)s; -e nicht unmit¬
telbar erkennbarer Hintergedanke,
Sinn bei, von etw
hin|ter|sin|nig: Adj. einen Hintersinn
habend
H|n|ter]sltz: der; -es; -e Rücksitz eines
Autos o. ä.
Hin|ter|teil: das; -(e)s; -e 1 hinterer, letz¬
ter Teil von etw. 2 [ugs.] Gesäß; Hin¬
tern; Popo
Hintter|tref]fen: in der Wendung ins Hin¬
tertreffen geraten: bei einem Wett¬
kampf od. generell im Wettbewerb
mit anderen in eine ungünstigere Po¬
sition geraten
hin|teijtrei|ben: hintertreibst; hintertrie-
b(e)st; hast hintertrieben ein Vorha¬
ben (durch Intrigen) zu behindern,
unterbinden versuchen
H|n|tetjtiep|pe: die; - ; -n auf der Rück¬
seite eines Gebäudes (zum Hinterein¬
gang) gelegene Treppe
HinlterftÜR die; - ; -en 1 Nebenausgang
(auf der Rückseite eines Gebäudes) 2
<übertr.» Ausweg »Er fand immer wie¬
der eine Hintertür, so daß er seine
Strafe nicht absitzen mußte.«
H|n|ter|wäldpeR der; -s; - weibl. Hin|-
terjwäld|le|rin: die; -; -nen [ugs.] nicht
sehr weltgewandter, nicht besonders
kluger Mensch (vom Land)
hin|ter|wäld|le|risch: Adj. sich wie ein
Hinterwäldler verhaltend; einem Hin¬
terwäldler zuzuordnen
hin|teijzie|hen: hinterziehst; hinterzo-
g(e)st; hast hinterzogen Besitz vor
dem Staat verheimlichen »Steuern
hinterziehen«
H|n|terjzim|mer das; -s; - nach hinten,
zum Hinterhof liegendes Zimmer
hinjüber —> hi|n|ü|ber Adv. 1 von der
einen Seite zur anderen 2 [ugs.] ka¬
putt; zerstört; nicht mehr funktions¬
tüchtig »Der Herd ist hinüber.« Syn.:
<2> hin
—» hl|n|ü|bersein: s. hinübersein
hin|überjbe|för|dem —> hi[n|überjbe|-
förjdern: beförderst hinüber; beförder¬
test hinüber; hast hinüberbefördert mit
einer Last, Ware etw. überqueren,
etw. über etw. (auf die entgegenge¬
setzte Seite) hinwegtransportieren
hin{übei]brin|gen —> hi|n|ü|ber|brin|-
gen: bringst hinüber; brachtest hin¬
über; hast hinübergebracht mit einer
Last, Ware etw. überqueren, etw.
über etw. (auf die entgegengesetzte
Seite) hin transportieren
hin|übeijfah|ren —> hi|n|ü|berjfa|hren:
fährst hinüber; fuhr(e)st hinüber; bist
531
hinüberhelfen
hinübergefahren mit einem Fahrzeug
etw. überqueren (u. auf die entgegen¬
gesetzte Seite gelangen)
hin|über|hel|fen —* hi|n|ü|ber|hel|fen:
hilfst hinüber; kalf(e)st hinüber; hast
hinübergeholfen jmdm. helfen, ein
Hindernis, eine Straße zu überqueren
(u. auf die entgegengesetzte Seite zu
gelangen)
hin|über|leh|nen —» hi|n|ü|berjleh|nen,
sich: lehnst dich hinüber; lehntest dich
hinüber; hast dich hinübergelehnt sich
über eine Brüstung o. ä. hinauslehnen
hin[über[ret[ten —> hi|n|üjber|iet|ten:
rettest hinüber; rettetest hinüber; hast
hinübergerettet 1 etw. in Sicherheit
bringen, vor dem Untergang od. Ver¬
lust bewahren können 2 sich
hinüberretten: sich aus einer Gefahr
in Sicherheit bringen
hin|über|sein —» hi|n|ü|ber sein: bist
hinüber; warst hinüber; bist
hinübergewesen —>bist hinüber
gewesene— [ugs.] kaputt, nicht mehr
funftionstüchtig, defekt, nicht mehr
zu reparieren sein
hin|über|sprin|gen —» hi|n|ü|beijsprin|-
gen: springst hinüber; sprangfejst
hinüber; bist hinübergesprungen über
ein Hindernis springen
hin[übei]steijgen —* hi|n[ü|ber|stei|-
gen: steigst hinüber; stiegst hinüber;
bist hinübergestiegen 1 über etw., ein
Hindernis steigen 2 [derb] Ge¬
schlechtsverkehr mit einer Frau ha¬
ben
hin|übeijwech|seln —» hi|n|ü|ber|-
wech|seln: wechselst hinüber; wech¬
seltest hinüber; hast hinübergewechselt
die Richtung od. Seite wechseln u. zur
entgegengesetzten übergehen
hin|über|win|ken—> hi|n|ü|ber|win|ken:
winkst hinüber; winktest hinüber; hast
hinübergewinktlfugs.j hinübergewun¬
ken zu jmdm. hinwinken, den man
aus einiger Entfernung sieht
hin|übeijziehen —> hi|n|ü|ber|zie|hen:
ziehst hinüber; zog(e)st hinüber; hast/
bist hinübergezogen 1 hast etw. über
eine Strecke od. ein Hindernis ziehen,
schleifen 2 hat sich erstrecken; sich bis
zu einem Punkt ausdehnen 3 ist über
ein Gebiet hinwegziehen, überqueren
(Wetterfront, Gewitter usw.) 4 bist
von diesem Ort mit seinem Haus¬
stand, Büro o. ä. an einen anderen,
drüben gelegenen Ort ziehen
hin|un|ter—> hi|n[un|ter: Adv. von oben
nach unten
hin|un|teijbe|glei|ten —> hi|n|un|ter|be|-
glei|ten: begleitest hinunter; begleite¬
test hinunter; hast hinunterbegleitet
<aus dem Blickwinkel der räumlich
höher gelegenen Position) jmdn. von
oben nach unten, zur Haustür o. ä.
begleiten
hinjunfteijblicken (hjn|un(ter|blikjken
—* hi|n|un|ter|bli|cken): blickst hinun¬
ter; blicktest hinunter; hast hinunter¬
geblickt <aus dem Blickwinkel der
räumlich höher gelegenen Position)
von oben auf etw. sehen
hin|yn|terjei|len —> hi|n|un|ter|ei|len:
eilst hinunter; eiltest hinunter; bist hin¬
untergeeilt <aus dem Blickwinkel der
räumlich höher gelegenen Position)
schnell von oben nach unten laufen
hin|un|ter|fal|len —» hi|n|un|ter|fal|len:
fällst hinunter; flel(e)st hinunter; bist
hinuntergefallen <aus dem Blickwinkel
der räumlich höher gelegenen Positi¬
on) von oben nach unten stürzen
hin|un|teijfüh[ren —» hi|n|un|ter|füh|-
ren: führst hinunter; führtest hinunter;
hast hinuntergeßihrt 1 jmdn. von einer
höher gelegenen Stelle zu einer tiefer
gelegenen führen, geleiten 2 <aus dem
Blickwinkel der räumlich höher gele¬
genen Position) etw. (Weg, Straße)
führt hinab
hin|yn|ter|ge|hen —» hi|n|un|ter|ge|hen:
gehst hinunter; gingst hinunter; bist
hinuntergegangen <aus dem Blickwin¬
kel der räumlich höher gelegenen Po¬
sition) von oben nach unten gehen
hin|un|ter|ge|lan|gen —* hi|n|un[ter|ge|-
lan|gen: gelangst hinunter; gelangtest
hinunter; bist himmlergelangt <aus
dem Blickwinkel der räumlich höher
gelegenen Position) von oben nach
unten kommen
hin|un|ter|gie|8en —hi|n|un(ter|gle|-
ßen: gießt hinunter; gossest hinunter;
hast hinuntergegossen —*-alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss<r— 1 <aus
dem Blickwinkel der räumlich höher
gelegenen Position) etw. Flüssiges
nach unten schütten 2 schnell, hastig
ein Getränk zu sich nehmen
hin|un|ter|las|sen —» hi|n|un|ter|las|-
sen: läßt hinunter; ließ(es)t hinunter;
hast heruntergelassen —>alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— (aus dem
Blickwinkel der räumlich höher gele¬
genen Position) etw. (an einem Seil o.
ä.) von oben nach unten lassen
hin|un|terjrei|chen —> hi|n|un|terjrei|-
chen: reichst hinunter; reichtest hinun¬
ter; hast hinuntergereicht 1 (aus dem
Blickwinkel der räumlich höher gele¬
genen Position) etw. nach unten ge¬
ben, reichen 2 a) lang genug sein, um
eine unten gelegene Stelle zu erreichen
b) sich bis nach unten ausdehnen, er¬
strecken
hin|un|teijschicken (hin|un|ter|schik|-
ken —* hi|nfun(ter|schi(cken):
schickst hinunter; schicktest hinunter;
hast hinuntergeschickt (aus dem Blick¬
winkel der räumlich höher gelegenen
Position) jmdn. von oben nach unten
beordern, schicken, senden
hin|un|ter|schlin|gen —> hi|n|un|ter|-
schlin|gen: schlingst hinunter; schlan-
g(e)st hinunter; hast hinunterge¬
schlungen [ugs.] etw. hastig essen
hin|un|ter|schlucken(hin|un|terschlukj-
ken —* hi|n|un|ter|schlu|cken):
schluckst hinunter; schlucktest hinun¬
ter; hast hinuntergeschluckt t Nah¬
rung dem Magen zuführen 2 (übertr.)
etw. Unangenehmes, Kritik wider¬
spruchslos od. ohne Gefühlsregung
lunnehmen
hin|un|ter|schmet|0en —* hi|n|un(ter|-
schmei|Ben: schmeißt hinunter;
schmissest hinunter; hast hinunterge¬
schmissen —*alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— (aus dem Blickwinkel
der räumlich höher gelegenen Positi¬
on) [ugs.] etw. von oben nach unten
werfen
hin[un|ter[schirt|ten —> hi|n|un|teij-
schüt|ten: schüttest hinunter; schütte¬
test hinunter; hast hinuntergeschüttet
1 (aus dem Blickwinkel der räumlich
höher gelegenen Position) etw. Flüssi¬
ges von oben nach unten gießen,
schütten 2 schnell, hastig ein Getränk
zu sich nehmen
hin|un|teijsto|Ben —» hi|n|un|ter|sto|-
ßen: stößt hinunter; stieß(es)t hinun¬
ter; hast hinmtergesloßen 1 (aus dem
Blickwinkel der räumlich höher gele¬
genen Position) etw., jmdn. gewalt¬
sam von oben nach unten schubsen,
befördern 2 (Raubvögel o. ä.> plötz¬
lich von oben auf die Beute stoßen,
stürzen
hin[un|ter|tau|chen —» hi|n|un|terjtau|-
chen: auchentauchst hinunter; tauch¬
test hinunter; hast hinuntergetaucht
(aus dem Blickwinkel der räumlich
höher gelegenen Position) tief nach
unten (zum Meeresboden o. ä.) tau¬
en
Hinw.: Abk. Hinweis
hjn|weg: Adv. fort, weg von diesem Ort
»Hinweg mit ihm!«
hin|weg|blicken (hin|weg|blik|ken —*
hinjweg)bli|cken): blickst hinweg;
blicktest hinweg; hast hinweggeblickt
a) über etw. iunwegschauen b) etw.
großzügig übersehen, ignorieren
hin|weg|fe|gen: fegst hinweg; fegtest
hinweg; istjhast hinweggefegt 1 hast
[geh.] etw. mit einem Besen o. ä. fort¬
fegen 2 ist (Wind; Flugzeug) schnell,
heftig etw., ein Gebiet überqueren
hin|weg|ge|hen: gehst hinweg; ging(e)st
hinweg; bist hinweggegangen 1 [geh.]
fortgehen 2 etw. großzügig überse¬
hen, ignorieren, nicht negativ kom¬
mentieren
hin|weg|hel|fen: hilfst hinweg; half(e)st
hinweg; hast hinweggeholfen jmdn. in
einer schwierigen Situation unterstüt¬
zen
hin|weg|kom|men: kommst hinweg; ka-
m(e)st hinweg; bist hinweggekommen
1 ein Ereignis seelisch überwinden,
verarbeiten »Sie kam über den Tod ih¬
res Mannes nicht hinweg.« 2 über ein
Hindernis gelangen
hin|weg[re|den: redest hinweg; redetest
hinweg; hast hinweggeredet [ugs.] etw.
redend, sprechend übergehen, was
man für unwichtig hält
hin|weg|se|hen: siehst hinweg; sah(e)st
hinweg; hast hinweggesehen 1 auf etw.
absichtlich nicht reagieren; etw. ver¬
zeihen, ignorieren 2 den Blick über
etw. hinweg auf etw. richten
hin)weg|set|zen: setzt hinweg; setztest
hinweg; hast hinweggesetzt 1 mit ei¬
nem Sprung etw., ein Hindernis über¬
queren 2 sich über etw. hinweg¬
setzen: einem Umstand, Gesetz o. ä.
nicht folgen, etw. (zu Beachtendes)
übergehen, unbeachtet lassen
hin|wegttrö|gten, sich: tröstest dich hin¬
weg; tröstetest dich hinweg; hast dich
hinweggetröstet sich im (Liebes-)
Kummer mit einer anderen Sache,
jmd. anderem trösten
Hin(weis: der; -es; -e a) Andeutung,
Wink, Tip, Äußerung o. ä., die auf
etw. aufmerksam macht b) unter Hin¬
weis auf: unter Bezugnahme, Verweis
auf
hin|wei|sen: weist hin; wies(es)t hin;
hast hingewiesen auf etw. aufmerksam
machen
532
Historie
Hin|weis|ta|fel: die; - ; -n Schild mit In¬
formationen, Anordnungen
hin|wen|den, sich: wendest dich hin;
wandtest/wendetest dich hin; hast dich
hingewandt/hingewendet 1 sich in eine
Richtung drehen, wenden 2 sich
jmdm. od. einem Thema zuwenden
hin|wer|fen: wirfst hin; warf(e)st hin;
hast hingeworfen 1 etw. (absichtlich)
auf den Boden o. ä. fallen lassen »Das
Kind warf den Nuckel hin.« 2 ein Un¬
ternehmen, Vorhaben ohne Ab¬
schluß, vorzeitig abbrechen »Er warf
seine Ausbildung hin.« 3 etw. hastig,
flüchtig skizzieren, auf Papier konzi¬
pieren
hin|wotyen: willst hin; wolltest hin; hast
hingewollt [ugs.] das Bedürfnis haben,
zu jmdm., einem Ort, einer Veranstal¬
tung zu gehen
h]n|zie|hen: ziehst hin; zog(e)st hin;
hast/bist hingezogen 1 hast etw. zeit¬
lich verzögern, nach hinten ausdeh¬
nen 2 bist von seinem bisherigen
Wohnort an einen benannten Ort zie¬
hen
hin|zle|hen, sich: zieht sich hin; zog sich
hin; hat sich hingezogen eine längere
Zeit (als vermutet) dauern; sich verzö¬
gern
hinjzu-: Wortbildungselment; trennbar
dazu; zusätzlich; auch noch; zudem
hin|zu|ad|die|ren: addierst hinzu; addier¬
test hinzu; hast hinzuaddiert eine Zahl,
Summe zu einer anderen dazuzählen
hin|zu|den|ken: denkst hinzu; dachtest
hinzu; hast hinzugedacht gedanklich,
in seinen Überlegungen etw. ergänzen
hin|zu|er]fin|den: erfindest hinzu; erfan-
d(e)st hinzu; hast hinzuerfunden eine
erfundene Geschichte einer anderen
(wahren) hinzufügen
hin|zu|fü|gen: fügst hinzu; fugtest hinzu;
hast hinzugefügt etw. ergänzen, beifü¬
gen; zu einer Sache, einem Thema bei¬
steuern
hin|zu|ge|ben: gibst hinzu; gab(e)st hin¬
zu; hast hinzugegeben etw. zu etw. da¬
zutun
hin|zu|ge|wm|nen: gewinnst hinzu; ge-
wann(e)st hinzu; hast hinzugewonnen
etw. (geschenkt, unerwartet) zu dem
bekommen, was man schon hat
hin|zu|kom|men: kommst hinzu; ka-
m(e)st hinzu; bist hinzugekommen 1
zu anderen Personen gelangen, um
dabeizusein, sich dazugesellen 2 zu¬
sätzlich, noch, obendrein dazukom¬
men
hin|zu|ler|nen: lernst hinzu; lerntest hin¬
zu; hast hinzugelernt sein Wissen um
etw. Neues ergänzen
hin|zu|neh|men: nimmst hinzu; nah-
m(e)st hinzu; hast hinzugenommen
dazuziehen; zu Hilfe nehmen
hin|zu|rech|nen: rechnest hinzu; rechne¬
test hinzu; hast hinzugerechnet dazu¬
addieren; auf eine Summe zählen
hin|zu|tre|ten: trittst hinzu; tratest hinzu;
bist hinzugetreten 1 sich zu anderen
Personen gesellen, um dabeizusein 2
zusätzlich, weiterhin, obendrein da¬
zukommen
hin|zu|tun: tust hinzu; tatest hinzu; hast
hinzugetan etw. beisteuern, hinzufü¬
gen
hin|zu|veijdie|nen: verdienst hinzu; ver¬
dientest hinzu; hast hinzuverdient zu
dem vorhandenen Lohn, Gehalt, Ein¬
kommen in einer weiteren (Neben-
)Tätigkeit zusätzlich verdienen
hinjzu]zäh|len: zählst hinzu; zähltest hin¬
zu; hast hinzugezählt in seinen Berech¬
nungen eine Summe zu etw. addieren
Hinjzu]zie|hung: die; - ; -en Befragung
einer Person um Rat; Beauftragung
einer Person mit der Wahrung von
jmds. Interessen
Hi|obs|bot|schaft: die; - ; -en schlechte
Nachricht »In der letzten Zeit kam.
erreichte uns eine Hiobsbotschaft nach
der anderen.«
H||obs|post: die; - ; - <veralt.> Trauer¬
botschaft; Unglücksnachricht
Hip|pe: die; - ; -n 1 (weibliche) Ziege
»Die Hippe steht im Stall.« 2 Messer
mit geschwungener Klinge 3 [Be¬
schimpfung; derb] (extrem dünne u.
dabei wenig sympathische, sehr zän¬
kische, streitsüchtige) Frau »Wie
hältst du diese Hippe aus?« 4 von der
Hippe gebissen sein: verrückt sein
Hjpjpie: lengb der; -s; -s in Kleidung,
Denkweise u. a. gegen die bürgerliche
Gesellschaft protestierendes, soge¬
nanntes >Blumenkind< (in den 60er
Jahren) »San Francisco war eine
Hochburg der Hippies.«
Hip|po|drom: das; -s; -e Reit- u. Pferde¬
rennbahn
Hip|po|po|ta(mus: <lat.-gr.> der; - ; -
Fluß-, Nilpferd
Hirn: das; -(ejs; -e a) kurz für Gehirn b)
zubereitete Speise aus dem Gehirn ei¬
nes Tieres c) [ugs.] Verstand eines
Menschen »Er hat wenig Hirn (bewie¬
sen).«
H|m|blu|tung: die; - ; -en <Med.> Blut¬
austritt ins Gehirn durch das Platzen
einer Gehirnarterie od. Sickerblutung
h]rn|ge|schä|digt: Adj. n. stg. eine Schä¬
digung am Gehirn habend (u. da¬
durch geistig behindert)
Hirn|ge|spinst: das; -es; -e [abwert.] 1 le¬
diglich eingebildetes Geschehen 2
nicht zu verwirklichender Plan
Hirn|haut: die; - ; ~ <Med.> Bindege¬
webshülle, die das Gehirn umgibt
H|rn|haut|ent|zün|dung: die; - ; -en
<Med.> Entzündung der Hirn- u. Rük-
kenmarkshäute, Syn.: [fremdsprl.]
Meningitis
h]rn|los: Adj. hirnloser; hirnloseste [ab¬
wert.] ohne Verstand, Überlegung
»Dieses hirnlose Vorgehen kann ich
nicht gutheißen.«
Hjrn|mas|se: die; -; -n Gehimsubstanz
hirn|ris|sig: Adj. [ugs.] idiotisch; völlig
verrückt
Hirn|schä|del: der; -s; - das Gehirn um¬
gebender Schädelknochen
Hirn|tu|moi: der; -s; -en <Med.> Tumor,
(bösartige) Zell wucherung im Gehirn
hirn|verfbrannt: Adj. hirnverbrannter;
hirnverbrannteste [ugs.] verrückt;
dumm; völlig hirnrissig
hirn|ver|letzt: Adj. n. stg. am Gehirn
verletzt, (durch einen Ünfall) geschä¬
digt
Hirn|win|dung: die; - ; -en <Med.> ge¬
wundene, wulstige, verdickte Struk¬
tur der Hirnrinde
Hirsch: der;-(e)s; -e zur (europäischen)
Haarwildgattung, in weitere Gruppen
klassiflerbar, gehörendes männliches
Tier (Wiederkäuer) mit ausladendem
Geweih
Hirsch|fSn|ger: der; -s; - [jägersprl.]
"langes, schmales Messer, mit dem an¬
geschossenes Wild getötet wird
Hirsch|horn: das; -(e)s; -hörner Geweih
"von Hirschen als Material für Knöpfe
usw.
Hirsch|kä|fer. der; -s; - größter, euro¬
päischer dunkelbrauner bis schwarzer
Käfer, bei dem das Männchen ge¬
weihähnliche Zangen am Oberkiefer
hat
H|rsch|le|der: das; -s; - Leder aus der
Haut von Hirschen
hirsch|le|dern: Adj. aus Hirschleder ge¬
macht
Hirjse: die; -; - Getreideart
Hir|se|brei: der; -(e)s; - <Speise> dicke
Suppe, Brei aus Hirse
Hiijsefkom: das; -(e)s; -körner Korn,
Frucht des Getreides Hirse
Hiijte: der; -n; -n weibl. Hjijtin: die; - ;
-nen Person, die auf eine Herde Nutz¬
vieh aufpaßt »Der Hirte trieb die Tie¬
re ins Tal.«
Hiijtenjbrief: der; -(e)s; -e <kath. Kir¬
che) in der Kirche vom Pfarrer vorge¬
lesener Brief (mit Empfehlungen) des
Bischofs an die Gläubigen »Der Hir¬
tenbrief wurde am Sonntag verlesen.«
Hir|ten|flö|te: die; -; -n aus einem ausge¬
höhlten Zweig o. ä. bestehende einfa¬
che Flöte
Hir1ten|gotfc der; - u. -s - (Mythologie)
(Pan, der) Gott der Hirten in der An¬
tike
Hir|ten|hund: der; -(e)s; -e großer, meist
kräftiger, sehr wachsamer, mutiger u.
anhänglicher Hund verschiedener
Hunderassen, der Schafherden zu¬
sammentreibt, bewacht u. beschützt,
aber auch als normaler Haushund ge¬
halten wird
Hir|ten[jun|ge: der; -n; -n Junge, der auf
der Weide Schafe o. ä. hütet
Hiijten|stab: der; -(e)s; -stöbe 1 <kath.
Religion) Bischofsstab als Symbol für
die Funktion als Hirte der Gläubigen
2 Stab, Stock eines Hirten
Hir|ten|volk: das; -(e)s; -Völker Volk
nichtseßhafter Nomaden, welches
hauptsächlich Viehzucht betreibt
His/his: das; - ; - <Musik> h, H, das um
"einen halben Ton erhöht ist
his|sen: hißt; hißtest; hast gehißt
—s-alle Formen mit ss<— (Flagge;
Fahne) an einem Mast hochziehen
»Die Flagge wurde auf Halbmast ge¬
hißt.«
Hi|sto|graimn —> Hisfto|g|ramm: <gr.>
das; -s; -e (Statistik) graphische Dar¬
stellung von Meßwerten, Ergebnissen
in Säulen
Hi|sto|lo|ge —». Hislto|lp|ge: <gr.> der;
-n; weibl. Hi|sto|lg|gin —* His|to|lo|-
gin: die; - ; -nen <Med.> Wissenschaft-
ler(in) mit dem Spezialgebiet Histolo¬
gie, die sich mit dem menschlichen
Gewebe beschäftigt, der z. B. ent¬
nommene Gewebeproben analysiert
Hi|stöijchen —> His|törjchen: das; -s; -
kleine Anekdote über jmdn., etw. »Er
unterhielt uns mit Histörchen über den
Chef.«
Hi|stp|rie —» His|to|rie: <gr.-lat.> /hißto-
ri'/ die; - ; -n [veralt.] 1 a) o. Fl. Welt¬
geschichte b) Geschichtsschreibung
533
Historienbild
c) o. PI. Geschichtswissenschaft 2
(erfundene) Geschichte
Hi|sto|ri|en|bild —* His|to|ri|en|bild:
<gr.-lat.; dt> /hißtori«n-/ das; -(e)s;
-er Gemälde, das ein historisches Ge¬
schehen, eine historische Situation
verbildlicht, zeigt
Hi|sto]ri|ker —»• His)to|ri|ker: <gr.-lat.>
der; -s; - weibl. Hi|sto|ri|ke|rin —»
His|to|ri|ke|rin: die; - ; -nen Ge-
schichtswissenschaftler(in)
hi|sto|risch —> his|tojrisch: Adj. n. stg.
a) geschichtlich; der Vergangenheit
angehörend b) bedeutsam, wichtig für
die Geschichte »Es war ein histori¬
scher Moment.«
Hit: <engl.> der; - u. -s; -s a) sich gut ver¬
kaufender, oft im Radio gespielter
Musiktitel b) erfolgreich verkauftes,
beliebtes, von den Kunden angenom¬
menes, gebrauchtes, verwendetes
Produkt
Hit|leijgruß: der; -es; - <sehr negativ be¬
lastet, heute verboten) während des
Dritten Reiches übliche Begrüßung
durch den steif ausgestreckten rech¬
ten Arm, der bis in, über Kopfhöhe
angehoben wurde
Hit|lerju|gend: die; ~- <hisl.> Jugendor¬
ganisation im Nationalsozialismus
Hjtjlerjjunlge: der; -n; -n Mitglied der
Hitleijugend
Hit|li|ste —Hit|lis|te: die; - ; -n Über¬
sicht, Auflistung, Verzeichnis der er¬
folgreichsten Musiktitel, Bücher,
Produkte einer Gattung zu einem ge¬
wissen Zeitpunkt
Htt|pa|ra|de: die; - ; -n Aufführung (ei¬
nes Teils) der Hitliste der aktuellen
Schlager, Musiktitel
Hjt|ze: die; - ; -1 sehr, zu hohe, heiße,
sehr warme Temperatur 2 [fachsprl.j
Läufigkeit bei weiblichen Hunden u.
Katzen 3 <Kochk.> Koch-, Backtem¬
peratur »Das Ganze ist bei kleiner Hit¬
ze zu köcheln.« 4 in der Hitze des
Gefechts: in dem Durcheinander, in
der Eile, Aufregung
hit|ze|ab|wei|send —» Hitjze ab|wei|-
send: Adj. Hitze nicht durchdringen
lassend, sondern abhaltend
hit|ze|be|stän|dig: Adj. durch Hitze
nicht zerstörbar; nicht gegen Hitze
empfindlich, sondern sie gut aushal¬
tend, ertragend, nicht durch extreme
Wärme negativ beeinflußt
Hrt|ze|bläs|chen: das; -s; - <Med.> klei¬
nes Wasserbläschen, das bei Hitzeein¬
wirkung, bei Sonneneinstrahlung auf
der Haut entsteht
h]tjze|emp|flnd|licli: Adj. empfindlich
gegen große, extreme Wärme
httjze|frei: Adv. <meist Schule) aufgrund
der hohen Temperatur zusätzliche
Freizeit, Befreiung vom Unterricht
habend, erhaltend »Der Rektor gab
hitzefrei.«
Hit|ze|pe|rio|de —» Hitfze|pe|ri|o|de:
die; ~ ; -n länger andauernder Zeit¬
raum, in dem es sehr heiß u. oftmals
trocken ist
Hit|ze|schild: das; -(e)s; -er Schutz¬
schild an Raumfahren u. ä. gegen die
Reibungswärme beim Eintritt in die
Atmosphäre
HHjze|wal|lung: die; • ; -en <Med.> plötz¬
lich auftretendes Wärmegefühl im
Körper, häufig bei Frauen während
der Wechseljahre auftretend
Hit|ze|wel|le: die; - ; -n 1 länger andau¬
ernder Zeitraum, in dem es sehr heiß
ist 2 m. PI. plötzlich auftretendes
Wärmegefühl im Körper, häufig bei
Frauen während der Wechseljahre
auftretend
hitjzig: Adj. sehr schnell erregbar, auf¬
brausend; erregt; ungestüm
Hitzjkopf: der; -(e)s; -köpfe Person, die
schnell aufbraust, unüberlegt handelt
»Dieser Hitzkopf wird sich noch alle
Chancen verbauen.«
hitz|köp|fig: Adj. stur u. leicht erregbar
Hitz|schlag: der; -(e)s; -schlage Zusam¬
menbruch des Kreislaufs durch zu
hohe Temperatureinwirkung
HIV: Abk. <engl.> human immune de-
ficiency virus = Immunschwäche-Vi¬
rus (die Immunschwächenkrankheit
AIDSauslösender Krankheitserreger)
HIV-ne|ga|tiv: Adj. n. stg. nicht mit dem
AIDS-verursachenden Virus infiziert,
Ant.: HIV-positiv
HIV-po|sittiv: Adj. n. stg. mit dem AIDS-
verursachenden Virus infiziert (aber
noch nicht an AIDS erkrankt), Ant.:
HIV-negativ
HJ.: Abk. Hitlerjugend = Jugendorga¬
nisation im nationalsozialistischen
Deutschland
Hj.: Abk. Halbjahr
hj.: Abk. 1 halbjährig 2 halbjährlich
HJB: Abk. Versicherung) Halbjahres¬
beitrag
HKW: Abk. Heizkraftwerk
HKZ: Abk. Heizkostenzuschuß
Hl: Abk. 1 <Elektrot.> Halbleiter 2
Nachrichtentechnik) a) Hauptleitung
b) Hochleitung 3 Höchstleistung
hl: Abk. <Maßeinheit des Rauminhalts)
Hektoliter (1 hl = 100 Liter)
Hl.: Abk. 1 Hauptlager 2 Heilige(r)
hl.: Abk. 1 heilig 2 hoc loco = an dieser
Stelle; hier
Hl. S(chr}.: Abk. Heilige Schrift (Bibel)
hlg .: Abk. heilig
HLM: Abk. <Med.> Herz-Lungen-Ma¬
schine
Hm.: Abk. 1 Halbmesser (eines Kreises)
2 Hausmeister 3 Heimat
h. M.: Abk. <auf Protokollen u. ähnli¬
chen Schriftstücken) herrschende
Meinung
H-Milch: Kurzw. die; - ; • homogeni¬
sierte Milch (= durch ein besonderes
Verfahren haltbar gemachte Milch)
h-Moll: <lat.> das; - ; - <Musik> basierend
auf der h-Moll-Tonleiter, beginnend
auf dem Ton h
h-Moll-Ton|lei|ter: die; - ; -n <Musik>
Molltonleiter, die auf dem Ton h ba¬
siert
HNO-Arzt: der; -(e)s; -Ärzte weibl.
HNO-Ärz|tin: die; - ; -nen kurz für
Hals-Nasen-Ohrenarzt/-ärztin
HO: Abk. 1 Handwerksordnung 2
Haushaltsordnung (Finanzhaushalt
einer Gemeinde, eines Landes) 3
Hausordnung 4 Hochofen 5 Hono¬
rarordnung 6 Hotel 7 Handelsorgani¬
sation (in der DDR)
Ho.-. Abk. Hotel
Hö.: Abk. Höhe
HOB: Abk. Herrenoberbekleidung
Hob|by: <engl.i /hobbi/ das; -s; Hobbies
—»Hobbys<— Tätigkeit, die man
gerne u. regelmäßig aus Spaß in seiner
Freizeit ausführt »Sein größtes Hobby
ist der Computer.« Syn.: Freizeitbe¬
schäftigung
Hob|by|gärt|nen /hobbi-/ der; -s; -
weibl. Hob|by|gärtjne|rin: die; - ; -nen
Person, die aus Spaß an der Garten¬
arbeit ihren, einen Garten pflegt
Hob|byjkel|ler: /hobbi-/ der; -s; - Kel¬
lerraum in einem Haus, in dem man
Sport treibt, bastelt o. ä.
Hob|by)lcoch: /hobbi-/ der; -(e)s;
-koche weibl. Hob|by|kö|chin: die; ~ ;
-nen Person, die in ihrer Freizeit gerne
kocht
Hob|by|raum: /hobbi-/ der; -(e)s;
-räume Zimmer in einem Haus, in
dem man seinem Hobby nachgeht,
bastelt o. ä.
Hpjbel: der; -s; -1a) Schreinergerät,
mit dem Holz in dünnen Spänen,
Stücken von einer Oberfläche ge¬
schnitten wird »Er kürzte die Tür mit
dem Hobel um einen Zentimeter.« b)
Küchengerät, eine Art Meser, mit
dem man Gemüse in Scheiben, Strei¬
fen schneidet 2 du kannst mlr/itiich
mal am Hobel blasen: [ugs.; derb] das
interessiert mich nicht, laß mich in
Ruhe
Ho|bel|bank: die; - ; -banke Gerät, in
"das Werkstücke für die Bearbeitung
mit dem Hobel eingespannt, festge¬
klemmt werden können
Hp|bel|ma|schi|ne: die; - ; -n (elektrisch
betriebenes) Gerät, mit dem man ho¬
belt, dünne Schichten abschabt
Hojbel|span: der; -(e)s; -spane abfallen¬
des Stückchen, das beim Hobeln von
etw.als Rest bleibt, abfallt
hoch: Adj. höher; höchste 1 a) nach oben
sehr ausgedehnt b) <Körpergröße> in
der Länge nach oben groß, Tang sein
c) räumlich weiter oben liegend »hoch
auf dem Berg« 2 in einer Rangfolge
weit oben stehend 3 a) viel »hohe
Miete« b) sehr groß »hohe An¬
sprüche« 4 <Musik> hell »hoher Ton« 5
zu hoch sein (für jmdn.): jmdm. ist
etw. zu kompliziert, er kann es nicht
verstehen, begreifen, mit dem Ver¬
stand erfassen »Wasdu versuchst, mir
zu erklären, versiehe ich nicht; das ist
zu hoch für mich!« 6 hoch u. heilig
versprechen: jmdm. etw. auf die Eh¬
re, ganz stark, unumstößlich Zusagen,
beteuern, versprechen 7 ... Mann
hoch:... Personen »Wir kommen mit
fünf Mann hoch (= mit fünf Perso¬
nen) zu Dir.« 8 zu hoch gegriffen
überschätzt; zu viel veranschlagt 9
wenn’s, wenn es hoch kommt: höch¬
stens 10 hoch hinaus wollen: versu¬
chen, sich vornehmen, eine sehr ange¬
sehene gesellschaftliche Stellung zu
erreichen 11 Wer hoch steigt, fällt
tief: je mehr jmd. besitzt, erreicht hat
o. ä., um so mehr trifft ihn ein Ver¬
lust, Abstieg 12 Hohes Haus —» ho¬
hes Haus: Parlament
—» hoch ar|be||ten, sich: s. hocharbei¬
ten, sich
—» hoch be|gabt: s. hochbegabt
—> hoch belsteulert: s. hochbesteuert
—*■ hoch bejzahlt: s. hochbezahlt
—> hoch bje|gen: s. hochbiegen
—» hpchbli|cken: s. hochblicken
—> hoch brin|gen: s. hochbringen
534
Hochgenuß
—4 hoch de|ko|riert s. hochdekoriert
—4 hoch dotiert: $. hochdotiert
—> hoch drejhea- s. hochdrehen
—* hoch entwickelt: s. hochentwickelt
—4 hoch ge|hen: s. hochgehen
—> hoch ge|le|gen: s. hochgelegen
—4 hoch gejsteckt s. hochgesteckt
—> hoch ge|wa|chsen: s. hochgewach¬
sen
—4 hoch gucken: s. hochgucken
—> hoch hal|ten: s. hochhalten
—» hoch hejben: s. hochheben
—4 hoch kuijbeln: s. hochkurbeln
—4 hoch qualifiziert s. hochqualifi¬
ziert
—4 hoch steilgen: s. hochsteigen
—4 hoch werjfen: s. hochwerfen
—4 hoch zie|hen: s. hochziehen
Hoch[ach|tung: die; - ; - jmdm. große
Bewunderung, Wertschätzung, Ver¬
ehrung zugestehen »Für diese überra¬
gende, uneigennützige Leistung ver¬
dient er Hochachtung.«
hoch]ach|tungs|voll: Adv. <veralt.>
Grußformel zum förmlichen Briefab¬
schluß
Hgch|adel —4 Hgch|a|del: der; -s; - alle
Personen mit einem hohen Adelstitel
»Bei dieser Beerdigung traf sich nur
der Hochadel.«
Hgch|al|tar: der; -(e)s; -e erhöhter
Hauptaltar in einer katholischen Kir¬
che
Hoch|amt: das; -(e)s; Hochämter <kath.
Kirche) besonders feierliche Messe
mit bestimmten Ritualen »Wir haben
das Hochamt besucht.«
hoch|an|stön|dig: Adj. n. stg. besonders,
freundlich handelnd, integer
Hgch|an|ten|ne: die; -; -n Antenne auf
dem Dach eines Hauses
hgch|ar|bei|ten: arbeitest dich hoch; ar¬
beitetest dich hoch; hast dich hochge¬
arbeitet in seinem Beruf im Laufe der
Zeit immer verantwortungsvollere,
besser bezahlte Aufgaben überneh¬
men
Hoch|ari|sto|krä|ti« ^-4 Hoch|ajris|to|-
k|ra|tie: die; - / -n Gesamtheit der
dem Hochadel angehörenden Perso¬
nen
Hoch|bahn: die; - ; -en oberhalb des
Straßenniveaus fahrende Bahn in ei¬
ner Stadt
Hoch|baijren: der; -s; - <Sport> Turnge¬
rät mit zwei unterschiedlich hohen
Querholmen; Stufenbarten
Hoch|bau: der; -(ejs; - <Bauw.> Herstel¬
lung von Gebäuden, die über dem
Erdboden liegen
hoch|be|gabt/hoch|be|gabt —4 hoch
be|gabt' Adj. n. stg. außergewöhnlich
intelligent, talentiert
Hochlbefhälfter: der; -s; - Wasservorrat
in einem Reservoir, das höher liegt,
als das Gebiet, dem das Wasser zuge¬
führt wird
hgch|be|kom|men —4 auch hoch be|-
kgm|men: bekommst hoch; beka-
m(e)st hoch; hast hockbekommen
—»auch hast hoch bekommen*-—
etw. zu heben schaffen, hochkriegen
hoch|be|rühmt/hoch|be|rühmfc Adj. n.
stg. sehr bekannt, prominent
hoch|be|steu|ert —> hoch be|steu|ert:
Adj. höher besteuert; am höchsten be¬
steuert mit extrem hohen Steuern be¬
legt
hoch|be)tagt/hoch|be|tagt: Adj. n. stg.
sehr alt
Hoch|be|trieb: der; -(ejs; - besonders
"viel (Kunden-)Verkehr o. ä. »An ei¬
nem Feiertag herrscht am See Hochbe¬
trieb.«
hgch|be|z8hH —4 hoch befahlt Adj.
höher bezahlt; am höchsten bezahlt be¬
sonders gut bezahlt, honoriert
hoch|bie|gen —4 auch hoch bie|gerc
biegst hoch; bog(ejst hoch; hast hoch¬
gebogen —4 auch hast hoch
gebogen*— etw, von unten nach
oben biegen, verdrehen
Hoch|bild: das; -(ejs; -er Bild, bei dem
'Erhöhungen nicht nur optisch, son¬
dern tatsächlich vorhanden, heraus¬
gearbeitet sind
hoch|bin|den —4 auch hoch bin|den:
bindest hoch; bandfejsl hoch; hast
hochgebunden —»auch hast hock
gebunden*— etw. mit einem Band o.
ä. an einer höhergelegenen Stelle be¬
festigen »Sie band sich die Haare zu ei¬
nem Zopf hoch.«
hoch|blicken (hqch|btik|ken —4 hoch)-
bli|cken): blickst hoch; blicktest hoch;
hast hochgeblickt a) zu etw., jmdn.
aufschauen b) —4 auch hoch bijjcken
—4auch hast hoch geblickt*— nach
oben schauen
Hoch|blü|te: die; - ; -n erfolgreichste
Zeit für etw., jmdn. »Der Impressio¬
nismus hatte seine Hochblüte um die
Jahrhundertwende.«
hoch|brin|gen: bringst hoch; brachtest
hoch; hast hochgebracht 1 —4 auch
hoch bringen —4hast hoch
gebracht*—- etw., jmdn. nach oben,
zu einem höher gelegenen Ort schaf¬
fen »Wir bringen die Einkäufe eben
hoch.« 2 jmdn. erzürnen, empören
Hoch|burg: die; - ; -en Ort, an dem eine
Gruppe, Partei, jmd. sehr große Un¬
terstützung hat »Das Ruhrgebiet war
eine traditionelle Hochburg der SPD.«
hochd.: Abk. hochdeutsch
hgch|de|ko|rieit —4 hoch de|ko|nert:
Adj. höher dekoriert; am höchsten de¬
koriert mit vielen Orden ausgezeich¬
net, geehrt »Der hochdekorierte Offi¬
zier nahm an dem Empfang nicht teil.«
hoch[deutsch: Adj. n. stg. 1 [ugs.] von
allen Deutschsprachigen verstandene
(u. gesprochene) Standardsprache,
Gemeinsprache 2 im Süden Deutsch¬
lands gesprochene Sprache; ober- u.
mitteldeutsch
hoch|dle|nen —4 auch hoch dj§|nen,
sich: dienst dich hoch; dientest dich
hoch; hast dich hochgedient —4auch
hast dich hoch gedient*— sich hart
arbeitend von einer unteren (berufli¬
chen) Stellung in eine höhere hinauf¬
arbeiten
hoch|do|tiert —4 hoch dotiert: Adj. hö¬
her dotiert; am höchsten dotiert gut
bezahlt; mit dem Erhalt einer größe¬
ren Geldsumme verbunden
hoch|dre|hen —4 auch hoch dre|hen:
drehst hoch; drehtest hoch; hast hoch¬
gedreht —»■auch hast hoch
gedreht*— in eine höhere Position
drehen, bringen
Hochjdruck: der; -(ejs;-1 hoher physi¬
kalischer Druck eines Stoffes 2 unter,
mit Hochdruck: mit großer Eile, Ge¬
schäftigkeit
Hoch|dmck|ge|biet: das; -(ejs; -e Me¬
teorologie) Gebiet mit hohem Luft¬
druck
Hoch|druck|zo|ne: die; - ; -n Meteoro¬
logie» Gebiet mit hohem Luftdruck
Hoch|ebe|ne —4 Hoch|e|be|ne: die; - ;
-n hoch über dem Meeresspiegel lie¬
gende Ebene
hoch|ele|gant —4 hoch|e|le|gant Adj.
n. stg. besonders chic u. elegant (ge¬
kleidet)
hoch|emp|find|lich: Adj. n. stg. sehr
"empfindlich, störanfällig
hoch|ent|wickelt (hoch|ent|wik|kelt —4
hoch|ent|wi|ckelt): Adj. höher entwik-
kelt; am höchsten entwickelt (tech¬
nisch, evolutionär) sehr weit, gut ent¬
wickelt
hoch|er|freut —4 hoch erlfreut Adj. n.
stg. besonders glücklich, erfreut
hoch|ex|plo|siv: Adj. n. stg. 1 besonders
leicht explodierend 2 gesellschaftlich,
inhaltlich brisant
hochjfah|rend: Adj. n. stg. stolz, arro¬
gant u. aufbrausend auf jmdn. od.
etw. reagierend
Hoch|fi|nanz: die; -; -en Gesamtheit der
machtvollen Banken(vertreter) (in ei¬
nem Staat) .
hoch|flie|gen: fliegt hoch; flog hoch; ist
hochgeflogen (Vogel, Flugzeug o. ä.>
a) sich vom Boden lösen, auffliegen
»Die Schwalben sind eben hochgeflo¬
gen.« b) —4 auch hoch fliegen
—4auch ist hoch geflogen*— an Hö¬
he gewinnen
hoch|flie|gend: Adj. (Plan; Absicht* sehr
optimistisch u. kaum in die Wirklich¬
keit umzusetzen »Seine hochfliegen¬
den Träume von der Selbständigkeit
scheiterten.«
Hochform: die; - ; - (meist Sport) gute
Verfassung
Hgch|foijmab das; -(ejs; -e Format,
Form mit mehr Höhe als Breite
hoch|fre|quent: Adj. n. stg. (Physik) eine
hohe Schwingungszahl aufweisend
Hoch|fre|quenz|strom: der; -(ejs;
-ströme Strom mit hoher Schwin¬
gungszahl
Hochffri|sur: die; - ; -en Frisur, bei der
die Haare hochgesteckt sind
Hochfgajrajge: die; - ; -n oberhalb des
Bodens liegende Garage
hgch|ge|bil|det/hoch|ge|bil|det: Adj. n.
stg. besonders gebildet, belesen
Hoch|ge|bir|ge: das; -(ejs; - Felsge¬
stein aufweisendes Gebirge, dessen
Gipfel sehr hoch aufragen
hoch|ge|hen: gehst koch; ging(e)st
hoch; bist hochgegangen 1 [ugs.] durch
eine Explosion zerstört werden »Die
Bombe ist hochgegangen.« 2 sich über
etw. od. jmdn. sehr aufregen; über
etw. od. jmdn. sehr schimpfen 3 [ugs.]
aufgedeckt, entlarvt werden »Der Au¬
toschieberring ging hoch.« 4 —4 auch
hoch gehen —»bist hoch
gegangen*-— (räumlich noch weiter)
nach oben gehen, laufen
hoch|ge|le|gen —4 hoch ge|le|gen: Adj.
höher gelegen; am höchsten gelegen an
einem erhöhten Ort befindlich
Hgch|ge|nuß —4 Hochgenuss: der;
-genusses; -genösse besonderer Ge¬
nuß
535
hochgeschlossen
hgch|ge|schlos|sen: Adj. n. stg. (Klei¬
dung mit einem hohen Halsaus¬
schnitt
Hoch|ge|schwin|dig|keits|zug: der;
-(e)s; -züge Zug, der mindestens 250
km/h fahren kann, fahrt
hoch|ge|spannt: Adj. n. stg. 1 (Elek-
trot.> unter Stromspannung stehend 2
ungeduldig; erwartungsfroh
hoch|ge|steckt: Adj. n. stg. 1 —> auch
hoch gesteckt —»höher gesteckt;
höchst gesteckt<— mit Nadeln,
Spangen o. ä. an einer höhergelege¬
nen Stelle befestigt 2 fast unerreich¬
bar, unerfüllbar »hochgesteckte Er¬
wartungen«
hoch|ge|sto|chen: Adj. n. stg. [abwert.]
in einem abgehobenen u. nicht mehr
verständlichen Maße intellektuell,
Syn.: hochgeistig
hoch|ge|wach|sen: Adj. n. stg. groß (ge¬
wachsen)
hoch|gtf]tig: Adj. n. stg. sehr, äußerst
'giftig, Syn.: hochtoxisch
Hoch|glanz|ab|zug: der; -(ejs; -abzüge
Foto mit glänzender Oberfläche
hoch|glän|zend: Adj. <Fotopapier> mit
"einer glatten, glänzenden Oberfläche
ausgestattet
Hoch|glanz|pa|pier: das; -(e)s; -e glän¬
zendes, hochwertiges (Foto-)Papier
hoch|gra|dfg: Adj. sehr, äußerst; beson¬
ders
hgch|gucken (hoch|guk|ken—> hochl-
gu|cken): guckst hoch; gucktest hoch;
hast hochgeguckt a) zu etw. od. jmdn.
aufschauen b)—> auch hoch gucken
—»auch hast hoch geguckt■*—~Tugs.j
(bewundernd) nach oben schauen
hoch|hackig (hoch|hak|kig —». hoch|-
ha|ckig): Adj. (Schuh) mit hohem Ab¬
sätzen »Sie trug hochhackige, rote
Schuhe.«
hgch|hal|ten —» auch hoch hallten:
hältst hoch; hielt (es)t hoch; hastnoch-
gehaiten —»auch hast hoch
gehalten<— 1 etw. (räumlich noch
weiter) nach oben halten 2 jmd. hält
die Traditionen hoch: jmd. pflegt, lebt
die Traditionen
Hoch|haus: das; -es; -häuser besonders
hohes, hoch aufragendes Haus mit
vielen Etagen
hoch|he|ben —» auch hoch helben:
hebst hoch; hob(e)st hoch; hastnoch-
gehoben —»■auch hast hoch
gehoben•*— etw. von unten (räum¬
lich noch weiter) nach oben hochhe¬
ben
hoch|herr|schaft|lich: Adj. n. stg. beson¬
ders vornehm
hochjherjzig: Adj. n. stg. großzügig;
großmütig
Hoch|her|zig|keit: die; - ; - Großmütig¬
keit
hoch|hie|ven —* auch hoch hjejven:
hievst hoch; hievtest hoch; hastnoch-
gehievt —»• auch hast hoch gehievt*—
mühsam (räumlich noch weiter) nach
oben heben, transportieren
hoch|ho|len—» auch hoch ho]len: holst
hoch; holtest hoch; hast nochgeholt
—»auch hast hoch geholte— etw.
von unten (räumlich noch weiter)
nach oben transportieren
hochfhopjsen —> auch hoch hop|sen:
hopst hoch; hopstest hocF; bist nochge¬
hopst —>bist hoch gehopste—
(räumlich noch weiter) in die Höhe
hüpfen
hoch|in|du|stria|li|siert —» hoch in|duj-
s[t|ri|a|li|siert: Adj. höher Industriali¬
siert; am Föchsten industrialisiert über
eine große Anzahl von Industriebe¬
trieben verfügend »ein hochindustria¬
lisiertes Land«
hoch|in|tel|!i|gent: Adj. n. stg. hochgra¬
dig, besonders intelligent
hoch|in|teijes|sant —» hoch|in|te|r|es|-
sant: Adj. n. stg. sehr, äußerst interes¬
sant
hoch|ja|gen: jagst hoch; jagtest hoch;
hast hochgejagd 1 jmdn., etw. nach
oben, hoch jagen, hetzen; aufscheu¬
chen 2 etw. explodieren lassen
hoch|ju|beln: jubelst hoch; jubeltest
hoch; hast hochgejubelt [ugs.] etw. od.
jmdn. übertrieben loben, verehren
hoch|kant Adv. t schmalseitig nach
oben zeigend 2 jmdn. hochkant
rauswerfen: jmdn. unfreundlich hin¬
auswerfen
hoch|ka|rä]tig: Adj. 1 (Edelstein) von be¬
sonders hoher Karatzahl, hohem Ge¬
wicht 2 besonders erlesen, gut
hoch|klapp|bar: Adj. n. stg. mittels eines
Gelenkes, Schamieres nach oben ab¬
klappbar
hoch|ldap|pen—» auch hoch klap|pen:
klappst hoch; klapptest hoch; hast
hochgeklappt —».auch hast hoch
geklappt<— ein (durch Scharniere o.
a.) bewegliches Element (räumlich
noch weiter) nach oben bewegen
hoch|kom|men —* auch hoch koml-
men-' kommst hoch; kamjejst Foch;
bist hochgekommen —»auch bist
hoch gekommen<=— (räumlich noch
weiter) von unten nach oben herauf¬
kommen
Hoch|kon|junk|tur: die; - ; -en (Wirt.)
Phase starken Aufschwungs u. Wirt¬
schaftswachstums, Syn.: Boom
hoch|kon|zen|triert hoch|kon|zen|-
t|riert: Adj. a) sehr, äußerst (geistig)
konzentriert, aufmerksam auf etw.,
eine Tätigkeit bezogen b) sehr kon¬
zentriert, intensiv »eine hochkonzen¬
trierte Substanz«
hoch|kra|xeln —*. auch hoch kra[xeln:
kraxelst hoch; kraxeltest hoch; bist
hochgekraxelt —»auch bist hoch
gekraxelte— [ugs.] mühsam elw., ei¬
nen Berg (räumlich noch weiter)
hochklettern, hochwandem
Hoch|kul|tun die; - ; -en (untergegange¬
ne) Kultur, die gesellschaftlich struk¬
turiert ist (war), über ein politisches
System verfügt(e) u. wirtschaftlich die
Produktion organisiert (hatte)
hoch|kur[beln —». auch hoch kur|bebi:
kurbelst hoch; kurbeltest hoch; hast
hochgekurbelt —»auch hast .hoch
gekurbelte— [ugs.] etw. durch Über¬
tragung einer Kurbel (räumlich noch
weiter) hochbewegen
Hoch|land: das; ~(e)s; -länder hoch
über dem Meeresspiegel gelegener
Teil eines Landes, Staates
Hoch|län|der: der; -s; - weibl. Hoch|-
län|de|rin: die; - ; -nen Bewohner,
Bewohnerin einer im Hochland gele¬
genen Gegend
hoch|lan[gen: langst hoch; langtest
hoch; hast hochgelangt nach oben fas¬
sen
hoch|läu|fig: Adj. <Tier> langbeinig
hoch|le|ben: in der Wendung jmdn.
hochleben lassen: in einer Gesell¬
schaft einen Toast, Glückwunsch auf
jmdn. ausbringen
Hoch|lei|stung —* Hoch|leis|tung: die;
- ; -en besonders gute, starke Lei¬
stung
Hoch|lei|stungs|mo|tor —» Hoch|leis|-
tungs|mo|tor: der; -s; -en eme hohe
Leistung erbringender Motor
Hoch|lei|stungs|sport —» Hoch|leis|-
tungs|sport: der; -(e)s: - Sport, den
man so intensiv betreibt, daß man an
(internationalen) Wettkämpfen teil¬
nehmen kann
Hoch|lei|stungs|trai|ning —» Hoch|-
leis|tungs|traijning: das; -s; - Training
beim Hochleistungssport
hoch|mo|dern/hoch|mo|dem: Adj. sehr
modern, fortschrittlich
hoch|mo|disch: Adj. n. stg. sehr elegant;
mit zeitgemäßem Chic
hoch|mo|le|ku|laR Adj. n. stg. (Chemie)
aus Makromolekülen zusammenge¬
setzt
Hoch|moor: das; -(e)s; -e Moor, das
über dem Grundwasserspiegel liegt u.
durch Niederschlag entstanden ist
Hoch|mut der; -(e)s; - 1 negativ emp¬
fundene, überstolze, herablassende
Charaktereigenschaft 2 Hochmut
kommt vor dem Fall: wenn eine Per¬
son zu überzeugt von sich ist, passiert
es schnell, daß sie erniedrigt, gedemü-
tigt wird
hoch|mü|tig: Adj. arrogant; eingebildet
Hoch|mü|tig|keit: die; ~ ; - Arroganz;
Eingebildetheit
hoch|nä|sig: Adj. Einbildung, Arroganz
zeigend
Hoch|nä|sig|keifc die; - ; -en a) o. PI. ar-
rogante(s) Einstellung, Verhalten b)
arrogante Handlung
Hoch|ne|bel: der; -s; - Nebel, der in rela¬
tiv großer Höhe aufitritt, die Sicht am
Boden nicht behindert
hoch|neh|men: nimmst hoch; nahmf e)st
hoch; hast hochgenommen 1 —*■ auch
hoch neh|men —»auch hast hoch
genommen*— jmdn., etw. aufheben,
in die Höhe heben 2 [ugs.] einen Ver¬
brecher stel!en«Die Polizei nahm ihn
hoch.« 3 [ugs.] jmdn. mit etw. aufzie¬
hen, anführen, veräppeln
Hochjofen—* Hoch]o|fen: der; -s; -Öfen
Schmelzofen zur Gewinnung, Erzeu¬
gung von Roheisen
Hoch|ofen|schlacke (Hoch|ofen|-
schlakjke —* Hoch|o|fen]schla|cke):
die; - ; -n (giftigejReststone, die beim
Schmelzen des Erzes im Hochofen
verbleiben
hoch|of)fi|zi|ell/hoch|of)fi|zi|ell: Adj. n.
stg. sehr feierlich, förmlich
hoch|päp|peln: päppelst hoch; päppel¬
test hoch; hast hochgepäppelt [ugs.]
(Lebewesen) (durch Zuführung von
Nahrung) in einen guten (körperli¬
chen) Zustand bringen
Hgchlparjterra—*• Hoch|parjter|re: die;
- ; - erhöhtes, nicht zu ebener Erde
liegendes, sondern einige Stufen hoch
liegendes Erdgeschoß in einem Haus
hoch|peit|schen: peitschst hoch;
peitschtest hoch; hast hochgepeitscht
jmdn. für od. gegen etw., jmdn.ansta-
cheln, aktivieren
536
Höchstbietende
Hoch|pla|teau: das; -s; -s hoch über
dem Meeresspiegel gelegene Ebene
hoch|po|li|tisch/hoch|po|li|ti8ch: Adj. n.
~stg. von äußerster politischer Bedeut¬
samkeit, Wichtigkeit
hoch|pro|zen|tig: Adj. einen hohen An¬
teil an/von etw., Alkohol enthaltend
hoch|qua|N|fi|ziert/hoch|qua|li|fi|ziert
—> hoch qua|li|fi|zjert: Adj. höher
qualifiziert; am höchsten qualifiziert
besonders qualifiziert, gut geeignet,
ausgebildet
Hoch|rad: das; -(e)s; -räder <hist> Fahr¬
rad mit einem großen Vorderrad u.
kleinem Hinterrad
hoch|ra|gen: ragt hoch: ragte hoch; hat
hochgeragt nach oben, vorstehen, zei¬
gen
hoch|ran|gig: Adj. n. stg. von hohem
Rang u. große(rXm) Wichtigkeit,
Einfluß
hoch|rap|peln, sich: rappelst dich hoch;
rappeltest dich hoch; hast dich hochge-
rappelt [ugs.] a) mühsam aufstehen (z.
B. nach einem Sturz) b) sich aufrap¬
peln, durchringen zu etw.
hqch|rech|nen: rechnest hoch; rechne¬
test hoch; hast hochgerechnet eine sta¬
tistische Hochrechnung, Prognose
aufgrund einer kleineren (repräsenta¬
tiven) Datenbasis durchführen
Hgch|rech|nung: die; - ; -en <Statistik>
Errechnung von Daten auf der Basis
einer kleinen (repräsentativen) Da¬
tenmenge
hoch|rei|ßen —* auch hoch rei|8en:
reißt hoch; rissest hock; hast hochge¬
rissen —rauch hast hoch gerissen •
alle Formen mit ss*— etw. ruckartig
(räumlich noch weiter) nach oben
transportieren, bringen o. ä.
Hoch|rip|pe: die; - ; -n Rückenstück
vom Rind
Hoch|ruf: der;-(e)s; -e [veralt.] Ruf, mit
dem man jmdn. feiert, ehrt, lobt, Re¬
spekt bekundet, jmdm. applaudiert
Hoch|sai|son: die; ~ - a) Hauptsaison
(für etw., in einer Branche) b) Haupt¬
reisezeit
hoch|schal|ten: schaltest hoch; schalte¬
test hoch; hast hochgeschaltet 1 mit¬
tels einer Schaltung etw:, die Leistung
eines technischen Gerätes steigern 2
in einem Getriebe einen höheren
Gangeinlegen
hoch|schät|zen: schätzt hoch; schätztest
hoch; hast hochgeschätzt jmdm. od.
etw. großen Respekt entgegenbringen
hoch|schau|keln: schaukelst hoch;
schaukeltest hoch; hast hochgeschau¬
kelt etw. dramatisieren, eine unange¬
messene Bedeutsamkeit beimessen
hoch|scheu|chen: scheuchst hoch;
scheuchtest hoch; hast hochgescheucht
jmdn. od. etw. (ein Tier) aufscheu¬
chen, erschrecken (u. zur Flucht ver¬
anlassen)
hoch|schicken (hoch|schik|ken —>
hqch|schi|cken) —> auch hoch schli¬
cken): schickst hoch; schicktest hoch;
hast hochgeschickt —rauch hast hoch
geschickt<— jmdn., etw. (räumlich
noch weiter) von unten nach oben
senden, schicken
hoch|schie|ben —» auch hoch sch|e|-
ben: schiebst hoch; schob (e)st hoch;
hast hochgeschoben —rauch hast
hoch geschoben*— etw. (räumlich
noch weiter) nach oben, hoch drük-
ken, schieben
hoch|schnel|len: schnellst hoch; schnell¬
test hoch; bist hochgeschnellt 1 —>
auch hoch schnellen —rauch bist
hoch geschnellt*— (sich) rasch
(räumlich noch weiter) nach oben be¬
wegen, springen 2 plötzlich aus Wut
, od. Überraschung aufstehen, auffah¬
ren
Hqch|schrank: der; -(e)s; -schränke
sehr hoher Schrank
hoch|schrau|ben: schraubst hoch;
schraubtest hoch; hast hochgeschraubt
1 —» auch hoch schrauben —rauch
auch hoch schrauben*— etw. in eine
höhere Position schrauben 2 etw. un¬
gerechtfertigt in die Höhe treiben (Er¬
wartungen, Preise)
hoch|schrecken (hpch|schrek|ken —»
hochjschre|cken): schreckst hoch;
schrecktest hoch; bist hochgeschreckt
sich erschrocken aufrichten; er¬
schrocken aufspringen
Hoch|schul|ab|schluß —*■ Hqchjschul)-
ab|schluss: der; -Schlusses; -schlösse
an der Universität, Hochschule er¬
worbenes Abschlußzeugnis
Hoch|schul|abjsol|vent: der; -en; -en
weibl. Hoch|schul|ab|sol|ven|tin: die;
- ; -nen Person, die eine Hochschule
besucht u. ihr Studium abgeschlossen
hat
Hoch|schu|le: die; ~ ; -n Institution für
Forschung u. Lehre, zur Ausbildung
von Akademikern; Universität
Hoch|schli|len der; -s; - weibl. Hoch|-
schü|!e|rin: die; - ; -nen Schüler(in),
Student(in) einer Universität, Hoch¬
schule
Hoch|schul|ge|setz: das; -es; -e Ge¬
samtheit der rechtlichen Regelungen
bezüglich der Rechte u. Pflichten an
einer Hochschule
Hoch|schul|leh|ren der; -s; - weibl.
Hoch|schul|leti|re|rfn: die; - ; -nen
Lehrer(in), Dozent(in) an einer Uni¬
versität, Hochschule
Hoch|schul|rei(fe: die: - ; - Abitur, das
zum Studium an einer Hochschule
berechtigt
Hoch|schul|stu|di|um: das; -s; -Studien
Studium, Ausbildung an einer Uni¬
versität, Hochschule
hoch|schwan|ger/hoch|schwan|gen
Adj. n. stg. kurz vor der Geburt, Nie¬
derkunft stehend
Hpch|see: die; - ; - offenes Meer
Hgch|see|an|geln: das; -s; - Fischen im
offenen Meer
Hoch(see|fi|schei|rei: die; - / -en (ge¬
werbliches) Fischen auf dem offenen
Meer, der hohen See
Hoch|see|flot|te: die; - ; -n Flotte, Ver¬
band von, Gesamtheit der Hochsee-
schiffe(n) (eines Landes)
hoch|se|hen —> auch hoch se|hen:
siehst hoch; sahst hock; hast hochgese¬
hen —rauch hoch gesehen*— (be¬
wundernd) zu jmdm., etw. aufschau¬
en, (räumlich noch weiter) nach oben
blicken
Hoch|seil: das; -(e)s; -e in einigem Ab¬
stand über dem Erdboden gespanntes
Seil für einen Seilakrobaten
Hqch|si|cher|heitsjtrakt: der; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Bereich in Gefängnissen,
Justizvollzugsanstalten, der beson¬
ders ausbruchssicher gestaltet ist, gut
bewacht wird
Hoch|sitz: der; -es; -e Beobachtungs¬
stand (aus Holz), von dem aus ein
Förster od. Jäger das Wild beobach¬
ten kann
Hoch|som|mer: der; -s; - Mitte des
Sommers, in der es oft besonders
warm ist
hpch|som|mer|iich: Adj. n. stg. dem
Hochsommer angemessen, zuzuord¬
nen
Hoch|span|nung: die; - ; -1 <Elektrot.>
elektrische Spannung von mehr als
1000 Volt 2 dibertr.) krisenhafte, kri¬
tische Atmosphäre 3 <übertr.> äußerst
erwartungsfrohe Stimmung
Hoch|span|nungs|mast: der; -(e)s; -en
Mast für Hochspannungsstromlei¬
tungen
hpch|spie|len: spielst hoch; spieltest
hoch; hast hochgespielt etw. wichtiger
darstellen als notwendig; es überbe¬
werten
Hochjspra|che: die; - ; -n (Sprachwiss.)
Standardsprache in einer Sprachge¬
meinschaft
hoch|sprach|lich: Adj. n. stg. die Hoch¬
sprache, Standardsprache betreffend
hoch|sprin|gen: springst hoch; spran-
g(e)st hoch; bist hochgesprungen 1
<Sport> eine bestimmte Höhe über¬
winden 2 —» auch hoch springen
—rauch bist hoch gesprungen*— a)
(noch höher) in die Luft springen,
hüpfen b) sich (plötzlich) aus einer sit¬
zenden, liegenden Stellung aufrichten
Hoch|sprin|ger der; -s; - weibl. Hochj-
sprin|ge|ifn: die; - ; -nen jmd. der/die
die Leichtathletikdisziplin Hoch¬
sprung betreibt
Hoch|sprung: der; -(e)s; -spränge
<Sport> a) o. PI. Leichtathletikdiszi¬
plin, bei der der Sportler über eine
möglichst hohe Querlatte springen
muß b) einzelne Übung; einzelner
Sprung über eine Latte
Hoch|sprung|tech|nik: die; - ; -en
<Sport> Technik, mit der man den
Hochsprung ausführt, die Latte über¬
quert
Hpch|stand: der; -(e)s; -stände Beob¬
achtungsgestell (aus Holz), von dem
aus ein Förster od. Jäger das Wild be¬
obachten kann
Hoch|stajpe|lei: die; - ; -en Angeberei,
Betrügerei durch Vorgabe nicht zu¬
treffender Fakten (z. B. hinsichtlich
eines akademischen od. eines Adelsti¬
tels)
hoch|sta|peln: stapelst hoch; stapeltest
hoch; hast hochgestapelt betrügen
durch Vorgabe nicht zutreffender
Fakten (z. B. hinsichtlich eines akade¬
mischen od. Adelstitels)
Hoch|stap|ler: der; -s; - weibl. Hoch|-
stap|le|rin: die; -; -nen Betrüger; Per¬
son, die betrügt u. vorgibt, etw. ande¬
res (meist; in einer sozial höheren
Stellung als in Wirklichkeit) zu sein,
ihre wahre Identität verheimlicht
Höchst|be|trag: der; ~(e)s; -betröge
größtmöglicher Betrag, der für etw.
zugelassen ist
Höchst|bie|ten|de: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Höchstbieten¬
der; eine Höchstbietende; zwei
Höchstbietende) der-, diejenige, der/
.537
hochstecken
die am meisten Geld (z. B. auf einer
Auktion) für etw. anbietet, zu bezah¬
len bereit ist
hoch|stecken (hoch|stek|ken —>
hoch|ste|cken auch hoch stecken):
steckst hoch; stecktest hoch; hast
hochgesteckt —>auch hast hoch
gesteckt*— etw. mit einer Spange,
Nadeln o. ä. an einer höhergelegenen
Stelle befestigen
hochjsteilgen —* auch hoch steijgen:
steigst hoch; stieg(e)st hoch; bist
hochgestiegen —>auch bist hoch
gestiegen<— a) (räumlich noch wei¬
ter) nach oben gehen, klettern b) sich
(räumlich noch weiter) in der Luft
nach oben bewegen
hoch|stem|men —> auch hoch stem|-
men: stemmst hoch; stemmtest hoch;
hast hochgestemmt —>auch hast
hoch gestemmt<— mit Kraft etw.
(räumlich noch weiter) hochheben
höchstens —»• höchstens: Adv. 1 ma¬
ximal u. dann nichts mehr »ein Stück
Torte höchstens noch« 2 [ugs.] es sei
denn; nur gesetzt den Fall, daß
Höchstfall: der;-(ejs; -fälle im extrem¬
sten, schlechtesten, günstigsten Fall
Höchstjform: die; - ; - «neist Sporn be¬
ste körperliche, geistige Form, Lei¬
stungsfähigkeit
Höchst|ge|schwln|dig|keit: die; - ; -en
schnellste zugelassene, erreichbare
Schnelligkeit, Geschwindigkeit (die
ein Fahrzeug erzielen kann, soll, darf)
Höchstlgejwiclrt: das; -(e)s; -e höchstes
zugelassenes Gewicht
Höchst|gren|ze: die; - ; -n oberste zuge¬
lassene Grenze
Hoeh|stim|mung: die; - ; - besonders
gute, feierliche Stimmung, Sieger¬
laune
Höchst|lel|stung —> Höchst|leis|tung:
die; - ; -en extrem gute, bestmögliche
Leistung
Höchst|maB: das; -es; -e äußerste, nicht
zu überschreitende Grenze
Höchst|men|ge: die; - ; -n größte (zuge¬
lassene, erzielbare) Menge
höchst|per|sön|lich/höchst|per|sön|-
lich: Adj. n. stg. [meist scherzh.J in ei¬
gener Person auftretend, erscheinend
Höchst|preis: der; -es; -e höchstmöglich
erzielbarer, höchster erzielter Preis
Hoch|stra|ße: die; - ; -n auf Pfeilern ge¬
baute, über andere Verkehrswege
führende Straßenkonstruktion
Höchst|stra|fe: die; - ; -n <Rechtsw.>
laut Gesetz höchste verhängbare
Strafe für ein Verbrechen od. Verge¬
hen
höchst|rich|ter|lich: Adj. n. stg. von der
höchsten gerichtlichen Instanz ent¬
schieden
Höchst|tem|pe|ra|tur die; - ; -en die
höchste erreichte, erreichbare Tempe¬
ratur
höchst|wahr|schein|lich/höchst|wahr|-
scheinjlich: Adj. n. stg. sehr wahr¬
scheinlich, anzunehmen
Höchst|wert: der; -(e)s; -e höchstes er¬
zieltes, erzielbares (Meß-)Ergebnis
Hoch|tech|no|lo|gie: die; - ; -n weitent¬
wickelte Technologie
Hoch|tem|pe|ra|turtre|ak|tor: der; -s; -en
<Kemphysik> Kernreaktor mit hoher
Kühlmitteltemperatur
Hoch|tour: die; - ; -en 1 Wanderung im
Hochgebirge 2 auf Hochtouren
laufen: <übertr.> etw. mit höchster
Energie, größtmöglichem Einsatz be¬
treiben
hoch|tra|bend: Adj. wichtiger, bedeu¬
tender dargestellt, darstellend als an¬
gebracht
tioch|tra|gen —* auch hoch tra|gen:
trägst hoch; trugfejst hoch; hast hoch¬
getragen —>auch hast hoch
getragen<— etw. (räumlich noch
weiter) nach oben transportieren,
bringen
hoch|trei|ben: treibst hoch; trieb(e)st
hoch; hast hochgetrieben 1 —»• auch
hoch trei|ben —*auch hast hoch
getrieben<— <Vieh> an einen höher¬
gelegenen Ort bringen, gehen lassen 2
<Preis o. ä.> höher machen; steigern
Hoch|ufer —> Hoch|u|fen das; -s; -
<Geologie> durch Erosion entstande¬
nes Steilufer
hoch|ver|dient: Adj. n. stg. besonders
verdienstvoll »Ein hochverdienter Ab¬
geordneter.«
hoch|ver1ehrt/hoch|ver|ehrt: Adj. be¬
sonders, sehr verehrt, bewundert
Hoch|ver|rat: der; -(e)s; - <Rechtsw.>
Verrat am Staat(ssystem), an der Ver¬
fassung
Hochtverjrätter der; -s; - weibl. Hoch|-
vei)rö|te|rin: die; - ; -nen Person, die
Verrat am Staat(system), an der Ver¬
fassung begangen hat
hoch|ver|rä|te|risch: Adj. n. stg. den
Hochverrat betreffend, ihm zuzuord¬
nen
hoch|ver|zins|lich: Adj. n. stg. <Bankw.>
besonders gut verzinst
hochw.: Abk. hochwertig
Hoch|was|ser: das; -s; - 1 sehr hoher,
eine Gefahr darstellender Stand des
Wasser Ant.: Niedrigwasser 2 Hoch¬
wasser haben: [ugs.; scherzh.] bei
jmdm. sind die Hosenbeine zu kurz
Hoch|web|stuhl: der; -(e)s; -webstühle
Webstuhl, bei dem die Kettfäden
senkrecht gespannt sind
hoch|wer]fen —> auch hoch werden:
wirfst hoch; warffejst hoch; hast
hochgeworfen —>auch hast hoch
geworfen*— etw. (räumlich noch
weiter) nach oben, in die Luft schleu¬
dern, werfen
hoch|wer|tig: Adj. von hohem Wert;
von besonders guter Qualität, Ant.:
minderwertig
hoch|will|kom|men: Adj. n. stg. beson¬
ders, äußerst willkommen
hoch|wöl|ben —> auch hoch wöl|ben,
sich: wölbt sich hoch; wölbte sich
hoch; hat sich hochgewölbt —*■auch
hat sich hoch gewölbt<— eine Aus¬
buchtung (nach oben) bildend
hoch|wüch|sig: Adj. n. stg. von großem
Wuchs; groß
hoch|wuch|ten —-> auch hoch
wuchten: wuchtest hoch; wuchtetest
hoch; hast hochgewuchtet —*auch
hast hoch gewuchtet<— mit Kraft¬
aufwand (räumlich noch weiter) nach
oben heben, transportieren »Sie
wuchteten das Sofa hoch.«
Hoch|wür[den: o. Art. [veralt.] Anrede
für (höhere) katholische od. prote¬
stantische Geistliche
Hoch|zahl: die; - ; -en <Math.> Zahl, die
angibt, wie oft eine Zahl mit sich
selbst multipliziert wird
Hoch|zeib die; - ; -en 1 Tag der Ehe¬
schließung, meist mit einer Feierlich¬
keit verbunden 2 Höhepunkt einer
Entwicklung, Blütezeit einer Kultur 3
a) auf allen Hochzeiten tanzen: [ugs.]
immer u. überall mitmachen, dabei
sein (wollen) (u. aufgrund zu vieler
Dinge oftmals nichts ganz richtig er¬
ledigen, tun) b) mit einem Arsch auf
allen, zwei Hochzeiten tanzen: [derb]
immer u. überall mitmachen, dabei
sein (wollen) (u. aufgrund zu vieler
Dinge oftmals nichts ganz richtig er¬
ledigen, tun) 4 das Ist nicht meine
Hochzeit: damit habe ich nichts zu
tun, das betrifft mich nicht, ist nicht
meine Angelegenheit, Sorge 5 sil¬
berne, goldene, diamantene Hoch¬
zeit: 25., 50., 60. Jahrestag der Ehe¬
schließung
hoch|zei|ten: hochzeitest; hochzeitetest;
hast gehochzeitet [veralt.] heiraten
hoch|zeit|lich: Adj. n. stg. die Hochzeit
betreffend, ihr zuzuordnen
Hoch|zeits|brauch: auch der; -(e)s;
-brauche Sitte bei Eheschließungen,
Hochzeiten
Hoch|zeits|fei|er: die; -; -n Fest, das zur
Eheschließung, Hochzeit veranstaltet
wird
Hoch|zeits|fest: das; -(ejs; -e Feier, die
zur Eheschließung, Hochzeit veran¬
staltet wird
Hoch|zeits|gast: der; -(ejs; -gaste zur
Hochzeit(sfeier) eingeladene Person
Hoch|zeits|ge|schenk: das; -(ejs; -e
Präsent, Gabe (eines Gastes), das/die
zur Hochzeit überreicht wird
Hgch|zeits|ge|sell|schaft: die; ~ ; -en
alle bei der Hochzeit(sfeier) anwesen¬
den Personen
Hoch|zeits|kleid: das;-(ejs; -er (weißes,
langes) Brautkleid
Hoch|zeits|mahl: das; -(ejs; - Hoch¬
zeitsessen; Mahlzeit auf einer Hoch¬
zeitsfeier
Hoch|zeits|nacht: die; - ; -nächte erste
Nacht nach der Eheschließung
Hoch|zeits|paan das; -(ejs; -e Braut¬
paar; Ehepaar am Tag seiner Heirat
Hoch|zeits|rei|se: die; ~ ; -n Reise, die
das Brautpaar im Anschluß an die
Heirat unternimmt
Hoch|zeits|ta|fel: die; - / -n gedeckter
Tisch, an dem die Hochzeitsgesell¬
schaft sitzt
Hgch|zeits|tag: der; (ejs; -e Tag der
Eheschließung u. dessen Jubiläum
hoch|zie|hen —> auch hoch zie|hen:
ziehst hoch; zog(e)st hoch; hast hoch¬
gezogen —>auch hast hoch
gezogen<— etw. von unten nach
oben ziehen
Hoch|zins|po|li)tik: die; - ; - <Bankw.>
Geldpolitik, bei der das Geld durch
hohe Kreditzinsen möglichst gering
gehalten werden soll, wodurch die In¬
flationsrate sinken soll
Hocke (Hok|ke —> Hojcke): die; - ; -n
Haltung, bei der man die Knie tief
beugt u. das Gewicht auf den Fu߬
spitzen lastet
hocken (hokfken —* ho|cken): hockst;
hocktest; hast gehockt 1 in der Hocke
mit angewinkelten Beinen sitzen, kau¬
538
Höhenflug
ern 2 längere Zeit an einem Ort ver¬
weilen
Hocker (Hok|ker—> Hojcker): der; -s -
Sitzmöbel ohne Rücken- u. Armstüt¬
zen
Höcker (Hök|ker—> Hö|cker): der; -s; -
1 Wulst auf dem Kamel-, Dromedar¬
rücken »Das Dromedar hat nur einen
Höcker.« 2 Wulst auf der Nase eines
Menschen 3 [ugs.] Buckel beim Men¬
schen
Höckerschwan (Hök|ker|schwan —>
Hölckertschwan): der; -(e)s;
-schwane Schwan(enart) mit einem
Höcker, einer Wölbung auf dem
Schnabel
Hockey (Hok]key Hojckey): <eng/.>
/hocke'/ das; -s; - <Sport> Ballspiel
(auf Rasen) zwischen zwei Manns¬
chaften, bei dem ein kleinerer Ball mit
gekrümmten Holzschlägern in das
gegnerische Tor geschlagen werden
muß
Hockey|schtä|ger (Hok]key|schlä)ger
—» Ho|ckeyjschlälger): <engl.; dt.>
/hocke1-/ der; -s; - <Sport> Sportgerät
aus Holz mit einer Krümmung am
unteren Ende -
Ho|den: der; -s; - Samen, Spermien
produzierendes äußeres Geschlechts¬
organ beim Mann u. vielen Tieren,
Syn.: [ugs.; derb] Ei
Ho|den|bruch: der; -(e)s; -brüche
<Med.> Leistenbruch, bei dem der
Bruchinhalt in den Hodensack sinkt
Ho|den]sack: der; -(e)s; -sacke Haut¬
hülle, die die Hoden umgibt
Hof: der; -(ejs; Höfe 1 Schloß, Haus¬
haltung sowie alle zu diesem Haus¬
halt gehörenden Personen eines Ade¬
ligen, Königs, Kaisers, Monarchen
»Bei Hof herrschten andere Sitten.« 2
landwirtschaftlicheres) Betrieb, An¬
wesen; Bauernhof 3 Platz hinter ei¬
nem Haus (der von mehreren Seiten
unzugänglich, nur von einer Seite u.
vom Haus her zu betreten ist) »Wir
spielen auf dem Hof.« 4 jmdm. den
Hof machen: um die Zuneigung einer
Frau werben
—a. Hof hallten: s. hofhalten
Hoflamt: das; -(e)s; -ämter <hist.> Amt
an Fürstenhöfen
Hof|da)me: die; - ; -n <hist.> adlige
Dame, die an einem Hof (1) lebt
Hof|dlch|ter der; -s; - <hist.> für einen
bestimmten Hof (1), Fürsten schrei¬
bender Dichter
Hofjerjbe: der; -n; -n weibl. Hpf]eijbin:
die; - ; -nen Person, die einen land¬
wirtschaftlichen Betrieb, Bauernhof
erbt, erben wird
hoffen: hoffst; hofftest; hast gehofft er¬
warten, aber nicht sicher sein, nicht
genau wissen, daß etw., was man sich
wünscht, in Erfüllung gehen wird
»Ich hoffe, daß er wieder gesund wer¬
den wird.«
hof]fent|lich: Adv. wünschenswert; eine
Hoffnung (1) bezeichnend
Hoffnung: die; ~ ; -en 1 etw., von dem
man sich wünscht, daß es in Erfüllung
gehen wird, es aber nicht weiß 2 Per¬
son, in die große Erwartungen ge¬
steckt werden, von der man glaubt u.
hofft, daß sie etw, erreichen wird u.
ihr es auch zutraut »Sie ist die nette
Hoffnung der Opernwelt.« 3 jmdm.
Hoffnungen machen: jmdm. etw. ver¬
sprechen, in Aussicht stellen 4 in der
Hoffnung sein; guter Hoffnung sein:
[geh.; verhüll.] ein Baby erwarten
hoff|nungs|froh: Adj. hoffmmgsfroher;
hoffnungsfroheste optimistisch für die
Zukunft
hoff|nungs|los: Adj. hoffnungsloser;
hoffnungsloseste ohne Hoffnung (1),
Aussicht, daß etw., was man sich
wünscht, eintrifft, Syn.: aussichtslos,
Ant.: hoffnungsvoll
Hoff|nungs|lo{sig|keit: die; - ; -en Zu¬
stand ohne Hoffnung (1), ohne Zu¬
versicht
Hoff|nungs|trä|ger der; -s; - weibl.
Hoff|nungs)hü|ge|rin: die; - / -nen
Person, in die große Erwartungen ge¬
steckt werden, von der man glaubt u.
hofft, daß sie etw, erreichen wird u.
ihr es auch zutraut
hoff|nungs|voll: Adj. a) voller Zuver¬
sicht; guter Erwartungen b) große
Hoffnungen (1), Erwartungen ande¬
rer auf sich ziehend
Hofjgang: der; -fejs; -gange im Gefäng¬
nis erlaubter täglicher Spaziergang
auf dem Hof
Hof)garften: der; -s; -gärten Schloßgar¬
ten
Hof|ge|sell|schaft: die; - ; -en <hist.> Ge¬
sellschaft, die an einem Fürstenhof
lebt
hof|hal|ten —* Hof hälften: hältst hof ¬
hielt (e)st hoff fitst hofgehalten
—*■hältst Hof; hieltfejst Hof; hast
Hof gehalten<— als Monarch mit
der Hofgesellschaft leben u. regieren
Hoffhund: der; -(ejs; -e Hund, der zu ei¬
nem Bauernhof gehört u. ihn bewacht
ho|fie|ren: hofierst; hofiertest; hast ho¬
fiert jmdn. mit devotester Unterwür¬
figkeit umgarnen, um etw. zu erlan¬
gen
höffisch: Adj. [veralt.] den Hof (1), Adel
betreffend, ihm zuzuordnen
Hoffkirfche: die; - ; -n Kirche, die zu ei¬
nem Fürstenhof gehört
Hof|knicks: der; -es; -e besonders tiefer
Knicks, den man vor Fürsten, Köni¬
gen zum Zeichen der Ehrerbietung
macht
Hgfjleu|te: die (PI.) Beschäftigte eines
Hofes (2) mit ihren Angehörigen
höffllch: Adj. (besonders) gute Um¬
gangsformen zeigend, praktizierend
»Er ist ein sehr höflicher Mensch.«
Höf|lich|keib die; - ; -en a) o. PI. nettes,
gutes Benehmen anderen Menschen
gegenüber b) höfliche Handlung, Be¬
merkung
Höf|lich|keits)be|such: der; -(ejs; -e Be¬
such, den jmd. nicht aus eigenem Be¬
dürfnis, sondern nur der Pflicht, Höf¬
lichkeit halber macht
Höf|lich|keits|ftos|kel: die; - ; -n ge¬
bräuchliche Bemerkung, Floskel im
Umgang mit anderen Menschen
Höfling: der; -s; -e 1 am Fürstenhof le¬
bende Person 2 <übertr.> jmd., der sich
im Gefolge einer einflußreichen Per¬
son aufhält u. sich bei dieser einzu¬
schmeicheln versucht
Hofjmaijschall: der; -(ejs; -e Inhaber
des höchsten Amtes an einem Hof (1),
der für den gesamten organisatori¬
schen Bereich zuständig ist
Hofjnarr. der; -en; -en Spaßmacher, der
die Gesellschaft am Hof (1) unterhal¬
ten soll, aber oftmals sehr intelligent
war u. großen Einfluß auf den Regen¬
ten (auch in politischer Hinsicht)
hatte
Hofjpo|et: der; -en; -en <hist.> Dichter
am Fürstenhof
Hof|rat: der; -(ejs; -röte Ehrentitel für
einen verdienten Beamten
Hof|schau|spie|ler: der; -s; • weibl.
Hofjschau|spie|lefrin: die; - ; -nen a)
Schauspielerin) an einem Hoftheater
b) besondere Auszeichnung, Titel für
Schauspielerfinnen)
Hof|schran|ze: die; - ; -n [abwert.] bei
Hofe (1) lebender Schmeichler, Spei¬
chellecker
Hofstaat: der; -(ejs; -en alle Angehöri¬
gen eines Fürstenhofes
Hof]thea|ter—» Hof(the|a|ter: das; -s; -
Theater, das zu einem Fürstenhof ge¬
hörte)
Hpfftür: die; - ; -en (Hinter-)Tür, die
zum Hof (3) u. nicht auf die Straße
führt
HO-Ge|schäft: das; -(ejs; -e <hist.>
staatliches Geschäft in der DDR
Hö|he: die; - ; -n 1 Ausdehnung nach
oben »Die Höhe des Berges beträgt
genau 2998 Meter.« 2 Stelle, Ort, weit
oberhalb eines Vergleichsortes »Das
Flugzeug stürzte aus großer Höhe ab.«
3 das ist (doch) die Höhe: [ugs.] das
ist unverschämt, unerhört, gemein,
frech 4 auf der Höhe sein; [ugs.] 1. ge¬
sund, fit, leistungsfähig sein 2. immer
gut informiert, auf dem neuesten
Stand sein 5 in die Höhe gehen: [ugs.]
einen Wutanfall bekommen, sich
nicht beherrschen können
Hplheit: die; - ; -en 1 (Anrede für) ein
Mitglied eines Königshauses »Die
Hoheiten sind eingetroffen.« 2 würdi¬
ge Erscheinung einer Person »Die Ho¬
heit seiner Erscheinung beeindruckte.«
3 oberste Staatsgewalt
ho|heit|lich: Adj. n. stg. 1 kraft staatli¬
cher Hoheitsgewalt in öffentlich¬
rechtlicher Handlungsform 2 vor¬
nehm, dem Fürstenstand entspre¬
chend
Hg|heits|ge|biefc das; -(ejs; -e Gebiet,
das zu einem Staat gehört; offizielles
Staatsgebiet
Ho|heits|ge|watt: die; -; - Berechtigung
zur Ausübung staatlicher Macht
Hpjheits|ge|was[ser das; -s; ~ zu einem
Staat, Hoheitsgebiet gehörender
Meeresstreifen entlang der Küste'des
Landes
Hg|heits|recht: das; -(ejs; -e laut Ver¬
fassung dem Staat zustehendes Recht
ho|heita|voll: Adj. voller Würde u. Her¬
ablassung
Hp|heits{zei|chen: das; -s; - die Ho¬
heitsgewalt des Staates verkörpernder
Gegenstand (z. B. Flagge, Wappen,
Siegel, Amtsschild)
Ho|he|lied: das; -(ejs; -er Salomon zu¬
geschriebene Sammlung von Liebes-
u. Hochzeitsliedern im Alten Testa¬
ment
Hö|hen|angst: die; - / - Schwindelge¬
fühl, ausgelöst durch das Hinunter¬
schauen aus großer Höhe
Hö|hen|flug: der; -(ejs; -flüge 1 Flug,
der in sehr großer Höhe stattfindet 2
539
Höhenklima
«übertr.) Phase besonders guter Lei¬
stungen, großen Erfolges
Höjhen|klijma: das; -s; -s u. -klimate
Wetter in den höheren Gebirgslagen
Hö|hen|kurjort: der; -(e)s; -e Kurort,
Ort mit besonders gesunder Luft, der
im Gebirge liegt
Hö)hen|leit|werk; das; -(e)s; -e <Flug¬
zeug> Gerät zur Regulierung der
Flughöhe
Höjhenjluft: die; ~ ; - sauerstoffarme
Luft in großer Höhe
Hö|hen|mar[ke: die; ~ ; -n Markierung
an etw., die eine bestimmte Höhe an¬
zeigt
Hö|hen|mes|ser: der; -s; - Meßinstru¬
ment zur Ermittlung der Höhe über
dem Meeresspiegel
Hö|han|re|kord: der; -(ejs; -e Rekord,
Höchstleistung bezüglich der höch¬
sten erreichten, erzielten Höhe
Hö|henjru|der: das; -s; ~ <Flugzeug> Teil
des Höhenleitwerkes, der beweglich
ist
Hö|henjson|ne: die; - ; -n [veralt.] Lam¬
pe, die ultraviolette Strahlen aussen¬
det
Höjhen|steu|er: das; -s; - «Flugzeug¬
technik) Steuergerät zur Einstellung
des Höhenruders
Höjhen|strahllung: die; - -en energie¬
reiche Strahlung, die aus dem Weltall
kommt
Hö|hen|un|ter|schted: der; -(ejs; -e Un¬
terschied in der Höhe (über dem Mee¬
resspiegel) zwischen zwei Orten,
Punkten
Hö|hen|weg: der; -(e)s; -e Weg im Ge¬
birge, der weit oben an einem Berg¬
massiv entlangführt
Hö|hen|zug: der; -(ejs; -zöge in die glei-
i » Che Richtung verlaufende Hügel- od.
Bergkette
Hö|hejpunkt der; -(ejs; -e wichtigster,
schönster Teil bis zu dem die Span¬
nung ansteigt u. von dem an sie wie¬
der abfallt
Hö|her|ent|wickjlung: die; - ; -en besse¬
rt, weitere Entwicklung von etw
Hö|herjstuffe: die; * ; -n <Sprachwiss.>
[ugs.j Komparativ; zweite
Steigerungsstufe von Adjektiven
Hö|her]stu[fung: die; - ; -en bessere, hö¬
here Einstufung, Klassifikation
hohl: Adj. a) (innen) leer; ohne Inhalt b)
[ugs.] jmd. od etw. ist dumm, blöd
»ein hohler Mensch«
hphl|fiu|gig: Adj. durch Krankheit be¬
sonders tiefliegende Augen besitzend
Höhjte: die; ~ ; -n 1 natürlicher od. ge¬
bauter Hohlraum in der Erde od. im
Fels 2 «übertr.) a) nicht menschenwür¬
diger, primitiver Wohnraum b) nicht
akzeptable Einrichtung, Gaststätte o.
ä. (die in einem primitiven Raum un¬
tergebracht ist) 3 Lasterhöhle: als lie¬
derlich, anrüchig empfundener ga¬
stronomischer Betrieb 4 sich in die
Höhle des Löwen wagen: [ugs.] Mut
aufbringen u. zu jmdm. gehen
Hohi|ei|sen: das; -s; - Werkzeug mit
Schneide zum Bearbeiten von Holz
Höh|len|be|woh|ner: der; -s; ~ weibl.
Höh|tenfbe|woh|ne|rin: die; - ; -nen
Mensch (der Vorzeit) od. Tier, der/
das (bevorzugt) in einer Höhle lebt
Hghßen|brü|ter: der; -s; - Vogelart, die
am Boden in einem Erdloch od. in ei¬
ner Baumhöhle, in einem Astloch
brütet u. dort auch ihre Jungen auf¬
zieht, bis diese flügge sind
Höh|len|forjscher der; -s; - weibl.
Höh|ten|for|schejiin: die; - ; -nen
Geologe/Geologin, der/die das Inne¬
re von Höhlen erforscht
Höh|len|for|schung: die; - ; - Wissen¬
,, schaft zur Erforschung von Höhlen
Höh|len|ma|la|rei/’Höhjlen|majle|rei: die;
- ; -en noch erhaltene Malereien, Ge¬
mälde, die von Menschen der Vorzeit
an Höhlenwände gemalt worden sind
Höh|ten|mensch: der; -en; -en Mensch
der Vorzeit, der (bevorzugt) in einer
Höhle lebte
Höh|tenjzeich|nung: die; - ; -en
Felsbild, noch erhaltene Malerei/Ge-
mälde, die/das von Menschen der
Vorzeit an Höhlenwände gemalt wor¬
den ist
Hohltform: die; ~ ; -en hohle Form, die
z. B. mit Blei ausgefüllt werden kann,
um etw. gießen zu können
Hohl|kopf: der; -(ejs; -köpfe dumme,
blöde, doofe Person
Hohl|kör|psr: der; -s; - hohler (geome¬
trischer) Gegenstand
Hohljkreuz: das; -es; -e Wirbelsäule, die
im unteren Bereich stark vorgebeugt
ist
Hphl|ku|gel: die; -; -n hohle Kugel ohne
Inhalt, Füllung
Hoht|maß: das; -es; -e Maßeinheit für
den Rauminhalt
Hohl|raum: der; -(ejs; -räume fast od.
gänzlich umschlossener, hohler
Raum innerhalb eines anderen Ge¬
genstandes
Hohl|raum|verjsfe|ge]king: die; - ; -en
Versiegelung der Fahrzeughohlräume
mit Rostschutzmitteln
Hohljtier: das;-(ejs; -e<Bio.> im Wasser
lebender einfacher Vielzeller
Hohl|spie|get: der; -s; - konkav ge¬
formter Spiegel
Hohlfweg: der;-(ejs; -e tief eingeschnit-
tenepWeg zwischen zwei Felsen
Hohi|zte|gel: der; -s; - Ziegel mit Lö¬
chern, die die Wärmeisolierung ver¬
stärken sollen
Hphni üfer;-(ejs; - (verletzender) Spott
Hphn|ge|täch[ter: das; -s; - überhebli¬
ches, höhnisches Lachen
höh|nisch: Adj. in spöttischer, verlet¬
zender Art u. Weise
Hö[ke|rei: die; ~ ; -en [veralt.] das Anbie¬
ten von Waren auf der Straße
hö|kem: hökerst; hökertest: hast gehö-
kert [ugs.] mit etw. Kleinhandel be¬
treiben, auf privater Ebene handeln
Höjkerfweib: das; -(ejs; -er [veralt.]
Frau, die auf der Straße Waren anbie¬
tet
hold: Adj. [poet] edel; anmutig »Eine
holde Maid.«
Hol|ding: die; ~ ; -s als Gesellschaft or¬
ganisierte Dachorganisation eines
Konzerns, die Geschäftsanteile u.
Aktien nur verwaltet
ho|ien: holst; holtest; hast geholt 1,3)
von einem Ort herbeischaffen »das
Kind holen« b) (ein-)kaufen »Brötchen
holen« c) (um Hilfe) an einen Ort ru¬
fen »die Polizei holen« 2 [ugs.] sich
etw. zuziehen »sich die Grippe holen«
3 bei jmdm. um etw. bitten, »sich Rat
holen« 4 da ist nicht viel zu holen; bei
jmdm. ist nicht viel zu holen: [ugs.]
jmd. besitzt nichts od. nicht viel
Ho|tis|mus: <gr.-lat.> der; - ; - alles aus
einem ganzheitlichen Prinzip ablei¬
tende philosophische Lehre
Holland: o. Art.; -s; - a) Provinz in den
Niederlanden b) [ugs.] die Niederlan¬
de; Staat in Nordwesteuropa mit der
Hauptstadt Amsterdam
Hol|län|der: der; -s; ~ weibl. Hol|länjde|-
rin: die; - ; -nen Bewohnerin) der
(Provinz Holland innerhalb der) Nie¬
derlande
Hol|lön|der|müh[le: die; - ; -n Mühle mit
"vier großen Mühlblättern
Holland |fahr|rad/Hol|land|rad: das;
-(ejs; -räder Fahrrad, dessen Kette u.
2. T. Hinterrad abgedeckt sind
Höl|le: die; ~ ; -1 «Religion) im Gegen¬
satz zum Reich Gottes das Reich des
Teufels, in das alle Sünder nach ihrem
Tod kommen, Ant.: Himmel (2) 2 a)
die Hölle auf Erden haben: jmd. hat
ein unerträgliches Schicksal b) jmdm.
das Laben zur Hölle machen: jmdm.
das Leben unerträglich machen 3
jmdm. die Hölle heiß machen: [ugs.]
jmdn. stark, heftig bedrängen 4 die
Hölle ist los: [ugs.] es herrscht Aufre¬
gung, Hektik, Chaos, totales Durch¬
einander 0. ä. 5 jmdn. zur Hölle wün¬
schen: auf jmdn. sehr böse, wütend
sein
Höl|len|angst/H6l|tenjangst: die; - ;
-ängste extreme, sehr große Angst,
Furcht
Höl|ten|hund: der; -(ejs; -e Hund, der
den Eingang zur Hölle bewacht; Zer¬
berus
Höl|len|iarm/Höl|len|ifirm: der; -(ejs; -
extreme Lautstärke; extrem laute
Handlung ;
Höi|len|ma|schijne: die; ~ ; -n a) [ugs.]
lautes Fahrzeug, Motorrad; laute
Maschine b) [veralt.] mit Zeitzünder
ausgestatte Bombe
Höl|len|qual: die; - ; -en extreme
Schmerzen; sehr großes Leid
Höl|ien|spek|ta!kel: das; -s; - (durch
viele Menschen verursachter) großer
Lärm
Höijtenjtem|po: das; -s; - sehr große Ge¬
schwindigkeit
hö!|lisch: Adj. 1 «verst.) [ugs.] sehr stark;
extrem »Das Wetter war höllisch
heiß.« 2 der Hölle zugehörig
Hol|lytwood|schaujkel: die; - ; -n gepol¬
sterte, mit einem Stoffdach ausgestat¬
tete, breite Schaukel, die häufig im
Garten steht
Holm: der; -(ejs; -e 1 «Sport) a) Griff¬
stange am Barren b) an das Blatt an¬
gefügter langer Griff, Stange des Ru¬
ders 2 tragende Leiste im Unterbau
eines Fahrzeugs 3 Handlauf am Trep¬
pengeländer 4 <Bauw.> horizontal ver¬
laufender Balken (aus Holz, Metall o.
ä.)
ho|lo-/Ho|lo-: igr» Wortbildungselement
ganz; völlig
Hpjlo|caust <gr.-lat.> /holokaust u.
[engl.] holokfst/ der; - u. -s; -s a)
Massenvemichtung von Menschen;
Völkermord b) «im nationalsozialisti¬
schen Deutschland) rassistisch be¬
gründete Massenvernichtung be¬
stimmter der Führung unliebsam-
540
Holzspanplatte
menVolksgruppen, vor allem der Ju¬
den, Sinti u. Roma
—> Ho|lo|gra|fie: s. Holographie
—* ho|lo|grajfisch: s. holographisch
Ho|lo|gramm —» Ho|lo|g|ramm: <gr.>
das; -(e)s; -e durch Holographie her¬
gestelltes Bild
Ho|lo|gra|phie —» auch Ho|lo|gra|fie:
<gr.> /holografi/ die; ~ ; -n jhologra-
fmj Verfahren zum Erstellen dreidi¬
mensional wirkender Bilder mit Hilfe
von Laserstrahlen
ho|lo|gra]phisch —» auch ho|lo|gra|-
fisch: <gr.> /holografisch/ Adj. n. stg.
die Holographie betreffend
Ho|lo|z§n: das; -s; - <hist.> Zeitraum der
Erdentwicklungsgeschichte im Quar¬
tär
hfil|pe|rig/holp|rig: Adj. a) mit Uneben¬
heiten versehen b) <übertr.> sprachlich
nicht korrekt u. flüssig
Holp|rig|keit: die; - ; -en 1 stockendes
unbeholfenes Verhalten 2 Unebenheit
eines Weges o. ä.
Hol|schuld: die; - ; -en <Rechtsw.> For¬
derung, Schuld, die beim Schuldner
zu erbringen, leisten ist
Hol|stei|ner das; -s; ~ warmblütige
Pferderasse
Hol|ster —> Holsfter iengl.-niederh
das; -s; - Halterung, Tragevorrich¬
tung für eine (Faustfeuer-)Waffe »Sie
band das Holster um.«
Ho|lun|der: der; -s; - 1 Baum, Strauch
mit in Dolden wachsenden, dunkel¬
blauen, herb schmeckenden Beeren 2
Frucht(dolde) des Holunders (1)
Ho|lun|derjbee|re: die; -; -n kleine, run¬
de, schwarze Frucht des Holunder¬
strauches
Holz: das; -es; Höker 1 o. PI. Material,
aus dem Bäume bestehen; harte Sub¬
stanz aus Zellstoffen »massives Holz«
2 Holzarten; Sorten von Holz (1) tro¬
pische Hölzer« 3 [veralt.] Wald 4 <Mu¬
sik> alle Holzblasinstrumente S aus
dem gleichen Holz (geschnitzt, ge¬
schnitten) sein: wie etw. od. jmd.
sein; jmdm. od, etw. ähneln 6 viel
Holz vor der Hütte haben: [ugs.]
<Frau> einen extrem ausgeprägten,
großen Busen haben 7 viel, eine Men¬
ge Holz (sein): [ugs.] sehr viel Geld
sein 8 aus dem Holz (geschnitzt)
sein, aus dem man ... macht: genau
einer Vorstellung entsprechen, für
etw. besonders geeignet sein 9 nicht
aus Holz sein: Gefühle haben
—> Holz ver|ar|bei|tend: s. holzverar¬
beitend
Holz|apjfel: der; -s; -äpfel besonders
kleiner u. herb schmeckender Apfel
Holz|ap|fel|baum: der; -(e)s; -bäume
wilder Apfelbaum mit kleinen Früch¬
ten
Hglz|arb die; - ; -en Baumart als Ur¬
sprung bearbeiteten Holzes
holz|aijtig: Adj. Holz in der Konsistenz,
im Aussehen ähnlich
Hglzjau|ge: in der Wendung Holzauge
sei wachsam!: paß gut auf, sei ge¬
warnt
Holz|bau: der; -(e)s; -ten a) das Bauen,
Erstellen von Bauten aus, mit Holz b)
Bauwerk aus Holz
Holz|bein: das; ~(e)s; -e Beinprothese
aus Holz
Holz|bitd|haue|rei/Holz|bild|haue|rei
—» Holz|bild|hau|e|rei: die; - ; -en
Holzschnitzerei(arbeit)
Hplz|blas|in|stru|ment —»■ Holz|blas|-
in|s|t|ru|ment das; -es; -e weitgehend
aus Holz gefertigtes Blasinstrument
(z. B. Klarinette, Blockflöte)
Holz|bock: der; -(e)s; -bocke 1 Bock,
(Unter-)Gestell aus Holz 2 blutsau¬
gende Zecke
Holz|boh|rer: der; -s; - 1 zum Bearbei¬
ten von Holz geeigneter Bohrer 2
Borkenkäfer 3 Schmetterlingsart, de¬
ren Raupen sich zwischen Rinde u.
Stamm von Bäumen entwickeln kön¬
nen
Hotz|brett|chen: das; -s; - a) kleines
Holzbrett b) Frühstücksbrett
Holz|brii|ter: der; -s; - Borkenkäfer
Hölzjchen: das; -s; - 1 Verkleinerungs¬
form zu Holz 2 vom Hölzchen aufs
Stückchen kommen: sich bei einer
Schilderung in Einzelheiten verlieren
Holz|decke (Holz|dek|ke - > Holz|de|-
cke): die; - ; -n mit Holz verkleidete
Zimmerdecke
Holz|de|stil|la|ti|on —» Ho!z|des|til|la|-
ti|on: die; - ; -en trockenes Erhitzen
von Holz zur Erzeugung von
Holzkohle u. ä.
Holz|dü|bel: der; -s; - aus Holz gefertig¬
ter Dübel
hol|zen: holzt; holztest; hast geholzt 1
Bäume fällen 2 <Sport> [ugs.] beson¬
ders im Fußball grob, brutal u. unfair
spielen
Hol|zer. der; -s; - jmd., der als Holzfäl¬
ler arbeitet, Bäume fällt
höl|zern: Adj. 1 aus Holz bestehend
»eine hölzerne Pferdefigur« 2 in der
Wesensart steif u. ungeschickt »Ich
mag sie nicht besonders, weil sie eine
so hölzerne Art hat.«
Holz|es|sig: der; -s; -e bei der Holzde¬
stillation anfallender Essig mit hohem
Säuregehalt
Holz|fäl|ler. der; -s; - Waldarbeiter, der
Bäume fällt
Holz|fa|sertplat|te: die; - ; -n gepreßte
Platte aus kleinen Holzstückchen
Holz|fi|gur: die; - / -en aus Holz ge¬
schnitzte Puppe, Figur
Hglz|floB: das; -es; -flöße aus Baum¬
stämmen zusammengefügtes Floß
holz|frei: Adj. n. stg. aus dünnem Zell¬
stoff hergestellt (bezogen aufPapier)
Hglzffuijnier. das; -(ejs; -e dünne Holz¬
schicht auf Möbeln aus Preßholz o. ä.
Holz|fuß|bo|den: der; -s; -böden Fußbo¬
den aus Holzbohlen od. mit Parkett
belegt
Hglz|ge|(än|den das; -s; - Treppenge¬
länder aus (gedrechseltem) Holz
Holz|ge|rüst das; -(e)s; -e Gerüst, Ge¬
stell aus Holz statt aus Metall
Hglz|ge|stell: das; -(e)s; -e Konstrukti¬
on, die aus Holz besteht
hglz|ge|ta|feit: Adj. n. stg. mit Holztäfe¬
lung verkleidet
Holz|ge|wächs: das; -es; -e ausdauernde
Pflanzenart, deren Äste verholzen
hglz|hal|tig: Adj. Holz(fasern) beinhal¬
tend
Hglz|ham|mer: der; -s; - a) aus Holz
hergestellter Hammer b) eins mit
dem Holzhammer abgekriegt haben:
[ugs.] jmd. ist dumm, sehr unintelli¬
gent
Holz|han|del: der; -s; - Handel, Ge¬
schäft mit (rohem) Holz
Holz|haus: das; -es; -häuser aus Holz ge¬
fertigtes Blockhaus
Holz|hüt|te: die; - ; -n aus Holz erbaute
Hütte
Holz|in|du|strie —> Holz|in|dus|t|rie:
die; - ; -n Industrie(zweig), die/der
sich mit Holzverarbeitung befaßt
Holzjkitt: der; -(e)s; - Kitt, der zum
Stopfen von Ritzen im Holz verwen¬
det wird
Holz|klas|se: die; - ; -n Güteklasse für
Holz
Holz|koh|le: die; - ; -n schwarze Kohlen¬
art (aus Holz), die z. B. zum Grillen
benutzt wird
Holz|koh|len|grill: der; -(e)s; -e Grill,
der mit Holzkohle betrieben wird
Hglz|leim: der; -(e)s; - Klebstoff für
Holz
Holz|löf|fel: der; -s; - aus Holz gefertig¬
ter, geschnitzter Löffel
Holz|mehl: das;-(e)s; - Sägemehl
Hplzjna|gel: der; -s; -nägel Holzstift
zum Verbinden von Holzteilen
Holz|pa|neel: das; -{e)s; -e schmales
Holzbrett, das zur Verkleidung von
Wänden, Decken benutzt wird »Die
Wand ist mit Holzpaneelen verklei¬
det.«
Holz|pan|ti|ne: die; • ; -n plumper, gro¬
ber Holzschuh; Klotschen
Holz|per[le: die; - ; -n aus Holz herge¬
stellte Perle
Holz|pup|pe: die; - ; -n aus Holz ge¬
schnitzte Puppe
Holz|rah|men: der; -s; ~ aus Holz gefer¬
tigter Bilderrahmen
Holz|rut|sche: die; - ; -n Gestell, mit der
man Bäume den Berg hinunter trans¬
portieren kann
Holz|schäd|ling: der; -s; -e Insekt, das in
Holzeindringt
Holz|scheit: der; -(e)s; -e geschlagenes
Brennholz
Holz|schnei|der. der; -s; - weibl. Holz|-
schnei|de|rin: die; - ; -nen Holz¬
schnitte herstellende(r) Künstlerin)
Holzschnitt: der; -(e)s; -e a) Druck¬
technik, bei der eine mit einem Messer
ausgeschnittene, gestaltete Holzplatte
benutzt wird b) mit der Technik des
Holzschnittes (a) hergestelltes Bild
Holz|schnit|zer: der; -s; - weibl. Holz|-
schnit|ze|rin: die; - ; -nen Person, die
aus Holz Figuren, Rahmen u. ä. aus¬
arbeitet, schnitzt
Holz|schrau|be: die; - ; -n Schraube mit
Gewinde, die sich im Holz befestigen
läßt
Holzjschuplpen: der; -s; - a) Schuppen,
Hütte, in dem/der Brennholz aufbe¬
wahrt wird b) Schuppen, Hütte aus
Holz
Holz|schutz|mit]tel: das; -s; - (chemi¬
sches) Mittel, mit dem man Holz zum
Schutz gegen Wasser u. ä. bearbeitet
Holz|soh|le: die; - ; -n Schuhsohle aus
Holz
Holzjspan: der; -s; -spane Span, Holz¬
stückchen, der/das beim Hobeln ent¬
steht
Holz|span|plat|te: die; - ; -n aus Holz¬
spänen, kleinen Stückchen gepreßte
Platte
541
Holzsplitter
Holz|split|ter: der; -s; - winzige Absplit¬
terung aus Holz, sehr kleines Holz¬
stückchen
Holz|stift: der; -(e)s; -e als Verbin¬
dungsstück zwischen Holzplatten o.
ä. verwendeter Holznagel
Holz|tä|fe|lung: die; - ; -en Wand-, Dek-
kenverkleidung aus Holzpaneelen
Holz|trep|pe: die; - ; -n Treppe, die aus
Holzbrettern, einem Holzgeländer ge¬
fertigt wird
Holz|tür die; - ; -en Tür aus (massivem,
furniertem) Holz
holz|ver|ar|bei|tend —* Holz ver|ar|-
bei|tend: Adj. Rohholz verarbeitend
Holz|verjede|lung —> Hplz|ver|e|de|-
lung: die; - ; - Maßnahmen, die Holz
schöner, haltbarer machen
Hglz|ver{klei|dung: die; - ; -en Täfelung,
Verkleidung (von Wänden) aus Holz
Holz|wes|pe: die; - ; -n großes Insekt
von entweder schwarz-gelber oder
bläulich schimmernder Färbung
Holzjwirt: der; -es; -e weibl. Holz|wir|tin:
die; - ; -nen jmd., der sich beruflich
mit der Holzverarbeitung(stechnik)
befaßt
Holz|wirt|schaft: die; - ; -en Wirt¬
schaftszweig, der sich mit Holzverar¬
beitung u. Forstwirtschaft befaßt
Holz|wol|le: die; - ; - gekrinkelte, breite
Holzspäne (als Verpackungsmaterial
o. ä.)
Holz(wurm: der; -(e)s; -wärmer das
Holz zerstörende Larve verschiedener
Käferarten, die Löcher in Möbel o. ä.
frißt
Hgjz[zaun: der; -(ejs; -zäune aus Holz
bestehender Zaun (als Grundstücks¬
begrenzung)
hom.: Abk. 1 homogen = gleichartig;
einheitlich 2 homolog = übereinstim¬
mend; entsprechend 3 homöopa¬
thisch
Home|com|pu|ten (engl.i /hoym-/ der;
-s; - kleinerer Rechner, Computer
(der im Privathaushalt, kleinen Fir¬
men genutzt wird)
Home|land: <engl.i /ho^m-/ das; ~ u. -s;
-s in der Republik Südafrika zu Zei¬
ten der strikten Rassentrennung der
afrikanischen Urbevölkerung, die
nicht in den Städten beschäftigt wa¬
ren, zugewiesenes Siedlungsgebiet
Homejtrai|nen tengh /ho^m-/ der; -s; -
Gerät für häusliches Sporttraining;
Heimtrainer
Ho|mi|lie: <gr.> die; - ; -n volksnahe (Bi¬
belexegese in einer) Predigt
Ho|mi|ni|de: <lat.> der; -n; -n <Bio.> Zu¬
sammenfassung, Familie der Men¬
schen, Vorzeitmenschen u. Men¬
schenaffen
Hom|mage: dat.-fr.i /omaseh/ die; - ; -n
Ehrung eines, Huldigung an einen
Menschen
Ho|mo: Kurzw. der; -s; -s [ugs.; oft ab¬
wert.] (Bezeichnung für einen männli¬
chen) Homosexuellen
Ho|mo erec(tus —> Hpjmo e|rec|tus:
dat.i der; - ; - Urmensch; Vorläufer
des Menschen
Hg|mo fa|ber: dat.i der; -s; Mensch als
jmd., der seine Umwelt durch kombi¬
nierten Einsatz seiner geistigen u.
handwerklichen Fähigkeiten be¬
herrscht
Ho|mo|erg|tik —> Ho|mo|e|ro|tik: <gr.-
lal.> die; - ; - gleichgeschlechtliche
erotische, sexuelle Beziehung
—* Ho|mo|fon: s. Homophon
ho|mo|gen/ho|mo|gen: <gr.> Adj. [geh.]
gleichartig; einheitlich »Wir bildeten
eine homogene Gruppe.« Ant.: hetero¬
gen
ho|mo|ge|ni|sjejren: dat.i homogeni¬
sierst; homogenisiertest; hast homoge¬
nisiert 1 homogen gestalten, einheit¬
lich, gleichartig zusammensetzen 2
<Chemie> mit Zusatzstoffen) mitein¬
ander mischen 3 Metall erhitzen, um
es ebenmäßig, gleichmäßig zu ma¬
chen •
Ho|mojge|ni|sie|rung: <lat.> die; - ; -en
Vermischung von prinzipiell verschie¬
denen Dingen, Personen
Ho|mo|lo|gie: dat.i die; - ; -n Überein¬
stimmung, Entsprechung, gleiche
Herkunft von etw
Hom|onym —» Ho|m|o|nym: <lat.>
/homonüm/ das; -(e)s; -e (Sprach-
wiss.> Wort, das ebenso wie ein ande¬
res geschrieben u./od. gesprochen
wird, aber völlig unterschiedliche Be¬
deutung hat »Die Wörter >(der) Kie¬
fen u. >(die) Kiefen sind Homo¬
nyme.«
Hom|ony|mie —> Ho|m|o|ny)mje: dat.i
/homonümij die; - ; -n <Sprachwiss.>
Beziehung zwischen Homonymen,
gleich geschriebenen u./od. gespro¬
chenen Wörtern mit unterschiedlicher
Bedeutung
Ho|möo|pa|thie —» Ho|mö|o|pa|thie:
<gr.i die; - ; - Heilverfahren mit gerin¬
gen Dosen von pflanzlichen Medika¬
menten; Naturheilverfahren
ho|möo|pa|thisch —> ho|mö|o|pa|-
thisch: <gr.i Adj. n. stg. <Med.> mit
Naturheilstoffen in kleinen Mengen
behandelnd, die in größeren Abmes¬
sungen giftig sind
Ho|möo|pla|stik —» Ho|mö|o|plas|tik:
<gr.> die; ~ ; -en <Med.> Gewebe-, Or¬
ganverpflanzung zwischen gleichen
Lebewesen
Ho|mo|phi|lie: <lat.> jhomofili/ die; - ; -
Homosexualität
Ho|mo|phon [fachsprl.]: dat.i das; -s; -e
Wort, das ebenso gesprochen, aber
anders geschrieben wird wie ein ande¬
res »Die Verben >leeren< u. >lehren<
sind Homophone.«
Ho|mo|se|xua|li|tät —•* Ho|mo|se|xu|aj-
liftät: igr.-lat.i die; - ; - Sexualität, die
auT das eigene Geschlecht gerichtet
ist, Ant.: Heterosexualität
ho|mo|se|xu|ell: dat.i Adj. n. stg. sich se¬
xuell zum eigenen Geschlecht hinge¬
zogen fühlend
Ho|mo|se|xu|el|le: dat.i der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Homose¬
xueller; eine Homosexuelle; zwei Ho¬
mosexuelle) Person, die sich sexuell
zum eigenen Geschlecht hingezogen
fühlt, Ant.: Heterosexuelle
ho|mo|zen|trisch—» ho|mo|zenjt|risch:
dat.i Adj. n. stg. <Math.; Strahlenbün¬
del) einen gemeinsamen Anfangs- u.
Endpunkt haben
Ho|mo|zy|go|tje: tgr.-lat.i die; ~ ; - <Bio.>
Ausstattung mit den gleichen Erban¬
lagen von Vater u. Mutter
Ho|mun|ku|lus: dat.i der; - / -se u. Ho¬
munkuli (fiktiver) Mensch, den jmd.
künstlich zusammengesetzt, belebt
hat
Hon.: Abk. Honorar = Vergütung
Hp|ney|mooit: tengl.i /hanimun/ der; -s;
-s (PI. s.) Flitterwochen
Hpjnig: der; -s; - u. (Sorten) -e 1 von
Bienen aus Blütensaft produzierte sü¬
ße Masse, die als Brotaufstrich, zum
Süßen von Speisen verwendet wird 2
jmdm. Honig um den Bart, Mund,
ums Maul schmieren: [ugs.} sich bei
jmdm. einschmeicheln, um etw. zu er¬
reichen, zu bekommen, was man
möchte, von ihm gemocht zu werden
Ho|nig|bie|ne: die; - ; -n staatenbilden¬
des, flugfähiges Insekt, das Honig
produziert
Hg|nig|brot: das; -(e)s; -e a) Brotschei¬
be, die mit Honig bestrichen ist b) ge¬
würztes, unter Verwendung von Ho¬
nig gebackenes Kuchenbrot
Ho|nig|dachs: der; -es; -e dem Dachs
sehr ähnelndes Säugetier mit kräfti¬
gen Grabkrallen u. einem so dichten
Fell, daß Bienenstiche nicht durch¬
dringen können
ho|nigffar|ben: Adj. n. stg. goldgelb wie
Honig
Ho|nig|fres|ser: der; -s; - überwiegend
in Australien u. Südafrika beheimate¬
ter Vogel, dessen Ernährung aus Blü¬
tenhonig besteht
Hp|nig|ku|chen: der; -s; - gewürztes,
unter Verwendung von Honig gebak-
kenes Kuchenbrot
Ho|nig|me|lo|ne: die; - ; -n kleinere Me¬
lonenart, deren Fruchtfleisch gelb u.
sehr süß ist
Hp|nig|schleu|den die; - / -n Gerät, mit
dem der Honig aus den Waben ge¬
schleudert wird
hg]nig|süß: Adj. a) sehr süß b) (Verhal¬
ten) [abwert.] überfreundlich
Hg|n!g|tau: der; -s; - klebrigsüße Sub¬
stanz auf Pflanzen
Ho|nig|wa|be: die; - ; -n mit Honig ge¬
füllte Bienenwabe
Ho|n!g|wein: jer--(e)s; -e Met; aus Ho¬
nig hergestellter Wein
Honlneurs: <fr.i /onör/ die (PI.) Ehren¬
bezeigungen
ho|no|ra|bel: dat.-fr.i Adj. honorabler;
honorabelste ehrbar
Ho|no|rar dat.i das; -s; -e Vergütung,
Bezahlung für freie Tätigkeiten (au¬
ßerhalb einer Festanstellung)
Ho|no|raitpro|fes|son dat.i der; -s; -en
rt>e/W-Ho|no|rar|pro[fes|so|rin: die; -;
-nen Hochschulprofessoren), der/die
nicht im Staatsdienst steht u. neben
einem anderen Beruf gegen Bezah¬
lung Aufgaben an der Universität
übernimmt
Ho|no|ra|tig|ren —» Ho|no|ra|ti|p|ren:
dat.i /honorazioren/ die (PI.) Bürger,
die aufgrund ihres sozialen Status ein
besonderes Ansehen genießen
Ho|no|ra|tio|ren|par|tei —> Ho|no|ra|ti|-
ojren|par|tei: dat.i /honorazioren-/
die; - ; -en Partei, deren Mitglieder,
Klientel dem Besitz- od. Bildungsbür¬
gertum angehören/angehört
ho|no)rie|ren: dat.-fr.i honorierst; hono¬
riertest; hast honoriert 1 anerkennen;
würdigend zur Kenntnis nehmend;
positiv bewerten »Der Chef honoriert
unseren Einsatz.« 2 vergüten; eine er¬
brachte Leistung bezahlen »Der Un-
542
Horoskop
terricht wird mit SO DM pro 45 Mim¬
ten honoriert.« 3 einen Wechsel an¬
nehmen
Hopjfen: der; -s; ~ (PI. s.) 1 besonders
zur Herstellung von Bier verwendete
Pflanze »Bier wird aus Hopfen u. Malz
hergestellt.« 2 bei jmdtn., etw. ist
Hopfen u. Malz verloren: [ugs.] es ist
unnötige Mühe, sinnlos; es hat keinen
Sinn
Hop|fen|an|bau: der; -(e)s; - Anpflan¬
zung, Kultivierung von Hopfen
Hop|fen|dol|de: die; - ; -n Fruchtzapfen
des Hopfens
Hop|fen)stan|ge: die; - ; -n Stange, an
der der Hopfen auf dem Feld wächst
hpplpeln: hoppelst; hoppeltest; bist
gehoppelt <meist Hase» sich in kleinen
Sprüngen, abgehackten Bewegungen
fortbewegen
hpplsen: hopst; hopstest; bist gehopst
kleine hüpfende Bewegungen, Sprün¬
ge machen »Er hopste mit dem kleinen
Mädchen über den Gartenweg.«
Hop{se|rej: die; ~ ; -en andauerndes,
ständiges Herumhüpfen, -springen
Hör.: Abk. Horizont
hör.: Abk. horizontal = waagerecht; lie¬
gend
Hör|ap|pa|rat: der; -(e)s; -e technisches
Gerät, das in die Ohrmuschel gesetzt
wird, damit man besser hören kann
Ho|ra|ri|um: dato das; -s; Horarien für
Laien geschriebenes Gebetbuch
hör|be|hin|dert: Adj. n. stg. (durch eine
Schädigung des Ohres) nur schlecht,
unzulänglich hören könnend
horjchen: horchst; horchtest; hast
gehorcht a) intensiv auf etw. hören b)
versuchen, etw. heimlich mitzuhören
Horjcher: der; -s; - weibl. Hor]che|rin:
die; • ; -nen jmd., der jmdm. heimlich
zuhört
Horch|ge|rät: das; -(e)s; -e Geräusch¬
verstärker
Horch|po|sten —» Horch|pos|ten: der;
-s; - (Milit.» Posten, Späher, der den
Feind anhand seiner Geräusche orten
soll
Hor|de: <tatar.-türk.-russo die; ~ ; -n 1
(negativ bewertete) größere, unorga¬
nisierte Menschenmenge »Eine Horde
Fußballfans kam in das Lokal.« 2 <So-
ziol.; Ethnologie» ohne feste soziale
Ordnung gemeinsam lebende Fami¬
liengruppe
hö|ren: hörst; hörtest; hast gehört 1 mit
dem Ohr wahrnehmen 2 einen Befehl
od. Rat einer Person befolgen 3 (etw.)
von sich hören lassen: sich bei jmdm.
melden, ihn benachrichtigen 4 etw.
von jmdm. zu hören bekommen,
kriegen: [ugs.] von jmdm. ausge¬
schimpft werden 5 man höre u.
staune: es ist kaum zu glauben, was
ich jetzt sage 6 Wer nicht hören will,
muB fühlen: wer nicht auf Warnun¬
gen, gute Ratschläge o. ä. hören od.
sie befolgen will, muß seine (schlech¬
ten) Erfahrungen selber machen, die
Folgen seiner (falschen) Handlungs¬
weise tragen
Hö|ren|sa|gen: in der Wendung vom
Hörensagen: das Hören der Schilde¬
rung eines anderen über ein Gesche¬
hen; keine unmittelbare Wahrneh¬
mung »Das kenne ich nur vom Hören¬
sagen.«
Hö|ren der; -s; - weibl. Hö|re|rin: die; - ;
-nen 1 nur männl. Form; kurz für Tele¬
fonhörer; Teil des Telefons, der die
Stimme des anderen Teilnehmers hör¬
bar macht u. die eigene Stimme auf¬
nimmt »den Hörer auflegen« 2 a) Per¬
son, die eine Rundfunksendung hört
b) Person, die eine Universitätsvorle¬
sung besucht
Höjrerjkreis: der; -es; -e Gesamtheit der
Zuhörer bei einer Radiosendung o. ä.
Hö|reijschaft: die; - ; -en a) Gesamtheit
der Zuhörer bei einer Radiosendung
o. ä. b) [veralt.] Gesamtheit der Teil¬
nehmer an einer (Universitäts-Vorle¬
sung
Hö|rerfwunsch: der; -(e)s; -wünsche
von einem Zuhörer geäußerter
Wunsch nach Aufführung, Sendung
eines Musikstückes (in einer Radio¬
sendung)
Hör|feh|leR der; -s; ~ a) Behinderung im
Bereich des Gehörsinns b) falsch
wahrgenommene Äußerung o. ä.
Höijfunk: der; -(e)s; - a) Gesamtheit
der Radiosendungen b) Gesamtheit
der Institutionen, die Radiopro¬
gramme herstellen u. ausstrahlen
Hörjge|rät das; -(e)s; -e Gerät zur Ver¬
besserung der Hörfähigkeit; techni¬
sches Gerät, das in die Ohrmuschel
gesetzt wird, damit man besser hören
kann
Hör|ge|rä|te|aku|sti|ker —* Hör|gejrä|-
te|a|kus|ti|ker: der; -s; - weibl. Höij-
ge|rä|te|aku|sti|ke|rin —* Höijge|rä|-
te|a|kus|ti|ke|rin: die; - ; -nen Person,
die beruflich Hörgeräte (anfertigt u./
od.) hörgeschädigten Menschen an¬
paßt
hö|rig: Adj. von jmdm. vollkommen ab¬
hängig u. ohne eigene Willenskraft
Hö|rig[keit: die; - ; - psychische Abhän¬
gigkeit von einer Person
Ho|ri|zont: <gr.-lat.> der; -{e)s; -e 1
scheinbare Grenzlinie zwischen Him¬
mel u. Erde an einem Punkt in der
Feme, bis zu dem man mit den Augen
sehen kann 2 [ugs.] Intelligenz
ho|ri|zon|tal: Adj. waagerecht
Ho|ri|zon|ta|le: <gro die; - ; -n waage¬
rechte Ebene
Ho[ri|zon|tal|veijschie|bung: die; - / -en
(Geologie» Verwerfung von Gestein,
bei der Ablagerungsschichten neben¬
einander liegen
HörjmeB|ge|rät —» Hör|mess|ge|rät:
das; -(e)s; -e Gerät zur Prüfung des
Gehörs, des Hörvermögens
Hormon: tgro das; -s; -e (Med.» körper¬
eigener Wirkstoff, Driisenstoff, In-
kret, der/das im Körper produziert u.
an den Körper abgegeben wird u. im
lebenden Organismus bestimmte
Funktionen, Abläufe, Reaktionen re¬
guliert u. bestimmt
Hor]inon|ba|hand|lung: <gr.; lato die; - ;
-en medizinische Behandlung mit
Hormonen, Eingabe von Hormonen
hor|mo|neH: Adj. n. stg. die Hormone
betreffend
Hor|mon|haus[halt: der; -fe)s; -e Zu¬
sammenspiel aller Hormone im Kör¬
per
Hor|mon|spie|gel: der; -s; - Hormonge¬
halt im Blut
Hörjmujschel: die; ~ ; -n Teil des Tele¬
fonhörers, aus dem der Ton kommt
Horn: das; -(e)s; -e u. Homer 1 PI. Hör¬
ner harter (spitzer) Auswuchs am
Kopf mancher Tiere »Das Horn des
Nashorns ist sehr begehrt.« 2 PI. Hör¬
ner Blechblasinstrument mit einem
breiten Schalltrichter 3 PI. Home har¬
tes Material, aus dem Hörner (1), Hu¬
fe, Fingernägel bestehen 4 jmdm.
Hörner aufsetzen: [ugs.] den Partner
(vorwiegend den Ehemann) mit
jmdm. (sexuell) betrügen 5 ins glei¬
che Horn blasen: jmds. Meinung
identisch für sich übernehmen, ohne
selbst davon überzeugt zu sein od.
auch nur darüber nachgedacht zu ha¬
ben 6 jmdm. die Hörner zeigen: sich
gegen jmdn. wehren, sich widersetzen
Horn|blen|de: die; - ; -n gesteinsbilden¬
des Mineral
Hom|bri!|le: die; ~ ; -n Brille, deren Ge¬
stell aus Horn (3) ist
Hörn|chen: das; -s; - 1 kleines Horn 2
Gebäckstück in Form eines Homes 3
a) Bezeichnung für die mehrere Arten
umfassende Familie der Nager b)
kurz für Eichhörnchen = Nagetier
mit buschigem Schwanz
Hörjneijschlit|ten: der; -s; - Schlitten
mit Kufen, die wie Hörner (1) ge¬
formt sind
Hörjnerv: der; -s; -en Gehörnerv
Hornlhaut: die; - ; Hornhäute 1 durch
starke Verdickung mittels abgestor¬
bener Zellen unempfindlich gewor¬
dene Haut 2 (Auge» durchsichtige
Fläche am Augapfel
Horn|haut|ent|zünjdung: die; - ; -en ent¬
zündliche Erkrankung der Hornhaut
(2)
Hjmtjhacht: der; -(e)s; -e langgestreck¬
ter Fisch
Horjnis|se: die; - ; -n zu den Wespen ge¬
hörendes großes Insekt
Hor]nis|senjnest: das;-(e)s; -er Nest ei¬
nes Homissenschwarms
Horjnis|sen|schwär|mer: der; -s; -
Schmetterlingsart mit gelb-schwar¬
zem Hinterleib
Hoijnist der; -en; -en weibl. Hoi]nist|in
—»■ Hor|nis|tin: die; - ; -nen Musike¬
rn), der/die (beruflich) Horn (2)
spielt
Hom|och|se: der; -n; -n [abwert.] Trot¬
tel; dummer Mensch
Horn|ra|be: der; -n; -n in tropischen Zo¬
nen beheimateter Nashornvogel
Horn|si|gnal —* Hprn]si|g|nal: das;
-(e)s; -e akustisches Signal, das man
mit einem Horn (2) gibt
Hpm|tier das; -(e)s; -e Tier, das Hör-
ner(l) hat, trägt
Hor]nu|Ben: tschweizo das; -s; - schwei¬
zerisches Schlagballspiel
Horn|vieli: das; -s; - alle Tiere, die Hör¬
ner (1) tragen
Hprn|vijp«r. die; - ; -n giftige afrikani¬
sche u. arabische Wüstenschlange¬
nart mit hornförmigem Fortsatz über
jedem Auge
Höijoijgan: das; -(e)s; -e Ohr als Sin¬
nesorgan
Ho|ro|skpp —» Ho]ro|s|kop: <gr.-lato
das; -(e)s; -e a) schematische Darstel¬
lung der Stellung der Gestirne zu ei¬
nem bestimmten Zeitpunkt b) Vor¬
aussage über kommende Ereignisse
aus der Stellung der Gestirne am Ge¬
burtstag
543
horrend
hor|rend: <lat.> Adj. horrender; horrende•
sie übermäßig (hoch, viel)
Horlron <lat.-fr.-englo der; -s; - a) etw.
vor od. bei dem man Angst, Abscheu
u. Schrecken empfindet b) Angst
Hor|ror[film: dato der; -(e)s; -e gruseli¬
ger Film
Hor|rorlge|schich|te: dat.; dt.> die; - ; -n
"gruselige (Geister-)Geschichte, die
Angst einjagen soll
Hofjror|li|te|ra|tur dato die; - ; - ge¬
samte Grusel- u. Gespensterlektüre
Hörfsaal: der; -(e)s; -säle großer Raum,
in dem Unterrichtsveranstaltungen
einer Universität o. ä. abgehalten
werden
Höijspiel: das;-fe)s; -e (Stück, Auffüh¬
rung einer) dramatische(n), nur mit
akustischen Mitteln arbeitende(n)
Gattung
Horst: der;-(e)s; -e 1 Nest größerer Vo¬
gelarten »Der Horst des Adlers liegt in
einer Felsspalte.« 2 kurz für Flieger¬
horst; Stützpunkt von Fliegern
Hörlsturz: der; -es; -stürze plötzlich auf¬
tretender, vorübergehender Verlust
des Gehörs, teilweise verbunden mit
einer anhaltenden Schädigung des
Gehörs sowie einer Beeinträchtigung
des Hörvermögens
Hort der;-(e)s; -e 1 (geh.; poet.J Ort, an
dem etw. sorgfältig aufbewahrt, ge¬
pflegt, aufrechterhalten wird »Dies ist
ein Hort des Glücks.« 2 Institution, in
der Kinder (nach der Schule) nach¬
mittags beaufsichtigt werden »Der
Junge geht bis 17 Uhr in den Hort.«
hor|ten: hortest; hortetest; hast gehortet
(manchmal als übertrieben empfun¬
den) etw. sorgfältig hüten u. mög¬
lichst immer mehr davon anhäufen,
sammeln »Sie hortet jeden Mist!«
Hor|ten|si6: /horten si*/ die; ~ ; -n Pflan¬
ze mit kleinen doldenartigen weißen,
roten od. blauen Blüten
Hörftesb der;-(e)s; -e Test, bei dem die
Hörfähigkeit geprüft wird
Höfjver|mö|gen: das; -s; - Fähigkeit des
Hörens
Hös|chen: das; -s; - Damenslip;
Schlüpfer; Unterhose
Hojse: die; -; -n 1 (einen Teil der) Beine
u. den Unterleib bedeckendes Klei¬
dungsstück (früher nur für Männer) 2
die Hosen anhaben: [ugs.] feststellen,
festlegen, merken, wer der Herr im
Haus ist, wer bestimmt 3 sich auf den
Hosenboden setzen: [ugs.] a) sich
sehr bemühen u. anstrengen b) lernen
4 sich in die Hosen machen, [derb]
scheiBen: [ugs.] ängstlich sein 5 in die
Hose gehen: [ugs.] etw. klappt nicht,
mißlingt 6 mit vollen Hosen läBt —>
lässt sich gut stinken: (ugs.; häufig
abwert.] wer finanziell gut gestellt ist,
muß nicht bescheiden sein
Ho|sen|an|zug: der; -(e)s; -anzüge aus
Hose u. Jacke bestehende Kleidungs¬
kombination für Frauen »Ich habe
mir einen blauen Hosenanzug ge¬
kauft.«
Hojsenjband: das; -(e)s; -bänder Ab¬
schluß an den Beinen der Kniehose
Ho|sen|bO|gel: der; -s; - Kleiderbügel
mit spezieller Vorrichtung zum Auf¬
hängen von Hosen
Ho|sen|bund: der; -(e)s; -e schmaler,
oberster Teil der Hose im Taillenbe¬
reich
Ho|sen|knopf: der; -(e)s; -knöpfe
Knopf als Verschluß am Bund einer
Hose
Ho|ssnjla|den: der; -s; -laden a) Ge¬
schäft, in dem ausschließlich Hosen
verkauft werden b) [ugs.] vordere
(Reißverschluß-)Öffnung an einer
Hose
Ho|sen|latz: der; -es; - Latz an Kinder¬
hosen/ Handwerkerhosen, der mit
Trägem die Hose hält
Ho|sen|matz: der; -es; -matze kleines
Kind
Hg|sen|naht: die; ~ ; -nähte Naht, die
am äußeren Rand des Hosenbeins
entlangläuft
Ho|sen|rock: der; -(e)s; -rocke <Klei¬
dung> Hose für Frauen mit weiten,
sich nach unten hin verbreiternden
Hosenbeinen
Ho|sen|rol|le: die; - ; -n <Theater> Män¬
nerrolle, die von einer Frau gespielt
wird
Hp|sen[scheiJ Bar: der; -s; - [derb]
ängstlicher, feiger Mensch
Hp|sen|schlitz: der; -es; -e vordere Ho¬
senöffnung, die meist mit Reißver¬
schluß od. Knöpfen besetzt ist
Ho|sen|span|ner: der; -s; - spezieller
Hosenbügel
Ho|sen|stall: der; -(e)s; -siedle [ugs.]
Hosenschlitz, vordere Hosenöffnung
HoJs»n|ta|sche: die; - ; -n in eine Hose
seitlich od. am Gesäß eingearbeitete
Tasche
Hp|sen|trä|ger. der; -s; - (m. PI.) meist
bei Männer- od. Kinderhosen über
die Schultern verlaufende (elastische)
Haltebänder, Träger aus Leder od.
Gummi
Hosp.: Abk. 1 Hospital 2 Hospitant(in)
= Gasthörerin) 3 Hospiz = christ¬
lich geführtes Hotel
Hos|pi|tal: dato das; -s; -e u. Hospitäler
Krankenhaus
Hos|pi|ta|lis|mus:<lat.>der; -;-sozialer,
psychischer Schaden, der z. B. durch
einen längeren Heim- od. Kranken¬
hausaufenthalt entstehen kann, aber
auch bei Tieren aufgrund nicht artge¬
rechter, enger Käfighaltung festge¬
stellt wird, jeweils verbunden mit un¬
steten Bewegungen wie hin u. her
wippen (des Kopfes), hin u. herlaufen
Hos|pi|tanfc der; -en; -en weibl. Hos|pi|-
tanftin: die; ~ ; -nen Gasthörer an ei¬
ner Universität oder Hochschule
Hosfpi|ta|ti[gn: <lat.> /hospitazion/ die;
- ; -en Teilnahme als Gast, um etw.
beim Zuschauen zu lernen
hos|pi|tie|ren: dato hospitierst; hospi¬
tiertest; hast hospitiert bei einer Ver¬
anstaltung, in einer Firma als Gast
durch Beobachtung Informationen
sammeln, Kenntnisse erwerben
Hos|po|dar: <ukrainisch-rumän.> der;
-en; -ein Titel der slawischen Fürsten
in Montenegro
Ho|steB —*■ Hosjtess: dat.-fr.-engl.>
die; - ; Hostessen Ta) Begleiterin; Be¬
treuerin b) Angestellte einer Flugge¬
sellschaft zur Betreuung der Fluggä¬
ste 2 <Amerika> Bardame
Ho|stie —> Hpsltie: dato /hostie/ die; - ;
-n den Leib Christi darstellende, den
gläubigen Christen im Gottesdienst
gereichte Oblate
Hp|sti|en|schrein —* Hos|tijen|schrein:
der; -s; -e <kath. KircRe> Tabernakel;
Behälter für Hostien
Hot dog —> Hot Dog/Hotdog: <engl.-
ameriko der ti7das; - -s; ~ -s heißes
Würstchen mit Senf, Ketchup u. mit
Weißkraut, Sauerkraut, das in einem
weichen Brötchen steckt
Ho]tel: dat.-fro das; -s; -s Haus, in dem
man gegen Bezahlung übernachten
(u. essen) kann
Hot|el|an|ge|stell(te: der u. die; -n; - n
(mit unbestimmtem Art.: ein Hotelan¬
gestellter; eine Hotelangestellte; zwei
Hotelangestellte) Person, die in einem
Hotel arbeitet
Ho|tel|baR die; - ; -s Bar, Abendlokal,
die/das sich in einem Hotel befindet
Hojtel|be|sit|zttr: der; -s; - weibl. Ho|-
tel|be|sit|ze|rin: die; • ; -nen Person,
der ein Hotel gehört, die Eigentüme¬
rin eines Hotels ist
Ho|tel|beftrieb: der; ~(e)s; -e a) o. PI.
alle mit einem Hotel zusammenhän¬
genden Tätigkeiten (u. Einrichtun¬
gen) b) einzelnes Hotel als Firma, Un¬
ternehmen
Ho|tel|bett: das; -(e)s; -en Gästebett in
einem Hotel
Ho|tel|de|tek|tlv: der; -(e)s; -e weibl.
Ho|te!|de|tek|ti|vin: die; - ; -nen De¬
tektiven), der/die ein Hotel über¬
wacht, für die Sicherheit der Gäste
veran twortliche(r) Hotelangestell te(r)
Ho|tel|di|rek)tor der; -s; -en weibl. Ho|-
tel|di|rek|to|rin: die; • ; -nen Leiterin)
eines Hotels
Hottelffach: das; -(e)s; - Hotelbranche
als Ausbildungs-, Tätigkeitsbereich
Ho|tel|füh|rer: der; -s; - Broschüre, in
der Hotels nach verschiedenen Güte¬
klassen aufgeführt sind
Hofteljgast: der; -(e)s; -gäste Person,
die in einem Hotel ein Zimmer gemie¬
tet hat
Ho|tel|hal|le: die; ~ ; -n Eingangshalle
mit Rezeption in einem Hotel
Ho]te|lier: /hotelje/ der; -s; -s Hotelbesit¬
zer; Betreiber, Eigentümer eines od.
mehrerer Hotels
Ho|tal|kauf|mann: der; -s; -kaufleute
weibl. Ho|tel|kauf|frau: die; - ; -en
jmd., der im Hotelfach kaufmännisch
ausgebildet wurde
Ho|tel|ket|te: die; - ; -n unter gemeinsa¬
mer Oberleitung betriebene größere
Anzahl von Hotels, die denselben Ei¬
gentümer haben
Ho|tel|kü|che: die; •; -n a) Küche, in der
für das Restaurant eines Hotels ge¬
kocht wird b) Art u. Weise, wie in ei¬
ner bestimmten Hotelküche (a) ge¬
kochtwird
Ho[tel|nach|weis: der; -es; -e Verzeich¬
nis" von in einem Gebiet, einer Stadt
vorhandenen Hotels, Pensionen u. ä.
Ho|t£i|peijso|nai: das; -(e)s; - alle An¬
gestellten, die in einem Hotel arbeiten
Ho|tel|schiff: das; -(e)s; -e schwimmen¬
des Hotel; als Hotel benutztes (fest
verankertes) Schiff
Hottel|veijzeich|nis: das; -ses; -se Ver¬
zeichnis, Auflistung, in dem/der Ho¬
tels einer Stadt, Landschaft, verschie¬
dener Kategorien aufgeführt sind
544
Huhn
Hoftet|zim|mer: das; -s; - Gästezimmer
imHotel, das man mieten kann
Hot pants —» Hot Pants/Hgtpants:
<engb /hot päntß/die JPl.) besonders
kurze Hose, die direkt unterhalb des
Gesäßes endet »Sie trug rote Hot
pants u. eine schwarze Bluse.«
Hot)tenttot)te: der; -n; -n 1 Angehöriger
eines Volkes in Südwestafrika 2 [ab¬
wert.] nicht sehr gebildeter, durch sein
poltriges, ungeschicktes Verhalten
negativ auffallender Mensch
Ho|va|wart: /howawart/ der; -s; -e als
Schutz- u. Diensthund zugelassene,
kräftige Hunderasse, mit buschiger,
langer Rute (Schwanz) mit schwar¬
zem, hellem od. schwarz-hellem Fell
HP: Abk. 1 <Fremdenverkehr> Halbpen¬
sion 2 Heilpraktiker(in) 3 <engl.> Hew¬
lett Packard (Computer- u. Compu¬
terdrucker-Hersteller in den USA) 4
Hartpapier
Hp(t) Abk. (Eisenb.) Haltepunkt
Hpfl.: Abk. Haftpflicht
hpts.: Abk. hauptsächlich
Hptst: Abk. Hauptstadt
HQ: Abk. <Milit.> Hauptquartier
hn Abk. Hessischer Rundfunk = öf¬
fentlich-rechtliche Rundfunk- u.
Fernsehanstalt, Mitglied der ARD
Hr(s)g.: Abk. Herausgeberin) (von Bü¬
chern, Zeitungen, Zeitschriften)
hr(s)g.: Abk. <Vermerk in Büchern, Zei¬
tungen, Zeitschriften) herausgegeben
Hr.: Abk. 1 (Postanschrift) Herr(n) 2
(Musikinstrument) Horn
hr. : Abk. hour = Stunde
Hrn.: Abk. (Postanschrift) Herr(n)
Hs.: Abk. 1 Handschrift 2 Haus
hs. : Abk. handschriftlich
Hsp.: Abk. 1 Hörspiel 2 Hospital 3 Hos¬
pitanten) = Gasthörerin) 4 Hospiz
= christlich geführtes Hotel
Hss.: Abk. 1 Handschriften 2 Hessen
HSt.: Abk. Hundesteuer
Hst: Abk. Hauptstadt
h. s. t: Abk. <lat.> hora sine tempore =
die Stunde ohne die Zeit, die Stunde
ohne das akademische Viertel (=
nicht 15 Minuten später = z. B. 10 h.
s.t. = 10.00 Uhr)
hü: Abk. handelsüblich
Hub: der; -(e)s; Hübe 1 (Technik) Weg
eines Kolbens in einer Maschine bei
einer Auf- u. Abbewegung 2 das He¬
ben, Aufnehmen von etw. Schwerem
Hub|biel: der; -s; - [landsch.] Bodenun¬
ebenheit
hub|be|Ü0: Adj. Hubbel enthaltend
Hub|briicke (Hub|brük[ke —» Hub|brü|-
cke): die; - ; -n Brücke, die zur
Schiffsdurchfahrt angehoben werden
kann
hü|ben: Adv. a) diesseits einer Grenze,
Ant.: drüben b) hüben u., wie
drüben: ohne Unterschied; etw. ist
gleich
Hu[ben der; -s; - (hist.) [landsch.] Huf¬
ner; Besitzer einer kleineren, nur seine
Familie, seinen Haushalt ernähren¬
den Landfläche
Hu|berjtus|jagd: die; - ; -en am 3. No¬
vember (dem Namenstag des Heiligen
Hubertus zu Ehren) stattfindende
Jagdveranstaltung
Hu|ber|tus|man|tet: der; -s; -mäntel ge¬
rade geschnittener Mantel aus grü¬
nem Loden
Hub|hö|he: die; - ; -n Höhe, um die etw.
gehoben wird
Hubjraum: der; ~(e)s; -räume (Kfz.-
Technik) a) Raum, den der Kolben
im (Motor-)Zylinder zur Bewegung
hat b) Meßgröße für das Leistungspo¬
tential eines Kraftfahrzeuges »Das
Auto hat Zwei Liter (2000 ccm) Hub¬
raum.«
Hub|raum|steu|er. die; ~ ; - nach der
Konstruktion des Motors, dem
Raum, den der Zylinderkolben zur
Bewegung hat, bemessene Kraftfahr¬
zeugsteuer
hübsch: Adj. hübscher; hübscheste 1
nett aussehend; angenehm im Äuße¬
ren »ein hübsches Mädchen« 2 recht
groß; beachtlich
Hyb]schrau|ber. der; -s; ~ Fluggerät
mit rotierendem Propeller, der senk¬
recht starten u. landen kann, Heli¬
kopter
Hub|stap|ler: der; -s; - Karren, dessen
Ladefläche sich mechanisch heben
bzw. senken läßt
Hub|vo|lu|men: das; -s;-Volumina (T ech-
nik) Hubraum; Raum, den der Zylin¬
derkolben zur Bewegung hat
huch: Interj. Ausruf des (übertriebenen)
Erstaunens, Erschreckens
Hucke (Huk|ke —» Hulcke): die; ~ ; -n 1
Hockstellung 2 gebündeltes Last¬
päckchen, das auf dem Rücken getra¬
gen wird 3 die Hucke voll kriegen:
[ugs.] kräftig Prügel beziehen; eine
hohe Niederlage einstecken müssen 4
jmdm. die Hucke voll hauen: [ugs.]
jmdn kräftig verprügeln 5 die Hucke
voll lügen: [ugs.] jmdm. unverfrorene
Lügen auftischen 6 sich die Hucke
voll saufen: [ugs.] sich heftig betrin¬
ken 7 sich die Hucke voll lachen:
[ugs.] kräftig, herzhaft über etw. la¬
chen
Hu|del: der; -s; - [landsch.] Putzlappen;
Lumpen
Hu|de|lei: die; - ; -en [ugs.] Arbeit, die
zu rasch u. nicht ordentlich ausge¬
führt wurde
hu|dem: hudert; huderte; hat gehudert
(Vogel) 1 Jungvögel unter den Flügeln
wärmen 2 ein Sandbad nehmen
Huf: der; -(e)s; -e mit Hom(3) versehe¬
ner unterster Teil des Beines mancher
Tiere
Huf|be|schlag: der; -(e)s; -schlage
(Vorgang des Beschlagens, Versehens
der Pferdehufe mit) Hufeisen
Hujfe: die; - / -n (hist.) kleine Landflä¬
che, Scholle im Besitz eines Bauern,
die nur dessen Familie ernähren kann
Huf|ei|sen: das; -s; - U-förmiger Me¬
tallbeschlag zum Schutz des Pferde¬
hufes (der als Glücksbringer gilt, in¬
sofern er mit der Öffnung nach oben
gehalten wird, wird er umgekehrt ge¬
halten, besteht symbolisch die Ge¬
fahr, daß das Glück herausfällt)
huf]ei(sen|förfmig: Adj. n. stg. wie ein
Hufeisen, ein sich am offenen Ende
leicht verengendes >U( geformt
Huf|ei|sen|ma|gnet —» Huf]ei|sen|ma|-
gjnet: der; -(e)s u. -en; -e u. -en Ma¬
gnet in der Form eines Hufeisens
Hu|fen|dorf: das; -(e)s; -dörfer Dorf,
bei dem sich die Hufen, kleinen
Schollen direkt an die Häuser an¬
schließen, die entlang einer Straße
stehen
Hufflatjtich: der; -(e)s; -e in der Natur¬
medizin gegen Erkrankungen der
Atemwege verwendete kleine Pflanze
mit rundlichen, einem Hufeisen ähnli¬
chen Blättern
Huf|na|gel: der; -s; -nägel Nagel, den
man zur Befestigung des Hufeisens
benutzt
Hyf|schinied: der; -(e)s; -e Schmied,
der Hufeisen herstellt, schmiedet u.
Pferde usw. damit beschlägt
Hüft|bein: das; -(e)s;-e Beckenknochen
Hüffte: die; - ; -n seitlicher Teil des Kör¬
pers zwischen Rumpf u. Bein
Hüft|ge|lenk: das; -(e)s; -e Kugelge¬
lenk, das den Oberschenkel mit dem
Hüftbein verbindet
Hüft|ge|lenk|ent|zün|dung: die; - ; -en
entzündliche Erkrankung im Hüftge¬
lenk
Hüft|gürftel: der; -s; - [veralt.] Hüfthal¬
ter, den Frauen zur Formung der
Hüften u. zur Befestigung der
Strümpfe tragen
Hüft|hal|ter: der; -s; - [veralt.] breiter,
elastischer, unter der Oberbekleidung
getragener Gürtel, den Frauen zur
Formung der Hüften u. zur Befesti¬
gung der Strümpfe tragen
hüft|hoch: Adj. n. stg. bis zur Hüfte rei¬
chend
Huf]tier: das; -(e)s; -e große Säugetier¬
gruppe, die von Horn (3) umgebene
Zehenglieder haben
Hüft|kno|chen: der; -s; - Hüftbein;
"Beckenknochen
Hüftlschmerz: der; -es; -en Schmerzen
im Hüftgelenk
Hüft|um|fang: der; -(e)s; -fange (in Zen¬
timetern gemessener) Umfang der
Hüften, eines Kleidungsstückes an
den Hüften
Hüft|ver1ren|kung: die; ~ ; -en Verren¬
kung des Hüftgelenkes
Hüft|wei|te: die; - ; -n Hüftumfang, (in
"Zentimetern gemessener) Umfang
der Hüften, eines Kleidungsstückes
an den Hüften
Hü|gel: der; -s; - kleinere, leicht anstei¬
gende Erhebung; kleiner Berg
Hüjgel|gellan|de: das; -(e)s; - Land¬
schaft mit kleineren Erhebungen, mit
Hügeln
Hüjgellgrab: das; -fe)s; -grober (hist.)
Grab aus frühgeschichtlicher Zeit, in
dem Tote unter künstlich hergestell¬
ten Erdhügeln (in Steingräbem) bei¬
gesetzt wurden
Hüjjgel|grä|ber|kul|tur: die; - ; -en Ab¬
schnitt der Bronzezeit in Mitteleuro¬
pa, in dem die Toten in Hügelgräbern
beigesetzt wurden
hü|ge|lig/hüg|lig: Adj. leichte Erhebun¬
gen, kleine Berge aufweisend
Hüjgel|ket|te: die; • -n Aneinanderrei¬
hung von Hügeln, kleinen Bergen
Hü|gel|land: das; -(e)s;- hügelige, leicht
bergige Landschaft
Hu|ge|not|te: der; -n; -n weibl. Hu|g«|-
notjtrn: die; ~ ; -nen (ausgewanderte)
Anhänger(in) des Kalvinismus in
Frankreich
hüg|lig/hii|ge|lig: Adj. leichte Erhebun¬
gen, kleine Berge aufweisend
Huhn: das; -(e)s; Hühneru. Hen|ne: die;
- ; -n männl. Hahn: der; -(e)s; Hähne
545
Hühnchen
1 (Nutz-)Vogel der Hühnervogelgat¬
tung, besonders des Haushuhns, der
gegessen wird u. als weibliches Tier
auch gehalten wird, um Eier zu legen,
die dann nicht ausgebrütet, sondern
vom Menschen verzehrt werden 2 Es¬
sen, Gericht aus dem Fleisch von ei¬
nem Huhn (1), Syn.: weiblich, aber
auch für fast alle anderen weiblichen
Vogelarten geltend» Henne 3 a) mit
den Hühnern zu Bett, schlafen
gehen: [ugs.; scherzh.] sehr früh zu
Bett, schlafen gehen b) mit den Hüh¬
nern aufstehen: [ugs.; scherzh.] sehr
früh aufstehen 4 mit jmdm. ein Hühn¬
chen zu rupfen haben: [ugs.] jmdn.
wegen etw. zur Rede stellen, ihn zur
Verantwortung ziehen 5 da lachen
(ja) die Hühner!: [ugs.] das ist doch
Blödsinn, einfach lächerlich 6 ein
blindes Huhn findet auch (ein)mal
ein Korn: auch dem dümmsten Men¬
schen gelingt einmal etw.
Hühn|chen: das: -s; - kleine(s) Huhn,
Henne
hüh|ner|ar(tig: Adj. n. stg. ähnlich wie
ein Huhn, Hühnervögel
Hüh|nerjau|ge: das; -s; -n t tief in den
Fuß reichende Verhärtung der Haut
von relativ kleiner Ausdehnung 2
jmdm. auf die Hühneraugen treten:
[ugs.] jmdn. mit Worten od. Verhal¬
ten an einer empfindlichen Stelle tref¬
fen, ihn an etw. deutlich erinnern
Hüh|ner|au|gen]pfla|ster —> Hüh|ner|-
au|gen|pflas)ter: das; -s; - mit Salizyl
versehenes Pflaster, das zur leichteren
Entfernbarkeit eines Hühnerauges,
einer Gewebeverhärtung (meist am
Fuß) beiträgt, die Verhärtung löst,
losätzt
Hüh|ner|bein: das; -(e)s; -e (gebratene)
Keule, Beineines Huhns, Hahnes
Hühfnerjbrü|he: die; - ; -n Geflügelfond
des gekochten Huhns
Hüh|ner|brust die; - ; -brüste 1 <Med.>
spitz vorspringender Brustkasten als
Folge einer Rachitis 2 [ugs.] schma-
le(r), nicht sehr beeindruckende(r)
Brust, Körperbau 3 (als Speise zube¬
reitetes Fleischstück von der) Brust
eines Huhnes
Hüh|ner]dreck: der; ~(e)s; - Kot von
Hühnern
Hühjnerjei: das; -(e)s; -er von einem
Huhn gelegtes Ei (als Speise)
Hüh|nerjfarm: die; - ; -en landwirt¬
schaftlicher Aufzuchtbetrieb für
Hühner
Hüh|neijfleisch: das; -(e)s; - Fleisch
vom Huhn
Hüh|nerffri|kas|see: das; -s; - <Speise>
Frikassee, Fleischstückchen in einer
hellen Sauce, das aus Hühnerfleisch
zubereitet wird
Hüh|neijfutjter: das; -s; - Nahrung,
Körner für die Aufzucht von Hüh¬
nern
Hüh|ner|ha|bicht: der; -(e)s; -e Raub¬
vogel, Habicht(art), der häufig Hüh¬
nervögel reißt
Hüh|ner|hauL* die; - ; -häute [österr.;
Schweiz.] Gänsehaut; durch Kälte od.
Emotionen entstehende, gerupfter
Geflügelhaut ähnliche Haut beim
Menschen
Hüh|ner|hof: der;-(e)s; -höfe Betrieb, in
dem Hühner zur Eierproduktion ge¬
halten werden
Hüh|nerjhund: der; -(e)s; -hmde Jagd¬
hund, der den Jäger auf Wild lautlos
aufmerksam macht
Hüh|ner|klein: das; -s; - kleinere (Ab-
fall-)Stücke (z. B. Flügel, Innereien)
vom geschlachteten Huhn, Hahn
Hüh|netjleifter: die; - ; -n 1 kleine Leiter,
die von außen an einem Hühnerstall
angebracht ist 2 [scherzh.] steile Trep¬
pe mit schmalen Stufen
Hüh|ner|pest: die; - ; - Viruskrankheit
bei Hühnern, die meist zum Tod führt
Hüh|nerjschle|gel: der; -s; - (gebrate-
ne(s)) Bein, Keule eines geschlachte¬
ten Huhns od. Hahns
Hühjner|sup|pe: die; - / -n Suppe, die
mit Hühnerfleisch gekocht wird
Hüh|ner|vo|gel: der; -s; -vögel auf dem
Boden lebender Vogel mit kurzen
Flügeln, daher nicht sehr flugbegabt,
einem kräftigen Schnabel u. kräftigen
Füßen
Hüh|nerjvollc das; -(e)s; -Völker Grup¬
pe von Hühnern auf dem Hühnerhof
HUK: Abk. Haftpflicht-, Unfall- u.
Krankenversicherung
Huld: die; - ; - [veralt.] Wohlwollen,
Gunstbezeugung
hul|di|gen: huldigst; hiddigtest; hast ge¬
huldigt [geh.; veralt.] 1 etw. od. jmdn.
würdigen, hochachten 2 einer Sache
(besonders Alkoholkonsum) zu stark
zugetan sein »Sie huldigte mal wieder
dem französischen Landwein.«
Hul|di|gung: die; - ; -en Erweisung von
Ehrerbietung
Hül|le: die; - ; -n 1 etw., was einen Kör¬
per od. Gegenstand (lose) umgibt
»Klarsichthülle« 2 in Hülle u. Fülle:
reichlich; mehr als genug 3 die sterb¬
liche Hülle: [verhüll.] der menschliche
Körper (als Leiche, nach dem Eintritt
des Todes)
hül|len|los: Adj. n. stg. ohne Verhüllung,
nackt
Hüll|wort: das; -(e)s; -Wörter <Sprach-
wiss.» Wort, das einen Sachverhalt
verhüllt, besser erscheinen läßt, als es
der Realität entspricht, Syn.:
[fremdsprl.] Euphemismus
Hü1|se: die; - ; -n Hülle, in die man etw.
stecken kann
Hül|sen)fnicht: die; - ; -früchte in einer
Hülse, Schote wachsendes Gemüse
(z. B. Erbse, Bohne, Linse)
Hül|sen|frücht|ler: der; -s; - Gemüse- u.
Futterpflanze mit Früchten in Form
von Hülsen
hu|man: <lat.> Adj. menschlich; men¬
schenfreundlich; die Menschenwürde
achtend »humanes Vorgehen«
Hu|man|bio|lo|gie —> Hu|man|bi|o|lo|-
gie: <gr.-lat.> die; - : - <Bio.> Teilgebiet
der Biologie, das sich mit der Anato¬
mie, Morphologie u. Physiologie
(Aufbau u. Funktion) des menschli¬
chen Körpers beschäftigt
Hu|man|ge|ne|tik: <gr.-lat.> die; - ; -
<Bio.> Teilgebiet der Genetik, das sich
mit der Vererbung von körperlichen
u. geistigen Eigenschaften des Men¬
schen befaßt
hu|ma|ni|sie|ren: dal» humanisierst; hu¬
manisiertest; hast humanisiert
(ethisch, hinsichtlich der Lebensbe¬
dingungen) für den Menschen verbes¬
sern
Hu|ma)ni|aie|rung: <lat.> die; - ; -en Vor¬
gang bzw. Ergebnis der Verbesserung
von etw. für den Menschen
Hu|ma|n]s|mus: <lat.> der; - ; - [geh.] 1
Streben nach Menschlichkeit u. Men¬
schenwürde 2 europäische Bildungs¬
bewegung zur Pflege u. Neubelebung
der antiken Kultur
Hu|ma|nist dat.-it.> der; -en; -en weibl.
Hu|ma|nj|stln —* Hu|ma]nis|tin: die;
- ; -nen 1 Vertreter(in) des kulturellen
Humanismus, der/die die antiken
Kulturen sehr schätzt 2 Vertreter(in)
der Ideale des Humanismus, der die
Wahrung der Würde des Menschen
in allen Handlungen zum Ziel hat 3
Person, die eine Ausbildung, Kennt¬
nisse in den antiken Sprachen (Grie¬
chisch u. Latein, eventuell zusätzlich
Hebräisch) hat
hu|ma|ni|stisch —» hu|ma|nis|tisch:
dat.-it.> Adj. a) im Sinne des Huma¬
nismus (l) handelnd, denkend b) auf
den Humanismus (2) bezogen
hu|ma|ni|täR dat.-fr.> Adj. nach Linde¬
rung menschlicher Not strebend
Hu|ma|ni|tit: dat.i die; - ; - [geh.]
Menschlichkeit; humane Gesinnung
Hu|ma|ni|täts|den|ken: dat.-fr.; dt» das;
-s; - auFMenschlichkeit ausgerichte¬
tes Streben, Denken
Hu|ma|ni|täts|ide|al—> Hu|ma|ni|täts|i|-
de|al: dat.-fr.; gr» das; -(ejs; -e die
Menschlichkeit der Gesellschaft be¬
treffende Idealvorstellung
Hu|man|me|di|zin: dat.> die; - ; - Bereich
der Medizin, der sich mit dem Men¬
schen befaßt
Hu|man|mejdi[zi[ner: dato der; -s; -
weibl. Hu|man|me|di|zi|ne|rin: die; - ;
-nen Arzt, Ärztin der Humanmedizin,
für Menschen
Hum|bug: <engh der; -s; - [ugs.; abwert.]
Unsinn; Schwindel »Das ist doch alles
Humbug!«
Hu|me|ra|le: dat.> das; -s; Humeralien
lhumerali‘nl Schultertuch der katholi¬
schen Geistlichen
Hu|mi|fi|ka|ti|pn: dat.> /humifikazion/
die; - ; -en das Vermodern zu Erdbo¬
den; Prozeß der Umwandlung in
Mutterboden
Hu|mi|fi|zje|rung: dat» /humifizirung/
die; - ; -en das Vermodern zu Erdbo¬
den; Prozeß der Umwandlung in
Mutterboden
Hum|mel: die; - ; -n 1 rundliche, be¬
haarte Bienenart »Die Hummel fliegt
von Blüte zu Blüte.« 2 Hummeln im
Hintern haben: [ugs.] nicht still sitzen
können; unruhig, unternehmungslu¬
stig sein
Humjmen der; -s; - in flachem Gewäs¬
ser lebende, sehr große eßbare Krebs¬
art mit zehn Gliedmaßen, deren erstes
Paar Scheren hat »Ich weiß nicht, wie
ich einen Hummer essen muß.«
Hum|mer]cock[tall: der; -s; -s <Speise>
Cocktail, Mischung aus zerkleiner¬
tem Hummerfleisch, Mayonnaise,
Gemüsestückchen o. ä.
Hum|meijfleisch: das; -(e)s; - zuberei¬
tetes Fleisch des Hummers
Hum|merjsa|lab der; -(ejs; -e Salat, der
aus Hummerfleisch u. a. zubereitet
wird
546
Hundsfott
Hu|mor: dat.-fr.-engl» der; -s; -e (PL s.j
a) Heiterkeit; Sinn für die Freude u.
gute Laune, für witzige Situationen b)
Humor ist, wenn man trotzdem
lacht: Bemerkung, daß er/sie auch,
wenn ihm/ihr. etw. mißlingt, ein Mi߬
geschick unterläuft, lachen u. es nicht
zu Ernst nehmen sollte
Hu|mo|resjke: die; - ; -n <Literaturwiss.>
kurze, nicht sehr anspruchsvolle, ko¬
mische Erzählung
hu|mo|rig: Adj. lustig; witzig (erzählt)
Hu|mo|rist: der; -en; -en weibl. Hu[tno|-
rijstin —> Hu|mo|ris(tin: die; - ; -nen
Künstler(in), dessen/deren Vorträge,
Filme, Bücher o. ä. witzig, komisch
sind
hu|mo|ri|stisch —> hujmo|ris|tisch:
Adj. Humor, Witz, Komik besitzend
hu|mor|los: Adj. humorloser; humorlose¬
ste ohne Witz u. Humor
hu|mor|voll: Adj. lustig, witzig; Humor
habend
htimlpeln: humpelst; humpeltest; bist/
hast gehumpelt beim Gehen ein Bein
nachziehen »Ich bin zum Auto
gehumpelt. ♦ Ich habe nach meinem
Sturz noch lange gehumpelt.«
Hum|pen: der; -s; - großes Glas (für ein
alkoholisches Getränk) »Wir hatten
jeder einen Humpen Bier vor uns.«
Hu|mus: </at.> der; - ; - fruchtbarer Bo¬
denbestandteil; organische Substanz
im Boden, in der Erde
Hu|mus|bo|den: der; -s; -böden dunkler,
nährstoffreicher Mutter-, Erdboden
Hund: der; ~(e)s; -e weibl. Hün|din: die;
- ; -nen 1 in vielen wissenschaftlichen
Theorien als vom Wolf abstammen¬
des, beliebtes, normalerweise in Ru¬
deln lebendes Haustier bezeichnet,
das in zahlreichen verschiedenen Ras¬
sen, Kreuzungen u. Größen vor¬
kommt » Wir haben uns einen Schäfer¬
hund, Dackel gekauft.« 2 [Schimpf¬
wort; beleidigend] gemeiner, betrüge¬
rischer Mensch 3 vor die Hunde
geben: [ugs.] sich zugrunde richten 4
da wird der Hund in der Pfanne
verrückt: [ugs.] das ist nicht möglich,
erstaunlich, empörend, nicht zu
fassen 5 da liegt der Hund begraben:
[ugs.] an diesem entscheidenden
Punkt scheitert es, liegt das Problem 6
mit etw. keinen Hund hinter dem
Ofen hervorlocken (können): [ugs.]
etw. interessiert jmdn. überhaupt
nicht 7 scheiß (doch) der Hund
drauf!: [derb] das ist doch gleichgül¬
tig, ganz egal 8 Viele Hunde sind des
Hasen Tod: viele Gegner, eine Über¬
macht sind/ist gefährlich, man kann
nichts gegen sie tun, ausrichten 9
Kommt man über den Hund, so
kommt man auch über den
Schwanz: wenn man erst mal den
schwierigen Teil geschafft, bewältigt
hat, schafft, bewältigt man auch den
Rest 10 Hunde, die (viel) bellen, bei¬
ßen nicht: wer viel u. laut droht,
schimpft, macht seine Drohungen
meistens nicht wahr, sondern läßt es
dabei bewenden
Hünd|chen: das; -s; - kleiner Hund
Hun|de|art’ die; -; -en Hunderasse
Hunjde|blu|me: die; - ; -n Löwenzahn;
Wiesenblume mit gezackten Blättern
u. gelben Blüten
Hun|de|dreck: der; -(e)s; - [abwert.]
Hundekot
hun|de|elend/hun|de|elend —> hun|-
de|e|lend: Adj. [ugs.] sich sehr
schlecht fühlend
Hun|de|fän|ger: der; -s; - weibl. Hun|-
de|fän|ge|rin: die; - ; -nen jmd., der
herrenlose Hunde einfängt
Hunjde|fut|ter: das; -s; - a) (spezielles)
"Futter für Hunde b) [ugs.; abwert.]
sehr schlechtes, minderwertiges Essen
Hun|de|hal|ter der; -s; - weibl. Hun|de|-
hal|te|rin: die; - ; -nen Hundebesitze-
r(in); Person, die einen Hund offiziell
besitzt, angemeldet hat
Hun|de|hüt|te: die; - ; -n 1 kieine(r) Ver¬
schlag, Holzhütte für Hunde 2 [ab¬
wert.] sehr kleines Wohnhaus »Was
ist denn das für eine Hundehütte, die
ihr euch gekauft habt?«
hun|de|kaK/hun|de|kalfc Adj. n. stg. sehr
kalt
Hun|de|käl|te: die; - ; - [ugs.] besonders
extreme Kälte
Hun|de|kot: der; -(ejs; - Kot, feste Ex¬
kremente von Hunden
Hun|de|ku|chen: der; -s; ~ Gebäck, das
als Hundefutter, -leckerchen z. B. zur
Belohnung dient
Hun|de|le|ben: das; -s; - [ugs.] miserab¬
les, elendes Dasein, Leben
Hun|de|lei|ne: die; - ; -n Schnur, Leine,
die am Hals des Hundes befestigt
wird, um ihn unter Kontrolle zu hal¬
ten
Hun|dejmar|ke: die; - ; -n a) Blechmar¬
ke, die der Hund am Halsband trägt
u. die als Nachweis für gezahlte Hun¬
desteuer dient b) [scherzh.] Erken¬
nungsmarke, -ausweis eines Polizi¬
sten, Soldaten
hun|de|mä|ßig: Adj. [ugs.; abwert.] sehr
schlecht
hun|de|mü|de: Adj. n. stg. [ugs.] sehr
müde
Hun|d»|ras|se: die; - ; -n Hundeart, -ty¬
pus
Hun|de|ren|nen: das; -s; - Schnellig¬
keitsprüfung für Windhunde, bei der
auf den Sieger gewettet wird
hun|dert: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen
-) 100 2 hun|dert|mal —hun|dert
Mal: [ugs.] ganz oft »Ich hab' dir hun¬
dertmal gesagt, daß du anrufen sollst,
wenn du später kommst!« 3 a) ein paar
hundert —> auch ein paar Hundert:
unbestimmte Menge über zweihun¬
dert b) viele Hunderte —*■ auch viele
hunderte: unbestimmte Menge weit
über zweihundert c) Hunderte von ...
—s- auch hunderte von ...: unbe¬
stimmte Menge weit über zweihun¬
dert 4 auf hundert(achzig) sein/kom-
men/bringen: [ugs.] sehr wütend, ra¬
send sein/werden/machen 5 hundert/
neunundneunzig (100/99) Punkte:
[ugs.; iron.] vollkommen richtig; sehr
gut
Hunjderjter: der; -s; - [ugs.] Hundert¬
markschein
Hun|derjteijstel|le: die; - ; -n <Math.>
dritte Steile vor dem Komma in einer
Zahl
hun|dert|fach: Adj. n. stg. mit 100 multi¬
pliziert
hun|dert|fäl|tig: Adj. n. stg. 1
hundertfach 2 sehr verschiedenartig
Hun|dert|fünf|und|sieb|zi|gen mach
dem abgeschaflften Paragraph 175 des
Bürgerlichen Strafgesetzbuches» der;
-s; - [verhüll.; veralt.] homosexueller
Mann »Das ist ein Hundertfünfund¬
siebziger.«
Hun|dert|iahr[fei|en die; - ; -n Fest zu
Ehren eines 100jährigen Bestehens,
Jubiläums
hun|dert|iäh|rig: Adj. n. stg. 100 Jahre
alt
Hun|dert|mark|schein: der; -(ejs; -e
Geldnote mit dem Wert von DM 100
Hun|dert|me|teijhürfden|lauf —* auch
Hun|dert-Me|ter-Hürtden|iauf: der;
-(ejs; -läufe <Sport> Lauf, bei dem die
Sportlerinnen) eine Distanz von 100
m zurücklegen u. dabei Hürden über¬
springen müssen
Hun|dert|me|ter]lauf —» auch Hun|-
dert-Me|ter-Lauf: der; -(ejs; -läufe
<Sport> Lauf über eine Strecke von
lOÖm
hun|dert|pro|zen|tig: Adj. auf jeden Fall
(zuverlässig); absolut überzeugt; voll¬
kommen zutreffend
Hun|dert|schaft: die; -; -e«<Polizei; Mi¬
ßt.» Einheit von 100 Personen »Es wa¬
ren mehrere Hundertschaften der Poli¬
zei auf marschiert.«
Hun|dert|stel —> Hun|derts|tel: das; -s;
• hundertster Teil einer Summe,
Menge
Hun|dert|stel|se|kun|de—> Hun|derts|-
tel|se|kun|de/hun|derts|tet Sekunde:
die; ~ ; -n hundertster Teil von einer
Sekunde
Hun|de|sa|lon*. der; -s; -s u. -e Friseursa¬
lon für Hunde, in dem sie geschoren,
gepflegt, gestylt werden
Hun|de|schlit|ten: der; -s; - Schlitten,
der von Hunden gezogen wird
Hun|de|schnau|ze: die; ~ ; -n a) Maul,
Schnauze des Hundes b) jmd. ist kalt
wie eine Hundeschnauze: [ugs.] jmd.
ist sehr kaltblütig, läßt sich nicht von
Hemmungen, Emotionen beeinflus¬
sen
Hun|de|sohn: der; -(ejs; -söhne [ugs.]
schlechter Mensch; Mistkerl
Hun|de|stau|pe: die; -; -n mit dauerhaf¬
ter Verkrampfung verbundene Virus¬
krankheit, die vor allem Hunde be¬
kommen
Hun|de|steu]er: die; - ; -n Steuer, die
Hundebesitzer an den Staat entrich¬
ten müssen
Hun|de|wet|ter: das; -s; - [ugs.] beson¬
ders schlechtes Wetter, Regenwetter
Hun|de|zucht: die; - ; - a) Züchtung,
Kreuzung von Rassehunden b) Un¬
ternehmen, das die Züchtung, Kreu¬
zung von Rassehunden betreibt
Hun|de|zwin|ger. der; -s; - größerer
Käfig mit einem geschlossenen Dach
(oftmals mit einem Stall o. ä. verbun¬
den, in den das Tier sich zurückziehen
kann) für Hunde im Freien
hün|disch: Adj. [abwert.] sich unterwür¬
fig od. hinterhältig (wie ein Hund)
verhaltend
hunds|er|bärm|lich: Adj. sehr, überaus
schlecht »Es gab hundserbärmliches
Essen. • Das Hotel war hundserbärm¬
lich mies.«
Hundsfott: der; -(ejs; -e u. ■fötter
[derb] gemeiner, niederträchtiger
Kerl, Schuft
547
Hundsfötterei
Hunds|föt|te|iei: die; ~ ; -en [ugs.; ab¬
wert.] Schweinerei; Sauerei; Gemein¬
heit
hunds|ge|mein: Adj. [ugs.] besonders
gemein, böse
Hunds|hai: der; -(e)s; -e Haifischart
von bis zu 2 Metern Länge
Hunds]kopf|schlan|ge: die; ~ ; -n in
Südamerika beheimatete Baumboa
(Schlangenart) von knällgrüner
leuchtender Färbung
Hunds|rob|be: die; ~ ; -n artenreichste
Robbenfamilie
Hunds|stem: der; -(e)s; -e hellster
Stern im Sternbild des großen Hun¬
des
Hunds|tajge: die; - ; - meist sehr war¬
mer Zeitraum vom 24. Juli bis 23. Au¬
gust
Hunds|veii|chen: das; -s; - wild wach¬
sendes Veilchen, das keinen Geruch
abgibt
Hü|nen]haf|tig|kelt: die; - ; - großer,
kräftiger Körperbau
Hun|gen der; -s; - 1 Verlangen nach
Nahrung »Ich habe Hunger.« 2 Hun¬
gers sterben —* hungers sterben:
aus Mangel an Nahrung sterben, den
Tod finden; verhungern 3 Hunger ist
der beste Koch: wer Hunger hat, ißt
alles, dem schmeckt alles 4 guten
Hungert: [ugs.] Formel vor dem Es¬
sen; guten Appetit! »Los, eßt, ich wün¬
sche euch guten Hunger!« 5 der Hun¬
ger trelbt's rein: [ugs.; scherzh.] weil
man hungrig ist, ißt man auch etwas,
was einem eigentlich nicht schmeckt 6
Den Hungrigen ist nicht gut predi¬
gen: wer hungrig ist, will keine Re¬
den, Versprechungen, schöne Worte
o. ä. hören
Hunjger|bliim|chen: das; -s; - Blume
mit kleinen weißen od. gelben Blüten,
die einem Aberglauben nach eine
künftige Mißernte signalisiert
Hun|g«rjbrun|nen: der; -s; - Brunnen,
der nur gefüllt ist, wenn es oft genug
regnet
Hun|ger|ge|fühl: das; -(ejs; -e Empfin¬
dung von Hunger
Hun|ger|jahR das; -(ejs; -e [ugs.]
schlechtes Erntejahr
Hun|ger)kilnst|leR der; -s; • weibl.
Hun|gerjkünst|le|rin: die; - ; -nen
[meist scherzh.] Person, die über einen
relativ langen Zeitraum hungern
kann, aus Geldmangel am Essen
spart
Hun|gerjkur die; - ; -en Diät zur Ge¬
wichtsabnahme; Abmagerungskur
Hun|ger|le|ben: das; -s; - schlechtes, ar¬
mes Leben, bei dem man große Ent¬
behrungen hinnehmen muß
Hun|ger]lei|deR der; -s; * jmd., der in
ärmlichen Verhältnissen lebt
Hun|gerjlohn: der; -(ejs; -löhne geringe
Bezahlung für eine Tätigkeit
hun|gern: hungerst; hungertest; hast ge¬
hungert nichts essen (weil man keine
Nahrung hat od. sein Gewicht redu¬
zieren möchte)
Hun|ger|ödent —> Hun|ger|ö)dem: das;
-s; -e <Med.> Geschwür, Odem, das
durch unzureichende Ernährung ent¬
steht
Hun|ger|quel|le: die; - ; -n Quelle, die
nur vorhanden ist, wenn es oft genug
regnet
Hun|ger|ra|ti|on: die; - ; -en nicht ausrei¬
chende Zuteilung an Lebensmitteln
Hun|gers|nob die; - ; -nöte allgemein
bestehender lebensbedrohlicher Le¬
bensmittelmangel
Hunjgeijstreik: der; -(ejs; -s Verweige¬
rung der Nahrungsaufnahme zur
Durchsetzung eines Ziels
Hun|ger]tod: der; -(ejs; -e (PI. s.) Tod
durch Unterernährung
Hun|geijtuch: das; -(ejs; -tücker in der
Wenchmg am Hungertuch nagen: so
arm sein, daß man nichts zu essen hat
u. Hunger leiden muß
Htm|ger|turm: der; -(ejs; -türme <hist.>
Verlies in einem Turm, in das früher
Gefangene geworfen wurden, um sie
dort hungern zu lassen
hung|rig: Adj. Hunger habend
Hunjne: der; -n; -n weibl. Hun|nin: die;
- ; -nen <hist.> Angehörige(r) eines ost¬
asiatischen Nomadenvolkes
hun|nisch: Adj. nach Hunnenart; den
Hunnen zuzuordnen
Hu]pe: die; - ; -n laute Warnsignale er¬
zeugendes Gerät an, in einem Fahr¬
zeug
hu|pen: hupst; huptest; hast gehupt ein
Geräusph, einen durchdringenden
Ton mit einer Hupe erzeugen
Hu]pen|si|gnat/Huptsi(gna! —> Hu[-
pen|si|gjnal/Hup|si|g|nal: das; -(ejs;
-e Signal, akustischer Hinweis, das/
den man mit einer Hupe erzeugt
Hu|po|rei: die; - ; -en ständiges Hupen,
Betätigen einer Hupe
Hupf|doh|le: die; - ; -n [scherzh. od. ab¬
wert.] (Ba!lett-)Tänzerin o. ä.
hüpften: hüpfst; hüpftest; bistjhast ge¬
hüpft auf- u. abspringen (u. so zu ei¬
nem Ort gelangen)
Hüp(fer: der; -s; - kleiner Sprung
Hüp|feijllng: der; -s; -e kleinere(r)
Krebs(art), der/die in Seen u. Flüssen
lebt
Hup|kon[zert: das; -(ejs; -e lautes,
mehrfaches Hupen (von mehreren
Autofahrern)
Hup|sl|gnal/Hu|pen|si|gnal —>■ Hup|si|-
gjnal/Hu|pen|si|g|nal: das; -(ejs; -e
Signal, akustischer Hinweis, das/den
man mit einer Hupe erzeugt
Hup|ver)bob das; -(ejs; -e Verbot, Un¬
tersagung des Benutzens, Betätigens
der Hupe z. B. innerhalb geschlosse¬
ner Ortschaften
Hürfde: die; - ; -n 1 <Sport> a) Hindernis
beim Wettlauf »Der Läufer stürzte an
der dritten Hürde.« b) Hindernis, das
ein Springpferd überwinden muß 2
<übertr.> Hindernis für das Erreichen
eines Ziels »Das Examen stellt eine
große Hürde für sie dar.«
Hür|den|laüf: der; -(ejs; -laufe schneller
Lauf, bei dem die Sportler über Hür¬
den springen müssen
Hüt]den|rentnen: das; -s; - <Sport>
Lauf, bei dem die Sportlerinnen/
Sportler auf der Laufstrecke Hürden
überspringen müssen
Hür]den|sprint: der; -s; -s schneller, kur¬
zer Lauf über Hürden
Hu|re: die; - ; -n [abwert.] Frau, die ge¬
gen Bezahlung sexuelle Dienste er¬
weist, Syn: Nutte; Prostituierte
hu|ren: hurst; hurtest; hast gehurt [derb]
oft außerehelichen Geschlechtsver¬
kehr haben
Hu|ren|boclc der; -(ejs; -bocke
(Schimpfworb [derb] Mann, der mit
vielen verschiedenen Frauen Ge¬
schlechtsverkehr hatte
Hu|rsn|sohn: der; -es; -söhne [derb] hin¬
terhältiger, niederwertiger Kerl,
Schuft
Hu|renfvier|te(: das; -s; - [verhüll.; ver-
alt.] Bereich, in dem Prostituierte le¬
ben, arbeiten
Hu|re)rei: die; • ; -en [abwert.] Ge¬
schlechtsverkehr mit ständig wech¬
selnden Partnern
Hur|ral: das; -s; -s Hochruf, Ausruf des
Jubels
hu([ral: Interj. a) jubelnder Ausruf b)
hurra schreien —> Hurra schreien:
jubeln
Hur|ra|pa|trio|tis|mus —» Hur|ra[pa|t|-
rijoftisjmus: der; - ; - unkritischer,
übertriebener Patriotismus
Huijri|kan: ilndian. Spr.-span.-engh
/hartiken u. häriken/ der; -s; -e u.
[engl.] -s Orkan; tropischer Wirbel¬
sturm, der vom Nordatlantik in die
Karibik zieht »Der Hurrikan verwü¬
stete den ganzen Landstrich.«
hurftig: Adj. <fr.> [veralt.] sehr schnell
»Er sprang hurtig zur Seite.«
Hurftig|keit: die; - ; - [geh.] Schnellig¬
keit, mit der etw. geschieht
Hu|sa]ren|af|fe: der; -n; -n in afrikani¬
schen Savannengebieten beheimate¬
ter großer Meerkatzenaffe mit
schlankem Körperbau u. einem rötli¬
chen Rückenfell
Hu|sg|ran|ritfc der; -(ejs; -e waghalsige
Handlung einer einzelnen Person
hu|schen: huschst; huschtest; bist ge¬
huscht schnell u. leise gehen
Husch|lig|keib die; - ; -en oberflächli¬
che, vergeßliche Art, Handlung
Hus|s|t: der; -en; -en weibl. Hus|si|tin:
die; - : -nen Anhängern) des religiö¬
sen Reformators Jan Hus »Die Hussi-
len wurden verfolgt.«
hü|steln —> hiisjtelrc hüstelst; hüstel¬
test; hast gehüstelt leicht husten
Hu|sten —» Husjten: der; -s; - Erkran¬
kung der Atemwege mit krampfarti¬
gem Ausstößen von Luft
hasten —> hus|terc hustest; hustetest;
hast gehustet 1 einem Drang folgend
od. aufgrund einer Erkrankung der
Atmungsorgane Luft heftig aus den
Lungen nach außen pressen »Sie hu¬
stet stark.« 2 jmdm. (et)was husten:
etw. nicht tun, was jmd. verlangt
Hu|sten(an|fall —» Hus|ten|an|fall: der;
-(ejs; -fälle plötzlich auftretender
starker Husten
Hu|sten|bon|bon —* Hus|ten|bon|bon:
das; -s; -s Bonbon aus Kräutern (u.
Zucker), das den Husten lindem soll
Hu|sten|mit|tel —» Hus|ten|mit|tel: das;
-s; - Medikament gegen Husten (in
Form von Tabletten, Tropfen)
Hujsten|raiz —»• Hus|ten|rehe der; -es;
-e Kratzen im Hals, das Husten verur¬
sacht
Hu|sten|saft —* Hus(ten|saft der;
-(ejs; -safte mit den Husten bekämp¬
fenden (medizinischen) Inhaltsstoffen
versetzte Flüssigkeit zum Einnehmen
»Dein Husten hört sich aber schlimm
an, ich geh' dir lieber einen Löffel Hu¬
stensaft!«
548
Hydrat
Hu|sten|tM —> Hus)ten|tee: der; -s; -s
Tee aus Kräutern, der Husten lindem
soll
Hu|sten|trop|fen —> Husften|trop[fen:
der; -s; - (m. PL) flüssiges Medika¬
ment gegen Husten
Hirt: der;-(e)s; Hüte 1 Kopfbedeckung
(oft mit Krempe) aus steifem Materi-.
al »Früher ging man ohne Hut nicht
aus dem Haus.« 2 Hut ab!: [ugs.] alle
Achtung; meinen Glückwunsch »Das
hast du einfach prima gemacht. Hut
ab!« 3 jmdm. geht der Hut hoch:
[ugs.] jmd. wird sehr zornig »Wenn
man diese Zustände sieht, kam einem
aber der Hut hochgehen.« 4 ein alter
Hut sein: [ugs.] altbekannt sein S a)
Verschiedenes unter einen Hut
bringen: [ugs.] bei verschiedenen An¬
sichten, Meinungen o. ä. eine Über¬
einstimmung erzielen »Alle Forderun¬
gen unter einen Hut zu bringen ist gar
nicht so einfach.« b) unter einen Hut
kommen: [ugs.] sich einigen »Nach
schwierigen Verhandlungen kamen sie
doch noch unter einen Hut.« 6 eins auf
öen Hut kriegen, bekommen: [ugs.]
einen Verweis bekommen 7 sich etw.
an den Hut stecken können: [ugs.]
jmd. will etw. nicht, legt keinen Wert
darauf
Hut: die; in der Wendung auf der
Hut sein: vorsichtig, sehr achtsam
sein »Sei auf der Hut, sonst legt man
dich herein!«
Hutjab|la|ge: die; -; -n Ablage für Hüte
an einer Garderobe
Hut|ab|tei|lung: die; - ; -en Bereich in ei¬
nem Geschäft, in dem man Hüte kau¬
fen kann
Hüt|chen: das; -s; - a) kleiner Hut b)
Spielfigur bei Brettspielen
Hüjtejhund: der; -(e)s; -e als Wächter
einer Viehherde eingesetzter Hund
bestimmter meist größerer, äußerst
wachsamer Hunderassen
Hü|te|jun|ge: der; -n kleinerer Junge,
der Vieh bewacht, hütet
hülfen: hütest; hütetest; hast gehütet a)
auf etw. od. jrodn. aufpassen »Ich
hüte morgen die Kinder meiner
Schwester.« b) etw., jmdn. hüten wie
seinen Augapfel: auf etw. od. jmdn.
mit großer Sorgfalt achten, es/ihn be¬
schützen
hü|ten, sich: hütest dich; hütetest dich;
hast dich gehütet etw. aus Vorsicht,
wegen eines drohenden Nachteils kei¬
nesfalls tun
Hüften der; -s; - weibl. Hüjte|rin: die; - ;
-nen Wächter(in), Aufpasserin); Per¬
son, die etw. bewahrt
Hutfform: die; - ; -en Form, Art der Ge¬
staltung einer Kopfbedeckung
hut|förfmig: Adj. n. stg. mit der Form ei¬
nes Hutes vergleichbar
Hut|ge|schöffc das; -(e)s; -e Laden, in
dem Hüte verkauft werden
Hutfkofffer: der; -s; - runder Koffer,
speziell für Hüte, in dem die Kopfbe¬
deckung nicht gedrückt, nicht ge¬
knickt o. ä. wird, sondern die Form
behält
Hut|kremjpe: die; - ; -n gebogener Rand
des Hutes
hut|los: Adj. n. stg. ohne Hut; keinen
Hut tragend
Hut|ma)cher: der; -s; ~ weibl. Hyt]ma|-
chejrin: die; ~; -nen Hersteller(in) von
Hüten
Hut|na|del: die; - ; -n Nadel zum Befe¬
stigen, Feststecken eines Hutes im
Haar
Hutfrand: der; -(e)s; -ränder Hutkrem¬
pe
Hut|schach|tet: die; - ; -n Kasten, Kar¬
ton zum Aufbewahren eines Hutes
Hüt|te: die; - ; -n 1 primitives kleines
Haus »Die Kinder bauten sich eine
Hütte.« 2 Fabrik, in der Metall ge¬
wonnen, verarbeitet wird
Hüt|ten|abend —» Hüt|ten|a|bend: der;
-s; -e gemütliches Zusammensein auf
einer Berghütte
Hütften|dorf: das; -(e)s; -dörfer bei ei¬
ner Demonstration provisorisch auf¬
gestelltes Dorf aus Hütten
Hütjten|in|du|strie —» Hütjten|in|dusjtj-
rie: die; - ; -n (PI. s.) Industrie¬
fzweig), die/der sich mit Erzverhüt¬
tung beschäftigt
Hüt|ten|In|ge|nieur —» Hütften|in|ge|-
ni|eun der; -s; -e weibl. Hütjten Injgej-
nieujrin —> Hüt|ten[in|ge|ni eu|rin:
die; - ; -nen <Beruf> Ingenieur(in) in
Hütten- od. Walzwerken
Hütjten|kö|se: der; -(e)s; - grobkörni¬
ger, weißer (kalorienarmer) Frisch¬
käse
Hüt|ten|koin|bi|nat: das; -(e)s; -e ver¬
schiedene Hüttenindustriebetriebe zu
einem Kombinat, einer (sozialisti¬
schen) Organisationseinheit zusam¬
mengefaßt
Hütjten|schuh: der; -(e)s; -e knöchel-
Tioher Hausschuh aus bunter Wolle
mit einer dünnen (Leder-)Sohle
Hüt|ten|werk: das; -(e)s; -e Betrieb der
Erzverhüttung
Hüt|ten|wer|ker: der; -s; - Person, die in
der Erzverhüttung arbeitet; Hütten¬
arbeiter
Hüt|ten|we|sen: das; -s; - Industriezweig
der Erzverhüttung, Produktion von
Metallen, Erzen
Hutjwei|de: die; - ; -« der Gemeinde ge¬
hörende Wiese, auf der das Vieh täg¬
lich weidet
Hut|zel|brot: das; -(e)s; -e [süddt.]
Früchtebrot
htrtjze|lig/htitz|lig: Adj. [ugs.] alt, runze¬
lig u. körperlich schon ziemlich ver¬
fallen
Hut|zel|männ|chen: das; -s; - Heinzel¬
männchen; Phantasiewesen, das über
Nacht Arbeit für jmdn. erledigt
Hut|zel|weib: das; -(e)s; -er [ugs.; ab¬
wert.] alte Frau
HV: Abk. 1 Handelsverbindung 2 Han¬
delsverkehr 3 Handelsvertrag 4
Handelsvertreter(in) 5 Handlungs¬
vollmacht 8 Hauptverband 7 Haupt¬
versammlung 8 a) Hauptvertretung b)
Hauptvertreterfin) 9 Hauptverwal¬
tung 10 Heeresverwaltung (der
Bundeswehr) 11 Haushaitsvorstand
12 a) Hausverwaltung b) Hausverwal¬
ter (in) 13 Heimatverein 14
Heimalvertriebene(r) 15 <Med.> He¬
patitis-Virus = Gelbsucht-Virus
HW: Abk. 1 <Med.> Halswirbel 2 Han¬
delsware 3 Handelswert 4
Handwerkern) 5 Handwörterbuch 8
<engl.> <EDV> hardware = alle festen
Bestandteile eines Computers 7
Hochwasser
Hw,:Abk. 1 Heizwerk 2 Hüttenwerk
hw.: Abk. 1 handwerklich 2 hochwertig
HWS: Abk. <Med.’ Halswirbelsäule
Hya|den —» Hy|a|den: <gr.> /hüaden/ die
(PL) in der griechischen Mythologie
Gruppe von Nymphen
Hya|IK —» Hy|a|lit: <gr.> /hüalit/ der;
-(ejs; -e Glasopül, ein Halbedelstein
Hyä|ne —» Hy|g|ne: <gr.-lat.> /hüäne/
die; ~ ; -n 1 in mehrere Gattungen
(meistens in Rudeln lebend) unterteil¬
tes, hundeähnliches Raubtier, das
sich vorwiegend von Aas ernährt, mit
abfallendem Rücken, massigem
Kopf, großen Ohren u. sehr starkem
Kiefer 2 [ugs.] skrupelloser, egoisti¬
scher Mensch
Hy8|nen|hund —* Hy|ä|nenjhund: /hüä-
nen-/ der; -es; -e afrikanischer Wild¬
hund mit großen Ohren
Hy|as: /hü-as/ die; - ; - Seespinne mit
rosagefleckten Scheren
Hya|zlnth —» Hy|a|zinth: <gr.-lat.> /hüa-
zint/der; -(e)s; -e Zirkonabart (Edel¬
stein)
Hya|zlnth —» Hy|a|zinth: <gr.> der; -s; -e
<Sagengestalt> schöner junger Mann
Hyafzinthjara —» Hy|a|z|nth|a|ra:
/hüazintara/ der; -s; -s wertvoller, zu
der Untergruppe der Aras gehören¬
der Papagei mit kobaltblauem Gefie¬
der, das von einem schmalen, orange¬
gelben, nackten Hautstreifen an der
Unterschnabelwurzel unterbrochen
wird
Hya|zin(the —* Hy|a{zin|the: <gr.-lat.>
/hüazinte/ die; - ; -n Liliengewächs
mit einer Blütendolde
hy|brid —»■ hy|b|rid: <gr.> /hübrid/ Adj.
n. stg. 1 hochmütig, überheblich 2 ge¬
mischt, aus zweierlei Dingen zusam¬
mengesetzt
Hy|brid|an|trieb —» Hy|b|rid|an|trieb:
/hübrit-/di?r; ~(e)s; -e <Fahrzeugtech¬
nik> kombinierter Antrieb für Kraft¬
fahrzeuge, z. B. Elektro- u. Ottomo¬
tor
Hyfbrjjde —» Hy|b|ri|de: <gr.> /hübride/
die; - ; -n Bastard; aus verschiedenen
Kreuzungen entstandenes Lebewesen
(oft Pflanze), dessen Eltem(pflanzen)
sich in vielen Merkmalen unterschei¬
den
Hy|bri|di|siefrung —» Hy|b|ri|di|sie|-
rung: <gr.> /hübridisirung/ die; ~ ; -en
Züchtung von Hybriden, aus ver¬
schiedenen Kreuzungen entstandenes
Lebewesen (oft Pflanze), dessen El-
tern(pflanzen) sich in vielen erblichen
Merkmalen unterscheiden
Hy|dra —> Hy]d|ra: <gr.> /hüdra/ die; - ;
Hydren 1 in der griechischen Mytho¬
logie ein neunköpfiges Seeungeheuer,
dessen abgeschlagene Köpfe doppelt
nachwuchsen 2 Süßwasserpolyp
Hy|drä|mie —* Hy|d|rä|mie: <gr.>
/hüdrämi/ die; ~ ; -n <Med.> zu hoher,
erhöhter Wassergehalt des Blutes
Hy(drant —> Hy|d|rant <gr.>
/hüdranten/ der; -en; -en größere
Zapfstelle zur Wasserentnahme aus
Rohrleitungen (an öffentlichen Plät¬
zen, z. B. für Löscharbeiten)
Hyfdrat —> Hyfd|rat <gr.> /hüdrat/ das;
-(e)s; -e <Chemie> Verbindung von
549
Hydratation/Hydration
Oxyden od. wasserfreien Säuren mit
Wasser
Hy|dra|ta|ti|gn/Hy|dra|ti|on—» Hy|djra|-
tajti|on/Hy|d|ra|tiJon: <gr.> /hüdra(ta)-
zion/ die; - ; - (Chemie) Bildung von
Hydraten, Verbindungen von Oxy¬
den od. wasserfreien Säuren mit Was¬
ser
hy|dra|ti|sje|ren —». hy|d|ra|ti|sie|ren:
<gr.> /hüdratisiren/ hydratisierst; hy-
dratisiertest; hast hydratisiert Hydra¬
te, Verbindung von Oxyden od. was¬
serfreien Säuren mit Wasser bilden
Hvldraullik —» Hvldlraullik: <gr.>
/hüdraulik/ die; - ; -««Gesamtheit
der Systeme in Maschinen, deren
Kräfte mit Hilfe von Flüssigkeits¬
druck erzeugt od. übertragen werden
hy|drau|lisch —hy|d|rau|lisch: <gr.>
/hüdraulisch/ Adj. n. stg. mit dem
Druck von Flüssigkeiten arbeitend
hy|drie|ren hy|d|rie|ren: <gr.>
/hüdriren/ hydrierst; hydriertest; hast
hydriert <Chemie> Wasserstoff an un¬
gesättigte chemische Verbindungen
mittels Katalysatoren anlagem
Hy|dro-/hy|dro- —> Hy|d|ro-/hyJd|ro-:
(gr.> /hüdro-/ Wortbildungselement
Wasser-
Hy|dro|bio|lo|g|e —» Hy|d|rojbi|o|lo|gie:
<gr.> /hüdro-/ die; - ; - Wissenschaft
von den im Wasser lebenden Pflan-
zen/Tieren u. deren Lebensbedingun¬
gen
hy|dro|bio|lg|gisch Hyjd|ro|bi|o|lo|-
gisch: <gr.> /hüdro-/ Adj. n. stg. die
Hydrobiologie, Wissenschaft von den
im Wasser lebenden Pflanzen/Tieren
u. deren Lebensbedingungen betref¬
fend
Hy|dro|dy|na|mik—». Hy|d|ro|dy)na|mik:
<gr.> /hüdro-/ die; - ; - (Physik) Lehre
von den Bewegungen der Flüssigkei¬
ten u. den damit verbundenen Kräf¬
ten
Hy|dro|gen/Hy|dro|ge|ni|um —» Hy|d|-
ro|gen/Hy|d|ro|ge)ni|uni: <gr.-fr.>
/hüdrogen(ium)/" das; -s; - (Chemie)
Wasserstoff (mit dem Zeichen H)
Hy|dro|geo|lo|ge —» Hy|d|ro|ge{o|to|ge:
(gr.> /hüdro-/ der; -n; -n wetbi. Hy|-
dro|geo|lg|gin—»■ Hy|d|ro|ge|o|lo|gin:
die; - ; -in Person, die sich mit der
Wissenschaft, Lehre vom Wasser in
der Erdkruste, vom Grundwasser be¬
schäftigt
Hy|dro|geo|lg|gisch —» hyd|ro|ge|o|lo|-
?isch: <gr.> /hüdro-/ Adj. n. stg. die
lydrogeologie, Lehre vom Grund¬
wasser betreffend
Hyjdro|kut|tur —* Hy|d|ro|kul|tur: tgr.-
lat.> /hüdro-/ die; - / -en (Zimmer¬
pflanze in einem) als Erdbodenersatz
verwendete(sXn) Granulat, dem eine
Nährlösung u. Wasser zugegeben
werden »Die Topfpflanze wird in Hy¬
drokulturgehalten.«
Hy|dro|lo|ge —* Hy|d|ro|lo|ge: <gr.>
/hüdrologe/ der; -n; -n weiht. Hy|dro|-
lo]gin —>. Hyjd|ro|lo|gin: die; - ; -nen
Wissenschattler(in) auf dem Gebiet
der Hydrologie, Lehre vom Wasser
Hy|dro|ly|se —». Hy|d|rolty|se: <gr>
/hüdrolüse/ die; ~ ; -n (Chemie) Spal¬
tung chemischer Verbindungen durch
Reaktion mit Wasser (mittels eines
Katalysators od. Enzyms)
hy|dro|ly|tisch —> hy)d|ro|lyjtisch: <gr.>
/hüdrolütisch/ Ad/, n. stg. (Chemie)
die Hydrolyse, Spaltung von Stoffen
durch Reaktion mit Wasser betref¬
fend .
Hy|dro|me|teo|ro|lo|gie —* Hy|d|ro|me|-
te|o|ro|lo|gie: <gr.> /hüdro-fdie; • ; -n
Lehre vom Wasser in der Lufthülle u.
seinen Wechselwirkungen mit der
Erdkruste
Hy|dro|m§|ter —Hy|d|ro|me|ter: <gr.-
lat.> /hüdro-/ das u. der; -s; - Gerät
zur Messung der Geschwindigkeit
von fließendem Wasser »Mit dem Hy¬
drometer kann ermittelt werden, wie
schnell das Wasser den Rhein bei Köln
herunterfließt.«
Hy|dro|me|tne—* Hy|d|ro|me|t|rie: <gr.-
lal.y /hüdro-/ die; - ; -n Lehre von den
Verfahren u. Einrichtungen zur Mes¬
sung verschiedener Parameter in Ge¬
wässern
hy|dro|phob —hy|d|ro|phob: <gr.>
/hüdrofop/ Adj. trockene Cebensbe-
dingungen bevorzugend; Wasser ver¬
meidend, fürchtend »Viele Kakteen¬
arten sind hydrophob.«
hy|dro|pneu|ma|tisch—> hy|d|ro|pneu|-
majtisch: <gr.> /hüdro-/ Adj. n. stg.
(Technik) betrieben mit Luft od. Gas
sowie einer Flüssigkeit
Hy|dro|sta|tik —Hy|d|ro|sta|tik: <gr.>
/hüdro-/ die; * ; - (Physik) Wissen¬
schaft, Lehre von ruhenden Flüssig¬
keiten »Die Hydrostatik beschäftigt
sich auch mit den besonderen Eigen¬
schaften des Wassers.«
hy|dro|sta|tisch —* hyjd|ro|sta^tisch:
<gr.> /hüdro-/ Adj. n. stg. auf den Ge¬
setzen der Hydrostatik beruhend
Hy|dro|tech|nik —> Hyd|jro|tech|nik:
<gr.> /hüdro-/ die; - ; -en Technik des
Wasserbaus »Die Hydrotechnik be¬
schäftigt sich mit einem sinnvollen Ein¬
satz des knappen Trinkwassers.«
Hy|dro|xyd —Hy|d|ro|xyd: <gr.> /hü-
droxüd u. hüdroxid/ aas; -(e)s; -e
<Chemie> chemische Verbindung mit
funktionellen Hydroxylgruppen
Hy|dro|ze|le —» Hy|d|ro|zel|le: <gr.>
/hüdro-/ die; - ; -n (Med.) Sammlung,
Anfüllung von Flüssigkeit in einer
Zyste am Samenstrang od. am Hoden
Hy|dro|ze|pha|lus —* Hyld|rolze|pha|-
lus: <gr.> /hüdrozefaluß/ der; • ;
Hydrzephalen (Med.) starke Vergrö¬
ßerung des Schädels durch Ansamm¬
lung von Flüssigkeit, Wasser in Hohl¬
räumen des inneren Kopfebereiches
Hyg Abk. Hygiene
hyg.: Abk. hygienisch = keimfrei; sau¬
ber
Hylgiejne _» Hy|gi|e|ne: <gr.-lat.> /hüg-
jene/ die; ~ ; - Sauberhaltung; Ge¬
sundheitslehre »Ohne die nötige Hy¬
giene bereitet man vielen Krankheiten
einen günstigen Nährboden.«
Hy|gie|ne|ar|ti|kel Hy|gi|e|nejar|ti|-
kel: <gr.> /hügjene-/ der; -s; ~ Ware,
Artikel zur Körperpflege »Zu Hygie¬
neartikeln zählen auch Toilettenpa¬
pier, Binden, Tampons u. ähnliches.«
hy|gi§|nisch —> hyr|gl|e|nisch: <gr.>
/hügjenisch/ Adj. völlig, einwandfrei
sauber u. dadurch gut für die Ge¬
sundheit
Hy|gro|me|ter —* Hy|gjro|mejter: <gr.>
/hügro-/ das; -s; - Instrument zur
Messung der Luftfeuchtigkeit »Das
Hydrometer hängt oft zusammen mit
dem Thermometer an einem Ort.«
Hy|gro|me|trie—» Hyjg|ro|me|t{rte: <gr.>
/hügro-/ die; - ; -n Messung der Luft¬
feuchtigkeit
Hy|gro|phyt —» Hy|g|ro|phyt: <gr.>
/hügrofüt/ der; -en; -en <BoL> an
Standorten mit gleichbleibend hoher
Boden- u. Luftfeuchtigkeit wachsen¬
de Pflanze
Hy|gro|skop —» Hy|g|ro|s|kop: <gr.>
/hügroßkop/ das; -(ejs; -e Gerät, das
die Luftfeuchtigkeit anzeigt »Das Hy¬
groskop zeigt die Luftfeuchtigkeit im
Tropenhaus an.«
hyjgro|skg|pisch —> hy|a|ro|s(kp|pisch:
<gr.> /hügroßkopisch/ Adj. n. stg.
<Chemie> Wasser bindend; wasseran¬
ziehend »Manche hygroskopische
Stoffe verfärben sich, wenn sie Wasser
aufnehmen.«
Hy|men: <gr.> /hürnen/ das; - ; ~ <Med.>
dünnes Häutchen am Scheidenein¬
gang einer Frau, das meist beim er¬
sten Geschlechtsverkehr zerstört
wird, Syn.: Jungfernhäutchen
Hym|ne: <gr.-lat.> /hümne/ die; - ; -n a)
Festgesang; Lobgesang; Weihelied b)
Nationallied »Die Hymnen werden
vor jedem Länderspiel gespielt.«
Hy|per-/hy|per-: <gr.> /hüper-/ Wort¬
bildungselement 1 weit, stark, sehr,
übernormal; verwendet wie super-,
manchmal (in Zusammenhang mit
negativ empfundenen Dingen) im
Sinne von übermäßig »Hyperformat ♦
hypergenau ♦ hypersensibel« 2
[fachsprl.] zu sehr; übermäßig »Hy¬
pertonie« Ant.: hypo-/Hypo-
Hy|perta!|ge|sje: <gr.> /hüperalgesi/ die;
~ ; -n <Med.> hohe Schmerzempfind¬
lichkeit »Der Mann litt unter einer
Hyperalgesie in den Beinen u. konnte
kaum noch laufen.«
Hyjperjämje —*. Hy|per(älmie: <gr.>
/hüperemi/ die; • ; -n <Me3.> ver¬
mehrte Ansammlung von Blut in ei¬
nem Organ o. ä.
hyjpeiiämisch —». hy|per|ä|inisch: <gr.>
/hüperämisch/ Adj. n. stg. sehr stark
duchblutet »Die rote Nase ist hyper-
ämisch.«
hy|per|äs|the|tisch: <gr.> /hüper-/ Adj. n.
stg. <Med.> überempfindlich »Die
Haut reagiert hyperästhetisch auf das
Pflaster.«
Hy|pgr|bel: <gr.-lqt.i /hüperbe!/ die; ~ ;
-n 1 <Stilistik> Übertreibung des Aus¬
drucks 2 <Math.i Kegelschnitt »Die
Hyperbel kann mit einer geometri¬
schen Formel berechnet werden.«
Hy|per|bel|funk|ti|on: <gr.-lat.>
/hüperbel-/ die; - ; -en (Math.) aus be¬
stimmten Exponentialfunktionen
entwickelte Größe
hy|per|ge|nau: <gr.; dt.> /hüper-/ Adj. n.
stg. sehr, übertrieben genau »Hyper¬
genau wurde die neue Schülerin in der
Klasse beobachtet.«
hy|per(kor|rekt: <gr.; dt.> /hüper-/ Adj. n.
stg. besonders, übertrieben korrekt
»Der Beamte hielt sich hyperkorrekt
an alle Dienstanweisungen.«
hy|per|kri|tisch: <gr.> /hüper-/ Adj. n.
stg. extrem kritisch »Der Lehrer beob¬
achtete hyperkritisch alle Wortmel-
550
Hzg.
düngen u. Aktionen in der sehr proble¬
matischen Klasse.«
Hy)per|mettro|pie —»• Hy|peiime|t|ro|-
pie: <gr.-lat.> /hüpermetropi/ die; - ;
-n <Med.> Weitsichtigkeit
hy|perjmo|dern: <gr.-lau /hüper-/ Adj.
besonders, übertrieben modern »Das
hypermoderne Aussehen des Tänzers
zog alle Aufmerksamkeit auf ihn.«
Hy|peijpla|sie: (gr.-lau /hüperplasi/ die;
- ; -n <Med.> Vergrößerung eines Or¬
gans durch krankhafte Vermehrung
der Zellen »Die Hyperplasie zerstörte
den Zellverband des Organismus.«
Hyjper|schall|be|reich; <gr.; dt.>
/hüper-/ der; -(e)s; - <Physik> Ge¬
schwindigkeit über der fünffachen
Schallgeschwindigkeit, Syn.: Hyper-
sonilbereich »Um den Hyperschallbe¬
reich zu erreichen, muß sehr viel Ener¬
gie aufgewandt werden.«
hyjperjsgjnisch: <gr.-lat.-engl.> /hüper-
sonisch/ Adj. <Physik> Hyperschallbe¬
reich betreffend; mit mehr als fünffa¬
cher Schallgeschwindigkeit
Hy|perfto|nie: <gr.-lat.> /hüpertoni/ die;
- ; -n <Med.> 1 Bluthochdruck 2 er¬
höhter Innendruck im Augapfel 3 er¬
höhte Spannung von Muskeln
Hy|per)to|ni|ker: <gr.-lau /hüpertoni-
ker/ der; -s; - weibl. Hyjper(to)ni|ke|-
rin: die; - ; -nen <Med.> Person, die an
zu hohem Blutdruck leidet »Der Hy¬
pertoniker sollte salzarm essen.«
hy|per|to|ntsch: <gr.-lat.> /hüpertonisch/
Adj. die Hypertonie betreffend; an
Bluthochdruck leidend
Hypn.; Abk. Hypnose = schlafähnli¬
cher (von außen herbeigeführter) Zu¬
stand
Hyp|no|pä|dje: <gr.-lat.> /hüpnopädi/
die; - ; -n Lernmethode, bei der man
im Schlaf Informationen ins Unterbe¬
wußtsein eindringen läßt
Hyp|no|se: <gr.-lat.> /hüpnose/ die; ~; -n
infolge von Fremdeinwirkung er¬
reichter (Traum-/Trance-)Zustand
durch gezielte Ausschaltung von
jmds. Bewußtsein, bei dem eine Per¬
son die Wirklichkeit u. das momen¬
tane Geschehen nicht mehr wahr¬
nimmt (schlafähnlich) u. dazu ge¬
bracht werden kann, im Unterbe¬
wußtsein liegende Dinge auszuspre¬
chen, (die sie bewußt im Normalzu¬
stand nicht erinnert)
Hyp|no)ttie|ra|pie/Hyp|no|the|ra|ple:
<gr.-lau /hüpno-// die; • ; -n Psycho¬
therapie mit Hilfe von Hypnose »Der
Arzt hatte die Hypnotherapie gegen
psychisch bedingte Angstzustände
empfohlen.«
Hyp(no|ti|kum: <gr.-lat.> /hupnotikum/
das; -s; Hynotika <Med.> Schlafmittel
hyp|no]tisch: <gr.-lat.> /hüpnotisch/ Adj.
die Hypnose beteffend, ihr zuzuord¬
nen »Die Schlange starrte das Kanin¬
chen hypnotisch an.«
HyplnoKilseun <gr.-lat.-fr.> /hüpnotisör/
der; -s; -e weibl. Hvplnoltilseulrin: die;
- ; -nen Person, die mit dem Mittel
der Hypnose arbeitet, Hypnosen her¬
beiführen kann
hyp|no|ti|sjelren: <gr.-lau /hüpnotisi-
ren/ hynolisierst; hypnotisiertest; hast
hypnotisiert in den Zustand der Hyp¬
nose bringen
hy|po-/Hy|po-: <gr.> /hüpo-/ Wortbü-
dungselemenl (vor Vokalen meist nur
hyp-/Hyp-) [fachspr.] zu wenig; un-
temormal »Hypotonie ♦ hypofunktio¬
nal« Ant.: hyper-/Hyper-
Hy|po|chpn|der: (gr.-lat.-fr.> /hüpo-
ehonder/ der; -s; - eingebildeter
Kränker (der immer jammert, zum
Arzt geht, fest daran glaubt, krank zu
sein, aber in Wirklichkeit gesund ist)
Hy|po|funk|ti|on: <gr.-lat.> /hgpo-/ die;
~ ; -en <Med.> Unterfunktion (eines
Organs)
Hytpo|gfy|kä|mje Hy|po|g|ly|kä|mie:
<gr.-lat.> /hüpoglükämi/ die; - ; -n
<Med.> zu geringer Zuckergehalt des
Blutes
hvlpolkaulstisch —* hy|po|kaus|tisch:
<gr.-lat.> /hüpokaußtisch/ Adj. durch
Bodenheizung erwärmt
Hvlpolkaulstum —» Hy|po|kaus]tum:
<gr.-lat.> /hüpokaußtum/ das; -s; Hy-
pokausten antike Bodenheizanlage
Hy|po|ki|ne|se: <gr.-lat.> /hüpokinese/
die; - ; -n <Med.> verminderte Bewe¬
gungsfähigkeit
Hyjpo|kitb <gr.-lau /hüpokrit/ der; -en;
-en Heuchler; scheinheilige Person
hy|po|krjjtisch: <gr.> /hüpo-/ Adj. schein¬
heilig; heuchlerisch
Ny|po|phy|se: <gr.> /hüpofüse/ die; - ; -n
<Med.> Himanhangdrüse
hy|po|tak|tisch: <gr.-lat.> /hüpotaktisch/
Adj. <Sprachwiss.> der Hypotaxe un¬
terliegend; über- u. untergeordnete
Sätze in einem Satz vereinend
Hyjpo|ta|xe: <gr.-lat.> /hüpotakße/ die;
~; -«Unterordnung, Subordination
Hy|po|te|nu|se: <gr.-lat.> /hüpotenuse/
die; • ; -n <Geometrie> im rechtwinkli¬
gen Dreieck die dem rechten Winkel
gegenüberliegende lange Seite
Hyjpo(thajla|mus: <gr.-lau /hüpotala-
muß/ der; - ; Hypothalami <Med.> un¬
ter dem Thalamus liegender Teil im
Zwischenhirn
Hy|po|thek: <gr.-lat.> ,/hüpotek/ die; ~ ;
-en a) Belastung eines Grundstücks
mit einem Grundpfandrecht zur Si¬
cherung eines Darlehens b) ständige
Belastung, Schuld »eine Hypothek auf
das Haus aufnehmen«
hy|pofthe|k§|nsch: <gr.-lat.t
/hüpotekarisch/ Adj. eine Hypothek
betreffend
Hy|po|the|ken|bank: <gr.-lat:-it.> /hüpo-
teken-/ die; ~ ; -en Bank, deren Ge¬
schäftsbetrieb vornehmlich darauf
ausgerichtet ist, durch Hypotheken
gesicherte Darlehen zu gewähren
Hy|po|theJken]brief: <gr.-lat.; dt.> /hüpo¬
teken -/ der; -(e)s; -e vom Grund¬
büchamt ausgestellte öffentliche Ur¬
kunde über eine Hypothek
Hylpo|thelken|gläu|bi|ger: igr.-lat.; dt.>
/hüpoteken-/ der; -s; ~ weibl. Hy|po|-
the|kenjgläu|bi|ge|rin: die; - ; -nen
Gläubigeifin), Kreditgeber(in), des-
sen/deren Forderung durch Verpfän¬
dung einer Hypothek gesichert ist
Hy|po(thejken|neh|mer. <gr.-lat.; du
/hüpoteken-/ der; -s; - weibl. Hy|po|-
the|kenjneh|me|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die auf ihr Grundeigentum eine
Hypothek aufnimmt, ihr Eigentum
als Sicherheit für ein Darlehen ver¬
pfändet
Hy)po|the|ken|schuld: tgr.-lat.; du
/hüpoteken-/ die; - ; -en Geldsumme
die jmtf als Hypothek bekommen hat
u. zurückzahlen muß
Hy|po|the|ken|zina: <gr.-lau /hüpote¬
ken-/ der; -(e)s; -en für eine Hypo¬
thek geforderter Zinssatz
Hy|po|theijmje: <gr.-lat.> /hüpotermi/
die; - ; -n <Med.> zu geringe Körper¬
temperatur
Hy|po|the|se: <gr.-lat.> /hüpotese/ die;
- ; -n Annahme, Vermutung, Unter¬
stellung, Entwurf einer Theorie
hy(po|the|tiseh: Adj. <gr.-lat.> /hüpote-
tisch/ angenommen; zweifelhaft
Hy|po|to|nie: <gr.-lats /hüpotoni/ die; - ;
-n <Med.> Verringerung, Herabset¬
zung von etw. (z. B. zu niedriger Blut¬
druck, Augendruck o. ä.)
Hy|ste|rie —* Hy|s]te|rie: <gr.> /hüßteri/
die; - ; -« /hüßterhnl 1 <Med.> psy¬
chisch unnormales, abweichendes
Verhalten in vielen verschiedenen
Ausprägungen (mit körperlichen
Auswirkungen) 2 extreme Erregbar¬
keit; übertriebene Nervosität
Hy|stg|ri|ker —» Hy|sfte|ri|ker: <gr.>
/hüßteriker/ der; -s; ~ weibl. Hy(#te|-
ri|ke|rin —» Hy|s|te|ri|ke|rin: die; - ;
-nen Person, die an Hysterie leidet,
übernervöses od. bestimmtes psy¬
chisch krankhaftes, abweichendes
Verhalten zeigt
hy|ste]risch —» hy|s|te|risch: <gr.-lat.>
/hüsterisch/ Adj. übertrieben unna¬
türlich, aufgeregt
Hz: Abk. <Maßeinheit der Frequenz>
Hertz (I Hz = eine Schwingung in
der Sekunde)
Hz.: Abk. 1 Handzeichen 2 Handzettel 3
Heizung
hzb.: Abk. heizbar
Hzg.: Abk. 1 Heizung 2 Herzog ( =
Adelstitel)
551
I
l/i: das; • u. [ugs.j -s; - u. [ugs.] -s
Schriftzeichen, neunter Buchstabe
des deutschen Alphabets
I: Abk. 1 <Handel> a) Import = Einfuhr
b) Importeur(in) 2 «Zeichen von In¬
formationsschalten» Information 3
römisches Zahlzeichen für >eins< 4 In¬
halt
i: Abk. 1 <Bot.) immergrün 2 imprägniert
« mit einem Schutzmittel gegen
Feuchtigkeit behandelt 3 «Zeichen
von Informationsgehalten» Informa¬
tion
-i: als Wortbildungselement + Name
(Teil eines Namens) od. + Teil einer
Personenbezeichnung a) + Name Ab¬
kürzung od. Erweiterung von meist
Namen u. anderen Substantiven zur
Koseform, Vemiedlichungsform,
drückt Zuneigung aus »Hansi ♦ Susi«
b) positive Bewertung ausdrückende
Abkürzung von Wörtern »Doofi *
Brummi« c) + Personenbezeichnung
angehängt an ein Substantiv kürzt es
das Substantiv zur allgemeinen od.
charakterisierenden Bezeichnung ei¬
ner Person ab »Knacki (für
Strafgefangene) ♦ Ossi/ Wessi«
I.: Abk. 1 a) Industrie b) Industrielle^) 2
«Milit.) Infanterie = Fußtruppen 3
Ingenieur(in) 4 Insel(n) 5 Inspektor 6
<Milit.> Inspekteur (= ranghöchster
Offizier einer Teilstreitmacht) 7 In¬
spektion = Prüfung; Kontrolle 8 In¬
stitut (Einrichtung für Lehrzwecke;
Forschungseinrichtung)
i.: Abk. 1 a) im b) in 2 a) innen b) inner¬
halb 3 innerlich
i. A.: Abk. 1 in Abwesenheit 2 in Ab¬
wicklung 3 im Auftrag 4 in (der) Aus¬
bildung
i. a.: Abk. im allgemeinen
-la|de —» i(a|de: <gr.-lat.-fro Wortbil¬
dungselement + Personenbezeichnung
od. + Name od. + Sachbezeichmmg 1
Handlung in der Art des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten »Hanswur-
stiade ♦ Münchhausiade« 2 Veranstal¬
tung in der Tradition, in der Art des,
gekennzeichnet durch das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte(n)
Olympiade ♦ Universade«
iah! —»ijahl: Interj. Beschreibung, laut¬
malerische Nachahmung des Lautes,
den Esel ausstoßen
ia|hen —> i|a|hen: iahst; iahtest; hast
iaht a) <Esel> Laute von sich geben b)
Esellaute nachahmen
i. allfl.: Abk. im allgemeinen
ia|tro|gen —> i|aft|ro|gen: <gro Adj. n.
stg. <Med.> durch Einwirkung eines
Arztes entstanden, verursacht
1. Auftr.: Abk. im Auftrag
i. a. W.: Abk. in anderen Worten
i. b.: Abk. im besonderen
ib./ibd.: Abk. dato «Literaturverweis in
wissenschaftlichen Arbeitern ibidem
= ebenda; ebendort
i. bes.: Abk. im besonderen
»
IBM: Abk. <englo International Business
Machines Corporation = größter
Computerhersteller der Welt
IBM-kom|pa|ti|bel: (Abk.+ Adj. n.
stg.) <EDV> a) «Computer) den Gerä¬
ten der Firma IBM entsprechend, so
daß man Computerprogramme, -da¬
ten, -peripheriegeräte verwenden
kann, die ursprünglich für IBM-
Computer geschrieben worden sind
b) «Aufzeichnungs- u. Datenformate>
nicht für IBM-Computer geschrie¬
ben, für diese aber lesbar
IC: Abk. 1 <englo Intercity (= im Stun¬
dentakt auf großen Verbindungs¬
strecken verkehrender Zug) 2 <englo
integrated curcuit = integrierter
Schaltkreis (Bauelement der Mikro¬
elektronik)
-i|cal: Wortbildungselement «orientiert
sich an der Bildung Musical) [meist
ironisierend] bezeichnet Vorführun¬
gen, Darbietungen, die sich der (ähn¬
lichen) Show-Mittel bedienen, aber
thematisch den ursprünglichen Musi¬
calstoffen nicht entsprechen »Biblical
• Grusical«
ICE: Abk. tenglo Intercity Express (—
Hochgeschwindigkeitsreisezug)
|ch: Personalpron. in der I. Pers. Sg.
Nom. (Gen.: meiner; Dal.: mir; Akk.:
mich) bezeichnet die eigene Person,
die Person des Sprechers, Erzählers,
Schreibers
|ch: das; - u. -s; - u.-s a) die eigene Per¬
son, derer man sich klar, bewußt ist u.
mit der sich eine Person von den übri¬
gen Individuen unterscheidet b) «Psy¬
chologie) (angenommene) Instanz
zwischen dem von den Trieben gelei¬
teten >Es< u. dem der gesellschaftli¬
chen Moral entsprechend gebildeten
>Über-Ich<
lch|be|wußt|sein —> lch|be|wusst|sein:
das; -s; - Bewußtsein der eigenen Per¬
son
ich|be[zo|gen: Adj. die eigene Person in
den Mittelpunkt stellend, wobei es
sich hierbei nicht auf die Handlungen
bezieht, sondern eine Weltauffassung
ausdrückt, die alles auf die eigene Per¬
son bezieht u. dahingehend bewertet
Ich-Er]zäh|ler —> auch lcher|zäh|ler :
der; -s; • weibl. Ich-Eiizäh|(e|rin —»
auch lch(er|zäh|le|rin: die; - ; -nen <Li-
teratürwiss.) in einem Roman, Erzäh¬
lung o. ä. vorkommende Person, die
eine Handlung erzählt, in der sie von
sich selbst gegebenenfalls als >ich<
spricht, die aber nicht mit dem Autor
(= dem wirklichen Verfasser der Ge¬
schichte) identisch ist
lch|form: die; - ; - «Literaturwiss.) Form
der Darstellung in einem literarischen
Text, in dem ein Erzähler eine Ge¬
schichte, eine Handlung wiedergibt u.
in der ersten Person Singular (ich)
schreibt, erzählt
lch|ge)fübl: das; ~(e)s; -e Wahrneh-
" mung von der eigenen Person
Ichjmensch: der; -en; -en Person, die
sich selbst in den Mittelpunkt des Ge¬
schehens stellt u. alles (was geschieht)
auf die eigene Person bezieht u. da¬
hingehend bewertet
lch|sucht: die; - ; - Einstellung eines
Menschen, der nur auf seinen eigenen
Vorteil bedacht ist
ich|süch|tig: Adj. sich nur für sich selbst
u. die eigenen Vorteile interessierend
(ch|thyo|(gjge —» lch{thy|o|lgjge: <gro
/ichtüoloee/ der; -n; -n weibl. Ich|-
thyo|lg|gin —» lch]Biy|o(lg|gin: die;
- ; -nen Person, die sich wissenschaft¬
lich mit Fischen beschäftigt; Fisch-
kundler(in)
lchjthyo|lo|gJe —» lch|thy|o|to|gje:
/ichtüologi/ die; - ; - «Zool.> wissen¬
schaftliches Gebiet, das sich mit Fi¬
schen beschäftigt; Fischkunde
ichjthyo|lo|gisch —* ich|thy|o|lo|gisch:
/ichtüologisch/ Adj. n. stg. die Fisch¬
kunde betreffend
lchjthyol|sal|be —» lch|thy|ol|sal|be:
/ichtüol-/ die; - ; -n entzündungshem¬
mende, schmerzstillende, antisepti¬
sche Creme, Salbe, aus einem hoch¬
schwefelhaltigen Destillationspro¬
dukt gegen entzündliche Hautleiden
tieferer Art (Furunkel usw.)
Ichjthyp|se —» lchjthy[o]se: <gro
/ichtüose/ die; ~ ; -n «Med.; Hauter¬
krankung) angeborene, meist aber in
den ersten Lebensjahren auftretende
übermäßige Entwicklung der Hom-
schicht der Haut in Plattenform mit
warzenartigen Auswüchsen
i. D.: Abk. 1 im Dienst 2 a) im Durch¬
messer b) innerer Druckmesser 3 im
Durchschnitt 4 «Börse) inklusive Divi¬
dende (Kurszusatz, der besagt, daß
eine Aktie mit Anspruch auf den fälli¬
gen Gewinnanteil am Jahresgewinn
einer Aktiengesellschaft gehandelt
wird)
f. d.: Abk. 1 a) in das b) in dem c) in den
d) in der e) in die 2 dato «Med.) intra¬
dermal = a) in der Haut gelegen b) in
die Haut hinein
-jd/-o|!d: igr. u. lato Wortbildungsele¬
ment + fremdsprachiges Basiswort 1
dient zur Adjektivierung ähnlich wie
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte »faschistoid ♦ humanoid« 2
dient zur Substantivierung etw., ähn¬
lich wie das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte »Präfixoid • Metall¬
oid«
Id,: Abk. Identität (unverwechselbare
Existenz einer Person)
id.: Abk. 1 ideal = (meist) musterhaft;
vollkommen2idea!istisch = an Idea¬
le glaubend u. nach deren Verwirkli¬
chung strebend 3 ideell - auf einer
Idee beruhend; gedanklich 4 dato
idem = a) der-, dasselbe b) desglei¬
chen 5 identifiziert = festgestellt; er-
5S2
identifizierbar
kannt 6 identisch = übereinstim¬
mend 7 ideologisch = eine Weltan¬
schauung betreffend
lde|al —> t|de|alt <gr.-lat.> das; -s; -e a)
Person, die für jmdn. vollkommen,
unübertrefflich ist; Person, der jmd.
nachstrebt b) etw., was jmd. bewußt
erreichen möchte; Ziel, das jmds.
Vorstellungen vollständig entspricht
idejal —>. ildelai: <gr.-lat.> Adj. n. stg. 1
vorgestellt Jveralt.] nicht materiell,
sondern geistig 2 nicht besser mög¬
lich; vollkommen; den höchsten An¬
forderungen, Vorstellungen entspre¬
chend »der ideale Partner« 3 nicht in
der Realität, Wirklichkeit vorhanden,
sondern nur gedacht,, Ant.: <3> real
lde|al|fall —» l|de|al|fali: der; -(e)s;
-fälle Gegebenheit mit den günstig¬
sten Bedingungen
lde[al(fi|gur —» ||de|al|fi|gur: die; - ; -en
1 optimales äußeres Erscheinungsbild
eines Körpers ohne Makel bei Ideal¬
gewicht »Sie hat eine Idealfigur.« 2
Person, die für jmdn. (im äußeren Er¬
scheinungsbild u.) in ihrer ganzen Art
die Verkörperung der Vollkommen¬
heit darstellt »Sie verehrt den Sänger
als Idealfigur.«
Ide|al|ge|wicht—»|lde|aljge|wicht: das;
(e)s; -e ideale(s) Korperschwere,
körperliches Gewicht, die/das etw.
niedriger als das Nonnalgewicht ist;
Gewicht, bei dem jmd. medizinisch
nicht zu dick u. nicht zu dünn ist
idea|li|sjelren_H» i|de|a|lilsje)ren: ideali¬
sierst; idealisiertest; hast idealisiert
jmdn., etw. positiver, besser darstel¬
len, in Erinnerung haben, als es der
Wirklichkeit, den Tatsachen ent¬
spricht, indem die negativen Seiten,
Aspekte von jmdm., etw. verdrängt
od. vergessen sind
ldea|li|sje)rung —> l|de|a|li|sie|rung:
die; - ; -en a) Erhebung einer Person
zum Vorbild b) Verklärung einer Per¬
son od. einer Sache
ldea|lisjmus —> ||de|a|lis|mus: <gr.-lat.>
der; ~ ; - 1 selbstloses, engagiertes
Handeln in dem Glauben, der Hoff¬
nung, damit für die Allgemeinheit od.
benachteiligte Personen helfend wir¬
ken zu können »Er ging mit viel Idea¬
lismus in seinen Beruf als Lehrer.« 2
(Philosophie) philosophische Rich¬
tung, die das Sein als materialisierte
Idee versteht
ldea|list —* l|de|a(list: der; -en; -en
weiht. Idea|li|stin ||de|a|lis|tin: die;
- ; -nen 1 Person, die nicht an der
Wirklichkeit orientiert ist, in ihrem
Handeln und Streben die höchsten
Zielvorstellungen anstrebt, diese je¬
doch nicht immer erreichen kann 2
(Philosophie) Person, die der philoso¬
phischen Anschauung anhängt, daß
Vernunft, Geist u. Bewußtsein die
Welt u. das Sein bestimmen u. alles
Materielle als deren Erscheinungs¬
form interpretiert
idea|li|stisch i|de|a|tis|tisch: Adj. 1
die höchsten Zielvorsteflungen an¬
strebend, jedoch nicht immer errei¬
chend 2 (Philosophie) die philosophi¬
sche Anschauung betreffend, daß
Vernunft, Bewußtsein u. Geist die
Welt u. das Sein bestimmen
!dea|li|tät —^ l|de|a|li(tät: die; - , - 1
Vollkommenheit; höchstes Ziel; das
beste Vorstellbare 2 (Philosophie) das
Sein als Vorstellung u. Idee, Ant.: (2>
Realität
lde[al|li|nie —» ||de|al|li|nie: die; - ; -n
(Sport) beste Wegstrecke zwischen
Start u. Ziel
lde|al|lö|sung t]de|al|lö[sung: die;
- ; -en beste(r) Weg, Möglichkeit,
etw. zu bewältigen, zu klären
ldejal|maB —> IJde|al|maB: das; -es; -e
a) bestmögliche uröße od. Menge
von etw. »Das Idealmaß an Glück ist
erreicht.« b) m. PL bestmögliche kör¬
perliche Proportionen
lde|ai|staat —» l|de|al|staat: der; -(e)s;
-en (Pol.; Philosophie) den höchsten
Vorstellungen entsprechende Ge¬
samtheit von Institutionen, Behörden
usw„ die ein geordnetes, zufriedenes
Leben in einem Staatsgebiet gewähr¬
leistet
lde)al|typ—> l|de|alftyp: der; -s; -en Per¬
son, die etw. Bestimmtes in der best¬
möglichen Art u. Weise darstellt, ver¬
körpert
ide|al|tytpus —*. I|de|al|ty|pus: der; - ;
-typen 1 Person, die etw. Bestimmtes
in der bestmöglichen Art u. Weise
darstellt, verkörpert 2 (Sozio!.) durch
gedankliches Steigern positiver, in
der Wirklichkeit existierender Gege¬
benheiten (bis zur Perfektion) entste¬
hendes Bild von etw. od. jmdm., das
den höchsten Anforderungen, dem
Bestmöglichen entspricht
lde|al(vor|stel|lung —► l|de|al|vor|stel|-
lung: die; * ; -en nicht (ganz) der
Wirklichkeit entsprechendes, positiv¬
stes vorstellbares Bild, das man von
etw. od. jmdm. hat
lde|al|wert —♦ |jde|al|wert: der; -(e)s;
-e 1 positive, nicht materielle, sondern
persönliche Bedeutung, die etw. für
jmdn. hat 2 bester vorstellbarer Wert,
den etw. anhehmen kann, sollte; posi¬
tivste vorstellbare Daten, die für etw.
gelten können
lde|al|zu|stand—» l|de|al|zu|stand: der;
-(e)s; -zustande Sem, Gegebenheit
mit den günstigsten vorstellbaren Be¬
dingungen
Idee —» ||dee: <gr.-lat.-fr.> die; - ; -n 1
a) plötzlicher Einfall, Plan b) Ahnung
»Ich habe keine Idee, wann er kommen
wird.« c) Vorstellung »Die Idee von
dem idealen Leben ist schwer zu
verwirklichen.« 2 Grundsatz, zugrun¬
deliegende Einstellung o. ä., der/die
jmdn. in seiner Denk- u. Handlungs¬
weise leitet 3 (Philosophie) a) (Platon)
nicht veränderliches, ewiges Urbild,
das den Dingen, den Erscheinungen
zugrunde liegt b) (Leibniz/Descartes/
Locke) Ideologie mit weltpolitisch-hi¬
storischer Bedeutung c) (Kant) Be¬
griffe der Vernunft abstrakten Cha¬
rakters wie Freiheit usw. 4 a) keine
Idee: [ugs.] keinen Einfall, keine Ah¬
nung haben b) keine, nicht die leise¬
ste, geringste Idee von etw. haben:
[ugs.] über etw. völlig unwissend sein
5 eine fixe Idee (haben): besessen von
einem Gedanken, einer Idee sein u.
davon nicht abrücken, abzubringen
sein, obwohl dieser/diese nicht reali¬
stisch ist
ide|ell —* i|de|eli: Adj. n. stg. nicht in
materiellen (gewinnbringenden) Wer¬
ten auszudrücken, meßbar, sondern
in geistigen Werten; keine materielle,
sondern eine persönliche Bedeutung
habend
idejen|arm _» i|de]en|arm: Adj. ideen¬
armer; ideenarmste wenig, kaum od.
gar keine Erfindungsgabe, schöpferi¬
schen Gedanken aufweisend
Me|en[ar|mut—»|jde|en|arjnwt: die; -;
- das Nichtvorhandensein od. Mangel
an Einfällen, schöpferischen Gedan¬
ken
lde|en|aus|tau8ch —» t|de)en|aus)-
tausch: der; -(e)s; - wechselseitige
Übermittlung (durch Gespräche o.
ä.) von Gedanken, Einfällen, Ansich¬
ten usw.
Ide|en|fül|le —> ||de|enjfüljle: die; ~ ; -
große Anzahl von Einfallen zu einer
Sache
lde|en[ga|halt —» l|de|en]gethaR: der;
-(e)s; -e Inhalt, geistiger Wert, (phi¬
losophische, soziale) Denkansätze,
Leitbilder, der/die in etw. enthalten
sind
ide|en|los i|de|en|k>s: Adj. n. stg.
ohne (nennenswerten) schöpferischen
Gedanken, Einfall; einfallslos
lde|en|lo|sig|keit —* llde|en|lo|sig|keit:
die; - ; - Mangel od. Nichtvorhanden¬
sein, Fehlen an/von schöpferischen
Gedanken, Einfällen
ide|en|reich i|dejen|reich: Adj. viel
an schöpferischen Gedanken, Einfäl¬
len aufweisend
lde]en|reich)tum —* IJde|enjreich)tum:
der; -s; - Fülle von schöpferischen
Gedanken, Einfällen
lde|en[welt Ijdejenlwelt: die; - ; -
alle zugrundeliegenden Einstellun¬
gen, Grundgedanken, die die Denk-
od. Handlungsweise einer Person, ei¬
ner Zeit od. Epoche bestimmen
idem .—> ijdem: <lat.> Demonstrativ-
pron. a) derselbe b) dasselbe
Iden —> i|den: <lat.> die (PI.) (altrömi¬
scher Kalender) Bezeichnung für die
Monatsmitte (15. Tag der Monate
März, Mai, Juli u. Oktober u. der 13.
Tag in allen übrigen Monaten des
Jahres)
Ident: Abk. Identität = unverwechsel¬
bare Existenz einer Person
ident: Abk. 1 identifiziert =» Persön¬
lichkeit festgestellt; genau erkannt 2
identisch = übereinstimmend
lden|ti|fi|ka|ti|2n —» l|den|ti|fi|ka|ti|pn:
<lat.> /identifikazion/ die; ~ ; -en 1
Feststellung der Echtheit einer Person
od. Sache (durch Wiedererkennung)
2 (Psychologie) a) Verschmelzung der
eigenen Person mit einem anderen
Menschen (auch fiktiv), seinen Zie¬
len, Grundsätzen usw. b) das Gleich¬
setzen von Personen mit der wirkli¬
chen od. vorgestellten Umwelt durch
jmdn. u. das damit verbundene Zum-
Ausdruck-Bringen in dessen Hand¬
lungen u. Vorstellungen, Syn.: (1; 2>
Identifizierung '
iden|ti|fl|zier|bar —>. i|den|ti|fi]zier|bar:
Adj. n. stg. durch bestimmte unver¬
wechselbare Merkmale einer Person
od. von etw. in der Echtheit feststell¬
bar, wiedererkennbar
553
identifizieren
lden|ti|fijziejren —> i|den|ti|fi|zie|ren:
<lat> identifizierst; identifiziertest;
hast identifiziert 1 die Echtheit einer
Person od. von etw. durch bestimmte
unverwechselbare Merkmale feststel¬
len, wiedererkennen 2 etw. od. eine
Person mit etw. od. jmdm. verglei¬
chen, als gleich betrachten, miteinan¬
der verschmelzen
iden|ti|fi|zie|i«n, sich —» i|den|ti|fi|zie|-
ren, sich: <lat.> identifizierst dich;
identifiziertest dich; hast dich
identifiziert 1 sich in jmdn. (etw.) hin¬
einfühlen, dessen Gefühle, Handlun¬
gen völlig nachvollziehen können;
sich in jmdm. erkennen 2 <Psycholo¬
gie> sich gefühlsmäßig den Überle¬
gungen, Beweggründen, nach Ver¬
wirklichung strebenden Ideen einer
od. mehreren Personen anschließen,
sie verinnerlichen, mit ihnen ver¬
schmelzen
lden|ti|fi|zie|rung —* l|den|ti|fi|zle|rung:
<lat.> die; ~ ; -en 1 Feststellung der
Echtheit einer Person od. Sache
(durch Wiedererkennung) 2 Psycho¬
logie) a) Verschmelzung der eigenen
Person mit einem anderen Menschen
(auch fiktiv), seinen Zielen, Grund¬
sätzen usw. b) das Gleichsetzen von
Personen in der wirklichen od. vorge¬
stellten Umwelt durch jmdn. u. das
damit verbundene Zum-Ausdruck-
Bringen in dessen Handlungen u.
Vorstellungen, Syn.: Identifikation
idenjtisch —> i|den|tisch: Adj. n. stg. a)
in allen Merkmalen, in jeder Hinsicht
gleich, übereinstimmend b) gleichbe¬
deutend c) charakterlich übereinstim¬
mend
lden|ti|tat —» l|den|ti|tät: <lat.> die; - ;
-en (PI. s.) 1 a) feststellbare, den Tat¬
sachen, der Wirklichkeit entsprechen¬
de Echtheit, Unverfälschtheit einer
Person (mit ihren Persönlichkeitsda¬
ten), eines Gegenstandes o. ä. b) offi¬
ziell festgehaltene Personendaten 2
Übereinstimmung in unverwechsel¬
baren Merkmalen bei zwei od. mehre¬
ren Personen od. Dingen 3 <Psycholo¬
gie> erlebte innere Einheit der eigenen
Person; das Wissen um die eigene Per¬
son
ldenftiftät$|karfte —> lfdenfti[täts[kar|-
te: die; - ; -n [veralt.] Ausweispapier;
Personalausweis
lden|tl|tits|krise —» l|den|ti|täts|kri|se:
die: - ; -n Zustand des Zweifels, Ver¬
lustes des Wissens um die eigene Per¬
son
lden|ti|täts|nach|weis —» l|den|ti|täts|-
nach|weis: der; -es; -e 1 Beweis, ein¬
deutige Feststellung über die Richtig¬
keit, Echtheit einer Person od. Sache
2 Beweis, daß etw., was noch nicht
verzollt worden ist, unverändert der
Behörde zur Begutachtung erneut
vorgeführt wird
ldenjti|täts|verjlust—* l|den(ti|täts|ver|-
lust der;-(e )s; -e Psychologie) [geh.]
das Verlieren der/des inneren Einheit,
Zusammenhangs der Person
ldeo|gra|phie —> l|de|o)gra|ph|e
[fachsprl.]: <gr.> /ideografi/ die; - ; -n
lideografPnj (PI. s.) <Sprachwiss.> Sy¬
stem einer Schrift, das aus (graphi¬
schen od. geometrischen) Zeichen be¬
steht, die nicht wie ein Graphem,
Buchstabe nur eine bestimmte Lau¬
tung, sondern ganze Begriffe, auch
komplexere Bedeutungen darstellen
ldeo|lo|gem —*■ l|de|o|lo|gem: <gr.> das;
-s; -e [geh.] in Gedanken entstandenes
Bild, das sich jmd. von etw. macht;
bestimmte Vorstellungsweise von
etw.
ldeo|lo|g|e —* l|de|o|lo|gie: <gr.-fr.> die;
~ ; -n /ideologPnj1 von Gegebenhei¬
ten wie Kultur, Gesellschaft o. ä. ab¬
hängige Anschauung, Betrachtungs¬
weise (der Welt); Weltanschauung 2
a) politische Grundvorstellung, Theo¬
rie, Betrachtungsweise, der be¬
stimmte Gedanken zugrundeliegen,
die ein Ziel in wirtschaftlicher u./od.
politischer Hinsicht verwirklichen
(helfen) sollen b) [abwert.] einseitig
verengtes Weltbild 3 o. PI. aus Frank¬
reich stammende (philosophische)
Richtung in der Wissenschaft, wobei
versucht wird, ethische Regeln od. ein
bestimmtes Bild von der Welt von der
körperlichen u. seelischen Organisati¬
on des Menschen abzuleiten
ideo|lo|g|e|frei —> i|de|o|lo|gie|frei: Adj.
n. stg. nicht an eine politische Theo¬
rie, Grundeinstellung od. an eine
Weltanschauung gebunden
ideo|lo|g[e|ge|bun|den —* i|de|o|ioj-
gie|ge|bun|den: Adj. an eine politi¬
sche Theorie, Grundeinstellung od.
an eine Weltanschauung gebunden,
zu ihr gehörend, fest damit verknüpft
ldeo|lo|gie|kri|tik —> l|de|o|lo|gje|kri{-
tik: die; ~; -en 1 <Sprachwiss.> Beurtei¬
lung der Voraussetzungen in einer
Gesellschaft in bezug auf die Deutung
eines Textes 2 <Soziol.> Herausstel¬
lung der Punkte, durch die eine politi¬
sche Theorie, Grundeinstellung od.
eine Weltanschauung materiell be¬
dingt ist
ideo|Iojgisch —> i|de|ojlp|gisch: Adj. n.
stg. a) einer politischen Theorie,
Grundeinstellung od. einer Weltan¬
schauung entsprechend b) [abwert.]
wirklichkeitsfernen Gedanken, Be¬
trachtungsweisen verbunden, zu ih¬
nen neigend
i.d.F(a) ,:Abk. 1 <Rechtswesen, meist als
Hinweis auf Gesetzesfassungen) in
der Fassung 2 i. d. Fa.: in der Firma
idg.: Abk. indogermanisch
i. d. G.: Abk. 1 in der, dieser Gegend 2
<Rechtsw.> in dem Gesetz
i. d. g. F.: Abk. in der geltenden Fassung
ldio|kra[sie —> l|di|o|k|ra|sie: <gr.t die;
-; -n jidiokrasPnj 1 <Psycho!ogie> aus¬
geprägter Ekel, Widerwille gegen
manche Menschen, Tiere, Speisen o.
ä.2 <Med.> Allergie, Überempfindlich¬
keit, nicht normale, sehr starke Reak¬
tion gegen/auf manche Reize u./od.
Stoffe, Syn.: <1; 2> Idiosynkrasie
ldio|lekt —> l|di|o|lekt: <gr.-lat.> der;
-(e)s; -e <Sprachwiss.> für eine be¬
stimmte Person, ein bestimmtes Indi¬
viduum bezeichnender, charakteristi¬
scher Sprachgebrauch, spezifische
persönliche Ausdrucksweise, die sich
in der Aussprache, im Wortschatz u.
dem Satzbau unterschiedlich von an¬
deren Personen zeigt
ldi|om —»• l|di|om: <gr.-lat.-fr.> das; -s;
-e <Sprachwiss.> 1 feste, aus mehreren
(mindestens zwei) Wörtern bestehen¬
de Wortgruppe, die ihre Bedeutung
nicht aus den einzelnen Wörtern ab¬
leiten, erkennen, verstehen läßt, son¬
dern in dieser Wendung, Verbindung,
Fügung eine besondere Bedeutung
hat 2 Spracheigentümlichkeit einer
sozialen Gruppe, eines Individuums,
einer Sprachgemeinschaft od. einer
regionalen, dialektalen Sprachge¬
meinschaft
ldio|ma|tik —» l|di|o|ma|tik: <gr.-lat.>
die; ~ ; - <Sprachwiss.> a) Teil der Lexi¬
kologie, der sich mit festen Wortver¬
bindungen, Fügungen beschäftigt b)
alle festen Wortverbindungen, Rede¬
wendungen einer Sprache c) Auffüh¬
rung, Sammlung (u. Bedeutungser¬
klärung) von festen Wortverbindun¬
gen, Wendungen, Redewendungen
idio|ma|tisch —> i|di|o|ina|tisch: <gr.-
lat.> Adj. n. stg. <Sprachwiss.> 1 den
Teil der Lexikologie, der sich mit fe¬
sten Wortverbindungen, Redewen¬
dungen beschäftigt, die Sammlung (u.
Bedeutungserklärung) von festen
Wortverbindungen, Redewendungen
sowie alle festen Wortverbindungen,
Redewendungen einer Sprache be¬
treffend, dazu gehörend 2 wie eine fe¬
ste Wortverbindung, Redewendung,
deren Bedeutung nicht aus den Ein¬
zelwortbedeutungen abgeleitet, ver¬
standen werden kann 3 eine Sprachei¬
gentümlichkeit einer einzelnen Per¬
son, einer Sprachgemeinschaft od. ei¬
ner regionalen, dialektalen Sprachge¬
meinschaft betreffend, dazu gehö¬
rend
idio|ma|ti|sjei,t —> ijdi|o|ma|ti|siert: Adj.
n. stg. <Sprachwiss.> zu einer festen
Wortverbindung, Fügung, Redewen¬
dung gewachsen, wobei die Bedeu¬
tung der Wendung sich nicht aus den
Einzelwortbedeutungen erschließen
läßt
ldio|ma|ti|sie|nmg —> l|di|o|ma|ti|sjej-
rung: die; - ; -en <Sprachwiss.> histori¬
sche Entwicklung, historischer Vor¬
gang bei der/dem sich die Bedeutung
eines Wortes od. einer festen Wort¬
verbindung nicht mehr (wie zu frühe¬
ren Zeiten) aus den Einzelbestandtei¬
len ableiten läßt
ldio[plas|ma —> lfdi|o[plas|ma: das; -s;
- <Bio.> lebende Substanz in Zellen
von Lebewesen, in der das Erbgut ge¬
speichert ist
ldio|syn|kra|s|e —* l|di|o|syn|k|ra|sie:
<gr.> /idiosünkrasi/ die; - ; -n
jideosünkrasvnj 1 Psychologie) aus¬
geprägter Ekel, Widerwille gegen
manche Menschen, Tiere, Speisen o.
ä., 2 <Med.> Allergie, Überempfind¬
lichkeit, nicht normale, sehr starke
Reaktion gegen/auf manche Reize u./
od. StofTe Syn.: <1; 2> Idiokrasie
idk)|syn|kra|tisch —* i|di|o|syn|kjra|-
tisch: <gr.> /idiosünkratisch/ Adj. n.
stg. 1 <Psychologie> etw. od. jmdm.
gegenüber äußerst abgeneigt 2 <Med.>
eine Allergie, Überempfindlichkeit
zeigend, aufweisend
ldi|ot —h» l|di|pL‘ <gr.-lat.> der; -en; -en
weibl. Idi|pt|in —> l|di|p|tin: die; - ;
-nen a) Person mit meist angeborener
od. bei der Geburt od. durch Krank¬
heit verursachter Gehimschädigung
(schwerer geistiger Defekt, hoher In-
554
ignorieren
telligenzmangel) (heute zumindest
amtssprachlich u. in der medizini¬
schen Ausdrucksweise durch die Be¬
zeichnung >geistig schwer Behinder¬
te^ ersetzt) b) [ugs.; beleidigendes
Schimpfwort] Person, die sich dumm
u. ungeschickt benimmt
idi$>jten|haft —> i|di|p)ten|haft: Adj.
idiotenhafter; idiotenhafteste a)
schwachsinnig b) dumm; töricht
ldip]ten|hü|gel —» l|di|o]ten|hü|gel: der;
-s; - [ugs.] 1 kleinere Erhebung (von
niedrigem Schwierigkeitsgrad), wo
Personen, die das Skifahren noch er¬
lernen, relativ sicher üben können 2
Verkehrsübungsplatz, auf dem Perso¬
nen ohne Führerschein, offizielle
Fahrerlaubnis mit privaten Kraft¬
fahrzeugen das Fahren üben dürfen
in Begleitung einer Person, die einen
Führerschein besitzt, Syn; <l> Idioten¬
hang
idio|ten|si|cher —> i|di(p|ten[sijcher:
Adj. [scherzh.; ugs.] so einfach, leicht,
daß es auch ein dummer, ungeschick¬
ter Mensch ohne Problem, Schwierig¬
keit anwenden, benutzen kann
ldio|tie —» ljdi|ojtie: die; -; -n jideoWn/
1 <Med.> Schwachsinn, den eine Per¬
son bereits seit der Geburt (angebo¬
ren) od. seit dem frühen Kindesalter
(aufgrund einer Gehimkrankheit) hat
2 [ugs.; abwert.] enorme Dummheit,
Torheit, Syn.: <1> Idiotismus
idio|tisch —> i|di|g|tisch: <gr.-lato Adj.
1 n. stg. <Med.> geistig zurückgeblie¬
ben, nicht normal entwickelt;
schwachsinnig 2 [ugs.; abwert.] voll¬
kommen blödsinnig, unsinnig,
dumm, töricht
ldio|tis[mus —» l|di|o|t|sjmus: <gr.-lat.>
der; ~ ; Idiotismen 1 (Med.» Schwach¬
sinn, den eine Person bereits seit der
Geburt (angeboren) od. seit dem frü¬
hen Kindesalter (aufgrund einer Ge¬
himkrankheit) hat 2 <Sprachwiss.> a)
Spracheigentümlichkeit b) seltsame
Bedeutung, seltsamer Ausdruck einer
festen Wendung, Wortverbindung,
Syn.: <1> Idiotie
i. d. M.: Abk. in der Minute
Ido —> l|do: <gr.> das; -(s); - (Sprach¬
" wiss.> 'künstlich geschaffene Welt¬
sprache
Idol —»■ l|dol: tgr.-lato das; -(e)s; -e 1
Person, die von jmdm. als Idealbild
verstanden, bewundert wird, dem sie
nacheifert 2 <Religion> a) Bild eines
Gottes b) allgemeine Bezeichnung für
eine heidnische Gottheit
ido[li[sie|nen —»■ i|do(li|siejren: <gr.-lat.>
idolisierst; idolisiertest; hast idolisiert
jmdn. od. etw. zum Vorbild erheben
j-Dötz|chen: das; -s; ~ [landsch.] Schü-
' ler(in) der ersten Grundschulklasse
i. d. R.: Abk. 1 in der Regel 2 (Zusatz bei
militärischen Dienstgraden) in der
Reserve
IDS: Abk. Institut für deutsche Sprache
i. d. S.: Abk. 1 in dem Sinne 2 in der Sa¬
che
ldu]na/ldun —» l|du|na/ljdun: o. Art.;
-s; - nordische Göttin der ewigen Ju¬
gend
Idylfle —> f(dyl[le: <gr.-lato /idülle/ die;
- ; -n 1 (Literaturwiss.; Kunst» literari¬
sche od. abbildende Darstellung des
einfachen, ländlichen, friedlichen Le¬
bens; Zustand des einfachen, ländli¬
chen, friedlichen Lebens 2 auch Idyll
—> Hdyll: das; -s; -e friedliche Land¬
schaft, intakte Natur, in die Men¬
schen sich natürlich einfügen; ideales
Bild friedlichen Lebens; Zustand zu¬
friedenen Lebens
idylllisch —> i|dyl|lisch: /idüllisch/ Adj.
1 ländlich-friedlich »eine idyllische
Landschaft« 2 (Literaturwiss.; Kunsb
typisch für eine literarische od. abbil¬
dende Darstellung des einfachen,
ländlichen, friedlichen Lebens; Zu¬
stand des einfachen, ländlichen, fried¬
lichen Lebens
i. E.: Abk. 1 im Entstehen 2 im Entwurf
3 in Entwicklung 4 im Ergebnis
i. e.: Abk. 1 im einzelnen 2 dato id est =
das ist; das heißt
i. e. F.: Abk. 1 in erleichterter Form 2 in
erweiterter Fassung
i. Entw.: Abk. 1 im Entwurf 2 in Ent¬
wicklung
i. e. R.: Abk. im einstweiligen Ruhe¬
stand
-ien dat.-fro /-je/ Wortbildungselement
+ Substantiv (dient zur Personenbe¬
zeichnung) a) Besitzer, Verantwortli¬
cher für das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte »Hotelier • Kneipier« b)
jmd., für den das (negativ empfun¬
dene) im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte typisch ist »Pleitier » Kit¬
schier«
-]e|ren: dato Wortbildungselement +
Adj. od. + Substantiv (dient zur Ver¬
balisierung) zu dem machen, was im
Basiswort inhaltlich ausgedrückt ist
»komplettieren ♦ legitimieren«
t. Erm.: Abk. 1 im Ermessen 2 in Erman¬
gelung
-je|rung/-ign/-a|ti|on: Wortbildungsele¬
ment dient der Substantivierung von
Verben (die auf -ieren enden) u. ist
dann Ausdruck einer Handlung, eines
Geschehens od. dessen Ergebnis (Be¬
deutungsunterschiede zwischen >-ati-
on< u. >-ierung( sind meist nicht vor¬
handen; manchmal liegt der Akzent
bei >-ation( auf dem Ergebnis, bei >-ie-
rung( auf der Handlung) »Isolation/
Isolierung • Kompensation/Kompen-
sierung«
i. e. S.: Abk. 1 im eigentlichen Sinne 2
im engeren Sinne
i. F.: Abk. 1 (Rechtsw., meist als Hinweis
auf Gesetzesfassungen» in (der) Fas¬
sung 2 in (der) Firma 3 in (der) Form
4 (Transportw.» internationaler
Frachtbrief
i. folg.: Abk. im folgenden
i. G.: Abk. 1 im Gange 2 (Milit.» im Ge¬
neralstabsdienst 3 in Gold
I. g.: Abk. im ganzen
-ig: Wortbildungselement (dient der
Adjektivierung) 1 + Adjektivattribut
+ Substantiv od. + Substantiv das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
besitzend »großformatig ♦ weißhaarig
♦ fleißig« 2 a) + Substantiv wie das,
ähnlich dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte(n) »flegelig« b) + Verb
wie das, in der Art des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte(n) »knackig ♦
mäkelig«
-ig/-lich: Wortbildungselement (dient
der Adjektivierung) a) zeitlich >-lich(
kennzeichnet die Wiederholung, >-ig(
kennzeichnet die Dauer »Vierteljahr-
lich/vierteljährig« b) + Bezeichnung
einer Sprache »-liehe über die Spra¬
che, die im Basiswort genannt ist,
>-igc in der Sprache, die im Basiswort
genannt ist, verfaßt usw. englisch-
sprachlich/englischsprachig«
Igel jlgel : der; -s; - 1 in Europa u.
weiten Teilen Asiens sowie in Unter¬
arten auch in Afrika vorkommendes
kleines, insektenfressendes Säugetier,
das etwa 30 cm lang wird, einen kur¬
zen Schwanz, kurze Beine u. Füße mit
starken Krallen hat, besonders aber
gekennzeichnet ist durch viele, lange
Stacheln, die das Tier vor Feinden
schützen, indem es sich bei einem An¬
griff zu einer Kugel rollt, wobei dann
nur noch die Stacheln zu sehen sind 2
(Frisur» [ugs.; scherzh.] kurz für Igel¬
schnitt = extrem kurzer Haarschnitt
3 (Landwirt.» Pflug zur Lockerung
des Bodens
lgel|fisch —» l|gel|fisch: der; -(e)s; -e
tropischer schuppenloser Fisch, bei
dem die Zähne der Kiefer zu einem
Schnabel verschmolzen sind u. mit
sich bei drohender Gefahr durch Auf-
blasung mit Luft od. Wasser aufrich¬
tenden Stacheln
lgel|kopf —» l|gel|kopf: der; -(e)s;
-köpfe (Frisur» [scherzh.] Kopf mit ei¬
nem Bürstenschnitt, extrem kurzen
Haarschnitt
lgel|schnitt —* l|gel|schnitt: der; -(e)s;
-e (Frisur» [scherzh.] Bürstenschnitt;
extrem kurzer Haarschnitt
igitt!/igit|ti|gittl —* i|gitt!/i|git|ti|gittl: In¬
ter j, Ausruf des Ekels
-ig|keit: Wortbildungselement (dient der
Substantivierung) 1 + Adj. auf
>-haft/-los< »Lebhaftigkeit ♦ Trostlo¬
sigkeit« 2 + (diverse) einsilbige Ad¬
jektive (die historisch auf >-e< endeten)
od. Adjektive auf >-e< »Müdigkeit ♦
Festigkeit« 3 + 2- od. 3-silbige Adjek¬
tive mit >ge-<, >be-< »Genauigkeit«
Iglu !|g|l u: <Inuit> der u. das; -s; -s
aus Eis-, Schneeblöcken gebautes,
rundes, halbkugelförmiges Haus »In
einem Iglu herrscht niemals Frost.«
lgno|rant —* l|glno|rant: der; -en; -en
weibl. lgno[ran]tin —» ljg[no[ranftin:
die; - ; -nen Person, die für Argu¬
mente, Erkenntnisse nicht empfäng¬
lich ist, diese bewußt nicht annimmt
igno|rant —> i|g|nojrant: dato Adj. igno¬
ranter; ignoranteste für gute Argu¬
mente anderer Menschen nicht zu¬
gänglich; manche, meist nicht ange¬
nehme, fremde Aspekte einer Sache
nicht wahrnehmend, wahrnehmen
wollend; dumm
lgno|ran|ten|tum —* ljg|no|ran|ten|-
tum: das; -s; - [geh.; abwert.] Äuße¬
rung aus einer (dummen) Unkenntnis
heraus
lgno|ranz —*■ l|g|no|ranz: dato die; - ; -
[abwert.] a) Unwissenheit; Dummheit
b) Weigerung, sich um die Wahrheit
od. um eine Erkenntnis kümmern zu
wollen
jgno|rie|ren—» i|g|no|rie|ren: dato igno¬
rierst; ignoriertest; hast ignoriert etw.
od. jmdn. mit Absicht, bewußt nicht
beachten, nicht zur Kenntnis nehmen
555
IH
IH: Abk. Investitionshilfe = finanzielle
Hilfe für die Kapitalanlage von Wirt-
schaftsuntemehmen
i. H.: Abk. 1 im Hause 2 im Hochschul¬
dienst
fh|le: die; - ; -n für den Handel minder¬
wertiger Hering, der bereits gelaicht
hat
lh|nen: Personalpron. (höfliche Form
der Anrede) Dat Singular u. Plural
des Personalpronomens für die 3.
Person Singular u. Plural >sie<
ih|nen: Personalpron. Dat Plural des
Personalpronomens der 3. Person
Singular u. Plural >sie<
ihn I Possessivpron. a) drückt die Zuge¬
hörigkeit od. die Herkunft von jmdm.
od. etw. bezogen auf eine bereits ge¬
nannte weibliche Person in der 3. Per¬
son Singular od. bezogen auf einen
Gegenstand usw. mit einem weibli¬
chen Art aus b) drückt die Zugehörig¬
keit od. Herkunft von jmdm. od. etw.
in bezug auf mehrere bereits genannte
Personen in der 3. Person PI. aus c)
drückt die Zugehörigkeit od. Her¬
kunft von jmdm. od. etw. in bezug
auf Personen aus, mit denen man sich
nicht duzt, mit denen man nicht ver¬
wandt od. nicht sehr vertraut ist, son¬
dern die man siezt II PersonalpronA
Dat Singular des Personalpronomens
der 3. Person Singular u. Plural >sie< 2
Personalpron. 2. Person Plural Nomi¬
nativ a) Ansprache, Anrede für Per¬
sonen, mit denen man verwandt od.
sehr vertraut ist (mit denen man sich
duzt) b) [veralt.] Ansprache, Anrede
für eine Person, die man siezt 3 [ver¬
alt.] Gen Plural des Personalprono¬
mens >sie<, das für ein od. mehrere
Substantive im Plural steht, die be¬
reits bekannt sind, von denen bereits
gesprochen wurde
|h|reR Personalpron. Gen des Personal¬
pronomens der 3. Person Singular u.
Plural >sie< »Herr, erbarme dich ih¬
rer!«
ih|rerjseits: Adv. <eine weibliche Person
od. mehrere Personen, von der/denen
in der 3. Person (>sie<) gesprochen o.
ä. wird; eine od. mehrere Person(en),
die angesprochen, angeredet wird/
werden u. der/denen gegenüber man
dabei die Höflichtskeitsform ge¬
braucht) drückt aus, daß jmd. von
sich selbst aus handelt, reagiert,
spricht usw. »Ich nehme die Anschul¬
digungen nur dann zurück, wenn Sie ih¬
rerseits ( = eine Person männlichen
od. weiblichen Geschlechtes) Ihren
Verdacht zurücknehmen.«
ih|res|gtei|chen: Pron. n. dekl. <eine
' weibliche Person od. mehrere Perso¬
nen, von der/denen in der 3. Person
(>sie<) gesprochen o. ä. wird; eine od.
mehrere Person(en), die angespro¬
chen, angeredet wird/werden u. der/
denen gegenüber man dabei die Höf¬
lichtskeitsform gebraucht) drückt
aus, daß jmd. (Singular od. Plural)
wie jmd. anderes (Singular od. Plural)
ist, ihm/ihnen gleichkommt, gleichge¬
stellt ist, vom selben sozialen Stand
ist »Könige dürfen nur eine Ehe mit ih¬
resgleichen eingehen.«
ih|ret|hal|ben: Adv. [veralt.; geh.] reine
weibliche Person od. mehrere Perso¬
nen, von der/denen in der 3. Person
(>sie<) gesprochen o. ä. wird; eine od.
mehrere Person(en), die angespro¬
chen, angeredet wird/werden u. der/
denen gegenüber man dabei die Höf-
lichtkeitsform gebraucht) drückt aus,
daß etw. einer od. mehreren Personen
zuliebe, durch sie verursacht, begrün¬
det geschieht o. ä. »Da Sie nicht fähig
waren, die Geschäfte während meiner
Abwesenheit zu führen, schreiben wir
nun Ihrethalben rote Zahlen.«
ih|ret|we|gen: Adv. reine weibliche Per¬
son od. mehrere Personen, von der/
denen in der 3. Person (>sie<) gespro¬
chen o. ä. wird; eine od. mehrere Per¬
sonen), die angesprochen, angeredet
wird/werden u. der/denen gegenüber
man dabei die Höflichkeitsform ge¬
braucht) drückt aus, daß etw. einer
od. mehreren Personen zuliebe, durch
sie verursacht, begründet geschieht
o. ä.
ih|ret|wil|len: Adv. in der Wendung um
ihretwillen: reine weibliche Person od.
mehrere Personen, von der/denen in
der 3. Person (>sie<) gesprochen o. ä.
wird; eine od. mehrere Person(en), die
angesprochen, angeredet wird/wer¬
den u. der/denen gegenüber man da¬
bei die Höflichtkeitsform gebraucht)
auf eine od. mehrere Personen Rück¬
sicht nehmend
ih|ri|ge: Possessivpron. (der; die; das; -n;
-n) «ine weibliche Person od. mehre¬
re Personen, von der/denen in der 3.
Person (>sie<) gesprochen o. ä. wird;
eine od. mehrere Person(en), die an¬
gesprochen, angeredet wird/werden
u. der/denen gegenüber man dabei
die Höflichkeitsform gebraucht) [ver¬
alt.; geh.] zu jmdm. gehörend; jmd.
gehörend
IHS: Abk. Jesus
i. Hs(e): Abk. im Hause
i. H. v.: Abk. in Höhe von
i. i. D.: Abk. im inneren Dienst
i. J.: Abk. im Jahr(e)
i. IC: Abk. 1 im Kirchendienst 2 (Han¬
del) in Kommission (= im eigenen
Auftrag für fremde Rechnung) 3
(Wirt.) im/in Konkurs 4 in Kürze
•ik: dato Wortbildungselement bezeich¬
net das im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückte als Gesamtheit, als Ganzes
»Dogmatik ♦ Programmatik ♦ Elektro¬
nik* Pädagogik«
lka)rus —» l|ka|rus: der; ~ ; - (meist o.
Art. gebraucht) (Mythologie) griechi¬
sche Sagengestalt, die beim Versuch
zu fliegen, in den Tod stürzte
lke|ba|na —» l|ke|ba|na: <japo das; -(s);
- japanische Kunst des Blumenstek-
kens
-i|ker/-i|ke|rin: Wortbildungselement +
Substantiv (dient der Personenbe¬
zeichnung) jmd. wird durch das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
charakterisiert »Diabetiker(in) •
Hekliker(in)« .
Ikon —» l|kon: <gr.-russ.> das; -s; -e (Re¬
ligion) Heiligenbild der orthodoxen
Kirche
lkp|ne —> l|ko|ne: <gr.-russ.> die; ~ ; -n
(Religion) Heiligenbild der orthodo¬
xen Kirche
lks|nen|ma|le|rei —> l|kp|nen|ma|le|rei:
die; - ; - das Anfertigen, Zeichnen ei¬
nes orthodoxen Heiligenbildes
ikojnisch —* i|ko|nisch: <gr.-lato Adj. 1
n. stg. wie ein orthodoxes Heiligen¬
bild 2 a) [geh.] bildlich b) n. stg.
(Sprachwiss.; Erklärung, Definition)
durch metaphorische, bildliche Vor¬
stellung veranschaulicht, erfolgend
lko|no|klas|mus —> l|ko|no|k|ias|mus:
<gr.-lat> der; - ; -klasmen Vernich¬
tung, Abschaffung von Heiligenbil¬
dern
lko|no|la|trie —> l|ko|no|la|t|rje: <gr-
latodie; - ; - Bildverehrung
lko|no|lo|gie —* l|ko|no|lo|g|e: <gr.> die;
~ ; - Wissenschaft, Kunde von Sym¬
bolen
lko|nojstas —» l|ko|no|s|tas: der; - ; -e
/lkojno|sta|se —* l|ko|no|s|ta|se: <gr.-
russo die; - ; -n (orthodoxe Kirche)
zwischen Gemeinde- u. Altarraum
liegende Bilderwand, die dreitürig ist,
Syn.: Ikonenwand
il-: Wortbildungselement + manche Ad¬
jektive mit l- das Gegenteil bezeich¬
nend, ausdrückend; nicht; un- »illegal
♦ illoyal«
Ilex —»l|lex: dato /ilekß/ die u. der; - ; -
Stechpalme
III.: Abk. 11llumination = Festbeleuch¬
tung 2 a) Illustration - Bebilderung;
Veranschaulichung, Erläuterung b)
Illustratoren) = Person, die etw. mit
Bildern ausstattet 3 Illustrierte =
Zeitschrift mit Bildberichten u. Re¬
portagen
ill.: Abk. 1 illuminiert = festlich er¬
leuchtet 2 illustriert = mit Bildern
versehen
ll|laftiv: dato der; -s; -e lülatiwej
(Sprachwiss.) a) bewegungs- od. rich¬
tungsanzeigender Kasus (besonders
in baltischen u. finnisch-ungarischen
Sprachen) b) im Illativ (a) stehendes
Wort
jl|le|gal: dato Adj. n. stg. nicht den Ge¬
’ setzen entsprechend, gesetzeswidrig
Ant.: legal
ll|läjga|li|tit/ll|le|ga|li|tät: die; - ; -en a)
" gesetzeswidrige, unerlaubte Hand¬
lung, Tat o. ä. b) o. PI. etw. nicht den
Gesetzen Entsprechendes; Gesetzes¬
widrigkeit, Ant.: Legalität
ll|le|gi|ti|mi|tät/ll|le|giiti|mit^t: dato die;
- ; - etw. Nichtrechtmäßiges; unge¬
setzlicher, unrechtmäßiger Zustand,
Ant.: Legitimität
il|li|be|ral: dato Adj. a) nicht freiheitlich
" b) nicht tolerant, Ant.: (a; b> liberal
il|li|be|ra|li|tät/ll|ll|be|ra|li|tät: die; - ; -
Unfreiheitlichkeit; Mangel an Akzep¬
tanz, Duldung anderer, Ant.: Libera¬
lität
il|li|quid: dato /illikwid/ Adj. n. stg.
(Wirt.) (momentan) nicht zahlungsfä¬
hig, Ant.: liquid
ll|lo|ku|ti|on: dato /illokuziqn/ die; ~ ;
-en (Sprachwiss.) Sprechakt, Sprech¬
handlung in bezug auf die kommuni¬
kative Intention, Absicht, Funktion,
die jmd. mit seiner Äußerung verfolgt
il|to|ku|t]v: /illokutif/ Adj. in der
Wendung illokutiver Akt: (Sprach¬
wiss.) Sprechakt, Sprechhandlung in
bezug auf die kommunikative Intenti¬
on, Absicht, Funktion, die jmd. mit
seiner Äußerung verfolgt
556
Imker
ll|loy(pl —* il|lo|y|al: dat.-fr» /illojal/
Adj. a) eine Instanz, den Staat nicht
achtend b) ein Vertrauensverhältnis
brechend, mißbrauchend e) jmdm.
gegenüber negativ gesinnt d) einen
Vertrag nicht einhaltend, Ant.: <a; b;
c; d> loyal
!l|loya|llftät/ll|loya|littät —» ll|lo|yja|li|tät:
/illojalität/ die; - ; -en nicht achtende,
Vertragsbrüchige, übel gesinnte Hal¬
tung, Verhaltensweise, Gesinnung,
Ant.: Loyalität
ll|lu|mi|na)ti(on: dat.-fr» /illuminazion/
die; - ; -en 1 <Religion> Erleuchtung
eines Menschens durch Gott (nach
der Lehre Augustinus’) 2 Leucht¬
schrift 3 Buchmalerei 4 a) <meist au¬
ßerhalb eines Gebäudes) Festbeleuch¬
tung (in verschiedenen Farben) b)
Licht (in verschiedenen Farben) au¬
ßerhalb eines Gebäudes, Syn.: <1; 2; 3;
4> Illuminierung
ilflu|mi|nie|ren: <lat.-fr.> illuminierst; illu¬
miniertest; hast illuminiert 1 [geh.]
etw. (künstlich) eindrucksvoll er¬
leuchten, mit Licht versehen 2 <alte
Handschriften) mit Malerei versehen
N|lu|mtjnje|rung: < lat.-fr.> die; - ; -en 1
(Religion) Erleuchtung eines Men¬
schens durch Gott (nach der Lehre
Augustinus’) 2 Leuchtschrift 3 Buch¬
malerei 4 a) <meist außerhalb eines
Gebäudes) Festbeleuchtung (in ver¬
schiedenen Farben) b) Licht (in ver¬
schiedenen Farben) außerhalb eines
Gebäudes, Syn.: <1; 2; 3; 4> Illuminati¬
on
ll|lu|sifgn: dat.-fr» die; ~ ; -en 1 a)
Wunschvorstellung; Selbsttäuschung
b) (Psychologie) falsche Interpretati¬
on, Auslegung von tatsächlichen
Wahrnehmungen der Sinne 2 Schein¬
wirkung einer künstlerischen Darstel¬
lung, eines Kunstwerkes
il|lu|sio|när—» il|lu|si|o|när. dat» Adj. 1
a) auf einer (irrigen) Vorstellung,
Selbsttäuschung, Wunschvorstellung
beruhend b) eine (irrige) Vorstellung,
Selbsttäuschung, Wunschvorstellung
enthaltend 2 (Kunst) eine Scheinwir¬
kung erzeugend aufgrund künstleri¬
scher Darstellung
lljlu|sio[nis|mus —» N|lu|si|o(nis|mus:
dat» der; - ; - 1 Philosophie, Lehre
von einer nur in der Vorstellung be¬
stehenden Welt, wobei die Realität,
die wirküche Außenwelt nur Schein
ist 2 Philosophie, Anschauung, die
die Objektivität von Schönheit, Sitt¬
lichkeit u. Wahrheit als Schein dar¬
stellt, erklärt 3 Scheinwirkung durch
künstlerische Darstellung (als Magier
(>n))
ll|lu|sio|nist —* ll|lu|sijo|n|st: der; -en;
-en weibl. l!|lu|sio|ni|stin 2-* ll|lu|si|oj-
nisftin: die; - ; -nen 1 Person, die (irri¬
gen) Vorstellungen, Selbsttäuschun¬
gen, Wunschvorstellungen anhängt;
Träumer(in) 2 Person, die als Künst¬
lerin) andere Personen mit Zauber¬
künsten, Magie unterhält
il|lu|sio|ni|stisch —» il|1u|si|o|nis|tisch:
Adj. 1 auf (irriger) Vorstellung,
Selbsttäuschung, falscher Wunsch¬
vorstellung beruhend 2 (Kunst) eine
Schein wirkung erzeugend
il|lu|si|gns|los: Adj. n. stg. frei von (irri¬
gen) Vorstellungen, Träumen
il|lu|sojrisch: <lat.-fr.> Adj. a) (Hoffnung
o. ä.> äußerst unwahrscheinlich um¬
setzbar, erfüllbar, deshalb trügerisch
u. zwecklos b) nur in der Vorstellung
bestehend
il|lu|ster —» il|lus|ter: dat.-fr» Adj.
[geh.] bedeutend; vornehm »Auf der
Veranstaltung traf ein illusterer Kreis
von Wissenschaftlern zusammen.«
ll|lu|strajti|on —> tl|lu(sjt|ra|ti|gn: dato
/illußtrazion/ die; ~ ; -en a) Bebilde¬
rung (eines Textes) »Sie zeichnete Illu¬
strationen für Kinderbücher.« b) Er¬
klärung; Erläuterung; Darstellung
il|lu|strje|ren —» il|lu|s|t|rie|ren: dal.-fr»
illustrierst; illustriertest; hast illu¬
striert 1 einen Text o. ä. mit Zeich¬
nungen o. ä. versehen 2 etw. verdeut¬
lichen, erklären, darstellen, erläutern
fl[lu|strie|rang —* ll|lu|s|t[rie|rung: die;
- ; -en Bebilderung; das Versehen von
Texten mit Zeichnungen
llftis: der; -ses; -se a) sehr gelenkiges,
schnelles, schwarz-braunes, kleines
Landraubtier mit langem Schwanz,
weißem Kehlenfell u. cremefarbenem
Augenband, das zu der Marder-Fa¬
milie gehört u. eine Afterdrüse be¬
sitzt, die ein übelriechendes Sekret ab¬
sondert b) der Pelz, das Fell des Iltis
(a)
i. M-: Abk. 1 im Mittel ( — Durchschnitt)
2 im Monat 3 in (der) Mappe 4 dato
in memoriam = zum Andenken; zum
Gedenken
im: Verschmelzung der Präp. >in< mit
dem bestimmten Art. im Dat. >dem< 1
in dem 2 im einzelnen —» im
Einzelnen: ins Detail gehend betrach¬
tet 3 im nachhinein —» im
Nachhinein: später; hinterher 4 im
übrigen —» im Übrigen: außerdem;
abgesehen von; zudem 5 im voraus
—> im Voraus: bevor etw. erfolgt;
vorher; zu einem früheren Zeitpunkt
(als etw. erfolgt) 6 im vorhinein —»
im Vorhinein: a) vom Beginn, Anfang
an b) bevor mit etw. begonnen wird 7
im allgemeinen —» im Allgemeinen:
für den Normalfali geltend; nicht auf
spezielle Fälle bezogen; meist 8 im be¬
sonderen—» im Besonderen: 1. spe¬
ziell in diesem/diesen bestimmten
Fall/Fällen 2. vor allem
—» im All|gelmei[nen: s. im allgemeinen
(in II40 u. im 7)
—» im Be|son|de|ren: s. im besonderen
(in II41 uTim 8)
—> im E|n|zel|nen: s. im einzelnen (in II
46 u. im 2)
—» im Nach|hi|n|ein: s. im nachhinein
(in II 4fu. im 3)
—» im Stan|de/im Stand: s. imstande/
imstand
—» im Üb[ri|gen: s. im übrigen (in II48
u. im 4)
—» im Vo|rjaus: s. im voraus (in II49 u.
im 5)
—> im Vor|hi|n|ein: s. im vorhinein (in II
5Öu.im6)
Im.: Abk. 1 Imitation = Nachahmung;
Nachbildung 2 Isoliermaterial
im.: Abk. imitiert = nachgeahmt; nach¬
gebildet
Image —» l|mage: dat.-fr.-engl» /
immidseh/ das; - u. -s; -s /immidsehis/
(Persönlichkeits-)Bild, das jmd., etw.
vermittelt, das andere Menschen von
jmdm. od. etw. haben »Es wurde ver¬
sucht, das Image der Stadt zu verbes¬
sern.«
Image|pfle|ge —» ||mage|pfle|ge:
/immidseh-/ die; - ;- Tätigkeiten, Be¬
mühen, Maßnahmen, um in der Öf¬
fentlichkeit ein positives Bild zu er¬
halten od. zu bewirken
ima|gi|na|bel —> i|ma|gi|na[bel: dat.-fr.-
engl» Adj. imaginabler; imaginabelste
vorstellbar; denkbar
ima|gi|när —» i|ma|gi|när: dat.-fr» Adj.
n. stg. 1 nicht wirklich vorhanden,
sondern (lediglich) vorgestellt, einge¬
bildet 2 (Math.) eine nicht durch eine
Zahl mit positivem od. negativem
Wert darstellbare mathematische
Größe betreffend
lma|gi|na|ti|on —> l|ma|gi|na|ti|gn: dat.-
fr» /imaginazion/ die; - ; -en Phanta¬
sie; bildliches Denken
Imam —» l|mam: <arab» der; -s; -e u. -s
(Islamische Religion) 1 führender
Geistlicher im Islam 2 Vorbeter in der
Moschee 3 o. PL Anrede, Titel eines
islamischen Gelehrten
Iman —» l|man: <arab» das; -s; - (Islam)
Glaube
lm|be|zil|H|Ugt; dat.-fr» die; - ; - (Med.)
weniger schwerer angeborener od. in
den frühen Kindheitsjahren (auf¬
grund einer Gehirnerkrankung) ent¬
standener Schwachsinn
!m|biß —» lm|biss: der; Imbisses;
Imbisse 1 kleine (schnell zuzuberei¬
tende) Mahlzeit 2 [ugs.] Schnellre¬
staurant
|m|biB|bar —» lm|biss|bar: die; - ; -s
kleines Restaurant, in dem (kleinere,
schnell zuzubereitende) Speisen,
Snacks erhältlich sind, Syn.: Imbi߬
halle; Imbiß (2)
lm[biß|stand —> lm|biss|stand/lm|-
biss-Stand: der; -(e)s; -stände a) klei¬
nes Restaurant, in dem (kleinere)
Speisen, Snacks erhältlich sind (ohne
Sitzmöglichkeit) b) (oft einem Wohn¬
wagen ähnlicher) Verkaufsstand mit
Kücheneinrichtung für die Zuberei¬
tung von (kleineren) Speisen (meist
einem Grill für Bratwürstchen o. ä.)
i. Mi.: Abk. im Mittel = im Durch¬
schnitt
Imit.: Abk. Imitation = Nachahmung;
Nachbildung
imit.: Abk. imitiert - nachgeahmt;
nachgebildet
lmi|tat —» l|mi|tat: dat» das; -(e)s; -e
Nachahmung, Nachbildung, Kopie
von einem Original, meist etw. Wert¬
vollem
fmi|ta|ti|on —■» l|mi|ta|tj|gn: <lat» /imita-
zion/ die; - ; -en 1 a) (Tätigkeit der)
Nachahmung »Er ist eine schlechte
Elvis-Imitation.« b) (nicht besonders
gut gelungene) Nachahmung, Nach¬
bildung, Kopie von einem Original,
meist etw. Wertvollem 2 (Musik) The¬
menwiederholung
lmi|tje|ren —* i|mi|tie|ren: dat» imi¬
tierst; imitiertest; hast imitiert etw.
od. jmdn. nachahmen, nachbilden,
kopieren
!m|ker: miederl» der; -s; - weibl. Im|ke|-
rin: die; -; -nen Person, die (beruflich)
Bienenvölker züchtet, pflegt u. deren
Honig erntet
557
Imkerei
lm|ke|iei: die; - ; -en a) Betrieb, der Bie¬
nen hält u. dadurch Honig gewinnt
(u. verkauft) b) o. PI. Züchtung u.
Haltung von Honigbienen
im|kern: imkerst; imkertest; hast geim¬
kert Honigbienen halten u. deren Ho¬
nig gewinnen
Imm.: Ahk. 11mmission = Einwirkung
von Verunreinigung u. Lärm auf Le¬
bewesen u. Gebäude 2 Immobilie(n)
= unbewegliches Vermögen, Grund¬
besitz, Gebäude
imm.: Abk. 1 immanent = innewoh¬
nend; enthaltend 2 immatrikuliert =
an einer Hochschule, Universität ein¬
geschrieben
im|ma|nenfc dato Adj. n. stg. in etw. ein¬
geschlossen; innewohnend »Die Aus¬
sage enthielt eine immanente Dro¬
hung.« Ant.: transzendent
lm|ma|nenz: dato die; - ; -1 etw. inner¬
halb einer Grenze Bleibendes 2 (Phi¬
losophie) Erkennenseinschränkung in
bezug auf Erfahrung od. das Bewußt¬
sein 3 [geh.] das Enthaltensein in etw.
immatr.: Abk. immatrikuliert an ei¬
ner Hochschule, Universität einge¬
schrieben
im|ma|tri|Ml!Slren> sich —» im|malt|ri|-
ku|lje|ren, sich: dato immatrikulierst
dich; immatrikuliertest dich; hast dich
immatrikuliert sich als Student(in) in
einer Universität einschreiben
lm|me: die; - ; -n [poet.] Biene
im|mens: dato Adj. immenser; immen¬
seste a) unendlich, unermeßlich groß
b) <verst.> sehr; äußerst »Diese Angele¬
genheit ist immens wichtig.«
im|men I Adv. 1 ständig, stets, andau¬
ernd, sehr oft od. sich häufig wieder¬
holend stattfindend, geschehend, pas¬
sierend o. ä. 2 drückt in Verbindung
mit einer Komparation eine stetige
Steigerung aus 3 [ugs.] jeweils 4 stets
in einer Situation; jedesmal 5 verall¬
gemeinert etw. in Verbindung mit ei¬
nem Interrogativpronomen II Parti¬
kel 1 verstärkt eine Aussage in Mo¬
dalsätzen »Du darfst kommen, wann
immer du möchtest.« 2 [ugs.] verstärkt
eine Aufforderung od. Frage »Immer
zu, los!« 3 verstärkt in Verbindung
mit >noch< eine Aussage od. Frage
»Hast du immer noch Lust dazu?« II11
(auf) immer u. ewig: [ugs.] für alle
Zeit 2 was, wer, wie usw. (auch)
immer egal; uninteressant wer, was 3
immer ich: [ugs.] ungehaltener Aus¬
spruch
im|fner]hjn: Adv. 1 <etw. einschränkend)
jedenfalls; wenigstens 2 wenigstens;
zum mindesten »Er versuchte es
immerhin.« 3 <auf einen Umstand ver¬
weisend) auf alle Fälle »Es ist immer¬
hin dein Beruf.«
im|merjwäh|rend: Adj. n. stg. anhal¬
tend; ständig bestehend
lm|mi|grant —> lm|mi|g|rant: dato der;
-en; -en weibl. Im|mi|gran|tin —» ImJ-
mi|g|ran|tin: die; - ; -nen Person, die
in ein Land, einen Staat eingewandert
ist Ant.: Emigrant
lm[mi|gra|ti|pn —> lm|mi|g|ra|ti|gn: <lat.>
/immigrazion/ die; - ; -en Einwande¬
rung (in ein Land, einen Staat), Ant.:
Emigration
im|mijgrig|ren —* im|mi|g|rje|ren: dato
immigrierst; immigriertest; bist immi¬
griert (in ein anderes Land) einwan¬
dern (um dort zu leben), Ant.: emi¬
grieren
im|mi|nent: tfr.-lato Adj. imminenter;
imminenteste <auch Med.) akut dro¬
hend
lm|mis|si|on: dato die; - ; -en 1 Zufüh¬
rung, Einwirkung von Stoffen wie
Rauch, Ruß, Lärm, Licht, Strahlen,
Erschütterungen auf Menschen, Tiere
u. Erde o. ä. 2 [veralt.] Hebung, Beru¬
fung o. ä. in ein Amt o. ä.
lm|mis|si|ons|schutz: der; -es; - gesetz¬
lich verankerte Schutzmaßnahmen
vor schädlichen Immissionen
jm|mo|bil/im|mo|bil: <lat.> Adj. 1 a) un¬
beweglich; fest verankert (im Boden)
b) [geh.] geistig unbeweglich 2 <Milit.>
nicht für den Kriegseinsatz bereit,
Ant.: <1; 2> mobil
lm|mo|bi|lie: dato /immobil^/ die; - ; -n
/imobilien/ (m. PI.) nicht beweglicher
Besitz; unbewegliches Gut wie z. B.
Haus, Wohnung, Grundstück
lm|mo|bi|li|en|han|de<: der; -s; - An- u.
Verkauf von unbeweglichem Vermö¬
gen (Grundstücke, Gebäude)
lm|mo|bi|li|täfc dat.-fro die; - ; - 1
Unbeweglichkeit 2 <Milit.> Zustand,
in dem Truppen nicht zum Kriegsein¬
satz bereit sind
im|mo|ra|lisch/im|mo|ra]lisch: dato Adj.
nicht moralisch, ethisch (gehandelt,
handelnd)
lm|mo|ra|lijtät: die; - ; -en 1 moralische
Gleichgültigkeit 2 Unsittlichkeit
im|mun: dato Adj. n. stg. 1 <Med.> un¬
empfänglich für Krankheiten, An¬
steckung 2 [geh.] auf etw. nicht reagie¬
rend »Er ist Kritik gegenüber immun.«
3 (Rechtsw.) vor Strafverfolgung ge¬
schützt
lm|mu|ni|sjejrung: die; - ; -en 1 <Med.;
Bio.) Bewirkung der Unempfindlich¬
keit gegenüber Krankheitserregern 2
<Rechtsw.> Bewirkung des Persönlich¬
keitsschutzes eines Abgeordneten in
der Öffentlichkeit u. vor Gericht
lm|mu|ni|tät: <lat.> die; - ; - 1 <Med.;
Bio.) angeborene od. erworbene, be¬
wirkte Unempfindlichkeit gegenüber
bestimmten ansteckenden Krank¬
heitserregern, gegenüber einer Infek¬
tion 2 (Rechtsw.) a) Persönlichkeits¬
schutz der Abgeordneten in der Öf¬
fentlichkeit u. vor Gericht b) garan¬
tierter Schutz von Diplomaten im
Gastland vor den Behörden
lm|mun|kör|pen der; -s; - <Med.) Anti¬
körper, Schutzstoff im Blut, der ein
Lebewesen vor (Ausbruch, Verbrei¬
tung von) Krankheitserregern
schützt, befreit, deren Wirkung auf¬
hebt
lm|mun|schwä|che: die; - ; -n <Med.>
geschwächtes, krankhaftes, körperei¬
genes Immunsystem, was dazu führt,
daß Krankheiten, Infektionen usw.
schlecht od. nur vermindert abge¬
wehrt werden können
lm|mun|sy|stem —* lm|munjsy(s(tem:
/immunsüßtem/ das; -(e)s; -e <Med.>
körpereigenes Abwehrsystem gegen
Krankheiten, Krankheitserreger
i. Mo.: Abk. im Monat
Imp.: Abk. 1 a) (Sprachwiss.) Imperativ
= <Verb> Befehlsform; Aufforde¬
rungsform b) (Sprachwiss.) Imperfekt
- Präteritum = Vergangenheitsform
des Verbs 2 Imperialismus — Bestre¬
bung einer (Groß-)Macht, ihren
Machtbereich zu erweitern 3 (Handel)
a) Import — (Waren) Einfuhr b) Im¬
porteuren)
Imp.: Abk. 1 imperialistisch 2 imperti¬
nent = frech, unverschämt 3 (Han¬
del) importiert = (Waren) eingeführt
4 impulsiv = von plötzlichen Einfäl¬
len usw. geleitet; lebhaft
Imper.: Abk. a) (Sprachwiss.) Imperativ
= (Verb) Befehlsform; Aufforde¬
rungsform b) (Sprachwiss.) Imperfekt
= Präteritum = Vergangenheitsform
des Verbs
im|pe|ra|tiv: dato /imperatif/ Adj. befeh¬
lend; zwingend
!m|pe|ra|tiv/lm|pe|ra|hv: <lat.> der; -s; -e
ßmperatiwel 1 (Sprachwiss.) Auffor¬
derungsform eines Verbs im weitesten
Sinne, also zum Befehlen, Bitten,
Wünschen usw. (nur für ein Verb in
der 2. Person Singular u. Plural; er
wird häufig durch Modalverben wie
>müssen(, >sollen(, >wollen( ersetzt) »In
dem Satz "Öffne das Fenster/" steht
das Verb >öffnen< im Imperativ.« 2
(Philosophie) moralisches Gebot; Ge¬
bot der Pflicht
jm|pe|ra|ti|visch/im|pe|ra|ti|visch: /im-
peratiwisch/ Adj. 1 n. stg. in der Auf¬
forderungsform stehend 2 befehlend;
zwingend
|m|per|fekt: <Iat.* das; -s; -e (Sprach¬
wiss.) [veralt.] Tempusform, Zeitform
des Verbs, Tätigkeitswortes der (un¬
vollendeten) Vergangenheit; erste
Vergangenheit (verweisend auf ein
vergangenes Geschehen) »In dem
Satz “Ich ging ins Kino.“ steht das
Verb im Imperfekt.« Syn.: [geläufiger]
Präteritum
im|pe|ri]al: dato Adj. n. stg. eine große
Machtfülle, ein Kaiserreich, ein Welt¬
reich betreffend
lm|pe|ria|!is|mus —> lm|pe|ri|a|lis|mus:
<lat.-fro der; - ; Imperialismen (PI. s.)
1 o. PI. (Pol.; Marxismus) notwendi¬
gerweise eintretende letzte Stufe des
Kapitalismus, bei der Bank- u. Indu¬
striemonopole konzentriert sind 2 a)
o. PI. Bestrebung einer Großmacht,
ihren Machtbereich zu erweitern b)
Handlung, Vorgehen o. ä., die/das
von dem Bestreben geprägt ist, den
Machtbereich zu vergrößern
im|pa|ria|li]stisch —> im|pe|ri|a|lis|-
tisch: Adj. geprägt durch eine Gro߬
macht, die bestrebt ist, ihren Macht¬
bereich zu erweitern; den Imperialis¬
mus betreffend, ihm zuzuordnen
lm|pe|ri|um: dato das; -s; Imperien
Iimperienj 1 a) großes politisches
Herrschaftsgebiet; Weltmacht b)
wirtschaftliches Herrschaftsgebiet 2
(hist.; antikes Rom> a) höchste Ge¬
walt im militärischen sowie zivilen
Bereich b) Kaiserreich
lm|perjmea|bi|li|tät —> lm|per|me|a|bi|-
li(tät: dato die; - ; - (meist Bio.; Tech¬
nik) Undurchlässigkeit
im|per|ti|nent: dato Adj. impertinenter;
impertinenteste [geh.] herausfordernd
frech, unverschämt
lm|per]ti|nenz: dato die; ~ ; -en [geh.]
Ungehörigkeit; Frechheit; Unver¬
schämtheit
558
Imprimatur
lm|p«|tua: <lat.> der; - ; - Schwungkraft;
Tatkraft; Antrieb
lmpflaus(wöls: der; -es; -e Heft, in das
eingetragen wird, wann u, gegen wel¬
che Krankheiten, Krankheitserreger
eine Person od. ein Tier geimpft wor¬
den ist
imptfen: <gr.-lat.> impfst; impftest; hast
geimpft 1 <Med.> einem Menschen od.
Tier gegen bestimmte Krankheiten,
Krankheitserreger zur Vorbeugung
einen Schutzstoff, ein Serum, eine
Substanz (oftmals eine genau berech¬
nete Menge des Erregers (Antigene)
der Krankheit, die die Krankheit
noch nicht auslösen kann) in den (le¬
benden) Körper eingeben, das die
körpereigenen Abwehrmöglichkeiten
auf diesen speziellen Krankheitserre¬
ger trainiert, das dem Körper ermög¬
licht, Antikörper zu bilden u. so eine
Person, ein Tier vor bestimmten
Krankheiten, ansteckenden Krank¬
heitserregern, Infektionen schützt 2
<Bio.> aus Zuchtvorhaben Mikroor¬
ganismen in einen Nährstoff bringen
3 <Landwirt.> Bakterien o. ä. in den
Boden bringen 4 [ugs.] eine Person
eindringlich zu einem Verhalten, ei¬
ner Aussage ermahnen, beeinflussen
ImpfJpaB —* Impfpass: der; -passes;
-passe (internationaler) Ausweis,
Heft, in den/das eingetragen wird, ge¬
gen welche Krankheiten, ansteckende
Krankhei'serreger u. zu welchem
Zeitpunkt eine Person, ein Tier ge¬
impft wurde
Impfschutz: der; -es; - <Med.> durch
eine Impfung, Eingabe eines Schutz¬
stoffes hervorgerufene körpereigene
Abwehrmöglichkeit von bestimmten
Krankheiten, gegen die man geimpft
wurde
Impfstoff: der; -(e)s; -e dem Körper zu-
geführte(s) Mittel, Serum, Substanz
(oftmals eine genau berechnete Men¬
ge des Erregers der Krankheit, die die
Krankheit noch nicht auslösen kann),
der die körpereigenen Abwehrmög¬
lichkeiten auf diesen speziellen
Krankheitserreger trainiert
Impjfung: die; - ; -en 1 <Med.> Zufüh¬
rung (Einspritzung, Einritzung,
Schlucken) eines Mittels, Serums, ei¬
ner Substanz (oftmals eine genau be¬
rechnete Menge des Erregers der
Krankheit, die die Krankheit noch
nicht auslösen kann) in den (leben¬
den) Körper, das die körpereigenen
Abwehrmöglichkeiten auf diesen spe¬
ziellen Krankheitserreger trainiert,
das dem Körper ermöglicht, Antikör¬
per zu bilden u. so eine Person, ein
Tier vor bestimmten Krankheiten,
ansteckenden Krankheitserregern,
Infektionen schützt 2 <Bio.> aus
Zuchtvorhaben erfolgende Einbrin¬
gung von Mikroorganismen in einen
Nährstoff 3 (Landwirt.) Zuführung
von Bakterien o. ä. in den Boden 4
[ugs.] eindringliche Ermahnung, Be¬
einflussung einer Person zu einem
Verhalten, einer Aussage
lm|plan)tat —> lm|p|lan|tat dato das;
-(e)s; -e <Med.> ein Fremdteil, kör¬
pereigenes od. fremdes Gewebe od.
Organ, der/das einer Person (in den
lebenden Körper) eingepflanzt wird
lm|plan|ta|ti|on —> lm|p|lan|ta|ti[on:
/implantazion/ die; - ; -en a) <Med.>
Fremdteil-, Gewebe- (körpereigenes
od. fremdes) od. Organeinpflanzung
in einen lebenden Körper »Nur die
Implantation einer Leber wird ihm das
Leben retten.« b) <Med.; Bio.> Einni¬
stung der Eizelle in der Gebärmutter¬
schleimhaut
im|plan)tie|ren —> im|p|lan|tie|ren: im¬
plantierst; implantiertest; hast
implantiert <Med.> Fremdteile, (kör¬
pereigenes od. fremdes) Gewebe od.
ein fremdes Organ in einen lebenden
Körper einpflanzen »Der Arzt im¬
plantierte ihm eine neue Niere.«
lm|pH|fcatti|on —»• lm|p|li|ka|ti|on: dato
/implikazion/ die; - ; -en 1 [geh.] Ein¬
beziehung einer Sache in eine andere
2 logische Folgerungsbeziehung, wo¬
bei die eine Sache notwendigerweise
eine andere einschließt, sich aus der
anderen ergibt; Wenn-dann-Bezie-
hung
lm(pli|ka[tur —> lm|p|li|kajtur: <lat.> die;
•; -en in etw. anderes Einbezogenes
im|pli|zj§|ren —> im|p|li|ziejren: dato
implizierst; impliziertest; hast impli¬
ziert [geh.] einbeziehen; entschließen;
mit enthalten »Dieser Gedanke impli¬
ziert die Idee, die er gestern geäußert
hatte.«
im|pli|zit —» jm|p|li|ziL' <lat.> Adj. n. stg.
1 etw. als (versteckte Nebenbedeu¬
tung enthaltend »Dieses Plakat ent¬
hält eine implizite Warnung.« 2 (nur)
logisch erschließbar 3 <Med.> veran¬
lagt; als Anlage vererbt, vorhanden
imjplojdiejren —* im|p|lo|die|ren: dato
implodiert; implodierte; ist implodiert
durch äußeren Überdruck einge¬
drückt werden
bn|plo|si|on—»lm|p|lo|si|on: die; - ; -en
Eindrückung, Zerstörung, Platzen
durch äußeren Überdruck
im|po|nie|ren: dal.-fro imponierst; impo¬
niertest; hast imponiert Respekt er¬
wecken, erzeugen; Eindruck machen
lm|po|nie|rend: Adj. beeindruckend;
Achtung, Respekt, Bewunderung o.
ä. erzeugend, erweckend
lm|po|nierjge|ha|be(n): das; -s; -
Verhaltensforschung) a) in unter¬
schiedlichen Formen auftretendes
Verhalten eines meist männlichen
Tieres, durch das es einen Rivalen ab¬
schrecken, einschüchtem, zurück¬
drängen will od. in der Paarungszeit
ein weibliches Tier paarungsbereit
stimmen will b) Verhalten einer meist
männlichen Person, um bei einer
Frau Eindruck zu machen od. um
sich Respekt bei einem männlichen
Rivalen zu verschaffen
Imlpprt: dat.-fr.-englo der; -(e)s; -e
<Wirt.> Einfuhr von Waren, Handels¬
gütern aus dem Ausland ins Inland
Ant.: Export
lm|por|t»: dat.-fr.-englo die (PI.) a)
«Wirt.> aus dem Ausland eingeführte
Ware b) [veralt.] aus dem Ausland
ejngeführte Zigarre
im[por|tie|ren: dato importierst; impor¬
tiertest; hast importiert <Wirt.> Waren
über Landesgrenzen aus dem Aus¬
land in das Inland bringen, einführen
Ant.; exportieren
im|porttun: dato Adj. [geh.] nicht geeig¬
net, Ant.: opportun
im|po|sant- <lat.-fr.> Adj. imposanter;
imposanteste großartig; äußerst be¬
eindruckend
im|po|tent: dato Adj. 1 n. stg. <Med.;
Mann; männliches Tier> nicht zu einer
Versteifung des Penis, einer Erektion
u. somit nicht zum Geschlechtsver¬
kehr u. nicht zur Zeugung fähig 2 un¬
geeignet; hinsichtlich des Könnens,
der Fähigkeit nicht brauchbar
im|po[tenz: dato die; - ; -1 <Med.> Un¬
fähigkeit eines Mannes od. männli¬
chen Tieres zu einer Versteifung des
Penis, einer Erektion u. somit auch
zum Geschlechtsverkehr, zur Zeu¬
gung (oftmals hervorgerufen durch u.
a. Erkrankung des Rückenmarks (z.
B. Querschnittslähmung), schweren
anderen Erkrankungen od. auch
durch psychische Hemmung) 2 Un¬
brauchbarkeit hinsichtlich des Kön¬
nens, der Leistung
Impr.: Abk, 1 a) Impressionismus
(Kunststil Ende des 19.
Jahrhunderts) b) Impressionist(in) 2
Impressum = Erscheinungsvermerk,
Angabe über Drucker, Verleger usw.
impr.; Abk. 1 imprägniert = mit einem
Schutzmittel gegen Feuchtigkeit
durchtränkt 2 impressionistisch
int|prä|gnie|ren —* im]p[räjg|nie|ren:
dato imprägnierst; imprägniertest;
hast imprägniert mit etw., einer aufge¬
tragenen Schicht gegen etw. (meist
Flüssigkeiten wie z. B. Regenwasser)
undurchlässig machen
lm|pr£|gn[e|rung —»lm|p|rä|g|niejrung;
die; - ; -en Schutz, Undurchlässigkeit
durch Tränkung mit einem Schutz¬
mittel gegen Feuchtigkeit
lm|pre|sajrio —> lm|p|re|sa|rio: do der;
-s; -s u. Impressari u. Impressarien
/impressarirnl für einen Künstler Ver¬
träge, Engagements verabredender
Theater- u. Konzertagent
hn|pres|si|on —» lm|p|res|si|on: dat.-
fro die; ~ ; -en Empfindung; Wahr¬
nehmung
im|pres|sio|nis|mus —» lm|p|res|si|o|-
nis|mus: dat.-fro der; - ; - Kunstrich¬
tung, -Stil (des 19./20. Jhds.) a) «Maie¬
rei ca. 1860-1870» Darstellung eines
momentgebundenen Wirklichkeits¬
ausschnittes, bestimmt von der Licht¬
wirkung b) «Literatur ca. 1890-1910)
meist literarische Erzeugnisse, die
momentgebundene sinnliche Ein¬
drücke zu einem Wirklichkeitsbild fü¬
gen c) «Musik ca. 1890-1920> Rich¬
tung, die besonders geprägt ist durch
Tonalitätsausweitung, indem andere
Skalen als die Dur-Moll-Skala ver¬
wendet wurden u. Parallelakkordrei¬
hung
lm|pres|sum - ♦ lm|p|res[sum: dato
das; -s; Impressen <Druckw.> Erschei¬
nungsvermerk, Angabe über Verle¬
ger, Drucker, Redaktion usw. in ei¬
nem Druckerzeugnis, einer Zeitung,
Zeitschrift o. ä.
Im|prijma|tur —* lm|p|ri|ma|tur: dato
die; -; -en 1 Druckerlaubnis 2 Druck¬
erlaubnis für Ausgaben der Bibel u.
Religionsschriften, die gemäß des ka¬
tholischen Kirchenrechts bischöflich
erteilt sein muß
559
Improvisation
lm|pro|vi|sa|ti|pn —> lm|p|ro|vi|sa|ti|on:
dat.-ito /improwisazion/ die; - ; -en
aus dem Stegreif Dargebotenes; die
Kunst, das Vermögen, unvorbereitet
etw. darzustelien, zu zeigen, zu tun
lm|pro|vi|sa|ti|ons|ta|lent —» lm|p|ro|-
vi|sa)ti|pns|ta|lent: /improwisazionß-/
das; -(e)s; -e a) Begabung, Fähigkeit,
in einer Situation spontan u. mit ein¬
fachen Mitteln anstelle komplizierte¬
rer Geräte od. Vorgänge, Ersatz zu
schaffen b) Person mit Improvisati¬
onstalent (a)
im|pro|vi|siejren —» imfp|ro|vi|sie|ren:
<it.-lat.> /improwisiren/ improvisierst;
improvisiertest; hast improvisiert etw.
ohne Vorbereitung, spontan, mit ein¬
fachen Mitteln tun
Imlpuls: dato der; -es; -e 1 plötzlich von
innen kommende (ungeplante) Einge¬
bung 2 Anregung; Anstoß; Anreiz;
Antrieb 3 <Med.> Erregungsübertra¬
gung von Nerven auf Muskeln, Zellen
4 <Elektrot.> kurzer Strom-, Span¬
nungsschub 5 <Physik> kurze, schub¬
artige Kraftzufuhr
im|pul[siv: dato Adj. von plötzlichen
(ungeplanten) Einfällen abhängig;
lebhaft; rasch; spontan, einem mo¬
mentanen (ungeplanten) Einfall fol¬
gend
lm|pul|si|vi|tät: /impulsiwität/ die; - ;
-en charakterliche Veranlagung, Ei¬
genart, spontan zu handeln, spontan
etw. zu tun, zu entscheiden
fm|stand/im|stan|de —* auch im
Stand/im Stan|de: wird in Verbindung
mit bestimmten Verben gebraucht;
meist in der Wendung a) zu etw. Im-
stand(e) sein: die Fähigkeit, die Kraft
besitzend, in der Lage, Situation be¬
findlich, um etw. zu tun, zu entschei¬
den, zu leisten b) jmd. ist imstande u.
meinen, daß die betreffende Per¬
son zu dem Genannten (meist zu etw.
Negativem) fähig ist, es tun wird
|n: Pr'äp. mit Dat. u. mit Akk. 1 a) mit
Akk. (Erfragung des Kasus durch >wo-
hin?<) Angabe eines Zieles, Zielortes
»Er führt in die Stadt. (Wohin fahrt
er? - In die Stadt.)« b) mit Dat. (Er¬
fragung des Kasus durch >wo?<) Anga¬
be, wo sich etw. od. jmd. befindet »Er
ist in Frankfurt. (Wo ist er? - In
Frankfurt.) • Das Buch ist im Arbeits¬
zimmer. (Wo ist das Buch? - Im
Arbeitszimmer.)« 2 modal; mit Dat.
gibt die Art u. Weise näher an »Sie
läuft in Sandalen.« 3 zeitlich a) mit
Akk. Angabe einer zeitlichen Ausdeh¬
nung »Ihr Erinnerungsvermögen
reicht (bis)- in die Kriegsjahre
zurück.« b) mit Dat. (Erfragung durch
>wann?<) Angabe eines Zeitraumes in
der Zukunft »In drei Wochen fliege
ich nach Spanien. ( Wann fliege ich? -
In drei Wochen.)« II 1 in abstracto:
dato [geh.] vorgestellt; nur in der Vor¬
stellung 2 in concerb <englo in einer
öffentlichen Veranstaltung od. in ei¬
nem Mitschnitt einer öffentlichen
Veranstaltung »Sie hören jetzt die
Gruppe >Flipp< in concert.« 3 in
concreto: dato genau auf etw. Be¬
stimmtes bezogen; tatsächlich; wirk¬
lich 4 in corpore: dato gemeinsam; ge¬
meinschaftlich 5 a) in dubio: dato im
Zweifel b) in dubio pro reo: dato im
Zweifel für den Angeklagten 6 in dul-
ci jubilo: dato <WeihnachtsIiedan-
fang> in süßem Jubel 7 in effectu:
dato [veralt.] wirklich 8 in effigie:
dato bildlich 9 in extenso: dato aus¬
führlich 10 in extremis: dato <Med.>
in den letzten Zügen 11 in facto: dato
wirklich »In facto existiert das Haus
gar nicht.« 12 in flagranti: dato auf fri¬
scher Tat (ertappen) 13 in floribus:
dato in Blüte (stehend, befindlich) 14
in folio: dato <Buch> in Folio-Format
15 in genere: dato im allgemeinen;
allgemein 16 in globo: dato im ganzen
17 in grosso: dat.-ito im großen 18 in
hoc signo (vinces): dato dtreuzin-
schrift) in diesem Zeichen wirst du sie¬
gen 19 in honorem: dato zu Ehren 20
in medias res: dato unmittelbar zur
Sache (kommen) 21 in memoriam:
dato [geh.] zur Erinnerung, zum Ge¬
dächtnis, Andenken 22 in natura:
dato 1. leibhaftig; persönlich 2. in Na¬
turprodukten, Naturalien (bezahlen)
23 in nomine Domini: dato im Namen
des Herrn 24 in nuce: dato im Kern;
in Kürze; kurz u. bündig 25 in
Perpetuum: dato auf immer 26 in
persona: dato persönlich 27 (etw.) in
petto (haben): [ugs.] heimlich, vor¬
sorglich noch etw. bereit haben, hal¬
ten 28 in pleno: dato vollzählig 29 in
pontificalibus: dato im Festgewand
30 in praxi: dato im wirklichen Leben;
tatsächlich 31 in puncto: dato etw. be¬
treffend 32 in saldo: dat.-ito im Rück¬
stand 33 in spe: im Hinblick auf ein
zukünftiges Ereignis; zukünftig 34 in
statu quo: dato unverändert 35 in
summa: dato im ganzen; insgesamt
36 in toto: dato im ganzen 37 in vino
veritas: dato im Wein liegt die Wahr¬
heit 36 in vitro: dato im (Reagenz-
)Glas (durchgeführt) 39 in vivo: dato
am lebenden Objekt 40 im allgemei¬
nen —> im Allgemeinen: generell,
nicht speziell auf etw. bezogen 41 im
besonderen —> im Besonderen:
ganz speziell auf etw. bezogen; vor al¬
lem 42 in betreff —> in Betreff: (oft
auf geschäftlichen Briefen) eine Be¬
zugspunktangabe einleitend 43 in be¬
zug auf —> in Bezug auf: bezogen
auf; (oft auf geschäftlichen Briefen)
eine Bezugspunktangabe einleitend
44 in Frage kommen —> auch infra¬
ge kommen: zur Auswahl stehen;
möglich sein; unter mehreren Mög¬
lichkeiten in Betracht kommen 45 in
Frage stellen —» auch infrage
stellen: etw., einen Sachverhalt, eine
Handlung o. ä. bezweifeln, anzwei¬
feln 46 im einzelnen —» im
Einzelnen: ins Detail gehend betrach¬
tet 47 im nachhinein —> im
Nachhinein: später; hinterher 48 im
übrigen —> im Übrigen: außerdem;
abgesehen von; zudem 49 im voraus
—*■ im Voraus: bevor etw. erfolgt;
vorher; zu einem früheren Zeitpunkt
(als etw. erfolgt) 50 im vorhinein —*
im Vorhinein: vom Beginn, Anfang an
—* in Betreff: s. in betreff (in II42)
—> in Be|zug auf: s. in bezug auf (in II
43)
—> in|fra|ge kom|men: s. in Frage kom¬
men (in II44)
—* in[fra]ge stellen: s. in Frage stellen
(in II45)
in: <englo in der Wendung in sein: 1. a)
dem Zeitgeschmack entsprechend;
modern sein b) beliebt sein 2. im In¬
teressenmittelpunkt befindlich
-in: Wortbildungselement + (männli¬
ches) Substantiv <oft bei Berufbe¬
zeichnungen od. Nationalitäten) be¬
zeichnet die Weiblichkeit, weibliche
Variante einer Person, eines Tieres
»Chefin ♦ Ärztin ♦ Beamtin • Englände¬
rin • Hündin«
In-: dato Wortbildungselement + man¬
che Adj. (meist fremdsprachig) 1 ein-;
hinein- 2 Negativierung des im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten; Ver¬
kehrung des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten ins Gegenteil; nicht
»inakzeptabel = nicht akzeptabel«,
Syn <2> un-
in(.): Abk. (englo <Maßeinheit der Länge
in Großbritannien u. den USA) inch
= Zoll (1 in = 2,54 cm)
In.: Abk. Insel(n)
in|ad|fiquat/in|ad|äquat: dato Adj. inad¬
äquater; inadäqtiateste [geh.] nicht
entsprechend; unangemessen, Ant:
adäquat
in[akftiv/in|ak[tlv: dato /inaktif/ Adj. n.
stg. 1 außer Betrieb; nicht in Funkti¬
on 2 nicht (selbst) handelnd »Bis auf
einen Telefonanruf ist er inaktiv
geblieben.« 3 a) <Med.> zur Zeit keine
Symptome zeigend; (momentan)
nicht wirksam b) <Med.; Chemie)
nicht mehr wirksam 4 a) nicht im
Dienst; von Pflichten befreit b) in
Rente, Ant.: <1; 2; 3; 4> aktiv
1n|ak|ti|vi|tät/ln|ak|ti|vi|t£t: /inaktiwität/
die; ~ ; -1 Passivität; Untätigkeit; das
Nichthandeln 2 <Med.> Zustand des
(vorübergehenden) Rühens eines
krankhaften Vorganges 3 <Bio.; Che¬
mie; Med.) Unwirksamkeit
ln|an|griffjnah|me: die; - ; -n [amtssprl.]
Beginn mit etw., mit der Erledigung
einer Pflicht o. ä.
In|an|spruch|nah|me: die; - ; -n [amts-
sprl.j (sehr starke(r), intensive(r)) Ge¬
brauch, Nutzung von etw.
in|arfti|ku|llertrin|arfti|ku|liert: dato Adj.
inartikulierter; inartikulierteste un¬
klar; undeutlich (gesagt)
ln]au|gen|schein|nah|me: die; - ; -n
[amtssprl.] Begutachtung
inbegr.: Abk. inbegriffen
ln|be|grifh der; -(e)s; -e reinste, ideale
Verkörperung einer Vorstellung, ei¬
nes Ideals o. ä. in einer Person od. Sa¬
che
|n|be|grif)fen: Adj. n. stg. in etw. einge¬
schlossen; mit in etw. enthalten
ln[be[sitz|nah|me: die; - : -n [amtssprl.]
Vorgang, bei dem etw., was einer Per¬
son rechtlich zusteht u. worauf nie¬
mand Anspruch erhebt, zu deren Ei¬
gentum wird
ln|be|trieb|fiah|me: die; -; -n [amtssprl.]
erste, erneute Nutzung von etw.
In|bild: das; -(e)s; -er Ideal; etw. od.
jmd., was/der den höchsten Anforde¬
rungen, Vorstellungen entspricht
ln|brunst: die; - ; - Gefühl von sehr lei¬
denschaftlicher Ausprägung, mit dem
eine Person sich jmdm. od. etw. wid¬
met
560
Indikativ
in|brün|stig —> in|brüns(tig: Adj. sich
jmdm. od. etw. mit sehr ausgeprägt
leidenschaftlichem Gefühl widmend
{n|bus|schlüs|sel: (Warenzeichen) der;
-s; - <Technik> einem Haken ähneln¬
des Werkzeug, das der Festdrehung
od. Lösung einer Inbusschraube dient
I. N. C.: Abk. <iat.> in nomine Christi =
im Namen Christi
inc(l).: Abk. tenglo included; including;
inclusive = eingeschlossen; inbegrif¬
fen
jnch: <engl.> /intsch/ der; - ; -es
jintschiß/ «Maßeinheit der Länge in
Großbritannien u. den USA> 2,54 cm
in|choa|tiy/in|choatttv —* in|cho|a|tiv:
tlat.> /inkoatif/ Adj. «Sprachwiss.;
Verbaktionsarb einen langsamen
Übergang zu einem Zustand bezeich¬
nend »Das Verb >verwelken< ist in¬
choativ.«
ln|choaftiv/ln|choa|tiv —» ln|cho|a|tiv:
dato das; -s; -e /inkoatiwe/ «Sprach-
wiss.> einen langsamen Übergang zu
einem Zustand bezeichnendes Verb
I. N, D.: Abk. dato 1 a) in nomine dei =
im Namen Gottes b) in nomine Do¬
mini = im Namen des Herrn
i. N. d.: Abk. im Namen der, des
Ind.: Abk. 1 a) Indien b) Inderin) 2 In¬
dex = 1. alphabetisches Verzeichnis
2. Liste verbotener Bücher, Filme
usw. 3 Indifferenz “ Gleichgültig¬
keit; Unbestimmtheit 4 Indigio =
blauer Farbstoff 5 <Med.> Indikation
= Grund, ein bestimmtes Heilverfah¬
ren anzuwenden 6 <Sprachwiss.> Indi¬
kativ — <Verb> Wirklichkeitsform 7
Indikator = 1. Merkmal; Anzeichen
2. Stoff, der eine chemische Reaktion
anzeigt 8 Indizien) = verdachterre-
gende(r) Umstand, Umstände 9 a) In¬
dustrie b) Industrielle(r)
ind.: Abk. 1 indem 2 indessen 3 indiffe¬
rent = a) unbestimmt; unentschieden
b) gleichgültig 4 indirekt 5 indisch 6
indiziert = a) auf etw. hingewiesen b)
mit einem Index versehen 7 a) indivi¬
dualistisch = eigenwillig; das Beson¬
dere, Eigentümliche berücksichtigend
b) individuell = von besonderer Ei¬
genart 8 induktiv = vom Einzelnen
zum Allgemeinen führend 9 a) indu¬
striell b) industrialisiert
in|de|fi|n]t/in|de|fi(nit: dato Adj. n. stg.
«meist "Sprachwiss.) unbestimmt
ln|de|fi|nit|pro|no|men/ln|de|fi|nit|pro|-
no|men: das; -s; ~ u. -pronomina
«Sprachwiss.) unbestimmtes Fürwort,
das eine unbestimmte, nicht näher be-
zeichnete Menge, Anzahl, Größe
usw. angibt (wie z. B. alle) od. auch
eine in Hinsicht auf das Geschlecht
unbestimmte Angabe gibt (wie z. B.
jemand)
in|de|kli|na|bel/in|de|kli|na|bel —» in|-
de|k|li|na|bel: dato Adj. n. stg.
«Sprachwiss.) n. dekl.; nicht beugbar
in|dem: I Adv. zeitlich [veralt.] während
(der Zeit, in der) II Konj. 1 gibt die Art
u. Weise, einen (Lösungs-)Weg an;
gibt an, wie etw. erreicht, getan wird;
dadurch/darait, daß ... »Er hat das
Problem gelöst, indem er die Nachbarn
auch einlud.« 2 zeitlich [veralt.] wäh¬
rend (der Zeit, in der)
ln|dem|ni|tSt: dato die; - ; - <Pob 1 Be¬
freiung der Abgeordneten vor straf-
od. dienstrechtlicher Verfolgung we¬
gen Äußerungen im Parlament 2
nachträgliche Billigung eines Regie¬
rungsaktes durch das Parlament
ln|dejpen|denz: dat.-englo die; ~ ;- Un¬
abhängigkeit
in|des/in|des|sen: I Adv. 1 eine Gleich¬
zeitigkeit zwischen Vorgängen o. ä.
ausdtückend; inzwischen »Während
ich mir die Haare föhne, kannst du in¬
des deine Eltern anru/en.« 2 etw. Ge¬
gensätzliches bezeichnend; aber; je¬
doch II Konj. 1 modaletw. Gegensätz¬
liches bezeichnend; wohingegen 2
temporal eine Gleichzeitigkeit zwi¬
schen Vorgängen o. ä. ausdrückend;
während
!n|de|terjrni|na|ti|on/ln|dejter|mi|na|ti|-
on: dato /indeterminazion/ die; - ; -1
Unentschiedenheit; Unentschlossen¬
heit 2 Unklarheit; Unbestimmtheit
in|de|ter|mi|ntert/in|de|teijrni|niert: Adj.
indeterminierter; indeterminierteste 1
unentschlossen; unentschieden 2 un¬
bestimmt; unklar; nicht definiert, be¬
stimmt
ln|dex: dato /indekß/ der; -es; -e u.
Indizes —» auch Indices <— /indizeßi
1 alphabetisches Verzeichnis vom/
von Inhalt(sgruppen), Namen, Stich¬
wörtern usw. zur Orientierung »Das
Schriftstück ist im Index nicht
enthalten.« 2 PL Indizes «Wirt.) ei-
ne(n) Veränderung, Wandel bezeich¬
nender statistischer Meßwert 3 PI. In¬
dizes —*auch Indices<— «Math.;
Physik) meist tief, auf Höhe der Un¬
terlängen gedruckter, gesetzte(r) Zahl
od. Buchstabe, die/der dazu dient,
Größen gleicher Art zu unterscheiden
4 PI. Indizes —»-auch Indices<—
«Lexikographie) der Unterscheidung
von Einträgen od. Homographen die¬
nende hochgestellte Numerierung 5
«analytische Med.) Beziehung, Ver¬
hältnis zweier Größen 6 <Anat.> Zei¬
gefinger 7 «Anthropologie) Verhältnis
der Breite zu der Länge eines Schädels
8 «Sprachwiss.; Semiotik) Zeichen¬
klasse, wo die Beziehung zwischen
dem Zeichen u.dem, was es bezeich¬
net, nicht auf Übereinkunft zurück¬
zuführen ist, sondern auf durch Er¬
fahrung heTbeigeführte Verknüpfung
von Ursächlichkeiten 9 a) Verzeichnis
von für den freien Vertrieb (z. B. von
der FSK (Freiwillige Selbstkontrol¬
le)) verbotenen Büchern, Filmen etc.
b) Index librorum prohibitorum: Ver¬
zeichnis der für katholische Gläubige
durch den Papst verbotenen Bücher
|n)de|zent/in|de|zent: dat.-fro Adj. inde¬
zenter; indezenteste taktlos; nicht
schicklich
ln|de|zenz/ln|de|zgnz: dat.-fro die; - ;
-en Taktlosigkeit; Unanständigkeit
ln|dia|ner —► ln|di|a|ner dato der; -s; -
weibl. In|dia|ne]rin —> ln|di|a|ne|rin:
die; ~ ; -nen 1 Angehörige(r) deT
(nordamerikanischen) Indianer-, Ein¬
geborenenstämme, der Ureinwohner
2 [österr.] kurz für Indianerkrapfen =
Negerkuß; Mohrenkopf
ln|dia|ner]häupt|ling —»■ ln|di|a|nerj-
häupt|ling: der; -(e)s; -e Stamman¬
führer, Oberhaupt eines Indianer¬
stammes
ln|dia|neijre|serjvat —> ln|di|a[ner|re|-
ser|vat: das; -(e)s; -e den Indianern
Nordamerikas zugewiesenes, weitge¬
hend selbstverwaltetes Gebiet
in|dia|nisch —> in|di|ajnisch: Adj. n.
stg. die Ureinwohner Amerikas, die
Indianer, ihre Sprachen, Kultur usw.
betreffend
ln|dia|n||stik —»• ln|di|a|nis|tik: die; - ; -
sich mit den Sprachen u. Kulturen
der Indianer beschäftigende Wissen¬
schaft
—»ln|di|ces: s. Index/Indizes
in|di'f|fejrent/in|dif|fe|rent: dato Adj. in¬
differenter; indifferenteste 1 unbe¬
stimmt; gleichgültig; interessenlos 2
«Chemie; Med.) neutral
ln|dif|fe|renz/ln|dif)fe|i«nz: dato die; - ;
" -en 1 o. PI. Iiiteressenlosigkeit;
Gleichgültigkeit 2 «Chemie; Med.)
Neutralität
ln|di|gna|ti|on —»■ ln|di|g|na|ti|on: dato
/indignazion/ die; - ; - Entrüstung;
Unmut; Empörung
in|di|gn]ert —»• in|di|g|niert Adj. indi¬
gnierter; indignierteste empört; unge¬
halten; peinlich berührt
ln|dijgni|tät —> ln[di|g|ni|tät: dato die;
-; - Unwürdigkeit
|n|di|go: <gr.-lat.-spano der u. das; -s; -s
heute künstlich hergestellter (Anilin-)
Farbstoff von einem tiefen, satten
Blau
|n|di|go|pflan|2e: die; - ; -n einen tiefen,
satten blauen Farbstoff enthaltende
tropische Pflanze
ln|di|ka|ti|gn: dato /indikazion/ die; - ;
-en 1 «Med.) zwingender Grund, der
eine bestimmte Therapie, Behandlung
(smethode) bestimmt 2 «Rechtsw.)
Voraussetzung für eine nicht rechts¬
widrige Schwangerschaftsbeendi¬
gung, Abtreibung, Ant.: <I> Kontra¬
indikation
ln)di|ka|ti|ons|mo|dell: /indikazionß-/
das; -(e)s; -e «besonders Rechtsw.)
modellhafte Darstellung von Voraus¬
setzungen, die einen Schwanger¬
schaftsabbruch nicht rechtswidrig
machen (Nach neuer Rechtslage sind
noch zu unterscheiden: 1. die Medizi¬
nische Indikation, wenn eine Fortset¬
zung der Schwangerschaft eine Ge¬
fahr für das Leben od. für den körper¬
lichen od. seelischen Gesundheitszu¬
stand der Schwangeren bedeutet u.
die Gefahr nicht anders abwendbar
ist u. die Schwangere einwilligt; 2. die
kriminologische Indikation, wenn
unter den gleichen Voraussetzungen
wie 1. anzunehmen ist, daß die
Schwangerschaft durch eine rechts¬
widrige Tat (Vergewaltigung) hervor¬
gerufen ist, 3. um eine soziale, wirt¬
schaftliche Elendsituation zu vermei¬
den u. seit der Empfängnis nicht mehr
als 12 Wochen vergangen sind (die
frühere reine Indikationslösung ist
1995 durch die Fristenlösung abge¬
löst worden).)
|n|dijka|tiv: dato der; -s; -e /indikatiwe/
«Sprachwiss.; Modus) Wirklichkeits¬
form des Verbs, Tätigkeitswortes, die
ausdrückt, daß das Gesagte, Ge¬
schriebene als wirklich, tatsächlich
dargestellt wird »In dem Satz “Er
kommt morgen." steht das Verb >kom-
men< im Indikativ, in dem Satz “Ich
561
indikativisch/indikativisch
wollte, er käme morgen." steht das
Verb >kommen< im Konj.«
in|di|ka|ti|visch/in|di|ka|t||vlsch: /indi-
katiwisch/ Adj. h. stg. (Sprachwiss.) in
der Wirklichkeitsform stehend
ln|di|ka|ton <lat.> der; -s; Indikatoren 1
Merkmal, Anzeichen als Verweis,
Hinweis auf etw., Veränderungen o.
ä. 2 (Technik) Aufzeichnungsgerät
für die Leistung einer Maschine 3
(Chemie; Technik) Stoff, der das En¬
de einer chemischen Reaktion od. die
Änderung der ph-Ionenkonzentrati-
on anzeigt, od. Gerät, das einen che¬
mischen Prozeß zu beobachten er¬
möglicht
ln|dio: tspano der; -s; -s u. weibi die; - ;
-s mittel- od. südamerikanische(r) In¬
dianerin)
indir.: Abk. indirekt
)n|di|rekt/in|di|rekt: dato Adj. indirekter;
indirekteste a) nicht auf dem geraden
Weg; sondern mit, auf Umwegen b)
nicht mit offenen Worten, sondern
nur andeutungsweise; nur mittelbar
Ant.: (a; b> direkt
!n|di[sche Oze[an —> |n|di|sche Ofze|-
an: der; -n -s; - (Geographie) Welt¬
meer, das an Afrika, Australien, die
Antarktis u. die Indonesischen Inseln
sowie an Indien grenzt
in|dis|kret/in[dis|kret —» inldis[k|ret:
dat.-fro Adj. indiskreter; indiskreteste
nicht verschwiegen, sondern vor nicht
Betroffenen über (private, intime)
Angelegenheiten (anderer Personen)
sprechend; ohne das nötige Feinge¬
fühl private Gegebenheiten nicht ent¬
sprechend achtend Ant.: diskret
ln|dls|kre|ti|on/lri|dls|kre|ti|gn —* ln|-
dis|k)relti)on: dat.-fro /indiskrezion/
die; - ; -en a) das Verraten von anver¬
trauten, privaten, intimen Informa¬
tionen, die (noch) nicht für die Öf¬
fentlichkeit, andere Personen freige¬
geben sind Informationen b) Unge¬
schliffenheit; Taktlosigkeit; Hand¬
lung, Äußerung o. ä. ohne Feinge¬
fühl, Ant.: (a; b> Diskretion
in|dis|ku{ta|bel/in|dis|ku|t^bel: dato
Adj. indiskutabler; indiskutabelste
nicht der Erörterung, der Bespre¬
chung, der Diskussion wert
in|disjpo|ni|bel/injdis|po|rii|bel: dato
Adj. n. stg. 1 nicht verfügbar, erhält¬
lich 2 nicht verkäuflich
in|dis)po|niert/ifi|dis|po|niart: dato Adj.
indisponierter; indisponierteste sich
körperlich u./od. seelisch nicht wohl
fühlend, aber nicht wirklich krank;
unpäßlich
!n|dis|po|si|B|on/ln|dls|po|si|ti|pn: <fro
/indisposizion/ die; - ; -en Unpäßlich¬
keit; unwohle, aber nicht wirklich
kranke körperliche u./od. seelische
Verfassung
indiy.: Abk. a) individualistisch = eigen¬
willig, das Besondere, Eigentümliche
berücksichtigend b) individuell =
von besonderer Eigenart
in|df|vi|du|al-/ln|di|vi|du|al-: dato /indi¬
widual-/ Wortbildungselement besagt,
daß das im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückte sich auf ein Individuum be¬
zieht, persönlich, intim, privat ist
lnjdi|vi(du|al[be|reicti: /indiwidual-/ der;
-(e)s;-e Privatbereich ~
ln|di|vi|du|al|dia|gno|se —» ln|di|vi|du|-
- al|di|a|glno|se: /indiwidual-/ die; ~; -n
(Psychologie) Methode zur Persön¬
lichkeitserfassung
in)di|vi|dua|li|sielren —> in|di|vi|du|a|li|-
sie|ren: dat.-fro /indiwidualisiren/ in¬
dividualisierst; individualisiertest; hast
individualisiert im einzelnen betrach¬
ten; das Besondere hervorheben
ln|di|vi|dua|lis|mus —> ln|di|vi|du|a|lis|-
mus: dat.-fro /indiwidualißmuß/ der;
- ; - 1 a) Vorrangigkeit eigener Be¬
dürfnisse vor denen der Gemeinschaft
b) [oft abwert.] zu starke Betonung
der Bedürfnisse der eigenen Person 2
(Wirtschaftspol.) die persönlich spezi¬
fische Handlung so wenig wie mög¬
lich einschränkendes Prinzip
ln|di|vi|dua|tist —> !n|di|vi|du|a|list:
dat.-fro /indiwidualißt/ der; -en; -en
weibi. In|di|vi|dua|li|stin —» ln|di|vi|-
du|a|lis]tin: die; - ; -nen 1 Person, die
nicht'den Lebensstil der Mehrheit an¬
nimmt, sondern auf eine eigene Weise
lebt, arbeitet 2 Person, die das Prinzip
vertritt, die persönlich spezifische
Handlung in Hinsicht auf wirtschaft¬
liche Faktoren so wenig wie möglich
za beschränken
in|di|vi|dua|ti]8tisch —> in|di|vildu|a|lis|-
tisch: /indiwiduaiißtisch/ Adj. 1 a)ei-
genwillig; das Besondere, Eigentümli¬
che betonend b) nur das Individuum
berücksichtigend 2 die persönliche
Haltungsweise in Hinsicht auf wirt¬
schaftliche Faktoren so wenig wie
möglich beschränkend, beschränken
wollend
ln|di|vi|dua|liftgt —> fn|dijvi|du|a|li|tät:
dat.-fro /indiwidualität/ die; - ; -en 1
o. PL das Individuum bestimmende
persönliche Eigenart 2 eigene Persön¬
lichkeit, die ein Individuum besitzt u.
durch die es sich von anderen Indivi¬
duen abhebt
in|di|vi|du|ell: dat.-fro /indiwiduell/ Adj.
dem Individuum eigentümlich; per¬
sönlich; von betonter Eigenart
ln|dlfvi|du|um: dato /indiwidu-um/ das;
-s; Individuen jindiwidu-enj 1 einzel¬
nes, selbständig existierendes Wesen
einer Art, Gattung; Einzelwesen (in
Hinsicht auf die Biologie auch Tiere
u. Pflanzen); einzelne Person; (meist)
der Mensch allein für sich, als ein¬
zelne Person betrachtet b) [abwert.]
moralisch, gesellschaftlich negativ be¬
werteter Mensch; unangenehmer,
nicht glaubwürdiger, nicht vertraue¬
nerweckender, abgelehnter Mensch 2
(Chemie) kleinste(s) Teilchen
ln|diz: dato das; -es; Indizien jmdizPnj 1
Anzeichen, Beleg für etw. 2
(Rechtsw.) Anzeichen, Tatsache, aus
deren Vorhandensein auf eine weitere
Tatsache geschlossen werden kann,
Syn.: Anzeichen
ln|di|zes —> auch ln|di|ces: die (PI.)
Plural von Index '
ln|djjzijen|be|weis: der; -es; -e (meist
Rechtsw.) im deutschen Strafproze߬
recht zulässiger Beweis aufgrund von
Tatsachen, die mittelbar den zu be¬
weisenden Vorgang belegen
ln]di)zi]en|ket|te: die; - ; -n (meist
Rechtsw.) mehrere, zusammenhän¬
gende Anzeichen, verdachtserregende
Umstände
ln|di|zi|en|pro|zeB —» ln|di]zi|en|pro|-
zess: der; -prozesses; -prozesse
(Rechtsw.) Gerichtsverfahren, das
sich in der Beweisführung auf Anzei¬
chen, verdachtserregende Umstände
stützt
in|di|zie|ren: dato indizierst; indiziertest;
hast indiziert 1 [geh.] auf etw. hinwei¬
sen, verweisen 2 mit einem Index, al¬
phabetischen Verzeichnis vom/von
Inhalt(sgruppen), Namen, Stichwör¬
tern usw. zur Orientierung versehen 3
(hist.) etw. in ein Verzeichnis der für
katholische Gläubige durch den
Papst verbotenen Bücher aufnehmen
4 ein Verzeichnis von für den freien
Vertrieb (z. B. von der FSK (Freiwil¬
lige Selbstkontrolle)) verbotenen Bü¬
chern, Filmen usw. erstellen 5 (Med.)
einen zwingenden Grund anzeigen,
der eine bestimmte Therapie, Be¬
handlungsmethode) bestimmt
in|do|eu|ro|p||isch: Adj. n. stg. indoger¬
manisch
1n|do|ger|ma|ne: der; -n; -n weibi. Injdoj-
gerfmajnin: die; -; -nen Person, die ei¬
nem Volk angehört, dessen Grund¬
sprache zum Indogermanischen ge¬
zählt wird
in|do|geiimajnisch: Adj. n. stg. der in¬
doeuropäischen Sprachgruppe, Kul¬
turgruppe angehörend, sie betreffend
1n[dok)tri |na|ti|on —> ln|dok|t|ri|na|ti|on:
dato /indoktrinazion/ die; - ; -en
[meist abwert.] starke psychologische
Beeinflussung, Durchdringung von
einer od. mehreren Personen mit dem
Ziel, diese Zielgruppe zu etw. zu be¬
wegen, zu beeinflussen
in|dok]tri|na|tiv —> in|dok|t|rilna|tiv:
/indoktrinatif/ Adj. [meist aowert.]
beeinflussend
in|dok]tri|nie|ren —» in|dok|t|ri|nie|ren:
indoktrinierst; indoktriniertest; hast
indoktriniert [abwert.] beeinflussen
ln|dok|tri|nie|rung —» ln|dok|t|ri|nie|-
rung: die; - ; -en [abwert.] Beeinflus¬
sung
in|do|lent/in|do|lent dato Adj. indolen¬
ter; indolenteste 1 gleichgültig;
schwerfällig 2 n. stg. (Med.) a) unemp¬
findlich Schmerzen gegenüber b)
schmerzlos
ln|do|lenz/ln|do|lenz: dato die; - ; - 1
Gleichgültigkeit; Schwerfälligkeit 2
(Med.) a) Unempfindlichkeit gegen¬
über Schmerzen b) Schmerzfreiheit;
Schmerzlosigkeit
ln|duk|ti|on: dato /indukzion/ die; ~ ; -en
1 wissenschaftliche Methode, vom
Einzelnen auf das Allgemeine zu
schließen 2 (Bio.; Med.) Nachwirkung
einer durch Einflüsse der Umwelt be¬
dingten Veränderung der Merkmale,
des Erscheinungsbildes eines Einzel¬
wesens (nicht des Erbguts) auf die
nächste Generation 3 (Elektrot.) Er¬
zeugung od. Übertragung von elektri¬
schen Spannungen durch magneti¬
sche Flußänderung in einem elektri¬
schen Leiter (meist einer Spule)
in|duk)tiv/injduk|tlv: dato /induktif/ Adj.
1 vom Einzelnen zum Allgemeinen
führend 2 (Bio.; Med.) aufgrund einer
umweltbedingten Merkmalsverände¬
rung auf die nächste Generation
nachwirkend 3 (Elektrot.) (Gegen-)
562
Infantilismus
Spannungen durch Magnetfeldverän¬
derung produzierend
ln|dul|genz: <lat.> die; - ; -en 1 [geh.]
Nachsicht; Milde 2 <Rechtsw.> Straf¬
erlaß
ln|dult' <lat.> der u. das; -(e)s; -e 1 [geh.]
in speziellen Fällen gewährte Vergün¬
stigungen 2 »Wirt.; Bankw.) Einräu¬
mung einer Frist im Falle, daß ein
Schuldner mit einer Verpflichtung im
Rückstand ist 3 »Völkerrecht Einräu¬
mung einer Frist, die bei einem Aus¬
bruch eines Krieges den Handels¬
schiffen des Feindes den Rückzug aus
feindlichem Gebiet ermöglicht 4
»kath. Kirche> für eine bestimmte Zeit
geltende Befreiung von einer Ver¬
pflichtung
injdu|stria|li|sie|ren —» in|du|s|tjri|a|li|-
siejren: dat.-fro industrialisierst; indu¬
strialisiertest; hast industrialisiert a)
Wirtschaftszweige für die Massenher¬
stellung in einem Gebiet ansiedeln b)
industrielle Produktionsmethoden in
einem Betrieb, einer Fabrik usw. ein¬
führen
ln|du|stria)li|sje]rung —* ln|dujs|t|ri|a|U]-
siejrung: die; - ; - a) zunehmende Er¬
richtung, Ansiedelung von Industrie¬
betrieben b) Ausstattung eines Unter¬
nehmens mit Maschinen, Anlagen
zur industriellen Fertigung von Gü¬
tern
ln|du|stria|lis|mus —> ln|du|s|t|ii|a|lis|-
mus: der; - ; - Vorherrschen von
Massenproduktionen, Industrie in ei¬
nem wirtschaftlichen System
ln|du|strie —> ln|du|s|tjrje: dat.-fro die;
- ; -n lindustrjsnj (Gesamtheit von)
maschinell u. organisiert Güter ferti-
gende(n) Fabriken, Betriebe(n), die
Konsum- u. Produktionsgüter her¬
stellen
ln|du|strie|an|la|ge —» ln|du|s|t|rie|an|-
la|ge: die; - ; -n alle Maschinen, Ein¬
richtungen, Gebäude usw. auf einem
Industriebetriebsgelände
ln|du|str]e|ar]bei|ter —* ln|du|s(t[rielar|-
beilter: der; -s; - weibl. In|du|str|e|ar|-
bei)te|rin —* ln|du|stt[riejarjbei|te|rin:
die; - ; -nen Person, die in einem Indu¬
striebetrieb in der Produktion arbei¬
tet u. dort ihr Geld verdient
ln|du|strie|be|trieb —» ln|du|s|t[rie|be|-
trieb: der; -(e)s; -e Unternehmen in¬
dustrieller Art, das sich dadurch aus¬
zeichnet, daß dort in hohen Stückzah¬
len produziert, gefertigt wird
ln|du|strje|de|sign —> ln|du|s|t|riejde|-
sign: das; -s; - Gestaltung von Ge¬
brauchsgegenständen
ln|du|striejer|zeugjnis —» ln|du|s|t|rie|-
er[zeug|nis: das; -ses; -se Industrie¬
produkt; industriell erzeugter Gegen¬
stand
ln|du|strjejge|biet —> ln|du|s|t)r!g|ge{-
biet: das; - fe)s; -e Landschaft mit ei¬
ner Anhäufung von Fabriken
ln|du|strje|kauf|mann —> ln|du|s|t|rie|-
kaüf|mann: der; -(e)s; -männer u.
-kaufleute weibl. In|du|strie)kauf|frau
—>• ln|du|att|rie|kauftfrau: die; - ; -en
kaufmännisch ausgebildete Person,
die in einem Industriebetrieb arbeitet
ln|du|strie|iand —» ln|du|s)tjrie|land:
das; -(e)s; -länder Staat, dessen wirt¬
schaftliche Kraft auf <ier Industrie¬
produktion beruht
in|du|stri|ell - * in|du|s|t|ri|ell: <fr.> Adj.
a) ineler Industrie gefertigt b) die In¬
dustrie betreffend, ihr zuzuordnen
ln|du|stri|el|le—» ln]du|s|t)ri|el|1e: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Industrieller; eine Industrielle; zwei
Industrielle) weibliche od. männliche
Person, die Eigentümerin) eines In¬
dustriebetriebes ist
ln|du|strie|pro|dukt —* ln|du|s|t|rie|-
pro|dukt: das;-(e)s; -e Erzeugnis der
industriellen Produktion, Fertigung
ln|du)strie|staat —» ln|du|s|t|rie|staat:
der; -(e)s; -en Staat, dessen wirt¬
schaftliche Kraft auf der Industrie¬
produktion beruht
ln(du|strie|stadt —* ln|dufs|t]iie|stadt:
die; - ; -Städte durch große Industrie-
ansiedlung geprägte Stadt
ln|du|strie|zeit|al|ter —> ln|du|s|tjrie|-
zeit)al|ter: das; -s; - <hist.> durch die
Industrialisierung, Einführung ma¬
schineller Fertigungsverfahren ge¬
prägte Epoche (im 19. Jahrhundert)
lnjdu|str]e|zweig —* ln|du|s|t|rieizweig:
der; -(e)s; -e alle Unternehmen, die
auf einem Gebiet bestimmte Erzeug¬
nisse fertigen
in|du|zje|ren: <lat.> induzierst; induzier¬
test; hast induziert 1 vom Einzelnen
auf das Ganze schließen, eine Gesetz¬
mäßigkeit ableiten 2 »Med.; Psycholo¬
gie) durch (häufigen) Kontakt mit
psychisch gestörten Personen Hyste¬
rieerscheinungen, Wahnvorstellung
übernehmen, auf sich übertragen 3
»Elektrot.) mittels Magnetfeldverän¬
derungen in/auf elektrischen Leitern
Spannungen erzeugen, übertragen 4
»Chemie) mit Hilfe eines dritten Stof¬
fes zwei Stoffe umsetzen
in|eftfek|tiv/in|ef|fek|tiv: <lat.> /ineffektif/
Adj. unwirksam; nichts bringend; zu
nichts führend, Ant.: effektiv
in|ef|fi|zi|ent/in|ef|fi|zi|ent: dato Adj. in¬
effizienter; ineffizienteste a) nicht
wirtschaftlich b) zu nichts führend,
Ant.: effizient
ln|ef|fi[zi|enz/ln|ef]fi|zi|enz: die; ~ ; -en a)
Unwirtschaftlichkeit b) Unwirksam¬
keit; Vorgehensweise, die zu nichts
führt, Ant.: Effizienz
in|ein)an|der —> in|eijn]an|der: Adv.
eins, eine Sache in eme(r) andere(n)
von mindestens zwei Dingen, Perso¬
nen, Gegebenheiten
in|ein|an|der- —>• in|ei|n|an|der +
Wortbildungselement + angehängtes
Verb, trennbar —> immer getrennt
geschrieben*— drückt aus, daß min¬
destens zwei Dinge, Personen, Gege¬
benheiten Zusammenkommen, -tref¬
fen
—* in|ei|n|an|der fü|gen: s. ineinander-
fügen
—»in|ei|n|an|der greijfen: s. ineinander¬
greifen
—» in|ei|n|an|der pas|sen: s. ineinan¬
derpassen
in|ein|an[derjfü|gen —> m|ei|n|an|der
fü|gen: fugst ineinander; fügtest inein¬
ander; hast ineinandergefügt —*hast
ineinander gefügt*— etw. in etw. an¬
deres fügen, setzen; miteinander ver¬
binden
in|ein|an|der|grei|fen —-» in|ei|n|an|der
greijfen: greifen ineinander; griffen in¬
einander; haben ineinandergegriffen
—>haben ineinander gegriffen*—
sich bei einem Bewegungsablauf mit¬
einander verbinden
ln|einjan|der|pas|sen —> in|ei|n|an|der
pasjsen: passen ineinander; paßten in¬
einander; haben ineinandergepaßt
—* haben ineinander gepasst ♦ alle
Formen mit ss*— genau zueinander
gehören u. sich ineinander fügen
ln|eins|set|zung: die; - ; -en das mit etw.
Gleichsetzen; Gleichstellung
jn|es|sen|ti|ell/in|es[sen|ti|ell —a- auch
in|es|sen|zi|ell: data /inessenziell/ Adj.
[geh.] nicht wesentlich; unwichtig,
Ant.: essentiell
|n|exi|stent/in|exi|stent —» in|e]x|i|s|-
tent: data /ineksßißtent/ Adj. n. stg.
nicht vorhanden; unwirklich, Ant.:
existent
ln|exi|stenz/ln|exi|stenz —» ln|e|x|i|s|-
tenz: /ineksßistenz/ die; - ; - 1 nicht
Vorhandenheit; das Nichtvorhanden¬
sein; Unwirklichkeit 2 »Philosophie)
das Vorhandensein in etw., Ant.: Exi¬
stenz
Inf.: Abk. 1 »Milit.) Infanterie = Fu߬
truppen 2 Infektion = Ansteckung
durch Krankheitserreger 3 »Sprach-
wiss.> Infinitiv = Grundform des
Verbs 4 Information
inf.: Abk. 1 <Med.> a) infektiös = an¬
steckend b) infiziert = angesteckt 2 a)
infolge b) infolgedessen 3 a) informa¬
tiv b) informiert
inlfal|li|bel: dat.> Adj. n. stg. »kath. Kir¬
che; Papsb unfehlbar
tn|fal|li|bi|>i|tät: die; ~ ; - »kath. Kirche)
Unfehlbarkeit (besonders des Pap¬
stes)
in|fam: dato Adj. [abwert.] t ohne Ehre;
niederträchtig; hinterhältig, bewußt
(mit einer Lüge) schaden wollend 2
sehr; schrecklich; stark »infame Ma¬
genkrämpfe, Hitze«
Injfajinie: dat.-fro die; - ; -n jinfamgn! 1
Niedertracht; Ehrlosigkeit; Hinter¬
hältigkeit 2 »kath. Kirchenrecht)
kirchlicher Ehrhaftigkeitsverlust
ln|fan|te|rie/tn|fan|te|rie: dat.-il.> die; - ;
Infanterien )infanterijnj »Milit.) nicht
mit Pferden od. Fahrzeugen ausge¬
statteter Teil der Armee, sondern
leicht bewaffnete Fußtruppen, die für
den Nahkampf ausgebildet sind
ln|fan]te|rie|re|gi|ment: das; -(e)s; -e
»Milit.) Fußtruppeneinheit
]nffan|te|rist/lnjfan|te|rist: der; -en; -en
weibl. Iselten] ln|fen|te|ri|stin/ln|fan|-
te|ri|stin —» ln|fantte|ris(tin: die; - ;
-nen »Milit.) Fußsoldat(in)
in|fan|til: dato Adj. a) körperlich u./od.
geistig auf einer kindlichen Entwick¬
lungsstufe stehengeblieben b) [ab¬
wert.] sich (trotz normaler Entwick¬
lung) nicht dem Alter entsprechend
verhaltend, sondern kindlich, kin¬
disch, albern c) der kindlichen Stufe
der Entwicklung geistig u. körperlich
entsprechend
ln|fan|ti|lijsh)|ning: die; - ; -1 das Bevor¬
munden einer Person (wie ein Kind) 2
das Kindischwerden
ln|fan|ti|lis|mus: dato der; - ; - »Psycho¬
logie; Med.) das Steckenbleiben, Ste¬
henbleiben auf einer kindlichen Ent¬
wicklungsstufe in körperlicher u./od.
geistiger Hinsicht (auch nur auf ein¬
zelne Organe bezogen)
563
Infarkt
Inffarkt: <lat.> der; -(e)s; -e 1 <Med.>
(plötzlich) absterbender, abgestorbe¬
ner Gewebebereich, Organ(teil), aus¬
gelöst durch einen Verschluß einer
Arterie, Verstopfung einer Schlag¬
ader od. eines Gefäßes 2 <öbertr.>
(plötzlicher) Zusammenbruch eines
Systems »Verkehrsinfarkt«
ln|fekt: <lat.> der; -(e)s; -e/ln|fsktti|on:
<Tat.> /infekzion/ die; - ; -en <Med,> a)
Ansteckung mit einem sich selbstän¬
dig vermehrenden Krankheitserreger,
der in den lebenden Körper einge¬
drungen ist u. dort bestimmte örtlich
beschränkte od. allgemeine Störun¬
gen erzeugt, aber auch (zeitlich be¬
grenzt) ohne Erscheinungsbild blei¬
ben kann b) Krankheit, die durch eine
Infektion (a) hervorgerufen wird c)
[ugs.J Entzündung an einem Körper¬
teil
ln|fek)ti|ons|krank|heifc /infekzionß-/
die; - ; -en <Med.> Erkrankung, die
auf eine Ansteckung mit Krankheits¬
erregern zurückzuführen ist
in|fel(jti|ö8: dat.-fro /infekziöß/ Adj.
<Med.> ansteckend »infektiöse Er¬
krankung«
in|fe|ri|or: <lat.> Adj. <meist im Vergleich
zu etw. od. jmdm.> [geh.] a) von
schlechterer Qualität, Beschaffenheit
b) weniger wichtig als etw. od. jmd.;
nebensächlich; zweitrangig c) unterle¬
gen; jmdm. od. etw. nicht ebenbürtig;
schwächer, unbegabter als eine ande¬
re Person d) [österr.] von mäßiger,
durchschnittlicher Qualität, Beschaf¬
fenheit
ln)fe|rio|ri|tät —* lnJfe|ri|o|ri|tät die; ~ ;
•en <meist im Vergleich zu etw. od.
jmdm.) a) schlechtere Beschaffenheit
b) geringere Wichtigkeit c) Unterle¬
genheit d) [österr.] durchschnittliche
Qualität
in|fer|na]llsch: <lat.> Adj. a) höllisch;
bösartig b) nicht zu ertragen »inferna¬
lischer Lärm« c) <etw. Negatives
verst.) äußerst; stark; sehr »infernali¬
sche Hitze ♦ infernalisch hungrig«
ln|feijna|li|tät: die; - ,• -en [veralt.] a) Bös¬
artigkeit b) Unerträglichkeit
ln|ferjno: <lat.-it.> das; -s; -s 1 «Religion)
Hölle 2 a) sehr schreckliche, angstein¬
flößende, gefährliche Situation; un¬
heilvolles, katastrophales, höllisches
Geschehen b) Ort, an dem es zu einem
Inferno (a) kommt 3 (momentane)
Verfassung, geprägt von (seelischem)
Schmerz
!n|fight: <engh /infait/ der; - u. -s; -s
<Sport> Nahkampf beim Boxen
ln|fil|trant —> ln|fil|t|rant <lat.> der; -en;
-en weibl. In|fil[tran|tin —* ln|fil|t|ran|-
tin: die; - ; -nen «meist Pol.) Person,
die sich in einem Land aufhält, um
eine dort bestehende Ordnung zu zer¬
stören
ln|fil|tra|ti|gn —* ln(fil|t|ra|ti|on: /in-
filtrazion/ die; - ; -en 1 <Med.> Einla¬
gerung von fremdartigen Zellen, Ge¬
weben od. Flüssigkeiten (z. B. Blut) in
das normale Gewebe od. die Zelle 2
Einsickerung von etw. (häufig Flüssi¬
gem) in etw. 3 «Pol.) Zerstörung od.
der Versuch, das Vorhaben der Zer¬
störung einer bestehenden Ordnung
eines fremden Landes
ln|fil|tra|ti|gns|an|äs|the|sie: die; - ; -n
«Med.) örtlich begrenzte Betäubung,
indem etw. auf od. unter die Haut der
zu betäubenden Köiperregion ge¬
spritzt wird
in]fil|bie|ren —* in|fil|t|nje|ren: infilt¬
rierst; infiltriertest; hast infiltriert 1
«meist Flüssiges) in etw. eindringen 2
«Med.) sich als fremdartige(s) Zelle,
Gewebe od. Flüssigkeit in norma-
le(m) Gewebe od. Zelle einlagern 3
«Pol.) (unbemerkt) in ein fremdes
Land gehen, um dort eine bestehende
Ordnung zu zerstören
ln|fil|tne]rung —* ln|fil|t|rie|rung: die; - ;
-en 1 «Med.) Einlagerung von fremd¬
artigen Zellen, Geweben od. Flüssig¬
keiten in das/die normale Gewebe od.
Zelle 2 Einsickerung von etw. (häufig
Flüssigem) in etw. 3 «Pol.) Zerstörung
od. der Versuch, das Vorhaben der
Zerstörung einer bestehenden Ord¬
nung eines fremden Landes
in|fi|mt/in|fi|nit: dato Adj. n. stg. «auch
Sprachwiss.) unbestimmt (in der Zeit-
u. Personenangabe) »infinite Verben«
jn|fl|ni|tiv/ln|fi|ni|tjy: <Iat.> /infinitif/ der;
•s; -e /infinitiwel «Sprachwiss.) nicht
flektierte, nicht gebeugte, konjugierte
Grundform, Nennform (ohne Per¬
son, Numerus, Modus, Tempus) des
Verbs »Der Infinitiv des Verbs >lebst<
ist tlebem.«
]n|fi|ni|tiy|kon[junk)ti|on: /infinitifkon-
junkzion/ die; ~ ; -en «Sprachwiss.) ein
den Infinitiv an Satzglieder anschlie¬
ßendes Bindewort
ln|fi|ni|tiv|pro|be: /infinitif-/ die; - ; -n
«Sprachwiss.) Probe, mit deren Hilfe
man einen Satz in Satzgegenstand
(Subjekt) u. Satzaussage (Prädikat)
aufgliedem kann, wobei das Verb in
den Infinitiv (Grundform) gesetzt
wird u. ihm die passenden Wörter zu¬
geordnet werden, bis das Subjekt
übrigbleibt
]n|fi|ni|tiv|satz: /infinitif-/ der; -es; -Sätze
«Sprachwiss.) an der Stelle von Glied¬
sätzen (Nebensätzen) stehende
Grundform des Verbs, erweitert
durch >zu«, Syn.: erweiterter, satzwer¬
tiger Infinitiv
in|fijzje|ren: <lat.> injizierst; infiziertest;
hast infiziert 1 <Med.> a) jmdn. mit ei¬
nem Krankheitserreger anstecken u.
so eine Infektion verursachen, auslö¬
sen b) etw. mit ansteckenden Krank¬
heitserregern verschmutzen 2
«übertr.) jmdn. mit etw., einer Idee
o. ä. anstecken
in|fi|zje|ren, sich: dato infizierst dich; in¬
fiziertest dich; hast dich infiziert
«Med.) sich bei jmdm. od. an einem
Ort, durch etw. mit einem Krank¬
heitserreger anstecken u. so eine In¬
fektion erhalten
lr|fi|zje|rung: die; -; -en <Med.> Anstek-
kung durch einen Krankheitserreger
ln|flam|ma|ti|gn: <lat.> /infiammazion/
die; - ; -en 1 [veralt.] Brand 2 auch Inj-
flam|ma|tio: <lat.> /inflammazio/ die;
- ; -nen <Med.> Entzündung
ln|fla{ti|on: dato /inflazion/ die; - ; -en
«Wirt.) 1 Geldentwertung; Kaufkraft¬
verschlechterung des Geldes durch
vermehrte Geldmenge 2 Zeit schnel¬
ler, extrem hoher Inflation (1) 3
schleichende Inflation: langsame In¬
flation, bei der der Kaufkraftverlust
pro Jahr nur einige Prozent beträgt 4
galoppierende Inflation: schnelle In¬
flation (die meist in einer Währungs¬
reform o. ä. gipfelt)
in|fla|tio|när : /inflazionär/ Adj. a) eine
übermäßige Geldentwertung voran¬
treibend, anzeigend b) eine übermäßi¬
ge Anzahl von etw. herstellend, auf¬
weisend
in|fla|tio|nje|ren: /inflazioniren/ inflatio-
niert; inflationierte; hat infiationiert a)
eine übermäßige Ausgabe von Zah¬
lungsmitteln, Geldentwertung voran¬
treiben b) eine übermäßige Anzahl
von etw. herstellen, aufweisen
ln|fla|tio|nle|ning: /inflazionirung/ die;
- ; -en «Wirtschaftspol.) Vorgehens¬
weise, die die Wirtschaft beeinflußt,
indem bei herrschender Vollbeschäf¬
tigung das umlaufende Geld ver¬
mehrt wird, um die Konjunktur zu
verbessern
ln|fla|tio|nis|mus: /inflazionißmuß/ der;
- ; - «Wirtschaftspob Vorgehenswei¬
se, die die Wirtschaft beeinflußt, in¬
dem bei herrschender Vollbeschäfti¬
gung das umlaufende Geld vermehrt
wird, um die Konjunktur zu verbes¬
sern
ln|fla|ti|gns|ra|te: /inflazionß-/ die; ~; -n
Prozentzahl, die den Wertverlust,
Kaufkraftverlust des Geldes (im
Jahr) angibt
in|fle|xi|bel/in|fle|xj|bel: <Iat.> /inflekßi-
' bei/ Adj. n. stg. 1 unelastisch; von der
Beschaffenheit her nicht dehnbar,
sondern starr 2 nicht fähig, sich anzu¬
passen 3 «Sprachwiss.) unbeugbar;
nicht flektierbar, n. dekl. od. konju¬
gierbar
ln|flu|en|za: <lat.-it.> die; - ; - <Med.>
Grippe »Gegen Influenza sollte man
sich rechtzeitig impfen lassen.«
Info —» |njfo: Kurzw. das; -s; -s [ugs.]
Information; Informationsblatt,
-broschüreusw.
't|fol|ge: I Adv., in Verbindung mit dem
Wort >von< als Ergebnis, Resultat ei¬
nes Ereignisses »Infolge von starker
Glatteisbildung kam es zu vielen
Auffahrunfallen.« II Präp. mit Gen. als
Ergebnis, Resultat eines Ereignisses
»Infolge der Influenzawelle sind die
Impfstoffe ausgegangen.«
in|fol|ge|des|sen: Adv. als Ergebnis, Re¬
sultat eines Umstandes, einer Gege¬
benheit »Er ist erst seit drei Stunden
aus dem Urlaub zurück, infolgedessen
weiß er von dem Konkurs noch nichts.«
Inform.: Abk. Information
inform.: Abk. a) informativ b) infor¬
miert
in|forjmat: <englo Adj. nicht formell,
sondern spontan u. zwanglos
ln|for|mand: dato der; -en; -en weibl. In|-
forjman|din: die; - ; -nen Person, die
informiert wird
ln|for|mant der; -en; -en weibl. ln|foij-
man|tin: die; - ; -nen 1 Person, die
jmdm. (z. T. auch illegal, unrechtmä¬
ßig) (geheime) Informationen gibt 2
a) befragte Testperson b) «Sprach¬
wiss.) Person, die zu sprachlichen Er¬
scheinungen ihrer Muttersprache be¬
fragt wird
564
Inhaftierte
ln|forjma|tik: <lat.> die; ~ ; - Wissen¬
schaft, Lehre von der Datenverarbei¬
tung auf elektronischer Basis
ln|forjmajti|ker: der; -s; - weiht ln|for|-
fnajti|ke|rin: die; ~ ; -nen Wissen-
schaftler(in) auf dem Gebiet der In¬
formationsverarbeitung, besonders
auf dem Gebiet der elektronischen
Datenverarbeitung; Person, die auf
dem Gebiet der Informationsverar¬
beitung, besonders auf dem Gebiet
der elektronischen Datenverarbei¬
tungtätigist
ln|for|ma|ti|on: dato /informazion/ die;
' ; -en 1 a) Nachricht; Auskunft; Be¬
lehrung; von jmdm. vermittelte Auf¬
klärung über etw. b) Stelle, an der sich
jmd. über etw. informieren kann, die
Auskünfte erteilt 2 [fachsprl.] aus
Symbolen eines Kodes erschlossene
Mitteilung, die bei einem Empfänger
zu einer bestimmten Reaktion führt
ln]for[ma{ti]gnslaus|tausch: /informa¬
zionß-/ der; -(e)s; - wechselseitiger
Austausch, wechselseitiges Geben,
Übermitteln von Auskünften, Infor¬
mationen
ln|for1matti|ons|be|dürfinis: /informazi¬
onß-/ das; -ses; -se Verlangen nach
Unterrichtung, Informationen
ln|fottma)tl|ons|de)fi|zit: /informazi-
onß-/ das; -(e)s; -e [geh.] Mangel an
Information
ln|for|ma|ti|ons|flu8 —* Inffoijmattij-
onsffluss: /informazionß-/ der; •flus-
ses; -flösse Art u. Weise der Bewe¬
gung, Verbreitung, Übermittlung von
Informationen von einer Stelle zu ei¬
ner anderen Stelle, vonjmdm. zu jmd.
anderem
ln|for1ma|ti|ons|frei|heit: /informazi¬
onß-/ die; - ; - <Rechtsw.> verfas¬
sungsmäßig garantierte Freiheit der
Beschaffung von Informationen als
Teil der grundrechtlichen Meinungs¬
freiheit
lnfforjma|ti|pns|ge|haR: /informazi¬
onß-/ der; -(e)s; - Wichtigkeit, Be¬
deutung einer Information, Auskunft
ln|foijma|ti|gnspücke (lnffor|ma|tijons|-
lüfcjke —> ln|for|ma|ti|öns|lü|cke):
/informazionß-/ die; - ; -n Mangel an
Informationen, Wissen in Hinsicht
auf einen od. mehrere spezielle Sach¬
verhalte o. ä.
lntfot[majti[qns|theolrie lnjfor|ma|-
ti|ons|the|o|rie: /informazionß-/ die;
~ T-n 1 (Psychologie) Zweig der Psy¬
chologie, der die Abhängigkeiten von
Entscheidungen eines Menschens von
dem Ausmaß der für eine sichere Ent¬
scheidung, Beurteilung erforderlichen
Informationen herauszufinden ver¬
sucht 2 <EDV> mathematische Theo¬
rie der Übermittlung von Nachrich¬
ten auf elektronischem Wege
ln|foiima)ti|ons|trä|ger: /informazionß-/
der; -s; - (meist EDV> Träger von
(kodierten, elektronisch) gespeicher¬
ten Daten
ln|forjma|ti[gns|weit: /informazionß-/
der; -(e)s; - Wichtigkeit, Bedeutung,
Gehalt einer Information, Auskunft
in(for|ma|tiv: dato /informatif/ Adj. un¬
terrichtend; Erkenntnis, Auskünfte,)
Informationen enthaltend, bietend
in|foijmeH: <fr.> Adj. [geh.] 1 nicht förm¬
lich; auf Formen verzichtend 2 inoffi¬
ziell, Ant.: (1) formell
in|forjmje|ren: <lat.> informierst; infor¬
miertest; hast informiert jmdn. über
etw. in Kenntnis setzen
in|forjmie|ren, sich: informierst dich; in¬
formiertest dich; hast dich informiert
sich über etw. in Kenntnis setzen (las¬
sen)
ln|fo|stand: Kurzw. der; -(e)s; -stände
[ugs.] Informationsstand = 1. Tisch
o. ä., der vor einem Geschäft, in der
Fußgängerzone usw. aufgebaut ist u.
wo man von den Personen, die dort
arbeiten, Informationen, Auskünfte
u. Materialien zu bestimmten The¬
men erhalten kann 2. aktueller Zu¬
stand des Unterrichtetseins
ln|fo|thek: (gr.-lato die; - ; -en Ort, an
dem akustische od. optische Informa¬
tionen, die (elektronisch) gespeichert
sind, erhältlich sind
lnjfrak|ti|on —» ln(f|rak(ti|on : dato
/infrakzion/ die; - ; -en <Med.> Kno¬
chenbruch, bei dem keine vollständi¬
ge Durchbrechung der Knochen¬
Struktur erfolgt (ist)
ln|fra|rot —» ln|f|ra|rot: dat.; dt.> das; -s;
- (Physik) für das menschliche Auge
unsichtbare (heilende) Wärmestrah¬
lung, Syn.: Ultrarot
ln|fra|rot|be|strah|lung/ln|fra|rgt|be|-
strahpung —» ln|f|ra|rot]be)strah|-
lung: die; - ; -en (Med.) Einsatz von
unsichtbarer Wärmestrahlung zu
Heilzwecken
|n|fra|rot|fil|tar/ln|fra|rot|fil|ter —* |n|f)-
ra|rot|fil|ten der u. das; -s; - Vorrich¬
tung an optischen Geräten u. Film- u.
Fotogeräten, die Lichtanteile zurück¬
hält u. nur im Rotbereich stehende u.
infrarote Strahlen durchläßt
ln|fra|rot|strah|ler/ln|fra|rgtlstrah|ler
—* ln|fjra|rot|strah|ler: der; -s; ~ elek¬
trisches Gerät, das unsichtbare Wär¬
mestrahlung zu heilenden od. heiiun-
terstützenden Zwecken od. als Wär¬
mequelle abgibt
ln|fra|schall —> ln|f|ra|schalfc der;
-(e)s; - (Physik) unterhalb der men¬
schlichen Hörgrenze liegende Schwin¬
gungsfrequenz (unter 20 Hertz)
|n|fra|struk|tur —» lnff|ra|stnjk|tun dato
die; - ; -en 1 <Milit.> Gesamtheit der
der Landesverteidigung dienenden
Bauten u. Anlagen 2 Grundlage für
das Bestehen einer Volkswirtschaft in
institutioneller (rechtliche, soziale,
politische Bestimmungen), materiel¬
ler (Verkehrsnetz, Versorgung mit
Energie, Gebäude usw.) sowie perso¬
neller (Arbeitskräfte) Hinsicht
in|fun|die|rBn: dato infundierst; infun¬
diertest; hast infundiert (Med.) größe¬
re Flüssigkeitsmengen u. darin ent¬
haltene Inhaltsstoffe in einen leben¬
den Körper, Organismus (in den
Darm, die Blase, unter die Haut od.
über die Venen) einführen, einfließen
lassen
ln|fu|si|on: dato die; - ; -en (Med.) Ein-
fließenlassen größerer Flüssigkeits¬
mengen u. darin enthaltener Inhalts¬
stoffe in einen lebenden Körper, Or¬
ganismus (in den Darm, die Blase, un¬
ter die Haut od. über die Venen)
Ing.: Abk. Ingenieuren)
ln|gang|setjzung: die; - ; - [amtssprl.]
Vorgang, Maßnahme, den Beginn
von etw. einzuleiten
ln|ge|brauch|nah|me: auchnahme die;
- ; -en [amtssprl.] das Benutzen von
etw. (zum ersten Mal) seinem Zweck
entsprechend
ln|ge|nieur —> ln|ge|ni|euc dat.-fro
/inseheniör/ der; -s; -e weiht. In|ge|-
nieu(rin ln|ge|ni|eu|rin: die; - ;
-nen Person mit einer wissenschaftli¬
chen Ausbildung in einem techni¬
schen Bereich »Sie arbeitet als Inge¬
nieurin bei einer Baufirma.«
In|ge)nui|tät —» ln|ge|nuli|tät dato die;
- ; -1 (Antike; MA> FreTgeborenen-
stand 2 [veralt.] Ehrlichkeit; Natür¬
lichkeit
jn|ge|züch|tet: Adj. n. stg. entstanden
durch Nachkommenzeugung von Le¬
bewesen, die in einem engen Ver¬
wandtschaftsgrad stehen
Ingr.: Abk. Ingrediens(ien)/Ingredien-
z(ien) = Zutat(en); Bestandteile)
ln|grain|pa|pler dat.-fr.-engl.; gr.-lato
/ingrain-/ das; -s; - rauhes Zeichenpa¬
pier mit Wollfasem
ln|gre|di|ens —» ln|g|re|di|ens: dato /in-
gredi-enß/ das; - ; fngredienzien/in\-
gre|di|enz —> ln|g|re|di|enz: die; - ;
-en (Speise; Medikament) Zutat; Be¬
standteil »Unsere Backwaren enthal¬
ten nur die besten Ingredienzien.«
]n|gres]siv/in|gresjsiv —* in|g|res|siv:
dato /ingressif/ Adj. ’ n. stg.
(Sprachwiss.) 1 (Verbaktionsart) den
plötzlichen Anfang, Beginn eines
Vorgangs bezeichnend, ausdrückend
(wie z. B. das Verb entflammen) 2
(Artikulation von sprachlichen Lau¬
tem aufgrund, auf der Basis des Ein¬
atmens des Luftstroms erzeugt
Inlgrimm: der; -(e)s; - [veralt.; geh.]
starker Zorn
!n|grim|mig: Adj. [veralt.; geh.] voller
Zorn
Inloroup/lnloroup; <englo /ingrup/ die;
- ; -s (Soziol.) soziale Gruppe, der
man angehört; Wir-Gruppe
jng|wen (Sanskrit-gr.-lato der; -s; -1 o.
PI. a) tropische Pflanze, aus deren
ätherischem Wurzelöl ein Gewürz ge¬
wonnen wird b) aus der Wurzel der
Ingwerpflanze gewonnenes, aroma¬
reiches, scharfes Gewürz »In der indi¬
schen Küche wird oft Ingwer
verwendet.« c) eßbarer Teil der Wur¬
zel der Ingwerpflanze, der wie (b)
schmeckt 2 Ingwer (lb) enthaltender
Likör
Inh.: Abk. 1 Inhaberin) 2 (Med.) Inha¬
lation = Einatmung von
Heilmittel(n) 3 Inhalt
inh.: Abk. 1 (Med.) inhaliert = ein Heil¬
mittel eingeatmet 2 inhaltlich
gn|ha|ber: der; -s; - weibl. !njha|be|rin:
die; - ; -nen Besitzerin), "Eigentüme¬
rin) von etw. »Sie ist die Inhaberin
dieses Geschäftes.«
in|haf|ti$[ren: inhaftierst; inhaftiertest;
hast inhaftiert (Rechtsw.) eine Person
gefangennehmen, festnehmen u. einer
ordnungsgemäßen rechtlichen Unter¬
suchung zuführen, (vorläufig) ins Ge¬
fängnis bringen
ln]ha^tierjte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Inhaftierter;
eine Inhaftierte; zwei Inhaftierte)
565
Inhaftierung
(Rechtsw.) Person, die in Haft ge¬
nommen worden ist u. in einem Ge¬
fängnis einsitzen muß
ln|hafttie|rung: die; ~ ; -en <Rechtsw.>
Festnahme einer Person, um sie in
das Gefängnis zu überführen
ln|haft|nah|me: die; - ; -n <Recht$w.>
Festnahme einer Person, um sie in
das Gefängnis zu überführen
ln|ha|la|ti|on: <lat.> /inhallazion/ die; - ;
-en <Med.> das Einatmen von (mit
Pflanzenextrakten, Heilstoffen verse¬
henem) (Wasser-)Dampf
ln|ha|la)ti|ons|ap|pa|rat: /inhallazionß-/
der; -(e)s; -e <Med.> spezielles Gerät
zur Einatmung von Heilmitteln
in|ha|lie|ren: <lat.> inhalierst; inhalier¬
test; hast inhaliert a) Heilmittel (tief in
die Lunge) einatmen b) <Tabakwaren>
den Rauch einer Zigarette o. ä. in die
Lunge einziehen
ln|halt: der; -(e)s; -e (PL s.) 1 das in
etw. Befindliche; Füllung; etw., was
sich in einem Gefäß, Glas o. ä. befin¬
det 2 (übertr.) Bedeutung von etw.
Dargestelltem, Gesagtem, Geschrie¬
benem usw. 3 Wert, Sinn von etw.
Das Kind gab ihrem Leben einen neuen
Inhalt.« 4 <Math.> mathematische
Größe, die in einem Raum- od. Flä¬
chenmaß ausgedrückt wird
in[halt|arm/in|halts|arm: Adj. inhalt(s)-
ärmer; inha!l(s (ärmste sehr wenig an
Inhalt, Gehalt aufzeigend
in|halt]leer/in|hatts|leer. Adj. n. stg. völ¬
lig ohne Inhalt, Aussage, Bedeutung
fn|hatt)tich: Adj. n. stg. den Gehalt, In¬
halt, Aussagewert, -gehalt betreffend
ln|h8tt|los/in|halts|los: Adj. n. stg. ohne
wirklichen Inhalt, wirkliche Aussage,
Bedeutung
ln|haltslan|ga|be: die; - / -n <Text-, Auf¬
satzsorte> (kurze) Zusammenfassung
des Inhalts, der Aussage einer Erzäh¬
lung, eines Films, Buches o. ä. (frei
von persönlicher Wertung)
in|halts|arm/in|halt|arm: Adj. inhalt(s)-
ärmer; inhaltfs(ärmste sehr wenig an
Inhalt, Gehalt aufzeigend
in|halts|leer/in|halt|leer. Adj. n. stg. völ¬
lig ohne Inhalt, Aussage, Bedeutung
in|halts{los/in|haft|los: Adj. n. stg. ohne
wirklichen Inhalt, wirkliche Aussage
ln|halts|satz: der; -es; -sätze (Sprach-
wiss.> Gliedsatz, Nebensatz, der den
Inhalt eines Satzgliedes angibt
ln[haltsfübeifsicht —> (n|halts|ü|berj-
sicht: die; ~ ; -en Verzeichnis des In¬
halts (eines Buches, einer Zeitschrift
o. ä.)
In|halts|verjzeich|nis: das; -ses; -se a)
Übersicht über den Inhalt, Verzeich¬
nis des Inhalts (eines Buches, einer
Zeitschrift o. ä.) mit Seitenangaben b)
Aufzeichnung über alles, was in etw.
vorhanden, enthalten ist
in|halts|voll/in|haft|voN: Adj. reich an
Inhalt, Aussage(kraft), Inhaltsstoffen
in|hä|rent <lal.> Adj. n. stg. innewoh¬
nend; anhaftend; in etw. enthalten
ln|hä[renz: <lat.> die; - ; - (Philosophie)
nötige Verbundenheit Von Eigen¬
schaften eines Gegenstandes mit die¬
sem, wobei die Eigenschaften nicht
ohne den Gegenstand für sich allein
bestehen können
in|hä|riejren: <Iat.» inhäriert; inhärierte;
hat inhäriert (Philosophie) [geh.] zu
etw. gehören
in|ho|mo|gen/in|ho|mo|gen: dat.i Adj.
nicht gleichartig, sondern unter¬
schiedlich, Ant.: homogen
ln|ho|mo|ge|ni|tät/ln|ho|mo|ge|ni|täb
die; - : - [geh.] Ungleichheit, Ant.:
Homogenität
in|hu]man/in|hu|man: <lai.> Adj. [geh.]
unmenschlich, Ant.: human
ln|hu|ma|ni|tat/ln|hu|ma|ni|tät: <ta.> die;
- ; -en [geh.] 1 unmenschliche, rück¬
sichtslose Handlung, Verhaltensweise
o. ä. 2 o. PI. rücksichtsloses, un¬
menschliches Wesen, Ant.: Humani¬
tät (1>
Init: Abk. Initialen)
)n)iti|al—» l|n)i)ti]al: /inizial/ das; -s; -e 1
m. PI. Anfangsbuchstabe eines Na¬
mens 2 erster (größer als die folgen¬
den) (verschnörkelter) Buchstabe ei¬
nes Textes, Kapitels, Abschnitts
ln|itia|le —♦ l|n|i|ti|a|le: /iniziale/ die; - ;
-n 1 m. PI. Anfangsbuchstabe eines
Namens 2 erster (größer als die fol¬
genden) (verschnörkelter) Buchstabe
eines Textes, Kapitels, Abschnitts
ln|iti|al|spreng|stoff —* 1|n|i)ti|al|-
spreng|stoff: /inizial-/ der; -(ejs; -e
(m. PI.) Sprengstoff, der besonders
leicht entzündlich ist u. damit in einer
Kettenreaktion mit ihm verbundene,
gemeinsam verwendete, schwer ent¬
zündliche Stoffe zum Explodieren
bringt
ln|iti|al|wort * l[n|i[ti|al|wort: /inizial-/
das;-(e)s; -Wörter (Sprachwiss.) Aus¬
druck, der aus Anfangsbuchstaben
mehrerer Wörter gebildet wurde u.
meistens in der Buchstabierweise aus¬
gesprochen wird wie z. B. >Lkw( für
>Lastkraftwagen<, Syn.: (fremdsprlj
Akronym
ln|ftl[al|zel|len —»• l|n|i(ti|al|zel|len: /ini¬
zial-/ die (PI.) (Bot.) Zellgruppe, die
unbegrenzt teilungs- u. wachstumsfä¬
hig ist, aus der alle Zellen einer Pflan¬
ze ursprünglich hervorgegangen sind
ln|iti[stljziin|der —* l|n|i(ti|aljzün|der:
/inizial-/ der; -s; - Sprengstoff, der
leicht entzündlich ist u. durch dessen
Einsatz schwer entzündliche Stoffe
zum Explodieren gebracht werden
können
(n|iti|gljz{in|d(ing —» f|n|i|ti|al|zün|dung:
/inizial-/ die; ~; -en 1 Sprengstoffzün¬
dung 2 (übertr.) ein großartiger Ein¬
fall, der etw. bewirkt
fn|itla|ti|on—* l|n|i(ti(aftl|on: /iniziazion/
die; -; -en Einweihung, Aufnahme ei¬
ner Person in eine (spezielle, oft Reli-
gions-)Gemeinschaft
ln|itia[ti|onsjri|tus —> l|n|i|ti|a|ti|ons|ri|-
tus: /iniziazionß-/ der; • ; -riten (m.
PI.) Sitte bei einer Einweihung, Auf¬
nahme einer Person in eine (spezielle)
Gemeinschaft
in|itia|tiv—* i|n|ifti|a|tiv: dat.-fr.t /inizia-
tifI Ädj. n. stg. 1 a) Anregungen ge¬
bend; etw. bewirkend b) Entschlu߬
kraft habend 2 [Schweiz.] dafür sor¬
gend, daß es zu einem Volksbegehren
kommt
ln[itia|ti|ve —»■ l|n|i[ti|a|ti|ve: dat.-fr»
/iniziatiwe/ die; - ; -n 1 von jmdm.
ausgehende(r) Entschlußkraft, Un¬
ternehmungsgeist, Handlungsbeginn,
Anstoß, was dazu führt, daß etw. be¬
gonnen, verwirklicht wird »Die Initia¬
tive zu dem Hausbau ging von meinen
Eltern aus.« 2 (Pol.) [Schweiz.] eine
Entscheidung des Parlaments od. ei¬
nen Volksentscheid herbeiführender,
bewirkender Antrag 3 die Initiative
ergreifen: den Anfang machen; mit
etw. beginnen
ln|itla|tiy|recht —» l|n|i|ti|a|tjv|recht:
/inizfatif-/ das; -(e)s; - Befugnis, ei¬
nen Gesetzesentwurf zur Beschlu߬
fassung einzubringen
ln|itia|tor—» l|n|i(ti|g|tor: /iniziator/ der;
-s; Initiatoren weibl. In|itia|tp|rin —*■
l|n|i|ti|a|tp[rin: die; - ; -nen veranlas¬
sende Person; Veranstalter(in); Urhe¬
berin); Anreger(in)
in|iti|ie|ren —* ilnliltillelren: <lat.> /inizi-
iren/ initiierst; initiiertest; hast
initiiert 1 [geh.] dafür sorgen, verant¬
wortlich sein, daß etw. beginnt; etw.
bewirken, in Gang setzen 2 jmdn. mit
seinen neuen (Amts-)
Pflichten o. ä. vertraut machen; jmdn.
in ein Amt einsetzen, einweisen
Inj Abk. (Med.) Injektion = Einsprit¬
zung
ln|jek)ti[gn: (ta.) /injekzion/ die; - ; -en 1
(Med.) a) Eingabe eines flüssigen Me¬
dikaments o. ä. mit einer Spritze in
eine Vene (intravenös), unter die
Haut (subkutan) od. in einen Muskel
(intramuskulär) des lebenden Kör¬
pers b) (Augenentzündung) Anreiche¬
rung der Blutgefäße mit Blut, so daß
sie deutlich zu sehen sind 2 (Physik)
Einleitung und Aktivierung von (ele¬
mentaren) Teilchen von bestimmter
Stromleitfahigkeit in Halbleitermate¬
rialien 3 (Bauw.> Verfüllen von den
Untergrund stabilisierenden Baustof¬
fen in einen instabilen Baubereich,
um den Bauuntergrund zu festigen 4
(Geologie) durch vulkanische Aktivi¬
täten veranlaßtes Hineinpressen von
flüssigem Magma in Gesteinsritzen
ln|]ek|ti|gns|lö|sung: /injekzionß-/ die;
- ; -en (Med.) Mittel mit einem gelö¬
sten (Heil-)Stoff, das mit einer Spritze
in eine Vene (intravenös), unter die
Haut (subkutan) od. in einen Muskel
(intramuskulär) des lebenden Kör¬
pers eingespritzt wird
lnjjek|ti|ons|spiit|ze: /injekzionß-/ die;
~ ; -n mit einer hohlen, vom offenen
Nadel versehene(s) kleine(s) Gerät,
Spritze, in das/die eine Lösung, ein
Mittel eingezogen wird, um es in eine
Vene (intravenös), unter die Haut
(subkutan) od. in einen Muskel (in¬
tramuskulär) des lebenden Körpers
einzuspritzen
ln|iek|tiv: <lat.> /injektif/ der; -s; -e
jinjektiv^l (Sprachwiss.) vorwiegend
in afrikanischen Dialekten vorkom¬
mender Verschlußlaut, Schnalzlaut,
der weitgehend von der Atmung u.
Stimme unabhängig ist u. auf der
Grundlage angesaugter Luft erzeugt
wird
in|ji|zje|ren: <lat.> injizierst; injiziertest;
hast injiziert (Med.) (eine Lösung, ein
Mittel) in eine Vene (intravenös), un¬
ter die Haut (subkutan) od. in einen
Muskel (intramuskulär) des lebenden
Körpers einspritzen
566
Inkubation
Intjujrie: dato /injuri«/ die; - ; -n Un¬
recht; verbale od. tätliche Beleidigung
Ink.: Abk. 11nkasso = Einziehung von
Geldfordenmgen 2 «Buchw.) Inkuna¬
bel = Frühdruck; Druck aus der Zeit
vor 1500
ln|ka: der; - u. -s; ~ u. -s Angehöriger
der ehemaligen peruanischen Herr¬
scherschicht
injkarjnat: dato Adj. n. stg. <Kunst;
Farbbezeichnung) hautfarben;
fleischfarben
ln)kar|nafti|on: <lat.> /inkamazion/ die;
- ; -en 1 <Religion> das Annehmen ei¬
ner menschlichen Gestalt, Einfahren
in einen menschlichen Körper eines
(göttlichen) Wesens 2 [geh.] Darstel¬
lung, Ausdruck von etw. in jmdm., in
dessen Wesen
in|kar|n|e|r»n: dato inkarnierst; inkar¬
nierlest; hast inkarniert (geh.) sich in
etw., jmdm. darstellen, ausdrücken
fnjkgslso: dat.-ito das; -s; -s u. {österr.
nur] Inkassi Einziehung von Geldfor¬
derungen
in|kas|so|be{vonjm£ch|t>gt: Adj. n. stg.
befugt, Geldforderungen einzutrei¬
ben
lnfkas|so|ver|fah|ren: das; -s; - Geld¬
forderungen einziehender Vorgang
ln|kas|so|voll)macht: die; - ; -en Befug¬
nis, Geldforderungen einzuziehen
inld.: Abk. inklusive — eingeschlossen;
inbegriffen
ln|kli|na|ti|on: <lat.> /inklinazion/ die; - /
-en 1 (Zu-)Neigung, Tendenz, beson¬
deres Interesse zu etw. od. zu einer
Person 2 <Astronomie> Winkel, gebil¬
det von einer Bahn eines Planeten od.
eines Kometen u. dem von der Sonne
im Laufe von zwölf Monaten schein¬
bar, nicht aber in Wirklichkeit zu¬
rückgelegten Weg 3 (Math.) Gefälle
von Flächen gegeneinander 4 «Geo¬
graphie> Gefälle, Abfall einer frei
hängenden Nadel eines Magneten zu
einer horizontalen Linie, bedingt
durch den Erdmagnetismus
in|kli|n|e)ren: dato [veralt.] inklinierst;
inkliniertest; käst inkliniert zu etw.
neigen, tendieren
ln|klu|si|on: <lat.> die; - ; -en Einschlie¬
ßung
in|klu|8||vo: <lat.> /inklusiwe/ Präp. u.
Adv. mit eingeschlossen; inbegriffen;
einschließlich
ln|klu|sivjpreis: /inklusif-/ der; -es; -e
zusätzliche Sonderleistungen, Son¬
derausstattungen einschließender, be¬
inhaltender Gesamtpreis
!n|ko|gni|to —» lnlko|gjni|to: dat.-ito
das; -s; -s (PI s.) Identitätsverheimli¬
chung; das Auftreten unter einem
fremden, nicht unter dem wirklichen
Namen; fremder, angenommener
(Deck-)Name
in|ko]gni|to —» in|kpjg|ni|to: <lat.-it.>
Adv. ohne seinen wahren Namen zu
nennen; die wahre Identität verheim¬
lichend
in|k^|hä(rent/ln|ko|hä|rent' <lat.> Adj.
nicht zusammenhängend, Ant.: kohä¬
rent
ln|ko|hä|renz/ln|ko|hä|renz: die; - ; -en
Unzusammenhängigkeit; Mangel an
Zusammenhang, Ant.: Kohärenz
ln|koh|iung: die; - ; - «Geologie) Um¬
wandlung pflanzlicher Stoffe in Koh¬
le unter Abschluß der Luft, unter ho¬
hem Druck u. unter hoher Tempera¬
tureinwirkung
in|kom|mo|dis|ran: dat.> inkommodierst;
inkommodiertest; hast inkommodiert
[veralt.] sich od. jmdn. bemühen;
jmdn. belästigen
lnfkom|mo|di|t|t: dato die; - ; -en [geh.]
Bemühung; Unbequemlichkeit; Belä¬
stigung
in|kom|pa|ra[bef/in(kom|pa|ra]bel: dato
Adj. n. stg.; inkomparab(e)le(r)(s) 1
[veralt.] unvergleichbar 2 «Sprach-
wiss.; Adj.) [veralt.] n. stg. »Das Ad¬
jektiv >tot< ist inkomparabel.«
in|kom|pa)ti|bet/|n|kom|pa|ti|bel: dato
Adj. n. stg.; inkompatib(e)le(r)(s) 1
«Med.; Medikament; Blutgruppe) un¬
verträglich 2 «meist Rechtswesen od.
Religion) nicht vereinbar 3 «Sprach-
wiss.) syntaktische, semantische Un¬
verträglichkeit in bezug auf den An¬
schluß bestimmter Lexeme, Wörter in
einem Satz, entweder weil dadurch
ein Widerspruch entsteht od. eine be¬
stimmte syntaktische Reihenfolge in¬
haltlich nicht möglich ist »Der Satz
>Der Vogel jagt die Katze.t ist inkom¬
patibel.« Ant.: <1; 2; 3> kompatibel
ln|komjpa|ti|bi|li|täfc die; - ; -en 1 «Med.;
Medikament; Blutgruppe) Unver¬
träglichkeit 2 «meist Rechtswesen od.
Religion) Unvereinbarkeit der gleich¬
zeitigen Bekleidung mehrerer be¬
stimmter öffentlicher Ämter 3
«Sprachwiss.) syntaktisch-semanti¬
sche Unverträglichkeit in Hinsicht
auf eine nicht mögliche Verknüpfung
bestimmter Wörter, Lexeme in einem
Satz, Ant.: <1; 2; 3> Kompatibilität
]n|kom|pe|tent/ln|kom|pe|tgnt: dato
Adj. inkompetenter; inkompetenteste
1 «meist Rechtsw.) nicht zuständig,
befugt 2 nicht fähig, in der Lage zur
angemessenen Durchführung von
etw., Ant.: <1; 2> kompetent
ln|kom]pe|tenz/ln|konfi|pe|tenz: dato
die; - ; -en 1 «meist Rechtsw.) Nicht¬
zuständigkeit; Unbefugtheit 2 Unfä¬
higkeit, Ant.: <1; 2> Kompatibilität
in|kom|ptett/in|kom[plett _»in|kom|pl-
lett: dat.-fro Adj. n. stg. nicht voll¬
ständig, Ant.: komplett
in|kon|gw|antfin|kon|grujent —» in|-
konjgjru|ent: dato Adj. n. stg. «auch
Math.) nicht übereinstimmend; un¬
passend; deckungsungleich, Ant.:
kongruent
ln|kon|gni)era/ln[kon|gru|enz —» ln|-
konfg|ru|enz: dato die; - ; -en «auch
Math.) Nichtübereinstimmung; Man¬
gel an Deckung, Ant.: Kongruenz
in|kon)3e|quent/in[kon|sejquent: dato
/inkonsekwent/ Adj. inkonsequenter;
inkonsequenteste [geh.] folgewidrig;
widrig; widersprüchlich; wankelmü¬
tig, Ant.: konsequent
ln|konjse|quenz/ln|kon|se|quenz: dato
/inkonsekwenz/ die; - ; -en [geh.] Fol¬
gewidrigkeit; Widrigkeit; Wider¬
sprüchlichkeit; Wankelmütigkeit,
Änt.: Konsequenz
in|kon|si|stent/in|kon|si[stent —> in|-
kon|sis|tent: dato Adj. inkonsistenter;
inkonsistenteste 1 nicht haltbar; unbe¬
ständig 2 Widersprüche enthaltend,
Ant.: konsistent
ln|kon|si|stenz/|nfkon|si|stenz —» ln|-
kon|sis|tenz: die; - ; -en 1 Nichthalt¬
barkeit; Unbeständigkeit 2 Wider¬
sprüchlichkeit, Ant.: Konsistenz
in|kon|stant/in|kon|stomt —» in|kon|s|-
tant: dato Adj. inkonstanter; inkon¬
stanteste [geh.] unbeständig; nicht
gleichbleibend, Ant.: konstant
ln|kon|stanz/tn|kon|stanz—> lnjkon|s|-
tanz: dato die; - ; - unbeständige Be¬
schaffenheit; Unbeständigkeit; Ant.:
Konstanz
ln|kon|tt|nenz/ln|konjti|nenz: dato die;
- ;- «Med.) Unfähigkeit zum willkür¬
lichen Zurückhalten von Ham od.
Stuhlgang; ungewollter, unkontrol¬
lierter Ham- od. Stuhlabgang
ln|kon|ve|nijenz/litjkon|ve|ni|enz: dato
/inkonweni-enz/ die; -; -en 1 Ungele¬
genheit 2 Ungehörigkeit, Ant.: <1; 2>
Konvenienz
in|kon|ver|ti|bel/rn|kon|ver]t||bel: dato
/inkonwertibel/ Adj. n. stg. 1 nicht
veränderlich, sondern beständig 2
«Wirt.; Währung) nicht tauschbar,
Ant.: konvertibel
in|kon|zl|li|ant/in|kon|zi|li|ant: dato Adj.
inkonzilianter; inkonzilianteste [geh.]
unverbindlich; nicht entgegenkom¬
mend, Ant.: konziliant
in|ko|or[dl!nisrt/in|ko|oi]di|n]ert; dato
Adj. n. stg. a) «Med.) in Hinsicht auf
bei einer Bewegung tätige Muskeln
unharmonisch, ungeordnet, in der
Gleichordnung gestört b) «übertr.)
nicht aufeinander abgestimmt, Ant.:
<a; b> koordiniert
tn|korfpo|ra|ti|on: dato /inkorporazion/
die; - ; -en 1 <Med.> Einschleusung ei¬
nes (heilenden) Mittels in den Körner
2 Aufnahme in eine Gemeinschaft 3
«Rechtsw.) a) Einverleibung eines
Staates b) Eingliederung eines Ortes
in einen größeren, einen verwaltungs¬
technisch zusammengehörenden
Kreis 4 Einverleibung von Kirchen¬
pfründen in eine kirchliche Körper¬
schaft
in|koiirekt/in|koijrgkt: dato Adj. inkor¬
rekter; inkorrekteste 1 nicht richtig;
mit Fehlem behaftet 2 nicht angemes¬
sen, Ant.: korrekt
ln|kor|rekt|heit/fn[kor[rekt|he<t: die; • ;
-en a) Unrichtigkeit b) Nichtangemes¬
senheit, Ant.: <1; 2> Korrektheit
ln|kraft|set|zung: die; - ; -en [amtssprl.]
Gültigmachung
ln|kre{ti|gn: dato /inkrezion/ die; - ; -
«Med.) innere Sekretion, in Drüsen er¬
folgende Inkretproduktion u. -abson¬
derung direkt in das Blut od. die
Lymphe
in[kri]mi|niejren: dato inkriminiert; in-
kriminiertest; hast inkriminiert «meist
Rechtsw.) beschuldigen; unter Ankla¬
ge stellen
ln|ku|ba|tijpn: dato /inkubazipn/ die; - ;
-en 1 «Antike) Schlaf an einer heiligen
Stätte zum Zwecke der Heilung od.
Belehrung, indem von der dort leben¬
den Gottheit Offenbarungen orakel¬
hafter Art im Traum erhalten werden
2 «Med.) kurz für Inkubationszeit —
bei Infektionskrankheiten die Zeit
von der Übertragung der Keime,
Krankheitserreger, Ansteckung bis
zum Ausbruch der Krankheit, Auf¬
tritt der ersten Krankheitssymptome
567
Inkubationszeit
3 a) <Med.> das Aufziehen eines zu
früh geborenen Kindes in einem Brut¬
kasten b) «Zoob (künstliches) Aus¬
brüten eines Geleges von Vögeln bei
gleichbleibender Wärme (in einem
Brutschrank) bis zur Reifung (Aus¬
schlüpfen des Vogels) c) «Bakteriolo¬
gie) Aussetzung von Bakterien(kultu-
ren) einer gleichmäßigen Wärme (in
einem Brutschrank) bis zur Reife
ln|ku|ba|ti|ons|zeit: /inkubazipnß-/ die;
- ; -en <Med.> bei Infektionskrankhei¬
ten die Zeit von der Übertragung der
Keime, Krankheitserreger, Anstek-
kung bis zum Ausbruch der Krank¬
heit, Auftritt der ersten Krankheits¬
symptome
ln|ku|ba|tor. der; -s; Inkubatoren a)
«Med.) Brutkasten, ein kastenförmi¬
ger Apparat mit durchsichtigen Wän¬
den, in dem bei gleichgehaltener Tem¬
peratur u. gleichgehaltenem Sauer¬
stoff- u. Feuchtigkeitsgehalt der Luft
zu früh geborene Kinder aufgezogen
werden b) «Bio.; Zool.> Brutschrank,
in dem unter gleichmäßiger Wärme¬
zufuhr (sowie gleichem Sauerstoff-
u. Feuchtigkeitsgehalt der Luft)
Kleinstorganismen aufgezogen wer¬
den
ln|ku|bus: <lat.> der; - ; Inkuben 1 o. PL
«Med.) Atembeklemmung während
des Schlafes, verbunden mit einem
Angstzustand; Alpdrücken 2 a) «rö¬
mischer Volksglauben) Dämon der
Nacht b) <MA> Satan, der Ge¬
schlechtsverkehr mit einer Hexe hat
ln|ku|ianz/ln|ku|lanz: die; ~ ; -en (PL s.)
[kaufmannsprl.] Ungefälligkeit; Ab¬
lehnung (im Geschäftsverkehr); nicht
entgegenkommendes Verhalten,
Ant.: Kulanz
ln|kul|pat: dato der; -en; -en «Rechtsw.)
fveralt.] Person, die angeklagt, be¬
schuldigtist, wird
in|kul|pje)ren: dato inkulpierst; inkul¬
piertest; hast inkulpiert «Rechtsw.)
[veraft.] jmdn. beschuldigen, ankla¬
gen
ln|ku|najbel: dato die; - ; -n (m. PL) Be¬
zeichnung für ein Druckerzeugnis,
das vor 1500 hergestellt wurde
Ink: Abk. Inland
ink: Abk. inländisch
(n|land: das; -(e)s;- a) Gebiet (räumlich
u. in Hinsicht auf alles, was das ent¬
sprechende Gebiet betrifft) innerhalb
der Staatsgrenze, deren Nationalität
man besitzt; innerhalb der Grenzen
eines Staates liegendes Gebiet; das ei¬
gene Land, dessen Staatsbürger man
ist b) Gebiet abseits der Küste; Lan¬
desinnere im Unterschied zu den Ge¬
bieten an der Küste; Binnenland
Ant.: <a> Ausland
in|land|eis: das; -es; - großflächige Ver¬
eisung von Landflächen der Polarlän¬
der (wie Grönland) mit Gletscherbil¬
dung am Rand od. Abbrechung zum
Meer hin
ln|län|der: der; -s; - weibl. In|län|de|rin:
die; - ; -nen einheimische Person mit
entsprechender Staatsangehörigkeit,
Ant.: Ausländer(in)
Inllandfflug: der; -(e)s; -flüge Reise mit
dem Flugzeug, wobei die Grenzen des
Landes, in dem man das Flugzeug be¬
stiegen hat, nicht verlassen werden
in|län|disch: Adj. n. stg. das Inland be¬
" treffend, zu ihm gehörend, Ant.: aus¬
ländisch
ln|)ay: <englo /inia‘/ das; -s; -s <Med.>
’ Zahnfüllung nach einem vorher ge¬
nommenen Abdruck aus Metall od.
Porzellan
Inflett: das; -(e)s; -s u. -e dichtes Gewe¬
be (oftmals aus Baumwolle od. Lei¬
nen) als Hülle für die Füllung (oft Fe¬
dern) eines Oberbetts, Kissens
in|lie|gend: Adj. n. stg. (amtssprl.; meist
österr.] beiliegend; beigefügt
in|mit)ten‘. I Adv. verbunden mit dem
Wort >von< von etw. umgeben; mitten
in od. unter etw. »Die Villa lag inmit¬
ten von Gärten.« II Präp. mit Gen.
(geh.] mitten in od. unter etw. »Sie
stand inmitten der Demonstranten.«
—=► in|ne sein: s. innesein
in|ne|ha|ben: hast inne; hattest inne; hast
' innegehabt 1 ein(e) Position, ein Amt
o. ä. haben, einnehmen »das Präsi¬
dentenamt irmehaben« 2 [geh.] etw.
zum Eigentum haben, über es verfü¬
gen, es besitzen
in|ne|hal|ten: hältst inne; hielt(e)st inne:
hast innegehalten 1 eine Handlung o.
ä. für eine kurze Zeit unterbrechen;
für einen Moment mit etw. aufhören
2 eine Pflicht erfüllen; etw. befolgen
in|nen: Adv. 1 a) auf der inneren Seite b)
«Sport) auf der inneren Bahn c) in
etw. hineingehend d) von der inneren
Seite her »Von innen braucht man bei
dieser Tür nur die Klinke herunterzu¬
drücken, um die Tür zu öffnen.« 2 drin¬
nen; innerhalb; nicht außen, sondern
im Inneren
ln|nen|ar|bei|ten: die (PL) im Inneren
eines Hauses, Baues ausgeführte Ar¬
beit Ant.: Außenarbeiten
ln|nen|aiichi|tekt: der; -en; -en weibl. Jn|-
nen|ar|chi(tek(tin: die; - ; -nen sich mit
der Raumgestaltung, Innenraumge¬
staltung (Möblierung, Dekoration
usw.) befassende(r) Architekten)
ln|nen|bahn: die; - ; -en «Sport) a) «meist
Leichtathletik) näher zum (gedach¬
ten) Mittelpunkt einer Kurve liegen¬
der Laufbahn-, Straßen-, Wegteil b)
«Schwimmen) näher zur Mitte gelege¬
ne Schwimmbahn
ln|nen|be|leuch|tung: die; - ; -en Be¬
leuchtung, Licht innerhalb eines Rau¬
mes, Gebäudes, eines Fahrzeuges o.
ä.
In|nen|dienst: der; -(e)s; -e (PL s.) Ar¬
beit innerhalb der Dienststellenräume
Ant.: Außendienst
{n|nen|druck: der; -(e)s: -e vorherr¬
schender Druck in einem geschlosse¬
nen Raum, im Inneren eines Körpers,
Organs o. ä.; von innen her auf eine
Fläche einwirkende Kraft
ln|nen[durch(mes|ser: der; -s; - Linie
durch den Mittelpunkt (quer verlau¬
fend) von Innenseite zu Innenseite
Jn|nen|ein]rich|tung: die; - ; -en Gestal¬
tung u. Mobiliar (Dekoration, Teppi¬
che, Bilder usw.) eines Raumes
ln|nen|lejben: das; -s; - 1 [scherzh.]
Technik, technische Einrichtung ei¬
nes Gerätes 2 [scherzh.] Psyche eines
Menschen, Wesens
ln|nen|mi|ni|ster —» ln|nen|mi|nis|ter:
der; -s; ~ weibl. Injnen|mi|ni|ste|rin
—» ln|nen|mi|nis|te|rin: die; ~ ; -nen
«Pol.) für die inneren Angelegenheiten
eines Staates zuständige(r) Ministe¬
rin)
ln|nen|mi|ni|ste|ri|um —> lnjnen|mi|nisj-
te|ri|um: das; -s; -ministerien «Pol.) für
die inneren Angelegenheiten eines
Staates zuständiges Ministerium
ln|nen|po|li|tik: die; - ; -en (PL s.) «Pol.)
Gesamtheit der Maßnahmen zur (po¬
litischen) Lenkung der inneren Ange¬
legenheiten eines Staates Ant.: Au¬
ßenpolitik
]n|nen|po)li|tisch: Adj. n. stg. «Pol.) die
inneren Angelegenheiten eines Staa¬
tes betreffend
ln|nen|stadt: die; - ; -Städte Stadtmitte,
Stadtkern, in dem sich meist viele Ge¬
schäfte befinden
ln|nenfta|sche: die; - ; -n im Inneren ei¬
’ nes Kleidungsstückes angebrachte
Tasche
ln|nen)tem|pe|ra)tur. die; - ; -en Tempe¬
ratur, Gradzahl, die in einem Raum,
Körper o. ä. herrscht
ln|nen|tür: die; - ; -en nicht nach außen,
ins Freie führende Tür in einem Ge¬
bäude
ln|nen|welt: die; - ; - «Psychologie) Ge¬
' danken u. Gefühle, die zu dem geisti¬
gen u. seelischen Bereich eines Indivi¬
duums, Menschens gehören
in|ner-: Wortbildungselemenl innerhalb
des im Basiswort inhaltlich ausge¬
drückten Bereichs »innerdeutsch • in¬
nerstädtisch«, Ant.: außer-
in|ner|be)trieb)lich: Adj. n. stg. nur die
Angelegenheiten eines Unterneh¬
mens, Betriebes, einer Firma u. die
dazugehörenden Mitarbeiter betref¬
fend
in|ner]deutsch: Adj. n. stg. a) «hist.) (die
Beziehung zwischen) DDR u. BRD
betreffend b) nur die Fragen, Angele¬
genheiten des deutschen Staates be¬
treffend; innerhalb des deutschen
Staates befindlich
jnfne|re: das; Inner(e)n; - 1 etw. von
" etw. Umgebenes, was nach außen ab¬
gegrenzt ist u. sich innerhalb, in der
Mitte von etw., was es umschließt, be¬
findet 2 der Kem von etw., einer Sa¬
che, eines Gedankens o. ä. 3 Gedan¬
ken, Gefühle eines Individuums,
Menschen auf geistig-seelischer Ebe¬
ne
ln|ne|re||en: die (PL) a) «Kochk.) eßbare
Organe von geschlachteten Tieren
wie Leber, Herz, Niere, Magen usw.
b) [scherzh.] Organe des Menschen
in|ner|halb: I Präp. mit Gen. 1 räumlich
im Inneren von etw. (auch bezogen
auf einen Körper) »Die interessante¬
sten Vorgänge spielten sich innerhalb
des Hauses ab.« 2 zeitlich (manchmal
auch mit Dal.) während einer be¬
stimmten Zeitspanne) »Sie müssen
innerhalb der nächsten drei Monate
ausziehen.« II in Verbindung mit >von<
als Adv. 1 räumlich im Inneren von
etw. (auch bezogen auf einen Körper)
2 zeitlich während einer bestimmten
Zeitspanne) »Sie müssen innerhalb
von drei Monaten ausziehen.« Ant.: «I
1, II 1> außerhalb
ln|ner[lich: Adj. n. stg. a) im Inneren von
etw. (auch bezogen auf einen Körper)
b) seelisch; in der Seele u. in den Ge¬
danken, dem Geist eines Menschen c)
568
Insektengift
<Charakter> empfindsam; reiches See'
lenleben habend, Ant.: äußerlich
ln|ner|lich|keit: die; • ; - (Charakter;
’ Empfindsamkeit
in|nerj&rt|lich: Adj. n. stg. die Angele¬
" genheiten eines begrenzten Gebietes,
einer Ortschaft, eines Ortes betref¬
fend u. dort geltend; sich innerhalb ei¬
nes Ortes befindend
infnerjorts: Adv. [österr.; Schweiz.] in ei¬
' ner Ortschaft
infnerlparfteijlich: Adj. n. stg. nur die
* eine Partei betreffend u. nur inner¬
halb dieser Partei von den Mitglie¬
dern, Parteiangehörigen diskutiert u.
besprochen
ln|neiipo|)i|tisch: Adj. die inneren Ange¬
legenheiten eines Staates betreffend,
Syn.: innenpolitisch
in|nerst-: Adj. n. stg. innerster; innerste;
innerstes 1 sich weiter in der Mitte
von etw. befindend als anderes; direkt
in der Mitte 2 Gedanken, Gefühle
usw., das tiefste Wesen eines Indivi¬
duums, eines Menschen betreffend,
dort vorhanden
ln|ner|stadt: die; ~ ; -Städte [Schweiz.]
Stadtkern, in dem die meisten Ge¬
schäfte sind
in|ner)städ|tisch: Adj. n. stg. die Angele¬
genheiten eines begrenzten Gebietes,
einer größeren Ortschaft betreffend
u. dort geltend
in|ner|ste —» lnjners|te: das; -n; - Ge¬
danken u. Genihle, die zu dem geisti¬
gen u. seelischen Bereich eines Indivi¬
duums, Menschen gehören
jn|nert: Präg, mit Gen. od. Dat. [österr.;
Schweiz.] zeitlich während einer be¬
stimmten Zeit(spanne)
in|ne|sain —» in|ne sein: ist inne; war
inne; ist innegewesen —>ist inne
gewesen<=— Igeh.] sich über etw. be¬
wußt sein
in|ne|wer}den: wird inne; wurde inne; ist
innegeworden sich über etw. bewußt
werden; etw. erkennen
ln|ne|wohlnen: wohnt inne; wohnte inne;
hat innegewohnt [geh.] charakteri¬
stisch in etw. enthalten sein
in|nig: Adj. 1 (Empfindung; besonders
herzlich, liebevoll 2 fest zusammenge¬
hörend, verknüpft
ln|nig|keit: die; -; - tiefe Verbundenheit,
Empfindung
>n|no|va|ti|gn: <lat.> /innowazion/ die; ~ ;
-en 1 (besonders Wirt. u. Soziol.; Ent¬
wicklung neuer Ideen, Techniken,
Produkte usw.; Einführung neuer Zu¬
sammenhänge (auch in kultureller
Hinsicht; technische, organisatori¬
sche Erneuerung, Neuheit 2 <Bot.>
Austreibung neuer Sprosse
in|no(va|tiv: data /innowatif/ Adj. die
Entwicklung neuer Ideen, Techniken,
Produkte usw. betreffend, schaffend
jn|nung: die; ~ ; -en 1 freiwilliger Zu¬
sammenschluß von selbständigen Ge¬
werbetreibenden zur Wahrung u.
Förderung gemeinsamer Interessen 2
die ganze Innung blamieren: [ugs.]
eine ganze Gruppe von Personen
bloßstellen, zum Gespött machen, in
Verruf bringen
|n|nungs|we|sen: das; -s; - Gesamtheit
von allem, was mit dem Zusammen¬
schluß von selbständigen Gewerbe¬
treibenden zusammenhängt
in|of]fen|siv/in|oftfen|siv: data Adj. n.
stg. nicht angreifend, Ant.: offensiv
in|of|fijzi[ell/in|of|fi|zi|ell: dat.-fra Adj. 1
a) nicht von den zuständigen Stellen,
Organen bestätigt, erlaubt b) ohne
amtlichen Auftrag 2 nicht formell,
Ant.: <1; 2; offiziell
in|of|fi|zi|ös/ln|of|fi|zi|ös: data Adj. amt¬
lich nicht bestätigt, in Auftrag gege¬
ben
ln|oku|la|ti|on —» ln|o|ku|la)ti|pn: dat.-
engla /inokulazion/ die; - : -en (Med.;
1 a) Zuführung (Einspritzung, Einrit¬
zung, Schlucken) eine(s) Mittels, Se¬
rums, einer Substanz (oftmals eine ge¬
nau berechnete Menge des Erregers
der Krankheit, die die Krankheit
noch nicht auslösen kann) in den (le¬
benden) Körper, das die körpereige¬
nen Abwehrmöglichkeiten auf diesen
speziellen Krankheitserreger trai¬
niert, das dem Körper ermöglicht,
Antikörper zu bilden u. so eine Per¬
son, ein Tier vor bestimmten Krank¬
heiten, ansteckenden Krankheitserre¬
gern, Infektionen schützt b) Verbrin¬
gung von Krankheitserregern od. an¬
deren Stoffen wie Gewebe in den Or¬
ganismus, Nährboden 2 nicht beab¬
sichtigte Infizierung einer Person mit
Krankheitserregern (z. B. bei einer
Blutübertragung)
in|oku|lie|rsn —»• in|o|ku|lie|ren: data in¬
okulierst; inokuliertest; hast inokuliert
(Med.; 1 a) einem lebenden Körper
(durch Einspritzung, Einritzung,
Schlucken) eine(s) Mittels, Serums,
einer Substanz (oftmals eine genau
berechnete Menge des Erregers der
Krankheit, die die Krankheit noch
nicht auslösen kann) in den (leben¬
den) Körper, das die körpereigenen
Abwehrmöglichkeiten auf diesen spe¬
ziellen Krankheitserreger trainiert b)
Krankheitserreger od. andere Stoffe
(wie Gewebe) in den Organismus,
Nährboden bringen 2 eine Person
nicht beabsichtigt mit einem Krank¬
heitserreger infizieren
in[ope|ra|bel/in|ope|ra|bel —» in|o|pej-
ra(bel: data Adj. n. stg.; inope-
rab(e)le(r)(s) (Med.; nicht operier¬
bar Ant.: operabel
jn|op|por|tun/in|op|por|tun: data Adj.
[geh.] unangebracht; unzweckmäßig
ln|put: <engla der u. das; -s; -s 1 (EDV;
Eingabe von Daten in einen Compu¬
ter, in ein System 2 von anderen Wirt-
schaftsszweigen bezogene Rohstoffe,
eingesetzte Produktionsmittel, die in
die Produktion einfließen
in|qui|rie|ren: data /inkwiriren/ inqui-
rierst; inquiriertest; hast inquirierl
[geh.] nachforschen; untersuchen
ln|qui|srt: data /inkwisit/ der; -en; -en
wem. In|qui|siftin: die; - ; -nen [veralt.]
angeklagte Person
ln|qui|si|tl|gn: data /inkwisizign/ die; - ;
-en 1 (12. bis ca. 18. Jhd.; historische
Institution der katholischen Kirche,
die die Verfolgung des Ketzertums
zur Aufgabe hatte, gleichzeitig an¬
klagte u. die Untersuchungen (auf un¬
menschliche, grausame Weise, nur
auf das Ziel der Überführung, Schul¬
digsprechung ausgerichtet) leitete,
wobei eine angeklagte Person kaum
bzw. keine wirklichen Verteidigungs¬
möglichkeiten od. die Möglichkeit
hatte, zu einem Freispruch zu kom¬
men 2 (übertr.; [oft scherzh.] intensive
Befragung (durch eine Kontrollin-
stanz)
ln|qui|si|ti|gns|ge[richt: /inkwisizignß-/
das; -(e)s; -e (hist.; gerichtliche In¬
stanz der katholischen Kirche, die die
Verfolgung des Ketzertums zur Auf¬
gabe hatte u. die Untersuchungen
(auf unmenschliche, grausame Weise
(Folter) nur auf das Ziel der Überfüh¬
rung, Schuldigsprechung ausgerich¬
tet) leitete
in|qui|si|ttv: /inkwisitif/ Adj. [geh.] wi߬
begierig; forschend"
ln|qui|sijtor: data /inkwisitor/ der; -s;
Inquisitoren (hist.; überwiegend Fran¬
ziskaner od. Dominikaner als Richter
in Prozessen der Inquisition (1)
in|qui|si|tqjrisch: data /inkwisitorisch/
Adj. [geh.] sehr intensiv, hart befra¬
gend
I. N. R. I.: Abk. data (christliche Reli¬
gion; Kreuzinschrift; Jesus Nazaren-
us Rex ludaeorum = Jesus von Na¬
zareth, König der Juden
ins: Verschmelzung der Präp. >in< mit
dem bestimmtem Art. >das< in das
Ins: Abk. (Med.; Insulin = den Zucker¬
haushalt regulierendes Hormon der
Bauchspeicheldrüse, das bei Diabe¬
tes-, Zuckerkranken künstlich zuge¬
führt werden muß
Ins.: Abk. 1 lnsekt(en) 2 Insel(n) 3
(Med.; Insemination = (künstliche)
Befruchtung 4 Inserat = Anzeige (in
einer Zeitung)
ins.: Abk. 1 inseitig 2 <engla inches =
englisches u. amerikanisches Längen¬
maß (1 ins = 2,54 cm) 3 <engla Insu¬
rance = Versicherung
ln]sas|se: der; -n; -n weibl. Injsas|sin:
die; -; -nen 1 Person, die sich in einem
Fahrzeug befindet 2 Person, die im
Gefängnis, einem Heim o. ä. ist
!n|sas|sen|ver]si|che|rung: die; - ; -en
Versicherung für den Fall eines Un¬
falls zur Absicherung der Personen,
die mit in einem Fahrzeug sitzen
insb(es).: Abk. insbesondere
ln|schrift: data die; ~ ; -en in einen Stein
o. ä. eingemeißelter Spruch, Text
Infsgkt: data das; -s; -en artenreichste,
allesfressende Tierklasse mit einem
dreigeteilten Körper aus Chitin, die
ihre Körpertemperatur nicht selbst
regulieren kann u. dessen Fortpflan¬
zung in drei Abschnitten (Ei, Larve,
Verpuppung od. Metamorphose zum
Insekt der entsprechenden Art) statt¬
findet
tn|sek|ten|be|kämp|fung: die; - ; - Ver¬
nichtung, Tötung von Insekten,
Schädlingen (meist mit Hilfe chemi¬
scher Mittel)
in(sek(ten|fres|send —* ln|sek|ten
frgsjsend: Adj. n. stg. sich von Insek¬
ten ernährend
ln|sek|ten|fres|ser. der; -s; - Pflanze
od. primitives Säugetier, die/das sich
von Insekten ernährt
ln|sgk]ten|gift: das; -(e)s; -e a) meist
chemisches Mittel zur Vernichtung,
Tötung von Insekten, Schädlingen b)
Insekten zur Selbstverteidigung o. ä.
dienendes, körpereigenes Gift
569
Insektenplage
ln|sek)ten|pla|ge: die: ~ ; -n Übermaß
an Insekten, das zu Schädigung des
landwirtschaftlichen Anbaus führt
ln|sek|ten|pul]ver: das; -s; - meist chemi¬
sches Mittel zur Vernichtung, Tötung
von Insekten, Schädlingen
ln|sekjten|staat: der; -(e)s; -en viele
Tiere einer Insektenart, die in einem
Bau, Nest o. ä. Zusammenleben u. bei
dem jedes Einzeltier eine bestimmte
Aufgabe hat
ln|sek|ti|zid: dato das; -s; -e den Insek¬
ten schadendes, sie tötendes (chemi¬
sches) Mittel
Infsel: dato die; - ; -« Land (nicht bezo¬
gen auf Kontinente), das von allen
Seiten von Wasser umgeben ist
!n|sel]be|woh|ner: der; -s; - weibl. In|-
sel|be|woh|ne|rin: die; ~; -nen Person,
die auf einer Insel lebt
in|sel|grup|pe: die; ~ ; -n <Geographie>
eng beieinanderliegende Inseln
ln|sel|reich: das; -(ejs; -e <Pol.> Staat,
der aus einer od. mehreren Inseln be¬
steht (wie z. B, Indonesien)
in|sel|volk: das; -(e)s; -Völker Volk, das
auf einer Insel lebt
ln|se|mi|na|ti|on: dato /inseminazion./
die; - ; -en <Med.; Bio.; Zool.> a) Ein¬
dringen des Samens in das reife Ei u.
dadurch erfolgende Befruchtung (auf
normalen Weg) b) künstliche Be¬
fruchtung
in|se|mi|nie]ren: <lal.> inseminierst; inse-
tniniertest; hast inseminiert <Med.;
Bio.; Zool.> künstlich befruchten
[n|sen|st]bel/in|sen|si|bel: dato Adj. in¬
sensibler; insensibelste <Med.>
schmerz- u. reizunempfindlich, Ant.:
sensibel
ln|se|pa|rabies —> ln|se|pa|rab)les:
dat.-fro /ängßeparable/ die (PI.)
Agaponiden; Unzertrennliche; sehr
gesellige (oft, besonders bei Gefahr
dicht beeinander sitzende) kleinere
Papageien(art), die sich selbst wieder¬
um in neun Untergruppen ordnet,
mit kurzem Schwanz, dickem Kopf,
kräftigem Schnabel, überwiegend mit
grünem Gefieder, wobei Kopf u.
Schwanz bunt gezeichnet sind
!n|se|rat: <lat.> das; -(e)s; -e Anzeige in
einer Zeitung o. ä., in der etw. gesucht
od. angeboten wird
ln|se|r§)ten|tei>: der; ~(e)s; -e Anzeigen¬
teil einer Zeitung o. ä. mit vielen ein¬
zelnen Anzeigen, mit denen etw. ge¬
sucht od. angeboten wird
ln|se|renb <ta.> der; -en; -en weibl. Inj-
se|ren[tin: die; - ; -nen Person, die
eine Anzeige (in der sie etw. sucht od.
anbietet) in einer Zeitung o. ä. aufgibt
in|se|iie|ren: dato inserierst; inseriertest;
hast inseriert eine Anzeige in einer
Zeitung o. ä. veröffentlichen, schalten
ln|sert; dat.-engl.> das; -s; -s 1 Anzeige
(mit beigehefteter Karte zur Informa¬
tionsanforderung od. für eine
Bestellung) 2 in ein Programm einge¬
blendete Schautafel
ln[ser|ti(gn: dat.-engio /inserzion/ die;
- ; -en 1 das Veröffentlichen, Schalten
einer Anzeige in einer Zeitung o. ä.
(mit beigehefteter Karte zur Informa¬
tionsanforderung od. für eine Bestel¬
lung) 2 <Sprachwvss.> das Einfügen
von sprachlichen Bausteinen in einen
Text 3 a) <Med.; Bio.> Ansatz, Anhef¬
tung der Nabelschnur in etwa in der
Mitte der Plazenta bzw. eines Mus¬
kels, einer Sehne am -Knochen b)
<Bio.; Bot.> Ansatz eines Blattes o. ä.
am Stengel o. ä.
insgfes).: Abk. insgesamt
ins]ge|heim/[österr.) ins]ge|heim: Adv.
1 im Innersten »Ich habe insgeheim
gehofft, daß sie doch noch zu der Ge¬
burtstagsfeier kommen werden.« 2
nicht öffentlich
lns|ge|samt/[österr.] ins|ge|samt; Adv.
im ganzen; alles mit einbezogen u.
nichts ausgelassen
ln|si|den tenglo /inßaider/ der; -s; -
' weibl. In|si|de|rin: die; ~ ; -nen Person,
die mit einem Sachverhalt, einem Be¬
reich vertraut ist, besondere Informa¬
tionen, interne Kenntnisse hat
ln|sj)gne —> |n|si|g|ne: dato das; -s; In¬
signien jinsignßnl (m. PI.) Symbol ei¬
nerstaatlichen, ständischen od. kirch¬
lichen Macht u. Würde; Herrschafts¬
zeichen
in(si|gni|fi(kant/in|sig|ni|fi{kant —> in|-
si|g|niffi|kant: Adj. n. stg. ohne Bedeu¬
tung, Ant.: signifikant
in|si|stent —*■ in|sis|tgnt: dato Adj.; in¬
sistenter; insistentesie [geh.] (eigensin¬
nig, stur) auf etw. dringend, be¬
stehend; unnachgiebig
Injsijstenz —» ln|sis|tenz: die; - ; -
Hartnäckigkeit; Unnachgiebigkeit
in|si{sttejren —» in]sis|tie)ren: dato insi¬
stierst; insistiertest; hast insistiert (ei¬
gensinnig, stur) auf etw. bestehen,
dringen u. nicht nachgeben, aufgeben
in|skri[bie(ren —* in|s|k|ri|biefren: dato
inskribierst; inskribiertest; hast inskri¬
biert sich einschreiben, anmeiden (an
einer Hochschule, Universität, für ei¬
nen Studiengang, einen Kurs o. ä.)
In|skrip[ti|pn —> ln|s|krlp|ti|on: dato
/inskripzion/ die; - ; -en Einschrei¬
bung, Anmeldung (an einer Hoch¬
schule, Universität, für einen Studien¬
gang, einen Kurs o. ä.)
jns|künf)tig: Adv. [Schweiz.; sonst ver-
alt.] in der Zukunft; zukünftig
in|so[fern/[österr.] m|so|fem: I Konj.
falls eine (bestimmte) Bedingung er¬
füllt wird »Dies gilt insofern nur be¬
dingt, als (daß) viele Frauen eine dop¬
pelte Belastung tragen.« II Adv. betref¬
fend; hinsichtlich »... insofern muß ich
ihm zustimmen.« Syn.: <1; II> insoweit
in|so|lent/in|so|lent: dato Adj. insolen¬
ter; insolenteste unverschämt; dreist;
unverfroren
in|sol|vent/in|so!|vent: dato /insolwent/
Adj. n. stg. zahlungsunfähig, Ant.:
solvent
ln|soi|venz/ln|sol|venz: dato /insol-
wenz/ die; - ; -en Zahlungsunfähig¬
keit, Ant.: Solvenz
injso]weit/[österr.] ]n|so|weit: I Konj.
falls eine (bestimmte) Bedingung er¬
füllt wird, in dem Maße wie »Diese
Regel gilt, insoweit sie nicht durch eine
andere verdrängt wird.« II Adv. betref¬
fend, hinsichtlich etw. »... insofern
muß ich ihm zustimmen.« Syn.: <1; II>
insofern
(nsp.: Abk. 1 Inspektor 2 <Milio In¬
spekteur = ranghöchster Offizier ei¬
ner Teilstreitmacht, des Sanitätswe¬
sens 3 Inspektion =» Prüfung; Kon¬
trolle
insp.: Abk. 1 inspiriert = angeregt; be¬
geistert 2 inspiziert = geprüft; kon¬
trolliert
ln|spek[teuR dat.-fro /inspektör/ der;
-s; -e weibl. Inlsoektteulrin: die; » ;
-nen 1 a) Kontrolleuren), Prüfer(in)
b) Leiterin) einer Aufsichts- u. Prüf¬
stelle 2 (Milit.; Bundeswehr) rang¬
höchster Offizier einer Teilstreit¬
macht od. des Sanitätswesens
!n|spek|ti|on: dato /inspekzipn/ die; - ;
-en 1 a) Kontrolle, Überprüfung einer
Sache, eines Vorganges, einer Person
b) Prüfungsstelle; Prüfungsbehörde 2
Überprüfung der Fahrtüchtigkeit ei¬
nes Kraftfahrzeugs
ln|spek[ti|ons|gang: der; -(ejs; -gänge
KontrolTgang
ln|spak)tor: dato der; -s; Inspektoren
weibl. In|spek|tp)rin: die; - ; -nen 1
Dienstgrad im gehobenen Dienst für
Beamte in Deutschland 2 Kontrolleu¬
ren); Prüfer(in)
(n|spijra|tf|gn —> ln|spi|ra|ti|on: dato
/inspirazion/ die; - ; -en 1 a) göttliche
Erkenntnis, Erleuchtung; passive Er¬
fahrung göttlicher Mitteilung b)
dibertr.) (plötzliche) Eingebung, Er¬
leuchtung, Idee 2 <Med.> Einatmung
in|spl|ra}t)v —> in|s|pi|ra]tiv: Adj. n. stg.
[geh.] auf einer (göttlichen) Einge¬
bung, Erleuchtung beruhend, sie be¬
treffend
ln|spi|rajtor in|s|pi|ra{tor. dato der;
-s; Inspiratoren weibl. In|spi|ra|tp[rin
—* ln]s|pi|ra|to|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die andere Personen zu etw. an¬
regt, zu einer Idee veranlaßt
in]spi|iie|ren —%. in|s|pi(rie|ren: dato in¬
spirierst; inspiriertest; hast inspiriert
[geh.] anregen; neue Ideen geben
ln|spi|zi|ent —» ln|s|pi|zi|ent: dato der;
-en; -en weibl. In|spi|zi)en|tin —> ln|s|-
pi|zi|en{tin: die; - / -nen 1
Aufsichtführende(r) 2 <Milit.> hoher
Offizier, der für einen gesamten Be¬
reich seiner Teilstreitkraft zuständig
ist 3 <Theater; Funk; Fernsehen) für
den reibungslosen Ablauf Sorgen¬
de^)
in|spi]zie)ren —> injs|pi|zie|ren: dato in¬
spizierst; inspiziertest; hast inspiziert
eine sorgfältige Kontrolle durchfüh¬
ren
Inst.: Abk. 1 a) Installation b)
Installateuren) 2 Instanz 3 Institut
in|sta|bil/in|sta|bil: dato Adj. besonders
häufig Technik u. Med.; Meteorolo¬
gie) unbeständig; schwankend, Ant.:
stabil
ln|sta|bi|li]tät/ln|sta|bi|li|tät: dato die; - ;
-en (PI. s.) <besonders häufig Technik
u. Med.; Meteorologie) Unbeständig¬
keit, Ant.: Stabilität
ln|stal|la|taur: /inßtallatör/ der; -s; -e
weibl. In|stal|la[tgu|rin: die; - ; -nen
durch eine Ausbildung qualifizierte
Person, die technische Anlagen ein¬
richtet, Rohre verlegt, an ein Lei¬
tungssystem anschließt, repariert od.
kontrolliert
ln|stal|la|t<}pn: dato /installazipn/ die;
~ ; -en 1 a) das Einrichten von techni¬
schen Anlagen od. Rohrleitungen u.
deren Anschließen an ein Leitungs¬
system b) m. PI. installierte u. an ein
Leitungssystem angeschlossene (tech-
570
Instrumerrtativ
nische) Anlage 2 Einweisung in ein
(meist geistliches) Amt
in|sta!|lje|ren: <lat.> installierst; instal¬
liertest; hast installiert 1 eine techni¬
sche Anlage fachgerecht anbringen
u./od. Leitungen an ein Leitungssy¬
stem anschließen 2 eine Person in ein
(meist geistliches) Amt einführen 3 an
einem Ort etw. einrichten
in|stal)Uejren, steh: <lat.> installierst dir;
installiertest dir; hast dir installiert
(für sich) an einem Ort etw. einrichten
bifstand —* auch in Stand: Adv. in
Wendungen a) in|stand sein —» auch
in Stand sein: (weitgehend) funkti¬
onsfähig, vorhanden »Die Innenwän¬
de sind noch instand.« b) etw. instand
halten —> auch in Stand hatten: etw.
in Ordnung, funktionstüchtig halten
c) etw. instand setzen —> auch in
Stand setzen: etw. wieder funktions¬
tüchtig machen, es reparieren
ln|stand|be|set|zen —* auch in Stand
be|setjzen: instandbesetzt; instandbe¬
setztest; hast instandbesetzt —*auch
hast in Stand besetzt<— ein unbe¬
wohntes Haus, das meist abgerissen
werden soll, ohne rechtliche Grundla¬
ge beziehen u. für den eigenen Wohn-
gebrauch herrichten
in|stand|be|set|zer: der; -s; - weibl. In|-
standfbe]set|ze|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die ein unbewohntes Haus ohne
rechtliche Grundlage bezieht u. für
den eigenen Wohnbedarf herrichtet
ln|stand|hal|tung: die; - ; -en [amtssprl.]
das Sorgen dafür, daß etw. in einer
bestimmten Form erhalten bleibt
injstänjdig: dat.> Adj. sehr intensiv, ein¬
dringlich u. mit Nachdruck
ln|st£njdig|keit: die; - ; - nachdrückli¬
che, eindringliche Art
in|stant —* in|stant: dat.-englo Adj. n.
stg.; n. dekl.; als Adj. immer nachge¬
stellt pulvrig u. durch Flüssigkeitszu¬
gabe sofort verfügbar
ln|stant|ge)trönk —» ]n|s|tant|ge)tränk:
das; ~(e)s; -e Pulver od. Granulat,
pulvriger Extrakt von Lebensmitteln,
dem eine kalte od. heiße Flüssigkeit
(meist Wasser) zugefügt wird, das/der
dadurch zum Auflösen gebracht wird
u. somit sofort zum Verzehr fertig ist
ln|stanz —v ln|s|tanz: dato die; - ; -en 1
a) zuständige Stelle bei Behörden od.
Gericht b) <Rechtsw.> zuständiges Ge¬
richt 2 <Psychologie> menschliches
Kontrollzentrum (wie z. B. das Ge¬
wissen)
ln|stan]zen|weg —> ln|s(tan|zen|weg:
der; -(e)s; -e (PI. s.) vorgeschriebene
Folge von zuständigen Stellen bei Be¬
hörden od. Gericht; amtlicher Dienst¬
weg
ln|stil|la|ti|gn —» ln|s|til|lajti|pn: dato
/instillazion/ die; ~; -en <Med.> Verab¬
reichung, Einträufelung einer Flüs¬
sigkeit, eines Medikamentes tropfen¬
weise in die Blutbahn, unter die Haut,
in Körperhöhlen eines lebenden Kör¬
pers
in|stil|lis|ren —*■ in|s|til|lie|ren: dato in-
stillierst; instilliertest; hast instilliert
<Med.> tropfenweise ein Medikament
in die Blutbahn, unter die Haut, in
Körperhöhlen eines lebenden Kör¬
pers verabreichen, träufeln
ln|stinkt —> Injsftinkt: dato der; -(e)s;
-e'l <Bio.> nicht erlernte(r), sondern
angeborene(r) Antrieb, Verhaltens¬
weise, der/die von außen durch be¬
stimmte Schlüsselreize, Auslöser od.
durch Hormone (von innen) gesteuert
wird 2 <Mensch> gefühlsmäßige, nicht
zu erklärende Ahnung
ln|stinkt|hand|lung —» ln|s|tinlct|handl-
lung: die; - ; -en 1 Handlung, die auf¬
grund eines nicht erlernten, sondern
angeborenen Antriebes, durch einen
Schlüsselreiz, Auslöser von außen od.
durch Hormone (von innen) gesteu¬
ert, erfolgt 2 <Mensch> gefühlsmäßige,
nicht zu erklärende richtige Hand¬
lung, Reaktion, Entscheidung
in|stinkjtiv —> in]s|tink|tiv: <fro
/instinktif/ Adj. n. stg. 1 durch einen
Schlüsselreiz, Auslöser von außen od.
durch Hormone (von innen) gesteuert
2 gesteuert von einer Ahnung, einem
inneren Gefühl, die/das sich nicht nä¬
her erklären läßt
in|stinkt|los —* in]s|tinkt|los: Adj. in¬
stinktloser; instinktloseste kein
(Fein-)Gefühl (für spezielle Situatio¬
nen) habend
ln|stinktjlo|sig|k6(t —» ln|s(tinkt|lo|sig|-
keit: die; ~ ; -en Nichtvorhandensein
von (Fein-)Gefühl, Gespür
in|stinkt|mä[Big —> in|s|tinkt|mä|Big:
Adj. 1 einem durch einen Schlüssel¬
reiz, Auslöser von außen od. durch
Hormone (von innen) gesteuerten
Antrieb folgend, entsprechend 2 einer
Ahnung, einem inneren Gefühl ent¬
sprechend
in|stinkt|si|cher —> in|sjtinkt|si|cher:
Adj. ein(e) sichere(s) Ahnung, Gefühl,
Gespür habend, zeigend
in|sti|tij|is|ren —* in|s|ti[tu|ie|ren: dato
institutierst; instituiertest; hast
ihstituiert 1 [geh.] einrichten; schaffen
2 [veralt.] unterweisen
ln|sti|tut —*■ ln|s|ti(tut: dato das; -(e)s;
-e 1 a) Einrichtung, Anstalt (insbe¬
sondere für Lehrzwecke) b) mehrere
Lehrstühle, Professoren u. ihre Mit¬
arbeiter umfassende Einheit, Fach in
einer Universität c) Gebäude eines In¬
stituts (la) 2 <Rechtsw.> als relative
Einheit zu verstehende Anzahl von
Rechtssätzen zur Bewältigung eines
Sachproblems
ln|8ti|tu|ti|gn —» ln|s|ti|tu|ti|on: dato
/inßtituzion/ die; - ; -en 1 [veralt.]
Einsetzung in ein (geistiges) Amt 2
Einrichtung, Anstalt (insbesondere
für Lehrzwecke) 3 dem Allgemein¬
wohl dienende öffentliche Einrich¬
tung mit bestimmten
Aufgaben(bereichen) 4 <Soziob Re¬
gelungskomplex, dem im gesellschaft¬
lichen System grundlegende Bedeu¬
tungen zukommen (z. B. Ehe)
in|sti|tu[tio|na|li|s|e|ren —» in|s|tijtu|ti|-
o|na|li|sie|ren: dato institutionali¬
sierst; institutionalisiertest; hast insti¬
tutionalisiert etw. in den sozialen Re¬
gelungskomplex fest verankern, dem
im gesellschaftlichen System grundle¬
gende Bedeutungen zukommen (z. B.
Ehe)
in|sti|tu|tio|nell —* in|s(ti|tu|ti|o|nell:
dat.-fro Adj. [geh.] 1 eine dem Allge¬
meinwohl dienende öffentliche Ein¬
richtung mit bestimmten Aufgaben
(bereichen) betreffend, durch sie ge¬
sichert 2 zum sozialen Regelungs¬
komplex gehörend, dem im gesell¬
schaftlichen System grundlegende Be¬
deutungen zukomraen (z. B. Ehe) 3
eine Einrichtung, Anstalt (insbeson¬
dere für Lehrzwecke) betreffend
Instr.: Abk. 11nstruktion - Anweisung;
Vorschrift 2 Instrument
instr.: Abk. 1 instruiert = unterwiesen;
angeleitet 2 instruktiv =■ lehrreich;
aufschlußreich 3 instrumental = 1.
nur von Musikinstrumenten (ohne
Gesang) aufgeführt 2. als Mittel die¬
nend 4 <Musik> instrumentiert = eine
Komposition für die einzelnen Orche-
sterinstnimente ausgearbeitet
in|stru|iejren —» in|s|t|ru|ie|ren: dato in¬
struierst; instruiertest; hast instruiert
a) jmdm. (Handlungs-)Anweisungen
für etw. geben; jmdn. in eine Arbeit
einweisen b) jmdn. informieren
Inlstwklteur —Inlsltlruklteur: dat.-fro
/inßtruktör/ der; -s; -e weibl. In|struk|-
teulrin —* ln|s[t|ruk|tey|rin: die; - ;
-nen Person, die andere Personen in
etw. unterrichtet, anleitet
ln|struk|tl|gn —»- ln|s(t|rukjti|pn: dato
/inßtrukzion/ die; ~ ; -en a) Anord¬
nung; Verhaltensregel b) Unterwei¬
sung, Einarbeitung in etw.
in|struk|tiv —» in|s|t|rukltiv: dat.-fro
/instruktif/ Adj. lehrreich; aufschlu߬
reich
!n|stnik|tor —» ln|s|t|ruk|tor: dato der;
-s; Instruktoren weibl. In|struk|tg|rin
—* lnls|t|ruk|to|rin: die; - ; -nen 1 [ver¬
alt.] Person, die meist höherstehende
Personen erzieht, unterrichtet 2 [be¬
sonders österr.J Person, die andere
unterrichtet, wie sie Maschinen ge¬
brauchen sollen, wie Vorschriften zu
verstehen sind o. ä.
In|stru|ment —> ln|s|t|ru|ment: dato
das; ~(e)s; -e 1 Gerät furTcünstleri-
sche, wissenschaftliche, technische
od. medizinische Arbeiten, für Mes¬
sungen 2 kurz für Musikinstrument
=* Gerät, mit dem Musik gemacht
wird 3 [geh.] Mittel (zum Zweck)
in|atni|nien|tal —» in|s|t|ru)men|tal:
dat.-fro Adj. n. stg. 1 a) Musikinstru¬
mente betreffend b) Musik ohne Ge¬
sang 2 a) [geh.] als Mittel (zum
Zweck) dienend b) <Sprachwiss.> Mit¬
tel od. Werkzeug angebend, durch
das ein Umstand o. ä. eingeleitet wird
in|stru|men|ta|lijsie|ren —> in|s)t|ru|-
men)ta|K|3ie|ren: dat.-fro instrumen¬
talisierst; instrumentalisiertest; hast
instrumentalisiert 1 als Mittel, Werk¬
zeug benutzen 2 <Musik> ein Musik¬
stück mit Gesang zu einem reinen In¬
strumentalstück (ohne Gesang) um¬
schreiben
ln|stru|men|ta|ri|Lim —> ln|s|t|ru|men|-
ta|rt|um: dato das; -s; Instrumentarien
linstrumentardn/ 1 a) sämtliche für
eine künstlerische, wissenschaftliche,
technische od. medizinische Tätigkeit
erforderlichen Instrumente b) <Mu¬
sik> alle Musikinstrumente für eine
bestimmte musikalische Ausarbei¬
tung 2 [geh.] alle verfügbaren Hilfs¬
mittel, Möglichkeiten, um etw. zu er¬
reichen, zu erzielen
lnlstni|men|ta|tiv —> ln|sjt|ru|men|ta|-
tiv: dato /instrumentatify das; -s; -e
571
Instrumentenbau
linstrumentatiwej <Sprachwiss.> Verb,
das das für eine Tätigkeit gebrauchte
Werkzeug inhaltlich beinhaltet
ln|stru|menften|bau - » ln|s|t|nj|men|-
ten|bau: der; -(e)s; - a) Herstellung
von Musikinstrumenten b) Wirt¬
schaftszweig für die Herstellung von
Musikinstrumenten
ln|stru|men|ten|bau|er —» ln|s|t[ru|-
men|ten|bauler: der; -s; ~ weibl. In|-
stru|mentten[bau|erlin —* ln|s|t)ru|-
menften|bau|erjin: die; - ; -nen Per¬
son, die beruflich Musikinstrumente
herstellt, dies als Beruf erlernt hat
ln|stru|man|ten|ta|fel —> ln|s|t|ru|men|-
ten[ta|fel: die; ~ ; -n Brett o. ä.ran
dem die Armaturen, Instrumente an¬
gebracht sind
in|stru|men|tie|ren —*in|sjt|ru|men|t[£|-
ren: instrumentierst; instrumentier¬
test; hast instrumentiert 1 <Musik> a)
eine musikalische Komposition aus¬
arbeiten b) eine Orchesterfassung ei¬
ner musikalischen Komposition er¬
zeugen 2 einem operierenden Arzt, ei¬
ner operierenden Ärztin Instrumente
zureichen 3 etw. mit entsprechenden
(meist technischen) Instrumenten ver¬
sehen
ln)stru|men|tie|njng —» ln|s(t|ru|men|-
tie[rung: die; - ; -en 1 <Musik> a) Aus¬
arbeitung einer musikalischen Kom¬
position b) Erzeugung einer Orchest¬
erfassung 2 das Zureichen der Instru¬
mente an einen operierenden Arzt
während der Operation 3 Ausstat¬
tung mit (meist technischen) Instru¬
menten
ln|sub|ortdi|na|ti|on/ln[sub|or(di|na|ti|-
on: <lat.> /insubordinazion/ die; - ; -en
mangelnde Unterordnung, Gehor¬
samsverweigerung gegenüber Vorge¬
setzten
]n|suftfi|zi|enz/ln|suf[fi|zi|enz: dat.y die;
- ; -en 1 unzureichende, mangelhafte
Funktion 2 <Med.> ungenügende Lei¬
stung, Schwäche (häufig eines
Organs) 3 <Rechtsw.> Situation eines
Schuldners, bei der Verpflichtungen
gegenüber dem Gläubiger nicht in
ausreichendem Maße Folge geleistet
werden kann
ln|su|lajner: <lat.> der; -s; - weibl. In|su|-
lajne|rin: die; - -nen (veralt.; nur
noch abwert. od. scherzh.] Einwohne-
r(in) einer (abgelegenen) Insel; Per¬
son, die von einer Insel kommt, dort
gelebt hat
ln|su|lin: dat.y das; -s; -e <Med.> a) von
den Inselzellen der in der Bauchhöhle
gelegenen Bauchspeicheldrüse gebil¬
detes Inkret, Hormon, das die Herab¬
setzung des Blutzuckers bewirkt b)
(Warenzeichen) bei unzureichender
körpereigener Bildung des den Zuk-
kerspiegel konstant haltenden Hor¬
mons der Bauchspeicheldrüse verab¬
reichtes, Insulin (a) enthaltendes Me¬
dikament
ln|sujlin|prä|pa|rat: das; -(e)s; -e <Med.>
bei unzureichender körpereigene Bil¬
dung des den Zuckerspiegel konstant
haltenden Hormons der Bauchspei¬
eicheldrüse verabreichtes, Insulin (a)
enthaltendes Medikament
ln|su|lin|schpck: der; -(e)s; -s <Med.>
bei einer Überdosis Insulin erfolgen¬
de, zu starke Senkung des Blutzucker¬
spiegels u. dadurch ausgelöster
Schock (Schwächegefühl mit
Schweißausbruch, Erblassen mit Zit¬
tern, das in Krämpfe u. Koma über¬
gehen kann) bei Diabetikern
ln|sult: dat.y der;-(e)s; -e 1 starke Belei¬
digung 2 <Med.> Anfall a) Schlagan¬
fall b) Fallsuchtsanfall (epileptisch) c)
Eklampsieanfall (blitzartig auftreten¬
de lebensbedrohende Krämpfe in der
Schwangerschaft) d) Tobsuchtsanfall
in|sur|gie|ren: <lat.> insurgierst; insur-
giertest; hast insurgiert [veralt.] a) auf¬
wiegeln b) einen Aufstand verursa¬
chen
Ins*.: Abk. Inszenierung = künstleri¬
sche Gestaltung eines Stückes für
Theater, Film, Fernsehen
Ins*.: Abk. inszeniert = künstlerisch ge¬
staltet
in|sze|nis|ren —»• in|s|ze|niejren: dat.y
inszenierst; inszeniertest; hast
inszeniert 1 eine Vorführung (Thea¬
ter, Film, Fernsehen) künstlerisch er¬
arbeiten, gestalten 2 <übertr.> [oft ab¬
wert.] etw. geschickt auslösen, her¬
vorrufen
ln|sze)niejrung —> ln|s|ze|nie|rung: die;
- ; -en 1 künstlerische Gestaltung ei¬
nes Stückes für Theater, Film, Fern¬
sehen 2 <übertr.> [oft abwert.] ge¬
schickte Hervorrufung, Auslösung
von etw.
Int: Abk. 1 Integration = Eingliede¬
rung 2 Intendanten) = Leiterin) ei¬
nes Theaters, einer Rundfunk- od.
Fernsehanstalt 3 a) Interesse b)
Interessenten) 4 Intemist(in) =
Facharzt für innere Krankheiten
int: Abk. 1 a) interessant b) interessiert
2 integriert = eingegliedert 3 intern
= a) innerlich b) nur die eigenen Ver¬
hältnisse angehend; vertraulich 4 in¬
tim = a) vertraut; innig b) in sexuel¬
lem Kontakt
intakt: dat.> Adj. n. stg. in Ordnung;
funktionsbereit; nicht beschädigt
ln|tar[sia: <lat.; arab.-it.y die; - ;
Intarsien lintarsienj (m. PI.) Einlege¬
arbeit, bei der edle Materialien (El¬
fenbein, Schildpatt, Edelholz usw.)
entweder in eine Vertiefung, die in
Holz geschaffen wurde, eingelegt od.
auf den Holzkem aufgelegt werden
lnftar[sie: (lat.; arab.-it.y /intarsri/ die;
- ; -n (m. PI.) Einlegearbeit, bei der
edle Materialien (Elfenbein, Schild¬
patt, Edelholz usw.) entweder in eine
Vertiefung, die in Holz geschaffen
wurde, eingelegt od. auf den Holz¬
kern aufgelegt werden
in|te|ger: dat.y Adj. integ(e)rer; integer¬
ste 1 rechtschaffen u. vertrauenswür¬
dig 2 [veralt.] a) neu b) unbeschädigt
ln|te|gral —> ln|te[g[ral: das; -s; -e
<Math.> 1 Integralrechnungssymbol;
Integralrechnungszeichen 2 Summen¬
ausdruck der Differenziale eines end¬
lichen od. unendlichen Bereiches
in|te|gral—> in(te|g|ral: dat.y Adj. n. stg.
vollständig; ein Ganzes bildend
ln|te(gral|heim —» ln[te|g|ral[helm: der;
-(e)s; -e Kopfbedeckung aus sehr fe¬
stem (bruchsicherem) Material als
Schutz vor Kopfverletzungen (bei ei¬
nem Sturz, Unfall mit dem Motor¬
rad) mit einem Visier, das herunter¬
klappbar ist
ln|te|gra|ti|on —ln[te|g|ra)ti|on: dat.y
/integrazion/ die; - ; -en 1 a) Einglie¬
derung in eine bereits bestehende
Gruppe, eine größere Einheit b) Zu¬
sammenschluß, Verbindung zu einem
Ganzen c) erneute Verbindung zu ei¬
ner Einheit 2 <Wirt.> Vereinigung zu
einer übernationalen wirtschaftlichen
Einheit 3 <Pol.> (übernationale) Ziel¬
abstimmung 4 <Sprachwiss.> a) Ver¬
schmelzung unterschiedlicher Spra¬
chen od. Dialekte zu einer Schrift¬
sprache b) Zusammenschluß sprachli¬
cher Zeichen zu einer Einheit 5
<Math.> Integralberechnung 6 <Psy-
chologiev a) einheitliches Zusammen¬
wirken unterschiedlicher psychologi¬
scher Prozesse b) Einheit eines Per¬
sönlichkeitsaufbaus u. deren Um¬
weltbeziehung 7 <Physik> Zustands¬
veränderung zerstreuter, unwahr¬
nehmbarer Teile unter innerer
Bewegungsabnahme zu einem Zu¬
stand, der wahrnehmbar ist (wie z. B.
eine Planetenentstehung)
ln|te|gra|ti|pns|pro[2eB —* tn|te|g[ralti|-
ons|pro|zess: /integrazipnß-/ der;
-Prozesses; -prozesse Vorgang einer
Vervollständigung, Eingliederung,
Vereinigung, eines Zusammenschlus¬
ses
in|te|grj§r|bar —> in|te|g|rier|bar: Adj.
eingliederbar; zu vereinigen; zusam¬
menschließbar
infte|grie|ren —> in|te|gjrie|ren: dat.y in¬
tegrierst; integriertest; hast integriert
1 a) eingliedem in eine bestehende
Gruppe b) etw. zu einem Ganzen zu¬
sammenschließen c) etw. erneut zu ei¬
ner Einheit verbinden 2 <Wirt.> zu ei¬
ner übernationalen Einheit zusam¬
menschließen 3 <Pob zu einer überna¬
tionalen Zielabstimmung kommen 4
<Math.> ein Integral berechnen
lnfte|griejrung —» ln(te|g|rie|rung: die;
- ; -en 1 a) Eingliederung in eine be¬
reits bestehende Gruppe, eine größere
Einheit b) Zusammenschluß, Verbin¬
dung zu einem Ganzen c) erneute
Verbindung zu einer Einheit 2 <Wirt.>
Vereinigung zu einer übernationalen
wirtschaftlichen Einheit 3 <Pob
(übernationale) Zielabstimmung 4
<Math.> Integralberechnung
ln|te|gri|tät—» ln|te|g|ri|tät: dat.y die; - /
- 1 makellose Rechtschaffenheit;
Redlichkeit 2 <Rechtsw.; PoL> Unan¬
tastbarkeit
ln|tel|lekt: dat.y der; -(e)s; - Verstand;
Denkvermögen; Fähigkeit, durch
Denken Erkenntnisse zu erhalten
ln|tel|tek(tua|Us|mus —> ln[te!|lek|tuja(-
lisfmus: der; - ; -1 überaus hohe Her¬
vorhebung des Denkvermögens, Ver¬
standes gegenüber dem Gefühl 2 <Phi¬
losophie) dem Denkvermögen den
Vorrang gebende philosophische
Lehre, nach der alles durch den Ver¬
stand lenkbar u. erfahrbar ist
in|tel|lek[tu)ell: dat.-fr.y Adj. 1 auf den
Verstand bezogen 2 den Verstand
dem Gefühl gegenüber überbetonend
3 vielseitig gebildet, belesen, intelli¬
gent; mit gutem Denkvermögen aus¬
gestattet, davon zeugend
lnjtel|lekjtu|el|le: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Intellektuel¬
ler; eine Intellektuelle; zwei Intellek-
572
Interferometrie
tuelle) 1 geistig arbeitende u. wissen¬
schaftlich od. künstlerisch gebildete
Person 2 Person, die (zu) sehr vom
Verstand, Denkvermögen geleitet ist
in|tel|li|gent: <lat.> Adj. intelligenter; in¬
telligenteste klug; begabt
ln|tel|li|genz: <lat.> die; ~ ; -en a) o. PI.
geistige Fähigkeit, Klugheit, Verstan¬
deskraft; Vermögen, durch Denken
zu Erkenntnissen zu gelangen »Seine
Intelligenz ist sehr hoch.« b) o. PI.
Schicht der Personen, die wissen¬
schaftlich gebildet ist; geistige Füh¬
rungsschicht
ln|tsl|li|genz|grad: der; -(e)s; -e meßba¬
re Stufe der geistigen Fähigkeit,
Klugheit, Verstandeskraft
ln|tel|li|genz|lei|stung —> ln|tel|li|genz|-
leis|tung: die; ~ ; -en durch geütige
Fähigkeit, Klugheit, Verstandeskraft
zustandegebrachte Leistung
ln|tei|lf|genzJquo|ti|ent: <lat.> der; -en;
-en mit einer bestimmten Methode,
Tests festgestellte Intelligenzhöhe,
wobei 100 den durchschnittlichen In¬
telligenzgrad angibt
ln|ten|dant: <lat.-fr.> der; -en; -en weibl.
tn|ten|danttin: die; - ; -nen 1 Leiterin)
eines Theaters, einer Rundfunk- od.
Fernsehanstalt 2 <Milit.> Vorsteher ei¬
ner Verwaltungsbehörde des Heeres
in|ten|die|ren: <lat.> intendierst; inten¬
diertest; hast intendiert etw. beabsich¬
tigen, anstreben
ln|ten|si|on: <lat.> die; - ; -en 1 Anspan¬
nung; Eifer 2 Sinn, Inhalt einer Aus¬
sage (od. Handlung)
ln|ten|8i{tät <lat.> die; ~ ; -en 1 Stärke;
Wirksamkeit 2 (Logik) Gehalt einer
Aussage
in|ten|siv: <lat.-fr.> /intensif/ Adj. gründ¬
lich, eindringlich, kräftig auf eine be¬
stimmte Sache gerichtet 2 (besonders
Farben u. Sinneswahrnehmungen)
ausdruckskräftig u. leuchtend 3
(Landwirt.) mit hoher Bodennutzung,
hohem Aufwand u. Ertrag
•in|ten|siv: /-intensif/ Wortbildungsele¬
ment a) das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte in hohem Maße auf¬
weisend b) das im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückte erfordernd
in|ten|si|vje|ren: /intensiwiren/ intensi¬
vierst; intensiviertest; hast intensiviert
verstärken; steigern; konzentrieren
ln|ten|si|vie|rung: /intensiwirung/ die;
~ ; -en (PI. s.) Verstärkung, Steige¬
rung von, Konzentrierung auf etw.
In|ten|siv|kurs: /intensif-/ der; -es; -e
Lehrveranstaltung über einen kürze¬
ren Zeitraum, bei der Lehrinhalte
gründlich u. eindringlich unterrichtet
werden
ln|ten|siv|sta|ti|on: /intensif-/ die; - ; -en
<Med.) Station in einem Kranken¬
haus, auf der Patienten, die lebensge¬
fährlich krank od. frisch operiert
sind, unter ständiger Kontrolle der
Organfunktionen u. gegebenenfalls
unter Anwendung bestimmter lebens¬
erhaltender Sofortmaßnahmen, meist
beständig an Kontrollapparaluren
angeschlossen, betreut werden
ln|ten|b'|gn: <lat.> /intenzion/ die; - ; -en
1 Absicht, Plan, Zweck, Hintergedan¬
ke bei einer auf ein bestimmtes Ziel
hin gerichteten Handlung o. ä. 2
(Med.) Wundheilung
in|ter-/ln|ter-: dat.> Wortbildungsele¬
ment + meist fremdsprachiges Basis¬
wort zwischen-/Zwischen- 1 dient der
Adjektivierung zwischen zwei od.
mehr Komponenten des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten handelnd;
drückt Gemeinsamkeit aus »intereu¬
ropäisch • interdisziplinär« 2 dient der
Sttbstanlivierung a) inter-/Inter- (1)
Intercity« b) kurz für internationaler;
International »Interpol ♦ Interhotel« 3
dient der Verbalisierung mit-, unterei¬
nander des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten »internationalisieren«
in|ter|agie|ren—> in|ter|a|gie|ren: inter¬
agierst; interagiertest; hast interagiert
(Soziol.; Psychologie) Wechselbezie¬
hungen unterhalten; wechselseitige
Beeinflussung, Bezugnahme (des Ver¬
haltens) von einzelnen Personen u.
Gruppen betreiben
ln|ter|ak|ti|pn: <lat.> /interakzion/ die; •;
-en Wechselbeziehung zwischen Per¬
sonen; wechselseitige Beeinflussung,
Bezugnahme (des Verhaltens) von
einzelnen Personen u. Gruppen
In|teiici|ty-Ziig: /interßiti-/der; -(e)s;
-ziige Schnellzug
ln|ter|den|tai: der; -s; -e (Sprachwiss.)
Zwischenzahnlaut, Reibelaut der
stimmlos öd. stimmhaft ist
ki|ter|den|tal: Adj. n. stg. 1 (Med.) zwi¬
schen den Zähnen befindlich; einen
Zwischenraum zwischen den Zähnen
betreffend 2 (Sprachwiss.; Reibelaut)
gebildet zwischen den Zähnen
in|teijde|pen|dent: <lat.> Adj. n. stg.
wechselseitig voneinander abhängend
in|ter|de|pen|denz: <lat.> die; - ; -en
wechselseitige, gegenseitige Abhän¬
gigkeit
in|ter[dis|zi|pli|när —» in|terjdis|zi|p|li|-
närt <lat.> Adj. n. stg. verschiedene
(wissenschaftliche) Bereiche betref¬
fend
in|terjdi|zie|ren: <lat.> interdizierst; inter-
diziertest; hast interdiziert [veralt.) 1
(jmdm.) etw. untersagen 2 eine Per¬
son entmündigen, unter Vormund¬
schaft, Betreuung stellen
in)terjes|sant —» in|te|r|es[sant: <lat.-
fr.-> Adj. interessanter; interessanteste
a) Aufmerksamkeit erregend; fes¬
selnd; nicht langweilig b) ungewöhn¬
lich »eine interessante Sichtweise« c)
Aufschluß, (neue) Erkenntnis bie¬
tend; Erklärung enthaltend d) [beson¬
ders kaufmannssprl.] von Vorteil; der
Beachtung wert
in|ter|es|san|ter|wei|se —» in|te|r|esl-
san|ter|wei|se: Adv. Aufschluß,
(neue) Erkenntnis bietend; Erklärung
enthaltend
ln|ter[es|se —> In|te]r[es|se: dat.-fr>
das; -s; -n 1 o. PI. spezielle Beachtung,
Anteilnahme, die man jmdm. od. etw.
zukommen läßt 2 etw., was für etw.
od. jmdn. von großer Wichtigkeit,
großem Vorteil ist 3 Vorliebe 4
(Wirt.) Absatzchance, Nachfrage (in
bezug auf Waren) 5 Bestrebung; Ab¬
sicht 6 [veralt.] Ertrag aus Zinsen
in|ter[es|se|los —* in|te|r|es|se|los: Adj.
n. stg. völlig uninteressiert; gleichgül¬
tig; ohne (jede) Wißbegierde, Neu¬
gierde, Aufmerksamkeit, Anteilnah¬
me
ln|ter|gs|se|lo|sig|keit —> ln|te|r|es|se|-
lo|sig|keit: die; • ; - Mangel od. gänz¬
liches Fehlen an Wißbegierde, Neu¬
gierde, Aufmerksamkeit, Anteilnah¬
me
ln|terjes|sen|aus|gleich —> ln|tejrjes|-
senjäuslgleich: der; -(e)s; - Maßnah¬
me, die bei verschiedenen, gegensätz¬
lichen Absichten o. ä. vermittelt u. ei¬
nen Kompromiß, eine Lösung sucht,
der/die die gegensätzlichen Parteien
zufriedenstellt
ln|ter|es|sen|ge|mein|schaft—> ln|te|r|-
es|sen|ge|mein|schaft: die; -; -en Zu¬
sammenschluß von Personen, Fir¬
men, Institutionen usw. zwecks Ver¬
tretung gemeinsamer Anliegen, Be¬
strebungen, Absichten
ln|ter|es|sent —» ln|te|r|es|sent: dat.>
der; -en; -en weibl. In|ter]es|sen|tin
—» ln|te[rjes|senjtin: die; - ; -nen a)
an etw. Aufmerksamkeit, Anteilnah¬
me, Interesse zeigende Person b) sich
für etw. bewerbende Person c) (Wirt.)
Person, die als potentieller Käufer gilt
in|ter]es|siejren —» infte|r|es|sie|ren:
<lat.-fr.> interessierst; interessiertest;
hast interessiert jmds. Interesse, Auf¬
merksamkeit auf etw. ziehen
in|ter|es|sie|ren, sich —* in|te|r|es|sie|-
ren, sich: <lat.-fr.> interessierst dich;
interessiertest dich; hast dich
interessiert a) sich gerne mit etw. (gei¬
stig) beschäftigen wollen; für etw.
Aufmerksamkeit aufbringen b)
(Wirt.) ein potentieller Käufer für
etw. sein; Neigung zum Kauf von
etw. zeigen c) etw. wissen wollen
ln|teiife|renz: <lat.> die; ~ ; -en 1 [geh.]
Überlagerung; gegenseitige Beeinflus¬
sung 2 (Bio.; Med.; Psychologie)
wechselseitige Beeinflussung biologi¬
scher Abläufe 3 (Ethnologie) Störun¬
gen durch wechselseitige Beeinflus¬
sung unterschiedlicher aufeinander¬
treffender kultureller Normen, Werte
o. a. ( = interkulturelle Interferenz) 4
(Sprachwiss.) a) störende Beeinflus¬
sung od. Verletzung der Norm eines
sprachlichen Systems durch die
Strukturen eines „anderen Sprachsy¬
stems b) falsche Übertragung aus ei¬
nem bereits erlernten Sprachsystem
in phonetischer, grammatikalischer,
syntaktischer u./od. semantischer
Hinsicht auf eine zu erlernende Spra¬
che c) Verwechslung von Wörtern,
die (inhaltlich verwandt sind u.) ähn¬
lich lauten 5 (Physik) durch das Zu¬
sammentreffen zweier Wellenbewe¬
gungen auftretende Erscheinung, wie
Verstärkung, Schwächung od. Auslö¬
schung aufgrund von Addition od.
Substraktion von Einzelwellen
ln|ter)fe|renz|eijschei|nung: die; - ; -en
aufgrund von Überlagerung, gegen¬
seitiger Beeinflussung od. aufgrund
falscher Übertragung (aus einer Spra¬
che in die andere) auftretendes Phä¬
nomen
ln|ter|fe|ro|me|tne —» ln|ter|fe|ro|me|t|-
rie: die; - ; -n jinterferometr^nj 1
(Med.) Methode zur Feststellung, Be¬
stimmung von aufgrund innersekre¬
torischer Störung (Inkretabgabe, -bil¬
dung) bedingten Krankheiten (durch
Blutserumsanalyse) 2 (Physik) Ver¬
fahren zur Messung geringer Unter-
573
Interferon
schiede bezüglich der optischen
Dichte von Flüssigkeiten u. Gasen
ln|teijfe|rpn: dat» das; -s; -e <Bio.> Ei¬
weißkörper, der von Körperzellen od.
gentechnologisch erzeugt wird u. als
Substanz zur Abwehr bei Infektionen
wirkt u. bei der Krebsbehandlung u.
bei schwerer Virusinfektion einge¬
setzt wird
in|tef]ga|tak|tisch: Adj. n. stg. «Astrono¬
mie) zwischen den Stemsystemen ge¬
legen, bestehend
ln(ter|gla|zi|al|zeifc die; -; -en «Geologie»
Warmzeit; Zwischeneiszeit; wärmerer
zeitlicher Abschnitt zwischen zwei
Eiszeiten mit Eisabschmelzung u. da¬
durch bedingtem Anstieg des Meeres¬
spiegels
INTERGU: Abk. /intergu/ Internationale
Gesellschaft für Urheberrechte
Inltelrieur —> Inltelrileur dat.-fr» /än-
gteriör u. interiör/ das; -s; -s u. -e 1
[geh.] (gestaltetes) Innere(s) eines
Raumes o. ä. »Ich finde, das Interieur
ist sehr kunstvoll gestaltet.« 2 «Male¬
rei» Bild, das einen Innenraum zeigt
ln|te|rim: <lat.> das; -s; -s [geh.] 1 Zwi¬
schenzeit 2 zwischenzeitliche^) Kom¬
promiß, Regelung; zwischenzeitliche,
vorläufige Einigung auf etw. od.
jmdn.; Übergangslösung
!njte|rims|re]ge|lung: die; ~ / -en zwi¬
schenzeitliche^) Kompromiß, Rege¬
lung; zwischenzeitliche, vorläufige Ei¬
nigung auf etw. od. jmdn.; Uber¬
gangslösung, -regelung
!njte|i1ms|re|gie|rung: die; - ; -en «Pol.»
Regierung für eine(n) zu überbrük-
kendefn) Zwischenzeit, Übergang
ln|teryak|ti|on: dal» /interjekzion/ die;
- ; -en «Sprachwiss.» Ausrufewort, das
besonders beim Sprechen als Ausruf
mit wortähnlichen Lauten (dazwi¬
schengeworfen) gebraucht wird, wo¬
bei meist Empfindungen zum Aus¬
druck gebracht werden »Wörter wie
>oh<, >oha<, >pfuU, >huch< sind Interjek¬
tionen.«
in|terjkom|imi|nai: Adj. n. stg. [geh.] zwi¬
schen Städten bestehend
in|terjkon|fes|sio|nell in|terjkon|-
fes|si|o|nell: Adj. [geh.] mehrere reli¬
giöse Bekenntnisse, Kirchen (in der
Beziehung zueinander) betreffend
inttar]kon|ti|nen|tal: Adj. n. stg. a) Erd¬
teile verbindend, sich zwischen ihnen
befindend b) eine Reichweite von ei¬
nem Erdteil zu einem anderen Erdteil
besitzend
ln|ter{kon|tl|nen|tal|ra|ke)te: die; ~ ; -n
«Milit.» (land- od. U-Boot gestütz¬
te^)) Flugkörper, Langstreckenra¬
kete mit nuklearen Sprengköpfen mit
einer Reichweite bis zu ca. 12000 km,
der/die von einem Kontinent aus ei¬
nen anderen erreichen kann
intter|kul|tu|rell: Adj. n. stg. Kulturbe¬
ziehungen betreffend
in|tertlin|gu|al: dat» Adj. n. stg. (auf)
mehr als eine Sprache betreffend, be¬
zogen
ln|ter|lu|di|um: das; -s; Interludien jinter-
ludknj «Musik» musikalisches Zwi¬
schenspiel
in|ter|me|dijär dat.> Adj. n. stg. 1 [geh.]
in der Mitte, zwischen etw. liegend 2
«Geologie» aus neutralem Vulkange¬
stein 3 «Med.» a) zwischenliegend b)
intermediärer Stoffwechsel: Zwi¬
schenstoffwechsel
in|ter]men|stni|ell —*- in|terimen|s|t|ru|-
ell: dat.> Adj. n. stg. «Med.» zwischen
zwei Monatsblutungen, Regelblutun¬
gen, Menstruationen
lnfterjmez|zo: dat.-it.> das; -s; -s u.
Intermezzi(s) 1 «Musik» a) musikali¬
sche Einlage in Bühnen werken b) kur¬
zes Klavierstück 2 «übertr.» Gegeben¬
heit von wenig Bedeutung
in|ter]mitttie|rend: dat» Adj. n. stg. «oft
Med. od. Elektrot.» mit Unterbre¬
chungen stoßweise kommend u. ge¬
hend
in|tern: dat.> Adj. 1 nur die inneren, eige¬
nen Verhältnisse angehend; vertrau¬
lich 2 innerlich 3 «Med.» Erkrankun¬
gen der inneren Organe u. deren Be¬
handlung betreffend, Ant.: <1; 2» ex¬
tern
•in|tern: dat» Wortbildungselement +
Substantiv (dient der Adjektivierung)
innerhalb des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten »firmenintern ♦ partei¬
intern« Ant.: -extern
intern.: Abk. 1 international 2 interniert
= in Haft genommen
in|terjna|li|sie|ren: internalisierst; inter-
nalisiertest; hast internalisiert etw.
(z. B. Anschauungen, Regeln) verin¬
nerlichen, übernehmen
ln|ter|nat: dat» das; -(e)s; -e Schule mit
Wohnmöglichkeiten
in|ter|na|tio|nal/in|teijna|tio|nal —> inl-
terina|ti|o|nal: dat» /internazional/
Adj. zwischenstaatlich; nicht auf ei-
ne(n) Nation, Staat begrenzt »inter¬
nationale Abkommen«
ln|ter]na|tio|na|le —» ln|ter|na|ti|o|na|le:
dat.> die; - ; 1 «Pol.» internationale
Vereinigung marxistischer Arbeiter¬
parteien 2 o. PI. internationales sozia¬
listisches Arbeiterbewegungskampf¬
lied
ln|ter|na|tio|na|lis|mus —» in|ter|na|ti|-
o|na|lis|mus: dal» der; ~ ; Internatio¬
nalismen 1 o. PI. «Pol.» politische Hal¬
tung mit dem Ziel, Bestreben nach
zwischenstaatlichem Zusammen¬
schluß 2 «Sprachwiss.» in verschiede¬
nen Sprachen, Kultursprachen vor¬
kommendes Wort mit gleicher od.
ähnlicher Bedeutung u. Form
infterjnie|ren: dat.-fr.»internierst; inter¬
niertest; hast interniert 1 «meist Krieg»
Staatsfeinde in Haft nehmen 2 ein(en)
an einer ansteckenden Krankheit lei¬
dendes Tier od. leidenden Menschen
unter Quarantäne stellen, isolieren
ln|ter|nist dat.» der; -en; -en weibl. In|-
terjnjjstin —> ln|ter|nis|tin: die; - ;
-nen 1 «Med.» Facharzt, Fachärztin
für innere Krankheiten 2 [veralt.] In-
tematsschüler(in)
injtetjozea|nisch—»in|teijolze|a|nisch:
Adj. n. stg. Weltmeere, Ozeane ver¬
bindend, betreffend
in[ter|par|la|men|ta|risch: Adj. n. stg.
«Pol.» Parlamente verschiedener Staa¬
ten umfassend, betreffend
in|ter]pla|ne|ta|i1sch: Adj. n. stg. «Astro¬
nomie» zwischen Planeten
bi|terjpol: Kurzw. die; • ; - Internatio¬
nale kriminalpolizeiliche Kommissi¬
on u. <engh International Criminal
Police Organization u. </r.» Organisa¬
tion internationale de police crimi¬
nelle = internationale Einrichtung
(Zentrale in Paris, Frankreich) zur ge¬
genseitigen Unterstützung der natio¬
nalen Polizeibehörden
ln|teijpo|la|ti|on: dat» /interpolazion/
die; - ; -en 1 Einfügung, Ergänzung in
einem Text von einer anderen Person
(ohne entsprechende Kennzeichnung)
2 «Math.» (näherungsweise) Bestim¬
mung einzelner Werte einer Funktion
ln|ter|pret: dat» der; -en; -en weibl. Inj-
ter|pre|tin: die; - ; -nen Person, die ei¬
nen Text od. ein Musikstück in ihrer
Weise darbietet
lnfter|pre|ta|ti|on: dat» /interpretazion/
die; - ; -en a) Auslegung, Deutung ei¬
nes (wissenschaftlichen od. literari¬
schen) Textes, Werkes der bildenden
Kunst, Musikstückes b) Art der Wie¬
dergabe eines musikalischen od. lite¬
rarischen Stückes c) Deutung, Ausle¬
gung, Auffassung einer Aussage, Si¬
tuation o. ä.
in|ter]pre|ta|to|risch: Adj. n. stg. a)
jmdn. betreffend, der einen Text od.
ein Musikstück in seiner Weise dar¬
bietet b) eine Auslegung betreffend
in|ter|pre|tie|ren: dat» interpretierst; in¬
terpretiertest; hast interpretiert a) ei¬
nen (wissenschaftlichen od. literari¬
schen) Text, ein Musikstück, Werk
der bildenden Kunst deuten b) ein
musikalisches od. literarisches Stück
in einer bestimmten Art u. Weise dar¬
bieten, wiedergeben c) eine Äuße¬
rung, Situation od. das Verhalten von
jmdm. deuten, auslegen
injtei]punk|tje]ren: dat» interpunktierst;
interpunktiertest; hast interpunktiert
«Sprachwiss.» [selten] Satzzeichen (wie
Punkt, Komma usw.) setzen
ln|t«iipunk|ti|on: dat» /interpunkzipn/
die; -; - «Sprachwiss.» Zeichensetzung
(Punkt, Komma usw.), durch die ein
Text nach drei Prinzipien (Kenn¬
zeichnung des Satzbaus; Hinweise auf
die Intonation; kommunikative Ab¬
sichten) gegliedert wird
ln)ter]punkjtljonsfzei|chen: /interpunk-
zipnß-/ das; -s; - Satzzeichen wie
Punkt (.), Komma(,), Semikolon(;),
Fragezeichen(?), Äusrufezeichen(l),
die einen Text gliedern u. nach be¬
stimmten Regeln gesetzt werden
ln|ter|ro|ga|tiv: dat» /interrogatif/ das;
-s; -e /interrogatiwel «Sprachwiss.»
Pronomen, das meistens eine Frage
einleitet; Interrogativpronomen
in|ter|ro|ga|bv: dat» /interrogatif/ Adj.
n. stg. «meist Sprachwiss.» fragend;
eine Frage einleitend
ln|ter|ro|ga|ttv|ad|verb: dat» /interroga¬
tif-/ das; -s; -adverbien «Sprachwiss.»
Ümstandswort, Adverb, das einen
Fragesatz nach dem Umstand von
etw. (nach dem Ort (z. B. wohin?), der
Zeit (z. B. wann?), der Art u. Weise
(z. B. wie?), des Grundes (z. B. war¬
um?)) einleitet
ln|tei]ro|ga|tiv|pro|no|inen: dat» /inter¬
rogatif-/ das; -s; ~ u. -pronomina Für¬
wort, das meistens einen Fragesatz
einleitet
ln|ter]rup|ti|on: dal» /interrupzipn/ die;
- ; -en 1 Unterbrechung 2 «Med.»
a) Abtreibung; Schwangerschaftsab¬
bruch b) auch kurz für coitus inter-
ruptus, incompletus, reservatus:
574
Intrigenspiel Intrigenspiel
durch Herausziehen des erigierten Pe¬
nis kurz vor dem Orgasmus verhin¬
derter Samenerguß in der Scheide
(zur Schwangerschaftsverhütung)
in{ter|sub|jek|tiv: <lat.> /intersubjektif/
Adj. n. stg. (Psychologie) bei verschie¬
denen Individuen, Personen gemein¬
sam auftretend
ln|teijvall: <lat.> /interwall/ das; -s; -e 1
[geh.] (regelmäßiger) zeitlicher Ab¬
stand (zwischen gleichartigen Hand¬
lungen, Geschehen o. ä.) 2 <Med.> ru¬
hige Zwischenzeit ohne Symptome
od. Schmerzen a) zwischen den Mo¬
natsblutungen b) dtäußg Blinddarm¬
entzündung) zwischen den Anfallen
c) bei periodisch auftretenden Gei¬
steskrankheiten d) zwischen den (Ge-
burts-)Wehen 3 <Math.> Zahlenbe¬
reich zwischen zwei Grenzwerten, der
meist durch feste Werte unabhängi¬
ger Variablen gebildet wird 4 <Musik>
Abstand zweier Töne in Hinsicht auf
den Höhenunterschied
ln|teijve|ni|ent: <lat.> /interweni-ent/ der;
-en; -en [geh.] Person, die sich in
Rechtsstreitigkeiten einmischt u. zu
vermitteln sucht
in|ter]ve|nie|ren: <lat.-fr.> /interweniren/
intervenierst; interveniertest; hast
interveniert 1 [geh.] dazwischentreten;
vermitteln; sich einmischen 2
<Rechtsw.> als Dritter in eine rechtli¬
che Angelegenheit (Zivilprozeß,
Zwangsvollstreckung) eingreifen 3
<meist Pol.> Protest anmelden (u. die¬
sen durchzusetzen versuchen)
ln|terjvenfti|gn: dat.-fr.i /interwenzion/
die; - ; -en 1 <Pol.; Rechtsw.) Einmi¬
schung in die Angelegenheiten eines
fremden Staates 2 <Wirt.> Maßnah-
me(n) zur Stützung des Effekten- u.
Währungskurses 3 <Bankw.; Wechsel¬
recht) Bezahlen eines Wechsels für ei¬
nen anderen
ln|teijview/ln|ter|view: dat.-fr.-engh
/interwju/ das; -s; -s 1 a) Befragung ei¬
ner (meist sehr bekannten) Person,
die für eine Veröffentlichung genutzt
werden soll b) über Rundfunk, Fern¬
sehen gesendetes od. in einer Zeitung,
Zeitschrift o. ä. abgedrucktes Ergeb¬
nis einer Befragung (a) 2 <Med.; Psy¬
chologie) Patientenbefragung mit
dem Ziel, die Krankheitsgeschichte u.
die Beschwerdesymptome zu erfahren
3 (Soziol.; Werbung; Meinungsfor¬
schung usw.) Personenbefragung zu
einem Themenkatalog mit dem Ziel,
das Ergebnis auszuwerten u. daraus
Erkenntnisse zu erziehen
in|tertview|en: <lat; engl.) /interwjum/
interviewst; interviewtest; hast inter¬
viewt 1 eine (meist sehr bekannte)
Person für Fernsehen, Rundfunk od.
eine Zeitung, Zeitschrift o. ä. befra¬
gen 2 <Med.; Psychologie) einen Pa¬
tienten zu seiner Krankheitsge¬
schichte u. zu seinen Beschwerdesym¬
ptomen befragen 3 <Soziol.; Wer¬
bung; Meinungsforschung usw .> Per¬
sonen zu einem Themenkatalog be¬
fragen 4 [scherzh.; ugs.] eine Person
neugierig ausfragen
in|teijzel|lu|lar: <lat.> Adj. <Bio.; Med.)
• zwischen den Zellen
ln|ter|zes|si|gn: dat.i die; - ; -en
<Rechtsw.> die Garantierung für die
Einlösung, Übernahme der Schuld,
Verpflichtung einer anderen Person
im Falle, daß der Schuldner seinen
Verpflichtungen nicht nachkommen
kann
ln|thro|ni|sa|ti|on: <gr.-lat.> /intronisa-
zion/ die; ~ ; -en <meist Pol.) feierliche
Amtseinsetzung eines Monarchen od.
Kirchenführers
in|thro|ni|sie|ren: <gr.-lat.> inthronisierst;
inthronisiertest; hast inthronisiert
(meist Pol.) jmdn. auf den Thron he¬
ben; einen Monarchen od. Kirchen¬
führer feierlich in ein Amt heben
ln|thro|ni|sie]rung: die; ~ / -en <meist
Pol.) feierliche Amtseinsetzung eines
Monarchen od. Kirchenführers
in|tim: dat.i Adj. 1 a) sehr vertraut; innig
verbunden »Ihr Verhältnis war senr
intim.« b) geheim; vertraulich »intime
Information« 2 in sexuellem Kontakt
mit jmdm. stehend 3 auf die Ge¬
schlechtsorgane, den Geschlechtsbe¬
reich bezogen 4 mit privatem, anhei¬
melndem Charakter »intime
Atmosphäre« 5 im tiefsten inneren
Wesen eines Individuums
lnjtim|be|reieh: der; -(e)s; -e a) ver¬
traut-persönlicher Biereich b) m. PI.
Körperregion, Körperbereich mit
den äußeren Geschlechtsorganen
ln|ti|mi|tät: dat.-fr.i die; - ; -en 1 o. PI.
persönliches, vertrautes Verhältnis
»Zwischen ihnen bestand große
Intimität.« 2 Handlung, die Intimität
(1) ausdrückt (auch sexuell) »Diese
Intimitäten möchte ich mir verbitten.«
3 m. PI. Handlung o. ä. im sexuellen
Bereich 4 o. PI. Atmosphäre von pri¬
vatem, anheimelndem Charakter 5 o.
PI. vertraut-persönlicher Bereich
ln|tim|le|ben: das; -s; - [verhüll.] Lebens¬
bereich, -Stil einer Person in eroti¬
scher, sexueller Hinsicht
ln|tim|sphä|re —> ln|tim|s|phä|re: /in-
timßfare/ die; -; -n 1 vertraut-persön¬
licher Bereich 2 <Rechtsw.> letzter in¬
nerster Bereich menschlicher Freiheit,
der als wesentlicher Teil der allgemei¬
nen Handlungsfreiheit grundrechtli¬
chem Schutz unterliegt
ln|tim|verfkehr: der; -(e)s; - [geh.] sexu¬
elle Handlungen; Geschlechtsverkehr
in|to|le|rant/in|to|le|rant: dat.-fr.i Adj.
intoleranter; intoleranteste 1 unduld¬
sam; andere Meinungen o. ä. nicht
akzeptierend; engstirnig 2 <Med.>
empfindlich bestimmten Substanzen,
Stoffen gegenüber, Ant.: <1> tolerant
]n|to|le|ranz/ln|to|le|ranz: <lat.-fr.> die;
* ; -en 1 Unduldsamkeit gegenüber
anderen Lebens- u. Glaubensformen,
Ansichten, Meinungen; Engstirnig¬
keit 2 <Med.> mangelnde Abwehr¬
kräfte, Widerstandsfähigkeit gegen
Schadstoffe, Ant.: <1; 2> Toleranz
lntto|na]ti|gn: dat.i /intonazion/ die; - ;
-en 1 <Sprachwiss.> Stimmführung;
Sprechmelodie; das Heben u. Senken
der Stimme u. die Betonung zur
Kennzeichnung der Stammsilbe, Her¬
aushebung eines wichtigen Wortbil¬
dungselements, grammatischer Ver¬
hältnisse, kommunikativer u. stilisti¬
scher Verhältnisse 2 <Musik> a) Kir¬
chenmusik) Anfangsworte eines Li¬
turgiegesanges, der von einem Soli¬
sten angestimmt wird u. dann vom
Chor od. der Gemeinde weitergeführt
wird b) Orgelvorspiel c) Art der Ton¬
erzeugung, Klangfarbe d) Tonaus¬
gleich
in|tra- —* injtjra-: dat.i Wortbildungs¬
element + meist fremdsprachiges
Basiswort 1 innerhalb (placiert,
geschehend) »intrakulturell ♦ intraper¬
sonal • intrazellulär« 2 in das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte hinein
»intravenös«
in|tra|kai1di|al —» in|t|ra|karjdijal: dat.i
Adj. n. stg. <Med.) a) direkt ins Herz
b) innerhalb des Herzens
in|tra]ku)tan —» in|t[ra]ku(tan: dat.i Adj.
n. stg. <Med.) a) unter die Haut; in die
Haut (hinein) »Die Impfung erfolgt
intrakutan.« b) in der Haut (befind¬
lich)
in|tra|mus|ku|lär —» in]t|ra|mus|ku|!är:
dat.i Adj. n. stg. a) ins Innere des
Muskels (hinein) b) im Inneren des
Muskels (befindlich)
ln|tran|si|tiv —> ln|t|ran|sijtiv: /intran-
sitifJ das; -s; -e ("Sprachwiss.) nichtzie¬
lendes Verb, Tätigkeitswort, das kein
Akkusativobjekt (Ergänzung im 4.
Fall) bei sich hat
|n|tran|si|tiv —* inft]ran]si|tiv: /intran-
sitifJ dat.i Adj.'n. stg. (Sprachwiss.;
Verb) nichtzielend u. kein Akkusativ¬
objekt (Ergänzung im 4. Fall) bei sich
habend, Ant.: transitiv
ln|tran|si|tj]vufn _=► ln|t|ran|si]ti|vum:
dat.i /intransitiwum/ aas;' -s;
Intransitiva (Sprachwiss.) nichtzielen¬
des Verb, Tätigkeitswort, das kein
Akkobjekt (Ergänzung im 4. Fall) bei
sich hat
in|tra|oku|lar —*■ in[t|ra|olkuJlar: dat.i
Adj. n. stg. <Med.) innerhalb des Au¬
ges
lnjtra|ute|rin|pes|sar —»ln|t|ra|u|te|rin|-
pes|san <lat.i das; -s; -e (Med.) der
Empfängnisverhütung dienender,
kunststoffüberzogener Ring, der in
den Gebärmutterhals eingeführt wird
u. das Eindringen von Spermien ver¬
hindert
in|tra|ve|nös —» in|t|ra|ve|nös: dat.i
/intrawenös/ Adj. n. stg. a) in die Vene
(hinein) b) in der Vene (befindlich)
in|tra|zel|lu|lar —* in|tjra|zel|lu|lar: dat.i
Adj. n. stg. (Med.; Bio.) im Inneren ei¬
ner Zelle (befindlich)
ln|tri|gant —» ln|t|ri|gant: der; -en; -en
weibl. In|tri|gan|tin —* ln|t|ri|gan|tin:
die: - ; -ne« [abwert.] Person, die bös¬
artige, heimliche Unternehmungen
zum Schaden anderer Personen vor¬
bereitet u. durchführt; aus bösartiger
Absicht (zum eigenen Vorteil) Un¬
wahrheiten od. Halbwahrheiten über
jmdn. verbreitet
ln|tri|ge —* ln|t|ri|ge: <fr.i die; -; -n bös¬
artige, heimliche Unternehmungen
zum Schaden anderer Personen; Ver¬
breitung von Unwahrheiten od.
Halbwahrheiten über jmdn. aus bös¬
artiger Absicht (zum eigenen Vorteil)
ln|tn|gen|spiel —» ln|t|ri|gen|spiel: das;
-(e)s; -e [abwert.] bösartige, heimli¬
che Ünternehmungen zum Schaden
anderer Personen; Verbreitung von
Unwahrheiten od. Halbwahrheiten
über jmdn. aus bösartiger Absicht
(zum eigenen Vorteil)
575
intrigieren
inttri|gie|ren —> in|t|ri|gjejren: dat.-it.-
fro intrigierst; intrigiertest; hast intri¬
giert [abwert.] bösartige, heimliche
Unternehmungen zum Schaden ande¬
rer Personen durchführen; Unwahr¬
heiten od. Halbwahrheiten über
jmdn. aus bösartiger Absicht (zum ei¬
genen Vorteil) verbreiten
injtiin|sisch —* in|t|nn|sisch: dat.fr.-
englo Adj. n. stg. «Psychologie; Päd¬
agogik» aus einem in der Gegebenheit
begründeten inneren Beweggrund
ln|tro|duk|ti|on —> lnjt|ro|duk|ti|on:
dato /introdukzion/ die; - ; -en 1
[geh.] Einführung; Beginn 2 <Med.;
Geschlechtsverkehr» Einführung des
erigierten männlichen Gliedes in die
Scheide 3 «Musik» a) eine in sich ge¬
schlossene, meist aus acht Takten be¬
stehende musikalische Grundform als
freier Einleitungssatz vor einem
Hauptsatz h) erste Gesangsnummer
bei einer Oper
in|tro|spekjtiv —» in|t|ro|spek|tiv: /in-
trospektif/ Adj. n. stg. a) «Psychologie»
die eigenen inneren Regungen beob¬
achtend b) «Sprachwiss.» sich selbst
befragend, beobachtend
inttro|verjtjert/in|tro|ver]tiert —»in|t|ro|-
ver(tiert: <lai.> /introwertirt/ Aaj. in¬
trovertierter; introvertierteste gefühls¬
mäßig nach innen gewandt; unzu¬
gänglich aufgrund der Versunkenheit
in eigene Gefühle u. Phantasien Ant.:
extravertiert
ln|tro|verttiert|heit —* ln|t|ro|ver|t]ert|-
helt: /introwertirt-/ die; - ; - Versun¬
kenheit im Denken u. Handeln nach
innen; starke Bezogenheit auf die ei¬
genen Gefühle u. Phantasien
ln|tu|ba|ti|pn: dato /intubazion/ die; - ;
-en «Med.» Einführung eines dünnen
Rohres in den Kehlkopf vom Munde
aus bei bestehender Verengung u. At¬
mungsschwierigkeiten sowie zur Ver¬
meidung von Eindringen von Blut bei
Operationen
in|tu|ble|ren: dat.-fro intubierst; inhi¬
biertest; hast intubiert «Med.» ein dün¬
nes Rohr in den Kehlkopf vom Mun¬
de aus bei bestehender Verengung u.
Atmungsschwierigkeiten sowie zur
Vermeidung von Eindringen von Blut
bei Operationen einführen
ln|tui|tilgn —» ln|tu|i|ti|pn: dato
/intuizion/ die; - ; -en «las Erkennen,
die richtige Einschätzung, das Verste¬
hen, Begreifen von Umständen, Zu¬
sammenhängen, Abläufen, Entwick¬
lungen; das Handeln nicht direkt
durch etw. (Erfahrung usw.) od.
jmdn. vermittelt, sondern aufgrund
einer plötzlichen Ahnung, Vermu¬
tung
in|tu|itiv —»• in|tu|i|tjy: dato /intintif/
Adj. auf einer plötzlichen Ahnung,
Vermutung beruhend, durch sie be¬
wirkt
in|tus: dato Adv. in den Wendungen a)
einen intus haben: [ugs.] durch Alko¬
hol angeheitert, angetrunken sein b)
etw. intus haben: [ugs.] 1. etw. ver¬
standen haben, beherrschen, können
2. Nahrung zu sich genommen haben
in|va|iid(e): dat.-fro /inwalid(e)/ Adj. n.
stg. von einer dauerhaften Krankheit,
Verletzung betroffen, dadurch behin¬
dert (u. arbeitsunfähig)
ln|va|li[de: /inwalide/ der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Invali¬
der; eine Invalide: zwei Invalide) er¬
werbsunfähige Person aufgrund einer
dauerhaften Erkrankung, Verlet¬
zung, Behinderung
ln|va|li|di|tät: /inwalidität/ die; ~ ; - to¬
tale, völlige od. teilweise Erwerbs-,
Dienst-, Arbeitsunfähigkeit
in|va|ria[bel/infva|ria|bel —*■ jnfva(ri|a(-
bel: dato /inwariabel/ Adj. h. stg.; in-
variab(e)le(r)(s) unveränderbar;
gleichbleibend, Ant.: variabel
ln|va|5i|on: dat.-fro /inwasion/ die; - ;
-en 1 «Milit.» feindliche Besetzung ei:
nes Gebietes durch kriegerische
Handlungen 2 a) [scherzh.; ugs.]
plötzliches Überhandnehmen von
vielen Menschen an einem Ort b)
plötzliches Überhandnehmen von
Tieren, überwiegend Insekten (häufig
lästig od. großen Schaden verursa¬
chend) 3 «Med.» Eindringung von
krankheitserregenden Viren, Bakteri¬
en o. ä. in die Adern des Blutkreislau¬
fes eines Körpers
ln|ven|tar: dato /inwentar/ das; -s; -e
(PL s.) a) alle Besitz-, Einrichtungs¬
gegenstände (Möbel, Fahrzeuge, Ma¬
schinen usw.), der gesamte einen ma¬
teriellen Wert darstellende Besitz
(teilweise auch die Schulden) eines
Unternehmens, einer Privatperson
usw. b) «Firma; Unternehmen» Zu¬
sammenstellung des Inventars (la),
die jedes Jahr zusätzlich zur Bilanz zu
erfolgen hat c) Verzeichnis des gesam¬
ten Besitzes, aller Verpflichtungen,
Verbindlichkeiten (z. B. Schulden),
die jmd., der verstorben ist, hinterläßt
ln|ven|tarjairf)nah|me: /inwentar-/ die;
- ; -n Zählung u. Erfassung aller Ge¬
genstände (in Listen), des gesamten
Vermögens, Besitzes einer Firma, Pri¬
vatperson o. ä.
In]ven|ta|ri|sa|ti|pn: /inwentar-/ die; ~ ;
-en Zählung u. Erfassung aller Gegen¬
stände (in Listen), des gesamten Ver¬
mögens, Besitzes einer Firma, Privat¬
person o. ä.
in|venfta|ri|siejren: /inwentarisiren/ in¬
ventarisierst; inventarisiertest; hast in¬
ventarisiert alle Gegenstände, das ge¬
samte Vermögen, den gesamten Be¬
sitz einer Firma, Privatperson o. ä.
zählen u. auflisten
lnfvenfta|ri|um: dato /inwentarium/ das;
-s; Inventarien /inwentari'n/ [veralt.]
a) alle Besitzgegenstände (Möbel,
Fahrzeuge, Maschinen usw.), der ge¬
samte einen materiellen Wert darstel¬
lende Besitz (teilweise auch die Schul¬
den) eines Unternehmens, einer Pri¬
vatperson usw. b) «Firma; Unterneh¬
men» Zusammenstellung des Inven¬
tars (la), die jedes Jahr zusätzlich zur
Bilanz zu erfolgen hat c) Verzeichnis
des gesamten Besitzes, aller Ver¬
pflichtungen, Verbindlichkeiten (z. B.
Schulden), die jmd., der verstorben
ist, hinterläßt, Sn.: Inventar
ln|ven|tur: dato /inwentur/ die; - ; -en
«meist Wirt.» Bestandsaufnahme von
vorhandenen Waren, Guthaben u.
Schulden durch Aufnahme des La¬
gerbestandes, Vergleich des Lagerbe¬
standes u. der Verkaufsunterlagen
mit den in einem Zeitraum bestellten
Waren; Vergleich von Soll u. Haben
in einem Geschäft zur Errichtung des
Inventars
ln|ven|tur|ver|kauh /inwentur-/ der;
-(e)s; -verkaufe Räumungsverkauf
wegen Geschäftsaufgabe od. zur
Räumung des Lagers zu reduzierten
Preisen
in|vers: dato /inwerß/ Adj. u. stg. umge¬
kehrt
fn|ver[si|on: dato /inwersion/ die; - ; -en
1 [geh.] Umkehrung; Vertauschung;
Umwandlung; Umstülpung 2 «Geolo¬
gie» Veränderung, Umkehrung eines
Reliefs (Erdoberflächenform), verur¬
sacht durch unterschiedliche Belast¬
barkeit der Gesteine u. dadurch keine
Übereinstimmung eines tektonischen
Bau- u. Landschaflsbiides 3 «Sprach¬
wiss.» Stellung des Subjektes (Satzge¬
genstandes) direkt hinter dem Verb,
wenn am Satzanfang ein anderes
Satzglied od. ein Gliedsatz steht, ent¬
gegen der üblichen Wortstellung 4
«Meteorologie» Temperaturumkeh¬
rung in der Atmosphäre, wobei dann
eine Warmluftschicht über einer kal¬
ten Bodenschicht liegt u. den vertika¬
len Luftaustausch verhindert S «Che¬
mie» durch bestimmte, eine Reaktion
bewirkende Stoffe erzielbare Umkeh¬
rung des optischen Drehungsvermö¬
gens von Stoffen 6 «Musik» Verkeh¬
rung «ler Notenabfolge innerhalb ei¬
nes festgelegten Zeitabschnittes 7
«Math.» Spiegelung am Kreis 8 «Bio.;
Genetik» Chromosomenveränderung,
bei der sich ein abgelöstes Stück ver¬
kehrt herum wieder an das Chromo¬
som anschließt
ln|vort|zucker (—» Jn|vert)zuk|ker):
dat.; dto /inwert-/ der; -s; - Gemisch
aus Trauben- u. Fruchtzucker, das
bei der Spaltung von Rohrzucker
durch Säure od. Enzyme entsteht
ln|verfwahrtnah|me: die; - ; -n
[amtssprl.] Aufbewahrung
in|va|stiejren —* in|ves|tie(ren: dato
/inweßtiren/ investierst; investiertest;
hast investiert 1 Kapital, Geld langfri¬
stig zu Gewinnzwecken anlegen 2
etw. für jmdn. od. etw. einsetzen, auf¬
bringen 3 [geh.] in ein Amt einsetzen
lntve|sti|tj[on —* 1n)ves|ti|ti|pn: dato
/inweßtizion/ die; - ; -en Verwendung
von, Anlage von Kapital zum Zwecke
der Anschaffung von Wirtschaftsgü-
tem
ln|ve|sß|tj|pns|be|mlt|schaft—> ln|ves|-
ti|tilons|be|reit|schaft: /inweßtizi¬
on ß-/ die; - ; -en «Wirt.» Willigkeit,
Geneigtheit etw. einzusetzen, Kapital
anzulegen
ln|ve|sti|tur —* ln|ves|ti|tur: dato /in-
weßtitur/ die; • ; -en 1 «Pol.; MA> Le¬
henübergabe an einen Gefolgsmann
od. Übereignung weltlicher Besitz¬
rechte u. geistliche Ermächtigung an
einen Bischof od. Abt 2 «Frankreich»
Ministerpräsidentenbestätigung
durch die Nationalversammlung 3
Einführung u. Einsetzung in ein geist¬
liches Amt
ln|ve|sti|tuijstreit —* ln|ves|ti|turjstreit:
/inweßtitur-/ der; -(e)s; - <MA> Streit
zwischen europäischen Kaisern, Kö¬
nigen u. den Päpsten um die Einset¬
zung von Bischöfen u. Äbten
576
Ironie
ln|vest|ment: dat.-engl.y /inwgßtment/
das; -s; -s Kapitalanlage
Infyefstor —» ln|ves|tor: dat.y
/inweßtor/ der; -s; Investoren weibl.
ln|ve|stojrin —» tn|ves|to|rin: die; - ;
-nen Kapitalanleger(in)
ln|vi|ta|ti|on: dat.y /inwitazion/ die; - ;
-en [geh.] Einladung
intyi|tie|ren: <ta.» /inwitiren/ [geh.] 1
jmdn. einladen 2 jmdn. um etw. bitten
in|vol|vie|ren: dato /inwolwiren/ invol¬
vierst; involviertest; hast involviert a)
einschließen; (als Folge) mit sich brin¬
gen b) jmdn. mit in ein Geschehen o.
ä. hineinziehen, in Kontakt bringen
fnw.: Abk. 1 inwendig 2 inwiefern
in|wärts: Adv. [veralt.] im Inneren, an
der inneren Seite befindlich
in|wen|dig: Adj. n. stg. 1 a) im Inneren
b) an, auf der Innenseite 2 etw., jmdn.
in- u. auswendig kennen: [ugs.] etw.
od. jmdn. sehr genau kennen
inwf.: Abk. inwiefern
injwie|fern: Interrogativadv. u. Konj. in
welcher, auf welche Weise ?
in)wie|weit: Interrogativadv. u. Konj. bis
wohin; in welchem Maße »Inwieweit
trifft diese Behauptung zu?«
inww.: Abk. inwieweit
ln|zah|lung|nah|me: die; - ; -n (PI. s.)
<meist Auto> Abnahme des alten Ge¬
genstandes bei einem Neukauf durch
den Verkäufer
ln|2esfc <lat.> der; -(e)s; -e Geschlechts¬
verkehr (u. Fortpflanzung) zwischen
nahen Verwandten, auch bei Tieren
Syn.: Inzucht
in|z«)stu|ös —» in|zesftulös: <lat.-fr.>
Adj. n. stg. den Geschlechtsverkehr
(u. die Fortpflanzung) zwischen na¬
hen Verwandten betreffend, ihm zu¬
zuordnen
in|zi|dent: dat.-fr.y Adj. [veralt.] am
Rande auffallend; zufällig
Infzucht: die; - ; -en a) Geschlechtsver-
" kehr u. Fortpflanzung, das Zeugen
von Nachkommen zwischen nahen
Verwandten b) Zucht, Kreuzung mit
eng verwandten Tieren
tomei.:Abk. inzwischen
in)zwi|schen: Adv. a) zur gleichen Zeit
parallel erfolgend; gleichzeitig b) nach
einem gewissen Zeitraum erfolgt, er¬
reicht c) bis zu einem in der Zukunft
liegenden Zeitpunkt erfolgend
i. O.: Abk. in Ordnung
i. O. b.: Abk. in Ordnung befunden
lo|dat/Jo|dat: <gr.-fr.-lat.y das; -(e)s; -e
Jödsauerstoffsäure
lo|did/Jo|did: das; -(e)s; -e Jodwasser-
stöffsäuresalz
IOK: Abk. Internationales Olympisches
Komitee
Ion—*• llon: igr.-engh das; -s; -en «Che¬
mie; Physik» Atome od. Moleküle, die
dadurch, daß sie Anione (negativ ge¬
ladene Elektronen) od. Kationen (po¬
sitiv geladene Elektronen) aufnehmen
od. abgeben, elektrisch geladen sind
-ion/-te|rung/-a|ti|gn: Wortbildungsele¬
ment dient der Substantivierung von
Verben (die auf -ieren enden) u. ist
dann Ausdruck einer Handlung, eines
Geschehens od. dessen Ergebnis (Be¬
deutungsunterschiede zwischen >-ati-
on< u. >-ierung< sind meist nicht vor¬
handen; manchmal liegt der Akzent
bei >-ation< auf dem Ergebnis, bei >-ie-
rung< auf der Handlung) »Isolation/
Isolierung • Kompensation! Kompen-
sierung«
lo|ni|cus/Jo|ni|kus: <gr.-lat.> der; - / lo-
nicijjoniki a) antiker Versfuß b) loni-
cus/Jonikus a minore: Rhythmusein¬
heit, die meistens zwei Kürzen ent¬
hält, auf die zwei Längen folgen c) lo-
nicus/Jonikus a maiore: Rhythmus¬
einheit, die meistens zwei Längen ent¬
hält, auf die zwei Kürzen folgen
lp]ni|en —» l|p|nijen: o. Art.; -s; - «Alter-
twn> Küstenregion im westlichen
Kleinasien, die von Griechen besie¬
delt war
ip|nisch —j|o|nisch: (gr.-lat.y Adj. 1
Altgriechisches betreffend 2 ioni¬
scher Dimeter: <Literaturwiss.> anti¬
kes Versmaß, das zwei lonici (zwei
Längen auf zwei Kürzen od. zwei
Kürzen auf zwei Längen) enthält
lo|no]sphä|re —» ljo]no|s|phä|re: /io-
noßfäre u. jonoßfäre/ die; -7- äußer¬
ste Hülle der Erdatmosphäre, Ther-
mosphäre (in ca. 85 km Höhe), die an
die in ca. 60 km Höhe liegende Meso¬
sphäre anschließt
i. P.: Abk. in Pension
i. p.: Abk. 1 dat.y in perpetuum = für
immer; allgemeingültig 2 dat.y in
puncto = hinsichtlich; betreffs 3 dat.y
<Arzneimittel(kunde)> ipse paratus =
selbst zu bereitet
ip|so fac|to: dat.y <Rechtsw.> die Folgen
einer Tat treten von selbst ein
ip|so ju|re: dat.y <Rechtsw.> eine rechtli¬
che Wirkung tritt durch das Recht
selbst ein
I-Punkt —» i-Punkt: der; -(e)s; -e 1
Punkt auf denTBuchstaben i 2 bis auf
den I-Punkt—» i-Punkt: ganz genau
bis ins letzte Detail
IQ/I. Q.: Abk. Intelligenzquotient (nach
verschiedenen Testverfahren ermittel¬
tes Maß für die Intelligenz eines Men¬
schen)
i. R.: Abk. 1 im Ruhestand 2 «Milit.» in
Reserve 3 in Ruhe
IR: Abk. 1 Infrarot = elektromagneti¬
sche Strahlung, oft als Wärmestrah¬
lung (auch zu Heilzwecken) bezeich¬
net 2 Indian Railway (staatliche indi¬
sche Eisenbahngesellschaft) 3 «Milit.»
Infanterieregiment = Fußtruppen¬
einheit 4 Internationaler Rat 5 «Ei-
senb.> Interregio(nal)-Zug/Züge (im
Zweistundentakt eingesetzte Züge,
die seit 1988 schrittweise die bisheri¬
gen D-Züge ersetzen)
IRA: Abk. <engl.y Irish Republican Army
= Irische Republikanische Armee
(nordirische Untergrundorganisati¬
on, die für die Unabhängigkeit
(Nord-)Irlands kämpft)
iijden: Adj. [veralt.] aus (Keramik,) Ton
hergestellt »Sie servierten die Weine in
irdenen Krügen.«
hjden|ge|schirr: das; -s; - [veralt.] Ton¬
geschirr
üjdisch: Adj. n. stg. 1 a) <Planet> auf der
Erde; zur Erde gehörend b) «Religion»
zu dem Leben auf dieser Welt gehö¬
rend »irdische Freuden« 2 den Weg al¬
les Irdischen gehen: a) «Gegenstand»
unbrauchbar geworden sein; nicht
mehr vorhanden sein b) «Mensch;
(selten) Tiep sterben
irg.: Abk. irgend
irjgend: Adv. a) drückt verstärkend die
Beliebigkeit einer Person, Sache aus
»Irgend jemand muß die Tür
abschließen.« b) in einer nicht genau
bezeichneten Art u. Weise »Ich helfe
dir, wenn ich irgend kann.« c) irgend
jemand—> Irgendjemand: eine nicht
näher bezeichnete Person d) irgend
etwas —> irgendetwas: etw. nicht
näher Bezeichnetes
irjgend|qin: Indefinitpron. a) eine nicht
bestimmte, beliebige Person b) etw.
nicht Bekanntes; etw. nicht genau Be¬
stimmbares
ir|gend|ein|mal: Adv. zu, an einem Zeit¬
punkt (in der Zukunft od. in der Ver¬
gangenheit), der nicht genau be¬
stimmt wird, bestimmbar ist
—> ir|gendjjejmand: s. irgend (c)
—> ir[gendjet|was: s. irgend (d)
jr)gend|wann: Adv. zu einem noch nicht
näher bestimmten Zeitpunkt in der
Zukunft od. in der Vergangenheit »Er
erzählte irgendwann mal von dir.«
lr)gend|was: Indefinitpron. etw. nicht
näher Bezeichnetes
irjgend|wer. Indefinitpron. [ugs.] irgend¬
eine (noch nicht bekannte), nicht nä¬
her bezeichnete Person
ir|gend|wie: Adv. auf eine noch nicht ge¬
nau bestimmte Art u. Weise
ir]gend|wo: Adv. an einem nicht be¬
kannten od. nicht näher beschriebe¬
nen Ort
ir)gend|wo|her Adv. a) durch nicht nä¬
her beschriebene Umstände b) von ei¬
nem nicht bekannten od. nicht näher
beschriebenem Ort
lri|di|um—* l|ri|di|um: <gr.-engl.> das; -s;
- chemischer, edelmetallischer, sehr
harter Grundstoff, «ler vor allem in
technischen Geräten Verwendung
findet
lri|do|to|mie—» l|ri|do|to|mie : <gr.y die;
~ ; -n jiridotomPnj «Med.» Ausschnei¬
dung eines Sektors, Teils der Iris (Re¬
genbogenhaut) (zur Herstellung einer
neuen Pupille, zur Druckemiedrigung
im Auge)
Iris—llris: <gr.-Iat.y die; - ; - u. Iriden
u. Iriaes 1 «Med.» unterschiedlich ge¬
färbter Teil, Haut des Auges ringför¬
mig um die Pupille 2 Pt. Iris «Meteo¬
rologie» Regenbogen; am Himmel er¬
scheinender farbiger Bogen 3 PI. Iris
zur Gattung der Schattengewächse
gehörende blau od. gelb blühende
Pflanze; Schwertlilie
Irisch Re|pu|bli|ka|ni|sche Arimse —>
Drisch Re|pu|bjiilkafni|sche Arjmee:
die; -n - ; - «Pol.» Untergrundbewe¬
gung in (Nord-)Irland, die für die Ab¬
spaltung Nordirlands von Großbri¬
tannien, für die Unabhängigkeit
(Nord-)Irlands kämpft
iri|sjgjren—»i|rijsig|ren:<gr.-/r.» irisiert;
irisierte; hat irisiert in allen Farben
des Regenbogens, vielen Farben
leuchten, schillern
lri|t»s —9. I|ri|tis: «gr.» die; - ; Iritiden
«Med.» Entzündung der Regenbogen-
u. Aderhaut des Auges
IRK: Abk. Internationales Rotes Kreuz
= international organisierte humani¬
täre, medizinische Hilfsorganisation
Irl aAbk. Irland
lro|nie —> l|ro|nie: <gr.-lat.y die; - ; -n
lironpnj (PL s.) 1 hinter Ernst ver-
577
Ironiker
steckler, nicht offen erkennbarer
Spott; bewußtes u. gezieltes (ernstes)
Sagen des Gegenteils zur versteckten
Kritikübung, Verspottung 2 <übertr.>
Zufall, der etw. Erwartetem wider¬
spricht u. wie ein Eingreifen einer hö¬
heren Macht erscheint »Ironie des
Schicksals«
lro|ni|ker —*■ l|ro|ni|ker: <gr.-lat.> der; -s;
- weibl. Irpjnifke|rin —> l|ro|ni|ke|rin:
die; - ; -nen Person, die oft ironische
Bemerkungen macht, in vielen Din¬
gen eine Ironie (1) erkennt
iro|nisch —» i|ro|nisch: <gr.-lat.> Adj.
Ironie, versteckten Spott enthaltend
iro|ni|sie|ren —» i|ro|ni|sie|ren: <gr.-lat.-
fr.> ironisierst; ironisiertest; hast ironi¬
siert über etw. ironische, unterschwel¬
lig spöttische Bemerkungen machen;
etw. in ironischer Art betrachten
im Adj. 1 a) nicht normal; geistig gestört
b) sehr erregt u. durcheinander u. da¬
durch nicht normal wirkend, han¬
delnd 2 overst.) [ugs.] toll; super
lrjra|dia|ti|on —* lr|rajdi|a|ti|on: dat.t
/irradiazion/ die; ~ ; -en 1 <Med.>
Schmerzausstrahlung in benachbarte
Nervenzweige 2 <Psychologie; Med.>
Übertragung von Gemütsbewegun¬
gen o. ä. auf nur per Zufall damit ver¬
knüpfte neutrale Dinge 3 Phänomen
einer optischen Täuschung, das be¬
wirkt, daß ein helles Objekt auf dunk¬
lem Grund größer erscheint als ein
dunkles Objekt auf hellem Grund 4
(Photographie) das Überbelichten
von Negativen
ir|ra]tio|nal/irjra]tio|nal —* ir]ra|ti|o|nat:
dat.> /irrazional/ Adj. verstandesmä¬
ßig nicht faßbar; wider die Vernunft;
unberechenbar Ant.: rational
lr[ra|tio|na|ljs|mus/|i]ra[tio|na|lis|mus
—* lr|ra|ti|o|na|lis|mus: <lat.> /irrazio-
nalißmuß/ der; - ; Irrationalismen 1 o.
PL höhere Bewertung, Vorrangigkeit
des Gefühls vor dem Verstand 2 vom
Gefühl u. nicht vom Verstand ge¬
prägte Handlung 3 o. PL (Philoso¬
phie) philosophische Lehre, die be¬
sagt, daß die Welt u. ihr Ursprung
mit dem Verstand nicht nachzuvoll¬
ziehen sind
ir|ra|tio|nell/irjra|tio|nell —»■ ir|ra|ti|o|-
nell/: dat.-fr.i /irrazionell/ Adj. nicht
mit dem Verstand zu erfassen
Irjre: der u. die; -n; -n (mit unbestimmten
Art.: ein Irrer; eine Irre; zwei Irre)
Person, die geistesgestört, nicht bei
Sinnen ist
lr|re: die; •;-in den Wendungen a) in die
Irre gehen: 1. sich täuschen; einer fal¬
schen Annahme unterliegen 2. sich
verlaufen b) jmdn. in die Irre führen,
locken: I. eine Person mit Absicht
täuschen, sie dazu verleiten, etw. Un¬
wahres anzunehmen 2. einer Person
mit Absicht den falschen Weg weisen
ir|re: Adj. irrer; irr(e)ste 1 a) nicht nor¬
mal; geistig gestört; geistesgestört;
(nicht mehr) im Besitz seiner geistigen
Kräfte b) sehr erregt u. durcheinander
u. dadurch nicht normal wirkend,
handelnd 2 a) <verst.> [ugs.; ju-
gendsprl.] stark; sehr »Das Konzert
hat irre lange gedauert.« b) [meist ju-
gendsprl.] (positiv) vom Normalen
abweichend »Sie hatte ein irres ( =
tolles) Kleid an.«
Iijre|al: dat.t der; -s; -e <Sprachwiss.> Un¬
wirklichkeitsform des Verbs, auch
Konj II genannt, die ausdrückt, daß
etw. als unwirklich, unmöglich, als
reine, bloße Vorstellung, als nicht (si¬
cher) erfüllbarer Wunsch angesehen
wird
ir|re|al: <lat.> Adj. unwirklich; wirklich¬
keitsfremd, Ant.: real
hjrea|lis —> lr)re|a|lis: der; Irrealis;
' Irreales (Sprachwiss.) Unwirklich¬
keitsform des Verbs, auch Konj II ge¬
nannt, die ausdrückt, daß etw. als un¬
wirklich, unmöglich, als reine, bloße
Vorstellung, als nicht (sicher) erfüll¬
barer Wunsch angesehen wird
ir|re|füh|ren: führst irre; führtest irre;
hast irregeführt (meist übertr.) 1 jmdn.
absichtlich in die falsche Richtung
weisen 2 (absichtlich) einen falschen
Eindruck bei jmdm. erwecken, eine
Person täuschen
lijre|füh|rung: die; -; -en (bewußt vorge¬
nommene) Täuschung; durch Aussa¬
gen o. ä. herbeigeführte Irritation;;
lrjre|gu|lä|re: dat.t der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Irregulärer;
eine Irreguläre; mehrere Irreguläre)
Person, die einer nicht offiziellen,
staatlichen militärischen Einheit an¬
gehört
lr|re|gu|la|ri|t£t: dat.t die; - ; -en 1 [geh.]
Zustand mangelnder Gesetzmäßig¬
keit, Regelhaftigkeit »Die Irregulari¬
tät seines Verhaltens ist unumstrit¬
ten.« 2 (kath. Kirche) Mangel im kör¬
perlichen, sittlichen od. geistigen Be¬
reich, der dazu führt, daß eine Person
keine Weihe empfangen od. die Wei¬
hevollmacht nicht ausüben darf 3
(Sprachwiss.) etw., was nicht dem
normalen Sprachgebrauch entspricht
|r|re|lei|ten: leitest irre; leitetest irre; hast
irregeleitet a) jmdn. (bewußt) in die
falsche (räumliche) Richtung weisen
b) (übertr.) eine Person in ihren Über¬
legungen auf einen falschen (geisti¬
gen) Weg, falsche Ideen, zu einer fal¬
schen Verhaltensweise bringen
;r|re|le|vant/iijre|le|vant: dat.-fr.> /irrele-
want/ Adj. belanglos; von geringer
od. ohne Bedeutung Ant.: relevant
hjre|le|vanz/lijre|le|vanz: dat.t /irrele-
wanz/ die; ~ ; -en 1 unwichtige, nicht
entscheidende Maßnahme, Äußerung
o. ä. 2 o. PL Bedeutungslosigkeit, Un¬
wichtigkeit von etw.
|r|re|ma|chen: machst irre; machtest ir¬
re; hast irregemacht jmdn. bei etw.
verwirren, durcheinanderbringen, in
seinen Ansichten verunsichern
irjren: irrst; irrtest; hast/bist geirrt 1 hast
etw. fälschlich für wahr halten; sich
vertun; ohne Absicht etw. Falsches
tun 2 bist a) ohne Ziel umherlaufen;
sich verlaufen u. sein Ziel suchen b)
sich ohne Ziel bewegen »Sein Blick
irrte von einem zum anderen.« 3 Irren
ist menschlich: kein Mensch ist voll¬
kommen, u. so kann jede Person ein¬
mal einem Irrtum, einer falschen An¬
nahme unterliegen
iijren, sich: irrst dich; irrtest dich; hast
dich geirrt a) etw. fälschlich für wahr
halten; sich vertun; ohne Absicht etw.
Falsches tun od. sagen b) etw. od.
jmdn. mit etw. od. jmdm. verwechseln
c) (unabsichtlich) einen Fehler in ei¬
ner Rechnung begehen
lijren|an|stalt: die; ~ ; -en [veralt.] Kran¬
kenhaus, Pflegeheim, in dem Geistes¬
kranke leben u. behandelt werden
irjren|haus|reif: Adj. [ugs.] a) nicht den
gesellschaftlichen Normen entspre¬
chen, sondern (vermeintlich) Anzei¬
chen von Geisteskrankheit zeigend b)
durch etw. od. jmdn. erheblich ge¬
stört, nervös gemacht werden
lr|re|pa|ra[bi|li|tät: <lat.> die; - ; - Zu¬
stand, in dem eine Reparatur nicht
durchzuführen ist, ein (technischer)
Fehler nicht zu beheben ist
lr|re|sein: das; -s; - [ugs.] (Zustand einer)
Geisteskrankheit; psychische Ge¬
störtheit, Anomalie
ir|re|spl|ra|bel/ii1ne|spi|ra|bel —»ir|re|s|-
pi|ra]bel: dat.-fr.t Adj. n. stg. (Med.;
meist Gas) nicht atembar
ir|re|veijsi|bel/ir|re|ver|sijbel: dat.> /irre-
wersibel/ Adj. n. stg. nicht mehr rück¬
gängig zu machen
lr|rejveijsi|bijti|tät: dat.t /irrewersibilität/
die; ~ ; - Eigenschaft eines Zustands,
Vorgangs, nicht rückgängig gemacht
werden zu können
lrr|fahrt: die; - ; -en längeres Herumfah¬
ren (z. B. mit dem Auto), weil man
den Weg zum Ziel nicht findet
Irrjgariten: der; -s; -gärten Labyrinth
aus von Hecken o. ä. eingeschlosse¬
nen gebildeten Gängen, das in einem
Park angelegt wurde
lrr|glau|be(n): der; -s; -glauben 1 falsche
Voraussetzung, falsche Annahme,
von der jmd. ausgeht 2 (Religion) von
der herrschenden Religionsgemein¬
schaft als falsch beurteilte religiöse
Einstellung, Aussage
irrtgiäu|big: Adj. 1 von einer falschen
Voraussetzung ausgehend 2 (Reli¬
gion) (nach jmds. Auffassung) der fal¬
schen Religion zugewandt, angehörig
irjrig: Adj. n. stg. auf einer falschen An¬
nahme beruhend
ir|ri|ger|wei]se: Adv. auf einem Irrtum,
einer falschen Annahme beruhend
lr|rig|keit: die; - ; - Zustand, in dem fal¬
sche Annahmen gemacht werden,
von ihnen ausgegangen wird
lijri|ta|bi|li|tät: dat.> die; - ; - (leichte)
Reizbarkeit, Erregbarkeit; große
Empfindlichkeit
lr]ri|ta)ti|on: <lat.> /irritazion/ die; - ; -en
1 a) verwirrter Zustand (aufgrund ei¬
nes einwirkenden, ausgeübten stören¬
den Reizes) b) Verärgerung, Beein¬
trächtigung (eines Verhältnisses, ei¬
ner Beziehung) aufgrund einer erfolg¬
ten Handlung o. ä. 2 (von etw. ablen¬
kender) beeinträchtigender, störender
Reiz, der auf jmdn., etw. ausgeübt
wird u. zu Verwirrtheit, Verärgerung,
Erregung o. ä. führt Syn.: Irritierung
ir|ritti0|ren: dat.> irritierst; irritiertest;
hast irritiert jmdn. durch unerwarte¬
tes Verhalten, Handeln, durch Stö¬
rung o. ä. verwirren, verunsichern u./
od. verärgern, erregen
lr|ri|tig|rung: dat.> die; - ; -en 1 a) ver¬
wirrter Zustand (aufgrund eines ein¬
wirkenden, ausgeübten störenden
Reizes) b) Verärgerung, Beeinträchti¬
gung (eines Verhältnisses, einer Bezie¬
hung) aufgrund einer erfolgten Hand¬
lung o. ä. 2 (von etw. ablenkender)
578
Isoglosse
beeinträchtigender, störender Reiz,
der auf jmdn., etw. ausgeübt wird u.
zu Verwirrtheit, Verärgerung, Erre¬
gung o. ä. führt, Syn.: Irritation
Irrjläujfer der; -s; - etw. an die falsche
Stelle Befördertes
Injleh|re: die; - ; -n 1 falsche, auf einem
Irrtum, einer Fehleinschätzung beru¬
hende Verbreitung von Wissen 2 nach
Ansicht der jeweiligen führenden Re¬
ligionsgemeinschaft falsches religiö¬
ses Gedankengebäude
Injlicht: das; ~(e)s; -er Leuchterschei¬
nung meist in Sommernächten in
sumpfigen Gebieten durch Selbstent¬
zündung von Methan od. Phosphor¬
wasserstoff
lnjseln: das; -s; - Zustand der Verwir¬
rung, Geistesgestörtheit
|rrfsinn: der; -s; - 1 gefährliche Hand¬
lung »Dieses Vorhaben ist doch
Irrsinn!« 2 a) fugs.) psychische Krank¬
heit, die starke Verwirrungen,
Wahn(sinns)vorstellungen o. ä. be¬
wirkt b) durch Irrsinn (2a) geprägte
Aussage, Handlung
irr|sin|nig: Adj. 1 [veralt.] geistesgestört;
völlig verwirrt 2 [ugs.] sehr gefährlich
u. völlig unvernünftig 3 <verst.> [ugs.]
sehr; außerordentlich »Das Theater¬
stück war irrsinnig lustig.«
!rr]tum: der; -s; Irrtümer 1 ohne Absicht
begangener Fehler; falsche Annahme
2 <Rechtsw.> unbewußte Unkenntnis
vom wirklichen Sachverhalt; das
Auseinanderfallen von Vorstellung u.
Wirklichkeit beim Handelnden 3 im
Irrtum sein; sich im Irrtum befinden:
falsch informiert sein
irr|tüm|lich: Adj. n. stg. durch eine Ver¬
wechslung, einen Fehler, Irrtum ent¬
standen
irrjtüm)li|cher|wei|se: Adv. durch einen
Fehler, Irrtum bedingt
Irjrung: die; - ; -en [poet.; veralt.] Situa¬
tion, in der jmd. irrt, sich täuscht, ei¬
nem Irrtum unterliegt
Irrjweg: der; -(e)s; -e Weg, Vorgehens¬
weise, der/die nicht zum gewünschten
Ziel, Erfolg führt
lrr]wer|den: das; -s; - Verfall in eine Gei¬
steskrankheit, in den Zustand der
Geistesgestörtheit
fnjwisch: der; -(e)s; -e 1 Leuchterschei¬
nung meist in Sommernächten in
sumpfigen Gebieten durch Selbstent¬
zündung von Methan od. Phosphor¬
wasserstoff 2 [ugs.] sehr lebhafter,
sich ständig in Bewegung befindender
Mensch (häufig bezogen auf ein
Kind)
Injwitc: der; -es; - unvernünftiges, meist
gefährliches, völlig aussichtsloses
Verhalten, Tun
irrjwittzig: Adj. völlig sinnlos, unver¬
nünftig u. möglicherweise gefährlich
Sommer 3 <Rechtsw.> in Sachen 4 in
Sonderstellung
ls.: Abk. Isolierung * (meist) Abdich¬
tung
is.: Abk. isoliert — (meist) abgedichtet
iS! —»iss!: Imperativform zu der 2. Per¬
son Singular des Verbs essen »Iß deine
Nudeln!«
i. Sa.: Abk. <Rechtsw.> in Sachen
ISBN: Abk. Internationale Standard¬
buchnummer od. «eng/.» international
Standard book number (mit Codezif¬
fern für Literaturgruppe, Verlag u.
Titel)
-isch: Wortbildungselement, dient der
Adjektivierung + meist (zusammen¬
gesetztes) Substantiv, oft verbunden
mit Veränderungen (wie Weglassung
der Endung des Substantivs, Ergän¬
zungen der Nachsilbe o. ä.); es kon¬
kurrieren das Wort auf >-isch< u. das
Wort ohne Endung 1 a) verbunden mit
Veränderungen (wie Weglassung der
Endung des Substantivs mit -isch:
kennzeichnet die Zugehörigkeit; wie
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte; dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten zugehörig, vergleich¬
bar »theoretisch • polnisch ♦
platonisch« b) ohne -isch: kennzeich¬
net die Beschaffenheit »synonymisch)
synonym« 2 -isch/-lich: während >-
hch< eine (neutrale) Zugehörigkeit
kennzeichnet, bezeichnet »-isch« eine
negativ empfundene Zugehörigkeit,
Abwertung »kindlich!kindisch * dörf¬
lich/dörfisch«
Ische —> l|sche: <hebr.-jidd.t die; - ; -n
[ugs.] Bezeichnung für ein Mädchen,
für eine junge Frau (von einem Jun¬
gen, einem jungen Mann benutzt)
ls|chi|as —l|s|chi|as: <gr.-lat.> /ischi-
aß/ der u. das; u. <Med.> die; ~ ; - Hüft-
schmerz, anfallsweise auftretender,
meist einseitiger Schmerz im Verlauf
des Ischiasnerves, der sich bei Er¬
schütterung, Abkühlung, Bewegung
verstärkt, meist verursacht durch Er¬
kältung, Unterkühlung, Infektion,
Durchblutungsstörung, Vergiftung
od. Überanstrengung
ls|chi|as|nerv —* l]s]chi|as|nerv: /is-
chiaß- u. iß-chias/ der; -(e)s; -en auf
die Funktion der Beine Einfluß aus¬
übender Nerv, der hinten an der
Hüfte entlangläuft
I. S. d.: Abk. im Sinne der/des
ISDN: Abk. <engl.> integrated Service di¬
gital network = integriertes Service-
u. Datennetz (= Femmeldenetz zur
Übertragung von Sprache, Daten,
Text u. Bildern)
Iselgrim —» IJse|grim: der; -s; -e 1 o. PI.
' dLiteraturwiss.; Fabeb Wolf 2 [ab¬
wert.] unzugängliche, mürrische Per¬
son
•i{sjejren: Wortbildungselement + meist
fremdsprachiges Basiswort (dient der
Verbalisierung (transitiver Verben))
1 mit dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten versehen »stigmatisie¬
ren • aromatisieren« 2 zum im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten ma¬
chen »aktualisieren ♦ brutalisieren«
-i|sie|rung: Wortbildungselement (dient
der Substantivierung, Ableitung von
>-isieren<) »Aktualisierung ♦ Stigmati¬
sierung«
Isis —» Ijsis: immer o. Art. verwendet;
- ; - «Religion; Mythologie» Göttin
(ursprünglich wohl des Himmels) im
alten Ägypten, Schwester sowie Frau
des Osiris u. Mutter des Horus
isl.: Abk. 1 Islam 2 a) Island b) Islän¬
derin)
ist.: Abk. 1 islamisch 2 isländisch
ls|lam: tarab.r der; - u. -s; - «Religion»
Weltreligion, begründet von Moham¬
med (im Islam der letzte Prophet nach
Jesus), die den absoluten Monotheis¬
mus lehrt, in dem Allah der einzige
Schöpfer der Welt ist
is(la{inisch: <arab.> Adj. dem Islam ange¬
hörend, zuzuordnen »Die islamische
Kultur ist fast 1500 Jahr alt.«
is|la|mi|sje|ren: «jrah.» islamisierst; isla-
misiertest; hast islamisiert 1 [meist ab¬
wert.] eine Person, ein Land, eine Re¬
gion o. ä. der staatlichen, geistlichen
Macht, Herrschaft des Islams unter¬
ordnen, 2 jmdn. zum Islam, Moslem
bekehren
ls|la|mi|sie|rung: <arab.> die; - ; -en 1
[meist abwert.] das Unterordnen, Un¬
terwerfen eines Landes, einer Region,
einer Person unter die staatliche,
geistliche Macht des Islams 2 Bekeh¬
rung von Menschen zum Islam
ls|!a|mis|mus: «traft.» der; - ; - «Religion»
a) Weltreligion, begründet von Mo¬
hammed (im Islam der letzte Prophet
nach Jesus), die den absoluten Mono¬
theismus lehrt, in dem Allah der einzi¬
ge Schöpfer der Welt ist b) [meist ab¬
wert.) fundamentalistische Ausrich¬
tung im Islam
•is|mus: «gr.-tai.» Worlbildungselement
(PI. >-ismen<) (dient der Substantivie¬
rung) 1 o. PI. meist + Name od.
fremdsprachiges Adj. kennzeichnet
ideologische, kulturelle o. ä. Richtun¬
gen »Marxismus ♦ Sozialismus ♦ Ex¬
pressionismus« 2 + Adj. bezeichnet
etw., was die Eigenschaft des im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückten hat
»Anachronismus«
ISO: Abk. International Organisation
for Standardisation = Internationale
Organisation für Normierungen
lso|ba|re —* lfso|ba|re: die; - ; -n «Me¬
teorologie» Linie, die Orte mit glei¬
chem Luftdruck verbindet »Auf der
Wetterkarte waren die Isobaren ver¬
zeichnet.«
isojchrpm —»■ r|so|chrom: <gr.-lat.>
/äsokrom/ Adj. n. stg. «Physik; Photo¬
graphie» allen Farben des Farbspek¬
trums gegenüber gleich empfindlich,
aufnahmefähig
lso|chro|majsie —> l|so|chro|ma|sie:
«gr.-tat.» /isokromasi/ die; - ; - «Phy¬
sik; Fotographie» gleiche Farbemp¬
findlichkeit für alle Farben des Spek¬
trums
iso|chro|maftisch —* i|so|chro|ma|-
tisch: /isokromatisch/ Adj. n. stg.
«Physik; Photographie» allen Farben
des Farbspektrums gegenüber gleich
empfimllich, aufnahmefähig
Isojchrglne —» l|so|chrp]ne: <gr.-lat.>
/isokrone/ die; ~ ; -n Linie zwischen
zwei od. mehr Orten, an denen ein be¬
stimmtes Phänomen gleichzeitig auf¬
tritt
lso|dy)na]me —> l|sojdy[na|me: <gr.-
tat.» /isodüname/ die; - ; -n Linie, die
Orte mit gleicher magnetischer Stärke
miteinander verbindet
Isojdytne —> l|so|dy|ne: «gr.-tat.»
/isodüne/ die; - ; -n «Physik» Linie, die
zwei od. mehr Punkte gleicher Kraft
miteinander verbindet
lso|glos|se —» l|so|glos|se: «gr.-tot.»
die; - ; -n «Sprachwiss.» Linie, die auf
den Sprachgebrauch beschreibenden
Karten ein Gebiet eingrenzt, in dem
Wörter in gleicher Art u. Weise be¬
nutzt, gebraucht werden
579
Isogon
Isolgon —*■ l|so|gon: <.gr.-lal.> das; -s; -e
(Math.) regelmäßiges Vieleck mit Sei¬
ten u. Winkeln, die gleich sind
iso|go|nal —» i|so|go|nat: <gr.-Iat.> Adj.
n. stg. <Math.> in allen Winkeln diesel¬
be Gradzahl aufweisend
Isol.: Abk. Isolierung = (meist) Abdich¬
tung
isol.: Abk. isoliert = (meist) abgedich¬
tet
lso|lat —» Ijsojlat: dat.-it.-fr.> das;
-(e)s; -e <Bio.> separat von anderen
Tieren lebende, gehaltene Gruppe,
deren Gene von ihren Artgenossen
abweichen (besonders zur Rassen¬
züchtung, -herausbildung)
lsojla|ti|on —* l[so|la|ti|gn: dat.-fr.>
/isolazion/ die; - ; -en 1 a) <Kranke;
Häftlinge) bewußte Absonderung,
Trennung von Lebewesen von ande¬
ren Lebewesen b) Einsamkeit 2 (Elek-
trot.) elektrische Leitertrennung
durch Nichtleiter 3 <Bautechnik> zum
Schutz vor Feuchtigkeit, Lärm, Wär¬
meverlust usw. 4 a) <Kältetechnik>
Wärmedichtung von gekühlten Räu¬
men b) (Wärmetechnik) Schutz vor
Wärme, Hitze, Syn.: Isolierung
>so|lajtio|nis|mus —> l|so|la|ti|o|nis|-
mus: dat.-fr.-engh /isolazionißmuß/
der; - ; - <meist Pol.) Bestrebungen,
sich von anderen (Staaten) abzugren¬
zen u. nur die eigenen Ziele zu verfol¬
gen
lso|la|tio|nist —> l|so|la|ti[o|nist: dat.-
fr.-engh /isolazionißt/ der; -en; -en
weibl. lso|la|tio|ni|stin —> l|so]la|ti|o|-
nis|tin: die; - ; -nen <Pol.> Person, die
sich für den politischen Isolationis¬
mus einsetzt, ausspricht
iso|la|tio|nj|stisch —» i|so|fa|ti|o|nis|-
tisch: dat.-fr.-engh /isolazionißtisch/
Adj. <Pol.> eine Politik des Isolationis¬
mus betreibend; den Isolationismus
betreffend, ihm zuzuordnen
lso|la|ti|ons|haft —> l|so|la|ti|ons|haft:
<iat.-fr.> /isolazionß-/ die; - ; - Inhaf¬
tierung eines Gefangenen unter weit¬
gehendem Ausschluß von sozialen
Kontakten
lso|la|tor —> l|so|la|tor: dat.-it.-fr.> der;
•s; Isolatoren 1 Material, das zum Ab¬
dichten ö. ä. verwendet wird 2 (physi¬
kalischer) Stoff, der Elektrizität nicht
leitet; elektrischer Nichtleiter 3 Mate¬
rial, das zur isolierenden Stützung od.
Befestigung eines unter Strom stehen¬
den Leiters dient
iso|lje|ren —* i|so|lie|ren: dat.-fr.-it.>
isolierst; isoliertest; hast isoliert 1
(meist Kranke od. Häftlinge) ein od.
mehrere Lebewesen bewußt streng
von anderen Lebewesen trennen, ab-
sondem um (aus unterschiedlichen
Motiven) jeden Kontakt zu anderen
Lebewesen zu vermeiden, verhindern
2 etw. abdichten u. somit schützen
(Isolation 2) 3 (Schach) eine Spielfigur
von den anderen derselben Farbe ab¬
schneiden 4 eine(n) in einer Verbin¬
dung vorhandene(n) Stoff, Substanz
von den anderen Stoffen der Verbin¬
dung trennen, um ihn/sie in reiner
Form zu erhalten 5 isolierender
Sprachbau; isolierende Sprache:
(Sprachwiss.) sprachliches System, in
dem Wörter nicht durch Flexion,
Beugung od. Ableitung veränderbar
sind u. grammatische Beziehungen
durch die Stellung der Wörter od.
durch selbständige Wörter gekenn¬
zeichnet sind
lso|ljetjglas —* l|so|lier|glas: dat.-fr.>
das; -es; - Stoff, der zum Isolieren
(Isolation 2) benutzt wird
lso|ljer|kan|ne —» l|so|lier|kan|ne: dat.-
fr.> die; - ; -n Thermoskanne, Gefäß
für Getränke, in der/dem der Inhalt
durch eine Isolationsschicht seine
Temperatur (heiß od. kalt) behält
lso|lier|schicht —> l|so|ljer|schicht:
dat.-fr.> die: • ; -en zur Isolation (2),
Abdichtung aufgetragenes, ange¬
brachtes Material
lso|lie|rung —> l|so|l]g|rung: die; - ; -en
1 a) (Kranke; Häftlinge) bewußte Ab¬
sonderung, Trennung von Lebewesen
von anderen Lebewesen b)
Einsamkeit 2 (Elektrot.) elektrische
Leitertrennung durch Nichtleiter 3
(Bauw.) Abdichtung zum Schutz vor
Feuchtigkeit, Lärm, Wärmeverlust
usw. a) (Kältetechnik) Wärmedich¬
tung von gekühlten Räumen 4 b)
(Wärmetechnik) Abdichtung zum
Schutz vor Wärme, Hitze, Syn.: Isola¬
tion
lso|mer—»• l|so|mer: (gr.> das; -s; -e (m.
PI.) (Chemie) chemische(r) Körper
mit gleicher qualitativer u. quantitati¬
ver Zusammensetzung, der/die (sich)
in chemischen u. physikalischen Ei¬
genschaften von anderen unterschei¬
det, verschieden sind
iso|mer —» i|so|mer: <gr.> Adj. n. stg. 1
(Bot.) hinsichtlich der Blattkreise
gleich gegliedert 2 (Chemie) die Eigen¬
schaft aufweisend, mit gleicher quali¬
tativer u. quantitativer Zusammen¬
setzung chemisch u. physikalisch ver¬
schieden zu sein
lso|me|trie —* l|so|me|t|ne: <gr.-laU
die; -; -1 (Bio.) dem Wachstum eines
Körpers entsprechendes Wachstum
von Organen 2 (meist Kartographie)
maßstabgerechte Darstellung, Län¬
gentreue in Landkarten
iso|mettrisch —» i|so|mejt|risch: <gr.-
Iat.> Adj. n. stg. längengleich; ma߬
stabgerecht
iso|pe|ri|me|trisch —> i|so|pe|ri|me|t|-
risch: <gr.> Adj. n. stg. (Math.) als ma¬
thematische Körper die gleiche Flä¬
che, das gleiche Ausmaß aufweisend
lso|php|ne: <gr.-lat.> /isofone/ die; - ; -n
(Sprachwiss.) Linie, die auf einer Kar¬
te Sprachgebiete eingrenzt, in denen
gleiche Laute gesprochen werden
iso|therm —*■ Hso(therm: <gr.-lat.> Adj.
n. stg. (Meteorologie) denselben Wär¬
megrad habend
isojtherjmie —> l|so|ther|mie: <gr.-lat.>
die; - ; Isothermien /isotermen/ a)
Temperaturgleichheit b) (Med.) Er¬
haltung der normalen Körpertempe¬
ratur, gesteuert von den Wärmezen¬
tren des Körpers c) (Meteorologie)
Atmosphärenzustand ohne Ände¬
rung der Lufttemperatur trotz zuneh¬
mender Höhe
lso|ton —*■ l|so|ton: <gr.-lat.> das; -s; -e
(Physik) (im Gegensatz zu einem an¬
deren Kern) eine andere Protonen¬
zahl, aber dieselbe Neutronenzahl
aufweisender Atomkern
iso|to|nisch —> i|so|to|nisch: <gr.> Adj.
n. stg. (Chemie; Bio.; Med.) denselben
osmotischen Druck (Druck beim
Stoffübergang zwischen flüssigen
Körpern durch eine halbdurchlässige
Scheidewand) aufweisend
Isoftop —* l|so|tqp: <gr.> das; -s; -e
(Physik) Atome gleicher Kernladung
(gleiche Anzahl Protonen), die zu ei¬
nem chemischen Element gehören,
sich aber hinsichtlich ihrer Masse,
Neutronen unterscheiden
iso|trop —»• i|so(t|rqp: <gr.> Adj. n. stg.
(Chemie; Physik) überall, in jede
Richtung dieselbe Eigenschaft ha¬
bend, aufweisend
lso|tro|pie —* l|so|t|ro|pie: die; - ; -
(Chemie; Physik) Gleichförmigkeit,
Identität der chemischen, physikali¬
schen Eigenschaften in jede Richtung
Isr.: Abk. a) Israel b) Israelit(in)
isr.: Abk. israelisch; israelitisch
ISSN: Abk. <engb international Stan¬
dard serial number = Internationale
Standardseriennummer = Erken¬
nungszeichen für Zeitschriften, insbe¬
sondere Fachzeitschriften
i. St.: Abk. 1 (Milit.) im Stab 2 in Stel¬
lung
ist 3. Person Singular Indikativ des
Verbs >sein< »Er ist da.«
-jst/-i|stin—» -ist/-is|tin: Wortbildungs¬
element (>-ist< = männlich, >-istin< =
weiblich) bezeichnet jmdn., der das
im Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
verkörpert od. (als Beruf od. Hobby)
ausübt, mit dem im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückten umgeht o. ä.
Terrorist(in) • Individualist (in) • Te-
lefonist(in)«
Ist-Auflkomlmen: das; -s; - tatsächlich
(steuerlich) erwirtschafteter Betrag,
Ertrag
Ist-Be|stand: der; -(e)s; Ist-Bestände
(in einem Wirtschaftsbetrieb) tatsäch¬
lichvorhandene Güter, Gelder
i. St. d.: Abk. im Stil der/des
i. T: Abk. 1 im Tal 2 im Text 3 (bei An¬
gabe des Fettgehaltes von Käse) in
(der) Trockenmasse
lt.: Abk. a) Italien b) Italienerin)
it: Abk. 1 italienisch 2 dat.> item =
ebenso; ferner
ital.: Abk. italienisch
lta|lo|we|stern/lta|lo|we|stern —> l|ta|-
lo|wes|tern: der; ~ u. -s; - ; relativ
brutaler Wildwestfilm mit speziellen
stilistischen Merkmalen
lta|z]s|mus/Jo|ta|zis|mus: <gr.-lat.> der;
- ; - heute nicht mehr gültige Aus¬
spracheweise der altgriechischen e-
Laute wie ein langes i, Ant.: Etazis-
mus
Item —*■ l|tem: <lat.> das; -s; -s [geh.;
veralt.] ein weiterer zu beachtender
Aspekt, Punkt
Item —> l|tem: <lat.-engl.> /aitem/ das;
-s; -s 1 Frage in einer statistischen Er¬
hebung 2 aus einer Menge von
Gleichartigem einzeln Herausgegrif¬
fenes
item —a- ijtem: <lat.> Adv. [geh.] ebenso;
außerdem
lte|ra|t'|on —* l|te|ra|ti|qn: <lat.>
/iterazion/ die; - ; -en 1 (Math.) Re¬
chenmethode, Rechenverfahren, bei
dem man sich in kleinen Schritten an
die genaue Lösung einer Aufgabe an¬
580
jade
nähert 2 <Sprachwiss.> a) Stilmittel,
bei dem ein Wort od. mehrere Wörter
innerhalb eines Satzes wiederholt
werden b) teilweise od. vollständige
Wiederholung, Verdoppelung einer
Silbe, eines Morphems 3 <Psycholo¬
gie; Med.> krankhafter Zwang zur
Wiederholung von Wörtern od. ein¬
fachen Tätigkeiten
ite|Fa|tiy —* ifte|ra(tiv: dat» /iteratif/
Adj. 1 <Math.> sich in mehreren Re¬
chenvorgängen an die exakte Lösung
einer Rechenaufgabe herantastend 2
<Sprachwiss.> a) Silben, Wörter wie¬
derholend b) als Verb eine ständige
Wiederholung eines Vorganges o. ä.
beinhaltend
tte|ra|ti|vum —> l|te|ra|ti)vum: dat»
/iteratiwum/ das; -s; Iterativa
<Sprachwiss.> Verb, das eine Hand¬
lungswiederholung ausdrückt
<gr.> Wortbildungselement (PI.
>-itiden<) 1 <Med.> bezeichnet akute
(Entzündungs-)Krankheiten
Bronchitis« 2 o. PL [ugs.J das im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückte wird
häufig (suchtartig) getan, benutzt (ne¬
gativ empfunden) »Telefonitis«
J/j: /jot/ das; - u. [ugs.) -s; - u. [ugs.J
-s Schriftzeichen, zehnter Buchstabe
des deutschen Alphabets
J: Abk. 1 Jahr 2 Jod = chemisches Ele¬
ment 3 Joule = seit 1978 einzig amt¬
lich gültige Einheit der Wärmemenge,
die auch zur Berechnung des Energie¬
wertes von Nahrungsmitteln verwen¬
det wird 4 a) Journal b) Joumalist(in)
5 Jugend 6 Justiz 7 Justitiar
j.: Abk. 1 jährlich 2 jemand 3 jetzt 4 <Zu¬
satz hinter dem Personennamen!
junior = der Jüngere 5 juristisch =
rechtswissenschaftlich
Ja: das; - u. -s; - u. -s Zustimmung auf
eine Entscheidung fordernde Frage
»Es gibt ein klares Ja auf diese Frage.«
ja: Partikel 1 Bejahung, positive, zu¬
stimmende Beantwortung auf eine
Entscheidungsfrage 2 um etw. zu be¬
kräftigen »Ja gern! • Oh ja!« 3 wirk¬
lich?; tatsächlich?; signalisiert Erstau¬
nen u./od. Ironie »Es regnet ja.« 4
hinweisend »Ich gehe ja schon.« 5
(dringende) Ermahnung »Komm ja
nicht mit einem Hund nach Hause!« 6
Aneinanderreihung mit Steigerung
der Aussage »Ich mag sie, ja ich liebe
sie sogar.« 7 fragend; auffordemd;
wartend auf eine Antwort in einem
Gesprächsverlauf, wenn der Ge¬
sprächspartner stockt, Syn.: <5> nur;
i. Tr.: Abk. <bei Angabe des Fettgehaltes
von Käse> in (der) Trockenmasse
1-Tüptfe!|chen —» i-Tüp(fel|chen: das;
’ -s; ~ a) etw., was etw. (zur Perfektion)
abrundet b) bis auf’s, auf das 1-liip-
felchen —* bis auf’s, auf das i-
Tüpfelchen: ganz genau bis ins klein¬
ste Detail
jt[zig: der; -s; -e [Schimpfwort; stark be¬
leidigend) Jude
itzt: Adv. <nur noch in alten Texten an¬
zutreffende Form> [veralt.] jetzt
i. U.: Abk. 1 im, in Umbau 2 im, in Um¬
bruch
fU: Abk. Insassenunfallversicherung
i. 0.: Abk. im übrigen
IÜ: Abk. Informationsübertragung
1. u. F.: Abk. 1 im umgekehrten Fall 2 in
umgekehrter Folge
i. v.: Abk. Irrtum Vorbehalten
i.V.: Abk. 1 im Vakuum ~ im luftleeren
Raum 2 im Vorbereitungsdienst 3 im
Vorjahr 4 in Vertretung 5 in Verwah¬
rung 6 in Verwaltung 7 in Vollmacht
8 in Vorbereitung
IV: Abk. (schweizerische) Invalidenversi¬
cherung
-iv: <lat.> /-if/ Wortbildungselement
(dient der Adjektivierung) bezeichnet
J
bloß, Ant.: <1; 2> nein 8 ja sagen —»■
auch Ja sagen: einem Vorschlag o. ä.
zustimmen 9 zu allem ja u. amen sa¬
gen —* auch zu allem Ja u. Amen
sagen: [ugs.] jmdm. ist alles recht
Ja|bot: (fr» /sehabo/ das; -s; -s Spitzen-
od. Seidenriische, die am Kragen be¬
festigt ist, um die Knopfleiste zu ver¬
decken
Jacht/Yachb (im Deutschen meist mit
J) /jacht/ die; - : -en komfortabel ein¬
gerichtetes schnelles Schiff, Segelboot
zu Sport- u. Vergnügungszwecken
Jäcktchen: das; -s; - kleinere od. vom
Material dünnere, nicht sehr wärmen¬
de Jacke
Jacke (Jak|ke —»• Ja|cke): </r.> die; ~ ;
-n 1 Oberbekleidungsstück, meist mit
langen Ärmeln, das über die Klei¬
dung gezogen wird 2 Jacke wie Hose
sein: [ugs.] gleich(gültig) sein; egal 3
jmdm. die Jacke voll lügen: [ugs.]
jmdm. viele, dreiste Lügen erzählen 4
die Jacke voll kriegen: [ugs.] 1. ge¬
schlagen, verprügelt werden 2. sich
mit seiner Position nicht durchsetzen
können
Jäckel (Jäk|kel —> Jä|ckel): der; -s; -
[ugs.] Dummkopf; einfältige Person
Jackenkleid (Jak|ken|kleid —» Jg|-
ckenjkletd): das; -(e)s; -er Kleid in
Kombination mit einer farblich pas¬
die Eigenschaft, eine Reaktion her¬
vorrufen zu können »integrativ ♦ ex¬
plosiv«
-iv/-o[risch: Wortbildungselement (dient
der Adjektivierung) während >-iv< kein
bewußtes Einsetzen des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten bezeichnet,
setzt >-orisch< einen zielorientierter
Einsatz des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten voraus »informativj
informatorisch«
f. V. b.: Abk. in Veränderung begriffen
i. Vollm.: Abk. in Vollmacht
i.V. m.: Abk. in Verbindung mit
i. Vm.: Abk. 1 im Vormonat 2 in Voll¬
macht
i.v.O.: Abk. in verschiedenen Orten
t. Vorher.: Abk. in Vorbereitung
i. v. W.: Abk. im vollen Wortlaut
i. W.: Abk. 1 im Wartestand 2 im Winter
3 im, in Wasser 4 in Westfalen 5 in
Worten
i. w.: Abk. im wesentlichen
i. w. S.: Abk. im weiteren Sinne
i. W. v.: Abk. im Wert von
i. Z.: Abk. 1 im Ziel 2 im Zusammen¬
hang 3 in Zusammenarbeit
i. Z. m.: Abk. in Zusammenarbeit mit
senden, über dem Kleid tragbaren
Jacke aus demselben Stoff
Jacketfkro|ne (Jak|ket|kro|ne —* Ja|-
cket|kro|ne): (engl.; dt» /dsehäcket-/
die; - ; -n Mantel aus Porzellan,
Kunststoff, der auf einem abgeschlif¬
fenen Zahn befestigt wird
Jackett/Jackett (Jakfkett —» Jalcket):
(fr.; engl» /[fr.] sehacket u. [engl.J
dsehäckett/ das; -s; -s zum Herrenan¬
zug gehörende geknöpfte Stoffjacke
mit Revers
Jackjpot: (engl» /dsehäckpott/ der; -s;
-s bei Glücksspielen zur Gewinnaus¬
schüttung bereitliegendes Geld (für
den Hauptgewinn) aus vorhergegan¬
genen Ausspielungen
Jackjstag: (engl» /dsehäckßtag/ das;
-(e)s; -e(n) [seemannssprl.] zum Be¬
festigen von Segeln benötigte Schiene
am Mast
Jac|quard/Jac|quand: (fr» /sehakar,
[ugs.f sehackart u. jackart/ der; - u.
-s; -s Stoff mit großem Muster, der
auf Webmaschinen hergestellt wird,
die durch Lochkarten gesteuert
werden Syn.: Jacquardgewebe
jg|de: tspan.-fr» Adj. n. stg. in der Fär¬
bung wie der Halbedelstein Jade; in
einem blassen Grünton
581
Jade
Ja|de: <span.-fr.> der; - u. -s; - u. die; - ;
- Halbedelstein, blaßgrüner asiati¬
scher Schmuckstein
Jajde: die; -; - Nordseezufluß
Ja|de|bu|sen: der; -s; - Bucht bei Wil¬
helmshaven
ja]de|grün: (span.-fr., dl.> Adj. n. slg. in
der Färbung wie der Halbedelstein
Jade; ein blasser Grünton
Ja<lfa|ap|fel|si|ne; die; - ; -n helle vor¬
derorientalische Apfelsinensorte,
Orangensorte, benannt nach der
Stadt Jaffa, die heute ein Teil der
Stadt Tel Aviv-Jaffa ist
Jaf|fa|mö|bel: das; -s; - (m. PI.)
[scherzn.] sehr einfache, billige, zu¬
sammengesuchte Möbel (wie aus
Obstkisten)
Jagd: die; - , -en t a) Verfolgung u. Het¬
ze von Tieren bis zu deren Gefangen¬
nahme od. Tod, ausgeübt zur Fleisch¬
gewinnung, als Sportvergnügen od.
um in einem Gebiet einen ausgewoge¬
nen Tierbestand zu halten b) Gebiet
mit Wildbestand, das gepachtet wer¬
den kann, um dort Tiere zu jagen 2
Verfolgung von Kriminellen, Straftä¬
tern »Die Polizei machte Jagd auf die
Entflihrer.« 3 <übertr.> eine (intensive)
Suche nach etw. »Sie ist immer auf der
Jagd nach altem Schmuck.« 4 <von
Tieren ausgeübt) Hetze von anderen
Tieren zur Futterbeschaffung
jagd|bar: Adj. <Jagd; Tien zur Jagd (la)
nach allen Rechtsbestimmungen ge¬
eignet, freigegeben
Jagd|baijkelt: die; - / -en <Tier> a) o. PL
Eignung, gejagt zu werden b) den
Rechts bestimmungen gemäße Freiga¬
be zur Jagd (la)
Jagd|beu|te: die; - ; - bei einer Jagd (1)
getötetes Tier, Wild
Jagd|bom|ber: der; -s; - <Milit.> wendi¬
ges, für einen Kriegs-, Kampfeinsatz
geeignetes Flugzeug
Jagd|fie|ber. das; -s; - a) große(r) Eifrig¬
keit, Einsatz bei der Jagd (la) b)
<übertr.> große(r) Eifrigkeit, Einsatz
bei etw.
Jagd|flie|ger der; -s; - Person, die ein
Jagdflugzeug führt
Jagdjflugjzeug; das; -(e)s; -e <Milit.>
kleines, schnelles (Kampf-)Flugzeug
Jagd|fre|vel: der; -s; - [geh.; veralt.]
Verstoß gegen die Jagdgesetze,
-regeln »Er wurde wegen Jagdfrevels
verurteilt.«
Jagd|ge|rech|tig|keit: die; - ; -en
<Rechtsw.; hist.) [veralt.] für ein be¬
stimmtes Revier, Gebiet erteilte Jagd¬
erlaubnis, Syn.: Jagdrecht (b)
Jagd|ge|schwa|der das; -s; - <Milit.>
aus mehreren Flugzeugen bestehen¬
der Jagdflugzeugverband
Jagd|ge|sell|schaft: die; -; -en die an ei¬
ner Jagd teilnehmenden Personen
Jagd|ge|setz: das; -es; -e Gesetz, das
das Jagdwesen in bezug auf die recht¬
lichen Fragen regelt
Jagd|glück: das; -(e)s; - sich in der
(großen) Anzahl von erlegten Beute¬
tieren zeigender Jagderfolg
Jagdjgrund: der; -(e)s; -gründe (m.
PI.) Grundstück, Revier, Gebiet auf/
in dem gejagt werden darf
Jagd|horn: das; -(e)s; -hörner (nur we¬
nige) Töne produzierendes Blasin¬
strument, mit dem den Jägern wäh¬
rend einer Jagd Signale übermittelt
werden »Er blies das Jagdhorn.«
Jagdjhund: der; -(e)s; -e Hund, der auf
das Aufspüren von Beute abgerichtet,
für die Jagd (la) ausgebildet ist
jagd|lich: Adj. n. stg. das Aufspüren u.
Erlegen von Wild, die Jagd betreffend
Jagd|lied: das; -(e)s; -er Lied, das auf
der Jagd gesungen werden kann u./
od. inhaltlich von der Jagd handelt
Jagd|mes|sen das; -s; - kurzes Messer,
das bei der Jagd benötigt wird, um die
erlegte Beute auszuweiden
Jagdjpan|zer: der; -s; - <Milit.> für
Kriegs-, Kampfeinsätze gebautes,
stark gepanzertes Fahrzeug, das mit
Geschützen u. Raketen ausgerüstet
ist
Jagd|recht: das; -(e)s; -e <Rechtsw.> a)
das die Jagd (la) betreffende Recht b)
für ein bestimmtes Revier, Gebiet er¬
teilte Jagderlaubnis, Syn.: [veralt.]
Jagdgerechtigkeit
Jagd|ren(nen: das; -s; - <Pferdesport>
Hindernisrennen
Jagd|re|vier: das; -s; -e Gebiet, Revier
(meist im Wald), in dem das Aufspü¬
ren u. das Erlegen von Wild (zu be¬
stimmten Zeiten) erlaubt ist
Jagd|schajden: der; -s; -schaden
<Rechtsw.) bei der Jagd (la) entstan¬
dene Schädigung
Jagdschein: der; -(e)s; -e 1 Doku¬
ment, das die Berechtigung zur Aus¬
übung der Jagd (la) bescheinigt »Der
Jagdschein wurde ihm nach bestande¬
ner Prüfung erteilt.« 2 den Jagd¬
schein bekommen, erhalten, besit¬
zen, haben: [ugs.] von einem Gericht
für nicht zurechnungsfähig erklärt
werden, worden sein
Jagd|schlo8 —* Jagdschloss: das;
•Schlosses; -Schlösser Schloß in einem
Jagdrevier, in dem zur Jagdsaison die
Jagdgesellschaft (meist adelige Perso¬
nen) wohnte
Jagd|si|gnal —* Jagdjsi|g|nal: das; -s;
-e (von Jägern in der Bedeutung zu
lernende) auf einem Horn geblasene
festgelegte Tonabfolge, die den An¬
fang, das Ende o. ä. der Jagd (la) an¬
kündigt
Jagd|sprin|gen: das; -s; - (Pferdesport)
Springen über bestimmte, unter¬
schiedlich hohe u. verschiedenartige
Hindernisse
Jagd|staf|fel: die; • ; -n <Milit.> aus meh¬
reren Jagdflugzeugen bestehender
Verband
Jagd|stock: der; -(e)s; -stocke Stock,
an dem eine Platte zum HerunteT-
klappen befestigt ist, die man als Sitz¬
gelegenheit benutzen kann, Syn.:
Jagdstuhl
Jagd|stuhl: der; -(e)s; -Stühle Stock, an
dem eine Platte zum Herunterklap¬
pen befestigt ist, die man als Sitzgele¬
genheit benutzen kann, Syn.: Jagd¬
stock
Jagd|sze|ne: die; • ; -n <Kunst> Darstel¬
lung einer Situation während der
Jagd(la)
Jagd|tro|phae: die; - ; -n Beweis eines
Jagderfolges, z. B. das Geweih eines
erlegten Hirsches
Jagd|we|sen: das; -s; - alles, was die
Jagd (la) ausmacht, mit ihr zusam¬
menhängt
Jagd|wursb die; - ; -wurste geräucherte
od. gebrühte Wurst, die mit Knob¬
lauch u. Senf verfeinert ist u. oft als
Brotbelag dient
Jagdzeit: die; - ; -en festgelegte(r)
Zeit(raum), in der/dem jeweils eine
bestimmte Wildart aufgespürt u. er¬
legt werden darf
Jajgen: das; -s; - <Forstw.) kleinste
Wirtschaftseinheit eines Forstreviers,
die durch Schneisen von den anderen
abgetrennt ist
ja|gen: jagst; jagtest; hast gejagt 1 a)
eine Jagd (la) durchführen; Tiere het¬
zen und erlegen od. fangen b) Tiere
treiben, vertreiben »Sie jagten die
Katzen aus ihrem Garten.« 2 eine Per¬
son verfolgen, um sie zu fangen 3
jmdn. entfernen »Die Bürger jagten
den Diktator aus dem Land.« 4 [ugs.]
sich schnell an einen Ort begeben »Sie
jagte nach Hause, nachdem sie die
Nachricht erreicht hatte.« 5 etw. be¬
gierig erhalten wollen, anstreben 6
schnell aufeinanderfolgen »Eine Ka¬
tastrophe jagte die andere, Ant.: <1; 2;
3> fliehen 7 jmdn. mit etw. jagen
können: [ugs.] jmd. mag etw. absolut
nicht
Jä|ger: der; -s; ~ weibl. J£|ge|rin: die; - ;
-nen 1 a) Person, die Tiere, Wild langt
bzw. tötet b) Person, die in Zusam¬
menarbeit mit anderen die Tier- u.
Pflanzenwelt zu regulieren, in einem
ausgewogenen, natürlichen Verhält¬
nis zu bewahren sucht u. in diesem
Rahmen, z. B. bei Überbestand, Tiere
abschießt, tötet 2 nur männl. Form a)
n. PL militärische Einheit b) Person,
die der militärischen Einheit (2a) an¬
gehört c) ein militärischer Flugzeug¬
typ
Ja|ge|re|: die; - ; -en (PL s.) [abwert.]
ständige, als störend empfundene
Eile, Hast
Jä|ger[hut: der; -(e)s; -hüte dunkel¬
grüne, oft mit Federn geschmückte
Kopfbedeckung, die von Personen,
die auf die Jagd gehen, getragen wird
Jä|ger|la|tein: das; -s; - 1 ursprünglich
für Laien unverständliche (Fach-,
Sonder-)Sprache der Jäger (1) 2 er¬
fundene od. zumindest sehr mit Un¬
wahrheiten ausgeschmückte Ereignis¬
darstellung
Jä|geijmei|ster —* Jä|geijmeis|ter:
der; -s; - 1 [veralt.] a) Titel eines hö¬
heren Beamten, der für das Jagdwe¬
sen zuständig ist b) Bezeichnung für
einen für das Jagdwesen zuständigen
Beamten 2 Warenname für einen Ma¬
genbitter, ein Alkohol enthaltendes
Getränk
Jglgeijschaft: die; - ; - Gesamtheit der
Jäger (1)
J§lgeijschnit|zel: das; -s; ~ (oft panier¬
tes) Schweine- od. Kalbsschnitzel mit
einer Pilzsoße
Jä|gers|mann: der; -(e)s; -leute [veralt.]
Jäger (1)
Jä[ger[spra[che: die; - ; - Fach- u. Son¬
dersprache der Jäger(1)
Jäjgerjzaun: der; -(e)s; -zäune ein aus
sich kreuzenden Stäben, Streben ge¬
bauter Zaun aus Holz
Jajgu|ar (Indian. Spr.-port.> der; -s; -e 1
große Raubkatze mit Rosetten im
Fell, in denen sich (im Gegensatz zum
582
Jahrtausend
Leoparden) noch Punkte befinden
»Jaguare sind leicht mit Leoparden zu
verwechseln, obwohl sie größer u. etw.
anders gezeichnet sind.« 2 englische
Sportwagenmarke
jäh: Adj. jäher; ßh(e)ste 1 (fast) senk¬
recht abfallend od. ansteigend »ein jä¬
her Abgrund« 2 unvorbereitet, sehr
schnell u. heftig stattfmdend »ein jä¬
her Tod«
Jäjhe: die; - ; - [veralt.J 1 Abschüssig¬
keit; Steilheit 2 etw., was auf einmal,
plötzlich (u. oft unerwartet) ge¬
schieht, Syn.: Jäheit
Jäjheit —» immer mit hh: Jäh|heit: die;
~ ; -1 Abschüssigkeit; Steilheit 2 etw.,
was auf einmal, plötzlich (u. oft uner¬
wartet) geschieht, Syn.: [veralt.] Jähe
jähjlings: Adv. [veralt.] 1 steil; abschüs-
~sig 2 auf einmal, plötzlich (u. oft
unerwartet) »Er sprang jählings von
seinem Stuhl.«
Jahr: das; -(e)s; -e 1 Zeitraum, der 12
Monate (365 bzw. 366 Tage) umfaßt
»Am 1. Januar beginnt das neue Jahr.«
2 auf Jahr u. Tag (genau): alle Einzel¬
heiten, Daten usw. 3 seit Jahr u. Tag:
schon sehr lange Zeit bestehend, er¬
folgend o. ä. »Seit Jahr u. Tag gratu¬
liert sie mir regelmäßig zum Geburts¬
tag.« 4 zwischen den Jahren: die Zeit
zwischen Weihnachten u. Neujahr 5
in die Jahre kommen: langsam zur äl¬
teren Generation gehören, älter wer¬
den 6 in den besten Jahren: das Al¬
ter, in dem jmd. am meisten leisten
kann u. sich (besonders gesundheit¬
lich) wohl fühlt 7 Das vorige Jahr
war immer besser: man hält das, was
vergangen ist, immer für besser als
das, was man jetzt tut, was jetzt ge¬
schieht 8 Jahre lehren mehr als
Bücher: im Laufe des Lebens, mit je¬
dem weiteren Jahr kann man durch
Erfahrung mehr lernen als aus Bü¬
chern; die Jahre lehren das Leben, die
Bücher oft nur Theorie
jahrjaus: Adv.; nur in der Wendung jahr¬
aus, jahrein: sich wiederholend, wie¬
derkehrend »Jahraus, jahrein immer
derselbe langweilige Alltagstrott,«
Jahrjbuch: das; -(e)s; -Bücher jedes
Jahr erscheinende(s) Buch, Aufsatz¬
sammlung o. ä. mit Fachbeiträgen zu
einem bestimmten Gebiet
Jähr|chen: das; -s; - spaßhafte Ver¬
niedlichung, Verkleinerung von Jahr
jahtje|n: Adv.; nur in der Wendung jah¬
rein, jahraus: sich wiederholend, wie¬
derkehrend
jah|re|lang: Adj. n. stg. mehrere Jahre
lang, andauernd
Jah|res|abon|ne|ment —> Jah|res|aj-
bon|ne|ment das; -s; -s a) vertragli¬
che Abmachung, die für einen länge¬
ren Zeitraum gilt, die den Besuch ei¬
ner festgelegten Anzahl von kulturel¬
len Veranstaltungen betrifft »Wir ha¬
ben ein Jahresabonnement für das
Theater.« b) vereinbarter, regelmäßi¬
ger Bezug von Zeitungen o. ä. für ein
Jahr
Jah|res|ab|schlu6 —> Jah|res|ab|-
schluss: der; -abschlusses; -abschlüs¬
se <Wirt.; Handel) Bilanzerstellung
am Ende eines Geschäftsjahres
Jah|res|aus|gleich: der; -(e)s; -e <Steu-
erw.> vom Finanzamt erstellte Be¬
rechnung der für ein Jahr zu zahlen¬
den Steuer auf das Einkommen u. der
Ausgleich durch Erstattung bzw.
Nachforderung
Jah|res|aus|klang: der; -(e)s; -ausklän¬
ge Feierlichkeit zum Ende eines Jah¬
res (vorwiegend Silvester)
Jgh|res|bei|trag: der; -(e)s; -beiträge
'Geldsumme, die für eine Mitglied¬
schaft, eine Leistung (z. B. für eine
Versicherung) o. ä. für den Zeitraum
von zwölf Monaten zu entrichten ist
Jah|res|be|richt: der; -(e)s; -e Bericht
über den Geschäftsgang einer Firma
o. ä. während eines Jahres
Jah|res|best|lei|sturig —» Jah|resj-
best|leis|tung: die; - ; -en beste Lei¬
stung, die ein(e) Sportlerin) im Laufe
eines Jahres erbracht hat od. die in ei¬
ner bestimmten sportlichen Disziplin
erbracht worden ist
Jah|res|bi|lanz: <lat.> die; - : -en Gegen¬
überstellung von Vermögen u. Schul¬
den eines Jahres, des Geschäftserfol¬
ges o. ä. (meist einer Firma)
Jah|res|ein|kom|men: das; -s; - Ein¬
kommen, das eine Person od. alle in
einem Haushalt lebenden Personen
zusammen innerhalb eines Kalender¬
jahres erzielen
J§h|res|frist: die; ~ ; - (meist o. Art.)
vorwiegend in den Wendungen binnen,
in, innerhalb, vor, nach Jahresfrist
binnen, in, innerhalb, vor, nach Ab¬
lauf eines Jahres
J§h|res|hälf|te: die; ~; -n sechs Monate;
ein halbes Jahr; die erste od. zweite
Hälfte eines Jahres, wobei die erste
Hälfte die Monate Januar bis Juni u.
die zweite Hälfte die Monate Juli bis
Dezember umfaßt
Jah[res|kar|te: die; - ; -n ein Jahr lang
gültige Eintrittskarte, Nutzungsbe¬
rechtigung für etw.
Jah|res|ring/Jahrjring: der; -(e)s; -e
(m. PI.) (Bot.> sich jährlich bildendes,
im Querschnitt des Baumstammes er¬
kennbares Wachstumszeichen, das
wie ein Ring aussieht
Jah|res|tag: der; -(e)s; -e jedes Jahr
wieder festlich begangener Gedenk¬
tag
Jah|res|überjschu8 —» Jah|res|ü|berj-
schuss: der; -Überschusses; -Über¬
schüsse erwirtschafteter Gewinn
Jah|res|ur|laub: der;-(e)s; -e festgelegte
Anzahl an Urlaubstagen, Ferienta¬
gen, die einer berufstätigen Person
zur Erholung in einem Jahr zustehen
Jah|res|wa|gen: der; -s; - gebrauchtes
Auto, das ein Jahr nach seiner ersten
Inbetriebnahme verkauft wird
Jah|res|wech|sel: der; -s; - Wechsel
vom 31. Dezember auf den 1. Januar
u. somit zu einem neuen Kalender¬
jahr, Syn.: Jahreswende
Jah|res|wen|de: die; - ; -n Wechsel vom
31. Dezember auf den 1. Januar u. so¬
mit zu einem neuen Kalenderjahr,
Syn.: Jahreswechsel
Jah|res|zahl: die; - ; -en Zahl, die das
der Zeitrechnung entsprechende Ka¬
lenderjahr bezeichnet »ln der Jahres¬
zahl >1996< bezeichnet >19< das (20.)
Jahrhundert u. >96< das sechsundneun¬
zigste Jahr im zwanzigsten Jahrhun¬
dert.«
Jah|res|zeit: die; - ; -en jeder der vier
Abschnitte, in die das Jahr eingeteilt
ist »Frühling, Sommer, Herbst u. Win¬
ter sind die vier Jahreszeiten.«
jah|res|zeit|lich: Adj. n. stg. bedingt
durch die Jahreszeit, ihr entsprechend
Jahrfünft: das; -(e)s; -e Bezeichnung
für eine Zeitspanne von fünf Jahren
Jahrg.: Abk. Jahrgang
Jahrjgang: der; -(e)s; Jahrgänge 1 Per¬
sonen, die in demselben Kalenderjahr
geboren sind 2 in einem Jahr erschie¬
nene Ausgaben einer Zeitung, Zeit¬
schrift 3 Wein eines bestimmten Jah¬
res »Der Bordeaux ist Jahrgang
1983.«
Jahrjgänjger der; -s; - [süddt.;
'schweiz.; österr.] einem bestimmten
Jahrgang zugehörige Person
Jahrjge|dächt|nis: das; -ses; -se <kath.
Kirche) jedes Jahr feierlich begange¬
nes Gedächtnis für eine verstorbene
Person
Jahrft.: Abk. Jahrhundert
Jahrjhun|dert: das; -s; -e Zeitraum, der
einhundert Jahre umfaßt
jahrjhun|derjte|alt: Adj. n. stg. mehrere
Jahrhunderte alt
jahr|hyn|der|te|lang: Adj. n. stg. eine
Zeitspanne von mehreren hundert
Jahren bezeichnend; mehrere Jahr¬
hunderte lang, andauernd
Jahr[hun|dert|feijer die; - / -n Fest, das
alle einhundert Jahre zum Gedenken
an ein Ereignis stattfmdet
Jahrjhun|dert|wein: der; -(e)s; -e Wein
eines besonders guten Jahrgangs
»Dieses Jahr gibt es einen Jahrhun¬
dertwein.«
Jahr|hun|dert]wen|de: die; - ; -n nach
Ablauf von hundert Jahren erfolgen¬
de Wende von einem Jahrhundert
zum nächsten
jäh|rig: Adj. n. stg. [veralt.] a) zwölf Mo¬
nate alt b) zwölf Monate dauernd
•jäh|rig: Wortbildungselement einen
Zeitraum umfassend, eine bestimmte
Zeit dauernd, alt »mehrjährig ♦ lang¬
jährig • einjährig, mit Ziffer: ljährig
—> 1-jährig*— • zweijährig, mit Zif¬
fer: 2jährig —»-2-jährig*— usw.«
jähri.: Abk. jährlich
jährlich: Adj. n. stg. in jedem Jahr; jedes
Jahr »Die Kfz-Steuer ist jährlich zu
bezahlen.«
-jähtjlich: Wortbildungselement sich in
einem bestimmten Zeitabstand wie¬
derholend »vierteljährlich ♦ halbjähr¬
lich ♦ zweijährlich, mit Ziffer: 2jähr-
lich ■—>2-jährlich<— usw.«
Jähijling: der; -s; -e <Zool.; Landwirt.)
Bezeichnung für ein Tier, das ein Jahr
alt ist
Jahrmarkt: der; -(e)s; -markte Markt
mit Schaubuden, Imbißständen, Ka¬
russells usw., auf dem man sich ver¬
gnügt, Syn.: Kirmes; Rummel(platz)
Jahr|miljliöjnen —» Jahrjmil|li|oJnen:
die (PI.) mehrere Millionen Jahre
Jahr|ring/Jah|res|ring: der; -(e)s; -e
(m. PI.) sich jährlich bildendes, im
Querschnitt des Baumstammes er¬
kennbares Wachstumszeichen, das
wie ein Ring aussieht
Jahrt.: Abk. Jahrtausend
Jahritaulsend: das; -s; -e Zeitraum, der
eintausend Jahre umfaßt
583
Jahrweiser
Jahr|wei|ser: der; -s; ~ Kalender; Heft
o. ä., das die Monate eines Jahres u.
die Tage eines Monats aufzeigt
Jahrzehnt: das; -s; -e Zeitraum, der 10
Jahre umfaßt
jahrjzehn)te|alt: Adj. n. stg. mehrere
Jahrzehnte alt
jahr|zehn|te|lang: Adj. n. stg. eine Zeit¬
spanne von mehreren Jahrzehnten
bezeichnend, mehrere Jahrzehnte
lang andauernd
Jah|ve/Jah|we: (hebra /jawe/ Name
Gottes im Alten Testament
Jäh|zorn: der -(e)s; - plötzlich, auf ein¬
mal (für andere Personen oft uner¬
wartet) auftretender, sehr heftiger u.
unkontrollierter Wutausbruch, Wut¬
anfall, Zomesausbruch
jäh|zor|nig: Adj. Charakter schnell u.
unverhofft sehr wütend werdend u.
dann oft die Kontrolle über sich
selbst verlierend
jain/jein: Adv.; Zusammenbildung aus
>ja< u. >nein< [scherzh.] Ausdruck der
Unentschiedenheit, des Zweifels;
Ausdruck, Feststellung, daß für eine
Handlung gegenteilige Aspekte be¬
dacht werden müssen »Die Antwort
auf deine Frage lautetjain.«
Jai|na/Dschai|na/Dschi|na: (Sanskrit)
/dsehaina/ der; - u. -s; - u. -s 1 [wört¬
lich] Sieger 2 Anhänger einer indi¬
schen Religion, die auf die Zeit Bud¬
dhas zurückgeht
ja|ja: Partikel <Gespräch> 1 leitet seuf¬
zerähnlich eine bedauernde Aussage
ein 2 (entnervte, ungehaltene) Ant¬
wort auf eine als störend empfundene
Frage
Jak/Yate <engl.-tibetanisch /jak/ der; -s;
-s im zentralasiatischen Hochland be¬
heimatete große, massige, als Nutz¬
tier gehaltene Rinderart mit zotteli¬
gem, verfilzendem Fell, das an den
Rumpfseiten mähnenartig herab¬
wächst
Ja|ka|ran[da|holz: (Indian. Spr.-port.;
dta das; -es; -höher violettbraunes,
mit Adern durchzogenes, wertvolles
brasilianisches Nutzholz, Syn.: Pali¬
sander
Ja|karjta: /dschakata/ o. Art.; -s; - in¬
donesische Hauptstadt
Ja|ko|bi]ner: </r.> der; -s; - 1 Jakobiner¬
mönch od. Dominikaner 2 <hist.> Per¬
son, die während der Französischen
Revolution Mitglied einer der wich¬
tigsten u. radikalsten Vereinigungen
war
Ja|ko]bi|nerjmüt|ze: die; - ; -n bis zur
Schulter reichende rote Kopfbedek-
kung, die als Symbol der Freiheit von
den Personen getragen wurde, die
während der Französischen Revoluti¬
on Mitglieder einer der wichtigsten u.
radikalsten Vereinigungen waren
ja|ko|bi{nisch: Adj. n. stg. die Personen
betreffend, die während der Französi¬
schen Revolution Mitglieder einer
der wichtigsten u. radikalsten Verei¬
nigungen waren
Ja|kobs|lei(ter: die; - ;-n 1 o. PI. (nicht
wirklich existierende) Himmel u. Er¬
de verbindende Leiter, die der altte¬
stamentarische Jakob in einem
Traum sah 2 [seemannssprl.] an ei¬
nem Schiff (frei) hängende Stricklei¬
ter
Ja|lou|set|te: fra /sehalusette/ die; - ; -n
aus Holz, Leichtmetall od. Kunst¬
stofflamellen hergestellter Fenster¬
schutz gegen Licht, Sonne od. Ein¬
sicht in das Zimmer von außen
Ja|lou|sie: </r.> /sehalusi/ die; - ; Jalou¬
sien jsehaluspnj zum Schutz vor
Licht, neugierigen Blicken innen am
Fenster angebrachte Vorrichtung aus
Lamellen
Ja|lou|ste|schrank: fr.; dt.> /sehalusi-/
der; -(ejs; -schränke Schrank mit la¬
mellenartigen Schiebetüren
Ja|lou|sie|schwel|ten fr.; dta /sehalu¬
si-/ der; -s; - <Orgel> Vorrichtung zur
Veränderung der Lautstärke u.
Klangfarbe, indem bestimmte Klap¬
pen der Orgel geöffnet od. geschlos¬
sen werden
Jam: <engl.> die; - ; -s /dsehäm/ Marme¬
lade; Konfitüre
Ja|mal|ka)ner/Ja|mai|ker: der; -s; -
weibl. Ja|mai|ka|ne|rin/Ja|maj|ke|rin:
die; - ; -nen Einwohner(in) des karibi¬
schen Inselstaates Jamaika
ja]mai|ka|nisch/ja|mal|kisch: Adj. den
karibischen Inselstaat Jamaika, die
Bewohner, die Kultur usw. betreffend
Ja]mai|ka|rum: der;-(ejs; -s u. [ ästen.]
-e aus Jamaika od. von einer der An¬
tilleninseln stammendes alkoholhalti¬
ges Getränk, von dort stammender
Zuckerrohrschnaps, Rum
Jafmai(ker/Ja|mal|ka|ner: der; -s; -
weibl. Ja|mai|ke|rin/Ja|mai|ka)ne)rin:
die; -; -nen Einwohneifin) des karibi¬
schen Inselstaates Jamaika
ja|rnai|kisch/ja|rnai|ka|nisch: Adj. n.
stg. den Inselstaat Jamaika, die Be¬
wohner, die Kultur usw. betreffend
Jam|be: <gr.-lat.> die; ~ ; -n «Literatur-
wiss.> Versmaß, bei dem auf eine kur¬
ze, unbetonte, Silbe eine lange be¬
tonte Silbe folgt, Syn.: Jambus
Jam|bus: <gr.-iat.> der; - ; Jamben
<Literaturwiss.> a) Versmaß, bei dem
auf eine kurze unbetonte Silbe eine
lange betonte Silbe folgt, Syn.: Jambe
b) in Jamben (a) geschriebenes Ge¬
dicht
Jam|mer der; -s; - 1 große(s) Trauer,
Klagen, Leid 2 etw., was schade, be¬
dauernswert ist »Es ist ein Jammer,
kaum getragene Kleidung wegzu¬
werfen.« 3 Jammer füllt keine
Kammer, jammern macht nicht satt,
durch jammern bekommt, erreicht
man nichts, man sollte nach einem
Fehlschlag o. ä. wieder neu beginnen
Jam|mer)ge|stalt: die; - ; -en 1 Person,
die den Eindruck eines bedauernswer¬
ten Menschen erweckt 2 Person, der
man keine guten Leistungen zutraut
Jam|mer|lap|pen: der; -s; - [meist ab¬
wert.] Person (meist Mann), die für
ängstlich und wehleidig gehalten wird
jäm|mer[!ich: Adj. 1 a) erbärmlich kla¬
gend aufgrund körperlicher od. seeli¬
scher Schmerzen »Er weinte jämmer¬
lich.« b) schlechter, schrecklicher Zu¬
stand von jmdm. od. etw. »Er sah
jämmerlich aus.« 2) <verst.> sehr; über¬
aus »Ichfror jämmerlich.«
Jäm|mer|lich|keit: die; • ; -en a)
schmerzliche(r) Umstand, Gegeben¬
heit o. ä. b) mitleiderregende(r) Um¬
stand, Gegebenheit o. ä. c) verach¬
tenswerte(r) Umstand, Gegebenheit
o. ä.
Jämjmerfiing: der; -s; -e [ugs.; abwert.]
verachtenswerter, schwächlicher
Mensch (meist auf männliche Perso¬
nen bezogen), Syn.: Schwächling
Jam|metjmte(ne: die; - ; -n mitleiderre-
~gender, trauriger Gesichtsausdruck
jam|mern: jammerst; jammertest; hast
gejammert [oft abwert.] klagend
Kummer, Sorgen, Schmerzen od.
Sehnsüchte äußern »Sie jammerte we¬
gen jeder Kleinigkeit.«
jaro|mer|scha|de: Adj. n. stg.; in der
Wendung jammerschade sein; etw.
ist jammerschade: eversO äußerst
bedauerlich, schade
Jam|merjtal: das; -(ejs; - Ausdruck da¬
für, daß das Leben auf der Erde ein
Ort ist, über den man klagen muß
jgmjmerjvoll: Adj. mitleiderregend; be¬
klagenswert
Jam Ses|sion—* Jam|ses|sion: <engt.>
/dsehämsäschen/ die; - ; -s spontan
von mehreren Musikern gespielte
Jazzmusik, Bluesmusik
Jams|wurjzel/Yams|wur[zel: <afrik.
Spr.-port.-engi.; dt.> die; ~ ; -n a) tro¬
pische Kletterpflanze, deren Wurzel
eßbar ist b) der Kartoffel ähnliche e߬
bare Knolle der tropischen Kletter¬
pflanze (a)
Jan Maat/Janlmaat/Janlmaat: tnie-
deria der; -(ejs; -e u. -en [scherzh.]
Schiffsmatrose; Matrose
Jan.: Abk. Januar
Jangftse/Jangftse|ki|ang—» Jangtse/
Jang|t]sejki|ang: der; - u. -s; - chine¬
sischer Fluß
Jan|ha|gel/Jan|ha|gol: (niederla der; -s;
- [veralt.] verabscheuungswürdige,
verachtete Person; Gesindel; Pack;
Pöbel
Ja|nl]tschar —> Ja)ni|t|schar: dürka
der; -en; -en <hist.> einem osinanischen
Sultan dienender Soldat
Ja|niftscha|ren|mu|sik—* Jajni|t|scha|-
ren|mu|sik: (türk.; tat» die; - ; - türki¬
sche (Marsch-)Musik, die stark
rhythmisch betont ist
jan|ken: jankst; janktest; hast gejankt a)
<Xier; meist Hund od. Katze> einen
jaulenden, quietschenden, winseln¬
den, maunzenden Laut von sich ge¬
ben b) aus Schmerz o. ä. leidende
Laute ausstoßen od. jammern »War¬
um jankst du denn schon wieder?«
Jan|ken der; -s; - kurze (Trachten-)
Jacke (für Männer)
Jan|maat/Jan|maat/Jan Maat: (nie¬
der !.> der; -(ejs; -e u. -en [scherzh.]
Schiffsmatrose; Matrose
Jän|ner: der; ~ u. -s; - [österr.] Januar
» Wir besuchen euch im Jänner.«
Jan|se|n!s|mus; data der; - ; - Rom
feindlich gesinnte katholisch-theolo¬
gische Richtung, Geisteshaltung, die
besonders in Frankreich im 17./18.
Jhd. vertreten waru. auf Augustin zu¬
rückgeführt wird
Ja|nu|aR der; - u. -s; -e (PI. s.) erster
von den 12 Monaten eines Jahres;
Monat zwischen Dezember u. Febru¬
ar mit 31 Tagen
Ja]nus: data der; -; - römische Gottheit
des Ein- u. Ausgangs sowie des An¬
fangs mit zwei Gesichtem, die in ent¬
gegengesetzte Richtungen blicken
584
jede-
Jajnus|ge|sicht: das; - fejs; -er 1 Dar¬
stellung des Januskopfes mit seinen
zwei Gesichtern 2 eine zwei (gegen¬
sätzliche) Meinungen, Aussagen ne¬
beneinandervertretende Person
Ja]nus[kopft der; -(e)s; -köpfe Bild ei¬
nes zweigesichtigen Männerkopfes,
der römischen Gottheit Janus mit
zwei Gesichtem, die in entgegenge¬
setzte Richtungen blicken
ja|nus|köp]fig: Adj. sich von zwei völlig
unterschiedlichen Seiten zeigend;
(charakterlich) zwei Gesichter ha¬
bend
Ja[pan: <jap.> o. Art.; -s; - ostasiatischer
Inselstaat mit Hauptstadt Tokio
Ja|pajneR ijap.; dt.> der; -s; ~ weibl. Ja|-
pa]ne|rin: die; - ; -nen Einwohnerin)
des ostasiatischen Inselstaates Japan
Ja]pa|nisch: <jap.; dt.> das; -; - die Spra¬
che Japans
ja|pa|nisch: <jap.; dt.> Adj. n. stg. Japan,
die Kultur, Sprache, Einwohner usw.
betreffend
Ja|pa|no|lo|gte: <jap.-gr.> die; - ; - Wis¬
senschaft von der Sprache u. Kultur
Japans »Japanologie wird nur an weni¬
gen Universitäten gelehrt.«
Jajpan|pa[pier: <jap.; dt.> das; -(e)s; -e
wertvolles, weiches, handgeschöpftes
Papier
jap|pen [norddt.]/jap|sen: jap(p)st;
jap(p)stest; hast gejappt)gejapst
schnell, stoßweise atmen, Luft holen
Japs: der; -en u. -es; -e(n) [ugs.; stark
beleidigend; diskriminierend] Japane¬
rin)
jap|sen/jap|pen: (norddt.] jap(p)st;
jap(p)stest; hast gejapst Igejappt
schnell, stoßweise atmen, Luft holen
»Raucher japsen schon nach ein paar
Treppenstufen.«
Jap|sen der; -s; - [ugs.) nach Luft rin¬
gender Atemzug
Jarfdi|nie|re: </r.> /sebardiniär(e)/ die; -;
-n Blütenpflanzenschale ""
Jarfgon: </r.> /(d)sehargp«g/ der; -s; -s a)
von einem begrenzten Sprecherkreis
benutztes Vokabular »Diesen Fach¬
jargon verstehe ich nicht.« b) Sonder¬
sprache mit oft umgangssprachlichen
Elementen
Jarl: der; -s; -s 1 nordischer Edelmann 2
mittelalterlicher Statthalter in Skan¬
dinavien
ja|ro|wi]sie|ren: <russ.-lat.> jarowisierst;
jarowisiertest; hast jarowisiert Saat¬
gut einer künstlichen Kältebehand¬
lung aussetzen
Ja|sa|ger: der; -s; - weibl. Ja]sa|ge|rin:
die; - ; -nen [abwertj Person, die sich
stets der Mehrheit, anderen Personen
anschließt, unterwirft u. keine eigene
Meinung vertritt
Jas|min: tpers.-arab.-span.> der; -s; -e
Zierstrauch mit stark duftenden Blü¬
ten
Jas|per]wa|re: (semit. -gr.-lat.-fr.-engl.;
dt> /dsebäßpcr-/ die; - ; -n englisches
Steingut aus einer Masse aus Ton u.
Feuersteinpulver
Jas|pis: <semit.-gr.-lat.> der; - u. -ses; -
u. (Sorten) -se Halbedelstein in ver¬
schiedenen Färbungen
Jaß —»• Jass: der; Jasses; - ein Karten¬
spiel
jasjsen: jaßt; faßtest; hast gefaßt
~~—»alle Formen mit ss<-— das Kar¬
tenspiel Jaß spielen
Jas|ser: der; -s; - Person, die das Kar¬
tenspiel Jaß spielt
Ja|stlm|ine: die; - ; -n positive(s)
Stimmabgabe, Votum bei einer Ab¬
stimmung »Die Auszählung ergab 27
Nein- u. 13 Jastimmen.«
Ja|ta|gan: <türk.> der; -s; -e doppelt ge¬
krümmter Türkensäbel
jäjten: jätest; jätetest; hast gejätet Un¬
kraut entfernen, zupfen; von Unkraut
reinigen »Er jätete das Unkraut, das
Beel.«
Jau|che: auch «die; - / -n Ausscheidun¬
gen, Kot u. Urin (von Tieren), die zur
Düngung verwendet werden
Jau|che|faB/Jai!|chen|faB—* Jaulchel-
fass/Jaulchentfass: auchefaB das;
-fasses; -fasset Behälter, in dem Fäka¬
liendünger auf das Feld gebracht
wird
Jau)che|gni|be/Jaulchen|grulbe:
auchegrubedie,’
* ; -n Sammelbecken für tierische Fä¬
kalien, die als Dünger verwendet wer¬
den
jau|chen: auchenjauchst; jauchtest; hast
gejaucht <Landwirt.> ein Feld zur
Düngung mit Fäkaliendünger gießen
Jau|chen]faB/Jau|che|faB —> Jaul-
chen|fass/Jayjche|fass: auchenfaB/
JauchefaBdos; -fasses; -fässer Behäl¬
ter, in dem Fäkaliendünger auf das
Feld gebracht wird
Jau|chen|gru|be/Jau|che|gru|be: au¬
cheng rube/Jauchegrubed/e;
- ,• -n Sammelbecken für tierische Fä¬
kalien, die als Dünger verwendet wer¬
den
jau|chig: auchig Adj. nach Fäkalien(-
dünger) stinkend, riechend
iauchlzen: auchzonjouchzt; jauchztest;
hast gejauchzt sich sehr freuen, Glück
empfinden u. dabei hohe, quietschen¬
de Laute ausstoßen Syn.; juchzen
Jauchlzer: auchzerder; -s; - Schrei der
Freude, Begeisterung
iaullen: jaulst; jaultest; hast gejault 1
<Hunde, Wölfe u. ä.> klagende, wei¬
nende Laute ausstoßen »Die Wölfe
jaulten.« 2 [ugs.] sehr schlecht singen
»Meine Güte, das soll ein Sänger sein?
Der jault ja fürchterlich!«
Jaunjde: o. Art.; -s; - Hauptstadt Ka¬
meruns
Jau|se: tslowen.> die; - ; -n [österr.] a)
(kleine) Mahlzeit, kräftige Zwischen¬
mahlzeit mit Brot u. Speck, Wurst,
Käse o. ä. b) belegtes Brot als Zwi-
schemahlzeit
iaulsen: jaust; jaustest; hast gejaustt
iauslnen: jausnest; jausnetest; hast ge-
jausnet [österr.] eine kleine Mahlzeit
zwischen den Hauptmahlzeiten ein¬
nehmen
Jau|sen|sta|ti|on: die; • ; -en [österr.)
kleineres Restaurant
Jaulsenlzeit: die; - ; -en [österr.] Zeit
(überwiegend am Morgen od. Nach¬
mittag) für eine Zwischenmahlzeit
iauslnen: jausnest; jausnetest; hast ge-
fUKsnet/jaulsen: jaust; jaustest; hast
gejaust [österr.] eine kleine Mahlzeit
zwischen den Hauptmahlzeiten ein¬
nehmen
Ja|va: /jawa/ o. Art.; -s; - Insel, die zur
Gruppe der Großen Sundainseln ge¬
hört
ja|wphl: Partikel <Gespräch; versto (aus
dem militärischen Bereich übernom¬
men) drückt aus, daß ein Befehl o. ä.
verstanden wurde u. ausgeführt wird
ja|woll: Partikel <Gespräch> [ugs.;
scKerzh.] mit militärischem Tonfall
nachahmender Ausdruck dafür, daß
eine Aufforderung o. ä. verstanden
wurde u. ausgeführt wird
Ja|wort: das; -(e)s; -e (PI. s.) a) (offi¬
zielle Einwilligung, Zustimmung zur)
Eheschließung »Er halte ihr Jawort
zur Ehe.« b) <übertr.> Zustimmung zu
etw. »Das Jawort war noch nicht ge¬
sprochen.«
Jazz: <amerik.-engl.> /dsebas, dsehäß u.
jaz/ der; - ; - Musikfichtung ur¬
sprünglich von Nordamerikanern
afrikanischer Herkunft
Jazz|band: <amerik.-engb /dsehäs-,
dsehäß- u. jazbänt/ die; - ; -s aus zwei
Instrumentalgruppen bestehende
Musikertruppe, die Jazzmusik spielt
jaz|zen: <amerik.-engl.; dt.> /dsehäsen,
dsehäßen u. jazzen/ Jazzmusik spie¬
len
Jazjzen tamerik.-engl.; dt> /dsehäser,
dsehäßeru. jazzer/ der; -s; - jmd., der
Jazzmusik spielt
Jazz|mu|sik: /dsehäs-, dsehäß- u. jazz-/
die; - ; - Musikrichtung ursprünglich
von Nordamerikanem afrikanischer
Herkunft
Jb.: Abk. Jahrbuch
iduiAbk. jemand
jdm. : Abk. jemandem
jdn. : Abk. jemanden
jds.: Abk. jemand(e)s
Je: * Adv. a) unbestimmte Zeitangabe
»Wer hätte je daran gedacht, daß er
sterben könnte.« b) einzelne Betrach¬
tung von Personen od. Gegenständen
»Die Schrankteile sind je einen Meter
lang.« c) immer in einer bestimmten
Anzahl »Je 5 Personen dürfen den
Raum betreten.« II Konj. a) je de¬
sto ... »Je älter er wird, desto aktiver
ist er.« b) je nachdem etw. hängt von
etw. anderem ab »Ich komme je nach¬
dem, wie es mir geht.« III Präp. mit
Akk. für jede einzelne Sache od. Per¬
son »je angefangene Stunde 1,50 DM
Parkgebühr« Syn.: <III> pro; für
Jeans: tameriko jdsehins u. dschjnß/
die; ~ ; - (oft PI.) Hose aus unemp¬
findlichem, ursprünglich blauem, fe¬
sterem Baumwollstoff
Jeanslanlzuq: /dsehinß- u. dschinß/
der; -(e)s; -anzüge Hose u. Jacke aus
Jeansstoff in derselben Farbe u. Qua¬
lität
Jede der; -en; -en [rheinländisch] 1 [ab¬
wert.] Dummkopf 2 Käme valist
jede Adj. 1 im Verhalten (momentan)
verrückt, übermütig »Bist du jeck?« 2
den (organisierten) Karneval feiernd
»Die jecken Karnevalisten haben
Hochsaison.«
je|de-: Indefinitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort jeder; jede; jedes 1 gibt eine
Anzahl in einem vorgegebenen Rah¬
men an »Jedes der Kinder hat ein
Zimmer.« 2 jedesmal —> jedes Mal:
immer wieder, gleich erfolgend 3 Je¬
der ist sich selbst der Nächste: ironi-
585
jedenfalls
sehe Bemerkung, wenn sich jmd. sehr
egoistisch verhält
jelden|falls: Adv. auf jeden Fall; wie
dem auch sei; so od. so »Ich komme
jedenfalls um acht.«
je[der|art: unbestimmte Gattungsbe-
Zeichnung; n. dekl. egal welche Art,
Sorte; alle denkbaren Arten, Sorten
»Ich esse gerne jederart Schokolade.«
jeldeijlei: unbestimmte Gattungsbezeich¬
nung; n. dekl.; nur attributiv verwendet
egal welche Art, Sorte; alle denkbaren
Arten, Sorten »Ich esse jederlei Sü߬
waren.«
je|derjmann: Indeflnitpron. u. unbe¬
stimmtes Zahlwort jeder einzelne
Mensch; alle Menschen »Die Einrich¬
tung ist für jedermann offen.«
Jejdmjmann]funk: der; -fe)s; - Anlage
zur Kommunikation über Funk,
Syn.: CB-Funk; Sprechfunk
je[der[zeifc Adv. zu jeder Zeit; stets; im¬
mer
je|der|zgj|tig: Adj. n. stg. zu jeder Zeit
möglich
je|des|mal —* auch jedes Mal: Adv.
ständig wiederkehrend; immer wieder
erneuterfolgend
je|des|ma|lig: Adj. n. stg. [selten; veralt.]
ständig wiederkehrend; immer wieder
erneut erfolgend, Syn.: [geläufiger] je¬
desmal
je|doch: Adv. u. Konj. etw. zu bedenken
gebend; aber »Denke jedoch an deine
Arbeit!«
jed[we|der Indefinitpron. u. unbestimm¬
tes Zahlwort; n. dekl. [veralt.] jegliche,
jeglicher, jegliche; jede, jeder, jedes
»Die Gruppe sah von jedweder weiterer
Aktivität ab.«
Jeep: (Warenzeichen) <amerik.>
/dsehip/ der; -s; -s Geländewagen für
unwegsames Gelände
jeg|li[ch-: Indefinitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort jeglicher; jegliche; jegliches
egal wer od. was; jede beliebige Per¬
son; jeder; alles »Ich lehne jegliche
Verantwortung ab.«
je|her: Adv.; in der Wendung seit, von
jeher: drückt (den Eindruck) aus, daß
etw. z. B. von der Beschaffenheit her
od. jmd. z. B. vom Charakter her
schon immer so gewesen ist, nicht neu
(durch Veränderung) entstanden ist,
keine Veränderung beinhaltet »Seit
jeher ist es so Sitte, daß Weihnachten
ein Tannenbaum aufgestellt wird.«
Je|ho]va: thebr» /jehowa/ o. Art.; -s; -
(Bezeichung für) Gott im Alten Te¬
stament
jein/jain: Adv.; Zusammenbildung aus
>ja< u. meint [scherzh.] Ausdruck der
Unentschiedenheit, des Zweifels;
Ausdruck, Feststellung, daß für eine
Handlung gegenteilige Aspekte be¬
dacht werden müssen »Die Antwort
auf deine Frage lautet jein.«
Je|Jujnum: dato das; -s; Jejuna a) [wört¬
lich] mit nüchternem Magen b)
<Med.; Anat.> Dünndarmabschnitt,
deT zwischen dem Krummdarm u.
dem Zwölffingerdarm gelegen ist
Je|län|gerjje|lie[ber das; -s; - stark duf¬
tende Kletterpflanze mit Blüten
jem.: Abk. 1 jemand 2 jemals
je|mals: Adv. zu irgendeiner Zeit (auf
die Zukunft sowie auch auf die Ver¬
gangenheit beziehbar); irgendwann;
je »Ich weiß nicht, ob er jemals gesund
werden wird.«
je|mand: Indefinitpron. eine unbe¬
stimmte Person »Da klingelt jemand.«
Je|men: tarab» der; -s; - Staat auf der
Arabischen Halbinsel
Je|me|nft: tarab» der; -en; -en weibl. Je|-
me|ni|tin: die; - ; -nen Einwohner des
arabischen Staates Jemen
je|me|ni]tisch: tarab.; dt.> Adj. n. stg. Je¬
men, die Sprache, Kultur, Einwohner
Jemens betreffend
je|mi|nel: Interj. oft in der Verbindung
oh, jemine/ach (Herr) jemine: er¬
staunter, erschreckter Ausruf
Jen/Yen: tchin.-jap» /jenn/ der; - u. -s; -
u. -s japanische Währungseinheit
je]n-: Demonstrativpron.; jene; jener;
jenes 1 attributiv Bezeichnung für eine
Person od. Sache, die vom Sprecher
räumlich entfernt ist 2 a) Bezeichnung
für einen zeitlich zurückliegenden
Zeitpunkt, eine Situation, von dem/
der bereits früher schon gesprochen,
erzählt, geschrieben wurde »Jener
Tag, jene Situation, jenes Ereignis war
schrecklich.« b) Bezeichnung für
jmdn. od. etw., von dem/wovon be¬
reits gesprochen, geschrieben wurde
u. der/das vom Sprecher als bereits
bekannt vorausgesetzt wird
jen[sei|tig: Adj. n. stg. 1 gegenüber dem
derzeitigen Standort des Sprechers
gelegen; auf der Seite, die gegenüber
liegt 2 das Jenseits, Nichtirdische be¬
treffend
Jen|seits: das; -; -1 in der Vorstellung
gedachter, nicht auf dieser Welt be¬
findlicher Raum, Ort für die Toten,
Syn.: Himmelreich; Ewigkeit; Para¬
dies 2 jmdn. ins Jenseits befördern:
[ugs.] jmdn. ermorden, töten
jen|seits: I Präp. mit Gen. auf der ande¬
ren, gegenüberliegenden Seite »jen¬
seits des Flusses • jenseits der Straße«
Ant.: diesseits II Adv. auf der anderen
Seite » Wir müssen über den Bach. Jen¬
seits geht der Weg weiter.«
Jen|seits|glau|be: der; -ns; - (religiös be¬
dingter) Glaube an ein Jenseits, an ein
Leben nach dem Tode
Je|re|mj|as/Je|re|mjja: der; - u. -s; -
Prophet des Alten Testaments
Je|re|mia|de —» Je|re|mi|a|de: die; - ;
-n nach dem biblischen Propheten Je-
remia bezeichnete Form der (wehlei¬
digen) Klagerede
Jgjri[cho: o. Art.; -s; - Stadt im Westjor¬
danland
Je|ri[cho|ro|se: die; ~ ; -n im Mittel¬
meergebiet vorkommende Pflanze,
deren Zweige bei Feuchtigkeitsman¬
gel nach innen rollen
Jerjsey: tengh /dsehörsi/ der; - u. -s; -s
weichere Stoffart
Jerjsey: tengh /dsehörsi/ das; -s; -s eng¬
anliegendes Sportlertrikot
Je|ru)sa|lem: ohne Art; -s; - Stadt in
Vorderasien mit heiligen Stätten der
Juden, Christen u. Moslems; 1967
von Israel zu seiner Hauptstadt er¬
klärt
Jes|ses/Jes|ses Majria: Interj. 1 [ver¬
hüll.] für Jesus Maria 2 [ugs.] verär¬
gerter, wütender Ausspruch »Jesses
(Maria), mußte das schon wieder
sein!«
Je[su|it: dato der; -en; -en 1 Angehöriger
des Jesuitenordens 2 [veralt.; beleidi¬
gend] Person, die geschickt zu argu¬
mentieren versteht u. die für unehr¬
lich gehalten wird
Jetsu|]jten|orjden: der; -s; • 1534 von Ig¬
natius v. Loyola gegründeter klöster¬
licher Gemeinschaftsorden
Je|8u|i[ten|tuin: das; -s; - Wesen u. Vor¬
stellungen des Jesuitenordens
je|su|[]tisch: Adj. n. stg. den Jesuitenor¬
den od. dessen Angehörige betreffend
Je|sus: o. Art.; Jesu; - (Dal.; Jesus u.
Jesu; Akk.; Jesus u. Jesum) zentrale
Gestalt des Christentums, die als
Sohn Gottes bezeichnet wird u. auf
deren Leben und Tod sich das Chri¬
stentum gründet
Je|sus Chr]|stus —> Je|sus Chris|tus:
o. Art.; Jesu Christi; - (Dal.: Jesus
Christus u. Jesu Christo; Akk.: Jesus
Christus u. Jesum Christum) zentrale
Gestalt des Christentums, die als
Sohn Gottes bezeichnet wird und auf
deren Leben und Tod sich das Chri¬
stentum gründet
Jejsus Na[za|re|nus Rex Ju|daeo|rum
—*■ Ju|dae|p|rum: dato (Kreuzin¬
schrift) Jesus von Nazareth, König
derJuden
Je|sus Sijrach: o. Art.; - ; - <Bibe!> Buch
des Alten Testaments
Je]sus|kind: das; -(e)s; -er (PI. s.) 1
künstlerische Darstellung Jesu Chri¬
sti 2 o. PI. Jesus als Kind in der Dich¬
tung, Syn.: Jesusknabe
Je|sus|kna|be: der; -n; -n (PL s.) 1
künstlerische Darstellung Jesu 2 o.
PI. Jesus als Kind in der Dichtung,
Syn.: Jesuskind
Je|sus|lat|sche: die; ~ ; -n/Je|sus|lat|-
schen: der; -s; - (m. PI.) einfache
Sandale aus einer Ledersohle u. eini¬
gen Riemen »Er läuft immer in Jesus¬
latschen herum.«
Je|sus People: tengl» Jd.sehis«ß pipel/
die (PI.) Angehörige der in Amerika
ca. im Jahre 1967 entstandenen Ju¬
gendbewegung religiöser Art, Jesus¬
bewegung
Jefsus-Pepple-Be|we|gung: tengl.; dt»
/dsehis'ß pipeI-/ die; - ; - in Amerika
ca. im Jahre 1967 entstandene Bewe¬
gung religiöser Art
Jet/Jett: tengh /dsehett u. jett/ der u.
das; -(e)s; - Pechkohle; Gagat
Jet: tengl» /dsehett/ der; -s; -s von Dü¬
sentriebwerken angetriebenes Flug¬
zeug, das mit hoher Geschwindigkeit
fliegen kann
Jet|li|ner. tengl» /dsehettlainer/ der; -s;
~ Düsenflugzeug
Je|ton: tfr» /dseh'tong/ der; -s; -s 1
Spielmarke z. B. beim Roulette 2
münzähnliche Marke, mit der ein Au¬
tomat, z. B. ein Telefon, betätigt wer¬
den kann
Jet-set —»• auch Jet|set: tengl»
/dsehett-ßett/ der; -s; -s die Angehöri¬
gen einer international vertretenen,
sehr wohlhabenden Gesellschafts¬
schicht, die viel mit dem Flugzeug
(Jet) reisen u. weltweit unterwegs sind
Jetjstream: tengl» /dsehettßtrim/ der; -
u. -s; -s starke tropo- od. stratosphäri¬
sche Luftstömung
Jett/Jet: tengl» /dsehett u. jett/ der u.
das; -(e)s;- Pechkohle; Gagat
586
Joghurt/Yoghurt
jett|arjtig: /dsehett- u. jett-/ Adj. n. stg.
wie Pechkohle, Gagaf
jetjten: <engl.> /dsehetten/ jettest; jette¬
test; bist gejettet 1 (mit einem Jet) flie¬
gen » Wir sind nach Amerika gejettet.«
2 [scherzh.J sich schnell an einen an¬
deren Ort bewegen »Ich bin mal eben
zu ihr rübergejettet.«
jetzig: Adj. n. stg. zur Zeit aktuell; zum
gegenwärtigen Zeitpunkt »Die jetzige
soziale Situation ist unhaltbar.«
jetjzo: Adv. [veralt.] jetzt; in diesem Mo¬
ment, Augenblick
Jetzt: das; - ; - [geh.] die Gegenwart, ak¬
tuelle Zeit »Wir müssen uns auf das
Morgen konzentrieren u. dürfen nicht
nur das Jetzt sehen.«
jetzt: Adv. nun; in diesem Moment; in
diesem Augenblick; augenblicklich;
zu genau dieser Zeit; nicht vergangen
u. nicht zukünftig, sondern in der au¬
genblicklichen Gegenwart »Du
kommst jetzt!«
Jetztjmensch: der; -en; -en in der heuti¬
gen, momentanen Zeit lebender
Mensch
Jetztzeit: die; ~ ; - augenblickliche, jet¬
zige, gegenwärtige, momentane Zeit
(nicht Vergangenheit, nicht Zukunft)
Jeu: dat.-fr.> /sehö/ das; -s; -s Spiel, bei
dem vor allem das Glück über den
Sieg entscheidet; Kartenspiel
Jeu|nes|se do|rge: <!at.-fr.> /sehöneß
dore/ die; - ; - 1 Kinder aus der rei¬
chen Oberschicht, die durch Leichtle¬
bigkeit gekennzeichnet ist 2 <hist.> Be¬
zeichnung für eine Gruppe von Ju¬
gendlichen, die meist der reichen
Oberschicht angehörten u. nach dem
Sturz Robespierres (1758-1794) zur
Gegenrevolution aufriefen
jew.: Abk. a) jeweilig b) jeweils
jejwei|len: Adv. [schweiz.; veralt.] a)
manchmal b) immer wieder erfolgend
c) immer wieder zu einer bestimmten
Zeit
je|wei|lig: Adj. n. stg. jeweils zu etw.,
jmdm. zuzuordnende(r) Sache, As¬
pekt, Gesichtspunkt »Die jeweiligen
Motive, Gründe der Teilnehmer sind
völlig nachvollziehbar.«
jejweils: Adv. a) immer wieder erfolgend
b) immer wieder zu einer bestimmten
Zeit
je|zu|wei|len: Adv. [veralt.] a) manchmal
b) immer wieder erfolgend c) immer
wieder zu einer bestimmten Zeit
Jg.: Abk. 1 Jäger(in) 2 Jahrgang
Jh.: Abk. Jahrhundert
Jhd(„): Abk. Jahrhundert
Jhds(.): Abk. Jahrhunderts
Jhrg.: Abk. Jahrgang
jid|disch: Adj. Sprache der osteuropäi¬
schen Juden »Die jiddische Sprache
wird kaum noch gesprochen.«
Jid)di|sche: das; -n; - Sprache der osteu¬
ropäischen Juden mit einem speziel¬
len Wortschatz, der sich aus Teilen
des Mittelhochdeutschen, Hebräisch¬
Aramäischen u. Slawischen zusam¬
mensetzt
Jid|dj|stik Jid|dis|tik: die; - ; - Wis¬
senschaft von der Literatur u. Spra¬
che der osteuropäischen Juden
J]e|per: der; -s; -s [landsch.] auf einmal,
plötzlich enstehendes Verlangen
(meist auf bestimmte Nahrungsmit¬
tel), Syn.: Gieper
Jjn|gle: tengh /dsehingel/ der; -s; -s aus
wenigen Tönen bestehende Tonfolge,
die als Erkennungsmelodie dient »Ein
Jingle muß eingängig sein.«
Jiu-Jit|su: <jap.> /dsehiu-dsefeizu/ das; ~
u. -s; - ostasiatische waffenlose
Kampfsportart, Selbstverteidigung
Jive: tengl.r /dseheif/ der; - u. -s; - u. -s
schneller Tanz zu swingähniicher
Musik
jmd.: Abk. jemand
jmdm. : Abk. jemandem
jmdn. : Abk. jemanden
jmds.: Abk. jemand(e)s
jnr.: Abk. <Zusatz hinter dem Personen¬
namen) junior = der Jüngere
Job: <engl.-amerik.> /dsehopp/ der; -s; -s
a) (Gelegenheits-)Arbeit, Tätigkeit,
die man nicht erlernt hat u./od. der
man nicht ständig, geregelt nachgeht
b) [ugs.] Beruf; Arbeit »Macht dir dein
Job Spaß?«
job|ben: <engl.> /dsehobben/ jobbst;
jobbtest; hast gejobbt a) eine Arbeit
nur zum Geldverdienen vorüberge¬
hend u. nicht berufsmäßig ausführen
»Ich jobbe während der Ferien in einer
Bäckerei.« b) [ugs.] arbeiten
Job|ber: <engl.> /dsehobber/ der; -s; -s 1
a) Person, die an einer Börse durch
Kauf u. Verkauf von Aktien o. ä. Ge¬
winne zu erwirtschaften versucht b)
Person, der an der Londoner Börse
nur gestattet ist, für sich selbst od. un¬
ter dem eigenen Namen mit Wertpa¬
pieren zu handeln 2 [ugs.; abwert.]
Geschäftsmann ohne moralische Be¬
denken, der nur an den eigenen Vor¬
teil u. Gewinn denkt 3 Person, die
durch Zeitarbeiten, Gelegenheitsar¬
beiten, Arbeit für einen kürzeren
Zeitraum Geld verdient
Jp|bel||ahn <hebr.> das; -(e)s; -e <Altes
Testament) Jahr, das zweimal in ei¬
nem Jahrhundert (jeweils nach fünf¬
zig Jahren) von den Juden feierlich
begangen wurde, in dem Schuldener¬
laß, Sklavenfreilassung u. Grundbe¬
sitzrückgabe vollzogen wurden
Jpb-hop|ping—* Job|hop|ping: tengh
/dsehopp-/ das; -s; -s häufiges Wech¬
seln der Arbeitsstelle, meist mit der
Hoffnung auf berufliche Verbesse¬
rung verbunden
Job|kil|ter. <eng/.> /dsehopp-/ der; -s; -
meist neue maschinelle Errungen¬
schaft, die menschliche Arbeitskraft
ersetzt u. somit Arbeitsplätze vernich¬
tet
Jpb-sha|ring —» Job|sha|ring: <engh
/dsehgppschäring/ das; -s; -s Auftei¬
lung eines Arbeitsplatzes, -pensums
an zwei od. mehr Arbeitnehmer(in-
nen)
Joch: das; -(e)s; ~ u.-e 1 PI. -e (Holz-)
Gerüst, Zugstange, an, hinter das/die
Zugtiere bei der Feldarbeit gespannt
werden 2 PI. Joch [veralt.] Maßein¬
heit, Bodenmenge, die mit einem Ge¬
spann an einem Tag bestellt werden
kann (ca. 40 Ar) 3 PI. -e kleiner Paß
im Gebirge »Das Joch ist noch
gesperrt.« 4 PI. -e a) Abschnitt zwi¬
schen zwei Brückenpfeilern b) Rah¬
men zum Abstützen von Tunnels (im
Bergbau) 5 o. PI. [geh.] Zwang, Un¬
terdrückung, den/die jmd. auf (eine
Gruppe von) Menschen ausübt
Joch|al|ge: die; ~ ; -n (m. PI.) Süßwas¬
seralge
Joch|bein: das; -(e)s; -e <Anat.> Teil des
Gesichtsschädels, der den Oberkiefer
mit dem Schläfenbein verbindet
Joch|bo|gen: der; -s; -bögen 1 <Anat.>
Jochbeinteil 2 Bogen eines Gewölbes
jplchen: jochst; jochtest; hast gejocht
(Zugtiere) einem Tier das Geschirr,
das auf Nacken u./od. Stirn aufliegt,
anlegen; anspannen
Jockei (Jok|kei —> Jo|ckei)/Jockey
(Jokjkey —»• Jojckey): )/Jockey<-
schott.-engh /dsehocki u. dsehocke/
der; -s; -s Reiter(in) von Rennpferden
bei Pferderennen
Jod: <gr.-fr.> das; -(e)s; - lebensnotwen¬
diger chemischer Grundstoff, der für
desinfizierende Medikamente ver¬
wendet u. zur Schilddrüsenregulie¬
rung eingesetzt wird
Jo|dat/[fachsprl.] lo|dat: <gr.-fr.-lat.>
das;-(e)s;-e Jodsauerstoffsäure
jpjdeln: jodelst; jodeltest; hast gejodelt
im Wechsel von Brust- u. Kopf¬
stimme auf einzelnen Lauten singen
(besonders in der Alpenregion
verbreitet) »Sie kann gut jodeln.«
jod|hal|tig: Adj. Jod enthaltend, aufwei¬
send
Jo|did/[fachsprl.] lo|did: das; -(e)s; -e
Jodwasserstoffsäuresalz
jo|die|ren: jodierst; jodiertest; hast jo¬
diert 1 <Chemie> einer Substanz, ei¬
nem Stoff Jod hinzufügen 2 eine (of¬
fene, blutende) Wunde durch das
Aufträgen von Jod desinfizieren,
keimfrei machen
Jo|do/Dschp|do: <jap.> /dsehodo/ das;
- ; - (Buddhismus) Reich der Wieder¬
geburt, das der Idealvorstellung ent¬
spricht
Jo|do|fgrm: das; -s; - (Med.) früher ver¬
wendetes Mittel zur Wunddesinfekti¬
on
Jgd|tink|tur: die; - ; -en der Wunddesin¬
fektion dienende jodhaltige alkoholi¬
sche Lösung
Jod|was|serjstoff: der; ~(e)s; -e (Che¬
mie) Gas, das farblos ist u. stechend
riecht, bestehend aus einer Jod-Was-
serstoff-Verbindung
Jglga/Yojga: <Sanskrit> der u. das; - u.
-s; - indisches philosophisches System
mit körperlichen gymnastikähnlichen
u. geistigen, meditativen Übungen
»Joga entspannt.«
Jo]ga|übung/Yo|ga|übung —> Jg|ga|ü|-
bung/Yg|ga|ü|bung: jSanskrit; dt.>
die; - ; -en einzelne Übung des Joga,
die zur Konzentration, Entspannung
u. zur gesteigerten Körperbeherr¬
schung ausgeführt wird
joglgen: <engh /dsehgggen/ joggst;
joggtest; hast/bist gejoggt zu Trai¬
ningszwecken gleichmäßig laufen,
rennen »Ich jogge in der Woche mehr¬
mals.«
Jgg|ger: <engl.> der; -s; ~ /dsehggger/
weibl. Jog|ge|rin: die; - ; -nen Person,
die zur Verbesserung der Kondition,
als Training rennt, läuft
Jpglging: <engl.> /dsehogging/ das; -s; -
Training, bei dem man ausdauernd
läuft
Jo]ghurt/Yg|ghurt (im Deutschen mei¬
stens mit J) —» auch Jo|gurt: <türk.>
/jggurt/ der u. [besonders österr.J das;
587
Jogi/Jogin/Yogi/Yogin
• u. -s; - u. -s u. [ästen., besonders in
Wien} die; - ; - u. -s durch den Zu¬
satz von Milchsäurebakterien gewon¬
nenes weißes Sauermilchprodukt un¬
terschiedlichster Konsistenz »Das
Kind ißt gerne Joghurt mit Früchten.«
Jg|gi/Jojgin/Yg|gi/Yo|gin: <Sanskrit>
der; -; -s indischer Büßer, der die Me¬
ditation u. Askese des Joga ausübt
»Der Jogi hatte die Aura der Heilig¬
keit.«
—> Jogurt; s. Joghurt
Joh.: Abk. <Evangelist> Johannes
Jo|han|nes|burg: o. Art.; -s; - südafrika¬
nische Großstadt (wirtschaftliches
Zentrum)
Jo|han|ni(s): das; -; - (meist o. Art.) Jo¬
hannes dem Täufer geheiligter Tag
(24. Juni)
Jo)han]nis)bee)re: die; - ; -n a) Strauch
mit kleinen, in Trauben wachsenden,
runden, säuerlichen Früchten, Bee¬
ren, die entweder rot, weißlich od.
schwarz sind b) rote, weißliche od.
schwarze, kleine, runde, säuerhche
Frucht, Beere
Jo|han|nis|brot: das; -(e)s; - längliche,
flache Frucht des Johannisbrotbaums
von bräunlich-violetter Färbung
Jo|hanlnis|brot|baum: der; -(e)s; -bäu¬
me im Mittelmeerraum wachsender
Baum, dessen Schotenfrüchte ge¬
trocknet u. gegessen werden
Jojhan|nis)feu]er: das; -s; - Feuer, das
in der Johannisflacht (24. Juni) ent¬
zündet wird
Jo|han|nis|kä|feR der; -s; - [landsch.]
Käfer mit Leuchtorganen, Syn.:
Leuchtkäfer; Johanniswürmchen
Jo|han|nis|kraut: das; -(e)s; -kräuter
(PL s.) Heilpflanze
Jo|han|nis|nacht: die; ~ ; -nächte gefei¬
erte Nacht vor dem Johannestag (24.
Juni)
Jo|han|nis|tag: der; -(e)s; -tage Johan¬
nes dem Täufer geheiligter Tag (24.
Juni)
Jo|han|nis|trieb: der; -fe)s; -e <Bot.> 1 a)
zweites Austreiben von Bäumen b) im
Sommer gewachsener Baumtrieb 2 o.
PL [meist scherzh.] gesteigertes Se¬
xualbedürfnis älterer Männer
Jo|han|nis|wünn|chen: das; -s; -
[landsch.] Käfer mit Leuchtorganen,
Syn.: Leuchtkäfer; Johanniskäfer
Jo|han|ni]ter: der; -s; - Person, die dem
Johanniterorden angehört
Jo|han|ni|ter|or|den: der; -s; - um 1100
n. Chr. gegründeter Orden, der sich
ursprünglich der Pflege kranker Pil¬
ger widmete
Jo)hanfn[|ter|un|fall|hil|fe: die; - ; - Un¬
fallhilfsdienst
fehlten: johlst; johltest; hast gejohlt vor
Begeisterung unartikulierte Laute
ausstoßen »Die Zuschauer johlten vor
Vergnügen.«
Joint: <engl.> /dsehoint/ der; -s; -s Ziga¬
rette mit Hasch, Marihuana »Sie
rauchte ab u. zu einen Joint.«
Joint-venfture —> Joint|ven|tune/Joint
Ven|ture: <engl.> /dsehointwentscher/
das; -s; -s wirtschaftlicher Zusam¬
menschluß von Unternehmen, die ge¬
meinsam ein Projekt, Geschäft durch¬
führen
Jo-Jo/Yo-Yo: <amerik.> das; -s; -s Ge¬
schicklichkeitsspiel, bestehend aus ei¬
ner Schnur u. daran befestigten Holz¬
scheiben, das mittels ruckartiger
Armbewegungen gespielt wird
Jo|ker: <engl.> /dsehoker u. joker/ der;
-s; - 1 für jede andere Karte als Er¬
satz dienende, besondere Vorteile er¬
zielende Karte bei einigen Karten¬
spielen »Ich habe zwei Joker auf der
Hand.« 2 <übertr.> etw. od. jmd.; was/
der als Hoffnungsträger in etw. einge¬
bracht wird u. von dem, dessen Ein¬
satz sich jmd. einen Vorteil, eine Bes¬
serung o. ä. erwartet »Seine Informa¬
tionen setzte er als Joker bei den Ver¬
handlungen ein.«
jo|kos: <lat.> Adj. jokoser; jokoseste
[geh.; veralt.] spaßhaft .
Jojkus: <lat.> der; - ; -se (PL s.) [ugs.]
Spaß; Scherz
Joljle: die; - ;-n 1 kleines, flaches Segel¬
boot (für Seen u. ä.) »Wir segeln mit
einer Jolle.« 2 Rettungsboot auf grö¬
ßeren Schiffen
Joi|len|kreu{zer der; -s; - für Binnenge¬
wässer geeignetes Segelboot mit Ka¬
jüte
Jom Kip|pur <hebr.> der; - ; - jüdischer
Feiertag, Bußtag; jüdisches Versöh¬
nungsfest
Jp]na|than: der; -s; ~ 1 männl. Vorname
2 Apfelsorte mit gelber bis roter Scha¬
le
Jongjleun </r.> /(djsehoaglör/ der; -s; -e
weibt. Jong|tou|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die (zur Belustigung, Unterhal¬
tung anderer) kunstfertig mit Gegen¬
ständen hantiert, z. B. mehrere Bälle
schnell abwechselnd in die Luft wirft
u. wieder fängt
jong|lie|ien; </r.> /(d)sehoftgliren/ jong¬
lierst; jongliertest; hast jongliert 1 als
Jongleur(in) mit Gegenständen han¬
tieren »Sie jongliert mit 7 Keulen.« 2
versuchen, gleichzeitig mehrere
gleichartige od. verschiedene Gegen¬
stände zu transportieren u. zu halten
Jo|ni|kus/lp|ni|cus: <gr.-lat.> der; - ; Jo-
niki/Ionici a) antiker Versfuß b) Joni-
kus/lonlcus a minore: Rhythmusein¬
heit, die meistens zwei Kürzen ent¬
hält, auf die zwei Längen folgen c)
Jonikus/Ionicus a maiore: Rhyth¬
museinheit, die meistens zwei Längen
enthält, auf die zwei Kürzen folgen
Jöppjchem das; -s; - einfache Hausjak-
ke (aus Loden) für Männer
Jpp|pe: <arab.-span.> die; - ; -n a) einfa¬
che Männerlodenjacke b) Männer¬
hausjacke
Jpijdan: der; ~ u. -s; -1 Fluß in Vorder¬
asien, zwischen Israel, dem Westjor¬
danland u. Jordanien, der durch den
See Tiberias u. ins Tote Meer fließt 2
a) über den Jordan gehen: [verhüll.]
den Tod finden; sterben b) über den
Jordan kippen, schütten o. ä.: <wenn
etw. alt, kaputt, unbrauchbar o. ä. ist>
[ugs.; salopp] etw. vernichten, weg¬
werfen, gegen etw. Gleiches od. Ähn¬
liches, das neu ist, eintauschen »Dein
Auto kannst du bald über den Jordan
kippen, du solltest schon mal nach ei¬
nem neuen Ausschau halten.«
Jorjda|ni|en: o. Art.; -s; - arabischer
Staat in Vorderasien
Jor|da|ni|«r: der; -s; - weibl. Jor|da)ni|-
erin —*• Jor|da|ni|e|rin; die; - ; -nen
Einwohnerin) Jordaniens
jor|da|nisch: Adj. n. stg. Jordanien, die
Sprache, Kultur, Einwohner Jorda¬
niens betreffend
Jo|se|phi|nis|mus: <lat.> /josefmißmuß/
der; - ; - nach Kaiser Joseph II.
(1741-1790) bezeichnete aufgeklärte
katholische Staatskirchenpolitik in
Österreich, deren Grundzüge bis ins
19. Jahrhundert die Beamten u. Offi¬
ziere beeinflußte
Jot: das; - u. -s; - u. [ugs.] -s Sprech¬
weise bei Aufzählung der deutschen
Alphabetreihe des auf das >i< folgen¬
den, zehnten Buchstaben des deut¬
schen Alphabets = j u. J
Jpjta: das; - u. -s; * u. -s 1 neunter
Buchstabe der griechischen Alpha¬
betreihe 2 a) kein, nicht ein, um kein
Jota: [geh.] auch nicht im geringsten
»Ich werde nicht ein Jota von meinen
Plänen abweichen.« b) (auch) nur ein
Jota: [geh.] im (allergeringsten Wenn
du glaubst, ich weiche auch nur ein Jo¬
ta von meinen Plänen ab, irrst du ge¬
waltig.«
Jojta: (span.i /ehota/ die; - ; -s schneller
Tanz aus Spanien, begleitet von Ka¬
stagnetten
Jo|taJzis|mus/lta|zis|mus —» Ijtajzis]-
mus: <gr.-lat.> der; ~ ; - heute nicht
mehr gültige Ausspracheweise der alt¬
griechischen e-Laute wie ein langes i,
Ant.: Etazismus
Joule: /dsehul u. [seltener] dsehaul/ das;
- u. -s; - nach dem englischen Physi¬
ker J. P. Joule benannte Energiema߬
einheit (besonders gebräuchlich für
die Angabe des Energieumsatzes des
menschlichen Körpers)
Jour: dat.-frs /sehur/ der; -s; -s 1 [wört¬
lich] Tag 2 [veralt.] Empfangstag (zu
dem Gäste eingeladen werden) 3 [ver¬
alt.] Tag, an dem eine Person Dienst
tun muß 4 Jour fixe: festgelegter, ver¬
abredeter Wochentag, an dem (sich)
zwei od. mehrere Personen entweder
zur privaten Freizeitgestaltung od.
aus beruflichen Gründen (zu Bespre¬
chungen o. ä.) regelmäßig treffen, Zu¬
sammenkommen
Jour|najl|le: /sehumalje/ die; - ; - [ver¬
alt.; abwert.] a) verleumderische, un¬
sachliche bis unwahre, auf Sensatio¬
nen zielende Presseberichte b) unse¬
riöse Presseberichterstatter
Jouijnal: <lat.-it.-fr.> /sehumal u.
sehornal/ das; -f e)s; -e 1 regelmäßig
erscheinende Zeitschrift »Wir geben
ein Journal heraus.« 2 täglich ausge¬
strahlte Femseh- od. Rundfunkinfor¬
mationssendung »Er moderiert das 20
Uhr-Journal.« 3 Tagebuch auf Schif¬
fen u. in Wirtschaftsbetrieben »Das
Journal ist korrekt geführt.«
Jour]nal|be|am|te: /sehurnal- u.
«ehornal-/ der; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Journalbeamter; eine
Journalbeamte; zwei Joumalbeamte
[österr.] im Dienst befindlicher Beam¬
ter
Jour]nal|dienst: /äehumal- u. sehoraal-/
der; -(e)s; -e [österr.] eine od. mehre¬
re Personen, die Bereitschaftsdienst
haben
Jour(na[lis|mus: </r.> /sehumalißmuß u.
sehomalißmuß/ der; - ; - Tätigkeit im
Bereich Presse, Rundfunk u. Fernse¬
hen
588
judizieren
Jour|na|list </r.> /sehurnalißt u. sehor-
nalißt/ der; -en; -en weibl. Jourfna|li|-
stiii —» Jour]na|lis|tin: die; - ; -nen
Person, die beruflich für Presse,
Rundfunk od. Fernsehen arbeitet, in¬
dem sie Berichte, Artikel o. ä. verfaßt
Joui]na|li|stik —» Jour|na|lis|tilc </r.>
/sehurnalißtik u. sehomalißtik/ die;
~ ; - a) Zeitungswesen b) Zeitungswis¬
senschaften
jou>i|na|li|stisch —> jour|na|lis|tisch:
/sehurnalißtisch u. sehornaljßtisch/
Adj. n. stg. in der Art des Journalis¬
mus, ihn betreffend
Jour|nal|num|mer: /seburnal- u. sehor-
nal-/-iie; - ; -n die fortlaufende Num¬
mer, die ein Tagebuch o. ä. einer Be¬
hörde od. eines kaufmännischen Be¬
richtes o. ä. hat
jo|vi|al: <iat.> /jowial/ Adj. im Umgang
sehr freundlich, zugänglich u. betont
wohlwollend; gönnerhaft »Er ist ein
sehr jovialer Mann.«
Jo|vfa{li(tät —> Jo|vi|a|li|tät: /jowialität/
die; - ; - wohlwollende Art des Um¬
gangs
Jojvis: /jpwiß/ Genitivform von Jupiter
Joystick: <engl.> /dsehojßtick/ der; -s; -s
externes Eingabegerät, mit dem
Funktionen eines Computer(spiel)s
gesteuert werden können
Jr.: Abk. Jahr
jr.: Abk. (Zusatz hinter dem Personen¬
namen» junior = der Jüngere
Jt: Abk. Jahrtausend
Jtsd.: Abk. Jahrtausend
Jujbel: <iat.> der; -s; - meist laute Freu¬
den-, Begeisterungsbekundung
Ju|bel|braut: die; - ; -braute [scherzh.j
Frau, die silberne, goldene usw.
Hochzeit feiert
Ju|bel|fei(er: die; - ; -n Feier anläßlich
eines Jubiläums o. ä., Syn.: Jubelfest
Ju)bel)fest: das; -(e)s;-e Feier anläßlich
eines Jubiläums o. ä., Syn.: Jubelfeier
Jji|bel|ge|schrei: das; -(e)s; - laute Äu¬
ßerung, Schreie der Freude, Begeiste¬
rung
Ju|bel|greis: der; -es; -e [scherzh.j alter,
aber (nach Meinung des Sprechers
unangemessen) aktiver, lebenslustiger
Mann »Er ist ein richtiger Jubelgreis
geworden.«
Ju|beljjahr. das;-(ejs; -e 1 alle 25 Jahre
begangenes Jahr in der katholischen
Kirche, mit dem besondere Ablässe
verbünden sind »Dieses Tor wird nur
in Jubeljahren geöffnet.« 2 [scherzh.j
Jahr, in dem ein Jubiläum ansteht, ge¬
feiert wird »Wir gehen nun in unser
Jubeljahr.« 3 alle Jubeljahre: [ugs.j
sehr selten »Wir sehen uns nur alle Ju¬
beljahre.«
jujbeln: jubelst; jubeltest; hast gejubelt
sich sehr freuen, oft von lauten, freu¬
digen Lauten begleitet »Sie jubelten,
als ihre Mannschaft das Tor erzielte.«
Jujbeljpaar: das; -(e)s; -e Ehepaar am
Tag seiner silbernen, goldenen usw.
Hochzeit
Ju|bi|!gr: <lat.> der; -(ejs; -e weibl. Ju|bi|-
lajrin: die; ~ ; -nen Person, die einen
(runden) Geburtstag od. einen ande¬
ren Jahrestag feiert
Ju|bi|l§|te: dato o. Art.; n. dekl. (Chri¬
stentum» der dritte auf Ostern folgen¬
de Sonntag
Ju|bi|lä(um: <(at.> das; -s; Jubiläen jjubi-
läfnj Jahrestag eines besonderen Er¬
eignisses
Ju|bl|lä)ums|aus|ga|be: die; ~ ; -n aus ei¬
nem bestimmten Anlaß, zu einem be¬
stimmten Jahrestag herausgebrach-
te(s) Buch, Festschrift o. ä.
Ju|bi(läjutns|fei|er. die; - / -n Fest anlä߬
lich eines bestimmten, zu feiernden,
zu würdigenden Jahrestags
ju|bi|lie|ren: jubilierst; jubiliertest; hast
jubiliert 1 Freude, Begeisterung zei¬
gen, äußern 2 einen bestimmten Jah¬
restag feierlich begehen
Ju|chart/Ju|chert: der; -s; -e/Ju|charfte:
die; - ; -n [landsch.; Schweiz.] Acker¬
maß, ca. 30 bis 55 Ar ■
ju)chen: juchst; juchtest; hast gejuchst
[niederdt.j (nicht sehr laute) Freuden¬
schreie von sich geben
Ju|chert/Ju|chart: der; -s; -e/Jyjchar[te:
die; - ; -n [landsch.; Schweiz.] Acker¬
maß, ca. 30 bis 55 Ar
Juchjhe: das; -s; -s [scherzh.; landsch.]
Theatergalerie
juchjhe!: Interj. [veralt.j Ausruf der Be¬
geisterung, Freude
juch|hei!/juch|hei|Bal/juch|hgi|ras[sal/
juch(hei(ras(sas|sa!: Interj. [veralt.]
Ausruf der Begeisterung, Freude
Juch|ten: <pers.-russ.> der u. das; -s; - 1
mit Birkenteeröl wasserdicht gemach¬
tes Leder, meist Kalbsleder, das
durch diese Behandlung einen ganz
bestimmten Geruch ausströmt 2 Par¬
füm, das aus Birkenteeröl hergestellt
ist
juchjten: Adj. n. stg. aus mit Birkentee¬
röl wasserdicht gemachtem Leder
hergestellt
Juch|ten|le|der das; -s; - Leder, meist
Kalbsleder, das mit Birkenteeröl was¬
serdicht gemacht ist u. das durch
diese Behandlung einen ganz be¬
stimmten Geruch ausströmt
juch|zen: juchzt; juchztest; hast gejuchzt
vor Freude hohe Laute ausstoßen
»Das Kind juchzte laut, wenn man es in
die Luft warf.« Syn.: jauchzen
Juch|zer. der; -s; - [ugs.j Ausruf der Be¬
geisterung, Freude
juckeln (juk|ketn —> jujckeln): juckelst;
juckeltest; bist gejuckelt 1 langsam
mit einem Fahrzeug fahren »Wir juk-
kelten mit 40 km/h über die
Landstraße.« 2 auf einem Stuhl unru¬
hig hin u. her rutschen »> Was juckelst
du denn schon wieder ?«
jucken Guk|ken —* ju(cken): juckt;
juckte; hat gejuckt 1 einen kribbeln-
den,! kitzelnden Reiz auf der Haut
empfinden, der das Bedürfnis des
Sich-Kratzens auslöst 2 [ugs.j etw.
gerne tun wollen »Es juckt mich ein¬
fach, wegzufahren.«
Juckjpuljver: das; -s; - [ugs.j pflanzli¬
ches Pulver, das bei Berührung mit
der Haut einen starken Juckreiz, ein
Kitzelgefüh) hervorruft
Juck|ieiz: der; -es; -e Gefühl, daß die
Haut kitzelt, juckt u. so zum Kratzen
veranlaßt
Ju|däa: o. Art.; -s; - (südliches) Palästi¬
na
Ju|dai]ka —> Ju|da|i|ka: <hebr.-gr.-lau
die (PI.) a) Schriften der Juden b) aus
der Kultur u. Religion der Juden, des
Judentums stammende Bücher u. a.
Jti|da|is|imis: thebr.-gr.-lat.t der; - ; -1
Religion, Kultur, Geschichte der Ju¬
den 2 Richtung des Urchristentums
Ju|daj|stik —> Ju]da|is|tik: <lal.> die; - ;
- Lehre u. Wissenschaft des Juden¬
tums, der Religion, Kultur u. Ge¬
schichte der Juden
Jujdas: der; - ; -se [geh.] (nach der bibli¬
schen Figur) Verräter (an einer Sa¬
che); treuloser Mensch
Ju|da$|kuß —> Ju]das|kuss: der; -es;
-küsse jmdm. vorgetäuschte, nicht
aufrichtig gemeinte, hinterhältige
Freundlichkeit
Jujdasjlohn: der -(e)s; -löhne gezahlter
Geldbetrag für eine verräterische,
hinterhältige Tat, Handlung
Jujde: <hebr.-gr.-lat.> der; -n; -n weibl.
Jü|din: die; - ; -nen Person, die der jü¬
dischen Religion angehört
Ju|den|christ: der; -en; -en weibl. Ju|-
den|chri|stin —> Ju[denjchrisftih:
die; - ; -nen a) Person, die jüdischen
Glaubens war, bevor sie Christ wurde
b) [veralt.; abwert, j Person, der unter¬
stellt wird, ohne innere Überzeugung
vom jüdischen zum christlichen Glau¬
ben übergetreten zu sein
Ju|den|geg[ner. der; -s; - weibl. Ju|-
den[geg[ne|rin: die; • ; -nen Person,
die aus rassistischen Gründen Juden
feindlich gesinnt ist, Syn.: Antisemi-
t(in)
Ju|den|kirjsche: die; - ; -n Pflanze, de¬
ren Blätter klein, weißlich bis gelblich
sind u. die rote Beeren besitzt
Ju|den(stern: der; -(e)s;-e überwiegend
aus gelbem Stoff hergestellter David¬
stern, den Juden in der Zeit des Na¬
tionalsozialismus in Deutschland u.
in deutschbesetzten Gebieten als Er¬
kennungszeichen gut sichtbar auf der
Kleidung anbringen mußten
Ju|den|tum: das; -s; - Religion, die ihre
religiös-historische Grundlage in den
Schriften des Alten Testamentes so¬
wie der rabbinischen Tradition hat
Ju|den|ver|fol|gung: die; - ; -en in der
Vergangenheit zumeist religiös, in der
Gegenwart rassistisch begründete
Angriffe, Diskriminierungen gegen
jüdische Mitbürgerfinnen); (staatli¬
che) Bestrebung, jüdische Bürger ge¬
waltsam zu vertreiben, zu ermorden;
Gesamtheit antisemitischer Maßnah¬
men
Ju[den|vier|tel: das; -s; - (vor allem)
von Juden bewohnter Stadtteil »ln
vielen Städten gibt es ein altes Juden¬
viertel.«
Jy|di|ka: dat.t o. Art.; n. dekl. (evang.
Kirche» zweiter Sonntag vor Ostern
Ju|di|kajti|ve: dat.> /judikatiwe/ die; - ;
rechtsprechende Gewalt (im demo¬
kratischen Staat); Gesamtheit des
Gerichtswesens in einem Staat »Die
Judikative ist die dritte Staatsgewalt.«
Ju|di|kaftUR dat.i die; - ; -en (Rechtsw.»
Rechtssprechung
Jü|din: <hebr.-gr.-lat.> die; - ; -nen
männl. Jujde: der; -n; -n Person, die
der jüdischen Religion angehört
jü|disch: Adj. n. stg. die Juden, deren
Kultur, Religion betreffend
ju|di|zie|ren: dar.» judizierst; judiziertest;
hast judiziert (Rechtsw.» Recht spre¬
chen
589
Judlzlum
Ju|di|zi|um: <lat.> das; -s; Judi2ien
Ijudizfcnl a) Rechtspflege b) sich aus
der Praxis entwickeltes Rechtsfin¬
dungsvermögen
Ju|do: <jap.> das; - u. -s; - waffenloser
Selbstverteidigungssport
Ju|do|ka: <jap.> der u. die; - u. -s; - u. -s
Person, die den waffenlosen Selbst¬
verteidigungssport Judo betreibt
Ju|gend: die; ~ ; - 1 Zeit, in der ein
Mensch sich physisch ( = körperlich)
u. psychisch (= seelisch) entwickelt
(nach der Kindheit, d. h. ca. zwischen
dem 13. u. dem 30. Lebensjahr), Ant.:
(das) Alter 2 Jugend u. verlorene Zeit
kommt nicht wieder in Ewigkeit: die
Jugend u. die Zeit kann man nicht
wieder zurückholen, auch wenn man
es noch so gerne möchte
Ju|gend|a!|ko|ho|lis|mus: der; - ; -
krankhafte Sucht nach Alkohol bei
Personen im Alter zwischen Kindsein
u. Erwachsensein
Ju|gend|amt: das; -(e)s; -dmter Behör¬
de, die für die Angelegenheiten der öf¬
fentlichen Jugendhilfe zuständig ist
Ju]gend|arjbeit: die; - ; -1 Sozialarbeit
mit (Kindern u.) Jugendlichen; päd¬
agogische Maßnahmen, Angebote
für Jugendliche »Er ist in der Jugend¬
arbeit tätig.« 2 (rechtlich geregelte)
Erwerbstätigkeit, Arbeit von Jugend¬
lichen »Jugendarbeit ist gesetzlich ein¬
geschränkt.«
Ju|gend|ar]beits|schutz|ge|setz: das;
-es; -e den Arbeitsschutz junger, ju¬
gendlicher (noch nicht volljähriger)
Personen regelndes Gesetz
Ju|gendlarjrest: der; -(e)s; - im Rah¬
men des Jugendstrafrechts geregelter
Freiheitsentzug bei jugendlichen
Straftätern (im Unterschied zum Er¬
wachsenenstrafrecht)
Ju)gend)be|we|gung: die; - ; - um die
Wende vom 19. zum 20. Jhd. im
deutschsprachigen Raum enstandene
Bewegung, in deren Mittelpunkt eine
individuelle Lebensgestaltung in Ein¬
fachheit u. Naturverbundenheit
stand, die durch Wanderungen,
Volksmusik u. Volkstanz wiederher¬
gestellt werden sollte
Ju|gend|bild: das; -(e)s; -er Foto, Ge¬
mälde o. ä. von jmdm. in seinen jun¬
gen Jahren, seiner Jugend
Ju|gend|buch: das; -(e)s; -bücher für
Jugendliche verfaßte Literatur
Ju]gend|erjin|ne|rung: die; - ; -en Ge¬
samtheit von Eindrücken, Erlebnis¬
sen, Personen, die jmd. in seiner Ju¬
gendzeit hatte bzw. kannte u. in sei¬
nem Gedächtnis bewahrt hat
Ju|gend|er|zie|her der; -s; - weibl. Ju|-
gend|er|zie|he|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die eine Erzieherausbildung ab¬
solviert hat u. für die Erziehung von
Jugendlichen verantwortlich ist
Ju|gend|ese|lei —* Ju]gend|e|se|lei:
die; - ; -en [ugs.] in der Jugend, von
jungen (noch nicht so lebenserfahre¬
nen Personen) begangene Dummheit
(oft aus mangelnder Erfahrung)
ju|gendjfrei: Adj. n. stg. für Jugendliche
(offiziell, z. B. durch die FSK) freige¬
geben; ohne Darstellung von Gewalt,
sexuellen Aktivitäten u. ä. »Diese
Vorstellung ist nicht jugendfrei.«
Ju|gend|freund: der; -(e) s; -e weibl. «Ju|-
gend[freun|din: die; - ; -nen Person,
die früher, als Jugendliche(r) mit
jmdm., dem/der Sprecherin) be¬
freundet war, seit der Jugend jmds.
Freund(in) ist »Das Bild zeigte ihn mit
einem Jugendfreund.«
Ju|gend|funk: der; -fe)s; - Radiosen¬
dung für Kinder u. Jugendliche
JuJgend|füijsoijge: die; -; - [veralt.] Be¬
hörde, die für die Förderung u. den
Schutz von nicht volljährigen Perso¬
nen zuständig ist »Bei Kindesmi߬
handlung wird die Jugendfürsorge ein¬
geschaltet.« Syn.: Jugendhilfe; [ver¬
alt. ] Jugendpflege
ju|gend|ge[fähr|dend: Adj. für Kinder
und Jugendliche nicht geeignet »Ju¬
gendgefährdende Filme werden nicht
im Nachmittagsprogramm gesendet.«
Ju|gend|ge|richt: das; -(e)s; -e gericht¬
liche Instanz, die für jugendliche
Straftäter zuständig ist
Jufgend[grup|pe: die; ~ ; -n Gruppe,
Kreis von Jugendlichen innerhalb ei¬
ner meist staatlichen od. kirchlichen
Institution
Ju]gend|heijber|ge: die; - ; -n einfache
u. sehr preisgünstige (Ferien-)Unter-
kunft vor allem für Jugendliche (u.
junge Familien)
Ju[gend|hf(ffe: die; - ; - Behörde, die für
die Förderung u. den Schutz von
nicht volljährigen Personen zuständig
ist »Bei Kindesmißhandlung wird die
Jugendhilfe eingeschaltet.« Syn.: [ver¬
alt.] Jugendfürsorge; [veralt.] Jugend¬
pflege
Jujgend|la|ger. das; -s; - Ort (meist ein
Gelände, auf dem Zelte aufgebaut
sind), an dem Jugendliche od. Kinder
von staatlichen od. kirchlichen Insti¬
tutionen organisierte Ferien verbrin¬
gen u. von Jugendleitem, Jugender¬
ziehern betreut werden
Ju|gend|lei|ter: der; -s: - weibl. Ju|-
gend|lei|te|rin: die; - ; -nen 1 staatlich
anerkannte Erzieher(in), die als Lehr¬
kraft für die Ausbildung von Erzie-
hern/Erzieherinnen zuständig ist 2
Person, die vom Staat od. der Kirche
eingestellt ist, um die Freizeit von Ju¬
gendlichen zu gestalten u. um sich um
deren Förderung, Bildung zu küm¬
mern
ju|gend|lich: Adj. in einem Stadium, Al¬
ter zwischen der Kindheit u. dem Er¬
wachsensein
Ju|gend|li|che: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Jugendlicher;
eine Jugendliche; zwei Jugendliche)
junge Person zwischen Kindheit u.
Volljährigkeit (ca. zwischen dem 14.
u. 18. Lebensjahr)
Ju|gend|lich|keit: die; - ; -1 Altersstufe
zwischen Kindheit u. Volljährigkeit 2
jugendliches Erscheinungsbild (bei
Erwachsenen)
Ju|gend|lie|be: die; - ; -n Person, mit
der, zu der jmd. in seinen/ihren Ju¬
gendjahren eine romantische (u. sexu¬
elle) Beziehung hatte »Sie ist eine Ju¬
gendliebe von ihm.«
Ju|gendflifte|ra|tur die; - ; - Bücher,
Texte, die für Jugendliche geeignet u.
geschrieben sind
Ju|gend|mei|ster —> Ju|gend|mels|ter:
der; -s; - weibl. Ju|gend|mei|ste|rin
—> Ju|gend|meis|te|rin: die; - ; -nen
<Sport> Gewinner(in) eines sportli¬
chen Wettbewerbs für Teilnehmerin¬
nen) im Alter von 14 bis meist 18, ma¬
ximal jedoch bis zu 23 Jahren
Ju|gend|mu|sik: die; - ; - a) Musik von
Kindern u./od. Jugendlichen b) Mu¬
sik, die für Kinder u./od. Jugendliche
komponiert ist c) Musik, die überwie¬
gend von Kindern u./od. Jugendli¬
chen gehört, bevorzugt wird
Ju|gend|orjga|ni|sa|ti|on: die; - ; -en
Gruppe, Kreis von Jugendlichen in¬
nerhalb einer meist staatlichen od.
kirchlichen Institution
Ju]gend|pfarjrer: der; -s; - Geistlicher,
der sich überwiegend um die Belange
von Jugendlichen kümmert
Ju]gend|pfle|ge: die; - ; - [veralt.] Be¬
hörde, die für die Förderung u. den
Schutz von nicht volljährigen Perso¬
nen zuständig ist »Bei Kindesmi߬
handlung wird die Jugendpflege einge¬
schaltet.« Syn.: Jugendhilfe; [veralt.]
Jugendfürsorge
Ju(gend|pfle|ger. der; -s; - weibl. Ju|-
gend|pfle[ge|rin: die; - ; -nen a) Per¬
son, die in den Bereichen Pädagogik,
Sozialarbeit o. ä. ausgebildet ist und
die für eine Behörde arbeitet, die für
die Förderung u. den Schutz von
nicht volljährigen Personen zuständig
ist b) Person, die vom Staat od. der
Kirche eingestellt ist, um die Freizeit
von Jugendlichen zu gestalten u. um
sich um deren Förderung, Bildung zu
kümmern
Ju|gend|psy|cho|lo|gie: die; - ; - sich
mit dem Verhalten u. den Entwick¬
lungen (besonders in bezug auf die
pubertäre Entwicklung u. damit ver¬
bundenen Probleme) von Jugendli¬
chen beschäftigendes Teilgebiet der
Psychologie
Ju|gend|recht: das; -(e)s; - Gesamtheit
rechtlicher Regelungen, die der För¬
derung u. dem Schutz der Jugendli¬
chen dienen
Ju|gend|rich|ter. der; -s; - weibl. Ju|-
gend]richfte|rin: die; •; -nen an einem
Jugendgericht tätige(r) Richter(in)
Ju|gend]schrift]stel|len der; -s; - weibl.
Ju(gend[schrift|stel|le|rin: die; - ; -nen
Schriftsteller(in), Autor(in), der/die
(überwiegend) Texte, Geschichten,
Bücher für Jugendliche schreibt
Ju|gend|schutz: der; -es; - gesetzliche
Vorschriften, die Kinder u. Jugendli¬
che vor Einflüssen, die ihnen schaden
könnten, bewahren
Ju|gend|spra[che: die; - ; -n sich beson¬
ders im Wortschatz von der Stan¬
dardsprache unterscheidende Sonder¬
sprache der Jugendlichen »In der heu¬
tigen Jugendsprache ist ein deutlicher
Einfluß des Englischen zu erkennen.«
Ju]gend|sta|di|um: das; -s; -Stadien
<Med.; Bio.> erste Phase des Wachs¬
tums eines menschlichen, tierischen
od. pflanzlichen Lebewesens
Ju|gend|stil: der; -(e)s; - Kunst-, Stil¬
richtung um die Wende zum 20. Jahr¬
hundert, die sich durch Ornamentik
u. dekorative Linienführung aus¬
zeichnet
Ju|gend|straf|an|stalt: die; - ; -en Ge¬
fängnis, Anstalt, in dem/der nach
dem Jugendstrafgesetz verurteilte ju-
590
Junge
gendJiche Straftäter ihre Haftstrafe
verbüßen
Jy|gend|stra|fe: die; - ; -n dem Jugend¬
strafgesetz entsprechende, verhängte
Haftstrafe für jugendliche Straftäter
Ju|gend|straf|recht: das; -(e)s; -e (PI.
s.) Strafrecht, das für jugendliche
Straftäter gilt
Ju|gend|streich: der; •(e)s; -e in der Ju¬
gend, von jungen (noch nicht so le¬
benserfahrenen Personen) begangene
Dummheit (oft aus mangelnder Er¬
fahrung)
Ju|gend)8ün|de: die; - / -n a) Tat, Idee
o. ä., die eine Person während ihrer
Jugend begangen, verfolgt hat u. de¬
ren Beweggründe sie später, als Er¬
wachsene^) nicht mehr versteht b) in
der Jugend, von jungen (noch nicht
so lebenserfahrenen Personen) began¬
gene^) Dummheit, Fehler (oft aus
mangelnder Erfahrung)
Ju|gend|toijheit: die; ~ ; -en in der Ju¬
gend, von jungen (noch nicht so le¬
benserfahrenen Personen) begange¬
ne^) Dummheit, Fehler (oft aus man¬
gelnder Erfahrung)
Ju|gend|traum: der; -(e)s; -träume Ziel,
Wunsch o. ä., das/den man als Ju¬
gendliche^) hatte, erreichen wollte
od. seit der Jugendzeit hat
Jy|gend|ver|bot: das; -(e)s; - zum
Schutze von Jugendlichen bestehen¬
des Verbot, mit dem sie wegen ihres
Alters von bestimmten Veranstaltun¬
gen ausgeschlossen werden
Ju|gend|vor1stel|lung: die; - ; -en für Ju¬
gendliche veranstaltete Film- od.
Theatervorführung
Ju|gend|wei|he: die; - ; -n 1 von freireli¬
giösen Vereinigungen für die Ab¬
schlußklasse der Hauptschule bzw.
für Jugendliche in diesem Alter ver¬
anstaltetes Fest 2 <früher DDR> Fest¬
akt, mit dem die vierzehnjährigen Ju¬
gendlichen in die sozialistische Ge¬
sellschaft aufgenommen wurden
Ju|gend|werk: das; -(e)s; -e von einem
Künster, Wissenschaftler in seinen
jungen Jahren geschaffene(s) Werk,
Arbeit
Ju|gend|zeit: die; ~ ; -en Abschnitt des
Lebens zwischen Kindheit u. Erwach¬
sensein
Ju|gend|zen|trum —» Ju|gend|zen(t|-
rum: das; -s; -Zentren öffentliche
(staatliche od. kirchliche) Einrich¬
tung, in der Jugendliche auf unter¬
schiedliche Weise ihre Freizeit gestal¬
ten können u. von Pädagogen od. So¬
zialarbeitern betreut werden
Ju|go|sla|we —» Ju|go|s|la|we: der; -n;
-n weibl. Ju|go|s!ajwin —> Ju|go|s|laJ-
win: die; - ; -nen Einwohner Jugosla¬
wiens, eines Staates in Südosteuropa,
der heute Serbien u. Montenegro um¬
faßt
Ju|go|sla|wi|en —> Ju|go|s|la|wi|en: o.
Art.; -s; - Staat in Südeuropa, der
heute Serbien u. Montenegro umfaßt
ju|he!/ju|hul: Ausruf der Begeisterung,
Zustimmung, Freude
ju|hul: Interj. 1 auch ju|hel: Ausruf der
Begeisterung, Zustimmung, Freude 2
Ausruf, mit dem jmd. versucht, die
Aufmerksamkeit einer anderen Per¬
son auf sich zu lenken
Juliülbe: <gr.-lat.-/r.> die; - ; -n a) meist
als Strauch, aber auch als Baum
wachsendes Kreuzdomgewächs, des¬
sen Blüten gelbe, rundliche od. längli¬
che Steinfrüchte hervorbringen b) mit
weißlichem, süßem Fruchtfleisch ver¬
sehene, der Dattel ähnelnde eßbare
Frucht der Jujube (a)
Juke|box: <engb /dsehukbokß/ die; - ;
-en Gerät, mit dem (in Lokalen) ge¬
gen Geld (Musik-)Platten, Singles ge¬
spieltwerden
Jul|bock: (schwed.; dt.) der; -(e)s;
-bocke a) in Skandinavien bei Weih¬
nachtsumzügen auftretende Gestalt,
die mit Fellen u. einem gehörnten Zie¬
genkopf verkleidet ist b) kleinere, aus
Stroh geflochtene Julbockflgur (a) c)
Gebäck in Julbockform
Ju|lej: der; - u. -s; -s Ausspracheweise
des Monats Juli, um ihn deutlich von
dem sonst ähnlich lautenden Monat
Juni zu unterscheiden
Julffest: ischwed.; dt.> das; -(e)s; -e
«Skandinaviern Weihnachten
Ju|li: der; - u. -s; -s (PI. s.); zur besseren
Unterscheidung vom Juni oft auch Ju¬
leigesprochen siebter von 12 Monaten
eines Jahres'; Monat zwischen Juni u.
August mit 31 Tagen
ju|liajnisch —» ju|lija|nisch: Adj. n. stg.
a) den Julianischen Kalender betref¬
fend, auf dem die heutige Zeitrech¬
nung beruht b) in der Wendung der
Julianische Kalender—> der juliani¬
sche Kalender: die von Julius Cäsar
eingeführte Zeitrechnung, die auf der
Einteilung des Jahres mit 365 Tagen
in 12 Monate beruht u. die alle 4 Jah¬
re einen Schalttag vorsieht
Ju|li|enne: <fr.> /sehüljen/ die; - ; -
<Kochk.> a) als Suppeneinlage od. für
Soßen verwendetes, in schmale Strei¬
fen geschnittenes Gemüse b) als Sup¬
peneinlage in schmale Streifen ge¬
schnittenes Fleisch
Ju|li|enne|sup|pe: </r.> /sehüljen-/ die;
- ; -n Suppe mit in schmale Streifen
geschnittenem Gemüse od. Fleisch
Ju|li|usjturm: der; -fe)s; - Geldbeträge,
die ein Staat gespart u. zurückgelegt
hat
Jul|mond: der; -(e)s; -e [veralt.] Dezem¬
ber
JuflnachU die; - ; -nächte «Skandinavi¬
ern Nacht vor Weihnachten
Jum|bo: Kurzw. /dsehumbo/ der; -s; -s
Jumbo-Jet = Flugzeug mit großem
Innenraum
Jum|bo-Jet —> Jum|bo|jet: <engb
/dsehumbodsehett/ der; -s; -s sehr
großes Düsenflugzeug »Wir fliegen
mit einem Jumbo-Jet nach Spanien.«
Ju|me|fage: <fr.> /sehümriaseh/ die; - ;
-n meist Partnerschaft von Städten
verschiedener Länder
Jump: <engl.- ameriko /dsehamp(der; ~
u. -s; -s 1 «Dreisprung) letzter Sprung
2 o. PI. Stil der Jazzmusik
jum|pen: <engb /dsehampen/ jumpst;
jumptest; bist gejumpt weg- od. an ei¬
nen tiefer liegenden Ort springen
Jum|per: <engl.-österr.> der; -s; - /[engl.]
dsehamper u. [österr.; süddt.j
dsehämper/ Strickpullover
Jum|perjkleid: <engl.-ästen.) das; -(e)s;
-er /[engl.] dsrftamper- u. [österr.;
süddt.] dsehämper-/ Kleid, dessen
Oberteil wie ein Pullover gearbeitet
ist
jun.: Abk. «Zusatz hinter dem Personen¬
namen) junior = der Jüngere
jung: Adj. jünger; jüngste 1 «Mensch;
Tier> jugendliches Alter habend,
Ant.: alt2der Jüngste Tag: 1. das En¬
de der Welt; der Tag des Jüngsten Ge¬
richts; 2. niemals »Das werde ich bis
zum Jüngsten Tag nicht vergessen.« 3
junges Gemüse: [ugs.; leicht abwert.]
Jugendliche, die von einer älteren Per¬
son als noch sehr unreif betrachtet
werden 4 jung u. alt —> Jung u. Alt:
viele Menschen (unterschiedlichen
Alters); jedermann 5 Jung zu bleiben
u. alt zu werden, ist das höchste Gut:
a) in körperlich u. geistig guter, fri¬
scher Verfassung alt zu werden, ist
das Erstrebenswerteste im Leben b)
in Gesundheit u. geistiger Frische ein
hohes Alter zu erreichen ist das beste
im Leben eines Menschen 6 Jung ge¬
freit hat niemand gereut: «Bemer¬
kung, die man einem jungen Braut¬
paar mit auf den Weg gab/gibt, heute
oft scherzhaft gemeint) je jünger man
heiratet, desto besser, man würde es
nie bereuen 7 Was man jung lernt,
das bleibt: was man in jungen Jahren
gelernt hat, vergißt man meistens
nicht mehr 8 Junge Schlemmer - alte
Bettler, wenn man als junger Mensch
verschwenderisch ist, nicht spart,
nicht vorsorgt, kann es einem im Al¬
ter schlecht gehen
Jung|akfti|vist: der; -en; -en weibl.
Jung|ak|titvi|stin —> Jung|ak|ti|vis|-
tin: die; - ; -nen «früher DDR) für be¬
sondere berufliche od. gesellschaftli¬
che Leistungen ausgezeichnete Per¬
son
Jung|brun|nen: der; -s; - a) «Mytholo¬
gie) (nicht wirklich existierender)
Brunnen, dessen Wasser einer Person
zur Verjüngung verhilft b) etw. od.
jmd., was/der einer Person neue
Kraft, mehr Elan, Schwung gibt
Jung|bür|ger: der; -s; - weibl. Jung|-
bür|ge|rin: die; - ; -nen [besonders
österr.] Jungwähler(in), der/die zum
ersten Mal an einer politischen Wahl
teilnehmen darf
Jung|chen: das; -s; - Verkleinerungs-,
Vemiedlichungsform zu Junge
Jung|de|mo|krat —» Jung|de|mo[k|rat:
der; -en; -en weibl. Jung|de|mo[kraftin
—* Jung|de|mo|k|ra|tin: die; - ; -nen
Person, die Mitglied der (ehemaligen)
Jugendorganisation der F.D.P. war
Jung|deut|sche: der u. die; -n; -n (m.
PI.; mit unbestimmtem Art.: ein Jung¬
deutscher; eine Jmgdeutsche; zwei
Jmgdeutsche) Person, die eine litera¬
rische Bewegung (ca. 1830-1850), die
politisch-zeitkritische Tendenzen auf¬
wies u. gegen die Romantik u. Klassik
gerichtet war, vertrat
Jun|ge: der; -n; -n «Mensch) 1 männli¬
che, nicht erwachsene Person 2 Jun¬
ge, Junge: [ugs.] erstaunter, über¬
raschter, unwilliger od. auch bewun¬
dernder Ausruf
Jun|ge: das; -n; -n <Tier> noch nicht er¬
wachsenes, nicht geschlechtsreifes
(neugeborenes) (Säuge-)Tier »Die
Katze hat fünf Junge.«
591
Jüngelchen
Jün|gel|chen: das; -s; - [ugs.; oft ab-
wert.j unreifer junger Mann
jun|gen: jungt; jungte; hat gejungt weib¬
liches Säugetier» gebären »Unsere
Hündin, Sau hat gejungt.« Syn.: wer¬
fen
Jun|gen|gejsicht das; -(e)s; -er Gesicht
mit den (kindlichen) Zügen eines Jun¬
gen, nicht erwachsenen männlichen
Kindes »Er ist zwar schon vierzig, hat
aber immer noch ein Jungengesicht.«
jun|gen|haft: Adj. jungenhafter; jungen¬
hafteste a) noch immer sehr jugend¬
lich, wie ein Junge (aussehend) »Er
hatte ein jungenhaftes Grinsen im
Gesicht.« b) <Frau; Mädchen» eine
nicht weibliche Figur, kein weibliches
Aussehen besitzend, Syn.: <b> knaben¬
haft
Jun|gen|klas|se: die; - ; -n Klasse einer
Schule, in der nur männliche Schüler
sind
Jun|gen|schu|le: die; - ; -n Schule, an
der nur männliche Schüler aufgenom¬
men u. unterrichtet werden
Jun|gen|streich: der; -(e)s; -e von Jun¬
gen ausgedachter u. ausgeführter
Streich, Scherz
Jün|ger. der; -s; ~ weibl. JQn|ge|rm: die;
- ; -nen 1 ursprünglich einer der zwölf
männlichen Schüler, Anhänger Jesu
Christi 2 dibertr.» Person, die von
etw. od. jmdm. (absolut) überzeugt
ist; ergebene(r) Schüler(in), Anhänge-
r(in) eines religiösen Führers o. ä.
jün|ger. Adj. (Komparativ von >jung<) a)
im Vergleich zu etw. od. jmdm. vom
Alter her weniger Jahre erreicht ha¬
bend, weniger benutzt, neuer sein b)
das mittlere Alter noch nicht od. ge¬
rade erst erreicht haben
Jün|ge|re: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Jüngerer; eine Jün¬
gere; zwei Jüngere) Person, die im
Vergleich zu einer anderen Person
vom Alter her weniger Lebensjahre
hat,jünger ist
jünlgerjhaft: Adj. jüngerhafter; jäger¬
hafteste von etw. od. jmdm. (absolut)
überzeugt
Jünlgeijschaft: die; - ; - a) [meist iron.j
Gesamtheit von Personen, die von
etw. od. jmdm. (absolut) überzeugt
sind b) (absolutes) Überzeugtsein von
etw. od. jmdm.
Jungffer: die; - ; -n [heute oft abwert.]
nicht verheiratete Frau (der seltsame
Eigenheiten unterstellt werden auf¬
grund dessen, daß sie nicht verheira¬
tet ist)
jüng|feijlich: Adj. [abwert.] altmodisch
u. überängstlich
Jungfern-: Wortbildungselement; in
Verbindung mit einem Substantiv
drückt aus, daß das, was im Basis¬
wort inhaltlich ausgesagt ist, zum er¬
sten Mal passiert »Jungfernfahrt =
erste Fahrt«
Jungjfern|fahrt: die; - ; -en erste Fahrt,
Reise eines Schiffes
Jung|fem|ftug: der; -(e)s; -flüge erster
Flug eines Flugzeuges
jung(fern|haft: Adj.jungfernhafter; jung¬
fernhafteste [abwert.] altmodisch u.
überängstlich
Jung|fem|häut|chen: das; -s; - <Med.»
dünnes Häutchen am Scheidenein¬
gang der Frau, das beim ersten Ge¬
schlechtsverkehr zerreißt, Syn.:
[fremdsprl.] Hymen
Jungffernjkranz: der; -es; -kränze [ver¬
alt.] Kranz der Braut
Jungjfern|i«|de: die; - ; -n erste Rede,
"die ein(e) Abgeordnete(r) vor dem
Parlament hält
Jung|fern]schaft: die; - ; - [veralt.] Zu¬
stand (meist bezogen auf eine Frau),
noch nie Geschlechtverkehr gehabt
zu haben; Unberührtheit in sexueller
Hinsicht, Syn.: Jungfräulichkeit
Jung|fem|zeu|gung: die; - ; -en <Bio.»
Entstehung von Nachkommen aus
unbefruchteten pflanzlichen od. tieri¬
schen Keimzellen
Jung|frau: die; - ; -en Mädchen, Frau,
"das/die noch keinen sexuellen Kon¬
takt, keinen Geschlechtsverkehr
hatte
Jung|frau|en|ge|burt: die; - ; - <Chri-
""stentum» Entwicklung ohne Befruch¬
tung; Enstehung, Geburt Jesu Chri¬
sti, bei der seine Mutter (der Bibel
nach) Jungfrau geblieben sein soll,
Syn.: [fremdsprl.] Parthenogenese
jung|fräu|lich: Adj. 1 a) unberührt, d. h.
noch keinen Geschlechtsverkehr ge¬
habt habend b) sich einer Jungfrau
entsprechend benehmen 2 <Natur> un¬
berührt; unentdeckt; unerschlossen
Jung|fräujlich|keit: die; - ; -1 Zustand
(meist bezogen auf eine Frau), noch
nie Geschlechtverkehr gehabt zu ha¬
ben; Unberührtheit in sexueller Hin¬
sicht 2 natürlicher, naturbelassener,
unberührter Zustand »Die Jungfräu¬
lichkeit dieser Landschaft hier ist wun¬
derschön.« Syn. <1>: [veralt.] Jungfern¬
schaft; [veralt.] Jungfrauschaft
Jung|frau|schaft: die; ~ ; - [veralt.] Zu¬
stand (meist bezogen auf eine Frau),
noch nie Geschlechtverkehr gehabt
zu haben; Unberührtheit in sexueller
Hinsicht, Syn.: Jüngfräulichkeit; [ver¬
alt.] Jungfernschaft
Jyng|ge|sel|le: der; -n; -n weibl. Jung|-
gejseljlin: die; • ; -nen noch nicht ver¬
heiratete Person
Jung|ge|sei|len|bu|de: die; - ; -n [ugs.]
Zimmer od. Wohnung eines unver¬
heirateten Mannes
Jung|ge|se!|len|wirt|schaft: die; - ; -
[ugs.] nicht dem Standardempfinden
entsprechender, unordentlicher
Haushalt, Zustand einer Wohnung,
eines Zimmers eines unverheirateten
Mannes
Jung|gram|ma|ti|ker. der; ~ ; - (PI. s.)
«Sprachwiss.» Vertreter einer Gruppe
Sprachwissenschaftler, die sich um
1900 mit historisch-vergleichender
Sprachwissenschaft, historischer
Grammatik, Laut- u. Formenlehre
beschäftigten
Jung|holz: das; -es; - <Forstw.» junger
Baum-, Pflanzenbestand
Jung|leh|rer: der; -s; - weibl. Jung|leh|-
rejrin: die; - ; -nen Person, die das
Lehramtsstudium an der Universität
mit dem ersten Staatsexamen abge¬
schlossen hat u. sich im Referendariat
an einer Schule befindet, das mit dem
zweiten Staatexamen beendet ist
Jüng|ling: der; -s; -e a) [veralt.] junger
Mann b) [abwert.] unerfahrener jun¬
ger Mann
)Qng|ling|haft/jüng|lings|haft: Adj. jüng-
ling(s)hafter; jüngling(s)hafteste wie
ein noch nicht (ganz) erwachsener
Mann
Jüng|lings|al|teR das; -s; - Alter zwi¬
schen Kindsein u. Erwachsensein
jüng|lings|tiaft/jüng|iing|haft: Adj. jüng-
Hng(s)hafter; jüngling(s)hafteste wie
ein noch nicht (ganz) erwachsener
Mann
Jung|mä|del: das; -s; - u. -s (National¬
sozialismus» Angehörige einer Orga¬
nisation der Hitlerjugend für Mäd¬
chen zwischen 10 u. 14 Jahren
Jung|mann: der; -(e)s; -männer junger
Mann, der Mitglied in einer Organi¬
sation o. ä.ist
Jung|pflan|ze: die; - ; -n gezogene
Pflanze, die für eine weitere Kultivie¬
rung vorgesehen ist
Jung|so|zia|list —* Jung|so[zi|a[list
der; -en; -en weibl. Jung|so|zia|lf|stin
—* Jung|so|zi|a|lis|tin: die; - ; -nen
Person, die Mitglied in der Jugendor¬
ganisation der SPD ist
jüngst: I Adj. n. stg. neulich; kürzlich;
letztens; vor sehr kurzer Zeit »die
jüngsten Daten« II Adv. vor kurzem
»Diese Daten wurden erst jüngst er¬
faßt.«
Jüng|ste —» Jüngs|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Jüngster;
eine Jüngste; zwei Jüngste) Person
(meist Kind), die im Vergleich mit an¬
deren Personen an Lebensjahren die
wenigsten aufweist, jünger als alle an¬
deren (anwesenden) Personen ist
Jyng|stein|zeit: die; - ; - Epoche des
vorgeschichtlichen Menschen, deren
Beginn meist mit produktiver Nah¬
rungserzeugung gleichgesetzt wird,
Syn.: [fremdsprl.] Neolithikum
Jüng|sten|recht: das; -(e)s; - besonde¬
res Recht des Jüngsten auf das zu ver¬
erbende Gut, Syn.: [fremdsprl.] Mi¬
norat
jüng|stens: Adv. [veralt.] vor kurzer
Zeit, Syn.: jüngst; [veralt.] jüngsthin
jüngst|hin: Adv. [veralt.] vor kurzer
Zeit, Syn.: jüngst; [veralt.] jüngstens
jüngst|veiigan|gen: Adj. [veralt.] erst
seit kurzer Zeit vorbei
Jung|tier: das; -(e)s; -e noch nicht ge¬
schlechtsreifes Tier, Syn.: <Nutztier>
Jungvieh
Jung|un]tei[neh|nier der; -s; ~ weibl.
Jung|unfterjneh|me|rin: die; - ; -nen
Person, die erst seit kurzem ein Un¬
ternehmen, einen Betrieb besitzt u./
od. leitet
Jung|verjhei|ra|te|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Jungver¬
heirateter; eine Jungverheiratete; zwei
Jungverheiratete) Person, die noch
nicht seit langer Zeit verheiratet, erst
vor kurzer Zeit eine Ehe eingegangen
ist, Syn.: Jungvermählte
Jung|ver|mihl|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Jungvermähl¬
ter; eine Jungvermählte; zwei
Jungvermählte) Person, die noch
nicht seit langer Zeit verheiratet, erst
vor kurzer Zeit eine Ehe eingegangen
ist, Syn.: Jungverheiratete
Jung|vieh: das; -(e)s; - <Nutztier> noch
nicht geschlechtsreifes Tier, Syn.:
Jungtier
592
Justizbehörde
Jung|vo|gei: der; -s; -vögel noch nicht
"geschlechtsreifer Vogel
Jung|votk: das; -(e)s; -1 [veralt.j junge
Menschen; die junge Generation 2 im
nationalsozialistischen Deutschland
zur Hitlerjugend gehörende Organi¬
sation für lO-l 4 Jahre alte Jungen
Jung|wäh)ler der; -s; - weibl. Jungj-
wäh|le|rin: die; -; -nen Person, die mit
Erreichen der Volljährigkeit zum er¬
sten Mal ihr Wahlrecht ausübt, Syn.:
Erstwählern)
Jung|wild: das; -(e)s; - noch nicht ge¬
schlechtsreifes Wild
Jy|ni: der; - u. -s; -s (PI. s.); oft zur bes¬
seren Unterscheidung vom Juli auch
Juno gesprochen sechster von 12 Mo¬
naten eines Jahres; Monat zwischen
Mai u. Juli mit 30 Tagen
Ju)ni|käffen der; -s; - dem Maikäfer äh¬
nelnder, überwiegend in den Mona¬
ten Juni u. Juli vorkommender Käfer
mit Flügeldecken von hellbrauner
Färbung
Ju|n)jor: <lai.) der; -s; Junioren weibl.
Jufnigrjin —> Ju|ni|o|rin: die; - ; -nen
1 Sohn od. Tochter 2 n. PI. Alters¬
klasse beim Sport
ju|ni|or: <lat.> Ad), n. stg. u., wenn nach¬
gestellt, n. dekl. der Jüngere (im Ver¬
gleich zu einem Vorfahr gleichen Na¬
mens)
Ju|nio|rat—» Ju|ni|o|rat: das; ~(e)s; -e
<Rechtsw.> besonderes Recht des
Jüngsten auf das zu vererbende Gut,
Syn.: [fremdsprl.] Minorat
Jujmjorjchef: der; -s; -s weibl. Ju|ni|or|-
chejfin; die; -; -nen Sohn/Tochter des
Besitzers einer Firma, der/die bereits
in der Firma (oft schon in leitender
Position) arbeitet
Ju|nio|ren|meijsterjschaft —» Ju)n)|o|-
nen|meis|terjschaft: die; - ; -en sport¬
licher Wettbewerb, an dem Sport¬
lerinnen) im Alter von 18 bis maxi¬
mal 23 Jahren teilnehmen, Syn.: Ju¬
gendmeisterschaft
Ju|ni|or|part|ner: der; -s; - weibl. Jyfni|-
orjpartjne|rin: die; - ; -nen jüngere(r)
Geschäftspartner(in)
Ju|ni|pe|nis: <lat.> der; - ; - <Bot.> Wa¬
cholder
Junjfcer. der; -s; - a) «hist.) junger Adeli¬
ger, Edelmann b) [abwert.] adeliger
Besitzer eines ostpreußischen o. ä.
Gutes
jun|ker]haft/juntker|lich: Adj. [veralt.]
wie ein Adeliger, Edelmann, Gro߬
grundbesitzer, ihn betreffend
Jun|ker|tum: das; -s; - [veralt.] 1 alle
Großgrundbesitzer 2 das Wesen, Le¬
ben eines Adeligen, Edelmannes,
Großgrundbesitzers
Junjkie: <engh /dsehanki/ der; -s; -s
Drogensüchtige(r), meist Heroinab-
hängige(r)
Junk|tim: <lat.> das; -s; -s (politische,
vertragliche) Verbindung von zwei
voneinander unabhängigen Handlun¬
gen »Zwischen der Vertragsunter¬
zeichnung u. der Freilassung der Ge¬
fangenen gab es ein Junktim.«
Junk|tur: die; - ; -en 1 <Med.> Gelenk,
Knorpel, das/der Skelettknochen ver¬
bindet 2 <Sprachwiss.) sich in Sprech¬
pausen zeigende Grenze, die bei auf¬
einanderfolgenden Spracheinheiten
entsteht 3 [veralt.] verbindendes Ele¬
ment; Verbindung
Ju|no: der; -s; -s Ausspracheweise des
Monats Juni, um ihn deutlich von
dem ähnlich lautenden, ausgespro¬
chenen Monat Juli zu unterscheiden
Ju|no: die; - ; - <Mythologie; Religion)
römische Göttin, Frau Jupiters
Jun|ta: dat.-span.i /ehunta u. junta/ die;
- ; -s u. Junten (gewaltsam an die
Macht gekommene) Militärregierung
Ju|pi)ten der; -s; - 1 höchste römische
Gottheit 2 der größte Planet in unse¬
rem Sonnensystem
Jup|pi/Yup|pi: Kurzw. <engh /juppi/ der;
-s; -s Young upwardly mobile/urban
Professional people = junger, auf¬
wärtsstrebender, beweglicher u. be¬
rufstätiger Mensch, auch als Bezeich¬
nung für eine gesellschaftliche Grup¬
pe erfolgsorientierter junger Men¬
schen od. einen Angehörigen dieser
(sozialen) Gruppe
jur.: Abk. juristisch = rechtswissen¬
schaftlich
Ju|ra: <lat.> o. Art.; - ; - Wissenschaft
vom Rechtfswesen) »Ich studiere Ju¬
ra.«
Ju|ra|for]ma|ti|on: die; - ; - «Geologie)
erdgeschichtliche Formation des Me¬
sozoikums
ju|ras|sisch: Adj. n. stg. 1 «Geologie) die
erdgeschichtliche Formation des Me¬
sozoikums betreffend 2 den Kanton
Jura in der Schweiz betreffend
Ju|ra|stu|dent: der; -en; -en weibl. Ju|-
ra|stu|denftin: die; — ; -nen Person,
die Rechtswissenschaft studiert
ju|ri|disch: <Iat.> Adj. juristisch
ju|rie|ren: jurierst; juriertesl; hast juriert
als Preisrichter etw. od. jmdn. bewer¬
ten
Ju|ris|dik|ti|on: </at.> die; ~ ; -en (PI. s.)
rechtsprechende Gewalt in einem de¬
mokratischen Staat
Ju|ris|pru|denz: <1<U> die; ~ ; - [geh.]
Rechtswissenschaft
Ju|rist: dat.i der; -en; -en weibl. Ju|ri|stin
—» Ju|ris(tin: die; - ,■ -nen Person, die
das Studium der Rechtwissenschaft
abgeschlossen hat (u. als Anwalt,
Richter o. ä. tätig ist)
Ju|ri)sten|deutsch —» Ju|ris|tenj-
deutsch: das; - ; - [meist abwert.)
schwer zu verstehende (Schrift-)Spra-
che der Juristen
Ju|ri|stejrei —* Ju|ris|te|rei: die; ~ ; -
[oft abwert., scherzh., sonst veralt.]
Rechtswissenschaft
ju|ri|stisch —s- ju|ris|tiscti: Adj. n. stg. a)
die Rechtswissenschaften, Rechts¬
sprechung, das Rechtswesen betref¬
fend b) rechtlich c) rechtswissen¬
schaftlich
Jufror. «tot.) der; -s; Juroren weibl. Ju|-
rojrin: die; - ; -nen Person, die offiziell
über etw., einen Wettbewerb urteilt,
Wettbewerbsteilnehmer beurteilt
Jur|te: <russ.> die; ~ ; -n west- u. zentral¬
asiatisches Nomadenzelt
Ju|ry/Ju|ry: <lat.-fr.-engh /(d)sehüri u.
(d)sehüri/ die; - ; -s Gruppe von Per¬
sonen, die etw. od. jmdn. bewertet
Jus: «tot.) /juß/ das; - ; - (meist o. Art.)
1 [österr. u. Schweiz., sonst veralt.]
Rechtswissenschaft 2 a) Jus divinum:
göttliches Recht b) Jus gentium: Völ¬
kerrecht c) Jus naturale: Naturrecht
d) Jus primae noctis: das Recht eines
Lehnsherrn, bei der Heirat zwischen
Leibeigenen in der Hochzeitsnacht
als erster Mann, vor dem Ehemann,
mit der Frau zu schlafen, Ge¬
schlechtsverkehr zu haben e) Jus
strictum: bindendes Recht
Ju|so: Kurzw. der; -s; -s Jungsoziali-
st(in) = Person, die Mitglied in der
Jugendorganisation der SPD ist
Jusjstu|di|um: das; -s; - [österr.] Stu¬
dium der Rechtswissenschaft
just: «tot.) Adv. [geh. od. scherzh.] ge-
”nau, gerade in diesem, einem, demsel¬
ben Moment
ju|sta|ment —> jus|ta|ment: <tot.-/r>
Adv. in diesem Augenblick; jetzt
ju|stlgjren —»jusjtfe|ren: «tot.) justierst;
justiertest; hast justiert etw. genau
einstellen, einpassen, ausrichten
Ju|stie]rung —> Jus|tie[rung: die; ~ ;
-en das genaue Einstellen, Einpassen,
Ausrichten von etw.
Ju|stjer|waa|ge —» Jus|tieijwaa|ge:
die; - ; -n Waage zum genauen Ein¬
richten, Ausrichten von etw.
Ju|sti|fi|ka|ti[gn —» Jus|ti(fi|ka|ti|pn:
«tot.) /jußtifikazion/ die; ~ ; -en [geh.]
1 Genehmigung einer Rechnung nach
Prüfung 2 Rechtfertigung
Ju(sti|fi|ka|tur—» Jus|tiffi|ka|tur: die; - ;
-en Genehmigung einer Rechnung
nach Prüfung
ju|sti|fi|zie|ren —* jus|ti|fi|zie|ien: justi-
ßzierst; juslifiziertest; hast justifiziert
[geh.] 1 eine Rechnung nach Prüfung
genehmigen 2 sich, jmdn. od. etw.
rechtfertigen
Jujstpa —» Jus|tijtia; «tot.) /jußtizia/
die; - ; - a) o. Art, römische Göttin
der Gerechtigkeit u. des Rechts b)
Personifizierung der Gerechtigkeit
ju|sti|tiajbel —* jus|ti|ti|a|bel/jus|ti|z|i|a|-
bel: «tot.) /juDtiziabel/”Adj. n. stg.;ju-
stitiable(r)(s) rechtlich, vor Gericht
verhandelbar
Ju|stifti|ar —* Jus|ti|ti|ar/Jus|ti|zi|ar:
«tot.) /jußtiziar/ der; -s; -e weibl. Jul-
sti|tia|rin —Jus[ti|ti|a|rin/Jus|ti|zi|aj-
rin: die; ~ ; -nen mit Rechtsfragen be¬
faßte^) angestellte(r) Juristen) in ei¬
ner Firma, einem Unternehmen
Ju|stijtia|rifat —* Jus|ti|tia|ri|at/Jus|tij-
zi|a|ri|at: «tot.) /jußtiziariat/ das; -(ejs;
-e Amt eines Rechtsbeistandes, Mit¬
arbeiterseiner Rechtsabteilung o. ä.
Ju|stlz —» Jusjtiz: «tot.) die; - , - a)
Rechtswesen; Rechtsprechung;
Rechtspflege b) Behörden, die für (a)
zuständig sind
Julsttz|an|g«|stell|te —» Jus|tiz|an|ge]-
stellfte: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Justizangestellter;
eine Justizangestellte; zwei Justiz¬
angestellte) Person, die bei einer für
Rechtspflege, Rechtsprechung ver¬
antwortlichen Behörde tätig ist
Ju|stiz|be|am|te —» Jus|tiz|be|am|te:
der; -n; -n (mit unbestimmtem Artikel:
ein Justizbeamter; eine Justizbeamte;
zwei Justizbeamte) weibl. auch Ju|-
stlz|be|am)tin —* Jus|tiz|bejam|tin:
die; - ; -nen Beamter, Beamtin, der/
die bei einer für Rechtspflege, Recht¬
sprechung verantwortlichen Behörde
tätig ist
Ju|stiz|be|hör]de —» Jusjtiz|be|hör|de:
die; - ; -n Behörde, die für Recht-
593
Justizirrtum
sprechung, Rechtswesen, Rechtspfle¬
ge zuständig ist
—* jus|ti|zijajbel: s. justitiabel
—» Jus]ti|zi|aK s. Justitiar
—* Jus|ti|zija|ri|at: s. Justitiariat
Ju|stiz|irr]tum —-» Jus|tiz|irr|tum: der;
-s; -irrtümer bei einem Gerichtspro¬
zeß aufgetretenes Fehlurteil
Ju|st|z|mijni)ster —> Jus|tiz)mi)nis(ter:
der; -s; - weibl. Ju|stiz[mi|ni|ste|rin
—» Jus|t|z|mi|nistte|rin: die; - , -nen
Regierungsmitglied, das für Recht¬
sprechung, Rechtswesen, Rechtspfle¬
ge zuständig ist
Ju|stiz|milni|ste|ri|um —> Jus|tiz|mi|-
nis]te|ri[um: das; -s; -ministerien
höchste Verwaltungsbehörde eines
Landes, die für Rechtsprechung,
Rechtswesen, Rechtspflege zuständig
ist
Ju|stiz|voll|zugs|an|stalt —* Jus|tiz|-
voH|zugs|an|stalt: die; - ; -en
(amtssprl.) Gebäude, in dem Straftä¬
ter, die von einem Gericht zu einer
Freiheitsstrafe verurteilt worden sind,
K/k: /ka/ das; - u. {ugs.J -s; - u. [ugs.]
-s Schriftzeichen, elfter Buchstabe des
deutschen Alphabets
K: Abk. 1 <Elektrot.> Kabel 2 Kajak =
Sportboot 3 Kalium = chemisches
Element; Leichtmetall 4 Kalkstein -
Baustoff S <Rechtsw.> Kammer =
Gerichtshof 6 <Nachrichtentech.> Ka¬
nal — Übertragungsweg 7 (Gewichts¬
einheit im Juwelenhandel) Karat (1 K
= 0,2 Gramm) 8 Kat(h)ode = nega¬
tive Elektrode 9 Kelvin = Basisein¬
heit der thermodynamischen Tempe¬
ratur; 0° Kelvin entspricht dem abso¬
luten Nullpunkt von 273,15 Grad
Celsius 10 König (Schachfigur) 11
<Wirt.> Kosten 12 Küche
K.: Abk. 1 <Elektrot> Kabel 2 Kälte 3
Kapitel (Abschnitt in schriftlichen
Texten) 4 (Bankw.) Konto 5 Küche
KA: Abk. 1 <Rechtsw.> Kassenanwalt 2
Kassenarzt 3 kleine Anfrage (der Op¬
position an die Regierung im
Parlament) 4 Klimaanlage 5 <Bankw.>
Kontoauszug 6 Kreditabkommen 7
Kulturabkommen 8 Kulturamt 9
Kulturausschuß 10 Kundenauftrag
11 Kunstakademie 12 Kurzarbeit
Ka|ba|te: thebr.-fr.y die; -; -n [veralt .] In¬
trige; hinterhältiger Anschlag; nieder¬
trächtige Unternehmung, um jmdm.
zu schaden
Ka|ba|nos|si/Ca|ba|ngs|si: <;'/.> die; - ; -
u. [ugs.] -s kräftig gewürzte italieni¬
sche Wurst
ihre Strafe verbüßen, Syn.: Strafan¬
stalt; Gefängnis
Ju|te: <bengalisch-engi> die; - ; - a) tro¬
pische Pflanze, deren Stengel Bast
enthält b) aus der Jute (a) gewonnene
grobe Faser
Ju[te|fa|ser. die; - ; -n aus dem Bast der
Stengel der Jute (a) gefertigte Waren
Jüt|land: o. Art.; -s; - Teil des dänischen
Festlandes zwischen der Nordsee u.
Ostsee
ju|velna|lisch: Ad), /juwenalisch/ [geh.)
spöttisch; wie eine Satire; ironisch
ju)ve|n|l: <lat.-fr.> /juwenil/ Adj. n. stg. 1
für die Jugend bezeichnend; die Le¬
bensform der J ugend bezeichnend; ju¬
gendlich 2 <Geologie> aus dem Inne¬
ren der Erde an die Eroberfläche ge¬
stiegen; aus dem Erdinneren stam¬
mend
Ju|wel: dat.-fr.y das u. der; -s; -en 1 m.
Pi Edelstein; Schmuckstück 2 [ugs.]
liebevolle, lobende Bezeichnung für
einen Menschen, der einem nahesteht
od. sehr gute Dienstleistungen er¬
bringt »Unsere Oma ist ein Juwel.«
K
Ka|ba|rett/Ka|ba|rett/Ca|ba|ret/Ca|ba{-
ret: </r.> /kabarett, kabarett u. kabare/
das; -s; -s u. [ugs.J -e 1 [ursprünglich]
Speiseplatte, -teller mit Unterteilun¬
gen, mehreren kleineren Schüsseln 2
Kabarett a) kleines Theater; Klein¬
kunstbühne b) politische, gesell¬
schaftliche Satire m. Sketschen u.
Chansons c) Ensemble, das Kabarett
(2b) aufführt 3 Cabaret (heute in der
Regel) Stripteaselokal
Ka|ba|ret]üst der; -en; -en weibl. Ka|ba|-
ret|ti|stin —> Ka|ba|ret(tjs|tin: die; - ;
-nen Künstlerin), der/die in einem
Kabarett (2) Sketche, Chansons über
politische Ereignisse o. ä. vorträgt
Ka|bäus|chen: das; -s; - [landsch.; ugs.]
(sehr) kleiner Raum; (sehr) kleines
Häuschen
kab|ba|li|stisch —> kab|ba|lisftisch:
diebr.y Adj. 1 n. stg. die Kabbala (eine
jüdische Geheimlehre u. Mystik) be¬
treffend 2 [geh.] unverständlich für
jmdn., der in etw. nicht eingeweiht ist,
etw. nicht kennt
Kab|be|f§«: die; - ; -en kleine (mehr
scherzhafte) Streiterei, Auseinander¬
setzung
kab|beln, sich: kabbelst dich; kabbeltest
dich; hast dich gekabbelt [landsch.;
ugs.] sich (nicht sehr heftig, halb im
Scherz) streiten
Ka|bel: <fr.-lat.> das; -s; - 1 (isolierte)
elektrische Leitung »Das Kabel der
Lampe ist kaputt.« 2 [meist see-
Ju|we|lier: dat.-fr.-niederb der; -s; -e
weibl. Ju|we|l]e]rm: die; ~ ; -nen 1 Per¬
son, die Edelsteine, Schmuck her¬
stellt, bearbeitet, verkauft
Ju|we|iier|ge|schäft: das; -(e)s; -e La¬
den, in dem Edelsteine, Schmuck¬
stücke, Uhren usw. käuflich zu erwer¬
ben sind, Syn.: Juwelierladen
Jux: <lat.> /jukß/ der; -es; -e (PI. s.)
Scherz, Spaß (auf jmds. Kosten) »iVir
haben uns einen Jux erlaubt.« 2 o. Art.
Dorf in den Löwensteiner Bergen 3
aus (lauter) Jux u. Tollerei: [ugs.] ohne
Grund; nur zum Spaß
ju|xen: /jukßen/ juxt; juxtest; hast ge¬
juxt Scherze machen; herumalbem;
Ulk treiben "
Jux|ta: <lat.> /jukßta/ die; - ; Juxten]
[österr.] Jux|te: die; - ; -n abreißbarer
Kontrollstreifen an Lottoscheinen,
Wertpapieren o. ä.
JW: Abk. Jahreswagen
j. W.: Abk. (Zahlungstermin) jede Wo¬
che
Jz.: Abk. Jahreszahl
mannssprl.] dickes Tau, das meist aus
Draht besteht 3 [veralt.] Telegramm 4
[ugs.] kurz fiir Kabelfemsehen =
Empfangsmöglichkeit, Anschluß für
(private) Rundfunk- u. Fernsehsen¬
der über im Boden verlegte Leitungen
Ka|bel: die; - ; -n [veralt.] Anteil an ei¬
nem Gewinn
Ka|bel|an|schlu8 —Ka|bel|an|-
schluss: der; -anschlusses; -anschlüsse
Anschluß an das Netz des Kabelfern¬
sehens »In unserem Haus wurde ein
Kabelanschluß gelegt.«
Ka|bel|brand: der; -(e)s; -brande Brand,
der entsteht, wenn ein defektes od.
überlastetes elektrisches Kabel über¬
hitzt
Ka|bel|fem|se|hen: das; -s; - über (im
Boden) verlegte Leitungen übertrage¬
ne Fernsehprogramme
Ka|bel|gat(t): das; -(e)s; -e Raum auf
Schiffen, in dem das Tauwerk aufbe¬
wahrt wird
Ka[be(|iau: <nieder(> der; -s; -e u. -s e߬
barer Schellfisch
Ka(be!|kfem|me: die; - ; -n (Elektrot.)
Hülse für die elektrische Verbindung
zweier Kabel, Adern
Ka|bel|kran: der; -(e)s; -kröne Kran,
bei dem Gegenstände über ein zwi¬
schen zwei Türmen gespanntes Seil
transportiert werden
Ka|bel|län|ge: die; - ; -n 1 [see-
mannsspr!.] Längenmaß, das in der
Seefahrt benutzt wird = 1-/10 See-
594
Kaffeedecke
meile (= 185,2 m) 2 die Länge eines
elektrischen Kabels
Ka|bel|le|ger: der; -s; - speziell ausgerü¬
stetes Schiff, mit dem Kabel (z. B. für
Telefonverbindungen) im Meer ver¬
legt werden können
Ka|belßei|tung: die; - ; -en elektrische
Verbindung, die über Kabel geleitet
wird
Ka|bet]man|tel: der; -s; -mäntei äußere
Hülle, die ein Kabel gegen mechani¬
sche u. a. Einflüsse, Schäden schützt
Ka|bel|roljle: die; - ; -n 1 Vorrichtung,
um ein Kabel, eine Verlängerungs¬
schnur aufzurollen (mit mehreren
Steckdosen) 2 aufgerolltes Kabel
Ka]bel|schuh: der; -(e)s; -e <Elektrot.>
aufsteckbarers Teil einer elektrischen
Steckverbindung
Ka|bel|trom|mel: die; ~ / -n Vorrichtung,
um ein Kabel, eine Verlängerungs¬
schnur aufzurollen (mit mehreren
Steckdosen)
Ka|bel|tu|ner: der; -s; ~ Teil eines Fern¬
sehempfängers, das dazu dient Pro¬
gramme des Kabelfemsehens zu emp¬
fangen
Kajbi|ne: dat.-fr.-engh die; * ; -n a)
(kleines) Zimmer auf Schiffen b) klei¬
ner, abgeschließbarer Raum »Um¬
kleidekabine«
Ka|bi|nen|bahn: dat.-fr.-engL; dt.) die;
-; -en mittels an einem od. zwei Stahl¬
seilen hängenden Gondeln Passagiere
u. Lasten transportierende Bergbahn,
Syn.: Seilbahn
Ka|b||nen|rol|len dal.-fr.-engl.; dt.) der;
-s; - <hist.> türloser, kleiner, drei- od.
vierrädriger PKW, in seiner Bauweise
dem Rumpfteil eines Jagdflugzeuges
nachempfunden, der durch Aufklap¬
pen des Daches, der Kabinenkuppel
den Einstieg ermöglicht u. mit zwei
hintereinander angeordnete Sitzplät¬
ze ausgestattet ist
Ka|bl|nett </r.> das; -s; -e 1 (kleiner)
Raum, in dem etw. ausgestellt wird 2
Personen, die die Regierung bilden
Ka|bl|netts|bil|dung: (fr.; dt.) die; ~ ; -en
Aufstellung, Berufung eines Regie¬
rungskabinetts
Ka|bi|netts|kri|se: (fr.; gr.) die; - ; -n
Zerwürfnis innerhalb eines Regie¬
rungskabinetts
Ka|bi|netts|mit|glied: (fr.; dt.) das;
-(e)s; -er Angehörige(r), Mitglied ei¬
nes Regierungskabinetts
Ka|bi|nettjstück: (fr.; dt.) das; -(e)s; -e
sehr geschickt ausgeführte Handlung
»Dieser Vertragsabschluß war ein ech¬
tes Kabinettstück.«
Ka|bo|ta|ge; dat.-span.-fr.) /kabotaseh«/
die; ~; -n <Rechtsw.> Beförderung von
Gutem u. Personen innerhalb des
Hoheitsgebietes eines Landes
ka|bo|tie|ren: dat.-span.-fr.) kabotierst;
kabotiertest; hast kabotiert <Rechtsw.>
Personen od. Güter (infolge von ge¬
schlossenen Abkommen, Verträgen)
innerhalb eines Landes, des Hoheits¬
gebietes eines Staates befördern
Ka|brio/Ca|brio —> Ka|b|rio/Ca|b|rio:
Kurzw. das; -s; -s Kabriolett/Cabrio-
let »Sie fährt ein rotes Kabrio.«
Ka|brio|lett/Ca|brio|let —» Ka|b|ri|o|-
lett/Ca|b|ri|o|lett: dat.-it.-fr.) /kabrio-
le/ das; -s; -s Auto mit zurücklappba-
rem, abnehmbarem Verdeck, Dach
Ka|bufh das; - fe)s; -s a) (abwert.] klei¬
ner (fensterloser) Raum b) kleine Ab¬
stellkammer
Ka|bu]se/Ka|bü|se: die; - ; -n a) enger,
kleiner, meist fensterloser Raum,
auch Bretterverschlag auf dem Deck
eines Schiffes, der zum Schlafen dient
b) Schiffsküche; Kombüse
Ka]chel: (gr.-lat.) die; - , -n 1 Fliese;
(glasierte, viereckige) Keramikplatte,
die zur Wand- od. Bodenbelag, -Ver¬
kleidung dient, verwendet wird 2
[süddt.] Schüssel aus Keramik, Stein¬
gut
ka|cheln: (gr.-lat.) kachelst; kacheltest;
hast gekachelt 1 etw. mit Kacheln,
Fliesen auslegen od. verkleiden 2
[ugs.] schnell irgendwo hinfahren od.
-laufen
Kacker (Kak|ker—» Ka|cker): der; -s; -
[ugs.; derb] Schimpfwort für eine
männliche Person
kack|fi|del: Adj. [derb] sehr lustig; gut
gelaunt; fidel »Er hat sich gut erholt u.
ist schon wieder kackfidel.«
Kack|stel|ze: die; - ; -n (m. PI.) [derb]
Bein
Ka|da|ver dat.) /kadawer/ der; -s; ~
(verwesende) Tierleiche »Am Straßen¬
rand lag der Kadaver einer Katze.«
Ka|da|ver|ge|hor|sam: dat.; dt.) /kada^
wer-/ der; -s; - [abwert.] absoluter,
blinder Gehorsam
Ka|da|verjver|wer(tung: dat.; dt.) /kada¬
wer-/ die; * ; - Nutzstoffgewinnung
aus Kadavern, toten Tierköipern
Ka|denz: dat.-it.) die; - ; -n 1 <Musik>
Akkordfolge, die ein Musikstück glie¬
dert od. die ihm als Abschluß dient 2
<Musik> (Möglichkeit zur virtuosen)
Improvisierung od. auch vom Kom¬
ponisten vorgeschriebene Aus¬
schmückung, Verzierung eines The¬
mas am Schluß eines Konzerts od.
einzelner Sätze für einen Solisten 3
<Sprachwiss.> das Absenken, Abfallen
der Stimme 4 <Metrik> die Art, in der
ein Vers beendet wird, ausgeht 5 <Mi-
lit.> Feuergeschwindigkeit
Ka|der: dat.-it.-fr.) der u. [Schweiz.]
das; -s; - 1 Stamm, Kern einer
Mannschaft, Truppe o. ä. 2 Gruppe
leitender Personen (in der Wirtschaft,
Politik)
Ka|der|ab(tei|lung: die; - ; -en <früher
DDR> für die Einstellung u. Betreu¬
ung des Personals zuständige Abtei¬
lung eines Betriebes o. ä.
Ka|der|par]tie: dat.-fr.) die; * ; -n be¬
stimmte^) Spiel, Partie beim Billard¬
spiel
Ka]der|schmie|de: die; - ; -n [ugs.] Aus¬
bildungsort von Kadern, Personen
mit wichtigen Funktionen in Wirt¬
schaft, Staat o. ä.
Ka|dett: dat.-fr.) der; -en; -en a) Zögling
einer militärischen, zur Offizierslauf¬
bahn vorbereitenden Erziehungsan¬
stalt b) [ugs.; scherzh.; veralt.] Junge,
junger Mann
Ka|det|ten|an|stalt: dat.-fr.) die; - ; -en
auf eine Offizierslaufbahn vorberei¬
tende, internatsähnliche Erziehungs¬
anstalt
Ka|det|ten|korps: dat.-fr.) das; - ; ~ Ge¬
samtheit der Kadetten einer Armee
Ka|di: <arab.) der; -s; -s 1 islamischer
Richter 2 [ugs.] Gericht, Richter nicht
islamischen Rechts
kad|mje|ren: (gr.-lat.) kadmierst; kad-
miertest; hast kadmiert Metall zum
Korrosionsschutz mit einer Kad¬
miumschicht überziehen
Kad|mi|um/[fachsprl.] Cad|mi|um: (gr.-
lat.) das; -s; - <Chemie> chemisches
Element, fachsprachliches Kürzel Cd;
silberweißes, weiches, äußerst dehn¬
bares, beim Biegen knirschendes Me¬
tall, wegen seiner hohen Luftbestän¬
digkeit oft durch Galvanisationstech¬
nik weiterverwertetes Material, das
als Oberzugsschicht über andere
Stoffe (meist leicht rostende Metalle)
dient, um deren Korrosion an der
Luft zu vermeiden, das nach länge¬
rem Kontakt mit der Luft seine glän¬
zende Oberfläche verliert
ka|du|zje]ren: dat.) kaduzierst; kaduzier-
test; hast kaduziert <Rechtsw.> etw.
(einen Geldbetrag, der in eine Firma
eingebracht worden ist) für verfallen,
ungültig erklären
Käjfer der; -s; - 1 zu den Insekten ge¬
hörendes Tier, das in verschiedenen
Arten vorkommt u. über die ganze
Erde verbreitet ist 2 [ugs.; veralt.] jun¬
ges Mädchen »Sie ist aber ein hüb¬
scher Käfer.« 3 [ugs.] (viele Jahre ge¬
bautes) Automodell der Firma Volks¬
wagen
Kaff: das; -(e)s; -s u. -e [ugs.; abwert.]
kleines Dorf; unbedeutender, lang¬
weiliger Ort
Kaf)fee/Kaf|fee: (arab.-türk.-it.-fr.) das;
-s; -s [veralt.l Gaststätte, in der vor¬
wiegend Kuchen u. Kaffee angeboten
werden, Syn.: Cafe
Kaftfee/Kaflfee: (arab.-türk.-it.-fr.) der;
-s; -1 (Strauch-)Frucht in Form einer
Bohne, die zur Herstellung eines Ge¬
tränkes dient »Kaffeebohne« 2 aus ge¬
mahlenen u. gerösteten Kaffeeboh¬
nen durch Aufbrühen mit heißem
Wasser hergestelltes, schwarz-brau¬
nes Getränk, das aufgrund des ent¬
haltenen Koffeins anregend ist, leicht
bitter schmeckt u. teilweise mit Zuk-
ker od./u. Milch versehen getrunken
wird 3 das ist (alles) kalter Kaffee:
[ugs.] das ist nicht neu, nicht mehr in¬
teressant 4 jmdm. kommt der Kaffee
hoch: [ugs.] jmdm. wird schlecht, ihm
ist etw. zuwider
Kaf|fee|baum: (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
der; -(e)s; -bäume im tropischen Asi¬
en u. Afrika heimischer Baum
(Strauch) mit kirschähnlichen Früch¬
ten, die meist zwei Steinkeme enthal¬
ten, die zu Kaffeebohnen weiterverar¬
beitet werden
Kaf]fee|boh|ne: (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
die; - ; -n Samen der Kaffeepflanze,
rundlich od. bohnenförmig, der
durch Rösten eine dunkelbraune Far¬
be erhält
kaf|fee|braun: <arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
Adj. n. stg. in der Farbe dunkelbraun
wie Kaffee
Kaf}fea|decke (Kaftfee|dek|ke —* Kaf|-
fee|de|cke): (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
die; ~ ; -n Tischdecke für einen mit
Kaffeegeschirr gedeckten Tisch
595
Kaffeedurst
Kafjfee|durst: <arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
der; -(e)s; - (ugs.j Wunsch, Kaffee zu
trinken; Durst, Appetit auf Kaffee
Kaf(fee-Ern|te —> auch Kaf|fae|ern|te:
<arab.-lürk.-it.-fr.; dt.> die; ~ ; -n a)
das Ernten, Pflücken von Kaffee
(-höhnen) b) alle geernteten, reifen
Kaffeebohnen
Kaf|fee-Erjsatz/Kafjfee-Er|satz —»
auch Kafjfee(er|satz: <arab.-türk.-it.-
fr.; dt.> der; -es; -ersätze (PI. s.) an¬
stelle von gemahlenen u. gerösteten
Kaffeebohnen benutzte, andere gerö¬
stete u. gemahlene Pflanzen (wie z. B.
Zichorie), die wie Kaffee zubereitet
werden u. den richtigen Kaffee (z. B.
aus Preisgründen) ersetzen
Kaf]fee|fahrt: (arab.-türk.-it.-fr.; dt.> die;
; -en 1 Werbefahrt, bei der eine Fir¬
ma einen Ausflug mit einer Verkaufs¬
veranstaltung durchführt 2 nachmit¬
tägliche Fahrt zu einem Ausflugsort,
wo man Kaffee u. Kuchen verzehren
möchte
Kaf(fee[fil|ter: <arab.-türk.-it.-fr.; lat.)
der; -s; - a) trichterförmiges Gerät
zur Aufnahme von gemahlenem Kaf¬
fe für das Filtern b) (tütenähnliches
od. rundes) Filterpapier für den Kaf¬
feefilter
Kaftfee|haus: <arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
das; -es; -häuser [besonders österr.)
Lokal, Gaststätte, in der vorwiegend
Kaffee, Tee (u. Kuchen) serviert wird
Kattfeelhauslmulsik: (arab.-lürk.-il.-fr.;
dl.; lat.) die; - ; -en (Pt. s.) [oft
abwert.] leichte Unterhaltungsmusik
im Hintergrund, gespielt von einem
od. mehreren Musikern in einem Kaf¬
feehaus
Kaf[fee|kar)|ne; <arab.-turk.-it.-_fr.; iat.>
die; - ; -n (hohe) Kanne mit einem
(langen) Ausgießer, Henkel u. Dek-
kel, in der Kaffee serviert wird
Kaf|fee|kfatsch: <arab.-türk.-ii.-fr.; du
der; -(e)s; -e [ugs.j geselliges Kaffee¬
trinken mit (belanglosen) Gesprä¬
chen
Kaf|fee|kränz)chen: tarab.-türk.-il.-fr.;
du das; -s; - fveralt.j a) regelmäßiges
geselliges Kaffeetrinken mit (belang¬
losen) Gesprächen (von Frauen) b)
Frauengruppe, die zu einem Kaffee¬
kränzchen zusammenkommt
Kaf|fee|löf|fel: <arab.-iürk.-it.-fr.; du
der; -s; - kleiner Löffel, der zum Um¬
rühren von Milch u. Zucker im Kaf¬
fee (o. a.) benutzt wird
Kaf|fee|ma|schi|ne: <arab.-türk.-it.-fr.;
gr.-lat.-fr.) die; - ; -n elektrisches
Haushaltsgerät, mit dem Kaffee ge¬
brüht wird
Kaf]fee|müh)le: <arab.-türk.-it.-fr.; du
die; - ; -n heute elektrisch, früher
handbetriebenes Haushaltsgerät zum
Mahlen der Kaffeebohnen
Kaf|fee|müt|ze: <arab.-türk.-U.-fr.; du
die; ~; -n [ugs.] (heute durch Thermo¬
skannen meist überflüssig gewor¬
dene) Haube, Mütze, die über die
Kaffeekanne gestülpt wird, um ihn
warmzuhalten, Syn.: Kaffeewärmer
Kaf]fee|pau|se: <arab.-türk.-it.-fr.; gr.-
lau die; - ; -n meist kürzere Pause, in
der man Kaffee trinken u. eine Klei¬
nigkeit essen kann
Kaf)fee|pflan|ze: (arab.-türk.-it.-fr.; lat.)
die; - ; -n im tropischen Asien u. Afri¬
ka heimischer Baum od. Strauch mit
kirschähnlichen Früchten, die meist
zwei Steinkerne enthalten, die zu Kaf¬
feebohnen weiterverarbeitet werden
Kaf|fee{ptanjta|ge: (arab.-türk.-it.-fr. ;
lat.-fr.> die; - ; -n Plantage, landwirt¬
schaftlicher Großbetrieb zum Anbau
von Kaffee
Kaf)fee|sah[ne: (arab.-türk.-it.-fr.; di.)
die; - ; - Sahne in verschiedenen Fett¬
stufen, die gebrauchsfertig in Dosen,
Kännchen o. ä. als Zugabe in, für den
Kaffee verkauft wird
Kafjfeejsatz: (arab.-türk.-it.-fr.; du der;
-es; -sätze (als Rest in der Tasse ver¬
bliebenes) Kaffeemehl, das zum Auf¬
brühen von Kaffee benutzt worden
ist
Kaf[fee|sie|der. <arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
der; -s; ~ weibl. [selten} Kaf|fee|sie|~
de|rin: die; - ; -nen [österr.; oft
abwert.] Kaffeehausbesitzer(in)
Kafjfee|sorjte: (arab.-türk.-it.-fr.; lat.-
fr.) die; - ; -n sich nach Art der Her¬
kunft, Röstung u. ä. von anderen un-
terscheidende(s) Kaffee(mehl, -höh¬
nen)
Kafjfee|strauch: audaarab.-türk.-it.-
fr.; dt.) der; -(e)s; -sträucher im tropi¬
schen Asien u. Afrika heimischer
Strauch mit kirschähnlichen Früch¬
ten, die meist zwei Steinkerne enthal¬
ten, die zu Kaffeebohnen weiterverar¬
beitet werden
Kafjfee]tan|te: (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
die; - ; -n [ugs.; scherzh.] jmd. (auch
ein Mann), der gerne u. häufig Kaffee
trinkt
Kafjfee(tas|se: (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
die; - ; -n (höhere) Tasse, die vorwie¬
gend zum Trinken von Kaffee be¬
stimmt ist
Kaf[fee|trin|ker: (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
~der; -s; ~ weibl. Kjrftfee[trinjke|rm:
die; - ; -nen Person, die gerne u. regel¬
mäßig Kaffee trinkt
Kaf|fee[wär|men (arab.-türk.-it.-fr.; dt.)
der; -s; - (heute durch Thermoskan¬
nen meist überflüssig gewordene)
Haube, Mütze, die über die Kaffee¬
kanne gestülpt wird, um den Kaffee
warmzuhalten, Syn.: Kaffeemütze
Kafjfee|was|sen <arab.-(ürk.-it.-fr.; dt.)
das; -s; - Wasser, das zum Aufbrühen
von Kaffee benutzt werden soll
Kafffe|ln/Kof|fe|in/Cpf}fe|in: das; -s; - im
Kaffee enthaltener, bitter schmecken¬
der Stoff von anregender Wirkung
Kaiser: der; -s; -n Angehöriger eines be¬
stimmten Bantustammes
Kalten <hebr.-jidd.> der; - ; - <oft allge¬
mein auf Ausländer bezogenes
Schimpfwort [abwert.; beleidigend)
blöder, dämlicher Kerl
Käjfig: (lat.) der; ~(e)s; -e 1 von Gitter¬
stäben gebildeter, abgeschlossene
Örtlichkeit, Behausung für Tiere, die
das Entfliehen verhindert »Der Wel¬
lensittich saß in seinem Käfig u. putzte
sich.« 2 im, in einem goldenen Käfig
sitzen: sehr vermögend sein, aber
trotzdem nicht frei u. ungebunden le¬
ben können
K§|fig|hal|tung: die; - ; -en Tierhaltung
in Käfigen
kaf|ka]esk: Adj. n. stg. [geh.] in der Art
den Schilderungen des Schriftstellers
Franz Kafka entsprechend; verwir¬
rend, undurchschaubar u. bedrohlich
Kafjtan: (arab.-türk.) der; -s; -e u.
[österr. j -s a) langes, weites, offenes
od. mit einem breiten Gürtel zusam¬
mengerafftes orientalisches Oberge¬
wand b) lange, enge, geknöpfte Jacke
der orthodoxen Juden
Käf]tei|chen: das; -s; - [ugs.; landsch.)
kleiner, meist enger, oft fensterloser
Raum, häufig zum Abstellen von ver¬
schiedenen Sachen benutzt »Der
Staubsauger steht im Käfterchen.«
kahl: Adj. 1 (fast) ohne etw. »Er hat ei¬
nen kahlen Kopf (— ohne Haare).« 2
ungemütlich; wenig ausgestattet »Das
ist eine kahle Wand, du solltest Bilder
aufhängen.«
—> kahl fres|sen: s. kahlfressen
—*■ kahl schejren: s. kahlscheren
kahljfresjsen —» kahl fres|sen; frißt
kahl; fraß kahl; hat kahlgefressen
~>hai kahl gefressen * alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— dnsekten o. a.
Tiere» Getreide, Blätter, Blüten o. ä.
völlig abfressen
Kahl|hieb: der; -(e)s; -e Fällen aller
Bäume in einem Gebiet; Kahlschlag
Kahl|kopf: der; -(e)s; -köpfe 1 Kopf
ohne Haare »Opa hat einen Kahl¬
kopf.« 2 [ugs.] Bezeichnung für einen
Mann mit einer Glatze
kahl|köp|fig: Adj. n. stg. keine Kopfhaa¬
re aufweisend
kahl|sche|ren —*■ kahl sche|ren: scherst
kahl; schertestjschor(e)st kahl; hast
kahlgeschoren —>hast kahl gescho¬
ren*— jmdn., einen Menschen od.
ein Tier durch Scheren, Rasieren der
Haare, des Felles kahl machen
Kahl|schlag: der; -(e)s; -Schläge 1 a)
Fällen aller Bäume in einem Gebiet
»Der Kakischlag in Skigebielen macht
sich heute ökologisch negativ bemer¬
kbar.« b) Gebiet, in dem alle Bäume
gefällt wurden 2 <übertr.> Vernich¬
tung, Zerstörung aller Elemente eines
Bereichs »Dieser Beschluß bedeutet ei¬
nen Kahlschlag im Bibliothekswesen.«
3 [ugs.; scherzh.] Scheren aller Haare;
Schneiden einer Glatze u. dessen Re¬
sultat
Kahljwild: das; -(e)s; - <Jagd> weibliches
Wild ohne Geweih u. Kälber vom
Wild
kah|men: kahmt; kahmte; hat gekahmt
«Flüssigkeit» eine grauweiße (ungifti¬
ge) Schimmelschicht bekommen, bil¬
den
Kahn: der; -(e)s; Kähne 1 kleines Boot
(z. B. zum Rudern) 2 Schiff ohne eige¬
nen Antrieb 3 [ugs.] extrem große
Schuhe 4 einen im Kahn haben: [ugs.]
angetrunken od. betrunken sein 5 in
den Kahn steigen, gehen: [ugs.;
landsch.] ins Bett gehen
Kahnfahrt: die; - ; -en Fahrt mit einem
kleinen, offenen, flachen Boot, Kahn
Kgi: (keil.-fr.-nie der!.) der; -s; -e u. -s
durch Mauern befestigtes Hafenufer,
an dem Schiffe anlegen können
Kai|man: der; -s; -e südamerikanische,
alligatorähnliche Gattung der Panzer¬
echsen
Kaifnib <gr.> der; -s; -e «Geologie» Mine¬
ral, das als Kalidünger verwendet
wird
596
Kalendarium
Kains|zei|chen: das; -s; - 1 <Religion;
Bibel» Zeichen, das Kain nach der Er¬
mordung seines Bruders Abel erhal¬
ten haben soll 2 <öbertr.» jmdm. anzu¬
sehende Schuld
Kai|ser: igotisch der; -s; - weibl. Kaij-
se|rin: die; ~; -nen 1 in (verschiedenen
ehemaligen) monarchistischen Staats¬
formen der/die oberste Herrscherin)
2 sich um des Kaisers Bart streiten:
überflüssige Streitigkeiten austragen
Ka[|ser(kro|ne: die; - ; -n 1 Kopf¬
schmuck, als Symbol der Macht u.
Würde des Kaisers 2 Liliengewächs
mit großen, orangen Blüten
ka||ser|lich: Adj. n. stg. a) zu dem höch¬
sten monarchistischen, weltlichen
Herrscher, dem Kaiser gehörend, ihm
zuzuordnen b) würdig, vornehm wie
ein Kaiser (es der Idealvorstellung
nach ist) c) unter der Herrschaft eines
Kaisers stehend d) monarchistisch;
nach einer kaiserlichen Monarchie als
Staatsform strebend, ihr zustimmend
Kai]ser|man|tel: der; -s; -mäntel
Schmetterling von orange-gelber Far¬
be mit schwarzen Flecken
Kai|ser|reich: das;-(e)s; -e <Pol.» von ei¬
nem Kaiser regiertes Reich, Land
Kai|ser|schnrtt der; -(e)s; -e <Med.»
operative Entbindung bei starker
Beckenverengung, ungünstiger
Kindslage o. a. bei der die Gebärmut¬
ter durch die Bauchdecke geöffnet
wird
Kai|ser)stadt: die; - ; -Städte Stadt, die
Sitz eines Kaisers ist, war
Kai|ser|tum: das; -(e)s; -tümer 1 o. PI.
<Pol.» Staats-, Regierungsform, bei
der ein Kaiser regiert, Staatsober¬
haupt ist 2 [selten] von einem Kaiser
regiertes Reich
Ka]jseiiw0t|ter: das; -s; - [ugs.; scherzh.]
besonders schönes Wetter mit Son¬
nenschein (bei einer Veranstaltung
o. ä.)
Ka|jak: <Inuit> der u. das; -s; -s a) oneist
hist.» Boot der Eskimos b) Sportpad¬
delboot
Ka|jü]te: die; - ; -n [seemannssprl.]
Wohnraum auf Schiffen
Ka|ka|du/Ka|ka|du: der; -s; -s von Au¬
stralien bis Celebes u. auf den Philip¬
pinen heimische Sippe der Papageien¬
familie in unterschiedlichen Größen
u. Fiederungen, mit aufrichtbarer Fe¬
derhaube und kurzem Schwanz
Ka|kao: <mexik.-span.> /kakau/ der; -s; -
1 a) bohnenförmige tropische Frucht,
die zur Herstellung von Schokolade
genutzt wird »Kakaobohne« b) Pflan¬
ze, Baum, die Kakao als Samen her¬
vorbringt 2 a) gemahlene Kakaoboh¬
nen b) Getränk aus gemahlenen Ka¬
kaobohnen, gemischt mit Milch od.
Wasser u. Zucker 3 jmdn. durch den
Kakao ziehen: [ugs.] jmdn. lächerlich
machen, ihn verulken
Ka|kao|baum: <mexik.-span.; du /ka¬
kau-/ der; -<e)s; -bäume in den Tro¬
pen heimischer Baum mit roten, led-
rig-holzigen Früchten, deren bohnen¬
förmige Samen zu Kakao weiterver¬
arbeitet werden
Ka|kao|be|stand|tei|ie —» Ka|kajo|be|-
stand|tei|le: mexik.-span.; du /ka¬
kau-/ die (PI.) in (Tafel-)SchokoIade
enthaltener Anteil an Kakaomasse u.
Kakaobutier (in Prozentangaben)
Ka|kao|boh|ne: mexik.-span.; dt.> /ka¬
kau-/ die; - ; -n brauner Samen der
Früchte des Kakaobaumes
Ka|kao|but]ter mexik.-span.; du /ka¬
kau-/ die; -; - Pflanzenfett, gewonnen
aus Kakaobohnen, das für die Her¬
stellung von Schokolade u. Cremes
verwendet wird
Ka|kao|mas|se: mexik.-span.; du /ka¬
kau-/ die; - ; -n durch Mahlen von
Kakaobohnen gewonnene Masse als
Grundlage zur Herstellung von Scho¬
kolade u. Kakaopulver
Ka|kao|plan|ta|ge: <mexik.-span.; fr.>
/kak§u-/ die; - ; -n Plantage, großer
landwirtschaftlicher Betrieb, auf der/
dem Kakao angebaut wird
Ka|kao|pul)ver. <mexik.-span.; lau /ka¬
kau-/ das; -s; - gemahlene Kakaoboh¬
nen
ka|keln: kakelst; kakeltest; hast geka¬
kelt 1 <Huhn> [norddt.] mehrfach
nacheinander hoch, kehlig, kurz u.
zwischendurch langgezogen gackern
2 [ugs.] sich mit jmdm. über (meist)
unwichtige Dinge unterhalten
Ka|ker|lak: der; -s u. -en; -en/[ugs.] Ka|-
ker|la|ke: die; - ; -n a) kleines dunkel¬
braunes bis schwarzes Tier, das als
Ungeziefer gilt; Küchenschabe b)
(lichtempfindliches) Tier mit fehlen¬
der Farbstoffbildung
—> Ka|ko|fo|nie: s. Kakophonie
—> ka|ko|fp]nisch: s. kakophonisch
Ka|ko|pho|nie —> auch Ka|ko|fo|nie:
<gr.> /kakofoni/ die; - ; -n jkakofonfnl
(Musik» Mißklang; schlecht klingende
Tonfolge
ka|ko|php|nisch —» auch ka|ko|fo|-
nisch: /kakofonisch/ Adj. n. stg.
[fachsprl.] der Harmonielehre wider¬
sprechend; mißklingend
Kakftee: igr.-lato /kakte2/ die; ~ ; -n Säu¬
len- od. kugelförmige Pflanze, meist
mit Domen, die in Trockengebieten
vorkommt u. sehr lange Wasser spei¬
chern kann
Kakjtus: igr.-lato der; - u. [ugs. u.
österr.J -ses; Kakteen u. [ugs.] -se
Säulen- od. kugelförmige Pflanze,
meist mit Dornen, die in Trockenge¬
bieten vorkommt u. sehr lange Was¬
ser speichern kann
Ka|la|mi|tät: dato die; ~ ; -en 1 Verlegen¬
heit, in der sich jmd. befindet; Übel¬
stand; Notlage 2 <Bio.» Pflanzenscha¬
den aufgrund von Schädlingen od.
schädlichen Natur-, Wetterereignis¬
sen
ka|la]schen: kalaschst; kalaschtest; hast
kalascht [landsch.] jmdn. schlagen,
hauen, verprügeln
Kajlau|er: der; -s; - nicht sehr geistrei¬
cher Wortwitz
ka|lau|ern: kalauerst; kalauertest; hast
gekalauert nicht sehr geistreiche Wit¬
ze machen
Kalb: das; -(e)s; Kälber 1 Junges von
Rindern, Rotwild u. a. Tieren »Die
Elefantenkuh hat ein Kalb bekom¬
men.« 2 <Kochk.> Fleisch vom jungen
Rind 3 [ugs.] naiver, einfältiger
Mensch 4 Kalb Moses: [ugs.] Person,
die ungeschickt u. etw. dumm ist »So
ein Kalb Moses, der läßt auch alles mit
sich machen.« 5 a) um das Goldene
Kalb tanzen: [geh.] geldgierig sein,
das Geld, den Reichtum anbeten b)
der Tanz um das Goldene Kalb: Gier
nach Geld, der auf alle möglichen Ar¬
ten Ausdruck gegeben wird »Er kennt
keine Rücksicht, nur den Tanz um das
goldene Kalb.«
kal|ben: kalbt; kalbte; hat gekalbt 1 ein
Kalb werfen, gebären »Die Kuh hat
schon mehrmals gekalbt.« 2 Geogra¬
phie; Gletscher o. ä.» große Stücke Eis
abbrechen u. forttreiben (lassen)
Kal|be|rei/Käl|be|rei: die; - ; -en [ugs.]
ausgelassenes, albernes, nicht verant¬
wortungsvolles Handeln, Benehmen
kal|bern: kalberst; kalbertest; hast ge-
~kalbert 1 [ugs.] sich albem, ausgelas¬
sen benehmen »Kinder, hört doch mal
endlich auf zu kalbern.« 2 <Kuh>
[Schweiz.] ein Kalb werfen, zur Welt
bringen, Syn.: kalben
Kalbfleisch: das; -(e)s; - <Kochk.»
Fleisch eines geschlachteten Kalbes,
jungen Rindes
Kalbs|bra|ten: der; -s; - Braten, gebra¬
tenes Fleischstück aus Kalbfleisch
Katbs(fri|kas|see: das; -s; - Gericht aus
gekochtem Kalbfleisch mit einer hel¬
len, säuerlichen Soße
Kalbs|hach|se/[süddt.] Kalbs|ha|xe:
die; ~ ; -n unterer Teil des Beines vom
Kalb »Er aß gegrillte Kalbshachse.«
Kalbsjkopf: der; -(e)s; -köpfe 1 Kopf
von einem geschlachteten Kalb als
Speise zubereitet 2 [ugs.] dummer,
naiver Mensch
Kalbs|le|ber]wurst: die; • ; -wurste feine
Streichwurst, hergestellt aus Kalbs-
u. Schweineleber
Kalbs|me|dail|lon: das; -s; -s kleine, run¬
de od. ovale, kurz in der Pfanne ge¬
bratene Kalbfleischscheibe (aus der
Lende)
Kalbs|schnit|zel: das; -s; - dünne Kalb¬
fleischscheibe, die häufig paniert u. in
der Pfanne gebraten wird
Kalbsfsteak: das; -s; -s qualitativ hoch¬
wertige Fleischscheibe vom Kalb (die
meist nur kurz gebraten wird)
Kal|da|ri|um/Cal|da|ri|u(n: dato das; -s;
Kaldarien/Caldarien 1 <hist.» Warm¬
wasserbad im antiken Rom 2 [veralt.]
geheiztes Gewächshaus
Ka|lei|do|skop —=► Ka|lei|dojs|kpp: igr.-
lato das; -s; -e a) fernrohrähnliches
Spielzeug, bei dem beim Drehen ver¬
schiedene bunte Bilder, Muster o. ä.
zu sehen sind b) lebendige, bunte (Bil-
der-)Folge
Vca|tei|do|skpjpisch —> ka|lei|do)s|ko|-
pisch: Adj. 1 ein Kaleidoskop, ein op¬
tisches Spielzeug betreffend, bei dem
beim Drehen verschiedene bunte Bil¬
der, Muster o. ä. zu sehen sind, an ein
solches erinnernd, ihm zuzuordnen 2
ständig wechselnd in bunter Folge
»kaleidoskopische Eindrücke, Farben,
Bilderfolgen«
ka|(en|da|risch: dato Adj. n. stg. nach
dem Kalender
Ka|len|dajri|um: dato das; -s; Kalenda¬
rien jkalendari‘nj 1 Verzeichnis der
Tage eines "Jahres, gegliedert nach
Wochen, Monaten o. ä. 2 christliche
Kirche» offizielles Verzeichnis der
kirchlichen Gedenk- u. Festtage 3
<hist.> im antiken Rom Verzeichnis
597
Kalender
der Zinsen, Schulden, die am I. des
Monats fällig waren
Ka|len|der: dat» der; -s; • 1 System der
Zeitrechnung (mit Hilfe astronomi¬
scher Einheiten, wie Jahr, Monat,
Tag) 2 Verzeichnis des Jahres, das
nach Tagen, Wochen u. Monaten ge¬
ordnet ist 3 (sich) etw. (rot) im Kalen¬
der anstreichen (müssen): [oft iron.]
etw. ist ein besonderes, bemerkens¬
wertes Ereignis »Er hat freiwillig ab¬
gewaschen, das muß ich mir rot im Ka¬
lender anstreichen.«
Ka|len|der|blatt: das; -(e)s; -blätter ein¬
zelnes Element, Blatt eines Kalen¬
ders, auf dem ein Tag, eine Woche,
ein Monat verzeichnet ist
Ka|tenfder|block: der; -(e)s; -s u.
-blocke zu einem Abreißkalender zu¬
sammengefaßte Kalenderblätter
Ka|ten|der|jahr: das; -(e)s; -e Zeit vom
1. Januar bis zum 31 • Dezember »Das
Geschäftsjahr stimmt mit dem Kalen¬
derjahr nicht immer überein.«
Ka|len|derjwo|che: die; - ; -n Woche
von Montag bis Sonntag
Kal)fak]ter: <lat.> der; -s; - weibl. [sel¬
ten) Kal|fak)te|rin: die; - ; -nen jmd.,
der Hilfsdienste verrichtet (auch als
Gefangener im Gefängnis), Syn: Kal¬
faktor
Kal|fak|tor. <lat.> der; -s; Kalfaktoren
weibl. [selten] Kaltfakfto|rin: die; - ;
-nen jmd., der Hilfsdienste verrichtet
(auch als Gefangener im Gefängnis),
Syn: Kalfakter
Kal(fajte(ruiig: die; - ; -en [fachsprl.] Ab¬
dichtung der Fugen eines Holzschif¬
fes
Ka|li: das; -s; -s (PL s.) 1 (Geologie;
Chemie) natürlich vorkommendes
Kalisalz, besonders verwendet als
Dünger 2 kurz für Kalium = sehr
weiches Alkalimetall, welches in der
Natur nur in Verbindungen vor¬
kommt
Ka|KJber. <gr.-arab.-fr.> das; -s; -1a) in¬
nerer Durchmesser von Rohren (be¬
sonders von Läufen von Feuerwaf¬
fen) bzw. äußerer Durchmesser von
Geschossen, Kugeln b) Meßgerät für
Kaliber (a) 2 [ugs.] Beschaffenheit;
Art »Dieser Film ist von einem anderen
Kaliber. ♦ Er ist ein Mann gefährlichen
Kalibers.« 3 [fachsprl.} Größe u.
Form eines Uhrwerks, einer Uhr 4
<Technik> Abstand zwischen den Wal¬
zen in einem Walzwerk
ka|K|bne|ren —» ka|li|b|rie|ren: <gr.-
arab.-fr.> kalibrierst; kalibriertest;
hast kalibriert [fachsprl.] 1 <Technik;
Waffen) das Kaliber, den inneren
Durchmesser von Rohren o. ä., be¬
sonders des Laufes von Feuerwaffen
genau bestimmen, messen 2 <Technik>
a) genau ausrichten b) auf eine ge¬
normte, einheitliche Größe bringen 3
durch Vergleichen von Meßdaten mit
geeichten Instrumenten prüfen u. ju¬
stieren
Kalk: dat» der; -(e)s; - 1 <Geologie;
Chemie) Kalziumkarbonat, das na¬
türlich als Kalkstein, Kreide, Mar¬
mor vorkommt 2 aus Kalkstein ge¬
wonnener pulveriger Stoff »Der Bo¬
den wurde mit Kalk versetzt.« 3 <Med.>
Kalzium in Knochen 4 bei jmdin. rie¬
selt schon der Kalk (aus der Hose):
[ugs.] eine Person wird alt u. senil
Kalk|ab|la|ge|nmg: die; - ; -en 1 <Med.>
Ablagerung von Kalkkristallen im
Körpergewebe, Adern 2 Ablagerung
von Kalkstein
Kalk|bo|den: der; -s; -böden Erde, Bo¬
den, der stark kalkhaltig ist
Kalk|dün|gert der; -s; - vor allem aus
Kalzium bestehendes Düngemittel
kal|ken: kalkst; kalktest; hast gekalkt 1
etw. mit einer Mischung aus gelösch¬
tem Kalk u. Wasser weiß streichen 2
etw. mit Kalkdünger düngen, Syn.:
<1> kalken
kfjl|ken: kalkst; kalktest; hast gekalkt 1
(Jagd; Bio.; Greifvögel) Exkremente
ausscheiden 2 [landsch.] etw. mit einer
Mischung aus Wasser u. gelöschtem
Kalk (weiß) streichen
kalk|hat|tig: Adj. (viel) Kalk beinhal¬
tend »Das Wasser ist sehr kalkhaltig.«
kal|kig: Adj. 1 dem Kalk ähnlich im
Farbton; blaß, fahl »Er hat eine kalki¬
ge Hautfarbe.« 2 weiß, weißlich ge¬
färbt von Kalk 3 (viel) Kalk enthal¬
tend, beinhaltend »Das ist ein kalki¬
ger Boden.«
Kalk|man|gel: der; -s; - 1 <Med.> Feh¬
len, Mangel, Defizit an Kalzium im
(menschlichen) Körper »Kalkmangel
kann mit Medikamenten behandelt
werden.« 2 Mangel, Defizit an Kalk in
etw. »Der Kalkmangel des Bodens
kann mit Kalkdünger ausgeglichen
werden.«
Kalk|stein: der; -(e)s; -e (Geologie) Se¬
dimentgestein (vor allem aus Kalk¬
spat, Kalzit), das sich im (Meer-)
Wasser abgesetzt hat
Kal|kül: <lat.-fr.> das u. der; -s; -e a) der
(Math.) Methode der Rechenoperati¬
on, Berechnung von etw. b) Überle¬
gung, die eventuell eintretende Ereig¬
nisse einbeziehen will c) jmd. zieht
etw. ins Kalkül: jmd. erwägt etw. als
(Handlungs-)Möglichkeit
Kal|ku|la|tl|pn: <Iat.> /kalkulazion/ die;
- ; -en 1 (Wirt.) Berechnung der vor¬
aussichtlich entstehenden Kosten für
ein Handelsgut, Produkt o. ä. »Bevor
wir dieses Projekt beginnen, benötigen
wir eine genaue Kostenkalkulation.« 2
(Einschätzung hinsichtlich etw.
Das mußt du bei deiner Kalkulation
bedenken. ♦ Meiner Kalkulation nach
dauert die Fahrt etwa 6 Stunden.«
Kal|ku|la|tor der; -s; Kalkulatoren
weibl. Kal|ku|la|tp|rin: die; - ; -nen 1
Berufsbezeichnung für einen kauf¬
männischen Angestellten im Rech¬
nungswesen eines Betriebes 2 jmd.,
der seine Handlungsweise vorher ge¬
nau einschätzt, berechnet
kal|kti|IJer|bar: Adj. berechenbar, etw.
ist vorauszusehen »Das ist ein kalku¬
lierbarer Verlust.«
kal|ku|l|e|i«n: dato kalkulierst; kalku¬
liertest; hast kalkuliert a) (Wirt.) für
etw. nach voraussichtlichen Daten
berechnen; veranschlagen; abschät¬
zen »Ich kalkuliere mit niedrigen Prei¬
sen.« b) rechnen mit; hoffen auf »Ich
kalkuliere darauf, daß die Preise fal¬
len. ♦ Ich kalkuliere mit seiner Hilfe.«
Kalk[was|ser. das; -s; - (Chemie) Lö¬
sung von Kalziumhydroxid in Wasser
(als Arzneimittel)
kalk)weiß: Adj. a) völlig weiß, ohne bun¬
te Farbe b) sehr blaß, bleich (vor
Schreck, Angst o. ä.)
—j. Kal|li|graf/Kal|li|gratfin: s. Kali¬
graph
—» Kal|li|gra|fie: s. Kaligraphie
Kal|li|graph —»■ auch Kal|li|graf: <gr.>
/kailigraf/ der; -en; -en weibl. Kal|li|-
gra|phin —» auch Kal|li|gra|fin: die;
- ; -nen jmd., der künstlerisch, schön
schreibt
Kal|li|gra|phte —» auch Kal|li|grajfie:
<gr» /kalllgrafi/ die; - ; - Schön¬
schreibkunst
Kal|liojpe —* Ka!|li|o|pe: <gr.> die; • ; -
(Mythologie) Muse der Dichter
kal|lös: <lat.> Adj. 1 (Med.; Bot.) überzo¬
gen von Kallus, neugebildetem Gewe¬
be nach Verletzungen (bei Menschen
u. Pflanzen) 2 (Med.; Haut) schwielig,
verdickt
Ka|to|rte: dat.-fr.> die; - ; -n jkalorim/
physikalische Wärmeeinheit; früher
Maßeinheit für den Energie-, Nähr¬
wert von Lebensmitteln (die in der
Umgangssprache auch heute noch ge¬
bräuchlich u. üblich ist)
Ka|lo|ri|me)ter. <lat.-fr.> das; -s; - (Phy¬
sik) Gerät, mit dem Wärmemengen
bestimmt werden können
Ka|lo|ri|me|trie —» Ka|lo|ri|me|t|rig:
dat.-fr.) die; - ; - (Physik) Wissen¬
schaft, Lehre von der Wärmemengen¬
messung
Ka|iotjte: dat.-it.-fr.) die; - ; -n 1 (Math.;
Geometrie) Kappe od. Haube einer
Kugel 2 (Anat.; Med.) Schädeldecke 3
(Archit.) flache Kuppel 4 a) dcath.
Kirche) Pileohis; Scheitelkäppchen,
das katholische Geistliche tragen b)
(hist.) Netzhaube; im 15. u. 16. Jhd.
getragene Kappe aus wollenen od.
seidenen Schnüren, Kopftracht für
beide Geschlechter (unter Helmen
od. Baretten)
kalt: Adj. kälter; kälteste 1 nicht warm
od. heiß, sondern von geringer
Temperatur 2 (Ausstrahlung) ohne
Gefühl; nüchtern »Ihr Verhalten mir
gegenüber war kalt.« 3 kalter Bauen
[derb] Sperma 4 Kalter Krieg —* kal¬
ter Krieg: Politik zweier Machtblök-
ke, die sich feindlich gegenüberste¬
hen, verhalten, ohne daß es zum mili¬
tärischen Kriegsausbruch kommt 5
kalter Schlag: Blitz, der nicht einge¬
schlagen ist 6 kalt wie eine Hunde¬
schnauze sein: [ugs.] kein Mitleid,
Mitgefühl haben 7 kalte Ente: ein Er¬
frischungsgetränk mit Zitrone
—* kalt blei|ben: s. kaltbleiben
—* kaltlasfsen: s. kaltlassen
—> kalt stellen: s. kaltstellen
kalt|blei|ben —> kalt blej|ben: bleibst
kalt; bliebf ejst kalt; bist kaltgeblieben
—>bist kalt geblieben<— [ugs.]
keine Regung seiner Gefühle zeigen
Katt|blut: das; -(ejs; -e Pferd(erasse),
dem, der nicht viel Temperament zu¬
gesprochen wird
Kalt|blü(ter: der; -s; - wechselwarmes
Tier, dessen Körpertemperatur der
Außen-, Umgebungstemperatur an¬
gepaßt ist, entspricht
kalt|blü|tig: Adj. 1 ohne Gewissensbisse,
Angst (eine verbrecherische Tat
begehend) »Er hat die Familie kaltblü¬
tig ermordet.« 2 ohne Angst, übermä-
598
Kamillentee
ßige Gefühlsregungen unbeirrt han¬
delnd 3 als wechselwarmes Tier die
Körpertemperatur verändern kön¬
nend
Kalt|blü|tig|keit: die; ~ ; -1 a) Fähigkeit,
in einer gefährlichen, kritischen o. ä.
Situation ruhig zu bleiben, richtig zu
handeln b) [abwert.] Mangel an Mit¬
gefühl, Skrupeln
Käl|te: die; - ; - 1 niedrige (Außen-)
Temperatur 2 a) Unfreundlichkeit;
Mangel an Anteilnahme b) Ungemüt¬
lichkeit, die etw. ausstrahlt
käl[te|be|stän|dig: Adj. n. stg. unemp¬
findlich, resistent, widerstandsfähig
gegen Kälte od. vor Kälte geschützt
»Dieses Material kann auch im Winter
draußen gelagert werden, es ist kälte¬
beständig.«
Käl|te|grad: der; -(e)s; -e 1 in Grad an¬
gegebene Kältetemperatur »Der Käl¬
tegrad bei der Tiefkühltruhe beträgt
-18 °C.« 2 [ugs.] Temperaturen unter
dem Gefrierpunkt
käl|ten: kältet; kältete; hat gekältet bei
jmdm. das Gefühl von (als negativ
empfundener) Kälte erzeugen »Dieses
Material mag ich nicht, das kältet auf
der Haut.«
Käl|te|pe|ri|ode —* Kältte|pefri|o|de:
die; - ; -n längerer Zeitraum, in dem
kaltes Wetter herrscht
Käl|te|star|re: die; - ; -n <ZooL> Herab¬
setzung des Stoffwechsels (bei Kalt¬
blütern) bei tiefen Temperaturen, die
zu einer Muskelstarre führt
Kal|te|step|pe: die; ~; -n Tundra; baum¬
lose Steppe in kalten nördlichen Ge¬
bieten
Kfl)te|tech|nik: die; ~ ; -en technischer
Bereich, der sich mit der Produktion
künstlicher Kälte u. den dafür benö¬
tigten Maschinen befaßt, beschäftigt
Käl|te]tod: der; -(e)s; -e Tod durch Er¬
frieren
K£l|te|wel|le: die; - ; -n längerer Zeit¬
raum, in dem starke Kälte herrscht
»Der Wetterbericht hat eine Kältewel¬
le vorhergesagt.«
Kalt|ffont: die; - ; -en (Meteorologie)
Endlinie eines Gebietes mit kalter
Luft
kalt|herjzig: Adj. nicht fähig zu Freund¬
schaft od. Liebe; gefühllos handelnd
kalt|las|sen —» kalt las|sen: läßt kalt;
ließtes)t kalt; hast kaltgelassen
—>hast kalt gelassen ♦ alle Gegen¬
wartsformen mit ss*.— [ugs.] seelisch,
innerlich unberührt bleiben »Deine
Vorwürfe lassen nach kalt.«
Kalt|mam|sell: die; - ; -s Angestellte, die
in einem Restaurant o. ä. die kalten
Speisen zubereitet, anrichtet
Katt|mi«|te: die; - ; -« Miete, Preis, den
man für die Nutzung einer Wohnung,
eines Hauses o. ä. zahlen muß, ohne
die Kosten für die Heizung u. a. Ne¬
benkosten, die umgelt werden
KaK|scha|le: die; - ; -n süße Suppe
(meist mit Obst), die kalt serviert wird
kattjschnäulzig: Adj. [ugs.] ohne Mitge¬
fühl, innere Teilnahme; völlig gleich¬
gültig gegenüber anderen »Er hat ihre
Bitte kaltschnäuzig zurückgewiesen.«
kalt]schwei|Ben: nur im Infinitiv u. Par¬
tizip II, Perfekt gebraucht: hast kalt¬
geschweißt (Metallbearbeitung» me¬
tallische Werkstoffe ohne Hitze,
durch sehr hohen Druck verschwei¬
ßen
Kattjstart: der; -(e)s; -s (Kraftfahrzeug)
Start, Inbetriebnahme bei niedrigen
Temperaturen mit kaltem Motor
kalt|stel|len: stellst kalt; stelltest kalt;
hast kaltgestellt a) —> kalt stellten
—>hast kalt gestellt*— etw. zur
Kühlung an einen Ort (z. B. in den
Kühlschrank) stellen, legen b) jmdn.
seiner Macht berauben; jmdn. für
sich unschädlich machen »Er hat sei¬
nen Konkurrenten kaltgestellt.«
Kaltjwel|le: die; - ; -n Dauerwelle, die
mit Hilfe chemischer Substanzen u.
ohne Wärmeeinwirkung, Erwärmung
der Lockenwickler gemacht wird
Kal|va|ri|en[berg: dato /kalwarim-/ der;
-(ejs; -e(kath. Kirche) Nachbildung
Golgathas, besonders an katholi¬
schen Wallfahrtsorten, in Form eines
Hügels mit Kreuzwegstationen
Kal|yill/Kal|vU|le: (fr.) /kalwill/ der; -s; -
u. -en aromatischer, fein säuerlich
schmeckender Tafelapfel
Kaljvi|nis|mus/Cal)vi|nis|mus: /kalwi-
mßmüß/der; - ; - evangelisch refor¬
mierte Glaubenslehre des Genfer Re¬
formators J. Calvin
Kal|vi|nist/Cal|vi|nist: /kalwinißt/ der;
-en; -en weibl. Kal|vi|n||stin/Cal|vi|n||-
stin —» Kalfvi|n]s|tin/Cal|vi|njs|tin:
die; - ; -nen jmd., der den Kalvinis¬
mus vertritt, Anhänger(in) des Kalvi¬
nismusist
Ka|lgp|so: /kalüpso/ die; - ; - (meist o.
Art. gebraucht) griechische Nymphe
Kal|zi|um/[fachsprl.] Caljzi|um: dal.-
engh das; -s; - (Chemie) chemisches
Element; fachsprachliches Kürzel
Ca.; silberweißes, glänzendes, (ähn¬
lich dem Blei) sehr weiches Leichtme¬
tall; in trockener Luft stabil, oxydiert
bei Feuchtigkeit, daher in der Natur
nur in Verbindungen vorkommend
Kam|bi|um/Cam|bijum: dato das; -s;
Kambien/Cambien jkqmbhnj Pflan¬
zengewebe, das die Breitenausdeh¬
nung, das Dickenwachstum bei Na¬
delbäumen u. zweikeim blättrigen
Laubbäuraen bewirkt
Ka|mee: dt.-fr.) die; ~ ; -n Figur, Por¬
trait o. ä., die als Relief aus (Halb-)
Edelstein geschnitzt ist
Ka|mel: <gr.> das; -(e)s; -e 1 Schwielen-
sohler, in den Gattungen Trampel¬
tier, Dromedar u. Lama vorkommen¬
des, genügsames u. widerstandsfähi¬
ges Säugetier (im allgemeinen Sprach¬
gebrauch Bezeichnung für das zwei¬
höckrige Trampeltier) 2 [abwert.]
dummer Mensch
Ka|mel|dom: der; -(e)s; -e afrikanischer
Domenbaum, der zur Gattung der
Akazien gehört
Ka|mel|haan das; -s; - Stoff, Gewebe
aus den Haaren der Kamele, das zu
Mänteln, Decken u. ä. verarbeitet
wird
Ka|mel|haarjdecke (Ka|mel|haar|dek|>
ke—»• Ka|mel|haarjde|cke): die; ~; -n
Decke aus Gewebe, das aus Kamel¬
haaren hergestellt ist
Ka|mel|le: die; - ; -n 1 [landsch.] (Kara-
mel-)Bonbon 2 etw. ist eine alte
Kamelle: etw. ist bereits bekannt, eine
alte Geschichte
Ka|mel|trei|ber: der; -s; - weibl. Ka|-
mel|trei|be|rin: die; -; -nen 1 jmd., der
Kamele führt u. hält 2 [ugs.; abwert.;
beleidigend] Araber(in)
Kajmejra: dato die; - ; -s Aufnahme-,
Produktionsgerät für Film u. Fotos
Kajmejrad: dat.-it.-fr.) der; -en; -en
weibl. Ka|me|igjdin: die; - ; -nen mit
jmdm. eng (u. freundschaftlich, kolle¬
gial), durch gemeinsame Tätigkeiten
(besonders beim Militär), Interessen
u. a. verbundene Person; Gefährte/
Gefährtin
Ka|me|rad|schaft: dat.-it.-fr.; dt.) die;
- ;-en 1 o. PI. Verhältnis zwischen gu¬
ten Kameraden, zwei (od. mehreren)
guten Freunden 2 Gruppe, Gemein¬
schaft von Kameraden
ka|fne|rad|schaft|lich: dat.-it.-fr.; dt.>
Adj. be-, gegründet auf Kamerad¬
schaft; einer Kameradschaft entspre¬
chend, angemessen
Ka|me|rad|schafts|geisL* dat.-it.-fr.;
dto der; -(e)s; - von Kameradschaft
zeugendes Verhalten, geprägte Ein¬
stellung
Ka|me|ra|ein|stel[lung: dat.; dt.) die; - ;
-en 1 (Film) Handlungseinheit ohne
Schnitt 2 (Film; Foto) technische Ein¬
stellungen der Kamera
Ka|me|ra(füh|rung: dat.; dt.) die; ~ ; -en
(Film> Art u. Weise der (künstleri¬
schen) Handhabung der Kamera, der
Kameraregie
Ka|mejra|li|stik —* Ka|me[ra|lis|tik:
dat.) die; ~ ; - (Wirt.) a) besondere
Form der Rechnungsführung, die den
Vergleich der Einnahmen u. Ausga¬
ben mit dem Haushaltsplan in den
Vordergrund stellt b) [veralt.] Finanz¬
wissenschaft
Ka|me|ra|mann: dat.; dt.) der; -es; -män¬
ner u. deute weibl. Ka]me[ra|frau: die;
*; -en (Beruf) Person, die bei Filmauf¬
nahmen die Kamera bedient u. dazu
ausgebildet ist
Ka|me|ra|rejcor(der: dat.-engl.) der; -s; -
Kamera zum Aufnehmen von Filmen
u. Abspielen über ein Fernsehgerät;
Videokamera mit Recorderteil
ka|me|ra|scheu: dal.; dt.) Adj. kamera¬
scheuer; kamerascheu(e)ste nur un¬
gern fotografiert, gefilmt werdend
Ka|tne|ra|team: dat.; engl.) das; -s; -s
Team, das für die Kameraarbeit zu¬
ständig ist
Ka|mi|ka|ze: (jap.) der; - ; - (Milit.;
hist.) jmd. (japanischer Kriegsflieger
im Zweiten Weltkrieg), der sich frei¬
willig mit seinem als Bombe konstru¬
ierten Flugzeug auf den Feind (meist
auf ein Schiß) stürzt u. selbst dabei
umkommt
Ka|m|l|le: <gr.-lat.> die; - ; -« wild wach¬
sende Heilpflanze mit weißen Blüten¬
blättern u. gelber Blütenmitte
Ka|mjl|len|bad: (gr.-lat.; dt.) das; -(e)s:
-bäder a) Dampfbad, bei dem der
Dampf von einem Aufguß mit ge¬
trockneten Kamillenblüten intensiv,
gezielt in die Atemwege aufgenom¬
men wird b) Bad mit einem Zusatz
von Kamillenöl, -extrakt
Ka|mil|lenjblü|te: <gr.dat.; dl.) die; - ; -n
weiß-gelbe Blüte der Kamillenpflanze
Ka|mH|len[tee: (gr.-lat.; chin.-malai.-
niederl.) der; -s; -s aus den getrockne¬
ten Blüten der Kamille aufgebrühter
599
Kamin
(entzündungshemmender, krampflö¬
sender) Tee
Ka|m[n: <gr.-lat> der u. [Schweiz.) das;
-(e')s; -e 1 [süddt.] Schornstein 2 ein¬
gebaute offene Feuerstelle in einem
Zimmer 3 schmale Felsspalte im Ge¬
birge
Ka|mjn|fe|ger: (gr.-lat.; dt.> der; -s; -
weibl. Ka|mln|fe|ge|rin: die; - ; -nen
[süddt.] Schomsteinfeger(in), der/die
den Kamin eines Hauses von Ruß u.
ä. säubert
Ka|min|feu|er: <gr.-lat.; dt> das; -s; - of¬
fenes Feuer in einer eingebauten offe¬
nen Feuerstelle in einem Wohnraum
ka|mi|nie|ren: <gr.-lat.> kaminierst; ka-
miniertest; hast kaminiert <Sport;
Bergsteigen) in einem Kamin, einer
schmalen Felsspalte im Gebige klet¬
tern
Ka|min|keh|rer: <gr.-lat.; dt.> der; -s; -
weibl. Ka|mjn|keh|re|rin: die; - ; -nen
[süddt.] Schomsteinfeger(in), der/die
den Kamin eines Hauses von Ruß
säubert u. ä.
Ka|min|sims: tgr.-lat.; du der u. das;
-es; -e Sims, waagerechter Vorsprung
über einem Kamin
Kamm: der; -(e)s; Kämme 1 schmales,
längliches Horn-, Plastikstück mit
vielen Zinken (zum Ordnen der Haa¬
re) »Ich habe meinen Kamm verloren.«
2 oberster Teil einer Welle 3 oberster
Bereich, Spitze einer Bergkette »Wir
wanderten über den Kamm der Berge.«
4 a) Hautlappen am Kopf von Hüh¬
nervögeln »Der Hahn stellte seinen
Kamm auf.« b) Federn auf dem Kopf
bestimmter Vogelarten, die steil nach
oben aufgerichtet werden können 5
Nackenteil bei Schlachtvieh (beson¬
ders bei Schweinen) 6 alles über ei¬
nen Kamm scheren: alles gleich gut
od. schlecht finden, keinen Unter¬
schied machen »Man sollte nicht alle
Beamten über einen Kamm scheren.« 7
jmdm. schwillt der Kamm: [ugs.] a)
jmd. wird übermütig, großspurig, an¬
geberisch »Schon beim kleinsten Er¬
folg schwillt ihm der Kamm.« b) jmd.
wird wütend »Je länger er so unver¬
schämt redete, desto mehr schwoll mir
der Kamm.« 8 bei jmdm. liegt der
Kamm bei der Butten [ugs.] jmd. ist
unsauber, unordentlich
Kamma|cher (Kamm|ma|cher) —*■ im¬
mer mit mmm: Kamm|ma|cher/
Kamm-Majchen der; -s; • weibl.
Kamma|che|rin (Kamm|ma|che|rin)
—> immer mit mmm: Kamm|ma|-
che|rin/Kamm-Majche|rin: die; - ;
-nen <hist.> Handwerker(in), der/die
Kämme herstellt
Kämma|schi|ne (Kämm|ma|schi{ne)
—* immer mit mmm: Kämm|ma|-
schi|ne/Kämm-Ma]schl|ne: die; - ; -n
(Textilindustrie» Maschine, die mit ei¬
nem Kamm o. ä. ein Gewebe säubert
u. glättet
käm|men: kämmst; kämmtest; hast ge¬
kämmt 1 bei sich selbst od. bei jmd.
anderem mit einem Kamm das Haar
ordnen, glätten, in eine bestimmte
Form, Frisur bringen od. etw. aus
den Haaren entfernen 2 (Textilindu¬
strie» (bei Wolle, Baumwolle o. ä.) mit
einem Kamm o. ä. ein Gewebe säu¬
bern u. glätten
Kam|meR <gr.-lat.> die; - ; -n 1 kleines
Zimmer (zur Vorratshaltung) »Der
Topf steht in der Kammer.« 2 (hist.)
kleines Zimmer, in dem Dienstboten
wohnten 3 Abteilung eines Parla¬
ments, Gerichts o. ä. »Die untere
Kammer tagt erst morgen.« 4 kurz für
Kleiderkammer beim Militär 5 (Bio.»
(abgetrennter) Hohlraum in Organen
6 (Jagd» Erweiterung eines Ganges im
Bau eines Tieres 7 a) Patronen enthal¬
tender Teil einer Feuerwaffe b) das
Schloß enthaltender Teil einer Feuer¬
waffe 8 (Technik» Hohlraum in einem
technischen Gerät
Käm|mer]chen: (gr.-lat.; dt.> das; -s; -
sehr kleines Zimmer (als Abstell¬
raum)
Kam]mer]chor: <gr.-lat.> der; -(e)s;
-chöre kleiner Chor, der Kammermu¬
sik singt u. oft in jeder Stimmlage nur
einen Sänger, eine Sängerin hat
Kam|mer|die|ner: <gr.-lat.; du der; -s; -
(hist.» Diener, der einem Fürsten o. ä.
persönliche Dienste leistet
Käm|me|rer: <gr.-lat.; du der; -s; - Per¬
son, die für die Finanzverwaltung
von etw. (meist einer Kommune, ei¬
nes Vereins) zuständig ist
Kam|mertfrau: <gr.-lat.; dt.t die; - ; -en
(hist.» Dienerin, Zofe einer Fürstin o.
ä. für persönliche Dienste
Kam|mer]herr <gr.-lat.; dt.> der; -(e)n;
-en (hist.» Adeliger am Hof, zu dessen
Amt, Tätigkeitsbereich die Aufsicht
über die Wohnräume des Fürsten u.
der persönliche Dienst beim Fürsten
gehört
Kam|merp|gen <gr.-lat.; dt.> der; -s; -
weibl. [selten] Kam|mer|jä|ge|rin: die;
- ; -nen 1 jmd., der beruflich (mit che¬
mischen Mitteln) in Häusern Unge¬
ziefer bekämpft, vernichtet 2 nur
männl. Form (hist.» Jäger, der im per¬
sönlichen Dienst eines Fürsten steht
Kam|mer|kon|zerb <gr.-lat.> das; -(e)s;
-e Konzert, bei dem Kammermusik
gespielt wird
K9m|mer|lein: tgr.-lat.; dt.> das; -s; - 1
kleine Kammer 2 im stillen
Kämmerlein: [scherzh.] ganz allein
»Sie gab sich ihrem Schmerz im stillen
Kämmerlein hin.«
Kam|meijmu|sik: <gr.-lat.> die; - ; - für
eine kleinere (Instrumental-)Beset-
zung geschriebenes Musikstück
Kam|merjorjche|ster —* Kam|meijor|-
ches|ter: <gr.-lat.> das; -s; - kleines,
vorwiegend Kammermusik spielen¬
des Orchester
Kam|mer]sän|gen tgr.-lat.; dt.> der; -s; -
weibl. Kam|mer|sän|gejrin: die; - ;
-nen 1 a) o. PI. Titel, verliehen an her¬
vorragende Musiker(innen) eines
Opernhauses o. ä. b) Trägerin) dieses
Titels 2 Sänger(in), der/die Kammer¬
musik singt
Kam|mer|spiel: <gr.-lat.; du das; -(e)s;
-e 1 wenig aufwendig gestaltetes
Theaterstück mit nur wenigen han¬
delnden Personen, bei dem der Dialog
besonders wichtig ist 2 n. PI. kleines
Theater für die Aufführung von
Kammerspielen mit geringem büh¬
nentechnischen Aufwand
Kam|merjton: der; -(e)s; - der Kam¬
merton A, Bezugston mit einer Fre¬
quenz von 440 Hertz, auf dessen
Grundlage Musikinstrumente ge¬
stimmt werden
Kamm|garn: das; -<e)s; -e 1 glattes, fei¬
nes Garn (aus Wolle), das durch
Kämmen mit einer Kämmaschine ge¬
glättet wurde 2 strapazierfähiges, fe¬
stes Gewebe aus Kammgarn
Kamm|griff: der; -fe)s; -e (Sport; Tur¬
nen» beim Geräteturnen angewandter
Griff mit nach oben zeigenden Hand¬
tellern u. einander zugewandten klei¬
nen Fingern
Kamm|la|ga: die; - ; -n Gebiet eines Ge¬
birgsrückens
—*■ Kamm|ma|cher/Kamm-Ma|cher
weibl. Kammjma|che|rin/Kamm-Ma|-
che|rin: s. Kammacher(in)
—*■ Kämm|ma|schi|ne/Kämm-Ma|-
schi|ne: s. Kämmaschine
Ka|mor|ra: die; - ; - mafiaähnlicher,
süditalienischer (krimineller) Ge¬
heimbund
Kamp: <lat.> der; -s; Kämpe 1 [landsch.]
eingezäuntes Stück Land; eingehegtes
Feld 2 (Forstwirt.» kleine (von einem
Zaun begrenzte, geschützte) Baum¬
schule
Kam|pa]gne —»• Kam|pajg|ne: dat.-it.-
fr.> /kampanje/ die; - ; -n Aktion, die
zu einem bestimmten Zweck durchge¬
führt wird »Werbekampagne«
Kampf: der; -(e)s; Kämpfe 1 a) sport¬
liche od. militärische Auseinander¬
setzung b) starkes Einsetzen für ein
bestimmtes Ziel »der Kampf gegen
die Menschenrechtsverletzungen« 2
jmdm., einer Sache den Kampf
ansagen: etw. nicht einfach hinneh¬
men, sich gegen etw. od. jmdn. ener¬
gisch zur Wehr setzen »Diesen Mi߬
ständen muß man endlich mal den
Kampf ansagen.« 3 einen Kampf mit
sich selbst austragen: sich nicht, nur
schwer entscheiden können
Kampf jab|stim|mung: die; - ; -en (Pol.»
Abstimmung zwischen zwei Möglich¬
keiten, die von zwei gegensätzlichen
Gruppen mit etwa gleichen Aussich¬
ten auf Ablehnung od. Erfolg ver¬
fochten, unterstützt werden
Kampf|an|sa|ge: die; ~ ; -n unmißver¬
ständliche Herausforderung zu einer
Auseinandersetzung
Kampf|an|zug: der; -(e)s; -anzüge (Mi¬
ßt.» Anzug eines Soldaten mit Ho¬
heitsabzeichen (in Tarnfarben) für
den militärischen Kampfeinsatz,
Kriegsfall
Kampf|be|reit|schaffa die; - ; -en Wille
u. Fähigkeit, Bereitschaft zum
Kämpfen, zur Auseinandersetzung
kampf|be|tont: Adj. kampfbetonter;
kampfbetonteste (Sport» großen kör¬
perlichen Einsatz erfordernd
kämpjfen: kämpfst; kämpftest; hast ge¬
kämpft 1 Krieg führen 2 a) sich mit
jradm., einem Gegner (Mensch od.
Tier) tätlich auseinandersetzen, um
ihn zu besiegen od. gegen etw. ange¬
hen, um es zu bezwingen »Er kämpfte
solange mit dem Einbrecher, bis dieser
aufgab.« b) sich mit jmdm. heftig
streiten, auseinandersetzen u. dabei
die verschiedensten Mittel anwenden
»Die beiden Politiker kämpfen oft mit
unfairen Behauptungen um die Wäh¬
lerstimmen.« 3 a) sich in einem Wett¬
kampf mit seinem Gegner messen b)
600
Kampfstoff
sich bei einem sportlichen Kampf
körperlich sehr einsetzen 4 sich mit al¬
len Kräften u. Mitteln für etw. einset¬
zen »Sein Verein kämpfte gegen die
Umweltverschmutzung in der Gemein'
de.« 5 etw. tun, erreichen wollen
(trotz großer Mühe od. widriger Um¬
stände) »Er kämpfte sich trotz des eisi¬
gen Windes durch den tiefen Schnee.«
6 versuchen, innerlich, seelisch gegen
etw. anzukämpfen, zu widerstehen o.
ä. »Er kämpfte schon seit Jahren gegen
seine Drogenabhängigkeit.« 7 mit sich
kämpfen: mit sich innerlich ringen,
um einen Entschluß zu fassen od. eine
Entscheidung zu treffen »Er kämpfte
mit sich, ob er ihr die Wahrheit sagen
sollte od. nicht.« 8 gegen Dummheit
kämpfen Götter selbst vergebens:
gegen Dummheit kann man nichts
machen »Du bist schon wieder auf ei¬
nen Heiratsschwindler hereingefallen,
gegen Dummheit kämpfen Götter
selbst vergebens.« 9 auf verlorenem
Posten kämpfen: jmd. ist in einer
aussichtslosen Lage »Obwohl sie wu߬
ten, daß sie auf verlorenem Posten
kämpften, stimmten sie gegen den
Atombombentest.« 10 mit offenem Vi¬
sier kämpfen: nicht versuchen, seine
Absichten zu verbergen »Selbst seine
Gegner achteten ihn, denn er kämpfte
stets mit offenem Visier.«
Kamp|fer der; -s; - grauweiße, leicht
durchsichtige organische Verbin-
düng, Masse mit stechendem Geruch
u. brennendem Geschmack, die ent¬
weder natürlich durch Destillation
aus dem Holz des Kampferbaumes
od. synthetisch aus Terpentinöl her¬
gestellt u. vorwiegend als Desinfekti¬
onsmittel od. zur Herstellung von
Medikamenten benötigt wird
Kämp|fen der; -s; - weibl. Kämpjfe|rin:
die; - ; -nen 1 Soldat(in) bei militari-
sehen Auseinandersetzungen 2 eine(r)
der Kontrahent(en/innen) bei einer
heftigen, handgreiflichen Auseinan¬
dersetzung 3 jmd., der sich für etw. .
einsetzt »Er ist ein Kämpfer für den
Frieden.« 4 <Sport> jmd., der an einem
sportlichen Wettkampf teilnimmt u.
mit einem od. mehreren Gegnern um
den Sieg kämpft 5 <Bauw.; Archit.» a)
oberer Teil einer Säule, der ein Ge¬
wölbe o. ä. trägt b) waagerechter
Trennbalken in einem Fensterrah¬
men
kämpjfe|risch: Adj. 1 einen Kampf, eine
militärische Auseinandersetzung be¬
treffend, ihm/ihr zuzuordnen, für
ihn/sie notwendig 2 sich bei einem
Wettkampf o. ä. körperlich voll ein¬
setzend »ln der zweiten Halbzeit war
die Fußballmannschaft kämpferisch
sehr stark.« 3 den Willen besitzend,
für etw. zu kämpfen, sich dafür einzu¬
setzen
Kamp|feijöl: das; -(e)s; -e Gemisch aus
Öl u. Kampfer, verwendet zu medizi¬
nischen Zwecken
kampferprobt: Adj. kampferprobter;
kampferprobteste große Erfahrung im
Kampf besitzend; im Kampf geprüft
Kampf|f8|hig|keit: die; - ; - körperliche,
lechnische Fähigkeit zu einem
Kampf, zum Kämpfen
Kampfflugzeug: das: -(e)s; -e <Milit.>
Flugzeug, das mit Waffen, ausgerü¬
stet ist (u. Einsätze gegen Ziele am
Boden fliegt)
Kampf|ge|biet: das; -(e)s; -e Gebiet, in
welchem militärische Auseinander¬
setzungen stattfinden
Kampfjgeist: der; -(e)s; - innerliche Be¬
reitschaft zum Kampf
Kampfge|mein|schaft: die; - ; -en für
od. gegen etw. kämpfende (politisch
organisierte) Gruppe, Vereinigung
» Wir bildeten eine Kampfgemeinschaft
gegen den Bau der Müllverbrennungs¬
anlage.«
Kampfgericht: das;-(e)s; -e <Sport> ei-
"nen sportlichen Wettkampf überwa¬
chende, bewertende Gruppe von
Sachverständigen, Kampfrichtern o.
ä.
Kampfge|sche|hen: das; -s; - a) <Mi)it.>
Geschehnisse bei einer militärischen
Auseinandersetzung feindlicher
Truppen b) handgreifliche (auch mit
Waffen geführte) heftige Auseinan¬
dersetzung zwischen zwei od. mehr
Gegnern c) <Sport> Austragung eines
sportlichen Wettkampfs
Kampf|ge)tiim|mel: das; -s; - a) [ver¬
hüll] alle Handlungen, das Durchein¬
ander bei einer militärischen Ausein¬
andersetzung b) [verhüll] alle Hand¬
lungen, das Durcheinander bei einer
gewaltsamen (auch mit Waffen ge¬
führten) heftigen Auseinanderset¬
zung zwischen zwei od. mehreren
Gegnern c) alle Handlungen, das
Durcheinander bei einem sportlichen
Wettkampf »Er stürzte sich in das
Kampfgetümmel.«
Kampf|ge|w)cht: das; -(e)s; -e <Sport;
Boxen; Ringen; Gewichtheben» Ge¬
wicht eines Sportlers bei Beginn eines
Wettkampfes (das ein Höchstmaß in
einer Gewichtsklasse nicht über¬
schreiten darf)
Kampfge|wühl: das; -(e)s; - a) [ver¬
hüll] alle Handlungen, das Durchein¬
ander bei einer militärischen Ausein¬
andersetzung b) [verhüll] alle Hand¬
lungen, das Durcheinander bei einer
gewaltsamen (auch mit Waffen ge¬
führten) heftigen Auseinanderset¬
zung zwischen zwei od. mehreren
Gegnern c) alle Handlungen, das
Durcheinander bei einem sportlichen
Wettkampf
Kampfbahn: der; -fe)s; -höhne 1 für
den Hahnenkampf abgerichteter
Hahn 2 m. PI. [ugs.; oft scherzh.]
jmd., der leicht zum Streiten bereit
ist, sich oft, gerade prügelt
Kampfhand[lung: die; - ; -en (m. PI.)
einzelne Handlung während einer
größeren militärischen Auseinander¬
setzung
Kampfkraft: die; - ; - alle im Kampf
ersetzbaren Fähigkeiten, Möglich¬
keiten an Menschen u. Material
Kampflied: das; -(e)s; -er Lied, das von
(politischen) Gruppen zur Agitation,
als Erkennungslied o. ä. genutzt wird
u. dessen Text vom Kampf für bzw.
gegen etw. handelt
Kampf|ii|nie: die; - ; -n <Milit.> vorder¬
stes Kampfgebiet, Front bei einer mi¬
litärischen Auseinandersetzung
kampflos: Adj. n. stg. ohne Kampf, Ge-
"genwehr; widerstandslos
Kampflust: die; - ; - Wunsch, Bereit¬
schaft zum Kampf
Kampfmaß|nahjme: die; - ; -n (m. PI.)
gegen andere gerichtete Handlung,
die eine (politische, tarifliche) Ausein¬
andersetzung beeinflussen soll »Der
Streik ist eine gewerkschaftliche
Kampfmaßnahme.«
Kampfmitftel: das; -s; -1m. PI. <Völ¬
kerrecht; Milit.» Mittel, Waffe o. ä.,
das/die in einem bewaffneten Kon¬
flikt eingesetzt wird, werden kann 2
gegen den Gegner gerichtete Hand¬
lung, die eine (politische, gewerk¬
schaftliche) Auseinandersetzung be¬
einflussen soll
Kampfmojraf: die; - ; - innere Einstel¬
lung, Bereitschaft zum Kampf
Kampfpa|ro|ie: die; - ; -n <Pol> Parole,
Leitspruch, Motto mit der/dem man
zu einer politischen, gewerkschaftli¬
chen Auseinandersetzung, einem
Kampf aufruft, motiviert
Kampfpaujse: die; - ; -n Unterbre¬
chung während eines Kampfes, einer
militärischen Auseinandersetzung
od. bei einem sportlichen Wettkampf
Kampfplatz: der; -es; -platze Platz, Stel¬
le, auf dem/der gekämpft wird, wurde
Kampfpreis: der; -es; -e <Wirt.> deutlich
unter dem betriebswirtschaftlich kal¬
kulierten Verkaufspreis, Wert liegen¬
der Preis einer Ware, mit dem ein Un¬
ternehmen sich Vorteile im Wettbe¬
werb verschaffen will; Dumpingpreis
Kampf rich|ter. der; -s; - weibl. Kampf-
rich|te|rin: die; - ; -nen <Sport> Person,
die mit anderen einen sportlichen
Wettkampf überwacht, die Leistun¬
gen der Sportler bewertet
Kampfschrift: die; - ; -en <Pol> Schrift,
Text (z. B. in Form eines Flugblattes),
mit der/dem jmd. seine Meinung zu
etw. veröffentlicht u. zum Kampf für
od. gegen etw. aufruft .
Kampflschwlm|mer. der; -s; - <MiJit.>
Einzelkämpfer bei der Marine, der
für den Kampf (gegen Schiffe u. a.
technische Ziele) im Wasser ausgebil¬
det, eingesetzt wird
Kampf spiel: das; -(e)s; -e 1 Sportart,
(Mannschaftsspiel, die/das einen
hohen körperlichen Einsatz erfordert
2 Spiel, Sportveranstaltung, bei dem/
der der kämpferische Einsatz der
Spieler im Vordergrund steht
Kampfsport der; -(e)s; - (PL nur in der
Zusammensetzung >Kampfsport-
arten<) Sportart, mit hohem körperli¬
chen Einsatz u. unmittelbarem Kon¬
takt zum Gegner im Zweikampf
Kampfstaffel: die; - ; -n <Milit-> Staffel,
Formation, kleinerer Verband von
Kampfflugzeugen
Kampfstoffe: die; - ; -n (m. PI.) a)
Sportanlage für Wettkämpfe b) [ver-
alt.) Ort, an dem ein Kampf stattfin¬
det, stattgefunden hat
Kampf stier der; -(e)s; -e <Sport> aus¬
schließlich für den Stierkampf ge¬
züchteter, ausgebildeter Stier
Kampfstoff: der; -(e)s; -e <Milit.> Stoff,
Mittel, Waffe, der/die bei militäri¬
schen Auseinandersetzungen o. ä.
eingesetzt wird, werden kann »chemi¬
sche Kampfstoffe«
601
Kampftruppe
Kampf|trup|pe: die; - ; -n <Milit.> Trup¬
pengattung des Heeres mit Kampf¬
auftrag (Panzertruppe, Falschirmjä-
ger, Infanterie usw.)
kampfjun|fä|hig: Adj. n. slg. (Mensch;
"Maschine» nicht (mehr) fähig, in der
_ Lage zu kämpfen
Kampf|ver|band: der; -fe)s; -verbände
(Milio für den unmittelbaren
Kampfeinsatz ausgestattete u. ausge¬
bildete militärische Einheiten
Kampf|wa|gen: der; -s; - 1 <hist.> anti¬
ker, von Pferden gezogener Streitwa¬
gen 2 [veralt.] Panzer; gepanzertes
Großfahrzeug
kam|pie|ren: <fr.-it.-lat.> kampierst;
kampiertest; hast kampiert a) im Frei¬
en übernachten b) für eine kurze Zeit,
behelfsmäßig wohnen u. schlafen
Kam|sin: <arab.y der; -s; -e Meteorolo¬
gie; Ägypten» sehr trockener, heißer
Wüstenwind (der zumeist im Früh¬
jahr auftritt)
Ka|muf(fel: <it.> das; -s; - <Schimpfwort>
Blödmann, Dummkopf o. ä.
kan.: Abk. 1 kanadisch 2 kanonisch =
als Vorbild dienend
Kajna|an: o. Art. <hist.> vorisraelitisches
Palästina
Ka|nail|le/Ca|nail|le: dat.-it.-fr.y /kanall-
je/ die; - ; -n [beleidigend]
a) (Schimpfwort» (betrügerischer)
Schurke; Lump; Dreckskerl b) o. PI.
[abwert.; veralt.] Lumpenpack; Pö¬
bel; Gesindel
Ka(na[fce: <polynesisch> der; -n; -n 1 Po¬
lynesier u. Südseeinsulaner 2 [ugs.;
abwert.; beleidigend] Schimpfwort
für Ausländer, denen man einen nied¬
rigen Sozialstatus zuweist
Ka|najker: der; -s; - [ugs.; abwert.; be¬
leidigend] Schimpfwort für Auslän¬
der, denen man einen niedrigen So¬
zialstatus zuweist
Ka|nal: <gr.-lat.-it.y der; -s; Kanäle 1 a)
künstlich eingerichteter Wasserlauf
b) (unterirdische) Abwasserleitung 2
Frequenzbereich eines Radio- od.
Fernsehsenders »Auf Kanal Vier
kommt eine Oper.« 3 (Med.» Röhre als
Weg für etw. durch den Körper, einen
Körperteil 4 Methode, Weg o. ä.,
über den etw. befördert, eine Infor¬
mation weitergegeben wird 5 den Ka¬
nal voll haben: [ugs.] I. betrunken
sein 2. genug von etw. haben, es nicht
mehr hören können
Ka|nal|ar|bei|ter: <gr.-lat.-it.; dt.> der; -s;
- weibi. Ka|nal|ar|bei|te|rin: die; - ;
-nen 1 jmd., der (als Handwerker o.
ä.) im Bereich der Kanalisation arbei¬
tet 2 <Pol.» [ugs.] jmd., der in der Öf¬
fentlichkeit kaum bekannt ist, aber
für jmdn. od. etw. tätig ist, arbeitet
Ka|nal|bau: <gr.-lat.-it.; dt.> der; -(e)s;
-ten a) das Bauen von künstlichen, of¬
fenen od. unterirdischen Wasserläu¬
fen, Kanälen b) Kanal o. ä. als Bau¬
werk
Ka|nal|bett: <gr.-lat.-it.; dt.y das; -(e)s;
-en u. [selten] -e Bereich zwischen
zwei Ufern, in dem ein künstlicher
Fluß fließt
Ka|nal|deckel (Ka|nal|dak|kel —» Ka|-
nal|de|ckel): <gr.-lai.-it.; dt.> der; -s; -
Deckel, Abdeckung über einem Zu¬
fluß zur Kanalisation (auf der Straße)
Ka|nal|ge|bühr <gr.-lat.-it.; dt.> die; - ;
-en für die Benutzung, das Befahren
eines Kanals, künstlichen Flusses zu
entrichtende Geldsumme
Ka|nal|gli|ter: <gr.-lat.-it.; du das; -s; ~
Gitterdeckel, -abdeckung über einem
Zufluß zur Kanalisation (auf der
Straße)
Ka|na|li|sa|ti|gn: <gr.-lat.-iu /kanalisa-
zign/ die; - ; -en alle (unterirdischen)
Abwasserleitungen (in einem Gebiet)
Ka|na|li|sa|ti|ons|netK <gr.-lat.-it.; du
/kanalisazionß-/ das; -es; -e alle mit¬
einander verbundenen (unterirdi¬
schen) Abwasserleitungen (in einem
Gebiet), Syn.: Kanalisationssystem
Ka|na|li[sa|ti|gns|sy|stem —» Ka|na|li|-
sa[ti|ons|sy|s|tem: <gr.-lat.-it.y /kana¬
lisazionß-/ das; -(e)s; -e alle mitein¬
ander verbundenen (unterirdischen)
Abwasserleitungen (in einem Gebiet),
Syn.: Kanalisationsnetz
ka|na|li|sie|ren: <gr.-lat.-it.y kanalisierst;
kanalisiertest; hast kanalisiert 1 a) in,
durch Kanäle leiten »Die Abwässer
werden kanalisiert.« b) mit Kanälen
ausstatten 2 eine Wasserstraße künst¬
lich ausbauen; einen Fluß für Schiffe
befahrbar machen 3 <übertr.» etw. in
bestimmter Weise handhabbar ma¬
chen, lenken »Dieses Engagement
muß kanalisiert werden.«
Ka|na|li|sje|nmg: <gr.-lat.-it.> die; - ; -en
1 Vorgang des Kanalisierens, Bauens
von Rohrleitungen 2 Befahrbarma¬
chen für Schilfe 3 Lenken von Tätig¬
keiten u. ä. in eine bestimmte Rich¬
tung »Kanalisierung einer politischen
Bewegung«
Ka|nal|räu|mer. <gr.-lat.-il.; dt.> der; -s;
- weibi. [selten] Kafnal|räu|majrift:
die; - ; -nen Person, die die Kanalisa¬
tion von Verunreinigungen säubert,
Syn.; Kanalreiniger(in)
Ka|nal|rel|ni|gen <gr.-lat.-it.; du der; -s;
- weibi. [selten] Kafnal|rei|ni|gejrin:
die; - ; -nen Person, die die Kanalisa¬
tion von Verunreinigungen säubert,
Syn.: Kanalräumer
Ka|nal|schal|teR <gr.-lat.-it.; du der; -s;
- (Rundfunk; Fernsehen» Schalter
od. Gerät, mit dem man einen Rund¬
funk- od. Femsehkanal wählen kann,
Syn.; Kanalwähler
Ka|nalfschleu|se: <gr.-lat.-it.; dt.»die; - ;
-n (Stau-)Vorrichtung, Schleuse, mit
der der Wasserstand, Durchfluß des
Wassers in einem Kanal, einem
künstlichen Wasserlauf verändert,
kontrolliert werden kann, Schiffe ein
Gefälle überwinden können
Ka)nal|schwim|meR <gr.-lat.-it.; dt.y
der; -s; ~ weibi. Ka|nal|schwim|me)-
rin: die; - ; -nen Person, die einen Ka¬
nal (meist den Ärmelkanal) durch¬
schwimmt, durchschwommen hat
Ka|nal|sy|stem —» Ka|nal|sy|s|tem:
<gr.-lat.-it.y das; -fe)s; -e System,
Netz von Kanälen, mit denen etw.
be-, entwässert wird
Ka|nal|wäh|len <gr.-lat.-it.; dt.y der; -s; -
Schalter od. Gerät, mit dem man ei¬
nen Radio- od. Femsehkanal wählen
kann, Syn.: Kanalschalter
Ka|na|pee: <gr.-lat.-fr.y das; -s; -s 1 [ver¬
alt.] Sofa; Couch 2 kleine, mit unter¬
schiedlichen Dingen belegte Brot¬
scheibe als Appetithappen »Es wur¬
den Kanapees gereicht.«
Ka|na)rie: /kanari*/ die; - ; -n [kanarPnj
1 [fachsprl.] Kanarienvogel als ZÜcht¬
resultat 2 [ugs.; süddt.; österr.] kurz
für Kanarienvogel = meist im Käfig
gehaltener kleiner Vogel von gelber
od. oranger Farbe
Ka|na|ri|en|vo|gel: der; -s; -vögel meist
im Käfig gehaltener kleiner Vogel
von gelber od. oranger Farbe
Ka|na|ri|sche ln|seln: die (PI.) (Geogra¬
phie» Afrika westlich vorgelagerte, im
Atlantik liegende Inselgruppe, die po¬
litisch zu Spanien gehört
Kan|da|re: <ung.y die; - ; -n 1 Gebißstan¬
ge am Zaumzeug von Pferden 2 jmdn.
an die Kandare nehmen; jmdm. die
Kandare anlegen, anziehen: jmdn.
mit Strenge behandeln, ihm nicht al¬
les erlauben »Es wird Zeit, daß ich ihn
an die Kandare nehme, denn er glaubt,
tun u. lassen zu können, was er will.«
Kan|del: dat.y der; -s; -n u. die; ~ ; -n
[landsch.] Regenrinne; Dachrinne
Kan|de|la|ber: <lat.-fr.y der; -s; - a)
mehrarmiger Kerzenständer bj
[fachsprl.] mehrarmige Straßenla¬
terne
Kan|del|zucker (Kan|del|zuk|ker —»
Kan|del|zu|cker): der; -s; - [landsch.]
Kandiszucker; große, weiße od.
braune, aus Rohrzucker auskristalli¬
sierte Zuckerstücke
Kan|dildat: dat.y der; -en; -en weibi.
Kanfdijda|tin: die; - ; -nen 1 Person,
die sich um etw. bewirbt, sich für ein
Amt o. ä. zur Wahl stellt 2 Studen¬
ten) (als Bewerber(in) um einen aka¬
demischen Abschluß, Grad)
Kan|di|da|ten|li|ste —> Kan|di|da|tenj-
lis|te; dat.; iu die; - ; -n Aufstellung
der Kandidaten für eine Bewerbung
um ein (politisches) Amt; Liste der
Personen, die für eine Wahl aufge¬
stellt sind
Kan|di|da)ten|tur|nier: dat.-fr.y das;
~(e)s; -e (Sport» Wettbewerb im
Schach, dessen Sieger den Schach¬
weltmeister herausfordem darf
Kan|di|da)tur: dato die; • ; -en Aufstel¬
lung, Sichaufstellenlassen für eine
Wahl »Er stellte sich für eine Kandida¬
tur zur Verfügung.«
kan|di|die]ren: dat.y kandidierst; kandi¬
diertest; hast kandidiert sich als Kan¬
didat um ein Amt bewerben; sich als
Kandidat aufstellen lassen
kan|die|ren: <arab.-it.-fr.y kandierst;
kandiertest; hast kandiert Früchte mit
einer Zuckerlösung haltbar machen
Kan|dis: <arab.-it.y der; - ; - Stücke aus¬
kristallisierten, braunen od. weißen
Zuckers .
Kan|dis|zucker (Kan|dis|zuk|ker —>
Kan|dis|zu|cker); der; -s; - Stücke aus¬
kristallisierten, braunen od. weißen
Zuckers, Syn.: Kandelzucker
Kan|di|ten: die (PI.) [meist österr.] a)
kandierte Früchte b) Süßigkeiten im
allgemeinen
k. Ang.: Abk. keine Angabe(n)
Kän|gu|ruh —> Kän|gu|ru: <engh das;
-s; -s australisches Säugetier mit stark
ausgeprägten Hinterläufen, das seine
Jungen in einem Beutel am Bauch mit
sich trägt u. sich hüpfend, springend
vorwärts bewegt
602
Kante
Ka|nin: das; -s; -e [fachsprl.] Fell vom
Haus- u. Wildkaninchen »eine Jacke
aus Kanin«
Ka|mnjchen: <lat.-fr.> das; -s; - dem Ha¬
sen ähnliches Nutz-, Haustier
Ka|nin|chen|bau: der; -(e)s; -e Bau,
Höhle eines Kaninchens
Ka|njn|chen|stall: der; -fejs; -stalle
Stall, Käfig, in dem (ein) Kaninchen
gehalten wird, werden
Ka|nin|chen|züch|ter: der; -s; - weibl.
Ka|nln|chen|züch[te|rin: die; - ; -nen
Person, die Kaninchen züchtet, Ei¬
terndere gezielt paart u. die Jungen
aufzieht
Ka|ni|9ter —»■ Ka|nisfter: tgr.-lat.-it-
engl» der; -s; - tragbarer, mit einem
Verschluß versehener Behälter für
Flüssigkeiten (aus Plastik) mit einem
Griff »Füllt den Kanister mit Benzin!«
Kann-Be|stim|mung —* auch Kann|-
be|stim|mung: die; - ; -en Regelung,
die angewendet werden kann, aber
nicht muß
Känn|chen: das; -s; - kleine(s) Kanne,
Gefäß mit Henkel u. Schnabel für
Flüssigkeiten
känn|chen|wei|se: Adv. in Kännchen,
kleinen Kannen »Der Tee wird känn¬
chenweise serviert.«
Kan|ne: dat» die; - ; -n 1 Behälter, Ge.r
faß mit Henkel u. Schnabel, Tülle (u.
Deckel), der/das für Flüssigkeiten be¬
stimmt ist »Kaffee-, Teekanne« 2 zum
Transport von Flüssigkeiten (z. B.
Milch) bestimmtes, hohes Gefäß mit
Deckel u. Henkel, Tragevorrichtung
3 (Musik; Jazz» [ugs.] Saxophon 4 in
die Kanne steigen: [ugs.; scherzh.]
viel Alkohol trinken »Bei der Ab¬
schlußfeier sind wir kräftig in die
Kanne gestiegen.« 5 zu tief in die
Kanne gucken, schauen: [ugs.] zu
viel Alkohol trinken 6 es gieBt wie
aus, mit Kannen: [ugs.] es regnet be¬
sonders stark
kan|ne|lie|ren: fr» karmelierst; kanne¬
liertest; hast kanneliert <Kunst> senk¬
rechte Vertiefungen, Rillen in Säulen
o. ä. einbringen
Kan|ne|liejrung: fr» die; - -en 1
(Archit.) a) Einbringen von Kannelu-
ren, senkrechten Vertiefungen, Rillen
in Säulen o. ä. b) senkrechte Vertie¬
fungen, Rillen in Säulen o. ä. 2 (Geo¬
logie) (Bildung von) Rinnen auf der
Oberfläche von Kalk- u. Sandsteinen,
die durch Wasser, Witterungseinflüs¬
se entstehen
Kan|ne|iur <lat.-it.-fr.> die; - ; -en
(Kunst) senkrechte Rillen, Vertiefun¬
gen an Säulen u. ä., Syn.: Kannelüre
Kan|ne|lü|re: <lai.-it.-fr.> die; - ; -n
(Kunst) senkrechte Rillen, Vertiefun¬
gen an Säulen u. ä., Syn.: Kannelur
Kan|nen|pf1an|ze: die; - ; -n fleischfres¬
sende Kletterpflanze mit kannenähn¬
lich geformten Blättern
kan|nen|wei|se: Adv. a) abgefüllt in
Kannen b) (verstärkend) [ugs.] große
Mengen (von etw., was meist in Kan¬
nen serviert wird) »Auf der Feier wur¬
de kannenweise Kaffee getrunken.«
Kan|nilba|le: (span.> der; -n; -n weibl.
Kan|ni|ba|lin: die; ~ ; -nen 1 Angehöri¬
ge^) einer Kultur, in der Menschen¬
fleisch gegessen wird 2 (übertr.) roher,
unzivilisierter, nicht gebildeter
Mensch
kan|ni(ba|lisch: <span» Adj. 1 n. stg. den
Kannibalismus, die Kannibalen be¬
treffend, ihm/ihnen zuzuordnen 2
[abwert.] besonders brutal, grausam
Kan|ni|ba|lis|mus: (span» der; - ; - 1
Verzehr von Menschenfleisch 2 (Zo-
ol.) Fressen von Angehörigen dersel¬
ben Art
Ka|non: (gr.-lat.> der; -s; -s 1 (Musik) a)
Lied, bei dem die Sänger nacheinan¬
der, versetzt beginnen, so daß unter¬
schiedliche Liedzeilen gleichzeitig zu
hören sind b) Musikstück, das diesel¬
be Melodie in allen Stimmen nachein¬
ander durchspielt 2 Verzeichnis, Zu¬
sammenstellung von Regeln, Hand¬
lungsanweisungen 3 (Math.) allgemei¬
nes Lösungsmuster, das je nach Auf¬
gabe spezifiziert werden muß 4 (Reli¬
gion, Kirche) a) Liste, Verzeichnis
von (akzeptierten, angesehenen) Au¬
toren u. Werken b) Liste der zur Bibel
u. ihrem Umfeld zählenden Texten c)
o. PI. Gebet, das während der Eucha¬
ristiefeier gebetet wird d) offizielles
Verzeichnis der katholischen Heiligen
e) PL Kanones im Kirchenrecht ver¬
ankerte Norm 5 (Archit.; Kunst)
Norm, nach der Proportionen umge¬
setzt werden
Ka|no|na|de: dt.-fr» die; - ; -n 1 fort¬
währendes, andauerndes Geschütz¬
feuer 2 (übertr.) [ugs.] Schwall, Flut
von etw. (Gesagtem) »eine Kanonade
von Beleidigungen u. Schimpfwörtern«
Ka(no|ne: (gr.-lat.-it.> die; - ; -n 1 a) (Mi-
ht.7 schweres Geschütz mit langem
Schußrohr b) [ugs.] Handfeuerwaffe 2
[ugs.] Person, die auf einem Gebiet
besonders gut ist »Sie ist eine
Sportskanone.« 3 mit Kanonen nach,
auf Spatzen schießen: [ugs.] wegen
einer Kleinigkeit zu aufwendig, heftig
reagieren 4 unter aller Kanone: [ugs.]
miserabel, sehr schlecht »Der Film
war unter aller Kanone.«
Ka|np)nen|boot: (gr.-lat.-it.; dt» das;
-(e)s; -e (Milit.) Kriegsschiff, das mit
Kanonen (u. ä. schweren Waffen)
ausgerüstet ist
Ka|np)nen|don|ner: <gr.-lat.-it.; du der;
-s; - a) Lärm von im Einsatz befindli¬
chen (feuernden) Kanonen b)
(übertr.) viel Aufhebens um etw. in
der Absicht, jmdn. damit zu beein¬
drucken, einzuschüchtem
Ka|ng|nenjfut|ter: <gr.-lat.-it.; dt» das;
-s; - (Milit.) [ugs.; abwert.] Soldaten,
die in einem Krieg ohne Aussicht auf
Erfolg sinnlos geopfert, an die Front
geschickt werden
Ka|no]nen|ku|gel: (gr.-lat.-it.; dt» die; -;
-n (Milit.) Kugel, die aus einer Ka¬
none abgeschossen wird, werden
kann
Ka|no|nen|ofen —» Ka|no|nen|o|fen:
<gr.-lat.-it.; dt» der; -s; -Öfen eiserner,
kleiner, runder Ofen (der in der Form
an ein Kanonenrohr erinnert)
Ka|np|nen|rohR (gr.-lat.-it.; dt» das;
-(e)s; -rohre 1 Schußrohr einer Ka¬
none 2 (ach, du) heiliges Kanonen¬
rohn [ugs.] überraschter, entsetzter
Ausruf »Heiliges Kanonenrohr, wer
kommt denn da!«
Ka|ng|nen{schlag: <gr.-lat.-it.; dt» der;
-(e)s; -schlage 1 Feuerwerkskörper,
der bei der Explosion ein lautes Ge¬
räusch erzeugt 2 Knall nach einem
Kanonenschuß
Ka|npjnen|schuB —* Ka|no|nen|-
schuss: (gr.-lat.-it.; dt» der; -Schus¬
ses; -schüsse (Milit.) Abschießen eines
Geschosses, Schuß aus einer Kanone
Ka|no|nier: (gr.-lat.-it.-fr» der; -s; -e
(Milit.) ein Geschütz bedienender Sol¬
dat
Ka(no|ni|kat (gr.-lat» das; -(e)s; -e (Re¬
ligion; Kirche) Amt eines Kanoni¬
kers, Mitglieds eines Stiftes od. Dom¬
kapitels
Ka|no|ni[sa|ti|pn: (gr.-lat» /kanonisa-
zion/ die; - ; -en (kath. Kirche) Auf¬
nahme in den Kanon, ein kirchen¬
amtliches Verzeichnis der Heiligen,
Syn.: Heiligsprechung
ka|no|nisch: Adj. n. stg. 1 als Vorbild,
Vorlage, Muster dienend 2 a) (kath.
Kirche) gemäß den kirchlichen
(Rechts-)Bestimmungen b) (Theolo¬
gie) zum Kanon der biblischen Schrif¬
ten gehörend 3 (Musik) den Kanon
betreffend, ihm zuzuordnen
ka|no|ni|sie|ren: (gr.-lat» kanonisierst;
kanonisiertest; hast kanonisiert
(jmdn.) heiligsprechen, in den Kanon
der Heiligen aufnehmen
Ka|no|nis|se: (gr.-lat.-fr» die; - ; -n 1
Frau, die in einem Stift lebt; Angehö¬
rige eines Stiftes 2 Chorfrau, Syn.:
Kanonissin
Ka|no|nis|sin: (gr.-lat.-fr» die; - ; -nen 1
Frau, die in einem Stift lebt; Angehö¬
rige eines Stiftes 2 Chorfrau, Syn.:
Kanonisse
Ka|no|nist: (gr.-lat» der; -en; -en weibl.
[selten] Ka|no|ni|stin —> Kajno|nis|-
tin: die; - ; -nen (kath. Kirche;
Rechtsw.) Wissenschaftler(in), Lehre-
r(in), auf dem Gebiet des kanoni¬
schen Rechts, des katholischen Kir¬
chenrechts
Kainolpe: (gr.-lat» die; - ; -n (Kunst) 1
antiker, altägyptischer Krug mit
Deckel, der die Form eines Men¬
schen- od. Tierkopfes hat u. in dem
die Organe mumifizierter Toter be¬
graben wurden 2 etruskische Ume
mit Deckel in Menschenkopfform
Kä|no|zpi|kum—» Kä|no|zo|i|kum: (gr.-
lat» das; -s; - (Geologie) erdgeschicht¬
liche Neuzeit mit Tertiär u. Quartär
kä|no|zo|isch: (gr.-lat» Adj. n. stg. (Geo¬
logie) zum Känozoikum gehörend,
dieses betreffend, ihm zuzuordnen
kan|ta|bel: dat.-it» Adj. kantabler; kan-
tabelste (Musik) 1 als Gesang aufge¬
führt 2 gut singbar
Kan[ta|bi|le: dt» das; - ; - (Musik) ern¬
stes Stück, das in einem getragenem,
ruhigem Tempo vorgetragen wird
Kan|ta|bi|1i|tät: die; -; - (Musik) 1 mit ei¬
nem Gesang erzielte Wirkung; Aus¬
druck eines Gesanges 2 (gute) Sing-
barkeit
Kan|ta|te: dat.-it» die; -; -n (Musik) Ge¬
sangsstück (für mehrere Stimmen)
mit Instrumentalbegleitung durch ein
kleineres Orchester
Kan|te: dat.-fr» die; - ; -n 1 Rand, Ecke
einer Fläche »Ich habe mich an der
Kante des Tisches gestoßen.« 2 schma¬
ler Grat eines Berges, der zu beiden
603
Kantel
Seiten steil abgebt 3 [ugs.] Gegend 4
[ugs.] große, starke (meist männliche)
Person 5 a) etw. auf die hohe Kante
legen: [ugs.] finanziell Vorsorgen,
sparen b) etw. auf der hohen Kante
haben: [ugs.] finanzielle Rücklagen
haben
Kan|tel: dat.fr» die; ~ ; -n längeres
Holzstück, dessen Querschnitt qua¬
dratisch od. rechteckig ist
kanfteln: dat.fr» kanteist; kanteltest;
hast gekantelt 1 [landsch.j kanten, auf
die Kante stellen »einen schweren
Karton kantein« 2 (Handarbeit» den
Rand an einem Kleidungsstück, eine
Naht o. ä. versäubern, um ein Aus¬
fransen zu verhindern -
Kan|ten: dat.fr.-nieder!» der; -s; -
[iandsch.] a) (Brotlaib» Endstück od.
Anschnitt b) [landsch.j dicke Scheibe
Brot c) jmd. kann sich von etw.,
jmdm. einen Kanten abschneiden:
jmd. soll sich etw., jmdn. zum Vorbild
nehmen
kanjten: dat.-fr» kantest; kantetest; hast
gekantet 1 etw. auf die Kante stellen
»einen schweren Karton kanten« 2
(Skisport» die Kanten der Skier (beim
Slalom, Schwingen) benutzen, einset¬
zen
Kan[ten|ball: dat.-fr.; du der; -(e)s;
-balle (Sport; Tischtennis» die Tisch¬
kante berührender Ball
Kanften|band: dat.-fr.; du das; -(e)s;
-bänder festes Band, das bewirken
soll, daß Nähte, Säume u. ä. sich
nicht verziehen, ihre Form nicht än¬
dern, Syn.: Nahtband, Eggenband
Kan|ten|fühtning: dat.-fr.; dt» die; ~ ;
-en (Sport; Eiskunstlauf» Position der
Kanten der Schlittschuhkufen beim
Laufen
kanften|rain: dat.-fr.; dt.> Adj. (Sport;
Eiskunstlauf» exakte Figurenzeich¬
nung auf dem Eis erzielend
Kan|tenjwech|sel: dat.-fr.; dt.> der; -s; -
(Sport; Eiskunstlauf» Verlagern des
Gewichts von der Innenkante auf die
Außenkante der Schlittschuhkufe od.
umgekehrt
Kan|ten|win[kel: dat.-fr.; du der; -s; -
Ecke von einem Kristall
Kanjten <engh der; -s; - (Sport; Reiten»
kurzer Galopp
Kanjter: dat.-fr.-iu der; -s; - 1 Ver¬
schlag, Kammer (zum Abstellen von
etw.) 2 [fachsprl.] Gerät, mit dessen
Hilfe Fässer gekantet, bewegt werden
kanftern: <engh kanten; konterte; ist ge¬
kontert (Sport; Reiten» kurz gaioppie-
ren
Kanjterjsieg: der; -{e)s; -e (Sport» einfa¬
cher, deutlicher Sieg
Kant|ha|ken: dat.-fr.; du der; -s; - 1
Holzstange mit Metaifhaken zum
(Fort-)Bewegen von sperrigen Lasten
»Die Baumstämme müssen mit dem
Kanthaken angehoben werden.« 2
jmdn. am, beim Kanthaken kriegen,
nehmen, packen: [ugs.] jmdn. für
etw. verantwortlich machen, zurecht¬
weisen
Kan|thajri)de/Canltha|ri)de: <gr.-lat»
der; -n; -n (m. PL) (Zool.» Weichkä¬
fer
Kan|tha|ri|din/Can|tha|ri|din: <gr.-lau
das; -s; - [fachsprl.j Drüsenprodukt
der Ölkäfer u. spanischen Fliegen, die
früher in der Medizin, für Arzneimit¬
tel u. ä. verwendet wurde
Kantjholz: dat.-fr.; dt.» das; -es; -hölzer
längeres Holzstück, das so geschnit¬
ten ist, das es einen rechteckigen od.
quadratischen Querschnitt hat
Kan|tia|ner —-» Kan|ti[a]ner: der; -s; -
weibl. Kanjtia|ne|rin —* Kan(ti|a|ne|-
rin: die; - ; -nen (Philosophie» Person,
die der Philosophie Immanuel Kants
anhängt
kanjtig: Adj. a) mit einer od. mehreren
Kanten, Ecken ausgestattet b) (Ge¬
sichtszüge» nicht weich, sondern
scharf.geschnitten
Kanjti]l«|na: dat.-iu die; ~ ; -n (Musik»
langsame, getragene Melodie, die den
Eindruck vermittelt, die menschliche
Stimme nachzuahmen
Kanftiljle: <gr.-lat.-it.-fr.> /kantille u.
kahtillje/ die; - ; -n mit Edelmetall
überzogener Draht für Borten u. ä.
Kan(t|)ne: dt.fr» die; ~ ; -n Speiseraum
in Betrieben, Kasernen u. ä.
Kan)ti|nen|es|sen: dt.-fr.; du das; -s; -
(z. T. qualitativ nicht besonders hoch¬
wertige) in einer Kantine angebotene
Speisen
Kan|ti|nen]kosb dt.fr» die; - ; - (z. T.
qualitativ nicht besonders hochwerti¬
ge) in einer Kantine angebotene Spei¬
sen
Kan[tijner»jpächjter dt.-fr.; dt.> der; -s; ~
weibl. Kanfti|nenipächtte|rin: die; - ;
-nen Person, die eine Kantine gemie¬
tet hat u. betreibt
Kan|ti|nen|wirt: dt.-fr.; du der; -(e)s; -e
weibl. Kan|ti|nenjwir]tm: die; - ; -nen
Person, die eine Kantine betreibt
Kan|tgn: dat.-it.fr» der u. [Schweiz.]
das; -s; -e a) Bezirk, Kreis in Belgien
u. Frankreich b) Bundesland in der
Schweiz
Kan|tqns|büiiger|recht dat.-it.-fr.; dt.>
das; -(e)s; -e (Rechtsw.» [Schweiz.]
Recht, das jmdm. die Zugehörigkeit
zu einem Kanton als Bürger sichert
Kan|tons|ge|richt: dat.-it.fr.; du das;
-(e)s; -e (Rechtsw.» [Schweiz.] höch¬
stes ordentliches Gericht eines Kan¬
tons in der Schweiz
Kan[tons|rat: dat.-it.-fr.; du der; -(e)s;
-rate (Pol.» [Schweiz.] Parlament eines
Schweizer Kantons
Kan|tons|re|gie|rung: dat.-it.fr.»die; - ;
-en (Pol.» [Schweiz.) Regierung eines
Schweizer Kantons
Kan|tonsjschu|te: dat.-it.fr.> die; - ; -n
[Schweiz.] von einer Kantons-
regieryng verwaltete, ihr unterstellte
Schule in der Schweiz
Kan|tons|spi[tai: dat.-it.fr» das; -(e)s;
-spitäler [Schweiz.] Krankenhaus, das
von einer Kantonsregierung verwal¬
tet wird, ihr unterstellt ist
Kanjtor: dat.> der; -s; Kantoren weibl.
Kan|tg|rin: die; -; -nen Leiter(in) eines
Kirchenchors
Kan|to|rat: das; -(e)s; -e (Kirche» a)
Amt eines Kantors, Organisten, Lei¬
ters des Kirchenchors b) Amtszeit ei¬
nes Kantors
Kan)to|ren|amt: das; -(e)s; -ämter (Kir¬
che» Amt eines Kantors
Kan)tschu —> Kan|t|schu: uürk.-slaw»
der; -s; -s Riemenpeitsche
Kantjstein: der; -(e)s; -e [norddt.]
Bordstein; Abschlußstein an der Au¬
ßenkante des Bürgersteigs
Ka|nu: <karib.-span.-fr.-engl.> das; -s; -s
a) als Boot dienender ausgehöhlter
Baumstamm b) schmales, spitzes, lan¬
ges Boot der Indianer e) Sportpaddel¬
boot; Kajaks u. Kanadier einschlie¬
ßende Bootsklasse
Kajnüjle: (gr.-lat.fr» die; -; -n (Med.» a)
in den Körper einführbares Röhr¬
chen, mit dessen Hilfe Flüssigkeit,
Luft in den Körper eingeführt wer¬
den, aus ihm austreten kann b) hohle,
spitze Nadel an einer Spritze
Ka|nu|te: der; -n; -n weibl. Ka|nujtin: die;
- f-nen (Sport» jmd., der Kanu(wett-
bewerbe) fährt
Kan[zel: dau die; - ; -n 1 (Kirche» er-
Tiöht gelegenes (umbautes) Redner¬
pult für den Pfarrer, Priester in der
Kirche 2 Vorsprung in einer Fels¬
wand 3 (Jagd» Hochsitz 4 Cockpit ei¬
nes Flugzeugs o. ä. 5 [veralt.] erhöhtes
Rednerpult od. Pulteines Lehrers
Kan|zet]ton: der; fe)s; - für einen Pre¬
diger typische, moralisierende Art zu
sprechen, reden
Kan|zel|wort das; -(e)s; -e [besonders
österr.; geh.] Predigt eines Geistlichen
in der Kirche
kan|ze|ro|gen: <gr.-lat» Adj. <Med.»
krebserregend
Kanz|le[: dau die; - ; -en 1 Büro, Praxis
eines Rechtsanwaltes 2 (Regierungs-)
Büro, das mit der Ausfertigung von
Urkunden o. ä. befaßt ist
Kanz|iei]aus|druck: dat.; dt.> der; -(e)s;
-ausdrücke [abwert.] typische Formu¬
lierung der Amts-, Kanzleisprache
Kanz|lej|be|am|te: dat.; du der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art.: ein
Kanzleibeamter; eine Kanzleibeamte;
zwei Kanzleibeamte) weibl. auch
Kanz|lej]be|am|tin: die; - ; -nen Ange¬
stellte^), Beamter) einer Kanzlei, ei¬
ner Behörde, eines Rechtsanwaltes),
Syn.: Kanz!ist(in)
Kanz|lei|deutsch: dat.; dt» das; -s; -
[abwert.] Amtsdeutsch mit einem um¬
ständlichen Stil
Kanz|tei|spra|che: dat.; dt» die; - ; -n 1
(Sprachwiss.» seit dem späten MA (in
Urkunden u. ä.) benutzte Form der
deutschen Sprache 2 o. PI. Amtsspra¬
che; umständliche Sprache der Ver¬
waltung
Kanz|le[|stil: dat.; dt» der; fe)s; -e
[abwert.] typische Formulierungen
der Amts-, Kanzleisprache
Kanz|lei|vor|ste|her: dat.; dt» der; -s; -
weibl. Kanz|lei)vor]ste|he|rin: die; - ;
-nen [besonders süddt., österr.,
Schweiz.] Bürovorsteher(in), leiten¬
de^) Angestellte^), z. B. eines
Rechtsanwaltsbüros
Kanz|len der; -s; - (Pol.» Regierungs¬
chefin Deutschland u. Österreich
Kanz|lerjamt: das; -(e)s; -ämter (Pol.» 1
kurz für Bundeskanzleramt = dem
Bundeskanzler der Bundesrepublik
Deutschland direkt unterstellte Be¬
hörde 2 Stellung, Amt des Kanzlers 3
Gebäude, in dem das Kanzleramt (I)
untergebracht ist
Kanz|lerjde|mo|kra|tie —> Kanz|leijde|-
mo|k|ra|tie: die; - ; -n (Pol.» a) parla¬
mentarisches Regierungssystem, in
604
Kapitalfehler
dem der Kanzler eine starke Stellung
besitzt b) Staat mit einer Kanzlerde¬
mokratie (a)
Kanz|lerfkan|di|dat: der; -en; -en weibl.
Kanz|ler[kanidi|da|tin: die; - ; -nen
Person, die für den Fall eines Wahl¬
sieges von ihrer Partei als Anwärte¬
rin) auf das Amt des Kanzlers (von
Deutschland od. Österreich) aufge¬
stellt worden ist
Kanzjlisfc der; -en; -en weibl. Kanz|li|stin
—> Kanz|ljs|tin: die; - ; -nen [veralt.]
Angestellte(r), Schreiber(in) einer
Kanzlei, Syn.: Kanzleibeamte(r)
Kan|zojne: <lat.-it.> die; - ; -n 1 (Litera-
turwiss.; provenzalische u. nordfran¬
zösische Dichtung) Gedichtform mit
gleichgeformten Strophen 2 <Musik>
für Orgel, Laute, Klavier od. Strei¬
cher komponiertes Stück 3 (Musik;
hist.> a capella-Chorgesang, der kon¬
trapunktisch aufgebaut ist 4 heiteres,
vergnügtes Lied
Kan|zo|net)te: dto die; ~ ; -n <Musik>
kleines Instrumental- öd. Gesangs¬
stück
Kao|lin —» Ka|o|lin: der; -s; ~ u. -e Por¬
zellanerde, hergestellt aus einer be¬
stimmten Art von Ton
Kap: dat.-it.-fr.-nieder/.) das; -s; -s (Geo¬
graphie> vorstehender Teil einer Fels¬
küste, Vorgebirge
Kap.: Abk. 1 Kapazität = 1. Leistungs¬
vermögen 2. Fassungsvermögen 3.
Fachmann 2 <Med.> Kapillare =
kleinste Blutgefäße 3 Kapital = ver¬
fügbare Geld- u. Sachwerte 4 a) Kapi¬
talismus b) Kapitalisten) 5 Kapitän 6
Kapitel = Abschnitt in schriftlichen
Texten 7 <Milit.> Kapitulation
Ka|paun: dat.-fro der; -s; -e <Zool.> ka¬
strierter, gemästeter Hahn
kalpaulnen: <lat.-fr.> kapamst; kapaun¬
test; hast kapaunt einen Hahn kastrie¬
ren, Syn.: kapaunisieren
ka|pau|ni|sie|ren: dat.-fro kapamisierst;
kapaunisiertest; hast kapaunisiert ei¬
nen Hahn kastrieren, Syn.: kapaunen
Kapaz.: Abk. Kapazität = 1. Leistungs¬
vermögen 2. Fassungsvermögen 3.
Fachmann/Fachfrau
Ka]pa)zi|tät: <lat.> die; - ; -en 1 <Physik>
Vermögen eines Kondensators, Elek¬
trizität aufzunehmen u. zu speichern
mit der Maßeinheit Farad 2 <Wirt.> a)
PI. s. (maximales) Leistungsvermögen
»Die Produktionskapazität reicht
nicht aus.« b) m. PI. alles, was für die
Produktion notwendig ist »Die Kapa¬
zitäten sind noch lange nicht er¬
schöpft.« 3 (Raum; Platz) Fassungs¬
vermögen »Der Saal hat eine Kapazi¬
tät von 300 Personen.« 4 a) Lern- u.
Denkvermögen b) Fachmann, -frau
»Sie ist eine Kapazität auf diesem Ge¬
biet.«
Ka|pa|zi|tits[aus|la|stung —> Ka|pa|zi|-
täts|aus|las|tung: <!at.; dt.> die; - ; -en
Grad der Ausnutzung der Möglich¬
keiten, Kapazität von Produktions¬
stätten
Ka|pa|zi|täts|er|wei|te|rung: dal.; dt.>
die; - ; -en Vergrößerung der Kapazi¬
tät, maximalen Produktionsleistung
o.ä.
Ka|pejlan: dat.-fro der; -s; -e kleiner
Lachsfisch (im Nordatlantik)
Ka|pel|la: die; - ; - (Astronomie) im Ster-
nenbild Fuhrmann vorkommender
Stern
Ka|pel|le: dat.> die; - ; -n 1 a) kleine Kir¬
che »Am Wegrand stand eine alte
Kapelle.« b) kleiner Raum für Gottes¬
dienste 2 (hist.) mittelalterlicher Kir¬
chenchor 3 Musikgrüppe »Die Ka¬
pelle spielte Tanzmusik.«
Ka|pell|mei|ster —> Ka|pell|meis|ter.
dal.; dt.) der; -s; - weibl. Ka|pell|mei|-
stefrin —> Ka|pell|meis|te|rin: die; - ;
-nen a) Leiterin) einer Kapelle, eines
kleinen Orchesters (das meist Tanz¬
musik spielt) b) Orchesterdirigent(in),
der im Rang unmittelbar unter dem
(General-)Musikdirektor steht
Ka|per: miederlo der; -s; - 1 Kriegs- od.
Piratenschiff 2 Seeräuber; Pirat
Kajpen tgr.-lat.-it.-fro die; - ; -n meist
süß-sauer eingelegtes Gewürz, Blü-
teqknospe des Kapernstrauchs
ka|pern: miederlo kaperst; kapertest;
hast gekapert 1 ein Schiff, Flugzeug o.
ä. als Pirat übernehmen u. dabei die
Besatzung u. die Passagiere kidnap¬
pen u. ein Lösegeld zu erpressen ver¬
suchen »Die Yacht ist gekapert wor¬
den.« 2 (hist.; Piraten) ein Handels¬
schiff im Krieg erbeuten 3 [ugs.]
jmdn. (gegen seinen ursprünglichen
Wunsch) für sich od. etw. gewinnen
Ka|pern)so|Be: tgr.-lat.-it.-fro die; - ; -n
helle Soße mit Kapern, (in Essig ein¬
gelegten) Blutenknospen des Kapern¬
strauches
Ka|pern|strauch: auch<gr.-lat.-it.-fr.;
dto der; -(e)s; -sträucher dorniger
Strauch mit großen weißen Blüten,
deren grüne Knospen Kapern liefern
Ka|pe|rung: miederlo die; - ; -en 1 [ver¬
alt.] Kapern, Erbeuten von (Handels-)
Schiffen im Seekrieg mit Erlaubnis
des Staates, einem Kaperbrief 2 [ugs.]
a) das Kapern von jmdm. od. etw.,
sich jmds. od. einer Sache bemächti¬
gen b) das Gewinnen von jmdn. für
etw. (gegen seinen Willen)
ka|pie|ren: dato kapierst; kapiertest;
hast kapiert [ugs.] verstehen
ka|pil|lar: dato Adj. n. stg. (Med.) 1 sehr
dünn; haarfein 2 Kapillaren, feinste
Verzweigungen der Blut- u. Lymph¬
gefäße betreffend, ihnen zuzuordnen
»Er leidet unter kapillaren Durchblu¬
tungsstörungen.«
Ka|pil|laijana|ly|se —* Ka|pil|larja|na|-
ly|se: dat.; gro die; - ; -n (Chemie)
Analyse (bei der senkrecht aufge¬
hängte Filterpapierstreifen benutzt
werden) zur Trennung u. Unterschei¬
dung der Geschwindigkeiten u. Er¬
scheinungen beim Aufsteigen von Lö¬
sungen
Ka]pil|la|re: dato die; - ; -n 1 (Bio.;
Med.) feinste Verzweigung der
Lymph- u. Blutgefäße 2 (Physik)
Glasröhrchen, dessen Durchmesser
sehr klein ist
Ka|pil|larjge|fäß: dat.; dto das; -es; -e 1
(Bio.; Med.) Kapillare, feinstes Blut¬
gefäß 2 (Physik) Röhrchen aus Glas
mit sehr kleinem Durchmesser
Ka|pil|la|ri|tät dato die; - ; -en (Physik)
bestimmtes Verhalten von Flüssigkei¬
ten durch Oberflächenspannung in
Kapillaren, kleinsten Röhrchen aus
Glas
Ka|pi(tal: dat.-ito das; -s; -e u. Kapitalien
/kapitalpnl 1 (Wirt.; Bankw.) a) ver¬
fügbare Geld- u. Sachwerte (zu
Investitionszwecken) b) Geld o. ä.,
das zu Geschäften eingesetzt wird u.
Gewinn bringt »Firmenkapital« 2
(übertr.) etw. von großem Nutzen od.
Wert »An seiner herrlichen Stimme be¬
sitzt er ein großes Kapital.« 3 aus etw.
Kapital schlagen: etw. so ausnutzen,
daß man Vorteile davon hat, Ge¬
winne daraus zieht »Sie verkaufte ihre
Lebensgeschichle an eine Zeitung, um
Kapital daraus zu schlagen.«
Ka|pt|tal|ab|wan|de|rung: dat.-it.; dto
die; - ; -en (Wirt.) das Übertragen,
Überbringen, Wegschaffen von Kapi¬
tal ins Ausland zur Umgehung von
Steuern o. ä., Syn.: Kapitalflucht
Ka|pijtal|an|la|ge: dat.-it.; dto die; - ; -n
(Wirt.; Bankw.) Einsetzen von Geld¬
mitteln in Sachwerten o. ä. zum
Zweck der Gewinnerzielung
Ka|pi|tal|an|teil: dat.-it.; dto der; -(e)s;
-e (Wirt.; Bankw.) Anteil eines Gesell¬
schafters, der an einer Handelsgesell¬
schaft beteiligt ist
Ka|pi|tal|auf|stockung (Ka|pi|tal|airf|-
stok|kung —> Ka|pi|tal]auf|sto|-
ckung): dat.-it.; dto die; - ; -en (Wirt.)
Erhöhung des Kapitals einer Firma
o. ä.
Kapi|tal]aus)fuhr: dat.-it.; dto die; -; -en
(Wirt.) das Bringen des Kapitals ins
Ausland
Ka|pi|tal|be|darf: dat.-it.; dto der; -(e)s;
- (Wirt.) Menge des für die Produkti¬
on von etw. in einer Fabrik o. ä. benö¬
tigten Kapitals
Ka|pijtal|be|sitz: dat.-it.; dto der; -es; -e
(Wirt.) Vermögen in Geld- u. Sach¬
werten
Ka|pi|tal|be|tei|li|gung: dat.-it.; dto die;
- ; -en (Wirt.) Erwerb, Besitz eines
Anteils an einer Firma in Form von
Aktien
Ka|pi|tal|bil|dung: dat.-it.; dto die; - ;
-en (Wirt.) Vermehrung des Kapitals
durch Sparen od. erfolgreiche Investi¬
tionen
Ka|pi|tal|buch|stajbe: dat.-it.; dto der;
-n; -n Großbuchstabe; Majuskel
Ka|pi|täl|chen: dato das; -s; - (Druckw.)
Großbuchstabe, der nur die Größe,
Höhe der kleinen Buchstaben hat
Ka[pi|tal|er|hö|hung: dat.-it.; dto die; - ;
-en (Wirt.) a) (Aktiengesellschaft) Er¬
höhung des Grundkapitals durch
Einbringung von neuen Aktien in den
Markt b) Erhöhung des Stammkapi¬
tals bei Gesellschaften mit beschränk¬
ter Haftung
Ka|pi|t|l|er|trag: dat.-it.; dto der; -(e)s;
-ertrage (m. PI.) Einkunft, Einnahme
aus Kapitalanlagen (Zinsen, Ge¬
winne, Dividenden)
Ka|pi|tal|er|trag|steu|er: dat.-it.; dto die;
- ; -n Steuer, die auf Kapitalerträge
erhoben wird »Für Zinsen, Kapitaler¬
träge über 6100 DM pro Person wird
in Deutschland eine Kapitälertragsteu-
er erhoben.«
Ka|pi|tal|ex|porb dat.-ito der; -(e)s; -e
(Wirt.) Kapitalausfuhr, das Verbrin¬
gen von Kapital ins Ausland
Ka|pittat]feh|ler: dat.-it.; dto der; -s; -
äußerst folgenreicher, schwerwiegen¬
der Fehler, Irrtum
605
Kapitalflucht
Ka|pi|tal|flucht: dat.-it.; dtp die; - ; -
(Wirt.) Übertragen, Überbringen,
Wegschaffen von Kapital ins Aus¬
land zur Umgehung von Steuern o.
ä., Syn.: Kapitalabwanderung
Ka|pi|tal|ge|b0r dat.-it.; dt.> der; -s; -
weibl. Ka|pi|tal|ge|be|rin: die; - ; -nen
<Wirt.> Person, Institution, die für ein
Unternehmen, Vorhaben (Geld-)Mit-
te) aufbringt, zur Verfügung stellt
Ka|pi[tal|ge|sell|schaft: dat.-it.; dto die;
- ; -en <Wirt.> Handelsgesellschaft, bei
der die Gesellschafter nur finanziell
beteiligt sind u. nicht persönlich mit
der Leitung des Geschäfts, Unterneh¬
mens befaßt sind
Ka[pi|tal|hil|fe: dat.-it.; du die; - ; -n
(Pol.; Wirt.> finanzielle Unterstützung
eines Staates durch Dritte beim Aus¬
gleich seiner Zahlungsbilanz
ka|pi|tal|inlten|siv: dat.-it o Ad}. <Wirt.>
dadurch gekennzeichnet, daß die Zin¬
sen, Abschreibungen u. ä. einen ho¬
hen Anteil am Geschäftsaufkommen,
den Kosten ausmachen
Ka|pi|tal|in|ve|stitti|on —> Ka|pi)tal|in|-
ves|ti|ti|on: dat.-ito die; • ; -en <Wirt.>
Investition, langfristige Anlage von
Kapital (in eine Firma)
Ka|pi|ta)!is: dat.> die; -;- <hist.> großfor¬
matige Schrift auf antiken, römischen
Bauwerken u. ä.
Ka|pi(ta|li|sa|ti|on: dat.-it.-fro /kapitali-
sazion/ die; - ; -en <Wirt.> Umwand-
lung"von Ansprüchen an eine Firma,
Versicherung o. ä. in einen einmaligen
Auszahlungsbetrag
ka|pi|ta|li|s|e|ren: dat.-it.-fr.> kapitali¬
sierst; kapitalisiertest; hast kapitali¬
siert <Wirt.> etw., Ansprüche in einer
Summe auszahlen (lassen)
Ka|pi|ta[li|sie[rung: dat.-it.-fro die; ~ ;
-en (Wirt.) Umwandlung von Ansprü¬
chen an eine Firma, Versicherung o.
ä. in einen einmaligen Auszahlungs¬
betrag
Ka|pitta|lis|mus: dat.-it.i der; ~ ; Kapita¬
lismen (PI. s.) <Wirt.> auf freiem Un¬
ternehmertum, Geldwirtschaft u. Pri¬
vatbesitz an Produktionsmitteln ba¬
sierendes Wirtschafts- u. Gesell¬
schaftssystem
Ka|pi|ta|lisL' dat.-it.> der; -en; -en weibl.
Ka|pi|tä|li|stin —> Ka|pi|ta|lisjtin: die;
- ; -nen <Wirt.> 1 [häufig abwert.] a)
jmd., der Kapital besitzt b) jmd., der
dem Kapitalismus als Wirtschaftssy¬
stem anhängt 2 [veralt.] jmd., der
(überwiegend) von Kapitaleinkünf¬
ten od. Renten lebt
ka[pi|ta|ljjstisch —* ka|pi|ta|lis|tisch:
dat.-it.> Adj. <Wirt.> den Kapitalismus
als Wirtschaftsform betreffend, auf
ihm beruhend »ein kapitalisti-
sche(r)(s) Staat, System«
Ka|pi|tal|kon|to: dat.-it.> das; -s; -kanten
u. -s <Wirt.; Bilanz) Konto auf der
Passivseite, der rechten Seite der Bi¬
lanz
ka|pi|tal|kräf)tig: dat.-it.; du Adj. sehr
vermögend, ein großes Kapital besit¬
zend »kapitalkräftige Käufer«
Ka|piftal|markt: dat.-it.; dt.i der; -fe)s;
-markte <Wirt.; Bankw.) Markt, An¬
gebot u. Nachfrage für längerfristige
Kapitalanlagen
Ka|pi|tal|ver|bre|chen: dat.-it.; du das;
-s; * schweres Verbrechen
Ka|pi]tal|ver|flech|tung: dat.-it.; dt.i die;
- ; -en <Wirt.> Verbindung durch Be¬
teiligungen zwischen Gesellschaften,
Finnen
Ka|pi|tal|ver|möfgen: dat.-it.; dt.i das;
-s; -_<Wirt.> (durch Investitionen er¬
langtes) Eigentum an Geld, Wertpa¬
pieren od. Beteiligungen an Gesell¬
schaften
Ka|pi|tal|zins: dat.-it.> der; -es; -en (m.
PI.) (Wirt.) Zinsen, die jmd. für ein
Kapital erhält
Ka|pi)tän: dat.-it.-fr.> der; -s; -e 1 Führe-
r(in), Kommandanten) eines Flug¬
zeuges, Schiffes od. einer (Sport-)
Mannschaft 2 Kapitän der Landstra¬
ße: [ugs.; scherzh.] Lastwagenfahrer
im Fernverkehr
Ka|pi|täns|pa(tent: dat.-it.-fro das;
-(e)s; -e amtliche Berechtigung zur
Führung eines Schiffes, Flugzeuges
Ka|pi|tel: dat.i das; -s; - 1a] Abschnitt,
Teil eines Buches o. ä. b) <übertr.> grö¬
ßerer Abschnitt des Lebens o. ä. 2
etw. ist ein Kapitel für sich: etw. ist
eine Sache, eine Angelegenheit, über
die viel zu sagen wäre
Ka|pi|tell: dat.i das; -s; -e <Archit.;
Bauw.> (verbreiterter) oberer Säulen¬
abschluß; Pfeilerabschluß
Ka|pi|tel|saal: <lat.; dt.i der; -(e)s; -säle
Sitzungssaal eines Klosters bei der
Versammlung eines geistlichen Or¬
dens
Ka|p]|tel|überlschrift —* Ka|p||tel]ü]-
berjschrift: dat.; dt.i die; - ; -en Über¬
schrift über einem Kapitel, dem Ab¬
schnitt eines Textes
Ka|pi|tu|lant: dat.i der; -en; -en weibl.
Ka|pi|tüjlan|tin: die; ~ / -nen 1 [veralt.]
Soldat, der sich zum Dienst über die
gesetzliche Dienstzeit hinaus ver¬
pflichtet 2 [geh.] jmd., der bei Proble¬
men o. ä. (schnell) kapituliert, aufgibt
Ka|pi|tu|lar dat.i der; -s; -e <kath. Kir¬
che) Mitglied eines Kapitels, einer
Körperschaft der Geistlichen, eines
Kirchenbezirks od. einer Dom- od.
Stiftskirche
Ka|pi|tu|la|ti|pn: dat.-fr.i /kapitulazion/
die; - / -en 1 a) das Kapitulieren, das
Sichergeben vor dem Feind b) Ver¬
trag über die Kapitulation, die Nie¬
derlage mit dem Feind 2 Resignation,
Aufgeben bei einem Problem »Er
wurde von der Konkurrenz zur Kapitu¬
lation gezwungen.« 3 <Milit.> [veralt.]
Verlängerungsvertrag eines Soldaten
ka|pi|tu|lie|ren: dat.-fr.i kapitulierst; ka¬
pituliertest; hast kapituliert a) nicht
weiterkämpfen, sondern sich offiziell
ergeben b) bei einem Vorhaben, Pro¬
blem den Mut verlieren, keine Ener¬
gie mehr haben weiterzumachen,
Syn.: aufgeben
Ka|plan —» Ka|p|lan: dato der; -s; Ka-
pläne <kath. Kirche) katholischer
Geistlicher, der einem Pfarrer hilft u.
mit bestimmten Aufgaben betraut
wird
Ka|po: (fr.i der; -s; -s 1 [soldatensprl.]
Unteroffizier 2 [Jargon] Insasse,
Häftling eines Straflagers o. ä., der
andere Insassen, Häftlinge beaufsich¬
tigt 3 [süddt.; ugs.] Vorarbeiter
ka|po|res: diebro Adj. n. stg. [gau-
nersprl.] kaputt
Ka[pot[te: </r.> die; - ; -n in der Bieder¬
meierzeit moderner, hoher, mit zwei
Bändern unter dem Kinn festgehalte¬
ner Damenhut, Syn.: Kapotthut
Kafppttjhut; (fr.; du.der; -(e)s; -hüte a)
in der Biedermeierzeit moderner, ho¬
her, mit zwei Bändern unter dem
Kinn festgehaltener Damenhut b)
[meist abwert.] wenig kleidsamer Da¬
menhut, Syn.: Kapotte
fCap|pa: <gro das; - u. -s; -s zehnter
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets
Käpp|chen: dat.; dt.i das; -s; - Verklei¬
nerungsform zu Kappe = (flache)
Kopfbedeckung
Kapjpe: dato die; - ; -n 1 (flache) Mütze
mit einem (kurzen) Schirm 2 (klapp¬
barer) Verschluß (von Flaschen) 3
Abdeckung auf technischen Teilen 4
fester, dem Schuh Halt gebender Teil
an Ferse u. Zehen 5 [landsch.] Brot¬
kanten 6 <Archit.> Gewölbe, das einen
Raum überspannt, bedeckt 7 a) etw.
auf seine (eigene) Kappe nehmen:
[ugs.] eine Entscheidung, Verantwor¬
tung übernehmen »Sollte es nicht
klappen, nehme ich es auf meine
Kappe.« b) etw. geht, kommt auf
jmds. Kappe: [ugs.] jmd. muß sich für
etw. verantworten »Dieser Fehler geht
allein auf Ihre Kappe, Herr Kollege.«
8 die Kappe abhaben: [ugs.] (leicht)
verrückt sein
kap|pen: (nieder!o kappst; kapptest; hast
gekappt 1 zerschneiden, zerstören u.
dadurch etw. unterbrechen, unterbin¬
den »Das Telefonkabel wurde ge¬
kappt.« 2 (Geflügel) a) befruchten
»Der Hahn kappt die Hennen.« b) ka¬
strieren 3 (Baum; Strauch) beschnei¬
den 3 [landsch.; ugs.] jmdn., ein Tier
fassen, der/das entflohen, entlaufen
ist
Kap|pen|sitf2ung: dat.; dto die; - ; -en
[landsch.] Karnevalsveranstaltung,
bei der die Teilnehmer spezielle bunte
Kopfbedeckungen, Narrenkappen
tragen
Kap|pes: dato der; - ; -1 [landsch.] (ge¬
kochter) Weißkohl 2 [ugs.] dummes
Gerede, Blödsinn
Käp|pi: dat.-dto das; -s; -s kleine, längli¬
che od. runde Kopfbedeckung (meist
zu einer Uniform gehörend)
Kapp|naht: die; - ; -nähte Naht, die
doppelt genäht ist
Kap|pung: die; - ; -en 1 [seemannssprl.]
Ab- od. Durchschneiden von Tros¬
sen, Leinen o. ä. 2 Be- od. Zurück¬
schneiden von Bäumen, Sträuchern
o. ä. 3 (Geflügelzucht) a) Beschnei¬
dung, Kastrierung eines Hahns b) Be¬
gattung einer Henne durch den Hahn
4 [landsch.; ugs.] Festnahme, Einfan¬
gen von jmdm., einem Tier
Kaplpus: dato der; ~ ; - 1 (gekochter)
Weißkohl 2 [ugs.] dummes Gerede,
Blödsinn
Kapp|zie|gel: der; -s; ~ (Bauw.) Dach¬
ziegel zur Belüftung
Ka|priojle —» Ka|p|ri|p]le: dat.-ito die;
- ; -n 1 Luftsprung (der lustig anzuse¬
hen ist) »Er schlug vor Freude
Kapriolen.« 2 Streich, Blödsinn, den
jmd. mit jmdm. treibt »Er ließ sich im¬
mer neue Kapriolen einfallen.« 3
(Pferd) fast senkrechter Sprung bei
606
Karamell
gleichzeitigem Ausschlagen mit der
Hinterhand
ka|pri|zje|ren —> ka|p|ri|zie|ren, sich:
dat.-it.-fr» kaprizierst dich; kaprizier¬
test dich; hast dich kapriziert eigensin¬
nig auf etw. bestehen
ka|pri|zi|Ss —* ka|p|ri|zi|äs: dat.-it.-fr»
Adj. kapriziöser; kapriziöseste launen¬
haft, eigensinnig handelnd
Kap|sel: <Iat.> die; - ; -n 1 länglicher, an
den Enden abgerundeter (kleiner) Be¬
hälter »Das Medikament wird in Kap¬
seln u. als Saft angeboten.« 2 <Med.>
Umhüllung eines Fremdkörpers mit
körpereigenen Stoffen 3 von Frucht¬
blättern gebildete Hülle mit, für Sa¬
men einer Pflanze
kap|sel|förjmig: Adj. n. stg. in der Form
einer Kapsel, klein, rund od. oval
Kap|sel|frucht die; - ; -fruchte von
Fruchtblättern gebildete Hülle mit
den Samen einer Pflanze
kap|se|lig/kaps|lig: Adj. n. stg. wie eine
Kapsel, in Form einer Kapsel; eine
Kapsel aufweisend, ihr zuzuordnen
kap|seln: kapselst; kapseltest; hast ge¬
kapselt <Technik> etw. in eine Kapsel,
Umhüllung legen, damit umschlie¬
ßen; etw. in eine Kapsel einschließen
Kap|sel|riß—> Kap|sel|riss: der; -risses;
-risse <Med.> unvollständiger Bruch
einer Gelenkkapsel
Kap|se|lung/Kaps|lung: die; - / -en
(Technik) das Kapseln, die Umschlie¬
ßung von etw. mit einer Kapsel,
Hülle; Einschließen von etw. in eine
Kapsel
Kap|si|kum: das; -s; - spanischer Pfeffer
kaps|lig/kap|se|lig: Adj. n. stg. wie eine
Kapsel, in Form einer Kapsel; eine
Kapsel aufweisend, ihr zuzuordnen
Kaps|lung/Kap|se|lung: die; - ; -en
(Technik) das Kapseln, die Umschlie¬
ßung von etw. mit einer Kapsel,
Hülle; Einschließen von etw. in eine
Kapsel
Kap|tal|band: das; ~(e)s; -bänder
(Buchw.) vom Buchbinder an die
Ober- u. Unterkante des Buchblock¬
rückens geklebtes, (buntes) gewebtes
Band als Lesezeichen
Kap|te|n/Käp|ten: der; -s; -s [norddt.]
Kapitän, Kommandant eines Schiffes
Kap|ti|gn: <lat.> /kapzion/ die; - ; -en 1
absichtlich angeführte Fangfrage 2
Fehlschluß, Trugschluß, den jmd. aus
etw. zieht
kap|ti|vje|ren: <lat.-fr.> /kaptiwiren / kap-
tivierst; kaptiviertest; hast kaptiviert
a) jmdn. gefangennehmen b) jmdn.
für sich gewinnen (durch Verspre¬
chungen, Überzeugung o. ä.)
Ka|put: <lat.> der; -s; -e Mantel eines Sol¬
daten
ka|putt: fr» Adj. kaputter; kaputteste
[ugs.] 1 nicht mehr ganz; zerstört 2
(durch Anstrengungen) erschöpft
»Ich bin kaputt.« 3 Was ist denn jetzt
kaputt?: was ist denn nun los, pas¬
siert
ka|putt|drücken (ka|pytt|drtik|ken —>
ka|putt|drü|cken): fr.; dt.> drückst ka¬
putt; drücktest kaputt; hast kaputtge¬
drückt [ugs.] etw. so zusammendrük-
ken, zusammenquetschen, daß es zer¬
bricht
ka|pytt|fah|ren: fr.; dt» fährst kaputt;
fuhr (e) st kaputt; hast kaputtgefahren
[ugs.] (ein Fahrzeug) durch falsches
Fahren od. einen Unfall stark beschä¬
digen
ka|putt)ge|hen: <fr.; dt» geht kaputt;
ging kaputt; ist kaputtgegangen [ugs.]
1 etw. geht entzwei, geht ein, wird
schadhaft »Die Kaffeekanne bt ka¬
puttgegangen. • Die Blumen sind durch
den Frost kaputtgegangen.« 2 etw.
geht zugrunde, wird ruiniert »Die al¬
ten Tante-Emma-Läden sind alle ka¬
puttgegangen.«
ka|putt|krie|gen: (fr.; dt» kriegst kaputt;
kriegtest kaputt; hast kaputtgekriegt
[ugs.] mit etw. so umgehen, es so be¬
handeln, daß es nicht mehr funktions¬
tüchtig ist, zerstört wird, kaputtgeht
ka|putt|la|chen, sich: fr.; dt» lachst dich
kaputt; lachtest dich kaputt; hast dich
kaputtgelacht [ugs.] besonders heftig
lachen
ka|putt|ma|chen: fr.; dt» machst ka¬
putt; machtest kaputt; hast kaputtge¬
macht [ugs.] 1 etw. zerstören, zerbre¬
chen o. ä. »Der Kleine hat mir schon
einige Tassen kaputtgemacht.« 2 etw.
zerstören, auseinanderbringen o. ä.
»Er hat unsere Beziehung kaputt¬
gemacht.« 3 a) jmdn., etw. zugrunde¬
richten, ruinieren »Die großen Waren¬
häuser machen die kleinen Geschäfte
kaputt.« b) sich selbst schaden »Die
viele Arbeit hat ihn kaputtgemacht.«
ka|putt|rei|Ben: fr.; dt» reißt kaputt; ris¬
sest kaputt; hast kaputtgerissen
—>alle Vergangenheitsformen mit
ss<— [ugs.] a) etw. zerreißen b) (nach
u. nach, immer mehr) durch Reißen
auseinandergehen »Der seidene Bezug
reißt immer mehr kaputt.«
ka|putt|schla|gen: schlägst kaputt;
schlugte)st kaputt; hast kaputtge¬
schlagen [ugs.] etw. (in ein od. mehre¬
re Stücke) zerschlagen
ka|putt|schnei|den: schneidest kaputt;
schnitt(e)st kaputt; hast kaputtge¬
schnitten [ugs.] etw. zerschneiden (um
es zu zerstören) »einen Karton, Papier
o. ä. kaputtschneiden«
ka|putt|tre|ten: trittst kaputt; trat(e)st
kaputt; hast kaputtgetreten [ugs.] auf
etw. treten (um es zu zerstören) »Die
Blume hat er kaputtgetreten.«
Ka|pu|ze: dat.-it» die; - ; -n Kopfbedek-
kung, die an einem Oberbekleidungs¬
stück, Mantel, Jacke o. ä. angearbei¬
tet ist
Ka|pu|zen|man|tel: dat.-it» der; -s;
-mäntel Mantel mit angearbeiteter
Kapuze
Ka|pu|zj]nen dat.-it» der; -s; - 1 jmd.,
der dem den Franziskanern zuzuord¬
nenden Kapuzinerorden angehört 2
[österr.] (Tasse) Kaffee mit ein wenig
Milch 3 kurz für Kapuzineraffe =
südamerikanischer Affe mit dunklem
Fell u. fast weißem Gesicht 4
[landsch.] Birkenröhrling, ein Speise¬
pilz
Ka|pu|zi|ner[af)fe: der; -n; -n südameri¬
kanischer Affe mit dunklem Fell u.
fast weißem Gesicht
Ka|pu|zj]neijkres|se: die; -; -n (Kletter-)
Pflanze mit goldgelben bis orangero¬
ten Blüten, die einzeln auf langen
Stielen sitzen
Ka|pu|2i|nerjmönch: der;-(e)s; -e <kath.
Kirche» Mönch des Ordens der Kapu¬
ziner
Ka|pu|zj|ner[or|den: der; -s; - dcath. Kir¬
che) Franziskanerorden, gegründet
Anfang des 16. Jhds.
Kap|ver|di|sche jn|seln: /kapwerdi-
sche-/ die (Pt.) Inselgruppe, Staat
von Kap Verde im äußersten Westen
Afrikas
Kan das; -(e)s; -e Talkessel zwischen
Steilwänden im Hochgebirge, der
vormals einen Gletscher beherbergte
Ka|ra|bj]nen fr» der; -s; - 1 Gewehr,
das einen kurzen Lauf hat 2 kurz für
Karabinerhaken
Ka|rajbj]ner|ha|ken: fr» der; -s; - Ha¬
ken mit einem fest zuschnappenden
Gegenstück »Die Kette wird von ei¬
nem Karabinerhaken gesichert.«
Ka|ra|bi|nier: /karabinje/ der; -s; -s 1
diist.) Reiter, der mit einem Karabi¬
ner ausgerüstet ist 2 zu Fuß gehender
Jäger
Ka|ra|cho: <span» das; -s; - a) viel
Schwung u. Temperament b) hohe
Geschwindigkeit c) mit, im Karacho:
[ugs.] eilig, schnell, in hohem Tempo
Ka|raf|fe: tarab.-span.-it.-fr» die; ~ ; -n
Glasflasche mit Glasstöpsel (aus
wertvollem, geschliffenem Glas)
Ka|ra|kal: (türk» der; -s; -s afrikanischer
u. südwestasiatischer Wüstenluchs
Ka|ra|kg]rum/Ka|ra|ko|rum: der; - u. -s;
- Gebirge in Mittelasien
Ka|ra|man: der; - u. -s; -s a) Knüpftep¬
pich mit geometrischem, großforma¬
tigem Mustern b) zusammengenähter
Teppich aus mehreren schmalen Ke¬
lims (genannt nach der türkischen
Stadt Karaman)
Ka|ram|bo|ia|ge: fr» /karambolasehe/
die; - ; -n1 [ugs.] Zusammenstoß, Zu¬
sammenprall von Autos o. ä. Auf¬
grund der glatten Fahrbahn kam es zu
einer (Massen-) Karambolage (- Un¬
fall mit mehreren Autos).« 2 [veralt.]
heftiger Streit »Er hatte eine Karam¬
bolage mit dem Vorgesetzten.« 3 «Bil¬
lard» Anstoßen des Spielballes an eine
andere Kugel »Er führte eine Karam¬
bolage aus.«
ka|ram|bo|lie|ren: karambolierst; ka¬
ramboliertest; hastlist karamboliert 1
<Autos o. ä.> Zusammenstößen 2 (Bil¬
lard; Kugeln» Zusammentreffen, -sto¬
ßen
Ka|ra|mel—* Ka|rajmell: <gr.-lat.-span.-
fr» der u. [Schweiz.) das; -s; - bis zur
Bräune erhitzter (u. beim Abkühlen
fest gewordener) Zucker
ka|ra|mel|far|ben —* ka|ra|mell|far|-
ben: (gr.-lat.-span.-fr.; dt» Adj. n. stg.
von bräunlich-gelber Farbe
ka|ra|me|lie|ren —> ka|ra|mel|lie|ren:
(gr.-lat.-span.-fr» karamelierst; kara-
meliertest; hast karameliert —*alle
Formen mit ll<— <Zucker> durch Hit¬
ze zu Karamel werden
ka|ra|me|li|siejren —> ka|ra|mel|li|sie|-
ren: <gr.-lat.-span.-fr» karamelisierst;
karamelisiertest; hast karamelisiert
—>alle Formen mit ll*— 1 Zucker
durch Hitze zu Karamel werden las¬
sen 2 etw. mit Karamel übergießen,
überziehen
—» Ka|ra|mell: s. Karamel
607
Karamelle
Ka|ra|mel|le: igr.-Iat.-span.-fr.-> die; ~; -n
(m. PI.) kurz für Karamelbonbon =
Bonbon aus Karamel u. Milch öd.
Sahne »Eine Tüte Karamellen bitte.«
—* ka|ra|mel)ttar|ben: s. karamelfarben
—»• ka|ralme|11ie|ren: s. karamelieren
—> ka|ra|mel|li|sie]ren: s. karamelisie¬
ren
Ka)ra|mel|zucker (Ka|ra|mel|zuk|ker)
—»■ Ka|ra|mell|zu|cken <gr.-lat.-span.-
fr.; ind.-arab.) der; -s; - durch Hitze¬
einwirkung karamelierter Zucker
Kajrah <gr.-arab.-lat.-fr.) das;-(e)s; - u.
-e a) Gewichtseinheit von Edelsteinen
b) Maßeinheit in, von 24 Stufen) des
Goldanteils
Ka|ra|te: <jap.) das; - u. -s; - <Sport>
Kampfsportart1 zur waffenlosen
Selbstverteidigung
Ka|ra|te|ka: der; - u. -s; - u. -s <Sport>
Karatesport betreibende Person
Ka|ra|tschi —» Ka|rgtt|schfc o. Art.; -s; -
Hafenstadt in Pakistan
Kalraulsche; <litauisch die; ~ ; -n Sü߬
wasserfisch, der zu den Karpfenfi¬
schen gehört
Ka|ra)wajne: (pers.-lat.> die; - ; -n 1
Gruppe von Menschen, oft Händlern,
die (mit Tieren, Kamelen) durch un¬
bewohntes (Wüsten-)Gebiet reist 2
größere, sich in einem langen Zug
hintereinander fortbewegende An¬
zahl von Personen od. Fahrzeugen
Kar]bfd/Car|bid —» Karjbid nur noch
fachsprl. Cär|bid: <Iat.> das; -(e)s; -e 1
<Chemie> Verbindung von Kohlen¬
stoff mit einem Metall od. Halbmetall
2 o. PI. <Chemie> aus (Kohlenstoff-)
Kristallen bestehende Masse als Re¬
duktionsmittel sowie zur Gewinnung
von Acetylen
Kar(bok <lat.> das; -s; - <Chemie> als Des¬
infektionsmittel benutzter, einfacher
Alkohol
Kat]bo|li(ne|utn: dat.) das; -s; -
[fachsprl.] (meist als Anstrichmittel
zum Schutz für Holz verwendetes)
dunkles, nach Teer riechendes Öl
Kar|bol|sSufre: die; - ; - <Chemie> als
Desinfektionsmittel benutzter, einfa¬
cher Alkohol
Karjbqn: dat.) das; -s; - <Geologie> Zeit¬
alter der Erdgeschichte, das zwischen
Devon u. Perm liegt; vorletzte For¬
mation des Erdaltertums
Kaiibo|na]de: dat.-it.-fr.) die; - ; -n
(Kochk.; Speise> 1 Kotelett; Rippen¬
stück (vom Schwein) 2 [österr.; ver-
alt.] Frikadelle; faschiertes Laibchen
Kar|bo|nat/Car|bo|nat —* Kar|bo|nat/
nur noch fachspri. Car|bo|nat <lat.>
das; -(e)s; -e <Chemie> Kohlensäure¬
salz
Kar|bo|nat: <span.) der; -(e)s; -e gräu¬
lich-schwarze Diamantenart, Syn.:
Karbonado
Kar[bon|druck: dal.; dt.> der; -(e)s; -e
(Druckw.) Druckverfahren, mit dem
die Rückseite von Formularen o. ä.
beschichtet wird, so daß man kein
Kohlepapier für die Anfertigung ei¬
ner Durchschrift benötigt
kar|bo|ni|sie|ren: <lat.-fr.> karbonisierst;
karbonisiertest; hast karbonisiert 1
<Chemie> zu Kohlenstoff machen,
verkohlen 2 <Textilindustrie> Wolle
durch ein Säurebad von beigemisch¬
ten Pflanzenfasern befreien
Kar|bqn|pa|pier: (gr.-lau das; ~(e)s; -e
[österr.] Kohlepapier (zur Anferti¬
gungeiner Durchschrift)
Kar]bon|säu]re: dal.; dt.> die; - ; -n Che¬
mie'Säure mit einer Karboxylgruppe,
einer bestimmten organischen Grup¬
pe, die leicht abzuspaltende Wasser¬
stoffatome enthält
Kar[bun|kel: dat.> der; -s; - <Med.> meh¬
rere" Eitergeschwüre, Furunkel dicht
nebeneinander
kar[bu|rie|ren: dat.-fr.) karburierst; kar-
buriertest; hast karburiert (Technik)
einem Gas Kohlenwasserstoffe zufü¬
gen, damit es besser heizt, verbrennt
Kaiida|mqm: <gr.-lau der u. das; -s;
-e(n) 1 Ingwergewächs, Pflanze mit
gelb-weißen Blüten u. braunen Kap¬
selfrüchten 2 Samen von Kardornom-
früchten, der als Gewürz verwendet
wird
Kar|dan/Kar|dan: der; -s; -e (Technik)
[ugs.] kurz für Kardanwelle = An¬
triebswelle für Kraftfahrzeuge
Karjdanjan|trieb: der; -(e)s; - (Technik)
Antrieb über ein Kardangelenk = be¬
wegliche Verbindung zweier Wellen
Karjdan]ge|lenk: das; -(e)s;-e (Technik)
bewegliche Verbindung zwischen
zwei Wellen
Karjdan|tun|nel: der; -s; - (Kfz-Tech-
nik> Röhre für die Kardanwelle vom
Getriebe im Motorraum zur Hinter¬
achse, die am Boden der Karosserie
verläuft
Kar]dan|weljle: (Technik) die; - ; -n An¬
triebswelle (für Kraftfahrzeuge)
Karjdätjsche: dat.-it.> die; - ; -n Pferde¬
bürste mit vielen Borsten
kar|dät]schen: kardätschst; kardätsch¬
test; hast kardätscht (ein Pferd) mit ei¬
ner Kardätsche bürsten
Kar]den|di|stel —> Kar|den|dis|tel: dat.-
it.; dt.> die; - ; -n hohe Pflanze mit
spitzen, stechenden Blättern u. sta¬
cheligen (lila) Blütenköpfen
Kaijdia|kum —» Kar|dj|a|kum: tgr.-lat.)
das; -s; Kardiaka (Med.) Medikament
mit die Herztätigkeit unterstützender,
herzstärkender Wirkung
kar]di|al: Adj. n. stg. (Med.) vom Herz
ausgehend; das Herz betreffend, ihm
zuzuordnen »Er klagte über kardiale
Beschwerden.«
Kar]dt|al|g|e: <gr.> die; - ; -n jkardialgmj
(Med.) 1 Schmerzen im Herzbereich 2
Krampf der Muskulatur des Magen¬
eingangs
Karfdijnal: dat.> der; -s; Kardinale 1
(kath. Kirche) eine Stufe unter dem
Papst stehender katholischer Wür¬
denträger 2 oft als Haustier gehalte¬
ner bunter Singvogel
Kar|di|nal|bi(schof: dal.; du der; -s; -bi¬
schöfe (kath. Kirche) Bischof, Leiter
einer Diözese im Range eines Kardi¬
nals
Kar|di|na|le: dat.) das; - u. -s; Kardina-
lia (m. PI.) (Math.) Kardinalzahl
Kar]di|nal|erz|bl|schof: dat.; dt.) der; -s;
-bischöfe (kath. Kirche) Erzbischof,
Leiter einer Erzdiözese im Range ei¬
nes Kardinals
Kar|di|naltfar|be: dat.; dt.) die; ~ ; -n
Grundfarbe; eine der drei Farben
Rot, Blau u. Gelb, aus denen andere
Farben durch Mischung hergestellt
werden können
Karjdi|naljfeh|ler. dat.; dt.> der; -s; -
grundsätzlicher, besonders schwer¬
wiegender Fehler
Kar|di|naltfra|ge: dat.; dt.) die: - ; -n
Hauptfrage, wichtigste Frage hin¬
sichtlich einer Sache, eines Problems
Kar|di|nal|pro|blem —> Kar|di|nal|pro|-
bjtem: dat.) das; -(e)s; -e Hauptpro¬
blem, wichtigstes Problem bei einer
Sache, einem Vorhaben
Kar[dl|nal|punkt: dat.) der; -(e)s; -e
Hauptpunkt, wichtigster Punkt bei
einer Sache, einem Vorhaben
Kar[di|nals|hut dat.; dt.) der; -(e)s;
-Aule "(kath. Kirche) roter Hut mit
breiter Krempe, der zur Kleidung ei¬
nes Kardinals gehört
Kar|di|nals|kol|le|gi|um: dat.) das; -s;
-kollegien (kath. Kirche) Senat des
Papstes, der aus den Kardinälen be¬
steht
Kar]di|nals|kon]gre|ga]ti|on —> Karjdi]-
nals]kon[g|reiga|ti]on: dau die; - ; -en
(kath. Kirche) Kurienkongregation;
oberste der päpstlichen Behörden
Karjdijnal|tu|gend: dat.; dt.) die; - / -en
a) eine, jede der vier wichtigsten posi¬
tiven Eigenschaften (Klugheit, Ge¬
rechtigkeit, Besonnenheit, Tapfer¬
keit) eines Menschen nach allgemei¬
ner Ethik (zurückgehend auf Platon)
b) wichtige, bedeutende Tugend, Ei¬
genschaft für ein Verhaben
Kar]di|nal|vl|kaR dat.) der; -(e)s; -e
(kath. Kirche) ständiger Vertreter des
Papstes in der Diözese Rom
Karjdi|rtal|zahl: dat.; dt.) die; - ; -en eine
Menge, nicht eine Reihenfolge ange¬
bende Zahl »Fünf ist eine Kardinal¬
zahl,fünfte(r) eine Ordinalzahl.«
—» Kar]di|o|g|rafi s. Kardiograph
Kar|dio|gratnm —» Kar[dt[o|g|ramm:
<gr.-lat.) das; -s; -e (Med.) a) graphi¬
sche Darstellung der Herzbewegun¬
gen b) kurz für Elektrokardiogramm
= graphische Darstellung der die
Herzbewegungen begleitenden elek¬
trischen Ströme
Kar|diofgraph —» Kar[di|o|graph/Karj-
di|o|graft <gr.> /kardiograf/ der; -en;
-en (Med.) Gerät zur Amzeichnung
der Schwingungen des Herzens
Kar|dio|ide —> Kar[di|o|ide: <gr.) die; -;
-n (Math.) herzförmig aussehende
Kurve
Kar]dio|lq]ge —* Karjdi|o|lo]ge: <gr.)
der; -n; -n weibl. Kar]dio|lo|gin —>
Kar|di|o]ipjgin: die; - ; -nen Facharzt,
-ärztin auf dem Gebiet der Kardiolo¬
gie, Herzmedizin; Spezialisten) für
Herzerkrankungen
Kar]dio|lo|gie —> Kar]di|o|lo|gie: <gr-
lat.) die; - ; - (Med.) Lehre vom Her¬
zen u. seinen Krankheiten
kaijdio|vas|ku|lär —» kar|di|o|vas|ku|-
lär Kgr.-Iat.) /kardiowaskulär/ Adj. n.
stg. (Med.) Herz u. Gefäße betreffend,
ihnen zuzuordnen
Kar|di|tis: <gr.> die; - ; Karditiden (Med.)
Herzentzündung .
Kar|dq|ne: dat.-it.) die; - ; -n artischok-
kenähnliche Pflanze
Kafrenz: dat.) die; - ; -en 1 Karenzzeit
= Wartezeit 2 (Med.) Verzicht auf
etw., ein Genußmittel o. ä.
Ka|renz(frist: die; - ; -en Wartezeit; fest¬
gesetzte Zeit, in der etw. nicht getan
608
Karnevalssrtzung
werden kann, eine Leistung noch
nicht erbracht wird
Ka[renz|tag: der; -(e)s; -e (m. PI.) Zeit,
in der ein kranker Arbeitnehmer
keine Lohnfortzahlung erhält
Ka[renz(zeit: <lat.> die; - ; -en Wartezeit,
Sperrfrist, in der eine Leistung noch
nicht erbracht wird
Ka|ret|te: <span.-fr.> die; - ; -n Meeres¬
schildkröte, die das echte Schildpatt
liefert, Syn.: Karettschildkröte
Ka|rett|schild|krö|te: <span.-fr.i die; - :
-n Meeresschildkröte, die das echte
Schildpatt liefert, Syn.: Karette
Kar|filpl: dt.i der; -s; - [österr.] Blumen¬
kohl
Kar|frei|tag: der; -(e)s; -e «christliche
Kirche) Gedenktag am Freitag vor
Ostern, laut Bibel der Todestag Jesu
Katjfun|kel: <ta.> der; -s; ~ 1 Edelstein
von intensiver roter Farbe (der nach
der Mythologie die Kraft hat, den
Träger unsichtbar zu machen), Syn.:
Karfunkelstein 2 [ugs.] Karbunkel;
Eitergeschwür
kar|fun|kel|rot: Adj. n. stg. in der Farbe
so rot wie ein Karfunkelstein
Karffpn|kel|stein: der; -(e)s; -e Edel¬
stein von intensiver, roter Farbe,
Syn.: Karfunkel (1)
karg: Adj. kargerjkärger; kargste/kärg-
ste a) spärlich; nicht sehr üppig »Das
war ein karges Mahl.« b) nur mangel¬
haft ausgestattet »karge Einrichtung«
c) «Erdboden) wenig ergiebig; wenig
Ertrag bringend
Kariaaldeun dat.-span.-fr.i /kargadör/
der; -s; -e weibl. [selten] Karte aldeul-
rin: die; - ; -nen [kaufmannssprl.]
jmd., der eine Schiffsladung begleitet
u. diese dem Empfänger übergibt,
Syn.: Kargadör
Kaijga|dor: <lat.-span.> der; -s; -e weibl.
[selten] Kar]ga|dg|rin: die; - ; -nen
[kaufmannssprl.] jmd., der eine
Schiffsladung begleitet u. diese dem
Empfänger übergibt, Syn.: Karga¬
deur
kar|gen: kargst; kargtest; hast gekargt
[geh.] mit etw. sehr sparsam umge¬
hen, sein »Man sollte nicht mit Lob,
Geld kargen.«
kärglich: Adj. sehr wenig, ärmlich »Das
ist ein kärglicher Rest.«
Kaijgo: dat.-span.-engl.i der; -s; -s
[kaufmannssprl.] Schiffs- od. Flug¬
zeugladung
Ka|ri|bik: die; - ; - «Geographie) Bereich
(des Atlantiks) zwischen Mittelameri¬
ka u. Südamerika
ka|ri|bisch: Adj. n. stg. die Karibik, das
karibische Meer betreffend, ihr/ihm
zuzuordnen
Kajri|bu: dndian. Spr.-fr.) der; -s; -s in
Nordamerika vorkommendes Ren¬
tier
kajrjert: Adj. n. stg. 1 «Stoff; Gewebe)
gemustert mit Karos, Vierecken 2
«Papien durch Linien in Quadrate o.
ä. aufgeteilt 3 [ugs.; abwert.] verwirrt;
ohne, daß ein Sinn erkennbar ist »Er
guckt kariert, redet völlig kariertes
Zeug daher.«
Ka|ri|e$: <lat.> die; - ; - <Med.> a) Erkran¬
kung der Zähne durch Fäule b) Kno¬
chenerkrankung, bei der Knochenge¬
webe zerstört wird
ka|ri|ka|tiv: /karikatif/ Adj. n. stg. einer
Karikatur zuzuordnen, sie betref¬
fend; in der Art einer karikaturisti¬
schen Zeichnung, Syn.: karikaturar¬
tig; karikaturesk
Kajrifka|tur: <lat.-it.i die; - ; -en 1 a)
überspitzte, übertriebene, lächerlich
machende Darstellung einer Person,
eines Sachverhaltes o. ä. »Die Karika¬
tur zeigt einen riesigen Chef u. viele
winzige Arbeiter.« b) das Karikieren 2
[ugs.; abwert.] lächerliche Person
ka|ri|ka|tuijar|tig: Adj. n. stg. in der Art,
Ausführung wie eine Karikatur
(Zeichnung)
ka|ri|ka|tu|resk: Adj. n. stg. einer Kari¬
katur zuzuordnen, sie betreffend; in
der Art einer karikturistischen Zeich¬
nung, Syn.: karikativ; karikaturartig
ka|ri|ka|tu|rj|stisch —> ka|ri|ka|tu|ris|-
tisch: Adj. n. stg. karikierend; in der
Art einer Karikatur »Die Darstellung
war karikaturistisch übertrieben.«
ka|ri|kie|ren: karikierst; karikiertest;
hast karikiert etw. od. jmdn. verzer¬
ren, entstellen, lächerlich machen (in
einer Zeichnung o. ä.)
ka|rio|gen —» ka|ri|o|gen: <lat.; gr.t Adj.
n. stg. «Med.) etw., was Karies, eine
Erkrankung des Knochens od. die
Zerstörung eines Zahnes verursacht,
hervorruft
ka|ri|ös: dat.i Adj. kariöser; kariöseste
«Med.) befallen von Karies, einer Er¬
krankung des Knochens od. eines
Zahnes
Kafrijtas: dat.r die; - ; - [geh.] Wohltätig¬
keit im Zuge, Geiste christlicher
Nächstenliebe
ka|ri|ta|tiv: dat.-il.i /karitarif/ Adj. n. stg.
einem guten sozialen Zweck dienend
»für karitative Zwecke sammeln«
kar|juckeln (kaijjuk|keln —» kar|ju|-
ckeln): karjuckelst; karjuckeltest; bist
karjuckell [landsch.] irgendwo lang¬
sam herumfahren » Wir karjuckeln ein
bißchen durch die Gegend.«
Kaijkas|se: </r.> die; - ; -n 1 [veralt.] Ge¬
schoß, bestehend aus einem äußeren
Gestell aus Eisenringen u. einer
brennbaren Füllung (als Angriffswaf¬
fe od. Leuchtkugel) 2 «Technik) Ge¬
stell, Unterbau eines Reifens aus
Gummi 3 Gestell für einen Damenhut
4 «Kochk.) das übriggebliebene Ge¬
rippe von Wild, Geflügel od. Fisch,
nachdem das Fleisch losgelöst wurde
Kar|l]|ne: die; - ; -n [abwert.] eine unge¬
schickte, dumme o. ä. weibliche Per¬
son »Du dämliche Karline!«
Kar|ma/Kar|nnan: <Sanskril> das; -s; -
«Religion) durch jetziges Handeln be¬
stimmtes Schicksal nach der Wieder¬
geburt (besonders im Buddhismus,
Hinduismus)
Kar|me|lib der; -en; -en weibl. Kar[tne|li|-
tin: die; - ; -nen «Religion) Mitglied,
Angehörige^) eines katholischen Bet¬
telordens in unterschiedlichen Aus¬
prägungen (teils kontemplativ, teils
seelsorgerisch, sozial u. missionarisch
tätig), Syn.: Karmeliter(in)
Kaijme|lj|ten der; -s; • weibl. Kar]me|l||-
te|rin: die; - ; -nen «Religion) Mitglied,
Angehörige(r) eines katholischen Bet¬
telordens in unterschiedlichen Aus¬
prägungen (teils kontemplativ, teils
seelsorgerisch, sozial u. missionarisch
tätig), Syn.: Karmelit(in)
Kaijme|li|ter|geist: der; -(e)s; - aus
Heilkräutern gewonnenes Mittel
Karjme|li|ter|orjden: der; -s; - «kath. Kir¬
che) Bettelorden in unterschiedlichen
Ausprägungen (teils kontemplativ,
teils seelsorgerisch, sozial u. missio¬
narisch tätig)
Kar|me|sin: <arab.-it.> das; -s; - roter
Farbstoff, der aus der Schildlaus her¬
gestellt wird, Syn.: Karmin
kaijme|sjn|rot: Adj. n. stg. intensiv rot
wie der Farbstoff der Schildlaus, Kar¬
min, Karmesin »Sie benutzt einen kar¬
mesinroten Lippenstift.«
Karjmin: das; -s; - a) intensiv roter Farb¬
stoff b) roter Farbstoff der Schildlaus
kar|min|rot: Adj. n. stg. intensiv, leuch¬
tend rot »Die Bluse ist karminrot.«
Karn: das; -s; - «Geologie) Stufe des pe¬
lagischen Trias, der ältesten Formati¬
on des erdgeschichtlichen Mittelalters
Karn: die; - ; -en [norddt.] Butterfaß zur
Herstellung, Aufbewahrung von But¬
ter
Kar|na|ti|on: <lat.> /kamazion/ die; - ; -
«Kunst) (auf Gemälden) fleischfarbe¬
ner Ton, Syn.: Inkarnat
Kaijnejol: dat.-it.i der; -s; -e «Geologie)
gelblicher bis dunkelroter Schmuck¬
stein
Katjner: der; -s; - 1 Haus für die Ge¬
beine Toter 2 [landsch.; veralt.] Räu¬
cherkammer
Kar|ne|val: <it.> /kamewal/ der; -s; -e u.
-s Zeit der Masken, Verkleidungen u.
Kostümfeste, der Narren kurz vor
der christlichen Fastenzeit; der Fa¬
stenzeit vor Ostern vorausgehender
Zeitraum, in dem die Menschen sich
verkleiden, feiern usw.
kar|ne|va|lesk: <it.> /karnewaleßk/ Adj.
n. stg. [geh.] wie im Karneval; in der
Art des Karnevals
Katjne|va|list: «t.> /kamewalißt/ der;
-en; -en weibl. Kar|ne|va|li|stin —»
Kaijne|va|l)s|tin: die; ~ ; -nen jmd., der
sich am Karneval aktiv beteiligt
kar|ne|va|lj|stisch —kar|ne|va|lis|-
tisch: </'/.> /kamewalißtisch/ Adj. den
Karneval betreffend, ihm zuzuord¬
nen, zu ihm gehörend
Kar|ne|vals|ge|sell|schaft: dt.; dt.> /kar-
newalß-/ die; -; -en Verein, Organisa¬
tion, in der sich Personen zusammen¬
geschlossen haben, um die Tradition
des Karnevals zu pflegen, Syn.: Kar¬
nevalsverein
Karjne|vals|lied: dt.; dt.> /karnewalß-/
das; -fe)s; -er Schunkellied mit lusti¬
gem, meist wenig aussagekräftigem
Text u. eingängiger Melodie
Kar|ne|vals|prinz: dt.; lal.-fr.> /kame-
walß-/ der; -en; -en weibl. Kar|ne|-
vals|prin|zes|sin: die; - ; -nen für eine
Saison von einem Kamevalsverein
gewählte(r) Repräsentanten)
Kar|ne|vals|schla|ger: dt.; dt.i /kame-
walß-/ der; -s; - Schunkellied mit lu¬
stigem, meist wenig aussagekräftigem
Text u. eingängiger Melodie
Kar|ne|vals|sit|zung: dt.; dt.i /karne¬
walß-/ die; • ; -en (öffentliche) von ei¬
nem Kamevalsverein ausgerichtete
Veranstaltung mit Tanzgruppen,
Büttenreden u. a. Darbietungen
609
Kamevalstreiben
Kar|ne|vals|trei)ben: dt.; dt.> /karne¬
waiß-/ das; -s; - Gesamtheit der kar¬
nevalistischen Aktivitäten
Kar|ne|val8|tru|bel: dt.; du /karne-
walß-/ der; -s; - Gesamtheit der kar¬
nevalistischen Aktivitäten (insbeson¬
dere auf den Straßen)
Karlne|vals|um|zug: dt.; du /karne-
walß-/ der; -(ejs; -Umzüge im Kar¬
neval veranstalteter gemeinsamer
Marsch, Umzug durch die Straßen,
bestehend aus kostümierten Perso¬
nen, Musikgruppen u. mit verschie¬
den Motiven dekorierten Wagen
Kaijne|vals|ver[an|stal|tung: dt.; dt.>
/karnewalß-/ die; - ; -en öffentliche,
von Kamevalsvereinen organisierte
Veranstaltung im, zum Karneval
Karjne)vals|ver)eln: dt.; du /karne¬
walß-/ der;-(e)s; -e Verein, Organisa¬
tion, in der sich Personen zusammen¬
geschlossen haben, um das karnevali¬
stische Brauchtum zu pflegen
Kaijnejvalsjzeit: dt.; dt.> /karnewalß-/
die; - ; - Zeit vom 11.11. bis zum Tag
vor Aschermittwoch des nächsten
Jahres, besonders jedoch die Zeit von
Donnerstag bis Dienstag vor Ascher¬
mittwoch
Karine|vals|zug: dt.; dt.> /karnewalß-/
der; -(e)s; -züge im Karneval veran¬
stalteter gemeinsamer Marsch, Um¬
zug durch die Straßen, bestehend aus
kostümierten Personen, Musikgrup¬
pen u. mit verschiedenen Motiven de¬
korierten Wagen
Karjnjckel (Karjnik|kel —> Katjni|ckel):
das; -s; - 1 [ugs.j (als Nutztier gehal¬
tenes od. wildes) Kaninchen »Er
züchtete Karnickel.« 2 naiver Dumm¬
kopf (der als Sündenbock dient, mi߬
braucht wird) »Ich bin doch nicht euer
Karnickel.«
Kar|nickel|fut|ter (Kaijnik|kel|fut|ter—»
Karjni|ckel|fut)ter): das; -s; -1 Futter
für Kaninchen 2 [ugs.; scherzh.] Roh¬
kost
kar|mjvpr: dau /kamiwor/ Adj. n. stg.
<Bio.; Tier; Pflanze» fleischfressend,
vorwiegend von Fleisch lebend
Kar|ni|vpjre: dau /karniwore/ der; -n; -n
Tier, das sich vor allem von Fleisch
ernährt
Kar|ni|vgjre: dau /karniwore/ die; - ; -n
Pflanze, die sich von Fleisch ernährt
Ka|ro: dat.-fu das; -s; -s 1 Viereck (das
gekantet ist, auf der Spitze steht) 2
<Spiel> niedrigster Kartenwert 3 Karo
einfach; Karo trocken: [ugs.;
scherzh.] trockene, unbelegte Scheibe
Brot
Ka|ro|U|nen: die (PI.) (Geographie» im
Pazifischen Ozean liegende Insel¬
gruppe
Ka|ro|mu|ster —> Ka|ro|mus|ter: dat.-
fr.-it.> das; -s; - Musterung, die aus
vielen Karos besteht
Ka|rpsjse: dat.-it.-fr.> die; - ; -n 1
prachtvoller Luxuswagen 2 auf dem
Gestell liegender Blechaufbau eines
Wagens
Ka|ros|se|rie: dat.-it.-fr.> die; ~ ; Karos¬
serien jkaroserm) auf dem Gestell lie¬
gender Blechaufbau eines Wagens
Ka|ros|se|rie|bau: dat.-it.-fr.; dt.> der;
-s; - a) Herstellung, Produktion von
Karosserien b) Bereich der (metall¬
verarbeitenden) Industrie, der sich
mit dem Bau von Karosserien befaßt
Ka|ros|se|rje|bauler: dat.-it.-fr.; dt.> der;
-s; - weibl. Ka|ros|se|rje|baue|rin —*
Ka|ros|se|rje|bau|e|rin: die; - ; -nen
(Beruf» Person mit einer Ausbildung
im Karosseriebau
ka|ros|sie|ren: dat.-it.-fr.> karossierst;
karossiertest; hast karossiert ein
Kraftfahrzeug mit einer Karosserie
versehen
Ka|ro|tin/[fachsprl.] Ca|ro|tin: <gr.-lat.>
das; -s; - (Chemie» gelb-rötlicher
Pflanzenfarbstoff, der eine Vorstufe
des Vitamin A darstellt »Möhren ent¬
halten sehr viel Karotin.«
Ka|ro[tis: <gr.> die; - ; Karotiden (Med.»
große, zum Kopf führende Halsarte¬
rie, -Schlagader
Ka|rptjte: <gr.-lat.-fr.-niederl.> die; • ; -n
unterhalb der Erdoberfläche wach¬
sendes, orangefarbenes, längliches,
härteres Gemüse, Syn.: Möhre;
Mohrrübe
Ka|rot|ten|beet: das; -(e)s; -e Beet,
Landstück, auf dem Karotten, Möh¬
ren wachsen
Ka|rot|ten|saft: der; -(e)s; -safte ausge-
reßter Saft von Karotten, Möhren,
yn.: Möhrensaft
Kaijpell/Kaijpel|lum: dat.> das; -s; Kar-
pelle u. Karpella die Samenanlagen
tragender Teil der Blüte, Syn.:
Fruchtblatt
Karpfen: der; -s; - eßbarer Süßwasser¬
fisch, der in einigen Gegenden als ty¬
pisches Silvesteressen gilt, dient
Karpffenffisch: der; -(e)s; -e Süßwas-
serfisch(familie), der/die in vielen
Formen vorkommt »Die Schleie ist
ein Karpfenfisch.«
Karp|fen|teich: der; -(e)s; -e (meist
künstlich angelegter) Teich zur Züch¬
tung von Karpfen
Karp|fen|zucht: die; • ; -en a) Züchtung,
Aufzucht von Karpfen b) Unterneh¬
men, Firma, das/die Karpfen züchtet
Karjpo|lo|gie: <gr.> die; - ; - Wissen¬
schaft von den Pflanzenfrüchten
Kaijre: die; - ; -n (m. PI.) (Geologie»
Furche od. Rinne in Kalkgestein, ent¬
standen durch Schmelzwasser, Ver¬
witterung o. ä.
Kar|re: dat > die; - ; -n 1 a) mit einem
Rad u. zwei Griffstangen ausgestatte¬
tes Transportmittel für Güter über
kurze Strecken; Schubkarre »Ich habe
den Dreck mit der Karre weggefah¬
ren.« b) kleiner Handwagen (zum Zie¬
hen, Schieben) 2 von Zugtieren gezo¬
gener Wagen 3 [abwert.] altes Auto
»Ich fahre eine verrostete Karre.« 4
[ugs.] Motorrad »Ich habe mir eine
neue Karre gekauft.« 5 jmdm. an den
Karren fahren: [ugs.] jmdm. etw. un¬
terschieben, ihm etw. anlasten wollen
»Paß auf, der will dir an den Karren
fahren!« 6 die Karre, den Karren aus
dem Dreck ziehen: [ugs.] eine durch¬
einandergeratene, verfahrene Angele¬
genheit wieder in Ordnung bringen 7
die Karre, den Karren in den Dreck
fahren: [ugs.] etw. schuldhaft verder¬
ben 8 jmdn. vor seinen Karren
spannen: [ugs.] jmdn. für seine Zwek-
ke, Interessen nur benutzen, vorschie¬
ben, ausnutzen »Er merkte sehr bald,
daß ihn sein Kollege nur vor den eige¬
nen Karren spannen wollte.« 9 die Kar¬
re ist (total, vollständig) verfahren:
[ugs.] eine Situation ist beinahe (od.
völlig) auswegslos »Die Karre ist total
verfahren, wir müssen einen neuen
Weg finden.« 10 den Karten, die Kar¬
re (einfach) laufen lassen: [ugs.] sich
nicht um etw. kümmern »Du mußt
etw. tun, du kannst den Karren doch
nicht einfach laufen lassen!« 11 Wie
man den Karren schmiert, so läuft
er: 1. wer gut zahlt, bekommt gute
Hilfe, Vorteile 2. wer gut vorsorgt, er¬
reicht gute Ergebnisse
Kaijree: dat.-fro das; -s; -s 1 von Häu¬
sern gebildetes Viereck » Wir sind ein¬
mal ums Karree gegangen.« 2 Schliff¬
form für Diamantenschliffe 3 [österr.]
Rippenstück vom Schlachtvieh 4 im
Karree springen: [ugs.] äußerst wü¬
tend sein, werden »Der springt vor
Wut im Karree, wenn er erfährt, daß
du sein neues Auto zu Schrott gefahren
hast.«
karjren: karrst; karrtest; hast gekarrt
[meist ugs.] etw., jmdn. an einen ande¬
ren Ort fahren, bringen »Wir haben
die Kinder zum Ferienlager gekarrt.«
Kar|ren|gaul: der; -(e)s; -gäule a)
^abwert.] altes, wenig wertvolles,
nicht (mehr) leistungsfähiges Zug¬
pferd b) (übertr.» [ugs.; abwert.] jmd.,
der niemals aus seiner (Arbeits-)Rou-
tine ausbricht »Der Kollege ändert
sich nie, er ist ein richtiger Karren¬
gaul.«
Kaijrelta: die; - ; -n [landsch.] alter Wa¬
gen, der nicht gut beschaffen, gewar¬
tet ist
Kar|ret|te: dat.-iu die; -; -n [Schweiz.]
a) Schubkarre(n) b) kleiner Einkaufs¬
wagen mit zwei Rädern u. einem
Griff, an dem er gezogen od. gescho¬
ben werden kann c) (Milit.» schmal¬
spuriger Wagen, der zum Transport
von Gebirgstruppen u. ihrem Gerät
verwendet wird
Katjriejre—* Kar|ri[e[re: dat.-fiu /karri-
ere/ die; - ; -n a) erfolgreiche Berufs¬
laufbahn »Die Karriere ist ihm wichti¬
ger als die Familie.« b) Karriere
machen: sich im Beruf eine gute Posi¬
tion schaffen
Kar|de|re|frau —> Kar[ri|e|re[frau: dat.-
fr.; dt.> /karri-ere-/ die; ~ ; -en a) Frau,
die sich bemüht, Karriere zu machen,
eine wichtige berufliche Stellung zu
erringen od. der dies schon gelungen
ist b) [oft abwert.] Frau, die sich eine
wichtige berufliche Stellung erkämpft
(hat) u. dabei keine Rücksicht auf ihr
Privatleben od. ihre Familie nimmt
od. genommen hat
Kar|rie|re|ma|cher —> Kar|ri|e|re|ma|-
cher: dat.-fr.; dt.> /karri-ere-/ der; -s;
- weibl. Kaijrie|re|majche(rin —»
Kar|ri|e|re|ma|che|rin: die; - ; -nen a)
Person, die sich bemüht, Karriere zu
machen, eine wichtige berufliche Stel¬
lung zu erringen od. der dies schon
gelungen ist b) [abwert.] Person, die
sich eine hohe berufliche Stellung, ih¬
ren Aufstieg ohne Skrupel erkämpft
od. erkämpft hat
Kar]rio|re|stau—> Kar|ri|e|re|stau: dat.-
fr.; dt.> /karri-ere-/ der; -(e)s; -s lan¬
ges Verbleiben in einer beruflichen
610
Kartenlegen
Position ohne Beförderung in eine
höhere Stellung
Kar|rie|rist —* Kar|ri|e|rist: <lat.-fr.>
/karri-erißt/ der; -en; -en weibl. Kar|-
rie|ri|stiri —> Kar|ri|e|ris|tin: die; - ;
-nen [abwert.] Person, die sich eine
hohe berufliche Stellung, ihren Auf¬
stieg ohne Skrupel erkämpft od. er¬
kämpft hat
kar|rie|ri|stisch —» kar|ri[e|ris(tfsch:
dat.-frj /karri-erißtisch/ Adj.
[abwert.] in seinem Vorgehen wie ein
Karrierist, Karrieremacher handelnd,
sich skrupellos wie diese verhaltend
Kar]ri|gl: tlat.-it.-frj das; -s; -s 1 zwei¬
rädriges, mit einem Kasten, Aufbau
versehenes, leichtes Fuhrwerk 2 Wa¬
gen der Post, Syn.: Karriole
Karjriojle —» Kar[rijo|le: tlat.-it.-frj die;
- ; -n 1 zweirädriges, mit einem Ka¬
sten, Aufbau versehenes, leichtes
Fuhrwerk 2 Wagen der Post, Syn.:
Karriol
karfriojlen —> kar|ri|o|len: dat.-U.-frj
karriolst; karrioltest; bist karriolt
[ugs.] (zum Vergnügen) herumfahren
Karjsams|tag: der; -(e)s; -e Samstag
nach Karfreitag vor dem Osterfest
Karst: der; -(e)s; -e <Geologie> unbe-
wachsene(s) Gebirge, Gebirgsland¬
schaft (aus Kalkstein o. ä.)
Karst|bo|den: der; -s; -böden <Geologie>
(unbewachsener) Boden, der durch¬
lässig ist, so daß das Wasser sofort
versickert
Karst|land|schaft: die; - ; -en unbe¬
wachsenes Gebiet (mit einer Oberflä¬
che aus Kalkstein o. ä.)
Kart: der; - u. -s; -s kurz für Gokart =
1. niedriger, unverkleideter kleiner
(Hobby-)Rennwagen 2. vierrädriges
Kinderfahrzeug, das mit Pedalen
über eine Kette angetrieben wird
kart.: Abk. 1 kartographisch = zur
Kartographie (Herstellung, Anferti¬
gung von See- u. Landkarten, Plänen)
gehörend 2 <Buchw.> kartoniert = in
Karton eingebunden
Kar|tät|sche: <it.-engl.> die; - ; -n 1 [ver-
alt.] Artilleriegeschoß mit Bleikugel¬
füllung 2 <Bauw.> schmales Brett mit
Griff(en), mit dem Putz verstrichen
wird
kar[tät|schen: kartätscht; kartätschtest;
hast kartätscht 1 [veralt.] mit einer
Kartätsche schießen, feuern 2<Bauw.>
mit einer Kartätsche Putz verreiben
Karltaulse: tlat.fr j die; -; -n <kath. Kir¬
che) Kloster der Kartäusermönche,
das aus mehreren kleineren, einzeln
stehenden Hausern besteht
Kar|täu|ser: der; -s; - weibl. Karitäulsel-
rin: die; - ; -nen <kath. Kirche) Mit¬
glied, Angehörige^) des Ordens der
Kartäuser(innen)
Kar|täu|ser|mönch: der; -(e)s; -e <kath.
Kirche) Mitglied, Angehöriger des
Ordens der Kartäuser
Kar[t£u|ser|or|den: der; -s; - <kath. Kir¬
che) kontemplativer, nicht sozial od.
missionarisch tätiger katholischer Or¬
den (gegründet 1084 bei Grenoble,
weiblicher Orden gegründet 1145)
Kärt|chen: das; -s; - kleine Karte =
Blatt aus dünnem Karton in rechtek-
kiger Form
Karfte: <gr.-lat.-frj die; - ; -n 1 kurz für
Postkarte, Grußkarte, Ansichtskarte
usw. = aus dickem, kartoniertem Pa¬
pier (mit Bildern) bestehendes (ge¬
klapptes) Rechteck zum Versenden
mit der Post 2 kurz für Spielkarte in
einem Kartenspiel 3 kurz für Ein¬
trittskarte = zum Besuch einer Ver¬
anstaltung berechtigendes Schrift¬
stück 4 kurz für Landkarte = Papier,
auf dem Straßen, Gewässer, Städte,
Länder, topographische, politische
Grenzen usw. verzeichnet sind 5 kurz
für Visitenkarte = kleines Stück Kar¬
ton mit jmds. Namen u. Adresse 6 auf
die falsche Karte setzen: etw. Fal¬
sches tun, sich verrechnen, etw. falsch
einschätzen 7 mit offenen/verdeck-
ten Karten spielen: so handeln, daß
jmd. seine Absichten erkennen/nicht
erkennen kann »Sie können mir ver¬
trauen, ich spiele mit offenen Karten. •
Traue ihm nicht, ich glaube, er spielt
mit verdeckten Karten!« 8 schlechte
Karten haben: in keiner guten Positi¬
on sein, keine guten Aussichten ha¬
ben »Ich mache mir keine Illusionen,
ich habe schlechte Karten.« 9 alle Kar¬
ten In der Hand haben, behalten: in
einer entscheidenden, mächtigen Po¬
sition sein »Man konnte ihr nichts an¬
haben, sie hatte alle Karten in der
Hand.« 10 alles auf eine Karte
setzen: alles riskieren 11 die, seine
Karten aufdecken; die, seine Karten
offen auf den Tisch legen: seine tat¬
sächlichen Absichten zu erkennen ge¬
ben »So, nun legen wir die Karten of¬
fen auf den Tisch.« 12 die letzte Karte
ausspielen: den allerletzten Versuch
unternehmen, doch noch etw. zu er¬
reichen »Ich habe meine letzte Karte
ausgespielt, jetzt kann ich nur noch
hoffen.« 13 wissen, wie die Karten
fallen (werden): etw. voraussehen,
Vorhersagen »Er ahnte, wie die Karten
fallen würden.« 14 a) jmdm. in die
Karten sehen, schauen, gucken:
[ugs.] herausbekommen, herausfin¬
den, was jmd. plant, vorhat b) sich
nicht in die Karten sehen, schauen,
gucken lassen: [ugs.] verhindern,
daß jmd. herausbekommt, herausfm-
det, was man plant od. vorhat »Man
hat es zwar versucht, aber ich lasse mir
doch nicht in die Karten schauen!« 15
jmdm. die Karten legen: aus Spiel¬
karten wahrsagen »Du läßt dir die
Karten legen u. glaubst daran?« 16 mit
gezinkten Karten spielen: unehrlich
sein bei der Erreichung seines Planes,
Zieles
Karjtej: die: - ; -en a) Sammlung von
sortierten, mit Informationen be¬
schrifteten, gleichartigen Karten (in
Karteikästen) b) Sammlung von ge¬
ordneten Informationen über Perso¬
nen, Sachen (in Computerdateien)
Kar[tej|kar|te: die; ~ ; -n Karte, die zu ei¬
ner Kartei gehört od. für eine Kartei
neu verwendet, beschrieben, benutzt
werden kann
Kar[tei|ka|sten —> Karjtei|kas|ten: der;
-s; -kästen Kasten, rechteckiger Be¬
hälter zur Aufbewahrung von Kartei¬
karten
Kaijtei|lei|che: die; - ; -n [scherzh.] a)
Karteikarte, deren Eintragungen
(längst) ungültig sind b) nicht aktives
Mitglied einer Organisation, eines
Vereins o. ä.
Kar[tei|zetftel: der; -s; - Zettel, dünne
Karteikarte, der/die zu einer Kartei
gehört od. für eine Kartei neu ver¬
wendet, beschrieben, benutzt werden
kann
Kartell: 0gypt.-gr.-lal.-it.-frJ das; -s; -e
1 <Wirt.> sich hinsichtlich des Wettbe¬
werbs, der Preise absprechende Inter¬
essenvereinigung von Unternehmen
o. ä. »Das Olkartell hatte großen Ein¬
fluß.« 2 Vereinigung von Studenten¬
verbindungen mit der gleichen Ziel¬
setzung 3 <Pol.> (im Wahlkampf) Zu¬
sammenschluß, (befristetes) Bündnis
mehrerer Parteien
Kar|tell|amt: 0gypt.-gr.-lat.-it.fr.; dt.>
das; -(ejs; -ämter <Rechtsw.> Behör¬
de, die über die rechtlich korrekte
Führung von Kartellen, die Einhal¬
tung des Kartellrechts wacht
KarjteH|ge|setz: 0gypt.-gr.-lat.-it.-fr.;
dt.> das; -es; -e <Rechtsw.> Gesetz, das
unrechtmäßige Kartellbildungen in
der Wirtschaft verhindern soll
karjtel|lie|ran: 0gypt.-gr.-lat.-it.-frj
kartellierst; kartelliertest; hast kartel¬
liert <Wirt_> in Kartellen zusammen¬
fassen; Kartelle, Interessenvereini¬
gungen, Zusammenschlüsse bilden
Kaijtell|recht: 0gypt.-gr.-lat.-it.-fr.; du
das; ~(e)s; -e <Rechtsw.> rechtliche
Bestimmungen, Gesetze u. ä. bezüg¬
lich der Bildung, Führung von Wirt¬
schaftskartellen
Kaijtell]ver|band: 0gypt.-gr.-lal.-it.-fr.;
du der;-(e)s;-verbände loser Zusam¬
menschluß, Bund verschiedener (stu¬
dentischer) Kartelle mit ähnlichen
Zielen
Kar|ten|blatt: tgr.-lat.-fr.; du das;
-(ejs; -blätter einzelnes, rechteckiges
Stück dünnen Kartons, auch be¬
druckt als Spielkarte
Kaijten|biock: tgr.-lat.-fr.; du der;
~(e)s; -s u. -blocke (am oberen Rand)
zusammengeheftetes, -geklebtes Bün¬
del von (Eintritts-)Karten
Kar|ten|brief: <gr. -lat.-fr.; du der;-f e)s;
-e aus einer kartonierten Karte in ei¬
nem Umschlag bestehender Brief
Kar|ten|gruB: tgr.-lat.-fr.; dtj der; -es;
-grüße auf eine Ansichts- od. Postkar¬
te geschriebener Gruß (z. B. aus dem
Urlaub, zum Geburtstag) ,
Karjtenjhaus: tgr.-lat.-fr.; du das; -es;'
-häuser 1 fragiles, durch einen Luft¬
zug zerstörbares Haus aus Spiel¬
karten 2 [seemannssprl.J Aufbau,
Raum (auf der Kommandobrücke)
auf einem Schiff, in dem Seekarten u.
andere Geräte aufbewahrt werden 3
einstürzen wie ein Kartenhaus:
plötzlich zunichte werden; ein jähes
Ende nehmen »Meine Hoffnungen
stürzten ein wie ein Kartenhaus.«
Karjten|kun|de: tgr.-lat.-fr.; du die; - ; -
1 <Kartographie> Wissenschaft, Tech¬
nik der Herstellung von (Land-)
Karten 2 Lehre des Verstehens, Le¬
sens von Landkarten
Karften|kunst|stück: tgr.-lat.-fr.; du
das; -(ejs; -e mit Spielkarten vorge¬
führtes Zauberkunststück
Kar|ten[lejgen: tgr.-lat.-fr.; du das; -s; -
(angebliches) Vorhersagen, Wahrsa¬
gen aus Spielkarten
611
Kartenlegerin
Kar|ten|le|ge|rin: <gr.-lat.-fr.; dt.) die; - ;
-nen Frau, die (angeblich) aus Karten
die Wahrheit, Zukunft (voraus-)sa-
gen kann
Kar|ten|lo|cher. <gr.-iat.-fr.; du der; -s;
- (EDV; hist.> Maschine, die Löcher
in Loch-, Hollerithkarten einbringt,
stanzt
Karjtenjnetz: <gr.-lat.-fr.; dt.> das; -es; -e
(Geographie; Kartographie) auf einer
geographischen Karte die Linien für
Längen- u. Breitengrade
Karjten|raum: <gr.-lat.-fr.; dt.) der;
-(e)s; -räume Raum in Schulen o. ä.
zur Aufbewahrung von Wandkarten,
Syn.: Kartenzimmer
Karjten|schlä|ger. <gr.-lat.-fr.; du der;
-s; - weibl. KarjtenfschlS|ge)rin: die;
- ; -nen 1 <Textilmdustrie; Beruf) Per¬
son, die auf das Lochen, Lesen der
Muster o. ä. von Stoffe spezialisiert
ist 2 a) Person, die (im Spiel) Karten
legt b) nur weibl. Form [landsch.] Kar¬
tenlegerin
Kar|ten|skiz|ze: <gr.-lat.-fr.; it.) die; - ;
-n Plan eines Gebietes, einer Strecke
o. ä., der nur skizzenhaft, flüchtig, an¬
deutungsweise dargestellt ist '
Kar|ten|spiel: <gr.-lat.-fr.; du das;
-(ejs; -e 1 Spiel, das mit Spielkarten
gespielt wird 2 alle zu einem Spiel ge¬
hörenden Spielkarten
Kar]ten|stän|den <gr.-lat.-fr.; du der;
-s; - Vorrichtung, Gestell, um (im
Klassenraum) Landkarten o. ä. auf¬
zuhängen
Karjten|stoclc <gr.-lat.-fr.; du der;
-(e)s; -stocke Stoß, Stapel von (ver¬
deckten) Karten im Glücksspiel,
Syn.: [fremdsprl.] Talon
Karften|ta|sche: <gr.-lat.-fr.; du die; - ;
-n a) flacher Behälter mit durchsichti¬
gem Decke) zum Umhängen o. ä., in
dem eine Land-, Wanderkarte griff¬
bereit mitgeführt werden kann b)
Vorrichtung, Fach in Autos (an Son¬
nenblenden, an der Innenseite der
Tür) für Straßenkarten
Kar|ten|te|le|fon: <gr.-lat.-fr.> das; -s; -e
öffentliches Telefon, für dessen Be¬
nutzung eine Telefonkarte statt Mün¬
zen nötig ist
Karftenftisch: <gr.-lai.-fr.; du der;
-(e)s; -e 1 <Milit.> größerer Tisch, auf
dem (See- od. Land-)Karten zur Be¬
trachtung, Planung ausgelegt werden
können 2 Tisch zum Kartenspielen
Kar|ten|veiikauf: <gr.-lat.-fr.; du der;
-(e)s; -verkaufe Verkauf von Fahr-
od. Eintrittskarten
Kar|ten|vor|ver|kauf: <gr.-lat.-fr.; dt.)
der; -fe)s; -verkaufe Kartenverkauf
für Eintrittskarten, der schon längere
Zeit im voraus, vor Beginn eines Er¬
eignisses veranstaltet wird
Kar|ten|werk: <gr.-lat.-fr.; dt.) das;
-(e)s; -e alle existierenden Karten für
ein Gebiet, einen Bereich (z. B. Land¬
karten, Stemenkarten)
Karjten|zei|chen: <gr.-lat.-fr.; dt.) das;
-(e)s; - Symbol, das bestimmte geo¬
graphische o. a. Besonderheiten auf
einer Karte darstellt; kartographi¬
sches Zeichen
Kar|ten|zeich(ner. <gr.-lat.-fr.; dt.) der;
-s; - weibl. Kar]ten|zeich|ne|rin: die;
- ; -nen jmd., Graphiker, der (geogra¬
phische) Karten zeichnet
Kar|ten|zim|mer: <gr.-lal.-fr.; dt.) das;
-s; - Raum in Schulen o. ä. zur Auf¬
bewahrung von Wandkarten, Syn.:
Kartenraum
Kar|te|sia|nis|mus —*■ Karjte|si|a|nis|-
mus: <lat.) der; -; - (Philosophie) von
Rene Descartes u. seinen Nachfol¬
gern, Schülern geprägte Richtung der
Philosophie
Karjtha|min: <arab.-lat.) das; -s; - (Che¬
mie) roter Farbstoff (gewonnen aus
einer Färbepflanze)
kar|tje|ren: <ägypt.-gr.-lat.-fr.) kartierst;
kartiertest; hast kartiert 1 (Geogra¬
phie) etw., geographische Gegeben¬
heiten auf einer Karte darstellen 2
(über etw. eine Karteikarte anlegen,
einen Vermerk auf einer vorhandenen
Karteikarte machen u.) in eine Kartei
einsortieren
Kar|tie|rung: die; -; -en a) das Kartieren
von etw., Darstellen von etw. auf ei¬
ner Landkarte b) das Kartieren von
etw., Vermerken auf einer Karteikar¬
te
Kaijting: <engl.-amerik.) das; -s; - a)
Fahren mit einem Gokart b) Wettbe¬
werb im Karting (a)
Karjtqflfel: <lat.-it.) die; -; -n 1 a) Pflanze
mit unterirdisch wachsender eßbarer
Knolle b) Frucht, Knolle der Kartof¬
fel (a) 2 rin, rein in die Kartoffeln,
raus aus den, aus die Kartoffeln:
[ugs.; meist berlin.] einmal will, sagt,
ordnet es jmd. so an, dann genau um¬
gekehrt 3 Kartoffeln gehören in den
Kellen [ugs.; scherzh.] jmd. möchte
lieber mehr Fleisch, Fisch od. Gemü¬
se essen »Ich esse lieber zwei als ein
Steak u. auf Kartoffeln verzichte ich
gern, die gehören sowieso in den
Keller.« 4 (die) Kartoffeln abgießen:
1. wenn die Kartoffeln durch Kochen
gar sind, das Wasser abschütten 2.
[ugs.] urinieren
Kaijtof)fei|acker (Kar|tof|fel|ak|ker —>
Kaijtpf|fel|a|cker): dat.-it.; dt.) der; -s;
- u. -äcker Acker, bearbeitete Boden¬
fläche für den Anbau von Kartoffeln,
auf dem/der Kartoffeln angebaut
wurden
Kar|tof|fel|brannt|wein: dat.-it.; dt.; lat.)
der; - (e)s; -e aus Kartoffelstärkemehl
hergestelltes alkoholisches Getränk
Kaijtof|fel|brsi: dat.-it.; dt.) der;-(e)s; -
zerdrückte, gestampfte, pürierte Kar¬
toffeln mit Milch, Butter u. Gewür¬
zen
Kar|töfjfel|chen: dat.-it.; dt.) das; -s; -
kleine Kartoffel(knolle)
Karjtof|fel|chips: dat.-it.; engl.) der; -; -
(m. PI.) dünne, gewürzte, in Fett ge¬
backene Kartoffelscheibe
Karjtof|fel|ern|te: dat.-it.; dt.) die; - ; -n
1 Ernten der Kartoffelknollen 2 alle
geernteten Kartoffeln (in einer Sai¬
son, einem Gebiet)
Kar[tof|fel|feu|er: dat.-it.; dt.) das; -s; •
(Lager-)Feuer auf einem abgeernte¬
ten Feld, bei dem das Kartoffelkraut
verbrannt wird
Karftof[fel|hor|de: dat.-it.; dt.) die; - ; -n
Lattengestell, Verschlag für die Lage¬
rung von Kartoffeln (über Winter)
Kaijtof|fel|kä|fen dat.-it.; dt.) der; -s; -
kleiner, gelb-schwarz-gestreifter Kä¬
fer, der als Schädling die Blätter u.
Blüten der Kartoffelpflanze frißt
Ka(jtof|fel|kloß: <lat.-it.; dt.) der; -es;
-klöße Kugel aus rohem od. gekoch¬
tem Kartoffelteig, -mus
Kar[tof|fei|knö|del: dat.-it.; dt.) der; -s; -
[süddt.; österr.] Kartoffekloß
Karftqf|fei|knol|le: dat.-it.; dt.) die; - ; -n
unterirdisch wachsende Frucht der
Kartoffel
Kar[tof|fel|kraut: dat.-it.; du das; -(e)s;
- Blätter u. Blüten der Kartoffelpflan¬
ze
Karftof|fel|mehl: dat.-it.; dt.) das; -fe)s;
- aus Kartoffeln gewonnenes Stärke¬
mehl
Kar|tof|fel|miefte: dat.-it.; dt.) die; - ; -n
Grube, Loch mit Stroh o. ä. bedeckt,
in der/dem Kartoffeln über Winter
gelagert, aufbewahrt werden
Kar|tof|fel|mus: dat.-it.; dt.) das; -es; -e
[landsch.] Kartoffelbrei
Kar|tof|fel|na|se: dat.-it.; dt.) die; - ; -n
[ugs.; scherzh.] knollige, an eine
kleine Kartoffelknolle erinnernde
Nase
Karftof|fel|pres|se: dat.-it.; dt.) die; • ;
•n Küchengerät, mit dem gekochte
Kartoffeln kleingedrückt, zerquetscht
werden
Kaijtof]fel|puf|fer: dat.-it.; dt.) der; -s; -
kleinere, in Fett gebackene Fladen
aus geriebenen Kartoffeln u. Gewür¬
zen; Reibekuchen
Kaijtof|fel|pü|ree: dat.-it.-fr.) das; -s; -
Kartoffelbrei
Kar|tof|fel|sack: dat.-it.; dt.) der; -(e)s;
-sacke großer Sack für (den Trans¬
port von) Kartoffeln
Kar[tof|fel|sa|lat: dat.-it.) der; -(e)s; -e
(meist kalter) Salat aus in Scheiben,
Stücke geschnittenen, gekochten
Kartoffeln u. a. unterschiedlichen Zu¬
taten
Karjtof|fet|scha|le: dat.-it.; du die; -; -n
dünne Schale, äußere, braune Schicht
der Kartoffelknolle
Karftpf]fel|schä|ler: dat.-it.; dt.) der; -s;
- kleines, messerähnliches Küchen¬
gerät, mit dem etw., rohe Kartoffeln
von der Schale befreit werden können
Karjtpf|fel|schäl|ma|schi|ne: dat.-it.;
dt.; gr.-lat.) die; - ; -n (meist elektri¬
sche) Maschine zum Schälen von ro¬
hen Kartoffeln in größeren Mengen
Kar[tqf|fel|schäl|mes|ser: dat.-it.; dt.)
das; -s; - a) kleines Küchenmesser b)
kleines, messerähnliches Küchenge¬
rät, mit dem etw., rohe Kartoffeln
von der Schale befreit werden können
Kar[tgf|fel|schnaps: dat.-it.; dt.) der;
-es; -schnapse Schnaps aus Kartof¬
feln, Kartoffelstärke
Kar|tof|fel|schnee: dat.-it.; dt.) der; -s; -
Kartoffelbrei, der besonders fein u.
schaumig geschlagen wird
Karftofffel|stär[ke: dat.-it.; dt.) die; - ; -
Kohlehydrat in der Kartoffel
Karjtof|fel|stock: dat.-it.; dt.) der;-(e)s;
- [Schweiz.] Kartoffelbrei
Karjtofffel|sup|pe: dat.-it.; dt.) die; - ; -n
aus Kartoffeln u. a. Zutaten zuberei¬
tete Suppe
Kaijtof|fel|teig: <lat.-it.; dt.) der; -(e)s;
-e Teig aus gekochten od. rohen, zer¬
kleinerten Kartoffeln
Kar|tof|fel|was|ser. dat.-it.; du das; -s; -
Wasser, in dem Kartoffeln gekocht
werden, wurden
612
Käsemesser
—> Kar|to|graf/Kar|to|gra|fin: s. Karto¬
graph
—* Kar|to|gra|f je: s. Kartographie
—» kar(to|gra|fie|ren: s. kartographie-
ren
Kaijto|gramm —> Karjto|g|ramm:
<ägypt.-gr.-lat.-fr.; gr.) das; -(ejs; -e
in eine Landkarte eingearbeitete Dar¬
stellung von Statistikdaten
Karjto|graph —* auch Kar|to|graf. <gr.>
/kartograf/ der; -en; -en weibl. Karfto|-
grajphin —» auch Kar|to|gra|fin: die;
- ; -nen 1 Grafikerin), der/die Karten
zeichnet 2 Ingenieurin) der/die Land¬
kartentechnik, der/die Karten inhalt¬
lich entwickelt '
Kaijto|gra|phie —► auch Kar|to|gra|fte
<gr.> /kartografi/ die; -; - Technik u.
Wissenschaft von der Herstellung
von (Land-)Karten
kaijto|gra|phjejr8n —► auch karjto|gra|-
fie|rert <gr.> /kartografiren/ kartogra-
phierst; kartographieriest; hast karto-
graphiert —►alle Formen auch mit
f<— auf (Land-)Karten ein Gebiet
darstellen, zeichnen
Kar|to|me|tne —» Kartto|me|t|rie: <gr.-
lat.y die; - ; - Übertragen geometri¬
scher Größen auf Karten wie Flä¬
chen, Winkel u. ä.
Karjton: dat.-it.-fro /kartong, kartong
u. karton/ der; -s; -s u. [selten] -e 1 a)
festes Papier; Pappe b) Schachtel aus
Pappe »Ich lege die Schuhe in den
Karton.« 2 <Kunst> letzter Entwurf
(auf Papier) für Malerei-, Knüpfar¬
beiten (in Originalgröße) 3 bei jmdm.
rappelt’s im Karton; jmd. hat nicht
alle im Karton: [ugs.] jmd. ist nicht
ganz normal, ist verrückt »Laß das,
was machst du da? Du hast wohl nicht
alle im Karton. * Bei dir rappelt 's wohl
im Karton?« 4 a) es knallt im Karton:
[ugs.] jmd. wird wütend, wird schimp¬
fen, Strafmaßnahmen einleiten
»Sollte nochmal etw. schiefgehen,
dann knallt es aber im Karton! ♦ Wenn
du nicht sofort damit aufhörst, knallt
es im Karton.« b) es rauscht (gleich)
im Karton: [ugs.] jmd. verliert endgül¬
tig die Geduld »Wenn der mit seinem
Lärm nicht endlich aufhörl, rauscht es
aber im Karton.«
Karfto|na|ge: dat.-it.-fr.> /kartonaseh*/
die; -; -n Pappverpackung
karjto|nie]ren: <lat.-it.-fro kartonierst;
kartoniertest; hast kartoniert «Buch¬
binderei) Buch in ein Karton einbin¬
den, es mit einem Pappeinband verse¬
hen, in Karton einpacken
Kar|tgn|stich: dat.-it.-fr.; dt.> /kartong-,
kartong- u. karton-/ der; -(ejs; -e
«Kunst) Stich, bei dem mit einem Sti¬
chel, einem Werkzeug zum Gravieren
u. Ziselieren, nur die Umrisse eines
Bildes wiedergegeben werden
Karjto|thek: dat.-it.-fr.; gro die; - ; -en
(öffentliche) Kartei, die jmd., Interes¬
senten zu Recherchen benutzen kön¬
nen
Kar|tu|sche: <ägypt.-gr.-lat.-it.-fro die;
-n 1 <Kunst> ovales Ornament 2
<Milit.> a) Geschoßhülse aus Metall
(für die Artillerie) b) mit Pulver ge¬
füllte Hülse (für die Artillerie)
Ka|ru|be: <arab.-Iat.-fro die; - ; -n
Frucht des Johannisbrotbaumes;
längliches, dunkles, leicht gebogenes
Johannisbrot, dessen Mark u. Kerne
gegessen werden können, Syn.:
Manna
Ka|run|kel: dato die; - ; -n <Med.> kleine,
stark durchblutete Warze
Ka|rus|sell: dt.-fro das; -s; -s u. -e sich
im Kreis u./od. auf u. ab drehendes
Gerät auf der Kirmes o. ä.
Karjwen|del|ge|bir|ge: das; -s; - Ge-
birgsgruppe in den Alpen zwischen
Bayern u. Tirol
Kaijwo|che: die; - ; -n «christliche Kir¬
che) (Trauer-)Woche zwischen Palm¬
sonntag u. Ostern, in der besonders
am Karfreitag der Kreuzigung Chri¬
sti gedacht wird
Karjzer: dato der; -s; - <hist> 1 Gefäng¬
nis-, Arrestraum in Schulen u. Uni¬
versitäten, in dem jmd. eine Strafe ab¬
zusitzen hat »Als Strafe bekam er ei¬
nen Nachmittag Karzer.« 2 o. PI. Stra¬
fe, Zeit, die in den Arresträumen zu
absolvieren, abzusitzen ist
Kaijzi|no|gen: <gr.-lato das; -s; -e <Med.>
krebserzeugender Stoff
kar|zi|no|gon: <gr.-lat.> Adj. n. stg.
krebserzeugend; Krebs, Karzinome
Verursachend
Kaijzi|no|id: <gro das; ~(e)s; -e <Med.> 1
Hautkrebs, vorwiegend an der Ge¬
sichtshaut in einer langsam wachsen¬
den Form 2 im Magen-Darm-Bereich
auftretende gutartige Geschwulst
Kaijzi|no|lo|gje: die; - ; -1 <Med.> wis¬
senschaftliche Erforschung der
Krebserkrankungen; Entwicklung
von Heilmethoden bei Krebs als Teil¬
gebiet der Medizin 2 <Bio.> Lehre von
den Krebsen, in vielen Arten vorkom¬
menden gepanzerten Gliederfüßern
Kaijzi|nom: <gr.-lato das; -s; -e <Med.>
bösartige(r) Geschwulst, Tumor;
Krebsgeschwulst
Ka|sack: ifro der; -s; -s u. [öslerr.] die;
- ; -s über Rock od. Hose reichende
dreiviertellange Damenbluse
Ka|sa|tschok —» Ka|sa|t|sctiolc <russ.>
der; -s; -s russischer Volkstanz, bei
dem der Tänzer in der Hocke steht,
die Arme verschränkt hat u. die Beine
abwechselnd nach vom wirft
Ka|schan/Ke|schan: der; -(ejs; -s fein,
mit vielen Knoten geknüpfter, meist
hellbeige grundierter, stark gemuster¬
ter Perserteppich (aus der Stadt Ke-
schan)
Ka|schem|me: die; - ; -n [ugs.] fragwür¬
diges, verrufenes Lokal
ka|schen: kaschst; kaschtest; hast ge¬
hascht [ugs.] 1 stehlen »Ich habe die
Flasche gehascht u. bin gegangen.« 2
einen Verbrecher einfangen, gefan¬
gennehmen »Er ist gekascht worden.«
Kalscheur: dat.-fr o /kaschör/ der; -s; -e
weibl. Kalscbeulrin: die; - ; -nen
«Theaten jmd., der mit Hilfe von
Holz, Gips o. ä. die entsprechenden
Teile der Bühnendekoration herstellt
ka|schie|ren: dat.-fro kaschierst; ka¬
schiertest; hast kaschiert 1 etw. Vor¬
handenes versuchen zu verdecken, so
daß es nicht auflällt »einen Fehler
kaschieren« 2 «Theater) mit Hilfe von
Holz, Gips o. ä. die entsprechenden
Teile der Bühnendekoration herstel¬
len 3 [fachsprl.] Pappe mit buntem
Papier bekleben
Kasch|min der; -s; -e a) feines, teures
Kammgarngewebe (ursprünglich nur
aus den feinen Haaren der
Kaschmirziege) b) aus Kaschmir (a)
hergestellte Kleidungsstücke
Kasch|mir[zie|ge: die; - ; -n Ziege (aus
Vorderindien) mit besonders feinem,
weichem Fell, aus dem Kaschmirwol¬
le hergestellt wird
Ka|schujbe: der; -n; -n weibl. Ka|schu|-
bin: die; • ; -nen 1 Angehörige(r) des
westslawischen Stammes der Kaschu-
ben 2 [berlin.] bäuerlich, ungeschickt
wirkender, naiver Mensch
Käjse: dato der; -s; - 1 aus (saurer)
Milch gewonnenes, weißliches od.
gelbliches Nahrungsmittel unter¬
schiedlicher Festigkeit »Er machte
sich ein Butterbrot mit Käse.« 2 [ugs.]
Unsinn »Du redest Käse!« 3 Käse
schließt den Magen: Anmerkung,
wenn bei Beendigung eines Essens
Käse gereicht od. gegessen wird
K|]se|aiif]schnitt: dat.; dto der; -(ejs; -
Aufschnitt, mehrere Scheiben ver¬
schiedener fester Käsesorten »Ich ha¬
be ein halbes Pfund Käseaufschnitt ge¬
kauft.«
Kä|se|blatt: dat.; du das; -(ejs; -blätter
[ugs.; ab wert.] kleine, wenig angese¬
hene Zeitung »Bei dem Käseblatt
willst du als Journalist arbeiten?«
Kä|se|brot: dat.; du das; -(ejs; -e Brot¬
scheibe, die mit Käse belegt od. be¬
strichen ist
Kä|se|ecke (Kä|se|ek|ke —> Kä|se|e|-
cke): dat.; du die; - ; -n Weichkäse,
der in Form eines Dreieckes verpackt
ist od. in Form eines Dreiecks aus ei¬
ner Käsetorte herausgeschnitten u.
verkauft wird
Kä)se|fon|due: dat.-fro das; -s; -s Ge¬
richt, bei dem in die durch Erhitzen
flüssige Mischung von Hartkäse, Ge¬
würzen u. Weißwein kleine Stücke
Brot getaucht u. dann gegessen wer¬
den
Kjj]se|fuB: dat.; du der; -es; -fuße (m.
PI.) [ugs.; abwert.] Fuß mit starker,
schlecht riechender Schweißabsonde¬
rung; Schweißfuß
Kä|se|ge|bäclc dat.; du das; -(ejs; - u.
-e Gebäck mit Käse, einem beim Bak-
ken geschmolzenen Käseüberzug
Kä|selgiocke (Kä|se|glok|ke —> Kä|se|-
glofcke): dat.; dt.> die; ~ ; -n mit einer
Halbkugel aus Glas, Keramik o. ä.
abdeckbare(r) Platte, Teller zur Auf¬
bewahrung von Käse
Ka|se|in/Ca|se|in: dato das; -s; - «Che¬
mie> Eiweiß in Kuhmilch
Kä|se|ku|chen: dat.; dt.> der; -s; - Ku¬
chen, der aus Quark, Zucker u. a. Zu¬
taten (meist Puddingpulver) herge¬
stellt ist
Kajsel: dato die; - ; -n «kath. Kirche)
Meßgewand aus Seide, das vom Prie¬
ster über allen anderen Kleidungs¬
stücken, Gewändern getragen wird
Ka|sejmat)te: <gr.-it.-fro die; ~ ; -n 1 be¬
festigtes, unterirdisches Gewölbe in
einer Burg o. ä. »Die Kasematten
kann man besichtigen.« 2 befestigter
Raum für Geschütze auf einem
Kriegsschiff
Kä|se|mes|ser: dato das; -s; - Messer
mit einer leicht gebogenen, spitzen
Form zum Abschneiden von Käse
613
käsen
kä|sen: dat.) käst; käste; hast gekäst
Käse herstellen
Kaiser: dau der; -s; - weibl. Ka|se|rin:
die; - ; -nen [österr.] 1 Fachkraft in ei¬
ner Molkerei, die mit der Herstellung
von Käse befaßt ist 2 Senn(erin),
Almhirt(in) auf einer Alm, der/die zu¬
ständig für Milch- u. Käsewirtschaft
ist
Kä|ser: <iat.> der; -s; - weibl. Kä|se|rin:
die; -; -nen 1 Fachkraft in einer Mol¬
kerei, die mit der Herstellung von
Käse befaßt ist 2 Senn(erin), Almhir-
t(in) auf einer Alm, der/die zuständig
für Milch- u. Käsewirtschaft ist
Kä|se|rei: </af.> die; - ; -en 1 o. PL das
Zubereiten, Herstellen von Käse 2
Betrieb, Firma, in dem/der Käse her¬
gestellt wird
Kä|se|rin|de: dal.; du die; ~ ; -n Rinde,
äußere, harte Schicht von Hartkäse
Ka|ser|ne: dat.-fr.) die; -; -n Unterkunft
von Soldaten
Kafser|nen|block: dal.-fr.; du der:
-(e )s; -blocke u. -e Bereich, Teil, Häu¬
serblock innerhalb einer Kaserne
Ka|ser|nen|hof: <lat.-fr.; dt.) der; -(e)s;
-höfe Innenhof, Platz innerhalb od.
unmittelbar bei einer Kaserne
Ka|ser|nen|hof|ton: dat.-fr.; du der;
-(e)s; -töne [iron.] laute, herrische,
militärische Tonart, in der eine Per¬
son zu jmdm. spricht »Ich verbitte mir
diesen Kasernenhofton!<t
ka|ser|nie|ren: dat.-fr:> kasernierst; ka¬
serniertest; hast kaserniert jmdn. in
Kasernen unterbringen
Käjse|schmie|re: dat.; dt.) die; ~ ; -n
(Med.; Bio.> schmierige, talgige
Schicht auf der Haut eines neugebo¬
renen Babys
Kä|se|stan|ge: dat.; dt.> die; - ; -n Ge¬
bäck in Form einer Stange, das mit
Käse überbacken, hergestellt ist
Kä|se|stoffc dat.; dt.) der; -(e)s; -e Ei¬
weiß, das in Kuhmilch enthalten ist,
Syn.: Kasein
Käjse|was|ser: dat.; dt.) das; -s; - grün¬
gelbliche Flüssigkeit, die sich beim
Gerinnen von der Milch absondert,
Syn.: Molke
kä|sig: dat.) Adj. 1 etw., was in seiner
Beschaffenheit, im Aussehen, der
Konsistenz dem Käse ähnlich ist 2
<Haut> [ugs.] blaß
Ka|si|no/Ca|sj]no: dat.-it.) das; -s; -s 1
Gesellschafts- u. Speiseraum von Of¬
fizieren (od. Kantine in einer größe¬
ren Firma) 2 Ort, an dem man um
Geld (Glücksspiele) spielen kann
Kas|k§|de: dat.-it.-fr.) die; • ; -n 1 stu¬
fenförmiger, künstlicher Wasserfall 2
wagemutiger, einen Absturz vortäu¬
schender Sprung 3 <Chemie> Anord¬
nung gleichartiger hintereinanderge¬
schalteter Gefäße 4 (Physik) kurz für
Kaskadenschaltung = Reihenschal¬
tung von gleichartigen Teilen 5
(übertr.) größere, auf jmd. einstür¬
mende Menge von etw. »Er bedachte
sie mit einer Kaskade von Verwün¬
schungen.«
kas|ka|den|för|mig: dat.-it.-fr.; dt.) Adj.
n. stg. in Form einer Kaskade, von
Stufen »Dort ist ein kaskadenförmig
angelegter Wasserfall.«
Kas|ko: dat.-span.) der; -s; -s 1 a) [see-
mannssprl.j (als Transportmittel die¬
nendes) Schiff b) (als Transportmittel
dienendes) Fahrzeug 2 (Kartenspiel)
Variation des Lombers, eines Karten¬
spiels für drei bis fünf Personen mit
französischen Karten
Kas|ko|scha|den: der; -s; -schaden von
der Kaskoversicherung bezahlter,
selbstverschuldeter Schaden am eige¬
nen Fahrzeug
kas|ko|ver|si|chern: nur im Infinitiv u.
Partizip II, Perfekt gebraucht: hast
kaskoversichert ein Fahrzeug gegen
selbstverschuldete Schäden versi¬
chern
Kas|ko|verfsi|chefrung: die; - ; -en Ver¬
sicherung gegen (selbstverursachte,
-verschuldete) Schäden an Transport¬
mitteln
Kas|per: der; -s; - 1 männliche, lustige
Hauptfigur mit Zipfelmütze in einem
(Hand-)Puppentheater 2 [ugs.;
scherzh.] jmd., der (übertrieben) lu¬
stig ist, herumalbert
Kas|pe|rei: die; ~ ; -en (übertriebenes)
Lustigsein, Herumalbern
Kasjperl: der; -s; - u. -n [österr.] Kasper
(als Hauptfigur eines Puppenthea¬
ters)
Kas|perjle: das u. der; -s; - [süddt.]
Kasper (als Hauptfigur eines Pup¬
pentheaters)
Kas|per|ie|pup|pe: die; - ; -n (Hand-)
Puppe, die den Kasper darstellt
Kas|per|le|thea|ter —> Kas|per|le|the|-
a|ter: das; -s; - (Hand-)Puppenthea-
ter für Kinder, das mit typischen Pup¬
pen (Kasper, Gendarm, Großmutter,
Prinzessin, Teufel, Krokodil usw.) ge¬
spielt wird »Wir gehen oft mit den Kin¬
dern ins Kasper (le)theater.«
Kas|perl|pup|pe: die; - ; -n(Hand-)Pup-
pe, die den Kasper darstellt
Kas|per!|thea|ter —*■ Kas|peri|the(a|ter:
das; -s; - Puppenbühne, (Hand-)
Puppentheater für Kinder, auf der/
das mit typischen Puppen (Kasper,
Gendarm, Großmutter, Prinzessin,
Teufel, Krokodil usw.) gespielt wird
Kas|per|pup|pe: die; - / -n (Hand-)Pup-
pe, die den Kasper darstellt
Kas|per|thea|ter —» Kasjper|the|a|ter:
das; -s; - (Hand-)Puppentheater für
Kinder, das mit typischen Puppen
(Kasper, Gendarm, Großmutter,
Prinzessin, Teufel, Krokodil usw.) ge¬
spielt wird
Kas|pi|sche Meer: das; -n -es; - großer
See im äußersten Südwesten Asiens
Kas|sa: dat.-it.) die; ~ ; Kassen [österr.]
"Kasse
Kas|sa|ge|schaft: dat.-it.; dt.) das;
-(e)s; -e 1 (Bankw.; Börse) Börsenge¬
schäft, das mit kurzfristig od. sofort
umgesetzt, erfüllt werden muß 2
(Wirt.) Geschäft im Handel, das in
Einzelschritten abgewickelt u. bei
dem bar bezahlt wird
Kas|sa|kurs: dat.-it.) der; -es; -e (Börse;
Wirt.) Kurs der im Kassageschäft ge¬
handelten Wertpapiere an der Börse
Kas|san|dra —> Kas|san|d|ra: die; - ;
Kassandren 1 Gestalt der griechischen
Mythologie 2 [geh.; veralt.] Person,
die in etw. eine Gefahr sieht u. davor
warnt
Kas|san|dra|mf —» Kas|san|d|ra|ruf:
der; -fejs; -e [geh.] Hinweis, War¬
nung vor drohendem Unheil, einer
(nicht deutlich erkennbaren) Gefahr
Kas|sa|ti|on: dat.) /kassazipn/ die; ~ ;
-en 1 a) Ungültigmachung einer Ur¬
kunde (u. Vernichtung) b) (Rechtsw.)
Aufhebung eines Urteils 2 (Milit.)
[veralt.] unehrenhafte Entlassung
Kas|sa|ti|ons|hof: dat.; dt.) /kassa-
zionß-/ der; -(e)s; -höfe 1 (Rechtsw.)
Gericht, das zwar Urteile, Entschei¬
dungen anderer Gerichte beurteilen
u. gegebenenfalls aufheben, nicht
aber selbst Urteile sprechen darf 2
[Schweiz.] Abteilung des Bundesge¬
richtes, die (auf Verlangen, Kassati¬
onsbeschwerden hin) die Einhaltung
des Bundesrechts durch die Kantons¬
gerichte überwacht, überprüft
Kas|sa|zah]lung: dat.-it.; dt.) die; - ; -en
Ikaufmannssprl.] Barzahlung
Kas|se: dat.-iu die; - ; -n 1 a) ver¬
schließbarer Behälter, in dem Geld
aufbewahrt wird b) Stelle, Ort, an
dem die Kasse eines Geschäftes, einer
Abteilung steht u. an dem Kunden ih¬
re Einkäufe bezahlen »Bezahlen Sie
bitte an Kasse 3!« c) Bereich, Raum,
in dem sich die Kasse(n) (a) eines Un¬
ternehmens befinden d) Abteilung ei¬
ner Firma o. ä., die sich mit Kassen¬
geschäften befaßt »Gerichtskasse« 2
jmdm. , einem Haushalt, einer Grup¬
pe, Organisation o. ä. zur Verfügung
stehendes Geld »Die Kasse des Ver¬
eins muß dringend aufgeföllt werden.«
3 kurz für Sparkasse = a) (in
Deutschland) staatliches, kommuna¬
les Geldinstitut b) [ugs.] Geldinstitut,
Bank »Ich habe mein Geld zur Kasse
gebracht.« 4 kurz Jur Krankenkasse
= Versicherungsgesellschaft, die bei
Versicherten für die Kosten medizini¬
scher Behandlungen aufkommt 5
Kasse machen: [kaufmannssprl.] 1.
die Abrechnung der Tageseinnahmen
(erledigen) »Jetzt muß ich nur noch
Kasse machen, dann ist Feierabend.«
2. [ugs.] feststellen, wieviel Geld man
hat »Gehen wir noch essen? - Moment,
ich muß erst mal Kasse machen.« 3.
Geld einnehmen »Ein kleines Ge¬
schäft lohnt sich fast nicht mehr, nur
die Supermärkte machen Kasse.« 6
(gut/schlecht, knapp) bei Kasse
sein: [ugs.] viel/wenig Geld haben
»Wenn er gut bei Kasse ist, hält er alle
frei.« 7 tief in die Kasse greifen
müssen: [ugs.] viel bezahlen müssen
»Für die Reparatur des Autos habe ich
tief in die Kasse greifen müssen.« 8
jmdn. zur Kasse bitten: [ugs.] jmdn.
zur Bezahlung auflfordern, von ihm
Geld verlangen »Der kleine Mann
wird immer zur Kasse gebeten.«
Kas|se|ler das; -s; - Schweinefleisch
"(Schulter-/Bauchstück od. Kotelett),
das gepökelt u. geräuchert wurde,
Syn.: Kaßler
Kas|sen|arzt: dat.-it.; dt.) der; -(e)s;
-ärzte weibl. Kas|sen|ärz|tin: die; - ;
-nen Arzt/Ärztin, der/die mit den ge¬
setzlichen Krankenkassen einen Ver¬
trag abgeschlossen hat, der besagt,
daß bei Vorlage einer Karte der
Krankenkasse deren Mitglieder von
ihm/ihr behandelt werden dürfen/
müssen
614
Kastenform
Kaslsen|bejstand: dat.-it.; dt.) der;
-(e)s; -bestände Bargeldbestand einer
(Registrier-)Kasse
Kas|sen)block: dat.-it.; dt.) der; -(e)s;
-blocke Kassenzettel, als Quittungen
dienende Zettel, die zu einem Block
zusammengeklebt od. -geheftet sind
Kas|sen|bon: dat.-it.; fr.) der; -s; -s
Nachweis, Aufstellung der Preise für
gekaufte Gegenstände, Dienstleistun¬
gen (in Form eines Ausdrucks einer
Registrierkasse)
Kas|sen|bril|le: <lat.-it.> die; - ; -n [oft
abwert.] von der Krankenkasse be¬
zahlte Brille, bei der das Gestell, die
Ausführung meist einfach ist
Kas|sen|buch: dat.-it.; dt.) das; -(e)s;
-büchet meist dickes Heft, in welches
die Bareinnahmen u. -ausgaben ein¬
getragen werden .
Kas|sen|erffolg: dat.-it.; dt.> der; -(e)s;
-e (meist Film> viel Geld einbringen¬
der, einspielender, erfolgreicher Film
o. ä.
Kas|sen|ge|stell: dat.-it.; dt.> das; -fe)s;
-e [oft abwert.] meist einfaches Bril¬
lengestell, dessen Kosten von einer
Krankenkasse getragen, übernom¬
men werden
Kas|sen|ma|gnet —» Kas|sen|ma|g|-
net: dat.-it.> der; -en; -en [ugs.] Ereig¬
nis, Sache od. Person (meist in Film,
Showgeschäft o. ä.), das/die sehr pu¬
blikumswirksam, anziehend ist »Der
Sänger ist ein Kassenmagnet.«
Kas|sen|pa|ti|ent dat.-it.) der; -en; -en
weibl. Kas|sen|pa|tl[en|tin: die; ~ ;
-nen bei einer gesetzlichen Kranken¬
kasse versicherte(r) Patient eines Arz¬
tes o. ä.
Kas|sen|schal|ter. dat.-it.; dt.) der; -s; -
Schalter zum Ein- u. Auszahlen von
Geld
Kas|senjschla|ger: dat.-it.; dt.) der; -s; -
[ugs.] a) Kassenmagnet; Ereignis, Sa¬
che od. Person (meist in Film, Show¬
geschäft o. ä.), das/die sehr publi¬
kumswirksam, anziehend ist b) Arti¬
kel, Ware mit besonders gutem Ver¬
kauf, Absatz
Kassenstand: dat.-it.; dt.) der; -(e)s;
-stände zur Zeit einer Zählung vor¬
handenes Bargeld (in) einer Kasse
Kas[sen|sturz: dat.-it.; dt.) der; -es;
-stürze [ugs.] durch Zählen den Bar¬
geldbestand einer Kasse feststellen
Kas|sen|wart: dat.-it.; dt.) der; -(e)s; -e
weibl. [seltenJ Kas|sen|war|tin: die;
~; -nen Person, die für die finanziellen
Angelegenheiten, die Kasse eines Ver¬
eins o. ä. verantwortlich ist
Kas|sen|zet|tel: dat.-it.; dt.) der; -s; -
als Quittung dienendes Schriftstück
(in Form eines Registrierkassen bons)
Kas[se|rol|le: dat.-fr.) die; - ; -n Kochge¬
schirr, Topf (ohne Deckel) mit einem
langen Griff, Stiel
Kas|set|te: die; - ; -n 1 Umhüllung für
ein Magnetband, das Ton- u./od.
Bildsignale aufzeichnet »Video-, Au¬
dio-, Tonbandkassette« 2 kleiner, ab¬
schließbarer Behälter für Geld,
Schmuck o. ä. 3 rechteckiges od. qua¬
dratisches Einzelteil einer Wand-,
Deckenverkleidung (aus Holz) 4 meh¬
rere Tonträger od. Bücher in einer
Kartonhülle
Kas|set|ten|deck: dal.-it.-fr.; dt.) das;
-s; -s Kassettenrekorder enthaltender
Teil einer Stereoanlage, das nur in
Verbindung mit einem Verstärker
funktioniert
Kas|set[ten|decke (Kas|set(ten|dekjke
—* Kas|set|ten|de|cke): dat.-it.-fr.;
dt.) die; - ; -n (Archit.; Bauw.> mit
Rechtecken, Quadraten verkleidete
Raumdecke
Kas|set|ten|ge|rät: dat.-it.-fr.; dt.) das;
-(e)s; -e Abspielgerät für Audiokas-
setten
Kas|set]ten|re)corjder/Cas]set)ten|re|-
corjder. dat.-it.-fr.; engl.) der; -s; -
Elektrogerät, mit dem man auf Au-
diomagnetbandkassetten Töne auf¬
nehmen u. abspielen kann
Kas|set|ten|spie|ler. dat.-it.-fr.; dt.) der;
-s; - Elektrogerät, das auf Kassetten
aufgenommene Töne wiedergibt, ab¬
spielt
Kas|sla: <semit.-gr.-lat.) die; - ; Kassien
IkassVnl Pflanze in verschiedenen
Formen mit kleinen, meist gelben
Blüten u. flachen Hülsenfrüchten,
Syn.: Sennespflanze
Kas|sjjber. <hebr.-jidd.) der; -s; ~ verbo¬
tenerweise von einem Häftling an ei¬
nen anderen od. eine andere Person
geschriebene Nachricht
Kasjsijde: <arab.) die; - ; -n arabisches
Gedicht in festgelegter, dreiteiliger
Form
Kas|sie: <gr.-lat.) /kassi«/ die; ~; Kassien
jkassknj Pflanze in verschiedenen
Formen mit kleinen, meist gelben
Blüten u. flachen Hülsenfrüchten,
Syn.: Sennespflanze
kas|sfe|ren: dat.-it.-fr.) kassierst; kas¬
siertest; hast kassiert 1 Geld einneh¬
men, das für etw. gezahlt werden muß
2 [ugs.] etw. (meist Unangenehmes)
erhalten »Die Mannschaft kassierte
eine Niederlage.« 3 [auch fachsprl.]
(jmdm.) etw. wegnehmen; etw. einzie¬
hen »Nachdem sie mit dem Ball eine
Scheibe eingeworfen hatten, kassierte
die Mutter den Ball. • Der Polizist kas¬
sierte den Führerschein.«
Kas(sje|rer dat.-it.-fr.) der; -s; - weibl.
Kas|sie|re|rin: die; - ; -nen jmd., der in
einer Firma, einem Geschäft die Kas¬
se bedient
Kas|sie|rung: dat.-it.-fr.) die; - ; -en 1
das Kassieren, Einziehen eines für
etw. fälligen Betrages 2 das Kassie¬
ren, das Einnehmen, Einziehen von
etw.
Kaß[ler—»• Kassier: das; -s; - Schwei¬
nefleisch (Schulter-/Bauchstück od.
Kotelett), das gepökelt u. geräuchert
wurde, Syn.: Kasseler
Ka|sta|gnet|te —-* Kas|ta|g|net)te: <gr.-
lat.-span.) /kaßtanjett'/ die; - ; -n aus
zwei Hartholzschalen bestehendes
spanisches Rhythmusinstrument
Ka|sta|nie —» Kas|ta|nie: <gr.-lat.> /ka-
ßtanje/ die; - ; 1 a) großer Laub¬
baum mit fünffingrigen Blättern u.
kugeligen Früchten mit glänzender,
brauner Haut »Im Garten steht eine
riesige Kastanie.« b) Früchte der Ka¬
stanie (a), die bei Edelkastanien eßbar
sind 2 (für jmdn.) die Kastanien aus
dem Feuer holen: etw. Unangeneh¬
mes für jmdn. erledigen
Ka|sta|ni]en|bauni —* Kas|ta|ni|en|-
baunv. <gr.-lat.; dt.) /kaßtanjen-/ der;
-(e)s; -bäume Baum mit fünffingeri-
gen Blättern, an dem Kastanien
wachsen
ka|sta|nijen|braun —»■ kas|ta|ni|en|-
braun-, /kaßtanjen-/ Adj. n. stg. (meist
Haare> dunkelbraun u. leicht rötlich
schimmernd
Ka|sta|ni|en|holz —» Kas]ta|ni|en|holz:
/kaßtanjen-/ das; -es; -hölzer Holz des
Kastanienbaumes
Kästchen: das; -s; ~ 1 kleiner Kasten,
Ineist verschließbarer, rechteckiger
aus Holz, Metall o. ä. hergestellter
Behälter 2 kleines, von Linien be¬
grenztes Rechteck od. Quadrat auf
Papier (zum Rechnen)
Kajste —» Kas|te: dat.-port.-fr.) die; - ;
-n 1 <Soziol.> geschlossene Gesell¬
schaftsschicht in Indien, der hindui-
stischen Weltordnung »Man kann der
Kaste seiner Geburt nicht entfliehen.«
2 [geh.] hohes Gruppen-, Standesbe¬
wußtsein entwickelnde (Berufs-)
Gruppe
ka|steijen —*■ kas|tei|en, sich: dat.) ka¬
steist dich; kasteitest dich; hast dich
kasteit sich (aus religiösen Gründen)
selbst züchtigen, entbehrungsreich le¬
ben
Ka|stgll —» Kas|tell: dat.) das; -s; -e 1
<hist.> kleines, an der Grenze des Rö¬
mischen Reichesgelegenes, befestigtes
Truppenlager 2 kleinere(s) Burg,
Schloß
Ka|stel|lan —*■ Kas[tel|lan: dat.) der; -s;
-e 1 Hausmeister; (Schloß-)Venvalter
2 (hist.; MA> Burgkommandant
käjsteln —» kästeln: kästelst; kästel¬
test; hast gekästelt auf Papier durch
Linien kleine Quadrate od. Rechtecke
drucken, malen
Kajsten —» Kas|ten: der; -s; Kästen 1 a)
viereckiger Behälter (mit Deckel) b)
(Sporb viereckiges Turngerät, das in
verschiedenen Figuren übersprungen
wird 2 [ugs.] Gefängnis »Er war ein
Jahr im Kasten.« 3 kurz für Briefka¬
sten 4 (Ballspiele) [ugs.] Tor beim
Fuß-, Handball »Der Ball ist im
Kasten.« 5 Aufbewahrungs- u. Trans¬
portbehälter aus Kunststoff für Ge¬
tränkeflaschen »Ich habe, drei Kästen
Limonade, Bier gekauft.« 6 [ugs.] gro¬
ßes, nicht in die Umgebung passendes
(Hoch-)Haus »Das ist ein scheußlicher
Kasten.« 7 [österr.; Schweiz.] (Kleider-
)Schrank 8 a) großes, recht unförmi¬
ges Gerät, Möbelstück b) [abwert.]
Fernsehgerät (od. Radioapparat) 9
etw. auf dem Kasten haben: [ugs.]
viel wissen u. können »Der neue Kol¬
lege hat eine Menge auf dem Kasten.«
10 a) jmdn-, etw. im Kasten haben:
(Film> eine Szene abgedreht haben,
jmdn. fotografiert haben b) im Ka¬
sten sein: (Film> Aufnahmen ge¬
macht haben »Diesen Film haben wir
endgültig im Kasten.«
Ka|sten[brot —*• Kas|ten|brot: das;
-(e)s; -e eckiges, in einer Kastenform
gebackenes Brot
Ka|stenfform —> Kasjten|form: die; - ;
-en rechteckige, längere Backform
mit hohen Wänden
615
kastenförmig
ka|sten|för|mig —» kas|ten|för|mig:
Adj. n. stg. in Form eines Kastens mit
Deckel
Ka|sten|wa|gen —* Kas|ten|wa|gen:
der; -s; - Pferdewagen od. Auto mit
einem kastenförmigen Aufsatz auf
dem Fahrgestell
Kajsten|we|sen —> Kasjten|we|sen:
das; -s; - «Soziol.) alle Einstellungen,
Maßnahmen, Regeln, die das (hindui-
stische) Kastensystem ausmachen,
unterstützen
Ka|stor—> Kas|tor: der; -s; -1 «Mytho¬
logie> griechischer Sagenheld 2
«Astronomie) Stern im Stemenbild
Zwillinge
Ka|stor)£l —» Kas|toi1öl: das; -(e)s; -
Rizinusöl
Ka|strat —* Kas|t[rat: <lat.-ito der; -en;
-en 1 Mann, der keine Hoden hat,
dessen Hoden entfernt wurden 2 «Mu¬
sik; hist.> Mann, dem früh die Hoden
entfernt wurden, damit er keine
männlichen Hormone entwickelt, die
zu einer tieferen Singstimme führen
»Kastraten sangen früher häufig die
Frauenrollen in der Oper.«
Ka|stra|ten|stim|me —» Kas|t|ra|ten|-
stimjme: dat.-it.; dt.> die; - ; -n «Mu¬
sik) a) sehr hohe Singstimme eines als
Kind kastrierten Sängers b) [abwert.]
besonders hohe Stimme eines Man¬
nes
Ka|stra|ti|on —> Kas|t|ra|ti|on: dato
/kaßtrazion/ die; ~ ; -en 1 <Med.> chi¬
rurgische, operative Entfernung der
Hoden beim Mann od. der Eierstöcke
bei der Frau 2 «Tier; Pflanze) Entfer¬
nung der Fortpflanzungsorgane
Ka|stra|ti|gns|angst —> Kas|t|ra|ti|ons|-
angst: </m.;«A.>/kaßtrazionß-/ die; - ;
-ängste «Psychologie) schon in der
Kindheit auftretende Angst vor dem
Verlust des Geschlechtsorgans (bei
Jungen, Männern)
Ka]stra|tijgns|komjplex —» Kas|t|ra|ti|-
ons|kom|p|lex: <lat.; dto /kaßtra-
zionß-/ der; -es; -e «Psychologie) alle
(bei jmdm. auftretenden) aufgebau¬
ten Ängste, die mit der Möglichkeit
der Kastration Zusammenhängen
ka|strie|nen —» kasft|rie|ren: dato ka¬
strierst; kastriertest; hast kastriert 1
durch chirurgische Entfernung der
Hoden bzw. Eierstöcke Zeugungsun-
fahigkeit beim Menschen bewirken 2
die Fortpflanzungsorgane eines Tie¬
res, einer Pflanze entfernen
Ka|strie|rung —» Kas|t|rie|rung: die; - ;
-en 1 «Med.) chirurgische Entfernung
der Hoden bzw. der Eierstöcke beim
Menschen 2 «Tier; Pflanze) Entfer¬
nung der Fortpflanzungsorgane
Ka|sua|li|en —> Ka|su[ajli|en: dato die
(PI.) 1 [geh.] Ereignisse, die nicht
vorhersehbar, vorausplanbar sind 2
«christliche Kirche) nicht alltägliche
Amtshandlungen eines Geistlichen
Ka|sui|stik —» Ka|su|is}tik: dato die; - ;
- 1 «Religion; Philosophie) Teil der
Sittenlehre, Ethik, der Verhaltensan¬
weisungen mittels eines Verhaltens¬
katalogs gibt 2 «Rechtsw.) Rechtsfin¬
dung, die sich weniger auf grundsätz¬
lichen Regelungen als auf Einzelfall¬
entscheidungen aufbaut 3 <Med.> Be¬
schreiben von Krankengeschichten 4
[geh.] wortgewandte, aber manchmal
unangebrachte, unfair verdrehende
Diskussionsweise
Ka|sus/Ca|sus: dato der; - ; - a) [geh.;
selten] Fall; Begebenheit; eintreffen¬
des Ereignis b) «Sprachwiss.) (Beu-
gungs-)Fall »Es gibt vier Kasus im
Deutschen, den Nominativ (= 1.
Fall), den Genitiv (=2. Fall), den
Dativ (=2. Fall) u. den Akkusativ
(= 4. Fall).«
Ka|sus|en|dung: dat.-dto die; - ; -en
«Sprachwiss.) den Fall anzeigende
Wortendung; Endung, mit der ein
Wort in einen Kasus gesetzt wird
»Die Kasusendung >-es< zeigt in dem
Wort >Mannes< den Genitiv Singular
an.«
Kat.: Abk. 1 Katalog 2 Katalysator =
a) Stoff, der chemische Reaktionen
herbeiführt, beschleunigt, aber nicht
in ihnen aufgeht b) Abgasfilter für
Kraftfahrzeuge 3 <Med.> Katarrh =
Entzündung der Atmungsorgane 4
Kataster = amtliches Grundstücks¬
verzeichnis 5 Katastrophe 6
Katechismus 7 Kategorie
Ka|ta|bo|l]e: <gro die; ~ ; - «Med.; Bio.)
durch den Stoffwechsel erfolgender
Abbau von Stoffen im Körper
Ka|ta|chre]se/Ka)talchrg]sis —* Ka|ta|-
ch|re|se/Ka|ta|ch|re|sis: <gro die; - ;
Katachresen «Sprachwiss.; Rhetorik)
1 verblaßte(s), nicht mehr als sol¬
che^) empfundene(s) Metapher, Bild
2 Zusammenstellung von Metaphern,
die nicht zusammengehören
Ka|ta|falk: <gr.-lat.-it.-fro der; -s; -e mit
schwarzem Stoff o. ä. verkleidetes
Gestell für den Sarg bei Leichenfeiern
Ka|ta|ka|na: <japo das; - u. -s; - u. die; -;
- «Sprachwiss.) japanische Silben¬
schrift, die aus vereinfachten chinesi¬
schen Schriftzeichen besteht, entwik-
kelt wurde
Ka|ta|kau|stik —» Ka|ta|kausftik: <gr-
lato die; ~ ; - «Physik; Optik) Art der
Änderung der Strahlungsrichtung,
die parallele Lichtstrahlen beim Auf¬
treffen auf einen Hohlspiegel erfah¬
ren
Ka[ta|kla|se —» Ka|ta|k|la|se: <gro die;
- ; -n «Geologie) durch Erdbewegun¬
gen bewirktes Zer-, Abbrechen einzel¬
ner Minerale aus einem Gestein
Ka|ta|kgm|be: dat.-ito die; - ; -n (m.
PL) Thist.) unterirdisches Gewölbe,
das für (christliche) Bestattungen be¬
nutzt wurde
Ka|ta|la|se: <gr.-lato die; - ; -n «Med.;
Bio.) im Organismus das schädliche
Wasserstoffperoxyd abbauendes En¬
zym
ka|ta|lek|tisch: Adj. n. stg. «Literatur-
wiss.; antikes Werk) Katalexe, unvoll¬
ständige letzte Versfüße aufweisend
Ka]ta|lep|sie: <gro die; - ; Katalepsien
/katalepsijn/ <Med.> Muskelstarr¬
krampf
ka|ta|lep|tisch: <gr.-lato Adj. n. stg.
«Med.) zur Katalepsie gehörend, ihr
zuzuordnen, von ihr befallen, darun¬
terleidend
Ka|ta|lgg: <gr.-lato der; -(e)s; -e 1 Ver¬
zeichnis von Büchern, Waren usw. 2
zusammengehörige, größere Anzahl
von Regeln, Vorschlägen o. ä.
ka|ta|lo|gi|sie|ren: <gr.-lato katalogi¬
sierst; katalogisiertest; hast katalogi¬
siert a) etw. nach einem bestimmten
System ordnen, zusammenfassen b)
einen Katalog anlegen od. in einen
Katalog aufnehmen »Die neu einge¬
troffene Ware wurden sofort katalogi¬
siert.«
Ka|ta|lgg|preis: <gr.-lat.; dto der; -es; -e
Preis für eine Ware, der in einem Ka¬
talog angegeben ist
Ka|ta|Iy|sa|tor: <gr.-lato /katalüsator/
der; -s; Katalysatoren 1 «Chemie)
Stoff, der chemische Reaktionen her¬
beiführt, beschleunigt, aber nicht
selbst darin aufgeht 2 <Kfz-Technik>
Filter zur Verminderung des Abgas¬
ausstoßes
Ka|ta|lylsa|tor{au|to: <gr.-lato /katalü¬
sator-/ das; -s; -s mit einem Katalysa¬
tor (2) versehenes, ausgestattetes Au¬
to
Kaftafly|se: <gr.-lato /katalüse/ die; ~ ; -n
«Chemie) durch einen Katalysator be¬
einflußte chemische Reaktion, Verän¬
derung eines Stoffes
ka|ta|ly|sie|ren: <gr.-lato /katalüsieren/
katalysiert; katalysierte; hat kataly¬
siert «Chemie) durch einen Katalysa¬
tor eine chemische Reaktion beein¬
flussen
ka|ta|ly|tisch: <gr.-lato /katalütisch/
Adj. n. stg. «Chemie) bewirkt durch
eine Katalyse od. einen Katalysator
Ka]ta|ma|ran: <tamil.-englo der u. das;
-s; -e mit zwei Kielen, Rümpfen aus¬
gestattetes Schiff
Ka|ta|mne|se —* Ka|ta|m|ne|se: <gr-
lato die; - ; -n <Med.> Krankenbericht
(den ein Arzt über einen Patienten an
den diesen weiterbehandelnden Kol¬
legen schreibt)
Kafta|plas[ma: <gr.-lato das; -s; Kata-
plasmen <Med.> heißer Umschlag mit
Brei, der zur Schmerzbehandlung ein¬
gesetzt wird
ka|ta|plek|tisch: <gro Adj. n. stg. <Med.>
gelähmt, starr, steif vor Angst,
Schreck
Ka|ta|ple|xie: <gr.-lato /kataplekßi/ die;
- ; Kataplexien jkataplekfiPnj <Med.>
kurzzeitige Lähmung, die durch
plötzliche, starke Emotionen hervor¬
gerufen wird
Ka|ta|pult: <gr.-lato das u. der; -(e)s; -e
«meist Milit.) (historisches) Gerät
zum Abschießen von Steinen o. ä.
mittels Schnellkraft
Ka|ta|puit|frie|ger: <gr.-lat.; dto der; -s; -
a) Flugzeug, das mit einem Katapult
abgeschleudert wird b) [ugs.] mit ei¬
nem Katapult betriebenes Spielzeug¬
flugzeug
Ka|ta|pultjflug|zeug: <gr.-lat.; dto das;
-(e)s; -e «Technik) Flugzeug, das mit
einem Katapult abgeschleudert wird
ka|ta|pul|tie|ren: <gr.-lato katapultierst;
katapultiertest; hast katapultiert 1
wegschleudem, wegschnellen lassen
(durch von einem Katapult verur¬
sachte Beschleunigung) 2 «übertr.i
etw. od. jmdn. hinein- od. hinauswer¬
fen, -drängen o. ä.
Ka]ta|pult|start: <gr.-lat.; englo der;
-(e)s; -s u. -e Start eines Flugzeugs
mittels eines Katapults
Ka|ta|rakt: <gr.-lato der; -(e)s■; -e Was¬
serfall; Stromschnelle
Ka|ta|rakt/Ka|ta|rak|ta: <gr.-lato die; - ;
Katarakten «Med.) grauer Starr;
616
Kathedralentscheidung
Krankheit, bei der die Augenlinse
sich eintrübt
Ka|ta|raklta/Ka|ta|rakt: <gr.-lat.> die; - ;
. Katarakten <Med.> grauer Star;
Krankheit, bei der die Augenlinse
sich eintrübt
Ka|tarrh —» auch Kaltarr: (gr.-lat.) der;
-s; -e <Med.> Entzündung der
Schleimhäute, häufig der Atmungsor¬
gane
Ka|ta|sar: <türk.> der; - u. -s; -e
Schwarzstein, der als Schmuck ver¬
wendet wird
Ka|tg|ster —* Ka|tas|ter: </f.> das u.
fösterr. nur] der; -s; - amtliches Ver¬
zeichnis der Grundstücke in einer Ge¬
meinde o. ä.
Kafta|ster|amt —» Ka|tas|ter|amt: <it.;
du das; -fejs; -ärmer Amtsstelle, Be¬
hörde, die Verzeichnisse über alle
Grundstücke einer Gemeinde o. ä.
fuhrt
Ka|tajster|aus)zug —* Ka|tas|terfaus|'
zug: dt.; dt.) der; -(e)s; -auszüge Teil
eines Katasterverzeichnisses mit In¬
formationen zu einem Grundstück,
Flurstück
Mta]ster|kar]te —*• Ka|tas|ter|kar|te:
dt.; lat.> die; - ; -n gezeichnete Karte
(als Ergebnis einer Vermessung), die
Angaben, Informationen zu Grund-,
Flurstücken u. deren Verlauf enthält
Ka|ta|ster|steu|er —> Ka(tas|ter|steu|-
er: dt.; du die; - ; -n auf der Basis der
Katasterinformationen erhobene
Grundsteuer
ka)ta|strip)ren —=► ka(ta|s|t|rje|ren: du
katastrierst; katastriertest; hast kata-
striert in ein Kataster, amtliches
Grundstücksverzeichnis eintragen
kafta|stro|phal —*■ kafta|s|ttro|phal:
(gr.-lai.) /katastrofal/ Adj. verhäng¬
nisvoll; entsetzlich; sehr negative Fol¬
gen habend »ein katastrophaler Feh¬
ler«
Ka|ta|strojphe —> Ka|ta|s|t|ro|phe: <gr.-
lau /kataßtrpfe/ die; - ; -n (nicht vor¬
hergesehenes) Ereignis, Geschehen
mit sehr negativen Folgen »Das Erd¬
beben war eine Katastrophe.«
Ka|ta|strg|phen|alarm —*■ Ka|ta|s|tjrg|-
phen|a|larm: (gr.-lat.) /kataßtroten-/
der; (e)s; -e Warnung (verbunden
mit der Einleitung von Schutz-, Ab¬
wehr-, Hilfsmaßnahmen) bei einer
(bevorstehenden) Katastrophe
ka|ta|strg|phen|ar|tig —*■ ka|ta|s|tjrg|-
phenjarjtig: (gr.-lat.; dt.> /kata-
ßtrofen-/ Adj. n. stg. einer Katastro¬
phe ähnelnd
Katta|strgjphenjdienst —» Ka|ta|s)t|ro)-
phen|dienst: <gr.-lat.; du /kataßtr-
ofen-/ der; -(e)s; -e bei einem Kata¬
strophenfall einsatzbereite Organisa¬
tion o. ä.
Ka|ta|strg|phen(ein|satz —* Ka|ta|s|t|-
ro|phen|ein|satz: (gr.-lat.; du /ka-
taßtrofen-/ der; -es; -einsätze Hilfelei¬
stung (durch einen Katastrophen¬
dienst) bei einer eingetretenen Kata¬
strophe
Ka|ta|stro|phen|fall —» Kafta|s(tjro)-
phen|fall: <gr.-lat.; du /kataßtrofen-/
der; -(e)s; -falle der eventuelle od.
tatsächlich eingetretene Fall einer
Katastrophe
Ka|ta|stro]phen|ge|biet —» Ka|ta|s|t|-
(o|phen|ge|blet: <gr.-lat.; dt.> /ka¬
taßtrofen-/ das;-(e)s; -e Gebiet, geo¬
graphischer Bereich, in dem eine Ka¬
tastrophe stattfindet, sich ereignet
hat
Ka|ta|strp|phen|me|di|z)n —> Ka|ta|s|t|-
ro|phen|me|di|zin: . <gr.-lat.> /kata¬
ßtrofen -/ die; - ; - medizinische Ma߬
nahmen u. ä., mit denen Verletzte in
Katastrophenfallen versorgt werden
(können)
Ka|ta|strojphen|schutz_» Ka|ta|s(t|ro|-
phen|schutz: <gr.-lat.; dt.) /lcata-
ßtrofen-/ der; -es; - a) alle vorbeugen¬
den Maßnahmen zur Verhinderung,
Bewältigung einer Katastrophe b) Or¬
ganisation, die zur Hilfe angefordert
wird, wenn eine Katastrophe droht,
eingetreten ist
Ka|ta|stro|phen|theo|rie —> Ka|ta|s|t|-
rajphen|thejo|rte: <gr.-lat.> / kata¬
ßtrofen-/ die; - ; -n 1 Entstehungs¬
theorie, die erklärt, daß die Planeten
aus einer natürlichen Katastrophe
entstanden sind 2 Theorie, die unter¬
schiedliche Vorkommen der Pflanzen
u. Tiere in den Abschnitten der Erd¬
geschichte darauf zurückführt, daß
einige Arten ausgerottet wurden u.
andere sich neu entwickelt haben
Ka|ta|syl|lo|gfs|inus: (gr.-lat.) /katasülo-
gißmuß/ der; - ; Katasylogismen Phi¬
losophie; Logik> Widerlegen eines
Schlusses, Antreten eines Gegenbe¬
weises nach logischen Methoden
Ka|ta|to|n2e: (gr.-lat.) die; - ; Katatonien
jkatatonien/ <Med.> schizophrene Er¬
krankung, die von körperlichen Phä¬
nomenen wie Muskelkrämpfen sowie
Wahnideen begleitet ist
Ka|te: die; -; -n (meist aus Holz gebau¬
tes) kleines, sehr einfaches Haus (für
arme Leute)
Ka|te|che|se: <gr.-lat.> die; - ; -n christ¬
liche Kirche> a) missionarische Ar¬
beit, Vermittlung der christlichen
Botschaft an Nichtmitglieder der Kir¬
che b) Unterricht in Religion
Ka|te|chgt: <gr.-lat.> der; -en; -en weibl.
Kafte|che|tin: die; - ; -nen christliche
Kirche) Religionslehrer(in) außerhalb
der Schule
Ka|te|chi|sa|ti|on: (gr.-lat.) die; - ; -en
christliche Kirche) a) missionarische
Arbeit, Vermittlung der christlichen
Botschaft an Nichtmitglieder der Kir¬
che b) Unterricht in Religion
ka|te|chi|sje|ren: <gr.-lat.> katechisierst;
katechisiertest; hast katechisiert
christliche Kirche) Unterricht (in Re¬
ligion) erteilen
Ka|te|chis|mus: (gr.-lat.) der; - ; Kate¬
chismen christliche Kirche) a) christ¬
liches Glaubenslehrbuch b) Unter¬
richt als Vorbereitung auf die Er¬
wachsenentaufe
Ka|telchist: (gr.-lat.) der: -en: -en weibl.
Kä|te|chj|stin —> Ka|te|chjs|tin: die;
- ; -nen <kath. Kirche) einheimische(r)
Laienhelfer(in) in einer Missionsstati¬
on
katte|go|ri|al: (gr.-lat.) Adj. n. stg. [geh.]
auf die Einteilung in Kategorien be¬
zogen; eingeteilt in Kategorien
Ka|te|go[rie: (gr.-lat.) die; - ; Kategorien
/kategorfcnl 1 Klasse, Gattung, in die
Einzelelemente eingeordnet, einge¬
teilt werden (können) »Dies ist ein
Hotel der zweiten Kategorie.« 2
Philosophie) a) eine von zehn Fest¬
stellungen, Aussagen, die man laut
Aristoteles über einen real existieren¬
den Gegenstand treffen kann b) eine
der zwölf Einteilungen, die laut Kant
zur Erfassung, zum Verständnis der
Realität Voraussetzung sind c) Prädi-
kament in der Scholastik
ka|te|go|risch: (gr.-lat.) Adj. zwingend
gültig; (nach Ansicht des Sprechers,
Handelnden nicht zu diskutieren »ein
kategorisches Nein«
ka|te|go|ri|sie|ren: (gr.-lat.) kategori¬
sierst; kategorisiertest; hast kategori¬
siert [geh.] etw. nach Kategorien,
Gruppen o. ä. ordnen od. einordnen
Kaften: der; -s; - [landsch.] (meist aus
Holz gebautes) kleines, sehr einfaches
Haus (für arme Leute)
Ka|ten|brot: das; -(e)s; -e dunkle(s),
kräftige(s) Brot(sorte)
Ka|ten|wurst: die; - ; -w'ürste grobe, ge¬
räucherte Dauerwurst(sorte)
Ka|ter. der; -s; - weibl. Kgtjze: die; ~; -n
mit den größeren Wildkatzen ver¬
wandtes Haustier, das in vielen ver¬
schiedenen Züchtungen gehalten
wird
Kajjar. der; -s; ~ [ugs.] Kopfschmerz u./
od. Übelkeit nach zu starkem Alko¬
holgenuß
Ka|te>ibum|mel: der; -s; - [ugs.] Spa¬
ziergang nach einem Abend, einer
Nacht, an dem/in der man zu viel Al¬
kohol getrunken hat, um einem Kater
vorzubeugen, ihn zu bekämpfen
Kajter|frvih|stück: das; -(e)s; -e [ugs.]
gehaltvolles Frühstück (oft mit sau¬
rem Hering u. sauren Gurken), mit
dem der Kater als Folge übermäßigen
Alkoholgenusses bekämpft werden
soll
Ka|ter|idse—*• Kajter[i|dee: die; - ; -nin
durch Alkohölgenuß beeinflußtem
Zustand hervorgebrachte, verrückte,
undurchführbare Idee
Ka|ter|stim|mung: die; - ; -en [ugs.]
schlechte seelische u. körperliche Ver¬
fassung nach dem Genuß von größe¬
ren Mengen Alkohol
kat|exo|chen —> ka|tJe|xo|chen: (gr.)
/katekßochen/ Adv. [geh.] im wörtli¬
chen Sinne; als Musterexemplar; par
exellence
Kath.: Abk. 1 Kathedrale 2 a)
Katholik(in) b) Katholizismus
kath.: Abk. katholisch
Ka|thar|sis: (gr.) die; - ; -1 <Literatur-
wiss.> Läuterung der Seele, Verbesse¬
rung des Charakters durch Miterle¬
ben der Handlung eines Theaterstük-
kes o. ä., insbesondere der antiken
Tragödie 2 Psychologie) Ablegen
von Spannungen u. ä. dadurch, daß
man Gefühle abreagiert
Ka|the|der: (gr.-lat.) das u. der; -s; -
[veralt.] (Lehrer-)Pult; (erhöhter)
Rednertisch »Er stand hinter dem Ka¬
theder u. hielt einen Vortrag.«
Kafthe|dra)le —Ka|the|d|ra|le: (gr.-
lat.) die; - ; -n a) Kirche, die den Sitz
eines (Erz-)Bischofs bildet b) große,
bautechnisch u. künstlerisch bedeu¬
tende Kirche
Ka|the|dral|entjschei|dung —» Ka|the|-
d|ral|ent{schei{dung: (gr.-lat.; dt.) die:
- ; -en <kath. Kirche) bei Fragen des
Glaubens u. der Sittenlehre, Ethik in
617
Kathedralglas
der katholischen Kirche verbindliche
Entscheidung des Papstes
Ka|the|dral|glas —*■ Ka(the|d|ral)glas:
<,gr.-lat.; dt.> das; -es; -gläser gegosse¬
nes Glas, dessen Oberfläche nie ganz
glatt ist
Ka|the)te: <gr.-lal.> die; - ; -n (Math.)
eine der beiden Seiten eines recht¬
winkligen Dreiecks, die im rechten
Winkel Zusammentreffen
Ka|the|ter: <gr.-lat.> der; -s; - <Med.>
Röhrchen zur Einführung in Körper¬
organe zu deren Untersuchung, Lee¬
rung o. ä. »Harn-, Blasenkatheter«
ka|the|tejri|sie|ren: <lat.> katheterisierst;
katheterisiertest; hast katheterisiert
<Med.> 1 a) einen Katheter beijmdm.,
in jmds. Organ legen, einführen »Der
Patient muß sofort katheterisiert
werden.« 2 mittels eines Katheters
Körperflüssigkeit aus den Körper
austreten lassen
ka|the]tern: <gr.-lat.t katheterst; kathe¬
tertest; hast kathelert <Med.> 1 a) ei¬
nen Katheter bei jmdm., in jmds. Or¬
gan legen, einführen 2 mittels eines
Katheters Körperflüssigkeit aus den
Körper austreten lassen
Ka(thg|de/Ka|tg|de: <gr.-engh die; - ; -n
<Physik> negativ geladene Elektrode;
Minuspol
Kaftho|fik: (gr.-tat.i der; -en; -en weibl.
Ka(tho|li|lön: die; - ; -nen jmd., der
Mitglied der katholischen Kirche ist
Ka|tho|li|kenftag: (gr.-lat.; du der;
-(e)s; -e Treffen, Veranstaltung, zu
dem/der alle Katholiken (eines Lan¬
des) eingeladen sind
ka|thö|Hsch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. (christ¬
liche Religion) den Katholizismus be¬
treffend
kajtho|li|sie|ren: <gr.-lato katholisiersi;
katholisiertest; hast katholisiert jmdn.
in die katholische Kirche eingliedern;
jmdn. der katholischen Kirche zufüh¬
ren
Kajtho|li|zis|mus: <gr.-lal.> der; - ; - (Re¬
ligion) katholische Lehre; katholi¬
scher Glauben _
Ka|tho|n|zi|tj)t: <gr.-lat.> die; - ; - Über¬
einstimmung von etw., einer Hand¬
lung mit dem katholischen Recht, der
katholischen Lehre
Ka|threi|ner—» Ka|th|rei|ner. (Waren¬
zeichen) der;-s; - Malzkaffee
Kat|ion —* Kat|i|on: <gr.-lat.> das; -s;
-en u. Kationen (Physik) Ion positiver
Ladung
Kafto|de/Ka|thg[de: (gr.-engh die; - ; -n
(Physik) negativ geladene Elektrode;
Minuspol
ka|to|nisch: Adj. in der Wendung kato-
nische Strenge: extreme, Begleitum¬
stände nicht berücksichtigende Stren¬
ge
Katjtun: <arab.-niederl.> der; -s; -e fester,
bedruckter, dünnerer Baumwollstoff
katz|bal|gen, sich: katzbalgst dich;
katzbalgtest dich; hast dich gekatz-
balgt fugs.] mit jmdm. (im Spaß)
kämpfen, raufen
katzjbuckeln (katz|buk|keln —» katzf-
bu|ckeln): katzbuckelst; katzbuckel¬
test; hast gekatzbuckelt (abwert.] sich
(aus opportunistischen Gründen)
schmeichlerisch, unterwürfig o. ä. ge¬
ben, zeigen, aufführen »Mußt du vor
dem Chef immer so katzbuckeln?«
Kätz|chen: das; -s; - 1 kleine, junge
Katze 2 [ugs.] Kosename für eine
weibliche Person als Freundin o. ä.
Kat|ze: die; - ; -n männl. Kajter. der; -s;
- 1 weibl. Form häufig geschlechtsun¬
spezifisch gebraucht mit den größeren
Wildkatzen verwandtes Haustier, das
in vielen verschiedenen Züchtungen
gehalten wird 2 weibliche bzw. männ¬
liche Haus- od. Wildkatze 3 neun-
schwänzige Katze: [seemannssprl.]
Peitsche mit 9 Enden (mit Knoten) 4
die Katze im Sack kaufen: [ugs.] etw.,
ohne es genau zu kennen, zu überprü¬
fen, kaufen (u. eventuell dabei über¬
vorteilt werden) 5 die Katze aus dem
Sack lassen: (ugs.] endlich seine wah¬
ren Absichten, Geheimnisse preisge¬
ben, offen sagen »Endlich hat er die
Katze aus dem Sack gelassen u. mich
über alles informiert.« 6 wenn die
Katze aus dem Haus ist, tanzen die
Mäuse auf dem Tisch: jmd. nutzt es
aus, ohne Aufsicht, Kontrolle zu sein
»Der Chef war nicht da u. schon wurde
gefaulenzt, tja, wem die Katze aus
dem Haus ist, tanzen die Mäuse.« 7
etw. hat die Katze gefressen: [ugs.]
etw. ist einfach nicht zu finden, ver¬
schwunden »Ich kam es nicht finden,
das scheint die Katze gefressen zu
haben.« 8 die Katze läßt das Mausen
nicht: wer einmal unehrlich war, ge¬
stohlen o. ä. hat, der versucht es im¬
mer wieder 9 mit jmdn. Katz u. Maus
spielen: [ugs.] jmdm. nichts Genaues
sagen, nur Andeutungen machen,
jmdn. hinhalten, auf eine (negative)
Entscheidung warten lassen »Sagen
Sie mir klipp u. klar wie die Sache
steht, u. spielen Sie nicht Katz u. Maus
mit mir!« 10 um etw. herumgehen
wie die Katze um den heiBen Brei:
über etw. sprechen, aber den eigentli¬
chen Kern nicht offen zur Sprache
bringen 11 da beißt sich die Katze in
den Schwanz: [ugs.] eine Angelegen¬
heit o. ä. ist verwickelt, kaum zu lösen
Um den Kredit zu bekommen, müssen
wir Sicherheiten nachweisen, die wir
nicht haben, da beißt sich die Katze in
den Schwanz.«
kat|zen|ar|tig: Adj. nach der Art einer
Katze, ähnlich einer Katze
Kat|zen|au|ge: das; -s; -n 1 Auge einer
Katze 2 [ugs.] an einem Fahrrad od.
Auto angebrachter, nicht selbst er¬
leuchteter Rückstrahler 3 (Mineral)
lichtreflektierendes Mineral von
grau-grün-bräunlich Farbe
Kat|zen|dreck: der; -(ejs; - [ugs.] 1 Kat¬
zenkot 2 etw., was fast ohne Wert ist
kat|zen[freund(lich: Adj. a) Katzen mö¬
gend, (in einer Wohnung o. ä.) dul¬
dend; für Katzen geeignet b) [ugs.;
abweit.] unechte, gespielte Freund¬
lichkeit zeigend »Ich weiß, er mag
mich nicht, aber er ist trotzdem katzen¬
freundlich.«
Kat|zen|gold: das; -(e)s; - (Geologie) 1
durch Verwitterung unterschiedlicher
Mineralien entstehendes, metallisch
wirkendes, rötliches Material 2 Pyrit,
Eisenkies, Schwefelkies von goldgel¬
ber Farbe
kat|zen|haft: Adj. katzenhafter; katzen¬
hafteste katzenähnlich, -artig
Kat|zen(jam|mer. der; -s; - [ugs.] a)
schlechte psychische, seelische Ver¬
fassung nach einem persönlichen, be¬
ruflichen Mißerfolg b) schlechte psy¬
chische, seelische Verfassung nach
starkem Alkoholgenuß
Kat|zen|kopf: der; -(e)s; -köpfe [ugs.] 1
kräftiger Schlag mit der Hand od.
den Knöcheln der Finger auf den
Kopf 2 aus Naturstein gefertigter,
rundlicher Pflasterstein
Kat|zen|ma|chen: in der Wendung wie
das Katzenmachen gehen: [ugs.]
etw. läßt sich mühelos, ohne viel Zeit
zu beanspruchen, erledigen, durch¬
führen »Das Spülen geht zu zweit wie
das Katzenmachen.«
Kat|zen(mu|sik: die; - ; - [ugs.; abwert.]
nicht gut, harmonisch klingende Mu¬
sik
Kat|zen[sprung: der; -(e)s; -Sprünge a)
[selten] von einer Katze ausgeführter
Sprung (in die Höhe) b) nur einen
Katzensprung (weit weg): etw. ist
nicht sehr weit, in der Nähe
Kat|zen(tisch: der; -(e)s; -e kleiner Ne¬
bentisch zum Eßtisch (an dem mei¬
stens die Kinder sitzen)
Kat|zen|wä|sche: die; - -n [ugs.] kein
gründliches, sondern nur teilweises,
oberflächliches Waschen des Körpers
(meist nur Gesicht u. Hände)
Kat]zen|zun|ge: die; - ; -n 1 Zunge einer
Katze 2 längliches, flaches, dünnes
Schokoladenstückchen, das an bei¬
den Enden breiter wird u. abgerundet
ist
Kau[ap|pa|rat: der; -(e)s; -e (Med.;
Anat.) alle Organe u. Gewebe, die
zum Kauen benötigt werden, am
Kauen beteiligt sind
katilbar: Adj. so beschaffen, daß man es
kauen kann »Das Fleisch ist so zäh, es
ist kaum kaubar.«
Kau[be|we|gung: die; - ; -n beim Kauen
gemachte, entstehende Bewegung des
Mundes, Kauapparates
kaujdem: kauderst; kaudertest; hast ge-
kaudert [landsch.] jmd. spricht so,
daß es kaum zu verstehen ist
Kauldertwelsch: das; - u. -s; - a) Spra¬
che od. Sprechweise, die unverständ¬
lich ist, da sie sich aus mehreren Spra¬
chen, verschiedenen Elementen zu¬
sammensetzt »ein Kauderwelsch aus
Englisch u. Französisch« b) Aus¬
drucksweise, die aufgrund des ver¬
wendeten fachsprachlichen Wort¬
schatzes u. vieler Fremdwörter nur
schwer verständlich ist »Der Vortrag
war für Laien ein richtiges Kauder¬
welsch.«
kaulderlwelsch: Adj. n. stg. unverständ¬
liches, aus mehreren Sprachen ge¬
mischtes Sprechen
Kaue: dato die; -; -n [bergmannssprl.] 1
unmittelbar über dem Schacht eines
Bergwerkes befindliches Gebäude 2
kurz für Waschkaue = Umkleide- u.
Waschraum der unter Tage arbeiten¬
den Bergleute
kauten: kaust: kautest; hast gekaut 1
Nahrung mit den Zähnen zerkleinern,
zermahlen »Ich habe das Fleisch nicht
gut genug gekaut.« 2 an etw. nagen
»Sie kaute an ihren Fingernägeln.« 3
gut gekaut ist halb verdaut man soll
langsam essen u. gut kauen »Schling
618
Kavalier
nicht so, sonst bekommst du wieder
Magenbeschwerden, gut gekaut ist
halb verdaut.«
kau|ern: kauerst; kauertest; hast gekau¬
ert mit angezogenen Knien u. in ge¬
krümmter Haltung stehen, hocken
kaulern, sich: kauerst dich; kauertest
dich; hast dich gekauert sich in die
Hocke setzen, klein machen, ducken
(um nicht gesehen zu werden) »Um
sich vor der Kälte zu schützen, kauerte
sich der Landstreicher in die Hausek-
ke.«
Kauflanlreiz: der; -es; -e (vom Anbieter
bewußt hervorgerufener) Anlaß,
Grund zum Kauf von etw.
Kauflaufttrag: der;-(ejs; -auftröge Wei¬
sung, Auftrag (in jmds. Namen) einen
Kauf zu tätigen, etw. zu kaufen
Kautibovtkott: der; -(e)s; -e das Boy¬
kottieren, Verweigern des Kaufes (ei¬
ner bestimmten Ware)
kauften: kaufst; kauftest; hast gekauft 1
a) etw. gegen Geld erwerben b) an ei¬
nem Ort einkaufen 2 (ugs.Jjmdn. mit
Geld (ungesetzlich) für sich gewin¬
nen, ihn bestechen »Der Politiker ist
doch gekauft.« 3 dafür kann ich mir
nichts kaufen: [ugs.] das hilft, nützt
mir gar nichts »Spar dir deine dummen
Ratschläge, dafür kann ich mir nichts
kaufen!« 4 sich jmdn. kaufen: [ugs.]
eine Person zur Rechenschaft ziehen,
ihn zur Rede stellen, sich ihn vorneh¬
men 5 Wer kauft, was er nicht
braucht, muß, was er braucht,
verkaufen: wer sein Geld für unnöti¬
ge, luxuriöse o. ä. Dinge ausgibt, ver¬
schwendet, muß oft das verkaufen,
verpfänden, was er wirklich braucht,
benötigt
Käuffer. der; -s; - weibl. Käu|fe|rin: die;
- ; -nen Person, die etw. durch einen
Kauf erwirbt, eine Ware im Tausch
gegen Geld bekommt
Kauffhaus: das; -es; -Häuser großes Ein¬
zelhandelsgeschäft, in dem verschie¬
dene Waren zu kaufen sind
Kauf|hausfdeftek)tiv: der; -(e)s; -e
weibl. Kaufjhaus|de|tek|ti|vin: die; - ;
-nen Detektiven), der/die in einem
Kaufhaus zur Beobachtung, Enttar¬
nung möglicher Diebe angestellt ist
Kaufkraft: die; - ; - <Wirt.> 1 Wert des
Geldes od. einer Währung bezüglich
der Mengen der Waren, die man da¬
für kaufen kann »Die Kaufkraft des
Dollars ist gesunken.« 2 Zahlungsfä¬
higkeit von jmdm.
Kaufllalden: der; -s; -laden 1 [veralt.]
kleines Lebensmittelgeschäft 2 (Kin¬
derspielzeug) nachgebildeter, kleiner,
altmodischer Lebensmittelladen
Kauffleufte: die (PL) a) Personen, die
beruflich Handel, Kauf u. Verkauf
betreiben »Er stammt aus einer Fami¬
lie von Kaufleuten.« b) Personen mit
einer abgeschlossenen kaufmänni¬
schen Ausbildung jeweils auf einem
speziellen Gebiet
käuflich: Adj. n. stg. 1 gegen Geld zu er¬
werben, kaufen 2 zu bestechen; bereit,
für Geld etw. (Illegales, Unrechtmä¬
ßiges) zu tun » Wenn du ihm genug bie¬
test, ist auch er käuflich.« 3 (übertr.)
bereit, sich sexuell zu prostituieren,
sexuelle Dienste gegen Geld zu leisten
Käufllichjkeit: die; - ; - a) das Käuflich¬
sein, die Verfügbarkeit von etw. ge¬
gen Bezahlung b) Bestechlichkeit c)
sexuelle Verfügbarkeit von jmdm. ge¬
gen Bezahlung
Kauflust: die; - ; - Lust, Neigung, Wille
zu einem (spontanen) Kauf »Der La¬
denbesitzer versuchte die Kauflust
durch Sonderangebote anzuregen.«
kaufm.: Abk. kaufmännisch
Kauflmann: der;-(e)s; -männer u. -leute
weibl. Kauflfrau: die; - ; -en 1 [veralt.]
Besitzerin) eines (kleineren) Ge¬
schäftes, eines im Handelsregister ein¬
getragenen Unternehmens 2 Person
mit einer kaufmännischen Ausbil¬
dung
kauflmSnjnisch: Adj. n. stg. 1 den Beruf
des Kaufmannes betreffend, ihm zu¬
zuordnen »Er machte eine kaufmänni¬
sche Lehre.« 2 wie ein Kaufmann; den
Handel, Kauf u. Verkauf betreffend
Kauflpreis: der; -es; -e für eine Ware zu
bezahlende(r) Summe, Geldbetrag
Kaufjrausch: der; -(e)s; - übersteigerte
Lust, (spontan) etw. zu kaufen
» Wenn er in einem Kaufrausch ist, gibt
er sehr viel Geld aus.«
Kauflsumlme: die; - ; -n für etw. zu be¬
zahlende^) Summe, Preis, Geldbe¬
trag
Kauftyerlhallten; das; -s; - <Wirt.> Art u.
Weise, Umfang der Einkäufe eines
Kunden, der Verbraucher
Kauf)ver|trag: der; -(e)s; -vertrüge
rechtsgültige Abmachung zwischen
Käufer u. Verkäufer einer Ware
Kauft wert: der; -(e)s; -e Preis, den eine
Ware beim Kauf wert ist
Kaufzwang: der; -(e)s; -zwänge Not¬
wendigkeit, Verpflichtung, etw. zu
kaufen
Kaulaumlmi: der u. das; -s; -s (sich nicht
auflösende) Masse mit Geschmacks¬
stoffen, die als Süßigkeit od. zur
Zahnpflege gekaut wird
Kaulkalsus: der; - ; - Gebirgszug in
Südvorderasien
Kayl|quap|pe: die; - ; -n Entwicklungs¬
stadium eines Frosches, in dem sich
langsam die Gliedmaßen entwickeln
kaum: Adv. 1 a) fast nie; nur selten »Er
schläft kaum.« b) fast gar nicht »Das
kann ich kaum glauben.« c) unwahr¬
scheinlich »Daß ich einmal eine große
Erbschaft mache, wird wohl kaum
eintreffen.« 2 seit kurzer Zeit »Er war
kaum da, da begann es zu regnen.«
Kaulmuslkel: der; -s; -n <Anat.> den Un¬
terkiefer bewegender Muskel
kaujsal: dato Adj. ursächlich zusam¬
menhängend, begründend; Ursache
u. Wirkung betreffend »Zwischen die¬
sen Ereignissen liegt ein kausaler Zu¬
sammenhang.«
Kau|sal|be|zie|hung: <lat.; dt» die; - ;
-en begründende Beziehung; Bezie¬
hung, bei der eines der Elemente sei¬
nen Grund in dem anderen hat; Bezie¬
hung von Ursache u. Wirkung
Kau|sal|ge|setz: dat.; dt» das; -es; -
(Philosophie) Gesetz, Leitgedanke,
das/der beinhaltet, daß es für jedes
Ereignis eine Ursache gibt u. daß glei¬
che Ursachen auch die gleiche Wir¬
kung haben
Kau|sa|li)tät: dat» die; - ; -en Verbin¬
dung, Zusammenhang, Verhältnis
von Ursache u. Wirkung »Zwischen
der Abholzung der tropischen Wälder
u. der Klimaveränderung besteht nach
Ansicht vieler Wissenschaftler eine
Kausalität.«
Kau[saljket|te: dat.; dt» die; * ; -n von¬
einander abhängende Zusammen¬
hänge
Kaujsal|kon|junk|ti|on: dat» die; - : -en
<Sprachwiss.> begründendes Binde¬
wort »>Deshalb<, »darum*, »weil* sind
Kausalkonjunktionen.«
Kau[sa(|ne|xus: dat» der; - ; - Verbin¬
dung von Ursache u. Wirkung
Kau|sal|prin|zip: dat» das; -(e)s; -ien
(Philosophie) Prinzip, logisch begrün¬
dete Erwartung, daß jedes Ereignis,
jeder Vorgang eine Ursache hat
Kau|sal|satz: dat.; dt» der; -es; -Sätze
(Sprachwiss.) einen Grund, Umstand
enthaltender Nebensatz, Gliedsatz,
der durch ein begründendes Binde¬
wort eingeleitet wird
Kau|sal|zu|sam|men|hang: dat.; dt»
der; -(e)s; -Zusammenhänge Verbin¬
dung von Ursache, Auslöser u. Wir¬
kung, Ergebnis; Beziehung zwischen
zwei Ereignissen o. ä., bei der eines
der Elemente seinen Grund in dem
anderen hat
Kau|sa|b'v/Kau|sa|tjv: dat» /kausatif/
das; -s; -e (Sprachwiss.) etw. bewir¬
kendes Verb »Das Verb »töten* hat die
Bedeutung »jmds. Tod bewirken, ver¬
anlassen* u. ist ein Kausativ.«
kaulsaHiv/kaulsaltiv: dat» /kausatif/
Adj. n. stg. (Sprachwiss.) bewirkend
Kaulstik —> Kausltik: tgr.-lat» die; - ; -
1 (Optik) Linsenbrennfläche 2 (Med.)
Verätzung, Verbrennung erkrankten
Gewebes
Kaut.: Abk. Kaution
Kaultalbak: der; -(e)s; -e Tabak, der im
Mund ausgekaut u. danach wieder
ausgespuckt wird
Kauftel: dat» die; - ; -en 1 n. PI. (Med.)
Vorsichtsmaßregeln 2 (Rechtsw.) Ab¬
sicherung; vertraglicher Vorbehalt
Kau|ti|on: dat» /kauzion/ die; ~ ; -en
Bürgschaft, Sicherheit (z. B. für einen
Vermieter), meist in Form eines Geld¬
betrages, der hinterlegt werden muß
»Wenn nichts kaputt ist, erhalten Sie
die Kaution bei ihrem Auszug'zurück. ♦
Gegen eine Kaution kam der Ange¬
klagte bis zum Prozeßfrei.«
Kaujtschuk —> Kaujtjschuk: dndian.
Spr.-span.-fr» der; -s; -e milchiger
Gummirohstoff
Kaulwerklzeulqe: die (PL) (Med.;
Anal.) alle Organe (u. Gewebe), die
zum Kauen benötigt werden, am
Kauen beteiligt sind »Der Kiefer u.
die Zähne sind unsere Kauwerkzeuge.«
Kauz: der; -es; Käuze 1 Eulenvogel »Die
Käuze stehen auf der roten Liste der
Naturschützer.« 2 [ugs.] seltsamer, ei¬
gentümlicher Mensch »Er ist ein lie¬
ber, alter Kauz.«
kaulziq: Adj. ein wenig seltsam, sonder¬
bar im Verhalten, der Lebensweise
Ka|va|lier: dat.-it.-fr» /kawalir/ der; -s;
-e 1 a) höflicher, zuvorkommender
Mann, der (besonders Frauen gegen¬
über) bestimmte, gesellschaftliche
Umgangsformen beherrscht, pflegt b)
[veralt.; meist iron.] Begleiter einer
Dame 2 [veralt.] Edelmann, Adeliger
619
kavaliemnäBig/kavaliersmäBig
3 ein Kavalier der alten Schule: ein
Mann, der besonders (Frauen gegen¬
über) höflich u. zuvorkommend ist
»Der alte Herr nebenan ist noch ein
Kavalier der alten Schule.« 4 der Ka¬
valier genießt u. schweigt ein Mann
mit Taktgefühl spricht nicht über
seine Beziehungen zu Frauen, Liebes¬
abenteuer
ka|va|lier|mä|6ig/ka|va|liers|mä|Big:
dat.-it.-fr.; dl.> /kawalir(ß)-/ Adj. n.
stg. sehr höflich (gegenüber Frauen)
Ka|va|ljer|start/Ka|va|ljers|start: <lat.-
it.-fro /kawalir(ß)-/ der; -(e)s; -e lau¬
tes, oft mit quietschenden Reifen ver¬
bundes Anfahren eines PKWs (od.
Motorrads)
Ka|va|l|er)tuch/Ka|va|liers|tuch: <lat.-it-
fr.; dto /kawalir(ß)-/ das; -(ejs;
Kavalier (s)tücher schmückendes,
meist in der Jackettasche getragenes
Taschentuch
Ka|va|ljers|de|likb dat.-it.-fro /kawa-
Hrß-/ das; -(e)s; -e Handlung, die
zwar strafbar ist, von der Gesellschaft
aber nicht als sehr schlimm betrachtet
wird
Ka|val|le|rte/Ka|val|le|rie: <lat.-it.-fro
/kawalleri/ die; - ; Kavallerien
jkawalermj <Milit.; hist.) Reiter¬
truppe; berittene, mit Pferden ausge¬
stattete Soldaten
Ka|vent: dato /kawent/ der; -en; -en
weibl. Kafvenjtin: die; - ; -nen Person,
die füretw., jmdn. bürgt
Ka|vents|mann: dat.; du /kawentß-/
der; -(e)s; Kaventsmänner 1 etw. od.
jmd., was/der durch die äußere Er¬
scheinung, Größe sehr beeindruk-
kend ist 2 [seemannssprl.] Auftür¬
mung von Wasser, die durch das Zu¬
sammenprallen zweier gegenläufiger
Wellen entsteht
Ka|ver|ne: dato /kaweme/ die; - ; -n 1
Höhle; (künstlich hergestellter) Hohl¬
raum 2<Med.> krankhafter Hohlraum
in einem Körpergewebe, der durch
eine Einschmelzung des Gewebes ent¬
standen ist
Ka|vi)aR <türk.-ito /kawiar/ der; -s; - (e߬
barer) Rogen des Störs
Ka[vi|ar|brot: <türk.-ito /kawiar-/ das;
-(e)s; -e Stangen(weiß)brot; langes
Brot mit geringem Durchmesser
kb: Abk. <EDV> Kilobit (1 kb = 1024
bits)
k. b. V.: Abk. keine besonderen Vor¬
kommnisse
kcal: Abk. Kilokalorie = veraltete Ein¬
heit der Wärmemenge, die auch zur
Berechnung des Energiewertes von
Nahrungsmitteln verwendet wurde,
heute ersetzt durch Kilojoule (1 kcal
= 4,1868 KJ)
KDB: Abk. Küche, Diele, Bad
kdb(.): Abk. kündbar
Kde.: Abk. Kunde
Kdr.: Abk. 1 Kalender 2 Kinder 3 <Mi-
lit.) Kommandeur
Ke|bab: ttürk.-arabo der; -s; - u. [ugs.]
-s a) Drehspieß mit Rind- od. Lamm¬
fleisch, von dem dünne, kleine Strei¬
fen abgeschnitten werden b) vom Ke¬
bab (a) abgeschnittenes Fleisch
kack: Adj. kecker; keck(e)ste sich ohne
Scheu unbefangen, aufgeschlossen u.
ein wenig frech gebend, benehmend
»Das Kind gab eine kecke Antwort.«
Kg|der: der; -s; - Aufsatz (ähnlich einer
Schnur) als Kantenverstärkung auf
handwerklich angefertigten Stücken
(z. B. an Schuhen, Polstermöbeln)
Keep: die; - ; -en [seemannssprl.] Ein¬
kerbung o. ä., in der ein Tau o. ä. Halt
findet
Keelper. <englo /kiper/ der; -s; • weibl.
[selten} Kee|pe|rin: die; - ; -nen
<Sport> [besonders österr.] Torhüter
(im Fußball, Handball)
Keep-smj|ling —» Keeplsmilling:
<englo /kip ßmailing/ das; - ; - das Im-
mer-Lächeln; optimistische Lebens¬
anschauung od. deren Vorspiegelung
Ketfir: ikaukasisch-russo der; -s; -
<Milchprodukt> durch Zusatz von be¬
stimmten Bakterien u. Hefe gegorene,
säuerliche Milch
Ke|gel: der; •s; - 1 in der Form einer
Flasche ähnliche Spielfigur für das
Kegelspiel »Er stellte die Kegel wieder
auf.« 2 <Math.> nach oben spitz zulau¬
fende geometrische Figur mit einem
Kreis als Basis »Wir berechnen das
Volumen eines Kegels.« 3 etw., was die
Form eines Kegels (2) hat 4<Druckw.>
die Schriftgröße bestimmende Breite
einer Drucktype
—» Kejgel schie|ben: s. kegelschieben
Ke|gel|abend —> Kejgei|a|bend: der;
-s; -e (regelmäßiges) Treffen nach Fei¬
erabend, am Abend, um zu kegeln
Ke|gel|bahn: die; - ; -en a) schmale
Bahn, an deren Ende neun Kegel (1)
stehen, die mit speziellen Kugeln um¬
geworfen werden müssen »Wir haben
für drei Stunden eine Kegelbahn
gemietet.« b) Raum (oft im Keller ei¬
ner Gaststätte), in dem sich eine Ke¬
gelbahn befindet
Ke|gel|ku|gel: die; - ; -n Kugel, Ball, mit
der/dem die Kegel umgeworfen wer¬
den
ke|geln: kegelst; kegeltest; hastjbist ge¬
regelt 1 hast mit einer Kugel (auf ei¬
ner Kegelbahn) Kegel umwerfen, um¬
zuwerfen versuchen »Wir kegeln re¬
gelmäßig alle vier Wochen.« 2 bist
[ugs.] Umfallen u. stürzen
ke|gel|schie|ben —» Ke|gel schie|ben:
schiebst Kegel; schob (e)st Kegel; hast
Kegel geschoben mit speziellen Ku¬
geln Kegel umwerfen, umzuwerfen
versuchen
Keh|le: die; - ; -n 1 Vorderseite des
Halses (mit der dort verlaufenden
Luftröhre, Speiseröhre); Gurgel 2
aus voller Kehle: mit besonders lauter
Stimme »In der Badewanne singt er
immer aus voller Kehle.« 3 etw. durch
die Kehle jagen: [ugs.] (den Erlös
von) etw. vertrinken 4 sich die Kehle
anfeuchten, Ölen, schmieren: [ugs.;
scherzh.] etw. trinken (meist Alkohol)
5 eine trockene Kehle haben: [ugs.;
scherzh.] alkoholische Getränke zu
sich nehmen wollen 6 jmdm. in der
Kehle steckenbleiben: [ugs.] etw.
nicht sagen, sich nicht äußern können
» Vor Schreck blieb mir der Satz in der
Kehle stecken.« 7 jmdm. die Kehle Zu¬
schnitten, zusammenschnüren:
jmdm. ein Gefühl der Beklemmung
verursachen »Mir hat es vor Entsetzen
die Kehle zugeschnürt.« 8 sich die
Kehle aus dem Hals schreien: lange
laut rufen, schreien (müssen) »Da bist
du ja endlich, ich habe mir schon die
Kehle aus dem Hals geschrien!« 9 etw.
in die falsche Kehle bekommen,
kriegen: [ugs.] durch ein Mißver¬
ständnis ärgerlich werden »Er hat
nicht richtig zugehört u. deshalb alles
in die falsche Kehle gekriegt.« 10
jmdm. in die falsche Kehle geraten,
kommen: [ugs.] von jmdm. falsch ver¬
standen werden, wobei diese Person
ärgerlich wird »Ich wollte doch nur
Spaß machen, aber es ist ihm in die fal¬
sche Kehle geraten.« 11 jmdm. geht
es an die Kehle: jmd. muß einen (tät¬
lichen) Angriff befürchten »Plötzlich
merkte er die Gefahr, sie wollten ihm
an die Kehle gehen.«
keh|len: kehlst; kehltest; hast gekehlt 1
ein Tier, meist einen Fisch, an der
Kehle entlang aufschneiden u. die In¬
nereien entnehmen 2 etw., ein Holz¬
werkstück mit einer Hohlkehle, lang¬
gestreckten Vertiefung versehen
keh|lig: Adj. <Stimme> aus der Kehle
kommend »ein kehliger Ton«
Kehl|kopf: der; -(e)s; Kehlköpfe <Anat.>
in der Mitte des Halses gelegenes Or¬
gan, das der Lauterzeugung als Reso¬
nanzkörper für die Stimme dient u.
den obersten Teil der Luftröhre bildet
Kehl|kopf|krebs: der; -es; - <Med.> Kar¬
zinom, bösartige, wuchernde Ge¬
schwulstbildung am Kehlkopf, das/
die häufig dazu führt, daß der Kehl¬
kopf operativ entfernt werden muß
Kehl|kopf[laut der; -(e)s; -e <Sprach-
wiss.> Knacklaut zur Abgrenzung bei
Selbstlauten, Vokalen im Anlaut
Kehl|kopf|mi|kro|phon —» Kehl|kopf|-
mi|k|ro|phon/Kehl|kopf|mi|k|rojfon:
das; -(ejs; -e Töne übertragendes Ge¬
rät, das am Kehlkopf außen festge¬
macht wird, um die Stimme zu über¬
mitteln (wird meistens benutzt, wenn
aufgrund eines Kehlkopfkarzinoms
der Kehlkopf entfernt werden mußte)
Kehl|kopf|schnitt: der; -(ejs; -e <Med.>
operative, chirurgische Öffnung des
Kehlkopfes
Kehljlaut: der; -(e)s; -e <Sprachwiss.>
Knacklaut zur Abgrenzung bei
Selbstlauten, Vokalen im Anlaut
Kehrjaus: der; - ; - [veralt.] Ende, letzter
Tanz o. ä. einer festlichen Veranstal¬
tung
Kehijbe[sen: der; -s; - (kleiner Hand-
)Besen zum Fegen
Kehrjblech: das; -(ejs; -e kleine Schau¬
fel, auf die man (mit einem Handbe¬
sen) zusammengekehrten Schmutz
fegt
Keh|re: die; - ; -n 1 Kurve, die eine Bie¬
gung um ca. 1800 macht »Die Straße
führte in Kehren den Berg hinauf.« 2
<Sport; Turnern mit vorwärts ge¬
streckten Beinen gemachter Schwung
über ein, von einem Turngerät
keh|ren: kehrst; kehrtest; hast gekehrt 1
mit einem Besen, einer Kehrmaschine
o. ä. säubern, Schmutz zusammenfe¬
gen »Ich habe den Flur gekehrt.« 2
umwenden u. nach oben drehen »Sie
kehrte die Handflächen nach außen.« 3
wenden u. sich in anderer Richtung
weiterbewegen »Abteilung kehrt!« 4
hast/bist <Sport; Turnen) eine Kehre
durchführen 5 in sich gekehrt: <Cha-
rakten [geh.] still u. introvertiert,
620
Kellerschwamm
nach innen gerichtet 6 etw. unter den
Teppich kehren: etw. zu verheimli¬
chen, vertuschen versuchen 7 Neue
Besen kehren gut neues Personal,
jmd., der in einer Position neu ist
sorgt für positive Veränderungen
Kehjricht: der u. das; -(e)s; -1a) [geh.]
(zusammengefegter) Dreck b)
[Schweiz.] Müll 2 etw. geht jmdn. ei¬
nen feuchten Kehricht an: [ugs.] etw.
geht jmdn. überhaupt nichts an, dafür
hat er sich nicht zu interessieren, da¬
von muß jmd. nichts wissen
Kehijma|schi|ne: die; -; -n Gerät, Fahr¬
zeug, mit dem meistens Straßen ge¬
fegt werden
Kehrjreim: der; -(e)s; -e (Literaturwiss.»
immer wiederkehrende Wörter am
Ende einer Strophe innerhalb eines
Liedes o. ä.
Kehr|sei|te: die; - ; -n 1 Rückseite von
etw. 2 [ugs.; iron.] Rücken u. Gesäß
einer Person 3 <übertr.> negative Seite,
Auswirkungen von etw.
kehrt|ma|chen: machst kehrt; machtest
kehrt; hast kehrtgemacht schnell wie¬
der in die Richtung zurückgehen, zu¬
rückfahren, aus der man gekommen
ist
Kehrt|wen|dung: die; - ; -en <meist Mi¬
ßt.) Drehungum 180°
Kehrjum: in der Wendung im Kehrum:
[Schweiz.] schnell
Kehrjwert: der; -(e)s; -e <Math.> durch
das Vertauschen von Nenner u. Zäh¬
ler eines Bruches erhaltene Zahl
kei|fen: keifst; keiftest; hast gekeift auf
unangenehm laute Weise schimpfen
Kei|fe|rei: die; - ; -en laute(s) Geschrei,
Schimpferei
Keil: der; -(e)s; -e 1 an einem Ende fla¬
cher (Holz-)Block (als Werkzeug) »Er
legte einen Keil unter die Tür, damit
sie nicht zuging.« 2 a) dreieckiges, an
einer Seite sehr schmales Stoffstück
b) etw., was die Form eines Keils hat,
einnimmt
Kei|le: die; - ; - [ugs.] starke Prügel,
Schläge
keillen: keilst; keiltest; hast gekeilt 1
mittels eines Keils spalten 2 ein Stück
Holz od. Metall in etw. hineinschla¬
gen 3 <meist Huftiere» plötzlich aus¬
schlagen 4 [ugs.] als Mitglied, Anhän¬
ger zu gewinnen versuchen
kei|len, sich: keilst dich; keiltest dich;
hast dich gekeilt [ugs.] 1 sich prügeln 2
sich durch etw., eine Menschenan¬
sammlung o. ä. hindurchdrängen
Kei|len der; -s; - männliches Wild¬
schwein
Kei|te|re|: die; - / -en [ugs.] Schlägerei,
wobei es zu keinen ernsten Verletzun¬
gen kommt
Kejl|rie|men: der; -s; - <Technik> Rie¬
men, (längeres) stabiles Band, der/das
der Kraftübertragung (bei Motoren)
dient
Keil|schrift: die; - ; -en <hist.> Schrift,
Schreibweise, die in Mesopotamien
(im Zweistromland) aus einer Bilder¬
schrift entwickelt wurde
Kejm: der; -(e)s; -e 1 Trieb einer Pflan¬
ze 2 <Bio.> Bakterien; Krankheitserre¬
ger »In einer Nährlösung vermehren
sich die Keime besonders gut.« 3 <Phy¬
sik> erstarrender, winziger Bestandteil
in Gas, Flüssigkeit 4 a) erstes Erschei¬
nen, Erscheinungsbild von etw. im
frühesten Stadium b) etw. im Keim
ersticken: etw., schon während es
entsteht, beginnt, unterdrücken »So
ein Gerede sollte man gleich im Keim
ersticken.«
kej|men: keimt; keimte; hat gekeimt 1
(Pflanze» aus einem Samen wachsen
»Die Sonnenblttmenkerne keimen, u.
es werden neue Sonnenblumen
wachsen.« 2 beginnen; im Anfangssta¬
dium vorhanden sein »Sein Verdacht
keimte, als er sie mit einem anderen
Mann in einem Restaurant sah.«
keim|fä|hig: Adj. n. stg. <Bio.» in der La¬
ge, einen Keim zu entwickeln
keim|frei: Adj. n. stg. frei von Krank¬
heitserregern; ohne Krankheitserre¬
ger
keim|haft: Adj. n. stg. erste Andeutun¬
gen aufweisend, zeigend; Vermutun¬
gen aufkommen lassend
Keim|plas|ma: das; -s; -plasmen <Bio.»
Protoplasma von Keimzellen, die die
Erbsubstanz enthalten
kejm|tö|tend: Adj. n. stg. Krankheitser¬
reger tötend; sterilisierend; desinfizie¬
rend
Kei|mung: die; - ; -en Vorgang des Ent¬
wickele von Keimen
Keim|zel|te: die; - ; -n 1 <Bio.» menschli¬
che, tierische, pflanzliche
Fortpflanzungszelle 2 <übertr.» Aus¬
gangspunkt, Anfang von etw. »Armut
ist oft die Keimzelle für Gewalt.«
kejn: Indefinitpron. a) nicht ein; gar
nichts von etw. »kein Regen« b) nega-
tiviert das nachfolgende Adjektiv
»Das war keine böse Absicht.« c)
kaum; nicht ganz »Keinefünf Minuten
später hat es geregnet. • Sie ist noch
keine vierzig (Jahre).«
kei|ner|lei: Adj. n. stg.; n. dekl. über¬
haupt nicht; gar nicht »keinerlei Inter¬
esse.«
kej|ner|seits: Adv. gar nicht; von keiner
Seite
kej|nes|falls: Adv. ganz sicher nicht; auf
gar keinen Fall; in keinem Fall »Ich
werde dir keinesfalls schon wieder Geld
geben.«
kgi|nes|wegs: Adv. überhaupt nicht;
auch nicht im geringsten, entfernte¬
sten
ke|n|mal: Adv. nicht einmal; gar nicht
»Er ist keinmal zu spät gekommen.«
-keit: Wortbildungselement; meist be¬
tont; dient der Ableitung unbetont en¬
dender Adjektive, in denen die vorletzte
Silbe betont sein muß leitet Substanti¬
ve aus Adjektiven ab a) auf >-ig<
Einigkeit« b) auf >-sam< Gehorsam¬
keit« c) auf >-er< »Tapferkeit« d) auf
>-lich< »Höflichkeit« e) auf >-bar<
Haltbarkeit« f) auf >-el< »Übelkeit«
g) auf >-isch< »Linkischkeit«
Keks: tengb der; -es; -e 1 kleines, härte¬
res, gesüßtes Gebäckteil 2 [ugs.] Kopf
3 jmdm. auf den Keks gehen: [ugs.]
jmdn. nerven, ihm lästig fallen
Keks|do|se: die; - ; -n Blechdose, in der
Plätzchen, Kekse aufbewahrt werden
Kelch: <lat.> der; -(ejs; -e 1 a) (histori¬
sches) wertvolles, hohes Trinkgefäß
mit einem Fuß b) Teil des Kelches, ei¬
nes hohen Glases mit Stiel, Fuß, in
den die Flüssigkeit gegeben wird 2
kurz für Blütenkelch = aus Blüten¬
blättern einer Pflanze gebildete Blüte
in Form eines Kelches (la) 3 der
Kelch geht an jmdm. vorüben [geh.]
jmdm. bleibt etw. Unangenehmes er¬
spart »Zum Glück bin ich von den Ent¬
lassungen innerhalb unseres Werkes
verschont geblieben, dieser Kelch ist
noch einmal an mir vorübergegangen.«
Kelch|blatfc das; -(e)s; -blätter Blüten¬
kelchblatt
Kel|le: die; - ; -n 1 Maurerwerkzeug
zum Aufträgen des Putzes, Mörtels
auf eine Wand, Steine o. ä. 2 löffelar¬
tiges Küchengerät zum Schöpfen von
flüssigen Speisen »Suppenkelle«
Kel|len dat.i der; -s; - 1 in einem Ge¬
bäude in der untersten Etage, teilwei¬
se od. vollkommen unter der Erde lie¬
gende Räume, Zimmer (die meist
nicht bewohnt werden) »Die meisten
Häuser haben einen Keller.« 2 in ei¬
nem Keller (l) untergebrachtes Lokal
»Bierkeller« 3 im Keller (l) aufbe¬
wahrter Vorrat an etw. Eß-, Trinkba¬
rem, meist Wein 4 im Kelter sein:
ganz unten sein; ganz schlecht sein
»Seine Noten in der Schule sind im
Keller.« 5 jmd. hat eine Leiche im
Kelter: jmd. hat ein Geheimnis (hin-
„ sichtlich einer verwerflichen Hand¬
lung)
Kgl|leiias|sel: die; - ; -n kleineres, zu
den primitiven Krebsen gehörendes
Tier, das vorwiegend an dunklen u.
feuchten Orten zu finden ist
Kel|le|rei: die; ~ ; -en Weingut, weinver¬
arbeitendes Unternehmen, das Sekt
od. Wein lagert
Kgl|ler|fal|te: die; - ; -n tiefe, eingenähte
Falte bei einem Kleidungsstück
Kel|lertfen|ster —> Kel|terffens(ten das;
-s; - kleines, oft vergittertes Fenster
eines Raumes im Kellergeschoss, das
meist knapp über od. unter der Erd¬
oberfläche liegt
Kel|ler|ge|schoß —> Kel|ler|ge|schoss:
das; -geschosses; -geschosseI[österr.
weiterhin] -ge|schoB: das; -es; -e a) in
einem Gebäude in der alleruntersten
Etage mit den teilweise od. vollkom¬
men unter der Erde liegenden Räu¬
men, Zimmern b) Souterrain; Wohn-
räume im Untergeschoß
Kgl|ler|kind: das; -(e)s; -er [ugs.] Per¬
son, Kind armer Eltern, die/das sozi¬
al, hinsichtlich ihrer/seiner Erziehung
benachteiligt ist
Kgl|ler|loch: das; -(ejs; -löcher 1
[abwert.] häßlicher, dunkler u. muffi¬
ger Untergeschoßraum 2 kleinere
Öffnung, die von draußen in einen
Keller führt (früher oft zum Einfüllen
der Kohlen in den Kohlenkeller)
Kel|ler|mei|ster —*• Kel|ler|meis|ter:
der; -s; - weibl. Kel|terjmei|ste|rin—»
Kel|terjmeis|tejrin: die; - ; -nen Per¬
son, die beruflich in verantwortlicher
Position mit der Herstellung von
Wein befaßt ist »Die Kellermeister ha¬
ben großen Einfluß auf die Qualität des
Weines.«
Kgl|ieijraum: der;-(ejs; -räume Zimmer
im Untergeschoß (das nicht bewohnt
wird)
Kgl|ter|schwamm: der; -(ejs;
-schwämme sich in feuchten Räumen,
Kellern ansiedelnder, vor allem Holz
zerstörender Pilz
621
Kellertreppe
Kel|ier|trep|pe: die; ~ ; -n Treppe, die in
das Untergeschoß, den Keller führt
Kel|ler|tOr: die; • ; -en Tür, die einen
Kellerraum od. den Vorraum zu meh¬
reren Kellerräumen verschließt
Kel|ler1woh|nung: die; - ; -en im Unter¬
geschoß liegende Wohnung, Syn.:
[fremdsprl.] Souterrainwohnung
Kell|ner: dato der; -s; - weibl. Kell|ne|-
rin: die; - ; -nen Person, die in einer
Gaststätte, einem Restaurant bedient
ke1l|nem: kellnerst; kellnertest; hast ge¬
kellnert [ugs.] als Serviererin) arbei¬
ten
Kelt: <lat.> der; -(e)s; -e <hist.) Beil aus
der Bronzezeit
Kelt: <gäl.-engl.> der; -s; - schwarzer,
schottischer, grober Stoff aus Wolle
Kel|te: der; -n; -n weibl. Kel|tin: die; - ;
-nen <hist.> Person, die einem in West¬
europa nachgewiesenen indogermani¬
schen Volk angehörte
Keljter. dato die; - ; -n Saftpresse (vor
allem für Weintrauben)
Kel|te|rei: dato die; - ; -en Betrieb, in
dem (Trauben-)Saft gepreßt wird (der
später zu Wein verarbeitet wird)
kel|tern: kelterst; keltertest; hast gekel¬
tert Saft aus Obst auspressen (beson¬
ders aus Weintrauben)
Kgl|vin: das; -s; - physikalische Tempe-
Tatureinheit
Ke|me|najte: <lat.> die; ~ ; -n 1 [ugs.;
scherzh.] kleines Zimmer, das jmd.
für seinen persönlichen Bereich nutzt
2 <Burg im MA> Wohn- u. Schlafzim¬
mer, in dem es einen Kamin gibt
Ken: <japo das; ~ ; - (Pol.) japanischer
Verwaltungsbezirk
Kgn|do: <japo das; - u. -s; - japanischer
Schwertkampf
Kg|nia: o. Art.; -s; - ostafrikanischer
Staat mit der Hauptstadt Nairobi
Kgnnjbuch|sta|be: der; -n(s); -n Buch¬
stabe, der als Merkmal, Zeichen für
eine Unterscheidung o. ä. verwendet
wird
Kennjdaften: die (PI.) [fachsprl.] Da¬
ten, die etw., jrndn. kennzeichnen, so
daß eine Identifikation möglich wird
kgn|nen: kennst; kanntest; hast gekannt
1 a) etw. wissen; bekannt sein »Ich
■ kenne dieses Buch. ♦ Ich kenne diese
Methode.« b) mit jmdm. bekannt sein
»Ich kenne diese Frau.« c) Fähigkeiten
auf einem Gebiet besitzen »Ich kenne
dieses Computerprogramm.« d) etw.,
jmdn. an etw. identifizieren, wiederer¬
kennen e) sich einer Sache bewußt
sein »Ich kenne meine Verantwortung
für die Umwelt.« 2 etw. wie seine Ho¬
sentasche, Westentasche, eigene
Tasche kennen: [ugs.] sich in etw. be¬
sonders gut, ganz genau auskennen
»Diese Gegend kenne ich wie meine
Westentasche.« 3 sich vor etw. nicht
(mehr) kennen: vor od. wegen etw.
völlig außer sich sein »Wegen der
ständigen Sticheleien kannte er sich
vor Zorn nickt mehr.« 4 a) da kennt
jmd. (gar) nichts: [ugs.] da gibt es kein
Überlegen, da ist jmdm. alles völlig
egal »Wenn es etw. umsonst gibt,
kennt sie gar nichts, sie nimmt, was sie
kriegen kann.« b) etw. nicht kennen:
einem Gefühl o. ä. bei einer Hand¬
lung nicht nachgeben »In beruflichen
Dingen kennt er keine Rücksichtnah¬
me.«
ken|nen|lerjnen —> kgn|nen lerjnen:
lernst kennen; lerntest kennen; hast
kemengelemt —>hast kennen
gelernt<— jmdn., etw. (zum ersten
Mal) sehen, treffen u. nähere Infor¬
mationen erhalten
Ken|ner der; -s; - weibl. Ken|ne|rin:
die; - ; -nen a) jmd., der etw., Zusam¬
menhänge kennt, überblickt, Infor¬
mationen über etw. hat b) jmd. mit
viel Wissen über ein Sachgebiet
Ken|ner|bHek: der; -(e)s; -e (PI. s.)
meist in der Wendung mit
Kennerblick: mit dem Blick eines
Kenners; mit einem die entscheiden¬
den Dinge bei etw. sofort wahmeh-
menden Blick, der einen Kenner ver¬
rät
Kenn)faijbe: die; - ; -n Farbe, die zur
Unterscheidung, späteren Identifika¬
tion von etw. od. jmdm. dient, auf
etw. aufgebracht wird
Kgnnjkarjte: die; - ; -n Personalausweis
o. ä. Dokument zur Identifikation (z.
B. innerhalb einer Firma)
Kenn)mar|ke: die; ~; -n der Identifikati¬
on, späteren Wiedererkennung die¬
nende Plakette (aus Metall) o. ä.,
Syn.: Erkennungsmarke
—» Kenn|num|mer/Kgnn-Numfmer. s.
Kennummer
kgnntflich: Adj. n. stg. 1 für jmdn. er¬
kennbar werden, machen »Das Petro¬
leum war als nicht trinkbar kenntlich
gemacht.« 2 a) kenntlich sein: etw.
od. jmd. ist zu unterscheiden, wahr¬
zunehmen b) jmdm. etw. kenntlich
machen: für jmdn. etw. unterscheid¬
bar, wahrnehmbar machen c) jmdn.,
etw. kenntlich machen: jmdn., etw.
erkennbar machen, aus einer Menge
herausheben
Kgnnt|nis: die; - ; -se 1 Wissen über
etw., auf einem Wissensgebiet 2
(jmdm.) etw. zur Kenntnis bringen:
jmdm. (mit Nachdruck) etw. mittei¬
len, etw. allgemein bekanntgeben »Er
mußte diese unangenehme Sache sei¬
nem Chef zur Kenntnis bringen.« 3
etw. zur Kenntnis nehmen: eine
Nachricht, Information, Anweisung
entgegennehmen 4 etw. entzieht sich
jmds. Kenntnis: [geh.] jmd. weiß
über, von etw. nichts »Da kann ich Ih¬
nen nicht weiterhelfen, das entzieht
sich meiner Kenntnis.« 5 jmdn. von
etw. in Kenntnis setzen: [geh.] jmdm.
(nachdrücklich) etw. mitteilen, ihn
auf etw. hinweisen »Wir möchten Sie
. hiermit davon in Kenntnis setzen, daß
wir gerichtliche Schritte eingeleitet
haben.« 6 von etw. Kenntnis nehmen:
[geh.] von etw. Notiz nehmen, es be¬
merken
Kennt|nis|nah|me: die; - ; - [amtssprl.]
das Lesen, Beachten von Mitteilun¬
gen o. ä.
kennt|nis|reich: Adj. gute Kenntnisse,
umfangreiches Wissen auf einem be¬
stimmten Gebiet habend
Kennt|nis|stand: der; -(e)s; - (aktueller)
Stand des Wissens über etw., jmdn.
Kennurnfmer (Kenn|num[mer) —» im¬
mer mit nnn: Kenn|num|mer/K«nn-
Num|mer die; - ; -n der Identifikati¬
on dienende Ziffernfolge
Kgnn|wort: das; -(e)s; -Wörter 1 Wort,
"das als Erkennungszeichen für etw.
benutzt wird, die Zuordnung zu etw.
ermöglicht »Schicken Sie uns eine
Postkarte mit dem Kennwort >Rezep-
te<.« 2 a) geheimes Wort, Losung, mit
dem/der sich jmd. ausweist, mit dem/
der jmd. nachweist, daß er einem be¬
stimmten Personenkreis angehört b)
(Geheim-)Wort als Zugang zu einem
Computer o. ä.
Kennz.: Abk. 1 Kennzahl 2 Kenn¬
zeichen 3 Kennziffer
Kennzahl: die; - ; -en 1 Zahl als Unter¬
scheidungszeichen u./od. zur Charak¬
teristik einer Sache 2 <Teiefon> Vor¬
wahlnummer (für eine Stadt, ein
Land) 3 [fachsprl.] charakteristische
Verhältniszahl, die einen (wirtschaft¬
lichen) Wert widergibt
Kenn|zei|chen: das; -s; - 1 Zeichen,
Merkmal, an dem man jmdn. od. etw.
erkennt, das zu jmds. Identifikation
beiträgt 2 a) zugeteiltes, an etw. ange¬
brachtes Zeichen, das zur Unterschei¬
dung von etw. dient b) Kombination
von Buchstaben u./od. Ziffern, die ei¬
nem Land- od. Wasserfahrzeug amt¬
lich zugeteilt wird c) an einem Fahr¬
zeug zu befestigendes Schild mit ei¬
nem Kennzeichen (b)
kenn|zeich[nen: kennzeichnest: kenn¬
zeichnetest; hast gekennzeichnet 1 an
etw. ein Kennzeichen an bringen; etw.
mit einem Kennzeichen versehen 2 a)
jmdn., etw. beschreiben, indem man
Eigenschaften nennt b) ein Merkmal,
Kennzeichen sein, das für jmdn., etw.
typisch ist
kenn|zeich[nend: Adj. typisch für jmdn.
od. etw.
kenn|zeich|nen|deijwej|se: Adv. typisch
für etw. od. jmdn.; charakteristisch
für etw. od.jmdn.
Kenn]zeich|nung: die; ~ ; -en 1 typisches
natürliches od. künstlich angebrach¬
tes Merkmal 2 Anbringung eines un¬
terscheidenden Merkmals 3 <Math.>
nur auf einen Gegenstand zutreffende
mathematisch-logische Aussage
kenn|zeich|nungs|pflich|tfg: Adj. n. stg.
mit einem Merkmal zu versehen, das
die Identifizierung möglich macht
Kennjziftfer: die; - ; -n 1 Ziffer od. Zif-
femgruppe einer Sache als Unter¬
scheidungsmerkmal 2 <Math.> im Lo¬
garithmus vor dem Komma stehende
Zahl
Kefnoftaph: <gr.-lat.> /kenotaf/ das; -s;
-e beschriftete(r) Stein, Tafel o. ä.
Denkmal, das an (einen) Tote(n) erin¬
nert, ohne daß diese(r) dort begraben
ist/sind
Kenhaur/Zenltaur <gr.> der; -en; -en
(Mythologie! Fabelwesen der griechi¬
schen Sage mit vier Beinen, einem
menschlichen Oberkörper u. einem
Pferdekörper
ken|tern: kenterst; kentertest; bist (hat
gekentert 1 bist a) mit einem Boot um¬
kippen u. ins Wasser fallen b) (Boot o.
ä.> umkippen 2 hat (Strömung, oft Ti¬
de) [seemannssprl.] die Richtung,
Tendenz ändern
Ke|ra|mik: <gr.-fr.> die; - ; -en 1 harte,
gebrannte Tonmischung, die oft für
Geschirr verwendet wird »Die Teller
622
Kerosin
sind aus Keramik.« 2 Gegenstand od.
Kunstwerk aus Keramik (1)
ke|ra|misch: Adj. n. stg. zur Keramik
gehörend, sie betreffend, aus Kera¬
mik hergestellt
Ke|ra|tin: <gr.-lau das; -s; -e (Bio.»
Hornsubstanz in Haut, Haar u. Nä¬
geln
Ker[be: die; - ; -n 1 a) schmale Vertie¬
fung (durch einen Schnitt, großen
Druck entstanden) in einem Material
»Sie schnitzte eine Kerbe in das Holz.«
b) [ugs.] Einkerbung zwischen den
Gesäßbacken 2 in dieselbe, die glei¬
che Kerbe hauen, schlagen: [ugs.]
mit jmdm. der gleichen Meinung sein,
ihn gegenüber jmd. anderem unter-
stüzten »Er schlug in dieselbe Kerbe
wie sein Kollege.«
Kerjbel: <gr.-lat.> der; -s; - als Gewürz
verwendete, benutzte Pflanze »Außer¬
dem kommt viel Kerbel in die Suppe.«
Kerjbellkraut: <gr.-lat.; du das; -(e)s; -
verbreitete Art des Kerbels
kerjben: kerbst; kerbtest; hast gekerbt
an etw. eine Kerbe anbringen; etw.
mit einer Kerbe versehen
Kerlholz: das; -es; - in der Wendung
etw. auf dem Kerbholz haben: [ugs.]
jmd. hat etw. Unrechtes, eine Straftat
begangen »Das ist nicht sein einziges
Verbrechen, er hat noch mehr auf dem
Kerbholz.«
Kerjker: der; -s; - 1 <hist.> meist unterir¬
disches Gefängnis »Er verbrachte
viele Jahre im Kerker.« 2 [österr.; ver-
alt.] Gefängnis, Freiheitsstrafe »Man
verurteilte ihn zu fünfJahren Kerker.«
Kerf: der; -s; -e u. [norddt.; ugs.] -s
[ugs.] a) [abwert.] männliche Person
»ein widerlicher Kerl« b) nette Person,
meist Mann »ein netter Kerl«
Kern: der; -(e)s; -e 1 <Bot.> im Inneren
einer Frucht befindlicher härterer Sa¬
men 2 a) räumlicher Mittelpunkt
»Stadtkern« b) Hauptsache einer
Überlegung, eines Ereignisses o. ä.
Der Kem des Gesprächs war...« c) die
Handlungen einer Gruppe tragende,
vorantreibende Mitglieder »der (har¬
te) Kern des Vereins« 3 <Holz> innerer
Teil eines Baumstammes 4 a) <Physik>
kurz für Atomkern b) <Bio.> kurz für
Zellkern c) <Technik> kurz für
Reaktorkem 5 <Technik> vor dem
Gießen in eine Gußform eingebrach¬
tes Teil, das die Form des Gußstückes
abwandelt 6 <Jagd> Körper eines
(Raub-)Tieres ohne Haut 7 der harte
Kern: 1. der Teil einer oft (gewalttäti¬
gen, politischen o. ä.) Gruppe, der an
seine Taten u. Handlungen bedin¬
gungslos glaubt u. diese auch durch¬
führt »Sie gehörte zum harten Kern
der Terroristen.« 2. [scherzh.] die Per¬
sonen einer Gruppe, deren Engage¬
ment o. ä. am größten ist »Um vier
Uhr morgens war nur noch der harte
Kern der Karnevalisten in der Kneipe.«
8 a) in jmds. rauher Schale steckt ein
guter Kem: jmd. wirkt abweisend,
ruppig, ist aber im Inneren gutherzig,
weich, hilfsbereit »Mach dir nichts aus
seinem Gemecker, er hat zwar eine
rauhe Schale, aber darin steckt ein gu¬
ter Kern.« b) in jmdm. steckt ein gu¬
ter Kern: jmd. hat gute Anlagen »In
ihm steckt ein guter Kern, man sollte
ihm helfen.« 9 das ist des Pudels
Kem: das ist der Punkt, die tatsächli¬
che Ursache »Du hoffst, daß dir durch
deine Besuche unsere Tante etw. ver¬
erbt, das ist also des Pudels Kern.«
Kern|bei|Ber. der; -s; - Vogel, der zur
Gattung der Finken gehört
Kern|boh|ren der; -s; - <Technik> hoh¬
ler Bohrer, bei dessen Anwendung ein
Gesteinskern erhalten bleibt
Kem|brenn|stoff: der; -(e)s; -e (Tech¬
nik; Physik) spaltbares Material ent¬
haltender Stoff, durch den in einem
Kernreaktor mittels einer kontrollier¬
ten Kettenreaktion Energie gewon¬
nen wird
kerjnen: kernst; kerntest; hast gekernt 1
[veralt.] Kerne aus Früchten entfer¬
nen 2 Butter herstellen, Syn.: kirnen
Kgrn|ener[gie —> Kern|e|ner|gie: die;
- ; -1 bei Kernspaltung freiwerdende
Energie; Atomenergie 2 <Physik>
Energie, die notwendig ist, um den
Zusammenhalt der Kernbestandteile
im Atomkern zu lösen
Kerjner: der; -s; ~ 1 aus weißem Ries¬
ling u. blauem Trollinger gezüchtete'
Trauben-, Rebsorte »Sie bauen Ker¬
ner an.« 2 Wein aus Kerner (l) »Wir
trinken viel Kerner.«
Kern|ex|plo|si|on: die; - ; -en 1 Explosi¬
on eines Atomsprengkörpers 2 (Phy¬
sik» Zerfall eines Kernes durch das
Auftreffen eines energiereichen Teil¬
chens
Kern|fach: das; -(e)s; -fächer Haupt¬
fach (in der Schule)
Kem|fa|mi|lie: die; - ; -n Verwandte, die
zur engsten Familie gehören (Mutter,
Vater, Söhne, Töchter)
Kern|fäu|le: die; - ; - Fäulnis des Holz-
kems in einem lebenden Baum
Kgm|fbr|schung: die; - ; - (Physik»
Kemphysikforschung
Kgrn|fra|ge: die; - ; -n Hauptfrage (in ei¬
nem Gedankengebäude); wichtigster
zu klärender Aspekt in einer Überle¬
gung
Kgrolfrucht: die; - ; -früchte Obst, das
Samenkeme hat »Der Apfel ist eine
Kernfrucht.«
Kern|ge|biet: das; -(e)s; -e 1 (räumli¬
ches) Basisgebiet; Hauptgebiet 2
Hauptgebiet von großer Wichtigkeit
Kgrn|ge|dan|ke: der; -n; -n Haupt¬
gedanke in einem Gedankengebäude,
einer Überlegung
Kgm|ge[häu|se: das; -s; - Innerstes ei¬
ner Frucht, das Samenkeme enthält
(z. B. beim Apfel)
kern|ge|sund/kern|ge|sund: Adj. n. stg.
vollkommen gesund
kgrfnig: Adj. 1 viele Kerne habend 2 voll
ursprünglicher, natürlicher Kraft
»ein kerniger Mann« 3 (Wein» kräftig,
gehaltvoll im Geschmack 4 fest bis in
den Kem eines Materials
Kern|kraft: die; - ; -1 Energie, die aus
Atomen, Atomspaltungen gewonnen
wird 2 n. PI. (Physik» Zusammenhalt
des Atomkerns bewirkende Kraft
Kern|kraft|geg|ner: der; -s; - weibl.
Kern|kraft|geg|ne|rin: die; - ; -nen
Atomkraftgegner; Person, die gegen
Energieerzeugung durch Atomspal¬
tung eintritt
Kem|kraft|werk: das;-(e)s; -e (Technik»
Anlage zur Energiegewinnung aus
Atomspaltungen »Das Kernkraftwerk
wird abgeschaltet.«
kern|los: Adj. n. stg. (Fruchß ohne
Kerne
Kern|obst: das; -(e)s; - Früchte, Obst,
die/das Kerne mit weichen Schalen
enthält »Äpfel u. Birnen gehören zum
Kernobst.«
Kern|phy|sik: die; - ; - Teilgebiet der
Physik, das sich mit den Atomkernen
beschäftigt
Kernpunkt: der; -(e)s; -e Hauptpunkt,
wichtigster Punkt bei einem Vorha¬
ben
Kern|re|ak|ti|on: die; ~ ; -en Prozeß, bei
dem ein Atomkern umgewandelt, ver¬
ändert wird
Kern|re|ak|tor der; -s; -en (Technik» An¬
lage, in der durch Kernreaktionen
Energiegewinnung stattfindet
Kern|satz: der; -es; -Sätze zentrale Aus¬
sage eines Textes, einer Rede o. ä.
Stellen Sie den Kernsatz des Textes
heraus!«
Kern|sei[fe: die; - ; -n Einfachseife ohne
"Zusatz von Duftstoffen o. ä.
Kern|spal|tung: die; - ; -en (Physik) na¬
türlich od. gezielt hervorgerufene(r)
Zerlegung, Zerfall von Atomkernen
Kern|spruch: der; -(e)s; -Sprüche das
Wesentliche, den Kem treffende(r)
Formulierung, Spruch
Kern|strah|lung: die; - ; - (Physik» ra¬
dioaktive Strahlung, die bei
Kettenreaktionen in der Atomspal¬
tung entwickelt wird
Kern|stück: das; -(e)s; -e 1 etw., was
der wichtigste Bestandteil von etw.
ist, den Kem einer Sache ausmacht 2
(Jagd» Körper (eines Raubtieres ohne
Haut
Kern|tech|nik: die; - ; -en (Technik;
Physik» Technik, die sich mit der Nut¬
zung von Kernenergie befaßt
Kern|tei|lung: die; ~; -en (Bio.) (im Rah¬
men einer Zellteilung stattfindende)
Teilung bzw. Reproduktion des Zell¬
kerns
Kem|tmp|pe: die; - ; -n a) (Milit.» Teil
einer Truppe, der am besten ausgebil¬
det, auf eine Auseinandersetzung vor¬
bereitet ist b) [ugs.] regelmäßig, inten¬
siv an den Aktivitäten einer Gruppe
beteiligte Personen
Kern|ver|schmel|zung: die; - ; -en 1
(Physik» Fusion, Verschmelzung eines
Atoms 2 (Bio.» Vereinigung, Ver¬
schmelzung von Zellkernen (bei der
Fortpflanzung)
Kern|waf|fe: die; - ; -n (m. PI.) Atom¬
waffe, deren Wirkung auf Kernspal¬
tung od. Kemverschmelzung beruht
kem|waf|fen|frei: Adj. n. stg. frei von,
ohne Kem-, Atomwaffen
Kern|waf|fen|veiisuch: der; -(e)s; -e
Test von Atomwaffen
Kern|waf|fen|ver|zicht: der; -(e)s; -e
(PI. s.) (Pol.» Verzicht eines Staates
auf Entwicklung, Besitz von Kern¬
waffen
Kern|zeit: die; - ; -en Zeitspanne im
Verlauf eines Arbeitstages tei gleiten¬
der Arbeitszeit, in der die Arbeitneh¬
mer anwesend sein müssen
Ke|ro|sin: <engl.> das; -s; - Treibstoff für
(Flugzeug-)Motoren u. Raketen; Pe¬
troleum (aus Erdöl)
623
Korzenbeleuchtung
= Zündanlagenteil eines Kraftmo¬
tors
Ker|zen|bej!euch|tung: die; - ; - Be¬
leuchtung eines Raumes o. ä. durch
eine od. mehrere brennende Kerzen
keijzen[ge|ra|de: Adj. n. stg. vollkom¬
men gerade, starr »Er richtete sich
kerzengerade auf.«
Kerfzen|gie|Ben der; -s; ~ weibl. Kerj-
zen|gie|8e|rin: die; - ; -nen (Beruf)
Handwerkern), der/die Kerzen
gießt, Syn.: Kerzenzieher(in)
Kerjzenfhaljter: der; -s; - a) Halterung,
um Kerzen am Weihnachtsbaum zu
befestigen b) Kerzenständer; Halte¬
rung für eine Kerze
Ker|zen|leuch|ter. der; -s; - (dekorati¬
ve) Halterung für eine od. mehrere
Kerzen
Ketjzen|licht: das; -(e)s; - Licht, das
von einer od. mehreren brennenden
Kerzen hervorgebracht wird
Kerjzen|schein: der; -(e)s; - (Licht-)
Schein, der von einer od. mehreren
Kerzen hervorgebracht wird
Kerjzen|schlüs|ael: der; -s; - <Kfz-
Technik> Spezialschraubenschlüssel,
um Zündkerzen aus- od. einzudrehen
Keijzen|stän)der: der; -s; - (dekorative)
Halterung für eine od. mehrere Ker¬
zen
Ker|zen|stecker (Ker|zen|stek|ker —>
Ker|zen|ste|cker): der; -s; - <Kfz-
Technik> Stecker, Gerät mit Kontakt¬
stiften an einem Zündkabel, der auf
die Zündkerze aufgesteckt wird
Kerlzen|stum|met: der; -s; - kleiner
Rest einer (niedergebrannten) Kerze
Ker|zen|zie|her: der; -s; - weibl. Ker|-
zen|zie|he|rln: die; - ; -nen (Beruf)
Handwerker(in), der/die Kerzen
zieht, (mit der Hand) gießt, Syn.: Ker-
zengießer(in)
Ke|schan/Ka|schan: der; -(e)s; -s fei¬
ner, mit vielen Knoten geknüpfter,
meist hellbeige grundierter, stark ge¬
musterter Perserteppich (aus der
Stadt Keschan)
Ke|scher: der; -s; - aus einem um einen
Ring gespannten Netz an einem Stiel
bestehendes Gerät zum Fangen, Auf¬
nehmen von Fischen (od. Insekten)
keß —»■ kess: Adj. kesser; kesseste a)
selbstbewußtes, unbekümmertes,
etw. vorlautes Auftreten besitzend
»Sie gab ihm eine kesse Antwort.« b)
freches Aussehen besitzend
Kes|sel: dato der; -s; - 1 bis auf eine
kleine Öffnung geschlossener Topf
mit einem Henkel zum Erhitzen von
Wasser 2 großer Topf, der über einem
offenen Feuer hängt 3 a) ringsum von
Bergen umgebenes Tal »Der See lag
in einem Kessel.« b) <Milit.> Einschluß
von Truppen 4 <Jagd> a) Kreis bei der
Treibjagd b) Verbreiterung am Ende
des Eingangsganges bei Fuchsbauten
u. ä. 5 a) kurz für Heizkessel b) kurz
für Dampfkessel = geschlossenes Ge¬
laß, in dem hoher Druck herrscht
Kes(sel|ex|plolsi|on: <lat;> die; -; -en Ex¬
plosion eines großen Speicherbehäl¬
ters für Gas od. eines geschlossenen
Gefäßes, in dem hoher Druck
herrscht
Kes|selffleisch: das; -(e)s; - [landsch.]
Wellfleisch; gekochtes Schweine¬
bauchfleisch
Keslsel|mund)$tQck: das;-(e)s; -e (Mu-
"sik> Mundstück an Blechblasinstru¬
menten
Kes|sel|pau|ke: die; - ; -n <Musik>
"Schlaginstrument mit kesselähnli¬
chem Resonanzkörper unter einer
stimmbaren Membran, die mit zwei
Schlegeln gespielt wird
Kes)sef|schlachfc die; ~ ; -en <Milit.>
"Schlacht, bei der die angegriffenen
Truppen ringsum eingeschlossen wer¬
den
Ke$|sel|schlacke (Kes|set|schtak|ke
-* Kes|sel|schla|cke): die; ~ ; -n
Schlacke, Verbrennungsrückstände,
die beim Betrieb von Heizkesseln ent-
steht/entstehen
Kesselschmied: der; -(e)s; -e weibl.
selten] Kes|sel|schmie|din: die; - ;
-nen <Beruß Handwerker(in), der/die
Kessel herstellt
Kes|sel|stein: der; ~(e)s; - Ablagerun¬
gen (z. B. Kalk) in Gefäßen, in denen
Wasser erhitzt wird
Kes|sel|trei|ben: das; -s; - 1 <Jagd>
Treibjagd auf Hasen in einen von Jä¬
gern gebildeten Kreis 2 (übertr.)
Kampagne (meist der Medien) gegen
jmdn.
Kes|sel|wa|gen: der; -s; - großer Me¬
tallbehälter auf einem Güterwagen,
in dem Flüssigkeiten transportiert
werden
Kgtchjup —> auch Ket|schup: malai.-
"engl.r /ketschap/ der u. das; - u. -s; -s
gewürzte, dickflüssige, meist kalt ge¬
gessene T omatensoße
Kettjbaum: der; -(e)s; -bäume (Wehe¬
ren Walze am Webstuhl mit den auf¬
gewickelten Kettfaden, Syn.: Ketten¬
baum
Kettjcar: (Warenzeichen) /kettkar/das;
-s; -s Kinderfahrzeug, das m sitzender
Stellung über eine Kette mit Pedalen
angetrieben wird
Kat|te: dato die; - ; -n 1 a) bandähnli¬
cher, aus Gliedern bestehender Ge¬
genstand (aus Metall) als Schmuck¬
stück »Sie hat eine goldene Kette um
den Hals.« b) bandähnlicher, aus
Gliedern bestehender Gegenstand
(aus Metall) zu funktionalen Zwek-
ken »Sie hat eine Kette ( ~ wie ein
Riegel zur Sicherung) an der Tür. •
Der Hund ist an der Kette ( — Leine
aus Metall).« 2 a) Reihe von Men¬
schen, die sich an den Händen halten
b) Reihe von ähnlichen, gleichen Ge¬
genständen c) Reihe von aufeinander¬
folgenden Umständen o. ä. »Eine
Kette ( — Reihe) von wichtigen Gege¬
benheiten verursachte meine Verspä¬
tung.« 3 <Wirt.> zusammengehörige,
unter gemeinsamer Leitung stehende
Geschäfte o. ä. 4 <Sprachwiss.> Wör¬
ter in einem Satz, die zusammengehö¬
ren 5 <Jagd> Rebhuhngruppe 6 <Milit.>
drei zusammen in einer Formation
fliegende Flugzeuge 7 a) jmdn. an die
Kette legen: jmds. Tun, Bewegungs¬
freiheit einschränken »Nachdem er
verheiratet war, konnte er nicht mehr
tun u. lassen, was er wollte - seine Frau
hat ihn ganz schön an die Kette
gelegt!« b) an der Kette liegen: in sei¬
ner Freiheit eingeschränkt werden 8
Keine Kette ist stärker als ihr
schwächstes Glied: den Ausschlag in
einer Gemeinschaft geben nicht die
Starken, sondern die Schwachen
Ket|tel|ma|schi|ne: die; - ; -n (Textilin¬
dustrie) (Näh-)Maschine, um Wirk-
u. Strickwaren zu ketteln
ketjteln: kettelst; ketteltest; hast geket¬
telt (Textilindustrie) a) mit einer ela¬
stischen Naht Teile von Strickwaren
o. ä. zusammenfügen b) die letzte Ma¬
schenreihe befestigen
ket|ten: kettest; kettetest; hast gekettet
1 etw. an etw. mit einer Kette befesti¬
gen »Er kettete das Fahrrad an den
Ständer.« 2 (übertr.) seelisch fest an
sich, jmdn. binden
Ketjten|an|trieb: der; -(e)s; -e (Technik)
Fahrzeugantrieb über Ketten, ge¬
schlossene Stränge aus (mit Gelen¬
ken) verbundenen (Metall-)Gliedern
Ket|ten|baum: der; -(e)s; -bäume (We¬
berei) Walze am Webstuhl mit den
aufgewickelten Kettfäden, Syn.:
Kettbaum
Ket|ten|blu|me: die; - ; -n aus Blumen
mit biegsamen Stengeln hergestellte,
geflochtene Kette
K§t|ten{brief: der; -(e)s; -e Brief, der je¬
weils vom Empfänger mehrmals ab¬
geschrieben u. an andere Personen
weiterversendet wird, werden soll
Ketjten|bnich: der; -(e)s; -bräche
~Math.> Bruch mit einer ganzen Zahl
als Zähler u. einem Nenner aus der
Summe aus einer ganzen Zahl u. ei¬
nem Bruch, wobei dessen Nenner
ebenfalls die Summe aus einer ganzen
Zahl u. einem Bruch ist usw.
Ket|ten|fa|den: der; -s; -faden (Weberei)
Gewebefaden, der in Längsrichtung
verläuft
Ket|ten|fahrjz»ug: das; -(e)s; -e Fahr¬
zeug, bei dem sich die Räder auf einer
geschlossenen, breiten Kette bewegen
Ket|ten|ge|lenk: das; -(e)s; -e bewegli¬
ches Verbindungsstück zwischen den
einzelnen Gliedern einer Kette
Ket|ten(glied: das; -(e)s; -er einzelnes
Element einer Kette
Ket|ten|han|del: der; -s; - (Wirt.) mehr¬
maliger Zwischenhandel, der zur un¬
verhältnismäßigen Erhöhung des
Produktpreises führt
Ketjtenjhund: der; -(e)s; -e Hund, der
"außerhalb eines Gebäudes vorwie¬
gend an einer Kette gehalten wird,
um etw. zu bewachen
Ket|ten|ka|nis|sell: das; -(e)s; -e Kants¬
sei, bei dem Sitze an langen Ketten
hängen, die bei Umdrehung durch die
Zentrifugalkraft zur Seite, in die Hö¬
he geschleudert werden
Ket)ten|la|den: der; -s; -täden (Wirt.)
Geschäft, das einer Ladenkette ange¬
hört
Ketftenjrad: das; -(e)s: -räder (Technik)
sich drehendes Zahnrad dessen
Zähne mit den Gliedern einer Kette
ineinandergreifen
Ketjten|rau|chen aucherder, -s; -
weibl. Ket|ten|rau|che|rin: die; - ; -nen
jmd., der fast ununterbrochen Ziga¬
retten raucht
Ketjten|re|ak|ti|on: die; - ; -nen 1 (Phy¬
sik; Chemie) chemischer, physikali¬
scher od. biologischer Vorgang, der
sich nach seiner Initiierung, Ingang¬
setzung immer weiter fortsetzt 2 sich
auseinander, aus gleichem Anlaß ent-
624
kiebig
wickelnde Folge von Ereignissen
»eine Kettenreaktion der Gewalt«
Ket|ten|reim: der; -fe)s; -e (Literatur-
wiss.) Reim bei einem Text aus drei¬
zeiligen Strophen, in denen sich je¬
weils die mittlere Zeile einer Strophe
mit der ersten u. dritten der folgenden
reimt
Ket|ten|sä|ge: die; - ; -n Motorsäge mit
angebrachten Sägezähnen auf einer
geschlossenen Kette
Ketftenfschutz: der; -es; -e (PI. s.)
(Fahrrad; Motorrad) Schutzblech
über der Kette in Höhe der Pedale
Kett|fa|den: der; -s; -faden <Weberei> in
Längsrichtung verlaufender Faden
Ket|zen dat.i der; -s; - weibl. Ket|ze|rin:
die; - ; -nen 1 dcath. Kirche)-Person,
die sich gegen die herrschende Lehre,
Religion u. deren Interpretation
durch die Kirchenoberen stellt »Hus
wurde während der Reformation als
Ketzer hingerichtet.« 2 Person, die ge¬
gen eine allgemein anerkannte Auf¬
fassung angeht
Ket|ze|rgj: die; - ; -en 1 <kath. Kirche)
Vertreten, Verkündung einer von der
offiziellen Kirchenmeinung abwei¬
chenden Lehre; Häresie 2 Abweichen
von einer Auffassung, die als allge¬
meingültiggilt
ket|ze|risch: Adj. 1 <kath. Kirche) ab¬
weichend von der offiziellen Kirchen¬
lehre 2 abweichend von einer allge¬
mein anerkannten Auffassung
ket|zern: ketzerst; ketzertest; hast ge¬
ketzert [abwert.] ketzerische Äuße¬
rungen abgeben; ketzerisch schrei¬
ben, reden, sich benehmen
keulchen: keuchst; keuchtest; hastjhist
gekeucht 1 hast mit lauteren Ge¬
räuschen verbundenes schweres At¬
men 2 bist sich laut, schwer atmend
(zu einem Ort) fortbewegen
Keuchlhulsten —» Keuchlhustten: der;
-s; - <Med.> Infektionskrankheit der
Schleimhäute, die mit schweren Hu¬
stenkrämpfen verbunden ist
Key|le: die; -; -n 1 a) sich zum Griff hin
verjüngende, schmaler werdende
Schlagwaffe (meist aus Holz) b) che¬
mische Keule: (Gerät zum Versprü¬
hen von) Tränengas o. ä. »Die chemi¬
sche Keule wird häufig in der Land¬
wirtschaft gegen schädliche Insekten
eingesetzt.« c) <Sport; Gymnastik)
bauchiges Sportgerät in der Form ei¬
ner Flasche aus Holz 2 Schenkel von
Wild u. Geflügel
keu|ten: keulst; keultest; hast gekeult 1
(Med.) eine Seuche unter Tieren be¬
kämpfen, indem man bereits von der
Seuche befallene Tiere tötet 2
(übertr.) sehr hart arbeiten
Keullenlärlmel: der; -s; - am oberen En¬
de sehr weiter u. nach unten enger
werdender Ärmel
keullenlforlmig: Adj. n. stg. die bauchige
Form einer Keule aufweisend
Keullenlschlao: der; -(e)s; -Schläge
Schlag, Geschlagenwerden mit einer
Keule
Keullenlschwtnloen: das; -s; - <Sport;
Gymnastik) Übung, bei der man je
eine Keule in den Händen hält u. mit
kreisenden Bewegungen der Arme
schwingt
Keulpen der; -s; - <Geologie> 1 oberste
Abteilung, Stufe des Trias 2 [landsch.]
sandiger, roter Ton
keusch: <lat» Adj. keuscher; keuscheste
sexuell enthaltsam
Keulsche: die; - ; -n [österr.; ugs.] a) an¬
dere Bezeichnung für Kate, ein klei¬
nes, ärmliches Haus (aus Holz) b)
Haus, das sehr baufällig ist
KeuschlheK: die; - ; - a) das Keusch¬
sein; sexuelle Enthaltsamkeit b) [geh.;
veralt.J große Sittlichkeit; Leben nach
strengen (sexual)moralischen Regeln
Keusch|heits|ge|liib|de: das; -s; ~ (von
katholischen Geistlichen, d. h. Prie¬
stern, Nonnen u. Mönchen abzule¬
gendes) Versprechen, ein sexuell ent¬
haltsames Leben zu führen
Keusch|heits|gür|tel: der; -s; - <hist.>
Gürtel aus Metall mit einem Schloß
u. einem Steg, der die Genitalien der
Frau bedeckt, der getragen wurde,
um die Treue der Frauen bei längerer
Abwesenheit ihrer Männer zu garan¬
tieren
Kevlboardi <engh /kibord/ das; -s; -s
<Musik> elektronisch verstärktes Ta¬
steninstrument, das besonders in der
Rockmusik benutzt wird
Kfh.: A bk. Kaufhaus
kfr.: Abk. keimfrei
Kft: Abk. Komfort
Kfz: Abk. Kraftfahrzeug
Kfz-Haft|pflicht|veijsi|che|rung: die; - ;
-en Versicherung, die vom Versiche¬
rungsnehmer an einem anderen Fahr¬
zeug o. ä. verursachte Schäden über¬
nimmt
Kfz-Versicherung: die; ~ ; -en a) mit ei¬
ner Versicherungsgesellschaft abge¬
schlossener Vertrag über , die Über¬
nahme der vom Versicherungsneh¬
mer verursachten (od. ihm zugefüg¬
ten) Schäden b) Versicherungsgesell¬
schaft, die Kfz-Versicherungen ab¬
schließt, verkauft
Kfz-Werkjstatt: die; - ; -Werkstätten
Werkstatt, Reparaturbetrieb für
Kraftfahrzeuge
KG: Abk. Kommanditgesellschaft =
<Wirt.; Rechtsw.) Rechtsform eines
Wirtschaftsunternehmens
kg: Abk. (Gewichtseinheit) Kilogramm
(1 kg = 1000 Gramm)
K. g.: Abk. Kenntnis genommen
KGB: Abk. (hist.) sowjetischer Geheim¬
dienst
kgl.: Abk. königlich
Kgr.-.Abk. 1 Königreich 2 Kongreß
Kh.: Abk. Krankenhaus
kha|ki|far[ben/kh§]ki|farjbig: änd.-pers.-
engl.; dt» /kaki-/Adj. n. stg. von der
bräunlichen Farbe des Khakis;
braun-grün-gelblich
Khan: <mong.-türk.> jKanj der; -s; -e
(hist.) [ugs.] 1 a) o. PI. (dem Namen
nachgestellter) Titel eines mongo¬
lisch-türkischen Herrschers b) Träger
des Titels 2 (Persien) hoher staatlicher
Würdenträger
kHz: Abk. (Maßeinheit der Frequenz)
Kilohertz (1 khz = 1000 Hertz)
kib|beln: kibbelst; kibbeltest; hast gekib-
belt [landsch.] schimpfen, wütend,
zornig sein
Kib|buz: <hebr.> das; - ; -e u. Kibbuzim
Gemeinschaftssiedlung, bäuerliche
Siedlung mit der gesellschaftlichen
Form der Kollektivwirtschaft in Is¬
rael
Kib|buz: <hebr.) das; ~ ; -e u. Kibbuzim
(Sprachwiss.) hebräisches Vokalzei¬
chen für >u(
Kib|buz|nik: <hebr.> der; -s; -s Mitglied
eines Kibbuz, einer ländlichen Sied¬
lung in Israel mit kollektiver Wirt¬
schaft u. Lebensweise
Ki|be|rer: der; -s; - [österr.; ugs.; ab¬
wert.] Bezeichnung für Kriminalpoli¬
zist
Ki|bit[ka: die; - ; -s /Ki|bit|ke: die; - ; -n
<russ.> 1 rundes, abbaubares, mit Dek-
ken aus Filzstoff belegtes Zelt der
Nomaden in West- u. Zentralasien;
Jurte 2 a) russischer (Reise-)Wagen,
der überdacht ist b) russischer Schlit¬
ten, der überdacht ist
Ki|che|rei: die; - ; -en [abwert.] albernes,
leises Gelächter
Ki|cher|erb|se: <lat.> die; - ; -n (im
Orient oft angebaute) Pflanze, mit
Früchten, deren Samen wie Erbsen
als Gemüse gegessen werden
ki|chem: kicherst; kichertest; hast geki¬
chert (albern) unterdrückt lachen
Kick: (eng/.) der; - u. -s; -s t (Sport;
Fußball) [ugs.] mit dem Fuß ausge¬
führter Stoß, Tritt 2 [ugs.] besonderes
Vergnügen; (Nerven-)Kitzel
Kickjdown —» auch Kick-down: <engh
/kickdaun/ der; -s; -s (Technik; Kfz
mit Automatikgetriebe) kräftiges
Durchtreten des Gaspedals, das (die
interne Gangschaltung in Gang setzt
u.) zur Beschleunigung beiträgt
kicken (kik|ken —*■ kijcken): <engh
kickst; kicktest; hast gekickt 1 (Sport)
Fußball spielen »Sein Sohn kickte bei
Schalke 04.« 2 mit dem Fuß etw. (ei¬
nen Ball) schießen, stoßen
Kicker (Kjkjker —» Ki|ckei): <engl.> der;
-s; ~ weibl. [selten] Kickefrin (Kik|-
ke|rin —* Ki|cke|rin): die; - ; -nen
Fußballspielern)
Kick-off —> auch Kickofk <engL> der;
-s; -s (Sport; Fußball) Anstoß des Bal¬
les bei Beginn eines Spiels od. nach ei¬
ner Unterbrechung
Kick[star[ten <engh der; -s; - (Technik;
Motorrad) Fußhebel, mit dem der
Motor in Gang gesetzt wird
Kid: <engh das; -s; -s 1 m. PI. [ugs.]
Kind, Jugendliche(r) 2 Fell einer jun¬
gen Ziege, eines Schafes od. Kalbes,
das zu (Glasse-)Leder gegerbt wurde
3 Handschuh aus Kid
k[d|nap|pen: <engh /kidnappen/ kid¬
nappt; kidnappte; hat gekiidnappt
jmdn. (zwecks Erpressung) entführen
»Das Flugzeug wurde gekidnappt.«
Kid|nap|per: <engh /kidnäpper/ der; -s;
- weibl. Kid|nap|pe|rin: die; - ; -nen
jmd., der- einen Menschen gegen sei¬
nen Willen verschleppt, raubt, ent¬
führt (meist um eine Forderung zu
stellen, Lösegeld zu erpressen)
Kid|nap|ping: <engl.> /kidnäpping/ das;
-s; -s Entführung eines Kindes, Men¬
schen, Flugzeuges o. ä!
Kids: <engh die (PI.) [ugs.] Kinder u./
od. Jugendliche
kiefbig: Adj. [landsch.; besonders
norddt.] a) frech u. vorlaut o. ä. »Laß
gefälligst deine kiebigen Anmer¬
kungen.« b) ärgerlich, gereizt o. ä.
625
Kiebitz
Kfejbitz: der; -es; -e 1 Vogel, der den Re¬
genpfeifern angehört »Man hörte ei¬
nen Kiebitz rufen.« 2 [ugs.] Person, die
anderen (oftmals unerwünscht) beim
Kartenspielen zusieht »Kiebitze sind
nicht erwünscht!«
kjejbitjzen: kiebitzt; kiebitztest; hast ge-
kiebitzt [ugs.; scherzh.] a) bei einem
Kartenspiel als Zuschauer dabeisein
(u. häufig ungebetene Ratschläge
geben) b) neugierig jmdn. od. etw. bei
etw. beobachten
Kie|ter: der; -s; - paariger Schädelteil,
an dem die Zähne sitzen, wobei der
obere Teil unbeweglich u. der untere
Teil beweglich ist
Kiejfer die; - ; -n Nadelbaum mit lan¬
gen Nadeln
Kie|feijbruch: der; -(e)s; -brüche <Med.>
Bruch des Knochens von Ober- od.
Unterkiefer
Kie|fer|ge|lenk: das; -(ejs; -e <Anat.>
den beweglichen Unterkiefer mit dem
Oberkiefer verbindendes Gelenk
Kie|fer|höh|le: die; - ; -n <Anat.> Neben¬
höhle im oberen Kieferbereich, die in
die Nase mündet
Kie|fer|kno|chen: der; -s; - oberer bzw.
unterer Knochen des Kiefers
kie|fern: Adj. n. stg. aus Kiefernholz be¬
stehend, hergestellt »Er hat eine kie¬
ferne Küche.«
K|e|fem|eu|le: die; - ; -n Schmetterlings¬
art, deren Raupen als Schädlinge an
Kiefern auftreten, indem sie deren
Nadeln abfressen
Kie|fem|holz: das; -es; -höher Holz des
Nadelbaumes Kiefer
Kie|fem|na|del: die; - ; -n lange, relativ
weiche Nadel einer Kiefer
Kietfern|schwär|mer der; -s; - un¬
scheinbare Nachtschmetterlingsart,
deren Raupe häufig an Kiefern lebt
Kietfern(span|nen der; -s; - Schmetter¬
lingsart, deren Raupen als Schädlinge
an Kiefern auftreten, indem sie deren
Nadeln abfressen
K|e)fern(spin|ner. der; -s; - grauer bis
rotbrauner, mit Querstrich u. hellem
Punkt ausgestattete(r) Nachtfalte¬
rart, deren Raupen als Schädlinge an
Kiefern auftreten, indem sie deren
Nadeln abfressen
Kie)fem|wa<d: der; -(e)s;-wäider größe¬
re, ausschließlich mit Kiefern
bewachsene Fläche
Kjeffem|zap|fen: der; -s; ~ rundlicher
Fruchtstand der Kiefer mit schup¬
penartig angeordneten Samen, Syn.:
Kienapfel; Kienzapfen
Kie(fertorttho|päjdie: die; - ; -n <Med.> a)
o. PI. sich mit der Behandlung von
Gebiß u. Kieferanomalien befassen¬
des Teilgebiet der Zahnheilkunde b)
Abteilung eines Krankenhauses, ei¬
ner Zahnklinik, die sich mit der Um¬
setzung kieferorthopädischer Be¬
handlungsmethoden beschäftigt
kie|ken: kiekst; kiektest; hast gekiekt 1
[norddt.; berlin.] (neugierig) nach
etw. schauen »Er kiekte schnell mal
aus dem Fenster.« 2 [berlin.; ugs.] über
etw. erstaunt sein »Da kiekste, watt?
{ — Da staunst du. nicht wahr?)«
K(e|ker. der; -s; ~ 1 [norddt.; see-
mannssprl.J Fernrohr od. Fernglas 2
jmdn., etw. auf dem Kieker haben:
[ugs.] 1. jmdn., etw. (längere Zeit) vol¬
ler Mißtrauen kontrollieren 2. jmdn.
ständig kritisieren 3. an jmdm. sehr
interessiert sein
Kiek|in|die|wett —> Kie|k|in|die|wett:
der; -s; -s [ugs.; scherzh.] a) kleines,
unerfahrenes Kind b) (naive u.) uner¬
fahrene erwachsene Person
kiek|sen: kiekst; kiekstest; hast gekiekst
~[)andsch.] 1 einen leichten, nicht sehr
lauten Schrei in hoher Tonlage aus¬
stoßen »Als sie die Maus sah, kiekste
sie vor Schreck.« 2 jmdn. mit einem
spitzen Gegenstand wie einer Nadel,
einem Stock o. ä. stechen, stoßen
Kiek|sen der; -s; - halb unterdrückter,
hoher Laut
Kiel: der; -(e)s; -e 1 unterster, am tief¬
sten im Wasser liegender Teil des
Schiffsbodens »Der Kiel prallte auf ei¬
nen Felsen.« 2 harter, im Vogelkörper
sitzender, früher zum Schreiben be¬
nutzter Teil der Vogelfeder
Kiel)fe)der. die; - ; -n größere Feder ei¬
nes Vogels, die mit einem festen Kiel,
harten Teil im Körper verankert ist u.
früher oft als Schreibfeder verwendet
wurde
kiel|ho|len: holt kiel; holte kiel; hat kiel¬
geholt [seemannssprl.] 1 ein Schiff
zwecks Ausführung von Reparatur¬
arbeiten o. ä. an Land holen u. auf die
Seite legen 2 <hist.> zur Strafe jmdn.
an einem Seil unter einem Schiff
durchziehen
Kjgt|ii|nie: die; - ; -n 1 von exakt hinter¬
einanderfahrenden Schiffen gebildete
gerade Linie 2 Höhe, Linie, bis zu der
das Wasser an einem Schiffsrumpf
normalerweise reicht
kteljoben —» kiel|o|ben: Adv. <Schiff>
mit dem Kiel, der Unterseite nach
oben; umgedreht
Kiel|raum: der; -(e)s; -räume unmittel¬
bar oberhalb des Kiels in der Mitte
des Schiffsrumpfes gelegener Raum
Kieljwasjser. das; -s; - Bewegung, Spur
im Wasser, die durch die Fahrt eines
Schiffes entsteht
Kie|me: die; ~ ;-n 1 Atmungsorgan von
Wassertieren, Fischen, durch das
Sauerstoff aus dem Wasser gefiltert u.
Kohlendioxyd abgegeben wird 2 die
Kiemen nicht auseinanderkriegen:
[ugs.] sich nicht äußern, nicht (über
etw.) sprechen »Wie soll ich wissen,
was du willst, wenn du die Kiemen nicht
auseinanderkriegst?« 3 etw. zwischen
die Kiemen kriegen: [ugs.] etw. zu es¬
sen bekommen
Kie|men|at|mer: der; -s; ~ durch die
Kiemen atmendes (im Wasser leben¬
des) Tier
Kie|men|at|mung: die; - ; - durch Kie¬
men erfolgende Atmung
Kje]men|deckei (Kie|men|dekjkel —>
Kie|men|de[ckei): der; -s; ~ <Zool.>
bewegliche Haut, die die Kiemen
schützend überdeckt
Kie|men|spal|te: die; ~ ; -n (m. Pi)
<Zoob Öffnung zwischen den Kie¬
men, durch die das gefilterte, mit
Kohlendioxid angereicherte Wasser
wieder abströmen kann
Kienjaptfel: der; -s; Kienäpfel rundlicher
Fruchtstand der Kiefer mit schup¬
penartig angeordneten Samen, Syn.:
Kiefernzapfen, Kienzapfen
Kian|facket (Kien|fak|kel —> Kienjfa|-
ckel): die; ~ ; -n mit einem brennbaren
Überzug am oberen Ende versehener
Stab aus Kiefernholz
Kienjholz: das; -es; - (harzdurchzoge¬
nes) Kiefernholz (zum Anzünden ei¬
nes offenen Feuers)
kie|nig: Adj. (stark) harzhaltig
Kienfspan: der; -(e)s; -spane kleines
Holzstück, Span aus Kiefernholz
(zum Anzünden von offenen Feuern)
Kienjzapffen: der; -s; - rundlicher
Fruchtstand der Kiefer mit schup¬
penartig angeordneten Samen, Syn.:
Kiefernzapfen, Kienapfel
Kie|pe: die; - ; -n [landsch.; norddtj auf
dem Rücken getragener hoher Trag¬
korb
Kiejpenthut: der; -(e)s; -hüte Frauen¬
haube, deren Krempe das Gesicht
umrahmt
Kies: der; -es; - u. (Sorten) -e 1 <Bauw.>
kleine, stark zerkleinerte Steine 2
[ugs.] Geld; Vermögen »Er hat eine
Menge Kies.«
Kie|set: der; -s; - 1 (meist runder) klei¬
ner, vom Wasser abgeschliffener
Stein 2 [landsch.] Hagelkorn
Kie|set|er|de: die; - ; - (Geologie; Che¬
mie> quarzreiche Mineralien, die vor
allem in der Glasherstellung Anwen¬
dung finden
Kie|set|gtas: das; -es; - (Technik) aus
Quarz hergestelltes Glas
Kie|sel|säu|re: die; - ; - <Chemie> Sauer¬
stoffsäure des Siliziums, eines Halb¬
metalls, das in vielen Gesteinen u. ä.
enthalten ist
Kie|se!|stein: der; -(e)s; -e (runder)
kleiner, durch Wasser abgeschliffener
Stein
kie|sen: kiest; kiestest; hast gekiest etw.
mit Kies überschütten, bestreuen
Kiesjgrujbe: die; - ; -n Grube, Berg¬
werk, in der/dem Kies abgebaut wird
Kies|hau|fen: der; -s; ~ aufgehäufter
Kies
kie[sig: Adj. mit Kies bedeckt; Kies auf¬
weisend »Der Strand ist kiesig.«
Kies|sand: der; ~(e)s; - u. (Sorten) -e u.
-sände Sand, der von Kies durchsetzt
ist
Kiesjweg: der; -(e)s; -e Weg, der mit
Kies bestreut, bedeckt ist
Kiez: der; -es; -e 1 [meist berlin.] alter,
wenig vornehmer (abgelegener)
Stadtteil 2 [ugs.] Strich; Gebiet, in
dem sich Frauen u. junge Männer
aufhalten, um sich Männern gegen
Geld zu sexuellen Dienstleistungen
anzubieten
kif|fen: kiffst; kifftest; hast gekifft (ugs.}
weiche Drogen (Haschisch, Marihua¬
na) rauchen
Kiffer: der; -s; - weibl. Kifjfejrin: die; - ;
-nen [ugs.] Person, die Haschisch od.
Marihuana raucht
Ki|li[man|dscha)ro —» Ki[ii|man|d|-
schajro: der; - u. -s; - höchster Berg
Afrikas
kil|len: <engh killst; killtest; hast gekillt
[ugs.] jmdn. (gegen Bezahlung) er¬
morden, umbringen
Kil|ler: <engh der; -s; - weibl. Kil|le|rin:
die; - ; -nen Person, die jmdn. skru¬
pellos (häufig gegen Bezahlung) er¬
mordet
626
Kinderarbeit
Ki|lo: Kur zw. das; -s; - u. -s (Maßeinheit
des Gewicht» Kilogramm (1 kg =
1000 Gramm)
ki|k>-/Ki|lo-: Wortbildmgselement das
Tausendfache der im Bestimmungs¬
wort angegebenen Einheit
Ki|lo|bit: das; -s; -s <EDV> Einheit von
1024 Bit (= 1Kbit)
Ki|lo|byte: das; -s; -s (EDV» Einheit von
1024 Byte (= 1 kByte)
Ki|io|gramm: tgr.-fr.> das; -s; - Ge¬
wichtseinheit von 1000 Gramm (= 1
kg)
Ki|lo|hertz: das; - ; - (Physik» 1000
Hertz (= 1 kHz), Maßeinheiten der
Wellenfrequenz
Killolioule: das; -s; ~ 1000 Joule (== 1
kJ), Maßeinheit für die Energie
Ki|lojli|ter: der; -s; - 1000 Liter (- 1 kl),
Kubikdezimeter
Ki|lo|me(ter: <gr.-fr.> der; s; - Längen¬
maß, das 1000 Meter (= 1 km) um¬
faßt
Ki|lo|mejter|geld: das;-(e)s; -er (PL s.)
a) Geldbetrag, der für jeden mit dem
Privatauto zurückgelegten Kilometer
von jmdm. (z. B. dem Arbeitgeber)
bezahlt, erstattet wird b) (Steuerw.»
[ugs.] Geldbetrag, der pro Entfer¬
nungskilometer zwischen Wohnung
u. Arbeitsplatz od. für Dienstfahrten
in der Steuererklärung geltend ge¬
macht werden kann
Ki|lo|mejter|geld|paujscha|le: die; ~ ; -n
(Steuerw.» Geldbetrag, der pro Ent¬
fernungskilometer zwischen Woh¬
nung u. Arbeitsplatz od. für Dienst¬
fahrten in der Steuererklärung gel¬
tend gemacht, abgesetzt werden kann
kiflo|me|ter|lang: Adj. n. stg. a) eine
Länge von mindestens einem Kilome¬
ter aufweisend »ein kilometerlanger
Stau«b) sehr lang
Ki|lo|me|terjmar|ke: die; - ; -n Schild o.
ä. am Rand einer Straße od. am Ufer
eines Flusses, auf dem die Entfernung
zum Beginn der Autobahn, zur Quel¬
le des Flusses angegeben wird
Kijlo]me|ter|stand: der; -(e)s; -stände
von einem Auto o. ä. Fahrzeug (ins¬
gesamt) gefahrene Kilometer, die auf
dem eingebauten Kilometerzähler an¬
gezeigt werden
Ki|lo|me|ter|stein: der; -(e)s; -e Stein
am Rand einer Straße od. am Ufer ei¬
nes Flusses, in den die Entfernung bis
zum Beginn der Autobahn, zur Quel¬
le des Flusses eingemeißelt ist
Ki|lo|me|ter]ta|rif: der; -(e)s; -e pro Ki¬
lometer zu bezahlende Summe für
den Transport von Gütern (u. Perso¬
nen) mit der Eisenbahn
ki|lo|me|ter|weit: Adj. n. stg. a) mehrere
Kilometer weit entfernt; bis in eine
Entfernung von mindestens einem
Kilometer b) sehr weit
Ki|lojmejteijzäh]ler: der; -s; - Gerät,
das die Anzahl der zurückgelegten
Kilometer (in einem Fahrzeug) an¬
zeigt, zählt
ki|lo|me|trie|ren —» ki|lo|mett|rie|ren:
kilometrierst; kilometriertest; hast ki¬
lometriert [fachsprl.] Kilometersteine
an Straßen od. Flüssen o. ä. anbrin¬
gen
Ki|lo]pond: das; -s; - (Physik» [veralt.]
Einheit der Kraft, der physikalischen
Größe, die die Ursache von Bewe-
gungs- od. Formänderungen von
Körpern ist (heute Newton (N) (1 kp
= 1000 p = 9,806 N))
Ki|lo|pondjme(ter: das; -s; - (Physik»
[veralt.] Maßeinheit der Arbeit, des
Produkts aus der auf einen Körper
einwirkenden Kraft u. dem zurückge¬
legten Weg (heute Joule (J) (1 kpm =
9,806 J))
Ki|lo|volt: das; - u. -fe)s; - (Physik»
1000 Volt ( = I kV), Einheit der elek¬
trischen Spannung
Ki|lo|volt|arn|pere: das; -s; - (Physik»
1000 Voltampere (= I kVA = 1000
Watt), Einheit der elektrischen Lei¬
stung
Ki|lo|watt: das; -s; - (Physik; Technik»
1000 Watt ( = 1 kW), Maßeinheit der
(elektrischen) Leistung
Ki|lojwattjstun|de: die; - ; -n (Physik;
Elektrot.» während einer Stunde ver¬
brauchte (elektrische) Energie (Ar¬
beit) bei einer Leistung von einem Ki¬
lowatt^“ 1 kWh)
Kimm; die; - ; - [seemannssprl.] 1 Hori¬
zont, der von Himmel u. Meer gebil¬
det wird 2 Ecke an den Stellen des
Schiffes, an denen der Boden in die
Seitenwand übergeht
Kimjme: die; - ; -n 1 (Handfeuerwaffe»
Einkerbung, durch die man das Ziel
über das Kom anvisiert 2 [ugs.] Ein¬
kerbung zwischen den Gesäßbacken
3 (Böttcherei» Einkerbung in den
schmalen Brettern eines Fasses, in die
der Boden des Fasses eingesteckt
wird
Kim|mung: die; - ; -en 1 [seemannssprl.]
Horizont, der von Himmel u. Meer
gebildet wird 2 Luftspiegelung, die
auf dem Meer über dem Horizont er¬
scheint
K|jmo|no/Ki|mg|no: <jap> der; -s; -s a)
japanisches Wickelkleid mit weiten
Ärmeln b) in der Form dem Kimono
ähnlicher dünner Morgenmantel, Ba¬
demantel (oft aus Seide)
Ki|nä|de: <gr.-lat.> der; -n; -n [geh.] Ho¬
mosexueller, dessen Sexualempfmden
besonders auf männliche Jugendliche
gerichtet ist
Kin|äs|the|ste: <gr.-lat.> die; - ; - (Med.;
Zool.» Fähigkeit, Bewegungen von
Körperteilen zu steuern u. zu kontrol¬
lieren, ohne daß man sich dessen be¬
wußt ist
kin|äs|the|tisch: Adj. n. stg. <Med.; Zo¬
ol.» die Kinästhesie betreffend, ihr zu¬
zuordnen
Kind: das; -(e)s; -er 1 a) Sammelbegriff
für Junge u. Mädchen; nicht erwach¬
sener Mensch; Mensch, von der Ge¬
burt bis zur Geschlechtsreife (bis zum
12. Lebensjahr) »Kinder bis sechs Jah¬
re haben freien Eintritt im
Schwimmbad.« b) (direkter, leibli¬
cher) Nachkomme; Sammelbegriff
für Sohn u. Tochter »Er hat drei
Kinder.« c) Mensch, der noch nicht
geboren ist, sich noch im Mutterleib
befindet »Sie trägt ihr Kind aus.« 2
Kind Gottes: (Anrede» [ugs.] Auffor¬
derung, nicht so naiv, gutgläubig zu
sein »Kind Gottes, glaub doch nicht al¬
les, was man dir erzählt!« 3 etw. ist ein
totgeborenes Kind: [ugs.] etw. funk¬
tioniert nicht, ist von Anfang an aus¬
sichtslos, ohne Erfolgschancen 4 jmd.
ist ein Kind des Todes: jmd. ist vom,
wird mit dem Tod bedroht »Wem er
das Schutzgeld nicht zahlte, drohte
ihm die Mafia, wäre er ein Kind des
Todes.« 5 Kinder u. Narren reden, sa¬
gen die Wahrheit: Kinder u. einfaltige
Menschen sagen, was sie denken u.
was sie bewegt, sie verstellen sich
nicht 6 kein Kind von Traurigkeit
sein: [ugs.] 1. immer guter Laune,
fröhlich, lebenslustig sein 2. gerne flir¬
ten; jede Gelegenheit nutzen, neue Se¬
xualpartner zu finden 7 a) damit das
Kind einen Namen hat: etw. be¬
kommt eine Bezeichnung, um darauf
aufmerksam zu machen »Damit das
Kind einen Namen hat, nannte man es
>System Zukunfu.« b) das Kind mu6
(doch) einen Namen haben —> das
Kind muss (doch) einen Namen
haben: etw. braucht eine Bezeich¬
nung, damit es akzeptiert wird »Mach
einen Vorschlag, wie wir unsere Grup¬
pe nennen sollen, das Kind muß doch
einen Namen haben!« 8 Kind der
Liebe: (verhüll.] unehelich geborenes
Kind 9 Kinder u. Kindeskinder: alle
Nachkommen »Davon wird man noch
deinen Kindern u. Kindeskindern
berichten.« 10 das Kind im Manne:
Freude am Spiel bei einem erwachse¬
nen Mann »Die Modelleisenbahn
weckte in ihm das Kind im Manne.« 11
wir werden das Kind schon
schaukeln: [ugs.] irgendwie werden
wir die Sache schon schaffen, erledi¬
gen, hinkriegen 12 jmdm, ein Kind in
den Bauch reden: [ugs.] versuchen,
jmdm. etw. einzureden 13 jmdm. ein
Kind machen: [ugs.] eine Frau
schwängern 14 das Kind mit dem Ba¬
de ausschütten: unüberlegt u. radi¬
kal vorgehen; nicht nur das Schlechte,
sondern auch das Gute wegwerfen
» Wegen dieses einen Vorfalls gleich al¬
les verbieten, das heißt doch, das Kind
mit dem Bade ausschütten!« 15 sich
bei jmdm. lieb Kind machen: [ugs.]
jmdn. umgarnen, umschmeicheln 16
wie sag ich’s meinem Kinde: [ugs.] I.
wie bringe ich jmdm. taktvoll, ge¬
schickt etw. bei 1. Kommentar auf
von Hemmungen geprägte Überle¬
gungen, wie ein Kind sexuell aufge¬
klärt werden soll 17 das Kind beim
(rechten, richtigen) Namen nennen:
etw. ohne Umschweife u. Beschöni¬
gung sagen »Es ist nicht immer ein¬
fach, das Kind beim richtigen Namen
zu nennen.« 18 aus Kindern werden
Leute: plötzlich bemerkt man, daß
Kinder erwachsen geworden sind
»Deine Tochter heiratet? Ja, aus Kin¬
dern werden Leute!« 19 das ist nichts
für kleine Kinder: [ugs.] das geht dich
nichts an, das ist nicht für dich be¬
stimmt 20 mit Kind u. Kegel:
[scherzh.] mit der ganzen Familie
»Wir haben mit Kind u. Kegel einen
Ausflug gemacht.« '
Kind|bett: das; -(ejs; -n (PI. s.) a) [sel¬
ten] Bett, in dem eine Frau, die ein
Kind zur Welt bringt, liegt u. sich
nach der Geburt erholt b) Zeitraum,
in dem eine Frau gebärt u. sich von ei¬
ner Geburt erholt, Syn.: Wochenbett
K|n|der]ar)beit: die; - ; -en 1 von Kin¬
dern verrichtete (schwere körperli¬
627
Kinderarzt
che) Arbeit »Kinderarbeit ist in vielen
Ländern heute gesetzlich verboten.« 2
pädagogische Arbeit mit Kindern
(außerhalb der Schule) »Wir haben
uns auf Kinder- u. Jugendarbeit spezia¬
lisiert.«
Kin|deijarzt: der; -es; -ärzte weibl. Kin|-
"der|ärz[tm: die; ~ ; -nen Facharzt,
-är2tin für Krankheiten, die meist bei
Kindern auftreten
Kin|derjau[ge: das; -s; -n (m. PI.) 1 Au-
"ge eines Kindes 2 jmd. bekommt
Kinderaugen: <übertr.> jmd. ist posi¬
tiv überrascht, staunt o. ä. »Als alle
Enkel zum Geburtstag kamen, bekam
Oma vor Freude wieder richtige Kin¬
deraugen.«
Kinjder[be[k(ef|dung: die; - ; -en (PI. s.)
Bekleidung (Hosen, Pullover, Kleider
u. ä.) für Kinder
Kin|der|bett das; -(ejs; -en kleines, oft
an den Seiten mit Schutzgittern o. ä.
versehenes Bett für kleinere, jüngere
Kinder
Kinjderjbild: das; -(e)s; -er a) Bild, das
ein Kind als Motiv hat b) Bild, das
jtndn. als Kind zeigt c) Bild, das ein
Kind gezeichnet, gemalt hat
Kin|der|buch: das; -(e)s; -bücher Buch,
"das für Kinder geschrieben ist, von
Kindern gelesen wird
Kin|deiidorf: das; -(e)s; -dörfer <Päd.>
Wohn- u. Erziehungsinstitution, in
der verwaiste o. a. Kinder in familien¬
ähnlichen Gruppen in einzelnen
Haushalten betreut, erzogen werden
Kin|de|rei: die; ~ ; -en alberne(s), unver¬
nünftige^), (aber harmlose(s), unge-
fährliche(s) Verhalten, Handlung
Kin|derjerjmä|8i|gung: die; - ; -en Preis¬
nachlaß für Kinder bis zu einem be¬
stimmten Alter bei Eintritts-, Fahr¬
preisen o. ä.
Kin|deijer|zie|hung: die; - ; - <Päd.> For¬
mung, Förderung eines Kindes in jeg¬
licher Hinsicht, damit es sich in der
Gesellschaft behaupten, sich in sie
einfügen kann
Kinfderjfahijrad: das; -(e)s; -fahrräder
kleines, niedriges Fahrrad (mit Stütz¬
rädern) für Kinder
kin|deijfeind|lich: Adj. a) Kindern ge¬
genüber ablehnend eingestellt »Unser
Nachbar ist kinderfeindlich.« b) sich
schädlich auf Kinder auswirkend, ih¬
nen in ihrer geistigen Entwicklung
schadend
Kin|der|fest: das; -(e)s; -e Fest, Feier,
das/die ausschließlich für Kinder ver¬
anstaltet wird
Kln|deijfrei[be|trag: der; -(e)s; -beträge
<Steuerw.> Arbeitnehmern mit Kin¬
dern gewährte Summe, die nicht ver¬
steuert werden muß
Kin|deiifreund: der;-(e)s; -e weibl. Kln|-
derffreun|din: die; - ; -nen 1 Person,
die Kinder gerne hat 2 meist männl.
Form [verhüll.] Päderast; Mann, der
sexuell auf Kinder fixiert ist
kin|deijfreund|lich: Adj. a) Kindern ge¬
genüber positiv eingestellt b) für Kin¬
der nützlich, gut
Kinfderffunk: der; -(e)s; - 1 Programm
im Rundfunk od. Fernsehen, das für
Kinder gestaltet ist 2 Abteilung bei
Fernseh-, Rundfunkanstalten, die
Kinderfunk gestaltet
Kin|deijgaijten: der; -s; -gärten 1 Be¬
treuung u. pädagogische Arbeit mit
Kindern zwischen 3 u. 6 Jahren (am
Vormittag u. teilweise auch am Nach¬
mittag) anbietende Institution 2 Ort,
an dem ein Kindergarten seinen Sitz
hat
Kin|derjgärt[ne[rin: die; - ; -nen [ugs.]
Erzieherin im Kindergarten
Kin|der]geld: das; -(e)s; -er (PI. s.) je
nach der Anzahl der Kinder gestaffel¬
ter Betrag, den der Staat Familien mit
Kindern zahlt
Kin|derfge|sicht: das; -(ejs; -er 1 Ge¬
sicht eines Kindes 2 weiches Gesicht
wie bei einem Kind
Kin|deijheim: das; -(e)s; -e <Päd.> 1
Heim für einen vorübergehenden
Aufenthalt für Kinder zur Erholung 2
Wohnheim, in dem Waisenkinder,
vernachlässigte, geistig od. körperlich
behinderte o. a. Kinder leben u. erzo¬
gen werden
Kin|deijhort: der; -(e)s; -e a) Instituti¬
on, in der Kinder berufstätiger Eltern
nach der Schule betreut werden b)
Gebäude, Räume, in dem/denen ein
Kinderhort untergebracht ist
Kin|deijkrank|heit: die; - ; -en 1 <Med.>
vor allem, typischerweise bei Kindern
auftretende Krankheit »Windpocken
ist eine Kinderkrankheit.« 2 m. PI.
Mangel o. ä-, der anfangs bei etw., ei¬
nem neuen Produkt auftritt »Warte
besser, bis der neue Wagen ein Jahr
auf dem Markt ist, dann haben die
Hersteller bestimmt alle Kinderkrank¬
heiten behoben.«
Kin|derjkrie|gen: das; -s; -1 [ugs.} Gebä¬
ren von Kindern 2 das/es ist (ja) zum
Kinderkriegen: [ugs.] etw. ist so nega¬
tiv, daß man glaubt zu verzweifeln
»Das ist ja zum Kinderkriegen, ich ha¬
be alles durchsucht u. finde meine Ta¬
sche nicht.«
Kin|derjkrip|pe: die; - ; -n a) Institution,
in der Babys u. Kleinkinder (bis zum
Kindergartenalter) von berufstätigen
Eltern betreut werden b) Gebäude,
Räume, in dem/denen eine Kinder¬
krippe untergebracht ist
Kin|der[la|den: der; -s: -laden 1 Ge¬
schäft, in dem man Artikel, Waren
für Kinder kaufen kann 2 <Päd.> alter¬
nativer, antiautoritär geführter, pri¬
vater Kindergarten
Kin|deijläh]mung: die; - ; -en (PI. s.)
<Med.> vor allem bei Kindern auftre¬
tende Infektionskrankheit, die schwe¬
re bleibende Lähmungen hervorruft
kin|deri)eicht: Adj. n. stg. [ugs.] sehr ein¬
fach, ohne Mühe zu tun »Die Bedie¬
nung des Kassettenrekorders ist kin¬
derleicht.«
kinjdeijlieb: Adj. Kinder mögend, lie¬
bend
Kin|derjlied: das; - (ejs; -er <M usik> Lied
mit einfacher, eingängiger Melodie u.
einfachem Text
kin|der|los: Adj. n. stg. kein (eigenes)
Kind habend »eine kinderlose Ehe«
Kin|der]mäd]chen: das; -s; ~ weibliche,
meist jüngere Person, die (ganztags
im Haushalt einer Familie) angestellt
ist, um die Kinder zu betreuen
Kjn[derjmund: der; -(ejs; -münder 1
Mund eines Kindes »ein weinerlicher
Kindermund« 2 o. PI. etw., was ein
Kind (unfreiwillig Witziges) sagt, ge¬
sagt hat 3 Kindermund tut Wahrheit
kund: Kinder sagen die Wahrheit,
ohne Rücksicht auf jmdn. zu nehmen
Kin|deijnarr. der; -s u. -en; -en jmd., des¬
sen ganze Liebe, Zuneigung Kindern
gilt, der sich nie durch Kinder gestört
o. ä. fühlt
Kin]der]pfle|ger: der; -s; - weibl. Kjn|-
der|pfle|ge|rin: die; - ; -nen Person,
die Kinder in einem Krankenhaus o.
ä. betreut
Kin|derjpo|po: der; -s; -s 1 [ugs.] Gesäß
'eines Kindes 2 Haut wie ein
Kinderpopo: [ugs.; scherzh.] zarte, ro¬
sige Haut
Kin|der|post: die; - ; -en (PI. s.) eine
Postdienststelle nachbildendes Spiel
für Kinder
Kin|derjpsy|cho|lo|gie: die; - ; - Teilge¬
biet der Psychologie, das sich mit der
kindlichen Entwicklung beschäftigt
Kin|der|pu|der: der; -s; - Puder, Pulver,
das zur Babypflege eingesetzt wird
kin[der(relch: Adj. viele (eigene od. ad¬
optierte) Kinder habend
Kin|der]schar. die; - ; -en (PI. s.) [geh.]
viele Kinder
Kin|der|schreck: der; - (e)s; - (fiktive,
ausgedachte) Gestalt, Person, vor der
Kinder Angst haben
Kin|der|schuh: der; -(e)s; ~e 1 speziell
für Kinder hergestellter Schuh 2 etw.
steckt noch in den Kinderschuhen:
etw. befindet sich noch im Anfangs¬
stadium (seiner Entwicklung)
Kin(derfschutz: der; -es; - <Rechtsw.>
alle gesetzlichen Vorschriften, Ma߬
nahmen, die dem Schutz von Kindern
dienen
Kin|der|schwe|ster —» Kinjder]-
schwes(ter die; • ; -n <Med.> "beson¬
ders für die Pflege von Kindern aus¬
gebildete Krankenschwester
kin|derjsi|cher: Adj. n. stg. für Kinder
ungefährlich
Kin|der]sitz: der; -es; -e spezieller Sitz
für (Klein-)Kinder in Personenkraft¬
wagen u. auf Fahrrädern
Kin|derjspiel: das; -(e)s; -e 1 a) Spiel,
das Kinder spielen b) Spiel, das für
Kinder entwickelt wurde 2 etw. ist
ein Kinderspiel (für jmdn.): etw. ist
(für jmdn.) sehr leicht, ohne Anstren¬
gung zu machen »Die Reparatur des
Wasserhahns ist ein Kinderspiel.«
Kjn|der[spra|che: die; - ; - a) oft noch
fehlerhafte, grammatisch nicht ein-
wandtfreie u. mit einem geringen
Wortschatz arbeitende Sprache eines
kleinen Kindes b) Art u. Weise des
Sprechens, das oft Erwachsene klei¬
nen Kindern gegenüber benutzen,
praktizieren
Kin|der|stu|be: die; - ;-n 1 [veralt] Kin¬
derzimmer 2 o. PI. (gute(e)) Erzie¬
hung, Benehmen »An ihren Umgangs¬
formen erkennt man die gute Kinder¬
stube.«
Kin|der[tag: der; -(e)s; -e 1 offiziell den
Kindern gewidmeter Tag mit Veran¬
staltungen Zn. PI. a)hinter jmdm. lie¬
gende Kinder-, Jugendzeit b) <übertr.>
Beginn, Anfangszeit von etw.
Kin|der]ta|ges|heim: das; -(ejs; -e Kin¬
dergarten, der ganztägig u. nicht nur
vormittags die Kinder betreut
628
Kipf
Kin|dertta|ges|stät|te: die; - ; -n Kinder¬
garten, der ganztägig u. nicht nur vor¬
mittags die Kinder betreut
Kin|derjtel|ler der; -s; ~ 1 Teller mit ei¬
nem Motiv, Aufdruck für Kinder 2
preisgünstigere kleinere Portion eines
Gerichtes für Kinder im Lokal
Kin|der]uhr: die; - ; -en a) (Wand-)Uhr
(mit bunten Motiven, in ungewöhnli¬
chen Formen o. ä.) für Kinder b) klei¬
nere Uhr (mit bunten Motiven) für
das Armgelenk eines Kindes
Kjn|der]vers: der; -es; -e sich reimender
(längerer) Spruch für Kinder, der
Kindern beigebracht wird
Kin|derfvor|stel|lung: die; - / -en für
Kinder veranstaltete Film-, Theater¬
vorstellung o. ä.
Kin|der|wa|gen: der; -s; - Gerät, Wa¬
gen zum Transport, Ausfahren von
sehr kleinen Kindern, das/der aus ei¬
nem Gestell mit vier Rädern u. einem
Liegekorb o. ä. besteht
Kinjderfzeit: die; - ; -en (PI. s.) Zeit,
Abschnitt zwischen Geburt u.
Pubertät eines Menschen
Kin|derjzim|mer. das; -s; - 1 für ein
Kind eingerichteter Raum in einer
Wohnung 2 Mobiliar des für ein Kind
eingerichteten Raumes
Kin|defjzu|la|ge: die; - ; -n je nach der
Anzahl der Kinder (u. Höhe des Ein¬
kommens der Eltern) gestaffelter Be¬
trag, den jmd., der Arbeitgeber Fami¬
lien mit Kindern zahlt
Kin|der]zu|schlag: der; -(e)s; -Zuschläge
je nach der Anzahl der Kinder gestaf¬
felter Betrag, den jmd., der Arbeitge¬
ber Familien mit Kindern zahlt
Kin|des|mi6|hand|lung —»■ Kin|des|-
"miss|hand|lung: die; ~ ; -en
«Rechtsw.» Mißhandeln, Quälen o. ä.
eines Kindes (durch die eigenen El¬
tern)
Kin|des|mut)ter: die; - ; -mutter (PI. s.)
[Ämtssprl.] Mutter des genannten
Kindes
Kjn|des|tö|tung: die; - ; -en <Rechtsw.>
Ermordung, Tötung eines (neugebo¬
renen) Kindes durch die eigene Mut¬
ter
Kin|des(un(terjschie[bung: die; - ; -en
«Rechtsw.» das Vertauschen zweier
Kinder unmittelbar nach der Geburt
in voller Absicht
Kin|des|va[ter: der; -s; -Väter (PI. s.)
(amtssprl.j Vater des genannten Kin¬
des
K]nd|frau: die; - ; -en 1 physisch, kör¬
perlich bereits sehr weil entwickelte(s)
junges Mädchen, sehr junge Frau 2
äußerlich (u. in ihren Handlungen)
sehr kindlich wirkende (junge) Frau
kind|ge|mäß: Adj. kindgemäßer; kindge¬
mäßeste für ein Kind geeignet; Kin¬
dern angemessen
kjnd|haft: Adj. kindhafter; kindhafteste
wie ein Kind; einem Kind ähnelnd
»Mit 18 Jahren ist ihre Ausdruckswei¬
se noch sehr kindhaft.«
Kind|heit: die; ~ ; -en (PI. s.J Zeitab¬
schnitt, in dem jmd. erwachsen wird;
Zeit zwischen Säuglingsalter u. Er¬
wachsensein
Kind|heits|erjin[ne|rung: die; - ; -en Er¬
innerung an Ereignisse in der eigenen
Kindheit
kjnjdisch: Adj. [abwert.j sich albern,
nicht ernsthaft benehmend
kindflich: Adj. a) wie ein Kind ausse¬
hend b) sich wie ein Kind benehmend
Kinds|be|we|gung: die; • ; -en <Med.>
Bewegungen, die ein Fötus, Embryo,
Kind in der Gebärmutter macht
Kinds|kopf: der; -(e)s; -köpfe erwach¬
sene Person, die sich bewußt od. un¬
bewußt kindlich, albern benimmt, ih¬
rem Alter nicht angemesssenen Un¬
fug treibt
kinds|kopf|groß: Adj. n. stg. die Größe,
den Durchmesser eines Kinderkopfes
aufweisend »Die Geschwulst war
kindskopfgroß.«
kinds|köp|fig: Adj. sich kindlich, albern
(u. trotzig) verhaltend
Kinds|la|ge: die; - ; -n <Med.> Position,
Lage eines Kindes, Fötus in der Ge¬
bärmutter
Kindsjpech: das; ~(e)s; - <Med.>
schwärzlicher Kot eines neugebore¬
nen Kindes, der vor der ersten Nah¬
rungsaufnahme ausgeschieden wird
Kinds|tau|fe: die; -; -n «Religion» christ¬
liche Taufe; Aufnahme eines Kindes
in eine christliche Religionsgemein¬
schaft, Syn.: Kindtaufe
Kinds|tod: der; -(e)s; -e in der Wendung
plötzlicher Kindstod: <Med.> ohne
warnende Symptome eintretender
Tod von Säuglingen u. Kleinkindern,
für den es medizinisch noch keine ein¬
deutige Erklärung gibt
Kind|tau|fe: die; - ; -n 1 christliche Tau¬
fe; Aufnahme eines Kindes in eine
christliche Religionsgemeinschaft 2
Feier, Fest aus Anlaß einer Taufe
Ki|nejma|tfiek: <gr» die; - ; -en a) filmge¬
schichtliches Archiv, in dem Filme,
Drehbücher o. ä. gelagert werden bj
Gebäude, Räume, in dem/denen eine
Kinemathek untergebracht ist
Ki|ne|ma|tik: <gr» die; * ; - «Physik» Leh¬
re von Bewegungen im Raum im Ver¬
hältnis zur Zeit
Ki|ne|m8|to|gra|phle —» auch Ki|ne|-
ma|to|gra|fie: <gr.> /kinematografie/
die; - ; -1 [veralt.j Verfahren zur Auf¬
nahme u. Wiedergabe von Filmen 2
Filmwissenschaft (sowohl in techni¬
scher als auch in gestalterischer Hin¬
sicht)
Ki|ne|sik: <gr» die; - ; - Wissenschaft,
die die Kommunikation mit Gestik,
Mimik u. anderen nichtsprachlichen
Mitteln erforscht
Ki|ne|tik: <gr.> die; - ; -1 «Physik» Lehre
von den Bewegungen, ihrer Beeinflus¬
sung als Spezialgebiet der Physik,
Mechanik 2 «Kunst» Richtung in der
modernen Kunst, bei der (durch be¬
wegliche Objekte, Spiegelungen o. ä.)
sich verändernde Phänomene, Va¬
rianten von etw. erzeugt werden
ki|ne|tisch: <gr» Adj. n. stg. 1 «Physik»
die Kinetik, ihr zuzuordnen 2 «Kunst»
die Kinetik betreffend, ihr zuzuord¬
nen; die Mittel der Kinetik benutzend
King: <engl.> der; - u. -s; -s weibl.
Queen: <engl.> /kwin/ die; - ; -s Köni¬
gen) (meist auf das englische Königs¬
haus bezogen)
King-size —* Kjng|size: «eng/.»
/kingsais/ die u. das; - ;-s(PI. s.) gro¬
ße Größe; großes Format von etw.
Kin|ker|litz|chen: das; -s; ~ [ugs.] Klei¬
nigkeiten o. ä., etw. wenig Bedeutsa¬
mes
Kinn: das; -(e)s; -e «Anat.» unterster,
"etw. vorspringender Gesichtsteil in
der Mitte des Unterkiefers
Kinn|bart: der; -(e)s; -härte Bart, der
am Kinn eines Mannes gewachsen ist
Kinn|ha|ken: der; -s; - Schlag mit der
Faust gegen das Kinn
Kinnflajde: die; - ; -n [ugs.] (Ober- u.)
Unterkiefer »Vor Überraschung fiel
ihm die Kinnlade herunter.«
Kinn|rie|men: der; -s; - Riemen an ei¬
nem Helm, mit welchem dieser unter
dem Kinn gehalten wird
Kinn|spit|ze: die; - ; -n Spitze, unterster,
"meist am stärksten vorspringender
Teil des Kinns
Kijno: <gr.> das; -s; -s 1 Gebäude, Raum,
in dem Spielfilme gezeigt werden
Syn.: [ungebräuchlich] Filmtheater 2
Filmvorstellung im Kino 3 alle pro¬
duzierten Filme (in einem Land, ei¬
nem Zeitraum o. ä.) als Ganzes
Ki|no|be|such: <gr.; dt.> der;-(ejs; -e Be¬
such eines Kinos, um sich einen Film
anzusehen
Ki)no|be|su|cher: <gr.; dt.> der; -s; -
weibl. Ki|no|be|su|che|rin: die; - ; -nen
Person, die ein Kino besucht, auf¬
sucht, um sich einen Film anzusehen
Ki|no|eijfolg: <gr.; dt.> der; -(ejs; -e sehr
erfolgreicher Film, der im Kino ge¬
zeigt wird, den sich viele Leute ange¬
sehen haben, mit dem Gewinn erwirt¬
schaftet wurde
KDnoffilin: <gr.; engl» der;-(ejs; -e Film,
der für das Kino gedreht wurde
Ki|no(gän|ger: igr.; dt» der; -s; ~ weibl.
K]|n°|gän|ge|rin: die; - ; -nen Person,
die (gerne u. häufig) ins Kino geht
Ki]no|kar|te: <gr.-lat.-fr» die; - ; -n Tik-
ket, Eintrittskarte, die zum Besuch ei¬
ner Kinovorstellung berechtigt
Ki|non|glas: (Warenzeichen) das; -es; -
besonders haltbares Sicherheitsglas,
das nicht splittert
Kjjno|pro|gramm —> Ki|no|pro|g|-
ramm: igr.-lat» das; -(ejs; -e a) Ge¬
samtheit der angebotenen Filme eines
Kinos, einer Zeitraums, einer Region
o. a. »Das Kinoprogramm im Sommer
ist meist bescheiden.« b) Verzeichnis
der in einem bestimmten Zeitraum, in
einem (od. mehreren) Kino(s) vorge¬
führten Filme
Ki|no|re]kla|me —> Ki|no|re|k|la|me:
<gr.; lat» die; - ; -n a) im Vorpro¬
gramm eines Kinofilms gezeigte Wer¬
bespots b) Werbung, die für einen Ki¬
nofilm gemacht wird
Kj|no|tech|nik: <gr» die; - ; - Bereich der
(Audio-, Video-)Technik, der sich mit
den Erfordernissen der technischen
Einrichtung eines (modernen) Kinos
beschäftigt
Kj|no|vor]stel|lung: <gr.; dt» die; • ; -en
das Zeigen, die Vorführung eines Ki¬
nofilms im Kino
Ki|osk: itürk.-fr» der; -s; -e kleines
Häuschen, Stand, wo verschiedene
Dinge (besonders Zigaretten, Zei¬
tungen u. Süßigkeiten) verkauft wer¬
den
KJpf: der; -(ejs; -e [landsch.] länglich
geformtes Brot
629
Kipfel
Kip|fei: das; -s; - [süddt.; österr.] Ge¬
bäckstück, das die Form eines Hörn¬
chens hat, gebogen ist u. zu den En¬
den hin schmaler wird
Kipfferl: das; -s; -n [süddt.; österr.J Ge¬
bäckstück, das die Form eines Hörn¬
chens hat, gebogen ist u. zu den En¬
den hin schmaler wird
kipp|bar: Adj. dazu geeignet, gekippt,
stark geneigt werden zu können
Kip|pe: die; - ; -n 1 kurzßtr Müllkippe
= Depot, Platz, an dem Abfälle ge¬
sammelt, gelagert werden 2 [berg-
mannssprl.] Halde, Depot für die Ab¬
fälle, die bei der Förderung von Bo¬
denschätzen entstehen 3 (Rest, Stum¬
mel einer) Zigarette 4 «Sport; Turnern
Übung in der Gymnastik, bei der der
in der Hüfte abgeknickte Körper auf
die Arme gestützt wird 5 etw. steht
auf der Kippe: das Gelingen einer Sa¬
che ist fraglich, gefährdet, noch nicht
gesichert 6 (mit jmdm.) Kippe
machen: (Diebesgut, einen Gewinn,
Erlös) in zwei gleiche Teile aufteilen
kip|pe|lig/k|pp|tig: Adj. 1 [ugs.] nicht fest
auf dem Boden stehend » Wie soll man
dem an diesem kippeligen Tisch
essen?« 2 noch unsicher, noch nicht
fest stehend »In diesem Schuljahr sieht
der Junge ziemlich kippelig.«
kiplpeln: kippelst; kippeltest; hast gekip-
pelt [ugs.] 1 nicht fest, gleichmäßig
auf den Boden stehen »Der Stuhl kip¬
pelt noch immer.« 2 auf zwei Stuhlbei¬
nen wippen
kip|pen: kippst; kipptest; hastjbist ge¬
kippt 1 hast a) etw. in eine schräge La¬
ge bringen » Wir müssen den Tisch kip¬
pen, sonst paßt er nicht durch die Tür.«
b) etw., was in einem Behälter ist,
durch Schräghalten des Behälters
ausschütten 2 bist umzufallen drohen
»Der Stuhl kippt.« 3 ist nicht stattfin¬
den lassen »Dieser Programmpunkt
wurde gekippt.« 4 einen kippen: [ugs.]
Alkohol zu sich nehmen
Kipjper: der; -s; - 1 [ugs.] Lastwagen,
dessen Ladefläche zum Abladen von
etw. gekippt werden kann 2 techni¬
sche Vorrichtung, mit deren Hilfe Ei¬
senbahnwaggons zum Abladen ge¬
neigt werden können
Kipp|fen|ster—»• Kipp|fens|ter: das; -s;
- Fenster, das mittig an den Seiten
am Fensterrahmen befestigt ist u. sich
um seine horizontale Achse drehen
läßt
kipp|lig/kip|pe|lig: Adj. 1 [ugs.] nicht fest
auf dem Boden stehend 2 noch unsi¬
cher, noch nicht fest stehend
Kipp|schal|ter: der; -s; - kleinerer He¬
bel, mit dem etw., eine Lichtquelle
aus- u. eingeschaltet werden kann
Kipp|vor|rich]tung: die; - ; -en (techni¬
sche) Vorrichtung, Einrichtung, mit
deren Hilfe etw. geneigt, gekippt wer¬
den kann
Kipp|wa|gen: der; -s; - kleineres Schie¬
nenfahrzeug, Lore, das/die zum Ent¬
laden gekippt, geneigt werden kann,
Syn.: Kipplore
Kir: der; ~ u. -s; -s Cocktail aus Johan¬
nisbeerlikör (Cassis) u. trockenem
Weißwein
Kir ro|yal: /kir ro'jal/ der; - - u. - -s; -s
-s Cocktail aus Johannisbeerlikör
(Cassis) u. Sekt od. Champagner
Kirjche: «gr.» die; - ; -n 1 Gotteshaus ei¬
ner christlichen Religionsgemein¬
schaft; (geweihtes) Gebäude, in dem
eine christliche Gemeinde ihre Got¬
tesdienste, Messen u. a. abhält 2 Got¬
tesdienst, Heilige Messe, der/die in ei¬
ner Kirche (1) stattfmdet 3 (christli¬
che) Religionsgemeinschaft, Konfes¬
sion (der jmd. angehört) 4 Organisati¬
on, Verwaltung, Hierarchie, die die
Struktur einer Konfession, Kirche (3)
trägt »Er ist bei der Kirche angestellt.«
5 die Kirche im Dorf lassen: [ugs.]
vernünftig bleiben, nicht unbeschei¬
den sein, nicht übertreiben, nicht so
hohe Ansprüche stellen 6 die Kirche
ums Dorf tragen; mit der Kirche ums
Dorf fahren: nicht nötige Umwege
machen 7 Es sind nicht alle fromm,
die in die Kirche gehen: es gibt viele
Scheinchristen
Kirjchen|äl|te|ste —» Kir|chen|äl|tes|te;
<gr.; dt.> der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Kirchenältester;
eine Kirchenälteste; zwei Kirchenälte¬
ste) «evang. Kirche> gewählte(r) Ver¬
treterin) in der Leitung einer Kir¬
chengemeinde, Syn.: [fremdsprl.]
Presbyter(in)
Kir]chen|amt: <gr.; dt.> das; -(e)s; -Äm¬
ter a) mit bestimmten Kompetenzen
ausgestattete Verwaltungseinheit in¬
nerhalb einer kirchlichen Organisati¬
on b) bestimmte Stellung innerhalb
einer kirchlichen Rangordnung
Kjr|chen|ausjtritt: <gr.; du der; -(e)s;-e
offizielle Mitteilung, Handlung, daß
jmd. eine (christliche) Religionsge¬
meinschaft, Konfession verläßt, die¬
ser nicht länger angehört
Ki(jchen|bank: <gr.; du die; - ; -bänke
(meist hölzerne) Bank, Reihe zum Sit¬
zen in einer Kirche
Kir[chen|bau: <gr.; du der;-(e)s; -ten a)
o. PI. Aufbau, Errichtung eines Kir¬
chengebäudes b) als Kirche benutztes,
errichtetes Bauwerk
Kirjchen|buch: <gr.; dt.» das; -(e)s; -bis¬
cher Register einer christlichen Ge¬
meinde, in das offizielle Handlungen
der Kirche (z. B. Taufen, Hochzeiten,
Beerdigungen) eingetragen werden
»In alten Kirchenbüchern kam man
Daten über seine Vorfahren finden.«
Kir|chen|bu|ße: <gr.; du die; - ; -n <kath.
Kirche» [veralt.] Buße, die jmd. auf¬
grund seiner Beichte auferlegt be¬
kommt, tun muß, Syn.: [fremdsprl]
Pönitenz
Kir|chenlchor. <gr.-lat.> der; -(e)s; -Chö¬
re Gruppe von Mitgliedern einer Kir¬
chengemeinde, die (religiöse) Lieder
einstudieren u. (beim Gottesdienst)
singen
Kiijchen|chro|nik: (gr.-laU die; - ; -en
Register, Verzeichnis, in dem alle reli¬
giösen Handlungen (z. B. Taufen,
Hochzeiten, Beerdigungen) in einer
Gemeinde festgehalten werden
Kir|chen|die|ner. <gr.; dt.> der; -s; ~
weibl. [seltenj Kir]chen|die|ne|rin:
die; - ; -nen Person, die zum einen die
Tätigkeit eines Hausmeisters in einer
Kirche(ngemeinde) innehat u. zum
anderen für den reibungslosen Ablauf
des Gottesdienstes zuständig ist
Kirjchen|fah|ne: <gr.; du die; - ; -n
Fahne einer Kirche(ngemeinde), die
nur bei feierlichen Anlässen (z. B.
Prozessionen) mitgeführt wird bzw.
an/auf den Altar gelegt wird
kir|chenjfeind|lich: <gr.; du Adj. die
christliche Kirche bekämpfend, ab¬
lehnend
K]r]chen|fen|ster —* Kir|chen]fens]ter:
(gr.; du das; -s; - meist kunstvoll mit
Motiven aus buntem Glas gefertigtes
Fenster, das ein Kirchengebäude
schmückt
Kirjchenjfest: (gr.; lau das; -(e)s; -e a)
religiöser Festtag b) von einer Kir¬
chengemeinde organisiertes Fest
Knjchen[fiinfc: (gr.; du der; -(e)s; - von
den christlichen Kirchen gestaltete
Sendung, Sendezeit im Rundfunk
Kir|chen|gan)ger/Kirch|gän|ger: (gr.;
dt.> der; -s; ~ weibl. Kir|chen|gän|ge|-
rin/Kirch|gän|ge|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die eine christliche Kirche zu ei¬
nem Gottesdienst aufsucht
Kir|chen|ge[bet: (gr.; dt.> das; -(e)s; -e
<kath. Kirche» [veralt.] im Rahmen
der Messe vom Priester gesprochenes
Gebet
Kir|chen|ge|mein|de: (gr.; du die; - ; -n
a) Gesamtheit der zu einer Pfarrei ge¬
hörenden, ihr zugeordneten Personen
b) Gesamtheit der einer christlichen
Kirche angehörenden Personen
Kir|chen|ge[schich|te: <gr.; du die; - ;
~-n 1 o. PI. a) historische Entwicklung,
Geschichte der christlichen Religions¬
gemeinschaften, Kirchen b) For¬
schung, Wissenschaft, die sich mit der
Kirchengeschichte beschäftigt 2
Buch, Abhandlung, die die Kirchen¬
geschichte beschreibt
Kirjchen|ge|walt: (gr.; du die; • ; - ver¬
brieftes Recht der Geistlichen, des
Klerus über kirchenspezifische, -in¬
terne Probleme zu entscheiden u. die
Sakramente zu geben
Kirjchen|glocke (Kiijchen|glok|ke —>
Kir[chen|glo|cke):" (gr.; du die; ~ ; -n
meist im Kirchturm angebrachte
Glocke, die zum Gottesdienst, als
Zeitsignal geläutet wird
Kir|chen|ho|helt: (gr.; du die; ~; - a) alle
gesellschaftlichen, religionspoliti¬
schen Fragen, in denen dse Kirchen,
Religionsgemeinschaften Weisungs-,
Handlungsrecht haben »Dieser Be¬
reich unterliegt der Kirchenhoheit.« b)
Recht des Staates, die Kirchen, Reli¬
gionsgemeinschaften in bestimmten
politischen, sozialen Bereichen zu len¬
ken, zu kontrollieren, zu beeinflussen
Kirjchenjiahn (gr.; dt.> das; -(e)s; -e in
'der Zählung mit dem ersten Advent
beginnendes Jahr, das die kirchlichen
Feste, Jubiläen u. ä. umfaßt
Ki>[chep|kampf: (gr.; du der; -(e)s;
-kämpfe <Pol> Disput, politische Aus¬
einandersetzung zwischen der Regie¬
rung o. ä. u. der Kirchenführung um
die • (religiöse, religionspölitische)
Macht in einem Staat, die Stellung
der Kirche im Staat
Kiijchen|kon|zert: (gr.-lat.> das; -(e)s;
-e «Musik» Aufführung von (religiö¬
ser) Musik in einer Kirche
Kir|chen|la|tein: (gr.-lau das; -s; - a)
«Sprachwiss.» Version der lateinischen
Sprache, die von der (katholischen)
Kirche für die Liturgie u. offizielle
Bekanntgaben benutzt wird b)
630
Kirschkembeißer
[scherzh.] unverständliche Sprache,
Aussage
Kii)chen|leh|re: <gr.; du die; - ; -n von
der (katholischen) Kirche verbreitete
Auffassung von der christlichen Reli¬
gion, einem religiösem Thema
Kirjchen|licht: <gr.; dt.> das; -(e)s; -er
"Kerze, Lichtquelle, die in einer Kir¬
che als Lichtspender u. als Symbol
verwendet wird 2 jmd. ist kein (gro¬
ßes) Kirchenlicht: jmd. ist nicht sehr
schlau, intelligent
Kiijchen|lied: <gr.; du das; -(e)s; -er (in
der Kirche gesungenes) religiöses,
geistliches Lied
Kirjchen|mann: <gr.; du der; -(e)s;
-männer weibl. [seiten] Kir|chen|frau:
die; ~ ; -en 1 Angehöriger) der (ho¬
hen) Geistlichkeit, des Klerus 2 <Pob
Interessenvertreter(in), Lobbyisten)
der Kirchen
Kir[chen|maus: <gr.; dt.* die; - ; -mäuse
in der Wendung jmd. ist arm wie eine
Kirchenmaus, die Kirchenmäuse:
jmd. lebt in großer Armut
Kirjchen|mu|sik: <gr.; lat.* die; - / - (übli¬
cherweise nur) im Gottesdienst ge¬
spielte, dargebrachte Musik
Kirjchen|pa|tron —> K]ijchen|pa)t|ron:
<gr.-lat.> der; -(e)s; -e weibl. Kir|-
chen|pa|tro|nin —» Kiijchen|pa|t|ro|-
nin: die; - ; -nen Heilige(r), Person,
dem/der eine Kirche geweiht ist
Kir|chen|po|li|tik: <gr.> die; ~ ; -en (PL
s.) alle politischen Aktionen, Einstel¬
lungen eines Staates, einer Regierung
gegenüber der Kirche
Kir|chen|prä|si|dent: igr.-lau der; -en;
-en weibl. Kjrjchen|prä|si|den|tin: die;
~; -nen <evang. Kirche* Person, die ei¬
ner evangelischen Landeskirche vor¬
steht
Kjr|chen|rafc <gr.; du der; -(e)s; -rate
weibl. Kir|chen|rä|tin: die; - ; -nen 1
bei der evangelischen Landeskirche
hauptamtlich beschäftigte(r) evange¬
lische^) Pfarrer(in) 2 a) nur rnännl.
Form Verwaltungsorgan der evangeli¬
schen Landeskirche im überregiona¬
len Bereich b) Person, die einem Kir¬
chenrat angehört
K]r|chen|recht: <gr.; du das; -(e)s; -
"<Rechtsw.> alle Gesetze, Regeln, die
das Zusammenleben in einer (christli¬
chen) Kirche regeln
Kir|chen|re|gi|ster —> Kjr|chen|re|gis|-
ter: <gr.; lat.> das; -s; - Verzeichnis al¬
ler kirchlichen, religiösen Handlun¬
gen, die in einer Gemeinde abgehalten
werden (z. B. Taufen, Hochzeiten,
Beerdigungen)
Kir|chen|schän|dung: <gr.; dt.* die; - ;
-en vorsätzlich ausgeführte Entwei¬
hung, unangemessene Nutzung einer
Kirche
Kirjchen|schiff: <gr.; dt.* das; -(e)s; -e
(Haupt-, Längs-)Teil eines Kirchen¬
gebäudes, zu dem parallel u. quer wei¬
tere Teilbereiche angeordnet sind
Kir|chen|staat <gr.; dt.* der; -(e)s; -
<hist.> Bereich des (italienischen) Staa¬
tes, in dem der Papst (bis 1870) die
Oberhoheit hatte
Khjchen|steu|er. <gr.; du die; ~ ; -n
<Steuerw.> (in Deutschland) vom
Staat für christliche Kirchen eingezo¬
gene SteueT, die die Kirchenmitglie¬
der an die Organisation Kirche be¬
zahlen müssen
Kir|chen|stra|fe: <gr.; dt.* die; - ; -n
<kath. Kirche* von kirchlichen Wür¬
denträgern ausgesprochene Strafe,
die bei Verstößen gegen das kirchli¬
che Recht ausgesprochen wird
Kjrjchen|tag: <gr.; dt.* der; -(e)s; -e (na¬
tionales) Treffen von Mitgliedern ei¬
ner christlichen Kirche, bei dem viele
verschiedene Veranstaltungen orga¬
nisiert, angeboten werden
Kirjchen|über|tritt —» Kjr|chen|ü|ber|-
tritt: <gr.; du der; -(e)s; -e Konvertie¬
ren von einer (christlichen) Kirche,
Religionsgemeinschaft zu einer ande¬
ren; das Verlassen einer (christlichen)
Religionsgemeinschaft bei gleichzeiti¬
gem Eintritt in eine andere
Kirjchen|uhr <gr.; du die; - ; -en (meist
am Turm angebrachte) Uhr an einer
Kirche
Kirjchen|va|ter: <gr.; du der; -s; -v'äter
einer von mehreren bedeutenden, in
der katholischen Kirche sehr verehr¬
ten frühchristlichen Theologen, der
grundsätzliche Schriften hinsichtlich
der Religion verfaßt hat
Kiijchen|vor|stand: <gr.; du der; -(e)s;
-Vorstände <evang. Kirche* gewählter
Ältestenrat, von den Kirchen-,
Gemeindemitgliedern bestimmtes
Verwaltungsorgan einer Gemeinde,
Syn.: [fremdsprlj Presbyterium
Kirch|gang: tgr.; du der; -fe)s; -gänge
Besuch der Kirche zum Gottesdienst
Kirch|gän|ger/Kiijchen|gän|ger: tgr.;
dt.* der; -s; - weibl. Kirch|gän|ge|rin:
die; - ; -nen Person, die (regelmäßig)
die Kirche, den Gottesdienst besucht
Kjrch|geld: das; -(e)s; -er (PI. s.) (ne¬
ben der Kirchensteuer geleistete) frei¬
willige Zahlung, Abgabe eines Ge¬
meindemitgliedes für die Kirche, ei¬
nen bestimmten Zweck
Kirch(hof: der; -(e)s; -höfe a) (Innen-)
Hof bei einer Kirche, an einem Pfarr¬
haus b) [landsch.] unmittelbar an ei¬
ner Kirche gelegener Friedhof
ldrch|lich: Adj. 1 die Kirche als Religi¬
onsgemeinschaft, Organisation be¬
treffend, ihr zuzuordnen 2 von der
Kirche durchgeführt, auf der Kirche,
ihren Handlungen beruhend
Kirch|platz: der; -es; -platze (größere(r),
unbebaute(r)) Platz, Fläche vor einer
Kirche
Kirch|tag: der; -(e)s; -e (Fest zum) Tag,
an dem eine Kirche geweiht wird od.
dessen Jubiläum
Kirch|turm: der; -(e)s; -türme hoher,
schmaler Teil eines Kirchenbaus, in
dem meist die Glocken untergebracht
sind u. an dem oft eine Uhr ange¬
bracht ist
Kirch|turm|po|li|tik: die; - ;- <Pol.> [ugs.;
scherzh.; abwert.] neuen Ideen wenig
aufgeschlossene Politik, die sich
durch besondere politische Kurzsich¬
tigkeit auszeichnet
Kirch|turm|spit|ze: die; - ; -n oberster
Bereich eines Kirchturmes, dessen
Dach nach oben spitz verläuft
Kirch|weih: die; - ; -en Weihe, Einwei¬
hung eines (neuen) Kirchengebäudes
durch einen geistlichen Würdenträger
(die bzw. deren Jubiläum mit einem
Fest verbunden ist)
Kirch|wei|he: die; - ; -n Weihe, Einwei¬
hung einer (neuen) Kirche durch ei¬
nen geistlichen Würdenträger (die
bzw. deren Jubiläum mit einem Fest
gefeiert wird)
Kirch|weih|fest: das;-(ejs; -e Fest einer
Kirchengemeinde, das anläßlich einer
Kirchweihe od. deren Jubiläum statt¬
findet
Kirchjzeit: die; - ; -en [landsch.] Beginn
eines Gottesdienstes; Zeitraum, zu
dem ein Gottesdienst abgehalten wird
Kiijmes: die; - ; -sen Rummelplatz
(meist nicht ständig aufgebaut) mit
Karussells, Imbißständen, Losstän¬
den usw.
Kir|ne: die; - ; -n 1 [landsch.] Faß, in
"dem Butter hergestellt wird 2
[fachsprl.] Kessel, in dem Margarine
hergestellt wird
kiijnen: kirnst; kirntest; hast gekirnt 1
[landsch.] Butter hersteilen 2
[fachsprl.] Margarine herstellen
kirjre: Adj. kirrer; kirrste [ugs.] 1 hin¬
sichtlich einer Sache beeinflußt, gefü¬
gig »Er macht sie kirre.« 2 nervös, ge¬
nervt von etw.
Kirsch|baum: der; -(e)s; -bäume Obst¬
baum, der kleine, gelb-rote bis
schwarz-rote Früchte mit Kernen
trägt
KIrsch|blü|te: die; ~ ; -n a) weiße Blüte
des Kirschbaums, aus der (falls sie be¬
fruchtet wurde) Kirschen wachsen b)
weiße od. rosafarbene Zierblüte eines
Zierkirschbaumes c) Zierkirschbaum
(meist mit rosafarbenen Blüten)
Klrjsche: <gr.-lat.* die; - ; -n 12) kurz für
Kirschbaum b) kleine, rundliche,
gelblich-rote bis schwarz-rote Frucht
des Kirschbaums mit relativ großem
Kern in der Mitte 2 mit jmdm. ist
nicht gut Kirschen essen: [ugs.] jmd.
ist nicht sehr verträglich, umgänglich
»Leg dich mit dem nicht an, mit dem
ist nicht gut Kirschen essen.« 3 einen
in der Kirsche haben: [ugs.] zuviel Al¬
kohol getrunken haben
Kirjschen|baum: der; -(e)s; -bäume
Obstbaum, der kleine, gelb-rote bis
schwarz-rote Früchte mit Kernen
trägt
Kirjschen|mund: der; -(e)s; -münder
[poet.] ausgeprägter, rot glänzender
Mund
Kjrjschen[zeit die; - ; - Zeitraum im
Sommer, in dem die Kirschen reif
sind
Kirsch|flie|ge: die; - ; -n kleines Insekt,
das seine Eier in Kirschen ablegt
Kirsch|geist: der; -(e)s; -e aus Kirschen
gebrannter Obstschnaps
kirsch|groß: Adj. n. stg. etwa den
Durchmesser einer Kirsche aufwei¬
send
Kirsch|holz: das; -es; -höher (PL s.) (zu
Möbeln o. ä. verarbeitetes) Holz des
Kirschbaumes
Kirsch|kem: der; -(ejs; -e in das
Fruchtfleisch eingebetteter Kern der
Kirsche, der die Samen enthält
Kirsch|kern|bei|ßer: der; -s; - Vogel,
der zur Gattung der Finken gehört,
von den Samen der Kirsche (u. der
Pflaume) lebt, die er mit seinem har¬
ten Schnabel aus den Kernen hervor¬
holt
631
Kirschkuchen
Kirsch|ku|chen: der; -s; - mit Kirschen
belegter, gebackener Obstkuchen
Kirsch|li|kör: der; -(e)s; -e unter Ver¬
wendung von Kirschen hergestellter
Likör; süßes, relativ starkes alkoholi¬
sches Getränk mit Kirschgeschmack
Kjrsch|lor)been der; -s; -en strauchför-
örmiges, immergrünes Gewächs mit
dicken, schmalen Blättern
Kirschjmar|me|la|de: die; - ; -n aus dem
Fruchtfleisch der Kirsche u. Gelier¬
zucker hergestellter süßer Brotauf¬
strich
Kirsch|pflau|me: die; - ; -n strauchför-
örmiges Gewächs mit schmackhaften
rot-gelben Früchten
kirschjrot: Adj. n. stg. von leuchtend ro¬
ter Färbung
Kirsch|saft: der; ~(e)s; -safte aus dem
Fruchtfleisch von Kirschen ausge¬
preßter Saft
Kirsch|toiite: die; -; -n mit Kirschen be¬
legter, gebackener Kuchen (meist in
flacher, kreisrunder Form)
Kirsch|was|ser: das; -s; -wässer aus Kir¬
schen gebrannter Obstschnaps
Kisftnet: <arab.-lürk.> das; -s; - unab¬
wendbares Schicksal, Los
Kis|sen: <fr.> das; -s; - mit Federn, Dau¬
nen od. einem synthetischen Füllma¬
terial bauschig gefüllte Stoffhülle, auf
die beim Schlafen, Liegen der Kopf
gelegt wird
Kisjsen|be|zug: </r.; dt.> der; -(e)s; -be¬
zöge Stoffhülle, die zum Schutz u. zur
Dekoration über ein Kissen gezogen
wird
Kis|sen|fül|lung: fr.; dt.> die; - ; -en
etw., Material, mit dem ein Kissen
(bauschig) gefüllt ist
Kisjsen|hül|le: fr.; dt» die; - ; -n a) In¬
lett, Stoffhülle, das/die die Kissenfül¬
lung enthält b) Kissenbezug, der zum
Schutz über das Inlett, die Kissen¬
hülle gezogen wird
Kis|sen|schtacht fr.; dt.> die; - ; -en
[ugs.] Spiel, ausgelassenes Toben, bei
dem sich mehrere Personen gegensei¬
tig mit heftig geworfenen Kissen zu
treffen versuchen
K]s|sen|über|zug —> Kis|sen|ü|ber|zug:
fr.; du der; -(e)s; -Überzüge Stoff¬
hülle, Kissenbezug, die/der zum
Schutz u. zur Dekoration über das In¬
lett gezogen wird
Kjstjchen: <gr.-lat.; du das; -s; - kleine
Kiste, kleiner Behälter (mit Deckel)
Ki|ste —* Kisfte: <gr.-lat» die; - ; -n 1
(größerer) rechteckiger Behälter aus
festem Material (meist mit Deckel)
zum Transport von Dingen 2 [ugs.] a)
Fernseher »Mach die Kiste aus!« b)
Bett »Ich gehe in die Kiste.« c) [salopp]
Sarg »Er liegt in der Kiste (= ist
tot).« 3 [ugs.; meist abwert.] (ausla¬
dendes, dickes) Gesäß 4 [ugs.] a) Auto
b) Motorrad 5 die (ganze) Kiste
schmeißen: [ugs.] eine Aufgabe erfül¬
len, etw. in Ordnung bringen
Ki|sten|deckel (Kjjsten|dek|kel) —»
Kisften|de|cket: <gr.-lat.; du der; -s; -
(klappbare) Abdeckung einer Kiste
Kj|sten|grab —> Kisften|grab: <gr.-lat.;
du das;-(e)s: -gröber dtisO aus Stei¬
nen, Steinplatten geformtes Grab in
Form einer Kiste
kj|sten|wei|se —> kisften(wei|se: <gr-
lat.; dt» Adv. a) in Kisten (transpor¬
tiert, geliefert) b) [ugs.] in größeren
Mengen
K|fc <engl> der u. das; - u. -s; -s zusam¬
mengehöriger Satz von Gegenstän¬
den
K|tsch: der; -(e)s;- a) als geschmacklos
angesehenes Interieur; Nippes b) aus
einem bestimmten Kunstverständnis
heraus als übertrieben gefühlvoll, un¬
echt empfundenes Produkt der Lite¬
ratur, Musik od. bildenden Kunst
kitschig: Adj. als geschmacklos, senti¬
mental u. überladen empfundene(r)
Situation od. Gegenstand
Kitt: der; ~(e)s; -e (PI. s.) knetbare
Masse, die als Dichtungsmaterial ver¬
wendet wird
Kjttjchen: das; -s; - [ugs.] a) Gefängnis
b) jmd. sitzt im Kittchen: jmd. ver¬
büßt eine Gefängnisstrafe
Kit|tel: der; -s; - zum Schutz vor Ver¬
schmutzung (im Haus) über der Klei¬
dung getragene Schürze in Form ei¬
ner langen Weste, hemdartigen, lan¬
gen Bluse, ärmellosen Kleides
Krt|tel|kleid: das; -(e)s; -er vorne ge¬
knöpftes (ärmelloses) Kleid, das in
der Form, im Schnitt einer Kittel¬
schürze ähnelt
Kitjtel|schür|ze: die; ~ ; -n zum Schutz
(bei der Küchenarbeit meist über der
normalen Kleidung) getragenes, vor¬
ne geknöpftes, tailliertes Kleidungs¬
stück (ohne Ärmel)
kitften: kittest; kittetest; hast gekittet a)
mit Kitt, einer knetfahigen Dicht¬
masse abdichten, verbinden, befesti¬
gen b) <übertr.> etw. wieder in Ord¬
nung bringen, einen Konflikt zu ei¬
nem guten Ende führen
Kitz: das; -es; -e kleines, junges Reh,
junge Ziege od. junge Gemse
Kit|ze: die; - ; -n kleines, junges Reh,
junge Ziege od. junge Gemse
K[t|zel: der; -s; - (PI. s.) 1 Juckreiz, der
durch die leichte Berührung mit ei¬
nem Gegenstand o. ä. entstanden ist 2
(plötzliches) Bedürfnis, etw. zu tun,
was untersagt, nicht üblich, gefähr¬
lich ist
kit|ze|lig/k[tz|lig: Adj. a) auf leichte Be¬
rührungsreize schnell mit Juckreiz
reagierend b) [ugs.] nicht ganz ohne
Risiko, Wagnis; Spannung hervorru¬
fend »ein kitzeliges Unternehmen,
Vorhaben«
kit|zeln: kitzelst; kitzeltest; hast gekit¬
zelt a) einen Juckreiz hervorrufen b)
jmdn. so berühren, daß ein Lachreiz
hervorgerufen wird »jmdn. an den Fü¬
ßen kitzeln« c) <übertr.> jmdn. heraus-
fordem, reizen; durch etw. herausge¬
fordert werden
Kitz|ler: der; -s; - <Bio.> oberhalb der
Schamlippen gelegenes weibliches
Geschlechtsorgan, das besonders reiz¬
empfindlich ist u. sich bei sexueller
Erregung aufrichtet
kitzjlig/kit|ze|lig: Adj. a) auf leichte Be-
rühruhgsreize schnell mit Juckreiz
reagierend b) [ugs.] nicht ganz ohne
Risiko, Wagnis; Spannung hervorru¬
fend
Ki|wi: <engl.> die: ~ ; -s ovale Frucht mit
grünlich-bräunlicher, pelziger, be¬
haarter Haut, Schale u. saftigem, au¬
ßen grünem, nach innen immer heller
werdendem, säuerlichem, vitaminhal¬
tigem Fruchtfleisch mit kleinen
schwarzen Kernen
Ki|wi: <maor.> der; -s; -s neuseeländi¬
scher flugunfähiger Vogel
kJ: Abk. Kilojoule = (seit 01.01.1978 in
Deutschland einzig amtlich gültige)
Einheit der Wärmemenge, die auch
zur Berechnung des Energiewertes
von Nahrungsmitteln verwendet
wird; hat die früher gültige Einheit
Kilokalorie abgelöst (1 kJ - 1000
Joule)
Kl: Abk. 1 Kalenderjahr 2 <Sprachwiss.>
Konjunktion = Bindewort 3
<Sprachwiss.> Konjunktiv = Mög-
lichkeits-, Wunschform des Verbes
Kl.: Abk. 1 Kladde 2 a) Klage b)
Kläger(in) 3 Klasse 4 Klausel 5
Klient(in) 6 Kloster
kl.: Abk. klein
kla|ba|stern —» kla|bas|tern: klaba-
sterst; klabastertest; hastjbist klaba-
stert t hast [ugs.] (handwerklich) an
etw. arbeiten, langwierige, mühsame
Arbeit an etw. ausführen 2 hast
[landsch.j jmdn. od. ein Tier prügeln
3 bist [landsch.] in heftigen, unge¬
schickten Bewegungen laufen u. da¬
bei Krach, Lärm erzeugen
Klalbaulterlmann: der; -(e)s; -männer
(PI. s.) (landsch.] a) Phantasiefigur,
Kobold, die/der Schiffen Unglück
bringt b) Phantasiegestalt, die hilfrei¬
che Dienste leistet
klackern (klakjkern —> kla|ckem):
klackerst; klackertest; hast geklackert
[landsch.] 1 mehrere kurze, abge¬
hackte Töne, Geräusche hervorbrin¬
gen, produzieren 2 ein gluckerndes
Geräusch erzeugen 3 mit etw., einer
Speise kleckern, Flecken verursachen
Klacks: der; -es; -e a) [ugs.] (kleinere)
Menge, kleiner Klecks »In die Soße
gekört noch ein Klacks Sahne.« b)
<übertr.> nichts Schwieriges, Kompli¬
ziertes; etw., was einfach zu erledigen
ist
klack|sen: klackst; klackstest; hast ge-
klackst [ugs.] mehrere kurze, abge¬
hackte Töne hervorbringen, produ¬
zieren (indem etw. auf eine Fläche
mehrmals auftrifft)
Klad|de: die; • ;-n 1 dickeres, gebunde¬
nes Heft, in das man etw. (vorläufig)
einträgt, notiert 2 [landsch.] (erster)
Entwurf für etw., der in einer Kladde
festgehalten wurde
klad|de|ra|datschl: Interj. Ausruf, den
man ausstößt, wenn etw. mit großem
Krach, Poltern auf die Erde o. ä. ge¬
fallen ist
klaffen: klafft; klaffte; hat geklafft eine
breite Öffnung aufweisen, bilden
kläfften: kläffst; kläfftest; hast gekläfft
a) <Hund> [abwert.] (ständig, in sehr
hoher Tonlage) bellen b) [ugs.] stän¬
dig heftig über etw. nörgeln, etw. kri¬
tisieren c) ständig, häufig (in relativ
hoher Tonlage) abgehackte Anwei¬
sungen geben
Kläfften der; -s; - [abwert.] Hund, der
häufig (in hoher Tonlage) bellt
Klaffjmu|schel: die; - ; -n nur in den
nördlichen Meeren lebende Muschel,
deren Schalen weit auseinanderste¬
hen
Klafften der u. das; -s; - altes Raum-,
Holzmaß von der Breite u. Höhe, die
632
Klangeffekt
ein Erwachsener mit ausgestreckten
Armen greifen kann »Er kaufte drei
Klafter Eichenholz.«
klaf|terthoch: Adj. n. stg. a) einen Klaf¬
ter Höhe aufweisend b) [ugs.] sehr
hoch
Klaf[ter|holz: das; -es; - (mit der Axt) be¬
reits gespaltenes Holz, das in Klaf¬
tern, klaftergroßen Stößen gestapelt
wurde
klafßerjiang: Adj. n. stg. a) einen Klafter
Länge, Breite aufweisend b) [ugs.]
sehr lang
klafjtern: klafterst; klaftertest; hast ge¬
klaftert <meist Holz> (in Scheite, zerle¬
gen u.) in Klaftern, klaftergroßen
Stößen aufstapeln
klafjterjtief: Adj. n. stg. a) einen Klafter
Tiefe aufweisend b) [ugs.] sehr tief
klagtbar: Adj. n. stg. <Rechtsw.> a) vor
Gericht zum Klagegegenstand wer¬
den könnend »ein klagbares Recht« b)
eine Klage zu etw. vor Gericht ange¬
strengt habend »Er wurde mit seinen
Forderungen vor Gericht klagbar.«
Kl§g|bar|keit: die; - ; - <Rechtsw.> Mög¬
lichkeit bzw. Recht, vor Gericht eine
Klage zu einem Streitpunkt o. ä. an¬
strengen, Vorbringen zu dürfen »Die
Klagbarkeit dieser Angelegenheit muß
erst noch geprüft werden.«
Kla|ge: die; - ;-n 1 a) Unmut, Beschwer¬
de, Nicht-Einverständnis, Wut, Ärger
o. ä. zum Ausdruck bringende Äuße¬
rung in mündlicher od. schriftlicher
Form b) Äußerung von Schmerz,
Trauer o. ä. 2 (Rechtsw.) a) bei Ge¬
richt eingebrachte Beschwerde, For¬
derung o. ä. b) Klage einreichen: ei¬
nen Gerichtsprozeß, eine Rechtsent¬
scheidung anstrebend 3 das mir (ja)
keine Klagen kommen: [ugs.] ich
möchte keine Beschwerden über dein
Benehmen o. ä. hören
Kla|ge|ab|wei|sung: die; - ; -en
<Rechtsw.> das Ablehnen, Zurückwei¬
sen einer Klageabsicht, Klageschrift
durch den Richter
Kla|ge|erjhe[bung: die; ~ ; -en
(Rechtsw.) Einreichung einer Klage,
Klageschrift bei Gericht
Klajge|ge|schrei: das; -(e)s; - Ausdruck
der Trauer, Klage durch lautes Jam¬
mern, Schreien
Kla|ge|laut: der; -(e)s; -e jammernder
Ton, den ein Mensch od. ein Tier aus
Schmerz, Kummer u. ä. hervorbringt
Kla|ge|lfed: das; -(e)s; -er a) trauriges
Lied, in dem, dessen Text über ein Er¬
eignis gejammert, geklagt wird b)
jmd. stimmt ein Klagelied über etw.
an: jmd. bemängelt etw. u. gibt seiner
Kritik lautstark Ausdruck
Kla|ge|mau|en die; - ; - Teil der Mauer
des Tempels in Jerusalem, an der die
jüdischen Gläubigen beten
Ma|gen: klagst; klagtest; hast geklagt 1
a) eine Klage, Unmut, Wut o. ä. äu¬
ßern b) Trauer, Schmerz o. ä. äußern
2 <Rechtsw.> Klage, Beschwerde bei
Gericht einreichen
Kla|ge|punkfc der; -(e)s; -e <Rechtsw.>
(einer von mehreren) Aspekten,
Punkten, die in einer Anklageschrift
vorgebracht werden; Gegenstand ei¬
ner Klage
KI8]geR der; -s; - weibl. Klä]ge|rin: die;
- ; -nen 1 <Rechtsw.> Person, Firma o.
ä., die gegen jmdn. bei Gericht eine
Anklage, eine Beschwerde, einen Vor¬
wurf erhebt, jmdn. einer strafbaren,
ungesetzlichen Handlung beschuldigt
2 Wo kein Kläger, da ist auch kein
Richter: wenn ein Unrecht, Verbre¬
chen o. ä. nicht angezeigt, bekannt
wird, kann es auch nicht bestraft, ge¬
ahndet werden
Klä|ger|schaft: die; - ; -en <Rechtsw.>
[meist Schweiz.] 1 vor Gericht vorge¬
brachte Anklage 2 Gesamtheit aller
Kläger
Kla]ge]schrift: die; - ; -en <Rechtsw.>
Schriftsatz, mit dem eine Klage bei
Gericht vorgebracht, eingebracht
wird, in dem die Situationsbeschrei¬
bung u. die Forderungen des Klägers
formuliert sind
Kla|ge|weg: der; -(e)s; - <Rechtsw.>
Möglichkeit der Durchsetzung einer
Forderung auf dem Rechtsweg
Kla|ge|weib: das; -(e)s; -er Frau, die ei¬
nen (noch aufgebahrten) Toten gegen
Bezahlung laut beweint, beklagt
Klag|ge|schrei: das; -(e)s; - Ausdruck
der Trauer, Klage durch lautes Jam¬
mern, Schreien
kläglich: Adj. 1 so beschaffen, daß
jmd. Mitleid hat; mitleiderregend 2
Hilflosigkeit, Angst, Schmerz o. ä.
ausdrückend, signalisierend »Der
Hund winselte kläglich.« 3 wenig er¬
folgreich (u. deshalb Mißachtung
erntend); wenig ergebend
klag|los: Adj. n. stg. ohne zu jammern,
zu klagen
Klalmauk: der;-(e)s; -1 <oft Film; Lite¬
ratun durch turbulente Handlungs¬
abläufe erzeugte, platte, wenig subtile
Komik 2 [landsch.; ugs.; meist ab¬
wert.] (durch heftiges Herumtoben o.
ä. verursachter) Lärm, unangeneh¬
mer Krach
Klamm: die; - ; -en (meist von einem
Fluß o. ä. ausgewaschene) tiefe,
schmale Felsschlucht
klamm: Adj. [landsch.] t leicht feucht 2
durch große Kälte in der Bewegungs-
fahigkeit beeinträchtigt 3 [ugs.] zu we¬
nig Geld habend; nicht über ausrei¬
chende finanzielle Mittel für etw. ver¬
fügen
Klam|mer: die; ~ ; -n 1 kleinerer Gegen¬
stand unterschiedlicher Form u. ver¬
schiedener Materialien zum Festhal¬
ten, Aneinanderheften von etw. »Er
hängte die Wäsche mit Klammem an
die Leine. • Papier mit Klammern
zusammenheften« 2 a) nach rechts
bzw. links geöffnetes Schriftzeichen
in unterschiedlicher Form, das im
Text in gegengleichen Paaren benutzt
wird »Auf der Tastatur kann man zwi¬
schen runden, eckigen, spitzen u. ge¬
schweiften Klammem wählen.« b)
[ugs.] Text, der von Klammern um¬
schlossen ist 3 <Math.> a) Klammem
(2a), die als Zeichen für die Reihen¬
folge dienen, in denen Rechenopera¬
tionen durchgeführt werden sollen b)
in eine Klammer stehende Ziffernfol¬
ge o. ä.
Klam]mer]af|fe: der; -n; -n mittel- bzw.
südamerikanischer Affe, der sich
durch seine besonders langen, dünnen
Arme u. Beine sowie seinen kräftigen
Schwanz gut an etw. festklammern
kann
Klam|mer|aus|druck: der; -(e)s; -aus¬
drücke <Math.> (Teil einer) mathema¬
tischen Formel, die in Klammem ge¬
setzt werden muß u. entsprechend be¬
rechnet wird
Klam|mer|f&|gung: die; - ; -en (Sprach-
wiss.> Gruppe von Wörtern, die den¬
selben letzten Bestandteil haben, so
daß dieser in den zuerst genannten
Wörtern durch einen Bindestrich er¬
setzt u. nur im letztgenannten Wort
aufgeführt werden kann »Bei der
Wortgruppe >lnnen-, Wirtschafts- u.
Finanzpolitik< handelt es sich um eine
Klammerfügung.«
Klam|merjgriff: der; -(e)s; -e a) <Sport>
Haltegriff bei Kampfsportarten b)
Griff, mit dem sich jmd. an etw. fest¬
hält, mit dem jmd. etw. festhält
klam|mern: klammerst; klammertest;
hast geklammert 1 etw. mit einer
Klammer an etw. befestigen 2 sich
mit der Hand fest an etw. festhalten 3
(Sport; Boxern den Gegner mit den
Armen an sich ziehen, so daß dieser
keinen Schlag, keine Aktion ausfüh¬
ren kann
kiam|mern, sich: klammerst dich; klam¬
mertest dich; hast dich geklammert
ängstlich an etw. od. jmdm. festhalten
»Sie klammerte sich an ihn u. ließ ihn
nicht los. ♦ Sie klammerte sich an den
Gedanken, daß es bald zu Ende sei.«
klairun|heim|lich: Adj. n. stg. [ugs.] ohne
großes Aufsehen zu erregen; ganz
heimlich, ohne jmdn. zu informieren
Kla|mot|te: die; - ; -n 1 anspruchsloses
Theaterstück 2 m. PI. a) etw. Altes
ohne Wert; Plunder b) n. PL [ugs.]
Kleidung »Klamotten kaufen«
Kla[mpt|t«n|ki|ste —> Kla|mot|ten|kis|-
te: die; ~ ; -n große, alte Kiste, älterer
Behälter, in der/dem alte, nicht mehr
benötigte Dinge, Kleidung u. ä. auf¬
bewahrt wird
Klamp|fe: die; - ; -n [veralt.; meist
scherzh.] Gitarre
kla|mü]sem: klamüserst; klamüsertest;
hast klamüsert [landsch.; ugs.] sich
mit einem Thema, Gegenstand sehr
intensiv auseinandersetzen, etw. ge¬
nau studieren
Klan/Clan: <kelt.-engl.> /klan u. [engl.]
klän/ der; -s; -e u. -s (bei engl. Aus¬
sprache immer -s) 1 verwandtschaft¬
lich verbundene, verwobene Gruppe
von Menschen (mit gemeinsamen
Ziel) 2 a) schottischer Familien-, Sip¬
penverband b) (Ethnologie) Angehö¬
rige eines Völkerstammes, die eine ge¬
meinsame Abstammung, gemeinsame
Vorfahren haben
Klang: der; -(e)s; Klänge Art des Lauts,
Tons, den etw. hat od. hervorbringt
Klang|bild: das; -(e)s; -er [fachsprl.] Er¬
scheinungsbild, Eindruck, den ein
(musikalischer) Klang hinterläßt
Klang|blan|de: die; - ; -n (Technik) Teil
eines Rundfunkgerätes o. ä., mit dem
die Lautstärke u. die Klangfarbe ei¬
ner Sendung verändert werden kann,
Syn.: Tonblende; Klangfarbenregler;
Klangregler
Klangjef|fekh der; -fe)s; -e erzielter
Eindruck, Effekt, der durch einen
Ton, eine Tonfolge erzielt wird
633
Klangfarbe
Klang|far|be: die; - ; -n «Musik» typische
Eigentümlichkeit eines Tones hin¬
sichtlich des erzielten Eindruckes
Klang|far|be|reg|ler: der; -s; - <Technik>
Teil eines Rundfunkgerätes o. ä., mit
dem die Lautstärke u. die Klangfarbe
einer Sendung verändert werden
kann; Tonblende; Klangblende;
Klangregler
Klang|fi|gun die; - ; -ert <Musik> mehrere
Töne, die aufeinander aufbauen, als
zusammengehörig erkennbar sind
Klang|fül|le: die; - ; - großer Umfang,
hohe Intensität eines Klanges, einer
Kombination von Tönen
Klang|ge|schlecht das; -(e)s; -er «Mu¬
sik> Tonart eines Klanges, eines Ak¬
kordes o. ä. (Dur od. Moll)
Klang|köijpen der; -s; ~ 1 [fachsprl.]
Hohlraum (als Teil eines Musikin¬
strumentes), mit dem mittels Schwin¬
gungen ein Ton erzeugt wird 2 [geh.;
veralt.] Orchester als Ganzes
klangllich: Adj. n. stg. einen Ton, Klang
betreffend, ihm zuzuordnen
klangjlos: Adj. klangloser; klangloseste
(fast) ohne Klang, erkennbare Melo¬
die
Klang|ma|fe|rei: die; - ; -en «Sprach-
wiss.> Wort o. ä., mit dem ein Ton,
eine Abfolge von Tönen nachgeahmt
wird
Klang|reg|ler. der; -s; - <Technik> Teil
eines Rundfunkgerätes o. ä., mit dem
die Lautstärke u. die Klangfarbe ei¬
ner Sendung verändert werden kann,
Syn.: Tonblende; Klangfarbenregler;
Klangblende
klang|rein: Adj. n. stg. einen klar abge¬
grenzten, bestimmten Ton hervor¬
bringend, aufweisend
klang|schön: Adj. einen angenehmen
Klang, eine gute Audiowiedergabe
hervorbringend
klangvoll: Adj. 1 einen Ton, Töne von
großer Klangfülle hervorbringend,
habend 2 ein klangvoller Name; ei¬
nen klangvollen Namen haben: ein in
positiver Hinsicht bekannter Name;
einen gut bekannten, positiv assozi¬
ierten, bewährten Namen tragen
Klanglwirjkung: die; - ; -en Effekt, den
ein Ton, Klang hat
kläp|fen: kläpfst; klopftest; hast gekläpft
[landsch.) 1 jmdm. eine Ohrfeige ge¬
ben 2 ein heftiges Geräusch hervor¬
bringen; (mit etw.) knallen, schlagen
Klapp[al|tar: der; -(ejs; -altäre <Kirche>
Altar, dessen Flügel zusammenge¬
klappt, abgeklappt werden können
Klapp|bett: das; -(e)s; -en a) zusam¬
menklappbares Bett (das von Besu¬
chern benutzt wird) b) (aus Platzgrün¬
den verwendetes) in einen Wand¬
schrank einklappbares Bett
Klappbrücke (Klapp|brük|ke —>
Klappjbrüjcke): die; - ; -n hochklapp¬
bare, hochziehbare Brücke, durch die
auch höheren Schiffen die Benutzung
eines Wasserweges ermöglicht wird
Klaplpe: die; - ; -n 1 an etw. als Ver¬
schluß, Deckel befestigtes Brett o. ä.,
das (nach oben) zu klappen ist »Die
Klappe des Ofens ließ sich nicht mehr
schließen.« 2 [ugs.] (vorlautes)
Mund(werk) »Haltet die Klappe!« 3
die Klappe aufreiBen; eine große
Klappe haben; eine große Klappe
schwingen: [ugs.] großspurig reden,
angeben 4 bei jmdm. geht die Klappe
runter, fällt die Klappe zu: [ugs.] jmd.
gibt zu erkennen, daß er nicht will,
nichts mit etw. zu tun haben möchte
»Ich habe sie um ein Darlehen gebeten,
da ging sofort ihre Klappe runter.« 5
Klappe zu, Affe totl: [ugs.] die Angele¬
genheit ist (hiermit) beendet, erledigt
6 die, seine Klappe halten: [ugs.] still,
ruhig sein, nichts sagen 7 jmdm. eins
auf die Klappe geben: [ugs.] jmdm.
ins Gesicht schlagen, hauen 8 in die
Klappe gehen: [ugs.] ins Bett gehen
klap|pen: klappst; klapptest; hast ge¬
klappt 1 so funktionieren, gelingen,
wie man sich etw. vorgestellt hat »Mit
dem Treffen heute nachmittag klappt
es nicht.« 2 a) etw. (in der Mitte Ver¬
bundenes) mit den Innenseiten Zu¬
sammenlegen »Man kann das Porte¬
monnaie in der Mitte klappen.« b) eine
Klappe betätigen u. damit etw. öffnen
od. schließen »Ich klappte den Deckel
der Kiste hoch.« 3 ein kurzes, abge¬
hacktes (sich wiederholendes) Ge¬
räusch hervorbringen »Die Tür
klappte immer wieder gegen den
Schrank.« 4 [landsch.; ugs.] jmdn.
fangen (der etw. Ungesetzliches getan
hat) 5 klappen wie am Schnürchen:
etw. läuft wie geplant, ohne Proble¬
me, ohne Zwischenfalle 6 zum Klap¬
pen kommen: etw. wird (positiv) ent¬
schieden, geregelt »So wie es jetzt aus¬
sieht, wird das Geschäft doch noch zum
Klappen kommen.«
Klap|pen|text: der; -(ejs; -e <Buchw.>
auf den nach innen geklappten Seiten
des Schutzumschlages abgedruckter
Text, der über den Autor, das Buch
informiert
Klap|pen die; - ; -n meist als Kleinkin¬
derspielzeug verwendetes Gerät, bei
dem an einem Griff befestigte Einzel¬
teile aneinandergeschlagen werden
klaplpeijdürr: Adj. [ugs.; abwert.] be¬
sonders dünn; extrem schlank
Klap|pe|rei: die; •; -en (PI. s.) anhalten¬
des Klappern, Verursachen eines
klappernden Geräusches
Klap|per|ge|stell: das; -(ejs; -e [ugs.] 1
(nicht als sehr attraktiv, schön emp¬
fundener) sehr dünner, hagerer
Mensch 2 [scherzh.] altes, fast nicht
mehr funktionsfähiges Auto, Motor¬
rad o. ä.
K(ap|perfka|sten —» Klap|perfkas|ten:
der; -s; -kästen [ugs.; abwert.] (techni¬
sches) Gerät, das nicht mehr ord¬
nungsgemäß funktioniert
Klap[per|ki|ste —» Klap|per|kis|te: die;
- ; -n [ugs.; abwert.] Fahrzeug, techni¬
sches Gerät, das nicht mehr ord¬
nungsgemäß funktioniert
klaplpern: klapperst; klappertest; hast/
bist geklappert 1 hast a) ein kurzes,
abgehacktes (sich wiederholendes)
Geräusch hervorbringen b) ein Ge¬
räusch erzeugen, hervorbringen, das
durch Aneinanderstoßen von Gegen¬
ständen o. ä. entsteht »mit dem Ge¬
schirr klappern« c) durch das Auftre¬
ten mit Schuhen auf einem harten
Untergrund ein sich wiederholendes
Geräusch erzeugen »mit den Absätzen
klappern« 2 bist sich mit einem (älter
ren, nicht sehr leistungsfähigen)
Kraftfahrzeug an einen Ort bewegen
3 klappern gehört zum Handwerk:
auf sich aufmerksam machen, für sich
Reklame machen »Denk daran, wenn
du Erfolg haben willst, klappern gehört
zum Handwerk.«
ktäpjpem: klapperst; kläppertest; hast
geklappert [landsch.] 1 mit der Gabel,
einem Quirl o. ä. schlagen 2 klappern
(1;2) 3 aufeinanderstoßen u. dabei ein
klimperndes Geräusch erzeugen
Klap|perjnu8 —* Kfap|per|nuss: die; -;
-nässe Strauchpflanze mit roten od.
weißen Blüten u. gefiederten Blättern
Klap|per|schlan|ge: die; ~ ; -n sehr gifti¬
ge Schlange, die mit ihren Hönnin¬
gen am Schwanzende klappernde Ge¬
räusche hervorbringt
Klap|per|storch: der; -(ejs; -storche a)
der Erzählung nach ein Storch, der
die Babies bringt b) umgangssprachli¬
che Bezeichnung für einen Vogel der
Storchenfamilie
Klappffatitjrad: das; -(ejs; -fahrräder
Fahrrad mit relativ kleinen Rädern,
das in der Mitte des Rahmens eine
Vorrichtung zum Zusammenklappen
hat, so daß es gut transportiert wer¬
den kann
Klapp|fen|ster —* Klapp|fens|ter. das;
-s; - Fenster, das mit der oberen od.
unteren Seite nach innen/außen ge¬
klappt werden kann od. an Befesti¬
gungen an der Mittelachse gedreht
werden kann
Klapp[la|den: der; -s; -laden Fensterla¬
den, der (z. T. nach oben od.) nach
außen geklappt werden kann
Klapp|lei|ter: die; - / -n a) Haushaltslei¬
ter, die am oberen Ende Scharniere
hat, so daß sie platzsparend zusam¬
mengeklappt werden kann b) Feuer-,
Gartenleiter, die der Länge nach
hochgeklappt werden kann
Klapp|mes]ser: das; -s; - 1 Messer, des¬
sen Klinge in das Heft umgebogen,
geklappt werden kann 2 «Sport:
Sportübung, bei der im Liegen gleich¬
zeitig die gestreckten Arme u. Beine
senkrecht nach oben gestreckt wer¬
den
Klapp|rad: das; -(ejs; -räder Fahrrad
mit relativ kleinen Rädern, das in der
Mitte des Rahmens eine Vorrichtung
zum Zusammenklappen hat, so daß
es gut transportiert werden kann
klapp|rig: Adj. a) «Gebrauchsgegen-
enstand> alt u. nicht mehr stabil od.
funktionstüchtig »ein klappriges
Auto« bj «übertr.; Mensch» alt u./od.
körperlich geschwächt
Klapp|ses|sel: der; -s; - Sessel, Stuhl
mit Armlehnen, bei dem Lehne u.
Sitzfiäche mit Armlehnen platzspa¬
rend gegeneinander geklappt werden
können
Klapp|sitz: der; -es; -e Sitzfläche (an der
Wand), die nach unten od. oben ge¬
klappt werden kann
Klapplstuhl: der; -(ejs; -Stühle Stuhl,
bei dem die Sitzfläche gegen die
Lehne geklappt werden kann
Klapp|tisch: der; -(ejs; -e a) Tisch, der
nach oben od. unten an die Wand ge¬
klappt werden kann b) Tisch, dessen
Seiten nach unten geklappt werden
können
634
Klasse
Klapp|verjdeck: das; -(e)s; -e Dach ei¬
nes Kabrioletts, das nach hinten ge¬
klappt werden kann
Klapp|zy|lin|der der; -s; - Zylinderhut,
dessen hoher Teil oberhalb der Krem¬
pe ziehharmonikaförmig zusammen¬
geklappt werden kann
Klaps: der; -es; -e 1 leichter Schlag (mit
der Hand) »Er gab dem Hund einen
Klaps.« 2 [ugs.] verquere, seltsame
Ansichten, Eigenschaften
Klaps|dok|tor: der; -s; -en [ugs.] männli¬
che od. weibliche Person, Arzt/Ärz-
tin, der/die sich mit der Behandlung
psychischer Krankheiten, mit Ner¬
venkrankheiten beschäftigt
klap|sen: klapst; klapstest; hast geklapst
Jlandsch.; ugs.] jmdm. (mit der Hand)
einen Klaps, leichten Schlag auf einen
Körperteil geben
Klaps|müh|le: die; - ; -n [ugs.; abwert.]
Nervenheilanstalt; psychiatrisches
Krankenhaus
Klan das; -s; - [landsch.; ugs.] farblose
Gallertmasse in einem Ei, Syn.: Ei¬
weiß
klar <lat.> Adj. 1 a) eindeutig u. ver¬
ständlich »Dein Plan ist mir noch nicht
klar.« b) einsichtig u. verständig »kla¬
rer Verstand« 2 a) (beinahe) durch¬
sichtig, rein »Das Wasser ist sehr
klar.« b) ohne Nebel, Wolken, Dunst
»klares Wetter« 3 in ordnungsgemä¬
ßem Zustand »Das Boot ist klar zum
Ablegen.« 4 <Laut; Ton> eindeutig er¬
kennbar u. dabei angenehm klingend
5 [ugs.] für ein Vorhaben fertig »klar
zur Landung« 6 [landsch.] in kleinste
Teile zerfallen, zerteilt »klarer Sand«
7 ist (doch) klar wie Kloßbrühe, dicke
Tinte, dicke Suppe: [ugs.; scherzh.]
das ist doch ganz klar, man braucht
nicht erst darauf hinzuweisen 8 sich
überetw. klar, int klaren sein—» sich
überetw. klar, im Klaren sein: genau
wissen, was aus etw. entstehen kann,
welche Folgen etw. haben wird
—> klarden|kend: s. klardenkend
—> klarmajchen: s. klarmachen (1)
—» klar se|hen: s. klarsehen
—* klar wer|den: s. klarwerden
—> klar wer]den, sich: s. klarwerden
Klär|an|la|ge: <lat.; dt.> die; - ; -n (Tech¬
nik) Industrieanlage, die Brauchwas-
asser von schädlichen Rückständen
reinigt, bevor dieses wieder in Flüsse,
Seen, das Meer geleitet wird
Klarjap]fel: <lat.; dt.> der; -s; -äpfel a) be¬
reits im August reifender Apfel mit
weißem Fruchtfleisch u. grüner Scha¬
le b) Apfelbaum, an dem Klaräpfel
(a) wachsen
Klärjbecken (Klär|bek|ken—» Klär|be|-
cken): <lat.; dt.> das; -s; - (Technik)
großer Wasserbehälter innerhalb ei¬
ner Kläranlage, in dem das Brauch¬
wasser von Rückständen befreit wird
Klar|blick: (lat.; du der; -(e)s; - Fähig¬
keit, Zusammenhänge erkennen, mit¬
einander in Verbindung bringen zu
können
klar|den|kend —* klar den|kend: <lat.;
hu Adj. Zusammenhänge überblik-
kend; vernünftige Entscheidungen
treffend
K!a|ra: (lat.; der; -n; -n [ugs.] (aus Getrei¬
de, seltener aus Obst gebrannter)
Schnaps, der hell, durchsichtig ist
klä|ren: dal.; klärst; klärtest; hast ge¬
klärt 1 Wasser, eine Flüssigkeit von
störenden, umweltschädlichen Rück¬
ständen befreien 2 a) Fragen beant¬
worten; Informationen zu einem Pro¬
blem beschaffen b) ein Mißverständ¬
nis auflösen 3 (Sport; Ballspiel) in ei¬
ner bedrängten Situation den Ball aus
dem eigenen Torraum hinausschie¬
ßen, -bringen
Kla|rett: (lat.-fr.; der; -s; -s u. -e Rot¬
wein, dem Gewürze zugesetzt wurden
klarjge|hen: dat.; du geht klar; ging
klar; ist klargegangen [ugs.] wie ver¬
abredet, vorherzusehen ausgehen, ge¬
schehen
Klarheit: dat.; dt.; die; - ; -en (PL s.) 1
(exaktes, genaues) Wissen über einen
Sachverhalt »Jetzt habe ich Klarheit
über die Verhältnisse.« 2 ungetrübter,
durchsichtiger Zustand »Die Klarheit
der Luft ist ungewöhnlich.«
kla|rie|ren: dat.; klarierst; klariertest;
hast klariert 1 (Zoll) a) beim Ein- bzw.
Auslaufen mit einem Schiff aus einem
Hafen beim Zoll Ein- bzw. Ausfuhren
anmelden b) bei der Ein- bzw. Ausrei¬
se in ein, aus einem Land Waren beim
Zoll anmelden 2 [seemannssprl.] ein
Schiff (zum Auslaufen) klarmachen
Kla|ri|net|te: dat.-it.-fr.> die; • ; -n (Mu¬
sik) klassisches Holzblasinstrument
aus einer langen, schlanken (schwar¬
zen Holz-)Röhre mit Löchern u.
Klappen, das in unterschiedlichen
Stimmlagen gebaut, gespielt wird
Kta|ris|sen|or|den: der; -s; - (kath. Kir¬
che) christlicher Orden für Frauen,
der nach den Regeln der Franziska¬
ner organisiert ist
klaijkom|men: dat.: du kommst klar;
kamst klar; bist klargekommen [ugs.]
mit einer Sache, Situation od. mit
jmdm. fertig werden, zurechtkommen
klar|le|gen: dat.; dt.; legst klar; legtest
klar; hast klargelegt a) etw. verständ¬
lich formulieren; jmdm. etw. darle¬
gen, erklären b) ein Mißverständnis
aufklären; ein Problem mit jmdm. be¬
heben
klar|ma|chen —» auch klar ma|chen:
dat.; dt.; machst klar; machtest klar;
hast klargemacht —>hast klar
gemacht*— 1 jmdm. etw. erklären,
Zusammenhänge verständlich darle¬
gen 2 [seemannssprl.] etw. (am
Schiff), sich für eine Tätigkeit vorbe¬
reiten, fertigmachen
Klär]mit|tel: dat.; du das; -s; - (Chemie;
Technik) chemischer Zusatz, mit dem
Abwässer in Kläranlagen gereinigt
werden
Klar]schiff/Klar|schiff: dat.; dt.; das; -s;
- a) [seemannssprl.] Zustand, in dem
ein Schiff gefechtsbereit ist b) Klar¬
schiff machen, haben: etw. sauber
machen, haben
Klärschlamm: dat.; dt.; der; -(e)s; -e u.
-schlämme (PI. s.) schlammiger
Rückstand, der in Kläranlagen durch
die Reinigung des Wassers produziert
wird
klaijse|hen —* klar se|hen: dat.; du
siehst klar; sah (e)st klar; hast klarge¬
sehen —*hast klar gesehen*— [ugs.]
einen Sachverhalt durchschauen u.
entsprechend handeln können
Klar|sicht: dat.; dt.; die; - ; - Zustand,
Fähigkeit, einen Sachverhalt zu
durchblicken u. entsprechend zu han¬
deln
Klar|sicht|do|se: dat.; dt.; die; - ; -n
(Haushalts-)Dose, Behälter, die/der
aus durchsichtigem Material herge¬
stellt wurde
Klar|sicht|fo|lie: dat.; dt.; lat.; die; - ; -n
auf einer Rolle aufgerollte dünne Pla¬
stikschicht, die stückweise über, um
Lebensmittel gelegt wird, um diese
vor Umwelteinflüssen zu schützen
klar|sich|tig: dat.; dt.; Adj. einen Sach¬
verhalt durchschauend
Klar|sicht|packung (Klaijsichtjpak|-
kung —> Klar|sicht|pa|ckung): dat.;
du die; - ; -en Verkaufsverpackung,
die aus durchsichtigem Kunststoff
hergestellt ist
klar|spü|len: dat.; dt.; spülst klar; spül¬
test klar; hast klargespült a) Wäsche
(in der Waschmaschine) mit klarem
Wasser spülen, bis alle Seifenreste
entfernt sind b) Geschirr (im Ge¬
schirrspüler) mit klarem Wasser ab¬
spülen, bis alle Spülmittelreste ent¬
fernt sind
Klar|spü|ler: dat.; dt.; der; -s; ~ Ge¬
schirrspülmittel, das dazu dient, (in
der Maschine gespültes) Geschirr be¬
sonders sauber zu machen
Klar]spül|mlt|tel: dat.; du das; -s; ~ Ge¬
schirrspülmittel, das dazu dient, (in
der Maschine gespültes) Geschirr be¬
sonders sauber zu machen
klar[stel|len: dat.; dt.; stellst klar; stell¬
test klar: hast klargestellt einen mi߬
verstandenen Sachverhalt richtigstel¬
len; ein Mißverständnis klären
Klar|stel|lung: dat.; dt.; die; • ; -en Rich¬
tigstellung einer mißverstandenen,
falschen Aussage o. ä.
Klartext dat.; der;-(e)s; -e 1 entschlüs¬
selter, nicht verschlüsselter (Funk-
)Text 2 (EDV) unverschlüsselter Text
3 Klartext reden: undiplomatisch,
ohne Rücksichtnahme auf die Ge¬
fühle des Gesprächspartners über ein
Thema sprechen
Klä|rung: dat.; die; - ; -en 1 Reinigung
von (Ab-)Wasser 2 Bereinigung von
Unklarheiten, Mißverständnissen,
Beantwortung von Fragen
klarjweijden —» klar wer|den: dat.; du
wird klar; wurde klar; ist klargewor¬
den —>ist klar geworden*— deut¬
lich erkennbar werden
klar|weijden —» klar wer|den, sich:
dat.; du wirst dir klar; wurdest dir
klar; bist dir klargeworden —*bist dir
klar geworden*— eine Erkenntnis er¬
zielen; aufgrund von Informationen
einen Entschluß fassen
Klass.: Abk. a) Klassifikation b) Klassi¬
fizierung
klass.: Abk. 1 klassifiziert 2 klassisch
Klas|se: dat.; die; - ; -n 1 Gruppe von
etw., was durch gemeinsame Merk¬
male, Eigenschaften o. ä. gekenn¬
zeichnet ist »die Klasse der Reptilien«
2 sich in der gleichen sozialen u. öko¬
nomischen Lage befindende Gruppe,
Schicht einer Bevölkerung »die Klasse
der Arbeiter« 3 Kategorie; Güteklasse
4 a) Schulzimmer, in dem unterrichtet
wird »Geh in die Klasse!« b) alle Schü¬
ler, die gemeinsam Unterricht erhal-
635
Klassefrau
ten 5 <Sport> alle Sportier, Vereine,
Fahrzeuge, Schiffe usw. die in einer
Leistungsstufe, Liga o. ä. zusammen¬
gefaßt sind, Syn.: <1> Gattung; <2>
Stand; Schicht
Klas|se|frau: den.; dt.> die; - ; -en [ugs.]
Frau, die aufgrund ihres Aussehens,
Verhaltens große Begeisterung her¬
vorruft
Klas|se|fiiB|ball: dat.; du der; -fe)s; -
<Sport> [ugs.] hervorragend gespielter
Fußball; für den Zuschauer interes¬
santes Fußballspiel
Klasjse|ment: dat. -fr.> /klassmoeg/ das;
-s; -s u. [Schweiz.] auch -e 1 «Sport)
(vorläufiges, endgültiges) Ergebnis ei¬
nes sportlichen Wettkampfes, einer
Rangliste von Mannschaften, Sport¬
lern 2 Einteilung in Klassen, Grup¬
pen
—» klas|sen bil|dend: s. klassenbildend
Klas|sen|ar|beit: dat.; du die; - / -en
(als Benotungsgrundlage) in der
Schule zur Feststellung des Lei¬
stungsstandes geschriebener Test
Klas[sen[auf(satz: dat.; du der; -es;
-aufsätze aus einem Aufsatz bestehen¬
de Klassenarbeit
Klas|sen|be|ste —> Klas|sen|bes|te:
dat.; dt.> der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Klassenbester; eine
Klassenbeste; zwei Klassenbeste) a)
leistungsmäßig (in einem Fach) beste
Schülerin/bester Schüler in einer
Schulklasse b) [oft scherzh.] qualita¬
tiv, leistungsmäßig Beste(r) auf einem
Gebiet
klas|sen|be|wu&t —*• klas|sen|be|-
wusst: dat.; du Adj. klassenbewu߬
ter; klassenbewußteste —> klassenbe¬
wusster; klassenbewussteste■«— sich
seiner sozialen Stellung bewußt; den
Unterschied, die Antagonismen zwi¬
schen den Gesellschaftsklassen beto¬
nend
Klas|sen|be|wu8tfsein —» Klas|sen|-
be|wusst|sein: dat.; du das; -s; -
Handlung, Einstellung, die klassen¬
bewußt ist, bei der sich jmd. seiner so¬
zialen Zugehörigkeit (zum Proletari¬
at) bewußt ist
klas|sen|bil|dend —* klas|sen bildend:
dat.; au Adj. n. stg. «meist Sprach-
wiss.> eine einheitliche Klasse, Grup¬
pe darstellend, bildend
Klas|sen|buch: dat.; du das;-(e)s; -bü¬
cher Kladde, in die Unterrichtsin¬
halte, Anwesenheitsdaten von Schü¬
lern u. ä. für eine Schulklasse einge¬
tragen werden
Klas|sen|er|halt: dat.; dt.) der; -(e)s; -e
(PL s.) «Sport) weitere Zugehörigkeit
zu einer sportlichen Liga, Klasse
(nach einer Saison)
Klas|sen|feind: dat.; du der; -(e)s; -e
<Pol.; Marxismus) Person, Gesamt¬
heit der Personen, die der Arbeiter¬
klasse gegenüber feindlich, negativ
eingestellt ist
Klas|sen|ge|sell|schafk dat.; dt.) die; - ;
-en <Pol.; Soziob Gesellschaft(smo-
dell), die/das von verschiedenen Klas¬
sen, scharf abgegrenzten Schichten
gekennzeichnet ist
Klas|sen|ka|me[rad: dat.) der; -en; -en
weibl. Klas|sen|ka]me|ra|din: die; - ;
-nen Person, die mit jmdm. in dieselbe
Schulklasse geht, gegangen ist
K(as|sen|kampf'. dat.; dt.) der; -(e)s;
-kämpfe «Pol.; Marxismus) Kampf,
Auseinandersetzung zwischen der
herrschenden u. der unterdrückten
Gesellschaftsklasse in einem Staat,
auf der Welt
K!as[sen|leh|rer: dat.; dt.) der; -s; -
weibl. Klas|sen|leh|re|rin: die; - / -nen
Lehrer(in), der/die oft besonders viel
in einer Klasse unterrichtet u. für de¬
ren organisatorische u. psychologi¬
sche Probleme besonders zuständig
ist
klas|sen|los: dat.; dt.> Adj. n. stg. <meist
Pol.) nicht mit einer Klasseneintei¬
lung versehen, keine (politischen)
Klassen aufweisend
Klas|sen|lot|te|rie: dat.; niederl.) die; • ;
-n Lotterie, Auslosung, bei der zu ver¬
schiedenen Terminen Losziehungen
stattfinden, für die jeweils neue Lose
verkauft werden
Klas|senlapie|get: dat.; dt.) der; -s; - a)
Darstellung der Zensurenverteilung
bei einer Klassenarbeit in einer Schul¬
klasse b) Darstellung der Sitzordnung
der Schüler in einer Schulklasse
Kias|sen|spre|cher: dat.; dt.) der; -s; -
weibl. Klas|sen|spre|che|rin: die; - ;
-nen Schüler(in), der/die als Interes¬
senvertreter von den Mitschülern in
der Klasse gewählt wurde
Klas|sen|tref|fen: dat.; dt.) das; -s; -
meist zu einem Jubiläum des Schulab¬
gangs veranstaltetes Treffen der ehe¬
maligen Schüler einer Schulklasse
Klasjsen|un|ter|schied: dat.; dt.) der;
-(e)s; -e 1 «Sport) erheblicher Lei¬
stungsunterschied, der auf die Zuge¬
hörigkeit der Akteure zu unterschied¬
lichen Spielklassen, Ligen schließen
läßt 2 <Pol.> Differenz, Unterschied
zwischen den Gesellschaftsklassen
klas|sen|wei|se: dat.; dt.) Adv. geordnet
nach (Schul-)Klassen
Klas|sen|ziel: dat.; dt.) das; -(e)s; -e a)
Lernziel, das für eine Schulklasse,
Jahrgangsstufe gesetzt wird b) «Sport)
Leistung, die für das Verbleiben in ei¬
ner Spielklasse, Liga erbracht werden
muß
K(as|sen|zim|mer: dat.; dt.) das; -s; -
Raum in einer Schule, in dem Unter¬
richt erteilt wird
klas|sie|ren: dat.-fr.) klassierst; klassier¬
test; hast klassiert nach bestimmten
Kriterien in Klassen, Gruppen ein¬
ordnen, sortieren
Klas|si|fi]ka|ti|gn: dat.-fr.) /klassifika-
zion/ die; ~ ; -en a) Vorgang des Klas¬
sifizierens, Einteilens in Gruppen b)
etw., was in eine Gruppe eingeordnet
wurde
klasjsi|fi|zter|bar. dat.-fr.> Adj. n. stg.
dazu geeignet, sich klassifizieren, in
Gruppen einteilen zu lassen
klas|si|fi|zi^ron: dat.) klassifizierst;
klassifiziertest; hast klassifiziert in
Klassen einteilen
Klas|si|fi|zielrung: dat.-fr.) die; - : -en a)
Vorgang des Einteilens in Gruppen b)
etw., was in eine Gruppe eingeteilt
wurde
Klasjsik: dau die; - ; - 1 a) Kunst u.
Kultur des antiken Griechenland b)
Kunst u. Kultur des antiken Rom 2
- europäische (Kunst-)Epoche (im 18./
19. Jahrhundert), die sich die grie¬
chisch-römische Antike als Vorbild
genommen hat 3 Gesamtheit der (äl¬
teren) Kompositionen der ernsten
Musik
Klas|si|ker: dau der; -s; -1a) Person,
die auf künstlerischem, wissenschaft¬
lichem o. ä. Gebiet Werke geschaffen
hat, deren Qualität als bleibend einge¬
stuft wird b) Werk eines Klassikers
(a) 2 Person, die in der Klassik (I, 2)
künstlerische o. ä. Werke geschaffen
hat
klassisch: dat.) Adj. n. stg. 1 zur Epo¬
che der Klassik gehörend; die Klassik
betreffend »klassische Musik« 2 vor¬
bildlich; ohne Makel »klassische
Schönheit« 3 a) zeitlos, nicht einem
aktuellen Zeitgeschmack entspre¬
chend »ein klassischer Schnitt eines
Kleides« b) traditionell
Klas|si|zis|mus: dat.) der; - / Klassizis¬
men 1 o. PI. Stilrichtung, die die grie¬
chisch-römische Antike als Vorbild
hat u. eine geradlinige, klare Gliede¬
rung vertritt 2 Stilmittel, das für den
Klassizismus (1) typisch ist
klas|si|zi]stisch —> klas|si|zis|tisch:
dat.) Adj. dem Klassizismus züzuord-
nen, angehörend
Klas|si|zi|tät: dat.) die; - ; - [geh.] typi¬
sche Beschaffenheit einer Sache
klajstisch —> klassisch: <gr.) Adj.
«Geologie) aus ”den Bruchstücken,
Trümmern anderer Gesteine gebildet,
stammend
Klatsch; der; -(e)s; -e 1 kurzes, klat¬
schendes Geräusch 2 Schlag, der ein
klatschendes Geräusch hervorbringt
3 o. PL a) Verbreitung von (privaten)
Neuigkeiten, Gerüchten; z. T. unwah¬
res Gerede über jmdn., der nicht an¬
wesend istb) das Sprechen über priva¬
te Ereignisse (in gemütlicher Runde,
beim Kaffee o. ä.)
Klatsch|ba|se: die; - ; -n [ugs.; abwert.]
Person, meist Frau, die häufig private
Neuigkeiten, Gerüchte verbreitet
Klatsche: die; - ; -n 1 [landsch.] Gerät,
Vorrichtung aus einem (Plastik-)Blatt
an einem Stil, mit dem Fliegen o. ä.
getötet werden 2 [landsch.; abwert.]
Person, die jmdn. verpetzt, verrät 3
[ugs.; abwert.] Person, die gerne
klatscht, Gerüchte, private Dinge
über jmdn. verbreitet
klatfschen: klatschst; klatschtest; hast
geklatscht 1 (schlecht, übel) über eine
abwesende Person sprechen »Sie
klatschten über die geschiedene
Nachbarin.« 2 Applaus, Beifall geben;
applaudieren 3 a) ein einem Knall
ähnliches Geräusch hervorbringen b)
mit klatschendem Geräusch auftreten
4 jmdm. eine klatschen: [ugs.] jmdn.
ohrfeigen, ins Gesicht schlagen
klat|sche|naB —» klatjsche|nass: Adj.
n. stg. [ugs.] durchnäßt
Klat|sche|rei: die; - ; -en 1 ständiges Re¬
den über private Dinge, Lästern, Ver¬
breiten von Gerüchten 2 [abwert.]
ständiges Klatschen, Beifallspenden
klatsch|haft: Adj. klatschhafter;
klatschhafteste gerne über private
Dinge anderer Personen redend; dazu
neigend, Gerüchte, zu verbreiten, zu
lästern
klat|schig: Adj. 1 gerne klatschend, über
private Dinge, andere Personen re-
636
kleben
dend 2 <Backware> [landsch.] von
kletschigem Zustand; nach dem Bak-
ken leicht feucht u. zusammengefal¬
len
Klatsch|ko|lum|nist: der; -en; -en weibl.
Klatsch|ko|lum|ni|stin —* Klatsch|-
ko|lum)nis|tin: die; - ; -nen Person, die
für eine Zeitung Artikel verfaßt, die
Gesellschaftsklatsch über prominente
Personen enthalten
Klatschmaul: das; -fejs; -mäuler [ugs.;
abwert.] Person, die ständig über
jmdn. klatscht, schlecht redet, Ge¬
rüchte verbreitet
Klatschmohn: der; -(e)s; - Mohnsorte
mit leuchtend roten Blättern
klatschnaß —» klatsch|nass: Adj. n.
"stg. [ugs.] durchnäßt
Klatsch|nest das; -(e)s; -er [ugs.;
äbwert.] kleine Ortschaft, kleines
Dorf, in dem ständig über alle
(schlecht) geredet, geklatscht wird
Klatsch|ro|se: die; -; -n Pfingstrose
Klätsch|spal|te: die; ~ ; -n [ugs.; abwert.]
Rubrik in einer Zeitung, in der Ge¬
rüchte, Berichte über das Privatleben
von Prominenten verbreitet werden,
Artikel mit Gesellschaftsklatsch ab¬
gedruckt werden
Klatsch|tan|te: die; - ; -n [abwert.] Frau,
die ständig Gerüchte über jmdn. ver¬
breitet, über private Dinge, Angele¬
genheiten anderer klatscht
Klatschweib: das; -(e)s; -er [abwert.]
Person, die ständig Gerüchte verbrei¬
tet, über jmds. private Dinge, Angele¬
genheiten klatscht
Klaublaribeit: die; ~ ; -en [berg-
mannssprl.] Aussortieren, Ausson-
dem der brauchbaren Elemente aus
dem geförderten Gestein o. ä.
klaulben: klaubst; klaubtest; hast ge¬
klaubt 1 [bergmannssprl.j die brauch¬
baren Teile aus dem Geforderten aus¬
sortieren 2 [landsch.] etw. mühsam
(mit den Fingern) aufsammeln, aus¬
sortieren 3 [landsch.; ugs.] Teil für
Teil aufsammeln
Klau|be|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.] 1
zu enges Betrachten, Interpretieren
einer Aussage; Betreiben von Wort¬
klauberei 2 andauerndes, ständiges
Klauben, mühsames Aufsammeln,
Ernten von etw.
Klaue: die; - ; -n 1 mit Krallen besetzter
Fuß von (Raub-)Katzen u. Raubvö¬
geln 2 <Insekt> Fortsatz des Fußes,
der mit einer scherenähnlichen Vor¬
richtung ausgerüstet ist 3 (Paarhufer)
jede der beiden Hälften des Hufes 4
<Werkzeug> a) hakenförmiges Greif¬
werkzeug b) Gegenstück zu einem
Vorsprung, einer Aussparung in ei¬
nem Maschinenteil 5 [ugs.; scherzh.]
a) Hand des Menschen b) Hand¬
schrift
klaulen: klaust; klautest; hast geklaut
[ugs.] unrechtmäßig fremdes Eigen¬
tum an sich nehmen Syn.: stehlen
KlaulenHuB; der; -es; -füße 1 <Paarhufer>
aus zwei Klauen, Hälften bestehender
Huf 2 <Med.> mit einer Fehlstellung
der Zehen (Krallenstellung) verbun¬
dener Hohlfuß 3 den Klauen eines
Tieres nachgebildeter Fuß an Mö¬
belstücken u. ä.
Klaulenlseulche: die; - ; - kurz für
Maul- u. Klauenseuche = von Viren
verursachte Krankheit (bei Wieder¬
käuern), die sich durch Ausschlag an
Maul, Klauen u. Eutern zeigt
Klaulse: dat.> die; • ; -n 1 Zelle, Wohn-
raum in einem Kloster 2 Haus,
Wohnraum eines Einsiedlers 3 [oft
scherzh.] Raum in einer Wohnung, in
dem jmd. Ruhe findet 4 (Alpen-
)Schlucht
Klaulsel: dat.i die; - ; -n 1 <meist
Rechtsw.) einschränkende Bedingung
(in einem Vertrag) »Die Klausel des
Vertrages tritt in Kraft.« 2 <Musik>
formelhaft vorgegebener Schluß in ei¬
ner mittelalterlichen Melodie 3
<Sprachwiss.> in der antiken Rhetho-
rik vorgegebener Satzschluß mit be¬
sonderer metrischer Form
Klau|stro|pho|bie —> Klau|s|t|ro|pho|-
bie: <gr.> /klaußtrofobi/ die; - ; -pho¬
bien Iklaußtrofobpnj <Psychologie>
krankhafte Angst vor/in engen, ge¬
schlossenen Räumen
klau|su|lie|ren: dat.i klausulierst; klau-
suliertest; hast klausuliert als Klausel,
Einschränkung formulieren
Klaufsur: dat.> die; - ; -en 1 a) o. PI. Ab¬
geschiedenheit, die von (klösterli¬
chen) Regeln vorgeschrieben ist b)
<Kloster> abgeschlossener Bereich für
einen bestimmten Personenkreis c)
Treffen, Veranstaltung, die in Abge¬
schiedenheit u. unter Ausschluß der
Öffentlichkeit stattfindet 2 Teil eines
Klosters, der für Außenstehende
nicht zugänglich ist 3 kurz für Klau¬
surarbeit = Schulaufgabe (in der
Oberstufe), die jeder Schüler während
der Unterrichtszeit selbständig, ohne
Hilfe anderer lösen muß; Klassenar¬
beit in der Oberstufe
Ktau|surjar|beit: <lat.; dt.> die; - ; -en
Schulaufgabe (in der Oberstufe), die
jeder Schüler während der Unter¬
richtszeit selbständig, ohne Hilfe an¬
derer lösen muß; Klassenarbeit in der
Oberstufe
Klau|sur|ta[gung: dat.; dt.> die; - ; -en
Tagung, Konferenz, die unter Aus¬
schluß der Öffentlichkeit stattfindet
Kla|via|tur —» Kla|vi|a(tur: <lat.-fr.> /kla-
wiatur/ die; - ; -en 1 <Musik> (Darstel¬
lung der) Tasten eines Musikinstru¬
mentes 2 <übertr.> alle sich hinsicht¬
lich einer Sache darbietenden Mög¬
lichkeiten, Chancen
Klarier: dat.-fr.t /klawir/ das; -s; -e
(Musik) Tasteninstrument, dessen
senkrecht angeordnete Saiten durch
Hämmer angeschlagen werden
Kla|vjer[bau|en dat.-fr.> /klawir-/ der;
-s; - weibl. Kla|vier[baue|rin —> Kla|-
vier|bau|e|rin: die; - ; -nen Person, die
beruflich Klaviere herstellt, baut
Klarier]be|glei[tung: dat.-fr.t /klawir-/
die; - ; -en (Musik) Begleiten, Unter¬
stützen einer Singstimme, eines ande¬
ren Instrumentes auf dem Klavier
kla|vie|ren: <lat.-fr.> /klawiren/ klavierst;
klaviertest; hast klaviert [landsch.;
ugs.] an etw. mit den Fingern arbei¬
ten, herumfingem
Kla|vjer|konjzert: dat.-fri /klawjr-/ das;
-(e)s; -e <Musik> Konzert, musikali¬
sche Darbietung, bei dem/der Kom¬
positionen für Klaviere aufgeführt
werden
Kta|vjer|leh|rer: dat.-fr.> /klawir-/ der;
-s; - weibl. Klajvfer|leh|re|rin: die; ~ ;
-nen Person, die das Klavierspielen
unterrichtet
Kla|vier|nui|sik: dat.-fr.>/klawir-/ die; - ;
- <Musik> Gesamtheit der Komposi¬
tionen, Darbietungen für das, auf
dem Klavier
Kla|vjeijquaijtett: <lat.-fr.> /klawir-/ das;
-(e)s; -e (Musik) 1 Komposition, die
für ein Klavier u. drei Streichinstru¬
mente geschrieben wurde 2 Gruppe
von Musikern, die Klavierquartette
darbieten, aufführen
Kla|vierj<|uin|tett: dat.-fr.> /klawir-/ das;
-(e)s; -e (Musik) 1 Musikkompositi¬
on, Stück, die/das für ein Klavier u.
vier Streichinstrumente verfaßt wur¬
de 2 Gruppe von Musikern, die Kla¬
vierquintette darbieten, aufführen
Kla|vier|schu|le: dat.-fr.> /klawir-/ die;
- ; -n <Musik> 1 a) Musikschule, in der
Klavierunterricht gegeben wird b)
Anleitungs-, Übungsbuch für das
Klavierspiel 2 eine von mehreren For¬
men des Klavierspielens, die sich
durch besondere Merkmale auszeich¬
net
Kla|vier|so|na|te: dat.-fr.) /klawir-/ die;
- ; -n (Musik) aus mehreren Sätzen
bestehende Komposition, Sonate für
das Klavier
Kla|vjerjspiel: dat.-fr.> /klawir-/ das;
-fejs; - <Musik> Darbietung von mu¬
sikalischen Kompositionen o. ä. auf
dem Klavier
Kla|v|er|stun|de: dat.-fr.r /klawir-/ die;
- ; -« <Musik> Unterrichtsstunde,
Lektion im Klavierspielen
Kle|be: die; • ; - [ugs.] 1 Klebstoff 2
(Sport; Fußbalb mit hoher Schu߬
kraft ausgestatteter Fuß
Kle|be|bin|dung: die; - ; -en Buchbinde¬
verfahren, bei dem die Blätter an der
Buchrückenkante zusammengeklebt
werden
Kle|be|mit|tel: das; -s; - (chemisch her¬
gestellter) Stoff, mit dem etw. ver¬
klebt, durch Klebung fest verbunden
werden kann
klejben: klebst; klebtest; hast geklebt 1
a) etw. mit Hilfe eines bindenden, haf¬
tenden Stoffes in, an, auf etw. festma¬
chen, so daß es sich nicht ablösen
kann »eine Briefmarke auf die Post¬
karte kleben« b) auf etw. festgemacht
sein »Die Briefmarke klebt auf der
Karte.« c) etw. mit Hilfe eines binden¬
den Stoffes reparieren »Sie klebte die
zerbrochene Tasse mit Porzellankitt.«
2 schmierig sein »Deine Hände kleben
vom Honig.« 3 [ugs.] mit etw. Zusam¬
menhängen, verbunden sein »An die¬
sem Projekt klebt viel Geld.« 4 a) an
etw. haften »Das Preisschild klebte
auf dem Glas.« b) [ugs.] sich von
jmdm., von etw. nicht trennen (wol¬
len, können) »Er klebte an ihren
Fersen.« c) nicht (von einem Ort)
Weggehen »Er klebt jeden Abend in
der Kneipe u. betrinkt sich.« 5 [ugs.] in
die Sozialversicherung einzahlen,
Rentenbeiträge bezahlen »Er hat 30
Jahre geklebt u. sich seine Rente jetzt
verdient.« 6 jmdm. eine, ein paar
kleben: [ugs.] jmdm. eine od. mehrere
Ohrfeigen geben
637
klebenbleiben kleben
kle|ben|blei|ben —» klejben blei|ben:
bleibst kleben; blieb(e)st kleben; bist
klebengeblieben —>bist kleben
geblieben*■— 1 weiterhin an etw. kle¬
ben, haften 2 [ugs.] in der Schule Sit¬
zenbleiben, so daß ein Schuljahr wie¬
derholt werden muß 3 [ugs.] gezwun¬
gen sein, sich weiterhin dicht an etw.
od. jmdm. aufzuhalten, sich weiterhin
mit etw. zu beschäftigen
Kleiber: der; -s; - Klebstoff; chemisches
Haftmittel
Kle)be|stel]le/Kleb|stel|le: die; - ; -n
Punkt, Ort, an dem etw. mittels Kle¬
ber mit etw. anderem verbunden ist
Kle|be|stift der; -(ejs; -e stiftförmige,
Klebstoff enthaltende Plastikhülle,
mit deren Inhalt vor allem Papier o.
ä. verklebt wird
Kle|be|strei|fen/Kleb[strei|fen: der; -s; -
(beidseitig) mit einer Haftschicht,
Klebeschicht versehener Streifen aus
Plastik o. ä., mit dem u. a. Papier ver¬
klebt wird
Klejbe|ver|band: der; -(e)s; -verbände
<Med.> Verband, der mit einem selbst¬
klebenden Abschluß ausgestattet ist
od. mit Heftpflaster o. ä. verklebt
wird
Kleb|mitftel: das; -s; - (chemisch herge¬
stellter) Klebstoff
kleb|rig/klebe|rig: Adj. 1 leicht an etw.
klebend, haftend; mit Klebstoff aus¬
gestattet 2 in der Form schmutzig, als
sei etw. mit Klebstoff behaftet 3
<übertr.> als widerlich, allzu unterwür¬
fig, opportunistisch empfunden
K(eb|stel[le/Klelbe|stel|le: die; - / -n
Punkt, Ort, an dem etw. mittels Kle¬
ber mit etw. anderem verbunden ist
Klebjstoff: der; -fe)s; -e (chemisch her¬
gestelltes) Mittel zum Verbinden,
Kleben von Dingen, Flächen
Kleb|$trei|fen/Kl§|be|streiffen: der; -s; -
(beidseitig) mit einer Haftschicht,
Klebeschicht versehener Streifen aus
Plastik o. ä., mit dem u. a. Papier ver¬
klebt wird
Klejbung: die; ~; -en a) Vorgang, Ergeb¬
nis des Klebens b) [fachsprl.j Stelle,
an der etw. geklebt ist; geklebte Ge¬
genstände, Flächen o. ä.
Klecke|rei (Klek|ke|rei —» Kle|cke|rei):
die; - ; -en [ugs.; abwert.] ständiges,
häufiges Kleckern, Verschütten, Hin-
unteifallenlassen von etw.
Kleckeijfrit|ze (Klek|ker|frit|ze —v Kle|-
eker|frit|ze): der; -n; -n [ugs.] Person,
die häufig, ständig kleckert, etw. ver¬
schüttet, etw. hinunterfallen läßt
Klecker|kram (Klek|ker]kram —> Kle|-
ckeijkram): der; -(ejs; - [ugs.;
abwert.] unwichtiges, im Umfang ge¬
ringfügiges Ereignis o. ä.
klackern (k!ek|kern —» klejckern):
kleckerst; kleckertest; hast/ist geklek-
kert 1 a) hast eine Flüssigkeit o. ä. ver¬
schütten u. so Flecken verursachen b)
ist auf etw. tropfen, verschüttet wer¬
den u. Flecken verursachen 2 bist
[ugs.] nicht schnell, sondern langsam,
zögerlich, nach u. nach geschehen,
eintreffen »Die Gäste kleckerten
herein. • Das Projekt kleckert seit drei
Jahren dahin.« 3 nicht kleckern, son¬
dern klotzen: [ugs.] sich nicht mit
Kleinigkeiten abgeben, sondern
gleich groß anfangen, einsteigen
k(ecker|wei|se (klek|ker|wei|se —»
kle(ckerjwei|se): Adv. [ugs.; abwert.]
in kleinen unbedeutenden Schritten,
unregelmäßigen Abständen
Klecks: der; -es; -e Fleck (aus einem
deutlich erkennbaren, abgesetzten
Material)
K(ecks|bild: das; -(e)s; -er <Psycholo¬
gie> aus einem Tintenfleck gebildetes
Motiv (für den Rorschachtest)
kleck|sen: kleckst; kleckstest; hast ge¬
kleckst Flecken mit Tinte, einer dick¬
flüssigen Substanz hervorrufen, ma¬
chen
Kteck|sen der; -s; - weibl. K(eck|se|rin:
die; - ; -nen t nur männl. Form (Tin-
ten-)Fleck 2 [ugs.; abwert.] Person,
die kleckst, Flecken hinterläßt
Kleck|se|reJ: die; - ; -en 1 ständiges, an¬
haltendes Klecksen, verursachen von
Flecken 2 [abwert.] dilettantische,
schlechte Malerei
kleckjsig: Adj. [ugs.; abwert.] mit Flek-
ken, Klecksen übersäht, voll
Klee: der; -s; - auf Wiesen wachsende
Pflanze, die meist drei, manchmal vier
Blätter hervorbringt
Klee|blatt: das; ~(e)s; -blätter 1 a) häu¬
fig als Viehfutter verwendetes Gras
mit drei od. vier Blättern an einem
kurzen Stengel b) vierblättrige Va¬
riante, die als Glücksbringer gilt 2
jmdn., etw. über den grünen Klee
loben: [ugs.] von jmdm. od. etw. mit
großer Begeisterung sprechen
Kleefeld: das; -(ejs; -er Wiese, Feld,
auf der/dem Klee angepflanzt wurde,
der als Viehfutter geerntet wird
Klee)gras: das; -es; - aus Gras u. Klee
bestehendes Viehfutter
klei|ben: kleibst; kleibtest; hast gekleibt
[landsch.; ugs.] etw. mit einem Kleb¬
stoff miteinander verbinden, verkle¬
ben; etw. an etw. kleben
Klejlber: der; -s; - kleiner, am Rücken
blaugefärbter Waldvogel
Klei|bo]den: der; -s; -böden kompakter,
vor allem aus Lehm bestehender Erd¬
boden
Kleid: das; -(e)s; -er 1 meist aus einem
Stück bestehendes, von Frauen getra¬
genes Kleidungsstück, das aus einem
blusenähnlichen Oberstück u. einem
rockähnlichen Unterstück besteht
»Sie trug ein schwarzes Kleid.« 2 n. PI.
[veralt.] Kleidung 3 [Schweiz.] Anzug;
Jacke u. Hose aus demselben Stoff
(für Männer) 4 <Jagd> (der Jahreszeit
angepaßtes) Fell bzw. Federn 5 Klei¬
der machen Leute: gute Kleidung
hebt das Ansehen 6 etw. bleibt nicht
in den Kleidern hängen: etw. belastet
jmdn. sehr, hinterläßt sichtbare Spu¬
ren
Kleid|chen: das; -s; - a) kleines Kleid
(für das nicht viel Stoff aufgewendet
werden mußte) b) einfaches, nicht
sehr aufwendig gestaltetes (Sommer-)
Kleid
klei|den: kleidest; kleidetest; hast geklei¬
det 1 jmdm. etw. anziehen »Der Desi¬
gner kleidete sie in eine Seidenbluse u.
einen Minirock.« 2 etw. in Worte
kleiden: (versuchen,) Gefühle, Ge¬
danken usw. mündlich od. schriftlich
(anderen Personen) mitzuteilen
klei|den, sich: kleidest dich; kleidetest
dich; hast dich gekleidet 1 a) die Art u.
Weise, sich anzuziehen b) jmdm. ste¬
hen
Klei|der]ab|lajge: die; - ; -n Schrank od.
Vorrichtung mit Kleiderhaken, in
den/die Mäntel, Jacken o. ä. zeitwei¬
lig gehängt werden
Klei|der|bad: das; -(e)s; -bäder (PI. s.)
chemische Säuberung mit relativ we¬
nig Zusätzen, die nur für weniger ver¬
schmutzte Kleidungsstücke anwend¬
bar ist
Klei|der|bü|gel: der; -s; - Vorrichtung
aus Holz od. Metall mit einem gebo¬
genen Haken in der Mitte, über die
ein Kleidungsstück gelegt u. anschlie¬
ßend in den Schrank, an einen Klei¬
derhaken gehängt wird
Klei]der|bür|ste —* Klei]der|bürs|te:
die; ~ ; -n mit (Natur-)Borsten verse¬
hene größere Bürste, mit der störende
Rückstände, Fusel o. ä. von Klei¬
dungsstücken entfernt werden
Kleijdeijha]ken: der; -s; ~ an einer Gar¬
derobe, an der Wand angebrachter
Haken, an die/auf den (mittels eines
Bügels) Kleidungsstücke gehängt
werden
Klei]der]mot|te: die; - ; -n Motte, deren
Raupe aus Naturfasern hergestellte
Kleidung befällt, in Kleidung Löcher
frißt
Klei|der|ord|nung: die; - ; -en a) <hist.>
umfassendes Regelwerk, das den An¬
gehörigen einzelner Schichten, Stän¬
de ihre Kleidung vorschreibt b)
Wunsch (des Veranstalters eines Fe¬
stes o. ä.) nach einer bestimmten, ele¬
ganten o. ä. Kleidung
Klej]der]rock: der; -(e)s; -rocke ärmel¬
loses, schlicht geschnittenes, meist
kragenloses Kleid, unter dem ein T-
Shirt od. eine Bluse getragen wird
Klgi(der|schrank: der; -(ejs; -schränke
1 großes, hohes Möbel mit Türen, in
den Kleidungsstücke zur Aufbewah¬
rung gehängt od. gelegt werden »Die
Hose hängt im Kleiderschrank.« 2
[ugs.; scherzh.] breitschultriger, gro¬
ßer Mann
Klei|der|schwim|men: das; -s; - wäh¬
rend der Ausbildung zum Rettungs¬
schwimmer zu absolvierende Übung,
bei der die Teilnehmer Straßenklei¬
dung tragen
Klej|der]«tän|der: der; -s; - 1 Gardero¬
benständer, auf den meist Jacken u.
Mäntel (mit Bügeln) gehängt werden
2 [ugs.; scherzh.] übertrieben modisch
gekleideter Mensch (mit niedriger In¬
telligenz)
Klei|deijstoff: der; -(e)s; -e a) (auf einen
Ballen aufgewickelter) Stoff, aus dem
Kleidungsstücke hergestellt werden
können b) leichterer Stoff, der für die
Herstellung von (Sommer-)Kleidern
verwendet werden kann
kleid|sam: Adj. als Kleidungsstück vor¬
teilhaft an jmdm. wirkend
Klejjdung: die; - ; - Gesamtheit von al¬
lem, was man anzieht; Oberbegriff
für alles, was Menschen anziehen
Kle]]dungs|stück: das; -(ejs; -e einzel¬
nes Element der Kleidung, das von
jmdm. angezogen wird, werden kann
Klgin: das; -s; -1 [bergmannssprl.] klein¬
ste, nicht mehr aussortierbare Stücke
der geförderten Kohle o. ä. 2 kurzför
Hühnerklein o. ä. — kleine (Abfall-
638
kleinherzig
)Stücke vom Huhn u. a. (die meist zur
Herstellung einer Brühe o. ä. verwen¬
det werden)
klein: Adj. 1 a) <Körpergröße> nicht
groß, sondern kurz, kürzer im Ver¬
gleich zu anderen u. gemessen an ei¬
nem Durchschnittswert »Sie ist eine
kleine Frau.« b) <Ausmaß; Ausdeh¬
nung> wenig an Länge u./od. Höhe
u./od. Breite u./od. Tiefe haben »ein
kleiner See ♦ ein kleines Tischchen« 2
<Alter> a) nicht ausgewachsen; nicht
erwachsen b) im Vergleich mit jmdm.
od. etw. jünger »Mein kleiner Bruder
ist krank.« 3 <Menge> nicht viel; gering
»eine kleine Portion Reis ♦ eine kleine
Familie ♦ ein kleines Einkommen« 4
von geringer Bedeutung »ein kleiner
Fehler ♦ ein kleiner Angestellter« 5 in
der Stärke o. ä. niedrig(er) »Ich habe
die Herdflamme klein gestellt.« 6
<Zeit> nicht lange, sondern nur kurz
(dauernd) »Warte noch eine kleine
Weile.« 7 <Zahl; Summe) a) nicht teu¬
er »Dieses Restaurant hat kleine
Preise.« 8 ohne viel Umstände u. mit
geringer Menge, bescheiden « 9 (Cha¬
rakter) stur (u. nicht sehr intelligent)
10 a) (etw.) kleinschreiben; kieinge-
schrieben werden: <Wort> mit klei¬
nem, nicht groß geschriebenem An¬
fangsbuchstaben »Verben wie z. B.
>gehen< werden im Satz klein¬
geschrieben.« b) (etw.) kleinschrei¬
ben; kleingeschrieben werden —»
(etw.) klein schreiben; klein ge¬
schrieben werden: etw. keine große
Beachtung zukommen lassen »Gast¬
freundschaft wird bei (Besen Leuten
kleingeschrieben.« 11 kleines Geld/
Kleingeld: a) Münzen b) Geldscheine
von niedrigem Wert 12 von klein auf:
von Kindheit an 13 sich etw. (Klei¬
nes) bestellt haben: [scherzh.; ver¬
hüll.] ein Baby erwarten 14 klein u.
häßlich werden, sein: [ugs.] sehr
kleinlaut werden, sein 15 klein, aber
mein: [ugs.] nicht sehr groß, aber es
gehört mir 16 klein machen: [ugs.]
Urin, Wasser lassen; die Blase entlee¬
ren 17 klein, aber fein: [ugs.] nicht
groß, aber gut 18 klein, aber oho:
[ugs.; scherzh.] nicht sehr groß, aber
tüchtig, intelligent o. ä. 19 jmd. ist so
klein mit Hut: jmd. ist angesichts eines
begangenen Fehlers o. ä. sehr klein¬
laut, unterwürfig, bescheiden gewor¬
den 20 im kleinen —» im Kleinen:
nicht generell od. im großen Stil, son¬
dern beim Einzelfall ansetzend 21 bis
ins kleinste —» bis ins Kleinste: bis
ins Detail »Sie muß immer alles bis ins
kleinste durchplanen.« 22 groß u. klein
—* Groß u. Klein: sowohl Erwach¬
sene als auch Kinder
—» klein be|kom|men: s. kleinbekom¬
men (1 a)
—> klein dre|hen: s. kleindrehen
—* klein gedruckt s. kleingedruckt
—* klein ge|mus|tert: s. kleingemustert
—* klein ge|wach|sen: s. kleingewach¬
sen
—> klein ha|cken: s. kleinhacken
—> klein ka|riert: s. kleinkariert
—> klein krie|gen: s. kleinkriegen
—* klein ma|chen: s. kleinmachen
—* klein schneiden: s. kleinschneiden
—> klein schrei|ben: s. kleinschreiben
—»• klein stellten: s. kleinstellen
Klein|ak|tio|när —> Klein|ak|ti|o|näR
der; -(ejs; -e weibl. Klein|ak(tio|nä|rin
—> Klein|ak|ti|ojnä|rin: die; - ; -nen
<Wirt.> Person, aie von einer Aktien¬
gesellschaft nur wenige Einheiten,
Aktien besitzt
Klein|an|zei|ge: die; - / -n unter vielen
anderen Anzeigen auf einer Zeitungs-,
Zeitschriftenseite erscheinende (pri¬
vate) Anzeige, Annonce
Klein|ar|beit: die; - ; -en < PI. s.) mühe¬
volle Arbeit, Tätigkeit, die eigenstän¬
dig, ohne viele Hilfsmittel erledigt
werden muß
klein|be|kom|men: bekommst klein; be¬
kamt e) st klein; hast kleinbekommen
[ugs.] 1 a) —> auch klein be|kom|men
—*■auch hast klein bekommen<—
etw. nach langem Bemühen zerstören,
in kleine Stücke teilen b) etw. (z. B.
Spielzeug) durch unachtsames, grob¬
es Verhalten zerstören 2 jmdn. zu etw.
überreden; jmdn. (mit unlauteren
Mitteln) zu einer Handlung veranlas¬
sen
Klein|be|trieb: der; -(e)s; -e <Wirt.>
Wirtschaftsunternehmen ohne od.
nur mit wenigen Angestellten
Klein|bild: das; -(e)s; -er (Photographie)
mit einer Kleinbildkamera gemachtes
Negativ od. Diapositv im Format 24
mm x 36 mm
Klein|bild|ka|me|ra: die; - ; -s (Photo¬
graphie) Fotoapparat, mit dem
Klembildnegative, -diapositive herge¬
stellt werden können
Klein|buch|sta|be: der; -n; -n (Sprach-
wiss.> festgelegtes Buchstabenzeichen,
das als Variante zum Großbuchsta¬
ben steht; Minuskel
Klein|bür|gen der; -s; - weibl. Klein|-
büijge|rin: die; ~ ; -nen (Pol.; Soziob
[abwert.] Person, die der Mittel¬
schicht angehört, politisch u. gesell¬
schaftlich progressiven Ideen wenig
aufgeschlossen ist u. sich stark von
den unteren Schichten abzugrenzen
sucht
kle|n|bür]ger|lich: Adj. (Pol.; Soziob
[abwert.] alle typischen Eigenschaften
eines Kleinbürgers besitzend
Kleinjbür|ger]tum: das; -s; - (Pol.; So¬
ziob [abwert.] a) gesellschaftliche
Schicht der Kleinbürger b) Gedan¬
kengut, das für die Kleinbürger ty¬
pisch ist
Klein|bus: der; -ses; -se größerer PKW
mit bis zu neun Sitzplätzen
Klein|dar|stel|ler der; -s; - weibl.
Klein|dar|steljle|rin: die; ~ ; -nen
Schauspielerin) von (fast) textlosen
Rollen im Film, Fernsehen, Theater,
Syn.: [fremdsprl.] Statist(in)
klein|den|kend: Adj. n. stg. [abwert.]
nur die momentane Situation, den ei¬
genen Vorteil u. nicht den großen Zu¬
sammenhang bedenkend
klein|dre|hen —> klejn drelhen: drehst
klein; drehtest klein; hast kleingedreht
—>hast klein gedreht*— [ugs.] eine
Flamme, die Energiezufuhr zu etw.
durch Betätigung eines Schalters ver¬
ringern, auf ein niedriges Niveau
bringen
Klej|ne: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Kleiner; eine
Kleine; zwei Kleine) [ugs.] a) kleines
Kind; kleiner Junge, kleines Mädchen
b) kleines Kind (aus der Sicht der El¬
tern); kleine(r), jüngste(r) Sohn,
Tochter
Klei|ne|leu|te|fni|fieu: das; -s; - [meist
abwert.] gesellschaftliches Umfeld,
der Unter-, unteren Mittelschicht
klei|ne|ren|teils/kl|||nem|teils: Adv. den
geringeren Anteil betreffend; mit dem
kleineren, geringeren Anteil
Klein|fa|mi|lie: die; -; -n (Soziob aus El¬
tern u. einem od. wenigen Kindern
bestehende Familie (ohne Großeltern
u. a. Verwandte)
Klein|for|mat: das; -(e)s; -e kleines For¬
mat, geringe Abmessungen (im Ver¬
gleich zu anderen Exemplaren)
Klein|gar|ten: der; -s; -gärten kleineres
Gartenstück (mit einem Blockhaus o.
ä.) in einer Gartenanlage; Schreber¬
garten
Klein|gärtjner der; -s; - weibl. Klein|-
gärt|ne|rin: die; ~ ; -nen a) Person, die
einen Schrebergarten bewirtschaftet,
gepachtet hat b) Person, die im Gar¬
ten an ihrem Haus Gemüse, Obst o.
ä. zieht, erntet
kle|n|ge|druckt —» auch klein gel¬
druckt: Adj. in einem kleinen, kleine¬
ren Schrifttyp gesetzt, gedruckt
Klein|ge[druckjte: das; -n; - (häufig o.
Art.: Kleingedrucktes a) etw. inner¬
halb eines Textes, was in kleinen
Buchstaben gesetzt ist b) (für den
Käufer u. ä. negative, meist in sehr
kleinen Schrifttypen gesetzte) zusätz¬
liche Bedingungen, Klauseln zu ei¬
nem Vertrag
Kle|n|geist: der; -(e)s; -er [abwert.] Per¬
son, die nur sich selbst, ihren eigenen
Vorteil, Lebensbereich u. nicht über¬
geordnete Ziele sieht
Klejn|geld: das; -(e)s; - Münzgeld od.
Geldscheine mit niedrigem Wert
kle]n|ge|inu|stert —* klein ge|mus|tert:
Adj. kleiner gemustert; am kleinsten
gemustert mit einem Muster aus klei¬
nen Motiven versehen
klein|ge|wach|sen —> klein ge|wach|-
sen: Adj. a) unterdurchschnittlich
groß b) aufgrund einer Wachstums¬
störung von geringer Körpergröße
klejn|gläu|big: Adj. a) (Religion) nicht
das notwendige, mögliche Gottver¬
trauen aufweisend b) ängstlich reagie¬
rend; zu wenig Vertrauen in das Ge¬
lingen, den Erfolg von etw. setzend
kle|n|hacken (klein|hak|ken) —* auch
klein ha|cken: hackst klein; hacktest
klein; hast kleingehackt —>auch hast
klein gehackt*— mit einem scharfen
Werkzeug in (kleinere) Stücke hak-
ken, zerkleinern
Klein|han|del: der; -s; - (Wirt.) Teil des
Handels, der sich mit dem Verkauf an
den Endverbraucher befaßt, Syn.:
Einzelhandel
Klein|händ|len der; -s; - weibl. Klein|-
händ|le|rin: die; - ; -nen (Wirt.) Per¬
son, die ein Einzelhandelsgeschäft be¬
treibt
Kleinheit: die; - ; - kleine Beschaffen¬
heit, Ausmaße von etw.
kle|n|her|zig: Adj. [abwert.] a) egoistisch
u. nicht sehr freigiebig b) ohne Mut,
Enthusiasmus in bezug auf eine Un¬
ternehmung
639
Kleinhirn
Klein|hirn: das; -(e)s; -e <Med.> Bereich
des Gehirns, das die Bewegungen
steuert
Klein|holz: das; -es; -1 kleinere Stücke
(Brenn-)Holz 2 a) aus etw./jmdm.
Kleinholz machen: [ugs.] etw. zerstö¬
ren, zerschlagen b) aus dem, dir ma¬
che ich Kleinholz: Androhung von
Schlägen, Prügeln an jmdn.
Klei|nig|keit: die; - / -en 1 a) kleiner,
nicht näher gekennzeichneter Gegen¬
stand o. ä. b) preiswerter, billiger Ge¬
genstand o. ä. 2 a) unwichtige Sache,
Angelegenheit b) leicht lösbare Ange¬
legenheit
Klein|ka|li|ber: das; -s; - geringer
Durchmesser eines Rohres (meist bei
Schußwaffen)
ktein|ka|li|brig —» klein ka(li|b[rig: Adj.
a) <meist SchußwälTe> mit einem ge¬
ringen Rohrdurchmesser ausgestattet
b) <übertr.> von geringer Bedeutung,
ohne großen Einfluß
kleinjka|riert: Adj. a) —» klein ka|riert
mit einem Muster aus kleinen Karos
versehen b) <übertr.> kleinkrämerisch,
kleinlich handelnd
Klein|kat|ze: die; - ; -n kleinere Raub-
katze(nart) (Luchs, Ozelot, Wildkat¬
ze u. a.), die im Gegensatz zur Gro߬
katze nicht brüllen kann
Klem|kind: das; -(e)s; -er Kind, das die
Phase des Säuglings gerade hinter
sich gebracht hat; Kind ca. zwischen
zwei u. fünf Jahren
Kiein|kraft|rad: das; -(e)s; -r'äder <Ver-
kehrsw.> mit einem nicht sehr lei¬
stungsstarken Motor ausgestattetes
Motorrad
Ktein|kraft|wa|gen: der; -s; - «Ver-
kehrsw.) Kraftwagen, dessen Hub¬
raum, Leistung klein ist
Ktein|kram: der; -(e)s; - [ugs.; meist
abwert.] kleine, oft unwichtige Sa¬
chen, Dinge; etw., was nicht viel Mü¬
he verursacht
Ktein|krteg: der; -(e)s; -e 1 Krieg, krie¬
gerische Handlungen, bei dem/denen
der Feind von kleinen (Guerilla-)Ein-
heiten (aus dem Hinterhalt) angegrif¬
fen wird 2 <übertr.> ständige Streite¬
reien um meist unwichtige Dinge,
Probleme
klein|krie|gen: kriegst klein; kriegtest
klein; hast kleingekriegt 1 jmdn. (ge¬
waltsam, durch Druck) zu einer
Handlung, Verhaltensweise zwingen
2 a) etw. od. jmdn. beherrschen b)—>
auch klein krfejgen —>auch hast
klein gekriegt-e— zerstören, in (klei¬
nere) Stücke zerteilen
Klein|kunst: die; - ; -künste (PI. s.) 1 o.
PL Kabarett; kaberettistische Auf¬
tritte, Veröffentlichungen, Darbie¬
tungen o. ä. 2 künstlerisch gestaltete
u. hergestellte Gebrauchsgegenstän-
ände, Ziergegenstände, Schmuckwa¬
ren o. ä.
K)ein|kunst]büh|ne: die; - ; -n Bühne,
auf der Kabarett o. ä. aufgeführt wird
kleln|taut: Adj. kleinlauter; kleinlauteste
plötzlich (in Umkehrung des voran¬
gegangenen Geschehens) sehr be¬
scheiden geworden »Nachdem man
ihn auf seine Fehler hingewiesen hatte,
wurde er plötzlich sehr kleinlaut.«
klejn|!ich: Adj. <Charakter> [abwert.]
Unwichtiges auf pedantische Art zu
wichtig nehmend
Ktein|lich|keik die; - ; -en [abwert.] 1 o.
PI. Eigenschaft, Art, vieles pedan¬
tisch, engstirnig übertrieben wichtig
zu nehmen, wenig großzügig zu sein 2
engstirnige, Zusammenhänge nicht
beachtende Handlungen (oft in Form
von gegen etw. vorgebrachten Ein¬
wänden)
kle]n|ma|chen machst klein; machtest
klein; hast kleingemacht 1 —» auch
klein ma|chen —3-auch hast klein
gemacht*— etw. in kleine (kleinere)
Stücke zerkleinern »Mit der Gabel ha¬
be ich die Kartoffeln kleingemacht. •
Er machte das Holz mit einem Beil
klein.« 2 [ugs.] jmdn. kritisieren, aus¬
schimpfen, (vor anderen) erniedrigen
o. ä. 3 [ugs.] einen (meist größeren)
Geldschein wechseln 4 [ugs.] etw.
ver-, aufbrauchen
Ktein|mö|bel: das; -s; - (m. PI.) kleines
Möbelstück; gut zu transportierender
Einrichtungsgegenstand von geringer
Größe
ktein|mü|tig: Adj. [geh.] kein od. nur we¬
nig Vertrauen in die eigene Person, in.
die eigene Leistungsfähigkeit o. ä. ha¬
bend
Kleinjod: das;-(e)s; -e u. -odien j-odienl
a) PL Kleinodien wertvoller, kostbarer
Gegenstand (z. B. Schmuckstück,
Antiquität o. ä.) b) PI. Kleinode be¬
sonders wertvolles Exemplar seiner
Art
klein(schnei|den —* auch klein
schnei|den: schneidest klein; schnit¬
te )st klein; hast kleingeschnitten
—>auch hast klein geschnitten<—
etw. (mit einem Messer) in kleine
(kleinere) Stücke schneiden, zerteilen
klejn|schrei|ben: schreibst klein; schrie-
b(e)st klein; hast kleingeschrieben 1
ein Wort mit kleinem Anfangsbuch¬
staben schreiben 2—» klein schrei]-
ben —3 hast klein geschrieben<—
[ugs.] etw. spielt keine Rolle, wird
nicht wichtig genommen »Höflichkeit
wird hier wohl kleingeschrieben?«
Kleinjschreilbung: die; - ; -en «Sprach-
wiss.> Schreiben, Beginnen eines Wor¬
tes o. ä. mit kleinem Anfangsbuchsta¬
ben »Die Kleinschreibung von Sub¬
stantiven gibt es in vielen Sprachen.«
Klein]staat: der; -(e) s; -en <Pol.> geogra¬
phisch kleiner u. politisch bedeu¬
tungsloser Staat
Klein|staa|te|rei: die; - ; - <besonders
hist.» Zustand der Aufteilung in viele
Kleinstaaten (was zur politischen
Handlungsunfähigkeit führt)
Kteinjstadt: die; - ; -Städte kleinere
Stadt (mit weniger als 100 000 Ein¬
wohnern)
kle|n|städ|tisch: Adj. n. stg. [oft
abwert.] einer Kleinstadt zuzuord¬
nen; zu einer Kleinstadt gehörend
kfein[stel((en —* klein stellten: stellst
klein; stelltest klein; hast Kleingestellt
—>hast kleingestellt*— etw. auf
eine kleinere Stärke, Stufe o. ä. ein¬
stellen (zum Minderung der Lei¬
stungskraft o. ä.) »Um das Essen nur
warmzuhalten, mußt du den Herd
kleinstellen.«
K)einst|kind: das; -(e)s; -er Kind von
der Geburt an, bis es zwei Jahre alt
wird
Kteinst|le|be]we|sen: das; -s; - <Bio.>
kleines, nur durch das Mikroskop
sichtbares Lebewesen, Syn.:
[fremdsprl.] Mikroorganismus
kleinst)mög|lich: Adj. n. stg. so klein
wie nur irgend möglich, durchführbar
»das kleinstmögliche Risiko«
K(ein|tier: das; -(e)s; -e kleines, meist
als Haustier gehaltenes Tier
Klein|transJpor|ter-. der; -s; - großes
Auto mit relativ viel bzw. kleiner
Lastwagen mit relativ wenig Lade¬
raum für Transporte
Klejn|vieh: das; -s; - 1 als Haustiere,
Nutztiere gehaltene, kleinere Tiere 2
Kleinvieh macht auch Mist: [ugs.]
Kleinigkeiten, Kleingeld bringt auf
die Dauer gesehen auch etw.
Kle]n|wa|gen: der; -s; - kleines Auto
mit geringen Ausmaßen u. geringer
Motorleistung
Kle|n|wuchs: der; -es; - u. [fachsprl.]
-wüchse <Med.> krankhafte Verminde¬
rung des Wachstums bzw. deren Er¬
gebnis
ktein|w&ch|sig: Adj. a) von kleinem
(Körper-)Wuchs, extrem geringer
Größe (aufgrund der Krankheit
Kleinwuchs) b) <Pflanze> einer nied¬
rigwachsenden, kleinen Art, Variante
angehörend
Kleilster —> Klejsjter: der; -s; - u.
(Sorten) - 1 zähflüssige, klebrige
Masse (Stärke u. Wasser), die als
Klebstoff eingesetzt wird 2 oibertr.)
[ugs.; abwert.] zähflüssiger, dicker,
oft unappetitlich wirkender Brei
klei|stem—> kleis|terr>: kleisterst; klei¬
stertest; hast gekleistert [ugs.] a) etw.
mit Kleister einreiben, aufkleben, an¬
kleben b) etw. mit Hilfe von Kleister
kleben, wieder in Ordnung bringen
K)ei|sto|ga]mie —» Kleis|to(gafm[e:
<gr.> die; ~; - <Bot.> Selbstbestäubung
klei|strig/k1mjstejrig —» kleisMrig/
kleisfte|rig: Adj. 1 klebrig, mit Klei¬
ster beschmiert 2 [ugs.] ähnlich ausse¬
hend wie Kleister
Kle|mattis/Kle|ma]tis/[fachsprl.] Cle|-
ma|tis/Cle|majtis: <gr.-lat.> /klematiß/
die; - ; - Kletterpflanze mit bläuli¬
chen Blüten
Kle|men|tjine/Cte|men|tjjne: die; - ; -n
Mandarinenart ohne Kerne
Klemm|backe (Ktemm|bak|ke —■»
Kiemm|ba|cke): die; - ; -n Backe, be¬
wegliches Seitenteil zum Festklem¬
men von etw. an Maschinen o. ä.
Klem|me: die; - ; -n 1 a) «meist Technik)
Gegenstand zum Festhalten (bzw.
Abklemmen) von etw. »Lüster¬
klemme« b) <Med.> (in der Chirurgie
verwendete) Klammer 2 [ugs.] schwie¬
rige, unangenehme Situation »Ich
wußte nicht, wie ich aus dieser Klemme
herauskommen sollte.« 3 in der
Klemme sitzen: [ugs.] in einer
Zwangslage, in Schwierigkeiten sein
klem|men: klemmst; klemmtest; hast ge¬
klemmt 1 erreichen, das etw. zwi¬
schen, unter, auf, an etw. durch
Zwängen fest sitzt, festgehalten wird
2 a) zwischen etw. od. in etw. schie¬
ben, zwängen o. ä. »Er klemmte ein
Stück Holz zwischen die Tür.« b) sich
640
klimatisieren
etw. quetschen »Das Kind hat (sich)
die Hand in der Tür geklemmt.« 3 nur
mühsam zu bewegen, öffnen, schlie¬
ßen sein 4 [ugs.] (Kleinigkeiten) steh¬
len »Die Schallplatte hast du doch
nicht gekauft, die hast du geklemmt.«
5 sich hinter etw. klemmen: [ugs.]
sich nachdrücklich, zielstrebig für
etw. einsetzen, um etw. zu erreichen 6
sich hinter jmdn. klemmen: [ugs.]
versuchen, bei jmdm. Hilfe o. ä. zu er¬
halten
Klemm|schrau|be: die; - ; -« <Technik>
einen Gegenstand festklemmende, fi¬
xierende Schraube
Klemp|ner: der; -s; ~ weibl. Ktemp)ne|-
rin: die; ~ ; -nen Person, die beruflich
Blech, Kupfer u. ä. bearbeitet u. Was¬
serleitungen u. deren Zubehör instal¬
liert u. repariert
Klemp|ne|rei: die; ~ ; -en a) o. PI. Hand¬
werk eines Klempners b) Betrieb,
Werkstatt eines Klempners
Klemp|ner|hand|werk: das; -(e)s; -
Handwerkszweig, der Bleche, Metalle
bearbeitet u. Wasserleitungen verlegt,
repariert
klemp]nern: klempnerst: klempnertest;
hast geklempnert a) als Klempner ar¬
beiten b) Klempnerarbeiten durch¬
führen, ohne den Beruf eines Klemp¬
ners erlernt zu haben
Kleplper: der; -s; - 1 [ugs.; abwert.] al¬
tes, abgemagertes Pferd 2 ( Warenzei¬
chen) Mantel aus Gummi
Klep|par|boot das;-(e)s; -e zusammen¬
legbares Paddelboot aus einem leich¬
ten Holz- od. Metallgerüst mit stark
gummierter Leinwand; Faltboot
Klep|per|man|tel: (Warenzeichen) der;
-s; -mäniel Mantel aus Gummi
Klep|to|ma|ne: <gr.i der; -n; -n weibl.
Klep]to]ma|n)n: die; - ; -nen (Psycho¬
logie> Person mit einem krankhaften,
zwanghaften Trieb zum Stehlen,
Diebstahl
K!ep|to|ma|nie: <gr.> die; - ; - (Psycholo¬
gie> krankhafter, triebhafter Zwang
zum Stehlen, Diebstahl »Wegen ihrer
Kleptomanie ist sie in ärztlicher Be¬
handlung.«
kle|ri|kal: <gr.-lat.> Adj. n. stg. (Religion)
a) die (katholische) Geistlichkeit be¬
treffend, ihr zuzuordnen, angehörig
b) kirchlich gesinnt u. den Klerus in
seinen Absichten unterstützend
Kle|ri|ka|lis|mus: <gr.-lat» der; -; - <Pol.>
Bewegung, Richtung, Bestreben mit
dem Ziel, den Einfluß der katholi¬
schen Kirche auf alle Gesellschaftsbe¬
reiche zu verstärken
kle|ri|ka|ll|stisch —* kle]ri]ka|lisjtisch:
igr.-lat» Adj. [abwert.] die Ansprüche
des Klerus (außerhalb der Kirche)
unterstützend
Klejrijker: <gr.-lat» der; -s; - (Religion)
katholischer Geistlicher
Kle|rus: <gr.-lat.> der; - ; - (Religion)
Stand der katholischen Geistlichen
»Früher hatte der Klerus eine große
politische Macht.«
Klet|te: die; - ; -n 1 a) Pflanze, deren
Blütenköpfe mit Widerhaken verse¬
hen sind b) einzelner Blülenkopf die¬
ser Pflanze 2 a) [ugs.] Person, die un¬
angenehm häufig, lange Kontakt zu
jmdm. sucht b) jmd. hängt an jmdm.
wie eine, an einer Klette: (übertr.)
jmd. läßt sich nicht abschütteln 3 Zu¬
sammenhängen, Zusammenhalten
wie (die) K!ette(n): [ugs.] zwei od.
mehrere Personen sind oft zusam¬
men, praktisch unzertrennbar, lösen
alle Probleme gemeinsam
K!et|ten|ver|schluß/Klett|ver|schluß
-Klet|ten|ver|schtuss/Kletttveij-
schluss: der; -Verschlusses; -Ver¬
schlüsse eine Schnalle ersetzende
Konstruktion aus zwei aneinander
haftenden Flächen
Klet|ten|wur]ze!|öl: das; -(e)s; - u. (Sor-
Ten) -e aus Klettenwurzeln gewonne¬
nes Öl als Mittel zur Förderung des
Haarwuchses
Klet|te|re!: die; - ; -en a) [oft abwert.]
ständiges Herumklettem b) Klettern,
Bergsteigen in den Bergen
Klet|te|rer: der; -s; - weibl. Ktet|te|rin:
die; - ; -nen a) nur männl. Form gut
kletterndes Tier b) Person, die (gut)
klettert c) Sportradfahrer, der hügeli¬
ge, steile Wege (gut, schnell) befährt
Kletjter]gar]ten: der; -s; -gärten Gelän¬
de, auf dem man das Bergsteigen
üben kann
Klet]teijge|rüst: das; -(e)s; -e Gerüst,
(Metall-)Konstruktion für Kinder,
auf dem/der diese klettern können
klet|tern: kletterst; klettertest; hastjbist
geklettert 1 bist a) hinauf- od. hinab¬
steigen »auf den Stuhl klettern« b) hin¬
ein- od. heraussteigen »ins Auto
klettern« 2 hast/bist (Sport, Freizeit¬
gestaltung) eine steile Strecke, einen
steilen Berg begehen, besteigen »In
den Ferien habejbin ich viel
geklettert.« 3 ist in die Höhe steigen;
intensiver, stärker werden »Die Tem¬
peraturen kletterten auf 40 °C. ♦ Die
Ozonwerte klettern im Sommer.« 4
etw. ist um auf die Bäume/Palme zu
klettern: etw. ist sehr ärgerlich
Kletjteijpaijtie: die; - ; -n a) (Bergstei¬
gen) schwierige, steile Wegstrecke b)
[ugs.] Wanderung, bei der viel geklet¬
tert wird; Bewältigung, Begehung ei¬
ner schwierigen, steilen Strecke
Klet)ter|pflan|ze: die; - / -n sich an etw.
in die Höhe rankende Pflanze, Syn.:
Rankenpflanze; Schlingpflanze
Klet|ter]schuh: der; -(e)s; -e (m. PI.)
(spezieller) Wanderschuh, der beim
Klettern in den Bergen getragen wird
Klet|ter[seil: das; -(e)s; -e a) (Turnen)
Seil, Tau, das herabhängt u. zum
Klettern benutzt wird b) (Bergsteigen)
Seil der Bergsteiger zur (gegenseiti¬
gen) Sicherung bei einem Absturz
Klet|teijstanjge: die; - / -n (Turnen) ho¬
he Metallstange zum Klettern
Klet|ter|tau: das; -(e)s; -e (Turnern von
der Decke herabhängendes Tau, Seil
zum Klettern
Klet[terjwand: die; ~ ; -wände (Turnern
Turngerät zum Klettern mit Spros¬
sen, Stangen als Stufen
KIett|ver|schlufi/Ktet|ten|veijscMufi
Ktett|ver]schluss/Klet|ten|ver|-
schluss: der; -Verschlusses; -ver¬
schlösse eine Schnalle ersetzende
Konstruktion aus zwei aneinander
haftenden Flächen
klick: Int erj. 1 einen kurzen, abgehack¬
ten, metallischen Ton lautmalerisch
nachahmend 2 bei jmdm. hat es
(plötzlich) klick gemacht: {ugs.) jmd.
versteht etw. (plötzlich)
kljcken (klik|ken —* kHjcken): klickt;
klickte; hat geklickt a) ein kurzes, ab¬
gehacktes, metallisch klingendes Ge¬
räusch erzeugen, von sich geben »Der
Schalter klickte.« b) ein klickendes
Geräusch bewirken
Klicker (Klikjker —» Klifcker): der; -s; -
kleine runde Kugel, mit der Kinder
spielen, Syn.; Murmel; Knicker
klickern (klik|kern —»• kli|ckern): klik-
kerst; klickertest; hast geklickert mit
kleinen runden Kugeln, Murmeln
spielen, Syn.; knickern
Kli(ent: dato der; -en; -en weibl. Kli|en]-
tin: die; - ; -nen Auftraggeberfln),
Kunde/Kundin eines Rechtsanwaltes
o.ä.
Klijen|tel: dato die; - ; -en alle Klienten,
Kunden einer Person, eines Unter¬
nehmens o. ä.; Auftraggeberkreis
Kliff: das; -(e)s; -e steiler Abhang, steile
Klippe an einer felsigen Küste
K!i|ma: <gr.-lat» das; -s; -s u. [fachsprlf
Klimate 1 (Meteorologie) (durch¬
schnittliche) Witterung, Wetterver¬
hältnisse (in einem Gebiet) 2 Art u.
Weise der durch eine Klimaanlage ge¬
mischten Luft in einem Raum 3
(übertr.) zwischenmenschliche Stim¬
mung
Kll|ma|än|de|rung: tgr.-lat.; dt.> die; - /
-en (Meteorologie) langfristige Verän¬
derung des Klimas, der Wetterver¬
hältnisse in einem bestimmten geo¬
graphischen Gebiet
Ktj]majan]la]ge: <gr.-lat.; dt» die; - ; -n
Anlage, technische Einrichtung, mit
der Luftfeuchtigkeit u. Temperatur in
einem Raum, Haus o. ä. kontrolliert,
beeinflußt wird
Kll|ma|kam|men <gr.-lat» die; - ; -n
Raum, in dem erwünschte klimati¬
sche Verhältnisse künstlich erzeugt
werden können
kli|mak|te]risch: <gr.-lat» Adj. n. stg.
<Med.) a) die Wechseljahre der Frau
betreffend, ihnen zuzuordnen b)
(Frau> in den Wechseljahren seiend
Kli|mak|te]ri|um: <gr.-lat» das; -s; -
(Med.) mit einer großen Hormonum¬
stellung verbundene Entwicklung bei
Frauen im mittleren Alter, an deren
Ende die Gebärunfähigkeit steht;
Wechseljahre
Klj|ma|schwan|kung: <gr.-lat.; dt» die;
- ; -en auffällige Schwankungen,
langfristige Veränderung des Klimas,
der Wetterverhältnisse in einem be¬
stimmten geographischen Gebiet
Kli]ma|tech|nik: <gr.-Iat» die; -; - (Tech¬
nik) Teilgebiet der Technik, das sich
mit der Entwicklung, dem Bau u. der
Wartung von Anlagen, technischen
Einrichtungen beschäftigt, mit denen
Luftfeuchtigkeit u. Temperatur in ei¬
nem Raum, Haus o. ä. kontrolliert,
beeinflußt werden
kli|ma]tisch: tgr.-lat» Adj. n. stg. das
Klima betreffend, ihm zuzuordnen
kli|ma|ti|sie|ren: igr.-lat» klimatisierst;
klimatisiertest; hast klimatisiert a) in
einem Raum, Gebäude o. ä. eine Kli¬
maanlage installieren b) Temperatur
u. Luftfeuchtigkeit mit einer Klima¬
anlage, Belüftungsanlage regeln; eine
641
Klimatisierung
Klimaanlage in einem Raum o. ä. be¬
nutzen
Kli|ma|ti|sie|ning: <gr.-lat.t die; - ; -en a)
Temperatur- u. Luftfeuchtigkeitsre¬
gelung mit einer Klimaanlage b) [sel¬
ten] Einbau, Installation einer Klima¬
anlage
Kli|ma|to|gra|phie —» auch Kli|ma|to|-
graßie: <gr.-laU die; ~; • «Geographie»
Beschreibung der erdklimatischen
Bedingungen (jeweils für verschie¬
dene Gebiete mit gleichem Klima)
Kli|ma|to|lo|gie: <gr.-lat.> die; - ; - «Geo¬
graphie» Wissenschaft, die die erdkli¬
matischen Verhältnisse, Bedingungen
vergleicht
Kli|ma|wech|sel: <gr.-lat.; du der; -s; *
a) veränderte Witterungs-, Klimaein¬
wirkungen auf jmdn. durch dessen
Wechsel des Aufenthaltsortes b) [selr
ten] Klimaveränderung, -Schwan¬
kung
Kli|max: <gr.-lat.> /kHmakß/ die; - ; -e 1
Wechseljahre der Frau 2 «Bot.» End¬
zustand der Entwicklung des Bodens
u. der Vegetation 3 «Sprachwiss.;
Rhetorik» Ausdruckssteigerung, Aus¬
drucksübergang zum wichtigeren,
stärkeren Ausdruck, ausgehend vom
schwächeren, weniger starken Aus¬
druck; Steigerung in einer Kette von
Wörtern, Ausdrücken 4 «meist Litera-
turwiss.» Höhepunkt (der Spannung)
in Theaterstück, literarischem Pro¬
dukt, Film o. ä.
Klim|bim: der; -s; - [ugs.] a) Sachen, die
nicht zu gebrauchen, überflüssig sind
»Den ganzen Klimbim werfe ich nun
endgültig weg.« b) heftige(r), nicht nö¬
tige^) Aufwand, Aufregung o. ä.
Mach doch um die Angelegenheit nicht
einen solchen Klimbim.« c) lauter
Lärm, Krach; etw. mit großem Auf¬
wand Veranstaltetes
Kljm|me: die; - ; -n lianenartige Tropen¬
pflanze
klim|men: klimmst; klimmtestjklom-
m(e)st; bist geklimmt/geklommen
[geh.] nach oben klettern
Kljmm|zug: der; -(ejs; -züge 1 «Sport»
das Hochziehen des eigenen Körpers
über Kopfhöhe an einer festen Quer¬
stange »Er kann 50 Klimmzüge nach¬
einander machen.« 2 «übertr.» große
Anstrengung, Bemühung, Verren¬
kung zur Erreichung eines Ziels
Klim|pejre|: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
ständiges, lang andauerndes Klim¬
pern
Kljm|peijka|sten —> Kl[m|per|kas|ten:
der; -s; -kästen [ugs.; abwert.] (altes)
Klavier
kl[m|pern: klimperst; klimpertest; hast
geklimpert 1 nicht sehr kunstvoll auf
einem Tasteninstrument o. ä. spielen
2 «Augen» das Lid auf u. ab bewegen 3
ein helles, hohes, metallisch klingen¬
des Geräusch erzeugen
Klin.: Abk. Klinik
klin.: Abk. klinisch
KNn|ge: die; ~ ; -n 1 aus Stahl o. ä. be¬
stehendes geschliffenes Stück eines
Messers o. ä., das am Heft befestigt
ist 2 [landsch.] schmale, tief einge¬
schnittene Schlucht, Klamm 3 jmdn.
über die Klinge springen lassen:
[ugs.] I. jmdn. töten »Die Mafia
wollte ihn über die Klinge springen las¬
sen.« 2. jmdn. vorsätzlich ruinieren 4
eine gute Klinge schlagen: 1. ein gu¬
ter Fechter sein 2. sich bei einem
Streit gut zu behaupten wissen 5 eine
scharfe Klinge führen, schlagen: re¬
degewandt diskutieren, argumentie¬
ren können »Laß dich auf keine Dis¬
kussion mit ihm ein, er fuhrt eine
scharfe Klinge!« 6 die Klinge(n)
kreuzen: 1. einen Kampf im Fechten
o. ä. austragen 2. sich mit jmdm. bei
einem Streit, in einer Auseinanderset¬
zung messen »Der Staatsanwalt u. der
Verteidiger kreuzten bei der Gerichts¬
verhandlung die Klingen.«
Klin|gel: die; - ; -n (elektrisch od. me¬
chanisch betriebene) Vorrichtung an
Haustür, Fahrrad usw., durch deren
Betätigung ein Laut erzeugt wird, der
Aufmerksamkeit od. eine Reaktion
hervorrufen soll
Klin|gel|an|la|ge: die; - ; -n a) elektrisch
betriebene Anlage, mit der Klingel¬
zeichen ausgelöst werden können b)
Klingelanlage in einem Mehrfami¬
lienhaus (oft mit einer Gegensprech¬
anlage verbunden)
Klin|gel[beu[tel: der; -s; - «Kirche» Beu¬
tel (mit einem kleinen Glöckchen, der
an einem langen Stil befestigt ist u.)
mit dem während od. nach dem Got¬
tesdienst Geldspenden von den Besu¬
chern des Gottesdienstes eingesam¬
melt werden
Klin|gel|knopf: der; -(e)s; -knöpfe
Knopf, mit dem eine elektrische Klin¬
gel in Gang gesetzt wird
klin|geln: klingelst; klingeltest; hast ge¬
klingelt 1 a) eine Klingel betätigen,
drücken b) schnell hintereinander
helle, schrille Töne von sich geben
»Der Wecker klingelte um sechs Uhr.«
c) durch Geräusche jmdn. zu etw.
auffordern, ihn auf etw. aufmerksam
machen »Er klingelte mit der Fahrrad¬
klingel, damit die Fußgänger ihm Platz
machen sollten.« d) «Kraftfahrzeug»
ein metallisches Geräusch erzeugen 2
jetzt hat es aber geklingelt: [ugs.]
jetzt reicht es, meine Geduld ist er¬
schöpft 3 bei jmdm. klingelt es: [ugs.]
jmd. versteht, begreift endlich etw.
Klin|gel|zei|chen: das; -s; - klingelndes
Geräusch als Zeichen für etw.
klin|gen: klingst; klang(e)st; hast
geklungen 1 a) einen angenehmen
Ton hervorbringen »Die Glocken
klingen.« b) mit einem bestimmten
Klang ausgestattet sein »Du klingst
erkältet.« 2 eine Emotion o. ä. mit¬
schwingen lassen »Deine Stimme
klingt so traurig.« 3 etw. klingt gut:
etw. wirkt verlockend, läßt auf etw.
Gutes hoffen, hört sich vielverspre¬
chend an
KR|nik: <gr.-lat.> die; ~ ; -en «Med.» 1
Krankenhaus 2 praktische Ausbil¬
dung für Medizinstudenten im Kran¬
kenhaus
Klj|ni|keR der; -s; • weibl. Kli|ni|ke|rin:
die; - ; -nen 1 «Med.» Medizinen), der/
die in einer (Universiiäts-)Klinik ar¬
beitet u. auch unterrichtet 2 Studen-
t(in) der Medizin, der/die sich in der
Ausbildung in einer Klinik befinden
Kl||ni|kum: <gr.-lat.> das; -s; Kliniken u.
Klinika «Med.» 1 o. PL «Med.» prakti¬
sche Ausbildung für Medizinstuden¬
ten im Krankenhaus 2 Vereinigung
mehrerer (Universitäts-)Kliniken,
Krankenhäuser mit Spezialisierung
kli|nisch: Adj. n. stg. «Med.» 1 einer Kli¬
nik (örtlich) zuzuordnen »Er mußte
klinisch behandelt werden.« 2 nach¬
weisbar od. nachgewiesen durch eine
ärztliche Untersuchung
Klin|ke: die; - ; -n 1 mit einem Mecha¬
nismus zum Offnen bzw. Schließen ei¬
ner Tür verbundenes Teil, das mit der
Hand bedient, heruntergedrückt wer¬
den kann 2 sich die Klinke in die
Hand geben: [ugs.] viele Personen be¬
suchen jmdn. od. etw. (nacheinander)
Die Gäste gaben sich auf meiner Ge¬
burtstagsparty die Klinke in die
Hand.« 3 (die) Klinken putzen: [ugs.;
abwert.] etw. an der Tür verkaufen,
sammeln, betteln, werben
Kl]n|ken|put|zer: der; -s; ~ weibl. Klin|-
ken|put|ze|rin: die; - ; -nen [ugs.; ab¬
wert.] Person, die an der Haustür bet¬
telt od. etw. verkaufen will
Kliniker, miederl.»der; -s; - zur Verklei¬
dung von Außen-, seltener von Innen¬
wänden eines Hauses verwendeter
rechteckiger kleiner Ziegelstein
Klfn|ker|bau: miederl.; dt.» der; -fe)s; -
iten 1 Haus, Gebäude, das mit Klinker
verkleidet, gebaut ist 2«». PI. «Schiffs¬
bau» Bauweise bzw. deren Ergebnis,
bei der in Holzbooten die äußeren
Planken dachziegelähnlich aneinan¬
der befestigt werden/sind
Kljn|ker]stein: miederl.; dt.» der; -(e)s;
-e kleiner, rechteckiger, auf besondere
Weise gebrannter Ziegelstein
Kljn|se/Kiin|ze: die; - ; -n [landsch.]
kleine Ritze
Klip/Kljpp: der; -s; -s /Klips: der; -es; -e
—» auch Clip: der; -s; -s Vorrichtung,
Gerät mit zwei mit einer Feder o. ä.
verbundenen Teilen, die/das etw. zu¬
sammenhält, etw. an etw. festhält
Klipfpe: miederl.» die; - ; -n steil abfal¬
lender Fels am Ufer eines Meeres,
Sees
Klip|pen|rand: miederl.; du der; -fe)s;
•ränder (PI. s.) äußerste Stelle (auf)
einer Klippe
kl|p|pen|reich: miederl.; du Adj. «Land¬
schaft» durch starke, viele Klippen ge¬
prägt
Klipiper: <engl.> der; -s; • «hist.» leichtes,
schnelles Segelschiff
Klippfisch: der; -(e)s; -e Fisch, der luft¬
getrocknet gegessen wird
klip|pig: miederl.» Adj. [landsch.] stark
durch Klippen geprägt
Kljpp|schu|le: die; - ; -n 1 [norddt.]
Grundschule; Schule der Primarstufe
2 wenig niveauvolle Schule, in der al¬
lenfalls Grundlagenwissen vermittelt
wird
Klips: der; -es; -e /Kljp/Kiipp: der; -s; -s
—» auch Clip: der; -s; -s Vorrichtung,
Gerät mit zwei mit einer Feder o. ä.
verbundenen Teilen, die/das etw. zu¬
sammenhält, etw. an etw. festhält
klirjren: klirrst; klirrtest; hast geklirrt
ein helles Geräusch wie beim Aufein¬
andertreffen von Glas erzeugen, her¬
vorbringen
KljiT|fak|tor: der; -s; -en «Elektrot.; Phy¬
sik» Verzerrungsmaß von akustischen
Signalen
642
Klosettpapier
Klilschee: </r.> das; -s; -s a) von Vorur¬
teilen belastete Vorstellung b) (nicht
als solche ausgewiesene) Nachbil¬
dung eines Gegenstandes o. ä. c)
«Sprachwiss.; Literaturwiss.) häufig
verwendete^) Redewendung, literari¬
sches Thema d) <Druckereiw.> Verfah¬
ren zur Vervielfältigung eines Druck¬
stocks, Syn.: Abklatsch
klitocheelhaft: </r.> Adj. klischeehafter;
klischeehafteste [geh.; abwert.J in der
Art eines Klischees, einer voreinge¬
nommenen, typischen Vorstellung,
Darstellung von etw.
Kli|schee|vor|stel|lung: fr.; du die; - ;
-en von Vorurteilen belastete, einge¬
fahrene Vorstellung
Kli|schee|wort: fr.; du das; -(e)s;
-Wörter [geh.; abwert.] Wort, das ab¬
genutzt, zu häufig gebraucht u. phra¬
senhaft angewendet wird
kli|schie|ren: </r.> klischierst; klischier¬
test; hast klischiert 1 a) etw. ohne Ein¬
bringung eigener (künstlerischer) Ide¬
en nachahmen b) ein Vorurteil bilden
2 <Druckw.> ein Verfahren anwenden,
bei dem ein Druckstock vervielfältigt
wird
Kli|st{er —» Klis|tien <gr.-lat.> das; -s; -e
<Med.> Einführung von Flüssigkeit
durch den After in den Dickdarm
(zur Leerung des Darms z. B. bei aku¬
ter Verstopfung), Syn.: Einlauf
kli|stie|ren —» klis|tie|ren: <gr.-lat.> kli-
stierst; klistiertest; hast klistiert
<Med.> jmdm. ein Klistier, einen Ein¬
lauf verabreichen
Kli|stier|sprit|ze —> Klis|tierjsprit|ze:
igr.-lat.; dt.> die; - ; -n <Med.> aus
Gummi bestehende Spritze zur Ver¬
abreichung von Klistieren, Einläufen
kli|to|ral: <gr.> Adj. n. stg. das schwellfä¬
hige weibliche Geschlechtsorgan, die
Klitoris betreffend, ihr zuzuordnen
Kli|to|ris: <gr.> die; - ; - u. Klitorides
<Anat.> schwellfähiges weibliches Ge¬
schlechtsorgan; Kitzler
Klit|sche: (polru die; ~ ; -n [ugs.] 1 [ab¬
wert.] (wenig erfolgreiche) kleinere
Firma o. ä. 2 Provinztheater ohne Ni¬
veau
klit|sche|naB/klitsch|naB —> klit|sche|-
nas3/kfitsch|nass: Ädj. n. stg. [ugs.]
(fast) völlig durchnäßt, von Feuchtig¬
keit durchzogen »Ich kam klitschenaß
nach Hause.«
kNt|schig: Adj. «Brot; Kuchem etw.
weichlich, leicht feucht u. aneinander¬
haftend, zusammengefallen
klit[tern: klitterst; klittertest; hast geklit¬
tert [geh.; abwert.] 1 a) eine künstleri¬
sche Arbeit, etw. Hervorgebrachtes,
Geschaffenes o. ä. unprofessionell zu¬
sammensetzen, -stückeln b) etw. aus
der richtigen Reihenfolge, dem Zu¬
sammenhang reißen u. unrichtig, feh¬
lerhaft wiedergeben 2 a) etw. in kleine
Stücke zerteilen b) (fast) unleserlich
schreiben
klit|ze|klein: Adj. [ugs.] äußerst klein
Klo: das; -s; -s [ugs.] kurz für Klosett
Kloa]ke —» Klo|a|ke: <lat.> die; ~ ; -n 1
Abwasserrohr od. -bach 2 gemeinsa¬
mer Ausgang für Geschlechts- u.
Ausscheidungsorgane bei Tieren
Klo|ben: der; -s; - 1 nur grob behauener
Klotz aus Holz 2 <übertr.> [ugs.] un¬
höflicher, ungebildeter, unsensibler
Mensch, meist Mann 3 kleiner
Schraubstock 4 a) Haken aus Eisen b)
Zapfen, Angel, an dem/der ein Fen¬
ster, eine Tür o. ä. drehbar befestigt
ist S [iandsch.] Pfeife zum Rauchen
von Tabak
Klö|ben: der; -s; - [norddt.] kuchenähn¬
liches Brot; Stuten aus Weizenmehl,
meist mit Rosinen
klpjbig: Adj. a) unförmig, grob, kantig,
plump in der Form »klobige Schuhe ♦
ein klobiges Gesicht« b) schwerfällig,
unbeholfen, ungeschickt o. ä. in sei¬
ner Gestalt, seinem Wesen, seiner
Ausdrucksweise
Klo|bril|le: die; - ; -n [ugs.] Klosettsitz,
der zum bequemeren Sitzen auf einer
Toilette angebracht ist
Klo|bürfste —> Klpjbörs|te: die; - ; -n
[ugs.] (Klosett-)Bürste, die zur Reini¬
gung des Toilettenbeckens benutzt
wird
Klo|deckel (Klp|dekjkel —> Klp|de|-
ckel): der; -s; - [ugs.] meist am Klo¬
settsitz angebrachte(r) Deckel, Ab¬
deckung des T oilettenbeckens
Klo|fen|ster —» Klp|fens|ter. das; -s; -
[ugs.] Toilettenfenster; Fenster in ei¬
nem Raum, in dem sich eine Toilette
befindet
Klojfrau: die; - ; -en [ugs.] Toilettenfrau;
Frau, Angestellte, die für die Reini¬
gung von (öffentlichen) Toiletten ver¬
antwortlich ist
Klon: <gr.-engl> der; -s; -e <Bio.> erbglei¬
cher Nachkomme eines Lebewesens,
der ungeschlechtlich (od. künstlich
im Labor) entstanden ist
k!ö|nen: klönst; klöntest; hast geklönt
[norddt.] sich unterhalten
klojnen: <gr.-engl> klonst; klontest; hast
geklont <Bio.> mittels Gentechnik ein
Lebewesen kopieren, Syn.: klonieren
klo|nje|ren: <gr.-engl.> Monierst; Monier¬
test; hast Moniert <Bio.> mittels Gen¬
technik ein Lebewesen kopieren
Klo|pa|pieR das; -(e)s; -e (PI. s.) [ugs.]
Klosettpapier, das zu einer Rolle auf¬
gewickelt ist u. stückweise zur Säube¬
rung nach dem Stuhlgang o. ä. be¬
nutztwird
klpp|fen: klopfst; klopftest; hast ge¬
klopft 1 in Intervallen, Abständen ge¬
gen etw. (mit den (Finger-)Knöcheln
od. einem Gegenstand) schlagen, um
auf sich aufmerksam zu machen »Ich
klopfte an die Tür.« 2 mit etw. auf
etw. schlagen »Er klopfte die Steaks.«
3 durch eine wischende Bewegung
etw. entfernen 4 mit einem Hammer
o. ä. etw. in etw. schlagen 5 in schla¬
gender Funktion, Bewegung sein »Ihr
Herz klopfte vor Aufregung.« 6 «Tech¬
nik; Moton bei Betrieb ein lautes Ge¬
räusch erzeugen
Klpp|fer der; -s; - 1 kurz für Teppich¬
klopfer = Haushaltsgerät in Form ei¬
ner durchbrochenen Fläche an einem
Handgriff, das zum Ausklopfen von
Teppichen benutzt wird u. meist aus
geflochtenem Bastmaterial besteht 2
kurz für Türklopfer = Vorrichtung
zum Anklopfen aus einem massiven
Metallstück, das an einer waagerech¬
ten Achse hängt
Klopf|fe|stig|keit —» Klgpf|fes|tig|keit:
die; - ; -en «Technik) Eigenschaft,
durch eine gleichmäßige Verbren¬
nung des KraftstofTluftgemischs das
Klopfen des Motors zu verhindern,
Laufruhe zu gewährleisten
Klopf|zei|chen: das; -s; - Klopfen,
Schlagen gegen etw. als Zeichen, Si¬
gnal, Hinweis auf etw.
Klopjpe: die; - / - [Iandsch.] Schläge,
Prügel, die jmd. bekommt
Klöplpel: der; -s; -1a) lose im Innern
einer Glocke schwingender, nur am
oberen Ende beweglich befestigter
Stab, der beim Läuten an die Wand
der Glocke schlägt b) Stab, der an ei¬
nem Ende dicker ist u. zum Anschlä¬
gen von etw. dient 2 «Handarbeit)
Holzspule, die bei Klöppelarbeiten
benutzt wird
Klöp|pel|ar|beit: die; - ; -en «Hand¬
arbeit) a) Herstellung von Spitzen,
wobei auf eine Holzspule gewickelte
Fäden gekreuzt u. gedreht werden b)
Ergebnis einer Klöppelarbeit
Klöp|pel|kis|sen: das; -s; - 1 Kissen,
auf dem die Nadeln stecken, die zum
Klöppeln benötigt werden 2 (Zier-)
Kissenbezug, der/dessen Vorderseite
geklöppelt ist
klöp|peln: klöppelst; klöppeltest; hast
geklöppelt «Handarbeit) Spitzen
durch Klöppelarbeit hersteilen
Ktop|pe|rei: die; ~ ; -en [ugs.; Iandsch.] 1
Schlägerei (relativ harmloser Art),
wobei meist keine schwereren Verlet¬
zungen entstehen »Er ist in eine Klop-
perei geraten.« 2 permanentes, ständi¬
ges Schlagen auf etw., klopfen »Hört
denn diese Klopperei nie auf?«
Klöpp|len der; -s; - weibl. Klöpp|le|rin:
die; - ; -nen m'ännl. Form selten Klöp¬
pelarbeiten herstellende Person
Klops: der; -es; -e [Iandsch.] 1 a) aus
Hackfleisch geformte u. in Soße
(meist mit Kapern) gekochter kleine¬
rer Kloß »Königsberger Klopse« b)
aus Hackfleisch geformter u. gebrate¬
ner Kloß 2 [ugs.; scherzh.] dicklicher,
dicker Mensch, besonders Kind,
Syn.: <1> Frikadelle 3 jmd. leistet sich
einen Klops: [ugs.] jmd. sagt od. tut
etw. Falsches, Unpassendes, etw. völ¬
lig Unangemessenes
Klo|sett: dat.-fr.-engb das; -s; -s [heute
meist ugs.] 1 Toilette (mit Wasserspü¬
lung)
Klo|sett|becken (Klo|sett|bek|ken —>
Klo|sett|be{cken): dat.-fr.-engl; du
das; -s; - Becken in der Form einer
Schüssel, um menschlichen Kot u.
Urin aufzunehmen, der von dort in
die Kanalisation o. ä. befördert, ge¬
spült wird
Klo|sett|bril|le: dat.-fr.-engh die; - ; -n
Klosettsitz; Vorrichtung zum besse¬
ren Sitzen auf einer Toilette
Klo|sett)bür|ste —Klo|settjbiirs|te:
dat.-fr.-engl.; dt.> die; - ; -n Bürste mit
langem Stil zur Reinigung des Toilet¬
tenbeckens
Klo|sett|frau: dat.-fr.-engl.; du die; - ;
-en Toilettenfrau; Frau, Angestellte,
die für die Reinigung von (öffentli¬
chen) Toiletten verantwortlich ist
Klo|sett|pa|pier: dat.-fr.-engl; gr.-lat.>
das; -(e)s; -e (PI. s. J Toilettenpapier,
das zu einer Rolle aufgewickelt ist u.
blattweise zur Säuberung nach dem
Stuhlgang bestimmt ist
643
Klosettsitz
Klo|sett|sitz: <Iat.-fr.-engI.; dto der; -es;
-e Sitz (mit einem Deckel), der auf
dem Toillettenbecken befestigt u.
hochklappbar ist
Klo|sett|um|ran|dung: (lat.-fr.-engl.; dt.>
die; - ; -en waschbarer Teppich, der
so geformt ist, daß er um, an den Fuß
des Klosettbeckens paßt
Klojsettür (Klosett|tür) —» immer mit
ttt: Klo|settjtür/Klo|sett-'Tur (lat.-fr.-
engl.; dt.> die; - ; -en Tür, mit der der
Raum mit der Toilette verschlossen
werden kann
Kloß: der; -es; Klöße 1 aus Brotkriimeln,
Mehl u./od. einer Kartoffelmasse zu
einer Kugel geformte, gekochte Beila¬
ge zu einer warmen Mahlzeit »Zum
Sauerbraten gibt es Klöße.« 2 einen
KloB im Hals haben: [ugs.] vor Erre¬
gung, Rührung o. ä. ein Würgegefühl
im Hals haben u. deshalb nicht spre¬
chen können
KloB|brii|he: die; - ; -n 1 beim Kochen
von Klößen entstehende Brühe 2 etw.
ist klar wie KloBbriihe: [ugs.;
scherzh.] etw. ist völlig klar, einleuch¬
tend; etw. versteht sich von selbst »Ist
doch klar wie Kloßbrühe, daß ich dich
im Krankenhaus besuche.«
Klojster —* Klos|ter: dat.> das; -s;
Klöster <Religion> 1 Ort, Gebäude in
dem Nonnen od. Mönche leben »Sie
ist ins Kloster gegangen ( = in einen
Orden eingetreten).« 2 [ugs.] Kloster¬
schule (für Mädchen) 3 <hist.> ver¬
schließbarer Raum an Höfen, in dem
Besprechungen, politische Beratun¬
gen stattfanden
Klo|ster|bru|der —» Klos|ter|bru|der:
(lat.; dto der; -s; -brüder <kath. Reli¬
gion) Ordensbruder ohne die geistli¬
chen Weihen, der meist praktisch ar¬
beitet, Syn.: Laienbruder
Klgjsteijgut —* Klos|ter|gut: (lat.; dto
das; -(e)s; -guter a) Besitz, materielle
Güter eines Klosters b) <Landwirt.>
Betrieb zur Erzeugung von tierischen
u. pflanzlichen Produkten, der einem
Kl oster zugehörig, angeschlossen ist
Klp|ster|kir|che —* Klos|terjkir|che:
(lat.; gr.> die; - ; -n zu einem Kloster
gehörende Kirche; Kirche innerhalb
einer Klosteranlage
klöister|lich —> klösjter|lich: (lat.; dt.>
Adj. n.stg. a) zugehörig zu einem Klo¬
ster; einem Kloster zuzuordnen »Das
ist der klösterliche Garten.« b) einem
Kloster zuzuordnen, angemessen
Klo|sterlpfor|te —» Klos|ter|pfor|t«:
dato die; - ; -n Pforte, (kleine) Ein¬
gangstür, durch die man ein Kloster
betritt
Klo|ster|schu|le —»■ Klps|ter)schu|le:
dato die; ~ ; -n einem Kloster unter¬
stehende Schule; von Ordensangehö¬
rigen geleitete Schule
Klpttür: die; - ; -en [ugs.] Tür, mit der
der Raum mit der Toilette verschlos¬
sen werden kann, Syn.: Klosettür
Klotz: der; -es; Klötze 1 (schwerer, ecki¬
ger) wenig od. gar nicht bearbeiteter
Block meist aus Holz »Er hat den
Klotz zerhackt.« 2 <übertr.> wenig um¬
gänglicher Mensch »Er ist ein (unge¬
hobelter) Klotz.« 3 jmdm. ein Klotz
am Bein sein: [ugs.] für jmdn. eine Be¬
lastung sein 4 sich einen Klotz ans
Bein binden; einen Klotz am Bein
haben: [ugs.] eine Last auf sich neh¬
men
Klötz|chen: das; -s; - kleiner Klotz,
meist Bauklötzchen zum spielen
klotjzen: klotzt; klotztest; hast geklotzt
[landsch.] a) etw. mit sehr viel Pomp,
viel Aufwand gestalten b) schwer,
viel, hart arbeiten »Wenn wir mit die¬
sem Wörterbuch noch fertig werden
wollen, müssen wir ganz schön klot¬
zen.«
klot|zig: Adj. a) [abwert.] kantig, grob,
in der Form wie ein Klotz »Das ist die
klotzige Villa dieses Neureichen.« b)
[ugs.] außerordentlich, ungewöhnlich
groß, viel o. ä.
Klub/Club: <engh der; -s; -s a) Verein o.
ä. zur Pflege gleicher Interessen b)
Gebäude, Räume, in der sich Mitglie¬
der eines Klubs regelmäßig treffen
Klub|bei(trag: (engl.; dto der;-(e)s; -bei¬
trüge Geldsumme, die regelmäßig
von Mitgliedern eines Vereins, Klubs
zu zahlen ist, um ihre Mitgliedschaft
aufrechtzuerhalten
klub]ei|gen: (engl.; dto Adj. n. slg. zu ei¬
nem Verein, Klub gehörend; von ei¬
nem Verein, Klub betrieben
Klub|gar|ni|tur: (engl; lato die; - ; -en
Sitzmöbelgruppe (bestehend aus
Couch, Sesseln o. ä.), die gepolstert
ist
Klubjhaus: (engl.; dto das; -es; -häuser
Haus, in dem sich (ausschließlich)
Mitglieder u. Gäste eines Vereins,
Klubs treffen
Klub|jacke (Klub[jak|ke —> Klub|ja|-
cke): (engl.; fro die; ~ ; -n sportlich ge¬
schnittenes Jackett (das häufig mit ei¬
nem Abzeichen eines bestimmten
Klubs gekennzeichnet ist)
Klub|ses|sel: (engl.; dto der; -s; - be¬
quemes, oft lederbezogenes Sitzmöbel
mit hoher Lehne
Klub|zwang: der; -(e)s; - [österr.] Ver¬
pflichtung eines Abgeordneten, seine
Stimme nur im Sinne der Fraktions¬
beschlüsse abzugeben, Syn.: Frakti¬
onszwang
Kluft: die; - ; Klüfte 1 tiefe Spalte in ei¬
nem Fels, Berg 2 dibertr.) nicht über-
brückbarer breiter Spalt, Gegensatz
Kluft: die; - ; -en 1 uniformähnliche
Kleidung »Er trug die Kluft der
Pfadfinder.« 2 für einen Anlaß, ein
Vorhaben geeignete Kleidung
klug: Adj. klüger; klügste 1 Denkvermö¬
gen, viel Verstand besitzend; intelli¬
gent ü. nicht dumm 2 der Klügere
gibt nach: bei einer Auseinanderset¬
, zung sollte der Klügere eher bereit
sein einzulenken 3 aus jmdm., etw.
(nicht) klug werden: jmdn, etw.
(nicht) begreifen, verstehen, nicht
durchblicken 4 Umgang mit Leuten
macht klug: aus vielen Kontakten
mit vielen Menschen kann man viel
lernen 5 Unter Schwätzern ist der
Schweiger der Klügste: statt dum¬
mes Zeug zu reden, sollte man lieber
schweigen
—* klug re|den: s. klugreden
klu|ger|wei|se/klu|geijwei|se: Adv. aus
Gründen der Vernunft, Klugheit
Klug|heit: die; - -en 1 o. PI. a) hohe In¬
telligenz; scharfer Verstand, der mit
großem Wissen verbunden ist b) klu¬
ges Verhalten, Besonnenheit; zielbe¬
wußtes Beachten aller wichtigen Um¬
stände 2 [meist ironisch] Anmerkun¬
gen, Ratschläge o. ä., die angeblich
klug sein sollen
klügllich: Adv. [geh.] aus Gründen der
Vernunft; nach sorgfältigem Nach¬
denken, sorgfältiger Überlegung o. ä.
klug|rejden —* klug rejden: redest klug;
redetest klug; hast kluggeredet
—*hast klug geredet<— [ugs.] ver¬
meintlich gute Ratschläge o. ä. geben;
sich besserwisserisch verhalten
Klug|red|nen der; -s; - weibl. Klug|red|-
nejrin: die; - ; -nen [ugs.] jmd., der im¬
meralles besser wissen will
Mug|schei|Ben: meist im Infinitiv ver¬
wendet [derb; abwert.] (ständig) bes¬
serwisserisch, klug reden
Klug|schei|BeR der; -s; - weibl. Klug|-
schei|Be|rin: die; - ; -nen [derb; ab¬
wert.] Person, die ständig etw. besser
zu wissen glaubt
Klug|schwätjzen der; -s; - weibl. Klug|-
schwät|ze)rin: die; - ; -nen [ugs.] jmd.,
der immer alles besser wissen will
Klum|patsch: der; -(e)s; - [ugs.;
abwert.] a) Haufen, Menge, Zeug
ohne Wert »Schmeiß den Klumpatsch
weg.« b) unerfreuliche Dinge, Ereig¬
nisse o. ä.
Klümplchen: das; -s; - 1 kleiner Klum¬
pen 2 [landsch.] Bonbon, Süßigkeit
Klum|pen: der; -s; - 1 größerer Brok-
ken, Stück einer formbaren Masse 2
[landsch.] Schuh aus Holz, Syn.:
Holzpantine
klum|pen: klumpt; klumpte; hat ge¬
klumpt a) Klumpen bilden, sich flok-
ken-, brockenartig zusammenziehen,
gerinnen b) in Klumpen, Brocken an
etw. hängen, kleben
Klump|fuB: der; -es; -fuße <Med.> Mi߬
bildung des Fußes, die angeboren ist
u. durch das Bestehenbleiben der em¬
bryonalen Fußstellung entsteht, wo¬
bei die Sohle nach innen, der äußere
Fußrand nach unten gekehrt ist
klump|fü|8ig: Adj. n. slg. einen Klump¬
fuß habend, damit geboren sein
klum|pig: Adj. a) aus Klumpen be¬
stehend; viele Klumpen aufweisend
»eine klumpige ( — viele Klumpen ent¬
haltende) Soße« b) plump, unpropor¬
tional in der Form; einem Klumpen
ähnlich
Klün|gel: der; -s; • 1a)o. PI. alte, nicht
mehr brauchbare od. sinnvoll nutzba¬
re Dinge »Ich habe den Klüngel end¬
lich weggeworfen.« b) altes, unansehn¬
liches Kleidungsstück 2 o. PI. [ab¬
wert.] Netz von Beziehungen u. Per¬
sonen, die sich, einander Posten, Vor¬
teile verschaffen »Gegen den Klüngel
der Firmeninhaber können wir nichts
ausrichten.« 3 <Bot.> Rispe mit einem
Fruchtstand
Klün|ge|le|: die; - ; -en 1 [ugs.] Zusam¬
menschließen von Personen, die sich
gegenseitig Vorteile, Gewinne o. ä.
verschaffen 2 das (absichtliche) Lang¬
samsein, Verschwenden von Zeit
klünjgeln: klüngelst; klüngeltest; hast
geklüngelt 1 [ugs.] sich zu einem
Klüngel mit gegenseitiger Interessen¬
wahrung zusammenschließen; sich
gegenseitig Posten, Vorteile verschaf¬
fen 2 [landsch.; ugs.] mit etw. nicht zü¬
gig vorankommen; etw. langsamer als
644
Knallkopf
möglich, nicht durchgängig tun; trö¬
deln 3 mit Trödel handeln 4 mit Altei¬
sen u. ä. handeln
Klun|ker: die; - ; -n 1 a) Quast, der aus
einer größeren Anzahl von gleich lan¬
gen Fäden od. Schnüren besteht, die
am oberen Ende zusammengefaßt
sind b) aus Metall, Porzellan o. ä. be¬
stehender, etw. beschwerender Ge¬
genstand 2 [landsch.] kleiner Klum¬
pen 3 [ugs.} auffälliger Schmuck, der
große Edelsteine enthält
klun|ke|rig/klunk|rig: Adj. n. stg.
[landsch.] besetzt mit Klunkern
Klup|pe: die; - ; -n a) Werkzeug zum
Messen des Umfanges von etw. od.
zum Festhalten, das mit Klammern
o. ä. ausgestattet ist b) [bayr.; österr.]
Wäscheklammer (Klammer zum Be¬
festigen nasser Wäsche an einer Wä¬
scheleine)
Klut: der; -s; Kluten u. Klüten (nt. PL)
[norddt.] 1 Klumpen aus Erde 2 a)
Kloß, bestehend aus Mehl, Gries o. ä.
b) kleiner Klumpen, Klümpchen
Ktü]ten: der; -s; - u. Kluten (m. PL)
[norddt.] 1 Klumpen aus Erde 2 a)
Kloß, bestehend aus Mehl, Gries o. ä.
b) kleine Klumpen, Klümpchen »In
der Soße sind Klüten.«
klüfte|rig/klüt|rlg: Adj. Klumpen bil¬
dend; klumpig in der Beschaffenheit
klü]tern: klüterst; klütertest; hast geklü¬
tert [norddt.] etw. tun, was nicht un¬
bedingt erforderlich, nötig ist Syn.:
werkeln
klüt|rig/klü|te|rig: Adj. Klumpen bil¬
dend; klumpig in der Beschaffenheit
Klü|ver. miederh /klüwer/ der; -s; -
[seemannssprl.] am "Bugspriet, Mast¬
baum schräg über dem Bug zu setzen¬
des Segel
Klü]ver|baum; /klüwer-/ der; -(e)s;
-bäume [seemannssprl.] den Bug¬
spriet, Mastbaum schräg über dem
Bug verlängernder, klappbarer Mast¬
baum
KM; Abk. 1 Kaltmiete 2 <Rechtsw.> Kin¬
desmutter 3 Kirchenmusik 4 <Med.>
Kontrastmittel = in den Körper ein¬
geführte Flüssigkeit zur Untersu¬
chung der Organe mit Röntgenstrah¬
len S <Sport> Kreismeisterschaften 6
<Milit.> Kriegsmarine 7 Kühlmittel
km: Abk. <Längenmaß> Kilometer (1
km = 1000 Meter)
km/h: Abk. <Maßeinheit der Geschwin¬
digkeit) Kilometer pro Stunde (h =
(lau hora = Stunde)
knab|bern: knabberst; knabbertest; hast
geknabbert 1 a) mit den Zähnen kleine
Stücke von etw. abbeißen b) Knabbe-
reien (z. B. Nüsse) essen 2 nichts
mehr zu knabbern haben: [ugs.] kein
Geld, nichts zu essen haben 3 an etw.
zu knabbern haben: [ugs.] etw. ist
sehr mühsam, man tut sich schwer
damit »Der Schaden war sehr groß, u.
um ihn zu beheben, werde ich lange zu
knabbern haben.«
Knajbe: der; -n; -n 1 [veralt.] Junge 2
[äbwert.] wenig zuverlässiger, etw. su¬
spekter Mann
Kna[ben|al|ter: das; -s; - [geh.] Kindheit
eines Jungen
Knajben|chor: der; -(e)s; -chöre nur aus
Jungen gebildeter Chor
knajben|haft: Adj. knabenhafter; kna¬
benhafteste a) im Aussehen, in der Fi¬
gur o. ä. einem Jungen ähnelnd b) im
Verhalten wie ein Kind, Junge
Knajben|kraut: das; -(e)s; -e Orchidee
mit meist rosafarbenen, traubenför¬
mig angeordneten Blüten
Knäb|lein: das; -s; - [scherzh.; ironisch]
kleiner Junge, Knabe
Knack: der; -(e)s; -e hartes, abgehack¬
tes Geräusch
Knäcke)brot (Knäk|ke|brot —* Knä|-
cke|brot): <schwed.; dt» das; -(e)s; -e
lockeres, in Scheiben knackig gebak-
kenes Brot aus Schrot
knacken (knak|ken —» kna|cken):
knackst; knacktest; hast geknackt 1
eine harte Schale (z. B. von Nüssen)
zerbrechen, um an das Innere zu
kommen 2 eine kniffelige, anspruchs¬
volle (geistige) Aufgabe lösen »Dieses
Problem werden wir knacken.« 3 [ugs.]
in etw. einbrechen; etw. aufbrechen
»Er knackte den Safe.« 4 einen kur¬
zen, harten Ton von sich geben 5
[ugs.] (im Bett liegen u.) schlafen 6 an
etw. zu knacken haben: [ugs.] etw. ist
sehr mühsam, man tut sich (psy¬
chisch) schwer damit
Knacker (Knak|ker—=► Kna|cker): der;
-s; - 1 [landsch.] kleine Wurst, herge¬
stellt aus Rind- u. Schweinefleisch mit
einer knackigen Haut, die gerne heiß
gegessen wird 2 alter Knacken [ugs.;
abwert.] älterer Mann
knack|frisch: Adj. [ugs.) ganz frisch
Knacki (Knak|ki —>■ Kna|cki): der; -s; -s
[ugs.] jmd., der eine Gefängnisstrafe
absitzt od. abgesessen hat
knackig (knak|kig —> kna|ckig): Adj.
[ugs.] 1 von der Beschaffenheit her
fest (u. so beim Hineinbeißen o. ä. ei¬
nen kurzen, harten Ton hervorbrin¬
gend) 2 (Person; Körperteil) (jung u.)
gutaussehend, anziehend
Knackig|keit (Knak|kig|kert —* Kna|-
ckig|keit): die; - ; - knackige Art, Be¬
schaffenheit
Knack|laut: der; -(e)s; -e 1 Geräusch,
laut, kurz, hell, knackend 2 (Sprach-
wiss.) Laut, der durch Verschlußbil¬
dung des Kehlkopfes hervorgebracht
wird
Knackjpunkt: der; -(e)s; -e [ugs.] ent¬
scheidender Aspekt eines Problems,
an dem es scheitern kann, der für etw.
von entscheidender Bedeutung ist
Knacks: der; -es; -e 1 [ugs.] psychische,
seelische Verletzung, Beeinträchti¬
gung »Durch diese Ereignisse hat sie
einen Knacks bekommen.« 2 [ugs.]
Verletzung, Bruch eines Körperteils,
Gegenstands 3 Geräusch, das beim
Bruch von etw. entsteht
knack|sen: knackst; knackste; hatjist
geknackst [ugs.] 1 hat einen, kurzen,
harten Ton von sich geben 2 ist mit ei¬
nem kurzen, harten Ton kaputtgehen
Knackfwurst: die; - ; -Würste [landsch.]
kleine Wurst, hergestellt aus Rind-,
Schweinefleisch mit einer knackigen
Haut, die heiß gegessen wird
Knall: der; -(ejs; -e 1 kurzes, lautes Ge¬
räusch (verursacht von einem Schuß,
einer Explosion o. ä.) 2 einen Knall
haben: [ugs.] nicht ganz normal sein,
verrückt sein 3 auf Knall u. (auf) Fall:
[ugs.] sofort; plötzlich »Er wurde auf
Knall u. Fall entlassen.«
knall|bunt/knall|bunt: Adj. n. stg. [ugs.]
sehr viele verschiedene, auffallende
Farben aufweisend
Knall|ef|fekt: der; -(e)s; -e [ugs.] beein-
druckende(r), überrasehende(r),
meist nicht erwartete(r) Wirkung,
Auswirkung, (Schluß-)Effekt
knal|len: knallst; knalltest; hast/ist ge¬
knallt 1 hat einen Knall, ein lautes Ge¬
räusch hervorbringen »Er hörte eine
Tür knallen.« 2 hast [ugs.] schießen (u.
dabei einen lauten Knall
verursachen) 3 hast (Ballspiele) mit al¬
ler Kraft auf etw. schießen »Er knallte
den Ball ins Tor.« 4 hast (übertr.)
[ugs.] jmdn. laut hörbar schlagen »Er
hat ihr eine geknallt.« 5 a) hast
(übertr.) [ugs.] mit Wucht auf etw.
auftreffen (lassen) »Das Kind knallte
das Buch vor Wut gegen die Wand.« b)
ist [ugs.] kräftig u. laut gegen etw. sto¬
ßen, prallen (u. dabei zerstört
werden) 6 hat Hitze ausstrahlen »Die
Sonne knallt heute heftig.« 7 hat [ugs.]
in unangenehmer Weise blendend
hell, bunt, auffällig o. ä. sein 8 hat
(übertr.) [ugs.] Streit geben 9 jmdm.
eine/ein paar knallen: [ugs.] jmdm.
mit der flachen Hand einmal od.
mehrmals ins Gesicht schlagen, eine
od. mehrere Ohrfeige(n) geben
knal|len, sich: knallst dich; knalltest
dich; hast dich geknallt [ugs.] sich (ir¬
gendwohin) setzen, flegeln, es sich ge¬
mütlich machen
Knaljler: der; -s; - [ugs.] a) völlig über¬
raschende, sensationelle Nachricht b)
[ugs.] Schußwaffe c) Knallkörper als
Scherzartikel
Knall|erb)se: die; -; -n a) kleines Kügel¬
chen aus Papier (mit Explosivstoff ge¬
füllt), das beim Hinwerfen auf dem
Boden einen Knall erzeugt b) weiße,
erbsenförmige, kugelige Frucht, die
beim Darauftreten o. ä. ein knallen¬
des Geräusch erzeugt
Knal|le]r§i: die; - ; -en [ugs.] ständiges,
belästigendes Knallen
Knall|frosch: der; -(e)s; -frösche mehre¬
re kleine, nacheinander explodierende
Sprengkörper
Knall|gas: das; -es; -e (Chemie) schnell,
auch bei relativ geringer Temperatur
explodierendes Gasgemisch
knall|hart/knall|harb Adj. n. stg. [ugs.] 1
völlig ohne Rücksicht, Mitleid 2 alle
Kraft beanspruchend »Das ist ein
knallharter Job.« 3 sehr aggressiv, un¬
mißverständlich 4 (Sport) mit voller
Kraft, sehr hart »Das war ein knall¬
harter Aufschlag (beim Tennis).«
knall|hei8: Adj. n. stg. [ugs.] besonders,
fast unerträglich heiß
knal|lig: Adj. [ugs.] 1 (Farbe; Musik) (in
unangenehmer Weise) grell, auffällig
o. ä. 2 (übertr.) übertrieben o. ä. ge¬
staltet »Ein knallig aufgemachter Be¬
richt von einem Banküberfall erschien
auf der Titelseite.« 3 (verstärkend)
über alle Maßen; sehr 4 (Kleidungs¬
stück) hauteng
Knalljkopf: der; -(e)s; -köpfe [ugs.;
abwert.] einfältiger, wirrer, oft über¬
spannter Mensch
645
Knallkopp
Knall|kopp: der; -fe)s; -köppe [ugs.;
landsch.; abwert.] einfältiger, wirrer,
oft überspannter Mensch
Knall|köijper: der; -s; - Feuerwerksarti¬
kel o. ä., der mit einem lauten Knall
explodiert
knali|rot: Adj. n. stg. besonders auffäl-
lTg, knallig rot
knall|voll/knall|voll: Adj. n. stg. a) [ugs.]
so voll, das nichts mehr hineinpaßt b)
[ugs.] völlig betrunken
. knapp: Adj. 1 gerade ausreichend »ein
knappes Taschengeld« 2 etw. weniger;
nicht ganz »Mein Großvater ist knapp
sechzig Jahre alt.« 3 <Kleidung> eng;
gerade noch passend »Die Hose ist
knapp.« 4 mit wenigen Worten »eine
knappe Begrüßung«
—*■ knapp hallten: s. knapphalten
Knap|pe: der; -n; -n 1 [fachsprl.] Berg¬
mann nach Abschluß seiner Lehre 2
<hist.; MA> junger Mann, der im
Dienst eines Ritters steht u. vorwie¬
gend im Umgang mit Waffen ausge¬
bildet wird
knap[pern: knapperst; knappertest; hast
geknappert [landsch.] a) mit den Zäh¬
nen kleine Stücke von etw. abbeißen
b) Knabbereien, z. B. Nüsse essen
knapp|hal|ten —* knapp halben: hältst
knapp; hielt (e) st knapp; hast knapp¬
gehalten —»hast knapp gehalten<—
[ugs.] jmdn. nur mit wenig von etw.
ausstatten; jmdm. sehr wenig, nur
das, was unbedingt nötig ist geben;
etw. (aus bestimmten Gründen) vor¬
sätzlich klein, niedrig halten »Er hielt
seine Frau mit dem Haushaltsgeld sehr
knapp. ♦ Der Geschäftsmann hält sei¬
nen Warenbestand sehr knapp.«
Knappheit: die; - ; - a) Mangel, gerin¬
ges Vorhandensein von etw. Knapp¬
heit an Geld, Lebensmitteln o. ä.« b)
Eigenschaft, knapp u. prägnant zu
sein
Knappschaft: die; - ; -en 1 Renten- u-
Krankenversichemngsanstalt für Ar¬
beiter u. Angestellt im Bergbau 2
<hist.> a) Gesamtheit der Knappen ei¬
nes Bergbaugebietes od. einer Zeche,
Förderanlage b) Zunft, Zusammen¬
schluß der Knappen, Bergleute, die z.
B. versicherungstechnische Aufgaben
für ihre Mitglieder übernimmt
knap|sen: knapst; knapstest; hast ge¬
knapst [ugs.] nur sehr sparsam Geld
ausgeben; sich selbst u. anderen ge¬
genüber knauserig, geizig sein (müs¬
sen)
Knar|re: die; - ; -n 1 Kinderspielzeug,
das durch schnelles Drehen ein knar¬
rendes Geräusch hervorbringt 2 [Jar¬
gon] Schußwaffe
knarjran: knarrt; knarrte; hat geknarrt
ein dumpfes, anhaltendes Knirschen
hervorbringen
knar|zen: knarzt; knarzte; hat geknarzt
[landsch.] a) ein dumpfes, anhalten¬
des Knirschen hervorbringen b) her¬
umnörgeln, -meckern
Knast: der; -(e)s; Knäsle a) [ugs.] Ge¬
fängnis b) Knast schieben: [ugs.] im
Gefängnis sein
Knast|bru|der: der; -s; -brüder [ugs.]
jmd., der gerade od. des öfteren im
Gefängnis sitzt
Kna|sti —> Knas|ti: der; -s; -s [Jargon]
Gefängnisinsasse
Kna|stojlp]ge—* Knas|to|lp|ge: der; -n;
-n weibl. Kna|sto|lg|gin —* Knas|to|-
Ipjgin: die; ~ ; -nen [ugs.; scherzh.]
jmd., der aus eigener Erfahrung mit
den Gegebenheiten im Gefängnis ver¬
traut ist
Kna|sto|lo|gje —> Knas|to|lo|gie: die;
~ ; - [ugs.; scherzh.] Gesamtheit der
im Gefängnis gesammelten Erfahrun¬
gen
Knast|zei|tung: die; - ; -en [ugs.] von
Gefängnisinsassen für die Mitinsas¬
sen hergestellte, herausgegebene Zei¬
tung
Knatsch: der; -es; - [landsch.] (unter¬
schwelliger, nicht offen ausgetrage¬
ner) Streit
knat|schen: knatschst; knatschtest; hast
geknatscht [landsch.] a) weinerlich
herumnörgeln b) [landsch.] beim
Kauen schmatzen
knat|schig: Adj. [ugs.] ständig nÖTgelnd;
schlecht gelaunt
knattern: knattert; knatterte; hatjbist
geknattert a) hat in kurzer Folge knal¬
lende Laute von sich geben »Das Mo¬
torrad knatterte beim Drosseln des
Motors.« b) bist knatternd, mit knat¬
terndem Motor o. ä. fahren
Knäule!: der u. das; -s; -1a) Wolle o. ä.
so aufgewickelt, daß es eine Kugel bil¬
det b) etw. mit den Händen zu einem
knäuelähnlichen Gebilde Zusammen¬
gedrücktes 2 <übertr.> Menge, Masse
(meist Menschen od. Tiere), die sehr
eng, dicht zusammensteht
knäue|lig —» knäu|e|lig: Adj. n. stg. wie
ein Knäuel, in der Form, dem Ausse¬
hen einem Knäuel ähnlich
knäuleln/knäullen. sich: knäuelt/knäult
sich; knäuelte/knäulte sich; hat sich
geknäuelt/geknäult sich zusammen¬
drängen, -ballen (u. dadurch eine un¬
übersichtliche Größe bilden) »Die
Zuschauer knäueln sich vor dem Ein¬
gang des Fußballstadions.«
Knauf: der; -(e)s; Knäufe runder, dicke¬
rer Knopf, an dem etw. angefaßt wird
Knäuflchen: das; -s; - kleiner Knauf;
(kugelähnliches) Ende eines Gegen¬
standes, das als Griff dient
Knaul: der u. das; -s; -e u. Knäule
[landsch.] Knäuel
knäullen/knäulefn. sich: knäulst/knäu-
elt sich; knäultejknäuelte sich; hat sich
geknäult/geknäuelt sich zusammen¬
drängen, -ballen (u. dadurch eine un¬
übersichtliche Größe bilden)
Knaulgras: das; -es; - Süßgras mit sehr
eng stehenden Ähren
Knau|pe|!ei: die; - ; -en [landsch.] sehr
mühselige Arbeit, Plackerei
knaulpellig: Adj. [landsch.] mühselig,
schwierig od. körperlich schwer
Knaulpellknolchen: der; -s; - [landsch.]
Knochen mit Fleischresten zum Ab¬
nagen, -suchen
knaulpeln: knaupelst; knaupeltest; hast
geknaupelt [landsch.] a) an etw. na¬
gen; etw. abknabbern b) sich mit etw.
plagen; nur mühsam mit etw. fertig
werden c) innerlich an etw. arbeiten;
etw. psychisch nur mühsam verkraf¬
ten
Knaulser: der; -s; - weibl. Knaulselrin:
die; - ; -nen [ugs.; abwert.] äußerst
sparsamer, geiziger Mensch
Knau|se|rei: die; • ; -en [ugs.; abwert.]
übermäßige Sparsamkeit; geiziges,
knauseriges Verhalten
knaulselriq/knauslriq: Adj. [ugs.; ab¬
wert.] (anderen Personen u. sich
selbst gegenüber) geizig
Knaulselriglkeit/Knauslriolkeit: die; ~ ;
-en knauserige Einstellung
knaulsern: knauserst; knausertest; hast
geknausert [ugs.; abwert.] übertrieben
sparsam mit dem Geld umgehen; sich
geizig geben, verhalten
Knaus-Ogi|no>Me|tho|de —*■ Knaus-
0|gi|no-Meftho|de: die; - ; - <Med.>
Verhütungsmethode auf Grundlage
einer Bestimmung der unfruchtbaren
Tage im weiblichen Monatszyklus
(durch T emperaturmessung)
knauslrig/knaulselrig: Adj. [ugs.; ab¬
wert.] (anderen Personen u. sich
selbst gegenüber) geizig
Knau8lriq|keit/Knaui86|riq|keif. die; - ;
-en knauserige Einstellung
knautschen: knautschst; knautschtest;
hast geknautscht [ugs.] a) zusammen¬
drücken »Beim Schlafen knautschte er
sein Kopfkissen.« b) stark knittern
KnautschlfaHte: die; • ; -n durch Pres¬
sen (unbeabsichtigt) entstandene
Knitterfalte
knautjschig: Adj. [ugs.] a) zerknittert;
geknautscht »Na, du hast ja vielleicht
ein knautschiges T-Shirt an!« b) leicht
zu zerknautschen
Knautschllack: der; -fe)s; -e kurz für
Knautschlackleder
Knautschllackllelder: das; -s; - speziel¬
les Leder mit Knautschfalten, das mit
einer Lackschicht überzogen ist u. für
Polstermöbel u. Kleidung verwendet
werden kann
Knautschllelder: das; -s; - kurz Jur
Knautschlackleder
Knautschlzolne: die; - ; -n (Kraftfahr¬
zeug) Bereich, der sich bei einem Un¬
fall zusammendrücken läßt u. so die
Wucht des Aufpralls für die Insassen
mindert
Knejbef: der; -s; - 1 in den Mund ge¬
stecktes Stoffstück o. ä., das jmdn.
am Sprechen bzw. Schreien hindert 2
durch einen Knoten gestecktes Quer¬
holz, mit dem etw. gespannt od. fest¬
gezurrt werden kann »Mit Hilfe eines
Knebels wurde das Tau am Mast fest¬
gezurrt.«
knejbeln: knebelst; knebeltest; hast ge¬
knebelt a) jmdm. einen Knebel in den
Mund stecken u. ihn/sie dadurch am
Sprechen od. Schreien hindern b)
(übertr.) Druck auf jmdn. ausüben u.
so verhindern, daß er über etw. (öf¬
fentlich) spricht od. nach seinem frei¬
en Willen handeln kann c) [veralt.]
jmdn. durch Fesseln bewegungsunfä¬
hig machen
Kne]be|lung/Kneb[lung: die; - ; -en a)
Vorgang des Knebelns od. Geknebelt¬
werdens »Er wehrte sich vergeblich ge¬
gen seine Knebelung.« b) Zustand des
Geknebeltseins
Knecht: der; -(e)s; -e weibl. Magd: die;
- ; Mägde 1 [veralt.] Mann/Frau, der/
die auf einem Bauernhof angestellt ist
u. dort verschiedene Arbeiten zu ver¬
richten hat 2 nur männl. Form [oft ab¬
wert.] jmd., der allen Befehlen wider¬
standslos gehorcht u. sich den Herr-
646
kniefrei
sehenden bedingungslos unterwirft 3
Einem willigen Knecht soll man nicht
zuviel aufbürden: einen guten Arbei¬
ter soll man nicht ausnutzen
knech|ten: knechtest; knechtetest; hast
geknechtet (geh.; abwert.] a) eine Per¬
son, eine Volksgruppe, ein Volk (als
Herrscher) beherrschen, unterdrük-
ken, ausbeuten, schlecht behandeln,
hart für sich arbeiten lassen u. kaum
etw. zum Leben lassen, keine Mei¬
nungsäußerung zulassen b) [ugs.]
schwer, hart arbeiten
knechtisch: Adj. [geh.; abwert.] willen¬
los den Herrschenden gefügig, unter¬
würfig
Knechts|ar|beit: die; - ; -en [geh.; ab¬
wert.] schwere, schlecht bezahlte u.
oft schmutzige Arbeit
Knechtschaft: die; ~ ; -en [geh.; ab¬
wert.] Zustand des Unterdrücktseins;
Leben in Sklaverei
Knechts|ge|stalt: die; - ; -en <oft Reli¬
gion) Figur, Gestalt, Verkörperung
eines einfachen u. arbeitsamen Man¬
nes
Knech|tung: die; - ; -en [geh.; abwert.]
Versklavung; Unterwerfung anderer
Kneif: der; -(e)s; -e [veralt.; landsch.j
(Handwerb spezielles Messer in ver¬
schiedenen Handwerksberufen
knei|fen: kneifst; kniff (e)st; hast geknif¬
fen 1 Haut zwischen zwei Finger neh¬
men u. zusammendrücken, so daß es
schmerzt 2 (Kleidung) zu eng sein u.
so ein unangenehmes Gefühl erzeu¬
gen »Die Hose kneift.« 3 fest ver¬
schließen; zusammenpressen »Auf¬
grund des hellen Lichts kneift sie die
Augen (zusammen).« 4 [ugs.; veralt.]
heftig schmerzen »Weil er zu kaltes
Bier getrunken hat, kneift ihn nun der
Magen.« 5 [ugs.] einer unangenehmen
Aufgabe (feige) ausweichen
Kneijfer: der; -s; - <hist> bügellose
Brille, die auf den Nasenrücken ge¬
steckt wird
Kneif|zan|ge: die; - ; -n (Werkzeug)
Zange, mit der etw. abgekniffen, her¬
ausgezogen od. festgehalten werden
kann
Kneip: der; -(e)s; -e [landsch.] Kneif;
spezielles Handwerksmesser
Kneipe: die; - ; -n 1 [ugs.] kleine Gast¬
stätte, in der vor allem (alkoholische)
Getränke konsumiert werden; Bierlo¬
kal 2 [veralt.] a) Veranstaltung in stu¬
dentischen Verbindungen, bei der viel
Alkohol konsumiert wird b) Räum¬
lichkeit, in der eine solche Veranstal¬
tung stattfindet
knei|pen: kneipst; kneiptest; hast ge¬
kneipt 1 [niederdt.] kneifen 2 a) [ugs.;
oft scherzh.] in einem Bierlokal sitzen
od. mehrere solcher Lokale nachein¬
ander besuchen b) [veralt.] an einem
studentischen Trinkabend teilneh¬
men
Knei|pen{wirt: der; -(e)s; -e weibl.
Knei|penjwir[tln: die; ~ ; -nen Betrei¬
bern) eines Bierlokals, einer Kneipe
Knei|pjer. /kneipje/ der; -s; -s [ugs.;
scherzh.] Betreiber, Besitzer eines
Bierlokals, einer Kneipe
kneipfpen: kneippst; kneipptest; hast ge¬
kneippt [ugs.] sich einer Heilbehand¬
lung mit kaltem Wasser unterziehen;
eine Kneippkur mit kaltem Wasser,
bestimmten Anwendungen machen
Kngipp|kur: die; - ; -en (von dem katho¬
lischen Geistlichen Sebastian Kneipp
entwickelte) Heilbehandlung mit kal¬
tem Wasser
Knefp|zan|ge: die; - ; -n [landsch.]
Kneifzange; Zange, mit der etw. ab¬
gekniffen, herausgezogen od. festge¬
halten werden kann
Knes|set: thebr.t die; - ; - <Pol.> das is¬
raelische Parlament
knet|ban Adj. leicht zu verformen; gut
zu kneten
Knejte: die; - ; -n 1 weiches, meist ver¬
schieden gefärbtes, gut formbares
(Spiel-)Material »Die Kinder formten
Tiere aus Knete.« 2 [ugs.] Geld
knejten: knetest; knetetest; hast gekne¬
tet 1 a) eine formbare Masse durch
Zusammendrücken u. -pressen ho¬
mogener u. geschmeidiger machen b)
aus einer relativ festen, aber formba¬
ren Masse bestimmte Figuren formen
2 [ugs.] massieren
knib]beln: knibbelst; knibbeltest; hast
geknibbelt [landsch.] mit den Finger
(nägel)n etw. abreißen, abziehen, ab¬
schaben
Knick: der; -(e)s; -e u. -s 1 a) unbeab¬
sichtigte Falte in Papieren od. ähnli¬
chen, faltbaren Materialien » Weil er
darauf gesessen hatte, hat sein Schul¬
heft nun einen Knick.« b) beschädigte
Stelle einer Eierschale 2 plötzliche,
scharfe Abzweigung von einem bis
dahin geraden Verlauf »Jenseits des
Dorfes macht die Straße einen schar¬
fen Knick.« 3 PI. Knicks [norddt.]
Wall, der mit einer Hecke bepflanzt
ist 4 einen Knick im Auge, in der Pu¬
pille, Linse, Optik haben: [ugs.;
scherzh.] 1. jmd. schielt 2. (anschei¬
nend) nicht richtig sehen können
kmck|rig/knicke|rig (knik|ke|rig —*
kn]fcke[rig'): Adj. [ugs.; abwert.] (an¬
deren gegenüber) geizig
Knicke|bein (Knikjke|bein—> Kni|cke|-
bein): der; -(e)s; - süße Cremefüllung
für Schokoladensaisonartikel
knicken (kmk|ken —* kn])cken):
knickst; knicktest; hast geknickt 1 a)
etw. beugen, falten, so daß ein Rich¬
tungswechsel, Bruch entsteht »Sie
knickte den Briefbogen mehrmals.« b)
etw. (fast) abbrechen, umbiegen »Sie
knickte die Blume.« 2 geknickt sein:
jmd. ist enttäuscht, traurig
Knicker (Knik|ker—* Kn])cker): der; -s;
- [ugs.] nicht freigiebiger, wenig
großzügiger Mensch, Geizkragen,
Knauser
Knickerjbocker (Knjk|kerjbok[ker —»
Knjjckerjbo|cker): <amerik.> die; - ; -s
weite Kniebundhose
Knicke|rei (Knik]ke|rei —* Kni|cke|rei):
die; - ; -en [ugs., abwert.] Geiz; über¬
triebene Sparsamkeit
knicke|rig (knikfke|rig —» kni|cke|rig)/
knickjrig: Adj. [ugs., ab wert.] geizig;
übertrieben sparsam
Knicke|rig|keit (Knjk|ke|rig|kett —>
Kni|cke|rig|keit): die; - ; -en [ugs., ab¬
wert.] geizige Haltung; sparsame Ein¬
stellung
knickern (knikjkern —-»■ kni|ckern):
knickerst; knickertest; hast geknickert
[ugs., abwert.] übertrieben sparsam
mit dem Geld umgehen
Knick|fuB: der; -es; -fuße <Med.> Fuß,
dessen Ferse nach außen abgeknickt
ist
Knicks: der; -es; -e Ehrbezeugung von
Frauen u. Mädchen, wobei ein Fuß
zurückgesetzt u. beide Knie gebeugt
werden
knick|sen: knickst; knickstest; hast ge¬
knickst einen Knicks ausführen
Knickung (Knik|kung —*• Knickung):
die; ~ ; -en Zustand des Geknicktseins
Knie: das; -s; - jkni-ej 1 a) der äußerlich
sichtbare Teil des großen Beingelenks
mit der Kniescheibe »Erfiel vor seiner
Geliebten auf die Knie.« b) (Kleidung)
Stelle, die das Kniegelenk bedeckt
»Die Hose war an den Knien sehr
ausgebeult.« 2 a) im rechten Winkel
abknickendes Stück »Das Abflußrohr
ist im Knie verstopft.« b) Biegung ei¬
nes Flusses od. eines Weges c) (Tech¬
nik) mechanisches Gelenk mit der
Form u. dem Bewegungsablauf eines
menschlichen Knies 3 weiche Knie
haben; Pudding in den Knien haben;
in den Knien weich werden; mit wei¬
chen Knien; jmdm. werden die Knie
weich: [ugs.] a) jmd. hat große Angst,
fürchtet sich »Er hatte weiche Knie,
als er vor dem Richter stand. ♦ Ihm
wurde in den Knien weich, als er vor
dem Richter stand. ♦ Er stand mit wei¬
chen Knien vor dem Richter. • Ihm
wurden die Knie weich, als er vor dem
Richter stand.« b) jmd. ist körperlich
geschwächt 4 etw. übers Knie
brechen: [ugs.} etw. unüberlegt, über¬
eilt tun 5 jmdn. übers Knie legen:
[ugs.] jmdm. den Hintern (Gesäß)
verhauen 6 jmdn. auf/in die Knie
zwingen: [geh.] jmdn. besiegen, un¬
terwerfen, zum Aufgeben zwingen
»Die großen Supermärkte haben die
kleinen Ladenbesitzer in die Knie
gezwungen.« 7 vor jmdm. auf den
Knien rutschen: [ugs.] jmdm. gegen¬
über unterwürfig sein, vor ihm krie¬
chen, sich erniedrigen, jeglichen Stolz
u. Selbstachtung aufgeben 8 du
kannst Gott auf den Knien danken,
da8...: [ugs.] du solltest sehr dankbar
sein 9 (vor jmdm.) in die Knie gehen:
[ugs.] aus Angst (vor jmdm.) seine
Meinung, Grundsätze, Selbstachtung
aufgeben, sich völlig unterordnen
»Sie war den ständigen Auseinander¬
setzungen nicht mehr gewachsen u.
mußte vor ihm in die Knie gehen.« 10
in die Knie gehen, brechen: in den
Knien einknicken u. hinstürzen, fal¬
len
Kniejbank: die; - ; -bänke zum Nieder¬
knien gedachte niedrige Holzbank
Knie|beu|ge: die; ~ ; -n (Turnen) gymna¬
stische Übung, bei der man mit ge¬
radem Oberkörper in die Hocke geht
u. anschließend wieder aufsteht
Kn]e|bund|ho|se: die; - ; -n meist ziem¬
lich weite Hose, die unterhalb des
Knies mit einem Bund abschließt
Knie|fall: der; -(e)s; -fälle das Nieder¬
fallen auf beide Knie als Zeichen der
Ehrerbietung od. Unterwerfung
kniefrei: Adj. n. stg. (Kleidung) die Knie
nicht bedeckend; oberhalb der Knie¬
scheibe endend
647
Kniegeige
Knje|gei|ge: die; - ; -n <Musik> Viola da
gamba, die zwischen den Knien ge¬
halten, gespielt wird, Syn.:
[fremdsprl.] Gambe
Knie|ge|lenk: das; -(e)s; -e Gelenk, das
Ober- u. Unterschenkel beweglich
miteinander verbindet
kniejhoch: Adj. n. stg. vom Boden bis in
die Höhe der Knie reichend »Sie
kämpften sich durch kniehohes Gras.«
Knje|holz: das; -es; - in großen Höhen
wachsendes, krummes u. niedriges
Gesträuch
Knie|ho|se: die; - ; -n Hose, die bis zum
Knie od. kurz darüber reicht
Knie|keh|le: die; - / -n Rückseite des
Knies; rückwärtige Einbuchtung am
Bein zwischen Ober- u. Unterschen¬
kel
kniejlang: Adj. n. stg. <Kleidung> bis zu
den Knien hinunterreichend
knien: kniest; knietest; hast/bist gekniet
auf seinen Knien hocken
knjen, sich: kniest dich; knietest dich;
hast dich gekniet 1 sich auf die Knie
niederlassen 2 [ugs.] sich für eine Sa¬
che einsetzen; eine Arbeit intensiv be¬
treiben
Knjep|au|gen: die (PI.) [landsch.]
kleine, zusammengekniffene Augen
Knle|rie|men: der; -s; - Riemen des
Schuhmachers zum Festschnallen der
Schuhe auf dem Knie, einer abgewin¬
kelten Vorrichtung zum Bearbeiten
von Schuhen
Knies: der; -es; - [ugs.] 1 (an einem Ort
angesammelte, lange nicht entfernte)
Schmutz-, Dreckschicht; schmierige
Schmutzschicht »Kannst du den Knies
nicht endlich wegputzen?« 2 [ugs.]
(nicht offen ausgetragene(r)) Ausein¬
andersetzung, Streitigkeit, Mißstim¬
mung mit jmdm.; unterschwelliger
Streit; schwelende Meinungsverschie¬
denheit
Knie]schei|be: die; - ; -n <Anat.> runder,
flacher Knochen, der schützend vor
dem Kniegelenk liegt
Knie|schüt|zen der; -s; - <Sport> gepol¬
sterte Bandage, die in verschiedenen
Sportarten zum Schutz des Kniege¬
lenks über die Knie gezogen wird
Knie|seh|nen|re|flex —*■ Knie|seh|nen|-
reffllex: der; -es; -e <Med.> ruckartiges
Ausstrecken, Aufrichten des Unter¬
schenkels, wenn einer Sehne unter¬
halb des Knies ein Schlag versetzt
wird
Knie]stock: der; -(e)s; -stocke <Bauw.;
Archit.> im Dachgeschoß bis unter die
Schräge reichender Teil der Außen¬
mauer; Drempel
Knie|strumpf: der; -(e)s; -Strümpfe bis
knapp unters Knie reichender
Strumpf
knie|tief: Adj. n. slg. vom Boden bis zu
den Knien reichend »Sie wateten
durch einen knietiefen Gebirgsbach.«
Knjff: der; -(e)s; -e 1 das einmalige, hef¬
tige Kneifen mit Daumen u. Zeigefin¬
ger; das Kneifen bzw. dessen Resultat
2 scharf abgeknickte Falte in Papier
od. Textilien »Die Karten des Falsch¬
spielers sind durch bestimmte Kniffe
gekennzeichnet.« 3 a) bestimmter
Handgriff, der eine Arbeit od. Aufga¬
be erleichtert; besonderer Trick,
Handgriff, mit dem etw. funktioniert
b) oft unerlaubter Trick od. Kunst¬
griff, der das Erreichen bestimmter
Ziele erleichtert
Knif|fe|lei: die; - ; -en [ugs.] viel Geduld
u. Geschicklichkeit erfordernde Auf¬
gabe
knif[fe]lig/kniff|lig: Adj. [ugs.] a) Geduld,
Geschicklichkeit u. Ruhe erfordernd
b) schwierig u. deshalb besondere
Aufmerksamkeit verlangend
knif]fen: kniffst; knifftest; hast geknifft
[landsch.] Papier mit einer scharfen
Falte versehen
knrffjlig/knifjfe|lig: Adj. [ugs.] a) Geduld,
Geschicklichkeit u. Ruhe erfordernd
»Die Matheaufgaben erwiesen sich als
ziemlich knifflig.« b) schwierig u. des¬
halb besondere Aufmerksamkeit ver¬
langend
Knight: <engl.i /nait/ der; -s; -s Ritter;
unterste Stufe des englischen Adels
Knilch: der; -(e)s; -e [ugs.] kleiner, un¬
wichtiger, als unsympathisch emp¬
fundener Mensch; unangenehmer
Kerl Syn.: Knülch
knjl|le: Adj. n. stg. [ugs.] in leicht alko¬
holisiertem Zustand Syn.: betrunken;
knüll(e)
kn|p|sen: knipst; knipstest; hast geknipst
1 [ugs.] unprofessionell ein Foto von
jmdm. od. etw. machen 2 einen Schal¬
ter betätigen u. dadurch ein mit
Strom betriebenes Gerät in, außer
Gang setzen 3 mit den Fingern
schnippen, ein Geräusch erzeugen 4
eine Fahrkarte o. ä. entwerten 5 etw.
mit den Fingern wegschnippen
Knirps: der; -es; -e 1 a) kleines, drolliges
Kind, besonders Junge »Er ist ein
niedlicher Knirps.« b) [abwert.] klei¬
ner, schmächtiger Mann 2 (Waren¬
zeichen) zusammenklappbarer Ta¬
schenschirm
knirp|sig: Adj. [ugs.] klein; schmächtig
knhjschen: knirscht; knirschte; hat ge¬
knirscht ein trockenes, gepreßtes, rei¬
ßendes Geräusch von sich geben »Er
knirschte vor Wut mit den Zähnen.«
Kn|s|pek der; -s; - [landsch.; abwert.]
Person, die jmdm. lästig ist »Irgendein
Knispel stört einen doch immer.«
knis|peln: knispeist; knispeltest; hast ge-
knispelt [landsch.] ein knisterndes Ge¬
räusch verursachen
knjlstem —» knisftem: knisterst; kni¬
stertest; hast geknistert ein rascheln¬
des Geräusch erzeugen, von sich ge¬
ben »Ich knisterte mit der Kekstüte.«
Knrt|teljvers: der; -es; -e <Liteiaturwiss.>
paarig gereimter Vers mit vier He¬
bungen u. unregelmäßigen Sen¬
kungen
Knitter: der; -s; - (m. PI.) einzelne Fal¬
te in einem Netz kleiner Falten, das
durch Daraufsitzen od. Zerknüllen in
Kleidungsstücken entsteht
knit]ter)arni: Adj. knitterarmer; knitte¬
rarmste kaum zum Knittern neigend
»Die Bluse ist aus hochwertigem, knit¬
terarmen Gewebe.«
knitfterffesfc Adj. n. stg. nicht knitternd
knhjterjfrei: Adj. n. stg. keine Knitter
aufweisend, keine Knitterfalten ent¬
stehen lassend
knitjtern: knitterst; knittertest; hast ge¬
knittert a) zu Knitterfaltenbildung
neigen »Leinenstoff knittert schnell.«
b) Falten in etw. machen
knit|te|rig/knjtt|rig: Adj. voll mit Knit¬
terfalten »Auf dem Dachboden fand er
seine knittrigen Schulhefte.«
Knpjbel: der; -s; - [landsch.] 1 Knöchel
2 Spielwürfel
Kng|bel|be|cher: der; -s; - 1 beim Wür¬
felspiel benutzter Becher 2 [solda-
tensprl ] kurzschaftiger Soidatenstie-
fel
kno|beln: knobelst; knobeltest; hast ge-
knobelt 1 ein bestimmtes Würfelspiel
spielen 2 um etw. (z. B. die Ausfüh¬
rung einer Tätigkeit) Streichhölzer
ziehen (wobei derjenige, der das einzi¬
ge kurze Streichholz zieht, die Hand¬
lung ausführen muß) od. darum wür¬
feln (u. der die niedrigere Augenzahl
geworfen hat, muß die Handlung
ausführen) »Wir haben darum gekno-
belt, wer abwaschen muß.« 3 ange¬
strengt über ein schwieriges Problem
nachdenken, es zu lösen versuchen
Knob|lauch: auch der; ~(e)s; -e (stark
riechendes) Zwiebelgewächs, dessen
Wurzelknolle als Gewürz benutzt
wird
Knob|lauch|but|ter: auchbutterzfe; - ; -
mit Knoblauchstücken, -mark ver¬
rührte Butter
Knob|lauch|öl: auchöldos; -(e)s; -e aus
Knoblauchzehen gepreßtes, gewon¬
nenes Öl
Knob|lauch|pil|le: auchpilled/e, - ; -n
Medikament, Aufbaupräparat, das
die Wirkstoffe des Knoblauchs ent¬
hält
Knob|lauch|pul|ver: auchpulverdas; -s;
- aus getrocknetem Knoblauch ge¬
wonnenes Gewürzpulver
Knob|lauch|salz: auchsalzrfos; -es; -e
Salz mit Knoblaucharoma; mit
Knoblauchpulver gemischtes Salz
Knob|lauch|wurst: auchwurstdie; - / -
wurste Wurst, in die kleine Knob¬
lauchstücke eingearbeitet sind
Kn&Jchel: der; -s; - <Anat.> kleinerer
(Gelenk-)Knochen, besonders am
Fußgelenk u. den Fingern
Knö]chel|chen: das; -s; - sehr kleiner
Knochen od. kleines Knochenstück
knö|chel|1ang: Adj. n. stg. <Kleidung>
bis zum Fußknöchel hinunterrei¬
chend
Knojchen: der; -s; -1a) einzelner,
abgeschlossener Teil des vor allem
aus Kalk bestehenden Skeletts, Kör-
pergerüsts bei Wirbeltieren u. dem
Menschen »Ich habe mir einen Kno¬
chen gebrochen.« b) [ugs.] Teil des
Körpers, besonders die Gliedmaßen
2 a) [Jargon] Schraubenschlüssel mit
dicken Enden b) Kissen in Form eines
Knochens (a) für die Stützung des
Nackens 3 jmdm. in die Knochen
fahren: [ugs.] jmd. fühlt, spürt etw.
besonders stark »Der Schreck ist mir
in die Knochen gefahren.« 4 jmd. ist
ein fauler Knochen: jmd., (meist ein
Mann) ist faul, arbeitsscheu 5 a) du
kannst dir die Knochen numerieren
lassen; laß deine Knochen numerie¬
ren! —» du kannst dir die Knochen
nummerieren lassen; laß deine Kno¬
chen nummerieren!: [derb] Andro¬
hung von Prügeln b) (...) daß du deine
Knochen im Sack nach Hause tra¬
gen kannst: [derb] jmdm. ankündi¬
gen, daß er fürchterliche Prügel be¬
648
Knoten
kommt 6 auf die Knochen gehen:
[ugs.] sehr schwer, anstrengend sein
»Die Arbeit auf dem Bau geht ganz
schön auf die Knochen.« 7 |mdm. in
den Knochen stecken, sitzen,
liegen: [ugs.] von jmdm. gefühlt, ge¬
spürt werden; jmdm. .haftet etw. an
»Mir liegt eine Erkältung in den
Knochen. ♦ Das Wetter liegt mir in den
Knochen.« 8 (für jmdn., etw.) die,
seine Knochen hinhalten: [ugs.] für
eine unangenehme, gefährliche Sache
einstehen 9 bis auf, in die Knochen:
[ugs.] total, gänzlich; durch u. durch
»Mir war kalt bis auf die Knochen. *
Er war ein Kommunist bis in die
Knochen. ♦ Ich habe mich bis auf die
Knochen blamiert.« 10 nichts in den
Knochen haben: [ugs.] schwach,
kraftlos sein 11 über die Knochen
gehen: [ugs.] sehr, zu schwer, an¬
strengend sein
—*■ Kngichen bildend : s. knochenbil¬
dend "
Kno|chen|ar[beit: die; - ; -en [ugs.]
schwere körperliche Arbeit
kno|chen|bil|dend —»• Knojchen bil¬
dend : Adj. n. stg. den körpereigenen
Aufbau der Knochen begünstigend
»Kalk ist eine knochenbildende Sub¬
stanz.«
kno|chen|bre|che|risch: Adj. [ugs.] so
gefährlich, daB man Gefahr läuft,
sich die Knochen zu brechen
Knp[chen[brü|he: die; - ; -n durch das
Kochen von Rinderknochen gewon¬
nene Kraftbrühe
Knojchenjenfzünldung: die; ~ / -en
<Med.> Entzündung des Knochenge¬
webes; Ostitis
Kno|chen|er|wei|chung: die; - ; -en
<Med.» Enthärtung u. Bruchanfällig¬
keit des Knochens als Folge von
Kalkmangel
Kno|chen|fett: das; -(e)s; -e aus Kno¬
chensubstanz gewonnenes Fett
Kno]chen|fisch: der; -(e)s; -e Fisch mit
voll ausgebiidetem Knochengerüst
Kno|chen|ge(rüst: das; -(e)s; -e 1 Ske¬
lett, alle Knochen eines Menschen,
Säugetieres 2 [ugs.; abwert.] äußerst
hagerer, magerer Mensch
Kng]chen|ge|schwulst: die; - ; -ge¬
schwülste <Med.> gut- od. bösartiger
Tumor im Bereich eines Knochens
Kno|chen]gelwe|be: das; -s; - <Med.>
Substanz, aus der ein Knochen gebil¬
det wird
kno|chen|hart* Adj. n. stg. [ugs.] sehr
hart; unangenehm hart
Kng|chen|haut)ent]zün)dung: die; - ;
-en <Med.» Entzündung der den Kno¬
chen umgebenden Haut
Kno]chen|krebs: der; -es; - bösartiger
Knochentumor
Kno|chen|mann: der; ~(e)s; -männer 1
[geh.] in Kunst u. Literatur das Ske¬
lett als Symbol, Personifizierung des
Todes 2 [ugs.; scherzh.] Bezeichnung
für ein (künstliches) menschliches
Skelett in Schulen, Arztpraxen usw.
Knpjchen|mark: das; -(e)s; - blutbil¬
dendes, weiches Gewebe im Inneren
der langen Röhrenknochen
Kno|cheifmark|ent|zün|dung: die; - ;
-en <Med.> Entzündung des Knochen¬
inneren
Kngjchen(split|ter. der; -s; - bei Brü¬
chen abgesplitterter Teil eines Kno¬
chens
Kno|chen|sub|stanz —» Knofchenj-
sub|s|tanz: die; - ; -en <Med.> kalkhal¬
tiges Gewebe, aus dem sich der Kno¬
chen aufbaut
knojchenjtrocken (kno|chen|trok|ken
—* kng|chen[tro|cken): Adj. 1 [ugs.]
ganz u. gar, vollkommen trocken (u.
dadurch hart) 2 [ugs.] langweilig u.
humorlos; zu sachlich
knö|chern: Adj. 1 aus Knochenfsub-
stanz) bestehend »Der Zauberer
spielte auf einer knöchernen Flöte.« 2
[selten] mit deutlich hervortretenden
Knochen
Knock|down —> auch Knock-down:
tengl.i /nock-daun/ der; -s; -s <Boxen>
das Niederstrecken des Gegners
Knockjout —> auch Knock-out: tengh
/nock-aut/ der; -s; -s durch Schlagein¬
wirkung Kampfunfähig (zu Boden
gestreckt sein); Ende eines Boxkamp¬
fes
Knö|del: der; -s; - [süddt.; österr.] aus
einem Kartoffelteig od. Semmelbrö¬
seln zu einer Kugel geformte Beilage
zu einem warmen Essen
knöjdeln: knödelst; knödeltest; hast ge-
knödelt [ugs.] sehr undeutlich spre¬
chen od. singen
Knöll|chen: das; -s; - [ugs.] Strafman¬
dat für Verstöße gegen die Straßen¬
verkehrsordnung
Knol|le: die; ~ ; -n 1 rundlich-längliche
Verdickung eines Pflanzenteils, oft
als Wurzelknolle unter der Erde 2
[ugs.] rundlicher, knollenförmiger
Auswuchs; klumpiges Gebilde 3
[ugs.] polizeiliches Strafmandat
Knol|len|blät[ter|pilz: der;-es; -e äußerst
giftiger Pilz, dem weißen Champi¬
gnon sehr ähnlich, aber mit einer
knollenförmigen Verdickung am un¬
teren Stielende
kngl|len|förfmig: Adj. n. stg. in Form ei¬
ner Knolle
Kno1|len|frucht: die; - ; -fruchte Pflanze,
die Früchte in Knollenform trägt,
hervorbringt
Knopf: der; -(e)s; Knöpfe 1 kleiner, fla¬
cher, meist runder, an ein Kleidungs¬
stück angenähter Gegenstand, der
durch ein entsprechendes Loch ge¬
steckt dem Zusammenhalt des Klei¬
dungsstücks dient 2 Teil eines techni¬
schen Geräts, mit dem Funktionen
ausgelöst werden 3 jmdm. geht der
Knopf auf: [ugs.] jmd. kapiert, be¬
greift plötzlich »Plötzlich ging ihm der
Knopf auf, u. er wußte, daß die beiden
ein Verhältnis hatten.« 4 sich etw. an
den Knöpfen abzählen: [ugs.] etw.
Unwichtiges vom Zufall abhängig
machen »Ob er dich noch mag, kamst
du dir an den Knöpfen abzählen.« S
Knöpfe auf den Augen haben: [ugs.]
nicht gut sehen können; etw. nicht er¬
kennen 6 Knöpfe in den Ohren
haben: [ugs.] etw. nicht hören, es
nicht wahmehmen, nicht beachten
Knöpfchen: das; -s; - Verkleinerungs¬
form von Knopf; kleiner Knopf
knöpften: knöpfst; knöpftest; hast ge¬
knöpft a) mit Hilfe von Knöpfen öff¬
nen od. verschließen »Sie knöpfte sich
das Kleid Zu.« b) mit Hilfe von Knöp¬
fen etw. befestigen
Knopf[lei|ste —*■ Knopfleiste: die; ~ ;
-n länglicher Stoffstreifen an Klei¬
dungsstücken, auf dem Knöpfe ange¬
näht sind
Knöpfjli: die (PL) schweizerische Nu¬
delspezialität, den schwäbischen
Spätzle ähnlich
Knopfloch: das; -(e)s; -löcher in Klei¬
dungsstücken od. Gebrauchsgegen-
enständen vorhandene, kleine, längli¬
che Öffnung mit verstärktem Rand,
durch die ein Knopf gesteckt wird
Knopf|loch|sei|de: die; - ; - sehr feines,
aber festes Garn zum Umnähen u.
Verstärken von Knopflöchern
Knoptfzelfle: die; - ; -n kleine Batterie in
Form eines Knopfes
Knprfpel: der; -s; - stützendes, ziemlich
festes, aber elastisches u. biegsames
Bindegewebe zwischen Knochen u.
Gelenken »Die Handwurzel besteht
aus verschiedenen Knochen u. Knor¬
peln.«
kno(jpe)lig/knorp|lig: Adj. a) aus Knor¬
peln; mit Knorpeln durchsetzt »Die
Grillrippchen sind leider sehr
knorplig.« b) an Knorpel erinnernd;
unregelmäßig wie Knorpel geformt
»Der alte Baum hat knorpelige Wur¬
zeln.«
knorjrig: Adj. a) <Baum> krummv ver¬
wachsen u. wulstig; mit vielen Ästen
u. Fortsätzen »Hinter den Dünen ste¬
hen einige knorrige Kiefern.« b)
<Mensch> unzugänglich, widerspen¬
stig u. eigensinnig
Knps|pe: die; - ; -n Sproß von Blatt od.
Blüte an einer Pflanze
knos|pen: knospet; knospete; hat ge-
knospet Blatt- u. Blütentriebe ausbil¬
den
Knosfpung: die; - ; -en 1 Ausbildung
von Knospen bei Pflanzen »Die Knos¬
pung der Rosen erfolgt diesmal sehr
früh im Jahr.« 2 <Bio.; bei niederen
Lebewesen) ungeschlechtliche Ver¬
mehrung durch Ausbildung knospen¬
artiger Auswüchse, die sich allmäh¬
lich abtrennen
Knoften: der; -s; -1a) Befestigung
durch zwei od. mehrere umeinander-
gewickeite u. danach festgezogene
Bänder, Schnüre, Fäden, Stoffstrei¬
fen, Ketten o. ä. b) Hochsteckfrisur,
bei der langes Kopfhaar im Nacken
hochgenommen, umeinandergewik-
kelt u. festgesteckt wird 2 a) Schiff¬
fahrt» Meßwert für Schiffsgeschwin¬
digkeit (1 Knoten = eine Seemeile in
der Stunde) »Das Schiff erreicht eine
Geschwindigkeit von 15 Knoten pro
Stunde.« b) Verdickung an den Än-
satzstellen von Pflanzensprossen c)
<Med.» Verdickung an den Gliedma¬
ßen od. im Gewebe d) <Physik>
Schnittstelle von Linien, Kurven im
Diagramm e) <Astronomie> Schnitt¬
stelle von Gestimbahnen mit der
Grundebene 3 sich einen Knoten ins
Taschentuch machen: sich zur Erin¬
nerung eine Gedächtnisstütze auf¬
bauen 4 bei jmdm. ist der Knoten ge¬
rissen, geplatzt: jmd. hat eine an ihn
gestellte Anforderung nach langer
Zeit verstanden 5 den (gordischen)
Knoten durchhaüen: überraschend
649
Knotenpunkt
ein eine lange Zeit als unüberwindli¬
ches Hindernis angesehenes Problem
auf sehr einfache Weise lösen
Kno)ten|punkfc der; -(e)s; -e a) Kreu¬
zung wichtiger Verkehrswege »Frank¬
furt am Main ist ein Knotenpunkt des
deutschen Autobahnnetzes.« b) Stelle,
an der Leitungen o. ä. Zusammen¬
kommen
Knö[te|rich: der; -(e)s; -e 1 Kräuterge¬
wächs mit vielen Unterarten; der Na¬
me leitet sich vom knotigen Stengel
ab 2 Bonbon mit Knöterichextrakten,
leichtem Lakritzgeschmack
kno|tig: Adj. a) mit (vielen) Knoten (2a)
versehen »Beim Wandern stützte er
sich auf einen knotigen Stock.« b) von
der Form eines Knotens (2a)
knöt]tern/knö|tern: knöt(t)erst; knöt-
(tjertest; hast geknöt(tJer(/kno)tern:
knoterst; knotertest; hast geknotert
[landsch.] dumpf u. ärgerlich etw.
murmeln; meckern; knatschen; nör¬
geln
Know-how —* auch Know|how: <engb
/no“-hau/ das; -s; - gewußt wie; das
»Wissen, wie< man bestimmte Geräte
bedient u. bestimmte Methoden prak¬
tisch umsetzt, wie man etw. tut usw.
»Obwohl sie nun hochwertige Maschi¬
nen zur Verfügung hatten, fehlte ihnen
doch das Know-how, sie zu bedienen.«
Knub|bel: der; -s; - [ugs.] 1 knotige Ver¬
dickung; kleiner Wulst »Wo mich die
Biene gestochen hat, hat sich ein Knub¬
bel gebildet.« 2 dickes, rundliches, un¬
förmiges Stück eines knetbaren Ma¬
terials
knud|deln: knuddelst; knuddeltest; hast
geknuddelt [landsch.] 1 durch Druck
auf einem glatten, aber nachgebenden
Material (Stoff, Papier o. ä.) Falten
erzeugen »Dein Rock ist vom langen
Sitzen vollkommen geknuddelt.« 2
jmdn. herzen, an sich drücken u. lieb¬
kosen
Knuff: der; -(e)s; Knüffe [ugs.] leichter
(freundschaftlich-scherzhafter) Stoß
knuffen: knuffst; knifftest; hast ge¬
knufft [ugs.] einer Person mit der ge¬
ballten Faust, dem Ellbogen od. der
vorgestreckten Schulter in meist
freundschaftlicher Absicht einen Stoß
in den Rücken, die Schulter, Seite o.
ä. versetzen
Knülch: der; -(e)s; -e [norddt.; abwert.]
als besonders ungehobelter Mensch
empfundene Person männlichen
Geschlechts Syn.: Knilch
knüll/knül|le: Adj. n. stg. [ugs.] nicht
nüchtern, sondern in alkoholisiertem
Zustand Syn.: betrunken
Knül|ler: der; -s; - eine Vorstellung, ein
Produkt, Darbietung o. ä., die beim
Publikum besonders gut ankommt,
von besonders guter Qualität ist »Der
Schlager »Schöne Maid« war der
Knüller des Abends.«
Knüpf|ar|beit die; - ; -en Handarbeit,
bei der auf kunstfertige Weise unter¬
schiedlich gefärbte Fäden aus Garn,
Wolle, Bast o. ä. zu Mustern mitein¬
ander verbunden werden; Syn.:
Knüpfwerk
knüp|fen: knüpfst; knüpftest; hast ge¬
knüpft 1 auf kunsthandwerkliche
Weise unterschiedlich gefärbte Fäden
aus Garn, Wolle, Bast o. ä. zu Mu¬
stern miteinander verbinden »Teppi¬
che, Armbänder knüpfen« 2 zwei od.
mehrere Fäden, Bänder o. ä. umein-
anderlegen u. zu einem Knoten fest¬
ziehen »seine Schuhbänder knüpfen« 3
<übertr.» a) einen Gedanken weiter¬
führen, Ausführungen fortsetzen, er¬
gänzen »Der Assistent knüpfte an die
Ausführungen seines Vorredners an.«
b) mit etw. in Verbindung bringen;
eine Erwartung haben »Daran knüpfe
ich folgende Bedingung.«
Knüpf|tech|nik: die; - ; -en handwerkli¬
che Methode des Knüpfens (= auf
kunstvolle Weise unterschiedlich ge¬
färbte Fäden aus Garn, Wolle, Bast
o. ä. zu Mustern miteinander verbin¬
den)
Knüpf|tep[pich: der; -(e)s; -e durch
Knüpfen von Fäden hergestellter
Teppich
Knüpjfung: die; - ; -en (PI. s.) Art u.
Weise, in der etw. geknüpft worden
ist
Knüpfjwerk: das; -(e)s; -e Handarbeit,
bei der auf kunstfertige Weise unter¬
schiedlich gefärbte Fäden aus Garn,
Wolle, Bast o. ä. zu Mustern mitein¬
ander verbunden werden Syn.:
Knüpfarbeit
Knüp|pel: der; -s; - 1 kurzer, dicker
Stock 2 jmdm. Knüppel, einen Knüp¬
pel zwischen die Beine werfen: [ugs.]
jmdn. behindern, ihm Schwierigkei¬
ten bei etw. (was er plant) bereiten
knüp]pel|dick: Adv. 1 [ugs.] sehr hart
treffend; sehr schwer belastend; sehr
viel auf einmal »In vierzig Jahren war
er nicht einmal beim Arzt - u. dann er¬
wischte es ihn plötzlich knüppeldick.«
2 knüppeldicke voll sein: so abgefüllt
sein mit Speisen od. (alkoholischen)
Getränken, daß man nicht das gering¬
ste mehr zu sich nehmen kann
knüp|pel[hart: Adj. n. stg. von extremer
Härte, Syn.: steinhart; knochenhart
knüp|peln: knüppelst; knüppeltest; hast
geknüppelt 1 mit einem Knüppel auf
etw., jmdn. einprügeln 2 [ugs.; ab¬
wert.] mit überraschender Häufigkeit
eintreten 3 [landsch.] hart u. anstren¬
gend arbeiten
knyr|ren: knurrst; knurrtest; hast ge¬
knurrt 1 tiefe, brummende (vor einem
Angriff) warnende Laute von sich ge¬
ben (besonders bei Tieren) »Der Hund
knurrt.« 2 seinem Unmut Ausdruck
(durch einen brummenden Laut) ver¬
leihen
knuijrig: Adj. [landsch.] nicht in bester
Laune; verärgert; mißmutig Syn.: ver¬
drießlich; mürrisch
Knuslpeijflocken (Knus[per|flokJken
—* Knus|peijflo|cken): die (PI.) ge¬
röstete Flocken aus Getreide wie
Mais o. ä.
Knus|per|häus|chen: das; -s; - aus Leb¬
kuchen zusammengesetztes Hexen¬
häuschen, meist mit Zuckerguß u.
Naschwerk verziert
knys|pe|rig/knusp|rig: Adj. 1 mit Kru¬
ste gebacken, gebraten od. geröstet u.
in frischer Form gut zu essen, knab¬
bern 2 <übertr.» [ugs.] jugendlich frisch
u. anziehend
knusfpern: knusperst; knuspertest; hast
geknuspert [landsch.] mit lauten Eß-
geräuschen ein knuspriges Nahrungs¬
mittel zu sich nehmen
knusp|rig/knus|pe|rig: Adj. 1 mit Kru¬
ste gebacken, gebraten od. geröstet u.
in frischer Form gut zu essen, knab-
ber 2 <übertr.» [ugs.] jugendlich frisch
u. anziehend
Knu|te: die; - ; -n 1 bestimmte russische
Peitschenart mit kurzem Griff u. Le¬
derriemen »Die politischen Gefange¬
nen wurden mit der Knute
geschlagen.« 2 «übertr.» brutale Form
der Terrorherrschaft, Machtaus¬
übung 3 unter jmds. Knute stehen,
leben: von jmdm. unterdrückt wer¬
den, nichts zu melden haben »Auch
ihr dritter Ehemann steht voll u. ganz
unter ihrer Knute.«
Knutschjecke (Knutsch|ek|ke —*
Knutsch|e|cke): die; - ; -n [ugs.] abge¬
legene, versteckte Ecke in einer Gast¬
stätte o. ä., wo man sich vor öffentli¬
chen Blicken weitestgehend geschützt
küssen kann
knutfschen: knutschst; knutschtest; hast
geknutscht [ugs.] sich heftig küssen,
Zärtlichkeiten austauschen
Knut|sche|rei: die; ~ ; -en [ugs.; abwert.]
langandauemdes heftiges Küssen,
Austausch von Zärtlichkeiten
Knutsch|fleck: der; -(e)s; -en [ugs.]
durch zu heftiges Saugen an einzelnen
Hautpartien des Partners beim Küs¬
sen entstandener kleiner Bluterguß
Knütjtel: der; -s; - Stock; Knüppel
k. o.: Abk. <engl.> knocked out =
kampfunfähig geschlagen
ko-/Ko-/co-/Co-: Wortbildungselement
zusammen mit jmdm., etw. 1 +
Substantiv a) <Personenbezeichnung>
ein(e) weiter(e) Person von den im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückten
»Koautor ♦ Kotrainer« b) <Bezeich¬
nung einer Sache» gemeinsam; mitein¬
ander »Koedition ♦ Koexistenz« 2 +
Adjektiv »koexistent« 3 + Verb »ko- '
existieren«
Ko.-Hr.: Abk. <Bankw.» Kontonummer
koa]lie|ren —> ko|a|lie|ren: dat.-engl.-
fr.> koaliert; koalierte; hat koaliert
(Staaten, Parteien o. ä.) ein Bündnis
miteinander eingehen, sich zusam¬
menschließen
koa|li|sie|ren —> ko|a|li|sie|ren: koali¬
sierst; koalisiertes; hast koalisiert
<Staaten, Parteien o. ä.» ein Bündnis
miteinander eingehen, sich zusam¬
menschließen »Schon vor der Wahl
kündigten beide Umweltschutzparteien
an, daß sie koalieren würden.«
Koa|U|ti|gn —> Ko|a)li|ti|on: dat.-engl.-
fr.> /koalizion/ die; - ; -en <meist Poi.»
Bündnis; Vereinigung; Zusammen¬
schluß »Die Regierungspartei ging mit
einer kleineren Partei eine Koalition
ein.«
Ko|ali|ti|gns|bil|dung —* Ko|a|lijti|gns|-
bil|dung: dat.-fr.; dt.> /koahzionß-/
die; - ; -en Zusammenschluß von
Staaten, Parteien o. ä. zu einem
Bündnis mit dem Ziel, gemeinsame
politische Interessen durchzusetzen
»Die Verhandlungen waren so schwie¬
rig, daß eine Koalitionsbildung infrage
stand.«
Ko|ali|ti|ons|krieg —» Ko|a|li|ti|pns|-
krieg: /koalizionß-/ der; -(e)s; -e 1
von mehreren Staaten, Parteien o. ä.,
650
Köderfisch
die miteiander koalieren, durchge¬
führter Krieg gegen einen od. mehre¬
re als feindlich empfundene (politi¬
sche) Gegner »Die koalierenden Re¬
gierungsparteien führen einen Koaliti¬
onskrieg gegen rechtsextremistische
Verbindungen.« 2 die während der
Französischen Revolution geführten
Kriege europäischer Staaten gegen
LudwigXIVvon 1792 bis 1808
Ko|ali|ti|gns|parjtei —» Ko|a|li|ti|ons|-
parjtei: /koalizionß-/ die; • ; -en einer
der beteiligten, politischen Partner,
die sich miteinander verbündet haben
Ko|ali|ti|ons|part|ner —> Ko|a|li(ti|ons|-
part|ner: /koalizionß-/ der; -s; ~ ein
einzelner Beteiligter eines Zusammen¬
schlusses
Ko|ali|ti|ons|re|gie|rung —> Ko|a|li|ti|-
onsjre|gie|rung: /koalizionß-/ die; - ;
-en Kabinett, das aus den Mitgliedern
der Koalitionsparteien gebildet ist
Ko|au|tor/Kon|au|tor: <lat > der; -s; Ko(-
njautoren weibl. Ko|au(to|rin/Kon|-
au|to|rin: die; - ; Ko(n)autprinnen
Mitverfasser(in) eines Werkes »Die¬
ses Drehbuch hat der berühmte
Schriftsteller nicht alleine verfaßt -
seine Schwester war Koautorin.«
Kg|baK: das; -s; - [bergmannssprl.] che¬
misches Grundelement; sehr hartes,
grauglänzendes Metall mit ferroma¬
gnetischer Eigenschaft, das durch
Abbau seines Erzes u. anschließender
Oxidtrennung gewonnen wird
ko|balt|blau: Adj. n. stg. von sehr inten¬
siver, kräftig, strahlend blauer Fär¬
bung
Ko|ben: der; -s; -; (Schweine-)Stall
Kp|bold: der; -(e)s; -e <Mythologie> im
Volksglauben existierende Sagenge¬
stalt von zwergenhaft kleinem Wuchs
u. häßlichem Erscheinungsbild, die in
Haus u. Hof Späße treibt, welche
auch böse Folgen haben können
Ko|bold|äffjchen: das; -s; - zu den
Halbaffen gehöriges Nachttier mit
großen Augen, ausladenden hinteren
Gliedmaßen u. langem Schwanz
Ko|bolz: in der Wendung einen Kobolz
schießen, schlagen: einen Purzel¬
baum schagen
ko|bol|zen: kobolzt; kobolztest; hast ge-
kobolzt Purzelbäume schlagen
Koch: das;-(e)s; - [bayr.; österr.] Brei
Koch: der; -(e)s; Köche weibl. Kö|chin:
die; - ; -nen 1 Person, die (beruflich)
Mahlzeiten, Speisen (für mehrere Per¬
sonen, in einer Kantine, einem Re¬
staurant o. ä.) zubereitet 2 ein guter
Koch ist ein guter Arzt: wer mäßig u.
gesund kocht, ißt, lebt besser, gesün¬
der u. länger 3 viele Köche verderben
den Brei: wenn sich zu viele Leute um
dieselbe Sache kümmern, geht es mei¬
stens schief, daneben, gelingt es nicht
4 eine verliebte Köchin versalzt das
Essen: [scherzh.] Bemerkung, wenn
im Essen zuviel Salz ist
Koch|buch: das; -(e)s; -bücher Samm¬
lung von Kochrezepten (u. Anleitun¬
gen) zur Herstellung u. Zubereitungs¬
weise verschiedenster Speisen
koch|echt: Adj. n. stg. <Textilien> sich
bei Temperaturen von 95 Grad wa¬
schen lassend, ohne zu verfärben od.
einzulaufen Syn.: kochfest
Koch|ecke (Koch|ek|ke —> Koch|e|-
cke): die; - ; -n Teil eines Raumes, der
beim Fehlen einer abgetrennten Kü¬
che, einer Küche als gesonderter
Raum mit Geräten zum Kochen mö¬
bliert wird Syn.: Kochnische
köjcheln: köchelt; köchelte; hat gekö-
chelt 1 (Nahrungsmittel) auf schwäch¬
ster Stufe, kleinster Flamme sehr
langsam erhitzen, gar werden lassen 2
[scherzh.] mit Begeisterung u. Aus¬
dauer kochen
kojchen: <lau kochst; kochtest; hast ge¬
kocht 1 a) rohe Lebensmittel, feste
Nahrung durch Zufuhr von Wärme
auf unterschiedliche Weise garen, zu¬
bereiten »Nudeln kochen« b) Essen
od. Getränke zubereiten »Tee kochen
• Suppenfleisch kochen« c) Speisen
herstellen »Sonntags kocht mein Va¬
ter. er kocht gut.« 2 Flüssigkeiten er¬
hitzen bis Bläschen aufsteigen od.
sich Wasserdampf bildet 3 Wäsche
bei 95 Grad waschen 4 <übertr.> [ugs.J
sehr wütend sein 5 brauchbar machen
zur Verarbeitung durch starkes Erhit¬
zen »Leim kochen«
ko|chend|heiß —>• kpjchend heiß: Adj.
n. stg. extrem heiß
Ko|chend|was|ser|ge|rät: das; -(e)s; -e
elektrisches Haushaltsgerät, das Lei¬
tungswasser mit Hilfe von Brennstä¬
ben zum Kochen bringt Syn.: Ko¬
chendwasserautomat; Heißwasserap¬
parat
Ko|cher: der; -s; - kleines Gerät zum
Erwärmen von Speisen mittels Ener¬
giezufuhr (Gas, Elektrizität, Spiritus
o. ä.)
Köjcher: der; -s; - 1 Behälter für Pfeile
2 Etui für ein Fernglas o. ä.
Ko|che|rei: die; ~; - [ugs.; abwert.] regel¬
mäßige Verpflichtung zum Kochen,
die als Belastung empfunden wird
kochjferjtig: Adj. n. stg. vorbereitete
Mahlzeit, die bereits alle Zutaten ent¬
hält, so daß sie nur noch gekocht wer¬
den muß
kochfest: Adj. n. stg. <Textilien> sich bei
Temperaturen von 95 Grad waschen
lassend, ohne zu verfärben od. einzu¬
laufen Syn.: kochecht
Koch|ge|schirr das;-(e)s; -e topfähnli¬
ches kleines, verschließbares Blechbe¬
hältnis zur Aufbewahrung von Essen¬
sportionen Syn.: [landsch.] Blech¬
napf; Henkelmann
Kochlgut: das; -(e)s; -guter [fachspr.]
Nahrungsmittel, die auf spezielle
Weise zum Kochen vorbereitet wur¬
den
Koch|kes|sel: der; -s; - besonders gro¬
ßer, topfähnlicher Behälter aus Me¬
tall zum Kochen großer Mengen von
Nahrung od. (früher) Auskochen von
Kochwäsche
Koch|kunst: die; ~ ; -künste 1 (Gastro¬
nomie> die hohe Kunst des Zuberei-
tens von Menüs, erlesenen Speisen 2
[scherzh.] Fähigkeit des Kochens
Koch|kurs/Koch|kurtsus: der; -es; -e
Unterricht zur Vermittlung der Fä¬
higkeit des Zubereitens von Speisen
»Ich nehme an der Volkshochschule an
einem Kockkurs teil.«
Koch|löf|fel: der; -s; ~ Kochbesteck (oft
aus Holz) mit langem Stiel u. runder,
bauchiger Verdickung am Ende, das
vorwiegend zum Umrühren von Spei¬
sen während des Kochens benötigt
wird
Koch|müt|ze: die; - ; -n hohe, meist wei¬
ße Kopfbedeckung von spezieller
Form als Bestandteil der Berufsbe¬
kleidung von einem Koch
Koch|ni|sche: die; - ; -n Teil eines Rau¬
mes, der beim Fehlen einer abge¬
trennten Küche, einer Küche als ge¬
sonderter Raum mit Geräten zum
Kochen möbliert wird, meist durch
einen Vorhang o. ä. vom restlichen
Raum abgetrennt Syn.: Kochecke
Koch|plat|te: die; - ; -n a) einzelner Be¬
reich eines Herdes, auf dem ein Topf
od. eine Pfanne Platz hat b) kleines
Kochgerät mit einer od. zwei Platten
Koch|punkt: der; -fe)s; -e (Physik)
Temperatur, bei der ein Stoff zu ko¬
chen beginnt, d. h. vom flüssigen in
einen gasförmigen Zustand übergeht
»Der Kochpunkt des Wassers liegt bei
100 °C.« Syn.: Siedepunkt
Koch|salz: das; -es; -e aus Sole gewon¬
nenes, scharf schmeckendes Salzge¬
misch, das zum Würzen von Speisen
verwendet wird
koch|salz|arm: Adj. kochsalzärmer;
kochsalzärmste mit besonders wenig
Kochsalz zubereitet
Koch|salz|lö|sung: die; - ; -en wäßrige
Lösung von Natriumchlorid
Koch|schin|ken: der; -s; - aus der hin¬
teren Schenkelpartie des Haus¬
schweins gewonnenes Nahrungsmit¬
tel, das in gekochter Form zum Ver¬
zehr angeboten wird »Kochschinken
mag ich lieber als geräucherten Schin¬
ken.«
Koch|tem)pe|ra|tur: die; - ; -en 1 (Phy¬
sik) Temperatur, bei der ein Stoff zu
kochen beginnt, d. h. vom flüssigen in
einen gasförmigen Zustand übergeht
2 Temperatur, bei der man kochfeste
Wäsche wäscht
Koctytopl: der; -(e)s; -töpfe zum Ko¬
chen verwendeter Metallbehälter un¬
terschiedlicher Größe mit zwei gegen¬
überliegenden Griffen od. einem Stiel
u. einem Deckel
Kochjwä|sche: die; - ; - Wäsche, die ge¬
kocht werden kann, ohne sich zu ver¬
färben od. einzulaufen
Koch|was|ser: das; -s; - Wasser zum
Kochen von Lebensmitteln
kpd|de|rig/kpdd|rig: Adj. [landsch.; sa¬
lopp] 1 von vorlautem, dreisten We¬
sen 2 Übelkeit, einen Brechreiz emp¬
findend 3 jtndm. ist kodderig: jmd.
hat das Gefühl, sich übergeben zu
müssen
kpd|dern: kodderst; koddertest; hast ge-
koddert 1 [landsch.; salopp] a) (sich
er-)brechen b) etw. ausspeien 2 [nie-
derdt.] kleinere Wäschestücke reini¬
gen .
Ko|de|in/Co|de||n: <gr.> das; -s; - /kode-
in/ das; -s; - Mittel mit hustenstillen-
3er Wirkung, das aus Opium gewon¬
nen wird
Kö]der: der; -s; - Lockmittel, meist Fut¬
ter, das Tiere anlocken soll, damit
man sie fangen kann
Kö|der|fisch: der; -fe)s; -e (Angelsport)
"kleiner Fisch, der den Anglern zum
Anlocken der Raubfische dient
651
ködern
kö|dern: köderst; ködertest; hast gekö¬
dert 1 <Lebewesen> mit einem Köder
anlocken u. einfangen »Mäuse ködert
man mit Speck.« 2 <übertr.> [ugs.]
jmdn. durch besondere Anreize für
seine Zwecke gewinnen
Kö|der|wurm: der; -(e)s; -wärmer <An¬
gelsport> als Köder an die Angel ge¬
hängter Ringelwurm als Lockmittel
für Fische
Ko|die|rung: <lat.-fr.-engl.> die; - ; -en
das Chiffrieren einer Nachricht mit
Hilfe eines Codes » Wie lautet die Ko¬
dierung des Zahlenschlosses?«
Ko|dijfi|ka|ti|on: dato /kodifikazipn/ die;
* ; -en <Rechtsw.> Festsetzung von
geltenden Gesetzen u. deren Zusam¬
menfassung in einem Gesetzbuch »die
zur Zeit gültige Kodifikation des
Grundgesetzes« Syn.: Kodifizierung;
Kodifizieren
ko|di|fi|zje|ren: dato kodifizierst; kodifi¬
ziertest; hast kodifiziert 1 <Rechtsw.>
festsetzen von geltenden Gesetzen u.
deren Zusammenfassung in einem
Gesetzbuch »einen Paragraphen des
Grundgesetzes neu kodifizieren« 2 in
einem Sammelband Grundsätze u.
Festlegungen auf einem speziellen
Gebiet, zu einem bestimmten Thema
festhalten
Ko|di|fi|z|e|rung: dato die; - ; -en
<Rechtsw.> Festsetzung von geltenden
Gesetzen u. deren Zusammenfassung
in einem Gesetzbuch »die zur Zeit gül¬
tige Kodifizierung des Grundgesetzes«
Syn.: Kodifikation; Kodifizieren
Ko|ef|fi|2i|ent: dato der; -en; -en
[fachsprl.] 1 <Math.> bei veränderli¬
chen Zahlenwerten stets gjeichblei-
bender Faktor, der durch eine allge¬
meine od. bestimmte Zahl ausge¬
drückt werden kann 2 <Technik> kon¬
stante Größe bei verschiedenen physi¬
kalischen Abläufen
Kp|exi|stenz —* Kp|e|xis|tenz: dat.-fro
Ikoekßißtenz/ die; - ; -en gleichzeiti¬
ges Vorhandensein mehrerer Dinge,
das Nebeneinander verschiedener Sy¬
steme
ko|exi|stie|ren —> kp|e|xis|tie|ren: <lat.>
/koekßißtiren/ koexistieren; koexi¬
stierten; haben koexistiert nebenein¬
ander leben; gleichzeitig vorhanden
sein
Ko|fel: der; -s; ~ rundliches Ende
Kof|fe|in/Cof[fe|in: <arab.-türk.-engl.-
Iat.> das; -s; - anregende(r) Substanz,
Wirkstoff in Kaffee, Kolanüssen u.
Tee (dann auch Teein)
kof|1e|injfrei: Adj. n. stg. den Wirkstoff
Koffein nicht enthaltend
kof|fe|in|hal|tlg: Adj. Koffein als Wirk¬
stoff habend
Kpfffer der; -s; - 1 eckiger, fester Be¬
hälter für Gepäck (auf Reisen) 2 aus
dem Koffer leben: [ugs.] immer unter¬
wegs, nie zu Hause sein 3 die Koffer
packen: [ugs.] von einem Ort o. ä.
verschwinden 4 einen Koffer stehen¬
lassen —* einen Koffer stehen
lassen: [ugs.; scherzh.] Luft aus dem
Darm entweichen lassen
Köf|fer|chen: das; -s; - (besonders) klei¬
ner Koffer
Kpfffer|ku|li: der; -s; -s an Bahnhöfen u.
Flughäfen vorhandenes Transport¬
mittel für das Gepäck der Reisenden
Kpfjfer|raum: der; -(e)s; -räume Trans¬
portbereich eines Kraftfahrzeuges
Kplgel: der; -s; - [österr.] Kuppe eines
Berges
Kog|ge: <niederh die; - ; -n dickbauchi-
iges Handelsschiff mit Segeln
Ko|gnak —» Kpjg|nak: <fro /konjak/
der; -s; - u. -s aus Wein gebrannter
Schnaps, Branntwein
ko|gni(tiv —»■ ko|g|ni(tiv: <lat.> /koknitif/
Adj. erkenntnismäßig; die Erkennt¬
nis, Wahrnehmung betreffend
Ko|ha|bi|ta|ti|on: <lat.> /kohabitazion/
die; -; -en [geh.] Beischlaf
ko|ha|bi|tje|ren: dato kohabitierst; koha-
bitieriest; hast kohabitiert [geh.] Ge¬
schlechtsverkehr haben
ko|hä|rent: <lat.> Adj. kohärenter; kohä¬
renteste zusammenhängend
Ko|hä|renz: <lat.> die; - ; -1 [geh.] Ver¬
bindung 2 <Pbysik> Übereinstimmung
der Phase zweier Wellen mit gleicher
Frequenz
ko|hä|rie|ren: dato kohärierst; kohärier¬
test; hast kohäriert 1 [geh.] Zusam¬
menhängen 2 <Physik> Kohärenz auf¬
weisen
Ko|ha|si[pn: dato die; ~ ; - innere Ver¬
bindung; Zusammenhalt
Kohl: dato der; -(e)s; - u. (Sorten) -e
(sonst -köpfe) 1 Gemüsepflanze, die
in vielen Ausprägungen, Arten vor¬
kommt »Heute gibt es Rotkohl zum
Mittagessen.« 2 o. PI. [ugs.] dummes
Gerede; Blödsinn; Unsinn; Quatsch
»Du redest heute nur Kohl.« 3 alten
Kohl aufwärmen: [ugs.; meist ab¬
wert.] über alte, längst erledigte An¬
gelegenheiten o. ä. sprechen »Hör
doch auf, immer wieder den alten Kohl
aufzu wärmen!« 4 das macht den Kohl
auch nicht (mehr) fett: [ugs.] das hilft,
nützt auch nichts; das schadet (nun
auch) nicht mehr »Diese fünfzig Mark
. machen den Kohl auch nicht mehr
fett.« ■
Kphl|blatt: das; -(e)s; -blätter Blatt ei¬
ner Kohlpflanze, des Kohls (!)
Kohl|dampf: der; -(e)s; - [ugs.] a)
Hungergefühl) b) Kohldampf
schieben: für eine bestimmte Zeit
hungern; Hunger haben u. auf Essen
warten
Kph|le: die; -; -n 1 steinartiger, brauner,
schwarzer, fossiler, aus urzeitlichen
Pflanzen entstandener Brennstoff,
der in Bergwerken abgebaut wird 2
[ugs.] Geld 3 (wie) auf (glühenden)
Kohlen sitzen: sehr unruhig, nervös
in einer bestimmten Situation sein;
ungeduldig auf etw. warten
koh|le|füh|rend —> Koh|le füh|rend:
Adj. n. stg. Kohle beinhaltend »kohle¬
führende Flöze«
Kph|le|hy|drat/Kph|len|hy|drat —>
Kph|hyjd[rat/Kph|len[hy|d[rat das;
-(e)s; -e <Chemie> kohlenstoffhaltige
Substanz
Kph|le|kraft|werk: das; -(e)s;-e Elektri¬
zitätswerk, das durch Verbrennung
von Kohle Strom erzeugt
Kph|lejla|ger: das; -s; - unterirdisches
Kohlevorkommen
koh|len: kohlst; kohltest; hast gekohlt 1
zu Kohle verglühen 2 [ugs.] lügen;
nicht die Wahrheit sagen »Kohl mich
nicht an!«
Kph|len|becken (Kph|len|bek|ken —*
Kph|len|be|cken): das; -s; - 1 <Geolo¬
gie> Gebiet, in dem Kohle vorkommt
2 Metallbehälter, in dem Kohle er¬
hitzt wird, um einem Raum zu erwär¬
men
Koh|len|berg[werk: das; -(e)s; -e Stol¬
lenanlage, in der Kohle abgebaut
wird
Kph|len|bun|ker: der; -s; - Lagerstätte
für Kohlen als Heizmaterial
Koh|len|d||oxyd Koh|len|d||ojxyd:
das; -(e)s; - <Chemie> Gas, das beim
Verbrennen kohlenstoffhaltiger Sub¬
stanzen entsteht u. durch die Atmung
von Lebewesen an die Luft abgegeben
wird
Kph|len|gru|be: die; - ; -n Bergwerk, aus
dem Kohle gefördert wird
Kph|len|hy|drat/Kph|le|hy|drat —»
Kph|len|hy|d|rat/Kph|lejhy|d|rat: das;
-(e)s; -e <Chemie> kohlenstoffhaltige
Substanz
Kph|len|kel|ler der; -s; - im Kellerge¬
schoß eines Hauses befindlicher Vor¬
ratsraum für Kohle
Kph|len|mei|len der; -s; - Vorrichtung
zur Gewinnung von Holzkohle
Koh|len|mon|oxyd —> Koh|len[mp|n|o|-
xyd: das; -(e)s; -e giftiges Gas, das
bei der Verbrennung kohlenstoffhal¬
tiger Substanzen entsteht
Koh|len|säu|re: die; ~ ; -n durch Lösen
von Kohlendioxid in Wasser in gerin¬
ger Menge entstehende schwache
Säure
Koh|len|stoff: der; -(e)s; -e chemischer,
nichtmetallischer Grundstoff
Kph|len|was|serjstoff: der; -(e)s; -e
<Chemie> chemische Verbindung aus
Wasserstoff u. Kohlenstoff
Kohjlen|ze|che: die; - ; -n Anlage zur
Förderung von Kohle
Kph|le[pa(pier. das; -(e)s; -e dünnes,
auf einer Seite mit Farbstoff be¬
schichtetes Papier, das eine Erzeu¬
gung einer Durchschrift bei dem Ver¬
fassen eines Schriftstückes ermög¬
licht, Syn.: Durchschlagspapier
Köhjler. der; -s; - 1 <Beruf> Person, die
durch Brennen von Holzscheiten
Holzkohle fertigt 2 zu den Dorschen
gehöriger grauweißer Meeresfisch mit
blauschwarzer Rückenfärbung
Köh|le|rei: die; -; -en 1 Ort, Werkstatt,
Meiler, in dem Holzkohle hergestellt
wird »Er arbeitet in einer Köhlerei.« 2
Gewinnung von Holzkohle
Kohjle|zeich|nung: die; - ; -en Bild, das
mit Kohlestiften gezeichnet wird
Kphl|mei|se: die; - ; -n kleiner Vogel der
Meisengattung
kpM|ra|ben|schwaiz: Adj. n. stg. a)
pechschwarz; von absolut schwarzer
Färbung b) stockdunkel; stockfinster
Kohl|ra|öi: der; - u. -s; - u. -s u. die; - ;
- u. -s Pflanze, Gemüse, Kohlart, de-
ren/dessen kleinere Knollen (mit hell¬
grüner Schale) u. festem weißem In¬
neren roh od. gekocht gegessen wer¬
den
Kphl|rou|lajde: die; - ; -n geschmortes,
mit Weißkohlblättem umwickeltes
Hackfleisch
Kphl[rii|be: die; - ; -n Gemüse, dessen
orange Knolle (gekocht) eßbar ist
Syn.: Steckrübe
652
Kollision
Kohl|weiB|lmg: der; -(e)s; -e Scbmetter-
lingsart, deren Raupen Kohl fressen
Ko|in|zi|denz: <lat.> die; - ; -en Zusam¬
mentreffen zweier Ereignisse
ko|iti§|ren —* ko|ittie|ren: <lal.> ko-
itierst; koitiertest; hast koitiert [geh.]
Geschlechtsverkehr haben
Koße: dte. - i ~n s) Schlafstelle, Bett auf
einem Schiff, Boot »Ich gehe jetzt in
die Koje.« b) <übertr.> [ugs.] Bett
Kojka: <Jndian. Spr.-lalo die; - ; - in
Mittel- u. Südamerika angepflanzter
Kulturstrauch, dessen Blätter Kokain
enthalten
Ko|ka|in: (Indian. Spr.-span.-lato das; -s;
- aus der Kokapflanze gewonnenes
Rauschgift
ko|keln: kokelst; kokettest; hast geko-
kelt [ugs.] mit Feuer spielen
Kojkejrei: die; - ; -en Anlage zur Her¬
stellung von Koks aus Steinkohle
ko|kgtt: <fro Adj. koketter; koketteste
selbstgefällig bestrebt, die Aufmerk¬
samkeit anderer auf sich zu lenken
ko|ket)t|e|ren: cfro kokettierst; koket¬
tiertest; hast kokettiert 1 versuchen,
dem anderen zu gefallen 2 sich inter¬
essant machen, indem man auf seine
Schwächen hinweist
Ko|kit|le: </r.> die; - ; -n Stahlblockgu߬
form
Ko|kollo|res: der; ~ ; - [ugs.] Unsinn;
Unfug
Ko|kon: </r.> /kokong u. [österr.] kokon /
der; -s; -s gesponnene Hülle der In¬
sektenpuppen u. Spinneneier
Kojkos|butfter: die; ~; - aus dem Fleisch
der Kokosnuß hergestelltes Pflanzen¬
fett
Ko|kos|nuB —> Ko|kos|nuss: die; - ;
-nüsse Frucht der Kokospflanze
Kg]kos|öl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
01, das aus Kokosnüssen gewonnen
wird
Ko]kos|pal|me: die; - ; -n in den Tropen
u. Subtropen vorkommende, baum¬
artige Pflanze, die Kokosnüsse als
Früchte trägt
Ko|kot|te: <fr.> die; - ; -n [geh.; veralt.]
elegante, weltgewandte Dime, Hure
mit gutem Benehmen
Koks: der; -es; • u. (Sorten) -e 1 aus
Kohle gewonnener, leichterer Brenn¬
stoff »In der Kokerei wird Koks aus
Steinkohle hergestellt.« 2 o. PI. [ugs.]
Geld »Ich habe keinen Koks mehr.« 3
o. PI. [ugs.] Kokain (= eine Droge)
Er schnupfte Koks.«
Kol.: Abk. 1 Kolonie 2 Kolonne 3 «Mu¬
sik) Koloratur = Ausschmückung ei¬
ner Melodie mit umspielenden Tönen
4 a) Kolumbien b) Kolumbianerin) 5
Kolumne = a) Druckspalte b) regel¬
mäßiger Meinungsbeitrag in einer
Zeitung od. Zeitschrift
Kojla|nuB —> Ko|la|nuss: die; - ; -nüsse
Frucht des Kolabaums, die Koffein
enthält
Koljban: der; -s; ~ 1 «Technik) innerhalb
eines Zylinders bewegliches, Druck
ausübendes Maschinenteil »Der Kol¬
ben hatte sich eingefressen.« 2 kurz für
Gewehrkolben = an die Schulter an¬
gelegter, hinterer Gewehrteil 3 «Che¬
mie) bauchiges Glasgefaß mit langem
Hals 4 länglicher Pflanzenteil, an dem
nahe beieinander die (eßbaren) Blü¬
ten od. Früchte angeordnet sind
»Maiskolben« 5 [ugs.] dickere (unför¬
mige) Nase
Kol|ben)fres|ser. der; s; - [ugs.] im Zy¬
linder festsitzender Kolben
Kol|ben|maischi|ne: die; - ; -n «Technik)
Otto- od. Dieselmotor
Kot|ben|mo|tor der; -s; -en «Technik)
"Verbrennungsmaschine
Kol|cho|se: <russ.> die; ~; -n staatlich ge¬
lenkte Agrarbetriebsfarm in der ehe¬
maligen Sowjetunion
Ko|li|bak|tetrie: die; ~ ; -n im Darm vor¬
handene, nützliche Bakterie, die aber
auch als Krankheitserreger Magen¬
krämpfe hervorruft
ko|Me|ren: dato kodierst; kodiertest;
hast kodiert «Chemie) filtern
Ko]lik/Ko|<ik: (gr.-lato die; - ; -en
krampfartiges schmerzhaftes Zusam¬
menziehen eines inneren Organs
Ko|H|tis: die; ~ ; Kolitiden <Med.> Dick¬
darmentzündung
Kolk: Abk. 1 a) Kollaboration = Unter¬
stützung einer feindlichen Besat¬
zungsmacht b) Kollaborateuren) 2
Kolleg = a) Hochschulvorlesung b)
Studienanstalt 3 Kollege; Kollegin 4
Kollegium = Gruppe, deren Mitglie¬
dern den gleichen Beruf ausüben 5
Kollektion = Sammlung; Auswahl;
Zusammenstellung 6 Kollektiv =
Gruppe, Gemeinschaft von Personen
7 Kolloquium = wissenschaftliches
Gespräch mit mehreren Teilnehmern
kolk: Abk. 1 <Med.> kollabiert = zusam¬
mengebrochen; einen Kollaps erlitten
2 kollegial = freundschaftlich; hilfs¬
bereit 3 kollektiv = gemeinsam; ge¬
meinschaftlich
kol|la|bie|ren: <lat.> kollabierst; kolla¬
biertest; bistlhast kollabiert 1 <Med.>
einen Kollaps erleiden 2 «Astronomie)
in sich zusammenfallen
Kol)la|bo|ra|teur <fr.> /kollaboratör/
der; -s; -e weibl. KolHalbolralteulrin:
die; - ; -nen Person, die mit einer Be¬
satzungsmacht, dem Feind zusam-
menaroeitet, Syn.: Kollaboratoren)
Kol)la|bo|ra|tijon: dat.-fro /kollabora-
zion/ die; - ; -en (PI. s.) Unterstüt¬
zung einer feindlichen Besatzungs¬
macht
Kol|la|bojra|tor: <fro der; -s; Kollabora¬
toren weibl. Koljla|bojra|to|rirt: die; - ;
-nen Person, die mit einer Besatzungs¬
macht, dem Feind zusammenarbeitet,
Syn.: Kollaborateuren)
kol|la|bofrie|ren: dat.-fro kollaborierst;
kodaboriertest; hast kodaboriert mit
dem Feind Zusammenarbeiten
kof)ia|gen: <gro Adj. n. stg. Bindege-
webssubstanz betreffend
Koljlaps/Kqtjlaps: dato der; -es; -e 1
«Med.) plötzlich auftretender Schwä¬
cheanfall, Zusammenbruch aufgrund
Kreislaufversagens 2 «Wirt.) (völliger)
wirtschaftlicher Zusammenbruch 3
«Astronomie) Ende der Entwicklung
eines Sterns, der dabei in sich selbst
zusammenfällt
Koi|lar: dato das; -s; -e Klerikerkragen
koi|la|te|ral: dato Adj. benachbart; seit¬
lich nebeneinander angeordnet
kol|!au|die]ren: dato kodaudierst; kol-
laudiertest; hast kollaudiert
[amtssprk; österr.; Schweiz.] die End¬
abnahme eines fertiggestellten Ge¬
bäudes durchführen u. die Genehmi¬
gung erteilen, das Gebäude bestim¬
mungsgemäß zu nutzen
Kol|lau|diejrung: dato die; - ; -en
Durchführung der Endabnahme ei¬
nes fertiggestellten Gebäudes u. Ertei¬
lung der Genehmigung, das Gebäude
bestimmungsgemäß zu nutzen
Kol|le]ge: dato der; -n; -n weibl. Kolle¬
gin: die; - ; -nen a) Person, die mit
jmdm. zusammenarbeitet »Meine
Kollegen im Büro sind nett.« b)
[landsch.] Freund(in) c) [salopp] (un¬
höfliche) Anrede für eine unbekannte
Person
ko!|le|gi|al: dato Adj. 1 freundschaftlich;
hilfsbereit 2 durch ein Kollegium er¬
folgend
Kol|le|giiat: dato der; -en; -en 1 Schüler
eines Kolleges 2 Mitglied eines Stifts
Kol|ie|gl|unt: dato das; -s; Kollegien
lkolegienj a) Gruppe zusammenarbei¬
tender Personen gleichen Berufs b)
alle Lehrer einer Schule
Kof|leg|stu[fe: die; - ; -n Schulform, die
gemeinsame Kurse für die Klassen 11
bis 13 anbietet
Koljlekfte: dato die; - ; -n Einsammlung
einer freiwilligen Spende beim Got¬
tesdienst
Kol|lek|ti|on: dat.-fro /kollekzion/ die;
- ; -en a) private gesammelte Dinge b)
Zusammenstellung einiger Dinge zur
Auswahl c) Zusammenstellung von
Warenmustern zur Auswahl, speziell
neuester Modemodelle
Koi|lek)tiv: dato /koilektif/ das; -s; -e a)
Gemeinschaft von züsammenleben-
den Menschen b) «meist in sozialisti¬
schen Ländern) Menschen, die ge¬
meinsam arbeiten
kol|lek|tiv: dato /koilektif/ Adj. n. stg.
die Gemeinschaft betreffend; alle(s)
gemeinsam, umfassend; von einer
Gruppe erarbeitet
Kol|!ekjtiv|be|wuBtlsein —» Kol[lek|tiv|-
be|wusst|sein: /koilektif-/ das; -s; -
(umstrittenes) Phänomen einer inner¬
halb einer Gesellschaft allgemein ver¬
breiteten psychischen Befindlichkeit,
die den Durchschnitt der in einer Ge¬
sellschaft ausgebildeten emotional u.
rational gebildetenen Denkmuster
steuert
kol[lek|ti|vie|ren: dato /kollektiwiren/
kollektivierst; kollektiviertest; hast
kollektiviert in Gemeinschaftsbetrie¬
be zusammenfassen; Privatbesitz in
Kollektivbesitz umwandeln
Kol|lar: das; -s; - 1 [veralt.] a) sehr gro¬
ßer Kragen b) Schulterpasse an Kleid
od. Mantel, die lose darüberliegt 2
[veralt.] Wams aus Leder ohne Ärmel
Kol|len dato der; -s; - [ugs,] Wutaus¬
bruch; Wutanfall
kol|le|rig/koll|rig: Adj. [ugs.) wütend,
zornig werdend
kpl|lern: kollert; kollerte; ist gekollert
[landsch.] purzeln; rollen
Koljletb <fro das; -s; -e Jacke der Reiter
Koljtier/Col|lier <fro /kollje/ das; -s; -s 1
mit Perlen u./od. Edelsteinen besetzt
Halskette von hohem Wert 2 schma¬
ler Pelzstreifen, der um den Hals ge¬
tragen wird
Kol|li|si|on: dato die; - ; -en 1 Zusam¬
menstoß (z. B. von Fahrzeugen) 2 a)
unvereinbarer fnteressenwiderstreit
653
Kollo
b) Zusammenfall, Überschneidung
von Terminen
Kol|lo: das; -s; -s Frachtstück
Kol|lo|di|um: das; -s; - klebrige, zähflüs¬
sige Zelluloselösung
MloÜd: <gr.> das; -(ejs; -e <Chemie>
Material, das sich in einer Flüssigkeit
nicht vollständig auflöst, keine klare
Lösung bildet
Kol|lo|ka|ti|on: <lal.> /kollokazion/ die;
- ; -en <Sprachwiss.> a) Verträglich¬
keit, inhaltliche Logik der Bedeutung
bei Wortverbindungen »hohes Haus,
hohe Mauer (aber nicht hohe Maus)«
b) Ausdruck verschiedener Bedeutun¬
gen mit einem Begriff
Kol|lo|qui|um: dat.> das; -s; Kolloquien
jkollokwien/ a) Form einer Prüfung
an Hochschulen b) Veranstaltungsart
an Universitäten in Form eines wis¬
senschaftlichen Gesprächs zwischen
Studenten u. Dozenten c) Treffen von
Wissenschaftlern mit Vorträgen u.
Diskussionen zu einem bestimmten
Thema
koll|rig/kol|te|rig: Adj. [ugs.] wütend,
zornig werdend
kol|lu|die|ren: dat» koludierst; koludier-
tesl; hast koludiert <Rechtsw.> gemein¬
sam mit jmdm. gegen einen Dritten
zu dessen Nachteil handeln
Kol|lu|si|on: dat» die; - ; -en <Rechtsw.>
1 geheimes Einverständnis zum
Nachteil eines Dritten 2 Verschleie¬
rung einer Straftat
Kol|ma|ti|gn: <it.> /koimazion/ die; - ;
-en Erhöhung des Bodens, indem sich
im Wasser schwebende Stoffe am
Grund absetzen
—» Ko|lo|fo|nl|um: s. Kolophonium
Ko|lo|ni|al|herr|schaft: die; - ; -en
Macht über ein anderes Land, das
eine Kolonie (l) ist
ko|lo|nia|li|si§|ren —» ko|lo|ni|a|li|sie|-
ren: kolonialisiert; kolonialisierte; Tat
kolonialisiert ein fremdes Land als
Kolonie (1) beanspruchen
Ko|lo|nia|lis|mus —> Ko|lo|ni|a|lis|mus:
der; • ; - Politik, fremde Länder, Ge¬
biete zu Kolonien (1) zu machen, um
sie wirtschaftlich auszubeuten u. poli¬
tisch zu unterdrücken
Ko|lo|ni|al|machfc die; - ; -machte Land,
das auf der ganzen Welt Kolonien (1)
besitzt, seine wirtschaftliche u. politi¬
sche Macht auf diesen Besitz gründet
Ko|lo|nje: dat» die; - ; Kolonien
lkolonienl 1 auswärtige, überseeische
Besitzung eines Staates, die von die¬
sem regiert, beherrscht wird, von die¬
sem abhängig ist 2 Gruppe gleicher
Nationalität, die im Ausland (an ei¬
nem Ort, sehr nah beieinander), lebt
»die deutsche Kolonie in Kairo« 3
<Bio.> a) loser Zellverbund, bei dem
die Tochterzellen mit der Ursprungs¬
zelle verbunden bleiben b) zusam¬
menlebende Tiere einer Art 4 Sied¬
lung 5 a) kurz für für Ferienkolonie
b) kurz für Strafkolonie
Ko|lojni|sa|ti|on: dat.-fr.-engl» /koloni-
sazion/ die; ~ ; -en 1 wirtschaftliche
Erschließung von unterentwickelten
Gebieten, meist verbunden mit politi¬
scher Aneignung u. Herrschaft 2 Be¬
siedlung u. Erschließung bisher unge¬
nutzten Landes im Ausland od. im In¬
nern des eigenen Staates
ko|lo|ni|sie|ren: dat.-fr.-engl» koloni¬
sierst; kolonisiertest; hast kolonisiert 1
Land als Kolonie (1) aneignen 2 Land
erschließen, urbar machen u. bewirt¬
schaften
Ko|lo|ni|sje|rung: dat.-fr.-engl» die; - ;
-en 1 Aneignung eines Landes als Ko¬
lonie (1) 2 das Erschließen u. Urbar¬
machen von Land
Ko|lo|nist: dat.-engh der; -en; -en 1
Pflanze, die in einer Gegend wächst,
in der sie ursprünglich nicht vorkam
2 Ausländer, der als Siedler in einer
Kolonie (2) lebt 3 Person, die bisher
ungenutztes Land urbar gemacht hat
4 Person, die in einer Kolonie (4) lebt
Ko|lon|na|de: <fr.-it.-lat» die; - ; -n Säu¬
lengang ohne Bögen zwischen den
Säulen
Ko|lon|ne: dat.-fr» die; - ; -n 1 a) ge¬
schlossene, geordnete, sich vorwärts
bewegende Gruppe von Personen od.
Fahrzeugen »Personenkolonne •
Fahrzeugkolonne« b) für Arbeiten zu¬
sammengestellte Gruppe »An¬
streicherkolonne ♦ Maurerkolonne« 2
Einträge in einer Tabellenspalte
Ko|lo|pho|ni|iim —» auch Kopo|fo|ni|-
um: <gr» /kolofonium/ das; ~ ; - har¬
tes, leicht brüchiges Harz von gelbli¬
cher od. brauner Färbung, das zur
Herstellung von Leimen u. Seifen, be¬
sonders aber zum Bestreichen der Bö¬
gen von Streichinstrumenten verwen¬
det wird
Ko|lo|ra)tur dt» die; - ; -en <Musik> Ge¬
sangsverzierung durch Triller, Läufe
o. ä.
ko|lo|rie|ren: dt» kolorierst; koloriertest;
hast koloriert färben; ausmalen; be¬
malen
Ko|lo|rit: dat.-it» das; -(ejs; -e u. -s 1
Farbwirkung 2 charakteristische Ei¬
genart, eigenartige Stimmung, beson¬
dere Atmosphäre 3 <Musik> Art des
Klanges, Klangfarbe
Ko|lgB —» Ko|loss: der; Kolosses; Ko¬
losse a) etw. sehr großes, gewaltiges,
riesiges »Felskoloß« b) große, schwer¬
gewichtige Gestalt »Er ist ein Koloß.«
ko|los|sal: tgr.-lat.-fr» Adj. 1 von gewal¬
tigem Ausmaß, Umfang »eine kolos¬
sale Statue« 2 [ugs.] a) gewaltig in sei¬
ner Auswirkung; besonders riesig in
seiner Bedeutung b) <verst. bei Adjek¬
tiven u. Verbem [ugs.] ungeheuer, ex¬
trem viel; außerordentlich
ko|los|sa|lisch: Adj. [geh.] überdimen¬
sional, sehr groß
Ko|los|serjbrief: der; -(e)s; -e im Neuen
Testament ein Brief des Apostels Pau¬
lus aus seiner römischen Gefangen¬
schaft an die Gemeinde von Kolossae
Ko|lo|stral|milch —* Ko|lo|s|t|ral|milch:
die; ~ ; - <Med.> kurz vor u. einige Ta¬
ge nach einer Geburt abgesondertes
Sekret der weiblichen Brustdrüse
Ko|lq|strum —> Ko|lo|s|t|rum: dat» das;
-s; - <Med.> kurz vor u. einige Tage
nach einer Geburt abgesondertes Se¬
kret der weiblichen Brustdrüse
Kol|por]ta[ge: dat.-fr» /kolportasehfe)/
die; - ; -n 1 [veralt.] Verkauf billiger
Bücher an der Haustür 2 häufig als
minderwertig angesehene Literatur 3
Verbreitung von Gerüchten
Kol|por]teur: (fr» /kolportör/ der; -s; -e
weibl. Kollporlteulrin: die; ~ ; -nen 1
[veralt.] Person, die an der Haustür
billige Bücher u. Zeitschriften ver¬
kauft 2 Person, die Gerüchte verbrei¬
tet
kol|porjtje|ren: <fr.-lat» kolportierst;
kolportiertest; hast kolportiert 1 [ver¬
alt.] Bücher u. Zeitschriften an der
Haustür zu verkaufen suchen 2 [geh.]
Gerüchte in Umlauf bringen
Kol|po|skop —» Kol|po|s|kop: (gr» das;
-s; -e <Med.> Untersuchungsgerät für
einen Gynäkologen, das mit einem
Vergrößerungsspiegel Einblick ins
Scheideninnere möglich macht
Kol|po|sko|p]e —> Kol|po|slko|pie: die;
- ; - (Med.) gynäkologische Untersu¬
chung der Scheide mit einem Kolpo¬
skop
Kölsch: das; - u. -s; ~ obergärige Bier¬
sorte, die in der Stadt Köln hergestellt
wird
Kölsch: das; - ; - rheinischer Dialekt,
der in Köln gesprochen wird
Kölsch: der; -(ejs; - grobes Baumwoll-
gewebe mit zweifarbigem Würfelmu¬
ster
Ko|lum|ne: die; ~ ; -n 1 Druckspalte;
senkrechte Reihe 2 regelmäßig mit
gleichem Titel von demselben Autor
erscheinender kurzer Artikel in einer
Zeitung od. Zeitschrift
Ko|lum|nen|ti|tel: der; -s; - <Druckw.>
über od. unter einer Seite vor u. hinter
der Seitenzahl gedruckter Hinweis
auf den Inhalt
Kg|ma: (gr» das; -s; -s u. -ta <Med.) Be¬
wußtlosigkeit, die nicht durch äußere
Reize unterbrochen werden kann
Kom|bi: Kurzw. der; - u. -s; -s Kombi¬
wagen = Pkw mit vergrößerter, über¬
dachter Ladefläche
Kom|bi|nat: <russ.-lat» das; -(ejs; -e im
früheren Ostblock üblicher Zusam¬
menschluß mehrerer Betriebe, deren
Produktionsabläufe in enger Verbin¬
dung miteinander stehen
Kom|bi|na|ti|on: dat» /kombinazion/
die; - ; -en 1 a) Verbindung, Zusam¬
mensetzung zu einer Einheit b) Ergeb¬
nis gedanklicher Schlußfolgerungen 2
Herrenhose u. Jacke in unterschiedli¬
cher Farbe u./od. aus verschiedenem
Material, die zusammen getragen
werden 3 a) <Schach> nacheinander
ausgeführte Spielzüge b) (Ballspiele)
aufeinander abgestimmte Spielweise
der einzelnen Spieler c) <Ski> Wettbe¬
werb, bei dem Leistungen in mehre¬
ren Disziplinen zu erbringen sind
»nordische Kombination« d) <Boxen>
Folge von Schlägen mit beiden Fäu¬
sten _e) <Tumen> Abfolge von mehre¬
ren Übungen innerhalb einer Kür
Kom|bi|na|ti|ons|schloß —* Kom|bi|-
na|tik>ns|schloss: das; -Schlosses;
-Schlösser Verschluß, der nur durch
Einstellen von Ziffern od. Buchsta¬
ben in der richtigen Reihenfolge ge¬
öffnet od. verschlossen werden kann
Kom|bi|na|ti|ons]spiel: das; -(ejs; -e
(Ballspiele) 1 o. PI. abgestimmtes,
nach Plan ausgeführtes Zusammen¬
spiel 2 Mannschaftsspiel, bei dem die
Aktionen der einzelnen Spieler auf¬
einander abgestimmt sind
kom|bi|na|tjv: dat» /kombinatif/ Adj.
verbindend, Verknüpfungen herstel¬
lend
654
kommen
Kom)bi|na)to|rik: <lat.> die; - ; - a)
<Math.> Teilgebiet der Mathematik,
bei dem alle Anordnungsmöglichkei¬
ten einer endlichen Anzahl von unter¬
schiedlichen Elementen untersucht
werden b) Schaffung eines Begriffssy¬
stems, das bestimmten Regeln genügt
Komjbijne: die; - ; -n in der Landwirt¬
schaft verwendete Maschine, die
mehrere Arbeiten gleichzeitig aus¬
führt
kom(bi(nierfban <lat.> Adj. n. stg. sich
zusammenstellen lassend, mit etw.
anderem verbinden lassend
komjbi|nje]ren: <!at.> kombinierst; kom¬
biniertest; hast kombiniert 1 passend
zusammenstellen »Farben kombi¬
nieren« 2 (gedanklich) einen Schluß
ziehen »Er kombinierte die Lösung.« 3
<Ballspiele> Spielzüge einzelner Spie¬
' ler einer Mannschaft aufeinander
planvoll abstimmen
Kom|bi|wa|gen: der; -s; - Fahrzeug,
das sowohl als PKW als auch zum
Transport von Lasten geeignet ist, da
es über einen großen Laderaum ver¬
fügt
Kom|bi|zan|ge: die; - ; -n Zange, die
sich für unterschiedliche Arbeiten ge¬
brauchen läßt
Kom|bü]se: die; ~ ; -n Küche auf einem
Schiff
Ko|met tgr.-lat» der; -en; -en Himmels¬
körper, dessen Kern eine Nebelhülle
mit Schweif umgibt
Ko|me)ten|schweif: der; -(e)s; -e der
aus Staub u. Gasen bestehende,
leuchtende Schweif eines Kometen
Kotnf.: Abk. Komfort
komf.: Abk. komfortabel, bequem
Kom|fort: dat.-fr.-engh /komfor/ der;
-s; -1 Bequemlichkeit; Luxus 2 mit al¬
lem Komfort (u. zurück): [ugs.;
scherzh.] äußerst luxuriös, ausge¬
zeichnet, hervorragend
kom|for(ta]bel: <eng/.-/r.> Adj. komfor¬
tabler; komfortabelste bequem; mit
allen modernen Errungenschaften
ausgestattet »ein komfortables Sofa«
Ko|mik: <gr.-lat.-fr.> die; - ; - komische,
belustigende Wirkung
Ko|mt|ker: der; -s; - weibl. Kq|mi|ke|rin:
die; - ; -nen a) Schauspielerin), der/
die komische Rollen spielt b) Künstle¬
rin), der/die im Variete od. Kabarett
mit seinem Vortrag die Zuschauer
zum Lachen bringt
Kom|in|tern: die; - ; - kurz für Kommu¬
nistische Internationale von 1919¬
1943; 1947 durch Kominform ersetzt
ko|misch: <gr.-lat.-fr.> Adj. 1 lustig; er¬
heiternd »ein komischer Film« 2 selt¬
sam; sonderbar; merkwürdig
Kolmiltee: dat.-fr.-engh das; -s; -s Aus¬
schuß; Gruppe von Personen, die mit
einer Planung, Ausarbeitung, Prü¬
fung, der Organisation o. ä. von etw.
beauftragt ist
Komm.: Abk. 1 <Mi!it> Kommandant 2
<Milit.> Kommando 3 a) Kommentar
= a) Erläuterung; Auslegung b) kriti¬
sche Stellungnahme b) Kommema-
tor(in) 4 Kommissar(in) 5 Kommissi¬
on = 1. Ausschuß 2. Auftrag, Handel
für fremde Rechnung 6 <Milit.> Kom¬
modore = Geschwaderführer 7
Kommunikation = Verbindung;
Verständigung; Mitteilung 6 a) Kom¬
munismus = Gesellschaftsform, in
der Produktionsmittel gemeinsames
Eigentum sind b) Kommunist(in)
komm.: Abk. 1 <Milit.> a) kommandie¬
rend b) kommandiert 2 kommentiert
= mit erklärenden u. kritischen An¬
merkungen verbessern 3 kommissa¬
risch = a) auftragsweise b) vorüber¬
gehend 4 kommunal = eine Gemein¬
de betreffend 5 kommunistisch
Kom|ma: <gr.-lat.> das; -s; -s u. -ta Satz¬
zeichen (>,<), das Teilsätze, Aufzäh¬
lungen u. ä. voneinander trennt
Kom|ma(feh|ler: der; -s; - falsch gesetz¬
tes, fehlendes od. überflüssiges Kom¬
ma
kom|man|die]ren: <lat.-fr.> komman¬
dierst; kommandiertest; hast komman¬
diert 1 a) befehlen; Anweisungen ge¬
ben; anordnen »Der General kom¬
mandierte die Luftwaffe.« b) jmdn. an
einen anderen Ort versetzen »Er war
nach Korea kommandiert worden.« 2
[ugs.] anderen im Befehlston Anwei¬
sungen erteilen
Kom|man|dit|ge|sell|scha1t: die; - ; -en
bestimmte Form der Handelsgesell¬
schaft, bei der mindestens ein Gesell¬
schafter mit seinem Vermögen ein¬
steht, die anderen mit ihrer Einlage
haften
Kom|man|do: <lat.-it.> das; -s; -s u.
[’österr.] Kommanden 1 (kurzer, fest¬
gelegter) Befehl 2 <meist Mi!it.> o. PI.
Befehlsgewalt 3 zu einem bestimmten
Zweck zusammengestellte Einheit
Komjman|do|be|hörjde: die; - ; -n
Dienststelle beim Militär, die Befehls¬
gewalt hat
Kom|man|do|br0cke (Kom|man|do|-
briikjke —» Kom|man|do|brü|cke):
die; - ; -n Aufbau auf dem Schiffs¬
deck; Arbeitsstelle für die leitenden
Offiziere
Kom|man|do|ge|walt: die; • ; - Macht,
Befehle zu geben
Kom|man]dojkap|sel: die; - / -n Raum¬
fahrt) Kabine innerhalb eines Raum¬
schiffs, in der sich die Astronauten
aufhalten
Kom|man|do|sa|che: die; ~ ; -n in der
Wendung geheime
Kommandosache: <Milit.> etw., was
auf keinen Fall bekannt werden darf,
was der völligen Geheimhaltung un¬
terliegt
Kom|manfdo|ton: der; -(e)s; - [oft ab¬
wert.] energischer, lauter Ton
Kom|man|do|un|ter[neh|men: das; -s: -
<Milit.> für eine bestimmte militäri¬
sche Aufgabe zusammengestelite Ein¬
heit
Kom|mas|sa|ti|on: <lat.> /kommas-
sazion/ die; ~ ; -en Zusammenlegung
von Grundstücken
kom|mas]sje|ren: kommassierst; kom-
massiertest; hast kommassiert Grund¬
stücke Zusammenlegen
Kom|ma|ta: die (Pi.) PluralvonKomma
kornfmen: kommst; kam(e)st; bist ge¬
kommen 1 sich an einen Ort begeben 2
an einen Platz, Ort gehören »Ich
komme aus Paris.» Das kommt in den
Schrank.« 3 eintreten; geschehen; pas¬
sieren »Das kommt mit der Zeit.« 4 an
etw. teilnehmen 5 a) gebracht werden
b) veranlassen, daß etw. gebracht
wird od. daß jmd. kommt Wir sollten
einen Arzt kommen lassen.« 6 a) Aus¬
wirkung eines Ereignisses auf jmdn.
Das Angebot kam völlig
überraschend.« b) [ugs.] sich jmdm.
gegenüber in bestimmter Weise ver¬
halten »So dumm brauchst du mir
nicht zu kommen.« 7 erscheinen 8 auf¬
genommen, untergebracht, eingestellt
werden 9 in eine bestimmte Lage, Si¬
tuation geraten 10 von einer be¬
stimmten Stimmung erfaßt werden,
in einen bestimmten Zustand geraten
»Dadurch kam sie erst richtig in
Fahrt.« 11 eintreten, sich ereignen
»Es kam alles ganz anders • Das mußte
jasokommen!« 12<in Verbindung mit
>um<> verlieren »ums Leben kommen ♦
um seinen Besitz kommen« 13 kosten
14 [ugs.] einen Orgasmus haben 15
etw. (wieder-)erlangen »Durch die
Erbschaft war er zu Geld gekommen
16 a) durch intensives Bemühen etw.
Geheimes erfahren »Sie war im auf
die Schliche gekommen.« b) durch
Einsatz etw. erhalten bzw. erreichen
»Wie bist du an den Job gekommen?«
17 a) in einer bestimmten Reihenfolge
erscheinen »Erst kommt ein Friseur,
dann ein Bekleidungsgeschäft, danach
kommt der Bahnhof.« b) Partizip I,
Präsens folgend »Im kommenden Mo¬
nat fahren wir nach Amerika.« c) ei¬
nem bestimmten Zahlenverhältnis
entsprechen »Auf jeden Deutschen
kommen 5000 Mark Schulden.« 18 ab¬
stammen, seinen Grund, Ursprung
haben »Woher kommt der Schmuck?«
19 wenn’s hoch kommt: höchstens;
allerhöchstens » Wenn 's hoch kommt,
kriegst du für dein Auto noch
2000 DM.« 20 kommt er/sie heute
nicht, kommt er/sle morgen: [ugs.]
jmd. ist sehr langsam, gemächlich,
braucht viel Zeit 21 spät kommt Ihr,
doch Ihr kommt: [scherzh.] Anmer¬
kung, wenn jmd. unpünktlich ist,
man es jedoch nicht übelnimmt, weil
man sich trotzdem über das Kommen
freut 22 im Kommen sein: populär;
modern; langsam, aber sicher den
(Markt o. ä.) erorbem »Abenteuerrei¬
sen sind stark im Kommen.« 23 erst
komme ich (dann kommt eine ganze
Weile gar nichts, dann kommt eine
groBe Pause) u. dann kommst du
noch lange nicht: [ugs.; scherzh.] Re¬
densart, die jmdm. (egoistisch) zu ver¬
stehen gibt, daß man einen höheren
Rang hat, sich als ersten in der Rei¬
henfolge sieht 24 zu etw. kommen
wie die Jungfrau zum Kind: [ugs.;
scherzh.] zufällig, ohne sich bemüht
zu haben etw. erlangen, bekommen
25 das kommt davon: das ist die Fol¬
ge (Strafe) für jmds. Handlungsweise,
Tat o. ä. 26 aut jmdn. nichts kommen
lassen: jmdn. immer verteidigen, ihn
in Schutz nehmen, nichts Nachteiliges
über ihn sagen lassen 27 etw. kom¬
men sehen: etw. ahnen, voraussehen
»Daß das nicht gut geht, habe ich
schon lange kommen sehen.« 28 wie’s
kommt, so wird’s genommen; wie’s
kommt, so kommt’s: [ugs.] es ist
schicksalsbedingt, man kann nichts
ändern, man muß es hinnehmen 29
das durfte (jetzt) nicht kommen:
[ugs.] a) es war ungeschickt, das zu sa-
655
kommensurabel
gen, zu tun »Diese Bemerkung hätte
jetzt nicht kommen dürfen.« b) etw.
kommt unpassend 30 Wer unver¬
schämt ist, kommt am weitesten:
jmd., der keine Rücksicht, Skrupel
kennt, erreicht das meiste, fast alles,
mehr als andere Personen, die rück¬
sichtsvoller u. höflich sind
kom|men]su|r§]bel: dato Adj. n. stg.
[geh.] vergleichbar
Kom|men|tgr: dato der; -(e)s; -e 1 Stel¬
lungnahme, kritische Bewertung ei¬
nes wichtigen Ereignisses »Er schrieb
einen Kommentar zu den politischen
Ereignissen.« 2 nähere Erläuterung
mit Beispielen zu Gesetzen, wissen¬
schaftlichen Werken o. ä. 3 [oft ab¬
wert.] persönliche Bemerkung zu etw.
4 Kommentar überflüssig: [ugs.] es
ist unnötig, darüber/dazu noch etw.
zu sagen
komjmenftarjlos: Adj. n. stg. ohne Er¬
läuterung o.ä.
kom|men|tie|ren: dato kommentierst;
kommentiertest; hast kommentiert 1
zu wichtigen, aktuellen Ereignissen
kritisch Stellung nehmen 2 ein wissen¬
schaftliches Werk näher erläutern,
mit Beispielen u. Erklärungen verse¬
hen 3 [ugs.] seine persönliche Mei¬
nung zu etw. kundtun
Kom|merz: dat.-fro der; -es; - a) Wirt¬
schaft, Handel u. geschäftliche Zu¬
sammenhänge b) auf Gewinn bedach¬
tes Interesse
kom|mer|zia|li|sie|ren —» kom|mer|zi|-
a|li|sie]ren: <fro kommerzialisierst;
kommerzialisiertest; hast kommerzia¬
lisiert 1 alles für finanzielle u. ge¬
schäftliche Interessen ausnutzen 2 die
Schulden der Öffentlichen Hand in
privatwirtschaftliche um wandeln
Kom|mer|zi[al|rat: dato der; -(e)s: -rate
[österr.; veralt.] Titel für einen ehren¬
haften Wirtschaftler
kom|mat[2i|gll: dato Adj. a) Wirtschaft
u. Handel betreffend, gewinnorien¬
tiert b) im Interesse der Geschäfte
denkend u. handelnd
Kom|mi|litto[ne: dato der; -n; -n weibl.
Kom|mi|liftpjnin: die; - ; -nen Studien¬
genosse; Mitstudent(in), mit dem/der
jmd. gemeinsam die Studienzeit an
der Universität verbringt, verbracht
hat
Kom|mis[sar. dato der; -s; -e weibl.
Kom|mis|sa|rin: die; - ; -nen 1 Rang¬
bezeichnung innerhalb des Polizei¬
dienstes 2 a) Dienstbezeichnung einer
vom Staat beauftragten Person, die
spezielle Vollmachten hat b) Titel für
die Person, die (im Polizeidienst) eine
solche Stelle bekleidet
Kom|mis|sa|ri|at: das; -s; -e 1 [österr.]
Dienststelle der Polizeibehörde 2
Dienstzimmer eines Kommissars
kom|mis|sa|risch: Adj. n. stg. vorüber¬
gehend, vertretungsweise eine Funk¬
tion innehabend
Kom|miB —* Kom|m]ss: dato der;
Kommisses; - <Milit.> 1 einem Solda¬
ten staatlich anvertrautes Gut (Aus¬
rüstung, Lebensmittel o. ä.) 2 [ugs.]
Militärdienst)
Kom)m)B|brot —> Kom[miss|brot das,
-(e)s; -e Brot für die Truppen Verpfle¬
gung, bestehend aus Roggenschrot
mit einer Ausmahlung von lediglich
82 bis 85%
Kom|mis|si|on: dato die; ~ ; -en 1 Aus¬
schuß (von beauftragten, oft fach¬
kundigen Personen) 2 in
Kommission: [kaufmannssprl.] im ei¬
genen Namen auf fremde Rechnung;
Auftrag, Handel für fremde Rech¬
nung
Kom|mis|sio|när —» Komlmis|si|ojnäii
<fro der; -s; -e <Wirt.> a) Geschäfts¬
mann, der Waren im eigenen Namen
auf fremde Rechnung an- u. verkauft
b) Buchhändler, der zwischen Verlag
u. Sortimentsbuchhandel eingeschal¬
tet wird
Kom|mis|si|ons|gut: das; -(e)s; •guter
<Wirt.> Ware, die innerhalb einer ver¬
einbarten Frist zurückgegeben wird,
falls sie nicht verkauft werden konnte
Kom|mis(si|pns|sen|dung: die; ~ ; -en
<Wirt.> Sendung von Waren, die zu¬
rückgegeben werden, falls sie nicht in¬
nerhalb eines bestimmten Zeitraums
verkauft werden
Kom|mi8|stie|fel —*• Kom|miss|stieJfel/
Komjmiss-Stiejfet der; -s; - <Milit.>
[verait.]'groberSoldatenstiefel mit be¬
sonders langem Schaft
kom|mit[tie|ren: dato kommitierst; kom-
mitiertest; hast kommitiert (Wirt.) ei¬
nen Kommisionär bevollmächtigen,
beauftragen
kom)mod: dat.-fro Adj. kommoder;
kommodeste [veralt.] bequem; ange¬
nehm
Kom|mqjde: fro die; ~ ; -n nicht sehr
hohes Möbelstück mit Schubladen
Kom|mo|dp|re: (engl.-fro der; -s; -n u. -s
1 ältester Kapitän großer Schiffahrts¬
linien 2 <Milit.> Geschwaderführer
kom|mu|nal: dato Adj. n. stg. die Ge¬
meinde betreffend
Kom|mu|nal|bejhör|de: die; ~ ; -n
Dienststelle einer Gemeinde
kont|mu|na|li|sie|ren: kommunalisiert;
kommunalisierte; hat kommunalisiert
der Gemeindeverwaltung unterstellen
Kom|mu|nal|veijwal|tung: die; - ; -en
Verwaltungsorganisation von Ge¬
meinden
Kom|mujnal|wahl: die; - ; -en Wahl der
Funktionsträger innerhalb der Ge¬
meinde
Kom|mu|narjde: <fro der; -n; -n 1 Mitbe¬
wohner einer Wohngemeinschaft 2
Zugehöriger der Pariser Kommune
Kom|mjj|ne: fr.-lato die; - ; -n 1 Wohn¬
gemeinschaft, bei der verschiedene
Personen zusammen in einer Woh¬
nung leben 2 [amtssprl.] Gemeinde;
kleinste politische Verwaltungsein¬
heit
Kom|mu|ni|kant: der; -en; -en weibl.
Kom|mu|m|kan|tin: die; - ; -nen 1
<Sprachwiss.; Soziob jmd., der kom¬
muniziert, an einem Gespräch teil¬
nimmt 2 <kath. Kirche» Person, die
das erste Mal zur Kommunion geht
Kom|mu|ni|ka|ti|on: dato /kommunika-
zion/ die; ~ ; -en a) Verständigung
zwischen Menschen mit Hilfe von
Schrift, Sprache, Zeichen b) Zusam¬
menhang; Verbindung
kom|mu|ni|ka|tiv: dato /komunikatif/
Adj. a) n. stg. die zwischenmenschli¬
che Verständigung betreffend b) ge¬
sprächig; mitteilsam
—* Kom|mu|ni|keec s. Kommunique
Korn[mu|ni[on: dato die; - ; -en <kath.
Kirche) a) Ausgeben der Hostie;
Empfang des Abendmahls b) erstma¬
liger Empfang des Abendmahls; Erst¬
kommunion
Kom|mu|ni|on|kind: das; -(e)s; -er jun¬
ger Mensch, der das erste Mal die
Kommunion empfangt
Kom|mu|nl|pn|un|ter|richt: der; -(e)s; -
auf die Erstkommunion hinarbeiten¬
de Unterweisung
Kom|mu|ni|qu6 —* auch Kom|mu|ni|-
kee fr.-lato /kommünike u.
kommunike/ das; -s; -s Veröffentli¬
chung, Verlautbarung einer offiziel¬
len Stelle, Organisation
Kom|mu|nis|mus: dat.-engl.-fro der; - ;
-1 (Theorie von einer) Gesellschafts¬
ordnung, in der alle Produktionsmit¬
tel u. Erzeugnisse gemeinsames Ei¬
gentum des Volkes sind 2 von den
kommunistischen Parteien vertretene
Lehre, nach der es keine Klassenun¬
terschiede gibt u. sämtliche Produkti¬
onsmittel Eigentum des Volkes sind
Kom|mu|nist: der; -en; -en weib. Kom|-
mu|nj|stfn —> Kom|mu|nis|tirt die; -;
-nen a) Vertreter, Anhänger der kom¬
munistischen Lehre b) Parteimitglied
einer kommunistischen Partei
kom|mu|ni|stisch —kom|mu|nis|-
tischc Adj. n. stg. zum Kommunismus
gehörend, sich auf ihn beziehend
kom|mu|ni|zie|ren: dato kommunizierst;
kommuniziertest; hast kommuniziert 1
miteinander Zusammenhängen; in
Verbindung stehen 2 [geh.] sich aus¬
tauschen, unterhalten; Kontakt pfle¬
gen; miteinander sprechen usw. 3 <Re-
ligiom die Heilige Kommunion emp¬
fangen
kom|mu|ta|bel: dato Adj. kommutabler;
kommutabelste veränderlich; wandel¬
bar
kcm|mu|tattiv: /kommutatif/ Adj. aus¬
wechselbar; austauschbar; veränder¬
bar
kom|mu(tie|ren: dato kommutierst;
kommutiertest; hast kommutiert 1
<Math.; Sprachwiss.) auswechseln; er¬
setzen 2 (Elektrot.) die Stromrichtung
wechseln
Ko|mö|di|ant: dto der; -en; -en weibl.
Ko|mö|di|an|tin: die; ~ ; -nen a) <hist.>
im 18. Jhd. die Bezeichnung für einen
Schauspieler b) Schauspielerin), der/
die komische, lustige Rollen spielt c)
[ugs.; abwert.] Person, die anderen
etw. Vormacht, vortäuscht
Ko|mö|di|an|ten)tum: das; -s; - 1 <hist.>
im 18. "jhd. das Schauspielersein 2
[abwert.] das Vortäuschen von etw.
ko|mö|di|an|tisch: Adj. darstellerisch;
schauspielerisch
Ko|mö|die: <gr.-lato /komödi'/ die; - ; -n
1 Lustspiel; heiteres Bühnenstück 2
Theater, in dem ausschließlich Koin-
mödien aufgeführt werden 3 Komö¬
die spielen: [ugs.] jmdm. etw. vorma¬
chen, Vortäuschen
Komp.: Abk. 1 <Milit.> Kompanie 2
(Sprachwiss.) Komperativ = erste
Steigerungsstufe 3 Kompaß 4 Kom¬
petenz = Zuständigkeit; Befugnis 5
Komponente = a) Teilkraft b) Be¬
standteil eines Ganzen 6 (Musik) a)
Komposition b) Komponisten) 7
656
komplizieren
<Sprachwiss.> Kompositum — zusam¬
mengesetztes Wort
komp.: Abk. 1 kompakt = a) dicht zu¬
sammen b) massig; gednmgen 2 kom¬
patibel = miteinander vereinbar 3
kompetent = zuständig; maßgebend;
befugt 4 kompiliert = ein Computer¬
programm in einen Maschinencode
übersetzt 5 <Musik> komponiert =
(künstlerisch) geschaffen
Kom|pa|gnon —» Kpm|pa|g|non: dat.-
fro /kompanjong/ der; -s; -s Mitbesit-
zer(in), Teilhaber(in); Mitinhaber(in);
(Geschäfts-)Partner(in) einer Firma
o. ä.
kom|pakt: üat.-fr.i Adj. kompakter;
kompakteste a) dicht zusammen »ein
kompaktes Programm« b) [ugs.] mas¬
sig u.gedrungen
Kom|pa|n|e: dat.-it.-fro die; - ; Kompa¬
nien jkompanPnl 1 Handelsgesell¬
schaft 2 militärische Einheit
Kom|pa|nie|feld|we[bel: der; -s; - <Mi-
lit.> Feldwebel einer Truppe, der für
den inneren Dienst zuständig ist
Kom|pajnie|füh|rer: der; -s; ~ Chef der
Kompanie
Kom|pa|ra|ti|on: </«/.> /komparazion/
die; - ; -en 1 <Sprachwiss.> Steigerung
von Adjektiven 2 [geh.; selten] Ver¬
gleich
Kom|pa|ra|ti|stik —> Kom|pa|ra|Ns|tik:
dal» die; -; - (historisch) vergleichen¬
de Sprachwissenschaft u. vergleichen¬
de Literaturwissenschaft
Kom|pa|ra|tiv: dat.> /komparatif/
<Sprachwiss.> erste Steigerungsform
eines Adjektivs »>Fröhlichen ist der
Komparativ von >fröhlich<.«
kom|pa|raftiv: dal.) /komparativ/ Adj. n.
stg. 1 (Sprachwiss.) steigernd 2 Spra¬
chen miteinander vergleichend
Kom|pa|ra|tor: der; -s; Komparatoren
Längenmeßapparat
Kom|par|se: dat.-ito der; -n; -n weibl.
Kom|par|sin: die; ~ ; -nen Statist(in);
in einer Film-, Theaterszene vorkom¬
mende Person ohne Text
Kom|par|se|ne: dt.> die; - ; -n
jkomparservnj (Film; Theater) Ge¬
samtheit der nicht sprechenden Kom¬
parsen; Statisterie
Kpm|paß —» Kom|pass: dat.-ito der;
-es; -e Gerät zur Bestimmung der
Himmelsrichtung
Kom|paB|na[del —» Kpm|pass|na|del:
die; - ; -n Zeiger des Kompasses, der
immer zum magnetischen Nordpol
zeigt
Kom|paB|ro|se —*■ Komjpass|ro|se:
die; ~ ; -n Windrose, die sich auf üem
Kompaß befindet
kom|pa|ti|bet: dat.-fr.-engh Adj. n. stg.
miteinander zu verwenden kombi¬
nierbar »Diese Computersysteme sind
kombatibel.«
Kom|pa|ti|bi|li|tät: die; ~ ; -en Vereinbar¬
keit; das Zusammenpassen; Aus¬
tauschbarkeit
Kom|pen|dium —> Kom|pen|di|um:
dato das; -s; Kompendien
/kompendiml [geh.] zusammengefa߬
tes, abgekürztes Buch für den Unter¬
richt
Kom|pen|sa|ti|pn: dato /kompensazion/
die; - ; -en a) (Psychologie) Ausgleich
von Mängeln auf einem Gebiet durch
herrausragende Leistungen in einem
anderen Bereich b) (Wirt.) Vergütung,
Ausgleich durch Verrechnen c) (Phy¬
sik) Ausgleich einer Einwirkung auf
etw. durch eine Gegenwirkung glei¬
cher Art d) (Med.> Ausgleich von ge¬
störten Organfunktionen durch das
Organ selbst od. mit Hilfe von Medi¬
kamenten
Kom|pen|sa|to|rik: die; - ; - (Päd.) För¬
derung der sprachlichen Ausdrucks¬
fähigkeit bei Kindern im Vorschulal¬
ter, um Chancengleichheit herzustel¬
len
kom|pen|sie|ren: dato kompensierst;
kompensiertest; hast kompensiert 1
(Wirt.) verrechnen; entschädigen 2
aufheben, ausgleichen durch etw. Ge¬
genteiliges
kom[pe|tent: dato Adj. kompetenter;
kompetenteste a) sachverständig b)
befugt u. zuständig
Kom|pe|tenz: dato die; - ; -en 1 a) Zu¬
ständigkeit; Befugnis b) Sachver¬
stand; Können 2 (Sprachwiss.) Be¬
herrschung der Muttersprache u.
Wissen über die Muttersprache
Kom|pijla|ti|on: dato /kompilazion/ die;
- ; -en [geh.; abwert.] Zusammentra¬
gen mehrerer wissenschaftlicher
Quellen, Schriften zu einem Werk
Kompt.: Abk. 1 Komplement = Ergän¬
zung 2 Komplex = 1. zusammenge¬
faßter Bereich 2. psychische Verklem¬
mung 3 Komplikation = Verwick¬
lung; Erschwerung; Verschlimme¬
rung 4 Kompliment = höfliche Rede,
Schmeichelei
kompl.: Abk. 1 komplementär - sich
gegenseitig ergänzend 2 komplett =
vollständig 3 komplex = umfassend;
vielschichtig 4 kompliziert = schwie¬
rig
kom|pla|nar—» kom|p|la|nar: dato Adj.
n. stg. (Math.) sich in derselben Ebene
befindend
Kom|ple|ment—» Kom|p|le|ment: dato
das; -(e)s; -e 1 (Med.) Bestandteil ei¬
nes Serums zur Aktivierung u. Ergän¬
zung der Antikörper 2 [geh.] ein der
Ergänzung dienendes Teil 3 (Math.)
Ergebnis der Differenz zweier Men¬
gen
Kom|ple|men[tär —
<fro der; -s; -e weibl. Koni | _
rin —> Kom|p]le|men)bj]rin: die; - ;
-nen (Wirt.) Kommanditisten), der/
die mit seinem/ihrem Vermögen un¬
beschränkt haftet
kom|ple|men)tär —*■ kom|p|le|nien|tär:
<fro Adj. n. stg. ergänzend
kom|ple|men|tie|ren—» kom|p|le|men|-
tiejren: dato komplementierst; kom¬
plementiertest; hast komplementiert
[geh.] vollständig machen; ergänzen
Kom|plet —* Kom|p|let: dat.-fro /kom-
ple/ das; -s; -s Jacke/Mantel u. Kleid
aus demselben Material; vollständi¬
ger Anzug
Kom|plet—> Kom|p|let: dato /komplet/
die; ~ ; -e (kath. Kirche) Abendgebet
afs Schluß des kirchlichen Tages
kom|ple|tiv —* kom|p(le|tiv: dato /kom-
pletif/ Adj. n. stg. (Sprachwiss.) ver¬
vollständigend
komlplett —> kom|p|lett: dat.-fro Adj.
n. stg. a) vollständig; ganz; mit allen
nötigen Teilen b) als Einheit betrach¬
tet »Ich verkaufe die Schallplatten¬
sammlung nur komplett.« c) [ugs.;
scherzh.] völlig; absolut »Bist du jetzt
komplett verrückt geworden?«
kom|plet|tie|ren —* kom|p|let|tie|ren:
<fro komplettierst; komplettiertest;
hast komplettiert auffüllen; vollen¬
den; ergänzen
Kom|plet|tie|rung —* Kom|p|let|tie|-
rung: die; - ; -en Ergänzung; Vervoll¬
ständigung
Kom|plex —» Kom|p[lex: dato /kom-
plekß/ der; -es; -e 1 a) als Einheit zu
Betrachtendes, das sich aus vielen,
miteinander verknüpften Einzelteilen
zusammensetzt »Komplex von
Fragen« b) zusammengehörende ein¬
zelne Gebäude(teife) 2 (Psychologie)
psychisch negative Vorstellung; Ver¬
klemmung auf die eigene Person be¬
zogen »Er hat Komplexe wegen seiner
großen, dicken Nase.«
kom|plex —*• kom|p|lex: dato /kom-
plekß/ Adj. komplexer; komplexeste
[geh.] vielschichtig; viele Facetten
aufweisend; mehrere Bereiche umfas¬
send »Die Wissenschaft beschäftigt
sich meist mit komplexen Fragestel¬
lungen.«
Kom|ple|xi|on —» Kom|p|le|xi|pn: dato
/kompleßion/ die; - ; -en 1 (Anthro¬
pologie) Gesamteindruck der äußeren
Körperbeschaffenheit 2 [geh.] Zu¬
sammenfassung
Kom|ple|xi|tät —» Kom|p]le|xi|tät: dato
/komplekßität/ die; -; - a) Vielschich¬
tigkeit »Die Komplexität der Organi¬
sation machte es schwierig, alle Berei¬
che zu überblicken.« b) Gesamtheit
von Merkmalen o. ä.
Kom|pli|ce/Kom|pli|ze —»• Kom|p|lj|ce/
Kom|p|ljJze: der; -n; -n weibl. Kom|-
pl]|cin/Kom|pli|zin —> Kom|p|li|cin/
Komjp)li)zin: die; - ; -nen Person, die
bei einer Straftat mitmacht, mithilft
Kom|pli|ka|ti|pn —» Kom|p[li[ka|ti|pn;
dato /komplikazion/ die; - ; -en (von
einem Moment zum anderen auftre¬
tende, unerwartete) Erschwerung,
Verschlimmerung
kom|pli|ka|ti|ons|los —* kom|p|li|ka|ti|-
ons|tos: /komplikazionß-/ Adj. n. stg.
ohne Schwierigkeiten
Kom|pli|ment —*■ Kom[p|ll|ment: dat.-
span.-fro das; ~(e)s; -e 1 höfliche,
schmeichelnde positive Äußerung 2
nach Komplimenten fischen: [ugs.;
scherzh.] indem man auf seine Schwä¬
chen, Unzulänglichkeiten o. ä. beson¬
ders hinweist, jmdn. zum Wider¬
spruch herausfordem, um somit
K omplimente (1) zu erhalten
kom|pli|men|t|e|ren —> kom|p|ll|men|-
tie|ren: komplimentierst; komplimen¬
tiertest; hast komplimentiert [geh.]
eine Person an eine(n) Platz, Stelle ge¬
leiten, begleitet von höflichen Bemer¬
kungen u. Gesten
Kom|pH|ze/Kom|pli|ce —> Kom[p|li[ze/
Komjp|l|Jce: dat.-fro der; -n; -n weibl.
Kom|pli[zin/Kom|pli|cin —* Kom|p|-
li|zln/Kom|p|li|cin: die; • ; -nen ver¬
bündete Person, die bei etw. (meist
bei einer Straftat) hilft
Kom|pli[zen|schaft —» Kom|p|lj|zen|-
schaft: die; ~ ; - Verbündung von
Straftätern
kom|pli|zje|ren —» kom|p|li|zie|ren:
dat.-fro komplizierst; kompliziertest;
657
kompliziert
hast kompliziert erschweren, schwieri¬
ger machen
kom|pli|ziert —> kom|p|li|ziert: dat.-fro
Adj. kompliziert; komplizierteste
schwierig; schwer durchschaubar od.
verstehbar »ein komplizierter Charak¬
ter♦ eine komplizierte Krankheit«
Kom|pli|zie|ning —» Kom|p|li|zie|rung:
die; - ; -en Erschwerung, schwierige
Gestaltung
Kom|plott —» Kom|p|lott: fro das;
-(e)s; -e a) heimlich geplante Aktion,
zum Umsturz o. ä. gegen jmdn. od.
eine Institution b) ein Komplott
schmieden: [ugs.] heimlich, (mit an¬
deren) etw. (Gutes od. Schlechtes)
vorbereiten
Kom|po|nenfte: dato die; - : -n a) Teil¬
kraft; Seitenkraft b) Bestandteil eines
Ganzen
kom|po|njg|ren: dato komponierst; kom¬
poniertest; hast komponiert a) [geh.]
etw. aufbauen, kunstvoll gestalten,
anordnen b) ein musikalisches Werk
schaffen
Kom[po|nist: dato der; -en; -en weibl.
Kom]po|ni|stin —» Kom|po[nis|tin:
die; - ; -nen Person, die musikalische
Werke erschafft
Kom[po|si|ti|on: dato /komposizign/
die; - ; -en 1 a) ein geschaffenes Mu¬
sikwerk »eine Komposition von
Mozart« b) das Komponieren2 a) Zu¬
sammenstellung nach gewissen Ge¬
sichtspunkten b) kunstvolle Gestal¬
tung »eine wunderbare Komposition
der Farben« 3 <Sprachwiss.> Bildung
eines neues Ausdrucks durch Zusam¬
mensetzung zweier Wörter
Kom|po|si|ti{ons|fu|ge: /komposi-
zionß-/ die; - ; -n (Sprachwiss.) Fuge
bei Wortzusammensetzungen
Kom|po|si|ti|ons|glied:/komposizionß-/
das; -(e)s; -er <Sprachwiss.> jeder Be¬
standteil eines zusammengesetzten
Wortes
Kom|po|si{ti|ons|leh|re: /komposi-
zionß-/ die; - ; - alle Bereich der Mu¬
sikwissenschaft, die für die Erschaf¬
fung neuer Musikstücke von Bedeu¬
tung sind
kom|po|si|tojrisch: Adj. in bezug auf die
Komposition
Kom|post/Kom|post: dat.-fro der;
•fejs; -e a) verwesbarer pflanzlicher
u. tierischer Abfall b) bereits zu Erde
gewordene tierische od. pflanzliche
Abfälle
Kom|post|er|de: die; - ; - Erde mit ho¬
hem Kompostanteil
Kom|post|hau|fen: der; -s; - Anhäu¬
fung von Küchen- u. Gartenabfallen
zum Verrotten
kom|po|stier[bar —*■ kom|pos|tier|bar:
Adj. n. stg. so beschaffen, daß es zu
Kompost verrotten kann
kom|po|stje|ren —> kom|posJtie|ren:
<fr> kompostierst; kompostiertest;
hast kompostiert (Landwirt.) 1 Gar¬
ten- u. Küchenabfälle zu Kompost
verrotten lassen 2 Kompost als Dün¬
ger verwenden
Kom|pott: dat.-fro das; -(e)s; -e (meist
als Nachtisch od. Beilage serviertes)
mit Zucker gekochtes Obst
komjpreß —> kom|p|ress: dato Adj. 1
dicht, eng zusammen 2 (Druckw.)
Drucksatz, der fast keinen Zeilenab¬
stand aufweist
Kom|pres|se —> Kom|p|res|se: dat.-fro
die; ~ ; -n (Med.) a) feuchter Um¬
schlag b) Mullstück für einen Druck¬
verband
Kom|pres|si|gn —* Kom|p|res|si|on:
dato die; - ; -en 1 <Med.> a) Abdriik-
ken eines blutenden Gefäßes b) Quet¬
schung eines Körperorgans od. einer
Körperstelle 2 (Physik u. Technik)
Zusammenpressung, Verdichtung
p|res|si|ons|di(a|g|ramtn: das; -(e)s;
-e im Diagramm festgehaltene Ver¬
dichtung der Zylinder im Motor
Kom|pres|si|ons|strumpf —*■ Kom|p|-
res|si|gns|strumpf: der; -(ejs;
-Strümpfe (Med.) Strumpf, der stützt
Kom|pres|sor —* Kom|p|res|sor; der;
-s; Kompressoren (Technik) Verdich¬
ter
kom|pri|m]eijbar—*■ kom|pjri|mier|bar:
Adj. a) zusammendrückbar b)
(übertr.) verkleinerbar
kom[pri|mjert —»• kom|p|ri|mieit: dato
Adj. komprimierter; komprimierteste
a) auf das Wichtigste beschränkt
»komprimierte Darstellung« b) (Com¬
puter) platzsparend gespeichert
Kom|pri|mie|rung —» Kom]p|ri|mie|-
rung: die; - ; -en 1 das Zusammen¬
pressen 2 das Verdichten
Kom|pro|miß —* Kom|p]ro|miss: dato
der; Kompromisses; Kompromisse 1
Einigung zweier od. mehrerer Partei¬
en, wobei jede Partei Zugeständnisse
macht 2 fauler Kompromiß —*• fauler
Kompromiss: a) Kompromiß (1), bei
dem keine dauerhafte Lösung des
Problems erzielt wird b) Kompromiß
(1), bei dem mindestens einer der Be¬
teiligten auf längere Sicht stark be¬
nachteiligtist
Kom|pro|miB|be|reit(scliaft—* Kom|p|-
ro|miss|be|reitjschaft; die; - ; - inner¬
liche Bereitschaft zu einem Entgegen¬
kommen
kom|pro|mi8|los —* kom|p|no|miss|los:
Adj. n. stg. ohne Zugeständnisse
Kom|projmi8|lö|sung —» Kom]p|ro|-
m|ss|lö|süng: die; - ; -en Einigung
durch gegenseitige Zugeständnisse,
mit der alle beteiligten Parteien zu¬
frieden sind
Kom|pro|mi8jvor|schlag —* Kom|p|ro|-
miss|vorjschlag: der; -(e)s; -Vor¬
schläge Vorschlag für eine einver¬
nehmliche Lösung
kom|pro|mit|tie|ren —» kom|p|ro|mit|-
tie)ren: dat.-fro kompromittierst;
kompromittiertest; hast kompromit¬
tiert dem Ansehen einer anderen Per¬
son schaden, sie bloßstellen, sie in
Verlegenheit bringen
Kom)te8 —» Kom|tess: fro die; - ;
Komtessen [süddt.; österr.] Gräfin,
die noch nicht verheiratet ist
Kom|tes|se: <fro die; - ; Komtessen
[süddt.; österr.] Gräfin, die noch nicht
verheiratet ist
Kgn|au|tor/Kg|au|tor: dato der; -s; -en
weibl. Kgn|au)to|rin/Ko|au|to|rin: die;
-; -nen Mitverfasserfin) eines Werkes
Konjche: dat.-gro die; • ; -n 1 (Med.)
wie eine Muschel aussehendes Organ
2 (Archit.) Halbkuppel der Apsis
Konjchi[fg|re: dato die; ~ ; -n Weichtier
mit einheitlicher Schale
kon|chifform: Adj. n. stg. (Kunstwiss.)
die Form einer Muschel besitzend
Kon|dem|na|ti|gn:</af.>/kondemnazion/
die; - ; -en 1 (Seew.> Verkaufsanord¬
nung für ein als seeuntüchtig erklärtes
Schiff; Zusprechung eines im Krieg
aufgebrachten Schiffes 2 [geh.; ver-
alt.J Verurteilung
Kon|den|sat: dato das; -(e)s; -e Flüssig¬
keit, die sich niederschlägt, wenn ein
gasförmiger Stoff sich abkühlt
Kon|den|sa[ti|gn: dato /kondensazion/
die; - ; -en (Physik; Chemie) Verdich¬
tung; Verflüssigung
Kon|den|sa|tor: der; -s; Kondensatoren
1 (Technik) Verdichter 2 (Elektrot.)
Bauteil zum Speichern von elektri¬
scher Ladung
kon[den|sie|ren: dato kondensierst; kon¬
densiertest; hast kondensiert 1 Flüs¬
sigkeiten verdichten, eindicken, die
dadurch haltbarer werden 2 (Physik)
vom gasförmigen in den flüssigen Zu¬
stand übergehen
Kon|den|sie|rung: dato die; ~ ; -en 1
Verdichtung; das Eindicken von
Flüssigkeiten, die dadurch haltbarer
werden 2 (Physik) Übergang vom gas¬
förmigen in einen flüssigen Zustand
Kon|dens|miich: die; ~ ; - eingedickte,
haltbare Milch (besonders für Kaf¬
fee)
Kon|dens|streiffen: der; -s; - Wasser¬
streifen in der Luft, der sich durch die
Abkühlung des Wasserdampfs in den
Abgasen eines Flugzeugs bildet
Kon|dens|was|ser das; -s; - Wasser,
das durch die Abkühlung von Was¬
serdampf entsteht u. sich an kalten
Flächen niederschlägt
Kon|dik|ti|gn: dato /kondikzion/ die; - ;
-en (Rechtsw.) Klage auf Rückgabe
einer unrechtmäßig erworbenen Sa¬
che
Konjdi|ti|gn: dato /kondizion/ die; - ;
-en 1 m. PI. (Handel) Lieferungs- u.
Zahlungsbedingungen 2 a) o. PI. kör¬
perlich-seelische Gesamtverfassung
eines Menschen b) (körperliche) Lei¬
stungsfähigkeit, Verfassung meist bei
Sportlern
Kon|di|tiojnal —* Kon|di|ti|o)nal: dato
/kondizional/ der; -s; -e (Sprachwiss.)
Form, mit der eine Bedingung ausge¬
drückt wird »Ich würde in Urlaub fah¬
ren, wenn ich Geld hätte.«
kon|di|üo|nal —» kon]di|ti|o|nal: dato
/kondizional/ Adj. n. stg. (Sprach¬
wiss.) bedingungsweise geltend
Kon|di|tiolna|lis —» Kon|di[ti|o|na|lis:
dato /kondizionaliß/ der; -s;
Konditionales (Sprachwiss.) [selten]
Form, mit der eine Bedingung ausge¬
drückt wird
Konldi|tio|na|lis|mus —> Kon|di|ti|o|na|-
lis]mus: dato /kondizionalißmuß/
der; ~ ; - (Philosophie) Überzeugung,
daß die Realität von einer Vielheit
von Bedingungen bestimmt wird
Kon|di|tio|na!|satz —*• Kon|di|ti|o|nalj-
satz: dat.; dto /kondizional-/ der; -es;
-sätze (Sprachwiss.) Bedingungssatz,
der durch eine Konjunktion eingelei¬
tet wird
658
konform
kon|di|tk>|nell —* kon|di|ti|o|nell: dat.-
fro /kondizionell/ Adj. n. stg. in bezug
auf die Kondition
kon|di|tio|nie|ren —* kon|di|ti|o|nje|ren:
<lat.-fr.> /kondizioniren/ konditio¬
nierst; konditioniertest; hast
konditioniert 1 <Psychologie> einen an¬
deren Reiz an die Stelle des ursprüg¬
lich die Reaktion auslösenden Reizes
treten lassen 2 Bedingungen anglei¬
chen, bevor etw. verarbeitet wird
Kon|di|tio|nie|ning —> Konjdi|ti|o[nje|-
rung: dat.-fro /kondizionirung/ die;
- ; -en 1 das Ersetzen des Ürsprungs-
reizes durch einen anderen 2 Anpas¬
sung von Verarbeitungsbedingungen
Kon|di|tio|nis|mus —* Kon|di|ti|o|nis|-
mus: dat.-fro /kondizionißmuß/ der;
- ; - <Philosophie> Überzeugung, daß
die Realität von einer Vielheit von Be¬
dingungen bestimmt wird
kon)difti|pns]schwach: /kondizionß-/
Adj. konditionsschwächer; konditions¬
schwächste körperliche Leistungs¬
schwachen aufweisend
kon|di|ti|gns|stark: /kondizionß-//) d/.
konditionstärker; konditionsstärkste
ausdauernd; körperlich leistungs¬
stark
Kon|di|ti|ons|trai|ning: /kondizionß-/
das; -s; - Übungen, die die körperliche
Leistungfähigkeit u. Ausdauer erhö¬
hen
Kon|di|tor dato der; -s; Konditoren
weibl. Konjdijtplrin: die; - ; -nen Per¬
son, die Feingebäck herstellt
Kon|di|to|rgi: die; - ; -en 1 Geschäft, in
dem das Feingebäck produziert u.
verkauft wird 2 o. PL Herstellung von
Feingebäck
Kon|di|torjmei|ster —> Kon|di(tor|-
meis|ter: der; -s; - weibl. Kon|di|torj-
mei|ste|rin —> Kon|di|tpr|meis|te|rin:
die; ~ ; -nen Berufsbezeichnung für
eine Person, die den Meistertitel als
Konditor erworben hat
Kon|do|lenz: dato die; -; -en a) Beileids¬
bezeugung b) o. PI. Beileid
Kon|do|lenz|be|such: der; -(e)s; -e Be¬
such, der gemacht wird, um Beileid
auszusprechen
Kon|do|lenz|brief: der; -(e)s; -e Schrei¬
ben an die Angehörigen, in dem Bei¬
leid ausgedrückt wird
Kon|do|lenz|buch: das; -(e)s; -bücher
Sammlung von Beileidserklärungen
in ein Buch
Kon|do|lenz|schreijben: das; -s; ~
schriftliche Beileidsbezeugung bei ei¬
nem Todesfall
kon]do|lie]ren: dato kondolierst; kondo¬
liertest; hast kondoliert einer anderen
Person Beileid, Mitgefühl erklären
Kon|dom: <englo das u. der; -(e)s; -e
Teil aus dünnem Gummi zum Über¬
ziehen über das männliche Glied zur
Schwangerschaftsverhütung sowie
zur Verhütung der Ansteckung mit
Krankheiten beim Geschlechtsver¬
kehr, Syn.: Präservativ
Kon|do|mi|nat: dato das u. der; -(e)s; -e
Herrschaft mehrerer Staaten über ein
Gebiet
Kon|do|mi|ni|um: dato das; -s; Kondo¬
minien IkondominPn/ Herrschaft
mehrerer Staaten über ein Gebiet
Kon|dOR <Indian. Spr.-spano der; -s; -e
in Südamerika heimischer Riesengei¬
er
Kon|dukt dato der; -(e)s; -e feierlicher
Trauerzug
Kon|duk|teur: </r.> /konduktör/ der; -s;
-e [schweiz.] Person, die in Eisenbahn
u. Straßenbahn die Fahrkarten kon¬
trolliert
Kon|duk|tor: dato der; -s; -Konduktoren
1 <Med.» Person, durch die eine Erb¬
krankheit auf die nächste Generation
übertragen wird, die aber selbst ge¬
sund bleibt 2 <Elektrot.> Leiter, meist
eine Metallkugel, die elektrische La¬
dung speichert
Kon|duk|tus: dato a) mittelalterliche
Liedform mit einer Gesangsstimme b)
im Mittelalter verbreitete Form von
Musikstücken
Konfekt: dato das; -(e)s; -e feine Sü߬
waren; Pralinen
Kon|fekfti|on: dat.-fro /konfekzion/ die;
~ ; -en a) bekleidungsherstellende In¬
dustrie b) serienmäßig hergestellte Be¬
kleidung
konffekftiojniejren —* kon|fek|ti|o|nie|-
ren: dat.-fro /konfekzioniren/ konfek¬
tionierst; konfektioniertest; hast kon¬
fektioniert in hohen Stückzahlen in ei¬
ner Fabrik produzieren
Kon|fekfti|ons|an|zug: dat.-fr.; dto
/konfekzipnß-/ der; -(e)s; -anzüge
Anzug von der Stange; fabrikmäßig
hergestellter Anzug, Ant.: Maßanzug
Konffek|ti|ons|bo|trieb: dat.-fr.; dto
/konfekzionß-/ der; -(e)s; -e Fabrik,
in der in hohem Stückzahlen Klei¬
dung hergestellt wird
Kon|fek|ti|ons|grö|Be: dat.-fr.; dto /kon¬
fekzionß-/ die; - ; -n festgelegte Klei¬
dergröße, nach der in Fabriken Klei¬
dung hergestellt wird
Kon|fek|ti|gns|wa|re: dat.-fr.; dto /kon-
fekzionß-/ die; ~ ; -n Bekleidung, die
in großen Stückzahlen in Fabriken
hergestellt wird
Kon|fe|renz: dato die; - ; -en 1 Zusam¬
menkunft mehrerer Personen zur Be¬
sprechung u. Beschlußfassung »Bevor
es Zeugnisse gibt, finden Konferenzen
der Lehrer statt.« 2 Treffen von Ex¬
perten zur Diskussion wichtiger The¬
men »eine internationale Konferenz zu
AIDS« Syn.: Tagung; Sitzung
Kqn|fe|renz|raum: der; -(e)s; -räume
Örtlichkeit, die Platz für Konferenzen
bietet
Kon|fe|renz|schal|tung: die; ~ ; -en
«Rundfunk; Fernsehen; Film» Zusam¬
menschalten von Teilnehmern an ei¬
ner Besprechung, die sich an unter¬
schiedlichen Orten befinden
Kon|fe|renz|be|schlu8 —> Kon|fe|rgnz|-
be|schluss: der; -beschlusses; ~-be¬
schlösse auf einer Besprechung, Zu¬
sammenkunft getroffene Entschei¬
dung
Kon|fe|renz|tisch: der; -(ejs; -e großer
Tisch, an dem die Besprechungsteil¬
nehmer sitzen
konffe|rie|ren: dat.-fro konferierst; kon¬
feriertest; hast konferiert a) etw. mit
jmdm. verhandeln b) Darbietungen
mit witzigen Bemerkungen ankündi¬
gen
Kon|fes|si|on: dato die; - ; -en Glau¬
bensbekenntnis
kon|fes|sio|na|li|sie|ren —»• kon|fes|si|-
o|na|li|sie|ren: konfessionalisierst;
konfessionalisiertest; hast konfessio-
nalisiert [geh.] übermäßig das eigene
Glaubensbekenntnis verbreiten
kon|fes|si|ons|los: Adj. n. stg. sich zu
keinem Glauben bekennend
Kon|fet|ti: dto das; - u. -s; - u. (dt. ugs.]
-s kleine, bunte Papierscbnipsel, die
bei (Fest-)Umzügen o. ä. geworfen
werden
Kon|fi|gu|ra|ti|gn: dato /konfigurazion/
die; ~; -en t <Astronomie; Astrologie»
Stellung der Gestirne zueinander 2
«Med.» a) Verformung eines Organs b)
Form eines Organs od. Körperteils 3
«Chemie» Anordnung der Atome ei¬
nes Moleküls 4 Gestaltung, Gruppie¬
rung 5 <EDV> Zusammenstellung u.
Abstimmung der Hard- u. Software
eines Computers
Konjfirlmand: der; -en; -en weibl. Kon|-
f ir]man|din: die; - ; -nen Person, die in
Kürze, kürzlich als Erwachsene(r),
Vollmitglied in die evangelische Kir¬
che aufgenommen wird, wurde
Kon|firjmatti|on: dato /konfirmazion/
die; ~ ; -en <evang. Kirche» (Zeremo¬
nie der) Aufnahme junger evangeli¬
scher Christen in die Gemeinde
kon|firjmie)ren: dato konfirmierst; kon¬
firmiertest; hast konfirmiert evangeli¬
sche jugendliche Christen offiziell in
die Gemeinde integrieren
Kon|fi|se|r[e: dat.-fro die; - ; Konfiserien
/konfiserPnj 1 Geschäft für feine
Backwaren, erlesene Süßwaren aus
eigener Herstellung 2 feine Back- u.
Süßwaren, Pralinen aus eigener Her¬
stellung
kon|fis|zie|ren: dato konfiszierst; konfis¬
ziertest; hast konfisziert «Rechtsw.»
offiziell beschlagnahmen
Kon|fi|tü|re: dat.-fro die; - ; -n Marmela¬
de, die Fruchtstückchen enthält
Kon|flikt—» Konflikt: dato der; -(e)s;
•e 1 problematische Situation auf¬
grund verschiedener aufeinandersto-
ßender Meinungen, Interessen usw. 2
innerer Zwiespalt, Widerstreit, Un¬
entschlossenheit; Schwanken zwi¬
schen verschiedenen Möglichkeiten 3
mit Waffengewalt ausgetragene Aus¬
einandersetzung zwischen gegneri¬
schen Parteien 4 mit etw. in Konflikt
geraten, kommen: einen Verstoß ge¬
gen etw. begehen
Kon|flikt|si{tua|ti|on —» Kon(f|likt|si|tu|-
a|ti|on: die; - ; -en schwierige, sich zu¬
spitzende Situation
Kon|flikt|stoff: der; -(e)s; -e eine Sache,
die Streit verursacht, auslöst
Kon|flikt|theo|rie —» Kon|f|liktjthe|o|-
rie: die; - ; -n «Soziol.» Erklärung von
Veränderungen u. Vorgängen in der
menschlichen Gemeinschaft durch
Konflikte innerhalb der Gesellschaft
Kon|fö|de|ra|ti|gn: dato /konfödera-
zion/ die; ~ ; -en a) Staatenbündnis b)
Bündnis von Organisationen
kon|fö|de|rie|ren: dato konföderierst;
konföderiertest; hast konföderiert
[geh.] ein (politisches) Bündnis mit¬
einander eingehen; sich zusammen¬
schließen
kon|form: dato Adj. n. stg. 1 überein¬
stimmend 2 konform gehen, sein: mit
659
Konformismus
den Meinungen von jmd. anderem
vollständig übereinstimmen
Kon|for1mis|mus: der; * ; - [geh.] Gei¬
steshaltung, die stets um Anpassung
bemüht ist, Ant.: Nonkonformismus
Kon|foijinist: der; -en; -en weibl. Kon|-
for|mi|stin —>- Kon|forjmis|tin: die; - /
-nett 1 Zugehöriger der anglikani¬
schen Kirche 2 [geh.] Person, die ihre
Ansichten an die herrschende Mei¬
nung anpaßt
Kon|for|mi|t§t: <lat.> die; - ; - [geh.]
Ü bereinstimmung
Kon|fron|ta|ti|on —* Kon|f|ron]ta|ti|on:
<lat.> /konfrontazion/ die; - ; -en 1 Ge¬
genüberstellung mit etw. od. jmdm. 2
heftiger Streit, Kontroverse zwischen
Gegnern
Kon|fron|ta[ti|pns|kurs —> Kon|f|ron|-
ta|ti|ons|kurs: dato /konfrontazionß-/
der; -es; -e Vorgehensweise, bei der
man eine Auseinandersetzung be¬
wußt einkalkuliert
kon|fron|tie|ren —> kon|f|ron|tie|ren:
dato konfrontierst; konfrontiertest;
hast konfrontiert a) jmdn. einem ande¬
ren gegenüberstellen, um einen Sach¬
verhalt aufzuklären b) sich so verhal¬
ten, daß jmd. gezwungen ist, sich mit
etw. Unangenehmem auseinanderzu¬
setzen
konfus: dato Adj. konfuser; konfuseste
a) verworren; ungeordnet; durchein¬
ander b) irritiert; verwirrt; keinen kla¬
ren Gedanken fassen könnend
Kon|fti|si|on: dato die; - ; -en Verwir¬
rung; Unklarheit; Durcheinander
Kon|fu|zia|nis|mus —> Kon|fu|zi|a|nis|-
mus: der; -; - Geisteshaltung, die sich
auf Konfuzius beruft, besonders ver¬
breitetin Ostasien u. China
Kon|glo|me|rat —> Kon|g|lo|me|rat:
<fr.-lal.> das; -(e)s; -e 1 <Geologie>
Trümmergestein aus gerundeten
Bruchstücken 2 [geh.] Vermischung
verschiedenartigster Dinge; Gemen¬
ge; Anhäufung
Kon|gre|ga|ti|gn —* Kon|g|re|ga[ti|on:
dato /kongregazion/ die; - ; -en 1 Ver¬
einigung mehrerer Klöster des glei¬
chen Ordens unter einer gemeinsa¬
men Leitung 2 Orden, dessen Mitglie¬
der keine od. nur einfache Gelübde
abgelegt haben
Kon|greB —> Kon|g|ress: dato der;
Kongresses; Kongresse 1 fachliche od.
politische Versammlung, Tagung 2 o.
PL Parlament der USA
Kon|greß|hal|le —* Kon|g|ress|hal|le:
die; - ; -n großer Raum, der sich für
Zusammenkünfte vieler Teilnehmer
eignet
Kon|greB|saal —* Kon|g|ress|saal/
Kon|g|ress-Saal: der; -(ejs; -säle
Saal, in dem Tagungen mit vielen
Teilnehmern abgehalten werden
kon|gm|ent —> kon|g|ru|ent: Adj. n.
stg. 1 <Math.> a) <in bezug auf Zahlen)
restgleich (bei Divisionen durch die¬
selbe Zahl) b) <in bezug auf geometri¬
sche Formen) deckungsgleich 2 [geh.]
vollständig übereinstimmend; zusam¬
menpassend
Kon|gru|enz —* Kon|g|ru|enz: dato die;
- ; -en 1 Übereinstimmung »Die Kon¬
gruenz der Tathergänge war erstaun¬
lich.« 2 <Math.> a) <in bezug auf Zah¬
len) Restgleichheit b) dn bezug auf
geometrische Formen) Deckungs¬
gleichheit 3 «Sprachwiss.) a) sinnvoller
Zusammenhang zwischen dem Verb
u. den übrigen Satzteilen b) formale
Übereinstimmung in Kasus, Nume¬
rus, Person, Genus von Satzteilen
Ko|ni|fe|re: dato die; - ; -n den zapfen¬
tragenden Nadelhölzern zuzurech¬
nende Pflanze
Köfnig: der; -s; -e weibl. Kö|ni|gin: die; -
; -nen 1 a) herrschende Person in einer
Monarchie b) o. PI. Herrschertitel 2
a) höchste Spielfigur beim Schach¬
spiel b) zweithöchste Spielkarte 3 da¬
heim bin ich König: zuhause, in der
eigenen Wohnung, kann jeder tun,
was er will
kö|nig|lich: Adj. 1 a) zum Leben des Kö¬
nigs, der Königin gehörig »Der könig¬
liche Palast in England ist der Buk-
kingham Palace.« b) nach der Art ei¬
nes Königs 2 [ugs.] besonders; außer¬
ordentlich 3 reichhaltig; üppig
Kö|nig|reich: das; -(ejs; -e Region, die
von einem König (politisch) be¬
herrscht wird
Kö|nigs|ad|ler: der; -s; - große Gebirgs-
adlerart mit Federn, die am ganzen
Körper eine braune Färbung aufweist
u. nur an der hinteren Kopfpartie ein
sattes Gelb hat
kö|nigs|blau: Adj. n. stg. von strahlen¬
dem, kräftigem Blauton
Kö|nigs|kro|ne: die; • ; -n aus Edelme¬
tall (meist Silber od. Gold) gefertigte
Krone, die mit Edelsteinen verziert ist
u. von einem König, einer Königin
zum Zeichen der Herrschaft über
sein/ihr Königreich getragen wird
Kö|nigs|paar: das; -(ejs; -e König od.
Königin mit dem ihr/ihm angetrauten
Ehegatten, -gattin; regierendes Herr¬
scherpaar eines Königshauses
Kö|nigs|pa|last: der; -(ejs; -paläste
großräumige Luxusbehausung eines
Königs, einer Königsfamilie, Syn.:
Königsschloß
Kö|nigs|pal|me: die; - ; -n Tropenpflan¬
ze mit geradem, nach unten hin bau-
ig auslaufendem Stamm u. großen
Blättern, die ausgewachsen eine Höhe
von mehr als fünfzig Metern errei¬
chen kann
Kö|nigs|schie|Ben: das; -s; - Schie߬
wettstreit, bei dem der Sieger zum
Schützenkönig gekrönt wird
Kö|nigs|schloß —* Köjnigs|schloss:
das; -Schlosses; -Schlösser prunkvol-
le(s), repräsentative(s) Domizil, Be¬
hausung des Herrschers innerhalb ei¬
ner bestimmten monarchischen Re¬
gierungsform
Kö|nigs|thron: der; -(ejs; -e a) auf einer
Empore aufgestellter Stuhl des Kö¬
nigs, der Königin, der mit reichhalti¬
gen Ornamenten versehen ist b)
<übertr.> (politische) Herrschaft,
Amtsausübung des Königs in seinem
Reich
Kö|nigs|ti|ger. der; -s; ~ in Indien behei¬
matete größte Tigerrasse mit braun¬
schwarz gestreiftem kurzen Fell
Kö|nigs|weg: der; -(ejs; -e der beste
von allen möglichen Wegen, das Er¬
wünschte zu erlangen
Kö|nig|tum: das; -s;-tümer o. PI. Staats¬
form der Monarchie mit dem König
als Herrscher
kölnisch: Adj. n. stg. in der Form eine
Kegels
Konj.: Abk. 1 <Sprachwiss.> Konjugati¬
on = Beugung des Verbs 2 «Sprach¬
wiss.) Konj. = Bindewort 3 «Sprach-
wiss.) Konjunktiv = Möglichkeits-,
Wunschform des Verbs 4 <Wirt.)
Konjunktur = wirtschaftliche Ge¬
samtlage
Kon|ju|ga|ti|gn: dato /konjugazion/ die;
* ; -en 1 <Sprachwiss.> Beugung des
Verbs; Bildung aller grammatischen
Formen 2 <Bio.> a) Chromosomen¬
paarung b) bei der Befruchtung statt¬
findende Verbindung der Keimzellen
kon|ju|gie|ren: dato konjugierst; konju¬
giertest; hast konjugiert «Sprachwiss.)
(ein Verb) beugen; für (alle) Personen
u. Zeiten die grammatischen Formen
bilden
Kon|junk|ti|on: dato /konjunkzion/ die;
- ; -en 1 Verknüpfung logischer Aus¬
sagen miteinander 2 «Sprachwiss.)
Bindewort zwischen Haupt-, Neben-
u. Gliedsätzen »>Obwohl< ist eine
Konjunktion.« 3 <Astrologie> Aufein¬
andertreffen mehrerer Planeten in¬
nerhalb eines Tierkreiszeichens 4
<Astronomie> Stellung von Sternen im
Verhältnis zur Erde
Kon|junk|tiv: dato /konjunktif/ der; -s;
-e Ikonjunktiwe/ (PI. s.) <Sprachwiss.>
Möglichkeitsform; Ungewißheit, Un¬
sicherheit od. Wunsch ausdrückende
Verbform »Der Konjunktiv von >sie
kommen< heißt >sie käment.«
Kon|junk|tf|va: dato /konjunktiwa/ die;
- ; Konjunktiva <Med.> Bindehaut des
Auges
Konjjunk|tiv|satz: dat.; dto /konjunk¬
tif-/ der; -es; -sätze «Sprachwiss.) Satz,
der etw. in der Möglichkeitsform aus¬
drückt
Kon|junk|tor: dato der; -s; Konjunktoren
<Logik> Verknüpfungsoperator
»>Und< ist ein Konjunktor.«
Kon|junk|tun dato die; - ; -en wirt¬
schaftliche Gesamtlage
kon|kav: dato /konkaf/ Adj. «Optik)
hohl, nach innen gewölbt, vertieft,
Ant.: konvex
Kon|kla|ve —> Kon|k|la|ve: dato /kon-
klawe/ das; -s; -n <kath. Kirche) a)
Versammlung der Kardinäle zur
Papstwahl b) Versammlungsort der
Kardinäle bei einer Papstwahl
kon|klu|die|ren —*■ kon|k|lu|die|ren:
dato konkludierst; konkludiertest;
hast konkludiert «Philosophie) fol¬
gern; einen logischen Schluß (aus
etw.) ziehen
Kon|klu|si|on —> Kon|k|lu|si|pn: dato
die; - ; -en «Philosophie) Schlußfolge¬
rung
kon|klu|siy —* kon|k|lu|s|v: dato /kon-
klusif/ Adj. n. stg. 1 «Philosophie)
schließend; folgernd 2 «Sprachwiss.;
Verb) Beendigung eines Vorgangs
ausdrückend
kon|kor|dant: dato Adj. 1 [geh.] gleicher
Meinung 2 «Geologie) in gleichen
Schichten übereinander gelagert
Kon|korjdanz: dato die; - ; -en 1
«Druckw.) 48 Punkte besitzender
Grad einer Schrift 2 Gleichheit in der
Meinung 3 «Geologie) paralleler Lauf
von Gesteinsschichten 4 alphabeti¬
sche Aufstellung aller in einem Buch
660
konsolidieren
vorkommenden Wörter od. inhaltlich
identischer Stellen
Kon|kor)dat: <lat.> das; -(e)s; -e Über¬
einkommen, Vertrag zwischen einem
Staat u. dem Vatikan
kon|kiet —> kon|k|ret: dato Adj. kon¬
kreter; konkreteste a) wirklich vor¬
handen, existierend b) genau; greif¬
bar; deutlich
Kon|kiet|heit —> Kon|k|ret|heit: die; - ;
-en a) das Anschauliche; wikliche Exi¬
stenz; Wirklichkeit b) Genauigkeit;
Greifbarkeit; Deutlichkeit
Kon|kre|ti|on —* Kon|k|re|ti[pn: dato
/konkrezion/ die; -; -en 1 <Med.> Ver¬
wachsung 2 <Geologie> sich in Gestein
bildende, aus Mineralien bestehende,
kugelige Anhäufung 3 Vergegen-
ständlichung
kon|kre(ti|sie|ren —> kon|k|re|ti|sie|ren:
konkretisierst; konkretisiertest; hast
konkretisiert verdeutlichen; näher er¬
läutern
Kon|kre|ti|sje|rung —»■ Kon|k|re|ti|sie|-
rung: die; ~ ; -en Verdeutlichung; nä¬
here Ausführung
Kon|kre|tum —■> Kon|k|re|tum: das; -s;
Konkreta <Sprachwiss.> Hauptwort,
dasetw. Gegenständliches bezeichnet
Kon|ku|bi|nat: dato das; -fe)s; -e
(Reehtsw.» dauernde außereheliche
Geschlechtsgemeinschaft
Kon|kur|rent: dato der; -en; -en weibl.
Kon|kuiijron{tin: die; - ; -nen Person,
die mit jmdm. um etw., jmdn. wettei¬
fert
Kon|kur|renz: die; - ; -en 1 (Wirt.» o. PI.
Wettbewerb zwischen verschiedenen
Finnen od. Geschäften 2 o. PL Mit¬
bewerber von jmdm. 3 (Sport) Wett¬
streit; Aufeinandertreffen; Wettbe¬
werb 4 außer Konkurrenz: an einem
Wettbewerb ohne Wertung teilneh¬
men
kon|kuijrie|ren: dato konkurrierst; kon¬
kurriertest; hast konkurriert sich im
Wettstreit mit anderen befinden; wet¬
teifern
Kon|kurs: dato der; -es; -e a) (völliger)
wirtschaftlicher Zusammenbruch;
Zahlungsunfähigkeit b) Verfahren
mit Einsatz eines Konkursverwalters
zur Aufteilung der Konkursmasse an
die Gläubiger
Kon(kurejer|öf(|nung: die; - ; -en Ein¬
satz eines Konkursverwalters zur
Aufteilung des Vermögens auf die
Gläubiger
Kon{kurs|mas|se: die; - ; -n vorhande¬
nes Vermögen in Form von Waren,
Grundstücken o. ä: einer zahlungsun-
iähigen Firma
Kon|kurs|pro|zeß —» Kon]kurs|pro|-
zess: der; -prozesses; -prozesse Ab¬
wicklung eines Konkurses
Kon|kurs|ver|fah|ren: das; -s; - Ab¬
wicklung des Konkurses durch mög¬
lichst gleichmäßige Aufteilung der
verbliebenen Werte an die Gläubiger
Kon|kurs|ver|walfter. der; -s; - vom
Konkursgericht bestellte Person, die
den Konkurs abwickelt
kört|ner>: kannst; konntest; hast gekonnt
1 Modalverb a) fähig sein, etw. zu tun,
in der Lage sein »Ich kann schreiben u.
lesen.« b) die Möglichkeit haben »Ich
kann morgen kommen.« c) möglicher¬
weise »Er kam jeden Moment
eintreffen.« d) (ugs.) dürfen »Kann ich
in den Garten gehen?« 2 Vollverb be¬
herrschen; die Fähigkeit haben »Sie
kann Englisch.« 3 (es) mit jmdm. (gut)
können: [ugs.] sich mit jmdm. gut ver¬
stehen 4 mir/uns kann keiner: [ugs.]
bei mir/uns ist alles in Ordnung, ich/
wir haben alles, was wir wollen, keine
Probleme 5 du kannst mich/mir
(mal): [ugs.] laß mich bloß damit in
Ruhe, zufrieden 6 (erst) können vor
Lachen: [ugs.] das kann ich nicht, es
ist unmöglich 7 Wer will, was er kann,
fängt nichts vergeblich an: wer nur
das tun, haben will, was er kann, be¬
herrscht, wird sein Ziel erreichen
Kön|ner: der; -s; - Person mit einem be¬
sonders gutem Vermögen, guten Fä¬
higkeiten auf einem (Wissens-)Ge-
biet, in einem Handwerk, einer Sport¬
art o. ä.
Konjnex: dato /konnekß/ der; -es; -e
[geh.] 1 Zusammenhang, enge Ver¬
bindung 2 Kontakt, persönliche Ver¬
bindung
Kon|ne|xi|on: <fr.-lato /konnekßion/ die;
- ; -en 1 <Sprachwiss.> Beziehung zwi¬
schen dem abhängenden u. dem regie¬
renden Teil eines Satzes 2 [geh.] ein¬
flußreiche, fördernde Bekanntschaft,
Verbindung
Kon|ni|venz: dato /konniwenz/ die; - ;
-en 1 TRechtsw.» Nachsichtigkeit bei
kleineren Vergehen 2 o. PL [geh.]
Nachsicht
Kon|nojtat: das; -(e)s; -e (Sprachwiss.»
assoziative, emotionale Bedeutung
Kon|no|ta|tijgn: dato die; - ; -en 1
(Sprachwiss.» (persönliche) Assozia¬
tionen zu einem Begriff 2 Bedeutung
eines Wortes
Kpn|rak|tor dato der; -s; Konrektoren
TSchulw.» der stellvertretende Rektor
Kon|se|kra|ti|gn —> Kon|se|k|ra(ti)on:
dato /konsekrazion/ die; ~ ; -en <kath.
Kirche» Weihe a) einer Person od. ei¬
ner Sache b) der Hostie
kgn[se(ku(tiv: dato /konsekutif/ Adj. n.
stg. 1 mit zeitlichem Abstand folgend
2 <Sprachwiss.» folgernd; eine Folge
angebend, bezeichnend
Kon|se|ku|tiv|satz: dat.; dto /konseku¬
tif-/ der; -es; -Sätze (Sprachwiss.» Ne¬
bensatz, der die Folge des im Haupt¬
satz Gesagten angibt
Konfsens: dato der; -es; -e (PL s.) (er¬
zielte) Übereinstimmung; Einigkeit
Kon|senjsus: dato der; - ; - [geh.]
Übereinstimmung; Einigkeit
konteelauent: dato /konsekwgnt/ Adj.
konsequenter; konsequenteste a) (seine
Meinung, Verhalten usw.) nicht än¬
dernd; beharrlich; beständig »eine
konsequente Meinung« b) folgerichtig
Konlselquanz: dato /konsekwenz/ die;
- ; -en 1 Folge; Resultat; Auswirkung
2 o. PL Zielstrebigkeit; Beharrlichkeit
3 (aus etw.) die Konsequenzen
ziehen: etw. einsehen, u. darauf rich¬
tig reagieren; aus negativen Erfahrun¬
gen für die Zukunft lernen, sich rich¬
tig zu verhalten
Konjseijva|tis|mus: tenglo /konserwa-
tißmuß/ der; • ; - <Pob am Alten,
Hergebrachten festhaltende Weltan¬
schauung, Haltung, Gesinnung
kon|ser)vajtiv: dat.-englo /konserwatif/
~Adj. an Hergebrachtem festhaltend u.
Neuerungen gegenüber nicht aufge¬
schlossen, sondern eher ablehnend
gegenüberstehend
Konjser]va|ti[v)s|mus: /konserwatiwiß-
muß/ der; -; - am Alten, Hergebrach¬
ten festhaltende Weltanschauung,
Haltung, Gesinnung
Kon)seijva|to|ri|um: dat.-ito
/konserwatorium/ das; -s; Konserva¬
torien jkonsermtorknl Musik(hoch)-
schule
Kon|ser|ve: dato /konserwe/ die; - ;-n 1
a) haltbare Nahrungsmittel in der
Dose, Büchse od. im Glas b) Behälter
für haltbar gemachte Lebensmittel 2
<Med.» kurzfür Blutkonserve
Kon|ser|ven|büch|se: /konserwen-/ die;
- ; -n runder Blechbehälter zur lang¬
fristigen Aufbewahrung von Lebens¬
mitteln
Kon|serjven|do|se: /konserwen-/ die; -;
-n runder Blechbehälter zur langfristi¬
gen Aufbewahrung von Lebensmit¬
teln
kon|ser|vier|bar. /konserwir-/ Adj. halt¬
bar (zu machen)
kon|ser|vie|ren: dato /konserwiren/
konservierst; konserviertest; hast kon¬
serviert haltbar machen; etw. in der
Beschaffenheit, Qualität erhalten
Kon|seijvje|ru(tg: dato /konserwirung/
die; -; -en Bewahrung; Erhaltung
Kon|seijvie|rungs|mit|tel: dato /konser-
wirungß-/ das; -s; - chemischer Zu¬
satz, der das Verderben von Lebens¬
mitteln hinauszögert
Kon|ser|vielrungs|stoff: dato /konser-
wirungß-/ der; -(e)s; -e chemischer
Zusatz, der das Verderben von Le¬
bensmitteln hinauszögert
Kon|sijli|um: das; -s; Konsiliien /konsili-
enj <Med.» Gutachten; Rat mehrerer
Ärzte
kon|si|stent —* kon|sis|tent: dato Adj.
konsistenter; konsistenteste 1 dauer¬
haft 2n. stg. in sich widerspruchsfrei
Kon|si|stenz—» Konjsisjtenz: dato die;
- ; -en TBeschaffenheit des Materials,
aus dem etw. hergestellt ist 2 (Logik)
Stimmigkeit; Schlüssigkeit
Kon|si|sto]ri|um —» Kon|sis[tg|ri|um:
dato das; -s; Konsistorien
jkonßißtorPnj (Kirche» a) Versamm¬
lung der Kardinale unter Vorsitz des
Papstes b) oberste Verwaltungs- u.
Ausichtsorgan mancher evangeli¬
scher Landeskirchen
kon|skri|bje|ren —»■ kon|s|k|ri|bie|ren:
dato konskribierst; konskribiertest;
hast konskribiert zum Heeres-,
Kriegsdienst eintragen
Kon|skrip|ti|on —> Kon|s|k|rip|ti|gn:
dato /konßkripzion/ die; - ; -en Ein¬
berufung zum Heeres-, Kriegsdienst
Kon|so(: <englo der; -s; -s Staatsanleihe;
staatlicher Schuldschein
Kon|sp|le: <fr.-lato die; - ; -n 1 Wand¬
halterung 2 an der Wand befestigtes,
zweibeiniges Tischchen für Vasen,
Uhren o. ä. 3 (Archit.» Tragstein als
Stütze für Bögen o. ä.
Kon|so|li|da|ti|pn: <fr.-lato /konsolida-
zion/ die; - ; -en 1 (Wirt.» Vereinigung
mehrerer Staatsanleihen zu einer 2
(Geologie» Festigung der Erdkruste
kon|so|li|die|ren: <fr.-lato konsolidierst;
konsolidiertest; hast konsolidiert 1
661
Konsolidierung
[geh.] festigen; sichern 2 <Wirt.> verei¬
nigen; Zusammenlegen
Kon|so[li|die|rung: <fr.-!ato die; - ; -en 1
Sicherung; Festigung 2 Zusammenle¬
gung; Vereinigung
Kon|so|li|dJe|rungs|pha|se: die; - ; -n
Zeitspanne, in der etw. gefestigt, gesi¬
chert wird
Kon|so|nanfc dato der; -en; -en «Sprach¬
wiss.» Mitlaut »>b<, >c<, >d< sind Konso¬
nanten.«
kon|so|nant: dat.i Adj. konsonanter;
konsonanteste <Musik> harmonisch,
Ant.: dissonant
Kon|so|nanz: dato die; - ; -en «Musik»
Ein-, Zusammen-, Wohlklang von
Tönen
Kon|sortte: dato der; -n; -n (m. PI.)
[auch scherzh.] Mittäter; (Mit-)Betei-
ligter
Kon|sor[ti|um: dato /konsorzium/ das;
-s; Konsortien fkonsorzPnj <Wirt.> Ge¬
nossenschaft; vorübergehende Verei¬
nigung von Banken u. Wirtschaftsun¬
ternehmen zur Durchführung von
Geschäften, Finanzierungsaufgaben
Kon|spi|ra|ti|gn —» Kon[s|pi|rajti|gn:
dato /konßpirazion/ die; ~ ; -en [geh.]
Verschwörung; geheime Aktion
konjspi|ra|tiv —» kon|s|pi[ra|tiv: dato
/konßpiratif/ Adj. verschwörerisch
kon|6pi|ne|ren —» kon|s|pi|riejren: dato
konspirierst; konspiriertest; hast kon¬
spiriert sich verschwören
Kon|ste|bler —> Kon|s|ta|bjler: <engto
der; -s; - 1 «hist.» Geschützmeister 2
«in England u. den USA> Polizeibe¬
amter
konstant —» kon|s|tant: dato Adj. n.
stg. gleichbleibend; unveränderlich
Kon|stan(te —* Kon|s|tanjte: dato die;
- u. -n; -n (meist o. Art. gebraucht)
«Math.; Physik» unveränderliche^)
Größe, Wert »die Konstante Pi«
Konjstanz—*• Kon|s|tanz: dato die; ~ ; -
Unveränderlichkeit; Stetigkeit
kon|sta|tje|ren —* kon|s(ta|tie|ren:
dat.-fro konstatierst; konstatiertest;
hast konstatiert abschließend feststel¬
len, festhalten
Kon|steljla(ti|on —» Kon|s|tel|lajti|gn:
dato /konßtellazion/ die; - ; -en 1
«Astronomie» Stellung der Gestirne
zueinander 2 a) Lage, Zusammentref¬
fen von Umständen »politische Kon¬
stellation« b) Gruppierung
kon|sterjniejren —* konjs)terjnle|ren:
fr.-lato konsternierst; konsterniertest;
hast konsterniert aus der Fassung
bringen; bestürzen; empören; verblüf¬
fen; verwirren
kon|stor|niert —» kon|s|ter|niert: </r-
lato Adj. konsternierter; konsternier¬
teste bestürzt; betroffen; verwirrt;
verblüfft; aus der Fassung gebracht
kon|sti|tuye|ren —* kon|s|ti|tu|ie|ren:
dat.-fro konstituierst; konstituiertest;
hast konstituiert a) einsetzen; festset¬
zen; gründen »Regeln konstituieren«
b) Zusammentreffen, um etw. auszu¬
arbeiten u. festzulegen
Kon|sti|tu|ie|rung —* Kon|s|tijtulie|-
rung: dato die; - ; -en 1 Verfassung;
Rechtsbestimmung 2 a) Beschaffen¬
heit des menschlichen Körpers »kräf¬
tige Konstitution« b) Verfassung des
menschlichen Körpers
kon|sti|tu|tio|nel! —*■ kon|s|ti|tu|ti|o|ngll:
dat.-fro /konßtituzionell/ Adj. n. stg.
1 verfassungsmäßig; verfassungsge¬
bunden 2 auf den körperlichen Zu¬
stand bezogen
Kon|sti|tu|ti|on8|typ —» Konjs|tijtu|ti|-
onsjtyp: dat.-fro /konßtituzionß-/
der; -en; -en «Med.; Psychologie» eine
der drei Grundformen des menschli¬
chen Körperbaus
kon|stijtufbv —» konfs|ti|tu|trv: dato
/konßtitütif/ Adj. [geh.] das Wesen,
den Kern einer Sache bestimmend;
grundlegend
Kon|strikfti|pn —*■ Kon|s[trik|tj|on: dato
/konßtrikzion/ die; - ; -en «Med.» 1
Abbinden von Blutgefäßen 2 Kon¬
traktion von Muskeln
konjstrufie|ren —» konlsttlrulielnen:
dato konstruierst; konstruiertest; hast
konstruiert 1 a) aus Einzelteilen, -ele¬
menten gedanklich od. praktisch auf¬
bauen, entwickeln b) «Sprachwiss.»
nach den Syntaxregeln einen Satz bil¬
den 2 a) mit mathematischen Opera¬
tionen herleiten b) «Geometrie» eine
geometrische Figur zeichnen 3
«Logik» aus vorgegebenen Fakten,
Beweisen, Anhaltspunkten herleiten
Konjstrukt—* Kon|s|tjrukt: das; -(e)s;
-e abstrakter Entwurf, gedankliches
Gebilde; gedankliche Hilfskonstruk¬
tion
Konlstrukltaur —* KonisWrukltetir:
dat.-fro /konßtruktör/ der; -s; -e
weibl. Kon|stnik|teu|rin —* Kon|s|t|-
ruklteulrin: die; - ; -nen Erbauer(in);
Gestalterfin)
Konjstruk(ti[qn —» Kon|s|t|rukfti|gn:
dato /konßtrukzion/ die; ~ ; -en 1
Bauart eines Gebäudes, einer Maschi¬
ne 2 «Math.» Darstellung, Zeichnung
einer (geometrischen) Figur 3
«Sprachwiss.» Aufbau eines Satzes 4
nicht wirklichkeitsnahe(r) Gedanke,
Auffassung 5 «>. PI. gedanklicher Ent¬
wurf; Plan; Entwicklung 6 «Philo¬
sophie» a) Begriffsdarstellung b) Be-
gnffssystemaufbau
konjstrukjtiv —» kon|sjt|ruk|tiv: dato
/konßtruktif/ Adj. 1 [geh.] folgerichtig
aufbauend; die Entwicklung fördernd
»ein konstruktives Gespräch« 2 a)
«Math.» methodisch herleitend b)
«Technik» sich auf die Konstruktion
(!) beziehend
Kon|stnikfti|vis(n>us —> Kon]s(tjrukjti|-
vis|mus: /könßtruktiwißmuß/ der; - ;
- «Kunst» funktionalistische Stilrich¬
tungum 1920
Kpn|sul: dato der; -s; -n weibl. Kon[su|-
lln: die; ~ ; -nen 1 offizielle(r) Vertrete¬
rin) einer Regierung, eines Landes
im Ausland, besonders für wirtschaft¬
liche, weniger für diplomatische Be¬
lange 2 (einer von zwei) höchsten
Staatsbeamten in der historischen rö¬
mischen Republik
Kon|su|iat: dato das; -(e)s; -e a) Arats-
gebäude eines Konsuls b) Amtsperi¬
ode eines Konsuls
Konfsui|ta|ti|gn: dato /konsultazion/
die; ~ ; -en 1 das Zu-Rate-Ziehen ei¬
nes wissenschaftlichen Fachmannes,
besonders Untersuchung durch einen
Arzt 2 «Pol.» Austausch u. Beratung
zwischen Regierungen od. Vertrags¬
partnern
kon|sul)ta|üv: dato /konsultatif/ Adj.
beratend
kon|sul|tieiren: dato konsultierst; kon¬
sultiertest; hast konsultiert 1 [geh.]
jmdn., der fachkundig ist, zu Rate zie¬
hen, fragen »einen Arzt, Rechtsanwalt
konsultieren« 2 «Pol.» sich austau¬
schen; eine Absprache treffen
Kortfsum: dat.-ito der; -s; - Verbrauch
von Dingen, die zum täglichen Bedarf
gehören od. von Luxusartikeln, Ge¬
nußwaren
Kon|sum(p)|t)|gn: dato /konsum(p)zipn/
die; - ; -en 1 «Wirt.» Verbrauch von
Wirtschaftsgütem 2 «Rechtsw.» Über¬
gang eines einfachen Tatbestandes in
einen übergeordneten 3 «Med.» Aus¬
zehrung des Körpers
Konfsumjaijtijkel: der; -s; - «Wirt.» Arti¬
kel, der für den Verbrauch bestimmt
ist
Kon|su|ma}ti|on: dato /konsumazion/
die; ~ ; -en [osten.; Schweiz.] in Gast¬
stätten Verzehrtes
Kon[su|menL' dato der; -en; -en weibl.
Kon|su|men|tin: die; - ; -nen Verbrau-
er(in); Person, die die Waren kauft u.
verbraucht
Kon|sum|gejnos|sen|schaft: die; - ; -en
«Wirt.» Einkaufsgemeinschaft von
Verbrauchern, um durch den Einkauf
großer Mengen die Preise für den Ein¬
zelnen niedrig halten zu können,
Syn.: Verbrauchergenossenschaft
Kon|sum|ge|selt|schaft: die; - ; -en [ab¬
wert.] auf die Steigerung des Ver¬
brauchs ausgerichtete Gesellschaft
kon|su|mie|ren: dato konsumierst; kon¬
sumiertest; hast konsumiert verbrau¬
en
Kon|sum|ti|pn: dato /konsumzipn/ die:
- ; -en 1 «Wirt.» Verbrauch von Wirt¬
schaftsgütem 2 «Rechtsw.» Übergang
eines einfachen Tatbestandes in einen
übergeordneten 3 «Med.» Auszehrung
des Körpers
kon|sum|tiv: dato /konsumtif/ Adj. n.
stg. verbrauchen«}; konsumierend
Kon|sum|verjhal|ten: das; -s; - «Wirt.»
Verhaltensweise, Handlungsweise der
Verbraucher bezüglich des Kaufs von
Verbrauchsgütem
Kon|szi|en|tia|lis|mus —> Kon|s|zi|en|-
ti|a|tts|mus: dato der; - : - «Philoso¬
phie» Lehre, daß die Wirklichkeit nur
im Bewußtsein existiert
Konitakt: dato der; -(e)s; -e 1 (einmali¬
ge "öd. immer wieder hergestellte)
kurzfristige Verbindung zu jmdm. od.
zu etw. 2 Berührung 3 «Elektrot.» a)
Berührungspunkt, -stelle, der/die eine
Stromverbindung herstellt b) Stelle
an der die Verbindung mit der Strom¬
quelle hergestellt wird 4 Berührung
zu jmdm., die zu einer Ansteckung
führen kann 5 Kontakt Herstellen:
(als Vermittlungsperson) jmdn. in Be¬
ziehung, Verbindung zu jmdm. brin¬
gen 6 Kontakt auf nehmen: zu jmdm.
eine Verbindung hersteilen 7 a) Kon¬
takt suchen: Anschluß; Beziehung
o. ä. zu Personen wünschen b) (kei¬
nen) Kontakt finden: (keine(n)} An¬
schluß, Beziehung o. ä. erlangen
Kon|takt|ab|zug: der; -(e)s; -abzuge Fo¬
to in der Größe des Negativs
Kon|takt)adres|se —» Kon(takt|a|dj-
resjse: die; ~ ; -n Anschrift, unter der
662
Kontoinhaber
eine bestimmte Person/Institution er¬
reichbar ist
Kon|t§kt]anjzei|ge: die; ~ ; -n Inserat,
das aufgegeben wird, um andere Leu¬
te od. einen (Lebens-)Partner kennen-
zulemen
kon|tak|ten: kontaktest; kontaktetest;
hast kontaktet <Wiro mit einer ande¬
ren Person (geschäftlich) Verbindung
aufnehmen
Kon|tak|ter: der; -s; - <Wirt.> Person,
die aus geschäftlichen Gründen Kon¬
takte mit den Kunden pflegt
kon|takt|fneu|dig: Adj. gerne mit ande¬
ren" Menschen in Kontakt tretend,
Kontakte zu anderen suchend
kon|tak|tie|ren: dato kontaktierst; kon¬
taktiertest; hast kontaktiert [geh.]
jmdn. ansprechen, Verbindung, Kon¬
takt aufnehmen
Kon|taktllin|se: die; - ; -n zur Korrektur
von Sehschwachen benutzte, sehr
dünne u. kleine, geschliffene (harte
od. weiche) Kunststoffschale o. ä.,
die direkt auf den Augapfel gelegt
wird Syn.: Haftschale
Kon|takt|perfson: die; - ; -en 1 Bezugs¬
person für die Verbindung mit etw.,
jmdm. 2 <Med.> Person, die mit
jmdm., der an einer ansteckenden
Krankheit leidet, direkt od. indirekt
in Berührung gekommen ist
Kon[takt|schwel|le: die; - ; -n unter der
Fahrbahndecke eingelassener Sensor,
der beim Überfahren die Ampelanla¬
ge steuert
Kon|takt|schwie|rig]kei|ten: die (PL)
<Psychologie> Problem, Scheu, Hem¬
mung, Angst, mit anderen Menschen
in Kontakt zu treten
Kon]takt|speijre: die; - ; -n <Rechtsw.>
Verbot für bestimmte Häftlinge, eine
Verbindung mit der Außenwelt auf¬
zunehmen
Kon(takt|stöfrung: die; - ; -en Psycho¬
logie) Abnormität in bezug auf die
Kontaktaufnahme zu anderen Men¬
schen
Kon|ta|ini|na|ti|gn: dato /kontamina-
zion/ die; ~ ; -en 1 (Sprachwiss.) Bil¬
dung eines neuen Wortes aus Teilen
zweier (bedeutungsverwandter) Aus¬
drücke 2 <Physik> Verseuchung mit
schädlichen, radioaktiven Stoffen
kon|ta|mi|nip]ren: dato kontaminierst;
kontaminiertest; hast kontaminiert 1
(Sprachwiss.) verschmelzen; kreuzen
2 (Physik) mit schädlichen, radioakti¬
ven Stoffen verseuchen
kon)tant dt.-lato Adj. n. stg. [kauf-
mannssprl.] bar auf die Hand; kein
Scheck
Kon|tan|ten: <it.> die (PL) (Geldw.) 1 ba¬
res Geld 2 Münzen; Geldsorten
Kon]tem|pla|ti|gn —* Konftem|p|la|ti|-
on: dat.> /kontemplazion/ die; - ; -en
1 (Religion) Versunkenheit in Gott 2
[geh.] innere Betrachtung, Versun¬
kenheit
kon(tem|pla|tiv —» kon|tem|p|la|tiv-.
dato /kontemplatif/ Adj. [geh.] ver¬
sunken, nach innen schauend; besin¬
nend
kon|tem|pl]e]ren —» kon|tem|p|lje|ren:
dato kontemplierst; kontempjiertest;
hast kontempliert [geh.] in sich ver¬
sunken sinnieren
kon]tem|po]rän dato Adj. [geh.] auf die
jetzige Zeit bezogen
Konten: die (PI.) Plural von Konto
Kon|te|nance/Con|te|nance: <fro
/kongtenoBgß/ (psychische) Verfas¬
sung; (äußere) Haltung
Kon|ter dat.-fr.-englo der; -s; - 1 [ugs.]
Reaktion auf etw.; Entgegnung 2
(Sport) a) (Ballspiele) aus dem Angriff
des Gegners heraus den eigenen An¬
griff startender Spielzug b) (Boxen)
sofortiger Gegenschlag c) (Ringen)
Gegenangriff
kon|ter-/Kon|ter-: Wortbildmgseiement
(entgegen »Konterrevolution ( = Ge¬
genrevolution)«
Kon|teijban|de: sfr.-ito die; ~ ; - a) [ver-
alt.] Ware, die ohne Zollgebühren
von einem Land in ein anderes ge¬
bracht wird b) Waren, die wichtig für
den Krieg sind u. nicht von neutralen
Staaten geliefert werden dürfen
Kpn|ter[fei: tfr.-lato das; -s; -s Abbild
kon|terjka|rje|ien: <fro konterkarierst;
konterkariertest; hast konterkariert
[geh.] den Vorstoß des Gegners zu¬
nichte machen; Pläne durchkreuzen;
etw. od. jmdm. entgegenarbeiten
Konfterjmi|ne: <fro die; - ; -n Börsenspe¬
kulation, bei der mit einem Kursver¬
fall gerechnet wird
Kon|ter|mut|ter. die; - ; -n (Technik)
Mutter (Schraube), die zur Sicherung
einer anderen Mutter (Schraube) be¬
nutzt wird
kon|tern: Adj. 1 a) beim Sport einen An¬
griff abwehren u. sofort einen Gegen¬
angriff starten b) sich entschieden
wehren durch sofortige Gegenma߬
nahmen 2 (Druckw.) umdrehen, die
Seiten verkehren 3 (Technik) das Si¬
chern von Muttern durch Benutzung
einer Kontermutter
kon)ter|pro|duk!tiv: Adj. [geh.] unpro¬
duktiv
Kon|ter]re|vo|lu(ti|on: die; - ; -en Gegen¬
revolution
Kon|ter|schlag: der; -(e)s; -schlage 1
[geh.] Vorgang des Kontems 2 (Bo¬
xen) sofortiger Gegenschlag 3 (Ball¬
spiele) Gegenangriff
Kpnjtext: dato /kontekßt/ der; -es; -e a)
"Zusammenhang, umgebende Text¬
teile, durch die die Bedeutung eines
Satzes erst klar wird b) [geh.] Zusam¬
menhang (von Situationen, gegeben¬
heiten usw.) »historischer Kontext«
kon|tex]tu|al/kon|tex(tu|ell: /kontekßtu-
al u. kontekßtuell/ Adj. n. stg.
Sprachwiss.) in bezug auf den Kon¬
text
kon|tie|ren: kontierst; kontiertest; hast
kontiert (Buchführung) ein Konto be¬
nennen u. darauf verbuchen
Konttie|rung: die; - ; -en Bestimmung ei¬
nes Kontos u. das Verbuchen eines
Belegs darauf
Kon|ti|gui|tät —»■ Kon|ti|gu|i|tät: dato
die; - ; - [geh.] (Psychologie) zeitliches
Zusammentreffen
Kon|ti|nent: dato der; -s; -e a) Erdteil b)
Festland in Gegensatz zu den davor¬
liegenden Inseln
kon|ti|nen|tal: dat.-fro Adj. n. stg. zum
Festland gehörend; den Kontinent
betreffend
Kon]ti|nen|tal|kli|ma: das; -s; -s u. -te
(Geographie) Klima mit Temperatur¬
schwankungen u. wenig Niederschlag
Kon|ti|nen|tal|macht: die; - ; -möchte
Macht des kontinentalen Europas
Kon|ti|nen|tal[sperjre: die; -; -1806 von
Napoleon I. unternommene Absper¬
rung Englands vom europäischen
Festland
Kon|ti|nen|tal|yer|schie|bung: die; - ;
-en (Geologie) seit der Entstehung der
Erde stattfindende allmähliche Ver¬
änderung der Lage von Erdteilen,
Erdplatten
Kon|ti|nenz: dato die; - ; - (Med.) das
Kontrollieren, Zurückhalten von
Ham u. Stuhlgang
Konltinlgent: sfr.-lato das; ~(e)s; -e
Pflicht-, Höchstbeitrag; zugeteilte
Menge
kon]fm|gen|tie|ren: kontingentierst; kon¬
tingentiertest; hast kontingentiert
Mengen festsetzen, einteilen
Kon|ti|nu|en: die (PL) Plural von Kon¬
tinuum
kon|ti|nu|jf(jlich: dato Adj. stetig;
gleichmäßig; fortlaufend
Kon|ti|nui|tät —> Kon|tl|nu|i]tät: dato
die; - ; - lückenloser Zusammenhang;
Stetigkeit; Fortdauer
Kon|ti|nu|um: dato das; -s; Kontinua u.
Kontinuen ununterbrochen Zusam¬
menhängendes
Kon|to: dat.-ito das; -s; Konten 1 laufen¬
de Aufstellung über Zahlungen u.
Einnahmen, Haben u. Schulden bei
einer Bank, Sparkasse od. Post, von
dem aus Überweisungen usw. erfol¬
gen, auf das eingehende Geldbeträge
wie z. B. das Gehalt, der Lohn usw.
verbucht werden 2 auf jmds. Konto
gehen, kommen: etw. verantworten
müssen; jmds. Schuld od. Verdienst
sein 3 etw. auf dem Konto haben:
etw. (Ungesetzliches) getan haben
Kon|to|ab|schlu6 —» Kon|to|ab|-
schluss: der; -abschlusses; -abschlüsse
am Jahresende festgestellte Endsum¬
me, die auf einem Konto ist
Kon|to|aus|gleich: der; -(e)s; -e
(Bankw.) Beheben des Minus auf ei¬
nem Konto (1) durch Einzahlungen
Kgnfto|aus]zug: der; -(e)s; -auszüge
(Wirt.; Bankw.) Aufstellung über die
Kontobewegungen (eingegangene u.
abgebuchte Geldbeträge) u. den Kon¬
tostand (Haben od. Soll)
Kon|to|be|we|gung: die; - ; -en Ein- u.
Ausgang von Zahlungen auf einem
Konto
Kon]to|buch: das; -fe)s; -bücher (Buch¬
führung) Buch, in dem die Konten
der zu Beliefernden u. der Liefernden
stehen
Kon|to|er]öff|nung: die; ~ ; -en Einrich¬
ten, Anlegen eines Kontos (bei einem
Bankinstitut)
Kon|to|fttti|ning: die; - ; -en (Wirt.;
Bankw.) das Verbuchen von Zah¬
lungsein- u. ausgängen auf einem
Konto
Kon|to|füh|rungs|ge|bühr: die; ~ ; -en
Entgeld für den Arbeitsaufwand, der
bei der Kontoführung entsteht
Kgn(to]in|ha|ben der; -s; - (Bankw.)
Person od. Firma, der ein Konto ge¬
hört, die darüber verfugen kann
663
Kontokorrent
Kon|to|kor|rent: dat.-ito das; s; -e 1
{Buchführung» o. PL Teil der Buch¬
führung, in dem die Personenkonten
bearbeitet werden 2 <Wirt.» in regel¬
mäßigen Abständen erfolgende Ab¬
rechnung der gegenseitigen Lieferun¬
gen u. Leistungen bei einer dauerhaf¬
ten Geschäftsverbindung
Kon|to|kor|rent|kon|to: <Iat.-it.> das; -s;
-kontert <Wirt.» Personenkonto bei ei¬
ner dauerhaften Geschäftsverbin¬
dung
Kon|to|kor]rent|kre|dit: dat.-ito der;
-fe)s; -e <Bankw.» Bankkredit bis zu
einer vereinbarten Höhe für laufende
Rechnungen
Kon|to|kor|rent|zin|sen: die (PL) Ent-
geld für einen Kontokorrentkredit
Kon|to|num|mer: die; >; -n aus aneinan¬
dergereihten Ziffern bestehende, ein¬
deutige Bezeichnung für ein Konto,
die bei jedem bargeldlosen Geschäft
zu vermerken, anzugeben ist
Kon|tor: <niederl.-fr.> das; -s; -e 1
[süddt.; sonst veralt.] Geschäftsraum
eines Kaufmannes 2 Auslandsnieder¬
lassung einer Reederei od. eines Han¬
delsunternehmens
Kon|to|rist: der; -en; -en weibl. Kon|to|-
ri|stin —» Kon|to|nsttin: die; - ; -nen
kaufmännischer Angestellte^) für
leichtere Büroarbeiten; Büroange-
stellte(r)
Kon|toijsi|on: dato die; - ; -en <Med.»
Verrenkung eines Gliedes
Kon|to|stand: der; -(e)s; -stände Saldo;
augenblickliches Guthaben od.
Schulden
Kon|tojvoll|macht: die; -; -en Erlaubnis
für einen Zweiten od. Dritten, für eine
andere Person als der Kontoinhaber,
auf das Konto zuzugreifen
Kontra —» Kontra: das; -s; -s 1 Entge¬
gengesetztes 2 <Skat; Bridge; Tarock»
Gegenansage, die meint, daß man das
Spiel gewinnt 3 jmdm. Kontra geben:
[ugs.] energisch widersprechen, sich
zur Wehr setzen, sich nichts gefallen
lassen
kon|tra/con[tra —> kpn|t|ra/con|t|ra:
dato I Adv. dagegen; entgegengesetzt
II Präp. mit Akk. (Gegenüberstellung
von zwei streitenden Parteien) gegen;
wider »Müller kontra Meier«
kon|tra-/Kon|tra- —»• kon(t)ra-/Kon|t)-
ra-: dato Wortbildungselement (+
Substantiv od. + Verb od. + Adjek¬
tiv) entgegen; gegen-; entegegenge-
setzt »kon traprodukti v • Kontraindika¬
tion« Ant.: pro-/Pro-
Kpn|tra|baß —»• Kon|t|ra|bass: dto der;
-basses; -bässe großes, tief klingendes
Streichinstrument
Kon|tra|dik|ti|pn —> Kon|t|ra|dik|ti|on:
dato die; - ; -en {Philosophie» Wider¬
spruch '
kon|tra|dik|to|risch —> kon|t|ra|dik|tgj-
risch: dato Adj. n. stg. {Philosophie»
(bei zwei Begriffen) einander aus¬
schließend; sich widersprechend
Kon|tra|fa|gott—* Kon|t|ra|fa|gott: das;
-(e)s; -e {Musik» tiefes Holzblasin¬
strument mit Doppelrohr
Kon|tra|fak|tur —* Kontra (fakjtur:
dato die; - ; -en {Literaturwiss.» geist¬
liche Nachdichtung eines weltlichen
Liedes od. umgekehrt ohne Verände¬
rung der Melodie
Kon|tra|hent —* Kon|t|ra|hent: dato
der; -en; -en weibl. Kon|tra|hen|tin —»-
Kon|t|ra|hen|tin: die; - ; -nen 1 Gegne¬
rin) beim Zweikampf 2 {Rechtsw.»
Vertragspartner
Kon|tra|in|di|ka|ti|on —> Kon|t|ra|in|di|-
ka|ti|on: dato die; - ; -en {Med.» Ge¬
genanzeige; Umstand, Grund, eine
Behandlung nicht durchzuführen
kon|tra|in|di|ziert —*■ kon|t|ra|in|di|ziert:
Adj. kontraindizierter; kontra¬
indizierteste (Med.» nicht einsetzbar,
nicht verwendbar (von Arzneimitteln
od. Behandlungsmethoden)
Kon|trakt —> Kontrakt: dato der;
- (ejs; -e Abmachung,"(geschäftliches)
Abkommen; Vertrag
Kon|trakt|ab|schluB —» Kon|t|rakt|ab|-
schluss: der; -abschlusses; -abschlüsse
Unterzeichnung eines Vertrags
Kon|trakt|bmch —> Kon|t|rakt|bruch:
der; -(e)s; -brüche Nichteinhaltung
eines Vertrages
Kon|trak|ti|gn —» Kon|t|rak|ti|on: dato
/kontrakzion/ die; ~; -en 1 {Med.» Zu¬
sammenziehung (eines Muskels) 2
{Sprachwiss» das Zusammenziehen
zweier Laute bei der Aussprache 3
(Physik» Schrumpfung, Volumensver¬
lust eines Körpers, z. B. durch Ab¬
kühlen
Kon|trak|tur—> Kon|t|rak|tur: dato die;
-; -en (Med.» 1 zur dauerhaften Bewe¬
gungseinschränkung führende Ver¬
kürzung von Muskeln u. Sehnen od.
Versteifung eines Gelenks 2 Vermin¬
derung der Ausdehnung von weichen
Körperteilen
Kon|tra|po|si|ti|on —Kon|t]ra|po|sl|ti|-
"ön: dato die; - ; -en (Logik» Entgegen¬
setzung; Umkehrung einer Implikati¬
onsaussage gemäß der Gesetzmäßig¬
keit (wenn eine Aussage eine zweite
impliziert, so folgt daraus, daß die
Negation, Verneinung der zweiten,
die der ersten impliziert) »Zu dem
Satz: > Wenn es regnet, wird das Dach
naß.< ist die Kontraposition der Satz:
> Wird das Dach nicht naß, so regnet es
auch nicht.<«
Kon|tra|post —» Kon|t|ra|post: der;
-(e)s; -e (Kunstwiss.» unterschiedli¬
che Darstellung der beiden Körper¬
hälften einer Statue, die sich aus
Stand- u. Ruhebein ergibt
kon|tra|pro|duk|tiv —» kon|t|ra|pro|-
duk|tiv: Adj. n. stg. entgegengesetzt;
sich negativ auswirkend
Kpn|tra|punkt —* Kon|t|ra|punkt: der;
-(e)s;-e 1 [geh.] Gegengewicht zu etw
2 (Musik» Kunst, mehrere Stimmen
gleichberechtigt nebeneinander zu
führen
kon|trär—» kon|t|rär: dat.-fro Adj. ge¬
gensätzlich
Kon|tra|si|gna|tur —> Kon(t|ra|si|g|na|-
tur: dato die; - ; -en zweite Unter¬
schrift einer anderen zeichnungsbe¬
rechtigten Person
kon|tra|si|gnie|ren—* kon|t|ra|si|g|nie]-
ren: dato kontrasignierst; kontrasi¬
gniertest; hast kontrasigniert [geh.] ge¬
genzeichnen
Konjtrast —*■ Kon(t|rast: dat.-ito der;
-(e)s; -e 1 auffälliger Gegensatz, Un¬
terschied 2 (Film; Fernsehen; Photo¬
graphie» Helligkeitsunterschied inner¬
halb eines Bildes, in der Wiedergabe
einer Bildfrequenz
kon|trast|arm —* kon[t|rast|arm: Adj.
wenige Gegensätze, wenige Unter¬
schiede aufweisend
Kon|trast|far|be —> Kon|t|rast|far[be:
die; -; -n Farbe, die sich von einer an¬
deren Farbe deutlich abhebt
kon|tra|st|e]ren —> konftjrasttie|ren:
<fro kontrastierst; kontrastiertest; hast
kontrastiert [geh.] sich hervorheben,
von etw. deutlich unterscheiden; im
Gegensatz zu etw. stehen
kon|tra|stiv —* kon|t|ras|t!v: <englo
/kontraßtif/ Adj. (Sprachwiss.» ver¬
gleichend
Kon|trast|mit]tel —» Kon)t|rastjmit|tel:
das; -s; - (Med.» Mittel, das Röntgen¬
strahlen nicht durchläßt u. vor dem
Röntgen in die entsprechenden hoh¬
len Körperteile eingeführt wird
kon|trast|reich —> konftjrastjreich:
Adj. viele Gegensätze, viele Unter¬
schiede aufweisend
Kon|tra|zep|ti|pn —» Kon|t|ra|zep|ti|on:
dato /kontrazepzion/ die; - ; - (Med.»
Schwangerschaftsverhütung
Kon|tra|zep|tiv —» Kon|t|ra|zepfüv:
dato /kontrazeptif/ das; -s; -e (Med.»
Mittel zur Empfängnisverhütung
kon|tra|zep|tiv—* kon|t|ra|zep|tiv: dato
/kontrazeptif/ Adj. n. stg. (Med.» eine
Schwangerschaft verhütend
Kon|tra|zep|ti|vum —> Kon|t|ra|zep|t[|-
vum: dato /kontrazeptiwum/ das; -s;
Kontrazeptiva (Med.» Mittel zur Emp¬
fängnisverhütung
Kon|tri|bu|ti|on —» Kon|tjri|bu|ti|on:
dato /kontribuzion/ die; - ; -en Zah¬
lungen, die ein besetztes Land an die
Besatzer zu leisten hat
Kon|trgll|ab|schnitt —» Kon|tfroll|ab|-
schnitt: der; -(e)s; -e Teil einer Ein¬
trittskarte o. ä., der beim Einlaß ab¬
gerissen wird u. damit der Sicherstel¬
lung, daß bezahlt worden ist dient
Kon|trollam|pe (Kon|troll|lam|pe) —»
immer mit Hl: Kon|t|roll|lam|pe/Kon|-
tjroll-Lani|pe: die; - ; -n (Technik» op¬
tisches Signal zur Überprüfung der
Funktion von Maschinen
Kon|trol|le —* Kon|t|rpl|le: dat.-fro die;
- ; -n 1 a) Überprüfung, Überwa¬
chung, der sich jmd. unterwerfen
muß b) ständige Überwachung, der
jmd. od. etw. ausgesetzt ist 2 Gewalt,
Macht über jmdn., etw. od. über die
eigene Person
Kon|trolleuch|te (Kon|troll|leuch|te) —>
immer mit Hl: Kon(tjroll|leuch[te/
Kon|t|roll-Leuch|te: die; - ; -n Licht¬
anzeige zur Überprüfung der Funkti¬
on von Maschinen
Kon|troll|fra|ge —» Kon|t|roll|fra|g«:
die; - ; -n Frage zur Überprüfung der
bisher gegebenen Antworten
Kon|troll|funk|ti|on —» Kon|t|roll|funk|-
ti|on: die; - ; -en Funktion der Über¬
prüfung von etw.
Kon|troll|gang —* Kon|t]roll|gang: der;
-(e)s; -gonge Gang, auf dem jmd.
etw. überprüft
Kon|troll|grup|pe —> Kon)t|roll|grup|-
pe: die; ~ ; -n (Med.^Psychologie; So-
ziol.» Gruppe zur Überprüfung der
Ergebnisse, die man mit einer ande¬
ren gleichartigen Gruppe erzielt hat
664
Konzentrationsmangel
kon|trol|ljerfbar —> kon[t|rol|lier|bar:
Adj. überprüfbar
kon|trol|l|e|ren —» kon|t)rol|l[e|ren: kon¬
trollierst; kontrolliertest; hast kontrol¬
liert 1 etw. od. jmdn. überwachen 2
etw. od. jmdn. überprüfen 3 die Ge¬
walt über etw. haben 4 Einfluß aus¬
üben; Macht über etw. haben »einen
Konzern kontrollieren«
Kon|trolli|ste (Konjtroll|li|ste) —* im¬
mer mit Ul: Kon|t|roll|lis|te/Kon|t|roll-
Ljs|te: die; -; -n Aufstellung, mit man
die Richtigkeit, Vollständigkeit o. ä.
von etw. feststellen, überprüfen kann
—> Kontt|rpll|lam|pe/Kon|tjroll-Lam|-
pe: s. Kontrollampe
—» Kon|t|rgll|leuch|te/Kon[t|roll-
Leuchlte: s. Kontrolleuchte
—» Kon|t|roll|lis|te/Kon|t|roll-Us|te: s.
Kontrolliste
Kon|trpll|punkt —* Kon|t|rpH|punkt:
der; -(ejs; -e Ort an dem eine Über¬
prüfung stattfindet
Kon|trpil|schild —* Kon|t|rpll|schild:
das; -(e)s: -er [Schweiz.] Nummern¬
schild für Fahrzeuge
Kon|tron|turm —*■ Kon|tfrpll|turm: der;
-(e)s; -türme a) Turm, von dem aus
alle Starts u. Landungen von Flug¬
zeugen überwacht werden b) Turm
zur Überwachung einer Grenze od.
der Ünzäunung eines Gefängnisses
kon|tro|vers —* konjt|ro|vers: <lat.>
/kontrowerß/ Adj. kontroverser; kon¬
troverseste gegeneinander gerichtet;
strittig »eine kontroverse Diskussion«
Kon|tro|ver|se —* Kon|t|ro|ver|se: <lat.>
/kontrowerse/ die; - ; -n Streitfrage,
unterschiedliche Meinungen in einer
Sachfrage
Konftur <it.-fr.> die; -; -en u. [fachsprl.J
der; -s; -en (m. PL) Umriß; Linien¬
führung, durch die etw. abgegrenzt
wird »Er zeichnete ihre Konturen.«
Kon|tu|ren|stift: der; -(ejs; -e dünner
Lippenstift zum Nachziehen der Lip¬
penkonturen
kon|tu|rfe|ren: <it.-fr.> konturierst; kon-
tariertest; hast konturiert [geh.] Kon¬
turen malen
Kon|tu|r[e|ning: die; - ; -en das Zeichnen
der Ümrisse
Kon|va|les|zenz: <lat.> /konwaleßzenz/
die; - ; -en 1 <Med.> Genesung 2
(Rechtsw.) nachträgliche Gültigkeit
eines bisher noch nicht wirksamen
Rechtsgeschäftes
Kon|vek|ti|pn: dal.t /konwekzion/ die;
- ; -en 1 Meteorologie; Geographie)
vertikale Strömung der Luft 2 <Phy¬
sik> Transport von Energie o. ä.
durch bewegte Teilchen 3 (Geogra¬
phie> Bewegung in vertikaler Rich¬
tung von Wassermassen der Ozeane
Kon|vek|tor: <lat.> /konwektor/ der; -s;
Konvektoren Heizkörper, der die
Wärme über Lamellen an die Umge¬
bung abgibt
Kon|ve|ni|at: <lat.> /konweniat/ das; -s;
-s dcath. Kirche> Treffen der Geist¬
lichkeit eines Dekanates
Konfvent: <lat.> /konwent/ der; -(e)s; -e
1 <kath. Kirche) Versammlung der
Mitglieder eines Ordens od. Stifts 2
<evang. Kirche) Zusammentreffen der
Pfarrer zwecks Beratung u. Weiterbil¬
dung 3 a) Mitgliederversammlung ei¬
ner Studentenverbindung b) Gre¬
mium an einer Hochschule 4 [hist.]
Volksvertretung in der Französischen
Revolution
Kon|ven|ti|kel: <lat.> /konwentikel/ das;
-s; ~ [abwert.] geheime Zusammen¬
kunft einiger Gleichgesinnter
Kon|ven|ti|on: (lat.-fr.> /konwenzion/
die; - ; -en 1 Übereinkunft, Abkom¬
men, Brauch, im Hinblick auf Verhal¬
ten usw., die/der durch eine Gesell¬
schaft bestimmt ist 2 (Völkerrecht)
völkerrechtliche^) Übereinkunft,
Abkommen
Kon|ven|tio[na|li|tät —*■ Kon|ven|ti|o|-
na|li(tät: /konwenzionalität/ die; - ;
-en [geh.] Üblichkeit; gesellschaftliche
Gepflogenheit
Kon|ven[tio|nal|stra|fe —* Kon|venfti|-
o|nal|atra|fe: /konwenzional-/ die; - ;
-n fRechtsw.) vereinbarte Geldbuße
bei Nichterfüllung eines Vertrages
konjvenftio|nell —*■ kon|ven)ti|o|nell:
(lat.-fr.> /konwenzionell/ Adj. [geh.] a)
herkömmlich; üblich b) sich nach den
gesellschaftlichen Regeln richtend c)
unpersönlich; steif; korrekt
kon|ver|gent: dat.t /konwergent/ Adj. n.
stg. 1 [geh.] zusammenlaufend; über¬
einstimmend 2 (Math.) sich einem
endlichen Grenzwert annähernd,
Ant.: divergent
Kon|ver]genz: <lat.> /konwergenz/. die;
~ ; -en 1 Annähern, Hinneigen, Über¬
einstimmung in Ansicht u. Meinung 2
<Bio.) Entwicklung ähnlicher Merk¬
male nicht miteinander verwandter
Lebewesen im selben Lebensraum
durch Anpassung an die Umwelt
Kon|ver|genz|theo|rie —> Kon|var|-
genz|the|o|rie: /konwergenz-/ die; * ;
-n (Pol.) Lehre, daß sich die kommu¬
nistischen u. westlichen Gesellschafts¬
ordnungen immer mehr annähern, da
die Wirtschaftsprobleme gleich sind
kon|veijgje|ren: dat.-fra /konwergiren/
konvergierst; konvergiertest; hast
konvergiert 1 (Math.) sich einem end¬
lichen Grenzwert annähem 2 [geh.]
sich annähern, dasselbe Ziel verfol¬
gen
Kon|ver|sa|ti|gn: dat.-fr.> /konwersa-
zion/ die; - ; -en (PL s.) Unterhal¬
tung; zwangloses Gespräch
kon|verjsie|ren: <fr.-lat.> /konwersiren/
konversierst; konversiertest; hast'kon-
versiert [geh.] belanglose Gespräche
führen, zwanglos plaudern
Kon|ver|si|on: <lat.> /konwersion/ die;
- ; -en 1 Übertritt zu einer anderen
Glaubensgemeinschaft 2 (Rechtsw.)
aus einem nichtigen Rechtsgeschäft
ein gültiges machen 3 (Psychologie)
Umwandlung von psychischer Erre¬
gung in physische Bewegungen 4
(Börse) Veränderung einer Anleihe in
eine neue, der neuen Situation ange¬
paßte 5 (Kerntechnik) Herstellung
neuen spaltbaren Materials in einem
Atomreaktor 6 (Sprachwiss.) Wechsel
eines Wortes in/zu einer neuen Wort¬
art
Kon|ver]ter: <engl.-fr.> /konwerter/ der;
-s; - 1 (Photographie) Linsensystem
zur Verdopplung der Brennweite 2
(Rundfunktechnik) Maschine zur
Umwandlung von Wechselspannun¬
gen einiger Frequenzen 3 (Hüttenw.)
sich drehendes Gerät bei Kupfer- u.
Stahlproduktion 4 (Kerntechnik)
Kernreaktor, in dem neues spaltbares
Material erzeugt wird
kon|verft!|bel: <fr.> /konwertibel/ Adj. n.
stg. austauschbar; umwandelbar
kon|verjt]er|ban /konwertirbar/ Adj. n.
stg. (Wirt.) (bei Währungen) beliebig
umtauschbar zum momentan gülti¬
gen Wechselkurs •
kon|verjtie|ren: <lat.-fr.> /konwertiren/
konvertierst; konvertiertest; hast kon¬
vertiert 1 a) etw. umwandeln b) Geld
in eine Fremdwährung tauschen 2 die
Zugehörigkeit zu einer Glaubensge¬
meinschaft wechseln
kon|vex: <lat.> /konwekß/ Adj. n. stg.
(Physik; Math.) nach außen ge¬
krümmt, erhoben, Ant.: konkav
Kon|vex|lin|se: <lal.i /konwekß-/ die; - ;
-n (Optik) Linse, die nach außen ge¬
wölbt ist
Kon[vex|spie|gel: dat.> /konwekß-/ der;
-s; - (Optik) Spiegel, der nach außen
gewölbt ist
Kon|vikt: (lau /konwikt/ das; -(ejs; -e
(kath. Kirche) Heim für katholische
Theologiestudenten
Kort|voi/Kon|voi: <engl.-fr.> /konwoi/
der; -s; -s mehrere hintereinander fah¬
rende Autos, besonders Lkw od. Mi¬
litärfahrzeuge (auch Schiffe), häufig
mit Begleitschutz
Kon|vo|lut: dau /konwolut/ das; -(ejs;
-e [geh.] Aktenpaket; Bündel von
Briefen usw.
Kon|vul|si|on; dal.) /konwulsion/ die; - ;
-en (Med.) Schüttelkrampf
kon|vul|siv: dat.> /kon|vul|sifvisch:
/konwulsif u. konwulsiwisch/ Adj. n.
stg. [geh.]' wie bei einem Krampf sich
schüttelnd, zuckend
kon|ze|die|ren: dat.> konzedierst; konze¬
diertest; hast konzediert [geh.] Zuge¬
ständnisse machen; erlauben; zuge¬
. ben
Kon|zen(trat —» Kon|zenft|ret: (gr.-lau
das; -(ejs; -e (Chemie) Substanz, bei
der ein Bestandteil in großen Mengen
enthalten ist
Kon|zen[tra|ti|gn —* Kon|zen|t|ra|ti|pn:
<lat.-fr.-> /konzentrazion/ die; - ; -en 1
PL s. geistige Sammlung; höchste
Aufmerksamkeit 2 (meist Wirt. u.
Pol.) Gruppierung um einen Mittel¬
punkt; Zusammenziehung; Samm¬
lung 3 (Chemie) Menge eines in einer
Lösung enthalten Stoffes
Kon|zen|tra|ti|ons|fa|hig|keit —» Kon|-
zenMra|ti|ons|fä|hig|keit: /konzentra-
zionß-/ die; ~ ; - Fähigkeit, seine Ge¬
danken vollständig auf eine Sache
auszurichten, sich ausschließlich da¬
mit zu beschäftigen
Kon|zen|tra|ti|ohs|la|ger—* Kon|zen[tj-
ra)H|ons|la|ger: /konzentrazionß-/
das; -s; ~ Internierungslager, in das
ohne rechtliche Grundlage Menschen
aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer
Religionsgemeinschaft, einer Volks¬
gruppe o. ä. gebracht werden, unter
schlechtesten Bedingungen inhaftiert
sind u. häufig auch getötet werden
Kon|zen|tra|ti|gns|man|gel —> Kon|-
zenft|ra|ti|pns|man|gel: /konzentra¬
zionß-/ der; -s; -mängel (Med.; Psy¬
chologie) nicht ausreichende Fähig¬
keit, seine Gedanken vollständig auf
665
Konzentrationsschwäche
eine Sache auszurichten, sich aus¬
schließlich damit zu beschäftigen
Kon|zenjtra|ti[ons|schwä|che —» Kon|-
zen|t|ra|ti|ons|schwä|che: /konzen-
trazionß-/ die; - ; -n <Med.; Psycholo¬
gie» nur eingeschränkte Fähigkeit,
seine Gedanken vollständig auf eine
Sache zu richten
konjzen|trie|ren —* kon|zenjt|rie|ren:
da/.» konzentrierst; konzentriertest;
hast konzentriert 1 die geistige Auf¬
merksamkeit, die Gedanken auf eine
Sache richten 2 etw. an einem Punkt
zusammenziehen, sammeln, verdich¬
ten 3 <Chemie> den Anteil eines Stof¬
fes in einer Flüssigkeit erhöhen
kon|zen|trie|ren —> kon|zen|t|rie|ren,
sich: da/.» konzentrierst dich; konzen¬
triertest dich; hast dich konzentriert a)
seine ganze Aufmerksamkeit auf etw.
lenken, seine Gedanken in eine Rich¬
tung lenken b) sich geistig sammeln,
von nichts ablenken lassen
kon|zen|trjert —» kon|zen|t|riert: da/.»
Adj. konzentrierter; konzentrierteste 1
geistig aufmerksam 2 in hoher Anzahl
an einem Ort vorhanden »ein konzen¬
triertes Warenangebot« 3 <Chemie> in
hoher Menge in einer Lösung vor¬
kommend
Kon{zen|triert|heit —* Kon|zen|t|rjert|-
heit: die; - ; -1 geistige Aufmerksam¬
keit 2 Vorhandensein einer großen
Anzahl von etw. an einer Stelle 3
<Chemie> Vorhandensein eines Stoffes
in einer Lösung
Kon|zen|trie|rung —* Kon|zen(t|rie|-
rung: die; - ; -en 1 PI. s. geistige
Sammlung; höchste Aufmerksamkeit
2 <meist Wirt. u. Pol.» Gruppierung
um einen Mittelpunkt; Zusammen¬
ziehung; Sammlung 3 <Chemie> Men¬
ge eines in einer Lösung enthalten
Stoffes
kon|zen|trisch —» kon|zen|1|risch: Adj.
<Math.» den gleichen Mittelpunkt auf¬
weisend (bei Kreisen u. Kugeln)
Kon|zept: da/.» das; -(ejs; -e 1 a) Ent¬
wurf, Plan für eine (schrifliche) Ar¬
beit, ein Vorhaben b) Plan, Idee, Vor¬
stellung davon, wie etw. zu lösen ist 2
jmdm. das, sein Konzept verderben:
[ugs.] jmds. Pläne od. Vorhaben ver¬
eiteln, durchkreuzen 3 jmdm. nicht
ins, in sein Konzept passen: jmd.
kann etw. mit seinen Absichten, Plä¬
nen, Vorhaben nicht vereinbaren 4
jmdn. aus dem Konzept bringen:
jmdn. durcheinanderbringen 5 aus
dem Konzept geraten: durcheinan¬
derkommen, sich verhaspeln, den Fa¬
den verlieren
Kon|zep|ti|gn: dar.» /konzepzion/ die; - ;
•en 1 [geh.] Gedankenentwurf; schöp¬
ferischer Einfall 2 <Med.» Empfängnis
kon|zep|tio]nell —* kon|zep|ti|o|nell:
<lat.-fr.> /konzepzionell/ Adj. n. stg.
[geh.] hinsichtlich eines Entwurfs,
Plans
konjzep|ti]ons)los: /konzepzipnß-/ Adj.
n. stg. [geh.] ohne eine grundlegende
Idee; planlos
kon|zep(tua|li[sie|ren —* kon|zep|tu|a[-
li|s|ejren: tengl.i konzeptualisierst;
konzeptualisiertest; hast konzeptuali-
siert etw. durchdenken u. planen; eine
Gesamtentwurf anfertigen
kon|zep]tu]ell: Adj. n. stg. [geh.] das
Konzept betreffend
Kon(zern: dat.-fr.-engh der; -(e)s; -e
wirtschaftlicher Zusammenschluß
mehrerer einzelner, selbständiger Un¬
ternehmen
Kon|zem|bi|lanz: die; ~ ; -en <Wirt.» Auf¬
stellung der Einnahmen u. Ausgaben
eines Unternehmens für ein Ge¬
schäftsjahr
kon|zeijnie]ren: konzernierst; konzer-
niertest; hast konzemiert <Wirt.» zu ei¬
nem Unternehmen verschmelzen
Kon|zerfnie|rung: die; - ; -en <Wirt.»
Verschmelzen mehrerer Unterneh¬
men zu einem Konzern
Kon|zem|lei|tung: die; - ; -en <Wirt.»
Führung eines Großunternehmens
Kon|zem|spit|ze: die; ~ ; -n <Wirt.» alle
Führungspositionen innerhalb der
Konzernleitung
Kon|zert da/.-//.» das; -(e)s; -e a) Mu¬
sikaufführung b) Komposition für
Orchester u. Soloinstrumente
kon|zeijtanfc Adj. konzertanter; konzer¬
tanteste <Musik> wie ein Konzert auf¬
geführt; die Form eines Konzertes
aufweisend
Kon|zertjflii|get: der; -s; - Flügel, der
für Konzerte bestimmt ist; D-Flügel
kon]zer[tie|ren: dt.» konzertierst; konzer¬
tiertest; hast konzertiert [geh.] ein
Konzert halten, spielen; ein Konzert
geben
kon(zerftiert: Adj. konzertierter; konzer¬
tierteste [geh.] übereinstimmend; ver¬
abredet
Kon|zert]mei[ster —> Kon|zert[meisf-
ter: der; -s; - weibl. Kon[zert|meij-
stejrin —» Kon|zert|meis|te|rin: die;
- ; -nen Spieler(in) der ersten Geige
unter den Mitgliedern eines Orche¬
sters
Kon|zert|saal: der; -(e)s; -säte großer
Raum, in dem Konzerte stattflnden
Kon|zert]tour|nee: die; - ; -n durch ver¬
schiedene Städte, in denen Konzerte
gegeben werden, führende Reise
Kon|zes|sl|pn: da/.» die; ~ ; -en 1 m. PI.
Zugeständnis; Kompromiß 2 [amts-
sprl.] Genehmigung zur Ausübung
eines Gewerbes
kon|zes|sio|nie]ren —»- kon[zes|si|o|-
nie|ren: konzessionierst; konzessio¬
niertest; hast konzessioniert [amts-
sprachl.] etw. durch ein Amt legalisie¬
ren, offiziell erlauben (lassen)
Kon|zes|si|ons|be|reit|schaft: die; - ; -
vorhandener Wille, Zugeständnisse
zu machen, Kompromisse einzuge¬
hen, jmdm. entgegenzukommen
kon|zes|siv: <lat.> /konzessif/ Adj.
<Sprachwiss.» einräumend
Kon|zes|siv|satz: dat.; dt.> /konzessif-/
der; -es; -salze <Sprachwiss.» Neben¬
satz, der etw. einräumt, eingeleitet
mit »obgleich^ »wenn auch<,
>obschon<, >wenngleich< usw.
Konjzil: da/.» das; -(ejs; -e 1 Gremium
innerhalb der Hochschule, das aus
Professoren, Studenten u. Nichtaka¬
demikern besteht u. bestimmte Ent¬
scheidungen trifft 2 <kath. Kirche»
Versammlung von hohen kirchlichen
Würdenträgern, in der theologische
Fragen erörtert werden
kon|zi|li|ant </r.» Adj. konzilianter; kon¬
zilianteste [geh.] versöhnlich; entge¬
genkommend
Kon|zi|pi|enfc <lat.> der; -en; -en weibl.
Konjzi|pi|en|tin: die; ~; -nen 1 [österr.J
Rechtsanwaltsangestellte(r) 2 [veralt.]
Verfasser(in) eines T extes
kon|zi|pie|ren: <lat.> konzipierst; konzi¬
piertest; hast konzipiert 1 etw. entwik-
keln, entwerfen 2 einen schriftlichen
Entwurf von einem Text machen
Koog: der; -(ejs; Köge [niederdt.] dem
Meer abgerungenes u. durch Deiche
geschützes Land
Ko]ope)ra]ti]gn —»• Ko|o|pe|ra|ti|on:
da/.» /ko-operazion/ die; ~ ; -en Zu¬
sammenarbeit ~ .
ko|ope|ra|tiv —» ko|ojpe|ra(tiv: da/.»
/ko-operatif/ Adj. [geh.] zur Zusam¬
menarbeit bereit
ko|op|tie|ren: <lat.> kooptierst; kooptier¬
test; hast kooptiert [geh.] neue Mit¬
glieder in eine Körperschaft wählen
Ko|opjti|on: </«/.» /ko-opzion/ die; ~ ; -en
nachträgliche Wahl von Mitgliedern
in eine Körperschaft
Ko|orjdi|na{te: da/.» die; - ; -n <Math.»
die Lage eines Punktes im Raum be¬
stimmende Zahlen, bezogen auf ein
Koordinatensystem
Ko|orfdi|na|tenjach|se: die; - ; -n
<Math.» Gerade, auf die bezogen Ko¬
ordinateangegeben werden
Ko|orjdi|na(ten|sy|stem —*■ Ko[or|di|-
na|ten|sy|s|tem: das; -(ejs; -e <Math.»
in der Geometrie verwendetes System
aus Linien, Winkeln u. Ebenen, mit
dessen Hilfe die Lage eines Punktes
im Raum od. auf einer Ebene genau
angegeben werden kann
Ko|oi]di|na|ti|gn: da/.» /ko-ordinazion/
die; • ; -en 1 das Abstimmen, die Ab¬
stimmung verschiedener Faktoren
od. Vorgänge 2 <Med.» Zusammen¬
spiel zwischen beabsichtigten Bewe¬
gungen u. den Muskeln 3 <Sprach-
wiss.» Bei- od. Nebenordnen von Ne¬
bensätzen od. Satzteilen
Ko|orjdi|na|ti|gns|stölrung: da/.» /ko-
ordinazionß-/ die; ~ ; -en <Med.» Be¬
wegungsstörung; Ataxie
ko|oi]di|n]e]ren: da/.» koordinierst; koor¬
diniertest; hast koordiniert 1 aufeinan¬
der abstimmen; in Übereinstimmung
bringen 2 <Sprachwiss.» nebenordnen
Ko|orjdi|nie|rung: die; - ; -en [geh.] das
Aufeinanderabstimmen verschiede¬
ner Vorgänge
Ko|pal: der; -s; -e Harz von verschiede¬
nen tropischen Bäumen, das zur Her¬
stellung von Lacken verwendet wird
Köpft da/.» der; -(ejs; Köpfe 1 auf dem
Hals sitzender, rundlicher Körperteil
bei Mensch u. Tier, dessen Vorderteil
das Gesicht (Mund, Nase, Augen) ist
u. Körperstelle, in der das Gehirn
sitzt 2 Bezeichnung für den über der
Erde wachsenden Teil mancher
Pflanzen 3 verdicktes Ende bei Nä¬
geln u. Schrauben 4 Anführer 5 Kopf
an Köpft (in einem sportlichen Wett¬
kampf o. ä.) auf gleicher Höhe,
gleichauf 6 den Kopf aus der Schlin¬
ge ziehen: sich aus einer bedrohli¬
chen od. ausweglos erscheinenden Si¬
tuation (geschickt) retten 7 jmdm.
(nicht) gleich den Kopf abreiBen:
[ugs.] weniger ärgerlich od. streng zu
666
Kopfende
jmdm. sein, als dieser denkt 8 etw.
wird nicht (gleich) den Kopf kosten:
[geh.] etw. wird sicher nicht so schwer
bestraft werden 9 da ist kein Kopf u.
kein Arsch dran: [derb] das ist total
falsch, verkehrt, ohne Sinn 10 jmdm.
schwirrt der Kopf: [ugs.] jmd. ist total
durcheinander 11 jmdm. raucht der
Kopf: [ugs.] jmd. brütet, denkt ange¬
strengt über eine Aufgabe o. ä. nach
12 jmdm. steht der Kopf nicht nach
etw.: jmd. mag nicht, hat keine Lust
zu etw. 13 nicht (mehr) wissen, wo ei¬
nem der Kopf steht: überlastet sein,
durch Kummer, Sorgen, Arbeiten
0. ä. 14 mit jmdm. ein Kopf u. ein
Arsch sein: [derb] ständig mit jmdm.
zusammen sein, sehr eng befreundet
sein 15 sich den Kopf einrennen:
[ugs.] trotz intensiver Bemühung sein
Ziel nicht erreichen 16 den, seinen
Kopf hinhatten: [ugs.] für etwaige un¬
angenehme Folgen, Konsequenzen
geradestehen, sie auf sich nehmen »17
sich die Köpfe heiß reden: [ugs.] eine
sehr heftige Diskussion haben 18 sei¬
nen Kopf aufsetzen: trotzig, wider¬
spenstig sein 19 jmds- Kopf fordern:
jmds. Rücktritt, Entlassung, Bestra¬
fung fordern 20 jmdm./jmdn. den
Kopf, Kopf u. Kragen kosten: jmdm./
jmdn. die Existenz, das Leben kosten
»21 den Kopf unter dem Arm tragen:
[ugs.] schwer, ernstlich krank sein »22
jmdm. den Kopf verdrehen: [ugs.]
jmdn. verliebt machen 23 den Kopf
verlieren: (in einer schwierigen, heik¬
len Situation) völlig durcheinander
sein, unüberlegt handeln 24 den Kopf
voll haben: [ugs.] an vieles zu denken
haben 25 jmdm. den Kopf waschen:
[ugs.J jmdm. richtig die Meinung sa¬
gen, ihn heftig ausschimpfen, zurecht¬
weisen 26 Kopf u. Kragen riskieren,
wagen, aufs Spiet setzen/veriieren:
seine ganze Existenz, sein Leben ris-
kieren/verlieren 27 den Kopf oben
behalten: sich nicht unterkriegen las¬
sen, nicht den Mut verlieren 28 jmdn.
einen Kopf kürzer, kleiner machen:
1. jmdn. köpfen 2. [ugs.] jmdn. bedro¬
hen, ihm Schläge androhen 29 Kopf
hoch!: [ugs.] <Aufmunterung> es wird
schon wieder, halte durch 30 den
Kopf hoch tragen: hochnäsig, hoch¬
mütig sein 31 den Kopf in den Sand
stecken: elw. Unangenehmes einfach
nicht wahrhaben wollen, versuchen
auszuweichen; aufgeben 32 jmdm.
den Kopf zurechtsetzen, zurecht¬
rücken: [ugs.] jmdn. wieder zur Ver¬
nunft bringen 33 sich an die Köpfe/
Koppe kriegen: [ugs.] sich streiten
»34 sich jmds. Kopf zerbrechen:
[scherzh.] für jmdn. (unaufgefordert)
eine Lösung von Problemen o. ä. su¬
chen 35 jmdm. etw. an den Kopf
werfen: [ugs.] jmdm. direkt u. ohne
Umschweife etw. sagen 36 sich (über
etw.) den Kopf zerbrechen, zermar¬
tern, zuergrübeln: (über etw.) nach¬
denken, grübeln u. einen Grund, eine
Lösung zu finden versuchen 37 die
Köpfe zusammenstecken: [ugs.] mit¬
einander (lüstern, tuscheln, etw. aus¬
hecken »Wenn die beiden die Köpfe
zusammenstecken, kommt bestimmt
nur Unsinn dabei heraus.« 38 sich blu¬
tige Köpfe holen: [ugs.] einen Kampf
ausfechten u. verlieren 39 einen küh¬
len, klaren Kopf bewahren: ruhig
bleiben; nicht nervös werden 40 da
kann man sich, kannst du dir (doch)
nur an den Kopf greifen, fassen:
[ugs.] das ist nicht zu verstehen, unbe¬
greiflich 41 (nicht) auf den Kopf ge¬
fallen sein: [ugs.] (nicht) dumm sein
42 etw. auf den Kopf, Kopp hauen,
klopfen, kloppen: [ugs.] etw. (meist
Geld) ohne Bedenken ausgeben 43
jmdm. auf dem Kopf herumtanzen,
herumtrampeln: [ugs.] mit jmdm. ma¬
chen, was man will; sich nichts sagen,
vorschreiben lassen 44 jmdm. auf den
Kopf spucken können: [ugs.] größer
sein als der andere 45 sich nicht auf
den Kopf spucken lassen: [ugs.] sich
wehren, nichts gefallen lassen »Sie ist
zwar klein u. zart, aber sie läßt sich
nicht auf den Kopf spucken.« 46 u7
auch wenn du dich auf den Kopf
stellst u. mit den Beinen wackelst,
mit dem Po Fliegen fängst: [ugs.]
jmd. will, macht, tut o. ä. etw. (nicht),
unter allen (keinen) Umständen, was
ein anderer nicht verhindern kann
»Und wenn du dich auf den Kopf stellst
u. mit den Beinen wackelst, ich ziehe
nicht mit dir aufs Land.« 47 etw. auf
den Kopf stellen: [ugs.] a) etw. falsch
wiedergeben, es verdrehen »Er hat die
Tatsachen völlig auf den Kopf ge¬
stellt.« b) alles durchsuchen 48 sich
etw. durch den Kopf gehen lassen:
■ [ugs.] etw. in Erwägung ziehen, über¬
legen, nachdenken, Vorteile u. Nach¬
teile abwägen 49 sich etw. aus dem
Kopf schlagen: [ugs.] einen Plan,
Vorhaben o. ä. aufgeben 50 jmdm.
nicht aus dem Kopf gehen, wollen:
immer an etw. od. jmdn. denken »51
aus dem Kopf: ohne Vorlage;
auswendig 52 eins auf den Kopf
bekommen: [ugs.] getadelt, zurecht¬
gewiesen werden 53 jmdm. etw. auf
den Kopf Zusagen: jmdm. etw. di¬
rekt, ohne Umschweife sagen 54 sich
etw. in den Kopf setzen: etw. unbe¬
dingt tun, erreichen wollen 55 jmdm.
(plötzlich) durch den Kopf schießen: '
jmdm. fällt plötzlich etw. ein 56
jmdm. im Kopf herumgehen: [ugs.]
jmds. Denken ständig beschäftigen
57 etw. im Kopf nicht aushalten:
[ugs.] etw. nicht verstehen, begreifen
können 58 etw. im Kopf behalten:
[ugs.] sich etw. merken, es nicht ver¬
gessen 59 was man nicht im Kopf hat,
(das) muß man in den Beinen, Füßen
haben, hat man in den Füßen: wenn
man bei Einkäufen o. ä. etw. vergißt,
muß man noch einmal gehen 60 nicht
ganz richtig im Kopf sein: [ugs.; auch
beleidigend] (etw.) verrückt sein 61
jmdm. nicht in den Kopf (hinein) ge¬
hen, wollen: [ugs.] etw. ist jmdm. un¬
verständlich, unbegreiflich 62 a)
jmdn. in den Kopf steigen: etw.
macht jmdn. eingebildet, stolz, über¬
heblich »Der Ruhm war ihr zu Kopf
gestiegen.« b)jmdm. zu Kopfsteigen:
jmdn. übermütig, berauscht, betrun¬
ken machen 63 in jmds. Kopf, jmdm.
im Kopf herumgeistern, herumspu¬
ken: jmds. Denken in Anspruch neh¬
men 64 mit dem Kopf durch die
Wand (rennen) wollen: [ugs.] etw. um
jeden Preis durchsetzen wollen 65
über jmds. Kopf hinweg: ohne jmdn.
zu fragen, zu unterrichten o. ä. 66 bis
über den Kopf, die Ohren in etw.
stecken: a) tief in etw. hineingeraten
sein »Er steckt bis über den Kopf in
Schulden.« b) von etw. völlig in An¬
spruch genommen sein 67 wie vor
den Kopf geschlagen sein: [ugs.]
starr, gelähmt vor Schreck, Überra¬
schung o. ä. sein »Er war wie vor den
Kopf geschlagen, als er von dem Unfall
seiner Frau benachrichtigt wurde. 68
jmdn. vor den Kopf stoßen: jmdn. be¬
leidigen, kränken, verletzen 69 von
Kopf bis Fuß: a) von oben bis unten
»Kleine war naß von Kopf bis Fuß.« b)
ganz u. gar; durch u. durch; völlig 70
es geht um Kopf u. Kragen: [ugs.] al¬
les, das Leben, die Existenz ist gefähr¬
det 71 sich um Kopf u. Kragen brin¬
gen, reden: [ugs.] durch unvorsichti¬
ges Reden, Handeln alles, sein Leben,
seine Existenz gefährden, verlieren 72
jmdm. über den Kopf wachsen:
[ugs.] a) jmd. kann etw. nicht mehr
schaffen, bewältigen »Der Schreib¬
kram wächst mir über den Kopf, ich
brauche eine Sekretärin.« b) größer,
älter, unabhängig werden 73 Viele
Köpfe gehen schwer unter einen
Hut: viele Leute lassen sich nicht auf
eine Meinung festlegen; je mehr Per¬
sonen sich auf etw. einigen müssen,
desto schwieriger wird es 74 soviel
Köpfe, soviel Sinne: je mehr Leute
sich über etw. Gedanken machen, de¬
sto mehr verschiedene Ansichten,
Meinungen gibt es
Kopf ste|hen: s. kopfstehen
Kopf-an-Kopf-Ren|nen: das; -s; -
<Sport> mit einem od. mehreren Kon¬
kurrenten auf einer Höhe sein
Kppf|aijbeit: die; - ; - Denkarbeit; gei¬
stige Tätigkeit
Kopf|bahn|hof: der; -fe)s; -bahnhöfe
Zugstation, die keine weiterführende
Gleise hat Syn.: Sackbahnhof
Kopfjbali: der: -(e)s; -bälle <Fußball>
Ball, der mit dem Kopf (1) geschossen
wird
Kopf|be|deckung (Kqpf|be|dek|kung
—* Kopf|be[de|ckung): die: - ; -en
Gegenstand, der den Kopf (1) schützt
od. schmückt
Kopf|be)we|gung: die; - ; -en Führen
des Kopfes (1) in verschiedene Rich¬
tungen
Köpfjchen: das; -s; - 1 kleiner Kopf (1)
2 Intelligenz bzw. Pfiffigkeit 3 Köpf¬
chen, Köpfchen: [ugs.; scherzh.] Ein¬
fälle muß man haben; gewitzt muß
man sein
köpjfeln: köpfelst; köpfeltest; bist ge-
köpfelt kopfüber springen
köpfen: köpfst; köpftest; hast geköpft 1
jmdn. hinrichten, indem man dessen
Kopf (1) abtrennt; jmdn. enthaupten
2 [ugs.] eine Flasche öffnen, um ein
enthaltenes alkoholisches Getränk zu
trinken »Wir haben drei Flaschen
Wein geköpft.« 3 <Ballspiele> den Ball
mit dem Kopf (1) spielen
Kopf|en|de: das; -s; -n oberes Ende eines
Gegenstandes, meist eines Möbel¬
stückes
667
Kopfgeld
Kopfgeld: das;-(e)s; -er Belohnung für
die Festnahme einer gesuchten Per¬
son
Kopfhaar: das; -(e)s; - Haare, die im
Kopfbereich, auf dem Kopf (1) wach¬
sen
Kopfhaut: die; - ; -häute Haut über der
Schädeldecke
Kopf|hö|he: die; - ; -n (ungefähre, nicht
genaue Größenangabe) so hoch, daß
etw. bis zum Kopf (1) reicht
Kopflhöjrer: der; -s; - zwei durch Kabel
u. einen Steg verbundene Ohrhörer
mit Lautsprechern, die etw. von einer
(Musik-)Anlage übertragen
Kppfjjucken (Kppf[juk|ken —» Kop»lju|-
cken): das; -s; - unangenehmer Reiz
auf der Kopfhaut, der zum Kratzen
reizt
Kopf|kis]sen: das; -s; - Kissen, das
beim Schlafen (im Bett) unter den
Kopf(l) gelegt wird
Kppfflajge: die; - ; -n <Med.> normale
Position des Kindes bei der Geburt
kppf|la]stig —» kopf|las|tig; Adj. im
vorderen Bereich, Teil zu schwer be¬
laden
kopfjtos: Adj. kopfloser; kopfloseste 1
bei einer Entscheidung, Handlung o.
ä. unüberlegt u. überstürzt vorge¬
hend, handelnd 2 n. stg. ohne Kopf
Kopfjnicken (Kppfjnikjken —> Kopf|ni|-
cken): das; -s; - nickende Kopfbewe¬
gung; auf u. ab, hoch u. hinunter ge¬
führte Bewegung des Kopfes (1) (in
manchen Kulturen, Gesellschaften
als Zeichen der Zustimmung)
KopflnuB —>• Kopfjnuss: die; - ; -nässe
[ugs.] 1 nicht sehr fester Schlag an den
Kopf (l) mit dem Fingerknöchel 2
schwer zu lösendes Rätsel
Kopfschmerz: der; -es; -en 1 Schmerz
im Kopfbereich u./od. Schläfenbe¬
reich 2 sich über etw./wegen etw.
keine Kopfschmerzen machen:
[ugs.] sich um etw. keine Sorgen ma¬
chen
Kppf|schmerz|talblst|te —Kopf)-
schmerz|ta|b|let|te: die; - ; -n Arznei
in Tablettenform, Pille gegen Schmer¬
zen im Kopfbereich u./od. Schläfen¬
bereich
Kopfschuß —*■ Kopfschuss: der;
-schusses; -schösse 1 a) Wunde am
Kopf (1), die durch eine Schußwaffe
verursacht wurde bj Schuß in den
Kopf (1) 2 einen Kopfschuß haben
—*■ einen Kopfschuss haben: [ugs.]
nicht normal sein; nicht ganz bei Ver¬
stand, sondern ein wenig verrückt
sein
Kppfschüfteln: das; -s; - Kopfbewe¬
gung, wobei der Kopf (1) waagerecht
nach links u. rechts, zu den beiden
Seiten bewegt wird (in manchen Kul¬
turen, Gesellschaften als Zeichen als
der Verneinung od. Verständnislosig¬
keit)
Kopfsprung: der; -(e)s; -Sprünge
Sprung in ein Schwimmbecken, Ge¬
wässer mit dem Kopf (1) voraus
Kopf stand: der; -(e)s; -stände Körper¬
haltung, bei der der Kopf (1) den Bo¬
den berührt, die Beine in die Luft ra¬
gen u. die Hände als seitliche Stützen
benutzt werden
kopfste|h«n —* Kopf ste|hen-. stehst
köpf; standfejst köpf; hast köpf ge¬
standen —stehst Kopf; standest
Kopf; hast Kopf gestanden*— 1
[ugs.] (in positiver od. negativer Wei¬
se) völlig durcheinander, ratlos, chao¬
tisch »Aus Freude über den Gewinn
stand die ganze Familie köpf.« 2 [sel¬
ten] einen Kopfstand machen
Kopfstein|pfla[ster —» Kopf|stein|-
pflasfter: das; -s; * Straßenbelag, der
aus vielen rechteckigen Natursteinen
mit unregelmäßiger Oberfläche be¬
steht
Kopf stim|me: die; - ; -n hohe Stimmla¬
ge, bei der der Resonanzraum über¬
wiegend der Kopfbereich ist
Kopfstoß: der; -es; -stoße 1 <Boxen> ver¬
botener Schlag mit dem Kopf (1) an
den Kopf des Gegeners 2 (Fußball)
Ball, der mit dem Kopf (I) getroffen
wird, Syn.: <2> Kopfball
Kopf stiit|za: die; - ; -n Teil einer Sitzge¬
legenheit, besonders im Auto, an den
der Kopf (1) an gelehnt werden kann
u. zur Stützung des Kopfes
Kopf teil: das; -s; -e a) der obere Teil des
Bettes, an dem der Kopf liegt, zu dem
der Kopf (1) in liegender Haltung
zeigt b) Oberteil zum Abstützen des
Kopfes (1) an Sitzmöbeln
Kopftuch: das; -(e)s; -tücher Stoff¬
stück, das Frauen sich um den Kopf
(1) binden
kopfüber —> kopf]ü|ber. Adv. mit dem
Kopf(l)zuerst
kopfun|ter. Adv. [selten] mit dem Kopf
(1) nach unten
Kppf|ver[band: der;-(e)s; -verbände um
den Kopf (1) gewickeltes Verbands¬
material
Kopf|ver)letjzung: die; -; -en Wunde im
Kopfbereich
Kopf wä|sche: die; - ; -n 1 [ugs.] Rüge 2
Haarwäsche
Kopfweh: das; -s; - [ugs.] Schmerzen im
Kopfbereich u./od. Schläfenbereich
Kopfzer|bre|chen: das; -s; -1 intensives
Denken an, über eine Sache 2 sich
über etw. (kein) Kopfzerbrechen
machen: sich (keine) Sorgen um etw.
machen
Kofpie: dato die; ~ ; Kopien Ikopi'n/1 a)
Zweitschrift, Abschrift, Durchschlag
eines Schriftstücks »beglaubigte
Kopie« b) originalgetreue Nachbil¬
dung eines Gegenstandes c) über¬
spielte Filmaufnahmen d) (Photogra¬
phie) weiterer Abzug von einem Ne¬
gativ 2 (meist schlecht ausgeführte)
Nachahmung von etw.
Kojpier]an|statt: die; - ; -en Geschäft, in
dem Filme vervielfältigt werden
ko|pie]ren: dato kopierst; kopiertest;
hast kopiert 1 a) eine Abschrift,
Durchschrift o. ä. eines Schriftstückes
anfertigen b) ein Kunstwerk od. einen
Gegenstand nachbilden, so daß es
vom Original möglichst nicht zu un¬
terscheiden ist c) Filme vervielfältigen
d) (Photographie) einen weiteren Ab¬
zug machen 2 Verhalten, Gesten
nachahmen
Ko|pie(rer: dato der; -s; - [ugs.] Maschi-
ne~für die maschinelle Vervielfälti¬
gung von Schriftstücken
Ko|pier|ge|rät: das; -(e)s; -e Maschine
für die maschinelle Vervielfältigung
von Schriftstücken (auch in hoher
Stückzahl)
Ko]pi|lot: der; -en; -en weibl. Kplpi|1o[tin:
die; - ; -nen zweite(r) Flugzeugfüh-
rer(in)
Koplpel: die; ~ ; -n 1 umzäunte Weide,
Wiese für Pferde u. Nutzvieh »Im
Sommer stehen unsere Pferde auf der
Koppel.« 2 (Musik) Einrichtung an
der Orgel zur Umschaltung der Regi¬
ster eines Manuals od. der tieferen
od. höheren Oktave eines Tons 3 a)
mit einer Leine aneinandergebundene
Tiere, meist Jagdhunde b) Leine, mit
der mehrere Jagdhunde zusammenge¬
bunden werden
Koplpel: dal.-fr.> das; -s; - u. fösterr.J
die; - ; -n breite(s)(r) Lederband, Le¬
dergürtel an einer Uniform
kop|peln: koppelst; koppeltest; hast ge¬
koppelt 1 a) technische Geräte mitein¬
ander verbinden »Die Klingel ist mit
dem Licht gekoppelt.« b) Fahrzeuge o.
ä. fest miteinander verbinden c) Tiere
aneinanderbinden 2 etw. mit etw. an¬
derem verbinden, vereinigen »Ich
koppele meine Geschäftsreise mit ei¬
nem Kurzurlaub.« 3 (Sprachwiss.) mit
einem Bindestrich verbinden
Kop|pe|lung9|ma|nö)ver/Kppp|lungs|'
ma|nö|ven das; -s; - (Raumfahrt)
Vorgang des Verbindens zweier
Raumfahrtfahrzeuge miteinander
Kop|pel|wei|de: die; ~ ; -n eingezäunte
Wiese (für Pferde u. Nutzvieh)
Kopp|lungs|ge|schäft: das; -(ejs; -e
(Wirt.) Kauf einer Ware, der an den
Kauf einer weiteren Ware gebunden
ist
Kopp|lungs|ma|nö|ver/Kop|pe|lungs|-
ma|nö|ver. das; -s; - (Raumfahrt)
Vorgang des Verbindens zweier
Raumfahrtfahrzeuge miteinander
Ko|pro|duk|ti|on: dato /koprodukzion/
die; - : -en gemeinsame Herstellung
von etw. wie z. B. von Filmen, Thea¬
terstücken, Fernsehsendungen
Ko|pu|la|t>|pn: dato /kopulazion/ die; - ;
-en 1 [veralt.; ungebräuchlich] Trau¬
ung 2 Befruchtung; Geschlechtszel¬
lenverschmelzung 3 das Veredeln von
Pflanzen
Ko|pu|la|tlJvum: dato /kopulatiwum/
das; -s; Kopulativa (Sprachwiss.) Zu¬
sammensetzung, gebildet aus zwei
gleichwertigen Wörtern »>Rotgrün<
ist ein Kopulativum.«
ko|pu)lle|ren: dato kopulierst: kopulier¬
test; hast kopuliert 1 [veralt.] trauen
(Bio.) 2 sich geschlechtlich vereinigen
3 (Gartenbau) Pflanzen veredeln
durch Pfropfen
Ko|rcjl|le: tgr.-lat.-fro die; • ; -n a) in Ko¬
lonien im Meer lebendes, mit dem
■ Untergrund verwachsenes Tier, das
Riffe aus Kalk bildet b) Stück von
einer Koralle (a), das gerne zu
Schmucksteinen verarbeitet wird
Ko|ral|len(baum: der; -(ejs; -bäume tro¬
pische Pflanze aus der Familie der
Schmetterlingsblütler
Ko[ral|len|ln|sel: die; - ; -n aus dem
Wasser herausragende, versteinerte
Korallenskelette
Ko|ral|len|ket|te: die: - ; -n aus Korallen
(b7hergestellter Halsschmuck
Ko|ral|len|riff: das; -(ejs; -e Riff aus ver¬
steinerten Skeletten der Korallen (a)
ko|ral|len|rot: Adj. n. stg. im Farbton
I der Koralle
668
Korpus
Ko|ral|len|schmuck: der; -(e)s; - aus
Korallen (b) gefertigter Schmuck
Ko|ral|len|tier: das; -(e)s; -e Koralle (a)
Kojran: (arabo der; -s; -e a) das heilige
Buch des Islam b) Buch, das die Of¬
fenbarungen Mohammeds enthält
Korb: der; -(e)s; Körbe 1 geflochtener
Behälter 2 o. PI. Korbgeflecht »Ich
habe Möbel aus Korb.« 3 a) Basket¬
ball) Netz, das über einen Ring ge¬
spannt ist u. an einem Brett hängt b)
Treffer beim Basketball c) <Fechten>
Gesichtsschutz 4 sich einen Korb ho¬
len; einen Korb bekommen, erhal¬
ten, kriegen: 1. jmds. Heiratsantrag
wird abgelehnt 2. eine Abfuhr erhal¬
ten 5 jmdm. einen Korb geben:
1. jmds. Heiratsantrag ablehnen
2. jmdm. eine Abfuhr erteilen
Korb|ball: der; -(ejs; -balle Mann¬
schaftsspiel mit dem Ziel, den Ball in
den gegnerischen Korb zu werfen
Korb|blüt|ler: der; -s; - <Bio.> Blume mit
korbartiger Blüte
Körb|chen: das; -s; - 1 Verkleinerung
von Korb; kleiner Korb 2 husch,
husch ins Körbchen: [ugs.] los, ab ins
Bett
Korb|flech|te|reu die; -; -en Betrieb, der
Gegenstände aus Korbgeflecht her¬
stellt
Korbjge|flechfc das; -(e)s; -e aus Korb¬
weidenzweigen o. ä. Geflochtenes
Korb|ma|cher. der; -s; - weibl. Korb|-
ma|che|rin: die; - ; -nen jmd., der Ge¬
genstände aus Korbgeflecht herstelit
Korb)inö|bel: das; -s; - (m. PI.) Ein¬
richtungsgegenstand aus Korbge¬
flecht
Korb|ses|sel: der; -s; - Sitzgelegenheit
aus Korbgeflecht
Kotb|wei|de: die; - : -n Baum, der in
Wassernähe wächst u. dessen Zweige
zum Korbflechten verwendet werden
korb|wei|se: Adv. in hohem Maße
Korb|wurf: der; -(e)s; -würfe (Basket¬
ball; Korbball) direktes Werfen zum
Korb
Koijdel: die; -; -n gedrehte Schnur
koijdiejren: <fro kordierst; kordiertest;
hast kordiert 1 feine schraubenförmi¬
ge Linien in Gold- u. Silberdraht ein¬
arbeiten 2 Handwerksgeräte durch
das Aufrauhen der Griffe handlicher
machen
Koijdon: <fro der; -s; -s 1 Ordensband 2
[geh.] Absperrung durch Polizei od.
Militär
Ko|re|fe|rafc dato das; -(e)s; -e zweiter
Bericht; Nebenbericht; auch Korrefe¬
rat
Ko|ri|an|der: <gr.-lat.> der; -s; - a) im
Mittelmeergebiet wachsende Dolden¬
pflanze b) Gewürz aus Koriandersa¬
men
Ko|rin|the: die; - ; -n kleine, dunkle Ro-
sine(nsorte)
Ko|rin]ttien|kacker (Ko|rin|then|kak]ker
—> Ko|rin|then|ka|ckeij: der; -s; -
[derb; abwert.] Person, die kleinka¬
riert, engstirnig ist, zu pedantisch auf
Kleinigkeiten achtet
Ko|rjn|ther|brief: der; -(ejs; -e (Reli¬
gion) Brief des Apostels Paulus an die
von ihm gegründete Gemeinde in Ko¬
rinth in Griechenland
ko|rin|thisch: Adj. n. stg. (Kunst) im Stil
der Korinther, korinthischen Kunst
Kork: dal.-span.-niederb der; -(e)s; -e
Material aus der Rinde der Korkei¬
che, aus dem Flaschenkorken, Isolie¬
rungen, Wandverkleidungen u. ä.
hergestellt werden
Kork|ei|che: die; - ; -n auf der iberischen
Halbinsel wachsende Eichenart mit
einer Rinde aus Kork
Korjken: der; -s; - Flaschenstöpsel aus
"kork
korjken: korkst; korktest; hast gekorkt
mit einem Stöpsel aus Kork verschlie¬
ßen
Kor|ken|zie|her: der; -s; - Werkzeug,
um den Korken aus einer Flasche zu
entfernen
Kor|mo|ran: (/r.> der; -(e)s; -e großer,
schwarzer Vogel, der sich von Fi¬
schen ernährt
Korn: das; -(e)s; Körner u. (Sorten)
'körne 1 a) PL Körner Frucht von
Gras- u. Futterpflanzen b) PL Korne
Getreide, das überwiegend zur Her¬
stellung von Mehl dient 2 PL Korne
Visierteil bei Feuerwaffen 3 o. PI.
[ugs.] Branntwein aus Getreide 4
o. PL (Photographie) Feinheit einer
fotographischen Schicht S jmdn.,
etw. aufs Korn nehmen: [ugs.] 1.
jmdn. ganz genau u. interessiert beob¬
achten »2. jmdn. od. etw. (scharf) kri¬
tisieren »3. mit jmdm. etw. Vorhaben 6
jmdn. auf dem Korn haben: [ugs.] für
jmdn. ein besonderes Interesse haben;
es auf jmdn. abgesehen haben
Korn|äh|re: die; - ; -n oberer Teil des
Getreides, der die Körner enthält
Korn|blu|me: die; - ; -n zwischen Getrei-
"de wachsende Blume mit blauen Blü¬
tenblättern
Körn|chen: das; -s; - 1 Verkleinerungs¬
form von Korn; (sehr) kleines Korn 2
in etw. steckt, ist ein Körnchen
Wahrheit: an etw. ist etw. Wahres
dran
Köijner: der; -s; - (Technik) Werkzeug
"zum Setzen von Körnerpunkten, um
den Bohrer bei der Anbohrphase zu
zentrieren
Kör|ner|fres|ser. der; -s; - 1 Tier, das
"sich von Körnern, Feldfrüchten, Sa¬
men usw. ernährt 2 [ugs.; scherzh.]
jmd., der sich vegetarisch ernährt
Körjneijfut(ter: das; -s; - u. (Sorten) -
Tiemahrung, die aus Getreidekör¬
nern, Samen u. zum Teil auch aus
Nüssen usw. besteht
Korjnett: <fr.-lat.> das; -(e)s; -e Blech¬
blasinstrument in Sopranlage
Kornfeld: das; -(e)s; -er Feld für den
Getreideanbau
kör|nig: Adj. a) voller kleiner Körner b)
"keine glatte Oberfläche habend
Korn|kam|men die; - ; -n Gebiet, in
dem viel Getreide produziert wird
Korn|ra|de: die; - ; -n Getreideunkraut
"mit roten Blüten u. giftigen Samen
Korn|spei|cher: der; -s; ~ Gebäude, in
dem Getreide aufbewahrt wird
Ko|rol|le: dato die; - ; -n alle Blätter ei¬
ner Blüte
Ko|ro|na: dat.-gro die; - ; Koronen 1
(Astronomie) Strahlenkranz um die
Sonne 2 [ugs.] a) fröhliche Runde; Zu-
hÖTerkreis b) Haufen; Horde
ko|ro|nan dato Adj. n. stg. die Herz¬
kranzgefäße betreffend
Ko|ro|naijge|fäB: dat.; dto das; -es; -e
(Anat.) arterielles Kranzgefäß des
Herzens
Kör|per. dato der; -s; -1a) Organis¬
mus, Leib, äußere Gestalt eines Lebe¬
wesens b) Teil des Körpers (a) vom
Hals bis zu den Beinen 2 wahrnehm¬
barer Gegenstand 3 geometrische Fi¬
gur
Köijpetjbau: der; -(e)s; - Erscheinung
"des Körpers (1 a) eines Lebewesens
Kör|per|be|herijschung: die; - ; - Kon¬
trolle über den eigenen Körper (1 a)
kör[per|be]hin|dert: Adj. n. stg. (Med.)
in der körperlichen Funktion beein¬
trächtigt
Köijper|be|hin|derjte: der u. die; -n; -n
"(mit unbestimmtem Art.: ein Körper¬
behinderter; eine Körperbehinderte;
zwei Körperbehinderte) (Med.) jmd.,
dessen körperliche Funktion beein¬
trächtigt ist
Körjpetjfül|le: die; • ; - körperlicher
Umfang; Maß, Dicke, Volumen, die/
das ein Körper (1 a) aufweist
Körjperjge|nich: der; -(e)s; -gerüche
körperliche, meist als nicht angenehm
riechend empfundene Ausdünstung
(wie z. B. Schweiß)
Kör|per|ge|wicht: das; -(e)s; - Schwere
eines Körpers (1 a)
Köijper|grö|ße: die; - ; -n Länge, Aus¬
dehnung nach oben eines Körpers
Kör|per|hy|gie|ne —» Körfper|hy|gi|e|-
ne: die; - ; - Pflege u. Reinigung des
(menschlichen) Körpers (1 a) mit rei¬
nigenden Produkten
Kör|per|kon|takt: der; -(e)s; -e das
Sich-Berühren von Körpern (1 a)
Körjper|ma|Be: die (PL) Umfang u.
Länge eines Körpers (1 a) od. be¬
stimmter körperlicher Zonen
Körperschaft: die; - : -en (Rechtsw.)
Gesellschaft, die als juristische Person
gilt
Kör|peijspra|che: die; - ; -n Ausdrucks¬
form ohne Gebrauch der Sprache,
über die man die emotionale Verfas¬
sung mitteilt, Mimik u. Gestik
Kör|perjteil: der; -(e)s; -e bestimmter
Abschnitt eines Körpers (1 a)
Kör|perjver|let|zung: die; - ; -en
(Rechtsw.) Eingriff in die körperliche
Unversehrtheit eines Menschen
Kör|per|wär|me: die; - ; - (Physiologie)
Temperatur, die der Aufrechterhal¬
tung der körperlichen Funktionen
dient
Korjpo|ral: <fro der; -(e)s; -e u.
Korporale <Milito Unteroffizier
Kor|po|ra|le: dato das; -s; Korporalien
(kath. Kirche) Tuch für Kelch u. Ho¬
stie in der Messe
Kor[p>o|ral|schaft: <fr.; dto die; - ; -en
(Milit.) Untergruppe der Kompanie
für den inneren Dienst
Korps: (fr.-lato /kor/ das; -; - 1 (Milit.)
Heeresabteilung 2 [geh.] studentische
Verbindung 3 diplomatisches Korps:
alle Diplomaten innerhalb eines Lan¬
des
korjpu|lent: dato Adj. korpulenter; kor¬
pulenteste beleibt; dick(lich)
Kor|pu|lenz: dato die; ~ ; - Beleibtheit;
Dickheit
Koijpus: dato die; -; - (Druckw.) Größe
von Druckschriften; Schriftgrad
669
Korpus
Korlpus: dato das; - ; Korpora 1 o. PI.
(Musik) Resonanzkörper von Streich¬
instrumenten 2 (sprachliche) Daten,
die einer (sprachwissenschaftlichen
Analyse als Grundlage dienen
Koijpus|kel: dato das; -s; -n <Physik> a)
Teil des Atoms; Elementarteilchen b)
Lichtquant
Kor|ral: tspano der; -(e)s; -e Pferch für
wilde Tiere
Kpr|re|fe|rat: dato das; -(e)s; -e [geh.]
Neben- od. Gegenbericht zu einem
Hauptbericht; auch Koreferat
Kpr|re|fe|rent dato der; -en; -en weibl.
Kpr[re|fe|ren|tin: [geh.] a) Mitbericht'
erstatter b) Zweitgutachter bei der Be¬
notung einer akademischen Arbeit
korjreffe|rie|ren: korreferierst; korrefe¬
riertest; hast korreferiert [geh.] a) ei¬
nen Neben- od. Gegenbericht präsen¬
tieren b) als Zweitgutachter aussagen
korjrekt: dato Adj. korrekter; korrekte¬
ste in der Ausführung, in den Anga¬
ben o. ä. richtig, einwandfrei
Kor|rek|ti|on: dato /korrekzipn/ die; - ;
-en [veralt.] Ausbesserung eines Feh¬
lers
Kor|rek|tiv: dato /korrektif/ das; -(e)s;
-e Ikorrektiwej [geh.] etw., was dem
Ausgleich dient
kor(rek[tiv: dato /korrektif/ Adj. [veralt.]
a) ausgleichend b) zurechtweisend
Kor|rek|tor: dato der; -s; Korrektoren
weibl. Koiirek[tp|rin: die; ~ ; -nen a)
jmd., der in Verlagen od. Druckereien
Korrekturfahnen, Schriftstücke auf
Fehler überprüft u. diese korrigiert b)
jmd., der eine Leistung bewertet
Korjrek|tur: dato die; - ; -en Berichti¬
gung, Verbesserung von etw., was
fehlerhaft ist
Kor|rek|tur|ab[zug: dat.; dto der; -(e)s;
-abzüge <Druckw.> Fahne eines Tex¬
tes, der noch korrigiert wird
Koijrek|tur|bo|gen: dat.; dto der; -s; -
bögen (Druckw.) Abzug eines Textes,
der noch korrigiert wird
Kor|rek|tujjfah|ne: dat.; dto die; - ; -n
(Druckw.) Abzug eines Textes, der
noch korrigiert wird
Kor|rek]tuijle[sen: dat.; dto das; -s; - Le¬
sen eines Textes mit mit dem Ziel,
Fehler zu beheben, zu korrigieren
Kor|rek|tur|voijschrif|ten: dat.; dto die
(PI.) Normen für die Benutzung von
Korrekturzeichen
Koijrek|tur|zei|chen: dat.; dto das; -s; -
(normiertes) Symbol, das Art u. Stelle
einer Berichtigung in einem Text an¬
gibt
Kor|re|lat: dato das; -(e)s; -e Ding od.
Begriff, das od. der nur in wechselsei¬
tiger Beziehung einen Sinn hat
Koijre|la|ti|pn: dato /korrelazion/ die;
- ; -en 1 <Logik> Verhältnis zwischen
zwei aufeinander bezogenen Begrif¬
fen oder Sachen 2 <Bio.> Wechselbe¬
ziehung zwischen Organen od. Kör¬
perteilen
kor|rej1a|tiv: dato /korrelatif/ Adj. n. stg.
[fachsprl.] wechselseitig
kor|re[lje|ren: dato korrelierst; korrelier¬
test; hast korreliert [fachsprl.] in
wechselseitiger Beziehung stehen
korfre[pe|tie|ren: dato korrepetierst;
korrepetiertest; hast korrepetiert (Mu¬
sik; Theater) Gesang mit Klavierbe¬
gleitung einstudieren
Kor|re|spon|dent —» Kor[re|s|pon|-
dent: dato der; -en; -en weibl. Kor|re|-
spon|den|tin —> Kor|re|s|pon|den|-
tin: die; - ; -nen 1 Berichterstatter(in)
in den Medien 2 kaufmännische(r)
Angestellte^), der/die den Schrift¬
wechsel erledigt
Kor[ne|spon|denz —*■ Korjre|s|pon|-
denz: dato die; - ; -en 1 Briefverkehr;
Briefwechsel 2 [veralt.] Übereinstim¬
mung; Entsprechung; Verbindung
Korfri|dor: dat.-ito der; -(e)s; -e 1
(Wohnungs-)Flur 2 schmaler Ge¬
bietsstreifen
Kor|ri|gen|da: dato die (PI.) <Druckw.>
Buch über bestehende Druckfehler in
bereits gedruckten Werken
kor|ri|gierjbaR dat.; dto Adj. n. stg. ver¬
besserbar; änderbar
kor|ri|gie|ren: dato korrigierst; korri¬
giertest; hast korrigiert a) etw. Fehler¬
haftes verbessern b) eine Leistung,
Arbeit o. ä. auf Richtigkeit hin prüfen
(u. bewerten)
Kor|rofsi|pn: dato die; - ; -en 1 <Med.>
Zerstörung von Gewebe durch Ent¬
zündungen od. Verätzungen 2 (Geo¬
logie) Zerfall von Gesteinen 3
[fachsprl.] Zerstörung von Metall
durch Oxydation
kor[ro|si|gns|be|stän|dig: dat.; dto Adj.
n. stg. sich der Korrosion widerset¬
zend
kor|ro|si[qns|fest: dat.; dto Adj. n. stg.
sich der Korrosion widersetzend
kor|ro|siv: <fr.-lato /korrosif/ Adj. zer¬
fressend "
kor|rum|pier|bar. dat.; dto Adj. [geh.]
bestechlich
kor|rum|p|e|ren: dato korrumpierst; kor¬
rumpiertest; hast korrumpiert [geh.]
bestechen, moralisch zersetzen
Kor|rum|pie|rung: dato die; - ; -en [geh.]
Bestechung
kor|iupt: dato Adj. korrupter; korrupte¬
ste [geh.] bestechlich
Kor|rup|ti|on: dato /korrupzipn/ die; ~ ;
-en [geh.] Bestechung; Bestechlichkeit
Koijsafge: dal.-fro /korsaseh(<=)/ die; - ;
-n enganliegendes Oberteil bei Da¬
menbekleidung
KorfsaR dto der; -en; -en 1 a) Seeräuber
b) Schiff eines Seeräubers 2 kleine
Zweimannjolle
Koijse|letb <fro das; -(e)s; -s leichtes,
stützendes Mieder
Kor|sett: <fro das; -s; -s 1 enggeschnür¬
tes Damenmieder 2 (Med.) Verband,
Bandage aus festem Material, um ver¬
letzte od. gebrochene Körperteile zu
stützen 3 seinen Gefühlen kein Kor¬
settanlegen: [ugs.] frei u. unbefangen
sein, reden; seine Gefühle nicht ver¬
bergen
Kpijso: dt.-lato der; -s; -s 1 festlicher
Umzug mit Fahrzeugen 2 Wettren¬
nen reiterloser Pferde 3 Hauptstraße
Kor|tl|son: das; -s; - (Med.) Hormon,
das aus der Nebennierenrinde isoliert
wird
Ko|rund: damilo der; -(e)s; -e (Minera¬
logie) Aluminiumoxid mit den Varie¬
täten Rubin, Saphir u. Padparadscha
Kor|vet|te: <fro /korwette/ die; ~ ; -n a)
(hisT.> leichtes Kriegsschiff b) kleines
Geleitschutzschiff
Ko|ry|phäe: <gro /korifi«/ die; ~ ;-n 1 be¬
deutende Persönlichkeit 2 Fachkraft,
die durch besondere Leistung u. Wis¬
sen hervortritt
Ko|sak: tpoln.-russo der; -en; -en Ange¬
höriger eines Volksstammes, der im
zaristischen Rußland der Grenzsiche¬
rung diente
Ko|sa|ken|müt|ze: die; - ; -n Pelzmütze
mit umgeschlagenem Rand
Ko|sa|ken|pferd: das; (e)s; -e kleines,
strapazierfähiges Pferd
Ko|sche|nil|le: fr.-spo die; ~ ; -n roter
Farbstoff, der aus getrockneten weib¬
lichen Koschenilleläusen gewonnen
wird
Ko|sche|niljle]laus: die; - ; -lause Laus,
aus der ein roter Farbstoff gewonnen
wird
ko|scher: (hebr.-jiddo Adj. n. stg. 1 den
jüdischen Ernährungsvorschriften
entsprechend 2 [ugs.] einwandfrei
Kp|se|form: die; ~ ; -en Variation des
(Vor-)Namens, die Liebe u. Zärtlich¬
keit ausdrückt
Kp|se|na|me: der; -ns; -n zärtliche Anre¬
de, Bezeichnung für jmdn.
Ko|se|wort das; (e)s; -e Wort, das eine
Liebkosung ausdrückt
Kp|si|nus: dato der; - ; - u. -se (Math.)
Verhältnis zweier Seiten im recht¬
winkligen Dreieck
Kos|me|tik: <gr.-fro die; -; Kosmetika a)
o. PI. Körper- u. Schönheitspflege b)
Pflegemittel (Kremes usw.) c) dekora¬
tive Mittel (Lippenstift usw.)
Kos|me|tik|kof|fer: (gr.-fr.; dto der; -s; -
festes, eckiges kleineres Gepäckstück,
in dem Kosmetika untergebracht
werden
Kos|me|tik|ta|sche: (gr.-fr.; dto die; - ;
-n Behältnis, Beutel, Täschchen für
Kosmetika; Kulturbeutel
Kos|me|ti|kiim: (gr.-fro das; -s;
Kosmetika a) Pflegemittel (Kremes
usw.) b) dekorative Mittel (Lippen¬
stift usw.)
kps|misch: <gr.-lato Adj. n. stg. das
Weltall betreffend; aus dem Weltall
stammend »kosmische Energie«
Kos|mo-/kos|mo-: <gro Wortbildungs¬
element a) Welt-/welt- b) Weltraum-/
weltraum-
Kosjmo|bio|lo|gie —»■ Kos|mo|bi|o|lo|-
gie: (gro die; - ; - Zweig der Biologie,
der sich mit Lebensformen im Weltall
u. mit dem Einfluß des Weltalls auf ir¬
disches Leben befaßt
Kos|mo|lo|gie: <gro die; - ; -n Zweig der
Astronomie, der sich mit der Entste¬
hung des Weltalls befaßt
Koslmolnaut: <gr.-rttsso der; -en; -en
weibl. Kos|mo|nau|tin: die; - ; -nen
Raumfahrer(in); Astronauten)
Kos|mo|po|lit: (gro der; -en; -en weibl.
Kos|mo|po|li|tin: die; - ; -nen 1 nur
männl. Form (Bio.) weltweit vorkom¬
mende Tier- od. Pflanzenart 2 [geh.]
Weltbürger(in)
kos|mo|po|lj|tisch: (gro Adj. n. stg. welt¬
bürgerlich
Kos|mo|po|littis[mus: der; - ; - Weltbür¬
gertum; weltbürgerliche Haltung
Kps|mos: (gro der; - ; - a) Weltall; Uni¬
versum; Weltraum b) Welt als geord¬
nete u. harmonische Einheit
Kost: die; - ; - a) Nahrung b) Verpfle¬
gung
Kost.: Abk. 1 Kosten 2 Kostüm
kpstjbaR Adj. wertvoll; teuer
670
krächzen
Kost|bar|keit; die; - ; -en außergewöhn¬
lich hohen Wert besitzende Sache
Kojsten—s- Kosjten: die (PL) 1 finan¬
zielle Aufwendungen, die erbracht
werden müssen, um etw. zu erhalten 2
auf seine Kosten kommen: befriedigt
werden 3 auf (die) Kosten jmds.; auf
jmds. Kosten: eine andere Person (fi¬
nanziell) belastend; einen Nachteil
für eine andere Person bringend
—> Ko|sten spafrend: s. kostensparend
ko|sten—> kosjten: dat.-fr.i kostet; ko¬
stete; hat gekostet 1 einen Preis, Wert
haben (der gezahlt werden muß) 2 ei¬
nen Verlust bringen 3 sich eine Sa¬
che etw. kosten lassen: [ugs.} für
etw. viel u. großzügig bezahlen 4
nicht die Welt kosten: [ugs.] nicht so
teuer sein 5 koste es, es koste, was
es wolle: für etw. ist kein Preis zu
hoch
kp|sten —> kosjten: kostest; kostetest;
hast gekostet den Geschmack von
etw. testen, probieren
Ko|sten|auf)wand —* Kps|ten|auf|-
wand: der; -(e)s; - Höhe der Kosten
(1)
Kp|sten|dämp|fung—* Kgs|ten|dämp|-
fung: die; - ; -en <Wirt.> Senkung der
Kosten (1)
kojstenjdeckend (ko|sten(dek[kend
—> kps|ten|de[ckend): Adj. n. stg.
<Wirt.> sobeschaffen, daß die Kosten
(1) für etw. durch entsprechende Ge¬
winne wieder ausgeglichen werden
Ko[sten|entjschei|dung —» Kos(ten|-
ent|schefjdung: die; - ; -en <Rechtsw.>
Urteil darüber, welche Partei, ob der
KlägeT od. der Beglagte (zu welchem
Anteil) die Kosten (1) eines Verfah¬
rens tragen muß
Kp|sten)ont)wick|lung —» Kos|ten|entf-
"wick|lung: die; - ; -en <Wirt.> Prozeß
des Steigens od. Fallens von Kosten
Ko|sten|er|stat(tung —* Kos|ten(er|-
statjtung: die; - ; -en Rückzahlung
von Kosten (1), die jmd. für etw. auf¬
wenden mußte
Kpjsten|ex|plo|si|on —* Kos|ten)ex|-
plo|si|on: die; • ; -en <Wirt.> rasante
Entwicklung der Kosten (1), Preise
Kpjstenjfrajge —> Kos|ten|fra|ge: die;
- ; -n Entscheidung, die davon abhän¬
gig ist, was etw. kostet, welchen Preis
etw. hat
ko|sten|gün|stig —* kosften|günsjtig:
Adj. <Wirt.> preiswert
kpjsten|injten|8iv —» kos|ten|injten|siv:
Adj. <Wirt.> teuer
ko|sten)los —» kos]ten|los: Adj. n. stg.
umsonst; gratis
Ko|sten-Nutjzen-Ana|ly[se —»• Kosj-
ten-Nut|zen-A|na|tyjse: die; - ; -n
<Wirt.; Pob Gegenüberstellung von
Kosten (1) u. Nutzen eines Projekts
kojstenjpflichjtig —> kos|ten[pflichjtig:
Adj. n. stg. <Rechtsw.> gebühren¬
pflichtig
Kgjstenjrechjnung —» Kos|ten|rech|-
nung: die; - ; -en Aufstellung der ent¬
standenen Kosten (1)
Ko]sten|sen|kung —> Kosjtenjsenj-
kung: die; - ; -en Einsparung, Redu¬
zierung, Senkung von Kosten (1)
ko|sten|spa|rend—> Kosjten spa|rend:
Adj. <Wirt.> um Kosteneinsparung be¬
müht
Kp|sten|vor|an|sch)ag—> Kos|ten|vor|-
an|schlag: der; -fe)s; -Voranschläge
<Wirt.> Berechnung der zu erwarten¬
den Kosten (1)
Kostgeld: das; (e)s; -er 1 Geld, das
"zum täglichen Leben gebraucht wird
2 Betrag, der als Gegenleistung für
gewährte Unterkunft u. Verpflegung
gezahlt wird
köstjlich: Adj. 1 besonders gut schmek-
kend 2 lustig; Vergnügen bereitend
Köst|llch|keit: die; - ; -en etw., was be¬
sondersgut schmeckt
Kpst|pro|be: die; - ; -n kleine Menge ei¬
nes Lebensmittels zum Probieren
kpstjspiejlig: Adj. sehr teuer; finanziell
aufwendig; viel Geld erfordernd
Ko|stüm —» Kosjtüm: dat.-it.-fr.> das;
-(e)s; ~e 1 aus Rocku. passender Jak-
ke bestehendes Kleidungsstück für
Frauen 2 Verkleidung
Ko|stümjball —» Kos|tüm|ball: der;
(e)s; -balle Tanzereignis bei dem man
Kostüme trägt
Ko|stüm|bild|ner —> Kos|tüm|bild|ner:
der; -s; ~ weibl. Ko|stüm|bild|ne|rin
—* Kos|tüm[bild|ne|rin: die; - ; -nen
<Theater; Film> Person, die die Klei¬
dung der Schauspieler entwirft u.
schneidert
Ko|stümjfest —> Kos|tümjfest: das;
-(e)s; -e Fest, zu dem die Gäste ver¬
kleidet erscheinen
Ko|stümjfilm —» Kosjtümjfiim: der;
-(ejs; -e Film, in dem die Schauspie¬
ler historische Kleidung tragen
Ko|stümffun|dus —» Kosjtümjfun|dus:
der; - ; - Bestand an Kleidung für
Aufführungen o. ä. eines Theaters od.
Filmstudios
ko|stB)m]e|ren —» kosftii|mie|ren: ko¬
stümierst; kostümiertest; hast kostü¬
miert verkleiden
Ko|stüm|pro|be —* Kos|tüm|pro|be:
die~~ ; -n Theaterprobe, in der die
Schauspieler die für das Stück vorge¬
sehene Kleidung tragen
Kosfjtfor|äch|ten der; -s; - in der Wen¬
dung kein Kostverächter sein: Ange¬
nehmes (auch in sexueller Hinsicht)
u./od. gutes Essen nicht ablehnend
Kot: der; -(e)s; -e u. -s (PL s.) 1 nach
der Verdauung verbleibender, durch
den Darm ausgeschiedener Stoff
Syn.: [ugs.; derb] Scheiße 2 Schmutz,
Schlamm, Dreck
Kot|blech: das; -fe)s; -e [selten] Teil der
Fahrzeugkarosserie, der sich über
den Rädern befindet, Syn.: Kotflügel
Kojte: <fr.> die; - ; -n <Geographie> Ge¬
ländepunkt mit Höhenangabe
Kojte: <finn.> die; - ; -n rundes Zelt mit
Öffnung an der Spitze
Kojtejlett: dat.-fr.> /kotlett/ das; -(e)s;
-s Rippenstück mit Knochen von
Schlachtieren
Kojtejletjten: die (PL) Backenbart
kpjten: kotest; kotetest; hast gekotet
den Darm entleeren
Köjter: der; -s; - a) [abwert.] nicht rasse¬
reiner Hund b) Schimpfwort für einen
Hund
ko|tie|ren: </>.> kotierst; kotiertest; hast
kotiert 1 <Geograpie> die Höhe ver¬
messen 2 <Börse> ein Wertpapieren
amtlich notieren
Kot)ton/Cot|ton: <semil.-arab.-fr. -engl. >
/kott«n/ der u. das; -s; - Baumwolle;
Baumwollgewebe
Kptz|brocken (Kotz|brok|ken —>
Kotz(bro|cken): der; -s; * [abwert.;
derb] äußerst unsympathische, wider¬
liche Person
Kot|ze: die; - ; -n [süddt.; österr.] Um¬
hang, Cape aus Wolle
Kpt|ze: die; ~ ; - [derb] Erbrochenes; er¬
brochener Mageninhalt
Köt|ze: die; -; -n auf dem Rücken trans¬
portierter Korb
kotz|elend —» kotz[e|lend: Adj. [derb]
sehr schlecht, übel »Ich fühle mich
kotzelend.«
kotjzen: kotzt; kotztest; hast gekotzt
"[derb] 1 sich erbrechen, übergeben;
den Mageninhalt hervorwürgen 2
das, es ist (doch) zum Kotzen: ärger¬
licher Ausruf als Zeichen von Wut,
Verachtung 3 das (große, kalte) Kot¬
zen kriegen: von etw. angewidert sein
4 kotzen wie ein, die Reihen sich lan¬
ge u. heftig erbrechen
kot(ze|rig/kgt|zlg: Adj. [derb] sehr
schlecht, übel
kgtz|langjwei|lig: Adj. [derb] sehr lang¬
weilig
kotz|übel —» kptzjüjbel: Adj. [derb]
sehr schlecht, übel
Kr.: Abk. 1 Kredit 2 <meist Verwaltungs-
einheip Kreis
kr. A.: Abk. 1 kraft Amtes 2 kraft Auf¬
trages)
Krabjbe: die; ~ ; -n 1 kurzschwanzige
Krebsart mit fünf Beinpaaren »Als
Vorspeise esse ich einen Salat mit
Krabben.« 2 <Archit.> gotisches Blatt¬
omament 3 [ugs.] niedliches kleines
Mädchen
Krabjbel|al|ten das; -s; - Zeit in der Kin¬
desentwicklung, in der ein Kind mit
dem Krabbeln beginnt
Krab|bel|kind: das; -(e)s; -er [ugs.]
Kleinkind, das gerade in der Phase
ist, sich auf Händen u. Knien vor¬
wärtszubewegen
krabbeln: krabbelst; krabbeltest; bist
gekrabbelt 1 a) <Mensch> sich auf
Händen u. Knien vorwärtsbewegen
b) <Spinne; Insekten u. ä.> sich fortbe¬
wegen 2 a) jucken; kitzeln; einen Juck¬
reiz erzeugen b) leicht kitzeln
Krach: der;-(e)s; Kröche 1 a) o. PL lau¬
tes, als störend u. unangenehm emp¬
fundenes Geräusch b) plötzlich auf¬
tretendes lautes Geräusch »Es gab ei¬
nen Krach, als die Tür aus dem Rah¬
men brach.« 2 heftige Auseinanderset¬
zung 3 wirtschaftlicher Zusammen¬
bruch 4 Krach schlagen: [ugs.] sich
lautstark beschweren S bei jmdm. ist
Krach im Hinterhaus: [ugs.] jmd. (in
der Nachbarschaft) hat Familien¬
streit
kra|chen: krachst; krachtest; hast
gekracht 1 ein lautes Geräusch ma¬
chen 2 [ugs.] aufprallen; heftig gegen
etw. stoßen
krajchen, sich: krachst dich; krachtest
dich; hast dich gekracht [ugs.] sich
streiten
Krajcher: der; -s; - [ugs.] kleiner Knall¬
körper
krüch|zen: krächzt; krächztest; hast
gekrächzt 1 <Rabenvogel> heisere
671
Krächzer
Töne machen 2 [ugs.] mit rauher
Stimme sprechen
Kräch|zer. der; -s; - [ugs.] heiserer Laut
Kräcker (Kräk|ker —* Krä|ckei)/Crak-
ker (Crakjker —> Crajcker): j/Crak-
kerder; -s; - salziges Kleingebäck
Krackung (Krak|kung —> Kra|ckung):
die; - ; -en (Chemie) Verfahren der
Spaltung von Schwerölen, um damit
Leichtöl zu erhalten
Kraft: die; -; Kräfte 1 <Physik> jede Grö¬
ße, die den Bewegungszustand eines
Körpers verändert 2 a) körperliche
(Muskel-)Stärke b) innerliche (Cha¬
rakterstärke 3 a) in Kraft: gültig sein
b) etw. in Kraft setzen: etw. für gültig
erklären »Diese Verordnung wird
demnächst in Kraft gesetzt.« c) in
Kraft treten: gültig werden »Das Te¬
stament kann erst nach ihrem Tod in
Kraft treten.« 4 a) außer Kraft: etw. ist
ungültig »Die Vorschrift ist schon lan¬
ge außer Kraft.« b) etw. außer Kraft
setzen: etw. für ungültig erklären c)
außer Kraft treten: ungültig werden 5
aus eigener Kraft: allein; ohne frem¬
de Hilfe 6 mit jmdm. seine Kräfte
messen: [geh.] mit jmdm. einen Wett¬
kampf austragen 7 wo rohe Kräfte
sinnlos walten: [ugs.] mit/bei etw.
grob, unvorsichtig sein 8 zu Kräften
kommen: sich erholen; genesen 9 vor
lauter Kraft nicht, kaum gehen
können: [ugs.; oft abwert.] so musku¬
lös sein, daß man sich nur schwerfäl¬
lig u. unbeholfen bewegen kann 10
über jmds. Kraft, Kräfte gehen: jmd.
kann etw. allein nicht (mehr) schaf¬
fen, bewältigen 11 von den Kräften
fallen; von Kräften kommen:
schwach (u. krank) werden 12 nach
besten Kräften: so gut man es kann
13 mit vereinten Kräften: zusammen;
gemeinsam 14 (alles) tun, was in
jmds. Kraft, Kräften steht: alles tun,
was möglich ist 15 die treibende Kraft
sein: diejenige/derjenige sein, die/der
dafür sorgt, daß etw. gut u. schnell er¬
ledigt wird
kraft: Präp. auf Grund von »kraft Am¬
tes • kraft Gesetz«
Kraft|akt: der; -(ejs; -e außergewöhnli¬
che Anstrengung
Kraft|an|strenjgung: die; - ; -en körper¬
licher Kraftakt
Kraft|arm: der; -(e)s;-e (Physik) Hebel
Kraft|aus|dnick: der; -(e)s; -ausdrücke
vulgäres, primitives Wort
Kraft|brüjhe: die; - ; -n Fleischsuppe
ohne Einlage
Kräffte|spiel: das;-(e)s; -e gleichzeitiges
Wirken verschiedener Kräfte (1,2b)
Kräf|te|ver|fall: der; -(e)s; - Nachlassen
der Kräfte (2a)
Kraftjfahlrer. der; -s; - weibl. Kraft|fah|-
re|rin: die; - ; -nen [amtssprl.] Fahr-
zeugfahrer(in)
Kraft|fahr|zeug: das; -(e)s; -e motori¬
siertes Fortbewegungsmittel
Kraft|fahrtzeug|brief: der;-(ejs; -e offi¬
zielles Papier als Nachweis für den
rechtmäßigen Besitz eines Fahrzeu¬
ges
Kiaft|fahr|zeug|füh|ren der; -s; - weibl.
Kraft|fahr|zeug|füh|re|rin: die; - ; -nen
[amtssprl.] Fahrer(in) eines Kraft¬
fahrzeugs
Kraftjfahr|zeug|hal|ten der; -s; - weibl.
Kraft|fahijzeug|hal|te|rin: die; - ; -nen
[amtssprl.] Besitzerin) eines Fahrzeu¬
ges
Kraft|fahr|zeug|kenn|zei|chen: das; -s; -
Nummernschild, das den Ort u. die
Registrierungsnummer eines Fahr¬
zeugs zeigt
Kraft)fahrjzeug|pa|pie|re: die (PI.) vom
Straßenverkehrsamt ausgestellter
Fahrzeugbrief u. Fahrzeugschein
Kraft|fahijzeug|schein: der; -(ejs; -e of¬
fizielles Papier, das die Zulassung ei¬
nes Fahrzeuges bestätigt
Kraft|fahr|zeug|steu]er. die; - ; -n Geld¬
abgabe an den Staat für den Besitz ei¬
nes angemeldeten Fahrzeuges
Kraft(fetd: das; -(ejs; -er (Physik) Feld,
welches an jeder seiner Stellen Kraft
(1) auf einen Körper auswirkt
Kraft|futtter das; -s; - spezielles, kräfti¬
gendes Tierfutter
kräf|tig: Adj. 1 Kraft (2), Stärke besit¬
zend 2 a) stark ausgeprägt b) mit
Nachdruck 3 nährstoffreich Ant.:
schwach
kräf|ti|gen: kräftigt; kräftigte; hat ge-
kräftigt stärken
kraft|los: Adj. n. stg. ohne Kraft (2a)
Kraft|los|eijklärung: die; - ; -en offi¬
zielle Erklärung, daß eine Bestim¬
mung nicht mehr gültig ist
Kraft|ma|schi|ne: die; - ; -n (Technik)
Maschine, die mechanische Kraft (1)
erzeugt (z. B. Dampfmaschine)
Kraftjmeie|rei —» Kraft|mei|e|rei: die;
- ; -en [ugs., abwert.] Angeben, Prah¬
len mit Körperkraft
Kraftjprotz: der; -es; -e [ugs.] sehr mus¬
kulöser, kräftiger, starker Mensch,
der mit seiner Körperkraft protzt,
prahlt
Kraft|rad: das; -(ejs; -räder motorisier¬
tes Zweirad »Motorrad«
Kraft|spoit: der; -(ejs; - Sport, dessen
Ausübung im Vergleich zu anderen
Sportarten in besonderem Maße
Kraft (2a) erfordert u. die Muskeln
trainiert
Kraftstoff: der; -(ejs; -e brennbare
Stoffe zum Betrieb von Verbren¬
nungsmaschinen
Kraft|stoff|an|zei|ge: die; - ; -n Anzeige
des Benzinstandes
Kraft|stoff|pum|pe: die; -; -n Maschine,
die Kraftstoffe vom Tank zum Verga¬
ser od. Einspritzpumpe befördert
Kraft|stoff|ver|brauch: au cMer; -(ejs; -
Nutzung von Kraftstoff
kraftstrotzend: Adj. gesund u. stark
aussehend
Kraft|übeijtra|gung —*■ Kraft|üfber|tra|-
gung: die; - ; -en die an einem Ort
freigesetzte Energie auf einen anderen
übertragen
Kraft|verjgeu|dung: die; - ; -en Ver¬
schwendung von Kraft (2)
Kraftverkehr der; -(ejs; - [amts-
sprachl.) alle Fahrzeuge, die an dem
Verkehrsgeschehen teilnehmen
kraftvoll: Adj. Stärke habend; kräftig;
stark
Kraft|wa|gen: der; -s; - [amtssprachl.]
Fahrzeug
Kraftwerk: das; -(ejs; -e Fabrik, die
elektrische Energie erzeugt
Kraftjwort: das; -(ejs; -e derbes, vulgä¬
res Wort
Kra|gen: der; -s; - 1 (separat) an, auf
Hemden, Blusen, Jacken u. ä. ange¬
nähtes, getragenes Stoffstück am
Hals 2 jmdm. an den Kragen wollen:
[ugs.] jmdn. angreifen, ihn verprügeln
wollen 3 a) jmdm., jmdn. den Kragen
kosten: [ugs.] jmds. Leben, Existenz
vernichten b) das wird dir, dich nicht
(gleich) den Kragen kosten: [ugs.] es
wird schon nicht so schlimm werden 4
jmdm. den Kragen umdrehen: [ugs.]
jmdn. umbringen 5 jmdn. am, beim
Kragen nehmen, packen: [ugs.] sich
jmdn. vorknöpfen, ihn zur Rede stel¬
len ß jmdm. platzt der Kragen: [ugs.]
jmd. verliert vor Wut die Beherr¬
schung 7 es geht jmdm. an den Kra¬
gen: a) [ugs.] jmd. geht zugrunde, ver¬
liert alle Sicherheiten seiner bisheri¬
gen Existenz b) jmd. hat etw. falsch
gemacht u. wird dafür zur vollen Ver¬
antwortung gezogen 8 Samt am Kra¬
gen, Hunger im Magen: a) manche
Menschen versuchen ihre Armut
durch gute, elegante Kleidung zu ver¬
decken b) manche Menschen geben
für Äußerlichkeiten viel Geld aus, um
nach außen etw. darzustellen, was sie
in Wirklichkeit nicht sind
Kra|gen|wei|te: die; ~ ;-n 1 Umfang ei¬
nes Kragens (1) »Er braucht Kragen¬
weite 4L« 2 (nicht) jmds. Kragen¬
weite sein: [ugs.] Unternehmung, die
jmd. (nicht) gerne macht, jmdm.
(nicht) gefällt
Krä|he: die; - ; -n 1 dem Raben ähnli¬
cher Vogel mit schwarzem Gefieder 2
eine Krähe hackt der anderen kein
Auge aus: Berufs- od. Standesgenos¬
sen halten zusammen, keiner sagt ge¬
gen den anderen etw., falls dieser an¬
gefeindet od. beschuldigt wird
kräjhen: kräht; krähte; hat gekräht 1 mit
heller, hoher Stimme sprechen 2
(Hahn) einen hohen, anhaltenden
Ton hervorbringen
Krä|hen|fü|ße: die (PI.) 1 [ugs.] unlesba¬
re Schrift 2 [ugs.] (kleinere) Augenfal¬
ten 3 [ugs.] kleine u. spitze Eisenge¬
genstände, die, auf die Straße gewor¬
fen, den nachfolgenden Autos die
Reifen zerstechen
Kra|kau: o Art.; -s; - Stadt in Polen
Kra|kau|er: der; -s; - weibl. Kra|kaue(rin
—* Kra|kauje|rin: die; - ; -nen Ein¬
wohnerin) Krakaus
Kra|kau|er: die; - ; - stark gewürzte
(meist gegrillt verzehrte) Wurst
Kra|ke: der; -n; -n großer Tintenfisch
Krajkeel: der; -s; - [ugs.] lautes (Be-)
Schimpfen -
kralkeellen: krakeeist; krakeeltest; hast
krakeelt [ugs.; oft ab wert.] längere
Zeit laut (unartikuliert) schreien (um
jmdn. zu provozieren)
Kra|kel: der; -s; - [ugs.; abwert.] un¬
schöne, kaum od. gar nicht zu lesende
Schrift; nicht zu lesendes Schriftzei¬
chen
Kra|ke|lei: die; - ; -en [ugs.; abwert.] un¬
ordentliche, unschöne Malerei od. in
unordentlicher Handschrift Geschrie¬
benes
kr§|ke|lig: Adj. [ugs.; abwert.] unleser¬
lich; undeutlich
kra|keln: krakelst; krakeltest; hast ge-
krakelt [ugs.; abwert.] undeutlich, un¬
leserlich schreiben
672
Krankheit
Kra|kel|schrift: die; - ; -en unleserliche
Schrift
krak|lig: unleserlich; undeutlich
Kral|te: die; - ; -n 1 über die Zehen hin¬
ausragende, spitze zulaufende Horn¬
Schicht bei (Raub-)Tieren u. Vögeln 2
Vorrichtung zum Blockieren eines
Autorades
krallen: krallst; kralltest; hast gekrallt
Finger, Zehen usw. ganz fest um etw.
schließen, klammem; etw. verstärkt
festhalten
krallen, sich: krallst dich; kralltest dich;
hast dich gekrallt 1 a) sich an etw. od.
jmdm. krampfhaft festhalten b) etw.
mit den Händen, Fingern ganz fest
umschließen 2 etw. unauffällig,
schnell in seinen Besitz bringen; steh¬
len 3 den/die werde ich mir noch
krallen: diese Person werde ich mir
noch vorknöpfen, vornehmen
Kram: der; -(e)s; - [ugs.; abwert.] 1 a)
mehrere wertlose Gegenstände b)
[ugs.] persönliche Dinge 2 als lästig
empfundene Angelegenheit o. ä. 3
jmdm. (nicht) in den Kram passen:
[ugs.] jmdm. zum (un)passenden Zeit¬
punkt kommen 4 das ist doch nur
halber Kram: [ugs.] das ist nichts Ge¬
scheites, nicht zu gebrauchen 5 nicht
viel/keinen Kram machen: [ugs.] kei¬
nen Aufwand machen 6 den ganzen
Kram hinschmeiBen: [ugs.] (aus Ver¬
ärgerung o. ä.) nicht mehr weiterma¬
chen, aufgeben 7 mach doch deinen
Kram allein!: [ugs.] das geht mich
nichts (mehr) an, mach es alleine
Syn.: [ugs.] Krempel
kra|men: kramst; kramtest; hast gekr¬
amt 1 [ugs.] eine Ansammlung unge¬
ordneter Dinge durchstöbem u. dabei
nach einer Sache suchen F;2
[schweiz.] einen kleinen Laden o. ä.
führen
Kram|la|den: der; -s; -laden [ugs.;
manchmal abwert.] (kleines) Ge¬
schäft, das ein ungeordnetes, unge¬
wöhnlich zusammengesetztes, vielsei¬
tiges Angebot hat
Kremjpe: die; - ; -n starke, u-förmige
Eisenklammer mit spitzen Enden
Kram|pen: der; -s; - [bayr.; österr.] star¬
ke, u-förmige Eisenklammer mit spit¬
zen Enden
kramlpen: krampst; kramptest; hast ge¬
krampt etw. mit einer starken, u-för¬
migen Eisenklammer mit spitzem En¬
de befestigen
Krampf: der; -(e)s; Krämpfe 1 starke
Schmerzen verursachendes Zusam¬
menziehen der Muskeln 2 o. PI. zähes,
angespanntes Bemühen in einer un¬
angenehmen Atmosphäre
Krampfader —-»■ Krampfader: die; - ;
-n (schmerzhafte) Erweiterung einer
Vene, die aufgrund einer bläulichen
Verdickung (meist an den Beinen)
sichtbar ist
krampfartig: Adj. n. stg. wie bei einem
Krampf zusammenziehend
krampten: krampfst; krampftest; hast
gekrampft Hände, Finger fest um
etw. schließen
krampfen, sich: krampft sich; krampfte
sich; hat sich gekrampft 1 kontrahie¬
ren; sich krampfartig, wie bei einem
Krampf (I) zusammenziehen 2 etw.
ganz fest umschließen, festhalten,
umklammem 3 [Schweiz.] sich (in der
falschen Art) anstrengen u. trotz aller
Bemühungen nicht zum erwünschten
Ziel gelangen
krampfhaft: Adj. krampfhafter;
krampfhafteste 1 wie im Krampf (1)
zusammenziehend 2 verbissen, unter
Einsatz aller Kräfte etw. erreichen
wollen/müssen
Krampfhu|sten —» Krampfhus|ten:
der; -s; - trotz Gesundheit auftreten¬
der Hustenreiz; nervöser Hustenreiz
kramp|fig: Adj. gekünstelt; nicht natür¬
lich
krämp|fig: Adj. [veralt.] unnatürlich; ge¬
quält
krampflöjsend: Adj. Verkrampfungen,
Krämpfe (1) lösend
krampf|stil|lend: Adj. Verkrampfungen,
Krämpfe (1) beruhigend, lindernd
Kram|pus: der; -ses; -se Begleiter des
Nikolaus; Knecht Ruprecht
Kran: der; -(e)s; Kräne 1 fahrbare Kon¬
struktion mit einem beweglichen u.
langen Ausleger für Bauarbeiten an
hohen Gebäuden, zum Heben von
Lasten o. ä. 2 Gas- od. Wasserhahn
krajnen: krönst; krantest; hast gekrönt
<Technik> mit einem Kran (1) etw. he¬
ben od. befördern
Kran|füh|ren der; -s; - weibl. Kran|füh|-
re|rin: die; - ; -nen Person, die einen
Kran (1) fährt u. bedient
kran|ge|lig/krang|lig: Adj. [landsch.]
quengelnd; ungeduldig; nörgelnd
Krajnich: der; -(e)s; -e großer, langbei¬
niger Wattvogel
krank: Adj. kränker; kränk(e)ste 1 kör¬
perlich od. seelisch nicht gesund 2
[ugs.; abwert.] verrückt; blöd sein 3
etw. macht mich krank: etw. geht mir
auf die Nerven, kann ich nicht mehr
ertragen 4 nach jmdm. krank sein:
[veralt.] sich nach jmdm. innig sehnen
5 sich krank ärgern: sich im besonde¬
ren Maße ärgern 6 a) jmdn. krank
schreiben —» jmdn. krankschrei¬
ben: eine offizielle Bestätigung, ein
Attest ausstellen, daß jmd. zur Zeit
arbeitsunfähig ist b) krank melden
—* krankmelden: dem Arbeitgeber
o. a. (unter Beifügung eines ärztlichen
Attests) anzeigen, daß jmd., man
krank ist 7 vor etw. krank sein: sich
wegen etw. schlecht fühlen; unter etw.
extrem leiden
Kran|ke: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Kranker; eine
Kranke; zwei Kranke) Person, die
nicht gesund ist
Krän|ke|lei: die; -; -en ständiges Krank¬
sein
kran|ken: krankst; kranktest; hast ge¬
krankt in der Wendung an etw.
kranken: 1. an einer Krankheit leiden
2. durch etw. Schwierigkeiten ma¬
chen, haben
krän|ken: kränkst; kränktest; hast ge¬
kränkt jmdn. seelisch verletzen, belei¬
digen
Kran|ken|an|stalt: die; - ; -en Gebäude,
in dem Kranke ärztlich versorgt wer¬
den
Kran|ken|be|richt: der; -(e)s; -e von ei¬
nem Arzt (für einen anderen Arzt) ge¬
schriebener Bericht über den Zustand
usw. eines Patienten
Kran|ken|be|such: der; -(e)s; -e Besuch
bei einem Kranken (im Kranken¬
haus)
Kran|ken|bett: das;-(e)s; -en Liegestät¬
te eines Kranken
Kran|ken|geld: das; -(e)s; -er Leistung
der Sozialversicherung im Falle von
Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit
Kran|ken|gym|na|stik —» Kran|ken|-
gym|nas|tik: die; - ; -en körperliche
Übungen, die speziell auf die zu stär¬
kenden, heilenden Körperbereiche
ausgerichtet sind
Kran|ken|haus: das; -es; -häuser Ort, in
dem Kranke behandelt, operiert, ver¬
sorgt usw. werden
kran|ken|haus|reif: Adj. n. stg. so krank,
daß die Person in einem Kranken¬
haus gesunden muß
Kran|ken|kas|se: die; - / -n Versiche¬
rung, die in einem Krankheitsfall die
durch Krankheit entstandenen Ko¬
sten der Behandlung übernimmt
Kran|ken|kost: die; - ; - Essen, das spe¬
ziell für Kranke hergestellt wird
Kran|ken|la|gen das; -s; - 1 Dauer, die
jmd. krank im Bett verbringen muß 2
[geh.] Betteines Kranken
Kran|ken|pflejge: die; - ; - Pflege, (ärzt¬
liche) Betreuung eines Kranken
Kran|ken|pfle|ger: der; -s; - weibl.
Kran|ken|pfte|ge|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die sich der Pflege von Kranken
widmet, diesen Beruf erlernt hat
Kran|ken|schein: der; -(e)s; -e 1 [ugs.]
offizielle Krankmeldung 2 offizielles
Papier, das die Mitgliedschaft einer
Person bei einer bestimmten Kran¬
kenkasse bestätigt u. bei Ärztbesu-
chen vorzuweisen, vorzulegen ist
Kran|ken|schwe|ster —Kran|k«n|-
schwes|ter die; - ; -n weibliche Per¬
son, die die Pflege von Kranken im
Rahmen einer Berufsausbildung ge¬
lernthat
Kran|ken|ver|si|che|ning: die; - ; -en
Zweig der Sozialversicherung, der in
einem Krankheitsfall für die Behand¬
lungskosten aufkommt
kran|ken|verfsi|che|nings|pflich|tig:
Adj. n. stg. der gesetzlichen Verpflich¬
tung unterliegend, Mitglied bei einer
Krankenkasse zu sein
Kran|ken|wa|gen: der; -s; - Fahrzeug
für die Beförderung von Kranken
Kran|ken|zim|mer das; -s; - Raum, der
für Kranke vorgesehen ist
krank|fei|ern: feierst krank; feiertest
krank; hast krankgefeiert 1 [ugs.] offi¬
ziell krank sein u. deshalb nicht zur
Arbeit gehen 2 [ugs.; scherzh.] von
der Arbeit fembleiben, ohne so krank
zu sein, daß das Zuhausebleiben ge¬
rechtfertigt wäre
krank|haft: Adj. krankhafter; krankhaf¬
teste a) n. stg. durch eine Krankheit
verursacht, bedingt b) nicht den Nor¬
men, Gepflogenheiten entsprechend,
sondern eher wie eine Sucht
Krank|heifc die; ~ ; -en 1 a) anormaler
Zustand in vielen verschiedenen For¬
men, mit unterschiedlich auftreten¬
den Symptomen, Störung der Funkti¬
on eines Organs, Körperteils od. des
seelischen, geistigen Zustands b) o.
PI. Zustand des Krankseins 2
<übertr.> Übel; Negatives; Schlechtes
673
Krankheitsbild
Krank|heits|bild: das; -(e)s; -er Verlauf
der Krankheit u. alle ihre Erscheinun¬
gen
Krank|heits|dau|er: die; - ; -n Zeitspan¬
ne einer Krankheit
krank|heits|er|re|gend: Adj. n. stg. eine
Krankheit auslösend
Krank|heits|er|re|ger. der; -s; - Auslö¬
ser einer Krankheit, einer Infektion
kränklich: Adj. a) ständig krank; nie
ganz gesund b) ständig leidend u.
schwach
krank|ma|chen: machst krank; machtest
krank; hast krankgemacht nicht arbei¬
ten u. dabei offiziell krank sein;
krankfeiem
—> krankmelden: meldest krank; mel¬
detest krank; hast krankgemeldet an¬
zeigen, daß jmd., man krank ist
Krank|mel|dung: die; - ; -en Informa¬
tion an den Arbeitgeber über zeitwei¬
lige Arbeitsunfähigkeit wegen Krank¬
heit
—> krankschreiben: schreibst krank;
schrieb(e)st krank; hast krankge-
■ schrieben <Arzt> Arbeitsunfähigkeit
bescheinigen
Krän|kung: die; - ; -en seelische Verlet¬
zung; Beleidigung
Kran)wa|gen: der; -s; ~ <Technik> Fahr¬
zeug, das den unteren, mit Rädern
versehenen, Teil eines fahrbaren
Krans (1) bildet
Kran|wln|de: die; - ; -n <Technik> Win¬
de, die das Tragseil der Hebemaschi¬
ne dreht
Kranz: der; -es; Kränze 1 kreisrund ge¬
bundene Pflanzen, oft Tannenzweige,
die häufig mit etw. verziert sind 2 etw.
in ringähnlicher Form Angeordnetes
Kränz|chen: das; -s; ~ regelmäßiges Zu¬
sammentreffen von Personen zum
Kaffeetrinken, Kuchenessen o. ä.
Kranz|nie|der|le|gung: die; - ; -en zu
jmds. Andenken od. Ehre wird ein
Kranz an einem bestimmten Ort dar¬
gebracht
Kranz|schlei|fe: die; • ; -n Schleife (mit
Aufschrift), die an einem Kranz befe¬
stigt ist
Kraplfen: der; -s; - Gebäck, das in Fett
gebacken wird (u. entweder Marme¬
lade od. Fleischstückchen als Füllung
hat)
kraß—» krass: <lat.> Adj. krasser; kras¬
seste extrem; außerordentlich; sehr;
stark »Er sagte ihr in krassen Worten
seine Meinung. ♦ Der Unterschied zwi¬
schen Armu. Reich ist in Indien kraß.«
-krat/-kre|tin/-o|krat/-o|kra|tin —>
-k|rat/-k|ra|tin/-o|k|rat/-o|k|ra|tin:
Wortbildungselement (nach einem Vo¬
kal wird >-krat(in)<, nach einem Kon¬
sonanten wird >-okrat(in)<
angehängt) Mitglied, Vertreterin) ei¬
ner bestimmten (herrschenden)
Gruppe, das/der durch das inhaltlich
im Basiswort Ausgedrückte gekenn¬
zeichnet wird »Aristokrat(in) ♦ De¬
mokrat (in)«
Kra|ter: <lat.-gr.> der; -s; - a) trichterför¬
mige Öffnung eines Vulkans b) run¬
des tiefes Loch im Boden
Kra|ter|land|schaft: die; - ; -en trostlo¬
ses, durch geringe od. gar keine Vege¬
tation gekennzeichnetes Gebiet, das
viele Krater aufweist
-kratie/-o|krajtie —> -k|ratie/-o|k|ra|tie:
Wortbildungselement (nach einem Vo¬
kal wird >-kratie<, nach einem Konso¬
nanten wird >-okratie< angehängt)
kennzeichnet eine Verhaltensform,
Herrschaftsform mit dem im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückten als
Träger »Aristokratie ♦ Bürokratie«
Kratt|teR der; -s; • [süddt.] Taugenichts
Kratz|bee|re: die; - ; -n [landsch.j Brom¬
beere
Kratz|bür|ste —» Kratz|bürs|te: die; - ;
-n [ugs.; scherzh.; oft abwert.] wider¬
spenstige (junge) Frau
kratz|bür|stig —» kratz|bürs|tig: Adj.
jmdn. unfreundlich, aggressiv behan¬
delnd, zurückweisend; widerspenstig
Krät|ze: die; - ; -n 1 [landsch.] Korb, der
auf dem Rücken getragen wird 2
Hautkrankheit, die mit Juckreiz ver¬
bunden ist u. durch Milben verur¬
sacht wird
Kratz|ei|sen: das; -s; - eine sich am
Hauseingang befindende Schuhputz¬
matte aus Eisen
krat|zen: kratzt; kratztest; hast gekratzt
1 an einer KörpersteUe mit den Fin¬
gernägeln scheuern, reiben, um einen
Juckreiz zu bekämpfen 2 über etw. in¬
tensiv, stark streichen (um sich be¬
merkbar zu machen) 3 einen Juckreiz
verursachen 4 a) etw. mit einem
scharfen, kantigen Gegenstand ent¬
fernen »Ich mußte heute das Eis von
der Fensterscheibe kratzen.« b) etw.
dünn auf eine Scheibe Brot schmie¬
ren, streichen 5 auf Grund seiner
(schlechten) Qualität ein Gefühl von
Wundsein im Rachenraum hervorru¬
fen 6 schaden; negativ beeinflussen
»Diese Affäre kratzt ganz schön an
seinem Image.« 7 Es kratzt mich
nicht es ist mir egal, gleichgültig
Kfätjzenjkraut: das; -(e)s; -kräuter
Heilmittel gegen Krätze (2)
Krat|zer. der; -s; - 1 Gegenstand, mit
dem etw. geritzt od. geschabt werden
kann 2 a) längliche Wunde b) Kratz¬
spur am Auto
krat|zig: Adj. unangenehmes, rauhes
Gefühl (von Kleidungsstücken) auf
der Haut hinterlassend
krät|zig: Adj. Krätze habend
Krätz|mil|be: die; - ; -n Milbe, die die
Krätze (2) verursacht
Kratz|putz: der; -es; - <Bauw.> kein ge¬
glätteter, sondern ein durch Aufkrat¬
zen der Oberfläche entstandener kör¬
niger Verputz
Kratz[spur: die; - ; -en längliche Spur,
die durch Ritzen gebildet wird
kraulten: <engl.> kraulst; kraultest; hast
gekrault 1 zärtlich mit den Fingern
über den Körper, die Haare, die Fe¬
dern o. ä. eines Lebewesens hin- u.
herfahren, -streichen, streicheln 2 eine
besondere Art zu schwimmen
kraus: Adj. krauser; krauseste 1 a) viele
kleine Locken habend b) nicht glatt,
sondern in unregelmäßigen Linien
verlaufend 2 <übertr.> wirr; ungeord¬
net
Krauslbeetre: die; - ; -n [landsch.] Sta¬
chelbeere
Kraulse: die; - ; -n 1 Dauerwelle 2 ge¬
kräuselter Kragen
Kräulsel: die; ~ ; -n Zusammengerafftes;
Gekräuseltes
kräulseln: kräuselst; kräuseltest; hast
gekräuselt etw. durch eine bestimmte
Handhabung kraus machen, kringeln
kräuseln, sich: kräuselt sich; kräuselte
sich; hat sich gekräuselt sich ringeln
Krauslhaar: das; -(e)s; -e dauerwellen¬
behandeltes od. natürliches sehr lok-
kiges Haar
Krauslkohl: der; -(e)s; - [landsch.]
Grünkohl
Krauslkopf: der; -(e)s; -köpfe 1 [ab¬
wert.] keine klaren Gedanken fassen
können 2 jmd., der krause Haare hat
Kraut: das; -(e)s; Kräuter 1 o. PI. [meist
süddt.; österr.] aus (gesäuertem) Kohl
gewonnene Gemüsebeilage zum Es¬
sen 2 m. PL ähnlich einem Gewürz
verwendete^) Pflanze, Pflanzenteil 3
gegen jmdn., etw. ist kein Kraut
gewachsen: [ugs.] man kommt gegen
jmdn. nicht an, es gibt kein wirksames
Mittel 4 wie Kraut u. Rüben
(durcheinander): totale Unordnung;
Chaos 5 das Kraut nicht fett machen:
[ugs.] nichts helfen, besser machen 6
ins Kraut schießen: a) sich übermä¬
ßig ausbreiten »In den letzten Jahren
schießt der Haß gegen Ausländer ins
Kraut.« b) stark, schnell wachsen
kraulten: krautest; krautetest; hast ge-
krautet [landsch.] Unkraut entfernen
Kraulten der; -s; - 1 [veralt.; salopp]
Person, die Gemüse anbaut 2
[scherzh.] sonderbarer Einzelgänger 3
[abwert.] unwichtiger Handelspartner
od. Arbeiter
Kräulter: die (PI.) Plural von Kraut
Kräulteributlten die; - ; - Butter mit ge¬
hackten Kräutern u. häufig auch mit
Knoblauch
Kräuherlkälse: der; -s; - Käse mit ge¬
hackten Kräutern
Kräulterililkön der; -(e)s; -e Likör mit
Kräuleressenzen
Kräulteritee: der; -s; -s Tee, der u. a. aus
Kräuteressenzen besteht u. zur Hei¬
lung bestimmt ist
Kraut|häup|tel: das; -s; -n [süddt.;
österr.] Kohlkopf
Kraut|kopf: der; -(e)s; -köpfe [süddt!;
österr.] Kohlkopf
KrautMckel (Krautlwiklkel —* Krautl-
wi|ckel): der; -s; • [süddt.; österr.]
Kohlroulade
Kra|wall:der;-(e)s;-ei Unruhe;Lärm;
Krach »Bei dem Krawall kann doch
niemand schlafen.« 2 Aufruhr; Aus¬
schreitung
Kra]wall|ma|cher: der; -s; - weibl. Kra|-
wall|ma|che|rin: die; ~ ; -nen [ugs.; ab¬
wert.] jmd., der Unruhe stiftet
Kra|wat|te: </r.> die; ~ ; -n 1 schmales,
schmückendes Kleidungsstück des
Herrn, das um den Hals gebunden
wird u. lang bis zum Bauch herunter¬
hängt, Schlips 2 einen hinter die Kra¬
watte gießen, stoßen: [ugs.] ein od.
mehrere Gläser Alkohol trinken
Kra|watften|hal)ter: der; -s; - Halter,
mit dem das untere Ende der Kra¬
watte am Hemd befestigt wird
Kra|wat|ten|muf|fel: der; -s; - Mann,
der ungern Krawatten trägt
Kra|wat|ten|na|del: die; - ; -n Schmuck¬
stück, das an der Krawatte befestigt
wird
Kra|wat|ten|zwang: der; -(e)s; -zwänge
Pflicht, eine Krawatte zu trägen
674
Krem
krajxeln: /krakßeln/ kraxelst; kraxel¬
test; bistlhast gekraxelt [besonders
süddt. u. österr.; sonst eher ugs.]
(mühsam) einen steilen Weg, Berg
(hinauf-)gehen
Krea|ti|on —» Kre|a|ti|on: dat.-fro
/kreazion/ die; ~ ; -en a) Schöpfung b)
[geh.] (künstlerischer) Modeentwurf
kreativ —> krejajtiv: dat.-engh /krea-
tif/ Adj. schöpferisch
Krea|ti|vi|tät —> Kre|a|ti|vi|tjtt: /kreati-
mtät/die; - ; - [geh.] Fähigkeit, Neues
zu entwickeln, schöpfen
Krea|tur—» Kre|a|tur: dato die; - ; -en 1
Lebewesen; Geschöpf 2 a) bedauerns¬
werter Mensch b) seltsamer, nicht der
gesellschaftlichen Norm entsprechen¬
der Mensch
Krebs: der; -es; -e 1 <Med.> Krankheit
mit bösartigen Geschwülsten u. Me¬
tastasen, die sich im ganzen Körper
verbreiten können 2 a) <Astrologie>
Stemkreiszeichen b) Person, die im
Tierkreiszeichen Krebs geboren ist 3
<Musik> Ton folge, die umgekehrt ge¬
spielt wird 4 eßbares Meerestier mit
Scheren an den vorderen Gliedma¬
ßen; Gliederfüßler
—> Krebs er|re]gend: s. krebserregend
—* Krebs erlzeutaend: s. krebserzeu¬
gend-
krebjsen: krebst; krebstest; hast/bist ge¬
krebst sich mit etw. abmühen
krebs|erjre|gend —> Krebs er|re|gend:
Adj. bösartige Geschwülste fördernd,
erzeugend
krebs|erjzeu|gend —* Krebs erlzeul-
gend: Adj. bösartige Geschwülste
fördernd, erregend
Krebs|for|schung: die; ~ ; -en <Med.>
Untersuchungen in bezug auf Krebs¬
krankheiten u. deren Behandlung
Krebs|früh|eiiken|nung: die; - ; -en
frühzeitiges Erkennen bösartiger Ge¬
schwülste
Krebs|ge|schwulst: die; - ; -geschwülste
bösartige Geschwulst aus Krebszellen
Krgbs|ge|schwür: das; -(e)s; -e bösarti¬
ges Geschwür aus Krebszellen
krebs|rot: Adj. n. stg. knallrot; tiefrot
Krebs]vor|sor|ge: die; -; -n regelmäßige
Untersuchung zur Früherkennung u.
somit rechtzeitiger Behandlung von
Krebs (1)
Krebs|zel|le: die; - ; -n bösartig entarte¬
te Zelle
kre|den]zen: <lat.-it.> kredenzt; kredenz¬
test; hast kredenzt [geh., sonst
scherzh.] elegant servieren, anbieten
Kre|dit: dat.-it.-fr o der; -(e)s; -e für ei¬
nen festgelegten Zeitraum zur Verfü¬
gung gestellter, geliehener Geldbe¬
trag, für den an den Verleiher Gebüh¬
ren, Zinsen gezahlt werden müssen
Kre|dit|ab|tei|lung: <lat.-it.-fr.; dt.> die;
- ; -en Abteilung einer Bank, die für
Kreditvergabe zuständig ist
krejdit|fä|hig: dat.-it.-fr; du Adj. finan-
ziefl abgesichert sein, um einen Kredit
zu bekommen
Kre|dit|ge|ber: dat.-it.-fr.; dto der; -s; -
Partei, die einen Kredit gewährt
Kre|dit|hai: dat.-it.-fr; niederl.-isländ.t
der; -s; -e [ugs.; abwert.] jmd., der
Kredite (oftmals an Personen, die bei
keinem Geldinstitut eine Darlehen er¬
halten) vergibt u. extrem hohe Zinsen
verlangt
kre|di|tie|ren: dat.-it.-fr.> kreditierst;
kreditiertest; hast kreditiert jmdm. ei¬
nen Kredit gewähren
Kre|ditjin|stiftut —> Kre|dit|in|s]ti|tut:
dat.-it.-fr.; lau das; -(e)s; -e Unter¬
nehmen (meist Bank, Sparkasse
usw.), das mit Krediten Geschäfte be¬
treibt
Kre]d]t|kar|te: dat.-it.-fr.; du die; - ; -n
Plastikkarte, die zum bargeldlosen
Bezahlen benutzt wird
Kre|djt|lauf|zeit: dat.-it.-fr.; dt.> die; - ;
-en Zeitspanne, über die ein Kredit
gewährt wird
Kre|djt|markt: dat.-it.-fr; dt.> der; -(e)s;
-markte volkswirtschaftlicher Teil¬
markt für langfristige u. kurzfristige
Kredite
Kre|dit]neh|mer. dat.-it.-fr.; dto der; -s;
- weibl. Kre|dit|neh|mejrin: die; - /
-nen Person, Firma, der ein Kredit ge¬
währt wird
Kre|dit|we|sen: dat.-it.-fr.; dt.> das; -s; -
der gesamte Bereich des Darlehenge¬
schäftes
Kre(dit|wirt|schaft: dat.-it.-fr.; du die;
~ ; -en Wirtschaft in bezug auf Kredit¬
gewährungen
kre|dit|wür|dig: dat.-it.-fr.; du Adj. die
Voraussetzung erfüllend, einen Kre¬
dit gewährt zu bekommen
kre|gei: Adj. kregler; kregelste [nordd.]
psychisch u. physisch sehr flexibel;
immer zum Kampfbereit
Krei|de: dato die; - ;-n1 weiß färbender
Kalkstein 2 Kreide fressen: [ugs.] sich
zurückhalten; sich friedfertig geben,
erscheinen 3 a) in der Kreide stehen,
sein: [ugs.] jmdm. Geld schulden b) in
die Kreide geraten: [ugs.] Schulden
machen
krei|de|bleich: Adj. n. stg. weiß wie eine
Wand; sehr blaß
Krei|de|for|ma|ti|on: die; - ; -en (Geolo¬
gie> jüngster Abschnitt des Mesozoi¬
kums
krei|den: kreidest; kreidetest; hast ge¬
kreidet [selten] etw. mit Kreide zeich¬
nen, abstecken
krej|dejwe]ß: Adj. n. stg. blaß wie Krei¬
de seiend
Krei|de|zeit: die; - ; - <Geologie> jüngste
Zeitabschnitt des Mesozoikums
krelielren: dat.-fr.> /kre-iren/ kreierst;
kreiertest; hast kreiert [geh.] a) schaf¬
fen; erschaffen; erstellen »Sie hat ei¬
nen neuen Modestil kreiert.« b) erst¬
mals herausbringen
Kreis: der; -es; -e 1 runde geometrische
Figur 2 Gemeinschaft einer (zusam¬
mengehörenden) Personengruppe;
Gruppierung »im Kreis der Familie« 3
jmdm. dreht sich alles im Kreis:
[ugs.] jmdm. ist schwindelig 4 jmds.
Kreise stören: jmdn. bei einer Tätig¬
keit stören 5 (immer weitere, größe¬
re) Kreise ziehen: etw. weitet sich aus
u. betrifft immer mehr Personen 6 wir
kriegen den Kreis schon eckig: [ugs.;
scherzh.] das kriegen wir schon hin;
das schaffen wir 7 sich im Kreis dre¬
hen, bewegen: nicht weiterkommen;
keine Lösung o. ä. finden 8 im eng¬
sten Kreise: nur unter wenigen u.
sehr vertrauten Personen
Kreis|ab|schnitt: der; -(e)s; -e <Geome¬
trie> Segment
Kreis|amt: das; -(ejs; -ämter Amt für
einen Gemeindekreis
Kreis|arzt: der; -es; -ärzte weibl. Kreis|-
ärzftin: die; - ; -nen bei einem Stadt¬
od. Landkreis angestellter Amtsarzt
Kreis|aus|schnitt: der; -(e)s; -e Geo¬
metrie) Sektor
Kreisjbahn: die; - ; -en runder, kreisför¬
miger Weg, Streckenverlauf
Kreis|bo|gen: der; -s; -bögen Geome¬
trie» Teil der äußeren Linie eines Krei¬
ses
krei|schen: kreischst; kreischtest; hast
gekreischt a) laut, unangenehm
schreien; mit der Stimme ein hohes,
langgezogenes, schrilles Geräusch er¬
zeugen b) erzeugen eines lauten,
schrillen Geräuschs durch eine Ma¬
schine, z. B. eine Säge
Kreis(durch|mesfser: der; -s; - Linie
durch den Mittelpunkt eines Kreises,
doppelter Radius
Kre]|sel: der; -s; - 1 [schweiz.] Kreisver¬
kehr 2 starrer, symmetrischer, sich
drehender Körper
Krei|sel|kom|paB —» Krei|sel|kom|-
pass: der; -kompasses; -kompasse
<Schiffahrt> Kompaß, der an der
Drehachse eines ständig rotierenden
Kreisels ausgerichtet ist
krei|sen: kreist; kreistest; bistjhast ge¬
kreist sich in Kreisen um etw. herum¬
bewegen
Kreis|flä|che: die; - ; -n Fläche eines
Kreises
kre|s|för|mig: Adj. n. stg. rund(lich)
Kreislauf: der; -(e)s; -laufe 1 o. PI.
<Med.> Blutzirkulation im Körper 2
etw. sich immer u. stetig Wiederho¬
lendes »der Kreislauf der Jahreszei¬
ten«
Kreis|läu|fer: der; -s; - weib. Kreis|läu|-
fe|rtn: die; - ; -nen <Handball> Hand¬
ballerin), der/die sich im Angriff am
Wurfkreis aufhält
Kreis|lauf|kol|laps: der; -es; -e <Med.>
Zusammenbruch des Kreislaufes (1)
Kreis|lauf|stö|rung: die; - / -en <Med.>
Unterbrechung der normalen Kreis¬
lauffunktionen
Kreis|lauf[ver[sa|gen: das; -s; - <Med.>
Versagen der normalen Kreislauf¬
funktionen
Kreis|li|nie: die; - ; -n Linie, die der
Form eines Kreises entspricht
Kreis(sä]ge: die; - ; -n elektrische, mit
runder Säge ausgestattete Maschine
KreiB|saal: der; -(e)s; -säle <Med.>
Raum eines Krankenhauses, in dem
Mütter ihre Kinder zur Welt bringen
Kreisstadt: die; - ; -Städte Stadt, in der
mehrere Gemeinden verwaltet wer¬
den
Kreis|strom: der; -(e)s; -ströme <Elek-
trot.> geschlossener Stromkreislauf
Kreis|ver|kehr: der; -(ejs; - <Ver-
kehrsw.) Form der Straßenführung,
bei der die Verkehrsteilnehmer um ei¬
nen in der Mitte liegenden Platz her¬
um fahren
Kreis|wehrjerfsatz]amt: das;-(e)s; -äm¬
ter niedrigste Wehrersatzdienststelle
in einem Kreis
Krem: die; - ;-su.[ugs.] der; -s; -e u. -sl
Creme—> auch Kre|me: die; - ; -s u.
-n 1 Salbe, die der Pflege der Haut
dient 2 Süßspeise, die häufig als
675
Kremation
Nachtisch gegessen od. als Füllung
bei Torten u. Kuchen verwendet wird
Kre|ma|ti|on: dat> /kremazion/ die; - ;
-en Vorgang der Verbrennung u. Be¬
stattung einer Leiche
Kre|ma|ta|ri|um: <lat.> das; -s; Kremato¬
rien Ikrematorimf Einäscherungsan¬
stalt, Verbrennungsanstalt für Lei¬
chen
—* Kre|me: s. Creme
Kreml: der; -s; - 1 im Mittelalter ein
burgartiger Stadtteil u. Verteidi¬
gungszentrum in den Städten Russ¬
lands 2 a) Sitz der Regierung Ru߬
lands in Moskau b) <übertr.> russische
Regierung
Kremlpe: die; - ; -n (flacher) Rand eines
Hutes
Krem|pel: der; -s; - Jugs.; abwert.] a) un¬
nützes Zeug; überflüssige, ungeord¬
nete Dinge b) persönliche Dinge einer
Person Syn.: Kram
krem|peln: krempeist; krempeltest; hast
gekrempelt Umschlagen
Kren: der;-(e)s; - [österr.) Meerrettich
kre|pje|ren: dat.-it.> krepierst; krepier¬
test; bist krepiert a) <Tier> verenden;
sterben b) (Mensch» [ugs.] elend ster¬
ben
Krepp: der; -s; -s u, -e gewelltes, rauhes
(Gewebe-)Material
Kreppa|pier (Krepp|pa|pier) —* immer
mit ppp: Krepp|pa|pier/Krepp-Pa|-
pjen dat.-it.-fr.'> das; -(e)s; -e in enge,
unregelmäßige Falten gelegtes Papier
Krepp|soh|le: die; ~ ; -n dicke Schuh¬
sohle, die aus porigem Kautschuk be¬
steht
Kre|scen|do —» Kre|s[cen|do: dt.>
/kreschendo/ das; -s; -s u. Krescendi
<Musik> langsames, kontinuierliches
Lauterwerden
Kre|sol: das; -s; - (Chemie» aromatischer
KohlenwasserstofT, zur Desinfektion
geeignet
Kres|se: die; - ; -n Salat- u. Gewürz¬
pflanze
Kres|zenz: dat.> die; - ; -en Wachstum;
Herkunft (edler Weine)
Kre|ti|nis|mus: <gr.> der; -; - <Med.> psy¬
chische u. physische Verkrüppelung
kre|ti|no|id: <gr.> Adj. n. stg. (Med.» zu
Schwachsinnigkeit neigend
Kreuz: dat.> das; -es; -e 1 Gegenstand
aus einem senkrechten Balken, der ei¬
nen waagerechten Balken mittig im
oberen Drittel der Senkrechten
schneidet 2 a) christliches Symbol
(wie Kreuz 1) b) christliches Zeichen,
indem mit der rechten Hand die Stirn,
dann die Brust zunächst in der Mitte,
danach links u. zuletzt rechts berührt
wird 2 Leid; Last; Bürde »Das Leben
ist ein. Kreuz.« 3 unterer Teil des Rük-
kens 4 o. PI. Spielfarbe im Karten¬
spiel; höchste Spielfarbe im Skat 5
das, ein Kreuz machen, schlagen:
<kath. Religion» das Kreuzzeichen
machen; sich bekreuzigen 6 a) jmdm.
etw. aus dem Kreuz leiern: [ugs.] (mit
viel Überredung u. Mühe) etw. von
jmdm. bekommen b) jmdm. das
Kreuz aushängen: [ugs.] <meist als
Drohung gemeint» jmdn. kräftig ver¬
prügeln 7 drei Kreuze (hinter jmdn.,
etw.) machen: [ugs.] froh darüber
sein, daßjmd. gegangen, etw. erledigt
ist 8 es ist ein Kreuz mit jmdm.: [ugs.]
es ist schwierig mit jmdm. 9 zu Kreu¬
ze kriechen: [ugs.] kleinlaut, demütig
nachgeben 10 jmdn. aufs Kreuz
legen: [ugs.] a) jmdn. hereinlegen b)
[ugs.] jmdn. zum sexuellen Verkehr
bewegen 11 das sollst du am Kreuze
bereuen: [scherzh.] das wirst du noch
büßen 12 mit jmdm. über Kreuz sein,
stehen: [ugs.] zu jmdm. kein gutes
Verhältnis haben; sich nicht gut ver¬
stehen 13 aufs Kreuz fallen: [ugs.] a)
verblüfft, erstaunt, überrascht sein b)
einen Reinfall, Mißerfolg erleben
Kreuzfas —*■ Kreuzfass: dar.; dt.> das;
-asses; -asse Spielkarte
Kreuzlband: dat.; dt.> das; -es; -bänder
<Anat.» das Kniegelenk stabilisieren¬
des, gekreuzt liegendes Band im Be¬
reich des Kniegelenkes
Kreuz|bein: dat.; dt.> das; -(e)s; -e
<Anat.> aus 5 Wirbeln bestehender
Knochen am unteren Ende der Wir¬
belsäule
Kreuzlblütller: der; -s; - <Bio.» Pflanze
mit Blütenblättern, die ein Kreuz bil¬
den »Raps ist ein Kreuzblütler.«
kreulzen: dat.> kreuzt; kreuztest; hast
gekreuzt 1 a) schräg über etw. hinweg¬
führen; sich überschneiden »Die Stra¬
ße kreuzt die Bahnschienen.« b) schräg
übereinanderlegen »die Beine
kreuzen« 2 verschiedene Rassen beim
Züchten vereinigen »einen Esel mit ei¬
nem Pferd kreuzen« 3 bist/hast hin u.
her fahren
Kreulzer der; -s; - 1 Silbermünze vom
13. - 19. Jhd., im deutschsprachigen
Gebiet 2 <Segelsport> größeres Schiff,
das mit Segeln ausgestattet ist
Kreulzeslweq: dat.; dt.> der; -(e)s; der
von Christus mit dem Kreuz zurück¬
gelegte Weg durch die Straßen von Je¬
rusalem
Kreulzeslzeilchen: dat.; dt.> das; -s; -
das mit den Händen vollzogene
Nachzeichnen des Kreuzes
Kreuzfahlrer: dat.; dt.> der; -s; - weibl.
Kreuzlfahlrelrin: die; -; -nen 1 Person,
die an einer Kreuzfahrt teilnimmt 2
nur männl. Form Kreuzritter
Kreuzfahrt: dat.; dt.> die; - ; -en 1 Ur¬
laubsreise mit einem Schiff 2 Kreuz¬
zug
Kreuzlaelwöllbe: dat.; dt.> das; -s; -
(Archit.» Wölbkonstruktion über
quadratischem od. rechteckigem
Grundriß aus zwei sich rechtwinklig
durchdringenden, gleich hohen Ton¬
nengewölben
kreulzilaen: kreuzigst; kreuzigtest; hast
gekreuzigt jmdn. an ein Kreuz nageln
(od. binden) u. daran hängend ster¬
ben lassen
Kreulzilnunq: dat.> die; - ; -en 1 Todes¬
strafe für Sklaven u. Schwerverbre¬
cher im Altertum durch das Festna¬
geln (od. Binden) an ein Kreuz; Hin¬
richtung an einem Kreuz 2 Bild vom
gekreuzigten Christus
Kreuzlotlter dat.; du die; ~ ; - bis zu l
m lange, graue bis schwarzbraune,
giftige Viper
Kreuz|reim: dat.; dt.> der;-(e)s; -e (Lite-
raturwiss.» gekreuzte Reimstellung
nach dem Schema a b a b
Kreuzlrißter. dat.; du der; -s; - 1 jmd.,
der dem deutschen Orden angehört 2
jmd., der an Kreuzzügen teilgenom¬
men hat
Kreuz|schlitz|schrau|be: dat.; dt.> die;
- ; -n Schraube mit gekreuzten
Schlitzen
Kreuz|schmerz: dat.; du der; -es; -en
[ugs.] Schmerzen im Bereich der unte¬
ren Wirbelsäule
Kreuz|schna|bel: dat.; dt.> der; -s; - Vo-
gei aus der Gattung der Finkenvöge)
Kreuz|schraujbe: dat.; dt.> die; ~ ; -n
Schraube, die einen mit Kreuzschlitz
versehenen Kopf hat
Kreuz|spin|ne: dat.; du die; ~ ; -n Spin¬
nen mit kreuzförmiger Zeichnung auf
dem Rücken
Kreuz|stich: dat.; dt.> der; -(e)s; -e
<Handarbeit> Stickart, bei der je zwei
Fäden ein Kreuzmuster bilden
Kreulzunq: dau die; - ; -en 1 <Bio.> Mi¬
schung unterschiedlicher Erbanlagen
von Pflanzen od. Tieren 2 <Ver-
kehrsw.» Ort, wo zwei od. mehrere
Wege, Straßen aufeinandertreffen
Kreuz|ver|hör dat.; du das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Art eines Nachfragens bei
der Zeugenvernehmung durch den
Staatsanwalt, od. Verteidiger
Kreuz Iweq: dat.; dt.> der;-(e)s;-e< kath.
Kirche» Gang, Weg mit Bildern vom
Leidensweg, den Stationen bis zur
Hinrichtung, Kreuzigung Jesus Chri¬
stus
Kreuzlweh: dat.; dt.> das; -s; - [ugs.]
Kreuzschmerzen
kreuzlweilse: dat.; du Adv. [ugs.] a) wie
ein, ähnlich einem Kreuz (1) geformt
b) du kannst mich mal kreuzweise:
[derb] Ablehnung bekundender Aus-
pruch
Kreuz|wort|rät|sel: dat.; du das; -s; ~
Buchstabenrätsel in waagerechten u.
senkrechten sich kreuzenden Reihen,
so daß Überschneidungen von Buch¬
staben auftreten
Kreuz|zug: dat.; dt.> der; -(e)s; -züge 1
von den christlichen Völkern unter¬
nommene Kriege vor allem zur Er¬
oberung Palästinas in der Zeit vom
11. bis zum 13. Jhd. 2 <übertr.» heftige
Aktion zugunsten od. gegen etw. od.
jmdn.
Kre|vet[ta/Cre|vet)te: dat.> /krewett^/
die; -; -n eßbare Garnele(nart)
Krh(s).: Abk. Krankenhaus
krib|be|lig/krib|blig: Adj. [ugs.] beunru¬
higt; nervös; nicht im seelischen
Gleichgewicht
krib|beln: kribbelt; kribbelte; hat gekrib¬
belt 1 in einem Körperteil (aufgrund
von Durchblutungsstörungen) juk-
ken, (wie mit kleinen Nadeln) stechen
2 unbedingt etw. tun wollen »Es krib¬
belt mir in den Händen, endlich mit der
Arbeit anzufangen.« 3 kribbeln u.
krabbeln: [ugs.] in großer Anzahl hin-
u. herlaufen
Krib|bel|was|seR das; -s; ~ [ugs.] Ge¬
tränk mit Kohlensäure
kribb|lig/krib|bejlig: Adj. beunruhigt;
nervös; nicht im seelischen Gleichge¬
wicht »Ich bin heute ganz kribblig.«
kncke|lig (knk|ke|lig —» kij|cke|lig):
Adj. [landsch.] a) undeutlich, nicht
od. nur schwer lesbar schreibend, ge¬
schrieben b) nörgeld; meckernd
Knckel|kra|kel (Krikjkelfkrafkel —»
Kri|ckel|kra|kel): das; -s; - undeutli-
676
kriminell
che, nicht od. kaum lesbare (Hand-)
Schrift
krick|llg: Adj. [landsch.] a) undeutlich;
nicht od. nur schwer lesbar schrei¬
bend b) nörgeid; meckernd
kiiefchen: kriechst; kroch(e)st; bist/
hast gekrochen 1 bist a) sich dicht über
dem Boden fortbewegen b) sich sehr
langsam fortbewegen 2 ist dicht über
der Erdoberfläche u. nicht nach oben
wachsen 3 bist/hast sich in einer als
äußerst negativ, widerlich empfunde¬
nen Weise unterwürfig verhalten »Er
kriecht vor seinem Chef.« 4 was da
kreucht u. fleucht: [geh.] (mit lautli¬
cher Abwandlung wegen des Reimes)
alle Lebewesen (Tiere zu Lande u. in
der Luft)
Kne|cher: der; -s; - weibl. Krie|che|rin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die ver¬
sucht, sich (durch Unterordnung)
einzuschmeicheln
Kriechspur: die; -; -en 1 Spur, die jmd.
od. ein Tier auf dem Boden der Erde
hinterläßt 2 Spur auf Autobahnen,
Straßen auf der nur sehr langsam ge¬
fahren werden darf
Kriech|tem|po: das; -s; -s u. -tempi (PI.
s.) [abwert.] extrem langsame Fortbe¬
wegung (mit Fahrzeugen)
Kriechtier: das; -(e)s; -e Reptil; Tier
mit einer Schuppenhaut, das sich den
Temperaturen anpassen kann
Krieg: der;-(e)s; -e 1 Konflikt zwischen
Völkern, der mit militärischen Mit¬
teln u. Waffengewalt ausgetragen
wird 2 im Krieg bleiben: [verhüll.] als
Soldat im Krieg fallen, sterben 3 das
Kriegsbeil ausgraben/begraben:
[ugs.; scherzh.) einen Streit anfangen/
beenden 4 a) mit jmdm. auf dem
Kriegsfuß, -pfad stehen, leben: [ugs.]
mit jmdm. (schon lägere Zeit) Streit
haben b) mit etw. auf dem KriegsfuB,
•pfad stehen: [ugs.] etw. nicht beson¬
ders gut können, beherrschen
—> Krieg füh|rend: s. kriegführend
krie]gen: kriegst; kriegtest; hast gekriegt
1 [ugs.] a) etw. bekommen, erhalten
»Du kriegst ein Geschenk. • Er kriegte
ein Telegramm.« b) etw. erhalten, was
jmd. einem schuldet, was einem recht¬
mäßig zukommt »Ich kriege noch das
Buch von dir. • Er kriegt drei Wochen
Urlaub. ♦ Er kriegt Krankengeld.« 2
[ugs.] etw. schaffen, erreichen »Das
kriegen wir geregelt.« 3 a) krank wer¬
den; sich ein Leiden zuziehen »Das
Kind kriegt Fieber, die Masern.« b)
von etw. (plötzlich übermannt
werden) »Ich kriege Angst.« 4 eine
Person zu etw. veranlassen »Ich krieg
ihn noch dazu, ordentlich zu werden.«
5 eine Person Enden 6 zuviel kriegen:
[ugs.] die Geduld, Beherrschung ver¬
lieren ? es mit jmdm. zu tun kriegen:
[ugs.] Ärger, Streit mit jmdm. bekom¬
men 8 ein paar kriegen: [ugs.] Ohrfei¬
gen, Schläge bekommen
krie|ge|risch: Adj. angriffslustig
krieg|füh|rend —» Krieg füh|rend: Adj.
n. stg. mit einem Staat o. ä. eine mili¬
tärische Auseinandersetzung habend;
sich bekämpfend
Kriegsjausfbruch: der; -(e)s; -bräche
Anfang einer militärischen, kämpferi¬
schen Auseinandersetzung
Kriegs|aus|zeich|nung: die; - ; -en Belo¬
bigung für eine Tat während des
Krieges
kriegs|be|dingb Adj. aufgrund eines
Krieges
Kriegs|be|ginn: der; -(e)s; -e Anfang ei¬
ner militärischen, kämpferischen
Auseinandersetzung
Kriegs[beil: das; - fejs; -e 1 indianische
Steitaxt 2 a) das Kriegsbeil
begraben: Streit beenden »Laß’ uns
doch das Kriegsbeil begraben.« b)
das' Kriegsbeil ausgraben: Streit be¬
ginnen
Kriegs|be|ma|lung: die; - ; -en 1 a) <In¬
dianer> Anmalen von Gesicht u. Brust
b) [ugs.; scherzh.] Tragen aller Orden
usw. 2 [ugs.; abwert.] auffälliges
Schminken 3 in voller Kriegsbema¬
lung: [ugs.; scherzh.] a) (auffällig) ge¬
schminkt b) mit allen (militärischen)
Orden u. Ehrenzeichen
Kriegs|be|richt: der; -(e)s; -e Nachrich¬
ten aus Kriegsgebieten u. von Kriegs¬
ereignissen
kriegs|be|schä|digt: Adj. körperliche,
seelische Verletzung des Körpers (1 a)
durch einen Krieg
Kriegs|dich|tung: die; - ; -en Gedichte,
die vom Krieg handeln
Kriegsdienst der; -(e)s; -e Dienst als
Soldat für das Vaterland (in einem
Krieg)
Kriegs|dienst|geg|ner: der; -s; - weibl.
Kriegs|dienst|geg|ne|rin: die; - ; -nen
Person, die den Dienst bei dem Mili¬
tär, der Bundeswehr ablehnt u. ver¬
weigert
Kriegs|dienst|verjwei|ge|rer: der; -s; -
Person, die den Dienst bei dem Mili¬
tär, der Bundeswehr ablehnt u. ver¬
weigert
Kriegs|dienst|ver|wei|ge|rung: die; - ;
-en Ablehnung u. Weigerung, beim
Militär, der Bundeswehr als Soldat zu
dienen
Kriegs|ent|schä|di|gung: die; - ; -en
Leistungen, Zahlungen o. ä., die ein
Staat, der einen Krieg verloren hat,
an den Sieger entrichtet
Kriegs|er|eig[nis: das; -ses; -se Gesche¬
hen während des Krieges
Kriegs|er|klä|mng: die; - ; -en Bekannt¬
machung des Krieges
Kriegs|fall: der; -es; -fälle Tatsache, daß
ein Krieg herrscht, eintritt
Kriegs|fuh|rung: die; - ; -en strategi¬
sche, militärische Kriegsleitung
Kriegs|fuB: in der Wendung a) mit
jmdm. auf Kriegsfuß stehen: mit ei¬
ner Person Streit haben b) mit etw.
auf dem KriegsfuB stehen: etw. nicht
können, nicht beherrschen
Kriegs|ge|fan|ge|ne: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.; ein Kriegs¬
gefangener; eine Kriegsgefangene;
zwei Kriegsgefange) Person, die wäh¬
rend des Krieges von der gegneri¬
schen Partei gefangengenommen, in
Haff genommen wird
Kriegs|gejfan|gen|schaffc die; -; -en In¬
haftierung, Gefangenschaft während
des Krieges
Kriegs|geg|ner: der; -s; - Feind; militä¬
rischer Gegner
Kriegs|ge|ne|ra|ti|on: die; - / -en Gene¬
ration, die einen od. mehrere Kriege
erlebt hat
Kriegs|hin|ter|blie|be|ne: der u. die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.; ein Kriegs¬
hinterbliebener; eine Kriegshinterblie¬
bene; zwei Kriegshinterbliebene) An-
gehörige(r) eines im Krieg gefallenen
Soldaten
Kriegs|hin|ter|blie|be|nen|für|soijge:
die; - ; -n Versorgung der Angehöri¬
gen von im Krieg gefallenen Soldaten
Krfegs|in|va|li|de: der; -n; -n im Krieg
dauerhaft verletzte, geschädigte Per¬
son
Kriegs|op|fer: das; -s; - [amtssprl.] Per¬
son, die im/dureh den Krieg geschä¬
digt ist
Kriegs|op|feijveijsorjgung: die; - / -en
(PI. s.) [amtssprl.] Versorgungslei¬
stung für die durch den Kriegsdienst
od. durch Kriegsgefangenschaft Ge¬
schädigten od. Hinterbliebenen
Kriegs|schau|platz: der; -es; -platze
Ort, an dem militärische, kriegerische
Kämpfe stattfindet
Kriegs|schiff: das; -(e)s; -e bewaffnetes
Schiff der Marine; dem Seekrieg die¬
nendes u. entsprechend ausgestattetes
Schiff
Kriegs|ver|let[zung: die; -; -en körperli¬
cher od./u. seelischer Schaden durch
den Krieg
kriags|ver|sehrt: Adj. n. stg. durch den
Krieg seelisch od. körperlich verletzt
Kri|ml: Kurzw. der; -s; -s [ugs.] Krimi¬
nalroman, -film = Erzählung, Film
mit einem Verbrechen als Gegen¬
stand, Thema
Kri|mi|nal|film: der; -(e)s; -e Darstel¬
lung einer Kriminalgeschichte im Ki¬
no od. Fernsehen
Kri|mi|naljge)schich|te: die; • ; -n 1 Ro¬
man, in dessen Handlungsmittel¬
punkt ein Verbrechen steht 2 Historie
der Kriminalistik
kri|(ni|na|li|s|e]ren: kriminalisierst; kri¬
minalisiertest; hast kriminalisiert 1
jmdn. in Versuchung bringen, etw.
Unrechtes zu machen 2 eine Person
(fälschlich) als Verbrecher darstellen
3 eine Vorgehensweise (gesetzlich)
zum Verbrechen erklären
Kri|mi|na|l||stik —> Kri|mi|na|lis|tilc die;
- ; - Lehre über das Verhindern u.
Aufdecken von Straftaten
Kri|mi|na|littjjt die; - ; -1 alle Handlun¬
gen, die strafbar sind 2 das Begehen
einer strafbaren Handlung
Kri|mi|nal|kom|mis|sar: der; -s; -e weibl.
Kri|mi|nal|kom|mis|sa|rin: die; - ; -nen
Kommisar(in), Polizeibeamte(r) für
Verbrechensaufklärung
Kri|mi|nal|po|li|zei: die; - ; - Abteilung
der Polizei, die für das Verhindern u.
Aufdecken von Verbrechen zuständig
ist
Kri|mi|nal|ro|man: der;-(e)s: -e Roman,
in dessen Handlungsmittelpunkt ein
Verbrechen steht
Kri|mi|nal|sta|ti|stik —* Kri|mi|nal|sta|-
tisftik: die; - ; -en offizielle Aufzäh¬
lung aller strafbaren Handlungen, die
in einem bestimmten Zeitraum erfolgt
sind
Kri|mi|nal|projzeß —> Kri|mi|nal|pro|-
zess: der; -prozesses; -prozesse [ver-
alt.[Strafprozeß
kri|mi|netl: <lat.-fr.> Adj. 1 nicht den Ge¬
setzen gemäß, sondern strafbar 2
677
Kriminelle
[ugs.] äußerst empörend; skandalös;
gefährlich für andere
Kri|mi|nel|le: (fr.-lat.y der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Krimi¬
neller; eine Kriminelle; zwei
Kriminelle) Person, die strafrechtlich
gesehen eine Tat begangen hat, die
nach dem Gesetz nicht korrekt war
Kri|mi|no|lo|g|e: <gr.> die; - ; - alle
Aspekte des Verbrechens, der Verbre¬
chensbekämpfung behandelnde Wis¬
senschaft
Krimjsekt: der; -(e)s; -e Sekt von der
Krim
Krims|krams: der; - u. -es; - [ugs.] un¬
nütze Gegenstände
Krinjgel: der; -s; - kranz-, kreisförmiger
Gegenstand; Verzierung
krin|ge|lig: Adj. 1 in der Form eines
Kringels 2 sich kringelig lachen: sehr
erheitert sein, sich kaputtlachen
krin|geln: kringelst; kringeltest; hast ge-
kringelt a) in die Form eines Kringels
bringen bj locken »Haare kringeln«
Kri|po: Kurzw. die; ~; - Kriminalpolizei
Krjpjpe: die; - ; -n 1 Modell eines Stalls
mit der biblischen Darstellung von
der Geburt Jesu 2 Futterrinne für Tie¬
re 3 Einrichtung, in der Kleinstkinder
betreut werden
Krip[penffi|gur: die; ~ ; -en dargestellte
Person, die der Krippe (1) zugehörig
ist
Kriplpenfspiel: das; -(e)s; -e Theater¬
spiel mit dem Thema der Geburt
Christi
Kri|se: <gr.> die; - ; -n 1 a) Höhepunkt ei¬
ner gefährlichen Entwicklung, einer
gefährlichen Situation b) problemati¬
sche Situation, Lage »Die Wirtschaft
steckt in einer Krise.« 2 [ugs.] Streitig¬
keit
Kri|sen|ge|biet: <gr.; dt.> das; -(e)s; -e
Region, in der es zu vielen gefährli¬
chen Vorfällen kommt
Kri|sen|herd: <gr.; dt.y der; -(e)s; -e Re¬
gion, in der es zu vielen gefährlichen
Vorfällen kommt
Kri|sen|si|tua|ti|on —> Kri|sen|si|tu|a|ti|-
on: <gr.; lat.-fr.> die; - ; -en gefährli¬
che, angespannte Situation
Kri|sen|stab: <gr.; dt.y der; -(e)s; -stöbe
Personengruppe, die sich mit der Be¬
wältigung einer Problemsituation
auseinandersetzt
Kri|stall —> Kristall: <gr.-lat.y der;
-(e)s; -e 1 gleichmäßig angeordneter
fester Körper, in dem die Atome, Mo¬
leküle od. Ionen raumgitterartig an¬
geordnet sind 2 Gegenstände aus Kri¬
stall (1) od. geschliffenem Glas; Kri¬
stallglas
Kri|stalleuch|ter (Kri|stall|leuch|ter) —»
immer mit 111: Kris|tallpeuch|ter/Kris|-
tall-Leuchlter: <gr.-lat.; dt.y der; -s; -
Leuchter aus Kristall
Kri|stall|glas —> Kris|tall|glas: (gr.-lat.;
dt.y das; -es; -gläser Glas aus geschlif¬
fenem Kristall
Kri|stal|li|sa|ti|gn —» Kris|tal|li|sa|ti[pn:
<gr.-lat.-fr.y die; - ; -en <Chemie> Ab¬
scheiden von Kristallen aus Lösun¬
gen durch Schmelzen od. Dämpfen
Kri|stal|li|sa|ti|ons|punkt —» Kris|tal|li|-
sa|ti|pns|punkt: (gr.-lat.-fr.; dt.y der;
-(e)s; -e a) <Chemie> Temperatur, bei
der die Kristallisation stattfindet b)
<übertr.> zentraler Punkt, an dem alles
zusammenkommt
krijstall|klar —> kris]tall|klar: (gr.-lat.;
dt.y Adj. n. stg. 1 vollkommen klar,
ohne jede Trübung 2 <übertr.> eindeu¬
tig; ohne Frage
—» KristtallHeuchlter/KristtaH-Leucbl-
ter: s. Kristalleuchter
Kri|stall|nacht —» Kris|tall|nacht: (gr.-
lat.; dt.y die; - ; -nächte kurz für [ver¬
hüll.] Reichskristallnacht = die
Nacht vom 9. auf den 10. November
1938 in Deutschland, eine Pogrom¬
nacht, in der zahlreiche jüdische Ge¬
schäfte zerschlagen, zerstört wurden,
jüdische Mitbürger mißhandelt wur¬
den
Kri|stail|zucker (Kri[stall|zuk|ker —>
Kri$jtall|zu|cker): (gr.-lat.; ind.-arab.-
it.y der; -s; - Zucker, der veredelt
wurde
Kri|te|ri|um: <gr.-lat.y das; -s; Kriterien
/kriterim/ unterscheidendes Merk¬
mal; Maßstab für eine Entscheidung,
ein Urteil)
Kriftjk: (gr.-Iat.-fr.y die; - ; -en 1 Stel¬
lungnahme zu etw.; Beurteilung 2 un¬
ter aller, jeder Kritik: [ugs.] absolut
miserabel
Kri|ti|ka|ster—> Kri|ti|kas|ter: der; -s; -
[geh.; abwert.] Person, die kleinka¬
riert kritisiert
Kr]|ti|ken dat.-gr.y der; -s; - weibl. KrlJ-
ti|ke|rin: die; ~ ; -nen Person, die Kri¬
tik (I) übt, die beruflich Kritiken ver¬
faßt
kri|tisch ugr.-lat.-fr.y Adj. 1 (streng) prü¬
fend 2 bedenklich; gefährlich 3 einen
Grenzbereich kennzeichnend
kri|ti|sie|ren: (gr.-lat.-fr.y kritisierst; kri¬
tisiertest; hast kritisiert a) etw., jmdn.
einschätzen, beurteilen, gute u./od.
schlechte Seiten o. ä. heraussteilen,
anmerken »Er kritisierte die
Entscheidung.« b) beanstanden; ta¬
deln
krit|te|lig: Adj. [abwert.] keinkariert
denkend
Krit[ze|lej: die; - ; -en [ugs.; abwert.] un¬
deutlich, kaum od. gar nicht leserlich
Geschriebenes
krit|ze|)ig: Adj. [ugs.; abwert.] undeut¬
lich, unleserlich schreibend, geschrie¬
ben
krit|zeln: kritzelst; kritzeltest; hast ge¬
kritzelt a) schnell u. unordentlich,
kaum od. gar nicht lesbar schreiben
b) etw. durcheinander, Striche o. ä.
malen
kritz|lig: Adj. [ugs.; abwert.] undeutlich,
unleserlich schreibend, geschrieben
Krocket (Krok|ket—> Kro|cket): (engl.y
das; -s; - Spiel, bei dem Kugeln mit ei¬
nem unten verbreiteten Stock über
den Rasen durch kleine Tore geschla¬
gen werden
Kro|kant: </r.> der; -s; - süße, knusprige
Masse aus Mandeln, Nüssen u. Zuk-
ker
Krofketfte: (fr.y die; - ; -n Beilage zu ei¬
ner wannen Mahlzeit aus außen
knusprig fritiertem Kartoffel teig
Kro|ko: Kurzw. das; - u. -s; -s Krokodil
Kro|ko|dil: (gr.-lat. > das;-(e)s; -e großes
tropisches Reptil, Panzerechse mit
großem Maul u. langem Schwanz,
dessen Haut mit Homplatten bedeckt
ist
Kro|ko|dil|le|der: das; -s; - Leder aus der
Haut von Panzerechsen
Kro|ko|dils|trä|ne: die; - ; -n nicht ehr¬
lich gemeinte Träne, vorgetäuschtes
Mitgefühl
Krojkus: der; - ; -se bis zu 10 cm große,
frühe Frühlingsblume, die gelbe, wei¬
ße od. violette Blüten hat; Schwertli¬
liengewächs
Kro|ne: <gr.-lat.y die; - ; -n 1 aus wertvol¬
lem Material gefertigter Schmuck
des/der Monarchen/Monarchin, der
auf dem Kopf getragen wird 2 Wäh¬
rungseinheit in den skandinavischen
Ländern 3 Zahnüberzug aus Gold,
Metall od. Porzellan 4 oberster Teil
von etw.» Wellenkrone • Bergkrone« 5
jmdm. in die Krone fahren: [ugs.]
jmdn. verstimmen, verärgern 6 einer
Sache die Krone aufsetzen: [ugs.]
eine Frechheit o. ä., die nicht mehr zu
überbieten ist 7 einen (Zacken) in der
Krone haben: [ugs.] betrunken sein 8
jmdm. in die Krone steigen: [ugs.] a)
jmdn. betrunken machen b) jmdn.
hochnäsig, überheblich machen 9
sich keinen Zacken aus der Krone
brechen: jmd. ist sich zu vornehm, zu
schade o.ä. für etw.
krplnen: krönst; kröntest; hast gekrönt 1
jmdn., dem/der Thronfolgern) eine
Krone auf den Kopf setzen 2 <übertr.>
etw. erfolgreich, erfreulich abschlie¬
ßen
Kro|nen|kor|ken/Kron|kor[ken: der; -s;
- Verschluß aus Metall mit gezack¬
tem Rand
Kron|ju|we): das; -s; -en (m. PL)
Schmuck eines adeligen Hauses von
großem Wert
Kron|kortken/Kro|nen|kor|ken: der; -s;
- Verschluß aus Metall mit gezack¬
tem Rand
Kron|leuch|teR der; -s; - große, prunk¬
volle Deckenlampe mit mehreren,
meist kunstvoll gestalteten Armen, an
deren Enden viele einzelne Leucht¬
körper angebracht sind
Kron|prä|ten|dent: der; -en; -en weibl.
Kron|prä|ten|den|tin: die; • ; -nen
Thronfolger(in); Bewerber(in) für die
Krone
Kronprinz: der; -en; -en weibl. Kron|-
prin|zes|sin: die; ~ ; -nen voraussicht¬
liche^) Thronfolger(in)
Krö]nung: die; ~ ; -en 1 Ernennung zum/
zur Herrscher(in) 2 die Krönung sein:
a) Höchstmaß an Frechheit »Diese
Bemerkung war die Krönung deiner
unverschämten Rede.« b) brillanter
Abschluß von etw.
Kron|zeu|ge: der; -n; -n weibl. Kron|-
zeu|gin: die; - ; -nen <Rechtsw.>
Hauptzeuge, -zeugin in einem Ge¬
richtsverfahren
Kropf: der; -(e)s; Kröpfe 1 <Vogel> Spei¬
seröhrenerweiterung, in der Nahrung
gesammelt u. vorverdaut wird »Der
Kropf des Reihers ist voll.« 2 krank¬
hafte Vergrößerung der Schilddrüse
kroß —* kross: Adj. krosser; krosseste
[norddt.] khusp(e)rig
Krö|sus: (gr.y der; - u. -ses; -se [oft
scherzh.] äußerst reiche Person
Kröjte: die; - ; -n dem Frosch ähnliches
Amphibium
Krs.: Abk. «neist Verwaltungsw.) Kreis
678
Kugel
Krücke (Krük|ke —» Krü|cke): die; - ■;
-n hoher Stock, der als Gehhilfe dient
Krück|stock: der;-(ejs; -stocke Gehhil¬
fe
Kru|di|tät: dato die; - ; -en Rohheit
Krug: der; -(ejs; Krüge 1 hoher Behäl¬
ter für Flüssigkeit mit einem Griff u.
einer Tülle zum Ausgießen 2 Der
Krug geht so lange zum Brunnen,
bis er bricht: wer ein Unrecht o. ä. im¬
mer wiederholt, kommt irgendwann
selbst zu Schaden 3 Im Kruge kom¬
men mehr um als im Krieg: es sterben
mehr Menschen an den .Folgen von
Alkoholmißbrauch als im Krieg
Krujme: die; ~; -n kleinster Teil von Ge¬
hacktem; Krümel
Krü|mel: der; -s; ~ 1 abgefallenes, klei¬
nes Teil von Backwerk, Brot, Keksen
2 liebevolle Bezeichnung für ein Kind
krü|me|lig: Adj. 1 aus Krumen be¬
stehend 2 krümelnd
Kiü|inel]ku|chen: der; -s; - [landsch.]
Streuselkuchen
krüjmeln: krümelst; krümeltest; hast ge¬
krümelt 1 etw. in Krümel zerkleinern
2 sich in Krümel auflösen
Krü|mel|zucker (Krü]mel|zuk|ker —»
Krü|mel|zu|cker): der; -s; - gekörnter
Zucker zum Streuen
krüm|lig: Adj. 1 aus Krumen bestehend
2 krümelnd
krumm: Adj. krummerI krümmer;
krummste/krümmste in einer geboge¬
nen Linie verlaufend, Syn.: ungerade
—» krumm le|gen, sich: s. krummlegen,
sich
—> krumm neh|men: $. krummnehmen
krüm|men: krümmst; krümmtest; hast
gekrümmt 1 etw. aus einer geraden in
eine gebogene Position bringen, bie¬
gen, wölben 2 sich krümmen u.
winden: [ugs.] versuchen, etw. Unan¬
genehmem zu entgehen
Krüm|mer: der; -s; - Teil eines Rohres,
der eine Kurve macht
krumm|la|chen, sich: lachst dich
krumm; lachtest dich krumm; hast
dich krummgelacht [ugs.] über etw.
sehrlachen
krumm|le|gen —» krumm le]gen, sich:
legst dich krumm: legtest dich krumm;
hast dich krummgelegt —>hast dich
krumm gelegt*— [ugs.] viel arbeiten
u. Ausgaben kürzen, um (über)leben
zu können
krumm|li|nig: Adj. nicht gerade verlau¬
fend
krumm|neh|men —* krumm neh|men:
nimmst krumm; nahm(e)st krumm;
hast krummgenommen —*hast
krumm genommen<— [ugs.] verär¬
gert sein; übelnehmen
Krüm|mung: die; • ; -en nicht gerade
verlaufende Linie, Strecke; Kurve
Krüplpel: der; -s; ~ [abwert.] behinderte
Person; Behinderte(r)
krüp|pe|lig/krüpp|lig: Adj. [abwert.] a)
körperlich behindert b) nicht gerade
gewachsen
Kru|ste—» Krus|te: dato die; -; -n 1 äu¬
ßerer, harter Rand von Gebackenem
»2 verheilende Wunde mit Schorfab¬
satz 3 harter, rauher Überzug von
etw. »Zuckerkruste«
Kru[sten|tier —»■ Krus(ten|tier: das;
-(ejs; -e zur Krebsart gehörendes
Tier mit einem harten Panzer
Kiux: dato /krukß/ die; - ; - [geh.] das
negative Element, der bedauernswer¬
te Aspekt, Gesichtspunkt, ein Nach¬
teil bei einer Sache, Ünternehmung
Kru[zi[fix: dato /kruzifikß/ das; -es; -e
Figur des gekreuzigten Jesus
Krypjta: igr.-lato /krypta/ die; - ; Kryp¬
ten Gruft; unterirdischer Kirchen¬
. raum
Krypfte: <gro /krüpte/ die; - ; -n <Med.;
Anat.» a) verborgene Einbuchtungen
in den Rachenmandeln b) Drüsen im
Darmkanal
ktyp|tisch: igro /krüptisch/ Adj. [geh.]
unverständlich erklärt; schwer zu be¬
greifen
Kryp|to|gra|phje —> auch Kryp|to|gra|-
fie: /krüptografi/ die; - ; -n
Ikrüptograßjnj 1 <Psychologie> ohne
Hintergrund gezeichnetes Bild eines
Erwachsenen 2 [veralt.] Geheim¬
schrift
Krypfton: /kiüpton/ das; -s; - Edelgas,
das zur Füllung von Glühbirnen ver¬
wendet wird; Zeichen: Kr
KSZE: Abk. Konferenz für Sicherheit u.
Zusammenarbeit in Europa (zur
Wahrung der Stabilität u. Sicherheit
in Europa)
KSZE-Schlu8|akfte —» KSZE-
Schlussakte: die; ~ ; -n Abschlußbe¬
richt der KSZE
KT: Abk. 1 Kaution 2 Kem(kraft)-
technik 3 <Versicherungsw.> Kran¬
kenhaustagegeld 4 Kreistag = Parla¬
ment eines Landkreises
Kto.: Abk. <Bankw.> Konto
Kü|bel: dato der; -s; - großer, oben of¬
fener Behälter
küfbeln: kübelst; kübeltest; hast gekübelt
[ugs.] 1 Wasser aus einem Kübel
schütten 2 in großen Mengen Alkohol
trinken 3 sehr stark regnen 4 sich er¬
brechen
Kü|bel|wa|gen: der; -s; - 1 <Eisenb.>
Transportwagon von Gütern 2 (Mi¬
ßt.» gelandegängiges, offenes Fahr¬
zeug
Ku|bik|maB: das; -es; -e Ausmessung ei¬
nes Raumes: Höhe mal Länge mal
Breite
Ku|b|k|me|ter: der u. das; -s; - Festme¬
ter; Raummaß von je einem Meter
Länge, Breite u. Höhe
Ku|bik|zahl: die; - ; -en <Math.> dritte
Potenz
ku|bjsch: dat.-gro Adj. n. stg. [geh.] die
Struktur eines Würfels besitzend
Ku|bis[mus: igr.-lato der; - ; - geometri¬
sche Formen verwendender Kunststil
Anfang des 20. Jhds.
Küjche: dato die; - ; -n 1 Raum, in dem
gekocht wird »Ich hole Milch aus der
Küche.« 2 Möbel für eine Küche (1);
Einrichtung der Küche »Ich kaufe
eine neue Küche.« 3 Art u. Weise, Ver¬
fahren der Zubereitung von Lebens¬
mitteln 4 von hinten durch die (kalte)
Küche kommen: [ugs.] plötzlich u.
unerwartet eintreten
Küjchel: das; -s; - Schmalzgebackenes
Ku|chen: der; -s; - 1 in einer Backform,
auf einem Backblech im Ofen gebak-
kene Süßspeise (mit Mehl, Eiern,
Zucker u. a.) 2 ja Kuchen!: [ugs.] das
hast du dir so gedacht, das tue ich
nicht
Kü]chen|chef: der; -s; -s weibl. Kü|-
chen|che|fin: die; - ; -nen Leiterin)
des in einer Küche arbeitenden Perso¬
nals
Ky|chen|form: die; - ; -en Metall-, Ke¬
ramikbehälter, in dem ein Kuchen ge¬
backen wird
Ku|chen|ga|bel: die; - ; -n kleine Gabel
Kü)chenjmes|ser. das; -s; - sehr schar¬
fes, universal einsetzbares Messer für
Küchenarbeiten
Küjchen|schrank: der; -(ejs; -schränke
Schrank, der in der Küche (1) steht u.
so gebaut ist, daß in ihm vorzugswei¬
se Küchengegenstände untergebracht
werden können
Kü|chen|schür|ze: die; - ; -n vorne um¬
gebundene kurze od. lange Stoff- od.
Kunststoffbekleidung zum Schutz
vor den Beschmutzen der Kleidung
durch z. B. Fettspritzer od. Mehl
Kü|chen|waa|ge: die; - ; -n fein abge¬
stimmte Waage, mit der Lebensmittel
gewogen werden
Küjchen|zei|le: die; - ; -n Reihe ver¬
schiedener, nebeneinander angeord¬
neter Küchenmöbel (Herd, Spüle
usw.)
Kü|chen|zet|tel: der; -s; - Liste über die
Zusammenstellung der zu kochenden
Speisen
Kuckuck (Kuk|kuck —> Ku|ckuck):
der; -s; -e 1 überwiegend im Wald le¬
bender Vogel mit graubräunlichem
Gefieder u. langen Schwanzfedern,
der seine Eier in fremden Nestern ab¬
legt und einen sehr charakteristischen
Ruf von sich gibt, nach dem er seinen
Namen hat 2 [scherzh.j bei einer Pfän¬
dung durch den Gerichtsvollzieher
auf den gepfändeten Gegenstände an¬
gebrachtes Siegel 3 (das) weiß der
Kuckuck: [ugs.] a) ärgerliche od: re¬
signierende Äußerung, wenn man
etw. nicht kann od. weiß b) Formel
der Bekräftigung 4 scher dich, geh’
zum Kuckuck!: [ugs.] hau ab, ver¬
schwinde 5 jmdm. ein Kuckucksei
ins Nest legen: jmdm. etw. Unange¬
nehmes, Schlechtes o. ä. zuschieben 6
hol’s der Kuckuck: [ugs.] ärgerlicher
Ausruf 7 zum Kuckuck (nochmal)!:
[ugs.] ärgerlicher Ausruf 8 beim, zum
Kuckuck sein: [ugs.] weg, verloren
sein
Kuckucks|ei (Kuk|kucks|ei —> Ku|-
ckucks|ei): das; -(ejs; -er 1 Ei eines
Kuckucks (1) 2 etw., was jmdm.
heimlich angehängt wird
Kuckucksuhr (Kuk|kucks|uhr —* Ku|-
ckucks|uhr): die; ~; -en Wanduhr mit
einer Mechanik, die dafür sorgt, daß
stündlich ein aus einem Türchen her¬
vortretender kleiner Holzvogel einen
dem Ruf des Kuckucks ähnlichen
Ton von sich gibt
Kud|del|mud|dei: das; -s; - [ugs.] heillo¬
seis) Durcheinander, Unordnung
Kuffe: dato die; - ; -n schmale(r) Metall¬
fuß, -schiene unter Schlittschuhen,
Schlitten zur Fortbewegung auf Eis,
Schnee
Kü|fer: der; -s; - weibl. Kü|fe|rin: die; -;
-nen jmd., der/die Weinfässer her¬
stellt, Syn.: Böttcher(in)
Kujgel: die; - ; -n 1 runder geometri¬
scher Körper 2 Geschoß 3 eine ruhi¬
ge Kugel schieben: [ugs.] sich (bei
679
Kugelblitz
der Arbeit) nicht besonders anstren¬
gen 4 nicht jede Kugel trifft nicht je¬
der Plan, jedes Vorhaben o. ä. gelingt,
geht so aus wie geplant
Ku|gel|blitz: der; -es; -e kugelförmiger
Blitz
kujgel|för|mig: Adj. n. stg. einer Kugel
ähnlich
Ku|gel|ge|lenk: das; -(e)s; -e <Anat.;
Techn > Gelenk mit hohlräumiger
Ausbuchtung, durch das zwei Teile so
miteinander verbunden sind, daß sie
in jede Richtung bewegt werden kön¬
nen
Ku|gel|ha|gel: der; -s; - ununter¬
brochenes Schußwaffenfeuer
ku|ge|lig: Adj. wie eine Kugel
Ku]gel|kopf: der; -(e)s; -köpfe
kugelförmiger Bestandteil einer
Schreibmaschine, mit dem die Buch¬
staben auf das Papier übertragen wer¬
den
Ku|ge!|kopf|ma|schi|ne: die; - ; -n
Schreibmaschine, bei der die Buchsta¬
ben mit einem kugelförmigen
Schreibkopf auf das Papier übertra¬
gen werden
Kyjgel|la(ger: das; -s; - <Technik> Wälz¬
lager
ku|geln: kugelst; kugeltest; hast gekugelt
(etw.) überden Boden rollen
ky|geln, sich: kugelst dich; kugeltest
dich; hast dich gekugelt [ugs.J sehr la¬
chen; sich sehr über etw. amüsieren
kujgel|rund: Adj. rund wie eine Kugel
Kujgel|schimi|ber: der; -s; - Schreibge¬
rät mit einer kleinen Kugel als
Schreibspitze
ku|gel|si|cheR Adj. keine (Gewehr-)Ku-
gel durchlassend
Kujgel|sto|8en: das; -s; - <Sport> sportli¬
cher Wettkampf, bei dem eine Eisen¬
kugel so weit wie möglich weggesto¬
ßen wird
Kuh: die; - ; Kühe 1 a) weibliches Rind
»Die Kuh kalbt bald.« b) Bezeichnung
für ein Muttertier bestimmter Säuge¬
tierarten 2 die Kuh vom Eis kriegen,
bringen: [ugs.] eine schwierige Aufga¬
be lösen 3 man wird alt wie eine Kuh
u. lernt immer noch dazu: [ugs.] auch
im fortgeschrittenen Alter lernt u. er¬
fährt man immer wieder Neues 4 die
Kuh fliegen lassen: [ugs.] sich ausge¬
lassen amüsieren
Kuh|dorf: das; -(e)s; -dörfer [salopp;
abwert.] kleines, (kulturell) unbedeu¬
tendes, abgelegenes Dorf
Kuh|dung: der; - (e)s; - Misthaufen
Kuh|fla|den: der; -s; - Kuhmist, Haufen
aus dem Kot der Kuh
Kuh|glocke (Kuh|glok|ke —* Kuh|glo|-
cke): die; - ; -n Glocke, die mit einem
Band am Hals der Kuh befestigt ist
Kuh|han|del: der; -s; - unsauberes Ge¬
schäft
Kuh|haut: die; - ; -häute 1 Fell der Kuh
*2 auf keine Kuhhaut gehen: [ugs.] un¬
verschämt sein
kühl: Adj. 1 von der Temperatur mehr
kalt als warm »Die Wohnung ist
kühl.« 2 distanziert u. nicht sehr herz¬
lich od. freundlich im Umgang mit
anderen Menschen »ein kühles
Gespräch« 3 aus diesem kühlen
Grunde: [ugs.; scherzh.] aus diesem
einfachen Grund
Kuh|le: die; - / -n Erdmulde
küh|len: kühlst; kühltest; hast gekühlt
etw. kälter, kühl werden (lassen)
Küh|ler: der; -s; ~ 1 Behälter, in dem
Getränkeflaschen gekühlt werden 2
an Vergasermotoren angebrachte
Kühleinrichtung
Kühl|haus: das; -es; -häuser Gebäude
mit mehreren Kühlräumen
Kühlschrank: der; -(e)s; -schränke
Elektrogerät zur kühlen Lagerung
leicht verderblicher Waren
Kühl|ta|sche: die; ~ ; -n gegen Erwär¬
mung geschützte Tasche, in der Le¬
bensmittel über längere Zeit kalt ge¬
halten werden können, Syn.: Isolier¬
tasche
Kühl|tru|he: die; ~ ; -n von oben
zugängliches Elektrogerät für die La¬
gerungtiefgefrorener Lebensmitteln
Kuh|milch: die; ~ ; - weiße, nährstoffhal¬
tige Flüssigkeit, mit der die Kuh ihr
Kalb ernährt
Ktih|mist: der;-(e)s; - Kot der Kuh
kühn: Adj. wagemutig; unerschrocken;
mutig »ein kühnes Unternehmen«
Kuh|schel|le: die; - ; -n Glocke, die
durch ein Band am Hals der Kuh be¬
festigt ist
Kuh|stall: der; -(ejs; -stalle Behausung
von Kühen u. Rindern
ku|jo|nie|ren: </r.> kujonierst; kujonier¬
test; hast kujoniert [abwert.] jmdn.
schikanieren; mobben
Kü|ken: das; -s; - 1 sehr junges Geflü¬
geltier »Das Küken ist noch ganz flau¬
schig.« 2 [ugs.; scherzh.] Jüngste(r) in
einer Gruppe »Er ist unser Küken.« 3
«Technik» inneres Bauteil eines Kugel¬
hahnes
Ku-Klux-Klan: der; -(e)s; -e rassisti¬
scher US-amerikanischer Geheim¬
bund, der Pogrome vor allem gegen
Amerikaner afrikanischer Herkunft
u. andere Minderheiten durchführt
kußant: dat.-fro Adj. kulanter; kulante¬
ste entgegenkommend
Kupanz:die; - <meist Handel» Entge¬
genkommen; Großzügigkeit
Kujli: <Hindi-engl.> der; -s; -s 1 a) ostasia¬
tischer Lastenträger b)Tagelöhner c)
ausgenutzter Arbeiter 2 kurz für Ku¬
gelschreiber
ku|li|na|risch: dato Adj. in bezug auf die
Kochkunst hervorragend
Ku|lis|se: dat.-fro die; - ; -n <Film; Thea¬
ter» feste Bühnendekoration
Kul|ler|au|gen: die (PI.) besonders gro¬
ße Augen
kul|lem: kullerst; kullertest; bist gekul¬
lert [ugs.] rollen
Kul|mi|na|ti|on: die; - / -en Erreichen des
Scheitel- od. Höhepunktes
kuljmi|nie|ren: kulminiert; kulminierte;
hat kulminiert an den Scheitel- od.
Höhepunkt gelangen
Kult: dato der; -(ejs; -e 1 an feste Ab¬
läufe, Riten gebundene Religionsaus¬
übung »Voodookult« 2 übertriebene
Verehrung »der Kult um Mode«
Kul|ti|vajtor: dato /kultiwator/ der; -s;
Kultivatoren Gerät zur Lockerung
des Erdreiches
kul|ti|vie|ren: dat.-fro /kultiwiren/ kulti¬
vierst; kultiviertest; hast kultiviert 1
Land bearbeiten u. ertragreich ma¬
chen 2 versuchen, etw. zu verfeinern;
veredeln
kulftijviert: dat.-fro /kultiwirt/ Adj. kul¬
tivierter; kultivierteste gebildet; die
Umgangsformen pflegend
Kult|stät|te: die; - ; -n Ort heiliger
Handlungen
Kul|tur: dato die; - ; -en 1 o. PI. Summe
der künstlerischen, geistigen u. mora¬
lischen Werte einer Gesellschaft 2 in
bestimmten Epochen auftretende
Summe künstlerischer, geistiger u.
moralischer Werte einzelner Gesell¬
schaften, Völker »vergangene
Kulturen« 3 von (der) Kultur beleckt
sein: [ugs.] Sinn für Kultur zeigen 4
(keine) Kultur haben: (nicht) erzogen
sein; (keine) guten Umgangsformen
erlernt haben
Kul|tuijab|kom|men: das; -s; - Vertrag
zwischen zwei Nationen, der den
Austausch kultureller Güter regelt
Kul)tuijan|thro|po|lo|gie —* Kul|turfan|-
th|rojpo|lo|gie: die; - ; -n Lehre von
der Abstammung des Menschen
Kul|tur]atjta|ch6: der; -s; -s Beamter im
diplomatischen Dienst, der für Bil¬
dung, Kultur u. Erziehung zuständig
ist
Kul|tur|ba|nau|se: der; -n; -n [abwert.]
jmd., der Kunst ablehnt od. nicht ver¬
steht
Kul|tuijbeu|tel: der; -s; - Tasche für
Waschutensilien od. Kosmetika
kuljtu)rell: Adj. sich auf die Kultur be¬
ziehend
Kul[tyr|epo|che —*■ Kuf|turje|po|che:
die; - ; -n Entwicklungszeitraum einer
Gesellschaft
Kul)tair]ge|schich|te: die; - ; -n 1 Ent¬
wicklung einer Gesellschaft 2 Buch,
in dem die Entwicklung einer Gesell¬
schaft beschrieben ist
Kuljtyrlgut: das; -(e)s; -güter Brauch,
Sitte od. etw., was in einer Gesell¬
schaft angesehen ist
Kul)tyitpflan|ze: die; -; -n Zuchtpflanze
Kul|turjpo[li|tik: die; - ; -en politische
Maßnahmen zur Förderung der Kul¬
tur
Kul|tur|raum: der; -(e)s; -räume Be¬
reich, in dem gleiche od. ähnliche Sit¬
ten u. Gebräuche herrschen
Kul|tijijschock: der; -(e)s; -e u. -s <So-
ziol.> Konfrontation mit den Sitten u.
Gebräuchen eines fremden Volkes,
die als schockartiges Erlebnis emp¬
funden wird
Kul|tur|volk: das; -(e)s; -Völker Gesell¬
schaft, deren Erscheinungsbild durch
kulturelle Errungenschaften geprägt
ist
Kul|tur|wis[sen|schaft: die; - ; -en Wis¬
senschaft von kulturellen Entwick¬
lungen .
Kul|tus|freiiheit: die; - ; - freie Wahl der
Religion
Kul|tus|ge|mein|de: die; - ; -n religiöse
Gemeinschaft
Kulftus|mi|ni|ster —* Kul|tus|mi[nis|ter:
der; -s; - weibl. Kul|tusjmi|ni|ste|rin
—* Kul|tus|mi|nis)te|rin: die; - ; -nen
Regierungsmitglied, das für Bildung,
Erziehung, Kunst u. Kultur eines
Landes zuständig ist
Kul|tus|mi|ni|ste|ri|um —» Kul|tus|ini|-
nislte|ri|um: das; -s; -ministerien Ver¬
waltung für Bildung, Erziehung,
Kunst u. Kultur
680
Kunststoffrasen
Küm|mel: <gr.-lat.> der; -s; - als Gewürz
verwendete Samenkörner der Küm¬
melpflanze
Kum|mer: <lat.> der; -s; - besorgter Ge¬
mütszustand nahe der Trauer
Kum|meijbund: <pers.> der; -(e)s; -e
breiter Gürtel aus Seide, der um den
Leib gebunden wird
Kum|mer|ka|sten —* Kum|mer)kas|-
ten: der; -s; -kästen [ugs.] 1 Box,
Briefkasten o. ä., in den Beschwer¬
den, Kritik geworfen werden kann 2
[scherzh.] Person, der man seine Sor¬
gen anvertraut
küm|mer|lich: Adj. in bedauerlichem
Zustand; von bedauerlich geringem
Ausmaß
küm|mern, sich: kümmerst dich; küm¬
mertest dich; hast dich gekümmert sich
einer Sache, Person o. ä. annehmen;
jmdn. umsorgen
Küm|mer[nis: das; -ses; -se Kummer;
Elend
Kum|mer|speck: der; -(e)s; - aus see¬
lischem Leid, Depressionen ange¬
gessene Fettpölsterchen
Kum|mertte|le|fon: das; -(e)s; -e soziale
Einrichtung, die Telefonseelsorge als
Leistung bietet
kum|mer]voll: Adj. gramvoll
Kum|pan: <lat.-fr.> der; -s; -e weibl.
Kum|pa|nin: die; - ; -nen [ugs.] Beglei-
ter(in); Kamerad(in)
Kum|pel: der; -s; - u. [ugs.] -s 1 [berg-
mannssprl.] Arbeiter im Tage- od.
Untertagebau 2 [ugs.] uneist Mann>
Kamerad; Freund
kum|peljhaft: Adj. kumpelhafter; kum¬
pelhafteste freundschaftlich
Kytn|pen: der; -s; - großer Napf
ku|mu|la|tiv: dato /kumulatif/ Adj. n.
stg. summierend
ku|mu|lje|ren: <lat.> kumulierst; kumu¬
liertest; hast kumuliert sich summie¬
ren; sich anhäufen
kund: Adv. in der Wendung jmdm. etw.
kund tun, geben: [poet.] jmdm. etw.
mitteilen; etw. bekanntmachen
künd|bar: Adj. n. stg. die Möglichkeit
beinhaltend, aus einem Vertrag ent¬
lassenzuwerden
Künd|barjkeit: die; - ; -en Auflösbarkeit
eines Vertrages
Kun|de: der; -n; -n weibl. Kunfdin: die;
- ; -nen 1 Person, die etw. kauft 2
Dienst am Kunden: kleine u. unent¬
geltliche Leistungen eines Geschäfts
Kun|de: die; - ; -n [veralt.; geh.] Nach¬
richt »eine frohe Kunde«
kOn|den: kündest; kündetest; hast ge¬
kündet [veralt.; geh.] ankündigen; ver¬
künden
Kun|den|dienst: der; -(e)s;-e Abteilung
einer Firma, die für Reklamationen
bzw. Reparaturen zuständig ist
Kun|den|treue: die; - ; - lange andau¬
ernde Treue von Kunden zu einem
Geschäft od. Produkt
Kun|den|wer|bung: die; - ; -en Gewin¬
nung von Kunden
Kund|ga|be: die; - ; -n öffentliche Äuße¬
rung, Mitteilung
kund|ga|ben: gibst kund; gab (e) st kund;
hast kundgegeben veröffentlichen;
verkünden
Kynd|gefbung: die; - ; -en öffentliche
Demonstration der Meinung
kyn|dig: Adj. etw. gut beherrschend;
(gut) informiert
kün|di|gen: kündigst; kündigtest; hast
gekündigt eine vertragliche Vereinba¬
rung zu einem bestimmten Termin
beenden
Kün|di|gung: die; - ; -en Vertragsauflö¬
sung
Kün|di|gungs|frist: die; - ; -en bestimm¬
ter, vetraglich vereinbarter Zeitraum,
der bei der Auflösung eines Vertrages
einzuhalten ist
Kün|di|gungs]grund: der; -(e)s; -gründe
Motiv für eine Kündigung
kynd]ma|chen: machst kund; machtest
kund; hast kundgemacht ankündigen
Kundschaft: die; - ; -en 1 o. PI. Perso¬
nen, die in einem Geschäft o. ä. kau¬
fen, eine Dienstleistung in Anspruch
nehmen; Gesamtheit der Kunden 2
[veralt.] Botschaft; Kunde; Nachricht
kund|schaf[ten: kundschaftest; kund¬
schaftetest; hast gekundschaftet etw.
ausfindig machen, herausfinden, er¬
forschen
Kund[schaf|ter: der; -s; - weibl. Kund|-
schaf|te|rin: die; ~ ; -nen jmd., der
etw. in Erfahrung bringt, ausspäht
kund|tun: tust kund; tat(e)st kund; hast
kundgetan [geh.] bekanntmachen
künf|tig: Adj. in der Zukunft erfolgend,
eintretend
kun|geln: kungelst; kungeltest; hast ge-
kungelt [ugs.; häufig abwert.] unter
der Hand aushandeln
Kung-Fu: das; - u. -s; - asiatische
Kampfsportart
Kunst: die; - ; Künste 1 Schöpfung der
Dichtung, Musik, Malerei usw. 2 be¬
sondere Fähigkeit 3 eine brotlose
Kunst Tätigkeit, Arbeit, die so gut
wie keinen finanziellen Gewinn ein¬
bringt 4 keine Kunst, kein Kunst¬
stück sein: [ugs.] nicht schwierig, sehr
einfach sein; nichts Besonderes 5 was
macht die Kunst: [ugs.] wie ist es, wie
geht es 6 Allen Menschen recht ge¬
tan, ist eine Kunst, die niemand
kann: <wird häufig als Haus- od. Zim¬
merinschrift verwendet es allen u. je¬
dem recht zu machen, ist unmöglich 7
Armut ist aller Künste Stiefmutter:
jmd., der arm ist, muß verschiedenste
Auswege finden 8 Wohl schweigen
ist größere Kunst als wohl reden: zur
rechten Zeit zu schweigen, nichts zu
sagen, ist noch schwieriger, als zur
rechten Zeit das Richtige zu sagen
Kunstjaka|de|mie —» Kunst)a|ka|dej-
mie: die; • ; -n Hochschule, Universi¬
tät, an der (bildende) Künstler ausge¬
bildet werden
Kunst|aus|stel|lung: die; - ; -en öffentli¬
che Präsentation, Zeigung von
Kunstgegenständen
Kunstdarm: der; -(e)s; -därme künstli¬
che Wustpelle, Darm aus Kunststoff
o. ä.
Kunst|denk|mal: das; -es; -denkmäler u.
-e künstlerisch gestaltetes Objekt,
Statue o. ä. zur Erinnerung an etw.
od.jmdn.
Kunstdruck: der; -(e)s;-e hochwertige,
gedruckte Farbkopie
Kunstdünger: der; -s; ~ chemischer
Ersatzstoff für Jauche
Kunst|eis: das; -es; - industriell gefertig¬
tes Eis
Kunst|er|zie|hung: die; - ; -en a) Lehre
des Kunstverständnisses u. des Ver¬
mögens, sich künstlerisch auszudrük-
ken b) theoretischer u. praktischer
Kunstunterricht als Schulfach
Kunst]fäl|schung: die; - ; -en unerlaub¬
tes Kopieren von Kunstgegenständen
Kunstjfa|ser: die; - ; -n industriell pro¬
duzierte Faser, die nicht aus Natur¬
stoffen besteht
Kunst|feh|ler: der; -s; - medizinische
Tehlbehandlung mit bleibenden
Schäden
kunst[far]tig: Adj. geschickt mit den
Händen
Kunst|flug: der; -(e)s; -flüge Flug; bei
dem verschiedene Figuren geflogen
werden
Kunst|fuh|rer: der; -s; - Buch als Leitfa¬
den durch die Welt der Künste, durch
eine Kunstepoche; Buch in dem die
künstlerisch wertvollen Bauwerke ei¬
ner Region verzeichnet sind
Kunst|ge|schich|te: die; - ; - Wissen¬
schaft von der Entstehung der Kunst
Kunst)ge|weijbe: das; -s; -~a) künstleri¬
sche Gestaltung von Gegenständen
des täglichen Gebrauchs b) künstle¬
risch gestaltete, handgemachte Ge¬
genstände des täglichen Gebrauchs
Kunstgriff: der; -fe)s; -e unnachahm-
barer u. gelungener Handgriff; Trick
Kunst|hal|le: die; - ; -n Ausstellungs¬
raum für Kunstgegenstände
Kunst|han|del: der; -s; - gewerbsmäßi¬
ger An- u. Verkauf von Kunstgegen¬
ständen
Kunstfhandfwerk: das; -(e)s; -e künst¬
lerische handwerkliche Tätigkeit
Kunst|hi|sto|ri|ker —> Kunst|his|to|ri|-
ker: der; -s; ~ weibl. Kunsthi|stojri|-
kerin —> Kunst(his|to|ri|ke|rin: die;
- ; -nen Person, die sich mit der Ge¬
schichte der Kunst beschäftigt
Kunst|le|der: das; -s; - unechtes Leder,
Lederimitation
Künstler: der; -s; - weibl. Künstlerin:
die; - ; -nen Person, die in der darstel¬
lenden od. bildenden Kunst schöpfe¬
risch tätig ist
Künstler|na|me: der; -n; -n erfundener
Name; Phantasiename; Pseudonym
künstlich: Adj. nicht natürlich, sondern
industriell od. technisch hergestellt
Kunstlieb|ha|ber der; -s; ~ weibl.
Kunstlieb|ha|be|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die sich stark für Kunst interes¬
siert, Kunstgegenstände liebt u. sam¬
melt
Kunst|pau|se: die; - ; -n überflüssige,
geplante Unterbrechung, um Wir¬
kungzuerzielen
Kunstschlosser, der; -s; - weibl.
Kunst|schlos|se|rin: die; - ; -nen
Facharbeitern), der/die kunstvolle
Schlösser u. Beschläge fertigt
Kunst|sei|de: die; - / -n industriell gefer¬
tigter, künstlich hergestellter Stoff,
der Seide ähnelt
Kunststoff: der; -(e)s; -e makromole¬
kularer Werkstoff für die Herstellung
strapazierfähiger Gegenstände
Kunststoffo|lie (Kunst|stoff|fo|lie) —*
immer mit fff? Kunststoff]fo|lie/
Kunststoff-Fo|lie: die; - ; -n PVC-
Blatt von geringer Stärke; Plastikfolie
Kunst|stoff|ra|sen: der; -s; - künstli¬
cher Rasen aus PVC-Gräsem
681
Kunststück
Kunstjstück: das; -(e)s; -e [ugs.] beson¬
dere Leistung
Kunstjturjnen: das; -s; - Turnen an Ge¬
räten od. am Boden
Kunst|ver{stand: der; -fe)s; - Fähigkeit,
'aufgrund von Vorkenntnissen künst¬
lerische Gegenstände beschreiben u.
beurteilen zu können
kunst|voll: Adj. sich in schöpferischem
Zustand befindend
Kunstfwerk: das; -(e)s; -e Ergebnis
Tcreativer Arbeit, schöpferischen
Tuns
Kunst|wis|sen|schaft: die; -; -en Lehre,
Wissenschaft von der Kunst
kun|ter(bunt: Adj. n. stg.
Kupjfen <lat.> das; -s; - gut leitendes, röt¬
liches Metall (chemischer Grund¬
stoff)
Kup)fer|berg|werk: dat.; dt.> das; -(e)s;
-e Mine, aus der Kupfererz gewonnen
wird
Kuplfeijdraht: dar.; dt.> der; -(e)s;
-drahte schnurartig in die Länge gezo¬
genes Kupfer
Kup|ferjle|gie|rung: dat.; dt.) die; - ; -en
chemische Zusammensetzung aus
verschiedenen metallischen Bestand¬
teilen, wobei Kupfer den größten An¬
teil stellt
Kup|fer|mün|ze: dat.; dt.> die; ~ ; -n Zah¬
lungsmittel aus Kupfer
kup|fern: dat.> Adj. a) aus Kupfer be¬
stehend b) verkupfert
Kup|fer|stich: dat.; dt.) der; -(e)s; -e in
eine Kupferplatte eingeritztes (u. auf
ein Papierblatt gedrucktes) Bild
ku|pie|ren: dat.-fr.) kupierst; kupiertest;
hast kupiert 1 [veralt.] (ab)schneiden 2
Ohren od. Schwanz bei Tieren (be¬
sonders bei Hunden) kürzen, stutzen
Ku|pon/Cou|pon: <fr.) /kupong/ der; -s;
-s 1 aus einer Zeitung o. ä. auszu¬
schneidender Gutschein, für den man
eine Ware, Geld od. Rabatt erhält 2
abgemessenes Stoffstück
Kupjpe: dat.) die; • ; -n 1 runder Gipfel
eines Hügels, Berges 2 rundliches
oberes Ende des Fingerendgliedes
kup|peln: kuppelst; kuppeltest; hast ge¬
kuppelt 1 <Kfz-Technik> die Kupp¬
lung betätigen 2 zwei Menschen in
eine Beziehung drängen
Kupp|len der; -s; - weibl. Kupp|le|rin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die zwei
Personen miteinander bekanntmacht
mit dem Ziel, eine Beziehung zu stif¬
ten
Kuppllung: die; - ; -en <Technik> a) Vor¬
richtung zwischen Motor u. Getriebe,
die kraftschlüssig wirkt b) Verbin¬
dung zwischen Eisenbahnwagen
Kupp|lungs|pe|dal: das; -(e)s; -e <Kfz.-
Technik) Fußhebel im Fahrzeug, mit
dem der Fahrer die Kupplung betä¬
tigt
Kupp|lungs|spiek das; -(e)s; -e <Kfz.-
Technib Toleranz bei nicht betätigter
Kupplung
Kur: dat.) die; - ; -en 1 einer Operation,
Krankheit angeschlossenes Heilver¬
fahren zur Erholung u. Wiederher¬
stellung der körperlichen u. geistigen
Leistungsfähigkeit 2 jmdn. in (die)
Kur nehmen: [ugs.] sich jmdn. vor¬
knöpfen, ihn bearbeiten, zu beeinflus¬
sen versuchen
Kün die; - (o. PI.) <Sport> frei gestaltete
Übung nach einem Pflichtprogramm,
z. B. beim Eiskunstlauf
ku|rant: <fr.-lat.> Adj. kuranter; kurante¬
ste gangbar, gängig
Ku|ra|re/Cu|rajre: dndian. Spr.-span.) zu
Nervenlähmungen führendes Gift
Ku|rat: dat.) der; -en; -en Hilfspriester
mit eigenem Gebiet
Ku|ra[tojri|um: dat.) das; -s; Kuratorien
/kuratorm/ Aufsichtsgremium
Kur|aufjent|halt: dat.; dt.) der; -(e)s; -e
Zeitraum, in dem sich ein Kurgast im
Kurort befindet
Kur|bet: die; - ; -n Handgriff, mit dem
ein Seil- od. Federzug betätigt wird
Kur|bel|ge|häu|se: das; -s; ~ <Technik>
Motorgehäuse im Bereich der Kur¬
belwelle
Kur|bel|la|ger das; -s; - <Technik>
Wälz- od. Gleitlager einer Kurbelwel¬
le
Kurjbel|wel|le: die; - ; -n <Technik> Wel¬
le in einem Benzinmotor mit Pleuel¬
stangen u. Kolben
Kür|bis: dat.) der; -ses; -se melonenarti¬
ges großgewachsenes Gemüse mit gel¬
ber, harter Schale
Küi(bis|fla|sche: dat.; dt.) die; - ; -n
bauchige Flasche mit der Form eines
Kürbisses
Kür|bis|kem: dat.; dt.) der; -(e)s; -e Sa¬
men der Kürbispflanze
Kur[di|stan —* Kur|dis|tan: das; -s; -
vorderasiatisches Bergland, verteilt
auf Iran, Irak, Türkei, Syrien u. Russ¬
land
ku|ren: kurst; kurtest; hast gekurt [ugs.]
zur Kur gehen, eine Kur machen
kü|ren: kürst; kürtest; hast gekürt [geh.]
jmdn. zu etw. ernennen, ihn mit ei¬
nem Ehrentitel benennen
Kur|gast: der;-(e)s; -g'äste Besucher ei¬
nes Kurortes
Kuijhaus: das; -es; -häuser zentrales Ge¬
bäude in einem Kurort, in dem Ver¬
anstaltungen u. einige Anwendungen
stattfinden
Ku|rie: dat.) /kurie/ die; - ; -« päpstliche
Verwaltungsbehörde
Ku|ri|en|kaijdi|nal: dat.) der; -s; -kardi¬
nale in der Kurie beschäftigter Kardi¬
nal
Ku|rfen dat.-it.-fr.) der; -s; -e (im Staats¬
dienst stehender) Nachrichtenüber¬
bringer; Bote
Ku|rier|dienst: dat.-it.-fr.; dt.) der;
-(e)s; -e Dienstleistungsbetrieb zum
Transport von Botschaften od. Wa¬
ren
ku|rje|ren: dat.) kurierst; kuriertest; hast
kuriert behandeln u. heilen
ku|ri|os: dat.-fr.) Adj. kurioser; kuriose¬
ste a) seltsam, merkwürdig b) spaßig
Ku|rio|si|tgt —» Ku|ri|o|si|tät: dat.-fr.)
die; - ; ~en Merkwürdigkeit; Wunder¬
lichkeit; Ausgefallenheit
Ku|rio|sum —» Ku|ri|o|sum: das; -s; -
[geh.] etw. nicht Erklärbares, Uner¬
klärliches
Kur|kar|te: dat.; dt.) die; - ; -n Ausweis
für ein Besuchsrecht bestimmter
Räumlichkeiten, Anwendungen im
Rahmen eines Kuraufenthaltes
Kur|Mi|nik: dat.) die; - ; -en Genesungs¬
stätte für Kurgäste
Kur|kon|zert: dat.) das; -(e)s; -e in ei-
"nem Kurort veranstaltetes Konzert
Kurjlaub: Kurzw. der; -(e)s; -e Urlaub
mit Kuranwendungen
Küijlauf: der; -s; -laufe im Anschluß an
das Pflichtprogramm stattfindender
Durchgang beim Eiskunstlauf
Kurjort: der; -(e)s; -e Ortschaft, in der
Kuranwendungen stattfinden
Kur|pfu|scher: der; -s; - Person, die
ohne Medizinstudium Kranke falsch
behandelt
Kür|pro|gramm —> Küijpro|g|ramm:
das; -(e)s; -e <Sport> nach dem
Pflichtprogramm durchgeführte, frei¬
gestaltete Übungen
Kur|pro|me|na|de: die; - ; -n Spazierweg
in einem Kurort
Kuiin|kupum/Cur|rl|cu|lum: dat.-engl.)
das; -s; Kurrikula/ Curricula für ein
Schuljahr o. ä. vorgesehener Lehr¬
stoff, Lehrprogramm
Kurs: dat.-fr.-niederh der; -es; -e 1
Fahrtrichtung eines Schiffes od.
Flugzeugs 2 Lehrveranstaltung 3
Marktpreis von Wertpapieren, Devi¬
sen u. ä. 4 hoch im Kurs stehen: a) ei¬
nen hohen Wert haben b) sehr angese¬
hen, beliebt, begehrt sein 5 a) etw. au¬
ßer Kurs setzen: etw. hat keine Gül¬
tigkeit mehr b) nicht (mehr) im Kurs
sein: ungültig sein
Kurjsaal: der; -(e)s; -säle großer Raum
in einem Kurhaus
Kurs|ab|schtag: der; -(e)s; -abschläge
<Wirt.> Depotgebühren
Kurs|ab|wei|chung: dat.-fr.-niederl.;
dt.) die; - ; -en ungewollte Abwei¬
chung
Kurs|än|de|rung: dat.-fr.-niederl.; du
die; ~ ; -en Einschlagung einer neuen
Richtung; Änderung eines Kurses
Kursfan|stieg: dat.-fr.-niederl.; dt.) der;
-(e)s; -e <Wirt.> Wertsteigerung einer
Aktie
Kur|schat|ten: der; -s; • [ugs.] (Liebes-)
Partner während einer Kur
Kürsch|ner: der; -s; - weibl. Kürsch|-
nejrin: die; ~ ; -nen Person, die berufs¬
mäßig Tierfelle bearbeitet, weiterver¬
arbeitet
Kurs|ge|winn: dat.-fr.-niederl.; dt.) der;
- (e )s; -e <Börse> Wertanstieg bei Akti¬
en od. Devisen; Differenz zwischen
Ankaufs- u. Verkaufspreis
kur|siejren: dat.) kursiert; kursierte; ist
kursiert besonders Gerüchte) umlau¬
fen; im Umlauf sein
kur|s]v: dat.) /kursif/ <Druckw.> schräg;
schräg laufend
Kur|si|ve: dat.) /kursiwe/ die; - ; -n Kur¬
sivschrift (mit schräggestellten Buch¬
staben)
Kurs|kor|rek|tur: die; - ; -en Berichti¬
gung des Kurses
kurjsojrisch: dat.) Adj. rasch fortschrei¬
tend, nicht alles behandelnd
Kurs|rück|gang: dat.-fr.-niederl.; dt.)
der; -(e)s; -rückgänge <Börse> plötzli¬
cher Wertverlust von Aktien
Kurs|schwan|kung: dat.-fr.-niederl.;
du die; - ; -en <Börse> ständige Ände¬
rung des Wertes bei Aktien od. Devi¬
sen
Kurs|stei|ge|rung: dat.-fr.-niederl.; dt.)
die; - ; -en <Börse> Wertsteigerung bei
Aktien od. Devisen
Kurs|sturz: dat.-fr.-niederl.; dt.) der;
-es; -stürze <Börse> plötzlicher Wert¬
verlust bei Aktien od. Devisen
682
Kurzzeitgedächtnis
Kurs|sy)stem —*• Kurs|sy)s|tem: <lat.-
fr.-niederl.; dt.: das; -(e)s; -e
<Schulw.> Prinzip, nach dem in der
Schule Fächer (frei) gewählt werden
können
Kurs|teil|neh|mer: dal.-fr.-niederl.; du
der; -s; - Schüler; Person, die einen
Kurs besucht
Kurs|ver|lust: der; -(e)s; -e <Wirt.>
"Werteinbuße bei Aktien od. Devisen
Kurs|wa|gen: dat.-fr.-niederl.; du der;
-s; - (vorübergehend) an einen Zug
angehängter Eisenbahnwagen
Kyrs|wech|sel: dat.-fr.-niederl.; du der;
-s; ~ <Wirt.> Kursschwankung
Kurswert: dat.-fr.-niederi; dt.> der;
•(e)s; -e <Wirt.> aktueller Wert einer
Aktie
Kurs|zet|tel: dat.-fr.-niederl.; dt.> der; -s;
~~ <Wirt.> aktuelle Börsenkursliste
Kur]tajge/Courfta|ge: <fr.> /kurtasehe/
die (PI.) Bezahlung an einen Makler;
für Maklertätigkeiten zu entrichtende
Gebühr
Kurfta|xe: die; - ; -n von Urlaubsgästen
eines Ortes zu entrichtende Gebühr
Kürlübung —> Kürfü|bung: die; - ; -en
<Sport> frei gestaltete Übung in der
Kür
Kur|ur)laub: dat.-fr.-niederl.; du der;
-(e)s; -e Ferien, die mit einer Kur,
Heilanwendungen verbunden sind
Kur|ve: dat.> /kurwe/ die; - ; -n 1 Bie¬
gung der Straße, eines Verkehrsweges
2 Krümmung, Biegung einer Linie 3
die Kurve kriegen: [ugs.] zur rechten
Zeit fertig werden; etw. erreichen;
nicht an etw. scheitern 4 die Kurve
kratzen: [ugs.] gehen, verschwinden;
abhauen 5 die Kurve (he)raushaben,
weghaben: [ugs.] endlich den richti¬
gen Weg zur Lösung einer Aufgabe
o. ä. gefunden haben; etw. gut beherr¬
schen
Kur|ven|dis|kus|si|on: dat» /kurwen-/
die; - ; -en <Math.> Berechnung des
Verlaufs einer graphischen Darstel¬
lung
kur|ven|föijinig: dat.; du /kurwen-/
Adj. n. stg. in einer Kurve verlaufend;
eine Biegung aufweisend
Kur]ven|la|ge: dat.; dt» /kurwen-/ die;
- ; -n Verhalten eines Fahrzeuges in
der Kurve
kur]yen|reich: dat.; dt.» /kurwen-/ Adj.
mit zahlreichen Kurven
Kur|ven|ver[hal|ten: dat.; du /kurwen-/
das; -s; - <Kfz-Technik> Fahreigen¬
schaften eines Fahrzeuges in Kurven
kurjvig: /kurwig/ Adj. nicht gerade, mit
vielen Kurven
kurz: dat.> Adj. kürzer; kürzeste 1 a) von
geringer Länge; nicht lang »Das Bett
ist zu kurz.« b) von geringer Dauer;
zeitlich nicht lang andauernd »ein
kurzes Gespräch« 2 den kürzeren zie¬
hen —» den Kürzeren ziehen: [ugs.]
Nachteile haben, nicht gewinnen 3
kurz u. schmerzlos: [ugs.] schnell;
ohne Umstände 4 kurz u. bündig:
klar; kurz; treffend 5 zu kurz
kommen: zu wenig beachtet; benach¬
teiligt werden 6 über kurz od. lang:
nach einem gewissen Zeitraum 7 a)
vor kurzem: vor kurzer Zeit» Vor kur¬
zem habe ich sie noch gesehen.« b) seit
kurzem: seit kurzer Zeit »Seit kurzem
sieht man sie gar nicht mehr.« c) bin¬
nen kurzem: innerhalb kurzer Zeit
»Binnen kurzem hat sie geheiratet u.
ist weggezogen.« 8 etw. kurz u. klein
schlagen: [ugs.] etw. völlig zerschla¬
gen, zerstören 9 in Kürze: in nächster
Zeit; demnächst
—* kür|zertre]ten: s. kürzertreten
—» kurz gefasst: s. kurzgefaßt
—* kurz hallten: s. kurzhalten
—* kurz treffen: s. kurztreten (l)
Kurz|ar|bert: die; - ; -en aufgrund man¬
gelnder Arbeitsaufträge verkürzte
Arbeitszeit
kurz|ar|bei|ten: arbeitest kurz; arbeite¬
test kurz; hast kurzgearbeitet arbeiten
bei verkürzter Arbeitszeit
Kurz|ar|bei|ter|geld: das; -(e)s; -er Aus¬
gleichszahlung des Arbeitsamtes bei
kürzerer Arbeitszeit
kurz|ärlma|lig/kurz|ärm]lig: Adj. n. slg.
mit Ärmeln, die über dem Ellbogen
enden
kurz|at|mig: Adj. als Folge von Sauer¬
stoffmangel sehr schnell atmend
kurz|bei|nig: Adj. mit kurzen Beinen
Kurz|bio|gra|phie —* Kurz|bi|o|gra|-
phie/Kurz|bi|o|gra|fie: die; - ; -n auf
das Wesentliche beschränkte Biogra¬
phie
Kurz|dai]stel|lung: die; - ; -en auf das
"Wesentliche beschränkte Wiedergabe
eines Sachverhaltes
Kür|zel: das; -s; - a) Kurzwort, Abkür-
"zung für etw. b) <Stenographie> ein be¬
stimmtes, stark gekürztes od. durch
ein Zeichen ersetztes Schriftzeichen
kür|zen: kürzt; kürztest; hast gekürzt
etw. von der Länge wegnehmen »Der
Text, das Kleid mußte gekürzt werden.
• Die Zuschüsse werden gekürzt.«
kur|zer]hand: Adv. kurzum; schnell ent¬
schlossen
kür[zerttra|ten—» kür|zertre|ten: trittst
kürzer; trat(e)st kürzer; hast/bist kür-
zergeireten —* hast) bist kürzer
getreten<— weniger arbeiten; etw.
weniger oft, intensiv tun als bisher
Kurz|fas|sung: die; - ; -en auf wenige
Sätze beschränkter Text
Kurzfilm: der; -(e)s; -e Film, der nur
wenige Minuten dauert
Kurz|flüg|ler der; -s; - Tier mit kleinen
Flügeln
Kurzform: die; -; -en (Sprachwiss.: Ab¬
kürzung eines Wortes
kyrzffri|stig —kurz|fris|tig: Adj.
schnell, spontan »eine kurzfristige
Terminänderung.«
kurz|ge|faBt —*■ kurz gefasst: Adj. n.
stg. etw. ist kurz, knapp gestaltet
Kurz|ge|schich|te: die; - ; -n <Literatur-
wiss.> kurze Erzählung; short Story
kurz|haa|rig: Adj. n. stg. mit kurzen
Haaren
kurz|hal|ten —* kurz hal|ten: 1 <Tier> an
der kurzen Leine halten 2 <übertr.>
jmdm. nur geringe Mengen an Geld,
Kleidung, Nahrungsmitteln o. ä. zur
Verfügung stellen, um ihn zu Spar¬
samkeit, einer einfachen Lebensfüh¬
rung zu erziehen
kurz|le|big: Adj. von geringer Lebens¬
dauer
kürz|lich: Adv. neulich; vor nicht langer
Zeit
Kurz|mel|dung: die; • ; -en telegraphi¬
sche Nachricht von geringer Länge
Kurz|nach|richt: die; - / -en telegraphi¬
sche Nachricht von geringer Länge
Kurz|paB —* Kurz|pass: der; -es; -pässe
<Bal!spiel> auf geringer Distanz ge¬
spielter Ball
Kurz|pro|gramm —* Kurz|pro|g|ramm:
das; -(e)s; -e (Eiskunstlauf kurzes
Kür- u. Pflichtprogramm
Kurz|pro|sa: die; - ; - <Literaturwiss.>
kurze Erzählung
Kurz|re|fe|rat: das; -(e)s; -e Vortrag
von geringer Dauer
kurz|schlie|Ben: schließt kurz; schlossest
kurz; hast kurzgeschlossen —>alle
Vergangenheitsformen mit ss*— 1
sich telefonisch in Verbindung setzen
2 elektrische Pole direkt verbinden
Kurz|schluB —* Kurzschluss: der;
•Schlusses; Schlüsse 1 <Elektrot.> Zu¬
sammenbruch eines StTomkreislaufs,
wobei eine Sicherung durchbrennt (u.
ein Gerät außer Funktion gesetzt
wird) 2 <übertr.> unüberlegte; stark
gefühlsmäßig bestimmte Handlung
Kurz|schluB|hand|lung —» Kurz|-
schluss|hand|lung: die; - / -en Affekt¬
handlung
Kurz|schluB|rejak]ti|on —* Kurz|-
schluss|re|ak|ti|on: die; -; -en Affekt¬
reaktion
Kurz|schrift: die; -; -en Stenographie
kurz|sich|tig: Adj. 1 etw. in weiterer
Entfernung nicht gut sehen könnend
2 nicht gut überlegt; nicht an die Zu¬
kunft denkend
Kurz|sich|tig|keit: die; - ; -en Augener¬
krankung, bei der weiter entfernte
Dinge kaum noch erkannt werden
können
Kurzstrecke (Kurz|strek[ke —>■ Kuiz|-
stre(cke): die; - ; -n <Sport> Strecke
von geringer Distanz
Kurz|strscken|lauf (Kurz|strek|ken|lauf
—*■ Kurz|stre|ckenjlauf): der; -(e)s;
-läufe <Sport> läuferischer Wettkampf
auf einer Distanz bis zu 400 m
Kurz|strecken|ra|ke|te (Kurz|strekj-
ken|ra|ke|te —» Kurz|strejcken|ra|-
ke|te): die; - ; -n Rakete mit geringer
Reichweite
Kurz|tag|p1lan|ze: die; - ; -n Pflanze, die
nur bei geringer. Lichteinwirkung
blüht .
kurz|tre|ten: trittst kurz; tratfejst kurz;
hastjbist kurzgetreten 1 —* auch kurz
tre]ten: —>auch hast/bist kurz
getreten<— [ugs.] sich einschränken
2 in kleinen Schritten vorwärts gehen
kurz|um: Adv. kurzerhand
Kürjzung: die; - / -en Minimierung; Ein¬
schränkung
kurz|weg: Adv. kurzum
Kurz|wel|le: die; - ; -n (Physik; Rund¬
funk: elektromagnetische Frequenz
Kurz|wel|len|sen|der: der; -s; - (Rund¬
funk: Station, die mit elktromagneti-
schen Wellen sendet
Kyrz|wel|len|the|ra|pie: die; - ; -n
(Med.: Behandlung mit elektroma¬
gnetischer Strahlung
kurz|wel|lig: Adj. (Physik: von geringer
Wellenlänge, Frequenz
Kurz|wort: das; -(e)s; -Wörter (Sprach-
wiss.: Abkürzung eines Wortes aus
Teilen eines längeren Wortes
Kurz|zeit|ge|dächt|nis: das; -ses; -se Be¬
reich des Gehrins, in dem Informatio¬
683
kurzzeitig
nen nur kurze Zeit gespeichert wer¬
den
kyrz|zei|tig: Adj. von geringer Dauer
kusch!: Interj. Befehl an einen Hund,
"sich still hinzulegen
ku]sche|lig: Adj. gemütlich; weich
ku|scheln: kuschelst; kuscheltest; hast
gekuschelt sich (eng) an jmdn. an¬
schmiegen; Zärtlichkeiten austau¬
schen
Ku|schel|tier: das; -(e)s; -e 1 weiches
Stofftier; Plüschtier 2 [ugs.] Person,
die gern kuschelt; schmust
ku|schen: kuschst; kuschtest; hast ge¬
kuscht klein beigeben
kuschlig: Adj. gemütlich; weich
kü|seln: küselst; küseltest; hast geküselt
sich mit dem Wind hin u. her, im
Kreis bewegen
Ku|si|ne/Cou|si|ne: die; - ; -n Tochter
von Onkel u. Tante
Kuß —> Kuss: der; Kusses; Küsse Lie-
besbezeugung, indem man mit den
Lippen den Körper (Mund, Hand
usw.) einer anderen Person berührt
Küß|chen —> Küss|chen: das; -s; ~ a)
kleiner Kuß b) ein Küßchen in Ehren
kann niemand verwehren —> ein
Küsschen in Ehren kann niemand
verwehren: an einem Kuß aus
Freundschaft ist nicht; Ehrenrühri¬
ges, Böses
küs|sen: küßt; küßtest; hast geküßt
—>alle Formen mit ss<— 1 a) Akt
der Liebesbezeugung; erotische
Handlung, bei der der Körper des
Partners mit den Lippen berührt
wird, sich die Partner gegenseitig mit
den Lippen berühren b) Handlung
zur Bekundung einer herzlichen
Freundschaft zwischen Menschen,
der Begeisterung jmds. fÜT eine Sache,
wobei jmd. od. etw. mit den Lippen
berührt wird c) Geste der Ehrerbie¬
tung, Unterwerfung, bei der symbo¬
lisch Insignien o. a. mit den Lippen
(fast) berührt werden 2 geküßt aus¬
sehen —> geküsst aussehen: einen
lädierten od./u. belustigenden Ein¬
druck machen
Kuß|hand —* Kuss|hand: die; ~ ; -hän¬
de Kuß auf die Innenseite der eigenen
Finger, der dann durch Zeigen der of¬
fenen Handinneflächen symbolisch
weitergegeben wird
Küjste —* Küs|te: <fr.-niederh die; - ;
-n Landstreifen, der (unmittelbar) ans
Meer grenzt
Kü|sten|be|woh|ner —> Küs|ten|be|-
wohjner: der; -s; - weihl. Kü|sten|be|-
woh|ne|rin—*- Küs|ten|be|woh|ne|rin:
die; - ; -nen Person, die an einer Kü¬
ste, in Küstennähe lebt
Kü|sten|be|woh|ner —> Küs|ten|be|-
woh|ner: der; -s; - Tier, das an der
Küste, in Küstennahe lebt
Kü|sten|ge|biet —* Küs|ten|ge|biet:
das; -(e)s;-e Region an der Küste
Kü]sten|ge|wäs|ser —s- Küs|ten|ge|-
wäs|sen das; -s; ~ (flacherer) Teil des
Meeres im Bereich der Küste
Kü|sten|schiffahrt (Kü|sten|schiff|fahrt)
—» immer mit fff: Küs|ten|schiff|-
fahrt/Küs(ten|schiff-Fahrt: die; -; -en
im Küstenbereich stattfindende
Schiffsverkehr; Schiffahrt, die für
Küstengewässer ausgelegt ist.
Kü|sten|schutz —> Küs(ten|schutz:
der; -es; - Maßnahmen zum Schutz
der Küstenbefestigung; Schutz gegen
Hochwasser, Unwetterfolgen durch
Deiche od. Wellenbrecher
Kü|stenjwacht —* Küs|ten|wacht: die;
-; -en Grenzschutz an einer Küste
Küjster —» Küs|ter: <lat.> der; -s; -
weibl. Kü]ste|rin —» Küs|te|rin: die;
~ ; -nen Angestellte(r), der/die die
Aufsicht über eine Kirche u. deren
Einrichtung hat u. dort einfache (Kir-
chen-)Dienste leistet
Ku|sto|de —> Kus(to|de: der; -n; -n wis¬
senschaftlicher Beamter in Museen u.
Bibliotheken .
Kutsch|bock: der; -(e)s; -bocke Platz,
auf dem der Kutscher sitzt
Kutjsche: tungar.> die; -; -n von Pferden
gezogener offener od. geschlossener
Wagen
Kut|scher: der; -s; ~ Person, die ein von
Pferden gezogenes Fahrzeug lenkt
Kut|scher|ma|nie|ren: die (PI.) [ugs.;
abwert.] schlechtes Benehmen
kut|schje|ren: kutschierst; kutschiertest;
hast!bist kutschiert 1 bist in einer Kut¬
sche fahren 2 hast Kutsche lenken
Kut|te: <lat.> die; ~ ; -n 1 Überhang,
Mantel einer Ordenstracht 2 Die
Kutte macht nicht den Mönch: mit
Äußerlichkeiten (der Kleidung) ist
nichts getan; an der Kleidung usw.
kann man den Charakter u. die gesell¬
schaftliche Stellung nicht immer er¬
kennen
Kut|tel: die; - ; -n [süddt.; österr.;
Schweiz.] Eingeweide
Kut|ter: <engl.> der; -s; - 1 einmastiges
(Segel-)Schiff 2 Schiff für die Fische¬
rei
Ku|vert: <Iat.-fr.> /kuwer/ das; - (e)s; -s
u. -e 1 Briefumschlag 2 Tafelgedeck
für eine Person
ku|ver|tie|ren: </r.> /kuwertiren/ kuver¬
tierst; kuvertiertetest; hast kuvertiert
Schriftstücke in einen Umschlag stek-
ken
Ku|ver[tü|re: </r.> /kuwertüre/ die; • ; -n
Schokoladenüberzug für Backwaren
KW: Abk. 1 Kraftwerk 2 Kühlwasser 3
Kurbelwelle 4 <Nachrichtent.> Kurz¬
welle (Dekameterwelle, Wellenbe¬
reich zwischen 10 u. 100 Metern)
kW: Abk. (Maßeinheit für elektrische
Leistung> Kilowatt (1 kW = 1000
Watt; wird heute auch anstelle von
PS verwendet zur Angabe der Lei¬
stung von Kraftfahrzeugmotoren (1
kW = 1,36 PS))
Kw(.): Abk. <Eisenb.> Kurswagen
kWh: Abk. (Maßeinheit für Energie) Ki¬
lowattstunde
Kwaß —> Kwass: <russ.> der; Kwasses
u. - ; Kwasse bierähnliches, alkoholi¬
sches Getränk aus kleingemachtem,
in Wasser aufgelöstem Brot od. Mehl
Ky|ber|ne|tik: <gr.> /kübernetik/ die; - ; -
1 Wissenschaft von den Regel- u.
Steuervorgängen in Technik, Biologie
u. Soziologie 2 (evangelisch) Lehre
von der Kirchen- u. Gemeindeleitung
Kyff|häu|ser die (PI.) kleines Waldge¬
biet südlich des Harzes, in dem der
Sage nach Kaiser Friedrich Barba¬
rossa haust
Kyfklajden —> Ky|k|la|den: /kükladen/
die (PL) Inselgruppe in der südlichen
Ägäis
Ky|rie: <gr.> /küri-e/ die; - ; -n /küri-en/
Bittruf in defchristlichen Kirche
ky|ril|lisch: /kürillisch/ Adj. auf das grie¬
chische Alphabet zurückgehende
Schrift, die im slawischen Sprach-
raum verwendet wird
KZ: Abk. 1 Kennzahl 2 Kennzeichen 3
Kennziffer 4 Kinderzulage 5 (Med.)
körperlicher Zustand 6 Kostenzu¬
schuß 7 Konzentrationslager = In¬
ternierungslager, in dem Menschen
ohne jede rechtliche Grundlage ge¬
fangengehalten werden (im NS-Staat
wurden in solchen Lagern vor allem
Juden, politisch Andersdenkende,
Sinti, Roma u. Homosexuelle syste¬
matisch gequält u. (zu Millionen) ge¬
tötet
Kz.: Abk. 1 Kennzahl 2 Kennzeichen 3
Kennziffer
Kzf.: Abk. 1 Kurzform 2 Kurzfassung
KZ-Häft|ling: der; -(e)s; -e Inhaftierte
eines Konzentrationslagers
Kzl.: Abk. 1 Kanzel 2 Kanzlei = Büro
eines Rechtsanwaltes 3 Kanzler
KZ-Me|tho|den: die (PI.) [ugs.] unwür¬
dige Art der Menschenbehandlung
KZV: Abk. Kassenzahnärztliche Verei¬
nigung
KZ-Wäch|ten der; s; - weibl. KZ-
Wäch|te|rin: die; ~ ; -nen Wärter(in)
eines Konzentrationslagers
684
Labyrinth
L
L/l: /eil/ das; - u. [ugs.] -s; - u. / ugs.] -s
Schriftzeichen, zwölfter Buchstabe
des deutschen Alphabets
L: Abk. 1 Lager 2 Lagerung 3 Länge 4
<Baustoff> Langlochziegel S <Schach>
Läufer 6 <Unterhaltungselektronik>
Lautsprecher 7 Lautstärke 8 Legie¬
rung = durch Zusammenschmelzen
entstandenes Mischmaterial 9 tenglo
<Größenangabe von Textilien, insbe¬
sondere von Hosem length = Länge
10 diäufig bei Stereoanlagen: linker
Lautsprecher) links 11 <engb Lock¬
heed = Flugzeugtyp der Lockheed
California Aircraft Company 12 Lu¬
xusausführung (z. B. bei
Kraftfahrzeugen) 13 <Eisenb.> Luxus¬
zug 14 «römisches Zahlzeichen) 50
I: Abk. «Maßeinheit des Rauminhaltes)
Liter
L.: Abk. 1 Ladung 2 tenglo «britischer
Adelstitel) Lady 3 <englo «Schiffahrt)
Liner = Überseedampfer 4 Land 5
Linie
I.: Abk. 1 lang 2 lateinisch 3 laut 4 legal S
leitend(e)(r) 8 lies(!) 7 links 8 löslich
LA: Abk. 1 Landesamt 2 Landratsamt 3
Lastenausgleich = Ausgleich für
Verluste durch den Zweiten Welt¬
krieg 5 Lehramt 6 Lehrauftrag 7
«Sport) Leichtathletik 8 leitende(r)
Angestellte(r) 9 Lebensalter
I. A.: Abk. 1 laut Aktefn) 2 laut
Angeboten) 3 laut Auftrag 4 laut
Auskunft
LAA: Abk. 1 Landesarbeitsamt 2
Landesausgleichsamt 3 Lehramtsan¬
wärter 4 «Sport) Leichtathletikabtei¬
lung
Lab.: Abk. a) Laborfatorium) = Ver¬
suchsraum; Forschungsraum b) La¬
boranten)
lab.: Abk. 1 labial = die Lippen betref¬
fend 2 labil = schwankend; veränder¬
lich
Lab: das; -(e)s; -e 1 Stoff im Magen
von Kälbern, Lämmern u. Kitzen,
der dort für den Stoffwechsel zustän¬
dig ist 2 Enzym, das bei der Herstel¬
lung von Käse benötigt wird u. aus
zerkleinerten Labmägen gewonnen
wird
lab|be|rig/labb|rig: Adj. [ugs.; ab wert.] 1
formlos; unangenehm weich; in seiner
Beschaffenheit nicht fest genug
»Wann wirfst du diesen labbrigen
Pullover endlich weg?« 2 «Speise) we¬
nig gehaltvoll, schwach gewürzt, ge¬
salzen u. dadurch geschmacklos, fade
3 leicht schwindelig, übel, (lau
lab|bern: miederh labberst; labbertest;
hast gelabbert 1 [norddt.; ugs.; ab¬
wert.] etw. schlürfend essen od. trin¬
ken »Labber deine Suppe nicht so!« 2
[norddt.; ugs.; abwert.] Unsinn erzäh¬
len »Er labbert den ganzen Tag.« 3
[seemannssprl.] (ursprünglich Segel)
schlaff herabhängen
Lajbel: <engl.> /leib!/ das; -s; -s 1 a) Mar¬
ke; Warenzeichen b) Aufschrift auf
eine Warenverpackung, aufgeklebtes
Etikett 2 a) Schallpiattenfirma »Der
Opernstar ist zu einem anderen Labet
gewechselt.« b) Etikett (auf einem
Tonträger) 3 <EDV> Markierung zum
Programmbeginn
lajben: dato labst; labtest; hast gelabt
[geh.; veralt.] jmdm. etw. Gutes zu es¬
sen, trinken geben
lajben, sich: dato labst dich; labtest
dich; hast dich gelabt [geh. veralt.] sich
gütlich tun; etw. Gutes essen, trinken;
genießen
la|bern: laberst; labertest; hast gelabert
[ugs.; abwert.] dummes Zeug reden;
ausdauernd undurchdachte, uninter¬
essante Dinge von sich geben
La|bi|al: dato der; -s; -e «Sprachwiss.)
Konsonant, der mit den Lippen gebil¬
det, artikuliert wird »Der Konsonant
>p< ist ein Labial.« Syn.: Labiallaut
la|bi|al: dato Adj. n. stg. a) <Med.> die
Lippen betreffend b) «Sprachwiss.;
Laut) mit den Lippen gebildet
la|bil: dato Adj. 1 «Physik; Pol.; Wirt.)
nicht gefestigter, gefährdeter Zu¬
stand; dazu neigend zusammenzubre¬
chen, sich zu verändern »Die politi¬
sche Lage im Nahen Osten ist sehr
labil.« 2 «Psychologie; Med.) gefähr¬
dete körperliche od. seelische Verfas¬
sung »ein labiler Kreislauf ♦ ein psy¬
chisch labiler Mensch« Ant.: <1; 2> sta¬
bil
La|bor/[österr.] La|bor. Kurzw. dato
das; -(e)s; -s u. ~e 1 Laboratorium =
besonders ausgestatteter Raum, in
dem naturwissenschaftlich-technische
Arbeiten, Untersuchungen u. ä.
durchgeführt werden 2 a) Institution,
Firma die ein Labor (1) als Hauptauf¬
gabe betreibt »Solche Analysen wer¬
den in der Regel bei einem Labor in
Auftrag gegeben.« b) Gebäude(kom-
plex) mit Einrichtungen von Labor
(1) od. im Besitz eines Labors (2a)
La|bo|rant- der; -en; -en weibl. La)bo|-
ranftin: die; - ; -nen allgemeine Be¬
rufsbezeichnung für eine Person, die
in einem Laboratorium im techni¬
schen, naturwissenschaftlichen od.
medizinischen Bereich als qualifizier-
te(r) Gehilf(e)(in) beschäftigt ist
La|bo|ra|to[ri|um: dato das; -s; Labora¬
torien jlaboratorknj besonders ausge¬
statteter Arbeitsraum, in dem natur¬
wissenschaftlich-technische Arbeiten,
Untersuchungen, Experimente
durchgeführt werden
lajbo]rie|ren: dato laborierst; laborier¬
test; hast laboriert 1 in einem beson¬
ders ausgestatteten Arbeitsraum
Analysen, Experimente u. Untersu¬
chungen auf naturwissenschaftlichem
Gebiet durchführen 2 [ugs.] sich mit
einer Arbeit, mit Schwierigkeiten län¬
gere Zeit (erfolglos) abmühen »Ich la¬
boriere immer noch an meiner
Examensarbeit.« 3 [ugs.] längere Zeit
eine Krankheit zu bekämpfen versu¬
chen »Ich laboriere schon seit Wochen
an meiner Erkältung.«
La|borjver]such: dal.; dto der; -fe)s; -e
1 in einem Labor durchgeführte(s)
Experiment Beobachtung u. Untersu¬
chung (von wissenschaftlichem
Interesse) »Oft werden Tiere zu La¬
borversuchen benötigt.« 2 Experi¬
ment, das unter möglichst wirklich¬
keitsnahen, aber isolierten Bedingun¬
gen durchgeführt wird
Lajbour PaHly. tenglo /leiber parii/ die;
~; - 1900 gegründete englische Arbei¬
terpartei
La|bra|dor —> La|b|ra|dor: o. Art; -s; -
kanadische Halbinsel mit kaltem,
rauhem Klima
La|bra]dor —* La|b|ra|dor: der; - u. -s;
-e u. -s 1 Labradorit; Natron-Kalk¬
Feldspat, Schmuckstein aus einem re¬
lativ farblosen Material, mit grau,
bläulich od. bräunlich schillernder
Oberfläche 2 Jagdhund(rasse) mit
hängenden Ohren, kräftiger Rute (u.
dunklem Fell)
La|bra|dor|hund —> La|b|ra|dor|hund:
der; -fe)s; -e Jagdhund(rasse) mit
hängenden Ohren, kräftiger Rute (u.
dunklem Fell), Syn.: Labrador (2)
Lab[sat: das; -(ejs; -e u. [landsch.J die;
~ ; -e [geh.; veralt.] etw., was jmdn.
körperlich u./od. seelisch erfreut, auf¬
baut
Labs|kaus: morw.-englo das; - ; - (nord¬
deutsches) Eintopfgericht, ursprüng¬
lich von Seeleuten gegessen, aus Pö¬
kelfleisch, Fisch, Kartoffeln u. sauren
Gurken zubereitet
Lajbung: die; - ; -en [geh.; veralt.] a) Ga¬
be eines guten Essens od. Getränks b)
genußvolles Essen u. Trinken c) [sel¬
ten] etw. Erquickendes; etw., was
Körper od. Seele erfreut
La|by|rinth: tgr.-lato /labürint/ das;
-/ejs; -e 1 a) Anlage, die nach der
griechischen Mythologie für den Mi¬
notaurus auf Kreta gebaut wurde b)
«Barock) Irrgarten; Park-, Gartenan¬
lage, in der mittels hoher Hecken un¬
übersichtliche Wege (zum Mittel¬
punkt) geschaffen wurden, in denen
man sich verirren kann e) <M A> Intar¬
sien in Fußböden von Kirchen, die
ein System von Irrgängen darstellen 2
Rätsel (auf der Unterhaltungsseite
von Zeitungen), bei dem verwirrende
Pfade dargestellt sind u. der richtige
Weg zu suchen ist 3 unbeabsichtigte
Irrgänge, Haus mit Irrgängen; ver¬
wirrend, unübersichtlich geführte
Korridore, Flure, schwierig zu fin¬
dende Räume »Diese Universität ist
ein Labyrinth.« 4 a) <Med.> Gleichge¬
wichtsorgan im Ohr von Wirbeltieren
u. Menschen b) <Zool.> Atmungsor¬
gan der Labyrinthfische
685
Lache
La|che: /wird mit kurzem >a<
gesprochen/ die; ~ ; -n [meist abwert.]
Art u. Weise, in der ein Mensch lacht
»Sie hat eine schrille Lache.«
La|che: /wird mit langem >a<
gesprochen/ die; - ; -n flache, zusam¬
menhängende Schicht angesammelter
Flüssigkeit »Nach dem Unfall befand
sich eine große Benzinlache auf der
Straße.«
läjcheln: lächelst; lächeltest; hast
gelächelt 1 a) menschliche Äußerung,
die zum Lachen tendiert, bei der der
Gesichtsausdruck Freude, Freund¬
lichkeit o. ä. zeigt b) lächeln (a), das
aber verächtlich, ironisch mitleidig
wirkt, gemeint ist 2 etw. lächelt
einem: [veralt.] etw. ist einem günstig
»Ihm lächelte das Glück.«
Ia]chen: lachst; lachtest; hast gelacht 1
a) menschliche Äußerung, bei der die
Mundwinkel (bei göffnetem Mund)
nach oben gezogen u. eine Folge kur¬
zer, (unartikulierter) Laute produ¬
ziert werden, die offene (herzliche)
Freude, Begeisterung, ausdrückt b)
lachen (a), das aber Hohn, Spott o. ä.
auszudrückt 2 der lachende Dritte:
jmd. hat Vorteile, Nutzen aus der
Auseinandersetzung zwischen zwei
Personen, Gruppen o. ä. 3 zum La¬
chen sein: [ugs.] nicht ernst zu neh¬
men, lächerlich sein »Sein Anblick ist
zum Lachen. 4 am (vielen) Lachen er¬
kennt man den Narren: wer (zu häu¬
fig) lacht, ist nicht emstzunehmen 5
du wirst, Sie werden lachen: [ugs.]
auch wenn du es nicht glaubst. Sie es
nicht glauben ♦ Du wirst lachen, aber
es funktioniert.« 6 aus vollem Halse
lachen: heftig, ungehemmt (herzlich)
lachen Ȇber den Clown lachten die
Kinder aus vollem Halse.« 7 jmdm.
vergeht das Lachen: 1. jmd. erfährt
überraschend Unannehmlichkeiten
»Wenn ihr euren neuen Chef kennen¬
lernt, vergeht euch das Lachen.« 2.
jmd. wird (plötzlich) nachdenklich,
traurig »Als das Gespräch auf ihre be¬
vorstehende Scheidung kam, verging
ihr das Lachen.« 8 die lachenden
Erben: [scherzh.] diejenigen, die in
den Genuß einer Erbschaft kommen
»Zeit seines Lebens war er geizig u.
gönnte sich nichts, jetzt besitzen alles
die lachenden Erben.« 9 sich eins
lachen: [ugs.] sich heimlich über
jmdn. amüsieren, über ihn lachen
»Wir machen die ganze Arbeit, u. der
lacht sich eins.« 10 da8 ich nicht
lachet: [ugs.] das ist doch Unsinn, ein¬
fach lächerlich »Du willst Schlager¬
sänger werden? - Daß ich nicht lache!«
11 das wäre doch gelacht (wenn
nicht.. ): [ugs.] das müßte doch zu
machen sein, müßte doch klappen
»Das wäre doch gelacht, wenn ich diese
kleine Reparatur nicht alleine schaffen
würde.« 12 da, hier gibt es (gar)
nichts zu lachen!: [ugs.] es ist eine
ernste Angelegenheit 13 nichts zu la¬
chen haben: [ugs.] es schwer haben,
von jmdn. nicht gut behandelt werden
14 du hast, kannst gut leicht lachen:
im Gegensatz zum Sprecher od. einer
anderen Person in einer günstigen La¬
ge sein »Du hast gut lachen! Es ist ja
nicht dein Auto gewesen, das jetzt
Schrott ist.« 15 Wer zuletzt lacht,
lacht am besten: wird gebraucht a)
wenn sich ganz zum Schluß erweist,
daß jmd. recht hatte, obwohl zu¬
nächst andere triumphierten b) wenn
jmd. am Schluß, später doch erreicht
hat, was er wollte u. es zunächst da¬
nach aussah, als ob andere mehr
Glück hätten c) Ausdruck, daß die
Schadenfreude am schönsten ist, die
derjenige ganz am Ende hat, der vor¬
her von anderen belächelt worden ist
Lachferjfolg: der; -(e)s; -e Vorstellung,
ein Film od. Theaterstück, das die
Zuschauer immer wieder zum Lachen
veranlaßt »Der neue Film ist wieder
ein großer Lacherfolg.«
Iä|cheijlich: Adj. [abwert.] 1 zum La¬
chen reizend; albern; dumm; Ableh¬
nung hervorrufend »Dein Benehmen
ist lächerlich.« 2 <verst.> nicht ausrei¬
chend; zu gering »Die Bezahlung ist
lächerlich.« 3 unbedeutend; von ge¬
ringem Interesse »Eigentlich war die
Angelegenheit geradezu lächerlich.«
Iä|cher|li|chetjwei|se: Adv. [abwert.] die
betreffende Sache scheint dem Be¬
trachter lächerlich, albern »Lächerli¬
cherweise nimmt er immer noch den
Schnuller.«
Ljj|cher|lich|fceit: die; - ; -en [abwert.] 1
Albernheit; Dummheit 2 meist (ärger¬
liche) geringfügige, kleine Sache ohne
Bedeutung
Lach|fält|chen: das; -s; - (m. PI.) um
die äußeren Augenwinkel herum
durch häufiges Lachen entstehende
Falten »Ihre Lachfältchen finde ich
besonders apart.«
tach|haft: Adj. lachhafter; lachhafteste
[ugs.; abwert.] unsinnig, nicht ernst¬
zunehmend »Sein Angebot war ge¬
radezu lachhaft.«
Lach|krampf: der; -(e)s; -krämpfe nicht
unterdrückbarer, anhaltender Drang,
unbändig zu lachen
Lach|mÖ|we: die; - ; -n kleinere
Möwenart mit roten Schnabel u. Fü¬
ßen »Schon von Ferne hörten wir das
Rufen der Lachmöwen.«
Lachs: /lakß/ der; -es; -e a) Salm; im
Salzwasser (Atlantik) lebender, bis zu
1,50 m großer Raubfisch, der zur
Laichablage flußaufwärts zu seinem
Herkunftsgewässer steigt b) mensch¬
liches Nahrungsmittel aus Lachs (a),
dessen rötliches Fleisch häufig geräu¬
chert, in dünne Scheiben geschnitten
verzehrt wird »Lachs ist eine Delika¬
tesse.«
Lach|saclc der; -(e)s; -säcke <Scherzar-
tikeb kleiner Beutel mit einem Me¬
chanismus, der bei Betätigung ein in¬
tensives, animierendes menschliches
Lachen imitiert
Lach|sal|ve: die; - ; -n (kürzeres) hefti¬
ges Auflachen eines Publikums »Eine
Lachsalve nach der anderen begleitete
die Büttenrede.«
Lachs|er|satz: der; -es; - Ersatz für ech¬
ten Lachs (b); (in Schnitzel) geschnit¬
tener, rötlich gefärbter, in Ol einge¬
legter, kräftig gewürzter Fisch, See¬
lachs
!achs|fär|ben/lachs|faijbig: Adj. oran¬
ge-rosafarben wie das Fleisch eines
geräucherten Lachses »Das lachsfar¬
bene Hemd ist dieses Jahr wieder mo¬
dern.«
Lachs|fisch: der;-(e)s; -e Fisch der Fa¬
milie der Lachse, Salme
Lachs|he|ring: der; -(e)s; -e geräucher¬
ter Salzhering
lachs|ro|sa: Adj. n. dekl. von der Farbe
des Fleisch eines geräucherten Lach¬
ses
Lach|tau|be: die; - ; -n 1 Taube mit
gelblichbraunem Gefieder, deren
Männchen einen (dem Lachen ähnli¬
chen) Laut ausstößt 2 <übertr.> ki¬
cherndes Mädchen
Lack: der; -(e)s; -e 1 in Binde- u. flüch¬
tigen Lösungsmittel gelöste (farblose)
Lackstoffe (u. Farbpigmente), die
nach dem Aufträgen u. Verdunsten
des Lösungsmittels einen dünnen,
glänzenden Film bilden 2 dünner,
harter, glänzender Film auf Oberflä¬
chen fester Körper, der als Schutz
od./u. zur Gestaltung, Dekoration
dient, aber auch in der Technik viel¬
fältig verwendet wird »Der Lack am
Auto ist beschädigt.« 2 u. fertig ist der
Lack: u. schon ist eine Angelegenheit
erledigt 3 der Lack ist ab: [ugs.] das
Schöne (die Oberfläche, der Schein)
ist für immer ab, weg, dahin » Wir sind
älter geworden, der Lack ist ab.«
Lack|af|fe: der; -n; -n [ugs.; abwert.]
"(männliche) Person, die sich übertrie¬
ben, unangemessen elegant, teuer
kleidet »Sieh dir diesen Lackaffen
an!«
Lack|ar|beit: die; - ; -en Produkt aus ei¬
ner aus Ostasien stammende Kunst
der Verzierung von Gegenständen,
bei der entweder in den Lack ge¬
schnitten od. auf dem Lack Malereien
angebracht werden »Das Kästchen be¬
saß eine wunderschöne Lackarbeit.«
Lackel (Lak|kel —> La|ckel)/Lackl: der;
-s; - [landsch.; abwert.] dummer, un¬
geschickter, hilfloser Kerl »Viele hiel¬
ten ihn für einen Lackel.«
lacken (lak|ken —> la|cken): dnd.-pers.-
arab.-lat.-it.> lackst; lacktest; hast ge¬
lackt Lack, flüssigen farblosen od.
farbigen Oberflächenschutz auftra¬
gen »Im Nu war die ganze Tür ge¬
lackt.« Syn.: lackieren
Lack[far|be: die; - ; -n Lack, flüssiger
Oberflächenschutz, der mit Farbpig¬
menten versehen wurde
lack|glän|zend: Adj. n. stg. so mit Lack
überzogen, daß Licht reflektiert wird
u. der entsprechende Gegenstand
schimmert
Lack|giir]tel: der; -s; ~ Gürtel aus hoch¬
glänzendem Leder od. Kunststoff
»Letztes Jahr waren Lackgürtel groß
in Mode.«
Iackie|ren (iak|kie|ren —> la|ckie|ren):
lackierst; lackiertest; hast lackiert 1
mit Lack, flüssigem farblosen od. far¬
bigen Oberflächenschutz bestreichen,
versehen 2 jmdn. durch hinterlistiges
Verhalten zu Schaden bringen »Wenn
sein Vater das herausfindet, ist er aber
lackiert.« 3 jmdm. eine lacken: [ugs.]
jmdm. eine scheuem; jmdn. schlagen;
jmdn. ohrfeigen
Lackiejrer (Lak|kie|rer —*■ La|ckie|rer):
der; -s; - weibl. Lackie|re|rin (Lak|-
kie|re|rin —» La|ckie|re|rin): die; - /
-nen qualifizierte Person, die beruflich
686
Lader
Holz-, Metall- u. a. Gegenstände mit
Lack überzieht
Lackie|re|rei (Lak|kie|re|rei —> La|-
ckie|re|rej): die; ~ ; -en 1 Werkstatt, in
der Lackierarbeiten ausgeführt wer¬
den 2 o. PL [ugs.] als mühselige emp¬
fundene Lackierarbeiten, andauern¬
des Lackieren »Langsam bin ich diese
Lackiererei leid.« Syn.: <1> Lackier¬
werkstatt
Lackie|rung (Lak|kie|rung —> La|ckie|-
rung): die; ~ ;-en 1 das Aufträgen von
Lack, einem farblosen od. farbigen
Oberflächenschutz 2 Lack, ein farblo¬
ser od. farbiger Oberflächenschutz,
der auf einen Gegenstand aufgetra¬
gen worden ist
Lackierjwerkjstatt (Lak|kieijwerk|statt
—» La|ckier|werk|statt): die; - ;
-Werkstätten mit den notwendigen
Arbeitsgeräten ausgestatteter Be¬
trieb, in dem lackiert wird Syn.: Lak-
kierei(1)
Lackier|werk|stät|te (Lak|kier]werk|-
stätfte —> La|ckier]werk|stät|te): die;
- ; -n mit den notwendigen Arbeitsge¬
räten ausgestatteter Betrieb, in dem
lackiert wird »Morgen bringe ich mein
Auto in die Lackierwerkstätte.« Syn.:
Lackierei (1)
Lack|le|der: das; -s; - hoch glänzendes
Leder »Er hatte einen neuen Gürtel
aus Lackleder.«
Lack|man|tel: der; -s; -mäntel witte¬
rungsbeständiges Kleidungsstück mit
stark glänzender Beschichtung »Nach
wie vor mag er seinen Lackmantel.«
Iack|mei|em: in der Wendung gelack¬
meiert sein: [ugs.] betrogen, hereinge¬
legt, auf den Leim gegangen, der
Dumme sein
Lack|mus: <niederl.> das u. der; - ; - ein
aus einer Flechtenart gewonnener
Farbstoff, der sich in Säuren rot u. in
Laugen blau färbt »Die Entdeckung
des Lackmus war wichtigför die Che¬
mie.«
Lack|pfle|ge: die; - ; - die Behandlung
des Lacks, um seine schützenden Ei¬
genschaften u. seinen Glanz zu erhal¬
ten
Lack|rei|ni(gen der; -s; - Reinigungs¬
mittel, mit dem Lack gereinigt u. ge¬
schützt wird
Lack]scha|den: der; -s; -Schäden Fehler,
Beschädigung am Lack eines Autos
od. eines anderen Gegenstandes
»Zum Glück hatte das Auto nach dem
Zusammenstoß nur einen Lackscha¬
den.«
Lack]stie|fel: der; -s; - Stiefel, Schuh
mit hohem Schaft aus hoch glänzend
verarbeitetem Leder
La|crosse —» La|c|rosse: </r.> /lakroß/
das; - ; - <Sport> ein aus Amerika
stammendes Mannschaftsspiel, das
im Freien mit einem kleinen Gummi¬
ball auf zwei Tore gespielt wird u. bei
dem die Spieler mit Schlägern, die am
unteren Ende kleine Netze haben,
den Ball fangen u. zum Mitspieler
bzw. ins Tor schleudern
Lac|tat: <lat.> /laktat/ das; -s; -e <Che¬
mie> Salz der Milchsäure
Lad.: Abk. Ladung
Läd|chen: das; -s; ~ 1 Verkleinerungs¬
form von Laden; kleines, oftmals be¬
sonders schönes Geschäft 2 Verklei¬
nerungsform von Lade; (kleineres)
herausziehbares Fach eines Schran¬
kes, das oben offen ist
La|de: die; - ; -n 1 kurz für Schublade;
herausziehbares, oben offenes Fach
eines Schrankes 2 [veralt.] Truhe, Ki¬
ste, kastenartiges Möbelstück mit ei¬
nem aufklappbaren Deckel 3 <Pferd>
zahnloser Teil des Unterkiefers 4
[landsch.] Mund
La|de|baum: der; -(e)s; -bäume
schwenkbarer Teil der Bord Vorrich¬
tung, die auf Schiffen zum Be- u. Ent¬
laden von Stückgut dient
Lajde|ein|rich|tung: die; - ; -en Vorrich¬
tung auf Schiffen, die zum Be- u. Ent¬
laden der Fracht dient
La|de|flä|che: die; - / -n der Platz in/auf
Transportmitteln, der für die Fracht
zur Verfügung steht »Der Transporter
verfügte über eine große Ladefläche.«
La|de|ge|rät: das; -(e)s; -e Gerät, mit
dem elektrische Akkumulatoren auf¬
geladen werden können »Die Auto¬
batterie sollte eine Nacht lang am La¬
degerät angeschlossen bleiben.«
La|de|gut: düs;-(e)s; -guter (PI. s.) Ge¬
samtheit der zu transportierenden u.
somit zu ladenden Güter, Syn.:
Fracht; Ladung
La|de|hem|mung: die; - ; -en 1 das
Nicht-Funktionieren, Versagen einer
Feuerwaffe (beim Laden, Nachladen)
2 etw. hat Ladehemmungen: etw.
funktioniert nicht »Mein Photoap¬
parat hat mal wieder Ladehem¬
mungen.« 3 jmd. hat eine
Ladehemmung: jmd. versteht etw.
Logisches, Naheliegendes, eine An¬
deutung o. ä. nicht (sofort) »Bei den
Matheaufgaben hatte er Ladehem¬
mungen.«
La]de|mast: der; -(e)s; -e feststehender
Teil der Bordvorrichtung, die auf ei¬
nem Schiff zum Be- u. Entladen von
Stückgut dient, an dem der Lade¬
baum befestigt ist
La|den: der; -s; Läden 1 Haus od.
Raum, in dem etw. verkauft wird
»Der Laden hat bis 18.30 Uhr
geöffnet.« 2 kurz für Fensterladen;
Rolladen schließbare Vorrichtung
außen am Fenster »Vor der Abfahrt
schloß sie alle Fensterläden.« 3 Ange¬
legenheit, Umstände 4 a) den Laden
schmeißen: [ugs.] (eine Firma, ein
Geschäft o. ä.) mit Engagement, Ehr¬
geiz u. Elan leiten; erfolgreich Sorge
dafür tragen, daß alles funktioniert
»Du kannst ruhig in Urlaub fahren, ich
werde den Laden schon schmeißen.« b)
den Laden kennen: sich in einer Sa¬
che, einer Angelegenheit auskennen
lajden: lädst; lud(e)st; hast geladen 1
etw. auf od. in etw. zu Transport- od.
Lagerungszwecken deponieren »Er
lädt die Ware auf den LKW. • Das
Schiff hat Bananen geladen.« 2 eine
Waffe mit Munition versehen, schu߬
bereit machen 3 Batterien o. ä. mit
Strom versorgen; elektrische Energie
speichern »Die Batterie ist leer u. muß
geladen werden.« 4 <übertr.> einen
Film in eine Kamera, einen Fotoap¬
parat einlegen 5 bist; nur im im Part.
II, Perfekt gebraucht <übertr.> voll
sein; angereichert a) erholt; aktiv; ar¬
beitsfreudig »Er war mit neuer Ener¬
gie geladen.« b) die Situation, die At¬
mosphäre betreffend »Der Abend war
mit Spannung geladen.« 6 (auf jmdn.)
geladen sein: [ugs.] (auf jmdn.) sehr
böse, wütend sein »Ich hätte sie am
liebsten geohrfeigt, so geladen war
ich.« 7 (schwer) geladen haben:
[ugs.] betrunken sein
La|den|dieb: der; -(e)s; -e weibl. La|-
den|die|bin: die; -; -nen Person, die in
einem (Einzelhandels-)Geschäft
stiehlt, gestohlen hat
La|den|dieb|stahl: der; -(e)s; -dieb¬
stähle Entwenden von Ware in einem
(Einzelhandels-)Geschäft (während
der Öffnungszeiten) »Jeder Laden¬
diebstahl wird zur Anzeige gebracht.«
La|den|ge|schäft: das;-(e)s; -e in einem
Ladenlokal betriebenes Einzelhan¬
delsgeschäft
La|den|glocke (La|den|glok|ke —» La|-
den|glo|cke): die; - ; -n Glocke o. ä.,
die od. deren Melder an der Tür eines
Ladenlokals angebrachte ist u. beim
Öffnen u. Schließen der Tür ertönt
La|den|hü|ten der; -s; - [abwert.] Arti¬
kel, der nur schwer od. gar nicht zu
verkaufen ist, der lange im Laden ver¬
weilt
Lajden|kas|se: die; - / -n (verschließba¬
rer) Behälter eines Geschäftes (meist
eine Registrierkasse), in dem das das
Wechselgeld u. die Einnahmen aufbe¬
wahrt werden
La|den|ket|te: die; - ; -n Filialen eines
Einzelhandelsunternehmens od. meh¬
rere, auf andere Art organisatorisch
eng miteinander verbundene Ge¬
schäfte unter gleichem Namen
Lajden|lo|kal: das; -(ejs; -e Raum, in
dem ein Geschäft untergebracht ist,
werden kann
La|den|preis: der; -es; -e Preis, zu dem
ein Geschäft eine bestimmte Ware
verkauft »Diesen Artikel erhalten Sie
zum Ladenpreis von 10,80 DM.« Syn.:
Einzelhandelspreis
La]den|schluß —»• La|den|schluss: der;
-Schlusses; - (in Deutschland gesetz¬
lich geregeltes) tägliches Ende der
Verkaufszeit
La|den|schluß|ge|setz —> La|den|-
schluss|ge|setz: das; -es; -e (PI. s.)
staatlich festgelegte Vorschrift, zu
welcher Zeit die Geschäfte schließen
müssen, wann sie wie lange geöffnet
haben dürfen
La|den|tisch: der; -(e)s;-e a) Tisch in ei¬
nem Geschäft, auf dem Waren ausge¬
breitet u. an dem Waren verkauft
werden »Sie steht von morgens bis
abends hinter dem Ladentisch.« b) un¬
ter dem Ladentisch: verbotene
(knappe) Waren verdeckt halten, ver¬
kaufen
La|den|tür: die; ~ ; -en (Eingangs-)Tür
eines Geschäftes
La]den|zen|trum —> La|den|zen|t|rum:
das; -s; -Zentren Teil einer Stadt, in
dem sich viele Geschäfte befinden,
Syn.: Geschäftszentrum; Geschäfts¬
viertel
Lafder der; -s; - 1 Fahrzeug, das über
eine Vorrichtung zum Be- u. Entladen
verfügt 2 Person, die Transportmittel
be- u. entlädt
687
Laderampe
La|de|ram|pe: die; - ; -n Sockel, an den
ein Transportfahrzeug zum Be- u.
Entladen heranfährt
La]de|raum: der;-(e)s; -räume Platz zur
kurzzeitigen Zwischenlagerung von
Gütern, Syn.: Frachtraum
lä|die|ren: <iat.> lädierst; lädiertest; hast
lädiert 1 sichtbar beschädigen »Die
Tischplatte wurde beim Umzug
lädiert.« 2 körperlich verletzen
Lä|die|rung: <lat.> die; - ; -en 1 sichtbare
Beschädigung eines Gegenstandes 2
körperliche Verletzung »Nach dem
Fußballspielen kam er stets mit vielen
Lädierungen am Bein heim.«
Lajdung: die; - ; -en 1 a) mit einem
Fahrzeug transportieres, verstautes
Gut »Die Ladung muß noch heute ge¬
löscht werden.« b) eine zu transportie¬
rende Warenmenge 2 a) eine be¬
stimmte Menge von Sprengstoff
(bzw. deren Energie) b) Treibsatz der
Munition einer Feuerwaffe (dessen
Energie) 3 [ugs.] eine Menge, viel 4
<Rechtsw.> Vorladung (zu einem Ge¬
richtstermin)
La|dy: <engl.> /lejdi/ die; - ; -s u. Ladies
—*nur noch Laidys<— 1 o. PI. Ehe¬
frau eines hohen britischen Adeligen
2 Dame
Laldy|kil|len <engl.> /lejdi-/ der; -s; -
[ugs.; scherzh.] Frauenheld
la|dy|like: <engh /lejdilaik/ Adj. n. stg.
wie eine Lady; damenhaft
La|fet|te: dal.-fr.> die; - ; -n fahrbarer
Unterbau eines Geschützes
Laf|fe: der; -n; -n [veralt.; abwert.] jun¬
ger, eingebildeter Mann
Laf)fe: die; - ; -n 1 vorderer Teil eines
Löffels 2 Ausguß
Lag: <engb /lag/ der; -s; -s zeitliche Ver¬
zögerung; Verspätung
Lag.: Abk. 1 Lager 2 Lagerung
La|ge: die; - ; -n 1 Stellung, Plazierung,
Anordnung von etw. od. jmdm. in Be¬
zug zum Umfeld a) Art u. Weise des
Liegens einer Person »Die Lage eines
Schwerverletzten sollte die stabile Sei¬
tenlage sein.« b) Stelle, Ort, Umge¬
bung, Qualität, wo/in der sich etw.
befindet »Das Haus hat eine ruhige
Lage.« 2 Situation »Er befand sich in
einer ausweglosen, schwierigen Lage.«
3 Maß; geschichtete Anordnung, in
der bestimmte Sachen angeboten
werden »eine Lage Schinken ♦ eine La¬
ge Papier« 4 <Sport> a) eine der vier
Stilarten beim Schwimmen (Kraul,
Brust, Rücken, Delphin) b) n. PI. ei¬
gene Disziplin beim Schwimmen, in
der eine bestimmte Strecke in allen
vier Stilarten nacheinander ge¬
schwommen wird in der Reihenfolge
Delphin, Rücken, Brust, Kraul 5
<Musik> Höhe einer Singstimme;
Stimmlage 6 Wein in einer besonde¬
ren Lage »Wein aus guten Lagen ist
sehr teuer.« 7 nach Lage der Dinge:
unter diesen Umständen 8 Herr der
Lage sein/bleiben: die Übersicht be-
halten/bekommen u. wissen, was zu
tun ist 9 die Lage peilen: [ugs.] prü¬
fen, wie die Dinge, Angelegenehiten
o. ä. stehen »Ich werde mal die Lage
peilen, um einen günstigen Zeitpunkt
zu erwischen.« 10 in der Lage sein: fä¬
hig sein; es können »Ich werde wohl
noch in der Lage sein, mit meinen
Schwierigkeiten alleine fertig zu
werden.« 11 eine Lage schmeißen:
[ugs.] eine Runde Bier o. ä. ausgeben
Lajge|be|richt: der; -(e)s; -e Mitteilung
über den Stand der Dinge; Darstel¬
lung einer bestimmten Situation (vor¬
nehmlich beim Militär)
La|ge|be|spre|chung: die; - ; -en aus¬
führliches Gespräch über den Stand
der Dinge, über die aktuelle Situation
La|gen|schwim|men: das; -s; - Disziplin
beim Schwimmen, in der eine be¬
stimmte Strecke in allen vier Stilarten
nacheinander geschwommen wird in
der Reihenfolge Delphin, Rücken,
Brust, Kraul
Lajgen|staf|fel: die; ~ ; -n a) Mann¬
schaftsdisziplin beim Schwimmen,
bei der jeder der vier Schwimmer die
Strecke in einer anderen Stilart in der
Reihenfolge Delphin, Rücken, Brust,
Kraul zurücklegt b) die Mannschaft,
die die Lagenstaffel (a) schwimmt
La|ge|plan: der; -fe)s; -pläne Skizze,
Karte über die Lage u. Umgebung ei¬
nes Ortes
La|gen das; -s; -1a) vorübergehende,
provisorische Unterkunft für eine
größere Gruppe von Menschen b)
Aufenthaltsort für Menschen, die z.
B. im Krieg gefangen od. zu einer
Strafe verurteilt wurden »Tausende
von Kriegsgefangenen wurden in das
Lager transportiert.« c) Ferienaufent¬
haltsort für Jugendliche d) Camping¬
urlaub; Schlafplatz »Wir schlagen
heute für die Nacht am See unser La¬
ger auf.« 2 Ort, an dem Waren aufge¬
hoben werden »Er räumt das Lager
auf.« 3 <Technik> Maschinenteil, das
ein anderes sich drehendes od.
schwingendes Teil trägt »Er muß das
Lager des Motors ölen.« 4 Gruppe
von Personen, Staaten u. a., die in ei¬
ner bestimmten (politischen, weltan¬
schaulichen o. ä.) Hinsicht einer Mei¬
nung sind, auf derselben Seite stehen
»Im Lager der Tierschützer gab es
endlose Diskussionen über das weitere
Vorgehen.« 5 etw. auf Lager haben:
a) etw. ist vorrätig »Diesen Artikel ha¬
ben wir immer auf Lager.« b) [ugs.]
über etw. verfügen, etw. bereithalten
La[ger[aiibei|teR der; -s; - weibl. La|-
gerjar|bei|te|rin: die; - ; -nen Berufs¬
bezeichnung für eine Person, die in ei¬
nem (Waren-)Lager arbeitet
La|ger|auf[se|her: der; -s; - weibl. La|-
ger|auf|sejhe|rin: die; • ; -nen Tätig¬
keitsbezeichnung für eine Person, die
Aufsicht in einem Lager (Warenlager,
Kriegsgefangenenlager o. a.) führt
La|geijbe|stand: der; -(e)s; -bestände
das, was zu einem bestimmten Zeit¬
punkt in einem Lager vorhanden,
vorrätig ist
La(ger[bier: das; -(e)s; -e untergäriges
Bier, das seinen endgültigen Ge¬
schmack erst durch Lagerung entwik-
kelt
la]ger|fä|hig: Adj. zur Lagerung, zum
Aufbewahren geeignet (z. B. Obst u.
Gemüse)
La|ger|fäu|le: die; - ; - Fäulnis, die
durch Pilzbefall während der Lage¬
rung (bei Gemüse, Holz o. ä.) ent¬
steht
lajgerjfest: Adj. lagerfester; lagerfeste¬
ste dazu geeignet, längere Zeit gela¬
gert, aufbewahrt zu werden; wider¬
standsfähig gegen negative Lage-
rungseinfiüsse
La|gerjfeu|er. das; -s; - offene Feuer¬
stelle, z. B. in einem Zeltlager
La|gerjhal|le: die; - ; -n sehr geräumiger
hoher Raum, in dem Güter gelagert
werden
La|geijhal|tung: die; - ; - Verwaltung u.
Lagerung von Gutem in einem Lager
La|ger|haus: das; -es; -häuser Haus, in
dem Waren gelagert werden können
La|gerjinjsas|sa: der; -n; -n La|ger]inj-
sas|sin: die; - ; -nen Person, die in ei¬
nem Strafgefangenenlager od. Kon¬
zentrationslager gefangengehalten
wird
La|ge|risfc der; -en; -en weibl. La|ge|ri|-
stin —> La|ge|ris|tin: die; - ; -nen Be¬
rufsbezeichnung für eine Person, die
ein Warenlager verwaltet, Syn.: La¬
gerverwalter; Lagerverwalterin
La|ger[kol|ler: der; -s; - [ugs.] psychi¬
sche Störung, die nach längerem Auf¬
enthalt in einer ausgegrenzten, engen,
willkürlich zusammengesetzten Ge¬
meinschaft aufkommt
La|geijkom|man|dant der; -en; -en
weibl. La|ger|kom|man|dan|tin: die;
- ; -nen Vorsteher(in), Befehlshabe-
r(in) eines Gefangen- od. Konzentra¬
tionslagers
la|gem: lagerst; lagertest; hast gelagert
1 an einem Ort einen Ruheplatz bezie¬
hen u. dort bleiben, das (Nacht-)La-
ger aufschlagen 2 etw. in eine be¬
stimmte Position, Stellung bringen
»Nach einem anstrengenden Tag la¬
gert er seine Beine gerne hoch.« 3 als
Schicht (über etw.) ausgebreitet sein
»Staub lagert auf allen Möbeln.« 4
(für spätere Zwecke) aufbewahren
»Im Keller lagern die Kartoffeln für
den nächsten Winter.« 5 gelagert
sein: als tatsächlicher Umstand in be¬
stimmter Weise beschaffen sein »Ihr
Fall ist ähnlich gelagert wie der ihres
Nachbarn.« 8 jmd. ist nicht ganz rich¬
tig gelagert: jmd. ist nicht ganz ge¬
scheit; jmd. ist verrückt
La|ger|obst: das; -(e)s; - a) für längere
Aufbewahrung geeignetes Obst b)
aufbewahrtes, gelagertes od. zur La¬
gerung bestimmtes Obst
Lajgerjpiatz: der; -es; -platze 1 Ort, Stel¬
le zum Rasten, Übernachten im Frei¬
en 2 Ort, Stelle, an dem/der Waren
aufbewahrt werden können
La|ger|raum: der; -(e)s; -räume Raum,
in dem Waren aufbewahrt werden
können
Lajgerjstätfte: die; ~ ; -n 1 Schlafplatz;
Bett 2 <Geologie> Ort mit abbaubaren
Bodenschätzen
La]ge|rung: die; - ;-en(PI. s.) 1 Aufbe¬
wahrung von Waren od. Vorräten
(für späteren Gebrauch) 2 <Technik>
Maschinenteil, das ein anderes sich
drehendes od. schwingendes Teil
trägt 3 (Geologie) natürliche, gesetzte
räumliche Anordnung von Gestein
La|ger|ver|wal|ten der; -s; - weibl. La|-
~ger[ver|wal|te[rin: die; ~; -nen Berufs¬
bezeichnung für eine Person, die ein
Warenlager verwaltet, Syn.: Lager¬
isten)
688
Lambrusco
Lajger|wa|che: die; ~ ; -n strenge Auf¬
sicht eines Gefangenen- od. Konzen¬
trationslagers
La|ge|skiz|ze: die; - ; -n Plan, grob ge¬
zeichneter Entwurf über Lage u. Um¬
gebung eines Ortes
La|gu|ne: dat.-it.> die; - ; -n durch eine
Landzunge od. ein Riff abgetrennter
Meeresteil
La|gu|nen|stadt: die; ~ ; -Städte in einer
Lagune, durch eine Landzunge od.
ein Riff abgetrenntem Meeresteil ge¬
legene Stadt »Venedig ist wohl die be¬
rühmteste Lagunenstadt.«
lahm: Adj. 1 weniger als normal an Be¬
weglichkeit u. Kraft (in den Gliedma¬
ßen) besitzend, unbeweglich, gelähmt
»Er hinkt, da er ein lahmes Bein hau«
2 [ugs.] a) langsam; wenig überzeu¬
gend; wenig wirkungsvoll »eine lahme
Diskussion« b) langweilig »ein lahmer
Film« 3 lahme Ente: [ugs.] jmd. ohne
Elan, Schwung
—* lahm lejgen: s. lahmlegen
Lahm|arsch: der; -(ejs; -ärsche [derb]
langsame, temperamentlose Person
lahm|at[schig: Adj. [ugs.; derb] ohne
Energie, Temperament; langsam
läh|men: lähmst; lähmtest; hast gelähmt
1 die Kraft zur Bewegung nehmen;
die Motorik eines Körpers, eines Le¬
bewesens einschränken od. völlig
stillegen 2 <übertr.> die Tatkraft rau¬
ben; die Energie nehmen »Die Angst
lähmte ihr Denkvermögen.«
Lahm|heib die; - ; -1 Bewegungseins¬
chränkung; Kraftlosigkeit 2 Lang¬
samkeit 3 Langweiligkeit
lahm|le|gen —> lahm le|gen: legst lahm;
legtest lahm; hast lahmgelegt —*hast
lahm gelegt<— zum Stillstand, zum
Erliegen bringen
Läh|mung: die; ~ ; -en a) Erlahmen, Un¬
beweglichkeit des Körpers, einzelner
Körperteile od. Organe »Nach dem
Unfall hatte er eine halbseitige
Lähmung.« b) Stillstand der Entwick¬
lung »Die wirtschaftliche Lähmung
zeigt verheerende Folgen.«
Läh|mungs|er|schei]nung: die; ~ ; -en
(m. PI.) Symptome einer (eintreten¬
den) Lähmung
Laib: der; -(e)s; -e etw. (Brot u. seltener
auch Käse) in runderod. ovaler Form
»Ich habe einen Laib Brot gekauft.«
Lgj|bung/Le||bung: die; - ; -en <Archit.>
innere, abgrenzende Fläche bei Bögen
od. Maueröffnungen
Lgich: der; - (e)s; - im Wasser abgelegte
Eier von Fischen u. Amphibien, die in
Schleim od. in eine gallertartige
Masse eingehüllt sind
lai|chen: laicht; laichte; hat gelaicht <Zo-
ol.> den Laich, in Schleim od. eine gal¬
lertartige Masse gehüllte Eier ablegen
»Im Herbst laichen die Lachse.«
Laich|kraut: das; -(e)s; -kräuler (PI. s.)
Pflanze mit kleinen, auf dem Wasser
schwimmenden Blättern, die den Fi¬
schen u. einigen Amphibien oft als
Laichplatz dient
Laich|platz: der; -es; -plätze Stelle, an
der Fische u. einige Amphibien ihre
Eier ablegen
Laich|wan|de|rung: die; - ; -en Wande¬
rung von Fischen u. Amphibien zu ih¬
ren Laichplätzen
Laichjzeit: die; - ; -en Zeit, in der Fische
u. Amphibien ihre Eier ablegen
Laie: <gr.-lat.> der; -n; -n 1 Person, die
sich auf einem bestimmten (Fach-
)Gebiet nicht (genau, tiefergehend)
auskennt; Dilettant(in) »Auf dem Ge¬
biet der Elektrotechnik war er ein
Laie.« 2 Person des christlichen Glau¬
bens, die kein Geistlicher, Mönch o.
ä. ist, Ant.: <1> Fachmann
Lai|en|bru|der: der; -s; -brüder (in ka¬
tholischen Kirchen od. Klöstern)
meist mit handwerklichen Angelegen¬
heiten beschäftigtes Mitglied eines
Mönchsordens ohne geistliche Wei¬
hen
Lai|en|chon der; -(e)s; -chöre nichtpro¬
fessioneller Chor, Gruppe von ge¬
meinsam Singenden, die keine Berufs¬
sänger sind
la||en|haft: Adj. laienhafter; laienhafte¬
ste ohne (genaue, tiefergehende)
Kenntnisse, Fähigkeiten; unkundig;
dilettantisch »Er zeigte eine laienhafte
Darstellung der Sache.«
Lai|en|kunsfc die ; - ; - nicht von profes¬
sionellen Künstlern, von Dilettanten
hervorgebrache Kunst
Lai|en|pre|di|ger: der; -s; - weibl. Lai|-
en|pre|di|gejrin: die; - ; -nen Person,
die ohne priesterliche Weihe im Got¬
tesdienst die Predigt spricht
Lai|en|spiel: das; -(e)s; -e Bühnenstück
od. Theaterspiel, das von nicht pro¬
fessionellen Darstellern, von Dilet¬
tanten gespielt wird
Laijen|stand: der; -(e)s; - <Religion)
Gruppe, Gesamtheit der Christen, die
keine Geistlichen, Mönche o. ä. sind
La|[en|tum: das; -s; - a) das Nicht-Fach-
mann-Sein b) Gesamtheit aller Chri¬
sten, die keine Geistlichen, Mönche
o. ä. sind
Lai|en|ver]stand: der; -(e)s; - Vorver¬
ständnis einer Person, die auf einem
Fachgebiet nicht kompetent ist
Lais|ser-faj|re: </r.» /lasse fär/ das; - ; -
<oft Erziehungsmethode) [geh.] politi¬
sches, soziales Prinzip der Nichtein¬
mischung, des Gewährenlassens »Wir
sind mit unserem Laisser-faire in der
Erziehung unserer Kinder gut gefah¬
ren.«
Lai|zis|mus —* La|i|zis|mus: <gr.-lat.>
der; - ; - (Bewegung mit der Forde¬
rung nach) Trennung von Staat u.
Kirche »Der Laizismus ist in unserer
Verfassung verankert.«
La|kai: </r.> der; -en; -en 1 a) hochherr¬
schaftlicher Diener in Livree, litzen¬
besetzter uniformähnlicher Kleidung
b) <übertr.> willfähriger, unterwürfi¬
ger Mensch »Ich bin doch nicht dein
Lakai!« 2 [abwert.) Kriecher; Duck¬
mäuser
La|ke: die; - / -n Salzlösung zum Kon¬
servieren, Pökeln von Fleisch und
Fisch
Lajken: das; -s; - Bettuch; Tuch, das
über eine Matratze gezogen wird, auf
dem man beim Schlafen liegt
La|ko|nik: <gr.-lat.> die; - ; - kurze, ohne
weitere Erläuterungen treffende Art
des Ausdrucks
la|ko|nisch: <gr.-Iat.> Adj. n. stg. [geh.]
undramatisch, ohne weitere Erläute¬
rungen, Zusätze; wortkarg »Er er¬
klärte lakonisch, daß er pleite sei.«
La|ko|nis|mus: <gr.-lat.> der;
Lakonismen a) kurze, ohne weitere
Erläuterungen, treffende, undramati¬
sche Art des Ausdrucks b) kurze u.
treffende Aussage
La|kritz —* La|k|rft£ <gr.-lat> der u.
das; -es; -e/La|krit|ze —» La]k|rit|ze:
die; - / -n a) schwarze Masse aus' ein¬
gedicktem Süßholzsaft, die zur Her¬
stellung von Süßigkeiten verwendet
wird b) Süßigkeit aus Lakritz (a)
La|krit|zen|stan|ge/La|kritz|stan|ge —»
La|k[rit]zen|stan|ge/La]k[ritz|stan|ge:
die; ~; -n Stange aus aui eingedick¬
tem Süßholzsaft als Naschwerk
Lak|ta|se: dat.> die; - ; -n <Biochemie>
Enzym, das für die Spaltung des
Milchzuckers verantwortlich ist
lak|to-/Lak|to-: dato Wortbildungsele¬
ment Milch-
Lak|tg|se: dau die; - ; - Milchzucker
La|ku|ne: dau die; • ; -n 1 <Sprachwiss.>
TTextlücke 2 <Med.> Ausbuchtung an
Organen od. Gefäßen
la|la: <fr.> in der Wendung so lala: [ugs.]
so einigermaßen (gut); nicht gut, aber
auch nicht schlecht
lal|len: lallst; lalltest; hast gelallt a) nicht
deutlich artikulierte Laute hervor¬
bringen b) unverständlich sprechen
Lall|pejri|ode —Lall|pe|ri|o|de: die; ~ ;
-n <Psychologie> frühkindliches Ent¬
wicklungsstadium (beim Sprechenler¬
nen), Syn.: Lallphase
Lall|pha|se: die; ~ ; -n <Psychologie>
frühkindliches Entwicklungsstadium
(beim Sprechenlemen), Syn.: Lallpe¬
riode
Lall|wort: das; -(e)s; -Wörter <Sprach-
wiss.) Wörter, die Kinder in einer frü¬
hen Entwicklungsphase beim Spre¬
chenlernen bilden, wie z. B. >Mama<,
>Wauwau< usw.
La|ma: <tib.> der; - u. -s; -s Mönch, Prie¬
ster im (tibetischen) Buddhismus
Lajma: <peruan.-span.> das; -s; -s 1 süd¬
amerikanisches höckerloses Kamel,
das zur Verteidigung den Feind, Geg¬
ner 2 Wollstoff für Mäntel, Decken o.
ä.
La|mäng: dat.-fr.> a) aus der Hand; ganz
einfach b) aus der Lamäng: unvorbe¬
reitet u. nebenbei »Sie erledigte diese
Dinge aus der Lamäng.« c) aus der
freien Lamäng: 1. unvorbereitet u.
nebenbei »Sie erledigte diese Dinge
aus der freien Lamäng.« 2. mit der
Hand, ohne Besteck
La|mar|ck]s|mus: der; ~ ; - <Bio.> nach
dem französischen Naturforscher La-
marck benannte Lehre von der Ent¬
stehung neuer Arten aufgrund von
Anpassung der erblichen Merkmale
Lamb|da: <gr.> das; - u. -s; -s elfter
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets
Lamb|da|naht: die; - ; -nähte <Anat.>
Naht des Schädels am menschlichen
Hinterkopf
Lamb|da|zis|mus: <.gr.-lau> der; - ; -
Aussprachestörung beim >L<, falsche
Aussprache als >R< bzw. Unfähigkeit,
das >L< zu sprechen
Lam|brus|co —*■ Lam|b|rus|co: <;/.>
/lambrußko/ der; - u. [ugs.) -s; - ita¬
lienischer, ländlicher, lieblicher, leicht
sprudelnder Rotwein
689
Lambskin
Lamb|skin: (engh /lämbßkin/ das; - u.
-s; -s künstliches, plüschiges Fell, das
wie Lammfell aussieht, aussehen soll
Lambs|wool: <engh /lämswul/ die; • ; -
a) weiche SchafswolTe, Lammwolle b)
Strickwaren aus weicher Schafs-,
Lammwolle
La|m6—a. auchLa|mee: (lat.-fr.> /lame/
der; - u. -s; -s 1 mit Metallfäden
durchwirktes Garn 2 mit Textil umge¬
bene Metallfäden
(a[m6 —»• auch fa|mee: <lat.-fr.> /lame/
Adj. n. stg.; n. dekl. mit Lame durch¬
zogen
—> La|mee: s. Lame
—* lalmee: s. lame
la|mel|lar dat.-fr.-engh Adj. n. stg. in
Lamellen, schichtig angeordnet
La|mel|fe: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 relativ
schmales, flaches, langes Metall-,
Kunststoff-, Holzteil, Band in einer
Reihe gleichartiger (miteinander ver¬
bundener) Gegenstände »Wir brau¬
en ein Gerät zur Reinigung der Lamel¬
len unserer Jalousie.« 2 Rippe an ei¬
nem Heizkörper 3 schmales Blättchen
an der Unterseite von Pilzköpfen
La|mel|len|ver]schluß —»■ La|mej|len|-
ver|schluss: dat.-fr.; dt.> der; -Ver¬
schlusses; -Verschlüsse <Photographie>
Zentralverschluß; Blenden Verschluß
an Kameras, der aus ringförmig ange¬
ordneten Lamellen besteht, die zen¬
tral schließen
1a|men|ta|bei: <lat.-fr.> Adj. lamentabler;
lamentabelste beklagenswert; kläglich
la|men|ta|bi|le: <it.> Adv. <Musik> weh¬
klagend; Traurigkeit ausdrückend,
Syn.: lamentoso
La|men|ta|ti|pn: <lat.-fr.> /lamentazion/
die; - ; -en Wehklage, Jammern, Aus¬
druck von Traurigkeit
la|men|tie|ren: <lat.> lamentierst; lamen¬
tiertest; hast lamentiert [ugs., abwert.]
a) ohne Aussicht auf Erfolg, Gehör
über etw. anhaltend jammern, disku¬
tieren »Sie lamentierten, weil wir ihnen
die Videospiele weggenommen
hatten.« b) [landsch] klagend um etw.
betteln
La|men|to: <lat.-it.> das; -s; -s u. Lamenti
1 PI. -s Klage; Gejammer 2 trauriges
Musikstück
la|men|to|so: <it.> Adv. <Musik> wehkla¬
gend; Traurigkeit ausdrückend, Syn.:
lamentabile
La|metfta: <lat.-it.) das; -s; - 1 schmale
Stanniolstreifen als Weihnachts¬
baumschmuck 2 <übenr.> [ugs.; ab¬
wert.] Vielzahl von Orden einer Per¬
son (an einer Uniform getragen)
la|mi|nar: <lat.> Adj. n. stg. <Physik>
gleichmäßig gleitend, strömend
La|mi|na|via: <lat.> die; - ; Laminavien
jlaminavPnl bräunliche Alge, die be¬
sondere in nördlichen Gewässern vor¬
kommt
La|mi|nat: das; -(e)s; -e gepreßter
Kunst-Werkstoff, der aus mehreren
Schichten besteht u. unter Druck ge¬
härtet ist
la|mi|nje|ren: laminierst; laminiertest;
hast laminiert a) textile Faserbänder
strecken, um die Fasern in Längsrich¬
tung zu organisieren b) Werkstoffe,
Bilder u. a. mit einer Schicht aus
Kunststoff überziehen
La|mi|nie|rung: die; - ; -en a) Streckung
von Stoffen, um die Fasern in Längs¬
richtung zu ordnen b) Überzug von
Werkstoffen, Schautafeln o. ä. mit ei¬
ner Kunststoffschicht c) Folie, mit
der ein Werkstoff, (Groß-)Foto o. ä.
überzogen ist
Lamm: das;-(e)s; Lämmer 1 a) Jungtier
bei Schafen u. Ziegen c) kurz für
Lammfell »Die Mütze ist mit Lamm
besetzt.« 2 <übertr.> sehr geduldiger
Mensch 3 fromm wie ein Lamm,
lammfromm sein: besonders lieb,
brav, geduldig sein 4 wie ein Lamm
(das zur Schlachtbank geführt wird):
ergeben, widerstandslos
Lamm|bra|ten.* der; -s; - a) zum Braten
bestimmtes, vorbereitetes Stück
Fleisch von einem jungen Schaf b)
größeres gebratenes Stück Fleisch
von einem jungen Schaf u. in Schei¬
ben geschnitten als Speise serviert
Lämm]chen: das; -s; - kleines Lamm
lam|men; lammt; lammte; hat gelammt
ein junges Schaf, eine junge Ziege zur
Welt bringen, gebären
Läm|mer|schwanz: der; -es; -schwänze
~1 Schwanz eines Lammes 2 wie ein
Lämmerschwanz: [ugs.] etw. bewegt
sich unruhig ständig hin u. her
Lam|mes|gejduld/Lamms|gejduld: die;
- ; - große, bewundernswerte Geduld,
Ergebenheit, etw. zu ertragen od. auf
etw. zu warten
Lamm|fell: das; -(e)s; -e a) Fell, dicht¬
behaarte Haut eines jungen Schafes
b) gegerbtes, ungeschorenes Leder
aus Lammfell (a)
lamm|frpmm: Adj. sanft u. geduldig wie
eine Lamm
Lamms|ge|duld/Lam|mes|ge|duld: die;
-; - große, bewundernswerte Geduld,
Ergebenheit, etw. zu ertragen od. auf
etw. zu warten
Lam|mung: die; - ; - <Zoob Geburt ei¬
nes jungen Schafes, einer jungen Zie¬
ge
Lämp|chen: das; -s; - Verkleinerungs¬
form von Lampe; kleine Lampe
Lam|pe: <gr.-lat.-fr.> die; - ; -n 1 a) [ugs.]
Bezeichnung für Träger einer künstli¬
chen Lichtquelle; Leuchte (Stehlam¬
pe, Schreibtischlampe, Taschenlampe
u. a.) b)-[fachsprl.] Bezeichnung für
künstliche (elektrische) Lichtquelle,
Leuchtkörper (Glühlampe, Strom¬
sparlampe u. a.) 2 einen auf die Lam¬
pe gießen: [ugs.] (reichlich) Alkohol
trinken »Gestern haben wir uns aber
einen auf die Lampe gegossen.« 3 Mei¬
ster Lampe: [poet.] Hase
Lam|pen|docht: (gr.-lat.-fr.; dt.> der;
-(e)s; -e saugfahige(s) (Baumwojl-)
Schnur, Band, die/das (in einer Öl-
od. Petroleumlampe) der Flamme
Brennstoff zuführt
Lam|pen|fie|ben <gr.-lat.-fr.> das; -s; -
Nervosität vor einem (Bühnen-)Auf-
tritt, einem Wettkampf, einer Prü¬
fung
Lam|pen|schirm: der;-(e)s; -e Vorrich¬
tung aus Stoff, Metall u. a. zur Ver¬
kleidung einer künstlichen Lichtquel¬
le u./od. zur Dämpfung Abblendung
des Lichts
Lam|pi|on/Lam|pi|on: (gr.-tai.-it.-fr.i
/lampion u. lampiong/ der u. das; -s;
-s Laterne aus (buntem) Papier o. ä.,
in der eine Kerze od. eine kleine
Glühbirne o. ä. brennt, brennen kann
Lan|cjen </r.> /longßje/ der; -s; -s 1 <hist.>
Reiter, der mit einer Lanze bewaffnet
ist; Ulan 2 alter Tanz
lan|cie|ren: dat.-fr.) /loagßiren/ lan¬
cierst; lanciertest; hast lanciert för¬
dern; zur Anerkennung verhelfen; ge¬
zielt in die Öffentlichkeit bringen »Er
lancierte einen Bericht in die Zeitung.«
lanjcjert: </r.> /longßirt/ Adj. n. stg. <Tex¬
til; Muster» über die gesamte Stoff¬
breite durchgehend
Lan|cje]rung: dat.-fr» /longßirung/ die;
- ; -en Förderung, Hilfe zur Anerken¬
nung; gezieltes in die Öffentlichkeit¬
bringen
Land: das; -(e)s; Länder 1 o. PI. Teil der
Erdoberfläche, der nicht mit Wasser
bedeckt ist; Festland. »Land in Sicht!
( = Ruf auf See)« 2 o. PI. schwach in¬
dustrialisierte Region, Gegend, mit
geringer Bevölkerungsdichte, in der
Land- u. Forstwirtschaft betrieben
wird; natumahes Gebiet »Wirfahren
zur Erholung auf das Land.« 3 o. PI.
bestimmtes, abgegrenztes Stück Erd¬
boden; Grundstück »Mir gehören 100
Hektar Land. ♦ ein Stück Land
besitzen« 4 a) geographisch u. poli¬
tisch durch Grenzen abgeschlossenes
Gebiet »die europäischen Länder«, b)
größere, verwaltungstechnisch teil¬
weise selbständige Einheit innerhalb
eines Staates »die neuen (Bundes-)
Länder der BRD« 5 andere Länder,
andere Sitten: jedes Land hat seine
eigenen Gebräuche, Gewohnheiten
»Du mußt dich hier anpassen, andere
Länder, andere Sitten.« 6 Land in
Sicht- [ugs.] die Lösung eines Pro¬
blems, das Ende einer Arbeit ist in
greifbare Nähe gerückt 7 Land unter:
Meldung, daß ein Gebiet über¬
schwemmt ist 8 Sieh zu, daB du Land
gewinnst!: [ugs.] Hau ab! Verschwin¬
de! 9 a) kein Land (mehr) sehen:
[ugs.] völlig im Streß sein, überlastet
sein; keinen Ausweg sehen b) (wieder)
Land sehen: [ugs.] die meiste Arbeit,
das Schlimmste ist erledigt; wieder
eine Perspektive haben »Höchstens
noch ein paar Tage, dann sehe ich wie¬
der Land.« 10 das Land, wo Milch u.
Honig fließen: ein paradiesisches
Land, mit garantiertem Wohlstand
11 etw., jmdn. an Land ziehen: [ugs.]
etw. od. jmdn. für sich finden, gewin¬
nen »Sie hat sich den reichen Jungge¬
sellen an Land gezogen.« 12 bleibe im
Lande u. nähre dich redlich: jmd. soll
in seiner angestammten Umgebung u.
bei seiner tradierten, bescheidenen
Erwerbstätigkeit bleiben 13 wieder
im Lande sein: [ugs.] wieder zurück,
wieder hier sein »Na, bist du auch wie¬
der im Lande?« 14 aus aller Herren
Länder: von überall her, aus aller
Welt 15 ins Land gehen, ziehen: 1.
verstreichen; vergehen »Es sind schon
mehrere Jahre seit seinem Verschwin¬
den ins Land gegangen.« 2. anfangen;
beginnen »Schon früh zog der Winter
ins Land.« 16 das Gelobte Land/das
Heilige Land: Palästina als das Land
der Verheißung der Bibel 17 das Land
der Mitte: China 18 das Land der auf¬
gehenden Sonne: Japan 19 das Land
690
Landessprache
der unbegrenzten Möglichkeiten: die
Vereinigten Staaten von Amerika 20
das Land der tausend Seen: Finn¬
land
land|ab: Adv. in der Wendung landauf,
landab: überall; weit verbreitet »Das
Gerücht ist landauf, landab bekannt.«
Syn.: landaus, landein
Land|ar|belt*. die; - ; - auf dem Lande,
bei der Landwirtschaft anfallende Ar¬
beit
Land|arzt der; -es; -ärzte weibl. Landj-
ärz|tin: die; - ; -nen Allgemeinmedizi-
ner(in) in ländlichen Gebieten
landlauf: Adv. in der Wendung landauf,
landab: überall; weit verbreitet »Das
Gerücht ist landauf, landab bekannt.«
Syn.; landaus, landein
Land|auf|ent|halt: der; -(e)s; -e Urlaub,
meist zur Erholung, auf dem Lande
landlaus: Adv. in der Wendung landaus,
landein: [geh.] überall; weitverbreitet
»Das Gerücht ist landaus, landein be¬
kannt.« Syn.; landauf, landab
Land|bau: der; -(e)s; - Bebauung von
Land, Anbau von Feldfrüchten, Syn.:
Ackerbau
Land|be|sitz: der; -es; -e Gesamtbesitz,
-eigentum an Grund u. Boden, Syn.;
Grundbesitz
Land|be|völ|kejrung: die; ~ ; - Gesamt¬
heit der Menschen, die auf dem Land
leben u. arbeiten, Syn.: Landvolk
Land|be|woh|ner der; -s; - weibl.
Land|be|woh|ne|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die auf dem Land lebt u. arbeitet
Landleben: das; -s; - u. Länderchen a)
Verkleinerung von Land b) idyllisches
Gebiet
Län|de: die; - ; -n Anlegestelle für Was¬
serfahrzeuge
Lan|de|bahn: die; - / -en lange, asphal¬
tierte, ebene u. gerade Strecke, auf
der Flugzeuge landen u. ausrollen
können, Syn.: Landepiste
Lan|de|er|laub|nis: die; - ; -se Genehmi¬
gung zum Landen, die vom Kontroll-
turm dem Piloten eines Flugzeuges
erteilt wird, Ant.: Landeverbot
Lan|de|fäh|re: Kur zw. die; • ; -n Mond¬
landefähre; kleines Raumfahrzeug,
das auf dem Mond landen u. später
zu einer größeren Raumfähre zurück¬
kehren kann
land|ein|wärts: Adv. von der Küste ins
Landesinnere (weisend)
Lan|de|klap|pe: die; - ; -n an den Trag¬
flächen von Flugzeugen angebrachte
Ä, die zur Verminderung der
’indigkeit (bei der Landung)
ausgeklappt wird
Lan|de|kopf: der; -(e)s; -köpfe <Milit.>
an der Küste errichteter Brücken¬
kopf, der für Landemanöver von See
erforderlich ist
Lan|de|ma|nö|veR das; -s; -1a) das
Ansetzen zur Landung u. die Lan¬
dung eines Flugzeugs u. a. Luftfahr¬
zeuge b) Abfolge von Handlungen
der Besatzung eines Luftfahrzeugs
zur Durchführung eines Landemanö¬
vers (a) 2 militärische Übung zur An¬
landung von Truppen, Gerätschaften
u. Material von See
lan)den: landest; landetest; bist/hast ge¬
landet 1 a) bist mit einem Luft-, Was¬
serfahrzeug wieder an Land, auf fe¬
sten Boden gelangen »Wir landen in
20 Minuten.« b) hast ein Flugzeug zur
Erde bringen »Er hat die Maschine si¬
cher gelandet.« 2 bist an einem Ziel
ankommen »Wir sind gut an unserem
Ferienort gelandet.« 3 einen bestimm¬
ten Rang, Platz (in einem Wettbe¬
werb) erzielen »Ich landete auf dem
letzten Platz.« 4 hast <Sport> einen
Treffer erzielen, anbringen können
»Er landete in der letzten Minute den
entscheidenden Treffer.« 5 hast glück¬
lich, überraschend etw. erreichen,
schaffen »einen Volltreffer landen 6
einen großen Coup landen: eine be¬
sondere (überraschende) Sache er¬
folgreich durchführen 7 bei jmdm.
landen: [ugs.] bei einer Person im per¬
sönlichen Bereich Erfolg haben
Land|en|ge: die; - ; -n schmaler Land¬
streifen, der größere Landmassen
miteinander verbindet
Lan|de|pi|ste —»■ Lan|de|pis|te: die; - ;
-n lange (asphaltierte), ebene, gerade
Strecke, auf der Flugzeuge landen u.
ausrollen können, Syn.: Landebahn
Lan|de|platz: der; -es; -platze 1 kleinerer
Flugplatz 2 Ort, Stelle (im Gelände),
wo ein Hubschrauber od. ein Flug¬
zeug landen kann 3 Stelle am Ufer, an
der Wasserfahrzeuge anlegen kön¬
nen, Syn.: <3> Landungsplatz
Län|de|i«!|en: die (PI.) sehr großer
Grundbesitz »Die Ländereien des Kö¬
nigs reichten bis zum Fluß.«
Län|der|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
(meist) sportlicher Wettstreit zwi¬
schen Auswahlmannschaften zweier
od. mehrere Länder
Län|der|kun|de: die; - ; - Teilgebiet der
Geographie, das sich mit der Beschaf¬
fenheit u. den Eigenarten von einzel¬
nen Ländern befaßt
LJ)n|der|par]lajmenjte: die (PI.) alle
Parlamente bestimmter Länder, meist
der Bundesländer
Län|der|spiel: das; -(e)s; -e sportliche
Veranstaltung, bei der zwei Auswahl¬
mannschaften aus unterschiedlichen
Ländern, Nationen gegeneinander
antreten
Lan|des|amt: das; -(e)s; -ämter Behör¬
de, die zum Zuständigkeitsbereich ei¬
nes Bundeslandes gehört
Lan|des|bank: die; - / -en gemeinnützi¬
ges, öffentlich-rechtliches, häufig auf
Länderebene geführtes Geldinstitut
Lan|des|be|hör|de: die; - ; -n Amt, das
zum Zuständigkeitsbereich eines
(Bundeslandes gehört
Lan|des|bi|schof: der; -(e)s; -bischöfe
<evang. Kirche» oberster geistlicher
Würdenträger, der einer Landeskir¬
che vorsteht
Lanfde|schlei|fe: die; - ; -n Kurve, die
ein Flugzeug in der Luft kurz vor der
Landung zieht, um in die richtige Po¬
sition zum Landeanflug zu kommen
Lan|des|ebe|ne —» Lan|des|e|be|ne:
die; - ; -n Bereich, der das (Bundes-)
Land betrifft, in der Zuständigkeit
des (Bundes-)Landes liegt
lan|des|ei|gen: Adj. n. stg. 1 zu einem
Bundesland gehörig »Dieses Gebäude
wurde mit landeseigenen Mitteln
erbaut.« 2 typisch für ein Land
Lan|des|faiiben: die (PI.) Farben der
Landesflagge
Lan|des|ge|schich|te: die; - ; - kultu¬
relle, politsche u. gesellschaftliche
Entwicklung eines Landes
Lan|des|gren|ze: die; - ; -n (völkerrecht¬
lich verbindliche) Trennungslinie zwi¬
schen zwei Ländern
Lan|des|grup|pe: die; - ; -n <Pol.> Zu¬
sammenschluß aller Bundestagsabge¬
ordneten derselben Partei aus einem
Bundesland »Die hessische Landes¬
gruppe der SPD wählt einen neuen Lei¬
ter.«
Lan|des|haupt|stadt: die; - ; -Städte
Stadt, in der die Landesregierung
sitzt
Lan|des|ho|heit: die; - ; - oberste Regie¬
rungsgewalt eines Landesherrn
Lan|des|hym|ne: die; - ; -n Hymne, fei¬
erliches Lied eines (Bundes-)Landes
Lan|des|in|ne|re: das; -n; - das Innere ei¬
nes Landes abseits von der Küste
Lanjdes|kind: das; -(e)s; -er (m. PI.)
Person, die zur Bevölkerung eines
Staates gehört
Lan|des|kir|che: die; - / -n Verwaltungs¬
bezirke der evangelischen Kirche, die
meistens den Bundesländern entspre¬
chen
Lan|des|kun|de: die; - ; - Lehre von den
speziellen geographischen, kulturel¬
len u. klimatischen u. a. Gegebenhei¬
ten eines Staates
Lan|des|K|ste —» Lan|des|lis|te: die; - ;
-n <Pol.> alle Kandidaten eines be¬
stimmten Bundeslandes einer Partei,
die sich zur Bundestagswahl stellen,
in vorbestimmter Reihenfolge
Lan|des|mei|ster —> Lan|des|meis|ter
der; -s; - Sieger, Titelträger bei einem
Landeswettbewerb
Lan|des|mei|ster|schaft —* Lan|desj-
meis|terjschaft: die; - ; -en (sportli¬
cher) Wettkampf zur Ermittlung des
Landesmeisters, des Siegers in einer
bestimmten Disziplin bei einem Wett¬
kampf auf Landesebene
Lan|des|partla|ment: das; -(e)s; -e
<Pol.> Volksvertretung eines Bundes¬
landes
Lan|des|par|tei|tag: der; -(e)s; -e <Pob
1 oberstes Beschlußorgan einer politi¬
schen Partei auf Bundeslandebene 2
Sitzung des obersten Beschlußorgans
einer politischen Partei auf Bundes¬
landebene
Lan|des|pla|nung: die; - ; - Gesamtheit
der geplanten Maßnahmen für die
wirtschaftliche u. kulturelle Entwick¬
lung eines Gebietes
Lan|des|po|li|tik: die; - ; - Politik auf
Bundeslandebene
Lan|des|pro|dukb das; -(e)s; -e ein für
ein bestimmtes Land oftmals beson¬
ders typisches Erzeugnis
Lan|des|recht: das; -(e)s; - das auf
Bundeslandebene gültige Recht;
Recht in Länderhoheit, das in der
Kompetenz der Länder liegt
Lan|des|re|gie|rung: die; - ; -en Regie¬
rung, oberstes Exekutivorgan eines
Bundeslandes
Lan|des|re|kord: der; -(e)s; -e Bestlei¬
stung innerhalb eines Landes in einer
Sportart
Lan|des|spra|che: die; - ; -n (offizielle)
Sprache eines Landes
691
Landestracht
Lan|des|tracht: die; - ; -en typische, tra¬
ditionelle Kleidung der Bewohner ei¬
nes Landes
1anldes|üb|lich: Adj.n. stg. gebräuchlich
in einem Land; typisch für ein Land
Lan|des|ver|rat: der; -(e)s; - Vergehen,
das gegen Geheinhaltungsinteressen
eines Staates verstößt, durch das die
äußere Sicherheit eines Landes, eines
Staates gegenüber anderen Ländern
gestört, eingeschränkt wird
Lan|des|ver|si|che|rungs|an|stalt: die;
~~ ; -en öffentlich-rechtliche Einrich¬
tung, die für die Arbeiterrentenversi¬
cherung (u. Krankenversorgung) zu¬
ständig ist
Lan|des|verfteildi|gung: die; - ; -en Ver¬
teidigung eines Landes, Staates durch
das Militär
Lan|des|wäh|rung: die; - ; -en in einem
Land, Staat gültige Zahlungsmittel
Lan|des|wap|pen: das; -s; - heraldi¬
sches Zeichen eines (Bundeslandes
lan|des|weit: Adj. n. stg. im ganzen
Land od. Bundesland »Die Fahndung
wurde landesweit ausgeschrieben.«
Lan|de|verjbot: das; -(e)s; -e Anord¬
nung, Befehl an eine Fluglinie, ein
Flugzeug od. einen Hubschrauber,
(für einem bestimmen Zeitraum, an
einem bestimmten Ort) nicht zu Lan¬
den, Ant: Landeerlaubnis
Land|fah|rer: der; -s; - weibl. Land|fah|-
""rejrin: die; - ; -nen <veralt.> Vagabun-
d(in), umherziehende Person ohne fe¬
sten Wohnsitz
landffein: Adj. n. stg. in der Wendung
sich landfein machen: sich fein ma¬
chen (für den Landgang, -aufenthalt
von Seeleuten)
Land|flucht: die; ~ ; -en (PI. s.) gesell¬
schaftliche Tendenz, Phänomen, daß
viele auf dem Land lebende Men¬
schen in die Städte ziehen, um dort
besser zu leben, besser arbeiten zu
können
Land|frau: die; - ; -en 1 im landwirt¬
schaftlichen Bereich tätige Frau 2 (in
einem Verein organisierte) Frau, die
auf dem Land wohnt
landfremd: Adj. n. stg. sich in einem
Land nicht auskennend, zurechtfin¬
dend
Land|frie|de: der; -ns; - <hist.> vom Lan-
desherm im Mittelalter festgelegter
Friede in einem großen Gebiet
Land|frie|densfbruch: der; -(ejs; - 1
<Rechtsw.> Gefährdung der öffentli¬
chen Sicherheit durch gewaltsame
Aktivitäten Einzelner od. einer größe¬
ren Menschenmenge 2 <MA> Verstoß
gegen den Landfrieden, dem vom
Landesherrn festgelegten Frieden in
einem großen Gebiet
Landfunk: der; -(e)s; - Sender, Rund¬
Tunksendung für den landwirtschaft¬
lichen Bereich
Land|ge|mein|de: die; - ; -n kleinere
Ortschaft, Dorf mit deutlich überwie¬
gender Landwirtschaft
Land|ge|richt das; -(e)s; -e a) dem
Amtsgericht übergeordnetes Gericht
für Zivil- u. Strafsachen b) das Haus,
in dem das Landgericht unterge¬
bracht ist, tagt
land|ge|stützt: Adj. n. stg. <Milit.; Rake¬
ten) Abschußrampe auf dem Festland
habend
Land|ge|win|nung: die; - ; -en 1 Aus¬
dehnung des Landes vor einem Deich
zur landwirtschaftlichen Nutzung od.
zur Sicherung der Küste durch Ver¬
größerung der Eindeichung 2 sieh zu,
daB du Land gewinnst!: hau ab! geh
weg!
Land[graf: der;-(ejs; -en 1 o. PI. Adeis-
titel zwischen Graf u. Herzog 2
Reichsfürst
Land|gut: das; -(ejs; -guter großer
Landwirtschaftsbetrieb
Land|haus: das; -es; -häuser großes
Haus im ländlichen Stil
Land|heim: das;-(ejs; -e (größere) Her-
"berge meist in ländlichem Gebiet, in
der sich Schulklassen für ein paar Ta¬
ge gemeinsam erholen, Syn.: Land¬
schulheim; Schullandheim
Land|kar|te: die; ~ ; -n graphische, ma߬
stabgetreue Darstellung (eines Aus¬
schnittes) der Erdoberfläche
Land|kind: das; -(ejs; -er 1 Kind, das in
ländlichem Gebiet groß wird 2 Per¬
son, die in ländlichem Gebiet groß ge¬
worden ist u. typische (Verhaltens-)
Merkmale aufweist
Landjklifma: das; -s; -s u. -te typischer
jährlicher Witterungsablauf im Lan¬
desinneren, das nicht vom Meereskli¬
mageprägt ist
Land|kom|mu|ne: die; - ; -n ländliches
Dorf; Gemeinschaft, die in ländlicher
Umgebung lebt (u. Landwirtschaft
betreibt)
Landkr: Abk. Landkreis
Landjkreis: der; -es; -e Verwaltungsein¬
heit, die meist mehrere kleine Ge¬
meinden umfaßt
Landlkrieg: der;-(ejs; -e Krieg, der sich
"im Gegensatz zum Luft- od. Seekrieg
auf dem Festland abspielt
land|läu|fig: Adj. n. stg. allgemein üb¬
lich, gängig
Land|le|ben: das; -s; - das Dasein auf
dem Lande, das durch die besonderen
Lebensumstände des Wohnens u. Ar-
beitens geprägt ist
Landjluft: die; - ; - gute, saubere Luft in
freier Natur, oft durchsetzt mit >na-
türlichem Düften, z. B. von Dung od.
Mist
Land|macht: die; - ; -möchte <Milit>
Staat, der seine militärische Stärke
vornehmlich auf die Heeresstreit¬
kräfte stützt
Land|mas|se: die; - ; -n großer, zusam¬
menhängender Teil des Festlandes
Land]mes|seR der; -s; ~ weibl. Land|-
mes|se|rin: die; - ; -nen [veralt.] Inge¬
nieuren), der/die Land vermißt, Syn.:
Vermessungsingenieuren)
Land|nah|me: die; - ; - Einnahme u. Be¬
siedelung von Land
Land|pla|ge: die; - ; -n in weiten Gebie¬
ten äußerst unangenehm Vorkom¬
mendes u. großen Schaden Anrich¬
tendes
Land|po|me|ran|ze: die; - ; -n [abwert.]
weibliche Person vom Lande, der
man (trotz ihrer Aufmachung) deutli¬
che Unsicherheit u. Unbeholfenheit
im städtischen Umfeld anmerkt
Land|rat: der; -(ejs; -röte weibl. Land|-
rä|ön: die; ~ ; -en 1 Leiter(in) einer
Kreisverwaltung 2 nur männl. Form
[schweizj Parlament bestimmter
Kantone
Land|rats|amt: das; -(ejs; -ämter a) die
einem Landrat unterstellte Behörde
b) Haus, in dem das Landratsamt (a)
seinen Sitz hat
Land|rat|te: die; - ; -n [scherzh.; see-
mannssprl.] jmd., der nicht zur See
fährt u./od. der Seefahrt nichts abge¬
winnen kann
Landfrecht: das;-(ejs; - <MA> Gesamt¬
heit der gesetzlichen Bestimmungen,
die ohne Einschränkung für das gan¬
ze Land Gültigkeit besitzen
Land|re|gen: der; -s; - langanhaltender,
nicht allzu starker Regenfall, der für
das Wachstum von Feldfrüchten u. ä.
nützlich ist
Land|rb|ver: (Warenzeichen) <engl.>
/ländro“w=r/ der; - u. -s; - Gelände¬
wagen; auch für Fahrten abseits der
Straße geeignetes Kfz
Land|rücken (ümd|riik|ken —» Land|-
rü|cken): der; -s; ~ oberer Teil einer
langgestreckten Erhebung, Syn.: Hö¬
henrücken; Bergrücken
Land|sas|se: der; -n; -n weibl. Land|-
~sas|sin: die; - ; -nen Person, die Un¬
tertan' eines Grundbesitzers, aber
nicht Leibeigen ist
Land|schaft: die; -; -en größere Boden-,
Landfläche, die durch ihr typisches
Aussehen (Vegetation, Städte, Stra¬
ßen usw.) definiert, geprägt ist
land|schaft|lich: Adj. n. stg. a) die Land¬
schaft betreffend b) die Sprechweise
der Bewohner bestimmter Gebiete be¬
treffend
Land|schafts|gärt|ner: der; -s; - weibl.
Land|schafts|gärt|ne|rin: die; - ; -nen
Person, die sich mit der Anlage größe¬
rer Flächen, wie z. B. Parks, Gärten
usw. beschäftigt, Syn.: Gartenarchi¬
tekt
land|schafts|ge|bun|den: Adj. n. stg.
nur in einer bestimmten Landschaft
möglich, vorkommend
Land|schafts|ma|ler: der; -s; - weibl.
Land|schafts|ma|le|rin: die; - ; -nen
Künstler(inX der/die vorwiegend
Landschaften malt, für seine Land¬
schaftsmalerei bekannt ist
Land|$chafts|pfle|ge: die; - ; - Komplex
der Maßnahmen zum Schutz u. zur
Erhaltung einer Landschaft unter Be¬
rücksichtigung ihrer besonderen Ei¬
genheiten, Syn.: Landschaftsschutz
Land|schafts|schutz: der; -es; - Kom¬
plex der Maßnahmen zum Schutz u.
zur Erhaltung einer Landschaft unter
Berücksichtigung ihrer besonderen
Eigenheiten, Syn.: Landschaftspflege
Land|schafts|schutz|ge|biefc das;
-(ejs; -e eingegrenztes Gebiet, in dem
ein gesetzlich geregelter Schutz von
Natur u. Landschaft besteht, in dem
bestimmte, umweltschädliche Aktivi¬
täten untersagt sind
Land|schul|heim: das; -(ejs; -e (größe-
Te) Herberge meist in ländlichem Ge¬
biet, in der Schulklassen einige Tage
gemeinsam verbringen, Syn.: Land¬
heim; Schullandheim
Land|sitz: der; -es; -e (landwirtschaftli¬
cher) Großgrundbesitz mit großem,
herrschaftlichem Haus
Lands|leu|te: die (PI.) Personen, die
aus derselben Gegend, aus demselben
Staat kommen wie eine andere Per¬
son
692
länger
Lands|mann: der; -(e)s; -leute u. -mari¬
ner Person, die aus derselben Gegend,
aus demselben Staat kommt wie eine
andere Person
Lands|mann|schaft: die; - ; -en a) o. PL
Herkunft aus derselben Gegend, aus
demselben Gebiet b) <BRD> Zusam¬
menschluß von Heimatvertriebenen
u. Flüchtlingen der Landsmannschaft
(a)
Land|stän|de: die (PL) im Mittelalter u.
im späteren Ständestaat ständisch (in
der Regel in Ritter-, Prälaten- u.
Städtebank) gegliederte Vertretungs¬
Körperschaft des Landes gegenüber
dem Landesherm
Land|stra|ße: die; - ; -n außerhalb von
Ortschaften verlaufende, oft kleine
Straße, die Ortschaften miteinander
verbindet
Land|strei|cher: der; -s; ~ weibl. Land|-
strei|che|rin: die; - ; -nen [ugs.; ab¬
wert.] Person ohne festen Wohnsitz,
die von einem Ort zum anderen wan¬
dert »Die Zahl der Stadt- u. Landstrei¬
cher nimmt ständig zu.«
Land|streit|kräf|te: die (PL) <Milit.> Teil
der Streitkräfte, der für den Krieg auf
dem Land bestimmt, ausgebildet u.
ausgerüstet ist; Heer
Land|strich: der; -(e)s; -e kleinerer Be¬
reich innerhalb eines größeren Gebie¬
tes »Hier ist aber ein besonders hügeli¬
ger Landstrich.«
Land|tag: der; -(e)s; -e 1 gesetzgebende
Versammlung, Gesamtheit der ge¬
wählten politischen Vertreter auf der
Ebene eines Bundeslandes 2 das Ge¬
bäude, in dem der Landtag (l) unter¬
gebracht ist
Land|tags|ab|ge|ord|ne|te: der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Artikel; ein
Landtagsabgeordneter; eine Land¬
tagsabgeordnete; zwei
Landtagsabgeordnete) Person, die
auf Bundeslandebene zum Volksver¬
treter gewählt wurde
Land|tags|wahl: die; - ; -en Wahl der
Volksvertreter auf Bundeslandebene
Land- u. Forst|wirt|schaft: die; - ; -
planmäßiges Betreiben von Acker¬
bau, Viehzucht u. Holzwirtschaft
Lan|dung: die; -; -en das Landen eines
Flugkörpers, eines Vogels o. a. »Die
Landung des Flugzeugs war reichlich
verspätet.«
Lan|dungs|boot: das; ~(e)s; -e <Milit.>
in Küstennähe eingesetztes Wasser-
od. amphibisches Fahrzeug zum an¬
landen von Truppen, militärischem
Gerät u. Material
Lan|dungs|briicke (Lan|dungs|brük|ke
—> Lanjdungs|brü|cke): die; - ; -n
brückenähnliche Konstruktion zum
Anlegen größerer (Passagier-)Schiffe;
Anlage über die das an u. von Bord
gehen von Passagieren u. Besatzungs¬
mitgliedern erfolgt
Lan|dungs|platz: der; -es; -plätze Stelle
am Ufer, an der Wasserfahrzeuge an¬
legen können, Syn.: Landeplatz
Lan|dungs|steg: der; -(e)s; -e kleinere,
brückenähnliche Konstruktion zum
Anlegen von kleineren Schiffen u.
Booten; Vorrichtung über die das
An- u. Vonbordgehen von Passagie¬
ren u. Besatzungsmitgliedem erfolgt
Land|ur|laub: der; -(e)s; -e 1 nach einer
Seefahrt genehmigter längerer Land¬
gang für einen Seemann 2 Urlaub,
Ferien in ländlicher Umgebung
Land|ver[mesjser: der; -s; ~ weibl.
Land]ver|mes|se|rin: die: - ; -nen [ver-
alt.] Ingenieuren), der/die Land ver¬
mißt, Syn.: Vermessungsingenieur(in)
Land|vogt: der; -fe)s; -e <hist.> (vom
König) eingesetzter Verwalter eines
Gebietes, das der unmittelbaren Be¬
fehlsgewalt des Herrschers untersteht
Landvolk: das; -(e)s; - [veralt.] Ge¬
samtheit der Leute, die auf dem Land
leben u. arbeiten, Syn.: Landbevölke¬
rung
Landw.: Abk. a) Landwirtschaft b)
Landwirten)
landw.: Abk. landwirtschaftlich
Land|weg: der; -(e)s; -e 1 nicht befe¬
stigter Weg 2 Weg über das Festland
»Früher war Indien nur über den Land¬
wegzuerreichen.« Syn.:<l> Feldweg
Land|wehr: die; - ; -en 1 «hist.» Befesti¬
gung der Grenzlinien durch Wälle,
Gräben od. Pflanzen 2 Gruppe (von
Männern), die vorwiegend zur Er¬
richtung von Befestigungsanlagen u.
zu (deren) Verteidigung eingesetzt
sind
Landjwein: der; -(e)s; -e einfacher, oft¬
mals nur in der Anbauregion vertrie¬
bener Wein
Land|wind: der; -(e)s; -e Luftbewegung
vom Land in Richtung Meer, Ant.:
Seewind
Land|wirt: der; -(e)s; -e weibl. Land|-
wirjtin: die; -; -nen 1 Person, die einen
selbständigen landwirtschaftlichen
Betrieb führt, von Ackerbau u./od.
Viehzucht lebt 2 Person mit der land¬
wirtschaftlichen Qualifikation einer
Fach-, Hochschule, Syn.: <1> Bauer/
Bäuerin
Land|wirt|schaft: die; - ; -1 Produkti¬
ons-, Wirtschaftszweig der Ackerbau
u. Viehzucht betreibt 2 bäuerlicher
Betrieb
land|wirt|schaft|lich: Adj. n. stg. Acker¬
bau u./od. Viehzucht betreffend
Land|wirt|schafts|aus|stel|lung: die; - ;
-en Ausstellung zur Präsentation
landwirtschaftlicher Erzeugnisse
Land|wirt|schafts|kam|men die; - ; -n
Körperschaft, die sich mit den Belan¬
gen der Landwirtschaft u. der Forst¬
wirtschaft beschäftigt u. ihre Interes¬
sen vertritt
Land|wlrt|schafts|mi|ni|ster —» Land|-
wirt|schafts|mi|nis|ter der; -s; -
weibl. Landfwirt|schafts|mi|ni|ste|rin
—> Land|wirt|schafts|mi|nisfte|rin:
die; - ; -nen Mitglied der Regierung,
das für die Land- u. Forstwirtschaft
zuständig ist
Land|wirt|schafts|schu|le: die; - ; -n
Fachschule, in der die Fächer gelehrt
werden, die für die Landwirtschaft re¬
levant sind
Land|zun|ge: die; - / -n schmaler, länge¬
rer Landstreifen, der ins Meer ragt;
Halbinsel
lang/lan|ge: Adj. länger; längste 1 a)
nicht kurz, sondern in Relation zu an¬
derem in eine Richtung besonders
ausgedehnt »Sie hat langes Haar.« b)
zeitlich relativ ausgedehnt; über eine
verhältnismäßig große Zeitspanne
»ein langes Gespräch« 2 lang u. breit
detailiert u. sehr ausführlich 3 des
langen u. des breiten —* des Lan¬
gen u. des Breiten: in aller Ausführ¬
lichkeit 4 des längeren —» des
Längeren: seit geraumer Zeit 5 seit
langem: schon seit langer Zeit »Ich
habe ihn schon seit langem nicht mehr
gesehen.« 6 auf lange Sieht auf die
Dauer; für die Zukunft 7 an langer,
an der langen Leine führen: [ugs.] be¬
wußt, überlegt gewisse Freiheiten zu¬
gestehen 8 es nicht mehr lange
machen: [ugs.; salopp] bald sterben 9
lang', lang’ ist’s her. etw. ist schon
lange vorbei, beendet, geschah weit in
der Vergangenheit 10 Was lange
währt, wird endlich gut wer geduldig
wartet wird dafür am Ende belohnt;
wer sich geduldig wird zum Schluß
Erfolg haben
—»lang ge|hegt s. langgehegt
—* lang gejstreckt s. langgestreckt -
—» lang gefzgjgen: s. langgezogen
—> lang ma|chen, sich: s. langmachen
lang|är|me|lig/lang|ärm|lig: Adj. n. stg.
«Kleidung» mit langen Ärmeln Ant.:
kurzärmelig/kurzärmlig
lang|at|mig: Adj. <abwert.> allzu ausgie¬
big; zu ausfühlich u. detailiert; ten¬
denziell langweilig
lang|bei|nig: Adj. mit langen Beinen
Län|ge: die; - ; -n 1 Ausdehnung von
etw. in eine Richtung »Die Länge der
Strecke beträgt 5 km.« 2 <Sport> der
Länge (1) eines Pferdes, Segelbootes,
Rennwagen o. a. entsprechender Ab¬
stand 3 besondere Ausführlichkeit,
Weitschweifigkeit 4 in Grad an¬
gegebener Abstand des Längenkrei¬
ses eines geographischen Ortes zum
Nullmeridian 5 dar Länge nach: in
voller Körpergröße 6 a) etw. in die
Länge ziehen: für etw. mehr Zeit
brauchen als geplant, als notwendig
b) sich in die Länge ziehen: längere
Zeit dauern als erwartet, als notwen¬
dig 7 um Längen veriieren/ge-
winnen: mit großem Abstand, ganz
eindeutig verlieren/gewinnen
län|ge|lang: Adv. [ugs.] in seiner ganzen
Länge; ausgestreckt »Er schlug länge¬
lang hin.«
Län|gen|ein[heit die; - ; -en festgelegtes
Maß zur Bestimmung der Länge,
Syn.: Längenmaß
Län|gen|grad: der; -(e)s; -e «Geogra¬
phie) Winkel, in dem sich ein Längen¬
kreis (= Meridian) zum Greenwich¬
Meridian befindet, der mit 0 *A 7 ♦ ge¬
setzt ist
Län|gen|kreis: der; -es; -e <Geographie>
Meridian; in Grad östlicher od. west¬
licher Länge bezeichneter (gedachter)
Kreis, der über beide Pole der Erde
verläuft u. mit dem Äquator einen
rechten Winkel bildet
Län|gen|maß: das; -es; -e vereinbartes
Maß zur Bestimmung der Länge,
Entfernung (z. B. Meter, Fuß, Inch,
Meile) Syn.: Längeneinheit
Län|gen|wachs|tum: das; -(e)s; - <Bio.>
Größenzunahme von Organen, Orga¬
nismen in Längsrichtung
län|ger: Adj. Komparativ von lang nicht
kurz, aber auch nicht sehr lang (so¬
wohl in räumlicher, als auch in zeitli¬
cher Ausdehnung) »Die Strecke nach
693
längerfristig
Paris ist doch etw. länger. • Ich hatte
ein längeres Gespräch mit der Nachba¬
rin.«
Iän|ger)fri|8tig —* länlgerffris|tig: Adj.
n. stg. auf längere Sicht, für längere
Zeit gültig
lan|get|tjelren: <fr.> langettierst; langet-
tiertest; hast langettiert einen Stoff¬
rand mit Zierstichen abschließen
Lsn|ge|wei|le/Lan|ge|wei|le: die; - ; -
Gefühl, nicht zu wissen, womit man
die Zeit verbringen soll; Gefühl von
Eintönigkeit ohne Anregung u. Un¬
terhaltung »Ich habe Langeweile,
schlag mal etw. vor, was wir machen
können!«
Lan|ge|zeit: die; - ; - [Schweiz.] Sehn¬
sucht; Heimweh
lang|fä|dig: Adj. [Schweiz.] langatmig;
zu ausschweifend
Lang|fin|ger. der; -s; - [iron.] (Taschen-
)Dieb(in)
lang(fin|ge|rig/lang|fing|rig: Adj. a) mit
langen Fingern »Er hat wunderschöne,
langfingrige Hände.« b) [iron.] einem
(Taschen-)Diebstahl nicht widerste¬
hen könnend
Langfisch: der; -fejs; -e großer Dorsch
langfr.: Abk. langfristig
lang|fri|stig —» lang|fris|tig: Adj. auf
lange Sicht »Termine sollten besser
langfristig angesetzt werden.«
Iang|ge|hegt —> lang ge|hegt: Adj.
schon lange in Gedanken oei einer
Person (als Traum, Wunsch o. ä.)
vorhanden
lang|ge|hen: gehst lang; ging(e)st lang;
bist lang gegangen 1 [ugs.] entlangge¬
hen, einem Weg (in bestimmter Rich¬
tung) folgen; an einem Objekt der
Länge nach Vorbeigehen 2 wissen,
wo es langgeht wissen, was zu tun
ist; sich in einer bestimmten Lage zu¬
rechtfinden
lang|ge|$tielt: Adj. n. stg. mit einem lan¬
gen Stiel »Gibst du mir bitte den lang¬
gestielten Hammer?« Syn.: langstielig
lang|ge|streckt —> lang ge]streckt:
Adj. n. stg. in die Länge gezogen; von
großer Länge; der Länge nach ausge¬
dehnt
!ang|ge|zo|gen —»lang ge|zo|gen: Adj.
lange anhaltend, andauernd
Lang|haaijdackel (Lang|haar|dak|kel
—* Lang|haaijda|ckel): der; -s; ~
kurzbeinig gezüchteter Jagdhund
mit, im Vergleich zum Kurzhaardak-
kel, langem seidigem Fell
Lang|haar|fri|sur die; - ; -en Haar¬
schnitt bei dem die Haare (relativ)
lang belassen werden
lang]haa|rig: Adj. a) mit langen Haaren
ausgestattet b) <Tier> mit langem Fell
lang|hal|sig: Adj. mit langem Hals
langjhin: Adv. noch lange, noch in wei¬
ter Feme (räumlich u. zeitlich) »Bis
Weihnachten ist es noch langhin.«
langj.: Abk. langjährig
lang|)äh|rig: Adj. schon sehr lange, viele
Jahre andauernd, seiend »Jetzt heira¬
tete sie ihren langjährigen Freund.«
Lang|lauh der; -(e)s; - <Sport> nordische
Skiciisziplin, bei der mit speziellen
Skiern eine bestimmte, längere, rela¬
tiv ebene Strecke möglichst schnell
abgelaufen werden muß
Lang|lauf|ski: der; -s; -er spezieller Ski
zum Langlauf, der sehr schmal u:
recht lang ist u. im Gegensatz zu alpi¬
nen Skiern keine Stahlkanten hat
lang|le|big: Adj. 1 ein lange währendes
Leben habend 2 für lange Zeit von
Bedeutung sein, Aktualität besitzend
»Computersoftware ist meist nicht
sehr langlebig« 3 lange haltbar,
brauchbar sein
Lang|le|big|keit: die; - ; -1 lang andau¬
erndes, währendes Leben 2 Bedeu¬
tung; Aktualität von langer Zeit 3
lange Haltbarkeit, Brauchbarkeit
lang|le|gen, sich: legst dich lang; legtest
dich lang; hast dich langgelegt [ugs.] 1
sich im Liegen erholen; sich zum
Schlafen, zum Erholen hinlegen 2
ausrutschen u. der Länge nach hinfal¬
len, lang hinschlagen »Bei dem Ver¬
such mit dem Skateboard zu fahren,
legte ersieh lang.«
Iäng|lich: Adj. im Verhältnis zur Breite
deutlich länger (erscheinend)
länglüchlrund —* läng/lich rund: Adj.
n. stg. eiförmig; oval
lang|lie|gen: liegst lang; lag(e)st lang;
hast langgelegen [ugs.] ausgestreckt
liegen; sich ausruhen, auf dem Bett
zur Erholung, zum Schlafen liegen
lahg|ma|chen, sich: machst dich lang;
machtest dich lang; hast dich langge¬
macht [ugs.] 1 —s- auch lang mafchen,
sich —>hast dich lang gemachte—
sich ausstrecken; seine volle Länge
entfalten »Um die Äpfel zu erreichen,
machte er sich ganz lang.« 2 [ugs.] sich
im Liegen erholen; sich zum Schlafen,
zum Erholen hinlegen 3 [ugs.] ausrut¬
schen u. hinfallen »Bei dem Versuch
mit dem Skateboard zu fahren, machte
ersieh lang.«
Iang|mäh|nig: Adj. bei Männern abwer¬
tend benutzt, bei Frauen eher sinnlich
erotisch gemeint, lange Haare habend
Lang|mut: der; -(ejs; - große, be¬
herrschte Geduld u. Nachsichtigkeit
lang|mü)tig: Adj. sehr geduldig u. nach¬
sichtig; sehr beherrscht
längs: I Adv. a) der größten Ausdeh¬
nungsseite, der Faser o. ä. nach
»Schneide das Steak nicht längs, son¬
dern quer!« b) [landsch.] vorbei »Ich
komme morgen längs (= besuche
dich).« II Präp. mit Gen. entlang »Ich
gehe längs des Flusses.«
—* längsgestreift:s. längsgestreift
Längs|ach|se: die; -; -n die in Richtung
der größten Ausdehnung eines Kör¬
pers verlaufende Achse, (gedachte)
Linie »Er drehte sich bei der Schraube
um seine Längsachse.«
Iang|sam: Adj. 1 nicht schnell; längere
Zeit brauchend; von niedriger Ge¬
schwindigkeit 2 n. stg. allmählich
»Wir sollten langsam aufbrechen. ♦ Ich
habe so langsam die Nase voll ( = es
reicht mir).« 3 langsam, aber sicher:
nicht schnell, aber stetig u. zuverläs¬
sig
Lang|sam|keit: die; - ; - niedrige Ge¬
schwindigkeit
Lang|schä|del: der; -s; - langge¬
streckte, schmale Kopfform
Lang|schlä|fer: der; -s; ~ weibl. Langj-
schlä|fe|rin: die: - ; -nen Person] die
morgens (gerne) lange schläft
lang|schnä|be|lig/lang|schnäb|lig: Adj.
~ mit einem langenSchnabel
längs|deck: Adv. [seemannssprl.] auf
dem Deck eines Schiffes entlang
Lang|sei|te: die; - ; -n die längere Seite
eines Objektes u. a.
Längs|fa|den: der; -s; -faden Faden ei¬
nes Gewebes, der in Längsrichtung
läuft, Ant.: Querfadent
Längs|faljte: die; ~ ; -n Falte, die in
Längsrichtung verläuft, Ant.: Quer¬
falte
längs|ge|streift —». längs ge|streift:
Adj. n. stg. in Längsrichtung mit
Streifen versehen Ant.; quergestreift
Längs|li|nie: die; - ; -n in Richtung der
längsten Ausdehnung verlaufende Li¬
nie, Ant.: Qüerlinie
Lang|spiel|plat|te: die; - ; -n (meist
schwarz gefärbter) flacher, runder
Tonträger, der mit Hilfe einer Nadel
abgespielt wird, Schallplatte von lan¬
ger Spieldauer
Längs|rich|tung: die; - ; - in Richtung
der längsten Ausdehnung
iängs|schiffs: Adv. [seemannssprl.] ent¬
lang, an der Längsseite eines Schiffes
Längsschnitt: der; -(e)s; -e 1 Schnitt
entlang der längsten Ausdehnung ei¬
nes Körpers 2 Darstellung der bei ei¬
nem Längsschnitt entstandenen Flä¬
che Ant. Querschnitt
Lgngs|sei)te: die; - ; -n Seite eines Ge¬
genstandes, eines Körpers, die in
Richtung der längsten Ausdehnung
verläuft
längs|seits: [seemannssprl.] I Adv. mit
der langen Seite »Das Schiff legt
längsseits an.« II Präp. mit Gen. an der
Längsseite (entlang) »Das Lotsenboot
kam längsseits des Tankers.«
Längs|streijfen: der; -s; - ein in Längs¬
richtung verlaufender Streifen »Er
trägt meistens Pullover mit Längs¬
streifen.« Ant.: Querstreifen
längst: Adv. 1 bereits seit einiger, langer
Zeit »Das Essen ist längst fertig.« 2 <in
Negationen; meist in Verbindung mit
dem Wort nicht) bei weitem nicht;
noch lange, längere Zeit nicht »Dieser
Mantel ist längst nicht so schön wie
deiner.«
Iang|sten|ge|lig —» tang|stän|ge|lig:
Adj. n. stg. mit einem Tangen Stiel,
Stengel; langstielig
läng|stens: Adv. [ugs.] a) nicht länger
als; höchstens; im äußersten Falle
»Ich gebe dir längstens eine Stunde
Zeit.« b) seit längerem, langem c) spä¬
testens
lang|stie|lig: Adj. mit einem langen
Stiel, Stengel; langstengelig
Langstrecke (Lang|strek|ke—> Lang|-
stre|cke): die; ~ ; -n a) große Entfer¬
nung »Der ICE wird auf Langstrecken
eingesetzt.« b) <Sport> Lauf-,
Schwimmwettbewerb, Regatta u. a.
Rennen über eine große Distanz
Lang|strecken|flug (Lang|strek|ken|-
«ug —> Lang|stre(cken|ftug): der;
-(e)s; -flüge Flug über eine große
Entfernung (ohne Zwischenlandung)
Lang|strecken|lauf (Lang|strek|ken|-
lauf —*. Lang|stre|cken|lauf): der;
-(e)s; -laufe <Sport> Disziplin in der
Leichtathletik, bei der mindestens
3000 Meter zurückgelegt werden
müssen
Lang|strecken|ra|ke|te (Lang|strek|-
ken|ra|ke|te —*. Lang|stre)cken|ra|-
694
larmoyant
ke|te): die; ~ ; -n <Milit> Raketen mit
erheblicher Reichweite
Längs|wand: die; - ; -wände eine in
Längsrichtung verlaufende seitliche
Begrenzung eines Raumes od. eines
Gebäudes
Lan|gu|ste —» Lan|gus|te: <lat.-fr.> die;
- ; -n a) scherenlose Salzwasserkrebs¬
art (im Altlantik, Mittelmeer) b) Spei¬
se, Delikatesse aus Languste (a)
Lang|wei|le: die; - ; - Gefühl, nicht zu
wissen, womit man die Zeit verbrin¬
gen soll; Gefühl von Leere, Eintönig¬
keit ohne Anregung od. Unterhal¬
tung
lang|wei|len, sich: langweilst dich; lang¬
weiltest dich; hast dich gelangweilt a)
etw. uninteressant finden »Das Buch
hat mich gelangweilt.« b) sich langwei¬
len, mit sich nichts anzufangen wissen
c) sich zu Tode langweilen: sich über¬
aus, in extrem hohem Maße langwei¬
len
Lang|wei|len der; -s; - weibl. Lang|-
wei|le|rin: die; ~ ; -nen [ugs.; abwert.]
a) jmd. od. etw., der/das von anderen
als uninteressant empfunden wird
»Mit diesem Langweiler geh ich nicht
aus.« b) Person, die als langsam, un¬
entschlossen empfunden wird u. da¬
mit andere stört, nervös macht »Be¬
eile dich ein wenig, du Langweiler!«
Iang|wei|lig: Adj. wenig unterhaltend;
uninteressant; nicht mitreißend, son¬
dern einschläfernd
Lang|wei|lig|keit: die; - ; -1 Langsam¬
keit; Trödelei 2 Zustand ohne Unter¬
haltungswert, Anregung, Spannung
Lang|wel|le: die; - ; -n (Physik; Radio>
a) elektromagnetische Welle mit lan¬
ger Amplitude b) Frequenz-, Wellen¬
bereich im Radio
Lang|wel|len|sen|der: der; -s; - < Radio)
Radiostation, die Langwellen, im
langwelligen Frequenzbereich sendet
lang|wie|rig: Adj. (meist bei unangeneh¬
men Dingen) von langer Dauer; lange
während; lange Zeit brauchend
Lang|wie|rig|keit: die; - ; -en (PI. s.)
große Dauer, große zeitliche Ausdeh¬
nung (bei unangenehmen Dingen)
Lang|zei|le: die; - ; -n (Literaturwiss.) in
der mittelhochdeutschen Dichtung
übliche lange Zeile, die aus zwei kür¬
zeren Versen besteht
Lang|zeit|ge|dächt|nis: das; -ses; - a)
Bereich, Funktion im Gehirn, die zur
Speicherung von Daten über einen
langen Zeitraum fähig ist b) Fähigkeit
des Gehirns, etw. über eine lange Zeit
zu speichern
Lang|zeit|kran|ke: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Artikel: ein Langzeit¬
kranker; eine Langzeitkranke; zwei
Langzeitkranke) Person, die über ei¬
nen langen Zeitraum (chronisch) er¬
krankt ist
Lang|zeit|pro|gramm —^ Lang|zeit|-
pro|g|ramm: das; -(e)s; -e Planung,
Programm, das auf lange Sicht ausge¬
richtet ist
Lang|zeit|stu|die: die; - ; -n wissen¬
schaftliche (empirische) Untersu¬
chung, die sich über einen langen
Zeitraum erstreckt
Lang|zeit|wir|kung: die; - ; -en a) Wirk¬
samkeit von langer Dauer b) Auswir¬
kungen, die sich erst nach längerer
Zeit bemerkbar machen, zeigen
Lan|ze: dat.-fro die; ~ ; -n 1 mit einer
-(Metall-)Spitze versehener, langer
(Holz-)Stab, der als Wurf- u. Sto߬
waffe verwendet werden kann »Im
Mittelalter wurde mit Lanzen
gekämpft.« 2 für jmdn. eine, die Lan¬
ze brechen: jmds. Interessen vertre¬
ten, sich für seine Belange einsetzen
Lan|zen|farn: der; -(e)s; -e Pflanze mit
lanzenförmigen, gefiederten Blättern
Lan|zen|fisch: der; -(e)s; -e kleiner, lan¬
zenförmiger Fisch im Süß- u. Saiz-
wasser vorkommend
lanjzen|för|mig: Adj. in Form einer Lan¬
ze, vorne spitz zulaufend, Syn.: lan¬
zettförmig
Lan|zen|rei|ter: der; -s; - <hist.> Reiter,
der mit einer Lanze bewaffnet ist;
Lancier, Ulan
Lan|zen|spit|ze: die; - ; -n vorderes En¬
de einer Lanze, meist aus Metall
Lan|zen|stich: der;-(e)s; -e a) Eindrin¬
gen der Spitze einer Lanze (in den
Körper eine Gegners); Lanzenstoß b)
Verletzung durch eine Lanze
Lan|zen|stoB: der; -es; -stoße Bewe¬
gung, die mit einer Lanze im Kampf
ausgeführt wird
Lan|zett|bo|gen: der; -s; -bögen <Archit.>
in der englischen Gotik vorkommen¬
der, sehr schmaler Spitzbogen
Lan|zft|te: die; - ; -n <Med.> kleines
zweischneidiges Operationsmesser
(besonders in der Augenchirurgie)
tan|zett|för|mig: Adj. n. stg. in Form ei¬
ner Lanze, vorne spitz zulaufend,
Syn.: lanzenförmig
lan|zett|lich: Adj. (Laubblätter) vorne
spitz zulaufend wie eine Lanze
lan|zi|nie|ren: dato laminiert; lami¬
nierte; hat lanziniert (Med.) plötzlich,
heftig auftretende Schmerzen
Lao|ko|on —» La|o|ko|on: der; -s; - Ge¬
stalt der griechischen Mythologie
La|pi|där: dat.-fro der; -s; -e besonderes
Gerat zum Schleifen u. Polieren
la|pi|dan dat.> Adj. kurz, knapp, unver¬
bindlich; ohne weitere Erläuterungen
»eine lapidare Feststellung«
La|pi|da|rf|um: dato das; -s; Lapidarien
fiapidarim/ Sammlung von Denkmä¬
lern aus Stein
La|pi|dar|schrift: die; - ; - einfache,
schmucklose Schrift in Großbuchsta¬
ben nach Art der altrömischen Stei¬
ninschriften
Lap|pa|lie: /lappalP/ die; • ; -n Kleinig¬
keit; Nichtigkeit
Lap(pe: der; -n; -n weibl. Lap|pin: die; - ;
-nen Angehörige(r) eines bestimmten
nordeuropäischen Volkes
Lap|pen: der; -s; - 1 (geringwertiges,
größeres) Putztuch zur Reinigung
von Geschirr, Möbeln u. a. »Aus den
alten Bettlaken haben wir Lappen
geschnitten.« 2 (Med.) großflächiger
Organteil »Ein Lappen der Lunge
mußte entfernt werden.« 3 n. PI.
(Tiere) a) Lefzen des Hundes b) Haut
zwischen den Zehen eines Schwimm¬
vogels c) Hautfetzen, z. B. am Kopf
eines Hahnes 4 (Jagd) bei Treibjagden
aufgespannte Schnüre mit Stoßläp¬
pen, die das Wild abschrecken, ablen¬
ken sollen 5 [ugs.] Geldschein 6 etw.,
jmd. geht jmdm. durch die Lappen:
[ugs.] jmd., etw. entwischt, entgeht
jmdm. 7 sich auf die Lappen
machen: [ugs.] langsam aufbrechen,
gehen
Lap|pen|zelt: das; -(e)s; -e traditionel¬
les Zelt der Lappen, mit einer runden
Grundfläche, das oben spitz zuläuft
u. in der Spitze ein Loch hat, das dem
Rauchabzug dient, Syn.: Kote
läp Ipern: läpperst; läppertest; hast
geläppert 1 etw. in kleinen Zügen trin¬
ken 2 es läppert sich: etw. häuft sich
allmählich beträchtlich an; aus einer
kleinen Menge wird langsam aber ste¬
tig eine größere
laplpig: Adj. [ugs.] 1 nicht von fester
Konsistenz; lafif; schlapp 2 zu einfach;
zu wenig
läp|pisch: Adj. [abwert.] a) nicht sehr
anspruchsvoll »Das ist doch eine läp¬
pische Prüfung.« b) gering, unbedeu¬
tend klein u. harmlos »ein läppischer
Geldbetrag« c) lächerlich; albern
Lap|sus: dato der; - ; - jlapsußf [geh.] 1
peinlicher, unangenehmer Fehler
»Ihm ist ein Lapsus unterlaufen.« 2
Lapsus calami —* Lapsus Calami:
Schreibfehler 3 Lapsus linguae —>
Lapsus Linguae: Versprecher 4 Lap¬
sus memoriae —> Lapsus
Memoriae: fehlerhaftes Erinnern
Lap|top: <englo /läptop/ das; -s; -s trag¬
barer, transportabler Personalcom¬
puter
Lär|che: dato die; ~ ; -n a) Nadelbaum,
der im Winter die Nadeln verliert b)
Holz der Lärche (a)
Lar|go: dto das; ~ u. -s; -s u. Largi (Mu¬
sik) langsames Musikstück
lar|go: dto Adv. (Musik) sehr langsam;
getragen
La|ri|fa|ri: dat.-fro das; -s; - [ugs.; ab¬
wert.] Firlefanz; Unsinn; Geschwätz
»Das ist doch nur Larifari.«
Ia|ri|fa|ri: dat.-fro [ugs.; abwert.] I Interj.
Ausruf der Geringschätzung II Adv.
schnell, ungenau, nachlässig, ober¬
flächlich etw. tun, sagen planen usw.
Lärm: der; -(e)s; - 1 laute, störende
(krankmachende) Geräusche, Syn.:
Krach 2 Lärm schlagen: andere war¬
nen; laut protestieren »Wenn du kei¬
nen Lärm geschlagen hättest, wäre al¬
les in Flammen aufgegangen.« 3 viel
Lärm um nichts (machen): viel Auf¬
regung o. ä. wegen einer Kleinigkeit
(machen)
Lärm|be|kämp|fung: die; - ; - Handlun¬
gen, Maßnahmen zur Reduzierung,
Verhinderung von lauten, störenden
(krankmachenden) Geräuschen
Lärm|be|lä|sti|gung —» Lärm|be|läs(ti|-
gung: die; - ; -en Störung, Belästi¬
gung durch laute, störende (krank¬
machende) Geräusche
Lärm|be|la|stung —» Lärm|bejlas|tung:
die; - ; -en Störung, Beeinträchtigung
der Gesundheit durch laute, störende,
krankmachende Geräusche
lärm|emp]findjllch: Adj. sensibel gegen¬
über u. schnell gestört von lauten,
störenden (krankmachenden) Ge¬
räusche
lär|men: lärmst; lärmtest; hast gelärmt
Lärm, Krach machen .
laijmoy|ant: <fro /larmoajant/ Adj. lar¬
moyanter; larmoyanteste sentimental,
695
Larmoyanz
traurig bis zum Selbstmitleid, weiner¬
lich
Lar]moy|anz: </r.> /larmoajanz/ die; - ; -
Rührseligkeit, weinerliche Haltung
Lärm|pe|gel: der; -s; - a) hohe, zu mes¬
sende, gemessene Lautstärke b) (sub¬
jektiv als hoch empfundene) Stärke,
Intensität der Geräuschimmission
Lämlqueljle: die; - ; -n Ursache, Aus¬
gangsort lauter, störender (krankma¬
chender) Geräuschemission
Lärm|schutz: der; -es; -1 gesetzliche Be¬
stimmungen zur Verminderung der
Lärmbelästigung 2 bauliche Ma߬
nahmen, Bepflanzungen u. a. (z. B.
an Autobahnen) zur Verminderung
der Geräuschimmission
Lärm|schutz|wall: der; -(e)s; -wälle
Vorrichtungen, Erdwall od./u. Be¬
pflanzungen od. andere bauliche In¬
stallation zum Schutz vor Lärm, be¬
sonders an Autobahnen
Lärm|schutz|wand: die; - ; -wände
Mauer o. ä. zum Schutz vor Lärm,
vor allem an Autobahnen an Wohn¬
gebieten
Lärm|schutz|zaun: der; -(ejs; -zäune
(hoher bepflanzter) Zaun o. ä. zum
Schutz vor Lärm
Lärm|stop|per: der; -s; - Vorrichtung
zur Vermeidung von Lärm
Lärtn|wand: die; - ; -wände kurz für
Lärmschutzwand, Mauer o. ä. zum
Schutz vor Lärm, vor allem an Auto¬
bahnen an Wohngebieten
larjval: dat.> /larwal/ Ad], n. stg. <Bio.>
die Larve betreffend; im Larvenzu¬
stand
Lar|ve: <lat.> /larfe/ die; - ; -n 1 Frühsta¬
dium eines aus dem Ei geschlüpften
Tieres (z. B. bei Insekten, aber nicht
bei Vögeln), das nach seiner Weiter¬
entwicklung ein völlig anderes Ausse¬
hen erreicht 2 a) Maske, die vor dem
Gesicht getragen wird b) jmdm. die
Larve vom Gesicht reißen: jmdn.
bloßstellen u. dessen wahres Gesicht,
dessen wahre Absichten, dessen wirk¬
lichen Charakter zeigen
lar|ven|ähn|lich: /larfe-/ Adj. n. stg. einer
Larve ähnlich
La|sa]gne —* La[sa]g|ne: <it.> /lasanje/
die (PI.) (im Deutschen ugs. oft als
Singular verstanden: die; - ; -n) italie¬
nisches Nudelgericht, bei dem in einer
Auflaufform mehrere Schichten von
Nudelplatten, zubereitetem Hack¬
fleisch u. Soße mit Käse überbacken
werden
lasch: Adj. lascher; lascheste mit wenig
Energie, Kraft, Engagement; ohne
großen Einsatz
Lajsche: die; * ; -n a) Stück aus Leder,
Stoff od. Papier, das als Verschluß
dient b) (Technik) Verbindungsstück
von Bauelementen
lajschen: laschst; laschtest; hast
gelascht a) <Technik> Bauelemente
durch Laschen miteinander verbin¬
den b) [seemannssprl.] Gegenstände
auf dem Schiff vertäuen
Lajse: die; -; -n großer Bierkrug
La|sen Kurzw. <engh /leMser/ der; -s; -
light amplification by stimulated
emission of radiation = Gerät zur
Erzeugung eines stark gebündelten
Lichtstrahls »Die Methode, mit La¬
sern zu operieren, wird immer häufiger
angewendet.«
La|ser|chi|ijur|gie —* Lajser|chf|ijur|-
gte: <engl; gr.-lata /leölser-/ die; - ; -
<Med.> Methode des operativen Ein¬
griffes mit Laserstrahlen
Lajserjdrucker (La|ser|druk|ker —*■ LaJ-
seijdmjcker): (engl.; dt.> /leüiser-/ der;
-s; - <EDV> Drucker, der mit Hilfe
der Lasertechnik einen Ausdruck er¬
stellt
Lajseijim|pu!s: (engl.; Iat.> /leWser-/ der;
-es; -e (Technik) kurzzeitige Anre¬
gung, Auslösung, Abgabe eines La¬
serstrahls
La|seijstrahl: (engl.; dt.> /lef'iser-/ der;
-(e)s; -en intensiver, gebündelter
Lichtstrahl einer bestimmten Wellen¬
länge, der durch einen Laser erzeugt
wird
La|serjtech|nik: (engl; gr.-lata /leöiser-/
die; - ; -en Anwendungstechnik des
Lasers
Lä|si|on: dato die; - ; -en <Med.> Verlet¬
zung od. Störung eines Körperteils
od. Organs
las|sen: läßt; ließ (es) t; hast gelassen
—>alle Gegenwartsformen mit ss*—
1 etw. veranlassen, jmdn. dazu brin¬
gen, etw. zu machen; etw. in Auftrag
geben »Ich lasse meinen Mantel
umarbeiten. ♦ Ich lasse die Geschirr¬
spülmaschine laufen.« 2 etw. erlauben,
zulassen »Ich lasse meine Tochter zu
dem Konzert gehen.« 3 dafür sorgen,
daß ein Zustand erhalten bleibt »Ich
lasse den Schlüssel im Schloß.« 4 dafür
sorgen, daß etw. unterbleibt, daß
jmd. etw. nicht länger tut »Er kann
seine spitzen Bemerkungen nicht
lassen.« 5 laß das, (du weißt,) ich
hass’ dasl —> lass das, (du weißt,)
ich hass das: [ugs.] scherzhafte Ab¬
lehnung, Aufforderung, etw. nicht
(weiter) zu tun 6 es nicht lassen
können: sich nicht bessern können,
immer wieder die gleichen Fehler be¬
gehen »Er kann es einfach nicht lassen,
er ist schon wieder angetrunken Auto
gefahren.« 7 jmdm. etw. lassen
müssen: jmdm. etw. zugestehen, es
nicht bestreiten können ß worauf du
einen lassen kannst: [derb] worauf
du dich verlassen kannst, auch wenn
es dir nicht paßt
läsjsig: Adj. a) ohne besondere Form
(im Benehmen), auf lockere Art »Er
legte ein lässiges Benehmen an den
Tag« b) ohne große Sorgsamkeit c)
[ugs.] ohne irgendwelche Schwierig¬
keiten d) [jugendsprl.] sehr gut; vor¬
trefflich »Seine Kumpel fanden seine
neue Jacke einfach lässig.«
Ujs|sig|keit: die; ~ ; - ungezwungene,
lockere Art od. Lebensweise »Er be¬
saß in jeder Situation eine gewisse Läs¬
sigkeit.«
Iaß|iich ■—> läss)lich: Adj. [veralt.] a)
<kath. Kirche» nicht gravierend b)
[veralt.] von geringer Bedeutung c)
[veralt.j etw. nicht genau nehmen;
nachlässig
Las|so: dat.-engl.-span.> der u. [ästen,
nur/ das; -s; -s Seil mit Wurfschlinge
(zum Tierfang)
Last: die; - ; -en 1 a) etw. von großem
"Gewicht, das getragen, gehoben, be¬
fördert wird »Der Kran ist für Lasten
bis zu 1 Tonne augelegt. • Der Last¬
kraftwagen ist ein Kraftfahrzeug zum
Befördern von Lasten.« b) großes, als
drückend, belastend empfundenes
Gewicht, das einer Person od. einem
Tier aufgeladen, aufgebürdet ist »Sie
schwitzte unter der Last ihres
Rucksacks.« 2 a) <seelisch> große Sor¬
gen b) jmdm. fällt eine (schwere)
Last, eine Zentnerlast vom Her2en:
jmd. atmet auf, ist sehr erleichtert 3
zu jmds., einer Sache Lasten gehen:
1. [häufig kaufmannssprl., Rechtsw.]
von jmdm., von etw. bezahlt werden
müssen »Die Reparatur geht zu Ihren
Lasten.« 2. für etw. einen Nachteil ha¬
ben »Deine Aktionen gehen immmer
zu meinen Lasten.« 3. von jmdm., von
etw. verursacht, verschuldet worden
sein »Daß wir Pleite sind, geht allein
zu deinen Lasten.« 4 jmdm. etw. zur
Last legen: [Rechtsw.] jmdn. für etw.
beschuldigen, anklagen 5 mit jmdm.,
etw. seine (liebe) Last haben: [ugs.]
es mit jmdm., etw. schwer haben ß
jmdm. zur Last fallen, liegen: jmdm.
Kosten, Schwierigkeiten o. ä. verur¬
sachen; jmdm. Mühe bereiten 7 Erst
die Last, dann die Rast: erst kommt
die Arbeit, dann kann man sich aus¬
ruhen, sich vergnügen
Last|arm: der; -(e)s; -e <Physik> Teil des
Hebelarms vom Drehpunkt bis zum
Ansatzpunkt der Nutzlast
Last]au|to: das; -s; -s Lastkraftwagen;
großes Kraftfahrzeug, das zur Beför¬
derung von Transportgütern mit ei¬
ner Ladefläche ausgestattet ist »Er
baute sich ein Lastauto aus Legostei¬
nen.« Syn.: Laster
la|sten —» lasjten: lastet; lastete; hat
gelastet etw. liegt schwer auf jmdm.,
bedrückt jmdn. od. etw. »Es lastete
ein schwerer Verdacht auf ihm.«
La]sten|auf|zug —► Las|ten|auf|zug:
der; -(e)s; -aufzüge Vorrichtung,
Fahrstuhl, um Lasten, Güter, Mate¬
rialien auf- od. abwärts zu befördern,
Ant.: Personenaufzug
La)sten[aus|gleich —► Lasjtenjausl-
gleich: der; -(e)s; - (BRD~finanzielle
Entschädigung für persönliche, mate¬
rielle Schäden, die durch den Zweiten
Weltkrieg entstanden sind
La|sten|aus|gleichs|ge|setz —» Las|-
ten|aus|glaichs|ge|satz: das; -es; -
Gesetz, das die finanzielle Entschädi¬
gung für persönliche, materielle Schä¬
den regelt, die durch den Zweiten
Weltkrieg entstanden sind
la]sten|frei —». Ias|ten|frei: Adj. n. stg.
<meist Immobilien) ohne finanzielle
Belastung
La|sten|seg|ler —* Lasjten|segjler: der;
-s; • großes Segelflugzeug für den
Transport von Lasten, im Kriegsfälle
auch von Tnippen (gedacht gewesen)
La|ster —» Lasftor: Kurzw. der; -s; ~
kurz für Lastkraftwagen = großes
Kraftfahrzeug, das zur Beförderung
von Transportgütern mit einer gro¬
ßen Ladefläche ausgestattet ist Syn.:
Lastauto
La|ster —* Laster: das; -s; - jmds.
schlechte Angewohnheit, ausschwei¬
fender Lebenswandel »Das Rauchen
ist sein einziges Laster.«
696
Latinum
Lä|ste|rei —» Läsfte[rei: die; - ; -en a)
schlechtes, abwertendes Reden über
eine Person, die nicht anwesend ist b)
Beleidigung der Götter bzw. Gottes
durch verächtliches Reden
la]aterjhaft —»■ las|teijhaft: Adj. laster¬
hafter; lasterhafteste moralisch ver¬
werflich od. zweifelhaft, verdorben,
dem Laster verfallen
La|steijhaf|tig|keit —> Lastter)hafltig|-
keit: die; ~; - Wesen, Verhalten einer
Person, das von schlechten, moralisch
verwerflichen (An-)Gewohnheiten
geprägt ist
La|ster(te[ben —* Las(ter1le|ben: das;
-s; - [abwert.] ein Leben führen, das
von schlechten Gewohnheiten, mora¬
lisch verwerflichem Verhalten ge¬
prägtist
lilsterjlich —* läs|ter|lich: Adj. beleidi¬
gend; als lästernd empfunden
Lä|ster|maul —*■ Läsfteijmaul: das;
-(e)s; -mäuler [ugs.] Person, die oft u.
gerne lästert, abfällig über dritte redet
läjstern —* I8s|tern: lästerst; lästertest;
hast gelästert 1 [ugs.] schlecht über
etw. od. jmdn. sprechen 2 abfällig
über Gott sprechen
Läjstejrung —» Läs|te|rung: die; ~ ; -en
<Religion> abfällige (kritische) Worte
gegen Gott od. die (katholische) Kir¬
che
Uj]ster[zun|ge —* Läs(ter|zun|ge: die;
~ ; -n [ugs.l Person, die oft u. gerne lä¬
stert, abfällig über Dritte redet
Last|esel —* Last|e|sef: der; -s; ~ Esel,
der Lasten trägt
Last|fah|rer: der; -s; • weibl. Last|fah|-
ro|rin: die; - ; -nen Person, die berufs¬
mäßig Lastkraftwagen fährt, Syn.:
Lastkraftwagenfahrer(in); Lkw-Fah-
rer(in)
Last|fuh[re: die; ~ ; -n a) Fahrt, bei der
schwere Fracht geladen ist b) schwere
Wagenladung
lä|stig —» läsftig: Adj. nicht angenehm;
ungern getan, gemacht, erduldet »Ih¬
re Anrufe sind mir lästig.«
La]stlg|keit —* Las|tlg|keit: die; - ; -
<Seefährt; Flugw.> Schwerpunktverla¬
gerung eines Schiffes od. eines Flug¬
zeugs aufgrund unausgewogener Be¬
ladung
Lä|stig|keft —» Läsftig|keit: die; - ; -en
(PI. s.) störende Unannehmlichkeit
La|sting —► Lasfting: tenglo der; -s; -s
Polstermöbelstoff aus strapazierß-
gem, hartgedrehtem Garn
Last|kahn: der; -(e)s; -kähne breites,
flaches Schiff, das vornehmlich La¬
sten transportiert (u. keinen eigenen
Antrieb hat)
Last|kraft|wa|gen: der; -s; - Kraftfahr¬
zeug, das zur Beförderung von Trans¬
portgütern eine große Ladefläche hat
Last]kraft|wa|genjfah|rer der; -s; -
weibl. Last|kraft|wa|gen|fah|re|rin:
die; - ; -nen Person, die berufsmäßig
Lastkraftwagen fährt, Syn.; Lastfah-
rer(in); Lkw-Fahrer(in)
Last|pferd: das; -(ejs; -e (Nutz-)Pferd,
das Lasten transportiert
Last|schiff: das; -(ejs; -e Schiff, das
über einen großen Laderaum zum
Transport von Lasten verfügt
Lastschrift: die; - ; -en <Bankw.> 1 Mit¬
teilung, daß ein Betrag von einem
Konto abgebucht wurde 2 Abbu¬
chung eines Geldbetrages von einem
Konto 3 System, Verfahren, mit dem
Lastschriften (2) umgesetzt werden
»Ich lasse den Betrag per Lastschrift
abbuchen.«
Last|schrift|ver]kehr. der; -(ejs; -
<Bankw.> bargeldloses Abbuchen von
einem Konto für regelmäßig anfal¬
lende Rechnungen durch Vollmacht
des Kontoinhabers
Last|tier; das; -(ejs; -e (Nutz-)Tier
(Esel, Pferd, Kamel, usw.), das sich
zum Transport von schweren Lasten
eignet
Lastfwa|gen: der; -s; - Kraftfahrzeug,
das zur Beförderung von Transport¬
gütern eine große Ladefläche hat
Lastzug: der; -(ejs; -zöge Kraftfahr¬
zeug mit Anhänger, der zur Beförde¬
rung von Transportgütern eine große
Ladefläche hat; Zugmaschine mit
Hänger(n)
La[sur: <pers.-arab.-lat.> die; ~ ; -en
Überzug, Anstrich, der den Unter¬
grund durchscheinen läßt »Die Lasur
ist schon beschädigt.«
La|sur|far|be: die; • ; -n durchscheinen¬
de, lasierende Farbe
La|sur|lack: der; -(ejs; -e durchschei¬
nender, lasierender Lack
las|ziv: dato /laßzif/ Adj. 1 Eigenschaft
einer femininen sinnlichen Haltung,
Mimik, Gestik, die auf andere (meist
Männer) erotisch wirkt, wirken soll 2
den konventionellen moralischen An¬
sprüchen nicht entsprechend; anstö¬
ßig u. schlüpfrig
lat: Abk. 1 lateinisch 2 dato latent =
verborgen; nicht offenkundig
La|tein: dato das; -s; - 1 die lateinische
Sprache 2 mit seinem Latein am En¬
de sein: ratlos sein; nicht mehr wis¬
sen, wie es weitergehen soll, wird, was
die Zukunft bringt
La|tein[ame|ri|ka —*• La|tein|a|me|ri|ka:
o. Art.; -s; - Mittel- u. Südamerika
La|tei|ner: dato der; -s; - [geh.] Person,
die die lateinische Sprache versteht
od./u. sprechen kann od. lernt
La|tei|nerjse|gel: dat.; dto das; -s; -
<Seefahrt> dreieckiges od. trapezför¬
miges Segel, das an einer schräglie¬
genden Maststange, Rah befestigt ist
la|tei|nisch: dato Adj. n. stg. a) in der alt¬
römischen Sprache b) in der, ähnlich
der alten römischen Schrift; Antiqua
c) die alte römische Sprache, Schrift
od. Kultur betreffend
La|tein|schrift: dat.; dto die; - ; - heute
gebräuchliche Schrift, Syn.. Antiqua
la|tent: dat.-fro Adj. latenter; latenteste
a) im Hintergrund vorhanden u. fä¬
hig, bereit, wirksam zu werden b)
<Med.> nicht akut, noch ohne Syp-
tome
Lajtenz: dat.-fro die; - ; - [geh.] ver¬
stecktes Vorhandensein; zeitweiliges
Verborgensein
La|tenz|pe|ri|ode —* La(tenz|pe|ri|o|de:
<gr -lat.-fro die; ~ ; -n <Psychologie>
Zeitraum, in der sexuellen Entwick¬
lung des Menschen, zwischen Ab¬
schluß der kindlichen Sexualität u.
der Pubertät
La|tenz|zeit: dat.-fr.; dto die; - ; -en 1
<Physiologie> durch die Nervenlei¬
tungsgeschwindigkeit bedingte Zeit,
Verzögerung zwischen Reizeinwir¬
kung u. Reaktion 2 <Med.> Phase zwi¬
schen der Einwirkung einer krank¬
heitserregenden Ursache u. dem Auf¬
treten klinisch faßbarer Symptome
(Infektionskrankheiten, Vergiftun¬
gen, Tumoren, Strahlungsschäden u.
a.), Syn.; Inkubationszeit
la|tefral: dato Adj. seitlich; seitwärts
La|te|ral: der; -(ejs; -e <Sprachwiss.>
Laut, der durch seitlich an der Zunge
vorbeiströmende Luft gebildet wird
»Das >l< ist ein Lateral.« Syn.: Late¬
rallaut
La|te|ral|laufc dat.; dto der; -(ejs; -e
<Sprachwiss.> Laut, der durch seitlich
an der Zunge vorbeiströmende Luft
gebildet wird »Das >l< ist ein Lateral.«
Syn.: Lateral
La[ter]na ma|gi|ca —> La|ter|na Ma]gi|-
ca: <gr.-lato die; - ~ ; -e -e 1 im 17.
Jhd. erfundener Projektionsapparat 2
Ballettdarbietung mit gleichzeitiger
Projektion von Bildern
La|tor|ne: tgr.-lato die; ~ ; -n 1 durch ein
Gehäuse geschützte (offene) Licht¬
quelle »Die Kinder basteln Laternen
für den Martinszug.« 2 jmdm. geht
eine Laterne (häufiger: ein Licht) auf:
[ugs.] jmd. kapiert, versteht, begreift
etw., endlich 3 etw., jmdn. mit einer,
der Laterne suchen müssen: [ugs.]
man hat Schwierigkeiten, etw. Be¬
stimmtes od. jmdn. zu finden, muß
lange suchen 4 die rote Laterne
(haben): [ugs.; scherzh.] auf dem letz¬
ten Platz liegen, sein
La|teijnen|ga|ra|ge: <gr.-lat.; fro die; - ;
-n [ugs.; scherzh.] Parkplatz für ein
Kraftfahrzeug auf der Straße u. nicht
in einer Garage
La|terjnen|pfahi: <gr.-lat.; dto der;
-(ejs; -pfähle im Boden verankerter
Mast aus Beton, Stahlrohr u. a., an
dessen Ende die (Straßen-)Laterne,
die Lichtquelle angebracht ist
La|ter|nen]um|zug: (gr.-lat.; dto der;
-(ejs; -umzüge gemeinsamer Gang
(von Kindern) mit Lampions durch
die Straßen, begleitet von Liedern zu
St. Martin
La|tex: <gr.-lato /latekß/ der; - ; Latizes
(PI. s.) aus tropischen Pflanzen ge¬
wonnener Saft der zu Kautschuk wei¬
terverarbeitet, zur Herstellung von
Gummi u. ä. verwendet wird
Lajtjeijbaum: dato der; -(ejs; -bäume
zwischen Ständen im Pferdestall an¬
gebrachte Holzbalken
La|ti|fun|di|enjwirt|schaft: die; - ; - Be¬
wirtschaftung eines agrarischen
Großgrundbesitzes durch abhängige
Bauern
La|ti|1un|di|um: dato das; -s; Latifundien
/latifundhn/ <hist.> im Römischen
Reich von Sklaven bewirtschaftete
Felder
la|ti|nijsie|ren: dato latinisierst; latini¬
siertest; hast latinisiert <Sprachwiss.>
in die lateinische Sprache übertragen
La|ti|nis|mus: dato der; - ; Latinismen
<Sprachwiss.> Übertragung einer typi¬
schen Erscheinung der lateinischen
Sprache in eine andere
La]ti|ni)tät: dato die; -; - a) klassische la¬
teinische Kultur b) klassische lateini¬
sche Schreibweise
La|ti|num: das; -s; - (für bestimmte Stu¬
dienfächer vorgeschriebene) Kennt-
697
Latium
nisse in der lateinischen Sprache, die
durch eine Prüfung od. langjährigen
Schulunterricht nachgewiesen werden
müssen
La|tj|um: /lazium/ das; -s; - mittelitalie¬
nische Landschaft, heute die Gegend
um Rom
La|tri|ne —» La|t|ri|ne: <lat.> die; - ; -n
(primitive) Toilettenanlage, die von
mehreren Personen gleichzeitig be¬
nutzt werden kann (z. B. beim Mili¬
tär)
La|tri|nen|gejrücht —» La|t|n|nen|ge|-
rücht: dal.; dt.) das;-(e)s;-e [abwert.]
Gerücht, dessen Herkunft nicht mehr
nachzuvollziehen ist u. dessen Inhalt
fragwürdig ist
Latjsche: die; - ; -n strauchartige Kie¬
fernart, die in den Gebirgen Süd- u.
Mitteleuropas heimisch ist, Syn.: Lat¬
schenkiefer; Legföhre
Lat[schen: der; - u.-s; ~ (m. PI.) a) be¬
queme, ausgetretene (Haus-)Schuhe
b) aus den Latschen kippen: [ugs.] a)
ohnmächtig werden b) äußerst über¬
rascht sein
latfschen: latschst; latschtest; hastjbist
gelatscht 1 bist [ugs.] nicht sehr ele¬
gant gehen; schlurfend (längere Zeit)
laufen »Was latschst du denn hier
herum?« 2 hast [ugs.] jmdm. eine Ohr¬
feige geben
Lat|schen|ge|büsch: das; -(e)s; -e
Buschwerk aus einer flachen, strauch¬
artigen Kiefemart, Latschen
Lat|schen|kie|fer: die; ~ ; -n straucharti-
tige Kiefemart, die in den Gebirgen
Süd- u. Mitteleuropas heimisch ist,
Syn.; Latsche; Legföhre
Latjte: die; • ;-n 1 langes, schmales, fla-
~ches, kantiges Holzstück 2 <Sport> a)
lose aufliegende Querstrebe beim
Hoch- u. Stabhochsprung, die beim
Überqueren liegenbleiben muß b)
oberer Querholm des Handball-,
Fußballtores 3 <übertr.> [ugs.] großer
(dünner) Mensch »Sie ist eine ganz
schöne Latte geworden.« 4 <übertr.>
[ugs.] eine größere Anzahl von gleich¬
artigen Dingen »Er hat eine ganze
Latte von Vorschlägen parat.« 5 [ugs.;
derb] erigierter Penis 6 (sie) nicht alle
auf der Latte haben: [ugs.] (geistig)
nicht ganz normal sein 7 jmdn. auf
der Latte haben: [ugs.] eine Person
nicht besonders gut mögen, leiden
können; es auf jmdn. abgesehen ha¬
ben
Lat|ten|ge|stell: das; -(e)s; -e aus Lat¬
ten gezimmertes Gestell
Lat|ten|holz: das; -es; -hölzer Holz, das
"zur Herstellung von Holzlatten geeig¬
net ist
Lat|ten|ki{ste —> Lat|ten|kis|te: die; - ;
-n Holzkasten, der aus Latten gezim¬
mert ist
Lat|ten|kreuz: das; -es; -e <Sport> bei
Handball- u. Fußballtoren die aus
Pfosten u. Querlatte gebildete Ecke
Lat|ten|rost: der; -(e)s; -e Gitter aus
Latten »Die Matratze im Bett liegt
auf einem Lattenrost.«
Lat|ten|schuß —» Lat)ten|schuss: der;
-Schusses; -Schüsse «Sport, Fußball)
Schuß, bei dem der Ball die Querlatte
trifft
Lat|ten|ver|schtag: der; -(e)s; -verschlü¬
ge einfacher, kleine(r) Stall, Raum,
der aus Latten gezimmert ist
Lat|ten|zaun: der; -(e)s; -zäune Zaun,
der aus Latten gezimmert wurde
Latz: der; -es; Lätze u. [österr.J -e 1
Stoffstück, das besonders Kindern
vorgebunden wird, um Flecken auf
der Kleidung durch verkleckertes Es¬
sen zu vermeiden »Sie band dem Kind
einen Latz um.« 2 auf der Brust sitzen¬
des, an Hose od. Rock angenähtes,
von Trägem gehaltenes Stoffstück 3
jmdm. eins, eine, einen, ein paar vor
den Latz knallen: [ugs.] a) einer Per¬
son einen Schlag versetzen b) einer
Person scharf die Meinung sagen
Lätz|chen: das; -s; - Stoffstück, das be¬
sonders Kindern vorgebunden wird,
um Flecken auf der Kleidung durch
verkleckertes Essen zu vermeiden
Latz|hofse: die; ~ ; -n Hose mit einem
von Trägem gehaltenen Latz
lau: Ad), lauer; lau(e)ste 1 a) «bei ge¬
kochten Speisern nicht sehr warm b)
«meist Wetten angenehme, nicht kalte
u. nicht heiße Temperatur2 «übertr.)
nicht sehr entschlossen; halbherzig,
ohne wirkliche Überzeugung »Das
war eine laue Entscheidung 3 für lau:
[ugs.; landsch.] ohne zu bezahlen, um¬
sonst »Hier gibt's nichts für lau!«
Laub: das; -(e)s; - Blattwerk; Blätter
von Bäumen u. Sträuchen)
—Laub tragend: s. laubtragend
Laublbaum: der; -(e)s; -bäume Blätter
tragender Baum
Laulbe: die; ~ ; -n 1 kleines Gartenhaus;
chen 2 mit einem Dach aus festem
Material od. z. T. aus Pffanzenranken
versehene Terrasse 3 Bogengang; zur
Seite offener Gang, der ebenerdig in
ein Gebäude integriert ist 4 u. fertig
ist die Laube: [ugs.] u. schon ist eine
Sache erledigt
Laulbenlqana: der; -(e)s; -gange zu ei¬
ner Seite, nach außen offener Flur,
Gang an einem Haus
Laulbenlhaus: das; -es; -häuser Haus
mit Bogengang
LaulbenlkoHolnie; die; - ; -n Anlage aus
vielen (Nutz-)Gärten mit Gartenlau¬
ben; Schrebergartenanlage Syn.: Gar¬
tenkolonie
Laulbenlpielper der; -s; ~ [berlin.;
scherzh.] Besitzer eines Gartens in ei¬
ner Laubenkolonie
Laublfali: der; -(e)s; - Fall des Laubes,
der Blätter von (Laub-)Bäumen u.
Sträuchen)
Laublfärlbung: die; - ; -en a) Farbe des
Blattwerks eines (Laub-)Baums od.
Strauchs b) Farbwechsel der Blätter
von (Laub-)Bäumen u. Sträuchen) im
Herbst
Laublflechlta: die; ~ / -n Flechtenart,
niedere Pflanze, die wie Laub aus¬
sieht
Laublfrosch: der; -(e)s; -frösche klei¬
ner, grüner Frosch, der sich zwischen
Laub aufliält, u. der nur zum Laichen
ans Wasser geht
Laublholz: das; -es; -hölzer 1 Holz von
einem Laubbaum 2 n. PL laubtragen¬
de Gehölze
Laublhütlte: die; - ; -n kleine Hütte, die
nur mit belaubten Ästen gedeckt ist
Laublsätae: die; - ; -n kleine Handsäge
mit sehr dünnem, gespanntem Säge¬
blatt zur Ausführung feiner Sägear¬
beiten
lauhltralqend —>- Laub tragend: Ad),
n. stg. mit Blättern, nicht mit Nadeln
bewachsener Baum, Strauch laubtra¬
gende Bäume«
Laublwald; der; -(e)s; -wälder größere
Fläche, die dicht mit Laubbäumen
bewachsen ist
Lauch: auchder; -(e)s; -e aus einer
Zwiebel wachsende Pflanze mit lan¬
gem Schaft u. doldenförmigen Blät¬
tern »ln die Suppe muß Sellerie u.
Lauch.« Syn.: Porree
Lau|da|tio: <lat.> /laudazioj die; - ; Lau¬
dationes u. Laudationen offizielle, fei¬
erliche Lobrede auf jmdn., ein Ereig¬
nis
Lauten die; - ; - in den Wendungen a)
sich auf die Lauer legen: gespannt
warten »Die Katze legte sich vor das
Mauseloch auf die Lauer.« b) auf der
Lauer liegen: etw. od. jmdn. mit
Spannung erwarten
Lauter: <lat-> der; -s; - Wein aus Tre¬
stern, dem beim Keltern der Trauben
anfallenden festen Rückständen
laulern: lauerst; lauertest; hast gelauert
1 angestrengt, gespannt warten 2 in
einem Versteck od. Hinterhalt warten
Lauf: der;-(e)s; Läufe 1 relativ schnelle,
aufrechte Fortbewegungsart des
Menschen, bei der es bei jedem
Schritt einen Moment gibt, in dem
beide Füße in der Luft sind 2 o. PI.
Bewegung, Arbeiten einer Maschine
»Der Lauf der Maschine muß wieder
einmal überprüft werden.« 3 Durch¬
gang, Phase in einem Wettbewerb 4 o.
PI. Richtung einer Entwicklung »Der
Lauf des Geschehens ist jetzt noch
nicht abzusehen.« 5 o. PI. Richtung,
Art, in der sich etw. erstreckt »Der
Lauf der Straße ist auf dieser Karte
ganz gut zu erkennen.« 6 «Sport) Wett¬
kampf, bei dem ein Rennen über eine
bestimmte Strecke durchgeführt wird
7 «Musik) schnelle Folge von Tönen 8
Rohr, zylindrischer, langer Hohlkör- ,
per einer Schußwaffe »Wir müssen
den Lauf des Gewehres putzen.« 8
<Jagd> Bein von bestimmten Tieren 10
im Lauf(e): im Zeitraum von; wäh¬
rend »Im Laufe eines Tages sollte er
diese Aufgabe aber bewältigen
können.« 11 seinen Lauf nehmen:
sich (unaufhaltsam) in eine bestimmte
Richtung entwickeln 12 etw. seinen
(freien) Lauf lassen: etw. in seiner
Entwicklung nicht aufhalten od. steu¬
ern
Lauflachlse: die; - ; -n «Technik) beson¬
ders bei Lokomotiven die nicht ange¬
triebene Achse zum Tragen des Ge¬
wichts
Lauflarlbeit: die; ~; -en «Sport) 1 in einer
(Ball-)Sportart während eines Wett¬
kampfspieles erforderliches Laufpen¬
sum 2 während des Trainings absol¬
vierte Laufformen
Laufbahn: die: - ; -en 1 (planmäßiger)
beruflicher Weg, Werdegang; Karrie¬
remuster, aufeinanderfolgemie beruf¬
liche Karriereschritte 2 Teil eines Sta¬
dions, das die Rasenfläche umgibt u.
698
Laune
auf dem die Laufwettbewerbe ausge¬
tragen werden
Laufbrett: das; -(e)s; -er 1 ein Holz¬
brett, auf dem man, über sandige, leh¬
mige, lockere Untergründe ohne ein¬
zusinken od. tiefe Spuren zu hinter¬
lassen laufen kann 2 horizontales
(Holz-)Brett an einem (Bau-)Gerüst
Lauflburlsche: der; -n; -n [veralt.; ab¬
wert.] Mitarbeiterin), der/die nur für
Botengänge zuständig ist
lauten: läufst; lieffejsl; bist gelaufen 1
a) sich schnell zu FuB fortbewegen,
wobei es bei jedem Schritt einen Mo¬
ment gibt, bei dem beide Füße in der
Luft sind b) eine Strecke in normalem
Tempo zu Fuß zurücklegen »Ich kam
zur Schule laufen, sie liegt nicht weit
entfernt.« c) «Sport» in einer Laufdis¬
ziplin eine bestimmte Strecke wett¬
kampfmäßig zurücklegen 2 funktio¬
nieren; in Betrieb sein »Der Motor
läuft.« 3 planmäßig vor sich gehen
»Das Projekt läuft.« 4 fließen »Das
Wasser läuft aus der Maschine.« 5
noch nicht abgeschlossen sein »Das
Ermittlungsverfahren läuft noch.« 6
Dauer, Gültigkeit haben »Der Bau¬
sparvertrag läuft noch zehn Jahre.« 7
a) wie geschmiert laufen: [ugs.] etw.
klappt, funktioniert reibungslos, ta¬
dellos »Die Zusammenarbeit läuft wie
geschmiert.« b) wie am Schnürchen
laufen: [ugs.] hervorragend, reibungs¬
los funktionieren 8 gelaufen sein: ab¬
geschlossen, beendet, fertig, nicht
mehr zu ändern sein
—> lau|fen las|sen: s. laufenlassen
lautend: Adj. n. stg. 1 ohne (größere)
Unterbrechungen, ständig od. anhal¬
tend »Ich erhalte laufend neue
Angebote.« 2 a) jmdn. auf dem lau¬
fenden halten —» jmdn. auf dem
Laufenden halten: jmdm. ständig al¬
les berichten, was passiert b) auf dem
laufenden sein —» auf dem Laufen¬
den sein: auf dem aktuellen (Wis-
sens-)Stand sein c) mit etw. auf dem
laufenden sein —> mit etw. auf dem
Laufenden sein: mit etw. auf dem
neuesten Stand sein »Ich hoffe. Sie
sind mit Ihrer Buchführung auf dem
laufenden.« 3 das, der laufende
Meter 1. [besonders kaufmannssprl.]
ein Meter einer Ware, der beim Ver¬
kauf von einem Ballen od. einer Rolle
abgeschnitten wird »Der laufende
Meter kostet 20 DM.« 2. [ugs.;
scherzh.] kleiner Mensch »Was will
dem der laufende Meter hier?« 4 am
laufenden Meter [ugs.] ständig; un¬
unterbrochen; immer
lautenllaslsen —> lauten las|sen: läßt
laufen; ließ(e)st laufen; hast laufen
(ge) lassen —*hast laufen (ge) lassen
♦ alle Gegenwartsformen mit ss<—
[ugs.] jmdm. die Flucht ermöglichen,
nicht daran hindern wegzulaufen
Läuter, der; -s; - weibl. Läulfelrin: die;
- ; -nen 1 a) Sportlerin), der/die das
Laufen regelmäßig, als Disziplin aus¬
übt, an einem Wettbewerb teilnimmt
b) [veralt.] bestimmte Position beim
Fußball (vergleichbar mit heutigem
Mittelfeldspieler) 2 nur männl. Form
Schachfigur, die nur diagonal bewegt
werden darf 3 nur männl. Form lan¬
ger, schmaler Teppich 4 nur männl.
Form «Technik» der rotierende Teil
von Geräten od. Maschinen 5 nur
männl. Form «Landwirt» junges, nicht
mehr saugendes Ferkel
läulfelrisch: Adj. n. stg. das Laufen be¬
treffend »Sem läuferisches Können
ging weit über das der anderen hin¬
aus.«
Laufteu|eR das; -s; - ein sich rasch aus¬
breitendes Feuer »Das Gerücht ver¬
breitete sich wie ein Lauffeuer.«
Lauflflälche: die; - ; -n a) «Sport» unterer
Teil des Skis, der direkt auf dem
Schnee aufliegt b) Bahn, auf der beim
Kegeln die Kugel rollt c) «Technik»
äußere Fläche eines Reifens, Rades
der über den Fahrweg rollt d) Schuh¬
sohle
lauflfreuldia: Adj. a) «Sport» während ei¬
nes Ballspiels mit viel Einsatz laufend
b) gerne u. viel laufend
Lauf|git|ten das; -s; - Gittergestell, das
eine kleinere Fläche umschließt, in
der kleine Kinder laufen u. spielen
können, Syn.: Laufstall
Lauflqralben: der; -s; -gräben «Milit.»
eine Art Verbindungsgraben, durch
den man an eine andere Steile gelan¬
gen kann, ohne daß man vom Feind
dabei gesehen wird u. Deckung vor
feindlichem Beschuß findet
läulfiq: Adj. n. stg. «Hündin» paarungs¬
bereit
Lauflkundlschafl: die; - ; - Gesamtheit
der Kunden, die nur gelegentlich in
einem Geschäft einkaufen Ant.:
Stammkundschaft
Lauflmalsche: die; - ; -n defekte Ma¬
sche in einer Strumpfhose, Strickwa¬
ren die in eine Richtung weiterläuft
LauflpaB —» Laufbass: der; -passes;
-pässe in den Wendungen a) jmdm.
den, einen LaufpaB geben —»jmdm.
den, einen Laufpass geben: [ugs.]
das Verhältnis zu jmdm. abbrechen,
sich (im Streit) von jmdm. trennen b)
den LaufpaB bekommen, erhalten
—- den Laufpass bekommen,
erhalten: die Freundschaft o. ä. auf¬
gekündigt bekommen
Lapf|pen|sum: das; -s; -pertsen «Sport»
läuferische Arbeit während eines
Wettkampfspiels
Lauflplanlke: die; - ; -n langes, dickes
Brett, auf dem man (auf einem Ge¬
rüst) gehen kann
Lauf|rad: das; -(e)s; -räder 1 a) «Tech¬
nik» sich drehende, mit Schaufeln be¬
setztes Rad in Turbinen b) an Trieb¬
fahrzeugen nicht angetriebenes Rad
c) Rad eines mit einer Winde o. ä.
fortbewegten Wagens 2 Vorläufer des
Fahrrades, ehemals als Draisine be¬
zeichnet 3 meistens Hamstern od.
Mäusen, die als Haustier gehalten
werden in den Käfig gestelltes Rad, in
dem die Tiere rennen können, um ih¬
rem Bewegungstrieb zu genügen
Lauf|rich|tung: die; - ; -en a) Richtung
der Bewegung, in die eine Person
läuft, in die sich eine Maschine be¬
wegt, sich etw. dreht a) Faserrichtung
bei Papier
Lauflrulhe: die; - ;- störungsfreie, ruhi¬
ge, vibrationsarme Laufart eines Mo¬
tors, einer Maschine
lauflrulhlq: Adj. bei Maschinen stö¬
rungsfrei, vibrationsarm laufend
Lauflschielne: die; - ; -n «Technik»
Schiene, auf/an der ein Gegenstand,
Maschinenteil geführt wird
Laufjschrift: die; - ; -en auf elektroni¬
schen Anzeigetafeln o. ä. aufleuchten¬
de Buchstaben u. Wörter die sich
rasch von recht nach links zu bewegen
scheinen u. die einen zusammenhän¬
genden Text darstellen
Laufischritt: der; -(e)s; -e a) «Sport» be¬
stimmte Schrittechnik beim Laufen in
der Leichtathletik b) im Laufschritt:
schnell, eilig
Lauflstalk der; -(e)s; -Ställe Gitterge¬
stell od. Netz mit Rahmen, das eine
kleinere Fläche umschließt, in der
kleine Kinder laufen u. spielen kön¬
nen, Syn.: Laufgitter
Lauflsteq: der; -(e)s; -e schmaler, ins
Publikum führender Teil einer Bühne
(auf dem Manneqins Mode vorfüh¬
ren)
Lauf|werk: das; -(e)s; -e 1 der Laufme¬
chanismus einer Maschine 2 die Ge¬
samtheit der Zahnräder einer Uhr 3
Räder u. Achslager bei Eisenwag¬
gons, Straßenbahnwagen 4 [ugs.;
scherzh.] Beine 5 «EDV» Gerät zum
Beschreiben u./od. Lesen von Daten¬
trägern
Lauflwetttbnlwerb: der;-(e )s; -e «Sport»
Wettkampf, in einer läuferischen Dis¬
ziplin über eine festgelegte Distanz
Lauflzeit: die; -; -en 1 «Bankw.» die Zeit¬
dauer, über die ein Kredit bzw. Darle¬
hen vertraglich vereinbart wird (ein
Kredit getilgt sein muß) 2 Gültig-
keits-, Bindungsdauer eines Vertra¬
ges, eine Mitgliedschaft o. ä. 3 die
Zeit, die jmd. o. etw. für das Zurück¬
legen einer festgelegten Distanz (zu
Fuß) benötigt hat
Lauflzettel: der; -s; - a) Schreiben, das
von übergordneter Stelle unter Mitar¬
beitern zur Kenntnisnahme u. Wei¬
tergabe in Umlauf gesetzt wird »Der
Laufzettel sollte alle Mitarbeiter über
den Betriebsausflug informieren.« b)
Unterschriftsliste, auf dem benannte
Personen abzuzeichnen haben, daß
eine bestimmte Information zur
Kenntnis genommen wurde c) bei der
Fließfertigung ein das Arbeitsstück
begleitender Zettel, auf dem alle Ar¬
beitsgänge vermerkt u. abgezeichnet
werden d) beim Betreten von Werks¬
anlagen ausgehändigter Zettel, auf
dem jede Station, die man anläuft,
dies schriftlich bestätigen muß e)
beim Ausscheiden aus einem Unter¬
nehmen von den entsprechenden Ab¬
teilungen zu unterzeichnendes For¬
mular, das bestätigt, daß keine An¬
sprüche an den ausscheidenden Mit¬
arbeiter mehr bestehen
Laulqe: die; - ; -n 1 «Chemie» basische
Lösung 2 mit Seifenpulver, Reini¬
gungsmittel o. ä. versetztes Wasser
laulqen: laugst; laugtest; hast gelaugt 1
[veralt.] etw. mit einer Lauge entfer¬
nen 2 erschöpfen; Kraft rauben
Laulqenlbrelzel: die; - ; -n Backwerk,
das vor dem Backen in eine Natron¬
lauge getauchte u. später mit groben
Salzkörnem bestreut wird
Lau|ne: dato die; - ; -n 1 Gemütsverfas¬
sung »Sie hat gute, schlechte Laune.«
2 wechselnde Gemütsverfassungen;
699
launenhaft
schwankende Stimmungen »Seine
Launen machen mich noch einmal
verrückt.« 3 plötzlicher Einfall, der ei¬
ner bestimmten Gemütsverfassung
entspringt 4 (jmdm.) Laune machen:
[ugs.; oft iron.] (jmdm.) Freude, Spaß
bereiten »Na, du machst mir Laune.«
5 a) jmdn. bei Laune hatten: [ugs.]
jmdm. die gute Stimmung erhalten bj
bei Laune sein: [ugs.] froh u. lustig
sein
laulnenlhaft: dat.; dt.> Adj. launenhafter;
launenhafteste [abwert.] unberechen¬
bar, von den unterschiedlichsten
Stimmungen geprägt
lautnisch: dat.; dt.> Adj. [abwert.] wech¬
selnden Gemütsverfassungen unter¬
worfen, von willkürlich Stimmungen
geprägt
Laus: die; - ; Läuse 1 blutsaugendes In¬
sekt, das sich vor allem in Fell u. Haa¬
ren aufhält »Man kann versuchen, die
Läuse mit einem feinzinkigen Kamm
auszukämmen.« 2 jmdm. eine Laus in
den Pelz setzen: [ugs.] 1. einer Person
Schwierigkeiten, Probleme machen,
ihr etw. Unangenehmes aufbürden 2.
bei einer Person Mißtrauen wecken 3
jmdm. ist eine Laus über die Leber
gelaufen, gekrochen: [ugs.] jmd. hat
schlechte Laune, ihn bedrückt, bela¬
stet ein Problem o. ä.
Lauslbub: der; -en; -en kleiner Junge,
der Streiche macht, Unfug anstellt,
Syn.: Lausebengel; Lausejunge
Lauslbulbenlstreich: der; -(e)s; -e ein
Streich, ein Scherz auf Kosten ande¬
rer nach Art von Lausbuben
Lausch|ak|ti|on: die; - ; -en heimliches
Anbringen von Abhörgeräten in
Wohnungen von Privatpersonen
Lauschlanlqriff: der; -fejs; -e heimli¬
ches Anbringen von Abhörgeräten in
Wohnungen von Privatpersonen,
Syn.: Lauschaktion
Läus|chen: das; -s; - Verkleinerungs¬
form von Laus
laulschen: lauschst; lauschtest; hast
gelauscht 1 a) konzentriert, mit Auf¬
merksamkeit zuhören »Sie lauschte
der Musik.« b) heimlich zuhören »Sie
lauschte an der Tür.«
Laulscher: der; -s; • weibl. Lau|sche|-
rin: die; ~ ; -nen 1 jmd., der lauscht,
heimlich horcht »Der Lauscher an der
Wand hört seine eigene Schand.« 2 nur
männl. Form a) <Jagd> Ohren beim
Schalenwild, Fuchs, Wolf u. Biber b)
[ugs.; scherzh.] Ohren beim Men¬
schen
laulschig: Adj. verborgen u. idyllisch,
ansprechend
Läulselbelfall: der; -(e)s; - Auftreten
von Läusen in großer Menge bei
Pflanzen, Menschen od. Tieren
Laulselbenlgel: der; -s; - [ugs.) kleiner
Junge, der Streiche macht, Unfug an¬
stellt, Syn.: Lausbub; Lausejunge
Laulseliunloe: der; -n; -n kleiner Junge,
der Streiche macht, Unfug anstellt,
Syn.: Lausebengel; Lausbub
Läulselkamm: der; -(e)s; -kämme fein
gezackter Kamm, mit langen Zinken,
mit dem Kopfhaut u. Haare von Läu¬
sen befreit werden können
laujsig: Adj. 1 besonders schlecht, schä¬
big, unangenehm »ein lausiges
Wetter« 2 besonders wenig; gänzlich
unbedeutend »ein paar lausige Gro¬
schen«
Laut: der; -(e)s; -e 1 Geräusch »Man
hörte keinen Laut.« 2 kleinste Einheit
der gesprochenen Sprache 3 Laut
geben: a) [besonders Jagd] Meldung
eines Hundes durch Bellen »der Hund
hat Laut gegeben« b) <übertr.> [ugs.;
scherzh.] sich bemerkbar machen
»Du mußt schon Laut geben, wenn du
etw. von mir willst.«
laut: I Adj. lauter; lauteste nicht leise,
sondern voller Geräusche, die oft aus
weiter Entfernung hörbar sind »Laute
Musik kann ich nicht ertragen, wenn
ich schlafen möchte.« II Präp. mit Gen.
od. Dat. dem Wortlaut gemäß; auf¬
grund von; nach den Angaben »Laut
Mietvertrag ist die Haustierhaltung
untersagt.« III laut werden: 1. plötz¬
lich die Stimme erheben u. mit großer
Stimme meist zornig sprechen 2. öf¬
fentlich laut u. deutlich ausgespro¬
chen werden
Lautläulßelrunq: die; - ; -en <Zool.> Ge¬
räusch eines Tiers, das zur Verständi¬
gung (mit Artgenossen) ausgestoßen
wird
lautlbar: Adj. in der Wendung lautbar
werden: an die Öffentlichkeit drin¬
gen; allgemein bekannt werden
LautlbiWdung: die; ~ ; -en <Sprachwiss.>
Erzeugung der Laute mit Hilfe der
Sprechwerkzeuge, Syn.: Artikulation
Laujte: <fr.-arab.t die; - ; -n <Musik> altes
Saiteninstrument, bei dem sechs od.
elf Saiten gezupft werden müssen u.
das ein kurzes Griffbrett u. einen bir¬
nenförmigen hölzernen Resonanz¬
körperbesitzt
laulten: lautet; lautete; hat gelautet ei¬
nen Wortlaut haben; bedeuten »Der
Text lautet wie folgt. ♦ Die Anklage
lautete auf Betrug u. Urkundenfäl¬
schung«
läulten: läutest; läutetest; hast geläutet 1
a) klingeln; eine Klingel od. Glocke
betätigen »Du mußt läuten, damit sie
die Tür öffnen.« b) eine Kirchenglocke
betätigen 2 <übertr.> [ugs.] etw. verste¬
hen »Jetzt hat es bei mir geläutet ( -
jetzt habe ich verstanden).« 3 etw. läu¬
ten hören: [ugs.] etw. ahnen, eine An¬
deutung bekommen »Ich habe so etw.
läuten hören, daß ihr euch trennen
wollt.«
Laultenlspiel: <fr.-arab.; dt.> das; -(e)s;
-e das (musikalische) Spiel auf der
Laute
laulter. Adj. n. stg. [geh.] 1 ohne schlech¬
te Eigenschaften, Absichten »Er hat
lautere Absichten.« 2 rein, ohne frem¬
de Zusätze u. unvermischt »Sie trug
ein Armbandaus lauterem Gold.«
laulter. Adj. n. dekl.; n. stg. sehr viel; nur
u. ausschließlich »Vor lauter Freude
fing ich an zu weinen.«
Laulterlkeit: die; -; - ehrliche, aufrichti¬
ge Wesensart
läultern: läuterst; läutertest; hast
geläutert 1 säubern, befreien von Ver¬
unreinigungen 2 befreien von Schwä¬
chen, Charakterfehlern
Läultelrung: die; - ; -en 1 Säuberung,
Befreiung von Verunreinigung 2 Be¬
freiung von Schwächen, Charakter¬
fehlem
Lautigelsetz: das; -es; -e <Sprachwiss.>
Gesetzmäßigkeit einer bestimmten
lautlichen Entwicklung
laut|hals: Adv. für alle hörbar; übertrie¬
ben laut »Erfluchte lauthals.«
Lautlheit die; - ; - a) als sehr laut Emp¬
fundenes »Die Lautheit seiner Stimme
ist manchmal unerträglich.« b) das
Lautsein
lau(tte|ren: lautierst; lautiertest; hast
lautiert jeden Laut genau ausspre¬
chen
Lau|tier|mettho|de: die; - ; - Methode
des Lesenlemens, bei der vom einzel¬
nen Laut u. seinen Verbindungen aus¬
gegangen wird
Laut|leh|re: die; - ; - <Sprachwiss.> Teil¬
gebiet der Linguistik, das sich mit den
Lauten beschäftigt
lautjlich: Adj. n. stg. den Laut betref¬
fend
laut|los: Adj. n. stg. ohne einen Laut;
ganz still
lautlmallend: Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
im Laut nachahmend; durch Lautma¬
lerei gebildet »>Wau-Wau< ist ein laut¬
malendes Wort.«
Lautlmallelrei: die; - ; -en <Sprachwiss.>
sprachliche Wiedergabe von Ge¬
räuschen; sprachliche Nachbildung
von (natürlichen) Geräuschen
Lautlschrift: die; - ; -en (PI. s.) zur Ver¬
deutlichung der Aussprache genutzte
Umschrift
Laut]spre|cheR der; -s; - technisches
Gerät, das Musik, Sprache (von ei¬
nem Tonträger nach entsprechender
Umwandlung u. Verstärkung) wie¬
dergibt
Lauttsprelcherlanllaloe: die; ~ ; -n ein
Gerät, das Musik od. Gesprochenes
mittels Lautsprechern überträgt
Laut|spre(cherjbox: die; - ; -en Gehäuse
(aus Holz), in das Lautsprecher einge¬
baut sind
lautlstark: Adj. lautstärker; lautstärkste
weithin zu hören; recht laut »Unter
lautstarkem Protest verließ er den
Saal.«
Lautlslarlke: die; - ; -n a) <Physik> me߬
bare Stärke von Schall in Phon bzw.
Dezibel b) von jmdm. persönlich (als
unangenehm) empfundener Ge¬
räuschpegel
Laultuno: die; -; -en 1 Art der Übertra¬
gung eines sprachlichen Zeichens in
Lautform 2 Art u. Weise, etw. auszu¬
sprechen
Lautlzeilchen: das; -s; - Zeichen, Sym¬
bol für einen bestimmten Laut in ei¬
ner Lautschrift
laulwamv. Adj. n. stg. 1 nicht kalt u.
nicht heiß; zwischen kalt u. warm
»Lauwarmes Essen ist fürchterlich!« 2
(lau)warmer Bruder [ugs.; beleidi¬
gend] homosexueller Mann
Lajva: dat.-it» /lawa/ die; - ; Laven (Pi.
s.) bei Vulkanausbruch hervorquel¬
lende, glühende Flüssigkeit, die spä¬
ter zu Stein erstarrt
La|va|bo: (lat.-fr.> /lawabo/ das; -s u. - ;
•s 1 <kath. Kirche» a) ritualisiere Form
des Händewaschens des Pfarrers od.
Priesters während der Messe b)
Waschbecken mit Kanne, an dem der
Pfarrer od. Priester in ritualisierter
Form während der Messe seine Hän¬
de wäscht 2 [schweiz.] Waschbecken
700
leben
La|va|strom: dat.-it.; du /lawa-/ der;
-(e)s; -ströme Fluß aus flüssiger La¬
va, glühendem Gestein
La|ven|del: <lat.-it.> /lawendel/ das; -s; -
kurz fiir Lavendelwasser
La|ven|del: <lat.-it.> /lawendel/ der; -s; -
in wannen Mittelmeerregionen, vor
allem aber in der Provence heimische
Pflanze mit stark duftenden, lilafar¬
benen ..Blütenblättern, deren ätheri¬
sches Öl sich hervorragend zur Par¬
fümherstellung eignet
ta|ven|del: <lat.-iu /lawendel/ Adj. n.
stg.; n. dekl. lavendelfarben; blau-lila
la|ven|del|blau: dat.-it.; dt.i /lawendel-/
Adj. n. stg.; n. dekl. so blau-lila wie
Lavendel
La|ven|del|öl: dat.-it.; gr.-lat.>
/lawendel-/ das;-(e)s; -u.( Sorten J-e
dickflüssiges, (wohlriechendes) Öl,
das aus Lavendel gewonnen ist ist
La|ven|del|was|ser: dat.-it.; dt.>
/läwendel-/ das; -s; - mit Lavendelöl
hergestelltes Duftwasser
la|vie|ren: miederb /lawiren/ lavierst; la¬
viertest; hast laviert 1 sich, jmdn. ge¬
schickt um etw., Schwierigkeiten her¬
umbringen; Schwierigkeiten ge¬
schickt umgehen, umschiffen 2
<Kunst> a) die Konturen einer Tusche¬
zeichnung verwischen b) mit Wasser¬
farbe farbig gestalten
La|wifne: dat.y die; - ; -n 1 an Hängen
abrutschende, herabfallende, sich
vergrößernde Schnee-, Eis- od. Stein-
u. Staubmassen 2 eine Lawine lostre¬
ten, ins Rollen bringen: etw. Folgen¬
schweres in Bewegung bringen, auslö¬
sen
la(wi|nen[arjtig: dat.; du Adj. n. stg. wie
eine Lawine; an Größe (ständig) zu¬
nehmend
La|wj|nen|ge)fahr: dat.; du die; - ; -en
(PI. s.) hohe Wahrscheinlichkeit, daß
(in einem bestimmten Gebiet) eine
Lawine abgeht
La(wi|nen|hund: dat.; du der; -(e)s; -e
Hund, der dazu ausgebildet ist, nach
einer niedergegangenen Lawine unter
dem Schnee nach Verschütteten zu
suchen
La|wi|nen|ka|tafstro|phe—» La|wi|nen|-
ka|ta|s|t|ro|phe: dat.-gr.> die; - ; -n
schlimmes Lawinenunglück mit Ver¬
letzten, T oten u. Sachschäden
La|wi|nen|schutz: dat.; du der; -es; -
Schutzvorrichtungen, die niederkom¬
mende Lawinen abhalten, bremsen
sollen
la|wi|nen|si|cher: dat.; du Adj. nicht
der Gefahr von Lawinen ausgesetzt
La|wijnen|such|hund: dat.; dt.> der;
-(e)s; -e Hund, der dazu ausgebildet
ist, unter einer niedergegangenen La¬
wine (unter den Schneemassen) nach
Verschütteten zu suchen
La|wi|nen|un|glück: dat.; du das;-(e)s;
-e Unglück, Verhängnis, das durch
eine Lawine verursacht worden ist
La|wj]nen|warjnung: dat.; du die; - ;
-en Hinweis auf akute Lawinengefahr
lax: dat.i /lakß/ Adj. laxer; laxeste nicht
sehr intensiv, konzentriert od. streng,
oberflächlich »Du hast eine viel zu la¬
xe Auffassung von deiner Aufgabe.«
Laylout/Laylout —> auch Lay-out:
<engl.> /le'aut/ das; -s; -s 1 Schema,
Muster für das Erscheinungsbild ei¬
nes Druckproduktes »Das Layout
muß umgestaltet werden.« 2 Anord¬
nungsschema einer Schaltung in der
Elektronik
La|za|rett: <it.-fr.> das; -(e)s; -e Einrich-
tunglur die medizinische Versorgung
für verwundete, erkrankte Soldaten
La|za|rus: der; -ses; -se (ursprünglich bi¬
blische Gestalt; heute übertr.) a) ein
bemitleidenswerter Mensch b) verlez-
te, kranke Person
LB: Abk. 1 Landesbezirk 2
Landesbibliothek 3 Leihbibliothek 4
Landwirtschaftsbank 5 Lieferbar¬
keitsbescheinigung
Lb.: Abk. 1 Lehrberuf e Lehrbuch 3
Leihbibliothek 4 Luftpostbrief
lb.: Abk. liebe(r)
Ld.: Abk. 1 Land 2 Ladung
Id.: Abk. 1 ledig 2 leitend(e)(r) 3 luft¬
dicht
Ldg.: Abk. 1 Ladung 2 Landung
Ldk.: Abk. Landkarte
Ldkr./Ld.-Kr.: Abk. Landkreis
Ldsch.: Abk. Landschaft
IdschL: Abk. landschaftlich
Ldstr./Ld.-Str.: Abk. Landstraße
Ldtg.: Abk. Landtag = Volksvertre¬
tung, Parlament eines Bundeslandes
Ldw.: Abk. a) Landwirtschaft b) Land¬
wirten)
Idw.: Abk. landwirtschaftlich
I. E.: Abk. letzten Endes
Le.: Abk. a) Leiter b) <Elektrot.> Leitung
Lead: <engl» /lid/ das; -s u. - ; - <Musik>
Führungsstimme in einem Jazzstück
Lea|der: <engb /lider/ der; -s; - 1 (Mu¬
sik) der Leiter einer Band 2 (Sport)
[österr.; Schweiz.] der führende Fu߬
ballclub
lea|sen: <engb /lisen/ least; leastest;
hast geleast mieten; pachten
Lea|sing: <engb /lising/ das; -s; -s Ver¬
mietung von Produktionsmitteln,
Gütern, Anlagen, wobei die Miete bei
einem (eventuellen) späteren Kauf
angerechnet wird
Le|be|da|me: die; - ; -n [abwert,] Frau,
die freizügig (u. genußsüchtig) lebt
Le|be|hoch: das; -s; -s Ausruf, mit dem
man jmdn. hochleben läßt, feiert
Le]be|mann: der; -(e)s; -männer Mann,
der freizügig (u. genußsüchtig) lebt
Lefben: das; -s; - (PI. s.) 1 Dasein, Exi¬
stenz eines Lebewesens auf der Welt,
von seiner Geburt an bis zu seinem
Tod 2 o. PI. Vorgänge; Aktivitäten
»das gesellschaftliche Leben« Ant.: (1>
Tod 3 sich das Leben nehmen:
Selbstmord begehen 4 sein Leben
fristen: [geh.] unter sehr schlechten
Bedingungen leben müssen S Leben
in die Bude bringen: [ugs.] etw. od.
jmd. sorgt für Unterhaltung 6 in.etw.
kommt Leben: in etw. kommt Unter¬
haltung, Schwung »Sie hat sich einen
Hund gekauft, damit wieder Leben ins
Haus kommt.« 7 wie das Leben so
spielt: [oft iron.] was (eben so) passie¬
ren kann im Leben 8 seinem Leben
ein Ende machen, setzen: [geh.; ver¬
hüll.] Selbstmord begehen 9 aus dem
Leben abberufen werden: [geh.; ver¬
hüll.] sterben 10 sein Leben lassen:
[verhüll.] sterben 11 ins ewige Leben
eingehen: [geh.; verhüll.] sterben 12
ums Leben kommen: [verhüll.] ster¬
ben »Bei dem Unglück ist er ums Le¬
ben gekommen.« 13 jmdm. nach dem
Leben trachten: [geh.] jmdn. töten,
umbringen wollen 14 jmdm. ans Le¬
ben wollen: [geh.] jmdn. umbringen
wollen 15 a) jmdn. ums Leben
bringen: jmdn. umbringen, töten b)
jmdm. das Leben schenken: [geh.]
ein Kind zur Welt bringen, gebären
16 auf Leben u. Tod: ein Kampf, eine
Auseinandersetzung o. ä., welche
zum Tod führen kann 17 mit dem,
seinem Leben abgeschlossen
haben: sich mit seinem Tod abgefun¬
den haben 18 mit dem, seinem Leben
spielen; das Leben aufs Spiel
setzen: sich in große Gefahr begeben
19 im Leben nicht, nie im Leben:
[ugs.] nie, unter gar keinen Umstän¬
den 20 seines Lebens nicht (mehr)
froh werden: keine Freude, Ruhe
mehr haben »Sollte das Unfallopfer
sterben, werde ich meines Lebens nicht
mehr froh.« 21 etw. ins Leben rufen:
etw. beginnen, gründen 22 etw. für
sein, fürs Leben gern tun: [ugs.] etw.
besonders gern tun 23 das Leben ist
hart: [ugs.; scherzh.] während der
Zeit, in der ein Mensch lebt, gibt es
immer wieder Probleme 24 (wie) aus
dem Leben gegriffen: realistisch; le¬
bensecht 25 sich durchs Leben
schlagen: [ugs.] recht mühsam seinen
Lebensunterhalt bestreiten 26 Zeit
seines Lebens: (schon) immer, sein
ganzes Leben lang »Zeit seines Lebens
war er ein grundehrlicher Mensch.« 27
Mäßigkeit führt das Leben weit: wer
gesund lebt, wird voraussichtlich ein
hohes Alter erreichen 28 mit dem Le¬
ben davongekommen: eine große
Gefahr überlebt haben .
—> Leiben gejbend: s. lebengebend
—» Le|ben spen|dend: s. lebenspen¬
dend
—» Le|ben zer|stö|rend: s. lebenzerstö¬
rend
le|ben: lebst; lebtest; hast gelebt 1 nicht
tot sein; alle notwendigen Funktio¬
nen des Organismus funktionieren;
existieren; auf der Welt sein 2 in einer
bestimmten Art u. Weise seine Zeit
verbringen »Er lebt sehr gut.« 3 sei-
ne(n) Aufenthaltsort, Wohnung ha¬
ben; sich für eine längere Zeit an ei¬
nem Ort, Platz befinden »Er lebte lan¬
ge in Berlin.« 4 sich ernähren; seinen
Unterhalt finanzieren »Er lebt von
Quark u. Brot. ♦ Er lebt von seinen
Zinsen.« 5 leben wie ein Hund: [ugs.]
menschenunwürdig, erbärmlich leben
6 leben u. leben lassen: leben wie
man will, die anderen leben lassen wie
sie wollen 7 leben wie die Made im
Speck: [ugs.] (oft als schmarotzerhaft
bewertet) im Luxus leben 8 leben wie
ein Fürst; leben wie Gott in
Frankreich: [ugs.] mehr als genug ha¬
ben u. ohne Sorgen schön, angenehm
leben können 9 leben wie Hund u.
Katz(e): [ugs.] im ständigen Streit le¬
ben »Kein Wunder, daß sie sich schei¬
den lassen, sie leben wie Hmd u.
Katze.« 10 wie jmd. leibt u. lebt: le¬
bensecht in jmds. charakteristischer
Art 11 a) nicht leben u. nicht sterben
können: [ugs.] 1. zu wenig für den Le¬
bensunterhalt haben 2. sehr krank,
dem Tode nahe seinb) zum Leben zu
701
Lebendgewicht
wenig, zum Sterben zuviel: [ugs.] zu
wenig für den Lebensunterhalt haben
12 Leb, als wolltest du täglich ster¬
ben, schaff, als wolltest du ewig
leben!: genieße, sei dankbar für jeden
Tag, den du erleben darfst, aber ar¬
beite auch fleißig, sorge vor für das
Alter, für ein langes Leben, denn nie¬
mand weiß, wann er sterben muß
Le|bend|ge|wicht das; -(e)s; -e a) das
Gewicht eines Schlachttiers vor dem
Schlachten b) [scherzh.] Gewicht ei¬
nes Menschen
le|ben|dig: Adj. 1 n. stg. nicht tot, son¬
dern lebend; existent 2 munter u. ak¬
tiv »Das Kind ist nicht ruhig, sondern
sehr lebendig.« 3 aktuell, (noch) von
Bedeutung »Die Gedanken an seine
Mutter wurden wieder lebendig.«
te|ben|ge|bend —» Lajben gebend:
Adj. n. stg. [geh.] Leben möglich ma¬
chend, Syn.: lebenspendend
Le|bens|abend —*■ Le|bens|afbend:
der; -s; -e [geh.] (Renten-)Alter ab ca.
65 Jahren bis zum Tod; letzte Lebens¬
phase (des Menschen)
Lejbens|ab|schnrtt: der; -(e)s; -e Teil,
Periode des Lebens »Die Jugend ist
ein entscheidender Lebensabschnitt.«
Le|bens|ader —»■ Le|bens|a|der die; - ;
-n zum Leben notwendiger Versor¬
gungsweg
Le|bens|al(ter: das; -s; - a) Abschnitt
im Leben »Das frühkindliche Lebens¬
alter ist für die spätere Entwicklung
von großer Bedeutung.« b) Anzahl der
Lebensjahre
Lebenslangst: die; - ; -ängste Existenz¬
angst; Angst vor dem Dasein
Le|bens|an|schau|ung: die; - ; -en Auf¬
fassung, Sicht über das/vom Leben;
Einstellung zum Leben
Lejbens|arfbeit: die; - ; - sichtbares Er¬
gebnis eines Lebens voller Arbeit, Ar¬
beitsergebnis
Le|bens|aijbeits|zeit: die; - ; -en zeitli¬
cher Umfang, den ein Mensch wäh¬
rend seines gesamten Lebens beruf¬
lich tätig ist »In der neueren Zeit gehen
die Bestrebungen wieder dahin, die Le¬
bensarbeitszeit zu verlängern.«
Le|bens|arb die; - ; -en 1 Art, Gestal¬
tung des Lebens 2 gutes Benehmen
Le|bens|auf|fas|sung: die; - ; -en An¬
schauung des Lebens; Einstellung
zum Leben
Le|ben8|auf|ga|be: die; - ; -n Beschäfti¬
gung, die es jmdm. wert ist, sein gan¬
zes Leben damit auszufüllen »Sie hat
sich die Flüchtlingshilfe zur Lebens¬
aufgabe gemacht,«
Le|bens)äu|ße|rung: die; - ; -en sichtba¬
rer Ausdruck, sichtbares Anzeichen
von Leben; Lebenszeichen
Le|bens|baum: der; -(e)s; -bäume 1 im¬
mergrüne Zypressenart 2 <Religion>
Baum der Erkenntnis
Le|bens|be|din|gun|gen: die (PI.) Be¬
dingungen, Gegebenheiten, unter de¬
nen jmd. lebt »Die Lebensbedingun¬
gen der Armen müssen dringend ver¬
bessert werden.«
le|bens|be|dro|hend: Adj. so gefährlich,
daß das Leben auf dem Spiel steht
Syn.: lebensgefährlich
Le|b«ns|be|reich: der; -(e)s; -e der Um¬
kreis, die Gebiete, die zum Leben ge¬
hören, in denen jmd. od. etw. lebt »In
totalitären Staaten sind nahezu alle
Lebensbereiche von staatlicher Kon¬
trolle durchdrungen.«
Le|bens|be|schrei|bung: die; - ; -en lite¬
rarische Form der Darstellung des
Lebens einer bestimmten Person,
Syn: Biographie
Le|bensfbild: das; -(e)s; -er Darstel¬
lung, Entwurf des Lebens einer be¬
stimmten Person
Le|bens|bund: der; -(e)s; -bünde [geh.]
Ehe; Vertrag, zum Zweck gemeinsa¬
mer Lebensgestältung
Le|bensjda|ten: die (PI.) Daten, die für
den Lebenslauf von Bedeutung sind
Le|bens|dau|er: die; ~;-n(PI. s.) a) Zeit
eines Lebens von der Geburt bis zum
Tod b) Zeitspanne der Haltbarkeit ei¬
nes Materials bzw. der Funktions¬
tüchtigkeit von Motoren usw.
Iejbens|echt: Adj. n. stg. wirklich; reali¬
stisch; der Wirklichkeit genau nach¬
gebildet
Le|bens|ele|ment —*■ Le|bens|e|te|-
ment: das; -(e)s; -e 1 Urstoff, aus
dem alles Leben entstanden ist 2 etw.,
was im Leben eines Menschen eine
große Rolle spielt, für ihn von großer
Bedeutung ist
Le|bens|e!i|xier —*■ Le|bens|e|li(xier:
das;-fe)s; -e <Mythologie> verzauber¬
tes Getränk, das Jugend u. Schönheit
verleihen soll
Le]bens|en|de: das; -s; -n [geh.] das En¬
de eines Lebens; Tod »Undsie liebten
sich bis an ihr Lebensende.«
Le|bensjer]fah|rung: die; - ; -en Wissen
u. Erkenntnisse, die jmd. in seinem
bisherigen Leben gesammelt hat
le|bens|er[hal|tend: Adj. n. stg. notwen¬
dig für das Fortdauern des Lebens
Le|bens|er|waiitung: die; - / -en Zeit¬
spanne, die eine Person (od. im über¬
tragenen Sinne Maschinen) leben
werden; Lebensalter, das die Men¬
schen im statistischen Mittel (nach
Männern u. Frauen unterschieden)
tatsächlich erreichen
Le|bensjform: die; -; -en 1 Art u. Weise,
sein Leben (nach gewissen Grundsät¬
zen) zu gestalten »Alternative Lebens¬
formen verbreiten sich immer mehr.« 2
Art, wie, in der sich Leben organisiert
»Auch unter Wasser finden sich viele
pflanzliche Lebensformen.«
Lejbensjfra|ge; die; - ; -n Sache, Ange¬
legenheit, deren Klärung von erheb¬
lich wichtiger Bedeutung für das Le¬
ben ist
le|bens|fi«md: Adj. lebensfremder; le¬
bensfremdeste a) nicht im Leben ste¬
hend; nicht lebenserfahren; nicht dem
realen Leben entsprechend »Mit den
Jahren ist der Professor richtig lebens¬
fremd geworden.« b) [abwert.] naiv;
unrealistisch
Lejbens|freu|de: die; - / -n Spaß am Le¬
ben; Genuß des Lebens »Sie sprüht
vor Lebensfreude.«
Le]bens|ge|fahr: die; - ; -en (PI. s.) das
Leben bedrohende (akute) Gefahr,
Gefährdung »Seit drei Tagen schwebt
er schon in Lebensgefahr.«
Iejbens|ge[fährjlich: Adj. für das Leben
bedrohlich, gefährlich
Le|bens|ge|fähr|te: der; -n; -n weibl. Le|-
bens|ge|fähr|tin: die; - ; -nen Person,
die (häufig unverheiratet) zusammen
mit einem Partner das Leben ver¬
bringt, Syn.: Lebenspartner(in)
Lejbens|ge|fühl: das; -(e)s; - das Emp¬
finden, mitten im Leben zu stehen,
am Leben teilzuhaben »Motorradfah¬
ren ist Ausdruck seines Lebensge¬
fühls.«
Le|bens|ge|mein|schaft: die; ~ ; -en 1
<Bio.> Zusammenleben von Tieren u.
Pflanzen in einem gemeinsamen Le¬
bensraum »Der Wald ist eine große
Lebensgemeinschaft für die unter¬
schiedlichsten Arten.« 2 Ehe od. nicht¬
eheliche Verbindung (darauf ausge¬
richtet, ein Leben lang bestehen zu
bleiben), Syn.: <1> Biozönose
La|bens|ge|nuß —» Le|bens|ge|nuss:
der; -genusses; -genüsse a) Gefallen an
den angenehmen Dingen im Leben b)
Dinge, die das Leben angenehm, le¬
benswert machen
Lejbens|ge|schich|te: die; - ; -n Ereig¬
nisse, Begebenheiten im Leben eines
Menschen, die sein Leben ausma¬
chen; Biographie
Le|bens|hal|tung: die; - ; - wirtschaftli¬
che, finanzielle Gestaltung des Le¬
bens; Art der Ausgaben für das tägli¬
che Leben
Le|b6ns|ha(ftungs|ko|sten —> Le|-
bens|hal|tungs|kos|ten: die (PI.) alle
Ausgaben für die Lebensführung (in
einem bestimmten Zeitraum)
Le|bens|hil|fe: die; - / -n Unterstützung,
die man einem anderen Menschen in
psychologischer od. sozialer Hinsicht
gibt, damit dieser sein Leben sinnvol¬
ler gestalten lernt
Le|bens|hun|ger: der; -s; - Drang, Sehn¬
sucht nach einem ausgeflillten, ereig¬
nisreichen Leben
Le|bens|in|halt: der; -(e)s; -e wichtige
Aufgabe, Sinn eines Lebens »Das
Schreiben war sein ganzer Lebensin¬
halt.«
Le]bens|in|ter)es|se —* Le)bens|in|te|-
r)es|se: das; -s; -n a) Neigung, Vorlie¬
be, die das ganze Leben lang anhält b)
wichtiges Interesse für das Überleben
Le[bens|]ahn das; -(e)s; -e ein Jahr im
Leben, dessen Zählung mit dem Ge¬
burtstag beginnt
le|bens|klug: Adj. n. stg. intelligent u.
erfahren durch das Leben gehend,
das Leben meisternd
Le|bens|kraft: die; - ; -kräfte Vitalität,
Energie, Stärke zum Leben »Trotz ih¬
res Alters besitzt sie noch eine große
Lebenskraft.«
Leibensjkreis: der; -es; -e Umfeld, in
dem sich das Leben einer Person ab¬
spielt
Le(bens|kri|se: die; - ; -n schwierige
Phase, in der der Sinn des Lebens von
einer Person in Frage gestellt wird
Le|bens|kunst: die; ~ ; -künste Fähig¬
keit, sein Leben zu meistern
Le(bens|künst|ler: der; -s; - weibl. Le|-
bens|künst|le|rin: die; - ; -nen jmd.,
der selbst unter widrigen Umständen
stets in der Lage ist, das Beste aus sei¬
nem Leben zu machen
Lejbens|la|ge: die; - ; -n eine bestimmte
Situation, Ebene im Leben »Sie wußte
sich in alten Lebenslagen zu behaup¬
ten.«
Ie|bens[lang: Adj. n. stg. ein Leben lang;
das ganze Leben lang
702
Leber
le|bens|läng|lich: Adj. n. stg. 1 a) das
ganze Leben; bis zum Tode b) <in der
Rechtssprechung eine Verurteilung»
die längste Freiheitsstrafe; Zeit {bis
zum Tod, wenn nicht eine Begnadi¬
gung o. a. erfolgt), die eine Person im
Gefängnis verbringen muß
Le|bens|lauf: der; -(e)s; -laufe a) die
Geschichte, der (persönliche) Verlauf
eines Lebens b) Teil einer schriftli¬
chen Bewerbung, bei der alle Daten
des Lebens aufgeführt werden sollten
Le|bens|licht: das; -(ejs; -er 1 [geh.; sel¬
ten] Lebenskraft; Stärke zu leben 2
besondere Geburtstagskerze, die nur
das Geburtstagskind persönlich aus¬
blasen darf 3 jmdm. das Lebenslicht
ausblasen, auspusten: [ugs.] jmdn.
umbringen, töten
Le|bens|li|nie: die; ~; -n bei der Handle¬
sekunst Linie in der linken Hand, die
etw. über die Länge des Lebens aus¬
sagt
le|bens|lu|stig —> le|bens|lus|tig: Adj.
am Leben Vergnügen, Spaß findend
Le]bens|mit|tel: das; -s; - (m. PI.) Pro¬
dukt zur Ernährung; zum Verzehr ge¬
eignete Ware Syn.: Nahrungsmittel
Le|bens|mit|tel|chejmie: die; - ; - Teil¬
gebiet der Chemie, das sich mit Prü¬
fung u. Überwachung von Lebens¬
mitteln beschäftigt
Le]bens|mit|tel|ge|schäft: das; -(e)s; -e
Laden, in dem es (ausschließlich)
Nahrungsmittel zu kaufen gibt
Le|bens|mrt[tet|ge|setz: das; -es; -e
"staatliche Verordnung bezüglich der
Herstellung u. des Verkaufs von Le¬
bensmitteln
Le|bens|mit|tel|han|del: der; -s; - 1 Ge¬
samtheit des Kaufs u. Verkaufs von
Nahrungsmitteln 2 Oberbegriff für
alle Lebensmittelgeschäfte
Le|bens|mit|tel|veiigif|tung: die; - ; -en
eine Vergiftung, die man durch den
Verzehr von verdorbenen Lebensmit¬
teln bekommt
Lejbens|mit[tel|ver|soiigung: die; - ; -en
die Versorgung mit Lebensmitteln
»Während der Berlin-Blockade er¬
folgte die Lebensmittelversorgung per
Flugzeug.«
Le|bens|mit|tel|vor|rafc der; -<e)s; -Vor¬
räte Sammlung, Aufbewahrung von
mehreren haltbaren Lebensmitteln
zum späteren Verzehr
le|bens|mü|de: Adj. den Tod herbeiseh¬
nend; des Lebens müde, überdrüssig;
bereit, gewillt, Selbstmord zu bege¬
hen
Le|bens|mut: der; -<e)s; - Optimismus;
Gefühl, stark genug zu sein, das Le¬
ben zu meistern
le|bens|nah: Adj. n. stg. realistisch, den
tatsächlichen Anforderungen, Bedin¬
gungen, Situationen des Lebens ent¬
sprechend
Le|bens|nä|he:die; -; - Realismus; Ent¬
sprechung der tatsächlichen Anforde¬
rungen, Bedingungen, Situationen
des Lebens
Le|bens]nerv: der; -fe)s; -en etw. zum
Leben u. Weiterleben zwingend Er¬
forderliches »Durch den Streik ist die
Industrie in einem wichtigen Lebens¬
nervgetroffen.«
le|bens|not|wen|dig: Adj. n. stg. für das
Leben zwingend erforderlich
Le|bens|part|nen der; -s; - weibl. Le|-
bens|part|ne|rin: die; ~ ; -nen Person,
die (häufig unverheiratet) zusammen
mit einem Partner das Leben ver¬
bringt Syn.: Lebensgefährte, -gefähr¬
tin
le|ben|spenjdend —» Le|ben spen¬
dend: Adj. n. stg. das Leben möglich
machend
Le|bens|pfad: der; -(e)s; -e [geh.] Weg,
Entwicklung, den das Leben einer be¬
stimmten Person nimmt, Syn.: Le¬
bensweg
Le|bens|phi|lo|so|phie: die; - ; -n a) Phi¬
losophie, die sich mit dem menschli¬
chen Leben beschäftigt; Streben nach
Erkenntnis bezüglich des menschli¬
chen Lebens b) Art u. Weise, das Le¬
ben zu sehen; persönliche Anschau¬
ung vom Leben
le|ben|sprü|hend: Adj. voller Lebens¬
energie u. Tatendrang
Le|bens|qua|li|tät: die; - ; -en Güte des
Lebens unter Berücksichtigung aller
umgebenden Faktoren, wie zum Bei¬
spiel der Natur, der Nahrung, des Ar¬
beitsplatzes usw.
Le|bens|quell: der;-(e)s; -e [geh.] Quel¬
le des Lebens; Ursprung, aus dem die
Kraft zum Leben gewonnen wird
Le|bens|quel|le: die; ~ ; -n [geh.] Quelle
des Lebens; Ursprung, aus dem die
Kraft zum Leben gewonnen wird
Le|bens|raum: der; -(e)s; -räume 1
<Bio.» Gebiet, das gemeinsam von be¬
stimmten Pflanzen u. Tieren bewohnt
wird 2 Raum, Platz zum Leben, in
dem man sich frei entfalten kann
Le|bens|ret|ten der; -s; - weibl. Le|-
bens|ret(te|rin: die; - ; -nen a) jmd.,
der (häufig unter Einsatz seines eige¬
nen Lebens) einen anderen vor dem
Tod rettet b) für Rettung in Notfällen
ausgebildete Person
Le|bens|rhythjmus: der; ~ / -rhythmen
Rhythmus, in dem das Leben abläuft;
gleichmäßige Gestaltung des Lebens¬
ablaufs
Le|bens|sinn: der; -(e)s; - Grund, etw.,
was das Leben lebenswert macht, ihm
einen Inhalt gibt
Le]bens|stan|dard: der; -s; -s das mate¬
rielle Niveau, auf dem jmd. lebt u. die
finanziellen Möglichkeiten, die dafür
zur Verfügung stehen
Lejbens|stef[lung: die; ~ / -en eine beruf¬
lich feste, dauerhafte Anstellung, die
bis ans Ende der Erwerbstätigkeit ge¬
winnbringend ausgeübt werden kann
u. erstrebenswert ist
Le]bens|stil: der; -(e)s; -e Art u. Weise
der Lebensführung, Gestaltung des
Lebens »Sie pflegt einen kultivierten
Lebensstil.«
Ie]bens|tüch|tig: Adj. die Aufgaben u.
Schwierigkeiten des Lebens bewälti¬
gen könnend, Ant.: lebensuntüchtig
Le|bens|über[druB —» Le|bens|ü|ber|-
druss: der; -Überdrusses; - Gefühl,
Empfindung, genug vom Leben zu
haben, (derzeit) nicht mehr weiterle¬
ben zu wollen
Le]bens[<im|stän|de: die (PI.) Bedin¬
gungen u. Verhältnisse, unter denen
jmd. lebt
le|bens|un|fä|hig: Adj. n. stg. nicht in
der Lage zu leben, Ant.: lebensfä'hig
Le|bens[un|ter|halt: der; -fe)s; - Kosten
für die notwendigen Dinge des tägli¬
chen Lebens wie Essen, Kleidung,
Wohnung
le|bens|un|tüch|tig: Adj. Aufgaben u.
~ Schwierigkeiten des Lebens nicht be¬
wältigen könnend, Ant.: lebenstüch¬
tig .
Le]bens|veijhält|nis|se: die (PI.) Bedin¬
gungen u. Umstände, in denen jmd.
lebt
Le|bens|veijsi|che|rung: die; - ; -en Ver¬
trag mit einer Versicherungsgesell¬
schaft, gegen Beiträge im Todesfälle
an die Hinterbliebenen od. bei Ablauf
der Vertragsfrist an den Versicherten
eine bestimmte Summe auszuzahlen
le|bens|wahr. Adj. n. stg. lebensnah; le¬
bensecht »Seine Schilderungen waren
stets sehr lebenswahr.«
Le|bens|wan|del: der; -s; - Art u. Weise,
in der jmd. (orientiert, gemessen an
den moralischen Grundsätzen der
Gesellschaft) lebt »Ihr Lebenswandel
ist einwandfrei.«
Le|bens|weg: der; -(e)s; -e [geh.] der
Verlauf, die Entwicklung des Lebens;
Laufbahn »Von nun an verlief ihr Le¬
bensweg gemeinsam.«
Le|bens|wei|se: die; - ; -n Art u. Weise,
das Leben zu gestalten »Eine gesunde
Lebensweise trägt gewiß zu entern län¬
geren Leben bei.«
Le|bens|weis|heit: die; - ; -en a) o. PI.
bestimmte einsichtsvolle Klugheit,
die man durch im Leben gemachte
Erfahrungen erlangt hat b) weiser,
kluger Spruch über das Leben
Le|bens|werlc das;-(e)s; -e durch krea¬
tives, schöpferisches Arbeiten Ent¬
standenes, das einen entscheidenden
Teil des Lebens in Anspruch genom¬
men hat
le|bens|wert: Adj. lebenswerter; lebens¬
werteste so schön, angenehm, positiv,
daß es lohnt zu leben
le|bens|wich|tig: Adj. n. stg. (absolut)
notwendig, unbedingt erforderlich
für das Leben
Le|bens|wil|le/Le|bens|wil|len: der; -wil¬
lens; - Bereitschaft weiterzuleben, um
das eigene Leben zu kämpfen
Le]bens|zei|chen: das; -s; - Zeichen,
Anzeichen, Beweis, daß jmd. noch am
Leben ist
Le|bens|zeit: die; - ; -en Zeitspanne,
Dauer eines Menschenlebens »Er
wurde zum Ehrenvorsitzenden auf Le¬
benszeit ernannt.«
Le|bens|ziel: das; -(e)s; -e ein Ziel, ein
(sinnvolles) Ergebnis, das man inner¬
halb seines Lebens erreichen will
le)ben|zer[stö|rend —* Le)ben zer|stö[-
rend: Adj. n. stg. das Leben vernich¬
tend, auslöschend, (allmählich) been¬
dend
Le|ber: die; ~;-n(PI. s.) 1 (Körper-)Or-
gan bei Menschen u. Säugetieren, das
das Blut von Giftstoffen befreit u.
den Stoffwechsel regelt 2 aus der Le¬
ber (1) eines Tieres zu bereitetes Essen
3 frei, frisch von der Leber weg re¬
den, sprechen: [ugs.] frei u. offen
aussprechen, sagen, was man denkt
»Reden Sie bitte frisch von der Leber
weg!« 4 es muB herunter von der
Leben [ugs.] man muß es endlich aus¬
sprechen S jmdm. ist eine Laus über
703
Leberentzündung
die Leber gelaufen, gekrochen:
[ugs.] jmd. hat schlechte Laune, ihn
bedrückt, belastet ein Problem o. ä. 6
jmdm. an der Leber fressen: jmdm.
viele Sorgen bereiten
Le|bertent|zün|dung: die; - ; -en ent¬
zündliche Erkrankung der Leber
Le]ber]fleck: der; -(e)s; -e kleine,
dunkle, braune Verfärbung der Haut
»Sie hat auf der Hand zwei auffällige
Leberflecke.«
Le|berjkä|se: der; -s; - <Gastronomie>
Gericht aus feingehacktem Fleisch u.
feingehackter Leber, das zusammen
mit Gewürzen gebacken u. anschlie¬
ßend in Scheiben geschnitten wird
Le|ber[knö|del: der; -s; ~ [süddt.;
österr.] Kloß, der unter Verwendung
von Leber zubereitet wird
Le]ber]knö|del|sup|pe: die; - ; -n Rind¬
fleischbrühe mit Leberknödeln als
Einlage
le|ber|krank: Adj. n. stg. unter einer
Fehlfunktion der Leber leidend
Le|ber|krebs: der; -es; - <Med.> Krank¬
heit mit bösartigen Wucherungen,
Tumoren, Geschwülsten an der Leber
Le|berfscha|den: der; -s; -schaden funk¬
tioneile Beeinträchtigung der Leber
Le[ber[test: der; -(e)s; -s u. -e Test zur
Überprüfung der Leberfunktionen
Le|ber|tran: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e
(PL s.) aus Fischleber gewonnenes
Ol, das von Menschen zur Kräfti¬
gung, Appetitanregung geschluckt
wird
Lefberjwert: der; -(e)s; -e <Med.> einer
der Laborwerte, die nach einem Le¬
bertest Auskunft über die Funktio¬
nen der Leber geben
Le]ber|wurst: die; - ; -wurste eine aus
Kalbs- u./od. Schwcineleber herge¬
stellte Streichwurst
Le|ber|zi(|rho|se: die; - ; -n <Med.> chro¬
nische Erkrankung der Leber, bei der
das Organ nach u. nach zerstört wird
Le|be|we|sen: das; -s; - organisches
Wesen; Wesen mit Stoffwechselfunk¬
tionen
Le|be|wohl: das; -(e)s; -s u. -e Ab¬
schiedsgruß
lebjhaft: Adj. lebhafter; lebhafteste 1
~ voller Energie u. Tatendrang; ständig
in Bewegung (häufig mit Lärm
verbunden) »Lebhafte Kinder sind mir
lieber als ganz stille, brave.« 2 deut¬
lich; genau »Deine Schilderungen sind
mir in lebhafter Erinnerung.« 3 kräf¬
tig; stark »Für den Auftritt bekam die
Gruppe lebhaften Beifall.«
Leb|ku|chen: der; -s; - süßer Gewürz¬
kuchen, der besonders in der Weih¬
nachtszeit geschätzt wird
Leb|ku|chen|herz: das; -e(n)s; -en herz¬
förmig gebackener, meist mit Zucker¬
guß verzierter Gewürzkuchen
leb|los: Adj. n. stg. a) ohne ein Anzei¬
chen von Leben b) tot »Wie leblos lag
sie da.«
Leb|lo|sig|keit: die; - ; - a) lebloser Zu¬
stand; ohne Anzeichen von Leben b)
Tod
Leb|tag: der; -(e)s; -e in den Wendungen
a) (all) mein Lebtag: jeder/zeit; immer
»An diesen Urlaub werde ich mein
Lebtag denken.« b) mein Lebtag
nicht niemals » Was du für mich getan
hast, werde ich mein Lebtag nicht ver¬
gessen.«
Leb|zei|ten: die (PI.) in der Wendung
zu, bei Lebzeiten: in der Zeitspanne,
in der jmd. lebt, gelebt hat
lech|zen: lechzt; lechztest; hast gelechzt
1 etw. begierig, unbedingt haben od.
erreichen wollen »Sie lechzt nach
Macht.« 2 nach Blut lechzen,
dürsten: [geh.] jmdn. (aus Rache) tö¬
ten wollen
Le|cijthjn/Le)zi|th]n: <gr.-lat.> das; -s; -e
1 fettähnlicher Bestandteil aller Zel¬
len 2 Substanz, die zu den Lipoiden
gehört u. unter anderem als Nerven¬
stärkungsmittel Verwendung findet
Leck: das; -(e)s; -s Loch in einem Be¬
hälter, Schiff o. ä., durch das ein un¬
erwünschter Stoff (oft Wasser) ein¬
dringen kann od. austritt
lecken (iek|ken —* tejcken): leckst;
lecktest; hast geleckt 1 a) mit der Zun¬
ge über etw. streichen b) mit der Zun¬
ge Nahrung aufnehmen 2 leck’, leckt
mich doch: laß/laßt mich in Ruhe!
lecken (lek|ken —> le|cken): leckt;
leckte; hat geleckt ein Loch haben,
durch das etw. austritt »Der Tank
leckt, deshalb läuft Benzin aus.«
lecker (lek|ker—> lefcker): Adj. beson¬
ders gut schmeckend
Lecker|bis|sen (Lek|ker|bis|sen —»
Le]cker)bis|sen): der; -s; - a) beson¬
ders köstliche Kleinigkeit (u. mehr)
zu essen b) etw. Besonderes, Heraus¬
ragendes
Lecke|rei (Lek|ke|re| —* Le|cke|rei):
die; - ; -en 1 ständiges Lecken »Der
Hund soll die Leckerei lassen.« 2 für
Feinschmecker etw. Gutes zu essen,
oft Süßes
Lecker|li (Lek|ker|li —» Le]ckerjli): das;
-s; - [Schweiz.] kleiner Honigkuchen,
der in kleine Stücke geschnitten wird
Leckeijmaul (Lek|ker|maul —» Le|-
ckeijmaul): das; -(e)s; -mäuler [ugs.]
a) Person, die einen ausgeprägten
Sinn für edle Speisen hat b) jmd., der
gerne nascht
leckfschlajgen: schlägt leck; schlug
leck; ist leckgeschlagen [seemanns-
sprl.] durch Einwirkung von außen
(öd. innen) ein Loch erhalten, durch
das Wasser eindringen kann
lad.: Abk. ledig
Lejder. das; -s; - 1 widerstandsfähiges
Material, das aus gegerbter Haut ei¬
nes Tieres entsteht 2 [ugs.] Ball für
das Fußballspiel (aus Leder (1)) 3
kurz für Fensterleder = ein Lappen
aus Leder, mit dem Fenster geputzt
werden 4 jmdm. ans Leder wollen/
gehen: jmdm. etw. antun wollen/ihn
angreifen 5 vom Leder ziehen: [ugs.]
1. heftig schimpfen, tadeln, rügen »Er
war so wütend u. zog heftig vom Le¬
der.« 2. angeben; prahlen; mit etw.
protzen 6 jmdm. aufs Leder rücken:
jmdm. sehr, unangenehm nahe kom¬
men 7 was das Leder hält: besonders
stark, kräftig 8 jmdm. das Leder ger¬
ben, versohlen: jmdn. verhauen, ver¬
prügeln 9 Aus fremdem Leder ist
leicht Riemen schneiden: 1. über die
Angelegenheiten anderer Leute ur¬
teilt man leicht 2. die Gedanken, Ide¬
en o. ä. anderer kann man leicht für
sich selbst nützen
—* Le|der ver[ar|bei|tend: s. lederverar¬
beitend
Lefderfball: der; -(e)s; -balle Ball, der
aus einer starken Haut aus Leder be¬
steht
Le|der|band: der; -(e)s; -bände Buch,
dessen Umschlag mit Leder überzo¬
gen ist
Le|der|band: das; -(e)s; -bänder länge¬
rer, schmaler Streifen aus Leder
Le|derjgür|tel: der; -s; - festes Band aus
Leder, das um die Taille od. Hüften
getragen wird u. Kleidungsstücke zu¬
sammenrafft
Le|der]haut: die; ~ ; -häute 1 (bei Wir¬
beltieren u. Menschen) unter der
Oberhaut liegende Hautschicht, die
bei den Tieren nach Entfernung der
Haare zu Leder verarbeitet werden
kann 2 Haut um den Augapfel herum
Le|der|herjstel)lung: die; - ; - Verarbei¬
tung der Tierhaut zu Leder durch
Gerben
Le|der|ho|se: die; - ; -n eine Hose aus
Leder
ie|de|rig/le|drig: Adj. n. stg. lederartig;
wie Leder
Le|der[jacke (Le|der[jak|ke —> Le[der|-
jajcke): die; - ; -n eine Jacke, ein etwa
hüftlanges Oberbekleidungsstück aus
Leder, das häufig im Freien getragen
wird
Le|der|rie|men: der; -s; - a) ein schma¬
ler, langer Streifen aus Leder b) ein
Schnürsenkel aus Leder
Le|detjschuh: der; -(e)s; -e (m. PI.)
Schuh, feste Fußbekleidung aus (ech¬
tem) Leder
Le|der|ses|sel: der; -s; - Sessel, be¬
queme, weiche Sitzgelegenheit, die
häufig Teil einer Sitzgarnitur ist, de¬
ren Polster mit Leder bezogen sind
Le|der|soh]le: die; - ; -n eine (Schuh-)
Sohle, die untere Fläche des Schuhs
aus Leder
Le|derjstie|fel: der; -s; - feste Fußbe¬
kleidung aus (echtem) Leder mit ei¬
nem langen (über die Wade reichen¬
dem) Schaft
Le|deiita|sche: die; ~ ; -n Tasche aus
(echtem) Leder
Le|der|tuch: das; -(e)s; -tücher 1 dün¬
ner Lappen aus Leder od. Kunstle¬
der, der besonders zum Polieren od.
zum Fensterputzen geeignet ist 2
Halstuch, Schal aus Leder
le|der|ver]ar|bei|tend —» Le|der verjarj-
beizend: Adj. n. stg. aus gegerbten,
vom Fell befreiten Tierhäuten be¬
stehende Gebrauchsgegenstände,
Kleidungsstücke, Taschen usw. her¬
stellend »die lederverarbeitende Indu¬
strie«
Le|der|wa|ren: die (PI.) Gesamtheit der
aus Leder hergestellten Waren u. Er¬
zeugnisse
le|dig: Adj. n. stg. 1 (Familienstand»
nicht verheiratet 2 etw. od. jmds. le¬
dig sein: a) frei von etw. sein »Dieser
Verantwortung bin ich jetzt ledig.« b)
[geh.] genug von etw. haben; etw. leid
sein »Deiner ständigen Meckereien bin
ich jetzt ledig.« 3 jmdn. einer Sache
ledig sprechen: jmdn. von etw. frei¬
sprechen
le|dig|lich: Adv. nur; nichts weiter »Ich
sagte lediglich, daß ich müde bin u.
704
Legislative
nicht, daß es mir auf deiner Party nicht
gefällt.«
Ied|rig/Ie|de|rig: Adj. n. stg. lederartig;
wie Leder
Lee: die u. < Geographie nun das; -s; -s
die Seite des Schiffes, die nicht zum
Wind zeigt
leer: Adj. n. stg. 1 ohne Inhalt, Füllung
a) <materiell> »ein leeres Glas« b)
<ideell> »leere Worte« 2 leer
ausgehen: von etw. nichts abbekom¬
men »Bei der Verteilung der Süßigkei¬
ten ging er leer aus.«
—*■ leer laulfen: s. leerlaufen
—* leer ste|hen: s. leerstehen
—»leer ste|hend: s. leerstehend
Leelre: die; - ; -1 inhaltsloser Zustand
»Die Leere im Zuschauerraum
stimmte die Schauspieler traurig.« 2
gähnende Leere: komplett, völlig
leer
lealien: leerst; leertest; hast geleert a)
den Inhalt entfernen »Die Mülleute
leerten die Tonnen.« b) austrinken »Er
leerte das Glas in einem Zug.«
leelren. sich: leert sich; leerte sich; hat
sich geleert leer werden »Nach der
Vorstellung leerte sich der Saal recht
schnell.«
Leer] ge (wicht: das; -(e)s; -e Gewicht,
Schwere (eines Fahrzeugs) im unbela-
denen Zustand
Leerjgut: das; -(e)s; - wiederverwertba¬
re Behältnisse, die gefüllt als Pfand¬
flaschen verkauft werden u. leer zum
Wiederauffüllen zurückgenommen
werden
Leerlauf: der;-(e)s; -laufe 1 das Laufen
eines Motors, ohne daß ein Gang ein¬
gelegt ist 2 Zeitraum, der nicht sinn¬
voll gestaltet werden kann »Zu dieser
Zeit hatte er einen Leerlauf.«
Ieer|lau|fen —» leer laufen: läuft leer;
lief leer; ist leergelaufen —*ist leer
gelaufen•*— den Inhalt vollständig
entleeren, verlieren »Der Tank lief
ganz leer.«
Leerlschrltt: der;-(e)s; -e beim Maschi¬
nenschreiben Abstand zwischen zwei
Wörtern, der durch das Betätigen der
Leertaste erzeugt wird
leer|ste|hend—* leer ste|hend: Adj. n.
stg. unbewohnt »Dort sah er eine noch
leerstehende Wohnung.«
leerlstelhen—>• leer ste|hen: steht leer;
stand leer; hat leergestanden —*-hat
leer gestanden*— unbewohnt’ sein
»Die Wohnung steht schon seit einem
halben Jahr leer.«
Leer]ta|ste —» Leer|tas|te: die; ~ ; -n
Taste einer Schreibmaschine od. Ta¬
statur, bei deren Betätigung eine
Leerstelle entsteht, die z. B. zwischen
zwei Wörtern als Abgrenzung benö¬
tigt wird
Leelrung: die; - ; -en Vorgang der In-
haltsentfemung.
Lefjze: die; - ; -n bei Hunden u. Raub¬
wild schlaft herunterhängende Lip¬
pen
Leg.: Abk. 1 Legalität = Gesetzmäßig¬
keit; Rechtsgültigkeit 2 Legende = 1.
Sage 2. Zeichenerklärung auf Karten
3 Legierung = durch Zusammen¬
schmelzen entstandenes Mischmetall
4 Legion = a) altrömische Heeresein¬
heit b) Söldnertruppe 5 Legislative =
gesetzgebende Instanz 6 Legitimation
= Beglaubigung; Rechtsausweis
leg-: Abk. 1 legal = gesetzlich erlaubt 2
legalisiert = amtlich beglaubigt; dem
Gesetz angepaßt 3 <it.> <Musik> legato
= gebunden zu spielen 4 a) legitim =
rechtmäßig b) legitimiert = beglau¬
bigt; für gesetzmäßig erklärt
le|gal: dato Adj. n. stg. gesetzlich er¬
laubt; dem Gesetz gemäß, Ant.: ille¬
gal
Le|ga|li|sa|ti|gn: dat.-fro /legalisazion/
die; - ; -en <Rechtsw.> 1 Beglaubigung
von Urkunden 2 [geh.] offizielle Zu¬
lassung, Erlaubnis
le|ga|li|sje|ren: dat.-fro legalisiert; lega¬
lisierte; hat legalisiert a) amtlich be¬
glaubigen b) erlauben; etw., was bis¬
her verboten war, gesetzlich erlauben,
zulassen c) dem Gesetz anpassen
Le|ga|li|sie|rung: dat.-fro die; - ; -en a)
offizielle Zulassung, Erlaubnis »Die
Legalisierung von weichen Drogen
steht kurz bevor.« b) amtliche Beglau¬
bigung c) das Streichen aus einer Ver¬
botsliste
Le|ga|lis|mus: der; - ; - [geh.] Orientie¬
rung, Festhalten an Gesetzen u. Ver¬
ordnungen
Le|ga|li|tät: dat.> die; - ; - 1 Gesetzmä¬
ßigkeit; Rechtsgültigkeit 2 a) am Ran¬
de der Legalität: etw. halb, beinahe
Verbotenes tun »Deine Geschäfte sind
am Rande der Legalität.« b) außer¬
halb der Legalität: nicht dem Recht,
den Gesetzen gemäß
Leg|asthe|n]e —* Le|g|as|the(n]e: <gr.-
lat.> die; - ; Legasthenien /legastenßnj
(krankhafte) Schwierigkeiten bei der
Rechtschreibung (u. dem Lesen),
Syn.: Lese-Rechtschreib-Schwäche
Le|gat: dato das;-(e)s; -e Vermächtnis
Lejgat: dato der; -en; -en 1 <kath. Kir¬
che) päpstlicher Botschafter bei einer
Staatsregierung 2 <hist.> a) römischer
Gesandter b) Offizier einer römischen
Truppe c) Statthalter einer römischen
Provinz
Le|ga|ti|gn: dato /legazion/ die; - ; -en 1
[gen.] Gesandtschaft, Botschafter des
Papstes 2 <kath. Kirche) Provinz des
Kirchenstaates
Lefge: die; •; -n [landschl.] Lage
Le|ge|batjte|rie: die; -; -n Käfig aus vie¬
len, nebeneinander angeordneten,
sehr kleinen Drahtställen, in denen
auf geringem Raum u. ohne glatten
Untergrund viele Hühner gleichzeitig
gehalten werden, um möglichst viele
Eier mit geringem Aufwand zu erhal¬
ten
Le|ge|hen|ne/Leg|hen|ne: die; - ; -n
Huhn, das gezüchtet ist, um beson¬
ders viele Eier zu legen
la|gen: legst; legtest; hast gelegt 1 a)
jmdn., etw. in eine Stellung bringen,
an einen Ort bringen »Ich legte das
Portemonnaie auf den Schrank. •
Heute werden die Fliesen gelegt.« b)
jmdn., etw. in eine liegende, waage¬
rechte Stellung bringen »Ich lege das
Baby ins Bett.« 2 <Wäsche> in Form
bringen u. falten 3 <Vogel; Reptil) ein
Ei produzieren »Die Hühner legen
heute schlecht.«
lejgen, sich: legst dich; legtest dich; hast
dich gelegt 1 sich in eine (waagerech¬
te) Stellung bringen »Ich lege mich ins
Bett.« 2 nicht mehr vorhanden sein;
aufhören, etw. zu tun, zu sein »Diese
Hitze legt sich dieses Jahr gar nicht.«
le|gen|däR dato Adj. 1 für eine Eigen¬
schaft, Tat berühmt »Das legendäre
Festival in Woodstock soll wiederholt
werden.« 2 sehr unwahrscheinlich, so
daß man es eigentlich nicht glauben
kann »Die legendäre Kraft des Herku¬
les würde dafür noch nicht
ausreichen.« 3 wie eine, in einer Le¬
gende; die Merkmale einer Legende
besitzend
Le|gen|de: dato die; - ; -n 1 Geschichte,
die mit dem Anspruch auf historische
Wahrheit erzählt wird, was jedoch
nicht zutrifft, nicht nachweisbar ist 2
(das Leben der betreffenden Person
ausschmückende) Heiligengeschichte;
überlieferte Geschichte 3 Erklärung
der auf einer Landkarte o. ä. verwen¬
deten Zeichen »Dieses Zeichen fehlt in
der Legende.«
Le|ger: der; -s; - 1 Handwerker, der
etw. verlegt »Teppichleger • Fliesen¬
leger« 2 Legehenne
le|ger: dat.-fro Adj. /lesehär/ a) bezüg¬
lich der Einstellung u. des Benehmens
ungezwungen, lässig b) bezüglich der
Kleidung betont bequem u. dabei
manche Bekleidungsregeln außer
acht lassend c) bezüglich der Erledi¬
gung, Realisierung von Aufgaben
nachlässig, nicht sehr genau
Leg|föh|re: die; - ; -n strauchartige Kie¬
fernart mit niedrigen Zweigen, die in
den Gebirgen Süd- u. Mitteleuropas
heimisch ist, Syn.: Latsche; Latschen¬
kiefer
Leg|gings/Leg|gins: <englo die (PI.) 1
unmittelbar am Bein anliegende Hose
aus weichem Material (ursprünglich
aus Leder, heute meist aus dehnbaren
Stoffen) 2 hosenähnliches Kleidungs¬
stück der Indianer in Nordamerika
aus Leder
Leg|hen|ne/Le|ge]hen|ne: die; - ; -n
Huhn, das gezüchtet ist, um beson¬
ders viele Eier zu legen
le|gje|ren: dat.-ito legierst; legiertest;
hast legiert 1 <Suppe; Soße> mit einer
bestimmten Zutat (Ei, Stärke, Mehl,
Sahne) dicker machen od. verfeinern
2 <Chemie> Metalle miteinander ver¬
binden, verschmelzen
Le|g|e|rung: dat.-ito die; - ; -en durch
Zusammenschmelzen entstandenes
Mischmetall
Le|gi|gn: dato die; - ; -en 1 militärische
Einheit im Römischen Reich 2 aus
(ausländischen) Söldnern bestehende
militärische Einheit; Truppe aus Frei¬
willigen »Er geht zur Fremdenlegion.«
3 <übertr.) größere Anzahl von (zu¬
sammengehörigen) gemeinsam han¬
delnden Personen »Im Sommer fallen
Legionen von Touristen hier ein.«
Le|gio|när—» Le|gi|o|när: <fro der; -s; -e
ein Soldat der Fremdenlegion
le|gis(la|tjy: /legißlatif/ dat.-fro Adj. n.
stg. a) gesetzgebend b) durch Gesetz¬
gebung »Die Reform wurde legislativ
durchgebracht.«
Le|gfs|la|ü|ve: dat.-fro /legißlatiwe/ die;
- ; -n gesetzgebende Gewalt (in einem
Staat mit Gewaltenteilung); (Vorgang
der) Gesetzgebung; gesetzgebende
Versammlung
705
Legislatur
Le|gis|la|tur: dat.-engl.-fr.> die; • ; -en
<Pob a) Gesetzgebung b) [veralt.] ge¬
setzgebende Versammlung c) kurz Jur
Legislaturperiode
Le|gisjla|tijijpe|ri|ode —> Le|gis|la(tur|-
pe|ri|o|de: dat.-engl.-fr.; gr.-lat.) die; -
; -n Dauer, die ein Parlament, eine
Volksvertretung im Amt bleibt
le|gi|tim: <lat.> Adj. a) dem Gesetz, den
Regeln entsprechend; gesetzlich aner¬
kannt b) gerechtfertigt; moralisch an¬
erkannt, vertretbar »Ich halte es für
völlig legitim, mit gleichen Mitteln zu
antworten.«
Le|gi|ti|ina|ti|on: <lat.-fr.> /legitimazion/
die; - ; -en (geh.] 1 Nachweis, Beleg,
daß jmd. zu etw. berechtigt ist 2 (mo¬
ralisches, juristisches) Recht; Berech¬
tigung zu einer Handlung »Das Vor¬
gehen dieses Kerls gibt mir die Legiti¬
mation, ihn an die Luft zu setzen.«
Ie|gi|ti|mie|ren: dat.> legitimierst; legiti¬
miertest; hast legitimiert beglaubigen;
für gesetzmäßig erklären
le|gi|ti|m|e|ren, sich: dat.i legitimierst
dich; legitimiertest dich; hast dich legi¬
timiert sich ausweisen
Le|gi|ti|m|e|rung: dat.> die; - ; -en 1 Er¬
klärung der Gesetzmäßigkeit 2 das
Sichausweisen
Le[gi|ti|mis|mus: <lat.> der; - ; - theoreti¬
sche Rechtfertigung der Unabsetz¬
barkeit eines regierenden Herrschers
Le|gu|an: <span.-niederl.> der; -(e)s; -e
große, in den Tropen lebende Echse¬
nart, deren gezackter Kamm über
Hals, Nacken u. Rücken verläuft
Leh|de: die; - ; -n 1 unbestelltes, brach¬
liegendes Feld; Brache 2 öde, sandige
Landschaft, in der überwiegend Hei¬
dekraut u. Wacholder wächst; Heide
Lgjhen: das; -s; - <hist.> Land, Gut, das
jmdm. von einem Herrscher zur Be¬
wirtschaftung zur Verfügung gestellt
wird (gegen bestimmte Verpflich¬
tungen)
Le]hens|brief/Lehns|brief: der; -(e)s; -e
<hist.> Schriftstück, das den Erhalt ei¬
nes Lehens bestätigt
Lehm: der; -(e)s; - schwere Erde, die
aus Ton u. Sand besteht, kaum Was¬
ser durchläßt u.cklebrig ist
Lehm|hüt|te: die; '- ; -n kleine Behau¬
sung, die aus Lehm gebaut ist
lehlmig: Adj. mit Lehm bedeckt; aus
Lehm bestehend
Lehn|bil|dung: die; - ; -en <Sprachwiss.>
die Bildung eines neuen Wortes nach
Vorbild aus einer fremden Sprache,
Syn.: Lehnprägung
Leh|ne: die; - ; -n 1 an Sitzgelegenheiten
(Stuhl usw.) befindliche Stütze für
Rücken u./od. Arme »Armlehne ♦
Rückenlehne« 2 [süddt; österr.;
Schweiz.] Hang; Abhang
leh|nen: lehnst; lehntest; hast gelehnt 1
etw. schräg an einen Gegenstand stel¬
len »Er lehnte diese Holzplatte an die
Wand.« 2 [landsch.] jmdm. etw. leihen
»Ich habe dir die Sachen nur gelehnt.«
3 <hist.> als Lehen geben
leh|nen, sich: lehnst dich; lehntest dich;
hast dich gelehnt 1 sich an etw. Stüt¬
zendes stellen u. dabei mit dem Kör¬
per berühren »Ich lehnte mich an die
Mauer.« 2 sich über eine Brüstung o.
ä. beugen
Lehn|gut/Lehns|gub das; -(e)s; -güter 1
<hist.> Land, Gut, das jmdm. von ei¬
nem Herrscher zur Bewirtschaftung
zur Verfügung gestellt wird (gegen be¬
stimmte Verpflichtungen) Syn.: Le¬
hen 2 o. PL (Sprachwiss.) alle Entleh¬
nungen aus einer fremden Sprache
Lehn]prä|gung: die; -; -en <Sprachwiss.>
die Bildung eines neuen Wortes nach
Vorbild aus einer fremden Sprache,
Syn.: Lehnbildung
Lehns)brief/Le]hens|brief: der; -(e)s; -e
<hist.> Schriftstück, das den Erhalt ei¬
nes Lehens bestätigt
Lehn|schöp|fung: die; - ; -en (Sprach¬
wiss.) eine formal unabhängige Lehn¬
bildung, wortwörtliche Übersetzung
aus einer fremden Sprache
Lehn|ses|sel: der; -s; - bequemes, ge¬
polstertes Sitzmöbel mit einer (ho¬
hen) Lehne, Stütze für den Rücken
Lehns]gut/Lehn|gut: das; -(e)s; -güter
<hist> Land, Gut, das jmdm. von ei¬
nem Herrscher zur Bewirtschaftung
zur Verfügung gestellt wird (gegen be¬
stimmte Verpflichtungen) Syn.: Le¬
hen
Lehns|herr: der; -en; -en Eigentümer ei¬
nes Lehens, das er an einen Lehns¬
mann vergeben hat
Lehns|mann: der; -(e)s; -männer jmd.,
der von einem Lehnsherrn ein Gut ge¬
gen bestimmte Verpflichtungen zur
Verfügung gestellt bekommen hat
Lehnjstuhl: der; -(e)s; -stähle Stuhl mit
Armstützen- u. Rückenlehne
Lehn|wort: das; -(e)s; -Wörter (Sprach-
wiss.> ein aus einer anderen Sprache
übernommenes Wort, das den Regeln
des Deutschen angeglichen wurde
»Mauer ist ein Lehnwort aus dem La¬
teinischen.«
Lehr: das; -(e)s; -e (Technik; Bauw.)
Meßwerkzeug zur Überprüfung der
Maße von Bauteilen, Syn.: Lehre
Lehr|amt: das; -(e)s; -ämter 1 Amt,
Aufgabe, Beruf des Lehrers 2 <kath.
Kirche> das vom Bischofskollegium
ausgeübte Amt den Gläubigen gegen¬
über, die christliche Offenbarung zur
verkünden
Lehr|auf|trag: der; -(e)s; -aufträge Ver¬
trag, Vorlesungen u. Seminare an ei¬
ner (öffentlichen) Hochschule od.
Universität zu halten
Lehr|baijkeit: die; - ; - Eigenschaft,
lehrbar zu sein »Die Lehrbarkeit die¬
ses Themas ist äußerst umstritten.«
Lehrjbe|fä|hi|gung: die; - ; -en Fähig¬
keit, nach entsprechender Ausbil¬
dung, an Schulen Unterricht in be¬
stimmten Fächern zu erteilen
Lehrjbejruf: der; -(e)s; -e 1 Beruf des
Lehrers mit der Aufgabe, an Schulen
zu unterrichten 2 [veralt.] Ausbil¬
dungsberuf; Beruf, der in Form einer
Lehre erlernt wird
Lehr|be|trieb: der; -(e/s; -e 1 [veralt.]
Firma, Werkstatt, die Lehrlinge zu
Gesellen eines bestimmten Berufes
ausbildet 2 o. PI. die Gesamtheit aller
Seminare u. Vorlesungen, z. B. an ei¬
ner Hochschule
Lehrjbrief: der; -(e)s; -e 1 Urkunde,
amtliche Bescheinigung über den er¬
folgreichen Abschluß einer Lehre 2
für das Fernstudium herausgegebene
Sammlung des Lehrmaterials für eine
Unterrichtseinheit, Syn.: Studienbrief
Lehrjbuch: das; -(e)s; -bücher ein für
den Unterricht in einem bestimmten
Fach herausgegebenes Buch, Syn.:
Lehrwerk
Lehjre: die; - ; -n 1 (Zeit der) Berufsaus¬
bildung 2 a) Vermittlung von Wis¬
sensstoffen b) System der Darstellung
auf einem bestimmten Gebiet 3 Inhalt
einer Glaubensrichtung »die buddhi¬
stische, christliche o. ä. Lehre« 4 a) Er¬
fahrung, Konsequenz, die aufgrund
bestimmter Vorfälle u. deren Folgen
gemacht wird 5 jmdm. eine (heilsa¬
me) Lehre sein: jmdm. eine Warnung
sein u. ihn immer daran denken lassen
6 bei jmdm. (noch) in die Lehre ge¬
hen können: [ugs.j jmd. kann noch
etw. von jmdm. lernen
lgh|ren: lehrst; lehrtest; hast gelehrt a)
Wissen u. Fähigkeiten anderen Perso¬
nen vermitteln; unterrichten b) jmdn.
etw. lehren: jmdm. etw. deutlich zei¬
gen; jmdm. etw. austreiben
Leh|ren der; -s; - weibl. Leh|re|rin: die;
- ; -wen a) Person, deren Beruf es ist,
an einer Schule o. ä. Wissen zu ver¬
mitteln, zu unterrichten b) Person, die
an einer Hochschule unterrichtet c)
Ausbilder in bestimmten Disziplinen
»Skilehrer ♦ Klavierlehrer«
Leh|rer|kol|le|gi|um: «ft./ lat.> das; -s;
-koUegien Gesamtheit der Lehrer, die
an einer Schule unterrichten
Leh|reijkon|fe|renz: <dt.; lat.> die; - ; -en
regelmäßig stattfindende Zusammen¬
kunft, Diskussionsrunde, Beratung
aller an einer Schule unterrichtenden
Lehrer
Leh|rerjschwem|me: die; - ; -n [ugs.] ■
Überschuß an ausgebildeten Lehrern,
die nicht alle angestellt werden (kön¬
nen)
Leh|re>1zim|mer das; -s; • Raum in ei¬
ner Schule, der nur für die Lehrer vor¬
gesehen ist, in dem sich die Lehrer
während der Pause u. in Freistunden
aufhalten
Lehrffach: das; -(e)s; -fächer 1 Fach,
das an einer Schule gelehrt wird »An
unserer Schule wird das Lehrfach Spa¬
nisch nicht unterrichtet.« 2 Unter¬
richtsfach, das ein bestimmter Lehrer
unterrichtet, weil er dafür ausgebildet
ist
Lehijfrei|heR: die; - ; - das Recht, ohne
"Einschränkungen wissenschaftliche
Erkenntnisse zu vermitteln
Lehrg.: Abk. Lehrgang
Lehrgang: der; -(e)s; -gange ein- od.
mehrtägige Veranstaltung, bei der die
Teilnehmer sich auf einem bestimm¬
ten Gebiet, zu einem bestimmten The¬
ma fortbilden u. austauschen können
Lehrgeld: das; -(e)s; -er a) [veralt.] Ge¬
bühr, die der/die Auszubildende, der
Lehrling seinem Ausbilder für die
Ausbildung bezahlen mußte b) Lehr¬
geld zahlen: <übertr.> durch Unwis¬
senheit, Nachlässigkeit einen gewis¬
sen Schaden erleiden »Für das Verges¬
sen ihres Reisepasses hat sie ein hohes
Lehrgeld gezahlt, dem das Flugzeug
flog ohne sie.« c) LaB dir dein Lehr¬
geld zuriickgebenl: Du hast in deiner
Ausbildung wohl gar nichts gelernt!
706
Leiche
lehijhaft: Adj. lehrhafter; lehrhafteste
belehrend; eine Lehre verbreitend
Lehrjahr: das; -{e 'js; -e 1 Teil der Aus¬
bildungszeit 2 Lehrjahre sind keine
Herrenjahre: in der Ausbildung muß
man einige Mühen o. ä. auf sich neh¬
men u. darf keine großen Ansprüche
stellen
Lehr]jun|ge: der; -n; -n weibl. Lehr|-
mäd|chen: das; -s; - [veralt.] junge(r)
Lehrling, Auszubildende(r)
Lehr|kör|pen der; -s; - [amtssprl.) alle
an einer Schule lehrenden Lehrer
Lehijkraft: die; - ; -kräfte [amtssprl.]
jmd., der an einer Schule unterrichtet;
Lehrer(in)
Lehrt,: Abk. Lehrling (ältere Bezeich¬
nung für den/die Auszubildende(n)
= Azubi)
Lehrling: der; -s; -e Person, die sich in
der Zeit der Berufsausbildung befin¬
det, einen Beruf erlernt, eine Lehre
macht, Syn.: [heute gebräuchlicher]
Auszubildende(r); Kurzw. Azubi
Lehrjma|te|ri|al: das; -(e)s; -ien Hilfs¬
mittel, Gegenstände, mit denen der
Unterricht anschaulicher od. interes¬
santer gestaltet werden kann Syn.:
Lehrmittel
Lehr|mei|nung: die; ~ ; -en anerkannte
Ansicht innerhalb einer Wissenschaft
Lehr|me|tho|de: die; - / -« Art u. Weise,
System, nach der/dem gelehrt wird
Lehrjmitjtel: das; -s; * Hilfsmittel, Ge¬
genstände, mit denen der Unterricht
anschaulicher od. interessanter ge¬
staltet werden kann Syn.: Lehrmate¬
rial
Lehrjpfad: der; -(e)s; -e ein angelegter
Weg, an dem viele verschiedene
Pflanzen stehen, über die Wissens¬
wertes, Interessantes durch aufge¬
stellte Schilder vermittelt wird
Letujplan: der; -(e)s; -plane ein vom
Kultusministerium für jedes Unter¬
richtsfach aufgestellter Plan, der Auf¬
gaben u. Ziele des Faches festlegt u.
Vorschläge zur Gestaltung des Unter¬
richts macht
Lehijpro|be: die; - ; -n a) Unterrichts¬
stunde, die ein Lehramtsanwärter im
Referendariat hält, die anschließend
bewertet wird u. zur Gesamtnote bei¬
trägt b) Unterrichtsstunde, die ein
Lehrer vor einer Kommission hält,
wenn er sich um eine Beförderung be¬
wirbt
lehr]reictr. Adj. so geartet, daß daraus
Erkenntnisse gewonnen werden kön¬
nen
Lehrsatz: der; -es; -sätze eine grundle¬
gende, (präzise zusammengefaßte)
wissenschaftliche Erkenntnis, Syn.:
Theorem
Lehr|stel|ie: die; - ; -n Ausbildungsplatz
in einem Lehrbetrieb
Lehr|stuhl: der; -(e)s; -stähle [amtssprl.]
1 von einem Professor besetzte Stelle
in einer Universität »Der Lehrstuhl
wird neu besetzt.« 2 alle Mitarbeiter
eines Professors, der einen Lehrstuhl
(1) innehat
Lehrftä|tig|keit: die; - ; -en [amtssprl.]
die Ausübung des Berufes als Lehrer;
berufliches Unterrichten
Lehrfveijtrag: der; -(e)s; -vertrage
schriftliches Abkommen zwischen
dem Lehrbetrieb u. dem Auszubil¬
denden
Lehijwerk: das;-(e)s; -e ein für den Un¬
terricht in einem bestimmten Fach
herausgegebenes Buch, Syn.: Lehr¬
buch
Lehr)werk|statk die; - ; -Werkstätten
Werkstatt eines Lehrbetriebs, in der
die Auszubildenden praktische Fer¬
tigkeiten erlangen
Lehrjwerk|stät|te: die; - / -n Werkstatt
eines Lehrbetriebs, in der die Auszu¬
bildenden praktische Fertigkeiten er¬
langen
Lehrfzeit: die; - ; -en die Zeit (des Le¬
bens), in der jmd. ausgebildet wird
Leib: der; -(e)s; -er [geh.] 1 Körper ei¬
nes Menschen 2 äußere Gestalt einer
Person 3 Rumpf, besonders der
Bauch 4 [veralt.] Leben 5 <Archit.>
senkrechter Teil einer Säule 6 Leib u.
Leben wagen, riskieren o. ä.: sich,
sein Leben für etw. od. jmdn. riskie¬
ren »Er riskierte Leib u. Leben, um sie
aus dem brennenden Haus zu retten.« 7
mit Leib u. Seele: a) mit großem Ein¬
satz u. Begeisterung »Er war mit Leib
u. Seele Dirigent.« b) total »Er war ihr
mit Leib u. Seele verfallen.« 8 jmdm.
(mit etw.) vom Leibe gehen, bleiben:
jmdn. (mit etw.) nicht belästigen
»Bleib mir mit diesen alten Geschich¬
ten bloß vom Leibe!« 9 gut bei Leibe
sein: <Körperstatur> (zu) gut genährt
sein; dick, korpulent, mollig sein 10
Gefahr o. ä. für Leib u. Leben: es be¬
steht Lebensgefahr 11 bei lebendi¬
gem Leibe; lebendigen Leibes: [geh.]
noch nicht tot »Sie hat sich mit Benzin
übergossen u. sich selbst bei lebendi¬
gem Leibe verbrannt.« 12 jmdm.,
etw., sich jmdn., etw. vom Leibe
halten: jmdn., etw. von jmdm., sich
femhalten, ihn nicht damit behelligen
»Sie versuchten, ihm die Fans vom Lei¬
be zu halten.« 13 einer Sache zu Lei¬
be gehen, rücken: etw. in Angriff
nehmen, beginnen 14 jmdm. (wie) auf
den Leib geschrieben sein: genau
passend für jmdn. sein »Sie spielte die
Rolle, als wäre sie ihr auf den Leib
geschrieben.« 15 gesegneten Leibes
sein: [geh.] eine Frau erwartet ein Ba¬
by 16 etw. am Leib(e) haben: [ugs.]
etw. an sich haben, das anderen nicht
gefällt, ihnen unangenehm ist »Du
hast aber Ausdrücke am Leib.« 17
jmdm. auf den Leib rücken: [ugs.]
jmdn. belästigen, ihn unter Druck set¬
zen »Du meine Güte, nun rückt uns
wieder die ganze Verwandtschaft auf
den Leib.« 18 etw. am eigenen Leib
erfahren, (verspüren: selbst etw.
(meist Unangenehmes) erleben,
durchmachen müssen
Leibjchen: das; -s; - a) [veralt.] Mieder
od. miederartiges Kleidungsstück,
Teil der Unterbekleidung von Frau¬
en, an dem früher Strumpfhalter befe¬
stigt waren b) [landsch.] Unterhemd
od. Trikot (meist für Männer)
Le|b|ei|gen|schaffe die; - ; - wirtschaftli¬
che u. dadurch persönliche Abhän¬
gigkeit von einer höhergestellten Per¬
son
Lei|bea|frucht: die; - ; Leibesfrüchte
(Pt. s.) das noch ungeborene Kind im
Mutterleib
Lei|bes|fül|te: die; ~ ; - Fülle, (große)
Masse, Umfang eines Körpers in der
Taille
Leijbes|um|fang: der; -(e)s; - Maß der
Dicke des Körpers
Lei|bes|vi|si|ta|ti|on: die; - ; -en <Polizei>
Durchsuchung einer Person (nach
etw. Verbotenem)
leib|feind|lich: Adj. (den eigenen) Kör¬
per nicht akzeptierend; gegen den (ei¬
genen) Körper gerichtet; körperfeind¬
lich
Leib|gar]de: die; - ; -n Wachmannschaft
eines Adeligen, Regenten zu dessen
persönlichen Schutz
Leib|ge|richt: das; -(e)s; -e Speise, die
jmd. am liebsten ißt »Hähnchen mit
Pommes Frites ist das Leibgericht vie¬
ler Kinder.« Syn.: Leibspeise; Lieb¬
lingsgericht; Lieblingsspeise
teib|haft: Adj. n. stg. [selten] leibhaftig;
in Person »Er ist der leibhaftige Teu¬
fel.«
Ieibjhaf|tig/Ieib|haf|tig: I Adj. n. stg. 1
körperlich vorhanden, anwesend;
sinnlich wahrnehmbar 2 echt u. tat¬
sächlich, wirklich »Sie ist eine leibhaf¬
tige Prinzessin.« II Adv. wahrhaftig;
tatsächlich __ — '
Leib|haf|ti|ge/Leib|haftti|ge: der; -n; -
[verhüll.] Teufel
Leib|haf]tig|keit/Leib|hafftig|keit:<fte/ - ;
- die Tatsache, leibhaftig, in Person
vorhanden zu sein
Leib|koch: der; -(e)s; -koche persönli¬
cher Koch eines hohen Herren
leib|lich: Adj. n. stg. 1 direkt verwandt;
blutsverwandt »leibliche Kinder« 2
den Körper betreffend »Sie hat gut
für mein leibliches Wohlergehen ge¬
sorgt.«
Leib|lich|keit: die; - ; - das Leiblichsein
Leibjrenjte: die; ~ ; -n regelmäßige, mo¬
natliche Zahlung auf Lebenszeit, die
jmd. bekommt, der nicht mehr er¬
werbstätig ist
Leib|schmerz: der; -es; -en (m. PI.)
Schmerzen im Leib; Bauchschmerzen
Leiblspeilse: die; - ; -n Gericht, das
^mFfflTfllebsten ißt Syn.: Leibgericht;
Lieblingsgericht; Lieblingsspeise
Leib-und-Ma|gen-: Wortbildungsele¬
ment in Substantiv-Verbindungen,
die ausdrücken, daß sich etw. größter
Beliebtheit erfreut u. besonders favo¬
risiert wird
Lei|bung/Lai|bung: die; - ; -en <Archit.>
innere, abgrenzende Fläche bei Bögen
od. Maueröffnungen
Leib|wa|che: die; - ; -n a) Sicherheits¬
dienst zum Schutz einer (berühmten)
Persönlichkeit b) persönlicher Bewa¬
cher zum Schutz einer (bekannten)
Persönlichkeit
Lejb|wäch|ter: der; -s; ~ persönlicher
Bewacher zum Schutz einer (bekann¬
ten) Persönlichkeit
Lei|che: die; ~ ; -n 1 toter Körper eines
Menschen od. Tieres (bei Tieren eher:
Kadaver) 2 <Druckw.> versehentlich
nicht gesetzter Text 3 über Leichen
gehen: [ugs.] jmd. ist anderen gegen¬
über rücksichtslos u. nur auf persönli¬
chen Vorteil bedacht 4eine Leiche im
Keller: [ugs.] ein bisher noch unent-
decktes Geheimnis, eine unentdeckte
Verfehlung 5 jmd. sieht aus wie eine
707
Leichenbegräbnis
Leiche: jmd. sieht sehr blaß u. krank
aus
Leijchen|be|gräb|nis: das; -ses; -se feier¬
liche Beerdigung eines Verstorbenen
Lgi|chen|be|schau|eR der; -s; - weibl.
Lei|chen|be|schau|erin —> Lei|chen|-
be|schau|e|rin: die; - ; -nen Medizine¬
rin), der/die den Tod einer Person
feststellt u. amtlich bestätigt
Lei|chen|be|stat|ter: der; -s; - weibl.
Lei|chen|be|stat)te|rin: die; - ; -nen
Berufsbezeichnug für jmdn., der Tote
beerdigt
Lei|chen)be|statttung: die; - ; -en Bei¬
setzung; Begräbnis
lei|chen|blaß —» lei|chen|blass: Adj.
leichenblasser; leichenblässeste <Ge¬
sichts-, Hautfarbe) farblos, sehr
bleich, fast weiß im Gesicht (wie eine
Leiche, ein Toter)
Lei|chen|bläs|se: die; ~ - a) sehr weiße
Gesichtsfarbe eines Toten od. Ster¬
benden b) <übertr.> sehr blasses Ge¬
sicht
Lei|chen|gifb das; -fejs; -e ein bei der
Verwesung, der Zersetzung von To¬
ten entstehender giftiger Stoff
Lei|chen|hal|le: die; - ; -n großer Raum,
in dem die Toten vor ihrem eigentli¬
chen Begräbnis aufgebahrt werden
Lei|chen|hemd: das; -(e)s; -en weißes
Bekleidungsstück, das den Verstorbe¬
nen angezogen wird, Syn.: Sterbe¬
hemd; Totenhemd
Lei|chen|mahl: das; -(e)s; -e [geh.] ge¬
meinsames, feierliches Essen der
Trauernden zu Ehren des Verstorbe¬
nen, Syn.: Totenmahl
Lei|chen|re|de: die; ~ ;-n 1 feierliche Re¬
de am Grab 2 [scherzh.] nach einem
Skatspiel übliche abschließende
Kommentierung des Spiels 3 eine
Leichenrede halten: etw. Unabän¬
derliches beklagen
Lej|chen|schan|der: der; -s; - weibl.
Lei|chen|schän|de|rin: die; ~ ; -nen a)
jmd., der sich an einer Leiche ver¬
greift u. dieser Schaden zufügt b)
jmd., der sich sexuell an einer Leiche
vergreift
Le||chen|schau: die; ~ ; -en Untersu¬
chung eines Toten zur definitiven
Feststellung des Todes u. seiner Ursa¬
che
Lei|chen|schau|haus: das; -es; -häuser
Gebäude, in dem noch nicht identifi¬
zierte Tote (vorübergehend) aufge¬
bahrt werden
Lei|chen|schmaus: der; -es; -e
[scherzh.] nach einer Beerdigung übli¬
ches gemeinsames Essen, Kaffeetrin¬
ken der Trauergäste
Lej|chen|star)re: die; - / -n <Med.> Steif¬
heit der Muskulatur, die bei Toten
nach einem gewissen Zeitraum ein¬
tritt, Syn.: Totenstarre
Lei|chen[trä(gen der; -s; - weibl. Lei|-
chen|trä|ge|rin: die; ~ ; -nen jmd., der
einen Sarg zum Grab trägt, Syn.:
Sargträger(in)
Lej|chen|tuch: das; - (e)s; -tücher a) gro¬
ßes Stück Stoff, in das der Verstor¬
bene eingehüllt wurde b) großes Stück
Stoff, mit dem die Totenbahre be¬
deckt wird; Bahrtuch
Lei|chen|wa|gen: der; -s; - Auto zur
Beförderung von Toten (in Särgen)
Lei|chen|wä|scher. der; -s; - weibl. Lej|-
chen|wä|sche|rin: die; - ; -nen jmd.,
der die Verstorbenen vor dem Be¬
gräbnis wäscht, die Nägel schneidet,
schminkt usw., für das Begräbnis vor¬
bereitet
Lei[chen|zug: der; -(e)s; -zöge Gruppe
von Menschen, die hinter einem Sarg
bis zum Grab laufen u. damit dem/
der Toten das letzte Geleit geben;
Trauermarsch der Begräbnisgesell¬
schaft bis zum Grab
Leich|nam: der; -(e)s; -e [geh.] Leiche;
der tote Körper
laicht: Adj. leichter; leichteste 1 a) nicht
schwer; wenig Gewicht habend »Der
Schrank ist leicht.« b) gut verdaulich
»Das chinesische Essen ist leicht.« 2
nicht stark; nicht schlimm »Das ist
nur eine leichte Wunde, Verletzung.« 3
nicht schwierig, sondern einfach »Der
Lehrstoff ist leicht.« 4 schnell »Er wird
leicht wütend.« 5 leichtes Mädchen:
[ugs.; verhüll.] Frau, der ein sexuell
freizügiger Lebenswandel nachgesagt
wird 6 jmdn. um etw. leichter
machen: [ugs.] jmdm. etw. wegneh¬
men, stehlen 6 leicht reden haben:
[ugs.] nicht von den Problemen,
Schwierigkeiten, von denen gerade
gesprochen wird, betroffen sein 7
leicht(er) gesagt (als getan) sein:
[ügs.] es ist schwerer durchzuführen,
als der andere denkt 7 es ist ein leich¬
tes —> es ist ein Leichtes: es bereitet
keine Schwierigkeiten, etw. zu tun 8
es ist kein leichtes —> es ist kein
Leichtes: es bereitet sehr wohl
Schwierigkeiten, etw. zu tun
—> leicht be|klei|det: s. leichtbekleidet
—> leicht be|waff|nefc s. leichtbewaff¬
net
—> leicht ent|zünd|iich: s. leichtent¬
zündlich
—> leicht fal|ien: s. leichtfallen
—» leicht ge|schürzb s. leichtgeschürzt
—»leicht majchen: s. leichtmachen
—> leicht majchen, sich: s. leichtma¬
chen, sich
—5» leicht tun, sich: s. leichttun, sich
—> leicht veridaullich: s. leichterver¬
daulich
—> leicht ver[derb[lich: s. leichtver¬
derblich
—* leicht ver|käuf]lich: s. leichtverkäuf¬
lich
—»leichtverjletzts. leichtverletzt
—* leicht ver|ständ|lich: s. leichtver¬
ständlich
—» leicht ver)wun|defc s. leichtverwun¬
det
Leicht|ath|let: der; -en; -en weibl.
Leicht|ath|le[tin: die; - ; -nen Person,
die das Laufen, Gehen, Springen od.
Werfen als Sportart betreibt
Leicht|ath|le|tik: die; - ; - (Sport) Sport¬
art, die die sportlichen Disziplinen
Laufen, Werfen, Springen, Gehen u.
Kugelstoßen umfaßt
Le)cht|bau|wei|se: die; -; - Art des Bau¬
ens, Konstruierens, bei der die Ver¬
wendung von besonders leichten Ma¬
terialien typisch ist
le|cht|be|klei|det —> leicht be|klei]det
Adj. leichter; am leichtesten bekleidet
wenig Kleidung tragend
Leicht[ben|zin: das; -(e)s; - Benzin,
Brennstoff mit einem niedrigen Siede¬
punkt
leicht|be|waffjnet —* leicht be|waff[-
net Adj. leichter bewaffnet; am leich¬
testen bewaffnet leichte Waffen tra¬
gend
leicht[blü|tig: Adj. von großer Fröhlich¬
keit, das Leben nicht zu ernst neh¬
mend
leicht|ent|zünd|lich —»■ leicht ent|-
zünd|lich: Adj. leichter entzündlich;
am leichtesten entzündlich leicht,
schnell brennbar
leicht)fal|len —> leicht fal|len: fallt
leicht; fiel leicht; ist leichtgefallen
—>«7 leicht gefallen*— keine
Schwierigkeiten machen
leicht|feijtig: Adj. a) fahrlässig; gedan¬
kenlos b) [veralt.] moralisch einwand¬
frei
leicht]flüs]sig: Adj. <Technik> den
Schmelzpunkt bei niedriger Tempera¬
tur habend
Leicht|fuB: der; -es; Leichtfüße [ugs.;
scherzh.] leichtsinniger, unbedachter
Mensch
lejcht|fü|Big: Adj. mit leichten, schwe¬
benden Schritten
ieicht|gän|gig: Adj. (Technik) ohne gro¬
ße Reibung zu bewegen; nicht klem¬
mend »Zum Glück ist diese Kupplung
leichtgängig.«
Iejchtjge|schürzt —> leicht ge|schjjrzt
Adj. leicht od. nur wenig bekleidet
sein
Leicht|ge|wicht: das; -(e)s; -ei o. PI.
(Sport) in der Schwerathletik mittlere
Körpergewichtsklasse 2 (Sport)
Sportlerin) der Gewichtsklasse
Leichtgewicht 3 [scherzh.] jmd. von
geringem Körpergewicht
leicht|gläu|big: Adj. schnell bereit, etw.
zu glauben, Syn.: vertrauensselig
leicht|her|zig: Adj. keine Bedenken ha¬
bend; sorglos
leicht|hin: Adv. 1 ohne zu Zögern; ohne
vieles Nachdenken 2 wie nebenbei
Leich|tig|keit: die; - ; - 1 Eigenschaft,
von geringem Gewicht zu sein »Die
Leichtigkeit dieses Materials ist beim
Bau sehr von Vorteil.« 2 Mühelosig¬
keit
leicht|le|big: Adj. sein Leben oberfläch¬
lich u. unbedacht gestaltend »Seine
leichtlebige Art machte seiner Freun¬
din immer schon zu schaffen.«
teicht|ma|chen —»• leicht ma|cherc
machst leicht; machtest leicht; hast
leichtgemacht —>hast leicht
gemacht■<— jmdm. Schwierigkeiten
aus dem Weg räumen; dafür Sorge
tragen, daß jmdm. etw. leicht fällt
leicht|ma|chen —* leicht ma|chen,
sich: machst dir leicht; machtest dir
leicht; hast dir leichtgemacht —*hast
dir leicht gemacht<— sich keine Mü¬
he geben, keine weiteren Gedanken
machen
Lejcht)mettall: das; -(e)s; -e Metall von
geringem spezifischen Gewicht »Alu¬
minium gehört zu den Leichtmetal¬
len.«
Iejcht|neh|men —» leicht neh|men:
nimmst leicht; nahm(e)st leicht; hast
leichlgenommen —>hast leicht
genommen*— etw. nicht viel Bedeu-
708
Leihverkehr
tung zumessen; von etw. (gefühlsmä¬
ßig) nicht sehr getroffen sein
Leicht|sinn: der; - (e)s; - Unvorsichtig¬
keit; unüberlegte, risikoreiche Hand¬
lungsweise
leicht|sin|nig: Adj. 1 unvorsichtig; un¬
überlegt u. riskoreich handelnd »Wie
konntest du nur so leichtsinnig sein u.
dein ganzes Geld verwetten?« 2 ohne
große moralische Bedenken
Leicht|sin|nig|keit: die; - ; -en Unvor¬
sichtigkeit; unüberlegte, risikoreiche
Handlungsweise
Leicht|sinns|feh|ler: der; -s; - [selten]
Fehler, der durch Unvorsichtigkeit,
Unüberlegtheit entsteht
lelchtjtun —» l^cht tun, sich: tust dich
[selten] dir leicht; tat(e)st dich [sel¬
ten] dir leicht; hast dich [selten] dir
leicht getan —*hast dich [selten] dir
leicht getan*— [ugs.] keine Probleme
mit etw. haben »Bei dieser Sache habe
ich mich nicht leichtgetan.«
Ieicht|vertdau|lich —> leicht veiidaul-
lich: Adj. leichter verdaulich; am leich¬
testen verdaulich <Speisen> für den
Körper einfach zu verarbeiten
leicht|veijderb|iich —* leicht ver]derb|-
lich: Adj. leichter verderblich; am
leichtesten verderblich (Lebensmittel)
schnell schlecht werdend; nicht lange
haltbar seiend
leicht|veijkSuf|lich —> Weht ver[käuf|-
lich: Adj. leichter verkäuflich; am
leichtesten verkäuflich einfach zu ver¬
kaufen
Wcht|veijletzt —> leicht verjletzt Adj.
leichter verletzt; am leichtesten ver¬
letzt in geringem Maße verwundet,
verletzt
leicht|verjständ|lich —» leicht ver|-
ständflich: Adj. leichter verständlich;
am leichtesten verständlich 1 einfach
zu erfassen, leicht zu begreifen 2 gut
zu hören, deutlich zu verstehen
Wcht|ver|wun|det —-» leicht verjwun|-
det: Adj. leichter verwundet; am leich¬
testen verwundet in geringem Maße
verletzt; kleine Wunde(n) habend
Leid: das; -(ejs; -1a) großer seelischer
Schmerz b) Unrecht, Böses, das
jmdm. angetan wird 2 jmdm. sein
Leid klagen: sich bei jmdm. über sei¬
nen Kummer, Sorgen o. ä. ausspre¬
chen 3 sich ein Leid, [veralt.] ein
Leids antun: [verhüll.] Selbstmord be¬
gehen 4 zuleide tun —> auch zu Leide
tun: jmdm. ein Leid, einen Schaden
zufügen S Klag niemand dein Leid,
so wird es nicht breit: wer nicht
möchte, daß seine Sorgen, sein Kum¬
mer o. ä. bekannt werden, sollte sie
für sich behalten, niemandem erzäh¬
len 6 Zwischen Freud u. Leid ist die
Brücke nicht breit: Freude u. Leid lie¬
gen oft dicht zusammen, auf das eine
kann schnell das andere folgen 7 Ge¬
teiltes Leid ist halbes Leid: mit
jmdm. seine Sorgen zu besprechen,
mindert das eigene Leid
W|den: leidest; littfejst; hast gelitten
1 erkrankt sein; eine Krankheit
haben 2 eine unangenehme Situation,
Unannehmlichkeiten erdulden müs¬
sen »Sie leidet fürchterliche Qualen.«
3 Schaden nehmen »Die Bäume haben
unter, in der Hitzeperiode gelitten.« 4
[geh.] akzeptieren u. dulden; ertragen;
zulassen »Er litt keine Tiere in seinem
Mietshaus.« 5 leiden können, mögen:
bezeichnet das Gefühl, die Einschät¬
zung einer Person »Ich kann deinen
Fremd gut leiden.«
Lei|den: das; -s; - Schmerzen, Krank¬
heiten, denen jmd. über einen länge¬
ren Zeitraum ausgesetzt ist
lei|dend: Adj. 1 einem chronischen Lei¬
den ausgesetzt 2 durch seelisches Leid
unglücklich, niedergeschlagen
Lei]den|schaft: die; ~ ; -en ein durch
Verstand nicht zu beherrschender Ge¬
fühlsdrang; starke Begierde nach
jmdn. od. etw.
Ie||den|schaft|lich: Adj. mit größter
Hingabe; sehr »Sie liebten sich leiden¬
schaftlich.«
iej]den|schafts|los: Adj. leidenschaftslo¬
ser; leidenschaftsloseste 1 ohne Lei¬
denschaften 2 sachlich; vemunftsbe-
stimmt; ohne emotionale Einflüsse
W|dens)fä|hig: Adj. innere Stärke besit¬
zend, um Leid anzunehmen, sich da¬
mit auseinanderzusetzen u. es zu ver¬
arbeiten
Lei|dens|f9|hig|keit die; - ; -en innere
Stärke, Leid annehmen zu können,
sich damit auseinanderzusetzen u. es
schließlich auch zu verarbeiten
Le|]dens[ge|fährjte: der; -n; -n weibl.
Lei|dens|g e|fäh rftin: die; - ; -nen Per¬
son, die dasselbe Leid trägt wie eine
andere Person, die das gleiche Un¬
glück getroffen hat
Lej|dens|ge|nos|se: der; -n; -n weibl.
Le||dens|ge|nos|sin: die; - ; -nen
[manchmal scherzh.] Person, die das¬
selbe Leid trägt wie eine andere Per¬
son, die dasselbe Unglück getroffen
hat
Le||dens|ge|schich|te: die; ~ , -n 1 o. PI.
<kath. Kirche> Darstellung des leid¬
vollen Lebensweges Christi 2 die leid¬
volle Geschieht einer Person, ihres
Lebens, eines Lebensabschnittes
Lei]dens|ge|sichfc das;-(e)s; -er [selten]
(bewußt zur Schau gestellter) Ge¬
sichtsausdruck, der zeigt, wie stark
jmd. leidet, Syn.: Leidensmiene
Lej|dens|mie|ne: die; - ; -n (bewußt zur
Schau gestellter) Gesichtsausdruck,
der zeigt, wie stark jmd. leidet, Syn.:
Leidensgesicht
Le||dens|weg: der; -(ejs; -e [geh.]
schwieriger, leidvoller (Lebens-)Ab-
schnitt, den jmd. zu bewältigen hat
Lei|dens|zeit: die; - ; -en die Dauer des
(seelischen) Schmerzes »Nach dem
Tod seiner Frau begann für ihn eine
lange Leidenszeit.«
W|der: Adv. unglücklicherweise; bedau¬
erlicherweise »Ich muß leidergehen.«
Wd|er|füllt: Adj. leiderjülller; leiderfüll¬
teste von (seelischem) Schmerz bela¬
stet
le|d|ge|beugt: Adj. leidgebeugter;
leidgebeugteste <übertr.> von/vor (see¬
lischem) Schmerz gebeugt, gezeichnet
Wd|ge|prüft: Adj. leidgeprüfter; leidge¬
prüfteste von/vor (seelischem)
Schmerz geprüft, getroffen; bereits
viel (seelischen) Schmerz erfahren u.
überstanden
W|dig: Adj. immer wieder u. seit länge¬
rer Zeit als unangenehm u. lästig
empfunden »das leidige Thema«
Wd|lich: Adj. n. stg. weder besonders
gut noch sehr schlecht; ausreichend u.
annehmbar »Ich spreche ein leidliches
Englisch.«
Wd|tra|gend: Adj. 1 trauernd; leidend 2
unter etw. im Endeffekt zu leiden ha¬
bend »Nach einer Ehescheidung sind
meistens die Kinder leidtragend.«
Wd|voll: Adj. mit (seelischen) Schmerz
versehen
Leid|we|sen: das; -s; - in der Wendung
zu jmds. Leidwesen: zum großen Be¬
dauern jmds.
Lei|en die; - ; -n 1 <Musik> a) Zupfin¬
strument im alten Griechenland b) In¬
strument, dessen Saiten von einem
Scheibenrad in Schwingung versetzt
werden 2 [ugs.; abwert.] häufig wie¬
derholte Klage od. Äußerung »Nm
komm nicht wieder mit der alten Lei¬
er.«
Lejjer|ka|sten —» Lei|er]kas|ten: der;
-s; -kästen [ugs.] fahrbares Musikin¬
strument, das durch Drehen einer
Kurbel zum Klingen gebracht wird,
Syn.: Drehorgel
W|ern: leierst; leiertest; hast geleiert 1
<Tonband; Schallplatte) zu langsam,
ungleichmäßig abgespielt werden, so
daß ein der Leier ähnliches Spiel, Ge¬
räusch entsteht »Die Kassette leiert
grauenhaft.« 2 [ugs.] eintönig spre¬
chen 3 die Kurbel (einer Drehorgel)
betätigen
Leih|arjbei|ter: der; -s; - weibl. Lejh|arj-
bei|te|rin: die; - ; -nen Arbeitskraft,
die einer Firma von einer anderen
ausgeliehen, gegen Bezahlung für be¬
grenzte Zeit zur Verfügung gestellt
wird
Leih|bü|che|rei: die; - ; -en eine Biblio¬
thek, in der man für eine bestimmte
Zeit u. gegen ein gewisses Entgeld Bü¬
cher ausleihen kann
lef]hen: leihst; liehjejst; hast geliehen 1
für eine bestimmte Zeit etw., was ei¬
nem gehört, an eine andere Person
zum Gebrauch geben 2 etw., was ei¬
ner anderen Person gehört, mit deren
Erlaubnis eine bestimmte Zeit für sich
in Anspruch nehmen
Leih|gajbe: die; - ; -n [geh.] (für einen
begrenzten Zeitraum) jmdm. z. B.
zwecks Ausstellung zur Verfügung
gestellter Gegenstand
L<Hh|ge|ben der; -s; - weibl. Lelh|ge|'
be|rin: die; - ; -nen eine Privatperson
od. eine Organisation, die für eine
Ausstellung ein Ausstellungsstück
zur Verfügung stellt
Leih|ge|bühr: die; - ; -en Geldsumme,
Betrag, die/der für das Ausleihen von
etw. erhoben wird
Leih|haus: das; -es; -häuser Ort, wo
man gegen die Abgabe eines Wertge¬
genstandes (vorübergehend) Bargeld
erhält
Le|h|mut|teR die; - ; -mutter Frau, die
ein Kind für eine andere Frau aus¬
trägt, indem ihr die befruchtete Eizel¬
le eingesetzt wird u. die das Kind für
diese andere Frau gebiert
Laih|schein: der; -(ejs; -e 1 Beleg für
ein dem Leihhaus überlassenes Pfand
2 Beleg für ein ausgeliehenes Buch
Leih|veijkehn der; -(ejs; - Austausch
von Büchern zwischen öffentlichen
Bibliotheken
709
Leihwagen
Leih|wajgen: der; -s; - ein Auto, das für
einen begrenzten Zeitraum gemietet
ist
leih|wei|se: Adv. als Leihgabe, zur zeit¬
weisen Benutzung »Sie hat mir ihr Au¬
to leihweise überlassen.«
Leim: der; -(e)s; -e 1 Klebstoff (häufig
für Holz, Holzprodukte) »Sie bestrich
die Enden der Pflöcke mit Leim.« 2
aus dem Leim gehen: [ugs.] 1. ka¬
puttgehen »Der Stuhl ist aus dem
Leim gegangen.« 2. <übertr.> korpu¬
lent, dick werden »Im Alter ist ihre Fi¬
gur aus dem Leim gegangen.« 3 a)
jmdn. auf den Leim führen, locken:
[ugs.] jmdn. hereinlegen, täuschen b)
jmdm. auf den Leim gehen,
kriechen: [ugs.] auf jmdn. hereinfal¬
len
le[|mig: Adj. mit Leim beschmiert; von
Leim klebrig
Lein: der; ~(e)s; - u. [Sorten] -e zu den
Leinengewächsen gehörende Pflanze
-lein: Wortbildungselement (bedingt ei¬
nen Umlaut, wenn dieser möglich ist;
oft + Substantiv auf -ch, -g) kenn¬
zeichnet eine Verkleinerungsform)
od. Verniedlichung(sform), oft poe¬
tisch od. veraltend »Brüderlein ♦ Rös-
lein«
Lel|ne: die; - ; -n 1 lange Schnur (z. B.
aus Leder), mit der Hunde u. andere
Tiere angebunden, unter Kontrolle
gehalten werden »Hier muß man die
Hunde an die Leine nehmen.« 2 Seil,
Schnur aus Plastik, Kordel, an dem/
der Wäsche aufgehängt wird 3 nicht
sehr dickes Tau, Seil »Ich sperre den
Platz für den Möbelwagen mit einer
Leine ab.« 4 a) jmdn. an die Leine
legen: [ugs.] jmdn. kontrollieren, be¬
aufsichtigen u. über ihn bestimmen b)
jmdn. an der Leine haben, halten:
[ugs.] jmdn. in seine Gewalt bringen,
ihm vorschreiben können, was er tun
soll c) jmdn. an der kurzen Leine
halten: jmdm. wenig Freiheit lassen 5
Zieh Leine!: Hau ab! Sieh zu, daß du
weg kommst!
Lei|nen: das; -1a) Flachsfaser b)
aus Flachsfaser hergestelltes Gewebe
2 <Buch w.> fester Einband aus Leinen¬
gewebe .
Iei|nen: leinst; leintest; hast geleint [sel¬
ten] an die Leine nehmen
lei|nen: Adj. n. stg. aus Leinen herge¬
stellt
Lei|nen|ge|we|be: das; -(e)s; - ein aus
Flachsfasern hergestellter, fester
Stoff
Lei|nen|kleid: das; -(e)s; -er Kleid aus
Leinen
Lei|nen|la|ken: das; -s; - Bettlaken,
Matratzenbezug, -Überzug aus Lei¬
nen
Lei|nen|tuch: das; -(e)s; -tücher ein
Tuch aus Leinengewebe
Lei|nen|we|be|rei: die; - ; -en Weberei,
Fabrik, in der Leinen hergestellt, ge¬
webt wird
Lei|nen|zeug: das; -(e)s; - Kleidungs¬
stücke u. andere Produkte aus Leinen
Lejn|kraut: das; -(e)s; -kräuter Pflanze
mit schmalen, grünen Blättern u. gel¬
ben, um den Stengel angeordneten
Blüten
Lejnjsaat: die; -; - ölhaltiger Samen des
Flachses
Lein|sa|men: der; -s; - ölhaltiger Samen
des Flachses
Lein|sa|men|brob das; -(e)s; -e Brot, in
dessen Teig Leinsamen gegeben wer¬
den
Le|n|tuch: das; -(e)s; -tücher Matrat¬
zenbezug aus Leinen, Syn.: Bettuch;
Bettlaken
Leinjwand: die; - ; -wände 1 festes Ge¬
webe mit Leinwandbindung 2 ein zwi¬
schen Holzrahmen gespanntes Stück
Gewebe, worauf Kunstmaler malen 3
(weiße) Fläche, auf die Filme u. Dias
projiziert werden
Le|n|wand|grö|Be: die; - / -n [scherzh.]
Star, berühmter Schauspieler od. be¬
rühmte Schauspielerin
Lein|wand|held: der; -en; -en weibl.
Lein|wand|hel|din: die; - ; -nen
[scherzh.] berühmte(r) Schauspiele¬
rin)
Lein|zeug: das; -(e)s; - Kleidungsstük-
ke u. andere Produkte aus Leinen
lei|se: Adj. leiser; leiseste 1 a) nicht laut,
sondern mit geringer Lautstärke »Die
Musik ist leise.« b) gering; nur leicht
ausgeprägt »Ich habe den leisen Ver¬
dacht, daß er stiehlt.« 2 nicht im
leisesten: überhaupt nicht; ohne jede
Andeutung
Lei|se]tre|ter: der; -s; - weibl. [selten]
Leijse|tre|te|rin: die; - ; -nen jmd.,
dem Zivilcourage fehlt u. der sich
möglichst unauffällig verhält
Lei|ste —> Leisjte: die; - ; -n 1 schmale
(verzierte) Holzlatte, die als Abschluß
auf, vor etw. gesetzt wird »Die Holz¬
decke wird an den Wänden, Ecken mit
Leisten versehen.« 2 <Bio > (seitliche
Bauchdecke am) Übergang vom
Rumpf zum Bein bei Menschen u.
Säugetieren »Er wird an der Leiste
operiert.« 3 Rand, Webkante eines
Kleidungsstückes, Stoffes (mit aufge¬
setzten Knöpfen, Knopflöchern)
iei[sten —» leisten: leistest; leistetest;
hast geleistet durch Arbeit u. Einsatz
erreichen »Er leistete viel Gutes.«
lei|sten —* leisten, sich: leistest dir;
leistetest dir; hast dir geleistet etw. an¬
schaffen, kaufen; sich etw. zugeste¬
hen, erlauben »Ich leiste mir ein neues
Kleid.«
Lei|sten|band —> Leis|ten|band: das;
-(e)s; -b'änder <Anat.> Ansatz der
Bauchmuskeln
Lei|sten|zerjrung —* Leis|ten|zerrung:
die; - ; -en <Med.> Muskelzerrung im
Bereich der Leiste (2)
Leistung —> Leisftung: die; - / -en 1
Ergebnis einer körperlichen od. gei¬
stigen Arbeit »Die Leistungen ihrer
Tochter in der Schule sind gut.« 2 (fi¬
nanzielle) Aufwendung (im Rahmen
einer eingegangenen Verpflichtung)
Die Leistungen bei dieser Versiche¬
rung sind besonders gut.« 3 <Physik>
verrichtete Arbeit pro Zeiteinheit
»Die Glühbirne hat eine Leistung von
75 Watt.« 4eine reife Leistung: [ugs.]
eine wirklich gute Tat, Leistung
Lei|stungs|dnick —> Lejs|tungs|druck:
der; -(e)s; - aufgrund der Forderung
nach sehr guten Ergebnissen ausge¬
übter psychischer Druck
le||stungs|fäjhig —> !eis|tungs|fähig:
Adj. 1 geeignet od. in der Lage, gute
Leistungen zu erbringen »Jetzt sind
leistungsfähige Betriebe gefragt.« 2 in
der Lage, geeignete Leistung zu er¬
bringen » Wir sind eine leistungsfähige
Versicherung.«
1ei|stungs|för|demd —> leis|tungs|-
fördernd: Adj. die Leistung, gute Er¬
gebnisse unterstützend
lej|stungs|ge|recht —* leisltungsj-
gerecht: Adj. n. stg. der Arbeitslei¬
stung entsprechend »Der Einsatz für
den Betrieb wird leistungsgerecht be¬
zahlt.«
Lej|stungs|ge|sell|schaft —* Leis|-
tungs|ge|sell|schaft: die; - ; -en eine
Gesellschaft, in der soziales Ansehen
u. Erfolg maßgeblich von der er¬
brachten Leistung, Leistungsfähig¬
keit abhängig ist
Lej|stungs|gren|ze —» Leis|tungs|-
grenfze: die; ~ ; - Grenze, Endpunkt
der Leistungsfähigkeit
Lei|stungs|kon|trol|le —*■ Leis|tungs|-
kon|t|rol|le: die; - ; -n Überprüfung
von zu erbringenden (schulischen)
Leistungen, Ergebnissen
lei|stungs|ori|en|tiert —> leis|tungs|o|-
ri|en|tiert: Adj. leistungsorientierter;
leistungsorientierteste an Leistung
orientiert; der Leistung eine besonde¬
re Bedeutung zumessend
Lej|stungs|prä|mie —» Leis|tungs|prä|-
mie: die; - ; -n Prämie, Geldbetrag,
die/der für außerordentliche Leistun¬
gen gezahlt wird
Lej]stungs|prü|fung —> Leis|tungs|-
prüjfung: die; - ; -en 1 <ScKule> Prü¬
fung zur Ermittlung des Wissensstan¬
des 2 <Sport> Leistungswettbewerb 3
<Landwirt> Prüfung zur Ermittlung
der Leistung von Nutz- u. Zuchtvieh
Lei|stungs|re|ser|ve —*• Leis|tungs|re|-
serive: die; - ; -n <Med.; Technik) ein
bisher nicht ausgeschöpfter, zurück¬
behaltener Rest an Leistung
Lei|stungs|schwä(che —> Leis(tungs|-
schwä|che: die; ~ ; -n geringe, schwa¬
che Leistungskraft; wenig Leistungs¬
fähigkeit
Lei|stungs|sport —*. Leis|tungs|sport:
der; -(e)s; - im Gegensatz zum Frei¬
zeitsport durch hohen Trainingsein¬
satz auf gute Ergebnisse im Wett¬
kampf abzielende sportliche Betäti¬
gung
Lej|atungs|stand —> Leis|tungs|stand:
der; -(e)s; -stände aktuelle Leistungs¬
fähigkeit im Vergleich mit anderen
od. zur eigenen Leistungsfähigkeit zu
anderen Zeitpunkten
Lei|3tungs[stär|ke —»• Leis|Umgs|stär|-
ke: die; - ; -n große, hohe Leistungs¬
kraft, Leistungsfähigkeit
Lei|stungs|stei|gejrung —> Leis|-
tungs|stei|ge|rung: die; • ; -en Anhe¬
bung, Zunahme der Leistungsfähig¬
keit
Lei|stungs|test » Leisftungs|test:
der; -(ejs; -s Überprüfung der Lei¬
stungsfähigkeit anhand bestimmter
Kriterien
Le]|stungs|trä|ger —» Leis|tungs|-
träger: der; -s; - <Sport> jmd., dessen
sehr gute Einzelleistung einer Mann¬
schaft zum Gesamterfolg verhilft
Lei|stungs|zen|trum - -> Leis|tungs|-
zenfttrum: das; -s; -zentrenyon Stadt,
Land od. Bund finanzierte Sport¬
stätte, an der Leistungssportler einer
710
Lendengegend
Sportart zusammengeführt werden,
um intensiv auf einen Wettkampf hin¬
arbeiten zu können
Lei|stungs|zu|la|ge —» Leis(tungs|zu|-
la|ge: die; - ; -n zusätzlicher Geldbe¬
trag zum normalen Lohn für außeror¬
dentliche Arbeiten, gute Leistung
LeiL: Abk. a) Leitung (“ Führung) b)
Leiter(in)
leit.: Abk. leitend(e)(r)
■eit. Ang.: Abk. leitende(r) Angestell-
te(r)
leit. Pos.: Abk. leitende(r) Position
Leit|an|trag: der; -(e)s; -anträge <Pob
von einem führenden Gremium einer
Organisation, Partei eingebrachter
Antrag, der die Grundsätze für alle
folgenden Anträge einer Versamm¬
lung formuliert
Leitjarttijkel: der; -s; ~ aktueller, größe¬
rer Beitrag an exponierter Stelle einer
Zeitung, Zeitschrift mit kommentie¬
rendem Charakter »Der Leitartikel
beschäftigt sich mit der Friedenskonfe¬
renz in Genf.«
leitjban Adj. sich leiten, führen, lenken
lassend
Leit|bild: das;-(e)s; -er (ideale) Vorstel¬
lung von etw.; Vorbild für jmdn.
teilten: leitest; leitetest; hast geleitet 1
verantwortlich als Vorgesetzter füh¬
ren »Er leitet seine Abteilung zur
Zufriedenheit.« 2 etw. od. jmdn. in
eine bestimmte Richtung bringen
»Das Rohr leitet das Wasser in das
Becken.« 3 «Physik) Energie transpor¬
tieren »Metalle leiten Strom.« 4jmdn.
durch Einflußnahme führen »Seine
Worte leiteten uns auf die richtige
Spur.«
Lei|ter: der; -s; - weibl. Lei|te|rin: die;
* ; -nen 1 Person, die für etw. verant¬
wortlich ist »Sie ist die Leiterin der
Schule.« 2 nur männl. Form Energie
transportierener Stoff »Kupfer ist der
beste elektrische Leiter.«
Le||ter: die; - ; -n 1 aufstellbare, beweg¬
liche Treppe mit Sprossen 2 Wer die
Leiter hält, ist so schuldig wie der
Dieb: auch den Mitwisser, der die
(kriminelle) Tat nicht verhindert, son¬
dern duldet, schweigt od. sogar unter¬
stützt, trifft die gleiche Schuld wie
den Täter
Le||teijwa|gen: der; -s; * Hand- od.
Pferdewagen mit sprossenartigen Sei¬
tenteilen
Leitf.: Abk. Leitfaden
Lsit|fa|den: der; -s; -faden a) (Buch mit)
Anweisungen, Hilfestellungen, Infor¬
mationen für eine Tätigkeit, ein Vor¬
gehen, eine neue Lebenssituation b)
kurze (schriftliche) Einführung in ein
bestimmtes Wissensgebiet
leit|fä|hig: Adj. «Physik; Technik» fähig,
Strom zu transportieren
Leitjfä|hig|keit die; - ; -en «Physik;
Technik» die Fähigkeit eines Stoffes,
Materiales, Strom zu transportieren
Leit|fi|gur: die; ~ ; -en eine Person, die
als Vorbild angesehen wird
Lait|ge|dan|ke: der; -ns; -n führender
Gedanke; Grundgedanke; Gedanke,
auf dem weitere Gedankengänge auf¬
bauen
Lejt|ge|we|be: das; -s; ~ pflanzliche
Struktur, die für den Transport von
Nähr- u. Aufbaustoffen zuständig ist
Le|t|ham|mel: der; -s; - 1 führendes
männliches Tier einer Schafherde 2
[ugs.] Person, der andere Menschen
kritiklos folgen »Die Sektenmitglieder
gehorchten ihrem Leithammel bedin¬
gungslos.«
Lert|idee —* Leit|i|dee: die; - ; -n füh¬
rende Idee; Grundidee
Leit|kauf: der; -(ejs; -kaufe (ursprüng¬
lich ein Obst- od. Gewürzwein), Ge¬
tränk mit dem der Abschluß eines gu¬
ten Geschäfts besiegelt wird
Lejt|ke|gel: der; -s; - «Verkehr» kegel¬
förmiges Verkehrszeichen in Signal¬
farben, das zur zeitweiligen Fahr¬
bahnmarkierung dient
Leit|li|nie: die; ~ ; -n 1 für das Handeln
richtungsweisender Anhaltspunkt
»Beim nächsten Parteitag werden die
Leitlinien für die kommenden Jahre
festgelegt.« 2 «Verkehr» häufig gestri¬
chelte Fahrbahnmarkierung 3 «Geo¬
metrie» Gerade, die senkrecht auf der
Hauptachse von Kegelschnitten steht
Lelt|mo|tiv: das; -(e)s; -e 1 immer wie¬
derkehrendes, charakteristisches Mo¬
tiv in einem Musikstück 2 bedeu¬
tungsvolles Motiv in einem literari¬
schen Werk od. in einem Film in
Form einer häufiger getroffenen Aus¬
sage 3 führender Gedanke; Leitge¬
danke
LeK|pfo|sten —* Leit|pfos|ten: der; -s;
- Pfahl mit Reflektoren, der der
Fahrbahnmarkierung dient
Leit|plan|ke: die; - ; -n seitlich an der
Fahrbahn angebrachte Straßenbe¬
grenzung (meist aus Metall), die ein
eventuell ins Schleudern geratenes
Fahrzeug aufhalten soll
Leitjsate der; -es; -ätze ein zur Orien¬
tierung gedachter Grundsatz; Leit¬
idee; Grundsatz; Grundidee
Leitjspruch: der; -(e)s; -spräche Motto,
Wahlspruch
Leit|stel|le: die; - ; -n zentrale, im Ge¬
schehen liegende Einrichtung, aus der
befehligt od. gelenkt wird
Leit|stern: der;-fe)s; -e 1 Stern, der auf
der Suche nach dem richtigen Weg
der Orientierung dient 2 «übertr.» Ziel,
an dem sich jmd. orientiert
Lejt|tien das; -(ejs; -e führendes Alttier
in Herden mit Rangordnung
Lei|tung: die; - ; -en 1 Kabel, Rohr o. ä.
zur Weiterleitung von Gas, Strom,
Flüssigkeiten o. ä. 2 a) o. PL Führung
von etw. »Sie hat die Leitung der Ab¬
teilung übernommen.« b) Gruppe von
Personen, die die Führung inne haben
»Geschäftsleitung ♦ Bauleitung« 3 eine
lange Leitung haben: [ugs.] nur sehr
langsam u. schwerfällig etw. begrei¬
fen, denken 4 auf der Leitung stehen:
[ugs.] etw. nicht (schnell) verstehen,
begreifen »Ich verstehe dich nicht! -
Bei dir steht wohl jmd. auf der Lei¬
tung?«
Lei|tungs|was|ser: das; -s; - Wasser, das
aus der (Rohr-)Leitung kommt
Lei|tungs|wi|deijstand: der; ~(e)s;
-widerstände «Elektrot.» elektrischer
Widerstand einer elektrischen Lei¬
tung
Leit|ver|mö|gen: das; -s; - Fähigkeit ei¬
nes Stoffes, Materiales, Strom zu lei¬
ten
Leit)wäh|rung: die; ~ ; -en «Wirt» ein ge¬
setzliches Zahlungsmittel, an dessen
Kurs sich die anderen Währungen
orientieren
Leitwerk: das; -(e)s; -e «Technik» die
Gesamtheit der Steuerflächen eines
Flugkörpers, z. B. eines Flugzeugs
LeH|wort: das; -(e)s; -e u. -werter a) PI.
-e Leitspruch, Motto, der/das der
Orientierung dient b) PL -Wörter «Bü¬
roorganisation» Stichwort einer Kar¬
tei
Le|t|zahl: die; - ; -en «Photographie»
Kennzahl bei Blitzlichtgeräten, die
sich aus dem Produkt der einzustel¬
lenden Blendenzahl u. der Entfer¬
nungergibt
Lert|zins: der; -es; -en 1 «Wirt» Diskont¬
satz 2 Eckzins
Lekt: Abk. 1 Lektion = (meist) Lehr¬
einheit 2 a) Lektorat b) Lektor(in) 3
Lektüre
Lek|ti|gn: <lat.> /lekzion/ die; ~ ; -en 1 a)
Lernpensum; Lerneinheit; Lernab¬
schnitt b) Unterrichtsstunde 2 jmdm.
eine Lektion erteilen: jmdn. zurecht¬
weisen, tadeln, bestrafen 3 jmdm.
eine bittere Lektion sein: jmdm. eine
Lehre sein 4 jmdm. eine scharfe Lek¬
tion erteilen: jmdn. zurech tweisen
Lek|tor: <lat.> der; -s; Lektoren weibl.
Lek|to|rin: die; -; -nen 1 Person, die in
einem Verlag für die inhaltliche u.
formale Bearbeitung der Autorenbei¬
träge verantwortlich ist 2 Person, die
an einer (ausländischen) Hochschule
unterrichtet u. Übungen, Seminare
gibt »Sie ist deutsche Lektorin an einer
Universität in Ägypten.« 3 a) Laie, der
in einer katholischen Messe einen Bi¬
beltext vorliest b) Laie, der in evange¬
lischen Gottesdiensten in Teilberei¬
chen den Pfarrer vertritt
Lek|to|rafc </«/.» das; -(e)s; -e 1 Lehrauf¬
trag an einer Hochschule 2 a) Verlags¬
abteilung, in der die Lektoren (1), die
Personen arbeiten, die in einem Ver¬
lag für die inhaltliche u. formale Bear¬
beitung der Autorenbeiträge verant¬
wortlich sind bj das Gutachten eines
Lektors bezüglich eines Manuskrip¬
tes od. eines Buches
Lek|tü|re: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 Lesestoff
(im Rahmen des Schulunterrichts) 2
o. PL das Lesen
Lek|tü|re|stun|de: <lat.-fr.; dt.> die; - ; -n
Unterrichtsstunde in der Schule, in
der ein (längeres) literarisches Werk
gelesen u. besprochen wird
Lem|ma: <gr.-lat.> das; -s; -ta 1 Wörter¬
buch- u. Lexikonstichwort; Stichwort
im Nachschlagwerk 2 «Math.» Hilfs¬
satz bei der Beweisführung
Lem|ming: <dän. u. norw.> der; -s; -e 1 in
großen Gruppen lebendes Nagetier 2
«übertr.» [abwert.] Person, die sich ei¬
nem Gruppenzwang auch zum per¬
sönlichen Nachteil (sinnlos) unter¬
wirft
Len|de: die; - ; -n 1 unterer Rückenbe¬
reich oberhalb der Hüfte, des Gesä¬
ßes beim Menschen u. bei Säugetieren
2 Fleisch von Tieren aus der Lende
(1)3 [poet.] (männliche) Geschlecht¬
steile
Len|den|ge|gend: die; ~ ; -en im Bereich
der Lenden (1), des unteren Rücken¬
bereichs, der Lendenwirbel
711
lendenlahm
len|den|lahm: Adj. an Rückenbeschwer¬
den, Ermüdung im Bereich des tiefen
Rückens leidend
Len|den|schtnerz: der; -es; -en Schmerz
im Bereich der Lenden (1), des tiefen
Rückens
Len|den|schurz: der; -es; -e um die
Hüfte gebundenes Stoff-, Lederstück,
das die Geschlechtsteile bedeckt,
schützt
Len|den|steak: das; -s; -s <Kochk.>
~Fleischscheibe der Lendengegend ei¬
nes Tieres
Len|den|wir)bel: der; -s; - <Anat.> Seg¬
mente der Wirbelsäule unterhalb des
Brustkorbes
Le|ni|nis|mus: der; - / - <Pol.> Ausprä¬
gung des Marxismus durch W. I. Le¬
nin
Lenk|ach|se: die; - ; -n <Eisenb.> beweg¬
liche Achse an Schienenfahrzeugen
lenk|ban Adj. a) sich lenken, steuern las¬
send »Diese Auto ist wirklich gut
lenkbar.« b) <übertr.> sich leicht len¬
ken, führen lassend »Mein Sohn ist
leicht lenkbar.«
Ien|ken: lenkst; lenktest; hast gelenkt 1
<Fahrzeug> führen; eine bestimmte
Richtung geben; steuern 2 etw. veran¬
lassen, so daß sich etw. auf eine Per¬
son od. Sache richtet »einen Verdacht
auf imdn. lenken« 3 führen; leiten
Lenk|ge|trie|be: das; -s; - <Kfz-Tech-
nik> Getriebe, das die Drehbewegung
auf die Räder überträgt
Lenk|radjschal|tung: die; - / -en <Kfz-
Technik» Schalthebel, der im Bereich
des Lenkrades angebracht ist
Lenk|rad|schloB —> Lenk|rad|schloss:
~das; -schlosses; -Schlösser ein Schloß,
mit dem das Lenkrad blockiert wird
Lenk|stan|ge: die; - ; -n <Fahrrad> Stan¬
ge, die die Gabel mit dem Lenker ver¬
bindet
Lenjto: <it.> das; -s; -s u. Lenti <Musik> a)
langsames, gedehntes Zeitmaß b)
langsam, gedehnt gespieltes Musik¬
stück
len|to: <it.> Adv. <Musik> langsam ge¬
spielt
Lenz: der; -es; -e 1 [geh.; veralt.; poet.]
<Jahreszeit> Frühling »Der Lenz ist
da!« 2 [veralt.; poet.] Lebensjahre, die
jmd. hat »Sie zählt 20 Lenze.« 3 einen
sonnigen, ruhigen, faulen, schönen
Lenz haben: ein leichtes, bequemes
Leben haben 4 sich einen schönen
Lenz machen: sich das Leben be¬
quem u. einfach gestalten
Leo|pard —* Le|o|pard: <gr.-lat.> der;
-en; -en ein dem Jaguar verwandtes
Raubtier, das in Afrika u. Asien hei¬
misch ist, u. dessen Fell kleine, cha¬
rakteristische schwarze Flecken auf
rötlichem Fell aufweist
Le|po|rel|lo: das; -s; -s (nach der langen
Aufzählung aller Geliebten Don Gio¬
vannis in der gleichnamigen Mozar¬
toper, die der Diener Leporello vor¬
trägt) längerer, fächerartig gefalteter
Papierstreifen
Lejpra —> Le]p|ra: <gr.-lat.> die; - ; -
<Med.> Krankheit der Haut; Aussatz
»In Europa gibt es keine Lepra mehr.«
-ler: Wortbildungselement (bedingt ei¬
nen Umlaut, wenn dieser möglich ist;
+ Substantiv od. substantivierte Grup¬
pe od. (seltener) + Verb; dient der
Personenbezeichnmg) kennzeichnet,
charakterisiert jmdn. durch das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
»Postler • Freiberufler«
Lgrjche: die; - ; -n 1 trillernd singender
Vogel »In diesem Baum nisten
Lerchen.« 2 Am Trillern erkennt man
die Lerche: jeder versucht, sich durch
seine besten Fähigkeiten ins rechte
Licht zu stellen
lern|bar: Adj. n. stg. zu erlernen »Rück¬
sichtnahme ist lernbar.«
Iem|be|gie|rig: Adj. eifrig, sich Wissen
od. Fähigkeiten anzueignen
lem|be|hin|derfc Adj. <Päd.> lem-
schwach; schwachbegabt
lern|eif|rig: Adj. eifrig, fleißig, sich Wis¬
sen od. Fähigkeiten anzueignen
ler|nen: lernst; lerntest; hast gelernt 1
sich Wissen u. Fähigkeiten aneignen
2 a) etw. will gelernt sein: man muß
etw. viel geübt haben, um es zu kön¬
nen b) gelernt ist gelernt: was man
gut geübt, gelernt hat, kann man gut
» Wie machst du das nur? - Tja, gelernt
ist gelernt.« 3 Was Hänschen nicht
lernt, lernt Hans nimmermehr: was
man als junger Mensch nicht lernen
will od. kann, kann man später nicht
mehr nachholen 4 Lerne was, so
kannst du was: als Ratschlag »Du
möchtest etw. erreichen im Leben?
Dann -.« 5 Nichts können ist keine
Schande, aber nichts lernen: man
muß sich nicht schämen, wenn man
etw. nicht kann, wohl aber, wenn
man nicht bereit ist, etw. zu lernen
Ler|ner. der; -s; - weibl. Ler|ne|rin: die;
-; -nen <Sprachwiss.> Person, die (eine
Sprache) erlernt
Lem|fä|hig|keit: die; - ; - Befähigung,
sich Wissen od. Fähigkeiten anzueig¬
nen
Lern|hil|fe: die; - ; -n Mittel od. Hilfe,
das/die das lernen unterstützt
Lern|in|halt: der; ~(e)s; -e <Päd.> Unter¬
richtsinhalt, Gegenstand des Lernens;
Kenntnisse od. Fähigkeiten, die ge¬
lernt werden
Lern|mit|tel: das; -s; - (m. PI.) Mittel,
die das Lernen unterstützen u. beglei¬
ten, z. B. Bücher, Hefte
Lern|mitjtel[frei|heit: die; - / - <Schulw.>
das Prinzip der kostenlosen Überlas¬
sung der wichtigsten Schulbücher
Lern|mo|ti|va|ti|on: die; - / -en Motivati¬
on, Antrieb, innere Beweggründe für
das Lernen
Lem|pro[gramm —* Lem|pro|gframm:
das;-(e)s; -e 1 Vermittlung von Lern¬
stoff nach zuvor festgelegten Lem-
schritten, die von den Lernenden
(überwiegend) selbständig erarbeitet
werden 2 <EDV> a) Computerpro¬
gramm, mit dessen Hilfe ein Stoff be¬
arbeitet, gelernt werden kann b) Teil
eines Computerprogramms, mit dem
dessen Bedienung geübt wird
Lern|pro|zeß —* Lern|pro|zess: der;
-prozesses; -prozesse 1 <Päd.; Psycho¬
logie» Prozeß, Vorgang des Lernens 2
[geh.] Prozeß, bei dem man durch
viele Erfahrungen, u. das, was man
daraus gelernt hat, zu einer neuen
Sichtweise kommt
Lern|psy|cho|lo|gie: die; - ; - psycholo¬
gische Disziplin, die das Lernen zum
Gegenstand hat
Lernstoff: der; -(e)s; -e <Päd.> zu erler¬
nende Kenntnisse od. Fähigkeiten
»Der Lernstoff für die Abiturprüfung
ist sehr weit gefächert.«
Lemlzeit' die; -; -en Zeitraum, den man
benötigt, um etw. zu erlernen
Lem|ziel: das; -(e)s; -e <Päd.> im voraus
festgelegtes Ziel, Ergebnis einer Lern¬
einheit
Les|art: die; - ; -en 1 Art u. Weise, etw.
zu sehen, zu interpretieren 2 unter¬
schiedliche Fassungen) einer histori¬
schen Quelle, Handschrift
lesjban Adj. 1 für die Augen zu entzif¬
fern, zu erkennen 2 einfach, verständ¬
lich u. anschaulich geschrieben
Les|bar|keit: die; - ; - 1 Eigenschaft ei¬
nes Schriftstückes, gut zu erkennen,
gut zu lesen zu sein 2 Eigenschaft ei¬
nes Schriftstückes, einfach, verständ¬
lich u. anschaulich zu sein
Les|be: Kurzw. die; -; -n Lesbierin
Lesjbie|rin: /lesbierin/ die; *; -nen ho¬
mosexuelle Frau
les|bisch: <gr.> Adj. n. stg. <Frau> homo¬
sexuell; sexuell gleichgeschlechtlich
orientiert; Frauen (sexuell) liebend
Les|bos: o. Art.; -; - Insel im Ägäischen
Meer
Lflse|bril|le: die; - ; -n Brille, Augenglä¬
ser, die Weitsichtigkeit ausgleichen u.
somit vor allem zum Lesen benötigt
werden
Le|se|buch: das; -(e)s; -bücher ein in
der Grundschule im Deutschunter¬
richt verwendetes Buch, das für Kin¬
der zusammengestellte Texte u. Ge¬
schichten enthält
Lejse|ecke (Le|se|ek|ke —* Le|se|e|-
cke): die; -; -n Ecke, Nische in einem
Zimmer od. in einer Bibliothek, die
sich besonders zum Lesen anbietet
Le|se|hun]ger: der; -s; - Bedürfnis zu le¬
sen
Le]sejkar]te: die; - ; -n Benutzerausweis
für eine öffentliche Bücherei
Lejse|lam|pe: die; - ; -n kleine Lampe,
die ein zum Lesen besonders geeigne¬
tes Licht spendet
Le|se|lu|pe: die; - ; -n ein Vergröße¬
rungsglas, das zum Lesen auf die ent¬
sprechende Buchseite gestellt werden
kann, mit dessen Hilfe die Schrift grö¬
ßer erscheint
Lejse|map|pe: die; - ; -n Zusammenstel¬
lung von Zeitschriften, die monats¬
weise an Abonnenten, z. B. an Arzt¬
praxen, vermietet werden
iefsen: liest; las(es)t; hast gelesen 1 (ge¬
schriebene) Buchstaben, Wörter,
Text mit den Augen u. dem Verstand
erfassen »ein Buch lesen« 2 aus be¬
stimmten Anzeichen erkennen »In
seinem Gesichtsausdruck konnte man
deutlich seine Wut lesen.« 3 eine Vor¬
lesung halten »Der Professor liest
heute zum Thema Rechtschreibung.« 4
einsammeln; pflücken »Wir müssen
heute Trauben lesen.«
Ie|sens|wert: Adj. lesenswerter; lesens¬
werteste wert, lohnend, gelesen zu
werden
Le|se|pro]be: die; ~ ; -n 1 kurze Auszüge
aus einem Buch, Text, Beispiele aus
einer Zeitschrift, die zur Kenntnis¬
nahme, Weckung von Aufmerksam¬
keit gedacht sind 2 <Theater> Probe,
bei der der Text noch abgelesen wird
712
Leukämie
Le)se|pult: das;-f e)s; -e schmaler Tisch,
worauf man ein Buch legen kann, um
dann daraus vorzutragen
Le|ser: der; -s; ~ weibl. Lejse|rin: die; - ;
-nen Person, die etw. liest
Le[se[rat|te: die; ~ ; -n [ugs.J Person, die
sehr gerne u. sehr viel liest »Unsere
Tochter ist eine richtige Leseratte.«
Lejserjbrief: der; -(e)s; -e Brief an den
Herausgeber einer Zeitschrift od. ei¬
ner Buchreihe od. an den Autor als
Reaktion auf den veröffentlichten
Text hin
Le|sefrei: die; -; -en Lesen, das als lästig
u. mühsam empfunden wird
Le|se|ring: der; (e)s; -e gewerbliches
Unternehmen, das in regelmäßigen
Abständen Bücher od. Zeitschriften¬
mappen an Abonnenten vermietet
Le|ser|kreis: der; -es; -e alle Leser eines
Buches od. einer Zeitschrift
le|sei|lich: Adj. gut entzifferbar; deut¬
lich geschrieben
Le|ser|schaft: die; -; -en (PI. s.) die Ge¬
samtheit der Leser
Le|se|saal: der; -(e)s; -säle großer
Raum in einer Bibliothek, in dem
man ungestört lesen kann
Le|se|stoff: der; -(e)s; -e Oberbegriff
für alles zum Lesen Geeignete
Le)se|stück: das; -(e)s; -e nicht allzu¬
langer Text, der im (Schul-)Unter-
richt gelesen werden kann
Le|se|wut: die; - ; - Bedürfnis zu lesen
Le|se|zei|chen: das; -s; - flacher Ge¬
genstand o. ä., der vor dem Zuklap¬
pen in ein Buch o. ä. gelegt wird, um
die gerade aktuelle Stelle schneller
wiederzufmden
Le|se|z*r|kel: der; -s; - kommerzielles
Unternehmen, das in regelmäßigen
Abständen Bücher od. Zeitschriften¬
mappen an Abonnenten vermietet
Le|sung: die; - ; -en 1 <Kirche> Vorlesen
aus der Bibel 2 a) Vorlesen eines
Dichters, Autors aus seinem Werk
»Heute findet eine Autorenlesung
statt.« b) Vorlesen aus einem literari¬
schen Werk 3 Beratung über ein Ge¬
setz im Parlament
le|tal: dato Adj. n. stg. <Med.> tödlich
Le|thar)gie: <gr.-lat.> die; - ; -1 Zustand
der Teilnahmslosigkeit, der extremen
Interesselosigkeit »Er befindet sich
seit Tagen in einer Lethargie.« 2
krankhaftes Schlafbedürfnis
let|schert: Adj. [bayerisch; österr.] 1
kraftlos; matt 2 fade »Die Suppe
schmeckt letschert.«
Letzter: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 Druckbuch¬
stabe 2 <Druckw.> Drucktype, Hoch¬
druckform aus Metall, deren oberer
Teil ein erhabenes Schriftzeichen
trägt
letftlg: Adj. n. stg. lehmhaltig tonhaltig
Lett|ner: dato der; -s; - Trennwand zwi¬
schen Chor u. Mittelschiff, meist mit
Bildwerken verziert
letzt-: Adj. n. stg.; letzter; letzte; letztes
1 von keinem weiteren Exemplar, Er¬
eignis o. ä. gefolgt; am Ende liegend;
übrig »Der 31. Oktober ist der letzte
Tag im Oktober. • Die letzten Gäste
gingen um 2 Uhr.« 2 bis aufs letzte;
bis zum letzten —* bis aufs Letzte;
bis zum Letzten: [ugs.] völlig; total
»Er wollte sein Leben bis aufs letzte
genießen.« 3 bis ans letzte —> bis
ans Letzte: [ugs.] in allen Details; in
allen Einzelheiten 4 zu guter Letzt:
[oft ironisch] am Ende, doch noch,
schließlich »Zu guter Letzt kam der
Vertrag doch noch zum Abschluß. • Zu
guter Letzt machte er noch einen
Fehler.« S der, die, das letztere —*
der, die, das Letztere: der, die, das
zuletzt Genannte 6 letztere(r)(s) —*
Letztere(r)(s): der, die, das zuletzt Ge¬
nannte 7 die Letzte Ölung: <kath. Kir¬
che) Sakrament, heilige Handlung ei¬
nes Priesters an Sterbenden; Kran¬
kensalbung 8 den Letzten bei&en die
Hunde: die Person, die es nicht
schafft, schnell genug in Sicherheit zu
kommen, muß die Konsequenzen
(für alle Beteiligten) tragen 8 die
Letzten werden die Ersten sein: wer
langsam, aber dafür überlegt handelt,
wird zum Schluß (als erster) Erfolg
haben
letz|te|mal: Adv. in der Wendung das
letztemal —>- das letzte Mai: nie wie¬
der erfolgend, geschehend o. ä.
Ietzt|end|lich: Adv. schließlich »Letzt¬
endlich steht für uns fest, daß wir dei¬
nen Vorschlag nicht annehmen kön¬
nen.«
Ietz|ten|mal: Adv. in den Wendungen
zum letztenmal, beim letztenmal —>
zum letzten Mal, beim letzten Mal:
nie wieder erfolgend, geschehend o. ä.
letztens: Adv. neulich; kürzlich; vor
noch nicht langer Zeit
Letzt|ge|bo|re|ne/Letzt|ge|boi[ne: der,
die, das; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.; ein Letztgeborener; eine Letztge¬
borene; ein Letztgeborenes; zwei
Letzt geborene) das Kind, das als letz¬
tes von mehreren Geschwistern gebo¬
ren ist
letzt|ge|nannfc Adj. n. stg. an letzter
Stelle in einer Reihenfolge aufgezählt,
erwähnt
letzt|bän|dig: Adj. n. stg. noch zu Leb¬
zeiten eigenhändig verfügt
letztfhin: Adv. 1 kürzlich »Als ich sie
letzthin sah, machte sie einen gesunden
Eindruck.« 2 über einen gerade ver¬
strichenen Zeitraum hin »Letzthin
hatte sie eine Pechsträhne.«
Ietzt|jäh|rig: Adj. n. stg. vom vergange¬
nen, letzten Jahr stammend
letztlich: Adv. a) im Grunde genom¬
men; schließlich »Letztlich ist ihr Be¬
mühen vergeblich.« b) schließlich; end¬
lich »Letztlich fuhrt sein Verhalten zur
Trennung.«
Ietzt|ma|lig: Adj. n. stg. zum letzten Mal
vorgenommen, vorkommend
lgtzt(mals: Adv. zum letzten Mal
letzt|mög|lich: Adj. n. stg. zum letzten
Mal möglich
letzt|wil|lig: Adj. n. stg. testamentarisch
erklärt
Leu: der; -en; -en [geh.; poet.] Löwe
Leu: der; ~ ; Lei rumänische Währungs-
einheit(l Leu =100Bani)
Leuchtlbolie: die; -; -n <Seefahrt> veran¬
kerter Schwimmkörper mit einem
Leuchtfeuer, der als Seezeichen gilt
Leuchtlbomlbe: die; -; -n von Flugzeu¬
gen an einem Fallschirm abgeworfene
Leuchtkugel, die zur Beleuchtung des
Ziels vor dem Angriff dient
Leuchtlbuchlstalbe: der; -n; -n beleuch¬
teter Buchstabe, der für Leuchtrekla¬
men verwendet wird
Leuchtte: die; - ; -n 1 a) Lampe; Licht¬
quelle b) etw., womit man leuchten
kann, z. B. eine Taschenlampe o. ä. 2
[ugs.] intelligente Person
leuchlten; leuchtest; leuchtetest; hast
geleuchtet 1 a) Licht, Helligkeit ver¬
breiten b) jmdm. den Weg mit Licht
weisen »Er leuchtete ihr mit der Ta¬
schenlampe den Weg.« c) aufgrund
von Farbe sichtbar werden »Das
neonfarbene Kleid leuchtete in der
Dunkelheit.« d) jmdn. od. etw. an¬
strahlen, erhellen
leuch|tend|rot —> leuchltend rot: Adj.
n. stg. von heller, greller roter Farbe
Leuchlter: der; -s; - Vorrichtung, Hal¬
terung für Kerzen od. wie Kerzen ge¬
formte Glühlampen
Leuchtlfeuler: das; -s; - <Verkehrsw.>
Orientierungshilfe für Schiffe u. Flug¬
zeuge bei Nacht in Form einer Licht¬
quelle, die in regelmäßigen Abstän¬
den Signale abgibt
Leucht|kä|fer: der; -s; - in wärmeren
Ländern weitverbreiteter Käfer, der
auf der Bauchseite des Hinterleibs
LeuchtoTgane besitzt, die in Abstän¬
den aufleuchten
Leuchtkraft: die; -; -1 leuchtende Wir¬
kung eines Gegenstandes 2 <Astrono¬
mie> die Energie, die von einem Stern
ausgeht
Leuchttkulpel: die; - ; -n mit einer
Leuchtpistole abgeschossenes Licht¬
signal, das den eigenen Standort an¬
zeigt
Leucht|mu|ni|ti|on: die; - ; -en Lichtsi¬
gnal, das von einer Leuchtpistole ab¬
geschossen wird, um einen Standort
anzuzeigen
Leucht|pi|sto|le —* Leucht|pis|to|te:
die; - ; -n Handfeuerwaffe, mit der
Phosphorgeschosse abgefeuert wer¬
den, die bei Notfällen, in Notlagen
den Standort des Schützen kenntlich
machen
Leuchtlralkelte: die; - ; -n Rakete, die
als Signal abgeschossen wird u. mehr¬
farbig aufleuchtet
Leucht|re|kla|me —» Leucht|re|k|la|me:
die; - ; -n Werbung in Form von
Schriften od. Figuren, die mit Hilfe
von Leuchtstoffröhren erleuchtet
sind, die aus Leuchtstoffröhren be¬
stehen, Syn.: Lichtreklame
Leuchtlröhlre: die; - ; -n <Elektrot.> (für
Leuchtreklame verwendete) röhren¬
förmige Gasentladungslampe
Leuchttturnu. der; -(e)s; -türme an od.
vor der Küste gelagerter Turm, der
nachts in regelmäßigen Abständen
Leuchtsignale gibt, um den Schiffen
anzuzeigen, wo die Küste ist
leuolnen: leugnest; leugnetest; hast ge¬
leugnet 1 etw. abstreiten; die Wahr¬
heit nicht gestehen »Er leugnete die
Tat.« 2 etw. Allgemeingültiges od.
eine Weltanschauung nicht anerken¬
nen
Leugjner. der; -s; - weibl. Leug|ne|rin:
die; -; -nenjmd., der etw. abstreitet
Leuk|ämie —* Leu|k|ä|mje: <gr.> die; ~ ;
Leukämien jleukämknj (PL s.) <Med.)
Blutkrebs '
713
Leukoplast
Leu|ko|plast: <gr.-lat.> das; -(e)s; -e
Heftpflaster ohne Mullauflage
Leufkojplast: tgr.-lat.) der; -en; -en farb¬
loser Pflanzenzellstoff
Leu|ko|zyt: <gr.> /leukozüt/ der; -en; -en
(m. PI.) <Med.> weißes Blutkörper¬
chen
Ley|mund: der; -(e)s; - (moralischer)
Ruf, den jmd. genießt
Leulte: die (PI.) 1 (mehrere) Menschen
»Da sind Leute auf der Straße.« 2 un¬
ter die Leute kommen: [ugs.] Um¬
gang mit anderen Menschen haben 3
etw. unter die Leute bringen: [ugs ]
etw. verbreiten, weitersagen, bekannt
machen 4 es ist ja nicht wie bei ar¬
men Leuten: [ugs.] es ist genug da,
wir können uns das doch leisten 5
Stillen Wassern u. schweigenden
Leuten ist nicht zu trauen: ruhige,
harmlos aussehende Gewässer u. stil¬
le, ruhige Menschen sind oft gefähr¬
lich, hintergründig; Vorsicht u. Mi߬
trauen sind angebracht 6 Umgang
mit Leuten macht klug: durch viel
Kontakt, Gespräche o. ä. mit anderen
Menschen kann man viel lernen 7 aus
Kindern werden Leute: staunende
Aussage über die schnelle Entwick¬
lung von Kindern zu (jungen) Er¬
wachsenen
Leutlnant: <lat.-fr.> der; -s; -s u. [selten]
-e aj <Milit.> unterster militärischer
Offiziersgrad b) Person, die den Titel,
Dienstgrad Leutnant trägt
leutlsellig: Adj. 1 umgänglich u. freund¬
lich (gegenüber Untergebenen) »Er
ist ein sehr leutseliger Chef.« 2 mittei¬
lungsbereit, vertrauensvoll auch nicht
sehr bekannten, fast fremden Perso¬
nen gegenüber
Le|vel: <lat.-engl.> /läw'l/ der; -s; -s a) Ni¬
veau; Stufe; Ebene b) Leistungsstufe
Le|via|than/Le|via[than —> Le|vi|a|-
than: /lewiatan/ der; -s; -e (im Alten
Testament) Ungeheuer in Form eines
Krokodils od. Drachen als Sinnbild
für die gottfeindlichen Mächte
Le|vi|ten: thebr.-gr.-lat» /lewiten/ die
(PL) in der Wendung jmdm. die Levi¬
ten lesen: [ugs.] jmdn. zurechtweisen,
ausschimpfen
Lev)koie/Lev|ko|je: <gr.> /lefkoje/ die; - ;
•n weiß bis lila gefärbte Zierpflanze
mit traubenförmigen Blüten
Lex: <lat.> /lekß/ die: - ; Leges Gesetz;
Gesetzantrag; Ausnahmegesetz
Lex.: Abk. Lexikon
lex.: Abk. lexikalisch = in der Art eines
Lexikons, das Lexikon betreffend
Le|xem: <gr.-russ.> /lekßem/ das; -s; -e
<Sprachwiss.> bedeutungstragende(s)
Bauelement des Wortschatzes, lexika¬
lische Einheit
Le|xe|ma|tik: <gr.> /lekßematik/ die; - ,■ -
<Sprachwiss.> Lehre von den Lexe¬
men, den bedeutungstragenden Bau¬
elementen des Wortschatzes
Lejxik: <gr.> /lekßik/ die; - ; - <Sprach-
wiss.> der gesamte Wortschatz einer
Sprache
le|xi|ka|lisch: <gr.i /lekßikalisch/ Adj. n.
stg. a) das Lexikon betreffend b) in
der Art eines Lexikons
le|xi|ka|li|sie|ren: <gr.> /lekßikalisiren/ le-
xikalisierst; lexikalisiertest; hast
lexikalisiert <Sprachwiss.> neu in den
Wortschatz aufnehmen; als neues Le¬
xem festlegen
Le|xi|ka|li|sigjrung: <gr.>
/lekßikalisirung/ die; - ; -en 1 Neuauf¬
nahme in den bestehenden Wort¬
schatz 2 lexikalisiertes Wort
—» Le|xi|ko|grafc s. Lexikograph
—* Le|xijko[gr0|fie: s. Lexikographie
—s» le|xi|ko|gra|fisch: s. lexikographisch
Le|xi|ko|graph —auch Le|xi|ko|gra<:
<gr.> /iekßikograf/ der; -en; -en weibl.
Le|xijko|graph|in —* auch Le|xi|ko|-
graf|in: die; - ; -nen Verfasserin) eines
Wörterbuches bzw. einzelner Ab¬
schnitte eines Wörterbuches
Le|xi|ko|gra|phie —> auch Le|xi|ko|gra|-
fiee <gr.> /Iekßikograf]/ die; - ; - Wis¬
senschaft von der Aufzeichnung u.
der Bedeutungserklärung des Wort¬
schatzes
le|xi|ko|gra|phisch —* auch 1e|xi|ko|-
gra|fisch: <gr.> /lekßikografisch/ Adj.
n. stg. die Lexikographie, die Auf¬
zeichnung u. die Bedeutungserklä¬
rung des Wortschatzes betreffend
Le|xi|ko|lo|ge: <gr.> /iekßikolpge/ der;
-n; -n weibl. Le|xi|ko|lp|gin: die; - ;
-nen Wissenschafler(in), der/die sich
mit der Erforschung des Wortschat¬
zes beschäftigt
Le|xi|kon: <gr.> /lekßikon/ das; -s; Lexi¬
ka u. Lexiken 1 meist alphabetisch
nach Stichwörtern geordnetes Nach¬
schlagewerk (zu bestimmten Fachge¬
bieten) mit Erklärungen 2 Wort¬
schatz, Gesamtheit aller Wörter einer
Sprache
Le|xi[kon(ein[trag: tgr.; dt.> /lekßikon-/
der; -(e)s; -eintr'äge formale Beschrei¬
bung eines Lexems, eines bedeutungs¬
tragenden Bauelement des Wort¬
schatzes
Le|xi|kon|for[mat: tgr.; lat.> /lekßikon-/
das; -(e)s; -e bei Lexika übliches
Buchformat von etwa 25- 30 cm
Le|zi|thin/[fachsprl.] Le|ci|thin: <gr.-lat.>
das; -s; -e 1 fettähnlicher Bestandteil
aller Zellen 2 <fachsprl.> eine Sub¬
stanz, die zu den Lipoiden gehört u.
unter anderem als Nervenstärkungs¬
mittel Verwendung findet
Lf.: Abk. 1 Leitfaden 2 Lieferung
Lfb.: Abk. Laufbahn
lfd.: Abk. laufend
Lfg .: Abk. Lieferung
lfm.: Abk. <Maßangabe bei Stoffen,
Fußleisten usw.> laufende(r) Meter
Lfrg.: Abk. Lieferung
Lft: Abk. 1 Lieferanten) 2 Luftfahrt
LfV: Abk. Landesamt für Verfassungs¬
schutz
Lfw.: Abk. Luftfahrtwesen
Lfzt./Lf.-Zt.: Abk. Laufzeit
LG: Abk. 1 Landgericht 2
Lebendgewicht 3 <Sport> Leichtathle¬
tikgemeinschaft 4 Liefergenehmigung
Lg .: Abk. 1 a) Lager b) Lagerung 2 Län¬
ge 3 Legierung = durch Zusammen¬
schmelzen entstandenes Mischmetall
4 <meist Arzneimittel u. Chemie> Lö¬
sung
lg.: Abk. 1 lang 2 ledig
Igfr.: Abk. langfristig
lg}.: Abk. langjährig
LH: Abk. 1 Landwirtschaftliche Hoch¬
schule 2 Lufthansa (eine deutsche
Fluggesellschaft) 3 Luftheizung 4
<engl.> <Unterhaltungselektronik> low
noise/high output = geringes Grund¬
rauschen, hohe Aussteuerung (bei
Stereoanlagen)
Li.: Abk. Linie
ii.: Abk. links
Li|ai|spn: <lat.-fr.> /liäsong u. liäson/ die;
- ; -j 1 (außereheliches) Verhältnis
mit einem Mann, einer Frau 2 enge
Verbindung zwischen zwei od. mehr
Institutionen, Firmen »Eine Liaison
zwischen den Firmen wäre für alle
vorteilhaft.« 3 <Sprachwiss.> das Aus¬
sprechen eines normalerweise nicht
gesprochenen Lautes vor einem mit
Vokal beginnenden Wort im Franzö¬
sischen
Ua|ne —* Lijajne: </o die; - ; -n (m.
PL) tropische Schlingpflanze »Tar¬
zan hangelte sich an Lianen entlang.«
Lib.: Abk. 1 a) Libanon b) Libanese; Li¬
banesin 2 a) Libyen b) Libyer(in) 3
Libelle 4 Liberalismus — Denkrich¬
tung, die für die freie Entfaltung der
Persönlichkeit u. die Eigenverantwor¬
tung jedes Menschen eintritt
lib.: Abk. 1 liberal = freiheitlich, vorur¬
teilslos 2 libanesisch
Li|bel|le: <lat.> die; - ; -n 1 größeres, in
der Nähe von (stehenden) Gewässern
lebendes Insekt 2 Teil eines Meßin¬
struments (Wasserwaage), das die
vertikale bzw. horizontale Position
angibt
ii]bejral: <lat.-fr.i Adj. 1 freiheitlich, vor¬
urteilslos, anderen Menschen die
Möglichkeit der eigenen Lebensge¬
staltung gebend 2 politische Denk¬
weise, die (1) entspricht
Li|be|ra[le: <lat.-fr.> der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Artikel: ein Liberaler;
eine Liberale; zwei Liberale) Angehö¬
rige^) od. Mitglied einer liberalen
Partei; Person von liberaler Gesin¬
nung
li|be|ra|lf|sie|ren: <lat.-fr.> liberalisierst;
liberalisiertest; hast liberalisiert von
Einschränkungen befreien; freiheit¬
lich gestalten
Li|be|ra|li|sie|rung: <lat.-fr.> die; -; -en a)
Aufhebung von Einschränkungen;
großzügigere Gestaltung b) Aufhe¬
bung von Außenhandelsbeschrän¬
kungen
Li|be[ra[lis|mus: <lat.-fr.> der; - ; - Denk¬
richtung, die Verantwortung u. freie
Entfaltung der Persönlichkeit vertritt
Li|be|ra|list: der; -en; -en weibl. Li|be[ra|-
li|stin —» Li|be|ra|lis|tin: die; - ; -nen
Änhänger(in) des Liberalismus, einer
Denkrichtung, die Verantwortung u.
freie Entfaltung der Persönlichkeit
vertritt
li|be|ra|li)stisch —*• li|be|rajl[s|tisch:
dat.-fr.> Adj. n. stg. den Liberalismus
betreffend, auf ihm beruhend
Li|be|ra|li|tat <lat.> die; ~ ; - liberale Ge¬
sinnung; liberales Wesen
Li|be|ro: <lat.-it.> der; -s; -s <Fußball> Ab¬
wehrspieler ohne direkten Gegenspie¬
ler
lijbeijtär: </r.> Adj. extrem freiheitlich
gesinnt, bis hin zum Anarchischen
Ufberjtas: die; ~ ; - römische Göttin der
Freiheit
Li|berjtät: <lat.> die; - ; -en 1 <hist.> stän¬
dische Freiheit 2 [selten] Unabhän¬
gigkeit, Freiheit
714
Lichtreklame
L||bi|do/Li|bf|do: dal.> die; - ; -
<Psychologie> 1 Trieb nach sexueller
Befriedigung; Geschlechtstrieb 2 psy¬
chische Energie; Triebkraft
Li|bret|tist —* Li|b|ret(tist der; -en; -en
we/W.’Lilbretttilstin —» Li|b(ret|tis|tinc
die; - ; -nen Verfasserin) eines Text¬
buches für Opern, Operetten u. ä.
Li|bret|to —* Li|b|ret(to: <lat.-it.> das; -s;
-s u. Libretti Text(buch) zu musikali¬
schen Werken
-lieh: Wortbildungselement (dient der
Adjektivierung) a) das im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte betreffend
»kindlich ♦ betrieblich« b) unpräzise
Art- od. Qualitätsangabe »ältlich ♦
bläulich«
-lieh: Wortbildungselement (+ Verb);
(dienen der Adjektivierung) kenn¬
zeichnet eine dem im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten entsprechen¬
de Eigenschaft »bestechlich«
-lich/-ig: Wortbildungselement (dient
der Adjektivierung) a) zeitlich >-lich<
kennzeichnet die Wiederholung, >-ig<
kennzeichnet die Dauer »vierteljähr¬
lich/vierteljährig« b) + Bezeichnung
einer Sprache >-lich<: über die Spra¬
che, die im Basiswort genannt ist,
>-ig<: in der Sprache, die im Basiswort
genannt ist, verfaßt »englischsprach-
lich/englischsprachig«
Lfchte das; -(e)s; -er 1 a) o. PL Hellig¬
keit, die von etw. ausgeht »das Licht
der Sonne ♦ Tageslicht« b) etw., was
Helligkeit ausstrahlt »das Licht ( =
die Lampe) anschalten« 2 Licht in
etw. bringen: eine rätselhafte Sache,
Angelegenheit aufkiären 3 grünes
Licht geben: die Erlaubnis geben,
etw. anzufangen, in Angriff zu neh¬
men 4 jmdm. geht ein Licht auf: [ugs.]
jmd. versteht, begreift plötzlich 5
jmdm. das Licht ausblasen,
auspusten: [ugs.] jmdn. umbringen,
töten 6 auf jmdn. fällt ein schlechtes,
ungünstiges Licht: man bekommt
von jmdm. od. etw. eine schlechte
Meinung, einen schlechten Eindruck
7 das Licht der Welt erblicken: [geh.]
geboren werden 8 sein Licht (nicht)
unter den Scheffel stellen: sein Wis¬
sen, Können o. ä. (nicht) bescheiden
verbergen 9 das Licht scheuen: sich
od. etw. verstecken 10 etw. ans Licht
bringen, ziehen, zerren: etw. unbe¬
dingt (der Öffentlichkeit) preisgeben
11 bei Licht(e) besehen, betrachtete
[ugs.] wenn man etw. (ganz) genau
nimmt 12 ans Licht kommen: etw.
wird (in der Öffentlichkeit) bekannt
»Bei den Nachforschungen sind die Be¬
trügereien ans Licht gekommen.« 13
jmdn. hinters Licht führen: jmdn.
täuschen 14 jmdn., etw. ins rechte
Licht rücken, stellen, setzen: jmdm.,
etw. so vorteilhaft wie möglich er¬
scheinen lassen, präsentieren 15 etw.
in rosigem, rosaftrotem) Licht sehen:
etw. sehr positiv (unkritisch) beurtei¬
len »Nach dem ersten kleinen Erfolg
sah sie ihre Zukunft nur noch in rosa¬
rotem Licht.« 18 a) in einem guten,
günstigen o. ä. Licht erscheinen,
stehen: einen günstigen, guten Ein¬
druck o. ä. machen b) in einem schie¬
fen Licht erscheinen: keinen guten,
günstigen Eindruck machen c) etw. in
einem schiefen Licht sehen: etw.
falsch, negativ einschätzen 17 etw. in
einem milderen Licht sehen: etw.
nicht (mehr) ganz so schlimm finden
»Sag(e) ihm deine Gründe, dann wird
er es sicher in einem milderen Licht
sehen.« 18 Es ist nichts so fein ge¬
sponnen, es kommt doch ans Licht
der Sonnen: keine schlechte Tat, In¬
trige, kein Verbrechen o. ä. bleibt auf
die Dauer verborgen, es wird irgend¬
wann aufgedeckt, durchschaut 19 Wo
viel Licht ist, ist auch (viel) Schatten:
Wo vieles positiv ist, ist auch immer
etw./viel negativ 20 jmd. ist ein/kein
großes Lichte jmd. ist besonders/
überhaupt nicht klug
Uchte Adj. lichter; lichteste 1 a) voll Hel¬
ligkeit »Der Nebel hob sich, es wurde
lichter.« b) von angenehm heller Far¬
be 2 spärlich; große Zwischenräume
besitzend »Langsam wurde sein Haar
licht.« 3 von der einen zur anderen in¬
neren Begrenzungsfläche gemessen
ljchtjbe|stän|dig: Adj. n. stg. sich durch
Lichteinfluß nicht verändernd »Die¬
ser Stoff ist garantiert lichtbeständig.«
Lichtjbild: das; -(e)s; -er 1 [amtssprl.]
Paßfoto 2 [veralt.] Photographie
Licht]bliclc der; -(e)s; -e erfreuliche
"Aussicht in einem sonst trüben Gan¬
zen
Lichtjbün|del: das; -s; - ein Lichtstrahl,
der durch eine relativ kleine Öffnung
tritt u. sich dabei deutlich von der
Umgebung abzeichnet
Lichtjchen: das; -s; - Verkleinerungs-
’form von Licht
Ljchtjdruck: der; -(e)s; - uffachsprl.J
-e1 o. PI. Druck, den ein Lichtstrahl
auf eine Fläche ausübt, auf die er auf¬
trifft 2 o. PI. Flachdruckverfahren,
mit dem Gemälde usw. vervielfältigt
werden 3 einzelnes Bild, das mit dem
Verfahren des Lichtdrucks (2) herge¬
stellt ist
licht]durch|flu|tet: Adj. n. stg. von sehr
' viel Licht erhellt
licht|durch|läs|sig: Adj. n. stg. für Licht
" durchlässig
Lich|te: die; - ; - lichte Weite einer Öff¬
nung (gemessen von der einen zur an¬
deren inneren Begrenzungsfläche)
licht|echt: Adj. n. stg. farbbeständig un¬
' ter Einfluß von Tageslicht
Ljcht|ein|fall: der; -(e)s; Lichteinfälle
Art des Hereintretens von Licht
Licht]ein|heite die; - ; -en (Physik) Ma߬
einheit in der Photometrie, einem
Verfahren zur Messung der Lichtstär¬
ke
Ucht]ein|strah|lung: die; - ; -en Art der
Einstrahlung, des Hereinscheinens
von Licht
Lichtjein|wir|kung: die; - ; -en Einfluß,
"Beeinflussung, Veränderung durch
Lichtfeinstrahlung)
licht|elek|trisch —» licht|e|lekt|risch:
Adj. n. stg. <Physik> die Elektrizität
betreffend, die beim Auftreffen von
Licht auf bestimmte Stoffe entsteht
licht|emp|find|lich: Adj. auf Licht (emp¬
findlich, gereizt) reagierend
!ich)ten: lichtest; lichtetest; hast gelich¬
tet 1 etw. dünner machen; ausdünnen
»Der Laubwald muß gelichtet
werden.« 2 a) heller machen; erhellen
b) <übertr.> etw. klären »Das Geheim¬
nis wurde gelichtet.« 3 <Schiff> den An¬
ker hochziehen
Lich|teijfest: das; -(e)s; -e Fest der
Tempeleinweihung, das Juden im De¬
zember feiern
licht|er|füllt Adj. [geh.] voll von Licht;
sehr hell
Lich|terjglanz: der; -es; - Helligkeit,
Glanz, der durch viele Lichter hervor¬
gerufen wird
tichlteijloh: Adj. n. stg. mit großen
Flammen brennend »Als wir nach
Hause kamen, brannte unser Haus be¬
reits lichterloh.«
L[ch|teijmeer das; -(e)s; -e eine große
Zahl heller Lichter, die man beson¬
ders im Dunkeln sieht »Schon von
weitem sah man das Lichtermeer der
Stadt.«
Licht|ge|schwin|dig|keit: die; - ; - Ge¬
schwindigkeit, Schnelligkeit, mit der
die Lichtstrahlen eine bestimmte
Strecke zurücklegen
Ljchtjhof: der; -(e)s; -höfe 1 nach oben
offener Innenhof, von dem aus Licht
in die angrenzenden Gebäudeteile
strahlt 2 <Photographie> Bildung von
Lichtschleiern an einer zu stark be¬
lichteten Stelle einer Photographie 3
[selten] heller Schein um einen leuch¬
tenden Körper
Licht|hu[pe: die; - ; -n Installation, Vor¬
richtung in Kraftfahrzeugen, die die
Abgabe von Lichtsignalen über die
Scheinwerfer ermöglicht
L|cht[iahr das; -(e)s;-e (Astronomie) a)
Maßeinheit für die Entfernung, die
Himmelskörper zueinander haben b)
Strecke, die das Licht innerhalb eines
Jahres zurücklegt
Licht|ke|gel: der; -s; - von einer Licht¬
quelle sich kegelförmig ausbreitender
Schein
Licht|kreis: der; -es; -e von einer Licht¬
quelle sich kreisförmig ausbreitender
Schein
Licht|ma|schi|ne: die; - ; -n (Kfz.-Tech¬
nik) Generator, der Teil des Motors
ist u. von einem Keilriemen angetrie¬
ben Strom für alle elektrischen Anla¬
gen des Fahrzeuges liefert
L[cht|meß —> Ljchtjmess: (Mariä
Lichtmeß) katholisches Fest am 2.
Februar (zur Erinnerung an die Dar¬
stellung Jesu im Tempel)
Licht|mesfsung: die; - ; -en Verfahren,
"mit dem die Lichtstärke bestimmt
wird
Licht|or|gel: die; ~ ; -n Beleuchtungsan¬
lage mit bunten Lampen, die in Dis¬
kotheken im Takt der Musik blinken
Lichtjpunkfc der; (e)s; -e Lichtquelle,
die einen punktförmigen Schein hat
Licht|quel|le: die; - ; -n Gegenstand, der
Licht ausstrahlt
Uchljrejflex —*■ Licht|re|f)lex: der; -es;
-e reflektierender Lichtschein
Licht|reiz: der; -es; -e durch Licht
(-schein) hervorgerufene Reaktion
»Die Netzhaut reagiert auf Lichtrei¬
ze.«
Ljcht|re|kla|me —» Licht|re|k|la|me:
die; - ; -n Werbung in Form von
Schriften od. Figuren, die mit Hilfe
von Leuchtstoffröhren erleuchtet
sind, die aus Leuchtstoffröhren be¬
stehen, Syn.: Leuchtreklame
715
Lichtsatz
Licht|satz: der; -es; -sätze (Druckw.) be¬
" stimmte Art des Photosatzes
Lichtjschacht: der; -(ejs; -schachte a)
senkrecht in die Erde führender
Hohlraum, der mit Glas gedeckt ist,
so daß Licht hineinscheinen kann b)
senkrecht in die Erde führender
Hohlraum vor Kellerfenstern, der mit
einem Rost bedeckt ist u. durch den
Tageslicht in den Keller fällt
Licht|schal|ter: der; -s; - Knopf, mit
'dem elektrisches Licht ein- u. ausge¬
schaltet werden kann
Ljchtfschein: der; -(e)s; -e (PL s.) der
von einer Lichtquelle ausgehende
Schein
licht|scheu: Adj. sich vom Licht fern¬
haltend; das Licht fürchtend; das
Licht der Öffentlichkeit meidend
Lichtfscluitzffak|tor: der; -s; -en Be¬
zeichnung, Faktor bei Sonnenschutz¬
mitteln, der angibt, wie stark die Haut
geschützt wird, d. h. wieviel länger
man in der Sonne bleiben kann, ohne
einen Sonnenbrand zu bekommen
(im Vergleich zu der Zeit, die man
ohne Sonnenschutzmittel in der
Sonne bleiben könnte)
Licht|spiel|haus: das; -es; Lichtspielhäu¬
ser [veralt.) Gebäude, in dem auf einer
großen Leinwand einem größeren Pu¬
blikum (Spiel-)Filme gezeigt werden,
Syn.: Kino
Ucht|spiel|thea|ter —> Licht|spiel|the|-
a|ter: das; -s; - [veralt.] Gebäude, in
dem auf einer großen Leinwand ei¬
nem größeren Publikum (Spiel-)
Filme gezeigt werden, Syn.: Kino
Lichtfstärjke: die; - ;-n 1 (Physik) me߬
bares Licht, das von einer Lichtquelle
ausgeht 2 (Photographie) größtes
mögliches Verhältnis zwischen Blen¬
denöffnung u. Brennweite bei einem
Objektiv
ücht|strahl: der; -(e)s: -en Strahl, in¬
tensiver Schein, der von einer Licht¬
quelle ausgeht
Lich|tung: die; - ; -en 1 Stelle in einem
Wald, an der keine Bäume stehen 2
<Med.> Hohlraum eines inneren Or¬
gans; Lumen
Licht|verjhält|nis|se: die (PL) Gegeben¬
heiten, die das Licht betreffen
Lid: das;-(e)s; -er bewegliche Haut (mit
Wimpern), die beim Schließen das
Auge verdeckt u. schützt
U|do: <ft.> der; -s; -s u. Lidi Landzunge
vor einem Meeresteil parallel zur Kü¬
ste »Der Lido von Venedig zieht jedes
Jahr viele Touristen an.«
Lid|sack: der; -(e)s; -sacke schlaffe
Haut unterhalb der Lider
Lid|schat|ten: der; -s; ~ <dekorative
Kosmetik) Farbe (in Puder- od.
Cremeform) zum Aufträgen auf das
Lid zu kosmetischen Zwecken
Lid|spal|te: die; - ; -n geöffneter Bereich
zwischen Ober- u. Unterlid
Lid|strich: der; -(e)s; -e (dekorative
Kosmetik) dunkler Strich direkt über
dem Lidrand zur optischen Vergröße¬
rung der Augen
lieb: Adj. 1 a) Verhalten, Art, das/die
Nettigkeit u. Freundlichkeit zum
Ausdruck bringt; nett b) Wesensart,
die Zuneigung auf sich zieht »ein lie¬
bes Kind« 2 gern; sehr willkommen
»Es wäre mir lieb, wenn du kommen
716
könntest.« 3jmdm. lieb u. teuer, wert
sein: von großer Bedeutung, großem
Wert für jmdn. sein
—» Heb be|hal|ten: s. liebbehalten
—» lieb ge|w]n|nen: s. liebgewinnen
—* Heb hajben: s. liebhaben
lieb|äu|geln: liebäugelst; liebäugeltest;
hast geliebäugelt 1 etw. gerne haben,
kaufen wollen; überlegen, ob man
etw. kauft 2 mit jmdm. anbändeln,
flirten
lieb|be|hal|ten —» lieb be|hal[ten: be¬
hältst lieb; behielt(e)st lieb; hast lieb¬
behalten —>hast Heb behalten*—
jmdm. weiterhin zugeneigt sein;
jmdn. weiterhin mögen
Liebjchen: das; -s; - 1 geliebte Frau,
meist in der Anrede 2 [abwert.] Ge¬
liebte
Lie|be: die; -; -1 starkes Gefühl der Zu¬
neigung zu einem Lebewesen a) star¬
kes Gefühl zu näherstehenden Ver¬
wandten »die Liebe zum Kind« b) ge¬
schlechtliche, körperliche, sexuelle,
erotische Gefühlsbeziehung »die Lie¬
be zum Partner« o) Geschlechtsver¬
kehr »Liebe machen« d) (unge¬
schlechtlich) jmdm. einen Gefallen,
eine Nettigkeit, einen Freundschafts¬
dienst erweisen »Tu mir doch die Lie¬
be, u. fahre mich zur Arbeit.« 2 starkes
positives Gefühl zu etw. »die Liebe
zur Seefahrt« Ant.: d; 2> Haß 3 Liebe
macht blind: wenn man jmdn. liebt,
sieht man keine Schwächen od. Feh¬
ler bei dieser Person mehr 4 Liebe
machen: [ugs.] sexuellen Verkehr ha¬
ben 5 muß Liebe schön sein): [ugs.]
Anmerkung, wenn sich Verliebte auf¬
fällig verhalten 6 tu mir, tun Sie mir
die Liebe!: [ugs.] sei bitte, seien Sie
bitte so gut, nett »Tu mir die Liebe, u.
hör auf, in der Nase zu bohren.« 7 bei
aller Liebe: [ugs.] trotz allen Ver¬
ständnisses 8 Liebe geht durch den
Magen: wer gut kocht, gewinnt die
Zuneigung anderer 9 nicht die wahre
Liebe sein: [ugs.] etw. funktioniert,
klappt o. ä. (noch) nicht so, wie es
sollte 10 wo die Liebe hinfällt: [ugs.]
Anmerkung zu einer ungewöhnli¬
chen, unverständlichen o. ä. Liebes¬
beziehung 11 alte Liebe rostet nicht:
eine schon sehr lange bestehende Zu¬
neigung kann man nicht unterdrük-
ken od. vergessen 12 eine Liebe ist
der anderen wert: wenn jmd. hilfsbe¬
reit, gefällig ist, ist man es selbst auch
gern 13 Die Liebe ist nicht blind, aber
sie sieht nichts: Verliebte legen alles,
was ihnen auflällt, was sie bemerken,
zu Gunsten, zum Vorteil des Partners
aus
Lie|be|fei: die; - ; -en [abwert.] nicht all¬
zu ernst genommene Liebesbeziehung
liejbeln: liebelst; liebeltest; hast geliebelt
[veralt.] mit jmdm. anbändeln, flirten
lie|ben: liebst; liebtest; hast geliebt 1
(Mensch; nicht erotisch, sexuell, son¬
dern verwandtschaftlich) jmdm. tiefe
Gefühle der Zuneigung entgegenbrin¬
gen »Ich liebe meine Eltern sehr.« 2
(Mensch; erotisch) a) jmdm. starke
Zuneigung entgegenbringen u. ihn/sie
gleichzeitig körperlich, sexuell anzie¬
hend finden »Ich liebe dich!« b) mit
jmdm. sexuell verkehren, Ge¬
schlechtsverkehr haben »Sie haben
sich die ganze Nacht geliebt.« 3
(Dingo etw. besonders mögen »Ich
liebe Walnußeis.« Ant.: d; 2a; 3> has¬
sen 4 Was sich liebt, das neckt sich:
Anmerkungen, wenn sich Personen
(besonders Paare) necken, sich auch
(leicht, mäßig) streiten, es nicht ernst
zu nehmen 5 Lieben u. singen läßt
sich nicht zwingen: die Liebe u. die
Fröhlichkeit lassen sich nicht erzwin¬
gen, durch Zwang erreichen
—> liejben ler|nen: s. iiebenlernen
Lie|ben|de: der u. die; -n; -n (m. PL)
(mit unbestimmtem Artikel: ein Lie¬
bender; eine Liebende; zwei Liebende)
jmd., der/die einen anderen Men¬
schen liebt
l|e|ben|ler|nen—> liejben ler|nen: lernst
lieb; lerntest lieben; hast liebengelernt
—*-hast lieben gelernt*— etw. mit
der Zeit schätzen lernen
Ke|bens|wüijdig: Adj. (Charakter) hilfs¬
bereit, freundlich u. zuvorkommend
lje|bens|wür|di|ger|weilse: Adv. aus
Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit
Lie|bens(würjdig|keit: die; - ;-en1 o. PI.
Herzlichkeit; Freundlichkeit 2 lie¬
benswürdige, freundliche, hilfsbereite
Handlung, Äußerung
Lie|bes|aben|teu|er —> Lie|bes|a|ben|-
teu|er: das; -s; - kurze, heftige Lie¬
besbeziehung
Lie|bes|akfc der; -(e)s; -e [geh.] Ge¬
schlechtsakt; sexueller Verkehr
Lie|bes|be|dürf|nis: das; -ses; -se (PL
s.) großes Verlangen, Bedürfnis nach
Zuneigung u. Liebe
Lje|bes|bejweis: der; -es; -e eine Hand¬
lung, die Liebe u. Zuneigung zum
Ausdruck bringt
Lie|bes|be|zie|hung: die; - ; -en eine von
Liebe u. Zuneigung geprägte Verbin¬
dung zwischen zwei Menschen
Lie|besjbrief: der; -(e)s; -e liebevolles
Schreiben an jmdn., den man liebt
Lie|bes|dienst: der; -(e)s; -e ein Gefal¬
len, Dienst, der durch Liebe motiviert
ist
Lie]bes|ehe —> Lie|bes|e|he: die; - ; -n
eine Ehe, die nicht aus wirtschaftli¬
chen Interessen, sondern aus Liebe
geschlossen wurde
Lie|bes|ent]zug: der; -(e)s; - (Psycholo¬
gie) Entzug, Vorenthaltung von Zu¬
wendung (als Bestrafung), der voral¬
lem bei Kindern zu erheblichen psy¬
chischen Schäden führen kann
Lie|bes|eijklä|rung: die; - ; -en das Ge¬
stehen seiner Liebe der/dem Gelieb¬
ten gegenüber
liejbes|fä|hig: Adj. n. stg. (Psychologie)
in der Lage, eine Liebesbeziehung
einzugehen u. aufrechtzuerhalten
Lie|bes|film: der; -(e)s; -e ein Film, in
dessen Mittelpunkt eine Liebesge¬
schichte steht
üe|bes|ge|dicht: das; -(e)s; -e Gedicht,
in dessen Mittelpunkt die Liebe steht
u. das oftmals vom dem der Verlieb¬
ten selbst verfaßt wird
Lie|bes)ge|schich|te: die; -; -n 1 Erzäh¬
lung, Geschichte, in deren Mittel¬
punkt Liebe steht 2 [abwert.) kurze,
heftige Liebesbeziehung, Syn.: Lie¬
besabenteuer
Lie|bes|kum|mer: der; -s; - durch eine
unglückliche od. beendete Liebesbe-
liegenbleiben liegen
Ziehung niedergeschlagener, depressi¬
ver Gemütszustand
Lje|besjkunst: die; - ; -künste 1 o. PI.
verfeinerte Art des Umgangs zwi¬
schen zwei Liebenden 2 sexuelle Prak¬
tik; verfeinerte (Sexual-)Technik
Lle|bes|le|ben: das; -s; - das Sexualle¬
ben
Lie|bes|lied: das; -(e)s; -er Lied, in des¬
sen Text vornehmlich von Liebe ge¬
sungen wird, manchmal extra von ei¬
nem Liebenden für den anderen ge¬
schrieben '
Lie|bes|lust: die; - ; - bei der körperli¬
chen Liebe empfundenes starkes Ver¬
gnügen
Lie|bes|ly)rilc die; - ; - Gesamtheit aller
Gedichte, in deren thematischen Mit¬
telpunkt die Liebe od. Anbetung ei-
ner/eines Geliebten steht
Lie|bes|müh/Lje|bes|mü|he: die; - ; -n
in der Wendung vergebliche/vertore-
ne Liebesmüh(e): vergebliche An¬
strengung
Liejbes|nacht: die; - ; -nächte Nacht, in
der man Geschlechtsverkehr hat
Liejbea|nest: das; -(e)s; -er gemütliches
Versteck, gemütlicher Ort, in/an dem
man sich ungestört lieben kann
Lie|bes|ob|jekt: das;-(e)s; -e derjenige,
auf den die Liebe gerichtet ist
Lje|bes|paar: das;-(e)s; -e Bezeichnung
für zwei Menschen, die sich heben
Lie|besjro|man: der; -(e)s; -e ein (häu¬
fig trivialer) Roman, in dessen thema¬
tischem Mittelpunkt (vergebliche)
Liebe steht
Lie|bes|spiel: das; -(e)s; -e erotisch-se¬
xuelle Handlungen wie Streicheln,
Küssen usw., oft als Vorspiel zum se¬
xuellen Akt
lje|bes|un|fä|hig: Adj. n. stg. Psycholo¬
gie) zur dauerhaften Liebe unfähig
Lie|bes|ver|hält|nis: das; -ses; -se Bezie¬
hung zwischen zwei Menschen, die
die körperliche Liebe einschließt
Lfe]bes|zau|ber: der; -s; - <Mythologie>
Zauber, durch den die Liebe in jmdrn.
entfacht werden soll
lie|be|voll: Adj. 1 Charakter) fürsorg¬
lich u. zärtlich »Er ist ein sehr liebevol¬
ler Vater.« 2 mit viel Sorgfalt »Dabei
habe ich das Geschenk so liebevoll ein¬
gepackt.«
Ijeb|ge]win|nen —> Heb gejwjn|nen: ge¬
winnst lieb; gewann(e)st lieb; hast
liebgewonnen —>hast lieb
gewonnen<— etw. mit der Zeit mö¬
gen, gern haben
iieb|ha|ben —> lieb ha|ben: hast lieb;
hattest lieb; hast liebgehabt —>hast
lieb gehabt <— jmdn. besonders
gerne mögen, lieben
Lieb|ha|ben der; -s; - weibl. Lieb|ha|-
be|rin: die; - ; -nen 1 Person, die zu ei¬
ner anderen Person eine sexuelle Be¬
ziehung hat (oft gebraucht, wenn eine
Person in einer Ehe od. festen Bezie¬
hung ist) 2 Person, die bestimmte
Dinge sehr gerne hat, kauft u. sam¬
melt
Lieb|ha|ber|preis: der; -es; -e ein Preis,
der den eigentlichen Wert übersteigt,
jedoch unter Liebhabern durchaus er¬
zielt werden kann
Uebjha|ber|stück: das; -(e)s; -e ein Ge¬
genstand, dessen Wert, Bedeutung
nur Liebhaber ermessen können
Lieb|ko|sung: die; - ; -en [geh.] zärtliche
Berührung
lieb|lich: Adj. 1 voller Anmut »Ihr Ge¬
sicht war äußerst lieblich.« 2 ange¬
nehm auf einen bestimmten Sinn ein¬
wirkend »Was für eine liebliche
Melodie!« 3 <Wein> süß im Ge¬
schmack 4 [ugs.] unangenehm »Das
kann ja lieblich werden!«
Lieb|lich|keit die; - ; -1 reizendes, an¬
mutiges Aussehen 2 angenehme Wir¬
kung auf einen bestimmten Sinn 3
Anrede einer Fastnachtsprinzessin
»Euer Lieblichkeit Anja helau!«
Ljebjlings|be|schaf|ti|gung: die; - ; -en
Tätigkeit, die jmd. am liebsten ausübt
Ljeb|lings|ge|richt: das; -(ejs; -e Essen,
das jmd. am liebsten mag
Ljeb|lings|schü|ler: der; -s; - weibl.
Ljeb|lings|schü|le|rin: die; - ; -nen
Schülerfin) von mehreren, den/die ein
Lehrer bevorzugt
Ljeb|lings|spei|se: die; - ; -n Essen, das
jmd. am liebsten mag
l]eb|los: Adj. liebloser; liebloseste ohne
Sorgfalt; ohne etw. näher zu beach¬
ten; ohne Liebe entgegenzubringen
lieb|rei|zend: Adj. [geh.; veralt.] anmu¬
tig; charmant
Ljeb|schaft: die; - ; -en nicht fest einge¬
gangene Liebesbeziehung ■
Liebjstöckel (Lieb[stökjket —» Lieb|-
stö|ckel): das u. der; -s; - hochwach¬
sende Pflanze mit sellerieähnlichem
Duft
Ljed: das; -(ejs; -er 1 Text (zum Sin¬
gen), der mit einer Melodie verbun¬
den wird 2 (immer wieder) das alte,
dasselbe, das gleiche Lied
anstimmen: [ugs.] (immer wieder)
dasselbe erzählen, über dasselbe jam¬
mern o. ä. 3 (immer) das alte, dassel¬
be, das gleiche Lied sein: [ugs.] es
hat sich nichts geändert, es ist immer
(noch) das gleiche
L[e)der|abend —* Lie|der|a|bend: der;
-s; -e ein musikalischer Abend, an
dem Lieder vorgetragen werden
Lje|deijbuch: das; -(ejs; -bücher Buch,
in dem Lieder mit ihren Texten u. der
Musik zusammengefaßt sind
lie|der|Nch: Adj. [abwert.] (unangenehm
empfunden) nachlässig u. unordent¬
lich »ein liederlicher Haushalt«
Lje|deijma|chec der; -s; - weibl. U§]-
der|ma|che|rin: die; - ; -nen
Sänger(in), der/die engagierte, pro¬
blemorientierte Lieder häufig aus ak¬
tuellem Anlaß schreibt u. singt
Lie|der|sän|ger/Lied{sän|geR der; -s; -
weibl. Lie|der|sän|ge|rin/Lied|sän|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die
(Kunst-)Lieder singt
Ljed|gut: das; -(ejs;- die Gesamtheit al¬
ler überlieferten Lieder einer Kultur¬
gemeinschaft
Ljed|sän|ger/Lje|der|sän|ger: der; -s; -
weibl. Ued|sän|ge|rin/Lie|der|sän|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die
(Kunst-)Lieder singt
Lie|te|rant: der; -en; -en weibl. Lie|fe|-
ran(tin: die; - ; -nen Person, die einem
Kunden Ware(n) bringt, für einen
Kunden Waren produziert
Lie|fe|ran|ten|ein|gang: der; -(ejs; -ein-
g'änge Eingang, der Lieferanten, der
Warenanlieferung Vorbehalten ist
liejfer|bar. Adj. n. stg. (von Waren) im
Moment erhältlich, vorrätig
Ue|fer|frist: die; - ; -en <Handel> Zeit,
die einem Lieferanten bis zur Abgabe
der Ware zur Verfügung steht, die
(vermutlich) bis zur Lieferung der
Ware vergeht
liejfem: dat.-fr.-niederl.> lieferst; liefer¬
test; hast geliefert 1 bestellte Waren
bringen »Meine Getränke lasse ich
liefern.« 2 etw. bestätigen »den Beweis
liefern« 3 produzieren, hervorbringen
»Kuwait liefert Öl.« 4 mit jmdm. aus¬
tragen »Die Musketiere lieferten sich
ein spannendes Duell.«
Ue|fer]schein: der; -(ejs; -e die Bestäti¬
gung, daß eine bestimmte Ware gelie¬
fertworden ist
Lie|fer|terjmin/Lietfe|rungs|ter|min: der;
-(ejs; -e Zeitpunkt, Datum u. Uhr¬
zeit, zu dem eine Ware gebracht wer¬
den soll
Lie|fe|rung: die; - ; -en 1 das Bringen
der Ware »Die Lieferung trifft pünkt¬
lich ein.« 2 bestimmte Menge einer zu
liefernden Ware 3 <Buchw.> Teil eines
mehrbändigen Werkes, dessen Bände
einzeln u. zeitlich versetzt erscheinen
»Der Lexikonband erscheint in Liefe¬
rungen.«
Lie|ferjwa|gen: der; -s; - Auto mit klei¬
ner Ladefläche, mit dem leichtere Gü¬
ter transportiert werden können
Lie|fei1zeifc die; - ; -en Zeitraum, der ei¬
nem Lieferanten bis zur Abgabe der
Ware zur Verfügung steht, die (ver¬
mutlich) bis zur Lieferung der Ware
vergeht
Lfe|ge: die; - ; -n flaches Möbelstück,
auf dem man ausgestreckt liegen
kann
lie|gen: liegst; lagfejst; hast gelegen 1
sich in waagerechter Position befin¬
den, wobei der Körper ganzflächig
etw., einen Untergrund berührt »Er
liegt im Bett.« 2 an etw. lehnen »Die
Leiter liegt schräg an der Hauswand.«
3 eine bestimmte (qualitative) Lage
haben »Das Werkzeug liegt gut in der
Hand.« 4 vorhanden sein; bedeckt
sein mit etw. »Es liegt Schnee. • Weißt
du, wo meine Hemden liegen?« 5 geo¬
graphisch, räumlich an einer be¬
stimmten Stelle sein »Wo liegt denn
Burundi?« 6 eine bestimmte Position,
ein bestimmtes Niveau im Verhältnis
zu anderem haben »Der Läufer liegt
an letzter Stelle. • Der Preis für diesen
Flug liegt deutlich höher als im letzten
Jahr.« 7 Ursache sein »Der Fehler
liegt ganz allein bei dir.« 8 abhängig
sein »Es liegt in deiner Verantwortung,
in deinem Ermessen, an dir.« 9 eine
(bestimmte) Begabung haben »Laß
ihn lieber Geige spielen, das liegt ihm
mehr als Klavier.« 10 jmdn. od. etw.
wertschätzen »Mir liegt besonders viel
an ihm, da ich ihn schon so lange ken¬
ne.«
—> Ijejgen blei|ben: s. liegenbleiben
—*■ Helgen las|sen: s. liegenlassen
liejgen|blei|ben —> liejgen blej|ben:
bleibst liegen; blieb(e)st liegen; bist
liegengeblieben —*bist liegen
geblieben<— 1 in liegender, flacher,
ausgestreckter Position bleiben 2 aus¬
gebreitet bleiben »Bei dieser Kälte
bleibt der Schnee sicher liegen.« 3
717
liegenlassen liegen
<Dinge> a) an einer bestimmten Stelle
belassen werden b) vergessen, nicht
mitgenommen werden »Der Brief
blieb liegen.« c) vorübergehend nicht
fortgeführt werden können »Die Ar¬
beit muß leider liegenbleiben, bis ich
aus dem Urlaub zurückkomme.« 4 sei¬
nen Weg nicht fortsetzen könnend
»Mit einer Panne blieb er auf der Au¬
tobahn liegen.«
Ije|gen|las|sen —» Helgen fas|sen: läßt
liegen; ließ(es)t liegen; hast liegenge¬
lassen —»-hast liegen gelassen • alle
Gegenwartsformen mit ss<— 1 jmdn.
od. etw. an einer Stelle belassen u.
dann Weggehen »Der Einbrecher hat
das ganze Werkzeug liegengelassen.«
2 zurücklassen; vergessen 3 unerledigt
lassen »Einstweilen ließ er seine Arbeit
Hegen.«
Lie]gen|schaft: die; - ; -en 1 m. PI. Im¬
mobilien), besonders Grundstück(e)
2 [Schweiz.) Bezeichnung für ein (grö¬
ßeres) bebautes Grundstück
Lie|ge|plate der; -es; -platze gewählter
od. zugewiesener Platz, an dem ein
Schiff vor Anker geht, über einen
Zeitraum (z. B. im Hafen) liegen kann
Lje|ge|sitz: der; -es; -e Sitz mit verstell¬
barer Rückenlehne, so daß man auch
liegen kann
L|elge|so|fa: das; -s; -s Sofa, das so lang
ist, daß man auch darauf liegen kann
L|e|ge|stuhl: der; -(e)s; -stöhle zusam¬
menklappbarer (Ho)z)stuhl mit einer
festen Stoffbahn oder Polsterung
zum Sitzen u. Liegen, der besonders
zum Sonnen geeignet ist
Lje|ge|stiitz: der; -es; -e (m. PI.) <Sport>
Übung, bei der der Körper vollstän¬
dig gestreckt auf den Handflächen u.
Zehen ruht u. durch Beugung der
Arme auf u. ab bewegt wird
Liejge|wa|gen: der; -s; - ein Zugabteil,
dessen Sitze in drei übereinander ge¬
lagerte Liegen umfunktioniert wer¬
den können
Lie|ge|wie|se: die; - ; -n 1 Rasenfläche,
auf der man zum Sonne liegen kann 2
[ugs.] eine breite Liege, ein bequemer
Sessel o. ä.
Lifejstyle: tenglo /laifstail/ der; -s; -s Le¬
bensstil; Lebensart
Lift <engh der; -(e)s; -e u. -s a) Anlage,
"die Personen u. Gegenstände (inner¬
halb eines Gebäudes) nach oben u.
unten befördert; Aufzug; Fahrstuhl
b) kurz für Skilift = ein Transport¬
mittel in verschiedenen Ausführun¬
gen, das die Skifahrer oben auf den
Berg bringt
lif)ten: <engl.> liftest; liftetest; hast gelif-
' tet a) heben; wuchten; in die Höhe
fahren b) <Med.; Kosmetik) eine kos¬
metische Operation durchführen (bei
der Haut, Gewebe gestrafft wird)
Liffting: <englo das; -s; -s 1 kosmetische
Operation zur Straffung der (Ge-
sichts-)Haut 2 «Sport) federnde
Übung, bei der die Zehen auf dem
Boden bleiben, während die Fersen
rhythmisch vom Boden abheben
Li|ga: dat.-spano die; - ; Ligen 1 <Sport>
Spielklasse bei Mannschaftssportar¬
ten »Der Verein spielt in der
Fußballbundesliga.« 2 Vereinigung,
Bund, der für ein politisches, soziales
Ziel kämpft
LigM-Show —» Light|show: <englo
/laitscho“/ die; - ; -s musikalische
Show, die durch Lichteffekte ver¬
stärkt wird
li|ie|ren, sich: liierst dich; liiertest dich;
hast dich liiert 1 eine Liebesbeziehung
eingehen; liiert sein; ein Liebesver¬
hältnis haben 2 <Wirt.> sich aus ge¬
schäftlichen Gründen miteinander
verbinden
Li|kön dat.-fr o der;-(e)s; -e süßes, aro¬
matisches, häufig etw. zähflüssiges al¬
koholisches Getränk
Li|kör|fla|sche: dat.-fr.; du die; - ; -n
eine Flasche (oft in bauchiger Form)
für Likör
Li|kör|glas: dat.-fr.; dto das; -es; -gläser
kleines Glas, das sich besonders für
Likör anbietet
li|(a: <Sanskrit-pers.-arab.-span.-fr.> Adj.
n. stg.; n. dekl. in der Farbe, die aus
den Grundfarben rot u. blau entsteht;
violett
li|la|far|ben/lijla|far|big: Adj. n. stg. lila;
in der Farbe, die aus den Grundfar¬
ben rot u. blau entsteht; violett
Li|lie: /lilie/ die; - ; -n hochwachsende
Pflanze mit schmalen Blättern u.
stark duftenden, trichterförmigen
Blüten
Li|ll|put: das; -s; - Märchenland nach
dem Roman von J. Swifts >Gullivers
Reisern aus dem Jahre 1726, in dem
alle Bewohner winzigklein sind
Li|li|pulta[ner: <englo der; -s; - weibl. Li|-
li|pu|ta|ne|rin: die; - ; -nen [ugs.] (nach
dem Roman von J. Swifts >Gullivers
Reisern aus dem Jahre 1726) zwerg¬
wüchsiger, kleinwüchsiger Mensch
lim: Abk. Limes = mathematischer
Grenzwert
Lim.: Abk. 1 (englo limited = Gesell¬
schaft mit begrenzter Haftung 2 Li¬
mousine = geschlossener Personen¬
kraftwagen
lim.: Abk. limitiert = begrenzt; be¬
schränkt
Li[me|rick: drisch-engl» der; - u. -s; -s 1
"nach einem strengen Reimschema
verfaßtes humorvolles, witziges Ge¬
dicht 2 irische Stadt
Li]mes: dato der; - ; - 1 römischer
Grenzwall 2 <Math.> Grenzwert (einer
Funktion o. ä.)
Lj|mit: dat.-fr.-englo das; -s; -s u. -e
(oberer) Grenzwert; festgelegte Gren¬
ze für etw.
Lifmi|ta|ti|pn: dato /limitazipn/ die; - ;
-en Begrenzung; Einschränkung
li|mijted: dat.-fr.-engl» in Großbritan¬
nien Zusatz bei Handelsgesellschaf¬
ten mit beschränkter Haftung
li|mi|tie|ren: limitiert; limitierte; hat limi¬
tiert im Umfang einschränken
L||mo: Kurzw. die; - ; -s [ugs.] Limona¬
de, ein kohlensäurehaltiges Erfri¬
schungsgetränk
U|mo|na|de: <pers.-arab.-fro die; - ; -n
kaltes, Kohlensäure enthaltendes, er¬
frischendes, nicht alkoholisches
(Fruchtsaft-)Getränk
Li|mp|ne: die; - ; -n (westindische) Zi¬
trone .
Li|mou|si|ne: </r.> /limusine/ die; - ; -n
geschlossener Personenkraftwagen
Lin: Abk. Linie
lin(.): Abk. linear = geradlinig; linien¬
förmig
Hnd: Adj. linder; lindeste 1 [geh.; poet.]
in angenehmer Weise mild »Es weht
ein lindes Lüftchen.« 2 n. stg.; kurz für
lindgrün = von heller, zarter Grün¬
färbung
Lin|de: die; - ; -n 1 Laubbaum mit aus¬
ladender Krone u. gelblichen, wohl¬
riechenden Blüten 2 o. PL das Holz
der Linde
Lin|den|blü|te: die; - ; -n gelber Teil des
Lindenbaumes, der der Ausbildung
der Früchte u. des Samens dient
Lln|den|blü|ten|tee: der; -s; -s Tee, hei¬
ßes Aufgußgetränk aus getrockneten
Lindenblüten
lin|dern: linderst; lindertest; hast gelin¬
dert ein negatives körperliches od.
seelisches Gefühl .abschwächen, er¬
träglicher machen
Lin|de|mng: die; - ; - Vorgang der Ab¬
schwächung von körperlichem od.
seelischem Leid
lind|grün: Adj. zartes gelbgrün
Und|wurm: der; -(e)s; -wärmer «My¬
thologie; Wappenkunde) drachen¬
ähnliches Fabeltier ohne Flügel
Li|ne|al: dato das; -(e)s; -e 1 längliches
Gerät zum Ziehen von geraden Stri¬
chen, Linien 2 ein Lineal verschluckt
haben: [ugs.] sehr gerade sitzen, ste¬
hen
li|ne|an Adj. n. stg. 1 a) [geh.] geradlinig
linienförmig b) «Kunstwiss.) das
Zeichnerische, im Gegensatz zum
Malerischen, betonend 2 a) [geh.] ste¬
tig verlaufend »Die Geschichte ist ein
linearer Prozeß.« b) <Sprachwiss.>
sukzessiv; in Form einer Abfolge
»Diese Redekette ist linear.« 3 «Math.) \
eindimensional; nur der Länge nach 4
a) für alle in gleicher Weise erfolgend
»Die Lohnerhöhung soll linear
erfolgen.« b) «Math.) unbestimmte
Größen in erster Potenz erhaltend
Li|ner: <englo /lainer j der; -s; - 1 Über¬
seedampfer; Linienschiff 2 Linien-,
Passagierflugzeug 3 «Kosmetik) Stift
zum Nachzeichnen der Augenränder
•ling: Wortbildungselement (dient der
Substantivierung) 1 meist + Verb
[positiv empfunden] bezeichnet kleine
Lebewesen, meist Kinder »Firmling«
Ling.: Abk. a) Linguistik = Sprachwis¬
senschaft b) Linguist(in) = Sprach¬
wissenschaftlern)
ling.: Abk. linguistisch = sprachwissen¬
schaftlich
lin|gu|al: dato Adj. n. stg. «meist Med.)
zur Zunge gehörend
Lin|gu|jst dato der; -en; -en weibl. Lin|-
gu|istin —» Lin|gu|is|tin: die; ~ ; -nen
Wissenschaftler(in), der/die sich mit
der Sprache beschäftigt
Linigui|stik —*■ Lin|gu||s|tik: dato die;
• ; - Wissenschaft u. Lehre von der
Struktur u. Entwicklung der
Sprache(n) »Sie ist Dozentin für Lin¬
guistik.« Syn.: Sprachwissenschaft
lin|gui]stisch —* lin|gu|is)tisch: Adj. n.
stg. sprachwissenschaftlich
Li|nie: dato /linie/ die; - ; -n 1 (gerader)
"Strich 2 auf einer Strecke eingesetztes
Verkehrsmittel; regelmäßig von öf¬
fentlichen Verkehrsmitteln befahrene
Strecke »Die Linie 5 fährlfführl zum
Bahnhof.« 3 Verwandtenfolge; Zweig
einer Familie »Eine Großmutter ist
eine Verwandte gerader Linie.« 4 ein-
718
Lippe
geschlagene Richtung (in der Art des
Handelns, Vorgehens) S Markierung
Begrenzungslinie ♦ Seitenlinie« 6 Um¬
randung, die etw. hervorhebt; Kontur
7 Folge »Die Schüler sollen sich in ei¬
ner Linie aufstellen.« 8 a) in erster
Linie: als erstes b) in zweiter Linie: da¬
nach; als nächstes »In erster Linie
müssen wir an die Finanzierung den¬
ken; in zweiter Linie müssen wir an die
Auswahl der Mitarbeiter denken.« 9
auf der ganzen Linie: [ugs.] total;
vollkommen 10 Linie in etw. bringen:
[ugs.] etw. in ein bestimmtes System,
eine Form bringen
Li|ni|en|bus: <lat.; du /lini«n-/ der; -ses;
-se allen Personen (gegen Bezahlung)
zur Verfügung stehender Omnibus,
der eine bestimmte Strecke (immer
wieder) nach vorgegebenem Zeittakt
entlangfährt
Li|ni|en|ftug: <lat.; du /lini'n-/ der;
-(e)s; -flöge Flug mit einem Flug¬
zeug, das eine bestimmte Strecke
nach vorgegebenem Zeittakt regelmä¬
ßig fliegt
Lj|ni|en|flug|zeug: dat.; dt.> /Untat-/ das;
-(e)s; -e im Linienverkehr eingesetz¬
tes Flugzeug
li|ni|en|för[mig: dat.; du /linien-/ Adj. n.
stg. in Form einer Linie
L|)ni|en|füh|rung: dat.; dt.> /linien-/ die;
- ; -en 1 Art u. Gestaltung der zeich¬
nerischen Linie »Er besitzt eine har¬
monische Linienführung.« 2 festgeleg¬
ter Verlauf einer Verkehrslinie, z. B.
einer Bus- od. Staßenbahnlinie
Ljjni|en|netz: dat.; dt.> /lini'n-/ das; -es; -
e 1 System von verzweigten Verkehrs¬
linien 2 [seltener] Netz von Linien,
Strichen
Li|ni|en|om|ni|bus: dat.-fr. > /linien-/ der;
-ses; -se allen Personen (gegen Bezah¬
lung) zur Verfügung stehender Omni¬
bus, der eine bestimmte Strecke (im¬
mer wieder) nach vorgegebenem Zeit¬
takt entlangfährt
L]|ni|en|rich|ter dat.; du /linfai-/ der;
-s; - weibl. L]|nilen|rich|tejrin: die; - ;
-nen <Sport> Helfer(in) des Feld¬
schiedsrichters bei Ballsportarten,
der/die vom Rand des Spielfeldes aus
besonders die seitlichen Grenzlinien
beobachtet
li]ni|en|treu; dat.; dt.> /lini'n-/ Adj. li¬
nientreuer; linientreufe)ste den Re¬
geln, Vorgaben einer weltanschauli¬
chen Richtung, Organisation entspre¬
chend (handelnd); genau, streng nach
einer Ideologie lebend
L]|ni|en|ver|kehr: dat.; du /linien-/ der;
-(e)s; - regelmäßiger Verkehr von öf¬
fentlichen Verkehrsmitteln auf be¬
stimmten Strecken
Li[njeijma|schi|ne: dato die; - ; -n Ge¬
rät, mit dessen Hilfe Linien gezogen
werden
li|nie]ren: dato linierst; liniertest; hast li¬
niert mit horizontalen Linien, Stri¬
chen versehen »Ich benutze liniertes
Papier.«
Li|nieirung: dato die; ~; -en 1 das Ziehen
von Linien, Strichen 2 alle Linien auf
einem linierten Blatt Papier
link: Adj. linker; link(ejste 1 [ugs.) nicht
vertrauenswürdig, verschlagen, be¬
trügerisch 2 linkefr) Vogel, Ratte:
[ugs.; abwert.] Bezeichnung für eine
verschlagene, betrügerische Person
L]n|ke: die; -n; -n 1 PI. s. die linke Hand,
etwa beim Boxen 2 <Boxen> mit der
linken Hand ausgeführter Schlag 3
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Artikel: ein Linker; eine Linke; zwei
Linke) <Pol.> Parteien des linken Flü¬
gels; Gesamtheit der Personen u. Or¬
ganisationen des politischen linken
(fortschrittlichen) Spektrums
linjken: linkst; linktest; hast gelinkt
(ugs.] jmdn. betrügen, übervorteilen,
hereinlegen Syn.: [ugs.] abziehen, ab¬
zocken
l)n|ker|seits: Adv. links, auf der linken
Seite »Bitte benutzen Sie den Eingang
linkerseits.«
I]n|kisch: Adj. sich ungeschickt, unbe¬
holfen anstellend
Ijnks: Adv.; Präp. nicht rechts 1 a) dem
Uhrzeigersinn nach, vom eigenen
menschlichen Körper ausgehend: 12
Uhr = vorne, 3 Uhr = rechts, 6 Uhr
= hinten, 9 Uhr = links; Seite, auf
der das menschliche Herz liegt b) bei
Kleidungsstücken die Seite, die nicht
außen getragen wird, an der die
Nähte u. keine Knöpfe sind 2 eine po¬
litische Denkweise: sozialistisch,
kommunistisch, nicht konservativ 3
a) jmdn. links Negenlasssn —> jmdn.
links liegen lassen: bewußt jmdn.
übersehen, ihn nicht beachten b) etw.
links liegenlassen —» etw. links lie¬
gen lassen: [ugs.) 1. etw. nicht beach¬
ten 2. rechts an etw. Vorbeigehen, vor¬
beifahren »Um zum Bahnhof zu kom¬
men, müssen Sie die Kirche links lie¬
genlassen u. in die zweite Straße rechts
einbiegen.« 4 mit links: [ugs.] einfach
so, ohne sich groß anzustrengen S
weder rechts noch links schauen:
sich um nichts mehr kümmern (außer
um ein streng verfolgtes Ziel) 6 jmdn.
auf links drehen: (ugs.] jmdn. sehr ge¬
nau (über)prüfen
links|bün|dig: Adj. n. stg. [fachsprl. an
eine gedachte linke Linie angereiht,
angeschlossen
Links|exftre|mis|mus: der; ~ ; - extrem
sozialistische, antikapitalistische poli¬
tische Richtung, Ant.: Rechtsextre¬
mismus
Ljnks|hän|der; der; -s; - weibl. Links|-
hän|de|rin: die; - ; -nen Person, die
(fast) alle Handlungen, Tätigkeiten,
die einhändig ausgeführt werden, mit
der linken Hand ausüben, Ant.:
Rechtshänder(in)
linksjhän|dig: Adj. n. stg. 1 geschickter
mit der linken Hand 2 eine Tätigkeit
mit der linken Hand ausübend 3
<übertr.> einfach sein »Das mache ich
doch linkshändig.«
Links|in|tel|lek|tu|el|le: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Artikel; ein Links-
intelektueller; eine Linksintelektuelle;
zwei Linksintelektuelle) (Pol.» linker
Politik nahestehende(r) Intellektuel¬
le«
Links|koa|li|ti[on —* Links|ko|a|li(ti|on:
die; - ; -en <Pol.> Zusammenschluß
von sozialistisch, kommunistisch
orientierten Parteien zu Regierungs¬
zwecken
Links|kur|ve: die; - ; -n Kurve, die nach
links abknickt
links|la|stig —» Ijnksjlasftig: Adj. n. stg.
1 auf der linken Seite stärker beladen
od. belastet als auf der rechten Seite 2
<Pob zu stark linksorientiert
links|läu|fig: Adj. n. stg. 1 (Technik» sich
' im Uhrzeigersinn drehend; linksdre¬
hend 2 (Schrift» von rechts nach links
verlaufend 3 (Graphologie» nach links
abkippende Handschrift
links|ori|en|tiert —» ljnks|o|ri|en|tiert:
Adj. linksorientierter; linksorienlierte-
ste <Pol.» an einer linken, sozialisti¬
schen od. kommunistischen Weltan¬
schauungorientiert
Ljnksjpaijteh die; - ; -en politische Or¬
ganisation, die sozialistische od. kom¬
munistische Ziele verfolgt
links|ra|di|kal: Adj. (Pol.» auf extreme
Weise sozialistische od. kommunisti¬
sche Ziele verfolgend
Hnks|sei|tig: Adj. auf der linken Seite
Links|veijkehr: der; -(e)s; - (Ver-
kehrsw.» Organisation des Straßen¬
verkehrs, bei der auf der linken Stra¬
ßenseite gefahren u. rechts überholt
wird
Lin[ole|um —> Lin|o|le|um: dat.-engh
/linole-um/ das; -s; - starkes Gewebe
aus Jute mit aufgepreßtem Obermate¬
rial, das in erster Linie als Fußboden¬
belag verwendet wird
Lin|ol|schnitL‘ dat.-engl.; du der; -(e)s;
-e 1 o. PI. graphische Technik, bei der
das spätere Bild mit einem speziellen
Messer aus einer Platte Linoleum her¬
ausgeschnitten wird, von der an¬
schließend in einem Druckverfahren
beliebig viele Bilder erstellt werden
können 2 Druckbild von einer Linol¬
schnittplatte
Lin|se: die; - ; -n 1 a) eine Hülsenfrüchte
hervorbringende Pflanze b) Frucht
der Linse (la) »Aus Linsen kann man
eine Suppe kochen.« 2 a) (Physik; Op¬
tik» aus durchsichtigem Material ge¬
fertigter, geschliffener Gegenstand,
etwa in Form einer Linse (1 b), der op¬
tische Strahlen in bestimmter Weise
bricht b) (Med.» Teil des Auges mit
Form u. Aufgabe der Linse (2a)
tln|sen: linst; linstest; hast gelinst [ugs.]
heimlich zuschauen, spähen »Das
Kind linste durch den Türspalt.«
Lin|sen|sup|pe: die; - ; -n eine einge¬
dickte Suppe aus (getrockneten) Lin¬
sen
Lip gloss —> Lip|gloss: <engl.> das; ~ ;
-e den Lippen Glanz u. teilweise Far¬
be verleihendes, meist auch pflegen¬
des Kosmetikum
Li|p]d: <gr.-lato das; -(e)s; -e Fett; fett¬
artige Substanz »Die meisten Cremes
enthalten Lipide.«
Li|piz|za|ner: der; -s; - edle(s) warmblü¬
tige« Pferd(erasse)
Lip|pe: die; - ; -n 1 mit einer dünnen
Hautschicht überzogenes, den äuße¬
ren Rand des Mundes bildendes
Fleisch »Sie hat sehr dünne, schmale
Lippen.« 2 (übertr.» Ausdrucksweise
eines Menschen, einer Personengrup¬
pe »Sie hat eine ganz schön kesse
Lippe.« 3 über jmds. Lippen
kommen: von jmdm. gesagt, ausge¬
sprochen werden 4 eine (dicke, gro¬
ße) Lippe riskieren: [ugs.] vorlaut sein
u. provozierend sprechen 5 an jmds.
Lippen hängen: jmdm. aufmerksam,
719
Lippenbekenntnis
gespannt zuhören 6 jmdm. leicht,
glatt von den Lippen gehen, fließen:
jmd. sagt, äußert etw.; ohne zu stok-
ken, ohne Bedenken o. ä. 7 etw. nicht
über die Lippen bringen: etw. aus
Scham, Angst o. ä. nicht sagen, aus¬
sprechen können, mögen
L[p|pen|be|kennt|nis: das; -ses; -se [ab¬
wert.] ausgesprochenes Eingeständ¬
nis, das aber nicht der inneren Über¬
zeugung entspricht, das sich nicht in
Handlungen äußert
Lip|pen|le|sen: das; -s; - das Ablesen
stummer od. ausgesprochener Äuße¬
rungen anhand der Lippenbewegun¬
gen
Lip|pen|stift: der; -(e)s; -e farbiger,
häufig in Rottönen gehaltener Fett¬
stift zum Schminken der Lippen
Liq.: Abk. <Wirt.> Liquidation = (meist)
Abwicklung der Rechtsgeschäfte ei¬
ner aufgelösten Handelsgesellschaft
liq.: Abk. liquide = 1. <Chemie> flüssig
2. <Wirt.> zahlungsfähig
li|quid/li|qui|de: (lat.) /likwidt«*)/ Adj. li¬
quider; liquideste 1 <Wirt.> verfügbar
»Wir haben stets liquide Gelder in der
Schweiz.« 2 <Wirt.> zahlungsfähig
»Hier handelt es sich um ein liquides
Unternehmen.« 3 <Chemie> flüssig 4
<Sprachwiss.> die Eigenschaften eines
stimmhaften Lautes aufweisend, der
durch gleichmäßig ausströmende
Luft gebildet wird
Ljjquijda: (lat.) /likwida/ die; ~ ; Liquida
u. Liquiden <Sprachwiss.> stimmhafter
Laut, der durch gleichmäßig ausströ¬
mende Luft gebildet wird
Li|qui|datti|pn: <lat.> /likwidazion/die; -;
-en 1 Abwicklung von Rechtsgeschäf¬
ten; Kostenrechnung Z Auflösung ei¬
ner Firma 3 Beseitigung, Tilgung 4
[geh.) Tötung; Ermordung; Hinrich¬
tung
li|qui|die|ren: dat.-it.) /likwidiren/ liqui¬
dierst; liquidiertest; hast liquidiert 1
<Firma> auflösen u. abwickeln »Das
Unternehmen wurde liquidiert, hat
liquidiert.« 2 [geh.] zu Geld machen
(durch Verkauf) »Die Gemälde wur¬
den liquidiert.« 3 [geh.] beilegen u.
nicht länger bestehen, existieren las¬
sen »Der Konflikt konnte liquidiert
werden.« 4 [geh.; verhüll.) jmdn. tö¬
ten, umbringen (lassen) »Die Gefan¬
genen wurden liquidiert.« 5 [geh.] eine
Rechnung für eine (freiberufliche)
Leistung ausstellen
Li|qui|die[rung: <lat.> /likwidirung/ die;
~ ; -en a) Beseitigung; Abschaffung b)
Ermordung; Hinrichtung; Tötung c)
[geh.] Ausrottung; Vernichtung »Das
Ziel ist die Liquidierung aller Verbre¬
cherorganisationen.«
Li|qui]di|tät: (lat.) /likwidität/ die; ~ ; -1
Zahlungsfähigkeit 2 Vorhandensein
von Bargeld
lis|peln: lispelst; lispeltest; hast gelispelt
1 beim Sprechen von Zischlauten (be¬
sonders >s<) mit der Zunge an die Vor¬
derzähne stoßen 2 sehr leise, zaghaft
etw. sagen »Sie lispelte ihr etw. ins
Ohr.«
List die; - ; -en 1 vorsätzliche Täu¬
schung, um eigene Wünsche u. Pläne
durchzusetzen 2 mit Last u. Tucke: un¬
ter Anwendung aller möglichen Mit¬
tel, um ein Ziel zu erreichen
Li|ste —*■ Lisjte: die; - ; -n 1 Zusam¬
menstellung von Personen, Gesichts¬
punkten o. ä. (in einer Reihenfolge) 2
schwarze Liste: Aufstellung verdäch¬
tiger Personen
li|sten —iisjten: listest; listetest; hast
gelistet a) eine Liste, eine Zusammen¬
stellung erstellen; auflisten b) als Serie
führen
l||stkg —» lis|tig: Adj. mit einer List, ei¬
nem Trick, einer (kleinen) Hinterhäl¬
tigkeit etw. erreichend, die Tatsache
nutzend, daß man aus einer anderen,
verschwiegenen Kenntnis Gewinn er¬
zielen kann
Lit.: Abk. 1 a) Litauen b) Litauerin) 2 a)
Literatur b) Literat(in) 3 Liturgie =
amtliche Form des kirchlichen Got¬
tesdienstes
lit.: Abk. 1 litauisch 2 literarische 3 litur¬
gisch = die Liturgie betreffend
Lifta[nei: (gr.-lat.) die; - ; -en 1 christli¬
che Reügiom Wechselgebet; Bittge¬
bet, bei dem Vorsprecher u. Gemein¬
de abwechselnd sprechen 2 eintöniges
Gerede; endlose Aufzählung »Hör
auf mit deiner ewigen Litanei!« 3 die¬
selbe, die gleiche, alte Litanei: [ugs.]
immer wieder bereits Besprochenes
Lijter: <gr.-lat.-fr.> der; -s; - u. [aber
nicht Schweiz.] das; -s; - Maßeinheit
für Flüssigkeiten
li|te|ra|risch: dato Adj. n. stg. schriftstel¬
lerisch; das Schriftum betreffend
li|te|ra|ri|s!e[ren: <lat.> literarisierst; lite-
rarisiertest; hast literarisiert [selten] 1
literarisch, schriftstellerisch gestalten
2 [abwert.] übertrieben schriftstelle¬
risch, literarisch gestalten
Litte|rjir|kri|tik: (lat.; gr.-fr.) die; - ; - a)
Vorgehensweise in der Literaturwis¬
senschaft, um die Geschichte eines
Textes zu rekonstruieren b) Ausein¬
andersetzung u. Beurteilung eines li¬
terarischen Werkes, Syn.: Literatur¬
kritik
Li|te rat: <lat.> der; -en; -en weibl. Li|te-
raftin: die; ~ ; -nen Person, die Bücher
schreibt, Syn.: Schriftsteller(in)
Li|te ra|tur: dat.) die; - ; -en a) Gesamt¬
bestand aller Schriftwerke (zu einem
bestimmten Thema) b) <Musik> in
Notenschrift aufgezeichnete Musik¬
stücke c) Gesamtheit der Belletristik
Li|te|ra|tur[an|ga|be: <lat.; dt.> die; - ; -n
(m. PL) Angabe in einem wissen¬
schaftlichen Werk über die benutzte
(Fach-)Literatur mit Nennung des
Autors, des Titels u. des Erschei¬
nungsjahres
Li)te|ra)tur[ge|schich[te: dat.; dt.) die; -;
-n 1 o. PL historische Entwicklung
der Literatur; Entwicklung des
Schrifttums im Laufe der Zeit 2
Werk, das sich mit der Geschichte der
Literatur beschäftigt
Li|te|ra|ttnjhin|weis: <lat.; dt.) der; -es; -e
(m. PL) Nennung weiterer Fachlite¬
ratur zu einem bestimmten Thema
Li|te|ra|tur|hi|sto|ri|ker —> U[te|ra|tur|-
his|to|ri|ker: (gr.-lat.) der; -s; - weibl.
U|teJra|tur|hi|sto|ri|ke|rin—> Li|te|ra|-
tur|his|tö[ri|ke|rin: die; - ; -nen Wis-
senschaftler(in), der/die sich mit der
Entwicklung der Literatur im Laufe
der Zeit befaßt
Li|te|ra|tur|kri|tik: dat.; gr.-fr.> die; ~ ;
-en (einzelne) Auseinandersetzung u.
Beurteilung eines literarischen Wer¬
kes
Li|te|ra|tur|kri|ti|ker: <lat.; gr.-fr.) der; -s;
- weibl. Li|te|ra)tyr|krijti|ke|rin: die; - ;
-nen Berufsbezeichnung für jmdn.,
der Literatur kritisch betrachtet u.
darüber schreibt
Li|te|ra|turtle|xi|kon: <lat.; gr.) das; -s;
-texika u. -lexiken Nachschlagwerk,
das über Werke, Autoren, Gattungen
u. Epochen der Literatur Auskunft
gibt
Li|te|ra(tur)nach|weis: <lat.; dt.) der; -es;
-e Nennung der verwendeten Litera¬
tur zu einem bestimmten Thema,
meist als Anhang einer wissenschaftli¬
chen Arbeit
Li|te|ra[turjpreis: dat.; dt.) der; -es; -e ein
Preis, mit dem bedeutende literari¬
sche Leistungen asugezeichnet wer¬
den
Li|te[ra|turjspra|che: <lat.; dt.) die; - ; -n
1 <Spräcnwiss.> in literarische Werken
verwendete Sprache, die häufig von
der Normalsprache abweicht 2 frü¬
her DDR> genormte Schriftsprache
Li[te|ra|tur[ver|zeich|nis: <lat.; dt.) das;
-ses; -se Nennung der verwendeten
(Fach-)Literatur in einer wissen¬
schaftlichen Arbeit
Li|te|ra|tur|wis|sen|schaft: (lat.; dt.) die;
- ; -en (PL s.) Lehre von der Ge¬
schichte, der Stilistik, der Formen
usw. von Literatur
li[ter|wei|se: <gr.-lat.-fr.; dt.) Adv. a) in
(mehreren) Litern, Literpackungen b)
[ugs.] viel; gierig »Die Sportler trinken
literweise Wasser.«
Lit|faB|säu|le: die; ~ ; -n zylindrische
Säule, an die Plakate angeschlagen
werden können
Hth-/LitiWli|tho-/Li]tho-: <gr.) Wortbil¬
dungselement (vor Konsonanten li-
tho-jLitho ) Stein-; Gestein- Litho¬
graphie«
Lith.: Abk. Litho(graphie) = Stein¬
zeichnung; Steindruck
liftho-/Li[tho-/litfWLrth-: (gr.) Wortbil¬
dungselement ( vor Vokalen Uth-jUth-
) Stein-; Gestein- »Lithographie«
Li|tho|gralphie —* auch Li|tho|gra|fie:
(gr.-lat.) /litografij die; ~ ; Lithogra¬
phien llitografltnj 1 (künstlerische(s))
Druckverfahren, Drucktechnik, bei
der das Druckbild auf eine Steinplatte
aufgetragen u. im Flachdruckverfah¬
ren vervielfältigt wird 2 Originalplatte
für Offsetdrucke 3 einzelner, mit der
Technik der Lithographie hergestell¬
ter Kunstdruck
Li|tojtes: (gr.) die; - ; - literarisches Stil¬
mittel, das eine Eigenschaft mit dem
Mittel der doppelten Verneinung od.
der Verneinung des Gegenteils ver¬
stärkt
L[t|schi: (chin.) die; - ; -s pflaumengro¬
ße, sehr saftige Frucht mit einem gro¬
ßen Kern u. rauher Schale syn.: Ly-
chee
Lit|schi|pflau|me: die; ~ ; -n pflaumen¬
große, sehr saftige Frucht mit einem
großen Kern u. rauher Schale
Li|tui|g|e: (gr.-lat.) die; - ; Liturgien
/liturgim/ 1 Dialog, Wechselsprechen
zwischen Pfarrer u. Gemeinde im
(evangelischen) Gottesdienst 2 offi¬
ziell festgelegte Form des christlichen
Gottesdienstes
720
Löffel
Lit|ze: <lat.> die; -; -n 1 schmales, flaches
Band als Besatz od. zur Einfassung,
auch als Rangabzeichen an Unifor¬
men 2 <Technik> einzelner Strang ei¬
nes Drahtseils 3 «Elektrot.» Leitungs¬
draht aus mehreren dünnen, verfloch¬
tenen od. Einzeldrähten
live: <engl.> /laif/ Adj. n. stg.; n. dekl. a)
direkt; original »Ich war live bei der
Fernsehschow dabei.« b) nicht aufge¬
zeichnet, sondern direkt gesendet
»Diese Sendung wird live übertragen.«
Ljve-Show —» Live|show: /laifscho“/
(Femseh-, Rundfunk-)Sendung, die
direkt, ohne zeitliche Verzögerung
übertragen wird
|j|vid/li|vi|de: data /liwid/ Adj. livider;
livideste 1 <Med.; Haut u. Schleim¬
häute» bläulich; fahl 2 [veralt.] nei¬
disch
Lijvree —* Li|v)ree: <lat.-fr.> /liwre/ die;
- ; Livreen jlivrefnj Uniform, uni¬
formähnliche Kleidung für Bedien¬
stete, Servicepersonal
Liz.: Abk. Lizenz = Genehmigung zur
Nutzung eines Patents, zur Herausga¬
be eines Buches usw.
Mz.: Abk. lizensiert = eine Lizenz erteilt
Li|zenz: <lat.> die; - ; -en offizielle,
schriftliche Erlaubnis für etw.
Ii|zen|zie|ren: lizenzierst; lizenziertest;
hast lizenziert etw. offiziell genehmi¬
gen
Abk. Lichtjahr = Maßeinheit der
Entfernung der Astronomie (1 Lj.
entspricht derjenigen Entfernung, die
das Licht in einem Jahr zurücklegt,
also 9,46 Billionen Kilometer)
Lk.: Abk. Lukas (• ein Evangelist)
LKP: Abk. Landeskriminalpolizei
Lkr.: Abk. Landkreis
lks.: Abk. links
LkL: Abk. 1 Landkarte 2 a) Lektorat b)
Lektor(in) 3 Lektüre
Lkw/LKW: Abk. Lastkraftwagen
LKW-Fah|rer/Lkw-Fah|rer: der; -s; -
weibi LKW-Fah|re|rin/Lkw-Fah|re|-
rin: die; - ; -nen Führer(in)~eines
LKWs »Er arbeitet als LKW-Fah¬
rer.«
I. o.: Abk. links oben
Lob: das; -(e)s;-e (Pl.s.) 1 positive Be¬
urteilung, Bestätigung, Ant.: Tadel 2
voll des Lobes sein: [geh.] sich sehr
lobend äußern »Er war voll des Lobes
über ihre Mitarbeit.« 3 über alles,
über jedes Lob erhaben sein: über
alle Maßen gut, hervorragend sein 4
Eigenlob stinkt: Bemerkung, wenn
sichjmd. selbst lobt
lob|ben: <engh lobbst; lobbtest; hast
gelobbt <Tennis> den am Netz stehen¬
den Gegner mit einem extrem hoch¬
geschlagenen Ball überspielen
Lob|by: dat.-engh /lobbi/ die; - ; -s u.
Lobbies —>nur noch Lobbys*— 1
Vorhalle eines Parlamentsgebäudes 2
Interessenvertretung einer gesell¬
schaftlichen, wirtschaftlichen o. ä.
Gruppe (im Parlament, mit Einfluß
auf Parlamentsabgeordnete) 3 Emp¬
fangsraum, -halle (eines größeren
Hotels)
io|ben: lobst; lobtest; hast gelobt 1 aner¬
kennend Leistungen o. ä. einer Per¬
son hervorheben u. positiv beurteilen
2 das, dies lob(e) ich mir!: mit etw.
sehr zufrieden sein
lp|bens|wert Adj. lobenswerter; lobens¬
werteste wert, positiv bestätigt zu
werden »Deine Haltung ist wirklich lo¬
benswert.« Syn.: löblich
Lo|bes|hym|ne: die; - ; -n [oft iron.]
hochbegeisterte Äußerung, die Lob
beeinhaltet »Alle stimmten eine Lo¬
beshymne auf den neuen Preisträger
an.«
Lob|ge|sang: der; -(e)s; -gesänge [geh.]
(kirchliches) Lied zu Ehren Gottes
lob|hu|deln: lobhudelst; lobhudeltest;
hast gelobhudelt übertrieben loben,
um sich bei dem Gelobten in positives
Licht zu setzen, um persönliche Vor¬
teile zu erlangen
löb|lich: Adj. wert, positiv bestätigt zu
werden »Deine Haltung ist wirklich
löblich.« Syn.: lobenswert
Lob|lied: das; -(e)s; -er 1 (in der Kirche)
zu Ehren Gottes gesungenes Lied 2
ein Loblied auf jmdn. od. etw. sin¬
gen, aostinjmen: jmdn. od. etw. stark
(im Beisein anderer) loben
lob|prei|sen: lobpreist; lobpriesestIlob¬
preistest; hast lobgepriesen/lobge-
preist hoch, (fast) übertrieben loben
Lob|rejde: die; - ; -n Worte, die jmdn.
od. etw. loben
Loch: das; -(ejs; Löcher 1 rundliche
(offene) Vertiefung einer Oberfläche
2 nicht Gewußtes; fehlende Informa¬
tion »ein Loch ( — Lücke) im Wissen«
3 a) jmdm. ein Loch, Löcher in den
Bauch, [derb] Arsch fragen: [ugs.]
jmdm. ununterbrochen Fragen stel¬
len b) jmdm. ein Loch, Löcher in den
Bauch reden: [ugs.] ohne Unterbre¬
chung zu jmdm. sprechen 4 ein Loch,
Löcher in die Luft, Wand starren,
stieren: [ugs.] geistesabwesend ir¬
gendwo hinschauen 5 ein (groBes,
gewaltiges) Loch in die Kasse, den
Beutel reiBen: [ugs.] (jmdn.) sehr viel
Geld kosten 6 aus, auf dem letzten
Loch pfeifen: [ugs.] 1. keine Kraft
mehr haben 2. finanziell bankrott,
verschuldet sein
Loch|bil|lard: das; -s; - 1 Poolbillard;
Billard, bei dem die Kugeln nach be-
timmten Regeln in sechs Löcher ge¬
stoßen werden müssen 2 eine Partie
Lochbilliard spielen: [derb] koitieren;
Geschlechtsverkehr vollziehen
Lolchen der; -s; ~ 1 Bürogerät, das in
ein Blatt Papier zwei Löcher zum Ab¬
heften stanzt 2 <EDV> a) Maschine,
die Daten auf Lochkarten überträgt
lö|chern: löcherst; löchertest; hast gelö¬
chert [ugs.] jmdn. mit Fragen solange
bestürmen, bis man eine zufrieden¬
stellende Antwort erhalten hat
Lochfkarjte: die; - ; -n «Technik; EDV»
inzwischen nur noch selten anzutref¬
fendes, veraltetes Eingabemedium für
Großrechner, auf dem die binären
Werte duch Lochungen repräsentiert
sind
Lp|chung: die; ~ ; -en 1 Vorgang des
Stanzens von Löchern in Papier 2
Stelle, an der sich das gestanzte Loch
befindet
Loch|zan|ge: die; - ; -n 1 handliches
Werkzeug, mit dem man eine Fahr-
od. Eintrittskarte durch Stanzen ent¬
wertet 2 handliches Werkzeug, mit
dem man Löcher z. B. in einen Leder¬
gürtel stanzen kann
Löck|chen: das; -s; - kleine Locke
»Hast du aber schöne Löckchen.«
Locke (Lok|ke —> Lo|cke): die; - ; -n
gekräuselte(s) Haarsträhne
locken (lok|ken —* lojcken): lockst;
locktest; hast gelockt 1 versuchen,
etw. od. jmdn. neranzuholen 2 inter¬
essieren »Diese Aufgabe lockt mich.«
3 ringeln; sich kräuseln »Immer, wenn
wir eine hohe Luftfeuchtigkeit haben,
locken sich meine Haare.«
Locken|kopf (Lok|ken|kopf —* Lo|-
cken|kopf): der; -(e)s; -köpfe 1 Kopf
mit sehr vielen gekräuselten Haar¬
strähnen 2 Person mit gekräuselten,
lockigen Haaren
Locken|stab (Lpk|ken|stab —> Lo|-
cken|stab): der; -(e)s; -stöbe elektri¬
scher Stab zum Einbrennen von Lok-
ken ins Haar
Lockenwickel (Lok|ken|wik|kel —»
Xp|cken|wi|ckel):~ [selten] Lockenj-
wicklter (Lok|ken|wick|ler —» Lo|-
cken|wick[ler): der; -s; - kleiner,
rundlicher Gegenstand, auf den je¬
weils eine nasse Haarsträhne aufge¬
wickelt wird, um nach dem Trocknen
des Haares Locken zu haben
locker (lok|ker—* Ipjcker): Adj. 1 nicht
ganz fest »Die Hose sitzt zu locker, sie
muß eine Nummer kleiner sein.« 2 sich
nicht an festgelegte Werte u. Normen
haltend; etw. ungebunden gestaltend
»Seine lockere Lebensart ist manch¬
mal beneidenswert.« 3 ein lockerer
Vogel: eine Person, die sehr leichtfer¬
tig ist und oftmals nicht den gesell¬
schaftlich üblichen Regeln entspre¬
chend lebt
lockern (lok|kem —*■ lp|ckern): lok-
kerst; lockerstest; hast gelockert a)
eine feste Verbindung lösen »Zuerst
müssen wir die Schrauben lockern.« b)
Erde leicht pflügen c) Muskeln ent¬
krampfen
lockern (lok|kem —* lo|ckern), sich:
lockert sich; lockerte sich; hat sich ge¬
lockert a) sich auflösen b) sich lösen,
lockern (a)
Lock|vo|gel: der; -s;-vögel 1 eingefange¬
ner Vogel, der durch seinen Laut, Ruf
noch weitere Vögel anlocken soll 2
jmd., der andere zu ungesetzlichen
Taten veranlassen, verleiten soll, um
dann von der Polizei auf frischer Tat
ertappt zu werden
Lp|den: der; -s; - wetterfester filziger
Wollstoff (meist in gedeckten Far¬
ben), sehr beliebt bei Trachten-, Jä¬
ger- od. Wanderbekleidung
lp|dern: lodert; loderte; hat gelodert mit
hoher Flamme lichterloh brennen
Löfjfel: der; -s; - 1 Teil des Eßbestecks,
mit dem Flüssiges wie Suppe geges¬
sen, gelöffelt wird 2 a) Bezeichnung
für die Öhren eines Häsens b) «übertr.»
[ugs.] Ohren (bei Menschen) 3 a) die
Löffel spitzen: [ugs.] konzentriert zu¬
hören b) die Löffel aufsperren: [ugs.]
aufpassen u. zuhören 4 sich etw. hin¬
ter die Löffel schreiben: [ugs.] sich
etw. gut merken, nicht vergessen 5 a)
eins, ein paar hinter die Löffel be¬
kommen, kriegen: [ugs.] Ohrfeigen,
(leichte) Schläge ins Gesicht bekom¬
men b) jmdm. eins, ein paar hinter
die Löffel geben, hauen: [ugs.] jmdn.
ohrfeigen, ins Gesicht schlagen 6 mit
721
löffeln
einem goldenen, silbernen Löffel im
Mund geboren sein: a) aus einem rei¬
chen Elternhaus kommen b) Glück u.
Erfolg haben
löfjfeln: löffelst; löffeltest; hast gelöffelt
1 a) flüssige Nahrung mit einem Löf¬
fel zu sich nehmen b) flüssige Speisen
mit einem Löffel auf einen Teller, in
eine Schüssel geben c) mit dem Löffel
in etw. füllen »Er löffelte die Suppe in
den Teller.« 2 [ugs.J verstehen 3
jtndm. eine löffeln: [ugs.J jmdn. ohr¬
feigen; jmdn. ins Gesicht schlagen 4
jmd. muß die Suppe (selbst) wieder
auslöffeln (die er sieh eingebrockt
hat): jmd. muß die Konsequenzen für
ein bestimmtes (Fehl-)Verhalten (al¬
leine) tragen
Löljfeljstiel: der; - (e)s; -e der Griff eines
Löffels (1)
löf)fel|wei|se: Adv. in größerer Menge
Loft tengh der; -s u. - ; -s ausgebauter
Dachboden eines Hochhauses od. ei¬
ner umgebauten Fabrik
Log.: Abk. 1 Logik 2 Logistik
log.: Abk. 1 logisch = 1. folgerichtig;
schlüssig 2. natürlich; selbstverständ¬
lich 2 logistisch = die Logistik betref¬
fend
Lo|ga|rithJmus: <gr.-lat.> der; - ; Loga¬
rithmen <Math.> Verhältniszahl, mit
der man (in der Gleichung ab = c) po¬
tenzieren muß, um c zu erhalten
Log|buch: <engl.; dt.> das; -(e)s; -bücher
(Schiff-, Luftfahrt) Tagebuch (bzw.
Computer mit entsprechenden Funk¬
tionen) für ein Schiff, Flugzeug, in
dem (wichtige) Ereignisse notiert wer¬
den
Lojge: dat.-fr.-engb /losehe/ die; ~; -n 1
<Theater> kleiner, abgeteilter Raum
mit Sitzplätzen 2 Pförtnerraum 3 a)
geheime Vereinigung von Freimau¬
rern b) Versammlungsort einer gehei¬
men Vereinigung von Freimaurern
Log|gia: <germ.-fr.-it.> /lodseha u.
lodseHa/ die; ~ ; -s u. Loggien
/lodschim/1 teilweise in eine Hausni¬
sche eingebauter, überdachter Balkon
»Die Wohnung hat eine (Dach-)
Loggia.« 2 teilweise offene, von Pfei¬
lern getragene Halle im Erdgeschoß
eines Hauses
lo|g|e|ren: tgerm.-fro /losebir^n/ lo¬
gierst: logiertest; hast logiert [veralt.J
1 gegen Bezahlung begrenzte Zeit
wohnen »Wir logierten in einer
Privatpension.« 2 [Schweiz.] jmdn. für
einige Zeit bei sich beherbergen
Lp|gik: <gr.-lat.> die; ~ ; - 1 Lehre von
den Strukturen u. Prozessen des Den¬
kens »Die Logik gehl auf die alten
griechischen Philosophen zurück.« 2
Schlüssigkeit (im Denken) »Der Auf¬
satz zeichnet sich durch Logik aus.«
Lo|gis: <fr.> /losehi/ das; - ; - 1 Unter¬
kunft 2 [seemannssprl.J Aufenthalts¬
raum auf Schiffen für niedrigere Be¬
satzungsmitglieder
lojgisch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. a) denk¬
richtig; folgerichtig; schlüssig »Diese
Schlußfolgerung ist logisch.« b) [ugs.J
natürlich; selbstverständlich; selbstre¬
dend
lplgi|scher|wei|se: (gr.-lat.; dt.> Adv.
selbstverständlich
Lo|gi|stik —» Lo|g||s(tik: dat.-fro die; •;
- 1 Teilbereich eines Unternehmens,
der sich mit der Beschaffung u. Ver¬
teilung von Material u. fertigen Wa¬
ren beschäftigt 2 Planung bezüglich
des Einsatzes von militärischem Ma¬
terial u. Soldaten »Die Logistik hat
versagt.« 3 <gr.> mathematische Logik
lojgo: Adj. n. dekl. [ugs.; besonders ju-
gendsprl.J na klar; natürlich; ohne
Frage »Gehst du zu der Party? - Ist
doch logol«
Lo|go|pä|die: <gr.> die; - ; - a) Lehre,
Wissenschaft von der Behandlung
von Sprachstörungen b) Therapie, die
betroffenen Personen hilft, einen
Sprachfehler zu korrigieren (z. B. das
Stottern) die der Aktivierung des
Sprachvermögens bei Verlust der
Sprachfahigkeit (z. B. nach einem
Schlaganfati) dient
loh: Adj. [geh.] lodernd
Lo|he: die; - ; -n große Flamme
Lohn: der; -(e)s; Löhne 1 Bezahlung für
geleistete Arbeit eines Arbeiters,
Syn.: (Seemann) Heuer; (Angestell¬
te^)) Gehalt; (Selbständige^)) Hono¬
rar 2 jmdn. um Lohn u. Brot bringen:
[veralt.] jmdm. seine Existenz, Arbeit
nehmen 3 jmdn. in Lohn u. Brot
nehmen: [veralt.J jmdn. einstellen 4
Undank ist der Welt Lohn: auch wenn
jmd. noch so viel gibt, Gutes tut, nie¬
mand dankt es einem 5 Wie die Ar¬
beit, so der Lohn: bei guter Arbeit
gute Bezahlung, bei schlechter Arbeit
schlechte Bezahlung (so sollte es ge¬
rechterweise sein)
Lohn|ab|rech|nung: die; - ; -en Gegen¬
überstellung von geleisteter Arbeit u.
erhaltener Bezahlung (für einen Mo¬
nat)
Lohn|ab|zug: der; -(e)s; -abzüge Beträ¬
ge, die direkt vom Lohn einbehalten
werden, wie Steuer, Krankenkasse,
Arbeitslosenversicherung usw.
Lohn|ar|beit: die; - ; -en 1 o. PI. Arbeits¬
leistung, die bezahlt wird 2 (Wirt.) Ar¬
beit, die ein Betrieb für einen anderen
gegen Bezahlung ausführt, damit ein
Produktionsauftrag erfüllt werden
kann
Lohn|ausffall: der; -(e js; -ausfälle Weg¬
fall, geringerer Bezug von Arbeitsver¬
gütung
Lohn|aus|gleich: der; -fe)s; - bei
Krankheit eines Arbeiters vom Ar¬
beitgeber bezahlter Betrag, der die
unterschiedliche Höhe des Kranken¬
geldes im Vergleich zum Nettover¬
dienst ausgleicht
Lohn|be|schei|ni|gung: die; - ; -en
Schriftstück, auf dem die Höhe des
ausbezahlten Lohnes vermerkt ist
Lghnjbuch|hal|tung: die; - ; -en Abtei¬
lung einer Firma, die die Löhne er¬
rechnet u. anweist
Lphn|emp|fän|ger: der; -s; - weibl.
Lohn|emp|fän|ge|rin: die; - ; -nen Per¬
son, der ein Lohn ausbezahlt wird
lgh|nen: lohnst; lohntest; hast gelohnt
[geh.] jmdn. für einen erbrachten
Dienst, Gefallen beschenken, danken
loh|nen, sich: lohnt sich; lohnte sich; hat
sich gelohnt Ertrag, Gewinn bringen
iöh|nen: löhnst; löhntest; hast gelöhnt a)
jmdn. für seine Arbeit vergüten, be¬
zahlen b) [ugs.J zahlen; bezahlen
loh|nend: Adj. gewinnversprechend; er¬
folgsversprechend; Mühe u. Kosten
wert
loh|nens|wert: Adj. lohnenswerter; loh-
nenswerteste nutzbringend; lohnend
Lghn|foijde|rung: die; - ; -en An¬
spruchsanmeldung auf höheren Lohn
LohnJfort|zah|lung: die; - ; -en Weiter¬
bezahlung des Lohnes unter be¬
stimmten Umständen, z. B. im
Krankheitsfall od. im Mutterschafts¬
urlaub (meist zeitlich begrenzt)
Lohn|grup|pe: die; - ; -n nach Tätigkei¬
ten eingeteilte Zusammenstellung
von Arbeitnehmern, nach denen sich
die Höhe ihres Lohnes bemißt
Lohn|ko|sten —» Lohn|kos|ten: die
(PI.) finanzielle Aufwendung des Ar¬
beitgebers für die Bruttolöhne
Lohn|kür|zung: die; - ; -en eine Vermin¬
derung des Gehaltes (aus wirtschaftli¬
chen Gründen)
Lphn-Preis-Spi|r2|le: die; - ; -n (Wirt.)
angenommene gegenseitige Beeinflus¬
sung von Gehaltserhöhung u. Preis¬
anstieg
Lohn|steu|er: die; -; -n prozentuale Ab¬
gabe des Bruttogehaltes aus nicht¬
selbständiger Arbeit an den Staat
Lghn|steu|eijjahjres|aus|gleich: der;
-(e)s; - Ausgleich zwischen zu zahlen¬
der u. tatsächlich gezahlter Lohnsteu¬
er in einem Kalenderjahr
Lohn[steu|eijkar|te: die; - ; -n Papier,
"das von der Stadtverwaltung ausgege¬
ben wird, mit allen Angaben, die zur
Berechnung der Lohnsteuer benötigt
werden
Lohn|steu|ertta|bel|le: die; - ; -n Aufli¬
stung, in der die zu bezahlende Lohn¬
steuer jeder Steuerklasse zu ersehen
ist
Lohn|stopp: der; -s; -s Mittel der Wirt¬
schaftpolitik, bei der ein staatliches
Verbot von Lohnerhöhungen ergeht
Lohn|ver|hand|lung: die; - ; -en Diskus¬
sionen um Lohnerhöhungen
Loi|pe: <skand.i die; - ; -n für den Ski¬
langlauf vorbereitete Strecke
Lok: Kurzw. die; - ; -s [ugs.J Lokomoti¬
ve
lok.: Abk. a) lokal = örtlich b) lokali¬
siert = a) verortet b) festgelegt; be¬
grenzt
Lo|kal: dat.-fr.> das; -(e)s; -e 1 gastro¬
nomischer Betrieb 2 Versammlungs¬
stätte von Vereinen od. Parteien
lo|kal: <gr.-lat.-fr.> Adj. n. stg. räumlich
(begrenzt)
Lo|kal|an|as|the|sie: dato die; ~ ; -n
(Med.) örtliche Betäubung, bei der im
Unterschied zur Vollnarkose, das Be¬
wußtsein nicht ausgeschaltet wird,
sondern nur das Schmerzempfinden
(einer Körperpartie) Syn.: lokale Be¬
täubung
Lo|kal|blatt: das; -(e)s; -blätter Zeitung
mit geringer Auflage, deren Themen
eng auf die Stadt od. Gegend bezogen
sind, in der die Zeitung erscheint
Lo|kal|der|by: <engh das; -s; -s sportli¬
cher Wettkampf, bei dem zwei
Mannschaften aus der gleichen Stadt
od. der gleichen Gegend gegeneinan¬
der antreten
Lo|ka|li|sa|ti|pn: fro die; - ; -en Ortsbe¬
stimmung; Bestimmung der Herkunft
722
Löschblatt
lo|ka|li|sier|ban <fr.> Adj. n. stg. auffind¬
bar; einem Ort, Ursprung zuzuord¬
nen
lo|ka|li|sie|ren: <fr.> lokalisierst; lokali¬
siertest; hast lokalisiert [geh.] a) ört¬
lich beschränken, begrenzen b) den
Ort ausfindig machen; orten
Lo|ka|li|tät: <lat.-fr.> die; • ; -en Örtlich¬
keit; Raum »Hier wäre die richtige
Lokalität für unsere Kneipe, die wir er¬
öffnen wollen.«
Lo|kal|pa|trio|tis|mus —> Lo|kal|pa|t|ri|-
o|tis|mus: dat.-fr.> der; • ; - besondere
Zuneigung für die Stadt od. die Ge¬
gend, in der man lebt; starke Heimat¬
verbundenheit
Lo|kat|pres|se: dal.-fr» die; - ; - Zei¬
tungswesen, das sich um die Ereig¬
nisse im Bereich des Erscheinungsor¬
tes der Zeitung kümmert
Lo|kal|re|dak|ti|on: dat.-fr.> die; - ; -en
Abteilung bei einer größeren Zeitung,
die sich um die Ereignisse im Bereich
des Erscheinungsortes kümmert
Lo|kal|re|por|ter: dat.-fr.; fr.-engl» der;
-s; - weibl. Lo|kal|re|porjte|rin: die; - ;
-nen Berichterstatter(in), der/die sich
um die lokalen Ereignisse kümmert
Lo|kal|nin|de: dat.-fr.; dt» die; - ; -n
Freigetränk für jede Person in einer
Gaststätte
Lo|kal|sei|te: dat.-fr.; dt» die; - ; -n Teil
innerhalb einer großen Zeitung, auf
der die Nachrichten, das Geschehen
usw. aus dem Bereich des Erschei¬
nungsortes der Zeitung zusammenge¬
faßt sind
Lo|kal|teil: dat.-fr.; dt» der; -(e)s; -e
Teil innerhalb einer großen Zeitung,
auf der die Nachrichten, das Gesche¬
hen usw. aus dem Bereich des Er¬
scheinungsortes der Zeitung zusam¬
mengefaßt sind
Lo|kal)terjmin: dat.-fr» der; -(e)s; -e a)
Termin vor Ort b) Gerichtstermin am
Ort des Verbrechens
Lo|kal|veijbot: dat.-fr.; dt» das; -(e)s;
-e (PI. s.) vom Wirt einer Gaststätte
an einen Gast verhängte Untersa¬
gung, weiterhin das Lokal zu besu¬
chen
Lo|kal|zei|tung: dat.-fr.; dt» die; - ; -en
Zeitung mit geringer Auflage, deren
Themen eng auf die Stadt od. Gegend
bezogen sind, in der die Zeitung er¬
scheint
Lo|ka|tiv: dal» /lokatif/ der; -s; -e
llokatiwe/ <Sprachwiss.> 1 Kasus,
Fall, der auf die Frage >wo?< antwor¬
tet 2 Wort, das im Lokativ (1) steht
Lok[füh|ren der; -s; - weibl. Lpk|füh|re|-
rin: die; - ; -nen Berufsbezeichnung
für den Fahrer/die Fahrerin einer Lo¬
komotive, der Zugmaschine von Ei¬
senbahnwagen
Lo|ko|mo|ti|ve: dat.-engl» /lokomotiwe/
die; - ; -n Zugmaschine für Eisen¬
bahnwagen
Lo|ko|mo|tiv|füh|rer: dat.-engl.; dt» der;
-s; ~ weibl. Lo|ko|mo|tiv|füh|re|rin:
die; - ; -nen Berufsbezeichnung für
den Fahrer/die Fahrerin einer Loko¬
motive, Zugmaschine von Eisenbahn¬
wagen
Lp|kus: dat» der; - u. -ses; -se [ugs.]
Toilette
Lol|lk der; -s; -s Bonbon am Stiel, Syn.:
Lutscher
Lom|bard/Lom|bard: dt.-fr» der u. das;
-(e)s; -e <Bankw.> Kredit gegen Ver¬
pfändung beweglicher Sachen
Lom|bard|satz: dt.-fr.; dt» der; -es;
-sätze <Bankw.> (in Deutschland von
der Bundesbank) festgesetzter Zins¬
satz, zu dem die Bankinstitute Kre¬
dite gegen Waren od. Wertpapiere er¬
halten
Long|drink: <engl» der; - u. -s; -s (Saft-,
Limonaden-)Getränk mit einem (re¬
lativ geringen) Anteil an Alkohol
Lon|ge: dat.-fr» /longsehW/ die; - ; -n
<Reitsport> Laufleine für Pferde
lon|gje|ren: <fr» /longsehiren/ longierst;
longiertest; hast longiert (ein Pferd)
an einer langen Leine im Kreis laufen
lassen
lon|gi|tu|di|nal: dat» Adj. n. stg. längsge-
riehtet verlaufend
Long|line: <engl» /longlain/ der; - u. -s;
-s <Tennis> Schlag, bei dem der Ball an
der Seitenlinie entlang in die gegneri¬
sche Hälfte gespielt wird
lpng|line: <engl» /longlain/ Adv. <Tennis>
an der Seitenlinie entlang
Look: <engl» /luck/ der; -s; -s a) be¬
stimmtes Aussehen b) Moderichtung
»Marinelook«
Lootoina: <engl» /luping/ der u. das; -s;
-s Flug, bei dem das Flugzeug einen
Kreis über Kopf fliegt
Lotjbeer: der; -s; -en 1 immergrüner
Baum mit recht dicken Bläuen, der
im Mittelmeerraum zu finden ist 2
Blatt des Lorbeerbaums, das als Ge¬
würz Verwendung findet 3 Lorbeer¬
kranz od. Lorbeerzweig als ehren¬
volle Auszeichnung eines Siegers 4
sich auf seinen Lorbeeren ausruhen:
sich nach einem Erfolg nicht mehr be¬
mühen, sich keine Mühe mehr geben
5 mit etw. keine Lorbeeren ernten
können: a) mit etw. keinen Erfolg ha¬
ben können b) mit etw. keine Aner¬
kennung finden können
Lord: iengl» der; -s; -s Titel u. Anrede
für einen Herrn des englischen Hoch¬
adels
Lprd|schaft: <engl.; dt» die; - ; -en 1 a) o.
PI. Rang eines Lords b) Titel u. Anre¬
de für einen Herrn des englischen
Hochadels 2 Grundbesitz, Herr¬
schaftsgebiet eines Lords
Lo|re: <engl» die; - ; -n kleiner, offener
Schienenwagen, mit dem Güter aus
Berkwerken, Steinbrüchen abtrans¬
portiert werden
Lo|re|ley/Lo|re|lei: die; - ; -1 Felsen, der
bei St. Goarshausen am rechten
Rheinufer steht 2 <Mythologie>
Rheinnixe
Lor|gnet|te —» Lor|gnet|te: </r.>
/lornjette/ die; - ; -n Brille, die mit
Hilfe eines langen Griffes vor die Au¬
gen gehalten wird
Lorgnon —> Lor|gnon: </r.> /lomjpng/
das; -s; -s Brille, die mit Hilfe eines
langen Griffes vor die Augen gehalten
wird
Los: das; -es; -e 1 Zettel, den man aus ei¬
nem Behälter mit mehreren Zetteln
zieht u. mit dem man eventuell etw.
gewinnen kann od. womit eine Ent¬
scheidung getroffen wird 2 Lebens¬
umstände »Sie hat ein schweres Los zu
tragen.« 3 das große Los: der Treffer;
das große Glück 4 (mit jmdm., etw.)
das große Los ziehen: (mit jmdm.,
etw.) Glück haben; gut gewählt, ent¬
schieden haben
los: Adj. n. stg. 1 frei von etw. »Der Lö-
■ we ist los. • Leinen los! (= Ruf beim
Ablegen eines Schiffes)« 2 Aufforde¬
rung zum Aufbruch, zum Start »Los
(geht's)!« 3 [ugs.] viel Treiben, Rum¬
mel, Aktivität »Auf der Kirmes ist viel
los.« 4 es ist etw., was los: [ugs.] es
passiert etw. (Ungewöhnliches), es
herrscht große Betriebsamkeit »In
den südlichen Ländern ist nachts auf
den Straßen immer etw. los.« S auf los
geht's los!: [ugs.] nun fangen wir an 6
was ist los?: [ugs.] was gibt es, was ist
passiert? 7 mit etw., jmdm. ist nichts,
nicht (mehr) viel los: [ugs.] etw. taugt
nichts, ist nicht viel wert; jmd. kann
nicht viel, nichts Richtiges; jmd. hat
keine Lust, ist träge » Wirf es weg, da¬
mit ist nichts mehr los! ♦ Mit dem neuen
Kollegen ist aber nicht viel los.« 8
jmdn., etw. los sein: [ugs.] von
jmdm. , von etw. befreit sein »Ich habe
ihn rausgeschmissen, den bin ich end¬
gültig tos.«
-los: Wortbildungselement ( + Substan¬
tiv; dient der Adjektivierung >-loser;
-losestet) ohne das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte; einen Gegen¬
satz, das Gegenteil des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten bezeich¬
nend »ärmellos ♦ lautlos«
los-: Wortbildungselement (betont;
trennbar) 1 mit dem im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten anfangen, be¬
ginnen »loslaufen« 2 durch das im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückte etw.
od. jmdn. von etw. od. jmdm. loslö¬
sen, trennen »jmdn. lossprechen »
jmdn. loskaufen«
Lös.: Abk. <meist Arzneimittelkunde u.
Chemie) Lösung
los|ar|bei|ten: arbeitest los; arbeitetest
los; hast losgearbeitet beginnen zu ar¬
beiten
los|bal|lern: ballerst los; ballertest los;
hast losgeballert [ugs.] (für andere
meist unvermittelt) anfangen, zu
schießen, herumzuschießen
lösjban Adj. n. stg. 1 so geartet, daß es
sich (in einer Flüssigkeit o. ä.) auflöst,
ablöst 2 so beschaffen, daß man eine
Lösung finden kann »Das ist ein leicht
lösbares Problem«
los|be|kom|men: bekommst los; beka¬
mte) st los; hast losbekommen [ugs.]
lösen; abbekommen »Ich kann diesen
Nagel einfach nicht losbekommen.«
los|bin|den: bindest los; band(e)st los;
hast losgebunden eine Befestigung mit
einem Band öffnen »Ich muß noch den
Hund losbinden.«
los|brau|sen: braust los; braustest los;
bist losgebraust [ugs.] schnell davon¬
fahren, davonlaufen
los|bre|chen: brichst los; brach(e)st los;
hast/bist losgebrochen 1 a) hast unter
Kraftaufwand lösen, brechen »Zum
Wandern hat er sich einen Ast
losgebrochen.« b) ist sich lösen »Der
Stein ist aus der Felswand
losgebrochen.« 2 ist unvermittelt er¬
setzen
Löschblatt: das; -(e)s; -blätter (in ein
Schulheft eingelegtes) Blatt Papier,
das Tinte aufsaugt u. so dafür sorgt,
723
löschen
daß keine Tintenkleckse ins Heft
kommen
löjschen: löschst; löschtest; hast ge¬
löscht 1 <Feuer> Flammen ersticken u.
so ein Weiterbrennen unterbinden 2
etw. ausschalten »Ich habe die Lampe
gelöscht.« 3 Durst durch Trinken be¬
seitigen 4 etw. für immer beseitigen,
verschwinden lassen, tilgen
Lösch|fahijzeug: das; -(e)s; -e großes
Auto der Feuerwehr, das mit Lösch¬
vorrichtungen ausgestattet ist
Löschjge|rät: das; -(e)s; -e Gerät, das
mit Schaum od. Pulver zum Feuerlö¬
schen gefüllt ist
Lösch|hüt|chen: das; -s; - kleine kegel¬
förmige Vorrichtung mit Griff, die
über eine brennende Kerze gezogen
wird, um diese zu löschen
Lösch[pa|pier: das; -(e)s; -e (in ein
Schulheft eingelegtes) Blatt Papier,
das Tinte aufsaugt u. so dafür sorgt,
daß keine Tintenkleckse ins Heft
kommen
Lösch|sand: der; -(e)s; -1 <hist.> Sand,
der auf frisch mit Tinte Geschriebe¬
nes gestreut wurde, um überflüssige
Tinte aufzusaugen u. so Tinten¬
kleckse zu vermeiden 2 Sand, der zum
Löschen über ein Feuer geschüttet
wird
Löschung: die; - ; -en 1 das Ersticken
von Flammen 2 das Ausschalten von
Licht 3 Beseitigung
Löscb|zug: der; -fe)s; -zöge mehrere
Feuerwehrautos, die hintereinander
zum selben Brandeinsatz fahren
los|don|nem: donnerst los; donnertest
los; hast/ist losgedonnert [ugs.] 1
schnell u. lautstark davonfahren 2 an¬
fangen, sehr laut seinen Unmut zu be¬
kunde; schimpfen; rügen
los|dre|hen: drehst los; drehtest los; hast
losgedreht etw. durch Drehbewegun¬
gen um die eigene Achse lockern od.
lösen
los|drücken (los|drük|ken —» los|drü|-
y cken): drückst los; drücktest los; hast
' losgedrückt den Abzug einer Feuer¬
waffe bedienen, losschießen
los|dür|fen: darfst los; durftest los; hast
losgedurft [ugs.] starten, losgehen od.
losfahren dürfen »Ich darf erst um 2
Uhr los.«
Lo|se: die; - ; -n [seemannssprl.] schlaf¬
fes Tau
Iqjse: Adj. loser; loseste 1 ohne od. mit
wenig Befestigung »Der Milchzahn ist
schon lose u. wird bald ausfallen.« 2
einzeln u. nicht abgepackt »Mandari¬
nen kam man auch lose kaufen.« 3
locker sitzend »Ich habe mir eine lose
fallende Weste gekauft.« 4 [veralt ]
leichtlebig u. ohne moralische Werte
zu berücksichtigen »ein loser Lebens¬
wandel«
Löjse]geld: das; -(e)s; -er Geldsumme,
die an Entführer für die Freilassung
einer Geisel bezahlt wird
los|ei|san: eist los; eistest los; hast losge¬
eist 1 [ugs.} jmdn. aus einer unange¬
nehmen Situation befreien 2 Geld
von jmdm. erlangen, flüssig machen
los|ei[sen, sich: eist dich los; eistest dich
los; hast dich losgeeist [ugs.] sich (für
kurze Zeit) von einer Verpflichtung
befreien
Lö|se|mit|tel: das; -s; - Flüssigkeit; die
andere Stoffe auflöst »Diesen Klebe¬
rest kannst du gut mit etw. Lösemittel
entfernen.« Syn.: Lösungsmittel
lo|sen: lost; lostest; hast gelost in einem
Los-, Zufallsverfahren eine Entschei¬
dung treffen
Los|ent|scheid: der; -<e)s; -e Festle¬
gung (eines Gewinners) durch das
Los
los|fah|ren: fährst los; fuhr( ejst los; bist
losgefahren 1 abfahren; starten 2 sich
mit einem Fahrzeug auf etw. zu-, hin¬
bewegen »Da fuhren wir auf eine Stra¬
ßensperre los.« 3 eine Person angrei¬
fen »Da fuhr er auf ihn mit einem Mes¬
ser los.«
los|ge|hen: gehst los; ging(e)st los; bist
losgegangen 1 laufend starten »Um
drei Uhr bin ich losgegangen.« 2 auf
etw. od. jmdn. zugehen »Ich ging im¬
mer auf mein Ziel los.« 3 wütend bis
handgreiflich aufeinander zugehen
»Da gingen sie mit einem Messer auf¬
einander los.« 4 [ugs.] starten; anfan¬
gen »Die Schule geht um acht Uhr
los.« 5 [ugs.] sich lösen, abfallen
»Schon wieder ist der Knopf losgegan¬
gen.«
los|heu|len: heulst los; heultest los; hast
losgeheult Jugs.; oft abwert.] anfan¬
gen, bitterlich zu weinen
Los|kauf: der; -(e)s; -kaufe 1 käufliches
Erwerben eines Loses 2 Freikauf; ge¬
gen Bezahlung die Freiheit wiederbe¬
kommen
los|kau|fen: kaufst los; kauftest los; hast
losgekauft sich od. jmdn. mit Zahlung
eines Geldbetrages freikaufen
tps|kom|men: kommst los; kam(e)st
los; bist losgekommen 1 sich von ei¬
nem Ort entfernen können »Heute
komme ich nicht vor sechs aus dem Bü¬
ro los.« 2 von etw. fortkommen, frei
werden »Endlich bin ich vom Bauchen
losgekommen.«
los|kön|nen: kannst los; konntest los;
hast losgekonnt [ugs.] starten, fortge¬
hen, ausgehen können »Wann können
wir endlich los?«
los[kriejgen: kriegst los; kriegtest los;
hast losgekriegt [ugs.] losbekommen
lös!.: Abk. löslich
los|la|chen: lachst los; lachtest los; hast
losgelacht in Gelächter ausbrechen
los[las|sen: läßt los; ließ(es)t los; hast
losgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— 1 nicht mehr mit den
Händen halten 2 a) freilassen »Blei¬
ben Sie zurück, sonst lasse ich den
Hund los.« b) (nach Verbüßung einer
Haftstrafe) in die Freiheit entlassen 3
[ugs.; abwert.] etw. von sich geben od.
verfassen »Da hat er vielleicht wieder
einen Witz losgelassen...«
los|lau]fen: läufst los; lief(e)st los; bist
losgelaufen anfangen, (schnell) zu ge¬
hen
lps|le|gen: legst los; legtest los; hast los¬
gelegt [ugs.] 1 begeistert etw. begin¬
nen 2 begeistert, stürmisch anfangen,
etw. zu tun
Lös|lich)keifc die; - ; - Eigenschaft, Fä¬
higkeit, sich aufzulösen
los|lö|sen: löst los; löstest los; hast losge¬
löst bewirken, daß etw. nicht mehr
fest ist
losjlö|sen, sich: löst sich los; löste sich
los; hat sich losgelöst nicht mehr fest
verbunden sein »Eine Lawine hatte
sich losgelöst.«
los|ma[chen: machst los; machtest los;
hast losgemacht 1 [ugs.] eine Bindung,
Sicherung öffnen »Ich mache den
Hund los!« 2 einen/etw. losmachen:
[jugendsprl.] viel Spaß haben
Los|num|mer: die; - ; -n Zahlenfolge
auf einem Lotterielos, anhand der der
Gewinner ermittelt wird
los|pol|tern: polterst los; poltertest los;
hast losgepoltert t anfangen, sich sehr
laut fortzubewegen 2 [ugs.] beginnen
laut zu schimpfen
tos|rei|8en: reißt los; rissest los; hast
losgerissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— gewaltsam lösen
los|rei|ßen, sich: reißt dich los; rissest
dich los; hast dich losgerissen —>alle
Vergangenheitsformen mit ss<— sich
(mit Gewalt) befreien
k>s|ren|nen: rennst los; ranntest los; bist
losgerannt anfangen zu rennen,
schnell zu laufen
Löß —*■ auch Löss: der; Lößes u. Löss¬
es; Löße u. Lösse <Geologie> in der
Eiszeit vom Wind zusammengetrage¬
ne, stark poröse Ablagerung, die viel
Kalk enthält
Löß|bo|den —» auch Löss|bo|dere der;
-s; - «Geologie) Erdschicht, Boden¬
schicht aus in der Eiszeit vom Wind
zusammengetragenen, stark porösen
Ablagerungen, die viel Kalk enthält
los|sa|gen, sich: sagst dich los; sagtest
dich lost; hast dich losgesagt eine Ver¬
bindung lösen
LöB|schicht—» auch Löss|schicht/
Löss-Schicht: die; - ; -en «Geologie)
Erdschicht, Bodenschicht aus in der
Eiszeit vom Wind zusammengetrage¬
nen, stark porösen Ablagerungen, die
viel Kalk enthält
los|schicken (los|schik|ken —> los|-
schi|cken): schickst los; schicktest los;
hast losgeschickt jmdn. mit etw. be¬
auftragen
los|schimp|fen: schimpfst los; schimpf¬
test los; hast losgeschimpft beginnen
zu schelten
lps|schnal|len: schnallst los; schnalltest
los; hast losgeschnallt etw. od. jmdn.,
was/der festgeschnallt ist, davon los¬
machen
los|schrau|ben: schraubst los; schraub¬
test los; hast losgeschraubt etw., was
festgeschraubt ist, wieder aufschrau¬
ben
los|spre|chen: sprichst los; sprach!e)st
los; hast losgesprochen 1 «Religion)
Sünden vergeben 2 von einer Pflicht,
einem Versprechen befreien 3 «Hand¬
werk) nach erfolgreicher Prüfung
zum Gesellen bzw. Facharbeiter er¬
klären
Los)spi«|chung: die; - ; -en 1 das Frei¬
sprechen von Sünden 2 Freispre¬
chung von einer Pflicht, einem Ver¬
sprechen 3 «Handwerk) Entlassung
von Auszubildenden in den Gesellen¬
stand
los|stür|men: stürmst los; stürmtest los;
bist losgestürmt anfangen, schnell zu
laufen
los[tren[nen: trennst los; trenntest los;
hast losgetrennt eine Naht öffnen
724
LR
Los|trom|mel: die; ~ ; -n Behälter, in
dem Lose aufbewahrt werden, u. in
den man hineingreifen kann, ohne die
Lose zu sehen
Lojsung: die; - ; -en 1 Wahlspruch einer
(weltanschaulichen) Gruppe »>Frei¬
heit für allek ist unsere Losung.« 2
Kennwort, Parole, an der man Mit¬
kämpfer erkennt 3 Kot des Wildes
»Die Losung des Hasen ist leicht zu er¬
kennen.«
Löjsung: die; - ; -en 1 bestimmte Art ein
Problem od. eine Aufgabe zu bewälti¬
gen »Die Lösung des Rätsels ist nicht
schwierig zu finden.« 2 Befreiung; Fin¬
den von Unabhängigkeit »Die Lösung
von seinem Elternhaus hat ihm sicht¬
lich gut getan.« 3 das Beenden, Aufhe¬
bung »Eine Lösung des Arbeitsver¬
hältnisses ließ sich nicht länger
vermeiden.« 4 <Chemie> das Zerfallen
eines Stoffes in einer Flüssigkeit
Lö]sungs|mit{tel: das; -s; - <Physik;
Chemie) Flüssigkeit, die andere Stoffe
löst
Lö]$ungs|mög|lich|keit: die; - ; -en
ein(e) Art, Weg (von unterschiedli¬
chen), ein Problem od. eine Aufgabe
zu bewältigen
Lö]sungs(ver]such: der; -(ejs; -e Ver¬
such, Probieren, ob ein bestimmter
Weg (der Handlung) ein Problem od.
eine Aufgabe bewältigen kann
Lö|sungs|weg: der; -(e)s; -e eine (mög¬
liche) Art des Vorgehens, ein Problem
od. eine Aufgabe zu bewältigen
Lg[sungs|wort: das; -(e)s; -Wörter Leit¬
spruch od. Motto »>Frieden< heißt das
Losungswort.«
Ig$jwer|den: wirst los; wurdest los; bist
losgeworden 1 sich von etw. od.
jmdm., lösen 2 [ugs.] etw. abgenom¬
men, gestohlen bekommen, verlieren
3 etw., was einen schon länger bela¬
stet, endlich sagen können »Endlich
konnte ich meinen Kummer
loswerden.« 4 [ugs.] etw. verkaufen
können
lgs|w«r|fen: wirfst los; warf(e)st los;
hast losgeworfen [seemannssprl.] die
Taue, mit denen ein Schiff festge¬
macht ist, lösen
lps|zie|hen: ziehst los; zog(e)st los;
hast}bist losgezogen 1 anfangen zu ge¬
hen »In Dreiergrüppchen zogen sie
los.« 2 [abwert.] über jmdn. lästern,
schlecht über jmdn., der nicht anwe¬
send ist, sprechen
Lot: das; -(e)s; -e 1 Gleichgewicht, Ein¬
klang zwischen Dingen, Personen 2 a)
Schnur mit spitzem Bleigewicht, mit
dem die exakte Senkrechte festgestellt
werden kann b) (durch ein Senkblei
herausgefundene) Senkrechte 3 mit
Markierungen versehenes Tiefenmaß;
(einfaches) Meßinstrument für die
Wassertiefe 4 Material, das beim Lö¬
ten zur Verbindung von zwei anderen
Metallstücken verwendet wird S a)
etw. (wieder) ins (rechte) Lot
bringen: eine Sache in Ordnung brin¬
gen, sie regeln b) (nicht) im Lot sein:
(unjgeregelt sein c) ins Lot kommen:
wieder in Ordung kommen 6 jmdn.
aus dem Lot bringen: jmdn. verunsi¬
chern 7 (wieder) ins Lot kommen:
(wieder) in Ordnung kommen
lö)ten: lötest; lötetest; hast gelötet Me¬
talle mit Hilfe von Lötzinn verbinden
Lo|ti(gn: <lat.-fr.-engl.> /[dt.] lozion u.
[engl.] lo“sch«n/ die; - ; -en u. [bei
engl. Aussprache] -s flüssiges Haut¬
pflegemittel »Bodylotion, Körperloti¬
on = (flüssige) Körpercreme«
Lötjkol|ben: der; -s; - Werkzeug, mit
dem zwei Metallteile durch Aufträgen
von Lötzinn verbunden werden kön¬
nen
Lo|tos/Loftus: <gr.-lat.> der; - ; - Pflan¬
ze, die zu den Seerosen gehört u. de¬
ren große Blätter neben den weißen
Blüten aus dem Wasser ragen
Lo|tos|blO|te/Lo|tus|blii|te: <gr.-lat.; dt»
die; - ; -n Blüte des Lotos, einer See¬
rosenart
Löt|pi|sto|le —»■ Löt[pis|to|le: die: - ; -n
"Werkzeug, mit dem zwei Metallteile
durch Aufträgen von Lötzinn ver¬
bunden werden können
tot|recht: Ad}, n. stg. im rechten Winkel
stehend
Lot|rech(te: die; ~; - die Senkrechte
Lot|se: '.engl.-niederl» der; -n; -n weibl.
~Lot|sin: die; - ; -nen Person, die ein
Scmff in den Hafen od. ein Flugzeug
durch den Luftraum, zur Landung
leitet
Lot|sen|diensfc tengl.-niederl.; dt.> der;
-(e)s; -e 1 Bereitstellung von Lotsen 2
<Verkehrsw.> Einsatz von Lotsen, die
den Verkehr regeln
Lot|te|rie: tgerm.-niederl» die; - ;
Lotterien jloterßnj Glücksspiel; Ver¬
losung"
Lot|te|riejspiel: (germ.-niederl; dt» das;
-(e)s; -e a) das Mitspielen bei einer
Verlosung, bei einem Glücksspiel b)
dibertr.) Zufall
iot|te|rig/lott|rig: Adj. [abwert.] schlam¬
pig; ungepflegt
Lot|teijle|ben: das; -s; - [abwert.] äu¬
ßerst lockere, etw. schlampige Art der
Lebensführung
Lotiterjwirtlschaft: die; - ; - [abwert.]
lotterhafter, schlampiger Haushalt
Lot]to: <germ.-fr.-it.> das; -s; -s 1 Zahlen¬
glücksspiel »Ich spiele jede Woche
Lotto.« 2 Gesellschaftsspiel für Kin¬
der, bei dem Bilder auf Karten einan¬
der zugeordnet werden müssen
Lot|to|an|nah|me|stel|le: die; - ; -n Ge¬
schäft, in dem ein ausgefüllter Lotto¬
schein abgegeben werden kann
Lotftcffee: die; - ; -n [ugs.; scherzh.] die
Femsehsprecherin, die die Ziehung
der Lottozahlen vomimmt
Lot|tojge|sen|schaft: die; - ; -en Gesell¬
schaft mit der Erlaubnis, Lottospiele
zu veranstalten
Lot|to|ge|winn: der; -(e)s; -e Geldpreis
bei einem Lottospiel
Lot[to [schein: der; -(e)s; -e vorbereite¬
tes Papier, auf dem sechs Zahlen u.
eventuell Zusatzzahlen angekreuzt
werden müssen
Lottto|spiel: das; -(e)s; -e Zahlen¬
glücksspiel; Lotto
Lot[to|zah|len: die (PI.) sechs ausgelo¬
ste Siegzahlen, die (in Deutschland)
zweimal in der Woche ermittelt wer¬
den u. so die Gewinner des Lotto¬
spiels bestimmen
lottjrfg/lot|te|rig: Adj. [abwert.] schlam¬
pig; ungepflegt
Lo|tus: der: -; - 1 gelb od. rot blühen¬
der Hornklee 2 Lotos; eine Pflanze,
die zu den Seerosen gehört, u. deren
große Blätter neben den schönen,
weißen Blüten aus dem Wasser ragen
Lötjzinn: das; -s; - Zinnlegierung zum
"Löten, zur Verbindung von zwei Me¬
tallteilen
Lounge: (engl» /lon(d)seh/ die; - ; -s
Hotelhalle; Gesellschaftsraum »Ich
warte in der Lounge auf dich.«
Loure: fr» /lur/ die; -; -n <Musik> Tanz
mit merklicher Hervorhebung des
Taktanfangs im 6/4-Takt od. 3/8-
Takt
Love-Story —»• Love|story: <engl» /laf
ßtori / Romanze; Liebesgeschichte
Lö|we: <gr.-lat» der; -n; -n weibl. Lö|win:
die; ~ ; -nen 1 großes, in Afrika ansäs-
sige(s) Raubtier, Raubkatze (mit
Mähne beim männlichen Tier) »Die
Löwin brüllte laut.« 2nur m'ännl. Form
a) Tierkreiszeichen für die Zeit vom
23.07. bis 23.08. b) im Tierkreiszei¬
chen Löwe Geborene(r) »Ich bin
Löwe.« 3 Auch der Löwe muß sich
der Mücke wehren: kleine Schädlinge
o. ä. sind auch gefährlich für die Gro¬
ßen 4 sich in die Höhle des Löwen
wagen: [ugs.] Mut aufbringen u. zu
jmdm. gehen 5 kämpfen wie ein
Löwe: mit dem letzten Einsatz kämp¬
fen; alles geben 6 Gut gebrüllt, Löwe:
exakt ausgedrückt; treffend gesagt!
Lö[wen|an|tejl: der; -(e)s; -e der größte
u. beste Teil von etw. »Bei dem Ge¬
schäft sicherte er sich den Löwenan¬
teil.«
Lö|wen|kä)fig: der; -(e)s; -e Raum mit
Gitterstäben in einem Zirkus od.
Tierpark, in dem Löwen gehalten
werden
Löjwen|kraft: die; - ; -kräfte große
Kraft
Lö|wen]mäh|ne: die; - ; -n 1 langes,
dichtes Haar am Kopf des Löwen
(-männchens) 2 [scherzh.; abwert.]
lange, zottelige Haarfrisur
Lö]wen|maul: das; - (e)s; - in vielen bun¬
ten Farben blühende Pflanze, die zu
den Rachenblütlern gehört
Lö|wen|mäul|chen: das; -s; ~ Löwen¬
maul; in vielen bunten Farben blü¬
hende Pflanze, die zu den Rachen¬
blütlern gehört
Lö|wen|zahn: der; -(e)s; - Wiesenpflan¬
ze mit in einer Rosette um die gelbe
Blüte wachsenden gezackten Blättern
loy|al: dat.-fr» /loWjal/ Adj. [geh.] 1
jmdm., einer Vereinbarung, Gesetzen
treu (ergeben) »Er ist ein loyaler
Fremd.« 2 auch dem Gegner Respekt
entgegenbringend; anständig u. prin¬
zipientreu
Loya|li|tat: neu: Lo|ya|li|tät fr»
/loWjalität/ die; - ; -en Vertragstreue;
Redlichkeit; Treue
LP: Abk. 1 Lampe 2 Langspielplatte 3
<Eisenb.> Läuten u. Pfeifen 4 Listen¬
preis
LP: (engl» /elpie/ die; - ; -s (long-
playing-record) Langspielplatte
Lp.: Abk. Luftpost
LR: Abk. 1 Laderaum (eines Schiffes) 2
Landesregierung — Regierung eines
Bundeslandes 3 <Titel> Landrat 4 (Ti¬
tel) Landwirtschaftsrat 5 Legations¬
rat (Amtsbezeichnung im Auswärti-
725
LS
gen Dienst) 6 a) Lokalredaktion b)
Lokalredakteur(in) 7 <Sport> Linien¬
richter
LS: Abk. 1 (Unterhaltungselektronik)
Lautsprecher 2 <Elektrot.> Leistungs¬
schalter 3 Lesesaal (einer Bücherei) 4
<HandeI> Lieferschein
Lst.: Abk. Lohnsteuer
Lstg.: Abk. Leistung
LT: Abk. 1 Landtag = Volksvertretung,
Parlament eines Bundeslandes 2
<Bausto(T> Langlotziegel für Trenn¬
wände 3 Leuchtturm 4 Lichttechnik S
Lufttransport 6 Tankladeraum (von
Schiffen)
lt: Abk. lutherisch
IL: Abk. 1 laut 2 leitend(e)(r)
Ltd.: Abk. <engi> limited = Gesellschaft
mit beschränkter Haftung
ltd.: Abk. 1 leitend 2 leitende(r)
Ltg .: Abk. Leitung (Führung)
Ltr.: Abk. 1 Leiter 2 (Maßeinheit des
Rauminhaltes) Liter
I. U.: Abk. laut Untersuchung
I. u.: Abk. links unten
Luchs: /lukß/ der; -es; -e 1 kleines, kat¬
zenähnliches Raubtier mit gelbli¬
chem, gefleckten Fell u. kleinem,
rundlichen Kopf 2 Luchsfell 3 auf¬
passen wie ein Luchs: sehr genau
aufpassen; sehr intensiv beobachten
luch|sen: /lukßen/ luchst; luchstest; hast
geluchst [ugs.] 1 angestrengt, wach¬
sam nach etw. Ausschau halten 2 etw.
auf listige Weise wegnehmen
Lücke (Lük|ke —» Lü|cke): die; - ; -n a)
Loch; Zwischenraum b) etw., was
man nicht weiß, woran man sich nicht
erinnert »eine Lücke im Gedächtnis«
Lückenfbü|ßer (Lük|ken|bü|ßer —Lgf-
cken|bü|Ber): der; -s; - weibl.
Lücken|bü|ße|rin (Lük|ken|bü|0e|rin
—> Lü]cken|bü|ße|rin): die; - ; -nen 1
jmd., der in letzter Minute anstelle
des eigentlich Ausersehenen einsprin¬
gen muß 2 jmd. od. etw., was einge¬
setzt wird, weil es nichts Besseres gibt
lücken|haft (lük|ken|haft —> IÜ|cken|-
haft): Adj. lückenhafter; lückenhaftes¬
te 1 Lücken aufweisend 2 nicht voll¬
ständig erhalten »Leider ist uns dieser
Text nur lückenhaft überliefert.«
lücken|los (lük|ken|los —*■ lü|cken|los):
Adj. n. stg. 1 ohne Lücke 2 vollstän¬
dig
Lücken|test (Lük|ken|test —»• Lüj-
ckenjteat): der; -(e)s; -su. -e schriftli¬
che Überprüfung der Leistungen, bei
der Auslassungen sinnvoll gefüllt
werden müssen
Lu|der. das; -s; ~ 1 [salopp; abwert.]
hinterhältige, durchtriebene Person 2
<Jagd> Kadaver als Köder
lu|dern: luderst; ludertest; hast geludert
[veralt.] lotterhaft leben
Lu|der|wirt|schaft: die; - ; -en [abwert.]
schlampige Lebensführung
Luft: die; - ; Lüfte (PI. s.) 1 o. PI. Stoff
zum Atmen, der vornehmlich aus
Sauer- u. Stickstoff zusammengesetzt
ist 2 a) freier Raum über der Erde, der
mit Luft gefüllt ist b) freier Raum,
den man durch Wegräumen von etw.
schafft »Ich habe (mir) etw. Luft
geschaffen.« 3 Wind »Die Luft tut
gut.« 4 die Luft ist rein: [ugs.] es ist
niemand da, alles ist unbewacht 5 in
der Luft liegen: [ugs.] unmittelbar be¬
vorstehen, es fast fühlen 6 die Luft ist
raus: [ugs.] 1. es geht nicht mehr vor¬
an, der Schwung, die Begeisterung o.
ä. ist weg 2. in einer finanziellen Sache
o. ä. gibt es keinen Spielraum mehr 7
jmdm. bleibt die Luft weg: [ugs.] jmd.
ist erschreckt, überrascht, entsetzt o.
ä. 8 eine Luft zum Schneiden: [ugs.]
sehr schlechte Luft 9 es ist, herrscht
dicke Luft: [ugs.] es droht Streit, eine
Auseinandersetzung o. ä. 10 mit
jmdm. die gleiche Luft atmen: in der¬
selben Umgebung wie jmd. leben, ar¬
beiten o. ä. 11 (wieder) Luft haben:
[ugs.] das Wichtigste, Dringendste er¬
ledigt haben 12 Luft holen: eine Pause
einlegen 13 etw. od. jmd. ist Luft für
jmdn. : [ugs.] jmd. beachtet etw. od.
jmdn. mit Absicht nicht 14 halt die
Luft an!: a) [ugs.] sei ja ruhig; hör auf
»Halt ja die Lift an, schließlich bist du
nicht ganz unschuldig daran!« b) sei
mal still; jetzt erzähle ich dir etw. ganz
Überraschendes! 15 jmdn. wie Luft
behandeln: [ugs.] jmdn. mit Absicht
nicht beachten 16 sich in Luft
aullösen: [ugs.] etw. od. jmd. ver¬
schwindet spurlos »Wir werden die
Schlüssel schon finden, sie können sich
doch nicht in Luft aufgelöst haben!« 17
frische Luft in etw. bringen:
Schwung, Leben, neue Ideen in etw.
bringen 18 frische Luft schnappen:
im Freien frische Luft einatmen »Ich
gehe noch mal raus, um frische Luft zu
schnappen.« 19 jmdm. nicht die Luft
(zum Atmen) gönnen: [ugs.] sehr nei¬
disch a uf jmdn. sein 20 jmdm. die Luft
abdrehen, abdrücken: jmdn. (wirt¬
schaftlich) ruinieren 21 Luft
ablassen: sich bei jmdm. aussprechen
»Kann ich gleich vorbeikommen? Ich
muß mal Luft ablassen.« 22 etw.,
jmdn. in der Luft zerreißen: [ugs.]
etw. od. jmdn. vernichtend kritisieren
23 seinem Ärger, Kummer o. ä. Luft
machen: sich über seinen Ärger,
Kummer o. ä. aussprechen »Jetzt ist
mir leichter, nachdem ich dir meine
Sorgen anvertraut u. mir Luft gemacht
habe.« 24 in die Luft gucken: [ugs.]
nichts bekommen »Sie hat alles dem
Tierheim vermacht, die vermeintlichen
Erben guckten in die Luft.« 25 in der
Luft hängen: [ugs.] im Ungewissen le¬
ben 26 a) in die Luft fliegen, gehen:
[ugs.] explodieren b) etw. in die Luft
jagen, sprengen: etw. durch eine
Sprengung beseitigen, zerstören 27
aus der Luft gegriffen sein: [ugs.] eine
Behauptung o. ä. ist frei erfunden,
entbehrt jeder Grundlage 28 jmdn. an
die (frische) Luft setzen, befördern:
[ugs.] jmdn. rauswerfen, entlassen 29
jmdm. geht die Luft aus: [ugs.] jmdm.
geht das Geld aus; die finanziellen
Mittel sind erschöpft 30 (schnell,
leicht) in die Luft gehen: [ugs.] (leicht)
erregbar sein, (schnell) böse, wütend
werden 31 von Luft u. Liebe leben:
sehr wenig essen; wenig (finanzielle
Mittel) zur Verfügung haben 32 Von
Luft kann man nicht leben: von (fast)
gar nichts kann man nicht existieren
33 gesiebte Luft atmen: im gefängnis
sitzen 34 die Luft aus dem Glas
lassen: etw. zu trinken einschenken
35 in etw. ist noch Luft drin/zwi-
schen etw. ist noch Luft: es gibt noch
einen (gewissen) Spielraum
Luft- u. Raum|fahrt|in]du|strie —»
Raumlfahrtlinlduisltjrie: die; - ; -n In¬
dustrie, die mit der Herstellung von
Geräten u. der Entwicklung von
Technologien auf dem Luft- u.
Raumfahrtsektor befaßt ist
Luftjakro|bat —* Luft[a|k|ro|bat: der;
-en; -en Bewegungskünstler, der auf
einem Seil turnt
Luft|akt: der; -(e)s; -e (Kunstkraftsport)
in der Luft, z. B. am Trapez vorge¬
führte Kunststücke
Luftjalarm —* Luft|a|tarm:der; -(e)s;-e
sehr laute Warnsignale im Krieg bei
einem gegnerischen Luftangriff
Luft[an|griffc der; -(e)s; -e (Milit.) An¬
griff mit Flugzeugen aus der Luft
Luft|auf|nah|me: die; - ; -n von einem
Flugzeug od. Hubschrauber aus ge¬
machte Photographie
Luft|auf|sicht: die; - ; -n Dienststelle,
die für die Luftaufsicht, für die Si¬
cherheit des Fliegens verantwortlich
ist
Luft|bal[lon: der; -s; -e 1 bunter, mit Gas
od. Atemluft gefüllter Ballon als
Spielzeug für Kinder
Luftjbe|feuch|ter. der; -s; - Gerät, das
ln beheizten Räumen aufgestellt wird,
um die Luft zu befeuchten, indem
Wasser verdampft wird
Luft|be|we|gung: die; ~ ; -en (PI. s.)
(Meteorologie) Bewegung der Luft
Luftfbrücke (Luft|brük|ke —> Luft|brü|-
cke): die; - ; -n Bezeichnung für
Transportflüge zur Versorgung eines
eingeschlossenen Gebietes mit Hilfe
von Flugkörpern
Luft|druck: der; -(e)s; -drücke u.
~[fachsprl.J -e 1 (Physik) Druck der
Luft auf eine Fläche 2 Druckwelle ei¬
ner Explosion
lüf]ten: lüftest; lüftetest; hast gelüftet 1
Fenster öffnen, um Durchzug herbei¬
zuführen u. somit frische Luft ein¬
dringen zu lassen 2 Kleidung an die
Luft hängen, damit eventuell schlech¬
ter Geruch entfernt wird 3 etw. kurz
hochheben »Er lüftete seinen Hut zum
Grüßen.«
Lüf(ter. der; -s; - elektrisches Gerät, das
durch sehr schnelles Drehen eines Ro¬
tors für (kühlende) Luftverwirbelun¬
gen sorgt, Syn.: Ventilator
Luftjfahrt: die; - ; -en 1 o. PI. Oberbe¬
griff für alles, was mit der Nutzung
des Luftraums zusammenhängt 2
Flug 3 [selten] Fahrt durch die Luft
(mit einem Luftschiff od. Ballon)
Luft|fahr[zeug: das; -(e)s; -e Fortbewe-
"gungsmittei, das sich in der Luft fort¬
bewegt
Luft|feuch|te: die; ~ ; - in Prozent zu
messender Anteil von Wasser in der
Luft
Luft)1euch|tig|keit: die; ~; -en in Prozent
zu messender Anteil von Wasser in
der Luft
Luftfracht: die; - ; -en Güter, die per
Flugzeug befördert werden
1uft|ge|küMt: Adj. n. stg. (Technik)
durch Luft auf eine niedrigere Tem¬
peratur gebracht
luft|ge|schüizt: Adj. luftgeschützter;
hftgeschützteste vor (zu viel) (Zug-)
Luft geschützt, abgeschirmt
726
Lügerei
Luft|ge|wehR das; -(e)s; -e hauptsäch¬
lich im Sport verwendete Waffe, bei
der die Munition durch Druckluft
aus dem Lauf austritt
Luftjhan|sa: die; -; - kurz für Deutsche
"Lufthansa AG, der deutschen Luft¬
verkehrsgesellschaft
Luft|hai|zung: die; - ; -en eine Heizung,
bei der die Luft die Wärme überträgt
Luftfho|heit: die; ~ ; -en die oberste
Staatsgewalt eines Landes über den
zu ihm gehörenden Luftraum
Luft)ho|len: das; -s; - das Einatmen
lufftig: Adj. 1 <Raum> mit ausreichend
frischer Luft 2 weit oben 3 (Kleidung)
leicht bekleidet
Luft|kis|sen: das; -s; ~ aufblasbares
Polster
Luft|kis[sen|fahr|zeug: das; -(e)s; -e
Fortbewegungsmittel, das von einem
Luftkissen zumeist über Wasser od.
über Geländestrecken getragen wird
Luft]kof|fer: der; -s; - ein speziell für
Flugreisen geeignetes leichtes Ge¬
päckstück
Luft|krank|heit: die; - ; - (Neigung zur)
Übelkeit bei Flugreisen
Luftkrieg: der; -(e)s; -e «Milit.) Krieg,
der in der Luft zwischen u. mit Mili¬
tärflugzeugen geführt wird
Luft|küh|lung: die; - ; - (Technik) Mo¬
torenkühlung durch Luft
Luft|kuijort: der; -(e)s; -e ein anerkann¬
ter Erholungsort, der sich durch gute
Luft auszeichnet
luft|leer: Adj. n. stg. keine Luft mehr
enthaltend; Vakuum
Luft|li|nie: die; - ;-n(PL s.) direkte Ent¬
fernung, Länge der (gedachten) ge¬
raden Verbindung zwischen zwei Or¬
ten
Luftloch: das; -(ejs; -Löcher 1 Öffnung,
durch die Luft strömen kann 2 [ugs.]
Luftbewegung, die ein Flugzeug für
einen kurzen Moment nach unten sin¬
ken läßt
Luft|man|gel: der; -s; -1 Schwierigkei¬
ten, genügend Luft einzuatmen 2
Fehlen von (frischer) Luft
Luft|mas|se: die; ~ ; -n (m. PL.) «Meteo¬
rologie) über einem größeren Bereich
liegende od. sich drehende, zusam¬
menhängende Luft
Luft|ma|trat|ze —Luft|ma|t|rat|ze: die;
- ; -n eine Gummimatte, die mit Luft
aufgeblasen werden kann
Luft|pi|rat: der; -en; -en weibl. Liift|pi|ra|-
tin: die; - ; -nen Attentäter(in), der/
die ein Flugzeug entführt
Luft|pijsto|le —* Luft|pis|to|ie: die; ~ ;
-n Pistole, Schußwaffe, bei der durch
Luftdruck die Munition aus dem
Lauf geschleudert wird
Luftfpost: die; - ; - Briefe, Pakete usw.,
die mit Hilfe von Flugzeugen trans¬
portiert werden
Luftjpost|brief: der; -(e)s; -e ein extra
leichter Brief, der mit dem Flugzeug
transportiert wird
Luftfpum|pe: die; ~ ; -n ein Gerät zum
einpumpen von Luft
Luftfraum: der; -(e)s; -räume der freie
Raum über dem Hoheitsgebiet eines
Staates
Luft|röh|re: die; - ; -n <Anat.> Leitung
zwischen Kehlkopf u. Bronchien
Luftfröh|ren|schnitt: der; -(e)s; -e
<Med.) zur Lebensrettung notwendi¬
ger Schnitt in die Luftröhre
Luft|sack: der; -(e)s; -sacke <Zool.>
Lungenanhang bei Vögeln
Luftjschacht: der; -(e)s; -schachte
schmaler, in die Erde reichender
Hohlraum, Schacht zur Belüftung
Luft|schau|kel: die; - ; -n [landsch.]
schifförmige Schaukel, die besonders
auf Jahrmärkten aufgebaut wird,
Syn.: Schiffschaukel
Luftschicht: die; - ; -en «Meteorologie)
atmosphärische Schicht, die eine be¬
stimmte Temperatur aufweist
Luftschiff: das; -(e)s; -e Luftfahrzeug,
das einen großen, länglichen Körper
besitzt, der mit Gas gefüllt ist
Luftlschiffjfahrt —* immer mit fff:
"Lutt|schifftfahrt/Luft|schiff-Fahrt:
die; - ; - a) Gesamtheit aller Belange,
die mit dem Fliegen in Verbindung
stehen b) [selten] Fahrt mit einem
Luftschiff, einem zeppelinähnlichen,
gasbetriebenen Flugzeug
Luftschlacht: die; - ; -en «Milit.) kriege¬
rische Auseinandersetzung, die mit
militärischen Flugzeugen in der Luft
ausgeführt wird
Luft|schlan|ge: die; ~ ; -n kleine Papier¬
girlande
Luft|schleu|se: die; - / -n «Technik) her¬
metisch verschließbarer Raum, der
zwei Räume mit unterschiedlichem
Luftdruck verbindet
Luftschloß —> Luftschloss: das;
-schlosses; -schlösser (m. PL) etw. Er¬
träumtes, das aber in der Realität
nicht zu verwirklichen ist
Luft|schrau|be: die; •; -n «Technik) Pro¬
peller
Luftschutz: der; -es; - 1 alle Vorrich¬
tungen u. Maßnahmen, um die Zivil¬
bevölkerung bei einem Luftangriff zu
schützen 2 Organisation, die für den
Luftschutz verantwortlich ist
Luft|schutz|kel|ler: der; -s; - Keller, in
dem man während eines Luftangriffes
Zuflucht finden kann
Luft(schutz|raum: der; -(e)s; -räume re¬
lativ sicherer Raum, in dem man bei
einem Luftangriff Zuflucht finden
kann
Luft|sprung: der; -(e)s; -spränge ein
Freudensprung in die Luft
Luft|stra|ße: die; - ; -n «Flugw.) festge¬
legte Flugstrecke in der Luft
Luft|stütz|punkt: der; -(e)s; -e «Milit.)
Ort, an dem eine Einheit der Luftwaf¬
fe stationiert ist
luft|tUch|tig: Adj. (technisch) in Ord¬
nung
Lüftung: die; - / -en 1 das Hereinlassen
von frischer Luft 2 technische Vor¬
richtung, mit deren Hilfe in Räumen
für eine geregelte Frischluftzufuhr ge¬
sorgt wird
Luft|ver|kehr: der; -(e)s; - organisierter
Verkehr von Flugzeugen
Luft|ver|kehrs|ge|settjschaft: die; - ; -en
Organisation, die für den Verkehr der
Flugzeuge verantwortlich ist
Ljjft|ver|schniut|zung: die; - ; -en die
Verunreinigung der Luft durch Ab¬
gase od. Schmutzpartikel, die in einer
bestimmten Konzentration gesund¬
heitsschädlich wirken kann
Luftver|un|reifni|gung: die; - ; -en die
Verschmutzung der Luft durch
Fremdstoffe
Luftjwafjfe: die; - ; -n Teil des Militärs,
der Streitkräfte, welcher mit Flugzeu¬
gen ausgestattet ist
Luft|wech|sel: der; -s; - 1 Veränderung
der Luft 2 Luftveränderung durch ei¬
nen Standortwechsel, z. B. im Urlaub
LuH|wi|der|stand: der; -(e)s; -stände
«Physik) der Bewegung eines Körpers
entgegen wirkender Druck
Luft|zu|ftjhr: die; ~; -en das Hinzufügen,
das Einlassen von Luft
Luft|zug: der; -(e)s; -zäge (PL s.) star¬
ker Windhauch; deutliche Luftbewe¬
gung
Lüjge: die; - / -n 1 bewußt falsche Aus¬
sage, Angabe; Unwahrheit Ant.:
Wahrheit 2 Lügen haben kurze
Beine: man sollte nicht lügen, die
Wahrheit kommt meistens heraus 3
jmdn., etw. Lügen strafen: beweisen,
daß jmd. lügt, daß etw. nicht wahr ist
4 Die Lüge ist ein Schild der Feigen:
wer mutig ist, hat keine Angst, Scheu
vor der Wahrheit
lu|gen: lugst; lugtest; hast gelugt 1 nach
etw. od. jmdm. Ausschau halten 2
hervorschauen »Unter seinem Mantel
lugte eine zerrissene Hose hervor.«
Iü|gen: lägst; log(e)st; hast gelogen 1
absichtlich, vorsätzlich nicht die
Wahrheit sagen; jmdm. bewußt etw.
Falsches erzählen 2 a) lügen wie
gedruckt: [ugs.] sehr, ohne Hemmun¬
gen lügen b) lügen, daß sich die Bal¬
ken biegen: [ugs.] sehr, ohne Hem¬
mungen lügen c) das Blaue vom Him¬
mel lügen: [ugs.] sehr, ohne Hem¬
mungen lügen d) jmdm. die Hucke
voll lügen: [ugs.] sehr, ohne Hem¬
mungen lügen 3 sich in die eigene Ta¬
sche lügen: sich selbst betrügen 4
Wer einmal lügt, dem glaubt man
nicht u. wenn er auch die Wahrheit
spricht: wenn jmd. lügt, verliert er
sein Glaubwürdigkeit, man vertraut
ihm nicht mehr 5 wer lügt, der
stiehlt: wer nicht vor dem Lügen zu¬
rückschreckt, von dem glaubt man,
daß er auch schwerwiegenderen Übel¬
taten nicht abgeneigt ist
Lü|gen|bold: der;-(e)s; -e [abwert.] Per¬
son, die häufig lügt
Lü]gen|de|tek|tor: der; -s; -en Gerät, mit
dem auch die unwillkürlichen Kör¬
perreaktionen (wie z. B. plötzliche Er¬
höhung des Pulsschlags) aufgedeckt
werden können, so daß eventuell Auf¬
schluß darüber gegeben werden kann,
ob z. B. ein Beschuldigter die Wahr¬
heit spricht od. nicht
Lü[gen|dich|tung: die; - ; -en Erzählun¬
gen, deren Inhalt phantastischer Na¬
tur ist
Lü|gen|ge|schich|te: die; ~ : -n a) Erzäh¬
lung, deren Inhalt phantastischer Na¬
tur ist b) längere, ausführlichere Lüge
lüjgen|haft: Adj. lügenhafter; lügenhaf¬
teste [abwert.] nicht der Wahrheit ent¬
sprechend
Lü|gen|mär|chen: das; -s; - a) märchen¬
hafte Erzählung, deren Inhalt phan¬
tastischer Natur ist« b) längere, aus¬
führlichere Lüge
Lü|ge|rei: die; - ; -en [abwert.] anhalten¬
des Lügen
727
Lügner
Lügjner: der; -s; - weibl. Lüg|ne|rin: die;
- ; -nen Person, die bewußt die Un¬
wahrheit gesagt hat, oft sagt
lüg|ne|risch: Adj. [abwert.] 1 unwahr
»Deine lügnerischen Reden bin ich
wirklich leid.« 2 verlogen »Er ist u.
bleibt ein lügnerischer Mensch.«
Lu|kar|ne: dat.-fr.; die; - ; -n Dachfen¬
ster
Lu|kas: der; - ; - 1 männlicher Vor¬
name 2 Apparat mit einer Fläche, auf
die man möglichst fest mit einem
Hammer schlagen muß, wodurch ein
kleines Gewicht an einer Stange nach
oben rutscht u. bei ausreichendem
Krafteinsatz oben eine Glocke an¬
schlägt
Lu|ke: die; - ; -n (nach oben) zu öffnen¬
der Ausschnitt einer Decke besonders
auf Schiffen zum Ein- u. Aussteigen
lu|kra|tiv —> lu[k|ra]tjv: dat.> /lukratif/
Adj. [geh.] finanziell einträglich; ho¬
hen Gewinn versprechend
lu|kyl|lisch: Adj. qualitativ u. quantita¬
tiv großzügiges Essen)
Lu|latsch: der; -(e)s; -e [ugs.] ein hoch¬
gewachsener, schlaksiger Mensch
Lyl|le: die; - ; -n [ugs.] Zigarette
lul|len: lullst; lulltest; hast gelullt 1 jmdn.
mit eintönigem Singen od. Reden in
den Schlaf od. in einen schlafähnli¬
chen Zustand bringen 2 [landsch.] uri¬
nieren 3 [landsch.] saugen; nuckeln
Lul|len der; -s; - [süddt.; österr.;
Schweiz] Schnuller
Lujmen: dal» das; -s; - <Med.; Bio.> a)
Hohlraum eines Hohlorgans b) inne¬
rer Durchmessereines Hohlorgans
Lu|mi|nes[zenz: dat.-engb die; - ; -en
<Physik> das Leuchten eines Stoffes,
das nicht durch eine Temepraturer-
höhung zustandekommt
Lüm|mel: der; -s; - 1 [abwert.] frecher,
ungezogener Junge 2 [salopp] Penis
Lümjmejlei: die; - ; -en [abwert.] Frech¬
heit, Ungezogenheit
Lump: der; -en; -en unehrlicher, hinter¬
hältiger Mensch (meist Mann)
Lum|pen: der; -s; - 1 altes, zerrissenes
Kleidungsstück »Diese Lumpen
kannst du nicht mehr anziehen.« 2 ab¬
getrennter Teil eines alten Kleidungs¬
stücks »Ich brauche Lumpen zum
Putzen.« 3 [ugs.; landsch.] Putzlappen
lumpen: lumpst; lumptest; hast gelumpt
1 mit Alkoholgenuß viel u. kräftig fei¬
ern 2 sich nicht lumpen lassen: gro߬
zügig sein (u. andere Personen entla¬
den)
Lum|pen|ball: der; -(e)s; -balle ein Fa¬
schingsfest, bei dem man sich in Lum¬
pen kleidet
Lum|pen|gelsin|del: das; -s; - [abwert.]
herumlungemde Menschen; Gesin¬
del, Syn.: Lumpenpack
Lum|pen|händ|ler. der; -s; - fahrender
Händler, der Altwaren mitnimmt u.
sie anschließend verkauft
Lum|pen|pack: das; -(ejs; - [abwert.]
herumlungemde Menschen; Gesin¬
del, Syn.: Lumpengesindel
Lum|pen|pro|le|ta|ri|ak das; -(e)s; - [ab¬
wert.] unterste soziale Schicht
Lum|pen|samm|ler: der; -s; - ein fah¬
render Händler, der Altwaren mit¬
nimmt u. sie anschließend verkauf)
Lum|pe|rei: die; - ; -en [abwert.] 1 üble,
gemeine Handlung 2 [ugs.] Kleinig¬
keit; Unwichtigkeit
lum|pig: Adj. 1 [abwert.] gemein 2 [sel¬
ten] heruntergekommen 3 [ugs.] sehr
erbärmlich wenig » Wegen dieses lum¬
pigen Stück Holzes soll ich dankbar
sein?«
Lu|na: <lat.> die; ~ ; - (meist o. Art. u.
dann mit Gen.: -s) a) Mond b) Mond¬
göttin
Lunch: <engi; /lan(t)sch/der; - u.-(e)s;
-(e)s u. -e (leichte) Mittagsmahlzeit
» Wir kommen zum Lunch.«
Iun|chen: <engb /lan(t)schen/ lunchst;
lunchtest; hast geluncht (in angel-
sächischen Ländern) zu Mittag essen,
eine Mittagsmahlzeit einnehmen
Lunch|pa|ket: tengh /lan(t)sch-/ das;
-(e)s; -e kleines Päckchen mit Ver¬
pflegung für unterwegs, wenn man
nicht zu Hause essen kann
Lü|ne|burjger Hei|de: die; - ; - Teil des
norddeutschen Tieflandes
Lun|ge: die; - ; -n 1 Atmungsorgan bei
Menschen u. (bis auf einige Ausnah¬
men) an Land lebenden Tieren 2 sich
die Lunge aus dem Hals rennen:
[ugs.] rennen, etw. tun, machen, bis
man total erschöpft ist 3 grüne
Lunge: Grünanlage, Park in einer
Großstadt 4 sich die Lunge aus dem
Hals{e), Leib(e) schreien; aus voller
Lunge schreien, singen: [ugs.] sehr
laut (langanhaltend) schreien, singen
5 es auf der Lunge haben: [ugs.] eine
Lungenkrankheit haben »Sie ist im
Sanatorium, sie hat es nämlich auf der
Lunge.« 6 sich die Lunge aus dem
Hals husten: [ugs.] heftig (anhaltend)
husten müssen
Lun|gen|at|mung: die; -; - <Med.; Zoob
Atmung durch die Lungen
Lun|gen|bläs|chen: das; -s; ~ (m. PI.)
kleine Hohlräume der Lunge, durch
dessen dünne Wände der Sauerstoff
an das Blut abgegeben wird
Lun|gen|em|bo|lie: die; - ; -n <Med.>
Verstopfung eines Blutgefäßes in der
Lunge
Lun|gen|ent|zün|dung: die; - / -en
<Med.> Krankheit, bei der sich ein Teil
der Lunge entzündet
Lun|gen|flü|gel: der; -s; - eine der bei¬
den Hälften der Lunge
Lun|gen|heil|stät|te: die; - ; -n Ort, an
dem Lungenkranke behandelt wer¬
den
Lun|gen|in|farkt: der; -(e)s; -e <Med.>
Absterben eines kleinen Teils des
Lungengewebes infolge eines Durch¬
blutungsmangels
lun|gen|krank: Adj. an einer Lungen¬
krankheit leidend
Lun|gen|krank|heifc die; - ; -en Erkran¬
kung der Lunge
Lunjgen|krebs: der; -es; - <Med.> Krebs¬
leiden an der Lunge
Lun|gen|lei|den: das; -s; - <Med.> (chro¬
nische) Erkrankung der Lunge
Lun|gen|ödem —> Lun|gen|öjdem: das;
-s; -e <Med.> krankhafte Flüssigkeits¬
ansammlung in der Lunge
Lun|gen|tu|ber|ku|lo|se: die; - ; - <Med.>
schwere Infektionskrankheit im Lun¬
genbereich
Lun|gen|zug: der; -(e)s; -züge beim
Rauchen das Einatmen des Rauches
bis in die Lunge
Lun|te: die; ~ ; -n 1 Zündschnur an einer
Sprengladung »Die Lunte ist zu
kurz.« 2 Lunte riechen: [ugs.] etw. be¬
merken; ein drohendes Unheil ahnen
3 die Lunte ans Pulverfaß legen: ei¬
nen Streit, der vorher nur unter¬
schwellig als Meinungsverschieden¬
heit vorhanden war, endgültig auslö¬
sen
Lu|pe: </r.> die; - ; -n 1 Vergrößerungs¬
glas 2 jmdn., etw. mit der Lupe su¬
chen können: [ugs.] jmd. od. etw. von
dieser Art ist rar, selten zu finden 3
jmdn., etw. (scharf) unter die Lupe
nehmen: [ugs.] jmdn., etw. genau,
scharf kontrollieren, beobachten, un¬
tersuchen
lu|pen|rein: <fr.; dt.> Adj. 1 <Diamanten>
sehr rein 2 einwandfrei; ohne Makel
lup|fen: lupfst; lupftest; hast gelupftl
[süddt.; Schweiz; österr.] Iüp|fen:
lüpfst; lüpftest; hast gelüpft hochhe¬
ben; anheben
Lu|pi|ne: dau die; - ; -n Futter- u. Zier¬
pflanze mit großen verschiedenfarbi¬
gen Blütentrauben
Lurch: der; -(e)s; -e Amphibie; Tier,
das an Land u. im Wasser leben kann
Lu|rex: (Warenzeichen) /lurekß/ das; - ;
- Gewebe mit metallischen, glänzen¬
den Fasern
Lu|sche: die; ~ ; -n 1 [ugs.] für ein be¬
stimmtes Spiel wertlose Spielkarte
» Wieder habe ich nur Luschen auf der
Hand.« 2 [übertr.; abwert.] Bezeich¬
nung für eine Person, die für etw.
nicht zu gebrauchen ist, die etw. nicht
gut kann »Wir haben nur Luschen in
unserer Mannschaft.« 3 [landsch.] lie¬
derliche, ungepflegte Person
lujschig: Adj. 1 schlecht, unbrauchbar
für etw. »Diese luschigen Sportler las¬
sen wir nächstes Mal zu Hause.« 2
[landsch.] schlampig; liederlich
Lust: die; • ; Lüste (PI. auch Gelüste) 1
starkes (sinnliches) Verlangen »Ich
habe Lust auf Eis.« 2 nach Lust u.
Laune: wie man will; wie ihr wollt 3
Lust u. Liebe zu einem Ding, macht
die schwerste Arbeit gering: wenn
man jmdn. od. etw. liebt, Lust hat,
für jmdn. etw. zu tun, kommt es ei¬
nem ganz leicht vor, auch wenn es
noch so schwer, schwierig ist
lust|be|tont: Adj. lustbetonter; lustbe¬
tonteste von Lust (I), Freude gelenkt
Lust|emp|fin|den: das; -s; - das Spüren,
'Erfahren von Lust
Lujster—» Lusfter: <lat.-it.-fr.> der; -s; -
1 Kronleuchter 2 in verschiedenen
Farben glänzender Überzug 3 eng ge¬
webter glänzender Stoff
Lü|ster—» Lüs|ter. <lat.-it.-fr.> der; -s; -
1 Kronleuchter 2 in verschiedenen
Farben glänzender Überzug 3 eng ge¬
webter glänzender Stoff
Lü|sterjfar|be —» Lüs|ter|far|be: dat-
it.-fr.; du die; - ; -n metallhaltige Far¬
be, mit der Glas, Porzellan od. Kera¬
mik verschiedenfarbig glänzend über¬
zogen werden
Lü|steijklem|me —* Lüs|ter[klem|me:
dat.-it.-fr.; dt.; die; - ; -n Teil zur Ver¬
bindung stromführender Leitungen
728
Lynchjustiz
ly|stem —» lüs|tem: Adj. [abwert.] von
starker (sinnlicher) Lust, Begierde er¬
füllt (meist sexuell) »Er ist ein widerli¬
cher, lüsterner Kerl!«
Lü]stern|heit —» Lüs|tern|heit: die; - ; -
Zustand der (sexuellen) Begierde
Lust|ge|fühl: das;-(e)s;-e Empfindung,
Wahrnehmung von Lust, Begierde
Lust|greis: der; -es; -e [ugs.; abwert.] äl¬
terer Mann, der sich noch überaus se¬
xuell betätigt
lujstig —*■ lusftig: Adj. 1 heiter; froh;
nicht traurig; zum Lachen »lustiger
Abend ♦ lustiges Buch ♦ lustiger Film«
2 sich (über jmdn., etw.) lustig
machen: (über jmdn. od. etw.) spot¬
ten »Sie hat sich über seinen (Heirats-)
Antrag nur lustig gemacht.« 3 das
kann ja lustig werden: [ugs.; iron.]
das wird sicher nicht sehr angenehm,
das klappt doch nie
Lu|stig|keit —» Lus[tig|kert: die; - ; -
Zustand der Heiterkeit; Freude;
Frohsinn
Lüstjling: der; -(e)s; -e [veralt.; abwert.]
Mann, der sich übersteigert sexuell
betätigt, Syn.: Lustmolch
lust|los: Adj. 1 mit Mangel an Lust,
ohne Spaß, Elan »Er schaute bloß mit
lustloser Mine zu.« 2 <Börse> Mangel
an Kauflust aufweisend
Lust|lo|sig|keit: die; - ; - Mangel an
Lust, Spaß, Elan
Lustjmolch: der; -(e)s; -e [ugs.] [veralt.;
abwert.] Mann, der sich übersteigert
sexuell betätigt, Syn.; Lüstling
Lust|mord: der; -(e)s; -e Mord, der
meist aus perverser sexueller Lust ver¬
übt wird
Lustjmöijden der; -s; - weibl. Lust|-
möijde|rln: die; - ; -nen jmd., der aus
abnormer sexueller Lust einen Men¬
schen umbringt
Lyst|ob|jekt: das; -(e)s; -e jmd., der nur
zur Befriedigung der sexuellen Lust
dient
Ly|stra|ti|on —*• Lu|s|t|ra|ti|on: dat» die;
- ; -en <Religion> kultischer Reini¬
gungsvorgang durch Erbringung von
Opfern
Lustspiel: das; -(e)s; -e (Theater) Ko¬
mödie, humorvolles Theaterstück mit
gutem Ausgang
lyst|voll: Adj. [geh.] mit schönen, befrie¬
digenden Empfindungen
lust|wan|deln: lustwandelst; lustwandel¬
test; hastjbist gelustwandelt/lustge-
wandelt (mit einem geliebten Partner)
Spazierengehen
Lust|wie|se: die; - ; -n [ugs.; scherzh.]
großes Bett
luth.: Abk. lutherisch
Ly|theijbi|bel: die; - ; -n von Luther
übersetzte Bibelfassung
lulthgjrisch: Adj. 1 Luther u. seine Lehre
betreffend 2 Kurzwort für evange¬
lisch-lutherisch
Lujther|rock: der; -(e)s; -rocke Amts¬
tracht eines Geistlichen der evange¬
lisch-lutherischen Kirche
Ly|ther|ro|se: die; - ; -n Rose in heraldi¬
scher Darstellung mit einem roten
Herz u. einem schwarzen Kreuz in
der Mitte
lut|schen: lutschst; lutschtest; hast ge¬
lutscht im Mund auflösen
Lyt|scher der; -s; - 1 großes Bonbon
an einem Stiel 2 [ugs.] Schnuller
lütt: Adj. lütter; lütteste [ugs.; landsch.]
klein
Lyt|te: die; - ; -n <Bergbau> Rohr in ei-
~nem Schacht, über das die ver¬
brauchte Luft abtransportiert wird
Lyt|ter der; -s; ~ etw. Weingeist u. Fu¬
selöl enthaltende Flüssigkeit, die bei
der Produktion von Branntwein ent¬
steht
Lutz: der; - ; - <Eis-, Rollkunstlauf)
rückwärts eingeleiteter einbeiniger
Sprung mit einer Drehung in der Luft
entgegen der im Anlauf eingeschlage¬
nen Richtung u. einer Landung auf
dem anderen Bein
Luv: miederl» /luf/ die; - ; - u. das; -s; -
[seemannssprl.] Seite (eines Bootes),
die dem Wind zugewendet ist »Das
Schiff neigte sich nach Luv.« Ant.: Lee
lyjven: luvst; luvtest; hast geluvt [see¬
mannssprl.] ein Schiff der Windseite
zukehren
Lux.: Abk. a) Luxemburg b) Luxembur¬
gern)
lux.: Abk. luxemburgisch
Lu|xa|ti|on: <lat.> /lukßazion/ die; - ; -en
<Med.> Gelenkausrenkung, -Verren¬
kung
lu|xie|ren: dato /lukßiren/ luxierst; lu-
xiertest; hast laxiert (Med.) sich ein
Gelenk verrenken
Lux|me|ter. dal.) /lukß-/ das; -s; - Be¬
leuchtungsmeßgerät
(u|xu|riejren: dat» /lukßuriren/ luxu-
rierst; luxuriertest; hast luxuriert 1
[veralt.] in (großem) Überfluß leben 2
<Bio.> sich durch Kreuzung stärker
entwickeln
lu|xu|ri|ös: dato /lukßuriös/ Adj. luxu¬
riöser; luxuriö(se)ste sehr komforta¬
bel, mit vielen Annehmlichkeiten
(ausgestattet)» Wir hatten ein luxuriö¬
ses Hotel.«
Lujxus: dato /lukßus/ der; - ; - über das
Übliche hinausgehende Ausstattung;
dem Genuß u. Vergnügen dienend;
Prunk; etw. im Übermaß Vorhande¬
nes; etw., was nicht notwendig ist
Lu]xus|ar|ti)kel: dat» /lukßus-/ der; -s; -
Erzeugnis, das nicht lebensnotwendig
ist, sondern eher dem Komfort dient,
nur schmückend ist »Ein solches
Schmuckstück ist ein wirklicher Lu¬
xusartikel.«
Lu|xus|aus|füh|rung: dat.; dt» /lukßuß-/
die; ~ ; -en luxuriöse, zusätzliche,
nicht notwendige Sonderausstattung
»Dieses Modell führen wir nur in Lu¬
xusausstattung.«
Lu|xus|aus|ga|be: dat.; dt.> /lukßuß-/
die; • ; -n luxuriöse, teuer u. Aufwen¬
dig, oftmals verziert gestaltete Ausga¬
be z. B. einer Buchreihe
Ly|xus[gut: dat.; dt» /lukßuß-/ das;
-(e)s; -güter Ware, Gegenstand, die/
der nicht notwendig, teuer ist
Lyjxus|ho|tel: dat.; fr» /lukßuß-/ das;
-s; -s ein Hotel der Luxusklasse, mit
besonders gutem Service u. exklusiv
gestalteten Zimmern, Anlagen usw.
Lu]xusfklas|se: dat» /lukßuß-/ die; - ; -n
Ausstattung, Ausführung, die den ge¬
hobenen Ansprüchen genügt
Ly|xus|schlit|ten: dat; dt» /lukßuß-/
der; -s; - [ugs.] großes, exklusiv aus¬
gestattetes Auto
Ly|xus|steu|eR dat.; dt» /lukßuß-/ die;
- ; -n auf Luxusartikel erhobene Steu¬
er
Lu|xus|vil|la: dat» /lukßuß-/ die; ~ ; -Vil¬
len besonders großes u. exklusiv aus¬
gestattetes Haus
Lu{xus|wa|gen: dat.; dt» /lukßuß-/ der;
-s; ~ großes, exklusiv ausgestattetes
Auto
Lylxus|woh|ming: dat.; dt» /lukßuß-/
die; - : -en eine besonders große u. ex¬
klusiv ausgestattete Wohnung
Lu|zetjne: dat.-fr» die; - ; -n blau- od.
geTbblütige Futterpflanze
lu|zfd: dat» Adj. luzider; luzideste [geh.]
klar u. deutlich
Ly|zi|feR dat» der; - u. -s; - Bezeich¬
nung für den Teufel
IV: Abk. 1 Landesverband 2 Landesver¬
fassung (eines Bundeslandes) 3
Landesverordnung 4 Landschaftsver¬
band 5 (Schiffahrt» langsame Fahrt
voraus 6 <Med.> Langzeitversuch 7
Lebensversicherung 8 Leistungsver¬
gütung
LW: Abk. 1 (Nachrichtentechnik) Lang¬
welle (Kilometerlänge zwischen ei¬
nem u. zehn Kilometern) 2 Laufwerk
(für Computerdisketten od. Kasset¬
ten von Tonbandgeräten) 3 Leckwas¬
ser = durch Schiffslecks eindringen¬
des Wasser 4 <Elektrot.> Leitungswi¬
derstand 5 <Med.) Lendenwirbel 6
Lieferwagen 7 (Eisenb.) Liegewagen 8
(Milit.) Luftwaffe
Lw.: Abk. 1 a) Landwirtschaft b)
Landwirten) 2 Lehnwort = ein aus
einer anderen Sprache entlehntes
Wort, z. B. >Fenster( aus dat»
>fenestra( 3 (Büchen Leinwandband
= Leineneinband 4 (Milit.) Luftwaffe
Iw.: Abk. landwirtschaftlich
Ly|cra —»• Ly|c|ra: /lükra u. laikra/ das;
- u. -s; - elastische Kunstfaser
lym|pha]tisch: <gr.-lat» /lümpfatisch/
Adj. (Med.) die Lymphdrüsen, -gefa-
ße u. -knoten betreffend
Lymph|bahn: <gr.-lat.; dt» /lümpf-/ die;
- ; -en (Med.) Lymphgefäß
Lymph|drü|se: tgr.-lat.; dt» /lümpf-/
die; - ; -n (Med.) Lymphknoten, Or¬
gan in den Lymphgefäßen zur Bil¬
dung von Lymphozyten, zur Filte¬
rung der Krankheitserreger aus Ge¬
websflüssigkeit »Die Lymphdrüsen
müssen entfernt werden.«
Lym|phe: <gr.-lat» /lümpfe/ die; - ; -n
(Med.) Gewebsflüssigkeit
Lymph|ge|fäB: <gr.-lat.; dt» /lümpf-/
das; -gefäßes; -gefaße (Med.) Leit¬
bahn, die Gewebsflüssigkeit sammelt
u. in die Venen leitet
Lytnph|kno|ten: <gr.-lat.; dt» /lümpf-/
der; -s; • (Med.) Organ in der Größe
einer Haselnuß, das weiße Blutkör¬
perchen produziert
Lym|pho|zyfc <gr.-lat» /lümpfozüt/ der;
-en; -en (m. PI.) (Med.) weißes Blut¬
körperchen
lyn|chen: <engl» /lynchen / lynchst;
lynchtest; hast gelyncht einen (ver¬
meintlichen) Verbrecher ohne Ge¬
richtsurteil bestrafen, töten; Selbstju¬
stiz ausüben
Lynch|ju|stiz —» Lynch|]us|tiz: <engl.;
lat» /lynch-/ die; ~ ; - Selbstjustiz, die
häufig den Tod einer Person zur Fol¬
ge hat
729
Lynchmord
Lynch|mord: <engl; dt.> /lünch-/ der;
-(e)s; -e Mord durch Lynchjustiz,
durch eine aufgebrachte Menschen¬
menge an einem nicht gesetzlich Ver¬
urteilten
lyr.: Abk. lyrisch = 1. gefühlvoll,
stimmungsvoll 2. die Lyrik betref¬
fend, liedartig
Ly|ra: <gr.-lat.> /lüra/ die; - ; Lyren 1
altgriechisches Zupfinstrument 2
Streichinstrument 3 Drehleier
M/m: /emm/ das; - u. [ugs.J -s; • u.
[ugs.J -s Schriftzeichen, dreizehnter
Buchstabe des deutschen Alphabets
M: Abk. 1 Magnet 2 Mai 3 Majorität -
Mehrheit 4 März 5 Mikrofon 6 «Typ;
vereinfachte Darstellung» Modell 7
Moment 8 Monat 9 Motor 10 «römi¬
sches Zahlzeichen» 1000
m: Abk. 1 magnetisch 2 maschinell 3
«Maßeinheit der Länge» Meter4 «Zeit¬
einheit» Minute
M.: Abk. 1 Majestät 2 Majorität =
Mehrheit 3 «Milit.» Marine 4 a) Ma¬
schine b) Maschinist 5 «Sprachwiss.»
Maskulinum = männliches Ge¬
schlecht 6 Maß 7 Masse 8 Miete 9 a)
Ministerium b) Ministerin) 10 «Zeit¬
einheit» Minute 11 «Typ; vereinfachte
Darstellung» Modell 12 Monat 13
«französische Anrede» Monsieur =
(mein) Herr
m.: Abk. 1 männlich 2 manuell = mit
der Hand 3 «Sprachwiss.» maskulin =
männlichen Geschlechts 4 mehr 5
merke! 6 medikamentös 7 medizi¬
nisch 8 mit 9 monatlich 10 montags
m2: Abk. «Maßeinheit der Fläche» Qua¬
dratmeter
m3: Abk. «Maßeinheit des Rauminhalts»
Kubikmeter (lm3 = 1000 Liter)
MA: Abk. 1 «Handel» Markenartikel 2
«Med.» Medizinalas$istent(in) 3 Mili¬
tärakademie — zur Aus- u. Weiterbil¬
dung von Soldaten u. Beamten der
Militärverwaltung 4 Militärattache
= einer diplomatischen Vertretung
zugeordneter Offizier 5 «Buch; Zeit¬
schrift» Mindestauflage 6 Ministerial-
amt = einem Ministerium ange¬
schlossene Verwaltungsbehörde 7
Mitarbeiter(in) 8 Mittelalter 9 Mond¬
aufgang 10 Munzinger Archiv = Ar¬
chiv für publizistische Arbeit (deut¬
scher Pressedienst)
Ma.: Abk. 1 Mansarde 2 Mantel 3 a)
Maschine b) Maschinist 4 Mundart
M. Au Abk. 1 </a/.> Magister Artium od.
«eng/.» Master of Arts = Meister der
(Freien) Künste (meist in geistes- u.
gesellschaftswissenschaftlichen Uni-
Ly|rik: <gr.-lat.-fr.> /lürik/ die; - ; -
liedmäßige, oft gebundene Dichtung,
die die Stilmittel Rhythmus, Me¬
trik, Reim, Vers, Strophe usw. ver¬
wendet
Ly|ri|ker: igr.-lat.-fr» /lüriker/ der; -s; -
weibl. Lyjri[ke|rm: die; - ; -nen ein(e)
Dichteifin), der/die Lyrik schreibt
lyrisch: <gr.-lat.> /lürisch/ Adj. 1 gefühl¬
voll; stimmungsvoll 2 liedartig »ein
lyrisches Gedicht«
M
versitätsfächern verliehener akademi¬
scher Grad) 2 Miniaturausgabe (sehr
kleines Buchformat)
ma.: Abk. 1 magnetisch 2 mittelalterlich
Mä[an|der: (gr.-lat» der; -s; - Schleife
od. Windung im Flußlauf »In Mäan¬
dern zieht sich der Fluß durch die
Landschaft.«
Maas: die; - ; - westeuropäischer Fluß
Maat: der; -(e)s; -e(n) 1 Steuer- od.
Bootsmannsgehilfe auf einem Segel¬
schiff »Er heuerte als Maat an.« 2
«Milit.» a) Unteroffizierstitel bei der
Marine der Bundeswehr »Er wird zum
Maat befördert.« b) Träger des Titels
Maat (2a)
Mach|art: die; - ; -en a) Gestaltung, Zu¬
schnitt eines Kleidungsstückes »Auf
die Machart kommt es an.« b) «übertr.»
Gestaltung einer Sache, Handlung
machjbar: Adj. n. stg. ausführbar; kann
erledigt werden »Ihre Sonderwünsche
sind einfach nicht machbar.«
Majche: die; ~ ; - [ugs.J 1 Vortäuschen
von Wichtigkeit »Das ist doch alles
nur Mache.« 2 a) etw. ist in der
Mache: etw. ist in Arbeit »Der Braten
ist gerade in der Mache.« b) jmdn. in
die Mache nehmen: jmdn. verprü¬
geln
ma|chen: machst; machtest; hast
gemacht 1 a) etw. herstellen, zuberei¬
ten; zu etw. verändern »Tee machen •
Ordnung machen« b) erledigen; sich
mit etw. beschäftigen »Hausaufgaben
machen« 2 tun »Darf ich kochen? - Ja,
du darfst in meinem Haus alles
machen.« b) als Ergebnis (einer Rech¬
nung) erzielt werden 3 wirken; einen
Eindruck erwecken »Das Bild würde
sich über dem Kamin gut machen.« 4
verwendet als Funktionsverb »einen
Sprung machen ( ~ springen)« 5 sich
(et)was/nichts/nicht viel aus jmdm.,
etw. machen: [ugs.J auf jmdn. od.
etw. viel/keinen/nicht viel Wert legen;
etw. od. jmdn. sehr/gar nicht/nicht
besonders mögen 6 es mit jmdm. ma¬
chen können: [ugs.J jmds. Gutmütig¬
keit ausnützen u. keinen Widerspruch
Ly[ze[um: <gr.-lat.> /lüze-um u. lize-um/
das; -s; Lyzeen Jlüz&n u. lizeynj [ver-
alt.J höhere, weiterführende Schule für
Mädchen (mit dem Abschluß Abitur)
»UnsereTochterbesuchleeinLyzeum.«
LZ: Abk. 1 Ladezone 2 Lebenszeit 3
Leerzimmer 4 Lesezimmer 5 Lesezir¬
kel
Lz.: Abk. 1 Lazarett = Krankenhaus
für verwundete Soldaten 2 Lizenz =
Nutzungsgenehmigung (für ein Patent
erhalten »Das hat Oma für euch ge¬
tan? Na, mit der kämt ihr es ja
machen.« 7 (das) macht nichts: [ugs.J
es ist nicht schlimm »Es macht nichts,
daß Sie nicht zu Hause waren.« 8 sich
nichts daraus, draus machen: [ugs.J
sich leicht mit etw. abfinden, nicht är¬
gern, nicht traurig sein 9 macht’s,
mach’s gut: [ugs.] eine Verabschie¬
dungsformel »Mach's gut, hoffentlich
sehen wir uns bald wieder.« 10 mach
(keine) Sachen: erstaunter, über¬
raschter Ausruf »Du willst so weit
wegziehen? Mach doch keine Sachen!«
MaJchenjschaft: die; - ; -en (m. Fl.)
Umtriebe; heimliche (ungesetzliche)
Aktivität od. Handlung
Ma|che|te: <span.> die; - ; -n südameri¬
kanisches Buschmesser
Majcho: dat.-span.»/matscho/ der; -s; -s
[ugs.; meist abwert.]"Mann mit einem
übersteigerten Gefühl der Männlich¬
keit, der sich bewußt besonders
männlich gibt
Macht: die; - ; Mächte 1 a) o, PI. das
Recht u. die Fähigkeit, über etw. od.
jmdn. zu herrschen, zu bestimmen;
Herrschaft; Gewalt »Der König hat
die Macht.« b) Kraft; Stärke; Perso-
nen(gruppen), Staat o. ä. mit (politi¬
schem) Einfluß »Der Mann hat die
Macht. • Die Mächte der Finsternis« 2
(alles) was in jmds. Macht steht: (al¬
les) nur Mögliche, was jmd. tun kann
»Ich werde alles tun, was in meiner
Macht steht, um Ihnen zu helfen.« 3
Kommt die Macht,, so fällt das Recht
in Acht bei einer Übermacht, Dikta¬
tur o. ä. verliert das Recht seine Gül¬
tigkeit
Macht|an|spruch: der;-(e)s; -ansprüche
For«lerung, die Regierungsgeschäfte
o. ä. übernehmen zu wollen, weil da¬
für eine Berechtigung, rechtliche
Grundlage besteht
macht|be|ses|sen: Adj. vom Gedanken,
Wunsch nach Macht durchdrungen
Macht|ent[fal|tung: die; - ; -en (PI. s.)
ungehinderte Ausdehnung, Aus¬
übung von Macht
730
Magen
Macht|erjgrei|füng: die; - ; -en (PL s.) 1
aktiv herbeigeführte Machtübernah¬
me durch ein (nicht durch die Verfas¬
sung legitimiertes) Regime, oft durch
eine Militärregierung »die Machter¬
greifung der Junta« 2 o. PI. <Ge¬
schichte> Übernahme der Regierungs¬
gewalt von A. Hitler, der NSDAP im
Januar 1933 in Deutschland
Macht|ha|beR der; -s; - weibl. Macht|-
ha|be|rin: die; - ; -nen Person, die an
der Macht ist
mächftig: Adj. 1 dazu in der Position
od. Lage, politischen, wirtschaftli¬
chen Druck auszuüben »eine mächti¬
ge Industrieüenfamilie« 2 a) von be-
eindruckende(r)(m) Größe, Umfang
»Der Architekt hatte einen mächtigen
Gebäudekomplex entworfen. • Jetzt
habe ich aber mächtigen Hunger,
Durst.« b) <verst.> sehr groß »Das
Haus ist mächtig hoch.« 3 einer Sache
mächtig sein: etw. beherrschen, kön¬
nen »Ich bin dieser Sprache nicht
mächtig.«
Mäch|tig|keit: die; - / -en 1 [fachsprl.]
Dicke (einer z. B. Gebirgsschicht)
Im Bergbau spielt die Mächtigkeit der
Stollen eine wichtige Rolle.« 2 Vor¬
handensein von Macht, Einfluß od.
Reichtum 3 o. PI. mächtige Beschaf¬
fenheit »Die Mächtigkeit dieses Ber¬
ges ist beeindruckend.« 4<Math.> Grö¬
ße, Beschaffenheit u. Gleichheit einer
Menge u. ihrer Elemente im Vergleich
mit einer anderen Menge
Machtkampf: der; -(e )s; -kämpfe Streit
um die (politische) Macht
machtlos: Adj. n. stg. ohne Macht; zu
schwach, unfähig, etw. durchzusetzen
»Gegen diese Argumente bin ich
machtlos.«
Macht|miB|brauch —> Macht|miss|-
brauch: der; -(e)s; -mißbrauche fal¬
sche u. übertriebene Ausnutzung von
Macht
Machtfpro|be: die; - ; -n Kampf um Er¬
halt od. Neuerwerb von Macht
Machtjüberjnah|me —*■ Macht|ü)ber)-
nah|me: die; - ; -n (PI. s.) aktiv be¬
triebener, herbeigeführter Übergang
der Macht von einem Machthaber
auf den nächsten »Die geplante
Machtübernahme ist gescheitert.«
machtvoll: Adj. mit viel Kraft; überzeu¬
gend
Macht|wech|sel: der; -s; - Übernahme
der Macht durch eine andere Person
od. Institution
Machfwerk: das; -(e)s; -e [abwert.]
etw., was jmd. angefertigt hat; min¬
derwertiges Produkt »Dieses Buch ist
ein propagandistisches, schändliches
Machwerk.«
Mach: das; - u. -s; - <Physik> Wert, der
sich aus dem Verhältnis einer Flugge¬
schwindigkeit zur Schallgeschwindig¬
keit ergibt
Macke (Mak|ke —> Ma|cke): <hebr.-
jidd> die; -; -n [ugs.] a) Charakterfeh¬
ler; Schwäche; Verrücktheit »Der hat
me Macke. ( = Der ist verrückt, nicht
normal.)« b) Fehler; Funktionsstö¬
rung »Der Motor hat eine Macke.« c)
Kerbe; Kratzer »Der Parkettboden
hat eine Macke.«
Macker (Makjker —* Ma|cker): der; -s;
- 1 [ugs.; jugendspr!.] Freund eines
Mädchens, einer (jungen) Frau »Sie
hat einen neuen Macker.« 2 [landsch.]
Arbeitskollege (in handwerklichen u.
ä. Berufen) 3 Anführer einer Gruppe;
Initiator, Macher einer Sache, Aktion
MAO: Abk. der; -s; - <Pob Militärischer
Abschirmdienst = militärischer Ge¬
heimdienst der Bundesrepublik
Deutschland
Ma|dam/Ma|dame: dat.-fr.> die; - ;
Madam(e)s a) französische Anrede
für eine Frau, Dame b) Hausherrin;
Dame c) dickliche Frau
Ma|dam|chen: üat.-fr» das; -s; ~ [ugs.]
junge Frau
Mäd|chen: das; -s; - 1 noch nicht er¬
wachsenes (nicht geschlechtsreifes)
weibliches Kind »Sie hat eine Tochter.
Das Mädchen ist fünf Jahre all.« 2
weibliche Hausangestellte »Das Mäd¬
chen hat samstags immer ihren freien
Tag.« 3 ein leichtes Mädchen: [ver¬
hüll.] Prostituierte; Frau, die gegen
Bezahlung sexuelle Dienste erbringt 4
Mädchen für alles: [ugs.] jmd. (auch
Mann), der alle anfallenden Arbeiten
erledigen muß 5 ein spätes
Mädchen: [ugs.] eine unverheiratete,
nicht mehr junge, sexuell unerfahrene
Frau 6 ein gefallenes Mädchen: [ver-
alt.] eine junge Frau, die einen unmo¬
ralischen Lebenswandel führt, viele
(nicht eheliche) sexuelle Beziehungen
hat
mäd|chen|haft: Adj. mädchenhafter;
mädchenhafteste die Eigenschaften ei¬
nes Mädchens besitzend; wie ein
Mädchen
Mäd|chen|na|me: der; -n(s); -n 1 Fami¬
lien-, Haus-, Zuname, den eine Frau
vor der Heirat getragen hat (nach
Änderung des traditionellen Namens¬
rechts in offiziellen Zusammenhän¬
gen oft als »Geburtsname« bezei¬
chnet) »Der Mädchenname von Frau
Schmitz lautet Müller.« 2 Vorname
für ein Mädchen »Kim ist sowohl ein
Mädchen- als auch ein Jungenname.«
Mädjchenjzimlmer: das; -s; - 1 Zimmer
für ein Dienstmädchen 2 Kinderzim¬
mer für ein Mädchen »Ihr Mädchen¬
zimmer ist in Rosa gehalten.«
Ma|de: die; - ; -n <Zool.> wurmähnliches
Insekt, dessen Entwicklung noch
nicht abgeschlossen ist
made [n: Adv. <engl.> /m&d in/ herge¬
stellt in; bezeichnet das Herstellungs¬
land einer Ware »>Made in Germany:
heißt übersetzt: >hergestellt in
Deutschland:.«
Mä|del: das; -s; ~ u. -s [süddt.; österr.;
ugs.] Mädchen
Ma|del/Madl: das; -s; -n [süddt.; österr.]
Mädchen
Ma|de|moiJselle: <lat.-fr.> /madmo^sell/
die; - ; französische Anrede für eine
junge, unverheiratete Frau
ma|dig: Adj. 1 von Maden durchsetzt,
befallen »Die Äpfel sind madig.« 2
jmdm. etw. madig machen: jmdm.
die Freude an etw. zu verderben ver¬
suchen »Er hat mir mit seinen Erzäh¬
lungen den Urlaub richtig madig ge¬
macht.«
Ma|dpn|na: <lat.-it.> die; - ; Madonnen a)
o. PI. Mutter Gottes; Mutter von Je¬
sus b) Bild od. Statue der Gottesmut¬
ter Maria
Ma|draa/Ma|dras|ge|we|be —* Ma|d|-
ras/Ma)d|ras]ge|we|be: das; -s; - ge¬
musterter, bunter (Gardinen-)Stoff
Ma|dri|gal —* Ma|d|ri|gal: <lat.-it> das;
-(e)s; -e 1 <Literaturwiss.> aus der
Schäferdichtung abgeleitete Gedicht¬
form »Das Madrigal stammt aus der
mittelalterlichen Dichtung.« 2 <Musik>
mehrstimmiger Gesang »Dieser Chor
trägt nur Madrigale vor.«
Mae|stro —* Ma|e|s|t|ro: <lat.-it.> der;
-s; -s u. Maestri Anrede, Bezeichnung
für einen großen Dirigenten od.
Komponisten
Maffia: <arab.-it.> die; - ; -s a) verbreche¬
rische, ursprünglich sizilianische Or¬
ganisation b) organisierte Kriminali¬
tät »Ob der Anschlag von der Mafia
durchgefuhrt wurde, ist unklar.«
Ma|fia|me|tho|den —» Ma|fi|a|me|tho|-
den: die (PI.) Art u. Weise, Verbre¬
chen (z. B. Erpressung) Wie die Mafia
zu begehen »Das sind ja richtige Ma¬
fiamethoden.«
Ma|fio|so —» Ma|fi|o|so: <it.> der; - u.
-s; Mafiosi Angehöriger einer krimi¬
nellen Organisation
Mag.: Abk. 1 Magazin = 1. Zeitschrift
2. Lager 2 Magister = [wörtlich) Mei¬
ster = akademischer Grad in einem
geisteswissenschaftlichen Studienfach
3 Magistrat = a) Amt b) <in einigen
Bundesländern) Stadtverwaltung
Ma|ga|zin: <arab.-it.> das; -s; -e 1 Vor¬
ratsraum; Lagerhaus »etw. aus dem
Magazin holen« 2 a) bildreiche, unter¬
haltsame u. informative Unterhal¬
tungszeitschrift »ein Magazin lesen«
b) Fernsehsendung (mit meist infor¬
mativem Inhalt) »Hast du (dir) ge¬
stern das Magazin im Fernsehen ange¬
schaut?« 3 Patronenkasten, -behälter
einer Schußwaffe »Das Magazin ist
leer.« 4 Kasten für Dia-Bilder
Magd: die; - ; Mägde 1 weibliche Be¬
dienstete auf einem Bauernhof, in ei¬
nem großen Haushalt (für gröbere)
Arbeiten »Sie arbeitete als Magd auf
dem Land.« 2 [veralt.] junges Mäd¬
chen
Majgen: der; -s; Mägen 1 <Anat.> Kör¬
perorgan, in das Nahrung über die
Speiseröhre zunächst gelangt, vorver¬
daut wird u. danach in den Darm
übergeht »Ich habe Krämpfe im Ma¬
gen, weil ich etw. Schlechtes gegessen
habe.« 2 auf nüchternen Magen:
[ugs.] verärgerter Ausruf, wenn etw.
am frühen Morgen schiefgeht, pas¬
siert; am frühen Morgen »Erst habe
ich den Kaffee verschüttet, dam funk¬
tionierte meine Dusche nicht u. schlie߬
lich habe ich den Bus verpaßt - u. das
alles auf nüchternen Magen.« 3
(schwer) im Magen liegen: [ugs] 1.
jmdm. Sorgen, Kummer machen; für
jmdn. ein großes Problem sein »Die
vor mir liegende Gerichtsverhandlung
liegt mir jetzt schon im Magen.« 2.
schwer verdauliche Nahrung sein
»Der Braten u. die Torte lagen mir die
ganze Nacht (schwer) im Magen.« 4
etw. schlägt jmdm. auf den Magen:
[ugs.] 1. etw. verursacht, daß jmd.
Magenbeschwerden bekommt »Streit
u. Ärger schlagen mir auf den Magen.«
2. etw. verdirbt jmdm. die Laune
»Das dumme Gerede ist mir auf den
731
Magenausgang
Magen geschlagen, ich habe keine Lust
mehr zu feiern.« S etw. dreht, kehrt ei¬
nem den Magen um: [ugs.] a) durch
den Anblick von etw. wird jmdm.
schlecht, übel »Sei diesen Grausam¬
keiten dreht sich einem der Magen um.
♦ Bei diesem Gestank dreht sich einem
der Magen um.« b) jmdm. wird krank¬
haftsbedingt schlecht, übel, muß sich
erbrechen 6 jmds. Magen rebelliert,
wird rebellisch: jmdm. wird schlecht,
übel 7 jmdm. knurrt der Magen:
[ugs.] jmd. ist (sehr) hungrig 8 jmdm.
hingt der Magen schief, bis in die
Kniekehlen: [ugs.] jmd. ist sehr hung¬
rig
Ma]gen|aus|gang: der; -(e)s; -ausgänge
<Anat.> Ausgang des Magens in Rich¬
tung Darm
Ma]gen|be|schwer|den: die (PL)
Schmerzen in der Magengegend;
Fehlfunktion des Magens »Sie klagt
über Magenbeschwerden.«
Malgenfbi^ten der; -s; - alkoholisches,
Kräuterextrakte enthaltendes Ge¬
tränk, das zur Beruhigung des Ma¬
gens getrunken wird
Ma|gen-Darm-Ka|nal: der; -(e)s; -Ka¬
näle <Anat.> Magen u. Darm mit allen
Abschnitten
Ma]gen-Dann-Ka|tarrti —> auch -Ka|-
tatr: der; -s; -e <Med.> Entzündung
des Magen- u. Darmtraktes
Majganjdrücken (Majgen|drük|ken —»
Mg|gen|drü|cken): das; -s; - unbe¬
stimmter Schmerz od. Druckgefühl in
der Magengegend (auch aus psychi¬
schen Ursachen)
Ma|gen|durch|bruch: der;-(e)s; -bräche
«Med.» Durchbruch der Magenwände
Ma]genjge|gend: die; - ; -en Magen u.
seine Umgebung »Er leidet unter
Schmerzen in der Magengegend.«
Ma|gen|ge|schwüR das; -(e)s; -e Ge¬
schwür in der Magenschleimhaut
»Sie hat seit langem ein Magenge¬
schwür.«
Ma|gen|gru|ba: die; -; -n Vertiefung der
Körperoberfläche, die unterhalb des
Brustbeins beginnt
Ma|gen|ka|tarrh —> auch Ma|gen|ka|-
tarr: der; -s; -e <Med.> Entzündung
der Magenschleimhaut
Ma|gen|knur|ren: das; -s; -1 Geräusch
durch Luftbewegungen im Magen
»Sein Magenknurren war unüberhör¬
bar.« 2 <übertr.> Hunger(gefühl) Mein
Magenknurren sagt mir, daß es Zeit
für das Mittagessen ist.«
Ma|gen|krampf: der; -(e)s; -krämpfe
«Med.» schmerzhaftes, hartes Zusam¬
menziehen der Magenmuskeln
ma|gen|krank: Adj. n. stg. an ständigen,
dauernden Magenbeschwerden lei¬
dend »Sie ist seit langem magen¬
krank.«
Ma|gen|krebs: der; -es; - <Med.> Krebs¬
erkrankung des Magens »Sie starb an
Magenkrebs.«
Ma|genjsafL‘ der; -(e)s; -safte Saft, der
im Magen abgesondert wird u. zur
Verdauung notwendig ist
Majgen|säu|re: die; - ; -n im Magensaft
enthaltene Säure »Zur Verdauung ist
Magensäure nötig.«
Ma|gen|scltleim|haul: die; - ; -häute
«Anat.» innere Auskleidung des Ma¬
gens
Ma|gen|schleim|haut|ent|zün|dung:
die; - ; -en <Med.> Entzündung der
Magenschleimhaut
Ma|gen|schmerz: der; -es: -en (m. PI.)
Beschwerden in der Magengegend
Ma|gen|son|de: die; - ; -n <Med.> Gerät,
das (meist zu Untersuchungszwek-
ken) in den Magen eingeführt wird
»Zur künstlichen Ernährung ist eine
Magensonde nötig.«
Ma|gen|spie|ge|lung: die; - ; -en <Med.>
Untersuchung der Magenschleim¬
haut mit Hilfe eines eingeführten Ma¬
genspiegels »Es muß eine Magenspie¬
gelung durchgeführt werden.«
Ma|gen|spü|lung: die; - ; -en <Med.> me¬
dizinische Spülung des Magens
Ma|gen|ver[stim|mung: die; - ; -en
«Med.» Verdauungsstörung (meist in
Form von Schmerzen, Krämpfen,
Unwohlsein u./od. Erbrechen)
Ma|gen|wand: die; - :-wände <Anat.> In¬
nen- u. Außenseite des Magens
ma|geR Adj. 1 a) von der Figur her sehr
dünn »Sie ist mager geworden.« b) mit
sehr wenig od. gar keinem Fett »Das
Steak ist mager.« 2 [ugs.] nicht viel;
nicht hoch »mageres Einkommen«
Ant.: < 1> fett; <la> dick, Syn.: <2> wenig;
klein
Ma|ger|milch: die; - ; - Milch, die vor
dem Verzehr stark entrahmt wurde
Ma|ger|quark: der; -s; - Quark mit nied¬
rigem Fettanteil »Magerquark hat we¬
nig Kalorien.«
Majger|sucht: die; - ; - <Med.> Eßstö-
rung, die zu krankhaftem Abnehmen
führt »Unter Magersucht leiden mei¬
stens Frauen.«
Mag|gi: (Warenzeichen) das; - u. -s; -
flüssiges Würzmittel
Mag|gi|kraut: das; -(e)s; - <Bot.> [ugs.]
Liebstöckel, eine Gewürzpflanze
Mag|gi|wür|ze: die; - / - Maggi od. eine
ähnliche flüssige Würzmischung
Ma|gie: tpers.-gr.-lat.> die; - ; - überna¬
türliche (Zauber-)Kunst »schwarze
Magie«
Ma|g||ster—> Ma|gis|ter: dato der; -s; -
a) [wörtlich] Meister b) durch die Ab¬
schlußprüfung eines Universitätsstu¬
diums erlangter akademischer Grad
»den Magister (artium) machen«
Ma|gi|strat —» Ma|gi|s|t|rat: dato der;
-(e)s; -e a) Amt; Stadtverwaltung b)
hoher Beamter
Ma|gi|strat —> Ma|gi|s|t|rat: dato der;
-en; -en [Schweiz.] «Pol.» Regierungs¬
mitglied
Ma|gi|strats|be|schlu8 —* Ma|gi|s|t|-
rats|be|schluss: der; -beschlusses;
-beschlüsse Beschluß des Magistrats,
eines Gremiums der kommunalen
Verwaltung »Morgen fällt der Magi¬
stratsbeschluß.«
Mag|ma: <gr.-lato das; -s; Magmen
<Geologie> heiße Gesteinsschmelze
des Erdinneren in Vulkanen, von Vul¬
kanen ausgestoßen
Ma|gna Char|ta —» M||g|na Charjta:
dato /magna karta/ die; ~ ; - <Pob 1
Freiheit garantierendes englisches
Gesetz von 1215 2 «übertr.» Grundge¬
setz; Verfassung eines Staates
majgna cum lau|de —> ma|g|na cum
laulde: dato «akademische Prüfung»
mit großer Auszeichnung, großem
Lob; mit Prädikat »Sie hat ihre Prü¬
fung magna cum laude bestanden.«
Ma|gnat—» Ma|g|nat: dato der; -en; -en
weibl. Ma|gna|tin—> Ma|g|na|tin: die;
- ; -nen «Wirt.» Großin«iustrielle(r)
In der Stahlbranche ist er ein Ma¬
gnat.«
Ma|gne|sit —» Ma)g|ne|sit: tgr.-lato
der; -s; -e «Geologie; Chemie» Mine¬
ral, das zur Herstellung von feuerfe¬
stem Material benötigt wird »Magne¬
sit ist ein wichtiger Rohstoff zur Her¬
stellung von Magnesium.«
Ma|gne|si|um —* Ma|g|ne|si|um: <gr.-
lato «Chemie» brennbares Leichtme¬
tall
Ma|gnet —* Ma|g|net: <gr.-lato der; -s
u. -en; -e(n) Eisen- od. Stahlstück,
das andere Metalle anzieht
Ma|gnet]band —» Ma|g|net|band: das;
-(e)s; -bänder in der Datenverarbei¬
tung genutztes Band, auf dem magne¬
tisch gespeicherte Informationen ent¬
halten sind »Magnetbänder sind mit
Eisenoxyd beschichtet.«
Ma|gngt|feld —* Ma|g|net|feld: das;
-(e)s; -er «Physik» Kraftfeld bei einem
Magneten
Ma|gne|tik—> Ma|g|ne|tik: <gr.-lato die;
- ; - «Physik» Lehre vom Verhalten
der Magneten »Magnetik ist ein Teil¬
bereich der Physik.«
ma|gne|tisch—»■ ma|g|ne|tisch: Adj. n.
stg. den Magneten od. Magnetismus
betreffend; anziehend »Magnetische
Steine sind selten.«
ma|gne|ti|sie|ren —»• ma|g|ne|ti|sie|ren:
magnetisierst; magnetisiertest; hast
magnetisiert 1 «Physik» etw. magne¬
tisch machen »Er magnetisierte das
Metall.« 2 durch Magnetismus be¬
handeln »Er magnetisierte den Kran¬
ken.«
Ma|gne[tis|imis —* Ma|g|ne|tis|mus:
tgr.-lato der; - ; -1 Fähigkeit, Eisen
anzuziehen; Eigenschaft des Magne¬
tischseins »Eisen wird durch Magne¬
tismus angezogen.« 2 Behandlung von
Krankheiten mit Magneten
Ma|gnet|kem —> Ma|g|net|kern: der;
-(e)s;-e «Physik» Eisenkern eines Ma¬
gneten »Der Magnetkern bestimmt die
Anziehungskraft.«
Ma|gnet|kom|paB —* Magnetkom¬
pass: der; -kompasses; -kompasse
Kompaß, dessen Nadel von einem
Magnetpol angezogen wird »Für
diese Wanderung brauchen wir den
Magnetkompaß.«
Ma|gnet|na|del —» Ma|g|net|na|del:
die; - ; -n Kompaßnadel (in einem
Magnetkompaß), die immer fast ge¬
nau die Nord-Sü(J-Richtung anzeigt
Ma|gne|toJphon —» Ma|g|ne|to|phon/
Ma|g|ne|to|fgn: (Warenzeichen) <gro
das; -(e)s; -e [veralt.] Tonbandgerät
Ma|gnet|pol —> Ma|g|net|pol: der; -s; -e
«Physik» 1 Pol eines Magneten »Er
versucht, den Magnetpol zu bestim¬
men.« 2 Pol des Magnetfeldes der Er¬
de »Der nördliche Magnetpol stimmt
nicht mit dem Nordpol überein.«
Ma|gni[fi|kat —» Ma|g|ni|fi]kat: dato
das; -(s); - «kath. Kirche» a) im
Lukasevangelium wiedergegebener
Gesang Marias b) Chor, der den Ge¬
sang Marias aus dem Lukasevangeli¬
um vertont
732
Majoritätsprinzip
Ma|gniffi]zenz—> Ma|g|ni[fi|zenz: <Iat.>
die; -; -en 1 Titel eines Hochschulrek¬
tors 2 Träger des Titels Magnifizenz;
Hochschulrektor »Die Magnifizenz
eröffnet die Ausstellung cm der Univer¬
sität.« -
Ma|gng]lie —> Ma|g|no|lie: <fr.i /ma-
gnoli'/ die; - ; -n früh im Jahr blühen¬
der Zierbaum, dessen meist weiße
Blütenblätter eine hohe Becherform
haben
Ma|ha|go|ni: (Indian. Spr.-engh das; -s;
- wertvolles, rötlich-braunes Holz ei¬
nes Tropenbaumes
Ma|ha|rajdscha —> Ma|ha|ra|d|scha:
<Sanskrit> der; -s; -s indischer Gro߬
fürst
Mahd: die; - ; -en a) das Mähen, Ab¬
schneiden, Ernten von Heu u. Getrei¬
de »Wann beginnt die Mahd?« b) ab¬
gemähtes, abgeschnittenes Gras u.
Getreide »Die Mahd muß noch trock¬
nen.«
Mäh|dre|scher: der; -s: - landwirt¬
schaftliche Maschine zum Mähen u.
Dreschen des Getreides
mlfhen: mähst; mähtest; hast gemäht
Gras, Gräser großflächig abschnei¬
den
Mäjhen der; -s; - weibl. Mä|he|rin: die;
- ; -nen 1 [veralt.] Person, die (Gras,
Getreide) mäht» Viele Mäher sind auf
dem Feld zu sehen.« 2 nur männl. Form
a) [ugs.] kurz für Mähdrescher b) kurz
für Rasenmäher
Mahl: das; -(e)s; -e [geh.] Essen, Mahl¬
zeit »Das wird ein opulentes Mahl.«
mah|len: mahlst; mahltest; hast gemah¬
len Körner o. ä. zerkleinern »Weizen
zu Mehl mahlen«
Mahl|strom/Mal|strom: <niederl.> der;
-(e)s; -ströme Strudel, Sog, Wirbel
im Wasser, aus dem Entkommen nur
schwer möglich ist »Wir warnten ihn
vor dem Mahlstrom.«
Mahl|zahn: der; -(e)s; -zähne Backen¬
zahn, der die Nahrung gut zermalmen
kann »Säugetiere haben Mahlzähne.«
Mahl|zeit: die; -; -en 1 Essen »Ich nehme
drei Mahlzeiten pro Tag zu mir.« 2 o.
PI. Grußwort zur Mittagszeit
Mih|ma|schi|ne: die; - ; -n landwirt¬
schaftliche Maschine, die Getreide u.
Gras mäht
Mahn|be|scheid: der; -fe)s; -e
<Rechtsw.i im Mahnverfahren auf
Antrag ergehende gerichtliche Ent¬
scheidung, die einen Schuldner zur
Erfüllung seiner Schuld auffordert
»Der Mahnbescheid kam heute mit der
Post.«
Mahn|brief: der; -(e)s; -e schriftliche
Zahlungsaufforderung »Ich schicke
den Mahnbrief per Einschreiben.«
Mäh|ne: die; - ; -n 1 am Hals, Nacken
von Pferden wachsende Haare »Die
Reiterin hielt sich an der Mähne fest.«
2 [scherzh.] lange Haare beim Men¬
schen »Du hast eine richtige Mähne
bekommen.«
mah|nen: mahnst; mahntest; hast ge¬
mahnt a) offiziell auf eine Verpflich¬
tung hinweisen »Wir haben Sie drei¬
mal gemahnt, die Rechnung zu
bezahlen.« b) jmdn. auffordem, etw.
zutun
Mahn)ge|bühr: die; - ; -en Geldsumme,
die bei einer Mahnung zusätzlich fäl¬
lig wird
mah|nig: Adj. n. stg. mit einer (starken)
Mähne, langen Nackenhaaren ausge¬
stattet
Mahn|mal: das; -(ejs; -e u. [selten ] -mä-
ler Denkmal, Gedenkstätte, Skulp¬
tur, die an ein unangenehmes Ereignis
0. ä. erinnern soll »Mahnmale gegen
den Krieg gibt es viele.«
Mahn|schrei|ben: das; -s; - Mahnbrief;
schriftliche Zahlungsaufforderung
Mahn|stät|te: die; - ; -n Gedenkstätte
als Erinnerung an ein negatives Ereig¬
nis »Ein Besuch an der Mahnstätte ist
Pflichtfür jeden Schüler.«
Mah|ming: die; - ; -en a) offizielle,
schriftliche Aufforderung, einer Ver¬
pflichtung nachzukommen »Wenn
Sie auf unsere dritte Mahnung, den Be¬
trag zu überweisen, nicht reagieren,
werden wir Sie verklagen.« b) mündli¬
che Aufforderung, etw. zu tun
»Meine Mahnungen hat sie nicht be¬
achtet.«
Mahn|varffah|ren: das; -s; - <Rechtsw.>
besonderes (rein schriftliches) Zivil¬
verfahren, in dem einem Schuldner
auf Antrag des Gläubigers eine ge¬
richtliche Aufforderung (Mahnbe¬
scheid) zur Erfüllung seiner Schuld
zugestellt wird »Das Mahnverfahren
läuft.«
Mahn|wa|che: die; - ; -n Versammlung
einer Anzahl von Leuten, die (mei¬
stens schweigend) an etw. erinnern,
auf ihr Anliegen aufmerksam machen
wollen »Sie halten eine Mahnwache
am Denkmal.«
Mäh|re: die; - ; -n [abwert.] altes Pferd;
abgemagerte Stute
mäh|ren/mä|ren: mä(h)rst; mä(h fitest;
hast gemä(h)rt [landsch.] 1 bei einer
Handlung umständlich sein 2 in etw.
herumrühren
Mai: der; -s; - fünfter von 12 Monaten
des Jahres; Frühlingsmonat zwischen
April u. Juni mit 31 Tagen
Maijanjdacht: die; - ; -en <kath. Kirche»
täglicher Gottesdienst im Mai zu Eh¬
ren der Muttergottes
Maj|baum: der; -(e)s; -bäume langer,
geschmückter Holzpfahl, der bei Fe¬
sten im Frühjahr auf dem Dorfplatz
aufgestellt wird »Die Männer richten
den Maibaum auf.«
Mai|bow|le: die; - ; -n mit frischem
Waldmeister u. Wein hergestelltes al¬
koholhaltiges Getränk
Maid: die; - ; -en [veralt.] Mädchen »Sie
ist eine fesche Maid.«
Mai|de|mon|stra|ti|on —> Mai|dejmon|-
sjt|ra|ti|on: die; - ; -en jedes Jahr zum
1. Mai, dem Tag der Arbeit, stattfin¬
dendende Demonstration (der Ar¬
beitnehmer, Gewerkschaften) »An
der Maidemonstration nahmen Tau¬
sende von Leuten teil.«
Mai|fei|eR die; - ; -n Veranstaltung, Fei¬
ern zum 1. Mai, Tag der Arbeit »Er
besuchte eine politische Maifeier.«
Mai|1ei|eijtag: der; -(e)s; -e der 1. Mai,
der Tag der Arbeit »Ich gehe am Mai¬
feiertag auf eine Demonstration.«
Maj|glöckjchen: das; -s; • kleines Li¬
liengewächs mit weißen Blüten von
intensivem Duft »Maiglöckchen sind
giftig.«
Maj|kä|fer: der; -s; - brauner größerer
Borkenkäfer (Schädling), der lange
als fast ausgerottet galt »Die Maikä¬
fer sind in diesem Jahr eine Plage.«
Mais: (Indian. Spr.-span.> der; -es; - u.
(Sorten) -e (sonst PI. nur in der Zu¬
sammensetzung >Maiskolben() a) Kol¬
benfrüchte mit gelben Samen hervor¬
bringende Pflanze aus Südamerika
»Wir haben Mais angepflanzt.« b) Sa¬
men, Kolben des Mais (a)
Majlsche: die; - ; -n 1 mit Wasser ange¬
rührtes Malz, das für die Bierherstel-
hing benutzt wird »Die Maische muß
ruhen.« 2 bereits gekelterte Trauben
bei der Weinherstellung
mais|gelb: Adj. n. stg. von intensiver,
dunkelgelber Farbe wie Mais »Sie
trägt ein maisgelbes Kleid.«
Mais|kol|ben: der; -s; - Fruchtstand
des Maises »Der Maiskolben ist über¬
all mit Maiskörnern besetzt.«
Maiskorn: das; -(e)s; -körner einzelnes
gelbes Korn des Maiskolbens
Mafs|mehl: das; -s; - aus gemahlenem
Mais gewonnenes Mehl »Auch aus
Maismehl läßt sich Kuchen backen.«
Mai|so|nette/Mai|son|nette: <fr.-engl.>
/mäsonett/ die; - ; -s über zwei Eta¬
gen, Stockwerke gehende, mit eigener
Treppe ausgestattete Wohnung »Ich
habe mir eine Maison(n)ette(Woh¬
nung) gekauft.«
Ma[je|stät —»• Ma|jesjtät: <Jat.) die; • ;
-en 1 Titel von Kaisern, Königen in
der Anrede 2 o. PI. Herrlichkeit u. Er¬
habenheit, Größe, die von etw. od.
jmdm. ausgeht
ma[je|stä|tisch —» mapes|tä|tisch: Adj.
würdevoll; hoheitsvoll »Majestätisch
schreitet er durch die Menschenmen¬
ge.«
MaBe|stäts|beHei|di|gung —* Ma|jes|-
täts|be|lei|di[gung: die; ~ ; -en 1 Belei¬
digung des Staatsoberhauptes 2 [ugs.]
Beleidigung einer höhergestellten
Person »Die Kritik an deinem Chef
war eine Majestätsbeleidigung.«
Ma[jo|nä|se/Ma|yon|nai|se: die; - ; -n
kalte, gelblich-weiße, steifere Soße
aus Eigelb u. Öl mit würzig-säuerli¬
chem Geschmack
Mapon (lat.-span.) der; -s; -e <Milit.> Of¬
fizier; Rang über dem Hauptmann
Ma|jo|ran: (lat.) der; -s; -e Gewürz- u.
Heilpflanze
ma|jo|ri|s|e|ren: majorisierst; majorisier-
test; hast majorisiert [geh.] durch
Stimmenmehrheit überstimmen »Der
Vorschlag wurde majorisiert.«
Ma|jo|ri)tät: dat.-fr.) die; ~ ; -en (eine
Entscheidung treffende, dominante)
Mehrheit »Die Majorität hat für die
Durchführung des Plans gestimmt.«
Ant.: Minorität
Majjo|ri|täts)be|schluß —» Ma]jo|ri|-
täts|be|schluss: der; -Beschlusses;
-Beschlüsse Beschluß der Mehrheit
»Der Antrag wurde durch Majoritäts¬
beschluß angenommen.«
Ma|jo|ri|täts|prin|zip: das; -s; -ien u. -e
(PI. s.) Prinzip, nach dem der Wille
der Mehrheit verbindlich ist »Die
Wahl erfolgte nach dem Majoritäts¬
prinzip.«
733
Majoritätswahl
Ma|jo|ri|täts|wahl: die; ~ ; -en Wahl, die
durch die Stimmen der Mehrheit ent¬
schieden wird »Die Abstimmung er¬
folgt durch Majoritätswahl.«
Ma|jus|kel: dat.> die; - ; -n groß ge¬
schriebener Buchstabe in einem
Wort, Text »Die Anzahl der Majus¬
keln ist in englischsprachigen Texten
geringer als in deutschsprachigen.«
Ant.: Minuskel ■ ■ -
Ma|jus|kel|schrfft: <lat.> die; - ; -en
(Druckw.) Druckschrift in Gro߬
buchstaben »Dieser Druck ist eine
Majuskelschrift.«
ma|ka|ber: <arab.-fr.> Adj. makab(e)rer;
makaberste a) unheimlich, aufgrund
einer Beziehung zum Tod b) mit dem
Tod od. Traurigem Scherze treibend
»ein makabrer Witz«
ma|ka|da|mi|sje|ren: makadamisierst;
makadamisiertest; hast makadami-
siert einen bestimmten Straßenbelag
auftragen »Die Bauarbeiter makada-
misieren die Straße.«
Ma|kel: der; -s; - Fehler; Mangel an
etw. »Ihre Haut zeigt keinen Makel.«
Mä|ke|lei: die; - ; -en stetes Kritisieren,
Nörgeln »Seine Mäkelei macht mich
ganz nervös.«
mä|ke|lig/mäk|lig: Adj. nörgelnd, sich
ständig beschwerend
ma|kel|los: Adj. n. stg. ohne jeden Feh¬
ler »Ihre Erscheinung ist stets makel¬
los.«
ma|keln: mäkelst; mäkeltest; hast
gemakelt (Wirt.) Maklergeschäfte be¬
treiben; den Verkauf, Besitzwechsel
von etw. vermitteln »Er mäkelt Häu¬
ser.«
mä|keln: mäkelst; mäkeltest; hast gemä-
kelt über etw., an etw. (herum)nör-
geln; etw. (unberechtigterweise) mi߬
mutig kritisieren »Sie mäkelten über
das Essen.«
Make-up: <engh /mejk-app/ das; -s; -s
a) Schminke u. Kosmetika zur Ver¬
schönerung des Gesichts b) tönende,
abdeckende u. glättende Gesichts¬
creme, Gesichtspaste c) Aufmachung;
Verwendungsart von Schminke
Mak|ka|big|de —» Mak|ka|bi|a|de:
(hebr.i die; - ; -n alle vier Jahre statt¬
findendes Sportfest für jüdische
Sportler(innen)
Mak|ka|ro|ni: dt.) die (PL) (im Deut¬
schen wird ugs. ein PI. mit -s gebildet)
röhrenförmige Nudeln
Makjler: der; -s; - weibl. Mak|le|rin: die;
-; -nen Person, die entgeltlich (Immo-
bilien-)Geschäfte vermittelt »Wir ha¬
ben für die Wohnungssuche einen
Makler eingeschaltet.«
Mäk|ler: der; -s; - weibl. Mäk|le|rin: die;
~ ; -nen Person, die stets nörgelt »Er
ist ein notorischer Mäkler.«
Mak|ler]ge|bühr: die; - ; -en Provision,
die bei einem erfolgreichen Vermitt¬
lungsgeschäft an einen Makler zu
zahlen ist »Die Maklergebühren sind
sehr hoch.« Syn.: Maklerprovision
Mak|lerjpro|vi|si|on: die; - ; -en Gebühr,
die bei einem Vermittlungsgeschäft
an einen Makler zu zahlen ist »Bei
diesem Geschäft wird eine Maklerpro¬
visionfällig.« Syn.: Maklergebühr
mäk|lig/mä|ke|lig: Adj. nörgelnd; sich
ständig beschwerend
Ma|kra|mee —> Ma|k|ra|mee <arab.-
türk.-it.> das; • u. -s; -s a) arabische
Kunstknüpftechnik b) Arbeiten, Er¬
zeugnisse dieser Technik
Ma|kre|le > Ma|k|re|le: dal.-fr.-
niederI.) die; - ; -n (Salzwasser-
)Speisefisch »Makrelen schmecken ge¬
räuchert besonders gut.«
ma|kro-/Ma|kro- —> ma|k|ro-/Ma|k|ro:
<gr.> Wortbildungselement 1 Groß-/
groß- »Makroökonomie« 2 sehr groß;
intensiv »makroskopisch ( = ohne op¬
tische Hilfsmittel erkennbar) 3 über¬
normal groß »Makroaufnahme« 4
zeitlich über das Maß verlängernd
»Makrobiotik (Lebensverlängerung)«
Ant.: mikro-/Mikro-
Ma|kro|bio|tik —» MaJk|rojbi|o(tik: <gr.>
die; - ; -1 Ernährung auf der Basis
von Getreide u. Gemüse »In der Er¬
nährung legt sie großen Wert auf
Makrobiotik.« 2 <Med.> Fähigkeit,
Ziel, das Leben zu verlängern »Die
moderne Medizin sieht ihren Sinn in
der Makrobiotik.«
Ma|kro|kos|mos —» Ma|k|ro|kos|mos:
<gr.> der; ~ ; - Weltall »Der Makrokos¬
mos ist allumfassend.«
Ma|kro|mo|le|kül —> M§|k|ro|mo|le|küt:
<gr.> das; -s; -e Molekül, das aus min¬
destens tausend Atomen besteht
Ma|krojne —* Ma|k|ro|ne: <it.-fr.)die;~;
-n Gebäck aus Mandeln, Zucker u.
Eiweiß
Ma|krojöko|no|mie —» Ma|k|ro|ö|ko|-
no|mi« <gr.) die; - ; -n (Wissenschaft
von der) Volkswirtschaft
ma|kro|sko|pisch —» ma|k|ro|s|ko|-
pischc <gr.> Adj. n. stg. mit bloßem
Auge zu erkennen »Bazillen sind ma¬
kroskopisch nicht wahrnehmbar.«
Ma|kro|struk|tur —s- Ma]k|ro|struk|tuc
<gr.) die; - ; -en 1 <Bio.; Chemie>
Struktur, die ohne Hilfsmittel zu er¬
kennen ist »Die Makrostruktur ist
deutlich zu erkennen.« 2 Grob-, Ge¬
samtaufbau von etw. (ohne Berück¬
sichtigung der Details)
Ma|kro|ze|pha|lie —> Ma|k|ro|zejpha|-
Ije: <gr.) /makrozefali/ die; - ; -n
Imakrozefalknj anomale Vergröße¬
rung des Kopfes
Ma|ku|la|tur: <lat.> die; - ; -en 1 a) vor
dem Tapezieren als Unterlage,
-Schicht auf die Wand geklebtes Alt¬
papier »Wirhaben Zeitmgen als Ma¬
kulatur benutzt.« b) die zu tapezieren¬
de Fläche stumpfer machende Flüs¬
sigkeit »Streicht die Wände mit
Makulatur.« 2 zu Altpapier geworde¬
nes bedrucktes Papier »Die gesamte
■ Auflage der Zeitschrift wurde als Ma¬
kulatur eingestampft!« 3 fehlerhafter
Druckbogen 4 Makulatur reden:
[ugs.] dummes Zeug sprechen, das
keinen wirklichen (fundierten) Inhalt
hat
Mal: das; - (e)s; -e Fleck, Zeichen
Mal: das; -(e)s; -e (oft mit einer Ordi¬
nal-, Ordnungszahl o. ä.> Kennzeich¬
nung von einem sich wiederholenden
Geschehen »Ich gebe dir das Geld,
wenn wir uns das nächste Mal sehen. •
Das ist schon das dritte Mal, daß wir
uns heute treffen.« 2 mit einem Mal(e):
ganz plötzlich u. überraschend »Mit
einem Mal bekam er große
Schmerzen.« 3 ein übers, ums andere
Mal: ständig; wiederholen »Sie wurde
ein ums andere Mal, bei jeder Kleinig¬
keit, ausgeschimpft.« 4 ein für alle
Mal: etw. ist endgültig »Mit deinem
ständigen Meckern ist jetzt ein für alle
Mal Schluß, sonst mußt du ausziehen.«
5 von Mal zu Mal: sich stetig in be¬
stimmten Abständen ändernd »Von
Mal zu Mal nimmt mein Interesse an
unseren Diskussionsabenden ab.« 6
manch(es) (liebe) Mal: [veralt.] mehr¬
mals; mehr als einmal; häufiger
Mal: das;-(e)s; Mäler u. -e 1 markierter
Punkt in einem Spielfeld »Beim Rug¬
by lief er über das Mal hinaus.« 2
Denkmal, Mahnmal »Sie hielten
Mahnwache vor dem Mal.« 3 PI. Male
Fleck auf der Haut, Kennzeichen auf
dem Körper, Muttermal »Er hat ein
rundes Mal am Arm.« 4 PI. Male ein
Zeitpunkt von mehreren »Sie kam
nicht zum ersten Mal zu spät.«
mal: Adv. 1 vervielfacht; multipliziert 2
kurz für einmal
Ma|lai|se —a- auch Ma|ljj|se: </r.>
/maiäse/ die; - ; -n [geh.; Schweiz.;
österr.] Übelkeit; Unbehagen »Die
leichte Malaise ging vorüber.«
Ma|la|ria: dat.-it.) die; ~ ; - tropische,
durch Stechmücken übertragene In¬
fektionskrankheit
Ma|la|ria|eijro|ger —»• Ma|la|ri|a|er)re|-
ger: der; -s; - Erreger, der die Mala¬
riakrankheit hervorruft
Ma|lajria|mücke (Ma|lajria|mük|ke —»
Mä|lajri|a|mü|cke): die; - ; -n Stech¬
mücke, die Malaria überträgt
—» Ma|lä|se: s. Malaise
Mal|buch: das; -(e)s; -bücher Buch für
kleinere Kinder mit Zeichnungen, die
nur die Umrisse, Konturen von Figu¬
ren enthalten u. nur noch ausgemalt
werden müssen
maßen: malst; maltest; hast gemalt ein
Bild herstellen, zeichnen »Sie malte
ein Bild von der Landschaft.«
Ma|ler: der; -s; - weibl. Ma|le|rin: die; ~;
-nen 1 Künstler(in), Person, die
hauptberuflich od. als Hobby Bilder,
Zeichnungen o. ä. herstellt »Sie ist
eine begabte Malerin.« 2 Handwer-
ker(in), Person, die ein Zimmer, Fen¬
ster, Türen, Wände (tapeziert u.) an¬
streicht »Wir haben die Maler im
Haus.«
Ma|ler|be|trieb: der; -(e)s; -e Hand¬
werksbetrieb eines Malers
Ma|le|rej: die; - ; -en <Kunst> das Malen
von Bildern u. ä. als Kunst »Sie liebt
naive Malerei.«
ma|le|risch: Adj. 1 zur Malerei gehö¬
rend, sie betreffend, ihr zuzuordnen
»Diese beiden malerischen Auffassun¬
gen unterscheiden sich sehr.« 2 schön;
reizvoll; zum Malen geeignet »Welch
malerische Landschaft!«
Ma|ler[mei|ster —» Ma|leijmeis|ter.
der; -s; - weibl. Ma|lerjmei|ste|rin —»
Ma|ler|meis|ter|in: die; - ; -nen Mei¬
steren) im Malerhandwerk
ma|lern: malerst; malertest; hast gema¬
lert [ugs.] Wände, eine Tapete (ankle¬
ben u.) streichen, mit Farbe versehen
»Wir haben das ganze Wochenende ge¬
malert.«
Mallheür <lat.-fr.> /malör/ das; -s; -e
Pech; erfolgtes Mißgeschick »Mir ist
ein Malheur unterlaufen.«
734
Mandat
Ma|lj]gni|tät —*■ Ma|l||g|ni|tät <lat.> die;
- ; - difed.) Bösartigkeit »Bei diesem
Tumor liegt ein Fall von Malignität
vor.«
Mal|ka|sten —» Mal|kas|ten: der; -s;
-kästen Behälter, Farbkasten, der
mehrere kleine Töpfchen mit (Was¬
serfarbe enthält
mal|men: malmst; malmtest; hast ge¬
malmt Zähne mit Kraftaufwand an¬
einanderreiben »Er malmt mit den
Zähnen.«
mal|neh|men: nimmst mal; nahm(e)st
mal; hast malgenommen eine Zahl so
viele Male, so oft wie angegeben auf
sich selbst addieren »Nimm diese Zahl
mit dieser hier mal! * Wenn du 5 mit 4
malnimmst, erhältst du 20 als Ergeb¬
nis.« Syn.: [fremdsprl.] multiplizieren
Ma|lo|che: thebro die; -; - [ugs.] schwere
Arbeit »Ergeht zur Maloche in die Fa¬
brik.«
ma|lo|chen: <jiddo malochst; malochtest;
hast malocht [ugs.] schwere (körperli¬
che) Arbeit verrichten »Ich habe heute
den ganzen Tag malocht.«
Mal|strom/Mahl|strom: miederlo der;
-(e)s; -ströme Strudel, Sog, Wirbel
im Wasser, aus dem Entkommen nur
schwer möglich ist
Mal|tech|nik: die; ~ ; -en Verfahren in
der Malerei; Art u. Weise, in der
ein(e) (Kunst-)Maler(in) arbeitet
» Welche Maltechnik wendet sie an?«
Mat|te|ser: der; -s; ~ weibl. Mal|te|se|-
rin: die; - ; -nen 1 Angehöriger des
Malteserordens »Er ist Malteser.« 2
Einwohner von Malta »Die Malteser
sprechen englisch.« 3 <Tier> kleine,
weiße, langhaarige Hundrasse »Ich
kaufe mir einen Malteser.«
Mal|te|seijhilfs|dienst: der; -(e)s; -
Hilfsorganisation, die bei der Unfall¬
hilfe, im Sanitätsbereich u. ä. arbeitet
»Der Malteserhilfsdienst sucht noch
Freiwillige.«
Mal|ta|serjkreuz: das; -es; -e Abzeichen
der Malteserritter; Kreuz, dessen Bal¬
ken in je zwei Spitzen auslaufen
Mal|te|seijoijden: der; -s; - seit 1530 Na¬
me des katholischen Johanniteror¬
dens
mal|trä|Be]ren —» mal|tjrä|tie|ren: dat.-
fro malträtierst; malträtiertest; hast
malträtiert a) jmdn. od. etw. schlecht
behandeln bj jmdn. od. ein Tier mi߬
handeln, quälen
Majlus: dato der; ~ u. -ses; - u. -se 1 <oft
Schule> als Ausgleich für einen Vorteil
eingerechneter Noten-, Punktenach¬
teil 2 Versicherung) zusätzlicher Bei¬
trag des Versicherungsnehmers nach
einer Schadensregulierung »Wegen
des hohen Schadens muß er einen Mal¬
us zahlen.« Ant.: Bonus
Mal|uten|si|li|en —» Mal|u|ten|si|li|en:
die (PI.) Hilfsmittel, die zum Malen
benötigt werden, wie Pinsel, Papier
usw. »Hast du alle Malutensilien?«
Mal|ve: dat.-ito /malwe/ die; - ; -n Heil-
u. Zierpflanze
Malz: das; -es; -1 Getreideprodukt, das
vor allem zur Herstellung von Bier
verwendet wird »Bier wird aus Hopfen
u. Malz gebraut.« 2 bei jmdm. ist
Hopfen u. Malz verloren: [ugs.] es ist
unnötige Mühe, sinnlos; das hat kei¬
nen Sinn
Malz|bieR das; -(e)s; -e dunkles Bier
mit hohem Malzgehalt, aber mit nur
geringem od. gar keinem Alkoholan¬
teil »Das Kind trinkt Malzbier.«
Maljzeijchen: das; -s; - <Math.> Symbol
Tür die Rechenoperation des Multipli¬
zierens, Malnehmens (in Form eines
>x< od. eines Punktes) »Hier steht das
Malzeichen.« .
MalzIKaflfee: der; -s; - koffeinfreier Kaf-
Tee, der aus Malzgerste gebrüht wird
Malzjzucker (Malz|zuk|ker —> Malz|-
zu|cker): der; -s; - Maltose »Malzzuk-
ker findet sich in der Maische.«
Majma/Ma|ma: die; - / -s Kosewort,
Anrede für die Mutter »Ich kaufe mei¬
ner Mama noch einen Blumenstrauß.«
Syn.: Mami; Mutti
Mam|ba: <zulu> die; - ; -s afrikanische
Giftschlange
Marti |bo: der; ~ u. -s; -s u. die; • ; -s la¬
teinamerikanischer Tanz
Ma]mi: die; * ; -s Koseform, Anrede für
die Mutter » Wo ist meine Mami?«
Mam|ma: dato die; ~ ; -e jmamäl a)
<Med.> weibliche Brustwarze) bj
<Bio.) Zitze
Mam|mo|gra|phje —auch Mam|mo|-
gra|fje: dat.-gro die; • ; -n /mammo-
grafm/ <Med.> Röntgenuntersuchung
der weiblichen Brust
Mamjmon: <arabo der; -s; - 1 Geld;
Reichtum »Er interessiert sich nur für
den schnöden Mammon.« 2 [ugs.; oft
scherzh.} für einen Zweck notwendi¬
ges (nicht vorhandenes) Geld »Das
Unternehmen scheiterte am (schnö¬
den) Mammon.«
Mam|mub <russ.-fro das; -s; -e u. -s vor
ca. 10000 Jahren ausgestorbene, be¬
haarte Elefantenart Eurasiens u.
Nordamerikas »Im sibirischen Eis
fand man vollständig erhaltene Exem¬
plare des ausgestorbenen Mammuts.«
Mam|mut-: Wortbildungselement drückt
aus, daß das im Basiswort inhaltlich
Enthaltene extrem lange andauert,
sehr groß ist »Mammutsitzung (¬
sehr lange dauernde Sitzung)« Syn.:
Riesen-
Mam|mut|baum: der; -(e)s; -bäume
hochwachsender Nadelbaum »Der
Mammutbaum wächst in Nordameri¬
ka.«
Mam|mut|pro|zeß —> Mam|mut|pro|-
zess: der; -prozesses; -prozesse [ugs.]
langer, aufwendiger Gerichtsprozeß
»Dieser Mammutprozeß nimmt kein
Ende.«
mamp(fen: mampfst; mampftest; hast
gemampft [ugs.] essen; kauen »Er
mampft alles in sich hinein.«
Mam|seH: <fro die; - ; -s u. -en 1 [veralt.]
Angestellte (besonders in Gaststätten
od. Privathaushalten) 2<verst.) spötti¬
sche Anrede für eine Frau
man: Indeftnitpron. 1 a) jede(r) beliebi¬
ge; irgend jmd.; jedermann b) stellver¬
tretend für jmdn. in einer beliebigen
Situation » Von hier oben hat man eine
schöne Aussicht.« 2 irgend jmd., eine
Personengruppe, die etw. tut, eine Po¬
sition vertritt »In den Parteien vermu¬
tet man, daß die Umweltbelastung wei¬
ter zunimmt 3 a) stellvertretend für die
Öffentlichkeit, soziale Gruppe »Man
glaubt nicht an seine Unschuld.« b) je¬
dermann, da den Normen entspre¬
chend »So etw. tut man nicht.« 4 sich
als Sprecherin) mit einer Allgemein¬
heit, einer Gruppe verbindend »So
kann man das nicht sehen. ♦ Man ver¬
steht ja sein eigenes Wort nicht.« 5 di¬
stanzierte Anrede »Man traut sich
wohl nicht?«
man: Adv. <verst.> [norddt ] nur; nicht so
schlimm; schon gut
Ma|na|ge|fnent: dt.-engl.-amerlko /mär
nidsehment u. mänädsehment/ das;
-s; -s <Wirt.> Betriebsführung »das hö¬
here Management«
ma]na|gen: <englo /mänidseken u.
mänädsehen/ managst; managtest;
hast gemanagt 1 etw. geschickt orga¬
nisieren, bewältigen »Ich manage die
Weihnachtsfeier schon.« 2 eine(n)
Künstlerin), Sportlerin) o. ä. ge¬
schäftlich beraten, Verträge aushan¬
deln usw. »Er managt mehrere Spit¬
zensportler.«
Ma|najger: dt.-engl.-ameriko /miinid-
seher u. mänädseher/ der; -s; - weibl.
Ma]na|ge|rin: die; - ; -nen a) Person in
einer leitenden Position, die auch
Grundsatzentscheidungen trifft b)
Person, die eine(n) Künstlerin) od.
Sportlerin) betreut, dessen/deren Ar¬
beiten, Aufträge u. Termine regelt c)
Person, die etw. organisiert »Er ist der
Manager der Tagung.«
Ma|na)gei]kranlc)liett: /mänidseher- u.
mänädseher-/ die; - ; - durch Streß,
Nervosität verursachte Erkrankung
mit Kreislaufproblemen »Er leidet an
der Managerkrankheit.«
manch-: Pron. u. unbestimmtes Zahl¬
wort mancher; manche; manches 1
Personen od. Dinge, die sich anhäu¬
fen, summieren können »Mancher ist
nicht dieser Meinung.« 2 n. PI. einige
Personen od. Dinge unter anderen
»Manche sind gekommen.«
man|chen|orts/man|cher[orts: Adv. an
einigen Orten »Manchenorts wird
noch Dialekt gesprochen.«
man|chaiilei: Adj. n. stg.; n. dekl. eini¬
ges, allerlei »Mancherlei Vorhaben
scheitern.«
man|chei1orts/man|chen|orts: Adv. an
einigen Orten »Mancherorts wird
noch Dialekt gesprochen.«
manch|mal: Adv. ab u. zu; nicht immer
»Manchmal bin ich so müde, daß ich
nicht arbeiten kann. ♦ Er kommt nur
manchmal.«
Man|da|la: <Sanskrit> das; - u. -s; -s 1
<Religion> in Indien verwendete Me¬
ditationshilfe »Der Guru gibt ihm ein
Mandala.« 2 <Psychologie> Traumbild
Man|danb dato der; -en; -en weibl.
Man|dan|tin: die; - ; -nen Person, die
sich von einem Rechtsanwalt beraten
u. vertreten läßt »Mein Mandant
streitet die Tat ab.«
Man|da|ri|ne: <span.-fro die; ~ ; -n 1
kleine, süße orangefarbige Zitrus¬
frucht »Im Winter ißt er gerne
Mandarinen.« 2 kleiner Baum, der
Mandarinen (1) als Früchte hervor¬
bringt
Manfdab dato das; -(e)s; -e 1
<Rechtsw.> juristische Vollmacht; juri¬
stischer Auftrag »ein Mandat
übernehmen« 2 <Pol.> Amt eines Abge¬
ordneten »Er legte sein Mandat aus
735
Mandel
Krankheitsgründen nieder.« 3 treu¬
händerisch verwaltetes Gebiet
Man|del: <Iat.> die; ~ ;-n 1 in einer harten
Schale steckende, tropfenförmige,
helle Frucht, Nuß des Mandelbaums
»Der Kuchen wird mit gehobelten
Mandeln bestreut.« 2 m. PL <Med.> in
der Form den Mandeln ähnliches Or¬
gan im Rachenraum, Gaumen
Man|del|au|ge: das; -s; -n an eine Man¬
del (1) erinnernde Augenform ,
Man|del|baum: der;-fe)s; -bäume 1 aus
China stammender Zierstrauch, -
bäum »Der Mandelbaum blüht rosa.«
2 Baum, der Mandeln als Früchte
hervorbringt
Man|del|ent|zün|dung: die; ~ ; -en
<Med.> [ugs.] Entzündung der Man¬
deln im Rachen
Man|del|kern: der; -fe)s; -e eßbarer
Kern der Mandelbaumfrucht
Man|det|ope|ra|ti|on —* Manjdel|o|pe|-
ra|ti|on: die; - ; -en <Med.> operatives
Entfernen der Gaumenmandeln
Man|do|l||ne: <it.-fr.> die; ~ ; -n einer
Laute ähnliches achtsaitiges Zupfin¬
strument
-ma|ne/-ma|nin/-o|ma]ne/-o|ma|nin:
Wortbildungselement (endet das Ba¬
siswort mit einem Vokal, wird >-mane<
angehängt, endet es mit einem Konso¬
nant, wird >-Omaner angehängt)
[manchmal scherzh.] kennzeichnet
jmdn., der sich sehr intensiv mit einer
im Basiswort inhaltlich ausgedrück¬
ten Sache beschäftigt, auf etw. fixiert
ist »EgomanelEgomanin«
Majnejge: </a/.-;7.-/r.>/manesehe/ die; ~ ;
-n Vorführplatz im Zirkus
Manfgan: <lat.-it.-fr.> das; -s; - <Chemie>
helles, sprödes Metall »Mangan ist in
Säure löslich.«
Man|gel: der; -s; Mängel 1 o. Pt. Nicht¬
vorhandensein von etw. Notwendi¬
gem »Mangel an Vitaminen führt zu
Funktionsstörungen im Körper.« 2
Fehler; Funktionsstörung an einem
Gerät »Die Mängel (an dem Auto)
müssen behoben werden.« 3 <Rechtsw.>
Fehlen einer zugesicherten Eigen¬
schaft bei einer gekauften Sache
Manjgel: die; -; -n 1 Gerät zum Plätten,
Bügeln, Glätten von Wäsche »Ich ge¬
be Bettwäsche zur/in die Mangel.« 2 a)
jmdn. durch die Mangel drehen:
[ugs.] jmdn. unter Druck setzen »Bei
dem Verhör wurde er von dem Krimi¬
nalbeamten die ganze Nacht durch die
Mangel gedreht.« b) jmdn. in die
Mangel nehmen: [ugs.] jmdn. unter
Druck setzen »Die Polizisten nahmen
ihn in die Mangel, um ein Geständnis
zu bewirken.«
Man|gel|er]schei|nung: die; ~ ; -en 1
<Med.> Krankheit, die durch das Feh¬
len eines für den Körper wichtigen
Stoffes durch unausgewogene Ernäh¬
rung entsteht »Er leidet an
Mangelerscheinungen.« 2 erkennbare
Folgen des Fehlens von etw. »Die
trockenen Felder sind eine Mangeler¬
scheinung der langandauernden Trok-
kenheit.«
man|gel|haft: Adj. mangelhafter; man¬
gelhafteste 1 mit Mängeln, Fehlern
(behaftet) »Diese Arbeit ist
mangelhaft.« 2 (Schule: mit der zweit¬
schlechtesten Zensur benotet
man|geln: mangelst; mangeltest; hast
gemangelt 1 Wäsche mittels einer od.
zweier (heißer) Rollen glätten, bügeln
»Die Bettbezüge werden gemangelt.« 2
zu wenig von etw. besitzen, vorhan¬
den sein »Es mangelt ihm an Einfüh¬
lungsvermögen.«
man|gels: Präp. mit Gen. aus Mangel
in etw.; weil etw. Notwendiges fehlt
»Mangels eines Beweises wurde der
Angeklagte freigesprochen. ♦ Mangels
Benzin blieb der Wagen stehen.«
Man|gel|wa|re: die; - ; -n Ware, Pro¬
dukt, die/das selten, nur schwer zu be¬
kommen ist »Im Krieg war Kaffee
Mangelware.«
Man|go: ilndian. Spr.-port.; /raango/
die; - ; -s u. [seltener] -nen tropische
rundlich-ovale Frucht mit gelbli¬
chem, teilweise faserigem Frucht¬
fleisch u. einem großen, ovalen Kern
in der Mitte, deren Schale grünlich,
gelblich sowie auch rötlich sein kann
u. die einen hohen Anteil an Vitamin
Bhat
Man|gold: der; -(e)s; - dem Spinat ähn¬
liche Gemüsepflanze
Ma|n|e: <gr.-lat.> die; - ; -n/manien/
Sucht nach etw.; krankhafte Leiden¬
schaft »Das ständige Putzen ist bei
ihm schon zur Manie geworden.«
Majnien <Iat.-fr.> die; - ; -en 1 a) o. PI.
Art u. Weise; Eigenart b) [abwert.]
Masche 2 n. PI. Umgangsformen; Be¬
nehmen
ma|nie|nert: <lat.-fr.> Adj. n. stg. [geh.;
abwert.] in gekünstelter Art u. Weise
»Diese manierierte Ausdrucksweise
finde ich gräßlich.«
Ma|nie|ris|mus: der; - ; Manierismen 1
o. PI. (Kunst; Literaturwiss.) Stilrich¬
tung, die zeitlich zwischen Renais¬
sance u. Barock angesiedelt waT »Er
malt im Stil des Manierismus.« 2 ge¬
künstelte, übertreibende Handlung,
Äußerung »Seine Arbeit steckt voller
Manierismen.«
ma|nierflich: Adj. gesittet; wohlerzogen
»Iß manierlich!«
Ma|ni|fest: <lat.> das;-(e)s; -e 1 Grund¬
satz; Erklärung; Darlegung eines (po¬
litischen) Programmes »Sie verfassen
ein Manifest.« 2 [seemannssprl.] Ver¬
zeichnis der Ladung eines Schiffes
ma|ni|fest: dato Adj. n. stg. [geh.] ein¬
deutig; klar »Diese Tatsache ist mani¬
fest.«
Ma|ni|fe|sta|ti|on —» Ma|ni|fes|ta|ti|on:
dat.y /manifeßtazipn/ die; ~ ; -en 1 Of¬
fenbarung, Deutlichmachung einer
Sache (in einer öffentlichen
Erklärung) »Das war eine deutliche
Manifestation des Widerstandes.« 2
<Med.> Deutlichwerden einer Krank¬
heit
ma|ni|fe[stie|ren —* ma|ni|fes|tie|ren:
dal» manifestierst; manifestiertest;
hast manifestiert 1 öffentlich bekannt¬
machen 2 erkennbar werden; festma¬
chen »Dieser Aspekt läßt sich an fol¬
gendem Beispiel manifestieren.«
Ma|ni|kü|re: dat.-fr.> die; - ; -n a) Hand-
u. Nagelpflege b) Kosmetikerin, die
die Hände pflegt c) Necessaire zur
Nagelpflege
ma|ni|küjren: manikürst; manikürtest;
hast manikürt Fingernägel pflegen,
bearbeiten, formen
Majni|pu|la|tiipn: dat.-fr:> /manipula-
zion/ die; - ; -en 1 gezielte Einflu߬
nahme 2 a) Informationsfälschung b)
Fälschung 3 m. PI. Machenschaften 4
technisches Verfahren »Die Manipu¬
lation der Gene ist sehr umstritten.«
ma|ni|pu|lle|ren: dat.-fr.) manipulierst;
manipuliertest; hast manipuliert eine
Manipulation, bewußte Beeinflus¬
sung vornehmen »Sie haben das
Wahlergebnis manipuliert.«
ma|nisch: <gr.) Adj. n. stg. krankhaft
»manisch depressiv«
Ma|ni|tu: dndian. Spr.> der; -s; - indiani¬
sche Religion: Gott; geistige All¬
macht
Man|ko: dat.-it.> das; -s; -s Fehler;
Schwäche; Mangel »Das Manko an
diesem Zeitplan ist, daß er zu eng ist.«
Mann: der; ~(e)s; Männer 1 a) erwach¬
sener Mensch männlichen Ge¬
schlechts »Männer sind im Durch¬
schnitt etw. größer als Frauen.« b)
kurz für Ehemann = Gatte einer
Frau »Mein Mann kommt gleich.« 2
jmds. Mann sein: [ugs.] genau die
richtige Person für jmds. Pläne od.
Zwecke sein »Er hat Erfahrung auf
diesem Gebiet, das ist unser Mann.« 3
den toten Mann machen: [ugs.] sich
(bewegungslos auf dem Rücken lie¬
gend) im Wasser treiben lassen 4 der
schwarze Mann: [ugs.] Drobgestalt
für kleine Kinder »Wer hat Angst
vorm schwarzen Mann ♦ Wenn du nicht
artig bist, holt dich der schwarze
Mann.« 5 der erste Mann an der Spit¬
ze sein: [ugs.] jmd. ist die führende,
entscheidende Person 6 der kleine
Mann: [ugs.] ein Durchschnitts¬
mensch ohne besonderen Einfluß,
ohne Macht u. nicht vermögend
»Was kann der kleine Mann schon an
der Politik eines Landes ändern.« 7 ein
gemachter Mann sein: wirtschaftlich
u. finanziell erfolgreich (gewesen) sein
u. sich um die Zukunft (in finanzieller
Hinsicht) nicht mehr sorgen müssen
»Er halle hart gearbeitet u. die richti¬
gen Ideen, heute ist er ein gemachter
Mann.« 8 ein Mann von Welt: jmd.,
der (gesellschaftlich) gewandt auftritt
»Er weiß immer, wie man sich be¬
nimmt, er ist ein Mann von Welt.« 9
ein Mann der Tat: jmd., der entschlos¬
sen, ohne zu zögern handelt 10 von
Mann zu Mann: in einem offenen, ehr¬
lichen Gespräch »Sagen Sie mir bitte
von Mann zu Mann, wie stehen meine
Chancen?« 11 Mann Gottes: [ugs.]
wamende(r) od. ärgerliche(r) Anrede,
Ausruf »Mann Gottes, wenn Sie nicht
aufhören zu trinken, fliegen Sie raus!«
12 selbst ist der Mann: Kommentar,
wenn jmd. selbst etw. gemacht hat;
Aufforderung, etw. selbst zu tun
»Das habe ich gemacht, denn selbst ist
der Mann. ♦ Das kannst du doch allei¬
ne, selbst ist der Mann.« 13 der Mann
auf der Straße: der Durchschnitts¬
bürger 14 (mein lieber) Mann: [ugs.]
drohender, erstaunter o. ä. Ausruf
»Mein lieber Mann, machen Sie das ja
nie wieder!« 15 den groSen, starken
Mann markieren, mimen: [ugs.] den
Eindruck erwecken, als ob man be¬
sonders einflußreich, stark, bedeu¬
tend o. ä. sei »Er muß immer den gro-
736
manövrieren
ßen Mann markieren, um seine Kom¬
plexe zu vertuschen.« 16 ein toter
Mann sein: 1. [ugs.] keinen Ausweg,
keine Zukunft haben 2. Drohung;
Warnung a) jmdn. einflußlos zu ma¬
chen b) jmdn. zu töten 17 wie ein
Mann: geschlossen (spontan) einer
Meinung »Wie ein Mann stand die
Gruppe auf u. verließ den Saal.« 18
das haut den stärksten Mann aus
dem Anzug, um [ugs.] das ist nicht zu
fassen, unglaublich »Diese Nachricht
haut den stärksten Mann aus dem
Anzug.« 19 alle Mann: [ugs.] alle zu¬
sammen »Wir haben alle Mann
mitgeholfen.« 20 den wilden Mann
spielen: [ugs.] ohne Grund die Be¬
herrschung verlieren, schreien,
schimpfen, toben 21 seinen Mann
stellen, stehen: sehr tüchtig sein,
seine Aufgaben bewältigen »Er ist
zwar noch jung, aber er steht im Beruf
u. im Leben seinen Mann.« 22 einen
kleinen Mann im Ohr haben: [ugs.]
nicht ganz normal sein »Was erzählst
du für einen Schwachsinn, du hast wohl
einen kleinen Mann im Ohr?« 23 sei¬
nen Mann gefunden haben: jmd. hat
einen Gegner, der ihm ebenbürtig ist,
gefunden 24 einem nackten Mann in
die Tasche greifen: [ugs.] bei jmdm.
etw. holen wollen, der nichts hat,
nichts besitzt 25 mit Mann u. Maus
untergehen: <Schiff> mit Mannschaft
u. Passagieren bei einem Unglück un¬
tergehen, versinken 26 etw. an den
Mann bringen: [ugs.] 1. etw. verkau¬
fen »Er versuchte, sein altes Auto gün¬
stig an den Mann zu bringen.« 2. bei ei¬
ner Unterhaltung o. ä. etw. erzählen,
mitteilen »Sie versucht immer, Klatsch
u. Tratsch an den Mann zu bringen.«
ZT jmdn. an den Mann bringen: [ugs.;
scherzh.] versuchen, jmdn. zu verhei¬
raten, zu verkuppeln »Ständig ver¬
sucht er, seine häßliche Tochter an den
Mann zu bringen.« 28 Manns genug
sein, etw. zu tun: Fähigkeit, Kraft u.
Mut besitzen, etw. zu tun »Ich bin
Manns genug, meine Angelegenheiten
selbst zu regeln.« 29 ein Mann des To¬
des sein: jmd. muß bald sterben 30
Durch Würfel, Kart« u. Kann, wird
mancher zum armen Mann: das
Glücksspiel u. der Alkohol haben
schon viele ruiniert
Männ|chen: das; -s; ~ 1 Tier männ¬
lichen Geschlechts 2 Männchen
machen: «Tier mit vier Beinen) sich
aufrecht auf die Hinterpfoten stellen
»Der Pudel macht Männchen.« 3 nicht
mehr wissen, ob man Männchen od.
Weibchen ist [ugs.] sehr müde u.
ohne Energie sein
Män|ne: der; ~ ; - [landsch.; ugs.] Kose¬
form von Mann
Män|nejken: das; -s; -s u. - [landsch.;
ugs] Männchen
Man|ne|quin/Man|ne|quin: wieder!.-fr.>
/mannekäng/ das; -s; -s Person, die
bei einer Modenschau Kleidung vor¬
führt
Män]ner|be|kannt|schaft: die; - ; -en a)
Mann, mit dem eine Frau (intimer)
bekannt ist, mit dem sie Umgang hat
b) (intimer) Umgang einer Frau mit
einem Mann
Mänjneijbund: der; -(e)s; -bünde a) Ge¬
heimbund nur für Männer »Im letzten
Jahrhundert gab es viele Männer¬
bünde.« b) Zusammenkommen der er¬
wachsenen Männer eines Stammes
»Bei vielen Naturvölkern haben die
Männerbünde das Sagen.«
Män|nerjfreund|schaft: die; ~ ; -en
freundschaftliche Beziehung zwi¬
schen Männern
Män|ner|klei|den die (PI.) Kleidungs¬
stücke, die für einen Mann angefer¬
tigt, kennzeichnend sind
Män(ner|sa[che: die; - ; -n Angelegen¬
heit, die nur Männer berührt, angeht
»Das ist Männersache!«
Män|ner]stim|me: die; - ; -n (tiefere)
Stimme eines Mannes
Män|ner)weit die; ~ ; - [scherzh.] Ge¬
samtheit aller Männer; alle Männer
zusammen »Das könnte der Männer¬
welt so passen!«
Mänfneijwirtjschaft die; ~ ; -en
[scherzh.] Haushalt, der nur von
Männern geführt wird, in dem nur ein
Mann, Männer leben »Unsere Män¬
nerwirtschaft duldet keine Frau.«
Man|nes|al[ter. das; -s; - Zeit des Er¬
wachsenseins bei einem Mann
Man[nes[kraft: die; - ; -kräfte [veralt.] 1
Leistungsfähigkeit, Lebenskraft eines
Mannes 2 a) sexuelle Potenz b) Zeu¬
gungsfähigkeit
mann|haffc Adj. n. stg. ohne zu klagen
u. tapfer (ohne viele Gefühle zu
zeigen) »Er hat die Situation mannhaft
durchgestanden.«
man|nig|fach: Adj. n. stg. in vielfacher,
häufiger Form, Ausfertigung »Diese
Ausbildung bietet dir mannigfache
Möglichkeiten im späteren Berufsle¬
ben.«
man|nig|fal|tig: Adj. vielfältig; abwechs¬
lungsreich »Die Auswahl ist mannig¬
faltig.«
männl.: Abk. männlich
Männ|lein: das; -s; - 1 Männchen; klei¬
ner Mann »Sieh dir das kleine Männ¬
lein an.« 2 Männlein u. Weiblein: (eine
größere Anzahl) Männer u. Frauen
männ|lich: Adj. 1 zum Mann gehörig;
dem Mann zuzuordnen »Er hat eine
sehr männliche Stimme.« 2 zum zeu¬
genden Geschlecht gehörend »Dieser
Baum trägt nur männliche Blüten.« 3
typische Eigenschaften des Mannes
aufweisend »Er wirkt sehr männlich.«
4 «Sprachwiss.) maskulin »>Löffel< ist
ein männliches Nomen.«
Männ|lich|keit: die; - ; - 1 männliche
Wesensart »Er kann seine Männlich¬
keit nur schwer verbergen.« 2 [verhüll.]
männliche Geschlechtsteile
Mann|schaft: die; - ; -en 1 a) mehrere
Sportler, die zusammen gegen andere
spielen »Unsere Mannschaft hat das
Fußballspiel gewonnen.« b) Besatzung
eines Schiffs od. Flugzeugs »Fünf Ste¬
wards gehören zur Mannschaft.« c)
[ugs.] Kreis von Personen, mit denen
man zusammenarbeitet »Der Mana¬
ger u. seine Mannschaft arbeiten eng
zusammen.« Syn.: <1> [fremdsprl.]
Team 2 vor versammelter Mann¬
schaft: [ugs.] vor anderen Menschen,
Bekannten, Kollegen o. a. »Er hat
mich vor versammelter Mannschaft
blamiert.«
mann|schaft|lich: Adj. für die (Sport-)
Mannschaft vorteilhaft »Das Zusam¬
menspiel war wirklich mannschaft¬
lich.«
Mannl8chafts|aiif]Stellung: die; - ; -en
«Sport) Zusammensetzung einer
Sportmannschaft »Der Trainer gibt
die Mannschaftsaufstellung bekannt.«
Mann(schafts|ka|pi[tän: der; -s; -e
TSport) Leiterin), Führer(in) einer
Sportmannschaft
Mann|schafts|mei|steijschaft —>
Mann|schafts|meis|ter|schaft: die; - ;
-en «Sport) Meisterschaft in Mann¬
schaftskämpfen in Sportarten, in de¬
nen es auch Einzelmeisterschaften, -
Wertungen gibt
Mann|schafts|sport: der;-(e)s; - Sport¬
art, die in Mannschaften ausgeübt
wird »Fußball ist ein Mannschaft¬
sport.«
Mann|schafts|stär[ke: die; - ; -n «meist
Sport) Größe, Anzahl der Angehöri¬
gen einer Mannschaft »Wie groß ist
die Mannschaftsstärke beim Hand¬
ball?«
manns|hoch: Adj. n. stg. etwa so hoch
wie ein durchschnittlicher Mann »Die
mannshohe Tanne versperrt die Aus¬
sicht.«
manns|toll: Adj. «Frau> sexuellen Kon¬
takt zu sehr vielen Männern suchend;
nymphoman
Mann|weib: das; -fe)s; -er Frau mit
männlich wirkenden Zügen od.
männlichem Auftreten
Ma|no|me|ter: <gr.-fr.> das; -s; - 1
Druckmesser für Gas od. Flüssigkeit
2 [ugs.] bewundernder Ausruf als
Ausdruck dafür, daß etw. toll ist
»Manometer, das hätte ich nicht er¬
wartet!«
Ma|no|me|tne —> Ma|no|me|t|rie: <gr.-
fr> die; - ; - «Physik) Messen von
Druck
Ma|nö|ver: <lat.-fr.> /manöwer/ das; -s; -
1 größere Truppen- od. Flottenübung
»Die Bundeswehr nimmt an einem Ma¬
növer teil.« 2 Bewegung eines größe¬
ren Fahrzeugs mit Geschicklichkeit
»Sie überholte in einem sehr gefährli¬
chen Manöver den LKW in der
Kurve.« 3 [ugs.] Ablenkungsversuch,
um ein bestimmtes Ziel zu erreichen
Mafnö|ver[kri[tik: dat.-fr.t /manöwer-/
die; - ; -en a) «Milit.) Kritik nach Aus¬
führung eines Manövers, einer militä¬
rischen Übung b) «übertr.) Bespre¬
chung einer durchgeführten Aktion
»Später wird Manöverkritik hinsicht¬
lich des Schulfestes geübt.«
Ma|nö|ver|scha|den: dat.-fr.; dt.>
/manöwer-/ der; -s; -schaden «Milit.)
(landwirtschaftlicher) Schaden, der
bei einem Manöver, einer Militär¬
übung entsteht
ma|nö|vrie|ren —> ma|nö|v|rie|ren:
dat.-fr.> /manöwriren/ manövrierst;
manövriertest; hast manövriert 1 «Mi¬
lit.) Truppenmanöver, -Übungen aus¬
führen »Er manövriert die Flugzeug¬
staffel.« 2 [seemannssprl.] ein Schiff
führen »Der Kapitän manövriert bei
hohem Wellengang.« 3 «übertr.) ge¬
schickte Kunstgriffe einsetzen; ge¬
schickt handeln »Der Politiker manö¬
vriert sich in eine gute Position.«
737
Mansarde
Man|sarjde: </r.> die; • ; -n ausgebautes
Dachzimmer od. Wohnung unter
dem Dach eines Hauses mit vom
Dach gebildeten schrägen Wänden
Man|schetjte: dal.-fro die; • ; -n 1 Är¬
melabschluß an Hemden od. Blusen 2
Dichtungsring 3 Papierkrause für
Blumentöpfe
Man|schet|ten|dich|tung: die; - ; -en
Tfechnik» umgebogener Dichtungs¬
ring um einen Kolben o. ä. »Die Man¬
schettendichtung ist kaputt.«
Man|schet|ton|knopf: der; -(e)s; -knöp¬
fe (Schmuck-)Knopf, mit dem man
die Ärmelmanschette an einem Hemd
schließt
Man|tel: dato der; -s; Mäntel 1 (bis zu
den Waden reichendes) langärmliges,
schließbares Kleidungsstück, das
über der anderen Kleidung zum
Schutz gegen Kälte, Nässe o. ä. getra¬
gen wird »ein Mantel aus Wolle« 2 äu¬
ßerer, meist aus Gummi hergestellter
Teil des Auto-, Fahrradreifens »Der
Mantel des Reifens muß geflickt
werden.« 3 <Wirt.> a) gesamte Rechte
u. Anteile in einer Kapitalgesellschaft
b) Urkunde, die den Besitz eines
Wertpapieres belegt 4 (Math.» Ober¬
fläche eines geometrischen Körpers S
(Jagd» Rückengefieder des Federwil¬
des 6 den Mantel nach dem Wind
hängen, drehen: [ugs.] immer der An¬
sicht der Person sein, die gerade an
der Macht, am stärkstön ist 7 etw. mit
dem Mantel der (christlichen) Näch¬
stenliebe, der Barmherzigkeit
zudecken: etw. Negatives nicht wei¬
ter verfolgen, es ruhen lassen
M|nftel|chen: das; -s; • 1 kleiner Man¬
tel »Das Kind trägt ein Mäntelchen.« 2
jmd. breitet das Mäntelchen des Ver-
gessens über etw.: jmd. versucht,
etw. vergessen zu machen, indem er/
sie nicht mehr darüber redet
Man|tel|fut|ten das; -s; - Innenfutter ei¬
nes Mantels
Man|tel|ge|schoB —* Man|tel|ge|-
schoss: das; -geschosses; -geschossel
[österr. weiterhin] -ge|schoB: das;
-es; -e mit einem harten Metall um¬
hülltes Geschoß
Man|tel|ta|rif: der; -(ejs; -e <Wirt.> Ver¬
einbarung zwischen Arbeitgebern u.
Arbeitnehmern über die Modalitäten,
Bedingungen des Arbeitsverhältnisses
(z. B. bezüglich Lohnhöhe, Kündi¬
gung, Arbeitszeit) »Die Gewerkschaf¬
ten verhandeln über einen neuen Man¬
teltarif( vertrag).«
Man|t«l|ta|sche: die; - ; -n Tasche, die
in einen Mantel eingearbeitet ist
Man|tra —»■ Man|t|ra: <Sanskrit> das; -
u. -s; -s (asiatische Religionen) Aus¬
spruch mit magischer Kraft
Majnu|al: dato das; -(e)s; -e Tastatur
(reihe) einer Orgel o. ä. »Die Orgel
hat drei Manuale untereinander.«
ma|nu|ell: dat.-fro Adj. n. stg. mit der
Hand »Die Vase ist manuell herge¬
stellt worden.« Ant.: maschinell
Ma|nu|fak|tur: dat.-fro die; - ; -en Indu¬
strie-, Gewerbebetrieb mit Handar¬
beit »Früher wurden die meisten Han¬
delf- u. Industrieerzeugnisse in Manu¬
fakturen gefertigt.«
Ma|nu|skript —> Ma|nu|s|k|rjpt dato
das; -(e)s; -ela) handschriftliche
Aufzeichnung b) historisches hand¬
schriftliches Dokument »Hier werden
alte Manuskripte versteigert.« 2 hand-
od. maschinengeschriebene Druck¬
vorlage »Er sendet das Manuskript an
den Verlag.« 3 vorgefertigte Rede,
Ansprache »Er sprach ganz ohne Ma¬
nuskript.«
Ma|nu|skript|sei|te —* Ma|nu(s|k|ript|-
sei|te: die; - ; -n Blatt, Seite eines Ma¬
nuskripts, einer (handschriftlichen)
Vorlage, Ausarbeitung eines Textes
o. ä. »Die ersten Manuskriptseiten
sind schon beim Setzer.«
Mao(is|mus —> Ma|o|is|mus: der; - ; -
<Pob durch Mao Tsetung geprägte
Form des Kommunismus, kommuni¬
stische Ideologie in China
Mäpp|chan: das; -s; • kleine Mappe,
verschließbarer Behälter für Schrei¬
butensilien o. ä.
Map|pe: dato die; - ; -n a) aufklappba¬
rer, in der Mitte gefalteter, gehefteter
harter Deckel für Papierblätter »Die
Notizen für das Referat befinden sich
in der grünen Mappe.« b) größere fla¬
che Tasche für Papiere, Äkten u. ä.
Er hatte eine schwarze Mappe aus Le¬
der unter dem Arm.«
Mafquis: dt.-fro /maki/ der; - ; - franzö¬
sische Widerstandsbewegung im 2.
Weltkrieg »Die Partisanen gehörten
dem Maquis an.«
Mär. die; ~; -en a) alte, merkwürdige Er¬
zählung b) Gerücht »Das ist doch bloß
eine Mär.«
Ma|ra|bu: <.arab.-port.-fro der; -s; -s gro¬
ßer Storchenvogel, der in Afrika u.
Teilen Asiens vorkommt
Ma|ras|mus: <gro der; - ; - <Med.> Ver¬
fall des Körpers, auch auf geistiger
Ebene »Er leidet an Marasmus.«
Ma|ra|thon|lauf: der; -(e)s; -laufe (nach
der griechischen Stadt Marathon,
von wo aus ein Läufer die Nachricht
vom Sieg nach Athen brachte, be¬
nannte sportliche(r) Veranstaltung,
Wettkampf, bei dem ein) Lauf über
42,2 km (stattfindet) »Er macht den
Marathonlauf in New York mit.«
Syn.: [ugs.] Marathon
Ma[rafthon|sit]zung: die; - ; -en [ugs.]
sehr lange dauernde Sitzung »Die
Marathonsitzung des Ausschusses
dauerte die ganze Nacht.«
Märjchen: das; -s; - a) ursprünglich im
Volk überlieferte, erfundene Ge¬
schichte »>Schneewittchen u. die sie¬
ben Zwerge< ist ein schönes Märchen
zum Vorlesen.« b) [ugs.] erfundene
Geschichte (als Entschuldigung für
etw.)
Mär|chen|buch: das; -(e)s; -bücher
Buch mit phantastischen Erzählun¬
gen, Märchen (1), meist für Kinder
Mär|chen|dich|tung: die; -; - (Literatur-
wiss.» Erfindung (u. Aufzeichnung)
von Märchen »Märchendichtung gibt
es seit vielen Jahrhunderten.«
Mäijchen|etjzäh|ler: der; -s; - weibl.
M§rjchen|er|zäh|le|rin: die; - ; -nen
Person, die (professionell) Märchen
erzählt »Märchenerzähler werden sel¬
ten.«
Mär|chen|fi|gur: die; - ; -en Figur, Cha¬
rakter, die/der im Märchen auf¬
taucht, handelt
märjchen|haft: Adj. märchenhafter;
märchenhafteste 1 bezaubernd; als
wunderschön empfunden »Das ist ei¬
ne märchenhafte Schneelandschaft.« 2
sehr groß; sehr gut »märchenhafter
Reichtum«
Mär]chen|land: das; -(e)s; - a) Land,
fiktive Welt, in dem/der Märchen
spielen b) erfundenes, wunderbares
Land, dem Paradies ähnlich »In ihrem
Träumen lebt sie in einem Märchen¬
land.«
Mär]chen|ino|tiv: das; -(e)s; -e (Litera-
turwiss.) handelnde Person, Gesche¬
hen, die/das viele verschiedene Mär¬
chen durchzieht »Hexen sind ein be¬
liebtes Märchenmotiv.«
Mäijchen|on|kel: der; -s; - weibl. Mär|-
chen|tan|te: die; - ; -n [ugs.] 1 Person,
die gerne od. beruflich (im Rundfunk
o. ä.) Geschichten erzählt »Er ist ein
richtiger Märchenonkel.« 2 Person,
die häufig erfundene Geschichten als
wahrerzählt
Mär|chen|stun|de: die; - ; -n Sendung
für Kinder im Fernsehen od. Radio
Märjchen|tan|te: die; - ; -n männl. Mär|-
chen|on|kel: der; -s; - [ugs.] 1 Person,
die gerne od. beruflich (im Rundfunk
o. ä.) Geschichten erzählt »Sie kommt
mir vor wie eine Märchentante.« 2 Per¬
son, die häufig erfundene Geschich¬
ten als wahr erzählt
Mar|der: der; -s; - kleines Säugetier,
Raubtier mit kurzen Beinen u. lan-
gern Schwanz
Mäf/Mäjre: die; - ; Mären merkwürdige
Erzählung über ein Ereignis »Das ist
doch bloß eine Mär.«
mä]ren/mih|ren: mä(h)rst; mä(h)rtest;
hast gemä(h)rt [landsch.] 1 bei einer
Handlung umständlich sein 2 in etw.
herumrühren
Maijga|re|ten|blti|me: die; - ; -n Blume,
Pflanze mit weiß-gelben od. gelben
Blüten, die einer stilisierten Sonne
ähnlich sind Syn.: Margerite
Mai[ga|ri|ne: <gr.-fro die; - ; -n pflanzli¬
ches Speisefett, das auf Brot gestri¬
chen u. zum Braten u. Backen ver¬
wendet werden kann
Mar]ge|ri|te: <gr.-lat.-fro die; - ; -n
Blume aus der Familie der Korbblüt¬
ler mit weiß-gelben od. gelben Blüten,
die einer stilisierten Sonne ähnlich
sind »Die Wiese ist übersät von Mar¬
geriten.« Syn.: Margaretenblume
mar]gi|nal: dato Adj. n. stg. 1 [geh.] nicht
besonders zentral; eher am Rande lie¬
gend »Das war nur ein marginales
Thema bei der Konferenz.« 2 (Psycho¬
logie) an der Grenze zwischen zwei
Bereichen liegend
Mar|gi|najlie: dat.-englo /marginal^/
die; - ; -n handschriftliche Bemer¬
kung am Rand einer Buchseite »Das
Buch ist voller Marginalien.«
Ma|riä-Hlm]mel|fahrts-Fest: das; -(ejs;
-e (kath. Religion» Fest am 15. August
zu Ehren der Mutter Jesu, Maria
Ma|rie: die; ~ ; -1 o. PI. weiblicher Vor¬
name 2 [ugs.] Geld »Her mit der Ma¬
rie!«
Ma|ri|en|bild: das; -(e)s; -er (Kunst;
kath. Religion» bildhafte Darstellung
od. Skulptur der Mutter Jesu, Maria
Ma|ri|en|käjfen der; -s; • kleiner, roter
Käfer mit schwarzen Punkten »Das
738
Markisette
Kind ließ einen Marienkäfer über die
Hand krabbeln.«
Ma|ri|en|ver|eh|ning: die; - ; -en <kath.
Religion) Verehrung der Maria als
Mutter von Jesus
Ma|ri|hua|na —» Ma|ri|Hu|a|na: <mex.-
span.> das; -s; - aus Hanf hergestelltes
Rauschmittel, das meistens geraucht
wird u. die Sinneswahrnehmung ver¬
ändert
Ma|r|l|le: <lat.-it.> die; -; -n [landsch.; be¬
sonders österr.] Aprikose
Ma|rim|ba|phqn —» auch Ma|rim|ba|-
fon: <span.> das; -(e)s; -e <Musik> dem
Xylophon ähnelndes Musikinstru¬
ment mit Metallröhren »Das Marim¬
baphon stammt aus Guatemala.«
Ma|ri|na|de: <lat.-fr.> die; ~ ;-n 1 Soße, in
die Fleisch o. ä. eingelegt wird, damit
es zarter wird u. einen Geschmack an¬
nimmt »Die Marinade besteht aus Öl,
Sojasoße u. Rotwein.« 2 Soße für Sa¬
lat
Ma|ri|ne: <lat.-fr.> die; ~ ; -n <Milit.> See¬
streitkräfte eines Staates »Die Gegner
unterhalten eine starke Marine.«
ma|ri|ne|blau: Adj. n. stg. dunkelblau
Ma|ri|ne|sol|dat: der; -en; -en weibl. Ma|-
ri)ne|sol|da|tin: die; ~ ; -nen <Milit.>
Soldat(in) bei der Marine, den See¬
streitkräften
Ma|ri|ne|uni|form —* Ma|rj|ne|u|ni|-
form: die; - ; -en <Milit.> Uniform des
Marineangehörigen
ma|ri|nje|ren: dat.fr.> marinierst; mari¬
niertest; hast mariniert a) Fletsch,
Fisch o. ä. in eine Beize (Soße o. ä.)
einlegen b) Salat mit Soße versehen
Ma|rio|net|te —* Ma|ri|o|net|te: </r.> die;
- ; -n 1 eine durch Fäden bewegbare
Gliederpuppe 2 <übertr.> willenloses
Geschöpf, das als Werkzeug zur
Durchsetzung von Zielen anderer be¬
nutzt wird
Ma|rio|net|ten|büh|ne —* Ma|ri]o|net|-
ten|büh|ne: die; - ; -n Marionetten¬
theater »Was gibt die Marionetten¬
bühne heute?«
ma|rio|nat|ten|haft —> ma|ri|o|net|ten|-
haffc Ädj. n. slg. wie eine Marionette
handelnd, von außen gelenkt
Ma|rio|net|tenlspiel —* Ma]ri]o|net|-
ten|spTel: das; -(e)s; -e Theaterstück
mit Marionetten »Die Theatertruppe
führt ein Märchen als Marionetten¬
spiel auf.«
Ma|rio[net)ten|thea|ter —» Ma|ri]o]net|-
tentthijaften das; -s; - Theater, in
dem mit Marionetten gespielt wird
»Das Marionettentheater geht auf
Tournee.«
ma|ri|tim: dat.> Adj. n. stg. 1 die Schiff¬
fahrt betreffend »Er besitzt eine Vor¬
liebe für maritime Themen.« 2 das
Meer, die See betreffend; vom Meer
geschaffen, beeinflußt »Die Gegend
besitzt ein angenehmes maritimes Kli¬
ma.«
Mark: das; -(e)s; -1 Knochensubstanz
»Ihr wurde das (Knochen-) Mark eines
Spenders übertragen.« 2 (kein) Mark
in den Knochen haben: [ugs.] (nicht)
schwächlich sein »Die Arbeit ist nichts
für ihn, er hat kein Mark in den
Knochen.« 3 jmdm. das Mark aus den
Knochen saugen: [ugs.] jmdn. rück¬
sichtslos ausbeuten, ausnutzen »Er
trieb die Arbeiter an u. sog ihnen das
Mark für wenig Lohn aus den
Knochen.« 4 jmdn. bis aufs Mark pei¬
nigen, quälen o. ä.: jmdn. unerträg¬
lich quälen, peinigen o. ä. »Sie wurden
gefoltert u. bis aufs Mark gepeinigt,
gequält.« 5 bis ins Mark (hinein): sehr
tief, bis ins Innerste »Die Nachricht
traf sie bis ins Mark.« 6 (jmdm.) durch
Mark u. Bein gehen, dringen, fahren:
jmd. empfindet etw. auf fast unerträg¬
liche, unangenehme, schmerzhafte
Weise »Dieses laute Kreischen geht
mir durch Mark u. Bein. ♦ Der
Schmerz fuhr mir durch Mark u.
Bein.«
Mark: die; - ;-u. [ugs.) Märker 1 Wäh¬
rungseinheit in Deutschland »Ich ha¬
be für den Pullover 60 Mark, DM
bezahlt.« 2 keine müde Mark: [ugs.]
kein Geld, auch nicht die kleinste
Summe »Von mir bekommst du keine
müde Mark mehr.« 3 eine, die
schnelle Mark machen, verdienen:
[ugs.] auf einfache u. bequeme Art
Geld verdienen » Von intensiver Arbeit
hält er nicht viel, er will gerne eine
schnelle Mark machen.« 4 jede Mark,
jeden Pfennig (zweimal, dreimal
usw.) umdrehen: [ugs.] nicht viel
Geld zur Verfügung haben u. daher
sehr sparen (müssen) »Seit er arbeits¬
los ist, müssen wir jede Mark dreimal
umdrehen.«
Mark: die; - ; -en Randgebiete des deut¬
schen Reiches im Mittelalter
marjkant: <germ.-it.-fr.> Adj. markanter;
markanteste mit stark ausgeprägten
Merkmalen versehen; auffallend
»eine markante Nase«
mark(durchjdrin|gend: Adj. n. stg. sehr
Taut u. (beinahe) körperlich spürbar
»Das war ein markdurchdringender
Schrei.«
Maijke: dato die; -; -n 1 bestimmte Sor¬
te (aus der Produktion einer Firma)
Welche Hemdenmodelle dieser Marke
haben Sie vorrätig?« 2 kurz für Brief¬
marke = Postwertzeichen »Du mußt
noch eine (Brief-) Marke auf die Karte
kleben.« 3 Gegenstand, Schein o. ä.,
der als Ausweis gilt »Hundemarke ♦
Polizeimarke« 4 Markierung; ange¬
brachtes Zeichen »eine Marke setzen«
5 eine Marke sein: [ugs.; scherzh.] Be¬
zeichnung für eine Person, die selt¬
sam, komisch ist »Du bist vielleicht
eine Marke«
Maijken|ar|ti|kel: der; -s; - <Wirt.> von
einer bestimmten, renommierten Fir¬
ma hergestellte Ware »Markenartikel
sind qualitativ nicht unbedingt besser
als No-name-Produkte.«
Mar|ken|er|zeug|nis: das; -ses; -se
<Wirt.> Markenware, -produkt »Er
vertreibt nur Markenerzeugnisse.«
Marjken|fa|bri|kat —* Mar]ken|fa|b|ri|-
kat das; -(e)s; -e <Wirt> Markenwa¬
re, -produkt
Mar]ken|na|me: der; -ns; -n <Wirt.> Na¬
me einer Ware »Dieser Markenname
ist gesetzlich geschützt.«
Maijken|samm|ler: der; -s; - weibl.
Mar]ken|samm|le|rin: die; - ; -nen
Sammlerin) von Briefmarken »Er ist
begeisterter Markensammler.« Syn.:
[fremdsprl.] Philatelist(in)
Maijken|schutz: der; -es; - <Wirt.> ge¬
setzlicher Schutz des Markennamens
»Der Markenschutz ist gesetzlich ge¬
regelt.«
Mar|ken|wa|re: die; - ; -n <Wirt.> vom
Hersteller durch eine bestimmte Mar¬
ke, eine rechtlich geschützte Bezeich¬
nung gekennzeichnetes Produkt (von
guter Qualität)
Mar|ken|zei|chen: das; -s; - 1 <Wirt.> in
das Handelsregister eingetragenes
Emblem für ein Produkt, die Pro¬
dukte einer Firma »Dies ist ein ein¬
getragenes Warenzeichen, Marken¬
zeichen.« 2 etw., was als Symbol für
etw., jmdn. steht, gewohnheitsmäßig
etw., jmdn. kennzeichnet »Die gemu¬
sterte Fliege ist sein Markenzeichen.«
Maijker: <engb der; -s; ~ u. -s 1 dicker
Filzstift »Beschrifte das Plakat mit
dem roten Marker!« 2 <Sprachwiss.> a)
besonderes Merkmal der Sprache b)
Darstellung der Struktur eines Satzes
3 <Bio.> Genmerkmal eines Virus
Märjker: die (PI.) [ugs.] Plural von
Mark, der deutschen Währungsein¬
heit »Halte deine Märker zusammen!«
mark|er|schüt|ternd: Adj. n. stg. sehr
durchdringend (u. großes Entsetzen
erzeugend) »Ein markerschütterndes
Geheul ertönte.«
Mar]ke|ten|der: <lat.-it.> der; -s; - weibl.
Marjke]ten|der|in: die; - ; -nen <hist.>
Händlerin), der, die früher die militä¬
rischen Truppen zu Versorgungs¬
zwecken begleitete
Maijke|ten|der]wa|re: die; - ; -n Pro¬
dukte, die der Marketender verkaufte
»Die Auswahl seiner Marketenderwa¬
re war groß.«
Mar]kejte|rie: <fr.> die; - ; -n
lmarketerPnf <Kunst> geleimte, auf
besondere Art hergestellte
Einlegearbeit, Intarsie
Maijkejting: <lat.-fr.-engl.> das; -s; -
<Wirt.> a) Erforschung von Verkaufs¬
möglichkeiten b) Werbekonzept
Mark|graf: der; -en; -en weibl. Mark|-
gräjfin: die; ~ ; -nen (Trägerin) des)
Adelstitel(s) zwischen Graf u. Herzog
»Man hat ihn zum Markgrafen ge¬
macht.«
mar|kie|ren: <germ.-it.-fr.> markierst;
markiertest; hast markiert 1 a) mit ei¬
nem Zeichen versehen »Ich habe
(mir) die entsprechende Stelle im Text
genau markiert.« b) als Zeichen die¬
nen »Dieser Baum markierte den End¬
punkt der Strecke.« 2 etw. vorgeben,
was nicht zutrifft »Er markierte einen
Nervenzusammenbruch.« 3 etw. nur
andeuten u. nicht mit voller Konzen¬
tration, Hingabe ausführen »Er mar¬
kierte bei der Konzertprobe lediglich.«
Maijki§|rung: <germ.-it.-fr.> die; - ; -en
Vorgang bzw. Ergebnis der Kenn¬
zeichnung; Zeichen; Hinweis »Die
Markierung war deutlich zu erken¬
nen.«
marjkig: Adj. n. stg. kräftig »Das ist ein
markiger Spruch.«
Maijki|se: <germ.-fr.> die; ~ ; -n wie ein
Dach gespannter Sonnenschutz über
Balkon od. Terrasse
Marjki|sen|stoff: der; -(e)s; -e dichter,
robuster (wasserabweisender) Stoff,
aus dem Markisen geschneidert wer¬
den
Marjki|sette: </r.> die; - ;-u. der; -s; - ga¬
zeartiger Gardinenstoff
739
Markknochen
Mark|kno|chen: der; -s; ~ Knochen, der
Mark enthält
Mark|schei|de: die; • ; -n 1 [veralt.]
Grenze »Hier verläuft die Mark¬
scheide.« 2 (Bergbau) Grenze eines
Grubenfeldes
Markstein: der; -(e)s; -e 1 Grenzstein 2
(übertr.) herausragendes Ereignis
»Das ist ein Markstein in seinem Le¬
ben.«
Mark|stück: das; -(e)s; -e Geldstück im
Gegenwert von einer Mark
mark|stück|groB: Adj. n. stg. groß wie
ein Markstück, die Münze, die den
Wert von 1 DM symbolisiert »Der
Fleck ist markstückgroß.«
Markt: <lat.> der; -(e)s; Märkte 1 a) re¬
gelmäßig stattfindender Handel im
Freien, bei dem Obst u. Gemüse (so¬
wie Kleidung usw.) angeboten wird;
Wochenmarkt »Mittwochs u. sams¬
tags ist bei uns Markt.« b) Handels¬
veranstaltung, bei der eine spezielle
Warengruppe angeboten wird »Am
Wochenende findet ein Blumenmarkt,
Markt für Blumen statt.« 2 Ort, Platz,
an dem der Markt (1 a) stattfindet, ab¬
gehalten wird »Ich parke auf dem al¬
ten Markt.« 3 Absatzmöglichkeit,
Angebot u. Nachfrage (für ein Pro¬
dukt) »Diese Dinge haben hier keinen
Markt.« 4 gesamter existierender
Geld- u. Warenverkehr »Die techni¬
schen Geräte aus Japan haben den
Markt in Europa erobert u. die europä¬
ischen wie amerikanischen Produkte
vom Markt verdrängt.« 5 der schwar¬
ze Markt/ (häufiger als Zusammen¬
setzung:) Schwarzmarkt: Handel mit
geschmuggelter o. ä. Ware »Im
Kriegsgebiet kam man vieles nur auf
dem schwarzen Markt/Schwarzmarkt
bekommen.« 6 etw. auf den Markt
bringen, werfen: ein(e)(n) Produkt,
Erzeugnis, Ware, Art in den Handel
bringen
Markt|ab|spra|che: die; - ; -n (Wirt.)
(Preis-)Absprache zwischen mehreren
Marktteilnehmern, Wirtschaftsbe¬
trieben »Marktabsprachen sind ge¬
setzlich verboten.«
Markt|ana|ly|se —* Markt|a|na|ly|se:
die; - ; -n <Wirt.> genaue Untersu¬
chung des Marktes »Marktanalysen
sind wichtig für den Verkauf.«
Markt|an|teil: der; ~(e)s; -e <Wirt.> An¬
teil eines Unternehmens am Markt
»Die Firma will ihren Marktanteil si¬
chern.«
markt|be|herrfschend: Adj. n. stg.
<WirO die wichtigste Rolle auf dem
Markt spielend »Diese Marke ist
marktbeherrschend.«
Markt|brun|nen: der; -s; ~ Brunnen auf
einem Marktplatz
Markt|bu|de: die; ~ ; -n Marktstand, an
dem Obst, Gemüse od. andere Pro¬
dukte auf dem (Wochen-)Markt ver¬
kauft werden
mark|ten: markst; marktest; hast ge¬
markt <Wirt.> [geh.; selten] handeln
»Er marktet erfolgreich.«
Markt|for|schung: die; - ; -en <Wirt.>
Untersuchung der Marktsituationen
»Er arbeitet in der Marktforschung.«
Marktfrau: die; - ; -en Verkäuferin an
einem Marktstand; Inhaberin eines
Marktgeschäftes, einer Marktbude
Markt|füh|rer. der; -s; - <Wirt.> Unter¬
nehmen, das auf einem bestimmten
Handelsgebiet, Markt führend ist »In
seiner Branche ist diese Firma Markt-
fiührer.«
Markt|hal|le: die; - ; -n große Halle mit
Marktständen »Der Großmarkt findet
in einer Markthalle statt.«
Markt|händ|len der; -s; - weibl. Markt|-
händ|!e|rin: die; - ; -nen Händler(in),
der/die seine/ihre Waren auf dem
(Wochen-)Markt verkauft »Der
Markthändler baut seinen Stand auf.«
Markt|!a|ge: die; - ; -n <Wirt.> Situation
(für ein Produkt) auf dem Markt
»Die Marktlage verspricht einen Auf¬
schwung.«
Markt|lücke (Markt|lük)ke —» Marktj-
lü|cke): die; -n 1 Produkt, das bis¬
her nicht zu kaufen ist, das jedoch ei¬
nen Markt (3), Absatzmöglichkeiten
hat »Diese Form der Dienstleistung ist
bisher eine Marktlücke.« 2 bisher fehl¬
endes Angebot »Mit dieser Sache
triffst du eine Marktlücke.«
Markt|ord|nung: die; - ; -en 1 (Wirt.) a)
Vorschriften, die Angebot u. Nach¬
frage auf bestimmten Marktberei¬
chen regeln »Die Marktordnung regelt
die Bedingungen für die Anbieter.« b)
Wirtschaftssystem »die kapitalistische
Marktordnung« 2 Vorschriften zur
Abhaltung eines Wochenmarktes
u. ä.
Markt|ort: der; -(e)s; -e [veralt.] Ort¬
schaft mit Recht, Märkte (1) auszu¬
richten
Marktplatz: der; -es; -plätze Platz, auf
dem der Wochenmarkt stattfindet
Marktpreis: der; -es; -e <Wirt.> Preis,
der sich nach Angebot u. Nachfrage
richtet »Der Marktpreis für Tomaten
liegt höher als im letzten Jahr.«
Markt|psy|cho|lo|gie: die; - ; - Erfor¬
schung des Verhaltens der Käufer
»Marktpsychologie ist wichtig für die
Werbung.«
Markt|schrei|er: der; -s; - weibl. Markt|-
schreiejrin —» Markt|schreije|rin:
die; - ; -nen Händlerin), der/die Wa¬
re lautstark auf dem Markt anpreist
markt|schreie|risch —» markt|schrei|-
e|risch: Adj. n. stg. laut u. aufdring¬
lich (anpreisend) »Er versuchte markt¬
schreierisch, seine Ware loszuwerden.«
Markt|stand: der; -(e)s; -stände (über¬
dachter) Verkaufstisch, -bude auf ei¬
nem Wochenmarkt
Markttag: der; -(e)s; -e Tag, an dem
der (Wochen-)Markt stattfindet
»Samstag ist Markttag.«
markt|üb|lich: Adj. n. stg. (Wirt.) auf
dem Markt oft anzutreffen, normal
»Diese Methoden sind marktüblich.«
Marktwert: der; -(e)s; -e <Wirt.> Wert,
Preis, den eine Ware, Leistung hat,
auf dem Markt erzielen kann »Der
Marktwert vieler technischer Produkte
sinkt.«
Marktwirtschaft: die; - ; - <Wirt.> Han¬
del, bei dem sich Preis, Angebot u.
Nachfrage ohne staatliche Eingriffe
entwickeln
Mar|kus|evan|ge|li|um —> Mar[kus|e|-
van|ge|lijum: das; -s; - (Religion)
Evangelium, das dem Jünger Markus
zugeschrieben wird
Mar|tne|la[de: <gr.-lat.-port.> die; - ; -n
süßlicher, angedickter Brotaufstrich
ausgekochten Früchten
Mar]me|la|den|brofc das; -(e)s; -e mit
Marmelade bestrichene Brotscheibe
Mar|me|la|den|glas: das; -es; -gläser
Glas, in dem Marmelade aufbewahrt
wird »Das Marmeladenglas ist leer.«
Mar|mor: <gr.-lat.> der; -s; -e in unter¬
schiedlichen Färbungen mit leichter
Zeichnung auftretender Kalkstein
» Wir möchten den Boden in dem neuen
Haus mit Marmor auslegen.«
mafjmoijaijtig: Adj. n. stg. wie Marmor;
dem Marmor ähnlich »eine marmor¬
artige Maserung«
Marjmoijbild: das; -(e)s; -er Statue aus
Marmor »Das Marmorbild im Mu¬
seum ist sehr eindrucksvoll.«
Marjmorjblock: der; -(e)s; -blocke (un¬
behauener) Block, Quarder aus Mar¬
mor
Mar|mor|bii[ste —> Mar[mor[büs|te:
die; - ; -n aus Marmor geschaffene
Büste »Der Dichter wurde in einer
Marmorbüste verewigt.«
marjmo|rje|ren: marmorierst; marmo¬
riertest; hast marmoriert mit einem
marmorähnlichen Muster versehen
Mar|mor|ku|chen: der; -s; - Kuchen
aus ineinandergerührtem hellem u.
dunklem Teig, der marmorartig aus¬
sieht
marjmorn: Adj. n. stg. aus Marmor »ein
marmorner Grabstein«
Marjmor|piat|te: die; ~ ; -n Platte aus
Marmor »Auf dem Grab liegt eine
Marmorplatte.«
ma|ro|de: </r.> Adj. maroder; marodeste
1 moralisch heruntergekommen (u.
nicht mehr lange existenzfähig) »Eine
derartig marode Gesellschaft muß
untergehen.« 2 verrottend u, nicht
mehr lange erhaltbar »Die Renovie¬
rung des maroden Hauses lohnt sich
nicht.« 3 müde, abgespannt 4 [veralt.]
<Soldat> nicht mehr marschfahig
ma|ro|die|ren: marodiert; marodierte;
hat marodiert plündernd umherziehen
»Nach dem Abzug der Truppe wurde
marodiert.«
Ma|ro|ne: <it.> die; ~ ; -n eßbare Edelka¬
stanie
Ma|rp]nen|pilz: der; -es; -e Speisepilz
mit einem dunkelbraunen Hut
Ma|ro|nen|röhr|ling: der; -s; -e Maro¬
nenpilz; Speisepilz mit einem dunkel¬
braunen Hut
Ma|rgt|te: <hebr.-gr.-lat.-fr.> die; - ; -n
wunderliche, eigenartige Angewohn¬
heit, Neigung »Es ist eine Marotte von
ihm, ständig aus dem Fenster zu schau¬
en.«
Marlquis: </r.) /markij der; - jmarki(ß)j
; ~ jmarkißj französischer Adelstitel,
Rang zwischen Graf u. Herzog, zü-
rückgehend auf das Amt des Mark¬
grafen
Mar|qui|sat: </r.> /markisat/ das; -(e)s;
-e 1 Hoheitsgebiet eines Marquis 2
Würde, Titel eines Marquis
Mar|qu[|se: <fr.> /markise/ die; - ; -n
weibliche Form zu Marquis; Ehefrau
od. Tochter eines Marquis
Mars: der; - ; - 1 (Mythologie) römi¬
scher Kriegsgott »Dieses Gemälde
zeigt den Kriegsgott Mars.« 2 (Astro-
740
Maschinen geschrieben/Maschine
nomie> Planet im Sonnensystem »Der
Mars schimmert rötlich.«
Marjsa|la: </'/.> der; -s; -s ein süßer Wein
Marsch: der;-(e)s; Märsche 1 das (rela¬
tiv schnelle) Gehen, Sichfortbewegen
(in militärischer Formation) über ei¬
nen längeren Zeitraum, Weg »Zur
Flußmündung ist es ein Marsch von
drei Tagen.« 2 Musikstück mit ein¬
gängigem Rhythmus, zu dem man
marschieren kann »Die Militärkapelle
spielte einen Marsch.« 3 a) jmdn. in
Marsch setzen: [besonders militä¬
risch] jmdn. losmarschieren lassen
»Das Heer wurde vom Befehlshaber in
Marsch gesetzt.« b) sich in Marsch
setzen: [ugs.] gehen, aufbrechen »Es
wird Zeit, daß wir uns in Marsch set¬
zen, wenn wir pünktlich sein wollen.« 4
jmdm. (gehörig) den Marsch blasen:
[ugs.] jmdm. kräftig die Meinung sa¬
gen, ihn ausschimpfen »Sollte er
nochmals zu spät kommen, werde ich
ihm (gehörig) den Marsch blasen!«
Marsch: die; - ; -en flaches, fruchtbares
Land hinter den Nordseedeichen
»Die Marschen werden für die Land¬
wirtschaft genutzt.«
Maijschall: </r.> der; -s; Marschälle
1 <Milit.> a) höchster militärischer
Rang »Er trägt die Uniform eines
Marschalls.« b) Träger des Titels
Marschall 2 [veralt.] Beamter am Hof
Matjschall|stab: der; -(e)s; -stäbe Sym¬
bol der Marschallswürde »Sichtbar
trug er seinen Marschallstab.«
Marsch|be|fehl: der; -(e)s; -e <Milit.>
Befehl an Soldaten zum Losmarschie¬
ren, sich mit einer Truppe, Einheit in
Bewegung auf ein Ziel zu setzen »Der
General gab den Marschbefehl.«
maisch|be|reit: Adj. n. stg. <Milit.> be¬
reit, in der Lage loszumarschieren
»Die Truppen sind marschbereit.«
Marsch|bo|den: der; -s; -böden frucht¬
bares Schwemmland »Der Marschbo¬
den verspricht reiche Ernte.«
Marsch|flug|körjper: der; -s; - <Milit.>
Raketenflugkörper, der sein Ziel mit¬
tels technischer Einrichtungen selbst¬
tätig finden kann »Die Marschflug¬
körper können auch von Flugzeugen
aus gestartet werden.«
Marsch|ge|päck: das; -(e)s; - <Milit.>
Ausrüstung für einen Marsch
mar|sch|e|ren: </r.> marschierst; mar¬
schiertest; bist marschiert a) mit
schnellem, festem Schritt laufen »Sie
marschierte zum Ausgang.« b) <Miiit.>
in einer Reihe mit gleichem Schritt ge¬
hen »Die Soldaten marschieren.«
Marsch|kom|paB —» Marsch|kom|-
pass: der; -kompasses; -kompasse
Kompaß mit einfacher Handhabung
»Der Marschkompaß zeigt die Rich¬
tung.«
Marsch|mu|sik: die; - ; - Musik, in de¬
ren Takt marschiert werden kann
Marsch|rou|te: die; - ; -n ursprünglich
nur Milit.> Strecke, über die der
Marsch geht »Die Marschroute ist
festgelegt.«
Marsch|schritt: der; -(e)s; -e ursprüng¬
lich nur Milit.) rhythmischer Schritt
beim Marschieren
Maijseil|lai|se: <fr.> /marßejäsW/ die; - ;
- französische Nationalhymne
Mar|shall|plan: <engh /marschril-/ der;
-(e)s; - a) <Pol.> aus den USA stam¬
mender Hilfsplan für das westliche
Europa nach dem 2. Weltkrieg »Der
Marshallplan umfaßte sowohl Sachlie-
ferungen als auch Kredite.« b) <übertr.>
koordinierte^) Hilfsplan,
-leistungen für den wirtschaftlichen
Wiederaufbau eines ehemaligen
Kriegsgebietes
Mars|mensch: der; -en; -en menschen¬
ähnliches Lebewesen, das auf dem
Mars od. anderen Planeten leben
könnte, dessen Existenz nicht bewie¬
sen ist »In vielen Science-Fiction-Fil-
men werden Marsmenschen als kleine
grüne Männchen mit großen Köpfen
dargestellt.«
Maijter: <lat.> die; - ; -n seelische od.
körperliche Qual, Folter, die jmdm.
(absichtlich) zugefügt wird »Das
Schlafen auf dem Rücken während der
Krankheit war eine Marter für ihn.«
Marjter|in|stru|ment —> Maijter|in|s|t|-
ru)ment: das; -(e)s; -e Folterinstru¬
ment »Die mittelalterlichen Marterin¬
strumente sind in einer Ausstellung zu
sehen.«
marjtern: marterst; martertest; hast
gemartert a) jmdn. foltern; jmdm.
(absichtlich) körperlichen Schmerz
zufügen b) jmdm. geistige Qualen be¬
reiten
Maijteijpfahl: der; -(e)s; -pfähle Pfahl,
an dem gefoltert wurde
mar[tia|lisch —s- mar|ti|a|lisch: <lat.>
/marzialisch/ Adj. n. stg. mit, von
kriegerischem Äußeren; mit grimmi¬
gem Gesichtsausdruck »Die martiali¬
sche Aufmachung der Männer er¬
schreckte ihn.«
Maijtin|gal: </r.> das; -s; -e <Sport> Hilfs¬
zügel beim Reiten »Er zog das Mar¬
tingal strammer.«
Marjtin-Horn/Mar[tins|horn: das; -(e)s;
-Hömerj-hörner laute akustische
Warnsignale hervorbringende Sirene
an Krankenwagen u. ä. »Laut ertönte
das Martin-Horn.«
Marjtinslgans: die; - ; -gänse Gans, die
am Martinstag, dem Namenstag des
Heiligen Martin, gegessen wird
Maijtins|tag: der; -(e)s; -e <kath. Kir¬
che) Fest am Namenstag des Heiligen
Martin, das in katholischen Gegen¬
den mit Laternenumzügen gefeiert
wird »Martinstag ist am II. Novem¬
ber.«
Mäijty|rer: <gr.-lat.> /märtürer/ der; -s; -
weibl. Mär|ty|re|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die auf Grund ihres Glaubens
od. ihrer Überzeugung Verfolgung,
Folter u. Tod hinmmmt »Im antiken
Rom wurden christliche Märtyrerin¬
nen den Löwen zum Fraß vorgewor¬
fen.«
Mär|ty|rer|tum: /mfrtürertum/ das; -s; -
Leiden als Märtyrer, eines Märtyrers
Mar|tyjri|um: <gr.-lat.> /martürium/ das;
-s; Martyrien /matürienj schweres Lei¬
den, Folter aufgrund einer Überzeu¬
gung o. ä.
Mar|xis|mus: /markßißmus/ der; - ; -
<Pof.> Lehre von der Entwicklung der
Gesellschaft jjjber den Sozialismus
zum Kommunismus nach Karl Marx
»Der Marxismus fordert eine klassen¬
lose Gesellschaft.«
Marjxis|mus-Le|ni|nis|mus: /markßi߬
mus-/ der; - ; - <Pol.> Marxismus, der
von Lenin weiterentwickelt wurde
»Er ist Anhänger des Marxismus-Le¬
ninismus.«
Marjxfst: /markßißt/ der; -en; -en weibl.
Maijxijstin —* Mar|xis|tin: die; - ;
-nen <Pol.> Anhänger(in) des Marxis¬
mus
marjxijstisch —*■ mar|xjs|tisch: /mar-
kßißtisch/ Adj. n. stg. <Pol.> dem Mar¬
xismus verpflichtet, entsprechend,
ihm zuzuordnen »Seine Einstellung ist
marxistisch.«
März:dal»der; - u. -esu. [poet.] -en(s);
-e (PI. s.) dritter Monat des Jahres;
Monat zwischen Februar u. April
März|be|cher/Mär|zen|be|cher. der; -s;
~ Frühlingsblume mit weißen, hän¬
genden Blüten
März|bier/Mär|zen|bier. das; -(e)s; -e
dunkles Bockbier
März|ge|fal|le|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Märzgefalle¬
ner; eine Märzgefallene; zwei März¬
gefallene) 1 <Geschichte> während der
Märzrevolution 1848 vor dem Berli¬
ner Schloß ums Leben gekommene
Kämpfer 2 <Geschichte> [iron.] Perso¬
nen, die im Februar/März 1933 in die
NSDAP (aus opportunistischen
Gründen) eintraten 3 [geh.; scherzh.]
Person, die aus Opportunismus ihre
Meinung ändert •
Marjzi|pan/Mar|zi|pan: <it.> das u.
[österr.; sonst selten] der; -s; -e wei߬
liche Süßigkeit, hergestellt aus Man¬
deln, Zucker u. Rosenwasser
März|re|vo|lu|ti|on: die; - ; - im März
1848 in den deutschen Staaten u.
Österreich stattflndende Revolution,
Aufstände »Die Märzrevolution hatte
liberale Ziele.«
Ma|sche: die; - ; -n 1 Schlinge, die beim
Häkeln od. Stricken entsteht »die
Masche fallenlassen« 2 [ugs.] Trick
od. Methode, der/die bewußt ange¬
wendet wird, um ein bestimmtes Ziel
durchzusetzen »Ich bin auf seine alte
Masche hereingefallen.« 3 durch die
Maschen des Gesetzes schlüpfen:
einer Bestrafung durch das Ausnüt¬
zen einer Gesetzeslücke entgehen
»Ein geschickter Anwalt kann dir hel¬
fen, durch die Maschen des Gesetzes
zu schlüpfen.« 4 auf eine Masche rei-
sen/auf einer Masche reiten: [ugs.]
bestimmte Tricks anwenden, um etw.
zu erreichen »Der Heiratsschwindler
reiste immer auf die gleiche Masche.«
Ma[schen|draht: der; -(e)s; -drähte
Drahtgeflecht, das meist an Pfählen
angebracht, befestigt wird u. dann ei¬
nen Zaun bildet
Ma|sch]jne: <gr.-lat.-fr.> die; - ; -n 1 Ge¬
rät mit beweglichen Teilen, das selb¬
ständig Leistung erbringt 2 kurz für
Schreibmaschine »Ich schreibe den
Brief auf der Maschine.« 3 Flugzeug
»Die Maschine ist gelandet.«
—» Ma|schi|ne ge|schrie|ben/Ma|schj|-
nen ge|schrje|ben: s. maschinege-
schrieben/maschinengeschrieben
—5- Ma|schj|ne schreiben: s. maschine¬
schrei ben
—* Ma|schi|nen ge|schrie|ben/Ma|-
schijne ge|schr|e|ben: s, maschinege-
schrieben/maschinengeschrieben
741
maschinegeschrieben/maschinengeschrieben Maschine geschrieben/Maschinen
ma|schi|ne|ge|schrie|ben/ma|schi|-
nen|ge|schrie|ben —> Ma|schi|ne
ge|schrie|ben/Ma|schj|nen ge|-
schrie|ben: Adj. n. stg. mit der
Schreibmaschine geschrieben »Dieser
Brief ist maschinegeschrieben.«
ma|schi|nell: tgr.-lat.-fr» Adj. n. stg. 1
mit Hilfe von Maschinen; mittels Ma¬
schinenkraft »Diese Kleidungsstücke
werden maschinell gefertigt.« 2 in der
Art u. Weise einer Maschine »Sie
strickt mit maschineller Geschwindig¬
keit.« Ant.: <1> manuell
Ma|schf|nen|bau: der; -(e)s; - a) <Wirt.>
Wirtschaftszweig, der sich mit dem
Bau, der Konstruktion von Maschi¬
nen beschäftigt b) Studienfach, in
dem die Konstruktion von Maschi¬
nen gelehrt wird
Ma|schi|nen|bau|in|ge|ni|eur: der; -s; -e
weibl. Majschi|nen|bau|in|ge|ni|euj-
rin: die; - ; -nen Ingenieuren) mit ei¬
nem Studienabschluß im Fach Ma¬
schinenbau »Er strebt den Abschluß
des Maschinenbauingenieurs an.«
Ma(schjjnen|fajbrik —» Ma|schi|nen|-
fa|b|rilc die; ~ ; -en Fabrik, in der Ma¬
schinen produziert, gebaut werden
Ma|schi]nen|garn: das; -(e)s; -e Näh¬
garn für die Nähmaschine
mafschi|nen|ge|schrie|ben/malschj|>
ne|ge|schrie|ben —> Ma[schjjnen
ge|schrie]ben/Ma|schi|ne ge|schrie|-
ben: Adj. n. stg. mit der Schreibma¬
schine geschrieben »Dieser Brief ist
maschinengeschrieben.«
Ma|schi|nen|ge|wehr das; -(e)s; -e grö¬
ßere automatische Schnellfeuerwaffe
Ma|schi|nen|mei|ster —» Ma|schi|nen|-
meis|ten der; -s; - weibl. [selten]
Ma|schi|nen)mei|ste|rin —» Majschij-
nen|meis|te|rin: die; - ; -nen Person,
die für die Wartung der Maschinen in
einem Unternehmen zuständig ist
Ma|schi|nen|öl: das; -(e)s; -e Öl, mit
dem Maschinen geschmiert werden
Ma|schj]nen|pi|sto|le —s. Ma|schi|nenj-
pis|to|le: die; - ; -n größere automati¬
sche Schnellfeuerwaffe »Maschinenpi¬
stolen werden im Nahkampf einge¬
setzt.«
Ma|schi|nen|raum: der; -(e)s; -räume
Raum, in dem eine od. mehrere Ma¬
schinen untergebracht sind
Ma|schi|nen|schlos|ser. der; -s; ~ weibl.
[selten] Ma|schi)nen|schlos|sejrin:
die; - ; -nen Schlosser(in), der/die Ma¬
schinen einbaut u. repariert »Sein Be¬
rufsziel ist Maschinenschlosser.«
Ma|schi|nen|te|ie|graph —* auch Ma|-
schi|nen|te|le|graf: der; -en; -en
<Technik> [seemannssprl.] Gerät, Ap¬
parat, das/der Kommandos von der
Schiffsbrücke in den Maschinenraum
weiterleitet »Der Kapitän benutzt den
Maschinentelegraphen.«
Ma|schi|ne|rie: </r.> die; - ; -n
jmaschinerßnj 1 mehrere Maschinen,
die Zusammenarbeiten »Die ganze
Maschinerie ist ausgefallen.« 2 ma¬
schinelle Bühnenausstattung im
Theater »Hinter u. unter der Bühne
funktioniert die Maschinerie reibungs¬
los.« 3 <übertr.> sich gegenseitig bedin¬
gende, im Ablauf festgelegte Vorgän¬
ge; Räderwerk »Sie geriet in die Ma¬
schinerie der Justiz.«
ma|schf|ne|schrei|ben —» Ma|schi]ne
schrei|ben: schreibst maschine;
schrieb(e)st maschine; hast maschine¬
geschrieben —>schreibst Maschine;
schriebfejst Maschine; hast Maschine
geschrieben<— einen Text mit einer
Schreibmaschine produzieren »Ich
kann nicht besonders gut maschine¬
schreiben.«
Ma|schi|nist: der; -en; -en weibl.
[selten] Ma|schi|n||stin —» Ma|schi|-
nis|tin: die; - ; -nen 1 Maschinen-
w'ärter(in) 2 Vorgesetzte(r) der Ma¬
schinenwärter aufSchiffen
Ma|ser|holz: das; -es; -hölzer gemasertes
Holz; Holz mit ausgeprägter Zeich¬
nung
majse|rig: Adj. <meist Holz> (stark) ge¬
masert »Dieses Brett ist maserig.«
Ma|sern: die (PI.) mit juckendem Haut¬
ausschlag (in Form rötlicher Pöck-
chen) verbundene ansteckende Infek¬
tionskrankheit, die man überwiegend
in der Kindheit bekommt
ma|sern: maserst; masertest; hast gema¬
sert (meist im Partizip II, Perfekt ge¬
braucht) mit Maserungen, einer holz¬
ähnlichen Zeichnung versehen »ge¬
maserte Fliesen«
Ma|se)rung: die; - ; -en (meist in Wellen
verlaufendes) Muster in, von Natur¬
produkten wie Holz, Stein, Leder od.
dessen Nachahmung »Die Maserung
dieser Fliesen gefällt mir besonders
gut.«
Majset|te: <it.> die; - ; -n Blöckchen, aus
dem vorgefertigte Eintrittskarten her¬
ausgerissen werden »Der Abreißer
sucht seine Masette.«
Mask.: Abk. 1 Maskierung 2 <Sprach-
wiss.> Maskulinum = männlichen
Geschlechts
mask.: Abk. 1 maskiert 2 maskulin
Mas|ke: <arab.-fr.-it.> die; • ; -n 1 Ver¬
hüllung des Gesichts im Karneval,
Fasching od. bei kriminellen Taten,
um nicht erkannt zu werden »Der
Bankräuber trug eine Maske.« 2 Ge¬
sichtsschutz im Sport, der vor Verlet¬
zungen schützen soll »Gut, daß er die
Maske trug, sonst wäre er sicher ver¬
letzt worden, als ihn der Degen beim
Fechten ins Gesicht traf.« 3 <Theater,
Film u. Fernsehern a) geschminktes
Gesicht der Darsteller bei Auftritten
b) o. PI. Ort des Schminkens »Der
Nachrichtensprecher ist noch in der
Maske.« 4 kosmetisches Produkt, das
zur Pflege auf die Haut aufgetragen
wird »Nach dem Sonnenbad trage ich
eine Maske auf das Gesicht auf.« 5 die
Maske fallen lassen: jmd. verstellt
sich nicht mehr u. zeigt sein wahres
Wesen, seine wahre Absicht »Nach¬
dem er erreicht hatte, was er wollte,
ließ er die Maske fallen.« 6 jmdm. die
Maske vom Gesicht reißen: jmdn.
dazu zwingen, seine Verstellung auf¬
zugeben u. sein wahres Wesen zu zei¬
gen
Mas|ken|ball: der; -(e)s; -bälle Ball,
Tanzveranstaltung, bei dem/der die
Teilnehmer eine Maske tragen (die
um Mitternacht abgenommen wird)
Mas|ken|bild|nen der; -s; - weibl. Mas|-
ken|bild|ne|rin: die; - ; -nen Person im
Theater u. beim Film, die für die
Masken u. das Make-up der Schau¬
spieler sorgt
mas|ken|haft: Adj. maskenhafter; mas¬
kenhafteste starr wie eine Maske
»Seine Gesichtszüge wirken masken¬
haft.«
Mas|ken|ko|stüm —» Mas|kenjkos|*
tüm: das; -(e)s; -e Kostüm, Kleidung
zum Verkleiden (mit einer Gesichts¬
maske)
Mas|kenjver|leih: der; -(e)s; -e Unter¬
nehmen, das Masken u. Kostüme ver¬
leiht »Karneval bedeutet für den Mas¬
kenverleih Hochsaison.«
Mas|ke|ra|de: <it.-span.-fr.> die; - ; -n 1
a) das Maskieren, Sichverkleiden b)
Verkleidung, Kostüm, die/das jmd.
trägt »Er trägt eine gelungene Maske¬
rade.« 2 Versteckspiel; Heuchelei »Ihr
höfliches Benehmen ist nur Maskera¬
de.«
mas|kie|ren: </r.> maskierst; maskier¬
test; hast maskiert 1 sich das Gesicht
mit etw., einer Maske verdecken, un¬
kenntlich machen »Der Bankräuber
maskierte sein Gesicht mit einem
Strumpf« 2 sich, jmdm. (zu Fasching,
Karneval) ein Kostüm anziehen,
schminken »Er maskierte sich wie ein
Pirat.« 3 <Kochen> etw. mit einer Gla¬
sur versehen
Mas|kie|rung: die; - ; -en a) das Maskie¬
ren, Sichverkleiden b) Verkleidung
(als etw., jmd.), Kostüm, die/das jmd.
trägt »Seine Maskierung ist ihm gelun¬
gen.«
Mas|kott|chen: tgerm.-lat.-frs das; -s; -
Glücksbringer
mas|ku|lin/mas|ku|ljn: <lat.> Adj. n. stg.
1 männliche, dem Mann zugeschrie¬
bene Aspekte, Eigenschaften besit¬
zend, betonend »Sie trägt, hat einen
sehr maskulinen Haarschnitt.« 2
<Sprachwiss.> männlichen Ge¬
schlechts (muß nicht das natürliche
Geschlecht sein) »Die Art >der< u.
>ein< zeigen an, daß es sich um ein mas¬
kulines Substantiv handelt. • >Löffel<
ist ein maskulines Substantiv.«
mas|ku|l]|nisch: Adj. n. stg. [veralt.] a)
mit typisch männlichen Eigenschaf¬
ten b) <Sprachwiss.> männlichen Ge¬
schlechts
Mas|ku|H|num: das; -s; Maskulina
<Sprachwiss.> Substantiv mit männli¬
chem Geschlecht »>Löffel< ist ein
Maskulinum.«
Ma|so|ch|s|mus: der; - ; Masochismen
a) o. PL Wunsch, bei Ausübung der
Sexualität gequält zu werden u. so zu
Befriedigung zu gelangen; Eigen¬
schaft, sexuelle Befriedigung nur über
zugefügte Schmerzen, Erniedrigun¬
gen zu erfahren b) sexuelle Handlung,
die dem Masochismus (a) zuzuordnen
ist
Ma|so|chish dal.', der; -en; -en weibl.
Ma|so]chj|stin —*■ Ma|so|chJs|tin:
die; - ; -nen Person, die durch ihr zu¬
gefügte Schmerzen sexuell erregt, be¬
friedigt wird
ma|so|chj|stisch —» ma|so|chis|tisch:
Adj. n. stg. auf dem Masochismus be¬
ruhend, ihm zuzuordnen
Maß: das; -es; -e 1 Gefäß, Gegenstand
mit einer Skala (zum Messen des In¬
halts, Volumens, der Länge usw.) 2
Einheit, mit der etw. gemessen wird
742
maßhalten Maß
»Das Maß für Entfernungen ist inter¬
national der Meter.« 3 Ausmaß, Um¬
fang, den etw. (angenommen) hat
»Ihre Ansprüche gehen übet das nor¬
male Maß weit hinaus.« 4 m. PI. durch
Messen bestimmbare Größe, Umfang
(meist im Zusammenhang mit der
Anfertigung von Kleidung) »Der
Schneider nahm seine Maße.« 5 nach
Maß: 1. körpergerecht angefertigt,
angepaßt »Sie trügt nur Kleider nach
Maß gefertigt.« 2. genau nach
Wunsch passend »Er war jung, reich
u. gutaussehend, für sie ein Mann nach
Maß.« 6 mit zweierlei Maß messen:
jmdn. anders, unterschiedlich (u. da¬
durch ungerecht) behandeln »Der
Sohn darf alles, der Tochter erlaubt sie
wenig; sie mißt mit zweierlei Maß.« 7
Ober alle Maßen: ganz besonders, au¬
ßerordentlich »Uber dein Geschenk
habe ich mich über alle Maßen
gefreut.« 8 in, mit Maßen: in Grenzen;
nicht übermäßig »Um gesund zu blei¬
ben, soll man mit Maßen essen u.
trinken.« 9 a) mit Maß u. Ziel: be¬
herrscht, begrenzt »Hör jetzt auf, du
hast genug getan, alles mit Maß u.
Ziel.« b) ohne Meß u. Ziel: ohne
Grenzen, Beherrschung, maßlos »Er
war Alkoholiker u. trank ohne Maß u.
Ziel.« 10 weder Maß noch Ziel
kennen: ohne Beherrschung, maßlos
sein »Sie fordert immer mehr, sie
kennt weder Maß noch Ziel.« 11 das
Maß ist voll: es ist endgültig genug;
die Geduld ist erschöpft »Jetzt ist das
Maß voll, du verläßt sofort mein Haus
u. kommst nie wieder.« 12 das Maß
vollmachen: jmds. Toleranz überstra¬
pazieren »Dein letzter Streich hat das
Maß vollgemacht, du bleibst vorläufig
auf deinem Zimmer.«
—» Maß hälften: s. maßhalten
Mas|sa)ge: <arab.-fr.> /massasehe/ die; ~
; -n Behandlung zur Durchblutungs¬
steigerung, zur Muskellockerung u.
-entkrampfung durch Kneten, Strei¬
chen, Klopfen u. Reiben des gesam¬
ten Körpers od. von Körperpartien
Mas|sa[ge|in|sti|tut —* Mas|sa|ge|in|s|-
tijtut: /massasehe-/ das; -(ejs; -e Pra¬
xis eines od. mehrerer Masseure
Mas)sa]ge|öl: /massasehe-/ das; -(e)s;
-e als Hilfsmittel zur Massage dienen¬
des Öl
Mas|sa|ge|sa[lon: /massasehe-/ der; -s;
-s 1 [veralt.] Massageinstitut; Praxis
eines od. mehrerer Masseure 2 bor¬
dellähnliche Einrichtung
Mas|sa|ge|stab: /massasehe-/ der;
-(ejs; -stöbe Vibrator
Mas|sa|ken <fr.> das; -s; ~ als besonders
grausam u. unnötig empfundendes
blutiges Töten von vielen Menschen
(seltener bei Tieren), Syn.: Blutbad;
Massenmord
mas|sa|kife|ren —* mas|sa|k|rie|ren:
massakrierst; massakriertest; hast
massakriert 1 grausam ermorden 2
[scherzh.J grob behandeln
Mas|sa|krie|rung—» Mas|sa|k|rie|rung:
die; - ; -en 1 Ermordung grausamster
Art von mehreren Personen 2
[scherzh.] schlechte Behandlung,
schlechter Umgang mit etw., jmdm.
Maß|ana|ly|se —» Maß|a|na|ly|se: die;
- ; -n <Chemie> Verfahren zur Bestim¬
mung des gelösten Stoßes in einer
chemischen Lösung »Der Chemiker
fuhrt eine Maßanalyse durch.«
Maß|an|ga|be: die; - ; -n Angabe einer
Größe, eines gemessenen, feststehen¬
den Wertes »Du mußt beim Schneider
deine Maßangaben machen. ♦ Das Re¬
zept enthält falsche Maßangaben.«
Maß|ar|b6it: die; - ; -en Arbeit nach ge¬
nau vorgegebenem, passendem Maß
»Dieser Anzug ist ferne) Maßarbeit.«
Maß|be|zeich|nung: die; • ; -en Maßan¬
gabe; Angabe einer Größe, eines ge¬
messenen, feststehenden Wertes
Mas|se: <gr.-lat» die; - ;-n 1 unförmiger
breiiger Stoff »eine klebrige Masse« 2
Menge, große Anzahl von etw. »Eine
Masse von Menschen zog zum
Sportplatz.« 3 nicht zu unterscheiden¬
der, großer Bevölkerungsteil »Die
Massen wehren sich nicht.« 4 physika¬
lischer Wert eines Stoffes, der die An¬
ziehungskraft eines Körpers benennt
5 <Rechtsw.> im Konkursverfahren
das der Zwangsvollstreckung unter¬
liegende Vermögen des Schuldners
Maß|ein|hett: die; -; -en Einheit, Größe,
nach/in der etw. gemessen wird »Wel¬
che Maßeinheit hat diese Skala?«
Masjsel: <hebr.-jidd.> das; -s; - (unver¬
dientes, unerwartetes) Glück
Mas|sel: <lat.-it.> die; - ; -n <Hüttenw.>
Metallblock nach dem Abstechen im
Hochofen »Die Massel ist noch glü¬
hendheiß.«
Mas|sen|ab|fer|ti|gung: die; - ; -en Ab¬
fertigung vieler Personen, Dinge in
möglichst kurzer Zeit »Bei dieser
Massenabfertigung in der Kantine
können Sonderwünsche nicht berück¬
sichtigt werden.«
Masjsen|aijbeitsjlo|sig|keit: die; - ; -
<Wirt.> hohe Arbeitslosenzahl »Die
Massenarbeitslosigkeit ist ein großes
soziales Problem.«
Mas|sen|ar|ti|kel: der; -s; - <Wirt.> Art,
der in großer Stückzahl hergestellt
wird »Autos sind heute nur noch Mas¬
senartikel.«
Mas|sen|au1|ge|bot: das; -fe)s; -e Auf¬
gebot, Ansammlung einer großen
Menge an Menschen, Dingen; große
Anzahl von für etw. aktivierte Perso¬
nen »Die Partei mobilisierte ein Mas¬
senaufgebot an Anhängern für die De¬
monstration.«
Mas|senlfa|bri|ka|ti|on —» Mas|sen|fa(-
b|ri|ka|ti|on: die; - ; -en <Wirt.> Her¬
stellung von Artn in großen Mengen
^ »Dieses Produkt geht in die Massenfa¬
brikation, wird in Massenfabrikation
hergestellt.«
Mas|sen|fer|ti|gung: die; • ; -en <Wirt.>
Massenfabrikation; Herstellung von
Artn in großen Mengen
Mas|sen|ge|sell|schaft: die; - ; -en <So-
ziol.> Gesellschaft, in der der Einzelne
u. seine Bedürfnisse nicht zählen, rele¬
vant sind
Mas|sen|grab: das; -fe)s; -gröber Grab,
Beerdigungsstätte, in dem viele Perso¬
nen zusammen begraben sind
mas|sen|haft: Ad), n. stg. [ugs.] in gro¬
ßer Menge
Mas|sen|hin|rich|tung: die; - ; -en Hin¬
richtungen, Exekution von mehreren
Personen zur gleichen Zeit
Mas|sen|hy|ste|rie —* Mas|sen|hy|s|-
te|rie: die; - ; -n <Med.; Psychologie)
kollektive, gemeinsame Panik einer
Menschenmasse »Der Unfall führte zu
einer Massenhysterie.«
Mas|sen|ka|ram|bo|la|ge: die; - ; -n Zu¬
sammenstoß von mehreren Fahrzeu¬
gen
Mas|sen|me|dijum: das; -s; -medien auf
eine große Personengruppe gerichte¬
ter Informationsträger wie Zeitung,
Rundfunk u. Fernsehen
Mas|sen|mord: der; -(e)s; -e Mord an
vielen Personen
Mas|sen|mör|der; der; -s; - weibl. Mas|-
sen|mör|de|rirt: die; - ; -nen Person,
die mehrere, viele Personen umge¬
bracht hat
Mas|sen|pro|duk|ti|on: die; - ; -en
<Wirt.> Produktion, Herstellung einer
Ware in großen Mengen
Mas|sen|psy|cho|se: die; -; -n Psycho¬
logie) starke Erregung einer Men¬
schenmenge »Der Diktator rief eine
Massenpsychose hervor.«
Masjsen|ster|ben: das; -s; - Tod vieler
Lebewesen zur gleichen Zeit »Die Öl¬
pest verursachte ein Massensterben
unter den Vögeln.«
Mas|sen|tou|ris|mus: der; - ; - [meist
abwert.] Tourismus für eine breite
Schicht von Menschen »Dieser Ort ist
durch den Massentourismus verdor¬
ben.«
Mas|sen|verjan|stal[tung: die; - ; -en
Veranstaltung, organisiertes Ereignis,
an der/dem viele Menschen teilneh¬
men »Tausende kamen zu dieser Mas¬
senveranstaltung.«
Mas|sen]verjsamm|lung: die; - ; -en
Veranstaltung, Versammlung, orga¬
nisiertes Ereignis, an der/dem viele
Menschen teilnehmen
mas|sen|wei|se: Adv. [meist ugs.] in
großer Menge »Dort trifft man mas¬
senweise wichtige Leute.«
Mas|seun tarab.-fr.i /massör/ der; -s; -e
weibl. Mas|seu|rin: die; ~ ; -nen u.
[ugs.] Mas|seu|se: die; - ; -n Person,
die Massagen durchführt
Maß|ga|be: die; - ; -n Vorgabe, von
jmdm. erteilte Richtlinie »Nach Ma߬
gabe des Gesetzes erfüllte er die Richt¬
linien.«
maß|ge|bend: Adj. n. stg. 1 als verbind¬
liche Richtschnur dienend »Dieses
Gesetz ist maßgebend.« 2 von großem
Einfluß »Er ist eine maßgebende Per¬
son.«
maß|geb|lich: Adj. n. stg. sehr bedeu¬
tend »Seine Aussage hat maßgeblich
zur Verurteilung des Angeklagten bei¬
getragen.«
maß|ge|fer|tigt: Adj. n. stg. maßgearbei¬
tet; genau nach (ermittelten) Vorga¬
ben gearbeitet
maßjge|recht: Adj. n. stg. a) dem Maß,
der Vorgabe entsprechend »Dieser
Anzugstoff ist maßgerecht zuge¬
schnitten.« b) dem vorgegeben Ma߬
stab entsprechend
maß|ge|schnei|dert: Adj. n. stg. nach
Maß, vom Schneider ermittelten Ma¬
ßen, Vorgaben geschneidert, zuge¬
schnitten u. genäht »Dieses Kostüm
ist maßgeschneidert.«
ma6|haljten —* Maß haljten: hältst
maß; hielt(e)st maß; hast maßgehal-
743
massieren
len —»-hältst Maß; hieltest Maß; hast
Maß gehalten<— sich in etw. mäßi¬
gen; nicht über ein bestimmtes, ge¬
rechtfertigtes Maß hinaus gehen
mas|sje|ren: <arab.-fr.> massierst; mas¬
siertest; hast massiert 1 mit den Hän¬
den, einem Gegenstand jmds. Mus¬
keln kneten, streicheln u. ä., um Ver¬
spannungen tu lösen u. die Durchblu¬
tung anzuregen »Nach der Zerrung
mußte er seine Wade massieren
lassen.« 2 <meist Milit.> Personen,
Material, Truppen an einem Ort sam¬
meln, zusammenziehen »Der Feldherr
massierte seine Armee am Fuße der
Berge.«
mas|sig: </r> Adj. 1 schwer u. von gro¬
ßem Umfang »Der Schrank ist
massig.« 2 [ugs.] reichlich von etw.
massig Zeit haben«
mä|ßig: Adj. a) nicht zu viel; das richti¬
ge, ein relativ geringes Maß einhal¬
tend »mäßige Preise« b) [ugs.] nicht
ausreichend »mäßige Bezahlung«
mg|ßi|gen: mäßigst; mäßigtest; hast ge¬
mäßigt auf das richtige Maß herunter¬
bringen »seine Ansprüche mäßigen«
mä|ßl|gen, sich: mäßigst dich; mäßigtest
dich; hast dich gemäßigt sich zügeln;
sich zurückhalten »Mäßigen Sie sich
in Ihrem Ton!«
Mä|ßig|keit die; - ; -1 Maßhalten, Ent¬
haltsamkeit bei (schädlichen) Tätig¬
keiten »Er führt ein Leben in Mäßig¬
keit.« 2 [ugs.l nicht sehr gute Beschaf¬
fenheit, Qualität von etw.
Mä|ßi|gung: die; - ; -1 Maßhalten bei
(schädlichen) Tätigkeiten »Der Arzt
ermahnte ihn zur Mäßigung.« 2 Zu¬
rückhaltung bei etw., einer Aussage
mas|siv: dat.-fr.> Adj. 1 nicht hohl, son¬
dern ganz aus einem bestimmten Ma¬
terial bestehend »Der Schrank ist
massiv Eiche (— ganz aus Eichen¬
holz).« 2 stark, in heftiger, grober
Weise »Die Gewerkschaften übten
massiven Druck auf die Unternehmen
aus.«
Mas|s]v|bau: der; -(e)s; -len a) o. PI.
<Bauw.> Bauweise, bei der Gebäude
zum größten Teil aus Beton, Steinen
od. Stahlbeton, nicht aus leichteren
Fertigelementen bestehen b) Haus,
das in dieser Weise erstellt wurde
maß|los: Adj. n. stg. a) in hohem Maße
»Er ist maßlos eifersüchtig.« b) über¬
trieben; kein vernünftiges Maß ken¬
nend »Sein Eifer ist maßlos. ♦ Sein
maßloser Alkoholgenuß wird sich auf
seine Gesundheit auswirken.«
Maß|lo|sig|keit: die; ~ ; - Übertrieben-
heit »Die Maßlosigkeit seines Alko¬
holgenusses wird sich auf seine Ge¬
sundheit auswirken.«
Maß|nah|me: die; - ; -n zweckgerichtete
Handlung »Diese Maßnahmen sind
wirkungslos.«
Mgß|nah|men|ka|ta|log: der; -(e)s; -e
Auflistung von Maßnahmen, Anord¬
nungen »Der Maßnahmenkatalog soll
die Umweltverschmutzung verrin¬
gern.«
Maß|re|gel: die; ~ ; -n einschränkende
Vorschrift, (verbindliche) Empfeh¬
lung für jmds. Verhalten »Dieses
Buch führt Maßregeln für das richtige
Verhalten auf.«
maß|re|geln: maßregel(e)st; maßregel¬
test; hast gemaßregelt zurechtweisen,
eine Mahnung aussprechen »Man hat
ihn wegen seines Fehlers gemaßre¬
gelt.«
Maß|schnei|deR der; -s; - weibl. Maßj-
schnei)de)rin: die; ~ ; -nen Schnei¬
derin), der/die Kleidung nach Maß,
gemessenen Werten anfertigt
Maßjstab: der; -(e)s; -Stäbe 1 mit Ma߬
einheiten versehenes Lineal »Der
Maßstab zeigt oft verschiedene Ma߬
einheiten auf.« 2 Verhältnis zwischen
wirklicher u. (in Karten o. ä.) abgebil¬
deter Größe »Diese Landkarte hat den
Maßstab 1:100000.« 3 <übertr.> Er¬
wartungshaltung im Vergleich zu an¬
deren Personen; Richtlinie für ein zu
erreichendes Ziel »Er legt hohe Ma߬
stäbe an sein eigenes Handeln.«
maß|voll: Adj. n. stg. sich (freiwillig) auf
ein vernünftiges Maß beschränkend
»Das ist ein maßvolles Urteil.«
Mast der; -(e)s; -en 1 senkrecht stehen¬
der Pfahl aus Holz od. Metall, an
dem Leitungen o. ä. befestigt sind 2
(Segelschiff) senkrecht stehende(r)
Pfahl, dicke Stange auf Schiffen, Boo¬
ten, an dem/der die Segel befestigt
sind
Mast|baum: der; -(e)s; -bäume Schiffs¬
mast
Mast|darm: der; -(e)s; -därme <Anat.>
letzter Teil des Dickdarms
mäjsten —> m|s|ten: mästest; mäste¬
test; hast gemästet 1 <Vieh> gut füt¬
tern, damit es geschlachtet werden
kann »Die Kälber werden mit unter
das Futter gemischten Hormonen u.
chemischen Zusatzstoffen gemästet.«
2 [scherzh.] jmdm. viel u. gut zu essen
geben »Meine Mutter hat mich mit
Kuchen gemästet.«
Majster—*■ M§s|tar: <fr.-engh der; -s; ~
a) akademischer Grad in angelsächsi¬
schen Ländern »Er hat seinen Master
(of Arts) gemacht.« b) Trägerin) des
Grades, Titels Master
Mäjster —* Mäs|ter: der; -s; - weibl.
Mä|ste|rin —>• Mäs|te|rin: die; - ; -nen
Person, die Tiere zu Schlachtzwecken
mästet
Mä]ste|rei—> Mäs|te|rei: die; - ; -en Be¬
trieb zum Mästen von Tieren, die ge¬
schlachtet werden
Mast|fut|ter: das; -s; - Futter zur schnel¬
len Aufzucht, zum Mästen von Tie¬
ren
Mast|gans: die; - ; -gänse gemästete od.
zu mästende Gans
Mast|huhn: das; -s; -hühner gemästetes
od. zu mästendendes Huhn
Mast|korb: der; -fe)s; -körbe [see-
mannSsprl.j an der Mastspitze ange¬
brachter Korb, Ausguck
Mast|kur: die; - ; -en Kur, in der das
Körpergewicht aufgebaut werden soll
»Sie ist so dünn, daß der Arzt ihr eine
Mastkur verordnet hat.«
Mast|och|se: der; -n; -n gemästeter od.
zu mästender Ochse; gemästetes, ka¬
striertes, männliches Rind
Mäjstung—*■ Mästung: die; -; -en Mä¬
sten, intensives Füttern von Tieren zu
Schlachtzwecken
Ma|sturjba|ti]gn —* Mas|tur|ba|ti|gn:
<lat.> /maßturbazion/ die; - ; -en sexu¬
elle Selbstbefriedigung
majsturjba|to|risch —» mas(turfba]to|-
risch: Adj. n. stg. [geh.] die sexuelle
(Selbst-)Befriedigung durch Aus¬
übung eines manuellen Reizes auf die
primären Geschlechtsorgane betref¬
fend
ma)stuijb]ejren —» mas)tur]bje|i«n:
masturbierst; masturbiertest; hast
masturbiert sich, jmdn. sexuell befrie¬
digen, indem man manuelle Reize auf
die primären Geschlechtsorgane aus¬
übt
Ma]suijka/Ma|zur|ka: tpoln.r die; - ;
MasurkenjMazurken u. -s polnisches
Nationaltanz »Er schwenkte sie in ei¬
ner Mazurka durch den Saal.«
Ma|ta|dgr: <lat.-span.> der; -s u. -en;
-e(n) weibl. Ma|ta|dg|rin: die; - ; -nen
1 Person, die in einer Arena gegen
Stiere kämpft »Der Matador wurde
schwer verletzt.« 2 <übertr.> wichtige,
tragende Person in einem Vorhaben
o. ä. »Sie ist die Matadorin ihrer Par¬
tei.« Syn.: <1> Stierkämpfer(in)
Match: <engl.> /mätsch/ das; -(e)s; -s u.
-e sportlicher Wettkampf
Match|ball: /mätsch-/ der; -(e)s; -bälle
(Sport; Tennis u. ä.> Ball, der das ent¬
scheidende Spiel zum Sieg bringen
kann »Nach drei Sätzen hatte er
Matchball.«
Match|beu[tel: /mätsch-/ der; -s; - Sack
(für die Sportausrüstung), den man
über der Schulter trägt
Match|sack: /mätsch-/ der; -s; -Säcke
Beutel (für die Sportausrüstung), den
man über der Schulter trägt
Ma|te: \span.> der; - ; - Tee aus der Ma¬
tepflanze »Mate ist koffeinhaltig.«
Ma|te|ri|al: <lat.> das; -s; -ien
jmaterialknj 1 Rohstoff o. ä., aus
dem etw. besteht »Der Schrank ist aus
teurem Material.« 2 Unterlagen für
einen Vortrag, Unterricht »Ich kann
den Vortrag nicht hallen, meine Mate¬
rialien liegen zu Hause.«
ma|te|ri|al: Adj. n. stg. [geh.] 1 ein Mate¬
rial betreffend, ihm zuzuordnen 2
(Philosophie) das Inhaltliche betref¬
fend
-ma|te|ri|al: <lat.> das; -s; - Wortbil¬
dungselement + Substantiv kenn¬
zeichnend für eine gewisse Menge
von etw. für einen bestimmten Zweck
Er verfügt über ein vielfältiges Maschi¬
nenmaterial.«
Ma|te|ri[al[aus|ga|be: die; ~ ; -n 1 das
Verteilen, Herausgeben von Arbeits¬
material 2 Ort, an dem das (Arbeits-)
Material ausgegeben wird »Die Mate¬
rialausgabe ist schon geschlossen.«
Ma)te|ri|al|er1mü|dung: die; - ; -en durch
Belastung erfolgter Qualitätsverlust
»Der Unfall ist auf Materialermüdung
zurückzuführen.«
Ma|te|ri|al|feh|leR der; -s; - Fehler,
Fehlfunktion im/des Material(s)
Das war ein Materialfehler u. nicht
menschliches Versagen.«
Malte|ria|li|sa|ti|gn —» Ma|te|ri|a|li|sa|-
ti]on: <lat.> die; - ; -en 1 (Physik) Um¬
wandlung von ruhelosen Teilchen in
materielle Teilchen 2 (Parapsycholo¬
gie) körperliche Erscheinung von Gei¬
stern »In der Seance warteten sie auf
die Materialisation des Verstorbe¬
nen.«
744
mauern
ma(te[ria((i|si§|ren —> ma|te|ri|a|li|sie|-
ren: materialisierst; materialisiertest;
hast materialisiert eine Materialisati¬
on hervorrufen »Der Physiker ver¬
suchte, die Strahlungsenergie zu mate¬
rialisieren.«
Matte|ria|lis|mus —* Ma(tejri|a|lia|mus:
dat.-fr» der; - ; - alles als Folge mate¬
rieller Vorgänge erklärende Lehre,
Weltanschauung, bei der nur das
wirklich Existierende von Bedeutung
ist, Ant.: Idealismus
Ma|te|ria|list —* Ma]te|ri|a|lisfc dat.-fr»
der; -en; -en weibl. Ma|te|ria|li|stm —»
Ma|te|ri|a|lis(tin: die; - ; -nen 1 Vertre¬
terin) des Materialismus, einer Philo¬
sophie, die besagt, daß nur das Greif¬
bare, von Bedeutung ist 2 [ugs.] Per¬
son, die Besitz, den sichtbaren per¬
sönlichen Vorteil als sehr wichtig an¬
sieht
ma|te|ria|li|stisch —» ma|te|ri|a|lis|-
tisch: Adj. den Materialismus als Phi¬
losophie od. persönliche Lebensein¬
stellung betreffend, ihm zuzuordnen
»Seine Einstellung ist materialistisch.«
Ma|te|ri{al|ko|sten —> Ma|te|ri|al|kos|-
ten: die (PI.) Kosten, Ausgaben, die
durch den Kauf des Materials entste¬
hen »Zu den Materialkosten kommt
noch der Arbeitslohn.«
Ma|te|rie: <lat.> /materi'/ die; - ; -n 1 o.
PL Stoff; Substanz 2 Sachgebiet; spe¬
zielle Angelegenheit; Fachgebiet »Auf
diesem Gebiet kenne ich mich nicht
aus, das ist nicht meine Materie.« 3 au¬
ßerhalb des Bewußtseins bestehende
Realität »Nach esoterischer Lehre be¬
steht die Seele des Menschen aus wis¬
senschaftlich noch nicht erforschter
Materie.«
majte|ri(sH: dal.-fr» Adj. n. stg. t stoff¬
lich; körperlich 2 finanziell; auf Ge¬
winn bedacht »Für sie zahlen nur ma¬
terielle Werte.« Ant.; <2> ideell
Ma|ter|ni|tät' dato die; - ; - <Med.> Mut¬
terschaft
Math.: Abk. a) Mathematik b) Mathe¬
matikern)
math.: Abk. mathematisch
Mathe(.): Kurzw. Mathematik
Ma|the|ma|tik: <gr.-lat.> die; - ; -1 Wis¬
senschaft, die sich mit Rechnen, Zah¬
len u. räumlichen Verhältnissen be¬
schäftigt 2 etw. ist für jmdn. höhere
Mathematik: eine Person versteht
von etw. gar nichts
Ma|the|ma|ti|ker: <gr.-Iat.> der; -s; -
weibl. Ma|thefma|ti|ke|rin: die; - ; -nen
Wissenschaftier(in) auf dem Gebiet
der Mathematik
majthe|ma(tisch: Adj. n. stg. die Mathe¬
matik betreffend, ihr zuzuordnen
»Das ist ein schwieriges mathemati¬
sches Problem.«
Ma|ti|ne§: dat.-fr.> die; - ; -n (künstleri¬
sche) Veranstaltung am Morgen
Matßes: miederl» der; - ; - in Salzlake
marinierter junger Hering »Matjes
mit Pellkartoffeln«
Matjjes|he|ring: der; -s; -e junger He¬
ring, der in Salz eingelegt wurde
Ma|trat]ze —» Ma|t|rat|ze: «trab» die;
- ; -n 1 gepolstertes Unterbett, das
auf den Rahmen eines Bettes gelegt
wird 2 an der Matratze horchen:
[ugs.; scherzh.j schlafen »Ich lege mich
jetzt ein bißchen hin u. horche an der
Matratze.«
Ma|trat|zen|la|ger —»■ Ma|t|rat)zen|la|-
gen das; -s; - Schlafstätte auf dem
Fußboden »Das ist nur ein notdürfti¬
ges Matratzenlager.«
Mä|tres|se —» Mä|t|res|se: </r.>
/mätress(e)/ die; - ; -n [veralt.] a) Ge¬
liebte eines Fürsten b) [veralt.] außer¬
eheliche Geliebte
Ma[tri|ar|chat —*■ Ma|t|ri|ar|chat: dat.-
gr» das; -(e)s; -e Gesellschaft, in der
die (älteren) Frauen die Macht inne¬
haben »Matriarchate waren im Laufe
der Geschichte relativ selten, unge¬
wöhnlich.« Ant: Patriarchat
Mattri|kel —*■ Ma|t|njkel: dato die; - ; -n
[geh.] Personenverzeichnis »Die Uni¬
versität führt eine Matrikel.«
ma|tri|mo|nf|al —» ma|t|ri|mo|ni|ah dato
Adj. n. stg. <Rechtsw.> [veralt.] ehelich
Ma|trix —» Matrix: dato die; ~ ; Matri¬
zen u. Matrizes —>auch
Matrices*— 1 schematische Darstel¬
lung in Tabellenform 2 <Math.> Grö¬
ßensystem, das in einem rechtwinkli¬
gen Schema angeordnet ist »Matri¬
tzen dienen zur vereinfachten Darstel¬
lung eines Sachverhaltes.« 3 <Bio.>
Chromosomenhülle »Die Matrix ist
unter dem Mikroskop nicht zu erken¬
nen.«
Ma|trix|satz —* Ma|t|rix|satz: der; -es;
-sätze <Sprachwiss.> übergeordneter
Satz in einem Satzgefüge; Trägersatz
Ma[trjjze —* Ma|t[r|{ze: dat.-gr.> die; - ;
-n 1 <Druckw.> a) Folie zur Herstel¬
lung von Vervielfältigungen »Ich habe
das Protokoll auf eine Matrize
geschrieben.« b) Druckform aus Me¬
tall mit eingeprägten Buchstaben c)
Druckform (aus weichem Material)
zur Herstellung einer Druckplatte 2
<Technik> a) negative Form zum Pres¬
sen von Vinylschallplatten b) unterer
Teil der Preßform beim Fließpressen,
in den etw. mit dem Gegenstück, ei¬
ner Patrize eingedrückt wird
Maftrpjne —> Ma(t]ro|ne: dal.-fr» die;
-; -n ältere, (dicke) gesetzte Frau
Majtrpjse —» Maltese: <niederl.-fr»
der; -n; -n Person, die auf einem Schiff
arbeitet, Syn.: Seemann
Mattro|sen|an|zug —» Ma|t|rp)sen|an|-
zug: der; -(e)s; -anzüge a) Uniform
der Matrosen »Der Matrosenanzug
ist tiefblau.« b) der Matrosenuniform
ähnlich geschnittener Anzug für Kin¬
der
Matsch: der; -(e)s; - breiige, feuchte
Bodenmasse
Matsch|wet|ter: das; -s; - [ugs.] feuchtes
Wetter, bei dem die Wege aufge¬
weicht sind »Bei diesem Matschwetter
jagt man keinen Hund vor die Tür.«
Matt: das; -s; -s (PI. s.) <Schach> Situati¬
on, bei der ein Spieler keine Möglich¬
keit mehr hat, seinen König zu retten
matt: Adj. matter; matteste 1 nicht glän¬
zend, sondern stumpf »Diese blaue
Farbe ist zu matt.« 2 müde; erschöpft
»sich matt fühlen« 3 zu satt macht
matt: zu üppiges Essen macht müde
Matjte: dat» die; - ; -n 1 kleiner, als
Fußabtreter, Vorleger, Unterlage die¬
nender gewebter od. geflochtener
Teppich »Du sollst die Schuhe auf der
Matte vor der Tür abtreten.« 2 a)
<Sport> dämpfende Unterlage b)
dünne, nur leicht gepolsterte Unterla¬
ge »Die Kinder machten auf der Matte
leichte Gymnastikübungen.« 3 auf der
Matte stehen: [ugs.] (pünktlich, ver¬
abredungsgemäß) da sein »Morgen
um Punkt acht Uhr stehe ich bei dir auf
der Matte.«
Matjtefjhom: das; -(e)s; - ein Berg in
der Schweiz »Das Matterhorn liegt in
den Walliser Alpen.«
matftje|ren: mattierst; mattiertest; hast
mattiert Mattierung auftragen; etw.
(bisher Glänzendes) matt machen
»Sie läßt ihren Holzschrank mattie¬
ren.«
Mat[tie|ning: die; - ; - 1 matter, nicht
glänzender Lack »Mattierung
auftragen« 2 das Mattieren, Mattma¬
chen »Die Mattierung dauert noch ein
wenig.«
Matt|schei|be: die; ~ ; -n 1 Scheibe aus
Mattglas »Das Licht fällt durch die
Mattscheibe.« 2 [ugs.] Fernsehgerät
»Hockst du wieder vor der Mattschei¬
be?«
Ma|tu|ra: dat» die; ~ ; - [österr.;
Schweiz.] Abitur; Hochschulreife »Er
hat seine Matura gemacht.«
Mätz|chen: das; -s; -1m. PL [ugs.] (tö¬
richte) Handlung ohne Sinn, die Auf¬
merksamkeit erwecken soll, den Ab¬
lauf von etw. stört »Müßt ihr immer
solche Mätzchen veranstalten?« 2
Mätzchen machen: [ugs.] störende,
witzige Handlungen durchführen
Mat|zen: thebr.-jidd» der; -s; - ungesäu¬
ertes Brot »In der Passahzeit wird nur
Matzen gegessen.«
mau: Adj. n. stg. [ugs.] a) schlecht, weil
von etw. zu wenig vorhanden ist »Die
Lage ist ausgesprochen mau.« b) nicht
ganz wohl »Mir ist mau im Magen.«
Maulen dat» die; - ; -n 1 aus Stein, Be¬
ton o. ä. gefertigte Wand 2 «Deutsch¬
land; hist.> ehemalige Grenze zwi¬
schen der BRD u. der ehemaligen
DDR u. durch Berlin »Die Matter ist
gefallen.«
Mau|er|blüm|chen: das; -s; - unauffälli¬
ges Mädchen
Maue|rei —> Maujejrei: die; - ; - [ugs.]
Vorgang des Mauems »Kommst du
weiter mit deiner Mauerei?«
Maulerlhalken: der; -s; - Haken, der
(zur Sicherung) in eine Mauer ge¬
schlagen wird
Maulerlkellle: die; - ; -n Maurerkelle;
Werkzeug, mit dem der Maurer Bin¬
demittel, Putz u. ä. aufträgt
Maulerlkro|ne: die; - ; -n obere Schmal¬
seite der Mauer
Maulerlmeilster —> Maulerlmeisltei".
der; -s; - weibl. [selten] Maulerlmeil-
stejrin —» Mau|er)meis|te|rin: die; - ;
-nen Maurermeister(in); Person, die
ihren Meister im Maurerhandwerk
gemacht hat
maulern: dtebr.-jidd» mauerst; mauer¬
test; hast gemauert 1 etw., eine Wand
mit Steinen u. Mörtel bauen »Ich
mauere eine Garage.« 2 [ugs.] eine In¬
formation o. ä. trotz Drucks nicht
preisgeben »Wenn jmd. zu neugierig
ist, mauern wir.« 3 <Sport> das eigene
Tor mit fast allen Spielern verteidigen
»Nach dem 3:2 mauerte die Heim¬
mannschaft.«
745
Mauersegler
Maulerl seqller. der; -s; - schwalben¬
ähnlicher Vogel »Der Mauersegler
baut sein Nest unter Dachrinnen.«
Mau|er|stein: der; -(e)s; -e Baustein
zum Mauern, Erstellen von Bauwer¬
ken
Maue|rung —»• Mau|e|rung: die; - ; -en
(PI. s.) Art, Technik des Mauerns
Mau|er|werk: das; -(ejs; -e gemauerter
Bestandteil eines Bauwerkes »Das
Mauerwerk ist gut erhalten.«
Mau|erjzie|gel: der; -s; - Ziegelstein
»Die Mauerziegel müssen noch ge¬
brannt werden.«
Maul: das; -(e)s; Mäuler 1 a) <Tier>
Mund; Schnauze »Der Fisch riß das
Maul auf.« b) (Mensch» [derb] Mund
»Du kriegst gleich eins auf dein
Maul!« 2 das Maul halten: [derb] still,
ruhig sein u. nichts (mehr) sagen
»Halt doch endlich dein Maul!« 3 sich
über jmdn., etw. das Maul zerreißen:
[derb] über jmdn. od. etw. Schlechtes
erzählen, herziehen »Sie ist eine üble
Klatschtante u. zerreißt sich über alles
u. jeden das Maul.« 4 jmdm. aufs
Maul schauen: die Ausdrucksweise,
Gespräche von jmdm. beobachten
»Schauen Sie dem Folk aufs Maul, da¬
mit Sie wissen, was es denkt.«
Maul- u. Klaulenlseulche: die; - ; -n
Krankheit der Schweine u. Wieder¬
käuer
Maullaflfe: der; -n; -n a) [veralt.] Gaffer
b) jmd. hält Maulaffen feil: jmd. be¬
trachtet jmdn., etw. dumm, unver¬
schämt, gafft etw., jmdn. an »Statt
bei der Arbeit zu helfen, hielt er Mau¬
laffen feil.«
Maul|beeii(sei|den|)spin|ner: der; -s; -
asiatischer Schmetterling, dessen
Raupe zur Seidengewinnung gezüch¬
tet wird »Der Maulbeerseidenspinner
hat eine gräuliche Farbe.«
Maullbeerlbaum: der; -(e)s; -bäume
Pflanze mit gezähnten Blättern
Maullbeelre: die; - ; -n Frucht des
Schwarzen Maulbeerbaums
maullen: maulst; maultest; hast gemault
[ugs.] nörgeln, ständig etw. kritisieren
»Er mault über das Essen.«
Maullesel —* Maul|e|sel: der; -s; - a)
Tier, das aus einer Kreuzung von
weiblichem Esel u. männlichem Pferd
entsteht »Der Maulesel ist hochbe¬
packt.« b) aus Pferd u. Esel gekreuz¬
te^) Huftier(rasse)
maul|faul: Adj. [ugs.] unangemessen we¬
nig redend »Er ist ein fürchterlich
maulfauler Mensch.«
Maullschellle: die; - ; -n Ohrfeige
Mauljsperire: die; - ; -n a) <Tier> Kiefer¬
sperre, die das Schließen des Mauls
unmöglich macht »Der Hund hat eine
Maulsperre.« b) <Mensch> [scherzh.]
Kiefersperre, die das Schließen des
Mundes unmöglich macht
Mayl|ta|sche: die; - ; -n schwäbische,
gefüllte (Nudel-)Teigtasche
Maul|tier: dato das; - (e)s; -e a) Tier, das
aus einer Kreuzung von weiblichem
Pferd u. männlichem Esel entsteht b)
aus Pferd u. Esel gekreuzte(s) Huf-
tier(rasse)
Maul|trom|me): die; - / -n [ugs.] kleines,
metallenes Zupfinstrument
Maul|wurf: der; -(e)s; -würfe beinahe
blindes, insektenfressendes Tier, das
unterirdische Gänge gräbt
Maullwurfslhülgel: der; -s; - Erdhügel,
den der Maulwurf von unten aufwirft
»Der ganze Rasen ist voller Maul¬
wurfshügel.«
Mau-Mau: das; -(s); • einfaches Kar¬
tenspiel
maunlzen: maunzt; maunztest; hast
gemaunzt <Katze> (klagende, bittende)
Laute von sich geben »Du maunzt wie
eine Katze.«
Maulrer: der; -s; - weibl. Maulrelrin: die;
- ; -nen Handwerkern), der/die
M auerwerk erstellt
maulrelrisch: Adj. n. stg.; kurz für frei¬
maurerisch = der Verbindung der
Freimaurer zuzuordnen »eine maure¬
rische Versammlung«
Mau|rer]ke([le: die; - ; -n Handwerks¬
zeug des Maurers, mit dem er Putz,
Bindemittel auf die Mauersteine auf¬
trägt
Mau|rer|mei|ster —> Mau|rer|meis|ter
der; -s; - weibl. [selten] Maulrarimeil-
stejrin —» Maulrer|meisltelrire die;
- ; -nen Meister(in) im Maurerhand¬
werk
Mau|rer|zunft: die; - ; -zünfte a) <hist.>
Zunftverband der Maurer b) Maurer¬
handwerk »Die Maurerzunft hat
Zukunft.« c) Gesamtheit der Hand¬
werker im Maurerhandwerk
Maus: die; - ; Mäuse 1 kleines Nagetier
mit langem, nacktem Schwanz, spit¬
zer Schnauze u. nackten Ohren 2 mit
Speck fängt man Mäuse: mit dem
richtigen Mittel läßt sich jeder verlok-
ken, kann man viel erreichen 3 den
Schuldigen schreckt eine Maus: wer
schuldig ist, ein schlechtes Gewissen
hat, erschreckt bei, hat Angst vor je¬
der Kleinigkeit 4 da beiBt die Maus
keinen Faden ab: [ugs.] etw. ist nicht
zu ändern S weiBe Mäuse sehen:
Halluzinationen, Wahnideen, Wahn¬
vorstellungen haben 6 etw. ist zum
Mäusemelken: [ugs.] etw. macht ei¬
nen verrückt, ist nicht zu glauben
Maulschel: <hebr.-jiddo der; -s; - [ugs.]
armer Jude
Mau|sche|lei: <hebr.-jidd.> die; - ; -en
[abwert.] 1 nicht ganz legales Ge¬
schäft 2 Betrug beim Kartenspiel
Maulscheln; <hebr.-jiddo das; -s; -1 ein
Kartenspiel »Wer gewinnt heute beim
Mauscheln?« 2 Veranstaltung einer
Mauschelei; Abschluß eines illegalen,
undurchsichtigen Geschäftes
maulscheln: (hebr.-jiddo mauschelst;
mauscheltest; hast gemauschell 1
[ugs.] undurchsichtige Geschäfte ma¬
chen, Abmachungen treffen »Was
habt ihr beide denn wieder gemau-
schelt?« 2 [ugs.] beim Kartenspiel
schummeln, betrügen »Du hast eben
gemauschelt.« 3 das Kartenspiel
>Mauscheln< spielen »Sollen wir mau¬
scheln?«
Mäus|chen: das; -s; - 1 kleine Maus 2
Kosename für ein Kind, den Partner,
die Partnerin
mäus|chen|still: Adj. n. stg. [ugs.] sehr
leise »Die Kinder waren mäuschen¬
still.«
Mäulselbuslsard: der; -s; -e Bussard;
brauner Raubvogel, der sich vorwie¬
gend von Mäusen ernährt »Der Mäu¬
sebussard ähnelt in seiner Form einem
Adler.«
Maulselfallle/Mäulselfallle: die; - ; -n
Gerät, das zum Fangen von Mäusen
dient
MaujseHoch/Mäulselloch: das; -(ejs;
-löcher 1 Eingang zum Bau der Maus
»Sie verkriecht sich in ihr Mauseloch.«
2 jmd. würde sich gerne, am liebsten
in ein Mauseloch verkriechen: jmd.
schämt sich sehr, würde vor Verlegen¬
heit gerne verschwinden »Er würde
sich vor Verlegenheit am liebsten in ein
Mauseloch verkriechen.«
Mäu|se|mel|ken: das; -s; - in der Wen¬
dung etw. ist zum Mäusemelken:
[ugs.] etw. od. jmd. bringt jmdn. zum
Verzweifeln »Das ist ja zum Mäuse¬
melken mit dir.«
maulsen: mattst; maustest; hast gemaust
1 [ugs.] stibitzen »Wer hat meine
Kekse gemaust?« 2 [veralt.] Mäuse
fangen
Maulser: die; -; - Federwechsel der Vö¬
gel »Im Frühjahr ist er in der Mauser.«
Mäu|se|rich: der; -(ejs; -e [ugs.] männli¬
che Maus
mau|sern. sich: mauserst dich; mauser¬
test dich; hast dich gemausert 1 [ugs.]
sich zu etw. positiv verändern »Die
neue Kollegin hat sich in letzter Zeit
ganz schön gemausert.« 2 <Zoob das
Gefieder wechseln »Der Wellensittich
mausert sich zur Zeit.«
Mau|ser|pi|sto|le —> Mau|ser|pis|to|le:
(Warenzeichen) die; - ; -n Selbstlade¬
pistole »Der Räuber hatte eine Mau¬
serpistole im Anschlag.«
maulseitot: Adj. n. stg. [ugs.] tot »Der
Fuchs war mausetot.«
Maulselzahn: der; -(ejs; -zähne [ugs.]
Milchzahn; Zahn eines Kleinkinds
»Bald verlierst du deine Mäusezähne.«
Mäusllein: das; -s; - 1 kleine Maus 2
Kosename für ein Kind, den Partner,
die Partnerin
Mau|so|te|um: <gr.-lat.> das; -s; Mauso¬
leen /mausolefn/ großes, in die Höhe
gebautes Grabmal
mausltot: Adj. n. stg. [ugs.; österr.] mau¬
setot
Maut: die; - ; - [meist österr.] Gebühr
für Straßenbenutzung
MauHaelbühn die; - ; -en [meist österr.)
Straßenzoll, -gebühr »An manchen
Paßstraßen muß Mautgebühr gezahlt
werden.«
maulzen: mauzt; mauztest; hast ge¬
mauzt miauen »Das Kätzchen mauzt.«
m. a. W.: Abk. mit anderen Worten
Max.: Abk. 1 Maxime = Grundsatz;
Handlungsvorsatz 2 Maximum =
Höchstmaß
max.: Abk. maximal = höchstens
Ma|xi: dato /makßi/ der u. das; -s; -s
<Kleidung> knöchellange(r)(s) Kleid,
Rock o. ä. »Der Maxi ist schick.«
ma|xi: dato /makßi/ Adj. n. stg.; n. dekl.
a) (Kleidung» knöchellang »Man trägt
heute wieder maxi.« b) [ugs.] überdi¬
mensional, ungewöhnlich groß o. ä.
Ma|xi|kteid: /makßi-/ das; -(ejs; -er
knöchellanges Kleid
ma|xi|mal: dato /makßimal/ Adj. n. stg.
höchstmöglich »Die maximale Ge¬
schwindigkeit beträgt 140 km/h.«
746
Medizin
Ma|xj|me: <lat.-fr.> /makßime/ die; - ; -n
Leitspruch, der als Grundlage für das
Handeln dient »Seine Maxime war
immer: Leben u, leben lassen.«
ma|xi|mie|ren: dato /makßimiren/ maxi¬
mierst; maximiertest; hast maximiert
bis zum Maximum bringen »Sie soll
den Gewinn maximieren.«
Malxi|mum: dato /makßimum/ das; -s;
Maxima das Höchstmögliche, Ant.:
Minimum
Ma|xitrock: <lat.; dt.> /makßi-/ der;
- (e)s; -rocke knöchellanger Rock
Ma|xi|sin|gle: /makßi-/ die; -; -s <Schall¬
platte> Single, die so groß wie eine
Langspielplatte ist, aber weniger Lie¬
der enthält
Ma|ya: der; - u. -s; - u. -s weibl. Majya:
die; - ; - u. -s Angehörige^) eines in¬
dianischen Volkes in Mittel- u. Süd¬
amerika »Die Maya bauten phantasti¬
sche Tempel.«
Mayfday: tfr.-engh /mejde'/ Notruf im
Funkverkehr »Das Schiff sendet
Mayday aus.«
Ma|yon|na||se/Ma|jo|nä|se: <fr.> /majon-
näse/ die; - ; -n kalte, gelblich-weiße,
steifere Soße aus Eigelb u. Öl mit
würzig-säuerlichem Geschmack
»Pommes Frites mit Mayonnaise«
Mayjor: <fr.-engl.> /mejr/ der; -s; -s Bür¬
germeisterin) in angelsächsischen
Ländern
MAZ: Abk. magnetische Aufzeichnung
(von Fernsehbildern, die auf dem
Magnetband bearbeitet u. dann ins
laufende Programm eingespielt wer¬
den)
Mä|zen: dato der; -s; -e Geldgeber für
Kunst u. Künstler, Sportler
Mä|ze|ng|ten|tum: das; -s; - Förderung
von Kunst od. Sport durch vermö¬
gende Privatleute aus deren eigenen
Mitteln »Ohne Mäzenatentum könnte
Kunst nicht existieren.«
Ma|zur|ka/Ma|su>|ka: <polno die; ~ ;
MazurkenlMasurken u. -s polnischer
Nationaltanz
mb: Abk. Millibar (besonders in der
Wetterkunde gebräuchliche Maßein¬
heit des Drucks, die 1984 offiziell
durch Pascal ersetzt worden ist (1 mb
= ein Tausendstel bar; ein Wert von
1000 mb entspricht ungefähr dem
durchschnittlichen Luftdruck im eu¬
ropäischen Tiefland))
mbH/m. b. H.: Abk. (Gesellschaft) mit
beschrankter Haftung
Mbl.: Abk. 1 Merkblatt 2 Mitteilungs¬
blatt 3 Monatsblatt
mbl.: Abk. möbliert
Md.: Abk. Mitglieder)
md.: Abk. mitteldeutsch
M. d. B.: Abk. Mitglied des Bundestages
M. d. L.: Abk. Mitglied des Landtages
mdl.: Abk. mündlich
m. E.: Abk. 1 meines Erachtens 2 mit
Einschränkungen) 3 mit Erlaubnis 4
mit Extras = mit nicht serienmäßig
mitgelieferten Zubehörteilen
Me|cha|nilc <gr.-lato die; - ; -en 1 a)
Lehre von der Bau- u. Funktionswei¬
se von Maschinen »Die Mechanik ist
eine Wissenschaft für sich.« b) Mecha¬
nismus, Funktionsweise) einer Ma¬
schine »Die Mechanik des Videore¬
korders ist defekt.« 2 (Physik) a) Wis¬
senschaft von der Bewegung der Kör¬
per b) physikalische Gesetze, die aus
der Mechanik (2a) erwachsen sind 3
gleichförmige Bewegungen; monoto¬
nes, nicht mit eigenem Denken ver¬
bundenes Handeln »Chaplin stellte
die Mechanik von Fließbandarbeit ein¬
dringlich dar.«
Me|cha|ni|ker. <gr.-lat.> der; -s; - weibl.
Me[cha|ni|ke|rin: die; - ; -nen Hand-
werkerfin), der/die Maschinen zu¬
sammenbauen u. warten kann
me|cha|nisch: Adj. n. stg. 1 maschinen¬
betrieben; mit Maschinen ausgeführt
2 <Physik> die (Wissenschaft von der)
Bewegung der Körper betreffend 3
gewohnheitsmäßig, automatisch,
ohne Nachdenken ablaufend
me|cha|ni|sie|ren: mechanisierst; me¬
chanisiertest; hast mechanisiert auf
mechanische Mittel umstellen; me¬
chanisch machen »Der ganze Ablauf
wurde mechanisiert.«
Me|cha|nis|mus: <.gr.-lat.-fro der; - ;
Mechanismen 1 a) Getriebe b) Art u.
Weise des Funktionierens 2 selbsttäti¬
ger Ablauf »Der Mechanismus der
Verwaltung ist nur schwer zu durch¬
brechen.« 3 die Natur durch automa¬
tische Prozesse erklärende Lehre
me|chajni|stisch —* me|cha[nis|tisch:
Adj. n. stg. 1 die Lehre des Mechanis¬
mus betreffend, ihr zuzuordnen
»Seine Überzeugungen sind mechanis¬
tisch.« 2 [geh.) eine Handlung auto¬
matisch, mechanisch durchführend
Meckerjecke (Mek|ker|ek|ke —* M§J-
cker|e|cke): die; - ; -n [ugs.] Platz für
kritische Leserbriefe in einer Zeitung
od. Zeitschrift
Mecke|rei (Mek|ke|nei —* Me|cke|rei):
die; - ; -en [ugs.] ständiges Meckern,
Nörgeln, Kritisieren »Deine Meckerei
geht mir auf die Nerven.«
Mecke|rer (Mek|ke|rer —»■ Mgjcke|rer):
der; -s; - [ugs.) Person, die ständig
meckert
Mecker|frit|ze (Mek|ker[frit|ze —» Me|-
cker[frit|ze): der; -n; -n [ugs.] Mecke¬
rer, notorischer Nörgler
meckern (mek|kern —» mejckern):
meckerst; meckertest; hast gemeckert
1 Laut(äußerung) einer Ziege 2 [ugs.]
nörgeln, kritisieren »Sie meckert stän¬
dig.«
Mecker|zie|ge (Mek|ker|zie|ge —>• Mej-
cker]zie|ge): die; - ; -n weibliche Per¬
son, die ständig meckert
Mecki|fii|sur (Mek)ki|fri|sur—» Me|cki|-
fri[sur): die; - ; -en sehr kurzer Haar¬
schnitt; Igelfrisur
Med.: Abk. 1 Medaille 2 Medaillon 3
Mediävistik 4 Medikament 5 a) Me¬
dizin b) Mediziner(in)
med.: Abk. 1 medikamentös 2 medizi¬
nisch
Me|dail|le: <gr.-lat.-fr.-ito /medallje/ die;
- ;-n Plakette zum Andenken od. als
Auszeichnung für besondere Leistun¬
gen »Er gewann 1996 eine Goldme¬
daille bei den Olympischen Spielen.«
Me|dail|1on: <gr.-lat.-it.-fro /medalljong/
das; -s; -s 1 zu öffnender Kettenan¬
hänger, in dem meist ein od. zwei Fo¬
tos enthalten sind »Sie trug ein Me¬
daillon mit den Bildern ihrer Kinder.«
2 kleines, ovales Fleischstück (aus der
Lende)
Me|dia: dato die; - ; Mediä u. Medien
jmedml 1 <Anat.> mittlere Wand der
Lymph- u. Blutgefäßwände 2
<Sprachwiss> Verschlußlaut »die Me¬
dia >b<»
Mejdia|ab[tei|lung —*■ Me|di|a|abftei)-
(ung: die; - ; -en Abteilung (z. B. eines
Kaufhauses), in der die verschiedenen
Medien (meist Tonträger u. elektroni¬
sche Geräte) präsent sind »Wer leitet
die Mediaabteilung?«
me|di|al: dato Adj. n. stg. 1 (Parapsycho¬
logie> ein Medium betreffend, ihm zu¬
zuordnen; durch ein Medium »Er ver¬
fugt über mediale Kräfte.« 2 <Med.> in
der Mitte liegend
Me(dia(ti|<m —*■ Me|di|a|ti|pn: dato
/mediazion/ die; -; -en <meist Polo di¬
plomatische Vermittlung in einem
Konflikt
Me|dijävi|stik —» Me|di|ä|vis|tik: dato
die; - ; - Wissenschaft von der Spra¬
che, Literatur u. Kultur des Mittelal¬
ters »Sie hat Mediävistik studiert.«
me|di|en|ge|recht: Adj. n. stg. den (Mas-
sen-)Medien angepaßt »Diese Veran¬
staltung ist mediengerecht organisiert
worden.«
Me|di|en[land|schaft: die; - ; -en {PI. s.)
Vielfältigkeit aller vorhandenen Me¬
dien »Die Medienlandschaft in den
USA ist für Laien undurchschaubar.«
Me[di(ka|ment: dato das; -(e)s; -e Arz¬
nei, Mittel zum Einnehmen zur Hei¬
lung od. Linderung von Beschwerden
»Der Arzt hat mir ein Medikament ge¬
gen Fieber verschrieben.«
me)d4ka|men]tös: dato Adj. n. stg. mit
Medikamenten »Diese Krankheit muß
medikamentös behandelt werden.«
Meldi|katti|on: dato /medikazion/die; -;
-en Verabreichung von Medikamen¬
ten (in bestimmten Dosen) »Der Arzt
muß die Medikation bestimmen.«
me|dio|ker —> me|di|o)ken dat.-fro
Adj. n. stg. [geh.] durchschnittlich;
mittelmäßig
Me[di]ta|ti|on: dato /meditazion/ die; - ;
-en innere Einkehr; Vorgang, Zu¬
stand, bei dem man sich in tiefe Ge¬
danken, innere Ruhe, Entspannung
versetzt
me[dl|ta|tjv: dato /meditatif/ Adj. n. stg.
[geh.] in Meditation versunken; die
Meditation betreffend »Sie ist in me¬
ditativer Trance versunken.«
me|di|terjran: dato Adj. n. stg. [geh.] den
Mittelmeerraum betreffend »Das ist
mediterranes Lebensgefühl.«
me|di|tie|ren: dato meditierst; meditier¬
test; hast meditiert a) über etw. inten¬
siv nachdenken »Ich habe über die
Frage lange meditiert.« b) (religiöse)
Betrachtungen, Meditationen anstel¬
len
Mg|di|um: dato das; -s; Medien /medi'n/
1 Element zur Herstellung von Ver¬
bindungen od. Beziehungen 2 Träger
von Schall- od. Sichtwellen 3 Über-
mittier von Informationen 4 spiriti¬
stische Sitzungen) mit Geistern in
Verbindung tretende Person
mejdi|um: dat.-engh /medium u.
midiem/ Adj. n. stg.; n. dekl. <Kochk.>
halb durchgebraten »Das Steak bitte
medium braten.«
Me|di|zin: dato die; • ; -1 o. PI. Wissen¬
schaft der Heilkunde u. des menschli-
747
Medizinball
chen Organismus mit dem Ziel der
Behebung od. Verhütung von Krank¬
heiten 2 Mittel zum Einnehmen gegen
Beschwerden od. zu Heilzwecken,
Syn.: Arznei; Medikament
Me|di|zin|ball^d£r; -(ejs; -balle <Sport>
schwerer, großer Lederball
Me|di|zj|n«r dato der; -s; - weibl. Me|-
di|zi|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
ein Medizinstudium absolviert hat
»Er will Mediziner werden.«
me|di|zl|nisch: dato Adj. n. stg. die Me¬
dizin betreffend, ihr zuzuordnen
»Das sind rein medizinische Fragen.«
me(di|z]|nisch-tech|nisch: Adj. n. stg.
Medizin u. Technik (zu gleichen Tei¬
len) betreffend, zuzuordnen »Sie ist
medizinisch-technische Assistentin.«
Mejdi|zin|stu|di|um: das; -s; -Studien
Hochschulstudium im Fach Medizin
»Sie strebt ein Medizinstudium an.«
Med|ley: <engh /medli u. medlej/ das;
-s; -s <Musik> ohne Unterbrechung
dargebotene Zusammenstellung von
(kürzeren Stücken aus) verschiedenen
Liedern, Melodien z. B. eines Inter¬
preten od. Komponisten »Er sang ein
Medley aus Elvis-Songs.«
Me|du|se: <gro die; ~; -n 1 <Zoob Qualle
»Die Medusen schweben durch das
Wasser.« 2 (Mythologie) weibliches
Ungeheuer der griechischen Sagen,
dessen Blick alles zu Stein werden ließ
Me|du|sen|blick: der; -(ejs; -e angstein-
flößender Blick »Ihr Medusenblick
ließ mich erstarren.«
Me|du|sen|haupte das;-(ejs; -häupter 1
<Mythologie> Kopf der griechischen
Sagengestalt Medusa »Das Medusen¬
haupt hat Schlangen anstelle der
Haare.« 2 <Med.> Venenerweiterung
um den Nabel herum
Meer: das; -(ejs; -e 1 den größten Teil
der Erdoberfläche bedeckende(s)
Salzwasser, Ozean »Wir machen Ur¬
laub am Meer, am Mittelmeer.« 2
<übertr.> sehr große, kaum überschau¬
bare Menge von etw. »Der Park war
ein Meer von Blumen.«
Meer|bu|sen: der; -s; - große Meeres¬
bucht
Meer|en|ge: die; • ; -n Verengung des
Meeres zwischen zwei größeren Mee¬
resteilen »Zwischen Europa u. Afrika
liegt die Meerenge von Gibraltar.«
Meelreslbiollolqie —* Meelreslbiloltol-
gie: die; - ; - Teilgebiet der Biologie,
das sich mit Meeresflora u. -fauna be¬
schäftigt
Mee|res|bo|den: der; -s; - Meeresgrund
Meelrestfrüchhe: die (PI.) (zusammen
zubereitete) Kleinfische, Muscheln,
Krebse usw. »Pizza mit Meeresfrüch¬
ten«
Meelreslnrund: der; -(ejs; - Grund, Bo¬
den des Meeres
Mee|resjspie|gel: der; -s; - 1 Wasser¬
stand eines Meeres, Ozeans »Der
Meeresspiegel ist um drei Zentimeter
gestiegen.« 2 festgelegte Höhe des
Wassers im Ozean (nach der geogra¬
phische Höhenmessungen berechnet
werden) »Der Ort liegt 367 Meter
über dem Meeresspiegel.«
Meer|gotb der; -(ejs; -götter (Mytholo¬
gie> Gott des Meeres »Poseidon war
der griechische Gott des Meeres.«
Meerliunoffrau: die; ~; -en <Mythologie>
im Ozean lebendes Fabelwesen mit
dem Oberkörper einer Frau u. einem
Fischschwanz anstelle des Unterleibs
u. der Beine; Nixe
Meer|kat|ze: die; - ; -n afrikanische(r)
Affe(nart) mit extrem langem
Schwanz »Meerkatzen leben in Süd¬
afrika.«
Meerlretltich: der; -s; -e 1 Pflanze mit ei¬
ner meist weißfleischigen Wurzel 2
scharf schmeckende (geriebene) Wur¬
zel des Meerrettichs (1) »Meerrettich
schmeckt besonders gut zu geräucher¬
tem Fisch.«
Meerschaum: der; -(ejs; - in der Form
(erstarrtem) Schaum ähnliches Mine¬
ral, das auf dem Wasser schwimmt
»Die Pfeife hat einen Kopf aus Meer¬
schaum.«
Meerlschweinlchen: das; -s; - kleines,
aus Südamerika stammendes Nage¬
tier mit kurzen Beinen, Stummel¬
schwanz u. rundlichem Körper
meer|wärts: Adv. auf das Meer zu »Die
Möwe fliegt meerwärts.«
Meeting: <engb /miting/ das; -s; -s 1
Treffen, Zusammenkunft mehrerer
Personen 2 (sportliche) kleinere Ver¬
anstaltung
mejga-/Me|ga-: <gr.> Wortbildungsele¬
ment a) das Millionenfache b) [meist
ugs.J groß; riesig
Mejgajbib <gr.; engb das; - u. -s; - u. -s
<EDV> eine Million Bits
Me|ga|byte: <gr.; engb das; - u. -s; - u.
-s <EDV> eine Million Bytes »Die
Speicherkapazität dieses Rechners
wird in Megabyte gemessen.«
—*■ Me|ga|fon: s. Megaphon
Me|ga|hertz: <gr.; dt.> das; ~ ; - (Physik)
eine Million Hertz »Die Spannung be¬
trägt ein Megahertz.«
Me|gajphon —> auch Me|ga|fon: <gr.>
das; -s; -e Sprachrohr; Gerät zur Ver¬
stärkung der Stimme »Die Durchsage
kam per Megaphon.«
Me|gä|re: sgr.-lat» die; - ; -n [geh.] böse
Frau
Mehl: das; -(ejs; - u. (Sorten) -e 1 ge¬
mahlenes Getreide (zum Backen von
Brot) »Ein Brot aus Vollkornmehl ist
ballaststoffreich.« 2 fein gemahlene
Substanz
meh|lig: Adj. 1 mit Mehl überzogen
»Das Brot ist ganz mehlig.« 2 sehr
weich u. in der Konsistenz, Struktur
an Mehl erinnernd u. nicht fest u. saf¬
tig »Diese mehligen Äpfel, Kartoffeln
mag ich nicht.« 3 so fein wie Mehl
»eine mehlige Masse«
Mehl|kä|fer der; -s; - kleine(r) Käfer
(art), der/die besonders Mehl befällt
»Der Mehlkäfer ist ein Schädling.«
Mehl|klei|ster —> Mehl|kleis|tei: der;
-s; - aus Mehl u. Wasser hergestellter
Klebstoff, Kleister
Mehl|schwit|ze: die; ~ ; -n aus heißer
Butter od. anderem Fett u. Mehl ge¬
fertigter Speisenbinder
Mehljsieb: das; -(ejs; -e feines Haarsieb
»Zum Backen braucht man ein Mehl¬
sieb.«
Mehl]sor|te: die; •; -n Mehlart, die sich
durch das gemahlene Getreide u. die
Art des Mahlvorgangs von anderen
unterscheidet »Der Bäcker nimmt ver¬
schiedene Mehlsorten.«
Mehl|spei|se: die; - / -n aus Mehl, Eiern
u. a. hergestellte (Süß-)Speise Kaiser¬
schmarren ist eine Mehlspeise.«
Mehl|tau: der; -s; - Krankheit bei Pflan¬
zen, bei der diese wie mit Mehl be¬
stäubt aussehen
mehr Adv. 1 in größerem Maße »Er
trinkt mehr als du.« 2 [ugs.] wahr¬
scheinlich; eher »Er meinte mehr den
Streit gestern.« 3 stärker »Er fühlt sich
immer mehr zu ihr hingezogen.« 4 wei¬
ter a) <räumlich> »Der Teppich muß
mehr rechts liegen.« b) bezeichnet das
Ende, die Nichtfortsetzung eines Ge¬
schehens, Zustands, einer Reihenfol¬
ge o. ä. »Es war niemand mehr da.«
mehr: Indefinitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort; Komparativ von viel 1 über
ein bestimmtes Maß hinausgehend
»Er braucht mehr Zeit, Geld, Ruhe,
Geduld etc.« 2 mehr u. mehr: immer
mehr; zunehmend »Sie hat sich mehr
u. mehr zurückgezogen.« 3 mehr od.
minder, weniger fast alle(s), bis auf
wenige(s) »Mehr od. weniger vertraten
alle dieselbe Meinung. • Er hat mehr
od. weniger alles erledigt.«
Mehr|be|la|stung —> Mehr|be|las|tung:
die; - ; -en zusätzliche Belastung, Ar¬
beit, höhere Kosten als geplant, vor¬
ausgesehen
mehr|deu|tig: Adj. n. stg. nicht eindeu¬
tig, sondern unterschiedlich zu verste¬
hen; verschieden interpretierbar
»Diese Aussage war mehrdeutig.«
Mehr|ein|nah|me: die; - ; -n zusätzliche,
nicht vorhersehbare, eingeplante Ein¬
nahme
meh|ren: mehrst; mehrtest; hast gemehrt
dafür sorgen, daß etw. mehr wird; die
Anzahl von etw. erhöhen »Er mehrt
sein Vermögen.«
meh|ren, sich: mehrt sich; mehrte sich;
hat sich gemehrt [geh.] häufiger, mehr
werden »Die Anzeichen für einen Kli¬
mawechsel mehren sich.«
meh|rer|lei: Indefinitpron. [ugs.] mehre¬
re; verschiedene »Ich will mehrerlei
Vorspeisen.«
Mehr|er]lös: der; -es; -e zusätzlicher Er¬
lös, Ertrag »Die Lotterie ergab einen
Mehrerlös.«
mehrfach: Adj. n. stg. 1 a) auf unter¬
schiedliche Weise b) [ugs.] mehrmals
»Sie klagte mehrfach über Schmer¬
zen.« 2 mehr als einmal »Der Brief
wird in mehrfacher Ausfertigung ge¬
schrieben.«
mehr|fach|be|h)n|dert: Adj. n. stg. in
mehr als einer Weise, Hinsicht (meist
geistig u. körperlich) behindert »Er
ist mehrfachbehindert.«
Mehr|fa|mi|li|en|haus: das; -es; -häuser
Haus, in dem mehr als eine Wohnung
ist
Mehrjfar[ben|druck: der; -(ejs; -e
(Druekw.; Kunst> 1 Verfahren, bei
dem mehrere Farben übereinanderge¬
druckt werden »Die Druckerei stellt
um auf Mehrfarbendruck.« 2 Druck
im Mehrfarbendruckverfahren »An
der Wand hängt ein Mehrfarben¬
druck.«
mehrffar|big: Adj. n. stg. in mehreren
Farben; bunt »Das Kleid ist mehrfar¬
big.«
Mehrjheit: die; - ; -en a) größter Anteil
od. mehr als die Hälfte von einer An¬
748
Meinungsforschungsinstitut
zahl von Personen »Er hat die Mehr¬
heit auf seiner Seite.« b) größerer Teil
»Die Mehrheit der Stimmen wurde für
sie abgegeben.« Ant.: Minderheit
Mehr]heits|be|schluB —> Mehr|heits|-
be|schlu$s: der; -beschlusses; -be¬
schlüsse Beschluß, den die Mehrheit
einer Personengruppe gefaßt hat
»Mit Mehrheitsbeschluß wurde er ab¬
gesetzt.«
mehr|jäh|rig: Adj. n. stg. 1 mehrere Jah¬
re andauernd »Ich habe eine mehrjäh¬
rige Tätigkeit als Sachbearbeiter vor¬
zuweisen.« 2 <Bot.; Pflanze) erst nach
zwei od. mehr Jahren Blüten, Früchte
hervorbringend Ant.: einjährig
Mehijkampf: der;-(e)s; -kämpfe <Sport>
Wettkampf, bei dem die Ergebnisse
mehrerer Einzelwettkämpfe in ver¬
schiedenen Disziplinen zusammen be¬
wertet werden »Der Mehrkampf in
der Leichtathletik verlangt große Viel¬
seitigkeit.«
Mehrjko|sten —> Mehrjkos|ten: die
(PI.) zusätzliche Kosten, die durch
etw. entstehen »Dieser Ausfall bedeu¬
tet erneute Mehrkosten.«
Mehijla|der. der; -s; - Gewehr, das zeit¬
gleich mit mehr als einer Patrone ge¬
laden werden kann
Mehr|lei|stung —* Mehijleis|tung: die;
- ; -en zusätzliche (Arbeits-)Leistung
Die Mehrleistungen werden später ab¬
gerechnet.«
mehr|ma|lig: Adj. n. stg. mehrere Male
vorkommend, erfolgt »Mehrmalige
Gespräche brachten kein Ergebnis.«
mehrjmals: Adv. wiederholt; mehrere
Male »Ich fahre mehrmals im Jahr in
die Ferien.«
tei|en|sy|s|tem: das; -(e)s; ~e <Pob
politische Willensbildung überein Sy¬
stem von mehreren, mehr als zwei po¬
litischen Parteien (im Parlament) »In
Deutschland gibt es ein Mehrparteien¬
system.«
mehr|sei|tig: Adj. n. stg. a) mit mehreren
(Buch-, Text-)Seiten »ein mehrseitiges
Manuskript« b) mehrere Aspekte,
Meinungen umfassend »mehrseitiges
Interesse an etw.«
mehijsil|big: Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
mit mehr als einer Silbe »Die Tren¬
nung von mehrsilbigen Wörtern ist
manchmal schwierig.«
. mehr|spra|chig: Adj. n. stg. a) mehrere
Sprachen sprechend »Die Kinder
wachsen mehrsprachig auf.« b) in
mehreren Sprachen verfaßt, abgefaßt
».Wir stellen einen mehrsprachigen
Prospekt zur Verfügung.« Ant.: ein¬
sprachig
mehrjstimimig: Adj. n. stg. <Musik> mit
mehreren Stimmen »Dieses Lied ist
mehrstimmig zu singen.«
mehrstöckig (mehr|stök|kig —»
mehr|stö|ckig): Adj. n. stg. mit mehre¬
ren Etagen, Stockwerken
Mehijstujfe: die; - ; -n <Sprachwiss.>
[ugs.] Komparativ; erste von zwei
Steigerungsstufen beim Adj »Der
sprachliche Vergleich verlangt die
Mehrstufe.«
mehr|stu|fig: Adj. n. stg. 1 <Technik>
mehrere eigenständige Abschnitte mit
eigenem Antrieb aufweisend 2 mehre¬
re Elemente, Teile aufweisend
Mehrjtei|len der; -s; - 1 Femsehserie,
die aus mehreren Teilen besteht 2
Kombination von Kleidungsstücken
(aus demselben Stoff)
Mehr] weg |fla|sche: die; - ; -n Flasche,
die zum Getränkeabfüller zurückge¬
bracht wird, um wieder gefüllt zu wer¬
den »Sie kauft aus Umweltgründen
nur noch Saft in Mehrwegflaschen.«
Ant.: Einwegflasche
Mehrwert: der; -(e)s; -e 1 <Wirt.; Mar¬
xismus) Wertzuwachs, der den Lohn
des Arbeiters (für ein Produkt) über¬
steigt »Der Marxismus kämpfte gegen
den Mehrwert.« 2 o. PI. <Wirt.> Zu¬
wachs an Wert (im Handel; beim
Handeln) »Das Unternehmen ver¬
sucht. den Mehrwert zu steigern.«
Mehrjwert|steu|en die; • ; -n <Wirt.>
Steuer auf verkaufte Güter, Waren u.
Dienstleistungen »Die Mehrwertsteu¬
er soll erhöht werden.« Syn.: Wert¬
schöpfungssteuer
Mehr|zahl: die; - ; - (PI. s.) 1 <Sprach-
wiss.> Plural »Bei jeder Vokabel lernen
wir Einzahl u. Mehrzahl.« 2 größter
Anteil; Mehrheit »Die Mehrzahl der
Gäste verspätet sich.«
Mehr|zweck|hal|le: die; - ; -n großes
Veranstaltungsgebäude, das zu ver¬
schiedenen Zwecken genutzt werden
kann
mei|den: meidest; mied(e)st; hast ge¬
mieden versuchen, etw. od. jmdm. aus
dem Weg zu gehen, nicht damit in Be¬
rührung zu kommen »Er mied das Ge¬
spräch über eine mögliche Trennung.«
Mej|le: dato die; ~ ; -n 1 älteres Ent-
femungsmaß, das unterschiedliche
Strecken umfaßte »Die Karawane rei¬
ste viele Meilen durch die Wüste.« 2 in
den angloamerikanischen Ländern
gültiges Entfernungsmaß (1 Meile =
ca. 1,6 km)
Mei]len|stein: der; -(e)s; -e 1 Ereignis,
das im Gedächtnis bleibt, für eine
Entwicklung wichtig ist, sie einen gro¬
ßen Schritt vorwärts bringt »Diese
Erfindung ist ein wahrer Meilenstein
der Technik.« 2 [veralt.] die Entfer¬
nung zu einem Ort angebende Mar¬
kierung auf einem Stein an einer Stra¬
ße; Kilometerstein »Der Meilenstein
kennzeichnete die Entfernung bis zur
nächsten Stadt, Hauptstadt.«
mei|ien|weit: Adj. n. stg. sehr weit »Für
ein Bier gehe ich meilenweit.«
Mei|ler: dato der; -s; • 1 kurz für Koh¬
lenmeiler — Vorrichtung zur Herstel¬
lung von Holzkohle 2 kurz für Atom¬
meiler = Vorrichtung (Reaktor) zur
Herstellung von Strom aus Atom¬
kraft
mein: Possessivpron.; meiner; meine;
meines 1 a) gibt an, daß etw. dem
Sprecher, Schreiber gehört, zuzuord¬
nen ist »Das ist meine Wohnung.« b)
gibt eine Gewohnheit des Sprechers/
Schreibers an »Ich habe meinen Bus
verpaßt.« 2 jmd. kann mein u. dein
nicht unterscheiden —* jmd. kann
Mein u. Dein nicht unterscheiden:
jmd. stiehlt häufig 3 Mein u. Dein
bringt alles Unglück herein: Besitz,
Reichtum o. ä. u. Neid bringen, stif¬
ten oft Unheil, Unfrieden, Streit
Mein|eid: der; -(e)s; -e <meist Rechtsw.)
vorsätzlich falscher Schwur (vor
Gericht) »einen Meineid leisten«
mei|nen: meinst; meintest; hast gemeint
1 eine Meinung, Ansicht haben u.
eventuell äußern »Ich meine, daß du
unüberlegt handelst.« 2 bezwecken; im
Sinn haben » Was meinst du damit?« 3
die Bedeutung haben »Die Bezeich¬
nung >Eiswein< meint, daß die Trauben
nach dem ersten Frost geerntet wur¬
den.« 4 das will ich (wohl) meinen:
[ugs.J das ist bestimmt so »Ist er ein
guter Skifahrer?-Das will ich meinen.«
mei|ner: Gen. des Personalpron. ich
[geh.] »Das ist meiner nicht würdig.«
mei|ner|seits: Adv. von meiner Seite;
von mir aus(gehend) »Ich habe mei¬
nerseits nichts daran auszusetzen.«
m§i|nes|glei|chen: Fron.; n. dekl. etw.,
jmd., was/der eine Ähnlichkeit mit
meiner Person od. meinen Gewohn¬
heiten aufweist; sozial o. ä. Gleichge¬
stellte »Ich fühle mich nur unter mei¬
nesgleichen wohl.«
mei|nes|teils: Adv. was meine Person
betrifft »Meinesteils habe ich nichts
dagegen.«
mei|net|hal|ben: Adv. [geh.] meinetwe¬
gen; wenn es nach mir, meiner Mei¬
nung geht »Meinethalben kannst du
gehen.«
mei|netfwe|gen: Adv. 1 [ugs.] von mir
aus; wenn es nach mir, meiner Mei¬
nung geht »Meinetwegen schert dich
weg!« 2 was meine Person betrifft
»Du mußt doch nicht nur meinetwegen
kommen.«
Meinung: die; - ; -en 1 das, was jmd.
denkt u. für richtig hält, was seiner
Ansicht entspricht »Meiner Meinung
nach ist das so nicht durchführbar.« 2
jmdm. die, seine Meinung geigen,
sagen: [ugs.] jmdm. unmißverständ¬
lich sagen, was einem nicht gefällt,
paßt »Gestern habe ich meiner Kolle¬
gin endlich mal die Meinung gegeigt .«
Mej|nungsjäu|Be|rung: die; ~ / -en Äu¬
ßern, Mitteilung einer Ansicht, Mei¬
nung »Die freie Meinungsäußerung ist
nicht überall möglich.«
Mej|nungs|aus|tausch: der; -(e)s; -
wechselseitiger Austausch von Mei¬
nungen
Mei|nungs|bil|dung: die; - ; - Möglich¬
keit, sich eine eigene Meinung bilden
zu können »Die Massenmedien sollen
zur Meinungsbildung beitragen.«
Mei|nungs|bil|dungs|pro|ze8 —> Mei|-
nungs|bil|dungs|pro|zess: der; -Pro¬
zesses; -prozesse Vorgang der Mei¬
nungsbildung
Mej|nungs|foijschung: die; - ; -en 1 o.
PI. Wissenschaft, interdisziplinärer
Bereich, der sich mit den Methoden
des Erkenntnisgewinns bezüglich der
Ansichten der Bevölkerung beschäf¬
tigt »Die Meinungsforschung hat an
Bedeutung, Genauigkeit gewonnen.« 2
[selten] Projekt, Umfrage, die sich mit
einem bestimmten Problem befaßt
»Die Partei hat eine Meinungsfor¬
schung in Auftrag gegeben.«
Mei|nungs|foijschungs|in|sti|tut —>
Mej|nungs|fotjschungs|in|s|ti|tut
das; -(e)s; -e Institut, Organisation,
Firma, an dem/von der Meinungsfor¬
schung betrieben wird »Das Mei-
749
Meinungsfreiheit
nungsforschungsinstitut veröffentlicht
seine Ergebnisse.«
Me]|nungs|frei|heit: die; • ; - Recht,
seine eigene Meinung frei zu äußern
»Die Meinungsfreiheit ist gesetzlich
verankert.«
Mei|nungs|verjschie|den|heit: die; - ;
•en (m. PL) Aufeinanderprallen von
unterschiedlichen Meinungen »Sie
trugen ihre Meinungsverschiedenhei¬
ten lebhaft untereinander aus.«
Meijse: die; - ; -n 1 kleiner heimischer
Singvogel »Die Meisen werden im
Winter von vielen Menschen
geföttert.« 2 eine, >ne Meise (unterm
Pony) Haben: [ugs-] verrückt sein;
spinnen »Du hast dir eine Jeans für
DM 500,- gekauft? Du hast >ne
Meise!«
Meijßel: der; -s; - Werkzeug, das (ge¬
meinsam mit einem Hammer) zum
Spalten od. Abschlagen verwendet
wird
meißeln: meißelst; meißeltest; käst
gemeißelt a) mit dem Meißel
(bearbeiten »Der Bildhauer meißelt
den Stein.« b) etw. unter Zuhilfenah¬
me des Meißels schaffen
meist/mei[stens —» meist/meis|tens:
Adv. im allgemeinen; größtenteils;
häufig »Sie fährt meist(ens) Bus u.
nur selten mit dem Auto.«
meist-: Indefmitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort; Superlativ von viel größte
Menge »Die meisten Schüler machen
die Hausaufgaben.«
Meist|belgün|sti|gung —> Meist|be|-
güns|ti|gung: die; -; -en <Wirt.> Zuge¬
stehen von Handelsvorteilen an einen
Außenhandelspartner »Dies ist ein
Fall von Meistbegünstigung.«
meist|be|tei|ligt: Adj. n. stg. am stärk¬
sten beteiligt, betroffen »Sie ist die
meistbeteiligte Person in dieser Ange¬
legenheit.«
me[st|bie|tend: Adj. n. stg. das höchste
Gebot abgebend »Bei der Versteige¬
rung war sie die meistbietende Interes¬
sierte.«
mei|sten|orts —» meis|ten|orts: Adv.
[geh.] an den meisten Orten; fast über¬
all »Meistenorts regnet es heute.«
meistens —* meisjtens: Adv. fast im¬
mer; in der Mehrzahl der Fälle »Mei¬
stens gehe ich zu Fuß.«
mei|sten|teils —* meis|ten|teils: Adv.
meistens; in der Mehrzahl der Fälle
»Er nimmt meistenteils den Zug.«
Mej|ster —> Meister: der; -s; - weibl.
Me]|ste|rin —» Mefs|te|rin: die; - ;
-nen 1 Titel, Berufsbezeichnung ei-
ne(s)(er) Handwerker(s)(in), der/die
über die normale Ausbildung hinaus
eine Weiterbildung mit einer Prüfung
abgeschlossen hat u. Lehrlinge aus¬
bilden darf 2 Meister Lampe: «Mär¬
chen u. Fabeln> Bezeichnung für den
Hasen 3 Meister Petz: «Märchen u.
Fabeln> Bezeichnung für den Bären 4
ein Meister seines Faches: ein her¬
vorragender Könner auf seinem Ge¬
biet »Dieser Goldschmied ist ein Mei¬
ster seines Faches.« 5 in jmdm. seinen
Meister finden: auf jmdn. treffen, der
einem überlegen ist »Der Deutsche
galt als bester Spieler, aber als er auf
den Franzosen traf, hatte er seinen
Meister gefunden.« 6 Übung macht
den Meisten nur durch vieles Oben
lernt man, kann man am Ende etw.,
eine Tätigkeit o. ä. zu beherrschen
Me|]ster|brief —» Meis|ter|brief: der;
-(e)s; -e Urkunde über die abgelegte
Meisterprüfung
Mei|ster|de|tek|tiv —» Meisjterjde|tek|-
tiv: der; -(e)s; -e weibl. Meilster|dej-
tek|ti|vin —> Me|s|ter|de|tek|ti|vin:
die; - ; -nen sehr erfolgreiche(r) De¬
tektiven) (als literarische, fiktive Fi¬
gur)
Mei|ster|elf —* Meis|ter|elf: die; - ; -
«Sporn [ugs.] Fußballmannschaft, die
eine Meisterschaft gewonnen hat
mei|ster|haft —> meis|ter|haft: Adj. n.
stg. fast vollkommen, perfekt »Diese
Leistung war meisterhaft.«
Mei|ster|hand —> Meisfter|hand: in der
Wendung von Meisterhand: von ei¬
nem herausragenden Künstler o. ä.
geschaffen »Dieses Bild ist von Mei¬
sterhand gemalt.«
Mei]ster|klas|se —» Meis]ter]klas|se:
die; - ; -n 1 Klasse an einer (Kunst-)
Hochschule, die von einem großen
Künstler geleitet wird »Die Aufnah¬
meprüfung für die Meisterklasse ist
hart.« 2 Ausbildungsklasse für ange¬
hende Handwerksmeister 3 «Sport)
höchste Liga »Sie steigen in die Mei¬
sterklasse auf.« 4 «übertr.) (von) her-
vorragende(r) Qualität
Mei|ster]lei|stung —> Meis|ter]leis|-
tung: die; -; -en großartige Leistung
mei]ster|lich —* meis|ter|lich: Adj. n.
stg. hervorragend; wie von einem
Meister des Faches »Er zeichnet sich
durch meisterliches Talent aus.«
me]|stern —» meis|tern: meisterst; mei¬
stertest; hast gemeistert eine schwieri¬
ge Situation od. Aufgabe gut lösen;
mit etw. Schwierigem zurechtkom¬
men
Me||ster|prü)fung —» Meis|ter|prü|-
fung: die; - ; -en Prüfung nach, zum
Abschluß der Ausbildung zum Mei¬
ster
Mej|ster|schaft —» Meis|ter|schaft:
die; - ; -en 1 Fähigkeit, etw. meister¬
lich zu beherrschen »Er hat es in sei¬
nem Fach zu einer Meisterschaft
gebracht.« 2 a) «Sport) Wettbewerb,
um einen Meister zu ermitteln »Acht
Mannschaften nehmen an der Meister¬
schaft teil.« b) Sieg in einem Meister¬
Schaftswettbewerb »Der Spieler hat
die deutsche Meisterschaft errungen.«
Mej]steiischafts|spiel —* Meis(ter|-
schafts|spiel: das; -(e)s; -e «Sport)
Spiel um die Meisterschaft, den Titel
des Meisters »Das Meisterschaftsspiel
entscheidet über den Titelträger.«
Me||sterjschafts|ti|tel —» Meis|ter|-
echafts|U|tol: der; -s; - «Sport) Titel,
den der Sieger der Meisterschaft tra¬
gen darf »Der Meisterschaftstitel geht
an die Mannschaft aus Stuttgart.«
Mej|ster|schuß —> Meis|ter|schuss:
der; -Schusses; -schüsse hervorragen¬
der Schuß mit einer Schußwaffe »Der
Jäger streckt das Reh mit einem Mei¬
sterschuß nieder.«
Mei|sterjstück —» Me]s|ter|stück: das;
-(e)s; -e 1 Arbeit eines Gesellen zur
Meisterprüfung »Er hat sein Meister¬
stück abgeliefert.« 2 [oft iron.] vor¬
treffliche Leistung »Das war ein Mei¬
sterstück an Takt.«
Mei|ster]ti|tel —* Meis|ter|ti[tel: der; -s;
- «Sport) Titel des Meisters, den der
Sieger der Meisterschaft tragen darf
Meist|ge|bot: das; -fejs; -e Höchstge¬
bot bei einer Versteigerung, einem
Verkauf »Die Frau hat ein Meistgebot
abgegeben.«
meist|ge|bräuch|Kch: Adj. n. stg. am
häufigsten gebraucht, verwendet
meist|ge| kauft: Adj. n. stg. am häufig¬
sten gekauft »Das ist die meistge-
kaufte Schallplatte des Monats.«
meistjge|le|sen: Adj. n. stg. am häufig¬
sten gelesen, gekauft »Das ist die zur
Zeit meistgelesene Zeitschrift.«
meist|ge|nannt: Adj. n. stg. am häufig¬
sten genannt, aufgeführt »Sein Name
gehört zu den meistgenannten für die¬
sen Posten.«
Mek|ka: <arab.r das; -s; -s 1 o. PL Wall¬
fahrtsort der Moslems in Saudi-Ara¬
bien »Jeder Moslem sollte einmal nach
Mekka pilgern.« 2 «übertr.) wichtiger
Ort für eine Bewegung, Interessen¬
gruppe »Nashrille ist das Mekka der
Countryfans.«
Me|la(mjn|haiz: das; -es; -e Kunstharz,
ähnlich den Hamstoffharzen »Zur
Imprägnierung von Textilien kann
man Melaminharz verwenden.«
Me|lan|cho|lje: <gr.-lat.> /melankoli/ die;
- ; -n /melanchohjn/ psychischer, see¬
lischer Zustand, der durch die Nei¬
gung zu Schwermut, Trübsinn ge¬
prägt ist
me|lan|cho|lisch: <gr.-lat.> /melanko-
lisch/ Adj. 1 Melancholie, Traurigkeit
provozierend »Diese getragene Musik
ist melancholisch.« 2 an Melancholie
(krankhaft) leidend »Dieses Wetter
macht mich melancholisch.«
Me|lan|ge: <lat.-fr.> /melangseh/ die; ~ ;
-n 1 Mischung aus verschiedenen
gleichartigen Stoffen, Farben »Das
Gam ist eine geschmackvolle Melange
aus Rot u. Grün.« 2 [österr.] Kaffee
mit einer Hälfte Milch
Me|la|nin: <gr.> das; -s; -e «Bio.) Farb¬
stoff, den der (menschliche) Organis¬
mus bildet »Melanin ist ein braun¬
schwarzer Farbstoff.«
Me|la|nom: das; -s; -e «Med.) bösartige
Hautgeschwulst
Me|las|se: dat.-span.-fr.i die; -; -n brau¬
nes, flüssiges Zuckerabfallprodukt
Metjde|amt: das; -(e)s; -ämter kurz für
Einwohnermeldeamt = Behörde, die
eine Liste der Einwohner einer Ge¬
meinde o. ä. führt, Personalausweise
u. a. Personaldokumente ausgibt u. ä.
Mel|de|be|hör|de: die; -; -n Einwohner¬
meldeamt; örtliche Behörde, die eine
Liste der Einwohner einer Kommune
o. ä. führt, Personalausweise u. a.
Personaldokumente ausgibt u. ä.
Mel|de[frist: die; - ; -en Zeitraum nach
einem Ereignis, innerhalb dessen eine
Meldung (beim Einwohnermeldeamt)
zu machen, vorgeschrieben ist »Die
Meldefrist ist schon überschritten.«
mel[den: meldest; meldetest; hast gemel¬
det etw. zur Kenntnis bringen »Er
meldete den Unfall bei der Polizei.«
mel|den, sich: meldest dich; meldetest
dich; hast dich gemeldet 1 von sich
Nachricht geben »Er meldete sich, als
750
Mennige
er angekommen war. ♦ Der Schüler
meldete sich, um zu zeigen, daß er die
Antwort kannte.« 2 nichts zu meiden
haben: [ugs.] nichts zu sagen, zu ent¬
scheiden, zu bestimmen haben »Sie
bestimmte alles, er hatte nichts zu mel¬
den.«
Mel[de|pflicht: die; ~ ; -n Pflicht, offiziell
gewisse Angaben zu machen »Diese
Krankheit unterliegt der Melde¬
pflicht.«
Mel|de|schluß —* Meldeschluss: der;
-Schlusses; -schlösse (Fl. s.) Ende,
Ablauf der Meldefrist
Mel|de|stel|le: die; - ; -n Einwohnermel¬
deamt; Behörde, die eine Liste der
Einwohner einer "Gemeinde o. ä.
führt, Personalausweise u. a. Perso¬
naldokumente ausgibt u. ä. »Bei der
Meldestelle gibt es diese Unterlagen.«
Mel|de|we|sen: das; -s; -1 alle gesetzli¬
chen Bestimmungen u. Einrichtungen
zur offiziellen Anmeldung (z. B. an ei¬
nem neuen Wohnort) 2 Berichtswe¬
sen in Betrieben
Mei|de|zet|tel: der; -s; - Anmeldefor¬
mular (in einem Hotel, einer Pensi¬
on), das an die Behörden weitergelei¬
tet wird
Meldung: die; - ; -en an jmdn. offiziell
gegebene Information (über ein Er¬
eignis, einen Regelverstoß) »Die Mel¬
dung von der Katastrophe wurde über
die Nachrichtenagenturen verbreitet.«
me|lierk <lat.-fr.> Adj. n. stg. 1 aus ver¬
schiedenfarbigen Gewebefasem, Far¬
ben gemischt »Ich mag melierte
Wolle.« 2 <Haar> von (grauen) Sträh¬
nen durchzogen
Me|lio|rafti|on —» Me|li|o|ra|ti|on: data
/meliorazion/ die; - ; -en Verbesse¬
rung des Bodens in der Landwirt¬
schaft »Wir hoffen in diesem Jahr auf
Melioration u. bessere Ernte.«
me|lio|ra|tiv —* me|li|o|ra|tiv: data
/meliorätif/ Adj. <Sprachwiss.> eine
positivere Bedeutung besitzend als
zuvor »Bei diesem Wort liegt eine me-
liorative Entwicklung vor.«
Me|lio|ra|tjlvum —> Me|li|o|ra|t||vum:
data /melioratiwum/ das; -s; Meliora-
tiva (Sprachwiss.» Wort, das eine posi¬
tivere Bedeutung erlangt hat »Die
Sprachwissenschaft erforscht die Me-
liorativa.«
Me|lis|se: tgr.-lata die; - ; -n weißblü¬
hende Pflanze mit Zitronenduft, die
zu Heilzwecken verwendet wird
Me|lis|sen|geist der; -(e)s; - Karmeli¬
tergeist; Mischung, Lösung aus Alko¬
hol u. Gewürzen, Kräutern (zum Ein¬
reiben)
mel|ken: melkst/milkst; melktestjmol-
k(e)st; hast gemelkt)gemolken 1 ei¬
nem weiblichen Säugetier, meist Kü¬
hen, Ziegen u. Schafen Milch abneh¬
men, abzapfen »Die Kühe werden täg¬
lich zweimal gemolken.« 2 [ugs.]
jtndm. immer wieder Geld abschwat¬
zen, abnehmen »Er hat mich ganz
schön gemolken.«
Me|lo|die; tgr.-lata die; - ; -n jmelodijn)
(singbare) Tonfolge '
Me|lp|dik: tgr.-lata die; ~ ; - (Musik» 1
melodische Eigenarten eines Stückes
»Ist dir die Melodik aufgefallen?« 2
Lehre vom Aufbau der Melodien
»Die Melodik lehrt u. a. die Bildung
von Melodien.«
me|lo|di|ös: igr.-lat.-fra Adj. melodiöser;
melodiöseste harmonisch, angenehm
klingend »Die Stücke dieses Komponi¬
sten sind sehr melodiös.«
me|lo]disch: tgr.-lata Adj. harmonisch
• u. deshalb für das menschliche Emp¬
finden angenehm »Das alte Instru¬
ment erzeugt einen melodischen
Klang.«
Me|lo|dram/Me|lo|dra|ma: tgr.-fra das;
-s; -dramen 1 <Literaturwiss.> tragisch
endendes, pathetisches Schauspiel
mit Musik »Morgen wird ein Melo¬
drama aufgeführt.« 2 [meist abwert.]
kitschiges, pathetisches Schauspiel
od. kitschiger Film »Für dieses Melo¬
drama hat sich der Kinobesuch nicht
gelohnt.«
me|lo|dra|majtisch: tgr.-fra Adj. etw.
übertrieben, sehr pathetisch darge¬
stellt »Sie neigt zu einer melodramati¬
schen Erzählweise.«
Me|lo|ne: tgr.-lat.-it.-fra die; - ; -n 1
<Bot.> rund(lich)es, süßliches, saftiges
Kürbisgewächs (z. B. mit rotem
Fruchtfleisch u. bräunlich-schwarzen
Kernen u. grüner äußerer Schale ( =
Wassermelone) od. mit gelblich-oran¬
gem Fruchtfleisch (ovale Form' =
Honigmelone; runde Form =
Zuckermelone)) 2 [ugs.; scherzh.]
(englischer) Hut in Form einer Halb¬
kugel mit einer gebogenen Krempe;
Bowler
Meljtau: der; -(e)s; - Honigtau; süßer,
klebriger Saft auf Pflanzen
Mem|bran/Mem|bra[ne —> Mem|b|ran/
Mem|b|rane: data die; - ; Membranen
1 <Bio.> dünne Haut, die bei, in Zellen
o. ä. etw. voneinander abgrenzt od.
wie ein Filter wirkt »Die Membranen
lassen nur _ bestimmte Partikel
passieren.« 2 Überträger von Schall¬
wellen »Die Membrane vibriert
stark.«
Me|men|to: tlata das; -s; -s 1 (Religion;
Kirche» Fürbitte »Die Nonnen spra¬
chen ein Memento.« 2 [geh.] Mahnung
Me|men|to mo|ri: tlata das; - - ; - -
Mahnung daran, daß der Tod allge¬
genwärtig ist »Dies Denkmal ist ein
Memento morifür alle Menschen.«
Mgm|me: die; - ; -n [abwert.] Bezeich¬
nung für eine meist männliche Per¬
son, die als feige, furchtsam, weich¬
lich u. weinerlich empfunden wird
Me|mo: tlata das; -s; -s kurz für Memo¬
randum = Denkschrift (zur Erinne¬
rung an etw.) »Ich habe mir schon No¬
tizenfür das Memo gemacht.«
Me|mo||ren: tlat.-fra /memoaren/ die
(PI.) in geschriebener Form veröf¬
fentlichte Lebenserinnerungen »seine
Memoiren schreiben«
Me|mo|rajbi|li|en: tlata die (PI.) [geh.]
Denkwürdigkeiten »Ob sich Großva¬
ter an Memorabilien aus seiner Jugend
erinnert?«
Me|mo|ran|dum: tlata das; -s; Memo¬
randen zur Erinnerung, Kenntnisnah¬
me geschriebene Zusammenfassung
eines diskutierten Problems; einen
Standpunkt vertretende Denkschrift
»Ich habe zu der Fragestellung ein Me¬
morandum verfaßt.«
Me|mp|ri|al: dat.-engla das; -s; -e 1
[geh.] Denkmal »Für sie wurde ein
Memorial errichtet.« 2 /memoriel/
Sportveranstaltung als Andenken an
einen Sportler »Die College-Mann¬
schaften veranstalten ein Memorial.«
me|mo|rie|ren: data memorierst; memo¬
riertest; hast memoriert 1 [selten] sich
an etw. erinnern »Versuche; das Ver¬
gessene zu memorieren!« 2 [geh.;
veralt.] auswendig lernen
Me|na|ge: tlat.-fra /menasehOO/ die; - ;
-n 1 in einem Gestell auf den Tisch ge¬
brachte Behälter für Öl u. Essig (Salz
u. Pfeffer) 2 [veralt.] Verpflegung für
die Soldaten
Me|na|ge|rie: tfra /menaseheri/ die; - ;
-n /menasekeri'n/ [veralt.] Tiergehege
»In der Menagerie sind auch Löwen.«
Me|ne|te|kel: (aramäisch das; -s; ~ un¬
heilvolle Prophezeihung »Diese Vor¬
aussage ist düster wie ein Menetekel.«
Men|ge: die; - ; -n 1 a) bestimmte An¬
zahl, Größenordnung »Sie ißt nur
kleine Mengen bei den Mahlzeiten.« b)
viel; große Anzahl »Er hat eine Menge
Geld.« 2 Masse; Ansammlung von
Personen, gleichen Dingen »Eine
Menge Studenten strömte zur
Mensa.« 3 jede Menge: [ugs.] unbe¬
grenzt, sehr viel; soviel wie man
möchte, wie man kann, wie man will
»Es gab jede Menge zu essen u. zu trin¬
ken.«
men|gen: mengst; mengtest; hast ge¬
mengt verrühren u. dabei mischen
»Die Milch muß für diesen Kuchen zu¬
letzt unter den Teig gemengt werden.«
menlgen, sich: mengst dich; mengtest
dich; hast dich gemengt a) sich (ohne
Aufmerksamkeit zu erregen) zwi¬
schen andere Menschen mischen »Die
Besucher mengten sich unter die
Einheimischen.« b) sich mit anderen
Materialien vermischen
Men|gen|an|ga|be: die; - ; -n Maßanga¬
be, Information bezüglich einer von
etw. benötigten, vorhandenen o. ä.
Menge »Beim Backen sind die Men¬
genangaben einzuhalten.«
Men|gen|leh|re: die; - ; - (Math.» Lehre
von den zählbaren Mengen
men[gen|mä|Big: Adj. n. stg. hinsicht¬
lich der Menge, Anzahl von etw.; der
Menge entsprechend »Mengenmäßig
wurde mehr verzehrt als letztes Jahr.«
Men|gen|ra|batt: der; -(e)s; -e (Wirt.»
Preisnachlaß, der beim Kauf vieler,
mehrerer Art, Waren (von einer Sor¬
te) gewährt, gegeben wird »Ich habe
10 % Mengenrabatt bekommen.«
Men|hiR <fra der; -s; -e Hinkelstein
»Menhire haben kultische Bedeutung
als Grabsteine.«
Me|nin|gi|tis: die; * ; Meningitiden
(Med.» Hirnhautentzündung '
Me|nis|kus: <gr.-Iata der; - ; Menisken
(Anat.» Knorpel im Kniegelenk
Me|nis|kusjriB —* Me|nis|kus|riss: der;
-risses; -risse (Med.» Verletzung des
Meniskus, einer Knorpelscheibe im
Kniegelenk
Me|nis|kus|scha|den: der; -s; -schaden
Schaden am Meniskus durch hohe
Belastung
Men|ni|ge: data die; ~ ; - rote Farbe mit
einem Bleianteil
751
Menopause
Me|no|pau|se: <gr.-lat.> die; - ; -n <Med.>
das Aufhören der weiblichen Men¬
struation, Regelblutung; (Einsetzen
der) Wechseljahre
Me|no|sta|se —* Me|no|s|ta|se: <gr.>
die; - ; -n <Med.> Ausbleiben der Men¬
struation
Men|sa: <lat.> die; - ; Mensen Kantine
für Studenten; Restaurant an Univer¬
sitäten
Mensch: der; -en; -en 1 höchstentwik-
keltes Lebewesen, das Verstand be¬
sitzt u. sich durch Sprache mitteilen
kann 2 ein Mensch wie du u. ich: ein
Durchschnittsmensch 3 kein
Mensch: keiner; niemand »Das hält
ja kein Mensch aus!« 4 von Mensch
zu Mensch: [ugs.j persönlich; ver¬
traulich; vernünftig »Wir hatten ein
gutes Gespräch von Mensch zu
Mensch.« 5 auch nur ein Mensch
sein: [ugs.] nicht ohne Fehler sein,
sich irren können »Erwarte nicht zu¬
viel von mir, ich bin auch nur ein
Mensch.« 6 ein Mensch aus, von
Fleisch u. Blut ein lebender Mensch
od. jmd., der wie ein lebensechter
Mensch dargestellt od. geschildert
wird »Er ist ein Mensch aus Fleisch u.
Blut, kein Gespenst, das kannst du mir
glauben. • Die Statue ist meisterhaft u.
lebensecht wie ein Mensch aus Fleisch
u. Blut.« 7 ein neuer, anderer Mensch
werden: 1. jmd. ändert sich zu seinem
Vorteil »Er wollte nie mehr ins Ge¬
fängnis u. nahm sich fest vor, ein ande¬
rer Mensch zu werden.« 2. sich erholen
»Die Kur hat mir sehr gut getan, ich
bin ein neuer Mensch geworden.« 8
kein Mensch mehr sein: [ugs.] völlig
fertig, erschöpft, ohne Kraft sein »Ich
habe seit zwei Nächten nicht mehr ge¬
schlafen, ich bin kein Mensch mehr.« 9
nur (noch) ein halber Mensch sein:
kraftlos, krank o. ä. sein »Nach der
schweren Operation war sie nur noch
ein halber Mensch.« 10 Mensch
Meier: [ugs.] erstaunter, teilweise
auch ärgerlicher Ausruf »Mensch
Meier, er hat es tatsächlich geschafft.«
11 a) wie der erste Mensch: [ugs.] un¬
geschickt; unbeholfen; gehemmt; un¬
gepflegt o. ä. »Er ist manchmal un¬
möglich u. benimmt sich, läuft herum
wie der erste, Mensch.« b) wie der
letzte Mensch: [ugs.] in einer unange¬
nehmen, schlechten Art »Du be¬
nimmst dich manchmal wie der letzte
Mensch.« 12 kein Mensch muB
müssen: [ugs.] niemand kann ge¬
zwungen werden, etw. zu tun, was er
nicht will »Ich muß in einer Stunde ge¬
hen. - Bleib noch eine Weile, kein
Mensch muß müssen.« 13 der Mensch
lebt nicht vom Brot allein: eine Per¬
son benötigt mehr als Geld, Essen u.
Trinken, um glücklich leben zu kön¬
nen 14 Des Menschen Wille ist sein
Himmelreich: jeder entscheidet selbst,
was für ihn sein Glück ist, man sollte
ihn an dem, was er unbedingt tun will,
nicht hindern 15 Man soll junge Men¬
schen biegen, aber nicht brechen:
man soll junge Menschen zwar leiten,
erziehen, aber so, daß sie ihren eige¬
nen Willen, ihre eigene Entschei¬
dungsfähigkeit behalten
men|scheln: menschell; menschelte; hat
gemenschelt [Schweiz.; sonst iron.]
menschliche Unvollkommenheit zei¬
gen
Men|schen|af|fe: der; -n; -n in verschie¬
denen Arten vorkommende Affen,
die in Abstammung, Verhalten u.
Anatomie Ähnlichkeiten mit dem
Menschen aufweisen
Men|schan|auf|lauf: der; -(e)s; Men-
Ichenaufläufe Menschenansammlung
Men|schen|bÜd: das; -(e)s; -er Vorstel¬
lung, Auffassung vom Wesen des
Menschen »Manche Zyniker haben
ein seltsames Menschenbild.«
Men|schen)feind: der; -(e)s; -e weibl.
Men|schen|fein|din: die; - ; -nen Per¬
son, die die Menschen verachtet »Als
Menschenfeind lebt er einsam.« Syn.:
[fremdsprl.] Misanthrop (in)
Men|schen)fres|ser. der; -s; - weibl.
Men|schen)fres|se|rin: die; - ; -nen
[ugs.] Kannibale, Kannibalin
Men|schen|freund: der; -(e)s; -e weibl.
Men|schen)freun|din: die; - ; -nen
Person, die die Menschen liebt »Seine
Großzügigkeit zeichnet ihn als wahren
Menschenfreund aus.« Syn.:
[fremdsprl.] Philanthrop(in)
Men|schen|ge|den|ken: das; -s; - in der
Wendung seit Menschengedenken:
schon immer; seit langer Zeit »Das
wird schon seit Menschengedenken so
gemacht.«
Men|schen|ge|schlecht: das; -(e)s; -
[geh.] alle Menschen »Das Menschen¬
geschlecht lernt wohl nie aus seinen
Fehlern.«
Men|schen|ge|stalt: die; - ; -en (äuße¬
res) Erscheinungsbild des Menschen
»Er ist ein Engel in Menschengestalt.«
Men|schenjge|wühl: das; -(e)s; -e [ugs.]
dichtgedrängte Menschenmenge, An¬
sammlung von Menschen »In diesem
Menschengewühl bekomme ich Be¬
klemmungen.«
Men|schen|hand: die; - / -hände 1
menschliche Hand; Hand eines Men¬
schen 2 von Menschenhand: von ei¬
nem Menschen als Schöpfer od. Zer¬
störer durchgeführt »Dieses Werk ist
von Menschenhand erschaffen.«
Men|schen|han|del: der; -s; - Handel
mit Menschen; Vermittlung, Verkauf
von Menschen gegen deren Willen
»Heule noch kam man mit Menschen¬
handel Geld verdienen.«
Men|schen|haB —* Men|schen|hass:
der; -hasses; - Haß, tiefe Abneigung
auf/gegen Menschen »Sein Men¬
schenhaß hat ihn verbittern lassen.«
Men|schen|herz: das; -ens; -en a) <Med.>
Herz(muskel) eines Menschen b) der
Mensch als fühlendes Wesen »Ein
Menschenherz kam viel Schmerz aus¬
halten.«
Men|schen|ken|ner: der; -s; - weibl.
Men|schen|ken|ne|rin: die; ~ ; -nen
Person, die andere gut beurteilen u.
einschätzen kann »Er ist ein guter
Menschenkenner.«
Men[schen|kennt|nis: die; - ; - Fähig¬
keit, andere Menschen beurteilen u.
einschätzen zu könnnen »Auf meine
gute Menschenkenntnis bilde ich mir
etw. ein.«
Men|schen|ket|te: die; - ; -n viele Perso¬
nen, die (sich an den Händen fassen
u.) eine Linie bilden (um ihren Protest
auszudrücken) »Die Menschenkette
säumte die Straßen.«
Men|schen|kind: das; -(e)s; -er (PI. s.)
a) Kind, noch nicht erwachsener
Nachkomme des Menschen b) <Reli¬
gion> Mensch als Kind Gottes
Men|schen|kun|de: die; ~ ; - Wissen¬
schaft, die sich mit dem Menschen u.
seiner Herkunft beschäftigt »Die
Menschenkunde erforscht auch die
menschliche Abstammung.« Syn.:
[fremdsprl.] Anthropologie
Men|schen|le|ben: das; -s; - 1 Mensch
(als existierendes Einzelwesen) »Der
Flugzeugabsturz forderte hundert
Menschenleben.« 2 Lebenszeit eines
Menschen
men|schen|leer: Adj. n. stg. ohne Men¬
schen »Um diese Zeit sind die Straßen
menschenleer.«
Men|schen|lie|be: die; - ; - Nächstenlie¬
be
Men|schen|men|ge: die; - ; -n Men¬
schenmasse; große Ansammlung von
Menschen »Die Menschenmenge löste
sich langsam auf.«
men|schen|mög|lich: Adj. n. stg. 1 Be¬
zeichnung für das, was ein Mensch
tun kann 2 das menschenmögliche
tun —> das Menschenmögliche tun:
etw. unter hohem persönlichen Ein¬
satz für jmdn. od. etw. tun »Er tat das
menschenmögliche, um seine Kinder zu
retten.«
Men|schen|recht: das; -(e)s; -e <Pol.;
Philosophie) angeborenes u. unveräu¬
ßerliches Recht jedes einzelnen Men¬
schen auf seine körperliche Unver¬
sehrtheit, freie Entfaltung der Persön¬
lichkeit, Freiheit u. Eigentum (in ei¬
nem Staat) »Folter verstößt gegen die
Menschenrechte.«
Men|schen|rechts|ver|let|zung: die; - ;
-en <Pob Mißachtung der Menschen¬
rechte »Überall auf der Welt gesche¬
hen noch heute Menschenrechtsverlet¬
zungen.«
Men|schen|see|le: die; - ; -n 1 < Reli¬
gion) Seele des Menschen 2 <übertr.>
Person; Mensch »Alles leer, keine
Menschenseele zu sehen.«
Men|schen|sohn: der; -(ejs; - christli¬
che Religion) Jesus Christus
men|schen|unjwüijdig: Adj. n. stg. dem
Menschen nicht angemessen; unange¬
messen; schlecht »Diese Wohnverhält¬
nisse sind menschenunwürdig.«
Men|schen|ver|ach|tung: die; - ; -en
verächtliche, abwertende Einstellung
anderen Menschen gegenüber »Seine
Menschenverachtmg macht ihm nur
Feinde.«
Men|schen|ver|stand: der; -(e)s; - Ver¬
stand, Klugheit der/die dem Men¬
schen eigen ist »Ihr gesunder Men¬
schenverstand läßt sie klug handeln.«
Men|schen|wür|de: die; - ; - innerer u.
zugleich sozialer Wert- u. Achtungs¬
anspruch, der dem Menschen um sei¬
ner selbst zukommt; Würde des Men¬
schen als denkendes, empfindendes
Wesen »Die Menschenwürde ist unan¬
tastbar.«
men|schen|wür|dig: Adj. n. stg. des
Menschen würdig; dem Menschen
angemessen »Diese Zustände sind
nicht menschenwürdig.«
752
Mesozoikum
Menschheit: die; ~ ; - Gesamtheit der
Menschen »Ob diese Erfindung der
Menschheit dient?«
Mensch|heits|ent|wick|lung: die; ~ ; -en
Entwicklung der Menschheit in biolo¬
gischer, wissenschaftlicher, sozialer u.
a. Hinsicht
Mensch|heits|ge|schich|te: die; - ; -
Geschichte der Menschheit in biolo¬
gischer bzw. historischer Hinsicht
Mensch|heits|traum: der; -fejs;
-träume alter, durch viele Generatio¬
nen existierender Traum der Men¬
schen; Idealvorstellung von etw. in
der menschlichen Gesellschaft»Man¬
che Menschheitsträume werden sich
nie erjullen.«
menschlich: Adj. n. stg. 1 a) zur Gat¬
tung der Menschen gehörend »Es ist
ein menschliches Wesen.« b) zum
Menschen gehörend; dem Menschen
eigen »Irren ist menschlich. ♦ Der
menschliche Körper ist vergänglich.« 2
im Umgang mit anderen freundlich u.
verständnisvoll »In diesem Gefängnis
werden die Insassen menschlich behan¬
delt.« Syn.: <2> [fremdsprl.] human 3
ein menschliches Bedürfnis, Rühren
fühlen, verspüren: [verhüll.] auf die
Toilette müssen 4 nach menschli¬
chem Ermessen: wahrscheinlich, so¬
weit es sich beurteilen läßt »Nach
menschlichem Ermessen wird er die
Verletzungen des Unfalls nicht überle¬
ben.«
Mensch|lich|kert: die; - ; -en 1 o. PI.
menschenfreundliches Verhalten, das
der Würde des Menschen angemessen
ist »Er sollte für seine Menschlichkeit
ausgezeichnet werden.« 2 menschli¬
che, menschenähnliche Handlung,
Eigenschaft
Mensch|wer|dung: die; - ; - christliche
Religion) Verwandlung Gottes in den
menschgewordenen Christus »Die
Menschwerdung Christi soll alle Men¬
schen erlösen.«
Men|strua|ti|gn —> Men|s|t|ru|a|ti|on:
dat.i /menßtruazion/ die; - ; -en mo¬
natliche Regelblutung aus der Gebär¬
mutter bei einer Frau, etwa zwischen
dem 10. u. 50. Lebensjahr, Syn.: Re¬
gel; Tage
men|stru|ie|ren —> men|sjtjru|ie|ren:
dal» menstruierst; menstruiertest;
hast menstruiert die Menstruation,
Monatsblutung haben
Men|sun dato die; - ; -en 1 a) <Sport>
Abstand beim Fechtkampf »Die
Mensur muß eingehalten werden.« b)
Zweikampf in studentischen Verbin¬
dungen »Seine schlagende Verbindung
trägt heute eine Mensur aus.« 2
<Musik> a) Verhältnis der Notenwerte
zueinander b) Maß bei Musikinstru¬
menten »Den Abstand zwischen den
Blaslöchern einer Flöte bestimmt die
Mensur.«
men|su|ra|bel: dato Adj. n. stg. [geh.]
meßbar »Dies sind mensurable Einhei¬
ten.«
men|tal: <lat.> Adj. n. stg. den Geist, Ver¬
stand betreffend »Das sind mentale
Aufgaben.«
Men|ta|li|tät: dat.-engl.> die; - ; -en Gei¬
steshaltung, Denk- u. Handlungswei¬
se eines einzelnen Menschen od. einer
ganzen Gruppe »Dieses Verhalten
entspricht der Mentalität deines
Mannes. * die arabische, südländische
Mentalität«
Men|thol: dat.> das; ~(e)s; - Teil, Wirk¬
stoff des Pfefferminzöls
Men|ti|zid: dat.-engh der u. das; -(e)s;
-e [geh.] Gehirnwäsche »Der Gefange¬
ne wurde einem Mentizid unterzogen.«
Monitor: <gr.> der; -s; Mentoren weibl.
Mon|tp|rin: die; - ; -nen ältere(r), er¬
fahrene^), wohlmeinender) Lehrer
(in), Beraterin) in beruflicher u./od.
privater Hinsicht
Mejnü: dat.-fr.> das; -s; -s 1 aus minde¬
stens drei Gängen bestehende Speise¬
folge 2 <EDV> auf dem Computerbild¬
schirm angebotene Auswahl von
Funktionen
Me|nu|ett: </r.> das; -s; -e u. -s Musik¬
stück, Tanz im Dreivierteltakt
Me|phi|sto —> Me|phis|to: /mefißto/
der; ~ u. -s; -s 1 Teufel 2 [abwert.] Per¬
son, die teuflisch ist
me|phi|sto|phe|lisch —» me|phis|to|-
phe|lisch: /mefißtofelisch/ Adj. [geh.]
teuflisch »Sein Gesicht hatte einen me¬
phistophelischen Charakter.«
Mer|clian|di|sing: dat.-fr.-engh
/mörtschenda'sing/ das; -s; - alle Ma߬
nahmen eines Unternehmers, um
seine Waren besser absetzen zu kön¬
nen »Zum Merchandising gehört die
Werbung.«
Meijci: </r> /märßi/ das; - ; -s (PI. s.)
[geh.] Danksagung für eine Gefällig¬
keit
meijci: dat.-fr» /märßi/ Partikel
[Schweiz.] danke schön!
Merlgel: dat.> der; -s; - Sedimentgestein
mer1ge|lig/merg|lig: Adj. n. stg, mit
Mergel vermengt »Diese Sandmi¬
schung ist mergelig.«
Me|ri|di|an: dat.> der; -(e)s;-e 1 Längen¬
kreis um die Erde von Pol zu Pol 2
Energiebahn im Körper
Me|rin|ge/Me|ringue: <fr.> die; - / -n
schaumiges Kleingebäck aus Eiern u.
Zucker
Mejri|no: <span.> der; -s; -s 1 Schaf, das
eine weiche Wolle gibt »Die Merinos
haben eine gekräuseltes Fell.« 2 aus
Merinowolle gewebter Stoff
Me|ri|ten: dat.-fr.> die (PI.) Verdienste
»Er hat viele Meriten erworben.«
meijkan|til: dat.-fr.> Adj. n. stg. [geh.;
veralt] kaufmännisch
Meijkan|ti|lis|mus: dat.-it.-fr.> der; - ; -
von absolutistischen Staaten betrie¬
bene Wirtschaftspolitik, die den (Au-
ßen-)Handel fördert, um die Staats¬
einnahmen zu erhöhen »Der Merkan¬
tilismus stärkte die finanzielle Position
des absoluten Monarchen.«
merk|bar: Adj. n. stg. spürbar; sinnlich
erfahrbar »Die Temperaturen sind
merkbar gefallen.«
Merk|blatt: das; -(e)s; -blätter beschrie¬
benes, bedrucktes Blatt mit hilfrei¬
chen Hinweisen »Füllen Sie das For¬
mular nach den Angaben des Merk¬
blattes aus.«
meijken: merkst; merktest; hast ge¬
merkt etw. wahmehmen, entdecken,
zur Kenntnis nehmen »Merkst du
nicht, daß ich alleine sein will?«
Merk|hil|fe: die; - ; -n Gedächtnishilfe
»Jede Eselsbrücke ist eine Merkhilfe.«
merk|lich: Adj. n. stg. gut zu bemerken;
nicht zu übersehen »Sie ist merklich
dünner geworden.«
Merk|mal: das; -(e)s; -e besondere Ei¬
genschaft; Kennzeichen für etw., von
etw., jmdm. »Übergewicht ist ein typi¬
sches Merkmal für falsche Ernäh¬
rung.«
Merk|satz: der; -es; -sätze einprägsamer
Satz, der oft eine Lebensweisheit ent¬
hält od. eine (oft mathematische) Re¬
gel wiedergibt
MeijkuR der; -s; -1 <Mythologie> römi¬
scher Götterbote 2 <Astronomie> son¬
nennächster Planet unseres Sonnen¬
systems
Meijkuijstab: der; -(e)s; -Stäbe (PI. s.)
Symbol des Handels
merk|wüijdig: Adj. seltsam; nicht ganz
normal; als ungewöhnlich auffallend
»Sein Verhalten ist merkwürdig.«
merk|wüijdi|gerjweijse: Adv. unge¬
wöhnlicher-, seltsamerweise »Merk¬
würdigerweise kommt er jeden Tag zu
spät.«
Merk|wür|dig|keit: die; - ; -en 1 o. PI.
Seltsamkeit; Ungewöhnlichkeit »Die
Merkwürdigkeit seines Benehmens ist
uns allen aufgefallen.« 2 etw. mit selt¬
samer, ungewöhnlicher Ausprägung
»In diesem Museum gibt es Merkwür¬
digkeiten aus aller Welt.«
Merk|zei|chen: das; -s; ~ etw., das
jmdn. etw. wiederfinden läßt; Zeichen
mit Wiedererkennungscharakter
»Das rote Haus ist ein gutes Merkzei¬
chen zum Abbiegen.«
Merk|zet|tel: der; -s; - Notizzettel
Merjlin: der; -s; - (Mythologie) Zauberer
am Hof von König Artus »Die Figur
des Merlin stammt aus der keltischen
Sagenwelt.«
me|schant: </r.> Adj. meschanter; me¬
schanteste [geh.] gemein; ungezogen
»Er benimmt sich meschant.«
me|schugfge: <hebr.-jidd.> Adj. me-
schuggener; meschuggefnjste [ugs.;
abwert.] blöd; bescheuert; verrückt
Mes|dames: <fr.> /medam/ die (PI.)
[geh.] französische Anrede für mehre¬
re Frauen
Mes|de|moi|selles: <fr.> /med<e>moasell/
die (PI.) [geh.] französische Anrede
für mehrere junge, unverheiratete
Frauen
Mes|ka|lin: (Indian. Spr.> das; -s; - aus
Kakteen gewonnenes Rauschgift, das
auch künstlich hergestellt werden
kann
Mes|me|ris|mus: der; - ; - Therapie,
Heilung (von neurologischen Störun¬
gen) durch magnetische Felder im
Körper »Er ist Anhänger des Mesme¬
rismus.«
Mes|ner —» auch Mess|nen der; -s; -
Kirchendiener; Küster
Mes|ne|rei —auch Mess|ne|rej: dat.>
die; - ; -en 1 Amt des Mesners 2 [ver¬
alt.] Wohnung des Mesners
Me|so|li|thi|kum: <gr.> das; -s; - Mittel¬
steinzeit »Das Mesolithikum wurde
abgelöst vom Neolithikum.«
Me|so|sphM|re —> Me|so|s|phä|re: <gr.>
/mesoßfäre/ die; - ; - höhere Schicht
der Erdatmosphäre »Die Mesosphäre
beginnt bei 50 km Höhe.«
Me|so|zoi|kum —> Me|sojzp|i|kum: <gr.>
das; -s; - Erdzeitalter, Erdmittelalter,
753
Meß- u. Regeltechnik Mess- u.
das Trias-, Jura- u. Kreidezeit umfaßt
»Diese Erdschichten stammen aus dem
Mesozoikum.«
MeB- u. Re|gel(tech|nik —* Mess- u.
Re|gelftech|ni(c die; - ; - Technik, in
der nach Messungen Vorgänge tech¬
nisch geregelt werden
MeB|band —» Mess|band; das; ~(e)s;
-bänder aufrollbares, schmales, dün¬
nes Maßband (aus Metall) »Das Me߬
band ist in Zentimeter eingeteilt u.
zwei Meter lang.«
meB|bar —* mess|ban Adj. n. stg. so
beschaffen, daß man es messen, in der
Größe, Menge bestimmen kann
»Diese Daten sind soziologisch, physi¬
kalisch meßbar.«
MeB|bar|keit —> Mess|bar|keit die; - ;
- Beschaffenheit, die ermöglicht, daß
etw. gemessen, in der Größe, Menge
bestimmt werden kann »Ist die Me߬
barkeit so kleiner Mengen überhaupt
gewährleistet?«
MeB|be|cher —* Mess|be|chen der; -s;
- becherförmiges Gelaß mit Maßein¬
teilung
MeB|buch —s. Messjbuch: das; -(e)s;
-bücher (kath. Kirche) religiöses,
kirchliches Buch mit Liedern u. Tex¬
ten für die Messe
MeB|da|ten —> Mess|da|ten: die (PI.)
gemessene Werte, Daten »Die Me߬
daten der Schadstoffemissionen diffe¬
rieren stark.«
MeB|die[ner —» Mess|die|nen der; -s; -
weibl. Meß|die|ne|rin —> Mess|die|-
ne|rin: die; • ; -nen dcath. Kirche) Mi¬
nistranten); Person, oft Kind, die/das
Hilfsdienste beim Gottesdienst leistet
Mesjse: dato die; -; -n 1 große Ausstel¬
lung (national od. international von
meist Warenneuheiten eines od. meh¬
rerer Wirtschaftszweige) »die Frank¬
furter (Buch) Messe« 2 Ort, Gelände,
auf dem häufig Messen (1) stattfinden
3 Gottesdienst in der katholischen
Kirche
Mes|sejaus|weis: der; -es; -e Ausweis,
Identitätsnachweis der Messebesu¬
cher (u. -teilnehmer), der ihnen den
Messebesuch ermöglicht »Der Messe¬
ausweis muß sichtbar an der Kleidung
getragen werden.«
Mes|se|be|su|chen der; -s; - weibl.
Mes|se|be|su|che|rin: die; - ; -nen
Person, die sich eine Messe ansieht;
Besucher(in) einer Messe, Verkaufs¬
schau einer Branche »Der MesSebesu¬
cher X wird zur Information gebeten.«
Mes|sejge|län|de: das; -s; - Gelände,
auf dem Messen, Verkaufsausstellun¬
gen verschiedener Branchen u. andere
Großveranstaltungen stattfinden
Mes|se|hal|le: die; -; -n Halle, in der die
Messeausstellung stattfindet »In Mes¬
sehalle I werden Neuheiten präsen¬
tiert.«
Mes|se|ka|ta|log: der; -(ejs; -e Aufli¬
stung der Aussteller einer Messe mit
Lageplan »Ich kann die Firma Meier
im Messekatalog nicht finden.«
mes|sen: mißt; maß (es)t; hast gemessen
—*alle Gegenwartsformen mit ss<—
ein Maß, einen Wert ermitteln »Höhe,
Länge, Breite, Tiefe, Zeit messen«
Mes|se|neu)heit: die; - ; -en neues Pro¬
dukt, das erstmalig auf einer Messe
gezeigt wird »Dieses Jahr sind nur we¬
nige Messeneuheiten zu sehen.«
Mes|se|pa|vil|lon: der; -s; -s Messehalle
Mes|sen das; -s; -1a) Stich- u, Schnei¬
dewerkzeug b) Besteckteil mit Griff u.
einer Klinge zum Zerschneiden od.
zum Bestreichen Von etw. »Butter mit
dem Messer auf das Brot streichen ♦
das Fleisch mit dem Messer schnei¬
den« 2 ans Messer liefern: jmdn. ver¬
raten, vepetzen, ausliefern, im Stich
lassen »Er würde ihn jederzeit ans
Messer liefern, tan sich selbst zu
retten.« 3 unters Messer kommen,
müssen: [ugs.] sich einer Operation
unterziehen (müssen) »Übermorgen
muß er ins Krankenhaus u. kommt un¬
ters Messer.« 4 jmdm. ins offene
Messer laufen, rennen: übereifrig,
unvorsichtig sein u. somit auf etw.,
jmdn. hereinfallen »Er ließ sich provo¬
zieren u. merkte in seiner Erregung gar
nicht, daß er seinem Gegenspieler ins
offene Messer lief.« 5 bis aufs
Messen [ugs.] mit allen zur Verfü¬
gung stehenden Mitteln; ohne Rück¬
sicht »Sie kämpften bis aufs Messer
um ihr Erbe.« 6 auf des Messers
Schneide stehen: es hängt von einer
Kleinigkeit ab, wie es ausgeht »Die
Tarifverhandlungen stehen auf des
Messers Schneide.«
Mes|sen der; -s; - 1 kurz für Meßgerät
Der Messer ist ungenau.« 2 Person,
die etw. mißt; Messende(r)
Mesjser|bänk|chen: das; -s; - kleine,
erhöhte Ablage aus Metall od. Por¬
zellan, die neben dem Teller das zeit¬
weise nicht benötigte Besteck von der
Tischdecke abhalten kann
Mes|serjrücken (Mes|ser|rük|ken —>
Mes|ser|rü|cken): der; -s; - stumpfe
Seite der Messerklinge »Die Schneide
liegt dem Messerrücken gegenüber.«
mes|ser]scharf: Adj. n. stg. 1 scharf wie
ein Messer »Die Papierkanten sind
messerscharf.« 2 dibertr.) sehr genau
(passend) »Das hast du messerscharf
kalkuliert.«
Mes|ser|schnitt: der; -(e)s; -e 1 a) Vor¬
gang des Haarschnitts mit einem Ra¬
siermesser »Nach dem Messerschnitt
wird das nasse Haar gefönt.« b) Fri¬
sur, die durch einen Messerschnitt (a)
entstanden ist 2 Verletzung, die
jmdm. mit einem Messer o. ä. beige¬
bracht wurde
Mes|ser|ste|che|r«i: die; - ; -en hand¬
greifliche Auseinandersetzung, bei
der Messer benutzt werden »Bei der
Messerstecherei gab es Tote.«
Mes|ser]wer|fer. der; -s; - weibl. Mos|-
serjweijfe|rin: die; - ; -nen Artist(in)
im Zirkus, der/die Kunststücke mit
Messern vorführt
Mes|se|stadt: die; ~ ; -Städte Stadt, in
der regelmäßig Verkaufsveranstal¬
tungen u. Ausstellungen abgehalten
werden »Die Messestädte bekommen
die Wirtschaftsrezession sehr zu spü¬
ren.«
Mes|se|stand: der; -(e)s; -stände Stand
auf einer Messe, an dem das Angebot
einer Firma präsentiert wird
MeB|feh|ler —» Mess|feh|len der; -s; -
<Technik> Fehler in der Messung; fal¬
scher Meßwert »Wegen des Meßfeh¬
lers muß der Test wiederholt werden.«
MeB|füh|ler —*■ Mess|füh|len der; -s; -
<Technik> Messungen durchführender
technischer . Fühler »Die Meßfühler
stehen in direkter Verbindung zum zu
untersuchenden Wasser.«
MeB|ge|iät —» Mess|ge|räb das; -(e)s;
-e <Technik> Gerät, das Messungen
vornimmt
MeB|ge|wand —=*■ Mess|ge|wand; das;
-(e)s; -gewänder <kath. Kirche) Klei¬
dung, langer Mantel, Umhang des
Pfarrers in der Messe
MeB|glas —*■ Mess|glas: das; -es; -glä¬
ser Gefäß zum Messen mit Maßein¬
teilung »Das Meßglas ist praktisch für
Flüssigkeiten.«
MeB|grö|Be —> Mess|grö|ße: die; - ; -n
festgestellte, gemessene od. zu mes¬
sende Größe »Die Meßgrößen sind
vorher näherungsweise bekannt.«
Mesjsjjas: <hebr.-gr.-lat.> der; - ; -se 1 o.
PI. (Religion) a) im Alten Testament
angekündigter Heilsbringer »Der
Messias wird kommen.« b) Bezeich¬
nung für Jesus Christus 2 <übertr.>
Person, die jmdn., eine Gruppe aus ei¬
ner negativen sozialen Situation be¬
freien soll »Er ist der Messias der sozi¬
al Benachteiligten.«
Mes|sing: das; -s; - u. (Sorten) -e Legie¬
rung aus Zink u. Kupfer mit rot-gel¬
ber (goldähnlicher) Färbung
Mes|sing|betfc das; -(e)s; -en Bett mit
einem Bettgestell aus Messing
mes|sin|gen: Adj. n. stg. aus Messing
Mesjsinglgriff: der; -(e)s; -e (Tür-)Griff
aus Messing
Mes[sing|sch!ld: das; -(e)s; -er Schild,
kleine Tafel aus Messing
MeB|in|stru|ment —*■ Mess|in|s|t|ru|-
ment das; -(e)s; -e (Technik) Instru¬
ment, Vorrichtung zum Messen von
etw. »Die Meßinstrumente spielen bei
diesem Wetter verrückt.«
MeB|kelch —* Mess|kelch: der; -fe)s;
-e (Kirche) Kelch für den Meßwein
MeB]lat|te —» Mess|lat|te: die; - ; -n
Stange, Stab mit einer Maßeinteilung
(für die Geländevermessung) »Der
Landmesser richtet die Meßlatte aus.«
—* Mess|nen s. Mesner
—» Mess|ne|regs. Mesnerei
MeB|op|fer —* Mess|op|fer. das; -s; -
(kath. Kirche) Andenken an den Op¬
fertod Christi lurch die Eucharistie
MeB|schrau|be —> Mess|schrau|be/
Mess-Schraulbe: die; - ; -n (Technik)
Meßgerät, bei dem die Spindelumdre¬
hungen gezählt werden »Zur Ermitt¬
lung kurzer Abstände dient die Me߬
schraube.«
MeB|stab —> Mess|stab/Mess-Stab:
der; -(e)s; -stabe Stab, Stange mit
Maßeinteilung »Der Meßstab wird in
die Erde gesteckt.«
MeB|stracke (Me8|strek|ke) —> Mess|-
stre|cke/Mess-Stre|cke: die; ~ ; -n zu
messende od. gemessene Strecke, Ent¬
fernung »Die Meßstrecke ist abge¬
steckt.«
MeB|tech|nik —> Mess|tech|nilc die; -;
- Technik zum Erfassen von Meßda¬
ten »Die Meßtechnik erfaßt Größen u.
Maße.«
Mes|sung: die; - ; -en 1 Vorgang des
Messens »Was hat die Messung
ergeben?« 2 Ergebnis des Messens; er¬
754
Meteorotropismus
mitteltes Maß »Diese Messung ent¬
spricht genau den vorherigen.«
Meß|ver)fah|ren —> Mess|ver|fah|ren:
das; -s; - <Technik> Art u. Weise des
Messens »Die Meßverfahren werden
immer komplizierter.«
MeB|wa|gen —» Mess|wa(gen: der; -s;
- Fahrzeug, das mit technischen
Meßgeräten ausgestattet ist »Der
Meßwagen registriert den CO2-Aus¬
stoß.«
MeB|wert—*■ Mess|wert: der; -(e)s; -e
Meßergebnis; ermitteltes Maß »Die
Meßwerte sind zufriedenstellend.«
MESZ: Abk. mitteleuropäische Som¬
merzeit (geht der mitteleuropäischen
Zeit um eine Stunde voraus)
Met: <engl.> Abk. die; - ; - Metropolitan
Opera (= berühmtes Opernhaus in
New York City)
Met: der; -(ejs; - Honigwein mit Ge¬
würzen
Met.: Abk. 1 Metall 2 a) Metapher =
Bedeutungsübertragung; sprachliches
Bild b) Metaphorik = bildhafte Spra¬
che 3 Meteor = hell leuchtender
Himmelskörper 4 Meteorit = in die
Erdatmosphäre eindringender, au¬
ßerirdischer Gesteinsbrocken S a)
Meteorologie = Wetterkunde b) Me¬
teorologe, Meteorologin
met.: Abk. 1 a) metallisch b) metalic =
von glänzender, metallisch schim¬
mernder Farbe 2 methaphorisch =
im übertragenen Sinne 3 meteorolo¬
gisch = wetterkundlich
me|ta-/Me|ta-: <gr.> Wortbildungsele¬
ment (vor Vokalen meist nur >met-<j
>Met-<) 1 bezeichnet die Theorieebe¬
ne, die sich mit der Theorie auseinan¬
dersetzt »Metakommunikation ♦ meta¬
sprachlich« 2 höher als das im Basis¬
wort Ausgedrückte; über dem im Ba¬
siswort Ausgedrückten stehend »Me¬
tamusik«
Me|talba(sis: <gr.> die; ~ ; -basen Philo¬
sophie» Gedankensprung; unpassen¬
der, unzulässiger Gedankengang
Me|ta|bo|lie: <gr.» die; - ; -n /metabolßnl
1 <Bio.» a) Veränderung der Form von
Einzellern »Metabolie geschieht auf¬
grund äußerer Reize.« b) Metamor¬
phose »Raupen werden nach Metabo¬
lie zu Schmetterlingen.« 2 <Med.> Ver¬
änderung des Organismus »Stoff¬
wechselveränderungen rufen Metabo¬
lien hervor.«
Me|ta|kom|mu|ni|ka|ti|gn: <gr.-lat-> die;
*; -1 Sprechen, Betrachtung über die
Kommunikation als Phänomen
»Diese Metakommunikation fuhrt
auch zu keinem besseren Gespräch.« 2
Art der Kommunikation, die über
das eigentliche Sprechen hinausgeht
»Gestik gehört zur Metakommunikati¬
on.«
Me|ta|kri|tik: <gr.> die; - ; - Philosophie»
Kritik an Kritik »Kritik u. Metakritik
müssen sachlich bleiben.«
Me|ta|lin|gui|stik —» Me|ta|lin|gu|js|tik:
die; - ; - <Sprachwiss.» 1 Wissenschaft
von den Metasprachen; Beschreibun¬
gen; Beschreibungssysteme von Spra¬
che 2 Linguistikbereich, der sich mit
den nichtsprachlichen Kommunikati¬
onsarten beschäftigt »Die Metalingui¬
stik beobachtet die Gestik genau.«
Me|tall: tgr.-lat.i das; -(e)s; -e glänzen¬
der, legierbarer, leitender, undurch¬
sichtiger chemischer Grundstoff
—» Meftail ver|arfbei|ten<f: s. metallver¬
arbeitend
Me|tall|atibeit: die; - ; -en a) das Arbei¬
ten mit, an Metall b) aus Metall gefer¬
tigter Gegenstand
Me|tall|ar|bei|teR der; -s; - weibl. Mej-
tall|ar|bei|te|rin: die; - / -nen Arbei¬
terin) in der Metallbranche, der me¬
tallschaffenden u. -verarbeitenden In¬
dustrie
Me|tall|block: der; -(ejs; -blocke Block
aus Metall; massives, eckiges Stück
Metall
Me|tal|ten der; -s; - weibl. Mejtal|le|rin:
die; ~ ; -nen [ugs.] Arbeiterin) in der
Metallbranche, der metallschaffen¬
den u. -verarbeitenden Industrie »Die
meisten Metaller sind in der Gewerk¬
schaft.«
Me|tall|geld: das; -(e)s; - Geldstücke
aus Metall »Münzen sind Metallgeld.«
MeJtall|gie|Ber: der; -s; - a) Beruf in der
Metallindustrie b) Mann, der im Be¬
ruf des Metallgießers (a) arbeitet
Me|tall|guB —> Me|tall|guss: der; -gus¬
ses; -güsse Gießen von flüssigem Me¬
tall in eine vorgefertigte Form
me|tall|ha!|tig: Adj. n. stg. Metall bein¬
haltend »Dieser Werkstoff ist metall¬
haltig.«
Me|tall|in|du|strie —* Me|tall|in|du|s|tj-
rie: die; - ; -n <Wirt.» Industriezweig
der Metallerzeugung u. -Verarbeitung
»Die Metallindustrie mußte Arbeits¬
plätze abbauen.«
Me|tal|li|sa{ti|on: /metallisazipn/ die; - ;
-en das Überziehen mit einer Metall¬
schicht »Bei der Metallisation werden
giftige Dämpfe frei.«
me|tal|lisch: Adj. n. stg. a) aus Metall
»Der metallische Glanz der Lackie¬
rung kommt von der besonderen
Farbe.« b) wie Metall »Seine Stimme
klingt metallisch.«
Me|tal|lo|chn>|in!e: die; - ; - Färbung
von Metallen »Metallochromie ent¬
steht durch Galvanisieren.«
Me|tall|salz: das; -es; -e chemische Ver¬
bindung zwischen Metall u. Säure
»Metallsalze sind ätzend.«
Me|tall|schnitt: der; -(e)s; -e 1
<Drucktechnik> a) Metallplatte als
Druckstock b) Abdruck eines Druck¬
stockes 2 Schnittfläche eines Buches,
die mit einem Golddruck o. ä. verziert
ist
Me|tall|stift: der; -(ejs; -e Stift, dünner
Nagel (ohne Kopf) aus Metall
Me|tall|urg —> Me|tal|l|urg: <gr.-lat.>
der; -en; -en weibl. Me|tall|(iiigin —»
Me|tal|l|ur|gin: die; -; -nen Person, die
in der Metallurgie, Wissenschaft von
der Metallgewinnung, -herstellung tä¬
tig ist
me|tall|uHgisch —» me|tal|l|ur|gtsch:
Adj. n. stg. die Metallurgie, Wissen¬
schaft von der Metallgewinnung,
-herstellung betreffend »Für metallur¬
gische Fragestellungen ist die Hütten¬
kunde zuständig.«
me|tall|vertar|bei|tend —* Me|tall ver|-
ar|bei|tend: Adj. n. stg. ein Metall in
einem bestimmten Arbeitsverfahren
(zu einem Produkt) weiterbearbei¬
tend »Die metallverarbeitende Indu¬
strie hat große Einbußen erlitten.«
Me|tall|zeit: die; - ; - prähistorischer
Zeitabschnitt auf der Erde »Der
Steinzeit folgte die Metallzeit.«
Me|ta|mor|phg|se: <gr.-lato /metamor-
fose/ die; - ; -n <Bio.» Verwandlung
(meist) eines Insektes von einem (bio¬
logischen) Stadium in ein anderes
»Ein Schmetterling macht in seiner
Entwicklung mehrere Metamorphosen
durch.«
Me|ta|pha)se: <gr.-lat.> /metafase/ die;
- ; -n <Bio.» Abschnitt in der Kerntei¬
lung »In der Metaphase ordnen sich
die Chromosomen in einer Ebene.«
Me|ta|pher. <gr.-lat.> /metafer/ die; - ; -n
<Sprachwiss.» Bedeutungsübertra¬
gung; sprachlicher Ausdruck, der aus
dem Zusammenhang in einen ande¬
ren Bedeutungskontext übertragen
als Bild Verwendung findet
Me|ta|phpjrik: <gr.-lat.> /metaforik/ die;
- ; - <Sprachwiss.» Gebrauch von Me¬
taphern »Dieser Text ist voller Meta¬
phorik.«
Me|ta|phy|sik: <gr.-lat.> die; - ; - Philo¬
sophie» Lehre vom Urgrund des Sein
u. Seienden in der Welt u. ihren Zu¬
sammenhängen »Die Metaphysik
geht auf Aristoteles zurück.«
me|ta|phy|sisch: Adj. n. stg. die Meta¬
physik betreffend, ihr zuzuordnen
»Metaphysische Entwürfe machten
Philosophen in allen Zeiten.«
Me|ta|psy|chojlo|gie: die; - ; - 1 Lehre
der theoretischen Psychologie »Die
Metapsychologie geht auf Freud
zurück.« 2 Parapsychologie; Lehre
von den übernatürlichen Erscheinun¬
gen, Eigenschaften
Me|ta|säii|re: die; - / -n <Chemie> was¬
serarme, anorganische Säure
Me|ta|spra|che: die; - ; -n <Sprachwiss.»
System, mit dem über Sprache ge¬
sprochen werden kann »Metasprache
versucht, andere Sprachen zu beschrei¬
ben.«
me|ta|sprach|lich: Adj. n. stg. <Sprach-
wiss.» die Metasprache betreffend
»Das sind metasprachliche Fragestel¬
lungen.«
Mejta|stajse—> Me|ta|s|ta|se: <gr.> die;
- ; -n <Med.» Tumor, der sich als
Tochtergeschwulst eines bösartigen
Tumors an anderer Körperstelle ge¬
bildet hat
Me|te|or: <gr.> der u. [selten] das; -s; -e
<Astronomie> fester Himmelskörper,
der bei Eintritt in die Erdatmosphäre
hell leuchtet
Me|teo|rK —* Mejte|o|nt: <gr.> der; -en;
-en <Ästronomie> in die Erdatmo¬
sphäre eindringender außerirdischer
Gesteinsbrocken
Mefteo|ro|lofgie —* Me|te|o|ro|lo|gie:
<gr.> die; - ; - Wissenschaft, Kunde
von Klima u. Wetter
Me|teo|rojpa|tho|lo|gje —* Mefte|o|ro|-
pa|ttio|lo|gje: die; - ; - «Med.» Zweig
der Pathologie, der sich mit den Ein¬
flüssen des Wetters auf den (kranken)
Organismus beschäftigt
Me|teo|ro|tro|pisjmus —> Mefte|o|ro|-
tro|pis|mus: 'der; - ; - <Med.» durch
das Wetter hervorgerufene Krank¬
heit; Wetterfühligkeit
755
Meteorstein
Me|te|or|stein: der; -(ejs; -e Stück von
einem Meteoriten »Der Meteorstein
zerfiel auf der Erdoberfläche in winzi¬
ge Splitter.«
Me|ter: tgr.-fr.) der u. [selten] das; -s; -
100 cm umfassendes Längenmaß
»Der Teppich ist 2,50 m (Meter)
breit.«
Me|terfband: das; -(e)s; -bänder Meter¬
maß aus Stoff
mejter]dick: Adj. n. stg. einen, mehrere
Meter dick, breit, tief
mejterjhoch: Adj. n. stg. einen od. meh¬
rere Meter hoch »Der Müll liegt me¬
terhoch auf der Halde.«
Me|ter|maß: das; -es; -e Maß(band,
-stab) zum Messen von Längenein¬
heiten
me|ter|stark: Adj. n. stg. einen od. meh¬
rere Meter dick, breit
me|ter)tief: Adj. n. stg. einen od. mehre¬
re Meter tief, hinunterreichend »Das
Loch war metertief .«
Me|ter|wa|re: die; - ; -n nach Metern ge¬
messene^), verkaufte(s) Produkt,
Ware »In der Stoffabteilung wird Me¬
terware verkauft.«
mejterfweifse: Adv. in Metern; in meter¬
großen Stücken, Etappen »Gegen den
Sturm kamen sie nur meterweise vor¬
wärts.«
mejter|weit: Adj. n. stg. einen od. meh¬
rere Meter weit »Der meterweite Ab¬
stand wurde größer.«
Me|ter|zent|ner: der; -s; - [österr.] Dop¬
pelzentner
Meth.: Abk. 1 a) Methode = planmäßi¬
ge^) Vorgehen, Verfahrensweise b)
Methodik = a) festgelegte Arbeits¬
weise b) Lehre der Verfahrensweise
der Wissenschaften 2 a) Methodismus
= dem Anglikanismus entstam¬
mende evangelische Erweckungsbe¬
wegung b) Methodisten)
Me|than: das; -s; - farbloses, brennbares
Gas
Me|tho|de: <gr.-lat.> die; - ; -n geplante
Art u. Weise des Vorgehens »Mit die¬
ser Methode sind bisher hervorragende
Ergebnisse erzielt worden.«
Me|tho|dik: <gr.) die; - ; -en 1 Lehre von
den Methoden, Vorgehensweisen der,
einer Wissenschaft »Die Methodik der
Biologie ist nicht neu.« 2 besondere
Vorgehensweise »Die Methodik dei¬
ner Argumentation überzeugt mich.« 3
Wissenschaft vom Unterrichten »Er
hat einen Lehrstuhl für Methodik u.
Didaktik.«
me|tho|disch: Adj. n. stg. 1 auf einer
Methode beruhend »Dieses methodi¬
sche Verfahren ist wirkungsvoll.« 2
planmäßig »Er ist bekannt für seine
methodische Vorgehensweise.«
me|tho|di|sie|ren: methodisierst; metho-
disiertesl; hast methodisiert [geh.] me¬
thodisch ordnen »Er methodisiert
seine Quellensammlung.«
Mejtho|dis[mus: <gr.-engl.> der; - ; - <Re-
ligiom kirchliche Erneuerungsbewe¬
gung im 18. Jhd
Me|tho|dist: der; -en; -en weibl. Meftho|-
djjstin —» Me|tho|dis|tin: die; - ; -nen
Anhängern) der methodistischen
Kirche, die im 18. Jhd. aus der angli¬
kanischen Kirche hervorging u. den
persönlichen Glauben u. die Gültig¬
keit der Bibel betont »Die Kirche der
Methodisten hat in den USA viele An¬
hänger.«
Me|tho|do|lo|gie: <gr.> die; - ; -n
jmetodologenj Lehre von den wissen¬
schaftlichen Methoden
meftho[do|lo|gisch: Adj. n. stg. die Me¬
thodologie betreffend, ihr zuzuschrei¬
ben »Seine methodologischen Analy¬
sen sind scharfsinnig.«
Me|tho|ma|nie: <gr.> die; • ; - <Med.>
durch langfristigen übermäßigen Al¬
koholgenuß erfolgte Geistesstörung
Me|thu|sa|tem: der; - u. -s; -s 1 sehr al¬
ter Mensch (meist Mann), der beina¬
he das Alter der gleichnamigen bibli¬
schen Figur erreicht hat; Älteste(r) in
einer Gruppe »Er ist der Methusalem
des Clubs.« 2 alt wie Methusalem
(sein): ein sehr hohes Alter habend
Me|thyl|al|ko|hol: (gr.-lat.) /metül-/der;
-s; - <Chemie> farblose, toxische Flüs¬
sigkeit, die als Lösungsmittel verwen¬
det wird, Syn.: Methanol
Me|thyl|amin —> Me|thy|l|a|min: (gr.-
lat.) /metülamm/ das; -s; -e <Chemie>
ein brennbares Gas »Methylamin ist
wasserlöslich.«
Me|tjen dal.-fr.) /metje/ das; -s; -s be¬
sondere Fähigkeit erfordernde(r)(s)
Beruf, Handwerk, Geschäft
Met|ony|mje —» Me|t[o|ny|mje: (gr.-
lat.) /metonümi/ die; - ; -n
jmelonümkn/ <Sprachwiss.> Gebrauch
eines Wortes für einen verwandten
Begriff
Me|trik—> Me|t|rik: <gr.-lat.> die; - ; -en
1 <Literaturwiss.> Lehre von Versbau
u. Versmaßen »In der Metrik unter¬
scheidet man vier Versmaße.« 2 <Mu¬
sik> Lehre von Takt u. Taktbetonung
me|trisch —* metrisch: Adj. n. stg. 1
auf Takt u. Rhythmus bezogen a) die
Verslehre, Dichtung betreffend b) die
Musik betreffend 2 in Maßeinheiten
meßbar
Me|tro —> Me|t|ro: (gr.-lat.-fr.) die; - ;
-s Untergrund-Bahn in bestimmten
großen Städten, wie Paris u. Moskau
Me|tro|lo|gie—»■ Me|t|ro|lo|gie: <gr.> die;
~ ; - Gewichts- u. Maßkunde
Me|tro)nom —> Me|t|ro]nom: <gr.> das;
-s; -e <Musik> Gerät, das einen gleich¬
mäßigen Takt vorzählt »Das Metro¬
nom begleitet zur Kontrolle den Kla¬
vierschüler.«
Me|tro|po|le —> Me|t|ro|po|le: (gr.-lat.)
die; - ; -n a) Weltstadt b) Mittelpunkt,
Zentrum von etw. »Mailand ist eine
Metropole der Mode.«
Me|trojpo|lrt —»■ Me|t|ro|po|lit: der; -en;
-en <Kirche> a) katholischer Erzbi¬
schof »Der Metropolit besucht seine
Diözesen.« b) orthodoxer Bischof
»Der Metropolit ist zugleich Leiter der
Kirchenprovinz.«
Me|trum —> Mejt|rum: <gr.-lat.> das; -s;
Metren u. Metra <Literaturwiss.; Mu¬
sik) Versmaß u./od. Takt »Bestimmen
Sie das Metrum des Gedichts!«
Mett: das; -(e)s; - durchgedrehtes od.
gehacktes rohes Schweinefleisch (als
Brotaufstrich)
Met|te: <lat.> die; - ; -n Nacht- od. Früh¬
gottesdienst »Christmette«
Mettjwurst: die; - ; -würste Wurst aus
gewürztem (geräuchertem) Hack¬
fleisch
Metjzejlei: die; ~; -en Gemetzel; blutiges
Töten vieler Menschen (od. Tiere)
metzeln: metzelst; metzeltest; hast
gemetzelt 1 blutig ermorden; nieder¬
metzeln »Die Truppen metzelten die,
in der Bevölkerung.« 2 [landsch.j
schlachten
Metz|ger: der; -s; ~ weibl. Metz|ge|rin:
die: ~ ; -nen a) Person, die beruflich
Fleisch, Schlachtvieh (z. B. zu Wurst)
verarbeitet b) Geschäft eines Metz¬
gers, wo man Fleisch- u. Wurstwaren
kaufen kann Syn.: <a> Fleischer;
Fleischhauer
Metz|ge|rei: die; - ; -en Fleischerei »Er
kauft in der Metzgerei Fleischwurst.«
Metzjger|mel|ster —» Metz|gerjmeis[-
ter: der; -s; - weibl. Metz|ger|mei|-
ste|rin —> Metz[ger|meis[te[rin: die;
- ; -nen Meister(in) im Metzgerhand¬
werk
Metjzig: die; - ; -en [landsch.] 1
Schlachtbank »Das Rind wird zur
Metzig geführt.« 2 Metzgerei; Flei¬
scherei
Meulchellmord: der; -(e)s; -e besonders
hinterhältiger Mord »Er ist einem
Meuchelmord zum Opfer gefallen.«
meulcheln: meuchelst; meucheltest; hast
gemeuchelt [geh.] hinterhältig (er)
morden »Er meuchelte fünf Frauen
dahin.«
Meuchller der; -s; - weibl. Mguch|le|-
rin: die; - ; -nen [veralt.] Meuchelmör¬
dern)
meuch|le|risch: Adj. n. stg. heimtük-
kisch »Das war eine meuchlerische
Tat.«
meuch|lings: Adv. [geh.] hinterhältig
»Sie wurde meuchlings ermordet.«
Meu|te: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 zur Jagd
herangezogene Gruppe von Hunden
»Die Meute jagte den Fuchs.« 2 a)
[ugs.] Gruppe von zusammen han¬
delnden, auftretenden Menschen
»Die Meute lechzte nach Sensa¬
tionen.« b) [ugs.; scherzh.] Freundes-
(u. Verwandten-)Kreis eines Men¬
schen »Gestern war wieder die ganze
Meute da.«
Meu|te|rei: die; - ; -en Aufstand gegen
einen Vorgesetzten, Befehlshaber;
Weigerung, (mehrerer Menschen),
Befehle eines Vorgesetzten auszufüh¬
ren »Die Mannschaft zettelte eine
Meuterei an.«
meultern: meuterst; meutertest; hast
gemeutert 1 rebellieren; gegen etw.
aufbegehren; sich weigern, etw. zu
tun »Die Mannschaft meuterte.« 2
[ugs.] seine Unzufriedenheit kundtun
MEZ: Abk. mitteleuropäische Zeit ( =
mittlere Ortszeit des 15. Längengra¬
des östlich von Greenwich, dient als
konventionelle Zeit in West- u. Mit¬
teleuropa sowie in einigen afrikani¬
schen Staaten)
Mez|za|nin|woh|nung: die; - ; -en
[österr.] Wohnung im Mezzanin, Zwi¬
schengeschoß
mez|zo|for|te: dt.) Adv. <Musik> halb¬
laut »Dieses Lied wird mezzoforte ge¬
sungen.«
mez|zo|pia|no —» mez|zo|pi|a|no: dt.)
Adv. <Musik> ziemlich leise, gedämpft
Mez|zo|so|pran —> Mez|zo|so|p|ran:
dt.) der;-(e)s; -e <Musik> a) Frauens¬
ingstimme zwischen Alt u. Sopran
756
Mikado
»Diese Arie ist für einen Mezzoso¬
pran.« b) Frau mit einer Singstimme
in der Tonlage Mezzosopran
MFG: Abk. 1 <Milit.> Marinefliegerge¬
schwader 2 Mitfahrgelegenheit 3 mit
freundlichen Grüßen
mfg/m. f. G.: Abk. mit freundlichen
Grüßen
m. f. W.: Abk. mit folgenden Worten
Mg: Abk. Magnesium = chemisches
Element; Leichtmetall
mg: Abk. <Maßeinheit des Gewichts)
Milligramm ( 1mg = ein Tausendstel
Gramm)
Mg .: Abk. 1 Magen 2 Meinung 3 Menge
Mgl.: Abk. Mitglied
mhd.: Abk. mittelhochdeutsch (die Ent¬
wicklungsstufe des Deutschen von et¬
wa 1000 bis 1400 n. Chr. betreffend)
MHz: Abk. «Einheit der Frequenz) Me¬
gahertz (1 MHz = eine Million
Hertz, d. h. eine Million Schwingun¬
gen in der Sekunde)
Mi.: Abk. 1 Mikrofon 2 Mitte 3 Mitt¬
woch
mi.: Abk. mittwochs
milaulen: miaust; miautest; hast miaut
<Katze> (lautmalendes Wort) einen
Laut (zur Verständigung) ausstoßen
»Die Katze miaute vor der Tür.«
mich: 1 Akk. des Personalpronomens
>ich< »Ich sehe mich schon die ganze
Arbeit allein erledigen.« 2 Akk. des
Reflexivpronomens (I. Person) »Ich
ziehe mich von dieser Person zurück.«
Mi|chae|lis|tag —* Mi|cha|e|lis|tag/Mj|-
cha|els|tag: der; -(e)s; -e <kath. Kir¬
che) Fest, Namenstag des Erzengels
Michael
Mijchet: der; -s; - 1 naiver, gutmütiger
Mensch 2 der deutsche Michel: typi¬
scher, ein wenig uninteressierter, un¬
engagierter Deutscher
micke|rig (mik|ke|rig —> mj|cke|rig)/
mick|rig: Ädj. [ugs.; abwert.] klein u.
dünn, schwach od. unscheinbar » Was
findest du nur an dem mickrigen Kerl?
♦ Er kam mit einem mickrigen Blumen¬
strauß.« -
Micke|rig|keit (M|k|ke|r1g|keit —> Mi|-
cke|rigjkeit)/Mick{rig|keiL- die; ~ ; -en
[ugs.; abwert.] kleine, ein wenig küm¬
merliche Ausprägung
Mickymaus —* Mi|cky|maus: /micki-/
die; - ; - Walt Disney-Zeichentrickfi-
gur in Form einer Maus
Mjd|life-cri|sis —» Mid|Hfe|cri|sis/Mid|-
life-Cri]sis: iengl.-amerik.> /midlaif-
krajsiß/ die; - ; - psychisch kritische
Phase in der Lebensmitte, in der man
sein bisheriges Leben überdenkt
Mje|den das; -s; - 1 «Unterwäsche) a)
den Rumpf stützendes, einschnüren¬
des Kleidungsstück der Frau »Früher
schnürten viele Frauen das Mieder viel
zu eng.« b) Body aus elastischem Ma¬
terial 2 Oberteil des Dirndls, Trach¬
tenkleides »Sie trägt ein besticktes
Mieder.«
Mie]der|wa|ren: die (PI.) figurformende
Unterbekleidung
Mjef: der; -<e)s; - [ugs.; abwert.]
schlechter Geruch; Gestank (von ab¬
gestandener, verschmutzter Luft)
Dieser M ief ist ja nicht auszuhalten!«
mjejfig: Adj. [ugs.] stinkend; mit abge¬
standener Luft »mieflges Lokal«
Mie|ne: </r.> die; - ; -n 1 bestimmte Ge¬
fühle ausdrückender Gesichtsaus¬
druck »Ihre Miene verfinsterte sich
zusehends.« 2 a) keine Miene ver¬
ziehen: keine ausdrucksvolle Mimik,
Reaktion zeigen »Sie war vor Wut u.
Schmerz außer sich, aber sie verzog
keine Miene.« b) ohne eine Miene zu
verziehen: ohne jegliche Gesichtsre¬
gung, völlig unbewegt »Er nahm das
Urteil an, ohne eine Miene zu ver¬
ziehen.« 3 gute Miene zum bösen
Spiel machen: sich seine Verärgerung
über etw. nicht anmerken lassen
»Sein Verhalten paßte ihr gar nicht,
aber sie machte gute Miene zum bösen
Spiel.«
Mje|nen|spiel: das; -(e)s; -e Mimik,
(aussagekräftige) Bewegung des Ge¬
sichts »Sein Mienenspiel verrät seinen
Gemütszustand.«
M[e|re: die; - ; -n Pflanze aus der Fami¬
lie der Nelkengewächse
mies: ihebr.-jiddo Adj. mieser; mieseste
[ugs.] 1 schlecht (im Umgang mit an¬
deren Menschen) »mieses Verhalten«
2 unwohl in bezug auf das körperliche
od. seelische Befinden »sich mies füh¬
len«
—* mies ma|chen: s. miesmachen
Miejse: die (PI.) [ugs.] Minusbetrag; ne¬
gativer Betrag »Ich habe ständig
Miese auf dem Konto.«
Mje|se|pe|ter: der; -s; - [ugs.] schlecht¬
gelaunte Person
Mtes|ling: der; -(e)s; -e [ugs.] unsympa¬
thische Person
mjes|ma|chen —» mies ma]chen:
machst mies; machtest mies; hast
miesgemacht —>hast mies
gemachte— [ugs.; abwert.] schlecht
über etw. reden; jmdm. etw. negativ
schildern, darstellen »Mit deinen
Schauermärchen hast du mir die Reise
miesgemacht.«
Mies|mu|schel: die; - ; -n sich an Stei¬
nen u. ä. festsetzende (meist im Atlan¬
tik vorkommende) Muschel, die als
Speise in manchen Gegenden beliebt
ist »Die beste Zeit für die Ernte von
Miesmuscheln sind die Monate, die auf
>-r< enden.«
Miejte: dat.-niederh die; - ; -n 1 Bezah¬
lung für die Nutzung fremden Eigen¬
tums »Ich zahle 1000 DM Miete pro
Monat für die Wohnung.« 2 die halbe
Miete sein: [ugs.] das Ziel schon fast
erreicht haben; dem Erfolg nahe sein
»Ich habe gute Beziehungen, u. die sind
schon die halbe Miele im Berufsle¬
ben.«
miejten: mietest; mietetest; hast gemie¬
tet etw. gegen Be&hlung benutzen,
was einem nicht gehört »ein Auto mie¬
ten* eine Wohnung mieten«
Miejter: der; -s; - weibl. Miejtejrin: die;
- ; -nen Person, die etw., eine Immo¬
bilie anmietet, in einer Wohnung, ei¬
nem Haus zur Miete, gegen Mietzins
wohni
Miet|er|hö|hung: die; - ; -en a) Erhö¬
hung, Anhebung der Miete, des Miet¬
zinses »Jedes Jahr wird hier eine Mie¬
terhöhung fällig.« b) [ugs.] Geldbe¬
trag, um den eine Miete steigt
Mie|ter|schutz: "der; -es; - «Rechtsw.)
alle gesetzlichen Maßnahmen zum
Schutz des Mieters »Dank des Mieter¬
schutzes ist man dem Vermieter nicht
hilflos ausgeliefert.«
Mietjhaus/M]ets|haus: das; -es; -häuser
Haus mit Mietwohnungen »In diesem
Miethaus wohnen drei Parteien.«
Mietjkauf: der; -(e)s; -käufe Leihkauf,
bei dem man zunächst monatlich für
etw., ein Auto, eine Wohnung Miete
zahlt u. nach geraumer Zeit unter An¬
rechnung der gezahlten Mietsumme
die Möglichkeit hat, das Objekt zu
kaufen »Beim Mietkauf kann man
später das Gemietete käuflich erwer¬
ben.«
Miet|ne|ben|ko|sten —* Miet|ne|ben|-
kos|ten: die (PI.) Kosten, die außer
der Miete noch zu zahlen sind »Bei
dieser Wohnung kommen noch die
Mietnebenkosten für Heizung, Wasser
u. Strom dazu.«
Miet|par|tei: die; - ; -en Mieter einer
Wohnung in einem Mehrfamilien¬
haus
Mietpreis: der; -es; -e (Höhe der) Mie¬
te, die für eine Wohnung o. ä. bezahlt
werden muß
Miet|recht: das;-(e)s; -e «Rechtsw.) Ge¬
samtheit der Gesetze, die die Rechte
u. Pflichten von Mietern u. Vermie¬
tern regeln »Das Mietrecht ist in die¬
ser Frage auf meiner Seite.«
M]ets|haus/Migt|haus: das; -es; -häuser
Haus mit mehreren Mietwohnungen
Miets|ka|ser|ne: die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert. J großes Mietshaus
Miet[spie|gel: der; -s; - Verzeichnis,
das einen Überblick über übliche
Wohnungsmieten in einer Stadt gibt
»Nach dem Mietspiegel zahlen wir eine
zu hohe Miete.« .
Miets|stei|ge|rung/Migt|stei|ge|rung:
die; - ; -en Mieterhöhung »Die Löhne
können der Mietssteigerung nicht
mehr mithalten.«
Mjet|ver|hält|nis: das; -ses; -se vertrag¬
lich geregeltes Verhältnis zwischen
Mieter u. Vermieter
Miet|veijtrag: der; (e)s; -Verträge Ver¬
trag, der das Mietverhältnis regelt
M[et|woh|nung: die; - ; -en Wohnung,
die vom Eigentümer vermietet, gegen
Bezahlung zur Verfügung gestellt
wird
Mjet|wu|chen der; -s; - Erhebung einer
stark überteuerten Miete
Miet|zah|lung: die; -; -en Bezahlung der
fälligen Miete »Ich bin mit der Miet¬
zahlung im Rückstand.«
Miet|zins: der; -es; -e Miete
Mie]ze: die; ~; -n [verniedlichend] Katze
Mie|ze|kat|ze: die; - / -n [verniedli¬
chend; kindersprl.] Katze
Mi|grä|ne —* Mi|g|rä|ne: igr.-lat.-fr.>
die; - ; -n sehr heftiger, meist auf einer
Kopfseite auftretender (zum Teil mit
Erbrechen u. erhöhter Lichtempfind¬
lichkeit verbundener) Schmerz
Mi|gra|ti|on —» Mi|g|ra|ti|on: dat.i /mi-
grazion/ die; - ; -en 1 (zwischenstaat¬
licher) Wohnsitzwechsel von Men¬
schen od. Tieren »Die Migration zwi¬
schen den europäischen Staaten hat
zugenommen.« 2 Bewegung von Stof¬
fen, besonders Erdöl durch poröses
Gestein
Mi|ka|do: <jap.> der; -s; -s 1 alte Bezeich¬
nung für den japanischen Kaiser 2
Geschicklichkeitsspiel mit langen
757
Mikrat
dünnen Holzstäbchen, die durchein¬
ander neben-, unter- u. übereinander¬
Hegen, wobei man versuchen muß,
einzelne Stäbchen aus dem Haufen
herauszuziehen, ohne daß ein anderes
Stäbchen fällt, wackelt od. berührt
wird 3 Hauptspielstäbchen im Mika¬
dospiel
Mi|krat > Mi|k|rat <gr.> das; -(e)s; -e
Bild- u. Schriftwiedergabe in stark
verkleinerter Form »In diesem Archiv
wird alles in Mikrat aufbewahrt.«
mi|kro-/Mi|kro—* mi|k|ro/Mi|k|ro: <gr.>
Wortbildungselement (vor Vokalen
oft >mikr-<!<Mikr-<) 1 klein-, Klein-;
wenig; im kleinen »Mikroökonomie«
2 gering (invGrad) »mikroseismisch«
3 (sehr) klein »Mikrofilm« 4
<Maßeinheit> »Mikrosekunde« Ant.:
makro-/Makro-
Mi|kro|ana|ly|se —> Mj|k|ro|a|na|ly|se:
die; - ; -n <Chemie> Analyse aus, von
sehr geringen Mengen »Für die Mi¬
kroanalyse werden besonders ausge¬
feilte Apparaturen verwendet.«
Mi|krp|be —* Mi|kjro|be: <gr.-fr.> die; - ;
-n kleiner Organismus
Mj|kro|bio|!o|gie —> Mi|k|ro|bi|o|lo|gie:
die; -; - Biologie der Mikro-, Kleinst-
organismen »Mikrobiologie erfordert
leistungsstarke Mikroskope.«
Mi|kro[bi|on —* Mi|k|rp|bi|on: das; -s;
Mikrobien jmikrobVnj Mikroorganis¬
mus; einzelliges Lebewesen
M]|kro|che|mie —> Mi|k|ro|che|mie:
die; - ; - Chemie, die kleinste Mengen
analysiert »Die Mikroanalyse wurde
in der Mikrochemie entwickelt.«
Mi|kro|chip —» Mi|k|ro|chip: der; -s; -s
<EDV> sehr kleiner Computerchip mit
hoher Speicherkapazität »Dieser Mi¬
krochip kann viele Informationen spei¬
chern.«
Mi|kro|chiiJur|gie —»> Mi]k|ro|chi|r|ur|-
gie: die; - ; - <Med.> Chirurgie, die
Operationen unter dem Mikroskop
durchführt »Kleinste Nervengefäße
können in der Mikrochirurgie operiert
werden.«
Mj]kro|com|pu|ter —> Mi|k|ro|com|puj-
ten der; -s; - <EDV> Computer mit
Mikroprozessor
Mi]kro|hche —> Mi|k|ro|fiche: /mikro-
fisch/ das u. der; -s; -s Mikrofilm mit
aneinandergereihten Kleinstkopien
für ein Lesegerät
Mi|kro|film —» Mi|k|ro|film: der; -(e)s;
-e fotografisches Material, auf dem
Dokumente, Schrift- od. Bildvorla¬
gen in stark verkleinertem Maßstab
archiviert werden
Mi|kro|gramm —* Mi|k|ro|gramm: <gr.>
das; -s; -e (aber: zwei Mikrogramm)
ein Millionstel Gramm
Mi|kro|kos|mos —» Mi|k|ro|kos|mos:
der; - ; -1 Welt der Kleinlebewesen 2
Welt des Menschen als Abbild des
Universums
Mi|kro|öko|no|mie —* Mi|k|ro|ö]ko|no|-
mie: <gr.> die; - ; - <Wirt.> Teilbereich
der Volkswirtschaft, der besonders
Einzelwirtschaften, -betriebe, -einhei¬
ten berücksichtigt »Der einzelne
Haushalt ist interessant für die Mikro¬
ökonomie.«
Mi|kro|or|ga|nis|mus/Mi|kro|or|ga|nis|-
mus —* Mt|k|ro|or|ga|nis|mus: 'der;
- ; -Organismen <Bio.> Kleinstlebewe-
sen
Mi|kro|phon/Mi(kro|fgn —» Mi|k|ro|-
phon/Mi|k|rojfon: das; -(e)s; -e In¬
strument, das akustische Phänomene
zu Lautsprechern od. einem Aufnah¬
megerät leitet
Mi|kro|phy|sik —* MHk|ro|phy|sifc die;
- ; - Physik, die sich mit Atomen u.
dem Bau von Materie befaßt »Heute
ist Mikrophysik nur noch Atomphy¬
sik.«
Mi|kro|pro|zes|sor —> Mi|k|ro|pro|-
zess|sor. der; -s; -en <Technik> wich¬
tigster Baustein eines Mikrocompu¬
ters »Der Mikroprozessor hat Rechen-
u. Steuerfunktionen.«
Mi|kro|skop —> Mi|k|ro|s|kgp: <gr.> das;
-(e)s; -e optisches Vergrößerungsge¬
rät, mit dem man äußerst kleine Din¬
ge vergrößert u. so deutlich erkenn¬
bar macht »Bakterien unter dem Mi¬
kroskop untersuchen«
mi|kro|sko|pisch —> mi)k|ro|s|ko|-
pisch: Adj. n. stg. 1 so klein, daß es
nur unter dem Mikroskop zu erken¬
nen ist »Die mikroskopischen Bazillen
sehen harmlos aus.« 2 auf Mikrosko¬
pie beruhend, ihr zuzuschreiben »Die
mikroskopische Dokumentation macht
Archivsuche leichter.«
Mi|kro|so|zio|lo|gie —* MjJk|ro|so|zi|o|-
lo|gie; die; - ; - Bereich der Soziolo¬
gie, der sich mit kleinsten soziologi¬
schen Erscheinungsformen, Einheiten
befaßt »Die Mikroso2io!ogie interes¬
siert sich für jede Familienslruktur.«
Mi|kro|wel|le —> Mj|k|ro(wel|le: die; - ;
-n a) m. PI. elektromagnetische Welle
»Die Mikrowelle wird meist zur Wär¬
meerzeugung eingesetzt.« b) [ugs.]
kurz für Mikrowellengerät
M[|kro|wel|len|ge|rät —» Mi|k|ro|wel|-
len|ge|rät das; -(e)s;-e Mikrowellen¬
herd; elektrisch betriebenes Küchen¬
gerät, das Speisen schnell erhitzt
Mi|kro|wel|len]herd —» Mi|k|ro|wel|len|-
herd: der; -(e)s; -e Küchengerät;
Herd, in dem Lebensmittel in kürze¬
ster Zeit gegart werden
Mil|be: die; ~ ; -n Parasit; (winziges) In¬
sekt
Milch: die; - ; -1 a) weißliche, nährstoff¬
reiche Flüssigkeit, die Frauen u.
weibliche Säugetiere nach der Geburt
produzieren, um das Neugeborene zu
ernähren b) weißliche, nährstoffrei¬
che, durch Melken (besonders von
Kühen, aber auch Ziegen, Schafen u.
Stuten) gewonnene Flüssigkeit, die
getrunken od. zur Herstellung ande¬
rer Lebensmittel, wie z. B. Butter,
Käse, Quark, verwendet wird 2 bei
jmdm. wird (gerade, gleich) die Milch
sauer: [ugs.] eine Person bekommt
schlechte Laune
—» Milch ge|bend: s. milchgebend
MHch|bart: der; -(e)s; -barte 1 beim
Trinken von Milch an der Oberlippe
haftenbleibender weißer Film » Wisch
dir den Milchbarl ab!« 2 [abwert.] a)
erste, dünne u. helle Barthaare b) jun¬
ger Mann, Mensch (der (beinahe)
noch einen Milchbart (2a) hat) Dieser
Milchbart kann doch noch gar nicht
mitreden!«
Milch[bröt|chen: das; -s; - mit Milch
statt mit Wasser hergestelltes, wei¬
ches, weißes Brötchen
Milch|drü|se: die; - ; -n Drüse bei Frau¬
en u. weiblichen Säugetieren, die nach
einer Geburt Muttermilch absondert
Mi!ch|eis: das: -es; - Speiseeis, das aus
"Milch (1 b) hergestellt wird
Milch|ei|wei8: das; -es; -e <Bio.; Chemie)
in der Milch befindliches Eiweiß
mil|chen: Adj. n. stg. [geh.] aus Milch
bestehend, gefertigt »Seine Nahrung
ist ausschließlich milchen.«
Mil|cher. der; -s; -1a) geschlechtsreifer
männlicher Fisch b) geschlechtsspezi¬
fische Innereien des männlichen Fi¬
sches 2 eßbarer Blätterpilz
Mjlchfflalsche: die; - ; -n 1 (Glas-)Fla-
sche, in der Milch verkauft wird »Die
Milchflaschen sind schwer.« 2 kleine
Flasche mit Nuckel, Sauger für Baby¬
nahrung
mjlch|ge|bend —* Milch ge|bend: Adj.
n. stg. Milch absondernd, produzie¬
rend »milchgebendes Vieh«
MHch|ge|blß —* MHch|ge|biss: das;
-ses; -se die ersten Zähne eines Men¬
schen, die ab ca, dem sechsten Le¬
bensjahr ausfallen u. durch andere er¬
setzt werden »Das Milchgebiß muß ge¬
pflegt werden, weil es besonders anfäl¬
lig für Karies ist.«
MHch|ge|sicht: das;-(e)s; -er 1 (junges,)
zartes, blasses Gesicht 2 [abwert.]
Milchbart, junger Mann »Er ist noch
ein richtiges Milchgesicht.«
Milch|glas: das; -es; -gläser 1 o. PI.
weißliches, undurchsichtiges Glas
»Durch die Tür aus Milchglas kamt
man nicht viel sehen.« 2 Trinkglas, das
für Milch benutzt wird
Milch|glas|schei|be: die; - ; -n Glas¬
scheibe aus Milchglas, weißüchem,
undurchsichtigem Glas »In Badezim-
merfenstem sind oft Milchglasschei¬
ben.«
Milch|kaf]fee: der; -s; -s Kaffee mit viel
"(frischer) Milch
Milch|kalb: das; -(e)s; -kälber Kalb, das
noch gesäugt werden muß »Das
Milchkalb müssen wir mit der Flasche
großziehen.«
Milch|känn)chen: das; -s; - kleine
Kanne, Behälter mit Ausgießer für
(Kondens-)Milch »Zum Kaffeeservice
gehören noch Zuckerdose u. Milch¬
kännchen.«
Milchfkan|ne: die; - ; -n a) große Kanne
"aus Metall, in der (früher) die Milch
(zur Molkerei, zum AI nehmer) trans¬
portiert wurde b) Kanne, Behälter
aus Glas, Porzellan o. ä., in den
(Kondens-)
Milch zum Servieren gefüllt wird
Milch|kuh: die; -; -kühe milchproduzie¬
rende Kuh
Milch|lei|stung —* M]lch|leis|tung: die;
- ; -en <Landwirt.> Menge an Milch,
die eine Kuh gibt »Die Milchleistung
war im letzten Jahr höher.«
Milch|mäd|chen: das; -s; - [ugs.] Mäd¬
chen, das Milch verkauft
Milch|mäd|chen|rech|nung: die; - ; -en
naive Erwartung, die nicht erfüllt
werden kann; (unrealistisches) Kal¬
kulieren mit nicht abwägbaren Fak¬
toren, Aspekten »Diese Milchmöd-
758
MHKärpoHzist
chenrechnung kann doch gar nicht auf¬
gehen!«
Milch|mix|ge|tränk: das; -fe)s; -e Ge¬
tränk, das aus Milch u. anderen Zuta¬
ten (z. B. Fruchtsaft) gemixt, gerührt
wird
Milch|ner: der; -s; ~ männlicher Fisch
nach der Geschlechtsreife
Milch|pro|dukt: das; -(e)s; -e Produkt,
Ware, die aus, mit Milch hergestellt
wird »Milchprodukte gehören zu einer
gesunden Ernährung.«
MHch|pul|ver: das; -s; - Trockenmilch
in Pulverform »Mit Milchpulver kann
man Kindernahrung anrühren.«
Milch|pum|pe: die; - ; -n Gerät, das die
"Muttermilch abpumpt, mit dem bei
Bedarf die Muttermilch aus der Brust
gepumpt werden kann
Milch|reis: der; -es; - u. (Sorten) -e a)
spezielle Reissorte b) Reisbrei aus ei¬
nem besonderen, stark quillenden
Reisu. Milch
MHchJsaft: der;-fe)s; -saftet Bio.> Milch
"der Milchdrüsen bei Tieren u. Pflan¬
zen
Milch|säu|re: die; - -n <Chemie> Säure,
"die beim Gären von Traubenzucker
od. Milch entsteht »Milchsäure verur¬
sacht Muskelkater.«
Milch|scho|ko|la|de: die; - ; -n hell¬
braune Schokolade, die einen hohen
Milchanteil hat
MHch|schorf: der; -(e)s; - <Med.> mit
"Schorfkrusten verbundener Hautaus¬
schlag bei Säuglingen
Milch|schwamm: der; -(e)s;
-schwämme 1 <Bot.> Blätterpilz 2
[landsch.] Sahne; Rahm der Milch
Milchstern: der; -(e)s; -e Pflanze aus
"der Familie der Liliengewächse
Milch|stra|Be: die; - ; - breiter, von vie¬
len Sternen gebildeter Streifen am
Nachthimmel »Die Milchstraße be¬
steht aus unzähligen Sternen.«
Milch|sup|pe: die; - ; -n aus Milch (u.
Gries o. ä.) gekochte Suppe
Milchttü|te: die; - ; -n Behälter aus Pap¬
pe od. Kunststoff, in dem die Milch
verkauft wird
Milch|wirt|schaft: die; - ; - Produktion,
Verarbeitung u. Vertrieb von Milch
u. Milchprodukten »Die Molkerei ist
einem Verband der Milchwirtschaft
angeschlossen.«
Mflch|zahn: der; -(e)s; -2ähne Zahn, der
im Säuglingsalter gebildet wird u.
nach einigen Jahren (ca. ab dem sech¬
sten Lebensjahr) wieder ausfällt
M|lch|zucker (Milch|zuk|ker —» Milch)-
zu|cker): der; -s; - Form des Zuckers,
der in Milch enthalten ist »Milchzuk-
ker ist für Diabetiker nicht schädlich.«
Syn.: [fremdsprl.] Laktose
mild/mil|de: Adj. milder; mildeste 1 a)
<Klima> angenehm mild; nicht heiß u.
nicht kalt, sondern angenehm warm
b) nicht scharf gewürzt 2 nachsichtig;
nicht sehr streng »ein mildes Urteil«
Mil|de|rung: die; - ; -en Besserung, Ver¬
minderung von etw. »Die Medika¬
mente verschaffen mir Schmerzmilde¬
rung.«
Mil|de|rungs|grund: der; -(e)s; -gründe
<meist Rechtsw.) Grund, eine Person
od. ihre Taten milder zu bewerten
»Vor Gericht wurde seine Jugend als
Milderungsgrund geltend gemacht.«
mild|her|zig: Adj. a) hilfsbereit u. gütig
»Er spendete mildherzig für die Ar¬
men.« b) von sanftem Gemüt, Wesen,
Charakter
mild|tä|tig: Adj. [geh.] hilfsbereit u. gü¬
tig; in der Hilfe für Notleidende aktiv,
sozial engagiert »Er zeigte sich den
Armen gegenüber mildtätig.«
Mi|lieu: dat.-fro /miijö/ das; -s; -s soziale
Lebensumstände, Umgebung »Das
Kind soll nicht in diesem Milieu auf¬
wachsen.«
Mi|lieujfoijschung: /miijö-/ die; ~ ; -en
<Soziob sozialwissenschaftliche For¬
schung, die den Einfluß der sozialen
Umwelt auf die Entwicklung der Per¬
sönlichkeit untersucht »Die Milieu¬
forschung untersucht den Freundes¬
kreis eines Menschen als Bezugsgrup¬
pe.« -
millieuloelschäldiqt: /miijö-/ Adj. n. stg.
<Soziol.> durch die soziale Umwelt ne¬
gativ beeinflußt »Kriminelle Jugendli¬
che sind oftmals milieugeschädigt.«
Mi|lieu|stu|die: /miijö-/ die; - ; -n <Lite-
raturwiss.; Sozi ob genaue Beschrei¬
bung eines bestimmten Milieus in der
Literatur od. in wissenschaftlichen
Abhandlungen »Das Forschungspro¬
jekt erbrachte eine genaue Milieustu¬
die der Arbeiterklasse.«
Mi|lieu|theo|rie —> Millieulthelolrie:
/miijö-/ die; - ; -n <Psychologie> wis¬
senschaftliche Auffassung, daß das
gesellschaftliche Umfeld eines Men¬
schen seine seelische Entwicklung
vorwiegend beeinflußt »Als Vertreter
der Milieutheorie glaubt er nicht an
den alleinigen Einfluß der Vererbung.«
mi|li)tant: dato Adj. militanter; militan¬
teste mit Gewaltanwendung für Ideen
eintretend »Die Polizei ging gegen die
militanten Demonstranten vor.«
Mi|li|tanz: dato die; - ; - kriegerische(s)
Einstellung, Verhalten od. Handeln
»Das Auftreten der Demonstranten
zeugte von großer Militanz.«
Mi|li|tär dat.-fro das; -(e)s; - a) Ge¬
samtheit aller Soldaten eines Landes
»Das Militär übernahm die Macht.« b)
Gruppe von Soldaten
ad|^ni|s|tira|ti|on^!!'je; - ; -en Ü o7Pl.
Verwaltung eines besetzten Gebietes
durch das Militär eines anderen Staa¬
tes »Nach dem Zweiten Weltkrieg un¬
terstand Deutschland der Militäradmi¬
nistration der Alliierten.« 2 (Gebäude
einer) Militärverwaltung in einem be¬
setzten Gebiet
Mi|li|täijaka|de|mie —> Mi|li|tär)a)ka|-
de|mie; die; ~ ; -n Ausbildungsstätte
für Offiziere »West Point ist die be¬
rühmteste Militärakademie in den
USA.«
Mi|li|tgrjarzt: der; -fe)s; -ärzte weibl.
Mi|li|tjiijärz|tin: die; - ; -nen beim Mili¬
tär angestellte(r), dienstverpflichte¬
te^) Arzt, Ärztin
Mi|li|tärjat|ta|chö: der; -s; -s <Milit.; Pol.)
Offizier im diplomatischen Corps,
der für militärische Fragen od. Ange¬
legenheiten zuständig ist
Mi|li|tär[ba|sis: die; - ; -basen Stütz¬
punkt des Militärs
Mi|li|täijbünd|nis: das; -ses; -se <Milit.;
Pol.) Staatenbündnis, das eine militä¬
rische Zusammenarbeit vereinbart
hat, garantiert »Die NA TO ist ein Mi¬
litärbündnis.«
Mi|li)tärjdienst: der; -(e)s; - zeitlich be¬
grenzte Verpflichtung, dem Militär
seines Heimatlandes zu dienen »Junge
Männer haben in vielen Staaten ihren
Militärdienst abzuleisten.«
Mi|li|täijdik[ta|tur: dat.-fro die; - ; -en
<Pol.> Staatsform, bei der die Regie¬
rung von hohen Militärangehörigen
ausgeübt wird, die nicht demokra¬
tisch gewählt sind »In vielen Entwick¬
lungsländern besteht eine Militärdik¬
tatur.«
Mi|li|täijge|richt: das; -(e )s; -e Offiziers¬
gremium, das über militärische Straf¬
sachen entscheidet »Der Fall der ver¬
suchten Desertation wurde vor dem
Militärgericht verhandelt.«
Mi|li|tär[ge|richts|baijkeit die; - ; -en
<Milit.; Rechtsw..) rechtsprechende
Gewalt, Jurisdiktion im Rahmen des
Militärs »Bestimmte Straftaten unter¬
liegen allein der Militärgerichtsbar¬
keit.«
Mi|li|täijherr|schaft: die; - ; - <Pob Bün¬
delung der Staatsgewalt in den Hän¬
den des Militärs; Ausübung der staat¬
lichen Gewalt durch das Militär, ho¬
he Militärangehörige
Mi|li|tür|hos|pi|tal: das; -(e)s; -e u.
-hospitäler Lazarett od. Krankenhaus
für Soldaten
Mi|li|ta|ria: dato die (PI.) 1 dem Militär
zuzuordnende Gegenstände, Utensi¬
lien, Sammlerstücke »Er verkauft so¬
wjetische Militaria auf dem Floh¬
markt.« 2 Bücher über das Militär
(-wesen)
mi|li|ti|risch: Adj. 1 das Militär betref¬
fend, ihm zugehörig, zuzuordnen
»Das Problem wurde zu einer militäri¬
schen Angelegenheit.« 2 soldatisch;
nach Art des Militärs »Er legt ein fast
militärisches Marschtempo vor.«
mi|li|ta|ri|sie|ren: militarisierst; militari¬
siertest; hast militarisiert 1 a) ein Ge¬
biet, einen Landstrich mit militäri¬
schen Anlagen versehen od. mit
Truppen belegen b) das Militärwesen
eines Landes organisieren 2 militäri¬
sche Denk- u. Handlungsweisen auf
andere gesellschaftliche Bereiche
übertragen
Mi)lijta|iis|mus: dato der; - ; - militäri¬
sches Denken in Politik u. Gesell¬
schaft »Der Militarismus ist deutlicher
hervorgetreten als vor einigen Jahren.«
Mi|li|tärjjun|ta: die; ~ ; -junten u. (ugs.j
-s <Pol.> von (durch einen Putsch an
die Macht gekommene) Soldaten ge¬
bildete Regierung
Mi|li|tär|ka|pel|le: die; - ; -n Musikkorps
des Militärs
Mi|li|tär|kran|ken|haus: das; -es; -häuser
Hospital für Militärangehörige
Mi|li|tgijpa|ra|de: die; - ; -n Aufmarsch
militärischer Einheiten zu Repräsen¬
tationszwecken
Mi|li[täi]pflichfc die; - ; - Verpflichtung
(für junge Männer u. z. T. auch Frau¬
en), einige Zeit lang dem Militär, in
militärischen Einheiten zu dienen
Mi|li|täljpo|ti|zist: der; -en; -en weibl.
Mi|liJtjir|po|li|zi|stin —* Mi|li|tär|po|li|-
z/s|tin: die; - ; -nen Militärangehöri¬
ge^) mit Polizeiaufgaben »Als Mili-
759
Militärputsch
tärpolizist hat er Straftaten innerhalb
der Truppe aufzukl'ären.«
Mi|li|tär|putsch: der; -(e)s; -e <Pol.> von
Angehörigen des Militärs durchge¬
führter Staatsstreich
Mi|li|tär|re|gie|rung: die; - ; -en 1 von ei¬
ner Besatzungsmacht eingesetzte, aus
Militärangehörigen bestehende Ver¬
waltungsmacht »Er richtete seinen
Antrag an die alliierte Militär¬
regierung.« 2 von Militärangehörigen
eines Landes gebildete Staatsführung
»Früher herrschte in fast allen Län¬
dern Südamerikas eine Militärregie¬
rung.«
Mi|li|tär|re|gime: das; -s; - u. -s Herr¬
schaft einer aus Militärangehörigen
bestehenden Führungsschicht »Viele
kämpften aus dem Untergrund gegen
das Militärregime.« ■
Mi|li|ta|ry: <lat.-gr.-engl.> /militeri/ die;
- ; -s <Reitsport> (Wettbewerb im)
Vielseitigkeitsreiten, bestehend aus
Dressur, Jagdspringen u. Geländeritt
Mi|Mz: data die; - ; -en 1 im Kriegsfall
einberufene Truppen »Die Miliz griff
erst spät in den Krieg ein.« 2 Streit¬
kräfte der Schweiz »Die Miliz befand
sich sehr lange nicht im Krieg.« 3 para¬
militärische Gruppen der Polizei o. ä.
Nach der Wende wurden die Milizen
aufgelöst.« 4 [veralt.] Heer
Milk: Abk. 1 Milliarde(n) (1 Mill. =
1000 Millionen) 2 a) Millionär(in) b)
Millionen)
Mil|li|am|pere: data das; -(e)s; - <Phy¬
sik; Technik) ein Tausendstel Ampere
Mil|li|arjdär dat.-gr.-fra der; -s; -e weibl.
Mil|li|aijdä|rin: die; - ; -nen Person, die
eine od. mehrere Milliarden Einhei¬
ten (einer, der gültigen Währung sei¬
nes Heimatlandes) besitzt, als Eigen¬
tum hat
Mil|li|aijde: dat.-fra die; - ; -n tausend
Millionen (1000000000)
Mil|li|aid|stel —* Mil|li|ards|tel: das; -s;
- der milliardste Teil von etw.
miljli|ard|stel —» miljli^rds|tel: Bruch¬
zahl durch eine Milliarde geteilt; ei¬
nen Teil von einer Milliarde Teilen
betreffend »Diese Menge entspricht
einem milliardstel Anteil.«
Mil|ll|bar das; -s; -s (aber: 5 Millibar)
Luftdruckmaßeinheit
Milligramm: das; -(e)s; -e (aber: zwei
Milligramm) ein tausendstel Gramm
Mil|li|lj|ter der; -s; - ein tausendstel Li¬
ter »Dieser Meßbecher hat eine Eintei¬
lung in Millilitern.«
Mil|li|me|ter der u. das; -(e)s; - 1/10,
ein Zehntel eines Zentimeters, 1/1000
eines Meters umfassendes Längen¬
maß .
Mil|li|me|ter|ar|beit: die; - ; - sehr genau
u. präzise ausgeführte Arbeit »Das
Auto in diese Parklücke zu bekommen
war reinste Millimeterarbeit!«
mil|li|me|teijge|nau: Adj. n. stg. sehr ge¬
nau, auf den Millimeter passend »Der
Goldschmied führt millimetergenaue
Arbeit aus.«
Mil|li|mg|ter|pa|pieR das;-(e)s; - Papier,
das mit quadratmillimetergroßen Ka¬
ros bedruckt ist »Millimeterpapier ist
nötig für geometrische Zeichnungen.«
Mil|li|on: dat.-ita die; - ; -en siebenstelli¬
ge Zahl (1 000 000)
Mil|iio|när —» Mil|H|o|när: dat.-ita der;
-s; -e weibl. Mil|lio|nä|rin —*■ Mil|li|o|-
na|rin: die; ~ ; -nen Person, die eine
od. mehrere Millionen Einheiten (ei¬
ner, der gültigen Währung seines Hei¬
matlandes) besitzt, als Eigentum hat
Mil|lio|nen|au(|la|ge —* Mil|li|q|nen|-
auf[la|ge: die; - ; -n Buchauflage o. ä.
in Höhe von mindestens einer Million
Exemplaren »Die Neuerscheinung in
Millionenauflage war nach wenigen
Tagen vergriffen.«
Mil|lip|nen|auf|trag —*■ Mil|li|p|nen|auf|-
trag: der; -(e)s; -aufträge (Wirt.)
(Produktions-)Auftrag mit einem
Wert von mindestens einer Million
Einheiten einer Währung
Mil|lio|nen|be|trag —*■ Mil|li|ojnen|be|-
trag: der; -(e)s; -betrüge Geldbetrag
in Höhe von einer od. mehreren Mil¬
lionen »Bei dieser Unterschlagung ka¬
men Millionenbeträge zusammen.«
Mil|lio|nen|ding —* Mil|li|o|nen|ding:
das; -(e)s; -e u. -er [ugs.] Geschäft mit
Umsätzen, Erträgen von einer od.
mehreren Millionen (Einheiten einer
Währung) »Dieser Bankraub könnte
ein Millionending werden.«
mil|lio|nen|fach —» mil|li|o|nen(fach:
Adj. n. stg. mal eine Million genom¬
men; in Millionenhöhe; sehr oft
»Diese Zeitschrift erscheint millionen¬
fach.«
mil|lio|nen|mal —» auch Mil|li|o|nen
Mal: Adv. mit einer Million malge¬
nommen; sehr oft
mil|Kg|nen|achwer —*■ mil|li|o|nen|-
schwer: Adj. n. stg. [ugs.] eine Million
Einheiten einer Währung od. mehr
besitzend »Er hat eine millionenschwe¬
re Frau geheiratet.«
Mil|lio|nenjstadt —> Mil|li|o|nen|stadt:
die; - ; -Städte Stadt mit mehr als ei¬
ner Million Einwohnern »Die Millio¬
nenstädte werden durch den Zuzug
vom Land immer größer.«
Milz: die; - sekundäres Organ des
lymphatischen Systems hinter dem
Magen in der Nähe des Zwerchfells
Milz|brand: der; -(e)s; - <Med.> Infekti¬
on der Milz
MHzjriB —> MHz|riss: der; -risses; -risse
<Med.> Zerreißen der Milz »Durch die
Untersuchung im Krankenhaus konnte
ein Milzrißfestgestellt werden.«
mi|men: mimst; mimtest; hast gemimt
schauspielerisch darstellen; etw. Fal¬
sches Vortäuschen »Sie mimte die völ¬
lig Unwissende.«
Mi|me|se: <gr.-lata die; - ; -n <Zpol.)
Tarnung mancher Tierarten zur be¬
sonderen Anpassung an ihren Le¬
bensraum »Durch Mimese sind Heu¬
schrecken vor ihren Jägern geschützt.«
Mi|me|sis: <gr.-lata die; - ; Mimesen
[geh.] 1 <Rhetorik> a) Nachahmung
von Gebärden b) Nachahmung der
Rede einer anderen Person 2 <Kunst>
Nachahmung der Natur
mi|mejtisch: (gr.-lata Adj. n. stg. [geh.] 1
<Bio.> die Mimese betreffend, ihr zu¬
zuordnen »Manche Tiere haben eine
perfekte mimetische Tarnung.« 2
(Rhetorik) die Mimesis, Nachahmung
betreffend
Mi|mik: <gr.-lata die; - ; - Veränderung
der Gesichtszüge als Ausdruck für
Empfindungen usw.
Mj|mi|kry —* Mi|mi|k|ry: <gr.-lat.-engla
/mimikri/ die; - ; - (Bio.) 1 das Anneh¬
men von Farbe, Form eines für die ei¬
genen natürlichen Feinde gefährli¬
chen Tieres zum Schutz vor diesen
Feinden »Viele Tiere ohne wirksame
Waffen gegen ihre Feinde bedienen
sich der Mimikry.« 2 [geh.] Anpas¬
sung zwecks Verfolgung der eigenen
Interessen
mi|misch: Adj. n. stg. die Mimik betref¬
fend »Der Schauspieler ist für seine
mimische Darstellung berühmt.«
Mi|mo|se: die; - ; -n 1 gelb blühende, be¬
rührungsempfindliche Pflanze 2
(übertr.) überempfindlicher, (seelisch)
besonders leicht verletzbarer Mensch
mi|mp|sen|haft: Adj. mimosenhafter;
mimosenhafteste (seelisch) überemp-
Endlich »Sie ist wirklich mimosenhaft
u. weint beijeder Gelegenheit.«
min: Abk. Minute
Min.: Abk. 1 a) Mineral = natürlich ge¬
bildeter Stoff der Erdkruste; Gestein
b) Mineralogie = Wissenschaft von
der Zusammensetzung der Minera¬
lien u. Gesteine c) Mineraloge, Mine-
ralogin 2 Minimum = Mindestmaß;
kleinster Wert 3 a) Ministerium b)
Minister(in) 4 Ministerial... 5 Minu-
te(n)
min.: Abk. 1 mineralisch = aus Minera¬
lien entstanden, Mineralien enthal¬
tend 2 mineralogisch = die Wissen¬
schaft von der Zusammensetzung der
Mineralien u. Gesteine betreffend 3
minimal = sehr klein, wenig 4 mini¬
miert = verringert; verkleinert
mind.: Abk. mindestens
min|der: Adj. [geh.] weniger hoch, gerin¬
ger als Vergleichbares »Dieser Stoff
ist von minderer Qualität.«
m]n|der: Adv. <in Vergleichen) nicht so
sehr wie etw., jmd. »Er ist minder mu¬
sikalisch begabt als sein Vater.«
m]n|deijbe|gabt: Adj. n. stg. unbegabt;
nicht talentiert »Seine Kinder sind
minderbegabt u. haben Probleme in
der Schule.«
min|der|be|mit|telt: Adj. n. stg. a) über
geringe(re) finanzielle Mittel verfü¬
gend »Als Sozialhilfeempfängerin ist
sie minderbemittelt.« b) [ugs.; abwert.]
nicht sehr intelligent
Min|der|ein|nahjme: die; - ; -n Negativ-,
"differenz zu einer erwarteten Einnah¬
me, Geldsumme »Durch das schlechte
Wetter mußte der Wirt mit Minderein¬
nahmen rechnen.«
Min|der|heit: die; -; -en der kleinere Teil
einer Gesamtheit »Die Minderheit der
Bevölkerung ist mit der Regierung un¬
zufrieden.« Ant.: Mehrheit
Min|der|heits|re|gie|rung: die; - ; -en
<Pol.) Regierung, die von einer Min¬
derheit des Parlaments gebildet, ge¬
stützt wird »Bei den Wahlen gab es
keine deutliche Mehrheit, so wird eine
Minderheitsregierung gebildet.«
min|der|jäh|rig: Adj. n. stg. nicht er¬
wachsen u. nach den Gesetzen nicht
geschäftsfähig, nicht selbst für sein
Handeln verantwortlich, Ant.: voll¬
jährig
Min|der|jäh|ri|ge: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein *Minderjähri¬
ger; eine Minderjährige; zwei Minder¬
jährige) noch nicht volljährige Person
760
Minimierung
Min|dert|äh|rig|keit die; - ; - Zustand,
Älter vor der Volljährigkeit »In
Deutschland endet die Minderjährig¬
keit mit dem vollendeten 18. Lebens¬
jahr.«
min|dern: minderst; mindertest; hast ge¬
mindert geringer machen; vermin¬
dern; verkleinern »Dieser Fleck min¬
dert den Wert des Bildes.«
Mjn|de|rung: die; -; -en Abnahme; Ver¬
ringerung von etw. »Von diesem Me¬
dikament erhofft er eine Minderung
seiner Schmerzen.«
min|derjwer|tig: Adj. von niedrigem
Wert; von schlechter Qualität »Dieses
Produkt ist zwar billig, aber minder¬
wertig.«
M|n|derjwer|tig|lteit: die; ~ ; - mindere,
qualitativ schlechte Beschaffenheit
»Beim Vergleich fallt die Minderwer¬
tigkeit dieser Ware auf.«
Min|derjweiitig|keits|ge|fühl: das;
-fe)s; -e (Psychologie) Gefühl der
Unterlegenheit »Durch ihre Minder¬
wertigkeitsgefühle hat sie ernsthafte
Probleme.«
Min|der|weittig|keits|kom|plex —>
Min|der|wer|tig|keits|komfp|lex: der;
-es; -e (Psychologie) Komplex, psy¬
chische Störung, der/die durch Min¬
derwertigkeitsgefühle hervorgerufen
wird »Der Psychiater sucht nach einer
Erklärung für ihre Minderwertigkeits¬
komplexe.«
Min|der|zahl: die; - ; - a) <Sport> Unter¬
zahl; geringere Mannschaftsgröße
»Die Mannschaft spielte in der Min¬
derzahl.« b) [ugs.] Minderheit einer
Personengruppe
Min|dest|ab|stand: der; -(e)s; -abstände
räumlicher Abstand, der eingehalten
werden muß »Das Unterschreiten des
Mindestabstandes kostet eine Geldbu¬
ße.«
Min|dest|ai|ter; das; -s; - bestimmtes Al¬
ter, das mindestens nachgewiesen
werden muß; geringstes Alter, das
man für eine Tätigkeit haben muß
»Das Mindestalter für diesen Kinofilm
beträgt zwölf Jahre.«
Min|dest|an|foiide|rung: die; - ; -en An¬
forderung, der mindestens entspro¬
chen werden muß; geringste Fähig¬
keiten o. ä., die man für etw. nachwei¬
sen, haben muß
m|n|deste —» min|des|te: Adj. n. stg. 1
das geringste Maß seiend 2 nicht im
mindesten —* nicht im Mindesten:
gar nicht; kein bißchen »Das Gerede
stört mich nicht im mindesten.« 3 zum
mindesten —* zum Mindesten: we¬
nigstens »Du hättest dich zum minde¬
sten für dein Verhalten entschuldigen
sollen.«
min|de|stens —* min(des|tens: Adv. a)
nicht weniger als ein bestimmtes Maß
b) in jedem Fall »Sie müssen minde¬
stens drei Wochen warten.«
Mjn)dest|gejbot: das; -(e)s; -e niedrig¬
stes mögliches Gebot auf einer Ver¬
steigerung
Min|destfge|schwin|dlg|keit: die; - ; -en
niedrigste erlaubte, mögliche Ge¬
schwindigkeit »Die Mindestgeschwin-
■ digkeit für die linke Autobahnspur be¬
trägt auf dieser Strecke 60 km/h.«
Min|destjgrö|Be: die; - ; -n geringste
Größe, Höhe, die etw., jmd. für etw.
aufweisen muß
Min|dest|halt|baifkeits|dattum: das; -s;
-daten Datum(saufdruck) auf Le¬
bensmittelpackungen, das/der den
Ablauf der Qualitätsgarantie angibt
Min|dest|lohn: der; -(e)s; -löhne <Wirt.>
niedrigster Lohn, der vom Arbeitge¬
ber (für eine Tätigkeit) gezahlt wer¬
den muß »Die Unterschreitung des
Mindestlohns halte ich für Ausbeu¬
tung.«
Min|dest|maS: das; -es; -e geringste
mögliche Größe; geringstes zugelas¬
senes Maß »Die Kugeln müssen ein
Mindestmaß aufweisen, um im Kugel¬
lager verwendet werden zu können. ♦
Für das Zusammenleben ist ein Min¬
destmaß an Rücksichtnahme erforder¬
lich.«
Mj|ne: dat.-fro die; - ; -n 1 Bergwerk;
unterirdischer Gang 2 Schreibeinlage
in einem Bleistift, Kugelschreiber o.
ä. 3 Sprengkörper
Mj|nen|ar|bei|ten der; -s; - Arbeiter,
der unter Tage in einer Mine beschäf¬
tigt ist
Mi|nen|feld: das; -(e)s: -er Fläche, in
der Minensprengkörper verborgen
sind
Mi|ne|ral: dato das; -(e)s; -e u. -ien
fmineralFn/ a) anorganischer Stoff
der Erde b) Schmuckstein
Mi|ne|ral|bad: das; -(e)s; -bädera) Kur¬
ort mit heilendem Mineralwasser »In
einem Mineralbad könnte dein Rheu¬
ma auskuriert werden.« b) heilendes,
mit Mineralien angereichertes Bade¬
wasser
Mi|ne|ral|brun|nen: der; -s; - Minerale
enthaltendes Quellwasser »Das Was¬
ser aus dem Mineralbrunnen ent¬
schlackt den ganzen Körper.«
mi|ne|ra|lisch: Adj. n. stg. <Bio.;
Chemie) 1 aus Mineralien 2 mit Mine¬
ralien »Dieses Lebensmittel enthält
auch mineralische Bestandteile.«
mi|ne|ra|li|s]e|ren: mineralisierst; mine-
ralisiertest; hast mineralisiert <Bio.;
Chemie) 1 die Bildung eines Minerals
bewirken 2 Mineral werden »Durch
diesen chemischen Prozeß minerali¬
siert die Flüssigkeit.«
Mi|ne|ral(öl: das; -(ejs; -e (Chemie) 1
Erdöl »In der Nordsee gibt es
Mineralölvorkommen.« 2 Gemisch,
das durch die Destillierung von Erdöl
entsteht
Mi|ne|ral|öl|ge|sell|schaft: die; - ; -en
(Wirt.) Gesellschaft, die mit Mineral¬
ölen handelt »Den Mineralölgesell¬
schaften wird Umweltverschmutzung
vorgeworfen.«
Mi|ne|ral|öl|in|du|strie —> Mi|ne|ral|öl|-
in|du[s|t|rie: die; - ; -n (Wirt.) Zweig
der Industrie, der sich mit Mineralöl¬
verarbeitung u. -handel befaßt »Die
Mineralölindustrie sorgt für den Nach¬
schub an Benzin.«
Mi|ne|ral|öl|steu|er: die; ~ ; -n Steuer,
die bei Produktion od. Verkauf von
Mineralölen erhoben wird »Der Ver¬
braucher zahlt beim Tanken Mineral¬
ölsteuer.«
Mi|ne|ral|quel|le: die; - ; -n Heilquelle
mit Mineralwasser »Das Wasser der
Mineralquelle enthält Sauerstoff u.
Kohlenstoff.«
Mi|ne|ral|salz: das; -es; -e Salz, das so¬
wohl natürlich vorkommt als auch
künstlich erzeugt werden kann »Mi¬
neralsalze sind wichtige Bestandteile
der Nahrung.«
Mi|ne|rallstoff: der; -(e)s; -e Stoff, Salz,
der/das sowohl natürlich vorkommt
als auch künstlich erzeugt' werden
kann
Mi|ne|rai|was|ser: das; -s; - u. -wässer
(Glas, Flasche) Wasser aus einer Mi¬
neralien enthaltenden Quelle
Mi|ne|stro|ne —> Mijne|s(t|rc>|ne: <it.>
die; - ; -n italienische Gemüsesuppe
mit Reis
Mi|ni: dat.-fr.-it.-engh der; -s; -s (Mode)
sehrkurze(s)(r) Kleid, Rock
mijni: <lat.-fr.-it.-engh Adj. n. stg.; n.
dekl. (Mode> sehr kurz
mi|ni-/Mi|ni-: dat.-it.t Wortbildungsele¬
ment sehr klein; kurz »Minigebäude ♦
Minipartei • Minirock« Ant.: maxi-/
Maxi-
Mifniaftur—> Mi|ni|a)tUR <lat.-it.>die; - ;
-en 1 verkleinerte, kleinere Ausgabe
von etw. »Diese Miniaturen aus Por¬
zellan sind sehr gelungen.« 2 Bild, das
eine alte Handschrift illustriert »Die
Miniaturen in diesem Werk sind sehr
liebevoll gestaltet.«
Mi|nia|tuijaus|ga|be —> Mi|mja|tuii-
aus|ga|be: die; - ; -n sehr kleine Fas¬
sung, Ausprägung, Ausgabe »Die Bi¬
bel gibt es auch als Miniaturausgabe.«
Mi]ni|golf: das; -(e)s; - verkleinerte, auf
einem kleineren Platz mit (Beton-)
Bahnen gespielte Version des Golf¬
spiels, bei der ein Ball mittels eines
Schlägers mit möglichst wenigen
Schlägen in ein Loch gebracht werden
muß
Mifmjkleid: das; -(e)s; -er (Mode> sehr
kurzes Kleid »Minikleider sind diesen
Sommer sehr in Mode.«
Mj]ni|ma: dat.y die; - ; -e /minimä/ u.
Minimen (Musik) kleiner Notenwert
mi|ni|mal: Adj. sehr klein; sehr wenig
»Eine minimale Abweichung ist nor¬
mal.« Ant.: maximal
Mi|ni|mal art—* Mi|ni|mal|art/Mi|ni|mal
Art: dat.-amerik.> /minim'I anf die; ~ ;
- (Kunst) amerikanische Kunstrich¬
tung, die ihre Formen aufsehr einfa¬
che Grundelemente beschränkt »Die
Minimal art verzichtet auf alles Über¬
flüssige.«
mi)ni|ma|li|slejren: minitnalisierst; mini-
malisiertest; hast minimalisiert verrin¬
gern, vereinfachen »Er minimalisiert
die mathematische Gleichung.«
Mi|ni|mal|wert: der; -(e)s; -e kleinst-
mögiicher Wert »Die Belastung durch
Schadstoffe muß auf einen Minimal¬
wertgebracht werden.«
mi|ni|mje|ren: minimierst; minimiertest;
hast minimiert 1 auf das niedrigst-
mögliche Niveau, auf einen niedrige¬
ren Wert bringen »Wir müssen das Ri¬
siko minimieren.« 2 (Math.) auf den
niedrigsten Wert bringen
Mi[ni|mie|rung: die; - ; -en Verringe¬
rung, Verkleinerung (auf das geringst¬
mögliche Maß) »Durch Minimierung
der Kosten sollen Schulden abgebaut
werden.«
-761
Minimode
Mi|ni[mo|de: die; - ; - <Kleidung> Mode,
die kurze Rock- u. Kleidlängen vor¬
schreibt
Mi|ni|mum: dato das; -s; Minima Min¬
destmaß; kleinster Wert; unterer Ex¬
tremwert; nicht weniger als ein be¬
stimmter Wert »Ich brauche zum Le¬
ben 1000 DM; das ist das Minimum.«
Ant.: Maximum
Mi|ni|pil|le: die; - ; -n <Med.> [ugs.] mit
relativ wenigen hormonellen Wirk¬
stoffen ausgestattetefs) Medikament,
Tabletten zur Schwangerschaftsver¬
hütung
MjJni|roclc der; -(e)s; -rocke sehr kur¬
zer, (erheblich) über dem Knie enden¬
der Rock
Mi|nj|ster —» Mi|nis|ter dat.-fro der; -s;
• weibl. Mi|ni|st«|rin —> Mi|nis|te|rin;
die; -; -nen Mitglied einer Regierung,
das eine oberste Behörde, ein Mini¬
sterium leitet »Der Umweltminister
wurde in seinem Amt bestätigt.«
Mi|ni|ster|amt —*■ Mi|nis|terlamt: das;
-(e)s; -ämter <Pol.> Amt, Würde u.
Aufgabenbereich eines Ministers
»Nach den nächsten Wahlen bekommt
der Staatssekretär ein Ministeramt.«
mijni|ste|ri|al —> mi|nis|te|ri|al: Adj. n.
stg. 1 zum Ministerium gehörig, ihm
zuzuordnen 2 von einem Ministerium
ausgehend »Diese Weisung ist mini-
sterial erfolgt.«
mi|ni|ste|ri|ell —» mi|nis|te|ri|ell: Adj. n.
stg. von einem Minister kommend
»Dies sind ministerielle Anordnun¬
gen.«
Mi|ni|ste|ri|um —> Mi|nis|te|ri|um: dat.-
fro das; -s; Ministerien jminißterPnj a)
von einem Minister geleitete, oberste,
hohe staatliche Behörde, Verwal¬
tungseinheit für eine Fachgebiet b)
Gebäude, in dem ein Ministerium (a)
untergebracht ist
Mi)ni|steriprä|si|dent —> Mi|nis|ter -
prä|si|dent der; -en; -en weibl. Mi|n| •
sterjprä|si|den|tin —»• Mi|nis(ter)prä -
si|den|tin: die; - ; -nen <Pol.> 1 Vorsit-
zende(r) einer Regierung »Der franzö¬
sische Ministerpräsident macht einen
Staatsbesuch.« 2 (Deutschland) Re-
gierungschef(in) eines Bundeslandes
Mi|ni|sterjrat —> Mi|nis|ter|rat der;
-(e)s; -räte <Pol.> (offizielle Bezeich¬
nung für die) Regierung in verschie¬
denen Staaten
Mi|ni|ster|ses|sel —* Mi|njs|ter]ses|sefc
der; -s; - [ugs.] Amt des Ministers/
der Ministerin »Der Ministersessel ist
noch nicht wieder besetzt.«
mi|ni|stra|bel —> mi|ni|s(t|ra|bel: dat.-
fro Adj. minislrabler; ministrabeiste
(Pol.» [geh.] in der Lage, dazu geeig¬
net, Ministerin) zu werden »Durch
seine neuerworbenen Qualifikationen
ist er minislrabler geworden.«
Mi|ni|strant —> Mi|ni|s|t|rant dato der;
-en; -en weibl. Mi|ni|stran(tin —» Mi[-
ni|s|t]ran|tin: die; - ; -nen <kath. Kir¬
che» meist jugendliche(r) Helfer(in),
Meßdiener(in) des Priesters bei einer
katholischen Messe, einem Gottes¬
dienst
mi|ni[strie|ren —> mi|ni|s|t|rje|ren: mini-
strierst; ministriertest; hast ministriert
<kath. Kirche» das Ministranten-,
Meßdieneramt ausüben
Minfna: die; - ; -s 1 weiblicher Vorname
2 [ugs.; scherzh.] Hausangestellte in
einem herrschaftlichen Haushalt 3
grüne Minna: Polizeifahrzeug, mit
dem mehrere Häftlinge o. ä. transpor-
. tiert werden können
Min|ne: die; -; -1 <hist.» Liebe eines mit¬
telalterlichen Ritters zu einer meist
verheirateten Frau »Die Minne blieb
meistens eine unerfüllte Liebe.« 2 (Li-
teraturwisso mittelalterliche (dichte¬
rische) Bewegung, Form der Liebes-
dichtung, Lebensgestaltung, die die
unerfüllte, unerfüllbare Liebe zu hö¬
hergestellten Frauen zum Thema
hatte
Min|ne|lied: das; -(ejs; -er (Literatur-
wiss.» mittelalterliche(r)(s) Komposi¬
tion, Gesang, Gedicht zur Verherrli¬
chung, Liebeserklärung an eine (hö¬
hergestellte, für den Sänger nicht er¬
reichbare) Frau
Min|ne|sang: der; -(e)s; - (Literatur-
wiss.» mittelalterliche Liebeslyrik
Min|ne(sän|ger: der; -s; - Dichter, der
mittelalterliche Liebesgedichte ver¬
faßte (u. vortrug) »Die Minnesänger
waren an jedem Hof willkommen.«
Mi|no|rljtät: dat.-fro die; ~ ; -en Minder¬
heit hinsichtlich des gesellschaftlichen
Status od. der vertretenen Meinung
»Der Schutz der Minoritäten ist eine
wichtige Aufgabe in einer Demokra¬
tie.« Ant.: Majorität
Milnoltaulrus: <gro der; - ; - (Mytholo¬
gie» Ungeheuer aus der griechischen
Sage »Der Minotaurus wird halb als
Mensch, halb als Stier dargestellt.«
Mi|nu|end: dato der; -en; -en (Math.»
Zahl, von der eine andere abgezogen
wird
Mi|nus: dato das; - ; - 1 (Wirt.» a) Fehl¬
betrag »Wir haben ein Minus in der
Kasse.« b) niedrigerer Betrag als an¬
genommen, zuvor erzielt »Die Rech¬
nung ergibt ein Minus an Einnahmen.«
2 Mangel, Nachteil »Die unfreundli¬
che Bedienung ist ein Minus für dieses
Geschäft.«
mi|nus: dato I Adv. 1 kennzeichnet eine
Zahl mit negativem Wert; Zahl unter
Null »Die Temperatur beträgt minus
6° C, 6 Grad unter Null.« 2 in der Lei¬
stungsbewertung auf der Notenskala
etw. schlechter als die genannte Note
»Auf dem Zeugnis hatte er in Deutsch
eine 2 minus.« 3 negative elektrische
Ladung; Elektrode II Konj. weniger;
von einem bestimmten Wert abzuzie¬
hen »Sieben minus vier ergibt drei.« III
Präp. mit Gen. (Substantive ohne Art.
od. ohne adjektivisches Attribut blei¬
ben im Singular ungebeugt, im Plural
stehen sie im Dat.) Verminderung um
einen bestimmten Wert »Minus aller
Abzüge bleiben mir noch 1000 DM
zum Leben.«
Mi|nus|be|trag: der; -(ejs; -betröge 1
(Wirt.» Fehlbetrag »Der Minusbetrag
in der Endabrechnung ist sehr hoch.« 2
(Math.» negative Zahl (als Ergebnis
einer Rechnung)
Mi|nus|kel: dato die; - ; -n klein ge¬
schriebener Buchstabe »Er benutzt
entgegen den Regeln der Rechtschrei¬
bung fast ausschließlich Minuskeln.«
Ant.: Majuskel
Mi[nus|ke(|schrift: die; - ; -en Schrift
ohne Großbuchstaben »Manche
Dichter der Moderne veröffentlichen
ihre Werke in Minuskelschrift.«
Mj|nus|pol: der; -(ejs; -e (Physik» nega¬
tiv geladener Pol »Der Minuspol ist
das Gegenstück zum Pluspol.«
Mi|nus|punkt: der; -(ejs; -e negativer
Punkt bei der Bewertung von Lei¬
stungen »Sein Verhalten bringt ihm
Minuspunkte ein.«
Mj|nus|zei|chen: das; -s; - (Math.» waa¬
gerechter Strich als Symbol für die
Substraktion »Negative Zahlen wer¬
den durch das Minuszeichen mar¬
kiert.«
Mi|nütjchen: das; -s; - [ugs.; oft iron.]
Verkleinerungsform von Minute
»Fünf Minütchen warte ich noch, dann
gehe ich.«
Mijn^Jte: dato die; - ; -n 1 Einheit der
Zeit von 60 Sekunden »60 Minuten
sind eine Stunde.« 2 auf die Minute:
ganz pünktlich »Es waren auf die Mi¬
nute exakt zwei Stunden.« 3 in letzter
Minute: im letzten Moment »In letzter
Minute fiel ihr ein, daß sie den Paß ver¬
gessen hatte.«
mi|nu]ten|lang: Adj. n. stg. von der Län¬
ge einer od. mehrerer Minuten; für
Minuten andauernd
Mi|ny|ten|zei|ger: der; -s; - längerer
Zeiger der Uhr, der die Minuten an¬
zeigt
mi|nu|ti|ös/mi|nu|zi|ös: dat.-fro Adj. mi¬
nutiöser /minuziöser; minutiöseste (mi¬
nuziöseste sehr genau (nachvollzo¬
gen) »Ergab uns eine minuziöse Schil¬
derung des Geschehens.«
mi|nüt|lich: Adj. n. stg. a) jede Minute
geschehend »Das Vogeljunge verlangt
minütlich nach Nahrung.« b) [ugs.] je¬
de Minute einsetzend, zu erwarten
mi|nu|zi|ös/mi|nu|ti|ös: dat.-fro Adj. mi-
nuziöser/minutiöser; minuziöseste/mi-
nutiöseste sehr genau (nachvollzogen)
Mjn|ze: die; - ; -n Pflanze, deren ätheri¬
schen Öle zu Heilzwecken verwendet
werden
Mio.: Abk. Millionen)
Mio|zän —> Mi|o|zän: tgr.-lato das; -s; -
(Geologie» älteste Stufe des Jungter¬
tiärs »Diese Gesteinsschicht datiert
auf das Miozän.«
Mi|ra|bel|le: <fro die; - ; -n kleine, gelbe,
zu den Pflaumen gehörende Stein¬
frucht
Mi|ra|kel: dato das; -s; - [geh.] Wunder
»Der Glaube an ein Mirakel stärkt
sie.«
Mis|an|drje —> Mi|s|an|d|rie: <gro die;
• ; - (Psychologie; Med.» starker Haß
von Frauen gegenüber Männern »Ih¬
re Misandrie fuhrt zu Wahnvorstellun¬
gen.«
Mis|an|thrgp —> Mi|s|an|throp: <gro
der; -en; -en weibl. Mis|an|thro|pin
—» Mi|s(an|thrpjpjn: die; - ; -nen
[geh.] Menschenhasser(in); Men¬
schenfeinden)
Mis|an|thro|pie —» Mi|s|an|thro|pje:
<gro die; - ; - Menschenhaß; Men¬
schenfeindlichkeit »Seine Misanthro-
pie läßt ihn völlig vereinsamen.«
misch|ban Adj. n. stg. mit anderen Din¬
gen vermengbar »Die Grundfarben
sind untereinander mischbar.«
762
mißglücken
Misch|bat|te|rie: die; - ; -n Gerät, Vor¬
richtung, Armatur, die die Vermen¬
gung kalten u. erhitzten Wassers er¬
möglicht, bevor das Wasser aus ei¬
nem Wasserhahn fließt
Misch|brot: das; ~(e)s; -e Brot, dessen
Mehl aus mindestens zwei verschiede¬
nen Getreidesorten stammt
Misch|etie —» Misch|e|he: die; - ; -n
Ehe zwischen Angehörigen verschie¬
dener Religionsgemeinschaften od.
anderer Kulturgruppen, Hautfarben
»Die Zahl der Mischehen ist in den
letzten Jahren beträchtlich gestiegen.«
mijschen: mischst; mischtest; hast ge¬
mischt 1 Verschiedenes zusammen¬
bringen, so daß eine Einheit entsteht
»Bei Cocktails werden verschiedene al¬
koholische u. nichtalkoholische Flüs¬
sigkeiten gemischt.« 2 die bestehende
Reihenfolge ändern »Du mischst die
( Spiel-) Karten!«
Mjjscher: der; -s; ~ weibl. Mi|sche|rin:
die; - ; -nen 1 Person, die etw. mischt
»Der Mischer gibt das Wasser zum
Zement.« 2 nur männliche Form Ma¬
schine zum Mischen von Baustoffen
misch|erjbig: Adj. n. stg. <Bio.> Erbanla¬
gen betreffend, besitzend, die durch
Artkreuzung verändert wurden
Misch|ge|we|be: das; -s; - Stoff, der
aus unterschiedlichen Fasern, einem
Garngemisch gewebt wird
Misch|kost: die; - ; - <Emährung> Spei¬
senkombination, die sich aus tieri¬
schen u. pflanzlichen Bestandteilen
zusammensetzt »Vegetarier lehnen
Mischkost ab.«
Misch|ling: der; -s; -e 1 Kreuzung zwi¬
schen zwei (Hunde-)Rassen »Er ist
ein Mischling zwischen Pudel u.
Rauhhaardackel.« 2 [abwert.] Sohn
od. Tochter von Eltern verschiedener
Hautfarben
M|sch|masch: der; -(e)s; -e [ugs.; meist
abwert.] Durcheinander; undifferen¬
zierte Mischung »Dieses Kleid ist ein
Mischmasch aus Farben.«
Mischfpult: das; -(e)s; -e <Technik>
Schaltpult, an dem verschiedene
Klänge zu einem Ganzen zusammen¬
gefügt werden
Misch|ras|se: die; - ; -n <Bio.> Rasse, die
aus einer Kreuzung entsteht
Misch|spra|che: die; - ; -n <Sprachwiss.>
Sprache, die Elemente aus mehreren
Sprachen od. Dialekten enthält
Mischung: die; - ; -en Menge, Zusam¬
menstellung, die aus mehreren Be¬
standteilen besteht »Die Mischung
aus schneller u. langsamer Mitsik kam
beim Publikum gut an.«
Mi|schungs|ver|hält|nis: das; -ses; -se
Art der Kombination der einzelnen
Bestandteile einer Mischung »Dieser
Kaffee ist viel zu bitter, das Mi¬
schungsverhältnis stimmt nicht.«
Misch|wald: der; -(e)s; -wälder aus
Laub- u. Nadelbäumen bestehender
Wald »Das Mittelgebirge ist zu großen
Teilen mit Mischwald bewachsen.«
mi|se|ra|bel: <lat.-fr.> Adj. miserabler;
miserabelste äußerst schlecht »Ich
fühle mich miserabel.«
Mi|se|re: <lat.-fr.> die; - ; -n schlechte,
unangenehme, beklagenswerte Situa¬
tion » Wir müssen einen Weg aus die¬
ser Misere finden!«
Mi|se|re|re: <lat.> das; -s; - 1 <Religion>
Bußpsalm in der Bibel »Der Pfarrer
stimmte das Miserere an.« 2 <Med.>
Koterbrechen »Durch Darmverschluß
bekam der Patient einen Anfall von
Miserere.«
Mis|pel: <gr.-lat.> die; - ; -n Obstbaum
aus der Familie der Rosengewächse
miß-/Miß- —» miss-/Miss-: Wortbil¬
dungselement; teilweise betont; nicht
trennbar a) das Gegenteil des im Ba¬
siswort Ausgedrückten (tun) mi߬
billigen • Mißvergnügen ♦ mißver¬
gnügt« b) das im Basiswort Ausge¬
drückte falsch tun »mißverstehen •
Mißmanagment«
Miss/Miß —* Miss: <lat.-fr.-engl.> die;
- ; Misses 1 englische Anrede für jun¬
ge, unverheiratete Frau 2 a) Titel für
die Gewinnerin eines Wettbewerbs
»Heute findet die Wahl der Miss Ger-
many statt.« b) Trägerin des Titels
Miss »Sie ist Miss Germany.«
Mis|sa: dato die; - ; -e /missä/ kirchliche
Bezeichnung für Messe »Der Bischof
zelebriert die Missa solemnis, das fei¬
erliche Hochamt.«
miß|ach|ten —* miss|ach|ten: mißach¬
test; mißachtetest; hast mißachtet
—»alle Formen mit ss<— 1 nicht be¬
achten, befolgen »Er hat ein Gesetz
mißachtet.« 2 jmdn. verachten, ge¬
ringschätzen »Er mißachtet seine El¬
tern.«
Miß|ach|tung —» Mjss|ach|tung: die; •;
-en (PI. s.) 1 Hinwegsetzung über
eine Weisung, Nichtbeachtung von
einem Verbot o. ä. »Die Mißachtung
des Tempolimits wird mit einer Geld¬
strafe geahndet.« 2 <übertr.> Ableh¬
nung »jmdm. seine Mißachtung zei¬
gen«
Miß|be|ha|gen—> Miss|be|ha|gen: das;
-s; - unbehagliches Gefühl »Von An¬
fang empfand sie ihm gegenüber ein
Mißbehagen.«
m|ß|be|ha|gen —» miss|be|ha|gen:
mißbehagt; mißbehagte; hat
mißbehagt —»alle Formen mit ss<—
[geh.] nicht gefallen »Diese Situation
mißbehagte mir sehr.«
Miß|bil|dung —» Miss|bil|dung: die; - ;
-en Abweichung von der Norm in be¬
zug auf Bau, Gestalt von einem Kör¬
perteil (äußerlich sichtbar) od. eines
Körperorgans »Das Kind hat eine
Mißbildung an der Hand, es hat nur
drei Finger.«
miß|bil|li|gen/miß|b]l|li|gen —» miss|-
bil|li|gen: mißbilligst; mißbilligtest;
hast mißbilligt —»alle Formen mit
ss<— gegen etw. Stellung beziehen u.
es nicht gutheißen; sein Mißfallen in
einem Tadel ausdrücken »Ich mißbil¬
lige dieses Vorgehen.«
MiB|brauch —* Mjss|brauch: auclxder;
-(e)s; -brauche Benutzung von etw.,
jmdm. zu einem nicht vorgesehenen,
nicht gutzuheißenden Zweck »Das ist
Amtsmißbrauch! • Der Mißbrauch von
Drogen nimmt immer mehr zu.«
mißlbraulchen —> miss|brau|chen: au-
chonmißbrauchst; mißbrauchtest; hast
mißbraucht —»alle Formen mit
ss<— 1 [geh.] etw. übertrieben oft
(zum eigenen Schaden) gebrauchen 2
etw. falsch od. unerlaubt gebrauchen
Sie mißbrauchte ihre Macht.« 3 [geh.]
vergewaltigen »Er hat mehrere Kinder
mißbraucht.«
miß|bräuch|lich —» miss|bräuch|lich:
Adj. n. stg. unerlaubt; zum falschen
Zweck »Die mißbräuchliche Nutzung
dieser Maschine wird bestraft.«
miß|deu|ten —* miss|deu|ten: mißdeu¬
test; mißdeutetest; hast mißdeutet
—»alle Formen mit ss<— [geh.]
falsch auslegen »Sie hat die Situation
mißdeutet.«
mis|sen: mißt; mißtest; hast gemißt
—»alle Formen mit ss<— a) [veralt.]
entbehren b) fast nur noch in der
Wendung jmd. möchte etw., jmdn.
nicht (mehr) missen: jmd. möchte auf
etw., jmdn. nicht (mehr) verzichten
»Ich möchte mein Auto nicht missen.«
Miß|er|folg —» Miss|er|folg: der; -(e)s;
~-e negatives Ergebnis; Fehlschlag ei¬
nes Versuchs, Vorhabens
Miß|ern|te —* Miss|ern|te: die; - ; -n
<Landwirt.> sehr schlechte, ertrags¬
arme Ernte »Durch den Hagel wird es
eine Mißernte geben.«
miß|fal|len —> miss|fal|len: mißfällst;
mißfiel(e)st; hast mißfallen —»alle
Formen mit ss<— jmdm. nicht gefal¬
len, nicht Zusagen »Das Bild mißfällt
mir.«
Miß|fal|len —> Miss|fal|len: das; -s; -
Zustand des Nichteinverstandenseins
mit etw. od. jmdm. »Der neue Brun¬
nen erregte das Mißfallen vieler Bür¬
ger.«
Miß|fal|lens|äu|ße|rung —» Miss(fal|-
lens|äu|ße|rung: die; - ; -en deutliches
Zeigen von Nichtgefallen, Tadel
»Sein Beitrag erhielt laute Mißfallen¬
säußerungen aus dem Publikum.«
miß|ge|bil|det —* miss|ge|bil|det: Adj.
n. stg. <Med.> falsch, nicht vollständig
ausgebildet
Mißfge|burt —» Miss|ge|burt: die; - ;
-en 1 [ugs.] Lebewesen mit schweren
Behinderungen 2 Mißgeburt der
Hölle —» Missgeburt der Hölle: be¬
sonders bösartiger Mensch
miß|ge|launt —» miss|ge|launt: Adj.
mißgelaunter; mißgelaunteste —»alle
Formen mit ss<— schlechter Laune;
in emotional negativer Verfassung
»Nach dem Konzen sah man viele mi߬
gelaunte Gesichter, Menschen.«
Miß|ge|schick —» Miss|ge|schick: das;
-(e)s; -e Unglück,'das durch Unge¬
schicklichkeit hervorgerufen wird
»Mir ist ein kleines Mißgeschick pas¬
siert, die schöne Vase ist mir auf den
Boden gefallen.«
M|ß|ge|stalt —» Miss|ge|statt: die; - ;
-en [selten] a) sehr häßlicher Mensch
b) mißgestaltetes Lebewesen
miß|ge|stal|tet —*- miss|ge|staljtet:
Adj. von unnormalem Äußeren; mit
falsch ausgeprägtem (Körper-)Bau
miß|ge|stimmt —* miss|ge|stimmfa
Adj. mißgestimmter; mißgestimmteste
—»alle Formen mit ss<— [geh.]
schlecht gelaunt »Montagmorgens ist
er häufig mißgestimmt.«
miß|glücken (miß|glük|ken) —» miss|-
glüjcken: mißglückt; mißglückte; ist
mißglückt —»alle Formen mit ss<—
nicht nach Plan verlaufen; sich an¬
ders, zum Schlechten entwickeln;
mißlingen »Die Klassenarbeit ist völlig
mißglückt.«
763
mißgönnen
mißjgön|nen —» miss|gön|nen: mi߬
gönnst; mißgönntest; hast mißgönnt
—»-alle Formen mit ss*— nicht wol¬
len, akzeptieren, daß jmd. etw. (ver¬
dient) hat »Sie mißgönnt mir die Be¬
förderung.« Ant.: gönnen
M]B|griff —* Missgriff: der; -(e)s; -e
falsch, fälschlich getroffene Auswahl
»Der Kauf dieses Toasters war ein
Mißgriff.« Syn.: Fehlgriff
M|B|gunst —» Mjssjgunst die; - ; -
"Neid auf etw., jmdn. »Erfolreichenge¬
genüber empfindet er Mißgunst.«
mi8|gün|stig —* miss|güns|tig: Adj.
jmdm. etw. nicht gönnend; gegen
jmdn. sprechend, intrigierend; nei¬
disch »Mit mißgünstigen Kollegen
kann man nicht effektiv arbeiten.«
miß|han|deln —» miss|han|deln: mi߬
handelst; mißhandeltest; hast mißhan¬
delt —>alle Formen mit ss*— jmdm.
od. einem Tier schwere körperliche
Schmerzen (oft verbunden mit sicht¬
baren Verletzungen) bereiten
Mis|sile: dat.-engb /missail/ das; -s; -s
"(Milit.) Rakete, Geschoß mit einer
Selbst- od. Fernsteuerung
Mis|si|on: dato die; - ; -en 1 o. PI. Ver¬
breitung einer religiösen Lehre 2 be¬
sonderer Auftrag »Er hatte eine wich¬
tige Mission zu erfüllen.«
Mis|sio|när —> Mis|si|o|nan dat.-fro
der; -s; -e weibl. Mis|sio|nä|rin —»
Mis|si|o|nä|rin: die; - ; -nen [österr.]
Missionaren)
Mis|sio|nar —» Mis|si|o|nar: dato der;
-s; -e weibl. Mis|sio|na|rin —* Mis|si|-
o|na|rin: die; - ; -nen (Religion) Per¬
son, die eine religiöse Überzeugung
an jmdn., Andersgläubige (in oftmals
unterentwickelten Ländern) weiterge¬
ben möchte, soll »Er ging als Missio¬
nar nach Ostafrika.«
mis|sio|na]risch —» mis|si|o|na|risch:
Adj. n. stg. (Religion) der Bekehrung
zum Christentum dienend »Sein mis¬
sionarischer Eifer ist bekannt.«
Mis|si|ons|sta|ti|on: die; - ; -en Ansied¬
lung, Station der kirchlichen Mission,
in der es eine Kirche, Schule, Kran¬
kenhaus gibt »Die Einheimischen er¬
bitten Hilfe in der Missionsstation.«
MiB|klang —»• Miss|klang: der; -(e)s;
-klänge 1 unharmonischer Klang
»Der Musikschüler fabriziert Mi߬
klänge auf seinem Instrument.« 2
<übertr.> Unstimmigkeiten »In ihrem
Gespräch klangen Mißklänge durch.«
MjB|kre|dit—>• Miss|kre|dit: der; -(e)s;
~-e schlechter Ruf; schlechtes Ansehen
mjß|lau|nig —» mjss|lau|nig; Adj. [geh.]
schlechter Laune »Bei großem Streß
ist sie mißlaunig.«
m[B|lich —* miss|lich: Adj. unange¬
nehm u. Schwierigkeiten bereitend
»Du hast mich in eine sehr mißliche Si¬
tuation gebracht.«
miß|lie|big —> miss|lie|big: Adj. [geh.]
nicht beliebt; gerne vermieden, um¬
gangen »Seine mißliebigen Auftritte
sind berüchtigt.«
miB|lin|gen —» miss|lin|gen: mißlingt;
mißlang; ist mißlungen —>alle For¬
men mit ss*—' nicht das gewünschte
Ergebnis erbringen, haben, Syn.: mi߬
glücken; fehlschlagen
MiB|mut—* Missjmut: der; -(ejs; - Un¬
mut, Verärgerung (wegen einer
Enttäuschung) »Sein Scheitern führte
zu einem tiefen Mißmut.«
mjB|muftig —» miss|mu|tig: Adj.
schlechter Laune u. wenig optimi¬
stisch »Er machte einen mißmutigen
Eindruck.«
miß|ra|ten —> miss|ra|ten: mißrät; mi߬
riet; ist mißraten —>alle Formen mit
ss*— nicht gelingen »Dieser Kuchen
ist mißraten.«
M18|stand —* Miss|stand: der; -(e)s;
-stände schlechter, unzulänglicher
Zustand »Die Mißstände in der Kran¬
kenversorgung müssen behoben wer¬
den.«
Miß|trau|en —» Miss|trau|en: das; -s; -
Gefühl, zu jmdm. od. etw. kein Ver¬
trauen, eine unsichere Einstellung zu
haben, etw. Böses od. Falsches bei
jmdm. zu vermuten, Ant.: Vertrauen
Mi8|trau|ens|an|trag —*■ Mjss|trau|-
ens|an|trag: der; -(ejs; -anträge <Pol.>
Antrag an ein Parlament, der Regie¬
rung od. einzelnen Regierungsmit-
gliedem das Vertrauen zu entziehen
»Dem Mißtrauensantrag der Oppositi¬
on wurde stattgegeben.«
MiB|trau|ens|vo|tum —» Miss|trau|-
"ens|vo|tum: das; -s; -voten <Pol., über¬
tragbar auch auf andere Gesell¬
schaftsbereiche) Beschluß, Aussage
einer Mehrheit der Parlamentsmit¬
glieder, daß sie der Regierung nicht
mehr vertraut u. daß diese zurücktre¬
ten soll »Die Opposition erhoffte sich
durch das Mißtrauensvotum einen Re¬
gierungswechsel.«
miß|trau|isch —> miss|trau|isch: Adj.
ohne Vertrauen, voller Zweifel an
etw., jmdm. »Sie ist eine mißtrauische
Person.«
MiB|ver|hält|nis —* Miss|ver|hält|nis:
das; -ses; -se nicht den Gegebenheiten
entsprechende Relation zwischen
zwei Dingen
miß|ver|ständ|lich —» mjss|ver|ständ|-
"lich: Adj. n. stg. nicht eindeutig »Er
hat eine mißverständliche Ausdrucks¬
weise.«
MiB|ver|ständ|nis —> Miss|ver|ständ|-
nis; das; -ses; -se eine Handlung od-
Aussage, die ohne böse Absicht von
Personen falsch ausgelegt u. somit
unterschiedlich verstanden wird »So
habe ich das nicht gemeint, das war ein
Mißverständnis.«
miß|verjste|hen —> miss|ver|ste|hen:
mißverstehst; mißverstand!ejst; hast
mißverstanden —*alle Formen mit
ss*— nicht richtig hören, verstehen;
falsch interpretieren »Er mißverstand
die Situation vollkommen.«
MiB|wahl —> Miss|wahl: die; - ; -en
"Schönheitswettbewerb od. Wettbe¬
werb hinsichtlich einer anderen Ei¬
genschaft für Frauen »Die Mädchen
treten zur Mißwahl an.«
MiB|wirt|schaft —> Miss|wirt|schaft:
die; ~ ; -en schlechtes Wirtschaften,
Haushalten mit den jmdm. zur Verfü¬
gung stehenden Gütern »Durch die
Mißwirtschaft geht viel Geld verlo¬
ren.«
Mist: der; -(ejs; - 1 <Tier> mit Kot u.
"Urin vermischtes Streugut »Mist aus
dem Stall räumen« 2 [ugs.; abwert.]
etw., was wertlos, schlecht, ohne Nut¬
zen ist »Du redest nur Mist! * Im Keller
hat sich Mist (= Gerümpel usw.j
angesammelt.« 3 a) Mist bauen: [ugs.]
einen Fehler begehen b) Mist
machen: [ugs.] Unsinn, Scherze trei¬
ben 4 Kleinvieh macht auch Mist:
auch Kleinigkeiten, kleine Beträge
sind wertvoll 5 (nicht) auf jmds. Mist
gewachsen sein: [ugs.] etw. ist
(nicht) von entsprechender Person ge¬
tan, erdacht, ausgearbeitet o. ä. wor¬
den
Mistbeet: das; -(ejs; -e Frühbeet »Die
Pflanzen im Mistbeet sind mit Pferde¬
mist bedeckt.«
Mi|stel —* Mis|tel: die; - ; -n Schmarot¬
zerpflanze an Bäumen »Misteln haben
weiße, kleine Früchte.«
MJjsteljzweig —» Mis|tel|zweig: der;
-(ejs; -e Zweig, kleiner Ast einer Mi¬
stel »Zur Weihnachtszeit darf man
sich unter dem Mistelzweig küssen.«
mi|sten —» mis|ten: mistest; mistetest;
hast gemistet 1 ausmisten; von Dung,
verschmutztem Stroh usw. befreien
»Du mußt den Stall misten.« 2 <Tier>
den Darm entleeren
Mj|ster —»• Misjter: tengb o. Art.; -s; -
mit dem Namen kombinierte engli¬
sche Anrede für einen Mann
mi|ste|rio|so —» mis|te|ri[p|so: dat.-iu
Adv. <Musik> geheimnisvoll »Dieses
Opernstück ist misterioso.«
Mist|fink: der; -(ejs; -en [meist abwert.]
"Person, die nicht sauber (angezogen)
ist, etw. nicht genügend putzt
Mistjfortke: die; - ; -n Heugabel zum
Ausmisten
Mjst|ga|bel: die; - ; -n Heugabel zum
"Misten
Mist|hau|fen: der; -s; - (Landwirt.) auf¬
gehäufter Mist mit Strohresten u. ä.,
der nach u. nach aus dem Stall ausge¬
mistet wurde »Der Misthaufen dampft
in der Kälte.«
Mist|hund: der; -(ejs; -e [ugs.] schäbig
handelnder, betrügerischer Mensch,
meist Mann »Der Misthund hat mir
großen Schaden zugefügt.«
mi|stig —* mis|tig: tengb Adj. 1 [see-
mannssprl.] neblig »Das Wetter auf
See ist mistig.« 2 [ugs.] dreckig
Mist|kä|fer: der; -s; - Käferart, die sich
von den Exkrementen anderer Tiere
ernährt
Mistjkerl: der; -(ejs; -e [ugs.] schlechter
"Mensch, Mann »Der Mistkerl hat
mich ausgeraubt.«
Mi|stral —» Mis|tjrah <lat.-fr.> der; -s; -
kalter Nordwestwind in Südfrank¬
reich »An der Mittelmeerküste weht
der Mistral.«
Mist[stück: das; -(ejs; -e [ugs.]
"Schimpfwort für einen bösen Men¬
schen
Mist|vieh: das; -s; -viecher [ugs.]
Schimpfwort für ein Tier od. einen
Menschen
Mistjwet|ter: das; -s; - [ugs.] schlechtes
"Wetter
mjt: I Adv. 1 ebenfalls; neben anderem
od. anderen »Die Lehre gehört mit zu
den Aufgaben.« 2 als abgelöster Be¬
standteil bei zusammengesetzten Ver¬
ben vor adverbialen Bestimmungen
»mithelfen: Kannst du heute mit bei
der Warenauszeichnung helfen?« 3 bei
Superlativen »Das ist mit das Wichtig¬
ste im Leben.« 4 elliptisch; Weglas-
764
Mitgliedskarte
sung eines Bestandteils des Verbs »mil¬
kommen: Nein, du darfst nicht mit.« II
Präp. mit Dal. 1 a) Ausdruck der Ge¬
genseitigkeit einer Handlung »mit
jmdm. diskutieren« b) Ausdruck der
Teilnahme an einem Vorgang »Ver-
kehrsunfallmit Kindern« c) Ausdruck
der Gemeinsamkeit »Er hat mit uns
Weihnachten gefeiert.« 2 a) Ausdruck
der Zugehörigkeit »Wohnung mit
Balkon« b) Ausdruck des Einbezo¬
genseins »Übernachtung mit Früh¬
stück kostet 50 DM.« 3 Inhaltsangabe
»Glas mit Aprikosenmarmelade« 4
Angabe eines (Hilfs-)Mittels o. ä.
Die Examensarbeit ist mit der Schreib¬
maschine geschrieben.« 5 Angabe der¬
Art u. Weise »mit hohem Fieber im
Bett liegen« 6 Zusammenfallen ver¬
schiedener Ereignisse »Mit der Geburt
ihres ersten Kindes hörte sie auf zu
arbeiten.« 7 von bestimmten Verben
gefordert »sich beschäftigen mit« II11
mit Personalpron. ersetzbar durch
>damit< »Das Auto ist neu. Mit ihm
( = damit) kann man schnell fahren.«
2 in Verbindung mit >was< ersetzbar
durch momiu »Mit was (= womit)
verdienst du deinen Lebensunterhalt?«
IV 1 mit ohne: [ugs.; scherzh.] ohne
»Den Kuchen mit ohne Sahne bitte.« 2
mit Abstand: im Vergleich mit etw.
od. jmdm. bei weitem besser, schnel¬
ler o. ä. »Er ist mit Abstand der Beste
in seinem Fach.« 3 mit Hilfe —» auch
mithilfe: durch
Mjt-: Wortbildungselement (+ Perso¬
nenbezeichnung) bezeichnet, daßjmd.
dasselbe ist, der ebenso etw. ist, eine
gleiche Stellung o. ä. hat »Mitbesitzer
♦ Mitschüler«
mit-: Wortbildungselement; betont;
trennbar 1 sich an einer Handlung be¬
teiligen »mitgehen ♦ mitarbeiten« 2
etw. gleichzeitig tun »mitschreiben«
Mjt|an|ge|klagjte: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Mitangeklag¬
ter; eine Mitangeklagte; zwei Mit¬
angeklagte) <Rechtsw.> Person, deren
Straftaten im gleichen Verfahren wie
die eines anderen Angeklagten abge¬
urteilt werden
Mit|ar|beifc die; - ; -1 Anteilnahme; Be¬
teiligung »Die Mitarbeit der Schüler
war heute gut.« 2 Arbeit in einer
Gruppe »Die Mitarbeit im Team
bringt für alle Überstunden mit sich.«
mit|ar|bei|ten: arbeitest mit; arbeitetest
mit; hast mitgearbeitet a) etw. (Geisti¬
ges) beitragen; sich beteiligen »Das
Kind arbeitet im Unterricht nicht mehr
mit.« b) sich an einer Sache durch Ar¬
beit beteiligen »Die Kunststudenten
arbeiten an der Ausstellung des Profes¬
sors mit.«
Mit|ar]bei|ter: der; -s; - weibl. Mjt|arj-
bei(te|rin: die; - ; -nen 1 Person, die
jmdn. bei einer beruflichen Tätigkeit
unterstützt; Person, die für eine ande¬
re Person, ein Unternehmen, Projekt
usw. arbeitet »Meine Mitarbeiter sind
sehr zuverlässig.« 2 Angehörige^) ei¬
ner Firma »Er arbeitet als freier Mit¬
arbeiter bei einer Agentur.«
mit)be|kom|men: bekommst mit; beka-
m(e)st mit; hast mitbekommen 1 beim
Weggehen erhalten »Die Ausflügler
bekommen Lunchpakete mit.« 2 a)
[ugs.] etw. hören »Es war so laut, ich
habe kaum etw. mitbekommen.« b)
etw. wahmehmen; an etw. teilhaben
» Vor Trauer hat eryon der Beerdigung
nichts mitbekommen.«
mit|bn|niit|zen: benutzt mit; benutztest
mit; hast mitbenutzt etw. mit mehre¬
ren gemeinsam, neben anderen nut¬
zen »Die Nachbarn benutzen den Ra¬
senmäher mit.«
mit|be|nüt|zen: benützt mit; benütztest
mit; hast mitbenützt flandsch.] mitbe¬
nutzen; etw. mit mehreren gemein¬
sam, neben anderen nutzen
mitjbe|stlm|men: bestimmst mit; be¬
stimmtest mit; hast mitbestimmt an
Entscheidungen direkt mitwirken »Er
will in dieser Sache unbedingt mitbe¬
stimmen.«
Mit|be[stim{rming: die; - ; - Teilnahme
an Entscheidungen; in Verträgen, Ge¬
setzen geregelte Teilnahme der Ar¬
beitnehmer an betrieblichen Ent¬
scheidungen »Betriebsräte sind ein
Organ der Mitbestimmung.«
Mlt|be|stim|mungs|ge|sefz: das; -es; -e
<Rechtsw.; Wirt.) Gesetz, das betrieb¬
liche Mitbestimmung der Arbeitneh¬
mer garantiert, regelt
Mit|be[stim|mungs|recht: das; -(e)s; -
(Rechtsw.; Wirt.) gesetzlich geregeltes
Recht auf Mitbestimmung (der Ar¬
beitnehmer in ihrer Firma)
Mit|be|woh|nen der; -s; - weibl. Mrt|bej-
woh|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
gemeinsam mit jmdm., anderen eine
Wohnung od. ein Haus bewohnt
mit|brin|gen: bringst mit; brachtest mit;
hast mitgebracht etw. od. jmdn. an ei¬
nen Ort tragen, von jmdm. an einen
Ort begleitet werden (an den man
selbst geht) »Ich habe dir aus der Stadt
einen Pullover mitgebracht. » Ich wer¬
de einen Freund milbringen.«
Mit|bring|sel: das; -s; - kleines Ge¬
schenk
mit|dür|fen: darfst mit; durftest mit; hast
'mitgedurft [ugs.] mitkommen od. mit¬
gehen dürfen »Wenn du lieb bist,
darfst du heute abend mit.«
Mitjein|an|der —> Mit|eijn|an|den das;
-s; - gemeinsames Handeln, Leben
mK|ein|an|der —> mrt|ein|an|den Adv.
a) zusammen; etw. gemeinsam ma¬
chend »Wirfahren miteinander in den
Urlaub.« b) wechselseitig » Wir arbei¬
ten gut miteinander.«
m]t|emp|fin|den: empfindest mit; emp-
fand(e)st mit; hast mitempfunden ein
Gefühl nachvollziehen, mitfühlen
(können) »Er empfand ihre Trauer
mit.«
mit|er|le|ben: erlebst mit; erlebtest mit;
hast miterlebt bei einem Erlebnis da¬
beisein »Die Großmutter möchte das
Examen ihrer Enkelin noch miterle¬
ben.«
mit)es|sen: ißt mit; aß(es)i mit; hast
'mitgegessen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— a) bei jmd. anderem
(ungeplant) sein u. eine Mahlzeit mit
ihm einnehmen »Bleib doch noch, du
kamst gerne mitessen.« b) mitverzeh¬
ren »Die Schale kann man mitessen.«
Mit|es]ser. der; -s; - 1 kleine Hautun¬
reinheit, die wie ein schwarzer Punkt
erscheint »Hast du wieder versucht,
die Mitesser auszudrücken?« 2
[scherzh.] Person, die mit anderen
eine Mahlzeit einnimmt
mit|fahfren: fährst mit; fuhr(e)st mit;
bist mitgefahren mit jmd. anderem, ei¬
nem Fahrer in einem Fahrzeug ge¬
meinsam fahren »Wir können alle in
dem großen Auto mitfahren.«
Mit|fah|rer: der; -s; ~ weibl. Mit|fah|re|-
rin: die; - ; -nen Person, die eine(n)
Fahrer(in) in seinem Fahrzeug beglei¬
tet, mit jmdm. mitfährt
M]t)fahrjge|le|gen|heit: die: -; -en Mög¬
lichkeit, mit jmdm. in dessen Auto ge¬
meinsam zu fahren, mitgenommen zu
werden »Ich suche eine günstige Mit¬
fahrgelegenheit nach München.«
Mit(fahr|zen[tra|fe —> Mitjfahrjzen|tj-
rale: die; - ; -n Organisation, die freie
Sitzplätze in Privatautos für längere
Fahnen an Reisende vermittelt »Ich
frage bei der Mitfahrzentrale nach, ob
jmd. nach Berlin fährt.«
mit|fiih|len: nühlsl mkt; fühltest mit; hast
mitgefühlt ein Gefühl nachempfunden
»Ich kam deine Wut mitfühlen.«
mit)füh|lend: Adj. voller Mitgefühl, An¬
teilnahme
mit[ge|ben: gibst mit; gab(e)st mit; hast
mitgegeben 1 jmdm. beim Weggang
etw. geben »Ich gebe dir ein Pausen¬
brot mit.« 2 <übertr.> mit auf den (Le-
bens-)Weg geben »Er hat seinen Kin¬
dern eine gute Erziehung mitgegeben.«
Mit|ge|fan|ge|ne: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Mitgefange¬
ner; eine Mitgefangene; zwei Mitge¬
fangene) Häftling, der mit jmdm., an¬
deren Personen in einem Gefängnis
einsitzt
Mlt|gejfühl: das; -(e)s; - Anteilnahme
an einer meist negativen Situation, in
der sich eine andere Person befindet
»Sie zeigte viel Mitgefühl, als das Kind
der Freundin verunglückte.«
mit|ge|hen: gehst mit; ging(e)st mit; bist
mitgegangen jmdn. begleiten »Ich ge¬
he mit in die Stadt.«
mit|ge|nom|men: Adj. angeschlagen;
angestrengt; erschöpft »Du siehst mit¬
genommen aus.«
Mlt|gift: die; - ; -en <in vielen Gesell¬
schaften nicht mehr üblich) Güter,
Geschenke, die der Bräutigam von
den Eltern, Verwandten der Braut bei
der Eheschließung erhält, die der
Braut mitgegeben werden
Mitgl A bk. Mitglieder)
Mitglied: das; -(e)s; -er Angehörige^),
, Teilnehmerin) eines Klubs, einer fe¬
sten Gruppe, Organisation »Er ist
Mitglied eines Kegelklubs, der Regie¬
rung.«
Mit|glie|der|ver|samin|limg: die; - ; -en
Versammlung der Mitglieder einer
Vereinigung
Mit|glieds|aus|weis: der; -es; -e Beschei¬
nigung über die Mitgliedschaft bei ei¬
ner Vereinigung
Mit|glieds|beiftrag; der; -(e)s; -beiträge
Geldsumme, die das Mitglied einer
Vereinigung regelmäßig zahlen muß
Mtt[glied|schaft: die; - ; -en Zugehörig¬
keit zu einer Vereinigung »Man kann
die Mitgliedschaft erst nach einem
Jahr kündigen.«
Mit|glleds|karjte: die; - ; -n Mitglieds¬
ausweis in Form einer kleinen Identi¬
tätskarte
765
Mitgliedsland
Mit)glieds|land: das; -(e)s; -länder
<Pob Land, das Mitglied eines Bünd¬
nisses ist »Deutschland ist Mitglieds¬
land der Europäischen Union.«
mit|ha|ben: hast mit; hattest mit; hast
mitgehabt [ugs.] etw. bei sich tragen
»Ich hatte keinen Schirm mit.«
Mit|hafjtung: die; - ; -en <Rechtsw.> ge¬
meinschaftliche Verantwortung von
jmdm. mit jmdm. für Schäden »Für
unsere Firma trage ich eine Miihaf-
tung.«
mtt|hal|ten: hältst mit; hielt(e)st mit;
hast mitgehalten mitmachen u. durch¬
halten »Er konnte beim Rennen gut
mithalten.«
mjt|fiel|fen: hilfst mit; half(e)st mit; hast
mitgeholfen mit anderen gemeinsam
bei etw. helfen »Ich möchte bei eurem
Projekt mithelfen.«
mit|hin: Adv. [geh.] also »Sie hat ihren
Paß verloren, mithin kann sie nicht ins
Auslandfahren.«
mrt|hö|ren: hörst mit; hörtest mit; hast
mitgehört ein Gespräch absichtlich
od. unabsichtlich belauschen »Durch
die installierte Wanze konnte die Poli¬
zei alles mithören.«
Mit|in|ha|ben der; -s; - weibl. M[t|in|ha|-
be|rin: die; - ; -nen <Wirt.; Rechtsw.)
Person, die sich das Eigentum an etw.
mit anderen teilt
mjt|kämp|fen: kämpfst mit; kämpftest
mit; hast mitgekämpft sich an einem
Kampf beteiligen »Kämpfst du mit für
eine gute Sache?«
mit|klin|gen: klingt mit; klang mit; hat
mitgeklmgen unter anderen Tönen,
Emotionen herausklingen »In deiner
Stimme klingt ein mißbilligender Ton
mit.«
m[t|kom|men: kommst mit; kam(e)st
mit; bist mitgekommen [ugs.] jmdn.
begleiten »Kommt deine Schwester
auch mit zum Baden?«
mlt|kön|nen: kannst mit; konntest mit;
hast mitgekonnt [ugs.] jmdn. begleiten
können, dürfen »Ich konnte gestern
nicht mit ins Kino.«
mit|krie[gen: kriegst mit; kriegtest mit;
hast mitgekriegt [ugs.] mitbekommen;
(Neues) erfahren »Ich habe heute im
Unterricht nichts mitgekriegt.«
mit|las|sen: läßt mit; ließ(es)t mit; hast
mitgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss<— [ugs.] mitkommen las¬
sen »Meine Eltern lassen mich nicht
mit ins Theater.«
mit|iauffen: läufst mit; lief (e)st mit; bist
mitgelaufen 1 <Sport> sich an einem
Lauf beteiligen »Ich werde beim Ren¬
nen mitlaufen.« 2 [ugs.] ohne große
Beteiligung, Leistung unauffällig an
einer langfristigen Unternehmung
teilnehmen »Ich lief in der Schule im¬
mer so mit.«
Mit|laut: der; -(e)s; -e Buchstabe, bei
dem in der (isolierten) Aussprache
(ein) andere(r) Buchstabe(n) mitklin¬
gen »Das Alphabet setzt sich aus
Selbst- u. Mitlauten zusammen.« Syn.:
[fremdspr!.] Konsonant, Ant.: Selbst¬
laut; Vokal
Mit|leid: das; -(e)s; - Mitfühlen mit
jmdm., Bedauern für jmdn., der ein
negatives Erlebnis hatte; Anteilnah¬
me am Leid, Schicksal anderer »Ich
halle großes Mitleid mit ihr, weil sie
operiert werden mußte.«
—> Mit|leid er|re|gend: mitleiderregend
mit|Jei|den: leidest mit; litt(e)st mit;
hast mitgelitten etw. Negatives stark
mitfühlen »Der Hund leidet die
Krankheit seines Herrchens mit.«
Mit|lei|den|schaft: die; - ; - erlittene(r)
Beeinträchtigung, Schaden »Bei dem
Unfall ist sein Auto in Mitleidenschaft
gezogen worden.«
mit|leid|er|re|gend —* Mft|leid eijrej-
gend: Adj. starkes Mitgefühl erzeu¬
gend, erregend »Diesem mitleiderre¬
genden Blick hält niemand stand.«
mit|lei|dig: Adj. etw. Negatives mitfüh¬
lend
mit|le|sen: liest mit; las(es)t mit; hast
mitgelesen 1 zeitgleich mit jmdm., an¬
deren lesen »Sein Gegenüber las die
Schlagzeilen seiner Zeitung mit.« 2
etw. beachten »Ich muß unbedingt das
Kleingedruckte mitlesen.«
mit|ma[chen: machst mit; macktest mit;
hast mitgemacht an etw. teilnehmen;
dabei sein
mK|mensch|lich: Adj. a) n. stg. den Mit¬
menschen betreffend, ihm zuzuord¬
nen »Bei mitmenschlichen Beziehun¬
gen versagt er.« b) den Menschen ge¬
genüber freundlich handelnd
mit|neh|meri: nimmst mit; nakm(e)st
mit; hast mitgenommen 1 a) etw. mit
sich nehmen, forttragen »Ich nehme
meinen Schirm mit.« b) [ugs.] zur Be¬
gleitung einladen »Ich nehme meine
Mutter mit auf die Reise.« c) [ugs.]
wahrnehmen »In meiner Jugend habe
ich jede Gelegenheit mitgenommen.«
d) [ugs.] beschädigen »Ich habe mit
dem Auto das Garagentor mitgenom¬
men.« 2 [ugs.] Erkenntnisse, Nutzen
aus etw. ziehen »Aus diesem Kurs
konnte ich viel mitnehmen.« 3 beküm¬
mern »Der Todesfall muß sie sehr mit¬
nehmen.«
mit|nich|ten: Adv. [geh.] keineswegs,
keinesfalls (so, wie man es vermuten
könnte, würde) »Er entschuldigte sich
mitnichten für seine Worte.«
Mi|tofchon|dri(um —> Mifto|chon|d|ri|-
um: <gr.-lat.> das; -s; Mitochondrien
Imitoehondri'nl (m. PI.) <Bio.> in tieri¬
schen od. pflanzlichen Zellen befind¬
liches Gebilde, das dem Stoffwechsel
dient
Mi|to|se: <gr.-lat.> die; ~ ; -n <Bio.> indi¬
rekte Zellkemteilung »Bei Untersu¬
chungen der Mitose wird der Chromo¬
somenbestand gezählt.«
Mi|tra —»■ Mi|t|ra: <gr.-lat.> die; - ;
Mitren dcath. Kirche> Kopfbedek-
kung hoher katholischer Würdenträ¬
ger »Die Mitren haben eine hohe, ecki¬
ge Form.«
m|t|rau|cheii: auchenrauchsf mit;
rauchtest mit; hast mitgeraucht 1 pas¬
siv rauchen; den Rauch von Zigaret¬
ten o. ä. einatmen, die andere rauchen
Ich bin gezwungen, in meinem Büro
mitzurauchen, weil alle Kollegen zur
Zigarette greifen.« 2 mit anderen zu¬
sammen rauchen »Eine rauche ich
noch mit, dann gehe ich.«
mit|re|den: redest mit; redetest mit; hast
mitgeredet sich aufgrund von Kennt¬
nissen an einer Sache, einem Ge¬
spräch beteiligen »Auf diesem Gebiet
kann ich nicht mitreden.«
m]t|rei|sen: reist mit; reistest mit; bist
mitgereist mit anderen zusammen rei¬
sen
mit|rei|Ben: reißt mit; rissest mit; hast
mitgerissen —»alle Vergangenheits-
formen mit ss<— 1 jmdn. für etw. be¬
geistern »Der Professor konnte seine
Studenten mitreißen.« 2 mit sich rei¬
ßen, mit Gewalt mitnehmen »Der
Sturm riß ganze Bäume mit.«
mit|samt: Präp. mit Dat. [geh.] gemein¬
sam mit »Der Vater ging mitsamt sei¬
nen Kindern in den Wald.«
mH|scblep|pen: schleppst mit; schlepp¬
test mit; hast mitgeschleppt 1 [ugs.]
etw., jmdn. Unangenehmes, etw.
Schweres mit sich herumtragen, zu
jmdm. mitbringen »Ich habe extra alle
Bücher mitgeschleppt.« 2 [ugs.] jmdn.
(ohne dessen ausdrückliche Zustim¬
mung) zu einer Veranstaltung mit¬
nehmen »Ich habe ihn zu der Fete mit¬
geschleppt.«
mit[schnei|den: schneidest mit; schnit-
t(e)st mit; hast mitgeschnitten ein Ge¬
spräch, Musik o. ä. auf ein Tonband,
einen Tonträger aufnehmen »Ich habe
das Telefongespräch milgeschnitten.«
Mitschnitt: der; -(c)s; -e <Technik>
"Bild- u./od. Tonaufnahme von etw.
mit|schrei[ben: schreibst mit; schrie-
~b(e)st mit; hast mitgeschrieben 1 an
einer Prüfung teilnehmen »Ich kann
die Klassenarbeit nicht mitschreiben.«
2 hören u. zugleich aufschreiben »Ich
konnte bei dem Vortrag viel mitschrei¬
ben.«
Mitschuld: die; - ; - Anteil an einer
Schuld, die vornehmlich ein anderer
trägt »An ihrem Unfall trage ich Mit¬
schuld.«
mit|schul|dig: Adj. n. stg. an etw. mit
anderen gemeinsam Schuld haben
Mjt|schü|ler: der; -s; - weibl. Mit|schü|-
ie|rin: die; - ; -nen Person, die gemein¬
sam mit jmdm. eine Schule, Schul¬
klasse besucht (hat) »Ich habe mich
mit ein paar Mitschülern getroffen.«
mit|spie|len: spielst mit; spieltest mit;
hast mitgespielt 1 mit anderen zusam¬
men (Musik, ein Spiel) spielen 2
jmdm. wird übel mitgespielt: jmd.
wird von jmdm. schlecht behandelt,
betrogen o. ä. 3 bei etw. mitspielen:
sich an einer (zweifelhaften) Sache be¬
teiligen »Hier spiele ich nicht mehr
mit.«
Mjt|spie|ter: der; -s; - weibl. Mit|spie[-
le|rin: die; -; -nen Person, die gemein¬
sam mit anderen an einem Spiel teil¬
hat
Mitjspra|che: die; - ; - Anteilnahme an
Entscheidungen »Ihm wurde Mitspra¬
che bei der Entscheidung eingeräumt.«
Mit|spra|che|recht das; -(e)s; -e An¬
recht auf Mitsprache, Teilnahme hin¬
sichtlich einer Entscheidung »Ich for¬
dere ein Mitspracherecht bei dieser
Entscheidung.«
mit|spre|chen: sprichst mit; sprach(e)st
mit; hast mitgesprochen 1 an einer
Entscheidung beteiligt sein »Hier
haben wir auch ein Wörtchen mitzu¬
sprechen.« 2 gemeinsam mit anderen
etw. sprechen
766
Mittelohr
Mit|strei|ter: der; -s; ~ weibl. Mjt|streij-
"te|rin: die; ~; -nen Person, die sich mit
anderen für etw. einsetzt »Dafür wird
er keine anderen Mitstreiterfinden.«
M'rtt.: Abk. Mitteilung(en)
mitt.: Abk. mittels
Mjtftag: der; -s; -e 1 Tageszeit von ca.
12.00 bis 15.00 Uhr (nach dem Vor¬
mittag, Morgen u. vor dem
Nachmittag) 2 kurz für Mittagessen
(= am Mittag eingenommene (meist
warme) Mahlzeit) 3 heute, morgen,
gestern mittag —> heute, morgen,
gestern Mittag am Mittag des heuti¬
gen, morgigen, gestrigen Tages 4
nicht von zwölf bis Mittag: [ugs.J
überhaupt nicht 5 Zwischen zwölf u.
Mittag kann viel geschehen: noch in
letzter Minute kann viel passieren
Mit|tag: das;-(e)s; -e [landsch.] Mittag¬
essen » Was gibt es heute zu Mittag?«
Mit|tag|es|sen: das; -s; ~ eine der
Hauptmahlzeiten, die meist ca. zwi¬
schen 12.00 u. 14.00 Uhr eingenom¬
men wird
mit|tä|gig: Adj. n. stg. den Mittag (an¬
dauernd
mjt|täg|lich: Adj. n. stg. am Mittag »Die
mittägliche Sonne brennt heiß.«
mit|tags: Adv. zur Mittagszeit »Mittags
fahren weniger Züge als am Morgen.«
Mit|tags(hK|ze: die; - ; - Hitze, große
Wärme in der Mittagszeit während
des Sommers »In der Mittagshitze lief
ich schwitzend nach Hause.«
Mit|tags|mahl/Mit|tag|mahl: das; -(e)s;
-e [geh.] Mittagessen
Mitjtags|mahl|zeit: die; ~ / -en [geh.]
Mittagessen
Mrt]tagsjpau|se: die; --n Arbeitspause
zur Mittagszeit
Mit|tags|ru|he: die; - ; - a) Ruhe zur
Mittagszeit »Rasenmähen stört die
Mittagsruhe.« b) Mittagsschlaf
Mit|tags|schlaf: der;-(e)s; - Schlaf, Ru¬
hephase nach dem Mittagessen, am
frühen Nachmittag »Nach dem Mit¬
tagsschlafbin ich immer munter.«
Mit)tags|schläf|chen: das; -s; - [ugs.]
kurzer Mittagsschlaf »Wie wäre es
mit einem Mittagsschläfchen?«
MH|tags|stun|de: die; - ; -n Mittagszeit
Mitjtags|tisch: der; -(e)s; -e a) gedeck¬
ter Tisch für das Mittagessen »Der
Mittagstisch war für vier Personen
gedeckt.« b) <Restaurant> Mittags¬
mahlzeit »Das Restaurant bietet einen
preiswerten Mittagstisch an.«
Mit)tags|zeit: die; - ; - Zeh um den Mit¬
tag, ca. 12.00 Uhr bis 14.00
Mit|tStter. der; -s; - weibl. Mit|tä|te|rin:
die; - ; -nen <Rechtsw.> Person, die
mit anderen an einer Straftat beteiligt
ist »Seine Mittäter konnte man nicht
fassen.«
M]t)ta: die; - ; -n 1 Punkt, Ort auf einer
Strecke, in einem Raum o. ä., von
dem alle anderen Punkte exakt gleich
entfernt sind 2 die goldene Mitte
wählen: sich angemessen, vernünftig
für etw. entscheiden 3 jmdn. aus
jmds. Mitte reiBen: <oft in Verbin¬
dung mit dem Substantiv >Tod< als
Verursacher, Täter: der Tod hat
jmdn. aus jmds. Mitte gerissen) [ver¬
hüll.] (jmdn.) zu Tode kommen, ster¬
ben (lassen) »Ein Unfall hat unseren
Fremd aus unserer Mitte gerissen.«
mit|tei|len: teilst mit; teiltest mit; hast
mitgeteilt Informationen an eine an¬
dere Person weitergeben »Er hat mir
telefonisch mitgeteilt, daß er heute
nicht kommen kann.«
mtt)tei|lens|wert: Adj. mitteilenswerter;
'mitleilenswerteste lohnend, jmdm.
mitgeteilt, erzählt zu werden »Das
war eine mitteilenswerte Nachricht.«
mit|teit|sam: Adj. gesprächig; redselig
»Sie ist ein mitteilsamer Mensch.«
Mrt|tei|lung: die; - ; -en Nachricht; Be¬
nachrichtigung »Haben Sie meine
Mitteilung erhalten?«
M|t|tei|lungsjbe|dürf|nis: das; -ses; - Re¬
debedürfnis; Drang, Verlangen,
jmdm. etw. zu erzählen »Ihr Mittei¬
lungsbedürfnis wird immer größer.«
Mit|tel: das; -s; - Durchschnittswert
»Im Mittel kamen 300 Leute zu den
Veranstaltmgen.«
Mitjtel: das; -s; - 1 Weg, Art u. Weise,
ein Ziel zu erreichen »Um diese Stelle
zu bekommen, sind mir alle Mittel
recht.« 2 Geld; finanzielle Möglich¬
keit »Meine (finanziellen) Mittel sind
beschränkt.« 3 Arznei »Ich brauche
ein Mittel gegen Husten.« 4 Mittel u.
Wege süchen/finden: (um etw. zu er¬
reichen) Möglichkeiten suchen/fin-
den »Man sucht nach Mitteln u. We¬
gen, um das Rauschgiftproblem in den
Griff zu bekommen.« S Mittel zum
Zweck sein: jmdn. od. etw. benutzen,
um etw. zu erlangen »Die Heirat mit
der Tochter des Chefs war für ihn nur
Mittel zum Zweck, um seine Position
zu sichern. * Das Geschenk war nur
Mittel zum Zweck, um sich einzusch¬
meicheln.«
Mit[tel|al|teR das; -s; - Zeh zwischen ca.
"800 u. 1500 n. Chr., nach dem Alter¬
tum u. vor der Neuzeit
mr^tel|al|terjiich: Adj. a) dem Mittelal¬
ter entsprechend, ihm zuzuordnen b)
[abwert.] völlig veraltet, überholt »Du
hast mittelalterliche Ansichten.«
Mit|tel|ame|ri|ka —» Mit|tel|a|me|ri|ka:
das; -s; - 1 <Geographie> schmaler
Landstreifen zwischen dem nord- u.
dem südamerikanischen Subkonti¬
nent 2 <Geographie; Pol.> Staaten, die
in Mittelamerika (1) liegen »Mittel¬
amerika ist eine politisch instabile Re¬
gion.«
mitjtel|bar: Adj. nicht direkt »Das be¬
trifft mich nur mittelbar.«
Mtt|tel|bau: der; -(e)s; - «Universität)
wissenschaftliche Mitarbeiter an ei¬
ner Hochschule, die keinen Professo¬
rentitel tragen
Mit[tel|ding: das; -(e)s; -e (PI. s.) etw.,
was zwischen zwei Seiten liegt u. von
beiden etw. hat »Sein Hund ist ein
Mittelding aus Dackel u. Schnauzer.«
Mitftel|eu|ro|pa: das; -s; - «Geographie;
Pol.) mittlerer Teil Europas »In Mit¬
teleuropa herrscht gemäßigtes Klima.«
Mltttelffeld: das; -(e)s; - <Sport> 1 lei-
"stungsmäßig mittlere Teilnehmer ei¬
nes Rennens »Sein Wagen liegt im
Mittelfeld.« 2 a) mittlerer Teil eines
Spielfeldes »Im Mittelfeld kam es zu
einem Foul.« b) Mannschaftsteil, der
zwischen Abwehr u. Sturm spielt
Mit]tel|fin|ger. der; -s; - <Anat.> mittle¬
rer Finger der menschlichen Hand
»Der Mittelfinger ist der längste Fin¬
ger.«
mit|tel|fri|stig —> mit|tel|fris|tig: Adj. n.
stg. über eine mittlere Zeitdauer hin¬
weg »Ich werde einen mittelfristigen
Vertrag abschließen.«
Mrtftel[ge|bfr[ge: das; -s; - «Geographie)
Hügel-, Berglandschaft, in der die
Gipfel nur einige hundert, unter 2000
Meter Höhe erreichen
mit|tel|groB: Adj. n. stg. zwischen klein
u. groß »Der Hund wird nur mittel¬
groß.«
Mrtjtel|hand: die; - ; -hände 1 <Anat.>
"mittlerer Teil der Hand (zwischen
Handwurzel u. Fingern) »Ich habe
eine Schnittwunde an der Mittelhand.«
2 <Anat.> mittlerer Teil des Pferde¬
rumpfes »Er striegelt das Fell an der
Mittelhand.« 3 <Skat> Spieler links
vom Anspieler »Er hat die Position
der Mittelhand.«
Mit|tel|hoch|deutsch: das; - u. -(e)s; -
«Sprachwiss.» Entwicklungsstufe der
deutschen Sprache im Zeitraum vom
11. bis zum 14. Jahrhundert »Im heu¬
tigen Deutsch finden sich noch Spuren
des Mittelhochdeutschen.«
mlt|tel|hoch|deutsch: Adj. n. stg.
«Sprachwiss.) das Mittelhochdeutsch
betreffend, ihm zuzuordnen
Mit|telfklas|se: die; - ;-n 1 «Soziob [sel¬
ten] Mittelschicht »Er gehört der Mit¬
telklasse an.« 2 «Wirt.) Konsumgut ei¬
ner mittleren Güteklasse »Dieser Au¬
totyp ist Mittelklasse.«
Mit|tel[klas|se|wa|gen: der; -s; - Wa¬
gen, Auto der Mittelklasse
Mitjtel|kreis: der; -es; -e «Sport) Kreis im
Mittelpunkt des Spielfeldes
Mit|tel|li|nie: die; - ; -n 1 «Verkehr» Linie,
"die die Straße in zwei Hälften teilt
»Bei durchgezogener Mittellinie gilt
das Überholverbot.« 2 «Sport) Linie,
die das Spielfeld in zwei Hälften teilt
»Anstoß ist an der Mittellinie.«
mit|tel|!os: Adj. n. stg. kein Geld, keine
"Wertgegenstände besitzend »Mittel¬
lose Bürger werden vom Sozialamt un¬
terstützt.«
Mit|tel|ma&: das; -es; -e (PI. s.) weder
von besonders schlechter, niedriger
noch von besonders guter, hoher
Qualität, Quantität »In der Schule
war er nur Mittelmaß.«
mitjtel|mä|Big: Adj. nicht besonders
schlecht u. nicht besonders gut »Seine
Leistungen in der Schule sind mittel¬
mäßig.« Syn.: durchschnittlich
Mjt]tel|meer das; -(e)s; - Meer zwi¬
schen Europa, Afrika u. Asien
Mit[tel|meer|raum: der; -(e)s; - das Mit¬
telmeer u. seine Anliegerstaaten um¬
fassendes Gebiet »In der Küche des
Mittelmeerraums wird viel Gemüse
verarbeitet.«
mit|tel]nie|deijdeutsch: Adj. n. stg.
«Sprachwiss.) das Mittelniederdeut¬
sche betreffend, ihm zuzuordnen
Mit|tel|nie|der[deut|sch(e): das; • u.
-(e)s; - «Sprachwiss.) Entwicklungs¬
stufe der deutschen Sprache im nie¬
derdeutschen Sprachraum
Mit|tel|ohr: das; -(e)s; -en <Anat.> mitt¬
lerer Teil des Ohres »Das Mittelohr
liegt zwischen innerem u. äußerem
Ohr.«
767
Mittelohrentzündung
Mit|tel|ohrjent|zün|dung: die; - ; -en
<Med.> eitrige Entzündung des Mittel¬
ohres
mit|tel|präch|tig: Ad), n. stg. [ugs.; ab¬
wert.] (nur) durchschnittlich »Mir
geht es heute mittelprächtig.«
Mitttel|punkt: der; -(ejs; -1 <Geometrie>
Punkt, von dem alle Punkte des Um¬
fangs od. der Oberfläche gleich weit
entfernt sind »Der Physiker versucht,
den Mittelpunkt der Erde zu
berechnen.« 2 <übertr.> wichtigster
Faktor; wichtigste Person »Sie ist der
Mittelpunkt der Familie.«
mit|tels/mjtttelsV. Präp. mit Gen. mit;
mit Hilfe von »Das Auto wurde mittels
eines Kranes geborgen.«
MK|tel|schei|tel: der; -s; - Scheitel im
Haar, der von der Mitte der Stirn
zum Hinterkopf führt
Mit|tel|schicht: die; - ; -en <Soziol.> ge¬
sellschaftliche Gruppe zwischen Un¬
ter- u. Oberschicht mit mittlerem Ein¬
kommen, mittlerer Bildung »Die mei¬
sten Menschen in Deutschland gehören
der Mittelschicht an.«
Mit|tel|schiff: das; -(e)s; -e mittlerer
Teil der Kirche
Mit|tels|mann: der; -(e)s; -männer ver¬
handlungsführender Vermittler in ei¬
ner Sache, der im Auftrag einer Partei
handelt »Er dient in dem Streit als
Mittelsmann.«
Mrt|tels|per|son: die; - ; -en vermitteln¬
de Person; verhandlungsführender
Vermittler in einer Sache, der im Auf¬
trag einer Partei handelt »Ohne Mit¬
telspersonen ist dieser Streit nicht bei¬
zulegen.«
mrt|telst/mit|tels: Präp. mit Gen. mit;
mit Hilfe von »Das Auto wurde mittels
eines Kranes geborgen.«
Mit|tel|stand: der;-(e)s; - <Soziol.> mitt¬
lere Schicht der Gesellschaft »Ein
Großteil der Bevölkerung gehört in
Deutschland dem Mittelstand an.«
mit|tel|stän|disch: Adj. n. stg. <Wirt.>
dem Mittelstand angehörend »Die
mittelständische Wirtschaft erzielte
Gewinne.«
Mrt|tel|ständ[len der; -s; - weibl. Mit|-
tel|ständjle[rin: die; - ; -nen 1 <Wirt.>
Angehörige(r) des Mittelstandes 2
<Soziol.> Person, die der Mittel¬
schicht, -klasse angehört
Mit|tel|stel|lung: die; - ; - (räumlich od.
in ideellen Fragen die) mittlere Positi¬
on »In der Diskussion nimmt er eine
Mittelstellung ein.«
Mit|tel|strecke (Mit|tel|strek|ke —*■
~Mtt|tel|stre|cke): die; - ; -n <Sport>
Laufstrecke über eine mittlere Di¬
stanz
Mitftel|strecken|lauf (Mit(tel|strek|ken|-
lauf —»- Mitjtel|stre|cken|lauf): der;
-(e)s; -laufe <Sport> Rennen über eine
Mittelstrecke, mittlere Distanz »Der
800m-Lauf zählt zu den Mittelstrek-
kenläufen.«
Mit|tet|strecken|ra|ke|te (Mitftel|strek|-
ken|ra|ke|te —> Mitftel|stre|ck©n|raj-
ke|te): die; - ; -n <Milit.> Rakete mit
mittlerer Reichweite »Der Kriegsgeg¬
ner droht mit dem Einsatz von Mittel¬
streckenraketen.«
Mttjtel|strei|fen: der; -s; - Grünstreifen,
der die Straße in zwei Hälften teilt
»Bei dem Unfall auf der Autobahn fuhr
das Auto in die Leitplanke auf dem
Mittelstreifen.«
Mit|tel|stück: das; -(e)s; -e mittleres
Stück (zwischen den beiden Enden,
Anfang u. Ende von etw.) »Ich
möchte ein Mittelstück vom Braten.«
Mit|tel[stu|fe: die; ~ ; -n Jahrgangsstufen
8 bis 10 in weiterführenden Schulen,
besonders in Gymnasien u. Gesamt¬
schulen
Mit|tel|stür|mer: der; -s; - weibl. Mit|-
tel|stür[me|rin: die; - ; -nen <Sport;
Fußball) . festgelegte, in die Mitte
orientierte Sturmspitze
MK|tel|weg: der; -(ejs; -e 1 mittlerer,
Von drei od. mehr Wegen, Straßen
»Wir nehmen den Mittelweg.« 2 Kom¬
promiß zwischen zwei Möglichkeiten
»Wir werden einen Mittelweg finden,
der allen gerecht wird.« 3 der goldene
Mittelweg: die Lösung eines Pro¬
blems, Konflikts in einer vermitteln¬
den, angemessenen Weise »Wenn je¬
der von euch ein wenig nachgibt, finden
wir den goldenen Mittelweg.«
Mit|tel|wel|le: die; - ; - <Elektrot.> Wel¬
len-, Frequenzbereich für Radio-,
Funkwellen »Das Programm wird
über die. auf der Mittelwelle ausge¬
strahlt.«
Mit|tel|wel|len|sen|der; der; -s; - <Elek-
trot.; Radio) Sender, der über die
Mittelwelle sendet, empfangen wird
Mit|tel|wert: der; -(ejs; -e mittlerer
Wert, Durchschnittswert »Die Me߬
geräte zeigen den Mittelwert an.«
Mit|tel|wort: das; -(ejs; -Wörter <Sprach-
wiss.) Partizip der Gegenwart (I, Prä¬
sens) u. der Vergangenheit (II,
Perfekt) »Bilden Sie das Mittelwort
der Gegenwart zu diesen Verben.«
mit[ten; Adv. in der Mitte; innerhalb
von etw. od. einer Gruppe
mitjtenjdrin: Adv. 1 [ugs.] bei einer Tä¬
tigkeit sein »Ich war gerade mittendrin
in meiner Arbeit.« 2 räumlich in der
Mitte »mittendrin im Gewuhle«
mit|ten|drun|ter. Adv. [ugs.] mitten dar¬
unter, innerhalb einer größeren Men¬
ge
mrt|ten|durch: Adv. in der, durch die
Mitte hindurch »Sie schnitt den Ku¬
chen mittendurch.«
mit|tenlmang: Adv. [ugs.; landsch.] mit¬
ten in einer Gruppe, Menge »Er ist
immer mittenmang in der Menge.«
Mit|ter|nacht: die; - ; -nächte (PI. s.)
24.00 Uhr; 00.00 Uhr; 12.00 Uhr
nachts »Die meisten Lokale schließen
(um) Mitternacht.«
mit|ter|nachts: Adv. um Mitternacht;
um 24.00 Uhr »Mitternachts kommen
die Gespenster.«
Mit|ter|nachts|got]tes|dienst: der;
-(ejs; -e <Kirche> Gottesdienst um
Mitternacht
Mit|ter[nachts|ines|se: die; - ; -n <kath.
Kirche) Messe um Mitternacht
Mrt|te>|nachts[son|ne: die; - ; - Sonne,
die im Sommer nördlich des Polar¬
kreises selbst nachts scheint »Durch
die Mitternachtssonne wird es hier
nachts nicht dunkel.«
Mit[ter|nachts|stun|de: die; - ; -n Stun¬
de zwischen 24.00 u. 1.00 Uhr
mitftig: Adj. n. stg. in der Mitte »Hängt
dieses Bild genau mittig?«
Mitt|ler: der; -s; ~ weibl. Mrtt|le|rin: die;
- ; -nen [geh.] Vermittler(in) in einer
Auseinandersetzung o. ä. »Er ver¬
sucht, Mittler in diesem Streit zu
sein.«
mitt|ler-: Adj. n. stg. mittlerer; mittlere;
mittleres 1 räumlich od. zeitlich in der
Mitte liegend »Sie ist die mittlere
Schwester von den dreien.« 2 durch¬
schnittlich (viel) »Sie ist mittleren Al¬
ters.«
mitt)ler|wei|le: Adv. in der Zwischenzeit;
inzwischen »Mittlerweile hat sie ge¬
lernt, Ordnung zu halten.«
Mitt|som|meR der; -s; - Zeit der, um
die Sommersonnenwende »Im Mitt¬
sommer sind die Tage am längsten.«
M]tt)som|nter|nacht‘ die; - ; -nächte 1
Nacht der Sommersonnenwende
»Früher zündete man zur Mittsommer¬
nacht Feuer an.« 2 Nacht im Mittsom¬
mer, der Zeit um die Sommersonnen¬
wende
Mitt|win|ter: der; -s; - Zeit der, um die
Wintersonnenwende »Die Tage des
Mittwinters sind die kürzesten.«
Mitt[woch: der; -(ejs; -e 1 dritter Tag
der Woche, wenn die Zählung mit
dem Montag als erstem Wochentag
beginnt (nach Dienstag u. vor
Donnerstag) 2 Mittwoch morgen,
abend, mittag, vormittag, nachmit¬
tag —* Mittwochmorgen, -abend, •
mittag, -vormittag, -nachmittag: zu
einer bestimmten Tageszeit an einem
Mittwoch
mitt|wochs: Adv. an jedem Mittwoch
»Mittwochs spiele ich Handball.«
mit|un|ten Adv. 1 manchmal; ab u. zu
»Mitunter konnte er nicht entschla¬
fen.« 2 entgegen bisherigen Annah¬
men »Mitunter kommt er noch auf
dumme Ideen.«
mit|ver|ant|wort|lich: Adj. n. stg. neben
anderen auch verantwortlich,
Verursacher(in) »Für diesen Ärger
bist du mitverantwortlich.«
Mitjwelt: die; - ; - zur gleichen Zeit le¬
bende Menschen »Fällt dir deine Mit¬
welt nie auf die Nerven?«
mjt|wir|ken: wirkst mit; wirktest mit;
hast mitgewirkt zu einer Sache etw.
beitragen; an etw. mitarbeiten »Er hat
an der Veranstaltung mitgewirkt.«
Mit]wir]ken|de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Mitwirkender;
eine Mitwirkende; zwei Mitwirkende)
aktive(r) Teilnehmerin), Mitarbeite¬
rin) an einer Veranstaltung »Alle
Mitwirkenden kamen am Schluß auf
die Bühne.«
Mit|wir|kung: die; - ; - aktive Teilnah¬
me, Mitarbeit an etw.
Mit|wis]ser: der; -s; - weibl. Mit|wis|se|-
rin: die; - ; -nen Person, die das Ge¬
heimnis einer anderen Person kennt
»Der Täter hat seinen Mitwisser getö¬
tet.«
Mit|wia[ser|schaft: die; - ; - Kenntnis
des Geheimnisses eines anderen »Er
hat seine Mitwisserschaft teuer be¬
zahlt.«
mit|zie|hen: ziehst mit; zogfejst mit;
hast mitgezogenfbist mitgezogen 1
[ugs.] mit Engagement mitmachen
»Er hat in der Sache voll mitgezogen.«
2 an einem Umzug teilnehmen »Sie
768
Modeartikel
ist in ihrer Verkleidung beim Karne¬
valsumzug mitgezogen.«
Mix: dal.-fr.-engh /mikß/ der; -; -e Mi¬
schung
Mix|be|cher: /mikß-/ der; -s; ~ Becher,
in dem man (alkoholische) Getränke,
Cocktails mischt
Mixed Pick|les —> auch M|xed|pi|ck|-
’les: tengh /mikßt pickeiß/ die (PI.)
sauer eingelegte(s) (junges) Gemüse,
kleine Gemüsehappen
mi|xen: /mikßen/ mixt; mixtest; hast ge¬
mixt etw. aus verschiedenen Bestand¬
teilen mischen »Er mixt einen Cock¬
tail.«
Mi|xen /mikßer/ der; -s; - weibl. M||xe|-
rin: die; - ; -nen 1 nur männl. Form
kleineres Küchengerät zur Zerkleine¬
rung u. zum Mischen von Lebensmit¬
teln »Du solltest die Eier u. das Mehl
mit dem Mixer zu einem Teig
verrühren!« 2 Person, die in einer Bar
o. ä. Getränke aus verschiedenen Be¬
standteilen zusammenmischt
Mix|ge|trank: das; -(e)s; -e /mikß-/ Ge¬
tränk, das aus mehreren Bestandtei¬
len gemischt wird »Welche der Mix¬
getränke sind alkoholfreie?«
Mix|tur: dato /mikßtur/ die; - ; -en 1 Mi¬
schung von verschiedenen Bestand¬
teilen 2 Orgelstimme aus mehreren
Pfeifen
Mi|zel|le: dato die; - ; -n <Bio.; Chemie)
aus Einzelmolekülen aufgebaute Mo¬
lekülgruppe
ml: Abk. (Maßeinheit des Rauminhalts)
Milliliter (1 ml = ein Tausendstel Li¬
ter)
ml.: Abk. männlich
MM: Abk. 1 (Tageszeitung) Mannhei¬
mer Morgen 2 Marketing-Manage¬
ment 3 Militärmusik 4 Monatsmiete
5 (Tageszeitung) Münchener Merkur
mm: Abk. <Maßeinheit der Länge) Milli¬
meter (l mm = ein Tausendstel Me¬
ter)
m. M.: Abk. 1 mangels Masse 2 mangels
Material 3 meiner Meinung
Mne|mo|nik: <gr.i die; - ; - (Psychologie)
Technik, Kunst, besonders viel im
Kopf zu behalten, im Gedächtnis zu
speichern
Mne|mo|sy|ne: <gr.> /mnemosüne/ (Reli¬
gion; Mythologie) griechische Göttin
der Gedächtniskunst »Mnemosyne ist
die Mutter der Musen.«
Mne|mo|tech|nik: <gr.> die; ~ ; -en (Psy¬
chologie) Gedächtniskunst, -fähig¬
keit; Technik, Kunst, besonders viel
im Gedächtnis speichern zu können
»Die Mnemotechnik arbeitet auch mit
Reim u. Rhythmus.«
Mo.: Abk. 1 Monat 2 Montag 3 Morgen
4 Motor
mo.: Abk. montags
Mob: dat.-engl.> der; -s; - [abwert.] Pö¬
bel; Gesindel »Der Mob protestiert.«
mob|ben: mobbst; mobbtest; hast ge¬
mobbt einen Kollegen, eine Kollegin
verunsichern, durch Intrigen o. ä. (bei
Vorgesetzten) schlechtmachen,
drangsalieren u. dadurch zur Kündi¬
gung bewegen
Mob|blng: das; -s; - Bestreben, Versuch,
einen Kollegen od. eine Kollegin
durch Intrigen zu drangsalieren,
schlecht zu machen
Möjbel: dat.-fr.> das; -s; - u. [österr.;
Schweiz.] -n beweglicher Gegenstand
der Einrichtung wie Schrank, Bett,
Tisch, Stuhl usw.
Mö|bel|fa|brik —» Mö|bel|fa|b|rik: die;
- ; -en Fabrik, Unternehmen, in der/
dem Möbel produziert werden
Mö]bel|fir|ma: die; - ; -firmen Unterneh¬
men, das Möbel produziert u. ver¬
kauft
Mö|b«l|ge|schäft: das; -(e)s; -e Ge¬
schäft, Laden, das/der Möbel ver¬
kauft
Möjbel|händ|ler. der; -s; ~ weibl. Mö|-
bel|händ|le|rin: die; - ; -nen Person,
die Möbel verkauft »Früher hat er Au¬
tos verkauft, jetzt ist er Möbelhänd¬
ler.«
Mö|bel|la|ger: das; -s; - u. -läger Lager,
in dem Möbel (bis zur Auslieferung)
aufbewahrt, verwahrt werden »Wir
gehen ins Ausland, die Möbel stellen
wir in einem Möbellager unter.«
Mö|bel|packer (Mö]bel|pak|ker —>
Mö|bel|pa|cker): der; -s; - Person, die
bei einer Spedition für Möbeltrans¬
porte zuständig ist
MöJbel|po|li|tun die; - ; -en Flüssigkeit,
Substanz zum Putzen, Imprägnieren
von Holz(möbeIn)
Mö|bel|stück: das; -(e)s; -e einzelnes
Möbelteil »Meine Einrichtung besteht
aus zueinander nicht passenden Mö¬
belstücken.«
Mö|bel|wa|gen: der; -s; - Lastwagen,
mit dem bei Umzügen Möbel trans¬
portiert werden, neue Möbel ausgelie¬
fert werden
mo|bil: dat.-fr.> Adj. 1 beweglich; orts¬
ungebunden 2 munter; unterneh¬
mungslustig 3 mobil machen: Die Ar¬
mee zum Kampf bereit machen 4 a)
etw. mobil machen: [ugs.] etw. akti¬
vieren, einsetzen »Er machte seine
letzten Kräfte mobil u. gewann den
Kampf.« b) jmdn. mobil machen:
[ugs.] jmdn. antreiben, etw. zu tun
»Die Schlafmütze werde ich gleich mal
mobil machen.«
Mo|bi|le: dat.-it.-engh das; -s; -s zusam¬
mengesetzter Ziergegenstand, bei
dem sich an Fäden, Drähten od. Stä¬
ben Gegenstände im Luftzug bewe¬
gen
Mo|bi|li|ar: dato das; -s; -e bewegliche
Habe, Möbel in einem Haushalt
Mo|bi|li|en: dato die (PI.) bewegliche
Guter »Möbel sind Mobilien, Häuser
edier Immobilien.«
mo|bi|li|sie|nen: dal.-fr.> mobilisierst;
mobilisiertest; hast mobilisiert jmdn.
zum Handeln (meist in einer politi¬
schen od. sozialen Angelegenheit)
veranlassen
Mo|bi|li|tät: die; - ; -1 (Soziob Bereit¬
schaft zur Beweglichkeit (hinsichtlich
des Wohnsitzes, Arbeitsplatzes) Dank
seiner Mobilität konnte er seiner Fir¬
ma zum neuen Sitz folgen.« 2 [geh.]
geistige Beweglichkeit »Dank seiner
Mobilität konnte er den Ausführungen
des Redners mühelos folgen.«
Mo|bil|ma|chung: die; - ; -en (Milit.)
Einberufung der (Reserve)Soldaten
eines Staates (zur Kriegsführung)
Der Staatschef hat die Mobilmachung
angeordnet.«
möbl.: Abk. möbliert
mö|bKert —* mö|b|liert: Adj. n. stg.
(Wohnraum) bereits mit Möbeln aus¬
gestattet »Ich möchte ein möbliertes
Zimmer mieten.«
Mö|bliejrung —» Mö|b|lje|rung: die; - ;
-en Einrichtung (mit Möbelstücken)
Sie haben im ganzen Haus eine Mö¬
blierung im altdeutschen Stil.«
Moc|ca/Mok|ka: mrab.-engh /mocka/
der; -s; - u. (Sorten) -s 1 Kaffee aus
einer besonderen Kaffeebohne »Der
Mocca schmeckt sehr aromatisch.« 2
[österr.] sehr starker Kaffee
Möch|te|gem: der; -s; -e u. -s [ugs.] Per¬
son, die mehr sein will, als sie ist
»Durch seine ständige Angabe ist er
ein richtiger Möchtegern.«
Möch|te|gern-: Wortbildungsmittel ( +
Substantiv) [ugs.] Person, die als etw.
erscheinen möchte, es aber nicht ist
»Er ist ein Möchtegernplayboy.«
Mod.; Abk. 1 Modalitäten) = Art(en)
der Ausführung 2 Modell 3 Modifi¬
kation = Abwandlung; Veränderung
4 Modus = 1. Art u. Weise 2.
(Sprachwiss.) Wirklichkeits-, Mög-
lichkeits- od. Befehlsform (= Indika¬
tiv, Konj od. Imperativ) bei der Beu¬
gung des Verbs
mod.: Abk. 1 modelliert = geformt 2
modifiziert = abgewandelt; verän¬
dert 3 modern 4 modisch 5 moderat
= bescheiden; maßvoll 6 dl» (Musik)
moderato = mäßig bewegt (zu spie¬
len)
mojdal: dato Adj. n. stg. (Sprachwiss.)
sich auf die Art u. Weise beziehend
»Das ist modale Bestimmung.«
Mo|dal|ad|verb: das;-(e)s; -ien (Sprach¬
wiss.) Adv der Art u. Weise »Die
Schüler müssen Modaladverbien be¬
stimmen.«
Mo|dal|be|stim|mung: die; - / -en
(Sprachwiss.) Bestimmung der Art u.
Weise
Mojda|li|tät: die; - ; -en 1 Art der Aus¬
führung; Bedingung, die erfüllt wer¬
den muß 2 (Sprachwiss.) Indikativ,
Konj, Imperativ u. Modalverben
Mo|dal|parjti|kel: die; ~- u. -n (Sprach¬
wiss.) Abtönungspartikel »Sprache
wird durch Modalpartikel angerei¬
chert.«
Mo|dal)satz: der; -es; -sätze (Sprach¬
wiss.) Nebensatz, der die Art u. Weise
von etw. näher bestimmt »In Modal¬
sätzen kommen immer Modaladver¬
bien vor.«
Mo|dal|verfo: das; -(e)s; -en (Sprach¬
wiss.) Verb, das die Art u. Weise eines
anderen Verbes näher bestimmt
»>Sollen< ist ein Modalverb.«
Mod|der: der; -s; - [norddt.; ugs.] feuch¬
ter, schlammiger Schmutz
mod|de|rig/modd|rig: Adj. [ugs.;
norddt.] schlammig »Nach dem Hoch¬
wasser sind die Straßen modderig.«
Mp|de: dat.-fr.> die; ~ ; -n Zeitge¬
schmack; dem Zeitgeschmack ent¬
sprechende, in einer Zeit aktuelle
Kleidung u. a.
Mo|de|ar|ti|kel: der; -s; - 1 Art, Ware,
der/die in Mode ist »Dieser Modearti¬
kel wurde ein Kassenschlager.« 2 Zu¬
behör zu moderner Kleidung »Ruck¬
säcke sind richtige Modeartikel gewor¬
den.«
769
Modeberuf
Mo|de|be|ruf: der; -(ejs; -e Beruf, der
zeitweise von besonders vielen Men¬
schen angestrebt wird
mo|de|be|wuBt —> mo|dejbejwusst
Adj. modebewußter; modebewußteste
—>alle Formen mit ss+— sich nach
der gängigen Mode richtend »Trotz
des geringen Einkommens versteht sie
es, sich modebewußt zu kleiden.«
Mo|de|de|si|gner —» Mode|de|si|g|neit
der; -s; ~ weibl. Mo|de|de|si|gne|rin
—* Mo|de|si|g|ne|rin: die; - ; -nen
Person, die Modeentwürfe anfertigt
»Ihr Traumberuf ist Modedesignerin.«
Mo|de|far]be: die; - ; -n Farbe, die in
Mode, aktuell ist
Mo]de|pho|to|graph/Mg|de|fo|to|graf:
der; -en; -en weibl. Mo|de|pho|to|gra|-
phin/Mg|de|fo|to)gratfin: die; - ; -nen
1 Photographin), der/die Mode pho¬
tographiert 2 in einer Zeit besonders
verlangte(r), begehrte(r), geschätz-
te(r) Photographin)
Mo|de|ge|schäft/Mg|den|ge|schäfb
das; -(e)s; -e Geschäft, Laden, das/
der Bekleidung verkauft
Mojde|haus/Mojden|haus: das; -es;
-häuser 1 Unternehmen, das eigene
Mode entwirft »Sie ist Chefdesignerin
in diesem Modehaus.« 2 großes Mode¬
geschäft »Im Modehaus ist Ausver¬
kauf.«
Mo|del: dat.-it.-engb /modri/ das; -s; -s
Person, die als Fotomodell o. ä. arbei¬
tet »Sie ist ein gefragtes Model.«
Mo|del: dat.t der; -s; - /mgdel/1 Back¬
form aus Holz »Spekulatius werden
mit dem Model geformt.« 2 Vorlage
für Handarbeiten »Sie stickt die Dek-
ke nach einem Model.« 3 <Dnickw.>
Druckform »Die Tapeten wurden mit
einem Model bedruckt.«
Mo|dell: ilat.-it.> das; -(e)s; -e 1 verklei¬
nerte Darstellung; Muster; Vorbild;
Entwurf von etw., was angefertigt
werden soll 2 Ausführungsart einer
Serie »Das ist das Luxusmodell der
neuen Automarke.« 3 a) Person, die
Kleider usw. vorführt b) Objekt (Ge¬
genstand, Person, Tier, Pflanze usw.),
das als Vorlage für Maler, Bildhauer,
Fotographen usw. dient 4 Modell ste¬
hen, sitzen: einem Künstler als Mo¬
dell zur Verfügung stehen »Für diese
Plastik stand ihm seine Freundin Mo¬
dell.«
Mo|dell|bau|eR der; -s; - weibl. Mo|-
dell|baue|rin —»■ Mo|dell|bau|e|rin:
die; - ; -nen 1 Handwerlcer(in), der/
die Vorlagen zum Guß anfertigt »Be¬
vor der maschinelle Guß beginnt, kon¬
trolliert der Modellbauer die Formen.«
2 Person, die technische Geräte o. ä.
im Kleinformat nachbaut
Mo|dell|fhig|zeug: das; -(e)s; -e Flug¬
zeug, dessen Teile originalgetreu,
aber verkleinert nachgebaut werden
mo|dell|haft: Adj. modellhafter; modell¬
hafteste als Modell, Anschauungsma¬
terial dienend »Dieses Beispiel hat
modellhaften Charakter.«
mo(del|lie|ren: modellierst; modellier¬
test; hast modelliert etw. formen u. ge¬
stalten »Sie modelliert Tiere aus Ton.«
Mo|del|lierjmas|se: die; - ; -n Masse,
weichliches Material, die/das sich
zum Modellieren eignet »Knete ist
eine gute Modelliermasse für Kinder.«
Mo|del|liejrung: die; - ; -en Formung ei¬
nes Modells
Mo|dell|kleid: das; -(e)s; -er einzeln an¬
gefertigtes, entworfenes Kleid
Mo|dell|pro|iekt: das; -(ejs; -e (wissen¬
schaftliches, soziales) Projekt mit
Versuchs-, Vorbildcharakter »Der
Architekt entwirft ein Modellprojekt
für die neue Siedlung.«
Mo|dell|schutz: der; -es; - <Rechtsw.>
Patentschutz für ein Modell »Er hat
für seine Erfindung Modellschutz be¬
antragt.«
Mo|dell|ver|such: der; -(ejs; -e 1 [geh.]
(wissenschaftlicher, sozialer) Ver¬
such, der als Beispiel dienen soll »Die¬
ses Wohnprojekt ist ein Modell¬
versuch.« 2 wissenschaftlicher Ver¬
such, bei dem eine Situation simuliert
wird »Die Forscher starten einen Mo¬
dellversuch.«
mo|deln: modelst; modelt (e)st; hast ge¬
modelt in eine bestimmte Form brin¬
gen »Er modelt den Teig.«
Mojdel|tuch: das; -(e)s; -tücher Tuch
mit Stickmuster
Mo|dem: Kurzw. das; -s; -s <EDV> Mo¬
dulator + Demodulator = Signa¬
lumsetzer = technisches Gerät, das
zur Umwandlung von digitalen Si¬
gnalen in analoge Signale u. umge¬
kehrt dient u. so ermöglicht, digitale
Daten über analoge Übertragungswe¬
ge, vor allem Telefonleitungen, zu
übermitteln
Mo|de|ma|cher. der; -s; - weibl. Mo|de|-
ma|che|rin: die; - ; -nen Person, die
Mode entwirft »Auf der Modemesse
treffen sich die wichtigen Modem¬
acher.«
das; -(ejs; -e Geschäft, Laden, das/
der Bekleidung verkauft
Mg|den|haus/Mo|de|haus: das; -es;
-häuser 1 Unternehmen, das eigene
Mode entwirft »Sie ist Chefdesignerin
in diesem Modenhaus.« 2 großes Mo¬
degeschäft
Mg|den|schau/Mo|de|schau: die; - ; -en
öffentliche Vorführung von neuer
Mode »Die Models führen bei der Mo¬
denschau die neuesten Modelte vor.«
Mo|de|püpp|chen: das; -s; - [ugs.; ab¬
wert.] übertrieben modisch gekleide¬
te^) Frau, Mädchen
Mo|de|pup|pe: die; - ; -n (unangemes¬
sen) modern gekleidete(s), (meist nur)
auf Äußerlichkeiten bedachte(s)
Frau, Mädchen
Mgjden der; -s; -1 feuchter, schlammi¬
ger Schmutz »Die Wege sind mit Mo¬
der bedeckt.« 2 verweste Blätter; fauli¬
ges, verwesendes Material
mo|de|rat: dato Adj. moderater; mode¬
rateste angepaßt, angemessen u.
(sehr) gemäßigt »moderate Preise ♦
eine moderate Ausdrucksweise«
Mo|de[ra|ti[gn: dato /moderazign/ die;
- ; -en <Medien> Gestaltung des Rah¬
menprogramms, Ankündigung des
Programms bei einer Veranstaltung
»Die Moderation der Sendung über¬
nimmt ein bekannter Schauspieler.«
Mo|de|ra|to: dat.-it.> das; -s; -s u. Mode-
rati <Musik> mäßig schnelles Musik¬
stück, Tempo
Mo|de|ra|tor: dato der; -s; Moderatoren
weibl. Mo|de|ra|tg|rin: die; - ; -nen
Person, die in einer Rundfunk- od.
Fernsehsendung ansagt o. ä.
Mo[derjge|ruch: der; -{ejs; -gerüche
feuchter, fauliger Geruch (nach Mo¬
rast)
mo|de|iie|ren: moderierst; moderiertest;
hast moderiert <Medien> eine Sendung
leiten, das Rahmenprogramm, die
Ankündigungen in einer Veranstal¬
tung gestalten »Sie moderierte die po¬
litische Diskussionsrtmde.«
mo|de|rig/mod|rig: Adj. feucht, faulig,
nach Moder riechend »Im Torfmoor
herrscht moderiger Geruch vor.«
mo|dern: dat.-fro Adj. dem aktuellen
Zeitgeschmack entsprechend »Das
Kleid ist modern.«
mp|dem: modert; moderte; hatlist ge¬
modert verwesen; in Fäulnis überge¬
hen »Das Laub modert am Boden.«
Mo|der|ne: dat.-fro die; ~ ; - 1 neuere
Richtung der Kunst, Musik, Litera¬
tur »Dieser Maler gehört der Schule
der Moderne an.« 2 [geh.] die neuere
Zeit» Wir leben in der Moderne.«
mo|der|ni|sje|ren: modernisierst; moder¬
nisiertest; hast modernisiert bearbei¬
ten, moderner machen od. erneuern
»Sie modernisieren ihre Wohnung.«
Mo|der|ni|s[e|rung: die; - ; -en Erneue¬
rung; Zufügung moderner Elemente
»Bei der Modernisierung haben sie das
Geschäft erweitert.«
Mo|der|n[9|mus: der; - ; -men 1 moder¬
nes Stilelement »Dieser Text ist voller
Modernismen.« 2 o. PI. Streben nach
Erneuerung in der Kunst »Dieser Ma¬
ler hatte sich dem Modemismus
verschreiben.« 3 o. PI. Strömung,
Richtung der katholischen Kirche
Mo|dern Jazz —» auch Mo|dern|jaz£
<amerik.-engl.> /modern (djsehäs/ der;
- ~ ; - übergreifender Stilbegriff für
den Jazz zwischen 1940 u. 1960 »Be¬
bop u. Cool Jazz gehören auch zum
Modern Jazz.«
Mo|de|sa|lon: der; -s; -s [geh.] Modege¬
schäft, in dem Einzelanfertigungen
gemacht werden
Mo|de|schau/Mo|den|schau: die; * / -en
öffentliche Vorführung von neuer
Mode
Mojde|schmuck: der; -(ejs; - modi¬
scher Schmuck, der nicht besonders
wertvoll ist, nicht aus Edelmetallen u.
Edelsteinen gefertigt ist
Mo]de|wajre: die; - ; -n 1 Ware, Art,
die/der in Mode ist »Diese Modeware
wurde häufig verkauft.« 2 Ware, die
zur Kleidung, Mode gehört
Mo|de|welt: die; -; - Modebranche
Mo|de[zeich|ner: der; -s; ~ weibl. Mo|-
de|zeich|ne|rin: die; - ; -nen Person,
die Mode entwirft »Er ist als Mode¬
zeichner noch unbekannt.«
Mo|de|zeit|schrift: die; -; -en Zeitschrift
für Mode, die über die Entwicklung
der Kleidung u. ä. berichtet
Mo|di|fl|ka|ti|gn: <lat.> /modifikazign/
die; - ; -en a) (leichte, geringe) Ände¬
rung zur Anpassung an etw. »Es sind
noch einige Modifikationen im Text
erforderlich.« b) geänderte Form,
Fassung von etw. »Die Modifikation
des Geräts arbeitet erheblich besser.«
mo|di|fi|z]er|bar Adj. n. stg. [geh.] ver¬
änderbar; noch zu verändern, bear-
770
Mokka/
beiten »Das ist eine vorläufige Ausfüh¬
rung, sie ist modifizierbar.«
mo|di|fi|zje|ren: modifizierst; modifizier¬
test; hast modifiziert verändern »Die
Tests müssen modifiziert werden.«
mo|disch: Adj. in Mode seiend »Sie
trägt gern modische Hüte.«
Mo|dist: der; -en; -en weibl. Mo|dj|stin
—» Mo)d|s|tin: die; - ; -nen
Hutmacherin) »Der Beruf des Modi¬
sten ist selten geworden.«
mod|rig/nio|de|rig: Adj. feucht, faulig,
nach M oder riechend
Mo|dul: dat.-engh das; -(e)s; -e aus¬
wechselbares Teil eines elektroni¬
schen Geräts, das eine Funktionsein¬
heit bildet »Dieses Modul muß erneu¬
ert werden.«
no|du|lan dat.-engh Adj. n. stg.
[fachsprl.] wie ein Modul; ein Modul
betreffend, ihm zuzuordnen »Dieses
Experiment erfolgt mit modular ausge¬
richteten Geräten.«
äo|du|lafti|on: /modulazion/ die; ~ ; -en
1 <Musik> a) Übergang von einer Ton¬
art in die andere »Bei diesem Lied
muß der Sänger die Modulation be¬
herrschen.« b) Abwandlung des musi¬
kalischen Klangs »Durch seine tiefe
Stimme wird die Modulation ganz an¬
ders.« 2 <Elektrot.> Aufprägen, -setzen
von Schallwellen
io|du|lte]ren: modulierst; moduliertest;
hast moduliert 1 etw. (z. B. den Ton¬
fall) in der Stärke, Art u. Weise ab¬
wandeln, verändern; unterschiedlich
stark betonen »Der Referent hat eine
einschläfernde Art vorzutragen, denn
er moduliert (seine Stimme) zu
wenig.« 2 (Musik) von einer Tonart in
eine andere übergehen
Mo|dus: dato der; -; Modi 1 Art u. Wei¬
se »Wir müssen uns über den Modus
unseres Vorgehens einigen.« 2
<Sprachwiss.> Indikativ, Konj od. Im¬
perativ; Modalität eines Verbs
Mo|fa: Kurzw. das; -s; -s Motorfahrrad
= mit einem schwachen Motor aus¬
gerüstetes Zweirad, das höchstens 25
km/h fahren darf
Mo|fet|te: (fro die; - ; -n <Geologie> vul¬
kanische Ausströmung von Kohlen¬
dioxid »Mofetten kann man an der
Erdoberfläche feststellen.«
mög(l).: Abk. a) möglich b) möglichst
Mo|ge|lei: die; - ; -en kleine Betrügerei
»Mit Mogeleien schummelt er sich
durch das Leben.«
mo|geln: mogelst; mogeltest; hast gemo-
gelt nicht ganz ehrlich sein; sich nicht
ganz korrekt nach den Regeln, Vor¬
schriften richten, Syn.: schummeln
Mg]gel|packung (Mo|getpakjkung —>
Mo|gel|pa|ckung): die; - ; -en [ugs.]
Verpackung, die mehr Inhalt vor¬
täuscht, als sie tatsächlich hat »Dieser
Karton ist eine echte Mogelpackung.«
möjgen: magst; mochtest; hast gemocht
1 Vollverb a) Sympathie od. Liebe für
jmdn., etw. empfinden; etw. od. jmdn.
(gut) leiden können »Ich mag ihn
(sehr).« b) etw. besonders gut leiden
können; dem Geschmack entspre¬
chen »Er mag alte Uhren. • Er mag
Fisch.« 2 mit Infinitiv (als Modalverb)
a) eine Vermutung ausdrückend; viel¬
leicht; eventuell »Jetzt mag er das Ge¬
fühl haben, nicht willkommen zu sein.«
b) zu etw. neigen; die Möglichkeit ha¬
ben; wollen c) etw. einräumen, zuge¬
stehen »Es mag sein, daß ich zu hart
urteile, aber ...« d) auffordem; sollen
»Er möge zum Chef kommen. ♦ Diese
Andeutung mag (soll) genügen.«
mög|lich: Adj. 1 a) etw. ist so, daß es ge¬
schehen, sein, durchgeführt werden
kann; machbar »Es ist möglich, daß
sie drei Wochen Urlaub bekommen.«
b) vielleicht; eventuell erfolgend »Es
ist möglich, daß er gleich kommt.«
Ant.: unmöglich 2 alles mögliche —»
alles Mögliche: viele verschiedene
Dinge »Er schleppt immer alles Mögli¬
che an.« 3 sein möglichstes tun —»
sein Möglichstes tun: sich bei etw.
sehr anstrengen, das, was getan wer¬
den kann, tun
mög|li|chen|falls: Adv. wenn es möglich,
durchführbar ist »Möglichenfalls
kommen Sie morgen.«
mög|li|cher|weDse: Adv. vielleicht;
eventuell »Davon sind möglicherweise
noch einige Exemplare auf Lager.«
Mög|lich|keit: die; -; -en a) Gelegenheit;
etw., was machbar ist »Du hast viele
Möglichkeiten, nette Menschen
kennenzulernen.« b) Art u. Weise des
Vorgehens, Verfahrens »Es gibt viele
Möglichkeiten, dieses Projekt zu
strukturieren.« c) etw., was passieren
kann u. berücksichtigt werden muß
»Du mußt mit der Möglichkeit rech¬
nen, daß man den gestohlenen Wagen
nicht wiederfindel.«
Mög|lich|keits|form: die; - ; -en
(Sprachwiss.) Konj »Die Schüler üben
die Bildung der Möglichkeitsform.«
mögjlichst: Adv. wenn es geht, durch¬
führbar ist »Ich brauche möglichst
viele Kartons.«
Mo|gul/Mo]gul: <pers.-engl.> der; -s; -n
asiatisch-islamischer Herrscher in In¬
dien
Mo|hair/Mo|här: mrab.-it.-engh
/mohär/ der; -s; -e a) Angorawolle
»Ich habe 300 g Mohair gekauft.« b)
Gewebe aus Angorawolle »Mohair
flust sehr stark.«
Mo|ham|me|daJner: der; -s; - weibl.
Mo|ham|me|da]ne|rin: die; - ; -nen
<Religion> [veralt.] Glaubensangehö-
rige(r) des Islams; Person, die an den
Islam glaubt
mo{ham|me|da|nisch: Adj. n. stg. (Reli¬
gion> [veralt.] moslemisch; islamisch
»mohammedanische Glaubensvor¬
schriften«
Mo|här/Mo|haiR tarab.-it.-engh
/mohär/ der; -s; -e a) Angorawolle
»Ich habe 300 g Mohär gekauft.« b)
Gewebe aus Angorawolle
Mo|hi|ka|ner. der; -s; - weibl. Mo|hi|ka|-
ne|rin: die; - ; -nen 1 Angehörige(r)
des Indianerstamms der Mohikaner 2
der Letzte der Mohikaner, der letzte
Mohikaner [ugs.; scherzh.] der/die/
das Letzte, der/die/das von allen, vie¬
len übriggeblieben ist »Wie immer
verläßt er die Party als der Letzte der
Mohikaner.«
Mohn: der;-(e)s; - a) (rot)blühende, am
Rande von Getreidefeldern u. ä. od.
in Feldern blühende Pflanze, deren
Samen beim Backen verarbeitet wird
u. dessen milchige Flüssigkeit, die
beim Anritzen der Mohnkapsel aus¬
tritt, der Rauschmittel- sowie Medi-
kamentengewinnung dient b) Samen
vom Mohn (a)
Mohn|blu|me: die; ~ ; -n Pflanze, aus de¬
ren Samen z. T. Opium gewonnen
wird
Mohn|bröt|ehen: das; -s; - Brötchen,
das mit Mohnkörnern bestreut wurde
»Zum Frühstück möchte ich zwei
Mohnbrötchen haben.«
Mohn|korn: das; -s; -körner Samenkorn
des Mohns, der Mohnblume
Mohn|sa|men: der; -s; - Samen der
Mohnpflanze »Aus Mohnsamen kann
man Opium gewinnen.«
Mohr der; -en u. -s; -en 1 [veralt.]
schwarzer, dunkelhäutiger Mensch 2
einen Mohren weiß waschen: etw.,
was unmöglich scheint, verwirklichen
3 der Mohr hat seine Schuldigkeit
getan, der Mohr kann gehen: (oft¬
mals eine ungehaltene Äußerung) eine
Person wird nicht mehr gebraucht (u.
fühlt sich schlecht behandelt, ausge¬
nutzt)
Möh|re: die; - ; -n gelblich-oranges,
länglich-rundes Wurzelgewächs, das
roh od. gekocht gegessen wird, Syn.;
Mohrrübe; Karotte
Moh|ren|fal|ter der; -s; - dunkel gefärb¬
te^) Schmetterling(sart)
Moh|ren|kopf: der; -(e)s; -köpfe aus ei¬
ner Waffel, gezuckertem Eischnee u.
Schokolade gefertigte Süßigkeit Syn.:
Negerkuß; Schokokuß
Möh|renjsaft: der; -(e)s; - Saft von aus¬
gepreßten Möhren
MohrJrü|be: die; - ; -n gelblich-oranges,
länglich-rundes Wurzelgewächs, das
roh od. gekocht gegessen wird »Heute
essen wir einen Eintopf mit Mohrrü¬
ben.« Syn.: Möhre; Karotte
Moi|re: tar.-it.-engl.-fr.t /moare/ das; -s;
-s 1 a) <Druckw.> beim Mehrfarben¬
druck auftretender Fehldruck b)
(Technik) durch Bildausfall entste¬
hendes streifenförmiges Muster auf
dem Fernsehschirm 2 Textilie, Stoff
mit Wellenmuster
moi|rie|ren: <ar.-it.-engl.-fr.> /moariren/
moirierst; moiriertest; hast moiriert
mit Moiremuster versehen
mo|kant: (/r> Adj. mokanter; mokante¬
ste [geh.] spöttisch »Er setzte ein mo¬
kantes Lächeln auf.«
Mo|kas)sin: <Indian. Spr.-engb der; -s;
-s a) den Indianern nachgemachter
sportlicher Lederschuh mit dicken
Nähten u. durchgehender weicher
Sohle »Ich habe mir ein Paar Mokas¬
sins gekauft.« b) (bestickter) Leder¬
schuh der Indianer
Mo|kett: <fr.> der; -s; - buntgemusterter
Baumwollstoff zum Beziehen von
Möbeln
Mglkick: Kurzw. das; -s; -s Moped mit
Kickstarter = Kleinkraftrad mit ei¬
ner Höchstgeschwindigkeit von 40
km/h
mo|kie|ren, sich: <fr.t mokierst dich; mo¬
kiertest dich; hast dich mokiert sich
über etw. lustig machen; sich auf Ko¬
sten anderer amüsieren, spöttisch äu¬
ßern »Die Mitschüler mokierten sich
über ihre Kleidung.«
Mokjka/[österr. meist] Moc|ca: <arab.-
engl.y der; -s; - u. (Sorten) -s 1 Kaffee
aus einer besonderen Kaffebohne
771
Mokkalöffel
»Der Mokka schmeckt sehr
aromatisch.« 2 [österr.] sehr starker
(Cäflcc
Mok|ka|löt|fel: der; -s; - kleiner Kaffee¬
löffel »Das ist ein See aus sechs silber¬
nen Mokkalöffeln.«
Mok|kajtas|se: die; - ; -n kleine Tasse
für sehr starken Kaffee
Mol: das; -s; -e <Chemie> Gewichtsein¬
heit eines Stoffes, die sein(em) Mole¬
kulargewicht in Gramm ist, ent¬
spricht
Mojlasjse: </r> die; ~ ; - <Geologie>
Sandstein »Molasse findet man in den
Alpen.«
Molch: der;-(e)s; -e in der Körperform
einer Eidechse ähnlicher, im Wasser
beheimateter Lurch
Moljdau: die; - ; - Nebenfluß der Elbe
»Die Moldau fließt durch Prag.«
Mo|le: <gr.-lat.-it.> die; - ; -n 1 (begeh- u.
befahrbare) Hafenmauer zum Schutz
gegen die Versandung des Hafens
durch hineinströmendes Wasser, die
oft auch als Anlegeplatz genutzt wird
2 <Med.> fehlentwickelter, geschädig¬
ter Embryo, befruchtetes Ei, der/das
während der ersten Schwanger¬
schaftsphase abgestoßen wird
Mo(le|kei: die; ~ ; -n u. [österr. j das; -s;
- [veralt.J Molekül
MoJle|kjll: dat.-fro das; -s; -e <Chemie>
kleinste Einheit einer chemischen
Verbindung
mo|le|ku|lar: Adj. n. stg. <Chemie> das
Molekül betreffend, ihm zuzuordnen
»Der Chemiker beschäftigt sich mit
molekularen Analysen.«
Mo|le|ku|larjbiojlo|gie —* Mofle|kujlar|-
bi|o|lo|gie: die; - ; - Zweig der Biolo¬
gie, der sich mit dem Molekülaufbau
in lebenden Organismen beschäftigt
»Die Molekularbiologie erforscht z. B.
den Aufbau von Eiweißen.«
Mo|le|ku)lar|ga|na|tik: die; - ; - Zweig
der Genetik, der sich mit den moleku¬
laren Bedingungen der Vererbung
auseinandersetzt »Diese Erbkrankheit
hofft man mit Hilfe der Molekularge¬
netik bestimmen zu können.«
Mo|lejku|iarfge|wicht: das; -(e)s; -e
(Chemie) Gewicht der zu einem M ole-
kül vereinigten Atome »Das Moleku¬
largewicht drückt die Summe der
Atomgewichte aus.«
mo|le|stie|ren —» mo|tes|tie|ren: dato
molestierst; molestiertest; hast mole¬
stiert [geh.] Verdruß schaffen »Du
molestierst mich mit deinem Gerede.«
Mot|ke: die; - ; - bei der Milchverarbei¬
tung anfallendes, an Nährstoffen rei¬
ches (Abfallprodukt
Mol|ken: der; -s; - bei der Milchverar¬
beitung anfallendes, an Inhaltsstoffen
reiches (Abfallprodukt
Mol|ke]rei: die: - ; -en milchverarbeiten-
de(r)(s) Betrieb, Unternehmen »Die
Bauern liefern ihre Milch an die Mol¬
kerei.«
mp)|kig: Adj. n. stg. aus Molke; Molke
betreffend, zuzuordnen
Moll: dato das; - ; - <Musik> dunklere,
gedämpfte, oft als traurig geltende
Tonart »Dieses Lied ist in Moll ge¬
schrieben.«
Mol|la/Msil|lah/Mul|la: <arab.-pers-
türk.> der; -s; -s <Titel> islamischer
Geistlicher, Lehrer, Rechtsgelehrter
Moll|ak|kord: der; -(e)s; -e <Musik> Ak¬
kord, Klang in Moll »Der Organist
spielt einen Mollakkord.«
Moll|drei|klang: der; -(e)s; -klänge <M u-
sik> Dreiklang in Moll »Der Molldrei¬
klang ist für die Singstimme schwie¬
rig.«
Mol|(e: die; - ; -n 1 [berlinerisch] großes
Glas helles Bier »Er bestellte eine
Molle u. einen Korn.« 2 [sächsisch]
Bett
Möljlen der; -s; - <Hüttenw.> Gemenge
von Erz u. Zuschlägen im Verhüt¬
tungsofen »Die Zusammensetzung des
Möllers muß stimmen.«
möl|lern: möllerst; möllertest; hast ge¬
möllert 1 den Hochofen beladen 2 Erz
mischen
mol|lig: Adj. 1 (Figur eines Menschen,
meist einer Frau> weiche, rundliche,
nicht ganz schlanke, aber auch noch
nicht dicke Form habend 2 ange¬
nehme, behaglich warme Temperatur
aufweisend
Mollftontart: die; - ; -en (Musik) Tonart
in Moll »In diesem Stück wechseln
sich Durtonart u. Molltonart ab.«
Moll|ton|lei|ter: die; • ; -n <Musik> Ton¬
leiter in einer Molltonart »Der Ge¬
sangsstudent übt Molltonleitern.«
Mol|lus|ke: dato die; ~ ; -n <Bio.> Weich¬
tier »Schnecken gehören zu den Mol¬
lusken.«
Mojloch: <hebr.-gr.> der; -s; -e [geh.]
grausames Ereignis, Macht, das/die
unersättlich sinnlose neue Opfer for¬
dert »Viele Menschen gingen im Mo¬
loch Stadt unter.«
Mo|lo|tow|cock|tail —» auch Mo|lo|-
tow-Cpck|tail: /molotof-j der; -s; -s
nach dem ehemaligen sowjetischen
Außenminister benannte, aus einer
Flasche mit Benzin u. einem benzin¬
getränkten Tuch gebastelte Feuer¬
bombe, die wie eine Granate verwen¬
det wird
Mol|to|pren: (Warenzeichen) das; -s; -e
leichter, druckfester Kunststoff
»Moltopren ist wärmedammend.«
Mo|ment: dat.-fro der; -(e)s; -e 1 a)
kurze Zeitspanne »einen Moment
warten« b) bestimmter Zeitpunkt »ein
wichtiger Moment« 2 einen lichten
Moment haben: 1. ein geistig kranker
Mensch ist vorübergehend bei klarem
Verstand 2. [scherzh.] eine gute Idee
haben 3 im Moment: jetzt; zu diesem
Zeitpunkt »Im Moment habe ich keine
Zeit.«
Mo|ment: dato das; -(e)s; -e besonderes
Merkmal; Gesichtspunkt, der etw.
bewirkt
mo|menjtan: dat.-fr.i Adj. n. stg. t nur
von kurzer Dauer »ein momentaner
Lichtblick« 2 augenblicklich; zur jet¬
zigen Zeit »momentane wirtschaftliche
Probleme«
Mo|ment|auf|nah|me: die; -; -n a) Foto¬
grafie, die nur kurz belichtet wurde
»Die Momentaufnahmen sind gut
gelungen.« b) Fotografie, die eine
spontane Situation einfängt
Mo|ment)bild: das; -(e)s; -er Fotografie
mit kurzer Belichtungsdauer
Mo|na|den|leh|re: die; - ; - (Philosophie)
Lehre von den Monaden, der Urein-
heit, dem Unteilbaren »Die Monaden¬
lehre gehtauf Leibniz zurück.«
Mo|na|do|lo|gie: die; ~ ; - Lehre von den
Monaden, der Ureinheit, dem Unteil¬
baren
Mon|arch —*■ Mo|n|arch: <gr.-lat.> der;
-en; -en Person, die als Träger der
Staatsgewalt allein an der Spitze des
Staates steht
Mon|ar|chle ~ * Mo|n|ar|chie: <gr.-lat.>
die; - ; -n jmonarchvnj 1 o. PI. Staats¬
form, bei der eine Person als Träger
der Staatsgewalt allein an der Spitze
des Staates steht 2 Staat, der die
Staatsform Monarchie hat
mon|ar|chisch —* mo|n|ar|chisch: Adj.
n. stg. (Pol.> auf die Monarchie bezo-
, gen, sie betreffend, ihr zuzuordnen
Mon|ar|chist —» Mo|n|ar|chist der;
-en; -en weibl. Mon|aijchi|stin —»
Mo|n|ar|chis|tin: die; ~ ; -nen Person;
die für die'Königsherrschaff Stellung
bezieht »Die Monarchisten sind u
Deutschland eine winzige Minder
heit.«
Mo|na[ste|ri|um —* Mo|n|as[te|njurr
dato das: -s; -n jmonqßterknl (Reli
gion> [geh.] Kloster
Mpjnat: der; -(e)s; -e Einteilung de
Jahres (von 365 bzw. 366 Tagen) i
zwölf Abschnitte, die außer im F(
bruar (28 od. 29)jeweils 30 od. 31T;
ge umfassen »Die Monate heißen Ji
nuar, Februar, März, April, Mai, Jun
Juli, August, September, Oktober, N<
vember u. Dezember.«
mp|na|te|lang: Adj. n. stg. mehrere Me
nate andauernd »Er war monatelan
verschwunden.«
Mp|nats|an|fang: der; -(e)s; -anfäng
Beginn eines Monats »Am Monatsan
fang muß ich aus meiner Wohnun;
ausziehen.«
Mp|nats|bei]trag: der; -(e)s; -beiträgt
Beitrag, Zahlung, der/die jeden Mo¬
nat (für eine Mitgliedschaft) geleistet
werden muß
Mo|nats|bin|de: die; - ; -n das Blut der
Menstruation auffangende Einlage
aus umhüllter Watte o. ä.
Mo|nats|blu|tung: die; - ; -en (Bio.)
Menstruation
Mo|nats]ein|kom)men: das; -s; ~ Ein¬
kommen, Geld, das jmd. jeden Monat
(regelmäßig) hat, bekommt »Sein
Monatseinkommen wird im nächsten
Jahr deutlich steigen.«
Mo|nats|en|de: das; -s; -n Ende eines
Monats »Am Monatsende nimmt er
drei Tage frei.«
Mo|nats|ge|hait: das; -(e)s; -geholter
Gehalt, regelmäßige Bezahlung für
eine berufliche Tätigkeit »Mein Mo¬
natsgehalt ist immer am Monatsende
auf meinem Bankkonto.«
Mojnats|hälf|te: die; ~; -n Zeitraum von
einem halben (Kalender-)Monat »In
der ersten Monatshälfte will er Urlaub
nehmen.«
Mp|nats|kar[te: die; - ; -n Fahrkarte,
Eintrittskarte o. ä., die für einen Mo¬
nat gültig ist »Dank seiner Monats¬
karte ist Bahnfahren für ihn billiger.«
Mp|nats|letz|te: der; -n; -n (PI. s.) letz¬
ter Tag des Monats »Seine Wohnung
räumt er am Monatsletzten.«
Mgjnatsflohn: der; -(e)s; -löhne Lohn,
den man jeden Monat für eine berufli¬
che Tätigkeit als Arbeiter, Handwer¬
ker bekommt »Durch die steigenden
772
mongoloid
Abzüge wird sein ausgezahlter Mo¬
natslohn immer geringer.«
Mo|nats|mie|te: die; • / -n Miete, die je¬
den Monat (für eine Wohnung, ein
Haus) gezahlt wird, zu zahlen ist
»Zur Monatsmiete kommen noch die
Nebenkosten für die Wohnung.«
Mo|nats|mit|te: die; - , -n Mitte eines
Monats »In der Monatsmitte überwei¬
sen sie den Beitrag.«
Mg|nats|mit|tel: das; -s; ~ durchschnitt¬
licher Wert für einen Monat »Der
Niederschlag lag im Monatsmittel
niedriger als im Vormonat.«
Mo|natsjna|me: der; -ns; -n Name eines
Monats; Bezeichnung für einen Mo¬
nat
Mo|nats|ra|te: die; - ; -n Rate, Teilsum¬
me, die jeden Monat gezahlt wird »Er
ist mit seinen Monatsraten im Rück¬
stand.«
Mon|azit —>- Mo|nja|zit <gr.> der; -s; -e
<Geologie; Chemie) glänzendes Mine¬
ral »Der Monazit kommt in sandigen
Ablagerungen vor.«
Mönch: <gr.-lat.> der; -(e)s; -e
(Religion) 1 Mann, der einem Orden
angehört u. sein Leben dem Dienst an
Gott geweiht hat 2 Ein Mönch ist nir¬
gends besser aufgehoben als im
Kloster: jeder soll sich da betätigen,
wirken, wo er hingehört, das tun, von
dem er etw. versteht
mön|chisch: Adj. wie ein Mönch; einen
Mönch betreffend, ihm zuzuordnen
»mönchische Lebensweise«
Mönchs|kk>|ster —> Mönchs|klos|tei:
das; -s; -klöster <Religion> (Gebäude
eines) Ordenshaus(es); Kloster für
Mönche
Mönchs|kut|te: die; -; -n Kleidung, lan¬
ger Umhang, Überwurf eines Mön¬
ches
Mönchs|or|den: der; -s; ~ (Religion)
(christlicher) Orden, religiöser Zu¬
sammenschluß für Mönche
Mönchs|zel|le: die; - ; -n Zimmer eines
Mönches im Kloster »Die Mönchszel¬
len sind sehr bescheiden eingerichtet.«
Mond: der; -(e)s; -e 1 Himmelskörper,
der einen Planeten umkreist 2 o. Pi.
<in bezug auf die Erde) die Erde um¬
kreisender Himmelskörper, der bei
Dunkelheit am Himmel weißlich-gelb
leuchtend als Kreis (= Vollmond) bis
zur Sichel (= Halbmond) (je nach
Zeit) erscheinend zu sehen ist 3 nach
dem Mond gehen: [ugs.] (Uhr> unge¬
nau gehen; die Zeit nicht genau anzei¬
gen »Diese Uhr kannst du wegwerfen,
die geht ja nach dem Mond.« 4 etw. in
den Mond schreiben: [ugs.] etw. ab¬
schreiben, als Verlust ansehen »Die
erhoffte Gehaltszulage können wir in
den Mond schreiben.« 5 in den Mond
gucken: [ugs.] nichts bekommen »Ihr
habt ja schon alles aufgegessen u. ich
gucke wohl in den Mond.« 6 auf, hinter
dem Mond leben: [ugs.] weltfremd,
rückständig, nicht auf dem laufenden
sein »Du kannst ja gar nicht über die
Politik mitreden, du lebst doch auf
dem Mond.« 7 jmdn. auf den, zum
Mond schießen: [ugs.] jmdn. (oft nur
androhend) wegjagen, fortschicken
»Falls du dich noch einmal blicken
läßt, schieße ich dich auf den Mond.« 8
nach dem Mond greifen: nach etw.
Unerreichbarem, Unmöglichem stre¬
ben »Laß doch deine Illusionen u. wer¬
de vernünftig, es hat doch keinen Sinn,
nach dem Mond zu greifen.« 9 vom
Mond kommen, gefallen sein: [ugs.]
keine Ahnung haben, rückständig,
weltfremd sein »Das weiß doch jeder
außer dir, du bist wohl vom Mond ge¬
fallen.«
mon|dän: <lat.-fr.> Adj. von Reichtum,
Geschmack, Extravaganz zeugend
»Sie war eine ausgesprochen mondäne
Erscheinung.«
Mond|auf|gang: der; -(ejs; -aufgänge
scheinbares Auftauchen, Sichtbar¬
werden des Mondes am Horizont
»Mondaufgang ist heute bereits am
frühen Nachmittag.«
Mgnd|bahn: die; - ; -en Laufbahn, in
der ein Mond um seinen Planeten
(speziell der Mond um die Erde) zieht
»Die Astronomen berechnen die
Mondbahn.«
mond|bejschie|nen: Adj. n. stg. vom
Mondlicht erhellt »Auf dem mondbe¬
schienenen See glitzert das Wasser.«
Mond|blind|heit: die; - ; - (Med.) regel¬
mäßig auftretende Augenkrankheit
bei Tieren
Mon|den|schein: der; -(e)s; - [poet]
Mondlicht »Die Berge liegen im Mon-
denschein.«
Mpnd|fäh|re: die; ~ ; -n kleines Raum¬
fahrzeug, das auf dem Mond landen
kann »In der Mondjahre ist nur für
zwei Astronauten Platz.«
Mond|fin|ster|nis —> Mond|fins|terjnis:
die; - ; -se (Astronomie) bei Eintritt
des Vollmonds in den Schatten der
Erde auftretende Finsternis
Mond|flug: der; -(e)s; -füge Flug zum
Mond »Der erste Mondflug war ein
großes Abenteuer.«
Mond|ge|sichfc das; -(e)s; -er [ugs.]
rundes Gesicht »Er ist so dick gewor¬
den, daß er ein Mondgesicht bekom¬
men hat.«
Mond|ge|stein: das; -(ejs; -e Gestein
vom Mond »Die Astronauten brach¬
ten Mondgestein für Untersuchungen
mit.«
mond|hell: Adj. n. stg. [geh.] vom
Mondlicht erhellt »Heute ist eine
mondhelle Nacht.«
Mond|jahr: das; -(e)s; -e Jahr, das 355
Tage dauert »Im altrömischen Kalen¬
der galt das Mondjahr.«
Mpndfkalb: das; -(ejs; -kälber [ugs.]
Dummkopf »Du bist ein ungeschick¬
tes Mondkalb!«
Mond|land|schaft: die; - ; -en 1 [poet.]
Landschaft im Mondlicht »Die
Mondlandschaft glitzert silbern.« 2
Oberfläche des Mondes »Die Mond¬
landschaft ist von der Erde aus zu er¬
kennen.« 3 karge, steinige, vegetati¬
onslose Landschaft
Mond|lan|dung: die; - ; -en Landung,
das Aufsetzen auf dem Mond mit ei¬
nem Raumfahrzeug »Die Mondlan¬
dung erfordert unglaublich viele tech¬
nische Vorbereitung.«
Mond|licht: das; -(ejs; - vom Mond ab-
strahlende(s) Licht, Helligkeit
Mondjnacht: die; - ; -nächte Nacht mit
Mondschein »Diese Mondnacht lädt
zu einem nächtlichen Spaziergang
ein.«
Mond|ober|flä|che —» Mpnd|o|ber|flä|-
chec die; - ; -n Oberfläche eines Mon¬
des »Für den Betrachter wirkt die
Mondoberfläche porös.«
Mpnd|pha|se: die; - ; -n wechselnde Be¬
leuchtungsform des Mondes durch
die Sonne »In dieser Mondphase ist
nur eine schmale Sichel zu sehen.«
Mond|ra|kejte: die; ~ ; -n unbemanntes
Raumschiff, das zum Mond fliegt,
fliegen soll »Die Mondraketen wurden
in mehreren Stufen gezündet.«
Mond|schein: der; -(ejs; - 1 Licht, den
der Mond bei Dunkelheit abstrahlt
»Wir gingen bei Mondschein am See
spazieren.« 2 jmd. kann mir (mal) im
Mondschein begegnen: [ugs.] mit
jmdm. will ich nichts zu tun haben
»Deine Verwandtschaft kann mir im
Mondschein begegnen.«
Mond|si|chel: die; - ; -n sichtbares Teil¬
stück des Mondes »Bei Neumond ist
keine Mondsichel zu sehen.«
Mond|son|de: die; ~ / -n unbemanntes
Raumfahrzeug, das den Mond erfor¬
schen soll
Mondstein: der; -(ejs; -e (Geologie)
Art von Feldspat »Der Mondstein hat
eine milchig-weiße Farbe wie der
Mond.«
Mpndjsucht: die; - ; - (Med.) [ugs.]
nächtliches Schlafwandeln
mond|süch|tig: Adj. n. stg. (Med.) [ugs.]
schlafwandelnd '
Mpnd|un|ter|gang: der; -(ejs; -Unter¬
gänge Verschwinden des Mondes am
Himmel mit dem Aufgehen der Sonne
Mond[wech|sel: der; -s; - Zeit (bei
Wechseln) zwischen Vollmond od.
Neumond »Nach dem Mondwechsel
nimmt der Mond wieder ab od. zu.«
mo|ne|tär: <lat.-fr.> Adj. [geh.] das Geld
betreffend »Er ist in monetäre Schwie¬
rigkeiten geraten.«
Mo|ne|ten: <lat.> die (PI.) [ugs.] Geld
»Ich habe keine Moneten mehr.«
mo|ne|ti|s]e|ren: monetisierst; moneti-
siertest; hast monetisiert [geh.] in Geld
umwandeln »Beim Konkurs werden
Sachwerte monetisiert.«
Mon|go|le: der; -n; -n weibl. Mon|gg|lin:
die; - ; -nen Angehörige(r) eines zen¬
tralasiatischen Völkerstammes
mon|go|lid: Adj. n. stg. zum Völker¬
stamm der Mongoliden gehörig, ihm
zuzuordnen
Mon|go|l]|de: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Mongolider; eine
Mongolide; zwei Mongolide) Angehö-
rige(r) der mongoliden Völkergruppe
mon|go|lisch: Adj. n. stg. die Mongolen
betreffend, ihnen zuzuordnen »Die
mongolischen Krieger waren gefürch¬
tet.«
Mon|go|lis|tmis: der; - ; - [ugs.] Bezeich¬
nung für eine genetisch bedingte
Krankheit, bei der die Intelligenz u.
Lebenserwartung herabgesetzt sind
u. Körperbau, Aussehen u. Motorik
leicht verändert sind
Mon|go|lj|stik —» Mon|go|lis|tilc die; - ;
- Wissenschaft, die sich mit dem Kul¬
turkreis der Mongolen beschäftigt
»Dieser Völkerkundler ist Spezialist
auf dem Gebiet der Mongolistik.«
mon|go|lo|id: Adj. n. stg. 1 (Med.) [ver-
alt.] mit Merkmalen von Mongolis¬
mus, des Down-Syndroms »Die mon-
773
monieren
goloiden Gesichtszüge verraten die
Krankheit.« 2 den Mongoliden ähn¬
lich
mo|nie|ren: <lat.> monierst; moniertest;
hast moniert etw. bemängeln, bean¬
standen, rügen
Mo|n||Ha|kranklheit —> Mo|ni|li)a|-
krank|hett: dat.; dt.t die; - ; - Pilz¬
krankheit, die Pflanzen befällt »Kern¬
obst ist oft von der Moniliakrankheit
betroffen.«
Mo|ni|tor: dat.-engh der; -s; -e u.
Monitoren 1 Bildschirm(gerät) eines
Fernsehers, Computers, Kontrollge¬
räts o. ä. »Sie sitzt den ganzen Tag vor
dem Monitor.« 2 <Physik> Meßgerät
für Radioaktivität 3 <Bergbau>
schwenkbarer Wasserwerfer zur
Kohlegewinnung, -abbau
mo|no-/Mo|no-: <gr.> Wortbildungsele¬
ment ein-; einzel- »monochrom * mo¬
noton • monogam ♦ Monographie«
Ant.: poly- (= mehr); Stereo- (=
zwei)
Monjodie —* Mo|n|o|die: <gr.-lat.> die;
- ; - <Musik> 1 Sologesang »Die Mo¬
nodie wird vom Baß begleitet.« 2 ein¬
stimmiger Gesang »Der Chor stimmt
eine Monodie an.«
Mp|no|emp|fän|ger; der; -s; ~ <Elek-
trot.> Radio mit Monoempfang
mojno|fil: Adj. n. stg. [fachsprl.] aus nur
einer Faser bestehend »Dieses Gewebe
ist monofit.«
mo|no|gam: <gr.> Adj. n. stg. <Bio.; So¬
zio!.) nur einen Geschlechtspartner
habend »Sie will eine monogame Be¬
ziehung.«
Mo|nojga|mie: die; - ; - Beschränkung
auf die Ehe, Beziehung mit einem
Partner »Monogamie ist bei uns die
gesellschaftlich anerkannte Lebens¬
form.« Ant.; Polygamie
mojno|gen: <gr.> Adj. n. stg. durch ein
einziges Gen bestimmt »Die Erb¬
krankheit kann monogene Ursachen
haben.«
Mo|no|ge|ne|se: die; - / -n <Bio.> unge¬
schlechtliche Fortpflanzung »Einige
Pflanzen vermehren sich durch Mono¬
genese.«
Mo|no|go|nie: <gr.> die; - ; -n
lmonogonienl <Bio.> ungeschlechtliche
Fortpflanzung »Beim Menschen ist
Monogonie unmöglich.«
Mo|no|gramm: das; -(e)s; -e (auf einen
Stoff gestickte) Anfangsbuchstaben
von Vor- u. Nachnamen »In, auf viele
alte Wäschestücke sind Monogramme
gestickt.«
—» Mo|no|gra|fie: s. Monographie
—* mo|no|grajfisch: s. monographisch
Mo|notgra|phie —> auch Mo|no|gra|fie:
<gr.> die; - ; -n jmonografhnj wissen¬
schaftliche Darstellung eines Sach¬
verhalts, Problemkreises (in einem
Buch) Ȇber dieses Thema gibt es
noch keine verfügbare Monographie.«
mo|no|gra|phtsch —» auch mojno|gra|-
fisch: Adj. n. stg. eine einzelne Person
od. ein einzelnes Problem betrach¬
tend »Dieses Buch ist eine monogra¬
phische Untersuchung.«
Mon|pkel —» Mo|njgjkel: <-gr.-lat.-fr.>
das; -s; - [veralt.J an einer (an der
Kleidung befestigten) Kette hängen¬
des einzelnes Brillenglas in einer run¬
den Fassung, das bei Bedarf vor ein
Auge gehalten, geklemmt wird
Mo|nojkra|tte —> Mo|no|k)ra|tie: <gr.>
die; - ; -n /monokratfcn/ Alleinherr¬
schaft, Herrschaft einer Einzelperson
»Monokratien sind heute selten gewor¬
den.«
Mo|no|kul|tuR die; - ; -en 1 o. PI. <Land¬
wirt.> immer gleich, mit derselben
Pflanzenart bebauter Boden »Die
Monokultur laugt den Boden aus.« 2
große Fläche mit der jährlich gleichen
angebauten Nutzpflanze »Im ameri¬
kanischen Westen gibt es riesige Mo¬
nokulturen.«
Mo|no|lfth: <gr.> der; -en u. -s; -e(n) 1
großer, einzelner Stein in einem Stück
2 aus einem Monolithen (1) geschla¬
gene^) Statue, Obelisk o. ä.
mo|no|lith/mo|no|H|ttiisch: Adj. n. stg. 1
<Elektrot.) aus kleinsten Bauteilen zu¬
sammengesetzt »Die monolithischen
Teile sind untrennbar.« 2 <Archit.;
Kunst) aus einem Stück bestehend
»Das ist monolithische Bauweise.«
Mo|no|iog: <gr.-fr.> der; ~(e)s; -e a)
Selbstgespräch b) Einzeldarstellung,
Selbstgespräch einer Figur einer
Dichtung, Ant.: Dialog
mo|no|lo|gi|sie|ren: monologisierst; mo¬
nologisiertest; hast monologisiert ei¬
nen Monolog, allein sprechen »Sie
monologisiert häufig.«
Mo|no|ma|nje: <gr.> die; ~ ; -n jmono-
manpnj Wahnidee »Der Psychiater ist
auf Monomanien spezialisiert.«
Mo|no)pho|bie: <gr.> die; - ; - <Med.>
krankhafte Angst vor dem Alleinsein
»Wegen ihrer Monophobie kam sie
nicht alleine wohnen.«
mo|no|po]disch: <gr.> Adj. n. stg. <Lite-
raturwiss.) mit einem Versfuß »Der
Gedichtanfang ist monopodisch.«
Mo]no|pol: <gr.) das; -s; -e alleiniger An¬
spruch; Marktbeherrschung durch
eine einzelne Firma o. ä. »Monopol
der Post«
mo|no|po|li|sie|ren: monopolisiert; mo-
nopolosierte; hat monopolisiert <Wirt.>
ein Monopol bilden »Die beiden gro¬
ßen Firmen monopolisierten.«
Mo|no|pol|stel|lung: die; - ; -en (allei¬
nig) marktbeherrschende Position ei¬
ner Firma, eines Produkts »Innerhalb
eines Jahres haben sie eine Monopol¬
stellung erreicht.«
Mo|no|po|ly: das; -s; - Brettspiel, bei
dem es gilt, möglichst viel Besitz, Im¬
mobilien anzuhäufen
Mo|no|se|man|ti|kon: <gr.> das; -s;
Monosemantika <Sprachwiss.> etw.,
was es nur einmal gibt
Mo|no|se|mie: <gr.> die; - ; - rSprach-
wiss.) Entsprechung einer Bezeich¬
nung für ein(en) Ding, Sachverhalt
»Bei Monosemie werden sprachliche
Mißverständnisse ausgeschaltet.«
Mo|no|the|is|mus: der; - ; Monotheis¬
men Religion, die einen einzigen Gott
verehrt; Glaube an nur einen Gott
»Der Islam vertritt den Monotheis¬
mus.«
mo|no|ton: <gr.-lat.-fr.> Adj. eintönig,
gleichförmig u. somit oft als langwei¬
ligempfunden
Mo|no|to{nie: die; • ; -n /monotonen/
Eintönigkeit »Seine Stimme wirkt ein¬
schläfernd durch ihre Monotonie.«
Mp|no|ze!|le: die; - ; -n <Elektrot.> klei¬
nes Element in der Elektrochemie,
das Energie liefert »Das Kofferradio
enthält Monozellen.«
Monfster —» Mpnsfter: <lat.-fr.-engi>
das; -s: - 1 angsteinflößendes, häßli¬
ches, grausames, nicht in Wirklich¬
keit existierendes Ungeheuer; Fabel¬
wesen 2 <übertr.> schrecklicher, grau¬
samer, böser Mensch
Mon|ster|film —* Mpnsfteijfilm: der;
~(e)s; -e (meist abwert.] 1 Horrorfilm
mit Monstern »Dieser Monsterfilm ist
nichts für Kinder.« 2 sehr langer Film
(der mit übertriebenem, größtmögli¬
chem Aufwand gedreht wurde)
mon|strös —» mon|s|t|rös: dato Adj.
monströser; monströs (ejste a) unför¬
mig b) äußerst aufwendig c) mißgebil¬
det
Mon|stro|si|tät —» Mon|s|t|no|si(tät;
dato die; - ; -en 1 <Med.> Monstrum;
mißgestalteter, nicht lebensfähiger
Embryo »Monstrositäten bewahrte
man früher in Spiritus auf.« 2 o. Pi. a)
häßliche Beschaffenheit (eines
Monsters) b) übertriebenes Ausmaß
von etw. (Häßlichem) »Das ist eine
Monstrosität von Tischdekoration.«
Mon|strum —> Mon|sft|rum: dato das;
-s; Monstren 1 angsteinflößendes,
häßliches, grausames, nicht in Wirk¬
lichkeit existierendes Ungeheuer; Fa¬
belwesen; Monster 2 dibertr.)
schrecklicher, grausamer, böser
Mensch; Monster 3 großer unförmi¬
ger Gegenstand
Monjsun: iarab.-port.-englo der; -s; -e
regenbringender, jahreszeitlicher
(stärkerer) Wind in Asien
Mpnjtag; der; -fejs; -e 1 der erste Tag
der Woche; Tag zwischen Sonntag u.
Dienstag »Ich komme dich nächsten
Montag besuchen.« 2 blauer Montag:
[ugs.] Montag, an dem man (ohne
Entschuldigung, Grund) nicht zur
Arbeit geht »Heule, Sonntag, ist es
sehr spät geworden, ich mache morgen
einfach einen blauen Montag.« 3 Mon¬
tagmorgen, abend, mittag, vormit¬
tag, nachmittag —-» Montagmorgen,
-abend, -mittag, -vormittag,
-nachmittag: zu einer bestimmten
Tageszeit an einem Montag
Mon(ta|ge: <lat.-fr.> /montasehe/ die; ~ ;
-n 1 Zusammenbau, Aufbau aus vor¬
gefertigten Teilen 2 a) zusammenge¬
setztes Kunstwerk b) Feinschnitt ei¬
nes Films
Mon|ta]gelbau: /montasehe-/ der; -(e)s;
-len 1 o. PI. Bauweise mit vorgefertig¬
ten Teilen »Das Haus wurde in Mon¬
tagebau errichtet.« 2 Bauwerk aus
Montageteilen »Diese Siedlmg be¬
steht aus Montagebauten.«
Mon(ta]ge|hal|te: /montasehe-/ die; - ;
-n Werkshalle, in der etw. zusammen¬
gebaut wird
Mon[ta|ge|z«it: /montasehe-/ die; - ; -en
Zeit, die für eine Montage gebraucht
wird, erforderlich ist »Die Montage¬
zeit für diese Maschine beträgt eine
Woche.«
mon|tä|gig/mgn|täg|lich: Adv. an jedem
Montag stattfmdend »Das ist die
montägliche Wurfsendung.«
mgnjtags: Adv. an jedem Montag
774
Mord
Mon|tags|wa|gen: der; -s; - (ugs.; ab¬
wert.] Auto, das schon als Neuwagen
mit Mängeln behaftet ist »Dieser
Montagswagen ist schon wieder in der
Werkstatt.«
mon|tgn: <lat.> Adj. n. stg. 1 den Bergbau
u. die Metallindustrie betreffend, ih¬
nen zuzuordnen »In der montanen In¬
dustrie werden Arbeitsplätze abge¬
baut.« 2 die Berge betreffend, ihnen
zuzuordnen
Mori|tan|i»|du|strie —» Mon|tan|injdu|-
s)t|rie: die; - ; -n metallerzeugenae u.
-verarbeitende Industrie; Bergbau u.
Hütten(wesen) »Die Beschäftigten in
der Montanindustrie fürchten um ihre
Arbeitsplätze.«
Mon|tan|uni|on —* Mon|riin|u|ni|on:
die; - ; - <Wirt.; Pol.> Europäische Ge¬
meinschaft für Kohle u. Stahl »Die
Montanunion erörtert übergeordnete
Probleme des Bergbaus.«
Boniteur <lat.-fr:> /montör/ der; -s; -e
weibl. Monlteulrin: die; - ; -nen Fach-
arbeiter(in) für die Montage
non|tie|ren: <lat.-fr.> montierst; montier¬
test; hast montiert etw. zusammenset¬
zen, aufbauen, befestigen, anbringen
»Wir montieren heute den neuen Spie¬
gelschrank.«
lon|tur: <lat.-fr.> die; - ; -en [ugs.] für
etw., einen Anlaß geeignete, notwen¬
dige Kleidung, Ausstattung »Der
Motorradfahrer ging in voller Montur
in das Restaurant.«
to|nu|ment: dat.y das; -(e)s; -e größe¬
res Denkmal
no]nu|men|tal: <lat.> Adj. n. stg. gewal¬
tig; in großem (Aus-)Maße; beein¬
druckend
Mo|nu(menjtal|bau: der;-(e)s; -ten sehr
großer, (übertrieben) riesiger Bau
Mo|mi|men|tal|ge|inäl|de: das; -s; -
sehr großes Bild, Gemälde »Das Mo¬
numentalgemälde erstreckt sich über
zwei Stockwerke des Museums.«
Mo|nu|men|ta|li|t|it: die; - ; - [geh.] ge¬
waltige Größe u. Beschaffenheit »Die
Monumentalität dieses Denkmals er¬
schlägt den Betrachter.«
Moor das; -(e)s; -e sumpfähnlicher,
aus nicht ganz zersetzten Pflanzen ge¬
bildeter Untergrund
Moortbad: das; -(e)s; -bäder 1 Kurort
mit Möglichkeit zum Baden in Moor¬
wasser »Jedes Frühjahr reise ich in ein
Moorbad.« 2 (medizinisches) Bad in
Moorerde u. Heilwasser
Moorleride; die; - ; - Heilerde, die aus
dem Moor gewonnen wird
moolrig: Adj. n. stg. das Moor betref¬
fend, ihm zuzuordnen »moorige Er¬
de«
Moorikulltur: die; - ; -en (PI. s.) Gewin¬
nung von Nutzland aus Moor »Durch
die Moorkultur konnte Siedlmgsland
gewonnen werden.«
Moorlleilche: die; - ; -n Leichnam, der
durch das Moor konserviert wurde,
lange im Moor gelegen hat
Moos; das; -es; -e u. Möser 1 Pflanze
mit der Fähigkeit, besonders viel
Wasser zu speichern »Die Baum¬
stämme sind mit Moos bewachsen.« 2
o. PI. [ugs.] Geld »Dafür habe ich kein
Moos.« 3 Moos ansetzen; [ugs.]
(langsam) alt werden
mooslbeldeckt; Adj. n. stg. mit Moos
völlig bewachsen »Die alte Mauer ist
moosbedeckt.«
Mop —» Mopp: <engh der; -s; -s aus vie¬
len zusammengefaßten Fasern, Fa¬
sersträngen an einem Stiel bestehen¬
der Feudel, Wedel zum (Staub-)
Wischen
Mo|ped/Mo|ped: Kurzw. das; -s; -s Mo¬
tor u. Pedal = mit einem relativ
schwachen Motor ausgestattetes
Zweirad »Ich hätte gern ein Moped.«
—* Mopp: s. Mop
Mops: der; -es; Möpse 1 gedrungene
Hunderasse mit platter Schnauze
»Viele alte Damen mögen Möpse.« 2
[abwert.) dicke Person »Ihr neuer
Freund ist ein richtiger Mops.« 3 [ugs.]
PL Geld »Leihst du mir ein paar
Möpse?« 4 PI. [ugs.; oft abwert.] Brü¬
ste der Frau
mpp|sen: mopst; mopstest; hast gemopst
[ugs.] etw. relativ Unwichtiges, Klei¬
nes ungefragt, unrechtmäßig nehmen,
stehlen »Ich habe eine Praline aus dei¬
ner Schachtel gemopst.«
mops|fi|del: Adj. [ugs.] (entgegen der
Annahme) körperlich fit u. fröhlich,
ausgelassen »Nach den Prüfungen war
er wieder mopsfidel.«
Mops|ge|sicht: das; -fe)s; -er [ugs.; ab¬
wert.] dickes Gesicht
mop|sig: Adj. 1 [ugs.; landsch.] langwei¬
lig »Das war eine mopsige Party.« 2
[ugs.] gedrungen im Körperbau
Mo|ral: <lat.-fr.> die; - ; -en (PI. s.) 1 sitt¬
liche Grundsätze u. Normen des Ver¬
haltens »Die Moraleines Volkes...« 2
o. PI. Kampfgeist, Einsatzbereit¬
schaft »Die Moral der Soldaten ist
ungebrochen.« 3 o. PI. lehrreiche
Nutzanwendung »Die Moral von der
Geschichte ...« 4 jmdm. Moral
predigen: [ugs.] jmdm. etw. Vorhal¬
ten, sagen, was er falsch gemacht hat,
was er besser tun sollte
Mo|ral|be|grifh der; -(e)s; -e Philoso¬
phie; Theologie> moralische Wertvor¬
stellung (zu einem Thema, in einer
Gesellschaft) »Sie lebt noch mit Mo¬
ralbegriffen aus dem letzten Jahrhun¬
dert.«
mo|ra|lisch; Adj. n. stg. von der Moral
geprägt; (als korrekt empfundener)
Moral zuzuordnen »Sie hält es für
eine moralische Pflicht, hier einzugrei¬
fen.«
mo|ra|li|sie|ren: moralisierst; moralisier¬
test; hast moralisiert Moral predigen;
die eigenen Moralvorstellungen auf
etw. anwenden »In seinen Reden hat
er ständig moralisiert.«
Mo|ra|lis|mus: der; - ; -1 [geh.] Leben
nach moralischen Grundsätzen 2
übertriebenes Pochen auf die (gesell¬
schaftliche) Moral »Ihr Moralismus
geht ihm auf die Nerven.«
Mo[ra|list: der; -en; -en weibl. Mo|ra|lj|-
stin —» Mojra|lis|tin: die; - ; -nen An-
hänger(in), Verfechter(in) einer stren¬
gen Moral »Dieser Verein ist eine An¬
sammlung von Moralisten.«
Mofra|liftät: die; - ; -en 1 mittelalterli¬
ches Schauspiel »Die Moralitäten
handelten von Lastern u. Tugenden.« 2
o. PI. Anstand; Entsprechung einer
moralischen Vorstellung »Er unter¬
streicht sein Handeln durch seine Mo¬
ralität.«
Mo|ral|ko|dex; der; -es; -kodizes u. -e un¬
geschriebene moralische Regeln (ei¬
ner Person, Gesellschaft o. ä.) »Sie
hält sich streng an ihren Moralkodex.«
Mo|ral|leh|re: die; - ; -n Lehre vom mo¬
ralisch guten Verhalten; Ethik »Die
Morallehre hat sich im Laufe der Zeit
geändert.«
Mo|ral]pau|ke: die; ~ ; -n [ugs.] Vortrag,
Ansprache, Tadel bezüglich einer ne¬
gativ bewerteten Handlung »Er hielt
mir wegen des Spickzettels eine Moral¬
pauke.«
Mo|ral|phi|lo|so|phie: die; - ; - philoso¬
phische Lehre von den Grundsätzen
der Moral
Mo|ral|pre|digt: die; - ; -en a) an jmdn.
gerichteter Tadel; belehrender Vor¬
trag über die Verwerflichkeit einer
praktizierten Handlungsweise »Seine
Moralpredigten über den Umgang mit
älteren Menschen sind unerträglich.«
b) [abwert.] Aufforderung (durch län¬
gere Reden), Anhalten zum richtigen,
moralischen Verhalten »Die Moral¬
predigten seiner Mutter lassen ihn
kalt.«
Mo|relftheo|lo|gie —> Mo[ral|the[o[to|-
gie: die; • ; - <Religion> Bereich der
katholischen Theologie, der sich mit
der Moral des Menschen, der Gesell¬
schaft auseinandersetzt
Mo|ral|vor|stet|lung: die; - ; -en Vorstel¬
lung von moralischem, ethisch kor¬
rektem Verhalten »Du hast veraltete
Moralvorstellungen.«
Mo|räJne: <fr.> die; - ; -n vom Gletscher
abgelagerter Gesteinsschutt
Mo|rast: der; -(e)s; -e u. Moräste sump¬
fige, schlammige Erde »Das Auto ist
in dem Morast steckengeblieben.«
mo|ra]stig —*■ mo|ras|tig: Adj. dreckig
u. naß; matschig" »Die morastigen
Feldwege sind nicht befahrbar.«
Mo|ra|to|ri|um: dat.i das; -s; Moratorien
/moratorPn/ Zahlungsaufschub; (er¬
zwungener)) Verschiebung, Auf¬
schub von etw. »Ihm ist ein Moratori¬
umgewährt worden.«
morjbid: dat.-gr.-fr.» Adj. morbider;
morbidester 1 [geh.) (hinsichtlich des
moralischen Zustandes) im Verfall
begriffen »Eine morbide Gesellschaft
kann nicht bestehen bleiben.« 2 [geh.]
kränklich u. nicht sehr robust »Sie
war in einem ziemlich morbiden Zu¬
stand.«
Mor|bi|di[tät: die; - ; -1 [geh.] morbider
Zustand; Vorgang des moralischen
Verfalls »Er beklagt die Morbidität
seiner Gesellschaftsklasse.« 2 <Med.>
Erkrankungshäufigkeit innerhalb ei¬
ner Bevölkerungsgruppe »Die Morbi¬
dität der Arbeiter in früheren Zeiten
war erschreckend hoch.«
Mor|chel: die; - ; -n (chinesischer) (Spei-
se-)Pilz
Mord: der;-(e)s; -e 1 heimtückische Tö¬
tung eines Menschen; moralisch ver¬
werfliche^), strafbare(s) Tötung, Ka¬
pitalverbrechen aus Vorsatz 2 es gibt
Mord u. Totschlag: [ugs.] es gibt einen
heftigen Streit »Das darf er nie erfah¬
ren, sonst gibt es Mord u. Totschlag.«
3 etw. ist (ja) der reinste Moid: [ugs.]
zu viel; 2U schwer; zu gefährlich
775
Mordanklage
Mord|an|kla|ge: die; - ; -n «Rechtsw.)
Anklage wegen eines Mordes vor Ge¬
richt »Der Täler wurde unter Mordan¬
klage gestellt.«
Mord|an|schiag: der; -(e)s; -anschläge
~Rechtsw.> Planung u. Ausführung ei¬
nes Mordes, Mordversuches »Auf den
Politiker wurde ein Mordanschlag aus¬
geübt.«
Mord|dro|hung: die; - ; -en <Rechtsw.>
Androhung eines Mordes »Die Mord¬
drohungengegen den Politiker häufen
sich.«
morjden: mordest; mordetest; hast ge¬
mordet <Rechtsw.> vorsätzlich töten
Mor|der: der; -s; - weibl. Mörjde|rin:
die; - ; -nen Person, die ohne Bedro¬
hung aus moralisch verwerflichen
Gründen od. besonders grausam eine
andere Person absichtlich tötet, getö¬
tet hat »Sie ist als Mörderin zu lebens¬
langer Haftstrafe verurteilt worden.«
Mör|derjhand: die; - ; -hände in der
Wendung jmd. starb durch, von
Mörderhand: [geh.] jmd. wurde er¬
mordet »Sie starb durch gemeine Mör¬
derhand.«
mör|de|risch: Adj. 1 <verst.> besonders
negativ, stark »Diese mörderische
Hitze bringt mich noch um.« 2 grau¬
sam mordend »Dieser mörderische
Mensch muß eingesperrt werden.«
Mordffall: der; -(e)s; -fälle <Rechtsw.>
Kriminalfall, bei dem wegen Mordes
(von der Polizei) ermittelt wird
Mord|ln|stru|ment —» Mord|in|sft|ru|-
ment das; -(ejs; -e Waffe, mit der
jmd. ermordet wurde, werden kann
Mord|kom|mis|si|on: die; - ; -en polizei¬
liche Abteilung, die für das Aufklären
von Mordfällen zuständig ist
Mord|lust: die; ~ ; - Drang, Wille zum
Töten
Mord|pro|zeß —» Mordlprojzess: der;
-prozesses; -prozesse «Recntsw.) Ge¬
richtsprozeß, in dem über einen Mord
verhandelt wird
Mord|sa|che: die; - ; -n <Rechtsw.>
Mordfall, in der ermittelt, verhandelt
wird
Mordsfdurst: der; -(e)s; - [ugs.J großer
Durst »Nach dem scharfen Essen habe
ich einen Mordsdurst.«
Mords|gau|di: die u. das; - ; - [ugs.] gro¬
ßer Spaß »Der Ausflug wird eine
Mordsgaudi werden.«
Mords|ge|schrei: das; -(e)s; - [ugs ] lau¬
tes Geschrei; viel Aufhebens »Wegen
des Schadens machte er ein Mordsge¬
schrei.«
Mords|glück: das; -(e)s; - [ugs.] großes
Glück
Mords|hun|ger. der; -s; - [ugs.] großer
Hunger »Nach der anstrengenden
Wanderung habe ich einen Mordshun¬
ger.«
Mords|kerl: der; -(e)s; -e 1 durch seine
Handlungen Bewunderung hervorru¬
fender Mann »Dieser Mordskerl hat
es wieder geschafft.« 2 großer, kräfti¬
ger Mann
Mords|krach: der; -(e)s; -krache [ugs.]
1 o. PI. großer Lärm »Auf der Baustel¬
le herrscht ein Mordskrach.« 2 hefti¬
ger Streit »Das Paar hat wieder einen
Mordskrach.«
mprds|mä|8ig: Adj. n. stg. «verst.) [ugs.]
sehr; extrem »mordsmäßig laut«
Mords|schrecken (Mords|schrek|ken
—> Mords|schre|cken): der; -s; -
[ugs.] großer Schreck »Mir ist ein
Mordsschrecken in die Glieder gefah¬
ren.«
Mords)spaB: der; -es; -spaße (PI. s.)
[ugs.] großer Spaß »Die Feier wird ein
Mordsspaß.«
Mordsjwut: die; ~ ; - [ugs.] große Wut
»Ich habe eine Mordswut auf ihn.«
Mordftat: die; - ; -en <Rechtsw.> Ausfüh¬
rung, Begehen eines Mordes »Er hat
sich einer Mordtat schuldig gemacht.«
Mord|veijdacht: der; -(ejs; -e (PI. s.)
<Rechtsw.> Verdacht, daß jmd. einen
Mord begangen hat »Man hat ihn un¬
ter Mordverdacht verhaftet.«
Mord|ver|such: der; -(ejs; -e <Rechtsw.>
Versuch, einen Mord durchzuführen,
zu begehen
Mord|waf|fe: die; - ; -n <Rechtsw.> Tat¬
waffe beim Mord »Als Mordwaffe
wurde eine Pistole benutzt.«
mo|ren|do: Adv. <Musik> leiser werdend
»Das Stück endet morendo.«
Moijgen: der; -s; - 1 Tageszeit nach be¬
endeter Nacht »Ich stehe immer früh
am Morgen auf.« 2 [veralt.] altes Flä¬
chenmaß in der Landwirtschaft
»Zum Gutshof gehören zehn Morgen
Land.« 3 <übertr.> [veralt.] Osten »Die
Riiter machten sich auf ihren Kreuzzug
in Richtung Morgen auf.«
mor|gen: Adv. 1 a) am nächsten Tag;
am auf den heutigen Tag folgenden
Tag »Ich komme morgen vorbei.« b) in
der Zukunft »Morgen sieht der Stand
der Technik ganz anders aus.« 2 am
Vormittag »Ich hole dich heute mor¬
gen ab.« 3 morgen abend, mittag,
vormittag, nachmittag —a. morgen
Abend, Mittag, Vormittag, Nach¬
mittag: am Abend, Mittag usw. des
nächsten, morgigen Tages 4 von
heute auf morgen: [ugs.] schnell, in
kürzester Zeit »Das Leben kann von
heute auf morgen vorbei sein.« 5 Was
du heute kannst besorgen, das ver¬
schiebe nicht auf morgen: man soll
etw., Dinge, die zu erledigen sind,
nicht vor sich herschieben, sondern
sofort tun, erledigen 6 Morgen, mor¬
gen, nur nicht heute, sagen alle fau¬
len Leute: nur faule Menschen ver¬
schieben alle Arbeiten auf später, ma¬
chen sie nicht sofort 7 morgen ist
auch noch ein Tag: [ugs.] morgen wei¬
termachen u. für heute die Arbeit o.
a.beenden
mpijgend|lich: Adj. n. stg. am Morgen
(stattfmdend) »Ohne morgendlichen
Kaffee werde ich nicht munter.«
Mor|gen|grau|en: das; -s; - Beginn der
Morgendämmerung kurz vor Son¬
nenaufgang
Mor|gen|gym|na|stik —> Mor|gen|-
gym|nas|tik: die; - ; - (regelmäßige)
Gymnastik, Körperübungen am
Morgen
Moijgen|man|tet: der; -s; -mäntel beque¬
mer Hausmantel
Mgrjgen|muf|fel: der; -s; - [ugs.;
scherzh.] Person, die kurz nach dem
Aufwachen nicht gut gelaunt, wort¬
kargist
Moijgen|rock: der;-(ejs; -rocke beque¬
mes, mantelartiges Kleidungsstück,
das zu Hause getragen wird
Mor)gen|roL' das; -(ejs; - rötliches
Licht, rötliche Färbung des Himmels
bei Sonnenaufgang »Das Morgenrot
verblaßt.«
Mor|gen|röfte: die; - ; - rötliche Fär¬
bung des Himmels bei, kurz vor Son¬
nenaufgang »Die Morgenröte über¬
zieht den Himmel.«
morjgens: Adv. am Morgen »Morgens
ist es ganz still im Haus.«
Mor|gen|stern: der; -(ejs; -1 der Planet
Venus (als von der Erde erkennbarer
Lichtpunkt) »Der Morgenstern
strahlt als letzter am Himmel.« 2 mit¬
telalterliche Waffe; Kugel mit eiser¬
nen Dornen, Pickeln, die mit einer
Kette an einem Stab angebracht ist
Mqrjgen|stun|de: die; - ; -n (m. PI.) I
Zeit am Morgen, (frühen) Vormittag
»Die Morgenstunden nutze ich zun
Einkauf.« 2 Morgenstund hat Gok
im Mund: man sollte früh aufstehen
Morfgen|toifiet|te —» Morjgen|to|i(letj
te: die; - ; -n morgendliches Waschen
Frischmachen (u. Rasieren, Schmin
ken u. ä.) »Zur Morgentoilette brau
e ich nicht lange.«
Mpjri|tat/Mo|ri|tat: <lat.> die; - ; -en <Mi
sik> Schauerlied, das von einem Bär
kelsänger vorgetragen wurde »D,
Moritaten wurden von Leierkastenmi
sik begleitet.«
Mor|mo|ne: der; -en; -en weibl. Mor|mg
nin: die; - ; -nen Mitglied der norc
amerikanischen Religionsgemeir
schaff, Sekte der »Heiligen der letzte
Tage«
Mor|phem: 'gr.-fr.t /morfem/ das; -s; -
<Sprachwiss.> kleinste bedeutungstra
gende Einheit der Sprache »Jed<
Sprache hat ein begrenztes Inventar ai
Morphemen.«
Morjpheus: o. Art.; - ; - <gr.> 1 «Mytho¬
logie) Gott des Schlafes 2 in Mor¬
pheus Armen liegen: schlafen »Et
liegt süß in Morpheus Armen u.
träumt.«
Moijphin: <gr.> /morfin/ das; -s; -e «Che¬
mie> Betäubungsmittel Morphium
»Der Arzt spritzt Morphin.«
Moijphi|um: <gr.-lat.> /morfium/ das; -s;
Morphiate Rauschgift u. Medika¬
ment, das medizinisch zur Schmerz¬
bekämpfung eingesetzt wird
Mor|pho|ge|n[e: <gr.>/morfogeni/ die; - ;
-n jmorfogenfnj <Bio.> Entwicklung
der äußeren Form der Lebewesen
»Der Neandertaler ist Forschungsge¬
genstand der Morphogenie.«
Mor|pho|lo|g|e: <gr.> die; - ; -1 «Philoso¬
phie) Wissenschaft, Lehre von den
Gestalten u. Formen 2 <Med.> Wis¬
senschaft, Lehre von der äußeren Ge¬
stalt der Lebewesen u. ihrer Teile 3
«Sprachwiss.) Wissenschaft von der
Struktur, den Bausteinen, der Wör¬
ter, Sprache u. ihrer Zusammenset¬
zung
mor|pho|lojgisch: <gr.> /morfoiqgisch/
Adj. n. stg. «Sprachwiss.) die Morpho¬
logie, den Aufbau der Wörter betref¬
fend, ihr zuzuordnen »Die morpholo¬
gische Gestalt der Wörter interessiert
sie.«
morsch: Adj. morscher; morscheste brü¬
chig aufgrund von Alter u. Verwitte¬
rung »morsches Holz«
776
Motorradrennen
Morsch|heit: die; - ; - (aufgrund des Al¬
ters, Verfalls) instabile, morsche Be¬
schaffenheit »Dem Stuhl sieht man
seine Morschheit schon an.«
Mor|se|al|pha|befc das; -(ejs; - nach
dem nordamerikanischen Erfinder
Samuel Morse benannte Darstellung
des ABC, die durch Funk- od. Licht¬
signale übermittelbar sind
Morjse|ap|pa|rat: der; -(e)s; -e «Tech¬
nik» Gerät zum Morsen, Übermitt¬
lung von Morsezeichen »Der Morse¬
apparat übermittelt die Nachrichten.«
morosen: morst; morstest; hast gemorst
Informationen mit Hilfe des Morseal¬
phabets übermitteln
Mör|ser. der; -s; - 1 innen abgerundetes
Gefäß, in dem mit einem Stößel etw.
zerrieben, zerdrückt wird »Sie zerrieb
die Gewürze in einem Mörser.« 2 «Mi-
lit.> schweres Geschütz od. schwerer
Granatwerfer
mör|sern: mörserst; mörsertest; hast ge-
mörsert in einem Mörser zerstoßen
»Er mörsert die Pfefferkörner.«
Morjse|zei|chen: das; -s; - Zeichen des
Morsealphabetes, das für einen Buch¬
staben steht »Morsezeichen können
kurz od. lang sein.«
Moijta{lijtät: dato die; - ; -
Sterblichkeit(szahi) »Die Mortalität
ist in diesem Jahr angestiegen.«
Mörftel: der; -s; - Baumaterial aus
Sand, Zement u. a., mit dem Steine
miteinander verklebt, verbunden wer¬
den
Mörjtet|kel|le: die; - ; -n Werkzeug des
Maurers, mit dem Putz, Mörtel auf¬
getragen u. verteilt wird
mörjteln: mörtelst; mörteltest; hast ge-
mörtelt Mörtel auftragen »Die Wand
wirdgemörtelt.«
Mör|tel(pfan|ne: die; - ; -n Behälter,
Wanne zum Anrühren von Mörtel
»Die Maurer haben ihre Mörtelpfanne
auf der Baustelle vergessen.«
Mo|sa|ik: <gr.-lat.-it.-fr.> das; -s; -e u. -en
1 Bild aus bunten Stein- od. Glassplit-
tem 2 aus kleinen Teilen zusammen¬
gesetzte Einheit
mo|sa|ik|ar]tig: Adj. n. stg. wie ein Mo¬
saik »Die Fliesen sind mosaikartig an¬
geordnet.«
Mo|sa|ik|bild: das; -(e)s; -er Bild mit,
aus einem Mosaik
Mo|sa|ifc|stein: der; -(e)s; -e einzelner
Stein eines Mosaiks »Die Mosaikstei¬
ne schimmern in den verschiedensten
Rottönen.«
mojsa|isch: Adj. n. stg. <Religion> (alt-)
jüdisch
Mo|sai|zjst —> Mo|sa|i|zisb <lat.-it.-fr.>
der; -en; -en weibl. Mojsai|zi]stin —»
Mo|sa|ijzis|tm: die; - ; -nen Person,
die Mosaiken anfertigt, herstellt
Molsche«: <arab.-span.-it.-fr» die; - ;
Moscheen /moschen/ islamisches Ge¬
betshaus
Mojschus: <Sanskrit-pers.-gr.-iat.> der;
-; - aus der Moschusdrüse des männ¬
lichen Moschustieres gewonnener
Duftstoff, der zur Parfümherstellung
genutzt wird
Mojschusttier: das; -(e)s; -e Säugetier,
dessen männliche Exemplare Mo¬
schus als Lockmittel in der Paarungs¬
zeit verwenden »Heute braucht man
keine Moschustiere mehr zur Parfiim-
herStellung.«
Möjse: die; - ; -n a) {derb] Scheide b)
[abwert.; derb] Frau
Mo|sel|wein: der;-(e)s; -e Wein, der an
der Mosel angebaut, produziert, ge¬
keltert wird
mojsem: <hebr.-jidd» moserst; moser¬
test; hastgemosert [ugs.J ständig über
etw. meckern; permanent etw. kriti¬
sieren »Er mosert ständig am Essen
(herum).«
Mos|ki|to: dat.-span» der; -s; -s tropi¬
sche Stechmücke
Mos|ki|to|netz: das; -es; -e feines Netz
zum Schutz gegen Insekten »In den
Tropen braucht man ein Moskitonetz
über dem Bett.«
Mosjlem: <arab» der; - u. -s; -s/Mus|-
lim: der; • u. -s; -e <Religion> Gläubi¬
ger des islam
Mos|li|me/Mus|li]me: die; • ; -n /Mos|llj-
min/Mus|li|min: die; - ; -nen «Reli¬
gion» Gläubige des Islam
Most: der; -(e)s; -1 gegorener, alkohol¬
haltiger Obstsaft, Traubensaft 2 nicht
vergorener Saft
mo|sten —> mos|ten: mostest; moste¬
test; hast gemostet zu Most vergären,
verarbeiten » Wir mosten Apfel.«
Mo|tet/Mo|tef. Kurzw. iamerik» /mot'l/
das; -s; -s Motor + Hotel = Hotel
für Autoreisende mit Parkmöglich¬
keit vor dem Zimmer
Mo|ti|li|tät' <lat.> die; ~ ; -1 <Bio.» Bewe¬
gungsvermögen von Organismen 2
<Med.» alle unbewußt gesteuerten Be¬
wegungen des Körpers »Man beob¬
achtet die Motilität des Patienten.«
Mo|ti|on: dal.-fr» /mozion/ die; - ; -en 1
[geh.] Bewegung »Sie ist graziös in ih¬
ren Motionen.« 2 «Sprachwiss.» Beu¬
gung von Substantiven od. Adjen 3
[Schweiz.] Antrag im Parlament »Der
Abgeordnete schickt eine Motion.«
Mo|tiv: dato /motiff das; -(e)s; -e
/motiwe/1 Beweggrund; Leitgedanke
»Eifersucht war das Motiv für den
Mord.« 2 Thema einer künstlerischen
Darstellung od. eines Musikstücks
»Der Sonnenuntergang über den Ber¬
gen ist ein schönes Motiv für ein Bild.«
Mo)ti|va|ti|on: dato /motiwazion/ die; -;
-en Gesamtheit der Beweggründe, die
jmdn. zu etw. veranlassen »Die Moti¬
vation läßt nach.«
Mo(tiv|for|schung: /motif-/ die; - ; -en
«Wirt.» Teilbereich der Marktfor¬
schung »Durch Motivforschung will
man Kaufverhalten erklären.«
mo]ti|vie]ren: dat.-fr.> /motiwiren/ moti¬
vierst; motiviertest; hast motiviert 1
begründen 2 jmdn. anregen, zu etw.
veranlassen
Mofti|vie|rung: /motiwirung/ die; ~ / -en
1 Ansporn; Erzeugung von Beweg¬
gründen, die bis dahin noch nicht vor¬
handen waren »Die Motivierung der
Schüler ist eine wichtige Aufgabe des
Lehrers.« 2 Motivation; Beweggrün¬
de für etw.
Mo|ti|vik: /motiwik/ die; - ; - «Kunst»
alle Motive, die in einem Kunstwerk
Vorkommen »Die Motivik dieses Ge¬
mäldes ist schwer zu entschlüsseln.«
mo|ti|visch: /motiwisch/ Adj. n. stg. das
Motiv betreffend, ihm zuzuordnen
»Der motivische Leitgedanke ist wie
ein roter Faden.«
Mo|tiv|samm|)er: /motif-/ der; -s; -
weibl. Mo(tiv|sainni|lejrin: die; ~ ; -nen
Briefmarkensammler(in), der be¬
stimmte Motive, Darstellungen sam¬
melt »Der Motivsammler ist auf Port-
raits spezialisiert.«
Mo|to: das; -s; -s [Schweiz.] kurz für Mo¬
torrad
Mo|to-Cross —*■ auch Mp|to|cross:
dat.-engl.» das; - ; -e (PI. s.) Motor¬
radfahren im offenen Gelände »Der
Motorradfahrer ist beim Moto-Cross
verunglückt.«
Mojtojdrom: dat.-fr.» das; -s; -e Halle
für Motorradrennen
Moftor: dato der; -s; Motoren 1 antrei¬
bende, krafterzeugende Maschine 2
«übertr.» Antriebskraft
Mo(toijblock: der; -(e)s; -blocke «Tech¬
nik» Motor (1) u. Antriebsteile u. ä.
als gegossener Block, Einheit
Mo|tor{boot: das; -(e)s; -e mit einem
Motor (1) angetriebenes Boot
Mo|toijbrem|se: die; ~ ; -n «Technik»
Bremswirkung bei Verringerung der
Motordrehzahl »Herunterschalten
wirkt im Auto als Motorbremse.«
Mo|to|ren|öl/Mo|tor|öl: das;-(e)s; -e Öl
zum Schmieren des Motors (I)
Mg[tof[ge|räusch: das; -(e)s; -e «Tech¬
nik» Geräusch des laufenden Motors
Mo(toijhau|b6: die; -; -n beim Auto Teil
der Karosserie über dem Motor »Er
hat sich den Finger an der Motorhaube
geklemmt.«
Mo|to]rik: die; -; -1 Muskelbewegung;
regelmäßiger Bewegungsablauf »»Aach
dem Unfall war seine Motorik ge¬
stört.« 2 gleichmäßiger, motorartiger
Rhythmus
mo]to|risch: Adj. n. stg. t die Bewegun¬
gen) betreffend »Er hat eine motori¬
sche Störung.« 2 (automatisch) in
gleichförmigen Bewegungen »Die Ar¬
beit wurde völlig motorisch getan.« 3
a) den Motor betreffend b) von einem
Motor angetrieben
mo|to|ri|sie|ran: motorisierst; motori¬
siertest; hast motorisiert 1 mit einem
Motor ausrüsten »Er hat sein Fahrrad
motorisiert.« 2 auf Maschinen umstel¬
len »Der Fuhrpark wurde motori¬
siert.«
Mottortjacht: die; - ; -en motorisiertes
(Privat-)Schiff
Mp|toijlei|stung —»- Mg|tor|leis|tung:
die; - ; - Kraft des Motors; Energielei¬
stung, die ein Motor erzielt »Die Mo¬
torleistung reicht für das schwere
Fahrzeug nicht aus.«
Mo|toijöl/Mo|tp|ren|öl: das; -(e)s; -e Öl
zum Schmieren des Motors
Mo|tor|rad: das; -(e)s; -räder «Technik»
Kraftrad; starkes Motorfahrzeug mit
zwei Rädern »Die Motorräder stehen
in der Garage.«
Mo|toijrad|fah|rer: der; -s; - weibl. Mo|-
tor|rad|fahfre|rin: die; - ; -nen Person,
die ein Motorrad fahrt, besitzt »Der
Motorradfahrer setzte seinen Helm
auf.«
Mg(tor[rad|ren|nen: das; -s; - «meist
Sport» Rennen mit Motorrädern »Er
ist beim Motorradrennen verun¬
glückt.«
777
Motorraum
Mojtorjraum: der; -(e)s; -räume Bereich
im Auto, in dem der Motor ange¬
bracht ist »Aus dem Motorraum
kommt Dampf.«
Mo|tor|rol|len der; -s; - kleines Motor¬
rad, das eine Sitzbank für den Fahrer
(u. Beifahrer) hat »Der Motorroller
war in den SOer Jahren ein Statussym¬
bol.«
Mo|toijsä|ge: die; - ; -n mit einem Mo¬
tor betriebene Säge »Der Holzfäller
warf die Motorsäge an.«
Mo|torjscha|den: der; -s; -schaden
(Technik) Schaden, (zum Ausfall füh¬
rende) Beschädigung am Motor »Das
Boot treibt mit Motorschaden im
Meer.«
Moftorjsport: der; -(e)s; - mit Autos od.
Motorrädern betriebener Sport »Er
ist ein großer Fan des Motorsports.«
Ms|tor|wa|gen: der; -s; • 1 Wagen(teil),
in dem der Motor untergebracht ist
»Der Motorwagen der Straßenbahn ist
immer vome.« 2 [veralt.] von einem
Motor angetriebenes Auto, Fahrzeug
Mo|torjwä|sche: die; - ; -n Reinigung
des Motor(raum)$ »An der Tankstelle
kann man eine Motorwäsche machen
lassen.«
Motjte: die; - ;-n 1 kleiner, unscheinba¬
rer Schmetterling, dessen Raupen
Wollstoffe zerfressen »Gegen Motten
im Schrank helfen nur Mottenkugeln.«
2 die Motten haben: [ugs.] jmd. ist an
Lungentuberkulose erkrankt »Sei
vorsichtig, er hat die Motten u. könnte
dich anstecken.« 3 du kriegst die
Motten; ich denke, ich kriege die
Motten: überraschter Ausruf »Ich
denk, ich krieg die Motten, der hat
doch glatt alles alleine aufgegessen.«
motjten: mottest; mottetest; hast gemot¬
tet [landsch.] glimmen, leicht brennen
»Im Aschenbecher mottet Papier.«
mot|ten|echb Adj. n. stg. widerstandsfä¬
hig, resistent gegen Motten
mot|ten|fest: Adj. n. stg. widerstands¬
fähig gegen Motten »mottenfester
Stoff«
Mot|ten|f raß: der; -es; -e (PI. s.) Zerstö¬
rung von Textilien durch Motten
»Das Loch im Pullover stammt vom
Mottenfraß.«
Mot|ten]ki|ste —* Mpt(ten|kis|te: die;
- ; -n 1 [veralt.] Kiste, in der Kleider
unter Zugabe von Mottenpulver
(über Sommer bzw. Winter) aufbe¬
wahrt wurden »Ich habe Mutters
Brautkleid in der Mottenkiste
gefunden.« 2 etw. gehört in die
Mottenkiste: etw. ist veraltet, nicht
mehr zu gebrauchen
Mot|ten|ku|gel: die; - ; -n giftiges Mittel
in Kugelform, das gegen Mottenfraß
helfen soll
Mot|ten|loch: das; -(e)s; -löcher von
Motten in einen Stoffo. ä. gefressenes
Loch
Mgtjten|pul|ver: das; -s; - Mottengift,
das den Mottenfraß in Kleidung ver¬
hindern soll
mot|ten|si|cher: Adj. n. stg. resistent ge¬
gen Motten; Motten abstoßend
mot|ten|zertfres|sen: Adj. voller von
Motten verursachter Löcher
Mot|to: <lat.-it.> das; -s; -s u. [it.J Motti
a) Leitspruch, Leitsatz, der Inhalt u.
Absicht von etw. kennzeichnet b)
Kennwort
mot|zen: motzt; motztest; hast gemotzt
[ugs.] über etw., jmdn. meckern,
schimpfen; jmdn. für etw. unsachlich
kritisieren »Sie findet immer etw. (an
mir) zu motzen.« Syn.: schimpfen;
meckern
Mot|ze|rgi: die; ~ ; -en [ugs.] Schimpfen,
ständiges Nörgeln, Kritisieren »Deine
Motzerei geht mir auf die Nerven.«
motjzig: Adj. [ugs.] verdrießlich »Bist du
motzig heute!« -
Mounhalnlbik«: <engh /maunt'nbaik/
das; -s; -s für das Fahren im Gebirge
ausgestattetes Fahrrad mit vielen
Gängen u. starken Reifenprofilen
»Ich habe ein Mountainbike mit 18
Gängen.«
Mousse: dat.-fr.> /muß/ die; -; -s (stürz¬
bare) schaumige od. pürierte Speise
mous|sje|ren: <fr.> /mussjren/ moussiert;
moussierte; hat moussiert leicht spru¬
deln, perlen »Der Sekt moussiert sehr
fein.«
Mojvens: <lat.> /mowenz/ das; ~ ; - [geh.]
Beweggrund » Was war das Movens zu
dieser Straftat?«
Möjwe: die; - ; -n Seevogel mit weißli¬
chem Gefieder u. gebogenem Schna¬
bel, der gut fliegen u. schwimmen
kann
Mo|zart|ku|gel: die; - ; -n Süßigkeit aus
Schokolade, Marzipan u. Nougat in
Form einer Kugel
Mr(.): Abk. <engl. Anrede) Mister =
Herr
m. R.: Abk. 1 (Handel) a) meine Rech¬
nung b) mit Rechnung 2 mit Recht 3
(Forstwirt.) mit Rinde 4 mit Rückga¬
be
Mrd.: Abk. Milliarde(n) (1 Mrd. = 1000
Millionen)
MS: Abk. 1 multiple Sklerose 2 Motor¬
schiff
Ms.: Abk. 1 Manuskript 2 <engh (USA;
Anrede für (unverheiratete) Frauen)
Miss = Fräulein 3 Monatsschrift 4
Motorsegler
ms.: Abk. 1 mittelschwer 2 mütterli¬
cherseits
MSch.: Abk. 1 Mieterschutz 2 Mutter¬
schutz
Msch.: Abk. 1 (vor allem im militäri¬
schen Sinne) Mannschaft 2 a) Ma¬
schine b) Maschinist
Mschg.: Abk. Mischung
MS-DOS: Abk. <engl.> (EDV) Microsoft
Disc Operating System ** Plattenbe¬
triebssystem der Firma Microsoft
(Betriebssystem für IBM-kompatible
Personalcomputer)
Msp.: Abk. Messerspitze
M+S-Rei|fen: Abk. Matsch- u. Schnee¬
reifen
MSt: Abk. Mitgliedsstaaten)
Mst.: Abk. 1 Maßstab 2 Muster
mst.: Abk. 1 a) meist b) meistens c) mei¬
stenteils 2 meisterlich
Mt: Abk. (Maßeinheit des Gewichts)
Megatonne (l Mt = eine Million
Tonnen)
Mt.: Abk. 1 (Dienstgrad bei der Marine)
Maat 2 Matthäus (ein Evangelist) 3
Mitte 4 Monat 5 Motor
MTA: Abk. Medizinisch-Technische(r)
Assistentin) .
Mte.: Abk. 1 Miete 2 Monate
Mtl.: Abk. Mantel
mtl.: Abk. monatlich
m. U.: Abk. 1 mit Umsatzsteuer 2 mit
Unterbrechung(en) 3 (Film- u. Fern¬
sehen) mit Untertiteln
Mücke (Mük|ke —> Müjcke): die; - ; -n
1 blutsaugende kleine Stechfliege »Ich
habe eine Mücke im Schlafzimmer.« 2
[landsch.] Fliege 3 eine, die Mücke
machen: [ugs.] abhauen; verschwin¬
den »Bevor er mich sah, habe ich die
Mücke gemacht.« 4 aus einer Mücke
einen Elefanten machen: [ugs.] etw.
unnötig hochspielen, aufbauschen
»Das war doch nicht schlimm, mach
doch nicht aus jeder Mücke einen Ele¬
fanten!«
Mucke (Muk|ke —» Mu|cke): die; - ; -n
1 n. PI. [ugs.] Unarten; Fehler;
Schwierigkeiten »Das Auto hat seine
Mucken.« 2 [landsch.] Fliege »Eine
Mucke surrt am Fenster.«
Mucke|fuck (Mykjke|fuck —> Mu|cke|-
fuck): der; -s; - [ugs.] a) Kaffee-Ersatz
aus gebranntem Getreide u. a. b) sehr
dünner, schlechter Bohnenkaffee
mucken (muk|ken —* mujcken):
muckst; mucktest; hast gemuckt etw.
(kritisierend) sagen u./od. sich bewe¬
gen »Er muckte nicht mehr.«
mucken (muk|ken —* mu|cken), sich:
muckst dich; mucktest dich; hast dich
gemuckt sich melden, etw. (kritisie¬
rend) sagen u./od. sich bewegen »Er
muckte sich nicht mehr.«
Mücken|schiB (Mük|ken|schiß) —»
Mü|cken|schiss: der; -schisses;
-schisse (PI. s.) [ugs.] Mückenkot
Mückenstich (Mük|ken|stich —> Mü|-
cken|stich): der; -(e)s; -e (juckende
Hautschwellung durch den) Stich,
das Blutsaugen einer Mücke »Er ist
von Mückenstichen übersät.«
mucke|risch (muk|ke|risch —» mu|-
ckefrisch): Adj. [ugs.] duckmäuse¬
risch; notwendigen Konflikten aus¬
weichend; sich unterordnend »Sie hat
eine muckerische Art.«
Muckerjfum (Muk|ker|tum —> Mu|-
ckerftum): das~-s; - [ugs.] Duckmäu¬
sertum; Konfliktscheue; ständige Un¬
terordnung »Wegen ihres Mucker¬
tums kann sie sich nie durchsetzen.«
Mucks: der; -es; -e (PI. s.) [ugs.] Laut,
Geräusch »Vor Schreck machte sie
keinen Mucks.«
muck|sen, sich: muckst dich; muckstest
dich; hast dich gemuckst 1 Kritik äu¬
ßern; etw. sagen, obwohl Druck ge¬
gen den Sprecher ausgeübt wird »Sie
wagte nicht, sich zu mucksen.« 2 sich
bewegen u. so auf sich aufmerksam
machen »Niemandmuckste sich.«
Muck|ser: der; -s; - [ugs.] leises,
menschliches (durch die Stimme ver¬
ursachtes) Geräusch »Kein Muckser
war zu hören.«
mucks|mäus|chen|sti!l: Adj. n. stg.
[ugs.] ganz still »Mucksmäuschenstill
warteten die Kinder auf das Christ¬
kind.« ,
mü|de: Adj. 1 a) sich in einem körperli¬
chen Zustand befinden, der Schlaf,
Erholung u. Ruhe erfordert b) über¬
drüssig; genug von etw. habend »Ich
bin der ewigen Streiterei müde.« 2 mü¬
de wie ein Hund sein; hundemüde
sein: [ugs.] sehr erschöpft u. müde
778
Mülltonne
sein 3 Nichts macht so müde wie
nichts tun: ironische Bemerkung,
wenn jmd. sehr faul ist
Mü|dig|keit: die; - ; - a) (Zustand mit
dem) Bedürfnis, sich auszuruhen u.
zu schlafen »Ihre ständige Müdigkeit
ist nicht normal.« b) nur keine Müdig¬
keit vorschützen: [ugs.] los, weiter
machen, nicht aufhören
Mu|ez|zin/[österr.] Mu|ez|zin —> Mu|-
ez|zin <arab.> der; -s; -e Mann, der is¬
lamische Gläubige (vom Minarett
aus) zum Gebet aufruft, in die Mo¬
schee ruft »Der Muezzin ist sehr weit
zu hören.«
Muff: <germ.-lat.-fr.-niederh der; -(e)s;
-e 1 o. PI. (modriger) schlechter Ge¬
ruch »Der Muff im Keller wird immer
stärker.« 2 längliche, hohle Pelzrolle,
in die die Hände zum Schutz vor Käl¬
te gesteckt werden
Mufjfe: die; - ; -n 1 <Technik> Verbin¬
dungsstück für zwei Rohre 2 <Elek-
trot.> wasserdichtes Verbindungs¬
stück für Kabelenden »Im Badezim¬
mer werden Muffen gesetzt.« 3 o. PI.
Angst »Er hat Muffe vor seinem Va¬
ter.«
Muf|fel: der; -s; - 1 <Zoob Muffelwild;
Mufflon »Der Muffel ist recht selten
geworden.« 2 Person, die unfreund¬
lich reagiert »Sei nicht so ein Muffel!«
3 <Bio.> Gesichtsregion um die Nase
eines Tieres 4 <Technik> feuerfestes
Gefäß zum Härten von Stahlwerk¬
zeugen
Myf]fel: die; - ; -n <Technik> Raum im
keramischen Ofen, in den keine Feu¬
ergase dringen
mufjfe|lig/muff|lig: Adj. [ugs.] verdrie߬
lich; schlecht gelaunt »Deine muffeli¬
ge Art verdirbt mir die Stimmung.«
muf|feln: muffelst; muffeltest; hast ge¬
muffelt [ugs.] 1 mürrisch sein »Er muf¬
felt schon den ganzen Tag vor sich
hin.« 2 mit vollem Mund kauen »Er
stopft sich immer den Mund voll u.
muffelt.«
müf|feln: muffelst; muffeltest; hast ge¬
muffelt [ugs.] unangenehm riechen
»Der Müll müffelt schon.«
Muf|fel|tier: das; - (e)s; -e Mufflon
Muf|fel|wild: das; -(e)s; - Mufflon;
Muffeltier »Das Muffelwild steht in ei¬
ner Herde zusammen.«
muf|fen: muffst; mufftest; hast gemufft
[ugs.] mit vollem Mund kauen
Mufjfen|sau|sen: das; -s; - [ugs.] Angst;
unbehagliches Gefühl »Wenn ich nur
an ihn denke, bekomme ich Muffen¬
sausen.«
muf|fig: Adj. 1 vom Geruch her alt, ab¬
gestanden, modrig feucht 2 [ugs.] bö¬
se; schlecht gelaunt »Bist du heute
muffig?«
Muffflgfkeit: die; - ; -1 [selten] feucht¬
fauliger, muffiger Gestank, Geruch 2
verdrießliche Art »Sie ist bekannt für
ihre Muffigkeit.«
muff|Hg/mufjfe|lig: Adj. [ugs.] mürrisch;
schlecht gelaunt »Ihr muffliges Ge¬
sicht ist nicht besonders anziehend.«
Muffllon: üt.-fr.i der; -s; -s kleines Wild¬
schaf aus Südeuropa mit braunem
Fell
Mü|he: die; - ; -n 1 a) Anstrengung »Es
kostet viel Mühe, den Garten so schön
zu erhallen.« b) sich Mühe geben:
sich besonders anstrengen »Wenn du
dir Mühe gibst, wirst du es schon
lernen. ♦ Ich habe mir mit dem Essen
viel Mühe gegeben.« 2 (nicht) der, die
Mühe wert sein: es lohnt sich (nicht)
Es ist wunderschön geworden u. war
die Mühe wert.« 3 mit (knapper) Mü¬
hte) u. Not: im letzten Augenblick
»Mit Mühe u. Not habe ich noch Kar¬
ten für das Theater bekommen.«
mü|he|los: Adj. n. stg. ohne Anstren¬
gung »Mühelos nimmt er die Steigung
mit dem Fahrrad.«
mu|hen: muhst; muhtest; hast gemuht
<Rind> ein der Lautfolge >muh< ähnli¬
ches Geräusch hervorbringen »Das
Kind muhte wie eine Kuh.«
mü|he|voll: Adj. anstrengend; schwierig
durchzuführen »Das ist eine mühe¬
volle Aufgabe.«
Muhl|bach: der; -(e)s; -bäche eine
Mühle antreibender Bach, kleiner
Wasserlauf
Müh|le: die; ~ ; -n 1 durch Wind, Was¬
ser, Elektrizität o. ä. betriebene Anla¬
ge zur Zerkleinerung von Getreide o.
ä. Stoffen »In der Mühle wird Weizen
zu Mehl gemahlen.« 2 Gebäude mit ei¬
ner Mahlanlage »Ich wohne in einer
alten Mühle.« 3 o. PI. Brettspiel für
zwei Personen »Mühle spielen« 4
[ugs.] Gerät, das nicht mehr attraktiv,
sehr alt u. klapprig erscheint »Meine
alte Mühle ( = Auto o. ä.) schafft den
Weg noch.«
Müh|len|flü|gel: der; -s; - Flügel, einer
von mehreren Windfängem einer
Windmühle
Müh|len|wehr/Mühl|wehn das; -(e)s; -e
Wehr, Stauanlage des Mühlbaches
Müh|le|spiel: das; -(e)s; -e Brettspiel,
das von zwei Personen mit je neun
Spielsteinen auf einem Spielfeld mit
Linien u. Punkten gespielt wird
Mühl|rad/Müh|len|rad: das; -(e)s; -rü¬
der Rad der Wassermühle »Der Bach
treibt das Mühlrad an.«
Mühl|stein/Müh|len|stein: der; -(ejs; -e
runder, flacher Stein, auf dem Getrei¬
de gemahlen wird
Mühl|werk: das; -(e)s; -e Rädergetriebe
der Mühle »Steine sind ins Mühlwerk
geraten.«
müh|sam: Adj. beschwerlich; mit An¬
strengung verbunden
Müh|sam|keib die; - ; - große Mühe;
Anstrengung
müh|se|lig: Adj. mühsam; beschwerlich;
schwer u. langwierig »Das ist eine
mühselige Arbeit.«
Müh|se|lig|keit: die; - ; -en a) o. PI. gro¬
ße Beschwerlichkeit b) beschwerliche,
langwierige Tätigkeit, Handlung
Mu|lat|te: dat.-span.> der; -n; -n weibl.
Mu|lat|tin: die; - ; -nen Nachkomme
eines weißen u. schwarzen Elterntei¬
les
Mulch: der;-(e)s; - u. (Sorten) -e schüt¬
zende Bodenbedeckung aus Gras u.
ä. Gartenabfall »Der Mulch schützt
die Beete im Winter vor Frost.«
Mulch|blech: das; -(e)s; -e Teil des Ra¬
senmähers, von dem das Gras u. ä.
zerkleinert werden kann
mul|chen: mulchst; mulchtest; hast ge-
mulcht mit Mulch bedecken »Im
Herbst werden die Beete gemulcht.«
Mul|de: <lat.> die; - ; -n 1 Vertiefung (im
Boden) »Die Mulde war mit Wasser
gefüllt.« 2 [landsch.] größerer, längli¬
cher Trog
Mu|le|ta: <span.> die; - ; -s rotes Tuch der
Stierkämpfer »Der Torero schwenkt
seine Muleta.«
Mu|li: dato der u. das; -s; - u. -s Kreu¬
zung zwischen Esel u. Pferd
Mull: der; -(e)s; -e (Baumwoll-)Ver-
bandsmaterial aus dünnem, grobma¬
schigem Gewebe »Ich hole den Mull
aus dem Verbandskasten.«
Müll: der; -(e)s; - Stoffe, Dinge, die
weggeworfen werden, Syn.: Abfall
Müll|ab|fuhn die; - / -en 1 Beseitigung
von Müll mittels spezieller Fahrzeuge
»Am Montag ist Müllabfuhr.« 2 Un¬
ternehmen, Firma, das/die den Müll¬
transport durchführt »Die Müllab¬
fuhr ist meist ein städtisches Unterneh¬
men.«
Müll|ab|la|de|platz: der; -es; -platze
Platz, Ort, an dem Müll ausgeladen u.
gelagert werden kann
Mul|läpp|chen —* immer mit Hl; Mull|-
Iäpp|chen/Mull-Lüppjchen: das; -s; -
kleiner Stoffausschnitt, Lappen aus
Mull, saugfähigem, netzartigem
Baumwollstoff »Drücke erst dieses
Mulläppchen auf deine Wunde.«
Müll|au|to: das; -s; -s speziell ausgerü¬
steter Wagen der Müllabfuhr zum
Abtransport des Mülls
Müll|beu|tel: der; -s; - Plastikbeutel, in
dem Müll im Haushalt gesammelt
wird » Wirf bitte den Müllbeutel in die
Abfalltonne.«
Mull|bin|de: die; - ; -n Binde aus Mull;
langer (aufgerollter) Stoffstreifen aus
saugfähigem, netzartigem Baumwoll¬
stoff »Er trägt einen Verband aus
Mullbinden.«
Müll|con|tai|ner der; -s; - großer Be¬
hälter für (Haus-)Müil
Müll|de|po|nie: die; - ; -n Ort, an dem
Abfälle, Schutt gelagert werden
Müll|ei|mer: der; -s; - Behälter zum
Sammeln des Hausmülls (in der
Wohnung) »Ich leere den Mülleimer
jeden Tag.«
Mül|ler: der; -s; - weibl. Mül|le|rin: die;
- ; -nen Handwerkern), der/die eine
Mühle betreibt, beruflich Mehl o. ä.
herstellt »Der Müller wartet auf neues
Getreide.«
Mül|le|rin|art: die; - ; - besondere Form
der Zubereitung von Fischen (in
Mehl gewendet u. in Butter gebraten)
»Forelle nach Müllerinart«
Müll|kip|pe: die; - / -n [ugs.] Ort, an dem
Müll gelagert, abgeladen wird »Es
gibt immer noch Leute, die den Wald
als Müllkippe benutzen.« Syn.: Müll¬
deponie
—» Mull|läpp|chen/Mull-Läpp|chen: s.
Mulläppchen
Müll(mann: der;-(e)s; -männer Arbeiter
bei der Müllabfuhr
Mülljschlucker (Müll|schluk|ker —*■
Müll|schlu|cke>): der; -s; - schachtar¬
tige Anlage in größeren Wohnhäu¬
sern, durch die der Müll im Hausflur
entsorgt u. zentral gesammelt wird
Müil|ton|ne: die; - ; -n Tonne, Behälter
zum Sammeln von Müll, die/der bei
der Müllabfuhr ins Müllauto ausge-
779
Müllverbrennung
leert wird »Die Mülltonnen werden am
Mittwoch geleert.«
Müll|ver|bren|nung: die; - ; - Entsor¬
gung von Müll in speziellen Anlagen
durch Verbrennen
Müll|ver|bren|nungs|an|lafge: die; - / -n
Anlage, technische Vorrichtung zur
Müllverbrennung
Müll|wa|gen: der; -s; - speziell ausge¬
statteter Lkw, Wagen zum Abtrans¬
port von Müll
MüM|werjker: der; -s; - (Berufsbezeich¬
nung> Arbeiter der Müllabfuhr
Mull|win|del: die; • ; -n Windel aus
Mullstoff
muljmig: Adj. 1 unwohl; unbehaglich
»Ich fühle mich mulmig hier.« 2 aus
Mulm, Humus von pulveriger Konsi¬
stenz bestehend »Das ist mulmiger
Boden.«
mul|ti-/Mul|ti-: dato Wortbildungsele¬
ment; teilweise auf >multi-<l<Multi-<
betont viel; vielfach; vielfältig
xmultikulturell♦ Multitalent«
mul|ti|di|men|sio|nal —» mul|ti[di|men|-
si|o|nal: Adj. n. stg. mit vielen Dimen¬
sionen »Dies ist ein multidimensiona¬
les Kunstwerk.«
mul|ti|funk|tio|nal —* mul|tifunk|ti|o|-
nal: Adj. n. stg. mit vielen Funktionen
»Diese Küchenmaschine ist multifunk¬
tional.«
mul|ti|kul|tu|rell: Adj. n. stg. mehrere
Kulturen, Lebensweisen miteinander
verbindend, eng nebeneinander auf¬
weisend »Die multikulturelle Gesell¬
schaft ist längst da.«
mul|ti|lin|gu|al: Adj. n. stg. [geh.] viel¬
sprachig »Dies ist eine multilinguale
Schule.«
mul|ti|me|di|al: Adj. n. stg. aus vielen
Medien bestehend; viele Medien be¬
nutzend »Morgen wird eine multime¬
diale Ausstellung eröffnet.«
Mul|ti|me|dia-Show —* Mul|ti|me|di|a-
Show/Mul|ti|me|dija|show: die; ~ ; -s
Veranstaltung, bei der verschiedene
Medien eingesetzt werden »Der Mo¬
derator stellt eine neue Multimedia¬
Show vor.«
Mul|ti|me|dia|sy]stem —» Mul|ti|me)di|-
a|sy|s|tem: das; -s; -e <Päd.> Lehrsy¬
stem, in dem mehrere Medien einge¬
setzt werden »Der Professor bevor¬
zugt das Multimediasystem, um seine
Vorlesung interessanter zu machen.«
Mul|ti|mil|lio|när —* Muljti|mil|li|o|när:
der; -s; -e weibl. Mul|ti|mil|lio|nä|rln
—» Mul|ti|mil|li|o|nä|rin: die; ~ ; -nen
vielfache(r) Millionär(in); Person, die
mehrere Millionen Einheiten einer
Währung besitzt
Mul|tip|le-choj|ce-Ver|fah|ren —*■ Mul|-
ti]ple|choi|ce|ver|fah|nen/Myl|ti|ple-
Chpj|ce-Ver|fah|ren: <engl.> /maltip(e)l
tscheuß-/ das; -s; - Test, Prüfung, bei
dem/der Antworten auf Fragen vor¬
gegeben sind, die durch Ankreuzen in
richtig u. falsch unterschieden werden
müssen »Die Prüfung wurde nach dem
Multiple-Choice-Verfahren durchge¬
führt.«
Mul|ti|pli|kand: dato der; -en; -en
<Math.> Zahl, die mit einer anderen
multipliziert wird
Mul|ti|pU|ka|ti|gn: dato die; - ; -en a) Re¬
chenart des Malnehmens b) Verviel¬
fachung
Mul|ti|pli|ka|tor: dato der; -s; Multipli¬
katoren weibl. Mul|ti|pli|ka|tojrin: die;
- ; -nen 1 nur männl. Form <Math.>
Zahl, mit der eine andere multipliziert
wird 2 [geh.] Wissensvermittler; Per¬
son, Institution, die Wissen, Kennt¬
nisse an viele vermittelt, verbreitet
»Dieser Gelehrte ist ein Multiplika¬
tor.«
mul|ti|pli|zje|ren: dato multiplizierst;
multipliziertest; hast multipliziert
(meist Math.) vervielfachen »Die bei¬
den Zahlen sollen multipliziert wer¬
den.« Syn.: [ugs.] mainehmen
Mul|ti|va|lenz: dato die; - ; -en (Psycho¬
logie) vielschichtig-mehrdeutige Be¬
schaffenheit »Er hat multivalente Ei¬
genschaften.«
Mul|ti|vi|si|on: dato die; - ; - [fach-
sprachl.] gleichzeitige Projektion von
mehreren Dias »Durch Multivision
entstehen neue Eindrücke der Bilder.«
Mu|mie: tpers.-arab.-ito /mumi« u. [ugs.]
mumje/ die; - ; -n einbalsamierter
Leichnam
Mu|mi|fi|ka|ti|on: /mumifikazion/ die; -;
-en 1 Einbalsamierung zum Schutz
vor Verwesung, Erhalt eines Körpers
»Durch Mumifikation werden die Lei¬
chen über Jahrhunderte erhalten.« 2
<Med.> a) Eintrocknen von Gewebe b)
gezieltes Eingetrocknetwerden von
Gewebe
mu|mi|fi|zie|ren: mumifizierst; mumifi¬
ziertest; hast/bist mumifiziert 1 zum
Zweck des Erhalts einer Leiche ein¬
balsamieren »In Ägypten mumifizierte
man die Leichen.« 2 <Med.> a) ist
eintrocknen; absterben »Das Gewebe
ist mumifiziert.« b) Gewebe gezielt
eintrocknen lassen
Mumm: der; -s; - [ugs] 1 körperliche
Kraft, Ausdauer »Er hat viel Mumm
in den Knochen.« 2 Mumm haben:
Entschlossenheit; Tatkraft; Mut »Sie
hat genug Mumm, um sich gegen diese
Ungerechtigkeit zu wehren.«
Mum|mel|greis/Müm|mel|greis: der;
-es; -e [ugs.; abwert.] sehr alter Mann
Müm|mel|mann: der; -(e)s; -männer 1
[ugs.] Hase od. Kaninchen »Guck
mal, da sitzt ein Mümmelmann!« 2
[ugs.; scherzh.] kleines Kind, das
nicht richtig essen will, ißt, an etw.
herumkaut
mümjmeln: mummelst; mummeltest;
hast gemümmelt 1 an etw. halbherzig
kleine Happen abbeißen, kauen »Der
Junge mummelte an einem Brötchen.«
2 etw. ohne Zähne kauen, essen
»Mümmelst du schon wieder ohne
Gebiß?« 3 <Hase> mit kleinen Bissen
etw. fressen
Mymjpitz: der; -es; - [ugs.] nicht beach¬
tenswerter Blödsinn, Unsinn »Diese
neue Mode ist doch Mumpitz.«
Mumps: tenglo der; - ; - <Med.> meist
bei Kindern auftretende Infektions¬
krankheit, bei der das Gesicht, die
Ohrspeicheldrüse anschwillt Syn.:
[ugs.] Ziegenpeter
Mund: der; -(e)s; Münder 1 im Gesicht
von den Lippen umgebener Teil »auf
den Mund küssen« 2 hinter den Lip¬
pen bzw. beim Öffnen der Lippen
sichtbarer Raum, von den Kiefern ge¬
bildet 3 sich den Mund, [ugs.] das
Maul verbrennen: etw. Unbedachtes
sagen u. sich damit schaden »Sie hat
offen ausgesprochen, was sie dachte u.
sich dabei ganz schön den Mund
verbrannt.« 4 wie aus einem Munde:
alle sagen im gleichen Moment das
gleiche; gleichzeitig »Wollt ihr Scho¬
kolade? Ja, riefen die Kinder wie aus
einem Munde.« 5 jmdm. etw. in den
Mund legen: jmdm. helfen, ihn auf
etw. Bestimmtes hinlenken »Er hat
mir die Antworten bei der Prüfung fast
in den Mund gelegt.« 6 den Mund,
[ugs.] das Maul aufreiBen, voll
nehmen: angeben; sich aufspielen;
prahlen 7 den Mund, [ugs.] das Maul
auf dem rechten Fleck haben: [derb]
gut reden können; schlagfertig sein 8
den Mund aufmachen: sich äußern;
etw. sagen »Du mußt schon den Mund
aufmachen, wenn du etw. haben
möchtest.« 9 jmdm. den Mund wäBrig
machen: [ugs.] jmdm. Lust, Appetit
auf etw. machen »Hoffentlich gibt es
bald etw. zu essen, du hast mir den
Mundganz schön wäßrig gemacht.« 10
sich den Mund fusselig reden: [ugs.]
durch (vergebliches) Reden versu¬
chen, jmdm. etw. klar zu machen, ihn
zu etw. zu bewegen »Ich rede mir den
Mund fusselig, aber es ist ja doch alles
umsonst.« 11 einen schiefen Muiid,
[ugs.] ein schiefes Maul ziehen: un¬
zufrieden, beleidigt aussehen 12 den
Mund (zu) voll nehmen: [ugs.] etw.
versprechen, was man nicht halten
kann; aufschneiden; angeben 13 den
Mund nicht aufbekommen,
aufkriegen: [ugs.] schüchtern sein;
nichts sagen; nichts zu sagen haben
»Er kriegt in der Schule den Mund
nicht auf.« 14 jmdm. den Mund,
[derb] das Maul verbieten: jmdm.
verbieten, etw. zu sagen »Ich sage,
was ich will u. lasse mir den Mund
nicht verbieten.« 15 den Mund halten:
[ugs.] still sein; nichts sagen, verraten
» Wenn du den Mund hältst, erzähle ich
dir etwas.« 16 jmdm. den Mund,
[derb] das Maul stopfen: [derb] jmdn.
zum Schweigen bringen 17 an jmds.
Mund hängen: jmdm. interessiert, ge¬
bannt zuhören 18 nicht auf den Mund
gefallen sein: [ugs.] sich gut ausdrük-
ken, reden können; schlagfertig sein
19 einen großen Mund haben, füh¬
ren: [ugs.] frech, vorlaut, angeberisch
sein »Sie hat zwar einen großen Mund,
aber sonst kann sie nichts.« 20 in aller
Munde sein: überall bekannt, im Ge¬
spräch sein »Das neu eröffnete Re¬
staurant war bald in aller Munde.« 21
etw. (nicht) in den Mund nehmen:
[ugs.] etw. (nicht) sagen »Häßliche
Ausdrücke nimmt man nicht in den
Mund.« 22 Mund u. Nase aufreiBen,
aufsperren: [ugs.] total überrascht,
überwältigt sein »Er wird Mund u.
Nase aufsperren, wenn er meine Über¬
raschung sieht.« 23 jmdm. nach dem
Mund(e) reden: immer zustimmen bei
dem, was der andere gerne hören
möchte »Er ist ein Kriecher u. redet
den Vorgesetzten immer nach dem
Mund.«
Mund|art die; - ; -en besondere Form
der Sprache (Aussprache, Wörter,
Grammatik) einer Region innerhalb
780
Münze
einer Sprachgemeinschaft »die bayri¬
sche Mundart« Syn.: Dialekt
Mund|art|dich|tung: die; - ; -en <Litera-
turwiss.> Dichtung, Literatur in Dia¬
lekt
Mund|art|geo|gra|phie —* Mund|art|-
ge|o|gra|phie/Mund|art|ge|o|gra|fie:
die; - ; -n <Sprachwiss.> Wissenschaft
von der geographischen Verteilung
von Dialektelementen, Dialekten
»Anhand der Mundartgeographie las¬
sen sich manche Völkerwanderungen
erklären.«
Mund|du|sche: die; - ; -n Apparat zur
Zahn- u. Mundpflege mit einer was¬
serspritzenden Düse »Die Munddu¬
sche entfernt Essensreste aus den
Zahnzwischenräumen.«
mun|den: mundet; mundete; hat gemun¬
det gut schmecken »Dein Essen hat
vorzüglich gemundet.«
münjden: mündet; mündete; ist/hat ge¬
mündet a) ist/hat in etw. übergehen
»Die Hauptstraße mündet in die
Einbahnstraße. ♦ Der Bach mündet in
den Fluß, b) hat [übertr.] auf etw. hin¬
auslaufen »Die Ereignisse mündeten
in einer Katastrophe.«
mund|faul: Adj. wenig, nicht gerne spre¬
chend; muffelig u. wortkarg
Mund|fäu|le: die; <Med.> eitrige Ent¬
zündung von Mundraum u. Zahn¬
fleisch
Mund|flo|ra: die; - ; -floren <Bio.> im
Mundraum lebende Bakterien
mund(ge|bla[sen: Adj. n. stg. <GIas>
nicht industriell, sondern vom Hand¬
werker, Glasbläser hergesteilt »mund¬
geblasene Vasen«
mund|ge|recht: Adj. mundgerechter;
mundgerechteste in so kleine Happen,
Stücke geteilt, daß es bequem ohne
Messer gegessen werden kann »In der
chinesischen Küche wird das Fleisch in
mundgerechte Stücke geteilt.«
Mund|ge|ruch: der; -(e)s; -gerüche (PI.
s.) unangenehmer, schlechter Ge¬
ruch, der aus dem Mund ausströmt
Mund|hafimo|ni|ka: die; - ; -s u. -har¬
moniken <Musik> Musikinstrument,
bestehend aus einem länglich-recht¬
eckigen Kästchen mit Öffnungen an
der schmalen, langen Oberseite,
durch die (Atem-)Luft auf die Metall¬
zungen im Inneren geblasen wird, die
diese in Schwingungen versetzt
Mund|höh|le: die; - ; -n Mundraum
»Der Arzt untersucht die Zähne u. die
Mundhöhle.«
mün|dig: Adj. n. stg. erwachsen; für sich
u. seine Handlungen selbst verant¬
wortlich; volljährig
—» mün|dig sprachen: s. mündigspre¬
chen
Mün|dig|keit: die; - ; -1 Volljährigkeit,
die jmd. wirtschaftlich u. rechtlich
voll handlungsfähig werden läßt
»Das Wahlrecht erreicht man mit der
Mündigkeit.« 2 [ugs.] Reife u. Eigen¬
verantwortung »Dem Wähler wird die
Mündigkeit abgesprochen!«
Mün|dig|keits|erfklä|rung: die; - ; -en
<Rechtsw.> Zuerkennung, Erklärung
der Mündigkeit, der vollen rechtli¬
chen Handlungsfähigkeit
mün|dig|spi«Jchen —> mün|dig spra¬
chen: spricht mündig; sprach mündig;
hat mündiggesprochen —* hat mündig
gesprochen<— jmdn. für geschäftsfä¬
hig, vernünftig u. erwachsen erklären
»Er wurde vom Gericht mündigge¬
sprochen.« Ant.: entmündigen
Mün|dig|spre|chung: die; - ; -en
<Rechtsw.> offizielle Erklärung, Zuer¬
kennung der Mündigkeit
münd|lich: Adj. n. stg. nicht schriftlich,
sondern im Gespräch stattfindend
»Außer zwei Klausuren gibt es noch
eine mündliche Prüfung.«
Münd|lich|keit: die; - - gesprochene
Form einer Sprache, Äußerung
Mund|öff|nung: die; - ; -en <Bio.> Ein¬
gang zum Verdauungstrakt bei Tier
u. Mensch
Mund|parjtle: die; - ; -n Teil des Gesich¬
tes um den Mund herum
Mund|pfle|ge: die; - ; - Pflege des
Mundraums u. der Zähne »Der Zahn¬
arzt kam die Qualität der Mundpflege
an den Zähnen ablesen.«
Mund|projpa|gan|da: die; - ; - [ugs.]
(Verbreitung durch) mündliche Emp¬
fehlung »Dieses Lokal ist durch
Mundpropaganda bekamt geworden.«
Mund|schutz: der; -es; -e (PI. s.) 1
Schutzvorrichung (aus sterilem Mate¬
rial), die den Mund bedeckt »Der
Arzt trägt einen Mundschutz bei der
Operation.« 2 <Sport> stabiler Schutz
für den Mund »Der Eishockeyspieler
trägt einen Mundschutz aus Plastik.«
Mundjstück: das; -(e)s; -e 1 für die Ein¬
führung in den Mund bestimmter Teil
einer Sache »Er zieht am Mundstück
seiner Zigarette.« 2 <Musik> Teil des
Musikinstruments, das an den Mund
gesetzt wird
mund|tot: Adj.n. stg. [ugs.] zum Schwei¬
gen gebracht »Den Zeugen hat man
durch Bestechung mundtot gemacht.«
Münjdung: die; ~ ; -en 1 a) Örtlichkeit,
bei der ein Gewässer in ein anderes
fließt »An der Mündung des Flußes
liegt ein kleines Dorf.« b) Zusammen¬
treffen zweier Straßen, die ineinander
übergehen »Der Unfall ist an der
Mündung der Straße passiert.« 2 vor¬
derer Teil der Schußwaffe »Aus der
Mündmg steigt Pulverdampf.«
Mün|dungs|feu|er: das; -s; - kurzer
Feuerstrahl, der beim Schuß an der
Waffenmündung entsteht
Mün|dungsjge|biet: das; -(e)s; -e (Ge¬
biet um die) Stelle, an der ein Gewäs¬
ser in ein anderes fließt »Das Mün¬
dungsgebiet ist von Hochwasser be¬
droht.«
Mund|ver|kehR der; -(e)s; - sexuelle Be¬
friedigung mit dem Mund, Syn.:
[fremdsprl.] Oralverkehr
Mund|was|ser: das; -s; -wässer flüssiges
Hygienemittel zum Gurgeln, zur
Mundpflege
Mundjwerk: das; -(e)s; - [ugs.] Schlag¬
fertigkeit; Vorwitzigkeit »Du hast ein
großes Mtmdwerk!«
Mund|win|kel: der; -s; - linke od. rechte
Ecke des Mundes, wo Unter- u. Ober¬
lippe Zusammentreffen »Er hat mei¬
stens eine Zigarette im Mundwinkel.«
Mund-zu-Mund-Be|at|mung: die; - ;
-en <Med.> Beatmung(stechnik), bei
der jmd. Atemluft von Mund zu
Mund in den Körper einer Person
preßt, deren Atmung ausgesetzt hat
»Er körnte dank Mund-zu-Mund-Be-
atmmg gerettet werden.«
Mund-zu-Na|se-Be|at|mung: die; -; -en
<Med.> Beatmung(stechnik), bei der
jmd. Atemluft von Mund zu Nase in
den Körper einer Person preßt, deren
Atmung ausgesetzt hat
Mu|ni|ti|gn: dat.-fro /munizion/ die; - ;
-en Schießmaterial für Feuerwaffen
mu|ni|tio|n!e{ren —» mu|ni|ti|o|nie|ren:
/munizioniren/ munitionierst; muni-
tioniertest; hast munitionierl mit Mu¬
nition bestücken, versehen »Die Ra¬
kete wird mmitioniert.«
Mu|ni|ti|gns|de|pot: /muniziqnß-/ das;
-s; -s Lagerstätte von Munition
Mu|ni|ti|ons|fa|brik —* Mu|ni|ti|gns|fa|-
bjrifc /munizionß-/ die; - ; -en Fabrik,
Firma, ,in der Munition hergestellt
wird »Im Krieg wurden Arbeiter für
die Munitionsfabrik zwangsverpflich¬
tet.«
Mu|ni|zj|pi|um: dato das; -s; Munizipien
Imunizipknj <hist.> altrömische Stadt¬
gemeinde »Nach Ausgrabmgen kann
dieses Munizipium vollständig rekon¬
struiert werden.«
Mun|ke|lei: die; - ; -en [ugs.] Tuschelei,
Gerücht über Personen »Die Munke¬
lei über ihre Affäre nimmt kein Ende.«
mun|keln: munkelst; munkeltest; hast
gemunkelt im privaten Kreis, im Ge¬
heimen, hinter vorgehaltener Hand
sagen, ein Gerücht verbreiten, weiter¬
geben »Man munkelt, daß es bald zur
Scheidung kommen wird.«
Münjster —* Müns|ter das; -s; - a)
größere Kirche, Stiftskirche »Stra߬
burg besitzt ein schönes Münster.« b)
o. PI. Stadt in Westfalen
Mün|ste|ra|ner —> Müns|te|ra|ner. der;
-s; - weibl. Mün|ste|ra|ne|rin —*
Müns|te|ra|ne|rin: die; ~ ; -nen Ein¬
wohnerin) der Stadt Münster
Mün|ster|bau —» Müns|ter[bau: der;
-(e)s; -ten a) große Kirche, Stiftskir¬
che »Dieses Buch zeigt alle deutschen
Münsterbauten.« b) o. PI. das Bauen,
Errichten eines Münsters (a)
mun|ter Adj.n. stg. a) nicht müde; nicht
schläfrig »Die Kinder sind noch immer
munter, obwohl es schon spät ist.« b)
in, von heiterer Stimmung; fröhlich
»Das ist eine muntere Gesellschaft.«
Mun|ter[ma(cher: der; -s; - [ugs.] anre¬
gendes Mittel »Der Kaffee ist mein all¬
morgendlicher Muntermacher.«
Münzjamt: das; -(e)s; -ämter staatliche
Stelle, Fabrik, von, in der Münzen ge¬
prägt werden
Münz|anjstalt: die; ~ / -en Dienststelle,
Fabrik zum Münzdruck, für die
Geldherstellung
Münz|ap|pa|rat: der; -(e)s; -e Telefon,
das mit Münzen funktioniert, betrie¬
ben wird
Münjze: die; - ; -n 1 geprägtes Geld¬
stück »Er warf eine Münze in den Hut
des Bettlers.« 2 Ort, Fabrik, in der
Geld geprägt, gedruckt wird »Das
Geld kommt frisch aus der Münze.« 3
jmdm. etw. in, mit gleicher Münze
heimzahlen: jmdm. etw. auf die glei¬
che (unangenehme, üble) Art heim¬
zahlen » Was er mir angetan hat, werde
ich ihm mit gleicher Münze heim¬
zahlen.« 4 etw. für bare Münze
nehmen: etw. für wahr halten 5 in,
781
Münzensammlung/Münzsammlung
mit klingender Münze bezahlen: so¬
fort bar bezahlen »Auf dem Floh¬
markt kann nur mit klingender Münze
bezahlt werden.«
Mün|zen|samm|lung/Münz|samm|lung:
die; - ; -en Sammlung von Münzen,
Geldstücken
Münz|fern|spre|cher: der; -s; - öffentli¬
ches Telefon, das mit Münzen betrie¬
ben wird
MünzjfuB: der; -es; -fuße Verhältnis zwi¬
schen Edelmetallanteil einer Münze
u. ihrem Geldwert
Münz|ge|wicht: das; -(e)s; -e tatsächli¬
ches Gewicht einer Münze »Das
Münzgewicht u. der Metallanteil müs¬
sen nicht übereinstimmen.«
Münz|ho|heit: die; - ; -en <Rechtsw.>
Recht, Münzen zu prägen »Die
Münzhoheit liegt beim Staat.«
Münz|kun|de: die; - ; -1 Lehre von den
Münzen; Numismatik »Er ist Fach¬
mann in Münzkunde.« 2 Buch über
Numismatik
Münz|mei|ster —» Münz|meis)ter der;
-s; - weibl. Münz|meitste|rin —»
Münz|meistte|rin:~fe'/ - ; -nen techni-
scEe(r) Leiterin) einer Münzstätte
»Der Münzmeister fuhrt Besucher
durch die Münzanstalt.«
Münz|recht: das; -(e)s; - <Rechtsw.> 1
gesetzliche Regelungen zur Produkti¬
on von Geld 2 alleiniges Recht, Mün¬
zen zu prägen »Früher hatte jeder
Stadtstaat sein eigenes Münzrecht.«
Münz|stät|te: die; - ; -n Werkstatt, in
der Münzen geprägt werden, Geld
produziert wird »Im Museum ist eine
antike Münzstätte aufgebaut.«
Münz|stem|pel: der; -s; - Werkzeug,
das der Rohmünze den Prägeauf¬
druck verleiht »Für Sondermünzen
werden neue Münzstempel erstellt.«
Münz|wechs|len der; -s; - Automat,
der Münzen wechseln kann' »Neben
dem Fahrkartenautomaten steht ein
Münzwechsler.«
Münz|we|sen: das; -s; - alles, was (die
Herstellung von) Münzen betrifft
»Das Münzwesen ist sein Stecken¬
pferd.«
Münz|wis|sen|schaft: die; - ; - Münz¬
kunde; Numismatik
Mu|rjj]ne: <gr.-lat.> die; - ; -n
Salzwasserfisch(art) »Muränen ziehen
sich gern in Felsspalten im Meer zu¬
rück.«
mürb/mürjbe: Adj. mürber; mürbeste
leicht in kleinere Teile zerfallend;
bröcklig; brüchig; morsch
Müijbe: die; - ; - mürbe, leicht zerfal¬
lende Beschaffenheit (von Lebens¬
mitteln)
mürjbe/mürb: Adj. mürber; mürbeste
leicht in kleinere Teile zerfallend;
bröcklig; brüchig; morsch
Mür|be|bra|ten: der; -s; - 1 <Jagd> Len¬
denstück des Rehs 2 <Kochk.>
(norddt.J Lendenbraten »Sie serviert
Soße zum Mürbebraten.«
Mür|be|teig: der; -(e)s; -e leicht zerfal¬
lender Kuchenteig aus Butter, Zuk-
ker, Mehl, Eiern u. Backpulver
Mu|re: die; - ; -n Gesteins- od.
Schlamm- ström im Gebirge »Die
Schneeschmelze hat eine Mure ausge¬
löst.«
mu|ria|tisch —» mu|ri|a|tisch: <lat> Adj.
n. stg. <Quelle> kochsalzhaltig »Das ist
eine muriatische Heilquelle.«
Mur|kel: der; -s; ~ [ugs.] a) kleines Kind
»Sieh dir den kleinen Murkel an!« b)
kleiner Gegenstand od. kleines Lebe¬
wesen
mur|ke|llg/murk|lig: Adj. klein,
schwächlich u. nicht sehr beeindruk-
kend »Das ist aber eine murkelige Sa¬
latgurke.«
Murks: der; -es; - [ugs.] unordentlich ge¬
machte, schlechte Arbeit »Er hat nur
Murks abgeliefert.«
murk|sen: murkst; murkstest; hast ge¬
murkst [ugs.] schlecht, unordentlich
arbeiten »Sie murkst unlustig an ihrer
Arbeit herum.«
Mur|mel: die; - ; -n kleine Glaskugel
»Die Kinderspielen mit Murmeln.«
murjmeln: murmelst; murmeltest; hast
gemurmelt 1 etw. undeutlich, mit lei¬
ser Stimme sagen »Er murmelte eine
Entschuldigung.« 2 mit Murmeln,
Knickern, kleinen, bunten Glasku¬
geln spielen » Wir haben gemurmelt.«
Mur]mel|tier: das; -(e)s; -e Nagetier(-
art), das/die in den Bergen vorkommt
»Das Murmeltier hält seinen Winter¬
schlaf.«
murjren: murrst; murrtest; hast gemurrt
seinen Unmut über etw. wenig
freundlich (nicht sehr laut) äußern
»Er murrte über die Wartezeit.«
mür|risch: Adj. schlecht gelaunt; eine
unfreundliche, abweisende Art (im
Umgang mit anderen) zeigend
Mus: das u. [landsch.j der; -es; -e 1 zer¬
drücktes (gekochtes) Fruchtmark
»Pflaumenmus« 2 etw., jmdn. zu Mus
hauen, schlagen: [ugs.] etw. zerstö¬
ren; jmdn. verprügeln
Mus.: Abk. 1 Museum 2 a) Musik b)
Musiker(in)
mus.: Abk. 1 museal = zum Museum
gehörend 2 musikalisch 3 musisch =
künstlerisch begabt
Mus|ca|det: </r.> /müßkadg/ der; - u. -s;
-s französischer Weißwein
Mu|sche: die; - ; -n [ugs.; abwert.] Pro¬
stituierte
Mu|schel: die; ~ ; -n 1 a) Meerestier mit
einer harten Schale »Ich esse gerne
( Mies-) Muscheln.« b) Schale(nhälfte)
einer Muschel (a) »Ich sammle
Muscheln.« 2 kurz für Hör- bzw.
Sprechmuschel des Telefonhörers
»Sie sprach laut in die Muschel.« 3
[österr.; ugs.] Toilettenbecken
mu|schel|föijmig: Adj. n. stg. geformt
wie eine (halbe) Muschelschale »Das
Obst liegt in einer muschelförmigen
Schate.«
Mu|schel|krebs: der; -es; -e kleiner
Krebs, der in einer muschelähnlichen
Schale lebt »Der Muschelkrebs lebt
sowohl in Süßwasser als auch im
Meer.«
Mu|schel|scha|le: die; - ; -n Schale der
Muschel »Bei Austern wird vor dem
Verzehr die Muschelschale geknackt.«
Mu|schel|sei|de: die; -; -n abgesonderte
Fadenstränge mancher Muscheln
Mu|schel|werlc das; -fe)s; - <Kunst>
muschelförmige Dekoration an etw.
Mu|schi: die; - ; -s 1 Kosename für Kat¬
zen »Du bist aber eine niedliche
Muschi!« 2 [ugs.; derb] Vagina; Schei¬
de
Musch|po|ke: <hebr.-jidd.> die; - ; -n
[ugs.j Sippschaft; Verwandtschaft
Mu|se: igr.-lat.> die; - ; -n eine der neun
griechischen Göttinnen der Kunst
mu|se|al: <gr.-lat.> Adj. n. stg. 1 das Mu¬
seum betreffend, ihm zuzuordnen
»Sie organisiert eine museale Ausstel¬
lung.« 2 [ugs.] museumsreif »Das sind
museale Möbel.«
Mu|senjal|ma|nach: der; -(e)s; -e (Titel
von) im 18. u. 19. Jhd. erschienene(n)
Gedichtsammlung(en) »In den Muse¬
nalmanachen sind viele Gedichte erst¬
malig veröffentlicht worden.«
Mu|se|um: <gr.-!at.> das; -s; Museen
Imus&nj Ausstellung von Sammlun¬
gen wertvoller Gegenstände
Mu|se|ums|füh|rer der; -s; ~ weibl. Mu|-
se|umsjfüh|re|rin: die; - ; -nen 1 Per¬
son, die Besucher erklärend durch ein
Museum führt »Die Leute folgen dem
Museumsführer.« 2 nur männliche
Form erläuterndes Buch zu einem
Museum, einer Museumsausstellung
»Der Betrachter verlieft sich in die Be¬
schreibung des Museumsführers.«
Mu|se|ums|ka|tajlog: der; -(e)s; -e er¬
läuternder Katalog zu einer Mu¬
seumsausstellung »Dem Museumska¬
talog kann man alle Informationen
über die Ausstellung entnehmen.«
Mu|se|ums|pädjago|gik —» Mu|sej-
ums|pä|d|a|go|gik: die; - ; - pädagogi¬
sche Arbeit im Museum »Die Mu¬
seumspädagogik führt Kinder spiele¬
risch an Kunst heran.«
mu|se|ums|reif: Adj. n. stg. [ugs.] alt u.
aus der Mode gekommen »Dein Kof¬
fer ist ja schon museumsreif.«
Mu|se|ums|stück: das; -(e)s; -e Aus¬
stellungsstück im Museum
Mu|se|ums|wäijter: der; -s; - weibl.
Mu|sejums|wär|tejrin: die; - / -nen
Aufsichtsperson im Museum »Der
Museumswärter achtet darauf, daß
kein Kunstwerk berührt wird.«
Mu|si|cal: <engh /mjusikel/ das; -s; -s
<Musik> Bühnenstück(gattung) mit
populären Musikstücken
Mu|sik: <gr.-lat.-fr.> die; - ; -en 1 o. PI.
Lehre der Klangfolgen, Rhythmen
usw. 2 Tonkunstwerk; aus Klangfol¬
gen bestehendes Stück 3 Musik im
Blut haben: von Natur aus sehr musi¬
kalisch sein 4 dahinter, hinter was,
etw. steckt, sitzt Musik: [ugs.] etw. ist
schwungvoll S Musik in jmds. Ohren
sein; wie Musik (in jmds. Ohren)
klingen: [ugs.] etw. ist äußerst erfreu¬
lich
—» Mu|sik lje|bend: s. musikliebend
Mu|sik|ai»|de|mie —» Mu|sik|a|ka|de|-
mie: die; - / -n Musikhochschule »Er
hat ein Stipendium jür die Musikaka¬
demie bekommen.«
Mu|si|ka|lien —» Mu|si|ka|li|en: dat.> die
(PI.[Noten für musikalische Stücke
»Er sammelt alte Musikalien.«
mu|si|ka|lisch: <gr.-Iat.-fr.> Adj. 1 (die)
Musik betreffend, enthaltend »Sie se¬
hen u. hören eine musikalische Reise
durch deutsche Landschaften.« 2 der
Musik aufgeschlossen; für Musik
empfindsam, begabt »Wir haben eine
sehr musikalische Tochter.«
782
MuSehe
Mu|si|ka|li|tät die; - ; -1 musikalische
Begabung »Schon als Kind wurde
■ seine Musikalität erkannt.« 2 Beschaf¬
fenheit, die an Musik erinnert »Musi¬
kalität einer Stimme«
Mu|si|kant: dato der; -en; -en weibl. Mu|-
si|kan|tin: die; -; -nen [veralt.] Person,
die ein Musikinstrument spielt, Mu¬
sik macht
Mu|si|kan|ten|kno|chen: der; -s; - [ugs.]
empfindliche Stelle am Ellbogenkno¬
chen
imi|si|kan|tisch: Adj. n. stg. musizier¬
freudig »Das ist eine musikantische
Familie.«
Mu|sik|au|to|mat: der; -en; -en a) Auto¬
mat, technisches Gerät, der Musik
mechanisch abspielt »Sie liebt Spiel¬
dosen u. andere Musikautomaten.« b)
Musikbox, Jukebox
Mu|si|ker der; -s; - weibl. Mu|si|ke|rin:
die; ~; -nen Person, die (mit einem In¬
strument) (beruflich) Musik macht
»Er ist Musiker eines bekannten Or¬
chesters.«
Mu|sik|hoch|schu|le: die; - ; -n Fach¬
hochschule, an der Musik studiert
werden kann »Sie ist an der Musik¬
hochschule aufgenommen worden.«
Mu|sik|in|stru[ment —» Mu|sik|in|s|t|-
ru|ment das; -(e)s; -e Instrument,
auf dem Töne, Klänge hervorge¬
bracht werden »Sie spielt drei Musik¬
instrumente.«
Mu|sik|ka|pal|le: die; - ; -n Gruppe aus
mehreren Musiker(innen)n »Die Mu¬
sikkapelle spielt zum Tanz auf.«
Mu|sjk|kas|set]te: die; - ; -n mit Musik
bespieltes kleines Tonband »Die Mu¬
sikkassette leiert.«
Mu|sik|kri|tl|ker. der; -s; - weibl. Mu|-
sikjkri|ti|ke|rin: die; - ; -nen Person,
die musikalische Aufführungen (in
Zeitungsartikeln) bewertet
Mu)sjk|leh|re: die; ~ ; -n 1 Lehre vom
Aufbau der Musik »Sie widmet sich
ganz der Musiklehre.« 2 Lehrbuch
über Musik
Mu|sik|le|xi|kon: das; -s; -lexika Nach¬
schlagewerk mit Stichwörtern aus
dem Bereich der Musik »Im Musikle¬
xikon informiert er sich über alte Or¬
gelmusik.«
mu|sik|lie|bend —* Mu|sik lje|bentit
Adj. musikbegeistert; gerne Musik
hörend (u. machend) »Das musiklie¬
bende Publikum applaudiert.«
Mu|si|ko|lo|gje: die; - ; - Musikwissen¬
schaft »An der Musikhochschule wird
neben der Praxis auch Wert auf Mu-
sikologie gelegt.«
Mu|sik|schu|le: die; - ; -n staatliche od.
private Schule für musikalische Aus¬
bildung »An der Musikschule be¬
kommt sie Klavierunterricht.«
Mujsjkjstück: das; -(e)s; -e musikali¬
sches Werk
Mu|sikjstun|de: die; - ; -n Stunde des
Musikunterrichtes »Er schwänzte oft
die Musikstunde.«
Mu|aik)thea|ter —> Mu|sik|the|a|ter.
das; -s; - Theater, in dem nur musi¬
kalische Werke aufgeführt werden
»Am Musiktheater hat eine Operette
Premiere.«
Mu|sik)theo|rie —» Mu|sik|the|o|rie:
die; - -n Lehre von der Musik, ihrer
Form, Harmonie, usw. »Die Harmo¬
nienlehre ist ein Schwerpunkt der Mu¬
siktheorie.«
Mu|s|k|unjterjricht: der; -(e)s; - (Schul-)
Unterricht in Musik »Im Musikunter¬
richt wird ein Lied eingeübt.«
Mu|sik|vi|deo: das; -s; -s kurzer Video¬
film zu einem Musiktitel, Popsong o.
ä. »Dieser Fernsehsender sendet rund
um die Uhr Musikvideos.«
Mu|sik|werk: das; -(e)s; -e (umfangrei¬
cheres, klassisches) Musikstück »Dies
ist ein hochkompliziertes Musikwerk.«
Mu|sik|wis|sen|schaft: die; - ; - Wissen¬
schaft vom Aufbau, der Geschichte u.
ä. der Musik »Die Musikwissenschaft
betrachtet die musikalische Entwick¬
lung im Laufe der Zeit.«
Mujsikjzeitjschriffc die; - ; -en auf Mu¬
sik u. die Musikszene spezialisierte
Zeitschrift »Es gibt Musikzeitschrif¬
ten für jeden Musikgeschmack.«
mu|sisch: Adj. 1 künstlerisch veranlagt
»Sie ist ein sehr musischer Mensch.« 2
die Musen als schöne Künste betref¬
fend »Auf musische Erziehung legen
wir großen Wert.«
mu|si|zie|ren: musizierst; musiziertest;
hast musiziert Musik machen
Musjkat: <Sanskrit-pers.-gr.-lat.-fr.> das;
-(e)s; - (Gewürz aus geriebenen Nüs¬
sen, Samen des) Muskatnußbaum(s)
Mus|kat|blü|te: die; - ; -n Samenhülle
der Muskatnuß »Die Muskatblüte
wird als Gewürz verwendet.«
Mus|ka|tel|ler: dat.-it.y der; -s; - 1 o. PI.
Traubensorte »Dies ist ein Anbauge¬
bietfür Muskateller.« 2 aus Muskatel¬
lertrauben gekelterter, hergestellter
Wein
Mus|kat|nu6 —> Musfkatfnuss die; - ;
-nässe als Gewürz verwendeter Sa¬
men des Muskatnußbaumes
Mus|kat|nuß|baum —* Mus|kat|nuss|-
baumc der; -(e)s; -bäume tropische
Baumsorte, die Muskatnüsse als
Früchte, Samen he vorbringt
Mus|kat|rei|be: die; - ; -n kleine Reibe,
mit der Muskatnüsse frisch verarbei¬
tet werden »Sie hat sich den Finger an
der Muskatnußreibe verletzt.«
Mus|kel: dat.i der; -s; -n <Anat> (aus Fa¬
sern bestehendes) Bewegung ermögli¬
chendes Gewebe im menschlichen u.
tierischen Körper
Musjkel|ar|beit: die; - ; - a) Arbeit, die
ein Muskel leisten muß b) schwere
körperliche Arbeit
Mus|ke!|atro|phie —* Mus|kelja|t|ro|-
phie: <gr.-lat.> die; - ; -n <Med.> Mus¬
kelschwund »Er leidet an Muskelatro¬
phie.«
mus|kel|be|packt: Adj. n. stg. [ugs.]
muskulös; mit ausgeprägten Muskeln
Mus|kel|fa|ser: die; - / -n <Bio.> mehr-
kemige Faser, die mit anderen einen
Muskel bildet
Mus|kel|fleisch: das; -(e)s; - (zu einer
Speise verarbeitetes) Fleisch, das aus
Muskeln besteht »Am Muskelfleisch
ist kein Gramm Fett.«
Musjkef|ka|ter: der; -s; - durch Störun¬
gen des Milchsäureabbaus in den
Muskeln verursachter Schmerz nach
ungewohnter sportlicher Anstren¬
gung o. ä.
Mus|kel|kraft- die; ~ ; -kräfte (große)
Körperkraft »Dank seiner Muskel¬
kraft haben wir den Schrank anheben
können.«
Mus|kel|krampf: der; -(e)s; -krämpfe
<Med.> krampfartiges, starkes
(schmerzhaftes) Zusammenziehen ei¬
nes Muskels »Beim Rennen brach sie
mit Muskelkrämpfen zusammen.«
Mus|kel|mann: der; -(e)s; -männer
[ugs.] a) (extrem, übertrieben) musku¬
löser Mann »Das Hemd des Muskel¬
mannes spannt auf der Brust.« b) [ab¬
wert.] Leibwächter; Bodyguard
Muslkellpalket: das; -(e)s; -e [ugs.] 1
ausgebildete Muskeln »Am Oberarm
ist deutlich ein Muskelpaket zu sehen.«
2 [meist abwert.] muskulöser Mann
»Dem Muskelpaket möchte ich nicht
im Dunkeln begegnen.«
Mus|kel|protz: der; -es; -e [ugs.] musku¬
löser Mann, der mit seiner Kraft an¬
gibt »In diesem Sport gibt fast es nur
Muskelprotze.«
Mus|kel|riB —» Mus|kel|riss: der; -ris¬
ses; -risse <Med.> Riß in der Muskelfa¬
ser
Mys|kel|schwä|che: die; - ; -n <Med.>
krankhafte Ermüdung des Muskels
Mus|kel|schwund: der; -(e)s; - <Med.>
Verminderung der Muskelmasse
»Sein Muskelschwund ist krankheits¬
bedingt.«
Mus|keljstar]re: die; ~ ; - <Med.> Bewe¬
gungsunfähigkeit der Muskeln
Mus|kel|trai|ning: das; -s; - Training,
Aufbau, Erhalt der Muskeln durch
Übung, Beanspruchung »Dank des
Muskeltrainings kann er wieder lau¬
fen.«
Mus|kel|zer|rung: die; - ; -en <Med.>
Tiberdehnung, Zerrung des Muskels
Mus|ke|te: dat.-it.-fr.y die; - ; -n [veralt.]
schwere Handfeuerwaffe
mus|ku|lär: <lat.> Adj. n. stg. <Med.> die
Muskeln betreffend, ihnen zuzuord¬
nend »Sein muskulärer Apparat ist
von der Krankheit geschwächt.«
Musjku|ta|tur. dat.y die; - ; -en Gesamt¬
heit der Muskeln des Körpers
mus|ku|lös: <lat.-fr.> Adj. muskulöser;
muskulöseste gut ausgebildete Mus¬
keln besitzend »ein muskulöser
Mann«
Müs|li: das; -s; -s 1 aus Getreide(flok-
ken) u. teilweise getrockneten Frucht¬
stücken u./od. Nüssen zusammenge¬
setzte Speise, die häufig mit Milch
(zum Frühstück) gegessen wird 2
[ugs.; scherzh.] Person, die in äußerer
Erscheinung u./od. ihren Äußerun¬
gen Zugehörigkeit zur ökologischen
Bewegung vermuten läßt
Mus|Km: <arab.> der; - u. -s; -e/Mosj-
lem: der; ~ u. -s; -s <Religion> Gläubi¬
ger des Islam
Mus|li|me/Mos|li|me: die; ~ ; -n/Mus|lij-
min/Mos|lj|min: die; - ; -nen (Reli¬
gion) Gläubige des Islam
MuB —» Muss: das; - ; - [ugs.] Erfor¬
dernis »Gutes Benehmen ist ein Muß.«
MuB|be|stim|mung —» Muss|be|stim|-
mung: die; - ; -en bindende Regelung
»Von der Mußbestimmung darf nicht
abgewichen werden.«
Mu|Be: die; • ; - Ruhe u. Zeit (um etw.
zu tun) »Endlich hatte ich mal Muße,
um das Buch zu lesen.«
MuB|ehe —» Mussjefhe: die; - ; -n
[ugs.] aufgrund einer Schwanger-
783
müssen
schaft geschlossene Ehe »Wie lange
diese Mußehe wohl hält?«
müs|sen: mußt; mußtest; hast gemußt
—*alle Formen mit ss<— 1 Vollverb
a) gezwungen sein »Alle Kinder müs¬
sen zur Schule.« b) notwendig sein
»Das Schreiben muß heute noch mit
der Mittagspost an das Ministerium
geschickt werden.« 2 mit Infinitiv (als
Modalverb) a) gezwungen (durch äu¬
ßere Einflüsse), etw. zu tun, was man
selbst nicht (unbedingt) tun möchte
»Du mußt zur Schule gehen.« b) ver¬
pflichtet sein »Ich muß zu diesem
Empfang gehen.« c) eine hohe Wahr¬
scheinlichkeit ausdrückend »Es muß
so gewesen sein. ♦ Das Essen muß
gleich fertig sein.« d) [norddt.] sollen;
dürfen e) notwendig sein »Ich muß
den Brief heute noch zur Post bringen,
damit er rechtzeitig ankommt.« 3 Was
sein muß, muß sein —*■ Was sein
muss, muss sein: Anmerkung, wenn
etw. unumgänglich ist (erledigt, getan
o. ä. werden muß), auch wenn man es
nicht gerne möchte
Mu|ße|stun|de: die; • ; -n Zeit, in der
man Muße, Zeit, Ruhe für sich selbst
hat »Ich genieße diese Mußestunden.«
Muß|hei|rat —*• Muss|hei|rat: die; • ; -
[ugs.] Eheschließung wegen einer
Schwangerschaft
mü|ßig: Adj. 1 ohne Arbeit zu erledigen,
keine Arbeit zu erledigen habend »In
ihren müßigen Stunden spielte sie Kla¬
vier.« 2 sinnlos u. ohne praktische
Auswirkungen »Das sind müßige
Überlegungen.« ■
Mü|ßig|gang: der; -(e)s; - 1 [veralt.]
Nichtstun »Sie genießt ihre freie Zeit
u. ihren Müßiggang.« 2 Müßiggang
ist aller Laster Anfang: Wer nicht ar¬
beitet, wird zu negativen Handlungen
abgelenkt, getrieben
Mü|ßig|gän|ger: der; -s; - weibl. Mü|-
ßig|gän)ge|rin: die; ~ ; -nen 1 Person,
die Muße hat »Als Rentner ist er ein
richtiger Müßiggänger geworden.« 2
(oft abwert.] Person, die nicht arbei¬
tet, unbegrenzt Zeit zum Faulenzen
zu haben scheint
Myjstang —» Musttang: <span.-engi>
der; -s; -s wildes Pferd in Nordameri¬
ka
Mujster —» Mus|ter: dat.-ito das; -s; -
1 Verzierung »Das Kleid hat ein schö¬
nes schwarz-rotes Muster.« 2 Vorlage;
Modell »Ich schicke ihnen ein Muster
der Kollektion.« 3 nach berühmten
Muster: ganz das Übliche »Du hast
dich wieder ganz nach berühmtem Mu¬
ster aus der Affäre gezogen.«
Mu|ster|bei|spiel —» Musjter|bei|spiel:
das; -(e)s; -e genau passendes Bei¬
spiel »Er ist ein Musterbeispiel für
Fleiß.«
Mu|sterjbild —* Mus|terfbild: das;
-(e)s; -er Vorbild »Sie dient als Mu¬
sterbild von Fleiß für ihre kleine
Schwester.«
Mylsterjbrief —» Mus|ter|brief: der;
-(e)s; -e Brief, der als Muster, Bei¬
spiel, Vorbild für andere dient »Die
Sekretärin richtet sich nach dem Mu¬
sterbrief.«
Mu|ster|buch —» Mus|ter|buch: das;
-(e)s; -bücher Buch mit Mustern, Bei¬
spielexemplaren von Stoffen, Tapeten
o. ä. »Der Dekorateur zeigt sein Mu¬
sterbuch.«
Mu|sterjehe—* Mus|teije|he: die; ~ ; -n
vorbildhafte, ideale Ehe
Mu|ster|ex|em|plar—* Mus|ter]e|x|em|-
p|lar: das; -(e)s; -e 1 als (optisches,
technisches) Muster dienendes Vor¬
bild »Der Schneider zeigt der Kundin
Musterexemplare.« 2 [ugs.] vorbildli¬
cher Mensch »Sie ist ein wahres Mu¬
sterexemplar an Fleiß.«
My|sterjgat|te —» Mys|teijgat|te: der;
-n; -n weibl. [seltener] Mu|ster|gat|tin
—* Mus|teijgat|tin: die; - ; -nen [ugs.]
vorbildliche!» Gatt(e)(in), Ehemann/
Ehefrau
mu|ster|gül|tig —* mus|ter)gül|tig: Adj.
vorbildhaft »Sie hat ein mustergülti¬
ges Benehmen.«
mufsterfhaft —* mus|teijhaft: Adj. mu¬
sterhafter; musterhafteste als Vorbild
dienend »Du hast eine musterhafte
Handschrift.«
Mu|ster|kna|be —» Mus|terjkna|be:
der; -n; -n (ugs.; oft iron.] a) als Vor¬
bild geeigneter Junge, Mann »Du bist
vielleicht ein Musterknabe!« b) Stre¬
ber; übertrieben strebsamer Schüler
Mu|ster|kol|lek|ti|on —» Mus(ter|kol|-
lek|ti|on: die; - ; -en Sammlung von
Warenmustern »Meine Musterkollek¬
tion ist leider unvollständig.«
mufstern —» musftern: musterst; mu¬
stertest; hast gemustert 1 etw., jtndn.
genau ansehen »Sie musterte ihn von
oben bis unten.« 2 <Milit.> überprüfen,
objmd. für den Militärdienst geeignet
ist »Er wird nächste Woche
gemustert.« 3 [ugs.] unvorteilhaft, ge¬
schmacklos anziehen » Wie hat sie ihre
Kinder denn heute wieder gemustert?«
Mu|ster1pro|zeß —> Mus|ter|pro|zess:
der; -prozesses; -prozesse <Rechtsw.>
Gerichtsverfahren, dessen Urteil
grundsätzliche Bedeutung haben
wird, hat »Die Verbraucherverbände
planen einen Musterprozeß.«
Mu|ster]rol|le —» Musjtei|rol|le: die; - ;
-n [seemannssprl.] Verzeichnis der
Schiffsmannschaft »Der Maat steht
nicht in der Musterrolle.«
Mu|steijschü|ler —» Mus|ter|schü|ler:
der; -s; - weibl. My|sterjschü|le|rin
—»• Mus|ter|schü|le|rin: die; - ; -nen
vorbildliche(r) (aber ein wenig zu
strebsame(») Schüler(in) »Er ist ein
Musterschüler.«
My|ster]sen|dung —> Mus|ter|sen|-
düng: die; - ; -en mit der Post zuge¬
stellte Sendung mit Musterexempla¬
ren o. ä. von einer Ware »Die Muster¬
sendung ging unterwegs verloren.«
Mu|steijstück —> Mus|ter|stück: das;
-(e)s; -e als Muster dienende Ware
My|ste|rung —* Mus|te|rung: die; - ;
-en 1 Form der Gestaltung, Art eines
Musters »Die Musterung des Stoffes
ist mir zu bunt.« 2 <Milit.> Prüfung auf
Wehrtauglichkeit
Mu|ste|rungs|be|scheid —» Musjte|-
rungs|be|scheid: der; -(e)s; -e <Milit.>
Aufforderung, sich der Prüfung auf
Wehrtauglichkeit zu unterziehen
Mu|ster|verjtrag —Mysfter|ver[trag:
der; -(e)s; -vertrüge als Vorlage die¬
nender Vertragstext »Du solltest dir
erst einmal Musterverträge ansehen.«
Musitopf: der; - (e)s; -topfe 1 Topf zum
Aufbewahren von Mus »Der Mustopf
ist fast leer.« 2 Jmd. kommt aus dem
Mustopf: [ugs.] 1. jmd. ist über etw.
(wider Erwarten) noch nicht infor¬
miert 2. jmd. stellt einen Zusammen¬
hang gedanklich nur sehr langsam
her 3. jmd. ist noch schlaftrunken u.
reagiert nur sehr langsam
Mut der; -(e)s; -1 ohne Angst; Bereit¬
schaft, auch wenn es gefährlich wer¬
den könnte, etw. zu unternehmen,
Syn.: Furchtlosigkeit; Ant: Angst;
Feigheit 2 guten, frohen, leichten o.
ä. Mutes sein: [geh.] in froher, guter
Stimmung sein »Mit frohem Mut be¬
gann er den Tag.« 3 zumute —* auch
zu Mute: in einer Gemüts-, Gefühls¬
stimmung sein »Nach dieser Nach¬
richt war ihm nicht nach Lachen zu¬
mute.«
mu|ta[bel: <lat.> Adj. n. stg. [geh.] verän¬
derbar »mutable Gegebenheiten«
Mu|ta|bi|ti|tät: die; - ; -en [geh.] Verän-
derbarkeit .
Mu|ta|gen: <gr.-lat.> das; -s; -e (m. PI.)
<Bio.> chemischer od. physikalischer
Verursacher von Mutationen, Erb¬
gutveränderungen »Das Mutagen für
die Erbkrankheit ist noch unbekannt.«
Mujtant: <lat.> der; -en; -en weibl. Mu|-
tanjtin: die; - ; -nen <Bio.> Person, Le¬
bewesen, dessen Gene sich (gegen¬
über seinen Eltern, seiner Spezies)
sprunghaft verändert haben, verän¬
dert wurden »Mutanten sind ein be¬
liebtes Motiv der Science-Fiction-Lile-
ratur.«
Mu|tan|te: <Iat.> die; - ; -n <Bio.> durch
Mutation entstandene, von der Ur¬
form abweichende Form »Die Mu¬
tanten der Pflanzen sind ohne besonde¬
re Züchtung entstanden.«
Mu|ta|ti|gn: dato /mutazion/ die; - ; -en
1 Veränderung im Erbgefüge 2 Ände¬
rung; Wandlung
München: das; -s; - in der Wendung sein
Mütchen kühlen: seine Wut an etw.
auslassen »Er muß etw. finden, woran
er sein Mütchen kühlen kann.«
mu]ten: mutest; mutetest; hast gemutet 1
<Handwerk> [veralt.] um Erlaubnis
bitten, das Meisterstück anzufertigen
2 <Bergbau> um Genehmigung zum
Abbau nachsuchen »Die Bergbauge¬
sellschaft muß muten.«
mut|ertfüUt: Adj. n. stg. [geh.] mutig
mu|tte|ren: dato mutiert; mutierte; hat
mutiert 1 <Med.> im Stimmbruch sein
»Der junge Sänger mutiert.« 2 <Bio.>
sich erblich verändern »Die Gene mu¬
tieren.«
mujtig: Adj. die Furcht vor etw. über¬
windend »Das war eine sehr mutige
Tat.« Ant.: ängstlich; furchtsam;
mutlos; [abwert.] feige
mut|los: Adj. n. stg. ohne Zuversicht
»Mach nicht so ein mutloses Gesicht.«
Mut|lo|sig|keit: die; - ; - Zustand ohne
Mut, Optimismus »Die Mutlosigkeit
übermannte ihn.«
mut|ma|ßen: mutmaßt; mutmaßtest;
hast gemutmaßt (mit Wahrscheinlich¬
keit) annehmen; über einen Sachver¬
halt spekulieren »Sie mutmaßen über
den Täter.«
784
Myokardle
mut)maB|lich: Adj. n. stg. sehr wahr¬
scheinlich »Er ist der mutmaßliche
Mörder.«
Mut|ma|Bung: die; - ; -en (von Indizien
getragene) Annahme Ȇber den neuen
Chef stellen wir Mutmaßungen an.«
Mutjprojbe: die; ~ ; -n Tat, gefährliche
Handlung, die jmds. Mut beweisen,
herausstellen soll »Er mußte diese ge¬
fährliche Mutprobe bestehen, um in die
Gruppe aufgenommen zu werden.«
Muttfchen: das; -s; - [ugs.] Koseform
Tür Mutter, alte Frau
Mut)ter: die; - ; Mütter 1 a) weiblicher
Elternteil eines Kindes b) Frau, die
ein od. mehrere Kind(er) geboren hat
c) weibliche Person, die ein Kind wie
die leibliche Mutter versorgt u. er¬
zieht »Es wäre schön, wenn das Kind
wieder eine Mutter hätte.« 2 die Mut¬
ter der Kompanie: [soldatensprl.;
scherzh ] der Hauptfeldwebel »Die
Mutter der Kompanie hat uns oft ganz
schön angebrüllt.« 3 wie bei Muttern:
[ugs.] ganz wie daheim, zu Hause »Ih¬
re Bratkartoffeln schmecken wie bei
Muttem.« 4 eine Mutter ist soviel
wert wie hundert Schulmeister: von
einer Mutter lernt das Kind am mei¬
sten
Mut|ter. die; ~ ; -n Hohlkörper, der das
Gewinde einer Schraube umschließt
Mut|teiiband: das; -(e)s; -bänder <Med.>
1 Aufhängung der Gebärmutter 2
Falte des Bauchfells
Mut|ter]bild: das; -(e)s; -er Psycholo¬
gie) Bild, Vorstellung, das/die man
sich innerlich von der Mutter ge¬
macht hat »Ihr Mutterbild prägte ihr
Leben.«
Mut|ter|bin|dung: die; - / -en Psycholo¬
gie) innere, emotionale Bindung eines
Kindes an seine Mutter
Mut|ter|bo|den: der; -s; - oberste, nähr¬
stoffreiche Schicht des Bodens
Mut|ter|er|de: die; - ; - oberste, nähr¬
stoffreiche Erdschicht
Mut|ter|freu|den: die (PI.) in der Wen¬
dung Mutterfreuden entgegensehen:
schwanger sein; ein Kind erwarten
Mut|terige|sell|schaft: die; -; -en <Wirt.>
Kapitalgesellschaft, die an anderen
Gesellschaften die Mehrheit besitzt
»Die Muttergesellschaft verkauft meh¬
rere Tochterfirmen.«
Mut|ter|gejstein: das; -(e)s; -e
<Geologie> 1 stabile Gesteinsschicht
(unmittelbar unter dem Erdboden)
Das Fundament liegt auf dem
Muttergestein.« 2 Ursprungsgestein
von Erdöl u. Erdgas »Beiden Bohrun¬
gen stieß man auf Muttergestein.«
Mjit|ter|glück: das; -(e)s; - [geh.] a)
Glücksgefühl, ein Kind zu haben »Sie
will auf ihr Mutterglück nicht ver¬
zichten.« b) Mutterschaft
Mut|ter|got|tes/Mut|ter Gotjtes: die; - ;
- (Religion) (StaTue der) Maria, Mut¬
ter von Jesus
Mutjterjhaus: das; -es; -häuser 1 (Kir¬
che) Stammhaus eines Klosters »Das
Mutterhaus entsendet seine Nonnen.«
2 (Kirche) Ausbildungsstätte für Dia¬
konissen (u. Krankenschwestern)
Sie ist Lehrerin im Mutterhaus.« 3
(Wirt.) Sitz der Muttergesellschaft ei¬
ner Firma »Die Mitarbeiter werden im
Mutterhaus geschult.«
Mut|teiiherz: das; -ens; -en [geh.] Mut¬
ter mit großer Zuneigung zu ihrem
Kind »Ihr Mutterherz ist stolz auf ihre
Kinder.«
Mut|ter]kirjche: die; - / -n Hauptkirche,
von der neue Kirchengründungen
ausgehen
Mut|ter|land: das; -(e)s; -länder 1 Staat,
der Kolonien besiedelt hat »Die Sied¬
ler kehrten in ihr Mutterland zurück.«
2 Land, das für den Export einer Sa¬
che bekannt ist »Die USA sind das
Mutterland des Rock’n Roll.«
Mut|ter(leib: der;-(e)s; - Körper, Bauch
der Mutter als Ort der Schwanger¬
schaft
müt]tei1lich: Adj. die Mutter betreffend;
Thr zuzuordnen, von ihr ausgehend
»mütterliche Gefühle«
müt|ter|li|cher|seits: Adv. von der fami¬
liären Seite der Mutter »Das ist ihre
Großmutter mütterlicherseits.«
Müt)ter[lich|keit: die; - ; - mütterliches,
umsorgendes Wesen »Ihre Mütter¬
lichkeit erstreckt sich auch auf andere
Kinder.«
Mut|ter|lie|be: die; ~ ; - Liebe, tiefe Zu¬
neigung der Mutter zu ihrem Kind
»Sie übertreibt in ihrer Mutterliebe.«
Mutjterjmal: das;-(e)s; -e (relativ gro߬
flächige) angeborene farbliche Verän¬
derung, Verdunkelung der Haut »Sie
hat ein Muttermal auf dem linken
Oberschenkel.«
Mut|terjmilch: die; ~ ; - (Bio.) Milch der
weiblichen Milchdrüsen (des Men¬
schen, der Säugetiere) während der
Stillzeit »Muttermilch ist optimal für
die Bedürfnisse des Säuglings.«
Mut|teiimund: der;-(e)s; - (Bio.; Med.)
Mündung der Gebärmutter u. der
Scheide in den Kanal des Gebärmut¬
terhalses
Mut|tern{schlüs|sel: der; -s; - (Technik)
Schraubenschlüssel für Muttern
Mutftertparltei: die; - ; -en (Pol.) Partei
als übergeordnete Organisation
Mut|ter|paB/Müt|ter|paB —> Mut[ter|-
pass/Müt|terfpass: der; -passes;
-passe (Med.) Ausweis für werdende
Mütter, der die persönlichen medizi¬
nischen Daten enthält »Der Arzt stellt
ihr einen Mutterpaß aus.«
Mut|terfrecht: das; -(e)s; -e (Rechtsw.)
1 der Abstammung in der mütterli¬
chen Linie folgend, Bedeutung bei¬
messend »Das Mutterrecht soll die
Stellung der Frau in der Familie
festigen.« 2 Familienform, bei der die
mütterlichen Verwandten bevorrech¬
tigt sind, Syn.: Matriarchat
Mut|terjschaft: die; > ; - das Muttersein
»Sie ist glücklich über ihre Mutter¬
schaft.«
Mut[ter|schafts|hfl|fe: die; ~ ; -n
(Rechtsw.) staatliche Leistungen, die
der Frau vor u. nach der Geburt zu¬
stehen »Sie nimmt Mutterschaflshilfe
in Anspruch.«
Mutterlschafts|ur|laub: der; -(e)s; -e
(Rechtsw.) gesetzlich geregelter Zeit¬
raum vor u. nach der Geburt, in dem
die Mutter von der Arbeitsleistung
freigestellt wird, ohne Ansprüche an
ihren Arbeitgeber zu verlieren »Sie
hat ihren Mutterschaftsurlaub ange¬
treten.«
Mut|ter|schutz: der; -es; • (Rechtsw.) be¬
sonderer Schutz der erwerbstätigen
Mutter vor u. nach der Geburt »Dank
des Mutterschutzes kam sie zu ihrem
Arbeitsplatz zurückkehren.«
Mut|teijschutz|ge|setz: das; -es; -e
(Rechtsw.) Gesetz für den Schutz der
werdenden Mutter
mut|teiiseellen|al|lein: Adj. n. stg. [ugs.]
völlig allein »Er geht mutterseelenal¬
lein spazieren.«
Mutfter|söhn(chen: das; -s; • [ugs.; ab-
wert.j Sohn, Junge, der sich (selbst als
Erwachsener) immer auf die Mutter,
ihren Schutz verläßt
Mut|ter|spra|che: die; ~; -n die Sprache,
die ein Kind als erste Sprache erlernt
Mut|ter|tag: der; -(e)s; -e Tag, der zur
Honorierung der Mutter(rolle) ge¬
schaffen wurde; zweiter Sonntag im
Mai, an dem Söhne u. Töchter ihren
Müttern kleine Geschenke machen,
die Arbeit abnehmen
Mutjter|tier das; -(e)s; -e 1 weibliches
Tier, das Junge hat »Das Kälbchen
sucht sein Muttertier.« 2 weibliches
Zuchttier
Muftua|lis[mus —» Muftu|aflis|mus:
<lat.-fr.> der; ~ ; - [geh.] 1 (Bio.) Wech¬
selbeziehung zwischen zwei Lebewe¬
sen verschiedener Art »Insekten u.
blühende Pflanzen leben in Mutualis¬
mus miteinander.« 2 [geh.] gegenseiti¬
ges Anerkennen »Sie leben in einem
friedlichen Mutualismus miteinander.«
mu|tu|en: <lat.-fr.> Adj. n. stg. gegensei¬
tig »Das ist mutuelle Bestäubung.«
mut[wil|lig: Adj. (negativ empfunden)
mit Absicht; aus Bosheit od. Leicht¬
fertigkeit geschehend »mutwillige
Zerstörung«
Mgtz|chen: das; -s; - kleine Mütze,
Kopfbedeckung (für ein Kind)
Müt|ze: die; ~ ; -n (die Ohren bedecken¬
de) Kopfbedeckung aus weichem
Material
Müt|zen|schirm: der; -(e)s; -e vorsprin¬
gende Teilkrempe vorne an der Müt¬
ze »Zum Schutz gegen den Wind hat er
den Mützenschirm tief ins Gesicht ge¬
zogen.«
m. V.: Abk. 1 mit Verpflegung 2 mit Ver¬
spätung 3 mit Vertrag 4 mit Vertre¬
tung 5 mit Verzögerung 6 mündliche
Vereinbarung(en)
m. W.: Abk. 1 meines Wissens 2 mit
Worten
My: <gr.; /mü/ das; -(s); -s zwölfter
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets
My|a(|gie: (gr.-lat.> /müalgi/ die; ~ ; -n
Imüalg&nj (Med.) Muskelschmerz
My|ke|nä/My|ke|ne: <gr.> /mükenä u.
mükene/ bedeutende griechische Rui¬
nenstätte
My|ko|lo|gig: <gr.-lat.> /mükologi/ die;
- ; - (Bio.; Med.) wissenschaftliche
Lehre von den Pilzen »Die Mykologie
kommt Pilzerkrankungen auf die
Spur.«
My|ko|se: <gr.-lat.> /mükos«/ die; - ; -n
(Med.) Pilzkrankheit
Myo|kard —» My|o|kard: <gr.-lat.>
/müokart/ das; -(ejs; -e (Med.) Herz¬
muskel »Der Arzt röntgt das Myo¬
kard.«
Myo|karjdie —*■ My|o|kar[die: <gr.-lat.>
/müokardi/ die; ~ ; -n /müokardi'n/
785
Myologie
<Med.> Erkrankung des Herzmuskels
»Die Aufnahme bestätigt den Verdacht
auf Myokardie.«
Myo|lo|g]e —» Myjo|lo|gie: <gr.> /müo-
logi/ die; - ; - <Med.)"Wissenschaft,
die sich mit den Muskeln beschäftigt
»Er ist Facharzt für Myologie.«
My|om: <gr.> /rnüom/ das; -s; -e gutarti¬
ges Muskelgeschwulst
My|ope —» My|o|pe: <gr.> /müope/ der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Myoper; eine Myope; zwei Myo¬
pe) kurzsichtige Person »Myopen tra¬
gen meist ständig Sehhilfen.«
Myjopie —» My|o|pie: <gr.-Iat.> /müopi/
die; -;-Kurzsichtigkeit
Myo|to|mje —» My|o|to|mie: <gr.-lat.>
/müotomi/ die; - ; -n /müotonufn/
<Med.> (chirurgische) Muskeldurch-
trennung
Myo|to|nje My|o|to|nie: <gr.-Iat.>
/müotoni/ die; ~ ; -n ~[müoloni*nl
<Med.> Muskelkrampf »Langsam löst
sich seine Myotonie u. der Körper ent¬
spannt sich.«
My|ria|de —> Myjri|a)de: <gr.-lat.-engl.i
/müriade/ die; -; -n (m. PI.) sehr gro¬
ße, unüberschaubare Anzahl »Myria¬
den von Tautropfen bedeckten die
Wiese.«
Myrrhe —» auch Myrjre: <semit.-gr.-
lat.> /murre/ die; - ; -n tropisches
Harz, das für Medikamente u. als
Räuchermittel verwendet wird
Myijte: <semit.-gr.-lat.> /mürte/ die; - ;
-n (südamerikanischer) Strauch, des¬
sen Zweige zum Brautkranz gebun¬
den werden
My|ste|ri|en|spiel —» My|s|te|ri|en|-
spiet /müßterien-/ das; -(e)s; -e mit¬
telalterliches Schauspiel, das auf bi¬
blischen Stoffen beruht »Sie spielt
dieses Jahr im Mysterienspiel die Ma¬
ria.«
my|ste|ri|ös _> my|s|tejri|ps: /müßter-
iös u. mißteriös/ Adj. n. stg. nicht
N/n: /enn/ das; - u. [ugs.] -s; - u.
[ugs.J -s Schriftzeichen, vierzehnter
Buchstabe des deutschen Alphabets
N: Abk. 1 nachmittags 2 <Postw.> Nach¬
nahme 3 <Eisenb.> Nahverkehrszug 4
Neudruck (von Büchern usw.) 5 New¬
ton = nach dem englischen Physiker,
Mathematiker u. Astronom benannte
seit 1978 offiziell gültige Maßeinheit
der Kraft 6 Meteorologie) Nieder¬
schlag 7 <Sprathwiss.> Nomen =
Hauptwort 8 Norm = verbindliche
Regel, Maßstab 9 Normalbenzin 10
Nostrokonto = Konto, über das die
auf eigene Rechnung gehenden Ge-
durchschaubar, erklärbar; unge¬
wöhnlich u. merkwürdig »mysteriöse
Vorkommnisse«
My|ste]ri|um —> My|s(te|ri|um: <gr.-lat.>
/müßterium u. mißterium/ das; -s;
Mysterien jmüsterivnj a) religiöses
Geheimnis b) Geheimkult der Antike
my|sti|fi|zie|ren —> my|s|ti|fi|zie|ren:
/müßtifiziren/ mystifizierst; mystifi¬
ziertest; hast mystifiziert [geh.] etw.
verschleiern »Er mystifiziert seine
Vergangenheit.«
My|stik —> My|s|tik: (gr.-lat.> /müßtik/
die; - ; - <Phflosophie; Religion) Auf¬
fassung, Ausübung der Religion, in
der die persönliche Verschmelzung,
Erfahrung mit (dem) Gott gesucht
wird »Die Mystik hatte im Mittelalter
große Bedeutung.«
my|stisch —» mylsjtisch: <gr.-Iat.>
/müßtisch/ Adj. 1 Philosophie; Reli¬
gion) die Mystik betreffend, ihr zuzu¬
ordnen 2 a) geheimnisvoll »Er verhüllt
seine Herkunft mystisch.« b) [ugs.] un¬
durchsichtig »Sie ist in eine mystische
Angelegenheit verstrickt.«
My|the: (gr.-lat.) /müte/ die; - ; -n My¬
thos: (gr.-lat.> /mütoß/ der; ~ ;
Mythen 1 idealisierte Person, Bege¬
benheit »Dieses Treffen ist zum My¬
thos geworden.« 2 Überlieferung, Sa¬
ge aus der Geschichte, die die Ent¬
wicklung der Welt, Gesellschaft, eines
Volkes behandelt »Die griechischen
Mythen werden noch heute gelesen.«
My]then|bil|dung: /müten-/ die; - ; -en
Gestaltung, Entstehung von Mythen
»Durch ihre geheimnisvolle Art wirkt
sie an der Mythenbildung mit.«
Myjthen|for|schung: /müten-/ die; - ;
-en <Literaturwiss.> Erforschung der
Mythen, urzeitlicher Erzählungen
my]then|haft: /müten-/ Adj. n. stg. my¬
thisch; in der Art von Mythen; einem
Mythos zuzuordnen »Er mag mythen¬
hafte Erzählungen.«
schäfte eines Kreditinstituts abgewik-
kelt werden 11 Nitrogenium = Stick¬
stoff, chemisches Element
n: Abk. 1 negativ a) eine Form der elek¬
trischen Ladung b) <Med.> kein
krankhafter Befund 2 <Math.> kleiner
als Null 3 <Chemie> neutral = weder
basisch noch sauer reagierend 4 neu¬
tralisiert = einer Wirkung enthoben
N.: Abk. 1 Name 2 <Sprachwiss.> Nomi¬
nativ = Wer/Was-Fall, erster Fall 3
November
n.: Abk. 1 nachmittags 2 a) namens b)
namentlich 3 neben 4 nebenan 5
<Sprachwiss.> neutral = wertfreies,
myjthisch: /mütisch/ Adj. n. stg. 1 einen
Mythos betreffend, ihm zuzuordnen
»Sie ist wie eine Gestalt aus mythi¬
scher Vorzeit.« 2 legendär »Sie hat
mythischen Ruhm erlangt.«
my|thi|sie]ren: /mütisiren/ mythisierst;
mythisiertest; hast mythisiert [geh.] in
der Art eines Mythos darstellen
My|tho|lo|gie: /mütologi/ die; - ;
Mythologien /mütologPn/ 1 alle über¬
lieferten Sagen eines Volkes 2 Lehre
von den, der Mythen
my|tho|lo|gisch: /mütolpgisch/ Adj. n.
stg. die Mythologie betreffend, ihr zu¬
zuordnen »Sie liebt mythologische
Dichtungen.«
my[tho|lo|gi|sie|ren: /mütologisiren/
mythologisierst; mythologisiertest;
hast mythologisiert in der Art eines
Mythos darstellen »Er mythologisiert
inseinen Werken.«
My[thos/Myjthus: /mütoß u. mütuß/
der; - ; Mythen 1 Überlieferung von
alten Vorstellungen über die Entste¬
hung der Welt, Götterwelten, Dämo¬
nen usw. »Sie glaubt an den Mythos
des Teufels.« 2 Person od. Begeben¬
heit, die zu einer Legende geworden
ist »Dieser Schauspieler war schon zu
Lebzeiten ein Mythos.«
My|zet: <gr.-lat.i /müzet/ der; -en; -en
<Bio.> Pilz
My|ze|tis[mus: /müzetißmuß/ der; - ;
-men <Med.> Pilzvergiftung
MZ: Abk. 1 Markenzeichen 2 Maßzahl
3 Mauerziegel = Baustoff 4 Methan¬
zahl = Maß für Klopffestigkeit gas¬
förmiger Treibstoffe
m. Z.: Abk. 1 <Bankw.> mangels Zahlung
2 mit Zubehör 3 mit Zusatz, Zusätzen
Mz.: Abk. <auch Grammatik) Mehrzahl
Mzg.: Abk. Münzgeld
objektives, sächliches Geschlecht 6
nördlich 7 nuklear = den Atomkern,
Atomkraft, Atomwaffen betreffend
NA: Abk. 1 Nachrichtenabteilung 2 Na¬
mensaktie: Wertpapier, mit dem an
der Börse gehandelt wird u. das auf
den Namen einer Person od. einer
Gesellschaft ausgeschrieben ist 3 Ne¬
benanschluß 4 a) Neuauflage (von
Büchern) b) Neuausgabe (von Bü¬
chern usw.) 5 Normenausschuß 6
Notausgang
Na: Abk. Natrium = Leichtmetall; che¬
misches Element
Nkt Abk. Namensänderung
786
nachchristlich
N3: Abk. Nord 3 = drittes Fernsehpro¬
gramm, ausgestrahlt vom Norddeut¬
schen Rundfunk
na.: Abk. nebenamtlich
N. A.: Abk. <engh North America =
Nordamerika
n. A.: 1 nach Abzug 2 nach Antrag 3
nach Auftrag 4 besonders von
Büchern» neue Auflage
n. a.: 1 nicht abnehmbar 2 nicht aktiv 3
nicht annehmbar
n. a. a.: Abk. nicht anderweitig angege¬
ben, angeführt
Na|be: die; - ; -n Mittelstück eines Ra¬
des o. ä., in dem die Speichen zusam¬
menlaufen u. das die Achse eines Ra¬
des bildet
Na|bel: der; -s; - u. Nabel 1 rundliche
Vertiefung mit Rest des Nabelschnur¬
ansatzes in der Bauchmitte bei Men¬
schen u. Säugetieren 2 der Nabel der
Welt: der absolute Mittelpunkt; das
Allerwichtigste
Na|bel|schnur die; - ; -schnüre zur Er¬
nährung des Kindes dienender Gewe¬
bestrang, mit dem bei Säugetieren u.
Menschen Mutter u. Ungeborenes
miteinander verbunden sind
n. Abg.: Abk. nach Abgabe
n. Abz.: Abk. nach Abzug
n. abz.: Abk. nicht abzugsfähig
nach: I Präp. mit Dat. 1 a) räumlich ziel¬
orientiert »Ich fliege nach Spanien.«
b) richtungsorientiert; eine bestimmte
Ausdehnung kennzeichnend »Die Vö¬
gel ziehen im Herbst von Norden nach
Süden.« 2 zeitlich sich einem be¬
stimmten Zeitpunkt direkt anschlie¬
ßend »Ich komme nach dem Mittag¬
essen.« 3 eine Reihenfolge, Rangfolge
ausdrückend »Er ging nach ihr aus
dem Zimmer.« 4 a) einer Meinung fol¬
gend »Nach der Auskunft des Schal¬
terbeamten brauchen wir eine andere
Fahrkarte.« b) Ausdruck, wonach
sich etw. richtet; Vorbild »Sie kleidet
sich nach der neuen Mode.« 5 sich an
etw. orientieren, an etw. halten
»Richte dich nach meinen Anor¬
dnungen!« II Adv. hinter jmdm., etw.
her sein, herlaufen o. ä. »Geht dieser
Spur nach.« II11 nach Hause —» auch
[österr.; Schweiz.] nachhause: heim¬
wärts 2 nach wie vor: immer noch 3
nach u. nach: langsam, aber stetig
nach-/Nach-: Wortbildungselement;
meist betont u. trennbar bei Verbin¬
dung mit einem Verb 1 a) räumlich in
der selben Richtung folgend »Er ging
seinen Eltern nach.« b) zeitlich einem
bestimmten Zeitpunkt folgend; später
»Sie kam zwei Stunden später nach.« 2
a) etw. kopieren; zum wiederholten
Male etw. machen b) <oft negativ»
etw. tun, was ein anderer schon getan
hat »Er plapperte ihr alles nach« 3
ausklingendes Fortdauern einer
Handlung (in Verbindung mit Sub¬
stantiven, Verben u. ä.) »Er spürte die
Nachwirkungen des Alkohols deut¬
lich.« 4 a) Verbesserung, Ergänzung
durch nochmaliges Handeln (in Ver¬
bindung mit Substantiven, Verben u.
ä.) »Durch das Nachwürzen wurde das
Essen erst richtig gut.« b) vorangegan¬
gene Handlung überprüfen (in Ver¬
bindung mit Substantiven, Verben u.
ä.) »Die Nachprüfung ergab das glei¬
che Ergebnis.« 5 eine Empfindung
mitfühlen »Er konnte ihre Trauer
nachempfinden.« 6 eine Handlung
länger als geplant ausüben »Die ver¬
paßten Unterrichtstunden mußte er
nacharbeiten.« 7 etw. (eine Kenntnis
o. ä.) intensivieren; sich sehr einge¬
hend mit etw. beschäftigen (in Ver¬
bindung mit Substantiven, Verben u.
'ä.) »Sie dachte noch lange über das Ge¬
sagte nach.«
nach|äf|fen: äffst nach; äfftest nach;
hast nachgeäfft [abwert.] Eigenarten,
typische Verhaltensweisen o. ä. von
jmdm. auf lächerliche, überzogene
Art u. Weise nachmachen
Nach|äf|fe|rei: die; - ; -en [abwert.]
Nachahmen eines Menschen in lä¬
cherlich machenden Worten od. Ge¬
sten
nach|ah|men: ahmst nach; ahmtest
nach; hast nachgeahmt 1 Verhaltens¬
weisen od. Eigenschaften möglichst
exakt imitieren od. nachmachen; ein
Bild, einen Gegenstand o. ä. kopieren
od. nachbilden »In den ersten Jahren
lernen Kinder sprechen, indem sie ihre
Eltern nachahmen.« 2 sich jmdn. od.
etw. als positives Beispiel od. Leitbild
wählen »Der junge Künstler versuchte,
den großen Charlie Chaplin nachzuah¬
men.«
nach(ah|mens|wert: Adj. nachahmens¬
werter; nachahmenswerteste jmd. od.
etw. ist es wert, imitiert od. nachge¬
machtzu werden
Nach|ah|mung: die; - ; -en Imitation,
Kopie od. das Nachmachen eines Ge¬
genstandes, einer Verhaltensweise od.
einer Person
Nach|ah|mungs|Uieb: der; -(e)s; -e
Psychologie» starkes Bedürfnis, das
eine Person dazu veranlaßt, etw. od.
jmdn. zu imitieren, zu kopieren od.
nachzumachen
nach|ai1bei|ten: arbeitest nach; arbeite¬
test nach; hast nachgearbeitet 1 liegen¬
gebliebene Arbeit zu einem anderen
Zeitpunkt verrichten 2 etw. nach ei¬
ner Vorgabe, einem Gegenstand her¬
steilen 3 bereits fertiggestellte Arbeit
überarbeiten, um diese zu perfektio¬
nieren
Nachb.: Abk. 1 Nachbar 2 Nachbildung
Nachfbar: der; -n; -n; weibl. Nach|ba|-
rin: die; - ; -nen Person, die nebenan,
im selben Haus od. in einem Haus in
unmittelbarer Nähe lebt
nach|bar|lich: Adj. n. stg. 1 Besitz, Ei¬
gentum o. ä. anzeigend, der zu dem
Nachbarn gehört »Der Rasen auf dem
nachbarlichen Grundstück wurde nur
selten gemäht.« 2 Verhältnisse, Bezie¬
hungen o. ä. beschreibend, darstel¬
lend od. bezeichnend, die zwischen
Nachbarn bestehen »In dem Vorort
der Großstadt gibt es noch ein gutes
nachbarliches Verhältnis.«
Nach|bar|schaft: die; - ; - 1 alle Perso¬
nen, die in der unmittelbaren Nähe
od. Umgebung wohnen 2 Beziehun¬
gen der Nachbarn untereinander
»Eine gute Nachbarschaft hat viele
Vorteile.«
nach|be|han|deln: behandelst nach; be¬
handeltest nach; hast nachbehandelt 1
<Med.» nach einer bereits erfolgten
Behandlung weiter behandeln 2 ein
Werkstück od. einen Gegenstand
nach vorheriger Bearbeitung noch
einmal verbessern, ausbessem o. ä.
Nach|be|hand|lung: die; • ; -en 1 <Med.»
nachträgliche Betreuung eines
Patienten nach einem medizinischen
Eingriff 2 weitere Bearbeitung eines
Gegenstandes, eines Werkstückes o.
ä.
nach|be|kom|men: bekommst nach; be¬
kam! ej st nach; hast nachbekommen
a) etw. ein weiteres Mal erhalten; ei¬
nen Nachschlag bekommen »Er be¬
kam noch etw. Essen nach.« bj etw.
nachkaufen können »Die TaSse des
teueren Geschirrs konnte er nachbe¬
kommen.«
nach|be|rech|nen: berechnest nach; be¬
rechnetest nach; hast nachberechnet
zu einem späteren Zeitpunkt noch¬
mals eine Summe einfordern
nach|be|rei|ten: bereitest nach; bereite¬
test nach; hast nachbereitet bereits ge¬
machte Arbeit ein weiteres Mal über¬
prüfen, überarbeiten; neue Inhalte u.
Informationen verarbeiten »Der Leh¬
rer muß seinen Unterricht nachberei¬
ten.«
nach|bes|sern: besserst nach; bessertest
nach; hast nachgebessert a) zu einem
späteren Zeitpunkt etw. optimieren,
etw. genauer od. richtiger machen b)
Unregelmäßiges, Unschönes an ei¬
nem Werkstück, einem Gegenstand
ausgleichen
Nach|be|stel|lung: die; ~ / -en a) zusätz¬
licher Auftrag; Anforderung b) ein
weiteres Mal etw. verlangen
nach|be|ten: betest nach; betetest nach;
hast nachgebetet 1 einen religiösen,
bereits vorgetragenen Text wiederho¬
len 2 [ugs.; abwert.] (gedankenlos)
etw. nachsprechen; Meinungen, Äu¬
ßerungen, Gesagtes u. Gehörtes von
anderen übernehmen u. unverändert
wiedergeben
nach|be|zeich|net: Adj. n. stg. [kauf-
mannssprl.] im Begleittext genauer er¬
klärt u. markiert
Nach|bild: das; -(ejs; -er Physiologie»
optischer Sinneseindruck, der bei vi¬
sueller Wahrnehmung nach Ver¬
schwinden des Objekts od. dem
Schließen der Augen entsteht
nach|bil|den: bildest nach; bildetest
nach; hast nachgebildet etw. Vergan¬
genes, nicht mehr Vorhandenes nach¬
modellieren, wiederherstellen, neu
entstehen lassen
nach|blu|ten: blutet nach; blutete nach;
hat nachgeblutet <Med.» nach einer
Operation od. Geburt bluten
Nachjblujtung: die; -; -en <Med.» Blu¬
tung nach eine Operation od. Geburt
nach|boh|ren: bohrst nach; bohrtest
nach; hast nachgebohrt 1 mit einem
Werkzeug ein bereits vorhandenes
Loch vergrößern od. vertiefen 2
«ibertr.» nochmals intensiv fragen;
sich hartnäckig nach einer Informa¬
tion erkundigen
Nach|bör|se: die; - ; -n <Börsenwirt.»
Geldgeschäft, das' nach dem Ge¬
schäftsschluß des Aktienmarktes ge¬
tätigt wird
nach|christ|lich: Adj. n stg. Bezeich¬
nung unserer Zeit, in der das Chri-
787
Nachdatierung
stentum seine Prägekraft weitgehend
eingebüQt hat
Nachijda|tie|rung: die; - ; -en die spätere
Markierung od. Beschriftung eines
Briefes, eines Dokumentes o. ä. mit
einem früheren Datum
nach|dem: Konj. a) zeitlich nach etw.,
einem Zeitpunkt, Geschehen folgend
»Nachdem er das Examen bestanden
hatte, fuhr er nach Spanien.« b) be¬
gründend u. zeitlich gibt den Grund,
eine Begründung, eine Erklärung für
etw. an »Nachdem es keinen echten
Beweis mehr gab, wurde das Verfahren
eingestellt.«
nach|den|ken: denkst nach; dachtest
nach; hast nachgedacht 1 sich mit sei¬
nem Verstand mit etw. od. jmdm.
auseinandersetzen od. befassen; etw.
überlegen 2 [selten] eine Erklärung,
Erläuterung od. Darstellung Stück
für Stück nachvollziehen, noch ein¬
mal durchgehen
nach|denk|lich: Adj. gedankenvoll;
nachsinnend »Nachdenklich schaute
er sie an.«
nach|die|seln: dieselt nach; dieselte
nach; hat nachgedieselt <Motor> nach¬
laufen, obwohl bereits abgestellt wur¬
de
Nachdr.: Abk. Nachdruck (von Büchern
usw.)
nachdr.: Abk. nachdrücklich
Nachdruck: der; -(e)s; -e 1 erneutes
Vervielfältigen od. Nachmachen ei¬
ner Bild- od. Textvorlage 2 mit
Nachdruck: besonders eindringlich
nach|drfick|lich: Adj. sehr energisch auf
etw. hinweisend; etw. stark betonend,
verstärkend
nach|ei|fern: eiferst nach; eifertest nach;
hast nachgeeifert mit großem Ehrgeiz
jmdn. od. etw. als Beispiel nehmen
und nachahnten
nach|ei|len: eilst nach; eiltest nach; bist
nachgeeilt jmdm. od. etw. zügig
nachlaufen »Er eilte dem schon losfah¬
renden Zug nach.«
nach|ein|an|der —» nach|ei|n|an|der. 1
a) Adv. einer bestimmten Abfolge ent¬
sprechend »Er ging nacheinander die
Bilder der Galerie ab.« b) räumlich
dicht aufeinander folgend »Die Kin¬
der traten nacheinander ein.« c) zeit¬
lich dicht aufeinander folgend »Kurz
nacheinander passierten drei Unfälle
auf der Autobahn.« 2 gegenseitig »Sie
wollten nacheinander Ausschau hal¬
ten.«
nach|emp|fin|den: empfindest nach;
empfand(e)st nach; hast nachempfun¬
den 1 Gefühle, Sinneswahmehmun-
gen od. Eindrücke eines anderen
nachvollziehen, übernehmen »Ich
kann deine Trauer nachempfinden.« 2
[geh.] etw. ähnlich einem (bekannten)
Kunstwerk od. Künstler entwerfen
»Dieses Gedicht ist Heinrich Heine
nachempfunden.«
Nach|emp|fin|dung: die; ~ / -en 1 das
Nach vollziehen von Gefühlen, Sin-
neswahmehmungen od. Eindrücke
eines anderen 2 [geh.] Entwurf, der ei¬
nem anderen Kunstwerk od. der Ar¬
beit eines Künstlers gleicht
nach|er|le|ben: erlebst nach; erlebtest
nach; hast nacherlebt 1 ein zu früheren
Zeiten stattgefundenes Ereignis annä¬
hernd gleich mitbekommen, empfin¬
den, erkennen 2 in Gedanken etw.
Geschehenes, Empfundenes od. Be¬
obachtetes nachvollziehen; gedank¬
lich etw. für sich wiederholen
nach|er|zäh|len: erzählst nach; erzähl¬
test nach; hast nacherzählt ein Ereig¬
nis, Geschehen o. ä. in selbstgewähl¬
ten Sätzen noch einmal berichten,
darstellen
Nach|er|zäh|lung: die; - ; -en Wiederga¬
be des Inhaltes einer Geschichte, eines
Geschehens, eines Buches o. ä. in
selbstgewählten Sätzen
Nachf.: Abk. 1 Nachfahre 2 Nachfol¬
gerin)
Nach|fahr/Nach|fah|re: der; -en; -en
weibl. Nach|fah|rin: die; - ; -nen Mit¬
glied nachfolgender Generationen,
Ant.: Vorfahr
nach|fah|ren: fährst nach; fuhr(e)st
nach; bist nachgefahren 1 hinter einem
anderen Auto, Fahrrad, Schiff o. a.
Transportmittel herfahren 2 jmdm.
an einen anderen Ort folgen 3 vorge¬
gebene Zeichnungen, Bilder, Motive
o. ä. nachziehen, nachzeichnen, nach¬
machen
nach|fas|sen: faßt nach; faßtest nach;
hast nachgefaßt —>alle Formen mit
ss*— 1 ein weiteres Mal etw. neh¬
men »Er ging noch einmal Essen nach¬
fassen.« 2 ein weiteres Mal (kräftiger)
etw. greifen; kräftiger zupacken
»Beim Tragen der Waschmaschine
mußte er öfter nachfassen.«
nach|fi|nan|zie|ren: finanzierst nach; fi¬
nanziertest nach; hast nachfinanziert
nachträglich fehlende Geldmittel be¬
reitstellen
nach|fol|gen: folgst nach; folgtest nach;
bist nachgefolgt 1 jmdm. od. etw.
nachgehen »Der Hund folgte ihm
überall hin nach.« 2 eine Aufgabe, eine
Funktion o. ä. innerhalb eines Betrie¬
bes, einer Firma, einer Behörde o. ä.
von jmdm. übernehmen »Er folgte
seinem Vorgesetzten als Chef des Be¬
triebes nach.«
nach|fol|gend: Adj. n. stg. a) zu einer
späteren Zeit geschehend; sich unmit¬
telbar anschließend b) sich direkt, un¬
mittelbar anschließend »die nachfol¬
genden Textabschnitte« c) das Nach¬
folgende; nachfolgendes —*
Nachfolgendes: etw., was auf etw.
anderes folgt d) im nachfolgenden
—» im Nachfolgenden: auf etw. ver¬
weisend, was zu einem späteren Zeit¬
punkt geschehen wird
Nach|fol|geijstaat: der; -(e)s; -en Auf¬
teilung od. Auflösung eines Landes u.
Neubildung als mehrere kleinere, un¬
abhängige Länder »Nachfolgerstaa¬
ten der Tschechoslowakei sind Tsche¬
chien u. die Slowakei.«
nach|for|dern: forderst nach; fordertest
nach; hast nachgefordert ein weiteres
Mal von jmdm. etw. verlangen, bean¬
spruchen od. auf etw. beharren
Nach|foijde|ning: die; - / -en im nach¬
hinein gestellte Rechnung
nachfforjschen: forschst nach; forsch¬
test nach; hast nachgeforscht a) ein¬
dringlicher, gezielter nachfragen b)
vielfältigere u. genauere Informatio¬
nen über etw. suchen
Nachfr.: Abk. Nachfrage
Nach|fra|ge: die; - ; -n 1 [veralt.] eine
(zweite) Erkundigung; weitere Fragen
2 Verlangen von, nach bestimmten
Waren »Die Nachfrage bestimmt das
Angebot.« Syn.: Bedarf 3 danke der,
für die Nachfrage: Dank für gezeigtes
Interesse, für floskelhaftes od. höfli¬
ches Fragen nach dem Wohlbefinden
von jmdm.
nach|füh|len: fühlst nach; fühltest nach;
hast nachgefühlt Gefühle, Emotionen,
Regungen o. ä., die eine andere Per¬
son hat, ebenfalls in sich verspüren
nach|fül|len: füllst nach; fülltest nach
etw. in ein (zum Teil) geleertes Gefäß
od. Behälter (wieder) hineingeben
nach|ge|ben: gibst nach; gab(e)st nach;
hast nachgegeben 1 a) zugunsten einer
anderen Person seine eigenen Bedürf¬
nisse, Absichten u. Wünsche zurück¬
stellen b) einer emotionalen Regung
folgen; sich seinen Gefühlen nicht wi¬
dersetzen 2 eine hohe Krafteinwir¬
kung nicht aushalten; elastisch od.
dehnbar sein »Der Deich gab dem
Druck des Wassers nach.« 3 <Wirt.> in
seinem Wert nachlassen »Der Wert
seiner Aktien gab kräftig nach.« 4
jmdm. etw. zusätzlich mitbringen,
überreichen o. ä. »Er ließ sich beim
Essen noch etwas Wein nachgeben.« 5
in etw., jmdm. an nichts nachgeben:
es jmdm. od. etw. gleich tun; nichtzu¬
rückstehen
nach|ge|bo|ren: Adj. n stg. 1 später als
das erste Kind zur Welt gekommen
sein 2 nach dem Tod des Vaters zur
Welt gekommen sein
Nach|ge|bo|re|ne: der u. die; -n; -n (ein
Nachgeborener; eine Nachgeborene;
zwei Nachgeborene) 1 n. PI. nachfol¬
gende Generationen 2 deutlich später
als seine Geschwister geborenes Kind
3 nach dem Tod des Vaters zur Welt
gekommenes Kind
Nach|ge|burt: die; - ; -en <Med.> a) nach
der Geburt eines Kindes von der
Mutter ausgestoßene Gewebeteile der
Gebärmutter b) Vorgang des Aussto¬
ßens von Gewebeanteilen aus der Ge¬
bärmutter, nachdem die Geburt er¬
folgt ist, Syn.: Plazenta
nach|ge|hen: gehst nach; ging(e)st
nach; bist nachgegangen 1 jmdm. od.
etw. hinterhergehen, folgen »Der De¬
tektiv ging der verdächtigen Person
nach.« 2 eine Sache, Angelegenheit o.
ä. genau untersuchen, zu ergründen
suchen »Den Diebstählen müssen wir
nachgehen.«
nach|ge|las|sen: Adj. n. stg. aus einem
privaten, bislang unbekannten Besitz
hinterlassen
nach|ge|ord|net: Adj. n. stg. [amtssprl.]
untergeordnet; unterstellt
Nach|ge|schmack: der; -(e)s; - 1 ge¬
schmackliche Empfindung, die nicht
unmittelbar im Mund, sondern erst
nach dem Hinunterschlucken von
etw. deutlich merkbar wird 2 <übertr.>
(meist negatives) Gefühl, das nach
Abschluß einer Handlung vorhanden
bleibt
nach|ge|wie|se|nerjma]8en: Adv. erwie¬
senermaßen; nachweislich
nach|gie|big: Adj. 1 (häufig) bereit,
trotz ursprünglicher Bedenken o. ä.
die Wünsche von jmdm. zu erfüllen 2
788
nachmachen
<Material> von solch weicher Beschaf¬
fenheit, daß einer Krafteinwirkung
nicht lange standgehalten werden
kann od. daß eine Verformung ein¬
tritt
nach|grü|beln: grübelst nach; grübeltest
nach; hast nachgegrübelt intensiv
überlegen; Gedanken, einer Idee o. ä.
länger nachhängen
nach|gucken (nach|guk|ken —» nach|-
gu|cken): guckst nach; gucktest nach;
hast nachgeguckt [ugs.] 1 jmdm., der
sich entfernt od. etw., was sich vom
Betrachter wegbewegt, hinterher¬
schauen 2 a) nach etw. suchen b) vor¬
sorglich nach etw. schauen »Sie
guckte nach ihrem Kind, ob es noch
schlief.« 3 etw. nachschlagen »Er
guckte im Wörterbuch nach.« 4 nach¬
gucken gehen: (bist) nach etw.
schauen; etw. überprüfen
Nach|hall: der; -(e)s; -e allmählich ab¬
nehmendes Nachklingen eines Tones
od. Geräusches
nach|hal|len: hallt nach; hallte nach; hat
nachgehallt <Klang; Tom allmählich
ausklingen
nach|hal|tig: Adj. lange u. intensiv nach¬
wirkend »Das Theaterstück machte
einen nachhaltigen Eindruck auf ihn.«
nach|hän|gen: hängst nach; hingt e)st
nach; hast nachgehangen 1 nicht hin¬
terherkommen; nicht nachkommen
»Weil er nicht fleißig genug war. hing
er mit dem Lernstoff nach.« 2 einem
Gedankengang, einem Gefühl od. ei¬
ner Idee länger nachfolgen »Er hing
seinen Gedanken nach.«
naeh|hel|fen: hilfst nach; half (e) st nach;
hast nachgeholfen 1 a) jmdn/m. bei ei¬
ner Tätigkeit, einer Arbeit o. ä. unter¬
stützen, beistehen od. zur Hand ge¬
hen b) jmdn. bei einer Arbeit od. Tä¬
tigkeit antreiben, zu größeren Lei¬
stungen auffordem 2 (mit Betrug,
Überredung o. ä.) eine Situation zum
eigenen Vorteil zu beeinflussen su¬
chen
nach|her/nach|heR Adv. 1 a) direkt
nach einem Ereignis, einer Handlung,
einer Tat o. ä. erfolgend »Wir gehen
ins Kino, u. nachher essen wir noch et¬
was.« b) in naher, aber noch nicht
festgelegter Zukunft liegend; gleich
»Ich wollte nachher noch etwas
fernsehen.« c) abschließend; letztend¬
lich; nach einem Ereignis o. ä. »Den
Erfolg deiner Arbeit wirst du erst nach¬
her sehen körmen.« 2 [ugs.] wahr¬
scheinlich noch; vielleicht sogar
»Wenn ich jetzt nicht auf passe, weiß
ich nachher nicht mehr, worum es
geht.«
nach|he|rig: Adj. n. stg. [veralt.] später
passierend
Nach|hil|fe: die; - ; - zusätzliches (priva¬
tes) Lehren u. Lernen zur Verbesse¬
rung od. besonderen Förderung zu
erbringender (schulischer) Leistun¬
gen
nach|hin|ein —> nach|hi|n|ein: Adv. in
der Wendung im nachhinein —> im
Nachhinein: anschließend, nachher
nach|ho|len: holst nach; holtest nach;
hast nachgeholt 1 a) mehr von etw.
holen »Kannst du noch Bier nachho¬
len?« b) jmdn. an den Aufenthaltsort
befördern, zu dem man selbst vor ei¬
niger Zeit bereits gelangt ist »Viele
Gastarbeiter holten ihre Familien
nach.« 2 einen versäumten Lehrstoff
o. ä. nachträglich, später aufarbeiten
Nachk.: Abk. a) Nachkommen b) Nach¬
kommenschaft
nach|kar|ten: kartest nach; kartetest
nach; hast nachgekartet [ugs.] ein The¬
ma wiederholt, nochmals ansprechen,
welches bereits als beendet gilt; inten¬
siv nachfragen
nach|kauffen: kaufst nach; kauftest
nach; hast nachgekauft zu einem spä¬
teren Zeitpunkt etw. wiederbeschaf¬
fen od. vervollständigen
nach|klin|gen: klingt nach; klang nach;
hat nachgeklungen 1 etw. immer leiser
hören können »Die Musik der Orgel
klingt in der Kirche noch lange nach.«
2 etw. nachhaltig, über einen längeren
Zeitpunkt empfinden, fühlen »Die
schönen Worte des Dichters klingen in
ihm nach.«
Nach|kom|me: der; -n; -n (leibliches)
Kind, Enkel
nach|kom|men: kommst nach; kam(e)st
nach; bist nachgekommen 1 etw. einer
Erwartung entsprechend befolgen
»Die Firma will mit ihrem Produkt den
Wünschen der Kunden nachkommen.«
2 jmdn. in seiner Erscheinung od. in
seinem Wesen ähnlich sein 3 etw. so
schnell wie möglich ausführen, um
den Anforderungen u. Aufgaben zu
genügen 4 jmdm. räumlich od. zeit¬
lich hinterherkommen, folgen
Nach|kömm|ling: der; -s; -e deutlich
später als die anderen Kinder einer
Familie geborenes Kind
nach|kon|trol|lie|ren —» nach|kon|t|-
rol|lie|ren: kontrollierst nach; kontrol¬
liertest nach; hast nachkontrolliert
Sachverhalte, Gegenstände od. Per¬
sonen zu einem späteren Zeitpunkt
od. zum wiederholten Male (über)-
prüfen, um höchste Qualität u. Si¬
cherheit der Arbeit od. des Produktes
zu gewährleisten
Nach|kriegs|ge|ne|ra|ti|on: die; - ; -en
direkt nach einem Krieg geborene u.
aufgewachsene Menschen
Nach|kriegs|zeit: die; - ; -en Zeitse¬
quenz nach Beendigung eines Krie¬
ges, die sich durch die besonderen
Folgeerscheinungen eines Krieges
von anderen Zeiträumen unterschei¬
det
Nachl.: Abk. Nachlaß
nach|la|den: lädst nach; lud(e)st nach;
hast nachgeladen <Schußwaffe> mit
Munition neu auffüllen »Nachdem er
sechs Schüsse abgefeuert hatte, mußte
er nachladen.«
Nach|la8 —» Nachlass: der; Nachlas¬
ses; Nachlasse"u. Nachlässe 1 gesam¬
ter Besitz u. alle Verpflichtungen, die
ein Verstorbener seinen Erben hinter¬
läßt 2 [kaufmannssprl.] Preisvergün¬
stigung, die bei einem Kauf gewährt
wird Syn.: Ermäßigung; Rabatt
nach|las|sen: läßt nach; ließt es )t nach;
hast nachgelassen —>alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— 1 Wirkung,
Umfang, Kraft o. ä. verlieren; weni¬
ger intensiv od. geringer werden 2
[ugs.] bei einer Tätigkeit, einer Hand¬
lung o. ä. ermüden od. ihr weniger in¬
tensiv nachgehen »Sein Eifer ließ sehr
schnell nach.« 3 a) [kaufmannssprl.]
billiger werden; weniger Geld o. ä.
verlangen; im Preis herabsetzen b)
[kaufmannssprl.] auf die Zurücker¬
stattung von Schulden verzichten 4
Laß nicht nach, so kommst du hoch
—* Lass nicht nach,...: nur wer sich
immer wieder bemüht, sich anstrengt,
der wird etw. erreichen, es zu etw.
bringen
Nach|la6|ge|richt —> Nach|lass|ge|-
richt: das; -(e)s; -e <Rechtsw.> Ge¬
richt, das den Nachlaß den rechtmä¬
ßigen Erben zuführt
nach|läs|sig: Adj. a) nicht die nötige
Aufmerksamkeit aufbringend; ober¬
flächlich; ungenau b) üblichen, be¬
kannten (Umgangs-)Formen nicht
das nötige Interesse entgegenbrin¬
gend »Er trug seine Krawatte immer
sehr nachlässig.«
Nach|läs|sig|keit: die; ~ ; -en ungenaue,
unordentliche, unkonventionelle,
flüchtige Handlungsweise
Nach|la8|ver|wal|ter —» Nach|lass|-
verjwal|ter: der; -s; * <Rechtsw.> ge¬
richtlich bestellte Person, die das Erbe
verteilt od. verwaltet
nach|lau|fen: läufst nach; liefte)st nach;
bist nachgelaufen 1 jmdm. od. etw. zü¬
gig folgen »Er lief der abfahrenden
Straßenbahn nach.« 2 etw. nicht Real¬
em, etw. Phantastischem folgen »Er
lief sein Leben lang einem Traum
nach.« 3 jmdn. od. etw. verehren »Er
lief dem großen Künstler nach.«
nach|le|ben: lebst nach; lebtest nach;
hast nachgelebt jmdn. od. etw. nach¬
ahmen, kopieren od. imitieren, u. das,
was der einzelne für sich besonders
bedeutsam findet in sein eigenes Le¬
ben integrieren
nach|le|sen: liest nach; lasfesjt nach;
hast nachgelesen 1 a) wiederholt lesen,
z. B. zum besseren Verständnis eines
Textes od. aus Begeisterung für einen
Text »Er mußte die Textpassage mehr¬
fach nachlesen, um sie zu verstehen.«
b) etw. zur Überprüfung od. Vertie¬
fung lesen Ȇber die Geschichte der
Ägypter wollte er etw. nachlesen.« 2 ei¬
nen Weinberg nochmal sehr genau
abernten u. die letzten Trauben ein¬
sammeln
nach|He|fern: lieferst nach; liefertest
nach; hast nachgeliefert aj nachträg¬
lich, zu einem späteren Zeitpunkt
etw. bringen b) etw. unvollständig Er¬
haltenes komplettieren
Nach|lie|fe|rung: die; ~ ; -en a) Erhalt ei¬
ner Ware zu einem späteren als dem
ursprünglich ausgehandelten Termin
b) nachträgliche Komplettierung ei¬
ner unvollständigen Warensendung
nach|!ö[sen: löst nach; löstest nach; hast
nachgelöst a) ein Ticket im bereits
fahrenden Zug kaufen »Er löste seine
Fahrkarte erst im Zug nach.« b) zu¬
sätzliche Ticketkosten nachbezahlen
»Er löste den ICE-Zuschlag nach.«
Nachm.: Abk. Nachmieter
nachm.: Abk. nachmittags
nach|ma|chen: machst nach; machtest
nach; hast nachgemacht 1 a) etw. so
tun, wie es eine andere Person bereits
getan hat b) Verhaltensweisen, typi¬
sche Wesensmerkmale von jmdm.
imitieren od. nachstellen 2 einen Ge¬
789
Nachmieter
genstand, ein Kunstwerk o. ä. verviel¬
fältigen, nachbilden od. davon ein
Duplikat anfertigen 3 etw. nicht mehr
Geschafftes nachträglich erledigen,
nachholen od. aufholen, Syn.: <1; 2>
nachahmen
Nach|mie|ter: der; -s; ~ weibl. Nach|-
mie|te|rin: die; - ; -nen jmd., der nach
dem Auszug des Vormieters dessen
Wohnung u. nachfolgend auch des¬
sen Mietkosten übernimmt
Nach|mitjtag: der; -fe)s; -e Zeitraum
zwischen dem Mittag u. dem Abend
nach|mit|tags: Adv. bezeichnet den
Zeitraum zwischen Mittag u. Abend
Nachn.: Abk. <Postw.> Nachnahme
Nach|nah|me: die; - ; -n <Postw.> a) Be¬
zahlung eines (durch die Post beför¬
derten) bestellten Artikels an den
Briefträger, Überbringer »Wir schik-
ken Ihnen die gewünschte Hose per
Nachnahme.« b) (Post-)Sendung, die
per Nachnahme geschickt wird »Ich
habe drei Nachnahmen auszuliefern.«
Nach|nah|me|ge|bühn die; - ; -en Geld¬
betrag, der für eine Nachnahmesen¬
dung zu entrichten ist
nach|neh|men: nimmst nach; nahm(e)st
nach; hast nachgenommen 1 nachträg¬
lich od. zusätzlich sich etw. aneignen,
holen od. fassen »Er nahm noch etw.
Kuchen nach.« 2 per Nachnahme ei¬
nen Geldbetrag verlangen
Nach|por]to: das; -s; -s u. -porti eine Ge¬
bühr der Post, die bei jeder Art von
Postsendung, die nicht ausreichend
frankiert ist, nachträglich erhoben
wird
Nach|prü|fung: die; - ; -en 1 abschlie¬
ßende Prüfung z. B. eines Werkstoffes
nach vorangegangenen Proben 2 a)
eine nachträglich abzulegende Prü¬
fung b) zusätzlich zu bestehende Prü¬
fung
Nachr.: Abk. Nachrichten)
nach|räu|men: räumst nach; räumtest
nach; hast nachgeräumt hinter jmdm.
herräumen; etw. wegräumen, das
jmd. anderes dort hingelegt hat
Nach|rech|nung: die; - ; -en nochmalige
Tiberprüfung einer Rechnung od. Re¬
chenaufgabe
Nach|re|de: die; - ; -n 1 [veralt.] persön¬
liche od. wissenschaftliche Anmer¬
kung am Ende eines Buches od, Tex¬
tes 2 a) schlechtmachende (meist fal¬
sche) Behauptung über eine meist
nicht anwesende Person b) <Rechtsw >
Weiterleitung einer beleidigenden u.
falschen Aussage über eine andere
Person, Syn.; <1> Epilog; Nachwort
nach|re|den: redest nach; redetest nach;
hast nachgeredet 1 Gesagtes, ohne
über dessen Sinn od. Inhalt nachzu¬
denken, wiederholen 2 übel nachre¬
den: etw. Negatives über jmdn. sagen
nachjrenlnen: rennst nach; ranntest
nach; bist nachgerannt 1 [ugs.] hinter
jmdm. od. etw. herrennen »Er rannte
der gerade anfahrenden Straßenbahn
nach.« 2 <übertr.> jmdn. verehren, be¬
wundern u. diesem in allem folgen; ei¬
ner Idealvorstellung nacheifem »Er
rannte seinem Vorbild ständig nach.«
Nach|richt: die; - ; -en 1 Verkündigung
neuer u. wichtiger Ereignisse, Tatsa¬
chen od. Geschehnisse »Ich habe vom
Arzt eine gute Nachricht erhalten.« 2
PI. Fernseh- od. Radiosendung, in
der die neuesten u. wichtigsten Ereig¬
nisse (in der Welt u./od. in dem eige¬
nen Land u./od. in der Region, in der
man lebt) veröffentlicht u. verbreitet
werden 3 Die schlechten Nachrich¬
ten haben schnelle Flügel: unange¬
nehme Mitteilungen verbreiten sich
zügig u. erreichen schnell den od. die
Betroffenen
Nach|rich|ten|agen|tur —> Nach|rich|-
ten|a|gen)tur. die; - ; -en Organisati¬
on, die aktuelle Fakten, Mitteilungen
u. Meldungen aus aller Welt sammelt
u. an die Medien weitergibt
Nach|rich|ten|diensfc der; -(e)s; -e 1
professionelle Organisation im Jour¬
nalismus, die für die Beschaffung von
Informationen für die Medien zu¬
ständig ist 2 staatliche Organisation,
die für die Beschaffung von Geheim¬
informationen aus dem In- u. Aus¬
land zuständig ist
nach|rich|ten|dienst|lich: Adj. n. stg.
auf die Beschaffung von (Geheim-)
Informationen bezogen
Nach|rich|ten|speijre: die; ~ ; -n Rück¬
haltung von Informationen gegen¬
über der Presse usw. od. Weitergabe
mit Sperrvermerk, um politische, mi¬
litärische Operationen od. Leben
nicht zu gefährden
Nach|rich|ten|we|sen: das; -s; - Ge¬
samtheit aller Personen u. Organisa¬
tionen sowie der Verwaltung im Be¬
reich der Beschaffung u. Veröffentli¬
chung von Nachrichten
nach|rücken (nach|rük|ken _> nachl-
rü|cken): rückst nach; rücktest nach;
bist nachgerückt 1 Aufgaben u. Funk¬
tionen innerhalb eines Betriebes o. ä.
■ von jmdm. übernehmen 2 dicht hin¬
tereinander folgen
Nach|ruf: der; -(e)s; -eals Rede gehalte¬
ne od. in schriftlicher Form vorlie¬
gende Ehrung eines erst kürzlich Ver¬
storbenen
nach|ru|fen: rufst nach; rief(e)st nach;
■ hast nachgerufen jmdn. laut anreden,
während dieser sich bereits entfernt;
jmdm. hinterherschreien
Nach|ruhm: der; -(e)s; - Ehrenbekun¬
dungen, Anerkennung, besondere Be¬
tonung von Verdiensten für eine Per¬
son, die erst nach deren Tod genannt
werden
nach|rü|sten —» nach|rüs|ten: rüstest
nach; rüstetest nach; hast nachgerüstet
1 <Milit.> Waffenqualität u.-menge
auf ein höheres Niveau verbessern,
vergrößern, erweitern 2 <Technik>
elektronische Geräte mit zusätzlichen
od. neueren Bauteilen verbessern, um
deren Qualität u. Leistungsvermögen
zu steigern
Nach|rü|stung —» Nachlrüs|tung: die;
- ; -en 1 <Milil.> Verbesserung der
Waffenqualität u. -menge auf ein
höheres Niveau 2 <Technik> Verbes¬
serung elektronischer Geräte zur Stei¬
gerung deren Qualität u. Leistungs¬
vermögen
nach|sa|gen: sagst nach; sagtest nach;
hast nachgesagt 1 noch einmal etw.
äußern, das zuvor jmd. behauptet od.
gesagt hat »Das sagte Klaus bereits;
du mußt nicht immer alles nachsagen.«
2 etw. (oft Negatives) von jmdm. be¬
haupten (wenn diese Person nicht an¬
wesend ist) »Ihr wird nachgesagt, daß
sie faul sei.« Syn.: <1> wiederholen
Nach|sai|son: die; - ; -s; u. [süddt.,
österr.j -en Zeitraum nach der Haupt¬
reisezeit sowohl im Spätsommer als
auch im Frühjahr
Nactysatz: der; -es; -sätze 1 <Sprach-
wiss.> hinzugefügter, häufig erläu¬
ternder od. thematisch ergänzender,
meist am Ende einer Satzfolge er¬
scheinender Satz 2 Zusatzinformati¬
on, persönliche Stellungnahme od.
kurzgefaßtes Resümee o. ä., das an ei¬
nen Vortrag, einen Brief o. ä. ange¬
hängt wird
nach|schau|en: schaust nach; schautest
nach; hast nachgeschaut 1 jmdm. od.
etw. hinterhersehen »Nachdenklich
schaute er seinem Freund nach.« 2 a)
sich Informationen aus einem Lexi¬
kon, einem Nachschlagwerk o. ä. be¬
schaffen od. nachlesen »Da ihn das
Musikstück interessierte, schaute er
im Opernführer nach.« b) zur Kon¬
trolle noch einmal etw. genau über¬
prüfen »Er schaute noch einmal nach,
ob das Gas abgedreht war.« c) nach
Fehlern, Irrtümem o. ä. suchen »Vor
dem Urlaub ließ er die Bremsen von
seinem Auto noch einmal nachschau¬
en.«
nach|schen|ken: schenkst nach; schenk¬
test nach; hast nachgeschenkt [geh.]
ein Gefäß, einen Behälter o. ä. wieder
auffüllen
nach|schicken (nach|schik|ken —*
nachjschi|cken): schickst nach;
schicktest nach; hast nachgeschickt
sich nach einem Umzug od. bei einem
zeitlich befristeten Aufenthalt an ei¬
nem anderen Ort (z. B. Urlaub) etw.
an die neue Adresse nachsenden las¬
sen
nachjschie|ben: schiebst nach; scho-
b(e)st nach; hast nachgeschoben 1
etw. in einen geschlossenen Raum
hinterher bewegen, drücken, stoßen
»Er schob noch einige Briketts in den
Ofen nach.« 2 [ugs.] eine zusätzliche
Frage, Aussage od. Information
nachträglich hinzufügen (zumeist in
Diskussionen, Gesprächen od. Inter¬
views) »Am Ende der Unterhaltung
schob er noch eine persönliche Frage
nach.«
Nach|schlag: der; -(e)s; - 1 nachträg¬
lich ausgeteilter zusätzlicher Anteil
des Essens 2 <Musik> schmuckvolle
Verschönerung einer Notenfolge
nach|schla|gen: schlägst nach; schlu-
g(e)st nach; hast nachgeschlagen 1
sich Informationen aus einem Buch,
Wörterbuch, Lexikon o. ä. heraussu¬
chen 2 im Wesen, Aussehen, Verhal¬
ten einer Person sehr verwandt sein
»Er schlägt seinem Vater nach.« 3 re¬
gelwidrig schlagen beim Boxen
Nach|schla|ge|werk: das; -(e)s; -e um¬
fangreiches Buch, in dem Wörter, Be¬
griffe verschiedenster Fachgebiete
übersichtlich angeordnet u. erklärt
sind
Nach|schlüs|sel: der; -s; - weiterer
Schlüssel, der zusätzlich zum Origi¬
nalschlüssel angefertigt wird
nach|schmecken (nach|schmek|ken
—» nach|schme|cken): schmeckst
790
nächstmöglich
nach; schmecktest nach; hast
nackgeschmeckt 1 nach dem Essen
noch einen bestimmten Geschmack
im Mund haben, erzeugen 2
[landsch.] die Würzung eines Gerich¬
tes durch gelegentliches Probieren
überprüfen; abschmecken
nach(schmei|Ben: schmeißt nach;
schmissest nach; hast nachgeschmissen
—»alle Vergangenheitsformen mit
ss<— [ugs.] 1 jmdm. einen Gegen¬
stand hinterherwerfen 2 (übertr.) etw.
stark verbilligt anbieten
nach|schrai|ben: schreibst nach; schrie¬
bte)st nach; hast nachgeschrieben 1
nachträglich eine Prüfung ablegen 2
nach einer Vorlage etw. aufschreiben
Nachschrift: die; - ; -en 1 Abschrift ei¬
ner Vorlage 2 Anhang an einen Brief,
Abk.: NS
Nach|schub: der; •(e)s; -schabe (fl. s.)
a) <oft Milit.> Beschaffung neuer Mu¬
nition, Nahrungsmittel o. ä. b) Be¬
zeichnung für Munition, Geräte,
Nahrungsmittel o. ä., die neu be¬
schafft od. herantransportiert werden
Nach|schub|ko|lon|ne: die; - ; -n <Miiit.>
Truppenteil, der für die Versorgung
anderer Truppenteile mit allem not¬
wendigen Material verantwortlich ist
Nach|schuß —» Nach|schuss: der;
-Schusses; -schüsse 7 <Sport> erneuter
Schuß auf das Tor 2 <Wirt.> Einzah¬
lung über den ursprünglich investier¬
ten Kapitalanteil hinaus
nach|schwat|zen: schwatzt nach;
schwatztest nach; hast nachgeschwatzt
[landsch.; abwert.] kritiklos, unbe¬
dacht, unüberlegt etw. nachplappem,
nachreden, nachsprechen
nach|schwät|zen: schwätzt nach;
schwätztest nach; hast nachgeschwätzt
[ugs.; abwert.] gedankenlos etw.
nachplappern, nachreden, nachspre¬
chen
nach|schwin|gen: schwingst nach;
schwangt e) st nach; hast nachge¬
schwungen 1 kurz nachträglich vibrie¬
ren »Das große Portal der Kirche
schwang noch einmal nach.« 2 be¬
fühlet eindringlich nachwirken u. erst
langsam nachlassen »Die Freude über
die Geburt ihres Kindes schwang noch
lange nach.«
Nach|se|hen: das; -s; - in den Wendun¬
gen 1 das Nachsehen haben: Pech
haben; zu spät kommen u. deshalb
nichts mehr erreichen, erhalten 2
jmdm. bleibt das Nachsehen: jmd.
hat Pech, kommt zu spät u. erhält
deshalb nichts mehr
nach|se|hen: siehst nach; sah (e)st nach;
hast nachgesehen 1 jmdm. od. etw.
hinterherschauen; mit den Augen
nachgehen 2 etw. überprüfen, korri¬
gieren »Er sah die Klassenarbeit
nach.« 3 jmdm. etw. vergeben, verzei¬
hen »Du mußt ihm seine Art von ge¬
stern nachisehen, er war völlig
übermüdet.« 4 sich Informationen aus
einem Buch, Nachschlagewerk su¬
chen; etw. nachschlagen S sich von ei¬
nem Tatbestand od. einer Tatsache
(eigenhändig) überzeugen »Er sah
nach, ob das Licht aus war.«
nach|sen|den: sendest nach; sendetest/
sandtest nach; hast nachgesendetj
nachgesandt a) <Postw.> hinterher¬
schicken; an eine neue Adresse (ko¬
stenlos) zustellen b) Grüße, Gratula¬
tionen, besonderen Dank o. ä. jmdm.
(nicht nur schriftlich) übermitteln, zu¬
leiten
Nachsicht: die; - ; - Rücksichtnahme
auf Fehler anderer; das Entschuldi¬
gen, Akzeptieren von Schwächen, die
eine Person hat
nachjsich|tig: Adj. rücksichtsvoll; leicht
verzeihend; über Schwächen, Fehler
o. ä. eines anderen hinwegsehend;
großmütig
Nach|sich|tig|keit: die; - ; -en Rück¬
sicht; das Hinwegsehen über Fehler,
Schwächen o. ä. eines anderen; Gro߬
mut
Nach|sil|be: die; - ; -n <Sprachwiss.>
letzte Silbe eines Wortes, Syn.:
[fremdsprl.] Suffix
nach|sit|zen: sitzt nach; saß(es)t nach;
hast nachgesessen länger in der Schule
verweilen müssen aufgrund eines Ver¬
gehens od. schlechten Benehmens
Nach|soijge: die; ~ ; - <Med.> Versor¬
gung u. Behandlung eines Patienten
nach einem Eingriff od. einer Erkran¬
kung
nach|spie|len: spielst nach; spieltest
nach; hast nachgespielt 1 einer Vorga¬
be entsprechend etw. imitieren 2 etw.
real Existierendes künstlerisch dar¬
stellen 3 (Kartenspiel) nach einem er¬
folgreichen Spielzug eine vergleichba¬
re Karte noch einmal aufdecken 4
nachspielen lassen: <Sport> ein Spiel
über die reguläre Zeit hinaus verlän¬
gern
nachjspio|nie|ren —* nach|spi|o|nie]-
ren: spionierst nach; spioniertest nach;
hast nachspioniert jmdn. im Gehei¬
men überprüfen; versuchen, etw. Un¬
bekanntes herauszubekommen
nach|spre[chen: sprichst nach; spra¬
cht e)st nach; hast nachgesprochen a)
etw. Gesagtes (gedankenlos) wieder¬
holen »Der dreijährige Junge sprach
seinem Vater alles nach.« b) nach ei¬
nem vorgegebenen Text etw. aufsa¬
gen »Bei seiner Vereidigung sprach er
den Text nach.«
nach|spü|ren: spürst nach; spürtest
nach; hast nachgespürt etw. untersu¬
chen; sich genauer informieren; einer
Spur, Fährte, Vermutung, einem Ver¬
dacht nachgehen '
nächst.: Abk. nachstehend
nächst: Präp. mit Dat. 1 eine Rangfolge
kennzeichnend; als erstes nach etw.
folgend »Nächst seiner Arbeit war ihm
seine Familie das Wichtigste im
Leben.« 2 [selten] räumlich direkt bei
etw.; in nächster Nähe von etw. »Sie
vereinbarten einen Treffpunkt nächst
der Schule.«
nächst]bes|ser: Adj. qualitativ od. ord¬
nungsgemäß direkt nachfolgend
nächst|be|ste —» nächst[bes|te: Adj. n
stg. direkt nachfolgend »Bei der
nächstbesten Gelegenheit wollte sie
ihm ihre Meinung sagen.«
nächst|dem: Adv. kurze Zeit später
näch|st nächs|t-: Adj; Superlativ
von >nah(e)<; nächster; nächste;
nächstes 1 räumlich od. zeitlich auf
etw. zuerst, vor etw. anderem fol¬
gend; in der Reihenfolge direkt an¬
schließend »Bitte fahren Sie an der
nächsten Ampel rechts.« 2 das näch¬
ste —» das Nächste: etw., was direkt
auf etw. anderes kommt od. folgt 3
der, die, das nächste beste —* der,
die, das nächste Beste: etw. od.
jmd., der/die/das sich als erste Mög¬
lichkeit u. besonders günstig für etw.
anbietet 4 als nächstes —als
Nächstes: in der Reihenfolge direkt
anschließend 5 fürs nächste —» fürs
Nächste: vorerst,, zunächst einmal
(ausreichend) 6 der nächste, bitte
—> der Nächste, bitte: Aufforde¬
rung, irgendwo einzutreten (z. B.
beim Arzt, beim Einkauf usw.)
nach|ste|hen: stehst nach; stand(e)st
nach; hast nachgestanden 1 den Ver¬
gleich mit jmdm. verlieren; unterlegen
sein 2 jmdm. in nichts nachstehen:
mit jmdm. konkurrieren; gleichbe¬
rechtigt sein; gleiche Leistungen wie
jmd. anderes erbringen wollen u. kön¬
nen 3 im nachstehenden heiSt es ...
—» im Nachstehenden heiBt es ...:
im folgenden Textabschnitt steht ge¬
schrieben
nach|stel|len: stellst nach; stelltest nach;
hast nachgestellt 1 nach einiger Zeit
nochmals etw. justieren, überprüfen
u. korrigieren »Die Bremse muß nach¬
gestellt werden.« 2 <Sprachwiss.> ein
Wort, einen Satzteil einem anderen
Wort od. Satz unterordnen, anhän¬
gen 3 jmdn. unerwünscht mit (sexuel¬
len) Annäherungsversuchen belästi¬
gen; aufdringlich werden 4 hinter ei¬
ner Person her sein, ihr nachjagen
»Die Polizei stellte ihm nach.« S ver¬
gangene Situationen, Handlungen o.
ä. mit Schauspielern nachspielen, dar¬
stellen »Wir haben das Verbrechen
nachgestellt.«
Nach|stel|lung: die; ~ ; -en 1 aufdringli¬
ches Bemühen um die Zuneigung od.
Symphathie einer Person »Die Sekre¬
tärin konnte sich vor den Nachstellun¬
gen ihres Chefs kaum schützen.« 2 a)
Kontrolle u. gegebenenfalls Korrek¬
tur von meist technischen Anlagen b)
intensive Kontrolle, Überprüfung ei¬
ner Person »Er entzog sich immer wie¬
der geschickt den Nachstellungen der
Polizei.« 3 (schauspielerische) Dar¬
stellung von Situationen 4 (Sprach-
wiss.> Satz(teil), der sich nicht an sei¬
ner normalen Position befindet, son¬
dern angehängt ist
näch|ste|mal —* nächs|te|mal: Adv. in
den Wendungen ä) das nächstemal/
das nächste Mai: bei der folgenden,
nächsten Gelegenheit o. ä. b) beim,
zum nächstenmal/beim, zum näch¬
sten Mal: bei der folgenden, nächsten
Gelegenheit o. ä.
Näch|sten|lie|be —* Nächs|ten|lie|be:
die; - ; - christlicher, ethischer Wert,
der das selbstlose Eintreten für den
anderen bedeutet u. auch Feindeslie¬
be einschließt
nächstens —> nächstens: Adv. 1 in
naher Zukunft Jäfletztendlich; zu guter
letzt; abschließend
nächst|fol)gend: Adj. n stg. in kurzer
Zeit direkt nachkommend
nächstjjäh|rig: Adj. n stg. im kommen¬
den, folgenden Jahr
nächst|mög|lich: Adj. n stg. bei der zeit¬
lich nächsten Gelegenheit »Zum
791
nachstürzen
nächstmöglichen Termin kündige ich
die Versicherung.«
nachlstürfzen: stürzt nach; stürztest
nach; bist nachgestürzt 1 [ugs.] (Per¬
son» hektisch u. in großer Aufregung
jmdm. hinterherrennen 2 (Gegen¬
stand) etw. bereits Heruntergefalle¬
nem hinterherfallen, -rollen od. -flie¬
ßen
nach|su|chen: suchst nach; suchtest
nach; hast nachgesucht 1 [geh.] etw.
gnadenhalber zu erlangen hoffen;
etw. inständig u. untertänig erflehen 2
nachsehen, um etw. zu finden; nach¬
forschen; versuchen, etw. nicht Auf¬
findbares wiederzufinden
Nach|su|chung: die; - ; -en wiederholte
u. genaue Nachforschung nach
jmdm. od. nach etw. »Die Polizei
stellte weitere Nachsuchungen an.«
Nacht: die; - ; Nächte 1 (Tages-)Zeit
zwischen • Abend u. Morgen; Zeit¬
raum zwischen ungefähr 22 Uhr u. 6
Uhr 2 gute Nacht!: Grußformel, (die
am Abend vor dem zu Bett gehen an¬
gewandt wird) 3 über Nacht: völlig
überraschend; nicht voraussehbar
»Sie ist fast über Nacht berühmt
geworden.« 4 bei Nacht (in der Nacht)
sind alle Katzen grau: in undurch¬
sichtigen Situationen gleicht jeder
dem anderen 5 die Nacht zum Tage
machen: nachts nicht schlafen, son¬
dern feiern, arbeiten o. ä. 6 jmdm.
schlaflose Nächte bereiten: jmdn. in
Unruhe versetzen; jmdm. große Sor¬
gen bereiten 7 sich die Nacht um die
Ohren schlagen: [ugs.] nicht schlafen
gehen; aufbleiben 8 bei Nacht u.
Nebel: ohne daß es jmd. sieht; hinter
dem Rücken u. ohne das Wissen an¬
derer etw. ausführen 9 na, dann gute
Nacht!: [ugs.] Ausruf einer Befürch¬
tung, der Sorge od. der Aufgabe 10
jmdm. wird es Nacht vor Augen: jmd.
fällt in Ohnmacht, verliert das Be¬
wußtsein
nacht —*■ Nacht Adv. 1 a) (steht immer
gemeinsam mit der Nennung eines
Tages) während der Nachtzeit »Er
kam erst Mittwoch nacht zurück.« b)
[österr.] (in Verbindung mit einer
Zeitangabe) während der Nachtzeit,
nachts »Die Fete endete erst um vier
Uhr nacht.« 2 heute, gestern, mor¬
gen nacht —> heute, gestern, mor¬
gen Nacht eine bestimmte Nacht be¬
zeichnend
Nacht|ab|sen|kung: die; - ; -en elektro¬
nisch gesteuerte Verminderung der
Heizungsleistung während der Nacht
nacht|ak|tiv: Adj. n. stg. (meist Zool.) im
Laufe der Nacht rege, unternehmend,
betriebsam u. während des Tages ru¬
hend
Nacht|ar|beit: die; - ; -en 1 o. PI. Berufs¬
Tätigkeit, die zwischen 20 Uhr u. 6
Uhr ausgeführt wird 2 n. PI. Tätigkei¬
ten, die während der Nachstunden
ausgeführt werden
Nachtbar die; - ; -s (Trink- od. Tanz-)
Lokal mit Öffnungszeiten bis zum an¬
deren Morgen, häufig mit erotischem
Ambiente
nacht|blind: Adj. n. stg. im Dunkeln nur
eingeschränkt sehfähig
Nachtjblindlheit: die; - ; - einge¬
schränkte Sehfähigkeit im Dunkeln
Nachtjcreme —* auch Nacht|kre|me:
die; - ; -s u. -n/Nachtjkrem: die; - ; -s
u. [ugs.] der; -s; -e u. -s (Kosmetik)
Gesichtspflegecreme, die vor dem
Schlafengehen aufgetragen wird
Nacht|diensb der; -(e)s; -e spezieller
(Not-)Dienst verschiedener Einrich¬
tungen (z. B. der Apotheken, Ärzte,
Krankenhäuser o. ä.) während der
Nacht
nacht|dunjkel: Adj. n stg. [geh.] durch
die Nacht verdunkelt »Der See glit¬
zerte vor den nachtdunklen Bergen.«
Nach|teil: der; -(ejs; -e Verlust, Scha¬
den o. ä., der eine ungünstige, negati¬
ve Wirkung od. Folgen für jmdn. od.
etw. hat
nach|tei|lig: Adj. unvorteilhaft
nächjte]lang: Adv. mehrere Nächte hin¬
durch, lang; einige Nächte aufeinan¬
derfolgend
Nacht|eu|le: die; - ; -n 1 nachtaktiver
Vogel 2 [ugs.] Person, die lieber
nachts aktiv ist als tagsüber
Nacht|fal|ter: der; -s; - Schmetterling,
der in den Abendstunden u. in der
Nacht aktiv ist
nacht|faijben: Adj. n stg. [selten] dunk¬
les Blau bis Schwarz
Nachtjflug: der; -(ejs; -flüge Reise im
Flugzeug, die während der Nacht¬
stunden durchgeführt wird
Nachtfrost: der; -(ejs; -fräste nächtli¬
che Temperatur unter 0 Grad Celsius
Nachtjge|bet: das; -(ejs; -e religiöse Be¬
sinnung, Aufsagen religiöser Texte
vor der nächtlichen Ruhe
Nacht|ge|spenst: das; -(ejs; -er 1 über¬
natürliches Wesen, Geist, das/der od.
der in den dunklen Nachtstunden er¬
scheinen soll 2 [ugs.] jmd., der bleich,
überarbeitet, unausgeschlafen aus¬
sieht
Nacht|ge|wand: das; -(ejs; -gewänder
[geh.] zum Schlafen getragenes Klei¬
dungsstück
Nacht|glei|che: die; - ; -n Tag im Jahr,
an dem die Dauer des Tages (Sonnen¬
aufgang bis Sonnenuntergang) u. der
Nacht (Sonnenuntergang bis Sonnen¬
aufgang) gleich sind, Syn.: Tagund¬
nachtgleiche
Nachtlhemd: das; (ejs; -en Kleidungs-
"stück für die Nacht zum Schlafen
Nacht|him|mel: der; -s; - dunkler Him¬
mel während der Nachtstunden
Nach|ti|gall: die; - ; -en 1 Singvogel, der
vor allem in Wäldern lebt u. dessen
besonderes Gezwitscher sehr bekannt
ist 2 sie singt wie eine Nachtigall:
Sängerin, deren Gesang besonders
melodisch u. schön ist 3 Nachtigall,
ich/ik hör' dir trapsen: [ugs.; berlin.j
eine Absicht, ein Vorhaben o. ä. früh¬
zeitig erkennen, bemerken
näch|ti|gen: nächtigst; nächtigtest; hast
genächtigt irgendwo die Nacht ver¬
bringen, schlafen
Näctytijgung: die; - ; -en [österr.] Schla¬
fen während der Nacht an einem be¬
stimmten Ort
Nach|tisch: der; -(ejs; -e nach dem
"Hauptgang einer Mahlzeit servierte
Speise (oft eine Süßspeise od. Käse),
Syn.: Dessert
Nacht|ka|sten —* Nacht|kas|ten: der;
-s; -kästen [süddt.; österr.] kleines
Tischchen od. ähnliches Möbelstück
neben dem Bett
Nacht|kerjze: die; - ; -n Pflanze aus der
Familie der Nachtkerzengewächse
mit hellgelben Blüten, die sich erst am
Abend öffnen
Nacht|kli|nik: die; -; -en Abteilung eines
Krankenhauses, in der Patienten, die
am Tage arbeiten, in der Nacht be¬
treut werden
Nachtklub: der; -(ejs; -s Bar, die bis in
"die frühen Morgenstunden geöffnet
hat, häufig mit erotischem Ambiente
—» Nacht|kre|me: s. Nachtcreme
Nacht]küh|le: die; - ; - im Vergleich zur
"Tagestemperatur niedrige Tempera¬
tur während der Nacht
Nacht|le|ben: das; -s; - a) unterhaltsame
Aktivitäten, die in der Nacht durch¬
geführt werden b) Unterhaltungsan¬
gebot einer Stadt während der Nacht
nächtig.: Abk. nachteilig
nächt|lich: Adj. n stg. während der
Nachtstunden geschehend od. diese
betreffend
nächt|K|cheijwei[le: Adv. [geh.] wäh¬
rend der Nachtstunden geschehend
od. diese betreffend
Nacht|lo|kal: das; -(ejs; -e Kneipe od.
Gaststätte, die bis spät in die Nacht
geöffnet hat
Nachtjluft: die: ~ ; - zumeist frischere u.
angenehmere Luft, Atmosphäre wäh¬
rend der Nachtstunden
Nacht|mahl: das; -(ejs; -e [süddt.;
österr.} Essen, das im Laufe des
Abends eingenommen wird, Syn.:
Abendessen
nacht|mah|len: nachtmahlst; nachtmahl¬
test; hast genachtmahlt [österr.] im
Laufe des Abends essen
Nachtjmensch: der; -en; -en jmd., der
"nachts tätig, unternehmend od. be¬
triebsam ist
Nachtjporjtier: der; -s; -e jmd., der
nachts im Eingangsbereich eines Ho¬
tels, einer Pension o. ä. sitzt u. spät
eintreffende Gäste empfangt
Nacht|quar|tier: das;-(ejs; -e Schlafge¬
legenheit für die Nacht
Nachtr.: Abk. Nachtrag;; Nachträge
nachtr.: Abk. nachträglich
nach|tra|gen: trägst nach; trug(e)st
nach; hast nachgetragen 1 jmdm. etw.
über einen längeren Zeitraum nicht
vergessen od. verzeihen können »Sie
trägt ihm seinen Wutausbruch seit ei¬
ner Woche nach.« 2 etw. ergänzen,
vervollständigen »Die Literaturanga¬
be muß noch nachgetragen werden.« 3
hinterherbringen »Ich muß ihm immer
die Sachen nachtragen.«
nach|tra|gend: Adj. 1 jmdm. etw. übel¬
nehmend 2 nachtragend wie ein Ele¬
fant sein: äußerst lange etw. nicht
verzeihen od. vergessen können
nach|träg|lich: Adj. n stg. im nachhin¬
ein; zu einem späteren Zeitpunkt
Nach[trags|haus|halt: der; -(ejs; -e
(Verwaltungsw.) zusätzlich aufgestell¬
ter Finanzplan, der durch Ausgaben,
die über dem Plan liegen, erforderlich
wird
nach|trau|ern: trauerst nach; trauertest
nach; hast nachgetrauert jmdm. od. ei¬
ner Sache nachweinen; betrübt über
einen Verlust, eine verpaßte Gelegen¬
heit o. ä. sein
792
nachzeichnen
Nacht|ru|he: die; - ; - Ausruhen u.
'Schlafen während der Nachtstunden
Nachtrupp: der; -(e)s; -s <Milit> Trup-
"penteil, der dem Haupttrupp folgt,
um diesen vor Angriffen des nachrük-
kenden Gegners zu schützen, Syn.:
Nachhut
nachts: Adv. in der Nacht geschehend;
die Nacht betreffend
Nacht|schat|ten|ge|wächs: das; -es; -e
Pflanzenfamilie, der u. a. Paprika,
Tomate, Kartoffel, Tabak angehören
Nachtschicht: die; • ; -en a) Zeitspanne
während der Nacht, in der gearbeitet
wird b) o. PL Gesamtheit der Arbeiter
eines Betriebes, die nachts Zusam¬
menarbeiten
Nachtschlaf: der; -(e)s; - (Bett-)Ruhe
während der Nacht
Nacht|schränk|chen: das; -s; ~ Tisch
od. kleine Kommode neben dem Bett
zur Ablage verschiedener Utensilien
für die Nacht
Nachtschwärmer: der; -s; ~ 1 Schmet¬
terling, der in der Dämmerung u. in
der Nacht aktiv ist 2 jmd., der gerne
am Abend u. in der Nacht in Lokale,
Kneipen, Bars o. ä. geht, Syn.: <l>
Nachtfalter
nachtjschwarz: Adj. n stg. tiefschwarz;
dunkelfarbig
Naclrt|schwe)ster —* Nacht|schwes|-
ter: die; - ; -n männl. Nachtjpfle|ger:
der; -s; - ausgebildete(r) Pfleger(in)
im Krankenhaus od. Pflegeheim, die/
der während der Nachtstunden die
Patienten betreut
Nacht|spei|cher|ofen —> Nacht|spei|-
cher|o|fen: der; -s; -Öfen Heizung, die
während der Nacht aufgeheizt wird u.
die Hitze während des Tages ab¬
strahlt
Nachtstrom: der; -(e)s; - Elektrizität,
die zu bestimmten Zeiten in der
Nacht preisgünstiger angeboten wird,
da durch die nächtliche Abnahme des
Stromverbrauches ein Überschuß in
den Elektrizitätswerken abgebaut
wird
Nachtjstuhl: der;-(e)s; -stähle Sitzgele¬
genheit mit integrierter Toiletten¬
pfanne für Kranke
nachts|über—» nachts|ü|ben Adv. den
Zeitraum in der Nacht betreffend
Nacht|ta|rif: der; -(e)s; -e 1 erhöhter
Lohn wegen der Nachtarbeit 2 ermä¬
ßigte Preise u. Angebote für Strom,
Fahrkarten öffentlicher Verkehrsmit¬
tel o. ä. während der Nachtstunden
Nacht|tier: das; -(e)s; -e Mäuse, Eulen
o. a. Tiere, die in der Nacht tätig, be¬
triebsam, regsam sind
Nachttisch: der;-(e)s; -e (meistens) ne¬
ben dem Kopfende des Bettes stehen¬
des, einer kleinen Kommode ähneln¬
des Möbelstück
Nacht|topf: der; -(e)s; -topfe <meist
hist.> runder Behälter, in den man
während der Nacht die Notdurft ver¬
richten, urinieren kann
nach|tun: tust nach; tat(e)st nach; hast
nachgetan [ugs.] etw. od. jmdn. imitie¬
ren, kopieren; etw. sehr ähnlich ma¬
chen
Nacht-und-Ne|bel-Ak|ti|on: die; ~ ; -en
geheimes Unternehmen, welches der
Überraschung od. der Verheimli¬
chung dient
Nacht|vo|gel: der; -s; -Vögel Vogel, der
in der Nacht tätig, betriebsam, leben¬
dig ist u. während des Tages ruht
Nacht|wa|che: die; - ; -n nächtliche
Überwachung von Personen in Kran¬
kenhäusern, Pflegeheimen o. ä. sowie
von Gebäuden, Kasernen o. ä.
Nacht|wächfter der; -s; - weibl.
Nachtjwäch|te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die in den späten Abend- u.
Nachtstunden (öffentliche) Gebäude,
Einrichtungen bewacht
nacht|wan|deln: nachtwandelst; nacht-
~wandeltest; hast nachtgewandelt wäh¬
rend der Nacht schlafend Spazieren¬
gehen, Syn.: schlafwandeln
Nacht|wan|de|rung: die; - ; -en längerer
Spaziergang im Laufe der Nachtstun¬
den
Nacht|wand|ler: der; -s; - weibl. Nacht)-
wand|le|rin: die; ~ ; -nen Person, die
nachts im Schlaf durch die Gegend
läuft; Schlafwandler
nacht|wand|le|risch: Adj. n. stg. im
Schlaf spazierengehend; schlafwand¬
lerisch
Nachtfwä|sche: die; - ; - Kleidung, die
während der Nacht getragen wird
Nachtzeit: die; - ; - Zeitraum ungefähr
zwischen 20 Uhr abends u. 6 Uhr
morgens
Nachtjzeug: das; -(e)s; - [ugs.] Klei¬
dung (gelegentlich auch andere Din¬
ge, z. B. Teddybären o. ä.), die wäh¬
rend der Nacht gebraucht wird (wer¬
den)
Nachtjzug: der; -(e)s; -zöge Eisenbahn,
die in den Nachtstunden fährt
Nacht|zu|schlag; der; -(e)s; -Zuschläge
besondere Bezahlung für Arbeiten
od. ähnliche Leistungen in den
Nachtstunden
nach|un|ter|su|chen: untersuchst nach;
untersuchtest nach; hast nachunter¬
sucht <Med.> nach einem operativen
Eingriff, einer Krankheit o. ä. den
Gesundheitszustand des Patienten
kontrollieren
Nachiun|ter]su|chung: die; - ; -en ärztli¬
che Kontrolle nach einem Eingriff, ei¬
ner Krankheit o. ä. .
Nach|ver|mächt]nis: das; -ses; -se
<Rechtsw.> Vermächtnis an den Erb¬
lasser des Erblassers
nach|veijsi|chern: versicherst nach; ver¬
sichertest nach; hast nachversichert
<Versicherungsw.> nachträglich od.
zusätzlich etw. od. jmdn. in die (ge¬
setzliche) Versicherung miteinbezie-
hen
nach|vo(l(zieh[bar: Adj. so geartet, daß
man es gedanklich leicht verfolgen u.
verstehen kann
nach|voil|zie|hen: vollziehst nach; voll¬
zog (e)st nach; hast nachvollzogen
etw. gedanklich leicht u. problemlos
verstehen können, jmdm. gedanklich
folgen können
Nachw.: Abk. 1 Nachweis 2 Nachwort 3
Nachwuchs
nach|wach|sen: wächst nach; wuchs
nach; ist nachgewachsen erneut wu¬
chern u. größer werden
Nachwahl: die; ~ ; -en a) spätere Ab¬
stimmung, weil der Zeitpunkt der
Wahl verschoben werden mußte b)
zusätzliche Wahl, die aus unter¬
schiedlichen Gründen nach der ersten
Wahl notwendig wird
nach|wei|nen: weinst nach; weintest
nach; hast nachgeweint 1 um etw. od.
jmdn. Tränen der Trauer vergießen;
hinterherweinen 2 jmdm. keine Träne
nachweinen: nicht traurig od. sogar
froh sein, wenn jmd. anderes nicht
mehr da ist
Nach|weis: der; -es; -e 1 Bestätigung,
mit der eine Behauptung od. ein Tat¬
bestand belegt (od. bewiesen) wird,
Syn.: Beweis 2 den Nachweis für etw.
führen, (erbringen: einen Beleg für
etw. anführen können
nach|weis|bar. Adj. n. stg. durch Belege
od. Indizen erklärbar
nachfwei|sen: weist nach; wies (es) t
nach; hast nachgewiesen durch Belege,
Indizien etw. belegen, erklären kön¬
nen
nach|weis|lich: Adj. durch Belege od.
Indizien bewiesen, dokumentiert
Nach(welt: die; - ; - nachfolgende, spä¬
ter geborene Mitglieder der Mensch¬
heit
nach|win|ken: winkst nach; winktest
nach; hast nachgewinkt jmdm. od.
etw., der od. das sich entfernt, abfahrt
od. verreist, hinterherwinken
Nach|wir|kung: die; ~; -en späteres Auf-
"treten von Reaktionen auf bestimmte
Ereignisse; (häufig auch) Reaktionen
des Körpers nach der Einnahme von
Medikamenten
Nachjwuchs: der; -es; - 1 Bezeichnung
für die Kinder einer Familie 2 neue,
nachfolgende Mitglieder einer Grup¬
pe
Nach|wuchs|kraft: die; - / -kräftejunger
Arbeitnehmer, der noch in der Aus¬
bildung ist od. diese bereits abge¬
schlossen hat u. nun in das Berufsle¬
ben erfolgreich integriert wird
Nach|wuchs|spie|len der; -s; - weibl.
Nach|wuchs|spie|te|rin: die; - ; -nen
<Sport> junge(r) Sportlerin), der/die
besonders talentiert ist u. speziell ge¬
fördert wird
nach|wüijzen: würzt nach; würztest
nach; hast nachgewürzt nachträglich
einem Gericht, einer Mahlzeit Ge¬
würze wie Pfeffer, Paprika, Curry o.
ä. hinzufügen
Nachz.: Abk. 1 Nachzahlung 2 Nach¬
zügler
nach|zah|len: zahlst nach; zahltest nach;
hast nachgezahlt zu einem späteren
Zeitpunkt od. zusätzlich eine Rech¬
nung begleichen, Geld (zurück)erstat-
ten
nach|zäh|len: zählst nach; zähltest nach;
hast nachgezählt zur Überprüfung ei¬
ner Summe noch ein weiteres Mal od.
zu einem späteren Zeitpunkt etw.
(nach)rechnen
Nach|zah|lung: die; - ; -en a) Beglei¬
chung od. Erstattung einer Rechnung
zu einem späteren Zeitpunkt b) Zah¬
lung eines weiteren Betrages an Geld
Nach|zäh|lung: die; ~ ; -en zusätzliches,
zu einem späteren Zeitpunkt erfol¬
gendes (Nach-)Rechnen, das der
Überprüfung dient
nach|zeich|nen: zeichnest nach; zeichne¬
test nach; hast nachgezeichnet 1 Li¬
nien, Farben, Muster erneut malen,
mit dem Stift nachziehen 2 <übertr.>
793
nachziehen
etw., z. B. den Lebensweg einer Per¬
son o. ä., wirklichkeitsgetreu wieder¬
geben, darstellen
nach|zie|hen: ziehst nach; zog(e)st
nach; hast/bist nachgezogen 1 hast
eine Linie o. ä. nachzeichnen 2 hast
«Technik» etw. noch fester machen 3
hast etw. hinter sich herschleifen 4
bist a) jmdm. in eine andere Stadt, ein
anderes Land o. ä. folgen b) [ugs.J
jmdm. direkt, in unmittelbarer Nahe
folgen »Die Fans zogen dem Mann¬
schaftsbus nach.« 5 hast <Schach> ei¬
nen Gegenzug ausführen 6 hast <Bio.>
etw. durch kontrollierte Aufzucht
neu hervorbringen »Erzog die seltene
Rosensorte nach.« 7 hast [ugs.] (versu¬
chen) jmdm. etw. gleichzutun; han¬
deln wie eine andere Person 6 etw.
nach sich ziehen: zur Folge haben,
als Reaktion auf etw. erfolgen
Nachfzucht: die; - ; -en <Bio.> 1 neuer¬
lich durchgeführte, planvolle Ver¬
mehrung einer bestimmten Tier- od.
Pflanzenart 2 Gesamtheit aller Erb¬
folger eines Tieres od. einer Pflanze
Nach|zug: der;-(e)s; -züge 1 nachträg¬
licher Umzug an einen Ort, an den be¬
reits andere gezogen sind 2 Sonder¬
zug, der bei hohem Bedarf eingesetzt
wird
Nach|züg|ler: der; -s; - weibl. Nach|-
ziig|la|rin: die; - ; -neu 1 Person, die
zu einer Veranstaltung o. ä. verspätet
erscheint od. erst zu einem anderen
Zeitpunkt nachkommt 2 Kind, das
lange nach seinen Geschwistern gebo¬
ren wird
Nacke|dei (Nak|kejdei —»• Na[cke|dei):
~der; -s; -s (ugs.] (junger) Mensch ohne
Bekleidung
Nacken (Nak|ken —»• Na|cken): der; -s;
- (PI. s.) 1 <Anat.> rückseitiger Über¬
gang vom Kopf zum Rücken 2 jmdm.
im Nacken sitzen: a) jmdn. unter
Druck setzen b) an jmdm. nahe dran
sein; jmdn. suchen, jagen o. ä. »Die
Polizei saß dem Flüchtigen im Nak-
ken.« c) erfüllt von etw. sein »Der
Schalk saß ihm im Nacken.« 3 jmdn.
im Nacken haben: a) unter Druck ge¬
setzt werden b) gesucht od. gejagt
werden 4 den Nacken beugen: [ver-
alt.] sich unterordnen; sich fügen; sich
unterwerfen 5 jmdm. den Nacken
beugen: [veralt] eine Person dazu be¬
wegen od. zwingen, sich unterzuord¬
nen, sich zu unterwerfen, sich zu fü¬
gen 6 den Nacken steifhalten: die
Hoffnung nicht verlieren; nicht ver¬
zweifeln 7 jmdm. den Nacken stei¬
fen, stärken: eine Person unterstüt¬
zen
nackend (nak|kend —» najckemQ: Adj.
n. stg. [veralt.] ohne Bekleidung, Syn.:
nackert; nackicht
Nacken|staijre (Nakfken|star|re —*
Na]cken|star|re): die; - ; - <Med.> Ein¬
geschränktheit der Nackenbeweglich¬
keit; Steifheit der Nackenpartie
nackert (nak|kert —> na|ckert): Adj. n.
stg. [ugs.] ohne Bekleidung, Syn.:
nackend; nackicht
nackicht (nak|kicht —* na|ckicht): Adj.
n. stg. [landsch.] ohne Bekleidung,
Syn.: nackend; nackert
nackt: Adj. n. stg. 1 a) ohne Kleidung b)
<Tier> ohne Fell od. Federn 2 «Gebäu¬
de; Gegend> öde; abweisend; farblos 3
<Fläche> offen; frei; von nichts zuge¬
deckt »Er mußte auf dem nackten Fu߬
boden schlafen.« 4 unverfälscht, in sei¬
ner ungeschönten Wirklichkeit darge¬
stellt 5 ausschließlich, nur eines be¬
treffend od. bedeutend »Er kämpfte
um das nackte Überleben.« 6 einen
Nackten kann man nicht ausziehen;
einem Nackten kann man nicht in
die Tasche greifen, fassen: wer
nichts hat, dem kann man nichts
mehr nehmen; von jmdm., der nichts
besitzt, kann man nichts erhalten
Nackt|fo|to: das; -s; -s (erotische) Foto¬
grafie einer Person ohne jede Beklei¬
dung
Nackt|frosch/[seltener] Nack|frosch:
der; -es; -frösche [ugs.] kleines unbe¬
kleidetes Kind
Nackt[heit: die; - ; -1 Zustand ohne Be¬
kleidung 2 <übertr.> Schutz- u. Hilflo¬
sigkeit des Menschen 3 <überlr.> [geh.]
ein besonders intensiver Eindruck
von etw. Kahlem, etw. Färb- u.
Glanzlosen
Nackt(ku!|tur: die; - ; -en [volkst.] Ge¬
samtheit der Ausdrucks- u. Um¬
gangsformen der Nackten u. des
Nacktseins
Nackt|mo|dell: das; -(e)s; -e Person, die
sich ohne Bekleidung fotografieren,
zeichnen, malen od. plastisch darstel¬
len läßt
Nackt|schnecke (Nackt|schnek|ke —*
Nacktlschne(cke): die; - ; -n Weich¬
tier ohne schützendes Gehäuse
Nackt[tän|zer: der; -s; - weibl. Nacktj-
tän|ze[rin: die; - ; -nen ohne Beklei¬
dung auftretende(r) Künstlerin),
der/die sich rhythmisch zu einer Mu¬
sik bewegt
Na|del: die; - ; -n 1 a) länglicher, dün¬
ner, vorne spitzer Gegenstand aus
Metall zum Einstechen in den Körper
b) länglicher, dünner, vorne spitzer
Gegenstand aus Holz, Plastik od.
Metall zum Nähen von Stoff, Leder
o. ä. 2 Teil eines Meßgerätes, der et¬
was anzeigt od. auf etw. hinweist
»Die Nadel der Tankanzeige war im
roten Bereich.« 4 «meist Technik) dün¬
ner u. spitzer Bestandteil unterschied¬
licher Geräte 5 <Bot.> spitzes, sehr
dünnes u. schmales Blatt bestimmter
Bäume »Der Tannenbaum hat das
ganze Jahr über grüne Nadeln.« 6 eine
Nadel fallen hören: Ausdruck beson¬
derer Laut- u. Regungslosigkeit sowie
intensiver Anspannung, größten In¬
teresses, höchster Wachsamkeit 7
etw. mit heiBer/mit der heifien Nadel
stricken, nähen: <Kleidung> [ugs.] a)
etw. sehr unsachgemäß, schlampig
nähen b) in sehr kurzer Zeit u. des¬
halb nachlässig etw. hersteilen od.
oberflächlich erarbeiten 8 an der Na¬
del hängen: [ugs.] süchtig sein u. sich
Rauschgift (meistens Heroin) mit ei¬
ner Spritze, Kanüle (in den Körper)
spritzen
Na|del|baum: der; -(e)s; -bäume robu¬
ster Baumtypus, der seine nadelför¬
migen (in ihrer Funktion den Laub-
blättem vergleichbaren) Grünteile an
den Zweigen auch während des Win¬
ters behält (mit Ausnahme der Ler¬
che)
na]del|fein: Adj. n. stg. feingliedrig; sehr
schmal u. spitz
na|delfferjtig: Adj. n. stg. «Stoff» soweit
vorbereitet, daß dieser für die Arbeit
mit der Nadel geeignet ist
na|del(för1«nig: Adj. n. stg. Konturen ei¬
nes feinen, spitzen Gegenstandes be¬
sitzend
Na|del|ge|hölz: das; -es; -e 1 Ansamm¬
lung von mehreren Nadelbäumen od.
Nadelgewächsen 2 Sammelbegriff für
alle Sorten von Nadelbäumen
Na|del|holz: das; -es; -hölzer 1 PI. Sam¬
melbegriff für alle Sorten von Nadel¬
bäumen 2 aus Nadelbäumen gewon¬
nenes Material, welches z. B. für die
Herstellung von Möbeln weiterverar¬
beitet werden kann
Na|del|kis|sen: das; -s; - weicher Ge¬
genstand, in den die Nadeln zur Auf¬
bewahrung hineingestochen werden
najdeln: nadelt; nadelte; hat genadelt
«Nadeln der Nadelbäume» herunter¬
fallen; abfallen
Najdeljöhr. das; -(e)s; -e 1 kleiner
Schlitz in der Nadel zum Durchziehen
des Fadens 2 «übertr.» besonders enge
Stelle auf (Transport-)Wegen, Stra¬
ßen o. ä., an der sehr viel Verkehr,
Menschen u. Material Zusammentref¬
fen
na|del|spitz: Adj. n. stg, «Ende eines Ge¬
genstandes» sehr dünn u. fein
Na|del|spit|ze: die; - ; -n 1 vorderster,
zum Durchstechen von etw. geeigne¬
ter Teil einer Nadel 2 durch Nadelar¬
beit hergestellte Enden von Tischdek-
ken o. ä.
Na|del|sticb: der; -(e)s; -e 1 Durchboh¬
ren von etw. mit einer Nadel 2 häufig
PI. kleinere Bösartigkeiten gegen
jmdn. »Seine Neckereien trafen sie wie
kleine Nadelstiche.« 3 es schmerzt
wie tausend Nadelstiche: etw. verur¬
sacht heftige Schmerzen
Na|del|strei|fen: der; -s; - Stoffmuster
mit sehr dünnen, senkrecht verlaufen¬
den, zumeist farbigen Linien
Na|del|wald: der; -(e)s; -wälder größe¬
res Gebiet, welches ausschließlich
von Nadelbäumen bewachsen ist
n. a. g.: Abk. nicht anderweitig genannt
Na|gel: der; -s; Nägel 1 spitzer Metall¬
stift mit meist abgerundetem Kopf,
der in die Wand, in Holz o. ä. mit
dem Hammer eingeschlagen wird, um
etw. zusammenzuhalten od. um etw.
daran aufzuhängen 2 «Anat.» Hom-
plättchen auf dem vordersten Finger-
od. Zehenglied 3 Nägel mit Käpten
machen: [ugs.] etw. richtig, schnell u.
zielstrebig erledigen 4 etw. an den
Nagel hängen: [ugs.] etw. (häufig Be¬
ruf od. Sport) nicht mehr tun, aufge¬
ben, beenden »Ich habe das Fußball¬
spielen an den Nagel gehängt.« 5 sich
etw. unter den Nagel reißen: [ugs.]
sich etw. (unrechtmäßig) nehmen
»Nach dem Tod der Großmutter hat
sie sich den Schmuck sofort unter den
Nagel gerissen.« 6 ein Nagel zu jmds.
Sarg sein: [ugs.; salopp] jmdm. nur
Sorgen u. Schwierigkeiten machen u.
somit die Gesundheit eines anderen
gefährden 7 jmdm. brennt etw. auf/
unter den Nägeln: [ugs.] etw. ist für
jmdn. sehr wichtig, höchst eilig, aber
auch (häufig) unangenehm, peinlich 8
794
Näherung
den Nagel auf den Kopf treffen: [ugs.]
den wichtigsten Punkt in einer Sache
sofort erkennen u. benennen 9 jmdm.
nicht das Schwarze unter den Nä¬
geln gönnen: [ugs.] jmdm. nichts zu¬
gestehen; neidisch auf jmdn. sein
Na|gel|bett: das; -(e)s; -en <Anat.> Teil
der Finger od. der Zehen, der sich un¬
ter dem Nagel an den Finger- od. Ze¬
henspitzen befindet
Na|geljfei|le: die; ~ ; -n kleines Gerät
zum Glattschleifen der Finger- od.
Zehennägel
Na|gel|haut: die; - ; -häute <Anat.>
Hautschicht am Rand des Finger- od.
Zehennagels
Näjgel|kau|en: das; -s; - nervöses, zu¬
meist unbewußtes Knabbern u. Bei¬
ßen an den Fingernägeln od. -kuppen
Na|gel|lack: der; -(e)s; -e Farbe, die aus
kosmetischen Gründen auf Finger- u.
Zehennägel gemalt wird
na|geln: nagelst; nageltest; hast genagelt
1 a) mit Metall- od. Holznägeln etw.
anbringen od. befestigen b) mit Me¬
tall- od. Holznägeln etw. zusammen¬
fügen od. -halten 2 [fachsprl.] (Diesel¬
motor) ein besonders markantes Ge¬
räusch von sich geben 3 <Med.> gebro¬
chene Knochen durch kleine Metall¬
stifte wieder begradigen u. stabilisie¬
ren 4 [ugs.; derb] mit jmdm.
Geschlechtsverkehr haben
nataellneu: Adj. [ugs.] ganz neu; gerade
erst fertiggestellt od. erhalten
Na|gel|pro|be: die; ~ ; -n besondere Auf¬
gabe, ein besonderer Test für etw. od.
für jmdn.
Na|gel|sche|re: die; - ; -n gekrümmtes
Schneidegerät für die Pflege der Fin¬
ger- u. Zehnägel
Na)ge|lung: die; • ; -en 1 das Einschla¬
gen eines Nagels in ein Material 2
Stelle, an der ein Nagel etw. zusam¬
menhält
na|gen: nagst; nagtest; hast genagt 1 a)
mit den Zähnen an etw. knabbern;
von etw. kleine Stücke abbeißen »Der
junge Hund nagte an den Fußleisten.«
b) durch etw. durchbeißen; Löcher in
etw. hineinfressen 2 nichts zu nagen
haben: [ugs.] sehr arm sein (u. nichts
od. nur sehr wenig zu essen haben) 3
an etw. nagt der Zahn der Zeit: an
etw. sind Alterserscheinungen zu er¬
kennen »An dem alten Haus nagte
schon der Zahn der Zeit.«
Na|gen der; -s; ~ <Zool.> pflanzenfres¬
sendes Säugetier mit kräftigem Ge¬
biß, mit dem es auch härtere Pflanzen
anknabbern od. zerbeißen kann
-nah: Wortbildungselement 1 (positiv
empfunden) mit dem im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrücktem eng verbun¬
den »zuschauernah; wirklichkeitsnah«
2 ähnlich wie das im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückte »mafianah; partei¬
nah« 3 dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten räumlich naheliegend
»grenznah« Ant.: -fern
nah/na|he: I Adj. näher; nächste 1 räum¬
lich in der Nähe von; nicht weit ent¬
fernt »Sie wohnt nah(e) bei der
Schule.« 2 zeitlich in direkter Zu¬
kunft; bald; in überschaubarer, kür¬
zerer Zeit »Ihr Besuch steht nahe
bevor.« 3 eine enge, vertraute Bezie¬
hung zu jmdm. od. etw. habend »Er
steht ihr nahe.« II Präp. mit Dat. 1 in
der Nähe von 2 nahe dran sein/nahe
an einer Sache dran sein etw. beina¬
he geschafft, verstanden od. erledigt
haben 3 jmdm. zu nahe treten: jmdn,
beleidigen, (seelisch) verletzen; sich in
jmds. persönliche u. private Dinge
entmischen 4 von nahem: aus gerin¬
ger Distanz; sehr detailliert od. kri¬
tisch 5 aus, von nah u. fern: aus aller
Welt; von vielen Orten; aus vielen
Richtungen
—> nah verwandt s. nahverwandt
—3- na|he bringen: s. nahebringen
—» nä|he gejhere s. nahegehen
—* na|he kom|men: s. nahekommen
—» na|he leigen: s. nahelegen
—> na|he liejgemt s. naheliegend
—»■ najhe stejherc s. nahestehen
—» na|he ste|hencfc s. nahestehend
—* na]he trejtert s. nahetreten
Nah|auf|nah|me: die; - ; -n (Film; Foto>
aus großer Nähe aufgenommenes
Bild
Nahjbe|reich: der; -(e)s; -e Umgebung,
die in unmittelbarer Entfernung liegt
Nah|bril|!e: die; - ; -n [ugs.] optische Hil¬
fe, die bei Sehschwächen das Lesen u.
Erkennen auf kurze Distanz ermög¬
licht od. erleichtert
Nä|he: die; - ; -1 räumlich geringe Ent¬
fernung »In der Nähe ist ein
Postamt.« 2 zeitlich kurze Zeit »Der
Sieg lag in greifbarer Nähe.« 3 enges,
vertrautes Verhältnis; persönliche
Anwesenheit von jmdm.
na|he|bei: Adv. örtlich, zeitlich u.
menschlich nicht weit von jmdm. od.
etw. entfernt
na|he|brin|gen —> na|he brjn|gert
bringst nahe; brachtest nahe; hast na¬
hegebracht —»•hast nahe
gebracht*— 1 für einen Stoff interes¬
sieren; etw. Wissenswertes erläutern
»Er brachte seinen Schülern die Lite¬
ratur der Romantik nahe.« 2 zusam¬
menbringen »Der Tod der Eltern
brachte die Kinder einander sehr na¬
he.«
na|he|ge|hen —*■ najhe gejhere geht na¬
he; ging nahe; ist nahegegangen
—>ist nahe gegangene— gefühlsmä¬
ßig stark berühren, treffen; innerlich
schmerzen »Der Tod des Freundes
ging ihnen sehr nahe.«
Nah|ein|stel|lung: die; ~ / -en (Film,
Photographie) 1 a) Kameraeinstel¬
lung auf eine sehr kurze Distanz b)
Aufnahme mit dem Fotoapparat, der
Film-, Videokamera aus kurzer Di¬
stanz 2 ungeschnittene Filmszene, die
ein Objekt in Großaufnahme zeigt
na|he|kom|men —* najhe kom|men:
kommst nahe; kamfejst nahe; bist
nahegekommen —>bist nahe
gekommen*— 1 a) sich annähem
»Die Höhe der Miete kommt unseren
Möglichkeiten nahe.« b) sehr ähnlich
sein »Die Kopie des Bildes kam dem
Original sehr nahe.« 2 gefühlsmäßig,
menschlich annähem
na|he|le|gen —» na|he le|gen: legst na¬
he; legtest nahe; hast nahegelegt
—>hast nahe gelegt*— jmdn. er¬
mahnen, ermutigen od. anspomen,
etw. zu tun; dringend zu etw. raten
na|he|lie|gend —*■ na|hei]e|gend: Adj.
leicht verständlich u. daher einfach
einzusehen; einleuchtend
nä|han: nähst; nähtest; hast genäht in
verschiedener Art u. Weise mit unter¬
schiedlichen Textilien u. a. Stoffen ar¬
beiten, z. B. Kleidung herstellen
nä|her: Adj. nächste 1 Komparativ zu na¬
he 2 a) sehr dicht (räumlich, zeitlich)
an etw. dran »Sie kam dem Gipfel im¬
mer näher.« b) n. stg. detailliert; einge¬
hend »Er beschäftigte sich näher mit
dem Problem.«
—» nä|her bringen: s. näherbringen
—> näjher komjmen: s. näherkommen
—»■ njj|her Helgen: s. näherliegen
—» näjher Ijejgend: s. näherliegend
—» näjher stejhen: s. näherstehen
—» nä|her tre|terc s. nähertreten
nä|her|brin|gen —*■ nä|her brinjgeit
bringst näher; brachtest näher; hast
nähergebracht —>hast näher
gebracht*— jmdn. langsam heran¬
führen u. für etw. interessieren; zeigen
»Er brachte ihr die Literatur näher.«
Nä|he|iej: die; - ; -en 1 handwerkliche
Arbeit, die sich in verschiedener Art
u. Weise mit unterschiedlichen Texti¬
lien u. a. Stoffen befaßt 2 Produkt od.
Ergebnis von Näharbeiten
Nah|erjho|lungs|ge|biet: das; -(e)s; -e
besondere Fläche od. ausgewiesenes
Terrain am Rande od. in unmittelba¬
rer Nähe einer Stadt, das für die Ent¬
spannung u. Regeneration der Men¬
schen aus den Städten gedacht ist
nä|her|kom|men —> näjher kom|men:
kommst näher; kam(e)st näher; bist
nähergekommen —»-bist näher
gekommen*— 1 eine räumliche Di¬
stanz verringern »Sie sah den Wagen
näherkommen.« 2 jmdn. od. etw. bes¬
ser, intimer, genauer kennen- od. ver¬
stehenlernen
nä|her|lie|gen —» nä|her liejgen: liegt
näher; lag näher; hat nähergelegen
—>hat näher gelegen*— 1 als sich
direkt An bietendes in Betracht zu zie¬
hen sein »Was liegt näher, als mit sei¬
ner Freundin in den Urlaub zu fahren.«
2 räumlich enger beieinander sein
nä|her|lie|gend —> näjher Neigend:
Adj. als sich direkt Anbietendes in Be¬
tracht zu ziehen sein
näjhern, sich: näherst dich; nähertest
dich; hast dich genähert 1 räumlich die
Entfernung zu etw. od. jmdm. verrin¬
gern 2 in einer bestimmten Zeit, in
Kürze kommen 3 in einer bestimmten
Absicht in ein Verhältnis zu jmdm.
gelangen
nä|heijste|hen —» näjher stejhene
stehst näher; stand(e)st näher; hast
nähergestanden —*hast näher
gestanden*— 1 ein gutes, enges Ver¬
hältnis zu jmdm. od. etw. haben »Sie
stand ihren Eltern sehr nahe.« 2 sich in
geringer räumlicher Distanz zu
jmdm. od. etw. befinden
nä|her|tre|ten —» nä|her trejteit trittst
näher; trat(e)st näher; bist
nähergetreten —>bist näher
getreten*-— 1 räumlich näher kom¬
men; dichter herantreten 2 genauer in
Betracht ziehen; sich vertrauter ma¬
chen
Nä|he|rung: die; - ; -en (Math.) Ergeb¬
nis, welches dicht an die vorgegebene
795
nahestehen nahe
Zahl od. das erwartete Resultat her¬
ankommt, Syn.: [fremdsprl.] Appro¬
ximationswert
na]he|ste|hen —» na|he stejhen: stehst
nahe; stand(e)st nahe; hast nahege¬
standen —±hast nahe gestanden<—
in einem sehr engen menschlichen,
ideellen, politischen o. ä. Verhältnis
zu etw. stehen
najhe|ste|hend —* na|he ste|hend: Adj.
sich in enger Beziehung zu jmdm. od.
etw. befindend
na]he|tre|ten —* najhe treften: trittst
nahe; trat(e)st nahe; bist nahegetreten
—»-bist nahe getreten<— an jmdn.
od. etw. dichter, enger herankommen
najhe|zu: Adv. fast; nicht ganz »Nahezu
alle eingeladenen Personen waren ge¬
kommen.« Syn.: beinahe
Nah|kampf: der; -(e)s; -kämpfe 1 <Mi-
lit.) kriegerische Auseinandersetzung,
in der ein Soldat direkt mit einem an¬
deren Soldaten kämpft 2 <Sport> Si¬
tuationen in verschiedenen Kampf¬
sportarten (Boxen, Ringen, o. ä.), in
der die Athleten direkt miteinander
kämpfen
Näh|na(del: die; - ; -n dünnes u. spitzes,
(meistens) aus Metall bestehendes
Handwerkszeug zum Nähen
Nah|pst: der; -en; - <Geographie> kurz
für Naher Osten = Länder im vor¬
derasiatischen Raum
nahjöst}lich: Adj. n. stg. <Geographie>
Länder des vorderasiatischen Rau¬
mes betreffend
Nährjbo|den: der; -s; -böden <Bio.> flüs¬
siges od. festes Substrat zum Anbau
u. zur Aufzucht von Mikroorganis¬
men
nahijhaft: Adj. nahrhafter; nahrhafteste
verschiedene Nährstoffe, Mineralien,
Salze o. ä. enthaltend
Nähijlö|sung: die; ~ ; -en 1 <Med.> Infu¬
sionsflüssigkeit, die lebenswichtige
Nährstoffe enthält u. dem Patienten
intravenös zugeführt wird 2 <Bio.>
flüssiges Substrat zum Anbau u. zur
Aufzucht von Mikroorganismen
Nähijmit|tel: das; -s; - umfassende Be¬
zeichnung verschiedener nährstoffrei¬
cher, lebensnotwendiger Lebensmit¬
tel, z. B. Hülsenfrüchte, Getreide o. ä.
Nährjstoff: der; -(e)s; -e Substanz, die
Pflanzen, Tiere u. Menschen für Auf¬
bau u. Aufrechterhaltung der Lebens¬
funktionen benötigen, Syn.: Nah¬
rungsstoff
nährjstoff|ami: Adj. nährstoffärmer;
nährstoffärmste eine geringe Nähr¬
stoffmenge besitzend
nährjstofflreich: Adj. einen hohen An¬
teil an Nährstoffen besitzend
Nah|rung: die; - ; - u. (fachsprl.J -en 1
Essen u. Trinken, das ein Lebewesen
zu sich nimmt, um leben u. existieren
zu können 2 (neue) Nahrung bekom¬
men, finden: Unterstützung finden;
verstärkt werden »Durch ihre Bemer¬
kungen in der Öffentlichkeit hat das
Gerücht neue Nahrung bekommen.« 3
einer Sache (neue) Nahrung geben:
etw. neue Anregungen od. Informa¬
tionen geben; etw. wieder neu entste¬
hen lassen
Nah|rungs|ket|te: die; - ; -n <Bio.> Folge
"von Organismen, die als Nahrung
dienen
Nah|rungs|man|gel: der; -s; -mängel
Fehlen von Nährstoffen, Lebensmit¬
teln, Möglichkeiten der ausreichen¬
den Ernährung
Nsh|rungs|mitftel: das; -s; - natürliche
od. künstlich hergestellte Produkte,
die die für die menschliche Ernährung
notwendigen Nahrungsstoffe enthal¬
ten
Nah|rungs|mit|telfver|glf|tung: die; - ;
-en <Med.> Vergiftung des Körpers
durch Aufnahme verunreinigter, gif¬
tiger, verdorbener od. infizierter Le¬
bensmittel
Nahjrungs|su|che: die; - ; -n regelmäßi¬
ges, lebensnotwendiges Aufspüren
von etw. Freßbarem bei Tieren
Nah|rungs|ver|wei|ge|rung: die; ~ ; -en
Ablehnung der Nahrungsaufnahme
Nährjwert: der; -(e)s; -e Wert eines
Nahrungmittels für den Organismus
Naht: die; - ; Nähte 1 a) Linie, an der
zwei Teile (gleichen Materials) zu¬
sammengefügt wurden b) <Med.> Stel¬
le, an der eine offene Verletzung
durch einen chirurgischen Eingriff ge¬
schlossen wurde 2 etw. auf der Naht
haben: [landsch.] sehr wohlhabend
sein; viel besitzen 3 eine Naht drauf
haben: [ugs.] sehr schnell sein 4 aus
den, allen Nähten platzen: [ugs.] I. zu
voll werden; keinen Platz, Raum
mehr bieten 2. an Körpergewicht
stark zunehmen; dick, fett werden 5
eine Naht bekommen, beziehen:
[veralt.] geschlagen, geprügelt werden
6 eine gute Naht saufen: [veralt.] sehr
viel Alkohol zu sich nehmen
naht|los: Adj. n. stg. 1 keine Naht auf¬
weisend; glatt; aus einem Stück 2
<übertr.> übergangslos; ohne Schwie¬
rigkeiten
Nah|veiikehn der; -(e)s; - Verbund
sämtlicher Verkehrsarten in der nähe¬
ren Umgebung
nah|ver|wandt —* nah verwandt: Adj.
näher verwandt; am nächsten
verwandt<— 1 in der Generationen¬
folge nahestehend 2 sehr ähnlich
Näh|zeug: das; ~(e)s; - alle Utensilien,
die man beim Nähen benötigt
Nah|ziel: das; -(e)s; -e angestrebter
Punkt, Plan, Zeitpunkt o. ä., der in
kurzer, absehbarer Zeit erreicht wer¬
den kann
na|iv: <lat.-fr.> /naif/ Adj. a) unbefangen
wie ein Kind; gutgläubig; arglos b) tö¬
richt; ohne Beurteilungsmöglichkei¬
ten; ohne Fachwissen
Nal|yi|tät —> Na|i|vi|tät: dal.-fr» /na-
iwität/ die; - ; - Gutgläubigkeit; Un¬
befangenheit; Einfältigkeif; Treuher¬
zigkeit
nam.: Abk. 1 namens 2 namentlich
Najme: der; -ns; -«/[selten] Na|men: der;
-s; -1a) persönliche Bezeichnung,
Benennung eines Lebewesens »Der
Name des Kindes ist Petra.« b) Be¬
zeichnung einer Art, Sorte od. eines
speziellen Typus 2 Bekanntheitsgrad,
der mit einem bestimmten Ansehen,
Ruhm verbunden ist »Er hat einen
(großen) Namen auf dem Gebiet der
Herzchirurgie.« 3 a) einen guten Na¬
men haben: sehr geachtet, respektiert
sein b) sich einen Namen machen:
durch etw. bekannt, berühmt, geach¬
tet werden 4 in jmds. Namen: im Auf¬
trag od. Vertretung von jmdm. 5 Na¬
me ist Schall u. Rauch: der Name ei¬
ner Person sagt nichts über den Cha¬
rakter, die Fähigkeiten einer Person 6
die Dinge beim Namen nennen: etw.,
worum es sich handelt, direkt aus¬
sprechen »Nennen Sie die Dinge doch
endlich beim Namen!«
Na|men(kun|de: die; - ; - Lehre u. For¬
schung über die Ursprünge, Entwick¬
lungen u. Veränderungen der Namen,
Syn.: [fremdsprl.] Onomastik
najmen|kund|lich: Adj. n. stg. Lehre u.
Forschung betreffend, die die Ur¬
sprünge, Entwicklungen u. Verände¬
rungen der Namen untersuchen
na|men|los: Adj. n. stg. 1 a) ohne Benen¬
nung, Bezeichnung b) unbekannt
»Das Bild stammt von einem namenlo¬
sen Maler 2 [ugs.] tief beeindruckend;
einen Umfang erreichend, den man
nicht mehr benennen kann »Ihn er¬
griff namenlose Angst«
Na]men|re|gi|ster —» Na]men|re]gis|-
ter: das; -s; - (zumeist) tabellarische
Aufreihung der Namen, z. B. einer
Stadt od. eines Vereines
namens: Präp. mit Gen. 1 [amtssprl.]
im Namen von etw. od jmdm. 2 Na¬
me von jmdm. od. etw. in direkter
Nennung der betreffenden Person
Na|mens|fest: das; -(e)s; -e Feier, die
an dem Tag zu Ehren des Schutzheili¬
gen, von dem man seinen Vornamen
hat, gefeiert wird, Syn.: Namenstag
Na|mens|tag: der; -(e)s; -e Kalender¬
tag, an dem des Heiligen, der Na¬
menspatron ist, gedacht wird Syn.:
Namensfest
Na|mensjzug: der; -(e)s; Namenszüge
a) (typische) Unterschrift, Signatur
einer Person b) [veralt.] künstlerisch
dargestellte Abkürzung des vollen
Namens
na|ment|lich: I Adj. n. stg. mit Bezeich¬
nung, Benennung versehen »Die Ab¬
iturienten wurden namentlich
verlesen.« II Adv. ausdrücklich; in be¬
sonderer Weise »Der Berg ist nament¬
lich im Winter nicht zu besteigen.«
nam|haft: Adj. namhafter; namhafteste 1
bedeutend; bekannt 2 <Menge; Grö¬
ße) besonders bemerkenswert, auffäl¬
lig »Er spendete einen namhaften
Geldbetrag.« 3 etw., jmdn. namhaft
machen: [amtssprl.] eine Person od.
etw. finden, bezeichnen können »Die
Polizei hat den Betrüger namhaft ge¬
macht.«
Nam|haft]ma|chung: die; - ; -en <Ver-
waltungsw.» das Herausfinden von
etw. od. jmdm.
näml.: Abk. nämlich
nämjlich: I Adj. n. stg. [veralt.; geh.] auf
(eine) bestimmte Person(en) verwei¬
send; der-, die-, dasselbe II Adv. 1 a)
etw. Vorhergegangenes belegend, be¬
weisend od. erläuternd b) eine erwei¬
ternde Erklärung od. Erläuterung si¬
gnalisierend »Als das Unwetter los¬
brach, mußten wir nämlich erst die
Wäsche reinholen.« 2 der, die, das
nämliche—> der, die, das Nämliche:
der-, die-, dasjenige
Na|nis|mus: <gr.> der; - ; - <Med.> Min¬
derwuchs; Kleinwuchs
Na|no-: <gr.-lat.> Wortbildungselement
(teilweise betont) ein Milliardstel der
796
Naae
jeweiligen Einheit, dessen, was hinter
der Vorsilbe steht
Na|no|ms|ten (gr.> der u. das; -s; - (Phy¬
sik) milliardstel Meter (1 Nanometer
= IO-’)
Na|palm: (Warenzeichen} Kurzw. das;
-s; - Naphthensäure u. Palmitinsäure
(wird zur Herstellung von Brand¬
bomben verwendet)
Na|palm|bom|be: die; - ; -n Brandbom¬
be mit vernichtender Wirkung
Napf: der;-(e)s: Näpfe einfache, flache,
runde Schale für Essensbeilagen; Fut¬
terbehälter für Tiere
Näpf|chen: das; -s; - Verkleinerungs¬
form von Napf; kleiner flacher Topf,
in den das Futter von Tieren gefüllt
wird; sehr einfaches Eßgeschirr
Nap|pa: das; -s; - u. (Sorten) -s sehr fei¬
nes, weichgegerbtes Material aus der
Haut eines Tieres, das zur Herstel¬
lung verschiedener Kleidungsstücke
dient, Kurzwort für Nappaleder
Nap|pa|le|der: das; -s; - nachgegerbtes
u. dadurch besonders weiches Leder
Narjbe: die; - ; -n 1 <Med.) nicht mehr
rückbildungsfähige Strukturverände¬
rung mit Bindegewebsvermehrung
nach Hautverletzungen 2 <Bot.> Be¬
reich des Fruchtknotens bei Pflanzen,
der die umherfliegenden Blütenpollen
aufnimmt 3 Bezeichnung für die ober¬
ste Schicht eines Rasens; Grasnarbe 4
die Narbe bleibt, auch wenn die
Wunde heilt: ein schlimmes Erlebnis
wird man nie ganz vergessen können
Nar|ben: der; -s; - (Gerberei) äußerste,
gemusterte Schicht einer Tierhaut,
die durch eine spezielle Behandlung
herausgearbeitet wird
narjben: narbst; narbtest; hast genarbt
a) (Gerberei) Haare, Borsten usw. von
einer zu gerbenden Tierhaut lösen b)
(Gerberei) Tierhäute weiter behan¬
deln, bis deren besondere Oberflä¬
chenstruktursichtbar wird
narjbig: Adj. Haut od. Oberfläche, die
viele sichtbare Merkmale von Verlet¬
zungen o. ä. aufweist
Narjko|se: <gr.> die; - ; -n (Med.) 1 Be¬
täubung mit Schmerz- u. z. T. Be¬
wußtseinsausschaltung durch Zufuhr
von Narkotika 2 örtliche Narkose:
Betäubung eines Körperteils zur
Schmerzausschaltung ohne Bewußt¬
seinsausschaltung 3 Vollnarkose: Be¬
täubung des ganzen Organismus mit
Bewußtseinsausschaltung
Nar|ko|sefap|pa|rat: der; -(e)s; -e
(Med.) Gerät, das alle Einrichtungen
enthält, die man zur Durchführung
einer Inhalationsnarkose mit Beat¬
mung benötigt
Nar|ko|se|arzL‘ der; -es; -ärzte weibl.
Narjkg|se|ärz|tin: die; - ; -nen Fach-
arzt/ärztin auf dem Gebiet der Nar¬
kose u. Lokalanästhesie, Syn.:
[fremdsprl.] Anästhesist(in)
Nar|ko|ti|kum: <gr.-lat.> das; -s; Narkoti¬
ka (Med.) betäubendes Pharmazeuti-
kum, das geeignet ist, eine Narkose
herbeizuführen
narjkpjtisch: Adj. n. stg. (Med.) geeig¬
net, eine Narkose herbeizuführen
nar|ko|ti|sje|ren: narkotisierst; narkoti¬
siertest; hast narkotisiert (Med.) eine
Narkose herbeiführen
Nar|ko|tijsie|ning: die; - ; -en (Med.)
Herbeiführung einer Narkose
Narr: der; -en; -en weibl. Naijrin: die; - ;
-nen 1 [geh.; veralt.] Person, die
dumm u. einfältig ist od. dafür gehal¬
ten wird Zm. PI. Person, die Karneval
feiert 3 nur männl. (Geschichte) männ¬
liche Person, die an Fürstenhöfen die
Aufgabe hatte, den Hof zu unterhal¬
ten (und dabei oft sehr großen Ein¬
fluß hatte) 4 jmdn. zum Narren
halten: [ugs.] jmdm. etw. vormachen,
jmdn. absichtlich täuschen S einen
Narren an jmdm., etw. gefressen
haben: [ugs.] jmdn. od. etw. beson¬
ders gern mögen 6 wer sein eigener
Lehrmeister sein will, hat einen Nar¬
ren zum Schüler, wer glaubt, alles
selbst, aus eigener Kraft lernen, wis¬
sen o. ä. zu können, ist dumm 7 ein
Narr kann mehr fragen, als sieben
Weise beantworten können: auch
Menschen, die besonders klug, gebil¬
det, lebenserfahren sind, können oft
die naivsten, einfachsten Fragen nicht
(zufriedenstellend) beantworten 8 in
Schurken u. Narren teilt sich die
Welt: auf der Welt gibt es gute u. böse
Menschen 9 wenn man den Narren
zum Markte schickt, freut sich der
Krämer: jmd., der unerfahren, ver¬
trauensselig, gutgläubig o. ä. ist, wird
meistens betrogen 10 Narren sagen,
was die Klugen denken: ein einfälti¬
ger Mensch spricht das aus, was er
denkt, während ein kluger sinnvoller¬
weise schweigt 11 Narrenhände be¬
schmieren Tisch u. Wände: es gehört
sich nicht, es ist dumm, Dinge zu be¬
malen, verunzieren, verschandeln, die
nicht dafür gedacht sind
narjra|tiv: (lat.) /narratif/ Adj. n. stg.
(Sprachwiss., Literaturwiss.) etw. (in
schöner Form) berichtend, darstel¬
lend, schildernd od. wiedergebend;
erzählend
Nar|ra|ti|vik: <lat.> /narratiwick/ die; ~ ; -
(Sprachwiss.) Lehre u. Forschung
über das Berichten, Darstellen, Schil¬
dern (in schöner Form)
narjren: narrst; narrtest; hast genarrt 1
[geh.] hinters Licht führen; etw. Vor¬
spielen; austricksen 2 sich narren
lassen: sich etw. Vorspielen lassen;
sich täuschen od. hinters Licht führen
lassen
Nar|re|tei: die; - ; -en [geh.] a) Streiche;
lustiges Treiben bj unvernünftiges
Handeln
Nanjheit: die; - ; -en a) Unvernunft b)
lustiger Scherz
närlrisch: Adj. verrückt; töricht; spaßig;
fröhlich; lustig; ausgelassen
Nar]zj8 —»• Narjziss: <gr.> der; Narzis¬
ses; Narzisse (gr. Mythologie) 1 schö¬
nerjunger Mann, der sich in sein eige¬
nes Spiegelbild verliebte u. in eine
Narzisse verwandelt wurde 2 nur sich
selbst liebender u. bewundernder
Mensch
Nar|zis|se: die; - ; -n Zwiebelpflanze aus
der Gattung der Amaryllisgewächse,
die im Frühjahr bl üht -
Nar[zi8|mus —* Nar]ziss|mus: <gr.-lat.i
der; - ; - (Psychologie) Ausdrucks¬
form des Autoerotismus, bei der sich
die gesamte Libido auf das Ich be¬
zieht
NarjziBt —» Naijzissfc der; -en; -en nar¬
zißtischer Mensch
nar|zi8|tisch nar|ziss|tisch: Adj. a)
nur sich selbst liebend b) den Nafziß-
mus betreffend
NASA: /nasa/ Abk. die; - ; - National
Aeronautics and Space Administrati¬
on = amerikanische Institution der
Weltraum- u. Luftfahrtforschung
Na|sal: <lat.> der; -(e)s; -e (Sprachwiss.)
LaTit, der durch das teilweise Ablas¬
sen der Luft durch die Nase entsteht
najsal: (lat.) Adj. n. stg. 1 beim Reden
etw. Luft durch die Nase ablassend 2
(Med.) in bezug auf die Nase 3
(Sprachwiss.) durch die Nase zu spre¬
chen
na|sa|lie|ren: nasalierst; nasaliertest;
hast nasaliert (Sprachwiss.) beim
Sprechen einige Laute auf spezielle
Weise betonen, indem Luft durch die
Nase geblasen wird
Na|sa|lie|rung: die; - ; -en (Sprachwiss.)
spezielle Betonung einiger Laute beim
Sprechen, indem Luft durch die Nase
geblasen wird
na|schen: naschst; naschtest; hast ge¬
nascht 1 a) etw. weniger aus Hunger
als aus Appetit lustvoll essen b) heim¬
lich u. unerlaubter Weise etw. essen 2
Naschen macht leere Taschen: man
soll sein Geld nicht für unwichtige,
unnütze, luxuriöse o. ä. Dinge ausge¬
ben, verschwenden
nasch|hafb Adj. naschhafter; naschhaf¬
teste oft u. viel Süßigkeiten außerhalb
der Mahlzeiten essend
Nasch|kat|ze: die; - (-n [ugs.] Person,
die häufig Süßigkeiten o. ä. ißt
Na|se: die; - ; -n 1 in der Mitte des Ge¬
sichts unter den Augen u. über dem
Mund herausragendes Organ, mit
dem Luft ein- u. ausgeatmet wird u.
Gerüche wahrgenommen werden 2
sich eine goldene Nase verdienen:
[ugs.] geschäftstüchtig sein u. viel
Geld erhalten, erwirtschaften »Er hat
sich mit seinem Lokal eine goldene Na¬
se verdient.« 3 jmdn. mit der Nase auf
etw. stoßen: [ugs.] jmdm. einen deut¬
lichen Hinweis geben 4 sich an die ei¬
gene Nase fassen: [ugs.] seine eige¬
nen Schwächen u. Fehler erkennen;
über sich selber nachdenken 5 eine
gute, feine Nase (für etw.) haben:
[ugs.] ein besonderes Gefühl, einen
besonderen Sinn (für etw.) haben;
etw. richtig einschätzen 6 eins auf die
Nase bekommen, kriegen: [ugs.] 1.
Schläge (nicht nur auf die Nase) be¬
ziehen 2. (übertr.) gerügt, in die
Schranken gewiesen werden 7 die Na¬
se über jmdn., etw. rümpfen: jmdn.
od. etw. verachten od. überheblich
ansehen 8 seine Nase in etw. stek-
ken, überall hineinstecken: [ugs.]
sehr neugierig sein; sich in alles einmi¬
schen; sich für alles interessieren 9
seine, die Nase in ein Buch stecken:
[ugs.] a) sehr interessiert u. engagiert
ein Buch lesen b) lernen 10 die Nase
hoch tragen: [abwert.] hochnäsig, ar¬
rogant sein 11 die Nase vom haben:
[ugs.] erfolgreich sein; schneller u. cle¬
verer sein als andere 12 (immer) der
Nase nach: [ugs.] 1. immer weiter ge¬
radeaus 2. seinem Gefühl od. Instinkt
folgend 13 (von jmdm., etw.) die Na-
797
naselang
se (gestrichen) voll haben: [ugs.] von
jmdm. od. etw. genug haben, nicht
mehr mögen, nicht mehr mitmachen
14 jmdn. an der Nase herumführen:
[ugs.] jmdn. belügen, narren, überli¬
sten, hinters Licht führen 1S die rich¬
tige Nase (das richtige Naschen)
haben: [ugs.] etw. genau ahnen, vor¬
hersehen od. einschätzen 16 jmdm.
eine (lange) Nase drehen, machen:
[ugs.] sich über jmdn, lustig machen;
jmdn. verspotten 17 auf die Nase
fallen: [ugs.] etw. klappt nicht; einen
Fehlversuch haben 18 jmdm. etw. auf
die Nase binden: [ugs.] jmdm. etw. di¬
rekt, ohne Rücksicht erzählen 19
jmdm. auf der Nase herumtanzen:
[ugs.] rücksichtslos etw. tun; machen,
was man will; nicht gehorchen; die
Gutmütigkeit anderer ausnutzen 20
jmdm. etw. an der Nase(nspitze)
ansehen: [ugs.] am äußeren Erschei¬
nungsbild von jmdm. sofort erken¬
nen, was mit der Person los ist 21
{nicht) nach jmds. Nase sein: [Ugs.]
jmdn. od. etw. (nicht) sympathisch,
(nicht) angenehm finden 22 jmdm.
etw. unter die Nase reiben: [ugs.]
jmdm. etw. direkt u. ohne Rücksich¬
ten sagen, vorwerfen; jmdn. einer
Tat, Handlungsweise wegen tadeln
od. anschuldigen 23 jmdm. etw. od.
jmdn. vor die Nase setzen: [ugs.]
jmdm. etw. od. jmdn. vorgeben, das
od. dem dieser (auch gegen seinen
Willen) zu folgen hat 24 jmdm. etw.
vor der Nase wegschnappen: [ugs.]
kurz vor jmd. anderem etw. (schnell)
erstehen, bekommen od. an sich neh¬
men 25 die Nase zu tief ins Glas
stecken: zuviel Alkohol zu sich neh¬
men 26 sich die Nase begieSen:
[ugs.] viel Alkohol zu sich nehmen;
sich einen Rausch antrinken 27
jmdm. gefällt, paßt jmds. Nase nicht:
[ugs.] eine Person nicht mögen, un-
symphatisch finden 28 auf der Nase
liegen: [ugs.] erkrankt, matt od.
schwach sein; das Bett hüten 29
jmdm. in die Nase stechen: [ugs.]
jmd. gefallen 30 mit langer Nase ab¬
ziehen müssen: [ugs.] besiegt, nicht
erfolgreich sein 31 pro Nase: [ugs.]
Zählweise für jeden einzelnen 32 vor
jmds. Nase: [ugs.] (in Sichtweite) di¬
rekt vor jmdm.; ganz nahe 33 etw. vor
der Nase haben: [ugs.] (in Sichtweite)
direkt vor jmdm.; ganz nahe 34 vor
der Nase wegfahren: (meist öffentli¬
che Verkehrsmittel) [ugs.] gerade
eben abgefahren
na|se|lang: Adj. in der Wendung alle
naselang: [ugs.] in kurzen Perioden
wiederkehrend
nä|seln: näselst; näseltest; hast genäselt
beim Reden einen Teil der Luft (un¬
bewußt) durch die Nase entweichen
lassen
Na|sen|bein: das; -(e)s; -e <Anat.> knö¬
cherne Grundlage des Nasenrückens
Na|sen|blu|ten: das; -s; - Austritt von
Blut aus den Nasenlöchern (nach
dem Platzen kleiner Blutgefäße)
Na|sen|flü|gei: der; -s; - aus Haut u.
Gewebe bestehender, seitlicher Teil
der Nase
Na|sen|heil|kun|de: die; - ; - <Med.> me¬
dizinisches Fachgebiet, welches sich
mit dem Nasenbereich befaßt, Syn.:
[fremdsprl.] Rhinologie
Na|sen|höh|le: die; - ; -n <Anat.> innerer
Bereich der Nase
Na|sen|län|ge: die; - ; -n 1 a) geringer,
aber entscheidender Vorteil bei Wett¬
läufen od. -fahrten b) <Pferderennen>
Meßweise des Abstandes eines gewin¬
nenden Pferdes vor seiner Konkur¬
renz, bezugnehmend auf die ungefäh¬
re Größe eines Pferdehauptes 2
<übertr.> in unterschiedlicher Hinsicht
Vorsprung gegenüber anderen
Na|sen|loch: das; - (e )s; -löcher Öffnung
der Nase, die zum Ein- u. Ausatmen
der Luft sowie zum Ausscheiden von
Sekreten dient
Na|sen|ne|ben|höh|le: die; - ; -n <Anat.>
luftgefüllter Raum, der mit der Na¬
senhöhle in Verbindung steht
Na|sen|ra|chen|raum: der; -(e)s;
-räume <Anat> Raum zwischen Na¬
senhöhle u. Rachen
Na|sen|rücken (Na|sen|riik|ken —»
Na|sen|rü|cken): der; -s; - direkte Li¬
nie der Nase von der Stirn bis zum äu¬
ßersten Ende der Nase
Ng|sei)|schei|de|wand: die; - ; -wände
knorpelige Innenwand der Nase, die
die beiden Nasenöffnungen trennt
Na|sen|spit|ze: die; - ; -n vorderer Ab¬
schluß des Nasenrückens
Najsenjspray: das u. der; -s; -s <Med.>
Medikament, das in die Nase ge¬
sprüht wird, um bei Erkältungen eine
bessere Atmung durch die Nase zu er¬
möglichen
Na|sen|wur|zel: die; - ; -n Bereich, in¬
dem die Nase in den Schädelknochen
übergeht
na|se|rümp|fend: Adj. n. stg. ekelnd;
verabscheuend; zurückweisend; mi߬
billigend; geringschätzend
na]se|weis: Adj. naseweiser; naseweise¬
ste dtäufig Kind> vorlaut; neugierig
nas|füh|ren: führst nas; führtest nas;
hast nasgeführt [landsch.] an der Nase
herumführen; einen Scherz machen
nas|lang: Adj. in der Wendung alle
naslang: [ugs.] in kurzen Perioden
wiederkehrend
naß —* nass Adj. nasser/nässer; nasse-
ste/nässeste 1 mit einem hohen Was¬
seranteil 2 sich nicht naß machen
—> sich nicht nass machen [ugs.]
sich nicht so aufregen, empfindlich
sein 3 wie ein nasser Sack: [ugs.]
energielos; matt 4 jmdn. naß machen
—> jmdn. nass machen: [ugs.] einen
Sieg über jmdn. erringen; besser sein
als ein anderer 5 für naß —*■ für nass
[landsch.] kostenlos; umsonst 6 das
(kühle) Naß —* das kühle Nass 1.
Wasser, in dem man schwimmen, sich
abkühlen kann 2. (kühles) Getränk,
oft Bier, das man zur Erfrischung
trinkt 3. Niederschlag, Wasser
—» nass ge|schwitzt: s. naßgeschwitzt
Nas|sau|er: der; -s; - [ugs.] 1 Person,
die auf Kosten anderer lebt, andere
ausnutzt, schmarotzt 2 kurzer Nie¬
derschlag
nas|sau|ern: nassauerst; nassauertest;
hast genassauert [ugs.; abwert.] sich
Vorteile u. Begünstigungen zu Un¬
gunsten anderer, auf Kosten anderer
verschaffen
nas|sau|isch: Adj. n. stg. die Stadt Nas¬
sau u. deren Bewohner betreffend
Näs|se: die; - ; - hoher Anteil von Was¬
ser od. Wasserdampf, Ant.: Trocken¬
heit
näs|sen: näßt; näßtest; hast genäßt
—»alle Formen mit ss<— 1 <Wund-
flüssigkeib austreten; absondern »Die
Wunde näßt stark.« 2 Urin abgeben
»Sie hat lange das Belt genäßt.« 3 ge¬
ringfügig anfeuchten »Er näßte die
Blätter seiner Pflanze.«
naßfest —»■ nass|fest Adj. n. stg.
[fachsprl.] auch bei großer Feuchtig¬
keit eine hohe (Reiß-)Festigkeit be¬
haltend
naß|ge|schwitzt » nass ge|schwitzt
Adj. n. stg. durch Körperflüssigkeit
am ganzen Körper od. an Körpertei¬
len feucht
naß|kalt —> nass|kalt Adj. n. stg. sehr
feuchte u. kühle Witterung
Naß|ra|sur —> Nass|ra|sun die; - ; -en
Entfernen von Bart- o. a. Körperhaa¬
ren unter Zuhilfenahme von Wasser,
Rasierschaum u. Klinge ohne elektri¬
sche Hilfsmittel
Naß]schnee —» Nass]schnee/Nass-
Schnee der; -s; - angetauter Schnee,
der nicht gut zum Skifahren geeignet
ist
Naß|zel|le —» Nass|zel|lec die; - ; -n
<Bauw.> Bad- u. Toiletteneinheit bei
Fertigbauten
Na|ti|on: <lat.-fr.> /nazion/ die; - ; -en 1
a) größerer Verbund od. Zusammen¬
schluß von Menschen gemeinsamer
kultureller u./od. staatlich politischer
Entwicklung b) Gesamtheit der
Staatsangehörigen eines Landes 2
Vereinte Nationen: in New York an¬
sässige Institution fast aller Staaten
der Erde, die sich um den Erhalt des
Weltfriedens bemüht
na|tio[nal —* na|ti|o|nal <lat.-fr.>
/nazional/ Adj. a) in bezug auf einen
bestimmten, politisch u. kulturell ei¬
genständigen Staat b) heimatbezogen;
vaterländisch »Er hatte ein stark aus¬
geprägtes nationales Bewußtsein.« c)
interne Belange u. Angelegenheiten
eines Staates betreffend
Na|tio|nal|bank —> Na|ti|o|nal|bank:
/nazional-/ die; - ; -en staatliches Fi¬
nanzinstitut, welches den Staatshaus¬
halt verwaltet
na|tio|nal|be|wußt —> na|ti|o|nal|be|-
wusst /nazional-/ Adj. n. stg. sich
stark seiner Nation verpflichtet, zu
ihm gehörig fühlend, Syn.: <te.> pa¬
triotisch
naljde|mo|k|ra|tisch: /nazional-/ Adj.
n. stg. <Pol.> zu einer sogenannten na¬
tionaldemokratischen Partei, Gesin¬
nung gehörend
Na|tio|nal|denk|mal —> Na|ti|o|nal|-
denk|mafc /nazional-/ das; -s; -denk-
mäler Bauwerk, Bildnis o. ä., welches
an besondere Gegebenheiten od. Per¬
sonen erinnert, die für einen Staat
von außergewöhnlicher Bedeutung
waren; eines der seit dem 19. Jhd. in
Deutschland entstandenen Denkmä¬
ler zur Verherrlichung der Nation
Na|tio|nal|dreß —* Na|ti|o|nal|dress:
/nazional-/ der; -dresses; -dresse ein-
798
Naturfarbe
heitliche Sportbekleidung einer Na¬
tionalmannschaft
Na(tio|naj(e —» Na(ti|o|na|le: /nazio-
nale/ die; -n; -n [österr.] a) persönliche
Daten von jmdm. b) Personalbogen
zur Erfassung persönlicher Daten
Na|tio|nal|eff —» Najti|o|nal|elf: /nazio¬
nal-/ die; ~ ; - (Fußball; Feldhockey)
Mannschaft mit den besten Spielern
eines Landes, die ihren nationalen
Sportverband bei internationalen
Wettkämpfen vertritt
Na|tio|naI|farjbe —> Na|ti|o|nal|farjbe:
/naziönal-/ die; - ; -n Farbefn), die
sich in den offiziellen Symbolen (z. B.
Flagge) einer Nation finden
Na|tio|nal|fei|erttag —» Na|ti|o|nal)fei|-
eijta<F /nazional-/ der; -(e)s; -e Fest¬
tag zum Gedenken eines besonderen
Ereignisses od. der Gründung eines
Staates
Na|tio|nal|flag|ge —* Na|ti|o|nalfflag|-
g« /nazional-/ die; - ; -n offizielle
Fahne eines Landes, Staates
Na|tio|nal|hym|ne —» Na|ti)o|nal|hym|-
n« /nazional-/ die; - ; -n musikali¬
sches Stück, das speziell als Erken¬
nungslied eines Staates gilt u. zu be¬
sonderen Anlässen gespielt wird
na|tio(na|li|sie|ren —* na|ti|o|na|li|sie|-
rent /nazionalisiren/ nationalisiert;
nationalisierte; hat nationalisiert
<Pob 1 als Ausländer alle bürgerli¬
chen Rechte des Staates erhalten, in
dem man lebt 2 etw. unter die direkte
Aufsicht u. Befehlsgewalt des Staates
stellen
Na|tio|na|lis|mus —■> Na|ti)o|na)lisjmus:
dat.-fro /nazionalißmuß/ der; - ; -
<Pol.) 1 starke, sich gegen alles Frem¬
de wehrende, heimatverbundene, pa¬
triotische od. chauvinistische Gesin¬
nung 2 Bestreben einer kulturell u.
politisch bereits sehr selbständigen
Volksgruppe zur Gründung eines ei¬
genen, unabhängigen Staates
Na|tio|na|Hst —> Na|ti|o|na|list /nazio-
nalißt/ der; -en; -en weibl. Na(tio(na|-
listjin —> Na|ti|o|na|lis]tiir die; - ;
-nen 1 jmd., der sich sehr stark seinem
Heimat- od. Vaterland zugehörig
fühlt und seine Nation über andere
stellt 2 <Pob Person, die einer natio¬
nalistischen Partei angehört
Naftfo|na|li|tät —> Na(tt|o|na|li|tät dat.-
fr.> /nazionalität/ die; - ; -en <Pol.) 1
Staatsangehörigkeit eines Menschen
2 kleine, ausländische Volksgruppe
innerhalb eines Staates
Najtio|na|li)t||ten|staat —» Na|ti|o|na|li|-
tä|ten|staat /nazionalitäten-/ der;
-Je)s; -en politisch eigenständiges
Land, in dem mehrere Völker ge¬
meinsam leben
na|tio|nal|li|be|ral —■> na[ti|o|nal|li|be|-
rat /nazional-/ Adj. n. stg. (PöL> 1 ei¬
ner Partei mit vorgeblich freiheitlich¬
nationaler Gesinnung zugehörig 2
freiheitlich-nationale Ziele habend
Naftio|nal|mann[schaft —>• Na|ti(o(nal|-
mannlschaft /nazional-/ die; - ; ~en
<Sport> Gruppe mit den besten Sport¬
lern eines Landes, die ihren nationa¬
len Sportverband bei internationalen
Wettkämpfen vertritt
Na|tio|nal|so|zla|)is|mus —» Na|ti|o|-
nal|so|zi|a|lis|mus /nazional-/ der; -;
- a) nach 1918 gegründete politische
Bewegung mit extrem chauvinisti¬
schen, rassistischen, ausländerfeindli¬
chen u. antisemitischen Ideen b)
Herrschaftszeit der faschistischen
Partei NSDAP in Deutschland zwi¬
schen dem 30.1.1933 u. dem 8.5.1945
Na|tio|nal|so]ziajIist —*• Na|ti|o|nal|so|-
zi]a|li$t /nazional-/ der; -en; -en weibl.
Na|tio|nal|so|ziajil|stin —» Na|ti|o|-
nal|so|zi|a|lis|tiK die; - ; -nen a) Per¬
son, die extrem chauvinistischen, ras¬
sistischen, ausländerfeindlichen u.
antisemitischen Ideen anhängt b)
Mitglied der NSDAP
na|tiojnal|so|zia|li|stisch —» naftifo|-
naljso)zi|a|lis)tisclt /nazional-/ Adj.
in bezug auf den Nationalsozialismus
u./od. dessen Ideologie, ihm/ihr zuge¬
hörend
Na|tio|nal|staat —> Na|ti]o|nal|staat
/nazional-/ der; -(e)s; -en politisch
unabhängiges Land ■’
na|tio|nal|staat|lich —> na)ti|o|nal|-
staatjlich: /nazional-/ Adj. n. stg. in
bezug auf ein bestimmtes, politisch
unabhängiges Land
Na|tio|nal|ver|samm|lung —» Na|ti|o|-
nal|ver|samm|lung: /nazional-/die; - ;
-en <Pol> a) verfassungsgebende, vom
Volk geweilte Repräsentanten eines
Landes b) parlamentarische, inner¬
staatliche, politisch wichtigste Insti¬
tution
najtiv: dato /natif/ Adj. n. stg. 1 (Sprach-
wlss.) der eigenen Sprache ursprüng¬
lich u. unverfälscht entstammend 2
<Chemie; Substanz; Element) in der
Verfassung od. Beschaffenheit ur¬
sprünglich u. unverändert
Najti|vis|mus: (/aD/natiwißmuß/ der; ~;
- 1" (Psychologie) wissenschaftliche
Idee od. Vorstellung, daß gewisse
Denkweisen u. ein elementares
Grundverständnis über seine ihn um¬
gebende Umwelt dem Menschen an¬
geboren ist 2 (Völkerkunde) starker
Bezug auf die kulturellen Formen des
eigenen Volkes in ängstlicher Abgren¬
zung zu kulturellen Einflüssen ande¬
rer (höher entwickelter) Völker
NA|TO: /nato/ Kurzw. <engto die; - ; -
North Atlantic Treaty Organization
= Nordatlantikpaktorganisation;
militärische Organisation verschiede¬
ner westlicher Staaten u. den USA
Najtri|um —> Na|t|ri]imt das; -s; - Ele¬
ment der weichen Alkali-Metalle;
Dichte 0,97; Brennpunkt 97,8° Celsi¬
us; chemischer Grundstoff, der durch
seine hohe Reaktionsfähigkeit fast
nur in Verbindungen vorkommt,
Abk.: Na
Naltronllaulge —> Na|t|ron|lau|gei die;
- ; -n wäßrige, stark ätzende Mi¬
schung aus Wasser u. Natriumhydr¬
oxyd
Natften die; ~ ; -n umfangsreichste
Scblangenfamilie (meistens ungiftig)
Na|tur: dato die; -; -en 1 o. PI. Gesamt¬
heit aller Lebens- u. Daseinsformen,
die im historischen Prozeß der Erdge¬
schichte eigenständig entstanden sind
2 o. PI. die nicht vom Menschen um¬
gestaltete, ursprüngliche Lebenswelt
3 selten PI. Wesensart; (typische)
Charaktereigenschaft eines Lebewe¬
sens 4 selten PI. physische Verfassung
»Er hatte eine sehr robuste Natur.« 5
jmdm. zur zweiten Natur werden: zu
einer ganz normalen Eigenschaft von
jmdm. werden 6 in der Natur der Sa¬
che liegen: in der Gegebenheit, im In¬
halt selbst begründet sein 7 jmdm. ge¬
gen, wider die Natur gehen: jmdm.
nicht passen, zuwider, sein; etw. nicht
wollen 8 Wo die Natur aufhört, fingt
dir Unsinn an: wenn man anfängt, in
die Natur einzugreifen, das Natürli¬
che zu verändern, kann das unge¬
ahnte Folgen haben
Na|tu|rajli|en: dato /naturalen/ die (PI.)
1 natürlich gewachsene od. in der
Landwirtschaft erbrachte Erzeug¬
nisse, die als Handelsware verwendet
werden 2 [selten] Teil einer naturwis¬
senschaftlichen Zusammenstellung
od. Ordnung
Na|tu]ra|li]sa|ti|sn: die; - ; -en 1 Verlei¬
hung der Staatsangehörigkeit 2 der
Natur nachempfundene Darstellung
na(tu|ra|ll|sie|iwn: dat.-fro naturalisierst;
naturalisiertest; hast naturalisiert 1 in
einen Staat o. ä. aufnehmen, integrie¬
ren u. mit allen Rechten u. Pflichten
dieses Staates ausstatten 2 (Bio.) eine
Pflanze od. Tierart in einer neuen
Umgebung ansiedeln, heimisch ma¬
chen 3 [selten] etw. aus der Natur sehr
detailliert u. naturgetreu nachstellen,
-arbeiten
Na|tu|ra|li|sJe|njng: die; - ; -en 1 Verlei¬
hung der Staatsangehörigkeit 2 der
Natur nachempfundene Darstellung
Na(tu|ra|(js|mus: dat.-fro der; - ; Natu¬
ralismen 1 a) o. PI. Stilform der Lite¬
ratur u. Malerei Ende des 19. Jhds. u.
Anfang des 20. Jhds., die engagiert u.
sozialpolitisch motiviert, die äußerst
schlechten Lebensbedingungen der
sozial Schwachen realistisch u. wirk¬
lichkeitsnah wiedergab b) o. PI.
strikte Einhaltung realistisch darstel¬
lender Literatur- u. Malformen c)
Elemente, Merkmale, Wesen einer
realistischen, unverfälschten künstle¬
rischen Darstellung der Welt 2
(Philosophie) o. PI. Grundüberzeu¬
gung, daß alles Existierende auf die
natürlichen Elemente der Erde zu¬
rückbezogen werden kann
Na|tu|ral|wirtlschaft: die; ~ ; - ökonomi-
schesPrinzip, bei dem nur der Tausch
von gleichwertigen Produkten als
Form der Bezahlung gilt
Naftuijarzt: der; -es; -ärzte weibl. Na|-
turjärz(tln: die; ~ ; -nen Mediziner(in),
der/die mit natürlichen Heilmitteln
Krankheiten bekämpft
Na|tur]be|ga|bung: die; ~ ; -en Talent,
das ein Mensch ohne besondere För¬
derung entwickelt
na|turjbe|las|sen: Adj. in seiner ur¬
sprünglichen Art erhalten
Na|tu|rell: dat.-fro das; -(e)s; - [geh.]
Charaktereigenschaft; Eigenart
Na|tur|eijzeug|nis: das; -ses; -se etw.,
was auf natürlichem Wege u. mit na¬
türlichen Mitteln hergestellt worden
ist od. von selbst in der Natur ge¬
wachsen ist .
Na(tur]far|be: die; ~ ; -n 1 normaler, ur¬
sprünglicher u. unveränderter Farb¬
stoff 2 künstlich hergestellter Farb¬
ton, der der natürlichen Färbung sehr
ähnlich ist
799
naturfarben
na|tuijfaijben: Adj. n. stg. einer ur¬
sprünglich in der Natur auftretenden
Farbe (natürlich od. künstlich er¬
zeugt) entsprechend
Na|turtfarfo|stoff: der; -(e)s; -e Grund¬
element von Farben, das aus pflanzli¬
chen, tierischen od. mineralischen
Substanzen hergestellt wird
Na(tur|ge|setz: das; -es; -e feststehende
Regel, die dem natürlichen Gesche¬
hen der Umwelt zugrunde liegt
na|turjge|treu: Adj. naturgetreuer; na¬
turgetreueste originalgetreu; mit einer
Vorgabe identisch
Na(tur[ge|walt: die; - ; -en Energie, die
in der den Menschen umgebenden
Umwelt wirkt
Na|tur1heil|kun|de: die; - ; - medizini¬
sche Fachrichtung, die ausschließlich
mit natürlichen Heilmitteln Krank¬
heiten behandelt
Na[tur|heilfverffah|ren: das; -s; - prakti¬
sche Anwendung einer medizinischen
Fachrichtung, die Krankheiten aus¬
schließlich mit natürlichen Heilmit¬
teln behandelt
na]tjjr|iden|tisch —» na|turji|den|tisch:
Adj. n. stg. gleich der Natur; perfekt
imitiert
Na|turjka|ta|stro|phe —» Na|turjka|taj-
s|t[ro|phe: die; ~ ; -n Naturgewalt (wie
z. B. ein Erdbeben, Wirbelstürme o.
ä.), die schreckliche Folgen für Men¬
schen, Tiere u. die Umwelt hat
Na|tur|kind: das; -(e)s; -er a) Mensch,
der sich sehr zur Natur hingezogen
fühlt b) unkomplizierter, umgängli¬
cher, natürlicher u. ehrlicher Mensch
Na[tur[kraft: die; ~ ; -kräfte Energie, die
aus der natürlichen Umgebung
kommt u. sowohl in ihr selbst, als
auch auf Menschen u. Tiere wirken
kann
Na[turjland|schaft: die; -; -en ursprüng¬
liches, unverändertes, vom Menschen
unberührtes Gebiet
naftürjlich: I Adv. 1 wie zu erwarten;
ohne Frage »Natürlich kam er wieder
zu spät.« 2 vollkommen klar; ver¬
ständlich; (letzteodlich) einsehbar 3
Beschränkungen, Vorbehalte, Kür¬
zungen, Minderungen o. ä. anzeigend
II Adj. 1 a) alles in der Natur Existie¬
rende betreffend; von der Natur ge¬
schaffen b) durch die Natur u. deren
Ordnung u. Regeln bedingt »Das sind
natürliche Bedürfnisse.« c) die Reali-
tat identisch wiedergebend 2 ur¬
sprünglich; von Geburt an 3 grund¬
sätzliche Eigenschaften des Men¬
schen betreffend 4 aufgrund der ur¬
sprünglichen Veranlagung, Gestal¬
tung von etw. od. jmdm. daraus fol¬
gend 5 unverfälscht; nicht gestellt;
echt
na|tür|li|cherjwei|se: Adv. auf normale,
übliche Art u. Weise
Na|tur]park: der; -(e)s; -s speziell ange¬
legtes u. gepflegtes Gebiet, welches
als Schutzzone für bedrohte Tiere od.
Pflanzen dient, teilweise auch Erho¬
lungsgebiet
Na|turjphä|no|men: das; -fe)s; -e unge¬
wöhnliches, häufig ungeklärtes u. rät¬
selhaftes Naturereignis, Naturschau¬
spiel
Na|tur]pro|dukt: das; -(e)s; -e a) Ware,
die ohne jede industrielle Hilfe, ohne
chemische Bearbeitung o. ä. herge¬
stellt wird b) Grundstoff, den die Na¬
tur liefert, z. B. Wasser, verschiedene
Gesteinsarten o. ä.
Na|tur|recht: das; -(e)s; - nicht von
Menschen geschriebenes od. durch
eine Staatsform vorgegebenes Gesetz,
sondern für jeden geltende(r), selbst¬
verständliche^) Anspruch, Berechti¬
gung
Na|tuijre|li|gi|on: die; - ; -en Glaube
(häufig bei Naturvölkern), daß in der
Natur verschiedene göttliche Wesen
wirken
Naturschutz: der; -es; - Sicherung u.
Erhalt der den Menschen umgeben¬
den u. für diesen lebensnotwendigen
natürlichen Umwelt
Na|tur|schutz|ge|biet: das; -{ejs; -e Re¬
gion, die der Sicherung u. dem Erhalt
von wildwachsenden Pflanzen u.
wildlebenden Tieren dient
Na|tur|ta|lent: das; (e)s; -e a) besonde¬
re Fähigkeit eines Menschen, die an¬
geboren u. nicht erlernt ist b) Person,
die über besondere Fähigkeiten ver¬
fügt, die ihr angeboren u. nicht erlernt
sind
na|turjtrüb: Adj. natürliche Farbe u.
milchiges Erscheinungsbild gepreßter
Fruchtsäfte
na|tuijver|bun|den: Adj. sich zu einem
natürlichen Leben u. zur natürlichen
Umwelt stark hingezogen fühlen
Nafturfvolk: das; -(e)s; -Völker Völker¬
kunde» Gruppe von Menschen, die in
noch ursprünglichen, einfachen, na-
tumahen Lebensformen leben
najturjwfd|rig: Adj. n. stg. gegen natürli¬
che Gesetzmäßigkeiten
Na|turjwis|sen|schaft: die; - ; -en Lehre,
die sich mit der Erforschung von Ge¬
setzmäßigkeiten u. Erscheinungsfor¬
men der unbelebten u. belebten Natur
befaßt
Na|tur|wis|sen|schaft|ler: der; -s; -
weibl. Na|tuijwis|sen|schaft|le|riit:
die; ~ ; -nen Person, die sich mit der
Lehre u. der Erforschung von Gesetz¬
mäßigkeiten u. Erscheinungsformen
der unbelebten u. belebten Natur be¬
faßt
Naultik: <gr.> die; - ;- <Seew.> Lehre von
der Seefahrt
Nauttijker <gr.> der; -s; - weibl. Nau|til-
ke|rin: die; - ; -nen <Seew.> Besat¬
zungsmitglied, das sich in der Schiffs¬
führung, Schiffahrts- u. Seekunde
auskennt
Naultillus: tgr.-lat.ider; - ; - u. -se vor¬
rangig in tropischen Gewässern auf¬
tretende Tintenfischart
nau|tisch: tgr.i Adj. n. stg. sich auf die
Schiffahrts- u. Seekunde beziehend
n. a. v.: Abk. nicht anderweitig vorgese¬
hen
Na|vi|ga|ti|on: dat.i /nawigazion/ die; - ;
- <Seew.; Flugw.» Orts- u. Kursbestim¬
mung während eines Fluges, einer
See- od. Raumfahrt
Na|vi|ga|toR /nawigator/ der; -s; Navi¬
gatoren weibl. Na|vi|ga|tg|rin: die; - /
•nen <Seew.; Flugw.; Raumfahrt»
jmd., der die Orts- u. Kursbestim¬
mung eines Schiffes od. Flugzeugs be¬
rechnet
na|vi|ga|to|risch: /nawigatorisch/ Adj.
n. stg. <Seew.; Flugw.; Raumfahrt»
sich auf die Berechnung einer Orts- u.
Kursbestimmung beziehend
na|vi|gje|ren: dat.i /nawigiren/ navi¬
gierst; navigiertest; hast navigiert den
zurückzulegenden Weg eines Fahr¬
zeuges o. ä. (meist Schiff od. Flug¬
zeug) zu einem anderen Ort berech¬
nen u. dieses nach diesen Berechnun¬
gen steuern
Na|zi: Kur zw. der; -s; -s Nationalsoziali¬
sten) = Person, die extrem chauvini¬
stischen, rassistischen, ausländer¬
feindlichen u. antisemitischen Ideen
anhängt
Na|zi|hen1schaft die; - ; -1 <hist.» Dau¬
er der Herrschaft der Nationalsoziali¬
sten in Deutschland 2 Herrschaft
durch eine nationalsozialistische
Gruppe, Regierung
Na|zis|mus: der; ~ ; - [abwert.] kurz für
die Ideologie des Nationalsozialismus
najzijstisch —> na|zis(tisch: Adj. n. stg.
[abwert.] kurz für nationalsoziali¬
stisch
Na|zi|zeifc die; - ; - <hist.» [ugs.] a) Zeit¬
spanne, in der die Nationalsozialisten
in Deutschland an der Macht waren
b) NS-Staat
nb.: Abk. 1 neben 2 nebenan 3 nicht be¬
atmet
n. B.: Abk. 1 nach Bedarf 2 nördliche(r)
Breite (auf einem Breitengrad nörd¬
lich des Äquators)
nbfl.: Abk. nebenberuflich
NBK: Abk. Nebenkosten
Nbk.: Abk. Nebenkosten
Nb.-Whg Abk. Neubauwohnung
NC: Abk. Numerus Clausus
n. Chr.: Abk. nach Christus
ND: Abk. 1 Nachrichtendienst 2 Neben¬
kosten u. Dienstleistungen 3 Neu¬
deutschland (= katholische
Jugendorganisation) 4 Neues
Deutschland (= Tageszeitung, Pres¬
seorgan der SED in der DDR) 5
<Technik> Niederdruck
Nd.: Abk. 1 <Meteorologie> Nieder¬
schlag 2 Niederung
nd.: Abk. 1 niederdeutsch 2 nord¬
deutsch
NDB: Abk. Neue Deutsche Biographie
ndd.: Abk. niederdeutsch
Ndl.: Abk. 1 Niederlage 2 a) Niederlande
b) Niederländer(in)
ndl.: Abk. 1 niederländisch 2 nördlich
Ndlg.: Abk. Niederlassung
NDR: Abk. Norddeutscher Rundfunk
= öffentlich-rechtliche Rundfunk- u.
Fernsehanstalt, Mitglied der ARD
Ndr.: Abk. a) Nachdruck (von Büchern
usw.) b) Neudruck (von Büchern
usw.)
Ndrh.: Abk. Niederrhein
ndrh.: Abk. niederrheinisch
ndrl.: Abk. niederländisch
Ndr. verb.: Abk. Nachdruck verboten
(von Büchern usw.)
Nds.: Abk. Niedersachsen
nds. : Abk. niedersächsisch
Ndschr.: Abk. Niederschrift
ndt. : Abk. 1 niederdeutsch 2 nord¬
deutsch
NE: Abk. 1 Neuerscheinung (bei Bü¬
chern usw.) 2 Nichteisen 3 Normen¬
ausschuß Elektrotechnik 4 Nutzener¬
gie
Ne: Abk. Neon = Edelgas, chemisches
Element
800
nebenordnen
n. E.: Abk. a) nach Eingang b) nach Er¬
halt
Ne|ark|tis: die; ~ ; - Verbreitungsgebiet
von Tieren in gemäßigten, kühleren
u. subtropischen Gebieten im Norden
der USA u. auf Grönland
Neb.: Abk. Nebel
neb.: Abk. 1 neben 2 nebenan
Ne]bel: der; -s; - dichte, tiefhängende,
weiße Trübung der Luft, die durch
sehr hohe Feuchtigkeit entsteht u. die
Sicht stark behindert
Ne|bel|bank: die; - ; -banke größere,
dichte Menge von tiefhängenden
Wolken, die über einem bestimmten
Gebiet liegen
ne|belffeucht: Adj. n. stg. durch hohe
Luftfeuchtigkeit, die durch das Auf¬
treten tiefhängender Wolken hervor¬
gerufen wird, feucht
ne|beljhaft: Adj. n. stg. 1 a) [selten]
durch hohe Luftfeuchtigkeit schlecht
od. nur schemenhaft sichtbar b) <Luft>
dunstig, mit Staub, Rauch o. ä. ange¬
reichert; wie Nebel wirkend 2 etw.
nur nebelhaft erkennen können: etw.
nicht vollständig erfassen od. verste¬
hen können
Ne|bel|hau|fen: der; -s; - <Astronomie>
Anhäufung von Himmelskörpern in
einem bestimmten Abschnitt des Uni¬
versums, die aus großer Entfernung
wie eine große Wolke wirken
Ne|bel|hom: das; -(e)s; -hörner früher
ein Blasinstrument, heute zumeist ein
elektonisches Gerät, aus dem ein tie¬
fer Ton 2ur Wahrnehmung, Ortung
der Schiffe bei sehr schlechter Sicht
ertönt
ne|be|lig: Adj. a) durch hohe Luftfeuch¬
tigkeit schlecht od. nur schemenhaft
sichtbar b) <Luft> dunstig; mit Staub,
Rauch o. ä. angereichert; wie Nebel
wirkend
ne|beln: nebelt; nebelte; hat genebelt 1
[geh.] <Nebel> entstehen, aufziehen
od. bereits deutlich sichtbar sein 2
[fachsprl.] Pflanzen usw. fein berie¬
seln
Nejbel|schein|wer|fen der; -s; - zusätz¬
liche, in der Front eines Autos mon¬
tierte Lampe, die für eine bessere
Sicht u. höhere Sicherheit bei Fahrten
im Nebel u. bei Schneefall sorgen soll
Ne|bel|schlei|er. der; -s; - 1 [geh.; poet.]
feiner, durch hohe Feuchtigkeit her¬
vorgerufener Dunst 2 etw. durch Ne¬
belschleier sehen: etw. in stark er-
müdetetem od. alkoholisiertem Zu¬
stand nur schlecht erkennen können
NeJbel|schluB|leuch]te —» Ne|belj-
schluss|leuch|te: die; - ; -n sehr star¬
ke u. gut sichtbare rote Lampe am
Heck eines Autos, welche der höheren
Sicherheit beim Fahren im Nebel
dient
ne|bel|verjhan|gen: Adj. [geh.] von dün¬
nen Wolken od. Dunst verdeckt, ein¬
gehüllt
ne|ben: Präp. 1 mit Dat. u. Akk. in kur¬
zer Distanz genau seitlich von etw.
od. jmdm. »Das Buch liegt neben der
Vase.« 2 mit Dat. im gleichen Zeit¬
raum »Neben ihrem Beruf hatte sie
noch viele Hobbys.« 3 mit Dat. etw.
od. jmdm. entsprechend, ähnelnd od.
sich jmdm. od. etw. (messend) gegen¬
überstellen »Neben ihm siehst du all
aus.«
Ne|ben|ab[sicht: die; - ; -en weiteres
Vorhaben, welches gleichzeitig od.
auch zusätzlich zu einem ursprüngli¬
chen Plan ausgeführt wird
Ne|ben|ak|zent: der; -(e)s; -e <Sprach-
wiss.; Phonetik) weitere, nicht so star¬
ke Betonung eines Lautes wie bei der
Hauptbetonung
ne|ben|amt)lich: Adj. n. stg. neben sei¬
nem Hauptberuf als weitere berufli¬
che Aufgaben innehabend
ne[ben|an: Adv. in allernächster Nähe
Na|ben|an|schluB —* Ne|ben|an|-
schluss: der; -anschlusses; -anschlüsse
zusätzlicher Apparat an einer Tele¬
fonleitung
Ne|ben|arm: der; -(e)s; -e von einem
Kanal oder Fluß abzweigender klei¬
nerer Flußlauf, kleinerer Fluß, der in
einen größeren Fluß mündet
Ne|ben|aus|gang: der; -(e)s; -ausgänge
weiterer, zumeist etw. kleinerer
Durchgang zum Verlassen eines Ge¬
bäudes
Nejben|be|deu|tung: die; - ; -en weiterer
Sinninhalt eines Begriffes »Bestimmte
Wörter haben viele Nebenbedeutun¬
gen.«
nefbenjbei: Adv. 1 zur gleichen Zeit; zu¬
sätzlich, aber von untergeordneter
Bedeutung »Ich studiere u. arbeite ne¬
benbei als Kellnerin.« 2 mit Nachläs¬
sigkeit; wie zufällig »Nebenbei wollte
ich dir noch sagen, daß ich für eine Wo¬
che verreise.« .
Ne|ben|be|ruf: der; -(ejs; -e weitere Er¬
werbstätigkeit neben der Hauptarbeit
ne[ben|be[ruf[lich: Adj. n stg. in einer
weiteren Erwerbstätigkeit beschäftigt
Ne(benjbe|schäf|ti|gung: die; - ; -en Tä¬
tigkeit, die zusätzlich zu einer Haupt¬
beschäftigung ausgeübt wird
Nejben|buh|ler: der; -s; - weibl. Ne|-
ben|buh|le|rin: die; - ; -nen 1 Konkur¬
renten) um eine Person, deren Liebe
2 (meist männliches) Tier, das als
Konkurrent um ein Weibchen od. ein
Territorium kämpft
Ne|ben|ef[fekt: der; -(e)s; -e zu einem
Hauptergebnis hinzukommendes Er¬
gebnis
ne|ben|ein|an|der —» ne|ben|ei|n|an|-
der: Adv. in allernächster Entfernung;
seitlich von etw. od. jmdm. »Auf der
dritten Etage wohnen drei Familien ne¬
beneinander.«
—> ne|ben|ei|n|an|der hal|ten: s. neben¬
einanderhalten
—> ne|ben|ei|n|an|der le|gen: s. neben¬
einanderlegen
—> ne|ben|ei|n|an|der sit|zen: s. neben¬
einandersitzen
ne|ben|ein|an|der|hal|ten —> ne|ben|-
ei|n|an|der hallten: hältst nebeneinan¬
der; hielt(e)st nebeneinander; hast
nebeneinandergehalten —*■hast ne¬
beneinander gehalten<— neben, seit¬
lich od. in unmittelbare Nähe halten
»Um besser vergleichen zu können,
hielt er die beiden Fotos nebeneinan¬
der.«
ne|ben|ein|an|der|le|gen —> ne|ben|ei|-
n|an|der le|gen: legst nebeneinander;
legtest nebeneinander; hast nebenein¬
andergelegt —>hast nebeneinander
gelegt*— neben, seitlich od. in un¬
mittelbare Nähe legen »Sie legte die
Zutaten für den Kuchen nebeneinan¬
der.«
ne(ben|ein[an[der[sit|zen —> ne|ben|ei|-
n|an|der sit|zen: sitzt nebeneinander;
säß(e)t nebeneinander; habt nebenein¬
andergesessen —>habt nebeneinander
gesessen *— neben, seitlich od. in un¬
mittelbarer Nähe von jmdm. sitzen
»Im Kino saßen sie nebeneinander.«
Ne|ben|ein|künf|te: die (PI.) Lohn, Ein¬
nahmen aus einer zusätzlichen Arbeit
o. ä.
Ne|ben|ein|nah|me: die; - ; -n Lohn,
Einkünfte o. ä. aus einer zusätzlichen
Arbeit o. ä.
Ne|ben|fach: das; -(e)s; -fächer Schul-
bzw. Studiengebiet mit geringerem
Stundenumfang »Im Nebenfach stu¬
diere ich Soziologie.«
Ne|ben|fiuB —» Ne|ben|fluss: der; -flus¬
ses; -flösse <Geographie> Seiten- od.
Zufluß eines größeren Stromes
Ne|ben|ge|bäu|de: das; -s; - (häufig)
kleineres, einem Haupthaus zugehö¬
riges Haus (manchmal auch Ställe o.
ä.)
Ne|ben|hand|lung: die; - ; -en Gesche¬
hen (häufig in Literatur^ Dichtung,
Film usw.), welches von geringerer
Bedeutung ist als das Hauptgesche¬
hen u. sich parallel zu diesem ereignet
ne|ben|hen Adv. zusätzlich; neben an¬
deren Dingen
ne|ben|hertfah|ran: fährst nebenher; fuh-
r(e)st nebenher; bist nebenhergefah¬
ren an der Seite von etw. od. jmdm.
fahren
ne|ben|heiilau|fen: läufst nebenher; lie-
f(e)st nebenher; bist nebenhergelaufen
1 an der Seite von etw. od. jmdm. ge¬
hen, rennen od. joggen 2 etw. gleich¬
zeitig abfolgen lassen
Ne|ben|höh|le: die; - ; -n 1 <Anat.> luft¬
gefüllter Raum, der mit der Nasen¬
höhle in Verbindung steht 2 zumeist
kleinerer, hohler Raum, der neben ei¬
ner Haupthöhle liegt
Ne|ben|klä|ger: der; -s; - weibl. Ne|-
ben|klä|ge|rin: die; ~ ; -nen <Rechtsw.>
Klägerin), die/der als zweiter Kläger
nach dem Hauptkläger auftritt
Ne|ben|kriegs|schau|platz: der; -es;
-Schauplätze 1 Land, Gelände, in/auf
dem unbedeutendere Kämpfe statt-
flnden, die neben den eigentlichen
Gefechten ausgetragen werden 2
dibertr.) Gebiet, auf dem nicht mit
Waffengewalt gekämpft, aber mit
den Folgeerscheinungen des Krieges
gelebt wird
Ne|ben|li|nie: die; - ; -n 1 <Eisenb.> unbe¬
deutende Strecke für den (Schienen-)
Verkehr 2 <Genealogie> Kinder eines
jüngeren Familienmitgliedes gegen¬
über denen eines älteren Mitgliedes
Ne|ben|nie|ren|rin|de: die; - ; -n <Anat.>
äußerer Bereich der Nebenniere, der
aus drei Schichten besteht, in denen
verschiedene Hormone produziert
werden
ne|ben(ord|nen: ordnest neben; ordne¬
test neben; hast nebengeordnet
<Sprachwiss.> Satzglieder, Satzteile,
Wörter in eine bestimmte Rang- u.
Reihenfolge bringen
801
Nebenprodukt
Ne|ben|pro|dukt: das; -(e)s; -e Materi¬
al, das bei der Herstellung von etw.
zusätzlich anfallt
Ne|ben|sa|che: die; ~ ; -n etw., was im
Gegensatz zu anderen Dingen nicht
sehr wichtig od. bedeutsam ist, Ant.:
Hauptsache
ne|ben|säch|lich: Ad), unbedeutend;
nicht weiter von Interesse
Ne|ben|satz: der; -es; -sätze 1 <Sprach-
wiss.> nach bestimmten Regeln aufge¬
bauter Ausdruck, der der Hauptaus¬
sage untergeordnet ist 2 nebenbei,
flüchtig gemachte Anmerkung
Ne|ben|stra|Be: die; - ; -n parallel zur
Hauptstraße od. in gleicher Richtung
verlaufende, wenig vom Verkehr be¬
nutzte Straße, die zumeist schlechter
ausgebaut ist
Ng|ben|strecke (Ne|ben|strek|ke —>
Ne|ben|stre|cke): die; - ; -n Straße,
die von den Hauptrouten abweicht
od. parallel zu diesen verläuft u. dabei
weniger befahren wird
Ne|ben|tä|tig|keit: die; ~ ; -en weitere,
'zusätzliche Einkommensquelle
Ne|ben|ver|dienst: der; -(e)s; -e Zweit¬
verdienst; Lohn aus einer zusätzli¬
chen Arbeit od. anderen Einnahmen
Ne|ben|wir|kung: die; - ; -en Auftreten
einer weiteren, zusätzlichen Reaktion
neben dem HauptefTekt
Ne|ben|zim|men das; -s; - Raum, der
an ein anderes Zimmer angrenzt
Neb.-K.: Abk. Nebenkosten
nebst: Präp. mit Dal. [veralt.] zusam¬
men mit etw. od. jmdm. »Die ganze
Familie nebst Haustieren kam zu Be¬
such.«
ne|bu|los/ne|bu|lös: dat.-fro Adj. nebu-
loserjnebulöser; nebulösestejnebulbse-
ste <Gedanken; Handlungsweisen;
Absichten» [geh.] undurchsichtig; nur
schwer verständlich
Ne|ces|sa[re —> auch Nes|ses|säi: <fro
/nessessär/ das; -s; -s a) Behältnis für
kleinere Gebrauchsgegenstände wie
Flickzeug, Sanitär- od. Kosmetikarti¬
kel o. ä. b) Utensilien, kleinere Ge¬
brauchsgegenstände, die man mit auf
Reisen nimmt
necken (nek|ken —> ne|cken): neckst;
necktest; hast geneckt (auf freund¬
schaftliche Art) aufziehen, ärgern,
reizen
Necke|rei (Nek|ke|rei —> Ne|cke|re}:
die; -; -en Spötterei
neckisch (nek|kisch —> nejckisch):
~Adj. a) scherzend; spottend b) durch
sein Auftreten (vor allem auch durch
auffällige od. ausgefallene Kleidung)
besonders forsch, frech od. lustig wir¬
kend
Neer|strö|mung: die; - ; -en [norddt.]
häufig in Einbuchtungen des Meeres
auftretender Gegenfluß zur eigentli¬
chen Fließrichtung des Wassers
Nef)fe: der; -n; -n weibl. N|ch|te: die; - ;
-n Kind einer Schwester od. eines
Bruders
Ne|ga|ti|gn: dato /negazion/ die; - ; -en
1 [geh.] Zurückweisung, Verneinung
einer Idee, Vorstellung, Gesetzmäßig¬
keit 2 <Philosophie> Verneinung des
Subjekts od. eines Prädikats dessel¬
ben 3 a) <Sprachwiss.» Wort, das eine
Ablehnung, Zurückweisung o. ä. an¬
zeigt b) Wort der Ablehnung, Zu¬
rückweisung
Ne|ga]tiv: dato /negatif/ das; -(e)s; -e
jnegatiwe/ <Fotografie> entwickelter
Filmabschnitt, der ein seitenverkehr¬
tes Abbild der Aufnahme zeigt, bei
dem helle u. dunkle Bereiche ver¬
tauscht sind
nejgaltiv: dato /negatif/ Adj. 1 nicht er¬
freulich; nicht wie erhofft od. erwar¬
tet; eine nachteilige Wirkung aus¬
übend »Dies ist für uns eine negative
Entwicklung.« 2 eine Absage, Ableh¬
nung bedeutend, beinhaltend 3
<Med.» ohne Befund; einen Krank¬
heitsverdacht nicht bestätigend »Der
Befund war glücklicherweise negativ.«
4 <Math.» im Diagramm unterhalb
der Nullgrenze; rechnerisch weniger
als Null 5 <Physik> weder eine positive
noch eine neutrale elektrische Ladung
besitzend »Elektromagnetische Felder
sind negativ geladen.« 6 dPhotogra-
phie» ein seitenverkehrtes Abbild der
Realität sowie entgegengesetzte Hell-
u. Dunkelverhältnisse darstellend
Ne|ga|tiv|bei|spiel: /negatif-/ das; -(e)s;
-e gezielt herausgesuchter Einzelfall,
der den negativen Aspekt aufzeigt u.
besonders hervorhebt od. dokumen¬
tiert
Ne|ga[tiv|image —» Ne|ga|tiv|i|mage:
/negatif-/ das; -s; - schlechte Bewer¬
tung; schlechter Ruf
Neigen dat.-span.-port.-fro der; -s; -
weibl. Ne]ge|rin: die; - ; -nen 1 [ab¬
wert.; diskriminierend] Mensch
schwarzer Hautfarbe 2 nur männl.
Form [fachsprl.] a) beschriebene Plat¬
te, von der ein Sprecher, ein Ansager
o. ä. seinen Text ablesen kann b)
dunkle Platte, mit deren Hilfe be¬
stimmte Lichtreflexe in einem Auf¬
nahmestudio des Fernsehens erzeugt
werden können
Ne|gerjku8 —* Ne|geijkuss der; -kus¬
ses; -küsse aus gezuckertem Eiwei߬
schaum, einer Waffel u. einem Scho¬
koladenguß bestehende Süßigkeit,
Syn.: Schokokuß; Mohrenkopf
ne|g|e|ren: dato negierst; negiertest;
hast negiert 1 eine Handlungsweise,
Verhaltensweise ablehnen, zurück¬
weisen 2 [geh.] etw. nicht zugeben od.
bestreiten 3 <Sprachwiss.» einen Satz,
eine Aussage o. ä. mit einer Ableh¬
nung versehen
Ne|gie|ning: die; - ; -en das Abstreiten;
Verleugnung; Verneinung
Ne|gli|g4 —* Ne|g|ii|ge/Ne|g|li|gea
dat.-fro /neglische/ das; -s; -s a) leich¬
tes, bequemes Hauskleid b) eleganter,
aus kostbarem Stoff gearbeiteter
Morgenrock c) feine, elegante Schlaf¬
kleidung
Ne|groi|de —» Ne|g|ro|i|d« der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art: ein Ne¬
groider; eine Negroide; zwei Negro¬
ide) <Anthropologie» Person, die einer
dunkelhäutigen Volksgruppe Afrikas
angehört
Ne|gus: der; ~ ; - Titel der ehemaligen
abessinischen Könige
neh|men: nimmst; nahm(e)st; hast ge¬
nommen 1 a) mit den Händen ergrei¬
fen, anfassen u. sich aneignen b) sich
einer Sache (gewaltsam) bemächtigen
»Ich nehme mir einfach den freien
Liegestuhl.« 2 etw. Dargereichtes ak¬
zeptieren, entgegennehmen 3 wegneh¬
men; entreißen b) entwenden; stehlen
4 gebrauchen; in Anspruch nehmen
»Ich nehme heute den Finnenwagen.«
5 sich jmdn. zur Frau/zum Mann
nehmen: [veralt.] heiraten 6 seinen
Abschied nehmen: einen Beruf, eine
Stelle aufgeben; eine Firma od. einen
Verein verlassen 7 a) zu sich nehmen:
Nahrungsmittel aufnehmen; essen b)
[geh.] eine Mahlzeit zu einem be¬
stimmten Zeitpunkt od. an einem be¬
stimmten Ort einnehmen »Wir neh¬
men den Kaffee im Garten.« 8 wie
man’s nimmt: [ugs.] man kann es so
od. so sehen 9 etw. auf sich nehmen:
sich verantwortlich zeigen 10 sich ei¬
nen nehmen: [ugs.] alkoholische Ge¬
tränke trinken 11 sich etw. nicht neh¬
men lassen: etw. selbst erledigen wol¬
len 12 etw. od. jmdn. in Anspruch
nehmen: eine Hilfe, Unterstützung,
Beratung o. ä. annehmen 13 es nicht
so genau nehmen: nicht exakt od.
sorgfältig handeln, arbeiten o. ä.; un¬
pünktlich od. schlampig, nachlässig
sein 14 seinen Hut nehmen: [ugs.] ei¬
nen Beruf, eine Stelle aufgeben; eine
Firma od. einen Verein verlassen 15
Einblick nehmen: Unterlagen, Be¬
richte o. ä. genauer untersuchen,
durcharbeiten, lesen
Neh|mer|qua|li|tä|ten: die (PI.) Fähig¬
keit, Eignung von jmdm., Angriffe
od. Attacken abzuwehren od. auszu¬
halten
Nehjrung: die; ~ ; -en nicht sehr breite,
längliche Landzunge, die eine Bucht
od. einen Küstenstreifen vom offenen
Meer abtrennt
Neid: der; -(e)s; - 1 Mißgunst, Eifer¬
sucht od. eine negative Empfindung,
bei der jmd. einem anderen etw. nicht
gönnt u. Gleiches besitzen möchte 2
das muB einem der Neid lassen:
[ugs.] eine Leistung, die äußere Er¬
scheinung o. ä. anerkennen u. akzep¬
tieren 3 vor Neid erblassen: (plötz¬
lich) sehr mißgünstig od. eifersüchtig
sein od. es werden 4 der Neid gönnt
dem Teufel nicht die Hitze in der
Hölle: Mißgunst u. Eifersucht be¬
schränken die rationale u. verstandes¬
gemäße Beurteilung einer Handlung
od. Tatsache 5 besser Neider als
Mitleider: besser, es geht einem gut
als schlecht, besser, man ist reich,
wohlhabend als arm o. ä.
neid|erjfüllt: Adj. neiderfiillter; neider¬
füllteste von Mißgunst u. Eifersucht
auf etw. od. auf jmdn. besessen,
durchdrungen, ausgefüllt sein
Nejd|ge|fühl: das; -(e)s; -e Empfindung
des Nichtgönnens, der Mißgunst od.
der Eifersucht
Neid|ham|mel: der; -s; - [abwert.; ugs.]
jmd., der oft mißgünstig od. eifer¬
süchtig auf etw. od. jmdn. ist
ne]|disch: Adj. nicht gönnend; mißgün¬
stig; eifersüchtig
neidjlos: Adj. n. stg. ohne Neidgefühle,
Mißgunst od. Eifersucht »Die Lei¬
stungen seines Gegners mußte er neid¬
los anerkennen.«
Ne]|ge: die; - ; -n Zurückgebliebenes
od. Rückstand in einem Behälter
802
Nerv
nei|gen: neigst; neigtest; bist/hast
geneigt 1 hast a) zur Seite drehen u. so
in eine Schräglage bringen, senken
»Wir müssen den Schrank neigen,
sonst können wir ihn nicht um die Ecke
tragen.« b) den Oberkörper leicht
nach vorne (od. hinten) beugen 2 hast
den Kopf aus Demut u. Untertänig¬
keit nach unten senken »Er neigte sei¬
nen Kopf vor dem König.« 3 bist a) zu
einer bestimmten Entscheidung,
Denkart tendieren »Ich bin geneigt,
den Vorschlag zu akzeptieren.« b) etw.
od. jmdm. wohlwollend, freundlich
gesinnt sein
nei|gen, sich: neigt sich; neigte sich; hat
sich geneigt zu Ende gehen; sich lee¬
ren
Nefjgung: die; • ; -en 1 Schräglage; Ge¬
fälle »Dieses Gebiet weist eine kleine
Neigung auf.« 2 (besonderes) Inter¬
esse an etw. od. jmdm.; Gefühl des
Hingezogenseins zu etw. od. jmdm.
Das Kunststudium entspricht seinen
Neigungen.«
Nein: das; ~ u. -s; - u. -s Negation; Ab¬
lehnung; Verweigerung; Zurückwei¬
sung
nein: Partikel 1 <Antwort> ablehnend;
negativ 2 erstaunter Ausruf der (freu¬
digen) Verwunderung od. des Erstau¬
nens 3 Steigerung des vorher ableh¬
nend od. zurückweisend Gesagten 4
Ausdruck des Zweifelns »Nein, ich
hoffe nicht.« 5 in Verbindung mit Mo¬
dalpartikeln besonders starke Beto¬
nung einer Ablehnung, Zurück¬
weisung »aber nein ♦ nein, niemals« 6
nicht nein sagen können —> auch
nicht Nein sagen können: nie einen
Wunsch, eine Bitte o. ä. ablehnen, zu¬
rückweisen od. jmdm. abschlagen
(können) 7 ein Nein zur rechten Zeit
erspart viel Widerwärtigkeit: recht¬
zeitig etw. ablehnen, zurückweisen
od. nein sagen können, erspart Unan¬
nehmlichkeiten
Nein|sa|ger: der; -s; ~ weibl. Nein|-
sage|iin: die; ~ ; -nen (abwert.] Per¬
son, die häufig Bitten verweigert, An¬
fragen zurückweist u. grundsätzlich
eine negative Meinung vertritt
Nein|stim|me: die; - ; -n ablehnende
Stimmabgabe bei Wahlen, Abstim¬
mungen o. ä., Ant.: Jastimme
Ne|kro|po|le —» Ne|k|ro|po|le: die; - ;
Nekropolen umfangreiche Totenstät¬
te, Gräberfelder aus vorchristlicher
Zeit, Syn.: Nekropolis
Ne|kro|sper|mie —> Ne|k|ro|speijmie:
<gr.) die; ~ ; - <Med.> Zeugungsunfä¬
higkeit infolge minderwertiger Be¬
schaffenheit der männlichen Samen¬
zellen
Nek|tar: <gr.-lat.) der; -s; -e 1 zuckerhal¬
tiges Pflanzensekret 2 mit Zucker u.
Wasser versetzter Fruchtsaft, der ei¬
nen bestimmten Anteil des Pflanzen¬
sekrets besitzt 3 <Mythologie> Ge¬
tränk der griechischen Götter
Nel|ke: die; * ; -n 1 in verschiedenen
Farben u. unzähligen Variationen
auftretende Blume 2 getrocknete Blü¬
tenknospe eines Myrtengewächses,
die als Gewürz verwendet wird »Rot¬
kohl wird mit ein paar Nelken ge¬
würzt.«
Ne|me|sis: die; - ; -1 griechische Göttin
der Fairness, Objektivität u. Recht¬
mäßigkeit 2 [geh.] Vergeltung; aus¬
gleichendes Recht
Nenn|be|trag: der; -(e)s; -betröge
<Wirt.> Summe, die auf Wertpapieren
den Wert angibt
nen|nen: nennst; nanntest; hast genannt
1 a) etw. od. jmdn. mit einer speziellen
Bezeichnung belegen b) jmdn. als etw.
betiteln; jmdn. mit einer speziellen
Bedeutung anreden »Ich nenne dich
einen Lügner.« c) den Namen von
jmdm. od. etw. erwähnen »den Autor
nennen« 2 a) eine spezielle Bezeich¬
nung haben »Diesen Fahrzeugtyp
nennt man Cabriolet.« b) auf einer
speziellen Bezeichnung bestehen »Der
große Fußballer läßt sich nur Pele
nennen.« c) eine spezielle Bezeichnung
tragend »Er nannte sich selbst einen
freien Künstler.« 3 Auskunft erteilen;
etw. od. jmdn. bekanntmachen »die
Adresse nennen« 4 etw. häufiger, re¬
gelmäßig erwähnen; aufzählen »Er
nannte Möglichkeiten zur Verbesse¬
rung der Situation.«
nen|nens|wert: Ad), nennenswerter; nen¬
nenswerteste bedeutsam; wichtig
Nen|ner: der; -s; - <Math.> beim Bruch¬
rechnen der Teiler unterhalb des
Bruchstriches
Nen|nung: die; ~ ; -en Bekanntma¬
chung; Namensgebung; Betitelung
Nennwert: der;-(e)s; -e <Wirt.> der (ur¬
sprüngliche od. tatsächliche) auf etw.
aufgedruckte Wert; Summe od. Be¬
deutung eines Geld- od. Wertscheines
Nenn|wort: das;-(e)s; -Wörter <Sprach-
wiss.i Hauptwort; Substantiv; No¬
men
neo-/Neo-: <gr.) Wortbildungselement
(oft + fremdsprachliches Basiswort;
vor Vokalen meist nur ne-(Ne-) be¬
zeichnet etw. od. jmdn., was/der in
ähnlicher Form früher schon einmal
vorhanden war u. neu entdeckt wor¬
den ist
Neo|fa|schis|mus —> Ne|o[fa|schis|-
mus: <gr.-lat.) der; ~ ; - wieder auf¬
kommende, extrem nationalistische
Bestrebungen
Neo|fa|schist —* Ne|o|fa|schist <gr.-
latj der; -en; -en weibl. Neo|fa|-
schjstin —*■ Ne|o|fa|schis|tin: die; - ;
-nen Person, die Anhängern) extrem
nationalistischer Ideen ist u. diese
Ideologie aufleben läßt
neo|fa|schi|stisch —> ne|o(fa|schis|-
tisch: <gr.-lat.) Adj. n. stg. bezugneh¬
mend auf wieder aufkommende, ex¬
trem nationalistische Bestrebungen
nach dem zweiten Weltkrieg
Neo|klas|si|zis|mus —> Ne|o|klas|si|*
zis|mus: <gr.-lat.) der; -; - <Archit.> zu
Beginn des 20. Jhds. entstandene Be¬
wegung der Baukunst, die die klaren
klassischen Formen zu verwenden
strebt
neo(klas|si|zi|stisch —> ne|o|klas|si|-
zis|tisch: <gr.-lat.) Adj. n. stg. spezielle
Bewegung u. Trends der Baukunst zu
Beginn des 20. Jhds. betreffend
Neo|li|thi|kum —> Ne|o|lj]thi|kum: <gr.>
das; -s; - Epoche des vorgeschichtli¬
chen Menschen, deren Beginn meist
mit produktiver Nahrungserzeugung
gleichgesetzt wird, Syn.: Jungsteinzeit
Ne|on: <gr.> das; -s; - <Chemie> chemi¬
sches Element; durchsichtiges u. nicht
riechbares Edelgas, das unter be¬
stimmten Umständen stark leuchtet
u. in speziellen Lampenröhren als
Lichtquelle genutzt wird
Neo|na|zi —> Ne|o|na|zc (gr.-lat.) der;
-s; -s Anhänger(in) einer Bewegung
nach 1945, der/die faschistisches Ge¬
dankengut, Rassismus, Antisemitis¬
mus u. extremen Nationalismus wie¬
der aufleben läßt
Neo|na|zis|mus —* Ne|o|na|zis|mus:
(gr.-lat.) der; - ; - neu auflebende fa¬
schistische Bestrebungen nach dem
zweiten Weltkrieg, die stark rassi¬
stisch, antisemitisch u. nationalistisch
geprägt sind
Ne|on|lam|pe: <gr.; dt.) die: - ; -n Licht¬
quelle, die durch die besondere Ver¬
bindung aus elektrischem Strom u.
■ Neongas innerhalb eines luftleeren
Raumes (Neonröhre) hell leuchtet
Ne|on|licht: <gr.; dt.) das; -(e)s; -er
künstliche Helligkeit, die durch die
besondere Verbindung aus elektri¬
schem Strom u. Neongas innerhalb
eines luftleeren Raumes (Neonröhre)
erzeugt wird
Ne|on|röh|re: <gr./ dt.) die; • ; -n zylindri¬
scher Hohlkörper, in dem ein Vaku¬
um existiert u. Neongas unter Einfluß
elektrischen Stroms leuchtet; Licht¬
quelle, die durch die besondere Ver¬
bindung aus elektrischem Strom u.
Neongas innerhalb eines luftleeren
Raumes hell leuchtet
Neo|po|si|ti|vis|mus —» Ne|o|po|si|ti|-
vis|mus: <gr.-lat.) der; - ; - naturwis¬
senschaftlich orientierte Richtung der
Philosophie, die durch die Anwen¬
dung von Logik u. Analysen die posi¬
tivistische Weitsicht reaktiviert
Neo|rea|lis|mus —> Ne|o|reja|lis|mus:
(gr.-Iat.) der; - ; - neu belebte Stilrich¬
tung der Kunst u. Literatur, die die
Wirklichkeit wahrheitsgetreu u. ohne
(künstlerische) Veränderungen dar¬
stellt
Ne|pho|skop —*• Ne|pho|s|kop: <gr.)
das; -(e)s; -e <Meteorologie> Apparat
zur Bestimmung der Windverhält¬
nisse, die die Wolkenbewegungen be¬
dingen
Nepp: der; -(e)s; - (ugs.; abwert.] Be¬
nachteiligung eines Kunden, Käufers
o. ä. durch Anbieten einer minder¬
wertigen, überteuerten Ware od.
Dienstleistung
nep|pen: neppst; nepptest; hast geneppt
[ugs.; abwert.] betrügen; hinters Licht
führen; täuschen; finanziell prellen
Nep|pe|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
Betrug; Täuschung
Nepttun: der; -s; -1 <Astronomie> Planet
unseres Sonnensystems 2 <Mytholo¬
gie> römischer Meeresgott
nep|ty|nisch: Adj. n. stg. [veralt.] 1
durch den Einfluß von Wasser ent¬
standene Gesteinsveränderungen be¬
zeichnend 2 den römischen Meeres¬
gott Neptun betreffend
Nerv: dat.) der; -(e)s; -en 1 <Anat.; Bio.>
Reizleiter, Teil des Nervensystems 2
n. PI. psychische Verfassung; nervli¬
che Belastbarkeit, Konstitution,
Spannkraft 3 <Bio.> Versorgungska¬
nal eines Blattes 4 Nerven zeigen:
803
Nervenanspannung
[ugs.]Unbedacht, unkonzentriert, un¬
besonnen nervös werden u. auch
dementsprechend handeln 5 jmdm.
den (letzten) Nerv rauben, töten;
jmdm. auf den Nerv fallen, gehen:
[ugs.] jmdn. nervös machen, belästi¬
gen; jmds. Nerven strapazieren
»Durch ihr ständiges Gerede raubt sie
mir noch den letzten Nerv.« 6 die Ner¬
ven verlieren: die Kontrolle, Ruhe,
Beherrschung verlieren 7 den Nerv
haben, etw. zu tun: [ugs.] die Unver¬
schämtheit, Dreistigkeit, den Mut ha¬
ben, (entgegen jeder Erwartung) etw.
zu tun 8 Nerven wie Drahtseile, Strik-
ke haben: [ugs.] jmd. hat ausgezeich¬
nete Nerven, ist in jeder Lage konzen¬
triert u. besonnen 9 jmdm. gehen die
Nerven durch: [ugs.] jmd. verliert die
Kontrolle, kann sich nicht mehr be¬
herrschen 10 keine Nerven haben:
sich aus der Ruhe bringen lassen;
seine Konzentration verlieren 11 die
Nerven behalten: Ruhe, Besonnen¬
heit, Konzentration, Umsicht bewah¬
ren 12 jmdm. an die Nerven gehen:
[ugs.] etw. berührt, trifft jmdn. sehr
13 mit den Nerven herunter sein:
[ugs.] übernervös, ungeduldig u. un¬
konzentriert sein »Nach dem Tod ih¬
res Mannes war sie mit den Nerven
herunter.« 14 jmd. hat vielleicht
Nerven: [ugs.] jmd. ist dreist, unver¬
schämt, ohne Rücksicht
Ner|venjan|span|nung: die; ~ ; -en inne¬
re Erregung
Ner|ven|arzt: der; -es; -ante weibl. Ner|-
ven]ärz|tln: die; - ; -nen Person, die
sich auf die Erkennung u. Behand¬
lung von Nervenerkrankungen spe¬
zialisiert hat, Syn.: Neurologe
ner]ven|aufjrei|bend: Adj. (Konzentrati¬
on; Gefühl» Nervosität, Anspan¬
nung hervorrufend
Neijven|be|la|stung —*■ Ner|ven|be|-
las|turig: die; - ; -en Anspannung, Er¬
regung, Beanspruchung der Nerven;
große Unruhe
ner|ven|be|rujhi|gend: Adj. etw. od.
jmdn. bezeichnend, das/der die Kon¬
zentration od. Emotionen von jmdm.
reguliert, die Anspannung der Nerven
von jmdm. herabsetzt od. die innere
Unruhe von jmdm. vermindert
Ner]ven|bün|del: das; -s; - 1 <Anat.>
länglicher Zusammenschluß gleichge¬
arteter Nervenfasern 2 [ugs.] Bezeich¬
nung für jmdn., der ständig unter An¬
spannung steht, ständig unruhig ist
Ner|ven|ent|zün|dung: die; - ; -en Ent¬
zündung von Himnerven od. peri¬
pheren Nerven
Nerjven|gas: das; -es; -e chemisches
Produkt, das das Nervensystem an¬
greift u. als Kriegswaffe gegen Men¬
schen eingesetzt wird, aber auch der
Schädlingsbekämpfung in der Forst-
u. Landwirtschaft dient
Ner[ven|gift: das; -(e)s; -e tötender od.
gesundheitsschädlicher Stoff, der das
Nervensystem angreift u. dadurch in
seiner Funktion behindert, schädigt
od. zerstört
Ner|ven|heil|an|stalt: die; -; -en [veralt.]
Krankenhaus für psychisch Kranke
Ner[ven|heil|fcun|de: die; - ; - Lehre u.
Wissenschaft von den Erkrankungen
des Nervensystems u. von psychi¬
schen Störungen, Syn.: [fremdsprl.]
Neurologie
Ner|ven|kit[zel: der; -s; - [ugs.] positive
"Anspannung der Nerven, Emotionen
durch Bedrohliches, Erfreuliches, Ge¬
fährliches o. ä.
Ner|ven|kli|nilc die; - ; -en Krankenhaus
für psychisch Kranke
Ner|ven[ko|stüm —> Ner|ven|kos|tüm:
das; -(ejs; -e [ugs.; scherzh.] Grad der
seelischen Belastbarkeit
Ner|ven|krank|heit: die; - ; -en 1 psychi¬
sche Erkrankung; geistige Verwir¬
rung; Angstzustände o. ä. 2 physische
Erkrankung der Nervenfasern od.
-zellen, Syn.: Nervenleiden
Neijven|krieg: der; -(ejs; -e länger an¬
dauernde psychologische, feindliche
Auseinandersetzung, die den Gegner
verunsichern, ängstigen, entnerven
soll
Ner|ven|kri|se: die; -; -n 1 sehr schwieri¬
ge, psychisch stark belastende Le¬
benssituation od. -phase 2 <Med.>
krankhafte Reaktion des Nervensy¬
stems
Ner(ven[läh|mung: die; - / -en durch Er¬
krankungen verschiedenster Art her¬
vorgerufene Bewegungsunfähigkeit
der Nervenfasern
Ner[ven|lei|den: das; -s: - 1 psychische
Erkrankung; geistige Verwirrung;
Angstzustände o. ä. 2 physische Er¬
krankung der Nervenfasern od. -zel¬
len, Syn.: Nervenkrankheit
Ner[ven|nah|rung: die; - ; -en 1 gewisse
Stoffe, Mineralien, Vitamine o. ä., die
die Nerven biologisch u. chemisch
versorgen 2 [ugs.] Süßigkeiten o. ä.,
von denen man sagt, daß sie dazu die¬
nen, hohe nervliche Belastungen bes¬
ser auszuhalten
Nerjven|sa|che: die; - / -n a) geistige u.
körperliche Kraft u. Stärke b) (reine)
Nervensache sein: [ugs.] von der gei¬
stigen u. körperlichen Kraft u. Stärke
von jmdm. abhängig sein »Die Exa¬
mensprüfung war reine Nervensache.«
Ner]ven|sä|ge: die; - ; -n [ugs.; abwert]
Person, die die Geduld od. die Nerven
anderer durch ihre Handlungen, Tä¬
tigkeiten o. ä. sehr stark strapaziert,
angreift
Neijvenjschock: der; -(e)s; -s u. -e
~Med.> Kreislaufversagen, das durch
ein psychisch stark erregendes Ereig¬
nis hervorgerufen wird
nerfven[schwach: Adj. nervenschwa¬
cher; nervenschwachste <Psyche> labil;
instabil; unsicher; seelisch nur wenig
belastbar
Ner]ven|schwä|che: die; - ; -n <Med.>
vielseitige Beschwerden ohne körper¬
lich nachweisbare Ursache, die durch
psychische Belastungen hervorgeru¬
fen werden
neijven|stark: Adj. nervenstarker; ner-
venslärkste eine besonders stabile
Psyche od. eine hohe seelische Belast¬
barkeit besitzend
ner|ven|stär|kend: Adj. die Psyche od.
die seelische Verfassung von jmdm.
verbessernd, unterstützend, stabilisie¬
rend
Ner|ven|sy|stem —> Neijven|sys|tem:
das; -(ejs; -e <Anat > körperliches Sy¬
stem der Reizleiter
Ner]ven|zel|le: die; - ; -n <Anat> klein¬
ster Baustein des Nervensystems
Ner]ven(zu|sain|men|bruch: der; -(ejs;
-Zusammenbrüche <Med.> völliger Lei¬
stungsverlust des Nervensystems auf¬
grund zu hoher od. zu lange anhalten¬
der Belastung; akute Psychose
nerjvig: Adj. [ugs.] auf die Nerven ge¬
hend; störend u. nervös machend
»Das lange Warten an der Kasse war
nervig.«
nerv|lich: Adj. n. stg. <Med.> a) in bezug
auf die seelische, psychische Verfas¬
sung von jmdm. b) in bezug auf die
Reaktionsfähigkeit u. -Schnelligkeit
des Nervensystems
neijvös: dat.-fr.-engh /nerwös/ Adj.
nervöser; nervöseste 1 als Reaktion
auf körperliche u. vor allem seelische
Belastung innerlich sehr unruhig,
hektisch, ungeduldig od. zerfahren
»Wegen der Prüfungen bin ich sehr
nervös.« 2 <Med.> in bezug auf das
Reizsystem eines Menschen od. Tie¬
res, dieses betreffend; alles das be¬
schreibend, was das Reizsystem lei¬
sten kann
Ner|vo|si|tät: die; - ; - hohe Reizbarkeit,
Anspannung o. ä.
nerv|tö|tend: Adj. ärgernd; sehr lästig
»Die Kinder waren den Tag über nerv¬
tötend.«
Nerz: der; -es; -e 1 kleines marderartiges
Pelztier 2 Pelzmantel aus dem Fell ei¬
ner Marderart 3 Fell eines kleinen,
marderartigen Pelztieres
Nes|sel: der; -s; - sehr festes u. rauhes
Leinengewebe, das nicht behandelt
wurde
Nes|sel: die; -;-n 1 mehrere Unterarten
umfassende Pflanzengattung, von der
einige Vertreter (z. B. die Brennessel)
bei Berührung auf der Haut des Men¬
schen einen brennenden Juckreiz u.
Bläschenbildung auslösen 2 wie auf
Nesseln sitzen: nicht zur Ruhe kom¬
men; rastlos, nervös, ungeduldig,
leicht aufgeregt sein »Vor dem Beginn
der Prüfung saß er wie auf Nesseln.« 3
sich in die Nesseln setzen: [ugs.] sich
blamieren; sich eine Peinlichkeit er¬
lauben; sich in eine unangenehme Si¬
tuation bringen »Mil seiner Bemer¬
kung hatte er sich böse in die Nesseln
gesetzt.«
Nes|sel|aus|schlag: der; -(ejs; -aus¬
schläge <Med.> juckender, schubweise
auftretender Quaddelausschlag
—» Nes|ses|sär s. Necessaire
Nest: das; -(ejs; -er 1 a) aus kleinen
~&sten, Moos, feuchter Erde o. a. ge¬
baute Nist-, Brutstätte von Vögeln u.
anderen Tieren »In dem Nest liegen
drei Eier.« b) Eigelege z. B. von Repti¬
lien auf dem Erdboden od. im Boden
eingegraben 2 [abwert.] Bezeichnung
für ein Dorf od. eine kleine Stadt »In
solch einem Nest mödhte ich nicht
wohnen.« 3 a) gut geschützte Unter¬
kunft od. verborgener Stützpunkt
von Kriminellen b) gut geschützte
Unterkunft von Soldaten od. verbor¬
gener Waffenstützpunkt des Militärs
4 sich ins warme, gemachte Nest
setzen: [ugs.] a) reich heiraten od. auf
anderem Wege unverdient zu Wohl¬
stand kommen »Er heiratete die Toch¬
ter des wohlhabenden Fabrikanten u.
804
neueröffnet neu
konnte sich somit ins gemachte Nest
setzen.« b) von den bereits geleisteten
Arbeiten anderer profitieren »Der
Vater hatte die Firma mühsam aufge¬
baut, u. der Sohn brauchte sich nur
noch ins gemachte Nest zu setzen.« 5
das eigene, sein eigenes Nest
beschmutzen: verächtlich, abwer¬
tend, lästernd über seine eigenen
Freunde, seine Heimat o. ä. sprechen
od. schreiben
Nest|bau: der; -(e)s; -ten Herstellung
einer Höhle, Unterkunft, Brutstätte
für die Nachkommen in der Tierwelt
Nest|be|schmut]zer: der; -s; - weibl.
"Nestjbe|schmut|ze|rin: die; - ; -neu
[abwert.] Person, die sich herablas¬
send, abfällig über ihr nahestehende
Menschen od. das sie umgebende
Umfeld äußert
Nestjflüchtten der; -s; - 1 Tier, das be¬
reits kurz nach der Geburt das schüt¬
zende Nest (1) verläßt 2 «übertr.i
Mensch, der sein Elternhaus früh ver¬
läßt, Ant.: <1; 2> Nesthocker
Nest|häkjchen: das; -s; - 1 (mit Ab-
Itand) letztgeborener Nachkomme ei¬
ner Familie 2 jüngste Person od. zu¬
letzt Hinzugekommene(r) in einer fe¬
sten, sozialen Gruppe
Nastjhocker (Nest|hok|ker —*■ Nestj-
ho|cker): der; -s; - weibl. Nestj-
hockajrin (N§st|hok|ke|rin —> Nest-
ho|cke|rin): die; -; -nen 1 [oft abwert.]
junger Mensch, der überdurch¬
schnittlich lange in seinem Elternhaus
bleibt u. sich von seinen Eltern z. T.
noch versorgen läßt 2 nur männl.
Form Tier, das bei der Geburt unvoll¬
ständig entwickelt ist, deshalb lange
im Nest (1) bleibt u. von seinen Ei¬
ternderen besonders intensiv mit
Nahrung versorgt werden muß, Ant.:
<1;2> Nestflüchter
Nestfwärjme: die; - ; - Wohlbefinden,
Liebe, Geborgenheit durch die häusli¬
che u. familiäre Umgebung
nette Adj. netter; netteste 1 a) wohlwol¬
lend; herzlich; zutraulich b) «Zustandi
angenehm; entspannt »Es war ein net¬
ter Abend.« 2 <Äußeres> ansehnlich;
hübsch; schön »Es war ein nettes Bild,
was sich ihm bot.« 3 [ugs.] umfang¬
reich; reichhaltig; beachtlich »Er
hatte ein nettes Vermögen angehäuft.«
nettter|wei]se: Adv. [ugs.] aus Gründen
besonderer Hilfsbereitschaft od. Höf¬
lichkeit; freundlicherweise
Nat|tig|keit: die; ~ ; -en 1 Freundlich¬
keit; Hilfsbereitschaft 2 a) Schmeiche¬
lei; etw. Freundliches »Er sagte ihr ei¬
nige Nettigkeiten.« b) kleine Auf¬
merksamkeit, kleines Geschenk
netfto: dat.-iu Adv. das benennend, was
nach allen Abzügen übrigbleibt, Ant.:
brutto
Ngt|to|be|trag: <lat.-it.; dt.> der; -(e)s;
-betrage Geldsumme, die nach Abzug
der Steuern usw. übrig bleibt
Net)to|ein|komfmen: dat.-it.; dt.> das;
•s; - nach Abzug der Renten- u. So¬
zialversicherungsbeiträge, der Steu¬
ern usw. überbleibender Lohn, Syn.:
Nettoeinkünfte
Net]to|ein|künf]te: die (Pt.) verbleiben¬
der Geldbetrag nach Abzug zu zah¬
lender Abgaben, Syn.: Nettoeinkom¬
men
Ngt]to|erjlös: der; -es; -e erwirtschafte¬
ter Betrag od. Gewinn nach Abzug
der Steuern od. anderer Abgaben,
Syn.: Nettoertrag
Netjto|er]trag: der; -(e)s; -ertrage er¬
wirtschafteter Betrag od. Gewinn
nach Abzug der Steuern od. anderer
Abgaben, Syn.: Nettoerlös
Net|to|ge|halt: dat.-it.; dt.i das; -(e)s;
-geholter verbleibendes Einkommen
für eine Tätigkeit nach Abzug der
Renten- u. Sozialversicherungsbeiträ¬
ge, der Steuern usw.
Ngt|to|ge|wichfc das; -(e)s; -e Gewicht
"einer Ware nach Abzug des Verpak-
kungsgewichts
Ngtjtojlohn: der; -(e)s; -löhne verblei¬
bendes Einkommen für eine Tätigkeit
nach Abzug der Renten- u. Sozialver¬
sicherungsbeiträge, der Steuern o. ä.,
Syn.: Nettoeinkommen
Net|to|preis: der; -es; -e Kosten eines
Produktes nach Abzug der Mehr¬
wertsteuer od. anderer Belastungen
Net)to|verjdienst: der; -es; -e verblei¬
bendes Einkommen für eine Tätigkeit
nach Abzug der Renten- u. Sozialver-
acherungsbeiträge, der Steuern usw.,
Syn.: Nettoeinkommen
Netz: das; -es; -e 1 aus Maschen be¬
stehendes Fadengitter o. ä., das etw.
(aufjhaiten, um- od. einfangen od.
Halt geben soll 2 System, Verbindung
von Verkehrswegen, Versorgungslei¬
tungen 3 miteinander verknüpftes Sy¬
stem von gleichen Einrichtungen, zu¬
sammenarbeitenden Personen 4 ohne
Netz u. doppelten Boden: [ugs.] ohne
irgendeine Absicherung; mit hohem
Risiko 5jmdm. ins Netz gehen: [ugs.]
1. auf jmdn. hereinfallen; von jmdm.
getäuscht werden 2. gefangengenom¬
men werden; einer Tat überführt wer¬
den
Netz|an|schlu8 —*■ Netz|an|sch!uss:
der; -arischlusses; -anschlüsse An¬
schluß an das öffentliche Stromnetz
netz|ar|tig: Adj. n. stg. wie ein Netz
Netzjhaut: die; - ; -häute <Anat.> innere
"Augenhaut mit bildaufnehmenden
Sinnesrezeptoren
Netz|haut|ab[iö|sung: die; - ; -en <Med.>
Ablösung der Netzhaut von der sie er¬
nährenden Schicht
Netz|haut)ent]zün|dung: die; - ; -en
<Med.> Erkrankung (häufig durch Vi¬
ren) der inneren Augenhaut
Netz|kar|te: die; - ; -n 1 Fahrausweis,
"der für ein größeres Gebiet des öffent¬
lichen Personennahverkehrs gültig ist
2 Bauelement eines Computers, das
ermöglicht, verschiedene Geräte u.
Computerbenutzer miteinander zu
verbinden
Netz|werk: das; -fe)s; -e 1 gitterähnli¬
che Verbindung jeglichen Materials
u. jeder Form 2 «Wirt.i übergeordnete
Planung u. Überwachung von Gro߬
projekten 3 unbegrenzte Verschal¬
tung unterschiedlichster Elektronik-
elemenle
neu: Adj. neuer; neu(e)ste 1 nicht alt;
vor kurzem hergestellt, begonnen;
bislang noch nicht existent 2 unbe¬
kannt; fremd »Er lernte gerne neue
Länder kennen.« 3 auf ein neues —>
aut ein Neues: noch mal von Anfang
an 4 aufs neue—* aufs Neue: immer
wieder; noch einmal; erneut 5 von
neuem —» von Neuem: immer wie¬
der; noch einmal
—> neu be|ar|bei|tet: s. neubearbeitet
—* neu er|öff|net: s. neueröffnet
—» neuetjöffjnet: s. neueröffnet
—a- neu ge|bajcken: s. neugebacken
—» neu ge(schaf)fen: s. neugeschaffen
—> neu verlmählt: s. neuvermählt
Neu|an|ferjti|gung: die; - ; -en a) Her¬
stellung eines vollkommen neuen
Produktes b) Wiederherstellung od.
nochmalige Produktion eines Gegen¬
standes
neularltig: Adj. neu; Neues betreffend;
seit kurzer Zeit erst bestehend, exi¬
stierend o. ä.; bislang noch nicht Da¬
gewesenes bezeichnend
Neularltiolkeite die; - ; -en Beschaffen¬
heit, Zustand von etw., was erst seit
kurzer Zeit besteht, unlängst od. eben
erst entstanden ist; etw., was bislang
noch nicht existiert hat
NeuläufHaloe: die; -; -n <Druckw.> a) er¬
stes Drucken od. Erstellen eines Bu¬
ches o. ä. b) weiteres, zusätzliches
Drucken od. Erstellen eines Buches o.
ä.
Neub.: Abk. Neubau .
Neulbau: der; -(e)s; -ten 1 a) ein in Ar¬
beit befindliches Haus od. Gebäude
b) erst kürzlich fertiggestelltes Haus
od. Gebäude 2 a) das Errichten eines
Hauses od. Gebäudes b) erneutes,
wiederholtes Errichten eines Hauses
od. Gebäudes
neu|be|ar|bei|tet —> neu bejarjbei|tet:
Adj. n. stg. behandelt; korrigiert; ver¬
bessert; ergänzt
Neujbetainn: der; -(e)s; - Anfang, der
mit etw. Vergangenem abschließt u.
mit etw. bisher nicht Dagewesenem
startet »Nach der Scheidung versuchte
er einen Neubeginn.«
Neu|bil|dung: die; ~ ; -en a) veränderte,
vom bisher Dagewesenen abweichen¬
de Entstehung, Gestaltung von etw.
b) vollständig andere, in dieser Form
noch nie zuvor existierende Gestal¬
tung od. Entstehung von etw.
neuldeutsch: Adj. n. stg. [abwert.] «Zeit¬
geist! mit der jüngeren Entwicklung
in Deutschland verbunden, sie cha¬
rakterisierend
Neudr.: Abk. Neudruck (von Büchern
usw.)
Neulentldeckuna (Neu|ent|dek|kung
—» Neulentldelckunnk die; - ; -en 1
a) Erblicken von etw. Neuem; das
Finden von etw. bisher nicht Erkann¬
tem b) Wiederfinden, Wiederwahr¬
nehmen, Wiedererkennen von früher
bereits Bekanntem 2 Person, die bis¬
lang unbekannt war u. nun durch be¬
sondere Fähigkeiten aufgefallen ist
neulerldinqs: Adv. 1 (erst) in neuester,
letzter Zeit; seit kurzem »Neuerdings
trägt sie ständig Kleider.« 2 [österr.;
Schweiz.; verait.J noch einmal; zum
wiederholten Male »Er versuchte neu¬
erdings, den Berg zu besteigen.«
neuleijlich: Adj. weiteres, zusätzliches
Mal
neuterlöfflnet—> neu erjöff|net: Adj. n.
stg. «Lokal, Geschäft o. ä.> a) neu ge¬
gründet u. der Öffentlichkeit erstma¬
lig zugänglich gemacht b) nach einer
Schließung wieder geöffnet
805
Neueröffnung
Neu|erjöff|nung: die; - ; -en a) erstmali¬
ges Offnen eines Lokals, Geschäftes
o. ä.; unlängst der Öffentlichkeit zu¬
gänglich gemachte Einrichtung b) er¬
neutes, wiederholtes Aufmachen ei¬
nes Lokals, Geschäftes o. ä.
Neulerlscheilnunq: die; - / -en Produkt,
das erstmals auf dem Markt erscheint
Neu|erlwerlbunq: die; - ; -en 1 Kauf od.
Erhalt von etw., was man zuvor nicht
besessen hat 2 etw. od. jmd., das/der
kürzlich erworben worden ist
neue|stens —> neu|es|tens Adv. seit
kurzem; erst in letzter Zeit; seit kurzer
Zeit
Neuf.: Abk. Neufassung
Neu|fas|sung: die; ~; -en a) unlängst ge¬
schaffene, soeben erst gestaltete
Form eines Buches, Filmes o. ä. b)
weitere, zusätzliche Form eines Bu¬
ches, Musik- od. Theaterstückes o. ä.
neu|gebg]ren: Adj. n. stg. 1 erst vor kur¬
zer Zeit auf die Welt gekommen 2
sich wie neugeboren fühlen —> sich
wie neu geboren fühlen sich wieder
erholt, voller Tatendrang u. Energie,
frisch u. munter fühlen
Neu|ge|bo|re|ne: der, die u. das; -n; -n
(mit unbestimmtem Art: ein Neugebo¬
rener; eine Neugeborene; ein Neugebo¬
renes; zwei Neugeborene) gerade erst
zur Welt gekommenes Kind
neulnelschaflfen —» neu ge|schaf|fen
Adj. n. stg. unlängst gestaltet
Neu|ge|stal|tung: die; - ; -en a) Schaf¬
fung von etw. bisher noch nicht Da¬
gewesenem b) Veränderung von etw.
bereits Bestehendem »Bei der Neuge¬
staltung der Schulaula sollten alle
Schüler mithelfen.«
Neulaier/Neulqierlde: die; - ; - Eigen¬
schaft, alles wissen, erleben od. erfah¬
ren zu wollen »Aus Neugier (de) be¬
lauschte sie die Nachbarn.«
neulglelriq: Adj. alles wissen wollend;
sich für vieles interessierend; vieles
nachprüfend od. -fragend
Neu|glie|de|rung: die; - ; -en struktu¬
relle Veränderungen, Unterteilungen,
Aufteilungen, die alte, bestehende
Formen ablösen, verbessern sollen
Neu|go|tik: die; - ; - (Archit.) Wieder¬
aufleben der Gotik im 18. u. 19. Jhd.
Neulqrielchisch: das; -en; - die heutige
Sprache der Griechen, die sich aus
dem antiken Griechisch entwickelt
hat
Neu|he|brä|isch —» Neulhelblrälisclz
das; -n; - modernisierte u. aktuellen
Bedingungen angepaßte Sprache der
Juden
Neulheit: die; ~ ; -en etw. gerade Ent¬
standenes, eben erst in der Öffentlich¬
keit Erschienenes
Neulhochldeutlsche: das; -n; - die Form
der überregionalen Hoch-, Standard¬
sprache im deutschsprachigen Raum,
die sich in der Nachfolge des Mittel-
u. Frühneuhochdeutschen seit dem
17. Jhd. herausgebildet hat u. ständi¬
gen Anpassungen an die Bedürfnisse
ihrer Sprecher u. an die sich verän¬
dernde Wirklichkeit unterliegt
Neuliqlkeit: die; - ; -en etw. gerade Ent¬
standenes, sich Entwickelndes; bisher
in dieser Form noch nicht Bekanntes
Neuliahr/Neuliahr: das; -(e)s; -e (meist
o. Art. verwendet) erster Tag des neu¬
en Jahres
neullich: Adv. vor kurzer Zeit; noch
nicht lange zurückliegend »Neulich
erst besuchte er mich.« Syn.: kürzlich
Neulling: der; -(e)s; -e jmd., der in ei¬
nem Betrieb, einer Schule o. ä. an¬
langt od. zu einer Gruppe, in eine
Mannschaft o. ä. eben erst hinzu¬
kommt
neu|mo|disch: Adj. [häufig abwert.] die
aktuellsten u. eben erst aufkommen¬
den Trends betreffend
Neulmond: der; -(e)s; -e Zeitspanne, in
der der Mond von der Erde aus nicht
sichtbar ist
Neun: die; - ; -en 1 die Grundzahl 9 2
[ugs.J Bus, Straßenbahn(linie) des öf¬
fentlichen Personennahverkehrs »Die
Neun fährt zwischen Mülheim u.
Duisburg.« 3 zu einem Spiel gehören¬
de Karte, die mit neun Zeichen verse¬
hen ist u. in verschiedenen Spielen un¬
terschiedliche Funktionen hat 4 ach
du grüne Neune: [ugs.] Ausdruck
größten Erstaunens, Erschreckens
»Ach du grüne Neune, ich hab' total
verschlafen!« 5 alte Neune: l. beim
Kegeln alle Figuren mit einen Wurf
Umwerfen 2. [ugs.] durch Unvorsich¬
tigkeit od. Unvermögen eine große
Anzahl von Geschirr o. ä. umstoßen
neun: Kardinalzahl (Zahlzeichen = ) 9
neun|mal|ge|scheit: Adj. n. stg. [iron.]
sich für sehr schlau haltend u. da¬
durch arrogant u. überheblich wir¬
kend
neun|mal|klug: Adj. n. stg. [iron.] sich
für sehr schlau haltend u. dadurch ar¬
rogant u. überheblich wirkend
neun|zig: Kardinalzahl (Zahlzeichen =)
90
Neun|zi|ger[jah|re —> auch neun|zi|ger
Jah|re: die (PI.) 1 die Jahre zwischen
1990 u. 2000, in älteren Texten auch
zwischen 1890 u. 1900, 1790 u. 1800
usw. 2 Lebensabschnitt im Alter von
90 bis 99 Jahren
Neun|zi|gen der; -s; - weibl. Neun|zi|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die älter
als 89 Jahre ist, aber das 100. Lebens¬
jahr noch nicht erreicht hat
neunlziqliählriq: Adj. n. stg. 1 90 Jahre
alt; seit 90 Jahren lebend 2 eine Zeit¬
spanne von 90 Jahren dauernd
Neulordlnung: die; - ; -en andere, bisher
in dieser Form noch nicht dagewe¬
sene Regelung, Sortierung od. Struk¬
turierung
Neuijal|gie —* Neu|r|al|g]g die; - ; -n
<Med.> Schmerz, der auf das Ausbrei¬
tungsgebiet eines Nervs beschränkt
ist
neuijal|gisch —* neu|r|al|gisclt Adj. n.
stg. 1 <Med.> auf einen Schmerz, der
sich auf das Ausbreitungsgebiet eines
Nervs beschränkt, hindeutend, diesen
betreffend 2 [geh.] außergewöhnlich
sensibel, wenig widerstandsfähig
neulreilch: Adj. n. stg. [abwert.] viel
Geld habend, ohne die Verhaltensfor¬
men der reichen Oberschicht zu be¬
achten u. dabei den Besitz auffallend
zur Schau stellend
Neu|ro|chir|utq —> Neulrolchilriurg
der; -s; -en weibl. Neu|ro|chi|rur|gin
—> Neulrolchilrlurlgin die; - ; -nen
Medizinerin), der/die sich auf Opera¬
tionen des peripheren u. zentralen
Nervensystems spezialisiert hat
Neu|ro|chir|ur|gie —» Neu|ro|chi|ijurj-
gie <gr.-lat.> die; - ; - medizinisches
Spezialgebiet, das sich mit der opera¬
tiven Behandlung des peripheren u.
zentralen Nervensystems befaßt
Neu|ro|lo|ge: der; -n; -n weibl. Neu|ro|-
lg|gin: die; - ; -nen Facharzt, -ärztin,
der/die sich mit seelischen od. körper¬
lichen Erkrankungen des Nervensy¬
stems befaßt
Neulrollolgie/Neulrollolqie: (gr.> die; - ;
- (Med.) Wissenschaft, Lehre vom
Aufbau u. von der Funktion des Ner¬
vensystems u. den damit verbunde¬
nen seelischen od. körperlichen Er¬
krankungen
neu|ro|lo|gisch: Adj. n. stg. das Nerven¬
system, die Neurologie betreffend
Neu|rojse: (gr.-lat.-engh die; ~ ; -n
<Psychiatrie> psychische Störung
neu|ro|tisch: Adj. <Med.; Psychologie)
auf Neurosen, psychische Störungen
bezogen, sie betreffend
Neulschnee: der; -s; - Schnee, der ge¬
rade erst gefallen ist
neuseel.: Abk. neuseeländisch
Neulsillber das; -s; - dem echten Silber
ähnelndes Material, welches zu 45-
70% aus Kupfer, zu 5-30% aus Nik¬
kei u. zu 8-45% aus Zink besteht
neulsprachllich: Adj. n. stg. lebende
Sprachen betreffend, Ant. altsprach¬
lich
neulstens —» neusftens: Adv. seit
Neuem; erst seit kurzer Zeit; gerade,
eben erst
Neu|struk|tu|rie|rung: die; - ; -en ande¬
re, bislang in dieser Form noch nicht
existierende Ordnung, Regelung, Or¬
ganisation o. ä.
Neutr.: Abk. <Sprachwiss.> Neutrum =
sächliches Geschlecht
neutr.: Abk. 1 neutral = unparteiisch,
unabhängig, objektiv, unparteiisch,
zu allem passend 2 neutralisiert = ei¬
ner Wirkung enthoben
Neu|tra —* NeuMra/ [österr.] Neueren
<lat.> PI. von Neutrum
neuftral —» neutral dato Adj. n. stg. 1
keine Position, Meinung o. ä. vertre¬
tend; keine von zwei sich streitenden
Parteien unterstützend; unparteiisch;
wertfrei; objektiv; sachlich 2 zu allem
passend; unauffällig; blaß; kaum zu
bemerken »Das Kleid hat eine neutrale
Farbe.« 3 <Sprachwiss.> sächlich; das
sächliche Geschlecht bezeichnend
Neu|tra|li|sa|ti|gn —» Neu|t|ra|li|sa|ti|gnc
die; - ; -en 1 <Chemie> chemischer
Prozeß zweier gegensätzlicher
Grundstoffe, die sich in ihrer gegen¬
seitigen Wirkungsweise ausgleichen,
so daß keinerlei chemische Reaktio¬
nen ablaufen 2 Aufheben einer Wir¬
kung; Unwirksammachen eines Ein¬
flusses 3 <Sport> erzwungene Pause ei¬
nes Wettkampfes, während der keine
leistungsbezogene Beurteilung od.
Benotung stattfindet
neu|tra|li|sje|ren —* neu)tjra|li|sje|reiT
neutralisierst; neutralisiertest; hast
neutralisiert 1 (Chemie) chemische
Substanzen zusammenführen, deren
Reaktionen sich gegenseitig ausglei¬
chen 2 die Wirkung od. den Einfluß
806
nichtöffentlich
auf etw. od. jmdn. aufheben 3 <Sport>
während eines unterbrochenen Wett¬
kampfes keine weiteren Benotungen
od. Beurteilungen vornehmen 4 [geh.]
durch eine gekonnte Reaktion eine
Aktion von jmdm. od. durch etw. un¬
wirksam machen »Durch seine guten
u. schnellen Antworten neutralisierte
er seinen Diskussionspartner.«
Neu|tra|li|sie|rung —> Neu|tjra|li|sjej-
rung: die; - ; -en 1 <Chemie> Zusam¬
menführung chemischer Substanzen,
deren Reaktionen sich gegenseitig
ausgleichen 2 Aufhebung einer Wir¬
kung od. eines Einflusses auf etw. od.
jmdn. 3 <Sport> keine weiteren Beno¬
tungen od. Beurteilungen während ei¬
nes unterbrochenen Wettkampfes
vornehmen 4 [geh.] Unwirksamma¬
chen von jmdm. od. etw, durch eine
gekonnte Reaktion auf eine Aktion
»Durch seine guten u. schnellen Ant¬
worten gelang ihm die Neutralisierung
seines Diskussionspartners.«
Neu{tra(li|tät —» Neu|t|rajli[tät die; - ;
-en 1 <Pob Unabhängigkeit, Unge¬
bundenheit eines Staates 2 unabhän¬
gige Position; Objektivität
Neu)tri|no —* Neu|t|ri|no: dato das; -s;
-s (Kernphysik) Elementarteilchen
ohne Masse u. Ladung, das beim Zer¬
fall von Atomkernen entsteht
Weuttron —»• Neu|t|ron: dato das; -s;
Neutronen (Physik) instabiles Elemen¬
tarteilchen, das ein Baustein des
Atomkerns ist u. zur Gruppe der Ba¬
ryonen gehört
Neu[tro|nen|bom|be —> Neu|t[ro|nen|-
bom|be: die; - ; -n <Milit.> Sprengsatz
mit starker Strahlung elektrisch nicht
geladener Elementarteilchen, die bei
geringer Explosionskraft eine verhee¬
rende, tödliche Wirkung auf jegliche
Lebensform hat
Nou(trp]nen(strah|len —» Neu|t|ro|nen|-
strahjlen: die (PI.) austretende elek¬
trische, nicht geladene Elementarteil¬
chen, die eine tödliche Wirkung auf
alle lebenden Organismen haben
Neu|trojnen|waf|fe —» Neu|t|ro]nen|-
waf(fe: die; - ; -n (Milit.) Kampfmittel
mit starker Strahlung elektrisch nicht
geladener Elementarteilchen, die bei
geringer Explosionskraft eine verhee¬
rende, tödliche Wirkung auf jegliche
Lebensform hat
Neujtrum —* Neultlrum; dato das; -s;
Neutra u. [ästen, nur] Neutren
<Sprachwiss.> sächliches Geschlecht,
Substantiv mit sächlichem Genus
neulverimählt —» neu ver}mähffc Adj.
n. stg. a) gerade erst, seit kurzer Zeit
verheiratet b) zum wiederholten Male
verheiratet »Nach seiner Scheidung
von seiner dritten Frau hat er sich wie¬
der neuvermählt.«
Neulverischulldunq; die; ~ ; -en weitere,
zusätzliche finanzielle Belastung
(durch Kreditaufnahme)
Neuw.: Abk. Neuwert
neuw.: Abk. neuwertig
naulweritig: Adj. fast neu; kaum ge¬
braucht u. dadurch beinahe den Ein¬
kaufspreis eines unbenutzten Gegen¬
standes besitzend
neuz.: Abk. neuzeitlich
Ngu|zeft: die; - ; - Zeitspanne der
Menschheitsgeschichte, die etwa mit
dem 16. Jhd. beginnt u. bis heute an¬
dauert
New Age —> auch Newjage: <englo /nju
Ij'tsch/ das; -; - neue, von einer neuen
Weltanschauung u. modernen For¬
schungserkenntnissen u. alternativen
Bewegungen geprägte Epoche
New|cojmer —> auch New Cojmer:
<englo /njukammcr/ der; - u. -s; - u.
-s weibl. Ngw|co|me|rin —> auch New
Co|me|rin: die; - ; -nen Person, die ge¬
rade Berühmtheit u. Bekanntheit er¬
reicht u. so aus der Anonymität her¬
austritt »Er ist ein Newcomer in der
Pop-Musik-Szene.« Syn.: Neuling
Newjton: /njutenj das;-s; - 1 englischer
"Forscher u. Wissenschaftler mit her¬
ausragenden Entdeckungen im Be¬
reich der Physik (1643-1727) 2 nach
dem Physiker (1) benannte Maßein¬
heit der Kraft
New|ton|metter: /njuten/ der u. das; -s; -
(Physik) Maßeinheit für die Fähig¬
keit, Arbeit zu leisten ( = Energie)
NF: Abk. 1 Niederfrequenz = Tonfre¬
quenz, hörbarer Frequenzbereich
von 16 bis 20 Kilohertz 2 Neufassung
3 Normalformat
Nf.: Abk. 1 Nachfolgerin) 2 Nachfor¬
schungen)
nt: Abk. 1 nachfolgend 2 naturfarben
n. F.: Abk. 1 neue Fassung 2 neue Folge
3 neue Form
n. L: Abk. 1 nicht für 2 nur für
n. t a.: Abk. (Handel) neu für alt
n. t D.: Abk. nur für den Dienstge¬
brauch
Nfg.: Abk. 1 Nachforschungen) 2 Neu¬
fassung
nfn Abk. <Postw.> nicht freigemacht
ngr.: Abk. neugriechisch
NH: Abk. Normalhöhepunkt (liegt
54,638 Meter über Normalnull)
nhbr.: Abk. neuhebräisch
nhd.: Abk. neuhochdeutsch (die Ent¬
wicklungsstufe des Deutschen ab et¬
wa 1700 betreffend)
Ni: Abk. Nickel = Niccolum = chemi¬
sches Element; Schwermetall
Ni|be|lun|gen: die (PI.) der Sage nach
germanisches Adelsgeschlecht
Nicar.: Abk. a) Nicaragua (= Staat in
Mittelamerika) b) Nicaraguanerin);
Einwohner Nicaraguas
nicar.: Abk. nicaraguanisch
nicht: I Adv. a) eine Absage, Ablehnung,
Zurückweisung o. ä. kennzeichnend
b) einen bestimmten Grund andeu¬
tend »Das habe ich nicht umsonst so
gemacht.« c) mit einem Adj. mit nega¬
tiver Aussage eine unbestimmte, nicht
ganz ablehnende, sondern einge¬
schränkt positive Wertung ausdrük-
kend »Er ist nicht schlecht in
Mathematik.« II Partikel fordert zu ei¬
ner positiven, unterstützenden, be¬
kräftigenden Antwort o. ä. auf u.
kommt so als Verstärkung in Frage¬
Sätzen vor »Wollt ihr morgen nicht
doch mitkommen?«
—* nicht amt|lich: s. nichtamtlich
—»• nicht be|rufs|tättig: s. nichtberufstä¬
tig
—» nicht christjlich: s. nichtchristlich
—» njchte|he|lich: s. nichtehelich
—»• nicht flek|tier]baR s. nichtflektier¬
bar
—> nicht leijtend: s. nichtleitend
—* njchtöfffent|lich: s. nichtöffentlich
—» nicht rps|tand: s. nichtrostend
—» nicht selbst|stän|dig: s. nichtselb¬
ständig
—> nicht ziehend: s. nichtzielend
Nichtjach|tung: die; - ; -en 11gnoranz 2
Geringschätzung
nicht|amt|lich —> auch nicht amt|lich:
Adj. n. stg. nicht von einer offiziellen
Behörde, staatlichen Institution kom¬
mend
Nicht|an|er|ken|nung: die; - ; -en 1
fehlende Wahrnehmung od. Würdi¬
gung erbrachter Leistungen, be¬
stimmter Fähigkeiten o. ä. 2 fehlende
Akzeptanz einer Person gegenüber
Nicht|an|griffsjpakt: der; -(e)s; -e <Pob
Vertrag zweier od. mehrerer Natio¬
nen, der die Verpflichtung der unter¬
zeichnenden Staaten enthält, keinen
militärischen Kampf zu beginnen
Nichtjbe|achjtung: die; - ; -en 1 Igno¬
ranz 2 Gehn gschätzung
n|cht|be|rufsttäjtig —> auch nicht be|-
rufs]täjtig: Adj. n. stg. nicht arbeitend;
nicht werktätig ,
Nicht|be|rufs|tä|ti|ee: der u. die (weibl.);
-n u. ~ - Person, die keine bezahlte
Tätigkeit ausfibt
nicht|christ|lich —» auch nicht christf-
lich: Adj. a) n. stg. (Persom nicht
christlichen Glaubens b) nicht auf
christlichen Grundsätzen beruhend
Nichjte: die; -; -n männl. Nefjfo: der; -n;
~-n Kind einer Schwester od. eines
Bruders
nicht|ehe|fich —»• nicht|e|he|lich/nicht
e|he|lich: Adj. n. stg. <Rechtsw.> a)
nicht verheiratet »nichteheliche
Gemeinschaft« b) außerhalb einer Ehe
»nichteheliches Kind«
Njcht|er|fiiljlung: die; - ; -en fehlende
Verwirklichung, Realisierung od. das
Nicht-in-die-Tat-Umsetzen eines
Vorhabens, eines Versprechens, einer
Abmachung, eines Planes o. ä.
nicht|flek|tierjbar —» auch nicht flekj-
tieijban Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
Wörter od. Wortteile betreffend, die
sich in verschiedenen grammatischen
u. inhaltlichen Kontexten nicht ver¬
ändern
Nicht-Ich: das; -(e)s; -e (Philosophie)
Grundbegriff des deutschen Philoso¬
phen J. G. Fichte, Bezeichnung für
die gegenständliche Welt
rüchjtig: Adj. n. stg. [geh.] 1 nicht gültig
»Der Vertragszusatz war nach deut¬
schem Recht nichtig.« 2 völlig unbe¬
deutend; ohne Belang; wertlos »Sie
konnten nur nichtige Argumente Vor¬
bringen.«
Nichjtig|keit: die; - ; -en 1 [geh.] Kleinig¬
keit; Winzigkeit; etw., was kaum zu
beachten ist 2 o. PI. (Rechtsw.) fehlen¬
de Gültigkeit eines Vertrages, einer
Abmachung o. ä.
nicht|lei|tend —» auch nicht (giftend:
Adj. n. stg. (Physik) keine elektrisch
geladene Teilchen (z. B. Strom) trans¬
portierend od. übertragend
Nichtflei|ten der; -s; - (Physik) Materi¬
al, das durch seine chemische Zusam¬
mensetzung nicht in der Lage ist,
elektrisch geladene Teilchen (Strom)
zu transportieren od. zu übertragen
nicht|öf|fent|(ich —-» auch nicht öf|-
fent|Nch: Adj. n. stg. Sitzungen, Ta-
807
Nichtraucher
gütigen, Besprechungen, Verhand¬
lungen o. ä. betreffend, bei denen Zu¬
hörer, Zuschauer nicht zugelassen
sind
Nicht)rau)cher. aucherder; -s; - weib/.
Nicht|rau|cherin: die; - ; -nen 1 Per¬
son, die keine Tabakwaren konsu¬
miert 2 nur mdnnl. Form gew. be¬
stimmte Räumlichkeiten u. Umge¬
bungen, in denen keine Zigaretten,
Zigarren o. ä. konsumiert werden
dürfen
nicht|ro|stend —> nicht|ros|tend/nicht
rosjtend: Adj. n. stg. Material betref¬
fend, das sich durch seine chemische
Zusammensetzung immer neutral ge¬
genüber Sauerstoff verhält u. da¬
durch sich kein rötlichbraunes Eisen¬
oxid anlagem kann
nichts: Indeflnitpron. 1 nicht das minde¬
ste; in keiner Weise; überhaupt nicht
»Da gibt es nichts zu sehen.« 2 nichts
für ungut Ausdruck für eine Ent¬
schuldigung; Aussage, daß man etw.
Bestimmtes nicht so ernst od. böse ge¬
meint hat 3 nichts da!: [ugs.] erboster
Ausruf, daß etw. nicht gehe od. zu
machen sei 4 nichts für jmdn. sein:
[ugs.] für jmdn. nicht richtig, passend
sein 5 für, wegen nichts u. wieder
nichts: ohne Grund; vergeblich 6
nichts wie hin, las, weg o. a.: [ugs.]
schnellstmöglich etw. machen, aus¬
führen o. ä. »Gleich gibt es ein Gewit-
' ter, nichts wie nach Hause!« 7 von
nichts kommt nichts: man muß etw.
leisten, um etw. zu erhalten, erreichen
8 vor dem Nichts stehen: alles verlo¬
ren, keinen Besitz mehr haben »Als
das Haus abgebrannt war, standen sie
buchstäblich vordem Nichts.«
—> nichts ahjnend: s. nichtsahnend
—> nichts sa|gendb s. nichtssagend
nichts|ah|nend —» nichts ah|nend:
Adj. n. stg. kein Wissen über etw. od.
jmdn. habend; etw. nicht bemerkend
»Nichtsahnend gingen die Diebe den
Polizisten in die Falle.«
Nicht|schwim|mer: der; -s; - weibl.
Nichtjschwim[me(rin: die; - ; -nen
Person, die sich nicht mit kontrollier¬
ten Arm- u. Beinbewegungen im
Wasser fortbewegen od. über Wasser
halten kann .
nichts|de|sto|we|ni|ger —» nichts[des|-
to|we|ni|gen Adv. [oft scherzh.] unge¬
achtet, trotz dieser Tatsache; trotz al¬
lem »Es regnet. Nichtsdestoweniger
gehen wir jetzt am See spazieren.«
nicht|selb|stän|dig —» auch nicht
' selb|stän|dig/nicht|selbst|stan|dig/
nicht selbst|stän[dig: Adj. n. stg. a)
bei jmdm. angestellt b) Personen be¬
treffend, die nur unter Anleitung od.
mit Hilfe anderer etw. leisten können
Nichtjseß|haf|te —>• Nicht|sess|baf|te:
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.: ein Nichtseßhafter; eine Nichts¬
eßhafte; zwei Nichtseßhafte) [amts-
sprl.] Person, die keinen festen Wohn¬
sitz od. dauerhafte Unterkunft hat
Nichts|nutz: der; -es; -e [abwert.] Be¬
zeichnung für eine Person, die nichts
Sinnvolles tut
nichts|nut]zig: Adj. [abwert.] Dinge be¬
treffend, die nichts leisten, die unnütz,
überflüssig sind
nichts|sa|gend —» nichts salgemfc
Adj. ohne jede(n) Aussage
Nichtsjhin: das; -s; -1 [abwert.] Vermei¬
dung jeglicher Arbeit od. sonstiger
Aktivität 2 Ausruhen; Entspannung;
Erholung
Nichtsjwür]dig|keit: die; - ; -en [geh.;
abwert.] Fehlen einer ehrenhaften
Gesinnung od. eines Achtung gebie¬
tenden, ruhigen od. überlegenen Ver¬
haltens
Nickel (Nlk|kel —» Ni|ckeQ: das; -s; - f
chemische Grundsubstanz; silberwei¬
ßes, hochbelastbares Metall 2 [ugs.;
veralt.] kleines Geldstück 3 [ugs.] hin¬
terlistiger, gemeiner, ein wenig bösar¬
tiger Mensch
njcke|lig (nik|ke)lig —» ni|cke|lig): Adj.
’flandsch.} hinterlistig; gemein; bösar¬
tig »Das Spiel hatte viele nickelige
Fouls.«
nicken (nikjken —>■ ni|cken): nickst;
nicktest; hast genickt 1 a) den Kopf
langsam nach vorne senken u. heben
b) (in manchen Kulturkreisen) als
Zeichen der Übereinstimmung mit
jmdm., als Belobigung od. als Gruß
den Kopf langsam senken u. heben 2
[ugs.] für einen kurzen Zeitraum ent¬
schlafen, ohne sich daür ins Bett zu le¬
gen
Ni|co)tin/Ni|ko|tin —> Nijkoftin nur
noch fachsprl.: Ni|co|tin: </r.> das;
-(e)s; - Bestandteil der Tabakpflanze,
der beim Rauchen genußfördernd
wirkt u. süchtig macht
nie: Adv. 1 a) zu keinem Zeitpunkt »Ich
habe noch nie verschlafen.« b) auf kei¬
nen Fall; unmöglich; gar nicht »Ich
bestehe die Prüfung nie.« c) niemals;
nicht einmal »Ich war nie verheiratet.«
Ant.: immer 2 nie u. nimmer: unter
keinen Umständen; niemals; ganz si¬
cher nicht »Deine kochfliegenden
Pläne sind nie u. nimmer durchführ¬
bar.« 3 man lernt nie aus: man macht
immer neue Erfahrungen, erwirbt im¬
mer neue Kenntnisse, lernt dazu 4
man soiifte) nie nie sagen: man sollte
in keiner Situation etw. endgültig ab¬
lehnen, ausschließen, verneinen o. ä.,
da man nicht weiß, wie sich etw. in
Zukunft entwickelt
niejder. I Adj. 1 nahe am Boden 2 in ei¬
ner Rangfolge auf einer unteren Posi¬
tion stehend »Er mußte niedere Dien¬
ste verrichten.« 3 einfach strukturiert
od. entwickelt »Algen sind Pflanzen
niederer Art.« II Adv. in Richtung Bo¬
den; sich von oben nach unten bewe¬
gend »Schneeflocken fallen auf die Er¬
denieder.«
tite|der-: Wortbildungselement + Verb
nach unten bewegen, führen; unter¬
drücken; unten halten o. ä.
nie|deijbeu)gen: beugst nieder; beugtest
nieder; hast niedergebeugt [geh.] den
Körper in der Hüfte abknicken u. den
Kopf mit dem Oberkörper in Rich¬
tung Boden senken
Nie|der]deut|sch: das; - ; -n <Sprach-
wiss.» mundartliche Sprache im nord¬
deutschen Raum, die von der zweiten
Lautverschiebung unbeeinflußt ge¬
blieben ist
nie|deijdrückend (nie)der]drük|kend
—> nie|der|drü|ckend): Adj. etw. be¬
zeichnend, das jmdn. entmutigen,
traurig od. niedergeschlagen machen
kann »Die Fernsehbilder empfand sie
als sehr niederdrückend.«
Nie|der[gang: der; -(e)s; -1 das Verlo¬
rengehen; das Zugrundegehen »Der
Niedergang der griechischen Kultur ist
unerklärlich.« 2 [seemannssprl.] klei¬
ner, steil abwärts zu den Kabinen
führender Abgang 3 [selten] kleiner,
steil abwärts führender Abgang eines
Hauses, eines Turmes o. ä.
niejdeijge|drückt: Adj. niedergedrück¬
ter; niedergedrückteste entmutigt; de¬
primiert; traurig; melancholisch
n]e|der)ge|hen: gehst nieder; ging (e)st
nieder; bist niedergegangen 1 a) aus
größerer Höhe herunterkommen;
(langsam) auf dem Boden ankommen
»Der Fesselballon ging auf der Dorf¬
wiese nieder.« b) mit großer Gewalt ir¬
gendwo hinab- od. abstürzen »Große
Regenmassen gingen über dem Land
nieder.« c) [selten] langsam herabsen¬
ken »Die Anker leine ging langsam
nieder.« d) [geh.] [selten] vergehen;
versinken »Der Mond ging allmählich
im Meer nieder.« 2 umfaßen, zusam¬
menbrechen
nie|deijge|schla|gen: Adj. aufgrund ei¬
ner Niederlage, eines Mißerfolges o.
ä. ein depressives, resignierendes Ge¬
fühl empfindend, schlechter Laune,
mutlos sein
nte|der]kni|en: kniest nieder; knietest
nieder; bist niedergekniet sich auf die
Knie, zu Boden sinken od. fallen las¬
sen, um seine Untergebenheit, seine
Demut od. Andacht zu demonstrie¬
ren
nie|der|kom|men: kommst nieder; ka-
m(e)st nieder; bist niedergekommen 1
[geh.] ein Baby bekommen; gebären 2
(selten] verwahrlosen; sich gehen las¬
sen; gesellschaftlich abrutschen
Nie|der|kunft: die; * ; Niederkünfte
[geh.] Geburt eines Kindes »Die Frau
war im neunten Monat u. stand kurz
vor der Niederkunft.«
Niederl.: Abk. a) (die) Niederlande b)
Niederländerin)
nieder).: Abk. niederländisch
Nie|der]la[ge: die; - ; -n 1 das Verlieren,
das Unterlegensein in einer Auseinan¬
dersetzung, einem Spiel, Streit,
Kampf o. ä., Ant.: Sieg 2 [selten] Auf¬
bewahrungsort verschiedener Pro¬
dukte (zumeist: Bier)
Nie|der]lan|de: die (PI.) Staat in der
westlichen Küstenregion Zentraleu¬
ropas mit der Hauptstadt Amster¬
dam
nie|der|las|sen: läßt nieder; ließ(es)t
nieder; hast niedergelassen —*alte
Gegenwartsformen mit ss«— 1 eine
Last (langsam) auf den Boden stellen,
absetzen 2 [veralt.] einen Theatervor¬
hang o. ä. zuziehen, Syn.: <1; 2> herun¬
terlassen
nie|deijlas|sen, sieb: läßt dich nieder;
ließ(es)t dich nieder; hast dich nieder¬
gelassen —*alle Gegenwartsformen
mit ss<— 1 Platz nehmen; sich setzen
»Sie ließ sich auf dem Sofa nieder.« 2
a) eine Arztpraxis, ein Geschäft o. ä.
eröffnen »Er ließ sieh J984 als freier
Schriftsteller in München nieder.« b)
an einem Ort (wohnen) bleiben; sich
ansiedeln
808
niet- u.
Nie|deijias|sung: die; - ; -en 1 Ansied¬
lung, kleinere Ortschaft, an dem sich
Menschen eine neue Existenz aufbau¬
en 2 <Wirt.> Zweigfiliale eines Haupt¬
werkes, weiche räumlich u. organisa¬
torisch von diesem getrennt ist u. un¬
abhängig arbeitet »Die Sparkasse hat
in fast jeder Stadt eine Niederlas¬
sung.«
niejdeijle|gen: legst nieder; legtest nie¬
der; hast niedergelegt 1 ein Amt, eine
Arbeit, eine berufliche Tätigkeit ab¬
geben, beenden 2 [geh.] sich od. jmdn.
zur Ruhe od. zum Schlafen betten 3
[geh.] etw. aufschreiben, niederschrei¬
ben, in Form eines Schriftdokumen¬
tes festhalten »Sein letzter Wille wur¬
de in schriftlicher Form niedergelegt.«
4 [geh.] ein Handwerksgerät, eine
Waffe, ein Werkzeug o. ä. loslassen
od. weglegen, um eine Tätigkeit, eine
Handlung zu beenden
Nie|der|lejgung: die; - ; -en 1 Beendi¬
gung, Abgabe eines Amtes, einer Ar¬
beit, berufliche Tätigkeit o. ä. 2 [geh.]
das Hinlegen; das Zubettgehen 3
[geh.] das Aufschreiben, Nieder¬
schreiben, Festhalten in Form eines
Schriftdokumentes 4 [geh.] das Lds-
lassen od. Weglegen eines Hand¬
werksgerätes, einer Waffe, eines
Werkzeuges o. ä., um eine Tätigkeit,
eine Handlung zu beenden
nie|der|rei|Ben: reißt nieder; rissest nie¬
der; hast niedergerissen —*-alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*— a) ein
Bauwerk abreißen, abbrechen; ein
Hindernis aus dem Weg räumen b)
eine Person umstoßen, zu Fall brin¬
gen
Niejderjrin|gung: die; - ; -1 Brechen ei¬
nes Widerstandes; Besiegen eines
Gegners im Kampf 2 Sieg od. Über¬
windung von Ängsten, Gefühlen o. ä.
n]e|der|schie[ßen: schießt nieder; schos¬
sest nieder; hast niedergeschossen
—*alle Vergangenheitsformen mit
ss*— jmdn. od. etw. (ohne Mitge¬
fühl) mit einer Schußwaffe umbrin¬
gen, töten
Niejderjschlag: der; - / -schlage 1 a) auf
die Erde fallende Flüssigkeiten wie
Regen, Schnee, Tau o. ä. b) <Chemie>
Substanzen, die sich während einer
chemischen Reaktion ablagern c) [sel¬
ten] nebelartiger Beschlag eines Gefä¬
ßes od. Gegenstandes durch Wasser¬
dampf 2 starker Hieb, bei dem der
Gegner zu Boden sinkt
nie(derfschla|gen: schlägst nieder;
schlug(e)st nieder; hast niederge¬
schlagen 1 <Rechtsw.) einen Prozeß o.
ä. abschließen, nicht mehr weiterfüh¬
ren 2 durch Hiebe mit den Fäusten
umstoßen, zu Boden zwingen »Der
Boxchampion schlug seinen Gegner in
der dritten Runde nieder.« 3 gewalt¬
sam unterdrücken, unterwerfen »Der
Aufstand der Weber wurde blutig
niedergeschlagen.« 4 die Augen
niederschlagen: aus Scham, Verle¬
genheit, Trauer, als Zeichen der Un-
tergebenheit o. ä. zu Boden blicken
nie|der|$ch(a|gen, sich: schlägt sich nie¬
der; schlug sich nieder; hat sich
niedergeschlagen 1 sich ablagem; sich
niederlassen auf »Nach der Explosion
schlug sich weißer Staub auf den Häu¬
sern nieder.« 2 in eine Arbeit, ein Vor¬
haben o. ä. einfließen, mit eingehen 3
sich auf das Gemüt, die Stimmung
od. die Gefühle von jmdm. auswirken
nie|der[schlags|arm: Adj. niederschlag¬
sarmer; niederschlagsarmste ein Ge¬
biet od. eine Wetterlage betreffend, in
dem/der kaum Regen od. Schnee fällt
Niejder|schlags|men|ge; die; ~ <Me¬
teorologie> Masse, Summe des gefal¬
lenen Regens, Hagels, Schnees
Nie|der]schla|gung: die; - ; -en gewalt¬
samer Sieg über einen sich widerset¬
zenden, demonstrierenden od. revol¬
tierenden Gegner
nie|der|schrei|ben: schreibst nieder;
schrieb(e)st nieder; hast niederge¬
schrieben etw. zur Erinnerung, zum
Andenken, als Überlegung o. ä. in
schriftlicher Form zu Papier bringen
nie|der]set|zen, sich: setzt dich nieder;
setztest dich nieder; hast dich niederge¬
setzt sich setzen-, Platz nehmen
nie|der|sin[ken: sinkst nieder; sank(e)st
nieder; bist niedergesunken aufgrund
einer Ohnmacht, eines Schwächean¬
falls o. ä. langsam zu Boden gleiten,
Umfallen
N|e|der(tracht: die; - ; - a) Gemeinheit,
berechnende Bösartigkeit, Hinterlist
als Charakterzug eines Menschen b)
eine hinterhältige, berechnende, hin¬
terlistige od. gemeine Tat
n]e|der|trächftig: Adj. ein gemeines, ge¬
hässiges, bösartig berechnendes We¬
sen besitzend
n]e|derjtro]ten: trittst nieder; trat(e)st
nieder; hast niedergetreten [ugs.] acht¬
los auf etw., was am Boden ist, her¬
umtrampeln »Er trat alte Blumen nie¬
der.«
Nie|de|rung: die; - ; -en sehr niedrig ge¬
legene Region vor allem in Flußgebie¬
ten »In den feuchten Niederungen des
Flusses steigt häufig dichter Nebel
auf.«
nie|der|werjfen: wirfst nieder; warf(e)st
nieder; hast niedergeworfen 1 zu Bo¬
den werfen; auf den Boden zwingen
»Bei dem Ringkampf gelang es ihm,
den Gegner niederzuwerfen.« 2 einen
Gegner im Krieg, Kampf besiegen
»Die Feinde wurden niedergeworfen.«
3 einen Aufstand, eine Revolte o. ä.
niederschlagen od. mißlingen lassen
»Die Revolution wurde blutig nieder¬
geworfen.« 4 körperlich od. seelisch
stark angreifen »Die Krankheit warf
sie nieder.«
Niejder)werjfung: die; ~ / -en [geh.] Sieg
über einen Gegner; Niederschlagung
eines Aufstandes, einer Revolte o. ä.
njed|lich: Adj. durch die äußere Erschei¬
nung od. das Verhalten von jmdm.
Gefallen u. freundliche Gefühle bei
anderen erregend »Sie hatte einen
niedlichen Hund«
nied(rig: Adj. 1 nicht hoch; sehr flach
»Das Wasser im Rhein steht heule
niedrig.« b) nicht sehr hoch stehend,
sitzend o. ä. »Die Wolken hingen sehr
niedrig über dem Land c) vergleichs¬
weise eine geringe Höhe, Menge o. ä.
besitzend »Sein Auto hatte sehr niedri¬
ge Abgaswerte.« 2 wenig wert sein;
zahlenmäßig nicht hoch »Das Ge¬
schäft warb mit extrem niedrigen
Preisen.« 3 von der Gesellschaft nicht
geachtet »Er war von niedriger Her¬
kunft« Ant.: <l; 2; 3>hoch
—*■ niedjrig ste|hend: s. niedrigstehend
Nfed|rig(lohn|land: das; -(e)s; -länder
(Industrie-)Nation od. (Industrie-)
Staat, in der/dem nur kleine Gehälter
an die Arbeitskräfte ausbezahlt wer¬
den
Nfe|drig|preis: der; -es; -e kleinstmögli-
che zu bezahlende Summe für etw. im
Vergleich zu anderen Anbietern
nied|rig|ste|hend —> nied|rig stejhend:
Adj. sich auf einer unteren Stufe be¬
findend; eine geringere Wertigkeit an¬
deren gegenüber habend
Nied|rig|was|seR das; -s; - 1 Scheitel¬
punkt zwischen endender Ebbe u. be¬
ginnender Flut, an dem das Wasser
am weitesten vom Ufer entfernt ist 2
geringe Wassertiefe von fließenden u.
stehenden Gewässern, Ant.: Hoch¬
wasser
niem.: Abk. 1 niemals 2 niemand
nje|mals: Adv. nie; nicht einmal; zu kei¬
ner Zeit »Ich werde niemals heiraten.«
nie|mand: Indefinitpron. a) kein einziger
Mensch »Niemand ist auf der Straße
zu sehen.« b) keiner aus einer be¬
stimmten Gruppe
Niejmands|land: das; -(e )s; -1 schmales
Gebiet, das zu keinem Territorium
benachbarter Nationen gehört 2 Ge¬
biet, in dem es keine Ortschaften od.
Ansiedlungen gibt u. das dem Men¬
schen kaum bekannt ist
Niejre: die; ~ ;-n 1 <Anat.; Bio.> paariges
Organ bei Säugetieren u. beim Men¬
schen, das Stoffwechselendprodukte
aus dem Blut entfernt u. den Wasser¬
haushalt reguliert 2 Gericht aus dem
Organ Niere des Rindes, Schweines
od. verschiedener Geflügelsorten
»Heute gibt es Schweinenieren zum
Mittagessen.« 3 an die Nieren gehen:
[ugs.] seelisch od. emotional belasten,
bewegen
Nie|ren]becken (Nie|ren|bek|ken —>
Nie|ren]bejckenj: das; -s; ~ <Anat.> in¬
nerer Bereich der Niere, Sammelstelie
des Harns
nje|ren|för|mig: Adj. n. stg. von der
Form her wie eine Niere
N|e]ren]stein: der; -(e)s; -e sehr hartes,
gepreßtes Gebilde, das sich im Aus¬
scheidungsorgan anlagert u. dort die
Tätigkeit der Niere einschränkt u. zu
schmerzhaften Reaktionen des Or¬
gans führt
Nie]ren|trans]plan|ta|ti|on: die; - ; -en
<Med.> Verpflanzung einer gesunden
für die in ihrer Funktion gestörte Nie¬
re
nie|seln: nieselt; nieselte; hat genieselt
gleichförmig, sacht regnen
Niejsel|re|gen: der; -s; - gleichförmiger,
sachter Niederschlag
nie|sen: niest; niestest; hast geniest auf¬
grund eines Juckreizes in der Nase die
Luft durch Nase u. Mund hörbar aus¬
atmen, herauspressen
Nießjbrauch: auchrfer; -(e)s;
Nießbräuche <Rechtsw.> Nutzungs¬
recht fremden Eigentums
niet- u. nagelfest Adj. n. stg. [ugs.] in
der Wendung nicht niet- u. nagelfest
sein: zu bewegen od. mitzunehmen
sein
809
Niete
Nie|te: miederh die; ~ ; -n 1 breitge¬
schlagener Metallbolzen, der zwei
Werkstücke, Teile Zusammenhalt 2
Lotterieschein, Karte bei einer Tom¬
bola o. ä. mit dem/der man nichts ge¬
winnt, gewonnen hat 3 [ugs.] Mensch,
der nicht viel leistet, für etw. nicht zu
gebrauchen ist od. als Versager gilt
Nje|tung: die; - ; -en Befestigung ver¬
schiedener Bau- od. Bestandteile
durch abgeflachte (Metall-)Bolzen
Nig.: Abk. a) Nigeria (= Staat in
Afrika) b) Nigerianer(in)
nig.: Abk. nigerianisch
n]]gel|na|gel|neu: Adj. n. stg. [ugs.] ab¬
solut neu; nicht gebraucht
niger.: Abk. nigerianisch
N[g|ger: <engh der; -s; ~ weibl. Nig|ge|-
rin: die; - ; -nen als verachtendes u.
diskriminierendes Schimpfwort ver¬
wendete Bezeichnung für einen Men¬
schen dunkler Hautfarbe
n. i. H.: Abk. 1 nicht im Handel 2 nicht
im Hause
Ni|hi|lis|mus: dat.> der; - ; -1 Verleug¬
nung aller positiven Ansätze u. Ideen;
Ablehnung aller Regeln u. Ideale 2
«Philosophie» Standpunkt der absolu¬
ten Verneinung; Überzeugung, alles
Existierende sei unsinnig, nutzlos u.
nicht begründbar
Ni|hi|list: <lat.> der; -en; -en weibl. Ni|hi|-
li|stin —*. Nijhi|lis|tin: die; - ; -nen 1
Person, die alle Idealistischen u. wer¬
tehaften Inhalte einer Idee, Überzeu¬
gung od. eines Glaubens ablehnt 2
«Philosophie» Person, die die Thesen
einer nihilistischen Theorie vertritt
ni|hi|li|stisch —* ni|hi|Us|tisch: <lat.>
Adj. n. stg. [geh.] 1 Menschen bezeich¬
nend, die den Thesen einer Normen
verachtenden u. alle idealistischen
Werte ablehnenden Theorie zuneigen
2 «Philosophie» theoretische Aspekte
des Nihilismus betreffend
Ni|ko|laus: der; - ; Nikoläuse a) o. Pi.
nach einem heiliggesprochenen Bi¬
schofbenannte gutmütige Männerge¬
stalt, die nach einer alten Sage die
Bravheit u. den Gehorsam der Kinder
überprüft u. artige Kinder am 6. De¬
zember mit Geschenken erfreut b) o.
Pi. Tag (6. Dezember), an dem der
heilige Nikolaus Kinder beschenkt
»Morgen ist Nikolaus.« c) aus Scho¬
koladenmasse gegossene Figur des
Nikolaus
Ni|ko|tfn/Ni|co|tin —> Ni|ko|tin nur
noch fachsprl. Ni|co|tin: </f.» das;
-(e)s; - Bestandteil der Tabakpflanze,
der beim Rauchen genußfördernd
wirkt u. süchtig macht »Diese Ziga¬
rettensorte enthält viel Nikotin.«
ni|ko|tin|arm: Adj. nikotinärmer; nikoti¬
närmste Zigaretten, Zigarren o. ä. be¬
zeichnend, die nur geringfügige Men¬
gen des öligen Rauschstoffes der Ta¬
bakpflanze enthalten
nim|mer|mehr: Adv. nie u. nimmer; auf
keinen Fall mehr
nim|mer|mü|de: Adj. n. stg. [geh.] nie¬
mals müde werdend; sehr fleißig, em¬
sig; immer präsent u. aufmerksam
Nim|merjsatt: der; -(ejs; -e 1 [ugs.]
jmd., der nie genug bekommen kann
u. sich nicht mit dem zufrieden gibt,
was er erhält od. bereits besitzt 2 tro¬
pischer Storchvogel
N|m|meijwie|der|se|hen: das; -s; - in
der Wendung auf Nimmerwiederse¬
hen: [ugs.] nicht mehr auffindbar,
wiederkehrend
Nipjpel: der; -s; - 1 [ugs.] etw., was nur
ein wenig aus etw. anderem heraus¬
ragt 2 «Technik» kurzes, hohlrundes
Verbindungsstück, welches mit spe¬
ziellen Rillen (Gewinde) versehen ist,
durch die man zwei zylindrische Kör¬
per miteinander verschrauben kann
nipjpen: nippst; nipptest; hast genippt
eine Flüssigkeit in sehr kleinen
Schlucken zu sich nehmen »Ich habe
an dem Sekt nur genippt.«
N|p|pes: der; ~ ; - kleines, zumeist aus
Porzellan bestehendes (Kunst-,
Kitsch-)Gebilde od. Objekt zur Ver¬
zierung der Wohnung »Bei meiner
Oma stand immer viel Nippes auf dem
Kamin.«
Nipp|ti|de: die; - ; -n sehr geringe Flut¬
höhe, die in der Mitte einer Mondpe¬
riode auftritt
nirg.: Abk. nirgends
nujgend: Adv. [veralt.] an keinem Ort
»Er war nirgend zu finden.«
nirtgend|hen Adv. von nirgendwoher;
von keinem Ausgangspunkt kom¬
mend
n[r|gend|hin: Adv. nirgendwohin ge¬
hend; keinem Ziel folgend; keinen
Endpunkt anstrebend
nir|gends: Adv. an keinem Ort, Platz,
keiner Stelle; nirgendwo »Ich kann die
Unterlagen nirgendsfinden.«
niijgendsjher: Adv. von nirgendwoher;
von keinem Ausgangspunkt kom¬
mend
nir|gend|wo/niijgends|wg: Adv. an kei¬
nem Ort; an keiner Stelle
niijgend|wo|her: Adv. von nirgends;
von keinem Ausgangspunkt kom¬
mend
nir|gend|wo|hin: Adv. nirgends hinge¬
hend, -führend; keinem Ziel folgend;
keinen Endpunkt anstrebend
Nilsche: dat.-fr.> die; ~ ;-n 1 a) (kleine)
Auslassung od. Mulde in einer Fläche
b) kleinere Ausbuchtung, Erweite¬
rung eines Zimmers o. ä. 2 kleines,
nicht von anderen beanspruchtes Ar¬
beitsgebiet »Diese Produktion füllt
eine bisher unbeachtete Nische aus.« 3
individueller Privatbereich
Njs|se: die; - ; -n Läuseei, das von der
Laus an Haaren od. Haarwurzeln ab¬
gelegt wird
nj|sten —» nislten: nistest; nistetest;
hast genistet~<ioo\.> ein Nest (1) bau¬
en u. darin Junge ausbrüten u. heran¬
ziehen »In den Büschen nisten mehrere
Amselpärchen.«
N[stjhöh|le: die; - ; -n Hohlraum in ei¬
nem Baum, in der Erde o. ä., in dem
Vögel ihre Eier legen u. ausbrüten
Nistjzeit: die; - ; -en Zeitspanne, in der
Vögel od. andere Tiere ihre Eier le¬
gen, ausbrüten u. ihre Jungen aufzie¬
hen
Ni|trat —* Ni|t|rat: das; -(ejs; -e «Che¬
mie» Salz der Salpetersäure
Niftrid —> Ni|t|rid: das; -(ejs; -e «Che¬
mie» Verbindung, in der die Wasser¬
stoffatome des Ammoniaks durch
Metallatome ersetzt sind
Ni|trp|gly|ze|rin —» Nijt|ro|gly|ze|rjn:
/nitroglüzerin/ das:-(ejs; - 1 hochex¬
plosive, geruchlose Flüssigkeit, die
zur Herstellung von Dynamit ge¬
braucht wird 2 «Med.» gefäßerwei¬
terndes Arzneimittel
NI|troigrup|pe —» Nj|t|ro|grup|pe-‘ die;
- ; -n «Chemie» einwertige Gruppe
von Salpetersäuren, welche in organi¬
schen Verbindungen enthalten ist
Nj]tro|lack —» Ni|t|ro|lack: der; -(ejs; -e
Färb- od. Werkstoff, der aus bestän¬
digen Salpetersäuren zusammenge¬
setzt ist
Niv.: Abk. a) Niveau b) Nivellierung ( =
Einebnung)
Ntlveau: dat.-fr.»/niwo/ das; -s; -s 1 Bil¬
dungsstufe; Leistungsfähigkeit; kul¬
tureller u. intellektueller Standard 2
horizontale Fläche in einer gleichblei¬
benden Höhe 3 Maßstab verschiede¬
ner Dinge u. Tatsachen »Das Niveau
des amerikanischen Dollar (s) war
sehr niedrig.«
Nilveauldrftfelrenz: /niwo-/ die; - ; -en
Abweichung od. Verschiedenheit ei¬
nes bestimmten Wertes, gewissen Zu¬
standes
nilveaulvoll: /niwo-/ Adj. einen hohen
Bildungsstand besitzend; kultiviertes
Verhalten u. Taktgefühl habend
ni|vel|lie]ren: dat.-fr.> /niwelHren/ nivel¬
lierst; nivelliertest; hast nivelliert 1
[geh.] etw. auf ein Niveau, eine Ebene
bringen; Unterschiede einander an¬
gleichen 2 [selten] Unebenheiten in ei¬
nem welligen Gelände glätten u. die
Geländeteile einander angleichen 3
Höhendifferenzen innerhalb eines
Territoriums mit Hilfe eines speziel¬
len Meßgerätes bestimmen
Ni|vel|lie|rung: /niwellirung/dic; - ; -en 1
[geh.] Angleichung unterschiedlicher
sozialer Schichten, Bildungsstände o.
ä. 2 «Vermessungsw.» Bestimmung
unterschiedlicher Erhebungen in ei¬
ner Landschaft durch spezielle Gerät¬
schaften 3 [selten] Glättung einer un¬
ebenen Grundfläche
Nix: /nikß/ der; -es; -e Wassergeist
Ni|xe:/nikße/die; - ; -n Sagen- od. Mär¬
chenwesen, das im Wasser lebt u. an¬
stelle der Beine Schwanzflossen be¬
sitzt
ni|xen|haft: /nikßen-/ Adj. dem Sagen-
u. Märchenwesen entsprechend; ihm
ähnelnd od. sich ähnlich verhaltend
n. J.: Abk. nächsten Jahres
nj: Abk. nicht jugendfrei (Zusatz bei Ki¬
no- u. Videofilmen sowie bei Zeit¬
schriften)
NK: Abk. 1 Nebenkosten 2 «Elektrot.»
Niederspannungskabei 3 Normen¬
kontrolle
n. K.: Abk. neue Konstruktion
Nkw/NKW: Abk. Nutzkraftwagen
NL: Abk. 1 «Handel» Niederlassung 2
Normenstelle Luftfahrt
NI.: Abk. 1 Nebenlager 2 Niederlage
n. I.: Abk. 1 nach links 2 «Chemie» nicht
löslich 3 dat.> non licet = es ist nicht
erlaubt 4 dat-> non liquet = es ist un¬
klar 5 dato non longe = (es ist) nicht
weit
NM: Abk. Nachmieter
Nm: Abk. Nummer metrisch — Ma߬
einheit für die Feinheit von Nähgarn,
gibt die Länge der Masse von einem
Garn in Metern an
810
Nominatfomi
n. M.: Abk. 1 nach Meinung 2 nach Mu¬
ster 3 nächsten Monat(s)
nm.: Abk. 1 nachmittags 2 namens 3
namentlich 4 a) nochmalig b) noch¬
mals
nm: Abk. (Maßeinheit der Länget Na¬
nometer = u. a. zur Bestimmung der
Wellenlänge von Lichtstrahlen (1 nm
=> ein Milliardstel Meter)
NME: Abk. Nettomieteinnahme = Miet¬
einnahme nach allen Abzügen
n. m. E.: Abk. nach meinem Erachten
nmtl.: Abk. namentlich
n. M. v.: Abk. 1 nach Meinung von 2
nach Mitteilung vom/von
n. m. W.: Abk. nach meinem Willen/
Wunsch
N. N.: Abk. <lat.> nomen nominandum
= der Name ist noch zu nennen
NN: Abk. 1 <Postw.> Nachnahme 2 Nor¬
malnull = der für Höhenmessungen
verwendete Bezugspunkt in Höhe des
mittleren Wasserstandes des Amster¬
damer Pegels 3 Nürnberger Nach¬
richten (= Tageszeitung) 4 dato no¬
men nominandum = der Name ist
noch zu nennen
n. n.: Abk. 1 netto netto = frei von allen
Abzügen 2 <lat.> nomen novum = a)
neuer Name b) neue Bezeichnung
n. n. bez.: Abk. nicht näher bezeichnet
NNO: Abk. (Himmelsrichtung» Nord¬
nordosten
nnö.: Abk. (Himmelsrichtung» nordnor¬
döstlich
NNW: Abk. (Himmelsrichtung» Nord¬
nordwesten
nnw.: Abk. (Himmelsrichtung» nord¬
nordwestlich
NO: Abk. 1 (Himmelsrichtung» Nord¬
osten 2 (Rechtsw.» Notariatsordnung
n. O.: Abk. neue<r) Ordnung
no.: Abk. 1 netto = a) nach Abzug b)
ohne Verpackung 2 nordostwärts
nö.: Abk. (Himmelsrichtung» nordöst¬
lich
no fufture: <engh /nou fjutscher/ Aus¬
spruch für jmdn., der keine Aussicht,
keine (beruflichen) Perspektiven für
die Zukunft hat
No fujture Ge|ne|ra|ti|pn —» Np-Fu|-
ture-Ge|ne|ra|ti|on: <engl.> /no
fjutscher-/ die; ~ ; -en Heranwachsen¬
de ohne Zukunftsperspektive
NoVN»:
Abk. [veralt.] numero; Nummer
no|bel: dat.-fro Adj. nobler; nobelste a)
vornehm; teuer; exklusiv; elegant; au¬
ßergewöhnlich b) spendabel; von ed¬
ler Gesinnung; freigiebig; großzügig
»eine noble Spende«
Np|bel|ho(Vel: das; -(e)s; -s sehr edle,
teure u. ehrwürdige Unterkunft, in
der man gegen Bezahlung wohnen
kann, Syn.: Nobelherberge
No|bel|mar|ke: die; - ; -n sehr edle u.
teure Produktion einer Firma von be¬
sonderer Güte »Mercedes ist eine der
Nobelmarken unter deutschen Autos.«
No|bel|preis: der; -es; -e vom schwedi¬
schen Chemiker Alfred Nobel ins Le¬
ben gerufene Auszeichnung für be¬
sondere Erfolge auf unterschiedlich¬
sten Gebieten wissenschaftlicher For¬
schung u. Arbeit
No|bel|preis|trä|ger: der; -s; ~ weibl.
No]be(|preis|trä|ge|rin: die; ~ ; -nen
Person, die die weltweit höchste Aus-
zeichnug für wissenschaftliche od.
kulturelle Arbeiten, den Nobelpreis,
verliehen bekommen hat
no|bi|li|tie|ren: <lat.> nobilitierst; nobili¬
tiertest; hast nobilitiert [veralt.] in den
Adelsstand erheben; einen Adelstitel
vergeben
No|blesjse —* No|b|les|se: dat.-fro
/nobläss/ die; ~ ;-n 1 [veralt.] Bezeich¬
nung der adeligen Gesellschafts¬
schicht 2 vornehmes Benehmen; ele¬
gantes Auftreten
No|bo|dy: <engl.> /noubodi/ der; -s; -s
jmd., der unbedeutend, unbekannt
od. unwichtig ist »Ein Nobody gewann
das große Tennisfinale.«
noch: t Adv. 1 a) zeigt an, daß ein Zu¬
stand zu einem bestimmten Zeitpunkt
existiert, vorhält, (eventuell) in nähe¬
rer Zukunft aber beendet wird »Ich
arbeite noch (für zwei Monate) bei der
alten Firma.« b) eine Restmenge von
etw. kennzeichnend »Es war noch etw.
Benzin im Tank.« 2 vor Eintritt einer
anderen Handlung; bevor ein Zu¬
stand sich ändert »Ich spüle noch (be¬
vor wir gehen).« 3 a) in Zukunft; bald
od. später einmal »Das wird sich noch
ändern.« b) vor kurzer Zeit; in der na¬
hen Vergangenheit »Ich habe noch
letzte Woche mit ihr telefoniert.« 4
womöglich; falls sich nichts ändert 5
verstärkt den Komparativ »Heute ist
das Wetter noch schöner als gestern.«
II Partikel verstärkt eine Aussage
»Das waren noch (rosige) Zeiten.« III
1 weder... noch: drückt aus, daß etw.
für mehrere Teile einer Aufzählung
nicht gilt »Weder seine Verwandten
noch seine Freunde vermißten ihn.« 2
noch u. noch; noch u. nöchen
[scherzh.] unzählige; sehr viel(e); in
Mengen »Überall blühen Blumen noch
u. noch.«
npch|ma|lig: Adj. n. stg. zum wiederhol¬
ten Male; abermalig
noch|mals: Adv. zum wiederholten
Male; abermals
Nöck: der; -en; -en (germanische My¬
thologie» betagter Nix, der am Wasser
sitzt u. dort Geige o. Harfe spielt
Nocken (Nok|ken —> Nojcken): der; -s;
- (Technik» vorspringendes Metall¬
stück, Ausbuchtung auf einer sich
drehenden Achse zur mechanischen
Steuerung
Nocken|wel|le (Nok|ken(wel|le —» No|-
cken|wel|le): die; - ; -n (Technik» dre¬
hende Achse, die mit einem od. meh¬
reren Vorsprüngen versehen ist u. da¬
durch in regelmäßigen Abständen
eine mechanische Kraft- od. Impuls¬
übertragung bewirkt
Nockerl (Nok|keri —» Npjckerl): das;
-s; -s [bayr.; österr.] große Grießku¬
geln, die in Suppen hineingegeben
werden od. in größerer Form als Bei¬
lagedienen
No|etik —» No(e|tik: die; - ; - (Philoso¬
phie» Denklehre; Erkenntnislehre
Noijsette: (/r.> /noasett/ die; -; -s weiche
Schokolade aus Kakaopulver, Milch
u. sehr fein zerriebenen Haselnu߬
stücken
Noi]sette|scho|ko|la|de: </r.» /noasett-/
die; - ; -n weiche Schokolade aus Ka¬
kaopulver, Milch u. sehr fein zerrie¬
benen Haselnußstücken
nö|len: nölst; nähest; hast gen<
[norddt.; abwert.] nörgeln; jammern
»Als das Kind sich langweilte, nähe es
nur noch herum.«
nö|Hg: Adj. [norddt.; abwert.] jam¬
mernd; nörgelnd
Nom.: Abk. (Grammatik» Nominativ =
erster Fall; Wer/Was-Fall
nom.: Abk. 1 <lat.> nomen = Name (im
Sinne von wissenschaftlicher Bezeich¬
nung für chemische Elemente, Pflan¬
zen u. Tiere) 2 nominell = dem Na¬
men nach 3 nominiert = zur Wahl
aufgestellt, vorgeschlagen
No|ma|de: <gr.-lat.> der; -n; -n weibl.
No|m^din: die; * ; -nen 1 Angehöri¬
ge^) eines Hirten- u. Wandervolkes 2
ruheloser Mensch, der nicht lange an
einem Ort verweilen will u. rastlos
umherzieht
no|ma]den|haft: Adj. n. stg. in der Art u.
Weise freilebender Volksstämme, die
ohne festen Wohnsitz mit ihren Vieh¬
herden dorthin ziehen, wo sie für ihre
Tiere Weidemöglichkeiten vorfinden
No|ma|den|volk: das;-(e)s; -Volker eine
aus mehreren Familien bestehende
Gruppe, die ohne festen Wohnsitz
mit ihren Viehherden dorthin zieht,
wo sie für ihre Tiere Weidemöglich¬
keiten vorfindet
no|ma|disch: Adj. n. stg. einem freile¬
benden, umherziehenden Volks¬
stamm angehörend od. in einer ähnli¬
chen Form lebend
no|ma|di|sie|ren: <gr.-lato nomadisierst;
nomadisiertest; hast nomadisiert ohne
festen Wohnsitz in einem Land um¬
herfahren, umherwandern, umherzie¬
hen o. ä.
Nojmen: dato das; -s; - u. Nomina
(Sprachwiss.» 1 Hauptwort; Namen¬
wort; Substantiv 2 o. PI. deklinierba¬
res Nennwort, das Gegenstände, Din¬
ge o. ä. bezeichnet, beschreibt, be¬
nennt
nojtnen est omen - > nojmen est
o|men: dato [geh.] am Namen ist
schon etw. zu erkennen; der Name
steht für etw.
Nomenkl.: Abk. Nomenklatur = Zu¬
sammenstellung von Fachausdrük-
ken
No|men|kla)tur: dato die; - ; -en (Wis¬
senschaft» Sortiment von Benennun¬
gen unterschiedlichster Spezialbegrif¬
fe innerhalb einer Wissenschaft
No|menjkla|tu]ra: dato die; - ; - 1 Na¬
mensliste der bedeutendsten Persön¬
lichkeiten einer Gesellschaft 2 die
herrschende Schicht einer Gesell¬
schaft
no|mi|nal: dat.-fro Adj. n. stg. 1 (Sprach¬
wiss.» zu den Nennwörtern der deut¬
schen Sprache gehörig, diese betref¬
fend 2 dem realen Wert von etw. ent¬
sprechend
No|mi|nal|ein|kom(men: dat.-fr.; dto
das; -s; - bestimmter Geldbetrag, der
nach einer erbrachten Leistung aus¬
gezahlt wird, der aber in keiner Weise
darüber Auskunft gibt, welche Waren
od. Dienstleistungen mit dieser Sum¬
me zu erlangen sind
No|mi|nalfform; dat.-fro die; ~ ; -en
(Sprachwiss.» unbestimmte, nicht
konjugierte Form eines Verbs
811
nominalisieren
no|mi|na|li|sie|ren: dat.-fro nominali-
sierst; nominalisiertest; hast nominali-
siert <Sprachwiss.> 1 Wörter gramma¬
tisch so verändern, daß sie zu einem
Substantiv werden 2 einen vollständi¬
gen Satz so verändern, daß alle in ihm
enthaltenen Wörter inhaltlich an ei¬
nem zentralen Nennwort orientiert
sind
No|mi|na|li|sie|rung: dat.-fro die; ~ ; -en
<Sprachwiss.» 1 grammatische Verän¬
derung eines Verbs zu einem Substan¬
tiv 2 Veränderung eines vollständigen
Satzes so, daß alle in ihm enthaltenen
Wörter inhaltlich an einem zentralen
Nennwort orientiert sind
No|mi|na|lis|mus: dat.-fro der; - ; - 1
(Philosophie» Theorie, wonach dem
Allgemeinbegriff außerhalb des Den¬
kens nichts Wirkliches entspricht, Be¬
griffe nur subjektive Bewußtseinsge¬
bilde sind 2 <Wirt.> Theorie, daß Geld
nur eine Summe versinnbildlicht,
aber in der Realität keinen echten
Wert besitzt
No|mi|na|list: dat.-fro der; -en; -en Phi¬
losophie; Wirt.> Person, die den Ge¬
danken des Nominalismus vertritt
No|mi|nal|lohn: dat.-fr.; dt.> der; -('ejs;
-löhne <Wirt.> bestimmter Geldbetrag,
der nach einer erbrachten Leistung
ausgezahlt wird, der aber in keiner
Weise darüber Auskunft gibt, welche
Waren od. Dienstleistungen mit die¬
ser Summe zu erlangen sind
No|mi|nal|stil: <lat.-fr.; dt.> der; -(ejs; -
(Sprachwiss.» Ausdrucksform, in der
häufig substantivierte Verben benutzt
werden
No|mi|nal|wert: dat.-fr.; dt.> der; -(e)s;
-e <Wirt.> auf einem Wertpapier, ei¬
nem Beleg o. ä. genannter, ausge¬
druckter Betrag; Nennwert
No|mi|na|tiv: dat.> /nominatif/ der;
-(ejs; - <Sprachwiss.> 1 erster Fall;
Wer-/Was-Fall, der im Satz den Satz¬
gegenstand (Subjekt) anzeigt u. da¬
durch den Handelnden, den Veran¬
lasser eines Geschehens kennzeichnet
2 Grundform der Nomen, in der sie
im Wörterbuch stehen
no|mi|nell: dat.-fr.> Adj. n. stg. [geh.] 1
nur einen Scheinwert benennend, ei¬
nen nicht wirklich existierenden Wert
nennend »Nominell hatte er zwölf ge¬
sunde Spieler, aber in Wirklichkeit wa¬
ren es nur acht.« 2 <Wirt.> dem Nenn¬
wert nach
no|mi|nie|ren: dato nominierst; nomi¬
niertest; hast nominiert a) jmdn. für
eine Wahl, ein Amt, einen Posten auf¬
stellen, berufen »Man nominierte sie
für die Wahl der Vorsitzenden.« b)
jmdn. (als Vertreter eines Staates) für
einen Sportwettkampf anmelden »Er
wurde für die Nationalmannschaft no¬
miniert.«
No|mi|nje|rung: dato die; - ; -en Ernen¬
nung, das Vorschlägen von jmdm. für
ein Amt, einen Posten, eine Aufgabe
o. ä.
No-name-Pro|dukt—» No-Name-Pro|-
dukt: /no“ nä'm-/ das; -(ejs; -e Er¬
zeugnis, das von einer Firma herge¬
stellt wird, deren Name nicht auf dem
Produkt vermerkt ist
No|ne: dato die; - ; -n 1 a) <Musik>
neunte Klangstufe innerhalb einer
Tonleiter; um einen Halb- od. Ganz¬
ton erweiterte Oktave b) regelmäßige
Abfolge von neun Tonfolgen 2 Zeit¬
punkt für ein Gebet zur neunten
Stunde des Tages, d. h. um 1S Uhr
non|fi|gu|ra|tiv: dato Adj. n. stg. <Kunst>
Malerei, Bildhauerei od. andere
Kunstformen, die das reale Abbild
abstrakt u. nicht mehr dinglich, an¬
schaulich, erkennbar darstellen, Ant.:
figurativ
non|kon|for|mi|stisch —» non|kon|for|-
nüsltisch: Adj. nicht übereinstim¬
mend mit der allgemeinen Weltan¬
schauung; sich nicht nach allgemei¬
nen Ansichten, Meinungen o. ä. rich¬
tend
Non|ne: dato die; - ; -n 1 weibliche Per¬
son, die ein Gelübde abgelegt hat u.
einer christlich-religiösen Gemein¬
schaft mit festen Regeln u. Ritualen
angehört 2 <Zool.> Nachtfalter 3
<Bauw.> speziell hergestellter u. ge¬
formter Stein, der zum Abdecken von
Hausdächem gebraucht wird
Non|nen|klo|ster —> Non|nen|klos|ter
das; -s; - Wohngebäude, in dem
weibliche Personen leben, die einer
christlich-religiösen Gemeinschaft
mit festen Regeln u. Ritualen angehö¬
ren
Non|plus|uljtra —* Non|plus|ul|t|ra:
dato das; - ; - beste Lösung; etw. Ein¬
maliges, nicht mehr zu Verbesserndes
non|stop: <englo Adv. pausenlos; nicht
ablassend; ohne Halt zu machen »Die
Lufthansa fliegt nonstop nach New
York.«
Non|stop|flug —» auch Non-Stop-Flug:
der; -(ejs; -ßüge ohne Unterbrechun¬
gen stattfindende Reise in einem
Luftfahrzeug
non|ver|bal/non|ver|bal: dato Adj. n.
stg. (Kommunikation» nicht mit
sprachlichen Mitteln, sondern nur
mit Zeichen (der Körpersprache)
Nopjpe: die; ~ ; -n 1 aus verschlungenen
Fäden od. Stricken bestehendes Kü¬
gelchen in Webwaren 2 tropfenförmi¬
ge Erhebung auf einer ansonsten glat¬
ten Oberfläche
nord.: Abk. nordisch
Nord|at|lan|tik|pakt: der; -(ejs; -1948 in
Brüssel geschlossenes Bündnis westli¬
cher Staaten zur militärischen u. si¬
cherheitspolitischen Zusammenarbeit
nordd.: Abk. norddeutsch
Nor|den: der; -s; - Himmelsrichtung (in
Uhrzeigerdarstellung 12 Uhr), die auf
(genordeten) Geländekarten immer
oben liegt »Der Magnetkompaß weist
immer nach Norden.«
nord|eu|ro|pä|isch: Adj. n. stg. dem
Norden Europas zugehörend; den
Norden Europas betreffend, bezeich¬
nend
Npid|hang: der; -(ejs; -hänge in nördli¬
cher Richtung liegende schräge Ebene
eines Hügels, einer Wiese o. ä.
noijdisch: Adj. n. stg. 1 a) aus dem Nor¬
den kommend, dort lebend b) typi¬
sche Merkmale aus dem Norden
stammender od. dort lebender Men¬
schen besitzend 2 Nationalsozialis¬
mus» der arischen Rasse angehörend
Nord|kap: das; -s; - Vorgebirge auf der
norwegischen Insel Magrö; gilt
(fälschlicherweise) als nördlichster
Punkt Europas
nördl.: Abk. nördlich
nördl. Br.: Abk. nördliche(r) Breite (auf
einem Breitengrad nördlich des
Äquators)
nördjlich: I Adj. 1 im Norden »Norwe¬
gen liegt in der nördlichen
Hemisphäre.« 2 a) in de, in Richtung
Norden »Im Frühling ziehen die Vögel
wieder nördlich.« b) aus Richtung
Norden »Das Tiefdruckgebiet kam
aus nördlicher Richtung.« 3 a) [selten]
jmdn. bezeichnend, der in einem
Land der nördlichen Erdhalbkugel
geboren worden ist b) typische Merk¬
male od. Verhaltensformen von Men¬
schen bezeichnend, die aus dem Nor¬
den stammen II Präp. mit Gen. in einer
bestimmten Richtung von etw. od.
jmdm. entfernt sein »Die Stadt liegt
nördlich des Ruhrgebietes.«
Nord|Hcht: das; -(ejs; -er 1 (Astrono¬
mie» Lichterscheinung im Bereich der
Pole durch Wechselwirkung der Kor¬
puskularstrahlung der Sonne mit dem
Strahlungsgürtel der Erde 2 [abwert.;
scherzh.] aus dem Norden Deutsch¬
lands stammende Person
Nord|manns|tan|ne: die; - / -n Nadel¬
baum, der überwiegend im mitteleu¬
ropäischen Raum vorkommt
Nord|pol: der; -(ejs; - 1 nördlichster
Punkt eines Himmelskörpers 2 Aus¬
richtung eines auf Magnetismus rea¬
gierenden Gerätes, das dadurch die
Bestrebung hat, sich immer nach
Norden zu orientieren
Nord|po|lar|ge|biet: das; -(ejs; - Be¬
zeichnung der Region, die den nörd¬
lichsten Teil der Erde ausmacht
Nord|po|lar|meer: das; -(ejs; -e Be¬
zeichnung der Meeresregion, die im
nördlichsten Teil der Erde liegt
Nord|see: die; ~ ; - zwischen den Briti¬
schen Inseln u. Nordwesteuropa gele¬
gener Meeresausläufer des Atlantik
Nord|see|krab|be: die; - ; -n kleiner
Panzerkrebs, der in der Nordsee lebt
Noid|sei|te: die; - ; -n in nördliche Rich¬
tung zeigende Fläche od. zeigender
Teil von etw. »Das schlechtere Wetter
ist meistens auf der Nordseile der Al¬
pen.«
Nord-Süd-Ge|fäl|le: das; -s; - wirt¬
schaftliche u. soziale Unterschiede
zwischen den Industriestaaten auf der
Nordhalbkugel u. den Entwicklungs¬
ländern auf der Südhalbkugel der Er¬
de
Nord-Süd-Kon|flikt: der; -(ejs; -e wirt¬
schaftliche, soziale, politische u. kul¬
turelle Probleme, die sich aus dem
Wohlstand der Industrienationen des
Nordens u. der Armut in den Län¬
dern des Südens ergibt
nord|wärts: Adv. in Richtung Norden;
nach Norden »Die Vögel ziehen im
Sommer nordwärts.«
Nord|wind: der; -(ejs; -e Bewegung von
Luftmassen aus nördlicher Richtung
Nör|ge|lei: die; - ; -en [abwert.] Mißbilli¬
gung; Beschwerde
nör|ge|lig: Adj. [abwert.] ständig mißbil¬
ligend, monierend, angreifend; sich
ständig beschwerend, schimpfend
nörfgeln: nörgelst; nörgeltest; hast ge-
nörgelt [abwert.] an allem etw. auszu-
812
Notariat
setzen haben; mit nichts einverstan¬
den sein »Er nörgelt den ganzen Tag.«
Nörg|ler: der; -s; - weibl. Nörg|le|rin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die häu¬
fig od. ständig etw. kritisiert, mißbil¬
ligt, sich über etw. beschwert od. über
etw. schimpft
Norm.: Abk. 1 a) Normierung b) Nor¬
mung 2 Normalität
Norm: dal.i die; - ; -en 1 Vorschrift, Re¬
gel, Richtschnur, die verbindlich für
ein Zusammenleben von Menschen
gilt u. dieses allgemein regelt »morali¬
sche Normen« 2 durch Übereinkunft,
Übereinstimmung einer Gesellschaft
festgelegte Erwartungen, Forderun¬
gen »Sein Verhalten entspricht nicht
den Normen.« 3 a) vorgeschriebene,
erwartete Arbeitsleistung »Er erfüllt
unsere Norm nicht.« b) <Sport> Lei¬
stungsniveau, das zur Zulassung zu
einem Wettbewerb o. ä. erreicht wer¬
den muß 4 in unterschiedlichen indu¬
striellen Bereichen geltende Richtli¬
nien für die Produktherstellung 5 fest¬
geschriebene Verwendung von Fach¬
wörtern 6 links unten auf der ersten
Seite eines Buches stehender Kurz¬
text, der in codierter Form Titel, Ver¬
fasser u. a. enthält
norm.: Abk. t normal 2 normalerweise
3 normalisiert 4 normiert = verein¬
heitlicht 5 normannisch
Noijmal: das; -s; -e 1 o. PL; o. Art. [ugs.]
Kurzform für Autokraftstoffe, die
weniger Oktan enthalten als Super¬
kraftstoff 2 [fachsprl.J genaue Einheit
zum Feststellen von Größen, Mengen
od. anderen Werten u. Zahlen
normal: dato Adj. n. stg. 1 der Norm,
dem Durchschnitt, Standard gleich,
nicht davon abweichend »Er ist ein
normaler Schüler.« 2 geistig u. körper¬
lich gesund u. ohne auffallende Merk¬
male »Sie haben ein vollkommen nor¬
males Kind.«
Nor|mal|ben|zin: das; -(ejs; - Treibstoff
für Ottomotoren, dessen Oktananteil
geringer ist als bei Superkraftstoff
norjma|ler]wei[se: Adv. gewöhnlich; in
der Regel; ohne besondere Vor¬
kommnisse
Nor[mal|fall: der; -(e)s; -fälle gewöhnli¬
che^ alltäglicher, immer wieder auf¬
tretender Sachverhalt od. Tatbestand
Nor[mal|ge|wicht: das; -(e)s; -e (PI. s.)
errechnetes Gewicht in Abhängigkeit
von der Körpergröße einer Person
nor(ma|li|sje|ren: normalisierst; normali¬
siertest; hast normalisiert a) einen
selbstverständlichen, bekannten u.
angestrebten Zustand wiederherstel¬
len » Wir konnten das Verhältnis zu un¬
seren Nachbarn wieder normalisie¬
ren.« b) sich wieder von allein regeln;
in einen ursprünglichen Zustand zu¬
rückkehren »Nach dem Erdbeben nor¬
malisierte sich das öffentliche Leben
nur langsam.«
Nor|ma|li|sje|rung: die; - ; -en Wieder¬
herstellung des normalen, bekannten
u. als selbstverständlich geltenden
Zustandes
Norjma|li|tat: dato die; - ; - gewöhnli¬
cher, üblicher Zustand od. Tatbe¬
stand
Noijmal|maß: das; -es; -e 1 vorgeschrie¬
bene Einheit zum Feststellen von
Größen, Mengen o. ä. Werten 2
durchschnittliche Einheit von Grö¬
ßen, Mengen o. ä. Werten
Nor|mal|null: das; -s; • <Geographie>
Messungspunkt, an dem ein Ort, Ge¬
biet, Landstrich o. ä. genau auf der
. Höhe null liegt »Die Küstenst'ädte in
Holland liegen aufNormalnull.«
Nor|mal|tem|pe|ra|tur: die; - ; -en übli¬
cherweise auftretender Wärmegrad
eines Lebewesens, Gegenstandes, ei¬
ner Flüssigkeit o. ä. »Die Normaltem¬
peratur des Menschen beträgt 37°
Grad Celsius.«
Nor|mal|zu|stand: der; -(e)s; -zustande
a) Beschaffenheit von jmdm. od. etw.,
die keine Abweichungen, Unregelmä¬
ßigkeiten od. Überraschungen auf¬
weist b) [fachsprl.] Beschaffenheit von
etw. od. jmdm. unter üblichen Um¬
ständen u. Verhältnissen
Nor|ma|tiv: <gr.-lat.-fr.> /normatif/ das;
-(e)s; -e als Vorgabe dienende
Grundform, Grundregel
nor|ma|tiv: <gr.-lat.-fro /normatif/ Adj.
n. stg. [geh.] normgebend; Normen,
Regeln aufstellend
Norm|blatt: das; - (e )s; -blätter 1 Papier¬
bogen, der festgelegten Maßen ent¬
spricht 2 Liste der DIN-Normen
notjmiejren: igr.-lat.-fro normierst; nor¬
miertest; hast normiert [geh.] eine ver¬
bindliche Regel, Ordnung od. Struk¬
tur aufstellen; durch Regeln verein¬
heitlichen
Nor|mie]rung: <lat.> die; - ; -en Einheiten
od. Maße durch genaue Regelung u.
Festlegung für allgemein gültig erklä¬
ren
Nor|mung: die; - ; -en einheitliche Ge¬
staltung, Festsetzung verbindlicher
Strukturen, Größen, Maßeinheiten,
Ordnungen o, ä.
Nost|al|gie—» Nos[ta![gie: <gr.-lato die;
- ; Nostalgien fnostalgi‘n/ (PI. s.) a)
schwärmerische, verklärende Hin¬
wendung zu früheren Zeiten b) (ver-
alt.] Sehnsucht im Ausland lebender
Menschen nach ihrer Heimat, Syn.:
<b> Heimweh
Nost|al|gie|wei|le —» Nos|tat]gie|wel|le:
die; - ; -n [geh.] Zeitabschnitt, der sich
intensiv mit den Inhalten u. Moden
einer vergangenen Epoche beschäf¬
tigt
nost|al|gisch —> nosltal|gisch: Adj.
Vergangenes wiederheraufbeschwö-
rend; an vergangene Zeitepochen er¬
innernd
Not.: Abk. 1 <Rechtsw.> a) Notariat b)
Notar 2 Notation = a) Aufzeichnung
in einer bestimmten Schrift b) Dar¬
stellung eines Begriffs in einem Klas¬
sifikationssystem durch Buchstaben,
Zahlen usw. 3 Notiz(en)
Not: die; ~ ; Nöte 1 Zustand des Man¬
gels od. des Fehlens an Lebenswichti¬
gem »Es herrschte eine große Not in
der Bevölkerung.« 2 gefahrvolle, le¬
bensbedrohliche Situation 3 seeli¬
scher Zustand der Rat- u. Hoffnungs¬
losigkeit 4 mit knapper Not: so eben
noch entrinnen, entkommen o. ä. S
mit etw. hat es keine Not: etw. ist
nicht so dringend »Mit der Überwei¬
sung hat es keine Not, die Rechnung ist
erst in drei Wochen fällig.« 6 not sein,
tun, werden —> Not sein, tun,
werden: nötig sein »Es tut not, endlich
etw. zu unternehmen.« 7 wenn Not am
Mann ist [ugs.] wenn jmd. od. etw.
sehr dringend gebraucht wird 8 seine
liebe (Müh u.) Not mit jmdm., etw.
haben: [ugs.] jmd. od. etw. verursacht
große Probleme »Die junge Mutter
hatte ihre liebe Not, das schreiende
Kind zu beruhigen.« 9 ohne Not a)
ohne Grund etw. tun od. lassen b)
ohne Probleme etw. tun od. lassen 10
zur Not: nur wenn elw. sein muß,
zwingend erforderlich ist 11 aus der
Not eine Tugend machen: etw. Posi¬
tives, Gutes aus etw. Unangenehmem
ziehen 12 Not macht erfinderisch: in
einer sehr schwierigen (Lebens-)Si-
tuation Auswege, Lösungen o. ä. fin¬
den 13 Not ist die Mutter der
Erfindung: in einer sehr schwierigen
(Lebens-)Situation findet man häufig
Auswege, Lösungen 14 Langeweile
ist die Not derer, die keine Not
kennen: Bemerkung, wenn es jmdm.
zu gut geht u. er trotzdem nörgelt, un¬
zufrieden ist 15 in der Not frißt der
Teufel Fliegen: a) in einer schwierigen
(Lebens-)Situation ist alles erlaubt b)
in einer Notlage bringt man fast Un¬
mögliches zustande c) wenn es nötig
ist, muß man auch mit wenigem aus¬
kommen, bescheiden sein 16 Spare in
der Zeit, so hast du in der Not: wenn
es einem finanziell gut geht, soll man
sich etw. für schlechte Zeiten zurück¬
legen (oft als ermahnende Bemerkung
gebraucht) 17 Wenn die Not am grö߬
ten, dann ist Gottes Hilfe am
nächsten: tröstliche Anmerkung,
wenn sich jmd. in einer für ihn aus¬
sichtslosen, schwierigen Lage od. Si¬
tuation befindet 18 Not kennt kein
Gebot: sich in einer Notlage zu wehr¬
en, ist erlaubt; die sonst geltenden Re¬
geln, Nonnen brauchen nicht beach¬
tet werden
—s. Not lei|dend: s. notleidend
not.: Abk. 1 notariell 2 notiert 3 noto¬
risch = a) offenkundig b) gewohn¬
heitsmäßig o) berüchtigt
Nöt.: Abk. Nötigung
not.: Abk. nötig
No|ta|be|ne: dato das; -s; -s [geh.] außer¬
gewöhnliches Symbol od. Merkmal,
um etw. besonders zu kennzeichnen
No|ta|bi|N|tät: dato die; - ; -en 1 o. PI.
[selten] edle Abstammung 2 im öf¬
fentlichen Leben sehr bekannte u. ge¬
schätzte Person
Npt|ab|itur —» Npt|a|bi(tun das; -(e)s; -
e Hochschulreife, die aufgrund von
Kriegszeiten früher erreicht werden
kann
Ngt|an|ken der; -s; - 1 <Seew.> zweiter
schwerer Anker, Doppelhaken, der
zusätzlich zur Sicherung eines Schif¬
fes an Bord ist 2 <übertr.> Person, die
sich um jmdn. kümmert, der sich in
einer Notsituation befindet
No|tar: dato der;-(e)s; -e weibl. No|ta|-
rin: die; - ; -nen juristische Amtsper¬
son, die durch den Staat zur öffentli¬
chen Beurkundung von privatrechtli¬
chen Rechtsgeschäften bestellt ist
»Das Testament muß noch vom Notar
beglaubigt werden.«
No]ta|ri|at: das; -(e)s; -e Kanzlei eines
Notars
813
notariell
no|ta|ri|ell: Adj. n. stg. <Rechtsw.> Ur¬
kunden, Zeugnisse o. ä. betreffend,
die durch einen Notar beglaubigt od.
bestätigt werden, Syn.: [selten] nota¬
risch
no|ta]risch: Adj. n. slg. <Rechtsw.> [sel¬
ten] Urkunden, Zeugnisse o. ä. betref¬
fend, die durch einen Notar beglau¬
bigt od. bestätigt werden, Syn.; nota¬
riell
Not|arzt der; -es; -ärzte weibl. Not|ärz|-
tin: die; - ; -nen Arzt, Ärztin, der/die
im Rettungsdienst arbeitet u. in der
Soforttherapie lebensbedrohliche Zu¬
stände behandelt
Not[arzt|wa|gen: der; -s; - speziell aus¬
gerüstetes Fahrzeug, das zu Kranken
od. Unfallopfem fährt, um sie direkt
nach einem Unfall o. ä. zu versorgen
und sie dann in ein Krankenhaus zu
bringen
No|ta|ti|on: <lat.> /notazion/ die; - ; -en 1
a) <Musik> Niederschrift von Noten
eines Musikstückes b) genau defi¬
nierte Schreibweise von Musiknoten
2 Vermerken jedes einzelnen Schach¬
zuges 3 Niederschrift von Zeichen u.
Symbolen einer Sprache
Not|aut)nah[me: die; - ; •» 1 a) Ort im
Krankenhaus, an den die Opfer eines
Unfalls o. ä. zuerst gebracht werden
b) sofortige Unterbringung u. Be¬
handlung von Unfallopfern o. ä. im
Krankenhaus 2 a) vorläufige Unter¬
bringung u. Gewährung von Obdach
für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten b)
Ort, an dem Flüchtlinge vorläufig un¬
tergebracht u. versorgt werden
Not|aui|nah|me|la|ger. das; -s; - Ort, an
dem Flüchtlinge vorläufig unterge¬
bracht u. versorgt werden
Notausg.: Abk. Notausgang
Not|aus|gang: der;-(e)s; -ausgänge zu¬
sätzliche Möglichkeit zum Verlassen
eines Gebäudes im Falle einer Gefahr
Not|be|helf: der; -(e)s; -e etw., was nur
genutzt wird, weil nichts Geeigneteres
vorhanden ist
Not)brem|se: die; - ; -n Mechanismus
zur Verlangsamung od. Verminde¬
rung einer Geschwindigkeit, der beim
Versagen der normalen Bremsgeräte
eingesetzt wird
Notd.: Abk. Notdienst
Notdienst: der; -(e)s; -e Bereitschafts¬
dienst von Ärzten, Apothekern od.
anderem Personal in der Nacht od.
außerhalb normaler Arbeitsszeiten,
um in einem Notfall helfen zu können
Not|durft: die; - ; - Entleerung des Bla¬
sen- u./od. Darminhaltes
not|dürf[tig: Adj. gerade noch ausrei¬
chend; in vorläufiger, provisorischer
Art u. Weise »Er reparierte das Auto
notdürftig.«
No|te: <lat.> die; -; -n 1 a) <Musik> genau
definiertes Zeichen für einen be¬
stimmten Ton b) PI. Blatt, auf dem
für ein musikalisches Stück alle Töne
verzeichnet sind 2 a) Beurteilung der
(schulischen) Leistung innerhalb ei¬
nes festgelegten Zahlensystems »Für
seinen Aufsatz erhielt der Schüler die
Note befriedigend.« b) <Sport> Beurtei¬
lung der sportlichen Leistung inner¬
halb eines festgelegten Zahlensystems
»Die Ringrichter verteilten nur niedri¬
ge Noten.« 3 Schriftstück im politi¬
schen Dialog zweier Staaten 4 Geld¬
schein 5 ausgefallenes Wesen; beson¬
derer Charakter od. persönliche Ei¬
genart od. Einrichtung »Durch die ge¬
schmackvolle Einrichtung bekam das
Zimmer eine besondere Note.«
No|ten[bank: die; - ; -en Geldinstitut,
das Gelder unterschiedlicher Menge
u. Währung austeilen darf
No|ten|ge|bung: die; ~ ; -en Vergabe
von Beurteilungen einer erbrachten
Leistung, von Schul- od. Zeugnis¬
zensuren
Nojtenlpult: das; -(e)s; -e tischförmiger
Träger der Notenblätter, der vor ei¬
nem Musiker steht, damit dieser die
Noten beim Musizieren ablesen kann,
Syn.: Notenständer
No|ten|sch)üs|sel: der; -s; ~ <Musik>
Zeichen, das am Anfang einer Noten¬
folge steht u. das durch seine Form u.
Position die Tonlage der Noten an¬
gibt
Np|ten|sy|stem —> Np|ten|sys|tem:
das; -(e)s; -e 1 Regelung der Schul¬
zensuren 2 Regelung der Notenlinien
u. -Schrift
Notjeijbe: der; -ns; -n weibl. Not|eijbio:
die; - ; -nen <Rechtsw.> Person, die ei¬
nen Teil eines Nachlasses erhält, ob¬
wohl dies nicht schriftlich u. notariell
festgelegt wurde
notf.: Abk. notfalls
Notfall: der;-(e)s; -falle nicht normale,
schwierige, gefährliche Situation, die
nicht vorhersehbar war u. in der
schnell geholfen werden muß; Aus¬
nahmesituation; Katastrophe
notfalls: Adv. nur, wenn es nicht anders
geht »Notfalls warte ich in deiner
Wohnung auf die Möbellieferanten.«
Notffeu|er: das; -s; - 1 ein zur besseren
Wahrnehmung in einer Notsituation
gelegter Brand 2 <Volkskunde> Feuer,
dem man gesundheitsfördernde Wir¬
kungen nachsagt
notgedr.: Abk. notgedrungen
not|ge|drun|gen: Adv. gezwungenerma¬
ßen
Not|gro|schen: der; -s; - für schlechte
Zeiten, den Notfall zurückgelegte
kleinere Geldsumme
Noth.: Abk. Nothilfe
Notjhil|fe: die; ~ ; -n <Rechtsw.> Hilfe,
die Menschen leisten müssen, wenn
andere in Not geraten sind
no|tje|ren: dato notierst; notiertest; hast
notiert 1 etw. schriftlich festhalten,
um es sich zu merken 2 <Börse> den
Wert einer Aktie ermitteln u. festle¬
gen »Der Kurs des Dollar wurde mit
1,50 DM notiert.«
No|tie|rung: die; - ; -en 1 <Börse> Festle¬
gung der Aktienpreise u. der verschie¬
denen Geldkurse »Die Notierungen
am Rentenmarkt waren die ganze Wo¬
che sehr niedrig.« 2 schriftliches Fest¬
halten von Aussagen, Zeichen, Noten
o.ä.
nojtig: Adj. [süddt.; österr.; ugs.] a) ohne
finanzielle Mittel b) übertrieben spar¬
sam
nöjtig: I Adj. 1 für einen bestimmten
Zweck unentbehrlich, unverzichtbar
»In diesem Fall ist sofortige Hilfe un¬
bedingt nötig.« 2 du hast es gerade
nötig: [ugs.] Ausruf, Aussage, daß
sich jmd. nicht beklagen dürfe, daß
jmdm. etw. nicht zustehe 3 etw. nötig
haben wie das liebe Brot: etw. drin¬
gend brauchen II Adv. dringend; un¬
bedingt »Das war sicherlich nötig.«
nö]ti|gen: nötigst; nötigtest; hast genö¬
tigt a) jmdn. mit Worten heftig auf¬
fordern, etw. zu tun b) jmdn. mit Ge¬
walt zwingen, etw. zu tun c) sich ge¬
nötigt sehen: durch einen Umstand
zu einer Handlung gezwungen sein
»Er sah sich genötigt, den Urlaub ab¬
zubrechen.«
nö[ti|gen|falls: Adv. falls etw. erforder¬
lich, dringlich, notwendig o. ä. ist
Nö|ti|gung: die; - ; -en 1 Zwingen einer
anderen Person zu einer nicht gewoll¬
ten Handlung 2 [selten] Notwendig¬
keit »Er sah keine Nötigung, die Re¬
geln zu beachten.«
No|tiz: dato die; - / -en 1 zur Erinnerung
niedergeschriebener Vermerk; für
jmdn. aufgeschriebene Bemerkung,
Erinnerung o. ä. »Ich mache mir Noti¬
zen über das Gespräch.« 2 knappe
Meldung in den Schreibmedien »Der
Zeitung war die Nachricht nur eine
kurze Notiz wert.« 3 Notiz von etw.,
jmdm. nehmen: etw. od. jmdn. be¬
achten, bemerken, registrieren
No|tjz|block: der; -(e)s; -s u. -blocke ge¬
hefteter od. geklebter Stapel unbe¬
schriebenen Papiers, das für schriftli¬
che Bemerkungen od. Aufzeichnun¬
gen verwendet wird
Notl.: Abk. 1 Notlage 2 Notlandung
not].: Abk. notleidend
Not|la|ge: die; - ; -n Situation, in der
jmd. Hilfe benötigt; aufgrund widri¬
ger äußerer Umstände eingetretenes
Problem »Er befindet sich in einer fi¬
nanziellen Notlage.«
Not|lan|dung: die; - ; -en vorzeitige
Rückkehr eines Flugzeuges zur Erde
aufgrund eines Defektes, Maschinen¬
schadens od. einer anderen gefährli¬
chen Situation
not)lei|dend —> Not lei|dend: Adj. sehr
arm u. Lebenswichtiges vermissend,
nicht zur Verfügung habend »In der
dritten Welt gibt es viele notleidende
Kinder.«
Not|lö|sung: die; ~ ; -en vorübergehen¬
des, improvisiertes u. nicht befriedi¬
gendes Ergebnis od. Resultat einer
Handlung
Not|lü|ge: die; ~ ; -n Aussprechen der
Unwahrheit, die zur Verhinderung ei¬
nes Unglücks, dem Abwenden von
Nachteilen o. ä. erzählt wird
Not|ope|ra|ti|on —> Ngt|o|pe|ra|ti|on:
die; ~ ; -en <Med.> Eingriff, der auf¬
grund der lebensbedrohlichen Schwe¬
re einer Krankheit, eines Unfalls o. ä.
sofort durchgeführt wird
no|tojrisch: dato Adj. n. stg. für etw. be¬
kannt, berüchtigt »Sie ist eine notori¬
sche Lügnerin.«
Not|pfen|nig: der; -fejs; -e für schlechte
Zeiten zurückgelegtes Geld; finan¬
zielle Rücklage
Not|ruf: der; -(ejs; -e a) hilfesuchende
od. -anfordemde Äußerung über
Funk od. per Telefon b) ein rund um
die Uhr besetztes Telefon, bei dem
man in einem Notfall anrufen kann 2
Angstschrei eines Tieres
Notjruf|num|mer: die; -; -n Ziffernkom¬
bination, die man wählt, wenn man
814
NÜ
von der Feuerwehr, der Polizei o. ä.
Hilfe braucht »Die Notrufnummer der
Polizei lautet bundesweit 110.«
Ngt[ruf[säu|le: die; - ; -n (zumeist auf
Autobahnen) festinstalliertes Gerät,
mit dem man Notdienste verschiede¬
ner Institutionen erreichen kann
notJschlach|ten: notschlachtest; not¬
schlachtetest; hast notgeschlachtet
aufgrund einer Krankheit od. Verlet¬
zung ein Tier töten, da dieses keine
od. nur geringe, tierunwürdige Le¬
benschancen hätte od. andere Tiere
anstecken könnte
Not|schlach|tung: die; - ; -en Töten ei¬
nes Tieres aufgrund einer anstecken¬
den od. unheilbaren Krankheit od. ei¬
ner sehr schweren Verletzung
Not|si|tua|ti|on —* Not|si|tu|ajti|on: die;
- ; -en Lage, in der sich jma. od. etw.
in einer sehr gefährlichen od. schwie¬
rigen Lage befindet
Notst: Abk. Notstand
Not|stand: der; -(e)s: -stände
<Rechtsw.> Ausnahmesituation, bei
der eine Gefahr für Leben u. Besitz
durch Eingriff in fremdes Recht ver¬
hindert wird
Not|stands|ge|biet das; -(e)s; -e Re¬
gion, in der eine Ausnahmesituation
vorherrscht u. in der besondere Hilfs¬
maßnahmen notwendig sind »Nach
dem Erdbeben wurde die Region zum
Notstandsgebiet erklärt.«
Not|stands|ge|setz: das; -es; -e Erlaß
od. Verordnung zur Regelung einer
außergewöhnlichen Situation einer
Stadt, eines Landes o. ä. »Durch die
Notstandgesetze erhält die Polizeisehr
vielmehr Rechte.«
Notst.-Geb.: Abk. Notstandsgebiet
Not|strom: der; -(e)s; - elektrischer
Strom aus einem zusätzlichen Gerät,
der beim Ausfall der normalen Zu¬
fuhr von Elektrizität eingesetzt wird
Not|tür: die; -; -en Ausgang, der bei Ge¬
fahr geöffnet wird u. bedrohten Men¬
schen zur Flucht dient
Not|un|terjkunft: die; - ; -Unterkünfte
kurzfristige Übemachtungs- u. Auf¬
enthaltsmöglichkeit für Flüchtlinge
od. Menschen, die sich in einer
schwierigen Lebenssituation befinden
Notwj Abk. 1 Notwendigkeit 2 Not¬
wehr
notw.: Abk. notwendig
not|was|sern: notwassert; notwasserte;
ist notgewassert <Flugw.> nach einem
Maschinenschaden o. ä. Defekt auf
dem Wasser landen
Not|was|se|rung [selten] Not|waB|rung
—> Not|wass|rung: die; ~ ; -en
<Flugw.> ungeplante aber notwendige
Landung nach einem Maschinen¬
schaden o. ä. Defekt auf dem Wasser
Notfwehr: die; - ; - a) Gewaltanwen¬
dung als Reaktion auf eine Bedro¬
hung b) <Rechtsw.> Tatbestand der
Straffreiheit, obwohl gesetzteswidrig
Gewalt gegen eine andere Person an¬
gewendet wurde, da die Gewaltan¬
wendung als Reaktion auf eine Be¬
drohung o. ä. ausgeführt wurde
not(wen|dig/not|wen|dig: Adj. 1 unbe¬
dingt erforderlich; nicht zu vermei¬
den; unerläßlich 2 ein notwendiges
Übel: etw. Unangenehmes, das man
in Kauf nehmen muß, nicht ändern
kann »Arbeit ist für viele ein notwendi¬
ges Übel.«
not|wen|dijgen|falls: Adv. falls es unent¬
behrlich, unvermeidlich, dringend er¬
forderlich ist
not|wen|di|ger]wei|se: Adv. unentbehr¬
lich; unvermeidlich; zwangsläufig;
dringend erforderlich
Notjwen|dig|keit: die; - ; -en zwingende
Maßnahme; unbedingtes Erfordernis;
unvermeidliche Tatsache
Notzucht: die; - ; - [veralt.) Vergewalti¬
gung; Zwang zum Geschlechtsver¬
kehr
not|züch|ti|gen: notzüchtigst; notzüch¬
tigtest; hast notgezüchtigt <Rechtsw.>
vergewaltigen
Nou|gat —* auch Nu|gat: dat.-fr.»
/nugatt/ der u. das; -s; -s Süßigkeit;
süße Masse aus gemahlenen Nüssen,
Zucker u. Kakao, die häufig als Fül¬
lung von Pralinen, Schokolade o. ä.
verwendet wird
Nov.: Abk. 1 Novelle = a) kleine Erzäh¬
lung b) Abänderung od. Ergänzung
eines Gesetzes 2 November 3 Novität
= Neuheit 4 a) Noviziat = Probezeit
vor dem Eintritt in einen Orden b)
Novize; Novizin
No|va: (lat.) /nowa/ die; - ; Novae /noväl
Himmelskörper, der durch große
Eruptionen im Innern od. auf seiner
Oberfläche stärker zu leuchten be¬
ginnt
No[vel|le: dt.) /nowelle/ die; - ; -n 1 <Li-
teräturwiss.) kleinere Erzählung von
gedrängtem Ablauf, die sich nur mit
einer Thematik intensiv auseinander¬
setzt 2 <Rechtsw.> Nachtrag zu einem
Gesetz
no|vel|ije|ren: /nowelliren/ novelliert;
novellierte; hat novelliert <Rechtsw.>
durch eine erneuerte Gesetzesvorlage
ergänzen, verbessern, neuen (juristi¬
schen) Gegebenheiten anpassen
No|vel|lie|rung: /nowellirung/ die; - ;
-en <Rechtsw.> Änderung eines Geset¬
zes od. dessen Ergänzung
no|vel|li|stisch —> nojvel|lis|tisch: /no-
wellißtisch/ Adj. <Litera'turwiss.> der
typischen Art u. Weise einer bestimm¬
tem Regeln genügenden, kleineren
Erzählung entsprechend
No|vetn|ber: /nowember/ der; - u. -s; ~
elfter von zwölf Monaten eines Jah¬
res; Zeitraum von 30 Tagen zwischen
dem 31. Oktober u. dem 1. Dezember
No|vem|ber]re|vo|lu|ti|on: /nowember-/
die; ~ ; - politischer Aufstand im No¬
vember des Jahres 1918, der dazu
führte, daß das ehemalige deutsche
Kaiserreich von der Weimarer Repu¬
blik abgelöst wurde
No|vi|ze: dato jnowize/ der; -n; -n weibl.
Nojv[)zin: die; - ; -nen <kath. Kirche)
Kandidaten), der/die in einen Orden
aufgenommen werden möchte u. eine
Probezeit im Kloster zu bestehen hat
Nojvi|zi|at: (lat.) /nowiziat/ das; -(e)s; -e
<kath. Kirche) a) Probezeit für jmdn.,
der in einen kirchlichen Orden eintre¬
ten möchte b) Ort, an dem Personen
vor ihrem Eintritt in ein Kloster aus¬
gebildet u. vorbereitet werden
No|xe: (lat.) /nokße/ die; - ; -n <Med.>
krankmachende, schädigende Sub¬
stanz; Schadstoff
NP: Abk. 1 Nationalpark 2 <Textil>
(pflanzlicher) Naturfaserstoff 3 Netz¬
plan = graphische Darstellung von
Arbeitsschritten zu Planungs- u.
Überwachungszwecken 4 Neupreis S
Nordpol 6 Normenprüfstelle (im
Deutschen Normenausschuß) 7 Null¬
punkt = Meßpunkt auf Skalen, von
dem aus die übrigen Werte erechnet
werden
n. P.: Abk. 1 nach Paragraph 2 nach Pro¬
test 3 <Sport> nach Punkten
NPD: Abk. Nationaldemokratische Par¬
tei Deutschlands (rechtsradikale poli¬
tische Partei)
npl./nplm.: Abk. nicht planmäßig
N.-Pr„: Abk. Neuprägung (von Münzen)
n. Pr.: Abk. 1 nach Probe 2 nach Prü¬
fung 3 neue Probe 4 neuer Preis
NR: Abk. 1 Nachbarrecht 2 Nichtrau¬
er
n. R.: Abk. 1 nach Rückgabe 2 nach
Rückkehr 3 nach Rücksprache
n. ra Abk. 1 nach rechts 2 nicht richtig 3
(engl.) no risk = kein Risiko
Nrh.: Abk. Niederrhein
NRM: Abk. Notrufmelder
n. R. m.: Abk. nach Rücksprache mit
n. r. v.: Abk. 1 nicht rückzahlbar vor 2
nur rückzahlbar von
NRW: Abk. Nordrhein-Westfalen
N. S.: Abk. (engl.) nuclear ship = Kem-
energieschiff; Schiff mit Atomantrieb
NS: Abk. 1 Nachschrift 2 a) Nationalso¬
zialismus b) in Zusammensetzungen
auch nationalsozialistisch 3 Nebel¬
scheinwerfer 4 <Med.> Nervensystem
5 Niederschrift 6 <Med.> Nierenszinti-
gramm - Abbildung der Nieren
Ns.: Abk. Niedersachsen
Ns: Abk. <Textil> Naturseide
Nschr.: Abk. Niederschrift
NSDAP: Abk. Nationalsozialistische
Deutsche Arbeiterpartei (= faschisti¬
sche Regierungspartei in Deutsch¬
land zwischen der sogenannten
>Machtergreifung< Hitlers 1933 bis
zum Ende des Zweiten Weltkriegs
1945)
NSG: Abk. Naturschutzgebiet
Nsp .: Abk. 1 Nachspiel 2 <Heiztechnik>
Nachtspeicher
NS*Verfbre|chen: das; -s; - Straftat, die
in der Herrschaftszeit des Nationalso¬
zialismus begangen wurde
N. T.: Abk. <Bibel> Neues Testament
NT: Abk. 1 Normaltemperatur 2
Nachrichtentechnik 3 <Eisenb.> Nah¬
schnellverkehrstriebwagen 4 <Textil>
Naturfaserstoff (tierisch) 5 Normal¬
tarif
nto(.): Abk. netto = a) nach Abzug b)
ohne Verpackung
Ntr.: Abk. Nachtrag; Nachträge
Ntw.: Abk. a) Naturwissenschaft b) Na-
turwissenschaftler(in)
ntw.: Abk. naturwissenschaftlich
Ntzg .: Abk. Nutzung
NU: Abk. 1 Nachuntersuchung 2 (fr.)
Nations Unies = Vereinte Nationen
= kurz für Organisation des Nations
Unies' = Staatenorganisation zur
Förderung der internationalen Zu¬
sammenarbeit u. zur Friedenssiche¬
rung
NÜ: Abk. 1 Nachrichtenübertragung 2
Nachüberprüfung
815
Nu
Nu: in der Wendung im Nu: [ugs.] in kur¬
zer Zeit; schnell »Er war im Nu zu¬
hause.«
n. u.: Ahk. <eng!.> «Schriftstücke mit un¬
bekanntem Verfasser: name un-
known = Name unbekannt
nu: Adv. [tandsch.; ugs.] nun
Nu|an)ce: dat.-fra' /nüangßOO u.
nuangßW/ die; - ; -n 1 geringfügige
Abweichung, Differenzierung von
etw. 2 besondere Details od. Kleinig¬
keit »Er wußte sich mit besonderen
Nuancen auszudrücken.«
Nu|buk: das; - u. -s; - besonders ge¬
schmeidiges Rinder- od. Kalbsleder
nüch|tem: Adj. 1 n. stg. a) mit leerem
Magen »Ich muß um 8.00 Uhr nüch¬
tern zum Arzt gehen.« b) nicht alkoho¬
lisiert 2 sachlich u. ohne emotionale
Betroffenheit » Wir diskutierten nüch¬
tern über das Problem.« 3 zu wenig
Salz, Gewürze enthaltend; fade »Die
Suppe schmeckt ziemlich nüchtern.« 4
was der Nüchterne denkt, redet der
Volle: wer betrunken ist, redet zuviel,
plaudert alles aus
NUch|tern|heit: die; - ; -1 a) Zustand, in
dem man keinen Alkohol zu sich ge¬
nommen hat b) Zustand am Morgen,
bevor man Nahrung aufgenommen
hat 2 a) dem Verstand folgendes, ra¬
tionales Denken od. Handeln b)
durch Schlichtheit od. Sachlichkeit
auffallende Bau-, Mal- od. Schreib¬
weise »Sein Roman zeichnete sich
durch große Nüchternheit aus.«
nuckeln (nuckeln —» nujckeln): nuk-
~kelst; nuckeltest; hast genuckelt {ugs.]
1 an etw. saugen od. herumlutschen
»Der kleine Junge nuckelte am
Daumen.« 2 langsam, in kleinen
Schlucken aus einer Flasche, einem
Glas o. ä. trinken »Die Dame nuckelte
gelangweilt an ihrem Sekt.«
Nu|del: die; - ; -n 1 m. Pi Teigware in
unterschiedlicher Form u. verschiede¬
nen Geschmacks, die weichgekocht u.
mit Saucen o. a. Zutaten gegessen
wird 2 <übertr.) [ugs.; abwert.] Person,
die durch eine ungewöhnliche, meist
sehr fröhliche Verhaltensweise auf¬
fallt »Sie ist eine ulkige Nudel.«
Nu|del|ge|richt: das; -(e)s; -e Mahlzeit
aus Nudeln
Nu|de!|holz: das; -es; -hölzer längliches,
'rollenförmiges Küchengerät aus
Holz, mit dem (Nudel-)Teig auf ei¬
nem Backbrett verteilt wird
nu|deln: nudelst; nudeltest; hast genudelt
~1 Geflügeltier mit Nahrung vollstop¬
fen; mästen 2 (veralt.j (Nudel-)Teig
auf einem Backbrett verteilen
Nujdjs)nuis: data der; -; - [geh.] persön¬
liche Auffassung, die die eigene
Nacktheit (auch in der Öffentlichkeit)
als besondere Lebensqualität ansieht
Nu|dist: <lat.> der; -en; -en weibl. Nu|di|-
stin —* Nu|dis]tin: die; - ; -nen [geh.]
Person, die die eigene Nacktheit als
ein wichtiges, positives Lebensgefühl
empfindet
Nu|dijtät: data die; - ; -en a) o. PI. Zu¬
stand ohne jegliche Bekleidung;
Nacktheit b) erotisches Präsentieren,
Zeigen eines völlig unbekleideten
Körpers
—-»■ Nugat: s. Nougat
Nug|get: <engi> /naggett/ das; ~ u. -s; -s
Goldklumpen
nukl.: Abk. nuklear = den Atomkern,
die Atomkraft, Atomwaffen betref¬
fend
nu|kte|ar —> nu|k|le|ar data Adj. n. stg.
1 den militärischen u. wissenschaftli¬
chen Bereich der Kernenergie u. der
Atomforschung betreffend 2 radioak¬
tives Material, einen radioaktiven
Zustand bezeichnend »Nach dem Re¬
aktorunglück war die gesamte Umge¬
bung nuklear verseucht.«
Nu|kle|ar|me|di|zin —» Nu|k|le|ar]me|-
di|zin: die; ~ ; - <Med.> Bereich der
Medizin, der sich mit der diagnosti¬
schen u. therapeutischen Anwendung
radioaktiver Strahlung befaßt
Nu|kle|us —> Nu|k|le|us: data der; ~ /
Nuklei fnukle-ij 1 a) <Anat.; Bio.> Zell¬
kern, der die genetische Information
enthält u. den Zellstoffwechsel steuert
b) Ansammlung von Nervenzellen im
Zentralnervensystem 2 <hist.> Stück
eines zum Feuermachen geeigneten
Steines 3 <Sprachwiss.> wichtigster,
bedeutungstragender Teil einer
sprachlichen Ä ußerung, eines Satzes
Null: die; - ; -en 1 die Ziffer 0 2 [ugs.]
Person, die nichts kann, nicht erfolg¬
reich ist 3 Null Komma nichts —» null
Komma nichts: [ugs.] überhaupt
nichts »Mit der Beschwerde hatten sie
Null Komma nichts erreicht.« 4 in Null
Komma nichts —* in null Komma
nichts: [ugs.] besonders schnell; in
sehr kurzer Zeit »Sie katte ihre Besor¬
gungen in Null Komma nichts
erledigt.« 5 unter Null sinken —» un¬
ter null sinken: in den negativen Tem¬
peraturbereich übergehen; eisig, un¬
terkühlt werden 6 auf Null stehen —»
auf null stehen: sich nicht bewegen
null: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen =) 0;
Zahl ohne Wert, vor der eins 2 null u.
nichtig sein: keine Gültigkeit mehr
haben »Der Anwalt erklärte den Ver¬
trag Jur null u. nichtig.«
Nulla|ge (Null|lage) —* immer mit Hl;
Null|la|ge/Nuil-La|ge: die; - ; -n Null¬
stellung
Null|di|ät: die; -; -en <Med.> langdauern¬
des vollständiges Fasten, wobei nur
Flüssigkeit, Elektrolyte u. Vitamine
zugeführt werden
Nullei|ter (Null|lei|ter) —> immer mit IIP
Nuil|lei|ter/Null-Lej)ten der; -s; -
<Elektrot.> geerdeter Leiter
nul|len: nullst; mdltest; hast genullt 1
<Elektrot.> ein Gerät, Instrument o. ä.
mit dem Erdungskabel verbinden 2
[ugs.] ein rundes Lebensalter errei¬
chen »Er ist 69 u. beim nächsten Ge¬
burtstag nullt er.«
nul|li|fi|z(e|ren: data nullifizierst; nullifi¬
ziertest; hast nullifiziert <Rechtsw.>
Kraft des Gesetzes aufheben
Nullijnie (Null|li|nie) —* immer mit IIP
Null|li|nie7Null-Li|nie: die; ~ ; -n Zei¬
chen der Null auf einer Meßlatte, ei¬
nem Maßband, einem Zollstock o. ä.
—*■ Null|la|ge/Null-La|ge: s. Nullage
—> Nulljteijter/Null-Leijter: s. Nulleiter
—» Null|li|nie/Null-U|nte: s. Nullinie
—» Null|lö]sung/Null-Lö|sung: s. Null¬
lösung
NuH|men)ge: die; - ; -n <Math.> Menge,
in der sich nichts befindet
Nu!l|me)ri)di|an: der; -fe)s; - «Geogra¬
phie: Meßpunkt in Greenwich bei
London (England), von dem aus die
Längengeraden der Erde gemessen
werden
Null-Null: das; -(e)s; - [ugs.] Umschrei¬
bung eines WCs, einer Toilette
Nyil[num|mer: die; - ; -n 1 <Druckw.>
einzelne, nicht kostenpflichtige Aus¬
gabe vor dem offiziellen Erscheinen
einer Drucksache 2 <Sport> [ugs.] Ball¬
spiel, welches am Ende torlos unent¬
schieden ausgeht »Der Revierschlager
zwischen Dortmund u. Schalke war
mal wieder ‘ne Nullnummer.«
Nullöjsung (Null|lö|sung) —»immer mit
111: Null|lö|sung/Null'Lö|sung: die; - ;
-en <Pol.> Versuch, die Anzahl atoma¬
rer Sprengköpfe in verschiedenen
Ländern einander anzugleichen u. zu
begrenzen
Null|punkt: der; -fe)s; -e genau defi¬
nierte Stelle in einem Koordinaten-
od. Zahlensystem, die mit der Zahl
Null gekennzeichnet ist
Null|ta[rif: der; -(e)s; - kostenloses Ser¬
viceangebot
Null|wachs|tum: das; -(e)s; - «Wirt.:
Stagnation wirtschaftlicher Produkti¬
on u. industriellen Fortschritts
Num.: Abk. 1 <Sprachwiss.> Numeral(e)
= Zahlwort 2 Numerierung 3
«Sprachwiss.: Numerus = Kenn¬
zeichnung von Einzahl u. Mehrzahl
in der Beugung 4 a) Numismatik =
Münzkunde b) Numismatiker(in)
num.: Abk. 1 numeriert 2 numerisch =
nach Zahlen geordnet 3 numisma¬
tisch = die Münzkunde betreffend
Nu|me|ral/Nu|me)ra|le: data das; -s;
Numeraiia «Sprachwiss.: Zahlwort
nu|me)iig|ren —> num|mejrie|ran: data
numerierst; numeriertest;üast nume¬
riert —»-alle Formen mit mm*— mit
(fortlaufenden) Ziffern, Zahlen verse¬
hen u. so in eine geordnete Reihenfol¬
ge bringen »Die Seiten müssen nume¬
riert werden.«
Nu|tne|rte|rung —» Num)me|rie)rung:
die; - ; -en a) das Kennzeichnen von
etw. od. jmdm. durch die Zuweisung
einer bestimmten Zahl b) Bezeich¬
nung für eine Zahl, die etw. od.
jmdm. zugewiesen worden ist
nu(me|risch: data Adj. n. stg. zahlenmä¬
ßig; nach Zahlen geordnet
Nu|me|ro: dta das; -s; -s [veralt.] Be¬
zeichnung für einen bestimmten Zah¬
lenwert
Nu|me|rus: data der; - ; Numeri 1
«Sprachwiss.: Einzahl/Singular u.
Mehrzahl/Plural in der Beugung 2
<Math.> Zahlenwert, für den ein Lo¬
garithmus errechnet werden soll 3
Numerus clausus: Begrenzung ver¬
schiedener Studiengänge durch die
Errechnung der Durchschnittsnote
des Abiturs, die bei der Zulassung ei¬
nen bestimmten Wert nicht unter¬
schreiten darf »Der Numerus clausus
im Fach Medizin lag bei 1,9.«
nu|mi|nos: data Adj. n. stg. die von der
Gottheit ausgehende Macht betref¬
fend
Nu|mi|np|se: data das; -n; - <Theologie>
von der Gottheit ausgehende Macht
Nu|mis|ma|tik: <gr.-lata die; - ; - wissen¬
schaftliche od. als Hobby betriebene
816
NW
Auseinandersetzung mit Geldmün¬
zen; Münzkunde
Num|mer: dat.-ito die; -; -n 1 Zahl, Zif¬
fer, die etw. kennzeichnet 2 Ausgabe
einer Zeitschrift o. ä. 3 eine Nummer
schieben: [derb] Geschlechtsverkehr
haben 4 eine Nummer abziehen:
[ugs.l auffallen wollen; sich in den
Vordergrund drängen »Sie zog eine
große Nummer ab, um seine Aufmerk¬
samkeit zu erreichen.« 5 eine ruhige
Nummer haben, schieben: [ugs.] eine
Tätigkeit ausüben, die keine großen
Fähigkeiten od. Anstrengungen er¬
fordert » Von den Beamten wird häufig
gesagt, sie würden eine ruhige Nummer
schieben.« 6 eine Nummer, ein paar
Nummern zu groß für jmdn. sein:
[ugs.] zu problematisch, zu teuer, zu
aufwendig für die Fähigkeiten od.
Verhältnisse von jmdm. »Er möchte
gern eine Villa kaufen, aber das ist
wohl ein paar Nummern zu groß für
ihn.« 7 Nummer eins sein: [ugs.] der,
die, das Wichtigste, an erster Stelle
stehende »Seit das Baby geboren war,
war es die Nimmer eins in ihrem
Leben.« 8 auf Nummer sicher sein,
sitzen: [ugs.] im Gefängnis sein, sitzen
»Der sitzt doch wegen Bankraubes auf
Nummer sicher.« 9 auf Nummer si¬
cher gehen: [ugs.] sich vollkommen
absichem; kein Risiko eingehen
—* num|me|ne|ren: s. numerieren
—* Num|mejrie|rung: s. Numerierung
num|me|risch: Adj. n. stg. a) einer be¬
stimmten (An-)Zahl entsprechend
»Obwohl nummerisch unterlegen, ge¬
wannen sie das Spiel.« b) den Einsatz
bestimmter Zahlen betreffend c)
<EDV> (Computer-)Programme be¬
zeichnend, die ausschließlich aus
Zahlen bestehen
nun: i Adv. a) jetzt; zu diesem Zeitpunkt
»Wir verlassen nun das Haus.« b) bei
bestimmten Gegebenheiten, Umstän¬
den »Wie verhalten wir uns nun?« II
Partikel 1 etwa; vielleicht »Hat sich
das Warten nun gelohnt?« 2 aber; je¬
doch »Dummerweise hat sich nun her¬
ausgestellt, daß wir uns irrten.« 3 also
Nun, was willst du eigentlich?«
nun|mehr: Adv. von einem bestimmten
Zeitpunkt aus gerechnet »Die Parla¬
mentsdebatte dauert nunmehr schon
fünf Stunden.«
Nun|ti|us: <lat.> der; - ; Nuntii /nunzi-il
päpstlicher Gesandter im Ausland
nur: I Adv. 1 ausschließlich; lediglich
»Ich will nur sicherstellen, daß altes in
Ordnung ist.« 2 keinesfalls, nicht
mehr als; höchstens »Ich habe nur vier
Tage Zeit.« II Partikel 1 verstärkt eine
Frage, Aussage » Was soll das nur wer¬
den, wenn es fertig ist?« 2 + zu drückt
eine Steigerung aus »Ihre Fehler sind
ihr nur zu gut bekannt.« 3 drückt eine
Ermutigung aus »Nimm dir nur, wenn
du noch etw. brauchst.« 4 nur zu!: Auf¬
ruf, etw. fortzusetzen, zu wagen od.
zu riskieren 5 nur so: [ugs.] ohne be¬
stimmten Anlaß od. Grund »Warum
willst du das wissen? -Ach, nur so.«
NUS: Abk. Nettoversicherungssumme
nujscheln: nuschelst; nuscheltest; hast
genuschell [ugs.] kaum verständlich u.
unklar sprechen
Nuß —> Nuss: die; - ; Nüsse 1 stark öl¬
haltige Frucht des Nußbaumes,
-Strauches mit harter Schale 2 [ugs.]
Kopf »Er hat sich die Nuß gestoßen.«
3 weibliches Geschlechtsteil hunde¬
ähnlicher Tiere 4 Fleischstück aus der
Keule 5 dumme Nuß —> dumme
Nuss Schimpfwort für einen Men¬
schen »Du dumme Nuß!« 6 jmdm.
eine harte Nuß zu knacken geben
—» jmdm. eine harte Nuss zu knak-
ken geben: [ugs.] jmdm. eine beson¬
ders schwierige Aufgabe stellen »Mit
der Aufforderung, den Betrieb von
Grund auf neu zu organisieren, gab er
ihm eine harte Nuß zu knacken.« 7
eine harte Nuß zu knacken haben
—> eine harte Nuss zu knacken
haben: [ugs.] eine schwierige Aufgabe
erfüllen, lösen müssen »Der Staatsan¬
walt wird eine harte Nuß zu knacken
haben, wenn er ihm die Beteiligung an
der Tat nachweisen will.«
Nuß|baum —> Nuss|baum: der; -(e)s;
-bäume a) Baumart, an der unter¬
schiedlich große, sehr harte Frucht¬
kerne wachsen, die sehr fetthaltig u.
wohlschmeckend sind b) Bezeichnung
für etw., was aus dem Holz des Nu߬
baumes gefertigt ist
nuß|braun —> nuss|braun: Adj. n. stg.
Farbe dev (Hasel-)Nuß besitzend
Nyß|knacker (Nußknak|ker) —=► Nuss|-
kna|cker: der; -s; - Werkzeug zur
Zerstörung der äußeren Nußschale
Nuß|scha|le —* immer mit sss: Nuss|-
scha|le/Nuss-Scha|le: die; - ; -n 1 äu¬
ßere, sehr harte Hülle einer Nuß 2
<übertr.> [scherzh.] Bezeichnung für
ein sehr kleines Boot, einen kleinen
Kahn o. ä.
Nuß|scho|ko|la|de —> immer mit sss:
Nuss[scho|ko|la{de/Nuss-Scho|ko{-
la|de: die; - ; -n Schokolade mit Nüs¬
sen od. Nußgeschmack
Nü|ster —» Nüs|ter: die; - ; -n <Tier>
weite Nasenöfifnung vor altem des
Pferdes
Nut [fachsprl.]/Nujte [ugs.]: die; - ; -en
Bezeichnung für eine Rinne od. Fur¬
che, in die ein passendes Gegenstück
eingesetzt werden kann u. dadurch
Halt gewinnt
Nut|te: die; - ; -n [ugs.] Frau, die gegen
Bezahlung sexuelle Handlungen aus¬
führt, Syn.: [standardsprl.] Prostitu¬
ierte
nutftig: Adj. [abwert.] sich wie eine Pro¬
stituierte verhaltend; dimenartig aus¬
sehend, redend o. ä.
nutz|bar: Adj. brauchbar; einsetzbar; zu
Nutzen
Nutzjbarjkeit: die; ~ ; - Zweckdienlich¬
keit; Möglichkeit eines sinnvollen Ge¬
brauchs; Einsetzbarkeit
Nutz|barfma|chung: die; -; -en Um- od.
Neugestaltung von etw., um dieses
sinnvoll u. zweckdienlich einsetzen zu
können
nutz|brln|gend: Adj. Vorteile verschaf¬
fend »Die Umstellung der Arbeitsab¬
läufe hatte einen sehr nutzbringenden
Effekt.«
nutfzen: nutzt; nutztest; hast genutzt!
nüt|zen: nützt; nütztest; hast genützt 1
verwenden; gebrauchen; benutzen
»Ich nutze meinen Wagen selten.« 2
Sinn od. Zweck für jmdn. haben
»Sein umfangreiches Wissen nutzte
ihm überhaupt nichts.«
nüt|zen: nützt; nütztest; hast genützt!
nut|zen: nutzt; nutztest; hast genutzt 1
gebrauchen; benutzen 2 Sinn od.
Zweck für jmdn. haben »Sein umfang¬
reiches Wissen konnte er nicht nüt¬
zen.«
Nut|zen der; -s; - [amtssprl.] gesetzlich
geregelte Bezeichnung einer Person,
die für bestimmte Dinge ein Verwen¬
dungsrecht besitzt
Nutzjfahijzeug: das; -(e)s; -e Auto, das
2mm Waren- bzw. zum Personen¬
transport verwendet wird
Nutzlast: die; - ; -en [fachsprl.] Trans¬
portgüter, Menschen o. ä., die zusätz¬
lich zum Eigengewicht in ein Fahr¬
zeug eingeladen werden dürfen
nützlich: Adj. hilfreich; brauchbar; ver¬
wendbar
Nütz|iich|keit: die; - ; - Brauchbarkeit;
Verwendbarkeit _
Nütz|lich|keits|den|ken: das; -s; - Über¬
legung über die Zweckdienlichkeit,
den sinnvollen Einsatz od. effizienten
Gebrauch von etw. od. jmdm.
Nützjling: der; -(e)s; -e Bezeichnung für
Tierarten, die durch die natürliche
Vernichtung von Schädlingen für den
Menschen dienlich sind »Regenwür¬
mer sind in jedem Garten willkommene
Nützlinge.«
nutzlos: Adj. nutzloser; nutzloseste
zwecklos; sinnlos; nicht verwendbar
Nutz]lo|sig|keit: die; - ; -en Zwecklosig¬
keit; Sinnlosigkeit
Nutz[nie|ßer: der; -s; - weibl. Nutz|nie|-
ßejrin: die; ~ ; -nen Person, die den
Gewinn, Vorteil o. ä. von etw. hat
»Er ist die Nutznießer des Vermö¬
gens.«
Nutz|pflan|ze: die; - ; -n a) Pflanze, die
zur Herstellung von Nahrung od. Ge¬
nußmittel verwendet wird b) Pflanze,
die direkt für die menschliche od. tie¬
rische Ernährung verwendet wird
Nutzten das; -(e)s; -e Arbeitstier; Tier,
das als Transportmittel, als Zugtier
od. zur Erzeugung von Milch, Fleisch
o. ä. verwendet wird
Nutzung: die; - ; -en Gebrauch; An¬
wendung
Nut|zunga|dau|eR die; - ; - Zeitspanne
für den Gebrauch od. die Anwendung
von etw.
n. u. Z.: Abk. nach unserer Zeitrechnung
(im Sinne von mach Christus<)
NV: Abk. 1 Nationalversammlung ( =
Bezeichnung für das nationale Parla¬
ment in verschiedenen Staaten) 2
<Elektronik> Niederfrequenzverstär¬
ker 3 Notverordnung
n. V.: Abk. 1 nach Vereinbarung 2
<Sport> nach Verlängerung 3 nach
Vorschrift
n. v.: Abk. 1 nicht verwendungsfähig 2
nicht veröffentlicht 3 nicht vorhan¬
den
n. Verl.: Abk. <Sport> nach Verlängerung
NVO: Abk. Nebentätigkeitsverordnung
n. v. u. n. v.: Abk. nicht verwandt u.
nicht verschwägert
NW: Abk. 1 Nachweis 2 Nachwort 3
Nachwuchs 4 Neuwert 5 Nennweite
= Durchmesser eines Rohres 6
<EDV> Netzwerk = Datenübertra¬
gungssystem zwischen verschiedenen
817
NW.
Teilnehmern 7 Niedrigwasser 8 (Him¬
melsrichtung» Nordwesten
Nw.: Abk. 2 Nachrichtenwesen 2
Nachweis 3 Nachwort 4 Nachwuchs
5 Neuwert
n. W.: Abk. 1 nächste(r) Woche 2 nach
Westen
nw.: Abk. nordwestlich
nwsl.: Abk. nachweislich
N. W.Sp Abk. Niedrigwasserspiegel
Ny[lon: tengl.-ameriko /nailon/ das; -s;
-s a) haltbare synthetische Textilfaser
b) n. PI. Beinkleider aus einer synthe¬
tischen Textilfaser »Sie trägt schwar¬
ze Nylons.«
Nyjlons: /nailonß/ die (PI.) beinlange
Kunstfaserstrümpfe für Frauen
Ny|lon|strumpf: /nailon-/ der; -(e)s;
-Strümpfe aus Kunstfaser bestehende,
enganliegende Beinbekleidung
O/o: das; - u. [ugs.] -s; - u. [ugs.j -s
Schriftzeichen, fünfzehnter Buchsta¬
be des deutschen Alphabets
O: Abk. 1 Oberfläche 2 Obergeschoß 3
<nur Grammatik; Satzergänzung» Ob¬
jekt 4 Omnibus 5 (Himmelsrichtung»
Osten 6 Oxygenium = Sauerstoff
(chemisches Element)
O.: Abk. 1 (Milit.» Oberst 2 (Milit.» Offi¬
zier 3 Obligation = Verpflichtung 4
(Wirt.» Obligo = a) Verbindlichkeit
b) Schuldverschreibung eines Unter¬
nehmens 5 (Musik» Oktave = Inter¬
vall von acht Tönen 6 <lat.> (Bio.» ordo
= Ordnung (= Klassifikationsstufe
im System der Lebewesen) 7 Ozean
ö: Abk. (Post» öffentliche Sprechstelle
-o: Wortbildungselement; dient der Per¬
sonenbezeichnung bezeichnet jmdn.,
der durch das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte charakterisiert wird
»Realo ♦ Brutalo«
o.: Abk. 1 oben 2 oberhalb 3 oder 4 of¬
fen S a) offenbar b) offensichtlich
ö.: Abk. 1 öffentlich 2 örtlich 3 östlich
OA: Abk. 1 Oberarzt 2 (Post» Oberauf¬
sicht 3 (Bundeswehr» Offiziersanwär¬
ter 4 (Buchw.» Originalausgabe
o. A.: Abk. 1 ohne Adresse 2 ohne
Akte(n) 3 ohne Angabe(n) 4 ohne
Auftrag
o. a.: Abk. 1 a) oben angeführt b) oben
angegeben 2 oder andere(s)
o. ä.: Abk. oder ähnliche(s)
OAPEC: Abk. <engl.> Organisation of
Arab Petroleum Exporting Countries
= Organisation der arabischen erdöl¬
exportierenden Länder
Oa|se —» 0|a|ss <ägypt.-gr.-lat.> die; -;
-n 1 fruchtbares Gebiet mit Wasser¬
stelle^) in einer Wüste »In der Oase
Nym|phe: dato /nümfe/ die; - ; -n 1
(griechische Mythologie» liebreizende
göttliche Herrscherin über die Natur¬
gewalten 2 (Zoob abschließender Ab¬
schnitt der Entwicklung einer Insek¬
tenlarve
nym|phen|haft: /nümfen-/ Adj. nym¬
phenhafter; nymphenhafteste Perso¬
nen bezeichnend, die liebreizend,
feingliedrig u. von sehr feiner Art sind
Nym[phen|sit[tich: /nümfen-/ der;
-(e)s;-e Sittich (mit dem Kakadu ver¬
wandt) mit grauem Gefieder u. gelben
Flecken am Kopf sowie einem Wan¬
genfleck od. weiß, gelb od. geperlt ge¬
fiedert mit aufstellbarem Federkamm
(am Kopf)
nym|pho|man <gr.> /nümfoman/ Adj. n.
stg. (Med.; Psychologie» ein abnorm
hohes Bedürnis nach sexuellen Kon-
o
können wir unseren IVasservorrat
auffüllen.« 2 (übertr.» ruhiger Ort, an
dem man sich entspannen kann »Der
Garten ist wie eine Oase.«
OB: Abk. 1 Oberbürgermeister 2
(Rechtsw.» Oberbundesanwalt 3 (Au¬
tokennzeichen» Oberhausen
Ob.: Abk. 1 (Milit.» Oberst 2 Obligation
= Verpflichtung 3 (Wirt.» Obligo =
a) Verbindlichkeit b) Schuldverschrei¬
bung; eines Unternehmens 4 Oboe =
Musikinstrument
o. B.: Abk. 1 ohne Beanstandung 2
(Med.» ohne Befund 3 ohne Beiwagen
4 ohne Beleg(e) S ohne Bericht 6 ohne
Beruf 7 ohne Besonderheiten) 8 ohne
Billigung
o. b.: Abk. oben beginnend
ob: Konj. 1 einleitend bei Sätzen, die
Zweifel, Ungewißheit ausdrücken od.
bei indirekten Fragesätzen »Das Kind
fragte, ob morgen der Nikolaus
käme.« 2 als ob: einleitend bei einem
Vergleich unwirklicher Äußerungen 3
ob ... oder: drückt aus, daß Wünsche
o. ä. anderer Betroffener nicht beach¬
tet werden; wenn auch »Ob sie will
oder nicht, sie hat keine Wahl.« 4 ob
.... ob: das eine wie das andere, alles
mit einbeziehend »Ob jung, ob alt, alle
waren gekommen.« 5 und ob: (verstär¬
kend bei einer Äußerung» selbstver¬
ständlich; ganz sicher »Gehst du auf
die Kirmes?- Und ob!«
ob: Präp. 1 mit Gen. od. Dat. [Schweiz.;
sonst veralt.] über etw. gelegen, be¬
findlich 2 meist mit Gen. [veralt.] we¬
gen »Sie war sehr froh ob ihres Erfol¬
ges.«
ob.: Abk. 1 oben 2 oberhalb
ö. b.: Abk. öffentlich bestellt
takten u. Geschlechtsverkehr habend,
Syn.: nymphomanisch
Nym|pho|ma|nie: <gr.> /nümfomani/ die;
- ; - (Med.; Psychologie» übersteiger¬
ter, krankhafter Trieb bei Frauen
nach Geschlechtsverkehr
nym|pho|ma|nisch: <gr.> /nümfoma-
nisch/ Adj. n. stg. (Med.; Psychologie»
ein abnorm hohes Bedürfnis nach se¬
xuellen Kontakten u. Geschlechtsver¬
kehr habend, Syn.; nymphoman
NZ: Abk. 1 Nachzahlung 2 Neuzeit 3
Normalzeit = Standardzeit einer
Zeitzone
Ne Abk. (Eisenb.» Nachtzug
n. Z.: Abk. 1 nach Zeichnung 2 nach
Zusage
Nzhlg.: Abk. Nachzahlung
nzl.: Abk. neuzeitlich
n. zul.: Abk. nicht zulässig
Ob|acht —» 0|b|acht die; - ; - meist in
der Wendung Obacht geben, haben:
auf etw. od. jmdn. achten, aufpassen
»Gib Obacht, daß du nicht fällst.«
o. b. B.: Abk. <Med.» ohne besonderen
Befund
Ob|dach: das; -(e)s; - Unterkunft, Un¬
terbringung, Heim, in dem man für
eine kürzere Übergangszeit aufge¬
nommen wird »Sie fanden Obdach bei
guten Freunden, nachdem ihr Haus ab¬
gebrannt war.« '
ob|dach|los: Adj. n. stg. (vorüberge¬
hend, für einen Zeitraum) ohne Woh¬
nung od. Unterkf )ft »Durch Krieg
werden viele Menschen obdachlos.«
Ob|dach|lo|se: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Obdachloser;
eine Obdachlose; zwei Obdachlose)
Person, die (vorübergehend) keine
Wohnung hat u. auf der Straße od. in
staatlichen Notunterkünften lebt
Ob|duk|tion: <lat.> /opdukzion/ die; - ;
-en (Med.» Autopsie; Nekropsie; Sek¬
tion; Öffnung u. Untersuchung einer
Leiche (mit Zustimmung der Ange¬
hörigen od. auf gerichtliche Anord¬
nung), um die Todesursache zu ermit¬
teln
ob|du|zie|ren: data obduzierst; obduzier¬
test; hast obduziert (Med.» eine Ob¬
duktion vornehmen »Der Arzt obdu¬
ziert die Leiche auf gerichtliche Anord¬
nung hin.«
0-Bei|ne: die (PI.) Deformation der
Beine, gekennzeichnet durch eine
Verbiegung in O-Form, gerundeter
Form nach außen
0-bei|nig —»auch o-bei|nig Adj. [ugs.]
o-förmig gebogene Beine habend
818
Oberhaupt
oben —> o|ben: Adv. 1 a) von einem be¬
stimmten Punkt aus betrachtet an ei¬
ner höher liegenden Stelle »Das Buch
liegt oben im Regal.« b) höher gelege¬
ne Seite bei einem Gegenstand, der
zwei Seiten bzw. Flächen hat »Die
Schachtel ist oben beklebt.« c) das
zum Himmel od. zur Decke zeigende
Ende eines Gegenstandes o. ä. »Binde
die Titte oben zu!« d) von einer Unter¬
lage abgewandt »Die bedruckte Seite
des Plakates liegt oben.« e) in, aus
großer Höhe »Von oben kann man
über die ganze Stadt blicken.« fl ein
höheres Stockwerk, Etage bezeich¬
nend »Die Kinder spielen gerne oben
auf dem Speicher.« 2 an einer einflu߬
reichen Stelle in einer gesellschaftli¬
chen o. ä. Rangordnung stehend »Er
hat sich im Betrieb nach oben
gearbeitet.« 3 [ugs.) ein nördlicher ge¬
legenes Land, Landstrich, Ant.: <1; 2>
unten 4 von oben herab: nicht sehr
freundlich; überheblich 5 nicht wis¬
sen, wo, was oben u, unten ist: [ugs.]
total durcheinander sein, verwirrt
sein 6 etw. von oben nach unten
kehren: [ugs.] überall suchen; bei der
Suche nach etw. alles durcheinander¬
bringen 7 oben ohne: [ugs.] unbeklei¬
dete weibliche Brust »Am Strand sieht
man viele Frauen oben ohne.«
—* ojben erjwätmt: s. obenerwähnt
—> o|ben ge|nannt: s. obengenannt
—*■ o|ben stejhend: s. obenstehend
—» ojben zitiert: s. obenzitiert
obenlauf —* o[ben|auf: Adv. 1 an ober¬
ster Stelle, auf etw. liegend »Er legte
den Aktenordner obenauf.« 2 gesund;
fröhlich, gutgelaunt »Nach seiner lan¬
gen Krankheit ist er endlich wieder
obenauf.« 3 von sich überzeugt »Trotz
vieler Fehler ist er immer obenauf.«
oben|drauf —* olbenldrauf- Adv. an
oberster Stelle liegend, sich befinden
»Das Papier liegt obendrauf.«
oben|er|wähnt —* ojben erjwähnt: Adj.
n. stg. (in Texten) bereits an früherer
Stelle angegeben, genannt
oben|ge|nannt—» ojben genannt: Adj.
n. stg. (in Texten) bereits an früherer
Stelle angegeben, beschrieben »Die
obengenannte Person muß das Doku¬
ment hier unterschreiben.«
oben|ste|hend —> ojben ste|hend: Adj.
n. stg. a) in einem Text od. Schrift¬
stück bereits vorher genannt »Aus den
obenstehenden Gründen kann ich der
Einladung nicht folgen.« b) das Oben¬
stehende —> auch das oben
Stehende: das in einem Text od.
Schriftstück bereits vorher Genannte
oben|zijtiert —> o)ben zijtierb Adj. n.
stg. (in Texten) an früherer Stelle ge¬
nannt
Ober —»• Q|ber der; -s; - männliche
Person, die in einem Lokal Gäste be¬
dient » Wenn du den Ober siehst, dann
ruf ihn bitte an unseren Tisch.« Syn.:
Kellner
ober —» o|ber: Adj. [österr.] über etw.
anderem befindlich, weiter oben lie¬
gend »Ich wohne in der oberen Etage.«
Ober-/ober—> 0|ber-/o[ber-: Wortbil¬
dungselement 1 + Substantiv a) be¬
zeichnet, daß etw. in einer Rangfolge
über dem Rang des im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten steht (u. ver¬
antwortlich ist) (auch als mittlerer Be¬
standteil eines Wortes) Oberstudien¬
rat ♦ Bauoberrat« b) kennzeichnet eine
räumlich höher gelegene Lage, Stelle
oberhalb des od. am oberen Bestand¬
teil des im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückten (auch geographisch)
Oberarm • Oberbayern« c) unmittel¬
bar auf etw. (Gleichartigem) im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrücktem
»Zur Oberbekleidung zählen Hemden,
Hosen, Jacken usw.« 2 + Substantiv
[ugs.] mehr, über das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte hinausgehen,
es in der Ausprägung im höheren Ma¬
ße darstellen, es übertreffen; sehr;
höchst; besonders »Obermacho ♦
Obertyrann« 3 + Adj. [ugs.] verstärkt
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte; über alle Maßen; besonders;
höchst »obergemein • oberfaul«
Oberjarm —> Ojber|arm: der; -(e)s; -e
von der Schulter bis zum Ellenbogen
reichender Teil des Armes »Er hat
sich den Oberarm gebrochen.«
Oberjarzt —» Ojbeijarzt: der; -es; -ärzte
weibl. Oberjärzjtin —* 0]ber|ärzjtin:
die; - ; -nen Mediziner(in), der/die die
Facharztausbildung erfolgreich been¬
det hat u. in einer Klinik (im Rang
unter dem Chefarzt) leitend tätig ist,
Assistenzärzte ausbildet, selbständig
Patienten (meist Kassenpatienten, im
Unterschied zum Chefarzt, der mei¬
stens Privatpatienten behandelt) be¬
handelt, operiert, betreut u. den Chef¬
arzt vertritt »Der Oberarzt hat die
schwierige Operation zur Zufrieden¬
heit des Chefarztes durchgeführt.«
Oberjbejfehl —* 0|ber|be|fehl: der;
-(e)s; - <Milit.> höchste Befehlsge¬
walt, oberste Weisungsbefugnis in¬
nerhalb einer Kommandostruktur
Oberjbejgriff —* Ojberjbe|griff: der;
-(e)s;-e ein sämtliche untergeordnete
Elemente umfassender, übergeordne¬
ter Begriff »Salat, Tomaten, Möhren
usw. kam man unter dem Oberbegriff
Gemüse zusammenfassen.«
Oberjbe|klei|dung —> 0|ber|be|klei|-
dung: die; - ; -en Kleidungsstücke,
die über der Unterwäsche getragen
werden »Blusen u. Hemden zählen zur
Oberbekleidung.«
Obeijbett—> Ojberjbett das; -(e)s; -en
Deckbett; Bettdecke »Ein mit Gänse¬
daunen gefülltes Oberbett wärmt gut.«
Ober|bürjger|mei|ster/Oberjbüijgerj-
mei|ster —> Ö|berjbürjger)meis|ter
der; -s; - weibl. Ober|bür]ger]mei|-
stejrin/Obeijbtirjger|mei|ste|rin —*
0|ber|bür|gerjmeis|te|rin: die; - ; -nen
a) Amt des obersten Bürgermeisters
in einer Großstadt; Stadtoberhaupt,
in einigen Bundesländern gleichzeitig
Chef der Kommunalverwaltung
»Auch in NRW wird der Oberbürger¬
meister in Zukunft gleichzeitig Ober¬
stadtdirektor sein.« b) Person, die das
Amt des/der Oberbürgermeister(s/in)
inne hat »Der Oberbürgermeister er-
öffnete das Stadtfest.«
Obejre —» 0|be|re: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Oberer;
eine Obere; zwei Obere) 1 jmd., der in
einer Hierarchie eine hohe Position
einnimmt »Den Oberen muß man sich
beugen.« 2 (Theologie) jmd., der in¬
nerhalb der Kirche od. eines Klosters
eine leitende Stellung bekleidet »Dem
Oberen des Klosters sind alle Mönche
untergeordnet.«
Oberf.: Abk. Oberfläche
Ober|flä|che —> 0|ber|flä|che: die; - ;
-n 1 von außen gesehene, äußere od.
obere Begrenzung eines festen od.
flüssigen Körpers »Die Oberfläche
des Sees lag ruhig. ♦ Hochglänzende
Oberflächen sind sehr pflegebedürftig«
2 unter der Oberfläche schwelen,
glimmen: Konflikt, Streit, der (noch)
nicht ausgebrochen od. beseitigt wor¬
den ist »Der Streit mit dem Chef
schwelte (weiter) unter der Oberflä¬
che.«
Oberjflä|chenjstrukjtur —> 0|berjflä|-
chen|struk|tur: die; - ; -en 1 an der
Oberfläche erkennbare (sichtbare,
fühlbare) Fügung od. Bearbeitung,
Gestaltung eines Materials »Holz hat
eine sehr lebendige Oberflächenstruk¬
tur.« 2 (Sprachwiss.) sichtbare gram¬
matische Gestalt eines Satzes
Oberjftä|chen|was|ser —» 0|berjflä|-
chen|wasjser: das; -s; - Wasser eines
stehenden oder fließenden Gewässers
an der Erdoberfläche, Ant.: Grund¬
wasser
ober|fläch|lich —*• ojberjfläch|lich: Adj.
*1 a| nicht tief gehend; substanzlos
»Das Gespräch war sehr oberfläch¬
lich.« b) sehr flüchtig; nicht genau »Er
putzt oberflächlich.« C) nicht sehr in¬
teressiert »Er fragte oberflächlich
nach ihren Interessen.« 2 an der Ober¬
fläche bleibend
Oberjflächjlichjkeit —* 0|berjfläch|-
llchjkert: die; - ; -en (PI. s.) a) das
Oberflächlichsein, die Uninteressiert¬
heit u. Substanzlosigkeit menschli¬
cher Betrachtungen und Aussagen b)
menschlicher Charakterzug, der dem
Äußeren (zu) starke Bedeutung zu¬
mißt
oberjgäjrig —» gjberjgä|rig: Adj. n. stg.
<Bier> mit einem Verfahren brauen,
gebraut, bei dem die Hefe nach oben
steigt »obergäriges Bier«
Oberjge|schoS —* 0|ber|ge|schoss:
das; -geschosses; -geschosse [österr.
weiterhin] -gejschoB: das; -es; -e Eta-
ge(n) über dem Erdgeschoß eines Ge¬
bäudes
Oberjgrenjze —> 0|ber|grenjze: die; - ;
-n festgesetztes Höchstmaß, Richt¬
wert (des Erlaubten) »Für Autofahrer
liegt die Obergrenze des erlaubten Al¬
koholgehalts im Blut bei 0,8 Pro¬
mille.«
oberh.: Abk. oberhalb
oberhalb —» pjberjhalb: 1 Adv. (mit
>von<) über, höher als etw. gelegen
»Die Schneefallgrenze liegt oberhalb
von 1000 m.« 2 Präp. mit Gen. über,
höher als etw.
Oberjhand —» 0|ber|hand: die; in
den Wendungen 1 die Oberhand ge¬
winnen, bekommen: sich gegen etw.,
jmdn. durchsetzen, sich behaupten 2
die Oberhand haben, behalten: die
Position des Bestimmenden, Stärke¬
ren, Ausführenden sein
Obeijhaupt —» 0|ber|haupt das;
-(e)s; -häupter Person, die an der
Spitze einer Rangordnung, Staat, Or¬
ganisation, Familie steht
819
Oberherrschaft
Ober|herr|schaft —» 0|berjherrjschaft:
die; - ; - oberste, uneingeschränkte
Gewalt, Macht, Nutznießung inner¬
halb eines Herrschaftsgefüges; Re¬
gentschaft
Ober|hir)te —> 0|ber|hir|te: der; -n; -n
[geh.] hoher kirchlicher Würdenträ¬
ger; Bischof »Das Bistum hat einen gu¬
ten Oberhirten.«
Ober|hit|ze —*• 0|ber|hit|ze: die; - ; -
von oben ausgestrahlte Wärme im
Backofen, Anl.: Unterhitze
oberjir[disch —> p|ber|ir|disch: Adj. n.
stg. oberhalb der Erdoberfläche, über
dem Erdboden »Viele Stromleitungen
verlaufen nicht mehr oberirdisch, son¬
dern sind unterirdisch verlegt worden.«
Ant.: unterirdisch
Oberfkan|te —* 0|berjkan[te: die; - ; -n
1 obere Ecke, an der die äußere hori¬
zontale u. vertikale Begrenzung eines
Gegenstandes aufeinandertreffen
»Die Oberkante des Schrankes ist
verziert.« 2 jntdm., etw. (bis zur)
Oberkante Unterlippe stehen: [ugs.j
jmdm., etw. zuwider, unangenehm
sein
Obei)kie|fer —*• 0|ber|kie|fen der; -s; -
oberer, mit dem menschlichen Schä¬
del fest verwachsener Teil des Kiefers,
der durch seine Größe, Form und
Stellung die Gesichtsform mitbe¬
stimmt und mit der oberen Zahnreihe
ausgestattet ist
Ober|klas|se —*■ Q|ber|klas|se: die; - ;
-n 1 Bevölkerungsschicht mit hohem
gesellschaftlichen Status aufgrund Ti¬
tels u./od. Besitzes »Adel u. reiche
Bürger gehören der Oberklasse an.« 2
[veralt.] höherer Jahrgang einer Schu¬
le, Syn.:<l> Oberschicht
Ober|kom|man|do —» O|ber|kom|-
man(do: das; -s; -s <Milit.> a) o. PI.
höchste militärische Befehlsgewalt in¬
nerhalb einer Kommandostruktur b)
militärischer Führungsstab einer Ar¬
mee od. des Heeres, der Marine od.
Luftstreitmacht
Oberjkör|per —> 0|berjkör|pen der; -s;
- Teil des menschlichen Körpers von
der Taille bis zum Hals »Er hat einen
durchtrainierten, muskulösen Ober¬
körper.«
Ober[län|ge —*■ 0|ber|län|ge: die; - ; -n
oberer Teil eines Kleinbuchstaben,
der über die Grundhöhe der Minus¬
keln hinausragt »In manchen Hand¬
schriften sind die Oberlängen von b, d,
f, h, l, t besonders ausgeprägt.«
ober|la|stig —* p|ber|las|tig: Adj. n. stg.
<Seefahrt> zu hoch, oberhalb des
Schwerpunktes beladenes Schiff »Ein
oberlastiges Schiff kann bei hohem
Wellengang leichter kentern.«
Oberlauf —» 0|ber|lauh. der; -(e)s;
-läufe nahe der Quelle gelegener Teil
eines Flusses »Die Landschaft am
Oberlauf unterscheidet sich sehr von
der an der Mündung.« Ant.; Unterlauf
ober|leh|rer|haft —» p|ber)leh|rer)haft;
Adj. oberlehrerhafter; oberlehrerhaf¬
teste übertrieben pedantisch beleh¬
rend u. besseres Wissen für sich in
Anspruch nehmend »Seine oberleh¬
rerhafte Ausdrucksweise ist meist un¬
passend.«
Ober|lei|tung —» 0|ber|lei|tung: die; - ;
-en <Verkehr> Fahrleitung; oberhalb
der Verkehrsmittel verlaufende, nicht
isolierte elektrische Leitung, aus der
Elektrolokomotiven, U- u. Straßen¬
bahnen, Trolleybusse u. ä. ihren Be¬
triebsstrom entnehmen
Oberjlicht —* 0|ber|lichfc das; -(e)s;
-er u. -e 1 a) separater Teil eines Fen¬
sters, der sich oberhalb des/der Fen-
sterflügel(s) befindet (u. sich unab¬
hängig öffnen läßt) b) o. PI. Tages¬
licht, das relativ hoch, durch das
Oberlicht (a) in einen Raum einfallt 2
Deckenlampe
Obeijli|ga —> 0|ber|li|ga: die; - ; -ligen
<Sport> 1 <BRD> Spielklasse unter der
2. Bundesliga 2 <früher DDR) oberste
Spielklasse »Unser Fußballverein ist in
die Oberliga aufgestiegen.«
Ober|ma|te|ri|al —» 0|ber|ma|te|ri|al:
das; -s; -ien Material, aus dem das
Obere eines Gegenstandes besteht
»Das Obermaterial des Teppichs ist
Schurwolle. • Obermaterial Leder
steht in dem Schuh.«
Ober|pri|ma/Ober|pri|ma —* 0|ber|pri|-
ir® dato die; - ; -primen a) [veralt.]
letzte (neunte) Klasse des Gymnasi¬
ums »Die Oberprima schließt mit dem
Abitur ab.« b) alle Schüler einer Klas¬
se im letzten Schuljahr des Gymnasi¬
ums »Die Oberprima veranstaltet ge¬
meinsam eine Abschlußfeier.«
Ober|pri|ma|ner —» 0|ber|pri|ma|ner.
der; -s; - weibl. Ober|pri|ma|ne|rin
—* Ojber|pri|ma|ne[rin: die; - ; -nen
[veralt.] Schüler der 13. Klasse »Der
Oberprimaner besucht die letzte Klas¬
se des Gymnasiums und macht das A bi-
tur.«
Obers —» 0|bers: das; - ; - [süddt.;
österr.] Schlagsahne, Rahm »Öster¬
reich ist berühmt für seinen Apfelstru¬
del mit Obers.«
Ober[schen|kel —> 0|berjscben|kel:
der; -s; - oberer Teil des Beines vom
Knie bis zur Hüfte
Obertechen|kel|hals —*■ 0|ber|schen|-
keljhals: der; -es; -halse (PL s.)
<Med.> oberer Teil des Oberschenkel¬
knochens »Sie stürzte so unglücklich,
daß sie sich den Oberschenkelhals
brach.«
Oberschicht —» 0|ber|schicht die; - ;
-en 1 Bevölkerungsgruppe mit dem
höchsten Einkommen, Sozialprestige,
gesellschaftlichen Einfluß »Mit einem
überdurchschnittlich hohen monatli¬
chen Einkommen zählt man zur
Oberschicht.« 2 [selten] äußere
Schicht eines Gegenstandes »Die
Oberschicht dieses Kartons ist eine Fo¬
lie.«
pbeijschlau —» p|ber|schlau: Adj.
oberschlauer; oberschlau(e)ste [ugs.;
iron.] sich od. jtndn. für gewitzt, klug,
gescheit haltend (ohne es zu sein) »Du
redest heute wirklich oberschlau da¬
her.«
Ober|schu|le —* 0|berjschu|le: die; - ;
-n 1 [veralt.] nach Abschluß der
Grundschule besuchte weiterführen¬
de Schule »Sie geht nach der Grund¬
schule zum Gymnasium und besucht
damit eine Oberschule.« 2 tfrüher
DDR> allgemeinbildende Schule, die
für alle verbindlich war
Ober|schü|ler —* 0|ber|schü|ler: der;
-s; ~ weibl. Ober]schü[le|rin —* O-
|ber|schü|le|rin: die; - ; -nen Schüler,
die eine Oberschule besuchen »Die
Oberschüler des Goethe-Gymnasiums
machen heute eine Exkursion.«
Ober|sei|te —» 0|ber)sei|te: die; ~ ; -n
nach oben gerichtete, sichtbare Seite
»Das Papier ist auf der Oberseite ganz
glatt.«
pbeijseits —> ojber|seits: Adj. n. stg.
auf der Oberseite, oberhalb »Das
Holzbrett weist oberseils eine schöne
Maserung auf.«
Oberst —* 0|bersb der; -s u. -en; -en u.
-e a) o. PI. oberster, höchster militäri¬
scher Dienstgrad der Stabsoffiziere b)
Inhaber des Dienstgrades Oberst (a)
Oberiste —»• 0[bers|te: das; -n; -n das
Höchste, das über dem anderen Be¬
findliche »Das Oberste auf dem Stapel
sind die Bücher, die ich dir geben
wollte.«
Oberjstock —»• O|ber|stock: der;-(e)s;
-stocke (PL s.) oberes Geschoß;
Obergeschoß; über der Parterre »Die
Familie wohnt im zweiten Oberstock
des Hauses.«
Ober[stoff —* O|ber[stoff: der;-(e)s;-e
(PL s.) äußerer Stoff eines gefütter¬
ten Kleidungsstückes »Der Oberstoff
dieses Mantels ist aus Schurwolle.«
Oberjstüb|chen —> 0|ber|stüb|chen:
das; -s; - [ugs.] a) Kopf; Gehirn; Ver¬
stand »Man kann richtig sehen, wie es
bei ihm im Oberstübchen arbeitet.« b)
nicht (ganz) richtig im Oberstübchen
sein: nicht ganz bei Verstand sein
»Du bist wohl nicht ganz richtig im
Oberstübchen!«
Oberjstu|di|en|rat/Ober1stu|di|en|rat
—»■ 0|ber|stu|di[en|rat: der; -(e)s;
-räte weibl. Ober|stu|di|en|rä|tin/
Ober1stujdi|en|rä|tin —> 0|ber|stuj-
di|en(räjtm; die; ~ ; -nen 1 beamteter
Lehrer an einer höheren Schule »Er
wurde vom Studienrat zum Oberstu¬
dienrat befördert.« 2 <früher DDR)
Ehrentitel für Lehrer »Der Oberstu¬
dienrat wurde für seinen langjährigen
Schuldienst ausgezeichnet.«
Oberlstujfe —» Öjber|stu|fe: die; - ; -n
a) die letzten drei Jahre des Gymnasi¬
ums; Jahrgangsstufen 11 bis 13 »ln
der differenzierten Oberstufe können
Schwerpunktfächer gewählt werden.«
b) alle Schüler der Jahrgangsstufen 11
bis 13 des Gymnasiums »Die Oberstu¬
fe ist von der Regelung ausgenom¬
men.« -
Oberjtei) —* 0|ber|teil: das; -(e)s; -e
oberes Teil einer Sache, Kleidungs-
od. Möbelstückes »Das Oberteil des
Kostüms läßt sich auch gut mit Hosen
od. anderen Röcken kombinieren.«
Ober|was|ser —» 0|ber|was|ser: das;
-s; - 1 Wasser, das oberhalb einer
Schleuse o. ä. gestaut wird »Das
Oberwasser steigt ständig an.« 2 a)
Oberwasser bekommen, kriegen:
[ugs.] in eine vorteilhafte Lage kom¬
men, etw. Unangenehmes meistern:
b) Oberwasser haben: [ugs.] (wieder)
in einer vorteilhaften Lage sein; etw.
Unangenehmes gemeistert haben
Ober)wei|te —» 0|ber|wei|te: die; - ; -n
(meist weiblicher Brustumfang) »Sie
hat eine beträchtliche Oberweite.«
Oberfziel —» 0|ber1ziel: das; -(e)s; -e
sich selbst gesetztes höchstes Ziel »Er
820
Obstler
setzt sich zum Oberziel, erfolgreich in
seinem Beruf zu werden.«
obgleich: Konj. [geh.] obwohl; obschon
»Er ging zu der Veranstaltung, ob¬
gleich er eigentlich keine Zeit hatte.«
obh.: Abk. oberhalb
Ob{hut: die; - ; - [geh.] schützende Auf¬
sicht »Die Kinder befanden sich wäh¬
rend der Abwesenheit der Eltern in der
Obhut der Großeltern.«
Obj.: Abk. 1 Objekt = l. Gegenstand 2.
<Sprachwiss.> Satzergänzung 2 Objek¬
tiv = Linse eines Vergrößerungsgerä¬
tes 3 Objektivität = strenge Sachlich¬
keit
obj.: Abk. objektiv = wertfrei; sachlich
Ob|jekt: data das; -(e)s; -eia) Gegen¬
stand, mit dem man sich beschäftigt,
auseinandersetzt »Das Objekt der
Forschung ist ein Teich am Rande des
Waldes.« b) <Philosophie> Denkge¬
genstand, der innerhalb des Denkens
od. Bewußtseins dem Prozeß des
Denkens entgegensteht 2 a) [kauf-
mannssprl.] Verhandlungsgegenstand
z. B.: Immobilien, Gebäude, Häuser
o. ä. »Ich bin am Erwerb dieses Objek¬
tes nicht interessiert.« b) [österr.;
amtssprl.] Gebäude, Bauwerk 3
(Sprachwiss.) Satzglied, das im Geni¬
tiv, Dativ od. Akkusativ (nie im No¬
minativ) steht »In dem Satz >Ich kaufe
das Auto.< ist > Autor (Akkusativ-)
Objekt.« 4 <Kunst> modernes, plasti¬
sches Kunstwerk aus verschiedenen
Materialien
Objjek|tiv: <lat.> /objektif/ das; -s; -e op¬
tische Linse, Teil eines optischen Ge¬
rätes »ein anderes Objektiv benutzen ♦
das Objektiv wechseln«
ob|jek|tiv: dat.> /objektif/ Adj. a) ohne
Vorurteil, ohne persönliche Gefühle;
sachlich b) nicht vom persönlichen
Standpunkt einer Person aus betrach¬
tet »Wir bemühten uns um eine mög¬
lichst objektive Betrachtung der Vor¬
fälle.« Ant.: subjektiv
ob|jek|ti|vie|ren: data /objektiwiren/ ob¬
jektivierst; objektiviertest; hast objek¬
tiviert 1 [geh.] etw. von subjektiven
Einflüssen befreien u. ohne Emotio¬
nen betrachten, vergegenständlichen
»Manche Ereignisse sollte man mit
Abstand betrachten u. objektivieren.«
2 <Physik> etw. unbeeinflußt von sub¬
jektiver Beobachtung od. physikali¬
schen Meßinstrumenten darstellen
Ob|jek|ti|vie|ning: data /objektiwirung/
die; - ; -en [geh.] Vergegenstandli-
chung von subjektiven Zuständen od.
Erlebnissen; Darstellung von Geisti¬
gem in Kunst, Sprache u. Musik »Die
Schaffung eines Kunstwerks wird als
Objektivierung der künstlerischen In¬
spiration verstanden.«
Ob|jek|tijvi|tät: data /objektiwität/ die;
- ; - Strenge; Sachlichkeit; Unvorein¬
genommenheit; Neutralität »Der An¬
geklagte zweifelte an der Objektivität
des Richters.« Ant.: Subjektivität
Ob|jekt)satz: der; -es; -sätze <Sprach-
wiss.» Nebensatz in der syntaktischen
Funktion eines Objekts »Ein Objekt¬
satz ist eine von der Valenz des Verbs
oder Adjektivs geforderte Ergänzung.«
Ob[jekt|schutz: der; -es; -e (PI. s.) poli¬
zeilicher od. militärischer Schutz von
Gebäuden, Anlagen o. ä. »Der Bun¬
destag steht aufgrund der Gefahr von
Anschlägen unter Objektschutz.«
Ob|jekt|tisch: der; -(e)s; -e Teil des Mi¬
kroskops, auf dem das zu untersu¬
chende Präparat liegt »Das Präparat
wird auf dem Objekttisch befestigt, da¬
mit es bei der Untersuchung nicht ver¬
rutschen kann.«
Ob|jekt|trä|ger: der; -s; - Glasplätt¬
chen, mit dem zu mikroskopierenden
Objekt, das auf den Objekttisch des
Mikroskops gelegt wird
Obi.: Abk. 1 Obligation = Verpflich¬
tung 2 <Wirt.> Obligo = a) Verbind¬
lichkeit b) Schuldverschreibung eines
Unternehmens
obl.: Abk. 1 obliegend 2 obligat = un¬
entbehrlich; notwendig 3 obligato¬
risch = verpflichtend; verbindlich
Ob|la|te: data die; ~ ; -n 1 <Theologie>
noch nicht geweihte Hostie (Plätt¬
chen), die beim Abendmahl verwen¬
det wird 2 dünne, eßbare Gebäckun¬
terlage
ob|lie|gen/ob|lie|gen: obliegt; oblag; hat
oblegen/[\eralt.] liegt ob; lag ob; hat
abgelegen a) [geh.] für jmdn. od. etw.
verantwortlich sein, etw. als Pflicht,
Aufgabe anerkennen »Diese Sache
obliegt der Schweigepflicht.« b) [ver-
alt.l sich pflichtbewußt einer Sache,
Aufgabe widmen »Nach dem Tod der
Eltern obliegt die Erziehung der Kin¬
der den Großeltern.«
oblig.: Abk. obligatorisch = verpflich¬
tend; bindend
Ob|li|ga|ti|on: data /obligazipn/ die; - ;
-en 1 <Rechtsw.> (persönliche) Ver¬
pflichtung, Verbindlichkeit 2 <Wirt.>
Schuldverschreibung, festverzinsli¬
ches Wertpapier eines Unternehmens
o. ä.
ob|li|ga|tp|risch: data Adj. n. stg. [geh.]
1 verpflichtend; verbindlich vorge¬
schrieben »Die Kurse in Deutsch u.
Mathematik sind für die Schüler
obligatorisch.« 2 immer wiederkeh¬
rend »Die obligatorische Strafpredigt
folgte.« Ant.: <1> fakultativ
Objmann: der; -(e)s; Obmänner u. Ob¬
leute weibl. Ob|frau: die; - ; -en 1 Vor-
sitzende(r), Vorstand eines Vereins,
einer organisierten Gruppe »Die Ob¬
leute treffen sich jeden Sonntag.« 2
Schiedsmann/-frau, Vorsitzende(r) ei¬
nes Schiedsgerichts, Kampfgerichts
bei Sportveranstaltungen
Oboe —* 0|boe: <fr.-ita /oboe/ die; - ;
-n an Obertönen reiches Holzblasin¬
strument mit leicht nasalem Klang,
dessen Tonhöhe mechanisch mit
Lochklappen verändert wird »Für die
Oboe gibt es nur wenige Solostücke.«
Obo|lus —» 0|bo|ius: (gr.-lata der; - ; -
u. -se (PI. s.) [geh.] kleine (Geld-)
Spende; kleiner Betrag (als Eintritts¬
geld o. ä.) »Für die Teilnahme an der
Veranstaltung mußte man einen gerin¬
gen Obulus entrichten.«
Ob|rig|kete die; - / -en [hist.] a) Gesamt¬
heit der staatlichen (u. kirchlichen)
Gewalt b) Vertreter der staatlichen
Exekutivgewalt (u. der Kirche)
pb|rig|keitjlich: Adj. [veralt.] von den
Trägem der staatlichen Macht ausge¬
hend, ihnen zuzurechnen »Gesetze
sind obrigkeitliche Verordnungen.«
Ob|rig|keits|den|ken: das; -s; - kritiklo¬
se Unterordnung unter die Bestim¬
mungen u. Auflassungen der Träger
staatlicher u. auch kirchlicher Macht
Ob|rig|keits|staat: der; -(e)s; -en 1
monarchisch-autoritäre Staatsord¬
nung mit gesellschaftlich fest veran¬
kerten bürokratischen Strukturen 2
polemische Bezeichnung für die
Staatsordnung des Deutschen Kaiser¬
reiches von 1871-1918
ob|schgn: Konj. [geh.] obwohl »Ich wer¬
de heute vieles erledigen müssen, ob¬
schon ich wenig Zeit habe.«
ob|serjvie|ren: data /obserwiren/ obser¬
vierst; observiertest; hast observiert 1
etw. od. jmdn. heimlich genau beob¬
achten; eine verdächtige Person be¬
schatten, verfolgen »Die Mitglieder
der Gruppe wurden drei Monate lang
observiert.« 2 etw.(wissenschaftlich)
durch Beobachtung erforschen
Ob[ser(vie|rung: data /obserwirung/
die; ~ ; -en 1 (meist polizeiliche) Über¬
wachung von Personen, die eines Ver¬
brechens verdächtigt werden
Ob|sesjsi|on: data die; - ; -en <Psycholo¬
gie> sich aufdrängende, (meist) als Be¬
drohung empfundene Zwangsvorstel¬
lung od. -handlung Verfolgungsäng¬
ste können zu einer Obsession wer¬
den.«
ob|ses|siv: data Adj. n. stg. in der Art ei¬
ner Zwangsvorstellung »Kleptomanie
gehört zu den obsessiven Verhaltens¬
weisen.«
ob|sie|gen/ob|sie|gen: obsiegst; obsieg¬
test; hast obsiegt [veralt.] etw. über¬
winden, besiegen »Das Gute ob¬
siegte.«
ob|skur —» ob|s[kur: data Adj. a) (in
der Methodik, im Verhalten) frag¬
würdig, nicht durchschaubar »Das ist
eine sehr obskure wissenschaftliche
Methode.« b) nicht bekannt, nach¬
vollziehbar u. daher Mißtrauen er¬
weckend »Dieser Geschäftsmann ist
doch sehr obskur.« c) aufgrund der
(unmoralischen) Lebensverhältnisse
anrüchig; undurchschaubar
Obst: das; -(e)s; - eßbare Früchte »Auf
dem Markt werden Obst und Gemüse
angeboten.«
Obst|an|bau: der; -(e)s; - landwirt¬
schaftlicher Anbau von Obst »Im
Obstanbau werden die Obstbäume kul¬
tiviert.«
obst|bau|lich: Adj. n. stg. den Obstan¬
bau betreffend
Obst|baum: der; -(e)s; -bäume Obst
tragender Baum »Apfelbäume, Birn¬
bäume und Kirschbäume sind Obst¬
bäume.«
Obstlblüjts: die; - ; -n Blütezeit der
Obstbäume »Während der Obstblüte
sind die Bäume voller weißer od. rosa
Blüten.«
ob|sti|nat —> ob|s|ti|nat data Adj. ob¬
stinater; obstinateste [geh.] unbelehr¬
bar; widerspenstig; starrsinnig; unzu¬
gänglich; auf etw. beharrend »Er be¬
kam obstinat auf seiner Meinung.«
Obst|len der; -s; - weibl. Obst|le|rin:
die; - ; -nen 1 nur männliche Form aus
Früchten gebranntes, stark alkoholi¬
sches Getränk; Obstwasser »Nach
dem Essen trinken wir oft einen Obst-
821
obstreich
ler zur Verdauung.« 2 [landsch.] Per¬
son, die mit Obst handelt
obstreich: Adj. ertragreich Obst ern¬
tend »Dies war ein obstreiches Jahr.«
ob|stru|je|ren —»■ ob|s|tru|ie|reK <lat.>
obstruierst; obstruiertest; hast obstru¬
iert [geh.] 1 hindern; etw. verhindern;
entgegenarbeiten; Widerstand leisten
2 «Pol.) parlamentarische Arbeit er¬
schweren, verzögern
ob|struk|tiv —*• ob|s|truk|tiv: dato
/obßtru’ktjf/ Adj. [geh.] 1 verschlep¬
pend; hemmend; verzögernd »Der
Preisverfall wirkt sich auf die Wirt¬
schaft obstruktiv aus.« 2 <Med.> Ge¬
fäß- u. Körperkanäle durch Entzün¬
dungen verstopfend
Obst|scha|le: die; - ; -n 1 feste Schale
bestimmter Früchte »Vor dem Ver¬
zehr muß bei manchen Früchten die
Obstschale entfernt werden.« 2 Schale,
in der Obst aufbewahrt wird »Diese
Obstschale ist aus wertvollem Kristall¬
glas.«
Obst|sorjte: die; - ; -n unterschiedliche
Art von Früchten
Obstjwas|ser: das; -s; -w'ässer aus ver¬
gorenen Früchten hergestellter
Branntwein mit hohem Alkoholge¬
halt »Zwetschgenschnaps ist ein Obst¬
wasser.«
Obst[wein: der; -(ejs; -e aus Kern-,
Steinobst od. Beeren gekelterter od.
vergorener Wein »Obstwein aus Äp¬
feln ist ein traditionelles Getränk in
manchen Regionen.«
objszön —»■ ob|s|zön: dato Adj. ohne
Schamgefühl; unanständig, meist den
Intim-, Sexualbereich betreffend »Sie
erzählten obszöne Witze.«
Ob|szö|ni|tät —» Ob|s|zö|ni(tät dato
die; - ; -en 1 Schamlosigkeit, Unan¬
ständigkeit, Schlüpfrigkeit 2 das
Schamgefühl verletzende Darstellun¬
gen o. Äußerungen
ob|wohl: Konj. obgleich; ohne Rück¬
sicht auf »Obwohl es schneite, gingen
wirschwimmen.«
ob)zwar: Konj. [geh.] obwohl; wenn
auch »Obzwar er nicht fahren wollte,
nahm er den nächsten Zug.«
o/c: Abk. <englo <Handel> overcharge =
Überladung
Ochjse: /okße/ der; -n; -n 1 männliches,
kastriertes Rind 2 [ugs.] Schimpfwort
für jmdn., der sich dumm od. unge¬
schickt anstellt »Welcher Ochse hat
die Flasche umgeworfen?«
och]sen: /okßen/ ochst; ochstest; hast
geochst [ugs.] a) körperlich schwer ar¬
beiten b) lernen; büffeln »Der Student
ochst für sein Examen.«
Och|sen|au|ge: /okßen-/ das; -s; -n 1
Sehorgan des kastrierten, männlichen
Rindes 2 zur Gruppe der Tagfalter
gehörender Schmetterling, bei denen
das Männchen mit schwarzgelb um¬
randeten, augenähnlichen Flecken
auf der Unterseite der Hinterflügel
gezeichnet ist 3 im Alpenraum behei¬
matete gelbblühende Pflanze 4
<Bauw.> rundes od. ovales Dachfen¬
ster an Gebäuden der Barockzeit 5
[landsch.] a) Spiegelei b) rundes Ge¬
bäck, das in der Mitte mit einer Apri¬
kose belegt ist
Och|sen|ge|spann: /okßen-/ das; -(e)s;
-e von ein od. zwei Ochsen gezogenes
Gefährt od. Ackergerät
Och[sen|tour: /okßen-/ die; - ; -en [ugs.]
schwere, anstrengende Arbeit; lang¬
wieriges Bemühen um (berufliche)
Karriere »Nach einer Ochsentour ge¬
langte er schließlich an die Spitze des
Ministeriums.«
Och|se|rei: /okßerei/ die; - ; -en [ugs.]
schwere Arbeit, Anstrengung »Diese
ständige Ochserei macht mich total
fertig.«
och|sig: /okßig/ Adj. [ugs.; abwert.]
grob; plump; dumm »Du benimmst
dich manchmal richtig ochsig.«
Ocker (Ok|ker —* OJckei): <gr.-lat.-ito
der u. das; -s; - u. (Sorten) ~ (PI.
sonst Ockertöne) a) zur Farbherstel-
lung verwendete eisenoxydhaltige
Tonerde in zahlreichen gelben Farb¬
tönen b) gelbbraune Farbe
ockergelb (gk|ker|gelb —> o|cker|-
gelb: Adj. bräunlichgelb »Lehm hat
eine ockergelbe Färbung.«
OD: Abk. 1 Ordnungsdienst 2 Orts¬
durchfahrt 3 <englo original design =
Originalentwurf 4 Ostdeutschland
od.: Abk. oder
o. D.: Abk. 1 ohne Datum 2<Börse> ohne
Dividende = ohne Gewinnanteile auf
eine Aktie
o(d). desgl.: Abk. oder desgleichen
o(d). dgl.: Abk. oder dergleichen
o. d.: dato Abk. <Hinweis auf Medika¬
menteneinnahme) omni die = jeden
Tag; täglich
öde/öd —* ö|de/öd: Adj. 1 a) <Gegend;
Landschaft) unbewohnt; menschen¬
leer »In dieser öden Gegend leben nur
wenig Menschen.« b) ohne Vegetati¬
on; unfruchtbar »In dieser öden Ge¬
gend lohnt sich Landwirtschaft kaum.«
2 [ugs.] ohne Sinn; langweilig »Der
Vortragwar sehr öd(e).«
Öde —* yjde: die; - ; -n (PI. s.) 1 Ver¬
lassenheit; Einsamkeit »Die trostlose
Öde wollte kein Ende nehmen.« 2 un¬
fruchtbares, unwirtliches Land »Sie
fahren durch eine große Öde.« 3 o. PI.
Langeweile; Leere »Er fühlte eine gro¬
ße Öde in seinem Innersten.«
gder —» o|den Konj. 1 a) ordnet u. ver¬
bindet gleichberechtigte Satzteile;
zeigt verschiedene Möglichkeiten auf
»Möchtest du Tee oder Kaffee?« b)
geht dem voran, was folgen würde,
wenn Erstgenanntes nicht eintritt
»Du kommst jetzt sofort, oder ich spre¬
che kein Wort mehr mit dir.« 2 Aus¬
druck dafür, daß ein möglicher Ein¬
wand, eine andere Meinung o. ä. zu¬
gelassen, aber nicht erwartet wird »Er
sieht gut aus, oder meinst du nicht?«
öd|land: das; -(e)s; - «Forstwirt.; Land¬
wirt.) wildes, nicht kultivierte unbe¬
baute, unbearbeitete Landschaft
»Der ehemalige Acker ist zu Ödland
geworden.« ..
öd|nis: die; - ; - [geh.] Öde »In diesem
trockenen Land herrscht große Öd-
nis.«
odo|rie)ren —» o|do|rle)ren: dato odo¬
rierst; odoriertest; hast odoriert «Che¬
mie) ursprünglich geruchsfreie Gase
zur Sicherheit, mit Substanzen verset¬
zen, die dem Gas einen wahrnehmba¬
ren Geruch verleihen
Odys|see —» 0|dys|see <gr.> /odüsse/
die; - ; -n /odüssefnj 1 «Literaturwiss.)
poetisches Werk von Homer, erzählt
von den Irrfahrten des Odysseus 2
abenteuerliche, hindernisreiche Reise,
Fahrt mit Umwegen u. a, Schwierig¬
keiten, die es zu bewältigen gilt
OE.: Abk. Offenbarungseid
o. E.: Abk. 1 ohne Erfolg 2 ohne Extras
o. e.: Abk. oben erwähnt
OECD: Abk. (englo Organization for
Economic Cooperation and Develop¬
ment = Organisation für wirtschaft¬
liche Zusammenarbeit u. Entwick¬
lung = Wissenschaftsorganisation
der Industriestaaten
CEuvre —* CEulvIre: </r.) /öwi*/ das; - ;
-s u. - Werk; gesamtes Werk eines
Künstlers »Goethe hat ein umfangrei¬
ches »uvre hinterlassen.«
OEZ: Abk. Osteuropäische Zeit = Ein¬
heitszeit für Ost- u. Südeuropa, Sy¬
rien u. Ägypten (geht der mitteleuro¬
päischen Zeit um eine Stunde voraus)
OF: Abk. 1 Oberfläche 2 Oberförster 3
«Milit.) Oberfeldwebel
o. F.: Abk. 1 ohne Faktur = ohne Wa¬
renrechnung; ohne Lieferschein 2
ohne Fehler 3 ohne Fortsetzung
ÖFeB: Abk. «Post) Öffentliches Fern¬
sprechbuch
Ofen —» 0]fen: der; -s; Öfen 1 a) Gerät,
mit dem ein Raum geheizt wird »Es
ist kalt, mach den Ofen an!« b) Gerät,
auf dem Speisen gekocht werden,
Syn.: <b> Herd 2 ein heiBer Ofen:
[ugs.] a) Automobil mit hoher PS-
Zahl b) schweres, schnelles Motorrad,
Moped c) attraktive, schöne, gutaus¬
sehende Frau 3 hinterm Ofen
hocken: [ugs.] meistens zu Hause
sein, am Leben draußen kaum teil¬
nehmen 4 der Ofen ist aus: [ugs.] es
ist Ende, Schluß; man kann nichts
mehr daran ändern
Ofen|klap|pe —» 0|fen|klap|pe: die; - ;
-n 1 Tür an der Feuerung des Ofens 2
beweglicher Verschluß, mit dem die
Luftzufuhr des Ofens geregelt werden
kann »Um das Feuer zu schüren, muß
die Ofenklappe geöffnet werden.«
Ofen|rohr —» Offen|rohr das; -(e)s; -e
den Ofen mit dem Kamin verbinden¬
des Rohr, das den Qualmabzug er¬
möglicht »Der Rauch zieht durch das
Ofenrohr ab.«
Ofen|röh|re —* 0(fen|röh|re: die; - ; -n
[landsch.] Backofen »Der Kuchen
steht in der Ofenröhre.«
ofen|waim —» o|fen|warm: Adj. n. stg.
warm aus dem Ofen kommend; frisch
gebacken »Das Brot ist noch ofen¬
warm.«
Off.: Abk. 1 Offensive = Angriff 2 Of¬
ferte = Angebot 3 «Milit.) Offizier
off.: Abk. 1 offen 2 a) offenbar b) offen¬
sichtlich 3 offensiv = angreifend 4 of¬
feriert = angeboten 5 offiziell = a)
amtlich b) feierlich; förmlich 6 offizi¬
ös = halbamtlich
öff.: Abk. öffentlich
of|fen: Adj. n. stg. 1 a) nicht verschlos¬
sen, sondern geöffnet, auf »Die Tür
ist offen.« b) unverdeckt; nicht durch
etw. versteckt, verborgen »Das Geld
lag offen auf dem Tisch.« 2 nicht ver¬
packt, nicht abgepackt, sondern lose
verkäuflich; nicht abgefüllt; nicht in
822
offiziell
Flaschen gefüllt »In diesem Geschäft
wird Mehl offen verkauft.« 3 unbe¬
zahlte, noch ausstehende Rechnung
»Die letzte Rechnung ist immer noch
offen.« 4 ehrlich im Verhalten zu einer
Sache od. Person; seine Meinung
nicht zurückhaltend »Er sagte offen,
daß er damit nicht einverstanden sei.«
5 Zugang, Zufahrt, Sicht nicht ver¬
sperrt, frei, ohne Hindernis; weit »Die
Straße ist nach dem Schneesturm wie¬
der offen. • offenes Meer« 6 unbesetz¬
ter, freier Arbeitsplatz; nicht ausge¬
füllte Zeile, Formular o. ä. »Die hohe
Position in der Firma ist immer noch
offen.« 7 hinsichtlich des Ausgangs,
der Ergebnisse, noch nicht entschie¬
den »Es ist noch offen, wen wir einstel¬
len werden.« 8 <Sport> die gegnerische
Mannschaft nicht deckende, nicht ab¬
wehrende, sondern mehr auf den
Sturm, den Angriff bezogene Spiel¬
weise »Die offene Abwehr brachte den
Torerfolg für den Gegner.« 8 (Sprach-
wiss.> mit weitem Mund u. tiefer Zun¬
ge gesprochene Vokale »offenes -e,
-o« 9 offener Brief: über eine Zeitung
veröffentlichter (an jmdn. gerichteter)
u. jedermann zugänglicher Brief, Stel¬
lungnahme
—> oflfen blei|bere s. offenbleiben
—*• oflfen halftere s. offenhalten
—* oflfen haflten, sich s. offenhalten,
sich
—» oflfen las|sere s. offenlassen
—*• oflfen leigen; s. offenlegen
—* oflfen lfe|gere s. offenliegen
—> oflfen ste|here s. offenstehen
öflfen|ban Adj. n. stg. so beschaffen,
daß etw. aufgeht, sich aufklappen,
aufschließen, sich öffnen läßt »Die
Haustür ist von außen nur mit dem
Schlüssel öffenbar.«
of|fen|bar/oflfen|bar: I Adv. allem An¬
schein nach; anscheinend; alles deutet
daraufhin, daß ... »Das war offenbar
der letzte Bus.« II Adj. n. stg. offen¬
sichtlich, deutlich werdend; klar er¬
kennbar »Seine Absichten wurden da¬
durch offenbar.«
of|fen|ba|ren: offenbarst; offenbartest;
hast offenbart [geh.] etw. Unbekann¬
tes, bisher Verborgenes offen zeigen
»Er offenbarte seine Liebe zu ihr.«
oflfen|ba|ren, sich: offenbarst dich; of¬
fenbartest dich; hast dich offenbart ei¬
ner Person ein Geheimnis, etw. sehr
Persönliches, Intimes mitteilen »Er
offenbarte sich seinen Eltern gegen¬
über u. erzählte ihnen, daß er sein Stu¬
dium nicht beenden würde.«
OI|fen|ba|rung: die; - ; -en 1 <Theologie>
Mitteilung göttlicher Wahrheiten
(auf übernatürlichem Wege) »Die Bi¬
bel ist die Offenbarung des Wortes
Gottes.« 2 [geh.] Enthüllung von etw.
Unbekanntem »Das Ergebnis seiner
Arbeit ist eine Offenbarung seines
Könnens.«
of|fen|btei|ben —> oflfen blei|bere
bleibt offen; blieb offen; ist offenge¬
blieben —>ist offen geblieben*— 1
auf, geöffnet bleiben; nicht geschlos¬
sen werden »Die Tür kann offenblei¬
ben.« 2 nicht entschieden, sondern
ungeklärt, unsicher bleiben
oflfen|tia(ften —> oflfen haflten hältst
offen; hielt (e) st offen; hast offenge¬
halten —»hast offen gehalten<— 1
a) nicht geschlossen lassen, nicht
schließen, sondern auf, geöffnet hal¬
ten »Er hält ihr die Tür zum Restau¬
rant offen.« b) nicht verstellt, sondern
ohne Hindernisse begehbar u. befahr¬
bar halten »Der Fluchtweg sollte of¬
fengehalten werden.« 2 die Augen of¬
fenhalten —» die Augen offen
haltere aufpassen; auf etw. achten;
nach etw. Ausschau halten »Halte die
Augen offen, damit wir nicht die Aus¬
fahrt verpassen!«
oflfen|hal|ten —» oflfen hälften, sich;
hältst dir offen; hielt(e)st dir offen;
hast dir offengehalten —»hast dir of¬
fen gehalten<— sich etw., eine(n)
Entschluß, Entscheidung bewahren;
sich die Möglichkeit, etw. neu od. an¬
ders zu entscheiden, bewahren, indem
noch kein endgültiger, nicht widerruf¬
barer Entschluß getroffen wird
oflfen|her|zig: Adj. 1 ohne Scheu bereit,
etw. (auch persönliche Dinge) zu er¬
zählen; »Ihre offenherzige Art brachte
ihr nicht nur Vorteile.« 2 [ugs.J Ober¬
teil od. Kleid mit einem tiefen Aus¬
schnitt »Sie trug ein allzu offenherzi¬
ges Kleid.«
gf|fen[kun|dig/of|fen|kun|dig: Adj. a)
eindeutig; klar erkennbar »Bei seiner
Äußerung handelte es sich um eine of¬
fenkundige Lüge.« b) offenkundig
werden: [veralt.] bekanntwerden;
deutlich werden »Die Anzeichen einer
Schwangerschaft sind offenkundig.« c)
offenkundig machen: [veralt.] be¬
kanntmachen »Er machte seine Ab¬
sichten offenkundig.«
of|fen|las|sen —*- oflfen las|sere läßt of¬
fen; ließ (es)t offen; hast offengelassen
—»hast offen gelassen • alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— 1 nicht zuma¬
chen, nicht schließen, sondern auf,
geöffnet lassen »Du hast die Balkontür
offengelassen!« 2 noch nicht beschlos¬
sen; ungeklärt lassen »Einige Aspekte
werden wir noch offenlassen.« 3 nicht
beschriften; nicht ausfüllen »Da ich
die erste Frage nicht verstehe, lasse ich
die oberste Zeile offen.« 4 frei halten
u. (noch) nicht vergeben »Die durch
die im Mutterschaftsurlaub befindliche
Sekretärin freigewordene Stelle wird
noch zwei Monate offengelassen.«
oflfen|te|gen —> oflfen feigere legst of¬
fen; legtest offen; hast offengelegt
—»hast offen gelegt*— [amtssprl.]
ganz ehrlich etw. verständlich, zu¬
gänglich machen, ohne etw. zu ver¬
heimlichen »Die Stadtverwaltung
legte ihre Finanzpolitik offen.«
oflfen|lte|gen —» oflfen !fe|gere liegt of¬
fen; lag offen; hat offengelegen
—»hat offen gelegen*— [amtssprl.]
öffentlich (für jede Person sichtbar)
an einem Ort zur Information, zur
Betrachtung od. für die Mitnahme
befindlich
Oflfen|sicht|lich|keit: die; - ; -en Offen¬
kundigkeit; Deutlichkeit; Ersichtlich¬
keit; Eigenschaft, für jede Person
deutlich erkennbar, durchschaubar
zu sein
oflfenlsjv: <lat.> /offensif/ Adj. a) angrei¬
fend od. zum Angriff (immer) bereit
»Er war für seine offensive Vorgehens¬
weise, Taktik bekannt.« b) <Sport> auf
den Gegner, das gegnerische Tor
orientiert; das Stürmen, Angreifen
bevorzugend »Bei diesem Spielstand
war eine offensive Spielweise unerlä߬
lich.« Ant.: defensiv
Oflfenjsflve: dato /offensiwe/ die; - ; -n
(militärische) Taktik, die den Angriff,
den Vorstoß, den Sturm (auf den
Gegner) dem Abwarten u. der daraus
resultierende Position, sich verteidi¬
gen zu müssen, vorzieht, Ant.: Defen¬
sive
Of|fen|stall: der; -(e)s; -Ställe (Land¬
wirt.» für die Unterbringung der Tiere
überdachtes, nur an drei Seiten ge¬
schlossenes (einem Unterstand ähnli¬
ches) sehr einfaches Gebäude, das ei¬
nen relativ guten Schutz vor bestimm¬
ten Witterungseinflüssen bietet »Die
Rinder stehen das ganze Jahr über im
Offenstall auf der Weide.«
oflfen|ste|hen —*■ oflfen ste|here steht
offen; stand offen; hat offengestanden
—»hat offen gestanden<— 1 a) auf
geöffnet sein; nicht zu, nicht verge-
schlossen b) für jeden zugänglich, er¬
reichbar, zur Verfügung Stehen »Die
städtische Bücherei steht jedem offen.«
2 noch nicht beglichen; noch nicht be¬
zahlt »Die Rechnung steht noch
offen.« 3 einer Person nicht vorge¬
schrieben sein »Es steht dir offen, zu
tun u. zu lassen, was du willst.« 4
jmdm. stehen alle Türen offen: jmd.
kann alles erreichen »Durch ihr gutes
Zeugnis standen ihr alle Türen offen.«
5 jmdm. steht der Mund offen: etw.
staunend u. wortlos betrachten, zur
Kenntnis nehmen
öflfenfllich: Adj. n. stg. 1 für jeden zu¬
gänglich, erreichbar, zur Verfügung
stehend »eine öffentliche Toilette« 2 a)
die Allgemeinheit, die Gesellschaft
betreffend »öffentliche Meinung » öf¬
fentliches Interesse« b) die öffentliche
Hand: der Staat, die Kommunen, das
Land o. ä. als Verwalter von öffentli¬
chem Vermögen u. Steuergeldern 3
öffentliches Haus: [verhüll.] Bordell
öflfent|lich|keit: die; - ; - a) Allgemein¬
heit (Leute, Menschen, Volk, Publi¬
kum), in der sich das für alle sichtbare
Leben abspielt »Diese Informationen
müssen der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden.« b) unter Ausschluß
der Öffentlichkeit: a) ohne die Allge¬
meinheit einzubeziehen, zu informie¬
ren b) (Besprechung; Gerichtsver¬
handlung» ohne Publikum; ohne un¬
beteiligte Personen
oflfe|rie|ren: dat.-fro offerierst; offerier¬
test; hast offeriert jmdm. ein Ange¬
bot, einen Vorschlag machen »Ihr
Chef offerierte ihr eine Beteiligung an
seiner Firma.«
Oflfice: dal.-engl.) /offiß/ das; - ; -s joffi-
ßißl Büro; Dienststelle
offiz.: Abk. 1 offiziell = a) amtlich b)
feierlich; förmlich 2 offiziös = halb¬
amtlich
Oflfi|zi|al: dato der; -s; -e 1 (Theologie»
Vorsitzender der bischöflichen Ge¬
richtsbarkeit 2 [österr ] Beamter im
mittleren Dienst
of)fi|zi|ell: dat.-fro Adj. n. stg. 1 a) amt¬
lich; von einer Behörde bestätigt u.
damit gültig, verbindlich »Das amtli¬
che Endergebnis der Landtagswahl
823
Offizier
wird am Dienstag offiziell veröffent¬
licht.« b) im Rahmen einer dienstli¬
chen, beruflichen Aufgabe erfolgend;
amtliche Weisung; dienstliche Hand¬
lung »Die offizielle Reise des Präsi¬
denten dauerte eine Woche.« 2 förm¬
lich; unpersönlich; kühl; abweisend
»Das Gespräch nahm unerwartet einen
offiziellen Ton an.« Ant.: < b inoffiziell
Of|fi(zien dat.-fro der; -(e)s; -e a) Sam¬
melbezeichnung für militärische Rän¬
ge zwischen Leutnant u. General b)
Inhaber eines höheren militärischen
Ranges
Of|fi|ziers|an|wär|ter: üat.-fro der; -s; -
<Milit.) Bewerber, Kandidat für den
Rang eines Offiziers
Oflfi(ziers|mes|se: dat.-fro die; - ; -n
<Milit.> Speise- u. Aufenthaltsraum
der Offiziere »Der Zutritt zur Offi¬
ziersmesse ist nur Angehörigen der
Streitmacht erlaubt.«
of|fi|zi|ös: <lat.-fr.y [geh.] halbamtlich,
noch nicht öffentlich, noch nicht von
einer Behörde bestätigt u. daher nicht
verbürgt u. nicht verbindlich »Diese
Information ist noch nicht offiziell,
sondern nur offiziös.«
Offfi{zi|um: dato das; -s; Offizien /Offi¬
zien/ 1 <Theologie> a) Hochamt der
katholischen Kirche an Feiertagen;
(im engeren Sinne) Stundengebet,
Chorgebet b) katholisches Kirchen¬
amt u. die darin eingeschlossenen
Aufgaben, Pflichten eines Geistlichen
2 [veralt.J Dienstpflicht; Obliegenheit
öff|nen: öffnest; öffnetest; hast geöffnet
1 etw. bisher Geschlossenes aufma¬
chen »Die Kinder haben begeistert die
vielen Pakete geöffnet.« 2 mit dem
Verkauf, der Dienstzeit beginnen
»Das Geschäft hat heute nicht geöff¬
net.« 3 jmdm. die Tür aufmachen u.
ihn herein-, hineinlassen »öffne ihr
bitte die Tür!« 4 <übertr.> für jmdn.
Zuneigung empfinden, ihm vertäuen
öffjnen, sich: öffnest dich; öffnetest
dich; hast dich geöffnet 1 a) <Bio.> sich
entfalten »Die Knospen des Schnee¬
balls haben sich geöffnet.« b) <übertr.>
etw., jmdm. gegenüber aufgeschlos¬
sen sein; sich jmdm. gegenüber (über
persönliche Dinge) äußern »Es dau¬
erte sehr lange, bis sie sich öffnete u.
von ihren Problemen erzählte.« 2 er¬
kennbar, nutzbar werden »Mit diesen
Erkenntnissen (er)öffnen sich ganz
neue Möglichkeiten.« 3 aufgemacht
werden
öffjnen der; -s; - 1 automatische Vor¬
richtung, die bei Betätigung den Ver¬
schluß einer Tür öffnet; Türöffner
»Als es an der Tür klingelte, betätigte
er den Öffner.« 2 Gerät, Werkzeug,
Hilfsmittel zum Öffnen anderer ver¬
schlossener Gegenstände
Öffnung: die; - ; -en 1 offene Stelle,
durch die jmd. od. etw. hindurchge¬
langen kann »Die Kat2e gelangt durch
die Öffnung in der Tür nach draußen.«
2 o. PI. das Öffnen; das Lockern, die
Aufhebung (unsichtbarer) Grenzen
Off|set|druck: tengl.; du der; -(e)s; -e a)
o. PI. Flachdruckverfahren b) herge¬
stelltes Erzeugnis mittels Offsetdruck
(a)
öfftl.: Abk. öffentlich
Offz.: Abk. <Milit.> Offizier
offz.: Abk. 1 offiziell - a) amtlich b) fei¬
erlich; förmlich, 2 offiziös = halb¬
amtlich
OFN: Abk. <Post> Ortsfemsprechnetz
0-för|mig —» auch o-för|mig: Adj. eine
rundliche Form, ähnlich des O ha¬
bend
Ofr.: Abk. 1 a) Oberfranken b) Ober¬
franke, Oberfränkin 2 a) Ostfriesland
b) Ostfriese, Ostfriesin
oft: Adv. öfter; [ugs.J am öftesten [ugs.]
a) nicht nur einmal, sondern mehr¬
fach, häufig, immer wieder, viele
Male »Sie hat oft versucht, ihn zu
erreichen.« b) zeitlich häufig, wieder¬
kehrend »Siehat oft Kopfschmerzen.«
c) in vielen, in den meisten Fällen
»Kummer vergeht oft von ganz allein.«
öf|ter: Adv. (Komperativ von >oft<) a)
nicht sehr häufig, aber auch nicht sel¬
ten, nicht wenig, sondern mehrmals,
zu verschiedenen Anlässen »Ich war
schon öfter im Ausland.« b) des
öfteren —* des Öfteren: häufiger;
immer mal wieder; nicht selten; zum
wiederholten Mal »Das kommt des öf¬
teren vor.«
öfters: Adv. [ugs.] (schwächer in der Be¬
deutung als oft) nicht ständig, nicht
zu, nicht sehr oft, aber immer mal
wieder; häufiger »Das passiert mir öf¬
ters.«
oft|ma|lig: Adj. mehrmals; häufig
oftjmals: Adv. häufig; mehrmals; zum
wiederholten Mal erfolgend, vorkom¬
mend »Die Gesichtsfalten geben oft¬
mals Hinweise auf das Alter der Per¬
son.«
OG: Abk. 1 Obergeschoß 2 Obergrenze
3 Oberstes Gericht (höchstes Gericht
in der früheren DDR)
o. G.: Abk. 1 ohne Garantie 2 <Eisenb.>
ohne Gepäckbeförderung) 3 ohne
Gewähr
o. g.: Abk. oben genannt
o. gen.: Abk. oben genannt
-ogenl-gen: <gr.> Wortbildungselement
(in Adj.) a) ähnlich wie das, in der
Art des, dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedriickte(nXm) (optimal) ent¬
sprechend »fotogen • filmogen •
telegen« b) das im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückte erzeugend »karzi¬
nogen«
ogi|val —» o|gi|val: tarab.-fr.t /ogiwal/
Adj. <Kunst> spitzbogig »In der Bau¬
kunst weisen ogivale Bögen auf den go¬
tischen Stil hin.«
o. Gr.: Abk. ohne Grund, ohne Gründe
oh!: Interj. a) Überraschung od. Bewun¬
derung od, der Ablehnung kennzeich¬
nender Ausruf »Oh. das ist aber scha¬
de! • Oh, das tut mir aber leid! ♦ Oh, so
geht das aber nicht!«
oha —» o|ha!: Interj. [ugs.] Überra¬
schung, Staunen, Bewunderung od.
aber Mißfallen zum Ausdruck brin¬
gender Ausruf »Oha, das ist ja gerade
nochmal gut gegangen!«
Oheim —*■ 0|heim: der; -(e)s; -e [ver-
alt.] Onkel »Der Oheim geht mit seiner
Nichte spazieren.«
oHG/OHG: Abk. Offene Handelsgesell¬
schaft - Zusammenschluß von zwei
od. mehreren unmittelbar mit ihrem
eigenen Vermögen haftenden Perso¬
nen zum Zwecke des Betriebs einer
Handelsgesellschaft unter gemein¬
schaftlichem Firmennamen
oh la la: </r.> /olala/ Interj. Gefallen aus¬
drückender od. verwunderter Ausruf
»Oh la la, das ist aber ein reizendes
Mädchen!«
Ohm: das; - u. -s; - <Physik> Einheit, in
der der elektrische Widerstand ange¬
geben wird »Der Widerstand hat 12
Ohm.«
Ohm: <gr.-lat.> das; -fe)s; -e (aber: zwei
Ohm) [veralt.] Weinmaß; Hohlmaß
von ca. anderthalb Hektolitern
Ohm: der; -(e)s; -e [veralt.; landsch.]
Onkel »Der Ohm ist auch zur Hoch¬
zeitgeladen.«
oh|ne: I Präp. mit Akk. a) nicht mit etw.
od. jmdm. »Sie geht ohne ihn ins
Kino.« b) etw. abgezogen; minus
»Ohne das Geld, das er monatlich von
seinen Eltern bekommt, könnte er sein
Studium nicht beenden.« II Konj. mit
>daß< od. Infinitiv >zu< drückt eine Un¬
terlassung aus »Er nahm sich ein
Stuck Kuchen, ohne zu fragen.« III 1
ohne weiteres: keine Bedenken ha¬
bend; keine Umstände, Schwierigkei¬
ten verursachend »Sie kann diese Auf¬
gabe ohne weiteres zusätzlich
übernehmen.« 2 nicht (so) ohne sein:
[ugs.] nicht so nett, harmlos, unge¬
fährlich, viel böser, gefährlicher,
schlechter sein als man glauben
könnte
oh|ne|dem: Adv. [veralt.] auch wenn;
trotz alledem; ohnehin; so u. so; auch
ohne etw.; sowieso »Die Geschichte
wäre auch ohnedem schlecht ausgegan¬
gen.«
oh|ne|dies: Adv. auch wenn; trotz alle¬
dem; ohnehin; so u. so; auch ohne
etw.; sowieso »Das hätte an dem Ge¬
schehen ohnedies nichts geändert.«
oh|ne|ein|an|der —» oh|ne[ei|n[an|der.
Adv. der (die, das) eine ohne den (die,
das) andere(n); nicht gemeinsam
»Ohneeinander konnten sie ihre Arbeit
nicht beenden.«
oh|ne|glei|chen: Adv. ohne etw. Ver¬
gleichbares, das dem nahekommt
»Der Kuchen deiner Großmutter ist
ohnegleichen.«
oh|ne|hin: Adv. sowieso; auch wenn;
trotz alledem; ohnehin; so u. so; auch
ohne etw. »Der Mann hätte das Buch
ohnehin gekauft.«
oh]ne|wei)ters: Adv. Jösterr.] ohne wei¬
teres »So würde ich nicht ohneweiters
handeln.«
Ohn|macht: die; - ; -en 1 plötzlicher,
vorübergehender Bewußtseinsverlust
»Schwindelgefühle kündigen oft eine
Ohnmacht an.« 2 Machtlosigkeit, Un¬
fähigkeit, Unmöglichkeit, etw. gegen
jmdn. od. etw. zu unternehmen, Ma߬
nahmen gegen od. für etw. od. jmdn.
zu ergreifen »Die Männer spürten ihre
Ohnmacht, als sie bei dem Unfall nicht
helfend eingreifen konnten.« 3 aus ei¬
ner Ohnmacht in die nächste fallen:
[ugs.; scherzh.] sich wiederholt über
etw. aufregen, entsetzen »Der Lehrer
fiel aus einer Ohnmacht in die nächste,
seitdem er in dieser Klasse unterrichte¬
te.«
ohg—» o|ho!: Interj. Erstaunen, Ableh¬
nung, Mißbilligung od. Widerspruch
824
ohrfeigen
kennzeichnender Ausruf »Oho! So
haben wir das nicht besprochen!«
Ohr: das; -(e)s; -en 1 Sinnesorgan zur
Aufnahme u. Weiterleitung von
Klängen, akustischen Reizen »Bei
Menschen ist das Ohr nicht so emp¬
findlich wie bei Hunden.« 2 ganz Ohr
sein: [ugs.] sehr aufmerksam zuhören
»Er war ganz Ohr bei diesem hervorra¬
genden Konzert.« 3 ein feines Ohr für
etw. haben: [ugs.] ein feines Gespür
für etw. haben »Obwohl er immer kor¬
rekt war, merkte sie, daß er sie nicht
leiden konnte, sie hatte ein feines Ohr
dafür.« 4 Ohren wie ein Luchs haben:
ein sehr gutes Gehör haben »Ihr könnt
noch so leise sprechen, ich verstehe al¬
les, ich habe Ohren wie ein Luchs.« S
die Ohren aufmachen, aufsperren:
(ugs.] aufmerksam, konzentriert zu¬
hören »Sperrt gefälligst die Ohren auf,
wenn ich euch etw. erkläre!« 6 nicht
für zarte Ohren sein: [ugs.] etw. er¬
zählen, das nicht für empfindsame
(weibliche) Zuhörer geeignet ist »Die¬
ser obszöne Witz ist nichts für zarte
Ohren.« 7 für jmds. Ohren bestimmt
sein: etw. so sagen, daß es jmd. Be¬
stimmtes hört »Was er sagte, war be¬
sonders für die Ohren derjenigen be¬
stimmt, die an ihm immer nur Kritik
übten.« 8 nichts für fremde Ohren
sein: [ugs.] ein vertrauliches, gehei¬
mes Gespräch »Was wir hier bespro¬
chen haben, ist nicht für fremde Ohren
bestimmt.« 9 a) ins Ohr gehen: [ugs.]
etwas, was man schlecht wieder ver¬
gessen kann »Ich muß dauernd diese
Melodie summen, die geht richtig ins
Ohr.« b) jmdm. im Ohr bleiben: jmd.,
der etw. gehört hat, kann es nicht so
schnell vergessen »Das Weinen u.
Schreien des Verletzten wird mir noch
lange im Ohr bleiben.« c) etw. im Ohr
haben: sich tief innen an etw. Gehör¬
tes erinnern »Ich habe immer noch im
Ohr, was er mir zum Abschied vor zehn
Jahren sagte.« 10 jmdm. klingeln die
Ohren: [ugs.] über jmdn. wird
(schlecht) gesprochen (u. derjenige
müßte fast schon spüren können, wie
intensiv an ihn gedacht wird) »Ihm
müssen doch die Ohren klingeln, wäh¬
rend wir die ganze Zeit über ihn
sprechen.« 11 ein Satz heiße, rote
Ohren: [ugs.] Ohrfeigen, Schläge
»Wenn du das noch mal machst,
kriegst du einen Satz heiße Ohren von
mir.« 12 jmdm. die Ohren
langziehen: [ugs.] jmdn. ausschimp¬
fen; ihn kräftig zurechtweisen »Wenn
du weiter so frech bist, ziehe ich dir die
Ohren lang.« 13 seinen Ohren nicht
trauen: etw., was man gehört hat,
nicht glauben können; völlig über¬
rascht sein »Ich traute meinen Ohren
nicht, als ich hörte, daß sie sich schei¬
den lassen wollen.« 14 bei jmdm. ein
offenes, williges Ohr finden: jmdn.
finden, der bereit ist, zuzuhören u.
sich mit dem Anliegen zu befassen 15
jmdm. zu Ohren kommen: jmd. er¬
fährt etwas »Mir ist zu Ohren gekom¬
men, daß Sie sich um einen neuen Ar¬
beitsplatz bemühen.« 16 noch feucht,
nicht trocken hinter den Ohren sein:
[ugs.] sehr jung, ohne Erfahrung sein
»Da kannst du noch nicht mitreden, du
bist ja noch nicht trocken hinter den
Ohren.« 17 lange, spitze Ohren
machen: [ugs.] neugierig sein, heim¬
lich lauschen »Sei vorsichtig mit dem,
was du sagst, der neue Kollege macht
schon lange Ohren!« 18 jmdn. übers
Ohr hauen: [ugs.] jmdn. betrügen
»Man hat mich übers Ohr gehauen, der
Ring ist nicht echt.« 19 tauben Ohren
predigen: durch Vorhaltungen u. Er¬
mahnungen nichts erreichen »Er
warnte sie immer wieder, aber er pre¬
digte tauben Ohren.« 20 jmdm. sein
Ohr leihen: [ugs.] jmdm. Gehör
schenken, zuhören »Sie will sich ein¬
mal aussprechen, Sie sollten ihr wenig¬
stens einmal Ihr Ohr leihen.« 21 auf
den, seinen Ohren sitzen: [ugs.] un¬
aufmerksam sein, einfach nicht
(zu)hören »Ich habe dir schon fünfmal
gesagt, du sollst das Licht ausmachen,
sitzt du auf deinen Ohren?« 22 sich
aufs Ohr legen, hauen: [ugs.] sich
zum Schlafen hinlegen »Ich bin total
geschafft, ich muß mich erst mal aufs
Ohr legen.« 23 auf diesem, dem Ohr
schlecht, nicht hören: [ugs.] von etw.
nichts hören wollen, eine Bitte od. ein
Anliegen nicht erfüllen wollen 24 die
Ohren steifhalten: [ugs.] sich nicht
entmutigen, unterknegen lassen
»Halt die Ohren steif, es wird schon al¬
les gutgehen!« 25 die Ohren hängen
lassen: [ugs.] enttäuscht, traurig sein
»Laß die Ohren nicht hängen, das
nächste Mal klappt es bestimmt!« 26
die Ohren spitzen: [ugs.] aufmerksam
lauschen, um etw. zu erfahren »Als
man laute Stimmen aus der Wohnung
hörte, spitzten die Nachbarn die
Ohren.« 27 jmdm. eins, ein paar hin¬
ter die Ohren geben: [ugs.] jmdm.
eine Ohrfeige geben »Er war so unge¬
zogen, daß ich ihm ein paar hinter die
Ohren gegeben habe.« 28 sich etw.
hinter die Ohren schreiben: [ugs.]
sich etw. gut merken, nicht wieder
vergessen »Ich habe ihr kräftig meine
Meinung gesagt, die wird sie sich hin¬
ter die Ohren schreiben.« 29 jmdm.
die Ohren voll schwätzen, blasen:
[ugs.] ständig (über eine bestimmte
Sache) reden u. damit andere belästi¬
gen 30 die Ohren auf Durchzug
stellen: [ugs.] sich zwar etw. anhören,
es aber nicht befolgen, wieder verges¬
sen »Sie konnte reden, war sie wollte,
er stellte die Ohren einfach auf
Durchzug.« 31 jmdm. in den Ohren
liegen: [ugs.] etw. durch ständiges
Bitten, Betteln, Jammern o. ä. errei¬
chen wollen »Ständig liegt sie mir in
den Ohren, daß sie endlich allein in Ur¬
laub fahren möchte.« 32 mit den Oh¬
ren schlackern: [ugs.] sehr erstaunt
sein »Du wirst mit den Ohren schlak-
kern, wenn du hörst, was ich vorhabe.«
33 mit halbem Ohr hinhören,
zuhören: [ugs.] nur unaufmerksam
zuhören 34 Wo hast du deine Oh¬
ren?: [ugs.] kannst du nicht hören,
wenn man dir etw. sagt? »Ich rufe dich
schon ein paarmal, wo hast du deine
Ohren?« 35 bis über beide Ohren ver¬
liebt sein: [ugs.] sich in jmdn. sehr
verliebt haben »Er ist bis über beide
Ohren in die neue Kollegin verliebt.«
36 bis über die, beide Ohren ver¬
schuldet sein, in Schulden stecken:
[ugs.] sehr viele Schulden, Kredite, fi¬
nanzielle Verpflichtungen haben
» Wenn du ihm Geld leihst, siehst du es
nie wieder, er ist sowieso bis über beide
Öhren verschuldet.« 37 viel um die
Ohren haben: [ugs.] viel zu tun, zu er¬
ledigen, zu arbeiten haben »Ich weiß
nicht, wie ich alles schaffen soll, soviel
habe ich um die Ohren.« 38 jmdm. die
Ohren volljammern: [ugs.] sich bei
jmdm. ständig beklagen »Jammere
mir doch nicht immer die Ohren voll, es
gibt Menschen, denen es schlechter
geht als dir!« 39 die Ohren auf Emp¬
fang stellen: [ugs.] gut zuhören 40
zum einen Ohr hinein-, zum anderen
wieder hinausgehen: [ugs.] etw.
gleich wieder vergessen; nicht beach¬
tet werden 41 jmdm. die Ohren voll
heulen, jammern: [ugs.] einer Person
ständig die Sorgen o. ä. mitteilen u.
dieser damit lästig fallen 43 mit roten
Ohren abziehen: [ugs.] sich peinlich
berührt entfernen
Öhr: das; -fe)s; -e kleine Öffnung am
stumpfen Ende einer Nadel, durch
das der zu vernähende Faden gezogen
wird
oh|ren|be|täu|bend: Adj. [ugs.] von ex¬
trem hoher Lautstärke; überlaut »Die
Musik ist ohrenbetäubend.«
oh|ren|krank: Adj. n. stg. an einer Er¬
krankung, Entzündung der Ohren lei¬
dend »Seit seiner Geburt ist das Kind
ohrenkrank.«
Oh|ren|krank|heit: die; ~ ,- -en Erkran¬
kung der Ohrmuschel, des Gehör¬
gangs, des Mittelohres u./od. des In¬
nenohres »Die Ohrenkrankheit beein¬
trächtigt das Hörvermögen der Patien¬
tin.«
Oh|ren|krie|chen der; -s; - [ugs.] Ohr¬
wurm; in Ritzen u. Spalten lebendes,
kleines, meist dunkelbraunes Insekt
mit kurzen, lederartigen Vorderflü¬
geln u. zwei zangenartig ausgebilde¬
ten Schwanzborsten, die dem Ergrei¬
fen der Beute u. der Verteidigung die¬
nen, von dem früher fälschlich ange¬
nommen wurde, daß es in die Ohröff¬
nungen kriecht
Oh|ren|sau|sen: das; -s; - ständiges od.
eine bestimmte Zeit andauerndes Ge¬
räusch im Ohr, das aufgrund einer
Störung des Gehörs od. einer Erkran¬
kung auftritt u. das Hörvermögen be¬
einträchtigt »Das Ohrensausen verhin¬
dert ein klares Erkennen von Ge¬
räuschen«
Oh|ren|schmerz: der; -es; -en quälen¬
der, stechender Schmerz im inneren
Ohr, der bei Ohrenentzündungen,
aber auch bei Zahnerkrankungen od.
Entzündungen des Nasen- u. Rachen¬
raumes auftreten kann »Die Ohren¬
schmerzen ließen ihn nicht mehr klar
denken.«
Ohr|fei|ge: die; - / -n Schlag auf die
Wange mit der flachen Hand »Die
Ohrfeige tat dem Kindsehr weh.«
ohijfei|gen: ohrfeigst; ohrfeigtest; hast
geohrfeigt 1 jmdn. auf die Wange
schlagen; jmdm. eine Ohrfeige geben
»Die Mutter ohrfeigte ihren frechen
Sohn.« 2 dafür könnte ich mich
selbst ohrfeigen: sich über seine eige-
825
Ohrfeigengesicht
nen Fehler, Handlungen, Aussagen
ärgern
Ohrffei|gen|ge|sicht: das; -(e)s; -er
[ugs.j Bezeichnung für eine Person,
die jmdm. nicht symphatisch ist,
jmdn. reizt, sie zu schlagen, zu ohrfei¬
gen »Der Mann hat ein richtiges Ohr-
feigengesichl.«
Ohrfge|hän|ge: das; -s; - größere, hän¬
gende, am Ohr befestigte Schmuck¬
stücke »Das Ohrgehänge betont das
Profil des Kopfes.«
Ohijmu|schel: die; - ; -n äußerer mit
Knorpeln, leicht abstehender, trich¬
terförmiger Teil des Hörorgans
Ohrtring: der; -(e)s; -e Schmuckstück,
das durch ein Loch im Ohrläppchen
gezogen wird od. ans Ohrläppchen
geklemmt wird
Ohrtschmuck: der; -(e)s; - meist am
Ohrläppchen durch ein Loch gescho¬
bener od. angeklemmter, befestigter
Schmuck aus Metall, Holz, Stein, El¬
fenbein o. ä. in Form von Ringen,
Gehängen, Steckern, Pflöcken od.
Scheiben
Ohrfwurm: der; -(ejs; -wärmer 1 in Rit¬
zen u. Spalten lebendes, kleines, meist
dunkelbraunes Insekt mit kurzen, le¬
derartigen Vorderflügeln u. zwei zan¬
genartig ausgebildeten Schwanzbor¬
sten, die dem Ergreifen der Beute u.
der Verteidigung dienen, von dem
früher fälschlich angenommen wur¬
de, daß es in die Ohröffnungen
kriecht 2 a) Melodie, die sich (für kur¬
ze Zeit) so in das Gedächtnis gesetzt
hat, daß man ständig an sie denkt (u.
sie summt, singt, pfeift) »Ich werde
diesen Ohrwurm einfach nicht los.« b)
sehr einprägsame Melodie, die sich
eventuell zum Ohrwurm (2 a) eignet
»Dieses Lied ist ein richtiger Ohr¬
wurm.« 3 <abwert.> ständig od. häufig
nörgelnde Person, meist Kind
Ohzg.: Abk. Ofenheizung
Ol: Abk. Oberinspektor
oi: Abk. <Leitungen> oberirdisch
•o|id/-id: <gr. u. lato Wortbildungsele¬
ment + fremdsprachiges Basiswort 1
dient der Adjektivierung ähnlich wie
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte »faschistoid ♦ humanoid« 2
dient der Substantivierung ähnlich wie
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte »Präfixoid • Metalloid«
o. Inh.: Abk. ohne Inhalt
o. J.: Abk. ohne Jahr (= keine Angabe
zum Erscheinungsjahr eines Buches)
oje!/ojejmi|ne! —* o|ig!/oljelmi|ne!: In¬
ter j. Erschrecken "öd. Bestürzung
kennzeichnender Ausruf »Oje! Oje¬
mine! Jetzt hat er auf die Herdplatte
gefaßt!«
o. J. u. O.: Abk. ohne Jahr u. ohne Ort
(= keine Angaben zum Erschei¬
nungsjahr u.-ort eines Buches)
O. K.: Abk. <engh all correct = alles in
Ordnung
OK: Abk. Organisationskomitee
o. K.: Abk. 1 ohne Kommentar 2 ohne
Korrektur 3 ohne Kosten 4 <engl.> all
correct = alles in Ordnung
o. k.: Abk. <engh all correct = alles in
Ordnung
ök.: Abk. 1 ökologisch = die Umwelt
betreffend 2 ökumenisch = Zusam¬
menwirken der christlichen Kirchen
betreffend 3 ökonomisch = a) wirt¬
schaftlich b) sparsam
Okay —» Ojkay: <engl.-amerik.> joke' u.
oke/ das; ~ u. -s; -s in Ordnung; Geht
klar bezeichnet eine Zustimmung,
Billigung »Okay, wir machen das so,
wie du es vorschlägst.«
okay —» o|kay: <amerik.> /oke' u. oke/1
Adj. n. stg. [ugs.] gut; in Ordnung;
völlig, recht zufriedenstellend »Dieses
Ergebnis ist okay.« II Adv. [ugs.j abge¬
sprochen, abgemacht u. für gültig er¬
klärt »Okay, dann laß uns das so ma¬
chen.«
OKK: Abk. Ortskrankenkasse
Okk.: Abk. 1 Okkasion = günstiges An¬
gebot; Gelegenheit 2 a) Okkultismus
= Lehre von der Wahrnehmung des
Übersinnlichen b) Okkultisten) =
Anhänger von a) 3 Okkupation =
Besetzung (fremden Gebietes)
okk.: Abk. 1 okkult = verborgen; ge¬
heim 2 okkupiert = (fremdes Gebiet)
besetzt
Ok(ka|si|on: dat.-fn die; - ; -en a) [ver-
alt.] Anlaß; Möglichkeit; Gelegenheit
»Diese Okkasion darf von ihnen nicht
ausgelassen werden.« b) <Wirt.> Gele¬
genheitskauf »Dieser Preis bedeutet
eine Okkasion.«
ok|ka|sio|nell —» ok|ka]si|o|nell: <lat.-
fr.> Adj. <Wirt.> manchmal; ab u. zu;
gelegentlich
Ok|k)u|siv|pes|sar Ok|k|lu|siv|pes|-
sac dato /okklusif-/ das; -s; -e <Med.>
ringförmige, aus Kunststoff herge¬
stellte, den Gebärmuttermund fest
verschließende, der Empfängnisver¬
hütung dienende, gewölbte Kappe
»Das Okklusivpessar wird in die Schei¬
de eingeführt.«
ok|kylt: dato Adj. n. stg. verborgen; ge¬
heimnisvoll); von übersinnlichen,
nicht erklärbaren Kräften ausgehend
»Okkulte Kräfte werden vielen Hexen
nachgesagt:«
Ok|kul|tis|mus: dato der; - ; - Lehre u.
Praktiken der übersinnlichen, nicht
erklärbaren Wahrnehmung wie Hell¬
seherei, Telepathie o. ä.
Ok|ku|pa[ti[on: dato /okkupazion/ die;
- ; -en 1 [veralt.] <Rechtsw.> Besitzer¬
greifung von fremden Eigentum od.
von herrenlosen Gütern »Das Land
ist durch eine Okkupation an die Bau¬
ern verteilt worden.« 2 <Milit.> Beset¬
zung eines Territoriums, das zu einem
anderen Staat gehört »Durch Okku¬
pation haben die Römer ihr Herr¬
schaftsgebiet ständig erweitert.«
ok|kulpa|tio|ni|stisch —» ok|ku|pa[ti|o(-
nisjtisch: dato /okkupazionistisch/
Adj. n. stg. [veralt.] die Besitzergrei¬
fung, Okkupation (l) betreffend, auf
sie bezogen »Die okkupationistische
Handlungsweise hat nicht nur Frem¬
de.«
Ok|ku|pie|rung: dato die; - ; -en 1
[veralt.] <Rechtsw.> Besitzergreifung
von fremden Eigentum od. von her¬
renlosen Gütern »Das Land ist durch
Okkupiermg an die Bauern verteilt
worden.« 2 <Milit.> Besetzung eines
Territoriums, das zu einem anderen
Staat gehört
öko-/öko- —» ö|ko-/Ö|ko-: Wortbil-
dmgselement; kurz für Ökologie od.
ökologische(r)(s) = das im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte steht in posi¬
tiver Verbindung mit der Umwelt (oft
inflationär, ohne wirkliche Berechti¬
gungbenutzt) »Ökokost» Ökopartei«
ökol.: Abk. ökologisch = die Umwelt
betreffend
Öko|lo|ge —» Öjko|lo|ge: <gro der; -n;
-n weibl. öko|lg|gin —> Öjko(lo|gin:
die; - ; -nen Wissenschaftlerffn) im
Bereich der Ökologie »Die Ökologen
haben die schädliche Wirkung von
Schwermetallen in Wasser und Nah¬
rung nachgewiesen.«
öko)lo)gie —=► Öjkojlo|gie: <gr.-lato die;
- ; - (als biologisches Teilgebiet die
Wissenschaft von den) wechselseiti¬
gen Beziehungen der Lebewesen zu
ihrer Umwelt »Die Ökologie wird in
den letzten Jahren sehr viel mehr be¬
achtet als früher.«
6ko|lo|gisch -_=► ö|kojlp|gisch: <gro Adj.
n. stg. die wechselseitige Beziehung
der Lebewesen zu ihrer Umwelt (auch
als wissenschaftliches Teilgebiet der
Biologie) betreffend »Die Forschmgs-
gruppe fithrt ökologische Experimente
durch.«
Ökon.: Abk. ökonomisch = a) wirt¬
schaftlich b) sparsam
Öko|nom —». Ö|ko|nom: <gr.-lato der;
-en; -en 1 <Wirt.> Wirtschaftswissen¬
schaftler »Der Ökonom bemüht sich
um die gute wirtschaftliche Führung
des Unternehmens.« 2 a) (nach einem
agrarwirtschaftlichem Studium diplo¬
mierter) Landwirt, Bauer b) [veralt.]
Verwalter (landwirtschaflicher Gü¬
ter); Gutsverwalter
Öko|no|mie—* ö|ko|no|mie: <gr.-lato
die; ~ ; Ökonomien lökonomßn/1 a)
Wirtschaft. »Die zukünftige Entwick¬
lung der Ökonomie ist nur schwer
vorhersehbar.« b) [veralt.] Wirt¬
schaftswissenschaft »Für das Problem
findet die Ökonomie keine Lösung.« c)
o. PI. sparsames Haushalten; sparsa¬
mer Umgang mit etw.; sparsamer
Einsatz von etv . »Etwas mehr Ökono¬
mie im Umgang mit Waschmitteln
könnte wirklich nicht schaden.« 2 [ver¬
alt.] Landwirtschaftsbetrieb); Bau¬
ernhof
öko|no|tni)sch: tgr.-lato Adj. a) die
Wirtschaft betreffend b) wirtschaft¬
lich; sparsam
öko|no|mi|sie|ren —» ö|ko|no|mi|sje|-
ren: '.gr.-lato ökonomisierst; ökonomi-
siertest; hast ökonomisiert etw. wirt¬
schaftlich strukturieren, gestalten
»Um Kosten einzusparen, muß der Ab¬
lauf im Betrieb ökonomisiert werden.«
öko|no[mis)mus —* Ö|ko|nojmis|mus:
(gr.-lat.> der; ~ ; - Theorie, nach der
vorwiegend wirtschaftliche Faktoren
gesellschaftliche Entwicklungen be¬
wirken »Der Ökonomismus neigt da¬
zu, wirtschaftliche Faktoren überzube¬
werten.«
Öko[sy|stem —» Ö|ko|syls|tem: <gr.-
lat.t das; -(ejs: -e aus Lebensgemein¬
schaft u. deren Lebensraum bestehen¬
de natürliche Einheit »Das Ökosy¬
stem ist gegen Störungen sehr emp¬
findlich.«
-o|krat/-o|kra]tin/-krat/-kra|tin —*. -o-
lk|rat/-o|kra|tin/-k|rat/-k|ra(tin: Wort-
bildmgselement (mch einem Vokal
>-krat(in)<, nach einem Konsonanten
826
Olive
>-okratin<) Mitglied der Herrschen¬
den, die durch das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedröckte gekennzeich¬
net werden »Aristokrat (in) ♦ Demo-
krat(in)«
-o|kra|tie/-kratie —* -o|k|ra|tie/-k|ratie:
Wortbildungselement (nach einem Vo¬
kal >-kratie<, nach einem Konsonanten
>-okratie<) Herrschaftsform mit dem
im Basiswort inhaltlich Ausgedrück¬
ten als Träger »Aristokratie • Büro¬
kratie«
Okt: Abk. 1 <Musik> Oktave = Inter¬
vall von acht Tönen 2 Oktober
Ok|ta|eder —> Ok|ta|e|der. <gr.> das; -s;
- (Math.» (regelmäßiges) Achtflach,
ein von acht Dreiecksflächen be¬
grenzter Körper »Das Kirchturmdach
ist einem Oktaeder nachempfunden.«
ok|ta|§drisch —> ok|ta|e]djrisch: <gro
Adj. n. stg. <Math.> achtflächig
Ofcftan: <lat.> das; -s; -e in Erdöl u. Ben¬
zin enthaltener, gesättigter, aus acht
Kohlenstoffatomen bestehender,
leicht brennbarer Kohlenwasserstoff
»Das im Benzin enthaltene Oktan be¬
stimmt das Brennverhalten.«
Okftanb dato der; -en; -en 1 <Seefahrt>
nautisches Winkelmeßgerät zur Orts¬
bestimmung auf See »Die alten See¬
fahrer benutzten einen Oktanten.« 2
<Math.> a) durch drei paarweise auf¬
einanderstehende Koordinatenebe¬
nen begrenzter Teil eines Raumes b)
der achte Teil einer Kreisfläche od.
Kugel
Ok|tav: dal» /oktaf/ das; -s; - <Druckw.>
a) Buchformat »Das Oktav ist ein
klassisches Maß in der Buchher¬
stellung.« b) großer Papierbogen, der
nach der Falzung acht Blätter ergibt;
Achtelbogengröße
Ok(tav: dato /oktaf/ die; - ; -en 1
(Musik» a) achter Ton einer diatoni¬
schen Tonleiter vom Grundton an,
wobei der Zusammenklang als Kon¬
sonanz empfunden wird b) Intervall
von acht diatonischen Tonstufen, im
Achtstufenabstand 2 <Theologie> in
der katholischen Liturgie die Nach¬
feier der hohen Feste Weihnachten,
Ostern u. Pfingsten mit Abschluß am
achten Tag
Ok|ta)ve: dato /oktawe/ die; - ; -n
<Musik> a) achter Ton einer Tonleiter
b) Intervall von acht Tonen »Bitte
spielen Sie das Stück eine Oktave hö¬
her!«
okjta|vie|ren: dato /oktawiren/ okta-
vierst; oktaviertest; hast oktaviert
<Musik> durch verstärkte Luftzufuhr
eines Blasinstrumentes eine Oktave
überspringen »Die Flöte oktaviert in
diesem Musikstück mehrmals.«
Ok|to|beR der; - u. -s; ~ zehnter von 12
Monaten des Jahres; Monat zwischen
September u. November mit 31 Ta¬
gen
Okjtofgon: dato das; -s; -e Achteck
ok|to|go|nal: dato Adj. n. stg. achteckig
»Der Grundriß der Kirche ist oklogo-
nal.«
okJtroy|iejren —* okft)royl|e|ren: /ok-
tro-iren/ oktroyierst; oktroyiertest;
hast oktroyiert (rechtswidrig) auf¬
drängen; aufzwingen; aufoktroyieren
»Die Verfassung wurde dem Volk vom
Monarchen (auf (oktroyiert.«
Oku|lar —> 0|ku|lar das; -s; -e Linse ei¬
nes optischen Gerätes, die dem Auge
des Benutzers zugewandt ist »Das
Okular ist völlig beschlagen.«
oku|l)e)ren —» ojkujliejreru dato oku¬
lierst: okuliertest; hast okuliert <Bot.>
veredeln »Viele Nutzpflanzenarten
werden okuliert.«
ökum.: Abk. ökumenisch = das Zu¬
sammenwirken der christlichen Kir¬
chen betreffend
Öku|me]ne —* Ö|ku|me|ne: (gr.-lato
die; - ; -1 a) <Theologie> Gesamtheit
der Christen b) jüngere Bewegung,
Geisteshaltung, die das gemeinsame
Handeln der christlichen Kirchen zu
fördern versucht 2 (Geographie» Erde
als menschlicher Lebensraum
öku|me|nisch —» ö|ku|me]nisch: <gr.-
lato~Adj. 1 <Theologie> a) die Gesamt¬
heit der (katholischen) Christen be¬
treffend b) das gemeinsame Vorgehen
aller christlichen Kirchen u. Konfes¬
sionen in der Welt betreffend »Die
ökumenische Arbeit dient der Annähe¬
rung der Kirchen.« c) gemeinsam von
Katholiken u. Protestanten veranstal¬
tet 2 (Geographie» die Erde als men¬
schlichen Lebensraum betreffend
Ok|zljdent/Ok|zi|dent: dato der; -s; -
Abendland; westlicher Teil Europas,
Ant.: Orient
Öl: <gr.-lato das;-(e)s; - u. (Sorten) -e 1
leicht dickliche, fettige, pflanzliche
Flüssigkeit zur Zubereitung von Spei¬
sen »Ich mache eine Salatmarinade
aus Öl u. Essig.« 2 dickliche, fettige
Flüssigkeit, die als Brennmaterial in
Heizungen, als Schmiermaterial in
Maschinen verwendet wird; (raffi¬
niertes) Erdöl »Wir heizen mit 01.« 3
aus (Heil-)Pflanzen gewonnene, duf¬
tende, ätherische, verdampfende, fet¬
tige, dickliche Flüssigkeit 4 a) Haut¬
pflegeprodukt »Meine Haut ist so
trocken, daß ich sie mit Öl einreibe.«
b) gegen Sonnenbrand schützendes
Hautpflegeprodukt; Sonnenöl. 5 Öl
auf die Wogen gieSen: auf jmdn. be¬
ruhigend einwirken »Es gelang ihm,
Öl auf die Wogen zu gießen u. die
Streitenden zu besänftigen.« 6 Öl ins
Feuer gießen: etw. sagen od. tun, um
einen Streit od. Aufruhr noch zu ver¬
stärken
ö. L: Abk. östliche(r) Länge = östlich
des Nullmeridians von Greenwich
Öl|bild: das; • (e)s; -er (Kunst» mit Ölfar¬
ben (meist) auf Leinwand gemaltes
Gemälde »Van Gogh malte viele be¬
rühmte Ölbilder.«
OI|die: (ameriko /ouldi/ der; -s; -s 1 älte¬
res Lied, das noch immer gehört wird
u. (wieder) aktuell ist »Im Radio wer¬
den von 19 bis 20 Uhr nur Oldies
gespielt.« 2 [scherzh.] Person, die (im
Verhältnis zu anderen) alt ist »Mit
dreißig war er ein Oldie unter den übri¬
gen Gästen.«
Old|ti|mer: (englo /cwldtaimer/ der; -s; -
1 gut erhaltenes, gepflegtes Auto, das
älter als 20 Jahre u. zum Sammler¬
stück geworden ist »Im Museum sind
hundert Oldtimer ausgestellt.« 2
[scherzh.J a) alter, älterer Mensch,
Mann b) erfahrenes, im Vergleich zu
anderen altes Mitglied einer Gruppe
olel —> o|lä: tarab.-spano fnterj. (spani¬
scher anfeuernder Ausruft Los!; Hur¬
ra!; Auf!
Ole|an|der —> 0|le|an{der dat.-ito der;
-s; - <Bot.> Roseniorbeer; im Mittel¬
meerraum heimischer Strauch od.
Baum mit länglichen, ledrigen Blät¬
tern u. gelben, weißen, roten od. rosa
Blüten »Der Oleander prägt viele
Landschaften am Mittelmeer.«
ÖI|em|barjgo: <spano das; -s; -s
(Rechtsw.; Wirt.» staatlich angeord¬
nete Beschlagnahmung u. Zurückhal¬
ten von Ölladungen (meist von Schif¬
fen) u. Ausfuhrverbot für Öl »Ein Öl¬
embargo wird meist als Druckmittel
gegenüber einem anderen Staat einge¬
setzt.«
ölen —» ö|len: ölst; öltest; hast geölt 1
a) etw. mit Schmieröl zur besseren
Gleitfähigkeit einreiben »Die quiet¬
schende Tür muß dringend geölt
werden.« b) Stoff od. Material einfet¬
ten »Zum Schutz wird Holz häufig
geölt.« 2 [ugs.] schwitzen
ol|fak|tolrisch: dato Adj. n. stg. <Med.»
den Riechnerv, den Geruchssinn be¬
treffend, auf ihn bezogen »Die Bedeu¬
tung des olfaktorischen Sinnes für die
Werbung wird immer mehr erkannt.«
öl|far(be: die; -; -n a) <Kunst> aus Lein¬
öl u. Pigmenten gemischte, beständi¬
ge Farbe für künstlerische Zwecke b)
ölhaltige, wasserabweisende Farbe
für Außen- u. Innenanstrich von
Wänden, Gebäuden »Wir haben das
Bad mit Ölfarbe gestrichen.«
OLG: Abk. Oberlandesgericht
Öl|ge|mäl|de: das; -s; - mit Ölfarben (a)
gemaltes Bild »Rembrandt ist bekannt
für seine Ölgemälde.«
Öl|haut: die; - ; -häute 1 festes, wasser¬
abweisende Gewebe »Gegen Regen
kann man sich mit einer Ölhaut
schützen.« 2 eine zusammenhängende
Ölschicht, die eine Flüssigkeit über¬
zieht, meist Wasser
ölig —> öjlig: Adj. 1 in der Beschaffen¬
heit wie Öl »eine ölige Flüssigkeit« 2
mit Öl, flüssigem Fett bedeckt, verse¬
hen; Öl enthaltend »ein öliges Tuch« 3
dibertr.» mit unehrlicher, unaufrichti¬
ger Freundlichkeit »Er begrüßte ms
mit einem öligen Lächeln.«
Olig|9mie —» Ojli|g|ä|mie: <gro die; - ;
Otig'ämien loligämbnj <Med.» akute
Blutarmut aufgrund der Verminde¬
rung der Gesamtblutmenge des Kör¬
pers »Die Oligämie tritt insbesondere
auch nach Unfällen mit hohen Blutver¬
lusten auf.«
Oljy —* 0|liv: <gr.-lato /olif/ das; -s; - u.
'[ugs.] -s dunkle, bräunfich-gelbgrüne
Farbe »Oliv wird gerne als Tarnfarbe
eingesetzt.«
oliv —» o|liv: <gr.-lat» /olif/ Adj. n. stg.;
n. dekl. (Farbe» dunklerer, leicht gelb¬
stichiger Grünton
Oli|ve —* Ojli(ve: <gr.-lato /oliwe/ die;
- ; -n 1 a) Bräunlich, (heU)grüne od.
blau-schwarze kirschgroße, zum Ver¬
zehr geeignete Steinfrucht des Ölbau¬
mes, aus der Olivenöl gewonnen wird
b) Ölivenbaum; Ölbaum 2 <Bauw.>
Handgriff für die Verschlußvorrich¬
tung an Fenstern, Türen u. ä. 3 läng¬
lich-runde Bernsteinperle
827
Olivenbaum
Oli|ven|baum —* 0|l[|ven|baum: <gr.-
lat.t /oliwen-/ der; -fe)s; -bäume Öl¬
baum; aus dem Mittelmeerraum
stammender, großer, immergrüner
Baum mit länglichen Blättern u. klei¬
nen kirschgroßen Steinfrüchten (Oli¬
ven)
öl|jacke (öl|jak|ke —> Öl|ja|cke): die;
- ; -n wasserdichte Oberbekleidung
aus mit Öl imprägniertem Gewebe
»Eine Öljacke dient bei stürmischem
Wetter als Schutz u, ist deshalb auch in
der Seefahrt sehr beliebt.«
öl|ka|ni|ster —» Öi|kajnis|ter: der; -s; -
tragbarer Behälter für Erd-, Heiz- od.
Schmieröl »Für Notfälle sollte im Au¬
to ein gefüllter Ölkanister vorhanden
sein.«
Öl|kri[se: die; - ; -n wirtschaftliche,
durch den Mangel an Rohöl ausgelö¬
ste Krisensituation »In den 70er Jah¬
ren gab es eine erste spektakuläre Öl¬
krise.«
oll: Adj. [ugs.] alt u. schäbig, abgewetzt
o. ä.; heruntergekommen »Das olle
Fahrrad kann nun endlich auf den
Müll.«
2l|le: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Oller; eine Olle; zwei
Olle) [ugs.] 1 ältere(r) Mann od. Frau
2 Ehefrau od. Ehemann; Partner
»Der Olle steht ganz schön unter dem
Pantoffel.« _
öl|lös|lich: Adj. n. stg. sich in Öl
(auf)lösend »Einige Klebstoffe sind öl¬
löslich.«
Olm: der; -(e)s; -e im Süßwasser leben¬
der, in Europa u. Nordamerika behei¬
mateter Schwanzlurch mit larvenähn¬
lichen, bleibenden äußeren Kiemen u.
verkümmerten dünnen Gliedmaßen
Öl|ma|gnat —> Öl|ma|g|nat <lat.> der;
-en; -en Inhaber wirtschaftlicher
Macht in der Mineralölindustrie »Öl¬
magnaten sind meist Multimilliardä¬
re.«
Öljma|le|lef: die; - ; -en <Kunst> a) mit
Ölfarben auf Leinwand gemalte Bil¬
der b) o. PI. Maltechnik mit Ölfarben,
bei denen die Pigmente hauptsächlich
durch trocknende Öle gebunden sind
ÖI|meB|stab —> öl|mess[stab: der;
-fe)s; -stäbe <Technik> Metallstange,
an der die Menge des Schmieröls im
Motor abgelesen werden kann »An¬
hand der Markierungen auf dem Öl¬
meßstab kann man erkennen, ob Öl
nachgefüllt werden muß.« _
öl|pa|pier das; -fe)s; -e mit Öl getränk¬
tes, wasserdichtes Papier
öl|pesb die; - ; - (meist) durch Tanker¬
unglücke verursachte für Lebewesen
wie Fische, Seevögel usw. sowie für
das ökologische Gleichgewicht mei¬
stens verlierende Verschmutzung von
Gewässern u. Küstenregionen durch
auslaufendes Rohöl
öl|pflan|ze: die; -n; -n Gewächs mit öl¬
haltigen Früchten od. Samen »Raps
gehört zu den Ölpflanzen.«
Öl|preis: der; -es; -e zu bezahlender Ver¬
kaufswert für Erd- qd. Heizöl »In die¬
sem Winter ist der Ölpreis erneut ge¬
stiegen.«
öl|quel|le: die; ~ ; -n Stelle, an der Öl in
den Erdschichten vorkommt »Durch
die Ölbohrung ist eine neue Ölquelle
erschlossen worden.«
Ölung —* Öjiung: die- - ; -1 [selten] das
Ölen 2 die Letzte Ölung: «kath. Kir¬
che) ein Sterbesakrament der katholi-
sehen Kirche
ÖI|vor(kom|men: das; -s; - Vorhanden¬
sein von großen Mengen Erdöls »Der
Reichtum der arabischen Staaten be¬
ruht auf ihren großen Ölvorkommen.«
Öl|wech|sel: der; -s; ~ <Technik> wieder¬
holte Erneuerung des Schmieröls im
Motor »Alle 10000 km sollte man am
Auto einen Ölwechsel machen.«
Olymp —» OJlymp: <gr.> /olümp/ der; -s;
-1a) höchster Berg in Griechenland
an der Grenze zu Makedonien b) in
der griechischen Mythologie der
Wohnsitz der Götter »Die Götter
wohnen auf dem Olymp.« 2 [scherzh.]
Galerieplatz in der Oper od. dem
Theater
Olym|pia —* 0|lym|pia: <gr.> /olümpia/
das; ~ u.-s;-(meist o. Art.) Olympia¬
de »Dieses Jahr ist wieder Olympia.«
Olymjpia|de —» 0|iym|pi|ajde: <gr.-lat.>
/olümpiade/ die; - ; -n 1 a) diistorisch)
Zeitraum von vier Jahren zwischen
den antiken olympischen Spielen b)
Sportwettkampf verschiedener Diszi¬
plinen, der alle 4 Jahre an wechseln¬
den Orten stattfindet »Er hat bei der
Olympiade drei Goldmedaillen
gewonnen.« c) Wettbewerb verschie¬
dener Art »Schlagerolympiade« 2
<früher DDR> wissenschaftlicher
Wettbewerb
Olymjpia]mann|schaft —a- 0|lymjpi|a|-
mann|schaft <gr.> /olümpia-/ die; - ;
-en Gruppe von Sportlern, die bei der
Olympiade ihr Land vertreten »Die
Eröffnungsfeier beginnt mit dem Ein¬
zug der Olympiamannschaften.«
Olym|pia|me|dail|le —» 0|iym|pi|a|me|-
dailjle: <gr> /olümpia-/ die; ~ ; -n Aus¬
zeichnung, die bei der Olympiade an
die Sieger eines Wettkampfes verlie¬
hen wird »Der Wettkampf wird mit
der Verleihung der Olympiamedaillen
abgeschlossen.«
Olym|pia|sie|ger —* 0|lym]pi|a|siejger
<gr.> /olümpia-/ der; -s; - weibl.
Oiym|piajsie|ge|rin —> 0|lym|pi|a|-
siejgejrin: die; -; -nen Sieger(m) in ei¬
nem olympischen Wettkampf
Olym|pia|sta|dijon —» 0|lym|pi|a|sta|-
di|on: <gr.> /olümpia-/ das; -s; -Stadien
Stadion, in dem olympische Wett¬
kämpfe stattfinden, bzw. stattgefun¬
den haben.
Olym|pia|stadt —> 0|lym|pi|a|stadt
<gr.> /olümpia-/ die; - ; -Städte Stadt,
in der die Olympiade stattfmdet; Aus¬
richter der Olympiade
Olym|pio|ni|ke —> O[lym|pi|o|ni|ke: <gr.i
/olümpionike/ der; -n; -n weibl.
Olym|pio|njjkin —» 0|iym|pi|o|ni|kin:
die; - ; -nen a) <Altertum> Olympiasie¬
ger im antiken Griechenland b) an
der Olympiade teilnehmender Sport¬
ler; Olympiawettkämpfer
olym|pisch —a- o|lym|pisch: <gr.> /olym¬
pisch/ Adj. n. stg. 1 die Olympischen
Spiele betreffend »Das olympische
Jahr wird mit vielen Veranstaltungen
gefeiert.« 2 [geh.l erhaben, götter¬
gleich, majestätisch »Die neue Sup¬
penkreation schmeckt einfach olym¬
pisch.« 3 a) die Olympischen Spiele:
alle vier Jahre stattfindende Wett¬
kämpfe der Sportler aus aller Welt b)
das olympische Feuer. Feuer, das in
den Tempelanlagen von Olympia ent¬
zündet wird u. von Fackelläufern
zum Austragungsort der Olympi¬
schen Spiele gebracht wird c) der
olympische Gedanke: das im olympi¬
schen Eid ausgedrückte Ziel der
sportlichen Fairneß u. das Bewußt¬
sein, daß die Teilnahme wichtiger ist
als der Sieg d) die olympischen
Ringe: Symbol der Olympischen
Spiele; fünf ineinander verschlungene
Ringe in den Farben Blau, Gelb,
Schwarz, Grün u. Rot, die das Ver¬
bundensein der fünf Kontinente (Eu¬
ropa, Asien, Afrika, Australien,
Amerika) versinnbildlichen
öljzeug: das; -(e)s; -e mit Öl imprä¬
gnierte, wasserdichte Kleidung (meist
Jacke mit Kaputze u./od. Hose) Fi¬
scher tragen als Schutz vor dem Was¬
ser Ölzeug.«
öl|zweig: der; ~(e)s; -e kleiner Ast des
Ölbaums mit symbolischer Bedeu¬
tung »Der Ölzweig ist ein Symbol des
Friedens.«
OM: Abk. dato <Med.> otitis media =
Mittelohrentzündung
o. m.: Abk. dato «Hinweis auf Medika¬
menteneinnahme) omni mane = je¬
den Morgen
Oma —»• 0[ma: die; - ; -s 1 (Kosewort
für die) Mutter der Mutter od. des
Vaters »Das Kind verbringt das Wo¬
chenende bei seiner Oma.« 2 [ugs.; ju-
gendsprl.; oft abwert.] ältere od. alte
Frau »Guck mal, die Oma dahinten!«
Syn.: <I> Großmutter; Großmama;
Omi
Oma|ma —?• 0|ma|ma: die; - ; -s [ugs.]
Kosename für Großmutter »Omama
ist lieb!«
-o|ma|ne/-o|ma|nin/-ma|ne/-ma|nin:
Wortbildungselement (endet das Ba-
sisworl mit einem Vokal >-mane<, mit
einem Konsonant >-omane<) [manch¬
mal scherzh.] kennzeichnet jmdn., der
sich sehr intensiv mit einer Sache be¬
schäftigt, auf etw. fixiert ist
»Erotomane* Pyromane«
Om|buds|mann: (schwedo der; -(e)s;
-rnänner u. -leute weibl. Om|buds|-
frau: die; - ; -en Vertreterin) der Bür¬
ger vor den Behörden, der/die deren
Rechte wahrnimmt, beaufsichtigt u.
parlamentarische Kontrolle ausübt
»Der Wehrbeauftragte, Datenschutz-
beauftragle und Bürgerbeauftragte
sind Ombudsmänner.«
Ome|ga —> 0|me|ga: <gr.> das; • u. -s;
-s 1 vierundzwanzigster u. letzter
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets; langes O 2 das Alpha u. das
Omega: Symbol für den Anfang u.
das Ende
Ome|lett: </r.> /omlett/ das; -(e)s; -s ge¬
bratene, gebackene Eierspeise »Als
Vorspeise wurde ein Omelett mit Pil¬
zen serviert.«
Omen —> 0|men: dato das; -s; - u.
Omina [geh.] Vorzeichen »Eine
schwarze Katze halten viele für ein bö¬
ses Omen.«
Omi—» OJmi: die; - ; -s [ugs.] Kosena¬
me für Großmutter »Die Omi spielt
mit ihrer Enkelin.«
828
Oper
omi|nös —> o|mi|nös dat.-fr.) Adj. omi¬
nöser; ominöseste a) unheilvoll b) ver¬
dächtig; zweifelhaft »In diesem Thea¬
terstück stellt er eine ominöse Figur
dar.«
Omn.: Abk. Omnibus
Om|ni|bus: dat.-fr.) der; -ses; -se größe¬
res Kraftfahrzeug mit Sitzplätzen
zum Transport mehrerer Menschen
(wird meist in der Kurzform >Bus<
verwendet) »Sie fuhr die kurze Strecke
mit dem Omnibus.«
om|ni|po|tent: <lat.> Adj. [geh.] (all¬
mächtig; einflußreich »ein omnipoten¬
ter Herrscher«
Om|ni|po|tenz: dat.> die; - ; - [geh.] a)
absolute Machtstellung »Die Omni-
potenz des Herrschers schreckte die
Untertanen ab.« b) göttliche All¬
macht, Allgewalt »Omnipotenz Got¬
tes«
Om|ni|vp|re: <lat.> /omniwore/ der; -n; -n
(m. PI.) <Zool.> Allesfresser; Lebewe¬
sen, das sich von pflanzlicher u. tieri¬
scher Nahrung ernähren kann, er¬
nährt »Der Mensch ist ein Omnivore.«
O. M7o. ML: Abk. ordentliches Mitglied
OMS: Abk. <fr.> Organisation mondiale
de la sante = Weltgesundheitsorgani¬
sation = Sonderorganisation der UN
zur Kontrolle von Gesundheitsbedin¬
gungen, zur Förderung von Gesund¬
heitsvorsorgemaßnahmen usw.
OmU: Abk. <Film> Original mit Unterti¬
teln = Film wird in Originalsprache
mit Einblendung deutscher Untertitel
gezeigt
On: <engh das; - ; - <Medien; Theater)
Sichtbarkeit des kommentierenden
Sprechers
on: <en^L> Adv. a) <Medien> (der kom¬
mentierende Sprecher ist) sichtbar b)
<Theater> auf der Bühne sichtbar
o. N.: Abk. 1 ohne Namen 2 ohne Num¬
mer
o. n.: dat.> Abk. <Hinweis auf Medika¬
menteneinnahme» omni nocte = jede
Nacht
o. n. A.: Abk. ohne nähere Angabe(n)
Ona|nia —» 0|na|niec <engl.> die; - ; -
Masturbation; Selbstbefriedigung; se¬
xuelle Befriedigung der eigenen Per¬
son durch Reizung der Geschlecht¬
sorgane mit den Fingern, der Hand
ona|niejren » o|na|nje|rene onanierst;
onaniertest; hast onaniert sich selbst
durch Reizung der eigenen Ge¬
schlechtsorgane mit den Fingern, der
Hand sexuell befriedigen; masturbie¬
ren
-olnaut/-olnaultin/-naut/-nautin: Wort-
bildmgselement (nach einem Vokal
>-naut(in)<, nach einem Konsonanten
>-onaut(in)<) Person, die in dem im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückten
fährt od. fliegt »Astronaut • Kosmo¬
naut - Aquanaut«
On|du|l[e|rung: dat.-fr.> die; - ; -en (ver-
alt.J mit einer Brennschere gewellte
Haare
On[kel: der; -s; ~ u.f ugs.J -s weibt. Tan|-
te: die; - ; -n 1 a) Bruder/Schwester
des Vaters od. der Mutter b) Ehe-
mann/Ehefrau der Schwester/des
Bruders von Vater od. Mutter 2 An¬
rede, Bezeichnung von Kindern für
eine(n) (ältere(n)) Bekannte(n), ei¬
ne(n) Mann, Frau »Mama, was macht
der Onkel da?«
On|kel: der; -s; - in den Wendungen gro¬
ßer, dicker Onkel: großer, dicker, er¬
ster Zeh am Fuß über den großen,
dicken Onkel gehen: die Fußspitzen
beim Gehen nach innen setzen '
On|kel|ehe —» On|kel|e|he die; - ; -n
[ugs.j eheähnliches Zusammenleben
einer Witwe mit einem Mann, den sie
aus finanziellen Gründen (Verlust
von Rentenansprüchen u. ä.) nicht
heiratet
on|kel|haft: Adj. onkelhafter; onkel¬
hafteste a) gutmütig; freundlich b)
[abwert.] gönnerhaft; herablassend
On|ko|lp|ge: <gr.> der; -n; -n weibt, On|-
ko|lo|gin: die; ~ ; -nen <Med.> Fach¬
arzt, -ärztin auf dem Gebiet der Ge¬
schwulstkrankheiten »Der Onkologe
hat viele unangenehme Krankheiten zu
behandeln.«
Onjko|lo]gie: <gr.> die; - ; - <Med.> Wis¬
senschaft u. Lehre von den Geschwül¬
sten u. Tumoren
ONO: Abk. <Himmelsrichtung> Ost¬
nordost
onö.: Abk. <HimmeIsrichtung> ostnor¬
döstlich
Ono|ma]stik —> 0|no|mas|tik: <gr.> die;
- ; - (Sprachwiss.) Wissenschaft von
den Eigennamen; Namenkunde »Die
Onomastik ist ein Teilbereich der Ger¬
manistik.«
ono|ma|to|poe|tlsch —»■ o|no|ma|to|-
po|e[tisch: Adj. <Sprachwiss.) laut-
nachahmend; lautmalend »Gedichte
verwenden onomatopoetische Wortbil¬
dungen, um Stimmungen zu erzeugen.«
o. Nr.: Abk. ohne Nummer
On(to|ge|ne|se/On(to|ge|ne|se: <gr.-lat.>
die; - ; - <Bio.> körperliche Entwick¬
lung eines Individuums »Man sagt,
daß die Ontogenese eines Fötus in
Kurzform die Entwicklung seiner gan¬
zen Art nach vollzieht.«
onjto|ge|ne]tisch: Adj. n. stg. <Bio.> die
Entwicklung des Individuums betref¬
fend »Jeder Mensch hat seine eigene
ontogenische Lebensentwicklung zu
vollziehen.«
On|to|ge|n|e: die; ~ ; - <Bio.> Ontoge¬
nese; Entwicklungsgeschichte des
menschlichen u. tierischen Indivi¬
duums von der Eizelle zur Ge¬
schlechtsreife
o. 0.: Abk. 1 ohne Obligo = ohne Ga¬
rantie, ohne Gewähr, d. h. eine Haf¬
tung wird abgelehnt 2 ohne Ort =
keine Angaben zum Erscheinungsort
eines Buches
Oo|ge|ne|se —> 0[o|ge|ne|sec <gr.> /o-
ogenese/ die; - ; -n (Med.; Bio.) Eient¬
wicklung; Entwicklung der weibli¬
chen Eizelle
oo|ge|ne|tisch —» o|o|ge|ne|tischc <gr.>
/o-ogenetisch/ Adj. n. stg. (Med.;
Bio.) die Entwicklung der weiblichen
Eizelle betreffend »Die oogenetischen
Zeitabläufe sind genetisch bedingt.«
OOO: Abk. <engl.> out of Order = außer
Betrieb
O. P.: Abk. Originalpackung
OP: Abk. 1 <Med.> Operationssaal 2
«Kartenkunde) Orientierungspunkt
Op.: Abk. 1 (medizinische od. militäri¬
sche) Operation 2 Opium = Rausch¬
gift u. Betäubungsmittel 3 Opus =
(musikalisches) Kunstwerk
o. p.: Abk. <engl.> <Buchw.> out of print
= vergriffen
Opa —> 0|pac der; -s; -s 1 (Kosewort
für denjVater der Mutter od. des Va¬
ters »Der Junge spielt mit seinem Opa
Fußball.« 2 [ugs.; jugendsprl.] älterer
od. alter Mann, Syn.: <l> Großvater;
Großpapa; Opi
opak —> o|palc <lat.i Adj. lichtundurch¬
lässig; undurchsichtig »Das Glas der
Milchglasscheibe ist opak.«
Opal —» 0|pat (ind.-gr.-lat.> der; -s; -e 1
als Schmuckstein verwendetes, glasig
glänzendes, meist trübweißes od. far¬
big schillerndes Mineral 2 o. PL fein-
fädiges, leichtes Baumwollgewebe
opajlen —*■ olpajlenc dnd.-gr.-law> Adj.
n. stg. a) oüchscheinend schillernd
wie ein Opal »Das Glas schimmert
opalen.« b) aus Opal bestehend
opa|lijsie|ren —» o|pa|li|sie]rert dnd.-
gr.-lai.-fr.> opalisiert; opalisierte; hat
opalisiert bunt, farbig, in verschiede¬
nen Farben schimmern
Opa|pa —* Ojpajpa: der; -s; -s [ugs.]
Kosename für Großvater »Der Opa¬
pa ist da!«
Op-art —» Op-Art Kurzw. <engl.>die;~;
- Optical art = <Kunst> Richtung der
zeitgenössischen bildenden Kunst,
die durch musterähnliche Wiederho¬
lungen geometrisch-abstrakter Moti¬
ve, die z. T. in verschiedenen Ebenen
gegeneinander verschoben werden,
optische Illusionen erzeugt »Das Ge¬
hirn wird durch die Beeinflussung des
Auges bei der Op-art manipuliert.«
OPEC: Abk. /opeck/ die; -; - Organisa¬
tion of the Petroleum Exporting
Countries = Organisation der erdöl¬
exportierenden Länder »Die OPEC
beeinflußt maßgeblich die Preise für
Öl.«
open-air- —» 0|pen|air-/0|pen-Air%'
<engl.> /oupen är/ (in Zusammenset¬
zungen) im Freien stattfindend
open-air-Fe|sti|val —» 0|pen|aiijfes|ti|-
val/OJpen-Air-Fes|ti|vat das; -s; -s im
Freien stattfindende (Musik-)Veran-
staltung
open end —» Q|pen|end/0|pen-En<t
<engl.> /p“pen ent/ ohne festgelegte
Endzeit, Schlußzeit
Open-end-Dislkus|si)pn —» 0|pen|-
end|dis|kus|si|on/0|pen-End-Dis|-
kus|si|on: <engl.> /p“pen ent/ die; ~ ;
-en Diskussion, Gespräch, wechselsei¬
tiger Austausch von Argumenten
ohne festgelegte Endzeit, Schlußzeit
Oper —»■ Ojper dat.-it.> die; ~ ;-n 1 a) o.
PI. (Gattungsbezeichnung) musikali¬
sches Bühnenstück, dessen tragische
Handlung (meist ohne glücklichen
Ausgang) nur durch Gesang erzählt
wird b) einzelnes Bühnenstück der
Oper (a) »Auf dem Spielplan steht eine
Oper von Mozart.« c) Aufführung ei¬
ner Oper (b); Vorstellung »Nach der
Oper nahmen sie ein Taxi.« 2 a) o. PL
kurz für Opernhaus - Haus, in dem
man eine Oper hören kann »Wir be¬
sichtigten die Pariser Oper.« b) im
Opernhaus beschäftigtes Personal;
Ensemble »Mit diesem Stück geht die
Oper auf Tournee.« 3 quatsch keine
829
operabel
Oper(n): [ugs.] Aufforderung, nicht so
viel, umständlich zu reden
ope|ra|bel —-» o|pe|ra|bel: dat.-fro Adj.
n. stg.; operabler; operable; operables
1 «Med.» zu operieren; chirurgisch be¬
handelbar, entfernbar »Der Tumor ist
operabel.« 2 zum Bearbeiten, zur
(technischen) Weiterverarbeitung ge¬
eignet »Wir benötigen operable Da¬
ten.« Ant.: <1> inoperabel
Ope]rajti|pn —> 0|pe|ra|ti|on: dato
/operazion/ die; - ; -en 1 <Med.> chi¬
rurgischer Eingriff am, im Körper,
bei dem an einem Teil des Körpers
meist ein Schnitt gesetzt wird u. im
Körperinneren etw. wieder hergestellt
od. etw. entnommen od. etw. einge¬
setzt, ausgetauscht wird »Sie mußte
sich einer Operation unterziehen, bei
der der Blindarm entfern wurde.« 2 a)
[geh.] Unternehmung; Plan; Hand¬
lung b) wissenschaftliche(r), nach¬
prüfbare^) Vorgehensweise, Ansatz
3 <Math.> Rechnung nach bestimmten
Regeln 4 <Milit.> aufeinander abge¬
stimmte Aktion mit mehreren militä¬
rischen Einheiten »Die Operation
wurde plangemäß durchgeführt.« 5
Operation gelungen, Patient tot:
[ugs.; meist scherzh.] etw. war gut ge¬
meint, hat aber keinen Nutzen, Erfolg
gebracht, das geplante Ziel o. ä. nicht
erreicht
ope[FB|tio|nal —v o|pe|ra[ti|o|nal: dato
/operazional/ Adj. n. stg. verfahrens¬
bedingt
Ope|ra|ti|ons|saal —*■ 0|pe|ra|tl|ons|-
saal: dato /operazionß-/ der; -(e)s;
-säte Raum innerhalb einer Klinik od.
Arztpraxis, der für chirurgische Ein¬
griffe ausgerüstet ist »Der Patient
wird in den Operationssaal gefahren.«
ope|ra|tiv—s- o|pefra(tiv: dato /operarif/
Adj. n. stg. 1 <Med.> den chirurgischen
Eingriff betreffend; mittels einer Ope¬
ration (1) »Der operative Eingriff war
nach der Verschlechterung des Ge¬
sundheitszustandes nötig geworden.« 2
[geh.] unmittelbar, als konkrete Ma߬
nahme wirkend »Der operative Zu¬
griff auf Informationen wird erst über
den Computer möglich.« 3 <Milit.>
strategisch »Die operative Basis wird
heftig umkämpft.«
Ope|ret|te —» 0|pe|ret(te: dat.-ito die;
~ ~ -n a) «Gattungsbezeichnung»
leichte, unterhaltsame Bühnenstücke
mit überwiegend lustigen, komischen
(oftmals Verwechslungsgeschichten)
Inhalten (meist mit glücklichem Aus¬
gang), deren Handlung durch Gesang
u. im Unterschied zur Oper (1) auch
mittels Sprechen, Dialogen sowie
Monologen dargestellt wird b) einzel¬
nes Werk der Operette (a) »Die Ope¬
rette von Offenbach wurde bei ihrer
Uraufführung hochgelobt.« c) Auffüh¬
rung einer Operette (b), Vorstellung
Ope|ret|ten|thea|ter —> 0|pejret|ten|-
the|a(ter: dto das; -s; - Gebäude od.
Ensemble, das überwiegend Operet¬
ten in seinem Programm hat
ope|rfe|ren —> o|pe]rie|ren: dato ope¬
rierst; operiertest; hast operiert 1
<Med.> einen chirurgischen Eingriff
an einem Patienten vornehmen »Der
Arzt operiert den Gehirntumor.« 2
[geh.] auf bestimmten Art u. Weise
vorgehen, mit etw. umgehen, taktie¬
ren »Der Computer kann nur nach vor¬
gegebenen Mustern operieren.« 3 «Mi-
lit.) einen Einsatz der Streitkräfte
nach einem genau vorgegebenen Plan
durchführen »Der Unteroffizier
mußte nach dem Einsatzplan operie¬
ren.«
Opern|arie —» Ojpern|a|rie: dat.-ito
die; - ; -n «Musik» Sologesangsstück
aus einer Oper (1) »Die Opernarie war
der Höhepunkt des gesamten Abends.«
Opern|ball—» 0|pern|ball: dat.-ito der;
-(e)s; -balle große Tanzveranstaltung
in einem Opernhaus »Der Opernball
in Wien ist ein gesellschaftliches Gro߬
ereignis.«
Opem|füh|rer —»• 0|pern|füh|rer: dat.-
ito der; -s; - Nachschlagewerk, das
die verschiedenen Opern u. die wich¬
tigsten Inszenierungen aufführt u. in¬
haltlich u. musikalisch darstellt, er¬
läutert
Op)fen das; -s; - 1 Verzicht auf etw. od.
jmdn. »Auf Süßigkeiten zu verzichten
ist für viele ein großes Opfer.« 2 Gabe,
die einem Gott dargebracht wird
»Viele Sagen erzählen von jungen
Mädchen, die als Opfer einem Gott
dargebracht werden müssen.« 3 Per¬
son, die bei einem Unfall, einer krimi¬
nellen Tat o. ä. geschädigt, verletzt
wird »Das ( Unfall-) Opfer hat bleiben¬
de körperliche Schäden.« 4 jmdm., ei¬
ner Sache zum Opfer fallen: von
jmdm. od. etw. das Opfer sein od.
werden »Er ist einem Mord zum Opfer
gefallen.« 5 Opfer der Flammen
werden: niederbrennen; den (gesam¬
ten) Besitz verlieren
op(fer|be|reit: Adj. opferbereiter; opfer¬
bereiteste selbstlos bereit, etw. für
eine bestimmte Sache od. Person zu
tun
op|fer|freu|dig: Adj. gern u. selbstlos
Opfer bringend »Zum Erntedank
brachte das opferfreudige Kind sein
Körbchen zum Altar.«
Opffer|ga|be: die; - ; -n Spende
Op|fer|gang: der; -(e)s; -gänge 1 Hand¬
lung, mit der man jmdm. (mit großem
Einsatz, selbstlos) hilft »Der Opfer¬
gang der Jungfrau versprach dem Dorf
ein Jahr Verschonung vor dem
Ungeheuer.« 2 <Theologie> ursprüngli¬
che Gabenprozession als Teil der
Meßliturgie, in der die Gläubigen
Brot u. Wein für die Eucharistiefeier
bereitstellen, heute durch Geldspen¬
den verdrängt »Der Opfergang war fe¬
ster Bestandteil der mittelalterlichen
Liturgie.«
Op|feTjlamm: das; -(e)s; -lämmer 1 zum
Opfer bestimmtes Lamm »Das Opfer¬
lamm wird zu festgelegten Feiern
geschlachtet.« 2 «Theologie» Christus,
der sich durch seinen Tod am Kreuz
für die Menschheit geopfert hat, um
die Sünden zu sühnen 3 [ugs.] jmd.,
der unschuldig etw. erleiden, ertra¬
gen, erdulden muß
Op|fer|mut: der; -(e)s; - Bereitschaft,
sich für andere od. für eine Sache zu
opfern, hinzugeben, selbstlos einzu¬
setzen »Sich für eine Sache voll und
ganz hinzugeben, fordert sehr großen
Opfermut.«
opfern: opferst; opfertest; hast geopfert
1 freiwillig etw. für jmdn. od. eine Sa¬
che hingeben »Der Baum wurde für
den Bau eines Hauses geopfert.« 2
jmdn. od. etw. einer Gottheit in einer
kultischen Handlung darbringen
op|fern, sich: opferst dich; opfertest
dich; hast dich geopfert a) sein Leben
für jmdn. od. für eine Sache hingeben
»Die Mutter hat sich für ihr Kind
geopfert.« b) [ugs.] etw. Unangeneh¬
mes an Stelle eines anderen auf sich
nehmen
Op(fe(rung: die; ~ ; -en Darbringung ei¬
nes Opfers
Op|fer|wi)|le: der; -n; -n Bereitschaft,
etw. od. sich zu opfern »Der Opfer¬
wille steigt mit dem Glauben an die
Sinnhaftigkeit dieser Handlung.«
op|fer|wil|lig: Adj. bereit, etw. od. sich
zu opfern »Opferwillig gab das Mäd¬
chen alles, bis auf sein letztes Hemd¬
lein, ab.«
Opi|at—* 0|pi|at: <gr.-iato das; -(e)s; -e
Opium od. Alkaloide enthaltende
Medizin, Arznei
Opi|um —» 0|pi)um: tgr.-lato das; -s; -
Rauschgift, Droge aus dem Milchsaft
der Schlafmohnpflanze, das/die in
der Medizin zur Betäubung,
Schmerzstillung od. innerlichen Ru¬
higstellung verwendet wird
Opi|um|höh|le —> 0|pi|um|höh|le: <gr.-
lat.> die; - ; -n [aBwert.] Haus, Gast¬
stätte, Zimmer, in dem Opium ge¬
raucht u. gehandelt wird »Die Opium¬
höhle wurde nach der letzten Polizei¬
razzia geschlossen.«
ÖPNV: Abk. öffentlicher Personennah¬
verkehr
Op|po[nent: dato der; -en; -en weibl.
Op)po]nen|tin: die; - ; -nen a) Person
mit anderer Meinung b) Gegnerin),
besonders in einem Streitgespräch, in
einer Argumentation für od. gegen
etw., der genau die andere Ansicht
vertritt
op|po|niejren: dato opponierst; oppo¬
niertest; hast opponiert a) sich gegen
jmdn. od. etw. wehren b) anderer
Meinung sein u. dieser mit Argumen¬
ten vertreten
Op|por|tu|nis|mus: dat.-fro der; - ; -
[geh.] übergroße Bereitschaft zur An¬
passung an eine her. sehende Mei¬
nung zum eigenen Vorteil »Sein Op¬
portunismus wird auf Dauer seiner
Karriere nicht förderlich sein.«
Op|po|si[ti|on: dato /opposizion/ die; - ;
-en 1 Verhalten des Widerstandlei¬
sten; Vertretung einer gegensätzli¬
chen Meinung »Sein Verhalten rief
heftige Opposition seiner Kollegen
hervor.« 2 Person, Personengruppe,
die eine entgegengesetzte Meinung
vetritt »Jugendliche stehen manchmal
in Opposition zu den Überzeugungen
der Erwachsenen.« 3 <Pol.> Parteien),
Fraktionen), die nicht an der Regie¬
rung beteiligt ist, sind »Die Oppositi¬
on stimmte gegen den Antrag der
Regierung.« 4 «Schach» Position der
Könige auf einer Linie im Abstand ei¬
nes Feldes zueinander 5 «Anat.» Ge¬
genüberstellung des Daumens gegen
die anderen Finger einer Hand 6 a)
«Sprachwiss.» gegensätzliche Bezie¬
hung, Bezug sprachlicher Elemente
830
Orchestra
wie >groß< od. >klein< b) im selben Um¬
feld ersetzbare Einheiten, die sich
dort ausschließen »Am Himmel sind
Sonnenstrahlen und Gewitterwolken.«
7 <Astronomie> Stellung der Erde auf
einer Geraden zwischen äußerem Pla¬
neten (od. Mond) u. Sonne
op|po(si{tio(nell —* op|po|si|ti|o|nell:
Adj. 1 [geh.} widersetzlich; durch eine
andere Einstellung, Meinung zum
Widerspruch, Widerstand neigend
»Die oppositionelle Meinung fordert
eine gute Argumentation« 2 <Pol.> ge¬
gensätzlich; gegnerisch; die Oppositi¬
on (3) betreffend »die oppositionelle
Partei«
op|po|si|tiv: (lat» /oppositif/ Adj. n. stg.
«Spracliwiss.) einen Gegensatz bil¬
dend; auf einem Gegensatz beruhend
»>Klein< u. >groß< sind zwei oppositive
Wörter.«
OP-Saal: der; -(e)s; -säle Operations¬
saal - Raum innerhalb einer Klinik
od. Ampraxis, der für chirurgische
Eingriffe ausgerüstet ist »Der OP-
Saal sollte möglichst steril sein.«
Opt: Abk. 1 a) Optik b) Optiker(in) 2
Optimismus 3 Option = a) freie Ent¬
scheidung b) Vorkaufsrecht
opt.: Abk. 1 optimal 2 optimistisch 3 op¬
tisch
op)tie|ren: dato optierst; optiertest; hast
optiert <Rechtsw.> 1 vom Recht der
Option, vom Erwerbsrecht Gebrauch
machen »Der Staat optiert den Land¬
erwerb in bestimmten Gebieten.« 2 sich
frei für eine bestimmte Staatsangehö¬
rigkeit entscheiden
Opjtik: <gr.-lat.> die; -; -en 1 o. PI. Lehre
vom Licht 2 äußerer Eindruck, Wir¬
kung, Erscheinungsbild von etw./
jmdm. »Die Optik eines Automobils
ist für den Kauf oft entscheidend.« 3
<Film; Foto> einprägende visuelle
Wiedergabe »Die Optik des Filmes
macht ihn zu einem Erlebnis.«
Op|ti|ker. <gr.-lat.> der; -s; - weibl. Op|-
tljke|rin: die; - ; -nen fachlich ausge¬
bildete Person für die Herstellung,
Reparatur u. den Verkauf von Sehhil¬
fen u. a. optischen Geräten »Der Op¬
tiker bietet als Serviceleistung auch die
Bestimmung der Sehstärke an.«
op|ti|mie|ren: dato optimierst; optimier¬
test; hast optimiert [geh.] etw., einen
(technischen) Ablauf o. ä. so weit wie
möglich verbessern
Op|ti|mie|rung: <lat.> die; ~ ; -en 1 [geh.]
die bestmögliche Gestaltung, Organi¬
sation einer Sache od. Handlung »Die
Optimierung der Produktionsvorg'änge
ist wichtig für die Kostensenkung.« 2
<Math.> Teilgebiet der numerischen
Mathematik, das sich mit der optima¬
len Festlegung von Größen, Eigen¬
schaften, zeitlichen Abläufen u. a.
durch Extrema unter Berücksichti¬
gung von Nebenbedingungen be¬
schäftigt
Qp|tijmis|rnus: <lat.-fr.> der; ~ ; -1 welt-
zugewandte, heitere, zuversichtliche
Lebenseinsieilung, die von der Zu¬
kunft immer das Beste erwartet; le¬
bensbejahende Grundhaltung, die al¬
les von der besten Seite betrachtet
»Ein gesunder Optimismus erleichtert
das Leben.« 2 «Philosophie) philoso¬
phische Auffassung, daß die wirkliche
Welt unter allen möglichen Welten
die beste u. das geschichtliche Ge¬
schehen ein Fortschritt zum Guten u.
Vernünftigen sei
Op|tijmum: dato das; -s; Optima 1 das
Beste u. Wirksamste, Höchstmaß
»Durch ständige Verbesserungen ha¬
ben wir nun beinahe das Optimum er¬
reicht.« 2 <Bio.> den Bedürfnissen ei¬
nes Lebenwesens bestmöglich ent¬
sprechender Lebensbereich
Op|ti|on: dato /opzion/ die; -; -en 1 freie
Entscheidung 2 <Rechtsw.> Vorrecht,
Voranwartschaft auf den Erwerb von
etw.; Vorkaufsrecht »Er räumte mir
eine Option auf das Haus ein.«
opu|1ent —> o|pu|lent dato Adj. opulen¬
ter; opulenteste a) reichhaltig u. gut
»ein opulentes Essen. Mahl« b) üppig,
aufwendig gestaltet »ein opulentes
Fest«
Opu|lenz—* 0|pu|lenz: dato die; - ; -
[geh.] Üppigkeit; Überfluß »Die Opu¬
lenz des Mahles ruft ein drückendes
Völlegefühl hervor.«
Opun|tie —a- 0|pun[tie: <gro /öpunzie/
die; - ; -n «BoO in vielen Arten ver¬
breiteter, bäum- od. strauchartiger
Feigenkaktus mit meist gelben od. ro¬
ten Blüten u. eßbaren Früchten
Opus —a. Ofpus: dato das; - ; Opera
[geh.] künstlerisches od. wissenschaft¬
liches Werk »Das Opus beeindruckt
die Zuhörer.«
OR: Abk. Obligationenrecht; Schuld¬
recht
o. R.: Abk. 1 ohne Rabatt 2 ohne Rech¬
nung 3 ohne Recht 4 ohne Religion
ö. r.: Abk. öffentlich-rechtlich
Orajkel —» 0|ra|kefc dat.-gro das; -s; •
1 meist verschlüsselte Zukunftsdeu¬
tung; Götterspruch; Weissagung
»Das Orakel hat den Weg des Helden
vorhergesagt.« 2 Ort, an dem eine
Prophezeiung verkündet wird »das
Orakel von Delphi«
orajkeln —> o|ra|keln: orakelst; orakel¬
test; hast orakelt [ugs.] in rätselhaften
Andeutungen sprechen; weissagen
»Die Tante orakelt immer über den
Tod.«
Ora|kel|spruch —> 0)rajkel|spruch:
der; -(e)s; -spräche schwerverständli¬
che, rätselhafte Weissagung; Schick¬
salsspruch
oral —» o|rafc dato Adj. n. stg. 1 <Med.;
Anat.) a) den Mund betreffend b)
durch den Mund, die Mundhöhle
»Tabletten sind oral einzunehmen.« 2
<Erotik> sexuelle(r) Stimulation, Kon¬
takt mit dem Mund, den Lippen, der
Zunge (u. den Zähnen) 3 «Sprach-
wiss.; Laut) gebildet im Mundraum
durch Abschließung des Nasenrau¬
mes durch das Gaumensegel 4 orale
Phase: Zeit in der Entwicklung eines
Kindes, in der es alles in den Mund
nimmt
Oran|ge —» 0|ran|ge: tpers.-arab.-
span.-fro /orangsehe u. orasgseh®/
die; - ; -n runde Zitrusfruchfmit röt¬
lich-gelber Schale u. rötlich-gelbem
Fruchtfleisch; Apfelsine
Oranlge —» 0|ran|ge: tpers.-arab.-
span.-fro /orangseh u. orangseh/ das;
- ; - u. [ugs.J -s rötlich-gelbe Farbe,
ähnlich der einer Orange »Das Oran¬
ge der Blüten konnte man von weitem
sehen.«
oran|ge —> o|ran)ge: <pers.-arab.-span.-
Jro /orangsehu. orangseh/ Adj. n. stg.
«Farbe) Mischung aus gelb u. rot; wie
eine Apfelsine, Mandarine gefärbt
Oran|gen|satt —* 0)ran|gen|safc
/orang«6hen- u. orangseten-/ der;
-(e)s; -safte ausgepreßter Saft von
Orangen, Apfelsinen »Orangensaft
setzt sich als Frühstücksgetränk immer
mehr durch.«
Oran|gen|scha|le —» 0|ran|gen|scha|-
le: /orangsehen- u. orangsehrii-/ die;
- ; -n feste, äußere Schale der Orange,
Apfelsine, die das saftige Frucht¬
fleisch umschließt
Oran|ge|rie —> 0|ran|gejricx <pers.~
arab.-span.-fro /orangsehen u. orang-
seh=ri/ die; - ; -n Gewächshaus, in
dem exotische, kälteempfindliche
Pflanzen gehalten werden, wachsen,
gedeihen
oran|ge|rot —* o|ran|gejrot tpers.-
span.-fro /orangseh- u. orangseh-/
Adj. von orangefarbenem Rot; sehr
viel Gelb enthaltendes Rot »Gegen¬
stände in orangeroten Farbtönen wer¬
dengut erkannt.«
ora|tg|risch —» o)ra|to|risch: dato Adj.
1 [geh.] rednerisch besonders fähig
»Politiker mit oratorischen Fähigkei¬
ten setzen sich in Rededuellen sehr
schnell durch.« 2 mitreißend
Ora]to|ri|um —» 0|ra|to|ri|um: dato das;
-s; Oratorien joratorienj 1 «Theologie)
Betsaal, Hauskapelle in Klöstern u.
anderen kirchlichen Gebäuden »Die
Familie feierte die Messe im
Oratorium.« 2 «Musik) großes, orche¬
sterbegleitetes Chorwerk mit meist
geistlichen Texten, Solarien u. Rezita-
tiven
ORB: Abk. Ostdeutscher Rundfunk
Brandenburg = öffentlich-rechtliche
Rundfunk- u. Fernsehanstalt, Mit¬
glied der ARD
Orjbis: dato der; - ; - Kreis; Erdkreis
»Jedes Jahr bezieht der Papst in sei¬
nem Segensspruch den Orbis mit ein.«
Or[bit: dat.-engh der; -s; -s «Raumfahrt)
Umlaufbahn eines Satelliten od. einer
Rakete um die Erde od. um einen an¬
deren großen Himmelskörper
Orch.: Abk. Orchester
0r]che|8ter —» Oijcheslten <gr.-lat.-it-
fro /orkeßter/ das; -s; -1a) Gesamt¬
heit von Personen, die zusammen In¬
strumente spielen »Das Orchester war
hervorragend besetzt.« b) Ort, wo die
Musiker innerhalb eines Opernhaus
o. ä. ein Bühnenstück musikalisch be¬
gleiten »Das Orchester befindet sich
meistens vor dem Zuschauerraum.«
Or[che|stra —* Or|ches|tjra: tgr.-lato
/orcheßtra/<Äe,- - ; Orchestren a) halb¬
runder Raum zwischen Zuschauerrei¬
hen u. Bühne für den Chor im anti¬
ken, griechischen Theater »Die Or¬
chestra muß eine große Anzahl von
Personen aufnehmen.« b) halbrunder
Platz für die vornehmen Zuschauer
im hellenistischen u. römischen Thea¬
ter, bzw. für die Hofgesellschaft im
Theater des 15. u. 16, Jhds. c) halb¬
runder, abgetrennter Raum für die
Instrumentalisten im Theater des 17.
Jhds.
831
orchestrieren
or)che|strie|ren —» orjches]t|rie|ren:
<gr.-lat.-it.-fr.> /orkeßtriren/ orche¬
strierst; ochestriertest; hast orche¬
striert instrumentieren; für Orchester¬
besetzung bearbeiten »Der Dirigent
orchestriert die Stücke neu.«
Oi[che]stri|on —> Or1ches(t(rilon: <gr.-
lat.-it.-fr» /orkeßtrion/ das; -s;
Orchestrien jorchestr&nj automati¬
sches, mechanisches Musikinstru¬
ment mit Zungenpfeifen, deren viel¬
seitige Klangfarben ein Orchester
nachahmen
Or|chi|dee: tgr.-lat.-fr.> die; - ; -n jauch
orchidefnj zu den Knabenkrautge¬
wächsen gehörende, einkeimblättrige,
in den Tropen u. Subtropen vorkom¬
mende od. in Gewächshäusern als
Zierpflanze gezüchtete Pflanzenfami¬
lie mit etwa 18 000 Arten, die meist
einzelne od. in Ähren angeordnete,
farbenprächtige u. duftreiche Blüten
u. längliche Blätter aufweisen »Die
Orchidee ist ein teures u. exklusives
Geschenk.«
Ord.: Abk. 1 Orden 2 Order = Anwei¬
sung 3 Ordinariat = Verwaltungs¬
stelle eines katholischen Bistums 4
Ordnung
ord.: Abk. 1 ordentlich 2 ordinär
Or[den: dato der; -s; - 1 Abzeichen, das
für bestimmte Verdienste vom Staat,
von Institutionen ehrenhalber verlie¬
hen wird; Auszeichnung »für ihre eh¬
renamtliche Tätigkeiten hat der Staat
ihr einen Orden verliehen.« 2 religiöse
Gemeinschaft, die (in Klöstern) nach
bestimmten Regeln lebt »Er wird ei¬
nem Orden beitreten.«
or|denjge|schmiickt’ <lat.> Adj. n. stg.
mit Orden behängt »Der General be¬
trat den Appellplatz ordenge¬
schmückt.«
Oridensjband: dat.> das; -(e)s; -bänder
I Band, an dem der Orden getragen
wird »Das Ordensband sollte glatt auf
der Smokingjacke liegen.« 2 <Zopl.>
großer, farbenprächtiger Nacht¬
schmetterling mit Hinterflügeln von
rotem, blauem od. orangegelbem
Grund u. darauf gezeichneten
schwarzen Bändern
Or|dens|tracht: <lat.> die; ~ ; -en Klei¬
dung der einzelnen Ordensgemein¬
schaften »Die Ordenstracht variiert
von Orden zu Orden.«
grjdentffich: I Adj. 1 a) ordnungsliebend,
auf Ordnung bedacht »Er ist ein or¬
dentlicher Mensch.« b) aufgeräumt;
geordnet »Ihre Wohnung ist immer
ordentlich.« 2 den geltenden sozialen,
gesellschaftlichen Normen entspre¬
chend, anständig »ein ordentlicher
Lebenswandel« 3 planmäßig, nach ei¬
ner bestimmten Ordnung, Regel o. ä.
ein ordentlicher Professor »ein ordent¬
liches Gerichtsverfahren« 4 [ugs.] a)
wunschgemäß, der Vorstellung ent¬
sprechend »Ohne Musik ist das keine
ordentliche Party.« b) groß; viel »Er
nahm einen ordentlichen Schluck Was¬
ser.« Ant.: <1> unordentlich; chaotisch
II Adv. [ugs.] geradezu, dermaßen, di¬
rekt, buchstäblich »Er brachte sie mit
seinen Komplimenten ordentlich in
Verlegenheit.«
Orfden <lat.-fr.> die; - ; -s u. -n 1 (Wirt.)
Auftrag; Bestellung 2 <Milit.> dienstli¬
che Anweisung, Befehl »Die Order
ließ keine Handlungsabweichmg zu.«
3 Order parieren: [veralt.] gehorchen;
einen Befehl ausführen »Der Soldat
muß (nach der J Order parieren.«
grjdern: <lat.-fr.> orderst; ordertest; hast
geordert [kaufmannssprl.] einen Auf¬
trag erteilen; eine Bestellung aufge¬
ben
Or]di|nal|zahf: dato die; - ; -en Ord¬
nungszahl; markiert die Position von
etw. in einer Reihenfolge u. wird
durch einen Punkt hinter der Ziffer
gekennzeichnet »erstens, zweitens,
drittens usw. ♦ ]., 2., 3. usw.«
or|di|när: <lat.-fr.> Adj. [abwert.] 1 un¬
fein; anstößig im Ausdruck, Beneh¬
men »ein ordinärer Witz, Mensch« 2
schlecht, geschmacklos, billig »ein or¬
dinäres Kleid, Parfüm« c) gewöhnlich;
normal »Ich esse ein ordinäres Butter¬
brot.«
Or[di|na]te: <lat.> die; - ; -n <Math.> Grö¬
ße des Abstandes von der horizonta¬
len Achse auf der vertikalen Achse
des rechtwinkligen Koordinatensy¬
stems
Orjdi[na|ten]ach[se: dato die; - ; -n
(Math.) vertikale Achse des recht¬
winkligen Koordinatensystems, auf
der die Ordinate festgelegt wird
Orjdi|na|ti[gn: dato /ordinazion/ die; • ;
-en 1 (Theologie) a) Einsetzung in das
evangelische Priesteramt b) sakra¬
mentale Priesterweihe in der katholi¬
schen Kirche »Die Messe ist ein fester
Bestandteil der Ordination.« 2 <Med.>
a) ärztliche Verordnung »Die Ordina¬
tion verbot dem Patienten das
Bauchen.« b) Sprechstunde eines Arz¬
tes
or]di|ni§jren: dato ordinierst; ordinier¬
test; hast ordiniert 1 (Theologie) a) ei¬
nen evangelischen Geistlichen feier¬
lich in sein Amt einsetzen »Der Pfar¬
rer wird feierlich ordiniert.« b) zum
katholischen Priester weihen »Der
Priester wird im Rahmen einer Messe
ordiniert.« 2 <Med.> a) Sprechstunde
halten »Der Arzt ordiniert leider nur
bis mittags.« b) eine Arznei ärztlich
verordnen »Der Arzt ordinierte dieses
Medikament nach einer gründlichen
Untersuchung.«
Ondn.: Abk. Ordnung
ordjnen: ordnest; ordnetest; hast geord¬
net 1 a) in eine bestimmte Reihenfol¬
ge, Anordnung bringen; gliedern »Sie
ordnete; ihre Unterlagen.« b) Gedan¬
ken, Überlegungen, abstrakte Zu¬
sammenhänge gliedern »Er ordnete
seine Gedanken, bevor er sie vortrug.«
2 in einen ordentlichen, den Regeln
entsprechenden Zustand bringen »Er
ordnete seine Kleider.« 3 etw. regeln
ordlnen, sich: ordnet sich; ordnete sich;
~ hat sich geordnet sich nach einem be¬
stimmten Schema, einer Reihenfolge
zusammenstellen »Die Schulkinder
ordneten sich in Zweiergruppen.«
Ord|ner. der; -s; - weibl. Ord|ne|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die für die Aufrecht¬
erhaltung, den geregelten Ablauf von
etw. zuständig ist »Bei dem Fußball¬
spiel wurden zusätzliche Ordner
eingesetzt.« 2 ohne weibliche Form
Gerät, Buchhülle mit festem Ein¬
band, in die lose Blätter eingeheftet
werden können »Der Briefwechsel
zwischen den streitenden Mietparteien
füllt einen ganzen Ordner.«
Ord|nung: die; - ; -en 1 o. PI. aufge¬
räumter Zustand, bei dem alles auf,
an seinem Platz ist »Die Ordnung in
den Büroschränken mußte von allen
Angestellten eingehalten werden.« 2
hierarchischer Aufbau von etw. 3 auf
für alle verbindliche Nonnen beru¬
hendes System; Gesellschaftssystem
»Die öffentliche Ordnung wurde wie¬
der hergestellt.« 4 (Bio.) übergeord¬
nete Einheit mehrerer miteinander
verwandter Tier- od. Pftanzenfami-
lien »Ordnung der Raubtiere« 5 a)
nach bestimmten, genau festgelegten
Gesichtspunkten entwickeltes, anord¬
nendes System »Die alphabetische
Ordnung hat Vorrang vor der chrono¬
logischen Ordnung.« b) militärische
Formation 6 Position, Funktion in¬
nerhalb einer nach qualitativen Ge¬
sichtspunkten festgelegten Reihenfol¬
ge »Mißerfolg erster Ordnung« 7 a)
(Math.) gegliederte mathematische
Größen »Ableitungen erster und zwei¬
ter Ordnung« b) Aufbau u. Struktur
einer Menge von Elementen; Zahlen
8 in Ordnung gehen: erledigt, so ge¬
tan werden; funktionieren »Kümmern
Sie sich bitte um den Antrag, damit al¬
les in Ordnung geht.« 9 (wieder) in
Ordnung kommen: [ugs.] geklärt wer¬
den; wieder in einen ordentlichen Zu¬
stand gebracht werden »Die Angele¬
genheit mit der Versicherung kommt
wieder in Ordnung.« 10 etw. in Ord¬
nung bringen: 1. etw. reparieren, den
ursprünglichen Zustand wieder her¬
steilen »Er ließ seinen defekten Fern¬
sehapparat in Ordnung bringen« 2.
etw. erledigen, etw. wieder ins Reine
bringen 11 etw. (ganz, völlig) in Ord¬
nung finden: [ugs.] etw. in einer, für
eine Situation, Leistung angemessen
erachten »Die Note für diese Arbeit ist
in Ordnung.« 12 jmdn. zur Ordnung
rufen: jmdn. (offiziell) ersuchen, er¬
mahnen, sich an die Disziplin zu hal¬
ten »Der Vorsitzende mußte mehrere
Redner zur Ordnung rufen.« 13 alles
ist in schönster, bester Ordnung:
[ugs.] es stimmt alles, es könnte nicht
besser sein 14 Ordnung ist das halbe
Lebert: Erleichterung des alltäglichen
Lebens durch die Einhaltung, Orien¬
tierung an (persönlich) festgelegten
Kriterien
Ord|nungs]amt: das;-(e)s; -ämter kom¬
munale Verwaltungsbehörde zur ord¬
nungsgemäßen Regelung des öffentli¬
chen Lebens
ord|nungs|ge|möB: Adj. n. stg. nach den
Regeln; einer bestimmten, vorgesehe¬
nen Ordnung entsprechend »Das
Fahrzeug wurde ordnungsgemäß abge¬
stellt.«
ord|nungs|hal|ber: Adv. festgelegten
Regeln entsprechend »Er schloß ord¬
nungshalber alle Türen und Fenster.«
Ord|nungs|stra{fe: die; - ; -n (Rechtsw.)
1 Bußgeld für eine begangene Ord¬
nungswidrigkeit, die nicht strafrecht¬
lich verhängt wird »Die Polizei ver¬
hängt Ordnungsstrafen bei
Verkehrsdelikten.« 2 Maßnahme zum
Schutz der äußeren Ordnung in einem
832
orgastisch
Gerichtsverfahren, z. B. wegen unge¬
bührenden Verhaltens im Gerichts¬
saal »Der Angeklagte wurde wegen un¬
gebührlichem Verhaltens zu einer Ord¬
nungsstrafe verurteilt.«
ord|nungs|wid|rig: Adj. n. stg.
(Rechtsw.) entgegen einer amtlichen
Verordnung; gegen Ordnungs- u.
Verwaltungsvorschriften verstoßend
»Der Wagen wurde ordnungswidrig
geparkt.«
Ord|nungs|wid|rig|keit: die; - ; -en
(Rechtsw.) Verstoß gegen Ordnungs-
u. Verwaltungsvorschriften »Jede
Ordnungswidrigkeit wird geahndet.«
Ord|nungs|zahl: die; - ; -en 1 Ordinal¬
zahl; Zahlwort, das die Reihenfolge
bzw. die Stellung in einer nach be¬
stimmten Gesichtspunkten geordne¬
ten Menge angibt, z. B. der (die, das)
erste, zweite usw. »Die Ordnungszahl
wird der Überschrift vorangestellt.« 2
<Physik> Atomnummer; Kernla¬
dungszahl, die die Anzahl der positi¬
ven Kernladungen (Protonen) eines
Atoms u. die Stellung des betreffen¬
den chemischen Elements innerhalb
des Periodensystems angibt
Orjdo: dato der; -; Ordines 1 Reihenfol¬
ge; Ordnung; Stand 2 <Theologie> a)
Ordination; Ermächtigung zum Pre¬
digtamt, zur Verwaltung der Sakra¬
mente u. zur Ausübung der kirchli¬
chen Amtshandlungen b) ordnungs¬
gemäßer Ablauf in der Liturgie, der
gottesdienstlichen Handlungen 3
<Bio.> größere, ordnende, miteinander
verwandte Familien zusammenfas¬
sende Einheit
Oijdon|nanz —» auch Orjdo|nanz: dat.-
fr» die; - ; -en 1 [Schweiz., sonst veral¬
tet] Anordnung; Befehl; Meldung
»Der Gefreite gab die Ordonnanz
aus.« 2 (Milit.) zu dienstlichen Zwek-
ken, besonders zur Befehlsübermitt¬
lung abkommandierter Soldat
Oijejga|no/Orf|ga|no —> 0|re)ga|no/0-
[rj|ga|no: igr.-lat.-it» der u. [ugs.] das;
-; - getrocknete Zweigspitzen u. Blät¬
ter eines Strauches, die als Gewürz
verwendet werden »Oregano ist auf
fast jeder Pizza zufinden.«
ORF: Abk. Österreichischer Rundfunk
u. Fernsehen
Org.: Abk. 1 Organ 2 Organismus 3 a)
Organisation b) Organisatoren) 4
Organisten) 5 Orgel
org.: Abk. 1 organisatorisch 2 organi¬
siert 3 organisch
Or[gan: <gr.-lat.> das; -(e)s; -e 1 <Bio.>
(meist) inneres Körperteil mit be¬
stimmten Funktionen »Die inneren
Organe wie Herz, Leber, Niere sind
lebensnotwendig.« 2 Behörde mit be¬
stimmten Aufgaben »Die Polizei ist
ein Organ der Exekutive ( = der aus¬
führenden Gewalt) im Staate.« 3 Zei¬
tung o. ä. Medium, mit dem eine Ver¬
einigung ihre Ziele usw. verbreitet
»Diese Zeitung ist das Organ der
Kommunistischen Partei.« 4 [ugs.]
Stimme »Ihr Organ übertönte alle.« 5
a) kein Organ für etw. haben: [ugs.]
kein Gefühl, kein Verständnis für
etw. haben b) jmdm. fehlt jedes/das
Organ für etw.: [ugs.] kein Gefühl,
kein Verständnis für etw. haben 6 ein
lautes Organ haben: [ugs.] laute, auf¬
dringliche Stimme
Orjganjbank: <gr.-lat.; dl.> die; - : -en
Einrichtung zur Aufbewahrung u.
Verteilung von zu transplantierenden
Organen, Organismusteilen
Or[ga|ni|sajti|on: igr.-lat» /organisa-
zion/ die; * ; -en 1 planmäßige(r) Auf¬
bau, Gliederung, Ordnung, Gestal¬
tung von etw. »Die Organisation der
Olympiade war eine schwierige Auf¬
gabe.« 2 a) Gruppe; Verband; Gesell¬
schaft; Vereinigung; Zusammen¬
schluß einer Personengruppe mit glei¬
chen Zielen »politische Organisa¬
tionen« b) Zusammensetzung, Struk¬
tur, Anordnung von Institutionen,
Dienstleistungsuntemehmen »Orga¬
nisation der Städte und Gemeinden« 3
<Bio.> Organanordnung, Bauplan ei¬
nes Organismus 4 (Med.) Umwand¬
lung in Organgewebe, gefäßhaltiges
Bindegewebe durch Zelleinwande¬
rung u. Blutgefäßneubildung
Or]ga|ni|sajti|gns|form: dat.-fr» /organi-
sazionß-/ die; - ; -en bestimmten Re¬
geln u. Vorgaben entsprechende Art
u. Weise der Organisation (1) »Die
Organisationsform bestimmt den Füh¬
rungsstil der Firma.«
Or|ga|ni|sa|tor: dat.-fr» der; -s;
Organisatoren weibl. Or|ga|ni|sa(to|-
rin: die; ~ ; -nen 1 jmd., der etw. orga¬
nisiert, eine Unternehmung nach ei¬
nem bestimmten Plan vorbereitet
»Der Politiker ist der Organisator der
Kundgebung.« 2 jmd., der organisato¬
rische Fähigkeiten besitzt »Ein guter
Organisator ist für jedes Büro uner¬
setzlich.«
orjgaJni|sa)tg|risch: dat.-fr* Adj. n. stg.
bezüglich der Organisation (1) von
etw. »Manche Menschen besitzen kein
organisatorisches Talent.«
or]ga|nisch: igr.-lat.> Adj. n. stg. 1
(Med.) ein Organ, den Körper betref¬
fend »Der Arzt konnte keine organi¬
sche Störung feststellen.« 2 <Bio.> zur
belebten Natur gehörend »Dies gilt
für alle organischen Stoffe.« 3 (Che¬
mie) bezogen auf eine Verbindungen
aus Kohlenstoff »eine organische
Verbindung« 4 [geh.] einer bestimm¬
ten inneren Ordnung folgend, ent¬
sprechend, sich ein ordnend »Es be¬
steht diesbezüglich ein organischer Zu¬
sammenhang.« Ant.: <2; 3> anorga¬
nisch
oijga|ni|sie|ren: <gr.-lat.-fr.> organi¬
sierst; organisiertest; hast organisiert
etw. planen u. nach einem bestimm¬
ten Plan, Konzept vorbereiten; ord¬
nen »Die Veranstaltung wurde von den
Verantwortlichen organisiert.«
or|ga|ni|sie|ren, sich: <gr.-lat.-fr.> orga¬
nisierst dich; organisiertest dich; hast
dich organisiert 1 a) sich zu einem In¬
teressenverband zusammenschließen,
verbinden, zusammenfmden »Die Ar¬
beiter organisieren sich in Gewerk¬
schaften.« 1 b) sich systematisch auf¬
bauen »In der Studentenschaft organi¬
sierte sich Widerstand.« 2 [ugs.] sich
etw. unrechtmäßig (ohne Bezahlung)
beschaffen; etw. stehlen, klauen »Er
hat immer Büromaterial aus der Firma
für uns organisiert.« 3 <Med.> einen
Thrombus, Erguß o. ä. in Organge¬
webe, gefaßhaltiges Bindegewebe um¬
wandeln
Or[ga|ni|aie|rung: <gp.-lat.-fr.> die; - ; -en
(PI. s.) 1 (illegale) Beschaffung von
etw. »Die Organisierung von Lebens¬
mitteln war in der Nachkriegszeit
überlebenswichtig.« 2 die systemati¬
sche Vorbereitung von etw. »Die Or¬
ganisierung des Schulfestes war sehr
aufwendig.« 3 a) Zusammenschluß zu
einer Organisation »Die Organisie¬
rung der Schauwerbegestalter erfolgte
nach dem zweiten Weltkrieg« b) Zu¬
sammenschluß zur Durchsetzung be¬
stimmter Interessen
Orjga|nis|mus: igr.-lat» der; - ; Organis¬
men 1 <Bio.> a) Gesamtsystem der Or¬
gane eines Lebewesens, die das Le¬
bendigsein, das Leben ermöglichen
»Der menschliche Organismus ist sehr
komplex.« b) m. PI. kleine, winzige
tierische od. pflanzliche Lebewesen
»Einzeller sind winzige Organismen.«
2 [geh.] Teile eines zusammenwirken¬
den, größeren Ganzen, Gebilde, Insti¬
tution »politischer Organismus«
Or|gan|spen|de: igr.-lat» die; - ; -n
(Med.) Bereitstellung (nach dem Tod)
eines eigenen, gesunden Organs für
eine Organtransplantation »Eine Or¬
ganspende kann Leben retten.«
Or]gan|spen|der: igr.-lat» der; -s; -
weibl. Or|gan|spen|de|rin: die; - ; -nen
(Med.) jmd., der (nach seinem Tode)
sein{e) eigene(sXn) Organ(e) für eine
Organtransplantation spendet »Der
Organspender muß viele Merkmale
mit dem Empfänger gemeinsam ha¬
ben.«
Orjgan|trans|plan|ta|tl|on: <gr.-lat.> die;
- ; -en (Med.) operativer Austausch
eines erkrankten, inneren Organs
durch ein gesundes Organ eines ande¬
ren Menschens; Organverpflanzung
»Die Organtransplantation ist nur un¬
ter größtmöglicher Übereinstimmung
von biologischen Merkmalen mög¬
lich.«
Or)ga|num: igr.-lat» das; -s; Organa
(Musik) a) älteste Form der Mehr¬
stimmigkeit in der Kunstmusik des
Mittelalters, bei der zu den Weisen
des Gregorianischen Gesangs parallel
begleitende Stimmen im Abstand ei¬
ner Quart od. Quint bestanden »Das
Organum weist einen getragenen Cha¬
rakter auf.« b) mehrstimmiges Musik¬
instrument; Orgel »Das Organum be¬
nötigteine ausgefeilte Spieltechnik.«
Or|gan|ver[pflan|zung: igr.-lat.> die; • ;
-en (Med.) operativer Austausch eines
erkrankten inneren Organs durch ein
gesundes Organ eines anderen Men¬
schen; Organtransplantation »Nur
wenige Kliniken können Organver¬
pflanzungen vornehmen.«
Or|gan[za: du der; -s; - hauchzartes,
aber steifes Gewebe aus nichtentba-
steter Naturseide
Orjga$|mus: igr.-lat.> der; ~ ; Orgasmen
sexueller Höhepunkt mit Samener¬
guß (beim Mann) u. Schleimentlee¬
rung (bei der Frau) »Sie kam beim Ge¬
schlechtsverkehr nur selten zum Or¬
gasmus.«
or|ga|stiscb —» orjgasjtisch: igr.-lat.>
Ä3j. wollüstig; den Orgasmus betref¬
fend »Die orgastische Darstellung der
833
Orgel
Szene fand keinen ungeteilten Beifall
beim Publikum.«
Or|gel: tgr.-lato die; ~ ; -n <Musik> a)
großes Tasteninstrument, das durch
Erzeugung von Luftströmen Pfeifen
zum Klingen bringt »Die Organistin
beherrschte die Orgel nahezu perfekt.«
b) kleineres, elektronisches Tastenin¬
strument ohne Pfeifen
or|geln: orgelst; orgeltest; hast georgelt
1 Drehorgel spielen »Der Bettler or¬
gelte schon den ganzen Tag.« 2 [ugs.]
vergeblich versuchen, den Motor ei¬
nes Wagens zu starten »Der Fahrer
orgelte so lange, bis der Motor abge¬
soffen war.« 3 [ugs.] rauschen; brau¬
sen »orgelnder Wind«
Orjgel|werk: das; -(e)s; -e Komposition
für die Orgel; Orgelmusik »Nur weni¬
ge Musiker können dieses Orgelwerk
so ausdrucksvoll interpretieren.«
Orjgi|as|mus: <gr.-lat.> der; - ; Orgias-
men ausschweifende kultische Feier,
besonders in der Antike
orfgia|stisch —* or|gi|as]tisch: <gr.-lato
Adj. wild; hemmungslos; zügellos
»Die bestandene Prüfung wurde orgia-
stisch gefeiert.«
Orjgie: <gr.-lato /orgi«/ die: - ; -n 1 <hist.;
ursprünglich) nächtlicher Gottes¬
dienst zu Ehren des Gottes Bacchus 2
Orgien feiern: <übertr.> ausschwei¬
fend feiern »Während unserer Abwe¬
senheit habt ihr wohl wilde Orgien ge¬
feiert?«
Orient.: Abk. orientalisch
Ori|ent/Ori|ent—> 0|ri|ent: dato der; -s;
- Länder Vorder- u. Mittelasiens;
Morgenland, Ant.: Okzident
Ori|en|ta|le —» 0|ri|en|ta]le: dato der;
n; -n weibl. Ori[en|ta]ltn —»• 0|ri|en|-
tajlin: die; ~ ; -nen Bewohner(in) der
Länder des Orients, der östlichen
Welt
ori|en|ta|lisch —> o|ri|en|ta|lisch: dato
Adj. n. stg. den Orient betreffend; aus
dem Orient stammend; östlich; mor¬
genländisch
Ori|en|ta|lj|stik —* 0|ri|en|ta|Hs|tik: die;
- ; - Lehre, Wissenschaft von den
Sprachen u. Kulturen des Orients
ori|en|ta|li|stisch —* ojrijen|ta|l]s|tisch:
dato Adj. n. stg. die Wissenschaft von
den orientalischen Sprachen u. Kul¬
turen betreffend
ori|en|tie]ren —» o|ri|en(tie|ren: dat.-fro
orientierst; orientiertest; hast orien¬
tiert [geh.] jmdn. über etw. informie¬
ren
ori|en|tje|ren —> o|ri|en|tie|ren, sich:
dat.-fro orientierst dich; orientiertest
dich; hast dich orientiert 1 versuchen,
sich in einer unbekannten Umge¬
bung, Situation zurechtzufinden 2
eine Situation, einen Handlungsab¬
lauf zu erfassen versuchen; sich über
etw. informieren »Er hat sich bei ver¬
schiedenen Anbietern über die Preise
orientiert.« 3 sein Denken, Handeln
nach etw. ausrichten »Der Unterneh¬
mer orientierte sich an den Interessen
der A rbeitnehmer.«
Ori|en|tie|rung —> 0|ri|en|tie|rung:
dat.-fro die; - ; -1 Fähigkeit, sich in
einer unbekannten Umgebung zu¬
rechtzufinden »Die Orientierung der
Vögel ist inuner wieder verbüjfend.« 2
Kenntnis, Überblick in einer Situati¬
on od. bezüglich einer Sache; Infor¬
mierung, Unterrichtung »Der Chef
verlor in keiner Situation die
Orientierung.« 3 Ausrichtung auf
etw.; Ausrichtung eines Gebäudes in
seiner Lage »Viele mittelalterlichen
Kirchen haben eine Orientierung gegen
Osten.« 4 geistige Einstellung, Aus¬
richtung zu etw.
ori|en|tie|rungs|los —> o|ri|en|tie[-
rungsjlos: Adj. n. stg. ohne Orientie¬
rung »Der Tourist streifte orientie¬
rungslos durch Venedig.«
Ori|en|tie|rungs|sinn —> 0|ri|en]tie|-
rungsjsinn: dat.-fro der; -(e)s; -e a)
Orientierungsvermögen; Raumsinn
»Der Orientierungssinn ist bei den
Menschen sehr unterschiedlich
ausgeprägt.« b) bei Tieren; Fähigkeit
verschiedener Sinnesorgane u. des da¬
mit verbundenen zentralen Nervensy¬
stems, bestimmte Raumpunkte zu
finden
Ori[en|tiejrungs|stu|fe —» 0|ri|en|tie|-
rungs]stu|fe: dat.-fr.; dto die; - ; -n 5.
u. 6. Schuljahr der weiterführenden
Schule, in der entschieden wird, für
welche Schulform ein Kind letztlich
geeignet ist
orig.: Abk. 1 original = unverfälscht 2
originär = ursprünglich 3 originell
Ori|ga|mi —* 0|ri|ga|mi: <japo das; - u.
-s; - japanische Papierfaltkunst
Ori|ga|no/Ore]ga|no —» O)ri|ga|no/0-
|re|ga)no: (gr.-lat.-ito der u. [ugs.]
das; - ; - getrocknete Zweigspitzen u.
Blätter eines Strauches, die als Ge¬
würz verwendet werden »Origano ist
auffast jeder Pizza zu finden.«
Ori|gi|nal —» 0[ri[gi|nal: dato das; -s; -e
1 erstes, echtes Exemplareines Bildes,
Schriftstückes o. ä. »Das Original des
Bildes ist unverkäuflich.« 2 Modell,
Vorlage (meist) eines Kunstwerkes
»Diese Kirche ist das Original eines be¬
rühmten Bildes.« 3 Mensch, der auf¬
grund von Kleidung u./od. Auftreten
auffällt »Der alte Mann ist ein richti¬
ges Original.« Ant.: <1> Duplikat; Ko¬
pie; Fälschung
ori|gi|nai —» o)ri|gi|nal: dato Adj. n. stg.
t ursprünglich; echt; unverfälscht
»original ägyptische Vase« 2 kreativ,
sich von anderen absetzend 3 (selten)
direkt vom Ort des Geschehens »Das
Fußballspiel wird original gesendet,
übertragen.«
Ori|gi|nal|do|ku|ment —» 0|ri|gi|nal|do|-
ku|ment: das;-(e)s; -e nicht in Kopie
vorliegendes Dokument »Das Orgi-
naldokument ist sehr wertvoll u. sollte
nicht aus der Hand gegeben werden.«
ori|gi|nal|ge|treu —* o|ri|gi|nal|ge|treu:
Adj. n. stg. dem Original (2) entspre¬
chend; mit dem Original (2) überein¬
stimmend
Ori|gi|na|ii|tät—» 0|ri|gi[na|(i(tät: die; ~ ;
-en (PI. s.j 1 Ursprünglichkeit, Echt¬
heit, Selbständigkeit »Die Originalität
wird durch Untersuchungen
sichergestellt.« 2 Besonderheit; we¬
senhafte Eigentümlichkeit, die auf ei¬
ner bestimmten Kreativität od. ge¬
danklichen Eigenständigkeit beruht
Ori|gi|nal|spra|che —> 0|ri|gi|nal|spra|-
che: die; - ; -n ursprüngliche Sprache,
in der etw. verfaßt u. dann übersetzt
od. synchronisiert wurde »Die Orgi-
nalsprache des Alten Testaments war
hebräisch.«
ori|gi|när —» o|ri|gi|när: dat.-fro Adj. n.
stg. ursprünglich
ori|gi|nell —> o|ri|gi|nell: dat.-fro Adj. 1
ideenreich; witzig; lustig »Er hat im¬
mer so originelle Einfälle.« 2 [ugs.]
seltsam; nicht den gesellschaftlichen
Normen entsprechend »Seme origi¬
nelle Lebensweise macht ihn zum Au¬
ßenseiter.«
Ori]on —0|ri|on: der; - u. -s; - 1
<Astronomie> Sternbild in der Aqua-
torzone des Himmels; Jakobstab 2
<Altertum> in der griechischen My¬
thologie verehrter Jäger, der nach ei¬
ner Sagenvariante von Eos geliebt,
von Artemis getötet u. dann mit sei¬
nem Hund Sirius unter die Sterne ver¬
setzt wurde 3 <Raumfahrt> US-ameri¬
kanisches Projekt eines Kernenergie¬
antriebs für interplanetare Raum¬
schiffe
-o|risch/-iv: Wortbildungselement (dient
der Adjektivierung) -orisch: zielorien¬
tierter Einsatz des im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten; im Gegen¬
satz dazu -iv: setzt lediglich das Ent¬
haltensein des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten voraus »emanzipato-
rischjemanzipativ ♦ manipulatorisch/
manipulativ«
Oijkan: <karib.-span.-niederlo der;
•(e)s; -e sehr starker, heftiger, kraft¬
voller Sturm, der Häuser usw. zer¬
stört »Ein Orkan hat das ganze Gebiet
verwüstet.«
oijkan|ar]tig: (span.-niederlo Adj. n. stg.
einem Orkan ähnelnd »Die orkanarti¬
gen Winde verwüsteten die gesamten
Felder.«
Or|kan|stär|ke: tspan.-niederlo die; - ; -n
Gewalt, meßbare Stärke eines Orkans
»Der Wind erreichte über der Hoch¬
ebene Orkanstärke.«
Oijkus: dato der; - ; - <Altertum> Unter¬
welt; Totenreich in der römischen
Mythologie »Der Orkus ist ein dunk¬
ler, unheimlicher Ort.«
Oijna|ment: dato das; -(e)s; -e künstle¬
risch gestaltete Verzierung an etw.
Die Schönheit des Kunststückes wurde
durch die kleinen Ornamente noch her¬
vorgehoben.«
orjna|men]tal: dato Adj. schmückend;
zierend; mit Ornamenten versehen
»Der islamische Glaube erlaubt nur or¬
namentale Verzierungen des Korans.«
or|na|ment|arftig: dato Adj. n. stg. in der
Art eines Ornaments; einem Orna¬
ment ähnelnd
Or|na|men|ten|stn: dato der; -(e)s; -e
<Kunst> Stilrichtung mit ornamenta¬
len Dekorationsformen »Der Orna¬
mentstil entwickelte sich im Portugal
des 17. Jhds. zu hoher Blüte.«
Or|na|ment|form: dato die; - ; -en Form
der Ornamente, die geometrisch-ab¬
strakt (Mäander, Maßwerk) od. or¬
ganisch-naturalistisch (Pflanzen- od.
Tiermotiv) sein kann »Viele Orna¬
mentformen greifen auf mathematisch
errechenbare Grundformen zurück.«
or[na|inen(tie|r»n: dato ornamentierst;
ornamentiertest; hast ornamentiert
<Kunst> mit Verzierungen u. Orna¬
menten versehen »Der Spiegelrahmen
wird mit Blattranken ornamentiert.«
834
Ortszuschlag
Or|na|men|tik: <lat.> die; - ; - <Kunst> 1
Verzierungskunst als Schmuck u. zur
Gliederung von Gegenständen od.
zur Hervorhebung bestimmter Ein¬
zelheiten »Die Ornamentik betont den
Baukörper sowohl in der Horizontalen
als auch in der Vertikalen.« 2 Gesamt¬
heit der Ornamente u. ihrer den jewei¬
ligen Stilepochen od. der Funktion
entsprechenden Formen »Anhand der
Ornamentik lassen sich viele Bauwerke
stilgeschichtlich einordnen.«
Oijnat <lat.> der; -(e)s; -e [geh.] a)
<Theologie> die den Geistlichen bei
Amtshandlungen vorgeschriebene
Kleidung »Der Priester legt sein Or¬
nat in der Sakristei an.« b) festliche
Amtstracht bei weltlichen Würden¬
trägern »Der Bürgermeister stand in
vollem Ornat auf der Bühne.«
Orjni|tho|lo|gie: <gr.> die; - ; - (Zool.)
Wissenschaft u. Lehre von der Erfor¬
schung des Baues, der Lebensweise,
des Verhaltens, der Verwandtschaft
der Vögel u. ihrer Arten; Vogelkunde
On>jge|ne|se —» 0|ro|ge|ne|se: <gr.>
die; - ; -n <Geologie> Gebirgsbildung;
episodisch auftretende gebirgsbilden-
de Bewegungen begrenzter Bereiche
der Erdkruste (Faltung,
Bruchbildung) »Die Orogenese läßt
langsam neue Gebirge entstehen.«
Ort der; -(e)s; -e u. Örter 1 bestimmte
Stelle; bestimmter Platz, an dem etw.
zu finden ist, wo etw. hingehört »An
diesem Ort wurde vor Jahren ein
Schatz entdeckt.« 2 kleinere Stadt »In
diesem Ort war ich vor ein paar Jahren
schon einmal.« 3 a) astronomischer
Ort: durch seine Koordinaten be¬
stimmte Position eines Gestirns b)
geometrischer Ort: Menge von
Punkten, die eine Fläche od. Körper
darstellen u. die gleichen geometri¬
schen Bedingungen erfüllen 4 vor Ort:
1. direkt an der Stelle, wo sich etw. er¬
eignet, etw. ist 2. [bergmannssprl.] un¬
ter Tage, im Schacht 5 an Ort u.
Stelle: 1. an einem dafür bestimmten
Platz »Leg die Bücher wieder an Ort u.
Stelle! ♦ Räumt eure Spielsachen an
Ort u. Stelle!« 2. hier u. jetzt, in dieser
Situation »Dieses Mißverständnis
wird jetzt an Ort u. Stelle geklärt.« 6
höheren Ort(e)s: bei einer ranghöhe¬
ren Person, (Dienst-)Stelle »Uber ih¬
ren Antrag wird höheren Ortes ent¬
schieden.« 7 hier, das ist nicht der Ort
zu, für etw.: die Gelegenheit ist nicht
günstig, das paßt jetzt nicht
Örtlchen: das; -s; - 1 kleine Stadt, Dorf
»Ich wohne in einem Örtchen auf dem
Land.« 2 gewisses, stilles Örtchen:
[verhüll.] Toilette »Er sucht das stille
Örtchen auf.«
gijten: ortest; ortetest; hast geortet 1
(Seefahrt) die Lage, Position von etw.
ermitteln »Die Lage des Wracks
konnte mit dem Sonar geortet
werden.« 2 [ugs.] eine Lage, Situation,
Stimmung, Gegebenheit erkunden
»Orte mal die Lage!«
Orth.: Abk. 1 Orthodoxie = Rechtgläu¬
bigkeit 2 Orthographie = Recht¬
schreibung 3 a) Orthopädie = Wis¬
senschaft, (medizinische) Fachrich¬
tung von Haltungs- u. Bewegungsor¬
ganen b) Orthopäde, Orthopädin
orth.: Abk. 1 orthodox = rechtgläubig
2 orthographisch 3 orthopädisch
orjtho|dox: <gr.> /ortodokß/ Adj. ortho¬
doxer; orthodoxeste 1 a) (Theologie)
rechtgläubig »Das Kind wird orthodox
nach dem kirchlichen Wertesystem
erzogen.« b) [geh.] einer strengen
Lehrmeinung entsprechend; streng¬
gläubig »Der Schüler folgte der ortho¬
doxen Lehre seines Meisters.« 2 [geh.;
abwert.] unnachgiebig, starrsinnig 3
griechisch-orthodox: eine Konfessi¬
on der christlichen Ostkirche betref¬
fend »Die griechisch-orthodoxe Kirche
hat den Patriarchen von Konstantino¬
pel als Oberhaupt.«
Orjtho|ge|ne|se: <gr.> die; • ; -n (Bio.)
Auffassung der stammesgeschichtli¬
chen Entwicklung der Lebewesen,
nach der die Richtung der einmal ein¬
geschlagenen Entwicklungsbahn, un¬
beeinflußbar durch die Umwelt, bei¬
behalten wird u. somit durch zielge¬
richtete innere Faktoren bestimmt ist
Or|tho|gon: <gr.-lat.> das; -s; -e (Math.)
Rechteck; geometrische Figur mit
vier rechtwinkligen Ecken »Das Or¬
thogen wird, im Gegensatz zu dem Ok¬
togon, für Profanbauten bevorzugt.«
—* Or[tho|gra|fie: s. Orthographie
—*■ orjtho|greJfisch: s. orthographisch
Oiitho|gra|phje —* auch Orjtho[gra|fie:
(gr.-lat.> /ortografi/ die; - ; Ortho¬
graphien IortografPn/ Rechtschrei¬
bung
or|tho|gra|phisch —> auch oi]tlto|gra|-
fisch: <gr.-lat.> /ortografisch/ Adj. n.
stg. den Regeln der Rechtschreibung
folgend; die Orthographie betreffend
Or|thojpS|die: <gr.-fr.> die; - ; - (Med.)
Fachgebiet der Medizin, das sich mit
der Behandlung u. Verhütung von
angeborenen od. erworbenen Schä¬
den der Haltungs- u. Bewegungsor¬
gane befaßt
orjtho|pi|disch: <gr.> Adj. n. stg. (Med.)
die Orthopädie betreffend »Ohne or¬
thopädisches Schuhwerk wären die
Verwachsungen der Füße stärker aus¬
gebildet.«
Orthjopjtik: <gr.> die; - ; - <Med.> Trai¬
ning der Augenmuskeln als Behand¬
lungsweise von Augenerkrankungen
»Die Orthoptik ist eine alternative Be¬
handlungstechnik zur Operation.«
Or)tho|zen|trum —» Oijtho|zen|t|rum:
<gr.> das; -s; -Zentren (Math.) Schnitt¬
punkt der Höhen im Dreieck »Das
Orthozentrum ist ein wichtiger geome¬
trischer Punkt.«
örtl.: Abk. örtlich
ört|lich: Adj. n. stg. 1 an einem Ort be¬
findlich; an einen Ort gehörig; einen
Ort betreffend »Die örtliche Polizei
leitete einen Großeinsatz ein.« 2 auf ei-
ne(n) begrenzten Raum, Ort, Gegend
beschränkt; lokal »Das ist ein örtli¬
ches Problem.« 3 (Med.) auf eine be¬
grenzte Stelle, die zu operierende Stel¬
le beschränkt »eine örtliche Betäu¬
bung«
Ört|lich|keih die; ~ ; -en 1 Gegend; Ge¬
lände; Landschaft »Er ist mit den Ört¬
lichkeiten vertraut.« 2 [verhüll.] Toi¬
lette
Orts|an|ga|be: die; - ; -n genaue (gere¬
gelte) Aussage, Information über den
Ort »Die Ortsangabe darf auf keiner
Postsendung fehlen.«
ortsjan|säs|sig: Adj. n. stg. an einem be¬
stimmten Ort wohnhaft »Der ortsan¬
sässige Schreiner hatte den Schrank
gezimmert.«
orts|be|weg|lich: Adj. (Technik) nicht
fest installiert (bei Maschinen) Orts¬
bewegliche Maschinen ermöglichen
eine flexible Arbeitsplatzgestaltung.«
Ortjschafb die; - ; -en kleinere Gemein¬
de; Dorf; kleine Stadt »Die Ortschaft
hat schon eine eigene Kirche.«
Orts|ein|gang: der; -(e)s; -eingänge in
einen Ort hineinführende Straße, die
den Beginn des Ortes markiert »Am
Ortseingang steht das Schild mit dem
Namen der Ortschaft.«
orts|fest: Adj. n. stg. (Technik) fest in¬
stalliert u. daher nicht beweglich (be¬
sonders Maschinen) »Ortsfeste Ma¬
schinen benötigen einen vibrationsfrei¬
en Unterbau aus Beton.«
ortsfremd: Adj. n. stg. a) nicht ortskun¬
dig; orientierungslos »Der ortsfremde
Mann wird dieses Gebäude nicht
wiederfinden.« b) nicht aus einem Ort
od. einer Gegend stammend; nicht
ortsansässig
prts|kun|dig: Adj. einen Ort u. die Um¬
gebung kennend »Ortskundige Auto¬
fahrer werden gebeten, die Stadt zu
meiden.«
Orts|na|me: der; -ns; -n Name einer Ort¬
schaft
Orts|netz: das; -es; -e a) örtliches Lei¬
tungsnetz zur Stromversorgung
»Durch den Blitzeinschlag wurde das
Ortsnetz überbelastet.« b) Telefonnetz
innerhalb eines Ortes »Das Ortsnetz
ist nach der Überschwemmung zusam¬
mengebrochen.«
Orts)netz|kenn|zahl: die; - ; -en beim
Telefonieren die drei- bis sechsstellige
Zahl, mit der bei einem Ferngespräch
das gewünschte Ortsnetz angewählt
werden kann
Ort$|teil: der; -(e)s; -e bestimmter, häu¬
fig charakteristischer Bezirk eines Or¬
tes
orts|üb|fich: Adj. in einem bestimmten
Ort, Land üblich, gebräuchlich, ver¬
wendet »Das ortsübliche Zahlungs¬
mittel in Deutschland ist die Deutsche
Mark.«
Orts|wech|sel: der; -s; - Wechsel des
Wohnortes; Umzug »Der Ortswechsel
bereitet Kindern immer wieder Proble¬
me.«
Ortszeit: die; - ; -en die auf den Me¬
ridian (Mittagslinie, Längengrad) des
Beobachtungsortes bezogene Zeit,
die sich von der Zonenzeit u. Welt¬
zeit, die sich auf ausgewählte Nor¬
malmeridiane beziehen, unterscheidet
Orts|zu|la|ge: die; - ; -n Ortszuschlag
zum Grundgehalt »Manche Ortszula¬
ge ist durch die Bedingungen am Ar¬
beitsort gerechtfertigt.«
Orts|zu|schlag: der; -fe)s; -Zuschläge
Zuschlag zum Grundgehalt der Be¬
amten u. Angestellten des öffentli¬
chen Dienstes, ursprünglich mit dem
Zweck, örtliche Unterschiede in den
Lebenshaltungskosten auszugleichen
»In vielen Großstädten wird ein Orts¬
zuschlaggewährt.«
835
Ortung
Oijtung: die; - ; -en <Seefahrt> die Er¬
mittlung der Lage, der Position von
etw.
Os(car: <amerik.> /oskar/ der; - u. -s; -
u. -s 1 männlicher Vorname 2 bedeu¬
tender, jährlich für verschiedene
Sparten verliehener, amerikanischer
Filmpreis »Sie hat einen Oscar für die
beste weibliche Nebenrolle bekom¬
men.«
Öse —» Ö|se: die; - ; -n 1 kleine Schlau¬
fe aus Metall, Stoff od. Leder an Tex¬
tilien u. ä. »ln die Öse kann ein Haken
eingehängt werden.« 2 <Seefahrt> ge¬
legte, nicht feste Schlaufe am Ende ei¬
nes Taues; Auge »Der Matrose spleißt
eine Öse in den Tampen.«
Os|mpjse: <gr.-lato die; - ; -n (Chemie;
Bio.) Austausch von unterschiedlich
hoch konzentrierten Lösungsmitteln
durch eine Scheidewand, in dessen
Verlauf beide' Lösungsmittel eine
gleich hohe Konzentration erreichen
os(mp]tisch: Adj. (Chemie) auf Osmose
beruhend »Die osmotischen Fähigkei¬
ten vieler Stoffe ermöglichen chemi¬
sche Reaktionen.«
OSO: Abk. (Himmelsrichtung) Ostsüd¬
ost
osö.: Abk. (Himmelsrichtung) ostsüd¬
östlich
o. 8p.: Abk. oder später
OSR: Abk. (Titel) Oberstudienrat
Osjsi: der u. [ selten ] die; -s; -s [ugs.] Per¬
son, die aus der früheren DDR, den
neuen Bundesländern stammt, dort
wohnt, Ant.: Wessi
ö. St.: Abk. öffentliche Stellung
Ostblock: der; -(e)s; - (Pol.) frühere
Bezeichnung für die ehemals poli¬
tisch, wirtschaftlich u. militärisch
miteinander verbundenen osteuropäi¬
schen (u. asiatischen) Staaten nach
1945 unter Vormachtstellung der So¬
wjetunion, Ant.: (der) Westen
Ost|block|land: das; -(e)s; -länder (m.
PL) (Pol.) einer, der unter der Füh¬
rung der ehemaligen Sowjetunion zu¬
sammengeschlossenen sozialistischen
osteuropäischen u. ostasiatischen
Staaten
ostd(t).: Abk. ostdeutsch
Osten —> Os|ten: der; -s; -1 Himmels¬
richtung, in der die Sonne aufgeht 2
a) (BRD) [ugs.] neue Bundesländer;
Länder, die auf ehemaligem DDR-
Gebiet liegen b) [ugs.) ehemalige
DDR c) [ugs.] Staaten des Ostblocks
3 a) Naher, Mittlerer Osten: geogra¬
phisch u. politisch die arabisch, isla¬
misch geprägten Staaten des südöstli¬
chen Mittelmeerraumes, am Persi¬
schen Golf u. am Roten Meer sowie
Israel b) Ferner Osten: geographisch,
politisch (u. kulturell) die Staaten
Asiens
ostenjta|tiv —» os(ten|ta(tiv: /osten-
tatif/ Adj. [geh.] 1 augenfällig; betont;
zur Schau gestellt; deutlich »Die Ge¬
schlechtsmerkmale werden bei paa¬
rungsbereiten Tieren ostentativ zur
Schau gestellt.« 2 herausfordernd;
provozierend »Seine ostentative
Gleichgültigkeit forderte Kritik her¬
aus.«
Osten—> Os|telo-: <gr.> Wortbildungs¬
element Knochen- (in Zusammen¬
setzung) »Osteoporose«
Osteo]lo|g|e—> Os|te|o|lo|g|e: tgro die;
- ; - (Med.; Anat.> Wissenschaft von
Bau, Zusammensetzung u. Funktion
der Knochen u. der Heilung u. Vor¬
beugung ihrer Erkrankungen
Osterjei —» Os|ter]ei: das; -(e)s; -er ge¬
färbtes od. bemaltes, gekochtes Hüh¬
nerei (heute häufig auch Schokola¬
den- od. Marzipaneier), das zu Ostern
verschenkt, versteckt wird »Der
Osterhase versteckt die bunten Oster¬
eier überall im Garten.«
Oster[ha|se —» Osfter]ha|se: der; -n; -n
traditionelle Figur, die alten überlie¬
ferten Bräuchen folgend zur Osterzeit
die bemalten Ostereier u. oftmals
auch kleine Geschenke für die Kinder
versteckt, bringt
östeijlich —* östter|lich: Adj. 1 Ostern
betreffend »Bunte Eier, Küken u.
■ kleine Hasen sind typischer österlicher
Schmuck.« 2 die österliche Zeit:
(Theologie) Zeit von der Nacht des
Karsamstags auf Ostersonntag bis
Pfingsten
Osteijmarsch —» Osjteijmarsch: der;
-(e)s; -morsche in den siebziger Jah¬
ren aufgekommene, zahlreich be¬
suchte Protestzüge, die um die Oster¬
zeit gegen Krieg u. atomare Rüstung
u. für den Frieden demonstrieren;
Friedensmarsch »Die Ostermärsche
haben eine noch junge Tradition.«
Ostern —» Osftem: das; ~ ; - (meist o.
Art.; im PI. meist Osterfeste) 1 a)
(Theologie) christliches Fest (Sonntag
u. Montag), bei dem die Auferste¬
hung von Jesus Christus gefeiert wird,
gleichzeitig auch Ende der am
Aschermittwoch beginnenden Fa¬
stenzeit »Zu Ostern werden nach ei¬
nem alten Brauch gefärbte Eier ver¬
schenkt u. gesucht.« b) Frohe Ostern!:
Gruß zu Ostern, an den Ostertagen c)
weiße Ostern: Osterfest mit Schnee
(fall) 2 ein Gefühl wie Weihnachten
u. Ostern zusammen: [ugs.) eine sehr
starke positive Empfindung 3 wenn
Ostern u. Pfingsten auf einen Tag
fallen: [ugs.] nie
Österreich —» Ös(ter|reich: o. Art.; -s;
- an den Süden der Bundesrepublik
Deutschland grenzender mitteleuro¬
päischer Staat mit Hauptstadt Wien
Ost)flan|ke: die; ~ ; -n 1 östliche Seite
von etw. »Die Ostflanke des Waldes
war durch den Regen vollkommen
bemoost.« 2 (Milit.) Ostseite einer Ar¬
mee »Die Ostflanke wurde völlig auf¬
gerieben.«
Ost[flücht|ling: der; -s; -e (Pol.) Flücht¬
ling aus einem sozialistischen Land
des Ostblocks od. Asiens, vor allem
aus der früheren DDR »Der Ost¬
flüchtling bat um politisches Asyl.«
Ost|flü|gel: der; -s; - a) östlicher Flügel
eines Gebäudes »Der Ostflügel befand
sich nun im dritten Bauabschnitt.« b)
(Milit.) Ostseite einer Armee »Der
Ostflügel der vierten Armee bestand
ausschließlich aus der Reiterei.«
ostfr.: Abk. 1 ostfränkisch 2 ostfriesisch
Ost|ge|biet das; -(e)s; -e t m. PI. im
Osten einer Stadt od. eines Landes ge¬
legenes Gebiet »Die Infrastruktur des
Ostgebietes war noch nickt
erschlossen.« 2 n. PI. (BRD) [veralt.]
Gebiete des ehemaligen Deutschen
Reichs zwischen der Oder-Neiße¬
Grenze u. den östlichen Reichsgren¬
zen, heute Polen, bzw. Estland, Lett¬
land, Littauen
Ost|kir[che: die; ~; -n (PI. s.) die in Ost¬
europa u. Vorderasien beheimatete
christlich-orthodoxe, das Primat des
Papstes nicht anerkennende Kirche,
Glaubensgemeinschaft
Ost|kü|ste —v Ost]küs|te: die; - ; -n öst¬
liche Küste einer Landschaft, Insel
»Die Ostküste der Insel wird ständig
vom Meer überspült.«
östl.: Abk. östlich
Ost|ler der; -s; - [veralt.; abwert.] Be¬
wohner der früheren DDR »Der Ost¬
lerfährt nur Trabbis.«
öst|lich: I Präp mit Gen. im Vergleich
mit etw. weiterim Osten gelegen »Das
Gebiet liegt östlich der Grenze.« II Adj.
a) im Osten gelegen »Bielefeld liegt im
östlichen Westfalen.« b) nach Osten
gerichtet »Der Sturm zieht weiter in
östliche Richtung.« c) aus Osten kom¬
mend »Der östliche Wind bringt meist
kalte Luft mit sich.« d) den Osten be¬
treffend »Die östlichen Völker Osteu¬
ropas und Asiens zeichnen sich durch
eine eigene Mentalität aus.«
östl. L.: Abk. östliche(r) Länge = öst¬
lich des Nullmeridians von Green¬
wich
Ost|mark: die; - ; - [abwert.] Währung
der früheren DDR »Die Ostmark
hatte in der BRD keinen Wert.«
östro|gen —» Ös(t)ro|gen: <gr.-lato das;
-s; -e~(Med.) weibliches Sexualhor¬
mon
Ostung —> Os(tung: die; - ; - (Bauw.)
Ausrichtung des Gebäudes nach
Osten (meist bei Kirchen) »Die
Ostung der Kirchen ist religiös moti¬
viert.«
ostwärts: Adv. in Richtung Osten;
nach Osten »Wir zogen ostwärts bis
zum Muß.«
Ost-West-Kon(flikt —»• Ost-West-
Kon|f|llkt: der; -(e)s; -e (Pol.) auf¬
grund unterschiedlicher politischer,
wirtschaftlicher u. sozialer Auffas¬
sungen nach dem zweiten Weltkrieg
entstandener Konflikt zwischen den
kapitalistischen westlichen Ländern
u. den früher sozialistischen östlichen
Ländern
Ost|zo)ne: die; - ; -n a) (Pol.) [veralt.]
ehemalige Biszeichnung für die sowje¬
tische Besatzungszone nach dem
zweiten Weltkrieg »Viele Menschen
versuchten, aus der Ostzone zu
flüchten.« b) <BRD> [veralt.; häufig
abwert.] DDR
Os|zil|la|ti|on: dato /oszillazion/ die; - ;
-en Schwingung
Os|zil|lajtor: dato der; -s; Oszillatoren
(Physik; Technik) Schwingungserzeu¬
ger; Gerät zur Erzeugung von unge¬
dämpften elektromagnetischen
Schwingungen (Wellen), das vorwie¬
gend in der Fernmeldetechnik zum
Einsatz kommt
os|zil|lie|ren: dato oszilliert; oszillierte;
hat oszilliert 1 (Geologie) a) in der
Ausdehnung schwanken (bei Eisrän-
dem u. Gletscherzungen) »Die Eis¬
ränder oszillieren u. bedeuten somit
eine Gefahr für die Schiffahrt.« b) sich
durch Tektonik auf- od. abwärts be-
836
oxydieren/oxidieren
wegen (bei Teilen der Erdkruste) »Die
Erdplatten oszillieren u. lösen dabei
Erdbeben aus.« 2 (Physik) schwingen
»Die Kurve oszilliert u. kann auf dem
Monitor sichtbar gemacht werden.«
OT: Abk. <Schiffahrt> Öltanker
Ot|al|gie —* Ottfalfgie: <gr.) die; - ; -n
<Med.> fühlbarer, oft weitreichender,
stechender Schmerz im erkrankten
Ohr
OTAN: Abk. <fro Organisation du traite
de l’Atlantique Nord (französisch für
NATO); 1949 geschlossenes Vertei¬
digungsbündnis zwischen Belgien,
Dänemark, der Bundesrepublik
Deutschland, Frankreich, Griechen¬
land, Großbritannien, Island, Italien,
Kanada, Luxemburg, den Niederlan¬
den, Norwegen, Portugal, der Türkei
u. den USA
-o(thek/-thek; <gr.> Wortbildmgsele-
ment (nach einem Vokal >-thek<, nach
einem Konsonanten >-othek<) 1 Zu¬
sammenstellung von im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrücktem »Bibliothek ♦
Mediothek« 2 Raum, in dem die Zu¬
sammenstellung präsentiert wird
»Mediothek ♦ Bibliothek«
Oto|lo|gie —»• 0|to|lo|gie: <gr.> die; - ; -
(Med.) Lehre von der Erkennung u.
Heilung von Erkrankungen des Oh¬
res
O-Ton: Kurzw. der; -(e)s; O-Töne =
Original-Ton 1 <Film; Musik) nicht
kopierte Tonband-, Schallplatten-,
od. Filmaufnahme 2 [ugs.] wörtlicher
Ausspruch einer Person; Zitat
Otfto: der; -s; -s 1 männlicher Vorname
2 [ugs.) etw., was durch seine beson¬
dere Größe auflällt, Aufsehen erregt
»Das ist aber ein langer Otto!« 3 den
flotten Otto haben: [ugs.; scherzh.)
Durchfall haben »Nach Limonade
und Eis habe ich immer einen flotten
Otto.« 4 Otto Normalverbraucher:
[ugs.] durchschnittlicher, keine beson¬
deren Ansprüche stellender Mensch
Ot|to|ma|ne: <arab.-fro die; - ; -n niedri¬
ges, breites Sofa ohne, bzw. nur mit
niedriger Rückenlehne, das zum Aus¬
ruhen im Liegen diente; türkische
Liege
Ot|to|mo|tor: der; -s; -e(n) Verbren¬
nungsmotor, bei dem die Energiege¬
winnung durch die Zündung eines im
Zylinder komprimierten Kraftstoff¬
Luftgemisches erfolgt
ÖTV: Abk. 1 Gewerkschaft Öffentliche
Dienste, Transport u. Verkehr 2
<Sport> österreichischer Tennisver¬
band 3 Österreichischer Touristen¬
verein
o. U.: Abk. 1 <Börse> ohne Umsatz, Um¬
sätze 2 ohne Umsatzsteuer 3 ohne
Unterschied 4 ohne Untersuchung
Out: <engl.> /aut/ das; - u. -s; - u. -s
[österr.; sonst veralt.) (Sport) das Aus;
Gebiet außerhalb des Spielfeldes
»Der Ball war nach dem Schmetter¬
schlag in das Out geflogen.«
out: <engh /aut/ Adv. 1 [ugs.] nicht mehr
aktuell; nicht länger der Mode ent¬
sprechend »Lange Röcke sind dieses
Frühjahr völlig out.«
ou|trie|ren —* ou|t)rie|ren; dat.-fro
/utriren/ outrierst; outriertest; hast
outriert [geh.; veralt.] übertrieben dar¬
stellen; übertreiben »Die Szene muß
outriert werden, damit ihre Intention
klar wird.«
Ou|trig|rung —* Ou|t|riejrung: dat.-fro
/utrirung/ die; - ; -en [geh.; veralt.]
Übertreibung
Ou|verjtü|re: dal.-fr.) /uwertüre u.
owartüre/ die; - ; -n <Musik> a) instru-
mentelies Vorspiel, Einleitung, Eröff¬
nung eines Musikstückes, besonders
Oper u. Operette b) seit dem 19. Jhd.
aus einem Satz bestehendes, eigen¬
ständiges Konzertwerk für ein Orche¬
ster
Oulzo: <gr.> /uso/ der; - u. -s; -s griechi¬
scher, meist eisgekühlt servierter
Anisbranntwein
OV: Abk. 1 Oberveterinär (= Dienst¬
grad eines Tierarztes) 2 Ortsverband
3 Ortsverzeichnis
o. V.: Abk. 1 a) <Buchw.> ohne
Verfasser(angaben) b) ohne
Verlag(sangaben) 2 ohne Verpfle¬
gung 3 ohne Verspätung 4 ohne Ver¬
trag S ohne Verzicht
Oval —» Ofval: dal.) /owal/ das; -s; -e
länglichrunde Form, eiförmige Flä¬
che od. Anlage »Das Oval des Sta¬
dions war komplett mit Zuschauern ge¬
füllt.«
oral —»• o|val: dat.> /owal/ Adj. n. stg.
länglich rund; eiförmig
ora|rijal —» o|va|ri|al: dato /owarial/
Adj. n. stg. (Med.; Bio.) die Eierstök-
ke, das Ovarium betreffend
Ova|ti|on —> 0|va|ti|pn: dal.) /owazion/
die; - ; -en (m. PI.) (begeisterter) Bei¬
fall für jmdn., eine Darbietung; Bei¬
fall als ehrende Anerkennung einer
Person, Leistung
OvD/O. v. D.: Abk. Offizier vom Dienst;
diensthabender, verantwortlicher Of¬
fizier »Der OvD Mustermann nahm
die Meldung entgegegen.«
Over|all —s- 0|ve|rjall: tenglo /ouweral/
der; -s; -s einteiliges, den ganzen
Rumpf sowie Arme u. Beine bedek-
kendes Kleidungsstück
Over[haad|pro|iek{tor —» 0|ver|head{-
progekitor: <engl.-lat.> /o“w«rhäd-/
der; -s; -en Gerät, das auf spezielle
Folien kopierte Bilder od. Texte an
die Wand projiziert, auf der Wand
abbildet »Mit einem Overheadprojek¬
tor kann man effektiver arbeiten als
mit einer Tafel.«
Over|kill —» 0|ver|kill: <englo
/oawerkill/ das u. der; - u. -s; - <Milit.>
Situation, in der militärisch, atomar
hochgerüstete Staaten nicht nur den
Gegner besiegen, sondern mit diesem
auch die menschliche Existenz ver¬
nichten können »Der atomare Over¬
kill ist eine ständige Bedrohung der
menschlichen Existenz.«
overfsized —* o|ver|sized: <engh
/o»w«rßaizt/ Adj. n. stg. [geh.] <Klei¬
dung> größer, weiter als nötig »Der
oversized Pullover schlabbert dem
schmächtigen Jungen um die Figur.«
ÖVP: Abk. Österreichische Volkspartei
Ovu|la|ti|on —» Ojvu|la|ti|of»: dato /owu-
lazion/ die; - ; -en (Med.; Zool. > Eis¬
prung, markiert den Beginn der emp¬
fängnisbereiten Phase
Ovu|la|ti|on$|hem|mer —> 0|vu|(a|ti|-
ons|hem|mer dato der; -s; ~ (Med.)
Antibabypille; Medikament, das, täg¬
lich (meist an 21 Tagen des Monats)
eingenommen, empfängnisverhütend
wirkt
Ovu|ium —> 0(vuffum: dato /owulum/
das; -s; Ovula Ei(zelle)
Ovum —» Ojvum: dato /owum/ das; -s;
Ova Ei(zelle) »Das Ovum hat sich im
Mutterkuchen eingenistet.«
O/W: Abk.Ö 1 in Wasser (höherer Was¬
ser- als Ölanteil in einer Emulsion, z.
B. Creme)
o. W.: Abk. 1 (Musik) oberes Werk 2
ohne Wert
OWi: Abk. Ordnungswidrigkeit
Oxer —> Ofxer: (engl.) /okßer/ der; -s; ~
1 (Sport) Hindernis beim Springrei¬
ten, das aus zwei Stangen mit dazwi¬
schenliegender Bepflanzung (Busch
od. Hecke) besteht u. bis zu zwei Me¬
ter hoch sein kann »Das Pferd konnte
den zu hohen Oxer nicht übersprin¬
gen.« 2 [selten] Absperrung zwischen
Viehweiden »Ohne Oxer könnten wir
die Kühe aus der ganzen Nachbar¬
schaft zusammensuchen!«
Oxfd/Oxyd —» 0[xid/0|xyd: <gr.-lato
/okßid u. okßüd/ das; -(ejs; -e (Che¬
mie) chemische Sauerstoffverbindung
Oxi|da|ti|on/Oxy|da|ti|on —> 0|xi|da|ti|-
on/0|xy|da(ti|on: (gr.-fro /okßida-
zion/ die; • ; -en (Chemie) a) Reak¬
tion, Verbindung eines Stoffes mit
Sauerstoff b) Elektronenabgabe eines
Elementes
oxi|da|tiv/oxy|da|tiv —» o|xida|tjv/o|xy|-
da|tiv: (gr.-fro /okßidatif/ Adj. n. stg.
(Chemie) durch eine Oxydation erfol¬
gend; die Oxydation betreffend »Die
oxidative Reaktion verläuft unter star¬
ker Hitzeentwicklung.«
oxi[die|ren/oxy|die|ren —» o|xidie|ren/
o|xyfdje]ren: (gr.-fro /okßidiren/ oxi¬
diert; oxidierte; hatjist oxidiert (Che¬
mie) 1 a) hat/ist sich mit Sauerstoff
verbinden bzw. Wasserstoff entzie¬
hen; (bei Metallen) anlaufen »Das
Kupfer oxidiert.« b) hat beeinflussen,
daß sich eine Substanz mit Sauerstoff
verbindet 2 hatjist (chemische Ele¬
mente) Elektronen abgeben
Oxi|die]rung/Oxy|die|rung —» 0|xi|diej-
rung/0|x|y|die|rung: (gr.-fro joküi-
dirung/ die; - ; -en (Chemie) das Oxy¬
dieren »Ohne Oxidierung würde Silber
nicht schwarz anlaufen.«
Oxi|gen/Oxyjgen —» 0|xi|gen/0(xy|-
gen: <gr.-fr.-lato /okßigen/ das; -s; -
Sauerstoff
oxyd.: Abk. oxydiert = mit Sauerstoff
verbunden
Oxyd/Oxid —» 0|xyd/0|xid: (gr.-lato
/okßid u. okßüd/ das; -(e)s; -e (Che¬
mie) chemische Sauerstoffverbindung
Oxy|da|ti|pn/Oxi|da|ti|pn—» 0|xy|da(ti|-
on/0|xi|da|ti|on: <gr.-fro /okßidazion/
die; - ; -en (Chemie) a) Reaktion, Ver¬
bindung eines Stoffes mit Sauerstoff
b) Elektronenabgabe eines Elementes
oxyjda|tiv/oxi|da)tiv —> o|xy|da|tiv/o-
|xi|da]tiv: <gr.-fro /okßidatif/ Adj.
(Chemie) durch eine Oxydation erfol¬
gend; die Oxydation betreffend »Die
oxydative Reaktion ist reversibel.«
oxytdie|ren/oxi|die|ren —> o|xy)die|ren/
o]xy|die|ren: (gr.-fro /okßidiren/ oxy¬
diert; oxydierte; hatjist oxydiert
(Chemie) 1 a) hatjist sich mit Sauer¬
stoff verbinden, bzw. Wasserstoff
entziehen; (bei Metallen) anlaufen
837
Oxydiemng/Oxidiening
»Das Kupfer oxydiert.« b) hat be¬
einflussen, daß sich eine Substanz mit
Sauerstoff verbindet 2 hat/ist (che¬
mische Elemente) Elektronen abge¬
ben
Oxy|die|rung/Oxi|die|rung —» 0|xy|-
die|rung/0|xi|die|rung: <gr.-fro /okßi-
dirung/ die; - ; -en <Chemie> das Oxy¬
dieren »Ohne Oxydierung würde Sil¬
ber nicht schwarz anlaufen.«
OZ: Abk. 1 Oktanzahl = Maßzahl für
die Klopffestigkeit eines Treibstoffes
2 Ordnungszahl 3 Ortszeit 4 Ortszu¬
schlag
Oz.i Abk. Ozean
o. Z.: Abk. 1 ohne Zahlung 2 ohne
Zensur
o. z.: Abk. (Wissenschaft) oben zitiert
Oze|an —* 0|ze|an: <gr.-lato der; -s; -e
Meer zwischen den Kontinenten
»Charles Lindbergh überflog als erster
allein den Atlantischen Ozean.« Syn.:
Weltmeer
Ozea|na|ri|um —> 0|ze|a|na|ri|um: (gr.-
lato das; -s; Ozeanarien jozenarPnj
großes Meereswasseraquarium
Oze|an|damp|fer —* 0|ze|an|damp|fen
(gr.-lato der; -s; - großes (früher mit
Dampf betriebenes) auf den Welt¬
meeren verkehrendes (Passagier-)
Schiff
Ozea|ner —* 0|ze|a|ner <gr.-lat.> der;
-s; - kurz für Ozeandampfer = auf
den Weltmeeren verkehrendes, gro¬
ßes Schiff »Der Ozeaner ist das Flagg¬
schiff der Schifflinie.«
ozeanisch —» o|ze|a|nisch: <gr.-lat.>
Adj. n. stg. 1 den Ozean betreffend;
durch den Ozean beeinflußt »Die
ozeanischen Gewässer sind den Gezei¬
ten ausgesetzt.« 2 die Gesamtheit der
Paziflkinseln zwischen Australien,
P/p: /pej das; - u. [ugs.] -s; - u. [ugs.J
-s Schriftzeichen, sechzehnter Buch¬
stabe des deutschen Alphabets
P: Abk. 1 (Milit.) Panzer 2 (Börse)
(Wert-)Papier 3 Papst 4 Parkplatz 5
Partei 6 Patent = Recht zur Verwer¬
tung einer Erfindung 7 (Chemie)
Phosphor = chemisches Element,
Nichtmetall 8 (Elektrot.) Pol 9 Post
10 Pumpe
p: Abk. 1 (Technik) paarig 2 (Finanzw.)
pari = Nennwert von Wertpapieren,
d. h. der Wert, der einem Wertpapier
aufgedruckt ist 3 <it.> (Musik) piano
= leise 4 <engl.t (Sport) point(s) =
Punkt(e) 5 dato (Maßeinheit der
Kraft; Physik) pondus = Gewicht,
Pond; definiert als das Gewicht einer
den Philippinen u. Amerika (Ozea¬
nien) betreffend
—* O|ze|a|no|gra<: s. Ozeanograph
—» 0|ze|a|no|gra|fje: s. Ozeanographie
—* o|ze|a|no|grajfisch: s. ozeanogra-
phisch
Ozea|no|graph —> 0|ze|a|no|graph/0-
|ze|a|no|grak (gr.-lato der; -en; -en
weibl. Ozea|no]gra|phin —» 0|ze|a|-
no|gra]phin/0|ze|a|no|gra|fio: die; - ;
-nen Tiere, Pflanzen u. deren Lebens¬
gemeinschaften in freien Gewässern
untersuchende(r) u. beschreibende(r)
Wissenschaftler(in), Syn.: Meeres-
kundler(in); Ozeanologe, Ozeanolo-
gin
Ozea|no|gra|phie —» 0|ze|a|no|gra|-
phje/0|ze|a|no|gra|fje: die; - ; - (Bio.)
Meereskunde
ozeajno|gra|phisch* o|ze|a|no|gra|-
phisch/o|ze|ajno|gra|fisch: (gr.-lato
Adj. n. stg. die Meereskunde betref¬
fend; meereskundlich
Ozea|no|lo|ge —* 0|ze|a|no|lo|ge: (gr-
lat.> der; -n; -n weibl. Ozea|no|lg|gin
—* 0|ze|a|no|lq|gin: die; - ; -nen Tie¬
re, Pflanzen u. deren Lebensgemein¬
schaften in freien Gewässern untersu¬
chende^) u. beschreibende^) Wissen¬
schaftlern); Meereskundler(in) »Der
Ozeanologe untersucht das Tiefenwas¬
ser des Ozeans auf Lebewesen.« Syn.:
Meereskundler(in); Ozeanograph(in)
Ozea|no|lo|gje —> 0|ze|a|no|lo|gie:
<gr.-lat.> die; - ; - Wissenschaft von
der Erforschung der in freien Gewäs¬
sern lebenden Tiere u. Pflanzen u. de¬
ren Lebensgemeinschaften u. -Zusam¬
menhänge; Ozeanographie »Die
Ozeanologie hat die Aufgabe, die Le¬
bewesen im Meer zu erforschen und zu
schützen.«
Masse von einem Gramm bei Nor¬
malbeschleunigung (heute durch
’Newton’ ersetzt) 6 positiv = a) (Phy¬
sik) eine der beiden Formen elektri¬
scher Ladung b) (Math.) größer als
Null e) (Med.) einen krankhaften Be¬
fund zeigend; die Krankeit bestäti¬
gend
P.: Abk. 1 Paar - ein Paar = zwei
Stück 2 Packung 3 Papst 4 (Musik)
Partitur = Notenniederschrift eines
Orchesterwerkes od. Bühnenstückes
5 (Sprachwiss.) Partizip = Mittelwort
6 Parzelle = vermessenes Grund¬
stück 7 Pastor(in) 8 Pater = katholi¬
scher Ordensgeistlicher 9 Pedal 10
(Sprachwiss.) Perfekt = vollendete
Gegenwart bei der Beugung des
ozea|no|lo]gisch —> o|ze|a|no|lo|gisch:
(gr.-lato Adj. n. stg. meereskundlich;
ozeanographisch
Oze|an|rie|se —» 0|ze|an|rie|se: (gr.-
lato der; -n; -n großes, auf den Welt¬
meeren verkehrendes Schiff; Ozean¬
dampfer »Der Ozeanriese lag majestä¬
tisch im Hafen.«
ÖZH: Abk. Ölzentralheizung
Ozon —» OIzoik (gr.) der u. das; -s; -
(Chemie) besondere Form des Sauer¬
stoffs, der für Mensch u. Tier in zu
hoher Konzentration tödlich ist
Ozon|ge|hait —> 0|zgn|ge|hatt <gr.>
der; -fe)s; -e meßbarer Anteil des
Ozons in der Luft »Der Ozongehalt
steigt im Sommer bis an die Grenzwer¬
te.«
Ozon|loch —» 0|zon|loch: das; -(e)s;
-löcher (PI. s.J zerstörte Stelle der At¬
mosphäre, Ozonschicht »Das Ozon¬
loch hat sich, wie die neuesten Messun¬
gen ergaben, wieder vergrößert.«
ozpn|reich —» o|zgn|reich: <gr.> Adj.
reich an Ozon; einen hohen Anteil an
Ozon besitzend
Ozgn|schicht —> 0|zon|schichfc die;
- ; - Stratosphärenteil, in dem mole¬
kularer Sauerstoff in Ozon unter Ein¬
wirkung von ultravioletter Sonnen¬
strahlung umgewandelt wird u. den
größten Teil der (für den Menschen
lebensbedrohenden) UV-Strahlen zu¬
rückhält »Die Erhaltung der Ozon¬
schicht ist für das Klima auf der Erde
wichtig.«
Ozon|the|ra|pie —> Olzon|the|ra|pie:
(gr.> die; ~ ; - (Med.) Therapie durch
Injektion eines Gemisches aus Ozon
u. Sauerstoff in die Muskeln od. Blut¬
bahnen
o. Zw.: Abk. 1 ohne Zweifel 2 ohne Zwi¬
schenfall, -fälle
Verbs 11 Person; Personal 12 Pistole
13 Professor
p.: Abk. 1 dato pagina = (Buch-)Seite 2
(Buchw.) paginiert = mit Seitenzah¬
len versehen 3 per; pro = für; je; mit;
durch »Ich fuhr per Bahn. • pro Kopf«
PA: Abk. 1 Parlamentarischer Ausschuß
2 Patentanwalt, -anwältin, befaßt mit
der Prüfung u. Anmeldung von Pa¬
tenten, d. h. mit den Rechten zur Ver¬
wertung von Erfindungen 3 a)
Personalakte(n) b) Personalabteilung
4 a) Postamt b) Postanschrift c) Post¬
anweisung 5 (englo Press Association
= eine britische Nachrichtenagentur
6 Prüfungsausschuß
Pa: der; -s; -s Koseform von Papa,
"Vater
838
Pädagoge
p. A.: Abk. 1 <Brief> per Adresse; abzuge¬
ben bei, wohnhaft bei 2 <lat.> Tech¬
nik» pro analysi = für die Analyse
p. a.: Abk. <lat.> per annum/pro anno =
pro Jahr; jährlich
Paar. dat.t das; -(e)s; -e 1 a) zwei Men¬
schen (meist unterschiedlichen Ge¬
schlechts), die sehr eng miteinander
verbunden sind, zusammengehören
»Das ist ein glückliches Paar.« b) zwei
Menschen (meist unterschiedlichen
Geschlechts), die etw. gemeinsam tun
»Tanzpaar« 2 zwei Dinge, die zusam¬
mengehören u. gleich beschaffen sind
»ein Paar Schuhe« 3 <Math.> Zahlen¬
paar, wobei die Reihenfolge bestimmt
ist
paar: Indefinitpron. n. dekl. einige weni¬
ge; nicht viele »Ich lade nur ein paar
Freunde zum Geburtstag ein.«
Paaribilldunq: die; - ; -en 1 Entstehung
von Paaren 2 a) <Physik> Entstehung
von Teilchenpaaren u. Antiteilchen
beim Übergang von Strahlenenergie
in Masse b) Entstehung von Teilchen¬
paaren mit polarer Ladung im Kern
eines Atoms
paajren: paarst; paartest; hast gepaart 1
Tiere innerhalb der Tierzucht zur ge¬
schlechtlichen Vereinigung zusam¬
menbringen 2 a) <Zoob sich zu einem
Paar zusammenfinden »Die Gänse ha¬
ben sich gepaart.« b) paarweise zu¬
sammenfügen »Teams paaren« 3 eine
Verkoppelung von Merkmalen zei¬
gen; eine Art des Verhaltens aufwei¬
sen
paalren. sich: paart sich; paarte sich;
hat sich gepaart 1 <Tiere> sich zu einem
Paar zusammenfmden u. Ge¬
schlechtsverkehr haben 2 (zu einer
Kombination von Gegenständen,
Merkmalen) vereinen
Paarihulfer: der; -s; - Säugetierord¬
nung, zu denen u. a. die Wiederkäuer
zählen, die an jedem Fuß eine dritte
od. vierte Zehe allein stehen haben
od. bei denen diese überwiegend ent¬
wickeltsind
paar|hu|fig: Adj. n. stg. der Säugetier¬
ordnung der Paarhufer mit der ent¬
sprechenden Zehenausbildung ange¬
hörend
paalrig: Adj. n. stg. <Bio.> als Paar vor¬
handen »paarige Organe«
Paarllaufc der; -fe)s; -laufe <Sport> ge¬
meinsamer Kunstlauf eines Paares
auf Schlittschuhen od. Rollschuhen
paarllaulfen: nur im Infinitiv u. im Parti¬
zip II, Perfekt gebraucht: seid paarge¬
laufen zu zweit einen gemeinsamen
Kunstlauf auf Schütt- od. Rollschu¬
hen vollführen
Paarfläu|fer: der; -s; - weibl. Paariläul-
fe|rin: die; - ; -nen <Sport> Person, die
gemeinsam mit einer anderen einen
Eiskunst- od. Rollkunstlauf vollführt
Paarlreim: der; -(e)s; -e <Literaturwiss.>
Reim jeweils am Ende zweier aufein¬
anderfolgender Verse, Gedichtzeilen
Paalninq: die; ~ ; -en 1 (vorwiegend bei
Tieren gebräuchüch> Vorgang des
(Sich-)Paarens, der geschlechtlichen
Vereinigung 2 Gemeinschaft, Zusam¬
menschluß (entstanden durch das
Sichpaaren)
paa|rungs|be|reit: Adj. n. stg. <Zool.> in
Bereitschaft, in der Lage zur Paarung
sein
Paa|rungs|veijhal|ten: das; -s; - <Zool.>
charakteristische Verhaltensweise vor
u. während der geschlechtlichen Ver¬
einigung
Paalrunnslzeit: die; ~ ; -en <Zool.> Zeit¬
raum, in welchem Paarungen übli¬
cherweise stattfindet
paarlweilse: Adv. in Paaren, jeweils zu
zweit auftretend
Pace|ma|ken <fr.-engl.> /pe‘ßme'ker/
der; -s; - 1 <Sport> a) das Tempo be¬
stimmendes Pferd in einem Rennen b)
Motorradfahrer, der bei Radbahn¬
rennen eine Geschwindigkeit vorgibt
2 <Med.> Herzschrittmacher
Pacht: die; - ; -en a) gegenseitiger Ver¬
trag, in dem der Verpächter dem
Pächter den Gebrauch u. Nutzen des
Pachtgegenstandes (z. B. Ackerflä¬
che, Gastronomie, Wirtschaft) gegen
Geld überläßt b) Geld, Summe, die
für die Pacht (a) bezahlt werden muß
pach|ten: pachtest; pachtetest; hast
gepachtet 1 etw. (z. B. Land) gegen
eine Geldsumme mieten Syn.: mieten
2 als ob jmd. etw. gepachtet hätte:
[ugs.] (jmd. verhält sich so) als ob ihm
etw. allein gehöre
Pächter: der; -s; - weibl. Pächjte|rin:
die; -; -nen Person, die etw. gepachtet
hat, mit dem Eigentümer von etw. ei¬
nen Pachtvertrag abgeschlossen hat
Pachtgeld: das; -(e)s;-er in einem Ver¬
trag vereinbarte Summe, zu entrich¬
tende Zahlung für die Pacht, ein ge-
pachtes Gut
Pacht|gut: das; -(e)s; - etw. (z. B. Gast¬
stätte), was verpachtet od. gepachtet
wird
Pachtfland: das; -(e)s; - Land, das ver¬
pachtet od. gepachtet wird
Pachtung: die; - ; -en Vorgang, Ergeb¬
nis des Pachtens
Pachtvertrag: der; -(e)s; -vertrage
(schriftliche) Vereinbarung zwischen
Verpächter u. Pächter über die Ge¬
brauchsüberlassung eines Gegenstan¬
des, Pachtguts
Pachtzins: der; -es; -en in einem Ver¬
trag vereinbarte, niedergelegte u. zu
entrichtende Zahlung für die Pacht
Pa|chul|ke: (poln.t der; -n; -n [landsch.;
ugs.; abwert.] Tolpatsch; taktloser
Kerl
Pack: das; -(ejs; - [ugs.; abwert.] 1 a)
sozial unterprivilegierte Menschen b)
sich schlecht benehmende Menschen
2 Pack schlägt sich, Pack verträgt
sich: Streit, der nicht ernst zu nehmen
ist
Pack: der;-(e)s; -e u. Packe [ugs.] (eines
von mehreren) Bündeln, Paketen mit
kleineren, sich ähnelnden Dingen
Package|tour—» PaJckage|tour <engh
7päckkischtur/ die; - ; -en sehr genau
von einem Reisebüro o. ä. organi¬
sierte Reise (im eigenen Auto)
Päck|chen: das; -s; - 1 kleines (mit der
Post transportiertes) Paket 2 sein
Päckchen zu tragen haben: [ugs.]
Probleme haben; besorgt sein
Pack|eis: das; -es; - Eismassen, die aus
zusammengedrücktem u. aufeinan-
dergeschobenen Eisschollen bestehen
Packen (Pakfken —* Pa|cken): der; -s;
~ in Schichten mit Schnüren od. an¬
ders zusammengehaltene Einheit von
Gegenständen »ein Packen Zeitung¬
en«
pgcken (pak|ken —> pajcken): packst;
packtest; hast gepackt 1 etw. od.
jmdn. mit den Händen ergreifen u.
festhalten »Ich habe den Fisch mit den
Händen gepackt u. aus dem Wasser
gezogen.« 2 Dinge Zusammenlegen u.
in einen bestimmten Behälter (wie ei¬
nen Koffer, ein Paket o. ä.) schichten
packend (pak|kend—> pajckend): Adj.
spannend »ein packender Krimi«
packen|wei|se (pak|ken|wei|se —> pa|-
cken|wei|se): Adv. in Form von Pak-
ken, in Form einer in Schichten mit
Schnüren od. anders zusammenge¬
haltenen Einheit von Gegenständen
Packer (Pak|ker—* Pajcker): der; -s; -
weibl. Päcke|rin (Pak|ke|rin —» Pa|-
ckejrin): die; ~ ; -nen 1 a) Berufsbe¬
zeichnung eines Arbeiters/einer Ar¬
beiterin, der/die in einer Arbeitsstätte
das Verpacken u. Versandfertigma¬
chen von Waren ausführt b) Möbei-
packer 2 nur männl. Form <Jagd>
Hetzhund, eingesetzt, um Sauen zu
packen u. festzuhalten
Packe|rei (Pak|ke[rei —» Pa|cke|rei):
die; -; -en 1 Sektion, Abteilung einer
Firma, die für das Verpacken u. Ver¬
sandfertigmachen von Waren zustän¬
dig ist 2 o. PI. [ugs.; abwert.] andau¬
ernder, unerfreulicher Vorgang des
Packens
Pack|esel —> Pack|e|sel: der; -s; - a)
Esel, der Lasten trägt b) [ugs.] Person,
die etw. Schweres, viel trägt
Pack|pa|pier: das; -(e)s; -e robustes Pa¬
pier, das zum Verpacken von Dingen
verwendet wird
Pack|pferd: das; -(e)s; -e Pferd, das
zum Tragen von Lasten eingesetzt
wird
Pgck|sat|tel: der; -s; -sättel Sattel, auf
"den Lasten gepackt, geladen werden
Pack[ta|sche: die; - ; -n Tasche, in der
Lasten (auf Pferden u. ä.) befördert
werden
Packtisch: der; -(e)s; -e zum Verpak-
ken von Waren verwendeter Arbeits¬
tisch
Packung (Pak|kung —» Packung): die;
- ; -en 1 a) Umhüllung für bestimmte
Waren wie Zigaretten, die nicht ein¬
zeln zu kaufen sind b) Umhüllung,
Hülle, in die Waren verpackt sind
»Ich öffne die Packung Taschen¬
tücher.« 2 Pflegeprodukt für Gesicht
od. Haare, das aufgetragen wird u.
eine bestimmte Zeit einwirken muß
Pack|zet|tel: der; -s; - (Wirt.v 1 schriftli¬
ches Inhaltsverzeichnis, das verpack¬
ten Waren beigelegt ist 2 Packungen
beigelegte schriftliche Angaben über
die Gewährleistung der Qualitätskon¬
trolle u. mögliche Nachprüfungen
Päd.: Abk. a) Pädagogik = Erziehungs¬
wissenschaft b) Pädagoge, Pädagogin
päd.: Abk. pädagogisch = erzieherisch;
die Erziehungswissenschaft betref¬
fend
Päd|ago|ge —» Pä|d|a|gp|ge: <gr.-lat.>
der; -n; -n weibl. Päd|ago|gin —»• Pä|-
d|a|gg|gin: die; - ; -nen a) Person, die
in Erziehungswissenschaften) ausge-
839
Pädagogik
bildet ist u. Kinder erzieht u. z. T. un¬
terrichtet b) Person, die das Fach
Pädagogik als Wissenschaft betreibt,
Syn.: <a> Erzieherin); Lehrer(in) <b>
Erziehungswissenschaftler(in)
Päd|ago]gik —* Pä|d|a|gg|gilc die; - ; -
Wissenschaft u. Lehre der Erziehung
u. Bildung, Syn.: Erziehungswissen¬
schaft; Erziehungslehre
Päd|agp]gi|kum —> Pä|d|a|go]gi|kum:
das; -s; Pädagogika (Hochschulw.)
Prüfung im Fach Erziehungswissen¬
schaften für Kandidaten für das
Lehramt im Rahmen des Ersten
Staatsexamens
päd|ago|gisch —*■ pä|d|a|go|gisch:
Adj. n. stg. 1 in bezug auf die Wissen¬
schaft u. Lehre der Erziehung u. Bil¬
dung, ihr zugehörig 2 erziehend
pädfago(gi|sie|ren —* pä(d|a|go[gi|sie[-
ren: pädagogisierst; pädagogisiertest;
hast pädagogisiert a) aus erziehungs¬
wissenschaftlicher Sicht betrachten b)
in Anbetracht erziehungswissen¬
schaftlicher Zielsetzungen auswerten
Pad|del: <engh das; -s; - <Sport> Gerät
aus Holz u./od. Kunststoff, das ein
breites Blatt an (jeder Seite) einer
Stange aufweist u. zur Fortbewegung
von Kanus verwendet wird
Pad|del|boot das; -(e)s; -e kleines,
schmales Boot, das paddelnd fortbe¬
wegt wird
pad|deln: paddelst; paddeltest; hastjbist
gepaddelt 1 a) ein Bootes mit Hilfe
von Paddeln bewegen b) sich pad¬
delnd fortbewegen 2 [ugs.] sich mit
Armen u. Beinen o. ä. paddelnd fort¬
bewegen
Pad|del)sport: der; - (e)s; - Paddeln, das
als Sport betrieben wird
Padd|ler: der; -s; - weibl. Padd|le|rin:
die; ~ ; -nen Person, die paddelt; eine
sich paddelnd in einem Boot fortbe¬
wegende Person
Pad|dy: <engh /päddi/ der; -s; -s u. Pad¬
dies —*•nur noch Paddys*— 1 engli¬
sche Kurzform des männlichen Vor¬
namens Patrick 2 <hist.; von Briten
geprägte abwertende Bezeichnung)
Ire 3 (Warenzeichen) irischer Whis¬
key »Laß uns einen Paddy trinken!«
Pad|dy: <malai.-engl.> /päddi/ der; -s; -
Reis, der nicht geschälüst
Päd|erast —* Pä|d|e|rast <gr.> der; -en;
-en sexuell Kindern, sehr jungen
Männern, Jugendlichen zugeneigter
(homosexueller) Mann
Päd|era|stie —»• Pä|d|e|ras|tie: die; - ; -
sexuelle(s) Empfinden, Veranlagung
eines insbesondere Kinder, sehr junge
Männer sexuell begehrenden (homo¬
sexuellen) Mannes
Päd|ia|tarie —* Pä|d|i|a(t|rie: <gr.> die; - ;
- a) <Med.> Fachgebiet, das sich mit
Säuglings- u. Kinderkrankheiten be¬
faßt b) Krankenhaus od. Station, Ab¬
teilung in einem Krankenhaus für
Pädiatrie (a), Syn.: <a> Kinderheilkun¬
de
päd|lajtrisch —* pä|d|ija|t|risch: Adj. n.
stg. <Med.> die Kinderheilkunde be¬
treffend, ihr zuzuordnen
Pajdo|lin|gui|stik —* Päjdo|lin|gu|is|tilc
igr.-lat.> die; - ; - (Sprachwiss.)
sprachwissenschaftlicher Bereich, der
die Phasen u. planmäßigen Entwick¬
lungsstufen der Kindersprache u. des
Spracherwerbs erforscht
pä|do|phil: (gr.) /pädofil/ Adj. n. stg.
<Med.> das sexuelle Verlangen eines
Erwachsenen gegenüber Mädchen u.
Jungen im Kindes- u. Jugendlichenal¬
ter betreffend, ihm zuzuordnen
Pä|do|ph||le: /pädofile/ der u. [selten]
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Pädophiler; eine Pädophile; zwei
Pädophile) erwachsene Person, die
ein sexuelles Verlagen gegenüber
Mädchen u. Jungen im Kindes- u. Ju¬
gendlichenalter empfindet
p. Adr.: Abk. <Brief> per Adresse; abzu¬
geben bei; wohnhaft bei
Pajdre —*■ Pa]d|re <tat.-it.-span.> der; - ;
Padri <Titel für italienische u. spani¬
sche Ordenspriester) Vater
Pajdrojna —» Pa|d|ro|nae <it.> die; - ;
Padrone männl. Pa|dro|ne —» Pa|d|-
rgjne: der; -s; Padroni Person, die (im
Hause, in der Familie) herrscht
Pa|eljla: <span.> /pagja u. paelja/ die; - ;
-s spanisches Reisgericht mit Gemü¬
se, Fleisch, Fisch u. Meeresfrüchten
paf|fen: paffst; pafftest; hast gepafft a)
[abwert.] Tabakwaren rauchen b)
beim Rauchen den Rauch stoßweise
herauspusten c) rauchen u. dabei
nicht inhalieren
PAG: Abk. 1 Patentanwaltsgesetz 2 Per¬
sonalausweisgesetz
Pag.: Abk. <lat.> <Buchw.> Pagnierung
pag.: Abk. dat.> 1 pagina = (Buch-)
Seite 2 <Buchw.> paginiert = mit Sei¬
tenzahlen versehen
pajgan: dat.) Adj. n. stg. <Religion>
[geh.] dem Heidentum angehörend
Pa|ga|nis|mus: dat.> der; - ; Paganismen
(Religion) 1 o. PI. [geh.] Heidentum 2
ein im Christentum vorhandenes
heidnisches Element
pa|ga|to|rfsch: dat.-it.> Adj. n. stg.
(Wirt.) auf Bezahlung von Rechnun¬
gen, Ausgleich der Buchführung ba¬
sierend, betreffend
Pa|ge: </r.> /pasehe/ der; -n; -n weibl.
{selten] Pajgin: die; ~ ; -nen 1 nur
männl. Form dienender junger Adeli¬
ger am Hofe eines Fürsten 2 Hotel¬
dienerin) (für verschiedene Dienste)
in Uniform, Syn.: (2> Laufbursche,
-mädchen
Pa|gen|dienst: /paschen-/ der; -(e)s; -e
Tätigkeit, Dienst, die/den ein Page
bei Hofe od. in einem Hotelbetrieb
leistet
Pajgen|fri]sur: /paschen-/ die; ~ ; -en
halblanger Haarschnitt mit gerader
Schnittkante
Pa|gen|kopb /paschen-/ der; -(e)s;
-köpfe halblanger Haarschnitt mit ge¬
rader Schnittkante
pa|gi|n|e|ren: dat.y paginierst; paginier¬
test; hast paginiert einen Text mit Sei¬
tenzahlen versehen
Pa|gi|njer|stcm|pel: der; -s; - <Druckw.>
zum Paginieren benutzter Stempel
Pa|gi|nie|rung: die; ~ ; -en (Druckw.) 1
Vorgang des Paginierens 2 Seitennu¬
merierungen (auf Gedrucktem od.
Geschriebenem)
Pa|gojde: <Sanskrit> die; ~ ; -n <Archit.)
Bauwerk ostasiatischer Art, dessen
Form viereckig, turmartig ist, sich
nach oben verjüngt ist u. das viele
Stockwerke aufweist, die jeweils
durch ein ausladendes Dach getrennt
sind
Pa|go|de: <Sanskrit> die; -; -n u. [österr.;
sonst veralt.] der; -n; -n Bezeichnung
für eine kleine ostasiatische Götterfi¬
gur, deren Kopf u. Hände beweglich
sind
Pa|go|den|kralgen: der; -s; ~ u. -krägen
<Kleidung> Kragen, der aus Lagen be¬
steht, die stufenartig übereinander
angeordnet sind
pah!: Interj. Ausruf der Verachtung
Pail|let|te: dat.-fr.) /pa'jette/ die; - ; -«
<Mode> glänzendes, mit Löchern ver¬
sehenes Blättchen aus Metall od.
Kunststoff, das zum Anstecken, An¬
nähen an Oberbekleidung verwendet
wird
pail|let)ten|be|setzt: dat.-fr.; dt.> /pa'jet-
ten-/ Adj. n. stg. mit glänzenden, mit
Löchern versehenen Blättchen aus
Metall od. Kunststoff versehen
Palr. fr» /pär/ der; -s; -s zum französi¬
schen Hochadel gehörige Person
pair: fr.) /pär/ Adj. n. stg. (Roulette) ge¬
rade (Zahl)
Pa|ket: das; -(e)s; -e 1 zusammenge¬
schnürtes großes Bündel 2 größere
Postsendung; gefüllter Karton, der
versendet wird
Pa(ket|adres|se —* Pa(ket|a|d|res|se:
die; - ; -n mit einem Vordruck für das
Einträgen von Adressat u. Anschrift
versehenes Blatt zum Aufkleben auf
ein Paket
Pa[ket|an|nah|me: die; ~ ;-n1 o. PI. An¬
nahme u. Abfertigung von zu ver¬
schickenden Paketen (2) 2 Schalter
der Post, an dem Pakete (2) angenom¬
men werden
Pa|ketjaus|ga|be: die; ~ ;-n 1 o. PI. Her¬
ausgeben, Ausgabe von Paketen (2) 2
Schalter der Post, an dem Pakete (2)
ausgegeben werden
Pa|ket|post: die; - ; -1 Dienst der Post,
der für das Befördern von Paketen u.
anderen Gütern zuständig ist 2 Fahr¬
zeuge u. Mitarbeiter der Post, die die
Zustellung von Paketen durchführen
Pa|ket|zu|stel|ler: der; -s; - weibl. Pa|-
ket|zu|stel|le|rin: die; ~ ; -nen für die
Zustellung, Auslieferung der Paket¬
post zuständige Person
Pajket]zu]stel|lung: die; - ; -en Vertei¬
lung, Auslieferung der Paketpost an
den, die Empfänger
Pakt" dal.) der; -(e)s; -e Vereinbarung,
Vertrag für od. gegen etw. od. jmdn.;
Bündnis, das für od. gegen etw.,
jmdn. geschlossen wird
pak|tie|ren: dato paktierst; paktiertest;
hast paktiert (oft abwert.] eine für
jmd. anderen schädliche, negative
Abmachung eingehen (u. erfüllen)
mit dem Gegner paktieren«
Pak|tiejrer: der; -s; - weibl. Pak|tje|re|>
rin: die; - ; -nen [abwert.] Person, die
mit einer anderen eine für jmd. ande¬
ren schädliche, negative Abmachung
eingeht u. diese erfüllt
PAL: Abk. <engl.> (Unterhaltungselek¬
tronik) phase altemating line = zeit¬
weiser Phasenwechsel in der Zeile (in
Deutschland u. anderen westeuropäi¬
schen Ländern verbreitetes System
für Farbfernseher)
Pa|lä|an|thro|po|lo|gie —* Pa|lä|an|th|-
ro|po|lofg!g <gr.> die; ~ ; - Wissen-
840
palmenartig
schaft, im Rahmen derer man sich,
basierend auf fossilen Funden, mit
dem prähistorischen Menschen u.
dessen Vorgängern beschäftigt
Pa|la|din: dat.-it.-fr.> der; -s; -e 1 My¬
thologie! in der Karlssage vorkom¬
mender Ritter aus der zwölfköpfigen
Heldengruppe am Hofe Karls des
Großen 2 [geh.] treuer Gefährte (ei¬
nem Kreis von Gefolgsmännern zuge¬
hörig)
Pa|lais: </r.> /palä/ das; - Ipaläß/; -
Ipaläß/ schloßartiges Gebäude »Wir
haben uns ein Palais aus dem 19. Jhd.
gekauft.« Syn.: Palast; Schloß
Pa|läo|gen —»• Pa|lä]o|gen: <gr.> das; -s;
- <Geo7ogie> (sich in Paleozän, Eozän
u. Oligozän unterteilende) Anord¬
nung des Tertiärs
pa|läo|gen —» pa|lä|o|gen: <gr.> Adj. n.
stg. <Geologie> die Anordnung Paläo¬
gen des Tertiärs betreffend, ihr zuzu¬
ordnen
Pa|läo|geo|gra|phie —» Pa|lä|o|ge|o|-
gra|phje—> auch Pa|lä|o|ge|o|gra|fie:
<gr.> /paläo-/ die; - ; - Wissenschaft,
im Rahmen derer die geographische
Erdoberflächengestalt in vergange¬
nen erdgeschichtlichen Phasen er¬
forschtwird
Pa|läo|gra|phie—> Pa|lä|o|gra|phie —>
auch Pa|lä|o|gra|fie: tgr.> die; ~; - Wis¬
senschaft von im Altertum u. im Mit¬
telalter verwendeten Schriften u. ihrer
Entdeckung, ihren Formen u. Mitteln
Pa|läo|kli|majto|lo|gie —> Pa|lä|o|kli|-
ma|to|lo|gje: (gr.t die; ~ - «Geologie!
Lehre zur Erforschung der Klimate
der geologischen Vorzeit
Pa|läo|li|thi|ker —» Pa|lä|o|li|thi|ker:
der; -s; - weibl. Pa|läo|l]|thi|ke|rin —*
Pa|lä|o|li|thi|ke|rin: die; ~ ; -nen
Mensch der Urgeschichte, des Paläo-
lithikums
Pa|läo|lj|thi|kum —> Pa|lä|o|li[thi|kum:
<gr.> das; -s; - Altsteinzeit
pa|läo|l||thisch —> pa|lä|o|li|thiach: <gr.>
Adj. n. stg. die Altsteinzeit betreffend,
ihr zuzuordnen
Pa|lä|on|to|lo|ge: <gr.> der; -n; -n weibl.
Pa|lä|on|to|lo|gin: die; -; -nen Wissen-
schaftler(in), der/die sich mit der Leh¬
re von den Organismen vergangener
geologischer Erdzeitalter beschäftigt
Pa|iä|on|to|lo|gje: <gr.> die; ~ ; - Lehre,
Wissenschaft von den Lebewesen ver¬
gangener Erdzeitalter
pa|lä|on|to|lo|gisch: <gr.> Adj. n. stg. der
Paläontologie, Wissenschaft von den
Organismen vergangener geologi¬
scher Erdzeitalter zuzuordnen, sie be¬
treffend
Pa|läo|phyjti|kum —*■ Pa|lä|o|phy|ti|-
kum: <gr.> /paläofütikum/ das; -s; -
Altertum der Pflanzenwelt(entste-
hung)
Pa|läo|zän —> Pa|lä|o|zän: <gr.i das; -s;
- <Geologie> Abschnitt in der Erdent¬
wicklungsgeschichte, Sektion des
Tertiärs
Pa|läo|zoi|kum —> Pa|lä|o|zp|i|kum:
<gr.> das; -s; - Erdaltertum, aufgeteilt
in Kambrium u. Perm
Pa|läo|zoo|lo|gie —» Pa|lä|o|zo|o|lo|gje:
<gr.> die; • ; - Lehre von der Erfor¬
schung der Tiere, die in der erdge¬
schichtlichen Vergangenheit lebten u.
nun in fossiler Form vorliegen
Pa|last: <lat.> der; -(e)s; Paläste a) sehr
großes, prächtiges Haus, Schloß eines
Fürsten, Monarchen o. ä. (auch zur
Repräsentation) b) [ugs.] sehr großes,
prächtiges Haus
Pa|last|re|vo|lu|ti|on: die; - / -en <Pol.>
Versuch eines Umsturzes einer herr¬
schenden Person durch die sie am
nächsten umgebenden Personen
Pa|last|wa|che: die; - ; -n Person, die
mit der Aufgabe betraut ist, einen Pa¬
last zu bewachen
Pa|la|tal: <lat.> der; -s; -e <Sprachwiss.>
Laut] Artikulation, der/die am vorde¬
ren Gaumen erzeugt wird
pa|la|tal: dau Adj. n. stg. 1 <Med.> den
Gaumen betreffend, ihm zuzuordnen
2 <Sprachwiss.; Laub erzeugt an der
Vorderseite des Gaumens
pa|la|ta|li|siejren: <lat.> palatalisierst; pa-
talatisiertest; hast palatalisiert
<Sprachwiss.> 1 einen Konsonanten
dadurch erweichen, daß der vordere
Zungenrücken gegen den harten
Gaumen angehoben wird 2 eine nicht
palatale Artikulation in einen palata¬
len Laut verändern
pa|la|ti|nisch: <lat.> Adj. n. stg. 1 <hist.>
den Pfalzgrafen betreffend, ihm zuzu¬
ordnen 2 [geh.] pfälzisch
Pa|lat|schin|ke: <gr.-lat.-rum'än.-ung.>
die; - ; -n (m. PI.) [ugs.] Pa|lat|schin|-
ken: der; -s; -n [österr.] dünner gefüll¬
ter Eierkuchen; Crepe
Pa|la]ver: (Afrik. Spr.-port.-gr.-lat.-
engl.> /palawer/ das; -s; - 1 Verhand¬
lung in einer Versammlung (von
Eingeborenen) 2 <übertr.> [ugs.] end¬
loses Gerede
pa|la|vern: /palawern/ palaverst; pala¬
vertest; hast palavert [ugs.; abwert.]
unnütz lange herumreden
Pa|laz|zo: dat.-it» der; -s; Palazzi klei¬
ner Palast; sehr großes, gut ausgestat¬
tetes (Wohn-)Haus (in Italien)
Pa|le: die; • ; -n [norddt.] Schote einer
Hülsenfruchtfrucht
pajlen: palst; paltest; hast gepalt
[norddt.] Hülsenfrüchte aus ihrer
Schale herauslösen
Pa|leo|zän —* Pa|le|o|zgn: <gr.> das; -s;
- <Geologie> Abschnitt in der Erdent¬
wicklungsgeschichte, Sektion des
Tertiärs
Pa|le|tot: <engl.-fr.> /paleto/ der; -s; -s 1
Herrenmantel, zweireihig u. leicht
tailliert, mit einem Kragen aus Samt 2
dreiviertellanger Mantel für Damen
u. Herren
Pa|let|te: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 <Kunst>
Mischbrett für Farben 2 reichlich
Auswahl bietende Menge; großes
Sortiment 3 Hubplatte zum Stapeln
u. Transportieren von Waren mit
dem Gabelstapler
pa|let|ti: Adv. [ursprünglich jugendsprl.]
in der Wendung alles paletti: (es ist)
alles in Ordnung
pa|let|tie|ien: <lat.-fr.> palettierst; pak¬
tiertest; hast palettiert [fachsprl.] etw.
auf Paletten (3) laden, aufhäufen
Pa|lin|drom —» Pa|lin|d|rom: <gr.> das;
-s; -e <Sprachwiss.> sinnvolle Buchsta¬
ben-, Wörter- od. Versfolge, die im¬
mer noch (einen, denselben) Sinn er¬
gibt, wenn man sie rückwärts liest
Pa|linjge|ne|se: (gr.i die; - ; -n 1 «Reli¬
gion> Wiedergeburt der Seele durch
die Wanderung der Seele 2 <Bio.> Ent¬
stehung von Formzuständen stam¬
mesgeschichtlicher Ahnen eines Men¬
schen während seiner Keimesent¬
wicklung 3 <Geologie> gänzliche Auf¬
schmelzung eines Gesteins, die die
Neubildung von Magma zur Folge
hat
Pa|li|sa|de: dat.-fr.> die; - ; -n 1 in den
Boden gerammter, zur Befestigung
dienender Pfahl 2 dicht beieinander¬
stehende, im Boden befestigte Pfähle
als Hindernis
Pa|li|sa|den|zaun: dat.-fr.; dt.> der;
-(e)s; -zäune Zaun, der aus Palisa¬
denpfählen besteht
Pa|li|san|den (Indian. Spr.-fr.> der; -s; -
wertvolles rötlich- bis violettbraunes
tropisches Holz, das mit dunklen
Adern durchzogen ist
Pa|li|san|der]holz: (Indian. Spr.-fr.> das;
-es; -hölzer aus verschiedenen tropi¬
schen Räumen stammendes Edelholz,
das sehr hart u. schwer ist
pa|K|san|dern: (Indian. Spr.-fr.> Adj. n.
stg. aus dem Holz des in tropischen
Regionen beheimateten Palisander¬
baumes bestehend
Pal|la|di|um: (gr.-lat.> das; -s; Palladien
1 Darstellung, Statue o. ä. der Göttin
Pallas Athene (als Schutzheilige) 2
[geh.; selten] etw., was heiliggehalten
werden muß 3 o. PI. Edelmetall von
silberweißer Färbung (chemischer
Grundstoff, Zeichen: PD)
Pal|lia|tiv —> Pal|li|a|tiv: dat» /palliatif/
das; -s; -e <Med.> Mittel, das die Sym¬
ptome einer Krankheit beseitigt, aber
nicht deren Ursachen
pal|lia|tiv —> pal|li|a|tiv: dat.> /palliatif/
Adj. n. stg. «Med.! Symptome mil¬
dernd, aber nicht die Ursachen eines
körperlichen Leidens behandelnd
Pal|lia|ti|vum —> Pal|li|a|ti]vum: dau
/palliatiwum/ das; -s; Palliativa
<Med.> Symptome linderndes Medi¬
kament; Mittel, das die Symptome ei¬
ner Krankheit beseitigt, aber nicht
deren Ursachen
Palm: (lat.> der; -(e)s; -e (PI.) [landsch.]
Zweig des Buchsbaumes
Palm|art/Pal|men|art: dat.> die; - ; -en
bestimmte Art, Ausprägung der Pal¬
menpflanze
Pal|ma|rum: (lau o. Art.; n. dekl. «Kir¬
che> Sonntag vor Ostern, Syn.: [ge¬
bräuchlicher] Palmsonntag
Palm|blatt/Pal|men|blatt: das; -(e)s;
-blätter Blatt, das an einer Palme
wächst; Blatt von einer Palme
Pal|me: dat.> die; ~; -n 1 tropische, nicht
winterharte Pflanze; Baum mit ho¬
hem Stamm u. meist gefiederten, ge¬
fächerten Blättern 2 a) auf der Palme
sein: [ugs.] sehr zornig sein b) von der
Palme (herunter)kommen: [ugs.] sei¬
nen Zorn verlieren u. wieder ruhiger,
weniger wütend werden c) jmdn. auf
die Palme bringen: jmdn. (sehr) wü¬
tend, zornig machen d) auf die Palme
gehen, klettern: [ugs.] sich sehr är¬
gern, aufregen 3 die Palme eiTingen:
[geh.] siegen 4 sich einen von der
Palme wedeln: <Mann> [derb] sich
selbst sexuell befriedigen
pal|men|aijtig: Adj. n. stg. ähnlich be¬
schaffen od. aussehend wie eine
Palme
841
Patmenherzen
Pal|men|her|zen: die (PL) Mark, Inne¬
res bestimmter Palmen biattstiele,
-sprossen, das als Salat od. Gemüse
angerichtet wird
Pal|men|we|del: der; -s; - an einer
Palme wachsendes Blatt, das groß u.
gefiedert ist
Pat|men|wein: der; -(e)s; -e Wein, der
aus dem gegorenen, zuckerhaltigen
Palmensaft einer bestimmten Palmen¬
art gewonnen wird
Pal|men)zweig: der; -(e)s; -e an einer
Palme wachsender Zweig, Ast
Palm|her|zen: die (PL) Mark, Inneres
bestimmter Palmenblattstiele, -spros¬
sen, das als Salat od. Gemüse ange¬
richtet wird
pal|mie)ren: dat.) palmierst; palmiertest;
kost palmiert hinter/in der Fläche der
Hand verstecken (z. B. beim Ausfuh¬
ren eines Zaubertricks)
Pal|min: das; -s; - a) Speisefett aus Ko-
kosol (zum Braten u. Backen) b)
(Warenzeichen) Produktname eines
Speisefettes in fester Form od. als Öl
Palm|kätz|chen: das; -s; - <Bot.>
Fruchtstand der Salweiden
Palm|kern: der; -(e)s; -e Samenkem der
Ölpalme
Palm|li|lie: die; ~ ; -n in (Miltel-)Ameri-
ka vorkommende Pflanze mit großen,
weißen, traubenartig angeordneten
Blüten
Palmlsonnjtag: der;-(e)s; -e <christliche
Kirche) Sonntag vor Ostern
Palm|we|del: der; s; ~ Palmenblatt,
"das groß u. gefiedert ist
Palm|wein: der; ~(e)s; -e Wein aus dem
zuckerhaltigen Saft bestimmter Pal¬
menarten
Pat|myjra|pal|me: /palmira-/ die; - ; -n
hochwachsende Fächerpalme, deren
Holz u. Blätter verarbeitet werden
Paim|zweig: der; -(e)s; -e an einer
Palme wachsender Zweig
Pa|lo|lo|wurm: (polynesisch; dt.i der; -s;
-wärmer Borstenwurm vorrangig in
der Südsee in Korallenriffen od.
Schlick vorkommend
pal|pi|tie|ren: <lat.i palpitierst; paktier¬
test; hast pafpitiert <Med.; Bewegun¬
gen des Herzens, des Pulses o. ä.> sich
pulsartig bewegen, hämmern
Pal|stek/Pahl|stek: der; -s; -s [see-
mannssprl.] Knoten, der einfach zu
lösen ist u. mit dem eine sich nicht zu¬
sammenziehende Schlinge gemacht
wird
PAL-Syjstem —► PAL-Sys|tem: (engl.)
das; -s; - <Fernsehen> in Deutschland
u. anderen westeuropäischen Län¬
dern verbreitetes System für Farb¬
fernseher
PAm: Abk. Postamtmann
Pam|pa: (Indian. Spr.-span.) die; - ; -s a)
ebene Grassteppe in Südamerika b) in
dar Pampa: [ugs.] draußen, in einer
öden, verlassenen, abgelegenen Ge¬
gend
Pam|pas)gras/Pam|pa|gras: das; -es; -
schmal- u. langblättriges Gras, das
als hohe Staude wächst u. als Zier¬
pflanze kultiviert ist
Pam)pe: die; - ; - [ugs.; landsch.] a)
Masse aus Wasser u. Sand b) zähflüs¬
siger Brei
Pam|pel|mu|se: (tamil.) die; -; -n runde,
herbe, bitter schmeckende Zitrus¬
frucht mit gelber od. rosa-orangener
Schale u. gelblichem Fruchtfleisch;
Syn.: [fremdsprl.J Grapefruit
Pam|phtet —» Pam|ph|let (engl.-fr.)
/pamflet/ das; -(e)s; -e Streit- u.
Schmähschrift »ein politisches Pam¬
phlet«
pam|pig: Adj. n. stg. [ugs.] 1 wie Pampe,
dicker Brei beschaffen 2 [abwert.] auf
rauhe Art frech, (beleidigt) Wider¬
worte gebend
Pan: der; -s; - (meist o. Art. verwendet)
<Mythologie> griechischer Gott der
Hirten u. Jäger
Pan: (poln.) der; -s; -s 1 a) <hist.> Person,
die ein kleines Landgut besitzt b) o.
Art.; o. PI. in Verbindung mit einem
Namen angewendete Anrede für den
Pan(a)
Pan Am: (amerik.) die; -; - Pan Ameri¬
can World Airways (ehemalige ameri¬
kanische Fluggesellschaft)
pan-/Pan-: <gr.> Wortbildungselement
erstreckt sich auf, betrifft das gesamte
im Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
(u. betont Gemeinsamkeiten) pan-
europäisck • Panamerikanismus«
Pa|na|de: dat.-fr.) die; - ; -n fester Brei
aus Semmelbröseln u. Ei o. ä., in dem
Bratgut vor dem Braten gewälzt wird
Pajna(de|sup|pe: die; - ; -n [süddt.;
österr.j Suppe mit einer Einlage aus
Weißbrot
pan|afrf|ka|nisch —» pan|a|f]ri|ka|-
nisch: Adj. n. stg. den Panafrikanis¬
mus, alle Völker u. Staaten Afrikas
betreffend, ihra/ihnen zuzuordnen
Pan[afri|ka|ms|mus —> Pan|a|f[ri|kaj-
nis|mus: der; - ; - Bestreben, die poli¬
tische, kulturelle Kooperation aller
Staaten Afrikas zu festigen
Pa|na)ma|bin|dung: die; - ; -en «Textil¬
technik) aus Kett- u. Schußfäden zu¬
sammengefaßte Bindung, die zu ei¬
nem würfelähnlichen Muster führt
Pa|na|ma|ka|nal: der; -s; - durch Pana¬
ma verlaufender mittelamerikani¬
scher Kanal, der den Atlantik u. den
Pazifik verbindet
pan]ame|ri|ka]nisch —» pan|a|me|rij-
ka|nisch: Adj. n. stg. den Panameri¬
kanismus, die Kooperation aller
Staaten Amerikas betreffend, ihm zu¬
zuordnen
pan|ara|bisch —> pan|a|ra|biscb: Adj.
n. stg. das Streben nach Kooperation
der Völker u. Staaten Arabiens be¬
treffend, ihm zuzuordnen
pa|na|schie|ren: (fr.) panaschierst; pana-
schiertest; hast panaschiert <Pol.> im
Rahmen einer Wahl, bei der Wahlbe¬
rechtigte gleichzeitig über mehrere
Stimmen verfügen können, entweder
mehrfach für einen Kandidaten stim¬
men od. die Stimmen auf verschie¬
dene Kandidaten verteilen
Pa|na|schier[sy|stem —> Pa|na|schier|-
sy]s|tenrv. (gr.-fr.> das; -(e)s; - <Pol.>
Wahlsystem, bei dem der Wahlbe¬
rechtigte gleichzeitig über mehrere
Stimmen verfügt u. somit entweder
mehrfach für einen Kandidaten stim¬
men od. die Stimmen auf verschie¬
dene Kandidaten verteilen kann
pa|na]schiert: Adj. n. stg. <grünes Pflan¬
zenblatt) andersfarbig gemustert, ge¬
fleckt
Pan|da: der; -s; -s in mit Bambus od.
Rhododrendron dichtbewachsenen
Bergen Westchinas lebender schwarz¬
weißer Bambusbär mit breitem Kopf
u. breiten Backenzähnen
pan[de|misch: Adj. n. stg. <Med.; Seu¬
che) sich großflächig ausbreitend
Pan|dit: (Sanskrit-Hindi) der; -s; -e a) o.
PL Titel eines brahmanischen Gelehr¬
ten b) Person, die diesen Titel (a) trägt
Pan|do|ra: die; - ; - (meist o. Art.
gebraucht) «Mythologie erste Frau
des griechischen Gottes Zeus, die von
diesem mit einem alles Übel enthal¬
tenden Gefäß zu den Menschen ge¬
sandt wurde, das Gefäß aus Neu¬
gierde öffnete u. so das Unglück in
die Welt brachte
Palneel: dat.-fr.-niederI.) das; -s; -e
Holzbrett verschiedenster Form zur
Wand-, Deckentäfelung
pa|nee|lie|ren: paneelierst; paneeliertest;
hast paneeliert eine Wand, Decke mit
Holz verkleiden
Pafnel: (fr.-engl.) /pännri/ das; -s; -s< So-
ziol.) befragte Personengruppe bei
Meinungsforschungen
Pa|nel|techjnik: die; - ; - <Soziol.> Mei¬
nungsforschungsmethode, bei der
dieselbe, die gleiche Gruppe von Per¬
sonen im Laufe der Zeit mehrmals
über etw. interviewt, befragt wird
Pan[en|thefis|mus: (gr.) der; - ; - «Reli¬
gion; Philosophie) Weltanschauung,
die von der Eingeschlossenheit der
Welt in Gott ausgeht
pan|en|thei]stisch —» pan[en(the|is|-
tisch: Adj. n. stg. die Weltanschauung
betreffend, die von der Eingeschlos¬
senheit der Welt in Gott ausgeht, ihr
zuzuordnen
Pan]flö|te: die; ~ ; -n nach dem griechi¬
schen Hirtengott Pan benannte(s)
Blasinstrument, Flöte aus verschie¬
den hohen, nebeneinander angeord¬
neten Pfeifen
PAng: Abk. Postangestellte(r)
Pan)has: der; - ; - Gericht aus Westfa¬
len, dessen Zutaten gehacktes Fleisch,
Wurstbrühe u. Buchweizenmehl sind,
die, nachdem sie zu einer festen
Masse verarbeitet wurden, scheiben¬
weise gebraten werden
Pan}hel|le|n]sjmus: (gr.) der; - ; - <hist.>
1 Absicht im antiken Griechenland,
das gesamte Volk der Griechen in ei¬
nem Reich zu vereinen 2 von Athen
ausgehender kultureller Zusammen¬
haltinder Antike
Pa|nier: das; -s; -e [veralt.] 1 Banner;
Flagge 2 [geh.] politische Losung, Pa¬
role
pa|nie|ren: dat.-fr. > panierst; paniertest;
hast paniert «Fleisch o. ä.) mit einer
Schicht meist aus Ei u. Mehl, Panier¬
mehl (= Semmelbröseln) versehen
Pa|njer|mehl: das; ~(e)s; - Mehl aus ge¬
riebenen (harten) Brötchen
Pa|nie|rung: die; ~ ; -en <Kochk.> 1 Vor¬
gang des Panierens 2 Ei- u. Brötchen¬
mehlgemisch o. ä., das zum Bestrei¬
chen von Bratgut verwendet wird
Pajnik: (fr.) die; - ; -en (PL s.) a) extre¬
mer Angstzustand bei Mensch u. Tier
b) plötzliches, sehr starkes Erschrek-
ken (vieler Menschen); (extremes)
Angstgefühl, ausgelöst durch eine
wirklich drohende od. eingebildete
842
Panzerglas
Gefahr, das zu unüberlegten Reaktio¬
nen führt; Syn.: <a; b> (große) Angst;
Schrecken; Entsetzen, Ant.: <b> Ruhe;
Besonnenheit; Gelassenheit
pa|nik|ar|tig: Adj. n. stg. in Furcht heftig
reagierend; an eine Panik erinnernd
Pa|nik|ma|che: die; ~ ; - [ugs.; abwert.]
Erzeugung einer panischen, angster¬
füllten Stimmung durch Überzeich¬
nung eines Sachverhaltes, einer Situa¬
tion erzeugt
Pa]nik|stim|iming: die; - ; - von starken
Angstgefühlen geprägte Stimmung
pa|nisch: <gr.-fr.> Adj. n. stg. im Zustand
der Panik
Pan|is]la|mis|mus: <gr.-arab.> der; - ; -
<Religion; Pol.> (im 19. Jhd.) Bestre¬
bungen, Plan, alle Völker des Islam
zu vereinen (im Rückgriff auf die isla¬
mische Welt des Mittelalters)
Pan|kre|as —» Pan|k|re|as: <gr.> das; - ;
- «Med.» Bauchspeicheldrüse
Pan|lo|gis|mus: <gr.> der; ~ ; - «Philo¬
sophie» Lehre vom logischen Aufbau
des Alls als Realisierung, Repräsenta¬
tion einer umfassenden Vernunft
Pan|ne: <fr.> die; ~ ; -n a) das plötzliche
Anhalten eines Ablaufs verursachen¬
de Störung »Das Auto hatte eine
Panne.« b) Mißgeschick, das durch
eine unbedachte od. unvorsichtige
Handlung geschieht
Pan|nen|dienst: der; -(e)s; -e Dienst,
Servicefirma o. ä., Organisation, der/
die im Falle einer Autopanne Hilfe
gewährt
pan|nen|fre): Adj. n. stg. ohne, daß eine
Panne, ein technischer Defekt (am
Auto) passiert, auftritt
Pan|nen|hil|fe: die; - ; - a) Hilfe, die von
einer Person od. Organisation im
Falle einer Autopanne angeboten
wird b) Dienst, Servicefinna, Organi¬
sation o. ä., der/die im Falle einer Au¬
topanne Hilfe gewährt
Pan|nen|kof|fer: der; -s; ~ Koffer, Be¬
hälter, der die Werkzeuge enthält, die
zur Behebung einer Autopanne benö¬
tigt werden
Pan|op|ti|kum —» Pa|n|op|ti|kum: <gr.-
lau das; -s; Panoptiken Sammlung,
Ausstellung von meist kuriosen,
merkwürdigen, seltsam anmutenden
Sehenswürdigkeiten (wie z. B. Wachs¬
figuren)
Pan|ora|ma —» Pa|n|o|ra|ma: <gr.-lat.>
das; -s; Panoramen 1 Ausblick; Rund¬
blick 2 a) Rundgemälde b) photogra¬
phische Rundaufnahme
Pan{ora|ma|fen|ster —> PaJn|o|ra|ma|-
fensjter; <gr.-lat.-dt.> das; -s; - Fen¬
ster, das durch seine Größe u. seine
leichte Wölbung ein weiträumiges
Blickfeld eröffnet
Pan|ora|ma|spie|gel —» Pa|n|o|ra|ma|-
spie|gek <gr.-lat.-dt.> der; -s; ~ ein
weiträumiges Blickfeld eröffnender,
leicht gewölbter Rückspiegel im Auto
pan|schen/pant|schen: pan(t)schst;
pan(t)schtest; hast gepan(t)seht 1
etw. mit Wasser, Flüssigkeit vermen¬
gen »Der Wein wurde mit Glykol
gepanscht.« 2 mit Wasser (u. Sand o.
ä. spielen)
Pan|scher/Pant)scher. der; ~s; - weibl.
Pan|sche|rin/Pant(sche|rin: die; ~ ;
-nen Person, die (um einen höheren
Gewinn zu erzielen) Getränke mit
Zusätzen versieht, diese aber nicht
ausweist
Pan|sen: dat.-fn der; -s; - 1 <Bio.> er¬
ster großer Magenabschnitt bei Wie¬
derkäuern 2 [landsch.; meist scherzh.]
Magen
Pan($e|xua|lis|mus —» Pan|se|xu|a|Hs|-
mus <gr.-latj der; - ; - <Psychoanaly¬
se» Lehre, die in allem menschlichen
Verhalten entscheidend sexuelle
Triebkräfte wirken sieht
Pans|flö|te: die; - ; -n nach dem griechi¬
schen Hirtengott Pan benannte(s)
Blasinstrument, Flöte aus verschie¬
den hohen, nebeneinander angeord¬
neten Pfeifen, Syn.: [gebräuchlicher]
Panflöte
Pan|sla|vis|mus/Pan|$la|wis|mus; der;
- ; - «hist.» Bestreben im 19. Jhd., alle
slavischen Völker kulturell u. poli¬
tisch zusammenzuschließen
Pan|sla|vist/Pan|sla|wist: der; -en; -en
weibl. Pan|sla|yi|stin/Pan|sla|wi|stin
—> Pan]sla|vis|tin/Pan|sla|wis|tin;
die; - ; -nen Person, die das Ziel, Be¬
streben befürwortet, alle slavischen
Völker kulturell u. politisch zusam¬
menzuschließen
panjsla|vi[stisch/pan|sla|wi[stisch —»
pan|slä|vis|tisch/pan|sla]wis|tisch:
Adj. n. stg. den Panslawismus, das
Ziel betreffend, alle slavischen Völker
kulturell u. politisch zusammenzu¬
schließen, ihm zuzuordnen
Pan|so|phie: <gr.» die; -; - <hist.» religi-
ös-(natur)philosophische, im 16. bis
18. Jhd. auftretende Strömung mit
dem Bestreben, alle Wissenschaften
im Rahmen einer Universalwissen¬
schaft zusammenzufassen
—» Panltert s. Panther
—» Panjter|fell; s. Pantherfell
Pan|the|is|mus: <gr.» der; ~ ; - Philoso¬
phie; Religion» Lehre, die die Identi¬
tät Gottes mit dem Weltall, die Exi¬
stenz Gottes in allen Dingen voraus¬
setzt
Pan|the|ist: der; -en; -en weibl. Pan|-
thei|stin —» Pan|the|[s|tin: die; ~ ;
-nen Philosophie; Religion» Person,
die die Lehre des Pantheismus ver¬
tritt, befürwortet, die die Identität
Gottes mit dem Weltall, die Existenz
Gottes in allen Dingen voraussetzt
pan|thei|stisch —* pan|the|is|tisch:
Adj. n. stg. Philosophie; Religion» die
Lehre betreffend, die die Identität
Gottes mit dem Weltall, die Existenz
Gottes in allen Dingen voraussetzt
Pan|the|on: <gr.> das; -s; -s 1 a) «Reli¬
gion» antiker Göttertempel b) Ehren¬
tempel 2 «Religion» alle Götter eines
Volkes
Penjther —» Pan|ter: <gr.-lat.> der; -s; -
1 Bezeichnung für die Form der Leo¬
parden, die Asien Vorkommen 2 die
Grauen Panther, politische Seniore¬
norganisation
Pan|therjfell —» Pan(ter]feU: das; -(e)s;
-e Fell des (schwarzen) Panthers
Pan|ti|ne: <fr.-niederh die; - ;-n 1 m. PI.
Holzschuh »Sie trägt Pantinen aus
hellem Holz.« 2 aus den Pantinen
kippen: [ugs.] 1. vor Freude, Schreck
vollkommen fassungslos sein 2. in
Ohnmacht fallen
Pan|tof|fel: </r.» der; -s; -n 1 m. PI. (leich¬
ter) Schuh, den man nur im Haus, in
der Wohnung trägt; Hausschuh 2 a)
unter den Pantoffel kommen: [ugs.]
a) eine herrschsüchtige Ehefrau be¬
kommen b) [scherzh.] heiraten b) un¬
ter dem Pantoffel stehen: [ugs.] von
der Ehefrau unterdrückt werden c)
jmdn. unter dem Pantoffel haben:
[ugs.] jmdn. in Entscheidungen nicht
einbeziehen, ihm alles vorschreiben 3
den Pantoffel schwingen: [ugs.] die
Herrschaft, Macht im Haus haben
Pan|tof[fel|blu|me: die; - ; -n Pflanze mit
sattgelben bis dunkelroten, meist ge¬
streiften Blüten
Pan|tgf|fel|ki|no: das; -s; -s [ugs.;
scherzh.] das Fernsehen, Fernsehge¬
rät
Pan|to4|fel|tier|chen: das; -s; * «Bio.»
Wimpemtierchen von flacher, längli¬
cher Form
Pan|to[let|te: die; - ; -n mit niederem
Keilabsatz versehener leichter, zu¬
meist offener Sommerschuh
Pan|to|mi|me: (gr.-lat.> der; -n; -n weibl.
Pan|to|mi|min: die; - ; -nen Person,
die eine Handlung, eine Geschichte
ohne Worte, nur mit Gebärden dar¬
stellt
Pan|to|mi|mik: die; - ; - 1 Darstellung
von Handlungen, Geschichten ohne
Worte, nur mit Gebärden 2 a) alle
Ausdrucksbewegungen des Körpers
b) Spiel der Gebärden, Gang u. Hal¬
tung des Körpers
pan|to|mj|misch: Adj. n. stg. 1 die Kunst
der Pantomimik betreffend, ihr zuzu¬
ordnen; mittels der Pantomimik 2
«Psychologie» die körperlichen Aus¬
drucksformen betreffend, ihnen zuzu¬
ordnen
pAnw.: Abk. Postanweisung
Pan|zer: <lat.-fr.> der; -s; - 1 feste, eng
anliegende, schützende Hülle be¬
stimmter Tiere »Die Schildkröte hat
ihren Kopf in ihren Panzer eingezo¬
gen.« 2 «hist.» (Metall-)Rüstung (von
Rittern u. Soldaten) 3 «Milit.» schwe¬
res Militärfahrzeug, mit dem geschos¬
sen wird »Die feindlichen Panzer fuh¬
ren in die Stadt.« 4 «übertr.» seelische
Schutzhülle, um keine Gefühle zu zei¬
gen
Pan|zer[ab|wehr: die; - ; - «Milit.» a) das
Sichverteidigen gegen Panzer b)
Truppe, die zur Verteidigung gegen
feindliche Panzer eingesetzt wird
Pan|zer|ab|wehr|ra|ke|te: die; - ; -n «Mi¬
lit.» Rakete, die zur Panzerabwehr,
Zerstörung feindlicher Panzer einge¬
setzt wird
Pan|zer|auf)klä|rer: die (PI.) «Milit.»
Kampftruppe mit der Aufgabe, mit
Hilfe gepanzerter Fahrzeuge gro߬
flächige Erkundungen durchzuführen
pan|zer|bre|chend: Adj. n. stg. «Milit.»
zum Durchschlagen von Panzerun¬
gen geeignet
Pan|zer|ech|se: die; ~ ; -n sich in noch
weitere Unterarten verzweigende Fa¬
milie der Alligatoren, Kaimane u.
Krokodile
Pan|zeijfaust: die; ~ ; -fauste «Milit.»
Handfeuerwaffe, die aus der Nähe
auf Panzer abgeschossen wird, indem
ein Treibsatz abgefeuert wird
Pan|zer|glas: das; -es; - bruch- u. schu߬
festes Glas
843
Panzergraben
Pan|zer|gra[ben: der; -s; -graben <Milit.>
Graben, der angelegt wird, um feind¬
liche Panzer aufzuhalten
Pan|zer|gre|na|dien der; -s; -e <Milit.> 1
der Panzergrenadiertruppe zugehöri¬
ger Soldat 2 n. PI. Kampftruppe, de¬
ren Einsatz mit der Panzertruppe er¬
folgt
Pan|zer|hemd: das; ~(e)s; -en <hist.;
MA> Hemd, häufig aus metallischen
(Ketten-)Gliedem, zum Schutz gegen
Verletzungen durch spitze Waffen od.
kleinere Geschosse
Pan|zer|kreu|zer: der; -s; - <Milit.>
Kriegsschiff, das mit einer Armierung
aus Stahl versehen, gepanzert ist
pan|zern: (lat.-fr» panzerst; panzertest;
hast gepanzert a) in, mit Platten aus
Panzerstahl einfassen b) <hist.> jmdm.
eine Rüstung anziehen
pan|zem, sich: panzerst dich; panzertest
dich; hast dich gepanzert a) <hist.> sich
eine Rüstung anziehen »sich für ein
Gefecht panzern« b) <übertr.> sich ge¬
gen etw. absichem, (psychisch) un¬
verletzbar machen
Pan|zerfschiffc das; -(e)s; -e <Milit.> mit
einer Panzerung, einer Armierung
aus Stahl versehenes Kriegsschiff
Pan|zerjschrank: der; -(e)s; -schränke
durch das ihn umgebende Material u.
besondere Schließvorrichtungen gesi¬
cherter Schrank, in dem Wertsachen
aufbewahrl werden
Pan|zer|ver|band: der; -(e)s; -verbände
(m. PI.) <Milit.> aus Panzern be¬
stehender Verband, gebildeter militä¬
rischer Zusammenschluß
Pap.: Abk. Papier
Pa|pa/[geh ] Pa|pa: der; - u. -s; -s Kose¬
wort, Anrede für den Vater, Syn.: Va¬
ti; Papi
Pa|pa|bi|li: <iO die (PI.) <kath. Kirche)
Kardinale, die zur Papstwahl kandi¬
dieren können
Pa|pa|gal|lo: dt» der; - u. -s; -s u. Papa-
galli südländischer junger Mann, der
sexuelle Abenteuer sucht »In der Dis¬
co saßen viele Papagalti, die auf Touri¬
stinnen warteten.«
Pa|pa|ge|/[österr.] Pa|pa|gei: </r.> der;
-(e)s u. -en; -e u. -en in zahlreichen
Arten, verschiedenen Unterfamilien
u. Größen vorkommende Vogelfami¬
lie (zu der auch die Familie der Sitti¬
che gehört) oftmals nur in einer Farbe
gefiedert, meist jedoch mit farben¬
prächtigem Gefieder u. kräftigem,
leicht gekrümmtem Hakenschnabel
(der z. B. das Klettern mit Futter er¬
möglicht), mit Füßen (zwei Zehen
nach vome u. zwei nach hinten ge¬
streckt), die gut zum Klettern geeig¬
net sind, rundgeschwungenen Flü¬
geln, deren Vertreter lernen können,
Stimmen, Laute u. Geräusche zu imi¬
tieren
pa|pa|gei|en|haft: Adj. papageienhafter;
papageienhafteste <übertr.> einem Pa¬
pageien ähnlich im Aussehen (bunt
gekleidet) od. Verhalten (ohne Sinn
plappern)«Er plapperte papageien¬
haft alles nach, was seine Frau sagte.«
Pa|pa|gei|en|krank|heit die; - ; - <Med.>
Krankheit, bei der insbesondere von
Papageien, aber auch von Tauben Vi¬
ren auf den Menschen (hier mit ge¬
fährlicher Wirkung) übertragen wer¬
den
pa|pal: dato Adj. n. stg. <kath. Kirche)
das Papsttum betreffend, ihm zuzu¬
ordnen
Pa|pal|sy|stem —* Pa|pal|sy|s|tem:
das; -(e)s; - <kath. Kirche) katholi¬
sches Prinzip der Kirchenhoheit des
Papstes
Pa|pa|raz|zo: </(.> der; -s; Paparazzi Re¬
porter od. Fotograf der Sensations¬
presse, Skandalpresse, Syn.: Sensati¬
onsreporter
Pa|pajya: (span» /papgja/ die; - ; -s 1
Baum mit melonenähnlichen Früch¬
ten 2 Frucht des Papayabaumes, die
einer Melone ähnlich sieht, bimenför¬
mig, mit orangefarbenem Frucht¬
fleisch u. Milchsaft in gelblich-weißer
Färbung u. kleinen runden, schwar¬
zen, glänzenden, weichen Kernen in
der Mitte
Pajper: <engb /pe'per/ das; -s; -s a) Pa¬
pier b) dibertr.) Arbeitsblatt als Ar¬
beitsgrundlage für eine Besprechung
o. ä.
Pajperjback: /pe'perbäck/ das; -s; -s
Buch mit einem Rücken, Einband aus
festem Papiermaterial, Pappe, Kar¬
ton
Pa|pe|te|rie: (lat.-fr» die; -; -n a) Papier¬
produkte b) Geschäft, in dem Papier¬
waren vertrieben werden
Pa|pi: der; -s; -s Verniedlichung, Kose¬
form von Papa, Vater
Pa|pjer: <gr.-lat» das; -(e)s; -e 1 auf der
Grundlage von Holz hergestelltes, ge¬
preßtes, dünnes, zum Beschreiben o.
ä. dienendes Material 2 Schriftstück;
Unterlage(n) »Ich habe meine Papiere
vergessen, auf denen die Notizen
stehen.« 3 n. PI. Ausweise »Ich habe
meine Papiere (Paß, Personalausweis
msw.) verloren.« 4 etw. zu Papier
bringen: [geh.] etw. schriftlich festle¬
gen, ein Dokument aufsetzen »Er
nahm die Hilfe eines Notars in An¬
spruch, um sein Testament richtig zu
Papier zu bringen.« 5 nur auf dem Pa¬
pier stehen: zwar per Schriftstück
festgelegt, aber noch nicht in die
Wirklichkeit umgesetzt sein 6 sich
seine Papiere holen, geben lassen
können: [ugs.] gekündigt werden
»Sollten Sie noch einmal betrunken
zum Dienst kommen, können Sie sich
ihre Papiere holen.« 7 Papier ist
geduldig: nicht alles, was geschrieben
ist, muß der Wahrheit entsprechen
—> Pajpier ver|ar|bei|tend: s. papierver¬
arbeitend
Pafpieijblock: der; -(e)s; -blocke u. -s
aus Papier bestehender Block; an ei¬
ner Seite zusammengeklebter, ver¬
bundener Stapel von Blättern
Pa|p!er|brei: der; -(e)s; - zähflüssiger
Brei, der aus gemahlenen (Holz-)Fa-
sem, Stoffen zur Füllung sowie Har¬
zen u. Leim besteht u. aus dem Papier
gewonnen wird, indem die Masse ge¬
preßt u. ihr die Flüssigkeit entzogen
wird
Pa|pieijdeutsch: das; - u. -en; - [ab¬
wert.] amtssprachliches od. sehr ge¬
hobenes, manchmal fast unverständ¬
liches od. sehr altmodisches Deutsch
pa|pie|ren: Adj. n. stg. 1 a) gefertigt aus
Papier b) <übertr.> blaß u. dünn, aus¬
getrocknet u. gespannt, so als sei es
aus Papier »Sein Gesicht sieht papie¬
ren aus.« 2 ausgetrocknet, tot, starr
(in der Ausdrucksweise, im Sprach¬
stil)
Pa|pier|fa|brik —* Pa|pjeijfa|b|rik: die;
- ; -en Papier herstellende, produzie¬
rende Fabrik
Pa|pieijform: die; - ; - <Sport> [ugs.] Lei¬
stungsvermögen, das von einem
Sportler od. einem Sportverein auf¬
grund der letzten Leistungen erwartet
wird
Pajpierjgeld: das; -(e)s; - a) Geldschein
(im Unterschied zur Münze) b) Ge¬
samtheit der Geldscheine
Pa|pier|ge|schäft das; -(e)s; -e Ge¬
schäft, in dem Papierwaren vertrieben
werden
Pa|p]er|ge|wicht: das; -(e)s; -e <Boxen;
Ringern 1 o. PI. Gewichtsklasse der
Sportlerinnen) mit extrem niedrigem
Körpergewicht 2 Sportlerin) der Ge¬
wichtsklasse Papiergewicht
Pa|pierfhand|lung: die; - ; -en Geschäft,
in dem Papierwaren verkauft werden
Pa|pier|hand|tuch: das; -(e)s; -tücher
nur einmal zu verwendendes Hand¬
tuch, das aus weichem, saugfähigem
Papier besteht
Pa|pier|in|du|strie —> Pa|pier|in|du|s|t|-
rie: die; - ; - Industriezweig zur Her¬
stellung von (Waren aus) Papier
Pa|p|er|korb: der; -(e)s; -körbe 1 Be¬
hältnis für papierene o. ä., zum Weg¬
werfen vorgesehene Dinge 2 [ugs.]
Müll-, Abfalleimer
Pa|pierjkram: der; -(e)s; - [ugs.; ab¬
wert.] schriftliche (dienstliche) For¬
malitäten, die als lästig empfunden
werden
Pa|pieijkrieg: der; -(e)s; - [ugs.; ab¬
wert.] Schriftverkehr (mit Behörden),
der als übertrieben lange andauernd
od. unnötig beurteilt wird
Pa|pier|ma|ch6 —» auch Pa|pierjma|-
schee: dat.-gr.; fr» das; -s; -s Masse
aus gewässertem Altpapier, die mit
Leim, Stärke u. a. gemischt ist, sich
formen läßt u. aushärtet
Pa|pjer|müh|le: die; - ; -n a) Maschine,
die (Alt-)Papier zerkleinert b) [veralt.]
papierherstellender Betrieb
Pa|pjerjrol|le: die; - ; -n a) Papier, das
aus Transport- u. Weiterverarbei¬
tungsgründen als Rolle gewickelt ist
(z. B. für die Herstellung von Zei¬
tungen, Büchern u. ä.) b) Rolle mit
Zellstoff, von der einzelne Stücke an
einer perforierten Linie abreißbar
sind (wie z. B. Küchenrollen,
Toilettenpapier) c) kurz für Ge¬
schenkpapierrolle
Pa|pier|sche|re: die; - ; -n große Schere,
die insbesondere zum Schneiden von
Papier verwendet wird
Pa|pieijschnit|zel/Pa|p[er|schnip|sel:
der u. jösterr. nur] das; -s; - kleines
Stück Papier; Papierabriß, -ausriß
Pa|pieijta|schen|tuch: das; -(e)s;
-tücher zum (einmaligen) Reinigen
der Nase verwendetes Tuch aus Zell¬
stoff
Pa|pieijti|gen der; -s; - [iron.] Person,
Sache od. Macht, die nur scheinbar
einen starken, gefährlichen Gegner
darstellt
844
Parabel
Pa|pierttü|te: die; - ; -n Tüte als Verpac¬
kungsmaterial, die aus strapazierfähi¬
gem Papier besteht
pa|pier|ver)aiibei)tend —* Pa|pier ver|-
ar|bei(tend: Adj. n. stg. die Verarbei¬
tung von Papier betreffend, ihr zuzu¬
ordnen
Pa|pier]wa|ren: die (PI.) Verkaufsarti¬
kel, die aus Papier hergestellt sind
(wie z. B. Schreibhefte, Notizblöcke,
Kalender usw.)
Pa|pjerjwa|ren]hand|lung: die; - ; -en
Geschäft, das Papier-, Schreibwaren
u. ä. verkauft
Pa|pierjwin[del: die; ~ ; -n einmal zu be¬
nutzende Windel, die aus saugfahi-
gem Vlies gemacht ist u. anstatt einer
mehrfach zu verwendenden, wasch¬
baren Stoffwindel benutzt wird
Pa|pil|larjkör|per: <lat.> der; -s; - <Anat.>
obere Lederhautschicht, die mit Pa¬
pillen ausgestattet ist
Pa|pil|lon: dat.-fr.i /papijosg/ der; -s; -s
1 (Zool.) Zwergspaniel mit einfarbig
weißer bis brauner od. fleckenartiger
Färbung 2 feingerippter Kleiderstoff
aus Kammgarn, der sehr weich u. ge¬
schmeidig ist
Pa|piljtpjte: </r.> /papijot«/ die; - ; -n wei¬
cher Lockenwickler
Pa|pis|mus: igr.-lat.t der; - ; - <kath.
Kirche) Papsttum
Pa|pist: <.gr.-lat.> der; -en; -en weibl. Pa|-
pi)stin —> Palpis|tin: die; • ; -nen [oft
abwert.] Papstänhänger(in); Anhän-
ger(in) des (römischen) Katholizis¬
mus
pa|pi]stisch—> pa|pis|tisch: Adj. n. stg.
[oft abwert.} den Papst, das Papsttum
überzeugt unterstützend; dem Papst¬
tum, der römisch-katholischen Kir¬
che zuzuordnen
Papp: der; -s; -e (PL s.j [ugs.] 1 zähflüs¬
siger Brei (aus Mehl) 2 klebriger Brei,
Kleister
papp: Interj. in der Wendung jmd. kann
nicht mehr papp sagen; [ugs.] jmd.
ist absolut satt
Papp|be|chen der; -s; - nur einmal be¬
nutzbares Trinkgefäß aus Hartpapier
Papp(deckei/Pap|pen|deckel (Papp|-
dek]kel/Pap|pen|dek|kel —» Pappj-
delckel/Pap|pen|dejckel): der; -s; -
a) Papp- öd. Kartonstück zur Abdek-
kung von etw. b) [ugs.] Führerschein
Pap|pe: die; ~ ; -n 1 ähnlich wie Papier
hergestelltes, aber dickeres, steiferes
u. stabileres Material 2 nicht von
Pappe sein: [ugs.] eindrucksvoll; sta¬
bil, stark sein
Pap|pei|holz: das; -es; -höher (verarbei¬
tetes) Holz der Pappel, des Pappel¬
baumes
pap|peln: Adj. n. stg. aus dem Holz der
Pappel bestehend
päpjpeln: päppelst; päppeltest; hast ge¬
päppelt [ugs.] mit viel Engagement u.
Güte großziehen, mit Nahrung ver¬
sorgen, aufziehen
pap|pen: pappst; papptest; hast gepappt
[ugs.] 1 etw. mit Klebstoff anheften 2
(verklumpen u.) an etw. hängenblei¬
ben »Nasser Sand pappt unter den
Fußsohlen.«
Pap|pen|hei|mer: der; -s; - in der Wen¬
dung jmd. kennt seine/ihre Pappen¬
heimer: [ugs.] jmd. weiß, mit welchen
Personen er/sie es zu tun hat, was von
ihnen gemäß ihren Schwächen u.
Stärken zu erwarten ist
Pap)pen|stiel: der; -(e)s; - in den
Wendungen a) etw. für einen Pappen¬
stiel bekommen o. ä.: [ugs.] etw. sehr
kostengünstig erwerben b) etw. ist
kein Pappenstiel: [ugs.] etw. ist nicht
unbedeutend c) etw., jmd. ist keinen
Pappenstiel wert: [ugs.] etw., jmd. ist
nichts wert
paplpig: Adj. n. stg. [ugs.] a) leicht klum¬
pend, klebend »pappiger Sand« b)
feucht-klebrig c) gar nicht od. nur
schwach durchgebacken, durch Näs¬
se weich geworden u. nicht länger
knusprig »ein pappiges Brötchen« d)
breiartig, ohne Form »Die Kartoffeln
waren zerkocht u. pappig.«
Papp|ma|ch6—> auch Papp|ma|schee:
das; -s; -«Masse aus gewässertem Alt¬
papier, die mit Leim, Stärke u. a. ge¬
mischt ist, sich formen läßt u. aushär¬
tet
Papp|na|se: die; -;-«1 aus Hartpapier
od. Kunststoff bestehende, meist
rote, lustig aussehende Nase, die zur
Kostümierung angelegt wird 2
<übertr.> [ugs.; abwert.] unzuverlässi¬
ge, wenig intelligent handelnde Per¬
son
Pappschachtel: die; - ; -n lose mit ei¬
nem Deckel verschließbare(r) Behäl¬
ter, Schachtel aus Hartpapier
Papplschiid: das; -(e)s; -Schilder
Schrifttafel, Schild aus Hartpapier
Papp|tel|len der; -s; - nur einmal be¬
nutzbarer Teller aus Hartpapier
Pa)pri|ka —» Pa|p|rijka: <lat.-serb.-ung.>
der; -s; ~ u. -s u. die; -; - u. -s a) Ge¬
müse- u. Gewürzpflanze, Schoten¬
frucht (gelb, lila, rot, grün) aus Süd¬
europa u. Amerika b) kurz für Papri¬
kaschote c) rotes Pulver zum Würzen
von Speisen in unterschiedlichem
Schärfegrad (mild (edelsüß) bis (ex-
tra)scharf), das aus der getrockneten
Paprika (b) hergestellt wird
Pa|pri[ka|scho|te —> Pajp|ri|ka|scho|te:
die; - ; -n sehr vitaminreiche, grüne,
gelbe, rote, weiße od. lilafarbene ver¬
zehrbare Frucht, Schote der Paprika¬
pflanze mit fester, saftiger Frucht¬
wand von unterschiedlichem Schärfe¬
grad (mild bis sehr scharf)
Paps: der; - u.-es; -e <meist als Anrede¬
form> Koseform für Papa, Vater
Paps: der; -es; -e [ugs.] 1 zähflüssiger
Brei (aus Mehl) 2 klebriger Brei, Klei¬
ster
Papst: der; -(ejs; Päpste 1 (Religion;
kath. Kirche) a) Oberhaupt der rö¬
misch-katholischen Kirche mit Sitz
im Vatikan b) als Papst (a) Stellver¬
treter Christi auf Erden u. der Nach¬
folger Petri 2 Wer den Papst zum Vet¬
ter hat, kann leicht Kardinal werden:
wer gute Beziehungen hat, erreicht
sein Ziel leichter, ohne viel Mühe o.
ä-, ihm/ihr steht alles offen
Pgpjstin—* Päps|tin: die; - ; -nen (PI.
s.) (in der Gegenwart nicht existie¬
rend; hist.) weiblicher Träger des
päpstlichen Amtes; Frau, die die
Papstwürde innehatte
Papst|kro|ne: die; -; -n a) <kath. Kirche)
Kopfbedeckung des Papstes; Tiara b)
<übertr.> [poet.] Würde, Amt des Pap¬
stes
päpstjlich: Adj. n. stg. 1 <kath. Kirche)
den Papst, das katholische Kirchen¬
oberhaupt betreffend, ihm zuzuord¬
nen »der päpstliche Segen« 2 jmd. ist
päpstlicher als der Papst: l. jmd. ist
sehr fromm 2. [ugs.; abwert.] jmd. ist
immer sehr, in zu hohem Maße ge¬
nau, streng u. läßt keine auch noch so
kleinen Ungenauigkeiten, Unkor¬
rektheiten, Abweichungen zu
Papsttum: das; -s; - <kath. Kirche) a)
Amt, das der Pajjst als Oberhaupt der
katholischen Kirche überantwortet
bekommt b) Organisationsform der
römisch-katholischen Kirche, an de¬
ren Spitze der Papst steht
Papst)ur)kun|de: die; - ; -n dcath. Kir¬
che) Dokument, das eigenhändig vom
Papst geschrieben od. unterschrieben
wurde
Papstjwahl: die; - ; -n <kath. Kirche)
Wahl, bei der das Oberhaupt der ka¬
tholischen Kirche gewählt wird
Pa|pu|la: dat.> die; - ; -e Ipapuläj <Med.>
flache bis erbsengroße Hautverdik-
kung, die meistens eine knötchenarti¬
ge Form aufweist
Pa[py|ro|lo|gie: <gr.> /papürologi/ die; - ;
- Wissenschaft, die sich mit der Erfor¬
schung und Bewahrung von Zeugnis¬
sen antiker Kulturen beschäftigt, die
auf Papyrusrollen festgehalten sind
Pa]px|rus: ‘gr.-lat.t /papiirus/ der; - ;
Papyri a) in Afrika beheimatete Gras¬
pflanze b) aus der Pflanze (a) herge¬
stelltes, beschreibbares Material in
Blatt- u. Rollenform c) aus der Anti¬
ke (besonders aus dem alten Ägypten)
stammendes, bemaltes od. beschrie¬
benes Papyrusblatt
Pa|py|rus|blatt: das; -(ejs; -blätter mit
Texten aus dem Altertum beschriebe¬
nes Blatt aus Papyrus
Pa|py|rus|roljte: die; ~ ; -n mit Texten
aus dem Altertum beschriebene Rolle
aus Papyrus
Pa|pyjrus|stau[de: die; ~ ; -n in Afrika
beheimatete Grasp flanze, aus deren
dreieckigem Halm das Material zur
Papyrusherstellung gewonnen wurde
Par: dat.-englt das; - u. -s; -s (Sport;
Golf) die durchschnittliche Anzahl
der Schläge auf einer Golf bahn
Par: Abk. 1 (Milit.) Parade 2 Paraffin =
wachsähnliches, brennbares Gemisch
3 Paragraph
par.: Abk. 1 parallel = in gleichem Ab¬
stand nebeneinanderlautend 2 paritä¬
tisch = gleichberechtigt 3 paraphiert
= einen Vertrag abgezeichnet
par avi|on: (/r.> /par awjong/ per, mit
Luftpost
par ex|cel[len|ce: dat.-fr.t /par ekße-
laagß/1 im wahrsten Sinne des Wor¬
tes 2 [geh.] noch besser gibt od. geht
es nicht
pa|ra-/Pa|ra-: <gr.> Wortbildungselement
(vor Vokalen meist ’par-j'Par-’j 1
ähnlich dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten; fast wie das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte »para¬
militärisch« 2 neben etw. anderem
existierend »paratakiisch«
Pa|rajbel: <gr.-lat.> die; - ; -n 1 (Litera-
turwiss.) lehrhafte Erzählung »Die Bi¬
bel enthält viele Parabeln.« 2 (Math.)
im Unendlichen verlaufende Kurve 3
(Physik) Wurfbahn in einem Vakuum
845
Parabellumpistole
Pa|ra|bel|lum|pi|stojle —» Pa)rajbel|-
lum|pis|to|le: die; ~ ; -n Pistole, die
mit einer Selbstladevorrichtung aus¬
gestattet ist
Pa|ra|bio|se —» Pa|ra|bi|o|se: <gr.> die;
- ; -n (Bio.) gemeinsame Existenz
zweier Lebewesen
Pa|ra|boljan|ten|ne: <gr.-lat.-it.> die; ~ ;
-n <Technik> Antenne (zum Fernseh-,
Rundfunkempfang), die Ultrakurz¬
wellen bündelt
pa|ra|bo|lisch: <gr.-lat-> Adj. n. stg. 1
[geh.) die literarische Parabel betref¬
fend, ihr zuzuordnen; so wie eine Pa¬
rabel; in der Art eines Gleichnisses 2
<Math.> der Form einer Parabel ge¬
mäß; in Form einer Parabel darstell¬
bar
Pa|ra|bol|spie|gel: der; -s; - Hohlspie¬
gel
Pa|ra|de: <lat.-fr.> die; - ; -n a) <Milit.>
festliche, formierte Präsentation mili¬
tärischer Truppen b) (übertr.) Aufge¬
bot, Menge an gleichartigen, mitein¬
ander verbundenen Personen, Din¬
gen
Pa|ra|de: dat.-span.-fr.> die; - ; -n das
Anhalten eines Pferdes od. Pferdege¬
spannes
Pajrajde: <lat.-il.-fr.> die; - ; -n 1 (Sport)
Abwehr eines Angriffs beim Fechten
od. Boxen od. auf ein Tor 2 jmdm. in
die Parade fahren: einer Person da¬
zwischenfahren, ihr entgegentreten,
sie in einem Vorhaben, einer Hand¬
lung stören, behindern
Pa|ra|de|bei|spiel: das; -(e)s; -e zur De¬
monstration von etw. verwendetes,
besonders aussagekräftiges Beispiel
Pa|ra|dei|seR <pers.-gr.-lat,> der; -s; -
[österr.] Tomate
Pa|ra|de|kis[sen: das; -s; - [veralt.] grö¬
ßeres, besticktes Kissen, das nur zu
schmückenden Zwecken auf dem
Kopfkissen liegt
Pa|ra|den|tg|se: <gr.> die; - ; - <Med.>
[veralt.] Parodontose; Erkrankung
des Zahnbettes mit meist daraus fol¬
gendem Zahnfleischrückgang, was
die Lockerung (u. den Ausfall) der
Zähne zur Folge hat
Pa|ra]de|pferd: das; -(e)s; -e 1 den
Zuchtvorstellungen in idealer Weise
entsprechendes, leistungsfähiges
Pferd 2 [ugs.] Mensch, Gegenstand,
Sache, mit dem/der man sich wegen
seiner/ihrer speziellen Vorzüge her¬
vorheben kann
Pa|ra|de|platz: der; -es; -platze <Milit.>
Platz, auf dem eine Parade abgehal¬
ten wird
Pa|ra|de|stück: das; -(e)s; -e etw., wo¬
mit man sich aufgrund seiner Vorzü¬
ge besonders hervorheben kann »Das
gute Zeugnis war sein Paradestück.«
Pa|ra|de|uni|form —» Pa|ra|de|u|ni|-
fornv. die; - ; -en <Milit.> aufwendige
Uniform, die meist bei Paraden u. zu
Repräsentationszwecken getragen
wird
pa|ra|die|ren: <lat.-fr.> paradierst; para¬
diertest; hast paradiert 1 (Milit.) im
Rahmen einer Parade auf- u. vor-
übermaschieren 2 [geh.] in beeindruk-
kender Weise präsentieren, nebenein¬
anderstellen 3 [geh.] prunken; versu¬
chen zu beeindrucken
Pa|ra)dies: <pers.-gr.-lat.> das; -es; -e 1 o.
PL «Bibel; Religion) Ort der Vollkom¬
menheit, der Seeligkeit; der Garten
Eden »(nach dem Tod) ins Paradies
kommen« 2 <übertr.> besonders schö¬
ner u. fruchtbarer Ort 3 das Paradies
auf Erden haben: ein besonders (auch
in finanzieller Hinsicht) gutes Leben
führen
Pa|ra|dies|ap|fel: der; -s; -äpfel 1 insbe¬
sondere auf der Balkanhalbinsel vor¬
kommender, kleinwüchsiger Apfel
von rundlicher Form, der wild wächst
2 [landsch.] Tomate 3 [landsch.; ver¬
alt.] Granatapfel 4 <Speise> mit einem
harten, roten Zuckerguß überzogener
Apfel auf einem Stiel
pa|ra|die|sisch: Adj. n. stg. 1 (Religion)
das Paradies betreffend, ihm zuzu¬
ordnen, dem Paradies angehörend 2
Freude bereitend; bei jmdm. ein
Wohlbehagen erzeugend; großartig;
zauberhaft; wundervoll
Pa|ra|dies|vo|gel: der; -s;-vögel 1 in den
Regenwäldem der Tropen vorkom¬
mende Singvogelfamilie von je nach
Art unterschiedlicher Größe, deren
Vertreter ein farbenprächtiges Gefie¬
der mit meist extrem langer Schwanz¬
fiederung haben 2 extrovertierter, un¬
gewöhnlicher Mensch
Pa|ra|dig|ma: igr.-lato das; -s; -ta u.
Paradigmen 1 Beispiel; Muster 2
(Sprachwiss.) Flexionsmuster einer
Deklinations- od. Konjugationsklas¬
se als Beispiel für alle gleich gebeug¬
ten Wörter 3 die Gesamtheit der in ei¬
ner Zeit als gesichert erachteten (wis¬
senschaftlichen) Erkenntnisse
pa|ra|dig|ma|tisch: igr.-lat.-fr.> Adj. n.
stg. 1 [geh.] ein Musterbeispiel reprä¬
sentierend; als Vorbild fungierend;
musterhaft »Ihre Vorgehensweise war
paradigmatisch.« 2 (Sprachwiss.) ein
Paradigma (2) betreffend, ihm zuzu¬
ordnen; in Form eines Paradigmas
präsentiert
Pa|ra|dox: <gr.-lat.> /paradpkß/ das; -es;
-e 1 [geh.] etw. in sich einen Wider¬
spruch Enthaltendes 2 (Philosophie)
Behauptung, die offenbar sinnlos u.
unkorrekt ist, aber in sich eine Wahr¬
heit enthält od. andeutet (meistens in
der Art einer lehrhaften Aussage)
pa|ra|dox: <gr.-lat.> /paradokß/ Adj. n.
stg. einen Widerspruch enthaltend
pa|ra|do|xer|wej]se: /paradokßer-/ Adv.
1 [geh.] auf paradoxe, widersprüchli¬
che Art 2 [ugs.] komischerweise; un¬
nötigerweise
Pa|ra|dojxie: tgr.-lat.> /paradokßi/ die;
~ ; -n jparadokßifnj [geh.] Wider¬
sprüchlichkeit; etw. Widersprüchli¬
ches
Pa|ra|do|xon: /paradokßon/ das; -s; Pa¬
radoxa 1 [geh.] etw. einen Wider¬
spruch Enthaltendes 2 (Philosophie)
Behauptung, die offenbar sinnlos u.
unkorrekt ist, aber in sich eine Wahr¬
heit enthält od. andeutet (meistens in
der Art einer lehrhaften Aussage)
Pa|raf|fin: dat.r das; -s; -e 1 wachsähnli¬
ches, farbloses, brennbares Gemisch
(z. B. für Kerzen) 2 n. PI. (Chemie)
Sammelbezeichnung für aliphatische,
gesättigte Kohlenwasserstoffe (wie z.
B. Butan)
pa|raf|fi|n|e)ren: paraffinierst; paraffi¬
niertest; hast paraffiniert (Technik)
mit Paraffin (1) befeuchten, behan¬
deln
Pa|raf|fin|ker|ze: die; - ; -n Kerze, die
aus Paraffin (1) besteht
Pa|ra|gii|ding: <engl.> /paraglaiding/ das;
-s; - (Sport) Fliegen, Gleiten von
Berghängen mittels eines Gleitsegels,
das einem Fallschirm ähnelt
—» Pa|ra|graf: s. Paragraph
—» Pa|ra|grajfen|dschun|get: s. Para-
graphenschungel
—» Pa|ra|gra|fen|rei|ter s. Paragra¬
phenreiter
—> Pa|ra|gra|f en|zei|chen/Pa|ra|g raf|-
zei|chen: s. Paragraphenzeichen/Pa-
ragraphzeichen
—» Pa|ra|gra|fie|rung: s. Paragraphie-
ning
Pa|ra]graph —» auch Pa|ra|graf: <gr.-
Iat.> /paragraf/ der; -en; -en 1
(Rechtsw.) Abschnitt in Gesetzes- u.
Vertragstexten 2 den Paragraphen)
51 haben: [ugs.] verrückt, nicht nor¬
mal sein
Pa|ra|gra]phenjdschun)gel —> auch
Pa|ra|gra|fen|dschun|gel: der u. [sel¬
ten] das; -s; - (Rechtsw.) [ugs.; ab¬
wert.] in Vertragswerken, Gesetzes¬
schriften o. ä. in gehäufter Anzahl
auftretende Paragraphen, Gebote,
die insbesondere für den Laien unver¬
ständlich od. irreführend sind
Pa|ra|gra|phen|re<lter —» auch Pa|ra|-
gra|fen|rei|ter: der; -s; - [ugs.; ab¬
wert.] sich in übermäßiger, übertrie¬
bener Weise ausschließlich an Vor¬
schriften, Gesetzen orientierende Per¬
son
Pa|ra|gra|phen|zei|chen/Pa|ra|graph|-
zeijchen —* auch Pa|ra[gra{fenfzei]-
chen/Pa|ra|grafjzei|chen: das; -s; -
(Rechtsw.) jeweils mit einer Zahl (u.
Buchstaben) verbundenes Zeichen in
Form von zwei senkrecht ineinander
verwobener ’S’ ( § ) als Symbol zur
Kennzeichnung eines Paragraphen«
Pa|ra|gra|phie|rung—* auch Pajra|gra|-
fje|ning: /paragrafirung/ die; - ; -en
Vorgang des Gliedems von Gesetzes-
u. Vertragstexten
Pa|ra|ki|ne|se: <gr.> die; -; -n (Med.) Ko¬
ordinationsstörung in bezug auf ein¬
zelne Muskeln, die disharmonische
Abläufe von Bewegungen zur Folge
hat
Para|lin|gui|stik —> Para|lin|gu|is|tik:
<gr.-lat.> die; - ; - (Sprachwiss.) Zweig
der Linguistik zur Erforschung von
Erscheinungen, die das menschliche
Sprachverhalten begleiten u./od. mit
ihm in Zusammenhang stehen (kön¬
nen), aber im engeren Sinne nicht
sprachlich sind (wie z. B. Gestik, Mi¬
mik, Körperhaltung)
Paijal|la|xe —> Pa|ral|la]xe: <gr.i /paral-
akße/ die; - ; -n 1 (Physik) Winkel, der
dadurch entsteht, daß etw. aus zwei
unterschiedlichen Perspektiven be¬
trachtet wird 2 (Astronomie) mittels
der Parallaxe (1) gemessener Abstand
von Himmelskörpern 3 (Photogra¬
phie) von der vom Sucher u. Objektiv
erzeugten Parallaxe (1) bedingter Un¬
terschied zwischen dem im Sucher zu
sehenden Bildausschnitt u. dem auf
846
Parasitismus
dem Film erscheinenden Bildaus¬
schnitt
par|al|lel —> pa|r|al|lel: <gr.-lat.> Adj. n.
stg. a) <räumlich> in gleichem Abstand
nebeneinander verlaufend b) (zeitlich)
zur gleichen Zeit erfolgend c) ver¬
gleichbar; ähnlich
—> pa|r]al|lel laufend: s. parallellau¬
fend
—*■ pa|r|al|lel schaljten: s. parallelschal¬
ten
Par|al|le|le —* Pa|r|al|le|le: <gr.-lat.-fr.>
die; - ; -n 1 <Math.> in gleichbleiben¬
dem Abstand zu einer anderen Linie
verlaufende Gerade 2 (übertr.) ver¬
gleichbarer Fall; Entsprechung
Par|at|le|len|axi|om —> Pa|r|at|fe|len|a|-
xi|om: das; -s; - (Math.) euklidischer
Grundsatz der Geometrie, nach dem
nur eine Parallele zu einer gegebenen
Geraden existiert, die durch einen
nicht auf ihr befindlichen Punkt führt
Parfal|lel|er|schei|nung —» Pa|r|al|lelj-
eijscheijnung: die; - ; -en Erschei¬
nung, die zeitlich gleich od. sachlich
sehr ähnlich ist
Parjal|lelfell —» Pa|r|al|lelfell: der;
-(e)s; -fälle Fall, Geschehen, der/das
sachlich sehr ähnlich ist
par|al|ie|li|sie|ren —» pa|r|al|le|li|sie|ren:
parallelisierst; parallelisiertest; hast
parallelisien vergleichen, in Verbin¬
dung zueinander setzen
Par|al|le|lis|mus —> Pa|r|a||lejlis|mus:
der; - ; Parallelismen 1 gleiche Be¬
schaffenheit, exakte Entsprechung,
Kongruenz, Analogie zu etw. 2
(Sprachwiss.) Aufbau von Satzglie¬
dern, Sätzen od. Satzfolgen in seman¬
tisch-syntaktischer Gleichmäßigkeit
Par|al|le|li|tät —» Pa|r|al|le|li|tät die; - ;
-en 1 o. PI. (Math.) Eigenart, typi¬
sches Merkmal, die/das parallele Ge¬
raden aufweisen 2 parallele, gleiche,
kongruente Struktur
Par|al|lel|kl£s|se —* Pa|r|al|lel|klas|se:
die; ~ ; -n dem gleichen Jahrgang zu¬
gehörige Schulklasse in einer Schule
Par|al|lel[kreis —> Pa|r|al|lel[kreis: der;
-es; -e (Geographie) Breitenkreis,
-grad
parlalllelllaulfend —» pa|rjal|lel lau¬
fend: Adj. n. stg. gleichzeitig od. ne¬
beneinander verlaufend
Par|a!|lelßi|nie —> Pa|r|al|lel|li|nie: die;
~ ; -n Linie, die parallel, in gleichblei¬
bendem Abstand zu einer anderen
verläuft
Par|al|le|lo|giamm —» Pa|r|al|le|lo|-
gramm: das; -(e)s; -e (Math.) Viereck
mit je zwei parallelen Seiten
Par|aljjel|pro|jek|ti|on —» Pa|rjal|lel|-
pro[jek|ti|on: die; - ; -en (Math.) in
Form einer Zeichnung mittels paral¬
leler Strecken dargestelltes Gebilde,
das auf einer Ebene liegt
par|al|lel|schal|ten —» pajr|al|lel schall¬
ten: schaltest parallel; schaltetest par¬
allel; hast parallelgeschaltet —>hast
parallel geschaltet-*— (Elektrot.) in
Form einer gleichlaufenden Schal¬
tung zusammenfügen, aneinanderge¬
reiht schalten
Par|al|lel|schal|tung —* Pa|r|al|lel|-
schal|tung: die; - ; -en (Elektrot.)
Elektroschaltung, die sich dadurch
auszeichnet, das jedes Schaltungsele¬
ment mit einem Anschluß an die glei¬
che Spannung versehen ist
Par|al|lel|sla|lom —> Pa|r|ai|lel|sla|lom:
der; -s; -s (Sport) Slalom, der mit ei¬
nem gleichzeitigen Start zweier Läu¬
fer auf zwei nebeneinanderliegenden
Strecken beginnt
Par|al|lel|stra|Be —» Pa|r|al|iel|stra|ße:
die; - ; -n Straße, die zu einer anderen
Straße parlallel, in etwa gleichblei¬
bendem Abstand verläuft
Pa|ra|lo|gis|nius: <gr.> der; ~ ; Paralogis¬
men (Philosophie) Fehlschluß, der auf
einem Denkfehler basiert
Pa|ra|ly|se: (gr.-Iat.> /paralüse/ die; - ; -n
(Med.) a) vollständige Bewegungsläh¬
mung b) Gehirnerweichung
pa|ra|ly|sje|ren: /paralüsiren/ paraly¬
sierst; paralysiertest; hast paralysiert
(Med.) bei jmdm. den Zustand einer
Paralyse erzeugen; jmdn./etw. in ei¬
nen Zustand der Lähmung versetzen
Pajra|lyjti|ker. /paralütiker/ der; -s; -
weibl. Pa|ra|lyfti|ke|rin: die; - ; -nen
(Med.) a) an einer vollständigen Be¬
wegungslähmung leidende Person b)
an einer Gehirnerweichung leidende
Person
pa|ra|ly|tisch: /paralytisch/ Adj. n. stg.
(Med.) a) eine vollständige Bewe¬
gungslähmung betreffend, ihr zuzu¬
ordnen b) eine Gehirnerweichung be¬
treffend, ihr zuzuordnen
pa|ra|ma|gne|tisch —» pa|ra|ma|g|ne|-
tisch: <gr.> Adj. n. stg. (Physik) die Ei¬
genart zeigend, bei Eintritt in ein ma¬
gnetisches Feld eine verstärkte Ma¬
gnetisierung aufzuweisen
Pa|ra|ma|gne|tis|rmis —*■ Pa|rajma|g|-
ne|tis|mus: der; ~ ; - (Physik) Eigenart
spezifischer Stoffe, bei denen das Ein¬
treten in ein magnetisches Feld zu ei¬
ner Verstärkung ihrer Magnetisie¬
rung führt
Pa|ra|ment: dato das; -(e)s; -e m. PI.
(Religion) zu den Liturgiegewändern
u. Insignien gehörender Gegenstand,
der im christlichen Gottesdienst ver¬
wendet wird, obligatorisch ist
Pa|ra|me|ter: igr.-lat.> der; -s; - 1
(Math.) a) konstante Hilfsgröße in
Funktionen u. Gleichungen b) senk¬
recht schneidende Sehne bei Kegel¬
schnitten 2 (Wirt.) veränderliche Grö¬
ße in ökonomischen Prozessen 3
(Technik) kennzeichnende Größe in
technischen Prozessen
pafra|mi|tiftiijrisch: <gr.> Adj. n. stg. mili¬
tärartig; ähnlich wie das Militär orga¬
nisiert
Pa)ra|noia —> Pa|ra|no|ia: <gr.>
/paraneu(j)a/ die; ~ ; - (Med.; Psycho¬
logie) Geistesgestörtheit, die sich in
Wahnvorstellungen zeigt
pa|ra|no|id: <gr.> Adj. n. stg. (Med.) a) an
Paranoia erinnernd b) unter Wahn¬
vorstellungen leidend
Pa|ra|ngi|ker —» Pa|ra|no|i|ker: /para-
neu'ker/ der; -s; - weibl. Pa|ra)noi|-
ke|rin —» Pa|ra|ng|i|ke|rin: die; - ;
-nen (Med.) Person, die sich im Zu¬
stand der Geistesgestörtheit befindet,
Wahnvorstellungen hat
pa|ra|no|isch: /paraneu'sch/ Adj. (Med.>
Paranoia, Geistesgestörtheit mit
Wahnvorstellungen zeigend, betref¬
fend, ihr zuzuordnen, auf ihr basie¬
rend
Pa]ra|nuB —» P§|ra|nuss: die; - ; -nässe
größere, längliche, dreikantige Nuß
mit dunkelbrauner, sehr harter Schale
u. weißlichem, fettreichem Frucht¬
fleisch aus Südamerika
Pa|ra|nu8|baum —> Pa]ra|nuss|baum:
der; -(e)s; -bäume in den südamerika¬
nischen Regenwäldern vorkommen¬
der Baum von extremer Größe, des¬
sen holzige Kapselfrüchte Paranüsse
enthalten
Pa|ra|phe: <gr.-lat.-fr> /parafe/ die; - ;
-n [geh.] Namenszeichen; Kürzel des
Namens
pa|ra|phie|ren: /parafiren/ paraphierst;
paraphiertest; hast paraphiert 1 etw.
mit seinem Namenszeichen abzeich¬
nen 2 (Pol.) einen völkerrechtlichen
Vertrag vorläufig, bis zur endgültigen
Genehmigung, Ratifizierung unter¬
zeichnen
Pa|ra|phie|rung: /parafirung/ die; - ; -en
a) das Versehen mit einem Namens¬
zeichen b) (Pol.) vorläufig, unter Vor¬
behalt der Zustimmung durch jmdn.,
das Parlament unterzeichnen
Pa]ra|phra|se —> Pa|ra[ph|rafse: <gr.-
lat.> /parafrase/ die; -; -n 1 a) verdeut¬
lichende Umschreibung eines Textes
b) (Sprachwiss.) freie Übertragung,
Uniformierung, Zusammenfassung 2
(Musik) (freie) Ausschmückung einer
Melodie
pa|ra|phra|sie|ren —> pa|ra|ph|ra|sie|-
ren: /parafrasiren/ paraphrasierst; pa-
raphrasiertest; hast paraphrasierl 1
(Sprachwiss.) a) eine sprachliche Äu¬
ßerung mit veränderten Worten od.
Redewendungen umschreiben b)
Wörter od. Texte nicht wörtlich, aber
dem Sinn entsprechend in eine andere
Sprache übersetzen 2 (Musikstück o.
ä.) mit Ausschmückungen versehen
Pa|ra|pla|s|e —» Pa|rap|la|sje: <gr.> die;
• ; -n IparaplasPnj (Med.) Mißbil¬
dung; Mißgestaltüng
pa|ra|psy|chtsch: <gr.> Adj. n. stg. (Para¬
psychologie) übernatürlich
Pajra|psy[cho|lo|gie: die; - ; - Teilgebiet
der Psychologie, das die Erforschung
außersinnlicher, übersinnlicher Er¬
scheinungen zum Inhalt hat
pa|ra|psy|cho|lo|gisch: <gr.> Adj. n. stg.
die Parapsychologie betreffend, ihr
zuzuordnen, auf ihr basierend
Pa|ra|sit: <gr.-lat.> der; -en; -en 1 (Bio.)
tierischer od. pflanzlicher Schmarot¬
zer; Lebensform, die auf Kosten an¬
derer Lebensformen lebt, diese da¬
durch schädigt u./od. Krankheiten
hervorrufen kann 2 (übertr.) a) (Lite-
raturwiss.; Theater) kriecherischer,
schmarotzender Mensch im antiken
Lustspiel b) [abwert.] schmarotzen¬
der, kriecherischer Mensch
pa|ra|si|t£n (gr.-lat.-fr.> Adj. n. stg. 1
(Bio.) durch Parasiten (1) bedingt; Pa¬
rasiten (1) betreffend, ihnen zuzu¬
schreiben »Zahlreiche Wurmarten le¬
ben parasitär.« 2 [geh.; abwert.] wie
ein Parasit (1) auf Kosten anderer exi¬
stierend; als ein Schmarotzer lebend
pa|ra|sl|tiejren: pasitierst; parasitiertest;
hast parasitiert als Parasit (1) existie¬
ren
Pa|ra|si|tis|mus: der; - ; - (Bio.) parasiti¬
sche Art zu leben; Existenz auf Ko¬
sten anderer
847
Parasitologie
Pa|ra|si|to|lo|g|e: die; - ; - als Teilgebiet
der Biologie geltende Wissenschaft,
im Rahmen derer man sich mit den
pflanzlichen u. tierischen Parasiten
(1) beschäftigt
Par|äs|the|sje —* Pa|r|äs{the|sie: <gro
die; - ; -n /paräßtesi'n/ <Med.> vom
Normalzustand abweichendes Emp¬
finden des Körpers (z. B. Juckreiz)
Pa|ra|sym|pa|thi|kus: <gro /parasüm-
patikuß/ der; -;- (Med.; Anat.> Sekti¬
on des vegetativen Nervensystems,
die speziell für die Steuerung der
Funktionen des Körpers verantwort¬
lich ist, die für den Aufbau u. die Ge¬
weberegeneration sorgt
pa|rat: Adj. n. stg. [ugs.] fertig; be¬
reit
pa|ra|tak|tisch: Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
auf einer Parataxe basierend; die Pa¬
rataxe betreffend, ihr zuzuordnen
Pa|ra|ta|xe: <gr.> /paratakße/ die; - ; -n
<Sprachwiss.> gleichwertige Neben¬
einanderordnung von Sätzen od.
Satzgliedern
pa|ra|ty|pisch: (gr.-lato Adj. n. stg.
(Med.) nicht erblich
Pa|ra|vent/Pa|ra|vent: dat.-it.-fr.'> /para-
wang/ der u. das; -s; -s Wandschirm;
dünne, versetzbare (meist halbhohe)
Wand
pa|ra|zen|trisch —» pa|ra|zen|t|risch:
<gr.> Adj. n. stg. sich um den Mittel¬
punkt bewegend; um einen Mittel¬
punkt angeordnet
Pär|chen: das; -s; • a) (junges) Paar;
zwei Menschen (meist unterschiedli¬
chen Geschlechts), die sehr eng mit¬
einander verbunden sind, zusammen¬
gehören b) Tierpaar
Parlcours: dat.-fro /parkur/ Hindernis¬
bahn (im (Pferde-)Sport)
Parjdon: dat.-fro /pardosg u. pardong/
der u. das; -s; - Verzeihung; Entschul¬
digung »Er bat sie um Pardon.«
pardpn!: dat.-fr.> /pardong u. pardong/
Interj. Ausdruck, mit dem jmd. um
Verzeihung bittet
paijdo|nie|ren: dat.-fr.> portionierst; par-
doniertesl; hast pardoniert [veralt.] a)
vergeben b) Gnade gewähren; aus
Gnade freilassen
Pa|ren|tal|ge|ne|ra|ti|on: dato die; - ; -en
<Bio.; Genetik) Eltern(generation) ei¬
nes Lebewesens
Par|en|the|se —» Pa|r|en|the|se: <gr.-
lato die; - ; -n 1 <Sprachwiss.> Satz od.
Teil eines Satzes, der außerhalb der
eigentlichen Satzkonstruktion aufge¬
führt, in diese eingeschoben wird 2
beiläufige Bemerkung
par|en|the|tisch —> pa|r|en|the|tisch:
Adj. n. stg. 1 (Sprachwiss.) dieParen-
these, den Einschub, die Umklamme¬
rung betreffend, ihr/ihm zuzuordnen;
mit dem Mittel der Paranthese gestal¬
tet 2 [geh.] am Rande, beiläufig be¬
merkt
Par|feit: dat.-fro /parf|/ das; -s; -s 1
Speise, die aus sehr fein, klein gehack¬
tem Fleisch od. Fisch zubereitet wird
2 feine Süßspeise, die aus exquisiten
Zutaten besteht u. halbgefroren ser¬
viert wird
Paijfum: dat.-it.-fr.i /parföng/ das; -s;
-s/Parjfünri: das; -s; -e u. -s wohlrie¬
chender Duftstoff mit unterschiedli¬
chem Alkoholanteil, den man auf
Körperstellen aufträufelt, aufträgt
Par|fü|me|rie: die; - ; -n /parfümerien/1
Geschäft, in dem Parfüms u. andere
kosmetische Waren verkauft werden
2 Betrieb, Firma, in dem/der Parfüms
produziert werden
Parlfülmaun /parfümör/ der; -s; -e
weibl. Parlfülmeulrin: die; - ; -nen
' Fachkraft in der Parfümproduktion
Paijfüm|fla|sche: die; - -n kleines (glä¬
sernes) Gefäß zur Aufbewahrung von
Parfüm
parjfü|mje|ren: parfümierst; parfümier¬
test; hast parfümiert a) Parfüm auf¬
sprühen, auftupfen b) einen Duftstoff
zu etw. geben
Paijfüm|zer|stäu|ber: der; -s; - Gerät
zum Erzeugen von kleinsten Parfüm¬
tropfen, Verteilen von Parfüm auf
etw.
pa|ri: dat.-ito 1 <Bankw.; Börse) zum
Nennwert 2 unentschieden
Pa|ria: damil.-engh der; -s; -s 1 Inder,
der der niedrigsten od. überhaupt kei¬
ner Kaste angehört 2 [geh.] unterpri-
viligierte, von der Gesellschaft abge¬
lehnte Person
pa|rie|ren: dat.-it.> parierst; pariertest;
hast pariert <Sport> einen Angriff ab¬
wehren
pa|rie|ren: dat.-span.-fr.> parierst; pa¬
riertest; hast pariert (Sport; Reiten)
ein Reittier anhalten od. vom Galopp
in den Trab bzw. vom Trab zum
Schritt bringen
pa|ife|ren: dato parierst; pariertest; hast
pariert [ugs.] tun, was jmd. sagt u.
will, Syn.: gehorchen
pa|rie|tal: dato Adj. n. stg. 1 <Bio.; Med.)
zu einer Organwand, Gefäßwand ge¬
hörig; an der Seite befindlich 2 <Med.>
dem Scheitelbein zuzuordnen
Pa|ri|tät: dato die; - ; -en 1 Gleichstel¬
lung; Gleichberechtigung 2 <Fi-
nanzw.) Wechselkurs zwischen Wäh¬
rungen o. ä.
pajri|tä|tisch: Adj. n. stg. a) [geh.] eben¬
bürtig; gleichermaßen berechtigt;
gleichrangig b) zahlenmäßig gleich
Park; <engl.-fr.-lato der; -s; -s u. [selten]
-e vom Menschen angelegte, nicht na¬
türlich gewachsene Grünanlage mit
Bäumen, Blumen, Rasen usw., durch
die man spazieren kann o. ä., Syn.:
Grünanlage
Par[ka: tlmdt-russ.-englo der; -s; -s u.
~die; - ; -s knielanger Anorak mit Ka¬
puze
Park-and-ride-Sy|stem —» Park-and-
ride-Sy|sjtem: tengl.-ameriko
/parkendn?d-/ das;-(e)s;-e (Verkehr)
System zur Innenstadtentlastung (od.
bei größeren Veranstaltungen), bei
dem ein Autofahrer außerhalb der
Stadt sein Auto auf einem Parkplatz
abstellen u. von dort mit öffentlichen
Verkehrsmitteln weiterfahren soll
park|arjtig: Adj. n. stg. wie ein Park, eine
weiträumige Grünfläche angelegt
Park|bank: die; - ; -banke Sitzbank, die
in einer (der Öffentlichkeit zugängli¬
chen) Parkanlage steht
Parkjbucht: die; - ; -en Einbuchtung,
Parklücke, in der ein Auto angehalten
od. geparkt werden kann
parjken: <englo parkst; parktest; hast ge¬
parkt ein Fahrzeug für einige Zeit an
einem Ort abstellen
Parjken der; -s; - weibl. Par|ke|rin: die;
- ; -nen ein Auto parkende, abstel¬
lende Person
Parjkett: dat.-fro das; -s; -e u. -s 1 auf ei¬
nen Betonboden o. ä. aufgebrachter
Holzfußboden »Parkett legem 2 Teil
des Zuschauerraumes im Theater od.
Kino zu ebener Erde 3 etw. glatt aufs
Parkett legen: [ugs.] etw. ohne die ge¬
ringsten Schwierigkeiten erledigen
Par|kett|bo|den: der; -s; -böden fest in¬
stallierter Bodenbelag aus Parkett,
Holz
par|ket|tje|ren: parkettierst; parkettier¬
test; hast parkettiert Boden mit Par¬
kett ausstatten, belegen
Par|kett|le|ger: der; -s; - weibl. [selten]
Par|kett|le]ge|rin: die; - ; -nen Person,
die (beruflich) Parkettböden verlegt
Paijkett|sitz: der; -es; -e Sessel, Sitz¬
platz, der sich im Parkett (2), im unte¬
ren Zuschauerraum befindet
Park|gebühn die; - ; -en Gebühr, Geld¬
summe, die man für das Parken ent¬
richten muß
Park|haus: das; -es; -häuser zum Parken
von Autos genutztes Gebäude mit
mehreren Stockwerken
par|kje|ren: parkierst; parkiertest; hast
parkiert [Schweiz.] (ein Kraftfahr¬
zeug) parken
Parfkin|son-Krank|heit —> Par|kin|-
son|krank|heit: die; - ; - (Med.) Ge¬
hirnerkrankung, die langfristig mit
geistigem Verfall u. Schüttellähmun¬
gen verbunden ist
Pai1kin|son|sche Krankjheit —*■ par|-
kin|son|sche Krank|heit: die; -n - ; -
(Med.) Gehimerkrankung, die lang¬
fristig mit geistigem Verfall u. Schüt¬
tellähmungen verbunden ist
Park|kral|le: die; ~ ; -n Gerät, mit dem
die Räder nicht korrekt abgestellter,
geparkter Fahrzeuge von der Ord¬
nungsbehörde blockiert werden
Park|leuch|te: die; - ; -n Lampe am Au¬
to, die beim Parken im Dunkeln zur
Erhöhung der Sicherheit auf einer
Autoseite hinten u. vorne angeschal¬
tet werden kann u. gedämpft leuchtet
Park|lücke (Park|lük)ke —» Parklü¬
cke): die; -; -n Freiraum zwischen be¬
reits geparkten Fahrzeugen o. ä. Be¬
grenzungen, in den noch ein zu par¬
kendes Autos hineinpaßt
Park|platz: der; -es; -platze großflächi¬
ger Platz, auf dem Autos zum Parken
abgestellt werden können, dürfen
Park|raum: der; -(e)s; -räume Fläche,
die Platz zum Parken, zum Abstellen
von Fahrzeugen bietet
Park|sün|deR der; -s; ~ weibl. Park|-
sün|de|rin: die; ~ / -nen [ugs.] das Au¬
to nicht korrekt (sondern z. B. im
Parkverbot) parkende Person
Park|uhr: die; - ; -en Automat, der nach
Münzeinwurf die erlaubte Parkzeit
angibt
Park|ver|bot: das; -(e)s; -e 1 Verbot für
ein Fahrzeug, einen bestimmten Platz
zum Parken zu nutzen 2 Platz, an
dem es nicht erlaubt ist, zu parken
Park|wäch|ter: der; -s; - weibl. Parkj-
wächjte|rin: die; - ; -nen 1 Person, die
auf einem Parkplatz od. in einem
848
Parteienstaat
Parkhaus für die Überwachung der
dort geparkten Fahrzeuge zuständig
ist 2 Person, die in einem Park, einer
Grünanlage aufpaßt
Park|weg: der; -(e)s; -e Weg, der durch
einen Park, eine Grünanlage führt
Pari.: Abk. a) Parlament b) Parlamenta-
rier(in)
pari.: Abk. parlamentarisch
parlam(ent).: Abk. parlamentarisch
Par|la|ment: igr.-lat.-fr.-engb das;
-(e)s; -e a) <Pol.> gewählte Volksver¬
tretung, -Versammlung »Das Parla¬
ment tritt Montag zur Beratung
zusammen.« b) Versammlungsgebäu¬
de der Volksvertretung (a)
Par|la|men|tär: <gr.-lal.-fr.> der; -s; -e
weibl. Par|la|men|tä|rin: die; - ; -nen
Unterhändlern), Vermittler(in) zwi¬
schen gegnerischen Parteien
Par|la|men|tärfflag|ge: die; ~ ; -n von ei¬
nem entsandten Unterhändler getra¬
gene Flagge in weißer Farbe, die als
Symbol für die Bereitschaft zu Ver¬
handlungen gilt
Pai]la|nien]ta|ri|er: der; -s; - Par|la|-
men(ta|rie|rin —» Par[la|men|ta|ri|e]-
rin: die; - ; -nen <Pol.> Abgeordnete(r);
Mitglied einer Volksvertretung
par|la|men|ta|risch: Adj. n. stg. das Par¬
lament betreffend, ihm zuzuordnen;
im Parlament stattfindend; vom Par¬
lament iniziiert
Parjla|men|ta|ns|mus: der; - ; - <Pob a)
demokratische Regierungsform, bei
der das Parlament die Regierung kon¬
trolliert b) politische Bewegung, die
(a) zum Ziel hat
parila|men|tie|ren: parlamentierst; par-
lamentierlest; hast parlamentiert 1
[veralt.] Verhandlungen, Unterhand¬
lungen ausführen 2 [landsch.j hin u.
her debattieren
Parjla|mentslaus|schuß —> Par|la|-
ments]aus|schuss: der; -ausschusses;
•ausschässe <Pol.> Ausschuß der ge¬
wählten Volksvertretung, der sich mit
einem politischen Bereich, Thema,
Sachverhalt beschäftigt
Par|la|ments|be|scblu8 —* Par|la|-
mentsfbe|schluss: der; -beschlusses;
-beschlösse <Pol.> parlamentarischer,
von der gewählten Volksvertretung
gefaßter Beschluß
Par|la|ments|ge|bäujde: das; -s; - Ge¬
bäude, in dem die Sitzungen der ge¬
wählten Volksvertretung, des Parla¬
ments stattfinden
Par|la|ments|mit|glied: das; -(e)s; -er
(Pol.» Angehörige(r), Mitglied der ge¬
wählten Volksvertretung
Par]la|ments|sit|zung: die; - ; -en <Pob
offizielles Zusammentreffen der ge¬
wählten Volksvertretung
Par|la|ments|wahl: die; - ; -en <Pob
Vorgang, bei dem eine Volksvertre¬
tung gewählt wird
par|lie|ren: <lat.-fr.> parlierst; parliertest;
hast parliert [geh.} a) [veralt.] einfache
Konversation betreiben; im Plauder¬
ton reden b) [geh.; oft scherzh.] eine
Fremdsprache beherrschen, in ihr
Konversation betreiben können
Par[me|san: <it.> der; - u. -s; - fester, fet¬
ter Käse, der gerieben besonders über
od. in Nudelgerichten gegessen wird
Par]me|san|kä|se: der; -s; - fester, fet¬
ter, italienischer Käse; Parmesan
Parjnaß —» Par)nass: der; - u. Parnas¬
ses; - [poet.] Reich der Dichter
Par|odie —> Pa|r|o|die: <gr.-lat.-fr.> die;
~ ; -n IparodPnl (meist Literaturwiss.>
Nachahmung, Imitation einer Person
od. eines Werkes, bei der Charakteri¬
stisches od. Typisches der Vorlage
bzw. Person in einer überzogenen
Form dargestellt wird (häufig in
Form der Satire)
par|odje|ren —> pa|r[o|die|ren: par¬
odierst; parodiertest; hast parodiert
etw. in Form einer Parodie imitieren,
überzogen darstellen
Parjodist —> Pa|r|o|dist der; -en; -en
weibl. Par|odi|stin —> Pa|r|o|dis|tin:
die; - ; -nen Künstlerin), der/die Par¬
odien anfertigt, vorträgt
Par|odi]stik —> Pa|r|o|dis|tik: die; - ; -
a) Verwendung, Art u. Weise, Dar¬
stellung der Parodie b) Begabung zur
Parodie; parodistische Kunstfertig¬
keit
par|odi|stisch —> pa|r|o|dis|tisch: Adj.
n. stg. die Parodie betreffend, ihr zu¬
zuordnen; in der Weise der Parodie;
in komisch überzogener Art imitie¬
rend
Par]odon|ti|tis —* Pa|r|o|don[ti|tis: <gr-
Iat.> die; * ; Parodontitiden <Med.> ent¬
zündliche Erkrankung des Zahnbet¬
tes
Par|odon|to|se —> Pa|r|o|don|to|se:
<gr.-lat.> die; - ; -n Paradentose; Er¬
krankung des Zahnbettes mit meist
daraus folgendem Zahnfleischrück¬
gang, was die Lockerung (u. den Aus¬
fall) der Zähne zu Folge hat
Pa|rp|le: <gr.-lat.-fr.> die; - ; -n 1 <Milit.>
Kennwort; Losung »Man vereinbarte
zur Erkennung eine Parole.« 2 nicht
der Wahrheit entsprechende Behaup¬
tung 3 (politischer) Wahlspruch; Leit¬
spruch
Pa[ro|le: <lat.-fr.> /parol/ die; - ; -
<Sprachwiss.> Rede; gesprochene
Sprache
Pafrojli: <lat.-it.-fr.> das; -s; -s 1 Verdop¬
pelung des Einsatzes ira Spiel 2 Paroli
geben, bieten: [ugs.] sich widerset¬
zen; Widerstand leisten; widerspre¬
chen; sich nichts gefallen lassen, son¬
dern entsprechend reagieren
Par|ömio|lo|gie —* Pa|r|ö|mi|o[lo|gje:
<gr.> die; ~ ; - <Sprachwiss.> Lehre von
den Sprichwörtern
Parjono|ma|sje —> Pa|r|o|no|ma|sje:
<gr.-lat.> die; ~ ; -n /paronomasjenl
(Sprachwiss.; Rhetorik» Spiel mit
Worten, bei dem gleich od. ähnlich
klingende Wörter kombiniert werden
par|ono|ma|stisch —» pa|r|o|no|mas|-
tisch: <gr.-Iat.> Adj. n. stg. (Sprach-
wiss.> das Spiel mit Worten betref¬
fend, ausführend, bei dem gleich od.
ähnlich klingende Wörter kombiniert
werden
pars pro to|to: <lat.> das; - ; - (Sprach-
wiss.; Stilfigur» ein Teil (beispielhaft)
für das Ganze (z. B. 'unter einem
Dach leben’, Dach = Teil für das
Ganze = Haus)
Parjsis|mus: <pers.-lat.> der; ~ ; - (Reli¬
gion» altpersische Religion, die (in ab¬
gewandelter Form) noch heute in In¬
dien existiert
Part: <lat.-fr.> der; -s; -s u. -e u. -en 1
Stimme eines Instrumentes od. Ge¬
sangsstückes 2 Rolle in einem Film
od. Theaterstück 3 (übertr.» Rolle in
einer Situation » Welchen Part hast du
mir zugedacht?« 4 PI. -en [kauf-
mannssprl.] Eigentumsanteil an ei¬
nem Boot, Schiff
Part.: Abk. 1 Partei 2 Parterre = Erdge¬
schoß 3 Partie 4 <Musik> Partitur =
Notenniederschrift eines Orchester¬
werkes od. Bühnenstückes 5 (Sprach-
wiss.» Partizip = Mittelwort 6 Part¬
nerin)
part.: Abk. 1 parteiisch; parteilich 2 par¬
terre — zu ebener Erde 3 partiell
teilweise 4 partikular, partikulär =
eine Minderheit betreffend
Par|te: die; - ; -n 1 [österr.] Anzeige, in
der der Tod eines Menschen bekannt¬
gegeben wird 2 [landsch.j Mietpartei
Parftei: <lat.-fr.> die; - ; -en 1 organi¬
sierte politische Vereinigung 2
(Rechtsw.» Beklagte(r) od. Klägerin),
Gegner in einem Zivilverfahren 3
Wohnungsinhaber; Mieter in einem
Mietshaus »Es gibt zwei Parteien pro
Etage.« 4 über den Parteien stehen:
keine Seite unterstützen; neutral sein
5 jmds. Partei, für jmdn. Partei er¬
greifen, nehmen: die Ansichten von
jmdm. (mit) unterstützen u./od. für
sie ein treten
Par|tei|amt: das; -(e)s; -ämter <Pol.»
Parteiposten; Amt, das jmd. in einer
Partei (1) innehat
par|tei|amt|lich: Adj. n. stg. offiziell von
einer Partei(l) initiiert
Par)tei|an|hän|geR der; -s; - weibl. Par|-
tej)an|hän|ge|rin: die; - ; -nen <Pol.»
Wählerin), Mitglied, Befürwortern)
einer Partei(l), ihrer Ziele
Parjtei]aus|schluB —> Par|tei|aus|-
schluss: der; -atisschlusses; -aus¬
schlüsse (Pol.» Beendigung der Mit¬
gliedschaft in einer Partei(l) ohne die
Zustimmung des Mitglieds
PaijteJIbuch: das; -(e)s; -bächer (Pol.» 1
Nachweis, Ausweisheft, den/das poli¬
tische Parteien an ihre Mitglieder aus¬
geben 2 (übertr.» Mitgliedschaft in ei¬
ner politischen Partei 3 das falsche
Parteibuch haben: nicht Mitglied in
der richtigen Partei sein u. deshalb
keinen od. nur einen langsamen Kar¬
riereaufstieg haben
Par|tei|chef: der; -s; -s weibl. Parftej|-
che|fin: die; ~ ; -nen (Pol.» Vorsitzen-
de(r) einer politischen Partei
Par|tei|chi|ne|sisch: das; - u. -s; - (Pol.»
[ugs.; abwert.] von den Funktionären
einer Partei gesprochener Jargon, der
für den Außenstehenden unverständ¬
lich ist
Par|tei|dis|zi|plin —> Par|tei|dis|zi|p|lin:
die; ~ ; - (Pol.» Erwartung, Verpflich¬
tung, nach der die Mitglieder einer
Partei im Parlament den Parteibe¬
schlüssen entsprechend abstimmen
sollen
Par|tm|do|ku|menfc das; -s; -e (früher
DDR» Nachweis der Mitgliedschaft
in der SED
Parfteijen|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
(meist Pol.» Auseinandersetzung, die
zwischen (politischen) Parteien statt¬
findet
Par|tei|en|staat: der; -(e)s; -en (Pol.»
Staat, in dem den Parteien eine wich¬
tige politische Funktion zukommt
849
Parteiführung
Par|tejifüh|rung: die; - ; - Leitung einer
Partei
Par|tei|funk|tio|när —» Par|tej|funk|ti|-
ojnär der; -s; -e weibl. Parjtei(funk|-
tio|nä|rin —» Par[teijfunk|tito|nä|rin:
die; - ; -nett <Pob (hauptamtlich au¬
ßerhalb der Verwaltung) für eine poli¬
tische Partei, im Auftrag einer Partei
arbeitendes Mitglied
Par]tei|gän|ger: der; -s; ~ weibl. Pai]tei|-
gän|gejrin: die; - ; -nen [meist
abwert.] Parteianhänger(in), Befür-
worter(in) einer (politischen) Strö¬
mung, eines (charismatischen, politi¬
schen) Führers
Par|tei|ge|nos|se: der; -n; -n weibl. Par|-
tei[ge|nos|sin: die; - ; -nen (Pol.) 1
<hist.> Mitglied der Nationalsozialisti¬
schen Deutschen Arbeiterpartei 2
Parteimitglied einer sozialistischen,
sozialdemokratischen o. ä. Partei
Parjtet|herr|3chaffc die; - ; - Grundsatz
der Verfügungsgewalt der Parteien in
einem Rechtsstreit
Par[tei|hochfschu|le: die; - ; -n <früher
DDR) für die Ausbildung leitender
Kader der marxistisch-leninistischen
Partei zuständige Hochschule
parjtejlin|tern: Adj. n. stg. in einer Partei
(l) ablaufend; sich in einer Partei er¬
eignend »eine parteininterne Debatte«
parjtei|isch: Adj. n. stg. n. stg. einseitig
eine Person, Gruppe befürwortend;
sich nicht an (vorgeschriebene) Neu¬
tralität, Objektivität haltend
Par|tejjkon|greB —> Parjtei|kon|g|ress:
der; -kongresses; -kongresse von einer
Partei (1) abgehaltene größere Sit¬
zung
par|tei|lich: Adj. n. stg. 1 eine Partei be¬
treffend, ihr zuzuordnen »parteiliche
Prinzipien ♦ parteiliche Strukturen« 2
a) (Kommunismus) sich bewußt od.
unbewußt für bestimmte Klassenin¬
teressen einsetzend b) (früher DDR>
sich für die Partei der Arbeiterklasse
u. des Sozialismus einsetzend u. nach
deren Grundsätzen handelnd 3 [sel¬
ten] parteiisch; einseitig eine Person,
Gruppe befürwortend; sich nicht an
(vorgeschriebene) Neutralität, Objek¬
tivität haltend
Par|teijlichjkeit: die; - ; - Zustand, Ei¬
genschaft des Parteilichseins
Paijtei|li|nie: die; - ; -n <Pob von der
Partei verfolgte, vertretene politische
Linie, Ziele, Strukturen
par]tei|los: Adj. n. stg. <Pob zu keiner
Partei gehörig; nicht Mitglied einer
Partei
ParJtei|lo|sig|keit: die; - ; - Zustand, Ei¬
genschaft des Parteilosseins
par[tei|mä|ßig: Adj. n. stg. sich an den
politischen Richtlinien einer Partei
orientierend, ihnen entsprechend
Par|tei|mit|glied: das; -fejs; -er <Pob
Person, die Mitglied in einer Partei
ist, einer Partei angehört
Par|tej|nah|me: die; - ; -n Vorgang des
Parteinehmens, bei dem sich jmd. auf
die Seite einer der gegensätzlichen
Parteien stellt
Par|te||or|gan: das; -(e)s; -e <Pob a) zu
einer Partei gehöriges, von ihr einge¬
richtetes (Verwaltungs-)Organ, mit
etw. beauftragte Parteiabteilung b)
Zeitung o. ä., die die Auffassung einer
Partei verbreitet
Par|tei|or|ga|ni|sa|ti|on: die; -; -en <Pob
a) einer Partei (1) zugehörige, zuzu¬
ordnende Organisation, Verbindung
b) Art u. Weise der Verwaltung,
Struktur einer Partei
par[tei|po|li|tisch: Adj. n. stg. <Pob a)
die innerparteiliche Politik betref¬
fend, ihr zuzuordnen b) Parteiinteres¬
sen außerhalb der Partei vertretend
Par|tei|pro|gramm —> Par|tei|pro|gj-
ramm: das; -(e)s; -e <Pob von einer
Partei entwickelte u. vertretene Pro¬
grammatik, Ziele
Parjtei|pro|pa|gan|da: die; -; - <Pob po¬
litische Werbung einer Partei (mit un¬
lauteren Mitteln)
Par)tei|se|kre|tär —» Par|tei)se|k]re|tär:
der; -s; -e weibl. Par|tei|se|kre|tä|rin
—> Paijte||se|k|rejtä[rin: die; * / -nen
Vorsitzende(r) einer kommunisti¬
schen Partei
Parjtei|spit]ze: die; - ; -n <Pob 1 einer
Partei zugehöriges Führungsgremium
Zn. PI. führende Parteipersönlichkei¬
ten
Par|te]|tag: der; -(e)s; -e <Pob 1 Gre¬
mium, Versammlung von (abgesand¬
ten) Parteimitgliedern, die das höch¬
ste Beschlußorgan einer Partei bildet
2 (mehrtägige) Zusammenkunft zu ei¬
nem Parteitag (1)
Par|tejjtags|be|schluB —» Par|tei|tags|-
be|schluss: dat.-fr.> der; -beschlusses;
-beschlösse <Pob Beschluß, Entschlie¬
ßung, der/die auf, von einem Partei¬
taggefaßtwurde
Parftejjver|samm|lung: die; - ; -en Kon¬
greß, Zusammenkunft einer Partei
(1), von Parteimitgliedern (aus einem
Gebiet)
Par|tet|vor|sit|zen|cle: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.; ein Partei¬
vorsitzender; eine Parteivorsitzende;
zwei Parteivorsitzende) Person, die
den Vorsitz, die Leitung einer Partei
(1) innehat
Parfterre —» Par|ter|re: dat.-fr» /partär
u. parterre/ das~-s; -s 1 Erdgeschoß,
zu ebener Erde liegende Etage in ei¬
nem Gebäude 2 Teil des Zuschauer¬
raumes im Theater od. Kino zu ebe¬
ner Erde
parfterre —* parfteijre: Adv. /partär u.
parterre/ im Erdgeschoß befindlich;
ebenerdig »Er wohnt parterre.«
Par|terre|woh|nung—* Par|terjre|woh|-
nung: /partär- u. parterre-/ die; - ; -en
etwa ebenerdig liegende W ohnung
PartG: Abk. Parteiengesetz
par]ti|al: dat.-fr.> /parzial/ Adj. n. stg.
nicht einen ganzen, gesamten Bereich
betreffend, umfassend, sondern nur
einen Teil; teilweise
Par|ti|altton: /parzial-/ der; -(e)s; -töne
(m. PI.) <Musik> von einem Klang
ausgehender Teilton
Parftie: <Jat.-fr.> /parti/ die; - ; -n
jpartvn) 1 Teil von etw., einem Gan¬
zen 2 Runde bei Spielen »eine Partie
Skat spielen« 3 Rolle in einem gesun¬
genen Theaterstück, einer Oper o. ä.
4 (Wirt.) in größeren Mengen ange¬
schaffter (u. zu günstigen Preisen wei¬
terverkaufter) Warenposten S mit
von der Partie sein: [ugs.] bei etw. da¬
beisein 6 a) eine gute Partie machen:
[veralt.] einen reichen Partner heira¬
ten b) eine gute Partie sein: [veralt.]
bei einer Heirat Reichtum in die Ehe
einbringen 7 eine gute/schlechte o.
ä. Partie liefern: (Sport) gut/schlecht
spielen
parjti|ell: <Iat.-fr.> /parziell/ Adj. n. stg.
nicht einen ganzen, gesamten Bereich
betreffend, umfassend, sondern nur
einen Teil, teilweise
par(ti|en|wei|se: Adv. [kaufmannssprl.]
in einzelnen Teilen, Abschnitten
Par|tie|preis: der; -es; -e [kauf¬
mannssprl.] für eine Partie (4), Wa¬
renlieferung zu bezahlender Preis
Par]ti]kel: dal» die; - ; -n u. das; -s; -n 1
nur die; - ; -n (Sprachwiss.) in der
Form unveränderbares, nicht beug¬
bares Wort wie Präpositionen (Ver¬
hältniswort), Konjunktionen (Bind¬
ewort) »'Auf, 'in', 'und', 'oder' usw.
sind Partikeln.« 2 (Physik; Technik)
Elementarteilchen; kleines Stück;
Teilchen
paijti|ku|lar/paijti|ku|lär: dato Adj. n.
stg. a) eine Minderheit betreffend b)
einen Aspekt, Teil betreffend
Par|ti|ku|la|r]s|mus: dat.> der; - ; - (Pol.)
[meist abwert.] Wunsch, Ansinnen
von Teilgebieten des Staates nach
Durchsetzung ihrer spezifischen In¬
teressen gegenüber allgemeinen Inter¬
essen (bis hin zur Abspaltung eines
Gebietes von einem Staat)
par|ü|ku|la|ri|stisch —» par|ti|ku|la]ris|-
tisch: Adj. n. stg. (Pol.) den Partikula¬
rismus betreffend, ihm zuzuordnen;
separate Interessen verfolgend
Par|ti|ku|lar[recht: das; -(e)s; -e
(Rechtsw.) [veralt.] in einzelnen Ge¬
bieten eines einheitlichen Staates gel¬
tendes Spezialrecht
Par|ti|san: dat.-ii.-fr.> der; -s u. -en; -en
weibl. Par|ti|sa|nin: die; - ; -nen be¬
waffnete^) Freiheits-, Widerstands¬
kämpfern)
Par|ti|sa|nen|krieg: der; -(e)s; -e Krieg,
der von Partisanen geführt wird
Par]ti|tW: dat.t der; -s; -e (Sprachwiss.) 1
zur Bezeichnung des Teils einer Ge¬
samtheit verwendeter Kasus (in der
finnischen Sprache vorkommend) 2
im Partitiv stehendes Wort
Par|ti|tur: <lat.-it.> die; ~ ; -en (Musik)
Notenniederschrift eines Orchester-
od. Bühnenwerkes
Par[ti|zip: dat.> das; -s; -ien jpartizipml
(Sprachwiss.) Mittelwort a) Partizip
Präsens: Partizip I; Mittelwort der
Gegenwart (wie z. B. 'schlafend’) b)
Partizip Perfekt: Partizip II; Mittel¬
wort der Vergangenheit (wie z. B. 'ge¬
schlafen')
Par|ti|zi|pa|ti|pn: /partizipazion/ die; - ;
-en Teilnahme, Beteiligung an etw.
par[ti|zi|pi|al: Adj. n. stg. (Sprachwiss.)
das Partizip betreffend, ihm zuzuord¬
nen
Par|ti|zi|pi|aljgrup|pe: die; * ; -n (Sprach¬
wiss.) Teilsatz, der ein Partizip ent¬
hält; aus mehreren Wörtern gebilde¬
tes Partizip
Par|ti|zi|pi|al|satz: der; -es; -sätze
(Sprachwiss.) Partizip, das satzwertig
ist; Mittelwortsatz
par|ti|zi|pie|ren: partizipierst; partizi¬
piertest; hast partizipiert [geh.] an der
Habe eines anderen, an etw. teilhaben
850
passioniert
Par|ti|zi|pi|um: das; -s; Partizipia u. Par¬
tizipien <Sprachwiss.> [veralt] Parti¬
zip; Mittelwort
Partner. <lat.-fr.> der; -s; - weibl. Partj-
ne|rin: die; *; -nen 1 a) Person, die mit
einer anderen Person gemeinsam etw.
unternimmt, etw. gemeinsam hat »Er
spielt mit seinem Partner Tennis.« b)
Person, die mit einer anderen Person
ein Geschäft o. ä. gleichberechtigt be¬
treibt »Geschäftspartner« 2 Person,
die eng u. intim mit einer anderen Per¬
son (meist des anderen Geschlechts)
verbunden ist »Ehepartner ♦ Lebens¬
partner«
Part|neiibe|zie|hung: die; - ; -en a) auf
Liebe basierendes (eheliches od. ehe¬
ähnliches) Verhältnis zu einer ande¬
ren Person b) [selten] geschäftliche
partnerschaftliche Gemeinschaft
Partjneijlook: der; -s; - Art des Sichklei-
dens, bei der zwei, mehrere Personen,
ein Pärchen gleichfarbige u. -förmige
Kleidung tragen
Part|neiischaft: die; - ; -en enge, ver¬
traute Gemeinschaft von Menschen,
Gruppen o. ä.
part|ner|schaft|lictv. Adj. n. stg. auf ei¬
ner Gemeinsamkeit, ausgeglichenen
Beziehung basierend; Partnern eigen,
zuzuordnen
Part|ner|stadt: die; - ; -Städte zu einer
anderen Stadt (im Ausland) in einem
offiziellen, freundschaftlichen Ver¬
hältnis stehende Stadt, die zu dieser
enge wirtschaftliche, kulturelle u. ä.
Kontakte pflegt
parttoufc </r.> /partu/ Adv. [ugs.] unbe¬
dingt; um jeden Preis
Part-Whg.: Abk. Parterre-Wohnung =
Erdgeschoßwohnung
Parjty: dat.-fr.-engl.-amerik.> /pati/ die;
* ; -s u. Parties —>nur noch
Partys<— zwangloses, privates Fest,
Syn.: Feier; Fete
Parz.: Abk. Parzelle = vermessenes
Grundstück
parz.: Abk. parzelliert = in kleinere
Grundstücksflächen aufgeteilt
Par|zel|le: dat.-fr.y die; ~ ; -n vermesse¬
nes Grundstück (meist als Bauland
od. zur landwirtschaftlichen Nut¬
zung)
parjzel|lig|ren: parzellierst; parzellier¬
test; hast parzelliert Land in einzelne,
kleinere Abschnitte einteilen
Pasjcal: /paßkal/ das; -s; - (Physik)
Einheit, in der Druck gemessen wird
Pasch: <lat.-fr.> der; -(e)s; -e u. Päsche
<Spiel> a) gleiche Augenzahl auf Wür¬
feln, die gleichzeitig geworfen wurden
b) gleiche Augenzahl auf beiden Sei¬
ten eines Dominosteines
Pa|scha: <hebr.-gr.-lat.> das; -s; - (Reli¬
gion> ökumenisch für ’Passah’
Pajscha: <türk.> der; -s; -s 1 <hist.> Titel
für einen hohen osmanischen Offizier
od. Beamten 2 [ugs.] anspruchsvoller
(oft als faul empfundener) Mann, der
im Haushalt nichts tut, sich gerne von
der Frau bedienen läßt (u. rücksichts¬
los u. herrisch ist)
pa|schen: paschst; paschtest; hast ge¬
pascht 1 [gaunerspri.; ugs.] Schmuggel
betreiben 2 würfeln 3 (österr.) mit den
Händen Klatschgeräusche produzie¬
ren
Pas de deux: dat.-fr.t /pa d« d6j der; - ;
- <Ballett> Schritt für zwei = Ballet¬
tanz für eine Solotänzerin u. einen So¬
lotänzer
Pas|lack: <poln.> der; -s; -s Person, die
für andere Menschen hart zu arbeiten
hat
Pas|lacken (Pas|lak|ken —» Pas|la|-
cken): die (PI.) [ugs; abwert.] Pack;
sozial unterprivilegierte u./od. sich
schlecht benehmende Menschen
Pa|so do|ble —» Pajso do|b|le: der; ~; -
schneller lateinamerikanischer Tanz
im Zweivierteltakt
Pas|pel: <fr.> die; • ; -n u. [selten] der;
-s; ~ Nahtbesatz bei Kleidungsstük-
ken
pas|pe|l|e|ren: paspelierst; paspeliertest;
hast paspeliert Zierstreifen an einem
Kleidungsstück anbringen
Pas|pe|l|e|rung: die; - ; -en a) Vorgang
des Paspelierens, Versehens eines
Kleidungsstückes mit einem Zierstrei¬
fen b) Zierstreifen, mit dem etw.
versehen ist
Paß —* Pass: dat.-fr.t der; Passes;
Pässe 1 amtliches Reise-, Ausweispa¬
pier 2 Übergangsstelle eines Gebirges
»Die Pässe sind zugeschneit.« 3
<Sport> das Anspielen eines Mitspie¬
lers der eigenen Mannschaft
pasjsajbel: <lat.-fr.> Adj. passabler; pas¬
sabelste annehmbar; in Ordnung;
qualitativ zur Zufriedenheit
Pas|sa|ge: <lat.-fr.> /passasehe/ die; - ;
-n 1 Durchfahrt; Durchgang 2 (Flug-
zeugs-)Schiffsreise 3 zusammenhän¬
gender Teil einer Rede od. eines Tex¬
tes 4 aus melodischen Figuren zusam¬
mengesetztes Musikstück 5 über¬
dachte Geschäftsstraße
Pas|sa|gjer: dat.-it.-fr.> /passasehir/ der;
-s; -e reisende Person in einem Flug¬
zeug, auf einem Schiff
Pas|sa|gier[li|ste —> Pas|sa|gierjlisjte:
dat.-it.-fr.-it.> /passaschir-/ die; - ; -n
Liste, Verzeichnis mit Namen aller an
Bord eines Schiffes, Flugzeugs be¬
findlichen Passagiere
Pas|sah: thebr.-gr.-lat.t das; -s; - (PI. in
der Zusammensetzung Passahfeste o.
ä.) <Religion> (Gedenk-)Fest der Ju¬
den an den Auszug aus Ägypten
Pas|sah|fest: das; -(e)s; -e (Religion)
Gedenkfeier der Juden , zur Erinne¬
rung an den Auszug aus Ägypten
Pas|sah|mahl: das; -(e)s; -e <Religion>
am Passahfest abgehaltenes Mahl,
stattfindendes festliches Essen
Pas|sant: <lat.-fr.> der; -en; -en weibl.
Pas|san|tin: die; - ; -nen Fußgänge-
r(in), Person, die vorbeigeht
Pasjsat: mederl.t der; -(e)s; -e Passat-
wind(e); beständiger, in Richtung
Äquator wehender Ostwind (in den
Tropen)
Pa8|bild Pass|bild: das; -(e)s; -er
kleinformatige Portraitaufnahme
zum Befestigen in einem Ausweis od.
Paß
Pas|se: die; - ; -n Stoffteil, das maßge¬
recht geschnitten wird u. im Schulter¬
bereich eines Kleidungsstücks ange¬
bracht wird
pas|sü —> auch paslsee: dat.-fr.t Adv.
[ugs.] vorbei; vergangen
pasjsen: tengl.-fr.t paßt; paßtest; hast
gepaßt —»alle Formen mit ss<— 1
a) Kleidungsstücke o. ä.> nicht zu
groß u. nicht zu klein sein, sondern
der Figur entsprechen »Der Pulli
paßt.« b) [ugs.] mit anderen Personen
sehr gut auskommen, so daß insge¬
samt eine harmonische Stimmung
herrscht »Wir passen gut (zusam¬
men).« 2 etw. od. jmd. ist jmdih. an¬
genehm, recht, sympathisch o. ä.
Seine Art paßt mir nicht. • Acht Uhr
paßt gut.« 3 [ugs.] etw. nicht wissen,
sagen können »Tut mir leid, bei dieser
Frage muß ich passen.« 4 passen wie
die Faust aufs Auge: [ugs.] etw. har¬
moniert überhaupt nicht »Der lila
Rock paßt zur knallroten Bluse wie die
Faust aufs Auge.« 5 das könnte
jmdm. so passen: [ugs.] das würde
jmdn. freuen, aber man wird es zu
verhindern wissen
Passe|par|tout: </r.> /passpartu/ das; -s;
-s 1 Umrandung (meist aus Pappe)
für Zeichnungen, Bilder usw. 2 [ver¬
alt.] Hauptschlüssel 3 [veralt.] Dauer¬
paß
Paß(form —> Pass|form: die; - ; -en
adäquater, zum jeweiligen Körper
passender Sitz eines Kleidungsstücks
Paß|fo|to —* Pass|fo|to: das; -s; -s
kleinformatige Portraitaufnahme
zum Befestigen in einem Ausweis od.
Paß
paß|ge|recht —» pass|ge|rechfc Adj. n.
stg. einem (ermittelten) Maß genau
entsprechend »paßgerechte Kleidung«
Pas|sier|ball: der; -(e)s; -bälle <Tennis>
Schlag, durch den der Ball den Geg¬
ner passiert, an ihm vorbeifliegt
pas|sier|bar: dat.-it.-fr.t Adj. n. stg. so
geartet, daß es passiert werden kann,
daß man (an einem Hindernis) vor¬
beikommt
pas|sie|ren: passierst; passiertest; hast/
ist passiert 1 hast eine bestimmte Ge¬
gend, Stelle durchreisen, durchqueren
2 ist geschehen; sich ereignen »Ein
Unglück ist passiert.« 3 hast durch ein
Sieb o. ä. rühren; durchseihen
Pas|sier|schein: der; -(e)s; -e zum Be¬
treten eines bestimmten Areals o. ä.
berechtigender Nachweis, den nur
Mitglieder einer bestimmten Perso¬
nengruppe erhalten
Pas|sierjschlag: der; -(e)s; -Schläge
(Sport, meist Tennis> Schlag, mit dem
der Ball unerreichbar am zum Netz
herangerückten Gegner vorbeige¬
schlagen wird
Pas|sjer|sieb: das; -(e)s; -e feines Sieb,
durch das Nahrungsmittel durchge¬
seiht werden können
Pas|si|on: dat.-fr.> die; - ; -en 1 stark
ausgeprägtes Gefühl der Hingezogen-
heit zu etw.; etw. besonders gerne mö¬
gen, tun o. ä. »Ich habe eine Passion
für italienisches Essen.« 2 (christliche
Religiom a) das Leiden Jesu Christi b)
künstlerische Darstellung des Leiden
Christis
pas|sio|na|to —> pas|si|o|na|to: dat-
fr.-il.t <Musik> leidenschaftlich
pas|sio|njert —» pas|si|o|nierb Adj. n.
stg. sich zu etw. od. jmdm. stark, vol¬
ler Leidenschaft hingezogen fühlend,
es od. die Person besonders gerne mö¬
gend, sich ihm od. ihr in hohem Maße
widmend
851
Passionsfrucht
Pas|si|ons|frucht: die; - ; -fruchte a) von
unterschiedlichen Arten der Passions¬
blume stammende Frucht b) Maracu¬
ja, eine ungefähr tennisballgroße,
runde Südfrucht mit fester bräunli¬
cher Außenschale u. weichlichem
grünlich-gelben Fruchtfleisch
Pas|si|ons|sonn|tag: der; -(e)s; -e
<kath. Kirche> zweiter Sonntag vor
Ostern
Pas|si|ons)spiel: das; -(e)s; -e Auffüh¬
rung, bei der die Passion (2b) Christi
dargestellt wird
Pas|si|ons|zeit die; ~ ; -en <Religion> a)
Zeitraum vom zweiten Sonntag vor
Ostern bis Karfreitag b) Zeit des Fa¬
stens zwischen Aschermittwoch u.
Ostern
Pas|siv: dat.-fro /passif/ das; -s; -e
Ipassiwej (Sprachwiss.) Verb(form),
vom betroffenen, leidenden Subjekt
aus betrachtet, Ant.: Aktiv
pasjsiv: <lat.-fr.> /passif/zfdy. n. stg. 1
nicht aktiv, sondern untätig u. keine
Initiative ergreifend 2 keine (aktive)
Funktion übernehmend »Ich bin nur
passives (= zahlendes) Mitglied.« 3
(Sprachwiss.) in der Verbform des
Passivs, der Leideform, Ant.: <3> aktiv
Pas|sj|va: /passiwa/ die (PI.) [kauf-
mannssprl.] Schuldbetrag; Eigen- u.
Fremdkapital, das auf der Passivseite
einer Unternehmensbilanz verzeich¬
net ist
Pas|siv|ge|schäft: /passif-/ das; -(e)s;
-e <Bankw.> Bankgeschäft, im Rah¬
men dessen sich eine Bank Geldmittel
besorgt, um das Gewähren von Kre¬
diten zu ermöglichen
pas|si|vie|ren: /passiwiren/ passivierst;
passiviertest; hast passiviert 1 [kauf-
mannssprl.] jegliches Schuldvorkom¬
men auf der Passivseite der Bilanz re¬
gistrieren 2 (Chemie) unedle Metalle
derart behandeln, daß sie in den Zu¬
stand der chemischen Passivität ge¬
langen, wodurch sie korrosionsbe¬
ständigerwerden
pas|si]visch: /passjwisch/ Adj. n. stg.
<Sprachwiss.> das Passiv betreffend,
ihm zuzuordnen; in der Leideform
vorkommend
Pas|si|vis|mus: /passjwißmuß/ der; - ; -
Verzichten auf Aktivität, von Passivi¬
tät geprägtes Verhalten
Pas|si|vi[tät: /passiwität/ die; - ; - Teil¬
nahmslosigkeit, Ant.: Aktivität
Pas|siv|le|gi|ti|ma|t)|on: /passif-/ die; - ;
-en (Rechtsw.) sachliche Befugnis ei¬
nes Beklagten, in einem Zivilprozeß
seinen Rechten Geltung zu verschaf¬
fen
Pas|siv|rau|chen: auchen/passif-/ das;
-s; - erzwungenes Einatmen von Ziga¬
rettenrauch eines Nichtrauchers auf¬
grund der Anwesenheit einer rau¬
enden Person
Pas|siv|sei|te: /passif-/ die; - ; -n [kauf-
mannssprl.] Eigen- u. Fremdkapital
angebende Bilanzseite
Pas|siv|zin|sen: /passif-/ die (PL) [kauf-
mannssprl.] Zinsen, die auf den auf
der Bilanzseite aufgeführten Schul¬
den basieren
PaB|kon|trol|le —» Pass|kon|t|rol|le:
die; - ; -n 1 Kontrolle, Überprüfung
des Reisepasses 2 ausgewiesener, offi¬
zieller Ort zur Kontrolle des Passes
Paß|stel|le —> Pass|stel|le/Pass-Stel|-
le: die; • ; -n für die Ausgabe u. ä. von
Pässen zuständiges Amt
Paß|stra|ße —» Pass|strajße/Pass-
Strajße: die; - ; -n über einen Paß,
Bergübergang führende Straße
Pas|sus: dat.> der; ~ ; - 1 Abschnitt,
Stelle in einem Text 2 [geh.; selten]
Angelegenheit
PaB|wort —* Pass|wort: <engh das;
-(e)s; -e Kode, Geheimwort, be¬
stimmte Zeichenfolge, wodurch der
Zugriff auf Computerdateien ermög¬
licht wird, die vor fremden Zugriff u.
Mißbrauch geschützt werden sollen
Past: Abk. 1 Pasteurisierung = Entkei¬
mung durch Erhitzen 2 (Arzneikun¬
de) Pastille 3 Pastor(in)
past.: Abk. 1 pasteurisiert = durch Er¬
hitzen von Keimen befreit 2 pastoral
= a) seelsorgerisch b) salbungsvoll
Pfjsta —» Pas|ta: dt.> die; • ; Paste (auf
italienische Art zubereitetes) Nudel¬
gericht
Pajste —* Pas|te: <gr.-lat.-it.> die; - ; -n
dicke, formbare Masse
Pa|stell —> Pasjtell: dt.-fro das; -(e)s;
-e a) o. PI. beim Gebrauch von Pa¬
Stellfarben angewendete Maltechnik
»Er malte in Pastell.« b) Bild, das mit
Pastellfarben gemalt wurde 3 Pastell¬
farbe; trockene Malfarbe (in einem
schwachen, sanften Ton)
Pa|stell|bild —* Pasjtelljbild: das;
-(e)s; -er in sanften u. hellen Farben
gemaltes Bild
Pa|stell|far|be —> Pas|tell|far|be: die;
- ; -n 1 trockene Malfarbe, meist in
Form von Stiften 2 (übertr.) helle,
zarte Farben wie rosa, bleu, mint
pa|stell|farjben —*■ pas|tell|far|ben:
Adj. n. stg. mit sanften, zarten Farben
versehen, hergestellt
pa|stel|lig —> pas|tel|lig: Adj. mit hellen
u. zarten Farben versehen, hergestellt
Pa|stell|ma|le|rei —»■ Pas|tell|ma|lejrei:
die; - ; -ena) o. PI. Arbeitmit sanften
u. hellen Farben b) Bild, das mit Pa¬
stellfarbe gemalt wurde
Pa|ste|te —*■ Pasjtejte: tgr.-lat.-niederlo
die; - ; -n a) Fleisch-, Fisch-, Gemüse¬
speise in einer Teighülle b) (festere)
Speise aus feingemahlenem Fleisch
ohne Teighülle »Gänseleberpastete«
pa|steu|rijsje|ren —* pas|teu|ri]sie|ren:
/pastörisiren/ pasteurisierst; pasteuri¬
siertest; hast pasteurisiert Nahrungs¬
mittel mit Hilfe des Erhitzens keim¬
frei u. haltbarer machen
Pajsteu|ri|s]e|rung/Pa|steu|ri|sa|ti|on
—» Pas|teu|ri|sje|rung/Pas|teu|ri|sa|-
ti|pn: /pastörisirung u. paßtörisazion/
die; - ; -en Entkeimung von Nah¬
rungsmitteln durch Erhitzen
Pa|stil|le —> Pas|tM|le: dato die; • ; -n
Gegenstand zum Lutschen in Form
einer kleinen Kugel, eines Plättchens,
Dragees mit zugesetzten Ge¬
schmacksstoffen od. Heilmitteln
Pa|stor/Pa|stor —> Pastor <lat.> der;
-s; Pastoren u. [landsch.J -e u. Pastöre
weibl. Pa|sto|rin —* Pas|to|rin: die;
- ; -nen 1 evangelische(r) Pfarrer(in),
Geistliche(r) 2 nur männl. Form
[landsch.] katholischer Pfarrer
Pa|sto|ral —* Pas|to|ral: dato die; - ; -
(christliche Kirche) in die Praxis um¬
gesetzte Theologie
pa|sto)ral —► pas|to|ral: Adj. n. stg. 1
den Pastor u. sein Amt betreffend,
ihm zuzuordnen; im Sinne der Seel¬
sorge 2 [meist abwert.] (übertriebe¬
nermaßen, auf künstliche Weise) wür¬
devoll, festlich 3 ländlich; rustikal
»ein pastorales Gedicht«
Pa|sto|ral|brief —» Pas|to|ral|brief: der;
-(e)s; -e (m. PI.) (christliche Kirche)
(vermutlich) vom Apostel Paulus ver¬
faßter Brief an Timotheus, in wel¬
chem sich der Verfasser mit den Ge¬
meindeämtern auseinandersetzt
Pa|sto|ra|le —* Pas|to|ra|le: dat.-ito
das; -s; -s u. die; -; -n 1 (Musik) a) nur
von Instrumenten gespieltes Stück im
Sechsachtel-Takt b) Singspiel, das
Themen aus dem idealisierten Leben
der Hirten behandelt; vertontes Schä¬
ferspiel 2 (Literaturwiss.) Schäfer¬
spiel; idyllische Präsentation von Si¬
tuationen aus dem Hirtenleben 3 nur
das; -s; -s (kath. Kirche) Hirtenstab
eines Bischofs o. ä.
Pa|sto|ral|theo|lo|gie —> Pas|to|ral|-
the|o|lo|gie: die; - ; - (christliche Kir¬
che) in die Praxis umgesetzte Theolo¬
gie
Pa(sto|rat —> Pas|to|rafc das; -(e)s; -e
Amt des Pastors, der Pastorin
Pa[stp|ren|toch|ter —» Pas|tp|ren|-
toch|ter: die; - ; -töchter 1 [veralt.]
Tochter eines evangelischen Pfarrers
2 [ugs.] unter uns Pastorentöchtern:
unter uns Gleichgesinnten; jetzt, da
wir unter uns sind
pa|stos —> pas|tos: <gr.-lat.-it.> Adj. n.
stg. 1 (Kochk.) breiartig; wie Teig be¬
schaffen 2 (Kunstmalerei) stark auf¬
gestrichen (besonders bei Ölfarbe)
Pat.: Abk. 1 Patent = Recht zur Ver¬
wertung einer Erfindung 2 Patient(in)
3 Patina = grünliche Schicht auf der
Oberfläche von Kupfer, die sich
durch Witterungseinflüsse bildet
pat.: Abk. patentiert = (Erfindung)
durch das angemeldete Nutzungs¬
recht vor Mißbrauch, Nachahmung
od. unrechtmäßiger Verwendung ge¬
schützt
Patch|work: tengl.-ameriko
/pätschwötic/ das; -s; -s a) o. PI. Tech¬
nik zur Herstellung von Kleiderstof¬
fen aus Flicken b) Handarbeit aus vie¬
len verschiedenen Stoffresten
Pafte: der; -n; -n weibl. Pajtln: die; - ;
-nen 1 (christliche Kirche) Person, die
offiziell die Aufgabe übernimmt, für
die Erziehung eines Kindes (mit) zu
sorgen 2 Person, die die Schirmherr¬
schaft für etw., eine Aktion über¬
nimmt 3 nur männl. Form Leiter eines
Gebietes der Mafia, Cosa Nostra 4
bei etw. Pate gestanden haben: Ein¬
fluß auf etw. ausgeübt haben
Pa(ten|kind: das;-(e )s; -er (meist christ¬
liche Kirche) Kind, für das eine Per¬
son die Patenschaft übernommen hat
Pajten|on|kel: der; -s; - weibl. Pajten|-
tan|te: die; -; -nen (christliche Kirche)
Pate/Patin; Person, die offiziell die
Aufgabe übernimmt, für die religiöse
Erziehung eines Kindes (mit) zu sor¬
gen
Pa|ten|schaft: die; - ; -en 1 a) (christli¬
che Kirche) vom Paten übernommene
(Mit-)Verantwortung, das Kind
christlich zu erziehen, sich um das
852
Patron
Kind zu kümmern b) <übertr.> freiwil¬
lig übernommene Verpflichtung, ei¬
nen finanziellen Beitrag zur Ernäh¬
rung u. Erziehung eines Kindes in ei¬
nem unterentwickelten Land zu über¬
nehmen 2 <früher DDR> Mitverant¬
wortung, die Werktätige od. Betriebe
für jmdn. zu dessen wirtschaftlicher,
kultureller od. politischer Förderung
übernehmen 3 Schirmherrschaft über
ein Projekt o. ä.
Pajten|stadt: die; ~ ; -Städte Partner¬
stadt; Stadt, mit der eine andere Stadt
in einem anderen Land besonders en¬
ge Beziehungen pflegt
Patent: dato das; -(e)s; -e <Rechtsw.>
Urkunde, Recht auf, über eine Erfin¬
dung, die nicht frei von jedem benutzt
werden darf; Recht zur gewerbsmäßi¬
gen Verwertung einer Erfindung
pa|tent: <lal.> Adj. patenter; patenteste
[ugs.] kumpelhaft; tüchtig; praktisch
Pa|tent|amt: das; -(e)s; -ämter für die
Registrierung u. Erteilung von Paten¬
ten zuständige Behörde
Pa|ten|tan|te: die; - ; -nen männl. Pa|-
ten|on|kel: der; -s; - (christliche Kir¬
che) Pate/Patin; Person, die offiziell
die Aufgabe übernimmt, zur religiö¬
sen Erziehung eines Kindes beizutra¬
gen
Pajtent|brief: der; -(e)s; -e (Rechtsw.)
Schreiben, das etw. als etw. auszeich¬
net, ausweist, was nicht frei von je¬
dem benutzt werden darf
pa|tent|fä|hig: Adj. n. stg. (Rechtsw.)
von einer Art, so strukturiert, daß
man darauf ein Patent gewähren
kann
pa|ten|tie|ren: patentierst; patentiertest;
hast patentiert (Rechtsw.) eine Erfin¬
dung o. ä. durch Nutzungsrecht vor
Nachahmung u. Mißbrauch schützen
(lassen)
Pa|ten|t]e|rung: die; - ; -en (Rechtsw.)
Vorgang des Patentierens, des Regi-
strierens von etw. als eine Erfindung
o. ä., die nicht frei von jedem benutzt
werden darf
Pa|tent|lö|sung: die; * ; -en alle Proble¬
me behebende Lösung
Pa|tent|recht: das; -(e)s; -e (Rechtsw.)
alle Regelungen u. Gesetze, die die
Vergabe, den Umgang mit Patenten
betreffen
pajtent|recht|lich: Adj. n. stg. (Rechtsw.)
das Patentrecht betreffend, darauf
basierend
Pa|t»nt|re|zept: das; -(e)s; -e einfache
Lösung zur Behebung aller Probleme,
Schwierigkeiten
Pa|tent|schutz: der; -es; - (Rechtsw.) ge¬
mäß dem Patentrecht gewährter
Schutz einer Erfindung vor ihrem Ge¬
brauch durch jede beliebige Person
Pa|tent|uijkun|de: die; - ; -n (Rechtsw.)
Urkunde, die etw. als Patent aus¬
zeichnet, ausweist
Pa|tent|ver|schkiB —» Pa|tent|ver|-
schluss: der; -Verschlusses; -ver¬
schlösse spezieller Verschluß (eines
Glases, einer Dose o. ä.), der als Pa¬
tent geschützt ist
Palten <lat.> der; -s; - u. Patres katholi¬
scher Ordensgeistlicher
Pa|ter|ngjster —» Pa|ter|nos|ter: dato
das; -s; - 1 (Religion) wichtigstes Ge¬
bet in der katholischen Lithurgie, da
es ein Bekenntnis zum Glauben u. zu
Gott darstellt, Syn.: Vaterunser
Pa|teijno|ster —* Pa|ter|nos|ten der;
-s; - kurz für Paternosteraufzug,
Syn.: Umlaufaufzug
Pa|ter|no|steijauf|zug —* Pa|teijngs|-
ter|auf|zug: der; -(e)s; -aufzöge heute
in Deutschland wegen eines gesetzli¬
chen Verbotes selten gewordener
Aufzug, Fahrstuhl aus umlaufenden
Kabinen ohne Türen, der nicht an¬
hält
Path.: Abk. a) Pathologie = Wissen¬
schaft von Krankheiten im orga¬
nisch-anatomischen Bereich b) Pa-
thologe/Pathologin
path.: Abk. 1 pathetisch = ausdrucks¬
voll 2 pathologisch = krankhaft
pa|thejtisch: <.gr.-lato Adj. n. stg. a) aus¬
drucksvoll; feierlich b) salbungsvoll;
übertrieben gefühlvoll
Pa|tho|ge|ni|1ät: <gr.> die; ~; - (Med.) Fä¬
higkeit des Auslösens krankhafter
Veränderungen in einem Organismus
Pa|tho|lo|ge: <gro der; -n; -n weibl. Pa|-
tho|lo|gin: die; ~ ; -nen (Med.) Medizi¬
nerin), der/die sich auf das Gebiet
der Pathologie spezialisiert hat
Pa|tho|lo|gie: <gro die; ~ ; - Teilgebiet
der Medizin, das sich mit den krank¬
haften Veränderungen im Körper be¬
schäftigt
pa|tho|lo|gisch: Adj. n. stg. 1 (Med.) die
Pathologie betreffend, ihr zuzuord¬
nen 2 (Med.) organisch geschädigt 3
[geh.] auf krankhafte Weise
Pajthos: <gr.> das; - ; - a) leidenschaftli¬
cher Ausdruck; Ergriffenheit b) Ge¬
fühlsüberschwang; übertriebene Ge¬
fühlsäußerung
Pa|ti|ence: dat.-fr.-i /paßiaagß/ die; - ;
-n Ipaßiangßrn) Kartenspiel für eine
Person
Pa|ti|ent: dat.i /pazient/ der; -en; -en
weibl. Pa|ti|gn(ön: die; - ; -nen kranke
Person in ärztlicher, heilpraktischer
od. therapeutischer Behandlung;
Kunde eines Arztes, Therapeuten
usw.
Pa|ti|na: du die; - ; - grünliche Schicht,
die sich durch Witterungseinflüsse
auf der Oberfläche von Kupfer bildet
pa|ti|nie|ren: patinierst; patiniertest;
hast patiniert [fachsprl.] etw. künst¬
lich mit einer grünlich wirkenden
Schicht bestreichen, überziehen o. ä.
Pajtio: dat.-spano der; -s; -s (spanischer,
lateinamerikanischer) Hausinnenhof,
von dem aus alle Räumlichkeiten des
Hauses erreichbar sind
Pa(tis|se|ri8: dat.-fr.i die; - ; -n
IpatisserPn/1 für die Herstellung von
Süßspeisen verwendete Räumlichkeit
in einem Restaurant od. Hotel 2
[Schweiz., sonst veralt.] Konditoreibe¬
trieb 3 [Schweiz., sonst veralt.] feine
Gebäckware
Pat|na|reis: der; -es; - u. (sorten) -e
langkörniger Reis
Patr.: Abk. 1 a) Patriarch — oberster or¬
thodoxer Geistlicher b) Patriarchat
= a) Amtsbereich eines Patriarchen
b) Herrschaft des Vaters c) Herr¬
schaft, Gesellschaftsform, in der der
Mann, die Männer eine bevorzugte
Stellung in Staat u. Familie hat, ha¬
ben 2 a) Patriot(in) = Person, die va¬
terländisch gesinnt ist b) Patriotismus
= vaterländische Gesinnung 3 Patri¬
zier = vornehmer, wohlhabender
Bürger 4 Patrone = Behälter a) für
Schußwaffen b) für Tintenbehälter c)
für Stifte 5 (Milit.) Patrouille = Späh¬
trupp
patr.: Abk. 1 patriarchalisch = vater¬
rechtlich, das Patriarchat betreffend
2 patriotisch = vaterländisch
Pa|tri|arch —* Pa|tjri|arctv. <gr.-lato der;
-en; -en 1 (christliche Religion,
Kirche) a) biblischer Erzvater b) ober¬
ster Geistlicher der orthodoxen Kir¬
che 2 älteres männliches (herrschen¬
des, bestimmendes) Familienober¬
haupt
pa|tri[aijchal —* pat|ri|arjchal: <gr.-lat >
Adj. n. stg. 1 a) das Patriarchat betref¬
fend, auf ihm basierend, ihm zuzu¬
ordnen b) den Patriarchen betreffend,
ihm zugehörig 2 innerhalb der Fami¬
lie o. ä. als Mann seiner Autorität
Geltung verschaffend, seine Interes¬
sen durchsetzend, Syn.: patriarcha¬
lisch
pa|tri|ar]cha|lisch —* pa|t|ri|ar|cha|-
lisch: Adj. n. stg. 1 a) das Patriarchat
betreffend, auf ihm basierend, ihm
zuzuordnen b) den Patriarchen be¬
treffend, ihm zugehörig 2 innerhalb
der Familie o. ä. als Mann seiner Au¬
torität Geltung verschaffend, seine
Interessen durchsetzend, Syn.: patri¬
archal
Pa|tri|ar|chat —> Pa|tjri|ar|chat: das;
-(e)s; -e 1 Amtsbereich eines Patriar¬
chen 2 a) Gesellschaft, in der die
Männer bestimmen b) Herrschaft des
Vaters, Ant.: (2 a, b> Matriarchat
Pa|tri|mo|ni|al|staat —» Pa|t|ri|mo|ro|al|-
staat: der; -(e)s: -en (hist.; MÄ>
Staat, dessen gesamte Fläche vom
Herrscher zu vererbender Besitz war
Pa|tri|mo|ni|um —* Pa|t|ri|mg|ni|um:
dat.i das; -s; Patrimonien /patrimo-
nim/ (Rechtsw.) a) (im römischen
Recht erwähnter) privater Besitz des
Regenten b) Erbgut des Vaters
Pa[tri|ot —* Pa[tjri|ot: <gr.-lat.-fro der;
-en; -en weibl. Pa|trio|tin —> Pa|t|ri|p|-
tin: die; - ; -nen Person, die ihrer Hei¬
mat, Nation sehr verbunden ist
Pa|trio|tis|mus —» Pa|t|ri|oftis|mus:
der; - ; - 1 (leidenschaftliche) Vater¬
landsliebe 2 (verhüll.) Nationalismus
Pa)tri|zi|at —» Pa|t|ri|zi|at: dato das;
-(e)s; -e (hist.) 1 alle altrömischen
Adeligengeschlechter 2 alle Patrizier,
vermögenden Bürger (im MA)
Pa|tnl|zi|er —> Pa|t|ri|zi|er: der; -s; -
weibl. Pa|tri|ziefrin —> Pa|t)ri|zi|e|rin:
die; - ; -nen 1 (hist.) Mitglied des alt¬
römischen Adels 2 vornehmer, ver¬
mögender Bürger
Pa|tri]zi|eijge|schlecht —» Pa|t|ri|zi|er]-
ge|schlecht: das; -(e)s; -er diist.) Li¬
nie, Familie, Dynastie des altrömi¬
schen Adels
Pajtron —* Pajtjron: dato der; -(e)s; -e
weibl. Pa|trojnin —* Paftjrojnin: die;
- ; -nen 1 a) (hist.) seine Freigelasse¬
nen beschützende(r) Herr(in) im anti¬
ken Rom b) [veralt.] Schirmherren);
Protektor(in) 2 einer Kirche o. ä. zu¬
gehöriger Schutzheilige(r) 3 a) Per¬
son, die eine Kirche gegründet, ge¬
baut od. gestiftet hat u. dadurch Vor¬
rechte erhält u. Pflichten auferlegt be-
853
Patronat
kommt b) Schutzheilige(r) 4 [ugs.; ab¬
wert.] Typ, Bursche 5 Familienober¬
haupt »ein widerwärtiger Patron«
Pa|tro|nat —> Pa(t|ro|nat das; -fe)s; -e
1 (hist.) Würde u. Amt des Patrons/
der Patronin im antiken Rom 2 [geh.]
Protektionat; Schirmherrschaft 3
(christliche Kirche) mit gewissen
Rechten u. Pflichten verbundene Stel¬
lung eine(r)(s) Kirchenstifter(in)(s)
Pa|tro|nats|herr —* Pa|t|ro|nats|herr
der; -en; -en weibl. Pattro|nats|her|rin
—* Pa|t|ro|nats|heiirin: die; - ; -nen
Person, der ein Patronat obliegt
Pa|trpjne —* Pa|t|ro|ne: die; - ;-n 1 Ge¬
schoß für Handfeuerwaffen 2 Behäl¬
ter für Kleinbildfilm 3 Tintenbehälter
in Stiften
Pa|tro|nen|gurt —> Pa|t|ro|nen|gurt
der; - (e)s; -e a) metallener, in einzelne
Glieder unterteilter Gurt zur Befesti¬
gung der Patronen (1) b) mit Schlau¬
fen versehener Gürtel aus Leder zur
Aufbewahrung von Patronen (1)
Pa|tro|nen|hül|se —> Pa|t|ro|nen|hül|se:
die; - ; -n Metallhülse, -Umhüllung ei¬
ner Patrone (1)
pa|tro|nje|ren —> pa|t[ro|nje|ren: <lat-
fr.> patronierst; patroniertest; hast pa-
troniert [österr.] etw. unter Verwen¬
dung von Schablonen bemalen
Paltrouillle —> Paltlrouillle: </r.>
/patruilje/ die; - ; -n Spähtrupp; Strei-
fe(ngang)
Paltrouilllenlboot —» Pa|t|rouil|len|-
boot /patrulljen-/ das; -(ejs; -e Boot,
das für Patrouillenfahrten benutzt
wird
Pa|trouil|len|gang —> PaltlrouiWenl-
gang: /patrullj'n-/ der; -(e)s; -gänge
Gang, der zur Erkundung, Kontrolle
von etw. unternommen wird
pa|trouil|lie|ren —> pa|t|rouil|lie|ren:
/patrulliren u. patruljiren/ patrouil¬
lierst; patrouilliertest; hast/bist pa¬
trouilliert in der Funktion eines
Wachpostens auf- u. abgehen; sich
auf eine Patrouille begeben
Pa|tro|zi|ni|um —> Pa{t[ro|zi|ni|um: <lat.>
das; -s; Patrozinien jpatrozinien/
<kath. Kirche) 1 a) Schutzherrschaft
über eine Kirche, die einem Heiligen
zugeschrieben wird b) Fest zu Ehren
eines Patrons 2 <hist.; antikes Rom>
rechtlicher Vorgang, bei dem ein Pa¬
tron seinen rechtsunfahigen Klienten
vertritt
Pat|sche: die; -; -1 [ugs.] a) durch Was¬
ser aufgeweichte, matschige Erde b)
Matsche; etw. (zu) Weiches 2 a) in der
Patsche sitzen, stecken: [ugs.]
Schwierigkeiten haben, sich in einer
problematischen (Not-)Lage befin¬
den b) jmdn. in die Patsche reiten:
[ugs.] eine Person in Schwierigkeiten,
in eine problematische (Not-)Lage
bringen c) jmdm. aus der Patsche
helfen: [ugs.] einer Person aus
Schwierigkeiten, aus einer problema¬
tischen (Not-)Lage helfen, befreien
Patsch|hand: die; - ; -hände [ugs.]
kleine, zarte, aber ungeschickte Hand
eines Kindes
patsch|naB/pat[sche|naB —> patsch|-
nass/pat|sche|nass: Adj. patsch(e)-
nasser; patsck(e)nasseste [ugs.] völlig
durchnäßt
Pat|schu|li: tfr.-engh das; -s; - a) Duft¬
stoff, den die Patschulipflanze bein¬
haltet b) Öl der Patschulipflanze
Pat|schu|li|öl: das; -(e)s; - u. (Sorten)
-e (zur Produktion von Parfüm ver¬
wendetes) Öl, das aus den Blättern
der Patschulipflanze gewonnen wird
Patt: das; -s; -s 1 <Schach> Unentschie¬
den 2 keiner Partei einen Vorteil, Sieg
gewährende Situation
Pantern: <fr.-engl.> /pättem/ das; -s; -s 1
(Psychologie; Soziob Verhaltensmo¬
dell; Denkmuster; Gesetzmäßigkeit 2
(Sprachwiss.) typisches (Sprach-)Mu-
ster, gemäß dem sprachliche Einhei¬
ten imitiert u. weiterentwickelt wer¬
den
Patt|sijtua|ti|on —> Patt|si|tu|a|ti|on:
die; - ; -en 1 (Schach) unentschiedene
Schachspielstellung 2 keiner Partei ei¬
nen Vorteil, Sieg gewährende Situati¬
on
Patjzen: der; -s; - [bayr.; österr.] 1 aus
Flüssigkeit bestehender Fleck; ange¬
häufte Masse 2 etw. Verklumptes
pat|zen: patzt; patztest; hast gepatzt
[ugs.] einen Fehler machen; etw. ver¬
derben
patjzig: Adj. n. stg. a) grob, scharf, un¬
verschämt, frech reagierend b) sich
patzig machen: [ugs.] sich wichtigtun
Pat|zig|keifc die; - ; -en a) o. PI. patzige
Art u. Weise; patziges Verhalten b)
einzelne patzige Handlung, Äuße¬
rung
Pa ulke: die; - ; -n 1 (Musik) Schlagin¬
strument (bespannter Resonanzkör¬
per), das mit zwei Schlegeln gespielt
wird 2 auf die Pauke hauen: [ugs.] 1.
angeben; prahlen 2. kräftig feiern 3
mit Pauken u. Trompeten: [ugs.] 1.
ohne Hoffnung; völlig »Er ist mit
Pauken u. Trompeten durchs Abitur
gefallen.« 2. mit viel Aufwand u. Ehr¬
bezeugungen
paulken: paukst; pauktest; hast gepaukt
[ugs.] lernen; sich Stoff, den man ken¬
nen muß, durch intensives Lernen an¬
eignen, Syn.: lernen; [ugs.] büffeln
Paulkenlschlaq: der; -(e)s; -schlage a)
einzelner, auf die Pauke abgegebener,
auf ihr produzierter Schlag b) mit ei¬
nem Paukenschlag: plötzlich u. auf¬
fällig
Paulkenlschläloer. der; -s; ~ weibl.
Paulkenlschläkielrin: die; - ; -nen [sel¬
ten] Person, die als Paukist(in) tätig
ist
Paulker: der; -s; - weibl. Paulkelrin: die;
~ ; -nen 1 Person, die die Pauke
schlägt 2 [schülersprl.; veralt.] a)
Lehrer(in) b) intensiv u. viel lemen-
de(r) Schüler(in)
Pau|ke{rei: die; - ; - [ugs.; abwert.] stän¬
diges, übermäßiges Lernen
pau|li|nisch: Adj. n. stg. (christliche Re¬
ligion) auf der Lehre des Apostels
Paulus basierend, ihr zuzuschreiben
Pau|li|nis|mus: der; - ; - (christliche Re¬
ligion) vom Apostel Paulus begründe¬
te u. verbreitete Lehre
Paulluslbrief: der; -(e)s; -e (m. PI.)
(Religion) Brief im Neuen Testament,
der von dem Apostel Paulus geschrie¬
ben wurde bzw. dessen Herkunft auf
ihn zurückgeführt wird
Paus|backe (Paus|bak|ke —» Paus|-
ba|cke): die; ~ ;-n (m. PI.) rotleuch¬
tende, rundliche Wange (speziell bei
Kindern)
pauslbackig/pauslbäckig (paus|bak|-
kig/paus|bäk|kig —» paus|ba|ckig/
pauslbälcklg): Adj. n. stg. mit roten,
rundlichen Wangen versehen
pauschal: dato Adj. n. stg. 1 sehr allge¬
mein »eine pauschale Antwort« 2 alles
zusammen; alles enthaltend
Pau|schal|ab|schrei|bung: die; - ; -en
(Wirt.) Abschreibung, die für ähnli¬
che, zur gleichen Zeit erworbene Ge¬
genstände des Anlagevermögens in
zusammengefaßter Form durchge¬
führt wird
Pau|schal|be|trag: der; -(e)s; -betrage
Gesamtbetrag, mit dem Einzellei¬
stungen abgegolten werden sollen
Pau|scha|le: die; - ; -n u. [seltener] das;
-s; Pauschalien jpauschalen/ Vergü¬
tung von Einzelposten in einer Sum¬
me
pau|scha|lje|ren: pauschalierst; pau¬
schaliertest; hast pauschaliert Teilbe¬
träge Zusammenlegen
pau|scha|li|sie|ren: pauschalisierst; pau¬
schalisiertest; hast pauschalisiert Ein¬
zelfalle verallgemeinern
Pauschalpreis: der; -es; -e (Wirt.)
Preis, auf den man sich insgesamt
(ohne Berücksichtigung von Einzel¬
heiten nach einer überschlägigen
Schätzung) geeinigt hat
Pau|schal]rei|se: die; - ; -n Reise, die im
Reisebüro angeboten wird u. bei der
die Ausgaben für die Anreise, die Un¬
terbringung, die Verpflegung u. a. in
einem einzigen Geldbetrag abgerech¬
net sind
Pau|schal|sum|me: die; - ; -n Vergü¬
tung von Einzelposten in einem Be¬
trag
Pau|schal|tou|iis|mus: der; - ; - Reise¬
form, bei der der Veranstalter alle
Leistungen (Fahrt, Unterkunft, Ver¬
pflegung) in einer Summe berechnet
Pau|schaljur|teil: das; -(e)s; -e [abwert.]
undifferenziertes, zu pauschal gehal¬
tenes Urteil, durch das jmd. od. etw.
abgewertet wird
Pausch|be|steue|rung —> Pausch|be|-
steu|e|rung: die; - ; -en (nur aus¬
nahmsweise erlaubte) Besteuerungs¬
art mit einer Festsetzung des vom
Steuerpflichtigen zu zahlenden Pau¬
schalbetrags
Paulsche: die; - ; -n (Sport) 1 Polste¬
rung, die (beidseitig) unterhalb des
seitlichen Sattelteils angebracht wird
2 (Turnen) einer der zwei gebogenen
Seitenpferdhaltegriffe
Paulse: tgr.-lato die; - ; -n 1 kleinere
Rast, kürzere Unterbrechung einer
Tätigkeit zur körperlichen u. geisti¬
gen Erholung 2 (Sende-)Pause ha¬
ben: [ugs.] nicht sprechen dürfen
Pauls«: (/r.> die; -; -n etw. durch Aufle¬
gen von Papier u. Nachzeichnen der
durchscheinenden Linien Gezeichne¬
tes
paulsen: paust; paustest; hast gepaust
eine Originalzeichnung abmalen, in¬
dem man ein Papier auf das Original
legt u. die durchscheinenden Linien
usw. nachzeichnet
Paujsen|brot: das; ~(e)s; -e zum Ver¬
zehr während einer Pause mit etw. be¬
legte Brotscheibe
854
Peiler
Pau[sen|fül|ler: der; -s; - [ugs.] etw.
zum Uberbrücken, Füllen einer Pro¬
granunpause
Paulsenlhof: der; -(e)s; -höfe (Schul-
)Hof, Platz, der den Schülern wäh¬
rend einer Pause als Aufenthaltsort
dient
pau|sen|los: Adj. n. stg. eine gewisse
Zeitspanne lang ohne jegliche Unter¬
brechung andauernd; ohne ein zwi¬
schenzeitiges Aussetzen; ständig
Paulaenlraum: der:-(e)s; -räume Raum
(in einer Fabrik o. ä.), in welchem
Personen während einer Arbeitspause
ihre Zeit verbringen können
Paulsenlstand: der; -(e)s; -stände
<Sport> bis zur Pause eines Spiels er¬
reichter Spielstand
Paulsenlzeilchen: das; -s; - 1 <Musik>
(in der Notenschrift verwendetes)
graphisches Zeichen zum Anzeigen
der Pause 2 <Radio u. TV> Erken¬
nungslaut od. optisches Zeichen einer
Sendeanstalt
pau|sie|ren: pausierst; pausiertest; hast
pausiert etw. für kurze Zeit unterbre¬
chen
Paus|pa|pier: das; -(e)s; -e 1 transpa¬
rentes Papier, das zum Durchpausen
verwendet wird 2 Kohlepapier, mit
Hilfe dessen eine Pause, Durchschrift
von etw. hergestellt werden kann
P.-Ausw.: Abk. Personalausweis
Pav.: Abk. Pavillon
Pa|vi[an: </r.> /pawian/ der; -s; -e gro߬
gewachsener, sich hauptsächlich am
Boden aufhaltender afrikanischer Af¬
fe mit einem unbehaarten rotfarbigen
Hinterteil u. einer Scnauze, die spitzt
ählich der eines Hundes zuläuft
Pa|vil|lon/Pa|vii|lon: dat.-fr.> /pawilljong
u. pawi(l)jong/ der; -s; -s 1 a) freiste¬
hendes Gartenhaus od. Haus im Park
b) vorspringender Eckteil eines Hau¬
ses 2 Bau; Ausstellungsgebäude auf
einem Ausstellungsgelände
Pax: <to.> /pakß/ die; - ; - <kath. Kirche>
Gruß des Friedens (speziell Kuß)
während einer Messe
Paz.: Abk. 1 Pazifik (Pazifischer Ozean)
2 a) Pazifismus = Gewaltablehnung
b) Pazifist(in)
Pa|zi|fik: dat.i der; -s; - Pazifischer Oze¬
ans
pa|zi|fisch: Adj. n. stg. den Pazifik be¬
treffend, ihm zuzuordnen
Pa|zj|fi|sche Oze|an —*■ Pa|zj|fi|sche
0|ze|an: der; -n -s; - zwischen dem
amerikanischen Kontinent, Austra¬
lien u. dem nordöstlichen Asien lie¬
gendes Weltmeer
Pa|ziffis|mus: dat.-fn der; - ; - Ableh¬
nung des Krieges u. Kriegsdienstes;
radikales Eintreten für den Frieden
Pa|zi|fist: der; -en; -en weibl. Pa|zi|fijstin
—» Pa|zi|fis|tin: die; - ; -nen Befür-
worter(in) des Pazifismus
pa|zi|fi|stisch —» pa|zi|fis|tisch: Adj. n.
stg. den Pazifismus betreffend, ihm
zuzuordnen; den Pazifismus befür¬
wortend
PBefG: Abk. Personenbeförderungsge¬
setz
PBG: Abk. 1 Personenbeförderungsge¬
setz 2 Polizeibeamtengesetz
PC: Abk. 1 <engl.> personal Computer =
nicht an einen Zentralrechner ange¬
schlossenes Computersystem 2 Poly¬
carbonat
p. c.: Abk. 1 <engl.> paid cash = bar be¬
zahlt 2 dat> pro centum = Prozent
(von hundert)
PCB: Abk. <Chemie> polychlorierte Bi¬
phenyle
PC-DOS: Abk. <engh personal Compu¬
ter disc operating System = ein Com¬
puterbetriebssystem, ähnlich dem
MS-DOS-System
p. Chr.: Abk. dat.i post Christum = nach
Christus, Christi Geburt
Pck./Pckg.: Abk. Packung
PCP: Abk. Pentachlorphenol = ein aus
Gesundheitgefährdungsgründen ver¬
botenes Holzschutzmittel
PD: Abk. 1 Polizeidirektion 2 Postdirek¬
tor 3 Pressedienst 4 Privatdozent =
Titel eines Hochschullehrers, der
(noch) nicht Professor ist
PDS: Abk. 1 Partei des Demokratischen
Sozialismus (Nachfolgepartei der
SED) 2 portopflichtige Dienstsache
PDV: Abk. Polizeidienstvorschrift
p. e.: Abk. a) </r.> par exemple = zum
Beispiel b) dat.i per exemplum = zum
Beispiel
Pech: das; -(e)s; - 1 dunkler, klebriger
Rückstand, der bei der Bearbeitung
von Teer u. Erdöl entsteht 2 jmdm.
unterlaufendes Mißgeschick; Un¬
glück, das jmd. hat, Ant.: <2> Glück
3 Zusammenhalten wie Pech u.
Schwefel: sich durch nichts auseinan¬
derbringen lassen, fest zusammenste¬
hen 4 Pech an der Hose, am Hintern,
am Arsch haben: sich irgendwo fest¬
reden od. festsetzen u. dabei den an¬
deren auf die Nerven gehen
Pech|blen[de: die; - ; - «Geologie) Mine¬
ral von schwarzer Farbe, aus dem sich
Uran u. Radium gewinnen lassen
Pech|draht: der; -(e)s; -drahte (bei der
Produktion von Schuhen) zum Nä¬
hen verwendetes Garn aus Hanf o. ä.,
welches mit Pech getränkt ist
Pechjfackei (Pech|fak|kel —> Pech|fa|-
ckel): die; - ; -n Fackel, die mit Pech
durchtränkt ist
pech|fin|ster —* pech|fins|ter: Adj. n.
stg. extrem dunkel; sehr düster, fin¬
ster
Pech|na|se: die; - ; -n sich an den Toren
u. an den Burgringmauem des Mittel¬
alters befindlicher, nach unten geöff¬
neter, kleinflächiger Erker zum Aus¬
gießen von heißem Pech über Angrei¬
fer
pech|schwarz/pech|schwarz: Adj. n.
stg. [ugs.] sehr dunkel, schwarz, Syn.:
kohlrabenschwarz
Pech|sträh|ne: die; - ; -n Reihe, Serie
von negativen, unseligen Zufällen,
mit denen eine einzelne Person (in
kürzester Zeit) konfrontiert wird
Pech|vo|gel: der; -s; -vögel [ugs.] Per¬
son, die häufig Pech hat, von Pech
heimgesucht wird
Pe|dal: dat > das; -(e)s; -e durch Fu߬
druck zu bedienende(r) Fußraste od.
Fußhebel bei Fahrrad, Auto, Klavier,
Orgel u. ä.
Pe|dant: dat.-fr.-it.i der; -en; -en weibl.
Pe[dan|tin: die; - ; -nen übertrieben
genauer, kleinlicher Mensch
pejdant: Adj. pedanter; pedanteste
[österr.; ugs.] in pedantischer Weise
Pe|dan|te|rie: die; - ; -n /pedanterkn/ a)
o. PI. pedantische Verhaltensweise;
pedantischer Charakter; kleinliche,
pedantische Art b) [abwert.] einzelne,
von Pedanterie geprägte Handlung
pe|dan|tisch: Adj. n. stg. sehr genau,
teilweise für andere Personen uner¬
träglich, übertrieben genau
Pe|dan|tis|inus: der; - ; - [veralt.]
Pedanterie; pedantische Verhaltens¬
weise; pedantischer Charakter; klein¬
liche, pedantische Art
Ped|dig|rohr das; -(e)s; - aus den Sten¬
geln von Rotangpalmen gewonnenes
Rohr, das insbesondere bei der Korb¬
warenproduktion Verwendung findet
Pe|dell: dat.i der; -s; -e u. [österr. meist]
der; -en; -en [veralt.] an einer Schule
od. Hochschule tätiger Hausmeister
Pe|di|küjre: dat.-fr.i die; - ; -n a) o. PI.
Fußpflege b) Fußpfleger(in)
pe|di|kü|ren: dat.-fr.> pedikürst; pedikür¬
test; hast pedikürt (jmds.) Füße, Fu߬
nägel pflegen, schneiden
Peellina: <engh /piling/ das; -s; -s zur
Reinigung dienende (nicht täglich an¬
gewandte) kosmetische Schälung der
Haut, wobei eine Creme mit körnigen
Teilchen aufgetragen u. einmassiert
wird, so daß sich abgestorbene
Hautpartikel usw. lösen
Peep-Show —> Peep|show: <engh
/pipscho“/ die; - ; -s Betrachtung ei¬
ner nackten Frau durch ein Fenster o.
ä. gegen Geldeinwurf
Peer-group —* auch Peerlgroup:
(engl.) /pirgrup/ die; - ; -j Psycholo¬
gie; Soziob Gemeinschaft von Ju¬
gendlichen gleichen Alters, die sich
gegenseitig beim Loslösungsprozeß
vom Elternhaus unterstützen
Peers|wür1de: /pirß-/ <engl.; dt.> die; - ;
- a) Ehre, Würde eines britischen
Hochadligen b) Ehre, Würde eines
Angehörigen des britischen Oberhau¬
ses
Pe|ga|sus/P<||ga|sos: der; - ; - [geh.] 1
«Mythologie) Pferd mit Flügeln als
Symbol der Dichtkunst 2 Astrono¬
mie) nördlich des Himmelsäquators
befindliches Sternbild 3 auf dem Pe¬
gasus reiten: Gedichte schreiben;
versuchen, ein Dichter zu sein
Pe|gel: der; -s; -1a) Gerät zum Messen
des Wasserstandes b) auf dem Pegel
ablesbarer Stand des Wassers 2
<Technik; Physik) Logarithmus der
Beziehung zweier Größen, die der
gleichen Größenart angehören
Pe|gel|stand: der; -fe)s; -stände die von
einem Pegel angezeigte Höhe des
Wassers
Pgi!|an|ten|ne: die; - ; -n Antenne, die
zur Funkpeilung (z. B. in der See¬
fahrt) benutzt wird
pei|len: peilst; peiltest; hast gepeilt 1 mit
einem Meßinstrument (Peilstab, Lot)
die Tiefe von etw., Wasser messen 2
[ugs.] eine Situation zwecks Beurtei¬
lung erkunden; etw. in einer Situation
feststellen
Pejllen der; -s; - weibl. Pei|le|rin: die; -;
-nen 1 Peilungen durchführende, La¬
ge u. Richtung bestimmende Person 2
nur männl. Form zum Peilen, zur Be¬
stimmung der Lage u. der Richtung
verwendetes Funkgerät
855
Peilfrequenz
Pell|fre|quenz: die; -; -en Schwingungs¬
zahl, die zur Funkpeilung benutzt, ge¬
braucht wird
Peil|ge|rät: das; -(e)s; -e Gerät, das
zum Feststellen der Lage u. der Rich¬
tung, in der etw. liegt, benutzt wird
Peil|kom|paB —> Peil|kom|pass; der;
-kontpasses; -kompasse Instrument,
das zur Bestimmung der Lage u. der
Richtung von etw. eingesetzt wird
Pei|lung: die; • ; -en [seemannssprl.]
Vorgang des Richtung- u. Lagebe¬
stimmens, der Tiefenbestimmung von
Wasser
Pein: tgr.-lat» die; - ; - [veralt.] größere
(seelische) Qual, Syn.: Leid; Elend
pei|nijgen: peinigst; peinigtest; hast ge¬
peinigt [geh.] jmdm. (absichtlich) kör¬
perlichen od. seelischen Schmerz zu¬
fügen
Pei|ni|gen der; -s; - weibl. Pei|ni|ge|rin:
die; - ; -nen [geh.] eine andere Men¬
schen peinigende, quälende Person
Pejjni|gung: die; - ; -en [geh.] Vorgang,
Akt des Peinigens, Gepeinigtwerdens
peinlich: Adj. n. stg. 1 unangenehm be¬
rührend; ein Gefühl der Verlegenheit
hervorrufend 2 pedantisch; überaus
genau, Ant.: <I> angenehm; erfreulich
<2> oberflächlich; ungenau
Peinjlich|keifc die; - ; -en 1 Zustand des
Peinlichseins 2 peinliches Verhalten;
peinliche Lage, Bemerkung
pein|voll: Adj. n. stg. [geh.] körperlich
od. seelisch schmerzhaft, quälend
Peitjsche: (slaw.> die; - ; -n Stock mit
Riemen zum Schlagen (z. B. zum An¬
treiben von Tieren)
peit|schen: peitschst; peitschtest; hast
gepeitscht 1 mit einer Peitsche schla¬
gen 2 <Wind; Regem in heftigen Stö¬
ßen auf etw. treffen
Peit|schen|hiob: der; -(e)s; -e Hieb,
Schlag, der mit einer Peitsche, einem
Stock mit Riemen ausgeführt wird
Peit|schen)knall: der; -(e)s; -e Knall,
lautes, kurzes Geräusch, der/das
durch einen kräftig geschwungenen
Stock (mit Riemen), eine Peitsche er¬
zeugt wird
Pe[jofra|ti|vum: dato /pejoratiwum/ das;
-s; Pejorativa <Sprachwiss.> Abwer¬
tung (in) einer Äußerung; abwerten¬
des Wort
Pe|ki|ne|se: der; -n; -n kleine, langhaari¬
ge Hunderasse mit zurückgezüchteter
Nase, einem flachem Gesicht, mäh¬
nenartigem Fell am Hals u. einem ge¬
schwungenem Schwanz
pek|to|ral: <lat.> Adj. n. stg. <Med.> die
Brust betreffend, ihr zuzuordnen
Pek|to|ra|le: <lat.> das; - u. -s; -s u. Pek-
toralien lpektorali‘nj 1 <kath. Kirche)
Kreuz, das die Repräsentanten der
katholischen Geistlichkeit auf der
Brust tragen 2 <hist.> (im Altertum,
MA) Schmuck, der auf der Brust ge¬
tragen wird
pe|ku|ni|än dat.-fr» Adj. n. stg. die
Geldmittel, Finanzen einer Person
betreffend
Pe|lar|go|n|e: <gr.> die; ~ ; -n jpelar-
gonPn/ <Bot.> Geranie
Pe|le|ri|ne: die; ~ / -n (über der normalen
Jacke getragene(s)) Jacke, Cape zum
Schutz gegen Regen o. ä.
Pe|li|kan: <gr.-lat» der; -s; -e (in den Tro¬
pen u. Subtropen beheimateter)
Schwimmvogel, der zu der Ruderfü¬
ßerfamilie gehört, von stattlicher
Größe, der breite Flügel u. einen lan¬
gen, löffelartigen Schnabel hat, der
an der Unterseite einen Kehlsack auf¬
weist
Pel|le: die; - ; -1 a) Haut, Umhüllung,
Schale von z. B. Kartoffeln, Obst, Ge¬
müse, Wurst o. ä. b) [ugs.j <Mensch>
Haut 2 a) jmdm. auf der Pelle liegen,
sitzen: [ugs.] jmdm. keine Ruhe las¬
sen, lästig, aufdringlich sein b) jmdm.
auf die Pelle rücken: [ugs.] jmdn.
stark bedrängen, versuchen, ihn zu
etw. zu zwingen c) jmdm. von der
Pelle gehen: [ugs.] jmdn. nicht mehr
belästigen, ihn in Ruhe lassen
pel|len: pellst; pelltest; hast gepellt etw.
von einer Schale, der Haut befreien
»Ich werde die gekochten Kartoffeln,
Eier pellen.«
pel|len, sich: pellst dich; pelltest dich;
hast dich gepellt [ugs.] nach einem
Sonnenbrand die oberste Hautschicht
verlieren
PeH|kar|tof|fel: die; - ; -n (m. PI.) Kar¬
toffel, die ungeschält gekocht wurde
Pe|lo|pon|nes: der; - u. -es; - u. die; ~; -
(immer mit Art. gebraucht) (Geogra¬
phie) Halbinsel Südgriechenlands
(vom Festland durch den Kanal von
Korinth abgetrennt)
Pe|lo|ta: (fr.-span» die; - ; - (Sport) (in
Spanien, Lateinamerika aktuelles)
Ballspiel, bei dem der Ball von zwei
Spielern od. Teams mit Hilfe eines
Schlägers in Form einer Schaufel ge¬
gen eine Wand geschlagen wird
Pelz: der; -es; -e 1 a) haariges Fell, das
Tiere vor der Witterung schützt b)
wärmendes Kleidungsstück aus dem
Fell bestimmter Tiere 2 jmdm. eins
auf den Pelz geben: [ugs.] jmdn. ver¬
prügeln 3 jmdm. eins, eine Kugel auf
den Pelz brennen: [ugs.] auf jmdn. ei¬
nen od. mehrere Schüsse abgeben 4
jmdm. auf den Pelz rücken: [ugs.]
jmdn. in Bedrängnis bringen
Pelz|be|satz: der; -es; -besätze aus Tier¬
fell bestehender Besatz eines Klei¬
dungsstückes
pelz[be|setzt: Adj. n. stg. (Kleidungs¬
stück) an einigen Stellen mit Tierfell
versehen
pel|zen: Adj. n. stg. [selten] aus Tierfell
"bestehend
pelz|ge|füt|tert: Adj. n. stg. mit einem
Pelzfutter ausgelegt, versehen
Pelz|händ|ler. der; -s; ~ weibl. Pelzj-
händ|le|rin: die; - ; -nen Person, die
mit Tierfellen handelt
pel|zig: Adj. 1 a) einem Pelz ähnlich b)
extrem kurz, dennoch sehr behaart u.
etw. rauh 2 [landsch.] nicht saftiges,
sondern faseriges u. holziges, mehli¬
ges, trockene (Frucht-)Fleisch enthal¬
tend 3 einen Belag aufweisend; in
spröder u. ausgedörrter Art
Pelz|imi|ta|ti|on —* Pelz|i|mi|ta|ti|on:
die; -; -en a) mit dichtem Floor verse¬
hener Stoff, der wegen seines Materi¬
als u. seines Musters wie ein Pelz aus¬
sieht b) aus einer Pelzimitation be¬
stehende Pelzjacke o. ä., aus ihr be¬
stehender Pelzmantel
Pe(z|jacke (Pelz|jak|ke —♦ Pelz[ja)cke):
die; - ; -n Jacke aus bearbeiteten Tier¬
fellen
Pelz|man|tel: der; -s; -mäntel aus Pelzen
genähter Mantel
Pelz|tier: das; -(e)s; -e Säugetier, das
Fell hat, dessen Fell verarbeitbar ist
Pelz|tiei]fann: die; - ; -en Farm, land¬
wirtschaftlicher Betrieb zur Züchtung
von Säugetieren, deren Fell verarbeit¬
bar ist
pelzjveijbrümt: Adj. n. stg. (Kleidung)
mit Tierfell besetzt
Pem|mi|kan: <Indian. Spr.> der; -s; -
Nahrungsmittel der nordamerikani¬
schen Indianer, das sehr haltbar ist u.
aus getrockneten u. zerkleinertem
Fleisch (von Bisons) besteht, das mit
erhitztem Fett begossen (u. mit Bee¬
ren gemischt) ist
Pe|nal|ty/Pe|nal|ty: dat.-fr.-engl.t /pene-
Iti u. penalti/ der; - u. -s; -s (Sport;
Eishockey) Strafstoß
PEN-Club: Kurzw. der; -s; - Poets, Es-
sayists, Novelists (-Club) = aus Dich¬
tem u. Schriftsteilem bestehende in¬
ternationale Vereinigung
Pen|danfc <lat.-fr.> /pangdang/ das; -s; -s
Gegenstück; Entsprechung
Pen|del: dato das; -s; - hin- u. her¬
schwingender Gegenstand (z. B. in ei¬
ner Uhr)
Pen|del|lam|pe: die; ~ ; -n von der Dek-
ke hängende Lampe
Pen|del|tür. die; -; -en nach innen u. au¬
ßen schwingende Tür
Pen|del|uhr: die; -; -en durch ein Pendel
in Betrieb gehaltene größere Uhr
Pen|del|ver|kehr der; -(e)s; -e (PL s.)
a) zwischen zwei Orten, dem Wohn¬
ort u. dem Arbeitsplatz stattfinden¬
der Verkehr, der durch kurz hinter¬
einander eingesetzte Verkehrsmittel
bewältigt wird b) auf einer kurzen
Strecke stattfindender Verkehr, der
mit Hilfe eines stets hin- u. zurückfah¬
renden Verkehrsmittels bewältigt
wird
Pen|del|zug: der; -(e)s; -züge im Pen¬
delverkehr eingesetzter (Eisenbahn-)
Zug
pen|dent: dato Adj. n. stg. [Schweiz.]
noch nicht erledigt; in der Schwebe
befindlich
Pen|denz: dato die; - ; -en [Schweiz.]
nocK nicht abgeschlossene Angele¬
genheit
Pend|len der; -s; - weibl. Pend|le|rin:
die; - ; -nen Person, die relativ weit
entfernt von ihrem Arbeitsplatz
wohnt (u. täglich dorthinfährt)
pe|ne|trant —»• pe(ne|t|rant dat.-fr.t
Adj. penetranter; penetranteste in sei¬
ner Art, Wirkung störend, durchdrin¬
gend, aufdringlich
Pe|ne|tranz —» Pe|ne|t|ranz: die; ~ ; -en
(PI. s.) 1 a) penetrante, aufdringliche
Eigenschaft b) penetrante Weise; Zu¬
dringlichkeit 2 (Bio.; Genetik) pro¬
zentuale Häufigkeit, mit der ein Fak¬
tor bei Menschen im Aussehen in Er¬
scheinung tritt, die das gleiche Erbgut
aufweisen
Pe|ne|tra|ti|gn —* Pe|ne|t|ra[tijqn dato
/penetrazion/ die; - ; -en 1 (Technik)
a) Vorgang, bei dem ein Stoff od.
Körper in einen anderen eindringt b)
(Technik) Vorgang, bei dem ein Kegel
in ein Schmierfett eindringt (um des¬
sen Konsistenz zu messen) 2 a)
[fachsprl.] Vorgang des Eindringens
856
Perfektionismus
in etw. b) [geh.] Vorgang des Eindrin¬
gens des männlichen Gliedes (in die
Scheide der Frau) 3 <Med.> Perforati¬
on
pe|ne|trie|ren —» pe|ne|t|rie|ren: <ta.»
pentrierst; penetriertest; hast pene¬
triert [geh.] a) eindringen; durchzie¬
hen; durchsetzen b) den Penis (in die
weibliche Scheide) einführen
pe|ni|bel: tgr.-lat.-fr.'> Adj. penibler; pe¬
nibelste als übertrieben empfunden;
sehr genau; zu sorgfältig, Ant.r unge¬
nau
Pe|ni|bi|li(tät: die; - ; - [geh.] penibles,
(übertrieben) genaues Verhalten
Pejni|cil|lin/Pe|ni|zil|l[n: dat.-engh das;
-s; -e <Med.» hochwirksames Antibio¬
tikum, hergestellt aus einem Schim¬
melpilz
Pejnts: <lat.> der; • ; -se u. Penes schwell¬
fähiger Teil des männlichen Ge¬
schlechtsorgans, Syn.: Glied
Pejni|zil|lin/[fachsprl.; österr.] Pe|ni|cil|-
lin: dat.-engh das; -s; -e hochwirksa¬
mes Antibiotikum, hergestellt aus ei¬
nem Schimmelpilz
Pejni(zif|linfspritfze/[fachsprl.; österr.]
Pe|ni|cil|lin|sprit|ze: dat.-engh die; - ;
-n Spritze, Instrument mit einer Hohl¬
nadel zum Injizieren von Penizillin
Pen|nä|len dau der; -s; - weibl. [sel¬
ten] Pen|nä]lejrin: die; - ; -nen [ver-
alt.; ugs.] Schüler(in) (ursprünglich
nur einer höheren Schule)
pen|nä]ler|haft: dat.> Adj. pennälerhaf¬
ter; pennälerhaftesie [oft abwert.; ver-
alt ] in der Art eines Schülers
Penn|bru|den der; -s; -brüder [ugs.; ab¬
wert.] Person, die in der Stadt ohne
feste Bleibe lebt; Obdachloser
penlnen: pennst; penntest: hast gepennt
[ugs.] schlafen
Pen|ner: der; -s; - weibl. Pennerin: die;
~ ; -nen [ugs.; abwert.] 1 Obdachloser;
Person ohne feste Bleibe 2 (oft, viel)
schlafende Person 3 nicht sehr pfiffi¬
ge, intelligente Person
Pen|ny: <engl.> /penni/ der; -s; Pennies
—>Pennys<— u. (als Wertangabe)
Pence in Großbritannien u. weiteren
Staaten verwendete kleinere Einheit
der Währung
Pens.: Abk. 1 a) Pension = (meist) Ru¬
hegehalt, Rentenbezüge b) Pensionie¬
rung c) Pensionären) 2 Pensum
Pen|si|on: dat.-fr.> /pangsion, pangsion
u. pension/ die; - ; -en 1 kleineres, ein¬
faches Hotel 2 a) Altersrente (eines
Beamten) b) Ruhestand eines Beam¬
ten c) in Pension gehen: altersgemäß
aus dem Berufsleben scheiden d)
jmdn. in Pension schicken: jmdn.
vor Erreichung der Altersgrenze pen¬
sionieren
PenJsio|när —» Pen|si|o|nän /pangsio-
när, pangsionär u. pensionär/ der; -s;
-e weibl. Pen|sio|nä|rin —» Pen|si|o|-
näjrin: die; - ; -nen 1 in den Ruhe¬
stand eingetretene(r) Beamte(r) 2
[Schweiz.; sonst veralt.] in einer Pensi¬
on wohnende Person
Pen|sio|nat —>■ Pen|si|o]nat: /pangsio-
nat, pangsionat u. pensionat/ das;
-(e)s; -e Erziehungsinstitut »ein Pen¬
sionat fitr höhere Töchter«
pen|sio|nie|ren —> pen|sijo|nie|ren:
/pangsioniren, pangsioniren u. pen-
sioniren/ pensionierst; pensioniertest;
hast pensioniert jmd. in Rente schik-
ken (besonders einen Beamten)
Pen|sio|nie|rung —» Pen|si|o|nie|rung:
dat.-fr.> /pangsionirung, pangsioni-
rung u. pensionirung/ die; ~ ; -en Akt,
Vorgang des Pensionierens, des Pen¬
sioniertwerdens
Pen|si|ons]al|ten /pangsionß-, pang¬
sionß- u. pensionß-/ das; -s; - Alter,
das eine Person erreichen muß, um
Anspruch auf Ruhegeld geltend ma¬
chen zu können
Pen|si|gns]an|spruch: /pangsionß-,
pangsionß- u. pensionß-/ der; -(e)s;
-ansprüche erworbener Anspruch auf
eine Altersversorgung (als Beamte(r))
pen|si|pns|be|rech(tigt: /pangsionß-,
pangsionß- u. pensionß-/ Adj. n. stg.
zum Beziehen der finanziellen
Altersversorgung berechtigt
Pen|si|ons|kas|se: /pangsionß-, pang¬
sionß- u. pensionß-/ die; ~ ; -n <Versi-
cherungsw.» für die Altersversorgung
der Beschäftigten vorhergesehener
Fonds
Pen|si|ons|preis: /pangsionß-, pang¬
sionß- u. pensionß-/ der; -es; -e Preis,
den man für das Wohnen (u. Essen)
in einer Pension zahlt
pen|si[ons|reif: /pangsionß-, pangsionß-
u. pensionß-/ Adj. n. stg. [ugs.] vom
Alter, Gesundheitszustand her ei¬
gentlich nicht mehr in der Lage zu ar¬
beiten
Pen|sum: dato das; -s; Pensen u. Pensa
zugeteilte Menge an Arbeit, Lehr¬
stoff, Essen usw.
Penjta|gon: <gr.-lat.> das; -s; Pentagone
1 Fünfeck 2 o. PI. <Pol.> amerikani¬
sches Verteidigungsministerium, das
in einem fünfeckigen Gebäude unter¬
gebracht ist
pen|ta(go|nal: Adj. n. stg. «Geometrie»
mit fünf Ecken
Pen|ta|gramm —> Pen|t|a|gramm: <gr.>
das; -s; -e in einem Zug mit fünf glei¬
chen Geraden zu zeichnender Stern
mit fünf Ecken (der im Aberglauben
als Symbol gegen Zauberei u. Dru¬
denfuß gilt)
Pent|haus/Pent|house: tengh /pänt-
hauß/ das; -es; -häuserj-houses jpent-
hausißj Apartmentwohnung auf ei¬
nem Hochhausflachdach
Pentode —* Penjtfpde: <gr.> die; - ; -n
«Elektrot.» mit fünf Elektroden ausge¬
stattete Röhre
Pe|nun|se/Pe|nun|ze: <poln.> die; - ; -n
(m. PI.) [ugs.] Geld
Pep —> Pepp: <amerik.> der; ~ u. -s; -
Elan; Schwung »Hier fehlt der Pep!«
Pe|pe|ro|ne: der; - ; Peperoni (PI. wird
im Deutschen ugs. oft als Singular ge¬
braucht u. der PI. dann mit -s gebildet)
kleine (eingelegte) Paprikafrucht von
unterschiedlichem Schärfegrad
Pe|pi|ta: <span.> der u. das; -s; -s a) klein¬
kariertes Hahnentrittmuster b) Stoff
mit dieser Musterung
Pe|pi|ta|ko|stüm —» Pe|pi|ta|kos|tüm:
das; -(e)s; -e aus Pepita(stoff) herge¬
stelltes, genähtes Kostüm (Rock u.
Jacke)
—» Pgpp: s. Pep
peplpig: Adj. n. stg. voller Pep,
Schwung
Pepjsin: <gr.> das; -s; -e 1 <Med.; Bio.>
Enzym, das im Magensaft vorkommt
2 <Med.> Arzneimittel, das aus Pepsin
hergestellt wurde
Pep|s[n|wein: der;-(e)s; -e die Tätigkeit
des Magens anregender Dessertwein
Pep|tid: «gr.» das; -(e)s; -e <Biochemie>
beim Abbau von Eiweiß produziertes
Produkt
pepjtisch: <gr.> Adj. n. stg. <Biochemie>
verdauungsfördernd
Per.: Abk. 1 Periode = a) Zeitabschnitt
b) Menstruation 2 Peripherie = a)
Umfangslinie des Kreises b) Randge¬
biet
per: dah Präp. mit Akk. 1 «Beförde¬
rungsweg» durch; mit; über 2 <Angabe
eines Datums» bis (zum); am 3 < Anga¬
be einer Beschränkung» pro; in (der) 4
per acclamation: (Zustimmung)
durch Applaus S per annum: pro
Jahr; jährlich 6 per definitionem: ge¬
mäß der Definition des Wortes, ge¬
mäß der Bedeutung des Wortes 7 per
mille: von Tausend 8 per nefas: wi¬
derrechtlich 9 per pedes: zu Fuß
(gehen) » Wir gelangten auch per pedes
an unser Ziel.« 10 per procura: in
Vollmacht 11 per rectum: <Med.» rek¬
tal; durch den Mastdarm, After 12
per saldo: Geldrest zum Ausgleich
auf einem Konto 13 per se: von sich;
an sich »Das hat sich per se erledigt.«
14 per ultimo: (Zahlungen» zum Mo¬
natsende 15 per exemplum: beispiels¬
weise; zum Beispiel 16 per
Nachnahme: in einer Art u. Weise
verschickt, daß bei der Auslieferung
einer Postsendung die Bezahlung
beim Postbo ten erfolgt
per.: Abk. 1 periodisch = in gleichmäßi¬
gen Zeitabständen 2 peruanisch
Per)cus|sion: dat.-engh /perkaschm/
die; - ;-s 1 (im Bereich des Jazz u. der
Popmusik besonders die das Schlag¬
zeug ergänzenden) Instrumente aus
der Schlagzeuginstrumentengruppe
(wie Bongos, Congas) 2 durch das bei
Elektronikorgeln, Synthesizern vor¬
kommende Nachklingen u. Abklin¬
gen erzeugter Effekt
per|den|do|si/peijden|do: dt.> Adv.
«Musik» langsam immer leiser wer¬
dend
Pe|re|stroi]ka—> Pe|re|s[t|ro|i)ka: <russ.>
die; - ; - <Pol.» (gesellschaftliche, poli¬
tische, wirtschaftliche) Umgestaltung
Perl.: Abk. 1 Perfekt 2 Perforation
perf.: Abk. 1 perfekt 2 perforiert
peijfekt: dato Adj. perfekter; perfekteste
1 vollkommen; nicht kritisierbar
»Sein Englisch ist perfekt.« 2 abge¬
macht; besprochen u. gültig; abge¬
schlossen
Peijfekt/Perlfekt: dato das; -s; -e
«Sprachwiss.» die vollendete Gegen¬
wart ausdrückende Zeitform des
Verbs (z, B. 'hast getan’ von ’tun’)
Perjfekjtilpn: dat.-fro /perfekzion/ die;
~; -en Vollkommenheit
per]fek|tio|me]ren —> per|fek|tijo|nie|-
ren: /perfekzioniren/ perfektionierst;
perfektioniertest; hast perfektioniert
[geh.] etw., jmdn. in einen (technisch)
perfekten, vollkommenen Zustand
versetzen
Per|fek|tio|nis|mus —» Per]fek|ti|o|nis|-
mus: /perfekzi onißm uß/ der; - ; - 1
(Streben nach) Vervollkommnung,
Vollkommenheit 2 philosophische
857
Perfektionist
Strömung der Aufklärung, die den
Sinn im menschlichen Dasein im Stre¬
ben nach moralisch-ethischer Ver¬
vollkommnung sieht
Per|fek|tio|mst —» Per|fek|ti|o|nist
Iperfekzionißt/ der; -en; -ert weibl.
Per|fekjtio|n|]stin —» Per|fek|ti|o|n|s|-
tire die; - ; -nen [leicht abwert.) eine
übermäßig nach Perfektion, Voll¬
kommenheit strebende Person
per|fek|tio|ni|stisch —> perjfek|ti|o|nis|-
tisctr /perfekzionißtisch/ Adj. n. stg.
1 a) [abwert.] übertrieben bestrebt,
den Zustand der Perfektion, Voll¬
kommenheit erreichen zu wollen b)
bis in alle Details komplett; alles um¬
spannend 2 <Philosphie> den Perfek¬
tionismus betreffend, ihm zuzuord¬
nen
per|fek|tilvje|ren: dato /perfektiwiren/
perfektivierst; perfektiviertest; hast
perfektiviert <Sprachwiss.> ein Verb
durch sprachliche Mittel ins Perfekt
setzen
per|fi|de/per[f?d: dat.-fro Adj. perfider;
perfideste [geh.] auf besonders bösar¬
tige Weise; gemein; sehr intrigant
Perjfi|die: dat.-fro die; - ; -n jperfidpnl
[geh.] a) o. PI. perfide Verhaltensweise
b) perfide, intrigante, gemeine Hand¬
lung, Äußerung
Perjfi|di|tät: dat.fi-.> die; - ; -en [geh.] a)
o. PI. perfide Verhaltensweise b) per¬
fide, intrigante, gemeine Handlung,
Äußerung
Per|fo|rajti[pn: dal.) /perforazion/die;-;
-en 1 Lochung; Durchlöcherung 2 a)
Trennlinie (im Papierblatt) »Bitte rei¬
ßen Sie den Zettel an der Perforation
ab.« b) Zähnung (an der Trennlinie)
bei Briefmarken usw. c) Randlo¬
chung eines Films 3 a) <Med.> Durch¬
bruch »Blindarmperforation« b) das
Öffnen (eines Organs)
per]fo|rie|ren: dat.> perforierst; perfo¬
riertest; hast perforiert 1 [fachsprl.] a)
etw. (in regelmäßigen Abständen) mit
Löchern ausstatten, durchdringen b)
eine Perforation bei etw. durchführen
2 <Med.> a) hatj ist «Geschwüo aufbre¬
chen b) eine Organwand öffnen,
durchbohren
Per(for)man|ce: dat.-engh /perfpr-
menß/ die; - ; -?<Kunst> künstlerische
Aktion
Per|forjmanz: dat.-engh die; - ; -en
<Sprachwiss.> Verwendung der Spra¬
che in der konkreten Situation
per|for|ma|tiv/pertfor|ma|to|risch: dato
Adj. n. stg. <Sprachwiss.> mit Wörtern
gleichzeitig eine Handlung ausfüh¬
rend, z. B. mit Wörtern wie 'taufen’
Pertfu|sife>n: dato die; - ; -en <Med.>
künstlich herbeigeführtes Durchströ¬
men eines Hohlorgans, besonders bei
Gefäßen einer Niere, die transplan¬
tiert werden muß
Per|ga|ment: <gr.-lato das; -(ejs; -e a)
für das Schreiben präparierte Tier¬
haut od. (heute meist) deren Nachah¬
mung aus Papier b) (historische)
Handschrift auf einer solchen Tier¬
haut
per|ga[ment|ar|tig: Adj. n. stg. dem Per¬
gament im Aussehen, in der Konsi¬
stenz ähnlich »pergamentartige Haut«
Per|ga|fnent|pa|pier: das; -(ejs; -e dün¬
nes, pergamentartiges Papier, das
kein Fett durchläßt (u. oft als Butter¬
brotpapier verwendet wird)
Per[ga|min/Per|ga|irixn: (gr.-lato das;
-s; - wie Pergament beschaffenes Pa¬
pier, das ebenmäßig u. durchschei¬
nend ist
Peiigo|la: dat.-ito die; - ; Pergolen
Gang, Terrasse o. ä., über der Wein¬
laub rankt
Pe|ri|ga|striftis —=► Pe|ri|gas|t|ri|tis: (gro
die; - ; Perigastritiden <Med.> Entzün¬
dung, die die Bauchfelldecke des Ma¬
gens befällt
Pe|ri|gä]um: (gro das; -s; Perigäen
<Astronomie> erdnächster Punkt auf
der Bahn, auf der ein Himmelskör¬
per, Satellit o. ä. um die Erde läuft
Pe|ri|go|ni|um: <gro das; -s; Perigonien
Iperigomnf aus gleichen, ähnlichen
Blättern bestehende Hülle einer Blüte
Pe]n|ko|pe: (gr.-lato die; - ; -n 1 <Reli¬
gion> (im Gottesdienst vorgetragener)
Bibeltext 2 <Literatunviss> metrischer
Absatz .
Pe|ri|ode —» Pe|ri|ojde: (gr.-lato die; - ;
-n 1 a) Zeitabschnitt, in dem sich etw.
regelmäßig wiederholt b) <Math.>
ständig wiederkehrende gleiche Zah¬
lengruppe hinter dem Komma 2
<Med.> Menstruation bei Frauen
Pelri|aden|er]folg —» Pe|ri|o|den|er|-
folg: der; -(e)s; -e <Wirt.> Gewinn u.
Verlust innerhalb einer Zeitspanne
Pe|ri|pden|rech|nung —> Pe|rijo|denJ-
rech|nung: die; ~ ; -en <Wirt.> Rech¬
nung, mittels derer man den Gewinn
u. Verlust innerhalb einer festgelegten
Zeitspanne bestimmt
Pe|ri)oden]sy|stem —* Pe|ri|p]den|sy|-
s[tem: das;-(ejs; - <Chemie> ta bellari¬
sche Anordnung der chemischen Ele¬
mente, in der diese nach sich wieder¬
holenden, gemeinsamen Eigenschaf¬
ten angeordnet sind
Peirijodijkum —> Pe)ri|o|di|kum: das;
-s;~Periodika <Druckw.> in bestimm¬
ten Zeitabschnitten erscheinendes
Schriftwerk, (Fach-)Magazin
periodisch —» pe|ri|o|disch: Adj. n.
stg. in gleichmäßigen Zeitabständen
wiederkehrend
Pe|ri|odi|sje|rung —» Pe|ri|o|di|sie|-
rung: die; - ; -en Akt, Vorgang bzw.
Ergebnis des Periodisierens, Eintei¬
lens in Zeitabschnitte
Pe|ri|odi|2i|tät —»• Pe|ri|o|di|zi|tät die;
• ; - [geh.] periodisches Wiederkehren
von etw.
Pe|rijpe|tie: (gro die; - ; -n /peripehnj
<Literaturwiss.> für den Fortgang der
Handlung entscheidender Um¬
schwung (besonders im Drama)
pe|ri|phen <gr.-lalo /perifer/ Adj. n. stg.
1 am Rande liegend, gelegen 2 neben¬
sächlich »Das ist nur ein peripheres
Problem.«
Pe|ri|phe|rie: (gr.-lato /periferi/ die; - ;
Peripherien IperiferPn/ 1 Umfangsli¬
nie des Kreises 2 Rand(gebiet); Stadt¬
rand
Pe|ri|phra|se: (gr.-lato /perifrase/ die;
- ; -n <Sprachwiss.> Begriffsiimschrei-
bung mittels Darstellung einer typi¬
schen Eigenart
Pe|ri|skop —» P«|ri|s|kop: (gr.-lato das;
-s; -e ausfahrbares, drehbares Fern¬
rohr mit Knick, z. B. im U-Boot ver¬
wendet
pe|ri|sko|pisch —> pe|ri|s|ko|pisch:
Adj. n. stg. unter Anwendung eines
Periskops
Pe|ri|stal|tik —» Pe|ri|s|tal|tik: (gro die;
- ; - <Med.> Bewegung der stark mit
Muskeln versehenden Hohlorgan¬
wände (von Magen, Darm u. Harn¬
leiter), die ein nacheinander erfolgen¬
des Zusammenziehen der einzelnen
Organabschnitte u. so den Transport
des Hohlorganinhalts bewirkt
pe|rifstel|tisch —» pe|ris|talftisch: (gro
Adj. n. stg. <Med.> die Peristaltik be¬
treffend, ihrzuzuordnen
Pe|ri|sty|H|um —» Pe|ri|s|ty|li|um: (gr.-
lato /perißtülium/ das; -s; Peristylien
lperißlülienj einem Haus der Antike
zugehöriger Innenhof, der von Säulen
umrahmt ist
Per|kus|si|on: dato die; - ; -en 1 <Med.>
Abklopfen des Körpers 2 Zündung
einer Feuerwaffe durch einen Schlag
o. ä. 3 <Musik> kleiner Hammer am
Harmonium
per|kus|sg|risch: dato Adj. n. stg.
<Med.> a) perkutierend, mit Hilfe der
Perkussion (1), des Abklopfens fest¬
stellbar b) die Perkussion (1) betref¬
fend, ihr zuzuordnen
per|ku|tan: dato Adj. n. stg. <Med.>
durch die Haut (hindurch)
Per|le: die; ~ ; -n 1 glänzendes Kügel¬
chen aus Perlmutt, das von Schalen¬
tieren um einen eingedrungenen
Fremdkörper (z. B. ein Sandkorn)
herum gebildet wird »eine Kette aus
Perlen« 2 kleines Bläschen in einer
Flüssigkeit; Tropfen einer Flüssigkeit
»Schweißperlen standen auf seiner
Stirn.« 3 [ugs.] tüchtige, liebenswerte
Frau (meist Hausangestellte) »Sie ist
eine Perle, ich möchte sie nicht
missen.« 4 [ugs.; jugendsprl.] Freun¬
din (eines Jungen, Mannes) »Das ist
seine neue Perle.« 5 Perlen vor die
Säue werfen: [ugs.] etw. schenken od.
geben, dessen Wert der andere nicht
erkennt
per|len: Adj. n. stg. [selten] bestehend
aus Perlen (1); aus Perlen gefertigt
perflen: perlt; perlte; hatlist geperlt a)
<Flüssigkeit> Bläschen bilden; spru¬
deln b) sich in kleinen Tröpfchen bil¬
den (z. B. Schweiß)
per|len|be|setzt/per|len|be|stickfc Adj.
n. stg. mit Perlen (1) versehen, ge¬
schmückt
Peijlen|fi|scher: der; -s; - weibl. Per|-
len|fi|sche|rin: die; - ; -nen ein beruf¬
lich nach Perlmuscheln suchende(r)
Taucher(in)
Perllenjketjte: die; - ; -n Kette, die aus
auf einen Faden aufgezogenen Perlen
(1) besteht
Per|len|kol|lien das; -s; -s aus mehreren
Reihen Perlen (I) bestehende(s) Hals¬
kette, Kollier
Per|len|sticke|rei (Per|len[stikjke|rei —>
Per|len|sti|cke|rei)i die; - ; -en a) o. PI.
Form, Variante der Stickerei, bei der
ein Material, Stoff mit Perlen (1) ver¬
sehen wird b) etw., was mit Perlen (1)
bestickt ist; mit Perlen bestickte
(Hand-)Arbeit
Per|len|tau|cher aucherder; -s; - weibl.
Per|ten|tau|che|rin: die; - ; -nen beruf¬
lich nach Perlmuscheln suchende(r)
Taucher(in)
858
Personalberatung
Perl|huhn: das; -(e)s; •kühner Hühner¬
vögel von fast der Größe eines Haus¬
huhns, der ein blaugraues Gefieder
mit hell abgesetzten Punkten besitzt
Peri|mtitt: das; -s; -1 innerste Schalen¬
schicht der Perlmuschel, die von har¬
ter Beschaffenheit ist u. in vielen hel¬
len Farben schimmert 2 perlmutterne,
hellschimmemde, beige Farbe der
Perlmutter; Glanz der Perlmutter (1)
Perl|mut(ter: die; - u. das; -s; -1 in¬
nerste Schalenschicht der Perlmu¬
schel, die von harter Beschaffenheit
ist u. in vielen hellen Farben schim¬
mert 2 nur das perlmutterne, hell¬
schimmernde, beige Farbe der Perl-
mutter(l); Glanz der Perlmutter (1)
pert|mut]tern: Adj. n. stg. 1 aus der in¬
nersten Schalenschicht der Perlmu¬
schel bestehend 2 wie Perlmutter (l)
gefärbt; beschaffen
Perl|muttjknopf: der; -(e)s; -knöpfe
Knopf aus der innersten Schalen¬
schicht der Perlmuschel od. einer See¬
schnecke, die von harter glänzender
u. schimmernder Beschaffenheit ist
Per|lorK (Warenzeichen) das; -s; - halt¬
bare Kunstfaser
Per|lon|strumpf: der; -(e)s; -Strümpfe
aus einer sehr widerstandsfähigen
Kunstfaser bestehender Strumpf (für
Frauen)
pertlon|ver|stärkt: Adj. n. stg. durch Zu¬
gabe, Verwendung von Perlon halt¬
barer, stabiler gemacht
Per1|wein: der; -(e)s; -e Wein, der Koh¬
lensäure enthält, dem Kohlensäure
zugefügt wurde
Perl|zwie|bel: die; - ; -n Silberzwiebel;
kleine Zwiebelart, die in Essig einge¬
legt wird
Perm; das; - (Geologie) erste im Pa¬
läozoikum auf getretene Formation
per)ma|nent: dat.-fro Adj. n. stg. dau¬
ernd; anhaltend; ständig; nicht en¬
dend, Ant.: zeitweise; gelegentlich
Per|ma|nenz: die; - ; - a) andauerndes
Bestehen; Kontinuität; lückenloser
Fortgang b) in Permanenz; kontinu¬
ierlich
Perjman[ga|nat: das; -s; -e <Chemie> in
Desinfektionsmitteln u. a. gebrauchte
chemische Verbindung
Per|mea|bi|li|tät —» Per|me|a|bi|liltat
<lat.> die; - : -1 [fachsprl.] Eigenschaft
eines Materials, für bestimmte Stoffe
durchlässig zu sein 2 <Physik> Größe
zur Angabe der Beziehung zwischen
magnetischer Induktion u. magneti¬
scher Feldstärke
Per|misjsi|pn: </at.> die; ~; -en [geh.] Ge¬
nehmigung
perjmis|siv: dato /permissif/ Adj. n. stg.
tSoziol.; Psychologie) wenig Druck
ausübend; ohne Einschränkung han¬
deln lassend
Per|mu|ta(ti|pn: <lat.> /permutazion/ die;
- ; -en 1 [geh.; fachsprl.] Wechsel;
Veränderung 2 <Math.> die Reihenfol¬
ge betreffende Umstellung, die bei ei¬
ner Zusammenstellung einer be¬
stimmten Anzahl von geordneten
Größen vorgenommen wird 3
<Sprachwiss.> Austausch von Wör¬
tern, Satzgliedern in einem Satz, wo¬
bei deren syntaktische Funktion, Be¬
deutung im Satz gewahrt bleibt
per|mu|tie|ren: dato permutierst; permu¬
tiertest; hast permutiert [geh.;
fachsprl.] eine Permutation durchfüh¬
ren
Per|nod: (Warenzeichen) <fro /perno/
der; - u.-s; - u. -s französisches alko¬
holisches Getränk aus Wermut u.
Anis
perjoral —» per|o|rat dato Adj. n. stg.
(Med.) durch den Mund
Per|ox|yd/Per|ox|yd —»- Per|o|x|yct <gr.
•lat.> /perokßit u. perokßütj das; -s; -e
<Chemie> Verbindung, die reich an
Sauerstoff ist, viel Sauerstoff enthält
Per|pen|di|kel: <lat.> der u. das; -s; -
Pendel einer Uhr
per|pen|di|kupar/per|pen|di|ku|lär: Adj.
n. stg. [fachsprl.] senkrecht wie ein
Lot stehend; in der Lage eines Senk¬
lots befindlich
per|pe|tu|ie|ren: <tat.> perpetuierst; per-
petuiertest; hast perpetuiert [geh.; oft
abwert.] dafür sorgen, daß etw. konti¬
nuierlich, dauerhaft bleibt; fortfüh¬
ren
Per|pe|tu|um mo|bl|le: <lat.> das; -
u. Perpetuum mobiles u. Perpetua mo¬
bilia 1 ohne Zufuhr von Energie stän¬
dig funktionierende, nicht tatsächlich
existierende, utopische Maschine 2
die ganze Zeit über (besonders in der
Melodiestimme) in gleichmäßig
schneller Bewegung verlaufendes
Musikstück
per|plex —» per|p|lex: dato /perplekß/
Adj. perplexer; perplexeste von etw.
od. jradm. sehr überrascht
Per|ple|xi|tät —» Per|p|le|xi|tät dato
/perplekßität/ die; - ; -en Zustand der
Verwirrung; Hilflosigkeit; Schock
PerR/Pers.-R.: Abk. Personalrat
Per]ion: <gr.-lat.-fr.> der; -s; -s 1 [veralt.;
noch Schweiz.] Bahnhofsplattform 2
[veralt; noch Schweiz.] Straßenbahn¬
plattform
Pers.: Abk. 1 Perser(in) 2 a) Persianer
(Teppich) b) Persien 3 a) Personal b)
Personalien
pers.: Abk. 1 persisch 2 persönlich
Pers.-Abt(lg).: Abk. Personalabteilung
Pers.-Auss.: Abk. Personalausschuß
Per|sen|ning: dat.-fr.-niederlo die: - ; -e
u. -en u. -s 1 Stoff, Material, der/das
fest u. wasserabweisend, -dicht ist u.
oft als Tuch für Zelte u. ä. dient 2 [see-
mannssprl.] wasserabweisender
Schutzanzug, der aus Persenning (1)
gefertigt ist
Pgrjser: der; -s; - weibl. Perjsejrin: die;
- ; -nen 1 aus Persien, dem Iran stam¬
mender Mensch 2 nur mätml. Form
[ugs.] kurz fitr Perserteppich = im
Iran, mit persischen, orientalischen
Mustern geknüpfter Teppich 3 nur
männl. Form, kurz für Perserkatze
Per|ser[kat|ze: die; - ; -n (ursprünglich
aus Kleinasien kommende) Katze mit
gedrungenem Körperbau, langhaari¬
gem Fell, flachem Gesicht u. zurück¬
gezüchteter Nase
Per|ser)tep|pich: der; -(e)s; -e wertvol¬
ler, im Iran mit persischen, orientali¬
schen Mustern handgeknüpfter Tep¬
pich
Per[seus: der; • ; -1 o. PI. (Mythologie)
Held der griechischen Sagenwelt 2
(Astronomie) in der nördlichen
Milchstraße befindlicher Stern
Perjshing: /pörsching/ die; - ; -s (Milit.)
Rakete, die (atomaren) Sprengstoff
bis zu einer Entfernung von ca. 900
Kilometern transportieren kann
Perjsia|ner]man|tel —* Per]si|a|nerj-
man|tet der; -s; -mäntel aus dem Fell
von Karakulschaflämmem bestehen¬
der, gefertigter Mantel
Per|sl|en: o. Art.; -s; - <Pol.> vor 1935 u.
von 1949 bis 1951 offizieller Name
des heutigen Iran
Per|si|flajge —» Per|si|f|la|ge: dat.-fro
/persifläseW'V die; - ; -n subtile, geist¬
reiche Verspottung, Verhöhnung
pef[si|Wfe|ren —» per|si|f|lie|rert dat.-
fr.> persiflierst; persifliertest; hast per¬
sifliert [geh.] etw. durch eine Persifla¬
ge unterschwellig, ironisch verhöhnen
Per|sfl|schein: der; -(e)s; -e <Pol.> [ugs.;
iron.] Entlastungsschrift; Papier, auf
dem die Unschuld einer Person be¬
scheinigtwird
Per|si|pan/Perjsi|pan: dato das; -s; -e
marzipanähnliche Masse aus Pfir¬
sich-, Aprikosenkernen statt aus
Mandeln
Per|son: dato die; - ; -en 1 menschliches
Wesen; Mensch »Der Saal faßt etwa
500 Personen.« 2 Figur in Theater¬
stücken, Filmen, Romanen usw. 3
<Sprachwiss.> grammatische Katego¬
rie, die den Hörer, Sprecher od. (eine)
weitere Person(en) bzw. einen Gegen¬
stand, Gegenstände od. (einen) Sach¬
verhalte) bezeichnet »ich - I. Person
Singular, du = 2. Person usw.« 4
(Rechtsw.) jmd., der im Rechtsstaat
Träger von Rechten u. Pflichten sein
kann 5 etw. in Person (sein): etw. Be¬
stimmtes verkörpern »Als er sie betro¬
gen hatte, war er das schlechte Gewis¬
sen in Person.« 6 jmdn. zur Person
befragen: Auskunft über jmds. Na¬
men, Geburtstag u. -Jahr, Wohnort
usw. verlangen 7 Ich für meine
Person: was mich persönlich, direkt
angeht; was auf mich zutrifft 8 in (ei¬
gener) Person: ich
Per|so[na in|gra|ta —» Per|sg]na in|g|-
ra|ta: dato in einem ausländischen
Staat befindliche(r) Person, Diploma¬
tin), deren/dessen Aufenthalt von
der Regierung dieses Staates nicht
länger erwünscht ist
Perfsojna non grajta: dato in einem aus¬
ländischen Staat befmdliche(r) Per¬
son, Diplomatfin), deren/dessen Auf¬
enthalt von der Regierung dieses
Staates nicht länger erwünscht ist
Per]so|ngl: dato das; -s; - a) Gesamtheit
der beschäftigten Personen, Ange¬
stellten b) alle Angestellten in einem
Haushalt
Per|so|nal|ab|bau: der; -(e)s; - Abbau
der Anzahl der Beschäftigten in ei¬
nem Betrieb, einer Behörde o. ä.
Per|so|nal|abjtei(!ung: die; - ; -en Sekti¬
on, Bereich eines Betriebes, die/der
sich mit den das Personal betreffen¬
den Angelegenheiten beschäftigt
Per|so|nal|aus|weis: der; -es; -e vom
Staat, dem Einwohnermeldeamt ver¬
gebenes Dokument für einen Staats¬
bürger, auf dem sich ein Lichtbild u.
Angaben zur Person befinden
Perjso|nal|be|rattung: die; - ; -en (Wirt.)
einem Unternehmen gewährte Bera¬
859
Personalbüro
tung beim Anstellen u. Einsetzen des
Personals
Per|so|nal|bü|ro: das; -s; -s Abteilung,
Bereich einer Firma, der sich um die
das Personal betreffenden Angelegen¬
heiten kümmert
Peijso|nal|chef: der; -s; -s weibl. Per|-
so|nal|che|fin: die; - ; -nen an der
Spitze des Personalbüros stehende
Person, die über Personalangelegen¬
heiten weitgehend selbständig ent¬
scheiden kann
Per|so|nal|com|pu|ter: der; -s; - kleine¬
rer Computer, der auch geschäftlich
genutzt werden kann
Perfso|naf|di|rek|tor: der; -s; -en weibl.
Per]so|nal|di|rek]to|rin: die; - ; -nen
die Personalabteilung einer Firma lei¬
tende^) Direktor(in)
Per|so|nal|ein|spa|rung: die; - ; -en Ab¬
bau, Verminderung von Personal (ei¬
ner Firma)
Per|so|nal|form: die; - ; -en (Sprach-
wiss.> Verbform, in der Person u. Nu¬
merus angegeben sind
Per|so|na|lj|en: dat.t /personalen/ die
(PL) ä) Ausweispapiere b) "Angaben
zur Person
per|so|nal|in|ten|siv: Adj. n. stg. <Wirt.>
sehr auf dem Einsatz von Personal
basierend; viel Personal erfordernd
per|so[na|lijsje|ren: personalisierst; per¬
sonalisiertest; hast personalisiert
[geh.] etw. auf jmdn., das Tätigkeits¬
feld auf nur eine Person beschränken
Par|so|na|li|ty-Show —*- Perjsojna|li|-
tyjshow: <lat.-engl.> /pörsonäliti-/ die;
- ; -s <Fernsehen> von der Individuali¬
tät eines Künstlers getragene Darbie¬
tung (zur Demonstration seiner Viel¬
seitigkeit)
Perjso|nal|ko|sten —*■ Per|so|nal|kos|-
ten: die (PL) <Wirt.> durch die Be¬
schäftigung u. Entlohnung von Per¬
sonal entstehende Kosten
Perjso|nal|lei|ter: der; -s; ~ weibl. Per|-
so|nal|lei|te|rin: die; - ; -nen Person,
die das Personalbüro, die Personalab¬
teilung leitet
Per]so|nal|pla|nung: die; - ; -en <Wirt.>
Organisation des Einsatzes von Per¬
sonal; Bedarfsplanung hinsichtlich
des Personals
Per|so|nal|pro|no|men: das; -s; ~ u.
-pronomina (Sprachwiss.) Pronomen,
Fürwort, das anstelle der redenden,
angeredeten Person(en)/Sache(n) od.
anstelle der Person(en)/Sache(n),
über die gerade geredet wird, verwen¬
det wird
Per|so|nal|rat: der; -(e)s; -rate Vertre¬
tung der im öffentlichen Dienst ste¬
henden Bediensteten einer Behörde,
Dienststelle (als Personalvertretung)
Per|so|nal|uni|on —> Per|so|nal|u|ni|on:
(lat.) die; - ; -en 1 [geh.] Kombination
von Beschäftigungen, Aufgaben, Zu¬
ständigkeiten, Diensten in einer Per¬
son »Sie erledigte alle Aufgaben in
Personalunion.« 2 <hist.; Pol.> Zusam¬
menschluß von selbständigen Staaten
unter der Führung eines Herrschers
Per|so|nal|verjwal|tung: die; - ; -en für
Personalangelegenheiten zuständiges
Verwaltungsorgan (einer Firma, Be¬
hörde)
Per]so(nal|we|sen: das; -s; - alle das Per¬
sonal u. dessen Verwaltung betreffen¬
den Angelegenheiten u. Organe
Per|sön|chen: das; -s; - zierlicher
Mensch (meist Frau) von geringer
Körpergröße u. (sehr) schlanker, zar¬
ter Figur
peiiso|nell: (lat.-fr.> Adj. n. stg. das Per¬
sonal betreffend, ihm zuzuordnen
Per|sp|nen|auf|zug: der; -s; -aufzäge
Personen befördernder Fahrstuhl
Perjsp|nen|be|föiide|rung: die; - ; -
Transport von Personen, Menschen
(in öffentlichen Verkehrsmitteln)
Petjso|nen|be|schrei|bung: die; - ; -en
Schilderung von Merkmalen (wie
Größe, Statur, Haar-, Augenfarbe,
außergewöhnliche Auffälligkeiten
usw.) eines Menschen (meist zwecks
kriminalistischer Suche) .
per|so|nen|beJzo|gen: Adj. n. stg. auf ei¬
nen Menschen fixiert, ihn betreffend
per|sp]nen|ge|bun|den: Adj. n. stg. auf
einen Menschen beschränkt
Per|so|nen|kraft)wa|gen: der; -s; -
[amtssprl.] Auto, Wagen zur Beförde¬
rung von Personen
Per|so|nen|kreis: der; -es; -e Gruppe
von Menschen, auf die etw. bezogen
wird, die etw. betrifft
Per|so|nen|kult: der; -(e)s; -e [abwert.]
übertriebene Hervorhebung eines ein¬
zelnen in einer Führungsrolle in Poli¬
tik, Gesellschaft, Geschichte stehen¬
den Menschen
Per|so|nen|nah|veijkehr: der; -(e)s; -e
Verkehr, bei dem Personen über kur¬
ze Strecken (meistens durch öffentli¬
che Verkehrsmittel) befördert werden
Perjso|nen|scha|den: der; -s; -schaden
(Versicherungsw.; Rechtsw.) im Rah¬
men eines Unfalls eintretender Tod
od. eintretende Verletzung
Per|so|nen|schiffahrt (Per|so|nen|-
schifflfahrt) —» immer mit fff: Perj-
sp|nen|schiff|fahrt/Peijso]nen|schiff-
Fahrt: die; ~ ; - Schiffahrt, die der Be¬
förderung von Personen dient
Per|so|nen|schutz: der; -es; - Schutz,
der einzelnen, in Gefahr befindlichen
Personen von der Polizei, dem Militär
o. ä. gewährt wird
Per|so|nen|stand: der; -(e)s; -
[amtssprl.] Familienstand
Peijso|nen|waa|ge: die; - ; -n Gerät
zum Feststellen des Gewichts einer
Person
Per|sojnen|wa|gen: der; -s; - 1 zur Be¬
förderung von Personen genutztes
Fahrzeug 2 zur Beförderung von Per¬
sonen genutzter Wagen, Waggon ei¬
nes Zuges
Per|so|nen(zahl: die; - ; -en spezifische
Menge an Personen
Per|so]nen|zug: der; -(e)s; -züge 1
<hist.> Personen befördernder (u. an
allen Bahnhöfen haltender) Nahver¬
kehrszug 2 (im Gegensatz zum Güter¬
zug) ein Personen befördernder Ei¬
senbahnzug
Per|so|ni|fi|ka|ti|gn: dat.-fr.> /personifi-
kazion/ die; - ; -en Vermenschlichung
von einer Idee od. einer Sache
per|so|ni|fi|zie|ren: dat.-fr.> personifi¬
zierst; personifiziertest; hast personifi¬
ziert [geh.] 1 etw. in menschlicher Ge¬
stalt darstellen 2 verkörpern
per]sön[lich: Adj. n. stg. 1 die eigene
Person betreffend; sehr privat; nicht
öffentlich »Er stellte mir eine persönli¬
che Frage.« 2 a) etw. persönlich neh¬
men, auffassen; etw. als beleidigend
empfinden b) persönlich werden:
[ugs.] eine bestimmte Person beleidi¬
gend angreifen
Peijsön|lich|keit: die; - ; -en 1 o. PL alle
einer Person zugehörigen, für sie cha¬
rakteristischen Eigenschaften 2 mit
stark ausgeprägter Individualität
ausgestatteter Mensch 3 eine leitende
Position in der Gesellschaft einneh¬
mender Mensch
Per|sönjlich|keits|bild: das; -(e)s; -er
Vorstellung von der Persönlichkeit,
den Charakterzügen eines Menschen
Pei1sönjlich|kefts|enttfal|tung: die; - ; -
Entwicklung der Persönlichkeit, Cha¬
raktereigenschaften eines Menschen
Peijsön|lich|keits|kult: dat.) der;-(e )s; -
Kult, der um eine Person betrieben
wird, Syn.: Personenkult
Per|sön|lich|keits|recht: das; -(e)s; -e
«Rechtsw.) verfassungsmäßig garan¬
tiertes Recht jedes einzelnen Men¬
schen auf Achtung seiner Würde u.
seines Eigenwertes als individuelle
Persönlichkeit
Per|sons|be|schrei|bung: die; ~ ; -en
[österr.] Personenbeschreibung; Be¬
schreibung der (äußerlichen) Eigen¬
schaften, Eigenarten einer Person
Per|spek|ti|ve —»- Per|s|pek|ti|ve: dat.)
/perspektiwe/ die; ~ ; -n 1 Blickwin¬
kel; Ausblick »Aus dieser Perspektive
wirkt das Bild besser.« 2 (gute) Zu¬
kunftsaussicht »Für dieses Projekt
sehe ich keine Perspektive.« 3 Darstel¬
lung räumlicher Verhältnisse auf ei¬
nerebenen Fläche
Per|spek|ti|vls|mus —> Per|s|pek|ti|-
vis|mus: /perspektiwisßmuß/ der; - ; -
(Philosophie) Auffassung, wonach
die Wahrnehmung der Welt auf der
jeweiligen Betrachterperspektive be¬
ruht
Per|spek|tiv|plan/Peijspek|tiv|pla|nung
—> Per|s|pek|t]v|plan/Per|s|pek|tiv|-
pla|nung: der; -(e)s; -pläne/-en (frü¬
her DDR) vom Staat festgesetzter
Plan zur längerfristigen Bestimmung
der Hauptrichtung der Wirtschafts-,
Wissenschafts- od. Kulturentwick¬
lung
Per[sua|si|on —> Per|su|a|si|pn: dat.)
die; ~; -en [geh.] Überzeugung
perjsua|so|risch —> per|su|a|soJnsch:
Adj. n. stg. [geh.] überzeugend; über¬
zeugen wollend
Per|ti|nenz: dat.-fr.) die; - ; -en [geh.;
veralt.] Verbundenheit mit etw.,
jmdm.
Perjti|nenz|da|tiv: der; -s; -e (Sprach-
wiss.) die Zugehörigkeit angebender
Dativ, anstelle dessen ein im Genetiv
stehendes Attribut od. Possessivpro¬
nomen verwendet werden kann (z. B.
'Die Sonne schien ihr auf den Kopf.’
statt: 'Die Sonne schien auf ihren
Kopf.’) .
Pe|rücke (Pe|rük|ke —» Pe|rüjcke): (fr.>
die; - ; -n künstlich hergestelltes
Haarteil aus Kunst- od. Echthaar
per|vers: dat.) /perwerß/ Adj. perverser;
perverseste (meist auf die Sexualität
860
pfählen
bezogen) abweichend von der Norm;
(sexuell) andersartig veranlagt
Per|ver]sijon: <lat.> /perwersion/ die; - ;
-en <meist sexuell» (krankhafte) Ab¬
weichung vom Normalen
Per|verjsi|tjjt: /perwersität/ die; - ; -en
[geh.] 1 o. PI. Zustand des Perver¬
sseins, der (krankhaften) Abwei¬
chung von der (sexuellen) Norm 2
perverses Verhalten; perverse Hand¬
lung
per|ver|tie]ren: /perwertiren/ perver¬
tierst; pervertiertest; hast/ist perver¬
tiert [geh.] a) hast in den Zustand der
Perversität führen, leiten, übergehen
lassen b) ist in den Zustand der Per¬
versität übergehen; sich in den Zu¬
stand der Perversität umwandeln
Perlver[tiert)herC /perwertirtheit/ die;
- ; -en 1 o. PI. Zustand des Perver¬
sseins 2 perverse Handlung
Per|verftie|rung: /perwertirung/ die; - ;
-en Vorgang, Ergebnis des Pervertie-
rens
Per[zep|ti|on: <Iat.> /perzepzion/ die; - ;
-en 1 «Philosophie; Psychologie» be¬
wußtes bzw. unbewußtes, durch die
Sinne erfolgendes Wahmehmen von
etw. (wie z. B. ein unbewußt wahrge¬
nommenes Geräusch) 2 <Med.; Bio.»
durch Sinnesorgane- u. Zellen vollzo¬
genes Registrieren von Reizen
Pes|sar. <gr.-lau das; -(e)s; -e <Med.»
meist aus Kunststoff bestehender Ge¬
genstand zur Umschließung des Mut¬
termundes, der der Empfängnisver¬
hütung dient
Pes|si|mis|mus: <lat.> der; ~ ; - Lebens¬
auffassung, Grundhaltung, die alles
negativ sieht, Ant.: Optimismus
Pes|si|m!st: der; -en; -en weibl. Pes|si|-
mi|stin—* Pes|si|mis|tin: die; ~ ; -nen
Mensch mit negativer Lebensauffas¬
sung
pes|si|mijstisch —> pes|simis|tisch;
Adj. n. stg. alles negativ sehend; im¬
mer das Schlimmste erwartend, Ant.;
optimistisch
Pest <lat.> die; ~ ; -1 (durch Ratten u.
ä.) übertragene Infektionskrankheit,
die früher viele Todesopfer forderte 2
jmdm. die Pest an den Hals wün¬
schen: [ugs.] einer Person nur
Schlechtes, Unglück wünschen
pestfar]tig: Adj. n. stg. [abwert.] ekelhaft
(im Geruch)
Pest|beu|le: die; - ; -n <Med.» mit Eiter
gefüllte Beule, die durch die Infekti¬
onskrankheit Pest hervorgerufen
wird
Pest|ge|ruch: der; -(e)s; -gerüche ekel¬
hafter Gestank, Verwesungsgeruch
Pest|hauch: der; -(e)s; -e [geh.] a) Ver¬
wesungsgeruch; Gestank b) «übertr.»
etw., was einen negativen, unheilvol¬
len Einfluß ausübt
Pe|sti|lenz —» Pes|ti|lenz: <lat.> die; - ;
-en Pest; (durch Ratten u. ä.) übertra¬
gene Infektionskrankheit, die früher
viele Todesopfer forderte
Pe|sti|z[d —> Pes|ti[z]d: <lat.> das; -s; -e
chemisches Mittel zur Schädlingsbe¬
kämpfung
pest|krank: Adj. n. stg. von der Pest be¬
fallen
Pest|säu|le: die; - ; -n Säule zum Ge¬
denken an eine überstandene Pestepi¬
demie
Pet.: Abk. 1 Petersilie 2 Petition =
schriftliche(s) Eingabe, Gesuch
Pe|ter|BiJlie: <gr.-lat.> /petersili'/ die; - ;
-n 1 zum Würzen, Garnieren benutz¬
tes grünes Gartenkraut 2 jmdm. hat
es, ist die Petersilie verhagelt: [ugs.]
eine Person ist schlechter Laune, ent¬
täuscht, deprimiert
Pe|ter|si])i|en|wurjzel: die; ~ ; -n Wurzel
der Petersilie, die als Gewürz verwen¬
det wird
Pe|ter]wa|gen: der; -s; - mit Funk aus¬
gerüsteter Streifenwagen der Polizei
Pe|ti|ti|gn: dat.> /petizion/ die; ~ ; -en
Forderung einer bestimmten Hand¬
lung der zuständigen Stelle bzw. der
Volksvertretung durch einen einzel¬
nen, eine Gruppe; Bittschrift
pe|tt|tio|ni^ren —» pe|ti|ti|o|me|ren:
/petitioniren/petitionierst; petitionier¬
test; hast petitioniert eine Bittschrift
einbringen, unterbreiten
Pe|ti|ti|gnsjaus|schuB —* Pe|ti|ti(ons|-
aus|schuss: /petizionß-/ der; -aus¬
schusses; -ausschässe für die Entge¬
gennahme u. Behandlung von Petitio¬
nen zuständiger Ausschuß des Parla¬
ments
Pe|ti]ti|ons|recht: /petizionß-/ das;
-(e)s; -e (PI. s.) in der Verfassung
verankertes Recht, jedermann zuste¬
hendes Recht, sich einzeln od. mit an¬
deren zusammen mit Bitten od. Be¬
schwerden an die zuständigen staatli¬
chen Stellen od. die Volksvertretung
zu wenden
Pe[tri|jün|ger —»■ Pejt|ri|jün|ger: der; -s;
• [ugs.; scherzh.] das Angeln als
Sport, Hobby betreibende Person
Pe|tri|scha|le—*■ Pejt)ri|scha|le; die; ~ ;
-n <Bio.» tellerförmiges, gläsernes Ge¬
fäß, das zur Züchtung von Bakterien¬
kulturen verwendet wird
Pattro|che|mie —»• Pe|tjro|che|mie: die;
- ; -1 Wissenschaft, die sich mit che¬
mischen Gesteinszusammensetzun¬
gen beschäftigt 2 Bereich, Sektion der
Chemietechnik mit der Aufgabe, aus
Erdöl u. Erdgas chemische Rohstoffe
zu gewinnen
pe|tro|che|misch—* pe|t|ro|che|misch:
Adj. n. stg. a) die Petrochemie, Wis¬
senschaft von der Gesteinszusam¬
mensetzung betreffend, ihT zuzuord¬
nen b) die Petrochemie, Chemietech¬
nik der Gewinnung von Erdölpro¬
dukten u. ä. betreffend, ihr zuzuord¬
nen
Pe|tro|dol|lar—»• Pe|t|ro|dol|lar: der; -s;
~ «Wirt.» [ugs.] auf dem internationa¬
len Markt angelegte US-DollaT, die
sich im Besitz der erdölfördemden
Länder befinden
Pe|trol —*■ Pe|t|rol: <gr.> das; -s; -
[schweiz.] Petroleum
Pe|trgl|che|mie —Pe|t|rol|che|mie:
die; - ; -1 Wissenschaft, die sich mit
chemischen Gesteinszusammenset¬
zungen beschäftigt 2 Bereich der Che¬
mietechnik mit der Aufgabe, aus Erd¬
öl u. Erdgas chemische Rohstoffe zu
gewinnen
Pe|tro|le|um —» Pe|t|ro|le|um: <gr.> /pe¬
trole-um/ das; -s; - a) Erdöl b) brenn¬
bares Produkt aus Erdöl, das häufig
als Lampenöl benutzt wird
Pe|tro|le|um|ko|cher —* Pe|t|ro|le|um|-
kojcher: /petrple-um-/ der; -s; - Ko¬
cher, provisorischer Herd, der mit Pe¬
troleum betrieben wird
Pe)tro|le|um|lam|pe —> Pe|t|ro|le|um|-
lamjpe: /petrole-um-/ die; - ; -n mit¬
tels eines mit Petroleum getränkten
Dochts brennende Lampe
Pejtrus|brief —> Pe|t|rus|brief: der;
-(e)s; -e «Religion» dem Apostel Pe¬
trus zugeschriebener Brief im Neuen
Testament
Pet|schafL' <tschech.> das; -s; -e mit einer
Namensgravur od. einem eingravier¬
ten Wappen versehenes Siegel
Pet|ti|coat <engh /p£ttikout/ der; -s; -s
steifer, kurzer, weit abstehender Un¬
terrock, der in der Taille ansetzt
Petfüng: <engl.-amerik.> das; - u. -s; -s
sexueller Kontakt (bis zum Orgas¬
mus) ohne Geschlechtsverkehr
Pe|tu|nie: <Indian. Spr.-fr.> /petuni«/ die;
- ; -n Pflanze mit roten od. weißen,
trichterförmigen Blüten
Petz: der; -es; -e in der Wendung Mei¬
ster Petz: Bär
Pet|ze: die; - ; -n 1 [landsch.] Hündin 2
[abwert.] Person, die andere verrät
pet|zen: petzt; petztest; hast gepetzt ver¬
raten, was jmd. getan hat
Petjzer: der; -s; • weibl. Pet[ze|rin: die;
- ; -nen [abwert.] Person, die verrät,
was eine andere Person getan hat
peu peu: </r.» /pö a pöj schrittweise; be¬
dächtig verlaufend
Pf.: Abk. 1 «Sprachwiss.» Perfekt = voll¬
endete Gegenwart 2 Pfand 3 Pfän¬
dung 4 a) Pfarrei b) Pfarrer(in) 5 «Ge¬
wichtseinheit» Pfund 6 «Musik: Kla¬
vier, Flügel» Piano forte? Postfach
Pf.: Abk. Pfennig(e)
Pfad: der; -(e)s; -e 1 kleiner, schmaler
Weg 2 a) die ausgetretenen Pfade
verfassen: aus dem üblichen Trott
ausbrechen b) auf ausgetretenen
Pfaden wandeln: immer das gleiche
tun; nie etw. riskieren 3 krumme Pfa¬
de, auf krummen Pfaden wandeln:
[geh.] etw. tun, was nicht rechtens ist
4 a) auf dem Pfad der Tugend
wandeln: [geh.] eine sittsames Leben
führen b) vom Pfad der Tugend ab¬
weichen, den Pfad der Tugend
verlassen: [geh.] einmal etw. tun, was
unvernünftig od. nicht recht ist
Pfad|fin|der: der; -s; - weibl. Pfad]fin|-
dejrin: die; ~ ; -nen Mitglied einer Or¬
ganisation der Pfadfinder
pfad(los: Adj. n. stg. ohne einen Pfad,
Weg »ein pfadloses Gebirge«
Pfaflfe: <gr.-lat.> der; -n; -n [abwert.] (ka¬
tholischer) Geistlicher
Pfaf]fen|tum: das; -s; - [abwert.] a) für
Pfaffen, Geistliche typisches Verhal¬
ten, typische Denkweise b) alle Geist¬
lichen
Pfahl: der; -(e)s; Pfähle t Pflock, (dik-
ker, gespitzter) Pfeiler aus Holz 2 auf
jmds. Kopf kann man Pfähle
anspitzen: [ugs.) eine Person ist äu¬
ßerst dumm 3 etw. ist Pfahl in jmds.
Fleischfe): [geh.] etw. peinigt, quält,
belastet jmdn.
Pfahlfbau: der; -(e)j; -ten Bau, Gebäu¬
de auf einer (hölzernen) Plattform,
die sich einige Meter über der Erd-,
Wasseroberfläche auf Pfählen befin¬
det
pfäh|len: pfählst; pfähltest; hast gepfählt
1 [fachsprl.] a) mit Hilfe von Pfählen
861
Pfahlmuschel
festmachen; Pfähle in etw. hineinsto¬
ßen b) etw. mit Hilfe eines Pfahles ab¬
sichern od. seine Standfestigkeit ver¬
stärken »einen Apfelbaum pfählen« 2
jmdn., etw. mit einem Pfahl durchsto¬
ßen u. dadurch seinen Tod herbeifüh¬
ren »Der Gefangene wurde gepfählt.«
Pfahl|mu|schel: die; -; -n Miesmuschel
Pfahljrost: der; ~(e)s; - <Bauw.> Grund¬
bau aus Pfählen mit einer sie verbin¬
denden Platte, der zur Befestigung ei¬
nes nachgiebigen, sehr weichen Bo¬
dens verwendet wird
Pfahl|wur|zet: die; - ; -en lange Wurzel,
die wie ein Lot in die Tiefe des Boden
wächst
Pfalz: die; - ; -en 1 <MA> wechselnde(r),
zeitweilige(r) Residenz, Gerichtsort
des Kaisers, Königs 2o.Pl. Gebiet im
Südwesten Deutschlands
Pfalz|graf: der; -en; -en <MA> mit rich¬
terlicher Verfügungsgewalt ausgestat¬
teter Vertreter des Königs innerhalb
einer Pfalz (1)
Pfand: das; -(ejs; Pfänder 1 a) der Si¬
cherung eines Anspruchs dienende
Sache öd. das in der Sache verkör¬
perte Recht »Er behielt ihren Perso¬
nalausweis als Pfand.« b) für Leergut
zu zahlender u. beim Zurückbringen
des Leerguts erstatteter Geldbetrag
»Beim Kauf einer Bierflasche muß
Pfand gezahlt werden.« 2 [geh.] Be¬
kräftigung, Nachweis, Symbol für
etw. »Dieser Ring ist ein Pfand meiner
Fremdschaft.«
pfänd|bar Adj. n. stg. <Rechtsw.> der
Zwangsvollstreckung unterwerfbar;
zur Pfändung tauglich
Pfandbrief: der; -(e)s; -e <Bankw.> Hy¬
pothekenpfandbrief; festverzinsli¬
ches, durch eine Hypothek, Immobi¬
lienwerte gesichertes Wertpapier, das
von einer Bank zwecks Kapitalbe¬
schaffung verkauft, herausgegeben
wird ’
pfän|den: pfändest; pfändetest; hast ge¬
pfändet per Gerichtsbeschluß etw. als
Pfand anstelle eines geforderten
Geldbetrages in Beschlag nehmen
(was später gegebenenfalls versteigert
wird, um aus dem Erlös den Gläubi¬
ger zu befriedigen)
Pfän|der: der; -s; - weibl. Pfän|de|rin:
die; - ; -nen [ugs.] Gerichtsvollziehe¬
rn)
Pfänjder|spiel: das; -(e)s; -e Gruppen¬
spiel, bei dem ein Teilnehmer, wenn
ihm ein Fehler im Spiel unterläuft,
etw. als Pfand abliefern muß, was er
nach Spielende zurückerhält, wenn er
eine von den Mitspielern gestellte
Aufgabe erfüllt
Pfandjflajsche: die; - ; -n Mehrwegfla¬
sche, bei deren Kauf Pfand bezahlt
werden muß
Pfand|haus: das; -es; -häuser 1 Einrich¬
tung, Leihhaus, bei der/dem man ge¬
gen Sachen, Wertgegenstände als Si¬
cherheit Geld geliehen bekommt 2
nach dem Pfandhaus gehen: <Uhr>
[ugs.] nicht die richtige Zeit anzeigen
Pfand|leih(an|stalt: die: - ; -en Leih¬
haus, das auf öffentlich-rechtlicher
Basis betrieben wird
Pfand|lei|he: die; - ; -n a) o. PI. Geld,
das auf gewerbsmäßiger Basis gegen
Pfänder verliehen wird b) Leihhaus;
Pfandhaus
Pfandschein: der; -(e)s; -e über ein ab¬
geliefertes Pfand ausgestellte Beschei¬
nigung, Quittung
Pfän|dung: die; * ; -en Vorgang des
Pfändens durch den Gerichtsvollzie¬
her
Pfän|dungs[be|schluß —» Pfän|dungs)-
be|schluss: der; -beschlusses; -be¬
schlösse <Rechtsw.> (Gerichts-)Be-
schluß, der die Pfändung einer Forde¬
rung zum Inhalt hat
Pfän|dungs|schutz: der; -es; -
<Rechtsw.> aus sozialen Gründen
rechtlich festgelegte Grenzen einer
Pfändung; Schutz vor einer Pfän¬
dung, die Dinge umfaßt, die die
Grundlagen der Existenz bilden
Pfän|dungs|verffü|gung: die; - ; -en
<Rechtsw.> Verfügung, die eine Pfän¬
dung erlaubt, veranlaßt
Pfand|ur|kun|de: die; - ; -n über ein hin¬
terlegtes Pfand ausgestellte Urkunde,
Quittung
Pfand|zet|tel: der; -s; - über ein hinter¬
legtes Pfand ausgestellte Bescheini¬
gung
Pfan|ne: dat.-gr > die; - ; -n 1 flaches,
zum Braten verwendetes Küchenge¬
rät, meist mit Stiel »Er briet das Steak
in der Pfanne.« 2 kurz für Bettpfanne
= in der Form einer Pfanne (1) ähnli¬
ches Gerät, in das bettlägerige Perso¬
nen Darm u. Blase ausleeren können
3 <Bauw.> kurz für Dachpfanne =
Dachziegel 4 <Hüttenw.> Gefäß, mit
dem flüssiges Metall transportiert
wird 5 Senke, die nur zeitweise mit
Wasser gefüllt ist 6 <Med.> Teil eines
Gelenkes; Gegenstück eines (Kugel-)
Gelenkes 7 Schießpulvennuide an hi¬
storischen, antiken Gewehren 8 etw.
in die Pfanne hauen: [ugs.] sich
schnell ein Essen zubereiten 9 einen
auf der Pfanne haben: [derb] das Ge¬
fühl haben, Luft aus dem Darm abge¬
hen lassen zu müssen 10 jmdn. in die
Pfanne hauen: [ugs.] jmdn. kritisie¬
ren, etw. Schlechtes von ihm sagen 11
etw. auf der Pfanne haben: [ugs.] 1.
etw. sagen wollen 2. von etw. Ahnung
haben; etw. wissen 3. schlau sein; in¬
telligent sein
Pfan|ne|ku|chen/Pfann|ku|chen: der;
-s; - 1 süßer od. salziger (mit Obst,
herzhaften Zutaten belegter) Fladen
aus Eiern, Mehl u. Zucker od. Salz 2
<in Berlin Bezeichnung für> Berliner
Ballen = Schmalzgebäck mit Mar¬
melade im Inneren, das an der Ober¬
fläche mit Zucker bestreut wird
Pfan|nen|ge)richt: das; -(e)s; -e Speise,
Gericht, das in der Pfanne (1) zuberei¬
tet wird
Pfann|ku|chen/Pfan|ne]ku]chen: der;
~s; - 1 süßer o"3. salziger (mit Obst,
herzhaften Zutaten belegter) Fladen
aus Eiern, Mehl u. Zucker od. Salz 2
<in Berlin Bezeichnung für> Berliner
Ballen = Schmalzgebäck mit Mar¬
melade im Inneren u. an der Oberflä¬
che mit Zucker bestreut
Pfarrjamt: das; -(e)s; -ämter 1 Dienst¬
stelle, die der Pfarrer einer Gemeinde
leitet 2 vom Pfarrer ausgeübtes Amt
Pfanjbe|zirk: der; -(e)s; -e Amtsbezirk,
der einem Pfarrer zugeteilt ist
Pfaijrei: die; - ; -en a) an unterster Stelle
stehende kirchliche Behörde, die von
einem Pfarrer geleitet wird b) das
Wohnhaus des Pfarrers u. die dazu
gehörenden Büros
Pfar|rer: der; -s; ~ weibl. Pfar|ne|rin: die;
~ ; -nen christlicher Seelsorger (weib¬
lich nur in der evangelischen Kirche);
geistliche(r) Leiterin) einer Pfarre
Pfarr|ge|mein|de: die; - ; -n Gesamtheit
der Mitglieder einer Pfarrei, Gemein¬
de, die der Zuständigkeit eines Pfar¬
rers unterliegt
Pfarrjge|mein(dejrat: der; ~(e)s; -rate
<Kirche> Gremium, das aus gewählten
Mitgliedern besteht, die den Pfarrer
unterstützen, die Gemeinde vertreten
Pfanjhaus: das; -es; -häuser im Besitz
der Kirche stehender dienstlicher
Wohnsitz eines Pfarrers (in dem sich
meist zugleich dessen Amtsräume be¬
finden)
Pfarr]hel(fer: der; -s; - weibl. Pfarr|hel|-
fe|rin: die; - ; -nen Person, die dazu
ausgebildet wurde, (hauptberuflich)
in einer evangelischen od. katholi¬
schen Gemeinde zu helfen
Pfarijkiijche: die; ~ ; -n (Haupt-)Kirche
innerhalb eines Pfarrbezirks
Pfau: der; -s u. -en; -en mit dem Fassan
verwandter Vogel, von dem der
Hahn, das Männchen seine langen
bunten Schwanzfedern zu einem Rad
aufstellen kann, wobei dann türkis u.
rostbraune Augenmuster (Pfauenau¬
gen) zu sehen sind
Pfaulenlaulqe: das; -s; -n 1 Zeichnung
auf dem zum Rad aufgestelltem
Schwanzgefieder des Pfauenmänn¬
chens 2 Schmetterling, auf dessen
Flügeln auffallende Flecken sind, die
denen ähneln, die sich auf den
Schwanzfedern von Pfauen befinden
PfaulenKelder: die; - ; -n eine der den
Schwanz des Pfaus bildenden Federn
mit einem farbigen, augenförmigen
Muster
Pfaulenlrad: das; ~(e)s; -rüder (bei der
Balz) aufgefächertes Schwanzgefieder
eines Pfaus
Pfaulenlthron; der; -s; - mit vielen Orna¬
menten geschmückter Thron ehema¬
liger Herrscher im Iran
Pfd.: Abk. 1 Pfand 2 (Maßeinheit»
Pfund
Pfdg .:Abk. Pfändung
Pfefjfen igr.-lat.t der; -s; -1 scharfes Ge¬
würz »mit Salz u. Pfeffer würzen« 2
jmd. kann, soll hingehen, wo der
Pfeffer wachst: [ugs.] jmd., den man
nicht mag, soll gehen 3 jmd. kann,
soll bleiben, wo der Pfeffer wächst:
[ugs.] wünschen, daß jmd. nicht
kommt 4 jmdn. dahin wünschen, wo
der Pfeffer wächst: jmdn. so weit wie
möglich weg wünschen 5 Pfeffer im
Hintern, [derb] Arsch haben: beson¬
ders temperamentvoll sein; nicht ei¬
nen Moment ruhig sitzen können 6
jmdm. Pfeffer in den Arsch blasen:
[derb] jmdn. anstacheln, auf Trab
bringen
pfef[fe|rig/pfeff|rig: Adj. n. stg. reichlich
mit Pfeffer versehen, gewürzt; mit ei¬
nem starken Geschmack od. Geruch
nach Pfeffer versehen
862
Pferd
Pfef|fer|korn: das; -(e)s; -körner (zum
Würzen verwendete) einzelne, am
Pfefferstrauch wachsende Frucht
Pfef|fer(ku|chen: der; -s; ~ Backware,
-erzeugnis, Keks aus Lebkuchenteig
Pfef|ferjminz: <gr.-lato der u. das; -es; -
(meist o. Art.) Aromastoff, der aus
der Pfefferminzpflanze gewonnen
wird
Pfef|fer[minz|bon|bon: der u. das; -s; -s
Bonbon, das nach Pfefferminz
schmeckt
Pfef|fer|min|ze/Pfef|fer|mjn|ze: die; - ; -
als Heilpflanze kultiviertes krautarti¬
ges Gewächs, aus dem ein intensives,
aromatisches ätherisches Öl gewon¬
nen wird
Pfef|fer|minz|pa|stil|le —> Pfef|ferj-
minz|pas|til|le: die; - ; -n Süßigkeit in
Drageeform o. ä. mit Pfefferminzge¬
schmack
Pfef|ferjminz|tee: der; -s; - u. -s a) Tee,
der aus Blättern der Pfefferminz¬
pflanze zubereitet wird u. eine anre¬
gende, heilende Wirkung hat b) ge¬
trocknete Blätter der Pfefferminz¬
pflanze, aus denen Pfefferminztee zu¬
bereitet wird
Pfef|fer|müh|le: die; - ; -n zum Mahlen
von Pfefferkörnern verwendete
Handmühle
pfeffern: pfefferst; pfeffertest; hast
gepfeffert 1 mit Pfeffer würzen »Der
Auflauf muß noch gepfeffert werden.«
2 [ugs.] (wütend) mit Wucht an einen
Ort werfen »Er pfefferte die Tasche
unter den Tisch.« 3 jmdm. eine
pfeffern: jmdn. schlagen, ohrfeigen
PfeftfeijnuB —» Pfef|ferjnuss: die; - ;
-nüsse rundlicher Pfefferkuchen von
geringer Größe, der mit einer weißen
Glasur aus Zucker überzogen ist
Pfef]fe|rp|ni: <gr.-lato der; -; - [österr.]
kleine (eingelegte) Paprikafrucht von
unterschiedlichem Schärfegrad, Syn.:
Peperone/Peperoni
Pfefjferjsack: (gr.-lato der; -(e)s; -sacke
[veralt.; abwert.] (reicher) Geschäfts¬
mann
Pfefffeijsteak: das; -s; -s Steak, gebrate¬
nes Rindfleisch, das vor dem Braten
mit Pfeffergewürz versehen wurde od.
mit einer Sauce mit (grünem) Pfeffer
serviert wird
Pfefferfstrauch: der; -(e)s; -sträucher
(besonders in Indien vorkommende)
Kletterpflanze, deren rundliche, in
Trauben wachsende Früchte als Ge¬
würz dienen
Pfejjfe: <lat> die; - ; -n 1 Gerät zum
Rauchen von Tabak »Er stopfte sich
eine Pfeife.« 2 Rohr, das durch Luft¬
zufuhr in Schwingung gesetzt wird u.
einen Ton erzeugt 3 [abwert.; ugs.]
unfähiger Mensch »Die Pfeifen auf
dem Fußballfeld kriegen keinen Paß
hin.« Syn.: <3> Versager 4 a) den
kannst du in der Pfeife rauchen:
[ugs.] diese Person ist nicht zu
gebrauchen b) jmdn. in der Pfeife
rauchen: [ugs.] jmd. leicht besiegen
(können) 5 nach jmds. Pfeife tanzen:
[ugs.] tun, was jmd. möchte, sich nach
ihm richten, seinen Wünschen ent¬
sprechen
pfe||fen: dato pfeifst; pfiff(e)st; hast
gepfiffen 1 mittels Luftausstoß durch
gespitzte, in eine bestimmte Form ge¬
brachte Lippen einen (lauten, melodi¬
schen) Ton hervorbringen 2 (sich) ei¬
nen pfeifen: [landsch.] Alkohol zu
sich nehmen 3 jmdm. eins pfeifen:
[ugs.] nicht gehorchen; nicht jmds.
Wünschen, Erwartungen entsprechen
Pfei|fen|be[steck: das; -(e)s; -e aus
mehreren Teilen bestehendes zusam¬
menlegbares Instrument von geringer
Größe, das zum Säubern, Auskratzen
u. Stopfen von Pfeifen (1) verwendet
wird
Pfeitfen|deckel (Pfei|fen|dek|kel —»
Pfei]fen|de|ckel): der; -s; - 1 auf dem
Kopf der Pfeife (I) befindlicher Dek-
kel 2 [ugs.] Pustekuchen; von wegen
(als Ausdruck dafür, daß das Gegen¬
teil von etw. Gewünschtem od. Er¬
hofftem eingetreten ist)
Pfej|fen|kopf: der; -(e)s; -köpfe 1 Teil
der Pfeife (1), in den der Tabak ge¬
stopft wird 2 [ugs.; abwert.] Pfeife (3);
unfähige Person; Versager
Pfej|fen|rau|cher: aucherder, -s; -
weibl. Pfei|fen|rau|che|rin: die; - ;
-nen (regelmäßig) Pfeife (1) rauchen¬
ende Person
Pfef|fen|rei|ni|ger: der; -s; - zum Säu¬
bern von Pfeifenrohren verwendeter
Draht, der mit kleinen bßrstenähnli-
chen, aus Baumwolle o. ä. bestehen¬
den Büscheln versehen ist
Pfei|fe|rei: die; - ; -en [abwert.] ständiges
Pfeifen, Erzeugen von Tönen durch
etw., eine Pfeife, durch die menschli¬
chen Lippen strömende Luft
Pfejf|ge|räusch: das; -(e)s; -e zumeist
höherer, greller Ton, der z. B. durch
das Hineinblasen in eine Pfeife (2) er¬
zeugt werden kann
Pfeif|kes|sel: der; -s; - Wasserkessel,
der einen als Pfeife (2) funktionieren¬
den Zusatz am Ausgießer besitzt, der
ein Pfeifgeräusch erzeugt, sobald hei¬
ßer Wasserdampf durch ihn hin¬
durchströmt
PfeH[kon|zert: das;-(e)s; -e Ablehnung,
Entrüstung o. ä. ausdrückende viel¬
stimmige Pfeifgeräusche, die ein Pu¬
blikum in hoher Lautstärke von sich
gibt
Pfeif|ton: der; -(e)s; -töne zumeist hö¬
herer, greller Ton, der z. B. durch das
Hineinblasen in eine Pfeife (2) erzeugt
werden kann
Pfeil: der; -fe)s; -e (langer) Stab mit ei¬
ner Spitze, der abgeschossen, gepustet
od. geworden wird
Pfei|ler. dato der; -s; -1a) frei stehen¬
der Pfahl aus Beton o. ä., der das Ge¬
wicht eines größeren Bauwerkes trägt
»Die Pfeiler tragen den Kuppelsaal.«
b) <übertr.> wichtiger Aspekt für das
Bestehen von etw. 2 <Bergbau> a) Ab¬
schnitt einer Lagerstätte, der bei de¬
ren Abbau zunächst als stützender
Teil stehengelassen u. erst später ab¬
gebaut wird b) (beim Pfeilerbau) Ab¬
schnitt einer Lagerstätte, der von
Kammern od. Strecken umrahmt ist
u. zum Abbau dient
Pfei|leijba|si|lijka: die; - / -basiliken <Ar-
chit.> Basilika, deren oberer Ab¬
schnitt des Mittelschiffes von Pfeilern
(1) getragen wird
Pfe[|ler[bau: der; -s; - <Bergbau> Abbau¬
verfahren, das sich durch die Auftei¬
lung einer Lagerstätte in Pfeiler (2b),
Abschnitte auszeichnet
Pfei|ler|brücke (Pfe[|ler|brük|ke —»
Pfei|ler|brü|cke): die; - ; -n <Archit.>
Brücke, die von Pfeilern (1) getragen
wird
pfejl(ge|ra|de: Ad), n. stg. absolut gerad¬
linig verlaufend
Pfefl|gift: das; -(e)s; -e Gift, das zum
Herstellen von Giftpfeilen benutzt
wird
Pfejl|kö|cher: der; -s; - hoher, schmaler
(tragbarer) Behälter zur Aufbewah¬
rung von Pfeilen
Pfeil|rich|tung: die; - ; -en durch einen
Pfeil angegebene Richtung
pfeil|schnell: Adj. n. stg. extrem, sehr
schnell, rasch
Pfeil|wurz: die; - ; -en (in tropischen Re¬
gionen angebaute) große Staude, aus
deren Wurzeln Stärkemehl produ¬
ziert, gewonnen wird
Pfenfnig: der; -s; -e 1 kleinste deutsche
Währungseinheit; kleinste deutsche
Münzeinheit (aus Kupfer) 2 Wer den
Pfennig, Heiler nicht ehrt, ist des Ta¬
lers nicht wert: man sollte auch das
Kleingeld, die Münzen beachten,
schätzen u. diese nicht achtlos beiseite
legen 3 nicht für fünf Pfennig(e), ei¬
nen Sechser: [ugs.] gar nicht; über¬
haupt nicht 4 für jmdn., etw. keinen
Pfennig geben: [ugs.]-an jmdn., etw.
nicht mehr glauben 5 auf den Pfennig
setzen, mit dem Pfennig rechnen:
wenig Geld zur Verfügung haben 6
keinen Pfennig, keine zehn Pfenni-
g(e) wert sein: [ugs.] völlig ohne Wert
sein
Pfen|nig|ab|satz: der; -es; -absätze ho¬
her Schuhabsatz von Damenschuhen,
dessen Auftrittfläche extrem klein,
nur etwa pfenniggroß ist
Pfen|nig|artti[kel: der; -s; - Ware, Arti¬
kel, die/den man für den Betrag von
einem, wenigen Pfennig(en) erwer¬
ben, hersteilen kann
Pfen|nig|be|trag: der; -(e)s; -betrage ge¬
ringer Geldbetrag
Pfen|nig|fuch|ser: der; -s; - weibl. [sel¬
tenj Pfen|nigtfuch(se|rin: die; - ; -nen
[ugs.] übermäßig sparsame, geizige
Person
pfen|nig|gro8: Adj. n. stg. in der Größe
eines Pfennigstücks
Pfen|nigtstGclc das; -(e)s; -e Geld¬
stück, Kupfermünze, das/die den
Wert von einem Pfennig hat
Pferch: dato der; -(e)s; -e Fläche, die
von Zäunen o. ä. begrenzt ist u. auf
der das Vieh (während der Nacht) auf
engem Raum gehalten wird
pferjehen: dato pferchst; pferchtest;
hast gepfercht eine größere Schar,
Zahl von Lebewesen auf engem
Raum zusammendrängen
Pferd: tgr.-lato das; -(e)s; -e 1 großes
Säugetier mit meistens glattem Fell,
langhaarigem Schwanz u. Mähne,
das als Haus- u. Nutztier zum Reiten
od. Ziehen von Lasten eingesetzt wird
2 a) <Tumen> Gerät, an dem Übungen
ausgeführt werden od. über das ge¬
sprungen wird b) Spielfigur des
Schachspiels 3 das hält ja kein Pferd,
aus: [ugs.] das kann man ja nicht er¬
tragen »Die Musik ist ja so laut, das
hält ja kein Pferd aus.« 4 das Pferd
863
Pferdchen
am, beim, vom Schwanz aufzäumen:
[ugs.] etw. total falsch anfangen 5 a)
jmdn. bringen keine zehn Pferde da¬
zu, etw. zu tun: [ugs.] jmdn. bringt
nichts, niemand zu einer Handlung b)
keine zehn Pferde können jmdn. von
etw. abbringen, abhalten: [ugs.] jmd.
läßt sich etw. unter keinen Umstän¬
den ausreden 6 die Pferde scheu
machen: [ugs.] ohne Grund andere
verwirren od. aufregen 7 jmdm. ge¬
hen die Pferde durch: [ugs.] jmdm.
gehen die Nerven durch, er verliert
die Kontrolle über sich »Ich wollte
dich nicht so anschreien, aber bei die¬
sem Thema gehen einfach die Pferde
mit mir durch.« 8 das beste Pferd im
Stall: [ugs.] der/die beste
Mitarbeiter(in) 9 mit jmdm. Pferde
stehlen können: [ugs.] jmd. ist abso¬
lut zuverlässig u. macht alles mit 10
aufs falsche/richtige Pferd setzen:
[ugs.] etw. falsch/richtig planen od.
tun »Die Investition hat sich gelohnt,
da habe ich aufs richtige Pferd
gesetzt.« 11 einen vom Pferd
erzählen: [ugs.] jmdn. anlügen »Glau¬
be das ja nicht, da hat man dir aber ei¬
nen vom Pferd erzählt.« 12 man hat
schon Pferde kotzen sehen: [ugs.] es
gibt manchmal Dinge, die fast nicht
zu glauben sind 13 ich denk, mich
tritt ein Pferd: [ugs.] Ausdruck des Er¬
staunens od. Ärgers
Pferd|chen: das; -s; - 1 kleines Pferd 2
[ugs.; verhüll.] a) Prostituierte, die für
einen Zuhälter arbeitet b) ein Pferd¬
chen laufen haben, lassen: Geld
durch eine od. mehrere Prostituierte
verdienen
Pfer[de|ap|fel: der; -s; -äpfel einzelnes
Stück Pferdekot von rundlicher Form
Pferjde|brem|se: die; - ; -n größere
Stechfliege
Pfer|de|dieb: der; -(e)s; -e weibl. Pfer|-
de|die|bin: die; - ; -nen Person, die ein
Pferd stiehlt, gestohlen hat
Pfer|de|drosch|ke: die; ~ ; -n <hist.> von
Pferden gezogenes Fuhrwerk (zum
Transport von Personen)
Pfer|de|fleisch: das; ~(e)s; - vom Pferd
stammendes Fleisch als Nahrungs¬
mittel
Pfeijde|fuB: der; -es; -fuße 1 einer der
vier Hufe, Füße eines Pferdes 2 Fuß
des Teufels, der immer einem Pferde¬
fuß (1) ähnlich dargestellt wird 3 a)
oibertr.) Haken, Schwierigkeit, nega¬
tive Seite von etw., bei einer Sache b)
einen Pferdefuß haben: [ugs.] etw.
hat eine nicht offensichtliche negative
Seite c) da zeigt sich der Pferdefuß:
[ugs.] hier ist die negative Seite zu er¬
kennen; da steckt der Betrug, der
Nachteil
Pfer|de|ge|biß —* PfeHde[ge|biss: das;
-gebisses; -gebisse 1 Gebiß eines Pfer¬
des (1) 2 [ugs.] -Menschengebiß, das
extrem große, lange (gelblich ge¬
färbte) Zähne aufweist
Pfer|de|ge[sicht: das; -(e)s; -er [ugs.]
Gesicht eines Menschen, das eine
schmale, längliche, grobgeschnittene
Form aufweist
Pferfde|knecht: der; -(e)s; -e [veralt.]
Knecht, dessen Aufgabe es ist, die (im
Stall befindlichen) Pferde zu pflegen
u. zu versorgen
Pfer|de|kur. die; - ; -n [ugs.] Roßkur;
Therapie o. ä., die mit harten Metho¬
den arbeitet, unangenehm ist
Pfer|de|iot|to: das; -s; -s Wette, die hin¬
sichtlich mehrerer Pferderennen ab¬
geschlossen wird
Pfer|de|markfc der; -(e)s; -markte
Markt, auf dem Pferde ge- u. verkauft
werden
Pfer|de|metz|ge|rei: die; - ; -en
[landsch.] Metzgerei, Fleischerei, in
der Pferdefleisch u. -wurst verkauft
werden
Pfer|de|mist: der; -(e)s; - von Pferden
produzierter Mist, Kot u. Urin
Pfer|de|ren|nen: das; -s; - Wettlauf von
Pferden
Pfeijde|schlach|ter/Pfer|de(schläch|-
tert der; -s; - weibl. [selten] Pfer|de|-
schlach|te|rin/Pfer|de|schläch|tejrin:
die; - ; -nen [landsch.] Schlachter(in),
Metzger(in) in einer Pferdemetzgerei
Pfer|de|sch)it|ten: der; -s; - sich auf
Kufen fortbewegendes, von Pferden,
einem Pferd gezogenes Fahrzeug, das
dem Pferdewagen ähnlich ist
Pfer|de|schwanz: der; -es; -schwänze 1
am Pferdekörper befindlicher
Schwanz, Schweif 2 einem Pferde¬
schwanz ähnelnder Haarzopf, bei
dem das Haar am Hinterkopf so zu¬
sammengebunden wird, daß es von
dort lose herabfällt
Pfer|de|stall: der; ~(e)s; -stalle Stall, in
dem Pferde gehalten werden
P1er|de|stäijke: die; - ; -n <Technik>
[veralt.] Maßeinheit, die die Leistung
von 75 Kilopondmeter pro Sekunde
angibt (meist als PS abgekürzt)
Pfer|de|wet|te: die; - ; -n Wette, die bei
einem Pferderennen abgeschlossen
wird
Pfer|de|zucht: die; - ; -en systematische
Aufzucht von Pferden (unter ökono¬
mischen Aspekten)
Pfg.: Abk. Pfennig(e)
Pfiff: dato der; -(e)s; -e 1 durch Spitzen
der Lippen u. gleichzeitigen Luftaus¬
stoß hervorgerufenes Geräusch »Ein
Pfiff ertönte.« 2 besonders positive,
raffinierte Eigenschaft einer Sache
Pfif|fer[ling: <gr.-lat.> der; -(e)s;-e 1 klei¬
ner, eßbarer Waldpilz »Zu dem Steak
gab es Pfifferlinge.« 2 keinen Pfiffer¬
ling wert sein: gar nichts wert sein 3
sich keinen Pfifferling um etw., jmdn.
scheren, kümmern: [ugs.] sich um
etw., jmdn. gar nicht kümmern
pfiffig: dato Adj. sehr gewitzt, Ant.:
dumm; dümmlich
Pfif|fig|keit: die; - ; - Schläue; Raffi¬
nesse; Findigkeit
Pfing|sten —» Pfings[ten: <gro das; -; -
(meist o. Art.'gebraucht) <Religion>
nach christlicher Überlieferung das
Fest des Empfanges des Heiligen Gei¬
stes, als den Jüngern Jesu der Heilige
Geist erschien
Pfingst|fest: das; -(e)s; -e <Religion>
christliches Fest 50 Tage nach Ostern
Pfingst|mon|tag: der; -(e)s; -e zum
Pfingstfest gehöriger Montag; der
zweite Feiertag des Pfingstfestes
Pfingstlrojse: die; - ; -n der Rose äh¬
nelnde Pflanzenart aus der Familie
der Hahnenfußgewächse, deren große
Blüten aus vielen einzelnen Blättern
bestehen u. meist weiß, rosa od. rot
sind
Pfmgst|sohn|tag: der; -(e)s; -e zum
Pfingstfest gehörender Sonntag; er¬
ster Tag des jährlichen Pfingstfestes
Pfingst)wo|che: die; - ; -n Woche vor
dem Pfingstfest
Pfirjsich: dat.> der; -(e)s; -e saftige
Steinfrucht mit samtähnlicher Haut
Pfir[sich|blü|te: die; - ; -n 1 am Pfirsich¬
baum wachsende Blüte 2 o. PI. Blüte¬
zeit der Pfirsichbäume
Pfirjsich|haut: die; - ; - a) Haut, die ei¬
nen Pfirsich umschließt b) diberto
feine Gesichtshaut von rosiger Fär¬
bung
Pfl.: Abk. 1 a) Pflanze b) Pflanzung 2 a)
Pflege b) Pfleger(in)
Pflan|ze: dato die; - ; -n 1 Organismus
aus Wurzeln, Stiel u. Blattwerk, der
anorganische Substanzen durch Son¬
nenlicht umwandeln kann, wie z. B.
Kohlendioxyd mittels Photosynthese
in Sauerstoff 2 [ugs.; abwert.] merk¬
würdige, sich ungewöhnlich verhal¬
tende Person
pflan|zen: dato pflanzt; pflanztest; hast
gepflanzt Blumen, Bäume, Sträucher,
Pflanzen o. ä. in die Erde setzen
Pflan|zen|ex|trakt: das u. [fachsprl.j
der; -(e)s; -e aus pflanzlichen Stoffen
gewonnener Auszug
Pflan|zen|farb|stoff: der; -(e)s; -e Farb¬
stoff, der aus Pflanzen gewonnnen
wird
Pflan|zen)fett: das; -(e)s; -e Fett, das
aus den Früchten u. Samen spezieller
Pflanzenarten gewonnen wird
Pflan|zen|fres|sen der; -s; - sich aus¬
schließlich von Pflanzen, Sämereien
u. z. T. von Früchten ernährendes
Tier
Pflan|zen|gift: das; -(e)s; -e 1 Gift
pflanzlicher Herkunft 2 Gift zur Ver¬
nichtung von als Unkraut geltenden
Pflanzen
Pflan|zen|krank|heit: die; - ; -en (z. B.
durch Nährstoffmangel verursachte)
krankhafte(r) Veränderung, Befall ei¬
ner Pflanze
Pflan|zen(kun|de: die; - ; - Botanik; sich
mit den Verwandschaften, der Kulti¬
vierung, dem Aufbau, dem Aussehen,
dem natürlichen Vorkommen usw.
von Pflanzen, Blumen, Blüten usw.
befassende Wisenschaft, Lehre
Pflan|zen|öl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
Öl, das aus den Früchten u. Samen
spezieller Pflanzen gewonnen wird
Pflan|zen|schäd|ling: der; -(e)s;-e Tier¬
öd. Pflanzenart, die einer Nutzpflan¬
ze Schaden zufügt
Pflan|zen|schutz: der; -es; - a) das Be¬
schützen von Nutzpflanzen vor
Schädlingen, Krankheiten u. vor Un¬
krautpflanzen b) Erhalt der natürli¬
chen Vegetation
Pflan|zeR der; -s; • weibl. Pflan|ze|rin:
die; - ; -nen 1 ein (weiträumiges) Ge¬
biet mit Nutzpflanzen bepflanzende
Person 2 [veralt.] Person, die (in
Übersee) eine Pflanzung besitzt
Pflanz|karjtof]fel: die; - / -n Kartoffel,
aus der sich nach dem Einlegen, Ein¬
pflanzen in die Erde eine neue Kartof¬
felpflanze entwickelt
864
pflichtschuldig/pflichtschuldigst
pflanz|Uch: <lat.> Adj. n. stg. die Pflanzen
betreffend, ihnen zuzuordnen; aus
Pflanzen hergestellt; wie eine Pflanze
Pflanzung: die; - ; -en 1 Vorgang des
Pflanzens 2 (eine kleinere Fläche um¬
fassende) Anpflanzung von etw.,
Plantage
Pflajater —» Pflas|ter. <gr.-lat.> das; -s;
- 1 Straßenbelag (aus Teer od.
Steinen) »Das Pflaster muß ausgebes¬
sert werden.« 2 auf Wunden o. ä. auf-
klebbarer Stoff zur Verhinderung
von Infektionen, zur Linderung von
Schmerzen (in Verbindung mit Sal¬
ben o. ä.) 3 auf dem Pflaster liegen:
[ugs.] keine Arbeit haben 4 ein heißes
Pflaster sein: [ugs.] eine gefährliche
Gegend sein 5 ein teures Pflaster
sein: [ugs.] eine Stadt o. ä., in der man
sehr viel Geld haben muß, um dort le¬
ben zu können
Pfla]ster|ma|ler —» Pflas|ter|ma|ler-
der; -s; - Person, die das Straßenpfla¬
ster bemalt, um damit das Interesse
der Passanten zu wecken (damit sie
ihm Geld schenken)
pfla|stem —» pflas|tern: pflasterst;
pflastertest; hast gepflastert 1 <Weg;
Straße> mit Plastersteinen, festem
Material belegen 2 jmdm. eine
pflastern: [ugs.] eine Person ohrfeigen
3 mit etw. die StraBe(n) pflastern
können: [ugs.] zuviel von etw. haben
Pflajstetjstein —» Pflas|terjstein: der;
-(e)s; -e 1 Stein, der zur Herstellung
des Straßenpflasters verwendet wird 2
[ugs.] massives, rundliches, mit einer
harten Zuckerglasur versehenes Pfef¬
ferkuchengebäck
Pfla|ste|rung —» Pflas|te|rung: die; - ;
-en 1 Vorgang des Pflastems einer
Straße, eines Weges 2 Pflaster (1) der
Straße
Pflä|ste|rung —* Pfläs|te|rung: die; -;
-en [süddt.; Schweiz.] 1 Vorgang des
Pflastems einer Straße, eines Weges 2
Pflaster (1) der Straße
Pflaulme: <gr.-lat.> die; -; -n 1 a) rundes
od. ovales Obst mit blauer od. gelber
Außenhaut, gelbem, manchmal auch
rötlichem Fruchtfleisch u. mit einem
Stein in der Mitte b) kurz für Pflau¬
menbaum; Pflaumen (a) hervorbrin¬
gender Obstbaum 2 [scherzh.; ugs.]
Mensch, der (oft) etw. Witziges od.
Dummes tut
Pflaulmenlbaum: der; - (e )s; -bäume
Obstbaum, der Pflaumen (la) als
Früchte trägt, hervorbringt
Pflaulmenlkulchen: der; -s; - (oft auf
einem Ofenblech) gebackener (Hefe-)
Kuchen, der mit Pflaumen (la) be¬
legt, versehen ist
Pflaulmenlmus: das; -es; - aus Pflaumen
(la) gewonnene(s)(r) Mus, Brei, das/
der als Brotaufstrich verwendet wird
pflau|men|wejch: Adj. n. stg. [ugs.; ab¬
wert.] nicht fest im Charakter u. ohne
einen festen eigenen Standpunkt, sich
stets an anderen orientierend od. sich
ihnen fügend
Pfie|ge: die; - ; - 1 Versorgung u. Be¬
treuung hilfebedürftiger Menschen
od. Tiere 2 Handlung, die der Auf¬
rechterhaltung od. der Verbesserung
bestimmter Kontakte od. Zustände
dient
pfle]g«|arm: Adj. pflegearmer; pflege¬
armste nur geringe Pflege benötigend
pfle|ge|be|dürf|tig: Adj. n. stg. a) Pflege
benötigend b) Pflege beanspruchend
Pfle|ge]el|tern: die (PI.) Ehepaar, das
die (zeitweise) Pflege (1), Sorge u. Er¬
ziehung eines (fremden) Kindes über¬
nommen hat
Pfle|ge|fall: der; -(e)s; -fälle aufgrund
ihres (körperlichen) Zustandes auf je
nach Schwere der Krankheit, Behin¬
derung teilweise od. völlig auf Pflege
(1), ständige Hilfe (z. B. bei der Kör¬
perhygiene, beim Essen, dem tägli¬
chen Leben) angewiesene Person, de¬
ren Situation sich durch einen Kran¬
kenhausaufenthalt nicht mehr we¬
sentlich verbessern läßt
Pfie]ge|geld: das;-(e)s; -er nach Schwe¬
regrad der zu pflegenden Person u.
damit verbundenem Ausmaß der
Pflegebedürftigkeit gestaffelter von
der (gesetzlichen) Pflegeversicherung
gezahlter Betrag für die (häusliche)
Pflege (1) von Menschen
Pfle|ge|kind: das; -(e)s; -er minderjäh¬
rige Person unter sechzehn Jahren,
die sich größtenteils außerhalb des El¬
ternhauses in Familienpflege befindet
pf)ejge|!eicht: Adj. pflegeleichter; pfle¬
geleichteste leicht zu pflegen, keine
ausgeprägte Pflege, Behandlung be¬
nötigend
Pflejge|mutjter: die; - ; -mutter a) weib¬
licher Teil des Pflegeelternpaares b)
weibliche Person, die (offiziell) die
Pflege (1) eines Kindes übernommen
hat
pfle|gen: pflegst; pflegtest; hast gepflegt
1 a) die Tätigkeit der Pflege (1) aus¬
üben; jmdn., etw. versorgen, betreuen
»Sie pflegt den kranken Vater.« b)
jmdm. Pflege, Aufmerksamkeit, Be¬
mühungen zukommen lassen »inter¬
nationale Kontakte pflegen« 2 etw. Be¬
stimmtes (normalerweise) immer in
dieser Art tun; eine Gewohnheit ha¬
ben »Sie pflegt immer am Montag ein¬
kaufen zu gehen.« Ant.: <lb> vernach¬
lässigen, Syn.: <la> betreuen; <la, b>
hegen; <la> versorgen
pfle|gen, sich: pflegst dich; pflegtest
dich; hast dich gepflegt sich, seinem
Körper etw. Gutes tun; sich um sei¬
nen Körper kümmern »Sie pflegt sich
von Kopf bis Fuß.«
Pfle[gen der; -s; - weibl. Pfle|ge|rin:
die; - ; -nen 1 a) als Krankenpflege¬
rin) tätige Person b) in der Tierpflege
tätige Person 2 <Rechtsw.> vom Ge¬
richt zugewiesene Vertrauensperson,
die in speziellen Fällen die Verrich¬
tung von Rechtsangelegenheiten ei¬
ner Person ausübt 3 [Schweiz.] a) Per¬
son, die etw. organisiert, betreut »der
Pfleger der Jugendspiele« b) <Boxen>
Sekundant »Der Pfleger verletzte die
Wettkampfregeln.«
pfle]ge|risch: Adj. n. stg. a) die Pflege
von etw., jmdm. betreffend, ihr zu¬
zuordnen b) die Pflege zur Erhaltung
eines Zustands betreffend, ihr zuzu-
brdnen
Pflejge|satz: der; -es; -sätze feststehen¬
der Betrag, der für die Krankenhaus¬
unterbringung eines Patienten aufge¬
bracht werden muß
Pfle]ge|sta[ti|on: die; -; -en Station, Ab¬
teilung eines Altenheimes o. ä., in der
Menschen untergebracht sind, die we¬
gen schwerer körperlicher od. geisti¬
ger Behinderung(en) intensiv gepflegt
werden müssen
Pfle|ge|va|ter: der; -s; -väter männlicher
Teil des Pflegeelternpaares
Pfle|ge|veijsi|che|rung: die; ~ ; -en Teil
der Sozialversicherung, die Pflegebe¬
dürftigen ausreichende Unterstüt¬
zung zu deren notwendiger Betreu¬
ung gewähren soll
pfleg|lich: Adj. n. stg. auf eine Art, die
zur Erhaltung einer Sache beiträgt;
behutsam, schonungsvoll u. achtsam
Pflegschaft: die; - ; -en <Rechtsw.» vom
Gericht angeordnetes Fürsorgever¬
hältnis des Pflegers für eine Person,
insbesondere zur Besorgung rechtli¬
cher Angelegenheiten
Pflicht: die; - ; -en 1 Anforderung eines
bestimmten Verhaltens; etw., was
man tun muß, was zu jmds. Aufgaben
gehört »Einkäufen gehört zu deinen
Pflichten.« 2 jmdn. in die Pflicht
nehmen: [geh.] jmdn. für etw. in An¬
spruch nehmen 3 die Pflicht ruft: jmd.
muß eine bestimmte Aufgabe erledi¬
gen »Hör auf zu spielen u. mach deine
Schularbeiten, die Pflicht ruft!« 4
jmds. (verdammte) Pflicht u. Schul¬
digkeit (sein): jmds. selbstverständli¬
che Aufgabe »Es ist unsere Pflicht u.
Schuldigkeit, die Umwelt zu schüt¬
zen.«
Pflicht|be|such: der; -(e)s; -e pflichtge¬
mäß, nicht ganz freiwillig, ungern ge¬
tätigter Besuch
pflicht|be|wußt —» pflichtjbe|wusst:
Adj. pflichtbewußter; pflichtbewußte¬
ste —>pflichtbewusster; pflichtbe¬
wusstesteim Bewußtsein seiner
Pflicht, Aufgaben handelnd
Pflicht|be|wußt|sein —* Pflicht|be|-
wusstjsein: das; -s; - Bewußtsein, ei¬
ner Pflicht, Aufgabe möglichst (gut)
nachzukommen, nachkommen zu
müssen
pflicht(eif|rig: Adj. pflichteifriger;
pflichteifrigste sich bemüht zeigend,
eine Pflicht, Aufgabe gut auszuführen
Pflicht|er(fül|lung: die; - ; - Erledigung
von Pflichten, Aufgaben
Pflicht|fach: das; -(e)s; -fächer Fach,
Jas von einer in der Ausbildung be¬
findlichen Person (Schülern, Studen¬
ten o. ä.) belegt werden muß
pfljcht]ge|mäß: Adj. n. stg. entspre¬
chend der Pflicht; einer Verhaltens¬
maßgabe, Pflicht gemäß; in Erfüllung
seiner Pflicht
Pfllcht|kür: die; ~ ; -en <Sport; Eiskunst¬
lauf! in bestimmter Zusammenset¬
zung pflichtgemäß zu absolvierendes
Kurzprogramm
Pflicht|lau|fen: das; -s; - (Sport; Eis- u.
Rollkunstlauf» pflichtgemäß zu ab-
solvierender(r) Lauf, Übung(steil)
Pflicht|lei|stung Pfljcht|leis|tung:
die; - ; -en pflicht-, vertragsgemäß
ausgezahlte od. zu zahlende Leistung
(einer Versicherung)
pflicht]schul|dig/pflicht|schul|digst
Adv. den Anstandsregeln, Anforde¬
rungen einer Aufgabe o. ä.
entsprechend »pflichtschuldig!st) lä¬
cheln«
865
Pflichtstunde
Pflicht|stun|de: die; - ; -n a) pflicht-,
vertragsgemäß zu absolvierende
Stunden einer Lehrkraft b) von einem
Schüler, Studenten o. ä. zu belegende
Stunde
Pflichtjteil: der; -(e)s; -e <Rechtsw.> un-
entziehbarer Mindestanteil von Kin¬
dern am Erbe, auch wenn der Erblas¬
ser dies testamentarisch ausschließen
wollte
Pflicht|treue: die; - ; - beim Erfüllen
von Pflichten gezeigte Gewissenhaf¬
tigkeit
PfHcht|um|tausch: der; -(e)s; -e (PI. s.)
Geldumtausch, den man beim Einrei¬
sen in bestimmte Länder zwangsweise
vornehmen muß
pfl|cht)veiiges|sen: Adj. n. stg. auf ta¬
delnswerte Art seinen Pflichten nicht
nachkommend
Pflicht|veiilet|zung: die; ~ ; -en das
Nichterfüllen, Ignorieren von Pflich¬
ten
Pfl[cht|ver|si|che|rung: die; -; -en Versi¬
cherung, die vom Gesetzgeber vorge¬
schrieben ist »Die Krankenversiche¬
rung ist eine Pflichtversicherung.«
Pfljchtjver[tei|di|ger der; -s; - weibl.
Pflicht|ver|tei|di|ge|rin: die; - ; -nen
(Rechtsw.) Rechtsanwalt/-anwältin,
der/die vom Gericht demjenigen An¬
geschuldigten als Verteidiger zur Seite
gestellt wird, der noch keinen Vertei¬
digerhat
Pflock: der; -(e)s; Pflöcke dicker, ge¬
spitzter Pfahl
Pfl.-Pers.: Abk. Pflegepersonal
pflücken (pflük|ken —^ pflü|cken):
pflückst; pflücktest; hast gepflückt
Früchte vom Baum nehmen; Blumen,
Blüten von der Pflanze abbrechen,
abschneiden
Pflücker (Pflük|ker —> Pflü|cker): der;
-s; - weibl. Pflücke|rin (Pflük|ke|rin
—* Pflü|cke(rin): die; - ; -nen Obst,
Baumwolle o. ä. pflückende(r) Arbei¬
terin)
pflück|reif: Adj. n. stg. zum Pflücken,
Ernten geeignet; Reife, Konsistenz
zum Ernten besitzend »Der Apfel ist
pflückreif.«
Pflug: der; -(e)s; Pflüge 1 Gerät zum
Ackerbau, das den Boden für das
Säen, Setzen von Pflanzen aufbricht
»Früher wurde der Pflug meist von
Ochsen gezogen.« 2 unterm, unter
dem Pflug sein: <Feld> bearbeitet wer¬
den
pflüjgen: pflügst; pflügtest; hast gepflügt
a) den Pflug benutzen, um ein Feld zu
bearbeitet »Die Bäuerin pflügte mit
Hilfe des Traktors.« b) mit Hilfe eines
Pfluges erstellen »Saatrillen in ein
Feld pflügen« c) (übertr.) etw. aufrei¬
ßen, durchbrechen »Der Schiffsbug
pflügte die Wellen.«
Pflugschar: die; - ; -en u. [landsch.]
das; -(e)s; -e an der Vorderseite spit¬
zes, an der Hinterseite breiter werden¬
des Pflugschneideblatt
Pfor)te: dat.> die; - ; -n 1 Tür, die jmds.
Grundstück, Besitz abschließt, be¬
grenzt »Ein Vertreter stand an der
(Garten-)Pforte.« 2 a) seine Pforten
öffnen: eingeweiht, eröffnet werden
b) seine Pforten schließen: nicht
mehr geöffnet haben; nicht mehr be¬
trieben werden
Pförtjnen dato der; -s; ~ weibl. Pfört|-
ne[rin: die; - ; -nen Person, die am
Eingang von Firmen, öffentlichen
Gebäuden die Besucher, Angestellten
einläßt, einweist
Pfört|nerjhaus: das; -es; -Häuser kleine¬
res Haus im Eingangsbereich eines
Geländes, das von einem Pförtner als
Dienst- u. Wohnraum genutzt wird
Pfört|ner|lo|ge: die; - ; -n während der
Dienstzeit eines Pförtners von ihm ge¬
nutzter Raum im Eingangsbereich ei¬
nes Hauses, Geländes
Pfo|sten —* Pfos|ten: dato des; -s; -
a) Stützpfeiler b) kurz für Torpfosten
= <Sport> seitlicher Stützpfeiler des
Torgehäuses
Pfo|sten|schuB —> Pfps|ten|schuss:
der; -Schusses; -schüsse (Sport; Ball¬
spiele) den Pfosten eines Tores tref¬
fender Schuß
Pfo/te: die; - ; -n 1 a) <Tier> in Zehen ge¬
spaltener Tierfuß b) <Mensch> [ugs.]
Hand 2 jmdm. eins auf die Pfoten
geben, klopfen: [ugs.] jmdm. die Mei¬
nung sagen, ein bestimmtes Vorgehen
unterbinden 3 sich etw. aus den Pfo¬
ten, Fingern saugen: [ugs.] etw. er¬
zählen, was nicht stimmt »Daß das
unsere Freunde gesagt haben sollen,
glaube ich nicht; das hast du dir mal
wieder aus den Pfoten gesaugt.« 4 sich
die Pfoten verbrennen: [ugs.] bei ei¬
ner Sache od. von jmdm. abgewiesen
werden, negative Resonanz erhalten
5 seine Pfoten überall drinhaben:
[ugs.; meist abwert.] überall mitma¬
chen; überall dabeisein »Der Vorsit¬
zende der Partei hatte überall seine
Pfoten drin.«
Pfriem: der;-(e)s; -e 1 Werkzeug, Ahle,
mit dem/der man in ein Material (z.
B. Leder) Löcher stoßen, bohren
kann 2 [hist.] Werkzeug, mit dem ein
Schriftsetzer kleinere Korrekturen
durchführt
pfrie|meln: pfriemeist; pfriemeitest; hast
gepfriemelt [ugs.; landsch.] etw. zwi¬
schen den Fingerspitzen hin- u. her¬
rollen
Pfropfen: dato der; -s; - 1 etw., was als
Verschluß (für eine Flasche o. ä.) be¬
nutzt, in etw. hineingesteckt wird
»Auf der Karaffe war ein Pfropfen aus
Glas.« 2 [landsch.] das freie Durch¬
fließen von etw. behindernde Gegen¬
stand »Im Abflußrohr steckte ein
Pfropf.« 3 die Propfen knallen, sprin¬
gen lassen: Getränke (besonders
Sekt) servieren
pfropften: pfropfst; pfropftest; hast
gepfropft 1 Pflanzen durch Einpflan¬
zung eines Teils, Astes o. ä. einer an¬
deren, wertvolleren Pflanze veredeln
2 auf etw. einen Pfropfen (1) als Ver¬
schluß geben 3 etw., jmdn. in etw.
hineinzwängen
Pfropf|mes|ser. das; -s; - Messer, das
zum Pfropfen, zur Veredelung von
Pflanzen durch Aufsatz eines Pflan¬
zenteils von einer anderen Pflanze be¬
nutzt wird
Pfrop|fung: die; - ; -en Vorgang des
Pfropfens, Veredelns von Pflanzen
durch Aufsatz eines Pflanzenteils von
einer anderen Pflanze
Pfrün|de: dato die; - ; -n <kath. Kirche;
hist.> a) Kirchenamt, das mit Ein¬
künften verbunden ist b) Gebiet, das
eine Pfründe für jmdn. darstellt;
Platz, an der eine Person eine Pfründe
besitzt
Pfund: dato das; -(e)s; -e (aber: zwei
Pfund) 1 Gewichtseinheit von 500
Gramm = ein halbes Kilo »ein Pfund
Äpfel« 2 Währungseinheit verschiede¬
ner Staaten
pfun|dig: Adj. n. stg. [ugs.J super; her¬
vorragend »Er war ein pfundiger
Typ.«
Pfunds|kerl: der; -(e)s; -e [ugs.] toller
Kerl; guter Kumpel »Mein Freund ist
echt ein Pfundskerl.«
pfund|wei|se: Adv. in einer in Pfunden
gemessenen Menge (meist in der Be¬
deutung: sehr viel(e)) »Sie kaufte
pfundweise Bonbons. ♦ Ich könnte
Salzstangen pfundweise essen.«
Pfusch|ar|beit: die; - ; -en [ugs.;
abwert.j liederlich, nicht korrekt,
nicht sorgfältig ausgeführte Arbeit
pfujschen: pfuschst; pfuschtest; hast
gepfuscht 1 eine Arbeit nicht sorgfäl¬
tig, ordnungsgemäß ausführen »Beim
Bau des Hauses wurde gepfuscht, so
daß der Keller ständig feucht war.« 2
in der Schule o. ä. betrügen, einen
Spickzettel, auf dem Formeln, Voka¬
beln usw. stehen, benutzen »Ich habe
bei der Klassenarbeit nicht gepfuscht.«
Pfu[scher: der; -s; - weibl. Pfu|sche|rin:
die; ~ ; -nen [ugs. abwert.] Person, die
etw. nicht korrekt, nicht sorgfältig
ausführt
Pfu|sche|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
Arbeit, die kontinuierlich liederlich u.
unkorrekt erledigt wird
pfu]scher|haft: Adj. pfuscherhafter; pfu¬
scherhafteste [ugs.; ab wert.] auf nach¬
lässige Weise erstellt, erledigt; lieder¬
lich ausgeführt
Pfütjze: die; - ; -n auf dem Boden ge¬
sammeltes Wasser »Kinder springen
gerne in Pfützen.«
PG: Abk. 1 Patentgesetz 2 Pensionsge¬
setz 3 Polizeigesetz 4 Polizeigewahr¬
sam 5 Postgesetz
pg.: Abk. dato 1 pagina = (Buch)Seite
2 paginiert = mit Seitenzahlen verse¬
hen
PGeb: Abk. Postgebühren
PGebO: Abk. Postgebührenordnung
Pgl: Abk. Pegel
PH: Abk. 1 Pädagogische Hochschule 2
<Milit.> Panzerhaube 3 (Versicherung)
Privathaftpflicht 4 Programmhinweis
Ph(.): Abk. 1 Phon = Maßeinheit der
Lautstärke 2 (Sprachwiss.) Laut 3
(Chemie) Phosphor
Ph.: Abk. 1 (Lautstärkenmaßeinheit)
Phon 2 (Sprachwiss.) Phonem = Laut
3 Phosphor = leuchtender chemi¬
scher Grundstoff
p. h.: Abk. persönlich haftend
Pha|ge: (gro /fage/ der; -n; -n Bakterien
angreifendes Virus
Pha|go|zyt: <gro /fagozüt/ der; -en; -en
(Med.) weißes Blutkörperchen, das
die durch eingedrungene Fremdstoffe
für den Körper entstehende Gefahr
durch das Unschädlichmachen dieser
Stoffe ausschaltet
Pha|lanx: <gr.-lato /falankß/ die; - ;
Phalangen 1 (Milit.; hist.; antikes
Griechenland) besondere Form der
Schlachtreihe 2 [geh.] geschlossen
866
philologisch
(für/gegen etw.) auftretende Gruppe,
Reihe
phal|lisch: <gr.-lat.> /fallisch/ Adj. n. slg.
(geh.] 1 ein (erigiertes) männliches
Glied darstellend, diesem ähnlich eine
phallische Plastik« 2 das männliche
Glied als Kraft- u. Fruchtbarkeits¬
symbol betreffend 3 die phallische
Periode: von der Psychoanalyse be¬
schriebene frühkindliche Phase in der
Entwicklung des Menschen
Phal|lus: <gr.-lat.> /falluß/ der; - ; -se u.
Phalli u. Phallen (erigiertes) männli¬
ches Glied
Phä|no|lo|gie: <gr.-lat.> /fanologi/ die;
•; - Lehre, Wissenschaft, die sich mit
den Auswirkungen der Witterungs- u.
Klimaverhältnisse auf die jeweilige
Entwicklung von Flora u. Fauna in
den verschiedenen Jahreszeiten be¬
faßt
Phä|no|men: <gr.-lat.> /fänomen/ das;
-s; -e a) Erscheinung »Dieses Phäno¬
men ist noch nicht erforscht.« b) au¬
ßergewöhnliches Ereignis
phä|no|me|nal: /fänomenal/ Adj. n. stg.
1 einzigartig; unglaublich »Das war
ein phänomenales Erlebnis.« 2 <Philo¬
sophie> eine auffällige Erscheinung,
ein Phänomen betreffend, ihr/ihm zu¬
zuordnen
Phä|no|typ: /fänotüp/ der; -(e)s; -en
<Bio.> durch Umwelteinflüsse u. Erb¬
anlagen geprägte Erscheinungsform
des Organismus
ph|jnofty|pisch/phäfno|ty(pisch: /fano-
tüpisch/ Adj. n. stg. <Bio.> die Erschei¬
nungsform eines Organismus, den
Phänotyp betreffend, ihm zuzuord¬
nen
Phä)no|ty|pus/Phä|no|ty|pus: /fänotü-
puß/ der; - ; -typen <Bio.> durch Um¬
welteinflüsse u. Erbanlagen geprägte
Erscheinungsform des Organismus
Phan|ta|sie/Fan|ta|sie: <gr.-lat.> /fanta¬
siJ die; - ; Phantasien /fantasbn/ Fä¬
higkeit, sich in Gedanken etwT auszu¬
malen, zu erfinden; Gedankengebäu¬
de, das erfunden ist, Syn.: Vorstel¬
lungskraft)
Phan|ta|sie|ge|bil|de —* auch Fan|ta|-
s|e|ge|biljde: /fantasi-/ das; -s; - etw.,
was nur in der Vorstellung vorhanden
ist; nur in der Phantasie vorhandenes
Gebilde
phan|ta|sie|los —» auch fan|ta|sie|los:
/fantasi-/ Adj. n. stg. völlig ohne (eige¬
ne) Vorstellungskraft
Phan|ta|sie[lo|sig|keit —» auch Fan|ta|-
sie|io|sig|keit /fantasi-/ die; - ; - ex¬
tremer Mangel an Phantasie, Vorstel¬
lungskraft
phan|ta|sie|voll —> auch fan|ta|sie|voll:
/fantasi-/ Adj. n. stg. reich an Vorstel¬
lungskraft; phantasiereich, mit vielen
Phantasiebildern ausgestattet
Phanftast —» auch Fan|tast <gr.-lat.>
/fantaßt/ der; -en; -en weibl. Phan|ta|-
Stin —» Phan|tas|tin/Fan{tas|tin: die;
- ; -nen [abwert.] Person mit über¬
spannten, nicht realistischen Ideen
Phan|ta|ste|rei —> Phan|tas|te|rei/Fan|-
tas|te|rei: /fantaßtera/ die; - ; -en
[abwert.] unrealistische Vorstellung;
Hirngespinst
phan|ta]stisch —» phan|tas|tisch/fan|-
tas|tisch: /fantaßtisch/ Adj. n. stg. 1
[geh.] von Trugbildern, unrealisierba¬
ren Wunschvorstellungen, wirklich¬
keitsfremden Ideen erfüllt u. außer¬
halb der Realität befindlich 2 [ugs.] a)
hervorragend; beeindruckend »eine
phantastisches Theatervorstellung« b)
unbegreiflich, unfaßbar »Seine Schul¬
den erreichten eine phantastische Hö¬
he.«
Phantom: <gr.-fr.> /fantom/ das; -s; -e 1
Trugbild 2 <Med.> Nachbildung vor¬
wiegend von Körperteilen od. einem
Gesicht für den Unterricht
Phan|tom|schmerz: /fantom-/ der; -es;
-en <Med.> Schmerzen in einem nicht
mehr vorhandenen Körperglied
Pha|rao: <ägypt.-gr.> /fara-o/ der; » u.
-s; Pharaonen 1 o. PI. Titel der Könige
in Altägypten 2 Person, die diesen
Königstitel trug
Pha|raojnen|reich —*■ Pha|ra|o|nen|-
reich: /faraonen-/ das; -(ejs; - Reich,
Herrschaftsgebiet eines altägypti¬
schen Königs
Pharm.: Abk. 1 a) Pharmakologie =
Heilmittellehre b) Pharmakologe(gin)
2 a) Pharmazie = Arzneimittelkunde
b) Pharmazeut(in)
pharm.: Abk. 1 pharmakologisch 2
pharmazeutisch
Phar[ma|in|du|strie —» Phar|ma|in|-
diis|t|rie: <gr.-lat.> /farma-/ die; - ; -
Industrie, die Arzneimittelprodukte
herstellt
Phar|ma|ko|lo]gie: <gr.> /farmakologi/
die; - ; - Wissenschaft, Lehre von den
Heilmitteln, Arzneimitteln
Phar|ma|kon: <gr.> /farmakon/ das; -s;
Pharmaka (m. PI.) Arzneimittel
Phaiima|un|ter|neh|men: /farma-/ das;
-s; - Firma, die Arzneimittel industri¬
ell produziert, herstellt
Pharlmalzeultik: <gr.> /farmazeutik/ die;
-; - Arzneimittelkunde
pharlmalzeultisch: <gr> Adj. n. stg. die
Produktion (u. den Einsatz), die Zu¬
sammensetzung von Arzneimitteln
betreffend, der Pharmazeutik zuzu¬
ordnen »ein pharmazeutisches Pro¬
dukt«
pharlmalzeultisch-techlnisch: <gr.> Adj.
n. stg. die Arzneimittelwissenschaft in
Kombination mit praktischen, tech¬
nischen Anwendungsmöglichkeiten
betreffend, ihr zuzuordnen »Sie ist als
pharmazeutisch-technische Assistentin
tätig.«
Phajse: <gr.-fr.> /fase/ die; - ; -n Ent¬
wicklungsstufe, -abschnitt von etw.,
jmdm. »Diese Phase machen fast alle
Teenager durch.«
Pha|sen|bild: /fasen-/ das; -(e)s; -er
<Film> einzelnes, eine bestimmte Si¬
tuation in einem Zeichentrickfilm
wiedergebendes Bild
Pha|sen|ge|schwinjdig|keit: /fasen-/
die; - ; -en <Physik> Geschwindigkeit,
die der Schwingungszustand einer
Welle während seiner Ausbreitung
aufweist
Pha|sen|span|nung: /fasen-/ die; - ; -en
<Elektrot.> Spannung, die zwischen
den außerhalb liegenden u. den im
Zentrum befindlichen Leitern vor¬
liegt
Pha|sen|sprung: /fasen-/ der; -(e)s;
-spränge <Physik> abrupte Verände¬
rung eines bestimmten Schwingungs¬
zustandes einer Welle
Phe|nol: <gr.> /fenol/ das; -s; - <Chemie>
(als Mittel zur Desinfektion Anwen¬
dung findende) Karbolsäure
Phj: <gr.> das; -s; -s an einunzwanzigster
Position des griechischen Alphabets
stehender Buchstabe
Phil.: Abk. 1 a) Philatelie = Briefmar¬
kenkunde b) Philatelisten) 2 Philippi¬
nen 3 a) Philologie (Literatur- u.
Sprachwissenschaften) b)
Philologe(in) 4 a) Philosophie b) Phi¬
losophen)
-phjl: (gr. > Wortbildungselement (+
meist fremdsprachiges Basiswort;
dient der Adjektivierung) das im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrfickte lie¬
bend »anglophil ♦ homophil« Ant.:
-phob
phil.: Abk. 1 philatilistisch 2 philippi¬
nisch 3 philologisch 4 philosophisch
phil|an]thro|pisch —» phi|lan|th|ro|-
pisch: <gr.> /filantropisch/ Adj. n. stg.
[geh.] die Menschen liebend; sich (bei
. seinen Handlungen) am Menschen¬
wohl orientierend »Er organisierte
eine philanthropische Spendenaktion.«
Phi|la|te|lje: <gr.>/filateli/die; -; - Brief¬
markenkunde
Phil|ate|!ist —» Phi|l|a|te|list: <gr.>
/filatelißt/ der; -en; -en weibl. Phil|-
ate|li|stin —» Phi|l|a|te|lis|tin: die; ~ ;
-nen a) sich (wissenschaftlich) mit
Briefmarken beschäftigende Person
b) Person, die Briefmarken sammelt
»Er ist ein leidenschaftlicher Philate¬
list.«
phil|ate|li]stisch —> phi|l|a|t|e|lis|tisch:
(gr.> /filatelißtisch/ Adj. n. stg. das
Sammeln von, die Beschäftigung mit
Briefmarken betreffend
Phil|har|mo|nje: <gr.> /filharmoni/ die;
~ ; -n IfilharmonPnj a) musikalische
Gesellschaft od. Symphonieorchester
b) Konzertsaal; Orchestersaal
Phil|har|mo|ni|ker. <gr.> /filharmoniker/
der; -s; • weibl. Phil|harlmo]ni|ke|rin:
die; - ; -nen a) Musiker(in) in einem
Symphonieorchester b) n. PI. mit vie¬
len Musikern besetztes Symphonieor¬
chester »die Berliner Philharmoniker«
Phi|li|ste|rei —> Phi|lis|te|rei: <gr.>
/filißterei/ die; -; -en [geh.; abwert.] a)
o. PI. kleinbürgerliche, engstirnige
Verhaltensweise b) einzelnes, von
Engstirnigkeit geprägtes Ereignis;
engstirnige Handlung, Verfahrens¬
weise
phi|l||ster]haft —» phi|ljs|ter|haft <gro
/filißter-/ Adj. philisterhafter; phili¬
sterhafteste [geh.; abwert.] in der Art
eines Spießbürgers
Phi|lo|den|dron —* Phi|lo|den|d|ron:
der u. das; -s; Philodendren Kletter¬
pflanze mit Luftwurzeln
Phl|lo|lo|ge: <gr.-lat.> /Biologe/ der; -n;
-n weibl. Phi|lo|lo|gin: die; - ; -nen 1
[wörtlich] Freund, Liebender der
Wissenschaft 2 Literatur- u./od.
Sprachwissenschaftler(in)
Phi|lo|lo|gie: <gr.-lat.> /filologi/ die; • ; -
Literatur- u. Sprachwissenschaft
phi|lo|lojgisch: (gr.-lato /Biologisch/
Adj. n. stg. a) die Sprach- u.
Literaturwissenschaft betreffend, ihr
zuzuordnen »Er verfaßte eine philolo¬
gische Abhandlung.« b) (wissenschaft¬
lich) exakt, präzise
867
Philosoph
Phi|lo|soph: <gr.-lat.> /filosof/ der; -en;
-en weibl. Phi|lo|so|phin: die; - ; -nen 1
[wörtlich] Freund, Liebender der
Weisheit 2 a) Person, die sich beson¬
ders mit den Fragen nach den Ur¬
sprüngen, dem Sein, der Welt, dem
(letzten) Sinn des Lebens, der Stel¬
lung des Menschen im Universum
usw. beschäftigt b) Wissenschaftle-
r(in) der Philosophie
Phi|lo|so|phem: <gr» /filosofem/ das;
-(e)s; -e philosophischer Spruch,
Lehrsatz, philosophisches Wort
Phi|lo|so|phie: <gr.-lat.> /ßlosofi/ die; - ;
Philosophien jfilosofpnl 1 [wörtlich]
Weisheitsliebe 2 a) Forschung, Den¬
ken u. Wunsch nach Erkenntnis der
Ursprünge des Seins, des Lebens,
dem Zusammenhang der Dinge der
Welt, der Stellung des Menschen im
Universum usw. b) Wissenschaft,
Lehre philosophischer Ansätze u. Sy¬
steme »Ich studiere Philosophie.«
phi|lo|so|phisch: <gr.-lat» /filosofisch/
Adj. philosophischer; philosophischste
1 die Philosophie betreffend, ihr zuzu¬
ordnen »eine philosophische Denkwei¬
se« 2 a) versonnen; gedankenvoll »ein
philosophischer Mönch« b) wie ein
Philosoph denkend u. handelnd, wis¬
send, weltklug »Sie betrachtete das
Problem aus philosophischer Sicht.«
Phio|le —> Phi[o|le: <gr.-lai» /fiole/ die;
~; -n mit langem, schmalem Hals aus¬
gestattete, kugelige, gläserne'Flasche
PHK: Abk. Polizeihauptkommissar
Phleg|ma: <gr.-lat» /flegma/ das; -s; -
schwer erregbares Gemüt; durch
Trägheit geprägte Geistesverfassung
Phleg|ma|ti|keR <gr.-lat.> /flegmatiker/
der; -s; ~ weibl. Phleg|ma|ti|ke|rin:
die; - ; -nen Person, die nur schwer zu
begeistern u. zu irgendwelchen Akti¬
vitäten zu motivieren ist, bei der nur
schwer Gefühlsäußerungen hervorzu¬
rufen sind
phleg]ma]tisch: /flegmatisch/ Adj. n.
stg. schwerfällig u. gleichgültig
PHM: Abk. Polizeihauptmeister
-phob: <gr» Wortbildungselement (meist
fremdsprachiges Basiswort; dient der
Adjektivierung) das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte ablehnend,
hassend »anglophob« Ant.: -phil
Pho|bie: <gr.-lat.> /fobi/ die; - ; Phobien
lfobienj krankhafte Angst
Phon [fachsprl.]: <gr.> /fpn/ das; -s; -e
<Sprachwiss.> Laut
Phon —» auch Fon: <gr.> /fpn/ das; -s; -s
(aber: 2 Phon) Lautstärkemaß
Pho|nem [fachsprl.]: <gr.> /fonem/ das;
-s; -e 1 <Sprachwiss.> der Laut als
kleinste bedeutungsunterscheidende
sprachliche Einheit 2 n. PI. das Hören
nicht vorhandener Stimmen <Med.>
(wie z. B. bei der Schizophrenie); Ge¬
hörhalluzination
pho|ne|ma|tisch [fachsprl.]: /fonema-
tisch/ Adj. n. stg. «Sprachwiss.) das
Phonem betreffend, ihm zuzuordnen;
den Laut als kleinste bedeutungsun¬
terscheidende sprachliche Einheit be¬
treffend
Pho|no|mik [fachsprl.]: /fonemik/rffe;-;
- Teilgebiet der Sprachwissenschaft,
das das Lautsystem von Sprachen u.
die Funktion der Einzellaute unter¬
sucht
pho|ne|misch [fachsprl.]: /fonemisch/
Adj. n. stg. «Sprachwiss.) das Phonem,
die Phonemik, Phonologie betref¬
fend, ihm/ihr zuzuordnen
Pho|ne|tik [fachsprl.]: /fonetik/ die; - ; -
<Sprachwiss.> (Teilgebiet der Sprach¬
wissenschaft; umfassend die) Lehre
von den Lauten, den Sprechwerkzeu¬
gen u. der akustischen Wahrnehmung
von Sprache
Pho|ne|ti|ker [fachsprl.]: /fonetiker/ der;
-s; - weibl. Phojne[ti|ke|rin
[fachsprl.]: die; - ; -nen Wissenschaft¬
lern), der/die sich mit der Lehre von
den Lauten, den Sprechwerkzeugen
u. der akustischen Wahrnehmung
von Sprache beschäftigt
Pho|no|graph —> auch Fo|no|graf:
/fonograf/ der; -en; -en [veralt.] In¬
strument, mit dem Töne .aufgenom¬
men u. wiedergegeben werden kön¬
nen
Pho|no|lo|gie [fachsprl.]: /fonologi/ die;
- ; - Teilgebiet der Sprachwissen¬
schaft, das das Lautsystem von Spra¬
chen u. die Funktion der Einzellaute
untersucht
pho|no|lo|gisch [fachsprl.]: /fonolp-
gisch/ Adj. n. stg. «Sprachwiss.) das
Phonem, die Phonemik, Phonologie
betreffend, ihm/ihr zuzuordnen
Pho|no|me|trie —> Pho|no|me|t|rie/Fo|-
no|me|t|ne: (gr.-lat» /fonometrj/ die;
- ; - 1 das Messen von akustischen
Reizen u. akustischer Empfindungs¬
fähigkeit 2 Forschungsrichtung der
Lehre von den Lauten, den Sprech¬
werkzeugen u. von der akustischen
Wahrnehmung, die mit Hilfe techni¬
scher Instrumente die zähl- u. meßba¬
ren Werte von Lauten untersucht
Pho|no|tyjpist —> auch Fo|no|ty|pist:
(gr.> /fonotüpist/ der; -en; -en weibl.
Pho|no|ty|pi|stin —* Pho|no(tylpis|tin
—» auch FÖjno|ty|pis|tin: die; - ; -nen
(meist weibliche) Angestellte^) in ei¬
nem Büro, deren/dessen Aufgabe es
ist, nach einem Diktiergerät Schrift¬
stücke auf der Schreibmaschine zu er¬
stellen
Phon|zahf —> auch Fon|zahfc /fon-/ die;
- ; -en Maßeinheit) der Lautstärke
vonetw.
Phos|phat: <gr,> /foßfat/ das; -(e)s; -e
«Chemie) Salz der Phosporsäure;
technischer Rohstoff für Düngemit¬
tel, aber auch als Konservierungsstoff
.in Lebensmitteln verwendet
phos|phat|hal|tig: /foßfat-/ Adj. n. stg.
Phosphorsäuresalz aufweisend, bein¬
haltend
Phqslphor: <gr» /fpßfor/ der; -s; - «Che¬
mie> chemischer^ leuchtender Grund¬
stoff
phos|pho|res|zie]ren: /foßforeßziren/
phosphoresziert; phophoreszierte; hat
phosphoresziert nach Lichteinfall ei¬
genständig in der Dunkelheit leuch¬
ten
Pho)to/Fo|to: <gr.> /foto/ das; -s; -s u.
[Schweiz.) die; - ; -s Lichtbildaufnah¬
me
Pho]to|al|bum/Fo]to|al|bum: /foto-/
das; -s; -alben Buch zur Aufbewah¬
rung von Photographien; Buch, in
das Fotos eingeklebt o. ä. (u. kom¬
mentiert) werden
Pho]to|ap|pa|rat/Fo|to|ap|pa|rat /foto-/
der; -(e)s; -e Gerät, mit dem Licht¬
bildaufnahmen gemacht werden
phojto|che|misch/fofto|che|misch: /fo¬
to-/ Adj. n. stg. <Chemie> das Spezial¬
gebiet der Chemie betreffend, das sich
mit den Reaktionen beschäftigt, die
durch Lichteinfall ausgelöst werden,
ihm zuzuordnen
Pho|to|elek|tri|zi|tät —* Pho|to|e|lek|t|-
ri|zi|tät/Fo|to|e|lek|t|ri|zi|täfc /foto-/
die; - ; - «Physik; Eiektrot.) sämtliche
elektrischen Phänomene, die durch
Lichteinwirkung in Materie erzeugt
werden
Php|to|elek|tron —> Pho]toie|lek|t|ron/
Fojto|e|lek]t)ron: /foto-/ das; -s; -en
«Physik; Eiektrot.) Elementarteilchen
mit negativer Ladung, das bei Einwir¬
kung von Licht in einem Stoff freige¬
setzt wird
pho|to|gen/fo|to|gen: tgr» /fotogen/
Adj. n. stg. vom Typ, äußeren Er¬
scheinungsbild her für das Erscheinen
auf Fotos od. in Filmen geschaffen
sein, tauglich
pho|to|gra|phie|ren/fo|to|gra|fie|ren:
<gr.> /fotografiren/ photographierst/
fotografierst; photographiertestIfoto¬
grafiertest; hast photographiert!foto¬
grafiert mit Hilfe eines Photoappara¬
tes ein Lichtbild produzieren
Pho)to|gra|vü|re —> auch Fp]to|gra|vti|-
re: <gr.; fr» /foto-/ die; - ; -n a) o. PI.
«Druckw.) ältere Tiefdruckmethode
b) Ergebnis, Produkt, Resultat der
Photogravüre
Photto|me(trie —> Pho|to|me|t|rie/Fo|-
to|me|t]ria: <gr» /foto-/ die; ~ ; - «Phy¬
sik) Methode zur Messung von Licht
pho|to|me|trisch —> phofto|meft|risch/
fo|to|me|t|risch: <gr.> /foto-/ Adj. n.
stg. «Physik) die Methode zur Licht¬
messung betreffend, ihr zuzuordnen
Pho|ton [fachsprl.]: <gr» /foton/ das; -s;
Photonen «Physik) kleinstmögliches
Teilchen einer durch Elektromagne¬
tismuserzeugten Strahlung
Pho|to|satz/Fojto|satz: /fpto-/ der; -es;
-sätze «Druckw.) Lichtsatz
Pho|to|syn|the]se —* auch Fo|to|syn|-
thejse: <gr» /foto-/ die; * ; -n <Bio.>
chemische Abläufe (zur Umwand¬
lung anorganischer Substanzen in or¬
ganische) in grünen Pflanzen durch
Lichteinwirkung
pho|to|trop/fo|tottigp: <gr» /foto-/ Adj.
n. stg. 1 «Physik; Brille) sich in der Tö¬
nungsintensität nachdem Lichteinfall
ausrichtend 2 «Bio.) sich nach dem
Licht ausrichtend
Pho(to(tro(pis|mus/Fo|to(tro|pis|nius:
<gr.> /foto-/ der; - ; - <Bio.> durch re¬
gelmäßige Lichteinwirkung von einer
Seite verursachter Wechsel der
Wachstumsausrichtung in Richtung
des Lichts
Phojto|zel|le —> auch Fo|to|zel|le: <gr.;
lat» /foto-/ die; - ; -n «Physik;
Elektrot.) Einrichtung zur Umwand¬
lung von Licht in Strom, wobei die
durch Lichteinwirkung verursachte
Freisetzung von Elektronen genutzt
wird
Pho|to|zin|ko|gra|ph]e —» auch Fo|to|-
zin|ko|gra|phje: <gr» /foto-/ die; - ; -n
/-zinkographPnl «Druckw.) [veralt.] 1
o. Pt. Methode zur Erzeugung von
868
Piepmatz
Zinkflachdrucken mit Hilfe einer fo¬
tografischen Übertragungsweise 2
mit Hilfe der Photozinkographie (1)
produzierter Zinkflachdruck
Phra|se: <gr.-lat.-fr.> /fräse/ die; ~ ; -n 1
iSprachwiss.) a) Redewendung b)
Satzteil aus mehreren Wörtern, die
eine Einheit bilden 2 <übertr.> Ge¬
schwätz; inhaltsleeres Gerede 3 be¬
deutungslose Aussage; nichtssagen¬
der Satz(teil) 4 <Musik> Töne, zusam¬
menfassende Einheit innerhalb eines
größeren Abschnitts
Phra|sen|dre|scher. /fräsen-/ der; -s; -
weibl. Phra|sen|dre|sche|rin: die; ~ ;
-nen Person, die gutklingende, aber
inhaltslose Worte sagt, äußert
Phra|sen|dre|sche)rei: /fräsen-/ die; - ;
-en [ugs.] bedeutungsloses Geschwätz
phra|sen|haft: /fräsen-/ Adj. phrasenhaf¬
ter; phrasenhafteste [abwert.] ohne In¬
halt; nichts zum Ausdruck bringend;
bedeutungslos
Phrajseojlo|gie —* Phra|se|o|lo|gje:
/fraseolog/ die; - ; -n Ifraseologßn/
<Sprachwiss.> a) alle typischen Rede¬
wendungen, Redensarten, Sprichwör¬
ter einer Sprache b) o. PL Teilbereich
der Sprachwissenschaft, der sich mit
Sprichwörtern, Redewendungen usw.
beschäftigt
PHS: Abk. Polizeihauptsekretär
PHV: Abk. Private Haftpflichtversiche¬
rung
PHWivtM. Polizeihauptwache
pH-Wert: Abk. dat.y pondus hydrogenii
= Wasserstoffgewicht, Maßzahl für
den Säuregrad einer Lösung, wobei
die Wert-Skala von -1 bis +15 reicht,
bei Wasser liegt der Wert bei + 7
Phyjlo|ge|ne|tik: <gr.> /fülo-/ die; - ; -
<Bio.> Lehre von der Entstehung u.
Entwicklung der Lebewesen im Ver¬
lauf der Erdgeschichte
Phys.: Abk. 1 a) Physik b) Physiker(in) 2
Physikum = erste Prüfung im Medi¬
zinstudium 3 Physiognomie = äuße¬
res Erscheinungsbild 4 Physiologie =
Wissenschaft von den Lebensvorgän¬
gen des menschlichen Körpers
phys.: Abk. 1 physikalisch 2 a) physisch
= körperlich b) physiologisch = Le¬
bensvorgänge im menschlichen Kör¬
per betreffend 3 physiognomisch =
ein äußeres Erscheinungsbild betref¬
fend
Phytsik: <gr.-lat.> /füsik/ die; - ; - der
Chemie u. Mathematik nahestehende
Naturwissenschaft, die sich (theore¬
tisch u. experimentell) mit den Natur¬
gesetzen beschäftigt
phyjsi|ka|lisch: /füsikalisch/ Adj. n. stg.
die Physik betreffend, ihr zuzuordnen
Phy|sjk|leh|rer: /füsik-/ der; -s; - weibl.
Phyjsikltehjrelrinfrfie; -; -nen Person,
die an einer Schule Unterricht im
Fach Physik erteilt
Phy|si|kum: /füsikum/ das; -s; Physika
Prüfung, die von einem Medizinstu¬
denten nach dem vierten, nach den
vorklinischen Semester(n) abgelegt
werden muß
Phy|s|k|un|ter|richt: /füsik-/ der; -(e)s;
-e (in der Schule) im Fach Physik er¬
teilter Unterricht
Phyjsio|gno|mie —» auch Phy|si|o|g|-
no|mie: /füsiognomi/ die; - ; -n jfü-
siognomPn/ äußere Erscheinung eines
Menschen od. Tieres, insbesondere
des Gesichts
Phy|sio|gno|mik —* Phy|sijo|g|no|mik:
<gr.> /füsiosnomik/ die; - ; - 1 [geh.]
charakteristische Erscheinungsform
des Körpers einer Person, insbeson¬
dere des Gesichts 2 Bereich der Aus¬
druckspsychologie, die untersucht, in
welchem Maße man von der äußeren
Erscheinungsform einer Person auf
dessen Charakter schließen kann
Phyfsio|lofgje —* Phy|si|o|lo|gie:
/füsioloae/ die; - ; - Wissenschaft
von den Lebensvorgängen des men¬
schlichen Körpers, den allgemeinen
Lebensvorgängen
Phy|sio|the|ra|peut —* Phy|si|ö|the|ra|-
peut: /füsio-/ der; -en; -en weibl. Phy|-
sio|the|ra|peu|tin —» Phy|si|o|the|ra|-
peu|tin: die; - ; -nen Person, die kör¬
perliche Leiden mit Mitteln der Phy¬
siotherapie zu mildern sucht
Phy|sio|the|ra|pie —> Phy|si|ofthe|ra|-
pie: /füsio-/ die; - ; - Behandlung von
körperlichen Leiden, manuell (z. B.
Massagen), naturheilkundlich od.
mit technischen Hilfsmitteln (z. B.
Stom)
Phy|sis: <gr.-lat.> /füsiß/ die; - ; -1 kör¬
perliche Beschaffenheit, insbesondere
des Menschen 2 <Philosophie> das Er¬
fahrbare; die Natur
physisch: /füsisch/ Adj. n. stg. 1 den
Körper betreffend; körperlich »Es
geht ihm physisch gut.« 2 Philoso¬
phie) in der Natur begründet, natür¬
lich
Phy[to|phajge: <gr.> /fütofage/ der; -n; -n
<Bio.> ausschließlich Pflanzen zu sich
nehmendes Lebewesen; Pflanzenfres¬
ser
Phy|to|plank|ton: /füto-/ das; -s; - nie¬
deres pflanzliches, im Wasser treiben¬
des Lebewesen
Phy|to|2o|on: /füto-/ das; -s; Phytozoen
[veralt] Meerestier, dessen Aufbau ei¬
ner Pflanze ähnelt
PI: das; -s u. ~; -s 1 an sechzehnter Stelle
stehender, griechischer Buchstabe 2
<Math.> mathematisch relevante,
wichtige Zahl (ca. 3,14), die das Ver¬
hältnis vom Kreisumfang zum Kreis-
dürchmesser angibt 3 Pi mal
Daumen: [ugs.] geschätzt; so unge¬
fähr »Das kostet Pi mal Daumen 10
DM.«
Pi|af|fe: </r.> die; - ; -n <Sport; Reiten»
(zur Hohen Schule gehörende) Trab¬
bewegung eines Pferdes auf der Stelle
pi]af)fie|ren: piafflerst; piqffiertest; hast
piafflert <Reiten> das Pferd eine Trab¬
bewegung auf der Stelle ausführen
lassen
Pia|n|sisi|mo—* Pi|a|nis|si|mo: <it.-fr.>
das; -s; Pianissimi <Musik> Gesangs-
od. Instrumentenvortrag von gerin¬
ger Lautstärke
Pia|mst —> Pi|a|ni$t: <it.> der; -en; -en
weibl. Pia|njjstin —* Pi|a|nis|tin: die;
- ; -nen Person, die Klavier spielt, de¬
ren Beruf es ist, Klavier zu spielen
Piajno —* Pi|a|no: <it.-fr.> das; -s; -s 1
PI. auch Piani <Musik> mit geringer
Lautstärke ausgeführter Gesang,
durchgeführtes Vorspiel 2 Klavier
Picjco|lo/Pik|ko|lo: <it.t der; -s; -s 1 sich
noch in der Ausbildung befindender
Ober 2 [ugs.] kleinere (0,2 l fassende)
Sektflasche
Pijche|lei: die; - ; -en [ugs.] (ständiger)
über einen längeren Zeitraum statt¬
findender Alkoholkonsum
Pi|chel|stei|ner Topf: der; -(e)s; - mit
Gemüse u. in Würfeln geschnittenem
(Rind-)Fleisch zubereiteter Eintopf
Picke (Pik|ke —» Pj|cke): die; - ; -n a)
an einer Seite spitz zulaufende Hacke
b) zum Hacken von Eis verwendetes,
spitzes Instrument
Pickel (Pikjkel Pi|ckel): der; -s; - 1
a) an einer Seite spitz zulaufende
Hacke b) zum Hacken von Eis ver¬
wendetes, spitzes Instrument an ei¬
nem Stiel 2 kleinere (eitergefüllte)
Hautentzündung »Sein Gesicht war
voller Pickel.«
Pjckel|haujbe (Pjk|kel|hau|be —> Pi|-
ckeijhaujbe): die; - ; -n (insbesondere
von den Fußtruppen des preußischen
Militärs u. der preußischen Polizei
getragener) Helm mit einer längeren
Metallspitze
plckeln (plkjkeln—*■ pi|ckeln): pickeist;
pickeltest; hasi gepickelt eine spitze
Hacke verwenden
picken (plk|ken —» pi|cken): pickst;
picktest; hast gepickt 1 a) <meist Vo¬
gel) mit Hilfe des Schnabels mit ra¬
schen stoßartigen Bewegungen (Nah¬
rung) aufnehmen »Die Vögel pickten
die Samen auf.« b) mit der Schnabel¬
spitze leicht hacken 2 [ugs.] (mit ei¬
nem spitzen Gerät) herausfischen,
auflesen
P]ck|nick: <fr.-engl.> das; -(e)s; -e u. -s
Mahlzeit im Freien, bestehend aus
mitgebrachten Speisen u. Getränken
Pick|nick|korb: der;-(e)s; -körbe Korb,
in dem die Speisen (u. das Geschirr)
für eine Mahlzeit im Freien transpor¬
tiertwerden
pijco|bel|lo: <it.-dt.> Adj. n. stg.; n. dekl.
[ugs.] in einwandfreiem Zustand, her¬
vorragend »Ihre Wohnung ist stets pi¬
cobello (sauber, aufgeräumt).«
pie|ken: piekst; piektest; hast gepiekt ein
Gefühl unangenehmen Drucks,
Schmerzes auslösen
p|ek|fein/piek|fein: Adj. n. stg. [ugs.] ex¬
trem vornehm (in der Einrichtung
o. ä.) » Wir wohnen in einem piekfeinen
Hotel.«
pieplegal —>• piep|e|gal/pie|pe: Adj. n.
stg. in der Wendung (jmdm.) piep-
e(gal) sein: jmdm. völlig gleichgültig
sein
Pte|pen: die (PI.) [ugs.] a) Geldmittel)
Ich habe keine Piepen mehr.« b) Ein¬
heiten einer Währung (u. speziell in
DM gerechneter Geldbetrag) »Er
mußte sich von einem Freund zweihun¬
dert Piepen leihen.«
piejpen: piepst; pieptest; hast gepiept 1
nacheinander viele hohe Töne her¬
vorbringen 2 etw. ist zum Piepen:
[ugs.] etw. ist sehr lustig, komisch, er¬
heiternd 3 bei jmdm. piept’s: [ugs.]
jmd. ist nicht ganz normal, ist ver¬
rückt
Pjepjmatz: der; -es; -matze 1 [ugs.; kin-
dersprl.] (kleiner) Vogel »Guck mal,
da ist ein Piepmatz.« 2 einen Piep¬
matz haben: [ugs.] ein wenig ver¬
rückt, nicht ganz normal sein
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piepsen/piepen
p|ep|sen/p|e|pen: piepst; piep(s)test;
hast gepiep(s)t 1 <Tier; meist junger
Vogel) mit nur kurzen Pausen zarte,
kurze Pfeiftöne in einer hohen Tonla¬
ge erzeugen »Die Mäuse piepen im
Stroh. • Die jungen Vögel piepten auf
dem Ast über uns.« 2 [ugs.] a) mit zar¬
ter Stimme in einer hohen Tonlage
sprechen, singen »Sie piepsen so, kön¬
nen Sie nicht lauter sprechen?« b) etw.
mit zarter Stimme in einer hohen
Tonlage sagen, singen
Pfep|vo|gei: der; -s; -Vögel [kindersprl.]
(kleiner) Vogel
Pier (lat.-engb der; -(e)s; -e u. -s u.
[seemannssprl.j die; - ; -s 1 auf beiden
Seiten zum Anlegen der Schiffe die¬
nende Brücke, Stelle im Hafen »Sein
Boot hat an der/am Pier angelegt.« 2
nur der; -(e)s; -e [norddt.] Wurm zum
Ködern, Angeln
piejsacken (pie[sak|ken —» pje|sa|-
cken): piesackst; piesacktest; hast ge¬
piesackt [ugs.] eine Person ständig mit
etw. quälen, plagen »Der Lehrer hat
mich heute mit Vokabeln gepiesackt.«
Pie|sacke|rei (Pie|sak|ke]rei —» Pielsa|-
ckejrei): die; - ; -en [ugs.] stänaiges
Quälen, Plagen einer Person
pjejseln: pieselst; pieseltest; hast gepie-
seft [ugs.j 1 (andauernd herabnie-
selnd, sprühend) regnen 2 Urin ablas¬
sen
Pie(tät —» Pijeltät; <lat.> die; - ; - Ehr¬
furcht, Achtung (vor den Toten);
Rücksichtnahme
Pie)tät|lo|sig|keit —» Pi|e|tät|lo|sig|keit:
die; - ; -en [geh.] von extremem Man¬
gel an Rüchsichtnahme, Mitgefühl
zeugende(s) Handlung, Verhalten
Pie(tis|mus —». Pi|e|tis|mus: <lat.> der;
- ; - «Religion) im 17. u. 18. Jhd. ein¬
setzende, tiefgläubige Bewegung von
Protestanten
Pie|t]st —> Pi|eltist: <lat.> der; -en; -en
weibl. Piejtijstin —* Pi|e(tis[tin: die;
- ; -nen «Religion) Anhänger(m) einer
im 17. u. 18. Jhd. einsetzenden, tief¬
gläubigen Bewegung von Protestan¬
ten
Pig|ment dat.> das; ~(e)s; -e 1 in den
Zellen der Haut befindlicher Stoff,
der die Hautfarbe bestimmt 2 fein
verteilter Farbstoff in einem Binde¬
mittel
Pig|men|ta|tijgn: dat.i /pigmentazion/
die; - ; -en <Biolo.; Med.> Einlagerung
eines die Haut verfärbenden Stoffes
in den Zellen
Pig|ment|fleck: der; -(e)s; -en <Med.>
durch größere Einlagerung eines in
den Zellen befindlichen u. für die
Hautfarbe verantwortlichen Stoffes
hervorgerufener Hautfleck
pig|men|tje|ren: pigmentierst; pigmen¬
tiertest; hast pigmentiert <Biol.; Med.>
1 einen körpereigenen Stoff in den
Zellen bilden, der für die Hautfarbe
verantwortlich ist 2 sich als körper¬
fremder, die Haut verfärbender Stoff
einlagern u. eine Verfärbung von etw.
auslösen
Pig|men[tie|rung: <lat.> die; - ; -en 1 Bil¬
dung eines hautverfärbenden Stoffes
in den Zellen 2 <Biol.; Med.> Einlage¬
rung eines die Haut verfärbenden
Stoffes in den Zellen
Pik: der; -s; -e u. -s 1 Spitze eines Berges
2 einen (heftigen) Pik auf eine Per¬
son haben: gegenüber einer Person
eine heimliche, aber starke Antipathie
empfinden
Pik: das; -s; -. u. -s a) PL Piks Symbol,
Figur von schwarzer Farbe, das/die
in der Art einer stilisierten Spießspitze
vorkommt b) o. PL; o. Art. Karten¬
spielfarbe mit (a) als Kennzeichen c)
PL Pik mit Spielkarten ausgeführtes
Spiel, bei dem die Trumpffarbe Pik ist
dj PL Pik Karte eines Spielkartensets,
die die Farbe Pik trägt
Pi|ka|dor/Pi|ca|dor: tspan.y der; -s; -es
berittene Person, die bei einem Stier¬
kampf den Stier dadurch reizt, daß sie
ihn mit Hilfe einer Lanze in den Nak-
ken sticht
pi|kant: dat.-fr.) Adj. pikanter; pikan¬
teste 1 <Geschmacksrichtung; Speise)
gut gewürzt; recht scharf »eine pi¬
kante Soße« 2 ein wenig unmoralisch,
anstößig »Das ist ein zu pikantes The¬
ma.« Ant.: <1> fade; ungewürzt
Pi|kan|te|iie: dai.-fr.> die; - ; -n [geh.] 1
o. PL eigentümlicher Reiz, aparte Ei¬
gentümlichkeit 2 zweideutige Ge¬
schichte 3 o. PL [selten] mit Gewürzen
fein abgestimmter Geschmack
P|k-As —» Pik-Ass: das; Asses; Asse im
Kartenspiel zur Farbe Pik gehörender
Spielkarte
Pi|ke: </r.> die; - ;-n 1 Spieß des Fußsol¬
daten im (späten) Mittelalter 2 etw.
von der Pike auf lernen: etw. von
Grund auf lernen; etw. lernen, indem
man in untergeordneten Positionen
beginnt
Pikee: der u. [österr.j das; -s; -s 1 «Tex¬
tilindustrie) mit einem Waffel- od.
Wabenmuster versehenes Doppelge¬
webe 2 nur das; -s; -s <Diamant> Ma߬
einheit, mittels derer man die Ein¬
schlüsse im Stein bestimmt
pi|ken: pikst; piktest; hast gepikt [ugs.] 1
stechen »Die trockenen Gräser piken
am Bein.« 2 mit einem spitzen Gegen¬
stand in etw. leicht hineinstechen
Pi|ketfc </r.> das; -(e)s; -e 1 Zweiperso¬
nenkartenspiel ohne Trumpffarbe 2
<Milit.> [Schweiz.] a) zum Einsatz be¬
reite Einheit (des Heeres od. der Feu¬
erwehr) b) Zustand der Bereitschaft
(des Heeres od. der Feuerwehr)
pi|kiert: </r.> Adj. pikierter; pikierteste in
der Art, der Reaktion auf etw. od.
jmdn. leicht beleidigt
Pik|ko|lo: dt.> das; -s; -s <Musik> 1 klei¬
nere Art der Querflöte 2 kleinste Va¬
riante, Ausgabe des Kornetts
P|k|ko|lo/[österr.] Pic|co|lo: </(.> der; -s;
-s 1 sich noch in der Ausbildung be¬
findender Ober 2 [ugs.] kleinere Sekt¬
flasche
plk|sen: pikst; pikstest; hast gepikt
[ugs.] 1 stechen »Die trockenen Gräser
piksen.« 2 mit einem spitzen Gegen¬
stand in etw. leicht hineinstechen »Sie
pikste sich mit der Gabel in den Fin¬
ger.«
Pik|to|gramm: dat.-gr.> das; -!e)s; -e
Zeichen, stilisierte Wiedergabe von
etw. zur Vermittlung einer bestimm¬
ten Auskunft »Das Piktogramm eines
Mannes dient als Zeichen für die Her¬
rentoilette.«
Pi|la|ster _» Pi|las|ter: dt.-fr.> der; -s; -
<Archit.> flacher, ebener Pfeiler als Be¬
standteil einer Wand, der sich in Fuß,
Schaft u. Kapitell unterteilen läßt
P|l|gen dat.i der; -s; - weibl. Pil|ge|rin:
die; - ; -nen «Religion) Person, die aus
religiösen Gründen einen (heiligen)
Ort aufsucht »Jerusalem wird von vie¬
len Pilgern besucht.«
Pil|ger|fahrt: die; - ; -en «Religion) aus
Frömmigkeit durchgeführte Reise zu
einer als Heiligtum verehrten Stätte
pil|gern: dat.> pilgerst; pilgertest; bist
gepilgert 1 «Religion) aus Frömmig¬
keit eine Reise zu einer als Heiligtum
verehrten Stätte unternehmen »Viele
Gläubige pilgern jedes Jahr nach
Rom.« 2 [ugs.] einen längeren Weg
ohne Hast zu Fuß beschreiten »Die
Fanspilgerten zum Fußballstadion.«
Pil|gerjstab: der; -(e)s; -stöbe längerer
Stock aus Holz, der (im Mittelalter)
von Personen, die eine Reise zu einem
Heiligtum unternahmen, mitgeführt
wurde
pi|ljejren: dat.-fr.i pillierst; pilliertest;
hast pilliert [fachsprl.] kleinschneiden,
zerklopfen (besonders Rohseife für
die Einarbeitung des Parfüms)
Pil|ke: die; - ; -n (insbesondere beim
Hochseeangeln benutzter) fischförmi¬
ger Köder, an dem sich vier Haken
befinden
Pil|le: dat.i die; -; -n 1 ovales od. rundes
flacheres Kügelchen mit Inhaltsstof-
f(en) gegen Krankheit, Schmerzen
o. ä. »Der Arzt hat mir Pillen
verschrieben.« 2 (an 21 Tagen) täglich
einzunehmendes Hormonpräparat in
Tablettenform zur Empfängnisverhü¬
tung »Ich nehme die Pille.« Syn.: <1>
Tablette; Dragee 3 a) die bittere Pille
schlucken: [ugs.] etw. Unangeneh¬
mes hinnehmen müssen b) eine bitte¬
re Pille für jmdn. sein: [ugs.] etw. Nie¬
derschmetterndes, was jmd. ertragen
muß c) jmdm. eine bittere Pille
versüßen: [ugs.] versuchen, jmdm.
etw. Unangenehmes leichter, erträg¬
lich zu machen d) jmdm. eine bittere
Pille zu schlucken geben: [ugs.]
jmdm. etw. Unangenehmes sagen od.
antun »Als sie um eine Gehaltserhö¬
hung bat, sagte der Chef ’nein' u. gab
ihr damit eine bittere Pille zu
schlucken.« 4 (doof bleibt doof) da
helfen keinen Pillen: [ugs.] Kommen¬
tar, wenn jmd. sehr dumm ist, handelt
Pjl|len|dre|her: der; -s; - 1 Käfer, der
aus dem Kot von sich ausschließlich
pflanzlich ernährenden Säugetieren
Bälle formt, die er als Nahrung ver¬
wahrt od. zur Ablage seiner Eier
nutzt 2 [ugs.; scherzh.] Apotheker(in)
Pil|len|schach(tel: die; ~ / -n (kleineres)
Behältnis zur Aufbewahrung von Pil¬
len
Pi|lot: <gr.-it.-fr.> der; -en; -en weibl. Pi|-
lo|tin: die; - ; -nen Person, die ein
Flugzeug o. ä. steuert, fliegt
Pi|lo|ten|kan|zel: die; ~ ; -n <Flugw.>
Raum eines Flugzeugs, in dem der Pi¬
lot während des Fluges sitzt
Pi|lo|ten|schein: der; - fe)s; -e <Flugw.>
Berechtigungschreiben des Amtes,
der zur Steuerung eines Flugzeuges
befugt
870
Pissoir
Pi|lot|propekt: das; -(e)s; -e Unterneh¬
mung, in deren Rahmen neue Verfah¬
rensweisen o. ä. getestet werden
Pils: das; -; - helles, auf spezielle Weise
(ursprünglich nur in Pilsen/Tsche-
chien) gebrautes Bier
Pilz: <gr.-lat.> der; -es; -e 1 auf feuchtem
Boden wachsende, nicht grüne Pflan¬
ze »Ich habe keine Kenntnisse über e߬
bare u. giftige Pilze.« 2 a) der Erzeu¬
gung von Arznei- u. Nahrungsmitteln
dienende Pflanze, Organismus »Käse
reift unter dem Einfluß von Pilzen.« b)
Krankheitserreger
Pilz|er|kran|kung: die; - ; -en durch spe¬
zielle Pilze ausgelöstes körperliches
Leiden
Pilzjkopf: der; -(e)s; -köpfe [ugs.;
veralt.] a) Bezeichnung für eine (dem
Kopf eines Pilzes ähnelnde) Frisur
runden Schnittes u. ohne Scheitel, bei
der das Haar stirn- u. ohrenbedek-
kend fällt (Modeerscheinung in den
60ern, ausgelöst durch die Musik¬
gruppe »The Beatles«) b) Person mit
einer Pilzkopffrisur
Pilz|verjgif|tung: die; - ; -en Vergiftung,
starke Schädigung des Körpers, die
durch den Verzehr von (giftigen)
Pilzen verursacht wird
Pi|ment: <lat.-fr.> das; -(e)s; -e an einem
in Mittelamerika beheimateten Baum
wachsender Samen, der Ähnlichkeit
mit dem Pfeffer aufweist u. als Ge¬
würz Verwendung findet
Pim|mel: der; -s; - [ugs.] Penis; männli¬
ches Geschlechtsteil
Pim|per[nell: der; -s; -e Doldengewächs,
dessen Blüten eine weiße bis gelbe od.
rosa Färbung aufweisen
Pimpf: der; -(e)s; -e 1 a) Mitglied einer
Jugendbewegung in der niedrigsten
Altersgruppe b) <hist.> Angehöriger
des nationalsozialistischen Jung¬
volks, der Vorstufe der Hitlerjugend
2 [österr.; ugs.] Junge von geringer
Größe (mit wenig Erfahrung)
PIN: Abk. <Bankw.> persönliche Identifi¬
kationsnummer, Geheimzahl, z. B.
bei Scheck-, Kreditkarten
pin|ge|lig: Adj. [ugs.] übermäßig gründ¬
lich, extrem korrekt »Beim Bügeln ist
sie sehr pingelig.«
Pinjge|lig|keit: die; -; - übermäßige Ex¬
aktheit
Ping|pong: das; -s; - [veralt.; oft ab¬
wert.] Tischtennis, das nicht auf Tur¬
nieren gespielt wird
Pin|gu|in: der; -s; -e auf der Südhatbku-
gel, vorwiegend in der Antarktis (vier
Arten in den Subtropen u. Tropen)
vorkommende, aufrecht gehende,
sich im Wasser gewandt fortbewegen¬
de Vogelart, die nicht fliegen kann,
deren Flügel flossenähnlich sind u.
deren Gefieder zumeist schwarz u.
nur auf dem Bauch weiß ist
Pijnie: <lat.> /pinie/ die; ~; -n jpmienj Na¬
delbaum, "der eine schirmartige
Krone, lange Nadeln u. Zapfen auf¬
weist, deren Samen zum Verzehr ge¬
eignet sind
Pi|ni|en|wald: /pinien-/ der; -(e)s;
-v/älder Wald, der vorrangig aus Pi¬
nien besteht
Pink: <eng/.> das; -s; -s strahlendes, kräf¬
tiges, leicht schrilles Rosa
Pin|ke: die; ~ ; -n <hist.> Segelschiff, das
"die Küstengewässer der Nord- u. Ost¬
see befuhr
Pin|ke: die; ~ ; - [ugs.] Geld
Pinjkel: die; - ; -n [norddt.] (mit Grün¬
kohl servierte) fettige, geräucherte
Wurst; Mettwurst
Pin|kel|becken (Pin|kel|bek|ken —>
"Pin|kel|be|ckenj: das; -s; ~ [ugs.] Bek-
ken, in das uriniert wird; (in einer öf¬
fentlichen Toilette angebrachtes)
Urinal
pinjkeln: pinkelst; pinkeltest; hast gepin-
kelt [ugs.] Urin, Ham ausscheiden,
Syn.: [derb] pissen
Pin|kel|pau|se: die; - ; -n [ugs.] kurze
"Unterbrechungen bei langen Mär¬
schen, Busfahrten, in der die Not¬
durft verrichtet, die Blase entleert
werden kann
Pin|ne: die; - ; -n 1 [seemannssprl.] in
"der Waagerechten befindlicher, am
Steuerarm angebrachter, mit der
Hand zu bedienender Hebelarm »Er
steuerte das Boot mit der Pinne.« 2
Stift mit einer Spitze, auf der die
Kompaßmagnetnadel liegt 3 [meist
norddt.] kleiner Nagel; Stecknadel 4
in der Form eines Pfeils zugespitzes
Ende des zu einem Hammer gehören¬
den Kopfes
pin|nen: pinnst; pinntest; hast gepinnt
[ugs.] 1 mit Hilfe von Stecknadeln an,
auf etw. heften »Er pinnte ein Foto an
die Korkwand.« 2 etw. mit der Hand
schreiben
Plnn|wand: die; - ; -wände meist aus
"Kork bestehende Tafel zum Anheften
von Merkblättern mit Hilfe von Rei߬
zwecken o. ä.
Pin|scher. der; -s; - 1 Hund von höch¬
stens mittlerer Größe, dessen kurzes,
ebenes Fell eine braune bis schwarze
Färbung aufweist u. dessen Ohren u.
Schwanz oft auch heute noch kupiert
sind 2 [ugs.; abwert.] unmaßgebliche
Person
Pin|sel: dat.-fr.> der; -s; - 1 Werkzeug
mit zusammengebundenen Tier- od.
Kunsthaaren an einem Griff »Der
Zaun muß mit einem Pinsel gestrichen
werden.« 2 dummer, nicht sympathi¬
scher Mensch, Mann »Einfaltspinsel«
Pin|sel|strich: der; ~(e)s; -e 1 mit dem
Pinsel ausgeführter Strich »Mit dem
letzten Pinselstrich vollendete er das
Bild.« 2 o. PI. Art u. Weise der Füh¬
rung des Pinsels
Pin|zet|te: </r.> die; - ; -n kleine Greif¬
zange
Pio|njer —»• Pi|o|njen <lat.-fr.> der;
-(e)s; -e weibl. Pio|nie|rin —» Pt|o|-
nie|rin: die; - ; -nen 1 Person, die etw.
als erste(r), eine(r) der ersten tut »Er
war ein Pionier der Luftfahrt.« 2 frü¬
her DDR> Angehörige^) einer sozia¬
listischen Jugendorganisation »die
Jungen Pioniere« 3 «Milit.) Soldat der
technischen T nippe
Pio|n]er|ar|beit —> Pi|o|nier|ar|beit die;
- ; -1 bahnbrechende Errungenschaf¬
ten in einem speziellen Bereich, eine
den Fortschritt unterstützende, neue
Erkenntnisse liefernde Tätigkeit 2
«früher DDR> Tätigkeit als Pionier in
der kommunistischen Organisation
Pio|niecjgeist —» Pi|o|nter|geist der;
-(e)s; - Motivation, Antrieb, in be¬
stimmten Bereichen Bahnbrechendes
zu leisten
Pio|nier]pflan|ze —* Pi|o|nier|pflan|ze:
die; - ; -n genügsame Pflanzenart, die
als erste auf einem Boden ohne Vege¬
tation gedeiht
Pi|pe: die; ~ ; -n 1 [österr.] an einem Faß
befindlicher Hahn, Wasserkran 2
[landsch.] (Tabak-)Pfeife
Pi)pe: <engl.> /pajp/ das u. die; - ; -s altes
englisches Weinhohlmaß
Pi|pe|ti|ne: <engh /paiplain/ die; • ; -s
große Rohrleitung »Das Öl wurde
über Pipelines transportiert.«
Pi|pet|te: <Iat.-fr.> die; - ; -n kleines
Saugröhrchen (mit dem eine Flüssig¬
keit angesaugt u. tröpfchenweise wie¬
der herausgedrückt werden kann)
Pi]pi/Pi|pi: das; -s; - [kindersprl.] Harn;
Urin; Blasenausscheidung
Pi|ran|ha: ündian. Spr.-port» /pira(n)ja/
der; ~ u. -s; -s in Schwärmen äuftre-
tender aggressiver Süßwasserfisch
mit scharfen Zähnen, vorwiegend in
südamerikanischen Flüssen zu finden
Pi|rafc <gr.-lat.-it» der; -en; -en weibl. Pi|-
rjjjtin: die; - ; -nen Seeräuber(in) »Die
Piraten haben die Totenkopfflagge auf
den Mast gezogen.«
Pi(ra]ten|schifh das; -(e)s; -e im Besitz
von Seeräubern befindliches Schiff
Pi|rajte|rie: die; - ; -n /auch: piraterßnj 1
Räuberei auf See 2 a) mit Gewalt er¬
rungene Kommandohoheit über ein
Schiff o. ä. zur Durchsetzung be¬
stimmter Forderungen od. zum Er¬
zwingen einer Änderung der Route b)
«Seerecht) von einem Kriegsschiff ei¬
ner in einen Krieg verwickelten
Macht ausgeführter Angriff gegen ein
mit dem Status der Neutralität verse¬
henes Schiff
-pi|ra|te|rte: die; - ; -n Ipiraterijnj Wort-
bfldungselement bedeutet die (illegale)
Übernahme u. Vermarktung des im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückten
Pi|rog|ge: <russ.> die; - ; -n «russisches
Gericht» Hefeteigpastete mit Fleisch¬
füllung o. ä.
Pi(rol: der; -s; -e meist (zumeist die
Hahne, Männchen) bunt geflederte
Singvogelfamilie mit schlankem, ge¬
strecktem Schnabel u. langen Schwin¬
gen
Pi|rou|et|te: <fr.> /piruette/ die; - : -n
«Sport) a) Drehbewegung um die eige¬
ne Achse »Die Eiskunstläuferin drehte
eine Pirouette.« b) «Reitern Drehung
auf der Hinterhand des Pferdes c)
Drehschwung im Ringkampf
Pirsch|gang: der;-(e)s; -gänge Jagdme¬
thode, bei der man versucht, sich ge¬
räuschlos bis auf Schußweite an das
Wild heranzuschleichen
Piß|becken —> Pissjbecken (Piß|bek|-
ken —> Piss|be]cken): das; -s; -
[derb] Becken, in das uriniert wird; (in
einer öffentlichen Toilette angebrach¬
tes) Urinal
Pis|se: die; - ; - [derb] Harn; Urin; Aus¬
scheidung aus der (Harn-)Blase
pis|sen: dt.-fr» pißt; pißtest; hast gepißt
—»alle Formen mit ss*— [derb] 1
Urin ablassen 2 heftig regnen
Pisjsojr: </h> /pissöar/ das; -s; -e u. -s 1
öffentliche Toilette 2 nur von Män¬
nern zu benutzendes Wandbecken
zum Urinieren
871
PiSpott
Piß|pott —> Piss|pott: <fr.> der; -(e)s;
-pötte [landsch.; derb] a) [hist.] (in der
Nähe des Bettes stehendes) Gefäß, in
das man (während der Nacht) urinie¬
ren kann, Syn.: Nachttopf b) Toilette
od. Pissoir
pifi|warm —> pissjwarm: Adj. n. stg.
[derb] <Flüssigkeit> von unangeneh¬
mer, zu warmer Temperatur
Pi|ste —» Pis|te: </r.-;'r.> die; - ; -n 1
Hang, Berg, an dem man rodelt u. mit
Skiern läuft »Die Pisten waren gut
präpariert.« 2 a) Rollbahn eines Flug¬
hafens b) für Autos benutzbarer,
nicht befestigter Weg in der Wüste 3
<Zirkus> Einfassung der Manege
Pi|sto|le —* Pis|to|le: (tschecho die; - ;
-n 1 kurzläufige Handfeuerwaffe »Er
wurde mit einer Pistole erschossen.« 2
wie aus der Pistole geschossen:
[ugs.] sofort, ohne nachzudenken 3
jmdm. die Pistole auf die Brust
setzen: auf jmdn. einen starken
Zwang od. Druck ausüben
Pi|sto|len|du]ell —» PisJto|len|du|ell:
das; -(e)s; -e nach vereinbarten Re¬
geln ausgeführtes Schußgefecht, das
sich zwei Personen mit Pistolen lie¬
fern
pit|to|resk: dat.-it.-fr.> Adj. pittoresker;
pittoreskeste malerisch, schön anzuse¬
hen »eine pittoreske Landschaft«
Piz: der; -es; -e Spitze eines Berges (oft
"in (Schweizer) Bergnamen vorkom¬
mend)
Piz|za: <it.> die; - ; fit.] Pizze u. [dt.] -s
u. Pizzen meist heiß servierter Hefe¬
teig, belegt mit unterschiedlichen Zu¬
taten, Tomatensauce, Käse u. Orega¬
no
Piz|za|bäcker (Piz|za|bäk|ker —» Piz -
za|bä|cker): der; -s; - weibl. Piz|za -
bäcke|rin (P]z|za|bäk]ke|rin —»’ Pjz •
za|ba|cke|rin): die; - / -nen Person, die
beruflich Pizzen backt
Piz|ze|rfa: <it.i die; -; -s u. Pizzerien /piz-
zerpnj Restaurant, in dem vorrangig
Pizzen u. andere Spezialitäten der ita¬
lienischen Küche angeboten werden
PJ: Abk. praktisches Jahr (im Kranken¬
haus während der Ausbildung zum
Arzt)
PK: Abk. 1 Pensionskasse 2 (Bundes¬
wehr» Personenkennziffer 3 Portokas¬
se 4 Postscheckkonto 5 Pressekonfe¬
renz 6 a) Prüfungskammer b) Prü¬
fungskommission
Pk.: Abk. 1 a) Paket b) Postkarte 2 Park
(Gartenanlage) 3 Pauke (Musikin¬
strument)
Pk.: Abk. Postkarte
PKG: Abk. <Med.» Phonokardiogramm
(Herzschallprüfung)
Pkg.: Abk. Packung
PKK: Abk. 1 Parlamentarische Kon¬
trollkommission 2 (kurdisch» Partiya
Karkeren Kurdistan = Arbeiterpar¬
tei Kurdistans, von der türkischen
Regierung verbotene Organisation,
die für die Errichtung eines unabhän¬
gigen, sozialistisch orientierten kurdi¬
schen Staates kämpft 3 persönlicher
Kleinkredit
Pkt,:Abk. 1 Paket 2 Punkt
PktPA: Abk. Paketpostamt
PktPÄ: Abk. Paketpostämter
Pkt.-Sdg.: Abk. Paketsendung
PKV: Abk. 1 private Krankenversiche¬
rung 2 Pro-Kopf-Verbrauch 3 Ver¬
band der Privaten Krankenversiche¬
rer
Pkw/PKW: Abk. Personenkraftwagen
PI.: Abk. 1 a) Plan b) Planung 2 Plakat 3
Plastik 4 (Unterhaltungselektronik»
Plattenspieler 5 (Sprachwiss.» Plural 6
Platz; Plätze
Pla|ce|bo: dato /plazebo/ das; -s; -s Me¬
dikament ohne wirksame Inhaltsstof¬
fe, Syn.: Scheinmedikament
Pla|ce|ment: <engl.> /ple'ßment/ das; -s;
-s (Wirt.» a) Kapitalienanlage b) Ver¬
kauf von Waren
pla|cie]ren/pla|zje|ren —> plat|zie|ren:
placieren/plazierst; placiertest]plazier¬
test; hast placiert/plaziert —> plat¬
zierst; platziertest; hast platziert<—
1 etw. bewußt, auf Wirkung bedacht
an einen Ort legen »Er placierte das
Auto genau vor der Einfahrt.« 2 (Wirt.»
Kapital anlegen 3 im (Sport-)
Wettkampf einen zweiten, vorderen
Platz belegen
placken (plakjken —»• plajcken):
plackst; placktest; hast geplackt [ugs.]
sich sehr anstrengen; sich abarbeiten;
schuften; schwer arbeiten
Placke|rej (Plak|ke|rei —* Pla|cke|rei):
die; - ; -en [ugs.] kontinuierliches
Sichabmühen; schweres Arbeiten
plä|diejren: dat.-fr.t plädierst; plädier¬
test; hast plädiert (Rechtsw.» 1 a) vor
Gericht einen abschließenden Vor¬
trag halten b) sich vor Gericht für
schuldig od. nicht schuldig erklären 2
für etw. eintreten; für etw. sprechen
»Ich plädiere für einen Urlaub am
Meer.«
Plä|doy|er —» Plä|do|yer: dal.-fr.t
/plädo(a)je/ das; -s; -s 1 (Rechtsw.»
Rede eines Staats- od. Rechtsanwalts
vor Gericht (zum Abschluß des
Verfahrens) »Das Plädoyer des Staat¬
sanwalts überzeugte das Gericht.« 2
[geh.] Ansprache, Ausspruch, mit
der/dem eine Person sich deutlich für
od. gegen eine bestimmte Position
einsetzt »Sie hielt ein Plädoyer für den
Umweltschutz.«
Pla|ge: <gr.-lat.> die; - ; -n etw., was eine
Person ohne Unterlaß quält, bei ihr
ständig sehr negative Empfindungen
hervorruft »Das viele Ungeziefer wird
zu einer unerträglichen Plage.«
Pla|ge|geist: der; -(e)s; -er [ugs.
abwert.] Person, die anderen auf die
Nerven geht
pla|gen: <gr.-lat.> plagst; plagtest; hast
geplagt a) jmdn. mit etw. quälen, ner¬
ven »Die Kinder plagen ihre Eltern den
ganzen Tag mit Fragen.« b) von etw.
gequält werden »Sie plagt das schlech¬
te Gewissen.« Syn.: bedrängen; belä¬
stigen
piajgen, sich: <gr.-lat.> plagst dich; plag¬
test dich; hast dich geplagt schwer ar¬
beiten
Pla|ge|rei: die; - ; -en kontinuierliches
Sichabmühen, unaufhörliche schwere
Arbeit; Plackerei »Sie empfand die
Hausarbeit als reine Plagerei.«
Pla|gi|at: dat.-fro das; -(e)s; -e Dieb¬
stahl geistigen Eigentums, z. B. durch
unrechtmäßiges Abschreiben od.
Nachmachen, ohne den Verfasser zu
nennen od. davon in Kenntnis zu set¬
zen »Dieser Aufsatz ist ein Plagiat.«
Plaid: <gäl.-engl.> /ple'd/ das u. der; -s; -s
1 karierte (Woll-)Decke 2 wollenes
Umhangtuch
Pla|kat: <fr.-niederl.> das; -(e)s; -e gro߬
flächiges, bedrucktes Papier, das der
Bekanntmachung, Werbung dient
Ȇberall kleben Plakate mit Werbung
für die Ausstellung.«
pla|ka|tie)ren: <fr.-niederh plakatierst;
plakatiertest; hast plakatiert a) Pla¬
kate anbringen; etw. ankündigen
»Überall war für die Popgruppe
plakatiert.« b) etw. mit Hilfe von Pla¬
katen der Öffentlichkeit mitteilen »Es
wurde die Wahlentscheidung plaka¬
tiert.«
Pla|kat|kunst: die; - ; - Kunst, Plakate
anzufertigen, zu entwerfen; Gesamt¬
heit aller künstlerisch entworfenen
Plakate
Pla|katjwer|bung: die; ~ ; -en Ankündi¬
gung od. Werbung mit Hilfe von Pla¬
katen
Pla|ket|te: <fr.-niederl.> die; - ; -n kleines
Plättchen (als Ausweis, Nachweis)
Er zeigte ihr seine Polizeiplakette.«
Plan: dat.-fr.> der; -(e)s; Pläne 1 Vorha¬
ben, Überlegung, etw. auf eine be¬
stimmte Art u. Weise zu tun »Du hat¬
test also den Plan, den Hund einfach
auf dem Parkplatz zurückzulassen?« 2
Entwurf, Konzept; technische Zeich¬
nung 3 den Plan haben: [ugs.] den
Überblick, die Übersicht haben; wis¬
sen, was vorgeht 4 auf den Plan
treten: kommen, erscheinen »Plötz¬
lich trat der Vorsitzende der Organisa¬
tion selbst auf den Plan.« 5 jmdn. auf
den Plan rufen: das Eingreifen od.
das Auftreten von jmdm. herausfor¬
dern
plan: Adj. n. stg. eine gerade, ebene Flä¬
che bildend
Plan|auf]ga|be: die; - ; -n (Wirt.» Zielset¬
zung, Aufgabe, die (früher in der
DDR, den sozialistischen Staaten) im
Rahmen einer Richtlinie für die Ent¬
wicklung der Volkswirtschaft zu be¬
wältigen war, ist
p(an|bar. Adj. n. stg. möglich, geplant
zu werden »Unser Urlaub ist dieses
Jahr nicht planbar.«
Plajne: die; - ; -n aus wasserabweisen¬
dem Material bestehende Decke, die
zum Abdecken verschiedener Dinge
(zum Schutz gegen schlechte Witte¬
rung) verwendet wird »Er deckte den
Holzstapel mit einer Plane ab.«
plajnen: dat.-fr.v planst; plantest; hast
geplant a) ein Vorhaben vorbereiten,
einen Plan entwerfen b) die Absicht
haben, etw. zu tun
pla|ne]risch: Adj. n. stg. die Planung be¬
treffend, ihr zuzuordnen
Plä|ne|schmied: der; -(e)s; -e Person,
die stets dabei ist, etw. zu planen
Pla|net: <gr.-lat.> der; -en; -en (Astrono¬
mie» sich um die, eine Sonne bewegen¬
der Himmelskörper
pla|ne[ta|risch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. a)
hinsichtlich der Planeten b) [geh.] glo¬
bal
Pla|ne|ta|ri|unv. <lat.-fr.> das; -s;
Planetarien /planetarPn/ a) Gebäude,
in dessen Kuppel der Lauf der Plane-
872
platt
ten optisch gezeigt wird b) Modell,
das die Bewegung der Planeten zeigt
Pla|ne|ten|syjstem —> Pta|ng|tenlsy|s|-
tem; das; -(e )s; -e <Astronomie> Men¬
ge aller Planeten, die die Sonne od. ei¬
nen entsprechenden Stern umkreisen
Plan|festj8teljlung: die; • ; -en im Ver¬
waltungsverfahren verbindlich festge¬
stellte, gestaltende Planung eines Vor¬
habens (z. B. Straßenbau)
plan|ge|mä8: Adj. n. stg. laut Plan; ei¬
nem Plan entsprechend
Pla|nierjraupe; die; - ; -n Raupenfahr¬
zeug, das mit einem Planierschild
zum Begradigen von Erdflächen aus¬
gestattet ist
Pta|nie|ning: dat.-fr.t die; - ; -en (PL s.)
das Begradigen von Bodenflächen
Planjke: </>.> die; ~ ;-n 1 stabiles, dickes
Brett »Der Gerüstbauer balancierte
über die Planke.« 2 Einfriedung od.
Zaun, die/der sehr hoch ist »Die Kin¬
der hatten Mühe, über die Planke zu
klettern.«
Plän{ke|lei: die; - ; -en kurze, relativ be¬
deutungslose Auseinandersetzung,
Diskussion
plänkeln: plänkelst; plänkeltest; hast ge-
länkelt 1 <Milit.> [veralt.) sich ein nur
urz andauerndes, relativ bedeu¬
tungsloses Gefecht liefern 2 sich ohne
Heftigkeit u. Ernsthaftigkeit, nur im
Spaß streiten
Plan|ko|sten > Plgn|kos|ten: die (PI.)
<Wiri.> Kosten, Aufwendungen, die in
einer Berechnung der für etw. zu ver¬
anschlagenden Kosten berücksichtigt
sind
Plank|ton: <gr.> das; -s; - <Bio.> im Was¬
ser schwebende Kleinstlebewesen
plank|tg|nisch: Adj. n. stg. <Bio.> Plank¬
ton betreffend, ihm zuzuordnen
plan|los: Adj. n. stg. ohne Plan; gänzlich
ziellos; völlig unüberlegt; ungeordnet
plan|mä|Big: Adj. n. stg. a) sich an einen
Plan haltend »Nach planmäßiger Ab¬
fahrt kam der Zug dennoch 10 Minu¬
ten zu spät am Ziel an.« b) gemäß ei¬
nem Plan »Der Dieb ging planmäßig
vor.«
Planjquajdrat —*• Plan|qua)d|rat; das;
-(e)s; -e Viereck, Quadrat, dessen
Grenzen auf einer Karte o. ä. von vier
Linien gebildet wird u. das ein geo¬
graphisches Gebiet repräsentiert
Planschbecken (Plansch|bek|ken —*
Planschjbejcken): das; -s; - für den
Hausgebrauch meist aufblasbares
(Gummi-)Wasserbecken für Kinder,
im Schwimmbad normales, aber klei¬
neres Schwimmbecken mit geringer
Wassertiefe
plan|schen/plant|schen: planschst;
planschtest; hast geplanscht im, mit
Wasser spielen
Plan|spiel: das; -(e)s; -e Durchspielen,
Erproben einer geplanten Situation u.
der sich aus ihr ergebenden Hand¬
lungsabläufe »Die Soldaten mußten
als Vorbereitung für den Ernstfall an
dem Planspiel teilnehmen.«
Plan|stet|le: die; - ; -n langfristig gesi-
cherte(r) Stelle, Arbeitsplatz im öf¬
fentlichen Dienst
Plan|ta|ge: dat.-fr.> /plantasehe/ die; - ;
-n Landwirtschaftsbetrieb, der große
Pflanzungen betreibt »Diese Plantage
baut nur Kaffee an.«
Plan|ta|gen|b«|sit|zer: /plantasehen-/
der~-s; - weibl. Plan|ta)gen|b«|sitjze|-
rin: die; - ; -nen Person, die eine Plan¬
tage besitzt; Inhaberin) eines Land¬
wirtschaftsbetriebs, der große Pflan¬
zungen betreibt
Plan|ta|gen|wirt|schaft: dat.-fr.; dt.>
/plantasehen-/ die; - ; -en Form der
Landwirtschaft, deren Haupterzeug¬
nisse auf Plantagen erwirtschaftet
werden
plant|schen/plan|schen: plan(t)schst;
plan(t)schtest; hast geplan(t)schl im,
mit Wasser spielen »Fast alle Kinder
planschen gern im Schwimmbecken.«
PIa|nungs|ab|tei|lung: die; - ; -en <WirO
Bereich in einem Betrieb, der z. B. für
die Planung, Weiterentwicklung der
Produktion u. a. Fragen des Ge¬
schäftsbetriebes zuständig ist
plan|voll: Adj. n. stg. auf einem Plan ba¬
sierend; überlegt handelnd »Die Leh¬
reringeht im Unterricht planvoll vor.«
Plan|waigen: der; -s; - mit einer Plane
halbkreisförmig überspannter Holz-,
Pritschenwagen, der häufig von Pfer¬
den gezogen wird
Plap|pe|iei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
viele, wenig inhaltsvolle Bemerkun¬
gen einer, mehreier Personen
Plaplperlmaul: das; -s; -mäuler {ugs.;
abwert.] jmd., der viel plappert, redet,
etw. unerlaubterweise verrät
plaplpern: plapperst; plappertest; hast
geplappert a) (schnell u.) viel reden
»Er plapperte darauflos.« b) [abwert.]
zu viel reden; etw. unüberlegt verra¬
ten »Er plapperte, wie immer, viel Un¬
sinn.«
Piap|perjta|sche: die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert.] jmd., der viel plappert, redet,
etw. unerlaubterweise verrät
Plaque: </r.> /plak/ die; - ; -s 1 <Zahn-
med.> sich ständig neu bildender bak¬
terieller Belag auf den Zähnen 2 «. PI.
<Med.> plattenartige Hautverände¬
rung
plär|ren; plärrst; plärrtest; hast geplärrt
[abwert.} a) laut (u. unbegründet) wei¬
nen »Das Kind der Nachbarn plärrt
schon wieder.« b) laut u. unangenehm
hörbar sein »Das Radio plärrt den
ganzen Tag.«
Plasjma: tgr.-lat.-fro das; -s; Plasmen 1
<Bio.> Substanz lebender Zellen; Pro¬
toplasma 2 <Med.> flüssiger Teil des
Blutes 3 <Physik> leuchtendes Gasge¬
misch (in Leuchtröhren)
Plast: dat.-engl.) der; -(e)s; -e <früher
DDR> [veralt.] Kunststoff
Pla[stik —> Plas]tik: dat.-engh das; -s; -
künstlich hergestelltes Material;
Kunststoff »Der Stuhl ist aus Pla¬
stik.«
Plajstik —» Piasjtik: <gr.-lat.-fr.> die; ~ ;
-en 1 <Kunst> (von einem Künstler ge¬
schaffene) Skulptur 2 <Med.> künstli¬
che, operative Wiederherstellung,
Formung
Plajstik|bom|be —* Plas|tik|bom|be:
die; - ; -n Bombe, deren Sprengkör¬
per aus formbaren Sprengstoffen her¬
gestellt ist
Pfft|stik|ei|mer —» Plas|tik|ei|inen. der;
-s; ~ fester, aus Plastik bestehender
Behälter, häufig mit Henkel
Pla|stik)fo|lie —* Plas|tik|fo[lie- die; - ;
-fl aus Plastik bestehende Folie, dün¬
nes Material, die/das häufig zum Ein¬
wickeln z. B. von Lebensmitteln ver¬
wendet wird
plastisch —* plas|tisch: <gr.-lat.-fr.>
Adj. n. stg. 1 knetbar od. formbar
»Der Chirurg arbeitete mit einer pla¬
stischen Masse.« 2 die Tätigkeit eines
Bildhauers betreffend, ihr zuzuord¬
nen; bildhauerisch 3 <übertr.> räum¬
lich od. inhaltlich deutlich erkennbar
P!afsti|zi|tät —*■ Plas|ti|zi[täk tgr.-lat.-
fr.> die; - ; -1 dibertr.) anschauliche
Darstellung eines Körpers od. Rau¬
mes »Die Plastizität seiner Unfall¬
Schilderung war erstaunlich.« 2 einfa¬
che Veränderbarkeit der Form von
etw.
Plajtajne: dato die; - ; -n Laubbaum,
der hoch wächst, große, gelappte
Blätter u. kugelige Früchte hervor¬
bringt
Plateau: <gr.-fr.> /plato/ das; -s; -s
Hochebene; erhöht gelegene, flache
Landschaft »Von dem Plateau aus ha¬
ben wir eine gute Aussicht.«
Plateaulsohlle: /plato-/ die; - ; -« zeit¬
weise moderne, zentimeterhohe
Schuhsohle
Pla]tin/[österr.] Plaftin: tgr.-lat.-span»
das; -s; - helles Edelmetall
ptajtin|blond: Adj. n. stg. <Haare> sehr
hellblond
P!a|t[jne: </r.> die; -; -n <Elektrot.> dünne
Platte mit Löchern, auf der einzelne
elektrische Bauteile befestigt u. mit¬
einander verbunden werden
Pla]tmjhoch|zeit die; - ; -en siebzigstes
Hochzeitsjubiläum
Plaftittüjde —* Ptat]ti|tüjde/Plaft)|tu|de:
tgr.-lat.-fr» die; - ; -n leeres Gerede;
nichtssagende Floskel, Bemerkung
pla|tq|nisch: tgr.-lat» Adj. n. stg. a) <Phi¬
losophie> zur Philosophie des griechi¬
schen Philosophen Platon gehörend
b) rein geistig; nicht körperlich »pla¬
tonische Liebe«
Plajto|ms|rnus: der; _ _• - <Philo$ophie> in
der Tradition des griechischen Philo¬
sophen Platon stehende philosophi¬
sche Denkansätze, Richtungen
planschen: platscht; platschte; hat ge¬
klatscht [ugs.) 1 a) ein helles, klat¬
schendes Geräusch machen, erzeugen
b) hatjist mit klatschendem Geräusch
an etw. eintreffen »Der Regen platsch¬
te gegen die Windschutzscheibe.« 3
[landsch.] sehr stark regnen
piät|schern: plätschert; plätscherte; hat
geplätschert 1 <Wasser> mit klatschen¬
dem Geräusch fließen; mit Wasser ein
klatschendes Geräusch erzeugen
»Der Bach plätschert.« 2 [ugs.J regnen
platt: <gr.-lat.-fr.> Adj. platter; platteste
1 ganz eben; ohne jede Erhöhung
»plattes Land« 2 [ugs.] überrascht; er¬
staunt »Da bist du platt, was?« 3 [ugs.]
geistlos; niveaulos; nichtssagend »ein
plattes Gespräch« Ant.: <1; Land¬
schaft» bergig; wellig; hügelig 4 platt
sein (wie eine Flunder, ein Pfann¬
kuchen): [ugs.] 1. über jmdn. od. etw.
sehr erstaunt sein »Als er befördert
werden sollte, war er platt wie eine
Flunder.« 2. [abwert.] keinen od. ei¬
nen sehr kleinen Busen haben »Sie ist
platt wie eine Flunder.« 3. ganz zu¬
sammengedrückt, flach sein »Nach
873
Plättbrett
dem Unfall war das Auto platt wie eine
Flunder.«
Plätt|bretfc das; -(e)s; -er 1 (landsch.)
Gestell mit einem schmalen, stoff¬
überzogenen Tisch, auf dem gebügelt
wird »Ich brauche ein neues Bügel-,
Plättbrett.« 2 Plättbrett mit zwei
Erbsen: [abwert.; ugs.] a) sehr zierli¬
ches, dünnes Mädchen b) Frau mit ei¬
nem sehr kleinen Busen
Plätt|chen: das; -s; - kleine Platte
Plitt|deutsch/Platt|deut|sche: das;
-deutschen; - 7Sprachwiss.> Dialekt,
Mundart des Niederdeutschen
Platte: die; - ; -n 1 runder od. ovaler,
großer, flacher Teller, ebenes Stück
harten Materials »Er stellte eine Plat¬
te mit Wurstaufschnitt auf den Tisch.«
2 Tonträger in Form einer runden
Platte (I); Schallplatte (aus diversen
Materialien) »Sie legte eine Platte
auf.« 3 kurz für Herdplatte = Koch¬
stelle auf einem (Elektro-)Herd »Ich
mache schon mal die Platte für die Nu¬
deln an.« 4 [ugs.] Glatze; Schädel,
Kopf ohne Haare 5 auf Platte sein:
[ugs.) ohne festen Wohnsitz sein 6 die
Platte putzen: [ugs.] schnell einen Ort
verlassen 7 jmdn. von der Platte
putzen: [ugs.] jmdn. besiegen 8 a) die
Platte kennen: [ugs.] genau Bescheid
wissen; etw. bereits kennen, gehört
haben b) die alte Platte laufen las¬
sen, abspielen: [ugs.] etw. wiederho¬
len, was bereits mehrfach gesagt wur¬
de c) eine andere Platte auflegen:
[ugs.] (häufig genervte) Aufforderung
an jmdn., endlich was anderes zu sa¬
gen, über etw. anderes zu sprechen 9
jmdm. was, eins vor die Platte
hauen: [ugs.] jmdm. einen starken
Schlag ins Gesicht od. auf den Kopf
geben, versetzen
plätften: plättest; plättetest; hast geplät¬
tet [landsch.; norddt.] mit einem Bü¬
geleisen bearbeiten, bügeln
Plat|ten|ar]chiv: das; -(e)s; -e (systema¬
tische) Sammlung von Schallplatten,
Langspielplatten
Plat]ten|hül|le: die; - ; -n Hülle zum
Schutz von Schallplatten
Plat|ten|la|bel: das; -s; - Firmen-, Mar¬
kenname einer Firma, die Schallplat¬
ten u. ä. veröffentlicht, herstellt
Plat[ten|tel|ler: der; -s; - drehbare
Scheibe des Schallplattenspielers, auf
der die Schallplatte zum Abspielen
aufliegt
Plät|te|rei: die; - ; -en [landsch., meist
norddt.] 1 o. PI. [ugs.] ständiges, als
lästig empfundenes Bügeln 2 Betrieb,
in dem man Wäsche (gegen Bezah¬
lung) zum Bügeln abgeben kann
Platt]form: die; - ; -en 1 ebene, häufig
umzäunte Fläche als Rast- od. Aus¬
sichtspunkt, besonders auf hohen Ge¬
bäuden usw. 2 a) <hist.> offene Fläche
an den Enden alter Eisenbahnwa¬
gons, über die man ein- u. aussteigen
kann b) horizontal abklappbare
Rückwand (z. B. bei Lastwagen), die
als Laderampe benutzt wird 3
<übertr.> Ausgangspunkt für Überle¬
gungen, Gedanken usw. »Die Politi¬
ker hatten eine gemeinsame Plattform
jur ihre Debatte.«
Platt|fu8: der; -es: -fuße [ugs.] 1 <Med.>
Fußform, bei der eine starke Abfla¬
chung der Längs-, häufig auch der
Querwölbung zu erkennen ist 2 kaum
noch mit Luft gefüllter, fast leerer
Reifen
—> Plat|ti|tüfda/Pta]ti{tu|de: s. Platitüde
Plätt|ma|schi|ne: die; - ; -n [landsch.,
meist norddt.] Maschine, Mangel
zum Bügeln
Platt|stich|sticke|rei (Platt|stfch|stik|-
kejrei —*■ Platt|stich|sti|cke|rei): die;
- ; -en a) mit Plattstichen, in Platt¬
stichtechnik gestickte, angefertigte
Handarbeit b) Handarbeit, Produkt,
die/das mit Plattstichen gestickt, an¬
gefertigt wird
Platz: <gr.-lat.-fr.> der; -es; Plätze 1 grö¬
ßere, freie, von Gebäuden umgebene
Fläche 2 freie, von nichts od. nieman¬
dem belegte Stelle; Freiraum »Da hast
du viel Platz am Strand.« 3 Position,
die ein Mensch innehat »Sein Platz ist
in der Verwaltung.« 4 Platz behalten:
nicht von einer Sitzgelegenheit aufste¬
hen »Behalten sie doch bitte Platz.« 5
Platz nehmen: Aufforderung zum
Hinsetzen »Kommen sie herein, u. neh¬
men sie bitte Platz!« 6 ein Platz an der
Sonne: ein ausgefülltes, glückliches u.
zufriedenes Leben; viel Glück »Bei ihr
klappte einfach alles im Leben; sie
hatte einen Platz an der Sonne.« 7
jmdn. vom Platz stellen: <Sport>
jmdn. nicht mehr am weiteren Ver¬
lauf des Spieles teilnehmen lassen
»Nachdem er seinen Gegenspieler
mehrmals gefoult hatte, stellte ihn der
Schiedsrichter vom Platz.« 8 jmds.
Platz ist bei jmdm., an einem be¬
stimmten Ort: eine Person gehört zu
jmdm. od. an einen bestimmten Ort 9
jmdm. Platz machen: für jmdn. etw.
freimachen, von etw. zurücktreten
»Sie machte der alten Dame im Bus
Platz.« 10 am PIatz(e) sein: angemes¬
sen, zutreffend sein »Daß du dich mit
Blumen bedankt hast, war durchaus
am Platz.«
—* Platz raulbend: s. platzraubend
—> Platz spajrend: s. platzsparend
Platz|angst: die; - ; - 1 [ugs.] Gefühle
von Angst u. Beklemmung in Räu¬
men, die abgeschlossen od. überfüllt
sind 2 (Psychologie) (Zustand der)
Agoraphobie; krankhafte Angst, sich
auf Straßen u. Plätzen aufzuhalten
Platz|an|wei|ser: der; -s; - weibl. Platz|-
an|wei{se|iin: die; - -nen jmd., der
bei einer (Groß-)Veranstaltung Gäste
zu den Plätzen führt, freie Plätze zeigt
u. gegebenenfalls Eintrittskarten kon¬
trolliert
Plätzjchen: <gr.-lat.-fr.> das; -s; - 1 klei¬
ner Platz 2 flaches Kleingebäckteil;
kleine Süßware von geringer Dicke
aus Teig
platjzen: <gr.-lat.-fr.> platzt; platztest;
bist geplatzt 1 a) aufgrund starken
Drucks von innen heraus zerstört
werden »Der Luftballon ist geplatzt.«
b) aufgehen, -reißen (von Kleidungs¬
stücken, die zu eng sind) »Die Hose
ist geplatzt.« 2 nicht Zustandekom¬
men »Das Projekt ist geplatzt.« 3
[ugs.] einen heftigen gefühlsmäßigen
Ausbruch, eine Reaktion aufgrund
sehr großer Wut zeigen
Platz|hal|teR der; -s; - weibl. Platz|hal|-
te|rin: die; - ; -nen 1 für eine andere
Person einen Platz freihaltende Per¬
son 2 nur männl. Form <Sprachwiss.>
auf etw., jmdn. entweder voraus- od.
zurückweisendes Wort (oft Prono¬
men od. ’es’) in einem Satz
Platz|hirsch: der; -(e)s; -e 1 rudelfüh¬
render Hirsch 2 <übertr.; abwert.>
Mann, der seine Stellung (als Liebha¬
ber) stark betont
—* plat|zie]ren: s. placieren/plazieren
u. plazieren/placieren
—» Platzierung: s. Plazierung
Platz|kon|zert: das; -(e)s; -e im Freien
stattfindendes Konzert (meist Bläser¬
stücke u. Märsche); (regelmäßige)
musikalische Aufführung im Freien
Platz|man|gel: der; -s; - Zustand, in
dem zu wenig Platz, Raum für etw.
vorhanden ist
Platz|mle[te: die; -; -n Pacht, Miete, die
für die Benutzung eines Platzes, offe¬
nen Geländes erhoben wird
Platz|ord|ner. der; -s; - weibl. [selten]
Platz|ord|ne|rin: die; - ; -nen bei einer
größeren, organisierten Unterneh¬
mung, Veranstaltung für die Erhal¬
tung der Ordnung u. Sicherheit zu¬
ständige Person
platz|rau|bend —*■ Platz raulbend: Adj.
n. stg. viel Raum beanspruchend
Platz|run|de: die; - ; -n 1 (Sport; Leicht¬
athletik> eine Runde (auf der Lauf¬
bahn) im Stadion »Die 800m-Strecke
umfaßt zwei Platzrunden.« 2 <Golf>
kompletter Durchgang über alle Lö¬
cher, Stationen auf dem Platz 3
<Flugw.> a) Flugbahn in der Luft nahe
des Flugplatzes zur Ausführung von
Warteschleifen od. für Übungsflüge
b) Landeanflugweg, der bei kleineren
Flugplätzen vorgeschrieben wird
platz|spa[rend —> Platz spajrend: Adj.
n. stg. wenig Raum einnehmend
Platz|ver[hätt|nis|se: die (PI.) (Sport)
Zustand, in dem sich ein (Sport-)Platz
(wetterbedingt) befindet
Platz|ver]weis: der; -es; -e <Sport> Ver¬
weis eines Spielers vom Spielfeld
durch den Schiedsrichter (aufgrund
eines Fehlverhaltens)
Platz|warfc der; -(e)s; -e einen Sport¬
platz (beruflich) kontrollierende u.
pflegende Person
Platz|wun|de: die; - ; -n Wunde, Verlet¬
zung, bei der die Haut aufplatzt,
-reißt
Plau|de|rei: die; - ; -en nicht sehr tiefsin¬
nige Ünterhaltung
Plauldern: plauderst; plaudertest; hast
geplaudert sich (in angenehmer At¬
mosphäre) über nicht sehr tiefsinnige
Themen unterhalten
Plaulderiton; der; -(e)s; - ungezwunge¬
ner Gespächston einer Unterhaltung
Plaulschen: plauschst; plauschtest; hast
geplauscht 1 sich unterhalten 2
[österr.) nicht die Wahrheit sagen
plau|s||bel: <lat.-fr.> Adj. plausibler;
plausibelste überzeugend u. einleuch¬
tend »eine plausible Erklärung«
Plau|si|bi|hjt£t: dat.-fr.r die; - ; - Offen¬
sichtlichkeit, sinnvolle Erklärung für
etw.
Plaulze: die; - ; -n 1 [ugs.] dicker Bauch
Du hast aber eine ganz schöne Plauze
bekommen.« 2 auf der Plauze liegen:
[landsch.] erkrankt, nicht gesund sein
874
Plünderer
Playjback —> auch Play-back: <engh
/ple'bäck/ das; ~ ; - Einspielen des To¬
nes (Gesang u. Musik) in eine Bild¬
aufnahme od. Livesendung, wobei
der Sänger die Lippen nur bewegt,
nur zu singen scheint
Play|boy: <engl.-amerik.y /ple'boi/ der;
-s; -s a) finanziell gutgestellter Mann,
der seinem Vergnügen nachgeht b)
Mann, der viele sexuelle Abenteuer
mit Frauen hat
Play-off: <engh /ple'ofT/ das; - u. -s; -
u. -s <Sport> Ausscheidungsspiel zur
Erringung der Meisterschaft (im Eis¬
hockey o. ä.)
Pla|zen|ta: fgr.-lat» die; - ; -s u.
Plazenten <Med.; Bio.> Mutterku¬
chen; Nachgeburt
pla|zen|taR Adj. n. stg. <Med.> zur Pla¬
zenta gehörend, sie betreffend, ihr zu¬
zuordnen
pla|zie|ren/pla|cie|ren —* plat|zie|ren:
<fr.r plazierst Iplacierst; plaziertest/pla¬
ciertest; hast plaziert!placiert
—>platzierst; platziertest; hast
platziert*— 1 etw. bewußt, auf Wir¬
kung bedacht an einen Ort legen 2
Kapital anlegen 3 im (Sport-)Wett-
kampf den zweiten, dritten, einen
vorderen Platz belegen
Pla|zig|rung —* Plat|zje|rung: die; ~ ;
-en 1 Zuweisung eines bestimmten
(Sitz-)Platzes 2 (Sport) Belegung eines
zweiten, dritten, vorderen Platzes
Ple|be]jer: <lat.> der; -s; - weibl. Ple|be|-
je|rin: die; - ; -nen 1 <hist.> (im antiken
Rom) Person, die der Plebs, dem ein¬
fachen Volk, angehörte 2 [geh.; ab¬
wert.] Mensch, der als ungehobelt,
wenig gebildet u. ordinär angesehen
wird
plejbe|jisch: dato Adj. 1 n. stg. <hist.>
(im antiken Rom) den Plebejern an¬
gehörig, ihnen zuzuordnen 2 [geh.;
abwert.] ungehobelt, plump, taktlos
u. äußerst unkultiviert
Ple|bis|zit: <lat.-fr.> das; ~(e)s; -e <Pol.>
Volksabstimmung, -Befragung
Plebs: dato der; -es; - u. [österr.] die; - ;
- 1 (hist.) (im antiken Rom) das ge¬
wöhnliche Volk 2 [geh.; abwert.] un¬
gebildete Gesellschaftsschicht
Pleln|air: <fr.> /plenär/ das; -s; -s (Kunst)
1 o. PI. Art u. Weise des Malens unter
freiem Himmel 2 Produkt, Gemälde,
das als Pleinair (i) entstanden ist
Plei|te: dtebr.-jiddo die; - ; -n 1 wirt¬
schaftlicher Zusammenbruch; Kon¬
kurs »Die Firma hat Pleite gemacht.«
2 (übertr.) [ugs.] Scheitern; nicht be¬
friedigende^) Ende, Ausgang; Mißer¬
folg »Die Fete war eine Pleite.« 3
Pleite machen: [ugs.] feststellen, daß
man nicht mehr zahlungsfähig ist;
Konkurs machen »Nach Durchsicht
der Geschäftsunterlagen mußte er fest¬
stellen, daß er seinen Verpflichtungen
nicht mehr nachkommen kann, er wird
Pleite machen.«
plei|te: <hebr.-jidd.> Adv. 1 zahlungsun¬
fähig; bankrott »Er war völlig pleite.«
2 a) pleite gehen —» Pleite gehen:
[ugs.] seinen Zahlungsverpflichtun¬
gen nicht mehr nachkommen können
»Bei dem schlechten Umsatz wird die
Firma bald pleite gehen.« b) pleite
sein: [ugs.] nicht mehr zahlen können
»Er hat über seine Verhältnisse gelebt
u. besitzt nun nichts mehr, er ist
pleite.«
Plektron —* Plek|t|ron: dat.> das; -s;
Plektren <Musik> für das Spielen von
Zupfinstrumenten benutztes kleines
Plättchen od. Stäbchen, das aus un¬
terschiedlichen Materialien bestehen
kann
Plekjtrum —» Plek(t|rum: <lat.> das; -s;
Plektra <Musik> für das Spielen von
Zupfinstrumenten benutztes kleines
Plättchen od. Stäbchen, das aus un¬
terschiedlichen Materialien bestehen
kann
Plem|pe: die; - ; -n 1 [landsch.; abwert.]
Getränk, das sehr fad u. geschmack¬
los ist 2 [veralt., iron,; abwert.] Säbel
o. ä. Stichwaffe
Ple|nar|saal: der; -(e)s; -säle Saal, in
dem Plenarsitzungen (z. B. eines Par¬
lamentes), (Voll-)Versammlungen ei¬
nes größeren Gremiums abgehalten
werden
Ple|narjsit|zung: die; -; -en Sitzung, Zu¬
sammenkunft, die für alle Plenarmit-
glieder offen ist, an der alle Mitglieder
eines Gremiums teilnehmen können,
sollen
Ple|nar|ver|samm|lung: die; - ; -en Sit¬
zung, Zusammenkunft, die für alle
Plenarmitglieder offen ist, an der alle
Mitglieder eines Gremiums teilneh¬
men können, sollen
Ple|num: dat.-engh das; -s; Plenen Voll¬
versammlung
Plen.-Vers.: Abk. Plenarversammlung
= Vollversammlung
Pleo|nasjmus —» Ple|o|nas|mus: <gr.-
latoder; - ; Pleonasmen (Sprachwiss.;
Literaturwiss.) aus sinnverwandten,
denselben Sachverhalt ausdrücken¬
den Begriffen bestehende Wortkom¬
bination »'Süßer Zucker’ u. ’kleiner
Zwerg"sind Pleonasmen.«
Pleulellstantae: die; - ; -n (Technik)
Verbindungsglied bei Kolbenmoto¬
ren, das die Bewegung des Kolbens
auf die Kurbelwelle überträgt
Ple|xi|glas: (Warenzeichen) /plekßi-/
das; -es; - glasartiger, hitzebeständi¬
ger Kunststoff »ein Tisch aus Plexi¬
glas«
Ptejxus: <lat.) /plekßuß/ der; - ; -
(Med.) wie Netze angelegte Nerven-
u. Blutgefäßverknüpfungen
PHn|se: <slaw.> die; - ; -n a) Pfannku¬
chen, der mit Kompott gefüllt ist b)
Reibekuchen aus Kartoffelteig; Kar¬
toffelpuffer
plin|sen: plinst; plinstest; hast geplinst
"(ugs.; norddt.; abwert.] mit schrillen
Tönen heulen, weinen
Plinlthe: dato die; - ; -n (Archit.) qua¬
dratische od. rechteckige Grundplat¬
te einer Säule (meist aus Stein)
Plis|see/Plis|see: dat.-fro das; -s; -s
viele schmale, gepreßte Falten (auf¬
weisender Stoff)
PLO: Abk. <engl.> Palestine Liberation
Organization = Palästinensische Be¬
freiungsorganisation, eine politisch¬
militärische Organisation für die
Schaffung eines eigenständigen palä¬
stinensischen Staates; Partei im Parla¬
ment des autonomen palästinensi-
sehen Gebietes
Plom|be: <fr.) die; - ; -n 1 Metallsiegel
zum Verschließen von Behältern o. ä.
Die Geldkassette war mit einer Plombe
versehen.« 2 Zahnfüllung »Da ich Ka¬
ries habe, habe ich mehrere Plomben
im Mund.«
plom|bje|ren: <fr.> plombierst; plombier¬
test; hast plombiert 1 den Originalzu¬
stand durch das Anbringen einer
Plombe sichern 2 einen kariösen
Zahn ausbohren u. dann mit einer
Füllung versehen
Pk>m|bie|rung: die; - ; -en Vorgang des
Plombierens -
Plo|siv|laut: dato /plosif-/ der; -(e)s; -e
(Sprachwiss.) Laut, der durch den
kurzzeitigen Verschluß der Stimmrit¬
zen gebildet wird
Plot: <englo der u. das; -s; -s 1 (Literatur¬
wiss.) Geschehen in einem literari¬
schen Werk »Der Roman hatte einen
interessanten Plot.« 2 (EDV) graphi¬
sche Darstellung, Zeichnung, die mit
einem Drucker, Zeichengerät ange¬
fertigt wird
Plotjter: <englo der; -s; - Drucker, der
vor allem mit dem Computer herge¬
stellte Zeichnungen ausdruckt
plötz|lich: Adj. n. stg. auf einmal; nicht
erwartet; mit einem Mal; unvorberei¬
tet, von einem Moment zum anderen
unvermutet eintretend »Plötzlich fing
es an zu regnen. ♦ eine plötzliche Stille«
2 ein biBchen plötzlich: [ugs.] sofort
»Räum dein Zimmer auf, aber ein bi߬
chen plötzlich!«
Plötz|lich|keit: die; - ; - Abruptheit; un¬
erwartetes Eintreffen von etw.
PI.-SL: Abk. Planstelle
Plu|der|ho|se: die; - ; -n weite, am unte¬
ren Ende mit einem Bündchen o. ä.
geraffte Hose
plu|de|rig/plud|rig: Adj. n. stg. weit, lok-
ker sitzend
plujdern: pludert; pluderte; hat gepludert
sich aufbauschen; sehr weit, sein u.
locker sitzen
Plum|bum: dato das; -s; - (Chemie) Blei;
Zeichen Pb
Plu|meau: dat.-fr.y /plümo/ das; -s; -s
dickes, mit Federn gefülltes Oberbett
plump: Adj. plumper; plump(e)ste(l von
dickem, ungelenk wirkendem Äuße¬
ren 2 sich taktlos, unhöflich, auf¬
dringlich verhaltend 3 die wahre Ab¬
sicht o. ä. leicht erkennen lassend
Ant.: (1> fein; zierlich
Plump|heit: die; ~ ; -en 1 o. PI. Schwer¬
fälligkeit; ungelenke Art; Grob-
schlächtigkeit 2 unangemessenes,
taktloses Verhalten
Plymps|klo/Plumps|klo|sett: das; -s; -s
[ugs.] Toilette, Abort, die/der sich
über einer Grube befindet, in die die
Fäkalien hineinfallen, ohne daß eine
Wasserspülung benötigt wird
Plum|pud|ding: tenglo /plam-/ der; -s; -s
englische, schwere, einem Kuchen
ähnliche Süßspeise
Plun|der. der; -s; -n 1 o. PI. [ugs.; ab¬
wert.] Kleidungsstücke od. Dinge, die
als wertlos angesehen werden 2 a) o.
PI. Blätterteig für Plundergebäck b)
Stück, Teilchen aus Plundergebäck
Plün|de|rer. der; -s; - weibl. Plün|de|rin:
die; - ; -nen Person, die sich wider¬
rechtlich Eigentum aus einem (verlas¬
senen, ungeschützten) Gebäude an¬
eignet, angeeignet hat
875
plündern
plün|dern: plünderst; plündertest; hast
geplündert a) rauben, sich widerrecht¬
lich Eigentum aus einem (verlassenen,
ungeschützten) Gebäude aneignen
»Das Dorf wurde während des Krieges
geplündert.« b) etw. ausrauben c)
[scherzh.] nichts übriglassen, nahezu
alles weg-, herausnehmen »Er plün¬
derte den Kühlschrank.«
FMün|de|rung: die; - ; -en widerrechtli¬
ches Ausrauben, Aneignen von Ei¬
gentum aus einem (verlassenen, unge¬
schützten) Gebäude
Plur.: Abk. Plural
Plujral: dato der; -s; -e <Sprachwiss.> a)
o. PI. grammatische Kategorie für
Mehrzahl bei Hauptwörtern od. Tä¬
tigkeitswörtern »Die zweite Person
Plural des Verbs 'gehen' lautet 'ihr
geht'.« b) in der Mehrzahl stehendes
Wort, Ant.: Singular; Einzahl
plu|ral: dato Adj. n. stg. [geh.] plurali¬
stisch; gesellschaftlich, in den aufein¬
andertreffenden Ansichten vielfältig
Plu|ra|le|tan|tum: dato das; -s; -s u.
Pluraliatantum <Sprachwiss.> Wort,
das nur im Plural vorkommt (wie z.
B. 'Leute’, 'Ferien')
Plu|ra|lis: dato der; * ; Plurales «Sprach-
wiss.> [veralt.] Mehrzahl
Plu|ra|lisfna|je|sta[tis—> Plu|ra|lis ma|-
jes|ta|tis: dato der; - ; Plurales maje-
statis «Sprachwiss.) Benutzung der
Pluralform durch jmdn. zur Hervor¬
hebung seiner bedeutenden, überge¬
ordneten staatlichen Stellung (z. B.
als Herrscher eines Staates)
plu|ra|lisch: Adj. n. stg. <Sprachwiss.> in
der Mehrzahl stehend; den Plural be¬
treffend, ihm zuzuordnen
plu|ra|li|sie|ren: pluralisierst; pluralisier-
test; hast pluralisiert <Sprachwiss.> ein
Wort verändern, so daß es in der
Mehrzahl steht
Plu|ra|lis|mus: dato der; - ; - a) gesell¬
schaftliche, staatliche Ordnung, in
der anerkannt wird, daß von verschie¬
denen Gruppen, Organisationen u. ä.
unterschiedliche Vorstellungen, Wer¬
te vertreten werden b) <Philosophie>
Auffassung, daß einem gesellschaftli¬
chen System sehr unterschiedliche
Strukturen zugrundeliegen, die nicht
auf einen gemeinsamen Ausgangs¬
punkt zurückgeführt werden können
Plu|rajl[st: dato der; -en; -en weibl. Plu|-
ra|lj|stin —> Plu|ra|lis|tin: die; - ; -nen
[geh.] jmd., der politisch, gesellschaft¬
lich den Pluralismus, die Vielfältig¬
keit der gesellschaftlichen Meinun¬
gen, Strömungen vertritt
plu|ra|li|stisch —> plu|ra|lis|tisch: Adj.
n. stg. [geh.] a) den Pluralismus be¬
treffend, ihm zuzuordnen »ein plurali¬
stischer Staat« b) geprägt durch den
Pluralismus
Plu|rai|wahl|recht: das; -(e)s; - <Pol.>
Prinzip, System, nach dem privile¬
gierte Gruppen zwei od. mehr Stim¬
men bei einer Wahl abgeben dürfen,
während die restliche Bevölkerung
nur eine Stimme hat
plus: dato Konj. 1 zuzüglich; und; «Zei¬
chen; Symbol) + »drei plus zwei er¬
gibt, ist gleich fünf: 3 + 2 = 5« 2
«Elektrot.v positiv, Ant.: < 1; 2> minus
Plüsch: dat.-fro der;-(e)s; -u.( Sorten)
-e sehr weicher (Möbelbezugs-)Stoff,
meist aus Baumwolle gewebt
Plüschjbär: der; -en; -en Spielzeugbär,
der ein Feil aus Plüsch hat
plü|schig: Adj. n. stg. a) wie Plüsch be¬
schaffen; dem Plüschstoff ähnlich
»Sie trug einen plüschigen Anzug.« b)
[meist abwert.] wenig modern, kulti¬
viert; altmodisch »plüschene Einstel¬
lung«
Plusjpol: der; -(e)s; -e a) <Elektrot.> po¬
sitive Ladung besitzender Pol b) «Phy¬
sik) positives Ende eines Magneten
Plusq.: Abk. «Sprachwiss.) Plusquam¬
perfekt = vollendete Vergangenheit
Plus|quam|per|fekt: dato /plußkwam-
perfekt/ das; -s; -e «Sprachwiss.) voll¬
endete Vergangenheit; Vorvergan¬
genheit »Das Plusquamperfekt von
'kommen'ist ‘wargekommen’, das von
'sehen'ist 'hattegesehen’.«
Plus|zei|chen: das; -s; - «Math.) bei der
Addition von Zahlen, für positive
Werte verwendete^) Zeichen, Sym¬
bol (’+’)
Plujto: der; ~ ; -1 «Mythologie) a) römi¬
scher Gott der Unterwelt b) Name
des griechischen Gottes, der Reich¬
tum u. Überfluß symbolisiert 2
«Astronomie) Planet, der zu unserem
Sonnensystem gehört, am weitesten
von der Sonne entfernt ist
Plu|to|kra|tie » Plu|to|k|ra|tie: <gr.-fro
die; - ; -n Iplutokratvnj «Pol.) 1 o. PI.
Herrschaftsform eines Staates, bei
der die politische Macht von der rei¬
chen Gesellschaftsschicht ausgeübt
wird; Geldherrschaft 2 Staat, in dem
Plutokratie herrscht
Plu|tq|nis|mus: <gr.-lato der; - ; - «Geo¬
logie) alle in der Erdkruste ablaufen¬
den Ereignisse, die durch Magmabe¬
wegungen u. -erstarrungen verursacht
werden
Plu|to|ni|um: <gr.-lato das; -s; - «Chemie)
chemischer Grundstoff Transuran,
der radioaktiv u. metallisch ist u.
durch Kernumwandlung hergestellt
wird
Plv.: Abk. Pulver
PLZ: Abk. 1 Postleitzahl(en) 2 <englo
<EDV> programming language of Zi-
log = Programmiersprache der Fir¬
ma Zilog (für Probleme in Naturwis¬
senschaft u. Technik)
PLZV: Abk. Postleitzahlverordnung
P. M.: Abk. dato Pontifex Maximus =
(wörtlich) oberster Priester = Titel
des Papstes
Pm.: Abk. 1 «Versicherung) Prämie 2
«Chemie) Promethium = seltenes
Erdmetall
p. M.: Abk. pro Minute
p. m.: Abk. 1 a) <fro par minute = pro
Minute b) <englo per minute = pro
Minute 2 dato post meridiem = a)
nachmittags b) im angelsächsischen
Raum für die Zeit zwischen 12 u. 24
Uhr )XS p. m. = 6 Uhr nachmittags; IS
Uhr« 3 dato post mortem = nach
dem Tode 4 dato pro momoria =
zum Gedächtnis 5 dato pro mense =
pro Monat 6 dato pro mille = Pro¬
mille (von tausend)
PN: Abk. Personenname
Pn: Abk. Päckchen
Pn.: Abk. Personenname
Pneu|ma|tik: <gro die; - ; -en 1 o. PI.
«Physik) Bereich der Mechanik, der
sich mit den Gasen, dem Luftdruck u.
dessen Auswirkungen beschäftigt 2
«Technik) Bereich einer Maschine,
der mit Luftdruck o. ä. arbeitet, be¬
trieben wird
pneu|ma|tisch: Adj. n. stg. 1 «Technik)
mit Luftdruck funktionierend, erzielt
»Der neue Wagen hat pneumatische
Bremsen.« 2 <Bio.> gefüllt mit Luft 3
«Religion) den Heiligen Geist betref¬
fend, ihm zuzuordnen
Pneu|mojnie: <gro die; - ; -n /pneu-
monjfnj «Med.) Lungenentzündung
P.-Nr.: Abk. a) Personalnummer b) Per¬
sonennummer
PO: Abk. 1 Postordnung 2 Prüfungs¬
ordnung
Po: Abk. 1 «Med.) Pocken 2 Polonium
= radioaktives chemisches Element
Po: der; -s; -s kurz für [ugs.] Popo = Ge¬
säß; Hintern
Pöjbel: dat.-fro der; -s; - [abwert.] Be¬
zeichnung (zumeist von Angehörigen
höherer Schichten) für Menschen, die
als wenig intelligent, gebildet angese¬
hen werden u. von denen angenom¬
men wird, nur in Gruppen, nicht als
Individuen zu handeln
Pö|be)!ei: die; - ; -en 1 o. PL ständige
Beleidigungen (verbunden mit leich¬
ten körperlichen Angriffen); Provo¬
kationen 2 unbegründete, unqualifi¬
zierte Beleidigung
pö|bel|haft: Adj. pöbelhafter; pöbelhaf¬
teste [abwert.] jmd. bewußt beleidi¬
gend, persönlich unqualifiziert an¬
greifend
pöfbeln: dat.-fro pöbelst; pöbeltest; hast
gepöbelt jmdn. ohne Grund beleidi¬
gen, persönlich angreifen
po|cheru pochst; pochtest; hast gepocht
1 ein klopfendes, schmerzendes Ge¬
fühl auslösen »Der Zahn pocht noch
immer ein wenig.« 2 in kurzen Abstän¬
den gegen etw. klopfen »Er pochte
heftig gegen die Tür.« 3 [ugs.] auf etw.
bestehen; etw. einfordern
po|ch|e|ren: </r.> /poschiren/ pochierst;
pochiertest; hast pochiert durch kur¬
zes Kochen in Flüssigkeit zubereiten
Pocken|imp|füng (Pqk|ken|imp|fung
—* Po|cken|imp|fung): die; - ; -en
«Med.) Impfung, um einer Pockener¬
krankung vorzubeugen
Pocken|schutz|imp|fung (Pokjkenj-
schutzjimplfung —» Po|ckenj-
schutz|imp|fung): die; - ; -en «Med.)
Impfung, um einer Pockenerkran¬
kung vorzubeugen
Pqcket(ka|me[ra (Pok[ket[ka|me|ra —*
Po|cket|ka|me|ra): <engl.; lato die; - ;
-s unkomplizierter, flacher, kleiner
Fotoapparat »Das Kind bekam eine
Pocketkamera geschenkt.«
pockig (pgk|kig —> pg|ckig): Adj. n.
stg. Pockennarben aufweisend
pod.: Abk. dto «Musik) piano = leise
Po|dest: das u. der; -(e)s; -e a) kleine,
bühnenähnliche Erhöhung b) Trep¬
penabsatz »Wir haben einen Blumen¬
topf auf das Podest gestellt.«
Po|dex: dato /podekß/ der; - u. -es; -e
[ugs.] Hintern; Gesäß
Po|di|um: tgr.-lato das; -s; Podien Ipq-
dimj 1 erhöhte Rednerbühne »Der
Redner sprach vom Podium aus auf die
876
Politik
Zuhörer ein.« 2 <Atchit.) als Grundla¬
ge für eine Bauwerk verwendete Platt¬
form aus festem Material
Po|di|ums|dis]kus|si|on: die; ~ ; -en Ge¬
spräch über ein Thema vor u. mit Zu¬
schauern
Poe|s]e —> Po|e|sie: igr.-lat.-fr.> /po-
esi-/ die; - ; -n /po-espn/ (PI. s.)
<L\teraturwiss.> a) Werk der Dichtung
b) o. PI. Kunst der Dichtung; dichteri¬
scher Gehalt eines Kunstwerkes
Poe]sie|al|bum —> Po[e[sie|al|bum:
/po-esi-/ das; -s; -alben Buch, das von
(Jugend-)Freunden geschriebene, als
Erinnerung gedachte Gedichte, Be¬
merkungenenthält
Po|et: <gr.-lat.> /po-et/ der; -en; -en
weibl. Poejtin —*■ Po|e|tin: die; - ;
-nen [manchmal scherzh.j Dichter(in)
poet.: Abk. poetisch
Pogttik —> Po|e|tilc <gr.-lat.> /po-etik/
die; - ; -en a) o. PL Wissenschaft,
Theorie vom Dichten als literarischer
Kunstrichtung b) Regelwerk, das eine
Anleitung zum Verfassen poetischer
Werke enthält
poetisch —»• po|§ttisch: <gr.-lat.-fr.>
/po-etisch/ Adj. 1 n. stg. zur Poesie ge¬
hörend, ihr zuzuordnen 2 dichterische
Ausdruckskraft besitzend
Poe|ti|sje|rung —* Po|e|tl|s[e]rung:
/po-etisirung/ die; - ; -en der Vorgang
od. Zustand des Poetisierens
ppjfen: pofst; poftest; hast gepoft [ugs.]
tief schlafen
Po|grom —* Po|g|rom: <russ.> der u.
das; -s; -e <Pol.> Hetze, (z. T. äußerst
gewaltsame) Ausschreitungen gegen
andere Volksgruppen (aus rassisti¬
schen, religiösen, politischen
Gründen) »das Pogrom gegen die Ju¬
den am 9. November 1938«
Poinjte: <Iat.-fr>die; ~ ; -n überraschen¬
der, nicht zu erwartender, nicht vor¬
hersehbarer (lustiger) Schlußpunkt
mit Witz, Geist bei Erzählungen
poin|tie|ren: dat.-fr.> pointierst; pointier¬
test; hast pointiert; 1 [geh.] auf etw.
besonders hinweisen; etw. besonders
hervorheben 2 [veralt.] bei einem
Glücksspiel seinen Einsatz leisten
Poin|tii|ljsjinus: <lat.-fr.> /pofngtiliß-
muß/ der; - ; - (Kunst; Malere» Rich¬
tung des (Neo-)Impressionismus, bei
der sich die eigentlich ungemischten
Farbtupfer erst durch das Betrachter¬
auge mischen
pointti!|li|stisch —» poin(tit|lis|tisch:
/poängtilißtisch/ Adj. n. stg. auf dem
Pointillismus basierend, ihm zuzu¬
ordnen
Po|kal: <gr.-lat.-it.> der; -(e)s; -e 1
(Trink-)Gefaß aus Kristall od. Metall
mit (Stand-)Fuß, das häufig als Sie¬
gespreis vergeben wird 2 (Sport)
Wettbewerb, Titel, den der Sieger ei¬
nes Turniers gewinnt
Po|kal|end|spiel: das; -(e)s; -e (Sport)
entscheidendes Spiel in einem Wett¬
bewerb, dessen Sieger einen Pokal er¬
hält
Po|kal|spiel: das; -(e)s; -e (Sport) rele¬
vantes, gewertetes Spiel in einem
Wettbewerb, dessen Sieger einen Po¬
kal erhält
Po|kal|wett|be|werb: der; ~(e)s; -e
(meist Sport) Turnier, Wettbewerb,
der um einen Pokal geführt wird, des¬
sen Sieger einen Pokal als Preis erhält
Pö|kel: der; -s; - zum Pökeln, Haltbar¬
machen von Fleisch, Fisch verwende¬
te^) Salz(take)
Pö|ket[fleisch: das; -(e)s; - Fleisch, das
gepökelt, in Salz haltbar gemacht
wurde
pöjkeln: pökelst; pökeltest; hast gepö¬
kelt Fleisch in Pökel einlegen, haltbar
machen
Pö|kel|salz: das; -es; - zum Pökeln von
Fleisch, Fisch verwendetes Salz
Pojker. <amerik.> das; -s; - (besonders in
Nordamerika verbreitetes) Karten
(glücks-)spiel
Po)ker|fa|ce: <amerik.> /pokerfe’ß/ das;
- ; -s Ipokerfeißfl Pokergesicht; keine
Gefiihlsempfindung zeigender Ge¬
sichtsausdruck »Sie hat uns mit ihrem
Pokerface alle getäuscht.«
Po)ker)ge|sicht: das; -(e)s; -er 1 Ge¬
sichtsausdruck, der gleichgültig u. un¬
bewegt wirkt 2 gefühllos wirkender
Mensch, der keinerlei emotionale Re¬
gungen zeigt
ppjkern: pokerst; pokertest; hast
gepokert 1 das Kartenspiel Poker
spielen 2 (übertr.) bei Geschäften,
Verhandlungen o. ä. einen hohen, mit
Risiken verbundenen Einsatz wagen
Pol: <gr.-lat.> der; -s; -e 1 [auch fachsprl.]
Drehpunkt; Mittelpunkt 2 Endpunkt
der Erdachse »Nordpol • Südpol« 3
(Physik) a) Aus- u. Eintrittspunkt des
elektrischen Stromes b) Aus- u. Ein¬
trittspunkt der Kraftlinien beim Ma¬
gneten 4 der ruhende Pol: Ruhe aus¬
strahlende Person
Pol.: Abk. 1 (Versicherung) Police 2 a)
Politik b) Politikerin) 3 (Reinigungs¬
milch) Politur 4 a) Polizei b) Polizi¬
sten)
pol.: Abk. 1 polar = aj die Erdpole be¬
treffend b) nicht vereinbar 2 polarisie¬
rend = Gegensätze aufbauend 3 po¬
lemisch = unsachlich angreifend 4
poliert 5 politisch 6 polizeilich
po||ar: <gr.-lat.> Adj. n. stg. 1 a) die Erd¬
pole betreffend b) arktisch 2 nicht
vereinbar; gegensätzlich »Wirnahmen
polare Standpunkte ein.«
Po|lgrjeis: das; -es; - Eis in den Gebieten
um die Erdpole, das nie (ganz) ab¬
schmilzt
Po|lar|ex|pe|di|ti|on: die; - ; -en Expedi¬
tion, Forschungsreise, die in die Po¬
largebiete unternommen wird
Po|lar)foiischer: der; -s; - weibl. Po|lar|-
for|sche|rin: die; - ; -nen Wissen-
schaftler(in) o. ä., der/die sich mit den
Polargebieten der Erde beschäftigt u.
sie (in Expeditionen) zu untersuchen
versucht
Po|lar|ge|biet: das; -(e)s;-e sich um den
Nord- u. Südpol herum befindendes
Gebiet
Po|la|ri|sa)ti|on: <gr.-lat.> /polarisazion/
die; - ; -en 1 Deutlichwerden von ge¬
genteiligen, gegensätzlichen Dingen,
Meinungen »Die Polarisation der
Standpunkte war unvermeidlich.« 2
(Chemie) gegensätzliches Verhalten
von Stoffen 3 (Physik; Licht) Festset¬
zung einer Schwingungsrichtung der
Lichtschwingungen
Po|lajri|sje|rung: <gr.-lat.> die; - ; -en 1
(Chemie; Physik) Bezeichnung für
den Prozeß des Polarisierens 2 [geh.]
Deutlichwerden von gegenteiligen,
gegensätzlichen Dingen, Meinungen;
Entwicklung in zwei verschiedene
Richtungen
Po|lar|kreis: der; -es: - nördlicher bzw.
südlicher Breitengrad bei 66,5°
Po|la|ro|id|ka|me[ra: ( Warenzeichen)
die; -; -s Sofortbildkamera
Po|!ar|stern: der; -(e)s; - (Astronomie)
Nordstern; hellster Stern des Kleinen
Bären, nach dem man navigiert, die
Himmelsrichtung bestimmt
Pol|der. der; -s; - durch Rückdrängung
des Meeres mittels Deichbau(ten) u.
Trockenlegung gewonnenes Land
Po|le|mik: (gr.-fr.> die; - ; -en 1 Ausein¬
andersetzung, Meinungsstreit, der
unsachlich geführt wird 2 unsachli¬
cher Angriff
po|le|misch: <gr.-fr.> Adj. n. stg. mit un¬
sachlichen Äußerungen argumentie¬
rend
pojlen: polst; poltest; hast gepolt (Phy¬
sik; Elektrot.) an einen Pol anschlie¬
ßen
Po|len|ta: <lat.-it.> die; - ; -s u. Polenten
Schnitte aus Maismehl- od. Mais¬
grießbrei, die mit (Parmesan-)Käse
paniert u. dann gebraten wird
Po|!gntte: <jidd.> die; - ; - [ugs.; abwert.]
Polizei
Pole-po|si|tion —> auch Po!e|po|si|-
tion: <engl.> /po“I-posischn/ die; ~ ; -
(Sport) erste ursomit beste Startposi¬
tion bei einem Autorennen o. ä., die
von dem schnellsten Fahrer im Trai¬
ning belegt wird
Po|ti|ce: <gr.-lat.-it.-fr.> /pohße/ die; - ;
-n Versicherungsurkunde
Po|ljer: (gr.-lat.-fr.> der; -s; -e Vorarbei¬
ter auf der Baustelle »Der Polier ist
heute krank.«
po|lie|ren: (gr.-lat.-fr.> polierst; polier¬
test; hast poliert durch kräftiges Rei¬
ben zum Glänzen bringen »das Auto,
das Silber polieren«
Pp]li|kli|nik: <gr.> die; - ; -en Abteilung
eines Krankenhauses od. einer Kli¬
nik, in der Patienten ambulant (nicht
stationär) behandelt werden
pojli|kli|nisch: <gr > Adj. n. stg. (Med.)
eine Poliklinik betreuend; in einer Po¬
liklinik geschehend, ihr zuzuordnen
Pojlio: Kurzw. <gr.> die; - ; - (Med.) Po¬
liomyelitis = Kinderlähmung
Po|lio|in|fektt(|on —»• Po|li|o|intfek|ti|on:
die; - ; -en Infektion, Ansteckung mit
den Erregern der Polomyelitis, Kin¬
derlähmung
polit.: Abk. politisch
po|!tt-/Po[lit-: <gr.-fr.> Wortbildungsele¬
ment po]itische(r)(s); bezeichnet das
im Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
in seiner politischen Bedeutung, in
seinem politischen Kontext »Polit-
krimi ♦ Politgröße«
Pojli|tes|se: <lat.-it.-fr.> die; - ; -n Höf¬
lichkeit
Po|li(tes|se: Kurzw. die; - ; -n Polizei u.
Hostess = Hilfspolizistin (wird meist
im Straßenverkehr eingesetzt, um
Parksünder aufzuschreiben, Straf¬
mandate zu verteilen)
Po|li|tik: <gr.> die; - ; - 1 (Maßnahmen,
Handlungen zur) Führung einer Ge¬
meinschaft, eines Staates »Ich interes¬
siere mich für Politik.« 2 Maßnahmen
877
Politiker
zur Umsetzung eines Ziels »Es war
immer seine Politik, sich im Hinter¬
grund zu halten.«
Po|li|ti|ker: <gro der; -s; - weibl. Po|liftij-
ke(rin: die; - ; -nen Ausführende(r) ei¬
nes politischen Amtes, meist einer po¬
litischen Partei angehörend; Person,
die an der Führung eines Staates, ei¬
ner staatlichen Einrichtung beteiligt
ist
Po|lj|ti|kum: das; -s; Politika [geh.] etw.,
was von politischer Bedeutung ist
»Dieses Ereignis wird zu einem Politi¬
kum werden.«
Po|M|tikjwis|sen|schaft: die; ~ ; - Wis¬
senschaft, die sich mit den Aspekten
beschäftigt, die bei der Führung, Or¬
ganisation eines Staates u. den dies
behandelnden Theorien wichtig sind
Po|li|tik|wis|sen|schaft|ler: der; -s; -
weibl. Po|U|tik|wis|sen|schaft|)eirin:
die; - ; -nen Wissenschaftler(in), der/
die sich mit dem Gebiet der Politik¬
wissenschaft, den Aspekten beschäf¬
tigt, die bei der Führung, Organisati¬
on eines Staates u. den dies behan¬
delnden Theorien wichtig sind
po|li)tisch: tgro Ad), n. slg. die Politik,
das Staats-, Gemeinwesen betreffend
»Unsere politischen Ziele haben wir
klar ausgesprochen.«
Po|li|ti|sche: <gro der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Politischer;
eine Politische; zwei Politische) [ugs.]
Häftling, Gefangene(r), der/die aus
politischen Gründen, aufgrund sei-
ner/ihrer Opposition zu einer (dikta¬
torischen) Regierung im Gefängnis
ist
po|li|ti|ste|ren: <gr.) politisierst; politi¬
siertest; hast politisiert 1 a) politisches
Interesse wecken »Sie politisierte die
Anwesenden durch ihre Rede.« b) etw.
Unpolitisches unter politischer Sicht¬
weise betrachten »Er politisiert alles.«
2 a) von Politik reden, ohne viel da¬
von zu verstehen b) auf politischem
Gebiet tätig sein
Po|li[ti|siejrung: <gro die; - ; - a) Erwek-
ken politischen Bewußtseins b) politi¬
sche Betrachtung unpolitischer
Aspekte
Po|li|to|lo|gie: <gr.> die; - ; - Politikwis¬
senschaft »Die Politikwissenschaft be¬
schäftigt sich unter anderem mit dem
Aufbau politischer Systeme u. mit poli¬
tischen Theorien.«
Po|ljt|thril|ler: <gr.-enßlo der; -s; - span¬
nender Roman, Film mit politischem
Inhalt
Po|N|tur: dato die; - ; -en a) Mittel zum
Polieren »Ich habe den Schrank mit
Politur eingerieben.« b) Glanz auf ei¬
ner (glatten) Oberfläche durch Polie¬
ren mit Politur (a)
Po|li|zei: <gr.-lato die; - ; -en (PI. s.) a)
staatliche Einrichtung, Organisation
zur Durchsetzung von Gesetzen, zur
Wahrung der staatlichen Ordnung;
Teil der Exekutive b) Räume, Gebäu¬
de, in denen die Polizei untergebracht
ist »Ich bin zur, auf die Polizei(wache)
bestellt worden.« c) o. PI. Gesamtheit
der Polizisten; mehrere, viele Polizi¬
sten
Po|li|zei|auf]ge]bot: das; -(e)s; - alle zu
einem Einsatz kommenden, herange¬
zogenen Polizisten
Po|li|zgi|au|to: das; -s; -s von Polizisten
im Dienst benutztes Auto, verwende¬
ter Pkw (mit besonderer Lackierung
u. Polizei-Schriftzug)
Po|li|zei|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Polizeibeam¬
ter; eine Polizeibeamtejeine Polizeibe¬
amtin; zwei Polizeibeamte!Polizeibe¬
amtinnen) weibl. auch Po|li|zei|be|-
am|tin: die; - ; -nen Beamter), der/die
der Polizei angehört, bei einer Polizei¬
behörde arbeitet
Po|K|zej|ein|satz: der; -es; -s'ätze von der
Polizei durchgeführte Aktion
Po|K|zei|ge|walt: die; - ; -en a) Recht,
Aufgabe der Polizei, das Gewaltmo¬
nopol des Staates durchzusetzen b) o.
PL körperliche Gewalt, die in einem
konkreten Fall von der Polizei einge¬
setzt wird
Po|li|ze[jhund: der; -(e)s; -e besonders
abgerichteter Hund, der bei Polizei¬
einsätzen mitgeführt, benutzt wird
Po|ti|zeilkon|trol|!e —a- Po|li|zei|kon|t|-
rol|le: die; - ; -n (Verkehrs-, Ausweis-
o. ä.) Kontrolle, die von Polizisten
durchgeführt wird
po|ll|zej|lich: Adj. n. stg. die Polizei be¬
treffend, ihr zuzuordnen
Po|li|z§i|nejvier: das; -fe)s; -e 1 Dienst¬
stelle der Polizei, die für einen be¬
stimmten Bezirk, ein Gebiet zustän¬
dig ist 2 Bezirk, festgesetztes Gebiet,
für den/das die entsprechende Dienst¬
stelle der Polizei zuständig ist
Pojli|zei|schutz: der; -es; - Schutz durch
die Polizei, Polizisten
Po|li|zei|strei)fe: die; - ; -n 1 Kontroll-
fahrt od. -rundgang von Polizisten 2
Polizist(en), der/die eine Kontroll-
fahrt, einen Kontrollgang vomimmt/
vornehmen
Po[li|zei|stun|de: die; - ; -n (PI. s.)
Sperrstunde, zu der Gaststätten u. ä.
laut Gesetz geschlossen werden müs¬
sen
po|li|zei|wid|rig: Adj. n. stg. den polizei¬
lichen Regelungen widersprechend,
zuwiderhandelnd
Po|K|zist: der; -en; -en weibl. Po|li|zi|stin
—» Pojli|zis|tin: die; - ; -nen Beam¬
tet) bei der Polizei
Pol|ka: <tschecho die; - ; -s a) rhythmi¬
sches Musikstück, zu dem ein Rund¬
tanz ähnlich einem Volkstanz getanzt
wird b) Rundtanz zur Polka
Pol|len: dato der; -s; - <Bio.> Blüten¬
staub; Pflanzensamen »Sie hat eine
Allergie gegen Pollen.«
Pol|ter: dat.-fr.-niederlo der; -s; - a)
[seemannssprl.] zum Festmachen der
Schiffstaue verwendeter Klotz o. ä.
aus Holz od. Metall b) im Straßenver¬
kehr verwendeter Klotz zu Markie¬
rungszwecken
Pol|lu|ti|on: dato /polluzion/ die; - ; -en
<Med.> Samenerguß, der ungesteuert,
willkürlich (oft im Schlaf) erfolgt
Pot|lux:/pollukß/ der; -; -1 o. Art. My¬
thologie) in der griechischen Sage er¬
scheinender Held 2 Bezeichnungeines
Sternes im Sternbild der Zwillinge
poln.: Abk. polnisch
poljnisch: Adj. n. stg. 1 den Staat, die
Sprache o. ä. Polens betreffend »Die
polnische Regierung ist zurückge¬
treten.« 2 polnische Wirtschaft: [ab¬
wert.] Chaos; Durcheinander; Unge-
ordnetheit
Ppjlo: tenglo das; -s; - <Sport> Ballspiel,
das von zwei Mannschaften von je
vier Personen zu Pferd mit Schlägern
gespielt wird
Po|lojnä|se/Po|lo|na]|se: (fro die; * ; -n
Reihentanz; Umzug von vielen Perso¬
nen, die hintereinander gehen, wobei
die jeweils vorangehende Person an
den Schultern (od. Hüften) gefaßt
wird
Po|lo|spial: das; -(e)s; -e <Sport> Ball¬
spiel, das von zwei Mannschaften von
je vier Personen zu Pferd mit Schlä¬
gern gespielt wird
Pol|ster —» Pp!s|ter. das; -s; - u.
[österr.J der; -s; - u. Polster 1 (befe¬
stigte) Auflage von Sesseln, Sofas,
Stühlen » Wir müssen die Polster reini¬
gen lassen.« 2 dibertr.) größere Sum¬
me, wertvoller Besitz als Rücklage 3
[österr.] Kopfkissen
Poi|ste|rer —> Pols|te|rer. der; -s; ~
~weibl. Pol|ste|rin —> Pplsfte|rin: die;
~ ; -nen Person, die beruflich Möbel
polstert, mit einem Polster, einer Auf¬
lage versieht
Pgl|ster|gar1ni|tiir —» Pols[ter[gaijni|-
tur: die; - ; -en Sitzgamitur aus Ses¬
seln u. Sofas, die gepolstert, mit einer
Auflage versehen sind
Potyteijabend —» Po!|terja)bend: der;
-s; -e Feier an einem Abend vor einer
Eheschließung, bei dem Porzellan u.
ä. geworfen, zerschmettert wird, was
dem Brautpaar Glück bringen soll
Pol|te|rei: die; -; - [ugs.] 1 ständiges Pol¬
tern, Erzeugen von Krach 2 lautes,
wenig zurückhaltendes Reden, Spre¬
chen
Poljterjgeist: der; ~(e)s; -er 1 <Mytholo¬
gie> Klopfgeist; Geist, der als Spuk
Geräusche verursacht 2 [ugs.;
scherzh.] Person, oft Kind, die/das
viel Krach macht
pol|te|rig: Adj. n. stg. a) Lärm verursa¬
chend 2 laut, energisch, wenig diplo¬
matisch seine Meinung äußernd
polftern: polterst; poltertest; hast
~gepoltert 1 bei einer Tätigkeit Krach
machen »Was polterst du so in der
Küche?« 2 [ugs.] vor der Hochzeit mit
einer Party feiern, bei der altes Porzel¬
lan zerschlagen wird
po|ly-/Po|ly-: tgro /poli-/ Wortbildungs¬
element viel; vielgestaltig; mehrere
»polytechnisch ♦ Polygamie«
Po|ly|amid —»• Po|ty[a|mid: <gro
/poliamid/ das; -(e)s; -e elastischer
Kunststoff
po|ly|chrom: tgro /polikrom/ Adj. n. stg.
<Kunst; Malerei; Photographie) aus
mehreren Farben bestehend; von
bunter Beschaffenheit
Po|ty|chro]mie: <gr.> /polikronnj die; - ;
- <Kunst; Malerei; Photographie> Ver¬
wendung verschiedener, kräftiger
Farben, die stark voneinander abge¬
setzt sind
Po|ly|ester —» Po|!y|as|ter. tgro
/poljester/ der; -s; - Verbindung aus
Säure u. Alkohol als Grundlage,
Rohstoff für Kunstfasemu. Lacke
—* po|ly[fon: s. polyphon
po|ly]gam: /poligam/ Adj. 1 a) die (gene¬
tische) Anlage besitzend, mehrere Ge¬
schlechtspartner zu haben »Diese
878
Popkonzert
Tierart ist polygam.« b) «Völkerkun¬
de) Vielehen führend »Dieses Volk
lebt polygam.« c) mit mehreren Part¬
nern Geschlechtsverkehr ausübend
»Obwohl er verheiratet ist, lebt er
polygam.« 2 zwei- u. eingeschlechtli¬
che Blüten besitzend
Po|ly|ga|mie: /poligami/ die; -; - a) Viel¬
ehe; Eheschließung, das Verheiratet¬
sein mit mehr als einem Partner b)
Geschlechtsverkehr mit mehreren
Partnern, Ant.: <a; b> Monogamie
Po|ly|ga|mist: /poligamißt/ der; -en; -en
weibl. Po|ly|ga|mi|stin —*• Po|ty|ga|-
mis|tin: die; - ; -nett {geh.) in Polyga¬
mie, mit verschiedenen Sexualpart-
nem lebende Person
po|ly|gIott: /poliglott/ Adj. polyglotter:
polyglotteste 1 in mehreren Sprachen
2 mehrere Sprachen sprechend
Po|ty|gra|phie —» auch Po|ly|gra|fie:
/poli-/ die; -, -1 <Med.> mit mehrma¬
liger Belichtung durchgeführte Rönt¬
genaufnahmen, um Organbewegun¬
gen darzustellen 2 «früher DDR> alle
graphischen Vorgänge, Betriebe u. ä.
umfassender Bereich
Pojly|kon|den]sa|ti|gn: /poli-/ die: - / -
(Chemie; Technik) Makromolekül¬
Herstellungsverfahren, das bei der
Herstellung einiger Kunststoffe An¬
wendung findet
Po|ly]me|iie: /polimen/ die; - ; -n
Ipolimervnj 1 <Chemie> chemischer
Prozeß, bei dem sich mehrere ähnli¬
che Moleküle zu (Groß-)MoIeküIen
verbinden 2 (Bio.; Genetik) gemeinsa¬
mes Wirken von gleichartigen geneti¬
schen Anlagen, Erbfaktoren, damit
ein bestimmtes Merkmal ausgeprägt
wird
Po|ly)me|ri|sa|ti|on: /polimerisazion/
die; - ; - «Chemie; Technik) Prozeß,
bei dem größere Moleküle (Makro¬
moleküle) durch die Verbindung klei¬
nerer Moleküle entstehen
po)ly|me)ri)sie)ren: /polimerisiren/ poly¬
merisierst; polymerisiertest '; hast poly¬
merisiert «Chemie; Technik) 1 sich
durch den Vorgang der Polymerisati¬
on in einen Makromolekülstoff ver¬
wandeln 2 einen Stoff in einen Stoff
aus Makromolekülen verwandeln
po|ly|morph: /polimorf/ Adj. n. stg.
[fachsprl.] verschiedene Formen, Ge¬
stalten aufweisend, annehmen kön¬
nend
Po|typ: <gr.-lat» /polüp/ der; -en; -en 1 a)
«Bio.) festsitzendes, am Untergrund
verankertes Nesseltier im Wasser b)
Tintenfisch; Krake 2 <Med.> gutartige
Geschwulst an den Schleimhäuten 3
[ugs.; abwert.; beleidigend] Polizist
po|ly]pen|ar|tig: /polüpen-/ Adj. n. stg.
wie ein Polyp, in der Art eines Poly¬
pen
po|ly|phon —»• auch po|ly|fon: <gro
/polifon/ Adj. n. stg. «Musib mehrere
Stimmen umfassend, in vielen Stim¬
men komponiert
Po|ly|sac|cha|rid/Po|ly|sa|chajrid: /po¬
li-/ das; -(e)s; -e «Biochemie) Kohle¬
hydrat, das aus vielen Monosacchari¬
den zusammengesetzt ist
po|ly|se|man(tisch/po|ly|sem: /poli-/
Adj. n. stg. «Sprachwiss.) viele Bedeu¬
tungen besitzend
Po|ly)sejmie: /poli-/ die; - ; -n
Ipolisempn/ «Sprachwiss.) Mehrdeu¬
tigkeit eines Begriffes, Wortes (wie z.
B. ’Pferd’ mit den Bedeutungen
Tier’, 'Schachfigur', 'Turngerät')
Po|ly|tech|ni|kum: /poli-/ das; -s; -tech¬
nika u. -techniken höhere Schule für
Techniker u. Ingenieure
po|ly|tech|nisch: /poli-/ Adj. n. stg.
mehrere gesellschaftspolitische, Tech¬
nik- sowie Wirtschaftszweige ein¬
schließend
Po|ma|de: dat.-it.-fro die; - ; -n duften¬
des, salbenähniiches, meist fettig
glänzendes Haarpflegemittel
po|ma]dfg: dat.-it.-fro Adj. n. stg. 1 mit
Pomade versehen 2 arrogant; besser¬
wissend; altklug 3 [ugs.] in extrem
langsamem, schleichendem Tempo
po|ma|di|sie|ren: dat.-it.-fro pomadi¬
sierst; pomadisiertest; hast pomadi¬
siert mit fetthaltiger, pflegender
Creme versehen, behandeln
Po|me|ran|ze: <il.> die; * ; -n 1 kleiner
Baum mit schmalen Blättern, dessen
weiße Blüten stark duften u. der run¬
de, orange Früchte trägt 2 Zitrus¬
frucht der Pomeranze, die rund u.
orangefarben u. der Apfelsine ähn¬
lich, aber kleiner ist
Pom|mes fri|tes: <fr.> /pomm frit/ die
(PI.) in Fett gebackene Kaiioffel-
stäbchen »Als Beilage zum Schnitzel
gibt es Pommes frites u. Salat.«
Pomp: <gr.-lat.-fro der; -(e)s; - großer
Aufwand, übermäßige Ausstattung,
Pracht
ppmp)haft: Adj. pomphafter; pomphaf¬
teste [häufig abwert.] pompös, in
prachtvoller Aufmachung
Pom|pon: </r.> /pongpoag/ der; -s; -s
kleiner, ballähnlicher Seiden- od.
Wollbüschel, der als Schmuck, Ver¬
zierung z. B. für Hüte od. Hausschu¬
he benutzt wird
pom|pös: tgr.-lat.-fro Adj. pompöser;
pompöseste übertrieben prunkvoll,
prunkhaft
Ponjcho: tlndian. Spr.-span.> /pon-
(t)scho/ der; -s; -s a) indianische
Schulterdecke mit Kopfschlitz b) är¬
melloser Um-, Überhang
pon|c|g|ren: dat.-fro /pongßiren/ pon-
cierst; ponciertest; hast ponciert 1 mit
Hilfe eines Bimssteines bearbeiten,
abschleifen 2 unter Hinzunahme eines
Beutels, der mit Kohlenstaub gefüllt
ist, durchpausen
pon|da|ra|bel: dato Adj. ponderabler;
ponderabelste [geh.; veralt.] voraus¬
sehbar; im Vorfeld zu bestimmen, be¬
rechnen
Pon|te: dat.-fr.> die; • ; -n schwerfällige,
breite, flache Fähre, mit der von Ufer
zu Ufer übergesetzt werden kann
pon|ti|fi|kal: dato Adj. n. stg. «Religion;
Kirche) den Bischof betreffend, ihm
zuzuordnen
Ponjti|fi|kal]amt: das; -(e)s; -ämter «Re¬
ligion; kath. Kirche) Hochamt, Mes¬
se, das/die von einem Bischof, Abt
od. Prälaten durchgeführt wird
Pon|ti|fi|kal|mes|se: die; -; -n (Religion;
kath. Kirche) Hochamt, feierlicher
Gottesdienst, Messe, das/der/die von
einem Bischof, Abt od. Prälaten
durchgeführt wird
Pon|tiffi|kat: dato das u. der; ~(e)s; -e
«kath. Kirche) a) Stellung, Amt des
Papstes od. eines Bischofs b) (Dauer,
Zustand der) Besetzung des Amtes
durch einen Bischof od. den Papst
»Er wurde während des Pontifikats
Pon|ton[brücke (Pon|ton|brük|ke —*
Pon|tpn|brü|cke): /pongtong- u.
pontong-/ die; - ; -n Brücke, die von
Pontons, hohlen, auf dem Wasser
schwimmenden, großen Gefäßen ge¬
tragen wird
Po[ny: <englo /ponni/ das; -s; -s kleine(s)
Pferd(erasse)
Pojny: /ponni/ der; -s; -s Haare, die in
die Stirn hineinfallen
Po|nyjfran|sen: /ponni-/ die (PI.) [ugs.]
wenige, dünne, in die Stirn fallende
Haare
Pool: (engl.-ameriko /pul/ der; -s; -s 1
kurz für Swimmingpool = Schwimm¬
becken 2 in Zusammenarbeit von Fir¬
men o. ä. zusammengeführter Materi¬
al- u. insbesondere Geldfundus
Poollbilllard: <engl.-amerik.-fro /pul-/
das; -s; - Billardspiel, bei dem (bunte)
Kugeln von einer weißen Spielkugel
in die sechs Löcher des Billardtisches
gespielt werden
Pop.: Abk. 1 Popeline = feiner Stoff 2
Popularität 3 Population = Gesamt¬
heit der Bevölkerung
pop.: A bk. populär
Pojpanz: der; -es; -e 1 vermummte Ge¬
stalt; Schreckgestalt; Vogelscheuche
2 [abwertend] unselbständige, willen¬
lose, z. T. ulkig wirkende Person 3 un¬
nütze, unfreiwillig komische Hand¬
lung
Ppp-art —» Popart/Ppp-Art: <ameriko
die; - ; - (Kunst) moderne Richtung
der bildenden Kunst, die Comics u.
die moderne Umwelt zum Thema,
Vorbild hat
Pop|corn: <engto das; -s; - geröstete,
aufgepuffte Maiskörner »Popcorn
gibt es süß u. salzig zu kaufen.«
Pojpe: <gr.-russo der; -n; -n «Religion;
christliche Kirche) a) Priester in der
orthodoxen Kirche b) (Schimpfwort;
ugs.] römisch-katholischer Priester
Ppjpel: der; -s; - 1 [ugs.] Stück verhärte¬
ter Schleim aus der Nase 2 [landsch.]
a) verschmutztes kleines Kind b) [ab¬
wert.] Mensch, der unbedeutend u.
armselig ist
pgjpeflig: Adj. [ugs.; abwert.] 1 von ge¬
ringer Qualität od. geringem Wert 2
normal, keine Aufmerksamkeit erre¬
gend, nicht erwähnenswert »Sie war
wegen einer popeligen Grippe nicht bei
der Arbeit.« 3 [selten] übertrieben
sparsam; nicht gönnerhaft
Po|pe]li|ne: </r.> /popelin u. [österr.]
poplin»/ die; - ;-u. der; -; - aus feinen
Garnen gewebter Stoff
pp|peln: popelst; popeltest; hast gepopelt
[ugs.] die Nase mit dem Finger von
verklumptem, verhärtetem Nasen¬
schleim reinigen
Pop|grup|pe: die; - ; -n Zusammen¬
schluß von gemeinsam Popmusik
spielenden Musikern
Pop)kon|zert: das; -(e)s; -e Konzert,
musikalische Darbietung, das/die
von einer Popgruppe od. einem ein¬
zelnen Popmusiker gegeben wird
879
Popmusik
Pop|mu|sik: die; - ; - moderne, populä¬
re, besonders bei jungen Menschen
beliebte Musik (wechselnden Stils,
aber meist mit stark rhythmischen
Elementen), Syn.: Pop
Popjmu]si|ker: der; -s; - weibl. Pop|-
mu|sijke|r)n: die; - ; -nen Musikerfin),
der/die Popmusik veröffentlicht,
macht
Po|pofPo|po: der; -s; -s [ugs.] Gesäß;
Hintern
Popiper: dat.-englo der; -s; • weibl.
"Pop|pe|rin: die; ~ ; -nen [häufig ab¬
wert.} junger, stark (an der Mode der
50er Jahre) modeorientierter Mensch
poplpig: Adj. n. stg. die Stilrichtung des
Pops, vor allem geprägt durch die
Popmusik; Elemente des Popstils
übernehmend »poppige Kleidung«
Pop|star: der; -s; -s sehr erfolgreicher
Popmusiker
po|pu|lär: dat.-fro Adj. n. stg. a) bei vie¬
len Menschen bekannt u. beliebt »ein
populäres Lied« b) bei der Mehrheit
Zustimmung findend »populäre Ma߬
nahmen# AM..: unpopulär
po|pu|la|ri|sie)nen: dat.-fro populari¬
sierst; popularisiertest: hast populari¬
siert [geh.] 1 bekannt machen; der
breiten Bevölkerung verständlich ma¬
chen; allgemeines Interesse wecken 2
etw. so umändem, daß es allgemein
verständlich wird
Po|pu|la|ri|tät: dat.-fro die; - ; - 1 das
Beliebtsein, Berühmtsein; großer Be¬
kanntheitsgrad »die Popularität des
Politikers« 2 [selten] Verständlichkeit
für breite Bevölkerungsschichten
po|pu|lärjwis|sen|schaft|lich: Adj. n.
stg. wissenschaftlich, aber in einer
Art gesagt, geschrieben, die leicht ver¬
ständlich ist
Po|pu|la|ti|on: dato /populazion/ die; - ;
-en 1 Bevölkerung 2 a) <Bio.> Gesamt¬
heit gleicher Wesen (in einem abge¬
schlossenen Gebiet) b) <Soziol.) Grup¬
pe gleichaltriger Menschen
Po|pu|lis|mus: dato der; - ; -1 <Pol.> Po¬
litik, die bestrebt ist, Wählerstimmen
dadurch zu gewinnen, daß populäre
Themen in den Vordergund gestellt
werden 2 <Literaturwiss.> Richtung in
der Literatur des 20. Jhds., die ver¬
sucht, inhaltlich u. stilistisch über u.
für die einfachen Leute zu schreiben
po|pu|li|stisch —'i po|pu|lis|tisch: dato
Adj. n. stg. zum Populismus gehö¬
rend, ihm zuzuordnen
Pojre: dato die; - ; -n kleine Öffnung a)
in der Haut b) in Gewebe o. ä.
pojren|tief: Adj. n. stg. (meist Werbung)
bis in die Poren gehend
Pör|kelt/Pör|kÖlt: <ungo das; -s; - unga¬
rischer Gulasch mit Zwiebeln, Toma¬
ten, Knoblauch u. Paprika
Poijna: <gr.-lat.-fro der; -s; -s [ugs.] a)
kurz Jur Pornographie b) kurz Jur Por¬
noheft, Pomoftlm usw.
Por|no|film: der; -(e)s; -e Film, der aus
"einer detaillierten Aneinanderreihung
sexueller Akte besteht
Por|no|gra|phie —» auch Porfnojgra]-
fjes tgr.-lat.-fro die; - ; -n jpornogra-
fmj (obszöne) nur an den körperli¬
chen Aspekten interessierte Darstel¬
lung sexueller Akte
po|rösugr.-lat.-fro Adj. poröser;poröse¬
ste von kleinen Löchern durchzogen;
brüchig »poröses Material«
Po|ro|si|tät: <gr.-lat.-fro die; - ; - Löch-
rigkeit; brüchige, durchlässige, porö¬
se Konsistenz
Por|phyjrit: <gro /porfirit/ der; -s; -e
(Geologie) aus dem Paläozoikum
stammendes Ergußgestein von dun¬
kelbrauner bis grünlicher od. brauner
Färbung
Por|ree: <fro der; -s; -s scharf schmek-
"kendes Lauch(gemüse), Zwiebelge¬
wächs '
Porjridge: <englo /porritsch/ der; -s; - u.
das; -s; - dicklicher Haferbrei (der in
England zum Frühstück verspeist
wird)
Port.: Abk. 1 Portier 2 Portion 3 a) Por¬
tugal b) Portugies(eXin)
port.: Abk. 1 portabel = tragbar 2 por¬
tugiesisch
Porfta|ble: dat.-englo /pprtebel/ tragba¬
res (Femseh-)Gerät o. ä.
Porjtal: dato das; -s; -e 1 großes (Ein-
gangs-)Tor; großer, repräsentativer,
prächtiger Eingang 2 Tragekonstruk¬
tion, auf der ein Kran Halt findet
PortelfeuiUe: <fro /portföj/ das; -s; -s
[geh.; veralt.] 1 a) kleine, lederne Ta¬
sche zur Aufbewahrung von Papieren
b) lederne Mappe zum Verpacken
von Akten 2 <Pol.> Zuständigkeitsbe¬
reich, Geschäftsbereich eines Mini¬
sters
Porte[mon[naie —* auch Portlmolnee:
dat.-fro /portmone/ das; -s; -s 1 Geld¬
börse; kleine Tasche für Geld »Ich
holle mein Portemonnaie aus der
Tasche.« 2 tief ins Portemonnaie —»
auch Portmonee greifen: [ugs.] für
etw. viel bezahlen 3 ein dickes Porte¬
monnaie haben —» auch ein dickes
Portmonee haben: [ugs.] reich, wohl¬
habend sein
Porfter: tenglo der; -s; - englische Bier-
"sorte, die dunkel u. obergärig ist
Port|fo|lio: dto das; -s; -s 1 a) <Buchw.>
Bildband, der mit Photographien
ausgestattet, erläutert ist b) (Kunst)
Reihe, Serie von Photographien o. ä.
in einem Behälter, einer Mappe zu¬
sammengefaßt (von einem od. mehre¬
ren Künstlern erstellt wurden) 2 Zu¬
sammenstellung von Wertpapieren;
Aktiendepot
Porttier: dat.-fro /portje u. [österr.]
portir/ der; -s; -s u. [österr.] -e Pfört¬
ner; Person, die im Eingangsbereich
einer Firma, eines Hotels Besucher
empfängt u. ä.
Por|tie|re: <fro /portijere/ die; - ; -n
schwerer Vorhang, der z. B. als
Schutz vor Kälte vor eine Tür ge¬
hängt wird
Pof)tt|oit: dato /porzion/ die; ~ ; -en ab¬
gemessene Menge (für eine Person)
porftio|nen|weijse —» por(ti|o|nen|vvei|-
se/porjtijgnsjweijse: /porzjonen- u.
porzjonß-/ Adv. in Portionen, Einhei¬
ten, Mengen für eine Person »Das Es¬
sen wurde portionsweise ausgegeben.«
Por|tio|nie|nrng —» Por|ti|o|nie|rung:
dato /porzjonierung/ die; - ; -en das
In-Portionen-Teilen; Einteilung in
Portionen, Mengen für eine Person
—» Portlmolnee: s. Portemonnaie
Porjto: dat.-ito das; -s; -s u. Porti Ge¬
bühr für Postsendungen
por]to|frei: Adj. n. stg. frei von Portoge¬
bühren
Porftrait/Porjträt —»■ Por|t|raiVPor|tl'
rät <fro /porträ(t)/ das; -(e)s; -s u.
[dt.f -e gemaltes, fotografiertes Bild
(von Kopf u. Oberkörper) einer Per¬
son »Ich ließ ein Portrait von meiner
Tochter anfertigen.«
por|trä)tje|ren —»■ por|t[räftje|ren: <fro
porträtierst; porträtiertest; hast por¬
trätiert ein Porträt von jmdm, malen,
anfertigen
portug.: Abk. portugiesisch
por|tu[gie|8isch: Adj. n. stg. aus Portu¬
gal stammend; zu Portugal gehörend;
Portugal zuzuordnen
Port|wein: der; -(e)s; -e schwerer, sü¬
ßer, portugiesischer Wein
Porz.: Abk. Porzellan
Porjzel|lan: dat.-ito das; -s; -e 1 feinstes,
dünnes, aus Tpn (Quarz, Feldspat,
Kaolin) gebranntes Material »Porzel¬
lantasse« 2 Porzellan zerschlagen:
durch unüberlegte Äußerungen od.
Handlungen Unangenehmes anrich¬
ten, jmdn. verärgern
Poijzel|lan|fi|gun die; - ; -en aus Porzel¬
lan gefertigte Figur, Skulptur
Porjzel|lan|la|den: der; -s: -laden 1 Por¬
zellan verkaufendes Geschäft 2 jmd.
benimmt sich, führt sich auf wie ein
Elefant im Porzellanladen: jmd. ver¬
hält sich körperlich od. im Verhältnis
zu anderen Menschen äußerst unge¬
schickt
Por|zel|lan|ma]le|r*i: die; -; -en künstle¬
risches Bemalen von Porzellan mit
speziellen Farben
Pos.: Abk. 1 Posaune 2 Position
pos.: Abk. positiv = a) (Math.) größer
ais Null b) (Med.) einen krankhaften
Befund haben; einen Krankheitsver¬
dacht bestätigend c) [ugs.] zustim¬
mend; bejahend d) [ugs.] günstig
Po|sa|ment; <fro das; -(e)s; -en Verzie¬
rung von aus Stoffen gefertigten Ge¬
genständen (Kleidung, Möbel o. ä.)
Polsaulne: dat.-fro die; - ; -n (Musik)
größeres Blechblasinstrument, bei
dem die Töne durch unterschiedliches
Herausziehen eines Zughebels verän¬
dert, bestimmt werden'
polsaulnen: dat.-fro posaunst; posaun¬
test; hast posaunt 1 Posaune spielen 2
[ugs.] a) (ein Geheimnis) verraten b)
[selten] etw. angeberisch verkünden
Po|se: dat.-fro die; - ; -n 1 gekünstelte
Stellung, eingenommene Haltung
(um eine Wirkung zu erzielen) 2
Schwimmkörper an der Angel »Die
Pose beyvegte sich nicht.«
Po|sei|don: o. Art.; -s; - (Mythologie)
der griechische Meeresgottes
Po|se]mu|kel/Po|se|miickel (Po)se|-
mjjjc|kel —* Po|sejmu|ckel): o. Art.
[ugs.; abwert.] Ort, der klein, unbe¬
deutend, nicht sehr aufregend ist od.
weit entfernt liegt
po|sie[ren: dat.-fro posierst; posiertest;
hast posiert a) eine wirkungsvolle
Pose einnehmen b) gekünsteltes Ver¬
halten zeigen
Po|si|ti|on: dato /posizionJ die; - ; -en 1
Platz, Stelle; Standpunkt, den jmd.
innehat »Aus meiner Position kann ich
nichts sehen.« 2 Stellung in einer
880
Postkasten
Gruppe od. im Beruf »Er hat eine gute
Position in der Firma.« 3 Einstellung;
Standpunkt, den jmd. vertritt »Meine
Position zu diesem Thema habe ich be¬
reits mehrfach erklärt.« 4 Einzelpo¬
sten in einer Liste
po|si|tio[niejren —» po|si|ti|o|nie)ren:
(lat.) /posizioniren/ positionierst; posi¬
tioniertest: hast positioniert [geh.} etw.
zurechtrücken, in eine bestimmte (po¬
sitiv wirkende) Lage setzen
Po[si|ti|gns|be|stim|mung: /posizignß-/
die; - ; -en <Seew.; Flugw.) aktuelle
Standortbestimmung, -festlegung ei¬
nes Schiffes od. Flugzeuges
Po|si)ti|gns|licht: /posizionß-/ das;
-(e)s; -er <Seew.; Flugw.) (Licht von
den) zur Erkennung der Flug- od.
Fahrtrichtung angebrachte(n) Lam-
pe(n) (z. T. in roter bzw. grüner Far¬
be) vom, hinten u. an den Seiten von
Schiffen od. Flugzeugen
Po|si|ti|ons|mel|dung: /posizignß-/ die;
*; -en <Seew.; Flugw.) offizielle Anga¬
be, Meldung der Position, des aktuel¬
len Aufenthaltsortes eines Schiffes
od. Flugzeuges
Po|si|tiv: dal.) /positif/ das; -s; -e jpasi-
liwj 1 kleine Standorgel, zumeist
ohne Pedal 2 Photographie(abzug),
bei der/dem Farben, Licht, Perspekti¬
ven natürlich wiedergegeben sind,
Ant.: Negativ
Po|si|tiv: dat.) /positif/ der; -s; -e
jpositiveI <Sprachwiss.> ungesteigerte
Grundform, Grundstufe eines Adjek¬
tivs
po|si|tiv: dat.) /positif/ Adj. n. stg. 1 a)
zustimmend; bejahend; etw. nicht ab¬
lehnend »Ich stehe ihrem Antrag posi¬
tiv gegenüber.« b) Erfolg bringend;
vorteilhaft 2 a) einen Verdacht bestä¬
tigend b) <Med.> einen krankhaften
Befund erbracht habend; einen
Krankheitsverdacht bestätigend 3
<Math.> größer als Null, Ant.: <1; 2; 3>
negativ 4 positives Recht in Geset¬
zestexten o. ä. festgeschriebene ge¬
setzliche Regelungen
Po|sl|ti|vis|mus: dat.) /positiwjßmuß/
der; - ; - <Philosophie> im 19. Jhd. ent¬
standene Denkweise, Lehre, die nur
in dem unmittelbar Wahrgenomme¬
nen, in dem experimentell Überprüf¬
baren eine sichere Grundlage des Er-
kennens sieht
po|si|ti|vj|stisch —» po|sijti|vjs|tisch:
dat.) /positiwißtisch/ Adj. n. stg. 1
<Philosophie> den Positivismus betref¬
fend, ihm zuzuordnen; von den
Grundlagen des Positivismus ausge¬
hend 2 [verhüll.; meist abwert.] keine
eigenen Gedanken einbringend, son¬
dern nur aus anderen wissenschaftli¬
chen Arbeiten übernehmend
Po|si|tron —> Po|si|t|ron: <gr.-lat.> das;
-s; Positronen <Physik> Elementarteil¬
chen in einem Atomkern, das positiv
geladen ist mit einer Masse, die gleich
der Masse des Elektrons ist
Po|si|tur: dat.) die; - ; -en für etw. spe¬
ziell eingenommene Haltung, Stel¬
lung, Position t
Pos|se: die; -;-«1 Bühnenstück, Film
von grotesker Komik 2 (unfreiwillig)
komischer Ablauf von Ereignissen
ähnlich einer Posse »Langsam werden
die Verhandlungen zur Posse.«
Pos|sen: der; -s; - a) wenig geistreicher,
kindischer Scherz, Blödsinn b) jmdm.
einen Possen spielen: jmdm. einen
wenig geistreichen, ungeschliffenen,
obszönen Streich spielen
Pgs|sen|rei[8er/Pgs|sen|ma|chen der;
-s; - weife/. Pgsjsen|rei|Be|rin/Pgs|-
sen|ma|che|rin: die; - ; -nen Spaßma-
cher(in), der/die gerne dumme, einfäl¬
tige Witze macht, Possen reißt
Pos|se|siv: dat.) /possessif/ das; -s; -e
Jpossessiwel (Sprachwiss.) Fürwort,
das einen Besitz anzeigt
pos|ses|sjv: dat.) /possessif/ Adj. n. stg.
a) [geh.] etw., jmdn. ganz für sich be¬
anspruchend b) (Sprachwiss.) besitz¬
anzeigend
Pos|se|siv|pro|no|men: dat.) /possessjf-/
das; -s; - u. -pronomina (Sprachwiss.)
besitzanzeigendes Fürwort, wie z. B.
'mein’, 'sein’, Mein’
pos|sieijlich: Adj. n. stg. (meist Tiere)
klein u. sich auf eine niedliche Art be¬
wegend »Eichhörnchen sind possierli¬
che Tiere.«
Pos|sier)lich|keit: die; - ; - Niedlichkeit,
Drolligkeit, die durch bestimmte Be¬
wegungen u. ä. als Eindruck erzielt
wird »Die Possierlichkeit des Hunde¬
welpen entzückte alle Besucher.«
Poss.-Pron.: Abk. (Sprachwiss.) Posses¬
sivpronomen = besitzanzeigendes
Fürwort
Post: dat.-it.) die; - ; -en (PI. s.) 1 (Ge¬
samtheit der) Briefe, Päckchen u. Pa¬
kete (die zugestellt werden, wurden)
Ich habe Post bekommen.« 2 a) Insti¬
tution, die Briefe u. ä. befördert »Die
Post arbeitet langsam.« b) Ort,
Räume, in denen die Post angesiedelt
ist; Postamt »Ich muß zur Post.«
post.: Abk. post(h)um
post moijtem: dat.) [geh.] nach dem
Tode
pöst-/Post-: dat.) Wortbildungselement;
teiweise betont; meist zeitlich nach;
hinter »Postmoderne • postindustriell«
Ant.: prä-/Prä-
po)stg|lisch —> pos|ta]lisch: dat.-it.)
Adj. n. stg. a) die Post betreffend, ihr
zuzuordnen b) auf dem Postwege
Po|sta|ment —» Pos|ta|ment: dat.-it.)
das; -(e)s; -e [geh.] (Denkmal-, Sta-
tuen-)Sockel od. Grundlage »Die Bü-
■ ste stand auf einem hohen Postament.«
2 jmdn. von seinem (hohen) Posta¬
ment stürzen, werfen, heriinterho-
len: eine hochgestellte u./od. hochnä¬
sige Person in ihre Schranken verwei¬
sen
Post|amt: das;-(e)s; -ämter Dienststel¬
le, in der Postdienste angeboten wer¬
den
Postanschrift: die; - ; -en zu benutzen¬
de Anschrift, Adresse einer Person,
die eine Postsendung erhalten soll
Post|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Postbeamter;
eine Postbeamte; zwei Postbeamte)
weibl. auch Pgst|be|am|tin: die; - ;
-nen Beamte(r), der/die bei der Post
beschäftigt ist
Post|bo|te: der; -n; -n weibl. Post|bo|tin:
die; - ; -nen Post an die einzelnen
Haushalte zustellende Person
Po|sten —» Pgs|ten: dat.-it.) der; -s; -
1 Stellung innerhalb eines Unterneh¬
mens »Er hat einen guten Posten.« 2
Person, die Wache hält 3 bestimmte,
zusammen gekaufte Warenmenge
»Dieser Posten wird ausgeliefert.« 4
(Bankw.) gebuchter Betrag 5 Posten
stehen: etw. bewachen 6 a) auf dem
Posten sein: [ugs.] 1. gesund u. in gu¬
ter Verfassung sein 2. sehr aufmerk¬
sam sein b) nicht ganz auf dem Po¬
sten sein: [ugs.] nicht ganz gesund
sein c) sich nicht (ganz) auf dem Po¬
sten fühlen: [ugs.] sich körperlich
nicht (ganz) gut fühlen 7 auf verlore¬
nem Posten kämpfen, stehen: ohne
Aussicht auf Erfolg sein
Po|ster—> Pos|ter: (engl.) deru. das; -s;
~ u. -s modernes, größeres, plakatar¬
tiges Bild od. Foto (z. B. von Pop¬
stars)
Postf.: Abk. Postfach
Post]fach: das; -(e)s; -fächer a) Schlie߬
fach auf dem Postamt, das gemietet
werden kann, um Post dorthin schik-
ken zu lassen u. sie dort abzuholen b)
Fach (z. B. in einem Hotel, einer Fir¬
ma), in dem Post für jmdn. hinterlegt
wird
post|frisch: Adj. n. stg. (Briefmarke) un¬
benutzt; nicht aufgeklebt u. gestem¬
pelt
Postjge|bühr die; - ; -en Gebühr, Geld¬
summe, die an die Post für eine
Dienstleistung gezahlt werden muß
Pgst)ge]heim|nis: das; -ses; -se
(Rechtsw.) verfassungsmäßiges
Recht, das garantiert, daß zugestellte
Post nicht von anderen Personen (z.
B. der Polizei) eingesehen u. gegebe¬
nenfalls als Beweis gegen jmdn. be¬
nutzt werden darf
Post|gi|ro|kon|to: das; -s; -konten Geld¬
konto, das bei der Post eingerichtet U.
dort geführt wird
posth.: Abk. posthum (nachgelassen;
nachgeboren)
post|hum/po|stum —» post[hum/pos|-
tum: dat.) Adj. n. stg. a) nach dem
Tod einer Person geschehend »Er be¬
kam den Preis posthum.« b) zu Wer¬
ken gehörend, die erst nach dem Tod
eines Künstlers bekannt werden c)
nach des Vaters Tod geboren
po|stie|ren —*■ pos|tie|ren:. dat.-it.-fr.)
postierst; postiertest; hast postiert mit
Absicht u. Bedacht etw. od. jmdn. an
eine bestimmte Stelle stellen
Po|stil|le —*■ Pos|til|le: dat.-it.) die; - ;
-n 1 religiöse(s) Such, Schrift zur Er¬
bauung 2 buchartige Predigtensamm¬
lung 3 [iron.; abwert.] Zeitschrift od.
Zeitung, die für eine bestimmte, vom
Sprecher nicht sehr geachtete Bezugs¬
gruppe gemacht wird ,
Pgst|kar]te: die; - ; -n 1 einschließlich
der Briefmarke vorgedruckte Karte
mit Feldern für Anschrift u. Absen¬
der im DIN-A6-Format 2 auf einer
Seite mit Bildern, Fotos o. ä. be¬
druckte Karte, die meist als Gruß od.
aus dem Urlaub verschickt wird 3
Postkarte genügt: [ugs.] ich helfe zu
jeder Zeit
Post|ka|sten —* Post|kas|ten: der; -s;
-kästen [norddt.] a) Briefkasten; Be¬
hälter (am Haus), in den der Briefträ¬
ger die zugestellte Post wirft b) Post¬
briefkasten, Sammelbehälter für zu
verschickende Briefe
881
Postkutsche
Post|kut|sche: die; ~; rn <hist.> geschlos¬
sener, von Pferden gezogener Wagen,
mit dem die Post u. Reisende beför¬
dert wurden '
post|la|gernd: Adj. n. stg. an ein Post¬
amt zur Abholung geschickt
Postjmo|der|ne: dat.-ito die; - ; - a) <Ar-
chit.> moderne architektonische Strö¬
mung, Richtung, die sehr unter¬
schiedliche (Bau-)Formen miteinan¬
der verbindet b) (gegenwärtige) Zeit,
die der Moderne folgt u. sich durch
Vielfältigkeit im künstlerischen, kul¬
turellen, wirtschaftlichen sowie wis¬
senschaftlichen Bereich auszeichnet
post|mor|tal: Adj. n. stg. <Med.> am to¬
ten Körper erscheinend
Post|pa(ket: das; -(e)s; -e Paket, das
vott der Post zugestellt wird
Post|schiff: das; -(e)s; -e Schiff in Post¬
besitz, das zur Beförderung von Post
(u. von Personen) eingesetzt wird
Postskript: <lat.> das; -es; -en Nachtrag
zu einem Brief
Post|stel|le: die; -; -n a) Postdienststelle
in einem kleineren Ort zur Erledigung
der wichtigsten Postdienste b) für den
Postein- u. -ausgang zuständige Stelle
in einer Behörde, einem Betrieb
Po|stu|(ant —» Pos|tu|lant dato der;
-en; -en weibl. Po|stu|lan|tin —> Pos|-
tu|lanjtirr die; - ; -nen 1 [geh.; verah.]
Person, die sich um eine Stellung be¬
wirbt 2 <kath. Kirche> Mann, Frau,
der/die vor dem Noviziat eine Probe¬
zeit zur Aufnahme in einen Orden ab¬
solviert
Po[stu|lat —» Posjtulat dato das;
-(e)s; -e [geh.] unbedingte Forderung
»Vom Postulat der Menschenwürde
werden wir nicht abweichen.«
po|stu|liefren —» pos|tu|lje]renc <lat.>
postulierst; postuliertest; hast postu¬
liert 1 [geh.] energisch fordern, erwar¬
ten 2 [geh.] etw. als Wahrheit ausge¬
ben, darstellen 3 <Philosophie> etw.
Unbeweisbares als Tatsache hinstel¬
len, als gegeben hinnehmen (bis das
Gegenteil belegt, bewiesen ist)
po|stum —» postum: s. posthum
Postjveijbin|dung: die; - ; -en a) frühere
Verkehfsverbindung, die von der
Post unterhalten wurde b) Möglich¬
keit des Postempfangs u. -verschik-
kens
Post[ver[kehr. der; -(e)s; - a) alle Beför¬
derungsmaßnahmen durch die Post
b) regelmäßiges Schreiben, Austau¬
schen von Briefen, Postsendungen
zwischen Personen c) Reiseverkehr
mit Postfahrzeugen
Pgst)voll|machfc die; - ; -en a) Voll¬
macht, die jmdm. erteilt wird, der da¬
mit Postsendungen für einen anderen
in Empfang nehmen kann o. ä. b)
Formular, Schreiben, mit dem eine
Postvollmacht erteilt wird
Post|wa|gen: der; -s; - a) (speziell lak-
kierter) Dienstwagen, Pkw, Kleinbus
der Post b) zur Beförderung von Post
verwendeter Eisenbahnwagen c) [ver-
alt.] Postkutsche
Post|weg: der; -(e)s; - Beförderung
durch die Post »Er sandte mir das
Geld auf dem Postwege.« .
pot: Abk. potentiell
poftent: dato Adj. potenter; potenteste 1
fähig zu etw.; leistungsfähig; etw.
durchführen könnend »Sie suchte
nach einen potenten Geschäfts¬
partner.« 2 <Mann> fähig zum Ge¬
schlechtsverkehr, Ant.; <2> impotent
Po|ten|tat: dato der; -en; -en weibl. [sel¬
ten] Po|ten|ta|tin: die; ~ ; -nen [geh.;
abwert.] Person, die Macht ausübt
Po)ten|ti|al —» auch Po|ten|zi|at dato
/potenzial/ das; -s; -e 1 [geh.] Lei¬
stungsfähigkeit » Wir müssen unser fi¬
nanzielles Potential ausschöpfen.« 2
<Physik> Maß(einheit) für ein physi¬
kalisches (Kraft-)Feld
po)ten|ti|al —» auch po|ten|zi|at dato
/potenzial/ Adj. n. stg. 1 [geh.] im Be¬
reich der Möglichen liegend 2 <Philo¬
sophie> die bloße Möglichkeit betref¬
fend 3 <Sprachwiss.> das Mögliche
darstellend
po|ten(ti|ell —» auch po|ten[zi|elt dal-
fro /potenziell/ Adj. n. stg. im-Bereich
des Möglichen; denkbar
Poftenz: dato die; -; -en 1 Leistungsver¬
mögen 2 <Med.> Fähigkeit des Man¬
nes zum Geschlechtsverkehr 3
<Math.> Produkt aus der Multiplikati¬
on mehrerer gleicher Faktoren
—» Po)ten|zi|at s. Potential
—> po[ten|zi|at s. potential
—*■ po|ten|zi|elt s. potentiell
po|ten|zie|ren: dato potenzierst; poten¬
ziertest; hast potenziert a) [geh.] um
ein Vielfaches erhöhen, verstärken b)
<Math.> eine Zahl mit sich selbst mul¬
tiplizieren, mainehmen
po|tenz|stei|gernd: Adj. n. stg. <Med.>
die sexuelle Leistungsfähigkeit erhö¬
hend
Pot|pour|ri: <fro /potpurri/ das; -s; -s u.
fösterr. meist / die; - ; -j 1 Zusam¬
menstellung mehrerer Musikstücke 2
buntes Allerlei 3 duftende, getrock¬
nete Blüten, Blätter o. ä., die in einer
Schale in den Raum gestellt werden u.
Duft verströmen
Pott: dat.-fr.-niederlo der;-(e)s; Pötte 1
[ugs.] a) Gefäß, das einem Topf ähnelt
b) Nachttopf 2 [ugs.] großes Schiff 3
c) zu Pott(e) kommen: etw. erledigen,
fertig werden mit einer Tätigkeit
Pott|asche —* Pott|a|sche: die; - ; -
~Chemie> Kaliumkarbonat
pott|haß|Uch/pott|häß|lich pott|-
~häss|lich: Adj. n. stg. [ugs.] äußerst
unschön; extrem häßlich
Pott|wal: der; -(e)s; -wale größter Wal,
der zu der Familie der Zahnwale ge¬
hört, oben dunkelgrau u. an der Un¬
terseite weißlich
Pou[larjde: dat.-fro /pularde/ die; - ; -n
sehr junges Masthuhn od. Masthähn¬
chen
pous|siejren: tfro /pussiren/ poussierst;
poussiertest; hast poussiert 1 [ugs.;
veralt.; noch landsch.] mit jmdm. ei¬
nen Flirt, eine (noch) oberflächliche
Beziehung haben 2 [veralt.] jmdm.
den Hof machen, schmeichelhaft Zu¬
reden
Ppjwer <englo /pauer/ die; - ; - Arbeits¬
leistung, die jmd. erbringt, erbringen
kann; jmdm. innewohnende Macht,
Kraft, Leistungsfähigkeit)
po|wern: <englo /pauern/ powerst;
powertest; hast gepowert [ugs.] a)
Stärke, Ausdauer beweisen; vollen
Einsatz zeigen b) energisch fördern;
voll unterstützen »Der Lehrer powert
auch die schwächsten Schüler.«
PoJwer|play: <englo /pauerplej/ das; -s; -
<Sport> dauerhafter Druck auf das
Tor des Gegners (Eishockey, Ball¬
spiel)
Po|widl: (tschecho der; -s; - [österr.]
Pflaumenmus
P. P. S.: Abk. dato Postpostskriptum =
zweiter Nachtrag zu einem Brief
prä-/Prä-: dato Wortbildungselement;
meist zeitlich vor; voraus »prähis¬
torisch • Präkommunismus« Ant.;
post-/Post-
Prä|am|bel: dato die; - ; -n 1 <Pol.> feier¬
liches Vorwort zu einer Verfassung o.
ä. 2 im IS. u. 16. Jhd. entstandenes
Präludium in der Orgel- u. Lauten¬
musik
PR-Ab)tej]lung: Kurzw. die; - ; -en Be¬
reich, Abteilung einer Firma, der/die
für die 'Public Relations’, die Öffent¬
lichkeitsarbeit, verantwortlich ist
Pracht: die; ~ ; - a) kostbare, luxuriöse
Ausstattung b) besondere Schönheit
»Pracht ihrer Haare« 2 a) eine wahre
Pracht sein: [ugs.] wunderschön sein
b)... daß es eine (wahre) Pracht ist:
[ugs.] besonders schön, ausgezeichnet
Prachtjbau: der; -(e)s; -ten großer, teu¬
rer Gebäudekomplex, der äußerst re¬
präsentativ ist
Prachtjfink: der; -en; -en exotische Fin¬
ken wie z. B. der Zebrafink von etwa
der Größe einer Meise, deren Vertre¬
ter ein sehr buntes, prächtiges Gefie¬
der haben u. oft als Vogel im Haus ge¬
halten werden
präch|tig: Adj. prächtiger; prächtigste 1
großartig u. sehr aufwendig; Reich¬
tum beweisend »Er ließ sich ein präch¬
tiges Schloß bauen.« 2 positive Eigen¬
schäften repräsentierend
Prachtjkerl: der; -(e)s; -e [ugs.] a) alle
gewünschten Eigenschaften aufwei¬
sender Junge, Mann b) alle gewünsch¬
ten Eigenschaften aufweisendes Tier,
oft Hund
Pracht|stück: das; -(e)s; -e [ugs.] a)
prachtvolles Exemplar einer Gattung
»Dieser geräucherte Schinken ist ein
richtiges Prachtstück.« b) besonders
hilfsbereiter Mensch, der alle denkba¬
ren positiven Eigenschaften aufweist
pracht|voll: Adj. prachtvoller; pracht¬
vollste 1 von großer Pracht; hervorra¬
gend, luxuriös ausgestattet »Sie be¬
wunderten die prachtvolle Parkan¬
lage.« 2 positive Eigenschaften besit¬
zend, repräsentierend »eine pracht¬
volle Person«
Präd.: Abk. Prädikat = a) Note; Bewer¬
tung b) <Sprachwiss.> verbal geprägtes
, Satzglied
prä1de)sti|nie|nen —» prä|des)ti|nje|ren:
dato prädestinierst; prädestiniertest;
hast prädestiniert [geh.] äußerst geeig¬
net machen; jmdn. speziell in die Lage
versetzen
Prä|de|sti[nie|rung —> Prä|des|ti|niel-
rung: dato die; - ; - [geh.] besondere
Eignung für etw. »Sie hat die Präde-
stinierung zur Krankenschwester.«
Prä|di|kat: dato das; -(e)s; -e 1 Bewer¬
tung einer Leistung, Beschaffenheit;
Note; Zensur »Die Arbeit erhielt das
Prädikat 'gut'.« 2 <Sprachwiss.> a)
Verb als Satzaussage b) Satzaussage,
882
Prälat
die Informationen über das Subjekt
gibt
Prä|di|ka|tj]vum: 'lata. /prädikatjwum/
das; -s; Prädikativa (Sprachwiss.) Prä¬
dikatteil, der sich auf Subjekt od. Ob¬
jekt bezieht
Prä|dt|kats|no|men: das; -s; - (Sprach-
wiss.> aus einem Hauptwort bestehen¬
des Prädikativum
Prä|di|kats|wein: der; -(e)s; -e in der
obersten Güteklasse (von deutschen
Weinen) einzustufender, anzusiedeln¬
der Wein
prä|dis|po|nie|ren: <Iat.> prädisponierst;
prädisponiertest; hast prädisponiert 1
[geh.] vor einem eigentlichen Ereignis
ankündigen, festsetzen 2 <Med.> emp¬
fänglich machen für etw. (z. B. für
eine Krankheit)
Präf.: Abk. 1 Präferenz = Vorzug; Vor¬
rang 2 Präfix = <Sprachwiss.> Wort¬
baustein am Anfang eines Wortes
Prä)fa|ti|2n: (lab /präfazion/ die; - ; -en
christliche Kirche> Liturgie, die die
katholische Eucharistiefeier bzw. den
evangelischen Abendmahlgottes¬
dienst einleitet
Prä(fekt: data der; -en; -en weibl. Prä|-
fek|tin: die; - ; -nen 1 nur männl. Form
<Rist.> hoher Beamter im antiken
Rom 2 Venvaltungsbeamte(r), der/
die in einem Departement in Frank¬
reich bzw. einer Provinz in Italien die
höchste Stelle einnimmt
Prä|fek|tur: <lat.> die; - ; -en 1 Amt bzw.
Bezirk, das/der von einem Präfekten
verwaltet wird 2 Amtssitz des Präfek¬
ten
prä|fe|ren|ti|ell —» auch prä(fe|ren|zi|ell:
/Präferenzen/ Adj. n. stg. etw. bevor¬
zugend
Prä|fe|renz: <lat.-fr.> die; - ; -en 1 [geh.]
Vorliebe für spezielle Werte u. Ziele 2
<Wirt.> im Benehmen der Teilnehmer
des Marktes zu erkennende Vorlieben
3 <Wirt.> Vergünstigungen, die be¬
stimmten Ländern im Außenhandel
gewährt werden
—» prä|fe|ren|zi|ell: präferentiell
Prä|fe|renzjn|ste —» Prä|fe|renz|lis|te:
die; - ; -n Personen od. Ziele enthal¬
tendes Verzeichnis, die bezüglich ei¬
ner Unternehmung vorrangig behan¬
delt werden
prä|fi|gje|ren: data präfigierst; präfigier-
test; hast präfigiert (Sprachwiss.) ein
Präfix an ein Wort anknüpfen
Prä|fjx: dab /präfikß/ das; -es; -e
(Sprachwiss.) Vorsilbe, Wortbau¬
stein, Wortbildungselement, die/der/
das vor den Wortstamm gesetzt wird
»In dem Wort 'Unglück' ist 'Un-' ein
Präfix.«
Prä|fix|verb: data /präfikß-/ das; -(e)s;
-en <Sprachwiss.> Verb, das mit einem
Präfix zusammengefügt wurde
präg|bar: Adj. n. stg. fähig, beeinflußt
zu werden
Prä|ge: die; - ; -n Institution, Stätte, in
der Münzen geprägt, hergestellt wer¬
den
Prä|ge|druck: der; -(e)s; - <Druckw.> 1
Prägestempel benutzendes Druckver¬
fahren, um Schriftzeichen u. ä. auf
Papier od. Leder zu drucken 2 Hitze
u. Druck verwendendes Verfahren,
mit dem Gewebe, Stoffe gestaltet wer¬
den .
Prä|ge|form: die; - ; -en <Münzw.>
Form, in die Metall, Material zum
Prägen von Münzen hineingegossen
wird
prä|ge|ni(tal: data Adj. n. stg. (Psycholo¬
gie) der frühkindlichen Entwicklungs¬
phase zuzuordnen, die der genitalen
Phase vorausgeht u. die After u.
Mund zur Gewinnung von Lust in
den Vordergrund stellt
Prä|ge|stem|pel: der; -s; - (Dtuckw.)
Stempel, Instrument, mit dem
Schriftzeichen u. ä. in Papier od. Le¬
der hineingeprägt werden
Prag|ma|lin|gui|stik —> Prag|ma|lin|-
gu|is[tik: die; - ; - (Sprachwiss.) Rich¬
tung der Sprachwissenschaft, die den
Zusammenhang von Sprachverhalten
u. (sprachlichem) Handeln unter¬
sucht
Prag|ma|tik: <gr.-lata die; - ; -en (PI. s.)
1 ä) Ausrichtung auf das Nützliche,
Sachliche »Er ging mit Pragmatik an
die Aufgabe heran.« b) Handlungsbe¬
zug 2 [österr.] Dienstordnung 3
(Sprachwiss.)' Richtung der Sprach¬
wissenschaft, die den Zusammenhang
von Sprachverhalten u. (sprachli¬
chem) Handeln untersucht
Prag|ma[ti|ker: (gr.-lata der; -s; - weibl.
Prag|ma|tl|ke|rin: die; - ; -nen 1 [geh.]
sachbezogener, die Realität u. seine
erzielbaren Vorteile gut einschätzen¬
der Mensch 2 (Sprachwiss.) Lingui¬
sten), der/die auf dem Gebiet der
Pragmatik, Pragmalinguistik arbeitet
praglmältisch: (gr.-lata Adj. n. stg. 1
sachlich u. auf Tatsachen beruhend
»Erging mit einer pragmatischen Ein¬
stellung an die Arbeit.« 2 fach-, sach¬
kundig 3 (Sprachwiss.) die Pragmatik
betreffend, ihr zuzuordnen _
Prag|majtis|mus: (gr.-lata der; - ; - 1
von einer sachbezogenen Reaktion
auf die Realität zeugendes, geprägtes
Verhalten 2 (Philosophie) erfolgs¬
orientierte Philosophie, die das Han¬
deln u. dessen Ergebnis als wichtiger
als das Denken einstuft
prä|gnant —» prä|g|nant dat.-fra Adj.
prägnanter; prägnanteste knapp u. ge¬
nau treffend (formuliert)
Prä|gnanz —» Prä|g|nanr dat.-fra die;
- ; - Eigenschaft, etw. knapp u. genau
treffend darzustellen
Prä|gung: die; - ; -en 1 (Druckw.) a) der
Vorgang des Einprägens, Eindrük-
kens von etw. in ein Material b) Ver¬
tiefungin Form von Schriftzeichen o.
ä. in Leder, Papier 2 (Bio.; Psycholo¬
gie) Einflußnahme, die einen Men¬
schen od. eine Sache prägt; Beeinflus¬
sung, die eine Person od. Sache be¬
sonders auszeichnet »Er hat eine stär¬
ke Prägung durch sein Elternhaus.« 3
a) (Sprachwiss.) das Erfinden, Schöp¬
fen neuer Bezeichnungen b) Aus¬
druck, Redewendung, die geprägt
wurde
Prä|hi|sto|ri|ker —»■ Prä|histto|ri|ker.
data der; -s; - weibl. Prä|hi|sto|ri|ke|-
rin —» PräJhis|to|ri|ke|rin: die; - ; -nen
Wissenschaftlern), der/die auf die
menschliche Geschichte vor dem Be¬
ginn der Aufzeichnungen, Hochkul¬
turen spezialisiert ist
prä|hi|sto|risch —> prä|his|to|risch:
data Adj. n. stg. auf die Vorgeschichte
bezogen, ihr zuzuordnen
prah|len: prahlst; prahltest; hast ge¬
prahlt angeben; etw. im Übermaß
(von anderen dann als negativ emp¬
funden) betonen
Prah|le[rei: die; - ; -en [abwert.] 1 o. PL
ständiges, dauerhaftes Angeben 2 an¬
geberische Aussage, Bemerkung
Prahl|hans: der; -es; -hänse [ugs.] Ange-
ber(in); Person, die eine als positiv
verstandene Eigenschaft o. ä. ständig
übertrieben betont
Prahm: (slawa der; -(e)s; Prähme
Schiff, Kahn, das/der für Lasten¬
transporte benutzt wird _
Prä[ju|diz: die; - ; -e dab (Rechtsw.)
durch hohe. Rechtsprechung vorher
ergangenes, für ähnlich gelagerte
Rechtsfragen bindendes Urteil
prä|ju|di|zje|ren: data präjudizierst;
präjudiziertest; hast präjudiziert
(Rechtsw.; Pol.) sich (im Vorhinein)
für eine Lösung entscheiden
Prak.: Abk. a) Praktikum b) Praktikan¬
ten)
prakt.: Abk. praktisch
Prakjtik: (gr.-lata die; - ; -en 1 (Art u.
Weise der) Durchführung von etw.
Er entwickelte mehrere verschiedene
Praktiken der Bearbeitung von Le¬
der.« 2 [abwert.] gesetzlich, moralisch
nicht einwandfreie Form des Um¬
gangs mit etw., jmdm. 3 (hist.) den
Bauernweisheiten ähnliche Schrift in
der frühen Neuzeit
prak|ti|ka|bel: (gr.-lat.-fra Adj. praktik¬
abler; praktikabelste brauchbar; zu
verwenden; nutzbar
Prak|ti[ka|bi|li|tat: die; ~ ; - [geh.] Durch¬
führbarkeit; Grad der Nutzbarkeit
für ein Ziel
Prak|ti[kant: (gr.-lat.-fra weibl. Prak|tij-
kanjtin: die; - ; -nen Person, die in ei¬
nem besonderen Ausbildungsverhält¬
nis praktische Erfahrung erwerben
will
Prak|ti|ker: (gr.-lata der; -s; - weibl.
Prak|ti|ke|rin: die; - ; -nen 1 Person,
die sich in ihrer Tätigkeit, ihrem Den¬
ken auf Erfahrungen stützt u. sehr
funktionell handelt 2 (Med.) kurz für
praktische^) Arzt/Ärztin = Arzt/
Ärztin für Allgemeinmedizin
Prak(ti|kum: (gr.-lata das; -s; Praktika
u. [selten] Praktiken u. Praktikas
(wissenschaftliches Studium) prakti¬
sche Übung zur Anwendung des Er¬
lernten »Während des Studiums müs¬
sen wir Praktika absolvieren.«
praktisch: (gr.-lata I Adj. n. stg. a) wirk¬
lichkeitsbezogen; Fragestellungen,
Probleme bewältigend »praktisches
Denken« b) gut u. einfach anwendbar
»eine praktische Erfindung« c) ge¬
schickt im Umgang mit den Händen
II Adv. beinahe; so gut wie » Wir sind
praktisch fertig.«
prak]ti|zie]ren: praktizierst; praktizier¬
test; hast praktiziert a) etw., eine Sa¬
che tun, anwenden »Wirpraktizieren
dieses System schon seit Jahren.« b) ei¬
nen Beruf als Arzt, Therapeut o. ä.
ausüben
Prä|lat: data der; -en; -en weibl. Prä|la|-
tin: die; - ; -nen (christliche Kirche) a)
nur männl. Form römisch-katholi-
883
Praline
scher Würdenträger (ehrenhalber) b)
Leiterin), Vorsitzende(r) eines evan¬
gelischen kirchlichen Verwaltungsbe¬
zirkes
Pra|li|ne </r.> die; - ; -n 1 Konfektstück;
kleine, hochwertige Süßigkeit mit
Schokolade »Ich esse sehr gerne
Pralinen.« 2 <übertr.> besonders wert¬
volles Teilstück, Syn.: [österr. u.
Schweiz., sonst veralt.] Praline; Prali-
nee
Pra|li|nen|schach|tel: die; ~ ; -n Behälter
(aus Pappe), der mit Pralinen gefüllt
ist
prall: Adj. 1 von fester, gefüllter Be¬
schaffenheit 2 <Sonne> stark auf etw.
Ungeschütztes scheinend »Er saß den
ganzen Nachmittag in der. prallen
Sonne.« j
pral|len: prallst; pralltest; bist geprallt
auf etw. Hartes fest, mit Wucht auf¬
treffen »Das Auto prallte gegen die
Mauer.«
prall|voll: Adj. n. stg. [ugs.] bis an den
Rand, bis zum letzten gefüllt .
prä|lo]gisch: <Iat.> Adj. n. stg. (Philoso¬
phie; Päd.) das (aufgrund des Alters,
Entwicklungsstandes) noch nicht lo¬
gische Denken betreffend, ihm zuzu¬
ordnen
Prä|lu|di|um: dato das; -s; Präludien
/präludpnl (Musik) 1 Vorspiel 2 ähn¬
lich einer Phantasie gestaltetes Stück
Prüm.: Abk. 1 Prämie 2 Prämisse =
Voraussetzung
präm.: Abk. prämiert
Prä|mie: dat.i /prämi»/ die; ~ ; -n 1 Be¬
lohnung für eine besonders gute Lei¬
stung; Sonderzahlung, die zusätzlich
zu Lohn od. Gehalt aüsgezahlt wird
»Das Unternehmen zahlt eine Prämie
an seine Mitarbeiter.« 2 Geld, das (re¬
gelmäßig) an eine Versicherung ge¬
zahltwerdenmuß
prä|mi|en|be|gün|stigt —* prä|mi|en|-
be|günsjtigt: Adj. n. stg. berechtigt,
eine staatliche Prämie, Förderung zu
erhalten
prä|mi|en|frei: Adj. n. stg. «Versiche¬
rung) keine Prämien, Zahlungen er¬
fordernd
Prä|mi|en|lohn: der;-(e)s; -löhne <Wirt.>
aus dem Basislohn u. Prämienzahlun¬
gen zusammengesetzte^) Bezahlung,
Gehalt •
Präjmi|en|spa|ren: das; -s; - <Bankw.>
Weise des Sparens, bei dem staatliche
Prämien für einen Sparbetrag ge¬
währt werden
prä|mje|ren: <ta.> prämierst; prämier¬
test; hast prämiert mit einem Preis be¬
lohnen, auszeichnen »Das Bild wurde
mit dem ersten Preis prämiert.«
Prä|mie|rung/Prä|mi|ie|rung: dat.> die;
- ,• -en Auszeichnung mit einem Preis
Prä|mis|se: dat.i die; - ; -n 1 (Philoso¬
phie) einen logischen Schluß einlei¬
tender, die wichtigsten Punkte zusam¬
menfassender Satz 2 [geh.] als Basis
eines Vorhabens bestehende(r) Plan
Prä|mon|stra|ten|ser —> Prä|mons|tj-
ra|ten|ser: dat.i der; -s; - <kath. Kir¬
che) einem bestimmten katholischen
Orden angehörender Mann
präjna|tal: dat.i Adj. n. stg. (Med.) vor
der Geburt stattfindend
pran|gen: prangst; prangtest; hast ge¬
prangt [auch iron.] an exponierter,
auffälliger Stelle hängen, sein »in gro¬
ßen Lettern auf dem Titelblatt pran¬
gen«
Pran|ger. der; -s; - 1 <MA> Holzwand
mit Aussparungen für Kopf u. Hände
(od. ähnlich funktionierende Vorrich¬
tung), die früher zur Bestrafung klei-.
nerer Vergehen durch Zurschaustel¬
lung des/der Verurteilten auf einem
öffentlichen Platz diente 2 jmdn. an
den Pranger stellen: jmdn. öffentli¬
cher Kritik, Schmähung (durch die
Medien) aussetzen 3 an den Pranger
kommen; am Pranger stehen: eines
Vergehens beschuldigt werden
Pran|ke: die; - ; -n 1 Tatze eines großen
Raubtieres 2 [ugs.] große (Männer-)
Hand
prä|ope|ra|tiv —> prä|o|pe|ra|tiv: dat.i
Adj. n. stg. <Med.) einer Operation
vorausgehend
Präp.: Abk. 1 Präparat = a) Arzneimit¬
tel b) Gewebeteil 2 Präparation = a)
Vorbereitung b) Herstellung eines
Präparates (2) 3 (Sprachwiss.) Präpo¬
sition = Verhältniswort
präp.: Abk. präpariert
Prä|pa|rat: dat.i das; -(e)s; -e 1 (chemi¬
sches od. pflanzliches) Mittel zur Hei¬
lung, Linderung u. Behandlung von
Krankheiten »Der Arzt verordnete ein
anderes'Präparat.« 2 a] konservierter
Tierkörper od. konservierte Pflan-
ze(nteile) zu Lehrzwecken b) Gewebe¬
. teil zur Untersuchung unter dem Mi¬
kroskop .
Prä|pa|ra|ti|on: dat.i /präparazion/ die;
~ ; -en 1 [geh.; veralt.] Vorbereitun¬
gen, Vorkehrungen zu etw. 2 das Prä¬
parieren (von Teilen) eines Organis¬
mus zu Demonstrationszwecken (z.
B. in der Biologie)
Prä|pa|ra|tor der; -s; Präparatoren
weibl. Prä|pa|ra|tg|rin: die; - ; men
wissenschaftliche, biologische Präpa¬
rate anfertigende Person
prä|pa|rie|ren: dat.i präparierst; präpa¬
riertest; hast präpariert 1 sich, jmdn.
od. etw. auf etw. vorbereiten »Wir
präparierten uns für die Prüfung.« 2
Gewebe von Tieren od. eine Pflanze
zerlegen u. zur Untersuchung vorbe¬
reiten od. konservieren
Prä|po|si|ti|on: dat.i /präposizion/rfie;-;
-en (Sprachwiss.) Verhältniswort »Die
Wörter 'auf, ’in'u. ‘bei' sind Präposi¬
tionen.«
prä|po|s$io|nal —» prä|po|si|ti|o|nal:
dat.i /präposizional/ Adj. n. stg.
(Sprachwiss.) die Präposition betref¬
fend, ihnen zuzuordnen; mit einer
Präposition dargestellt
Prä|po|si|tio|nal|ka|sus —* Prä|po|si|ti|-
o|nal|ka|sus: dato /präposizional-/
der; - ; - (Sprachwiss.) grammati¬
scher, durch eine Präposition festge¬
legter Falt, Kasus eines Nomens
Prä|po|si|tiv: dat.i der; -s; -e
/präpositiw«/ (Sprachwiss.) 1 (in der
deutschen Sprache nicht existieren¬
der) Präpositionalkasus 2 Wort, das
im Präpositiv steht
prä|po|tent: dato Adj. präpotenter; prä¬
potenteste 1 n. stg. [veralt.] etw.,
jmdn. völlig bescherrschend 2
[österr.; abwert.] unverschämt u. ar¬
rogant
Prä|rie: dat.-fr.i die; ~; -n Iprärmj nord¬
amerikanische Steppe
Prä|riejhund: der;-(e)s; -ezu der Fami¬
lie der Hörnchen gehörendes Tier mit
kürzerem Schwanz als das bekannte¬
re Eichhörnchen
Prä|ro|gajti|ve: dato /prärogati wc/cfe; - ;
-n (Rechtsw.) a) [veralt.] Vorrecht ei¬
ner Person vor anderen b) düst.) nur
dem Herrscher zustehencüe(s) Hand¬
lungsweise, Recht
Präs.: Abk. 1 (Sprachwiss.) Präsens =
Gegenwart 2 Präsentation = Darstel¬
lung 3 Präsident 4 Präsidium
präs.: Abk. präsent = anwesend; gegen¬
wärtig _
Prä|sens: dat.-fro das; - ; Präsentia u.
Präsenzien jpräsenzia u. präsenzimj
(PI. s.) «Spracliwiss.) Gegenwarts¬
form des Verbs
Prä|sens|par|ti|zip: dat.-fr.i das; -s; -ien
(Sprachwiss.) Partizip Präsens/I; Mit¬
telwort der Gegenwart
Prä|sent: dat.-fro das; -(e)s; -e [geh.]
Geschenk; (kleine(s)) Aufmerksam¬
keit, (Gast-)Geschenk »Ich habe dir
ein Präsent mitgebracht.«
prä|sent: dat.-fro Adj. n. stg. [geh.] a)
befetw. (körperlich) anwesend b) in
der Vorstellung gegenwärtig »Das
Wort ist mir im Moment nicht prä¬
sent.«
pra|sen|ta|bel: dat.-fro Adj. präsentab-
ler; präsentabelste 1 dazu geeignet,
jmdm. präsentiert, vorgeführt zu wer¬
den 2 «oft Person) äußerlich nett an¬
zusehen
Prä|sen|tanfc dat.-fro der; -en; -en weibl.
Prä|sen|tan|tin: die; - ; -nen (Wirt.;
Bankw.) einen Wechsel zur Annahme
od. Bezahlung vorlegende Person
Prä|sen)ta|fi|on: dat.-fro /präsentazion/
die; - ; -en 1 [geh.] Zeigen, Erklären
von etw. m einem größeren Rahmen,
in der Öffentlichkeit 2 (Wirt.;
Bankw.) Einlösen, Vorlegen eines
Wechsel
prä|sen|tie|ren: dat.-fro präsentierst;
präsentiertest; hast präsentiert 1 [geh.]
a) jmdm. etw. geben, übergeben b)
(eine Rechnung) vorlegen 2 [geh.]
jmdn. , etw. aus einem speziellen
Grund erstmals zeigen od. vorstellen
3 (Milit.) das Gewehr zum besonde¬
ren Gruß od. zur Ehrung in besonde¬
rer Weise sichtbar nach vorn halten
Prä|sen|ti$ijtel|ler der; -s; - a) [veralt.]
großer Teller, auf dem Speisen u. Ge¬
tränke angeboten wurden b) auf dem
Präsentierteller sitzen: für alle (Neu¬
gierigen) sichtbar u. kontrollierbar
sein
Prä|sen|tie|rung: die; - ; -en 1 [geh.] Zei¬
gen, Erklären von etw. in einem grö¬
ßeren Rahmen, in der Öffentlichkeit
2 (Wirt.; Bankw.) Einlösen, Vorlegen
eines Wechsels
Prä|sentjkorb: der; -(e)s; -körbe mit
verschiedenen Lebensmitteln gefüll¬
ter Geschenkkorb
Prä|senz: dat.-fro die; - ; - [geh.] kör¬
perliche Anwesenheit
Prä|senz|bl|bliofthek —» Prä|senz|bi|b|-
li|o|thek: die; - ; -en [geh.] Bücherei,
deren Bücher nur an Ort u. Stelle ge¬
lesen, aber nicht ausgeliehen werden
dürfen
884
Preiselbeere
Prä|senz|stär|ke: die; - ; -n (notwendi¬
ge) Anzahl von Personen, die bei etw.
anwesend sind, aus denen etw. be¬
steht, zusammengesetzt ist
Prä|ser[va[tiv: <lat.-fr.> /präserwatif/
das; -s; -e /präserwatiwe/ a) Vorbeu¬
gung; Mittel zum Schutz b) feiner,
dünner Gummiüberzug für das Glied,
den Penis des Mannes zur Schwan¬
gerschaftsverhütung, Vermeidung
von Ansteckung mit sexuell übertrag¬
baren Krankheiten, Syn.: <b> Kon¬
dom
Präjses: dato der; - ; Präsides u.
Präsiden (christliche Kirche» 1 Vorsit-
zende(r) einer evangelischen Synode 2
Geistlicher, der als Vorsitzender eines
katholischen Vereins fungiert
Präsident: <lat.-fr.> der; -en; -en weibl.
Prä|si[den|tin: die; - ; -nen 1 (Pol.»
Staatschef(in) eines Staates »Er wurde
zum Präsidenten gewählt.« 2 a) Leite¬
rin), Vorsitzender), oberstes Organ
einer Institution, eines Vereins o. ä. b)
Leiterin) einer Behörde
Präsidentschaft: die; ~ ; -en a) Amt
des Präsidenten eines Staates, einer
Organisation, Firma b} Zeitraum, die
ein(e) Präsidentin) sein/ihr Amt in¬
nehat
Prä|si|di|al[ge|walt: die; -; -en <Pol.» von
der Verfassung eingeräumte Rechte
u. Machtbefugnisse, die der Präsident
innehat
prä]si|die|ren: <lat.-fr.> präsidierst; präsi¬
diertest; hast präsidiert einer Ver¬
sammlung vorstehen, den Vorsitz ha¬
ben
Prä|si|di|um: <lat.> das; -s; Präsidien
lpräsidienj 1 a)' leitende Personen¬
gruppe (einer Organisation, Gesell¬
schaft, Firma o. ä.) b) Leitung einer
Veranstaltung 2 Gebäude, in dem der
Präsident einer Organisation o. ä.
(meist der Polizeibehörde einer Stadt)
seine Diensträume hat
prä|skrip|tiv —> prä|s|k|rip|tiv: dato
Adj. n. sig. [geh.] vorschreibend; Nor¬
men folgend, setzend
pras|seln: prasselt; prasselte; ist/hat
geprasselt 1 a) ist/hat mit lautem,
ständig klatschendem Geräusch (vie¬
ler Einzelelemente) auf etw. auftref¬
fen »Der Regen prasselte auf das
Dach.« b) ist dibertr.» mit Fragen, Äu¬
ßerungen überschütten 2 hat beim
Verbrennen knistern »Das Feuer
prasselte.«
pras)sen: praßt; praßtest; hast gepraßt
—*-alle Formen mit ss*— sehr viel
Geld ausgeben (ohne eine angemes¬
sene Gegenleistung zu erhalten); Geld
verschwenden
Pras|se|rei: die; - ; -en verschwenderi¬
scher Lebensstil
Prät: Abk. (Sprachwiss.» Präteritum -
Vergangenheit
prä|ten|ti|ös: dat.-fr o ,/prätenziöß/ Adj.
prätentiöser; prätentiöseste [geh.] ge¬
wollt durch Aufwendigkeit einer
Handlung o. ä. Aufmerksamkeit er¬
zielen wollend
präfterfital: <lat.> Adj. n. stg. (Sprach¬
wiss.» im Präteritum stehend; das Prä¬
teritum betreffend, ihm zuzuordnen
Prä|ter|itum—» Prä|te|ri|tum: dato das;
-s; Präterita (Sprachwiss.» (einfache)
Vergangenheitsform des Verbs »Die
Form '(er) kam' ist das Präteritum zu
'(er) kommt’.« Syn.: Imperfekt
Prau: tengl.-niederlo die; - ; -e von den
Malaien benutztes, oft mit einem Se¬
gel ausgestattetes Boot
Prä(ven|ti|on: dat.-fro /präwenzipn/ die;
- ; -en 1 (Rechtsw.; Milit.» Vorbeu¬
gung; Abschreckung 2 Handlung, mit
der man jmdm. zuvorkommt, zuvor-
kommenwill - 1 '
prä|ven|tiv: dat.-fr.> /präwentif/ Adj. n.
stg. [geh.] abschreckend; in vorbeu¬
gender Art wirkend -
Prä|ven|tiv|be|hand|lung: /präwentif-/
die; - ; -en <Med.» Vorbeugebehand¬
lung (mit Medikamenten)
Prä|venjtivjkrieg: /präwentif-/ der;
-(e)s; -e (Miiit.» kriegerischer Angriff,
um einem möglichen gegnerischen
Angriff zuvorzukommen
Prä|ven|tiv|maB|nah|me: /präwentif-/
die; - ; -n Maßnahme, Handlung, die
vorbeugend, als Schutz vor Kom¬
mendem durchgeführt wird
Prä|ven|tiv|schlag: /präwentif-/ der;
-(e)s; -schlüge aggressive (kriegeri¬
sche) Handlung, um einer möglichen
gegnerischen Handlung zuvorzukom¬
men
präjveijbal: dato /präwerbal / Adj. n. stg.
(Sprachwiss.; Psychologie» in einer
Lebensspanne, Zeit erfolgend, in der
der Erwerb der Sprache noch nicht
stattgefunden hat ;
Prajxis: <gr.-iat.> /prakßiß/ die; - ;
Praxen 1 o. PL (praktische) Aus¬
übung einer Tätigkeit »Er hat,lang¬
jährige Praxis in diesem Bereich.« 2 a)
Arbeitsräume eines Arztes, in denen
Patienten behandelt werden b) Ar¬
beitsräume eines Anwaltes, Syn.: (2b>
Kanzlei .
prajxis|be|zo|gen: /prakßiß-/ Adj. n. stg.
sich an die Praxis anlehnend, ihr zu¬
zuordnen; die Wirklichkeit berück¬
sichtigend
pra|xisffremd: /prakßiß-/ Adj. n. stg.
nicht auf die Praxis, Wirklichkeit be¬
zogen, abgestimrat
pra|xis|nah: /prakßiß-/ Adj. praxisnä¬
her; praxisnächste der Praxis gerecht
werdend; die Realität berücksichti¬
gend
Prä|ze|denz: dato die; - ; -en [geh.] (etw.
mit) Vorrang, höhere(r) Wichtigkeit
Pra|ze|denz|fall: der; -(e)s; -fälle
(Rechtsw.; Pol.» für ähnliche rechtli¬
che od. gesellschaftliche Fragen bei¬
spielhafter Musterfall
prä|zi|pi)tie|ren: dato präzipitiert; präzi-
pitierte; hat präzipitiert (Med.; Che¬
mie» ausfällen; (z. B. aufgrund von
Gerinnung) ausflocken
prä|zi|se/[österr.] präjzis: dat.-fr.> Adj.
präziser; präziseste ganz genau; bis in
alle Einzelheiten
prä|zi|sie|ren: dat.-fro präzisierst; präzi¬
siertest; hast präzisiert etw., einen
Sachverhalt o. ä*. genauer u. eindeuti¬
ger (als bereits getan) beschreiben
»Präzisieren Sie bitte Ihre Befürchtun¬
gen!«
Prä]zi|sle]rung: dat.-fro die; - ; -en
[geh.] (im Vergleich zu einer vorange¬
gangenen) sehr eindeutige, klare Be¬
schreibung; zur Eindeutigkeit beitra¬
gende Information
Prä|zi|si[on: dat.-fro die; - ; - Genauig¬
keit, mit der etw. ausgeführt wird; Ex¬
aktheit
Pre|del|le/Pre|de1|1a: dt.-fro die; - ; Pre¬
dellen u. Predellas (Kunstwiss.» Po¬
dest, der als Unterbau für (meist goti¬
sche) Altäre benutzt wurde
pre|di|gen: dato predigst; predigtest;
hast gepredigt 1 (Religion» über Bibel¬
inhalte, -texte (in der Kirche) erklä¬
rend, mit aktuellem Bezug, sprechen
2 [ugs.] versuchen, jmdm. etw. ein¬
dringlich klarzumachen
Pre|di[geR dato der; -s; - weibl. Pre|di|-
ge|rin: die; - ; -nen Geistliche(r), der/
die (in der Kirche) Vorträge zu reli¬
giösen Themen, Bibeltexten hält
Pre[digt: die; - ; -en 1 re(igiöse(r) An¬
sprache, Vortrag während des Got¬
tesdienstes 2 [ugs.] Vorhaltungen, die
jmdm. gemacht werden
Pr$|digt|amt: das; ~(e)s; -ämter (christ¬
liche Kirche» offizielle Verkündi¬
gungsaufgabe, die von der Kirche
vergeben wird u. häufig mit der Über¬
nahme eines Pfarramts verbunden ist
Pre[fe|rence: dato /preferengBJ die; - ;
1 -n aus Frankreich stammendes Kar¬
tenspiel, das zu dritt gespielt wird
Prejs: dat.-fro der; -es; -e 1 Gegenwert
für die Erlangung einer Leistung, ins¬
besondere für den Verkauf einer Wa¬
re 2 Gewinn, der ausgesetzt wird (bei
einem Wettbewerb o. ä.) »Als Preis
gibt es ein Auto.« 3 um jeden Preis:
[ugs.] unter allen Umständen 4 um
keinen Preis: [ugs.] niemals »Er
wollte um keinen Preis auf die Reise
verzichten.« 5 hoch, gut im Preis
stehen: [kaufmannssprl.] für etw.,
was man verkauft, viel Geld erhalten
»Weizen u. Roggen stehen dieses Jahr
gut im Preis.« 6 ohne Fleiß kein Preis:
um etw. zu erreichen, muß man sich
bemühemanstrengen
Preis|ab|bau: der; -(e)s; - (Wirt.» (be¬
wußte, gewollte) Verringerung der
Preise
Preis|abjspfa|che: die; - ; -n (Wirt.» Ei¬
nigung verschiedener Hersteller od.
Händler über die zu verlangenden
Preise; Absprache zwischen Herstel¬
lern gleicher, ähnlicher Waren, diese
nicht unter einem bestimmten Preis
anzubieten
Preis|an|stieg: der; -(e)s; -e (Wirt.» Er¬
höhung, Ansteigen der Preise
Prejs|ausjschrei|ben: das; -s; - Wettbe¬
werb, bei dem ein od. mehrere Rätsel
gelöst werden müssen, um eventuell
einen ausgesetzten Preis zu gewinnen
prels|be[wußt —> preis|be|wusst: Adj.
preisbewußter; preisbewußteste
—* preisbewusster; preisbewusstes¬
te<— den Preis einer Ware berück¬
sichtigend; Preise vergleichend u. sich
für das günstigere Angebot entschei¬
dend
Preis|bin|dung: die; - ; -en (Wirt.» durch
einen Vertrag od. ein Gesetz festge¬
legte Pflicht, sich an bestimmte Ver¬
kaufspreise zu halten
Prei]sel|bee|re: die; - ; -n 1 Pflanze, die
der Heidelbeere ähnelt u. rote, saure
Beeren hervorbringt 2 Frucht, rote,
saure Beere der Preiseibeerpflanze
885
Preisempfehlgng
Preis|empffeh|lung: die; ~ ; -en «Wirt.)
Ladenpreis, der dem Händler vom
Hersteller einer Ware empfohlen wird
prei|sen: <lat.-fr.> preist; pries (es) t; hast
gepriesen 1 a) <Religion> einen Gott,
eine religiös sehr geachtete Person öf¬
fentlich, im Gottesdienst o. ä. loben,
hervorheben b) die Vorzüge von etw.
öd. jmdm. loben, hervofheben 2 sich,
jmdn. glücklich preisen: glücklich,
zufrieden sein; jmdn. 'als glücklich,
zufrieden einschätzen
Preis|ent|wickjlung: die; - ; -en «Wirt.)
Tendenz, tatsächliche Veränderungen
bei den Preisen von Waren innerhalb
eines Zei träum
Pre|s|er|mä|ßi)gung: die; - ; -en <Wirt.>
a) Angebot einer Ware zu ermäßig¬
tem Preis b) Summe, um die eine Wa¬
re günstiger als zuvor verkauft wird
Preis|fra|ge: die; - ; -n 1 Frage, die be¬
antwortet werden muß, um an einem
Preisausschreiben teilnehmen zu kön¬
nen 2 Entscheidung für od. gegen den
Kauf einer Ware, die vom Preis ab¬
hängig ist, gemacht wird
Prels|ga|be: die; - ; -1 (unfreiwilliger)
Verzicht auf etw. 2 Verrat, Erzählen
eines Geheimnisses
pieis|ge|ben: gibst preis; gab(e)st preis;
hast preisgegeben 1 eine Person od.
Sache verraten, die man schützen
sollte »ein Geheimnis preisgeben« 2
etw. (unfreiwillig) aufgeben
pr0is|ge|krönt: Adj. n. stg. mit einer Prä¬
mie versehen, durch einen Preis ge¬
ehrt »ein preisgekröntes Fohlen«
pi«is(günfstig —* preis|güns|tfg Adj.
preisgünstiger; preisgünstigste ein gu¬
tes Preis-Leistungs-Verhältnis bie¬
tend; für den Verbraucher günstig im
Preis, einen vorteilhaften Preis bie¬
tend
Preis|kal|icu(ta|ti|oii: die; - ; -en das Ab¬
wägen, Festsetzen eines Preises auf
der Basis der entstehenden Kosten u.
des erzielbaren Gewinns
preis|ke|geln: nur im Infinitiv gebraucht
um Gewinne, Preise kegeln
Preisfklasjse: die; - ; -n <Wirt.> mit einer
bestimmten Qualität verbundene
Preishöhe
Preis|fajge: die; - ; -n <Wirt.> mit einer
bestimmten Qualität verbundene
Preishöhe
pre|s[lich: Adj. n. stg. 1 den Preis einer
Ware betreffend, ihm zuzuordnen 2
[veralt.] äußerst lobenswert
Preis|li|ste —» Preis|lis|te: die; - ; -n Li¬
ste, Verzeichnis, die/das das Waren¬
angebot einer Firma mit den entspre¬
chenden Preisen darstellt, enthält
Preis|ni(veau: das; -s; -s <Wirt.> (Ten¬
denz hinsichtlich der Höhe der) für
die wesentlichen Waren einer Volks¬
wirtschaft geltenden Preise
Pre|s|po|li|tik: die; - ; -en <Wirt.> ge¬
zielte, gesteuerte Preisgestaltung
(durch Unternehmen)
Pieisirecht: das; -(e)s; - <Rechtsw.> ge¬
setzliche Vorschriften, die bestimmte
Preise festlegen
Preisjrücklgang: der; -fejs; -ruckgänge
<Wirt.> Verringerung eines Waren¬
preises; Preissenkung
Preis|sche|re: die; - ; -n <Wirt.> Preisver¬
hältnis, -entwicklung unterschiedli-
eher, miteinander verbundener Wa¬
rengruppen
Preisschild: das; -(e)s; -er kleiner Zet¬
tel, Aufkleber o. ä., auf den der Wa¬
renpreis geschrieben, gedruckt ist
Preis|sen|kung: die; - ; -en <Wirt.> Re¬
duzierung, Verminderung, Herabset¬
zung des Preises
preisjsta|bil: Adj. n. stg. «Wirt.) im Preis
gleichbleibend; Preisstabilität aufwei¬
send
Preis|sta|bi|li|tät: die; ~ ; - (Wirt.) relati¬
ve Unverändertheit der Preise
Preisjstei|ge|rüngs|ra|te: die; - ; -n
<Wirt.> die Prozentzahl, die die durch¬
schnittliche Steigerung der Preise in¬
nerhalb eines Zeitraumes angibt
Preissturz: der; -es; -stürze <Wirt.> ex¬
treme, unerwartet eintretende Verrin¬
gerung der Preise
Preis|trä|ger. der; -s; - weibl. Preis(trä|-
gejrin: die; - ; -nen Person, der auf¬
grund eines Sieges in einem Wettbe¬
werb eine offizielle Auszeichnung zu¬
teil wurde
preisftrei[bend: Adj. n. stg. Jabwert.) ei¬
nen Preisanstieg beschleunigend,
nach sich ziehend
Pressung: die; - / -en «meist Religion)
lobendes, bewunderndes, hochach¬
tungvolles Gedicht, Lied o. ä.; jmdn.
preisende Ansprache
preis]verjdäch|tig: Adj. n. stg. [scherzh.]
in einem Wettbewerb mit großer
Wahrscheinlichkeit einen Preis errin-
- gend
Preisjveijgleich: der; -(e)s; -e Vorgang
des' Vergleichen von (Warenprei¬
sen
Preis|verjlei|hung: die; - ; -en Ehrung
durch einen Preis, eine Preisvergabe
prejsjwert: Adj. preiswerter; preiswerte¬
ste nicht zu teuer, sondern günstig für
den Verbraucher, Käufer
Prgis)wu]cher: der; -s; - [abwert.] For¬
derung eines übertrieben hohen Prei¬
ses (für ein lebenswichtiges Bedarfs¬
gut)
prejkär: <lal.-fr> Adj. n. stg. schwierig zu
bewältigen, Syn.: heikel
prel|ien: prellst; prelltest; hast geprellt 1
einer Person etw. vorenthalten, was
ihr zusteht 2 a) einen heftigen Stoß
versetzen b) eine Verletzung durch ei¬
nen heftigen Aufprall erleiden 3
«Sporn a) «Basketball; Handball) den
Ball (mehrmals) auftippen, ohne ihn
zwischendurch in beide Hände zu
nehmen b) «Prellbalb den mit der
Faust geschlagenen Ball erst in der ei¬
genen Spielfeldhälfte auftippen las¬
sen, bevor er in die Hälfte der Gegner
geschlagen wird
Prel|le|rej: die; - ; -en Betrügerei, bei der
jmd. um einen ihm zustehenden An¬
teil gebracht wird
Prellstein: der; -(e)s; -e Stein, der als
Schutz an Ecken von Häusern u. ä.
aufgestellt wird, damit diese nicht
von Fahrzeugen gestreift werden
Prelpung: die; - ; -en <Med.> innere Blu¬
tung, verbunden mit einem Bluterguß
(durch einen starken Aufprall od.
starkes Anstoßen ausgelöst)
Pre|«nie|re —> Pre|mi|e|re: dal.-fr.i
/premjer«/ die; - ; -n «Film; Theater;
Fernsehen) Uraufführung, Erstauf¬
führung, Ersterscheinung eines Stük-
kes, Filmes o.ä.
Pre(mjerjmi|ni|ster —* Pre|mierjmi|nis|-
tei} dat.-fr.) /premje-/ der; -s; ~ weibl.
Pre|mierjmi|ni|ste|rin —» Prelmier]-
mi|nisfte|rin: die; - ; -nen führende(r)
Ministerin), Regierungschef^) ei¬
ner Regierung
Pr.-Erh.: Abk. Preiserhöhung
Pr.-Erl.: Abk. Preiserlaß
Pres|by|ter: <lat.> /preßbüter/ der; -s; -
weibl. Pres|by|te|rin: die; - ; -nen 1 ei¬
ner Gemeinde im Urchristentum vor¬
stehende Person 2 «evang. Kirche) ge¬
wählte Person, die im Kirchenvor¬
stand die Gemeinde vertritt
pres|by)te|ri|al: <lat.> /preßbüterial/ Adj.
n. stg. «evang. Kirche) den Kirchen¬
vorstand betreffend; dem Presbyteri¬
um angehörend, ihm zuzuordnen
pre|schen: preschst; preschtest; bist
geprescht sich schnell (mit einem
Hilfsmittel) fortbewegen
Pre|sen|ning: dat.-fr.-nieder die; - ; -e
u. -en 1 Stoff, Material, der/das fest u.
wasserdicht ist u. oft als Segeltuch für
Zelte u. ä. dient 2 [seemannssprl.]
wasserabweisender Schutzanzug, der
aus Presenning (1) gefertigt ist
Pres]se: dat.-fr.> die; - ; -n i Maschine,
deren Leistung in der Ausübung von
Druck besteht »Die Äpfel kommen in
die Presse.« Za) o. PI. Gesamtheit der
zur Verbreitung geeigneten Drucker¬
zeugnisse, z. B. Zeitungen, Zeitschrif¬
ten b) o. PI. (alle) Personen, die für
eine Zeitung, Zeitschrift od. die Me¬
dien wie Rundfunk u. Fernsehen
schreiben, Berichte erstellen
Pres|se|agenftur —* Pres|se|a|gen|tun
die; -; -en Agentur, Firma, die Infor¬
mationen, Nachrichten sammelt (u.
verkauft)
Pres|se|amt: das; ~(e)s; -örnter Infor¬
mation an die Presse gebendes Organ
der Regierung, einer staatlichen Insti¬
tution
Pres|se|be|richt: der; -(e)s; -e von ei¬
nem Journalisten verfaßter Artikel,
abgefaßter Bericht
Pres|se|emp|fang: der; -(e)s; -empfange
Veranstaltung, bei der Vertreter der
Presse (2) empfangen (u. bewirtet)
werden
Pres|se|freijheit: die; - ; - <Pob verfas¬
sungsmäßig garantiertes Grundrecht,
welches die Freiheit gewährt, Mei¬
nungen, Nachrichten, Mitteilungen
u. sonstiges Gedankengut mittels
Druckerzeugnissen zu verbreiten
Pres|se|ge|setz: das; -es; -e <Pol.> Ge¬
setz, das das Presserecht regelt, dem
Presserecht zuzuordnen .st
Pres|se|ge|spräch: das; ~(e)s; -e mit
der Presse (2) stattfindendes Ge¬
spräch, Interview
Preslse|kam|pa|g ne —* Pres|se|kamj-
pa|g|ne: die; - ; -n Kampagne, mei¬
nungsbildende Aktion, die von «der
gesamten Presse (2) od. einigen Zei¬
tungen, Fernsehsendern u. ä. für/ge-
gen etw. durchgeführt wird
Pres|se|karjte: die; - ; -n für Vertreter
der Presse (2) reservierte freie Ein¬
trittskarten zu einer Veranstaltung
(über die der betreffende Journalist
dann berichtet)
886
Primawechsel
pres|sen: <lat.> preßt; preßtest; hast ge¬
preßt —»alte Formen mit ss<— 1 a)
mit Hilfe einer Presse (1) od. eines an¬
deren Druckinstruments glätten »Sie
preßte die Blätter mit Hilfe eines
Buches.« b) zusammendrücken, ent¬
saften; etw. (heraus)drücken »Sie
preßte den Saft aus der Orange.« c)
durch Auspressen erhalten »Saft
pressen« d) durch Pressen produzie¬
ren »CDs pressen« 2 fest auf, an,
durch etw. drücken »eine Person an
sich pressen • jmdn. in ein System
pressen« 3 a) jmdm. etw. aufzwingen
»Er wurde von seinen Eltern zum Stu¬
dium gepreßt.« b) [veralt.] in seiner
Entfaltung behindern, unterjochen
Pres|se|no|tiz: die; ~ ; -en in der Presse
(2) veröflentlichtefr) kurze(r) Bericht,
Information .
Pres|se|or|gan: das; -(e)s; -e von einer
bestimmten Partei, Behörde o. ä. her¬
ausgegebene, beeinflußte Zeitung
Pres|se|spre|cher. der; -s; - weibl.
Pres]se|spre]che|rin: die; - ; -nen für
Mitteilungen an die Presse (2) verant¬
wortlicher Mitarbeiter einer Firma,
eines (politischen) Gremiums o. ä.
Pres|se|stel|le: die;. - ; -n Stelle, Abtei¬
lung, von der aus Mitteilungen einer
Firma o. ä. an die Presse (2) weiterge¬
leitet werden
Pres|settri|bü(ne: die; - ; -n Tribüne,
Zuschauerbereich bei einer Veran¬
staltung, die für Vertreter der Presse
(2) reserviert ist
Pres|se]zen|trum —» Pres]se|zen|t|-
rum: das; -s; -Zentren Raum, Bereich
bei Veranstaltungen, der der Presse
(2), den Pressevertretern als Büro, Ba¬
sis zur Verfügung steht
PreBjglas —* Press|glas-, das; -es; •
Glasart, die durch das Einbringen
flüssigen Glases in eine Form entsteht
pres|sie|ren: dat.-fr» pressiert; pres¬
sierte; hast pressiert [süddt.; österr.;
Schweiz.] sehr eilen; dringlich sein
Prefi|luft —* Pressluft die; - ; - «Phy¬
sik; Technik) Druckluft; in Behältern
komprimierte Luft
PreB|)uft}fla)sche —*• Press|luft|fla|-
sch« die; -; -n «Technik) zur Mitfüh¬
rung von Preßluft (z. B. beim Tau¬
en) geignetes Gefäß aus Metall
PreB|luft|ham|mer —* Press|luft|ham|-
men der; -s; -hämmer schwere, mit
Preßluft angetriebene Maschine, die
durch Schlagwirkung z. B. Straßen¬
beläge aufreißt
Pre6|sch(ag —* Press|schlag/Press-
Schtag: der; -(e)s; -schlage «Sport;
Fußball) Ball, der von zwei Spielern
gleichzeitig getreten wird u. dadurch
in seiner Bewegung schwer zu berech¬
nen ist
Pre8(wejhe —> Press!we|he: die; - ; -n
«Med.) starke Wehe im späten Sta¬
dium der Geburt, bei der die Frau
durch das Anspannen der Bauchmus-
uskulatur die Geburt unterstützen
kann
Pre|sti]ge —» Pres|*i|ge: dat.-fr»
/preßtiseh/ das; -s; - gesellschaftliches
Ansehen; Geltung bei anderen
Pre|sti|ge|den|ken —* Pres(ti|ge|den|-
ken; /preßtiseh-/ das; -s; - Denken,
Überlegungen, das/die am Gewinn
von Ansehen orientiert ist/sind
Pre|sti|ge|grund —» Pres|ti|ge|gnind:
/preßtiseh-/ der; -(e)s; -gründe an
Ansehen orientiertes Motiv für eine
Handlung
Pre|sti|ge|ver|lust —» Presjtijge|ver|-
lusb /preßtiseh-/ der; ~(e)s; - Verlie¬
ren bzw. Verringerung von Ansehen
Pre|stis|si|mo —* Pres[tjs|si|mo: dt»
das; -s; -s u. Prestissimi «Musik) 1 ex¬
treme Schnelligkeit im Tempo 2 (Teil
eines) Musikstück(es), das besonders
schnell gespielt werden soll
pre|stis|si|mo —* pres|tjs|si|mo: <//.>
Adv. «Musib extrem schnell im Spiel¬
tempo - '
Prejsto —> Pr§s|to: «ir.> das; -s: -s u.
Presti «Musik) 1 Schnelligkeit im
Tempo 2 (Teil eines) Musikstückes,
das schnell gespielt werden soll
pre|sto —> pres|to: <it.> Adv. «Musik) in,
von schnellem Tempo; schnell
Pr|t—porjter: </r.) /prätaporte/ das; -s;
-s 1 o. PL nach Modedesigneientwür¬
fen angefertigte, in größeren Mengen
hergestellte Kleidung 2 Kleidungs¬
stück, das als eines von vielen, mehre¬
ren gleichen nach Designerentwürfen
angefertigt wurde
—»• pre|ti|ös: s. preziös
Pre|tip|sen —* auch Pre|zi)o|sen: <lat.>
/prezipsen/ die (PI.) Kostbarkeiten;
wertvolle Schmuckstücke
PreulBischlblau; das; -(e)s; - «Farbe> ei¬
nen grünlichen Stich aufweisendes,
sehr tiefes Blau
prejzijös —» auch pre|tilös: dat.-fr.>
Adj. preziöser; preziöseste auch
—>pretiöser; pretiöseste*— [geh.]
nicht natürlich; offensichtlich, be¬
wußt künstlich
—»• Pre|zi|o|sen: s. Pretiosen
Prf.: Abk. Prüfer
Prfg.: Abk. Prüfung
prick[lig/pricke|lig (prik|ke|lig —* pri|-
ckejlig): Adj. n. stg. a) wie mit kleinen
Stichen auf der Haut, in den Glied¬
maßen brennend bj aufgrund von
Spannung, Aufregung ein ange¬
spanntes Gefühl (auf der Haut, im
Magen) verursachend
Priel: der; -(e)s; -e schmales, natürli¬
ches Becken im (Watten-)Meer, das
auch bei Ebbe Wasser enthält
Priem: der; -(e)s; -e a) Tabak zum Kau¬
en b) Stück vom Kautabak
prie|men: priemst; priemtest; hast ge¬
priemt auf Kautabak herumbeißen,
-kauen
Priem|ta]bak: der; -s; - Tabak zum Kau¬
en
Prjejster—> Pries|ten igr.-lat» der; -s;
- weibl. Prfe|ste|rin —» Pries|te]rin:
die; - ; -nen «Religion) a) Inhaberin)
eines religiösen Amtes (im Katholizis¬
mus, nichtchristlichen Religionen) b)
geweihte(r), eingesetzte(r) Geistli-
che(r) (bei den Katholiken nur Män¬
ner)
Priejsterjamt —* Pries (teijamfc das;
-(e)s; -ämter von einer Religionsge¬
meinschaft übertragenes, von einem
Priester ausgeführte(s) Amt, Tätig¬
keit
Frielster|wei|he —»• Pries|terjwei|he:
die; - ; -n «Religion) Weihe, feierliche
Berufseinführung, in der ein katholi¬
scher Geistlicher nach seiner Ausbil¬
dung von einem Bischof zum Priester
erklärt wird
pri(ma: <lat.-it.> Adj. n. stg.; n. dekl. 1
«Wirt.) [veralt.] qualitativ gut 2 [ugs.]
vorzüglich gelungen, beschaffen; vor¬
trefflich; tadellos »Die Fete war pri¬
ma.«
Pri|ma|bal|le|ri|na: <lat.-ii.> die; *; -balle¬
rinen Solotänzerin; erste Tänzerin ei¬
nes Balletts o. ä.
Pri|ma|donfna: dat.-it» die; - ; Prima¬
donnen 1 «Theater) die wichtigste Rol¬
le in einer Oper einnehmende Sänge¬
rin; wichtigste Sängerin einer Bühne 2
[abwert.] sich für etw. Besonderes hal¬
tender Mensch, der von seiner Um¬
welt erwartet, hofiert zu werden
Pri|ma|ner: dat» der; -s; - weibl. Pri|-
ma|ne|rin: die; - ; -nen Schüler(in) der
12. od. 13. Klasse eines Gymnasiüms,
einer gymnasialen Oberstufe
Pri|rnar: dato der; -s; -e [österr.] kurz für
Primararzt, -ärztin = leitende(r)
Arzt/Ärztin, Chefarzt/Cheförztin in
einem Krankenhaus
pri|mär. dat.-fr.> Adj. n. stg. 1 [geh.] a)
vorrangig »ein primäres Ziel« b) zu¬
erst; im Ursprung 2 «Elektrot.) direkt
an das Stromnetz angeschlossen; ei¬
nem direkt an das Stromnetz ange¬
schlossenen Maschinenteil zuzuord¬
nen 3 «Chemie) nur ein Atom durch
ein anderes ersetzend
Pri]mar|arzt: dat.; gr.> der; -es; -ärzte
weibl. Pri|mar]örz|tin: die; - ; -nen
[österr.] Chefarzt/Chefärztin in der
Hierarchie eines Krankenhauses
Pri(mar|arzt: der; -es; -ärzte weibl. Pri|-
mar|ärz|tin: die; - ; -nen [österr.] Chef¬
arzt/Chefärztin in der Hierarchie ei¬
nes Krankenhauses
Pri|mär|ener|gie —* Pri|mär|e|ner]gte:
die; - ; -n «Technik) Energie, die un¬
mittelbar aus natürlich entstandenen
Energiequellen (z. B. Kohle, Erdgas,
Erdöl) gewonnen wurde
Pri|mär|lifte|ra|tur: die; - ; - «Wissen¬
schaff) einer wissenschaftlichen Un¬
tersuchung als Grundlage dienender
Originaltext, der nicht schon von ei¬
nem Wissenschaftler über das betref-
, fende Thema verfaßt wurde
Pri|matistu|fe: die; - ; -n (PI. s.)
«Schulw.) (in Deutschland meist) er¬
stes bis viertes Schuljahr; Grundschu¬
le
Pri]mas: data der; - ; -se u. [selten] Pri¬
maten 1 «kath. Kirche) a) o. PI. einem
mit besonderen Befugnissen ausge¬
statteten Erzbischof der orthodoxen
Kirche zugeteilter, zustehender Eh¬
rentitel b) Person, die diesen hohen
Titel trägt 2 PL nur Primasse wichtig¬
ster Musiker, Violinist, Solist einer
Musikgruppe, die Musik der Sinti u.
Roma spielt
Prilmat: dat.> der; -en; -en (m. PI.) <Bio.>
erste Ordnung der Säugetiere, zu der
Menschen, Affen u. Halbaffen gehö¬
ren
Prijmat: dal» der u. das; -(e)s; -e 1
[geh.] Vorrangstellung; Gegenstand
o. ä. mit der höchsten Wichtigkeit 2
«kath. Kirche) Vorrangstellung des
Papstes
Pii]ma]wech]sel: der; -s; - «Wirt.;
Bankw.) erstmals, neu ausgestellter
Wechsel
887
Primel
Prijmel: <lat.> die; - ; -n kleine, im Früh-
iing bunt blühende Gartenblume
Prlm[geld: das; -(e)s; -er dem Kapitän
eines Frachtschiffes bei Erfüllung von
gewissen Bedingungen für seine
Frächt gezahlte Prämie
pri|mi|tiv: <lat.-fr.> /primitif/ Adj. primiti¬
ver; primitivste 1 noch nicht weit ent¬
wickelt »primitive Werkzeuge« 2 [ab¬
wert.] von geringem (gesellschaftli¬
chen) Stand, Niveau
pri|mi|ti|tfie|ren: dat.-fr a /primitiwiren/
primitivierst; primitiviertest; hast pri-
mitiviert [geh.] etw. (unangemessen)
vereinfachen
Pri|mi|ti|vi|sie|rung: dat.-fra /primitiwi-
sirung/ die; - ; -en [geh.] (unzulässige)
Vereinfachung
Pri|mi|ti|vis]mus: dat.-fra /primitiwisiß-
mußjder; ~ ;- (Kunst) (die Kunst ein¬
facher Kulturen verarbeitende, zum
Vorbild nehmende) Kunstrichtung,
in der etw. vereinfacht dargestellt
wird
Pri|mi|ti|vi|tät: dat.-fra /primitiwität/
die; - ; -en a) o. PI. Einfachheit; einfa¬
che Art u. Weise b) von Niveaulosig-
keit gekennzeichnete Meinung, Idee,
Tat
Pri|miz: dat.> die; - ; -en <kath. Kirche>
erste Messe eines geweihten Priesters
Prijmus: dal.i der; - ; Primi u. Primusse
beste(r) Schülei(in) einer Schulklasse
Prim|zahl: die; ~ ; -en <Math.> ganze, na¬
türliche, nur durch 1 u. sich selbst teil¬
bare Zahl, die größer als 1 ist
Pr|n|te: dat.-fr.-niederb die; -; -n aus ei¬
nem Lebkuchenteig gefertigtes Ge¬
bäck
Print|me|di|en: <engl.; lat.> die (PI..) alle
Druckerzeugnisse (wie Zeitungen,
Zeitschriften u. Bücher) '
Prinz: dat.-fr.> der; -en; -en weibl. Prin|-
zes|sin: die; - ; -nen (Titel eines) Mit¬
gliedes) eines Königs-, Fürstenhau¬
ses, das nicht die Regierung ausübt
prinz.: Abk. prinzipiell
Prin[zen|gar|de: die; - ; -n Garde, Be¬
gleitung, des Karnevalsprinzenpaares
eines Vereins
Prin|zen|paar: das;-(e)s; -e für die Kar¬
nevalszeit, Session von einem Kame-
valsverein emannte(r) Prinz u. Prin¬
zessin
Prin|zeps: data der; - ; Prinzipes <hist.>
a) Adliger (od. Senator) im antiken
Rom, der große politische Macht u.
das Recht hatte, bei Abstimmungen
als erster seine Stimme abzugeben u.
damit das Abstimmungsvcrhalten an¬
derer eventuell zu beeinflussen b) o.
PL Bezeichnung, Anrede, Titel des
römischen Kaisers im antiken Rom
seit Augustus
Prin|zeß|boh|ne —» Prin|zess|bohjne:
die; - ; -n grüne, schmale, junge
Bohne
Prin|zes|sin: dat.-fra die; - ; -nen männl.
Prinz: der; -en; -en 1 (Titel eines) Mit¬
gliedes) eines Königs-, Fürstenhau¬
ses, das nicht die Regierung ausübt 2
Prinzessin auf der Erbse: 1. Name ei¬
nes Märchens von H. C. Andersen 2.
[abwert.] überempfindlicher Mensch
(wie die Figur in dem Märchen)
Prin|z|p: data das; -s; -ien /prinzipPn/1
Regel; Grundsatz, nach dem jmd.
vorgeht 2 natur-, gesellschaftswissen¬
schaftliche Grundregel (die innerhalb
eines bestimmten Rahmens nicht ver¬
änderbar ist)
Prin|zi|pal: data der; -s; -e weibl. Prin|zij-
pa|lin: die; - ; -nen [veralt.] 1 Theater-
leiter(in); Direktoren) eines Theaters
2 Inhaberin) einer Firma, eines Han¬
delsgeschäfts (der/die Lehrlinge, Aus¬
zubildende ausbildet)
Prin]zi|pat: data das; -s; re <Musik> 1
[veralt.] sehr tief klingende Trompete
2 häufig benutztes, gespieltes Orgelre¬
gister
prin|zi|pi|ell: data Adj. n. stg. einem
Grundsatz entsprechend, ihn betref¬
fend; grundsätzlich
prinjz]|pi|en|los: Adj. n. stg. keine Prin¬
zipien, festen Grundeinstellungen ha¬
bend
Prin|zi|pi(en|rei|ter: der; -s; ~ weibl.
Prin|zi|pi|en|rei|te|rin: die; - ; -nen [ab¬
wert.] Person, die übermäßig an Prin¬
zipien, einmal gefaßten Grundeinstel¬
lungen festhält u. Entscheidungen
von Prinzipien abhängig macht
Prin|z||pi|en|rei|te|rei: die; - ; -en [ab¬
wert.] übertriebenes Festhalten an
Prinzipien, einmal gefaßten Grund¬
einstellungen ohne Berücksichtigung
der spezifischen Situation
Pri|or: data der; -s; Prioren dcath.
Kirche) a) (bei manchen~Orden) er¬
ster, leitender Geistlicher in einem
Mönchskloster b) Leiter einer kleine¬
ren, unselbständigen Abtei o. ä. c)
Person, die die Stellvertretung eines
Abtes übernimmt, übernehmen kann
Prio|rat—* Pri|o|rat: data das; -(e)s; -e
1 Amt, das ein Prior innehat 2 kleine¬
re, unselbständige Abtei im Herr¬
schaftsbereich eines größeren Klo¬
sters
Prio|ri]tät—> Pri|o|rijtät: dat.-fra die; -;
-en 1 Vorrang, höchste Wichtigkeit
im Vergleich mit anderen Dingen 2 n.
PL <Bankw.> vorrangig behandelte
Aktien o. ä. (einer Firma)
Pri|se: dat.-fra die; - ; -n 1 kleine Men¬
ge, die mit den Fingern zu greifen ist
»eine Prise Salz« 2 [seemannssprl.j er¬
obertes Schiff mit allen auf ihm be¬
findlichen Wertgegenständen
Pri[sen|recht: das; -(e)s; -e (Rechtsw.;
Seefahrt) der kriegsführenden Partei
zustehendes Recht zur Übernahme ei¬
ner Prise, eines Schiffes als Beute
Prisjma: das; -s; Prismen 1 (Math.) Kör¬
per aus zwei gleichem Vielecken, die
durch Parallelogramme verbunden
sind 2 (Physik; Optik) Keil aus einem
Material, das die Lichtstrahlen
bricht, in Spektralfarben zerlegt od.
aber gänzlich reflektiert
pris|ma|tisch: <gr.-lata Adj. n. slg. a)
dem Prisma ähnlich; in Form eines
Prismas b) von einem Prisma ausge¬
löst; einem Prisma zuzuordnen
pris|men|för[mig: Adj. n. stg. dem Pris¬
ma ähnlich; in Form eines Prismas
Pris|men(glas: das; -es; -gläser Vergrö-
, ßerungsglas zum Sehen in die Ferne,
Syn.: Fernglas
Pritjsche: die; - ; -n 1 schmale, harte,
aus Holz bestehende, einfache Liege 2
- Ladefläche eines Wagens o. ä., deren
Seitenwände abklappbar sind
priva Abk. privat
pri|vafc data /priwat/ Adj. privater;
privateste a) die eigene Person betref¬
fend »Diese private Frage beantworte
ich nicht.« b) nicht beruflich »Privat
bevorzuge ich andere Kleidung, als ich
sie im Büro trage.« c) nicht für die Öf¬
fentlichkeit bestimmt, für sie organi¬
siert d) von Privat von privat: von
Privatleuten, nicht einer Firma
(verkauft) c) an Privat —a. an privat:
an Privatleute, nicht an eine Firma
(verkauft)
—* pri|vat versichert: s. privatversi¬
chert "
Pri|vgt|adres|se —s- Pri|vat|a|d|re3|se:
/priwat-/ die; - ; -n im Gegensatz zur
Dienstadresse den Ort des persönli¬
chen Wohnsitzes angebende Adresse,
Anschrift
Pri|vat|an|ge|le|gen|heit: /priwat-/<fe; - ;
-en nicht dienstliche Angelegenheit;
Vorgang, Ereignis, Problem, der/das
nur einen selbst betrifft
Pri|vat|an|schrift: /priwat-/ die; ~ ; -en
im Gegensatz zur Dienstadresse den
Ort des persönlichen Wohnsitzes an¬
gebende Adresse, Anschrift
Prilvatjbank: /priwat-/ die; • ; -en Bank,
die im Privatbesitz eines, mehrerer
Bankiers ist u. nicht vom Staat ge¬
führt (od. von Aktionären kontrol¬
liert) wird
Pri[vat|be|sitz: /priwat-/ der; -es; -e (PL
s.) in privatem Besitz befindliches,
vom Staat nur über die allgemeinen
Gesetze kontrolliertes Vermögen
Pri|vat|de|tek|tiv: /priwat-/ der; -(e)s; -e
weibl. Pri|vat|de|tek|ti|vin: die; -; -nen
private(r), nicht vom Staat beschäf-
tigte(r) Ermittler(in), der/die freibe¬
ruflich od. in der Wirtschaft arbeitet
Pri|vat|do|zent: /priwat-/ der; -en; -en
weibl. Prijyat|do|zen]tin: die; - ; -nen
Universitätslehrerfin), der/die auf
Grund der Habilitation die Befugnis
erhalten hat, eigenverantwortlich
Lehrveranstaltungen abzuhalten, je¬
doch keine Professorenstelle innehat
Pri|vat|ei|gen|tum: /priwat-/ das; -(e)s;
- Eigentum, das einer Person als Be¬
sitz zur freien Verfügung steht, per¬
sönlich gehört
Pri|vat|fahr|zeug: /priwat-/ das; -(e)s;
-e Fahrzeug einer Privatperson, das
nicht von einer Firma gestellt ist
Pri|vat|fern|se|hen: /priwat-/ das; -s; -
[ugs.] (alle) Femsehanstalt(en), -ge-
sellschaft(en), die nicht dem öffent¬
lich-rechtlichen Bereich angehören
Pri|vat|ge|spräch: /priwat-/ das; -(e)s;
-e Gespräch (auch am Telefon), das
aus privaten, nicht beruflichen Grün¬
den geführt wird
Pri|va|b|pn: data /priwazion/ die; ~ ; -en
[veralt.] a) das Bestehlen von jmdm.
b) Enteignung von jmdm. durch den
Staat
Prifya|ti|sie|riing: data /priwatisirung/
die; - ; -en (Wirt.) Umwandlung von
staatlichem, gemeinschaftlichem Ei¬
gentum in das einzelner Personen des
Privatrechts
pri|va)t]sisi|me: data /priwatissime/
Adv. [geh.; veralt.] streng im Vertrau¬
en; äußerst persönlich, vertraulich
pri|va|tiv: data /priwatif/ Adj. n. stg.
(Sprächwiss.) a) das Fehlen, die
Nichtexistenz von etw. markierend
888
Problemfilm
»’Un-' u. 'in-' sind privative Präfixe,
Vorsilben.« b) ein, das Privativ ( =
Verb, das das Entfernen von etw. be¬
inhaltet) betreffend, ihm zuzuordnen
Pri|vat|lda|ge: /priwat-/ die; - ; -en
<Rechtsw.> Verfolgung einer Straftat
durch den Verletzten od. Antragsbe¬
rechtigten ohne vorherige Anrufung
der Staatsanwaltschaft
Pri|yat|kli|nik: /priwat-/ die; - ; -en Kli¬
nik, die Privatleuten gehört u. wirt¬
schaftlich unabhängig ist
Prifvat)te|ben: /priwat-/ das; -s; - Be¬
reich des Lebens, Daseins, der außer¬
halb des beruflichen o. ä. Lebens ge¬
führt wird
Pri|vat)leh|rer: /priwat-/ der; -s; - weibl.
Prijvat|leh|ne|rin: die; --neu in priva¬
tem Auftrag Unterricht in einem,
mehreren (klassischen Schul-)Fä-
chem erteilende(r) Lehrer(in)
Pri|vat|pa(ti|ent; /priwat-/ der; -en; -en
weibl. Prijvat|pa|ti|en]tin: die; ~ / -nen
Patient, der seine Behandlung selbst
bezahlt od. der in einer privaten
Krankenkasse versichert ist
Pri|vat|peijson: /priwat-/ die; - ; -en
Person, die in eigenem u. nicht in ge¬
schäftlichem Interesse handelt
Pri|vat|recht: /priwat-/ das; -(e)s; -
(Rechtsw.) bürgerliches Recht, das
die Rechte der einzelnen Person be¬
trifft u. die Beziehungen von (Privat-)
Personen rechtlich regelt, Syn.: Zivil¬
recht, Ant.: öffentliches Recht; Straf¬
recht
Pri|vatjsphä|re: /priwatßfär«/ die; - ; -n
sehr privater Bereich »Die Reporter
drangen in seine Privatsphäre ein.«
Pri|vat|un|teijricht: /priwat-/ der; -(e)s;
- Unterricht, der privat gehalten u.
bezahlt wird
pri|vat|ver|si|chert —»■ pri|vat ver|si|-
chert /priwat-/ Adj. n. stg. bei einer
privaten Krankenversicherung versi¬
chert
Pri|vat|wirt|schaft: /priwat-/ die; * ; - a)
Gesamtheit der privaten Unterneh¬
men, Firmen b) Wirtschaftssystem, in
dem ein großer Teil des Wirtschafts¬
aufkommen von der Privatwirtschaft
erarbeitet wird
Pri|vatfwoh|nung: /priwat-/ die; - ; -en
private Wohnung, die nicht beruflich
genutzt wird
Priv.-Doz.: Abk. Privatdozent(in) = Ti¬
tel eine(s)(r) Hochschullehrers, -lehre¬
rin, der/die habilitiert, aber noch
nicht Professor(in) ist
Pri|vi|f®9: <to-> /priwileg/ das; -(e)s; -ien
Ipriwilegitnl u. -e Vor-, Sonderrecht,
das jmdm. (in einer Gesellschaft) zu¬
gebilligt wird
pri|vi|le|gie|ren: dato /priwilegiren/ pri¬
vilegiert; privilegiertest; hast privile¬
giert [geh.] jmdn. mit besonderen
(Vor-)Rechten ausstatten
Pr.-Kl.: Abk. Preisklasse
Pr.-Nachl.: Abk. Preisnachlaß
Pr.-Nr.: Abk. Privatnummer
Pro: dato das; -s; -s das Für; Argument,
das für etw., eine Handlung spricht
»Pro u. Contra einer Sache abwägen«
pro: dato I Adv. Zustimmung zu, Unter¬
stützung für etw. signalisierend; für II
Präp. mit Akk. je; jeweils »Pro Person
gibt es 100 DM.« II11 pro anno: jähr¬
lich 2 pro centum: für hundert 3 pro
domo: in eigener Sache 4 pro forma:
1. [wörtlich] für, wegen der Form 2.
zum Schein 5 pro memoriam: zum
Gedächtnis; zur Erinnerung '6 pro
mille: von Tausend 7 pro nihilo: ver¬
geblich 8 pro patria: für das Vater¬
land 9 pro tempore: vorläufig
pro-/Pro-: dato Wortbildungselement;
meist in Adjektiven für; für das im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückte sein;
dem im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten zustimmend, es unterstüt¬
zend, Ant.; anti-/Anti-; contra-/Con-
tra-
Prp|band: dato der; -en; -en weibl. Pro|-
ban|din: die; - ;.-nen 1 Psychologie;
Med.> Person, die sich für Untersu¬
chungen od. Arzneimitteltests zur
Verfügung stellt 2 [fachsprl.] Person,
für die Ahnenforschung betrieben,
eine Ahnentafel ausgearbeitet wird 3
<Rechtsw.> von einem Bewährungs¬
helfer betreute(r), auf Bewährung
entlassene(r) Strafgefangene(r)
projbat: dato Adj. probater; probateste
untersucht (u. als geeignet eingestuft);
erprobt
Pro|be: dato die; ~ ; -n 1 Erarbeitung,
Einüben, vorangehende Arbeit (zu
Theateraufführungen o. ä.) 2 a) klei¬
ner Teil eines Ganzen zur Untersu¬
chung »Wir nehmen eine Probe des
Gewebes.« b) kleine Menge von etw.,
einer Ware zur Erprobung 3 Test, um
die Fähigkeiten o. ä. eines Menschen
festzustellen 4 auf Probe: zum Ver¬
such 5 die Probe aufs Exempel
machen: etw. zur Kontrolle auspro¬
bieren 6 etw. auf die, eine (harte) Pro¬
be stellen: etw. besonders stark in
Anspruch nehmen 7 jmdn. auf die
Probe stellen: jmds. Fähigkeiten,
Hilfsbereitschaft o. ä. testen -
—» Projbe fah|rert s. probefahren
Pro|be|ab|zug: der; -(e)s; -abzüge 1
<Druckw.> erster Abzug, der zur Kon¬
trolle, als Probe erstellt wurde 2 Pho¬
tographie) Positiv, Abzug, das/der
zur Probe durchgeführt wird .
Pro|be|alarm —» Prp|be(a|larrre der;
-(ejs; - Alarmsignal, das zur Probe
gegeben wird, um für den Ernstfall zu
trainieren
Pro|be|boh|rung: die; - ; -en (Technik)
Bohrung nach Bodenschätzen, die
zur Probe durchgefühlt wird, so daß
der Boden analysiert werden kann
Pro|be|ex|em|plar —» Pro|be|e|xjem|p|-
iär das; -(e)s; -e Muster einer (zu¬
künftig in Serie gefertigten) Ware
prp|be|fah|ren —* Pro|befah|rett fährst
probe; fuhr (e)st probe; bist/hast pro¬
begefahren —>fährst Probe; fuh-
r( e)st Probe; bist! hast Probe
gefahren*— eine Testfahrt durch¬
führen; ein Auto o. ä. zur Probe, zum
Test fahren
Pro|be[fahrt: die; - ; -en Fahrt, um ein
Fahrzeug zu erproben, um die Taug¬
lichkeit von etw. zu testen
pro|be|hal|ber: Adv. zu Testzwecken;
um einen Test zu machen
Projboljahr: das; -(ejs; -e Probezeit (für
eine Tätigkeit), die ein Jahr andauert
Pro|be|lauf: der; -(ejs; -laufe (Technik)
erster Einsatz einer Maschine zur Er¬
probung der Funktionsfähigkeit
pro|ben: dato probst; probtest; hast ge¬
probt a) einüben »ein neues Stück
proben« b) üben
Pro|ben|arjbeit- die; - ; -en (PI. s.) alle
Vorbereitungen, die während der
Proben für eine Aufführung von den
Mitwirkenden durchgeführt werden
Pro] bejsen (düng: die; ~ ; -en 1 Waren¬
probe, die per Post zugeschickt wurde
2 a) Fernseh-, Radiosendung, die zur
Übung geprobt u. aufgezeichnet wird
b) Fernseh-, Radiosendung, die zur
Ermittlung des Zuschauerinteresses
einem ausgewählten Zuschauerkreis
zur Beurteilung vorgestellt wird
Prp|be|stück: das; -(ejs; -e Exemplar
von etw., einer Ware zum Ausprobie¬
ren
pro|be|wei|se: Adv. probehalber; zu
Testzwecken; um einen Test zu ma¬
chen
Pro|be|zeit die; - ; -en 1 begrenzte Zeit¬
spanne, während der die Fähigkeit zu
etw., einer bestimmten beruflichen
Arbeit bewiesen, nachgewiesen wer¬
den muß 2 (Rechtsw.) [Schweiz.] Be¬
währungsfrist
pro|biejren: dato probierst; probiertest;
hast probiert 1 a) eine Speise od. ein
Getränk abschmecken (um zu sehen,
ob noch etw. fehlt) »Ich habe die Sau¬
ce probiert, es fehlt noch Salz.« b) eine
Speise od. ein Getränk (erstmalig)
versuchen 2 etw. anziehen, um zu se¬
hen, ob es paßt, sitzt u. einem steht 3
etw. (zu tun) versuchen »Ich probiere,
ob ich ihn telefonisch erreichen kann.«
Syn.; ri; 2; 3> versuchen 4 Probieren
geht über studieren: die Praxis ist
besser als die Theorie; man sollte etw.
einfach versuchen, ohne lange zu
überlegen
Probl.: Abk. a) Problem b) Problematik
probl.: Abk. problematisch
Pro|blem —> Pro|b|lent <gr.-lato das;
-(ejs; -e 1 schwierige Aufgabe, Frage,
die es zu lösen gilt 2 Schwierigkeiten;
Sorgen; etw., was jmdn. bedrückt 3
Probleme wälzen: [ugs.] immer wie¬
der über Probleme nachdenken
pro|ble|ma]tisch —> pro|b|le|ma)tisch:
Adj. mit Problemen behaftet; Proble¬
me, Schwierigkeiten aufwerfend, be¬
reitend
pro|ble[ma|ti|sie]ren —* pro|b|le|ma|ti|-
sie|rett problematisierst; problemati¬
siertest; hast problematisiert [geh.] die
(möglicherweise) schwierigen, diskus¬
sionswürdigen Aspekte, Gesichts¬
punkte einer Sache, eines Vorgehens
. herausstellen, darlegen
Pro|blem|be|reich , —» Pro|b|lem|be|-
reieft der; -(ejs; -e räumlicher od.
sachlicher Bereich, der Probleme ver¬
ursacht, mit sich bringt
Pro|blem|be|wuBt]sein —* Pro|b|lem|-
be|wusst|sein: das; -s; - Erkennen ei¬
nes Problems; Bewußtsein darüber,
daß eine Schwierigkeit, ein Problem
vorhanden ist
Pro|blem[film —*■ Pro|b|lem|filmc der;
-(ejs; -e sich mit Problemen, Schwie¬
rigkeiten einer Person (in einer Ge¬
sellschaft) auseinandersetzender
Film; Film, der Probleme nicht zu
verdrängen od. zu verschleiern ver¬
sucht
889
Problemkreis
Profb(em|kreis—* Pro|b|iem|kreis: der;
-es; -e Gruppe miteinander verbunde¬
ner Probleme
problemlos —*■ problemlos: Adj. n.
stg. ohne Schwierigkeiten; keine Pro¬
bleme mit sich bringend
pro|blem|ori|en[tiert —*■ pro|b|lem]ori|-
enbert: Adj. n. stg. a) ein od. mehrere
Probleme berücksichtigend b) <EDV>
das Lösen bestimmter Aufgaben an¬
strebend -
Pro|blem|stel|lung —> Pro|b|lem|stel|-
lung: die; - ; -en a) das Konstruieren,
Problematisieren, die Formulierung
von Problemen b) Problem, das dis-
kuriert werden muß
Pro|blem|stück —* Pro|b|lem|stück: ■■
das; -(e)s; -e <Literaturwiss.> (Thea¬
terstück, das sich mit Problemen
auseinandersetzt
probw.: Abk. probeweise
Projce|de|re/Pro|ze|deire: dato /proze-
dere/ das; - ; - (PI. s.) [geh.] Art u.
Weise der Durchführung von etw.;
Verfahrensweise
Prod.: Abk. a) Produkte) b) Produktion
c) Produzent(in)
prod.: Abk. a) produktiv = ergiebig b)
produziert = hergestellt
Pro|du]cer: dat.-englo /prodjußer/ der;
-s; - Hersteller(in), Produzenten)
(meist eines Kinofilms)
Prq|duct placejment —> Pro]duct|-
place|ment: dat.-englo /prqdakt
ple'ßment/ das; -s; -s (PI. s.) (Wirt.;
Werbung) beiläufiges Zeigen eines
Artikels in einem Film, einer Fernseh¬
produktion, um auf diese Art für ihn
zu werben
Proldukt: dato das; -(e)s; -e 1 a) Er¬
zeugnis, Ergebnis eines Arbeits-, Pro¬
duktionsvorganges »ein neues
Produkt« b) <Math.> Ergebnis des
Malnehmens, Multiplizierens
Pro|duk|ti|on: dato /produkzion/ die; - ;
-en a) Herstellung von Waren; von
jmdm., einer Firma hergestellte Ware
b) Herstellung eines Film, einer Fern¬
sehsendung o. ä.
Pro[duk[ti[gns[an|la|ge: /produkzionß-/'
. die; - ; -n Maschinen, die für die Fer¬
tigung, Produktion einer Ware, eines
Warentyps verwendet wird
Pro|duk|ti|onsjer|fah|rung: /produk¬
zionß-/ die; - ; -en Erfahrung, erwor¬
bene Kenntnisse, die jmd., eine Firma
hinsichtlich des Produzierens (eines
Artikels, Artikeltyps) besitzt
Pro|duk|ti|ons|fluß —*■ Pr®|duk]ti|ons|-
fluss: /produkzipns-/ der; -flusses; -
a) Produktion ohne Unterbrechung;
ständig anhaltende Produktion b)
Voranschreiten einer Produktion
Pro[duk|tl|ons[ko|sten —* Pro(duk|ti|-
ons|kos[ten: /produkzionß-/ die (PI.)
Kosten, die beim Produzieren entste¬
hen; Geldsumme, die die Herstellung
von etw. kostet
Pro|duk|ti|pns|lej|stung —» Pro|duk|ti|-
ons|leis|tung: /produkzionß-/ die; - ;
-en quantitatives Ergebnis, das in ei¬
nem Produktionsprozeß erzielt wird
Pro|duk|ti|ons|mit|tel: /produkzionß-/
die (PL) 1 (marxistische Philosophie)
alle für einen Produktionsprozeß not¬
wendigen Maschinen, Dinge 2 Fakto¬
ren, Aspekte, die eine Produktion be¬
einflussen
Pro|duk|tilonsjpro|zeB —» Pro|duk|ti|-
pns|pro|zess: dato /produkzionß-/
der; -prozesses; -prozesse Art u. Wei¬
se, Ablauf der Produktion von etw.
Projduk|ti|qns|stät[te: /produkzionß-/
die; - ; -n für das Produzieren von
etw. genutzte Räumlichkeit; geogra¬
phischer Ort, an dem etw. produziert
wird
Pro|duk|ti|ons|tech|mk: /produkzionß-/
die; - ; -en alle technischen Vorgänge
- u. alle Maschinen, die während eine»
Produktionsprozesses ablaufen, be¬
nutzt werden
pro|dukftiv: dat.-fro /produktif/ Adj. a)
leistungsfähig; einen großen Ertrag
bringend »Unsere Zusammenarbeit ist
sehr produktiv.« b) gestalterisch;
schaffensfreudig, kreativ arbeitend
Pro|dukjti|vi|tät: /produktiwität/ die; - ;
-1 Leistungsfähigkeit; Ergiebigkeit 2
Kreativität, die jmd. entwickelt
Pro|dukt|ma|na|geR der; -s; - weibl.
Projdukt|ma|na|ge|rin: die; ~ ; -nen
Person, die für Herstellung, Vertrieb
u. Werbung für ein Produkt zustän¬
dig ist
Pro|dukt|pa|lettte: die; - ; -n Auswahl
an Produkten; Gesamtheit der von
jmdm. hergestellten Warentypen
Pro|du|zent: dato der; -en; -en weibl.
Pro|du|zen|tin: die; - ; -nen a) Herstel-
ler(in) von etw., einer Ware o. ä. b)
Leiterin) der Produktion, Herstel¬
lung (oft eines Films o. ä.)
pro|du|zje|ren: dato produzierst; produ¬
ziertest; hast produziert a) etw. her¬
steilen, erzeugen, anfertigen b) einen
Film, eine Fernsehsendung o. ä. her¬
stellen lassen, bezahlen
pro|du|zie|ren, sich: dato produzierst
dich; produziertest dich; hast dich pro¬
duziert [iron.; abwert.] sich (selbst)
darstellen, aufspielen
Prof.: Abk. Professorin)
prof.: Abk. 1 professionell = berufsmä¬
ßig; wie ein Profi 2 profiliert = Aner¬
kennung habend 3 profitabel — ge¬
winnbringend
projfan: dato Adj. n. stg. [geh.] a) nicht
kirchlich, sondern weltlich »profane
Bauten« b) nichts Besonderes, son¬
dern häufig vorkommend u. recht un¬
wichtig
Proffan|bau: der; -(e)s; -ten (Archit.;
Kunstwiss.) weltliches, nicht dem
Gottesdienst, sakralen Handlungen
dienendes Gebäude
Pro|fa|ne: der u. die; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Profaner; eine Pro¬
fane; zwei Profane) (Religion) [geh.]
Person, die ungeweiht ist, keine Prie¬
sterfunktion o. ä. einnimmt
Pro)fa|ni|tjjt: dato die; - ; -en [geh.] 1 o.
PL Weltlichkeit; Zugehörigkeit zum
weltlichen, nichtreligiösen Bereich 2
Gewöhnlichkeit einer Sache, Hand¬
lung
Pro|fg6 —» Prozess: dato die; - ; Pro¬
fesse (kath. Kirche) Gelübdeablegung
(von Nonnen u. (Ordens-)Priestem)
Pro|fes|se: dato der u. die; -n; -n (mit
unbestimmten) Art.: ein Professer;
eine Professe; zwei Professe) (kath.
Kirche) Person, die ein (Ordens-)Ge-
lübde ablegt
Pro|fes|si|on: dat.-fro die; - ; -en [geh.]
Beruf, den jmd. ausübt, mit dem jmd.
seinen Lebensunterhalt verdient
Pro|fes|sio|nal/Pro|fesjsio|nal —» Pro|-
fes[si|o|nal: dat.-englo /profeschenel
u. Professional/ der; -s; [engl.] -s
Iprofeschenelsl u. [dt.] -e jprofeßio-
nalei Person, die etw. professionell,
(hauptberuflich betreibt; Könneifin)
ProJfes|sio|na|li|sje|mng —> Pro(fes|si|-
o(na|li|sjejrung: die; - ; -en a) Vor¬
gang, Handlung, mit der man etw. zu
seiner Erwerbsquelle, zu seinem Beruf
macht b) Überführung einer Tätigkeit
in die Obhut, den Bereich einer beruf¬
lich dafür ausgebildeten Person o. ä.
Pro|fes|sio|na|lis|mus —> Pro|fes|si|o|-
na|lis|mus: der; - ; - (qualifiziertes)
berufliches Durchfuhren einer Tätig¬
keit
Pro|fes|sio|na|li|tät —> Pro|fes|si|ojna|-
li|tät: die; - ; - Zustand des Arbeitens
als Profi, des Professionellseins, des
Könnens, der Ausführung von etw.
als Beruf
pro|fes|sio|nell —>■ pro|fes|si|o|nell:
Adj. n. stg7.a) berufsmäßig b) wirklich
könnend, sachverständig, fachkundig
proffesfsio|niert —> pro[fes|si|o|njert:
Adj. n. stg. [selten] als Beruf, offiziel¬
les Gewerbe
Pro(fes|sio|njst —*• Pro|fes|si|o|nist:
der; -en; -en weibl. Pro|feslsio|n]|stin
—»• Pro|fes|si|o|nis|tin: die; - ; -nen
[österr.] qualifizierte(r) Handwerke¬
rn)
Pro(fes|sor: dato der; -s; Professoren
weibl. Pro|fes[sq|rin: die; - ; -nen 1
Person, die einen Lehrstuhl an einer
Hochschule innehat; beamtete(r)
Hochschullehrer(in) 2 [österr.] Lehre-
r(in) an höheren Schulen 3 zerstreu¬
ter Professor [ugs.] Mensch, der
häufig etw. vergißt
pro|fes|so|ral: dato Adj. n. stg. [geh.] a)
einen Professor betreffend, ihm zuzu¬
ordnen; wie ein Professor b) [abwert.]
mit gestelzter, übertriebener Würde
c) [abwert.] (soziale) Zusammenhän¬
ge weltfremd betrachtend
pro|fes|so|ren[mä|ßig: Adj. n. stg. wie
ein Professor; einen Professor betref¬
fend, ihm zuzuordnen
Pro|fes|sojren|ti|tel: der; -s; - akademi¬
scher Titel, der mit einer Professur
verbunden ist
Pro|fes|sors(fraii: die; - ; -en [veralt.]
Ehefrau, Gattineines Professors
Pro|fes|sor|ti|tel: der; -s; - akademi¬
scher fitel, der mit einer Professur
verbunden ist
Pro|fes|sur: dato die; - ; -en Lehrstuhl,
den ein Professor (an einer Universi¬
tät) innehat
Pro|fi: Kurzw. dat.-englo der; -s; -s
<englo Professional = Person, die
etw. professionell, berufsmäßig, nicht
amateurhaft, dilettantisch tut, Ant.:
Laie
Pro|fi|bo|xer: der; -s; - weibl. [selten]
Pro|fi|bo(xe|rin: die; - ; -nen Sportle¬
rin), der/die das Boxen professionell,
als Beruf betreibt
Pro|fi|fuB|baljler: der; -s; - weibl. [sel¬
ten] Pro)fi|fuB|bal|le|rin: die; - ; -nen
Fußballer(in), der/die das Fußball¬
spielen als Erwerbsquelle hat, profes¬
sionell, als Beruf betreibt
890
Programmheft
Projfil: <lat.-it.-fr.> das; -(e)s; -e 1 Seiten¬
ansicht; seitlicher Umriß 2 senkrech¬
ter Schnitt durch etw. (z. B. die
Erdoberfläche) 3 Struktur an der Un¬
terseite von Sohlen od. an Reifen 4
Eigenart einer Person; Charakter;
Charisma »ein Mann mit Profil«
Pro|fi|la|ger: das; -s; - <Sport> [ugs.] alle
Profis
Pro|fil|an|sicht: die; ~ ; -en Seitenansicht
eines Menschenkopfes od. -körpers
Pro|fil|bild: das; -(e)s; -er Zeichnung,
Photographie, die von einer Profilan¬
sicht eines Menschen gemacht wird,
wurde, jmdn. im Profil zeigt
Pro|fil|ei|sen: das; -s; - <Technik> [ver-
alt] Profilstahl
pro|fi|lie|ren: dat.-fr.i profilierst; profi¬
liertest; hast profiliert 1 einkerben;
mit Mustern versehen »Er hat die
Oberfläche des Bleches profiliert.« 2 a)
[selten] jmdm., einer Sache eine cha¬
rakteristische Eigenschaft geben
pro|fi|liefren, sich: dat.-fro profilierst
dich; profiliertest dich; hast dich profi¬
liert 1 besonderes Können auf einem
bestimmten Gebiet entwickeln u. da¬
für bekannt werden 2 im Profil, in der
Seitenansicht sichtbar werden
pro|fi|liert: <lat.-fr.> Adj. profilierter; pro¬
filierteste a) von besonderem Charak¬
ter; mit besonderer Ausstrahlung b)
beruflich etabliert, als fähig eingestuft
Pro)fi|lie|rung: die; - ; -1 berufliche Eta¬
blierung durch Herausbildung beson¬
derer Qualifikation 2 Darstellung im
Profil
pro|fil|los: Adj. n. stg. kein Profil, keinen
Charakter, keine Ausstrahlung auf¬
weisend
Pro|fi!ineu|ro|se: die; - ; -n <Psychologie>
krankhafte Angst, in der Gesell¬
schaft, im Vergleich mit anderen un¬
bedeutend zu sein, die dazu führt, daß
man sich besonders profilieren
möchte
Pro|fH|stahl: der; -(e)s; - <Technik>
Stahl in besonderer Form, der durch
Walzen hergestelit wird
Pro|fil|tietfe: die; - ; -n Höhe, Tiefe, die
ein Profil (z. B. eines Reifens) auf¬
weist
Pro|fi!|zeich|mjng: die; - ; -en Zeich¬
nung, die von einer Profilansicht er¬
stelltwird
Pro|fi|spie|ler. der; -s; - weibl. Projfi|-
spie|le|rin: die; ~ ; -nen Sportlerin),
der/die seine (Ball-)Sportart als Beruf
ausübt
Pro(fi[sport: der; -(e)s; - Sport, der als
Beruf ausgeübt wird
Pro(fit: (lat.) der; ~(e)s; -e (geschäftli¬
cher, finanzieller) Gewinn; Nutzen,
Vorteil einer Handlung, Ant.: Verlust
—*■ Pro|fit bringend: s. profitbringend
pro|fifta|bel: <lat.-fr.> Adj. profitabler;
profitabelste einen Gewinn abwer¬
fend, bringend
proffit|brin|gend —> Profit brin|gend:
Adj. n. stg. (finanziellen) Gewinn ein¬
bringend
Prolfilteur: der; -s; -e weibl. Protfitteul-
rin: die; - ; -nen [abwert.] aus etw. (un¬
moralischerweise) Gewinn ziehende
Person; Person, die zu ihrem eigenen
wirschaftlichen Vorteil andere Men¬
schen ausnutzt
Pro|frtjgier die; - ; - [abwert.] überzoge¬
nes Streben nach Gewinn, Vorteil
ohne Rücksichtnahme auf die Inter¬
essen anderer Menschen
pro|fi|t|e|ren: dat.-fro profitierst; profi¬
tiertest; hast profitiert durch jmdn.
od. etw. (wirtschaftliche) Vorteile ha¬
ben
Pro|fit|jä|ger: der; -s; ~ weibl. [selten]
Prö|fit|ja|ge|rin: die; - ; -nen [abwert.]
ohne Skrupel, Rücksichtnahme auf
andere Menschen nach Profit stre¬
bende Person
Pro|frt|ma|cher: der; -s; ~ weibl. Pro|fit|-
ma|che|rin: die; - ; -nen [abwert.] aus
jeder Situation Profit, Gewinn erzie¬
lende Person
Projfrt|ma|che|rei: die; - - [abwert.]
rücksichtsloses, soziale Regeln mi߬
achtendes Gewinnmachen
Pro|fit|stre|ben: das; -s; - [abwert.]
(überzogenes) Bemühen, Profitzu er¬
langen
Pro-for|ma-Rach|nung: die; - ; -en
<Wirt.> nur zum Schein (z. B. aus steu¬
erlichen Gründen) ausgestellte Rech¬
nung
profund: dat> Adj. profunder;
profimdfejste 1 [geh.] sehr genau,
fundiert 2 <Med.> tief im Inneren lie¬
gend
Pro|fun|dal: dat> das; -s; - a) <Geogra¬
phie> tiefliegende Schicht der Süßge¬
wässer ohne Pflanzenwuchs b) <Bio.>
alle Lebewesen, die im Profundal (a)
existieren "
Pro|fun|di|tät: dat.> die; - ;- [geh.] Diffe¬
renziertheit aufgrund genauer Kennt¬
nisse
pro)fus: dato Adj. profuser; profuseste
<meist Med.> extrem intensiv; über¬
mäßig »eineprofuse Blutung«
Prog.: Abk. Prognose = Vorhersage
prog.: Abk. prognostisch =. vorhersa¬
gend
Progn.: Abk. Prognose = Vorhersage
progn.: Abk. prognostisch - vorhersa¬
gend
Projgnojse —» Pro|g|ng|se: <gr.-lat.>
die; - ; -n Vorhersage (aufgrund be¬
reits vorhandener Daten)
Pro|gno|se|veijfah|ren —» Pro|g(no|seJ-
ver|fah|ren: das; -s; - wissenschaftli¬
che Methode zur Erlangung einer
Prognose, Vorhersage
Pro|gng|stik —* Pro|gjnos|tiic <gr.-lat.>
die; - ; - «neist Med.) wissenschaftli-
che(s) Bestreben, Methode, Progno¬
sen zu erstellen
pro|gno|stisch —» pro|g|nos|tisch:<gr-
lat.> Adj. n. stg. [fachsprl.] vorhersa¬
gend; eine Prognose machend; Pro¬
gnosen betreffend
prog|no|sti|z]e|ren —» pro|g|nos|ti|zie|-
ren: prognostizierst; prognostiziertest;
hast prognostiziert voraussichtlich
Eintreifendes, Zukünftiges (auf der
Basis von bekannten Daten) Vorher¬
sagen
Pro|gno|sti|zie|rung —* Pro|g|nosfti|-
zie|rung: die; - ; -en das Vorhersagen
künftiger Entwicklungen; das Stellen
einer Prognose
Progn: Abk. 1 Programm 2 Progression
= Fortschreiten
progr.: Abk. 1 programmatisch = ei¬
nem Programm, Grundsatz entspre¬
chend 2 programmiert = mit Arbeits¬
anweisungen versehen 3 progressiv =
fortschrittlich
Programm —* Programm: <gr.-lat-
fr.> das; -(e)s; -e 1 beabsichtigter Ver¬
lauf, Plan von etw. 2 Sammlung von
Grundsätzen »Die Partei verabschie¬
dete ihr Programm.« 3 (schriftliche)
Ankündigung eines Ablaufs einer
Veranstaltung o. ä. 4 <EDV> zusam¬
menhängende Anweisungen zur Auf¬
' gabenlösung für einen, in einem
Computer 5 Warenangebot, -palette
Pro|gramm|ab|fol|ge —* Pro|g|ramm|-
ab|fol|ge: die; - ; -n Aufeinanderfolge
von Programmteilen (z. B. bei einer
aus mehreren Teilen zusammenge¬
setzten Aufführung)
Pro{gramm|ab|lauf —>• Pro|g|ramm|-
ab|laufc der; -(e)s; -abläufe Aufeinan¬
derfolge von Programmteilen (z. B.
bei einer aus mehreren Teilen zusam¬
mengesetzten Aufführung)
Pro|gramm|än|de|rung —> Pro|g|-
ramm|än|de|rung: die; - ; -en Ände¬
rung, die mit einem Programm, einer
Programmabfolge vorgenommen
wird
Pro|grantm|an|zei|ger —> Pro|g|ramm|-
an|zei[ger der; -s; ~ (elektronische)
Vorrichtung, auf der Programmhin¬
weise zu lesen sind
pro|grammä|Big (pro|gramm|mä|ßig)
—* immer mit mmm: pro|g|ramm|-
mä|Big: Adj. n. stg. [ugs.] gemäß des
zuvor bekanntgegebenen Program¬
mes
Pro|gram|ma|tik —> Pro|g|ram|ma|tilc
die; - ; -en (PI. s.) [geh.] a) das Vor¬
stellen, Setzen eines Zieles b) (von ei¬
ner politischen, gesellschaftlichen
Gruppe) gesetztes Ziel
Pro]gram|ma|ti|ker —> Pro]g]ram|ma|-
ti|ker der; -s; - weibl. Pro|gram|ma|-
tijke|rin —» Pro|g|ram|maJti|ke|rin:
die; - ; -nen <oft Pol.) [geh.] ein Pro¬
gramm erarbeitende, mit Argumen¬
ten vertretende Person
pro|gram|ma|tisch —> pro|g|ram|ma|-
tisch: Adj. n. stg. [geh.] 1 wie im Pro¬
gramm vorgesehen 2 ein (politisches)
Ziel vorgebend
Pro|gramm|bei|rat —» Pro|g|ramm|-
bei|rat der; -(e)s; -heirate den Inten¬
danten (einer öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalt) beratendes bzw.
kontrollierendes Gremium
Pro|gramm|fol|ge —> Pro|g|ramm(fol|-
ge: die; - ; -n Aufeinanderfolge von
Programmteilen (z. B.. bei einer aus
mehreren Teilen zusammengesetzten
Aufführung)
pro]gramm|gejmäß —* pro|g|rammj-
ge|mäß: Adj. n. stg. laut Programm;
wie im Programm ängekündigt, ge¬
plant
Pro|gramm|ge|stal|tung —> Pro|g|-
ramm|ge|stal|tung: die; - ; -en Art u.
Weise, in der Aufführungen, Fernseh¬
sendungen o. ä. zusammengestellt
sind, umgesetzt werden
pro|gramm|ge|stau|ert —» pro|g|-
ramm|ge|steu|erb Adj. n. stg. <EDV>
durch eine Folge von Anweisungen
zur elektronischen Datenverarbei¬
tung im Ablauf bestimmt
Pro|gramm|heft —> Pro|g|ramm|heffc
das; ~(e)s; -e Broschüre, Heft, aus
891
Programmhinweis
der/dem das Programm (eines Thea¬
ters o. ä.) ersichtlich wird
Pro|gramm|hinlweis —* Pro|g|ramm|-
hin|weis: der; -es; -e im Femselien od.
Radio gesendeter Hinweis auf eine
Sendung; Information über das Pro¬
gramm eines Theaters o. ä., eine Ver¬
anstaltungsreihe
pro|gram|mier)bar —> pro|g|ram|mrer|-
bar: Adj. n. stg. <EDV> so gestaltet,
daß es für die computerisierte Bear¬
beitung benutzt werden kann
pro|gram|mie]ren -s-» pro|g|ram|mie|-
ren: <gr.-lat.-fro programmierst; pro¬
grammiertest; hast programmiert 1
<EDV> Computeranweisungen zur
Lösung einer bestimmten Aufgabe er¬
stellen; einem Computer ein Pro¬
gramm eingeben, das später ange¬
wendet werden kann 2 bestimmten
Konzeptionen folgen 3 von Beginn an
feste Vorstellungen, Erwartungen,
Ziele haben
Pro|gramJmie)rer —> Pro|g|rarrt|mte -
rer: <gr.-lat.-fro der; -s; - weibl. Pro -
gram|mie]re|rin —*■ Pro|g|ram|mie-
re|rin: die; - ; -nen Person, die beruf¬
lich Computerprogramme erarbeitet
u. umsetzt
Pro|gram|mier|spra|che —* Pro|g|-
ram|mier|spra|che: die; - ; -n <EDV>
zur Erstellung von Programmen für
die elektronische Datenverarbeitung
verwendetes, festgelegtes System von
Zeichen
Pro[gram|mie|rung —> Pro|g|ram|mie|-
rung: die; - ; -en Verfahren, Vorgang
des Programmierens (von Compu¬
tern)
Pro|gramm|ki|no —> Pro[g|ramm|ki|no:
das; -s; -s (meist kleines) Kino, wel¬
ches spezielle, in anderen Kinos nicht
(mehr) gezeigte Filme spielt
—» pro)gramm|mä|ßig: s. programmä¬
ßig ~
—» Pro|gramm|mu|sik: s. Programmu¬
sik ~
Pro|gramm|punkt —Pro|g|ramm|-
punkt: der; -(e'js; -e einer von mehre¬
ren Teilen einer Programmabfolge
Pro|gramm|steue|rung —> Pro|g|-
ramm|steu|e|rung: die; - ; -en <EDV>
durch eine programmierte Abfolge
von Befehlen, Prozessen durchge¬
führte, automatische Steuerung eines
Gerätes, Computers
Pro|grammu(sik (Pro|gramm|mu|sik)
—* immer mit ramm: Pro(gjramm|-
mu|sik: die; - ; - instrumentale, eine
Szene, ein Erlebnis darstellende Mu¬
sik, deren Bedeutung der Komponist
(mindestens durch die Überschrift)
kommentiert hat
Pro|gramm)vor|schau —* Pro|g|-
ramm|vor|schau: die; - ; -en Voran¬
kündigung eines kommenden Pro¬
gramms, der einzelnen Programm¬
punkte einer Veranstaltung, eines
Fernsehprogramms
Pro|gramm|zeit|$chrift —» Pro]g|-
ramm|zeit|schrift: die; ~; -en den Ab¬
lauf der Rundfunk- u. Femsehpro-
grammausstrahlungen abdruckende
Zeitschrift
Pro|gramm|zetfte!—> Pro|g|ramm|zet|-
tel: der; -s; - Papierblatt, Zettel, auf
dem das Programm einer Veranstal¬
tung o. ä. abgedruckt ist
Projgreß —» Pro|g|ress: dato der; Pro¬
gresses; - Fortschritt (von etw.)
Pro|gres|si|gn —» Pro|gjres|si|on: dato
die; - ; -en 1 [geh.] Fortschritt, Ent¬
Wicklung, (in Stufen eingeteilte) Stei¬
gerung, der/die bei etw. festzustellen
ist 2 <Steuerw.> nicht nur entsprechen¬
de, sondern überproporzionale Stei¬
gerung, Zunahme des Steuersatzes
bei steigendem (berechenbaren) Ein¬
kommen 3 «Math.) [veralt.] Reihe
pro|gres|si|stisch —» pro|g|res]sis|-
tisch: dato Adj. n. stg. [geh.; selten]
(in übertriebenem Maße) fortschritts¬
gläubig
pro|gres|siv —» pro|g|res|siv: dat.-fro
/progressif/ Adj. n. stg. 1 in Abschnit¬
ten, stufenweise fortschreitend 2 fort¬
schrittlich, Ant.: <1; 2> konservativ
Pro|gres|si|vis|mus —» Pro)g|res|si|-
vis|mus: dat.-englo /progressiwiß-
muß/ der; ~ ; - [geh.; abwert.] über¬
triebener Fortschrittsglaube; überzo¬
genes Bedürfnis nach der Anwendung
fortschrittlicher Dinge, Methoden
Pro]gres|siv|steu|er —» Pro|g|res|sjy|-
steuler: /progressif-/ die; • ; -n «Steu-
erw.> nicht nur entsprechend, sondern
überproportional dem zu besteuern¬
den Einkommen o. ä. ansteigende^)
Steuersatz)
Prp]gym|na]si)um: das; -s; -gymnasien
Gymnasium, weiterführende Schule,
das/die sechs Klassen umfaßt u. keine
Oberstufe hat
pro|hi|bie|ren: dato prohibiert; prohi¬
bierte; hat prohibiert [geh.; veralt.]
verbieten; untersagen; nicht gestatten
PR>|hi|bi|ti|on: dato /prohibizion/ die;
-; -en t [veralt.] a) Verbot; Verhinde¬
rung einer Handlung b) Vorbeugung
2 o. PI. staatliches Alkoholverbot
Pro|hi|bi|tio|nist —* Pro|hi|bi|ti|o|nist:
dato /prohibizionißt/ der; -en; -en
weibl. Pro|hi|bi|tio|n(|stin —* Pro|hi|-
bi|ti|o|nis|tin: die; - ; -nen [geh.] Per¬
son, die das staatliche Verbot, Alko¬
hol herzustellen od. zu handeln, un¬
terstützt
Pro|hi|bi|tiv: dato /prohibitif/ der; -s; -e
«Sprach'wiss.) Befehlsform, die ver¬
neint ist (als Mahnung)
Pro|hi|bi)tiv|zoll: /prohibitif-/ der; -(e)s;
-zolle «Wirt.) besonders hoher Zoll,
der die Einfuhren, Importe er¬
schweren, vermindern soll
Proj.: Abk. Projekt
Proligkt: dato das;-(e)s; -e a) Plan; um¬
fangreiches, größeres Vorhaben »Un¬
ser Projekt ist gescheitert.« b) größere
Unterrichtseinheit, bei der aktiv,
praktisch gearbeitet wird
Pro[jek|tant: der; -en; -en weibl. Pro|jek|-
tan|tin: die; - ; -nen <Bauw.> neue ar¬
chitektonische Vorhaben, Projekte
vorbereitende Person
Pro|jekt|grup|pe: die; - ; -n Arbeits¬
gruppe, Gruppe von Mitarbeitern (ei¬
ner Firma), die an einem bestimmten
Projekt, einer größeren Arbeit tätig
ist
pro[jek|tie|ren: dato projektierst; projek¬
tiertest; hast projektiert [geh.] einen
Entwurf (für ein Projekt) herstellen;
ein Projekt planen
Pro[jek]tie|rung: die; - ; -en Entwurf ei¬
nes, für ein Projekt(es) »die Projektie¬
rung eines Hauses«
Pro|lsk|tll: dat.-fro das; -s; -e [fachsprl.]
1 Metallgeschoß als Munition (einer
Handfeuerwaffe) 2 Rakete, die von
einer Rampe o. ä. abgeschossen wer¬
den kann
Pro|jek]ti|on: dato /projekzion/ die; - ;
-en 1 Bildwiedergabe auf einer Lein¬
wand o. ä. 2 a) «Math.) Verfahren zur
Abbildung von Körpern auf einer
Ebene b) Abbildung der Erdoberflä¬
che nach mathematisch-geographi¬
schen Verfahren 3 «Psychologie)
Übertragung von eigenen Wünschen,
Vorstellungen, Gefühlen auf eine an¬
dere Person 4 ein Projekt planen
Pro]jek)ti|pns]ap|pa|rat: dato /projek¬
zionß-/ der; -fe)s; -e Gerät zur ver¬
größerten Wiedergabe von Bildern
auf einer hellen Fläche
Pro{jflk|ti|ons|lam|pe: /projekzionß-/
die; ~ ; -n Lampe, die zur Projektion
von Bildern mittels eines Projektions¬
gerätes benötigt wird
Pro|jek|ti|ons|atrahl: /projekzionß-/ der;
-(ejs; -en 1 «Physik; Optik) Licht¬
strahl, der von einem Projektionsge¬
rät ausgeht 2 «Math.) Gerade, die bei
der Darstellung eines räumlichen
Körpers in der Ebene von einem
Punkt dieses Körpers zur Bildebene
gedacht, gezeichnet wird
Pro|jek|ti|gns)wand: /projekzionß-/ die;
- ; -wände helle (Lein-jWand, auf die
Bilder projiziert werden können
Pro{i§kt|l6i|ter: der; -s; ~ weibl. Pro)-
jekt|lei|te|rin: die; - ; -nen Person, die
die Aufsicht über die Ausführung ei¬
nes Projektes führt
Pro|igktfwo|che: die; ~ ; -n «Schule) Wo¬
che während der Unterrichtszeit, die
für die Beschäftigung mit Projekten
zur Verfügung steht
pro]ji|zie)ren: dato projizierst; projizier¬
test; hast projiziert 1 «Physik; Optik)
mit Hilfe eines Projektionsapparates
Bilder auf eine (Lein-)Wand bringen
2 «Math.; Geographie) etw. Dreidi¬
mensionales auf einer Fläche darstel¬
len 3 «Psychologie) etw. auf einen an¬
deren Menschen, ein Tier übertragen;
einer anderen Person die eigenen Ge¬
fühle unterstellen
Pro|ji|zie|rung: dato die; - ; -en 1 Dar¬
stellung eines Bildes mit Hilfe eines
Projektors auf einer Leinwand, Flä¬
che 2 «Math.; Geographie) (Vorgang
des Erstellens einer) Abbildung eines
räumlichen Körpers auf einer Fläche
3 «Psychologie) Übertragung eigener
Gefühle o. ä. auf eine andere Person
Pro|kla|ma[tilon —* Pro|k|la|ma|ti|on:
dat.-fro /proklamazion/ die; - ; -en
«meist Pol.) a) öffentliche, amtliche
Verkündung b) Aufruf an das Volk c)
gemeinschaftliche Erklärung mehre¬
rer Staaten
Pro|kla|mie]rung —» Pro|k|)a|mie|rung:
dat.-fro die; -; -en «meist Pol.) öffent¬
liche Erklärung; feierliche Verkün¬
dung
pro|kom|mu|ni|stisch —> pro|kom|mu|-
nis|tisch: Adj. n. stg. <Pol.> den Kom¬
munismus unterstützend, für richtig
erachtend
Pro-Kgp<-Ein|kom|men: das; -s; -
«Wirt.) durchschnittliches Einkom¬
men pro Person (in einem Staat)
892
prononcieren
Pro-Kopf-Veribrauch: auchder; -(e)s; -
durchschnittlicher Verbrauch, den je¬
de einzelne Person von etw. in einem
bestimmten Zeitraum hat
Pro|ku|ra: dat.-ito die; ~ ; Prokuren
<Rechtsw.; Wirt.> einem (leitenden)
Angestellten eingeräumte, besondere
VertretungsVollmacht, die deren In¬
haber grundsätzlich zu allen Arten
von Rechtsgeschäften für den Ge¬
schäftsbetrieb ermächtigt, Syn.: Ge¬
neralvollmacht
Pro|ku|ra|ti|on: dato /prokurazion/ die;
- ; -en <Rechtsw.; Wirf> 1 Wahrneh¬
mung von Rechtshandlungen durch
Bevollmächtigte 2 Vollmacht (für
Rechtshandlungen im Namen eines
Wirtschaftsberiebs)
Pro|ku|rist: dat.-ito der; -en; -en weibl.
Pro|ku|ri|stin —» Pro|ku|ris|tin:rf/e;~/
-nen <Rechtsw.> Person, der Prokura
erteilt worden ist
pro|!a|bie|ren: dato prolabiert; prola-
bierte; hatlist prolabiert <Med.; Or¬
gan> aus einer natürlichen Öffnung
des Körpers hinausgelangen, austre¬
ten
Pro|lap|sus: dato der; • ; - <Med.> Vor¬
fall, Austritt eines (Teiles eines) inne¬
ren Organs aus einer natürlichen Öff¬
nung des Körpers
Pro|let: Kurzw. dato der; -en; -en weibl.
Pro|le|ün: die; - ; -nen Proletariern)
= a) <Marxismus> Angehörige^) der
wirtschaftlich abhängigen Arbeiter¬
klasse b) [ugs.; abwert.] ungebildeter,
roher Mensch (der Unterschicht)
Pro|le|ta|ri|at: dat.-fro das; -(e)s; -e 1
Marxismus) besitzlose, wirtschaftlich
abhängige (Arbeiler-)Klasse 2 <hist>
Schicht der ärmsten Bürger im alten
Rom
Pro|le|ta|ri|er: dat.-fro der; -s; - weibl.
Pro|lejtajrie[rin —> Pro|lefta|ri|e|rin:
die; - ; -nen 1 <Marxismus> Angehöri¬
ge^) des ausgebeuteten Proletariats 2
<hist.> Angehörige(r) der Schicht der
ärmsten Bürger im alten Rom
pro|le|tajrisch: dat.-fro Adj. n. stg. das
Proletariat betreffend, ihm zuzuord¬
nen; für einen Proletarier charakteri¬
stisch
projle|ta|ri|sie|ren: dat.-fro proletari-
sierst; proletarisiertest; hast proletari-
siert [geh.] eine Person od. Gruppe
von Personen (in einer Bevölkerung)
in Proletarier verwandeln, in die
Schicht der Armen, Proletarier drän¬
gen
Pro|le|ta|ri|sje|rung: dat.-fro die; - ; -
Vorgang, eine Bevölkerungsgruppe
zu verarmen, zu Proletariern zu ma¬
chen
pro|le]ten|haft Adj. proletenhafter; pro¬
letenhafteste [abwert.] keine gesell¬
schaftlichen Umgangsformen ha¬
bend, zeigend; unverschämt u. unkul¬
tiviert handelnd ‘
pro|li|fe|rie|ren: dat.-fr.-englo prolife-
riert; proliferiertet; hat proliferiert
<Med.> sich schnell u. unkontrolliert
vergrößern, vermehren; wuchern
Projlog: Kurzw. <englo <EDV> pro¬
gramming in logic = logisches Pro¬
grammieren; Programmiersprache
für Expertensysteme, Computerpro¬
gramme, die Lösungen zu Problemen
aus bestimmten Fachgebieten liefern,
die qualitativ mit den Lösungen eines
menschlichen Fachmannes überein¬
stimmen
Pro|tog: (gr.-lato der; -(e)s; -e 1 a) ein¬
leitender Teil eines dramatischen
Werkes b) Vorrede »Im Prolog des
Buches wurde die Hauptperson
eingeführt.« 2 <Sport> vor einem län¬
geren, mehrere Etappen, Tagesab¬
schnitte umfassenden Radrennen ab¬
gehaltenes, einführendes (Zeit-)Fah-
ren
Pro|lon|ga|ti|on: dato /prolongazion/
die; - ; -en a) <Wirt.; Bankw.> Lauf¬
zeitverlängerung (z. B. eines
Kredites) b) [österr.] Laufzeitverlän¬
gerung eines Filmes, Theaterstückes
Pro|lon|ga)ti|ons|ge|schäft: /prolonga-
zionß-/ das; -(e)s; -e <Rechtsw.;
Wirt.) Verschiebung der Durchfüh¬
rung eines Handels auf einen späteren
Zeitpunkt
Projlon|ga|ti|ons|wech|sel: /prolonga-
zionß-/ der; -s; - <Bankw.> Wechsel,
der mit späterem Fälligkeitsdatum
ausgestellt wird u. einen fälligen
Wechsel ersetzt
pro|lon|gje|ren: dato /prolongiren/ pro¬
longierst; prolongiertest; hast prolon¬
giert a) <WirU die Fälligkeit (z. B. ei¬
nes Kredites, Wechsels usw.) ver¬
schieben, eine Frist verlängern b)
[österr.] die Spielzeit, -dauer eines Fil¬
mes, Stückes o. ä. verlängern
Pro|lon|g|e|rung: dato /prolongirung/
die; - ; -en das Verlängern einer
Laufzeit (eines Wechsels, Filmes
usw.)
Prom.: Abk. Promotion
prom.: Abk. promoviert
Pro|me|na|de: dat.-fro die; - ; -n 1 ange¬
legter, ständig gepflegter Weg zum
Spazierengehen 2 [veralt.] Spazier¬
gang
Pro|me|na|den|deck: das; -(e)s; -s
Deck auf einem Schiff, das Passagiere
befördert, auf dem sich die Passagiere
im Freien betätigen können
Pro|me|na|den|kon|zert: das; -(ejs; -e
Konzert, das im Freien auf einem be¬
sonders breit angelegten, gepflegten
Spazierweg (meistens in Kurorten)
veranstaltet wird
Pro|me|na|den|mi|schung: die; ~ ; -en
[scherzh.; oft abwert.] Mischlings¬
hund, der keiner Hunderasse zuzu¬
ordnen ist, dessen Vorfahren ver¬
schiedenen Rassen angehören
Pro|me|na|den|weg: der; -(e)s; -e brei¬
ter, besonders angelegter, sehr ge¬
pflegter Spazierweg
pro|me|nje|ren: dat.-fro promenierst;
promeniertest; hast promeniert [geh.]
1 auf einem breiten, eigens für Fu߬
gänger angelegten Weg Spazierenge¬
hen 2 sich gemächlich an einen Ort
begeben
Pro|mes|se: dat.-fro die; - ; -n
<Rechtsw.; Bankw.> Schuldverschrei¬
bung; schriftliche Zahlungsverpflich¬
tung
pro|me|the|isch: Adj. n. stg. [geh.] äu¬
ßerst kraftvoll, groß, eindrucksvoll
Pro|mil|le: dato das; - u. -s; - a) Tau¬
sendstel b) [ugs.] Maßeinheit für den
Alkoholanteil im Blut
Pro)mil|le|gren|ze: die; - ; - gesetzlicher
Höchstwert, der angibt, mit welchem
Blutalkoholspiegel Kraftfahrer noch
fahren dürfen
Pro|mil|le|satz: der; -es; - bestimmte
Anzahl von Promille, von Tausend¬
steln
pro|mi|nenfc dato Adj. prominenter; pro¬
minenteste (aufgrund seiner gesell¬
schaftlichen Stellung) bekannt, be¬
deutend, berühmt
Pro|mi|nenz: dato die; - ; -en 1 o. PI.
(alle) aufgrund ihrer gesellschaftli¬
chen Stellung bekannte(n) Persön¬
lichkeiten 2 o. PI. a) [geh.] das Be¬
kannt-, Berühmtsein b) [selten] her¬
ausragender, bedeutender Charakter
3 [selten] Person, die sehr bekannt,
prominent ist
Pro|mis|kui|tät —* Pro|mis|ku|i|tät:
dato die; - ; - [geh.] Geschlechtsver¬
kehr mit vielen wechselnden Partnern
pro|mis|kui|tiv —* pro|mis|ku|i|tjv: dato
/promisku-itif/ Adj. n. stg. [geh.] Ge¬
schlechtsverkehr mit vielen, wech¬
selnden Partnern habend
pro|mo|ten: dat.-englo promotest; pro-
motetest; hast promotet für etw. wer¬
ben; jmdn., etw. bekannt(er) machen
Pro|mo|ter: dat.-englo der; -s; - weibl.
Pro|mo|te|rin: die; ~ ; -nen 1 <Sport>
Ausrichter(in), der/die Wettkämpfe
(besonders im Boxen) auf professio¬
neller Basis veranstaltet 2 jmd., der
Konzerte u. ä. organisiert, veranstal¬
tet 3 <Wirt.> Person, die für die Wer¬
bung der Produkte zuständig ist
Pro|mo|ti|on: dat.-englo /promp“schen/
die; - ; - oneist Wirt.> a) Werbung b)
Maßnahmen zur Verkaufsförderung
Pro|mo|ti|on: dato /promozion/ die; ~ ;
-en Verleihung, Erlangung des Dok¬
tortitels
Pro|mo|ti|gns|ord|nung: dato /promozi-
onß-/ die; - ; -en Prüfungsordnung,
die den Verlauf von Promotionsver¬
fahren vorschreibt
Pro|mo|ti|ons|recht: /promoziqnß-/
das; -(e)s; - einer Hochschule od.
Universität eigenes Recht zur Verlei¬
hung von Doktortiteln
prompt: dat.-fro Adj. n. stg. [ugs.] so¬
fort; auf der Stelle; umgehend
Promptheit: die; - ; - unmittelbares, so-
fertiges Eintreten, Erfolgen von etw.
Pron.: Abk. <Sprachwiss.> Pronomen =
Fürwort
Pro|no|men: dato das; -s; - u. Pronomi¬
na <Sprachwiss.> Fürwort; Wort, das
an der Stelle eines Substantivs steht
pro|no|mi|nal: dato Adj. n. stg. <Sprach-
wiss.> das Pronomen betreffend, ihm
zuzuordnen; wie ein Pronomen, an¬
stelle eines Pronomens
Pro|no|mi|nal|ad|jek|tiv: dato das; -(e)s;
-e <Sprachwiss.> die Beugung, Dekli¬
nation eines nachfolgenden (substan¬
tivierten) Adjektives auf besondere
Weise beeinflussendes Adjektiv
Pro|no|mi|nal|adjverb: dato das; -(ejs;
-ien <Sprachwiss.> Zusammensetzun¬
gen, Fügungen aus Präposition u.
Pronomen vertretendes Adverb aus
Pronomen u. Präposition (z. B. 'dar¬
unter' für 'unter dem’)
pto|non|cje]ren: dat.-fro /pronongßi-
ren/ prononcierst; prononciertest; hast
prononciert [geh.; veralt.] 1 in der Öf¬
fentlichkeit bekanntgeben; eine Er-
893
Propädeutik
klärung abgeben 2 nachdrücklich er¬
klären; besonders betonen
Pro|pä|deu|tik: <gro die; - ; -en
<Wissenschaft) a) o. PI. in ein Studien¬
fach vorgenommene Einführung b) in
ein Studienfach einführendes Werk
Pro|päjdeu|tilkifm: <gro das; -s; Propä-
deutika [schweiz.] Vorprüfung, der
sich Medizinstudenten unterziehen
müssen
pro|pä|deu|tisch: <gr.> Adj. n. stg. [geh.]
auf ein Studienfach vorbereitend; eine
Einführung in ein Studienfach ge¬
bend
Pro|pajgan|da: dal.> die; • ; - <meist Pol.)
Werbung, besonders in der Politik u.
für politische Ziele »Die Propaganda
der Extremisten war erfolgreich.«
Prolpa)gan|da|ap|pa|rat: der; -(e)s; -e
[abwert.] System zur Verbreitung von
(politischen) Ansichten
Pro|pa|gan|da|chef: der; -s; -s weibl.
Pro|pa|gan|da]che|fin: die; -; -nen für
die gesamte (politische) Propaganda
einer Bewegung o. ä. verantwortliche
Person
Pro|pa|gan|da|feld|zug: der; -(e)s;
-feldzüge aggressive, vielfältige Wer¬
bung, Werbemaßnahme füretw.
Pro]pa|gan]da|film: der; -(ejs; -e Film,
der zur werbenden Unterstützung für
etw., meist einer Ideologie produziert,
gesendet wird
Pro|pa|gan|da|lü|ge: die; - ; -n [abwert.]
bewußt zu Werbezwecken benutzte
Unwahrheit
Pro[pa|gan[daima(te(ri[al: das; -s; -ien
Medien, Flugblätter, Propaganda¬
filme u. ä., die zu Werbezwecken ver¬
teilt, benutzt werden
Projpa|gan[da|sen|dung: die; ~ ; -en Ra¬
dio-, Fernsehsendung, die zur wer¬
benden Unterstützung für etw. (meist
einer Ideologie) produziert, gesendet
wird
pro)pa|gan|da|wirk|sam: Adj. n. stg. als
(ideologische) Werbung erfolgreich,
erfolgversprechend
Pro|pa|gan|d[st: der; -en; -en weibl.
Pro|pa]ganjdi|stin —> Projpa|ganj-
disjtin: die; - ; -nen 1 politische od.
weltanschauliche Propaganda produ¬
zierende, verbreitende Person 2 (frü¬
her DDR) sozialistische Schulungen
u. ä. betreibende Person 3 (Wirt.)
Fachmann, -frau in der Werbebran¬
che; für ein bestimmtes Produkt, eine
Firma werbende Person
pro|pa)gan|di|stisch —*» prolpa[ganj-
dis|tisch: dato Adj. n. stg. 1 die (poli¬
tische) Propaganda, gezielte Wer¬
bung für ein Produkt, eine Weltan¬
schauung betreffend, ihr zuzuordnen
2 (meist Wirt.) (intensive, gezielte)
Werbung betreffend, ihr zuzuordnen
Pro|pa|ga|tor: dato der; -s; Propagato-
ren weibl. Pro|pa]gajto|rin: die; ~ ;
-nen [geh.] Person, die für etw., eine
Weltanschauung wirbt, sich für etw.
einsetzt >
pro(pa|gie[ren: dato propagierst; propa¬
giertest; hast propagiert a) für etw.
werben »Er propagierte den Verzicht
auf Zigaretten.« b) etw. verbreiten
Pro|pa|gie[rung: dato die; - ; -en [geh.]
Einsatz, Werbung für etw.
Pro|pan|gas: <gro das; -es; - (Chemie)
gasförmiger Kohlenwasserstoff, der
als Brennstoff Verwendung findet
Pro|pel|ler. dat.-englo der; -s; - An¬
triebsschraube beim Schiff od. Flug¬
zeug »Der Propeller drehte sich.«
Pro|pelJ(er|anftrieb: der; -(e)s; -e Me¬
chanik zur Vorwärtsbewegung, die
durch einen Propeller geprägt ist,
durch einen Propeller funktioniert
Pro|pet[ler|blatt: das; -(e)s; -blätter ei¬
nes von mehreren (meist zwei od.
drei) flachen, leicht gebogenen Teilen
eines Propellers, die um eine Nabe an¬
geordnet sind u. durch den Motor in
schnelle Drehung versetzt werden
Pro|pel|ieijflug|zeug: das; -(ejs; -e
Flugzeug, das durch Propeller ange¬
trieben wird
Pro[pel|ler|tur|bi|na: die; ~ / -n (Technik)
1 mit einem Propeller verbundenes
Strahltriebwerk, das in der Luftfahrt
verwendet wird 2 Wasserturbine, die
ein Laufrad (ähnlich einem Propeller)
umfaßt
Pro|pha|se: <gro die; - ; -n (Bio.) An¬
fangs-, Neuordnungsphase, die beim
Prozeß der indirekten Kernteilung
abläuft
Pro|phet: <gr.-lato /profet/ der; -en; -en
weibl. Pro|phe)tin: die; - ; -nen a) Per¬
son, die etw. voraussagt, weissagt b)
(Religion) von Gott berufene Person,
die in Gottes Auftrag handelt, mahnt
c) nur männl. Form Mohammed ( =
Begründer der islamischen Religion)
Pro|phe]ten[ga|be: /profeten-/ die; - ; -
[geh.] Fähigkeit, zukünftiges Gesche¬
hen vorauszusagen
Pro|phe|tie: (gr.-lato /profeti/ die; - ; -n
Iprofeujnj [geh.] Voraussage, Weissa¬
gung kommenden Geschehens, zu¬
künftiger Ereignisse (durch eine Per¬
son, die sich für von Gott gesandt
hält)
pro[phe|tisch: tgr.-lato /profetisch/ Adj.
n. stg. 1 einen Propheten betreffend,
ihm zuzuordnen; wie ein Prophet 2
eine Weissagung, Voraussage bein¬
haltend
pro|phe|zei|en: (gr.-lato /profezeien/
prophezeist; prophezeitest; hast pro¬
phezeit etw. Voraussagen, Vorhersa¬
gen, weissagen
Pro|phe|zei[ung: <gr.-lato /profezeiung/
die; - ; -en 1 von jmdm. Vorhergesag¬
tes; prophezeites Ereignis 2 [selten]
das Vorhersagen eines zukünftigen
Ereignisses
Pro|phy|(ak|ti|kuin: <gr.-lato/profülakti-
kum u. profilaktikum/ das; -s; Pro-
phylaktika (Med.) Medikament, etw.,
das/was vorbeugend wirkt
pro[phy(lakjtisch: <gro /profülaktisch u.
profilaktisch/ Adj. n. stg. a) <Med.>
vorbeugend zum Schutz (verabreicht)
eine prophylaktische Maßnahme« b)
[geh.] zur Vorbeugung gegen Schaden
Pro|phy|<ajxe: <gro /profülakße u.
profilakße/ die; - ; -n a) (Med.) vor¬
beugende Verhütung von Krankhei¬
ten b) Vorbeugung gegen Schaden
Pro|phy]la|xia: <gro, /profulakßis u.
profilakßis/ die; - ; Prophylaxen
(Med.) vorbeugende Verhütung von
Krankheiten
Pro[por|ti|on: dato /proporzion/ die; - ;
-en 1 örößenverhältnis; Verhältnis
von Elementen eines Ganzen zuein¬
ander »Die Proportionen auf dem Bild
stimmen nicht.« 2 (Math.) a) Verhält¬
nisgleichung b) ein Verhältnis ange¬
bender Quotient
pro|por)tio|nal —> pro|po>)tijo|nal: dato
/proporzional/ Adj. n. stg. 1 [geh.]
gleich, einander entsprechend im Ver¬
hältnis 2 (Math.) bei Division mit
demselben Divisor stets übereinstim¬
mende Werte annehmend
Pro|porftio|na|le —> Pro|por|ti[o|na|le:
dato /proporzionale/ die; -n; -n
(Math.) Teilstück einer Gleichung, in
der zwei Proportionen gleichgesetzt
sind
Pro|por|tio|na|K|tät —* Projpor[tilo|na|-
li|tät: dato /proporzionahtät/ die; - ;
-en a) Verhältnismäßigkeit] Entspre¬
chung von zwei od. mehr Elementen
zueinander b) (Math.) Eigenschaft
zweier Gleichungen, bei Division mit
demselben Divisor stets übereinstim¬
mende Werte anzunehmen
Pro|por]tio|nal|wahl —» Pro|porjti|o|-
nal|wahl: /proporzional-/ die; - ; -en
(Pol.) Wahlverfahren, nach dem die
Sitze proportional zu den insgesamt
für die Parteien abgegebenen Stim¬
men aufgeteilt werden, Syn.: Verhält¬
niswahl, Ant.: Mehrheitswahl; Majo¬
ritätswahl
Pro|potjtio|niert)heit —»• Pro|por|ti|o|-
niert|heit: /proporzionirt-/ die; - ; -
bestehendes (ausgeglichenes) Grö¬
ßenverhältnis einzelner Teile eines
Ganzen zueinander
Pro|por|ti|ons|gtei|chung: /propor-
zionß-/ die; ~ ; -en (Math.) Verhältnis¬
gleichung; zwei gleichgesetzte Pro¬
portionen beinhaltende Gleichung
Pro|porz|wahl: /proporz-/ die; - ; -en
(Pol.) Wahlverfahren, nach dem die
Sitze proportional zu den insgesamt
für die Parteien abgegebenen Stim¬
men aufgeteilt werden, Syn.: Verhält¬
niswahl, Ant.: Mehrheitswahl; Majo¬
ritätswahl
Pro|po[si|ti|on: dato fproposizion/die;-;
-en 1 [gern; veralt.j Empfehlung, Vor¬
schlag für eine Vorgehensweise 2
(Sprachwiss.; antike Rhetorik) die
wichtigsten Aspekte einer Rede bein¬
haltende Einleitung 3 (Reitern Wett¬
bewerbsausschreibung 4 (Sprach¬
wiss.) Satzinhalt; Inhalt der Aussage
Pro|po|si|tum: dato das; -s; Proposita
[veralt.] Vortrag; Erläuterung; Rede
prop|pen|voll: Adj. n. stg. [ugs.] gänzlich
gefüllt; nahezu überfüllt
Pro[prä|tor —*■ ProJp|rä|tor dato der;
•s; Proprätoren (hist.) im alten Rom
ehemaliger"Prätor, der die Funktion
eines Provinzstatthalters übernom¬
men hat
Pro|pre|ge|schäft —> Projp|rejge|-
schäft das; -(ejs; -e (Wirt.) Eigen¬
handel
Pro|pr»|tät —f Pro|p|re|täe dat.-fro die;
~ ; - {veralt.; noch ländsch.] reinli¬
che^) Verhaltensweise, Zustand;
Fleckenlosigkeit
Prp|pri|um —r- Prp|pjri|um: dato das; -s;
- 1 (Psychologie) die die Identität ei¬
nes Menschen formenden Eigen¬
schaften 2 (kath. Kirche) Texte einer
Messe
894
Protektionismus
Propst: der; -(e)s; Pröpste 1 <kath.
Kirche> a) Titel, den der oberste
Geistliche eines Kapitels innehat b)
Person, die den Titel Propst trägt 2
<evang. Kirche) a) Titel für eine Per¬
son, die ein (je nach Glaubensgemein¬
schaft, Kirche) mit unterschiedlichen
Aufgaben betrautes, höheres kirchli¬
ches Amt innehat b) Person, die den
Titel Propst trägt
Propjstei —» Props|tgi: die; - ; -en a)
Amt, Tätigkeit eines Propstes b)
Wohnung, die ein Propst bewohnt
Pro|py(lä(en: <gr.-lat.i /propülä«n/ die
(PI.) <Archit.> (in antiken Tempeln
vorhandene) Vorhalle, die oft offen u.
von Säulen begrenzt ist
Prp|rek|to|rab dat.i das; -(e)s; -e
<(Hoch-)Schule> t Amt des stellvertre¬
tenden Rektors, Leiters 2 Ort, an dem
der stellvertretende Rektor seiner
Pflicht nachkommt
pro|ro|ga|tiv: dat.i Adj. n. stg. [veralt.]
etw. verschiebend, auf einen anderen
Termin legend
pro]ro|gie|ren: dat.> prorogierst; proro¬
giertest; hastprorogiert [veralt.] a) auf
einen späteren Zeitpunkt verschie¬
ben, verlegen b) eine (Frist-)Verlänge-
rung vornehmen
Pro]sa: <tat.> die; - ; - <Literaturwiss.>
ungebundene, ungereimte Sprache
ohne Verse
Pro|sa|dich|tung: die; - ; -en «Literatur-
wiss.> literarischer Text, der in nicht
gebundener, gereimter o. ä. Sprache
verfaßt ist, aber einen lyrischen Inhalt
hat
Pro|saijker —» Projsa|i|ker: dat.i der;
-s; ~ weibl. Pro|sai|ke|rin —> Pro|sa|-
i|ke)rin: die; - ; -nen 1 [veralt.] Prosa
schreibende^) Schriftstellerin) 2
[geh.; oft abwert.] nüchterner Mensch
ohne viel Phantasie, Kreativität
projsajisch: dat.> Adj. n. stg. 1 «Litera-
tunviss.) [selten] in Form von Prosa
»prosaische Dichtung« 2 [geh.; oft ab¬
wert.] von äußerst nüchternem Cha¬
rakter »Er ist ein prosaischer Mann.«
Pro|sa|jst: <lat.> der; -en; -en weibl. Pro|-
saijstin —» Pro|sa|is|tin: die; - ; -nen
<Literaturwiss.> [geh.] hauptsächlich
Prosa schreibender) Schriftstellerin)
Pro|sa|schrift|stel|ter: der; -s; - weibl.
Pro|sa|schrift|stel|le)rin: die; ~ ; -nen
<Literaturwiss.> hauptsächlich Prosa
schreibende(r) Schriftsteller(in)
Pro|sa|text: <lat.> der; -(e)s; -e «Litera-
turwiss.) Text, der in Prosa, ungebun¬
dener Sprache geschrieben ist
Pro|sa|werk: das; -(e)s; -e «Literatur-
wiss.> (langer, abgeschlossener) in
Prosa geschriebener Text
Pro|sek|tor <iat.> der; -s; Prosektoren
weibl. Pro|sek|to|rin: die; ~ ; -nen
<Med.> 1 Sektionen, Obduktionen,
pathologische Untersuchungen
durchführende(r) Arzt, Ärztin 2 lei¬
tende^) Arzt, Ärztin der Pathologie
eines Krankenhauses
Pro|sek|bir: <lat.> die; - ; -en <Med.> pa¬
thologische Abteilung eines Kran¬
kenhauses
Pro|se|ku)toR <lat.> der; -s; Prosekutoren
weibl. Pro|se|ku]tg|rin: die; - ; -nen
<Rechtsw.> [selten] anklagende(r)
Staatsanwalt/Staatsanwältin in einem
Strafprozeß
Pro|se|mi|nar: dat.i das; -(e)s;-e< Hoch¬
schule> Veranstaltung, Seminar für
Studenten im Grundstudium
Pro|sit: das; -s; -s /Prost: das; -(e)s; -e
tauch Trinkspruch> Zutrunk, mit dem
man sich Glück, Gesundheit, eine
schöne Zeit wünscht
pro|stt!/prostl: dar.) <Trinkspruch> Zum
Wohl!
Pro|skrip|ti|on —> Pro|s|k|rip|ti|on: dar.)
/proskripzion/ die; -; -en [geh.] gesell¬
schaftliche Mißachtung einer Person,
Syn.: Ächtung
Prosjodik —> Pro|s|gjdtfc <gr.-lat.i die;
* ; -en 1 <Literaturwiss.> a) «hist.; Anti¬
ke) Lehre, wie Silben nach Länge u.
Tonhöhe gemessen werden b) Lehre
von sprachlichen Mitteln, Aspekten
(Silbenlänge, Tonhöhe u. ä.), die die
Struktur des Verses prägen 2 Ausge¬
wogenheit zwischen Musik u. (ge¬
sprochenem) Text 3 «Sprachwiss.)
Mittel der Artikulation, das für die
Gestaltung des gesprochenen Textes
wichtig ist (Pause, Betonung u. ä.)
prosjodisch —* pro|s|o|disch: <gr.-lat.>
Adj. n. stg. «Literaturwiss.; Musik;
Sprachwiss.) die Prosodie betreffend,
ihr zuzuordnen; von der Prosodie
ausgehend
Prosp.: Abk. Prospekt
Prospekt —» Pro|s|pekt: dat.i der u.
fösterr.J das; -(e)s;-e 1 mehrfach zu-
sammengefaltete(s) Blatt, Broschüre
mit Bildern als Werbung 2 <Wirt.) Of¬
fenlegung der finanziellen Lage eines
Betriebes vor dem Gang an die Börse,
einer Kreditaufnahme o. ä. 3 «Kunst)
Zeichnung, Darstellung einer Stadt¬
ansicht o. ä., die perspektivisch stark
verkürzt ist 4 sichtbarer Teil einer Or¬
gel 5 «Theater) Bühnenhintergrund,
der perspektivisch gemalt ist
pro|spek|tie|ren —> pro|s|pek|tie|ren:
dat.i prospektierst; prospektiertest;
hast prospektiert «meist Bergbau)
Bohrungen o. ä. vornehmen, um
mögliche Vorkommen, Ablagerun¬
gen (von Edelmetallen u. ä.) zu finden
Pro[spek|tie[rung —> Pro|s|pek|t|e|-
rung: dat.i die; - ; -en «meist Bergbau)
Maßnahmen, Bohrungen o. ä. zur Er¬
kundung von, Suche nach möglichen
Vorkommen, Ablagerungen (von
Edelmetallen u. ä.)
Pro|spek|ti|on —> Pro|s]pekjtijpn: dat.i
/proßpekzicm/ die; - ; -en 1 «meist
Bergbau) Maßnahmen, Bohrungen o.
ä. zur Erkundung von, Suche nach
möglichen Vorkommen, Ablagerun¬
gen (von Edelmetallen u. ä.) 2 [kauf-
mannssprl.] Werbesendung, die aus
einem Werbung beinhaltenden Falt¬
blatt o. ä., Begleitbrief u. einer Be¬
stellkarte zusammengesetzt ist
pro|spek|tiv —» pro|s|pekjtjv: dat.i Adj.
n. stg. [geh.] a) Kommendes einpla¬
nend, sehen«!; in die Zukunft gerichtet
»prospektive Politik« b) wahrschein¬
lich; vermutlich c) hinsichtlich der zu¬
künftigen Entwicklung, des Fort¬
gangs der Ereignisse
pro|spe|rie|ren —> pros|pe[rig|ren:
dat.-fr.i prosperierst; prosperiertest;
hast prosperiert «Wirt.) [geh.] gut fort¬
schreiten; wachsen, u. gedeihen; sich
positiv entwickeln
Pro|spe|ri|tät—» Pros|pe|ri|tfi: dat.-fr.i
die; - ; - [geh.] Wachstum; (Reichtum
durch) positive Wirtschaftsentwick¬
lung ,
Prost: dat.i das; -(e)s; -e /Pro|sit das;
-s; -s Zutrunk, mit dem man sich Ge¬
sundheit, Glück, eine schöne Zeit
wünscht
prost!/pro|sit!: dat.i «Trinkspruch) zum
Wohl!
Prp|sta|ta —»■ Pros|tajta: <gr.i die; ~ ; -e
fproßtatäl «Med.) Vorsteherdrüse an
der Harnröhre (beim Mann, männli¬
chen Säugetieren), die Flüssigkeit
produziert, in der sich die Samen fort¬
bewegen können
pro[sti|tu|ie|ren —» pros)ti|tu|ie]ron:
dat.-fr.i prostituierst; prostituiertest;
hast prostituiert [geh.] jmdn., etw. für
minderwertige Zwecke benutzen u.
dadurch seiner Würde berauben
projsti|tu)je)ren —» prosftiftu|ie|ren,
sich: dat.-fr.i prostituierst dich; pro¬
stituiertest dich; hast dich prostituiert
seinen Körper zu sexuellen Dienstlei¬
stungen, Tätigkeiten gegen Bezah¬
lung zur Verfügung stellen
Pro|sti[Hi|ierfte —* Pros|tiftu|ierjte:
dat.-fr.i die u. [selten] der; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Prostituierter;
eine Prostituierte; zwei Prostituierte)
Person, die gegen Bezahlung sexuelle
Dienstleistungen erbringt, Syn.:
<Frau> Hure; «(homosexueller) Mann)
Stricher
Pro|sti[tu|ti|pn —* Pros|ti|tujti|on: dat.-
fr.i /proßtituzion/ die; - ; - als Beruf,
gewerbemäßig betriebener Ge¬
schlechtsverkehr; sexuelle Dienstlei¬
stungen gegen Bezahlung
Pro|stra|ti|on —» Pro|sJtIra|ti|gn: dat.i
/proßtrazion/ die; ~ ; -en 1 «kath. Kir¬
che) das Niederknien, wobei die Stirn
die Erde berührt 2 <Med.> aufgrund
einer schweren Krankheit eintretende
extreme Erschöpfung
Pro|sze]ni|um —» Pro|s|ze|ni|um: <gr.-
lal.i das; -s; Proszenien jproszenimj
Bühnenteil, der sich zwischen Vor¬
hang u. Rampe befindet
Prot|ago|nist —»• Pro(t)a|go|nist: <gr.i
der; -en; -en weibl. Prot|ago|ni|stin
—* Pro[t|a|go|nis|tln: die; - ; -nen 1 a)
nur m'ännl. Form «Theater; hist.) erster
Schauspieler u. Regisseur im altgrie¬
chischen Theater b) «meist Literatur-
wiss.) Figur, die im Mittelpunkt steht
»der Protagonist der Erzählung« 2
Person, die sich für eine umstrittene
Neuerung, eine Bewegung einsetzt
Pro|te|g6: dat.-fr.i /protesehe/ der; -s; -s
[geh.]jmd., dessen (berufliche) Kar¬
riere durch den Einfluß einer anderen
Person positiv gestaltet wird
pro|te|gte]ren: dat.-fr.i /protesehir'n/
jmdn. öd. etw. begünstigen, fördern
Pro(te|in: tgr.i das; -s; -e «Chemie) (einfa¬
cher) Eiweiß(körper)
pro|te|isch: tgr.i Adj. n. stg. [geh.] leicht
veränderbar, beeinflußbar u. nicht
zuverlässig
Pro|tek|ti|pn: dat.-fr.i /protekzion/ die;
~ ; -en a) (durch etw., jmdn. gewähr¬
ter) Schutz; Deckung b) Förderung;
Bevorzugung durch eine einflußrei¬
che Persönlichkeit
Pro|tek|tio|nis(mus —» Pro|tek|ti|o|nis|-
mus: dät.-fr.i /protekzionißmuß/ der;
895
Protoktionist
~ ; - <Wirt.; Pol.) System von Ma߬
nahmen (z. B. Einfuhrzölle, -Be¬
schränkungen), die die Wirtschaft ei¬
nes Staates vor dem Ausland schüt¬
zen sollen
Pro|tekitio|nist —* Pro|tek|ti|o|nist
dat.-fra /protekzionißt/ der; -en; -en
weibl. Pro|tek|tio|ni|stin —* Proftek|-
tijo|n|s|tirK die; - ; -nen <Wirt.> Person,
die die Politik des Protektionismus
unterstützt, für richtig erachtet
Pro|tek|ti|ons|wlrt|schaft: /protekzi-
onß-/ die; - ; - [abwert.] Wirtschaft,
die durch Stellenbesetzungen mit Pro¬
teges, Schützlingen einflußreicher
Persönlichkeiten geprägt ist
Pro[tek|tor dat.-fro der; -s; Protektoren
weibl. Pro|tek|to]ren: die; ~ ; -nen 1
[geh.] a) jmd., der jmdn. durch seinen
Einfluß fördert, schützt b) Person, die
den Ehrenvorsitz, die Schirmherr¬
schaft einer Veranstaltung o. ä. inne¬
hat 2 nur männl. Form internationa¬
les Rechtsw.) militärisch, politisch
starke(r) Macht, Staat als Schutz¬
macht 3 nur männl. Form (Technik)
Ober-, Lauffläche eines Autoreifens,
die mit einem Profil versehen ist
Pro|tek|to|rat: <lat.-fr.> das; -(e)s; -e 1
[geh.] Ehrenvorsitz 2 internationales
Rechtsw.) a) Schutz, der einem Staat
von einem anderen, der Staatenge¬
meinschaft gewährt wird b) Staat, der
unter einem Protektorat (a) steht
Pro|tesfc dat.-it.» der; -(e)s; -e 1 Ein¬
spruch gegen eine Handlung, einen
Beschluß; Widerstand 2 <Bankw.> of¬
fizielle Verweigerung der Annahme
eines Wechsels im Zahlungsverkehr
Pro|test|ak|ti|on: /proteßt-/ die; - ; -en
geplante, öffentlich durchgeführte
Unternehmung, um gegen etw., jmdn.
zu protestieren
Pro|tejstant —* Pro|tes|tant dato der;
-en; -en weibl. Projte|stan|tin —*
Pro|tes|tan|tin: die; - / -nen (Religion)
Angehörige(r) einer protestantischen,
evangelischen Kirche
pro|te|stan|tisch —* pro|tes|tan|tisch:
dato Adj. n. stg. <Religion> den Prote¬
stantismus betreffend, ihm zuzuord¬
nen; dem Protestantismus angehö¬
rend, ihn kennzeichnend
Pro|te|stan|tis|mus —» Pro|tes|tan|tis|-
mus: dato der; - ; - (Religion) ver¬
schiedene evangelische Kirchenge¬
meinschaften umfassende Glaubens¬
bewegung, die durch die Kirchenre¬
form des 16. Jhds. entstanden ist
Pro|te|sta)ti|$in —* Pro|tes|ta|ti|on: dato
/proteßtazion/ die; - ; -en [veralt.]
spontane u. temperamentvolle Mi߬
fallensbekundung
Pro|test|be|we(gung: die; - ; -en Bewe¬
gung, Initiative, die sich gegen politi¬
sche, gesellschaftliche Verhältnisse,
Entwicklungen auflehnt
Proftest|de|monjstra|ti|on —» Pro|tgst|-
de|mons|t|ra|ti|on: dato die; - ; -en
Demonstration, Versammlung, Zug
vieler Menschen, mit der/dem Mi߬
fallen über bestimmte (politische, so¬
ziale) Zustände bekundet wird
Pro|test|hal|tung: die; - ; -en (PI. s.) in
den Handlungen einer Person deut¬
lich werdende Einstellung, die Mi߬
fallen über etw. ausdrückt
pro|te|stje|ren —» pro|tesjtie|ren: dat.-
fro protestierst; protestiertest; hast
protestiert 1 a) gegen etw. Wider¬
spruch einlegen b) etw. als unzutref¬
fend zurückweisen 2 <Bankw.> offiziell
die Annahme eines Wechsels im Zah¬
lungsverkehr verweigern
Pro|test|kund|gelbung: die; - ; -en De¬
monstration, Kundgebung, die be¬
stimmte Mißstände anprangert
Pro|testjlen der; -s; - weibl. Pro|test|le|-
rin: die; - ; -nen [oft abwert.] (ständig)
gegen etw. od. jmdn. protestierende
Person ■
Pro|test|marsch: der; -(e)s; -märsche
Zug, Marsch vieler Personen, mit
dem Mißfallen über die politische, ge¬
sellschaftliche Entwicklung geäußert
wird
Pro|test|no|te: die; -; -n <Pob offizieller
Einspruch einer Regierung bei der ei¬
nes anderen Staates gegen eine Ma߬
nahme, einen Übergriff
Pro|test|ruf: der; -(e)s; -e Zuruf, heftige
Äußerung, um Protest gegen das Ge¬
sagte deutlich zu machen
Pro|test|sän|ger: der; -s; - weibl. Pro|-
test|sän|gejrin: die; - ; -nen Sänge-
r(in), der/die mit den gesungenen Lie¬
dern Kritik an bestehenden politi¬
schen, sozialen Verhältnissen übt
Pro|test|schrei|ben: das; -s; - Mißfal¬
lensbekundung per Brief; offizielles
Schreiben, mit dem gegen eine Hand¬
lung protestiert wird
Pro|test|song: der; -s; -s bestehende so¬
ziale, politische Mißstände anpran¬
gemdes Lied
Pro[test|streik: der;-(e)s; -s Arbeitsnie¬
derlegung zu Zwecken des Protestes,
als Zeichen großen Mißfallens
Pro|test|ver|samm|lung: die; - / -en Ver¬
sammlung, Zusammenkunft, die
Mißfallen über bestimmte Zustände
bekundet u. Gegen-, Protestmaßnah¬
men diskutiert
Pro|testjwel|le: die; ~ ; -n Vielfalt von
Protestaktionen gegen eine Hand¬
lungsweise, ein Vorhaben
Pro|teus: der; - ; - (meist o. Art.
verwendet) 1 (Mythologie) in der
Form wandlungsfähiger, die Zukunft
voraussagender Meeresgott der grie¬
chischen Sage 2 [geh.] Mensch, der
sehr leicht beeinflußbar ist
Pro|the|se: <gro die; - ; -n 1 künstlicher
Ersatz eines menschlichen Gliedes
(Arm, Bein od. Teile davon) »Sie be¬
nötigt eine Prothese.« 2 künstliches
(Teil-)Gebiß; dritte Zähne »eine Pro¬
these anpassen« 3 (Sprachwiss.) neu
entwickelte Vorsilbe; Ergänzung ei¬
nes Wortes am Wortanfäng (durch
eine neue Vorsilbe, einen Vokal)
Pro|the|sen|trä|gen der; -s; - weibl.
Pro|the]sen|trä|ge|rin: die; - / -nen
Person, die einen künstlichen Ersatz
für ein fehlendes Körperteil, für fehl¬
ende Zähne trägt
pro|the|tisch: <gro Adj. n. stg. 1 <Med.>
die Technik der Prothesenkonstrukti¬
on betreffend, ihr zuzuordnen 2 den
künstlichen Ersatz eines Körperteils
betreffend, ihm zuzuordnen, zu ihm
gehörend 3 (Sprachwiss.) die Ent¬
wicklung eines neuen Vokals od. ei¬
ner neuen Silbe am Wortanfang be¬
treffend »eine prothetische Silbe«
Pro|to|kgll: <gr.-lato das; -(e)s; -e 1 Zu¬
sammenfassung, Niederschrift einer
Sitzung, eines Gespräches o. ä. »(ein)
Protokoll führen« 2 Regeln, die das
Verhalten bei offiziellen, diplomati¬
schen Anlässen bestimmen »Das Pro¬
tokoll läßt dieses Verhalten nicht zu.«
3 Strafmandat, das von der Verkehrs¬
polizei ausgefertigt wird 4 etw. zu
Protokoll nehmen: eine Aussage od.
Mitteilung schriftlich festhalten 5
etw. zu Protokoll geben, bringen:
etw. schriftlich festlegen od. festlegen
lassen
Pro|to|l(oll|ab|tei|lung: die; - / -en (Pol.)
Abteilung im Auswärtigen Amt, Au-
ßenmnisterium, die für die Einhal¬
tung der den diplomatischen Verkehr
bestimmenden Formen zuständig ist
Pro|to|kol|lanfc <gr.-lato der; -en; -en
weibl. Pro|to|kol|lan|tin: die; - ; -nen
Person, die protokolliert, ein Proto¬
koll aufnimmt, führt
pro|to|kol|la[risch: <gr.-lato Adj. n. stg. 1
a) wie ein Protokoll; als Protokoll
»etw. protokollarisch aufzeichnen« b)
durch ein Protokoll beweisbar, festge¬
halten »ein protokollarischer Beweis«
2 dem diplomatischen, offiziellen Ze¬
remoniell entsprechend
Pro|to|koll|chef: der; -s; -s weibl. Pro|-
to|koll|che|fin: die; - / -nen die Einhal¬
tung der Regeln des diplomatischen
Zeremoniells, dessen vorschriftsmä¬
ßigen Ablauf beaufsichtigende Per¬
son
Pro|to|kgll|füh|rer: der; -s; - weibl. Pro|-
to|kgll|füh|re[rin: die; - ; -nen mit der
Protokollierung einer Verhandlung
o. ä. beauftragte Person
pro|to|kol|ljg|ren: <gr.-lato protokol¬
lierst; protokolliertest; hast protokol¬
liert wesentliche Punkte einer Ver¬
handlung o. ä. schriftlich niederlegen
Pro|to|kol|lie|rung: die; - / -en Proto¬
kollführung; Erstellung eines Proto¬
kolls
Projton: <gr.> das; -s; Protonen (Physik)
positiv geladenes kleinstes Teilchen
Pro|to|nen|be|schleu|ni|ger: der; -s; -
(Physik) Gerät, mit dem die Bewe¬
gung positiv geladener kleinster Teil¬
chen erhöht, beschleunigt werden
kann
Pro|to|plas|ma: <gr.> das; -s; - (Bio.) le¬
bende Zellsubstanz, in der der Stoff-
u. Energiewechsel vonstatten geht
Pro[to|typ: <gr.-lat.> der; -s; -en 1 a) als
typisch für eine Gattung geltende
Grundform; Urbild einer Daseins¬
form; Inbegriff b) Ausgangsform 2 a)
Erstausführung eines Autos, Flug¬
zeugs, Schiffes usw. b) Rennwagen als
Einzelstück
pro|to|ty|pisch: Adj. n. stg. den für eine
bestimmte Gattung, Art (von
Mensch) typischen Vertreter betref¬
fend; wie ein Prototyp
Pro|to|zojon: <gr.> das; -s; -en (m. PI.)
(Bio.) einzelliges Tier
Pro|tu|be|ranz: <lat.> die; -; -en 1 (Astro¬
nomie) das Leuchten der Sonne ver¬
ursachendes Gas, das aus dem Inne¬
ren der Sonne herausströmt 2 (Med.;
Anat.) Knochenvorsprung, der einen
Höcker bildet
Protz: der; -en u.-es; -e u. -en [ugs.] 1
flämisch.] Person, die ihre Vorteile u.
896
prozentuieren
Vorzüge prahlerisch zur Geltung
bringen möchte 2 o. PL a) unange¬
nehm herausforderndes, prahleri¬
sches Verhalten b) übertriebene
Pracht
Prot|ze: die; ~; -n «Milk.; hist> zweiräd¬
riger Wagen, der zum Munitions¬
transport benutzt wurde
prot]zen: protzt; protztest; hast geprotzt
[abwert.] mit etw. angeben, prahlen,
Syn.: angeben
prot|zen|hafh Adj. protzenhafter; prot-
zerthafteste [ugs.] prahlerisch
Protjzen|haf]tig[keit: die; - ; - [ugs.] Ver¬
halten, bei dem in übertriebener u.
prahlerischer Weise versucht wird, ei¬
gene Vorzüge zur Geltung zu bringen
Prot|ze|rei: die; -; -en 1 o. PL Bestreben,
Neid u. Bewunderung zu wecken;
Prahlen mit den eigenen Vorzügen 2
prahlerische Aussage, Tat
Prot|zer|tum: das; -s; - [ugs.] ständig
prahlendes Verhalten
prot|zig: Adj. [ugs.; meist abwert.] 1 sei¬
nen Besitz prahlerisch zur Schau stel¬
lend 2 übermäßig luxuriös; übertrie¬
ben pompös
Prot|zig|keita die; - ; - Verhalten, Eigen¬
schaft, Art, die sich durch übertrieben
aufwendige Gestaltung, prahleri¬
schen Charakter auszeichnet
Prov.: Abk. 1 Provenienz = Herkunft 2
Proviant = Verpflegung 3 Provinz =
(meist im Sinne von) Verwaltungsge¬
biet 4 Provision = Vermittlungsge¬
bühr
prov.: Abk. provinziell
Provence: </r.> /prowengß/ die; - ; -
Landschaft, Departement in Süd¬
frankreich
Pro]ve|nijenz: data /prowenienz/ die; ~ ;
-en [geh.] Herkunft, Ursprungsland
(vonetw.Jmdm.)
Pro|ven|za|le: <fr.> /prowengzah/ der;
-n; -n weibl. Pro]ven|zaj)in: die; - ;
-nen Person, die aus der Provence
stammt
pro|ven|za|lisch: </r.> /prowengzalisch/
Adj. n. stg. aus der Provence stam¬
mend; nach Art der Provence; die
Provence betreffend
Prp]yarb: <lat.> das; -(e)s; -en <Sprach-
wiss.> [veralt.] Sprichwort
pro|veijbi|al: data Adj. n. stg. <Sprach-
wiss.> [veralt.] ein Sprichwort betref¬
fend; wie ein Sprichwort, sprichwört¬
lich »eine proverbiale Redensart«
Pro|ver|bi|utTj: data das; -s; Proverbien
<Sprachwiss.> [veralt.] Sprichwort
Projvi|ant dat.-ita /prowiant/ der;
-(e)s; -e Lebensmittel, die für eine
Reise o. ä. als Verpflegung dienen
projvi[an|tie|ren: dat.-ita /prowiantiren/
proviantierst; proviantiertest; hast
proviantiert jmdn. mit Proviant ver¬
sorgen
Pro|vi[ant|korb: /prowiant-/ der; -(e)s;
-körbe Behälter, Korb, in dem ein Le¬
bensmittelvorrat für eine Reise od. ei¬
nen Ausflug transportiert wird
Pro|vinz: data /prowinz/ die; ~ ; -en 1
staatliches od. kirchliches .(größeres)
Verwaltungsgebiet 2 a) im Unter¬
schied zur (Haupt-)Stadt abgelegene¬
res (oft ländliches) Gebiet b) rück¬
ständige Gegend
Pro|vinz|haupt[stadt: /prowinz-/ die; - ;
-Städte Hauptstadt eines staatlichen
(od. kirchlichen) Verwaltungsgebie¬
tes
Pro|vin|zia|!e —* Projvin|zi|a|le; data
/pröwinziale/ der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Provinzialer;
eine Provinzale; zwei Provinziale)
[veralt.; abwert.] jmd., der in einer
Gegend wohnt, die in kultureller od.
gesellschaftlicher Hinsicht wenig bie¬
tet
Pro|vin|zia|lis|mus —» Pro|vin|zi|a|lis|-
mus: data /prowinzialißmus/ der; - ;
-men 1 <Sprachwiss.> sprachlicher
Ausdruck, Redeweise, der/die nur in
einer bestimmten Landschaft, Ge¬
gend benutzt wird 2 o. PL [oft ab¬
wert.] von geringem (geistigen) Ni¬
veau geprägte Einstellung, Meinung
Pro|vin|zia|li|tät —» Pro|vin|zi|a|littät:
data /prpwinzialität/ die; - ; - [oft
abwert.] a) [oft abwert.] von geringem
(geistigem, kulturellem) Niveau ge¬
prägte Einstellung, Meinung, Hand¬
hing b) Zustand, der in einer Provinz
herrscht, der einer Provinz entspricht
pro|vin|zi|eil: dat.-fra /prowinziell/ Adj.
1 n. stg. zur Provinz, zum ländlichen,
kulturell wenig anregenden Bereich
gehörend 2 [oft abwert.] engstirnig;
rückständig »provinzielles Denken«
Pro|vinz|len /prowinzler/ der; -s; -
weibl. Pro|vinz|le[rin: die; - ; -nen
[ugs.; abwert.] Person mit geringem
Niveau, ohne kulturelle Bildung
pro|vinz|le|risch: /prowinzlerisch/ Adj.
n. stg. [ugs.; abwert.] wie ein Provinz¬
ler; einem Provinzler zuzuordnen
Pro|vinz|nest: dat.; dta /prowinz-/ das;
-es; -er [ugs.; abwert.] kleiner Ort, der
in einer Gegend gelegen ist, die kultu¬
rell u. gesellschaftlich (verglichen an
einer Großstadt) nicht viel bieten
kann
Pro|vinz|pos|se: /prowinz-/ die; - ; -n
[abwert.] Abfolge von Ereignissen
(politischer Art), der von Verbohrt¬
heit, Engstirnigkeit u. niedrigem Ni¬
veau zeugt .
Pro|vjnz|stadt: /prowinz-/ die; - ;
-Städte kleinere Stadt in einer sonst
nicht sehr dicht besiedelten Gegend,
die kein großes kulturelles Angebot
hat
Pro|vi|sl|on: dat.-ita /prowision/ die; • ;
-en Vermittlungsgebühr; Entlohnung
für die Vermittlung eines Geschäftes
Pro(vi|si|pns|ba|sis: /prowisionß-/ die;
- ; - meist in der Wendung auf
Provisionsbasis: <Wirt.> Form der
Bezahlung von Mitarbeitern, bei der
für jedes getätigte, vermittelte Ge¬
schäft eine Provision gezahlt wird
Pro]vi|sor data /prowisior/ der; . -s;
Provisoren 1 [österr.] eine Pfarre od.
andere kirchliche Organisationsein¬
heit, Gemeinde zur Vertretung leiten¬
der Geistlicher 2 [veralt.] staatlich zu¬
gelassener Apotheker, der als Ange¬
stellter in einer Apotheke arbeitet
pro|vi|so|risch: data /prowisorisch/ Adj.
n. stg. vorübergehend als Notbehelf
dienend
Pro|vi|so|rf|um: data /prowisorium/ das;
-s; Provisorien/provisorRn/ [geh.] 1 a)
etw. Vorläufiges; etw. was eine vor¬
übergehende Lösung darstellt b)
tZahnmedizimvorläufige, vorüberge¬
hend getragene Zahnprothese
Pro|vit|ainin —*■ Pro|vi|t|a|min: data
das; -(e)s; -e <Chemie> Stoff auf der
Stufe, die einem Vitamin vorausgeht
pro|vo|kant: dat.-fra /prowokant/ Adj.
provokanter; provokanteste [geh.] her¬
ausfordernd; etw. bewußt hervorru¬
fen, auslösen wollend
Prolvolkalteur: dat.-fra /prowokatör/
der; -s; -e weibl. Prolvolkalteulrin: die;
- ; -nen Person, die jmdn. zu einer ag¬
gressiven Handlung bringt
Pro|vo]ka|ti[on: data /prowokazion/ die;
- ; -en 1 (bewußte) Herausforderung;
bewußte Reizung (einer anderen Per¬
son, um diese wütend zu machen)
Diese Bemerkung ist eine Provoka¬
tion.« 2 <Med.> gezieltes Hervorrufen
einer Krankheit
pro|vo|ka|to]risch: data /prowokato-
risch/ Adj. n. stg. [geh.] jmdn. zu (un¬
bedachten) Handlungen, Aggressio¬
nen veranlassend; eine Herausforde¬
rung darstellend
pro|vo|zje]ren: data /prowoaren/provo¬
zierst; provoziertest; hast provoziert 1
jmdn. zu einer Handlung, einer hefti¬
gen Entgegnung reizen, herausfor¬
dern 2 dafür sorgen, daß etw. ge¬
schieht 3 <Med.> eine Krankheit be¬
wußt hervorrufen
Pro|vo|zie|rung: data /prowozirung/
die; - ; -en Absicht, eine aggressive
Entgegnung bei jmdm. hervorzurufen
pro[xi[mal: data /prokßimal/ Adj. n. stg.
<Med.> der Mitte, dem Zentrum zuge¬
richtet
Proz.: Abk. 1 Prozent 2 Prozeß
proz: Abk. prozeßrechtlich
proz.: Abk. prozentual
Pro|ze|de|re/Pro|ce|delre: data /proze-
dere/ das; - ; - (PL s.) [geh.] Art u.
Weise der Durchführung von etw.;
Verfahrensweise
pro|ze|die|ren: data prozedierst; proze¬
diertest; hast prozediert [geh.; selten]
eine bestimmte Vorgehensweise an¬
wenden
Pro|ze|dur: data die; - ; -en Verfahrens-,
Handlungsweise; komplizierter
Handlungsablauf
Pro|zenfc dat.-ita das; -(e)s; -e (aber: 2
Prozent) von Hundert; Hundertstel;
Symbol, Zeichen ’%’
pro|zen|tisch: Adj. n. stg. [veralt.]
prozentual; in Prozenten gemessen;
verhältnismäßig zum Ganzen od. vol¬
len Hundert gesehen; prozentmäßig
ausgedrückt
Pro|zent)kurs: der; -es; -e <Bankw.> Bör¬
senkurs, der in Prozent vom Nenn¬
wert eines Papiers angegeben ist
Pro|zent|rech|ming: die; - ; - <Math.>
Verfahren, mit dem Prozente, das
Verhältnis eines Teils zum Ganzen
berechnet werden können
Pro|zent|satz: der; -es; -Sätze Wert, der
eine Menge im Verhältnis zum Gan¬
zen darstellt, angibt
Pro|zent|span|ne: die; - ; -n <Wirt.>
Handelsspanne, die in Prozent vom
Einkaufs- od. Verkaufspreisen ange¬
geben wird
pro|zen|tu|al: dat.-ita Adj. n. stg. in Pro¬
zenten gemessen; verhältnismäßig
zum Ganzen od. zu Hundert gesehen;
prozentmäßig ausgedrückt
pro|zen|tu|ie|ren: dat.-ita prozentuierst;
prozentuiertest; hast prozentuiert
897
Prozentwert
[fachsprl.] etw., einen Wert prozentu¬
al, im Verhältnis zum Ganzen darstel¬
len; eine Rechnung prozentual durch¬
führen
Pro|zent|wert: der; -(e)s; -e Wert, der
prozentual berechnet wird u. das Ver¬
hältnis eines Betrages zum Ganzen
angibt ■
Pro|zeß —» Pro|zess: <lat.> der; Prozes¬
ses; Prozesse 1 <Rechtsw.> Austra¬
gung einer Rechtsstreitigkeit vor Ge¬
richt; Gerichtsverhandlung 2 über ei¬
nen längeren Zeitraum verlaufender
Vorgang; Entwicklung; Ablauf; Ver¬
lauf »Der Prozeß der Krankheit war
nicht typisch.« 3 jmdm. den Prozeß
machen —» jmdm. den Prozess
machen; gegen jmdn. gerichtlich Vor¬
gehen »Dem Mörder wird demnächst
der Prozeß gemacht.« 4 mit jmdm.,
etw. kurzen Prozeß machen —* mit
jmdm., etw. kurzen Prozess
machen: [ugs.] schnell u. ohne beson¬
dere Rücksicht auf Erklärungen od.
Rechtfertigungen zu nehmen mit
jmdm. od. etw. verfahren
Pro|zeß|aktte —* Pro|zess|ak|te: die;
- ; -n (m. PI.) <Rechtsw.> Schriften¬
sammlung, in der alle einen Prozeß
betreffenden Vorgänge zusammenge¬
tragen, zu finden sind
Pro|zeß|an|walt —» Pro|zess|an|walt
der; -(e)s; -anwälte weibl. Projzeß|-
anjwäljtin —» Pro|zess|an|wäl]tin;
die; - ; -nen <Rechtsw.> Anwalt, An¬
wältin, der/die rechtliche Interessen
seiner/ihrer Mandanten vor Gericht
vertritt
Pro|zeß|be|voll|mäch|tig|te —* Pro|-
zess|be|voll|mäch|tigjte: der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art.; ein
Prozeßbevollmächtigter; eine Proze߬
bevollmächtigte; zwei Prozeßbevoll¬
mächtigte) <Rechtsw.» zur Stellvertre¬
tung, Wahrung von jmds. Interessen
vor Gericht autorisierte, beauftragte
Person (meist Rechtsanwalt)
pro|zeß)fä|hig —* pro|zess|fä|hig; Ad),
n. stg. <Rechtsw.> (aufgrund des Al¬
ters) fähig, berechtigt, Gerichtspro¬
zesse, Prozeßhandlungen (durch ei¬
nen selbst gewählten Bevollmächtig¬
ten) zu führen, vorzunehmen
Pro|zeß|fä|hig|keit —» Pro|zess|fä|hig|-
keifc die; - ; - <Rechtsw.> Fähigkeit,
Berechtigung, Gerichtsprozesse, Pro¬
zeßhandlungen (durch einen selbst
gewählten Bevollmächtigten) zu füh¬
ren
Pro|zeß|geg|ner —> Pro|zess|geg|nen
der; -s; - weibl. Pro|zeS|geg|ne|rin
—» Profzes$|geg|ne|rin:~iie; - ; -nen
<Rechtsw.> in einem Prozeß des Zivil¬
gerichtes einen Gegner, Widersacher
darstellende Person
Pro|zeß|hand|lung —* Pro|zess|hand|-
lung: die; -; -en <Rechtsw.> Erklärung
einer Partei in einem zivilrechtlichen
Streit (z. B. Klageerhebung)
pro|zes|sie|ren: dat.> prozessierst; pro¬
zessiertest; hast prozessiert 1
<Reehtsw.> vor Gericht gehen, um in
einem Streit eine richterliche Ent¬
scheidung herbeizuführen; das Füh¬
ren eines Prozesses 2 [veralt.] eine An¬
klage gegen jmdn. erheben; jmdm.
etw. Schwerwiegendes vorwerfen
Projzes|si|on: <lat.> die; - ; -en a) <Reli¬
gion; kath. Kirche> feierlicher Umzug
unter Mitführung religiöser Utensi¬
lien b) [geh.] Umzug; sich (feierlich)
fortbewegende Gruppe von Men¬
schen .
Pro|ze0|ko|sten —> Pro|zess|kos|ten:
die (PI.) Kosten, die in einem vor ei¬
nem Gericht geführten Rechtsstreit
entstehen u. von der unterlegenen
Partei getragen werden müssen
Pro|zeß|ko|sten|hil|fe —* Pro|zess|-
kos|ten|hil|fe: die; - ; - <Rechtsw.> fi¬
nanzielle Unterstützung einer Partei,
die nach ihren persönlichen u. wirt¬
schaftlichen Verhältnissen die Kosten
eines Rechtsstreites nicht od. nur zum
Teil auf bringen kann
Pro|zes|sor: dat.> der; -s; Prozessoren
wichtigster, die Rechenfunktiönen
ausführender Bestandteil einer EDV-
Anlage
Pro|zeß|ord|nung —» Pro[zess|ord|-
nung: die; - ; -en <Rechtsw.> Regelun¬
gen zum Ablauf eines Gerichtsprozes¬
ses
Pro|zeß|parjtei —*• Pro|zess|par|tei:
die; - ; -en <Rechtsw.) Partei, einer der
Beteiligten in einem bürgerlichen
Rechtsstreit
Pro|zeß|rech|ner —» Pro|zess|rech|nen.
dal.; dt.> der; -s; - EDV-Anlage, die
technische Abläufe, Produktionsan¬
lagen o. ä. steuert
pro|zes|su|al: dato Adj. n. stg.
<Rechtsw.> auf einen Gerichtsprozeß
bezogen, ihm zuzuordnen
Projzeßjwärjme —» Pro|zess|wäijm6:
die; - ; - <Technik> Wärme, die für die
Entwicklung bestimmter technologi¬
scher Vorgänge als Voraussetzung ge¬
geben sein muß
Prst: Abk. Preisstufe
prü|de: </r.> Adj. in sexueller Hinsicht
übertrieben zurückhaltend; sich ge¬
nierend
Pru|de|lei: die; - ; -en [landsch.] Unkor¬
rektheit; ungenaues, schlechtes Ar¬
beiten
Prü|de|rje: dat.-fr.> die; -; -n /prüderen/
(PI. s.) übertriebene Schamhaftig¬
keit, Zimperlichkeit in sexueller Hin¬
sicht
Prüf|au|to|mat der; -en; -en <Technik>
Instrument, mit dem technische Pro¬
dukte (nach der Fertigstellung) ge¬
prüft werden können
prüf|ban Adj. n. stg. geeignet, fähig, ge¬
prüft werden zu können ‘
Prüf|be|richt: der; -(e)s; -e Ergebnis ei¬
ner Prüfung, das in schriftlicher
Form vorliegt, abgefaßt wird
prüjfen: dato prüfst; prüftest; hast
geprüft 1 etw. od. jmdn. kontrollie¬
ren, auf Richtigkeit, Qualität unter¬
suchen 2 a) Wissen abfragen u. beno¬
ten b) jmdn. in eine Extremsituation
bringen 3 drum prüfe, wer sich ewig
binde(t): Menschen, die miteinander
die Ehe schließen möchten, sollten
vorher genau bedenken, ob sie wirk¬
lich (ein Leben lang) miteinander aus¬
kommen u. leben können 4 jmd. wird
vom Schicksal, von Gott geprüft;
jmd. erleidet Schicksalsschläge, per¬
sönliche Verluste
Prüf|feld: das; -(e)s; -er <Technik> grö¬
ßerer, für das Überprüfen mehrerer
technischer Erzeugnisse eingerichte¬
ter Bereich
Pruf)ge|rät: das; -(e)s; -e <Technik> In¬
strument, das zum Testen von Waren,
Erzeugnissen, (technischen) Produk¬
ten verwendet wird
Prüfjling: der; -s; -e 1 Person, die einer
Prüfung unterzogen wird; jmd., der
eine Prüfung ablegt »Der Prüfling war
vor dem mündlichen Examen sehr
nervös.« 2 [fachsprl.] Ware, produ¬
ziertes Teil, das auf seine Eignung,
Qualität getestet wird
Pttifjme|tho|de: die; - ; -n Art u. Weise,
Verfahren, nach der/dem jmd. od.
etw. auf Tauglichkeit, Eignung, Qua¬
lität getestet wird
Prüf|norm: die; - ; -en Anforderungen
(an das Produkt u. die Intensität,
Form der Kontrolle) bei einem Prüf¬
verfahren von Produkten
PrüfO: Abk. Prüfungsordnung
Prüf|stand: der; -(e)s; -stände 1 <Tech¬
nik> Gerät od. Anlage zum Testen
von (technischen) Produkten 2 jmd.,
etw. befindet sich auf dem
Prüfstand: jmd., etw. wird von jmdm.
sehr genau beobachtet u. daraufhin
beurteilt, eingeschätzt
Prü|fung: dat.> die; ~ ; -en 1 Untersu¬
chung von etw. auf Funktionstüchtig¬
keit, Richtigkeit, Qualität, Brauch¬
barkeit 2 Verfahren, mit dem das
Wissen, die Fähigkeiten einer Person
getestet wird 3 <Sport> hohe Anforde¬
rungen stellender Wettbewerb 4 eine
schwere Prüfung: ein schweres
Schicksal, ein Schicksalsschlag
Prü|fungs|an|for1de|run|gen: die (PI.)
Vorgaben, die ein Kandidat in einer
Prüfung erfüllen muß
Prü|fungs|angst: die; - ; -ängste sich bis
ins Krankhafte steigerndes Unwohl¬
sein vor, während einer Prüfung
Prüjfungsjaijbelt: die; - ; -en (längere)
schriftliche Arbeit, die im Rahmen ei¬
ner Prüfung abgelegt, verfaßt werden
muß
Prü|fungs[auf|ga|be: die; - ; -n (eine von
mehreren) Aufgabenstellungen) bei
einer (schriftlichen) Prüfung
Prü|fungs|bi|lanz: die; - ; -en <Wirt.> (in
schriftlicher Form festgehaltenes) Er¬
gebnis einer Buchprüfung hinsicht¬
lich der wirtschaftlichen Situation ei¬
ner Firma
Prü|fungs|etjgeb|nis: das; -ses; -se Re¬
sultat, das in einer Prüfung erlangt
wird
P(üjfungs|fach: das; -(e)s; -Jacher Ge¬
biet, fachlicher Bereich, in dem eine
Prüfung abgelegt wird
Prü|fimgs|fra|ge: die; - ; -n Frage, Auf¬
gabe, die in einer Prüfung bearbeitet,
beantwortet werden muß
Prü]fungs|kan]di|dab der; -en; -en weibl.
Prü|fungs|kan|di|da|tin: die; - ; -nen
Person, die sich vor od. in einer Prü¬
fungssituation befindet
Prü|fungs[kom|misfsi|on: die; • ; -en
vom Staat gestelltes Gremium, das
eine Prüfung durchführt, abnimmt
Piüjfungs|ord|nung: die; - ; -en Regeln,
die den Ablauf, die Voraussetzungen
einer Prüfung bestimmen
Prü|fungs|teijmin: der; -(e)s; -e Datum,
bestimmte Zeit, an dem/zu der eine
Prüfung stattfindet
898
Psychoanalyse
Prü|fungs|un|ter|la|gen: die (PL) alle
Materialien, die zur Durchführung ei¬
ner Prüfung benötigt werden, über
eine Prüfung Rechenschaft ablegen
Prü|fungs|ver|fah|ren: das; -s; - Art u.
Weise, wie eine Prüfung durchge¬
führt, abgehalten wird
Prü|fungs|ver|merfc: der; -(e)s; -e Hin¬
weis an, zu etw., daß eine Prüfung
stattgefunden hat
Prüjfungs|zeug|nis: das; -ses; -se offi¬
zielles Schreiben, das über die Ergeb¬
nisse einer Prüfung informiert; offi¬
zielle Bescheinigung (mit Qualitäts¬
Vermerk) über eine bestandene Prü¬
fung
Piüf|ver|fah|ren: das; -s; - Art u. Weise,
wie eine Prüfung (zur Qualitäts-, Lei¬
stungskontrolle) durchgeführt, abge¬
halten wird
Prüf|vor|schrift: die; - ; -en Leitlinien,
die bei einer Prüfung od. einem Test
eingehalten werden müssen
Prü|gel: der; -s; - [ugs.] 1 Knüppel; dik-
ker Stock 2 [ugs.; derb] männliches
Glied, Geschlechtsteil; Penis
Pryjgel: die (Pi.) heftige Schläge (mit
einem Gegenstand od. mit der Hand)
Prü|ge|lei: die; -; -en heftige Rauferei
Prü|gel|kna|be: der; -n; -n Person, die
Schuldzuweisungen erhält, die eine
andere Person verdient hätte
prü|geln: prügelst; prügeltest; hast
geprügelt 1 sehr heftig auf jmdn. ein¬
schlagen; jmdn. mißhandeln 2 wie ein
geprügelter Hund: voller Scham u.
ohne Widerspruch
prü|geln, sich: prügelst dich; prügeltest
dich; hast dich geprügelt sich mit den
Fäusten gegenseitig schlagen
Prü[gel|strajfe: die; - ; -n (PI. s.) mit
Stöcken o. ä. ausgeführte Bestrafung
für ein Verbrechen, Vergehen
Prü]gel|sze|ne: die; •; -n 1 eine Schläge¬
rei beinhaltende (Film-, Theater-)Sze-
ne 2 beobachtete Schlägerei
Prunktder; -(e)s; - Luxus; reichhaltige,
im Übermaß vorhandene, kostbare
Ausstattung
—» Prunk lie|bend: s. prunkliebend
Prunk|bau: der;-(e)s; -ten Gebäude mit
übertriebener Pracht, kostbarster
Ausstattung
Prunk|bett: das; ~(e)s; -en (hist.) (einem
hohen Adligen gehörendes) großes,
mit viel Prunk, kostbar ausgestattetes
Bett
prun|ken: prunkst; prunktest; hast ge¬
prunkt 1 durch große (natürliche od.
künstliche) Pracht auffallen »Das
Schloß prunkte auf dem Berggipfel. 2
angeben, prahlen durch Erwähnung
od. Demonstration von etw. Beein¬
druckendem
Prunk|ge|mach: das; -(e)s; -gemacher
[veralt.j Raum (in einem Schloß o.
ä.), der äußerst prächtig ausgestattet
ist
Ptunk|ge|wand: das; -(e)s; -gewänder
(veralt.j kostbares Kleidungsstück-
prunk|haft: Adj. prunkhaft; prunkhafte¬
ste [selten] von großer Pracht; viel
Prunk aufweisend
prunk|lie|bend —» Prunk Ue|bend: Adj.
n. stg. von prächtiger Gestaltung,
Prunk begeistert
prunk|los: Adj. n. stg. eher ärmlich, sehr
einfach gestaltet, ausgestattet; keinen
Prunk aufweisend
Piunk|lo|sig|keifc die; - ; - eher nüchter¬
ner, ärmliche^ Zustand, in dem kein
Prunk, keine Pracht vorhanden ist
Prunk|saal: der; -(e)s; -sale von Reich¬
tum u. großer Pracht zeugender, sehr
großzügig angelegter Raum (in einem
Schloß o. ä.)
Prunk|sit|zung: die; -; -en Karnevalssit¬
zung, die aufwendig u. prachtvoll or¬
ganisiert ist ■'
Prunk|stück: das; -(e)s; -e [auch iron.]
Gegenstand (od. Person) von großer
Kostbarkeit; das beste Stück (z. B. ei¬
ner Sammlung)
prunkjvoll: Adj. voller Prunk; kostbar,
reich ausgestattet »Er gab einen
prunkvollen Empfang.«
P(unk|wa|gen: der; -s; - Wagen (auch
im Karneval), der kostbar, reich ver¬
ziert ist
PS: Abk. 1 Patentschrift = Dokumen¬
tation der Rechte auf eine Erfindung
2 Personenschaden 3 Pferdestärke —
frühere Maßeinheit der Leistung, ins¬
besondere bei Kraftfahrzeugmoto¬
ren, heute offiziell ersetzt durch Kilo¬
watt 4 a) Postsache b) Postsekretär 5
Postskriptum = Nachtrag zu einem
Brief 6 <Bankw.> Prämiensparen 7
<Sport> Punktsieger
P. S.: Abk. data Postskriptum = Nach¬
trag zu einem Brief
Ps.: Abk. 1 Psalm 2 Pseudonym
Psalm: <gr.-lat.> der; -s; -en religiöses
Lied; Dichtung des Alten Testamen¬
tes
Psalmjodie —* Psalm|o|die: <gr.-lata
die; - ; -n IpßalmodPnj (Religion) (li¬
turgischer) Sprechgesang (mit beson¬
deren Strukturen)
psalm|odie|ren —»• psal|m|o|dje]ren:
psalmodierst; psalmodiertest; hast
psalmodiert psalmodisch singen
psalm|odisch —> psal|m|o|discb: Adj.
n. stg. wie eine Psahnodie; in der Wei¬
se einer Psahnodie, eines Sprechge¬
sangs
Psalfter: igr.-lat» der; -s; - 1 (Religion)
a) Psalmenbuch im Alten Testament
b) (im MA) Textbuch zur Liturgie,
das die Psalmen u. a. beinhaltet 2
(Musik) (im MA) Zither in Form ei¬
nes Dreiecks o. ä. 3 (Bio.) Blätterma¬
gen; Magen mit Längsfalten
PSch: Abk. Postscheck
PSchA: Abk. Postscheckamt
Psdg: Abk. Postsendung
Pseud.: Abk. Pseudonym
pseu|do-/Pseu|do-: <gr> Wortbildungs¬
element (vor Vokalen meist 'pseud- j
’Pseud-j [meist abwert.] scheinbar
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte; sich (heuchlerisch) den An¬
schein gebend, das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte zu sein
Pseuldolkrupp: der; -s; - (Med.) (vor al¬
lem Kinder befallende) Krankheit
mit Atembeschwerden u. Hustenan¬
fällen, die auf eine Kehlkopfentzün¬
dung zurückzuführen sind
Pseu|do|lo|gie: <gr.> die; - ; -n
lpßeudologienj (Psychologie; Med.)
ständiges Verbreiten von Unwahrhei¬
ten, das krankhaft bedingt ist
pseu|do|ls|gisch: <gr.> Adj. n. stg. (Psy¬
chologie; Med.) die Pseudologie be¬
treffend, ihr zuzuordnen; krankheits¬
bedingt Unwahrheiten sagend
Pseud|onym —» Pseu(d|o|nym: <gr.>
/pßeudonüm/ das; -s; -e angenomme¬
ner, nicht wirklicher Name; Deckna¬
me; Künstlername ■
pseuldolwislsenlschaftllich: Adj. n. stg.
[geh.; abwert.] nur scheinbar wissen¬
schaftliche Methoden anwendend od.
wissenschaftlich gesichert
Psi: <gra das; - u. -s; -s 1 Buchstabe, der
im griechischen Alphabet an vorletz¬
ter Stelle steht 2 meist o. Art.; o. PI.
(Parapsychologie) Element, das para¬
psychische Ereignisse bestimmt
Psi|phä|no|men: <gr.> das; -s; -e (Para¬
psychologie) Ereignis, Erscheinungs¬
bild parapsychischen Ursprungs
Psych.: Abk. 1 a) Psychiatrie = Teilge¬
biet der Medizin, das mit der Behand¬
lung von seelischen Störungen u. Gei¬
steskrankheiten befaßt ist b)
Psychiater(in) 2 a) Psychologie =
Wissenschaft von den Zuständen des
Erlebens b) Psychologe/Psychologin
psych.: Abk. 1 psychiatrisch 2 psychisch
= seelisch 3 psychologisch
Psy|che: tgr.-lat.-fra /pßüche/ die; - ; -n
1 (Psychologie) Seele; Wesensart; das
Denken, Fühlen usw. eines Men¬
schen, Lebewesens »Ihre Psyche war
angegriffen.« 2 [österr.] Frisiertisch
mit Spiegel
psy|che|de|lisch: <gr.-engla /pßüchede-
lisch/ Adj. n. stg. (Psychologie) i)
schwere Stimmung produzierend; be-
wußtseinsverändemd; einen Gemüts¬
zustand ähnlich der Trance mit sich
bringend b) in einem berauschten Zu¬
stand, in veränderter Gemütsstim¬
mung befangen i
Psych|ia|ter —»• Psyjch|i|a|ten <gr.>
/pßüch(i)ater/ der; -s; - weibl.
Psych|iajte|rin —»■ Psy|ch|ija|te|rin:
die; -; -nen (Med.; Psychologie) Arzt/
Ärztin, der/die sich in der Fachrich¬
tung Psychiatrie spezialisiert hat
Psychjia|trie —» Psy|ch|i|a|tjrie: <gra
/pßüch(i)atri/ die; - ; -n /pßüchiatrpnl
(Med.; Psychologie) 1 o. PI. Wissen¬
schaft u. Behandlung von emotiona¬
lem Ungleichgewicht u. Geistes¬
krankheiten »Er hat sich auf die
Psychiatrie spezialisiert.« 2 [ugs.] Sta¬
tion, Abteilung (eines Krankenhau¬
ses), Klinik, wo psychisch gestörte,
kranke Menschen behandelt werden
psych|ia|fne|ren —* psy|ch|i|a|t|rie|ren:
<gr.> /pßüch(i)atriren/ psychiatrierst;
psychiatriertest; hast psychiatriert
(Med.; Psychologie) [österr.] sich ei¬
ner Untersuchung, Analyse eines
Psychiaters auf seine geistige Verfas¬
sung unterziehen
psych|ia|trisch —*■ psy|ch|i|a|t|risch:
(gr.> /pßüch(i)atrisch/ Adj. n. stg.
, (Med.; Psychologie) die Psychiatrie
betreffend; in Zusammenhang mit
der Psychiatrie
psychisch: <gr.> /pßüchisch/ Adj. n. stg.
(Med.; Psychologie) die Psyche, Seele
betreffend, ihr zuzuordnen
Psy|cho|ana|lyjse —* Psy|cho|a|na|ly|-
se: (gr.> /pßücho-/ die; - ; -n (Med.;
Psychologie) a) o. PL Verfahren zur
Untersuchung u. Behandlung seeli-
899
psychoanatysieren
scher, psychischer Störungen durch
das Erforschen des Unbewußten u.
durch Traumdeutungen b) Behand¬
lung nach diesem Verfahren (a)
psy|cho|ana|ty(sie|ren —» psyjcho|a|-
na|ly|sie|ren: <gro /pßücho-/ psycho-
analysierst; psychoanalysiertest; hast
psychoanalysierl (Med.; Psychologie)
jmds. psychische Probleme u. ihre Ur-'
Sachen aufdecken u. durch die Be-
wußtmachung einen Heilungsprozeß
einleiten
Psyicho|ana|ly)ti|ker —* Psy(cho|a|na|-
lyjti|ken <gro /pßücho-/ der; -s; -
weibl. Psy|cho|ana|ly|ti|ke(rin —>
Psy|cho|a|nally|tl|ke|rin: die: ~ ; -nen
<Med.; Psychologie) Arzt/Ärztin od.
Psychologe/Psychologin, der/die die
Patienten nach psychoanalytischer
Methode behandelt, der/die eine spe¬
zielle, psychotherapeutische Ausbil¬
dung absolviert hat
psyfccho|anajiy|tiscli —* psy)cho|a|na|-
lyltisch: <gr.> /pßücho-/ Adj. n. stg.
(Med.; Psychologie) bezüglich der
Psychoanalyse; die Psychoanalyse be¬
treffend, ihr zuzuordnen
Psy|cho|dia|gno|stik —» Psy|cho|di|a|-
gfnosjtik: <gr.> /pßücho-/ die; ~ ; •
Wissenschaft von der Art u. Weise, in
der spezifische psychische Eigen¬
schaften von Personen od. (gesell¬
schaftlichen) Gruppen herausgearbei¬
tet werden können
Psy|cho|dra|ma/Psyjcho|dra]ma: <gr.>
/pßücho-/ das; -s; -dramen 1 (Litera-
turwiss.) Theaterstück, das von nur
einer Person gespielt wird u. seelische
Vorgänge zum Thema einer dramati¬
schen Handlung macht 2 (Psycholo¬
gie) Behandlungsmethode in der Psy¬
chotherapie, in der der Patient seine
Konflikte im Schauspiel darstellt u.
sich so von ihnen zu befreien lernt
psy{cho|gen: <gr.> /pßüchogen/ Adj. n.
stg. (Med.; Psychologie) den Ur¬
sprung im seelischen Bereich habend
Pay|cho|ge|ne|se/Psyjcho)ge|ne|sis:
<gro /pßücho-/ die; • ; -n (Psycholo¬
gie) Seelenlebenentwicklung, Ent¬
wicklung der Psyche eines Menschen
Psy|cho|gramm —> Psy|cho|g|ratnm:
<gro /pßücho-/ das; -(e)s; -e (Psycho¬
logie) 1 Studie der Persönlichkeit aus
psychologischer Sicht 2 Repräsentati¬
on von Können u. Charakter einer
Person in einem Schaubild
Psy|cho|gr§ph —* auch Psy|cho|grafc
<gro /pßücho-/ der; -en; -en (Psycholo¬
gie) Instrument, mit dem sich angeb¬
lich aus dem Unbewußten stam¬
mende Äußerungen unmittelbar
schreiben lassen
Psyjcho|gra|phie —» auch Psy]eho|-
grafie: <gr.> /pßücho-/ die; - ; -n (Psy¬
chologie) äußerst detaillierte Perso¬
nenbeschreibung aus psychologischer
Sicht
Psy|cho|krieg: <gr.; dt.> /pßücho-/ der;
-(e)s; -e [ugs.j Auseinandersetzung,
in der versucht wird, den Gegner
durch psychologische Mittel zu ver¬
unsichern, besiegen
Psy|cho|lin|gui|stik —» Psy|cho|lin|gu|-
i|s(tik; <gr.-lat.> /pßücho-/ die/ - ; -
(Sprachwiss.) Lehre von den Vorgän¬
gen, die sich beim Spracherwerb u.
bei der Anwendung sprachlicher
Kenntnisse auf psychischer Ebene ab¬
spielen
Psy|cho|lo|ge: <gro /pßüchologe/ der;
-n; -n weibl. P$ytcho|lofgfn: die; - ;
-nen 1 Fachmann, -frau, der/die auf
dem Gebiet der Psychologie wissen¬
schaftlich ausgebildet ist 2 [ugs.] Per¬
son mit viel Verständnis, Sensibilität
für die seelischen, psychischen Pro¬
bleme anderer
Psy|cho|lo|gie: <gro /pßüchologi/ die;
- ; - 1 Wissenschaft vom Funktionie¬
ren des neurologischen Apparates u.
von den geistig-seelischen Aspekten
im Leben des Menschen sowie ihnen
Auswirkungen auf den Körper 2 Ver¬
haltensweise, Reaktionsweise auf¬
grund innerer Anlagen
Psy|cho|lo|gi|sie|rung: /pßüchologisi-
rung/ die; ~ ; -en [meist abwert.]
(übertrieben) psychologisch orien¬
tierte Darstellung, Interpretation von
etw.
Psy|cho|neu|ro|se: <gro /pßücho-/ die;
- ; -n (Psychologie) neurotische Er¬
krankung, die durch einen seelischen
Konflikt (u. dessen Verdrängung ins
Unterbewußte) ausgelöst wurde
Psy|cho|path: (gr.> /pßüchopat/ der;
-en; -en weibl. Psy|cho|pa|thin: die; - ;
-nen (Psychologie) Mensch mit krank¬
haftem (Sozial-)Verhalten, anorma¬
len Gefühlsreaktionen
Psy|cho|pa|thie: <gro /pßüchopati/ die;
- ; -n (Psychologie) krankhaft verän¬
derte Psyche, Gefühlsreaktionen, was
sich in Verhaltensstörungen bemerk¬
bar macht
psy|cho|pa|thisch: <gro /pßücho-/ Adj.
n. stg. (Psychologie) [geh.] aj die Psy¬
chopathie betreffend, ihr zuzuordnen
b) krankhafte Verhaltensstörungen
zeigend
Psy|cho|pa|tho|lo|gie: /pßücho-/ die; - ;
- (Psychologie; Med.) interdisziplinä¬
re wissenschaftliche Richtung, die
sich mit krankhaften Abweichungen
des Seelenlebens beschäftigt
Psyjcho|phaijma|kon: /pßücho-/ das;
-s; Psychopharmaka (m. Pl.) (nach
langer u. regelmäßiger Einnahme ab¬
hängig machendes) Arzneimittel, das
auf Nerven u. Psyche beruhigend
wirkt
Psy(cho|phy[sik: /pßücho-/ die; ~ ; -
(Psychologie; Med.) wissenschaftli¬
cher Bereich, der die Zusammenhän¬
ge zwischen körperlicher Empfin¬
dung u. Geist bzw. äußerem Reiz er¬
forscht
psy)cho|phy|sisch: /pßücho-/ Adj. n.
stg. (Psychologie; Med.> die Psycho-
physik betreffend, ihr zuzuordnen
Psy|cho|se: /pßüchose/ die; - ; -n
(Psychologie) a) seelische Störung,
Oberreaktion; Geistes- od. Nerven¬
krankheit b) zeitweise auftretende ex¬
treme geistige Angespanntheit, Erre¬
gung
Psy|cho|so|ma]tik: /pßücho-/ die; - ; -
(Psychologie; Med.> Wissenschaft
von den körperlichen Krankheiten
mit psychischen Ursachen
psy|cho|so|ma)tisch: /pßücho-/ Adj. n.
stg. (Psychologie; Med.) 1 die Psycho¬
somatik betreffend, ihr zuzuordnen 2
(Krankheit) auf seelische Ursachen
zurückzuführen
Psyjcho|ter(ror: /pßücho-/ der; -s; -
Auseinandersetzung, Methode, bei/
mit der versucht wird, den Gegner
durch psychologische Mittel zu ver¬
unsichern, besiegen
Psylcholthelralpeut: /pßücho-/ der; -en;
-en weibl. Psylchohhelralpeultln: die;
- ; -nen (Psychologie; Med.) Arzt/
Ärztin od. Psychologe/Psychologin,
der/die die Patienten nach psychothe¬
rapeutischen Methoden behandelt
psvlcholthelralpeultiach: /pßücho-/
Adj. n. stg. (Psychologie; Med.) die
Psychotherapie betreffend, ihr zuzu¬
ordnen; für psychotherapeutische
Zwecke
Psy|cho|the|ra|pi§: /pßücho-/ die; - ; -n
(Med.; Psychologie) a) o. Pl. Wissen¬
schaft von der Behandlung seelischer
u. körperlicher Krankheiten durch
Problemanalyse, seelische Beeinflus¬
sung b) Behandlung von Patienten
nach den Erkenntnissen von (a)
PsyJcho]thril|ler. /pßücho-/ der; -s; -
Film, Buch o. ä., bei dem der Autor,
Regisseur besonders psychologische
Mittel zur Erzeugung von Spannung
einsetzt
Psy[cho|ti|ken <gr.> /pßüchotiker/ der;
-s; ~ weibl. Psy|chp|ti|ke|rin: die; - ;
-nen (Psychologie; Med.) an einer
schweren geistig-seelischen Störung
leidender Mensch
psy|cho|tisch: <gro /pßüchotisch/ Adj.
n. stg. (Psychologie; Med.) a) eine Psy¬
chose betreffend, ihr zuzuordnen; für
eine Psychose typisch b) psychisch
krank; eine Psychose habend
Psy1chro|me|ter —* Psy[ch|ro|me[ten
<gr.-lato /pßükro-/ das; -s; - (Meteo¬
rologie) Luftfeuchtigkeitsmeßgerät
Pto|ma[in: <gro das; -s; -e (Med.) nach
dem Tod eines Lebewesens sich in der
Leiche entwickelndes Gift
Pu: Abk. (Chemie) Plutonium
Pub: <engl.> /pab/ das u. der; -s; -s Gast¬
stätte; Kneipe
pulberftör Adj. n. stg. [geh.] a) die Pu¬
bertät betreffend, ihr zuzuordnen;
charakteristisch für die Pubertät b) in
der Pubertätsphase befindlich
Pu|berjtät: dato die; • ; - (Bio.; Psycho¬
logie) Entwicklungsphase eines Kin¬
des, Jugendlichen, nach deren Ab¬
schluß die Fortpflanzungsfähigkeit
eingetreten ist
Pu[ber|täts|zeit: die; - ; - Entwicklungs¬
phase zwischen Kindheit u. Erwach¬
sensein, die biologisch zur Fortpflan¬
zungsfähigkeit führt
pu|ber]t$e|ren: dato pubertierst; puber-
tiertest; hast pubertiert [geh.] in die
Phase der Pubertät hineinkommen,
sie durchleben
Pu|bes|zenz: dato die; - ; - (Med.) Ge¬
schlechtsreifung
Publ.: Abk. 1 Publikation = Veröffent¬
lichung 2 Publikum 3 Publizistik =
Zeitungswissenschaft
publ.: Abk. 1 publiziert = veröffentlicht
2 publizistisch = zeitungswissen¬
schaftlich
Pu|bli|ci|ty —*■ Pu|b|li|cifty: dat.-fr.-
englo /pablißiti/ die; ~ - a) Bekannt¬
heitsgrad »Er genießt als Minister gro¬
ße Publicity.« b) Werbung für etw.
od. jmdn., um einen hohen Bekannt-
900
puffen
heitsgrad in der breiten Öffentlichkeit
zu erlangen »Publicity machen«r
Pu|blic Re|la|tfons —» Pu|b|lic Re|la|-
tions/Pu|b|lic|re|la|ti|ons: dat.-engl-
qmerik.> /pablik rilä‘sch«ns/ die (Pi.)
Öffentlichkeitsarbeit; Kontaktpflege
(mit den Medien, den potentiellen
Kunden)
pujblik —» pu|b|lik: <lat.-fr.> Adj. n. stg.
öffentlich, allgemein bekannt
Pu|bli|ka|ti|sn —*• Pu|b|li|ka|ti|on: dat.-
fr.y /publikazion/ die; - ; -en 1 veröf¬
fentlichtes Schriftstück od. sonstiges
Werk 2 Veröffentlichung eines Textes
Pu|bli|kajti|pns|mit|tel —» Pu|b|li|ka|ti|-
ons|mitjtel: /publikazionß-/ das; -s; -
Medium, das zu Veröffentlichungs¬
zwecken benutzt wird
Pu|blilka|ti[ons|oijgan —» Pu|b|li|ka|ti|-
pnsjoijgan: /publikazionß-/ das;
r(e)s; -e Medium, das zu Veröffentli¬
chungszwecken benutzt wird
pu|bli|ka|ti|ons|reif —» pu|b|li| ka)ti [ons|-
reif: /publikazionß-/ Adj. n. stg. so
fortgeschritten, daß es veröffentlicht
werden kann
Pu|bli|ka|ti|ons|ver|bot —> Pu|b|ü|ka|ti|-
gns|ver|bot: /publikazionß-/ das;
-(e)s; -e Untersagung, Verbot, etw.
zu publizieren, veröffentlichen
Pu|bli|kum —* Pu|b|li|kum: dat.-/r.>
das; -s; - a) Gesamtheit aller Anwe¬
senden bei einer Veranstaltung od.
Aufführung »Das Publikum war
begeistert.« b) alle potentiell an
jmdm., etw. Interessierten
Pu|bli|kums|erjfolg —» Pu|b|li[kums|-
er|folg: der; -(e)s;-e (etw., was) große
Anerkennung vom Publikum (be¬
kommt)
Pu|bli|kums|ge|schmack —» Pu|b|li|-
kums|ge|schmaclc der; -(e)s;
-geschmäcker (PI. s.) Gefallen od.
Nichtgefallen des, beim Publikum(s)
kums|in|te|r|es|se: das; -s; - Interesse
des Publikums; Aufgeschlossenheit
der Zuschauer einer Vorführung,
Veröffentlichung, Aktion gegenüber
Pu[bli|kums|lieb|llng —* Pu|b|li|kums|-
lieb|ling: der; -(e)s; -e Prominente(r)
(Schauspielerin), Sportlerin) o. ä.),
der/die besonders gut beim Publikum
ankommt, der/die bei den Zuschau¬
ern besonders beliebt ist
Pu|bli|kums|re|so|nanz —» Pu]b|li|-
kums|re|so|nanz; die; - ; -en (PI. s.)
Interesse, das das Publikum an einer
Vorführung zeigt; Grad der (Un-)Be-
liebtheit beim Publikum
pu|bli|kums|wirk|sam —> pu|b|li|kums|-
wirk|sam: Adj. n. stg. Reaktion von
Lesern, Zuschauern u. ä. hervorru¬
fend; eine gute, die erhoffte Wirkung
habend
pu|bli|zie|ren —» pu|b|li|zje|ren: dat.y
publizierst; publiziertest; hast publi¬
ziert a) Forschungsergebnisse wissen¬
schaftlich bekanntmachen; (ein litera¬
risches, wissenschaftliches Werk) für
die Öffentlichkeit zugänglich ma¬
chen; veröffentlichen b) etw. öffent¬
lich bekanntmachen
pu|bli|zierjfreu|dig —* pu|b|li|zierjfreu|-
dig: Adj. n. stg. häufig Werke veröf¬
fentlichend
Pu|bli|zist —» Pu|b|li|zisfc dat.y der; -en;
•en weibl. Pu|bli|zi]stin —*■ Pu|b|li|zis|-
tin: die; - ; -nen Person, die an der po¬
litischen, gesellschaftlichen Diskussi¬
on durch (journalistische) Berichte,
Kommentare u. ä. teilnimmt
Pu|bli|zi|stik —* Pu|b|li|zfe|tlk; dat.y die;
- ; - a) Presse, Film, Rundfunk u.
Fernsehen b) Wissenschaft von den
Medien, Syn.: [veralt.] Zeitungswis¬
senschaften)
pu|bli|zi]stisch —* pu|b|li|zis|tisch: dat.y
Adj. n. stg. den Bereich betreffend,
der sich mit allen die Öffentlichkeit
interessierenden Angelegenheiten in
Buch, Presse, Rundfunk, Film u.
Fernsehen beschäftigt, ihm zuzuord¬
nen, mit Methoden dieses Bereiches
arbeitend
Pu|bli|zi|tgt —» Pu|b|li|zi|tät: dat.y die;
- ; -1 [geh.] jmds. Bekanntheitsgrad,
Berühmtsein 2 a) Möglichkeit für die
Allgemeinheit, die Massenmedien zu
benutzen, verstehen b) <Wirt.> Ein¬
sicht der Öffentlichkeit in geschäftli¬
che Ergebnisse, Absichten eines Un¬
ternehmens, Syn.: Offenkundigkeit
Pu|bli|zi|täts|pflicht —* Pu|b|li|zi]täts|-
pflicht: die; - ; -en <Wirt.> Pflicht eines
Unternehmens, seine geschäftlichen
Daten o. ä. öffentlich darzulegen
Puck: tengl.y der; -s; -s 1 a) (Literatur-
wiss.> Kobold im »Sommernachts¬
traum« von Shakespeare b) [geh.]
kleine, elfenhafte Gestalt; Kobold 2
(Sport; Eishockey> Hartgummischei¬
be, die anstelle eines Balles zum Spie¬
len benutzt wird
pud|deln: puddelst; puddeltest; hast ge-
puddelt 1 flandsch.] a) Jauche ausbrin¬
gen b) sich heftig im Wasser bewegen,
planschen 2 [fachsprl.] unter Verwen¬
dung eines besonderen Verfahrens
Schweißstahl aus Roheisen gewinnen
Pud|del|ofen —> Pud|del|o|fen: der; -s;
-Öfen (Hüttenw.; hist.) Brennofen, der
zur Schweißstahlgewinnung benutzt
wurde
Pud|dlng: tfr.-engb der; -s; -e u. -s 1 a)
Süßspeise aus Milch, Zucker (sowie
Puddingpulver) o. ä. verschiedener
Geschmacksrichtungen, die warm od.
kalt serviert werden kann b) engli¬
sche, feine, in einer Form gekochte
Mehlspeise; Gericht aus Mehl, Milch,
Eier, Butter u. Brot, Fleisch, Fisch
od. Gemüse 2 auf den Pudding
hauen: [ugs.] sich wehren 3 Pudding
in den Armen u./od. Beinen haben:
[ugs.] kraftlos sein
Pud|ding|ab|itur —> Pud|ding|a|bi|tur:
das; -s; - [ugs.; scherzh.; veralt.] Abi¬
tur, das an einer hauswirtschaftlich
orientierten Schule erworben wird
Pud|ding]form: die; - ; -en a) zum Ko¬
chen eines englischen Puddings im
Wasserbad verwendete Form b)
Form, ähnlich einer Kuchenform, in
die Pudding eingefüllt wird, der nach
dem Erkalten gestürzt wird, so daß
der Pudding die Umrisse der Form
aufweist
Pudjding|pul|ven das; -s; - Pulver aus
Stärke sowie Färb- u. Aromastoffen
als Grundlage zur Herstellung einer
süßen Nachspeise, das in Milch od.
Wasser eingerührt (u. dann gekocht)
wird
Pujdel: der; -s; ~ 1 Hund(erasse) mit
lockigem Fell u. spitzer Schnauze 2
(Kegeln u. ä.) von der Bahn gerollte
Kugel 3 wie ein begossener Pudel:
[ugs.] schamerfüllt u. kleinlaut
Pu|del|müt|ze: die; - ; -n warme, aus ei¬
nem Wollstoff bestehende Mütze, die
eng am Kopf anliegt, über die Ohren
gezogen wird u. meist einen Bommel
in der Mitte, an der Spitze hat
pu|del|nackfc Adj. n. stg. [ugs.] ohne jeg¬
liche Bekleidung
pu|del|naß —► pu|del|nass: Adj. n. stg.
[ugs.] völlig durchnäßt
Pu|der: dat.-fr.y der u. (ugs.J das; -s; -
zu kosmetischen od. medizinischen
Zwecken angewendetes Pulver
Pu|derjdo|ss: die; - ; -n kleiner, flacher
Behälter, in dem Kosmetikpuder auf¬
bewahrt wird
pu]de|rig/pu|drig: dat.-fr.y Adj. n. stg.
wie Puder; von feiner, pulveriger Be¬
schaffenheit, Konsistenz
pu|dem: dat.-fr.y puderst; pudertest;
hast gepudert etw. mit Puder verse¬
hen, bestäuben
Pu|der|qua|ste —» Pu[der|quas(te: die;
- ; -n zum Aufträgen, Verteilen von
Puder verwendeter Pinsel, Watte¬
bausch o. ä.
Pu|der]zucker (Pujdeijzukjker —*• Pu|-
der|zu|cker): der; -s; - äußerst feiner,
pulveriger Zucker
Pue|blo —» Pu]e|b|lo: dat.-span.> der;
-s; -s aus Steinen in mehreren Etagen
erbaute Puebloindianersiedlung
Pue|blo|in|dia|ner —* Pu|e]b|lo|in[di|a|-
nen der; -s; ~ weibl. Pue|blo|in|dia|-
ne|rin —» Pu|e|b|lo|in|di|5|ne]rin: die;
- ; -nen Mitglied eines Indianerstam¬
mes, der im Südwesten Nordamerikas
zu Hause ist/war u. in Pueblos lebt(e)
pue|ril —» pu|e|ril; dat.y Adj. n. stg. (Psy¬
chologie; Med.) wie ein Kind; im Al¬
ter eines Kindes auftretend
Pue|ri]li|t|t —» Pu|e|rijli|tät; dat.y die; - ;
- (Psychologie; Med.) Verhalten, Art
wie ein Kind; kindlicher Charakter
Pufft der; -(ejs; Püffe u. [selten] -e
[ugs.] 1 kleiner, nicht sehr heftiger
Stoß (mit der Hand o. ä.) 2 dumpfes
Geräusch 3 einen Puff vertragen
können: [ugs.] etw. vertragen können;
nicht sehr empfindlich sein
Pufft der u. [selten] das; -s; -s [ugs.]
Haus, in dem Prostituierte gegen Be¬
zahlung Geschlechtsverkehr, sexuelle
Dienstleistungen anbieten, Syn.: Bor¬
dell
Pufft das; -(e)s;- Brettspiel mit Würfeln
u. Spielsteinen
Pufft der; -(e)s; -e u. -s 1 PI. -e [veralt.]
Bausch 2 a) Behälter für Schmutzwä¬
sche b) Hocker mit Polster(auflage)
Puff[ar]mel: der; -s; - Ärmel, meistens
einer Bluse, der im Oberarmbereich
besonders weit u. gerafft ist
Puf|fe: die; - ; -n [veralt.] a) Bausch b)
etw. Aufgebauschtes
puf|fen: puffst; pufftest; hast gepufft 1
[ugs.l a) jmdm. einen nicht sehr har¬
ten, ireunschaftlichen Stoß verabrei¬
chen b) jradn. grob (zur Seite) stoßen
2 (z. B. bei der Popcomherstellung)
sich unter großer Hitzeeinwirkung
aufblähen 3 ist [ugs.] a) durch Luft¬
entweichen ein dumpfes Geräusch er¬
zeugen b) sich mit dumpfen Ge¬
räuschen, Tönen in Bewegung setzen,
eine Ortveränderung vornehmen 4
901
Puffer
[veralt.] aufbauschen, in lockere
Form bringen
Puf|fer: der; -s; - 1 an beiden Enden
von Zügen angebrachter Stoßfänger
2 kurz für Kartoffelpuffer = Pfanne¬
kuchen aus Kartoffelteig; Reibeku¬
chen, -plätzchen 3 kurz für Pufferbat¬
terie 4 kurz fit r Pufferspeicher
Puf|feiibat|te|rie: die; - / -n <Technik>
Batterie, die schwankende Belastun¬
gen in einem mit Gleichstrom betrie¬
benen System ausgleicht
Puftferjspeilcher: der; -s; ~ <EDV> Spei¬
cher, der zwischen zwei Digitalrech¬
nereinheiten mit unterschiedlicher
Geschwindigkeit geschaltet ist
Pufferstaat: der; -(e)s; -en <Pol.> durch
seine geographische Position (u. seine
politische Neutralität) militärische
Auseinandersetzungen vermeidender
Staat
Puffferjzone: die; - ; -n <Pol.> entmilita¬
risiertes Gebiet zwischen zwei gegne¬
rischen Staaten
Puffmais: der; -es; - Popkom(mais);
Maiskörner, die unter hoher Hitze
aufpuffen
Puff|mut|ter: die; - ; -mutter [ugs.; ab¬
wert.] Leiterin, Betreiberin eines Bor¬
dells
Puff)ot|ter: die; -; -n äußerst giftige afri¬
kanische Schlange, die sich bei Ge¬
fahr aufbläht
Puffreis: der; -es; - Reis, der unter ho¬
hem Druck, großer Hitze gedämpft
wird u. sich dadurch aufpufft
Pulk: der;-(e)s; -e 1 mehrere, viele dicht
zusanunenstehende Menschen, Tiere,
Dinge 2 <Milit.> mehrere Fahr-, Flug¬
zeuge im Verband
Pul|le: die; - ; -n [ugs.] 1 Flasche, die ein
(alkoholisches) Getränk beinhaltet
»eine Pulle Schnaps« 2 volle Pulle: 1.
mit vollem, großem Engagement 2.
mit hoher Geschwindigkeit
puljlern: pullerst; poliertest; hast gepul-
lert flandsch.; ugs.] Urin ablassen; uri¬
nieren
Pul|li: <engl.> der; -s; -s [ugs.] kurz für
Pullover .
Pull|man(wa[gen: /pullmän-/ der; -s; -
elegant u. luxuriös ausgestatteter
Waggon eines Schnellzuges
Puil|over —=► Pul|l|o]ver: tenglo
/pullower/ der; -s; ~ Kleidungsstück
mit Ärmeln ohne durchgehende
Knopfleiste o. ä. für den Oberkörper
aus Strickgewebe, das über den Kopf
angezogen wird
Pull|un|der —* Pul|ljun|der: <engl.> der;
-s; - meist kürzerer, ärmelloser Pullo¬
ver, der über etw., ein Hemd, eine
Bluse gezogen wird »Zieh den roten
Pullunder über das weiße Hemd!«
Puls: dato der; -es; -e (PI. s.) 1 a) Klop¬
fen des Blutes im Körper, verursacht
durch das Schlagen des Herzens b)
Schlagader, Pulsader am Handgelenk
»den Puts fühlen« 2 <meist Technik)
gleichartige Impulse in gleichmäßiger
Folge 3 am Puls der Zelt sein: [ugs.]
immer über alles informiert sein 4
jmdm. auf den Puls fühlen: [ugs.]
jmdn. aushorchen; etw. herausfinden
wollen
Pui|sar: dat.-engl.> der; -s; -e <Astrono¬
mie> regelmäßige, hochfrequente
Strahlenimpulse abgebende kosmi¬
sche Strahlenquelle
Pul[8a|ti|on: dato /pulsazion/ die; - ; -en
1 <Med.> durch den Herzschlag verur¬
sachtes, regelmäßiges An- u. Ab¬
schwellen der vom Herzen ausgehen¬
den Blutgefäße 2 <meist Astronomie)
Vorgang, der regelmäßig wiederkehrt
u. bei dem sich etw. abwechselnd aus¬
dehnt u. zusammenzieht
Puls{fre|cfuenz: dato die; - ; -en <Med.>
Anzahl der Pulsschläge, die pro Mi¬
nute zu zählen sind
pul|sie|ren: dato pulsiert; pulsierte; hat
pulsiert 1 [fachsprl.] in gleichmäßigem
Rhythmus an- u. abschwellen »Das
Blut pulsiert durch den Körper.« 2
dibertr.) belebt, lebhaft vor sich ge¬
hen
Pulsfschlag: der; -(e)s; -schlage a) o.
PI. <Med.> (am inneren Handgelenk,
der Halsschlagader od. den Schläfen
zu fühlende) Blutwellenbewegung,
die durch das Schlagen des Herzes
ausgelöst wird b) einzelner Schlag des
Pulses; einzelne zu fühlende Blutwel¬
lenbewegung
Puls|wärjmen der; -s; - Handgelenk¬
schutz aus Wolle od. aus gestricktem
Stoff
Puls|zahl: die; - ; -en (PL s.) <Med.>
Frequenz des Pulses; Anzahl der
Pulsschläge pro Minute
Pult dato das; -(ejs; -e a) Schreibtisch
od. Schreibtischaufsatz mit schräger
Deckplatte zum Lesen od. Schreiben
b) kurz für Dirigentenpult c) kurz für
Notenpult = (hoher) Tisch, Ständer
für Notenblätter dY kurz für Schalt¬
pult “ Konsole mit Schaltern zur Be¬
dienung einer technischen Anlage
Pultdach: das; -(ejs; -dächer <Archit.;
Bauw.> nur einseitig schräg abfallen¬
des Dach
Puljver: dato das; -s; - a) trockene Sub¬
stanz, die sehr fein zermahlen, zer¬
drückt ist b) etw. in Pulverform Vor¬
liegendes (z. B. ein Medikament) c)
kurz für Schießpulver = Explosiv¬
stoff zum Abschuß von Geschossen
aus Feuerwaffen
Pul]ver]dampf: der; -(e)s; -dämpfe
Rauch, der durch das Schießen mit
Feuerwaffen, die Verbrennung von
Schießpulver entsteht
Pulfverffaß —> Pul|vetjfass: das; -fas¬
ses; -fässer <hist.) a) Behälter, Faß zur
Aufbewahrung von Schießpulver b)
auf einem Pulverfaß sitzen —» auf
einem Pulverfass sitzen: in einer Si¬
tuation sein, die sich schnell, leicht
negativ, gefährlich entwickeln kann
Pul|verjform: die; ~ ; -en als Pulver ver-
"ärbeitete, vorliegende Substanz
pgl|ve|rig/pul|vrig: dato Adj. n. stg. in
Pulverform
Pul)ve|ri[sa]tor: dato der; -s;
Pulverisatoren Gerät, mit dem durch
Mahlen o. ä. Pulver aus etw. herge¬
stellt wird
pul|ve|ri|sie|ren: dat.-fro pulverisierst;
pulverisiertest; hast pulverisiert etw. in
Pulverform bringen; zu Pulver zerrei¬
ben
Puijve]ri|s]e|rung: dato die; - ; -en (PI.
s.) das Zermahlen, Zerkleinern zu
Pulver
Pul|ver|kafjfee: der; -s; -s Instantkaffee;
Kaffeepulver, das sich auflöst, wenn
es mit (heißem) Wasser in Berührung
kommt
Pul|ver|kam|mer. die; - ; -n 1 Muniti¬
onslagerraum auf Schiffen 2 <Milit.>
[veralt.] Raum, Bereich in größeren
Geschützen, der für die Ladung ver¬
wendet wird
Pul|verjma|ga|zin: das; -(ejs; -e <Milit.>
[veralt.] Bereich, Raum zur Muniti¬
onslagerung
Pul(ver[müh|le: die; - ; -n <hist.> Fabrik,
in der Munition, Schießpulver herge¬
stellt wurde
puljvem: dato pulverst; pulvertest; hast
gepulvert 1 a) [ugs.] einen od. mehrere
Schüsse abfeuern b) etw. in die Luft
entweichen lassen, ableiten »Die Fa¬
brik pulvert die ganzen Abgase in die
Luft.« c) übertrieben stark, unkon¬
trolliert heizen 2 [veralt.] etw. zu Pul¬
ver zermahlen
Pul|ver|schnee: der; -s; - Schnee, der
sehr locker u. relativ trocken ist
pul|ver]trocken (pul]ver]trok|ken —»
~pul|ver)tro|cken):A4i. n. stg. sehr
trocken; ohne jede Feuchtigkeit
Pul|verjturm: der; -(ejs; -türme <hist.>
Turm (in der Stadtmauer), in dem
Munition aufbewahrt wurde
pul|vrig/pul|ve|rig: dato Adj. n. stg. in
Pulverform
Pujma: (Indian. Spro der; -s; -s braune
bis (silber)graue, mittelgroße Raub¬
katze, die m Nord- u. Südamerika zu¬
hause ist u. einen langen Schwanz u.
einen kleinen Kopf hat
Pumfmel: der; -s; - jmd., meist Kind,
der/das eine dickliche Figur, einen ge¬
drungenen Körperbau hat
pym|me|llg/pumm|lig: Adj. pummeliger;
pummeligste von rundlicher Figur
Pump: in der Wendung auf Pump
(kaufen): [ugs.] etw. auf Kredit, gegen
Ratenzahlung kaufen
Pum[pe: die; - ; -n 1 a) Gerät, Maschine
zum Entfernen von Flüssigkeiten (od.
Gas) durch Absaugen aus etw. b)
(elektrisch od. von Hand betriebenes)
Gerät zur Förderung von (Grund-)
Wasser 2 [ugs.] Herz 3 [Jargon] zum
Einspritzen von Rauschgift benutzte
Spritze
pum|pen: pumpst; pumptest; hast ge¬
pumpt 1 eine Pumpe betätigen 2 [ugs.]
etw. ausleihen
Pum|pen|haus: das; -es; -häuser Raum
od. Haus, in dem sich eine Wasser¬
pumpe befindet
Pum|pen|schwen|gel: der; -s; - Griff,
mit dem eine handbetriebene Wasser¬
pumpe durch Auf- u. Abbewegung
betätigt wird
Pum|perjnickel (Pum|per|nik|kel —>
Pum|perjni|ckel): ~der; -s; - schwarz¬
braunes Brot, das einen süßlich-herz¬
haften Geschmack hat
Pump|ho|se: die; - ; -n Hose mit bau¬
schigen Beinen, die am unteren Ende
ein Bündchen haben
Pumps: (englo /pömpß/ der; ~ - (m.
PI.) Damenschuh mit hohem (dünne¬
rem) Absatz
Pump|sta|ti|on: die; - ; -en mit einer od.
. mehreren Pumpe(n) ausgestattete
Einrichtung, von der aus Flüssigkei-
902,
Pupille
len durch ein System von Rohren ge¬
pumpt werden
Pump|werk: das; -(e)s; -e mit einer od.
mehreren Pumpe(n) ausgestattete
Einrichtung, von der aus Flüssigkei¬
ten durch ein System von Rohren ge¬
pumpt werden
Punch: <engla /pantsch/ der; -(e)s; -s
(Boxern a) o. PI. Fähigkeit, fest, hart
zu schlagen b) Schlag von großer
Härte
Pun|ching|ball: <engh /pantschingbol/
der; -s; •s lederner, an der Decke befe¬
stigter, freihängender Sack, an dem
Boxer Schlagkraft, Reaktionsfähig¬
keit u. ä. trainieren
pu|ni|trv: data /punitif/ Adj. n. stg.
[fachsprl.; geh.] mit Strafe belegt; eine
Strafe betreffend, ihr zuzuordnen
Punk: <engl.-amerika /pank/ der; -s; -s u.
-er/Pun|ker: der; -s; - weibl. Pun|ke|-
rin: die; - ; -nen 1 Anhänger(in) der
Punkmusik, des Punk; Jugendiche(r),
der/die durch spezielle Kleidung,
bunte Haare usw. auffallen, provozie¬
ren u. protestieren will
Punk: <engl.-amerik.> /pank/ der; - u. -s;
- a) [wörtlich] Abfall; Mist b) durch
Kleidung, Aussehen provozierende
Jugendbewegung, die Protest gegen
die bestehende Gesellschaft zum Aus¬
druck bringen will
pun|kig: tengl.-amerika /pankig/ Adj. n.
stg. den Punk, die Punker betreffend,
ihnen zuzuordnen; wie ein Punk; für
einen Punk charakteristisch
Punk|rock: <engh /pankrock/ der; -s; -
mit wenigen, harten Akkorden aus¬
kommende Rockmusik, mit der Pro¬
test der bestehenden Gesellschafts¬
form) gegenüber zum Ausdruck ge¬
bracht werden soll
Punkt: data der; -(e)s; -e 1 a) (kleines)
Gebilde, einem Tupfen ähnlich, das
sich von seiner Umgebung abhebt b)
<Math.> durch Kooidinaten im Koor¬
dinatensystem räumlich festgelegtes,
sehr kleines geometrisches Gebilde 2
(Sprachwiss.) kleines Satz- u. Schrift¬
zeichen (mit unterschiedlicher Bedeu¬
tung) 3 bestimmte Stelle, Ort 4 The¬
ma, (Haupt-)Gegenstand eines Textes
o. ä. »Kommen wir zum nächsten
Punkt meiner Ausführungen.« 5 Zeit¬
punkt; Augenblick 6 Bewertungsein¬
heit beim Sport 7 Einheit zur Lei¬
stungsbewertung (z. B. bei Tests) 8
Angelegenheit, die noch geklärt wer¬
den muß, mit der man sich noch be¬
schäftigen muß 9 mach jetzt aber
mal endlich einen Punkt [ugs.] nun
reicht es aber 10 dunkler Punkt: etw.
' Geheimnisvolles, was unbekannt
bleiben soll (in der Vergangenheit
von jmdm.) 11 wunder Punkt etw.,
worauf jmd. empfindlich reagiert,
reagieren wird 12 etw. auf den Punkt
bringen: genau sagen, was man ei¬
gentlich will 13 der springende Punkt
sein: [ugs.] die besondere Schwierig¬
keit, das besondere Problem bei etw.
Für die Gründung einer Firma fehlte
das nötige Geld, das war der springen¬
de Punkt.« 14 toter Punkt l. Situati¬
on, wenn man bei einem Problem
keine Lösung erzielt, in der man
stockt »Bei der Formulierung für das
neue Gesetz waren sie an einem toten
Punkt angelangt.« 2. Situation, Be¬
schaffenheit, bei der man zu keiner
Leistung mehr fähig ist 15 der Punkt
auf dem i: das letzte fehlende Element
zur Vollkommenheit 16 ohne Punkt
u. Komma reden: [ugs.] ununterbro¬
chen reden 17 Punkt acht; [österr.;
Schweiz.] punkt acht —» Punkt acht
genau acht Uhr
Punkt|au|ge: das; -s; -n bei vielen Insek¬
ten neben den Facettenaugen vor¬
kommendes, einfaches Auge in Form
eines Punktes
Punk|te|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
(Sport) Spiel, das innerhalb eines
Wettbewerbs gespielt, gezählt wird,
innerhalb dessen jeweils alle Mann¬
schaften einmal gegeneinander spie¬
len
punk|ten: <lat.> punktest; punktetest;
hast gepunktet 1 (Sport) Punkte er¬
werben, vergeben; eine sportliche Lei¬
stung mit Hilfe von Punkten bewer¬
ten, bewertet bekommen 2 (Sport;
Boxen) Punkte erlangen
Punk|te|spiel: das; -(e)s; -e (Sport) mit
Punkten bewertetes Spiel, das inner¬
halb eines Wettbewerbs gespielt, ge¬
zählt wird, innerhalb dessen jeweils
alle Mannschaften einmal gegenein¬
anderspielen
Punkt)gleich|heit: die; - ; -en (meist
Sport) Zustand, wenn zwei Mann¬
schaften, Sportler, Teilnehmer die
gleiche Punktzahl in einem Wettbe¬
werberreicht haben
Punk|tieijna|del: die; - ; -n (Med.) Hohl¬
nadel, mit der Punktionen durchge¬
führt werden
Punk|tie|rung: die; - ; -en a) (Med.)
Flüssigkeits- od. Gewebeentnahme
aus dem Körper b) Linie, Kennzeich¬
nung aus Punkten (auf einem Blatt
Papier)
Punk|ti|on: data die; - ; -en (Med.) Flüs¬
sigkeits- od. Gewebeentnahme aus
dem Körper
Punkt|lan|dung: die; - ; -en (meist Luft-
u. Raumfahrt) Landung an einer ge¬
nau festgelegten Stelle
pünktlich: Adj. n. stg. a) (auf die Mi¬
nute genau) den verabredeten Zeit¬
punkt einhaltend Ant.: unpünktlich
b) pünktlich wie die Maurer: exakt
zum vereinbarten Termin; sehr
pünktlich
Pünkt|lich|keit: die; - ; -1 Erledigung ei¬
ner Sache, Handlung, Eintreffen zum
vereinbarten, erwarteten Zeitpunkt 2
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der
Könige: pünktlich zu sein ist eine eh¬
renhafte Eigenschaft
Punkt|nie|der|la|ge: die; - ; -n (Sport;
Boxen u. ä.> Niederlage durch das Er¬
langen der niedrigeren Punktzahl
(nicht durch k. o.)
punk|to: <Iat.> Präp. mit Gen. [veralt.]
bezüglich
Punkt|rich|ter. der; -s; ~ weibl. Punkt|-
rich|te|rin: die; - ; -nen (Sport) die
sportliche Leistung nach Punkten be¬
wertender Kampfrichter
Punktschrift: die; - ; -en Schrifttyp, der
von Blinden benutzt wird u. in dem
Buchstaben durch ertastbare Punkte¬
kombinationen dargestellt werden,
Syn.: Brailleschrift
punkt|schwei|Ben: nur im Infinitiv u.
Partizip II, Perfekt gebraucht: hat
punktgeschweißt (Technik) eine feste
Verbindung zwischen zwei (Metall-)
Stücken unter Zuhilfenahme von
Elektroden hersteilen
Punkt)schwei|Bung: die; ~ ; -en (Tech¬
nik) das Herstellen einer festen Ver¬
bindung zwischen zwei (Metall-)
Stücken unter Zuhilfenahme von
Elektroden
Punkt|sieg: der;-(e)s; -e (Sport; Boxen,
Ringen u. ä.> Gewinn, Sieg nach von
Schiedsrichtern vergebenen, Einzel¬
bewertungen, Punkten
Punktspiel: das; -(e)s; -e (Sport) Spiel,
das innerhalb eines Wettbewerbs ge¬
spielt, gezählt wird, innerhalb dessen
jeweils alle Mannschaften einmal ge¬
geneinander spielen
Punkt|sy]stem —> Punkt|sy|s|tem: das;
-(e)s; -e 1 Bewertungssystem, bei.
dem für erbrachte Leistungen Punkte
zuerkannt werden 2 (Sport) Punktsy¬
stem (1), Auswahlsystem bei Wettbe¬
werben, bei denen nicht ein einzelner
Sieg, sondern längerfristige Leistun¬
gen entscheiden
Punk]tua|li|tät —* Punk|tu|e|li|tät: <lat.>
die; - ; - [geh.; veralt.] Korrektheit,
Prägnanz des Ausdrucks
punk|tu|ell: data Adj. n. stg. auf einen
(od. mehrere) Punkte) konzentrie¬
rend; für einen, wenige Punkte,
Aspekte geltend
Punktum!: data Inlerj. basta; Schluß;
das war’s; Ende
Punkftur: data die; - ; -en (Med.) Flüs¬
sigkeits- od. Gewebeentnähme aus
dem Körper
Punkt|veijhält|nis: das; -ses; -se (Sport)
Verhältnis, das zwischen gewonnenen
u. verlorenen (u. somit Plus- u. Mi¬
nuspunkten) besteht
Punktjwerftung: die; - ; -en Bewertung
nach Plus- od. Minuspunkten
Punktjzahi: die; * ; -en Zahl der erwor¬
benen Punkte bei Sport, Spiel od. Lei¬
stungsprüfungen
Punsch: <engla der; -(e)s; -e u. Pünsche
(heißes od. gekühltes) alkoholisches
Getränk aus Wein u. Likör, Schnaps
Pyn|ze: data die; - ; -n [fachsprl.] 1
Stempel od. Werkzeug mit einer od.
mehreren Spitzen, zum Ziselieren o.
ä. von Metall, Leder u. für Kupfersti¬
che 2 Stempel, der den Gold-, Silber¬
gehalt eines Schmuckstückes, Edel¬
metalls o. ä. angibt
pun|zen: data punzt; punztest; hast ge-
punzt 1 mit Hilfe einer Punze (1) Mu¬
ster in Metall stanzen 2 eine Punze (2)
anbringen
Punz|ham|mer: der; -s; -hämmer klei¬
ner, zur Einführung der Punze in das
Metall benutzter Hammer
pun|ziejren: punzierst; punziertest; hast
punziert 1 mit Hilfe einer Punze (1)
Muster in Metall stanzen 2 eine Punze
(2) anbringen
Pup: der; -(e)s; -e /Pups: der; -es; -e
[ugs.] abgehende Blähung
pu|pil|lan data Adj. n. stg. (Med.) die
Pupille betreffend, ihr zuzuordnen
Pu|pil|le: data die; - ; -n 1 (Med.) Öff¬
nung der Regenbogenhaut des Auges,
durch die das Licht einfällt 2 eine Pu¬
pille riskieren: [ugs.] (heimlich) etw.
903
Pupillenerweiterung
anschauen, betrachten 3 Pupillen
machen: [ugs.] erstaunt, überrascht
sein 4 etw. in die falsche Pupille krie¬
gen, bekommen: [ugs.] etw. falsch
verstehen
Pu|pU|len|er|wei|te|rung: die; - ; -en
übernormale Öffnung der Pupille, z.
B. bei wenig Licht
Pu|pil|len|verjen|gung: die; - ; -en unter¬
normale Öffnung der Pupille, z. B. bei
hellem Licht '
Pup|pe: dato die; -;-n 1 kleine, künstli¬
che Nachbildung eines menschlichen
Wesens »mit Puppen spielen« 2 Sta¬
dium in der Entwicklung eines Insek¬
tes, Schmetterlings, in dem das Tier
seine spätere Gestalt ausbildet 3 [ugs.;
abwert.; veralt.] Anrede, Bezeichnung
für ein Mädchen, eine Frau »Hey,
Puppe!« 4 bis in die Puppen: [ugs.]
sehr lange; bis zu einem sehr späten
Zeitpunkt 5 die Puppen tanzen
lassen: [ugs.] 1. fröhlich, spendabel,
besonders lustig sein 2. einen großen
Aufstand machen, sich energisch
durchsetzen
pup|pen: <lat.> puppst; pupptest; hast ge¬
puppt [landsch.] 1 mit einer Puppe,
Puppen spielen 2 [ugs.] Geschlechts¬
verkehrhaben
Pup|pen|betfc <lat.i das; -(e)s; -en 1 klei¬
nes Bett für eine Puppe 2 [scherzh.]
sehr kleines Bett
Pup]pen|dok|tor. <lat.> der; -s; -en [ugs.]
Puppen reparierende Person
Pup|pen|film: der; -(e)s; -e Film, der
per Tricktechnik mit Puppen, die sich
bewegen, gedreht wird
pup|pen|hafb Adj. puppenhafter; pup¬
penhafteste sich wie eine Puppe bewe¬
gend, wie eine Puppe aussehend; einer
Puppe ähnlich
Pupjpenjhaus: das; -es; -h'äuser a) klei¬
nes Haus für das Spielen mit Puppen
b) [scherzh.] sehr kleines Häuschen
Pup|pen|spiel: das; -(e)s; -e a) Theater,
das mit Marionetten o. ä. gespielt
wird b) Theater, in dem mit Hand¬
puppen, Marionetten o. ä. gespielt
wird c) Stück, das im Puppentheater
gespielt wird
Pup|pen|stu|be: die; - ; -n a) kleines
Haus für das Spielen mit Puppen b)
[scherzh.] sehr kleiner (u. liebevoll
eingerichteter) Raum
Pup|pen|thea|ter —> Pup|pen|the|a|ter
das; -s; - a) Theater, das mit Mario¬
netten o. ä. gespielt wird b) Theater,
in dem mit Handpuppen, Marionet¬
ten o. ä. gespielt wird e) Stück, das im
Puppentheater gespielt wird
Pup|pen|wa|gen: der; -s; * von Kindern
für Puppen benutzter, kleiner Kinder¬
wagen
pup|pem: pupperst; puppertest; hast ge¬
puppert [landsch.; ugs.] pulsieren u.
heftig klopfen(de Geräusche hervor¬
bringen)
pup|pig: Adj. n. stg. [ugs.] wie eine Pup¬
pe, ähnlich einer Puppe; zierlich u.
niedlich aussehend
Pups: der; -es; -e/Pup: der; -(e)s; -e
[ugs.] abgehende Blähung
pup|sen/pu|pen: pupst; pup(s)test; hast
gepup(s)t [ugs.] eine Blähung von
sich lassen
pur: dat.i Adj. n. stg. a) ohne Zusatz;
rein; unverfälscht; unvermischt b)
[ugs.] nur; bloß; aus keinem anderen
Grund als
Pü|ree: dat.-fro das; -s; -s zu Brei (oft
mit Fett u. Milch vermengte) ge¬
stampfte Speise »Kartoffelpüree«
Pur]ga|ti|vum: dato /purgatiwum/ das;
-s; Purgativa <Med.> (starkes) Abführ¬
mittel
Pur|ga|to|ri|um: dato das; -s; - christli¬
che Religion» [geh.] Fegefeuer
pur|gie|ren: dato purgierst; purgiertest;
hast purgiert 1 [geh.; veralt.] von etw.
säubern, reinigen 2 <Med.> abführen
Pur|gier|mit|tel: das; -s; - «Med.» Medi¬
kament, Mittel zum Abführen
pü|rie|reiu dato pürierst; püriertest; hast
püriert etw. zu einer breiartigen
Masse verarbeiten
Pu|riffi|ka|ti|gn: dato /purifikazion/ die;
- ; -en <kath. Kirche» nach der Kom¬
munion am Altar durchgeführte, zur
Liturgie gehörende Reinigung des
Meßkelches
pu[ri|fi|zie|ren: dato purifizierst; purifi-
ziertest; hast purifiziert [geh.] etw.
säubern, reinmachen
Pu|ris|mus: dato der; - ; - «Sprachwiss.»
(oft konservatives) Bestreben nach
Reinhaltung einer Sprache von Ein¬
flüssen anderer Sprachen
pu|ri|stisch —> pu|ris|tisch: dat.-fro
Adj. n. stg. den Purismus betreffend,
ihm zuzuordnen; etw. von fremden
Einflüssen freihalten wollend
Pu|ri|ta|ner: dat.-englo der; -s; - weibl.
Pu|ri|tajne|rin: die; - ; -nen a) sitten¬
strenger Mensch b) «Religion» Anhän-
ger(in) besonders sittenstrenger Glau¬
bensvereinigungen
pu|ri|ta|nisch: dat.-englo Adj. n. stg. 1
den Puritanismus betreffend, ihm zu¬
zuordnen 2 [oft abwert.) sehr einfach
u. spartanisch »Er lebt puritanisch.«
Pu|ri|ta|nis|mus: dat.-englo der; • ; -
«Religion» christliche Richtung im 16.
u. 17. Jhd. (in England), die sehr stark
von Calvinistischem Gedankengut
geprägt war
Pu|ri|tat: dato die; - ; - [geh.; veralt.]
Korrektheit; Sittlichkeit (im Verhal¬
ten)
Purjpur: <gr.-lato der; -s; - a) leuchtend
roter Farbstoff b) prachtvolles Ge¬
wand, das mit Purpur (a) gefärbt (u.
meist von Herrschern od. hohen
kirchlichen Würdenträgern) wurde,
wird
Pur|pur|manjtel: dato der; -s; -mäntel
Mantel (oft eines Königs) in purpur¬
roter Farbe (als Zeichen der Würde)
purjpurn: dato Adj. n. stg. von dunkel¬
roter, leicht ins Blaue gehender Farbe
purjpur|rot: Adj. n. stg. von dunkelroter,
leicht ins Blaue gehender Farbe
Pur|zel|baum: der; -(e)s; -bäume [ugs.]
um die Querachse des Körpers durch¬
geführte Rollbewegung; Rolle vor¬
wärts
pur)zeln: purzelst; purzeltest; bist gepur¬
zelt [ugs.] a) sich überschlagen; dre¬
hend auf den Boden fallen »Die Kin¬
der purzelten den Hang hinunter.« b)
«übertr.» stark fallen; sich stark,
schnell verringern
Pujschen: der; -s; - [norddt.] Babusche;
Pantoffel; warmer Stoffhauschuh
pyjshen —> pu|schen: dat.-englo
pushst: pushtest; hast gepusht antrei¬
ben; in Schwung bringen
Pus|sel|ar|beit: die; - ; -en [ugs.] Tätig¬
keit, Arbeit, die viel Geschick, Ge-
dul«i u. Genauigkeit, Kleinarbeit er¬
fordert
pus|se|lig/puB|lig —» puss|lig: Adj. n.
stg. 1 viel handwerkliches Geschick,
Geduld u. Genauigkeit erfordernd 2
mit großem Umstand; sich mit un¬
wichtigen Dingen übertrieben aus¬
führlich beschäftigend
Pusfseljkram: der; -(e)s; - [ugs.] Tätig¬
keit, Arbeit, die viel .Geschick, Ge¬
duld u. Genauigkeit, Kleinarbeit er¬
fordert
puß|lig/pus]se|tig —» puss|Hg/pus|se|-
lig: Adj. n. stg. 1 viel handwerkliches
Geschick, Geduld u. Genauigkeit er¬
fordernd 2 mit großem Umstand; sich
mit unwichtigen Dingen übertrieben
ausführlich beschäftigend
PuB|ta/Pusz|ta: die; - ;- ungarische
Sleppenlandschaft
Pu|ste —» Pus|te: die; - ; -1 [ugs.] (zu
knapp vorhandene) Luft zum Atmen,
besonders wenn Leistung gefordert
ist 2 [Jargon] Handfeuerwaffe
Pu]ste|blujme —» Pus|te|blu|me: die;
~; -n [kindersprl.] ähnlich einer Kugel
auf dem Stengel stehende Samen des
abgeblühten Löwenzahns, die leicht
weggeblasen werden können
Pu|ste[ku|chenl —*■ Pus|te|ku|chen!:
Interj. a) überraschter Ausruf, wenn
etw. eingetreten ist, von dem man ge¬
nau das Gegenteil erwartet hatte; kei¬
neswegs; weit gefehlt b) ablehnender
Ausruf, wenn etw. von einem verlangt
wird, dessen Ausführung man nicht
zustimmt; nichts da; kommt nicht in
Frage ■
Pujstel —> Pusjtel: dato die; - ; -n
«Med.» Eiterbläschen, -pickel
pujsten —> pus|ten: pustest; pustetest;
hast gepustet Atemluft ausblasen;
(schwer) ausatmen
Pujstefrohr —» Pus|te|rohi: das; - (e)s;
-e kleines Röhrchen, durch das kleine
Gegenstände mittels der Atemluft
zielgerichtet bewegt, geblasen werden
können
Puszjta/Puß|ta: die; ~ ; - ungarische
Steppenlandschaft
Pu|ta|tiv[nottwehr: die; • ; - «Rechtsw.»
Handlung zur Abwehr eines ver¬
meintlichen, in Wirklichkeit aber
nicht gegebenen Angriffs, die durch¬
geführt wird in dem irrigen Glauben,
es seien Notwehrvoraussetzungen ge¬
geben ,
Pujte: die; - ; -n 1 «Bio.; Kochk.» weibli¬
cher Truthahn (auch als Speise) 2 a)
[ugs.; abwert.] Frau od. Mädchen,
das sich ungeschickt verhält, nicht in¬
telligent zu sein scheint b) Schimpf¬
wort für eine weibliche Person
Pu|ter: der; -s; - «Bio.; Kochk.» Trut¬
hahn (auch als Spei se)
pu|ter|rpb Adj. n. stg. «Haut (im Ge¬
sicht)» tiefrot (infolge eines Gefühls,
emotionaler Erregung)
Put|put: das; -s; - u. -s 1 Lockruf für
Hühner 2 [kindersprl.] Huhn (od. an¬
deres Geflügel)
Putsch: der; -(e)s; -e «Pol.» (gewaltsa¬
mer) Umsturz
904
Pythonschlange
putschen: putscht; putschte; hat ge¬
putscht <Pob einen Putsch, gewaltsa¬
men Umsturz herbeiführen, durch¬
führen
Putschist: der; -en; -en weibl. Put|schi|-
stin —> Put|schisftirc die; - ; -nen
<Pol.> einen Putsch, gewaltsamen Um¬
sturz planender od. sich daran beteili¬
gender Mensch
Pütt: der; -s; -e [ugs; landsch.; berg-
mannssprl.] Bergwerk
Putjte: <lat.-it.> die; - ; -n kindlich er¬
scheinende Engeldarstellung
Putt: der; -es; -1 beim Trocknen hart
werdendes Gemisch aus Wasser, Bin¬
demittel u. Sand, das zum Glätten der
Oberfläche auf Wände u. ä. aufge¬
bracht wird »Der Putz bröckelt von
der Decke.« 2 [ugs.] das Putzen, Sau¬
bermachen »Wir hatten gestern
Hausputz.« 3 [veralt.] besondere, auf¬
wendige Kleidung 4 auf den Putz
hauen: [ugs.] 1. endlich richtig seine
Meinung sagen; streiten; schimpfen 2.
große Reden schwingen; angeben 3.
besonders fröhlich u. ausgelassen sein
Put|ze: die; - ; -n [ugs.; abwert.] Reini¬
gungskraft; Putzfrau
putjzen: putzt; putztest; hast geputzt 1
säubern; etw. von Schmutz befreien
»Fenster putzen« 2 [österr.] chemisch
reinigen (lassen) 3 [veralt.] etw.
schmücken, prachtvoll ausstatten 4
<Sport> hoch besiegen
put|zen, sich: putzt dich; putztest dich;
hast dich geputzt a) <Tier> sich säu¬
bern, von Schmutz befreien b) [ver¬
alt.] sich besonders schön, prachtvoll
anziehen, kleiden, schminken u. ä.
Put|zer. der; -s; ~ weibl. Put|ze|rin: die;
- ; -nen 1 [ugs.] a) putzende Person
»Fensterputzer« b) Stuck- od. Gipsar¬
beiten ausführende Person, Verputzer
2 nur männl. Form [veralt.; solda-
tensprl.] Bediensteter eines Offiziers;
Bursche
Put|ze|rei: die; - ; -en 1 [ugs.; abwert.]
ständiges, immer wieder notwendiges
Reinigen, das als Belästigung emp¬
funden wird 2 [österr.] chemische Rei¬
nigung
Putz|fim|mel: der; -s; [abwert.] übertrie¬
bene^) Neigung, Drang zum Sauber¬
machen
Putzjfrau: die; -; -en [ugs.] gegen Bezah¬
lung (stundenweise) zur Reinigung,
Säuberung von Privat- od. Geschäfts¬
räumen angestellte Frau
put|zig: Adj. n. stg. (durch Verhalten
od. Außeres) niedlich; drollig; Heiter¬
keit auslösend »ein putziger Hund«
Putz|lap|pen: der; -s; - Tuch zum Ent¬
fernen von Schmutz, zum Polieren ei¬
ner Oberfläche o. ä.
Putz]lum|pen: der; -s; - [süddt.] Tuch
zum Entfernen von Schmutz
Putz|ma|chejrin: die; - ; -nen Hutma¬
cherin; Frau, die beruflich Hüte an¬
fertigt
Putz|nut|tel: das; -s; - (chemisch herge¬
stelltes) Mittel, das (in Verbindung
mit Wasser) zum Reinigen verwendet
wird
putz|mun|teR Adj. n. stg. [ugs.] (gesund
u.) äußerst rege; völlig wach
Putzsucht: die; - ; - 1 übermäßiger,
übertriebener Drang, sich heraus¬
zuschmücken, gut anzuziehen, zu
schminken o. ä. 2 Drang, übermäßig
häufig zu putzen, etw. zu reinigen
Putz|tag: der; -(ejs; -e (häufig genau
festgelegter) Tag zum gründlichen
Putzen, Reinemachen (einer
Wohnung) »Freitags ist bei uns Putz¬
tag.«
Putz|teujfel: der; -s; - [ugs.] Person, die
übertrieben gründlich saubermacht
Putz]tuch: das; -(e)s; -tücher zum Put¬
zen, Saubermachen verwendeter
Stofflappen
Putz|wol|le: die; - ; - aus grobem, krat¬
zigem Faserstoff bestehendes Woll-
büschel, das zum Reinigen von Ma¬
schinenteilen u. ä. benutzt wird
Putz|zeug: das; -(e)s; - [ugs.] Instru-
"mente od. Zusatzmittel, die zum Rei¬
nigen von Räumen, Gegenständen o.
ä. verwendet werden
PUlfc Abk. Privatunfallversicherung
puz|zeln: <engl.> puzzelst; puzzeltest;
hast gepuzzelt ein Bild aus vielen Ein¬
zelteilen zu einem Ganzen zusam¬
menfügen
Puz|zle —> Puz|z|le: <engl.> das; -s; -s a)
Geduldspiel, wobei ein Bild o. ä. aus
vielen Einzelstücken zusammenge¬
fügt werden muß b) <übertr.> Rätsel,
Information aus vielen Einzelteilen
Puzz|ler: <engl.> der; -s; - weibl. Puzz|-
le|rin: die; * ; -nen a) Person, die ein
Puzzlespiel macht b) Person, die
(gerne) Geschick erfordernde,
schwierige Kleinarbeit leistet
P\ft Abk. 1 a) Parteivorsitz b)
Parteivorsitzende(r) 2 a) Personalver¬
sammlung b) Personalverwaltung 3
Personalvorschrift 4 Personenver¬
kehr S politisch Verfolgte(r) 6 a) Poli¬
zeiverordnung b) Polizeiverwaltung 7
a) Postverkehr b) Postvermerk 8 Prüf¬
vorschrift
PVO: Abk. Polizeiverordnung
pw.: Abk. paarweise
PwSdg: Abk. Postwurfsendung
PWk Abk. Postwertzeichen
Pygjmäe: <gr.> /pügmä'/ der; -n; -n
weibl. Pyg|mä|in: die; - ; -nen Ange-
hörige(r) eines afrikanischen Volkes,
der/die sich durch eine geringe Kör¬
pergröße auszeichnet
Py|ja|ma: <engl.i /püdsehama/ der u.
[selten J das; -s; -s zweiteiliger Schlaf¬
anzug aus Hose u. Jacke
py|knp|tisch —> py|kJno|tisch: <gr.>
/püknotisch/ Adj. n. stg. <Med.> in ver¬
dicktem, dickem Zustand
py|ra|mi|dal: /püramidal/ Adj. n. stg. 1
in Form einer Pyramide 2 [ugs.; ju-
gendsprl.; veralt.] sehr groß; von be¬
eindruckender Größe, Art
Py|ra|mi|de: cagypt.-gr.-lat.'> /püramide/
die; - ; -n 1 <Archit.; hist.> großer,
oben spitz zulaufender, altägypti¬
scher Grabbau mit quadratischer
Grundfläche 2 <Math.> mathemati¬
scher Körper mit quadratischer
Grundfläche, der oben spitz zuläuft
Py|ra|mj|den|bahn: /püramiden-/ die;
- ; -en <Med.; Anat.> von der Hirnrin¬
de ins Rückenmark ziehende, die Mo¬
torik steuernde Nervenbahn
Py|ra|mj|den|stumpf: /püramiden-/ der;
-(ejs; -stumpfe <Math.> a'bgeflachte
Pyramide ohne Spitze
Py|re|nä|en|ttalb|in|sel: /pürenäen-/ die;
- ; -n Halbinsel im Südwesten Euro¬
pas; iberische Halbinsel
py|re|na|isch: /pürenäisch/ Adj. n. stg.
von der Pyrenäenhalbinsel stam¬
mend, ihr zuzuordnen, sie betreffend
Py|iit <gr.-lat.> /pürit/ der; -s; -e (Geolo¬
gie; Chemie) Eisen- od. Schwefelkies;
Mineral, das metallisch glänzt u. be¬
sonders für Schwefelgewinnung ver¬
wendet wird
Py|ro|ty(se: /pürolüse/ die; - ; -n (Che¬
mie) durch Hitze bewirkte Zerset¬
zung, Zerfall chemischer Verbindun¬
gen
Py|ro|ma|ne: <gr.> /püro-/ der; -n; -n
weibl. Py|ro|ma|nin: die; - ; -nen
(Med.; Psychologie) Person, die einen
krankhaften Trieb zum Feuerlegen
hat
Py|ro|ma|nie: /püromani/ die; - ; -
(Med.; Psychologie) krankhafter
Trieb, Zwang, Feuer zu legen
Py|ro|me|ter: /püro-/ das; -s; - (Tech¬
nik) Instrument, mit dem man die
Temperatur glühender Stoffe messen
kann
Py|ro|phgr: <gr.> /pürofor/ der; -s; -e
(Chemie) Stoff, der sich bei Zimmer¬
temperatur an der Luft selbst entzün¬
det
Py[ro|tech|nik: /püro-/ die; - ; - mit der
Produktion, dem Aufbau von, Um¬
gang mit Sprengkörpern u. mit deren
Anwendung befassende Technikrich¬
tung
Pyr|rhus|sieg: /pürruß-/ der; -(ejs; -
[geh.] Sieg, der sich später als ein nur
scheinbarer Sieg erweist
Pylthia: (gr.) /pütia/ die; - ; Pythien
jpütien/ a) (Mythologie) Priesterin,
Sprachrohr der Götter im Orakel von
Delphi b) [geh.] die Zukunft, kom¬
mende Ereignisse wie ein Orakel nur
andeutende Frau
Pyjthon: <gr.> /püton/ der; -s; -s u. -en
Riesenschlange, die in Afrika, Süd¬
asien u. Nordaustralien lebt, die ihre
Beute durch Erdrücken tötet
Py)thon|schlan|ge: /püton-/ die; - ; -n
Riesenschlange, die in Afrika, Süd¬
asien u. Nordaustralien lebt, die ihre
Beute durch Erdrücken tötet
905
Q-Fieber
Q
Q/q: /ku/ das; - u. [ugs.) -s; ~ u. [ugs.]
-s Schriftzeichen, siebzehnter Buch¬
stabe des deutschen Alphabets
Q-Fie|ber: <engh /ku-/ das; -s; - <Med.>
grippeähnliche Infektionskrankheit
qkm: Abk. <Maßeinheit der Fläche>
Quadratkilometer
qm: Abk. (Maßeinheit der Fläche> Qua¬
dratmeter
Quab|be: /kwabbe/ die; ~ ; -n (ugs.;
norddt.] schwammige Masse
quab]be|lig/quabb|lig: /kwabb(e)lig/
Ädj. [ugs.; norddt.] schwammig; sich
weich, schwabbelig hin u. her bewe¬
gend
quab|beln: /kwabbeln/ quabbelt; quab¬
belte; hat gequabbelt [ugs.; norddt.]
sich weich, schwabbelig hin u. her be¬
wegen
quabb(Hg/quab|be|lig: /kwabb(e)lig/
Adj. [ugs.; norddt.] schwammig; sich
weich, schwabbelig hin u. her bewe¬
gend
quackeln (quak|keln —» quajckeln):
/kwackeln/ quackelst; quackeltest;
hast gequackelt [ugs.] mit jmdm. plau¬
dern; sich unterhalten; schwatzen
Quackjsal|ber; miederh /kwack-/ der;
-7; - weibl. Quack|sal|be|rin: die; - ;
-nen [abwert.] Wunderheiler(in),
Arzt/Ärztin, der/die zur Behandlung
von Krankheiten fragwürdige, nicht
schulmedizinische Methoden anwen¬
det u. der/die den Anschein erweckt,
daß er/sie nicht das notwendige Wis¬
sen, die nötigen Kenntnisse, Fähig¬
keiten besitzt
Quack|sal|be|rei: /kwack-/ die; - ; -en
(PI. s.) [abwert.] fragwürdige, nicht
schulmedizinische .. Behandlung ei-
ne(s)(r) Arztes/Ärztin, eine(s)(r)
Wunderheiler(s)(m)
quack|sal|bern: /kwack-/ quacksalb¬
erst; quacksalbertest; hast gequacksal-
bert [abwert.] mit fragwürdigen, nicht
schulmedizinischen Methoden
Krankheiten o. ä. behandeln
Quad|del: /kwaddel/ die; - ; -n rundli¬
che, oft von Juckreiz begleitete Haut¬
schwellung
Qua|der: dat.> /kwader/ der; -s; - u.
[ästen.) -n u. [seltener; ästen, aber
nie] die; - ; -n 1 (Math.; Geometrie»
Körper, dessen einander gegenüber¬
liegende Flächen parallel sind u. des¬
sen Kanten senkrecht aufeinanderste¬
hen 2 rechteckig zugehauener Mauer¬
stein
Qua|drant —» Quadrant <lat.> /kwa-
drant/ der; -en; -en 1 (Math.» Viertel¬
kreis, Viertelebene in einem ebenen
Koordinatensystem die sich beim
ebenen Koordinatensystem zwischen
zwei Achsen befindet 2 (Geographie;
Astronomie» älteres Gerät zum Be¬
stimmen der Höhe eines Gestirns im
Meridian 3 (Milit.» [veralt.] Gerät, das
zur Einstellung der Schußhöhe u.
-richtung von Geschützen dient
(Sichtkontakt zum Gegner)
Qua|drat —» Quadrat dat.> /kwadrat/
das; •(e)s; -e 1 a) (Math.» Rechteck,
Viereck mit vier rechten Winkeln u.
vier gleichlangen Seiten b) (Math.»
zweite Potenz einer Zahl c) Gebiet ei¬
ner Stadt (meist bebaut), das von vier
Straßen umrahmt ist u. von keinen
weiteren Straßen unterteilt wird 2
(Astronomie» Abstand zwischen Pla¬
neten im 90° Winkel 3 (Druckw.»
Stück Blei unterschiedlicher Länge u.
Breite, nicht druckend, das dazu be¬
nutzt wird, Zeilen aufzufüllen 4 a) im
Quadrat: (verst.» [ugs.] sehr; äußerst;
in hohem Maße »Da hast du Glück im
Quadrat gehabt!« b). im Quadrat
springen: [ugs.] sehr wütend sein »Ich
springe gleich im Quadrat, wem du
nicht sofort aufräumst!« 5 magisches
Quadrat: a) (Math.» mathematisches
Gebilde, bei dem die Ergebnisse der
Addition der Zahlen in den Zeilen u.
Spalten sowie in der Diagonalen im¬
mer gleich sind b) Buchstaben, die in
gleich vielen u. gleich langen Zeilen u.
Spalten stehen, wobei in den Zeilen u.
Spalten dann genau die gleichen Wör¬
ter in der gleichen Anordnung gebil¬
det werden können (z. B. Lösung ei¬
ner Denksportaufgabe)
quajdrajtisch —» qua|d]ra|ttsch: / kwa-
dratisch/ Adj. n. stg. 1 rechteckig mit
vier gleich langen Seiten 2 (Math.» in
der zweiten Potenz; zur zweiten Po¬
tenzerhoben
Qua|drat]ki|lo|me)ter —» Qua]d|rat|ki|-
lo|me]ten /kwadrat-/ der; -s; - Fläche
von einem Kilometer Länge u. einem
Kilometer Breite
Qua|drat|lat|schen —=► Qua|d|rat|latj-
scheri: /kwadrat-/ die (PI.) [ugs.;
scherzh.] sehr große, überdimensio¬
nale Füße, Schuhe »Na, du hast ja
vielleicht Quadratlatschen an!«
Qua|drat|me|ter —^ Qua|d|rat|me|ten
/kwadrat-/ der u. das; -s; - Fläche
von einem Meter Breite u. einem Me¬
ter Länge
Qua|dratj$chä|de! —» Qua|d|rat|schä|-
del: /kwadrat-/ der; -s; ~ [ugs.] a) gro¬
ßer, knochiger, kantiger Kopf »Geht
das nicht in deinen Quadratschädel?«
b) [abwert.] eigensinnige, widerborsti¬
ge Person
Qua|dra|tur —* Qua|d|ra|tun <lat.>
/kwadratur/ die; - ; -en 1 (Math.» a)
Umwandlung einer ebenen (krummli¬
nig begrenzten) Fläche in ein ftächen-
gleiches Quadrat b) 2 (Astronomie»
Planeten- od. Mondstellung zur
Sonne in einem (von der Erde be¬
trachtet) 90°-Winkel 3 (Bauw.» Ver¬
wendung des Quadrates zur Bestim¬
mung konstruktiv wichtiger Punkte 4
etw. ist, bedeutet die Quadratur des
Kreises, Zirkels: [geh.] etw. ist nicht
zu schaffen
Quajdrat|wur|zel —> Qua|d|rat|wurfzefc
/kwadrat-/ die; - ; -n (Math.» einem
Ergebnis zugrundeliegende Wurzel¬
zahl, die einmal mit sich selbst multi¬
pliziert wurde »Die Quadratwurzel
von 25 ist S.«
Qua|dratjzahl —> Qua|d|rat|zahk /kwa¬
drat-/ die; -; -en (Math.» Zahl, Ergeb¬
nis, die/das man erhält, wenn man
eine Zahl mit sich selbst multipliziert;
die zweite Potenz einer Zahl »Die
Quadratzahl von 5 ist 25.«
Qua|dri|en|na|le —*• Qua|d|ri|en|na|le-.
dat.-it» /kwadri'nale/ die; - ; -n im
Abstand von vier Jahren regelmäßig
stattfindende Veranstaltung, Ausstel¬
lung o. ä. »Die Olympischen Spiele
sind die Quadriennale des Sports.«
Qua|dri|en|ni|um —» Qua|d|ri]en|ni|um:
dat.> /kwadri-ennium/ das; -s; Qua-
driennien jkwadrienmj [veralt.] ein
Zeitabschnitt von vier Jahren
qua)drie]i«n —*■ qua|d|rie|ren: <lat.>
/kwadriren/ quadrierst; quadriertest;
hast quadriert (Math.» eine Zahl, ei¬
nen mathematischen Ausdruck mit
sich selbst mutiplizieren; eine Zahl in
die zweite Potenz setzen, erheben
Quajdri|ga —> Quajd|ri|ga: dar.» /kwa-
driga/ die; - ; Quadrigen (Antike» alt¬
römisches Viergespann »Das Bran¬
denburger Tor in Berlin schmückt die
steinerne Skulptur einer Quadriga.«
Qua)dril|le Qua|d|ril|le: dat.-span.-
fr.> /icwadrilje u. [seltener] kadrilje u.
[österr.] kädril/ die; ~ ; -n eine Art
Kontertanz, musikalisches Werk im
3/8- od. 2/4-Takt, bei dem sich vier
Personen od. Paare beim Tanz im
Viereck gegenüberstehen
Qua|dril|li|gn —> Qua|d|rll|li|pn; dat.-fr.t
/kwadriljon/ die; - ; -en Zahlenwert
von einer Million Trillionen; vierte
Potenz einer Million (geschrieben;
eine 1 mit 24 Nullen)
Qua|dri|vi|um —* Qua|d|ri|vi|um: dat»
/kwadriwium/ das; -s; - die vier hö¬
heren Fächer Arithmetik, Geometrie,
Astronomie u. Musik des Universi¬
tätsunterrichts im Mittelalter »Auch
die vier Künste des Quadriviums wer¬
den von jeweils einer Muse symboli¬
siert.«
Quafdro —* Qua]d|ro: /kwadro/ das; -s;
- kurz für Quadrophonie = (Akustik;
Rundfunktechnik» Vierstimmigkeit
der Wiedergabe.von Sprache, Musik
o. ä., wobei die Übertragung über vier
Kanäle erfolgt, so daß ein Raum¬
klang erzeugt wird
—* qua|d|ro|fon: s. quadrophon
—> Qua|d|roffo|n[e: s. Quadrophonie
qua|dro|phon —* auch qua|d|ro|fon:
dat.; gr.> /kwadrofon/ Adj. auf die
Quadrophonie bezogen
Qua|dro|pho|n]e —* auch Qua]d|ro|fo|-
nje: /kwadrofoni/ die; - ; - (Akustik;
Rundfunktechnik» Übertragungs¬
906
qualvoll
technik von Sprache, Musik o. ä.,
über vier Kanäle u. vier Lautsprecher
Quai/Kai: /fcai/ der u. das; -s; -s a) Ha¬
fenmauer »Das Schiff liegt am Kai.«
b) [Schweiz.] Uferstraße
Quä|ke: /kwäke/ die; - ; -n <Jagd> den
Schrei eines Häsens in größter Angst,
Panik ähnlich dem schrillen Schrei ei¬
ner Ratte nachahmendes Instrument
qua|ken: /kwaken/ quakst; quaktest;
hast gequakt [lautmalerisch] a) den
Laut eines Frosches od. einer Ente
imitieren, nachmachen, ausstoßen
»Bei dem Spiel mußte das Kind wie ein
Frosch quaken.« b) <übertr.> [abwert.]
in Betrieb sein, ständig Laute von sich
geben »Unentwegt quakte der Fernse¬
her in seinem Zimmer.« 2 [abwert.] un¬
entwegt mit eintöniger Stimme daher¬
reden
quäjken: /kwaken/ quäkst; quäktest;
hast gequäkt [meist abwert.] a) schrille
u. mißtönende Laute von sich geben
b) herumnörgeln »Da ihnen das Essen
nicht schmeckte, quäkten die Kinder
die ganze Zeit.«
Quf]ken <englo /kwäker/ der; -s; -
weibl. Quä|ke|rin: die; - ; -nen Anhän¬
gern) der im 17. Jhd. in England
(von George Fox) gegründeten u. in
den USA (von William Penn) weiter¬
geführten Society of Friends (Gesell¬
schaft der Freunde), einer äußerst sit¬
tenstrengen christlichen Gemein¬
schaft, bei der die soziale Arbeit, das
soziale Engagement im Vordergrund
steht
Quä|kör(tum: /kwäkertum/ das; -s; - das
Weltbild der Quäker bzw. die Um¬
stände, Lebensanschauungen, die es
ausmachen: Fleiß, Friedfertigkeit u.
einfaches Leben »Das Quäkertum
fand früher vor allem in Neuengland
viele Anhänger.«
Quak|frosch: /kwak-/ der; -(e)s;
-frösche [kindersprl.] Bezeichnung für
einen Frosch
quäjkig: /kwäkig/ Adj. [abwert.] schrill
u. mißtönend
Qual: /kwal/ die; - ; -en 1 körperliche
od. seelische negative Empfindung
wie Schmerz, Leid »Die Examensar¬
beit zu schreiben war eine große Qual.
• Das lange Warten war eine Qual.«
Syn.: Pein; Leiden, Ant.: Freude;
Lust; Vergnügen 2 wer die Wahl hat,
hat die Qual: bei vielen Möglichkei¬
ten, bei großer Vielfalt ist es schwer,
sich für etw. zu entscheiden
quä|len: /kwälen/ quälst; quältest; hast
gequält 1 jmdn. od. etw. bewußt ver¬
letzen, mißhandeln, jmdm. Schmer¬
zen zufügen, die sowohl körperlich
als auch seelisch sein können »Im
Krieg quälte man oft Gefangene, um
Informationen zu bekommen. • Er
quälte seine Frau, indem er sie ständig
eifersüchtig machte.« 2 etw. als sehr
unangenehm, lästig empfinden u.
darunter körperlich leiden, von
Schmerzen geplagt sein »Ihn quälte
seit Tagen ein Hexenschuß. * Ihn
quälte das schlechte Gewissen seiner
Frau gegenüber.« 3 jmdn. mit seinen
Wünschen, Forderungen ständig be¬
drängen, ihm keine Ruhe lassen, im¬
mer wieder nachfragen »Der Kollege
quälte sie so lange, bis sie den Auftrag
für ihn erledigte.«
quä|len, sich: /kwälen/ quälst dich;
quältest dich; hast dich gequält 1 sich
seelisch od. körperlich mit etw.
belasten »Seit einer Woche quälte er
sich mit Selbstvorwürfen.« 2 sich für
etw. sehr anstrengen; etw. kaum be¬
wältigen können »Er quälte sich im
Training, um in die Mannschaft zu
kommen.« 3 sich unter großer An¬
strengung, großen Schmerzen o. ä. zu
etw. od. jmdm. begeben »Er quälte
sich mühsam zur Arbeit.«
Quäjle|rei: /kwälerei/ die; - ; -en 1 an¬
dauernde Mißhandlung »In der Ge¬
fangenschaft war Quälerei an der
Tagesordnung.« 2 o. PI. a) unaufhörli¬
cher Schmerz, ständiges Leiden, mit
dem man sich plagt »Der Kranke wur¬
de durch den Tod von aller Quälerei
erlöst.« b) [ugs.; emotional] körperli¬
che od. geistige Anstrengung, der
man kaum gewachsen ist »Die Haus¬
aufgaben waren eine einzige Quälerei
für ihn. ♦ Durch seine Verletzung war
das Training eine Quälerei.« 3 unauf¬
hörliche Belästigung eines anderen,
um ein bestimmtes Ziel zu erreichen
»Als sie die Quälerei nicht mehr aus¬
hielt, kaufte sie ihrem Kind die Süßig¬
keiten.«
Quäljgeist: /kwäl-/ der; -(e)s; -er jmd.,
der jmdn. ständig mit etw., einer
Bitte, einem Wunsch o. ä. belästigt u.
keine Ruhe gibt, seinen Forderungen
immer wieder Nachdruck verleiht
Quajli|fi|ka|ti|qn: dat.-fro /kwaliflka-
zion/ die; - ; -en 1 a) das Erwerben
von Wissen, Fähigkeiten, Können;
Ausbildung; Weiter-, Fortbildung b)
Befähigungsnachweis; nachweisba¬
re^), erworbene(s) Wissen, Können,
Fähigkeit »Der Bewerber hat alle not¬
. wendigen Qualifikationen für diese
Stelle.« 2 <Sport> a) Zulassung nach
einem Vorkampf zur Hauptrunde
»Die Fußballnationalmannschaft hat
sich in der Qualifikation für die Euro¬
pameisterschaft qualifiziert.« b) Aus¬
scheidungswettkampf vor der Haupt¬
runde »Die Qualifikation für die Fu߬
ballweltmeisterschaft findet in diesem
Jahr statt.« Syn.: <1> Eignung; Befähi¬
gung; Fähigkeit
qua|li]fi|zje|ren: dato /kwalifiziren/ qua¬
lifiziert; qualifizierte; hat qualifiziert 1
berechtigen, jmdn. befähigen, eine
ganz bestimmte Aufgabe, eine Positi¬
on o. ä. wahrzunehmen, zu erfüllen
»Ihr Hochschulabschluß qualifiziert
sie für die verantwortungsvolle
Position.« 2 [geh.] jmdn. od. etw. be¬
urteilen, einordnen, einstufen, kenn¬
zeichnen »Der Gutachter qualifiziert
den Angeklagten als geistig zurech¬
nungsfähig.« 3 <DDR> [veralt.] seine
berufliche Leistungsfähigkeit durch
Fortbildung steigern
qua|li|fi|zie|ren, sich: dato /kwalifiziren/
qualifizierst dich; qualifiziertest dich;
hast dich qualifiziert 1 a) sich fortbil¬
den; weitere Kenntnisse durch Schu¬
lungen, Kurse o. ä. erwerben; einen
Nachweis erbringen, der aufzeigt,
daß man zu etw. in der Lage ist, etw.
kann »Durch den Sprachkurs konnte
sie sich für den neuen Arbeitsplatz
qualifzieren.« b) sich die Teilnahme
an einem sportlichen Wettbewerb
durch entsprechende Leistungen er¬
möglichen »Durch einen Sieg über
Bulgarien qualifizierte sich die deut¬
sche Nationalmannschaft für die Euro¬
pameisterschaft.«
qua|li|fi|zjert: dat.-fro /kwalifizirt/ Adj.
qualifizierter; qualifizierteste 1 a)
[geh.] sachkundig; fachkundig »Er ist
ein qualifizierter Mitarbeiter.« b) eine
besondere Ausbildung, Erfahrungen
o. ä. voraussetzend »Das ist eine qua¬
lifizierte Stelle.« 2 <Sport> nach einer
Vorrunde zur Hauptrunde zugelas¬
sen, Ant.: <1> unqualifiziert
Qua|li|tät: dato /kwalität/ die; - / -en 1 a)
[geh.] Beschaffenheit, Wert, Güte¬
klasse von etw. »Das Fleisch ist von
guter Qualität.« b) charakteristi¬
sche^) Beschaffenheit, Wert einer Sa¬
che od. einer Person »Seine Pünktlich¬
keit ist eine seiner positiven
Qualitäten.« 2 <Sprachwiss.> Vokal¬
klangfarbe, Syn.: <la> Brauchbarkeit;
<lb; Mensch) (gute) Eigenschaften);
Vorzüge; Stärken; Talent, Ant.: <lb;
auf Sachen, Gegenstände einge¬
schränkt) Ramsch; Unbrauchbarkeit
qua|li|ta|tiv: dato /kwalitatif/ Adj. n. stg.
[geh.] in bezug auf, hinsichtlich der
Güte, Beschaffenheit, des Wertes von
etw. »Die Waren sind qualitativ gut
verarbeitet.«
Qua|li[tjjts[aijbeit /kwalitätß-/ die; - ;
-en gute, sorgfältige Arbeit; Wertar¬
beit
qua|li|täts|be|wußt —> qua|li|täts|be|-
wusst /kwalitätß-/ Adj. qualitätsbe¬
wußter; qualitätsbewußteste —> qua¬
litätsbewusster;
qualitätsbewussteste*— sehr auf gute
Beschaffenheit bedacht
Quajli|täts|kon|tjrol|le: dato /kwalitätß-/
die; ~ ; -n Prüfung u. Überwachung
der Warenqualität »Die fehlerhaften
Pulloverfielen durch die Qualitätskon¬
trolle des Texlilunternehmens.«
Qua|li|täts|wein: dato /kwalitätß-/ der;
-(e)s; -e Wein einer bestimmten Gü¬
teklasse
Qual|le: /kwalle/ die; - ; -n Vertreter ei¬
ner Zahl äußerst verschiedener Mee¬
restiere mit langen Fangarmen, Nes¬
selzellen, der aus einer gallertartigen
Masse u. eine Glocken-, Ballonform
aufweisen, Syn.: Meduse
Qualm: /kwalm/ der; -(ejs; -1 starker,
aufsteigender Rauch »Aus dem Kamin
kommt Qualm.« 2 [landsch.] nebelige
od. stark mit Geruch belastete Luft,
Dunst, Syn.: <1> Schwaden 3 bei
jmdm./irgendwo ist Qualm in der
Küche, Bude: [ugs.] (es herrscht, gibt)
Auseinandersetzungen, Streitigkeiten
qual|men: /kwalmen/ qualmst; qualm¬
test; hast gequalmt 1 starken Rauch
an die Luft abgeben »Der Schornstein
qualmt den ganzen Tag.« 2 [ugs.; oft
abwert.] a) (sehr viele) Zigaretten, Zi¬
garren o. ä. rauchen, stark rauchen b)
qualmen wie ein Schlot: stark, viel
rauchen
Qual|ster —* Qualsften /kwalster/:der;
-s; ~ (PI. s.) [norddt.; abwert.] schlei¬
miger Auswurf beim Husten
qual|voll: /kwal-/ Adj. a) unter großen
Schmerzen, mit viel Leid zusammen-
907
Quant
hängend »Viele Versuchstiere gehen
qualvoll zugrunde.« b) mit großem see¬
lischen Schmerz belastet »Die Ange¬
hörigen der Vermißten erfüllte eine
qualvolle Unruhe.«
Quant: <lat.> /kwant/ das; -s; -en <Physik>
als Teilchen aufgefaßte Energieein¬
heit eines physikalischen Feldes;
kleinste(r) Einheit, Wert einer physi¬
kalischen Größe, bei der nur ganz¬
zahlige Vielfache Vorkommen; klein¬
stes nicht teilbares Energieteilchen
—»• Quäntjchen: s. Quentchen
—»• quänt|chenfwei|se: s. quentchen¬
weise
Quanten: /kwanten/ die (PI.) 1 Plural-
förm von Quantum 2 Pluralform von
Quant 3 [ugs.] sehr große Füße od.
Schuhe
Quan|ten|mejcha|nik: /kwanten-/ die;
~; - <Physik> auf nicht weiter teilba¬
ren, kleinsten Energieeinheiten basie¬
rende Mechanik, welche die Funkti¬
onsweise des physikalischen Mikro¬
kosmos erklärbar macht
Quan[ten|sprung: /kwgnten-/ der;
(e)s; -spränge (Physik/ plötzliche
Zustandsveränderung kleinster, un¬
teilbarer Energieeinheiten, auf denen
sämtliches Geschehen im physikali¬
schen Mikrokosmos beruht
Quan|t«n|theo|rie —> Quan|ten|the|o|-
rle: <lat.> /kwanten-/ die; - ; - (Physik/
Theorie, die sich mit mikrophysikali¬
schen Erscheinungen beschäftigt u.
dabei das Vorkommen von Quanten
berücksichtigt (hieraus wurde die
Quantenmechanik entwickelt); Theo¬
rie der Physik über die Wechselwir¬
kung zwischen Menge u. Materie
quan[ti|fi|zie]ren: dato /kwantifiziren/
quantifizierst; quantifiziertest; hast
quantifiziert [gen.] etw. in meßbaren
Größen, Zahlen darstellen; etw. ma¬
thematisch beschreiben
Quantität: <lat.> /kwantität/ die; - ; -en
[geh.] 1 Menge; Anzahl"Masse; Fülle
»Nicht Quantität, sondern Qualität ist
entscheidend! (= nicht die Anzahl,
Menge von etw. ist wichtig, sondern
die Beschaffenheit, der Wert)« 2 (Lite-
raturwiss.; Verslehre) Silbenlänge,
Dauer einer Silbe 3 <Sprachwiss.> Sil¬
bendauer (Vokallänge u. -kürze)
ohne Betonungsberücksichtigung,
Ant.: <1> Qualität
quantitativ: /kwantitatif/ Ad), n. stg.
[geh.] hinsichtlich der Quantität; die
Menge, Anzahl o. ä. betreffend
Quanfti)täts|th6o|rie —* Quan|tijtäts|-
thejojrie: /kwantitätß-/ die; ~ ; -n
<Wirt.> Theorie über den ursächlichen
Zusammenhang von Geldmenge u.
Preisniveau
Quan|tum: <lat.> /kwantum/ das; -s;
Quanten bestimmtet) Maß, Menge,
das/die jmdm. zusteht, angemessen
ist »Dein Quantum (an Alkohol,
Frechheiten) ist erfüllt.« Syn.: Menge;
Anzahl
Quap|pe: /kwappe/ die; - ; -n 1 a) kurz
/«/■Kaulquappe = Larve des Frosch¬
es, die im Wasser lebt b) kurz für Lar¬
ve von Lurchen 2 kurz für Aalquappe
= ein Raubfisch
Qua(ran|tä]ne: dat.-fro /karantäne/ die;
• ; -n a) Isolierung von kranken bzw.
krankheitsverdächtigen Personen od.
Tieren zum Schutz gegen Ausbrei¬
tung von Seuchen u. zur Verhinde¬
rung der Ansteckungsgefahr »Er hat
Gelbsucht, u. da diese Krankheit sehr
ansteckend ist, ist er im Krankenhaus
in Quarantäne gekommen.« b) Beob¬
achtungszeit zur Feststellung, ob ein
Lebewesen an einer ansteckenden
Krankheit leidet
Qua|ran|tä|ne|sta|ti|on: <lat.-fr.> /karan¬
täne-/ die; - ; -en Raum od. Einrich¬
tung für Personen u. Tiere, die auf¬
grund von eventuell bestehenden an¬
steckenden Krankheiten, Seuchen
isoliert werden, damit festgestellt, ge¬
testet werden kann, ob die Person od.
das Tier eine ansteckende Krankheit
in sich trägt u. gegebenfalls eine Aus¬
breitung der Erkrankungen verhin¬
dertwerdenkann
Quark: /kwark/ der; -s; - 1 weißes,
breiähnliches Milchprodukt, aus sau¬
rer Milch hergesteilt (in unterschiedli¬
chen Fettgehaltstufen erhältlich) »Ich
esse zum Nachtisch gerne Quark mit
Früchten.« 2 [ugs.; abwert.] Unsinn;
Blödsinn; Quatsch »Du redest heute
wieder nur Quark.« 3 einen Quark:
[ugs.] überhaupt nichts »Davon weiß
er einen Quark.«
Quark: <englo /kwodc / das; -s; -s (Phy¬
sik> Elementarteilchen, das nicht
nachgewiesen ist .
Quarkjspei|se: /kwark-/ die; - ; -n ein
Gericht, das aus Quark (oft mit
Früchten) zubereitet u. meist nach
der Hauptspeise serviert, gegessen
wird
Quarkjstru|del: /kwark-/ der; -s; - mit
Quark gefüllte, gebackene Teigspeise
quar|ren: /kwarren/ quarrst; quarrtest;
hast gequarrt 1 [norddt.; ugs.;
abwert.] jammernde Töne hervor¬
bringen 2 <Biologie> Schnarren und
Quäken von Fröschen u. einigen Vo¬
gelarten
quatjrig: /kwarrig/ Adj. [norddt.; ugs.;
abwert.] jammerig; nörgelig
Quart: <Iat.> /kwart/ die; - ; -en 1
<Musik> a) vom Grundton an der
vierte Ton einer diatonischen Tonlei¬
ter b) Intervall im Vierstufenabstand
2 bestimmte Klingenhaltung beim
Fechten, Syn.: <1> Quarte
Quart* <lat.> /kwart/ das; -s; -e 1 [veralt.]
früheres Hohlmaß, Flüssigkeitsmaß
in Preußen u. Bayern 2 o. PI. <Buchw.>
Buchformat einer Viertelbogengröße,
die durch zweimaliges Falten eines
Druckbogens erreicht wird
Quaiftal: <lat.> /kwartal/ das; -s; -e (Zeit¬
raum/ ein Viertel eines in viermal drei
Monate eingeteilten Jahres (erstes
Quartal = Januar, Februar u. März;
zweites Quartal = April, Mai, Juni
usw.)
Quaijtal(ab[schluß/Quaijtais|ab|schluß
—5- Quar|tal[ab|schluss/Quarttals|-
ab|schluss: <lat.> /kwartal-/ der;
•abschlusses; -abschlüsse [kauf-
mannssprl.] Erstellung der Geschäfts¬
bilanz für das letzte Vierteljahr
Quarjtals|en|de: <lat.> /kwartalß-/ das;
-s; - Ende eines Vierteljahres »Zum
Quartalsende kündigte er seine Stel¬
lung.«
Quarjtals|säu|fer: data /kwartalß-/ der;
-s; - weibl. Quar[tals|sau|fe|rin: die;
- ; -nen [ugs l Person, die nicht täg¬
lich, aber in Abständen sehr viel Al¬
kohol trinkt (bis zur Betrunkenheit)
Unser Nachbar ist ein Quartalssäufer,
einmal im Monat trinkt er so, daß er
nicht mehr geradeaus gehen kann.«
Quarttan[fie|ber: dato /kwartan-/ das;
-s; - (Med.z bestimmte Verlaufsform
der Malaria mit Fieberanfällen im
Abstand von vier Tagen
Quar[tär. /kwartär/ das; -s; - (Geologie/
erdgeschichtliche Formation des Kä-
nozoikums (der Neuzeit); jüngste Ge¬
steinsschicht (in der geologischen Ab¬
stufung der Erdgeschichte}
Quartjbo|gen: dato /kwart-/ der; -s;
-bögen (Buchw.z Bogen, der vier Blät¬
ter, d. h. acht Buchseiten ergibt, wenn
er entsprechend bedruckt u. zweimal
gefaltet wird
Quarfte: dato /kwarte/ die; - ; -n
(Musik/ a) vom "Grundton an der
vierte Ton einer diatonischen Tonlei¬
ter b) Intervall im Vierstufenabstand
Quaijter. dat.-fr.-englo /kwo'ter/ der;
-s; - angelsächsische Maßeinheit a)
englisches Hohlmaß (= 290,95 dmJ)
b) englisches Gewichtsmaß (= 12,7
kg) c) amerikanisches Getreidemaß
(- 21,75 kg)
Quarjterjdeck: (eng/./ /kwp'ter-/ das;
-(e)s; -s (Seew.z Schiffsdeck, was er¬
höht ist u. im hinteren Bereich liegt
»Vom Quarterdeck aus inspizierte der
Kapitän die Arbeit der Mannschaft.«
Quarjtett dat.-ito /kwartett/ das; -(e)s;
-e 1 a) o. PI. Spiel mit Karten, bei dem
das Ziel des Spieles darin besteht,
möglichst viele, oft vier zusammenge¬
hörige Karten zu bekommen »Als
Kinder haben wir oft Quartett ge¬
spielt.« b) ein Kartenspiel, mit dem
man Quartett (la) spielen kann c) vier
zusammengehörige Karten eines
Quartetts (lb) 2 (Musik/ a) Stück, das
für vier Soloinstrumente od. -stim¬
men komponiert wurde b) Gruppe
von vier Solisten 3 [meist iron.] eine
Gruppe von vier Personen, die meist
alles gemeinsam unternehmen, zu¬
sammen etw. machen 4 (Literatur-
wiss.z beim Sonett eine der beiden
vierzeiligen Strophen
Quarftier. dat.-fro /kwartir/ das; -(e)s;
-e 1 Ort, an dem jmd. (oft für kürzere
Zeit) wohnt // Während seine Wohnung
renoviert wurde, hatte er Quartier bei
seinen Eltern bezogen.« 2 [schweiz.;
österr.] Stadtviertel 3 a) Quartier
nehmen: [geh.] vorübergehend bei
jmdm. einziehen b) Quartier machen:
1. (Milit.z dafür sorgen, daß die Trup¬
pen eine Unterkunft bekommen 2.
[veralt.] eine Unterkunft bekommen
quaijtie|ren: /kwartiren/ quartierst;
quartiertest; hast quartiert a) etw. od.
jmdn. (vorläufig) irgendwo, an einem
Ort unterbringen »Nach dem Brand
quartierte man die Bewohner in die
Turnhalle.« b) [veralt.] Soldaten in
nicht militärischen, sondern privaten
Unterkünften unterbringen
quar[tfe|ren, sich: /kwartiren/ quartierst
dich; quartiertest dichfhast dich quar¬
tiert sich (vorläufig) irgendwo, an ei¬
nem Ort unterbringen »Nach dem
Streit mit seiner Frau quartierte er sich
bei den Eltern.«
908
Quecksilberpräparat
Quar]to|le: /kwartote/ die; - ; -n <Musik>
vier aufeinanderfolgende Noten, de¬
ren Dauer jener von drei Notenwer¬
ten der zugrundeliegenden Taktart
entspricht
Quarz: /kwarz/ der; -es; -e kristallarti¬
ges, hartes u. farbloses Mineral
quarz)ge|3teu|ert: /kwarz-/ Adj. n. stg.
durch die Schwingungen von Quarz¬
kristallen angetrieben u. geregelt
»Zum Geburtstag bekam er eine
quarzgesteuerte Armbanduhr.«
Quarz|glas: /kwarz-/ das; -es; - <Tech¬
nik> Kieselglas, das durchsichtig ist;
hochwertiges Glas (aus reinem Quarz
produziert)
Quaijzit: /kwarat/ der; -s; -e <Geologie>
festes, hartes Gestein, das aus Quarz
u. einem Bindemittel aus Kiesel be¬
steht u. dadurch eine feinkörnige
Struktur aufweist, erhält
Quarzjkri|stall —> Quarz|kris|tall:
/kwarz-/ der; -(e)s; -e chemisch ein¬
heitlicher Quarzkörper mit ebenmä¬
ßigen Seitenflächen
Quarz|lam[pe: /kwarz-/ die; - ; -n (Tech¬
nik) Lampenhülle aus Quarz, die eine
mit Quecksitberdampf gefüllte Kam¬
mer umgibt, so daß das ultraviolette
Licht, das in der Kammer gebildet
wird, nach außen dringen kann
Quarz|steue|rung —» Quarz|steu|e|-
rung: /kwarz-/ die; - ; -en <Elektrot.>
die Steuerung elektrischer Prozesse
od. Geräte durch die Schwingungen,
die ein Quarzkristali erzeugt »Der
Kurzwellensender arbeitet mit Hilfe ei¬
ner Quarzsteuerung.«
Quarz|uhr. /kwarz-/ die; - ; -en Uhr, die
durch die von Quarzkristallen erzeug¬
ten Schwingungen gesteuert wird
Qua|sar: Kurzw. <engh /kwasar/ der; -s;
-e quasistellare Radioquelle =
(Astronomie» kosmisches Objekt mit
sehr starker Radiofrequenzstrahlung
quajsen: /k wasen/ quast; quastest; hast
gequast [norddt.; veralt.] schlemmen;
prassen
quajsi: <lat.> /kwasi/ Adv. sozusagen;
gleichsam; gleichwohl »Obwohl der
Personalrat sich noch nicht ganz ent¬
schieden hatte, hat der Chef mir den
Posten als Abteilungsleiter quasi zuge¬
sagt.«
qua|si-/Qua|si-: dato /kwasi/ Wortbil¬
dungselement fast wie das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte; sozu¬
sagen das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte »quasi-offiziell • Quasi¬
partei«
Quas|se|lei: /kwasselei/ die; - ; -en [ugs.;
abwert.] unaufhörliches, ständiges
Gerede
quas|seln: /kwasseln/ quasselst; quas¬
seltest; hast gequasselt [ugs.; oft ab¬
wert.] viel u. schnell reden (u. dabei
häufig qualitativ minderwertige Aus¬
sagen machen) »Die Freunde können
stundenlang am Telefon quasseln. • Du
quasselst u. quasselst u. sagst nichts
Gescheites!« Syn.: schwatzen; schwät¬
zen
Quas|sel|strip|pe: /kwassel-/ die; ~ ; -n
[salopp; abwert.] jmd., der ständig
erzählt »Du bist eine fürchterliche
Quasselstrippe.«
Quast: /kwaßt/ der; -(e)s; -e [norddt.] 1
Pinsel, der breit gefächert u. borsten¬
artig ist 2 Büschel, das aus vielen Fä¬
den, Schnüren, Bändern o. ä., die am
oberen Ende zusammengebunden u.
gleich lang sind, besteht u. an einem
Band hängt; Quaste
Quajste —*■ Quas|te: /kwaßte/ die; ~ ;
-n Büschel, das aus vielen Fäden,
Schnüren, Bändern o. ä., die am obe¬
ren Ende zusammengebunden u.
gleich lang sind, besteht u. an einem
Band, einer Kordel hängt
Qua|sten|be|hang —* Quas|ten|be|-
hang: /kwaßten-/ der; -(e)s; -behänge
Tuch, Vorhang o. ä., das/der mit
Quasten, vielen Fäden, Schnüren,
Bändern o. ä., die am oberen Ende
zusammengebunden u. gleich lang
sind, versehen, verziert ist
QuaJsten(flos|ser —*■ Quas|ten|flosj-
sen /kwaßten-/ der; -s; • <Bio.» einzi¬
ger noch lebender Vertreter einer
Gattung fast ausgestorbener Fische,
dessen vier Bauchflossen wie kleine
kurze Beine wirken
qua|stenjför|mig —» quas|ten|för|mig:
/kwaßten-/ Adj. im Aussehen an eine
Quaste erinnernd; von der Form einer
Quaste »Die Raupe hatte Dutzende
quastenförmiger Beinchen.«
Quä|sti|gn Quäs|ti[pn: dar.» /kwäß-
tion/ die; ~ ; -en (Philosophie» Streit¬
gegenstand, Gegenstand einer Aus¬
einandersetzung, Kontroverse, der/
die in einer meist mündlichen Diskus¬
sion, Gesprächsrunde entwickelt,
aufgeworfen u. gelöst wird
Quäjstor —* Quäs|tor: dar.» /kwäßtor/
der; -s; Quästoren jkw'ästorenj (Anti¬
ke» Finanz-, Archivbeamter im alten
Rom
Quäjstur ■—> Quäs|tur: da/.» /kwäßtur/
die; -; -en 1 (Antike» a) o. PI. das Amt
eines Finanzbeamten od. Archivars
in der römischen Republik b) der Zu¬
ständigkeitsbereich eines hohen Fi¬
nanzbeamten od. Archivars in der rö¬
mischen Republik 2 Universitätskas¬
se
Qua|tem|ben dar.» /kwatember/ der; -s;
~ (kath. Kirche» liturgischer Bußtag,
der jeweils Mittwoch, Freitag u.
Samstag nach dem 3. Advent, dem 1.
Fastensonntag, nach Pfingsten u.
Kreuzerhöhung (14. September) be¬
gangen wird
qua|t«r]när: dar.» /kwaternär/ Adj. n.
stg. (Chemie» vierteilig; viergliedrig;
aus vier Zeilen, Einheiten bestehend
Qua|ter|nio: dar.» /kwatemio/ der; -s;
Quatemionen etw., was aus vier Tei¬
len, Einheiten ein Ganzes od. eine
Zahl ergibt
Qua|terjni|gn: /kwatemion/ die; - ; -en
(Math.» Zahlensystem mit vier kom¬
plexen Einheiten
Qua(tnun: <lat.-fr.> /katräng/ der u. das;
-s; -s u. -en (Literaturwlss.» vierzeiliger
Vers in der französischen Dichtung
»Die Prophezeiungen des Nostrada-
mus sind in Quatrain verfaßt.«
quat|schen: /kwatschen/ quatschst;
quatschtest; hast gequatscht 1 [ugs.]
sich unterhalten »Wenn ich morgen
komme, können wir quatschen.« 2 [ab¬
wert.} ein Geheimnis o. ä. anderen
Personen unerlaubt, unerwünscht
weitererzählen »Dafür, daß du vor den
Ellern gequatscht hast, könnte ich dich
umbringen.« 3 [ugs.; abwert.] sehr viel
reden (u. dabei häufig qualitativ min¬
derwertige Aussagen machen) Wäh¬
rend des Trainings sollt ihr nicht dau¬
ernd quatschen.« 4 [abwert.] über
jmdn., der meist nicht anwesend ist,
reden, tratschen »Warum quatscht ihr
immer über sie?« 5 [landsch.; ugs.] ein
Geräusch machen, das einem Klat¬
schen ähnlich ist (bezogen auf eine
matschige, weiche, nasse Masse) »Als
wir durch die Matsche gegangen sind,
quatschte es unter den Schuhen.« Syn.:
da» sich unterhalten; plaudern 6 a)
Quatsch nicht!: [ugs.] sei ruhig! b)
Quatsch keine Opern!: [ugs.] erzähle
nicht so ausholend!
Quatjsche|rei: /kwatscherei/ die; ~ ; -en
1 [abwert.} unaufhörliches, dummes
Gerede 2 das Ausplaudern, Weiterer¬
zählen von Geheimnissen 3 das Re¬
den, Gerede über jmdn., der nicht an¬
wesend ist
quatjschig: /kwatschig/ Adj. [landsch.;
ugs.] vom Regen o. ä. durchgeweicht,
schlammig, matschig
Quatschjkopf: /kwatsch-/ der; -(e)s;
-köpfe [salopp; abwert.] Person, die
ständig, oft Unsinn erzählt; törich-
te(r) Schwätzerin)
quatsch|naS —* quatsch|nass:
/kwatsch-/ Adj. [ugs.; emotional] völ¬
ligdurchnäßt
Quatsch|tü|te: /kwatsch-/ die; • ; -n
[ügs.] Spaßmacher(in); jmd., der
albern ist
Quat|tro|cen)to —» Quatt|ro|cen|to: <i'r.>
/katrotschento/ das; * u. -s; - Kunst
u. Kultur im Italien des 15.
Jhds.(Frührenaissance) »Dieses Ge¬
mälde ist ein Original aus dem Quat¬
trocento.«
Que|bra[cho —* Que|b|ra|cho: <span.>
/kebratscho/ das; -s; -1 sehr hartes u.
schweres braunrotes Holz 2 kurz für
Quebrachorinde = Rinde des Que-
brachobaumes
Quejchua: /ketschua/ das; - u, -s; - a)
Indianersprache in Südamerika b)
zweite Amtssprache in Peru
Que]chua: /ketschua/ der; - u. -s; * u.
-s Person, die einem Indianervolk in
den Anden (Peru) angehört
Queck|s|l|ben <lat.i /kweck-/ das; -s; -
chemisches, giftiges, silberfarbenes,
ab bestimmtem Wärmegrad zähflüs¬
sig werdendes Element; »ln Thermo¬
metern ist Quecksilber enthalten.«
queck|sil|ber|hal|tig/[österr.]queck|sil|-
berjhäljtig: /kweck-/ Adj. mit einem
Anteil von Quecksilber »Der Leucht¬
stoff ist quecksilberhaltig u. damit gif¬
tig.«
queck|sil|be|rig/queck|silb|iig:
/kweck-/ Adj. wie Quecksilber ausse¬
hend; wie Silber schimmernd, glän¬
zend »Die Sonne spiegelte sich queck¬
silbrig im Wasser.«
queck|sil|bem: /kweck-/ Adj. wie
Quecksilber aussehend; wie Silber
schimmernd, glänzend »Die Sonne
spiegelte sich quecksilbern im Was¬
ser.«
Qusck|sil|berjpra|pa|rat: /kweck-/ das;
-(e)s; -e Substanz, Wirkstoff, die/der
Quecksilber enthält u. zur Desinfekti¬
on od. zur Behandlung von Krank¬
heiten eingesetzt wird »Sein Hautaus¬
909
Quecksilbersäule
schlag wurde mit einem Quecksilber¬
präparat behandelt.«
Queck)sil|berjsäu|le: /kweck-/ die; - ; -n
eine mit Quecksilber gefüllte dünne
Glasröhre, wobei sich das Quecksil¬
ber bei erhöhtem Luftdruck od. er¬
höhter Temperatur so darin aus¬
dehnt, daß der zur Zeit herrschende
Luftdruck od. die Temperatur ange¬
zeigt wird »Die Quecksilbersäule
zeigte an diesem Tag 32 Grad Celsi¬
us.«
queck|silb|rig/queck|sil|be|rig:
/kweck-/ Adj. wie Quecksilber ausse¬
hend; wie Silber schimmernd, glän¬
zend »Die Sonne spiegelte sich queck¬
silbrig im Wasser.«
Queen: <engb /kwin/ die; - ; -s 1 o. PI.
Titel der amtierenden englischen Kö¬
nigin 2 [ugs.] im Mittelpunkt stehende
weibliche Person 3 männliche Person,
die homosexuell ist u. sehr weiblich
wirkt
Quell: /kwell/ der; -(e)s; -e (PI. s.)
[geh.JI Anfangsstelle, Ursprung eines
. Gewässers 2 Anfang, Ursprung von
etw.
Quell|be|wöl|kung: /kwell-/ die; - ; -en
(Meteorologie) Bewölkung, die durch
Haufenwolken gekennzeichnet ist
»Die aufkommende Quellbewölkung
zeigte an, daß es bald regnen würde.«
Quel|le: /kwelle/ die; ~ ;-n 1 a) Anfangs¬
stelle, Ursprung eines Gewässers
»Die Quelle des Flusses liegt in den
Bergen.« b) Wasserstelle 2 Ursprung,
Anfang, Herkunft, Entstehen einer
Sachlage, Sache o. ä. »Die Quelle der
üblen Gerüchte bist also du!« 3 Person,
Stelle, bei der man Auskünfte über
etw. od. jmdn. bekommen kann »Die
Polizei hatte eine zuverlässige Quelle,
die ihr den entscheidenden Hinweis zur
Aufklärung des Falles geben konnte.«
4 ein Text, der wissenschaftlich ausge¬
wertet wurde »In seinem Buch zitierte
er viele noch unbekannte Quellen.« S
an der Quelle sitzen: [ugs.} etw. ohne
Probleme bekommen können »Da
mein Vater einen Weinberg hat, sitze
ich also direkt an der Quelle u. kann
dir immer guten Wein zu günstigen
Preisen besorgen.«
quel|len: /kwellen/ quillt; quoll; ist
gequollen 1 durch Wasser anschwel¬
len »Die Linsen müssen quellen, bevor
sie als Eintopf zubereitel werden
können!« 2 mit Wucht aus etw. her¬
vorströmen »Das Wasser quoll aus
dem Eimer. ♦ Der Brei quoll aus dem
Topf.«
Quel|len|an|ga|be: /kwellen-/ die; - ; -n
(m. PL) in wissenschaftlichen Wer¬
ken die Angabe der Literatur, aus der
man seine Informationen, Zitate o. ä.
entnommen hat
Quel[ten|for|schung: /kwellen-/ die; - ;
-en das Untersuchen u. Ergründen
von Angaben, Quellen, die die
Grundlage einer wissenschaftlichen
Arbeit od. eines literarischen Werkes
bilden
Quefjten|kun|da: /kwellen-/ die; - ; -
Teilgebiet der Geschichtswissen¬
schaft, die sich mit der Sichtung, Un¬
tersuchung u. Einordnung histori¬
scher, überlieferter Texte wissen¬
schaftlich befaßt
Queljlen|ma|te|ri|al: /kwellen-/ das; -s;
-ien die gesamten historischen Texte,
auf die jmd. bei der Bearbeitung eines
wissenschaftlichen Themas zurück¬
greifen kann
quel|ten]reich: /kwellen-/ Adj. mit vielen
ursprünglichen Wasserstellen verse¬
hen »Diese Tallandschaft ist ein sehr
quellenreiches Gebiet.«
Quel|len|samm|lung: /kwellen-/ die; - ;
-en veröffentlichtes Verzeichnis histo¬
rischer od. literarischer wissenschaft¬
licher Texte zu einem bestimmten
Thema od. Fachgebiet
Quel|len|steu|er: /kwellen-/ die; - ; -n
<Steuerw.> Steuer, die sofort bei Ent¬
stehen neuer steuerpflichtiger Ein¬
nahmen erhoben wird, z. B. auf Zin¬
sen od. Sparzulagen
Quel|len|stu|di|um: /kwellen-/ das; -s;
-Studien wissenschaftliche Untersu¬
chung von historischen od. literari¬
schen Texten, Quellen
Quel|ler: /kweller/ der; -s; - grünliche
Meerespflanze mit kleinen Schuppen
als Blätter, die besonders im Watten¬
meer vorkommt, von glasig-fleischi¬
ger Konsistenz ist; Gänsefußgewächs
Quell|fas]sung: /kwell-/ die; ~ / -en ur¬
sprüngliche Form od. Überlieferung
einer Information, wie sie in den hi¬
storischen Texten, Quellen wissen¬
schaftlich nachzuweisen ist »In der
Quellfassung wird das Ereignis anders
dargestellt.«
Quell|fluB —► Quell|fluss: /kwell-/ der;
-flusses; -flüsse <Geographie> einer
von mehreren Flüssen, die zusammen
einen größeren Strom bilden »Die
Fulda ist einer der beiden Quellflüsse
der Weser.«
quel1|frisch: /kwell-/ Adj. unmittelbar,
frisch aus einer Quelle, aus einer ur¬
sprünglichen Wasserstelle entnom¬
men
Quetl|ge|biet: /kwell-/ das; -(e)s; -e
<Geographie> Landstrich, in dem ein
Fluß aus einer od. mehreren Quellen
entspringt »Das Quellgebiet des Nils
war lange Zeit vollkommen uner¬
forscht.«
Quel|lung: /kwellung/ die; - ; -en Aus¬
dehnung, Anschwellung durch die
Aufnahme von Feuchtigkeit »Die
ständige Feuchtigkeit führte zur Quel¬
lung der hölzernen Dachbalken.«
Quell|was|ser. /kwell-/ das; -s; - Was¬
ser, das unmittelbar aus der Erde ent¬
springt
Quell|wol|ke: /kwell-/ die; - ; -n (Meteo¬
rologie) Wolke, die scharf abgegrenzt
ist, scharfe Konturen hat; Haufen¬
wolke, Syn.: [fachsprl.J Kumulus;
Kumuluswolke
Quen|del: <lat.; gr.> /kwendel/ der; -s; -
Thymian mit kleinen, aromatisch rie¬
chenden Blättern u. einer Vielzahl
weißer od. roter Blüten, als Gewürz¬
kraut od. Heilpflanze verwendet
Quen|ge|lei: /kwengelei/ die; - ; -en
[ugs.] 1 m. PI. quengelig, unzufrieden
dargebrachte Äußerung des Wider¬
spruchs od. der Rechthaberei 2 o. PI.
andauerndes, lästiges Nörgeln
quen|ge|lig/queng|lig: /kweng(e)lig/
Adj. [ugs.} 1 durch quengelige (1) Äu¬
ßerungen Widerspruch gebend od.
seinen Willen durchsetzend »Das
Kind war so quengelig, daß seine Mut¬
ter ihm schließlich nachgab.« 2 nör¬
gelnd, weinerlich, jammernd »Heute
sind die Kinder wieder besonders quen¬
gelig.«
quen|geln: /kwengeln/ quengelst; quen¬
geltest; hast gequengelt [ugs.] 1 nör¬
geln; etw. ständig beanstanden »Er
quengelt schon den ganzen Tag über
den alten Fernseher.« 2 a) immer wie¬
der um etw. bitten »Die Kinder quen¬
gelten nach Eis.« b) jammern; weiner¬
lich sein
Queng|ler: /kwengler/ der; -s; ~ weibl.
Quengltejrin: [ugs.] nörgelnder, stän¬
dig unzufriedener, zum Jammern nei¬
gender Mensch
queng|lig/quen|ge|lig: /kweng(e)lig/
Adj. [ugs.] 1 nörgelnd, weinerlich,
jammernd »Heute sind die Kinder wie¬
der besonders quengelig.« 2 durch
quengelige (1) Äußerungen Wider¬
spruch gebend od. seinen Willen
durchsetzend »Das Kind war so quen¬
gelig, daß seine Mutter ihm schließlich
nachgab.«
Quent|chen —» Quänt|chert dato
/kwentchen/ das; -s; - (PI. s.) Ver¬
kleinerungsform zu Quent, überwie¬
gend nur noch in bestimmten Wortver¬
bindungen etwas; nicht viel, sondern
nur ein wenig »ein Quentchen Glück«
quent|chen|wei|se —» quänt|chen|-
wei|se; /kwentchen-/ Adv. in sehr
kleinen Mengen od. Schritten verab¬
reicht od. aufgenommen »Das Medi¬
kament war so stark, daß es nur quent¬
chenweise eingenommen werden
durfte.«
quer: /kwer/1 Adj. n. st. 1 selten nicht
gerade verlaufend, sondern schief 2
komisch; verdreht II Adv. 1 nicht ge¬
rade verlaufend, sondern schief 2 in
Verbindung mit der Präp. >durch< od.
>über< (Richtung) von einer Seite zu
einer anderen »Der Hund lief quer
über den Rasen.« III 1 kreuz u. quer:
durcheinander; krumm u. schief »Die
Kinder liefen kreuz u. quer durch den
Garten.« 2 quer kommen: a) unpas¬
send, ungelegen kommen, passieren
»Der Besuch am Wochenende kommt
mir quer (= ist mir nicht recht).« b)
streiten »Komm' mir nicht quer!«
—» quer ge|here s. quergehen
—» quer gejstreift: s. quergestreift
—* quer kom|men s. querkommen
—» quer lejgen, sich s. querlegen
—» quer schje|Ben: s. querschießen
—» quer schre[|ben: s. querschreiben
Quer|ach|se: /kwerakße/ die; - ; -n quer
zur Richtung u. parallel zum Boden
verlaufende Rotationsachse »Räder
drehen sich um ihre Querachse.«
Quer|bal|ken: /kwer-/ der; -s; - a) Bal¬
. ken, der rechtwinklig zu einem ande¬
ren verläuft »An den Querbalken des
Dachbodens waren vielerlei Geräte
aufgehängl.« b) (Musik) im Notensatz
der Querstrich, der mehrere Achtel¬
noten u. kürzere Noten zusammen¬
faßt c) (Sport) die Querlatte eines To¬
res bei Ballspielen
Querfbau: /kwer-/ der;-(e)s; -ten recht¬
winklig von einem Hauptgebäude ab¬
zweigender, angebauter Gebäudeteil
querjbeet: /kwer-/ Adv. [ugs.] willkür¬
lich ausgewählt; ohne ein festes Ziel;
910
querschreiben quer
ohne festgelegte Richtung »Das Pro¬
gramm des Konzerts ging querbeet
durch alle Stilrichtungen.«
QuerjdenjkeR /kwer-/ der; -s; ~ weibl.
Querjden|ke|rin: die; - ; -nen Person,
die nicht die allgemein anerkannten
Ansichten vertritt, sondern eigenstän¬
dige u. neue Gedanken od. Theorien
entwickelt, die dann oft nicht nach¬
vollzogen werden können od. nicht
verstanden werden »Viele große Phi¬
losophen galten zu ihrer Zeit als Quer¬
denker.«
quer|durch: /kwer-/ Adv. a) etw. durch¬
querend, mitten durch etw. durch, z.
B. zur Abkürzung vom vorgegeben
Weg »Statt das Unterholz zu umge¬
hen, gingen sie querdurch.« b) sämtli¬
che Bestandteile eines Ganzen erfas¬
send od. berührend
Qo§|re: /kwere/ die; - ; - [ugs.] 1 quer zu
einer bestimmten Richtung verlau-
fende(r) Weg, Linie; Schräge »Schnei¬
de die Pizza der Quere nach durch!« 2
etw. od. jmd. kommt jmdm. in die
Quere: etw. od. jmd. hindert einen,
etw. zu tun, zu machen, stellt ein Hin¬
dernis für jmdn. dar »Ich war gerade
dabei, nach Hause zu gehen, da ist mir
mein Chef in die Quere gekommen.« 3
jmdm. in die Quere laufen, geraten:
[ugs.] die Pläne einer anderen Person
gefährden, zunichte machen »Ich fin¬
de diesen Mann toll u. möchte ihn ken¬
nenlernen, komme mir ja nicht in die
Quere!«
Que|rejle: <lat.> /kwerele/ die; - ; -n (m.
PL) [geh.] kleinere(r) Streit, Ausein¬
andersetzung »Die ständigen Querelen
mit den Mitarbeitern belasten das Ar¬
beitsklima.«
que]ren: /kweren/ querst; quertest; hast
gequert etw. quer zu dessen Verlaufs¬
richtung überschreiten »Sie querten
den Bach an seiner schmälsten Stelle.«
Quer|fal|te: /kwer-/ die; -; -n horizontal
verlaufende Falte od. Furche »Die ho¬
he Stirn des Alten war von Querfalten
zerfurcht.«
quertfeldleiK /kwer-/ Adv. jenseits fest¬
gelegter od. vorgeschriebener Wege,
mitten durch Wald u. Feld »Um den
Heimweg abzukürzen, liefen sie quer¬
feldein über die Äcker.«
Querjfeld|ein|lauf: /kwer-/ der; -(e)s; -
laufe <Leichtathletik> Wettrennen,
Lauf auf einer durch Wald u. Feld ab¬
gesteckten Strecke; Geländelauf
Quefjfeld|ein|ren|nen: /kwer-/ das; -s; -
<Radsport> Radrennen, das nicht auf
einer asphaltierten Straße, sondern
auf einer durch Wald u. Feld führen¬
den Strecke gefahren wird
Qugr|flö(t6: /kwer-/ die; - ; -n Blasin¬
strument, Flöte, das/die quer zu hal¬
ten ist u. durch dessen/deren seitlich
angebrachtes Blasloch Töne erzeugt
werden, wobei die Tonlöcher durch
Klappen geöffnet u. geschlossen wer¬
den können, Syn.: Traversflöte
Querjforjmat: /kwer-/ das; -(e)s; -e a)
Größe, Maß von Bildern od. Büchern
mit größerer Breite als Höhe »Viele
Bilder hatten Querformat.« b) einzel¬
nes Exemplar eines Buches od. Bildes
im Querformat (a)
Querjgang: /kwer-/ der; -(e)s; -gange
<Bergsteigen> nicht einfach zu bege¬
hender Weg, der durch einen waage¬
recht in einer Felswand bestehenden
Pfad führt »Kurz vor dem Gipfel mu߬
ten sie noch einen längeren Quergang
passieren.«
querjgejhen —* quer ge|herr. /kwer-/
gehst quer; ging(e) st quer; bist
quergegangen —»bist quer
gegangen<— (ugs.j a) jmds. Erwar¬
tungen nicht erfüllen, zuwiderhan¬
deln u. ihn dadurch verärgern »Du
gehst mir mit deiner frechen Art ganz
schön quer!« b) nicht jmds. Vorstel¬
lungen, Plänen entsprechen od. die¬
sen zuwiderlaufen; mißglücken
»Nach dem Unfall ging alles nur noch
quer.«
querjge|streift —» quer gefstreift:
/kwer-/ Adj. n. stg. mit horizontalen
Streifen versehen »Sie trug zur Jeans
ein quergestreiftes T-Shirt.«
quer|kom|men —*■ quer kom|men:
/kwer-/ kommst quer; kam(e)st quer;
bist quergekommen —»bist quer
gekommen<— [ugs.j a) jmdm. unge¬
legen sein, ihm in den Weg kommen;
etw. od. jmdn. bei etw. behindern,
stören »Bei der Renovierung sind uns
die unverhofften Gäste quergekom¬
men.« b) jmds. Erwartungen nicht er¬
füllen, zuwiderhandeln u. ihn da¬
durch verärgern
Querfkopf: /kwer-/ der; -(e)s; -köpfe
[ugs.; abwertj Person, die anderen
od. der Mehrheit ständig widerspricht
u. oft unfähig ist, sich einzuordnen,
sich den allgemeinen Wünschen o. ä.
zu beugen »Nur wegen dieses Quer¬
kopfes können wir uns nicht auf ein ge¬
meinsames Urlaubsziel einigen.«
quer|köp|fig: /kwer-/ Adj. [ugs.; ab¬
wert.] sich ständig gegen die Mehrheit
auflehnend, handelnd; der Erwartung
vieler Menschen zuwider
Querjta|ge: /kwer-/ die; -; -n <Med.> ent¬
gegen der üblichen Geburtslage (mit
dem Kopf nach unten gerichtet) Lage
eines Kindes im Mutterleib quer zur
Öffnung der Gebärmutter liegt, so
daß eine Entbindung auf natürlichem
Wege nicht möglich ist, ohne ärztliche
Hilfe nicht möglich ist
Quer|tat|te: /kwer-/ die; - ; -n 1 schma¬
les, flaches u. langes Stück Holz, das
so an andere Holzbretter, -latten o. ä.
montiert, angebracht wird, daß dieses
quer zu den anderen verläuft »Vor¬
sichtig verschraubte er die Querlatte
des Baugerüstes.« 2 <Sport> oberes,
waagerechtes Verbindungsstück der
beiden Torpfosten beim Handball od.
Fußball »Der Mittelstürmer traf mit
seinem Schuß nur die Querlatte.«
quer|le|gen —> quer le[gen, sich:
/kwer-/ legst dich quer; legtest dich
quer; hast dich quergelegt —»hast
dich quer gelegt<— [ugs.] jmds.
Pläne, Absichten durchkreuzen, sich
diesen widersetzen; sich jmdm. in den
Weg stellen »Er hatte sich schon mit
ihr geeinigt, doch plötzlich legte sie
sich quer.«
Quer|li|nie: /kwer-/ die; -; -n eine (meist
gedachte) Linie, die horizontal die
Breite eines geometrischen Körpers
durchläuft
QueijpaB —* Quer|pass /kwer-/ der;
-passes; -pässe <Sport> die Abgabe ei¬
nes Balles an einen Mitspieler, der
sich auf der gleichen Höhe befindet
wie derjenige, der den Ball abgegeben
hat; das Zuspielen des Balles zwi¬
schen zwei Mitspielern quer zum Tor
»Angesichts der dichten Abwehr spiel¬
ten sie einen Querpaß nach dem ande¬
ren.«
Quor(pfeiffe: /kwgr-/ die; - ; -n kleine
Querflöte, die einen hohen u. schar¬
fen Klang hat u. beim Militär gespielt
wird
Quer|rich|tung: /kwer-/ die; - ; -en Rich¬
tung, die im rechten Winkel zur
Hauptrichtung od. zur Länge eines
Körpers od. Gebäudes verläuft
Quer|ru|der: /kwer-/ das; -s; - <Flugw.>
Klappen an den hinteren Enden der
Tragflächen eines Flugzeuges, mit de¬
nen die Steuerung um-die Längsachse
geregelt wird
querjschie|ßen —* quer schießen:
/kwgr-/ schießt quer; schossest quer;
hast quergeschossen —»hast quer
geschossen ♦ alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— [ugs.] durch Äußerun¬
gen, Handlungen o. ä. geplante Vor¬
haben verhindern, behindern, stören
Quer|schlag: /kwer-/ der; -(e)s; -Schlä¬
ge [bergmannssprl.] horizontal zu den
Gesteinsschichten verlaufender
Gang, der von einem Schacht ausgeht
Quer|schlä|ger: /kwer-/ der; -s; - 1 Pi¬
stolen- od. Gewehrkugel, die so abge¬
feuert wird, daß sie einen Gegenstand
streift od. von einem Gegenstand ab¬
prallt u. so auf eine Flugbahn gerät,
die vorher nicht bestimmt war, od.
die aufgrund eines technischen De¬
fekts der Schußwaffe außer Kontrolle
gerät »Der Polizist wurde bei der
Schießerei durch einen Querschläger
verletzt.« 2 [ugs.] eine Person, die
Schwierigkeiten verursacht, Verspre¬
chungen nicht einhält o. ä. »Mit sei¬
ner Zustimmung brauchst du nicht zu
rechnen, er ist ein Querschläger.«
Quer|schlei|fe: /kwer-/ die; - ; -n Hals¬
binde, Krawatte, die zu einer Schleife
gebunden wird
Querschnitt: /kwer-/ der; -(e)s; -e 1
Überblick über ein Thema; Zusam¬
menfassung wichtiger Punkte eines
Themas, Bereiches, einer Sache »Im
Fernsehen sahen wir einen Querschnitt
durch die Geschichte der
Emanzipation.« 2 a) Schnitt quer zur
Längsachse eines Gegenstandes »ei¬
nen Querschnitt anfertigen« b) die
Darstellung der Schnittfläche, die bei
einem Schnitt quer zur Längsachse
entstanden ist »In der Schule sahen
wir den Querschnitt einer Gesteins¬
schicht.« '
Quer|schnitt|läh|mung/Queijschnrtts|-
läh|mung: /kwer-/ die; - 7- <Med.> Be¬
wegungsunfähigkeit von Körpertei¬
len unterhalb eines bestimmten Punk¬
tes im Rückenmark, wo die Nerven¬
bahnen durch Verletzung, Krankheit
o. ä. geschädigt wurden »Infolge einer
Querschnittslähmung ist sie auf den
Rollstuhl angewiesen.«
quer]schrei|ben —> quer schleißen:
/kwer-/ schreibst quer; schrieb(e)st
quer; hast quergeschrieben —»hast
quer geschrieben*— <Bankw.> einen
Wechsel auf der Vorderseite am lin¬
911
Querschuß
ken Rand quer abzeichnen, unter¬
schreiben; einen Wechsel akzeptieren
Quer[schu6 —* Quer|schuss; /kwer-/
der; -Schusses; -Schüsse [ugs.] Hand¬
lung od. Aussage, die ein bestimmtes,
oft vorher abgesprochenenes Vorha¬
ben mißlingen läßt »Durch deinen
Querschuß in letzter Minute können
wir unseren Urlaub jetzt auch verges¬
sen!«
Quetjsei|te: /kwer-/ die; ~ ; -n die Seite,
Wand eines Gebäudes o. ä.. die quer
verläuft
Querfstraße: /kwgr-/ die; - ; -n Straße,
die im rechten Winkel eine meist grö¬
ßere Straße kreuzt »Plötzlich kam ein
Auto aus der Querstraße.«
Quer[streijfen: /kwer-/ der; -s; - Strei¬
fen, die in horizontaler Richtung ver¬
laufen »Sie trug ein weißes T-Shirt mit
roten Querstreifen.«
Querstrich: /kwer-/ der; -fe)s; -e hori¬
zontal verlaufende, gezeichnete Linie
»Unter einem Querstrich notierte er
die Gesamtsumme der aufgeführten
Bestände.«
Quer|sum|me: /kwer-/ die; - ; -n «Math.»
Ergebnis der Addition der einzelnen
Zittern einer mehrstelligen Zahl »Die
Quersumme von 523 ist 10.«
Quer|trei|ber. /kwer-/ der; -s; - weibl.
Quer|trei|berin: die; - ; -nen [ugs.; ab-
wert.j jmd., der die Absicht hat,
Pläne. Vorhaben o. ä. anderer zu ver¬
eiteln od. zu behindern
queijüber —* querjü|ber; /kwer-/ Adv.
auf der anderen Seite von elw.; gegen¬
über
Que|ru|lant: dat> /kwerulant/ der; -en;
-en weihl. Que|ru|lan|tin: die: - ; -nen
[geh.; abwert.] Person, die immer nör¬
gelt od. sich beschwert
Que|ru|lan|ten|tum: /k weru lan ten t um/
das; -s; - [geh.; abwert.] Verhalten od.
Wesensart eines Menschen, sich stän¬
dig zu beschweren, herumzumäkeln,
zu nörgeln
que|ru|lie(ren: <lat.> /kweruliren/ queru¬
lierst; queruliertest; hast queruliert
[geh.; abwert.] sich ständig ohne od.
aus nichtigem Anlaß beschweren, be¬
klagen; nörgeln
Quer]verjbin|dung: /kwer-/ die; - ; -en 1
Bindeglied zwischen Teilen eines Ge¬
räts od. einer Maschine 2 geistiger
Anknüpfpunkt zwischen zwei od.
mehreren benachbarten Teilgebieten
od. Themen »In der Prüfung mußte er
eine Querverbindung zwischen den
Theorien herausarheilen.« 3 kürzere! r)
Straße, Weg o. ä., die/der zwei geo¬
graphische Orte miteinander verbin¬
det »Die neue Straße ist eine hervorra¬
gende Querverbindung zur Nachbar¬
sladt.«
quejsig: /kwesig/ Ad), [norddt.] 1 [ugs.]
jammernd; quengelig 2 Schwielen
aufweisend 3 «Tiere» an der Dreh¬
krankheit leidend (durch die Larve
des H undeband wurms ausgeiöste Ge-
himkrankheit, wobei die Tiere eine
zwanghafte Drehbewegung ausfüh¬
ren)
Quetsche: /kwetsche/ die; - ; -n 1
[süddt.] der Pftaume ähnlich sehende
Frucht des Zwetschenbaumes; Zwet-
sche 2 [landsch.j Küchengerät zum
Pressen von Kartoffeln 3 [ugs.; ab¬
wert.] private Schule, die schwächere
Schüler zusätzlich unterrichtet u. sie
gezielt auf eine Prüfung vorbereitet 4
[ugs.; abwert.] kleine, eingeengte
Räumlichkeit (z. B. Laden, Betrieb)
quet|schen: dat;> /kwetschen/
quetschst; quetschtest; hast gequetscht
1 durch Krafteinwirkung von etw.
eingeklemmt werden, unter etw. gera¬
ten u. sich dabei verletzen (meist ein
Körperteil) »Bei <!em Unfall quetschte
ihm der Stein seinen Fuß.« 2 [landsch.j
a) Obst o. ä. entsaften, auspressen
»Heule haben wir zum Frühstück
Orangen gequetscht.« b) etw. mit einer
Kartoffelpresse kleindrücken »Ich
muß noch die Kartoffeln quetschen.« 3
etw. od. jmdn. mit Kraft od. Gewalt
(in eine Richtung) drücken od. zu¬
sammenpressen, -drücken »Bei dem
heftigen Streit quetschte er ihn an die
Wand.« 4 [ugs.] mit der Hand fest zu¬
sammendrücken »Jedesmal, wenn wir
uns die Hände schütteln, quetscht er
meine Hand.« 5 versuchen, etw. ir¬
gendwo hineinzubekommen, wo
kaum noch Platz ist »Den Kinderwa¬
gen konnte ich nur noch ins Auto quet¬
schen.«
quetschen, sich: dat.t /kwetschen/
quetschst dich)dir; quetschtest dich!
dir; hast dich/dir gequetscht 1 dich ver¬
suchen, irgendwo hineinzukommen,
wo kaum noch eine freie Fläche, Platz
ist »Heule mußte ich mich in einen vol¬
len Zug quetschen.« 2 dich sich durch
etw. schieben, mit Mühe irgendwo
Zugang finden »Obwohl schon alles
abgeriegelt war, quetschte sich der Re¬
porter durch die Absperrung.« 3 dich/
dir sich eine Verletzung (durch einen
schweren Gegenstand) zuziehen, in¬
dem ein Körperteil eingeklemmt wird
»Hast du dir den Finger gequetscht? •
Hast du dich in der Autotür ge¬
quetscht?.«
Quetschjfalfte: /kwetsch-/ die; - ; -n
«Schneiderei» Falte, die aus zwei ent¬
gegengesetzten Falten gebildet wird
Quetsch|kar[tof|fein: /kwetsch-/ die
(Pi) [landsch.j zerdrückte, gekochte
Kartoffeln, die mit Milch u. Butter zu
einem Brei vermengt werden; Kartof¬
felbrei »Leber mit Bratäpfeln u.
Quetschkartoffeln ist ein traditionsrei¬
ches Berliner Gericht.«
Quetsch|kom|mo|de: /kwetsch-/ die; - ;
-n [salopp; scherzh.] Akkordeon
Quetschung: /kwetschung/ die; - ; -en
Verletzung, die durch starkes Zusam¬
menpressen-, drücken durch einen
stumpfen Gegenstand verursacht
wurde, entstanden ist »Durch den Un¬
fall erlitt er Quetschungen an den Bein¬
en.« Syn.: [fremdspr!.] Kontusion
Quetsch|wun|de: /kwetsch-/ die; - ; -n
«Med.» Wunde, Verletzung, die durch
eine Quetschung verursacht wurde,
entstanden ist
Quet|zal: (Indian. Spr.-s/rnn.s /ketzal/
der: -s; -s a) Vogel, der in Miltelame-
rika beheimatet ist, der Hahn irisie¬
rend grün, mit scharlachfarbiger u.
weißer Bauchfiederung u. langen
Schwanzfedern b) Wappentier der
Azteken u. des heutigen Guatemalas
Quetjzal: <Indian. Spr.-span.> /ketzal/
der; -s u. - : -s u. - Guatemalas Wäh¬
rungseinheit
Queue: <lat.-fr.> /kö/ das u. fösterr.;
ugs.) der; -s; -s Billardstock
Queue: dat.-fro /kö/ die: - ; -s 1 [geh.;
veralt.] eine von (wartenden) Men¬
schen gebildete längere Reihe,
Schlange 2 «Milit.» [veralt.] Nachhut;
Ende einer Kolonne
Quiche: </h> /kisch/ die; - ; -s «Kochk.»
Speise aus Mürbe- od. Blätterteig, der
nicht gesüßt u. herzhaft (meist mit
Speck) belegt wird (wird meist in ei¬
ner Tortenform od. auf dem Blech ge¬
backen); Speckkuchen
Quiche Lorjraine: <fr.> /kisch loräng/
die: - ; Quiches Lorraines «Kochk.»
Speise aus Mürbe- od. Blätterteig, der
nicht gesüßt wird, mit Speck (od.
Schinken), die mit einer Eier-Sahne-
Sauce u. Käse überbacken wird
quick: /kwick/ Adj. [landsch.; besonders
norddt.; ugs.] lebhaft; von schneller
Auffassungsgabe
quick: <engh /kwick/ Adj. schnell
qujck|le|ben|dig: /kwick-/ Adj. [ugs.]
sehr lebenslustig, munter, voller Le¬
bensfreude »Nach überstandener Er¬
kältung wirkte sie heute wieder quick¬
lebendig.«
Quickjstep —» Quick|stepp: <engh
/kwick ßtäpp/ der; -s; -s schneller
Tanz mit häufigem Einsatz von Fu߬
spitze u. Hacke, dem Stepptanz äh¬
nelnd
Quid|di|tät: «/an /kwiddität/ die; - ; -en
«Philosophie» in der Scholastik der
Begriff für das Wesen eines Dinges
quiek!: /kwik/ lnterj. lautmalerische
Äußerung, vor allem zur Imitation ei¬
nes Ferkels
quiek|sen/quie|ken: /kwik(s)en/
quiekst; quiek(s)test: hast ge-
quiek(s)t a) «Tier» einen hohen,
durchdringenden Laut ausstoßen
»Das Ferkel quiekte vor Angst.« b)
«übertr.» Töne erzeugen, die den Lau¬
ten eines Ferkels, einer Maus o. ä.
ähnlich sind, klingen
Quie(tis[mus —*• Qui|e|tis|mus: </ao
/kwi-etißmuß/ der; - ; - mystische, re¬
ligiöse Haltung, die auf jegliches eige¬
nes Wollen u. Handeln
Quie|ti]vum —*■ Qui(e|ti]vum: /kwi-
etiwum/ das; -s; Quietiva «Med.;
Pharmazie» beruhigendes Präparat;
Beruhigungsmittel
quiet)schen: /kwitschen/ quietschst;
uietschtest; hast gequietscht 1 [ugs.]
ohe Laute von sich geben (als
Gefühlsausdruck) »Das Kind
quietschte vor lauter Freude.« 2 einen
hohen, als störend u. unangenehm
empfundenen Laut erzeugen »Du
mußt die Tür ölen, sie quietscht!« 3
etw. ist zum Quietschen: etw. ist sehr
lustig u. reizt zum Lachen
quietsch|fi|det: /kwitsch-/ Adj. [ugs.;
emotional] sehr lebhaft, ausgelassen,
temperamentvoll, sehr gut gelaunt
quietsoh|verjgnügt: /kwitsch-/ Adj.
[ugs.; emotional] sehr gut gelaunt u.
lebhaft »Nach einigen Gläsern Sekt
waren sie alle quietschvergnügt.«
quil|len: /kwillen/ quillt; quoll; ist ge¬
quollen [poet.; veralt.; landsch.] etw.
dringt aus etw. heraus, hervor »Er
9I2
quotisieren
nimmt immer so viele Sachen mit in
den Urlaub, daß sie aus sämtlichen
Koffern quillen.«
quin|ke|lie|ren: <lat.> /kwinkeliren/ quin-
kelierst; quinkeliertest; hast quinke-
liert [landsch.] 1 trällern, zwitschern;
hohe u. feine Töne erzeugen »Mit Be¬
ginn der Dämmerung begann die
Nachtigall zu quinkelieren.« 2 Aus¬
flächte machen
Quint: dato /kwint/ die; ~ ; -en 1 <Musik>
fünfter Ton einer Tonleiter; Fünf-
Tonstufen-Intervall 2 <Fechtsport>
spezieller, gegen die rechte Brustseite
geführter Stoß od. Hieb
Quin|ta|na: dato /kwintana/ die; - ; -
<Med.> Infektionskrankheit, bei der
regelmäßig wiederkehrende Fieber¬
anfälle im Abstand von fünf Tagen
auftreten; Fünftagefieber, Syn.: woly-
nisches Fieber
Quinfte: dato /kwinte/ die; -; -n <Musik>
a) auf einer diatonischen Tonleiter
der fünfte Ton vom Grundton aus b)
Fünf-Tonstufen-Intervall
Qu]nt|esjsenz: dato /kwinteßenß/ die;
~ ; -en [geh.] a) Schluß, Ergebnis einer
Handlung, Rede o. ä. b) Hauptin¬
haltspunkt, Kern von etw., Syn.: <a>
Fazit; Schlußfolgerung; <b> Haupt¬
aspekt
Quintett: dat.-ito /kwintet/ das; -fejs;
-e <Musik> a) Stück für fünf Instru¬
mente od. Singstimmen b) Vereini¬
gung von fünf Instrumenten od. Soli¬
sten c) <übertr.> Gruppe von fünf Per¬
sonen »Sie sind ein lustiges Quintett.«
Qui|pro|quo: dato /kwiprokwp/ das; -s;
-s [geh.] a) Personenverwechslung
»Zwischen mir u. meinem Zwillings¬
bruder kommt es oft zu einem
Quiproquo.« b) Mißverständnis
Quirl: /kwirl/ der; -(e)s;-e 1 Küchenge¬
rät mit gezacktem, verdicktem Ende
zum Verrühren von Zutaten, Flüssig¬
keiten o. ä. »Für den Teig verrühre ich
zuerst die Eier, Zucker u. Margarine
mit einem Quirl.« 2 <Bot.> mehrere
Blätter, Äste, die mit demselben Sten¬
gelknoten verbunden sind 3 [flie-
gersprl.] Luftschraube; Propeller 4
[ugs.; scherzh.] Ventilator 5 <übertr.>
lebhafter Mensch »Dein Kind ist ein
richtiger Quirl, es sitzt nie still.« Syn.:
<2> Wirtel
quirlten: /kwirlen/ quirlst; quirltest; hast
gequirlt mit Hilfe eines Quirls (o. ä.
Küchengerätes) schaumig schlagen,
verrühren » Um Baiser zu backen, muß
man Eiweiß u. Zucker quirlen.«
qu|r|lig: /kwirlig/ Adj. 1 [ugs.] sehr unru¬
hig, lebhaft »Der quirlige Nachwuchs
hält die Eltern auf Trab.« 2 n. stg.
<Bot.> kurz für quirlständig = bü¬
schelartig wachsend
Quis|ling: /k(w)ißling/ der; -s; -e [ab¬
wert.] jmd., der mit fremden Besat¬
zungsmächten od. dem Feind zusam¬
menarbeitet; Verräter, Syn.: Kollabo¬
rateur
Qui|to: /kito/ o. Art.; -s; - ecuadoriani-
sche Haupstadt
quitt: dat.-fro /kwitt/ Adj. n. dekl. [ugs.]
i seine Schulden bezahlt, eine Gegen¬
leistung erbracht habend; keinerlei
Verpflichtungen jmdm. gegenüber
mehr habend 2 a) quitt sein (mit
jmdm.): 1. einer Person gegenüber
nicht mehr verpflichtet sein, nichts
mehr schulden »Ich gebe dir jetzt noch
fünf Mark, dann sind wir quitt.« 2. mit
einer Person nichts mehr zu tun ha¬
ben (wollen) »Mit dir bin ich nach al¬
lem, was ich von dir gehört habe,
quitt.« b) etw., jmdn. quitt sein: 1.
von etw. od. jmdm. frei geworden sein
»Der alte Herd ist abgeholt worden,
den bin ich quitt.« 2. etw. od. jmdn.
verloren haben »Den Kunden bin ich
jetzt wohl quitt.« c) mit jmdm. quitt
werden: mit jmdm. Übereinkommen,
sich mit ihm einigen »Nach langen
Streitereien sind wir nun endlich quitt
geworden.«
Quitt.: Abk. Quittungen) = Empfangs¬
bescheinigungen)
quitt.: Abk. quittiert = Empfang od.
Leistung bescheinigt
Quit|te: tgr.-lato /kwitte/ die; - ; -n a)
Obstbaum mit rötlichweißen Blüten
u. Früchten, die grünlich bjs hellgelb
sein können, in der Form Äpfeln od.
Birnen ähnlich sind u. deren Frucht¬
fleisch sehr hart ist b) apfel- od. bir¬
nenartige, sehr harte Frucht des Quit¬
tenbaums, Syn.: Quittenapfel
Quit|ten|ge|lee: /kwittensehele/ das u.
der; -s; - aus Quittensaft u. Zucker
hergestelltes Gelee
Quit|ten|mar|me|la|de: /kwitten-/ die;
- ; - aus Quitten hergestefite Marme¬
lade
Quit|ten|mus: /kwitten-/ das; - ; - aus
Quitten hergestellter Brei, bei dem die
Früchte püriert werden
quit|t]a|ren: dat.-fro /kwittjren/ quit¬
tierst; quittiertest; hast quittiert 1 den
Empfang, Erhalt von etw. (z. B. einer
Leistung od. von Geld) bescheinigen,
bestätigen »Bitte quittieren sie hier,
daß sie die Lieferung erhalten haben!«
2 auf etw. mit einer bestimmten Re¬
aktion, Handlung, Geste antworten
»Ihren Vorwurf quittierte ich mit ei¬
nem Lächeln.« 3 den Dienst, eine
Stellung o. ä. quittieren: [veralt.] eine
Stelle, ein Amt, den Dienst aufgeben,
kündigen; zurücktreten »Mit 65 Jah¬
ren quittierte ich meinen Dienst in der
Schule u. setzte mich zur Ruhe.« 4
jmdm. die Freundschaft quittieren:
[ugs.] die Freundschaft, Beziehung zu
einer Person beenden, aufgeben, ab¬
brechen »Nachdem ich erfahren hatte,
daß sie immer schlech t über mich redet,
habe ich ihr die Freundschaft quit¬
tiert.«
Quit|tung: /kwittung/ die; - ; -en 1 Emp¬
fangsbescheinigung, Bestätigung für
etw., was man bekommen, erhalten
hat »Ich brauche eine Quittung über
diesen Betrag.« 2 Reaktion auf etw.
od. jmds. Verhalten »Die Ohrfeige ist
die Quittung für die Frechheiten!«
Syn.: <l> Bestätigung; Bescheinigung
Quit|tungs|block: /kwittungß-/ der;
-~(e)s; -s u. -blöcke zu einem Block zu¬
sammengeheftete Vordrucke, Formu¬
lare, um Empfangsbestätigungen,
Quittungen auszuschreiben
Quiz: iengl.-ameriko /kwiß/ das; - u.
[ugs.] -es; - u. [ugs.] -e Frage- u.
Antwortspiel (oft in Rundfunk- u.
Fernsehsendungen veranstaltet), bei
dem die Beantwortung der Fragen in¬
nerhalb einer bestimmten Zeit erfol¬
gen muß »Weil ich bei dem Quiz alle
Fragen beantworten konnte, habe ich
ein Auto gewonnen.«
Quiz|m|]ster —» Quiz|mas|ter: <engl.-
ameriko /kwißmaßt'r/ der; -s; -
weibl. Quiz|ma|ste|rin —» Quiz|mas|-
te|rin; die; - ; -nen Fragensteller(in)
bei einer Quizveranstaltung, einem
Quiz, einem Frage-u. Antwortspiel
quo va|dis?: dato /kwo wadis/ 1 [geh.]
Frage von jmdm., der sich um jmdn.
sorgt u. Bedenken hat, wohin etw.
führen u. wie es weitergehen wird 2
berühmter Romantitel von Sienkie-
wicz
quod erat delmonlstran|dum —> quod
ejrat de|mon)s|tjrän|dum: dato
/kwot-/ [geh.] was zu beweisen war
(wird als mathematische Schlußfor¬
mel bei Beweisen benutzt)
Quod|lijbet: dato /kwptlibet/ das; -s; -s
<Musik> mehrstimmiges lustiges Ge¬
sangsstück aus verschiedenen Melo¬
dien u. Texten
Quo|ta|ti|on: /kwotazion/ die; - ; -en 1
Notierung des Kurses an der Börse 2
Berechnung eines Anteils
Qup|te: dato /kwote/ die; • ; -n Beteili¬
gungszahl, Anteil an einem Ganzen
»Die Quote der Abiturienten, die ein
Studium beginnen, ist stark angestie¬
gen.«
Quo|ten|re|ge|lung: /kwoten-/ die; - ;
-en Vorschrift, die die Anzahl von
Frauen in bestimmten Funktionen u.
Positionen regeln soll (danach soll,
wenn die Frauenquote nicht erfüllt
ist, bei Bewerbungen auf eine Stelle o.
ä., für die sich Frauen u. Männer be¬
worben haben, einer Frau einem
Mann gegenüber der Vorrang gege¬
ben werden, wenn die Voraussetzun¬
gen u. Qualifikationen gleich sind)
Quo|tj|ent: dato /kwozi-ent/ der; -en;
-en <Math.> a) mathematischer Aus¬
druck, dessen Glieder durch einen
Bruchstrich od. ein Divisionszeichen
miteinander verbunden sind wie z. B.
6:7 od. a/b) b) Ergebnis, das man bei
einer Division (Teilung beim Rech¬
nen) von Zahlen erhält »Der Quotient
von 20 geteilt durch 5 ist 4.«
quo|tie|ren: /kwotiren/ quotierst; quo-
tiertest; hast quoiiert <Wirt.> den aktu¬
ellen Preis, Kurs von etw. mitteilen,
angeben
Quo|tie|rung: /kwotirung/ die; ~ ; -en
<Wirt.> Angabe des aktuellen Preises
od. Kurses von etw. '
quo]ti|sie|ren: /kwotisiren/ quotisierst:
quotisiertest; hast quotisiert ein Gan¬
zes in Quoten teilen, anteilgemäß ver¬
teilen
913
R
R/n /err/ das; - u. [ugs.J •s; - u. [ugs.]
■s Schriftzeichen, achtzehnter Buch¬
stabe des deutschen Alphabets
R: Abk. 1 Rabatt = Preisnachlaß 2
<Math.> rechter Winkel 3 rechts 4 Re¬
gister = alphabetisches Namens- od.
Sachverzeichnis 5 Repetition = Wie¬
derholung 6 Republik = Staatsform,
bei der die Macht von einer gewählten
Gruppe von Personen ausgeübt wird
7 <Med.> Röntgen = Einheit der Io¬
nendosis 8 Rücksprache 8 Rundfunk
10 Radio 11 (Anat.; Bot.» Radix =
Wurzel 12 Raum 13 Rente 14 Rück¬
sprache 15 Ruine = verfallenes Ge¬
bäude 16<Milit.» Reserve
r: Abk. 1 <Math.» Radius = Halbmesser
eines Kreises 2 rechts 3 richtig 4 rund
— ungefähr 5 russisch
RA: Abk. 1 Radio 2 Rechenanlage 3
Rechnungsauszug 4 Rechtsabteilung
5 Rechtsanordnung 6 Rechtsanwalt,
-anwältin 7 Rechtsausschuß 8 Regie¬
rungsamtmann 9 <Med.> Röntgenas-
sistent(in)
Ra: Abk. <Chemie> Radium = radioak¬
tives chemisches Element
ra.: Abk. <Physik; Chemie» radioaktiv =
Strahlung aussendend
r. A.: Abk. reiner Alkohol
RAA: Abk. Regionale Arbeitsstelle zur
Förderung ausländischer Kinder u.
Jugendlicher
Rab.: Abk. (Handel» Rabatt
Ra|batb dat.-it.-fr.» der; -(e)s; -e (Han¬
del» Abzug vom Preis; Preisnachlaß
Ra|bat|te: dat.-fr.-niederL> die; - ; -n
längliches Beet mit Zierpflanzen
ra|bat|tie|ren: dat.-it.-fr.> rabattierst; ra¬
battiertest; hast rabattiert (Handel»
Preisnachlaß einräumen für etw.
Ra|bat|tie|rung: dat.-it.-fr.'> die; - ; -en
(Handel» das Einräumen eines Preis¬
nachlasses
Ra|batt|mar]ke: dat.-it.-fr.; dt.> die; - ;
-n (Handel» Wertmarke, die man beim
Einkauf in einem Lebensmittelge¬
schäft erhält, sammelt u. später ein¬
löst
Ra|batt)satz: dat.-it.-fr.; dt.> der; -es;
-Sätze (Handel» Höhe des gewährten
Rabattes
Ra|batz: <poln.> der; -es; - [ugs.] a) von
Lärm u. Geschrei begleitetes Treiben
»Kinder, hört auf mit dem Rabatz!« b)
lauter Widerspruch »Wenn das Gerät
jetzt nicht funktioniert, mache ich Ra¬
batz!«
Ralbaulkc: fr.--nieder!.> der; -n; -n [ugs.]
a) grober, rüpelhafter Mensch b)
Kind od. Jugendlicher mit lautem,
poltrigem Benehmen
Rab|bi: <hebr.-gr.-lat.> der; -s; -s a) ver¬
ehrter jüdischer Schriftgelehrter b)
Mann mit dem Ehrentitel Rabbi
Rab|bi|ner: <hebr.-gr.-lat.> der; -s; - jü¬
discher Religionslehrer u. Seelsorger
Ra|be: der; -n; -n 1 großer, schwarzer
Krähenvogel »Die Raben stiegen vom
Feld auf.« 2 (Astronomie» Sternbild
am südlichen Himmel 3 weißer Rabe:
große Rarität; etw., was sehr selten
vorkommt 4 schwarz wie ein Rabe/
die Raben: a) sehr dunkel fast
schwarz; schwärzlich b) dreckig; ver-
dreckt »Die Kinder sind wieder
schwarz wie die Raben.«
Ra|ben|aas: das; -es; -e u. -äser [ugs.;
scherzh. od. abwert.] arglistiger, ge¬
meiner Mensch
Ra]ben|el|tem: die (PI.) Eltern, die sich
nicht ausreichend um ihr(e) Kind(er)
kümmern od. diese(s) schlecht behan¬
deln
Ra]ben|mut|ter: die; - ; -mutter [ugs.;
abwert.] Mutter, die sich nicht ausrei¬
chend um ihr(e) Kind(er) kümmert
od. diese(s) schlecht behandelt
ra|ben|schwarz: Adj. n. stg. 1 schwarz 2
düster
Ra|ben|va|ter: der; -s; -väter [ugs.; ab¬
wert.] Vater, der sich nicht ausrei¬
chend um sein(e) Kind(er) kümmert
od. diese(s) schlecht behandelt
ra|bi|ab dat.> Adj. rabiater; rabiateste a)
aggressiv; gewalttätig; brutal; rück¬
sichtslos »Er ist ein rabiater Mensch.«
b) sehr wütend; zornentbrannt
Ra|che: die; ~; -1 Vergeltung für erlitte¬
ne Ungerechtigkeiten »Aus Rache,
daß sie mich betrogen hat, habe ich ihr
Auto kaputtgefahren.« Syn.: Genug¬
tuung; Revanche; Abrechnung 2 Ra¬
che nehmen: Vergeltung üben »Sie
hat am Mörder ihres Kindes Rache
genommen.« 3 Rache des kleinen
Mannes: kleinere Gemeinheit gegen¬
über Personen od. Institutionen, de¬
nen man sonst nicht so leicht etw. ent¬
gegensetzen kann 4 Rache ist süB: a)
Genugtuung, wenn man ein erlittenes
Unrecht rächen kann b) Drohung,
Ankündigung wenn man jmdm. etw.
heimzahlen, vergelten will »Daß er
mich nicht zu der Feier eingeladen hat,
werde ich ihm heimzahlen - Rache ist
süß!« c) [oft scherzh.] Bemerkung,
wenn man sich an jmdm. rächt, ge¬
rächt hat
Ra|che|ge|danjke: der; -ns; -n (m. PI.)
[geh.] Nachsinnen darüber, ein erlitte¬
nes Unrecht zu vergelten »Nachdem
sein Kind umgebracht worden war,
hegte der Mann Rachegedanken ge¬
genüber dem Mörder.«
Ra|che|ge|lü|ste —* Ra|che|ge|1üs|te:
die (PI.) [geh.] starker Drang, Vergel¬
tung zu üben
Ra]chen: der; -s; ~ 1 (Anat.; Med.»
schlauchförmiger Hohlraum, der von
der Schädelbasis bis zur Speiseröhre
reicht »Bei Entzündungen im Rachen
hilft es, mit Kamillenlösung zu gur¬
geln.« Syn.: Schlund 2 den Rachen
nicht voll genug kriegen (können):
[ugs.] mit nichts, nie zufrieden sein 3
etw. in den falschen Rachen kriegen:
[ugs.] etw. mißverstehen u. dann ge¬
kränkt sein »Du hast meine Bemer¬
kung aber völlig in den falschen Ra¬
chen gekriegt.« 4 jmdm. etw. in den
Rachen werfen, schmeißen: [ugs.]
jmdm. etw. (widerstandslos) geben
»Er hat ihr sein ganzes Geld in den Ra¬
chen geworfen.« 5 jmdm. den Rachen
stopfen: [ugs.] a) jmds. Ansprüche
befriedigen, die man menschlich nicht
für gerechtfertigt hält b) jmdn. mund¬
tot machen »Damit sie nicht gegen uns
aussagen kann, werden wir ihr mit
10 000 Mark den Rachen stopfen.«
rä|chen: rächst; rächtest; hast gerächt
ein erlittenes Unrecht vergelten
rä|chen, sich: rächst dich; rächtest dich;
hast dich gerächt a) ein erlittenes Un¬
recht selbst vergelten »Er rächte sich
an seinen Peinigern.« b) negative Fol¬
gen haben »Leichtsinn rächt sich oft.«
Ra|chen|ent|zün|dung: die; - ; -en
(Med.» Infektion im Rachenbereich,
Syn.: [fremdsprl.] Angina; Pharyngi¬
tis
Ra]chen|put|zer: der; -s; - [ugs.;
scherzh.] 1 hochprozentiger Schnaps
2 extrem säuerlicher Wein
Ra]che|plan: der; -(e)s; -pläne [geh.]
Nachsinnen darüber, ein erlittenes
Unrecht zu vergelten, Syn.: Rachege¬
danke
Ra|che|schwur: der; -(e)s; -schwüre
Versprechen, ein erlittenes Unrecht
zu vergelten
rach[gie|rig: Adj. n. stg. [geh.] wild auf
"Rache sinnend; rachsüchtig
Ra|chj|tis: tgr.-engb die; - ; Rachitiden
(Med.» durch Vitamin-D-Mangel her¬
vorgerufene Erweichung u. Verbie¬
gung von Skeletteilen
rach|süchtig: Adj. n. stg. [geh.] wild auf
Rache sinnend; rachgierig
Rack: <engl.> /räck/ das; -s; -s Gestell,
offenes Regaffür Musikanlagen
Racke (Rak|ke —*■ Ra|cke): die; -n; -n
höhlenbrütende Vogelart mit drei
längsverwachsenen Fußzehen
rackein (rak|keln —» ra|ckeln): rackelt;
rackelte; hat gerackelt (balzender
Hahn des Rackeiwilds» schreien, ru¬
fen
Racker (Rak|ker—»• Ra|cker): der; -s; -
[ugs.] lebhaftes, unternehmungslusti¬
ges Kind
Racke|rei (Rak|ke|rei —* Ra|cke|rei):
die; ~ ; - [ugs.] dauernde schwere Ar¬
beit
rackern (rakjkern —*■ ra|ckern): rak-
kerst; rackertest; hast gerackert [ugs.]
dauernd schwer arbeiten
Racket —> Rajcket: <arab.-fr.-engb
/rücket/ das; -s; -s Tennis- ü. Squash¬
schläger
Rack-job|bing —» Rack|job|bing:
<engl.> /räck dsehobbing/ das; -s; -s
(Wirt.» Art des Verkaufes, bei der ein
Hersteller od. Grossist in einem La¬
denlokal eine Verkaufsfläche für
seine Produkte anmietet
914
Radikale
Ra|clette —> Rac|lette: <fro /raklett/
die; - ; -s u. das; -s; -s a) schweizeri¬
sche Käsesorte b) (Kochk.) schweize¬
risches Käsegericht, bei dem man
über einem Feuer kleine Pfännchen
mit Brot, Kartoffeln, Gemüse o. ä.
belegt u. dann mit Käse überbackt
od. über dem Feuer direkt den Käse¬
laib an seiner Schnittfläche erwärmt
c) Spezialgerät, um damit das Käse¬
gericht herzustellen
Rad: das;-(e)s; Räder 1 runder, flacher
Körper, der sich um eine Achse dreht
u. der Fortbewegung od. als Maschi¬
nenteil, z. B. der Kraftübertragung,
dient »Bei der Vollbremsung blockier¬
ten die Räder des Autos.« 2 sportliche
Übung, bei der sich der gestreckte
Körper mit gespreizten Armen u.
Beinen seitlich überschlägt »Der Düs¬
seldorfer Junge schlägt ein Rad.« 3
<Zoob wie ein Fächer ausgebreitete
Schwanzfedern eines männlichen Vo¬
gels (z. B. Pfau) 4 <MA> Folter- u.
Hinrichtungsgerät »Der Verurteilte
wird auf ein Rad gebunden u. damit
werden seine Knochen gebrochen.« 5
kurz für Fahrrad »Ich fahre mit dem
Rad in die Stadt.« 6 bei jmdm. ist ein
Rad locker, fehlt ein Rad: [ugs.] jmd.
ist od. verhält sich nicht ganz wie üb¬
lich, ist verrückt, nicht ganz normal
»IFas hast du getan? Bei dir ist wohl
ein Rad locker?« 7 unter die Räder
kommen, geraten: [ugs.] sozial ab¬
steigen bis zur Verwahrlosung »Er ist
durch den Kontakt mit den falschen
Leuten unter die Räder gekommen.« 8
das Rad der Geschichte/Zeit
zurückdrehen: zu Vergangenem zu¬
rückkehren »Das Rad der Geschichte
läßt sich nicht mehr zurückdrehen.« 9
das fünfte Rad am Wagen sein: [ugs.]
sich störend fühlen »Geht ihr beide al¬
lein, ich wäre doch nur das fünfte Rad
am Wagen.«
—» Rad fah|ren: s. radfahren
—*■ Rad schlalgen: s. radschlagen
Rad.: Abk. 1 Radar = Technik zur Or¬
tung, Vermessung u. Geschwindig¬
keitsbestimmung von Gegenständen
mit gebündelten elektromagnetischen
Wellen 2 a) Radikalismus = Haltung,
die keine Kompromisse zuläßt b) Ra¬
dikale = jmd., der eine kompromislo-
se Haltung vertritt 3 <Math.> Radius
= Halbmesser eines Kreises 4 <Anat.;
Bot.> Radix = Wurzel
rad.: Abk. 1 radial = strahlenförmig 2
radikal = kompromislos
Rad|ach|se: die; - ; -n <Technik> Teil, an
dem die Radpaare eines Fahrzeugs
angebracht sind
Ra|dar/Ra|dar Kurzw. <engl.-amerik >
der u. das; -s; -e radio detecting and
ranging = Technik zur Ortung, Ver¬
messung u. Geschwindigkeitsbestim¬
mung von Gegenständen mit gebün¬
delten elektromagnetischen Wellen
Ra|darjkon|trol|le/Ra|darjkon|trol|le —»
Ra|dar|kon|t|rol|le: die; - ; -n Ge¬
schwindigkeitsbestimmung mit Ra¬
dargeräten durch die Polizei »Die Ra¬
darkontrolle soll erreichen, daß die
Verkehrsteilnehmer sich an die zulässi¬
ge Geschwindigkeit halten.«
Ra|dar|me|teo|ro|lo|gie/Ra|daf1me|teo|-
ro|lo|gie —>• Ra|dar)me|te|o|ro|lo|gie:
die; - ,• - <Meteorologie> Wetterbeob¬
achtung per Radarüberwachung
Ra|dar|netz/Ra|dai1netz: das; -es; -e
dreidimensionales Netz aus Radar¬
strahlen mehrerer Radarstationen,
um Objekte aufzufinden u. ihre Ge¬
schwindigkeit zu bestimmen
Ra|dar|pei|lung/Ra|dar|pei|lung: die; - ;
-en das Anvisieren, Bestimmen der
Lage od. Bewegungsrichtung eines
Objekts durch Radar
Ra|darjschirm/Ra|darj schirm: der;
-(e)s; -e <Technik> Bildschirm eines
Radargeräts, der erfaßte Gegenstän¬
de darstellt »Auf dem Radarschirm
zeigen sich die Flugzeuge als kleine
Leuchtpunkte.«
Ra|darjtech|nik/Rajdar|tech|nik: die; - ;
-en (Technik) Funkmeßtechnik zur
Ortung, Vermessung u. Geschwindig¬
keitsbestimmung von Gegenständen
durch gebündelte elektromagnetische
Wellen
Rajdau: der; -(e)s; - [ugs.] störender
Lärm »Die Kinder machen einen
schrecklichen Radau.«
Raldaulbrujden der; -s; -brüder [ugs.;
abwert.] jmd., der unangebracht stö¬
renden Lärm macht, Syn.: Krachma¬
cher
Raldaulmalcher: der; -s; ~ [ugs.; ab¬
wert.] jmd., der unangebracht stören¬
den Lärm macht, Syn.: Krachmacher
Rad|bmch: der; -(e)s; -bräche [veralt.]
das Zerbrechen eines Wagenrades
Räd|chen: das; -s; - kleines Rad
Rad|damp|fer: der; -s; ~ Schiff mit
Schaufelradantrieb »Früher fuhren
Raddampfer auf dem Mississippi.«
Ra|de|ber: die; ~ ; -en [ostdt.] Schubkar¬
re
ra|de|bre|chen: radebricht; radebrach;
hat radegebrochen eine Sprache nur
schlecht beherrschen
Ra|de|hacke (Ra|de|hak|ke —> Ra|de|-
ha|cke): die; - ; -n [landsch.] landwirt¬
schaftliches Gerät zum Roden, Syn.:
Rodehacke
ra|deln: radelst; radeltest; bist geradelt
a) mit einem Fahrrad umherfahren b)
gezielt mit dem Fahrrad einen Ort an-
steuem
Räjdels|füh|rar: der; -s; ~ weibl. Rä|-
dels|füh|re|rin: die; - ; -nen Anstifte¬
rn) zu einer kriminellen Tat, Ver¬
schwörung, Revolte o. ä.
Rä[der|ge|trie|be: das; -s; ~ (Technik)
Ubersetzungsmechanik, bei der die
Übertragung der Antriebskraft mit¬
tels Räder erfolgt
räjdern: räderst; rädertest; hast gerädert
<MA; Folter) einen Verurteilten auf
ein Rad binden u. alle Gliedmaßen
brechen
Rä|der|werk: das; -(e)s; -e 1 (Technik)
die (Zahn-)Räder in einer Maschine 2
[abwert.] Bezeichnung für unüber¬
sichtliche Bürokratie o. ä.
rad|fah|ren—» Rad fah|ren: fährst Rad;
fuhr (e) st Rad; bist radgefahren
—*bist Rad gefahren■*— 1 sich mit
dem Fahrrad fortbewegen »Wir sind
drei Stunden radgefahren.« 2 [ugs.; ab¬
wert.] während der Arbeit den Druck
durch die Vorgesetzten nach unten
weitergeben
Rad|fah|rer: der; -s; - weibl. Rad|fahj-
rejrin: die; - ; -nen 1 jmd., der mit ei¬
nem Fahrrad fährt 2 [ugs.; abwert.]
jmd., der den Druck durch die Vorge¬
setzten nach unten weitergibt
Rad|fahrjweg: der; -(ejs; -e meist abge¬
grenzter od. markierter Weg od. Teil
einer Straße für Radfahrer
Ra|di: der; -s; - [süddt.; österr.] vom
Geschmack her dem Radieschen ähn¬
liches Gewächs aus der Familie der
Kreuzblütler mit eßbarer, meist
scharf schmeckender Wurzel, Syn.:
Rettich
ra|di|al: dato Adj. n. stg. (Technik) strah¬
lenförmig, vom Mittelpunkt ausge¬
hend
ra|di|är: dat.-fr.> Adj. n. stg. strahlenför¬
mig; strahlig
Ra|dia|ti|on —»• Ra|di|a|ti|gn: dato
/radiazion/ die; - ; -en 1 (Bio.) ent¬
wicklungsgeschichtliche Ausstrah¬
lung u. Vervielfältigung von genetisch
neuen Formen aus einer Stammform
2 (Astronomie) scheinbar von einem
Punkt ausgehende Strahlung inner¬
halb eines Meteoritenschwanns
Ra|dia|tor —> Rajdi|a[tor: dato der; -s;
Radiatoren Gerät, das Wärme abgibt
»Es ist kalt im Bad, mach doch den Ra¬
diator an!« Syn.: Heizstrahler
ra|dje|ren: dato radierst; radiertest; hast
radiert 1 mit einem Radiergummi od.
Radiermesser Aufgezeichnetes besei¬
tigen 2 (Kunst; Druckw.) mit einer
Radiernadel o. ä. eine Zeichnung in
eine Kupferplatte, Zinkplatte ein¬
bringen
Ra|die|rer: der; -s; - weibl. Ra|dje|re|rin:
die; - ; -nen (Kunst; Druckw.) Künst¬
lerin), der/die sich auf die Tiefdruck¬
technik spezialisiert hat »Der Radie¬
rer überträgt seine Zeichnung spiegel¬
verkehrt auf die Zinkplatte.«
Ra|d]eijgum|mi: der; -s; -s Stück Gum¬
mi, mit dem Graphit od. Kohle von
Papier u. a. entfernt werden kann
Ra|d]erjkunst: die; - ; -künste «Kunst;
Druckw.) Ätztechnik; Technik, Ra¬
dierungen zu machen »Goya be¬
herrschte die Radierkunst in hoher
Perfektion.«
Ra|djer|na|del: die; - ; -n (Kunst;
Druckw.) spitzer Stahlstift, der für
Kratz- u. Ritztechniken auf Metall¬
platten verwendet wird
Ra|d]ejrung: die; - ; -en 1 künstlerisches
Tiefdruckverfahren 2 Abdruck einer
Platte, die mit der Technik der Radie¬
rung behandelt wurde
Ra|dies|chen: das; -s; - 1 Unterart des
Rettichs mit kleinen, runden, eßbaren
Wurzeln, die eine rote Außenhaut u.
weißes Fleisch haben 2 sich die Ra¬
dieschen von unten ansehen: [ugs.;
scherzh.] gestorben u. begraben sein
Ra|di|kal: das; -s; -e (Chemie) stabile
Atomgruppen, die hochreaktive Mo¬
leküle bilden
ra|di|kal: dat.-fro Adj. 1 a) bis auf die
Wurzel, den Anfang, Ursprung ge¬
hend, vollständig u. gründlich »Sie
müssen ihre Arbeitsweise radikal än¬
dern, sonst werden wir Sie kündigen.«
b) hart; rücksichtslos »Das radikale
Vorgehen der Polizei ist zu verur¬
teilen.« 2 bis zum Äußersten gehend;
extrem; kompromißlos
Ra|di|ka|le: dat.-fro der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Radika-
915
radikatisieren
ler; eine Radikale; zwei Radikale)
jmd., der eine extreme politische, ge¬
sellschaftliche, wissenschaftliche o. ä.
Richtung vertritt
ra|di|ka|li|sje|ren: dat.-fro radikalisierst;
radikalisiertest; hast radikalisierl
jmdn. zu einer radikalen Denkweise
veranlassen; Radikalisierung (b) be¬
wirken, verzeichnen
Ra|di|ka|li|siejning: dat.-fro die; - ; -en
a) die Tat, jmdn. zu einer radikalen
Denkweise zu veranlassen b) die Ten¬
denz zu schärferen Formen politi¬
scher Auseinandersetzung
Ra|di|ka|lis|mus: dat.-fro der; - ; Radi¬
kalismen (PI. s.) kompromißloses
Vertreten einer vor allem politischen
Richtung
Ra|di(ka|iist: <lat.-fr.> der; -en; -en weibl.
Ra|di]kä|!i|stin —» Ra|di|ka|ljs|tin: die;
• ; -nen kompromißlose(r) Vertrete-
r(in) einer (meist) politischen Rich¬
tung, Syn.: Radikaler
Ra|di|ka|li|tät dat.-fro die; -; - kompro¬
mißlose, (meist) politische Haltung
»Die Radikalität der politischen Mei¬
nung macht vielen Parteiangehörigen
Angst.«
Ra|di|kal|kur: die; - ; -en Behandlung
mit Tiefgreifend wirkenden Mitteln
»Die Radikalkur verbot jegliche feste
Nahrung für vier Wochen.«
Ra|di|kand: dato der; -en; -en <Math.>
Zahl, aus der die Wurzel gezogen
wird
Ra|dio: Kurzw. dat.-engl.-amerik.> das;
-s; -s radiotelegraphy = 1 Rundfunk¬
gerät, das Sendungen über Schallwel¬
len empfangen kann »Ich habe mir ein
neues Radio gekauft.« 2 o. PL a)
Rundfunk b) Sendeanstalt für Radio¬
sendungen »Radio Eins Live hat eine
spezielle Zielgruppe.«
ra|dio|ak|ttv —* ra|di|o|akjtiv-, dat.-fr.>
Adj. n. stg. Strahlung aussendend
»Beim Röntgen wird radioaktive
Strahlung frei.«
Ra|dio|ak|ti|vi|tät —» Ra|di[o|ak|ti|vi|tät
dat.-fro die; - ; - <Physik> a) spontane
Umwandlung eines instabilen Atom¬
kerns, wodurch Strahlung freigesetzt
wird b) durch Strahlung hervorgeru¬
fene Belastung
Rafdio|ama|teur —> Ra|di|o|a)ma|teun
der; -s; -e Amateurfunker
Ra|dio|gefrät —» RaldilojSflrät: das;
-(e)s; -e technisches Gerät, welches
in einem bestimmten Frequenzbe¬
reich Sendeimpulse empfängt u. in
akustische Signale umwandelt, Syn.:
Rundfunkgerät, -empfänger
Ra|dio|lo|ge —» Ra]di|o|lo|ge: <lat.-gr.>
der; -n; -n weibl. Ra|dio)lp|gin —» Ra|-
di|o|lp|gin: die; - ; -nen (Med.) Fach-
arzt/-ärztin für Strahlenheilkunde,
Syn.: Röntgenarzt, -ärztin
Ra|dio|lo|gje —* Ra|di|ojlo(gie: die; • ; -
(Med.; Physik; Chemie) a) Strahlen¬
kunde b) Strahlenheilkunde
rajdio|lgjgisch —» ra|di|o|lg|gisch: dat.-
gr.> Adj. n. stg. <Med.; Physik; Che¬
mie) zur Radiologie gehörend, sie be¬
treffend; mittels Radiologie
Ra|dio|mejter —» Ra|di|o(me|ter: das;
-s; - <Physik> Instrument zum Nach¬
weis von Wärmestrahlung
Ra|dio|pho|nie —> Ra|di|o|pho|nie/Ra|-
di|o|fo|nie: die; ~ ; - drahtloses Fern¬
sprechen
Rajdio|re|corjder/Rajdio|re|korjder —>
Ra|di|o|re|cor|der/Ra|di|o|re|kor|der:
der; -s; - transportables Radiogerät
mit integriertem Teil zum Abspielen
von Tonkassetten
Ra|dio[röh|re —> Ra|di|o|röh|re: die; - ;
-n Elektronenröhre, die als Verstär¬
kerbauteil in Radiogeräte eingebaut
wurde (heute weitgehend durch Tran»
sistoren abgelöst)
Rajdio|sen|der —* Ra|di|o|sen|den der;
-s; - Einrichtung, die Rundfunksen¬
dungen produziert u. ausstrahlt
Ra|diofthe|rajpje —» Ra|di|o|the|ra|p|e:
dat.; gr.> die; ~ ; - (Med.) Behandlung
von Tumoren durch Anwendung io¬
nisierender Strahlung
Rajdio|wecker (Ra|diojwek|ker—> Ra|-
di|o|we|cker): der; -s; - Wecker, der
zur eingegebenen Zeit einen Signalton
abgibt od. einen voreingestellten Ra¬
diosender einschaltet
Ra]di|um: dato das; -s; - <Chemie> che¬
misches Element, zweiwertiges Erdal¬
kalimetall, natürliches Vorkommen
in der Pechblende
Ra|di|um|be|strah|lung: die; - ; -en
<Med.> heute nur noch selten ange¬
wandte Form der Strahlentherapie
mit Radium
ra|di|um|hal|tig: Adj. n. stg. <Chemie>
Radium beinhaltend
Ra|di|um|the|ra|pie: dat.; gro die; - ; •
(Med.) heute nur noch selten ange¬
wendete Form der Strahlentherapie
mit Radium
Ra|di|us: dato der; - ; Radien frgdisnj
(Math.) Halbmesser des Kreises; vom
Mittelpunkt aus die kürzeste Entfer¬
nung zum Rand eines Kreises
Ra|dix: dato /radikß/ die; - ; Radizes 1
Pflanzenwurzel 2 <Anat.> Ursprungs¬
stelle eines Körperteils, z. B Haare,
Zähne u. ä. 3 (Astrologie) Stellung
der Planeten im Horoskop zum Zeit¬
punkt der Geburt
ra|di|zie|ren: dato radizierst; radizier¬
test; hast radiziert (Math.) die Wurzel
einer Zahl errechnen, ziehen
Rad|kap|pe: die; - ; -n Kappe, die auf
die Felge eines Rades gesteckt wird u.
die Radnabe abdeckt
Radikalsten —» Rad|kas|ten: der; -s;
-kästen Teil der Karosserie eines
Kraftfahrzeugs, die das Rad umgibt
Rad|len der; -s; - weibl. Rad|le|rin: die;
- ; -nen 1 jmd., der mit dem Fahrrad
fahrt 2 nur männl. Form [süddt.J Ge¬
tränk aus Bier u. Zitronenlimonade,
heute teilweise auch mit Orangenli¬
monade, Syn.: (2 > Alster(wasser)
Rad|ma|cher: der; -s; • flandsch.jjmd.,
der hölzerne Fuhrwerke, Wagen u.
Räder herstellt u. repariert, Syn.:
Stellmacher
Rad|man|tel: der; -s; -mäntel 1 feste, äu¬
ßere Gummischicht eines Reifens 2
[veralt.] rund geschnittener, weiter
Mantel ohne Ärmel
Rad|na|be: die; - ; -n mittlerer Teil eines
Rades, an dem die Achse befestigt ist
Rad|ren|nen: das; -s; - sportlicher
'Wettkampf mit Rennrädern
rad|schla|gen —> Rad schla|gen:
schlägst Rad; scklug(e)st Rad; hast
radgeschlagen —*hast Rad geschla¬
gen*— den gestreckten Körper mit
gespreizten Armen u. Beinen seitlich
überschlagen
Rad|schlä|ger: der; -s; ~ weibl. Rad|-
schlä|ge|rin: die; - ; -nen a) jmd., der
ein Rad schlägt b) nur männl. Form
Figur aus der Düsseldorfer Stadtge¬
schichte
Radfschuh: der; -(ejs; -e Keil, der das
Wegrollen eines Fahrzeuges verhin¬
dert, Syn.: Bremsschuh; Hemmschuh
Radisport; der; -(e)s; - sportliche Betä¬
tigung auf Fahrrädern
Radfsturz: der; -es; -stürze Abweichung
der Radstellung von der Senkrechten
Rad|weg: der;-(e)s; -e meist durch eine
Markierung abgetrennter Teil der
Straße od. des Gehsteigs, der den
Radfahrern Vorbehalten ist
RAF: Abk. Rote Armee Fraktion ( =
eine terroristische Vereinigung)
R. A. F.: Abk. <englo Royal Air Force =
britische Luftstreitkräfte
Raff.: Abk. 1 Raffinade = gereinigter
Zucker 2 Raffmeriebetrieb (zur Rei¬
nigung u. Veredelung von Naturpro¬
dukten)
raff.: Abk. raffiniert = gereinigte Roh¬
stoffe, z. B. Zucker, veredelt; aufbe¬
reitet
raf|fen: raffst; rafftest; hast gerafft t
labwert.] gierig Wertgegenstände,
Wichtiges o. ä. zusammensuchen »Er
raffte an Geld (zusammen), was erbe¬
kommen konnte.« 2 einen Stoff in Fal¬
ten legen 3 [ugs.] verstehen; durch¬
schauen »Ich habe das ganze Zeug
nicht gerafft.« 4 kurz, auf die wesent¬
lichen Aussagen komprimiert wieder¬
geben »Die Inhaltsangabe rafft die
wichtigsten Handlungen des Romans
auf einer Seite zusammen.« 5 zeitlich
komprimieren
Raffgier: die; - ; - [abwert.] starker
Drang, materielle Besitztümer anzu¬
häufen
raff|gie|rig: Adj. [abwert.] nur nach ma¬
teriellem Besitz strebend
Raf)fi|na]de: dat.-fro die; - ; -n gereinig¬
ter u. gemahlener Zucker
RaJ|fi|na|ge: dat.-fro /raffinaseJ#)/ die;
~ ; -n Veredelung von Rohstoffen u.
Naturprodukten wie Zucker, Kakao
u. ä.
Raf|fi|ne|ment: dat.-fro das; -s; -s /raffi-
nemang/ [geh.] 1 besondere Verfeine¬
rung im künstlerischen u. kulinari¬
schen Bereich 2 Schlauheit; Gerissen¬
heit
Raf]fi|ne|ne: dat.-fro die; - ; Raffinerien
IraffinerPnj industrieller Betrieb, in
dem Rohstoffe veredelt werden
Raf|fi|nes|se: die; -; -n 1 besondere Ver¬
feinerung im künstlerischen u. kulina¬
rischen Bereich »Mil sehr viel Raffi¬
nesse wurde die Suppe gewürzt.« 2
Schlauheit; Gerissenheit »Er ging al¬
len Schwierigkeiten mit sehr viel Raffi¬
nesse aus dem Weg.«
rafjfi|nie|ren: dat.-fro raffinierst; raffi¬
niertest; hast raffiniert veredeln; auf¬
bereiten »Der Rohzucker wurde zu
Weißzucker raffiniert.«
Raf|fi|nier|ofen —* Raf|fi|njei|o|fen:
der; -s; -Öfen (Technik) Schmelzofen,
in dem Erze u. Metalle geschmolzen
u. veredelt werden
916
Rampe
rafjfi|niert: dat.-fr» Adj. raffinierter; raf¬
finierteste 1 a) schlau; gerissen »Sie ist
eine raffinierte Frau.« b) durchdacht
»Das ist eine raffinierte Methode, um
an Geld zu kommen.« 2 n. stg. gerei¬
nigt; veredelt
Raff|zahn: der; -(e)s; -zähne 1 [ugs.; ab¬
wert.] jrad., der habgierig Dinge an
sich reißt 2 [ugs.] schräg nach vorne
stehender oberer Schneidezahn
RAG: Abk. 1 Rentenanpassungsgesetz 2
Ruhrkohle Aktiengesellschaft
Ra|ga: <lat.-fr.> /rasche/ die; - ; -1 sehr
große Wut; Raserei 2 in der Rage:
aufgrund starker innerer Anspan¬
nung, großer Eile o. ä.
Rajglan —»■ Ra|g|lan: <engh der; -s; -s
nach einem englischen Lord benann¬
ter Mantel ohne Schulternaht
Ra|glan|äijmel—» Ra|g|lan|är|mel: der;
-s; - langer Ärmel, der in die Schulter
übergeht
Ra|glan|schnitt —*■ Rajg|lan|schnitt:
der; ~(e)s; - Schnitt, bei dem Arm u.
Schulter aus einem Stück Stoff ge¬
schneidert sind
Raloout: dat.-fr» /ragu/ das; -s; -s Vor-
u. Hauptspeise aus Fleisch- od. Fisch-
würfelchen in pikanter Sauce
Ragjwurz: die; - ; - Orchideenart, die
früher als Aphrodisiakum verwendet
wurde
Rahm: der; -(e)s; -1 [süddt.; Schweiz.;
österr.] flüssige Sahne; Fettschicht
auf der Milch »Er verfeinerte die To¬
matensuppe mit Rahm.« 2 den Rahm
abschöpfen: [ugs.] sich von etw. nur
das Wertvollste nehmen
Rahm|ap|fel: der; -s; -äpfel eßbare
Frucht eines (subtropischen Baums
Rähm|chen: das; -s; - kleiner Rahmen
Rah|men: der; -s; -1a) Umrandung
od. Fassung eines Gegenstandes, z. B.
Bildes »Ich muß einen Rahmen für das
Bild kaufen.« b) Tür- od. Fensterum¬
randung aus Metall od. Holz c) Ge¬
stell aus Holz od. Metalleisten zum
Aufspannen von Geweben u. Fellen 2
Gestell eines Fahrzeuges »Bei dem
Unfall hat sich der Rahmen des Fahr¬
zeuges verzogen.« 3 äußere Gegeben¬
heiten bei gesellschaftlichen Anlässen
u. ä. 4 den Rahmen sprengen: über
ein übliches Maß hinausgehen »Der
Umfang dieser Arbeit sprengt den übli¬
chen Rahmen.« 5 aus dem Rahmen
fallen: [ugs.] ungewöhnlich sein; nicht
in das gewohnte Schema passen »Ihr
Auftritt bei der Gala fiel völlig aus dem
Rahmen.« 6 nicht in den Rahmen
passen: nicht in eine Situation o. ä.
passen; unpassend, unangebracht
sein »Hering mit Pellkartoffeln passen
nicht in den festlichen Rahmen.« 7 im
Rahmen bleiben; sich im Rahmen
halten: nicht über das übliche Maß
hinausgehen »Er blieb mit seinen For¬
derungen im Rahmen.«
Rah|men|ab|kom|men: das; -s; - <Pol.;
Wirt.) Abkommen, das die Grundla¬
gen für Verträge vorgibt, ohne auf
Details einzugehen
Rah|men|erfzäh|lung: die; - ; -en 1 Er¬
zählung, die mehrere parallele Erzäh¬
lungen umschließt 2 Erzähltechnik in¬
nerhalb der Literatur, bei der eine Er¬
zählung weitere Erzählungen um¬
schließt
Rah|men|ge|setz: das; -es; -e Gesetz,
das die Grundlagen vorgibt, ohne auf
Details einzugehen
Rah|men|hand|lung: die; - ; -en <Buch,
Tulm o. ä.> Handlung, die Maßstab u.
Bedingungen für nachfolgende Hand¬
lungen setzt
R§h|men|ta|rif: der; -(e)s; -e <Wirt.> Ta¬
rif, der die Bedingungen von Arbeits¬
verhältnissen festlegt, Syn.: Mantelta¬
rif
Rah|men|tar|if|ver|trag: der; -(e)s;
-vertrage <Wirt.> Tarifvertrag, der die
Bedingungen von Arbeitsverhältnis¬
sen festlegt, Syn.: Manteltarifvertrag
rah|mig: Adj. [süddt.; Schweiz.; österr.]
sahnig; fettig; cremig »Zu Zürcher
Geschnetzeltem od. einem Rahm¬
schnitzelgehört eine rahmige Soße.«
Rahm|kä|se: der; -s; * Weichkäse mit
"hoher Fettstufe
Rah|mung: die: ~ ; -en 1 [selten] der
Rahmen von Bildern aus Holz od.
Metall 2 das Rahmen von Gemälden,
Fotografien o. ä.
Rain: der; -(e)s; -e 1 imbewirtschafteter
Ackerstreifen zwischen zwei bewirt¬
schafteten Äckern 2 [süddt.; Schweiz.]
abfallender Hang
Rai|son/Rä|son: dat.-fr» /räsgag/ 1
Vernunft; Einsicht 2 Raisori/Räson
annehmen: sich einsichtig zeigen
»Der Mann nahm endlich Räson an,
nachdem alle beschwichtigend auf ihn
eingeredet hatten.« 3 zur Raison/
Räson bringen jmdn. beruhigen, be¬
schwichtigen od. einsichtig machen;
disziplinieren »Kannst du deinen
Mann nicht zur Räson bringen, indem
du mit ihm über seinen zu hohen Alko¬
holkonsum sprichst.«
Rak.: Abk. Rakete(n)
Ra]ke/Racke (Rakjke —»• Ra|cke): die;
- ; -n höhlenbrütende Vogelart mit
drei längsverwachsenen Fußzehen
Ra]kel: die; - ; -n <Druckw.> a) Schabei¬
sen, mit dem beim Tiefdruck über¬
flüssige Farbe von der Druckplatte
abgestrichen wird b) Holz- od. Gum¬
mileiste, mit der beim Siebdruck die
Farbmasse durch das Sieb gepreßt
wird »Die Rakel kann sowohl mit der
Hand als auch mit der Maschine über
das Sieb gezogen werden.«
Ra|kejte: <it.> die; ~ ; -n 1 «Raumfahrt;
Milit.) schlanker, nach oben veijüng-
ter Flugkörper, der sich durch Rück¬
stoß sehr schnell fortbewegt 2 als
Feuerwerkskörper in mehrerer Hin¬
sicht eine Miniatur der militärischen
Rakete 3 eine Rakete steigen lassen:
Beifallsäußerung in Form von Klat¬
schen, Trampeln, Jubel u. Pfeifen auf
Kamevalssitzungen u. ä. mit steigen¬
der Lautstärke
Ra|ke|ten|ab|schuB|ba|sis —» Ra|ke|-
ten|ab|schuss|ba|sis: die; ~ ; -basen
«Raumfahrt; Milit.) (militärischer)
Stützpunkt, von dem aus Raketen
starten
Ra|ke|ten|an|trieb: der; -(ejs; -e «Tech¬
nik) Antrieb nach dem Rückstoßprin¬
zip von Raketen
ra|ke|ten|bejstückt: Adj. n. stg. «Raum¬
fahrt; Milit.) mit Raketen versehen
Rajke|ten|flug|zeug: das; -(e)s; -e «Mi¬
ßt.) Flugzeug, das über einen Rück¬
stoßantrieb verfügt
Ra|ke|ten|start|ram|pe: die; - ; -n
«Raumfahrt; Milit.) Rampe, von der
aus eine Rakete gestartet werden
kann
Ra|ke|ten|stu|fe: die; - ; -n «Raumfahrt;
Milit.) Teil einer Stufenrakete, der ab¬
gesprengt wird, wenn ihr Treibstoff
ausgebrannt ist
Ra|ke|ten|waf|fe: die; • ; -n «Milit.» Ge¬
schoß, das mit Rückstoßantrieb
durch die Luft ins Ziel geführt wird
Ra|ke|ten|wer]fer. der; -s; - «Milit.) mo¬
bile Abschußvorrichtung für (kleine¬
re) Raketen
Ra|ki: <türk.> /rake/ der; ~ u. -s; -s türki¬
scher Branntwein aus getrockneten
Weintrauben (od. auch Datteln od.
Feigen) u. Anis
ral|len|tan|do: dt» Adv. «Musik) langsa¬
merwerdend
Ral|le: fr» die; ~ ; -n Sumpfhuhn mit
kräftigen Beinen u. kurzen, breiten
Flügeln, langen Zehen u. kurzem
Schwanz
Rai|lye: dat.-fr.-engl» /räli u. rali/ die;
*; -s Etappenwettfahrt für Kraftfahr¬
zeuge einer gleichen Klasse, die mit
bestimmten Aufgaben verbunden ist
Ral|lye|fah|ren der; -s; - weibl. Ral|lye|-
fah|rerjin: die; - ; -nen jmd., der (die)
an einer Rallye teilnimmt
RAM: Abk. <engh random access me¬
mory = Speicher mit wahlfreiem Zu¬
griff = (temporärer) Arbeitsspeicher
im Computer
Ra|ma|dan: <arab. -türk» der; - u. -s; -
islamischer Fastenmonat
Ramm|bal|ken: der; -s; - <MA> Gerät
zum Einrammen von Festungen o. ä.,
Syn.: Mauerbrecher
Ramm|bän der; -en; -en <Bauw.> Vor¬
richtung zum Einrammen von Pfäh¬
len in die Erde, Syn.: Ramme; Ramm¬
klotz
Ramm|bock: der; -(e)s; -bocke 1
<Bauw.> Vorrichtung zum Einram¬
men von Pfählen in die Erde »Der
Rammbock treibt die Stahlträger für
den Unterbau des Gebäudes in den
Boden.« 2 «hist.; MA> Gerät zum Ein¬
rammen von Festungen o. ä. »Die
Fußsoldaten schoben den Rammbock
vor das Tor u. drückten es ein.«
ramm|dö|sig: Adj. [ugs.] benommen;
nicht bei der Sache
Ram|mel: die; ~ ; -n Vorrichtung zum
Einrammen von Pfählen in die Erde,
Syn.: Ramme; Rammklotz
ram|meln: rammelst; rammeltest; hast
gerammelt a) <Tier> sich begatten; sich
paaren (vor allem Hasen u.
Kaninchen) b) [derb] Geschlechtsver¬
kehr haben; miteinander schlafen; ko-
itieren
ram|men: rammst; rammtest; hast
gerammt 1 fest in den Boden treiben
»Sie rammten einen Pfosten in die
Erde.« 2 fest anstoßen »Er rammte
mit seinem Wagen ein Haus.«
Ramm|ier: der; -s; - männlicher Hase;
männliches Kaninchen
Ram|pe: fr» die; - ; -n 1 a) Schräge,
über die man etw. fahren, rollen kann
»Es wurde eine Rampe für Rollstühle
angelegt.« b) Fläche zum Verladen
von Gütern 2 «Theater) vorderster
Teil der Bühne
917
Rampenlicht
Ram|pen[licht das; -(e)s; -er <Theater>
1 o. PL Licht an der Bühnenrampe 2
einzelne Scheinwerfer der Bühnenbe¬
leuchtung 3 im Rampenlicht stehen:
die Aufmerksamkeit auf sich ziehen;
(für die Allgemeinheit) interessant
sein
ram|po|nie|ren: <fr.-niederl.> rampo¬
nierst; ramponiertest; hast ramponiert
[ugs.] übel zurichten; beschädigen
Ramsch: </r.> der; -(e)s; -e (PL s.)
[ugs.; abwert.] billige, minderwertige
Dinge; wertloser Kram
ram|schen: ramschst; ramschtest; hast
geramscht [ugs.; abwert.] 1 billige,
minderwertige Dinge kaufen 2 etw.
gierig zusammenraffen
Ramsch|la|den: der; -s; -laden [ugs.; ab¬
wert.] meist kleiner Laden, der billige,
minderwertige Ware verkauft
Ranch: <span.-engl.-amerik.> /rän(t)sch/
die; - ; -(e)s (nord-)amerikanischer
landwirtschaftlicher Betrieb, der vor
allem Viehwirtschaft betreibt
Ran|chen <span.-engl.-amerik.> /rän(t)-
scher/ der; -s; - u. -s (nord-)amerika-
nischer Viehzüchter u. Bauer
Rand: der; -(e)s; Ränder 1 äußerster
Bereich; äußere Grenze; Einfassung
»Der Rand des Weges war nicht
befestigt.« 2 mit jtndm. zu Rande
kommen —» auch mit jmdm. zuran¬
de kommen: [ugs.] sich mit jmdm.
verstehen; sich mit jmdm. arrangieren
»Mit dem werde ich schon zu Rande
kommen.« 3 mit etw. zu Rande kom¬
men —» auch mit etw. zurande
kommen: [ugs.] mit etw. klarkommen
»Ich werde mit meinen Problemen
auch ohne dich zu Rande kommen.« 4
außer Rand u. Band sein: [ugs.] über¬
mütig sein »Heute sind die Kinder aber
außer Rand u. Band.« 5 sich am Ran¬
de verstehen: sich von selbst verste¬
hen, klar sein, ohne daß man darüber
noch sprechen müßte »Es versteht
sich am Rande, daß wir die Kosten für
die Reinigung übernehmen.« 6 am
Rande liegen: unerheblich sein »Die¬
ser Themenbereich liegt ganz am Ran¬
de der Arbeit.« 7 am Rande: beiläufig
»Ganz am Rande erwähnte er meine
Beförderung.« 8 am Rande des Gra¬
bes stehen: bald sterben 9 jmdn. an
den Rand des Grabes bringen: jmdn.
sehr belästigen 10 einen großen Rand
riskieren: [ugs.] prahlen; den Mund
vollnehmen 11 seinen, den Rand
halten: [ugs.] den Mund halten; nichts
mehr sagen
Ran|da|le: die; - ; - [ugs.] Randale
machen: Lärm, Gegröle verursachen;
andere Leute belästigen
ran|da|lie|ren: randalierst; randaliertest;
hast randaliert mutwillig lärmend um¬
herziehen u. Schäden anrichten »Die
Fußballfans randalierten in der Innen¬
stadt.«
Rand|be|mer|kung: die; - ; -en 1 neben¬
bei gemachte Äußerung 2 neben einen
Text geschriebene Bemerkung
Rand|be|zirk: der;-(e)s; -e Siedlungsbe¬
reich am Örtsrand; Stadtrand u. ä.
Ränd|chen: das; -s; - kleiner Rand
Ränjdel: das; -s; - <Technik> 1 Werk¬
zeugmaschine mit zwei Rädern, die
gegen ein Werkstück pressen u. dieses
bearbeiten 2 ein mit einem gerändel¬
ten, geriffelten Rand versehenes
Werkstück
rän|dern: ränderst; rändertest; hast ge¬
rändert [selten] 1 einen Rand um etw.
machen »Das Bild wird rot gerändert,
damit der Farbkontrast besser zur
Wirkung kommt.« 2 einen Rand hin¬
terlassen »Durch den Schnupfen waren
die Augen des Patienten rot gerän¬
dert.«
Rand|er]schei|nung: die; - ; -en (bei ei¬
nem Ereignis, Vorgang) nebenbei
auftretende Erscheinung »Eine Rand¬
erscheinung der Stadtsanierung ist die
Schaffung von Arbeitsplätzen.«
Rand|ge|biet: das; -(e)s; -e räumlicher
od. inhaltlicher Bereich am Rande ei¬
nes bestimmten Gebietes
Rand|ge|bir|ge: das; -s; - Berge am
Rande des eigentlichen Gebirges
Rand|grup|pe: die; - ; -n <Soziob Perso¬
nengruppe, die sich durch ihre niedri¬
ge soziale Stellung od. ihre Ansichten
zur Gesellschaft in einer Außenseiter¬
rolle befindet »Die Obdachlosen stel¬
len eine Randgruppe dar.«
rand|los: Adj. n. stg. ohne Rand; ohne
Umrandung »Die neue Brille ist rand¬
los.«
Rand|meen das; -(e)s; -e <Geographie>
ein durch eine Landmasse abgeteiltes
Stück Meer, Syn.: Nebenmeer
Rand|no|tiz: die; - ; -en 1 Anmerkung 2
neben ein Schriftstück geschriebene
Bemerkung
Rand|sied|lung: die; -; -en am Ortsrand
gelegene Siedlung
Rand|stel|ler. der; -s; - Schreibmaschi¬
nentaste, mit der der Rand eines Pa¬
pierblattes festgelegt u. festgestellt
wird
Rand|strei|fen: der; -s; - 1 Straßenbe¬
reich neben der eigentlichen Fahr¬
bahn, der bei Pannen o. ä. benutzt
werden kann »Auf dem Randstreifen
stand ein defektes Auto.« 2 schmaler
Bereich an einer Fläche, der nicht zu
benutzen ist »Der Randstreifen des
Formulars darf nicht beschrieben wer¬
den.« ,
rand|voll: Adj. n. stg. bis zum obersten
Rand gefüllt; ganz voll
Randjzojne: die; - ; -n Bereich am Ran¬
de eines Gebietes
Rang: </r.> der; -(e)s; Ränge 1 a) gesell¬
schaftliche od. berufliche Stellung,
die jmd. innerhalb einer Hierarchie
einnimmt »Als Arzt nimmt er einen ge¬
sellschaftlich hohen Rang ein.« b) o.
PL Bedeutung einer Person od. Sache
verglichen mit Ähnlichem »Ein
Schriftsteller vom Range Botts sollte in
jede Sprache übersetzt werden.« 2
<Sport> Platz, den jmd. od. eine
Mannschaft nach einem Wettkampf
belegt 3 (Theaten Balkon im Theater
od. Kino, auf dem Zuschauer sitzen
können 4 Gewinnklasse in der Lotte¬
rie 5 ersten Ranges: besonders gut
od. wichtig 6 jmdm. den Rang
ablaufen: jmdm. überlegen sein
Rang|äl|te|ste —» Rang|äl]tes|te: <fr.;
dto der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Rangältester; eine Rang¬
älteste; zwei Rangälteste) jmd., der
innerhalb einer Gruppe seinen Rang
am längsten innehat
ran|ge|ben: gehst ran; ging(e)st ran;
bist rangegangen [ugs.] sich direkt nä¬
hern
Ran]ge|lei: die; - ; -en [ugs.] Gerangel;
Balgerei
ran|geln: rangelst; rangeltest; hast ge-
rangelt [ugs.] sich balgen
Rang|er]hö|hung: die; - ; -en das Vor¬
rücken auf einen höheren Rang
Rang|fol|ge: die; - ; -n Hierarchie ein¬
zelner Personen innerhalb einer
Gruppe '
ranglgleich: Adj. n. stg. gleichgestellt; in
gleicher Position
Rang|höch|ste —» Rang|höchs|te: fr.;
dt.> der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Ranghöchster; eine
Ranghöchste; zwei Ranghöchste)
jmd., der innerhalb einer Gruppe den
höchsten Rang, die höchste Stellung
einnimmt
Rangjhö|he|re: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Ranghöherer;
eine Ranghöhere; zwei Ranghöhere)
jmd., der innerhalb einer Gruppe eine
höhere Stellung einnimmt, als der an¬
dere
Ran|gierjbahn|hof: /rangsehir-/ der;
-(e)s; -bahnhöfe <Verkehr) Bahnhof,
auf dem Eisenbahnwaggons rangiert
werden, in eine bestimmte Ordnung
gebracht u. zu Zügen zusammenge¬
stellt werden
ran|giejren: </r> /rangsehjren/ rangierst;
rangiertest; hast rangiert 1 einen be¬
stimmten Rang innehaben »Die
Mannschaft rangiert auf Platz zwei.«
2 a) Eisenbahnwaggons verschieben
b) ein Fahrzeug auf einen bestimmten
Platz manövrieren
Ran|gierjgleis: das; -es; -e Gleis, auf
dem Eisenbahn Waggons rangiert wer¬
den
Ran|gjetjlok: die; ~; -s kurzfür Rangier¬
lokomotive
Ran|gieijlo]ko|ino|ti|ve: die; - ; -n Zug¬
maschine, mit der Eisenbahn Waggons
in verschiedene Positionen u. auf ver¬
schiedene Gleise verschoben werden
Ran|gierjmei|ster —*• Ran|gierjmeis|-
ter* der; -s; ~ weibl. Ran|gier]mei|ste|-
rin —» Ran(gjer[meis|te[rin: die; - ;
-nen jmd., der das Hin- u. Herbewe¬
gen eines Fahrzeugs auf einem Bahn¬
hof überwacht
Rang|li|$te —* Rang|lis|te: die; - ; -n 1
<Sport> Auflistung, in der Sportler
nach ihren Leistungen bzw. Siegen
geführt werden, insbesondere bei Ein¬
zelsportarten wie Tennis o. ä. 2 Aufli¬
stung der ranghohen Beamten od. Of¬
fiziere
Rang|ord|nung: die; - ; -en Hierarchie
einzelner Personen od. Tiere inner¬
halb einer Gruppe
Rang|strei|tig|keit die; - ; -en Streit um
einen Rang (1) innerhalb einer Grup¬
pe
ran|hal|ten: hältst dich ran; hielt(e)st
dich ran; hast dich rangehalten [ugs.]
schnell machen, sich (bei etw.) beeilen
rank: Adj. n. stg. [geh.] 1 schlank;
schmal; feingliedrig 2 rank u.
schlank: zierlich u. recht groß
Ran|ke: die; • ; -n langer Stengel einer
Grünpflanze, der als Kletter- u.
Klammerorgan dient
918
rasieren
Ränfke: die (PL) [veralt.J Intrigen; Schi¬
kanen »Er schmiedet üble Ränke.«
ran|ken: rankt; rankte; hatIist gerankt 1
ist an etw. hochwachsen »Der Efeu
rankte über die Balkonbrüstung.« 2
hat [geh.] erzählt werden »Um dieses
Schiff ranken viele Geschichten (- Es
gibt viele Geschichten über dieses
Schiff).«
ran|ken|ar[tig: Adj. n. stg. wie eine Ran¬
ke wachsend; emporstrebend u. sich
selbst festhaltend
Ran|ken|ge|wächs: das; -es; -e Kletter¬
pflanze mit Ranken
Ran|ken|or|na|ment: das; -(e)s; -e wie
Ranken ineinander verschlungene
Verzierungen
Rän|ke|schmied: der; -(e)s; -e heimtük-
kischer, Intrigen spinnender Mensch
»Die Intrige wurde vom dem Ränke¬
schmiedgeplant.«
Rän|ke|spiel: das; -(e)s; -e finstere Ma¬
chenschaften; heimtückisches Vorha¬
ben
rän|ke|süch|tig: Adj. n. stg. Intrigen
spinnend; voller Heimtücke
ran|klot|zon: klotzt ran; klotztest ran;
hast rangeklotzt [ugs.] sich abmühen;
schuften
ran|kom|men: kommst ran; kam(e)st
ran; bist rangekommen [ugs.] 1 sich
nähern; herannahen; zukommen auf
»Das Boot kam sehr nah an die Mauer
ran, berührte sie aber nicht.« 2 errei¬
chen; erwischen
ren|krie|gen: kriegst ran; kriegtest ran;
hast rangekriegt [ugs.] jmdn. zu etw.
zwingen; jmdn. überreden, etw. zu
tun »Der Vater kriegte den Sohn end¬
lich an die Arbeit ran.«
ran|ma|chen: machst dich ran; machtest
dich ran; hast dich rangemacht [ugs.] 1
mit etw. beginnen 2 sich jmdm. nä¬
hern um ihn zu werben
ran|schmei|Ben: schmeißt dich ran;
schmissest dich ran; hast dich range¬
schmissen —*alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— [ugs.] sich jmdm. sehr
direkt u. aufdringlich nähern
Ra|nun|kel: <lat.> die; - ; -n Pflanze der
Familie der Hahnenfußgewächse
RAnw./R.-Anw.: Abk. <Rechtsw.>
Rechtsanwalt; Rechtsanwältin
Ränz|chen: das; -s; - 1 kleine Schulta¬
sche 2 [ugs.; scherzh.] kleiner Bauch
Ran|zen: der; -s; ~ 1 Schultasche, die
auf dem Rücken an Riemen getragen
wird »Er setzte den Ranzen auf.« 2
[ugs.; abwert.] dicker Bauch 3 sich
den Ranzen vollschlagen: sich (mehr
als) satt essen 4 den Ranzen voll
kriegen: Prügel beziehen 5 jmdm.
den Ranzen voll hauen: jmdm. Prügel
geben
Ran|zer: der; -s; - [ugs.] Rüge; Maßre¬
gelung
ran|zig: dat.-fr.-niederh Adj. n. stg. ver¬
dorbenes, übelriechendes, fetthaltiges
Lebensmittel
Rap: <engl.> /nipp/ der; - u. -s; -s Stil¬
richtung in der Popmusik mit rhyth¬
musbetontem Sprechgesang
ra|pid/ra|pi]de: <lat.-fr.> Adj. rapider;
rapid(e)ste sehr schnell »Die Mieten
sind seit dem letzten Jahr rapid(e) ge¬
stiegen.«
Ra|pijdi|täfc dat.-fr.> die; ~ ; - Schnellig¬
keit; Geschwindigkeit; hohes Tempo
Ra|pier: <fr.> das; -s; -e <Sport> Form des
Degens zum Fechten
Rap|pe: der; -n; -n schwarzes Pferd
Rapjpel: der; -s; - [ugs.] aus einer plötzli¬
chen Laune heraus unverständliches,
ungewöhnliches Benehmen »Sie hat
einen Rappel bekommen u. ihre ganze
Wohnung geputzt.«
Rap|pel: die; - ; -n Spielzeug od. Musik¬
instrument, das beim Schütteln ein
rasselndes Geräusch erzeugt »Er
drückte dem Baby eine Rappel in die
Hand.« Syn.: Rassel
rap|pel|dürr: Adj. n. stg. [ugs.] sehr dünn
rap|peln: rappelst; rappeltest; hast ge-
rappelt [ugs.] 1 a) geräuschvoll hin- u.
herbewegen »Die Kinder rappeln mit
den Mülltonnen im Hof.« b) klopfen¬
de, rumpelnde, scheppernde Töne
machen »Das Radio ist wohl kaputt,
es rappelt so seltsam.« c) (Fahrzeug)
während der Fahrt rumpelnde, schep¬
pernde Töne von sich geben »Das Au¬
to rappelt über die Straße.« 2
[landsch.] urinieren 3 [österr.] ver¬
rückt sein; nicht bei Sinnen sein
Rapjpen: der; -s; - [Schweiz.] Münzein¬
heit (100 Rappen = 1 Franken)
Räppjli: das; -s; - [Schweiz.] mundartli¬
che Bezeichnung für Rappen ( =
schweizerische Münzeinheit)
rapp|lig/rap|pe]lig: Adj. rapp(e)liger;
rapp(e)ligsle [ugs.J a) einen Rappel
haben; verrückt sein; spinnen b)
klapprig; wacklig c) unruhig; aufge¬
regt » Vor der Prüfung war der Schüler
sehr rappelig u. ging auf dem Flur auf
u. ab.«
Raplport: dat.-fr.> der; -(e)s; -e 1 Kurz¬
bericht; Meldung im Dienst »Er er¬
stattete seinem Vorgesetzten
Rapport.« 2 (Psychologie) direkter
Kontakt zweier Personen 3 (Kunst;
Design) Muster od. Motiv, das sich
häufig wiederholt 4 [geh.; veralt.] Zu¬
sammenhang; Verhältnis
Rapp|schim|mel: der; -s; - Schimmel,
der als Rappe geboren wurde u. noch
nicht ganz weiß ist, wie z. B Lippiza-
ner
Raps: der; -es; -\u. (Sorten)_-e Kreuz¬
blütler mit gelben Blüten; Öl- u. Fut¬
terpflanze
Raps|öl: das;-(e)s; -e aus Raps erzeug¬
tes Öl, das als Speiseöl u. Brennstoff
verwendet wird
Ra|pun|ze/Ra|pun|zel: die; ~ ; -n (m.
PI.) Nutzpflanze aus der Familie der
Baldriangewächse, Syn.: Feldsalat
Ra|pun|zel: das; -s; - Figur aus Grimms
Märchen mit sehr langem Haar
rar: dat.-fr.> Adj. rarer; rar(e)ste 1 nur
selten od. in kleinen bis kleinsten
Mengen existierend »Weiße Raben
sind wirklich rar.« 2 sich rar machen:
[ugs.] den Kontakt zu jmdm. selten
werden lassen; sich zurückziehen
»Warum habt ihr euch in letzter Zeit
so rar gemacht?«
RArb.: Abk. Regelarbeitszeit
Ra|ri|tat: dat.> die; - ; -en etw., was es
nur ganz selten gibt; seltenes, kostba¬
res Stück
Ra|ri|tä|ten|samm|lung: die; ~ ; -en
Sammlung von seltenen Stücken
ra|sant: dat.-fr.> Adj. rasanter; rasante¬
ste 1 a) [ugs.] sehr schnell; mit rasen¬
der Geschwindigkeit »Du hast eine ra¬
sante Fahrweise.« b) [ugs.] schnittig;
stromlinienförmig »Dein neues Auto
sieht rasant aus.« c) ein schnelles
Fortschreiten einer Entwicklung od.
Handlung 2 (Ballistik; Geschoßbah¬
nen) flach; langgestreckt
Ra|sanz: die; -; -1a) [ugs.] rasende Ge¬
schwindigkeit »Mit Rasanz geht der
Wagen in die Kurve« b) [ugs.] schnelles
Aussehen; Schnittigkeit 2 (Ballistik)
flach verlaufende Geschoßflugbahn
rasch: Adj. rascher; rasch(e)ste a) ge-
-schwind »Er hat aber ein sehr rasches
Tempo für die Kurvenfahrten
angeschlagen.« b) schnell; flink
- »Komme bitte rasch mal her!«
rafscheln: raschelst; rascheltest; hast ge-
raschelt ein leises, knisterndes Ge¬
räusch machen »Das Laub raschelte
im Wind.«
ra|sche|stens —> ra|sches[tens: Adv.
schnellstens; so schnell wie möglich
Rasch|heit: die; ~ ; - Schnelligkeit;
Flinkheit
rasch|wüch|sig: Adj. n. stg. sehr schnell
wachsend
ra|sen: rast; rastest; bist gerast 1 [ugs.]
sehr schnell fahren »Der Wagen raste
über die Autobahn.« 2 [ugs.] außer sich
seih »Der Chef raste vor Wut.«
Rajsen: der; -s; ~ 1 Fläche, auf der kurz
geschnittenes Gras wächst »Die Kin¬
der spielen auf dem Rasen.« 2 unter
dem kühlen, grünen Rasen liegen,
ruhen; jmdn. deckt der kühle, grüne
Rasen: [geh., verhüll.] gestorben u.
begraben sein
Ra|sen|bank: die; ~ ; -bänke [veralt.]
Hang mit einem abschüssigen Rasen¬
stück zum Sitzen
ra|sen|be|wach|sen: Adj. n. stg. eine
Fläche, eine Unterlage o. ä. bezeich¬
nend, die mit Gras bedeckt ist
Ra|sen|blei|che: die; - ; -n [veralt.]
Stück Rasen, auf dem weiße Wäsche
zum Bleichen in die Sonne gelegt wur¬
de
ra|send: Adj. n. stg. 1 sehr schnell; mit
hohem Tempo, hoher Geschwindig¬
keit 2 [ugs.] a) stark; heftig; intensiv
»Ich habe rasende Kopfschmerzen.« b)
sehr; besonders; überaus
Ra|sen|flä|che: die; ~ ; -n mit Gras be¬
wachsene Fläche
Ra]sen|spren|ger: der; -s; - Gerät zum
Bewässern von Grünflächen
Ra|ser der; -s; - weibl. Ra|se|rin: die;
~ ; -nen [ugs.] jmd., der zu schnell mit
einem Verkehrsmittel wie Auto od.
Motorrad fährt
Ra|se|rel: die; -; -en 1 [ugs.] zu schnelles
Fahren »Die Raserei im Straßenver¬
kehr führt zu schlimmen Unfällen.« 2
Wut; Wahnsinn »Seine Raserei wegen
jeder Kleinigkeit ist doch nicht nor¬
mal!«
Ra|sier|ap|pa|rafc der; -(e)s; -e manuel¬
les od. elektrisches Gerät zum Ab¬
scheren von Körperbehaarung
Ra|s]er|creme —> auch Ra|s]eiilcre|me:
(lat.-fr.y die; - ; -s u. -n/Ra|sier|krem:
die; - ; -s u. [ugs.] der; -s; -e u. -s
Creme, die aufgeschäumt u. zur Na߬
rasur verwendet wird
ra|sie|ren (sich): dat.-fr.-niederl.i ra¬
sierst (dich); rasiertest (dich); hast
(dich) rasiert Körperhaare mit einem
Rasierapparat entfernen »Im Sommer
919
Rasierer
rasiert sie ihre Beine. ♦ Rasierst du dir
die Beine?* Er rasiert sich jeden Tag.«
Ra|sie|rer: dat.-fr.-niederh der; -s; -
[ugs.] elektrisches Gerät zur (Trok-
ken-)Rasur
Ra|sjerjmes|ser. (das; -s; ~ früher übli¬
ches, sehr scharfes, klappbares Mes¬
ser zur Rasur
Rä|son/Rai|son: </at.-/r.> /räsosg/ die;
- ; -1 Vernunft; Einsicht 2 Raison/
Räson annehmen: sich einsichtig zei¬
gen »Der Mann nahm endlich Räson
an, nachdem alle beschwichtigend auf
ihn eingeredet hatten.« 3 zur Raison/
Räson bringen jmdn. beruhigen, be¬
schwichtigen od. einsichtig machen;
disziplinieren »Kannst du deinen
Mann nicht zur Räson bringen, indem
du mit ihm über seinen zu hohen Alko¬
holkonsum sprichst.«
rä|so|n]e|ren: <lat.-fr.> räsonierst; räso¬
niertest; hast räsoniert 1 [ugs.]
schimpfen; nörgeln; kritisieren 2 sich
über etw. verbreiten
Ras|pel: der; -s; -n (m. PI.) kleines
"Stückchen, das von einem größeren
Teil abgeraspelt wurde »Den Kuchen
werde ich noch mit Raspeln aus Scho¬
kolade bestreuen.«
Ras|pel: die; - ; -n 1 Küchengerät, mit
dem etw. in kleine Stücke od. Stifte
geschnitten wird »Die Möhren werden
auf einer Raspel gerieben.« 2 grobe
Feile zur Bearbeitung von Holz u.
Metall »Die grobe Form der Holzfigur
wird mit einer Raspel herausgearbei¬
tet.«
ras|peln: raspelst; raspeltest; hast gera¬
spelt 1 mit einer Küchenraspel Le¬
bensmittel zerkleinern »Die Möhren
müssen für den Salat geraspelt
werden.« 2 mit einer Raspel abfeilen
u. schleifen
Ras|se: <it.-fr.> die; - ; -n 1 <Bio.> Popu¬
lation innerhalb einer Art mit ge¬
meinsamen erblichen Merkmalen 2 a)
(Anthropologie) Gruppe von Men¬
schen mit gemeinsamen erblichen
Merkmalen b) <Pol.; rechtsradikal)
Begriff zur Ausgrenzung bestimmter
ethnischer, religiöser u. sozialer
Gruppen
Ras|se|hund: der; -(e)s; -e Hund, der
nur von einer Rasse abstammt u. des¬
sen Stammbaum verzeichnet ist
Ras|sel: die; - ; -n Spielzeug od. Musik¬
instrument, das beim Schütteln ein
rasselndes Geräusch erzeugt, Syn.:
Rappel
Ras|se|lei: die; - - andauerndes Ras¬
seln
ras|seln: rasselst; rasseltest; hastjbist
gerasselt 1 hast a) ein lärmendes, ras¬
selndes Geräusch erzeugen »Das
Schloßgespenst rasselt mit einer
Kette.« b) mit einer Rassel od. Rappel
rasseln 2 bist sich mit lärmendem Ge¬
räusch fortbewegen
Ras|sen|dis|kri|mi|nie|rung: die; ~ ; -en
Benachteiligung u. Unterdrückung
einer Menschengruppe ihrer Rasse
wegen
Ras|sen|fra|ge: die; - ; - Konflikt, der
sich aus der politischen Gestaltung
des Zusammenlebens verschiedener
ethnischer Gruppen in einem Staat
ergibt
920
Ras|sen|ge|setz: das; -es; -e (m. PI.)
<hist.> im NS-Staat erlassene Gesetze,
um die Juden vom öffentlichen Leben
auszuschließen, zu diskriminieren
Ras|sen|po|li|tik: die; - ; - a) [verhüll.]
Politik, die sich mit Rassenfragen be¬
faßt b) Politik, die programmatisch
die Ausgrenzung, Diskriminierung
ethnischer Gruppen betreibt
Ras|sen|pro|blem —* Ras|sen|pro]b|-
lem: das; -(e)s; -e Problem, das sich
aus der politischen Gestaltung des
Zusammenlebens verschiedener eth¬
nischer Gruppen in einem Staat er¬
gibt
Ras|sen|schan|de: die; - ; - <hist.> im
NS-Staat verbotene sexuelle Bezie¬
hung zwischen Nicht-Juden u. Juden
ras|se|rein: Adj. n. stg. 1 <Zool.> reinras¬
sig (mit Stammbaum); nur von einer
Rasse abstammend 2 <Pol.; rechtsra¬
dikal) Begriff zur Ausgrenzung be¬
stimmter ethnischer, religiöser u. so¬
zialer Gruppen
ras|sig: Adj. a) [ugs.] attraktive Person
mit südländischem Aussehen b) edel;
kostbar; erlesen
ras|sisch: Adj. n. stg. 1 <Zool.> die Rasse
(1) betreffend 2 <Pol.; rechtsradikal)
Begriff zur Ausgrenzung bestimmter
ethnischer, religiöser u. sozialer
Gruppen
Ras|sis|mus: <it.-fr.-lat.> der; - ; - An¬
schauung, die Wertunterschiede be¬
stimmter Rassen od. Völker feststellt
u. damit Diskriminierung betreibt
ras|si|stisch —» ras|sis(tisch: Adj. n.
stg. den Rassismus betreffend »Un¬
terlassen Sie diese rassistischen Be¬
merkungen!«
Rast: die; * ; - a) vor allem auf Wande¬
rungen eine Verschnaufpause, Pause
b) ohne Rast u. Ruh: ohne Pause
Ra|ste —> Rasjte: die; - ; -n (Technik)
mechanische Sicherung, in die etw.
einrasten kann
Ra]ster —»• Ras|ter: <lat.> das; -s; - 1
(Druckw.) a) Glasplatte mit Gitter¬
netz zur Auflösung von Halbtonbil¬
dern in Punkte b) Punktdichte, in die
Bilder aufgelöst sind 2 (Bauw.) Li¬
niennetz für Entwürfe 3 Denksche¬
ma, nach dem Phänomene u. Vorgän¬
ge geordnet od. bewertet werden
»Das paßt nicht in unser Raster.«
Ra|steijmi|kro|skop —* Ras|ter]mi|k|-
ro|s|kop: das; -(e)s; -e (Technik) Mi¬
kroskop, bei dem der zu untersuchen¬
de Gegenstand durch einen feinen
Elektronenstrahl zeilenweise erfaßt
wird
Ra|ster|punkt —» Ras|ter]punkt: der;
-(e)s; -e Punkt auf einem gerasterten
Bild
Rast|haus: das; -es; -häuser Gasthaus
an einer Fernstraße od. Autobahn
Rast|hof: der; -(e)s; -höfe Gasthaus an
einer Fernstraße od. Autobahn
rast|los: Adj. rastloser; rastloseste a)
dauernd; pausenlos »Durch ihren
rastlosen Einsatz führte sie das Ge¬
schäft in die schwarzen Zahlen.« b) im¬
mer in Bewegung c) unruhig; umge¬
trieben »Nach Jahren rastlosen Da¬
seins hat er sich endlich zur Ruhe ge¬
setzt.«
Rast|lo|sig|keit: die; ~ ; - das Rastlos¬
sein; pausenlose(r) Einsatz(bereit-
schaft)
Rast|platz: der; -es; -platze a) Platz, um
eine Rast einzulegen b) Platz an einer
Fernstraße od. Autobahn zum Ra¬
sten
Ra|stral —» Ra|s|t|ral: <lat.> das; -s; -e
(Druckw.; Musik) Gerät, mit dem alle
fünf Notenlinien gleichzeitig gezogen
werden können
Ra|sur: <lat.> die; - ; -en 1 Entfernung
von Körperhaaren mit einem Rasier¬
messer od. -apparat »Vor der Opera¬
tion ist die Rasur der betroffenen
Hautstellen notwendig.« 2 a) Weg¬
schaben von Geschriebenem od. Ge¬
zeichnetem mit einem Radiermesser
b) Stelle, die mit einem Radiermesser
bearbeitet wurde
Rat der; -(e)s; Räte 1 o. PI. Vorschlag,
Anregung, Belehrung aus eigener Er¬
fahrung »Er hat meinen Rat, nach dem
dritten Bier das Auto stehenzulassen,
nicht befolgt.« 2 Bezeichnung von
Gremien u. Versammlungen u. deren
Mitgliedern; meist in Zusammenset¬
zungen wie Hofrat, Staatsrat, Stadt¬
rat, Betriebsrat usw. 3 jmdn. zu Rate
ziehen —* auch jmdn. zurate ziehen:
jmdn. um Rat fragen »Hier muß ein
Fachmann zu Rate gezogen werden.« 4
etw. zu Rate ziehen —» auch etw. zu¬
rate ziehen: in einem Buch nachlesen,
nachschlagen »Ich werde dazu ein
Wörterbuch zu Rate ziehen.« S mit
sich zu Rate gehen —» auch mit sich
zurate gehen: über ein Problem in
sich gehen »Um ein gerechtes Urteil zu
fällen, mußte der Richter erst mit sich
zu Rate gehen.« 6 mit Rat u. Tat hilf¬
reich, tatkräftig »Ich werde dir mit
Rat u. Tat beistehen.« 7 sich keinen
Rat wissen: nicht ein noch aus wissen
»Ich bin verzweifelt u. weiß mir keinen
Rat mehr.« 8 Rat halten: [geh.] sich
beraten »Bevor wir uns entscheiden,
müssen wir erst Rat halten.« 9 da, hier
ist guter Rat teuer nicht wissen, was
zu tun ist 10 Kommt Zeit, kommt
Rat: zu gegebener Zeit wird sich eine
Lösung finden
—> Rat sulchend: s. ratsuchend
—*■ Rat Su|chen|de: s. Ratsuchende
Rat: Abk. 1 Ratifikation; Ratifizierung
= Inkraftsetzung eines völkerrechtli¬
chen Vertrages durch das Staatsober¬
haupt 2 Ration = zugeteilte Menge 3
Rationalisierung = Straffung von
Produktionsverfahren 4 Rationie¬
rung = Festlegung von Rationen
rat: Abk. 1 ratifiziert = rechtskräftig 2
rational = vernünftig 3 rationalisiert
= (meistens bei Produktionsverfah¬
ren) gestrafft 4 rationell = zweckmä¬
ßig; wirtschaftlich 5 rationiert = in
kleine Mengen aufgeteilt
Ra|te: <lat.-it.> die; - ; -n 1 (Bankw.;
Wirt.) Teil eines (geschuldeten) Geld¬
betrages, der regelmäßig zu zahlen ist
»Du kannst deine Schulden in Raten
bezahlen.« 2 (Math.) statistisches Ver¬
hältnis zwischen zwei Mengen, das
meist in Prozenten angegeben wird,
Syn.: Ziffer 3 in Raten sprechen:
[ugs.; verhüll.] stotternd reden
Rä|to|de|mo|kra|tie —* Rä|te|de|mo|k|-
ra|tie: die; - ; -n (Pol.) Demokratie¬
Ratsuchende
form, in der die Staatsgewalt von di¬
rekt vom Volk gewählten Exekutiv¬
ausschüssen u. Volkskommissaren
ausgeübt wird
rä|te(de|mo|kra|tisch —> rä|te|de|mo|-
kfraftisch: Adj. n. stg. <Pol.> die Räte¬
demokratie betreffend
ra|ten: rätst; riet(e)st; kost geraten 1
sich von Vermutungen leiten lassen
»Ich kann nur raten, ob wir nach rechts
od. links abbiegen müssen.« 2 jmdm.
einen Ratschlag, eine Empfehlung ge¬
ben »Ich rate dir, dich an diesem Vor¬
haben nicht zu beteiligen.« 3 Wem
nicht zu raten ist, dem ist auch nicht
zu helfen: jmdm., der keinen Rat¬
schlag annimmt, kann man auch
nicht helfen
Rajtenlsparfverjtrag: der; -(e)s;
-vertrage <Bankw.; Wirt> Sparver¬
trag, bei dem in regelmäßigen Ab¬
ständen eine gleichbleibende Summe
auf ein Sparbuch kommt
ra|ten|wei[se: Adv. <Bankw.; Wirt.) in
Teilbeträgen, Raten
Ra|ten|zah|iung: die; - ; -en (Bankw.;
Wirt.) Zahlung eines Geldbetrages in
Raten
Ra|ten|zah|lungs|kre|dtt: der; ~(e)s; -e
<Bankw.; Wirt.) Kredit, der in Raten
abgezahlt wird
Räjter: der; -s; - <Altertum> Bewohner
der römischen Provinz Rätien
Räjte|re|gie|rung: die; - ; -en <Pol.> Re¬
gierungsform, in der die Staatsgewalt
von direkt vom Volk gewählten Exe¬
kutivausschüssen u. Volkskommissa¬
ren ausgeübt wird
Rä|te|re)pu|blik —> Ra|te|re]pu|b|)ik:
die; - ; -en <Pol.; hist.7 in Bayern u.
Ungarn 1919 vorübergehend existie¬
rende Staatsform, die einer Rätede¬
mokratie entsprach
Ra|te|team: das; -s; -s eine Mannschaft
von Ratenden in einem Ratespiel
Ratfgefber: der; -s; - 1 jmd., der einen
Rat gibt, erteilt 2 Buch, das Tips u.
Ratschläge zu einem bestimmten
Thema enthält
Rat|haus: das; -es; -häuser Gebäude, in
dem die kommunale Verwaltung un¬
tergebracht ist '
Rat|haus|par|tei: die; -; -en <Pol.> die im
Gemeinde- od. Stadtrat vertretene
Partei
Rat|haus|saai: der; -(e)s; -säle großer
"Saal im Rathaus
Ra|ti|fi|ka|ti|on: dal» /ratifikazion/ die;
- ; -en <Pol.) Inkraftsetzung eines völ¬
kerrechtlichen Vertrages durch das
Staatsoberhaupt
Ra|ti|fi|ka|ti|gns|uijkun|de: /ratifika-
zionß-/ die; - ; -n <Pol.> amtliche Ur¬
kunde über eine Ratifikation
ra|ti|fi|zje|ren: ratifizierst; ratifiziertest;
hast ratifiziert <Pol.> einen völker¬
rechtlichen Vertrag bestätigen
Ra|ti|ft[ziejrung: die; - ; -en <Pol.> In¬
kraftsetzung eines völkerrechtlichen
Vertrages durch das jeweils zuständi¬
ge Staatsorgan
ra|tijnjgjren: ratinierst; ratiniertest; hast
ratiniert <Textil> einem wollenen Stoff
mit einer Maschine eine Musterung
geben
Rajtio: dato /razio/ die; - ; - [geh.] Ver¬
stand; Vernunft
Ra|ti|pn: dat.-fro /razion/ die; - ; -en 1
zugeteilte Verpflegung 2 eiserne
Ration: Reserve für eine Notsituation
ra|tio(nal —> rafti|o(nal: dato /razional/
Adj. "[geh.] vernunftgemäß; durch
Vernunft »Sie ist ein eher rationaler
Mensch.« Ant.: gefühlsmäßig
Ra)tlo|na]li|sa|tor —> Ra|ti|o)na|li|sa|ton
dato /razionalisator/ der; -s; Rationa¬
lisatoren weibl. Ra|tio|na|li|sa[tg|rin
—* Ra|ti|o|na|li|sa|tg]rin: die; - ; -nen
<Wirt.> jmd., der wirtschaftliche Vor¬
gänge rationalisiert
ra|tio|na|li|sie|ren —> ra|ti|o|na|li|sie|-
ren: dat.-fro /razionalisiren/ rationali¬
sierst; rationalisiertest; hast rationali¬
siert 1 a) nach zweckmäßigen Grund¬
sätzen gestalten; vernünftig einteilen;
vernunftgemäß aufbauen b) <Wirt.>
Arbeitsvorgänge durch Optimierung
u. Automatisierung preiswerter, effi¬
zienter, ökonomischer u. ä. machen
»Die Technik liefert Mittel, Arbeitsab¬
läufe zu rationalisieren.« 2 Psycholo¬
gie) gefühlsmäßiges Verhalten im
nachhinein vom Verstand her recht¬
fertigen
Ra|tiojna|li|sie|rung —> Ra|ti|ojna|li|-
sje|rung: dat.-fro /razionalisirung/
die; - ; -en 1 (Wirt.) zweckmäßigere u.
ökonomischere Gestaltung aufgrund
wirtschaftlicher Aspekte; Optimie¬
rung wirtschaftlicher Vorgänge
»Durch die Rationalisierung im Be¬
trieb wurden viele Arbeiter entlassen.«
2 (Psychologie) Abwehrmechanis¬
mus, durch den eine gefühlsmäßige
Handlung im nachhinein vom Ver¬
stand her gerechtfertigt wird
Ra[tfo|na|lis|mus —> Rafti|o|najfis|mus:
dato /razionalißmuß/ der; - ; - (Philo¬
sophie) philosophische Richtung, die
als Mittel zur Erkenntnis streng be¬
grifflich-logisches Denken fordert u.
nur anerkennt, was beweisbar u. be¬
greifbarist
Ra|tio|na|list —» Ra|ti|o|na|list: dato
/razionalißt/ der; -en; -en weibl. Ra|-
tio|na|ijjstin —> Rafti|o|na|lis|tin: die;
- ; -nen 1 jmd., der in seinem Leben
der Vernunft Vorrang gibt 2<Philoso-
phie> Vertreter des Rationalismus
raftio|na|l]|stisch —> ra|ti|o|na|lis)tisch:
dato /razionalißtisch/ Adj. n. stg. 1
vom vemunftmäßigen Denken be¬
stimmt 2 (Philosophie) den Rationa¬
lismus betreffend
Ra|tio[na|li[tät —* Ra|tifo|na|li|tat: dato
/razionalität/ die; - ; -1 (Psychologie)
Verhalten, das von der Vernunft ge¬
leitet wird 2 (Math.) Eigenschaft von
Zahlen, als Bruch mit ganzzahligem
Zähler u. Nenner geschrieben werden
zu können
ra|tio|nell—> ra|ti|o|nell: dat.-fro /razio-
nell/ Adj. vernunftgemäß; zweckmä¬
ßig; praktisch; wirtschaftlich »Die
moderne Technik hilft, rationell zu ar¬
beiten.«
ra|tio|nie|ren —» ra|ti|o|nie|ren: dat.-fro
/razioniren/ rationierst; rationiertest;
hast rationiert ein Ganzes in kleine
Mengen teilen, um einen sparsameren
Verbrauch zu erreichen »Weil es zu
wenig geregnet hat, muß das Wasser
rationiert werden.«
r||tisch: Adj. n. stg. (Altertum; hist.) die
römische Provinz Rätien betreffend
rati.: Abk. 1 rationell = zweckmäßig;
wirtschaftlich 2 ratlos
rät)lich: Adj. [veralt.] ratsam
ratjtos: Adj. ratloser; ratloseste nicht
wissend, was zu tun ist
Rat|lo|sig|kei£ die; ~ ; -en (PI. s.) das
"Ratlossein, ohne Rat sein
Ra|to|ro|ma|ne: der; -n; -n weibl. Rä|to|-
ro|ma|nin: die; - ; -nen Angehörige(r)
einer romanischen Volksgruppe im
Alpenraum, der/die eine eigene Spra¬
che, das Rätoromanische, spricht
Rä|to|ro|ma[nisch(e): das; -; - die eigen¬
ständige Sprache einer romanischen
Volksgruppe im Alpenraum
rä|to|ro|ma|msch: Adj. n. stg. die eigen¬
ständige Sprache einer romanischen
Volksgruppe im Alpenraum betref¬
fend
ret|sam: Adj. zu empfehlen; empfeh¬
lenswert
Rat|sch(ag: der; -(ejs; -schlage Emp¬
fehlung, Rat zu einer bestimmten Sa¬
che ;
Rät|sel: das; -s; - 1 Denkaufgabe, die
zur Unterhaltung od. zum Zeitver¬
treib durch Nachdenken gelöst wird
»In der Zeitschrift schaue ich als erstes
nach der Seite mit den Rätseln.« 2 my¬
steriöse Angelegenheit; geheimnis¬
volle Person »Wie das Haus einstür¬
zen konnte, ist für mich ein Rätsel.« 3
in Rätseln reden, sprechen: sich für
eine andere Person nicht klar äußern
»Ich weiß nicht, was du willst. Du
sprichst in Rätseln.« 4 jmdm. Rätsel
aufgeben: für jmdn. nicht (gleich) zu
verstehen sein »Neuerdings gibt mir
dein Verhalten Rätsel auf.« 5 jmdm.
ein Rätsel sein, bleiben: für jmdn.
nicht zu verstehen sein »Wer ihn das
gesagt hat, wird mir immer ein Rätsel
bleiben.« 6 vor einem Rätsel stehen:
etw. nicht verstehen können »Die Po¬
lizei stand vor einem Rätsel: der Ge¬
fangene war spurlos verschwunden.«
rät|sel|haft: Adj. rätselhafter; rätselhaf¬
teste nicht zu erklären; unverständ¬
lich
Rät|sel|haf|tig|keifc die; - ; - Unver¬
ständlichkeit; Unmöglichkeit, etw. zu
erklären
rät|seln: rätselst; rätseltest; hast gerät¬
sen durch Nachdenken zu einer Lö¬
sung kommen wollen; nach einer Er¬
klärung suchen
Rät|sel|ra|ten: das; -s; -1 das Aufstellen
von Vermutungen 2 das Lösen von
Rätseln
rät|sel|voil: Adj. n. stg. nicht zu erklären;
unverständlich; voller Rätsel
Rats|heir: der;-fe)n; -en Ratsffrau: die;
~ ; -en (Pol.) Mitglied eines Stadtrates
Ratsjkel|ler: der; -s; - Restaurant im
Untergeschoß eines (ehemaligen)
Rathauses
Rats|schrei|ben der; -s; - [veralt.; noch
landsch.] Ratsbeamter, der für die
Schreibarbeit zuständig ist
rat|su|chend —» Rat sulchend: Adj. n.
stg. Beistand, Hilfe, Anregung su¬
chend
Ratsu|chen|de —* auch Rat $u|chen|-
de: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Artikel; ein Ratsuchender; eine
Ratsuchende; zwei Ratsuchende
—*auch ein Rat Suchender; eine Rat
Suchende; zwei Rat Suchende<—
921
Ratsverfassung
Person, die Beistand, Hilfe, Anregung
sucht
Rats|ver|fas|sung: die; - ; -en <Pob fest¬
gelegte Grundordnung eines Gemein¬
derates
Rats|vor|sit|zen|de: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Artikel: ein Rats¬
vorsitzender; eine Ratsvorsitzende;
zwei Ratsvorsitzende) <Pol.> jmd., der
in einem Gemeinderat den Vorsitz
hat
Ratjtan: <malai.-engh das; -s; - u. (Sor¬
ten) -e aus Palmen gewonnenes Rohr
zur Herstellung von Korbwaren
Ratjte: die; - ; -n 1 in zahlreichen Unter¬
arten vorkommendes Nagetier mit
unbehaartem, fast körperlangem
Schwanz, das zu den anpassungsfä¬
higsten Säugetieren gezählt wird, als
Vorratsschädling u. Krankheitsüber¬
träger (z. B. Pest) in Verruf geraten
ist. 2 [Schimpfwort; abwert.] hinter¬
hältiger, fieser Mensch »Diese miese
Ratte hat mich beim Chef verpfiffen.«
3 die Ratten verlassen das sinkende
Schiff: Kommentar, wenn sich jmd.
einer kritischen Situation entzieht
Rat|ten|fän|geK der; -s; - 1 [ugs.; ab¬
wert, j jmd., der das Volk zu etw. ver¬
leitet, aufwiegelt, aufhetzt, Syn.:
Volksverführer; Jfremdsprachl.] De¬
magoge 2 Rattenfänger von Hameln:
Sagengestalt, die 1284 mittels einer
Pfeife die Stadt Hameln von Ratten
befreit hatte u. aus Rache, weil er um
seinen Lohn betrogen worden war,
durch Pfeifen 130 Kinder angelockt
u. entführt hat
Rat|ten|kö|nig: der; -s; -e 1 mit den
Schwänzen u. Hinterbeinen ineinan¬
der verknäuelte junge Ratten im Nest
Rat|tenjschwanz: der; -es; -schwänze 1
der Schwanz einer Ratte 2 [ugs.] Ver¬
kettung unangenehmer Vorkomm¬
nisse 3 [scherzh.; iron.] dünnes Zöpf-
chen
ratftarn: rattert; ratterte; hat gerattert a)
knatternde, klappernde Geräusche
hervorbringen b) sich mit einem klap¬
pernden, knatternden Geräusch fort¬
bewegen
Ratz: der; -es; -e 1 [landsch.] Ratte 2 Il¬
tis
rat|ze|kahl: Adv. [ugs.] a) vollkommen
kahl »Er hat sich seine Haare ratze¬
kahl abrasiert.« b) völlig leer »Sie hat
ihren Teller ratzekahl leer gegessen.«
rat|zen: ratzt; ratztest; hast geratzt
[ugs.] ausgiebig u. tief schlafen »Er
hat bis mittags geratzt.«
—» rau: s. rauh
Raub: der: -(e)s; -e (PI. s.) 1 Vorgang,
bei dem fremdes Eigentum unter An¬
wendung od. Androhung von Gewalt
in Besitz genommen wird 2 Beute 3
ein Raub der Flammen werden:
durch einen Brand vernichtet werden;
im Feuer zerstört werden
Raublbau: der; -(e)s; - schonungslose
Nutzung von Land, um möglichst ho¬
he Erträge zu erzielen
Raubldruck: der; -(e)s; -e <Druckw.>
lucht genehmigter Nachdruck eines
Werkes
—> Raulbein: s. Rauhbein
—> rau|bei|nig: s. rauhbeinig
raulben: raubst; raubtest; hast geraubt 1
fremdes Eigentum gewaltsam in sei¬
nen Besitz bringen 2 [geh.] erreichen,
daß jmd. Schaden erleidet, etw. ver¬
liert, einbüßt »Der Lärm raubte ihm
den Schlaf.«
Räulber der; -s; - weibl. Räulbelrin:
die; - ; -nen 1 jmd., der etw. raubt od.
geraubt hat 2 unter die Räuber kom¬
men, fallen, geraten: 1. um sein Geld
gebracht werden 2. betrogen, ge¬
täuscht werden
Räulberiqelschichlte: die; - ; -n a) [ugs.]
abenteuerliche Geschichte, die es mit
der Wahrheit nicht genau nimmt b)
Geschichte, die von einem Räuber
handelt
Räulberlhauptlmann: der; -(e)s; -män¬
ner [veralt.] Anführer einer Räuber¬
bande
Räulberihöhlle: die; - ; -n a) [ugs.] Zim¬
mer, das nicht aufgeräumt ist b) [ver¬
alt.] Unterschlupf der Räuber im
Wald
räulborn: räuberst; räubertest; hast
geräubert a) etw. leerräumen b)
<übertr.> plündern
Räu|beijpi|sto|le —* Räu|ber|pis|tojle:
die; - ; -n [ugs.] abenteuerliche Ge¬
schichte, die es mit der Wahrheit
nicht genau nimmt, Syn.: Räuberge¬
schichte
Räulberlrolman: der; -(e)s; -e Ende des
18. Jhds. entstandene Art von Roma¬
nen, deren Held ein edler Räuber ist,
der die Reichen beraubt u. die Armen
beschützt
Räulberlzllvil: das; -s; - [ugs.; scherzh.]
schlampige Kleidung
Raublqien die; - ; - Drang, etw. gewalt¬
sam an sich zu reißen -
raublqielriq: Adj. n. stg. vom Drang be¬
sessen, etw. gewaltsam an sich zu rei¬
ßen
Raublkatlze: die; - ; -n Raubtier aus der
Katzenfamilie; Wildkatze »Der Löwe
ist eine Raubkatze.«
Raublkolpie: die; -; -n nicht genehmigte
Kopie eines Druckerzeugnisses
Raubtmord: der; -(e)s; -e Raub, bei
dem das Opfer zu Tode kommt
Raublm&rlden der; -s; - Verbrecher,
der bei einem Raub eine Person um¬
bringt od. umgebracht hat
—i- rau|bors|tig: s. rauhborstig
Raub|pres|sung: die; ~ ; -en <Medien;
Musiki nicht genehmigte Pressung ei¬
ner Schallplatte od. CD
Raublritlten der; -s; - <hist.; MA> Rit¬
ter, der von seiner Burg aus vorbei¬
fahrende Reisende u. Händler aus¬
raubte
Raubltier: das; -(e)s; -e fleischfressen¬
des Säugetier mit kräftigem Gebiß u.
Reißzähnen »Der Tiger ist ein Raub¬
tier.«
Raubltierlkälflg: der; -(e)s; -e Käfig in
einem Zoo od. Zirkus, in dem Raub¬
tiere gehalten werden
Raub|überjfall —» Raublülbertfall: der;
-(e)s; -Überfälle Überfall, bei dem
etw. geraubt wird
Raublvolael: der; -s; -vögel Greifvögel,
der sich von Beutetieren ernährt »Der
Adler ist ein Raubvogel.«
Rauch: der;-(e)s; -1 Gemisch von klei¬
nen Teilchen u. Rauchgasen, Syn.:
Qualm 2 in Rauch u. Hammen
aufgehen: durch einen Brand voll¬
kommen vernichtet werden »Als der
Blitz einschlug, ging das Anwesen in
Rauch u. Flammen auf.« 3 in Rauch
aufgehen, sich in Rauch auflösen:
hinfällig werden »Seine Hoffnungen
lösten sich in Rauch auf.« 4 Wo Rauch
ist, muB auch Feuer sein; wo Rauch
ist, ist auch Feuer: in Vermutungen,
Gerüchten o. ä. steckt meistens ein
Körnchen Wahrheit
rauch: Adj. n. stg. <Kürschnerei; Fell>
dicht
Rauchlbomlbe: die; - ; -n <Milit.>
Sprengkörper mit starker Rauchent-
ntwicklung
rau|chen: rauchst; rauchtest; hast
geraucht 1 Rauch aus einer brennen¬
den Zigarette o. ä. in die Atemwege
einziehen »Ich rauche jeden Tag eine
Schachtel Zigaretten.« 2 Rauch ent¬
wickeln »Der Ofen raucht.« Syn.: <1;
2> qualmen 3daß es nur so raucht:
mit aller Kraft »Ich werde mich in die
Arbeit stürzen, daß es nur so raucht.« 4
es raucht <Drohung; Warnung)
[ugs.] es gibt Tadel, Schläge »Laß das,
sonst raucht's gleich!« 5 rauchen wie
ein Schlot [ugs.] sehr viel (Zigaretten
o. ä.) rauchen
Rauchlentlwickllunq: die; - ; -en Stärke
des Rauches bei einem Brand; Auftre¬
ten von Rauch bei einem Brand
Raulcher: der; -s; - weibl. Raulchelrin:
die; - ; -nen Person, die raucht
Raulcheriablteil: das; -(e)s; -e Zugab¬
teil für Raucher
Raulcheribein: das; -(e)s; -e <Med.>
meist durch starkes Rauchen u. a.
entstandene Gefaßveränderungen
mit Durchblutungsstörungen in den
Beinen
Räu|che|re|: die; - ; -en 1 Betrieb, der
Fisch, Fleisch- od. Wurstwaren räu¬
chert »Die Räucherei stellt Würstchen
nach Hausmacher Art u. Schinken
her.« 2 [selten] der Vorgang des Halt-
barmachens durch Räuchern
RäulcheHfisch: der; -(e)s;-e geräucher¬
ter Fisch
RäulcherlaelfäB: das; -es; -e besonderes
Behältnis zum Verbrennen von Räu-
cherstoflen, Weihrauch u. Kräutern
Raulcherlhulsten —» Raulcherlhusl-
ten: der; -s; - <Med.> bei Rauchern
auftretender Husten, der durch einen
ständigen Reiz der Epithelzellen der
Bronchialschleimhaut ausgelöst wird
räulchelrio: Adj. n. stg. [selten] 1 nach
Rauch schmeckend »Der Karawanen¬
tee schmeckt stark räucherig.« 2 von
Rauch geschwärzt »Die Tapete ist
hier sehr räucherig, da dort immer eine
Kerze steht.«
Räulcherlkamlmer. die; - ;-n 1 speziel¬
ler, kleiner Raum, in dem Fische,
Fleisch- od. Wurstwaren durch
Rauch aromatisiert u. haltbar ge¬
macht werden 2 [scherzh.] Raum, des¬
sen Luft durch Zigarettenqualm ver¬
unreinigt wurde »Offne doch bitte mal
das Fenster, in dieser Räucherkammer
bekommt man keine Luft.«
räulchem: räucherst; räuchertest; hast
geräuchert 1 in einer Räucherkammer
Fische, Fleisch- od. Wurstwaren
durch Rauch haltbar machen u. aro¬
matisieren »Die Leberwurst wird noch
geräuchert, um sie haltbar zu
machen.« 2 Räuchermittel verbren-
922
Raumfahrer
nen u. dadurch die Luft mit Duftstof¬
fen versehen 3 Holz dunkel beizen
Räulcherlpfanlne: die; - ; -n besonderes
Behältnis zum Verbrennen von Räu¬
cherstoffen, Weihrauch u. Kräutern
Räulcherlschinlken: der; -s; - durch
Raucheinwirkung haltbar gemachter
Schinken vom Schwein od. Wild
Räulcheriwalre: die; - ; -n Fische,
Fleisch- od. Wurstwaren, die in einer
Räucherkammer geräuchert wurden
Rauchifang: der; -(e)s; -fange 1 Ab¬
zugshaube über einem offenen Ka¬
min, die den Rauch des Feuers in den
Schornstein ableitet 2 [Österr.]
Schornstein; Kamin
rauchlfarlbig: Adj. n. stg. in der Farbe
wie Rauch; von bläulichem Grau
Rauchfaß —* Rauchfass das; -fasses;
-fässer <Kirche> an Ketten hängendes,
schwenkbares Gelaß, in dem in ka¬
tholischen u. orthodoxen Kirchen
während der Messe Weihrauch ver¬
brannt wird
Rauchlfteisch: das; -(e)s; - geräucher¬
tes rohes Fleisch vom Rind
Rauchlqelschmack: der; -(e)s; - Ge¬
schmack nach Rauch; durch Rauch
aromatisierte Geschmacksrichtung
»Der Rauchgeschmack des Karawa¬
nentees schmeckt mir nicht.«
Rauch|glas: auchgfasifur; -es; - (meist)
grau getöntes Glas
rauchig rau: Adj. n. stg. von grauer Far¬
be wie Rauch
raulchlg: Adj. n. stg. 1 mit Rauch erfüllt
»In der Kneipe ist es so rauchig, daß
man kaum etw. sieht.« 2 nach Rauch
riechend od. schmeckend 3 wie durch
Rauch gefärbt, hellgraubraun 4 dun¬
kel, rauh klingende Stimme »Es paßt
zum Blues, wenn der Sänger eine rau¬
chige Stimme hat.«
rauchllos: Adj. n. stg. ohne Rauch;
rauchfrei
Rauch|mas|ke: die; - ; -n Atemschutz¬
gerät, welches das Einatmen von
Rauch u. giftigen Gasen durch ein
Filtersystem verhindert
Rauch|mel|der: der; -s; - <Technik> me¬
chanische od. elektrische Vorrich¬
tung, die bei Rauchentwicklung
Alarm auslöst
Rauchlschwalden: der; -s; - (m. PL)
Rauchwolke, die in der Luft hängt u.
sich nur wenig bewegt
Rauchlschwallbe: die; - ; -n schwarze
Schwalbe mit weißem Bauch, spitzen
Flügeln u. gegabeltem Schwanz
Rauchlveribot: das; -fejs; -e in be¬
stimmten Räumen u. Örtlichkeiten
od. bei gefährdeten Gesundheitszu¬
ständen verhängtes Verbot, Tabak zu
rauchen
Rauch|verl9if)tung: die; - ; -en <Med.>
Vergiftung durch Einatmen von lun¬
genschädigenden Kohlendioxydver¬
bindungen, die die Lungenbläschen
zerstören u. dadurch zum Tod führen
kann
Rauchjwalra: die; - ;-n 1 <Kürschnerei>
Felle der Pelztiere; Pelzwaren 2 n. PL
Tabakprodukte
Rauchtwotlke: die; - ; -n Wolke aus
Rauch
Rauchlzeilchen: das; -s; - Rauchwolke,
, mit der über eine Entfernung hinweg
etw. signalisiert wird
Rauchlzimlmer/Raujcherlzimmer: das;
-s; - 1 <hist.> (in herrschaftlichen
Häusern) spezieller Salon, in den man
sich zum Rauchen zurückzog 2 sepa¬
rates Zimmer zum Rauchen, z. B. in
Krankenhäusern
Räulde: die; - ; -n Tierkrankheit bei
Haus- u. Wildsäugern, die durch
Krätzmilben auf der Haut hervorge¬
rufen wird »Die Symptome der Räude
sind Bläschenbildung u. Haarausfall.«
räuldiq: Adj. n. stg. an Räude leidend
»Räudige Tiere müssen von anderen
getrennt werden.«
—* raufen: s. rauhen
—> Raulfalserttalpelte: s. Rauhfaserta¬
pete
Raute: die; - ; -n Futtergestell mit Stä¬
ben, in das Heu gepackt wird
rauten: raufst; rauftest; hast gerauft 1
[ugs.) sich schlagen; sich prügeln 2
[landsch.] (Unkraut u. ä.) ausreißen
Rauten der; -s; - [ugs.] jmd., der (sich)
gerne mit anderen rauft, Syn.: Rauf¬
bold
Rautejrei: die; - ; -en das Raufen;
Schlägerei; Prügelei
Rauflust: die; -; - Lust, sich zu raufen;
durch körperbetontes Kämpfen ein
Vergnügen bekommen
rauf|lu|stig —* rauf|lus|tig: Adj. n. stg.
am Raufen Freude habend
rauh —* rait Adj. rauher; rauh(e)ste
—rauer; rau(e)ste■*— 1 uneben;
kratzig; rissig »Immer im Winter habe
ich rauhe Hände.« 2 unhöflich;
schroff; unfreundlich »In diesem Be¬
trieb herrschen rauhe Umgangsfor¬
men.« 3 windig; stürmisch; Bisch »In
dieser Gegend herrscht ein rauhes
Klima.« 4 heiser; belegte, kratzige
Stimme 5 in rauhen Mengen —» in
rauen Mangen: [ugs.] in großen Men¬
gen; im Überfluß; sehr viel, reichhal¬
tig
—» raulhaalriff s. rauhhaarig
Rauli|bein —* Raulbein: das; -(e)s; -e 1
jmd., der sich nach außen hin roh o.
ä. gibt, in Wirklichkeit aber sensibel,
mitleidig, empfindsam ist 2 [ugs.j
rauh, hart spielender Sportler
rauh|bei|nig —> rau|bei|nitf Adj. n. stg.
1 wie ein Rauhbein (1)2 <Sport> (ugs.]
rauh, hart spielend
rauhlborlstig —*■ raulborsltitf Adj.
[ugs.] grob; rauhbeinig; wie ein Rauh¬
bein
raulhen —*. raulerv rauhst; rauhtest;
hast gerauht —traust; rautest; hast
geraut<— durch Bearbeitung einer
Oberfläche die Glätte nehmen; eine
Fläche aufrauhen u. für die folgende
Bearbeitung vorbereiten
Rauh|fa|ser|ta|pete —*■ Raufalserltal-
pe)te: die; ~; -n Tapete mit einer grob
strukturierten Oberfläche, die zum
Überstreichen angelegt ist
rauh|haa|rig —» rau|haa|ricf Adj. n. stg.
(bei Tieren) mit rauhem, kurzem Fell
Rauh|reif —> Raulreif: der; -(e)s; -
durch Anfrieren von kleinsten Was¬
sertröpfchen entstandene Eiskristalle;
gefrorener Nebel
Raulke: die; - ; -n Pflanze aus der Fami¬
lie der Kreuzblütler, die als Küchen¬
kraut verwendet wird
Raum: der; -(e)s; Räume 1 dreidimen¬
sionales Gebilde 2 von Wänden ein¬
gegrenztes Zimmer in einem Gebäude
3 o. PL Platz »In der neuen Wohnung
ist viel Raum für die Kinder.« 4 o. PI.
Gebiet; Bereich »Der Verkehr im
Raum Hamburgfließt nur langsam.« 5
kurz für Weltraum 6 im Raum
stehen: zur Diskussion anstehen
»Diese Vorwürfe stehen immer noch
im Raum.« 7 etw. in den Raum
stellen: etw. zur Diskussion stellen
»Ich werde den Vorschlag mal in den
Raum stellen.« 8 etw. im Raum ste¬
henlassen —» etw. im Raum stehen
lassen: etw. nicht klären »Wir lassen
diese Meinung jetzt mal so im Raum
stehen.« 9 einer Sache Raum geben:
[geh.] einer Sache die Möglichkeit zur
Entfaltung geben »Ich werde in Zu¬
kunft meinen Bedürfnissen mehr Raum
geben.«
—* Raum spa|rencfc s. raumsparend
raum: Adj. n. stg. <Schiffahrt> (in Bezug
auf Wind, Wellen) schräg von hinten
wehend, kommend »Mit raumem
Wind erreicht ein Segelboot seine
größte Geschwindigkeit.«
Raum|aku|stik —» Raum|a|kus|tilc die;
- ; - 1 in einem Räum vorhandene
Schallverhältnisse 2 <Physik> Lehre
von den Schallverhäitnissen in Räu¬
men
Raumlantaalbe: die; ~ ; -n 1 a) Bezeich¬
nung eines Raumes in einem größeren
Gebäude b) Hinweis auf die Räum¬
lichkeiten in einem Gebäude 2
<Sprachwiss.> Angabe des Ortes durch
ein Adverb
Raum|an|zug: der; -(e)s; -anzüge
<Raumfahrt> Bekleidung der Astro¬
nauten, die Wärme- u. Dnickunter-
schiede ausgleicht u. ein Überleben
im interstellaren Raum ermöglicht
Raumlauslstatlter der; -s; - 1 Betrieb,
der Artikel für die Ausstattung von
Räumen anbietet, z. B. Tapeten, Gar¬
dinen usw. 2 Lehrberuf, in dem der
Auszubildende erlernt, Räume mit
Tapeten, Gardinen usw. auszustatten
Raum|deckung (Raum|dekjkung —>
Raumldelckung): die; - ; -en <Sport>
Spielsystem bei dem ein Abwehrspie¬
ler jeweils für einen Spielfeldbereich
zuständig ist
raulmen: räumst; räumtest; hast ge¬
räumt 1 jmdn. od. etw. von einer be¬
stimmten Stelle wegbringen bzw. ent¬
fernen u. dadurch Platz schaffen 2 a)
auf Anweisung von Amtspersonen u.
Polizei hin (unfreiwillig) einen Platz
verlassen, aus einer Wohnung auszie¬
hen b) veranlassen, daß ein Platz, eine
Wohnung verlassen wird »Die Woh¬
nung wird auf Anweisung der Eigen¬
tümer geräumt.« 3 [landsch.] aufräu¬
men
Räu)mer: der; -s; - [selten] a) jmd., der
Räumungsarbeiten durchführt b)
Fahrzeug, das Hindernisse aus dem
Weg schafft
raum|er]spa|rend — Raum er|spa|-
renct Adj. n. stg. platzsparend ~
Raum|er|spar|nis: die; ~ ; -se Einspa¬
rung von Raum- bzw. Wohnfläche
Raumlfählne: die; - ; -n <Raumfahrt>
Raumfahrzeug mit eigenem Antrieb
Raumffah|rer. der; -s; - weibl. Raum|-
fah|re|rin: die; - ; -nen <Raumfahrt>
923
Raumfahrt
jmd., der den Weltraum bereist, Syn.:
Astronauten); Kosmonaut(in)
Raumfahrt: die; - ; -en t o. PL alle
Technologien u. Wissenschaften, die
zur Erforschung des Weltraums mit
Raumfahrzeugen eingesetzt werden 2
[selten] einzelner Flug in den Welt¬
raum
Raumtfahrtlbelhöride: die; - ; -n Ein¬
richtung, die Flüge in den Weltraum
plant, organisiert u. durchführt
Raum|fahrt|in|du|strie —> RaumHahrtl-
ln|du|s(trie: die; - ; -n Unternehmen,
die die zur Raumfahrt erforderliche
Technik bereitstellen
Raumlfahrtlprokiramm: —■» Rauml-
fahrt|pro|g|ramm: das; -(e)s; -e
<Raumfahrt> Projekt, unter dem die
Durchführung von Raumflügen un¬
ter wissenschaftlicher u. wirtschaftli¬
cher Leitung zusammengefaßt wird
Raymjfoijschung: die; - ; - <Raumfahrt>
1 wissenschaftliche Untersuchung u.
Erforschung aller Gebiete bzw. Tech¬
nologien, die die Raumfahrt betreffen
2 wissenschaftliche Untersuchung des
Weltraums
Raumlaelfühl: das; ~(e)s; - Empfinden
für die ästhetische räumliche Zuord¬
nung
RaumlgdstaHter: der; -s; - weibl.
Raumloelstalltelrin: die; - ;-nen Lehr¬
beruf für jmd., der das Aussehen von
Innenräumen durch Färb-, Form- u.
Oberflächengestaltung entwirft
raum|grei|fend: Adj.n. stg. viel Platz für
sich beanspruchend; sehr ausgreifend
Raumllnlhalt: der; -(e)s; -e a) <Math.>
durch einen geometrischen Körper
begrenzter Teil des Raumes b) von ei¬
nem flüssigen od. festen Körper ein¬
genommener Raum »Der Rauminhalt
des Eimers beträgt 20 Liter.« Syn.:
Volumen
Raum|ka|bi|ne: die; - ; -n <Raumfahrt>
Teil eines Raumfahrzeugs, in dem
sich die Astronauten aufhalten
Raumlkaplsel: die; - ; -n <Raumfahrt> 1
unbemanntes, kleines Raumfahrzeug
2 kleine Kabine, in der die Raumfah¬
rer zur Erde zurückkehren
R§um|kom|man|do: das; -s; ~ Einheit
von Leuten, die Räumungsarbeiten
durchführt
Raumkunst: die; - ; - Kunst am u. im
Raum
Raum|la|bor: das; -(e)s; -e (Raumfahrt»
Forschungsstation im Weltraum
Raumllehlre: die; - ; -n <Math.> Bereich,
der sich mit Kurven, Flächen u. Kör¬
pern in der Ebene u. im Raum befaßt,
Syn.: Geometrie
R|um|llch|keib die; - ; -en 1 m. PI. ein
od. mehrere Zimmer od. große
Räume in einem Gebäude; Gesamt¬
heit aller Zimmer in einem geschlosse¬
nen Bauwerk 2 o. PI. (Kunst» perspek¬
tivische, dreidimensionale Wirkung
eines Kunstwerks »Die Räumlichkeit
des Bildes erscheint sehr real.«
Raumlmanlgel: der; -s; - fehlender
Raum; keine ausreichende Entfal¬
tungsmöglichkeit, Syn.: Platzmangel
Raum|maB: das; -es; -e <Mäth.> Inhalt
eines dreidimensionalen Körpers,
Syn.: Kubik
Raumlmelter. der; -s; ~ l m3 (Kubikme¬
ter) gestapeltes Holz
Raum|ord|nung: die; ~ ; -en <Behörde>
planende, großräumige Gestaltung
eines Gebietes durch Ämter, die
durch Verordnungen festgelegt wird,
Syn.: Raumplanung
Raum|pend|ler: der; -s; ~ <Raumfahrt>
Raumfahrzeug, das zwischen der Er¬
de u. einer Raumstation pendelt
Raumlpflelnelrin: die; - ; -nen <Beruf>
Frau, die Räume reinigt, Syn.: Putz¬
frau
Raumlplalnung: die; ~ ; -en <Behörde>
planende, großräumige „Gestaltung
eines Gebietes durch Ämter, die
durch Verordnungen festgelegt wird,
Syn.: Raumordnung
Raumlschiff: das; ~(e)s; -e <Raumfahrt>
große bemannte Raumstation mit ei¬
genem, integriertem Antrieb
Raumlsonlde: die; - ; -n <Raumfahrt>
unbemanntes Flugobjekt zur Erfor¬
schung des Weltraums »Die Raum¬
sonde sendet die neusten wissenschaft¬
lichen Daten zur Erde.«
raum|spa|rend —> Raum spa|rend:
Adj. n. stg. mit Raum sparsam umge¬
hend, Syn.: platzsparend
Raumlstahilon: die; - ; -en <Raumfahrt>
Station im Weltraum, in der sich
Astronauten längere Zeit aufhalten
können
Raum|tem|pe|raftur: die; - ; -en Tempe¬
ratur in einem Raum, Syn.: Zimmer¬
temperatur
Raumlton; der; -(e)s; -töne räumliche
Wirkung von Klängen durch Stereo¬
wiedergabe, Syn.: Raumklang
Räulmung: die; - ; -en das erzwungene
Entfernen von jmdm. od. etw. von ei¬
nem Ort, Platz od. Raum »Die Räu¬
mung des Platzes durch die Polizei er¬
folgte in den frühen Morgenstunden.«
Räulmungslarlbeilten: die (PI.) Arbei¬
ten, bei denen etw. frei- od. wegge¬
räumt wird
R|u|mungs|be|fehl: der; -(e)s; -e
<Rechtsw.> amtliche Anordnung, ein
Gebäude od. eine Wohnung zu ver¬
lassen
Räulmungslklalqe: die; ~ ; -n <Rechtsw.>
Klage eines Vermieters gegen den
Mieter, bereits gekündigte Miet¬
räume zu verlassen
Räu[munos|vertkauf: der;
•verkaufe <Handel> Verkauf verbillig¬
ter Ware wegen Umbau od. Ge¬
schäftsaufgabe
Raum|wahr|neh|mung: die; - ; -en sinn¬
liche Wahrnehmung räumlicher Ent¬
fernungen, Größenverhältnisse,
Lichtverhältnisse u. ä. »Die Raum¬
wahrnehmung verändert sich durch die
Einnahme von Drogen.«
Raum-Zeit-Kon|ti|nu|um: das; -s; -
(Physik) mathematisches Gebilde aus
den drei räumlichen Dimensionen u.
der Zeit
raumlzeitllich: Adj. n. stg. (Physik» das
Raum-Zeit-Kontinuum betreffend
rauinen: raunst; rauntest; hast geraunt
[geh.] leise sprechen; Worte vor sich
hinmurmeln
Raulpe: die; - ; -n 1 Schmetterlingslarve
mit kleinen Beinen u. behaartem Kör¬
per »Die Raupen haben den Baum
ganz kahl gefressen.« 2 Karussell, bei
dem sich eine Kette von Wagen auf
Schienen in der Runde bewegt 3 Ket¬
tenfahrzeug zum Einebnen von Flä¬
chen 4 Raupen im Kopf, Schädel
haben: [ugs.] ungewöhnliche, nicht
realisierbare Ideen haben
rau|pen|arttig: Adj. n. stg. an eine Raupe
erinnernd, lang, schmal u. rundlich;
sich kriechend fort bewegend
Rau|pen|bag|gen der; -s; - Bagger, der
sich auf Kettengliedern bewegt
Raulpenfahrlzeufl. das; -(e)s; -e Ge¬
ländefahrzeug mit Kettenlaufwerk
Rau|pen|fra8: der; -es; - Schädigung
von Blättern u. Pflanzen durch Rau¬
pen
—» Rau|reif: s. Rauhreif
raus: Adv. [ugs.] 1 heraus »Das Schaf
schaut aus der Tür raus.« 2 hinaus
Rausch: der; -fe)s; Räusche (PI. s.) 1
Zustand mit verändertem Erleben u.
Fühlen nach dem Konsum von Alko¬
hol od. Rauschmitteln 2 Zustand
höchster positiver Gefühle bis hin zu
einem Loslösen von der Realität
rauschlarm: Adj. rauschärmer; rausch¬
ärmste (Technik» nur sehr wenig Rau¬
schen produzierend
Raulschelbart: der; -(e)s; -barte [ugs.;
scherzh.] 1 dichter, langer Vollbart
»Der Weihnachtsmann hat einen
Rauschebart.« 2 Mann, der einen
dichten, langen Vollbart hat
raulschen; rauschst; rauschtest; bistfhat
gerauscht 1 a) hat ein anhaltendes
brausendes od. raschelndes Geräusch
von sich geben »Der Bach rauscht vor
unserer Tür.« 2 hat durch Bewegung
ein Rauschen hervorbringen 3 bist
sich fortbewegen u. dabei Aufmerk¬
samkeit erregen »Sie rauschte aus dem
Zimmer.« 4 hat (Schwarzwild» brün¬
stig sein
Rauschlqelb; das; -(e)s; - gelbes bis
oranges Mineral in hydrothermalen
Gängen od. Tongesteinen; Auripig¬
ment
Rauschlqift: das; -(e)s; -e künstliche
od. natürliche Substanz, mit der eu¬
phorische od. rauschartige Zustände
erzeugt werden, die Wahrnehmungs¬
fähigkeit verändert wird u. zumeist
körperliche u. seelische Abhängigkei¬
ten durch längere Einnahmen entste¬
hen
Rausch|gift)be|kämp|fting: die; - ; -en
(PI. s.) rechtliche u. polizeiliche
Maßnahmen mit dem Ziel, die Ver¬
breitung u. den Handel von Rausch¬
gift zu unterbinden
Rauschlqiftlhanldel: der; -s; - das Ge¬
schäft mit Drogen
Rausch|gift|händ|len der; -s; • weibl.
Rau8ch|gift|händ|le|rin: die; ~ ; -nen
jmd., der Rauschgift verkauft
rauschlgiftlsüchltiq: Adj. n. stg. körper¬
lich u./od. seelisch von Rauschgift ab¬
hängend
Rauschlqitttsüchltilge: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Artikel: ein
Rauschgiftsüchtiger; eine Rauschgift¬
süchtige; zwei Rauschgiftsüchtige)
jmd., der körperlich u./od. seelisch
von Rauschgift abhängig ist
Rauschlgold: das; -(e)s; - hauchdünn
ausgewalztes, ausgetriebenes Mes¬
sing; wird in Blättchen verkauft u.
durch spezielle Klebemixturen auf
Untergründen aufgebracht
924
Reaktionszeit
Rausch|gold|en|gel: der; -s; - 1 kleine
Engelsfigur als Weihnachtsschmuck
aus Rauschgold 2 [scherzh.; spött.]
Frau mit langen, goldblonden Lok-
ken
rausch|haft: Adj. n. stg. wie im Rausch
Rausch|rofc das; -(e)s; - rotes bis oran¬
ges Mineral; wandelt sich im Licht zu
einem orangegelben Pulver um
Rauschfaillben das; -s; - hauchdünn
ausgewalztes, ausgetriebenes Silber¬
blech; wird in Blättchen verkauft u.
durch spezielle Klebemixturen auf
Untergründen aufgebracht
Rausch|un|teiidrückung: die; ~ ; -
<Technik> System zur Herabsetzung
von Rauschen od. Störgeräuschen, z.
B. bei Tonband- od. Kassettenauf¬
nahmen
Rauschizeit: die; - ; -en Brunftzeit des
Schwarzwildes »In der Rausehzeit
hört man die Hirsche im Wald rufen.«
Rauschfaulstand: der; -(e)s; -zustande
Zustand mit verändertem Erleben u.
Fühlen nach dem Konsum von Alko¬
hol od. anderen Rauschmitteln »In
dem Rauschzustand konnte er Realität
u. Fiktion nicht mehr unterscheiden.«
rausloelhen: gehst raus; ging(e)st raus;
bist rausgegangen [ugs.] 1 hinausge¬
hen 2 herausgehen
rauslgraullen: graulst raus; graultest
raus; hast rausgegrault [ugs.] jmd. so
lange ärgern, bis er geht
raus|kom|men: kommst raus; kam(e)st
raus; bist rausgekommen [ugs.] 1 hin¬
auskommen, einen Ort verlassen; von
Innen nach Außen gehen »Er kam aus
dem Haus raus.« 2 herauskommen, et¬
was in Erfahrung bringen
rauslkrieloen: kriegst raus; kriegtest
raus; hast rausgekriegt [ugs.] heraus¬
kriegen, herausbekommen
Räus|pe|rer. der; -s; - [ugs.] unauffälli¬
ges Räuspern
räustoem. sich: räusperst dich; räusper¬
test dich; hast dich geräuspert durch
Hüsteln die Kehle von Belag freima¬
chen »Er räusperte sich mehrmals, be¬
vor er seine Rede begann.«
Raus|schmai|Ber. der; -s; - [ugs.] 1
jmd., der unliebsame Gäste aus einem
Lokal entfernt 2 letztes Lied, letzter
Tanz vor dem Schließen eines Lokals
Rauslschmiß —* Rauslschmiss: der;
-es; -e [ugs.] das Hinauswerfen
raus|schmug|geln: schmuggelst raus;
schmuggeltest raus; hast rausge¬
schmuggelt [ugs.] etw., jmdn. heimlich
nach draußen bringen
rauslwertfen: wirfst raus; warf(e)st
raus; hast rausgeworfen [ugs.] 1 her¬
auswerfen 2 hinauswerfen
Raultenlblatte das; -(e)s; -blätter ölhal¬
tiges Blatt einer Rautenpflanze, zu
denen auch die Zitrusgewächse gehö¬
ren »Das Rautenblatt sondert ein gut
riechendes ätherisches öl ab.«
raultenlförimig: Adj. n. stg. wie eine geo¬
metrische Raute geformt; die Form
einer Raute besitzend, bei der vier
gleichlange Seiten durch zwei spitze
u. zwei stumpfe Winkel verbunden
werden, Syn.: rhombisch
rau|tiert: Adj. n. stg. (bei Papier) kariert;
durch horizontale u. vertikale Striche
in Kästchen unterteilt
Ra|vio|li —* Ra|vi|o|li: <ir.> /rawioli/ die
(PI.) u. [dt. ugs.] die; -s; -s mit
Fleisch, Käse, Gemüse od. Fisch ge¬
füllte Teigtaschen aus Mehl, Ei, Salz
u. Wasser
Ray|pn: </r.> /räjong/ der; -s; -s 1 [selten]
Abteilung im Kaufhaus 2 (österr.;
Schweiz.; sonst veralt.] Dienstbezirk;
Zuständigkeitsgebiet 3 <hist.> Vorfeld
von Festungen
Ray|on(chef: /räjong-/ der; -s; -s [selten]
Abteilungsleiter eines Kaufhauses
Razfaia: <arab.-fr.> die; - / Razzien u.
[selten] -s Polizeiaktion mit einer
plötzlichen Durchsuchung von Räu¬
men u. Personen
RB: Abk. 1 <Medien> Radio Bremen =
öffentlich-rechtliche Rundfunk- u.
Fernsehanstalt, Mitglied der ARD 2
Rechenschaftsbericht 3 <Rechtsw.> a)
Rechtsberatung b) Rechtsberater(in)
4 <Rechtsw.> Rechtsbeschwerde 5
<Pol.> Regierungsbezirk 6 Rentenbei¬
hilfe
Rb: Abk. <Chemie> Rubidium = chemi¬
sches Element; Leichtmetall
R.-Bel.: Abk. «Rechtsw.) Rechtsbeleh¬
rung
R.-Ber.: Abk. <Rechtsw.> a) Rechtsbera¬
tung b) Rechtsberater(in)
R.-Beschw.: Abk. <Rechtsw.> Rechtsbe¬
schwerde
R.-Bez.: Abk. <Pob Regierungsbezirk
rbz.: Abk. «Behörde; nur in Texten)
rückbezüglich
RD: Abk. <Pob Regierungsdirektor
Rd.: Abk. 1 <Bot.; Anat.) Radix = Wur¬
zel 2 Rand 3 «Schiffahrt) Reede = ge¬
schützter Ankerplatz vor dem Hafen
4 Runde
rd.: Abk. rund (= ungefähr)
R. d. A.: Abk. Rückseite der Akten
RDB: Abk. 1 Raum/Räume, Diele, Bad
2 Ring Deutscher Bauingenieure
Rdf.: Abk. 1 Radfahrerin) 2 Rundfunk
RE: Abk. 1 <Bankw.>
Rechnungseinheit(en) 2 <Rechtsw.>
Rechtsentscheidung(en) 3 <Pob Re¬
gierungsentwurf 4 Restexemplar(e) 5
Rückerstattung
Re: Abk. 1 Rhenium = chemisches Ele¬
ment; Schwermetall 2 Roheisen
Re: dato das; -s; -s beim Skatspiel die
Erwiderung eines Spielers auf ein
Kontra
Re: der; -s; - altägyptischer Sonnengott
re-/Re-: <lat.> Wortbildungselement a)
wieder b) zurück
Reajder. <engb /rider/ der; -s; - Buch
mit kopierten Auszügen zu einem be¬
stimmten Thema »Zu diesem Seminar
ist ein Reader vorbereitet worden.«
Rea|genz —> Re|a|genz: <lat.> das; -es;
-ien Ireagenziml «Chemie) chemischer
Stoff, der bei Vorhandensein eines
anderen Stoffes mit diesem reagiert u.
so als Prüfungsmittel u. Nachweisver¬
fahren eingesetzt wird
Rea|genzjglas —> Re|a|genz|glas: das;
-es; -gläser «Chemie) unten geschlos¬
senes aus Normalglas od. hitzebe¬
ständigem Glas bestehender Glaszy¬
linder, der für chemische Untersu¬
chungen benutzt wird »Die Flüssig¬
keiten werden in dem Reagenzglas
über der Gasflamme erhitzt.«
Realoenzlpalpier —»■ Re|a|genz|pa|-
pier: das; -(e)s; -e «Chemie) Papier
zur Prüfung von sauren u. alkalischen
Reaktionen, z. B. Lackmuspapier
Rea|gi|bi|li|tSt —> Re|a|gi|bijli|tät: die;
~; - [geh.] Reaktionsfähigkeit
rea|gie|ren —> re|a|gje|ren: <lat.> rea¬
gierst; reagiertest; hast reagiert 1 auf
einen Reiz eine Rückwirkung zeigen;
durch sprachliche od. nichtsprachli¬
che Handlungen verdeutlichen, daß
man die Zeichen seines Mitmenschen
wahrgenommen hat »Auf deine fre¬
chen Bemerkungen reagiere ich nicht
mehr.« 2 «Chemie) durch Elektronen¬
umgruppierungen neue Stoffverbin¬
dungen hervorbringen »Unter Einwir¬
kung von Sauerstoff reagieren viele
Metalle zu einer Oxydverbindung.«
reakL: Abk. 1 [abwert.] reaktionär =
rückschrittlich 2 reaktiviert “ Wieder
in Tätigkeit, Funktion gesetzt
Re|akjtl[on: <lat.-fr.> /reakzion/ die; - ;
-en 1 «Chemie) Umwandlung chemi¬
scher Stoffe in andere 2 «Physik) Um¬
wandlung von Atomkernen 3 «Phy¬
siologie) Muskelkontraktion nach ei¬
nem elektrischen Reiz 4 «Psychologie)
passive Verhaltensform, in der ein
Organismus auf Außenreize reagiert
5 «Psychologie) Abwehrverhalten, das
konträr zu einem Wunsch ist 6 «Pob
Verhinderung fortschrittlicher Verän¬
derungen mit dem Versuch, die Ent¬
wicklung umzukehren
Re|ak|tk)|när—» Re|ak|ti|o|när: <lat.-fr.>
/reakzionär/ der; -s; -e weibl. Re|ak|-
tio|näJrin —> Re|akfti|o|nijrin: die; - ;
-nen [abwert.] jmd., «ler neue Zustän¬
de verhindern u. sie wieder durch die
alten ersetzen will
ne|ak|tio|när —> re|ak|ti|o|när: dat.-fr.t
/reakzionär/ Adj. n. stg. [abwert.]
neue Zustände verhindernd od. wie¬
der durch die alten ersetzend, Ant.:
fortschrittlich
re|ak|ti|ons|fä|hig: /reakzionß-/ Adj. n.
stg. 1 in der Lage, auf einen Retz za
reagieren »Er ist nicht mehr
reaktionsfähig.« 2 «Chemie) Eigen¬
schaft eines Stoffs, chemische Reak¬
tionen einzugehen
Re|ak)ti|gns|fä|hig|keit: /reakzionß-/
die; ~ ; -1 Fähigkeit, auf einen Reiz
zu reagieren 2 «Chemie) Eigenschaft
eines Stoffs, chemische Reaktionen
einzugehen
Re|ak|ti|ons|ge|schwin|dig|keifc /reak¬
zionß-/ die; - ; -en 1 Schnelligkeit, mit
der jmd. od. etw. auf einen Reiz rea¬
giert 2 «Chemie) Schnelligkeit, mit der
ein chemischer Stoff reagiert
re|ak|ti|gns|schneN: /reakzionß-/ Adj. n.
stg. auf einen Reiz rasch reagierend
»Der Fahrer bremste reaktionsschnell,
als der Ball auf die Fahrbahn rollte.«
re|ak|ti|gns|tre|ge: /reakzionß-/ Adj. n.
stg. «Chemie) die Eigenschaft von che¬
mischen Stoffen betreffend, be¬
stimmte Reaktionen nicht einzugehen
Re|ak|ti|gns|veijtnö|gen: /reakzionß-/
das; -s; - 1 Fähigkeit, auf einen Reiz
zu reagieren 2 «Chemie) Eigenschaft
eines Stoffs, chemische Reaktionen
einzugehen
Re|ak|ti|gns|zeit: /reakzionß-/ die; ~ ;
-en «Physiologie) Zeit zwischen der
Einwirkung eines Reizes u. der darauf
erfolgten Reaktion
925
reaktivieren
re)ak|tifvie|ren: <lat.> /reaktiwiren/ reak¬
tivierst; reaktiviertest; hast reaktiviert
1 jmd., der bereits pensioniert ist, wie¬
der in seine alte Tätigkeit einsetzen
»Der alte Lehrer wurde reaktiviert,
weil sich in diesem Fachgebiet keiner
auskannte.« 2 altes Gerät, schon aus¬
gemusterte Maschinen wieder in
Funktion setzen »Der alte Dampfer
wurde für das Museum reaktiviert.« 3
<Chemie> einen chemischen Stoff so
behandeln, daß er wieder chemische
Reaktionen erzeugt 4 <Med.> Körper¬
funktionen, die aus medizinischen
Gründen eingestellt werden mußten,
wieder aktivieren »Der zuvor einge¬
gipste Arm muß nun langsam wieder
reaktiviert werden.«
Re|ak|ti|vie|rung: dato /reaktiwirung/
die; - ; -en die Aktivierung, erneute
Inbetriebnahme zuvor ruhig gestellter
Körperteile, Maschinen u. Funktio¬
nen »Die Reaktivierung der alten Ma¬
schinenanlagen hat viel Geld für die
Restaurierung gekostet.«
Re|ak|ti|vi|t§t: dato /reaktiwität/ die; - ;
- «Chemie) Eigenschaft von chemi¬
schen Stoffen, Reaktionen einzuge¬
hen
Re|ak|tor: dato der; -s; Reaktoren «Phy¬
sik> Anlage, in der steuerbare Ketten¬
reaktionen zwischen Atomkernen zur
Energiegewinnung stattfraden »Der
Reaktor ist von einem doppelten, halb¬
runden Betonmantel umgeben.«
Re|ak|tor|kern: der; -(e)s: -e «Physik;
Technik) Teil eines Kernkraftwerkes,
in dem die Kettenreaktionen der
Atomkerne stattfinden
Re|akjtor|tech|nik: die; - ; - «Physik)
Technik, die in Kernkraftwerken an¬
gewandt wird
Re|ak(tor|un|fall: der; -(e)s; -Unfälle
technische Betriebsstörung in einem
Kernkraftwerk
Re|al: dat.-spano das; -(e)s; -(e)s «hist.)
alte spanische u. portugiesische Kup¬
fer- u. Silbermünze
re|al: dato Adj. n. stg. 1 [geh.] wirklich;
nicht nur in Gedanken bestehend,
»Der Zaubertrick erschien sehr real,
als sich die Schwerter durch den Kör¬
per bohrten.« 2 [geh.] wirklichkeitsbe¬
zogen 3 «Wirt.) (in bezug auf Kauf¬
kraft u. Einkommen) tasächlich,
Ant.: <l> irreal; unwirklich
re|al.: Abk. 1 realisiert = a) verwirklicht
b) verstanden; begriffen; erkannt 2
realistisch = wirklichkeitsnah; sach¬
lich-nüchtern
Re[al|de|fi|ni(ti|on: dato die; - ; -en «Phi¬
losophie) Sachbestimmung, die den
Wirklichkeitsgehalt festlegt
Re|aljein|kom|men.' das; -s; - «Wirt.) an
der Kaufkraft gemessenes Einkom¬
men »Das Realeinkommen ist in den
letzten Jahren gesunken, obwohl die
Lohne gestiegen sind, weil das Geld an
Kaufkraft verloren hat.«
Re|at|en|zy|klo|pä|die —*• Re|al|en|zy|-
k[lo|pä|die: die; - ; -n Sachwörter-
buch, das die Begriffe einer bestimm¬
ten Wissenschaft erklärt
Re|al|gar: <arab.-span.-fro der; -s; -e ro¬
tes bis oranges Mineral; wandelt sich
im Licht zu einem orangegelben Pul¬
ver um; Arsen-Schwefel-Mineral,
Syn.: Rauschrot
Re|al|ge|mein|de: die; - ; -n «Forstwirt.;
Landwirt.) genossenschaftlich orga¬
nisierter Verbund
Re|al|gym|na|si|um: das; -s; -gymnasien
«hist.) neusprachliche u. naturwissen¬
schaftliche höhere Schule
Rea]li|en]buch —> Re|a|li[en|buch: das;
-fe)s; -bücher [veralt.] naturwissen¬
schaftliches Schulbuch
Rea|lifsa|ti[gn —* Re|a|li|sa|ti|on: dato
/realisazion/ die; - ; -en Umsetzung
von etw. Geplantem in die Wirklich¬
keit, Syn.; Verwirklichung, Realisie¬
rung
Rea|li|sa|tor —Re|a|li|$a]toK dato der;
-s; Realisatoren weibl. Rea|li|sa|to)rin
—> Re|a|li|sä|tp)rire die; - ; -nen «Me¬
dien) Produzenten) od. Regisseuren)
eines Films
rea|li|sier[bar —> re|a|li|sjer|ban dat.-
fro Adj. n. stg. durchführbar; in die
Realität umsetzbar
Rea|li|slerjbar|keit —» Re|a|li|s|eijbarj-
keit dat.-fro die; - ; - Umsetzbarkeit
in die Realität
rea|li|sie|ren —> re|a|li|sie(ren: dat.-fro
realisierst; realisiertest; hast realisiert
1 Gedachtes in die Wirklichkeit Um¬
setzen »Ich habe meinen Wunsch
realisiert.« 2 erkennen; erfassen »Ich
habe realisiert, daß das Risiko zu groß
ist.« 3 «Wirt.) zu Geld machen
Rea|lis|mus —» Re|a|lis(mus: dato der;
- ; -1 [ugs ] die Auseinandersetzung
mit u. das Erkennen von Tatsachen 2
«Philosophie) a) «naiver Realismus)
Denkrichtung, die eine unmittelbare
Erkennbarkeit der Wirklichkeit an¬
nimmt b) «kritischer Realismus)
Denkrichtung, die davon ausgeht,
daß sich dem Betrachter die Wirklich¬
keit erst über Nachdenken erschließt,
da die Sinne beeinflußbar sind 3 im
19. Jhd. literarische Richtung, die das
alltägliche Leben auf möglichst ob¬
jektive Weise schildert 4 «Kunst)
Kunstrichtung, die um eine gegen¬
ständliche Darstellung der äußeren
Wirklichkeit bemüht ist
Reajlist —> Re]a|ljst dato der; -en; -en
weibl. Rea|H|stin —» Re|a|lis|tin: die;
- ; -nen 1 jmd., der die Dinge so
nimmt, wie sie sind 2 «Philosophie)
Anhänger(in) des Realismus
Rea|lj|stik —* Reja|lis|tik: dato die; - ; -
der Wirklichkeit entsprechende Dar¬
stellung
rea|li|stisch —> re|a|lis|tisch: dato Adj.
n. stg. 1 sich an der Wirklichkeit
orientierend; sehr deutlich; gut nach¬
vollziehbar »Er schätzt seine Möglich¬
keiten realistisch ein.« Ant.; wirklich¬
keitsfremd 2 emotionslos, ohne Pa¬
thos; sachlich u. nüchtern »Er schil¬
derte sehr ruhig u. realistisch seine
Sichtweise des Unfalls.«
Rea|li|tät —*■ Re|a|li|tät dat.-fro die; - ;
-en 1 Wirklichkeit; Wahrheit; Ding¬
lichkeit »Er sagt zwar, daß es ihm gut
gehe, die Realität sieht aber ganz an¬
ders aus.« 2 «Philosophie) Gesamtheit
der Wirklichkeit; objektive, nur
durch Nachdenken erkennbare Er¬
scheinungsweise »Platon sah die Rea¬
lität der Dinge in ihrer Idee.« 3
[österr.] Immobilien
Rea|li)tä|ten|händller —> Re|a|li|t?j|ten|-
bändllen der; -s; - «Wirt.) [österr.]
Makler, der Immobilien vermittelt;
Händler, der den An- u. Verkauf von
Grundstücken, Häusern, Wohnun¬
gen u. ä. organisiert
rea|li)täts|be(zo|gen —> re|a|fi[täts|be|-
zojgen: Adj. n. stg. sich an der Wirk¬
lichkeit orientierend
rea|ti|täts|fern —> re|a|li|täts|fern; Adj.
n. stg. nicht der Realität entsprechend
Rea|lift|ts|sinn —> Re|a|li|t§ts|sinn:
der; -(e)s; - Empfinden für die Wirk¬
lichkeit
rea|H|ter —» re|ajli|ter. dato Adv. [geh.]
in Wirklichkeit; der Wirklichkeit, den
Tatsachen entsprechend
Re|al|ka|pi|tal: dat.; lat.-ito das; -(e)s; -
«Wirt.) die nicht beweglichen Güter
eines Unternehmens, Syn.: Sachkapi-
tal
Re|al|ka|ta|log: dat.; gr.-lato der; -(e)s;
-e (in Bibliotheken) nach Fachgebie¬
ten u. Themen geordnetes Bücherver¬
zeichnis
Re|aljlohn: dat.; dto der; ~(e)s; -löhne
«Wirt.) Arbeitsentgelt, gemessen an
der Kaufkraft »Die Reallöhne sind in
den letzten Jahren gesunken, weil das
Geld an Kaufkraft verloren hat.«
Re[al|pojli|tik: dat.;gr.-fro die; ~;- Poli¬
tik, die auf (anscheinend) nicht er¬
reichbare Wunschziele u. Utopien
verzichtet
Re|al|prä[senz: dato die; -; - «christliche
Reiigiom Annahme der tatsächlichen
Gegenwart von Jesus Christus in Brot
u. Wein während der Eucharistiefeier
Re|al|recht: das; -(e)s; -e «Rechtsw.)
Recht zur Nutzung von Nachbar¬
grundstücken, z. B. Wegerecht »Das
Realrecht erlaubt den Zugang zum
Grundstück.«
Re[al|schu|te: die; - ; -n Mittelschule,
die nach dem 10. Schuljahr mit der
mittleren Reife abschließt
Re|al|schü|ler: der; -s; - weibl. Re|al|-
schü|le|rin: die; ~ / -nen Schüler(in) ei¬
ner Mittelschule
Re|al|steu|en die; ~ ; -n Steuer, die auf
bestimmte Gegenstände od. Sachob-
jekte erhoben wird, ohne die persönli¬
chen Vermögensverhältnisse des
Steuerpflichtigen zu berücksichtigen
»Grund- u. Gewerbesteuern sind Real¬
steuern im Gegensatz zu den Personal¬
steuern.«
Re|al|wert: der; -(e)s; -e wirklicher
Wert einer Sache, eines Gutes »Der
Realwert des Autos läßt sich anhand
des Listenpreises u. seines technischen
u. optischen Zustandes ermitteln.«
Re|al[wör|ter|buch: das; -(e)s; -bücher
Sachwörterbuch, das die Begriffe ei¬
ner bestimmten Wissenschaft erklärt
re|ama|teu|ri|sie|ren —> re|a|ma|teu|ri|-
sie|rem dat.-fro /reamatörisiren/
«Sport) einem Profisportler unter be¬
stimmten Voraussetzungen wieder
den Amateurstatus zuerkennen
Re|ani|ma|ti|gn —» Re|a|ni|ma[ti|gn:
dato /reanimazion/ die; - ; -en <Med.>
Wiederbelebung nach einem Atem¬
stillstand od. Herz-Kreislauf-Still-
stand mit Bewußtlosigkeit
re|ani|mie|ren —»• re|a|ni|mie)ren: dato
reanimierst; reanimiertest; hast reani¬
miert «Med.) wiederbeleben
Re|ani|mie|rung —» Re[a|ni(mie|rung;
dato die; - ; -en <Med.> Wiederbele-
926
Rechnung
bung nach einem Atemstillstand od.
Herz-Kreislauf-Stillstand mit Be¬
wußtlosigkeit
Re|as|se|ku|ranz: <Iat.> die; - ; -en
<Rechtsw.> Versicherungsschutz für
Schäden, die vor Vertragsabschluß
entstanden sind, aber noch nicht be¬
kannt waren, Syn.: Rückversicherung
re|as|su|mje|ren: <lat.> reassumierst;
reassumiertest; hast reassumiert
<Rechtsw.> (veralt-1 ein Gerichtsver¬
fahren wiederaufnehmen
Rejau|mun </r> /reomür/ nach dem
französischen Physiker Röaumur be¬
nannte Gradeinheit auf der Tempera¬
turskala
Rejau|mur]ska|la: (fr.; lat.-it.> /reomür-/
die; - ; -Skalen <Physik> Temperatur¬
skala, bei der 0° R der Gefrierpunkt
u. 80° R der Siedepunkt des Wassers
ist
Re|be: die; • ; -n Pflanzengattung aus
der Familie der Weingewächse mit
sommergrünen, rankenden Sträu¬
chen», Syn.: Weinrebe
Re[bell: dat.-fr.> der; -en; -en weibl. Re|-
beljlin: die; - ; -nen 1 Person, die bei
einem Aufstand mitmacht 2 Person,
die sich den Nonnen widersetzt
re|bel|lje]ren: <lat.-fr.> rebellierst; rebel¬
liertest; hast rebelliert 1 sich gegen
etw., jmdn. auflehnen 2 der Magen
rebelliert: jmdm. ist schlecht, übel;
jmd. hat das Gefühl, sich erbrechen,
übergeben zu müssen
Re|bel|li|on: <lat.-fr.> die; - ; -en Auf¬
stand; Aufruhr
re|bel|llsch: dai.-fr.> Adj. 1 Widerstand
leistend; aufsässig »Der König ließ die
rebellischen Untertanen einsperren.« 2
jmdn. rebellisch machen: [ugs.]
jmdn. aus der Ruhe bringen, nervös
machen
Rejben|saft: der;-(e)s; - [geh.] Wein
Reb|huhn: das; -(e)s; -hühner braunes,
scheckiges Feldhuhn, das im freien
Gelände lebt
Reb|land: das; -(e)s; - Land mit Wein¬
anbau
Reb|laus: die; - ; -lause aus Amerika
nach Europa eingeschleppte Unterart
der Blattläuse, die Weinstöcke befallt,
die danach absterben
Reb|sor|te: die; -; -n Weinrebenart
Reb|stoclc der; (e)s; -stocke Pflanzen¬
art aus der Gattung der Weinreben
(aus den eßbaren Früchten (= Wein¬
beeren) wird Wein hergestellt)
Rejbus: <lat.- fr.> der u. das; ~ ; -se Rät¬
sel, dessen Lösung sich aus der Be¬
deutung von Bildern od. Zeichen er¬
gibt, Syn.: Bilderrätsel
REC: <engl.> Abk. record = <Aufnahme¬
taste bei Kassettenrekordern u. Ton¬
bandgeräten» Aufnahme
Re)cei|ver. dat.-fr.-engh /rißiwer/ der;
-s; - Kombination von Radio u. Ver¬
stärker
Rech.: Abk. Recherche = Untersu¬
chung; Ermittlung
rech.: Abk. recherchiert = Nachfor¬
schungen angestellt habend
reichen: rechst; rechtest; hast gerecht
[landsch.] harken; zusammenkratzen
Re|chen|an|la|ge: die; - ; -n elektro¬
nische Datenverarbeitungsanlage;
Computersystem aus mehreren Rech¬
nern, die miteinander vernetzt sind
Re|chen|arfc die; - ; -en Vorgehenswei¬
se, nach der mathematische Berech¬
nungen durchgeführt werden
Re|chen|auf|ga|be: die; - ; -n Aufgabe,
die rechnend bearbeitet wird
Re|chen|buch: das; -fe)s; -bischer [ver-
alt.] Schul- bzw. Lehrbuch für das
Fach Mathematik
Re|chen|ex|em|pel —» Re|chen|e[x|-
em|pel: das; -s; - Rechenaufgabe
Re]chen|ge|rät: das; -(e)s; -e a) Hilfs¬
mittel, um Rechenoperationen durch¬
zuführen b) Rechenmaschine, mit der
Rechenoperationen mittels elektri¬
scher Schaltungen durchgeführt wer¬
den
Re|chen|ge|schwin|dig|keit: die; - ; -en
die Schnelligkeit, mit der ein elektro¬
nisches Datenverarbeitungsgerät
bzw. Computer mathematische Ope¬
rationen durchführt
Re|chen|pa|pien das;-(e)s; -e kariertes
Papier
Re|chen|schaft: die; -; -1 Darlegung u.
Rechtfertigung von Handlungen u.
Tatsachen, für die man verantwort¬
lich ist 2 aj Rechenschaft (über etw.)
verlangen, fordern: fordern, daß
jmd. sein Tun, Verhalten o. ä. begrün¬
det »Er forderte Rechenschaft von
ihm, wo der verschwundene Geldbetrag
geblieben ist.« b] Rechenschaft ge¬
ben, ablegen: (sich selbst od. jmdm.
gegenüber) sein Tun, Verhalten o. ä.
begründen »Nur meinen Vorgesetzten
werde ich Rechenschaft über mein Tun
ablegen.« 3 a) Rechenschaft schul¬
den, schuldig sein: einer Person sa¬
gen müssen, warum u. was man tut
»Ich weiß, daß ich Ihnen über alle Ge¬
schäfte Rechenschaft schuldig bin.« b)
zur Rechenschaft ziehen: jmdn. (für
einen Fehler, ein Fehlverhalten o. ä.)
zur Verantwortung ziehen »Für die¬
sen Fehler werde ich Sie zur Rechen¬
schaftziehen.«
Re|chen|schafts|be|richt: der; -(e)s; -e
verbindlicher, offizieller Bericht, in
dem der für Handlungen u. Tatsa¬
chen Verantwortliche Rechenschaft
ablegt, d. h. seine Handlungen u. Ta¬
ten begründet
Rejchen|schafts|le|gung: die; - ; - das
Niederschreiben u./od. Vortragen ei¬
ner Rechenschaft, einer begründen¬
den Erklärung für etw.
Re|chen|schafts|pflicht: die; ~ - Ver¬
pflichtung, für Handlungen betroffe¬
nen Personen gegenüber eine begrün¬
dende Erklärung abzulegen
re|chen|schafts|pflich|tig: Adj. n. stg.
verpflichtet, Rechenschaft abzulegen
Re]chen|schiejben der; -s; - mechani¬
sches Rechengerät mit festen u. ver¬
schiebbaren logarithmischen Skalen,
Syn.: Rechenstab
Re)chen|stab: der; -(e)s; -stöbe mecha¬
nisches Rechengerät mit festen u. ver¬
schiebbaren logarithmischen Skalen,
Syn.: Rechenschieber
Rg|chen|stun|de: die; - ; -n Schulstunde
im Fach Mathematik
Re|chen[ta|fei: die; ~ ; -n 1 Tabelle, die
bestimmte Zahlenwerte u. mathema¬
tische Funktionen, z. B. Logarithmen
darstellt 2 manuelles Hilfsmittel zum
Rechnen, Syn.: Rechenbrett
Re]chen|unter|richt: der; -(ejs; -e [ver-
alt.} Schulunterricht in Mathematik
Re|chen|zei|chen: das; -s; - grafisches
Zeichen, das bestimmte Rechenarten
symbolisiert u. darstellt
Re|chen|zen|tmm —* Rejchen|zen|t|-
rum: das; -s; -Zentren Stelle eines Be¬
triebes o. ä., in der sich die zentrale
Rechenanlage befindet
Re|cher|che: <lat.-fr.> /reschersche/ die;
- ; -n (m. PI.) Nachforschung; Er¬
mittlung; genaue u. sorgfältige Unter¬
suchung, insbesondere von Polizei,
Privatermittlern, Journalisten u. An¬
wälten
re|cher|chie|ren: dat.-fr.i /rescherschi-
ren/ recherchierst; recherchiertest;
hast recherchiert genau untersuchen;
Tatsachen ermitteln, sorgfältige Er¬
mittlungen anstellen
Rechn(g}.: Abk. Rechnung(en)
rech|nen: rechnest; rechnetest; hast ge¬
rechnet 1 <Math.> Zahlen nach be¬
stimmten Regeln zu Ergebnissen ver¬
binden 2 sparsam mit Geld umgehen
»Seit wir das Haus gekauft haben,
müssen wir rechnen (= sparsam
leben).« 3 erwarten, daß etw. eintritt
»Ich rechne mit seinem Anruf.« A
Rechnen hilft haushalten: man soll
sich sein Geld gut einteilen, dann
kommt man besser damit aus
Rech|ne|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.] 1
o. PI. ständiges Rechnen »Diese dau¬
ernde Rechnerei geht mir auf die
Nerven.« 2 größere Berechnung
rech|nerjge|steu|ert: Adj. n. stg. <EDV>
"von einem elektronischen Rechner
gesteuert, befehligt
rech|ner|ge|stützt: Adj. n. stg. <EDV>
von einem elektronischen Rechner
gesteuert, befehligt
rech|ne|risch: Adj. n. stg. a) durch
Rechnen stattfindend »Der rechneri¬
sche Vorgang ist abgeschlossen.« b)
durch Rechnen erhalten »Rein rech¬
nerisch ist der Wert gleich Null.« c)
das Rechnen betreffend »Die Aufgabe
ist rechnerisch richtig gelöst.«
Rechnung: die; - ; -en 1 Verbindung
"von Zahlen nach bestimmten Regeln
2 schriftliche Auflistung über einen
zu zahlenden Betrag »Herr Ober, bitte
bringen Sie uns die Rechnung!« 3 die
Rechnung geht (nicht) auf: nicht den
Erfolg erzielen, den man sich erhofft
hatte »Er legte sich einen Plan zurecht,
aber die Rechnung ging nicht auf.« 4
etw. in Rechnung ziehen: etw. mit be¬
achten »Haben Sie edle Eventualitäten
in Rechnung gezogen?« S auf seine
Rechnung kommen: [ugs.] in den An¬
sprüchen ausreichend od. vollkom¬
men befriedigt werden »Er wird bei
dem Verkauf des Hauses schon auf
seine Rechnung kommen.« 6 auf eige¬
ne Rechnung: für eventuelle negative
Folgen selbst die Verantwortung tra¬
gen müssen »Das Geschäft mache ich
auf eigene Rechnung.« 7 einer Sache
Rechnung tragen: etw. einkalkulie¬
ren »Wir müssen der Tatsache Rech¬
nung tragen, daß wir viele Wähler ver¬
loren haben.« 8 eine alte Rechnung
(mit jmdm.) begleichen: [ugs.] sich
(nach langer Zeit) an einer Person rä¬
chen »Ich habe nicht vergessen, was er
mir angetan hat; ich habe noch eine
927
Rechnungsamt
Rechnung mit ihm zu begleichen.« 9
die Rechnung ohne den Wirt
machen: [ugs.] mit etw. scheitern,
weil jmd. od. etw. nicht einkalkuiiert
wurde »Ihr glaubt wohl, ich merke das
nicht, aber da habt ihr die Rechnung
ohne den Wirt gemacht!« 10 (|mdm.)
etw. in Rechnung stellen: (jmdm.)
etw. berechnen; verlangen, daß jmd.
etw. bezahlt »Die zerbrochene Scheibe
stelle ich Ihnen in Rechnung.«
Rech|nungs|amb das; -(e)s; -ämter
staatliche Behörde, welche Finanz- u.
Rechnungsangelegenheiten anderer
Behörden überprüft
Rech|nungs|be|trag: der; -(e)s;
-betrage zu zahlender Endbetrag,
Summe einer Rechnung
Rech|nungs|block: der; -(e)s; -blocke
u. -s Schreibblock mit vorgedruckten
Rechnungsformularen
Rech|nungs|buch: das; -(ejs; -bücher 1
Buch, in dem Rechnungen aufgelistet
werden 2 [Schweiz.] Mathematikbuch
Rech|nungs|fuh|rer: der; -s; - jmd., der
sich in einem Verein, Betrieb um die
die Finanzen kümmert
Rech|nungs|hof: der; -(e)s; -höfe staat¬
liche Behörde, die die Finanzkontrol¬
le der öffentlichen Hand durchführt
Rech|nungs|jahr: das; -(e)s; -e Zeit¬
raum, für den ein Haushaltsplan gilt
Rech|nungs|prü|fer: der; -s; - jmd., der
Rechnungen u. Bücher auf ihre Rich¬
tigkeit überprüft
Rech|nungs|prü|fung: die; - ; -en 1
<Wirt.> Überprüfung der Einnahmen
u. Ausgaben eines Betriebes 2 <Pol>
Finanzkontrolle der öffentlichen
Hand durch den Rechnungshof
Rech|nungs[we|sen: das; -s; - <Wirt.>
"Gesamtheit der zahlenmäßigen Ver¬
zeichnungen zur lückenlosen Erfas¬
sung u. planmäßigen Ordnung aller
Mengen- u. Wertbewegungen in ei¬
nem Unternehmen od. einem anderen
Betrieb
Recht: das; -(e)s; -e 1 Gesamtheit der
gesellschaftlichen Verhaltensnormen
in Form von Geboten u. Verboten 2
Ansprüche von jmdm. gegen andere
od. gegen den Staat 3 jmds. gutes
Recht sein: einen Anspruch auf etw.
haben »Es ist mein gutes Recht, mich
zu den Vorwürfen äußern zu können.«
4 Recht sprechen: ein Urteil fällen 5
sein Recht verlangen: seine Ansprü¬
che durchsetzen, versuchen, durchzu¬
setzen 6 zu seinem Recht kommen:
seine Ansprüche durchsetzen 7 von
Rechts wegen: dem Recht, den Ge¬
setzen nach 8 mit, zu Recht: berech¬
tigt »Er wurde zu Recht bestraft.« 9 im
Recht sein: recht haben »Bei dem
Streit war er eindeutig im Recht.« 10
auf sein Recht pochen: sein Recht,
Ansprüche o. ä. durchsetzen »Das
steht Ihnen zu; Sie sollten auf Ihr
Recht pochen!« 11 Rechtens sein —>
rechtens sein: den Gesetzen entspre¬
chen; durch Gesetze gesichert »Die
Mahngebühren sind absolut rechtens.«
12 recht haben, behalten —> Recht
haben, behalten: im Recht sein
»Hatte ich nicht recht mit meiner
Vermutung?« 13 recht bekommen,
erhalten —> Recht bekommen,
erhalten: Bestätigung, daß jmd. im
Recht, seine Ansprüche rechtens wa¬
ren »Ich habe recht bekommen.« 14
Recht u. Unrecht beißen einander in
den Schwanz: Recht u. Unrecht lie¬
gen dicht zusammen 15 Gewalt geht
vor Recht: wo Gewalt herrscht, ver¬
liert das Recht seine Gültigkeit 16
Sitte ist stärker als Recht: <Rechtsw.>
ein Gewohnheitsrecht hat den Vor¬
rang 17 gleiche Rechte, gleiche
Pflichten: wer die gleichen Rechte wie
jmd. anderes in Anspruch nimmt,
muß auch die gleichen Pflichten erfül¬
len
recht: Adj. n. stg. 1 a] gut gemacht; zu¬
friedenstellend; korrekt b) angenehm;
gelegen »Dein Besuch morgen ist mir
recht.« c) richtig; wahr; zutreffend d)
rechtmäßig; angemessen; mit Recht
e) aufrichtig; anständig; rechtschaf¬
fen 2 zur rechten Hand; rechter
Hand: räumlich rechts; auf der rech¬
ten Seite (gelegen, befindlich) »Sie sit¬
zen zu meiner rechten Hand.« 3 (nur)
recht u. billig sein: etw. genau ent¬
sprechen; seine Berechtigung haben
»Es ist nur recht u. billig, wenn er mir
den Schaden ersetzt.« 4 jmdm. etw./
nichts recht machen: jmdn. mit etw.
(nicht) zufriedenstellen »Dem Kerl
kann man auch nichts recht machen.«
S jmdm. gerade recht kommen:
[ugs.] gut passen; gelegen sein; sich
gut treffen »Du kommst mir gerade
recht, mit dir muß ich sowieso noch ein
Wörtchen reden.« 6 jmdm. recht
geschehen: als gerechte Strafe für
etw. erfolgen »Es geschieht dir recht,
daß du dich geschnitten hast; du hast ja
nicht auf mich gehört.« 7 recht daran
tun: etw. gut u. angemesen erledigen,
tun »Du tust recht daran, dich nicht an
dem Streit zu beteiligen.« 8 jetzt erst
recht: [ugs.] jetzt gerade umso mehr
»Du willst nicht, daß ich verreise? Jetzt
erst recht!« 9 es soll mir, mir soll’s
recht sein: [ugs.] gut; nichts dagegen
haben »Wir gehen? Mir soll’s recht
sein.« 10 jmdm. recht sein: jmdm. ge¬
legen kommen, gut passen »Es kann
mir nur recht sein, wenn die unver¬
schämten Nachbarn endlich
ausziehen.« 11 alles, was recht ist:
[ugs.] a) zugegebenermaßen »Alles
was recht ist, sein Handwerk versteht
er.« b) nicht in Ordnung, nicht richtig
sein »Alles was recht ist, aber so gehl
es nicht weiter.« 12 der Stärkere hat
immer recht —* der Stärkere hat im¬
mer Recht: a) wer mehr Kraft u.
Macht hat, hat recht, gegen ihn kann
man sich nicht wehren b) auch als Rat
bei einem Streit, einer Auseinander¬
setzung o. ä. »Gib nach, er ist stärker
als du, u. der Stärkere hat immer
recht!« 13 Was dem einen recht ist,
ist dem anderen billig: was für den ei¬
nen gilt, gilt auch für den anderen
Rech|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Artikel: ein Rechter; eine
Rechte; zwei Rechte) 1 a) der od. die
richtige, passende Person für etw.
Sie ist die Rechte für den Job.« b)
[ugs.; iron.] jmd., der etw. nicht so
macht, wie er es sollte »Du bist mir
der Reckte! Erst lädst du mich zum Es¬
sen ein, u. dann muß ich selbst
bezahlen.« 2 jmd., der (die) politisch
eine streng konservative bis reaktio¬
näre Richtung vertritt
Rechne: die; -n; -n 1 a) o. PI. rechte
Hand; rechte Seite »In der Rechten
hielt er ein Buch.« b) <Sport> beim Bo¬
xen Schlag mit der rechten Faust
»Seine Rechte traf ihn hart.« 2 <Pob
zusammenfassend für Parteien od.
politische Gruppen, die eine streng
konservative bis reaktionäre Rich¬
tung verfolgen
Rechtfeck: das;-(e)s; -e <Math.> vierek-
kige Fläche mit jeweils zwei gegen¬
überliegenden gleich langen Seiten,
die in rechten Winkeln zueinander
stehen
recht|eckig (rgcht|ek|kig > recht]e|-
ckig): Adj. n. stg. viereckig, in der
Form eines Rechtecks mit je zwei ge¬
genüberliegenden gleich langen Sei¬
ten aufgebaut
rech|ter|seits: Adv. rechter Hand; an,
auf der rechten Seite, rechts befind¬
lich
rechtjfer[ti|gen: rechtfertigst; rechtfer¬
tigtest; hast gerechtfertigt 1 verteidi¬
gen; verantworten; erklären; begrün¬
den »Er rechtfertigte das Verhalten
seines Mitarbeiters dem Vorstand
gegenüber.« 2 etw. als begründet er¬
scheinen lassen; deutlich machen, daß
etw. so ist, wie es erscheint
recht|fer|ti|gen, sich: rechtfertigst dich;
rechtfertigtest dich; hast dich gereckt¬
fertigt seine Verhaltensweise, Hand¬
lung, Meinung o. ä. verteidigen
Recht|fer|ti|gung: die; - ; -en 1 das Er¬
klären, Begründen, Entschuldigen
des eigenen Verhaltens gegen einen
Einwand, Vorwurf »Zu seiner Recht¬
fertigung konnte er nichts sagen.« 2
die Berechtigung, Notwendigkeit, das
Gerechtfertigtsein von etw.
recht|gläu|big: Adj. n. stg. den strengen
religiösen Glauben betreffend, Syn.:
orthodox
Recht|gläu|big|keit die; - ; - strenger
religiöser, orthodoxer Glaube
Recht|ha|ber der; -s; - [abwert.] jmd.,
der für sich in Anspruch nimmt od.
den Anschein erweckt, immer Recht
zu haben
recht|ha|be|risch: Adj. n. stg. [abwert.]
stur auf seiner Meinung beharrend
recht!.: Abk. 1 rechtlich 2 rechtlos
recht|los: Adj. n. stg. ohne rechtliche
Ansprüche; ohne Anspruch auf ein
Recht; ohne geltendes Recht
Recht|lo|sig|keit: die; -; - a) Zustand, in
"dem jmd. über keine Rechte verfügt
b) Zustand einer Gesellschaft ohne
geltende Rechtsordnung
recht|mä|8ig: Adj. n. stg. rechtens; zu
Recht; mit Recht; legitim; vorschrifts¬
mäßig; ordnungsgemäß
Recht|mä|Big|kett: die; ~ ; - rechtlich
korrekter Zustand
rechts: I Adv. 1 auf od. von der rechten
Seite (im Uhrzeigersinn bei drei Uhr)
Rechts sehen Sie das neue
Bürogebäude.« 2 <Pol.> konservativ
bis reaktionär II Präp. mit Gen. auf
der rechten Seite »Rechts des Flusses
liegt die Altstadt.« III 1 nicht mehr
wissen, wo rechts u. links ist: voll¬
kommen durcheinander sein 2 weder
rechts noch links schauen: sich von
nichts u. niemandem stören, irritieren
928
Rechtssache
lassen »Sie beeilte sich u. schaute we¬
der rechts noch links.«
Rechts|an|schau|ung: die; - ; -en Auf¬
fassung von Recht u. Unrecht
Rechtslan)spruch: der; -(e)s;
-ansprüche a) rechtlich verbürgter An¬
spruch b) gesetzlich garantiertes
Recht auf eine Betreuung in juristi¬
schen Streitfragen
Reohts|an|walts)bii|ro: das; -s; -s Kanz¬
lei, Niederlassung eines speziell aus¬
gebildeten u. qualifizierten Juristen
Rachts|an(walts|kanz|lei: die; - ; -en
Büro, Niederlassung eines speziell
ausgebildeten u. qualifizierten Juri¬
sten
Rechts|ausjkunft; die; ~ ; -auskünfte In¬
formation über eine Rechtsangele¬
genheit, z. B. in Form einer Rechtsbe¬
ratung bei einem Anwalt
Rachts|aus|schu8 —> Rechts|aus|-
schuss: der; -ausschusses; -ausschüs-
se <Pol.; Rechtsw.> politisches Gre¬
mium, welches sich mit der Klärung
rechtlicher Fragen beschäftigt »In
Bonn tagt heute der Rechtsausschuß
des Bundestags.«
Rechts|be|griff: der; -(e)s; -e 1 durch
"Gesetz, Rechtsprechung od. Rechts¬
wissenschaften definiertes Wort 2
Auffassung von Recht u. Unrecht
Rechts|bfl(lah|rung: die; - ; -en Aufklä¬
rung über eine bestimmte rechtliche
Lage od. Widerspruchsmöglichkeiten
gegen einen amtlichen Bescheid
Rechts)be|ra|ten der; -s; - weibl.
Rechts|be|ra|teijin: die; - ; -nen jmd.,
der andere professionell rechtlich be¬
rät
Rechts|be|stim)mung: die; - ; -en gel¬
tende rechtliche Bestimmung
Rechts|beu|gung: die; - ; -en vorsätzli¬
che falsche Rechtsentscheidung
durch einen Juristen im Amt
Rechts|be|wußt[sein —» Rechts|be|-
wusst|sein: das; -s; - Anschauung,
Auffassung von Recht u. Unrecht
Rechts|bre|cher. der; -s; • weibl.
Rachts|bre|che|rin: die; - ; -nen jmd.,
der gegen geltendes Recht verstößt,
verstoßen hat
Rechtsjbruch: der; -(e)s; -bräche Ver¬
stoß gegen geltendes Recht
recht|schafjfen: Adj. n. stg. [veralt.] 1
redlich; ehrlich; integer »Der Mann
hatte seinen Lohn rechtschaffen
erarbeitet« 2 besonders; stark; heftig
»Er war nach dem langen Arbeitstag
rechtschaffen müde.«
Recht|schafjfen|heit: die; - ; - [veralt.]
mit guter, redlicher, ehrlicher Art u.
Weise
recht]schrei|ben: nur im Infinitiv
gebraucht nach den Rechtschreibre¬
geln richtig schreiben
Recht|schreibjf6h|ler: der; -s; - Fehler,
der die richtige Schreibung von Wör¬
tern betrifft
Recht|schref|bung: die; ~ ; - 1 richtige
Schreibweise von Wörtern; Orthogra¬
phie 2 Schulfach, in dem die richtige
Schreibweise gelehrt wird
Recht$|drall: der; -(e)s; -1 Drehbewe¬
gung nach rechts »Der Ball springt
durch seinen Rechtsdrall nach rechts
ab.« 2 eine leichte Abweichung nach
rechts aufweisend »Die Lenkung hat
einen Rechtsdrall.«
rechts|dre|hend: Adj. n. stg. im Uhrzei¬
gersinn drehend; nach rechts drehend
Rechts|dre]hung: die; - ; -en Drehung
Im Uhrzeigersinn
Rechts|einjwen|dung: die: - ; -en recht¬
licher Einwand gegen einen (ver¬
meintlichen) Rechtsanspruch
Rechts|emp|finden: das; -s; - Auffas¬
sung von Recht u. Unrecht bei einer
od. mehreren Personen
rechts|ex|trem: Adj. n. stg. einer radika¬
len, politisch rechten Partei angehö¬
rend od. solchen Ideologien anhän¬
gend
Rechts|ex|tre|mis|mus: der; - ; - Ideolo¬
gie radikaler, politisch rechter Partei¬
en u. Gruppierungen
Rechts|ex|tr»|mist: der; -en; -en weibl.
Rechts|ex|tre|mi|stfn —*- Rechts|ex|-
tre|mis]tin; die; ~ ; -nen Anhängern)
od. Vertreterin) einer radikalen, poli¬
tisch rechten Partei od. Ideologie
rechts |ex|tre|mi|stisch —> rechts|ex|-
~tre|mis|tisch: Adj. n. stg. a) <Partei>
politisch radikal rechts ausgerichtet
b) einer radikalen, politisch rechten
Partei od. Ideologie angehörend,
Syn.: rechtsradikal
rechts]fä|hig: Adj. n. stg. gesetzlich fä¬
hig, Träger von subjektiven Rechten
u. Pflichten zu sein
i»chts|ge|lehrfc Adj. n. stg. juristisch be-
"wandert; für rechtliche Fragestellun¬
gen ausgebildet
Rechts|ge|lehrjte: der u. die; -n; -n (mit
tmbestimmtem Artikel: ein Rechtsge¬
lehrter; eine Rechtsgelehrte; zwei
Rechtsgelehrte) a) [veralt.] Juristen);
Rechtswissenschaftler(in) b) (Bibeb
Schriftgelehrter
Rechts|ge|mein|schaft: die; - ; -en Per¬
sonen, Gruppe u. Völker mit gemein¬
samer Rechtsgrundlage
Rechts|ge|schäft: das; -(e)s; -e Vor¬
gang, durch den eine Rechtsfolge aus¬
gelöst wird; Handlung, Vorgang od.
Geschäft auf rechtlicher Grundlage,
das rechtliche Folgen nach sich zieht
rechts]ge|schäft|lich: Adj. n. stg. ein
Rechtsgeschäft betreffend
Rechts|ge|win|de: das; -s; - im Uhrzei¬
gersinn steigendes Gewinde
Rechts jgrund: der; -(ejs; -gründe recht¬
liche Basis, Begründung für etw.
Rechts|grund|la|ge: die; -; -n rechtliche
Basis für etw.
rechts|gü(|tig: Adj. n. stg. rechtlich
"wirksam »Der Vertrag ist mit der Un¬
terschrift rechtsgültig.«
Rechts[gOI|tig|keib die; - ; - Wirksam¬
keit u. Verbindlichkeit nach bestehen¬
dem Recht »Die Rechtsgültigkeit
kam durch ein gerichtliches Verfahren
überprüft werden.«
Rechtsjgut: das; -(e)s; -guter durch Ge¬
setz u. Rechtsprechung geschütztes
Gut »Freiheit ist ein hohes Rechts¬
gut.«
Rechts|gut|achiten: das; -s; - juristi¬
sches Gutachten, das zu Klärung
rechtlicher Fragen erstellt wird
Rechts|han|del: der; -s; -händel [geh.]
rechtliche Auseinandersetzung zwi¬
schen zwei Parteien, Syn.; Rechts¬
streit
Rechts|hand|lung: die; » ; -en rechtlich
verbindlicher Vorgang »Das Unter¬
schreiben eines Verkaufsvertrages ist
eine Rechtshandlung.«
rechts|he|rum —»■ rechts]he|r|um: Adv.
zur rechten Seite; im Uhrzeigersinn
rechts|kräf|tig: Adj. n. stg. rechtlich
wirksam, ohne Möglichkeit der
nächstinstanzlichen Überprüfung
»Der Täter ist rechtskräftig verurteilt
worden.«
Rechts|kurs: der; -es; -e 1 <Sport> Fahrt¬
richtung auf einer Rennstrecke im
Uhrzeigersinn 2 <Pol.> rechtsorien¬
tierte Handlungs- u. Denkweise einer
Partei, Regierung
Rechts|kur|ve: die; - ; -n Kurve, die
nach rechts führt
rechts|la|stig —» rechts|las|tig: Adj. n.
stg. eine rechte Ideologie vertretend
»Der rechtslastige Kurs der Partei
sollte Wählerstimmen fitr die nächste
Wahl einbringen.« 2 auf der rechten
Seite eine zu große Last tragend »Das
Boot ist rechtslastig. Ein Teil der Pas¬
sagiere muß auf die linke Bootsseite
gehen, damit wir nicht kentern.«
Rechts|mit[tel: das; -s; - rechtliche
"Schritte, mit denen eine amtliche od.
gerichtliche Entscheidung angefoch-
ten werden kann
Rechts|mit|tel|be|(eh|rung: die; - ; -en
Information darüber, wann welche
Rechtsmittel eingelegt werden kön¬
nen »Jedem Bußgeldbescheid muß eine
Rechtsmittelbelehrung beiliegen.«
Rechts|nach|fol|ge: die; -; -n Übernah¬
me der Rechte u. Pflichten einer na¬
türlichen od. juristischen Person
Rechts|ord|nung: die; ~ ; -en System al¬
ler gültigen Rechtsvorschriften u. Ge¬
setze
rechts|ori(en|tiert —» rechts|ofrijen[-
tiert: Adj. n. stg. <Pol-> in seinen politi¬
schen Ansichten nach rechts gerichtet
Rechts|paijtei: die; - ; -en auf Behar¬
rung od. Wiederherstellung früherer
gesellschaftlicher Zustände abzie¬
lende Partei
Rechts|per|son: die; - ; -en Person qd.
Vereinigung, die fähig ist, rechtlich
verbindliche Handlungen vorzuneh¬
men, Syn.: Rechtssubjekt
Rechtslpflelga: die; ~;- Umsetzung gel¬
tenden Rechts »Gerichte, Staatsan¬
waltschaften u. Rechtsanwälte sind
Organe der Rechtspflege.«
Rechts|pfle]ger: der; -s; - weibl.
Rechts|pfle|ge|rin: die; - ; -nen <Be-
rufi Justizbeamte(r), der/die in be¬
stimmten Bereichen der Rechtspflege
arbeitet
Rechtfsprefchung: die; ~; -en (Pl.s.) a)
konkrete Praxis der gerichtlichen
Entscheidung b) Gesamtkomplex der
richterlichen Entscheidungen
rechts|ra|di|kal: Adj. n. stg. <Pol.> in sei¬
nen politischen Ansichten weit rechts
Rachts|ra|di|ka|lis|mus: der; - ; - politi¬
sche, weit rechts ausgerichtete Hal¬
tung
Rechts|nick: der;-(e)s; -e <Pol.> plötzli¬
che, kräftige Gewichtungsverlage¬
rung nach rechts bei einer Wahl, in ei¬
ner Partei, der Regierung od. der Ge¬
sellschaft
rechts|rum: Adv. [ugs.] rechtsherum;
zur rechten Seite hin
Rechts|sa|che: die; - ; -n gerichtlich zu
verhandelnder Streitfall
929
Rechtssatz
Rechts|satc der; -es; -s'ätze verbindli¬
che rechtliche Regel, Syn.: Rechts¬
norm
Rechts|schutz|verjsi|che|rung: die; - ;
-en Versicherung, die bei rechtlichen
Auseinandersetzungen die Kosten
trägt
rechts|sei|tig: Adj. n. stg. auf der rech¬
ten Seite
Rechts|si|cher[heit: die; - ; - durch die
"Verläßlichkeit der Rechtspflege ge¬
währleistete Sicherheit
Rechts(so|zio|k>{gie —> Rechts|so|zi|-
o|lo|gie: die; - ; - <Recht$w.; Soziol.>
Teilgebiet der Soziologie, das sich mit
den soziologischen Aspekten des
Rechts befaßt
Rechts|spra|che: die; • / - juristische
Fachsprache
Rechts|spruch: der; -(e)s; -spräche ge¬
richtliche Entscheidung; gefälltes
Rechtsurteil
Rechtsstaat: der; -(e)s; -en <Pol.> 1
Staat, dessen Zweck auf die Verwirk¬
lichung der Rechtsidee gerichtet ist 2
ein Staat, in dem die Einhaltung von
Rechtsschranken bei der Ausübung
der Staatsgewalt verfassungsrechtlich
garantiert ist 3 zusatnmenfassende
Bezeichnung für einen liberalen, kon¬
stitutionellen Staat mit Gewaltentei¬
lung, Ant.: Polizeistaat
rechts|staat|lich: Adj. n. stg. die Rechts-
~staatlichkeit betreffend
Rechts|staat)lich|keit: die; - ; - <Pol.> a)
Eigenschaft eines Rechtsstaates b) Ei¬
genschaft der rechtsstaatlichen Ein¬
zelaspekte u. ihre Gesamtheit »Die
Rechtsstaatlichkeit wird durch die Ge¬
waltenteilung u.freie u. geheime Wah¬
len gesichert.«
Rechts|streit: der; -(e)s; -e (PI. s.)
iRechtsw.) rechtliche Auseinanderset¬
zung zwischen zwei Parteien
Rechts|strei|tig|keit: die; - ; -en
iRechtsw.) Rechtsstreit
Rechts|subpekt: das; -(e)s; -e
(Rechtsw.) Person, die juristisch Trä¬
ger von Rechten u. Pflichten ist, Syn.:
Rechtsperson
Rechts|un|wirk|sam|keit' die; - / -en
rechtlich nicht verbindlich
rechts|ver(bind|lich: Adj. n. stg.
"(Rechtsw.) rechtlich bindend
Rechts|ver[dre|hen der; -s; - 1 [ugs.;
scherzh.] Rechtsanwalt; Jurist 2 [ab¬
wert.] jmd., der das Recht nach sei¬
nem Belieben auslegt
Rechts|verjfah|ren: das; -s; -
(Rechtsw.) Gerichtsverfahren; in Vor¬
gehensweise u. Entscheidungsfindung
festgelegtes Vorgehen zur Rechts¬
sprechung
Rechts|ver|kehr: der:-(e)s; -1 Straßen¬
verkehr, bei dem auf der rechten
Fahrbahnseite gefahren wird 2 Infor¬
mations- u. Rechtsaustausch auf na¬
tionaler u. internationaler Ebene
Rechts|ver]let|zung: die; - ; -en
"(Rechtsw.) Mißachtung geltenden
Rechts
Rgchtsjvorjschlag: der; -(e)s; -vor-
~schläge <Rechtsw.> [Schweiz.] im
schweizerischen Recht der Wider¬
spruch gegen eine Zwangsvollstrek¬
kung
Rechts|vorjschrift: die; ~ ; -en
(Rechtsw.) rechtlich bindende Vor¬
schrift
Rfchts|voijstel|lung: die; - ; -en
(Rechtsw.) Auffassung von Recht u.
Unrecht
rechtsw.: Ahk. rechtswidrig
Rechtsweg: der; (e)s; -e <Rechtsw.> a)
Weg, auf dem gerichtliche Klärung
erwirkt werden kann b) Vorgang, auf
gerichtlichem Wege seine Ansprüche
durchzusetzen »Bei fast allen Preis¬
ausschreiben ist der Rechtsweg ausge¬
schlossen.«
Rechts|wen|dung: die; - ; -en Drehung,
Bewegung zur rechten Seite hin
Rechts|we|sen: das; -s; - Gesamtheit
der Organe der Rechtspflege n. stg.
<Rechtsw.> nicht dem Recht entspre¬
chend
Rechts|wid|rig|keit: die; - ; -en
(Rechtsw.) Verstoß gegen geltendes
Recht; Unvereinbarkeit einer Hand¬
lung, Maßnahme usw. mit dem Recht
Rechts|wirk|sam|kei6 die; ~ ; -en
"(Rechtsw.) rechtliche Verbindlichkeit
Rechts|wis|sen|schaft: die; - ; - Wis¬
senschaft vom Recht, Syn.: Jura; Ju¬
risprudenz
rechtsjwis|sen|schaft|lich: Adj. n. stg.
die Rechtswissenschaft betreffend,
Syn.: juristisch
recht|win|ke[lig/recht|wink|lig: Adj. n.
stg. einen 90° Winkel bildend
recht|zei|tig: Adj. n. stg. genau zur pas¬
senden Zeit; früh genug
Rgcht|zei|tig|keit: die; - ; - Pünktlich¬
keit; Frühzeitigkeit
Rede das; -(e)s; -s Turngerät, be¬
stehend aus Querstange auf zwei hö¬
henverstellbaren Seitenpfosten
recken (rek|ken —> re|cken): reckst;
recktest; hast gereckt 1 a) den Körper
od. einzelne Körperteile dehnen u.
ausstrecken »Nach dem Aufstehen
reckt er sich erst einmal.« b) etw. in
eine bestimmte Richtung strecken 2
[landsch.] Stoffe, insbesondere Be¬
kleidung nach der Reinigung spannen
u. ziehen, um die einzelnen Stoffasem
zu dehnen
Relcor]der/Re|kor1der <lat.-fr.-engh
der; -s; - Tonaufnahme- u. Wieder¬
gabegerät
re|cy(clen —> re|cy|c|len: <engh
/rißaikeln/ recycelst; recyceltest; hast
recycelt wiederaufbereiten; wieder¬
verwenden »Das Zeitungspapier kann
wieder recycelt werden.«
Re|cyjcling —> Re|cy)c|ling: <engh jn-
ßaikling/ das; -s; - Wiederaufberei¬
tung- u. Wiederverwertung bereits
verwendeter Materialien »Das Recy¬
cling schont die Rohstoffe.«
Red.: Abk. 1 <Medien> a) Redaktion =
a) Tätigkeit eines Redakteurs b) Ge¬
samtheit der Redakteure u. deren Ar¬
beitsräume b) Redakteurin) 2 a) Re¬
duktion b) Reduzierung
red.: Abk. 1 (Medien) redaktionell 2
<Medien> [fachsprl.] redigiert = bear¬
beitet, d. h. einen Text druckfertig ge¬
macht 3 reduziert = herabgesetzt;
vermindert
Reldaklteur. dat.-fr» /redaktör/ der; -s;
-e weibl. Reldakheulrin: die; - ; -nen
(Medien; Beruf) jmd., der Beiträge für
Druckwerke, Radio- od. Fernsehsen¬
dungen usw. aussucht, verfaßt od.
überarbeitet
Re|dak|ti|on: dat.-fr.> /redakzion/ die;
- ; -en (Medien) 1 o. PI. Bezeichnung
der Tätigkeit des Redakteurs, der Re¬
dakteurin 2 a) Gesamtheit der Redak¬
teure »Die Redaktion sollte hinter ih¬
rer Arbeit stehen u. sie voll verant¬
worten.« b) Arbeitsräume der in einer
Redaktion beschäftigten Personen
re|dak)tio|nell —» re]dak|ti|o|nelfc <lat.-
fr.> /redakzionell/ Adj. n. stg. (Me¬
dien) die Arbeit einer Redaktion be¬
treffend »Die redaktionelle Arbeit an
dem Buch ist in zwei Wochen abge¬
schlossen.«
Re|dak|ti[on8fge|heim|nis: das; -ses; -se
(Medien) Recht einer Redaktion, den
Namen eines Autors od. Informanten
geheimzuhalten, Syn.: Pressegeheim¬
nis
Re|dak|ti|pns|schluS —» Re|dak|ti|-
onslschluss: der; -Schlusses; -Schlüsse
(Medien) Abschlußtermin für die re¬
daktionelle Arbeit, nach dem keine
Beiträge mehr angenommen werden
können »Um ein Uhr ist Redaktions¬
schluß.«
Re|dak[ti|ons|sta{tut: dat.-fr.; lau das;
-(e)s; -en (Medien) festgelegte Verein¬
barung zwischen Herausgeber bzw.
Rundfunkanstalt u. Redaktion über
inhaltliche u. formelle Kompetenzen
der einzelnen Beteiligten
Re]de: die; - ; -n 1 Vortrag, Ansprache,
meist aus einem bestimmten Anlaß
gehalten »In seiner Rede betonte er un¬
sere gute Zusammenarbeit.« 2 o. PI.
das Sprechen; das Reden »Er brachte
die Rede auf den Urlaub.« 3 große Re¬
den schwingen, führen: [ugs.] ange¬
ben »Zeig, was du kamst, u. schwing
nicht nur große Reden!« 4 von etw.
kann (gar) nicht die Rede sein: [ugs.]
etw. ist völlig unmöglich »Von Ihrer
Entlassung kann gar keine Rede sein.«
S (das ist) meine Rede, mein Reden:
[ugs.] genau das meine ich doch, habe
ich doch schon immer, die ganze Zeit
gesagt »Er sollte mehr üben. - Das ist
genau meine Rede.« 6 Jmdm. Rede u.
Antwort stehen: jmdm. sein Verhal¬
ten o. ä. erklären, begründen »Ich bin
jederzeit bereit. Ihnen über mein Ver¬
halten Rede u. Antwort zu stehen.« 7
jmdm. die Rede verschlagen: eine
Person dazu bringen, so überraschen,
verärgern o. ä., daß sie nichts mehr
erwidert, sagen kann »Diese Unver¬
schämtheit hat mir glatt die Rede
verschlagen.« 8 von jmdm., etw. ist
die Rede: das Gespräch handelt von
jmdm., etw. »Immer wieder ist von
Steuererhöhungen die Rede.« 9 nicht
der Rede wert sein: unerheblich sein
»Die paar Mark sind doch nicht der
Rede wert.« 10 der langen Rede kur¬
zer Sinn: um etw. knapp u. nicht in al¬
len (unwichtigen) Einzelheiten auszu¬
drücken »Der langen Rede kurzer
Sinn: Ich will nicht.« 11 jmdm. in die
Rede fallen: jmdn. beim Sprechen un¬
terbrechen »Du kannst mir doch nicht
einfach in die Rede fallen.« 12 jmdn.
zur Rede stellen: von jmdm. eine Er¬
klärung, Begründung fordern »Für
dieses Verhalten werde ich Sie zur Re¬
de stellen!«
930
Ref.
Re]de|du|ell: das; -(e)s; -e <übertr.>
Streitgespräch, das meist öffentlich
ausgetragen wird »Das Rededuell der
Politiker wird im Fernsehen übertra¬
gen.«
RedeffluB —» Redelfluss: der; -ßusses;
-flösse [oft abwert.] langes, ununter¬
brochenes Reden »Sein Redefluß kann
kaum unterbrochen werden.«
Re|de|frei|heit die; - ; - <Rechtsw.>
Grundrecht der Bürger, die (eigene,
pesönliche) Meinung durch Rede of¬
fen kundtun zu dürfen »Die Redefrei¬
heit ist früher in unserem Land nicht
selbstverständlich gewesen.«
re|de]ge|wandt: Adj. redegewandter; re¬
degewandteste geübt, gewandt, sicher
im Reden, Syn.: eloquent
Re]de|ge|wandt|heit; die; - / - Fähig¬
keit, gewandt zu reden, Syn.: Elo¬
quenz
re|den: redest; redetest; hast geredet 1
sprechen, in Worte fassen, äußern
»Er redet dummes Zeug!« 2 eine Rede
halten »Wer wird bei dem Empfang
zur Eröffnung reden?« 3 mit sich re¬
den lassen: [ugs.] bereit sein, über
etw. zu verhandeln »Er war bereit,
noch einmal über die Bedingungen mit
sich reden zu lassen.« 4 Reden ist Sil¬
ber, Schweigen ist Gold: manchmal
ist es besser, nichts zu sagen 5 reden,
wie einem der Schnabel gewachsen
ist: [ugs.] frei, unbekümmert u. direkt
sprechen (ohne vorheriges genaues
Abwägen) »Rede ruhig, wie dir der
Schnabel gewachsen ist!« 6 reden wie
ein Buch, Wasserfall: [ugs.] ununter¬
brochen reden »Mach mal Pause, du
redest ja wie ein Wasserfall!« 7 viel re¬
den, wenn der Tag lang ist: [ugs.] etw.
nicht Ernstgemeintes sagen 8 (viel)
von sich reden machen: Interesse
wecken »Diese Mannschaft hat in der
letzten Zeit viel von sich reden ge¬
macht.«
Re]dens|art: die; - ; -en a) feste Wort¬
verbindung, die bildlich einen ande¬
ren Sachverhalt ausdrückt u. meist
als Satz gebraucht wird; volkstümli¬
che, übertreibende, anschauliche
Wendung »’Jdm. Sand in die Augen
streuen" u. 'lange Finger machen’ sind
Redensarten.« b) n. PI. leere Phrasen;
nichtssagende Äußerungen; auswei¬
chende Floskeln »Er speist uns mit
Redensarten ab.«
Re|de|rei: die; - ; -en 1 o. Pi. [abwert.]
belangloses Reden 2 einzelne Ge¬
schichte, Gerücht
Re|de|schwall: der; -(ejs; -e (PI. s.)
[abwert.] große Wortmenge, die auf
einmal über den/die Zuhörer herein¬
stürzt
Re]de|yer|bot: das; -(e)s;-e 1 Verbot, in
der Öffentlichkeit Reden zu halten 2
Sprechverbot
Re[de|wen|dung: die; -; -en feste Wort¬
verbindung, die bildlich einen ande¬
ren Sachverhalt ausdrückt u. meist
als Satz gebraucht wird; volkstümli¬
che, übertreibende, anschauliche
Wendung »Die Redewendungen 'das
Kind mit dem Bade ausschütten’ u.
'das eigene Nest beschmutzen' werden
in der gesprochenen Sprache häufig be¬
nutzt.«
re|di|gie|ren: dat.-fro redigierst; redi¬
giertest; hast redigiert <Medien> einen
Text bearbeiten u. druckfertig ma¬
chen
Re|dis|kont: <lat.; lat.-ito der; -s; -e
<Wirt.; Bankw.> Weiterverkauf dis¬
kontierter, vor ihrer Fälligkeit unter
Abzug der Zinsen angekaufter Wech¬
sel an eine Bank, Notenbank
re|dis|kon|tie|ren: dal.; lat.-it.> rediskon¬
tierst; rediskontiertest; hast rediskon¬
tiert <Wirt.; Bankw.> diskontierte, vor
ihrer Fälligkeit unter Abzug der Zin¬
sen angekaufte Wechsel Weiterver¬
käufen
Re|dis|kont|satz: dat.; lat.-it.; dt.> der;
-es; -sätze <Wirt.; Bankw.) Zinssatz,
mit dem diskontierte Wechsel an- od.
verkauft werden
Re|di|stri|bu|h'|gn —* Re|dis|t|ri|bu|ti|-
on: dato /redißtribuzion/ die; - ; -en
<Wirt.> finanzielles, korrigierendes
Eingreifen in die marktwirtschaftli¬
che Einkommensverteilung
red|lich: Adj. anständig; zuverläßig; in¬
teger
Red|lich|keit: die; ~ ; - Anständigkeit;
Zuverläßigkeit; Integrität »Nur durch
Redlichkeit kann man ehrliches Geld
verdienen.«
Red|nen der; -s; - weibl. Red|ne|rin:
die; - ; -nen a) jmd., der eine Rede,
eine Ansprache, einen Vortrag hält
»Der Redner spricht alle Themen an.«
b) jmd., der regelmäßig Reden hält
red|ne|risch: Adj. n. stg. das Reden, die
Rhetorik betreffend »Dieser Vortrag
war eine rednerische Glanzleistung.«
Red|ner|li|ste —>• Red|ner1lis|te: die; - ;
-n Liste der Redner einer Veranstal¬
tung mit einer bestimmten Reihenfol¬
ge
Red|ner|pult: das; -fe)s; -e hohes, tisch¬
artiges Gestell, oft mit abgeschrägter
Lesefläche u. Leselampe, an dem Re¬
den gehalten werden
Red|ner|tri|bij|ne: die; - ; -n Podium,
auf dem Reden u. öffentliche Diskus¬
sionen, auch in einer größeren Teil¬
nehmerrunde, gehalten werden
Reldoulte: dal.- it.- fr.> /redut(e)/ die; - ;
-n 1 [veralt.] Ballsaal 2 [österr.] Mas¬
kenball 3 <hist.> eine Festungsanlage
in Form eines Trapezes
Red|ox|sy|stem —> Red|ox|sy|s|tem:
/redokß-/ das; -(e)s; -e (Chemie)
Kurzwort aus Reduktion u. Oxydati¬
on; chemische Reaktion zweier Sub¬
stanzen, die durch Oxydation u. Re¬
duktion ineinander überführbar sind
red|se|!ig: Adj. [oft abwert.] schwatz¬
haft; geschwätzig »Zuviel Alkohol
machte den Mann redselig.«
Red|se|lfg|keit: die; - ; - [oft abwert.]
Schwatzhaftigkeit; Geschwätzigkeit
Re|duk|U|on: dato /redukzion/ die; - ;
-en 1 Verminderung; Herabsetzung 2
a) <Chemie> Entzug von Sauerstoff
aus einer chemischen Verbindung b)
<Chemie; Physik) Zuführung von
Elektronen, wodurch sich die Wertig¬
keit erniedrigt 3 <Philosophie> Rück¬
schließen von komplizierten Sachver¬
halten auf einfache 4 (Sprachwiss.) a)
Vereinfachung eines Satzes durch
Entnahme von Worten ohne Verän¬
derung der Satzstruktur b) Vokale,
die aus einem Wort abgeschwächt
werden od. ganz verschwinden 5
(Bio.) Teilung des doppelten Chromo¬
somensatzes infolge der Reduktions¬
teilung
Re|duk|tio|nis|mus —* Re|duk|ti|o|nis|-
mus: der; - ; - (Philosophie) [geh.] Zu¬
rückführen der Wesensverschieden¬
heiten der Bestandteile der Wirklich¬
keit auf eine einzige Seinsart
Red|un|danz —> Re|d|unjdanz: dato
die; - ; -en 1 a) (Sprachwiss.) mehrfa¬
che Informationskennzeichnung wie
z. B. bei Plural-Kennzeichnungen (z.
B. bei Kälber: ’ä’ ’-er’) b) stilistische
Überladung durch überflüssige Ele¬
mente einer Aussage 2 [fachsprl.]
Vorhandensein überflüssiger Elemen¬
te in einer Nachricht, die keine Infor¬
mationen übermitteln, sondern die
Grundaussage nur unterstützen
Re|du|pli|ka|ti|on —> Re|du|p|li|ka|ti|on:
dato die; - ; -en (Sprachwiss.) Verdop¬
pelung von Wörtern, Silben od. Sil¬
benteilen
re|du|pli|zie|ren —> re|du|p|li|zie|ren:
dato reduplizierst; redupliziertest;
hast redupliziert 1 (Sprachwiss.) Sil¬
ben verdoppeln, um eine Verbstamm¬
form zu bilden 2 (Kunst; Druckw.)
ein Duplikat herstellen
re|du|zie|ren: dato reduzierst; reduzier¬
test; hast reduziert 1 vermindern; her¬
absetzen; kürzen » Wir müssen unsere
Ausgaben reduzieren!« Ant.: vermeh¬
ren; vergrößern 2 auf das Wesentliche
u. Einfache beschränken; vermin¬
dern; verkleinern 3 (Sprachwiss.) Vo¬
kale abschwächen 4 (Chemie; Physik)
entziehen von Oxyden innerhalb einer
chemischen Reaktion 5 (Physik; Me-
teorol.) einen tatsächlich gemessenen
Wert auf einen Normalwert hoch¬
rechnen 6 sich reduzieren: geringer,
kleiner werden
Re|du|zier]stück: dal.; dto das;-(e)s; -e
(Technik) Verbindungsstück, das
Rohre mit unterschiedlichem Durch¬
messer miteinander verbindet
Re|du|zie|rung: dato die; -; -en Vermin¬
derung; Herabsetzung; Kürzung
Ree|de|rei: die; - ; -en (Schiffahrt) Un¬
ternehmen, das mit geschäftseigenen
Schiffen Güter u. Personen transpor¬
tiert »Die Reederei hat sieben Schiffe
in ihrer Handelsflotte.«
relfll: dat.-fro Adj. a) ehrlich; zuverläs¬
sig; redlich »Die Leistung ist mit die¬
sem Lohn reell bezahlt worden.« b)
wirklich; tatsächlich »Wir rechnen
heute mit den ganzen, rationalen u. ir¬
rationalen reellen Zahlen von eins bis
zehn.«
Reet: das; -s; - [norddt.J Riedgras;
Schilf
Reetjdach: das; -(ejs; -dächer [norddt.]
mit Reet bzw. Ried gedecktes Dach;
traditionelle Art der Dachabdeckung
in Norddeutschland
Re|ex|port: dat.; lat.-englo der; -(ejs; -e
(Wirt.) Wiederausfuhr bereits impor¬
tierter Waren
Ref.: Abk. 1 Referat = 1. Bericht; Vor¬
trag 2. Sachgebiet eines Referenten 2
Referendar(in) = Anwärter(in) auf
eine höhere Beamtenlaufbahn nach
dem Staatsexamen 3 Referendum =
Volksentscheid; Volksabstimmung 4
931
ref.
Referent(in) = 1. Redner(in); Vortra¬
gender) 2. Sachbearbeitern)
ref.: Abk. 1 referiert = a) berichtet; be¬
gutachtet b) ein Referat gehalten 2 a)
reformiert = erneuert b) reformato-
risch = umgestaltend; erneuernd
Re|fe|rat: dato das; -(e)s; -e 1 Vortrag,
Ausführung zu einem bestimmten
Thema od. Untersuchungsgebiet 2
Sachgebiet, Arbeitsbereich eines Re¬
ferenten; Abteilung
Re|fe|ren|dar: <te.> der; -(e)s; -e weibl.
Re|fe|ren|da|rin: die; - ; -nen Anwär¬
terin) auf eine Beamtenlaufbahn
nach dem ersten Staatsexamen (z. B.
Lehrer, Juristen)
Re|fe|ren|da|ri^t: dato das; -(e)s; -e er¬
ste Stufe in der Beamtenlaufbahn
nach dem ersten Staatsexamen
Re|fe|(en|dum: <ta.> das; -s: Referenden
u. Referenda Volksabstimmung;
Volksentscheid, dessen Verfahren
vom Gesetzgeber festgelegt ist
Re|fe|rent: dato der; -en; -en weibl. Re|-
fe|renftin: die; - ; -nen 1 jmd., der ein
Referat, eine Rede zu einem Sachge¬
biet vorträgt 2 Sachbearbeiter in einer
(behördlichen) Abteilung
Re|fe|renz: dat.-fro die; ~ ; -en 1 m. PI.
Empfehlung, die von früheren Ar¬
beitgebern, Vertrauenspersonen u. ä.
ausgestellt werden 2 Auftraggeber,
frühere Arbeitgeber u. Vertrauens¬
personen, die als Auskunftspersonen
Beurteilungen ausstellen können 3
<Sprachwiss.> Referenten, die die Be¬
ziehung von Zeichen zu Bezeichnetem
darstellen
re|fe|rie|ren: <lat.-fr.> referierst; referier¬
test; hast referiert 1 [geh.] a) über ein
Thema vortragen; ein Referat halten
»Ich habe über die politischen Ereig¬
nisse referiert.« b) über etw. kurz zu¬
sammenfassend u. kommentierend
berichten 2 (Sprachwiss.) eine Bezie¬
hung von Zeichen zu Bezeichnetem
aufweisen
reflfen: reffst; refftest; hast gerefft
<Schiffahrt> das Segel aufrollen u. zu¬
sammenbinden u. dadurch die Segel¬
fläche verkleinern »Refft die Segel!«
Rei\.-. Abk. 1 (Technik) Reflektor = a)
Hohlspiegel b) Teil einer Richtanten¬
ne zur Bündelung von Strahlen c)
Fernrohr mit Parabolspiegel 2 Reflex
= a) Widerschein b) Reaktion auf
eine Reizung 3 Reflexion - a) Rück¬
strahlung von Licht b) Vertiefung in
einen Gedankengang
refl.: Abk. 1 reflektierend = spiegelnd 2
reflektiert = durchdacht 3 reflexiv =
rückbezüglich
Re|fla|ti|gn —> Re|f]la|ti|on: dat.-englo
/reflazion/ die; - ; -en (Wirt.; Banlcw.)
finanzpolitischer Eingriff, mit dem
" der Geldumlauf erhöht wird
re[flek|ti§]ren —* re|f|lek|tie|ren: dato
reflektierst: reflektiertest; hast reflek¬
tiert 1 zurückstrahlen; widerspiegeln
»Die Wasseroberfläche reflektiert das
Sonnenlicht.« 2 [geh.] über das Ge¬
wußte nachdenken »Er reflektierte
sein Leben u. kam zu dem Schluß, daß
es gut war.« 3 auf etw. spekulieren
»Er reflektierte auf das Erbe seiner
Frau.«
Re|flek|tor—> Rejf)lak|tor: dat.> der; -s;
Reflektoren 1 Hohlspiegel hinter einer
Lampe, der der Bündelung u. Ver¬
stärkung des Lichts dient 2 (Technik)
Teil einer Richtantenne zur Bünde¬
lung von elektromagnetischen Wellen
3 Fernrohr mit Hohlspiegel als Ob¬
jektiv 4 Rückstrahler, z. B. am Fahr¬
rad
Refflex —> Reflex: <lat.-fr.> /reflekß/
der; -es; -e 1 Widerschein; Rückstrah¬
lung »Die Reflexe des Lichtes auf dem
Wasser ermüden die Augen.« 2 (Phy¬
siologie) nicht willentlich steuerbare
u. regelhaft ablaufende physiologi¬
sche Reaktion auf einen Reiz »In ei¬
nem Reflex hob er schützend die Hand
vor die Augen.«
re|flex|arjtig —» re|f|lex|ar|tig: dat.-fr.;
dto /reflekß-/ Adj. n. stg. nicht steuer¬
bar, einem Reflex folgend, wie ein Re¬
flex ablaufend »Er zuckte reflexartig
zusammen.«
Re|flex|be|we|gung —* Re|f|lex|be|we|-
gung: dat.-fr.; dt.y /reflekß-/ die; - ;
-en nicht willentlich steuerbare Bewe¬
gung, die einem Reiz folgt »Als der
Stein vor die Windschutzscheibe des
Autos schlug, schloß er in einer Reflex¬
bewegung die Augen.«
Re|fle|xi|on —> Re|f|le|xi[on: dat.-fr.y
/reflekßion/ die; - ; -en 1 Rückstrah¬
lung von Licht, Schall, Wärme 2
[geh.] prüfendes u. vergleichendes
Nachdenken über etw. »Nach genauer
Reflexion der Umstände ist eine Hei¬
rat die beste Lösung für das Problem.«
Re|fle|xipn$|win|kei —» Re|f|le|xi|ons|-
winjket: dat.-fr.; dt.y /reflekßionß-/
der; -s; • (Physik) Winkel, den ein re¬
flektierter Lichtstrahl mit dem Ein¬
fallswinkel bildet, Syn.: Ausfallswin¬
kel
Rejfle]xiv—» Re|f|le|xiv: dato /reflekßif/
das; -(e)s; -e /reflekßiwe/ (Sprach-
wiss.) Reflexivpronomen; rückbezüg¬
liches Fürwort
re[flelxiv —» re|f|le|xiv: dato /reflekßif/
Adj. n. stg. 1 (Sprachwiss.) auf das
Subjekt zurückbezogen; rückbezüg¬
lich » Viele Verben können reflexiv ver¬
wendet werden, wie z. B. (sich)
waschen.« 2 [geh.] prüfendes u. ver¬
gleichendes Nachdenken betreffend
Re[fle|xiylpro|no|men —> Re|f|le[xiv|-
pro|nö|men: dato /reflekßif-/ das; -s;
- u. -pronomina (Sprachwiss.) rückbe¬
zügliches Fürwort
Re|fle|xi|vum —> Re|f|le|xi|vum: dato
/reflekßiwum/ das; -s; Reflexiva
(Sprachwiss.) Reflexivpronomen
rückbezügliches Fürwort
Re|form: dat.-fro die; - ; -en Bekämp¬
fung (sozialer) Mißstände durch die
Umstände verbessernde Maßnahmen
ohne vollkommende Ablehnung der
bestehenden sozialen, politischen,
rechtlichen u. ä. Grundideen
reform.: Abk. a) reformiert = erneuert
b) reformatorisch = umgestaltend;
erneuernd
Re|foijma|tijpn: dato /reformazion/ die;
- ; -en 1 o. PL im 16. Jhd. religiöse
Umgestaltung, die zur Bildung des
Protestantismus führte 2 Verände¬
rung; Verbesserung
Re|for|ma|ton dato der; -s;
Reformatoren 1 im 16. Jhd. an der Re¬
formation beteiligter Theologe 2
jmd., der eine Reform plant, anführt
u. durchführt
re|foijma|tp|risch: dato Adj. n. stg. a)
umgestaltend; erneuernd b) die Re¬
formation des 16 Jhd. betreffend
re|fgrm|ba(dürfttig: dat.-fr.; dt.v Adj. n.
stg. eine Reform benötigend
Re|form|be|we|gung: dat.-fr.; du die;
~ ; -en Bestrebung einer Gruppe, Re¬
formen durchzusetzen »Die Reform¬
bewegung versuchte die alten Lehrme¬
thoden in der Schule zu verbessern.«
Rejforjmer: dat.-fr.-engl.y der; -s; -
jmd., der eine Reform durchführt
re[for|mie|ren: dato reformierst; refor¬
miertest; hast reformiert verbessern;
weiterentwickeln; erneuern »Luther
reformierte die Kirche.«
Re|forjmie|mng: dato die; ~ ; -en (PL s.)
Bekämpfung (sozialer) Mißstände
durch bestimmte Maßnahmen
Rejforjmislmus: dato der; - ; - (Pol.)
Strömung in der Sozialdemokratie,
die durch sozialpolitische Reformen
u. nicht durch soziale Revolution wir¬
ken möchte
Refrain —* Refrain: dat.-fro /refräng/
der; - ; -s wiederkehrender Reim od.
Teil in einem Lied od. Gedicht »Ich
kenne nur den Refrain des Liedes aus¬
wendig.«
Re|fu|gi|um: dato das; -s; Refugien
Irefugpnj 1 [geh.] Zufluchtsort 2 (Al¬
tertum; Geschichte) Wehranlage in
vor- u. frühgeschichtlicher Zeit
Reg.: Abk. 1 (Sport) Regatta = Boots¬
wettkampf 2 Regeneration = Neubil¬
dung; Neubelebung 3 (Pol.) a) Regie¬
rung = Gesamtheit der Personen, die
ein Land führen b) Regent ~ Staats¬
oberhaupt; Herrscher 4 (Theater;
Film) a) Regie = Spielleitung bei
Theater, Film u. Fernsehen b)
Regisseuren) 5 Region = Gegend;
Bereich 6 Register = alphabetisches
Namens- od. Sachverzeichnis 7 (Be¬
hörde) Registratur = Aufbewah¬
rungsstelle für Akten
rag.: Abk. 1 regelmäßig 2 regeneriert =
erneuert; erfrischt; aufgefrischt 3 a)
regierend b) (hist.) regierte 4 regional
= landschaftlich (begrenzt) S regi¬
striert = (meist im Sinne von) einge¬
tragen; aufgezeichnet 6 regulär = den
Regeln entsprechend 7 reguliert =
geordnet; richtig eingestellt
Re|gal: dat.-fro das; -(e)s; -e Gestell
mit Fächern »Die Bücher stehen im
Regal.«
Re|gal|wand: dat.-fr.; dto die; - ;
-wände aus mehreren Regalen be¬
stehende Regalkombination
Re|gat|ta: dto die; - ; Regatten (Sport)
sportlicher Wettkampf mit Booten
»Die Regatta findet auf dem See
statt.«
Rejgel: dato die; • ; -n 1 Richtschnur ei¬
nes Verhaltens 2 Gleichförmigkeit ei¬
nes Geschehens 3 [ugs.] Menstruati¬
onsblutung 4 in der, aller Regel: übli¬
cherweise; meistens »In aller Regel bin
ich abends beim Sport.« S nach allen
Regeln der Kunst: wie es sich gehört;
in sehr ausgefeilter Form; sehr form¬
vollendet »Sie hat ihn nach allen Re¬
geln der Kunst verführt.«
rejgel|ban dal.; dto Adj. n. stg. sich re¬
geln lassend
932
Regierungswechsel
Re|gel|blu|tung: <lat.; du die; - ; -en
<Med.> Abstoßung der Gebärmutter¬
Schleimhaut mit Blutung, die ca. alle
vier Wochen auftritt, Syn.: Menstrua¬
tion
Re|gel|fall: (lat.; dt.> der; -(e)s; -fälle re¬
gelmäßig eintretender, sich wiederho¬
lender Fall »Im Regelfall wird ein
Kind mit sechs Jahren eingeschult.«
Re|gel|kreis: der; -es; -e <Kybemetik;
Bio.> Vorgang, bei dem ein Sollwert
mit dem Istwert einer Regelgröße ver¬
glichen u. an einen Regler gemeldet
wird; besteht eine Regelabweichung
zwischen Sollwert u. Istwert, so er¬
folgt eine Korrektur durch negative
Rückkopplung
Re|gel|lei|stung —> Re|gel|leisftung:
(lat.; du die; - ; -en in der Sozialversi¬
cherung festgelegte Mindestleistung
der Renten- u. Krankenversicherung
r«|gel|los: (lat.; dto Adj. n. stg. ohne Re¬
geln; durcheinander; unsystematisch
Rejgel|lo|slg|keit: (lat.; du die; - ; -en
(PI. s.) das Fehlen einer Regel od. Sy¬
stematik
regeim.: Abk. regelmäßig
re]gel|mä|ßig: Adj. 1 gleichmäßig; eben¬
mäßig »Das Herz schlägt ganz
regelmäßig.« 2 in gleichen Abständen
wiederkehrend »Er kommt regelmä¬
ßig um 12 Uhr.«
Re]gel|mä|Big|keit: die; - ; -en (PI. s.) 1
Gleichmäßgkeit; Ebenmäßigkeit
»Die Regelmäßigkeit des Herzschlags
ihres Kindes beruhigte die Mutter.« 2
regelmäßige Folge, Wiederkehr »Er
schnarchte mit Regelmäßigkeit.«
rsjgeln: (lau regelst; regeltest; hast ge¬
regelt nach bestimmten Regeln ord¬
nen »Ich werde die Angelegenheit mit
der Bank regeln.«
rejgeln, sich: dato regelt sich; regelte
sich; hat sich geregelt nach bestimm¬
ten Regeln vor sich gehen »Die Klima¬
anlage regelt sich von selbst.«
Relgeljsatz: dat.; du der; -es; -sätze
Satz, nach dem sich die Leistungen
der Sozialhilfe richten
Rejgel|schu|le: dat.; gr.-lato die; - ; -n
normale Schulform
Re]ge|lung: dato die; - ; -en 1 a) das Re¬
geln b) Übereinkommen; Abma¬
chung »Er hat sich nicht an die Rege¬
lung gehalten.« 2 <Kybemetik> Vor¬
gang, bei dem ein Sollwert mit dem
Istwert einer Regelgröße verglichen
u. an einen Regler gemeldet wird
Re|gel|werk: das; -(e)s; -e schriftliche
Zusammenstellung von Regeln »Er
besaß ein Regelwerk für die deutsche
Grammatik.«
re]gel|wid|rig: Adj. n. stg. gegen die Re¬
geln verstoßend; nicht der Vereinba¬
rung, Regel entsprechend
Re]geljwid|rigjkeit: die; - ; -en Verstoß
gegen verbindliche Vereinbarungen;
Mißachtung von Vorschriften
Re|gen: der; -s; - 1 Niederschlag, der
aus Wassertropfen besteht »Endlich
fällt Regen auf die ausgetrockneten
Felder.« 2 ein warmer Regen: [ugs.]
größere Geldsumme, die man uner¬
wartet erhält »Die Erbschaft war wie
ein warmer Regen für uns.« 3 auf Re¬
gen folgt Sonnenschein: nach
schlechten Zeiten kommen auch wie¬
der gute Zeiten 4 vom Regen in die
Itaufe kommen: [ugs.] von einer mi߬
lichen Lage in eine noch schlimmere
kommen »Als ich zum zweitenmal ge¬
heiratet habe, bin ich vom Regen in die
Traufe gekommen.« 5 jmdn. nicht im
Regen steheij,lassen: [ugs.] jmdm.
(in einer schwierigen Situation o. ä.)
beistehen »Keine Angst, ich lasse dich
schon nicht im Regen stehen!« 6 Wer
im Trockenen sitzt, lacht über den
Regen: wem es gut geht, der braucht
sich keine Sorgen zu machen, hat oft
kein Verständnis für die Probleme an¬
derer
rejgen, sich: regst dich; regtest dich;
hast dich geregt 1 a) sich bewegen
»Die Katze regt sich.« b) sich durch
Bewegung od. Geräusche bemerkbar
machen; aufmerksam werden »Es
regte sich nur wenig Interesse im
■ Publikum.« 2 sich regen, bringt
Segen: Fleiß führt zum Erfolg
Re|gen|bo|gen: der; -s; -bögen bogen¬
förmige Lichtspiegelung, die durch
die Brechung des Sonnenlichts an Re¬
gentropfen entsteht
Re]gen|bo|gen|haut: die; - ; -häute
<Anat.> sichtbarer farbiger Teil des
Augapfels mit einer zentralen kreis¬
, runden Öffnung, Syn.: Iris
Re|ge|ne|ra|ti|pn: dal.-fro /regenera-
zion/ die; - ; -en 1 Erholung; Wieder¬
belebung »Zur Regeneration mache
ich eine Kur.« 2 <Bio.; Med.> Ersatz
defekter od. fehlender Organe od.
Körperteile durch Neubildung 3
<Technik> Rückgewinnung chemi¬
scher Stoffe od. deren Eigenschaften
re|ge|ne|ra|ti|ons|fä|hig: /regenera-
zipnß-/ Adj. n. stg. Fähigkeit der Re¬
generation aufweisend, besitzend .
re|ge|ne|ra|tiv: dato /regeneratif/ Adj. n.
stg. <Technik; Bio.; Med.> durch Re¬
generation wiederhergestellt; die Re¬
generation betreffend
re|ge|ne|rie]ren: dat.-fro regenerierst;
regeneriertest; hast regeneriert 1 [geh.]
wiederbeleben 2 <Technik> rückge¬
winnen
re|ge|ne|rie|ren, sich: dat.-fro, regene¬
rierst dich; regeneriertest dich; hast
dich regeneriert 1 [geh.] sich erholen 2
<Bio.; Med.> neu entstehen, entwik-
keln, aufbauen ’v" ‘
Re|genjfall: der; -(e)s; -fälle vom Him¬
mel fallender Regen; meist heftiger,
starker Regen
Re|gen|faB —»• Re|gen|fass: das; -fas¬
ses; -fässer Tonne, großes faßartiges
Gefäß, in dem Regenwasser aufge¬
fangen u. gesammelt wird
Re|gen|guß —*• Rejgen|guss: der; -gus¬
ses; -güsse starke, kurzzeitige Regen¬
schauer »Wir stellten uns während des
Regengusses unter ein Vordach.«
re|gen|na6 —* re|gen|nass: Adj. n. stg.
naß, durchnäßt von Regen »Der Ra¬
sen ist noch regennaß.«
re|gen|reich: Adj. <Meteorologie> mit
vielen Niederschlägen »Er wohnt in ei¬
nem regenreichen Gebiet.«
Re|gen|schau|er der; -s; - plötzlicher,
kurzer Regenguß
Re|gen|schirm: der; -fe)s; -e Schirm
aus wasserundurchlässigem, auf¬
spannbarem Stoff zum Schutz gegen
Regen »Er spannte den Regenschirm
auf, als der Regen begann.«
Re]gen|schutz: der; -es; -e (PI. s.) Ge¬
genstand, der gegen Regen schützt
Re]gen|trop|fen: der; -s; - Wassertrop¬
fen, der als Regen herabfällt »Die Re¬
gentropfen trommeln auf das Dach.«
Re|gen|wald: der; -(e)s; -wälder immer¬
grüner Urwald mit tropischer Vegeta¬
tion in den Äquatorbereichen Afri¬
kas, Asiens u. Amerikas »Der Regen¬
wald ist die grüne Lunge unseres Pla¬
neten.«
Re|gen|wunn: der; -(e)s; -würmer We-
nigborster, der als Zwitter im Erd¬
reich lebt u. für dessen Belüftung
wichtig ist »Der Regenwurm steigt bei
kräftigen Regenfällen an die Oberflä¬
che, damit er in den lieferen Erdschich¬
ten nicht ertrinkt.«
Re|gen|zeit: die; - ; -en <Meteorologie>
' tropische Jahreszeit, in der fast der
gesamte jährliche Niederschlag fällt
Reg|gae: (ameriko /rage'/ der; - u. -s; -
jamaikanische Volksmusik
Refgie: dat.-fro /resehi/ die; - ; - 1
<Theater; Film> Spielleitung, künstle¬
rische Leitung bei Theater, Film u.
Fernsehen »Billy Wilder führte in dem
Film 'Manche mögen's heiß’ Regie.« 2
[geh.] verantwortliche Leitung 3 in ei¬
gener Regie: [ugs.] auf eigene Verant¬
wortung, allein »Das erledige ich in ei¬
gener Regie.«
Re|g|e|an|wei|sung: dat.-fr.; dto
/resehi-/ die; - ; -en <Theater; Film>
Anweisung zur Aufführung od. Dar¬
stellung eines Stücks, einer Rolle o. ä.
gemäß den Vorgaben der Regie »Der
Regisseur gibt dem Darsteller Regie¬
anweisungen.«
re|gier|ban Adj. n. stg.; meist verneint
gebraucht sich regieren lassend »Die¬
ses Land ist nicht mehr regierbar.«
re|gie|ren: dat.-fro regierst; regiertest;
hast regiert 1 herrschen; befehligen;
die Regierungsgewalt innehaben 2
[selten] Herr sein über jmdn. od. etw.;
in der Gewalt haben 3 <Sprachwiss.>
einen bestimmten Fall erfordern
Re|gie|rung: dat.-fro die; - ; -en 1 <Pob
Tätigkeit der Lenkung der staatlichen
Geschicke; »Unter ihrer Regierung
herrschte Wohlstand.« 2 <Pol.> Admi¬
nistration, die die staatlichen Ge¬
schicke lenkt; Träger der obersten
exekutiven Staatsgewalt
das; -s; - <PoL von den Regierungen
zweier od. mehrerer Staaten getrof¬
fene Vereinbarung ”
Re|gie|rungs|aus|schuB —> Re|gie|-
rungs|aus|schuss: dat.-fr.; dto der;
-ausschusses; -ausschüsse <Pob Gre¬
mium innerhalb der Regierung, das
sich mit einer bestimmten Fragestel¬
lung, einem Fachgebiet befaßt »Mit¬
glieder aller regierenden Parteien bil¬
den einen Regiermgsausschuß.«
re|gje|rungsjfä|hig: dat.-fr.; dto Adj. n.
stg. <Pob in der Lage zu regieren; eine
Regierung zu übernehmen
Re|g|e|rungs|fonn: dat.-fr.; lato die; - ;
-en <Pob Art der Regierung eines
Staates
Re|gie|mngs|wech|sel: dat.-fr.; dto der;
-s; - <Pol.> Übernahme der Regie¬
rungsgewalt durch eine andere Grup¬
pe
933
Regime
Rejgime: dal.-fr» /resehim/ das; -s; ~ u.
-e u. -s (meist abwert.] Regierungs¬
form; Regierungsweise
Re[gimefkri[ti(fcer: dal.-fr.; gr.-fr» /re-
sefeim-/ der; -s; - (Pol.) jmd., der die
Regierungsform eines (undemokrati¬
schen) Staates kritisiert
Re|gl|ment: <lai.> das; -(e)s; -e(r) 1 PI.
-e Leitung; Herrschaft; Befehlsgewalt
> 2 PI. -er <Milit.> Befehlsbereich eines
Obersten 3 a) das Regiment führen:
regieren »Sie fuhrt das Regiment in
der Familie.« b) ein strenges Regi¬
mentführen: unerbittlich sein
Re|gi|gn: dat.> die; - ; -en 1 bestimmter
begrenzter Bereich »Der Chiemgau ist
eine Region, in der viele Urlaub
machen.« 2 <Anat.> Gegend, beson¬
ders der Körperoberfläche 3 in höher¬
en Regionen schweben: [scherzh.]
unrealistisch sein
re|gio|nal —*■ re[gilo|naC <lat.> Adj. n.
stg. 1 örtlich; gebietsweise; auf eine
bestimmte Region beschränkt »Das
Magazin hat einen regionalen Teil.« 2
<Anat.> bestimmte Körpergegend be¬
treffend, Syn.: regionär
Re|gio|na|Ks|mus —* Re|gl|o|na|lis|-
mus: dat» der; - ; Regionalismen
[geh.] a) Bestrebungen zur Wahrung
u. Förderung des Sonderstatus einer
Region b) Besinnung auf die kultu¬
relle Eigenart einer Region
Re|gk>lnal|li|ga —» Re|gi|o|nat|li|ga:
dat.; lat-span» die; - ; -hgen (Sport) 1
(früher) zweithöchste Spielklasse in
unterschiedlichen Sportarten 2 im
Fußball die Spielklasse unterhalb der
zweiten Bundesliga »Sie sind von der
Regionalliga in die Bundesliga auf ge¬
stiegen«
Reloislseur. dat.-fr» /resebissor/ der; -s;
-e weibl. Relgisjseulrin: die; - / -nen
<Theater; Film; Medien) jmd., der für
die Spielleitung u. die Gestaltung der
Aufführung bei Theater, Film od.
Fernsehen verantwortlich ist
Re|gi|ster —> Re|gislter. dat» das; -s; -
1 alphabetisches Namens- od. Sach¬
verzeichnis »Du findest den Titel im
Register unter A.« 2 (Behörde) amtli¬
ches Verzeichnis rechtlicher Verhält¬
nisse 3 (Musik) Orgelpfeifenreihe mit
gleicher Klangfarbe 4 (Musik) be¬
stimmte Tonlage der Stimme 5 a) al¬
tes Register: [ugs.; scherzh.] alte Per¬
son b) langes Register, [ugs.;
scherzh.] großer Person 6 alle Regi¬
ster spielen lassen, ziehen: alle
Möglichkeiten u. Mittel einsetzen »Er
zog alle Register, um ihn zu überre¬
den.«
Re|gj]ster|ton|ne —> Re|gis|terjton|ne:
dat» die; - ; -n (Schiffahrt) Einheit, in
welcher der Rauminhalt u. die Größe
von Schiffen errechnet wird, die 2,83
Kubikmeter beträgt
Re|gl|stra|tor Re|gis]t{ra|torc dat»
der; -s; Registratoren [veralt.] 1 Be¬
amter, der Schriftstücke empfängt,
ordnet u. archiviert 2 Hefter, Ordner
zum Ablegen von Schriftstücken
Re|gi|stra|tur —> Re[gis|t|ra|tui' dal»
die; - ; -en 1 (Behörde) Aufbewah¬
rungsstelle für Akten »Sie arbeitet in
der Registratur.« 2 (Musik) Schaltvor¬
richtung bei Orgel u. Harmonium
re|gi|strig|ren —» re(gis|tjrie|ren: dal»
registrierst; registriertest; hast regi¬
striert 1 a) eintragen; aufzeichnen;
verzeichnen »Alle neugeborenen Kin¬
der werden registriert.« b) bewußt
wahrnehmen »Ich habe registriert,
was du gesagt hast.« 2 (Musik) das Re¬
gister bedienen
Regl.: Abk. Reglement = Vorschrift;
Geschäftsordnung
re|gle|men|tie|ren — re|g|le|men|tie|-
reni dat.-fr» reglementierst; reglemen¬
tiertest; hast reglementiert [geh.]
durch Vorschriften streng regeln
Re|g(ejmen|tie|rung _> Re|g|fe(men(-
tie|runtf dat.-fr» die; - ; -enjgeh.; oft
äFwertl] das strenge Festlegen von
Vorgängen durch Vorschriften
Reg|ler der; -s; - (Kybernetik; Tech¬
nik) Vorrichtung, die den Durchfluß,
den Pegel o. ä. in einer Anlage auf ei¬
nen gewünschten Wert bringt
Reg)lo|sig|keit: die; - ; - Bewegungslo¬
sigkeit; ohne ein Lebenszeichen von
sich zu geben
reg|nen: regnet; regnete; hat geregnet
als flüssiger Niederschlag zur Erde
fallen
reg|ne|risch: Adj. n. stg. nach Regen
aussehend; immer wieder regnend
»Das Wetter ist sehr regnerisch.«
Re|gre8 —> Rejgfress: dat» der; Re¬
gresses; Regresse T (Rechtsw.) auf ei¬
nen Hauptschuldner zurückgreifende
Handlung durch einen ersatzweise
Haftenden 2 (Philosophie) Rück¬
wärtsschreiten von der Wirkung zur
Ursache
Re|greßjan|spruch —> Re|gjressjan|-
spructt dat.; dt» der; -(.e)s;
-ansprüche (Rechtsw.) Anspruch auf
Schadensersatz vom Hauptschuldner
»Er macht seinen Regreßanspruch gel¬
tend.«
Re|gres(st|gn —* Relg|resJsi|on: dat»
die; - ; -en 1 (Med.) Rückbildung von
Tumoren 2 (Psychologie) Abwehrme¬
chanismus mit Rückfall in infantile u.
entwicklungsgeschichtlich ältere Stu¬
fen, um dadurch unerträglichen Si¬
tuationen zu entgehen 3 (Geologie)
Rückgang des Meeres durch Bewe¬
gungen der Erdrinde
re|gres|siv re|g|res)siv. dat»
/regressif/ Adj. n. stg. a) (Med.) zu¬
rückbildend b) (Psychologie) in infan¬
tile u. entwicklungsgeschichtlich älte¬
re Stufen zurückfallend c) (Philoso¬
phie) von der Wirkung zur Ursache
rückwärtsschreitend d) (Rechtsw.) ei¬
nen Regreß betreffend
Re|greB|pfiicht —» Re|gjress|pfticht:
dat.; dt» die; - ; -en “Rechtsw.)
Pflicht, einen Wiedergutmachungsan¬
spruch zu befriedigen
reglsam: Adj. rege; beweglich; aktiv
re|gu|lär: dat» Adj. n. stg. a) den Regeln
gemäß; vorschriftsmäßig; gesetzlich;
erlaubt »Das ist regulär nicht
zulässig!« b) gewöhnlich; üblich »Das
ist der reguläre Preis.«
Re|gu|la|ri|tat dat» die; -; -en [geh.] Ge¬
setzmäßigkeit; Regelmäßigkeit
Re|gu|la|ti|gn: dat» /regulazion/ die; - ;
-en (Med.; Bio.) Steuerung von Stoff¬
wechselabläufen über bestimmte En¬
zyme
Re|gu|la|t<v: dat» /regulatif/ das; -s; -e
[geh.] Regel; Norm
re|gu|)a|tiv: dat» /regulatif/ Adj. n. stg.
1. (Philosophie) die Betrachtung, das
Denken regelnd u. zu Erkenntnissen
leitend 2 (Med.; Bio.) die Regulation
betreffend
R«|gu|la|tor: dat» der; -s; Regulatoren 1
[geh.] Ausgleich herbeiführender Ein¬
fluß 2 (Technik) Steuerungsvorrich¬
tung an Maschinen, Geräten 3 [ver¬
alt.] Pendeluhr
re|gu|l|er]bar: dat.; dt» Adj. n. stg. sich
regulieren, regeln lassend
re|gu|l|e|ren: dat» regulierst; regulier¬
test; hast reguliert 1 regeln; in Ord¬
nung bringen 2 (Technik) regeln; ein¬
stellen 3 (fließende Gewässer) begra¬
digen
Re|gujliejning: dat» die; - ; -en 1 Rege¬
lung »Die Regulierung der Schadens¬
ansprüche liegt in den Händen von
Frau Mustermann.« 2 (Technik)
Steuerung; vorsätzliche Richtungsge-
bung 3 Regelung der Strömungsver¬
hältnisse u. des Wasserstandes von
Gewässern »Durch das öffnen od.
Schließen von Schiebern können die
Strömungen verändert werden.«
Rejgung: die; - ; -en [geh.] 1 Bewegung
2 Gefühlsbewegung; Empfindung
re|gungs|los: Adj. n. stg. bewegungslos;
reglos »Er liegt regungslos da.«
Reh: das;-(e)s; -e weibliches Exemplar
einer zierlichen Hirschart mit kleinem
Geweih
Reha: Kurzw. Rehabilitation
Re|ha|bi|li|ta|ti|ofi: dat» /rehabilitazion/
die; - ; -en 1 a) Wiedereingliederung
von Behinderten in die Gesellschaft,
in das Berufsleben b) Wiedereinglie¬
derung von ehemaligen Strafgefange¬
nen in die Gesellschaft, in das Berufs¬
leben 2 [geh.] Wiederherstellung des
guten Rufs
Re|ha|bi|li]U|ti|ons|kli|nik: dat.; gr.-lat»
/rehabilitazionß-/ die; - ; -en Klinik,
in der verschiedene Maßnahmen zur
Wiederherstellung der körperlichen
u. geistigen Leistungsfähigkeit von
Kranken durchgeführt werden »Nach
der Operation ist er in die RehabUitati-
onsklinik überwiesen worden.«
Re|ha|bi|li|ta|tijons|zen|trum —*. Re|ha|-
bi|li|ta)tiJons|zen|t|nim: dat.; gr.-lat»
/rehabilitazionß-/ das; -s; -Zentren
Zentrum, in dem verschiedene Ma߬
nahmen zur Wiederherstellung der
körperlichen u. geistigen Leistungsfä¬
higkeit von Kranken durchgeführt
werden »Im Rehabilitationszentrum
werden die Patienten auf den Alltag
vorbereitet.«
re|ha|bi|li)tie]ren: dat» rehabilitierst; re¬
habilitiertest; hast/bist rehabilitiert
[geh.] 1 den guten Ruf wiederherstel¬
len 2 jmdn. durch entsprechende
Maßnahmen wieder ins Berufsleben
u. in die Gesellschaft eingliedem
Re]ha|bi|li|tie|rung: dat» die; - ; -en
[geh.] 1 (meist Rechtsw.) Wiederher¬
stellung des guten Rufs »Nach der Re¬
habilitation konnte er an seinen allen
Arbeitsplatz zurück.« 2 berufliche u.
soziale Wiedereingliederung
Re|ha-Kli|nik: Kurzw. die; - ; -en Reha¬
bilitationsklinik = Klinik, in der ver¬
schiedene Maßnahmen zur Wieder-
934
Reihe
hersteltimg der körperlichen u. geisti¬
gen Leistungsfähigkeit von Kranken
durchgefühn werden
Reh|bock: der; -fe)s; -bocke männli¬
ches Reh
Rehjk'rtz: das; -es; -e junges, kleines Reh
Rehjrücken (Reh|rük|ken —> Reh|rii|-
"cken): der; -7; ~ «Kochk.) 1 Gericht
aus dem gebratenen Rücken des Rehs
2 in einer Kastenform gebackener
Schokoladenkuchen
Rej|bach/Reb|bach: <hebr.-jidd> der; -s;
- [ugs.] großer Profit
Rej|be: die; - ; -n [Iandsch.] Küchenge¬
rät, mit dem z. B. Gemüse u. Käse
zerkleinert werden; Raspel
Rei|be|ku|chen: der; -s; - [Iandsch.}
runder, in der Pfanne gebratener Fla¬
den aus Kartoffelteig, Syn.: Kartof¬
felpuffer
Rei]be|laut: der; -(e)s; -e <Sprachwiss.>
Laut, der durch Reibung der Atem¬
luft an Lippen, Zähnen od. Gaumen
entsteht
rei|ben: reibst; rieb(e)st; hast gerieben 1
hin u. her bewegen u. dabei drücken
»Er rieb sich mit einem Handtuch
trocken.« 2 zerkleinern »Parmesan
schmeckt am besten frisch gerieben.«
rei] ben, sich: reibst dich; rieb(e)sl dich;
hast dich gerieben sich an etw. stören
Reijber: der; -s; - [Iandsch.] Küchenge¬
rät, mit dem Gemüse u. Käse zerklei¬
nert wird; Raspel
Rei|be[rei: die; - ;-en (m. PI.) Streiterei;
Meinungsverschiedenheit
Reib|flä[che: die; * ; -n beschichtete Flä¬
che an einer Zündholzschachtel, an
der Zündhölzer angezündet werden
Re||bung: die; ~ ; -en 1 «Physik) Wider¬
stand, den sich zwei berührende Ge¬
genstände entgegensetzen, wenn sie
sich bewegen 2 Entwicklung von
Spannungen im Zusammenleben
zweier od. mehrerer Personen
rej] bungs|los: Adj. reibungsloser; rei¬
bungsloseste ohne Hindernisse, Pro¬
bleme »Die reibungslose Abwicklung
der Geschäfte war uns wichtig.«
Reich: das; -(e)s;-e 1 <Pol.; Geschichte)
Großraum mit einem Reichsober¬
haupt an der Spitze 2 <übertr,> Le¬
bensbereich
reich: Adj. a) begütert; vermögend;
wohlsituiert b) aufwendig; prächtig
»Das neue Buch über die Indianer ist
reich bebildert.« c) üppig; opulent;
reichlich
—> reich bejgüjtert: s. reichbegütert
—* reich gelschmückt: s. reichge¬
schmückt ~
—» reich ver[zjert: s. reichverziert
reich[be|gü|tert —> reich bejgüjtert:
Adj. reicher begütert; am reichsten be¬
gütert reich; wohlhabend; vermögend
rei|chen: reichst; reicktest; hast gereicht
1 genug sein; genügen »Das Essen
reicht für alle.« 2 [oft geh.] darbieten;
übergeben »Reich mir bitte die
Butter!« 3 sich ausdehnen; sich er¬
strecken »Der Schrank reicht bist zur
Tür.« 4 jmdnt. reicht es: [ugs.] die Ge¬
duld ist zu Ende; es ist genug »Es
reicht mir mit deiner ständigen Nörge¬
lei!«
reich|ge|schmückt —» reich gei¬
schmückt: Adj. reicher geschmückt;
am reichsten geschmückt mit viel
Schmuck, Verzierungen o. ä. verse¬
hen
reichjhai|tig: Adj. vielfältig; umfang¬
reich
Re[ch|hal|tig|keit: die; - ; - das Reich¬
haltigsein
reich|lich: Adj. das übliche, notwendige
Maß überschreitend
Reichs|acht: die; ~ ; - <hist.> von einem
Reichshofgericht ausgesprochener
Zustand der Rechtlosigkeit, Ächtung,
die im ganzen Reich galt
Relchs|ad}Ier der; -s; - «hist.) Wappen¬
tier des Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation
Reichs]ap|fel: der; -s; - <hist.> Kugel mit
einem Kreuz darauf als Insignie des
Deutschen Reichs
Reichs|bank: die; ~ ; -en <Bankw.> 1 o.
PI. «hist.) Notenbank in Deutschland
2 Notenbank in bestimmten Ländern
Reichs|frei|herr. der; -(e)n; -en <hist.> 1
niedrigste Stufe des mittelalterlichen
hohen Adels 2 o. PI. Titel eines Ange¬
hörigen der Reichsritterschaft
Reichs|ge|biet: das; -(e)s; -e <hist.> Ge¬
biet des Deutschen Reiches
Reichs|ge|richt: das; -(e)s; -e <Ge¬
schichte; Rechtsw.) 1 <MA> Reichs¬
hofgericht 2 im Römisch-Deutschen
Reich das königliche Hofgericht 3 bis
1945 der Volksgerichtshof als höch¬
stes deutsches Gericht
Reichs|in|si|gni|en —» Reichs|in|si|g|-
ni|en: die; PI. <hist.> Kennzeichen der
Kaiser im Deutschen Reich be¬
stehend aus Reichsapfel, Krone, Zep¬
ter, Schwert
Reichsikanz|ler: der; -s; - <hist.> 1 Amt
des Erzbischofs von Mainz bis 1806 2
1871-1918 vom Kaiser ernannter u.
nur ihm verantwortlicher höchster
Regierungsbeamter u. einziger
Reichsminister 3 in der Weimarer Re¬
publik vom Reichspräsidenten er¬
nannter Leiter der Reichsregierung 4
im Nationalsozialismus wurde das
Amt des Reichskanzlers mit dem des
Reichspräsidenten vereinigt u. von
Hitler übernommen
Re[chs|kri|staM|nacht —» Reichs|kris|-
tall|nacht: die; ~ ; - <hist.> [verhüll.] im
nationalsozialistischen Deutschland
vom 9.-10.11.1938 ausgerufenes Po¬
grom gegen die jüdische Bevölkerung,
bei dem Synagogen in Brand gesteckt
u. jüdische Geschäfte u. Wohnungen
zerstört wurden
Reichs|rat: der; -(e)s; -rate «Ge¬
schichte; Pol.) 1 gesetzbildendes
Staatsorgan in verschiedenen europä¬
ischen Staaten 2 o. PI. im Deutschen
Reich 1919-1934 Vertretung der Län¬
der bei der Gesetzgebung u. der Ver¬
waltung des Reiches 3 o. PI. in Bayern
1818-1918 erste Kammer des Land¬
tags
Reichs|re|gie|rung: die; - ; -en be¬
schichte; PoL> im Deutschen Reich
1919-1945 Kabinett, bestehend aus
Reichskanzler u. Reichsministern,
das Träger der vollziehenden Gewalt
war
Reichs[stän|de: die (PI.) <hist.> im alten
Deutschen Reich bis 1806 reichsun¬
mittelbare geistliche u. weltliche Stän¬
de; Reichsstädte, die einen Sitz u. eine
Stimme im Reichstag hatten
reichs|un|mit|tel|bar: Adj. n. stg. <hist.>
unmittelbar unter königlicher od. kai¬
serlicher od. Reichsverwaltung ste¬
hend
Reichftum: der; -s; -tümer a) o. PI.
Wohlstand; Überfluß »Der Reichtum
der Familie ist unermeßlich.« b) n. PI.
Schätze: Güter »In seinem Leben sam¬
melte er viele Reicktümer an.« c) o. Pi.
Vielfalt; Mannigfaltigkeit; Fülle »Der
Reichtum an Tieren in diesem Gebiet
ist überwältigend.« Ant: <a; b> Armut
mich(verjziert —» reich veijziert Adj.
reicher verziert; am reichsten verziert
mit viel Schmuck, Verzierungen o. ä.
versehen
Reich|wei|te: die; ~ ;-n 1 Entfernung, in
der etw. gegriffen werden kann »Auf
meinem Schreibtisch habe ich alles,
was ich zur Arbeit brauche, in
Reichweite.« 2 <Verkehr> Strecke, die
ein Flugzeug, Auto mit einer Tank¬
füllung zurücklegen kann 3 (Technik)
Entfernung, über die ein Sender emp¬
fangen werden kann 4 «Physik) Strek-
ke, die ein ionisierendes Teilchen in
Materie zurücklegt, bis seine Energie
verbraucht ist
Reif: der; -(e)s; -1 Eiskristalle, die sich
in Bodennähe ablagem; gefrorener
Tau 2 «Jagd) die weißlichen Gams¬
bartspitzen
Reif: der;-(e)s; -e [geh.] Ring; Band
reif. Adj. 1 ausgereift; zur Ernte bereit
»Die Birnen sind bald reif.« 2 ausge-
wachen; groß; erwachsen 3 «übertr.)
lebenserfahren; gesetzt »In reifem Al¬
ter sieht man manches anders.« 4 reif
für etw. sein: [ugs.] etw. dringend
brauchen; etw. nö »Ich bin reif für die
Insel.«
Rei|fe: die; ~ ; - 1 Reifheit; Reifsein 2
Abschluß der körperlichen Entwick¬
lung 3 «übertr.) Lebenserfahrung »Er
hat durch seine Erfahrungen eine inne¬
re Reife erlangt.«
Reijfen: der; -s; - 1 luftgefüllter
Gummischlauch »Der Reifen ist
geplatzt.« 2 Ring aus Metall, Holz,
Plastik 3 einen heiBen Reifen fahren:
[ugs.] mit hohem Tempo fahren
Rel|fen|panjne: die; ~; -n Schaden an ei¬
nem Reifen, der ein Weiterfahren ver¬
hindert
Re^fe|prü(fung: die; - ; -en [veralt.] Ab¬
schlußprüfung an einem Gymnasium,
Syn.; Abitur
Rei|fe|zeug|nis: das; -ses; -se [Veralt.]
Schulabgangszeugnis am Gymna¬
sium, Syn.; Abiturzeugnis
Reifjgiät]te: die; - ; - Straßenglätte
durch gefrorenen Niederschlag in
kleinen Eiskristallen
Reif]heits|grad: der; -(e)s; -e [selten]
momentaner Zustand der Reife, Syn.;
Reifegrad
reif|lich: Adj. n. stg. umfassend; sorgsam
»Deine Kündigung solltest du dir reif¬
lich überlegen.«
Rejfjrock: der; -(e)s; -rocke «hist.) wei¬
ter Frauenrock, der durch Reifen in
Form gehalten wird u. unter einem
weit ausladenden Kleid getragen wird
Reijhe: die; -; -n 1 eine gerade Linie bil¬
dende Gruppe von Gegenständen,
Menschen o. ä. »Bitte bilden Sie eine
Reihe!« 2 größere Menge von etw.
Eine Reihe von Mißgeschicken durch-
935
Reihenfolge
zog unseren Urlaub.« 3 <Math.> aus
Gliedern bestehende Summe, die
nach einem bestimmten Bildungsge¬
setz aufeinanderfolgen 4 <Musik> in
der Zwölftonmusik Reihenfolge von
zwölf chromatischen Tönen, die in ei¬
ner bestimmten Struktur angeordnet
sind S die Reihe ist an jmdm.: jmd. ist
jetzt dran »Ich habe schon alles ver¬
sucht, jetzt ist die Reihe an dir.« 6 in
Reih u. Glied: straff geordnet »Die
Akten liegen in Reih u. Glied.« 7 aus
der Reihe tanzen: [ugs.] sich einer
Norm o. ä. nicht gemäß verhalten
»Er mußte mal wieder aus der Reihe
tanzen u. in einer alten Jeans 2u der
Feier gehen.« 8 a) jmdn., etw. aus der
Reihe bringen: [ugs.] jmdn., etw.
durcbeinanderbringen »Hör auf, du
bringst mich ja total aus der Reihe!« b)
aus der Reihe kommen: [ugs.] durch¬
einanderkommen »Durch die Aufre¬
gung war sie ganz aus der Reihe
gekommen.« 9 etw. auf die Reihe
kriegen, bringen: [ugs.] etw. können;
etw. wieder odnen »Mal sehen, wie ich
das wieder auf die Reihe kriege.« 10 a)
der Reihe nach; nach der Reihe:
nacheinander »Nur Geduld, hier geht
es der Reihe nach!« b) an der Reihe
sein; an die Reihe kommen: (als
nächster) dran sein »Sie sind als näch¬
ster an der Reihe.« 11 außer der
Reihe: dazwischen, zwischendurch
»Könnte ich nicht mal außer der Reihe
drankommen?« 12 a) in einer Reihe
mit jmdm. stehen: gleich wie jmd. im
Rang o. ä. sein »Nach ihrer Heirat
stand sie in einer Reihe mit den oberen
Zehntausend.« b) sich in eine Reihe
mit jmdm. stellen: sich jmdm. gegen¬
über als gleich erachten »Nach seiner
Beförderung stellte er sich in eine Rei¬
he mit den Direktoren.« 13 etw., jmdn.
wieder in die Reihe bringen: [ugs.] a)
etw. wieder in den alten, geordneten
Zustand bringen »Das bring ich schon
wieder in die Reihe.« b) dafür sorgen,
daß jmd. wieder gesund wird 14
(nicht) in der Reihe sein: [ugs.] sich
angeschlagen, kränklich fühlen
»Heute bin ich gar nicht in der Reihe;
ich fühle mich schlecht.« 15 die Reihen
lichten sich: a) immer mehr abneh¬
men, weniger werden » Vielleicht kom¬
men wir jetzt durch, die Reihen lichten
sich allmählich.« b) [verhüll.] immer
mehr Personen aus der eigenen Al¬
tersgruppe versterben »Auf dem letz¬
ten Klassentreffen waren nicht viele
da; die Reihen lichten sich.«
Ref|hen|fol|ge: die; - ; -n festgelegte zeit¬
liche od. räumliche Abfolge von etw.
Rei|hen|un|terjsu|chung: die; - ; -en
<Med.> medizinische Untersuchung
bestimmter Personengruppen
rej|hen|wei|se: Adv. 1 [ugs.] in großen
Mengen; sehr viele »In der Prüfung
fielen sie reihenweise durch.« 2 in ge¬
ordneter Aufstellung; in einer Linie
Rei|her: der; -s; - Schreitvogel mit lan¬
gem Schnabel u. Federbusch am Hin¬
terkopf, lebt an fischreichen Süßwas¬
serseen u. Flüssen
rejjhern: reiherst; reihertest; hast gerei¬
hert [ugs.; derb] sich übergeben; sich
erbrechen
reih|um: Adv. nach einer Reihenfolge;
der Reihe nach »Wir lassen die Ur¬
laubsfotos reihum gehen.«
Rei|hung: die; - ; -en <Kunst> Montage
identischer Bildteile; Aufbau einer
Zeichen- u. Motivfolge
Re|m: der; -(e)s; -e 1 <Literaturwiss.;
Sprachwiss.> gleichklingender Aus¬
laut bei verschiedenen Wörtern »Er
hört am liebsten Schlager mit Herz¬
Schmerz-Reimen.« 2 [ugs.] a) sich ei¬
nen Reim auf etw. machen: sich etw.
denken können; etw. daraus schließen
können »Ich weiß zwar nicht ganz ge¬
nau, was geschehen ist, aber ich kann
mir meinen Reim darauf machen.« b)
sich keinen Reim auf etw. machen
können: sich bei etw. nichts denken
können; etw. nicht verstehen können
»Ich weiß zwar genau, was geschehen
ist, aber ich kann mir beim besten Wil¬
len keinen Reim darauf machen.«
Reim|art die; - ; -en <Literaturwiss.;
Sprachwiss.> bestimmte Form eines
Reims
rei|men: reimst; reimtest; hast gereimt
Reime formen; Verse schmieden; im
Auslaut gleich klingende Worte od.
in gebundener Spache sprechen
rei]men, sich: reimt sich; reimte sich;
hat sich gereimt im Auslaut gleich
klingen »Herz reimt sich auf
Schmerz.«
reim|los: Adj. n. stg. <Literaturwiss.>
ohne Reim
Reimp.: Abk. <Handel; Wirt.) Reimport
= Wiedereinfuhr
Rejm|sche|ma: <Literaturwiss.;
Sprachwiss.) das; -s; -Schemen u. -ta
Regelmäßigkeit, nach der Reime auf¬
gebaut sind, Syn.: Versmaß
Reim|schmied: der; -(e)s; -e [meist ab¬
wert.] jmd., der Reime verfaßt
Reim|wort: das; -(e)s; -Wörter <Litera-
turwiss.; Sprachwiss.) Wort, meist am
Ende einer Gedichtszeile, auf das sich
ein anderes Wort reimt
rein: I Adj. 1 pur; unvermischt »Am lieb¬
sten ist mir reiner Bienenhonig.« 2 sau¬
ber; makellos »Lege bitte ein reines
Tischtuch auf!« 3 <übertr.> unbeschol¬
ten; ohne Schuld »Ich kann mit reinem
Gewissen sagen, daß ich alles getan ha¬
be, was ich konnte.« 4 [ugs.] völlig
»Das ist reiner Blödsinn.« II Adv. 1 nur
»Ich fahre aus rein praktischen Grün¬
den mit dem Auto.« 2 überhaupt; völ¬
lig »Davon halte ich rein gar nichts.«
II11 mit jmdm., etw. .ins reine kom¬
men —5. mit jmdm., etw. ins Reine
kommen: Probleme, die man mit
jmdm., etw. hat, aufklären 2 etw. ins
reine bringen —» etw. ins Reine
bringen: etw, regeln, ordnen »Erst
mußt du deine Angelegenheiten ins rei¬
ne bringen.« 3 etw. ins reine schrei¬
ben —» etw. ins Reine schreiben:
etw. fehlerlos, ordentlich nochmals
schreiben »Ich muß den Entwurf noch
ins reine schreiben.« 4 mit sich ins rei¬
ne kommen —» mit sich ins Reine
kommen: sich über etw. klar werden
»Um mit sich ins reine zu kommen,
fuhr sie erst einmal ein paar Tage aufs
Land.«
—» rein le||nen: s. reinleinen
—* rein sei|den: s. reinseiden
—> rejn siljbern: s. reinsilbern
—*■ rein wajschen: s. reinwaschen
rein|bei|ßen: beißt rein; bissest rein; hast
reingebissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss«— [ugs.] hineinbeißen
»Sie beißt herzhaft in die Wurst rein,
weil sie Hunger hat.«
rein|but|tem: butterst rein; buttertest
rein; hast reingebuttert [ugs.] Geld,
Arbeit in etw. investieren »Er hat viel
in den Laden reingebuttert.«
Rein|ein|nah|me: die; - ; -n <Wirt.> Ge¬
winn, Ertrag nach allen Abzügen,
Nettoertrag »Die Reineinnahme war
nicht hoch.« Syn.; Reinerlös
Rei|ne|ma|che|frau: die; - ; -en [ugs.]
Frau, die Gebäude u. Raune reinigt,
Syn.; Putzfrau; Raumpflegerin
Rein|eijlös: der; -es; -e <Wirt.> Gewinn,
Ertrag nach allen Abzügen, Syn.;
Reineinnahme, der Nettobetrag
Rein|eijtrag: der; -(e)s; -ertrage <Wirt.>
Gewinn, Ertrag nach allen Abzügen,
Syn.: Reinerlös, der Nettobetrag
Rei|net|te: </r-> /ränette/ die; - ; -n Ap¬
felsorte mit süßlich-saurem Ge¬
schmack, z. B. Cox Orange, Syn.; Re¬
nette
nej|ne|weg: Adv. [ugs.] 1 schlichtweg
»Sein Verhalten ist reineweg
ungeheuerlich.« 2 völlig; gänzlich »Sie
ist reineweg pleite.«
Reinjfall: der; -(e)s; -fälle [ugs.] etw.,
was nicht geklappt hat »Die Party
war ein Reinfall!« Syn.; Enttäu¬
schung; Mißerfolg
re|in|fi|zie|ren, sich: <lat.> reinfizierst
dich; reinfiziertest dich; hast dich rein-
fiziert <Med.) sich mit dem gleichen
Krankheitserreger erneut anstecken
Rem|ge)wicht: das; -(e)s;-e Gewicht ei¬
nes Gegenstands ohne Verpackung o.
ä., Syn.: Nettogewicht
Rein|ge|winn: der;-(e)s;-e Gewinn, Er¬
trag nach allen Abzügen, Syn.: Rein¬
erlös
Rein|hal]tung: die; - ; -en vor Ver¬
schmutzung, Vermischung bewahren
»Die Reinhaltung der Gewässer ist das
Zieljedes Umweltschützers.«
rein[hän|gen, sich: hängst dich rein; hin-
g(e)st dich rein; hast dich reingehängt
[ugs.] seine ganze Zeit, Energie in etw.
stecken
Rein|heit: die; - ; - Zustand des Rein¬
seins, einer gründlichen Sauberkeit
Re|n|heits|ge|bot: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> von Herzog Wilhelm IV.
1516 in Bayern erlassenes Gesetz, das
zum Brauen von Bier nur die Verwen¬
dung von Gerstenmalz, Hopfen,
Wasser u. Hefe zuläßt
rein|hö|ren: hörst rein; hörtest rein; hast
reingehört [ugs.] sich etw. nur stellen¬
weise anhören
rein|hö|ren, sich: hörst dich rein; hörtest
dich rein; hast dich reingehört [ugs.]
etw. durch Anhören kennenlemen
Fei|ni|gen: reinigst; reinigtest; hast gerei¬
nigt saubermachen; säubern; vom
Schmutz befreien
Rei)ni|ger: der; -s; - chemisches Mittel
zum Saubermachen, Syn.: Putzmittel
Redni(gung: die; - ; -en 1 (PI. s.) das
Reinigen 2 Geschäft, das Kleidung
od. Teppiche chemisch reinigt
Re|in|kar|na|ti|on: dat.v /re-inkamazipn/
I die; - ; -en (im Buddhismus) Wieder¬
936
Reisezug
gebürt der unsterblichen Seele in ei¬
nem neuen Körper
Rein|kul|tur: die; - -en 1 <Landwirt.>
Anbau einer einzigen Pflanzenart auf
einer Fläche; Monokultur 2 <Bio.>
künstliche Züchtung einer einheitli¬
chen Bakterienart 3 in Reinkultur
nicht zu übertreffen; nicht mehr stei¬
gerungsfähig
re]n|lei|nen —> auch rein lei|nen: Adj. n.
stg. aus reinem Leinen bestehend
reinjllch: Adj. auf Sauberkeit u. Hygiene
achtend »Katzen sind sehr reinliche
Tiere.«
Rein|lich|keit: die; ~; - das Reinlichsein;
das Bedürfnis alles sauber haben zu
müssen
Rein|ma|che|frau: die; - ; -en [ugs.]
Frau, die Gebäude u. Räume reinigt,
Syn.: Putzfrau; Raumpflegerin
iein]rasjsig: Adj. n. stg. <Bio.; Zoob auf
"eine Rasse zurückgehend
rein|reijten: reitest rein; ritt(e)st rein;
hast/bist reingeritten 1 [ugs.] hinein-,
bereinreiten 2 [ugs.] jmdn. (ohne des¬
sen Zutun) in eine mißliche Lage brin¬
gen »Durch sein loses Plappermaul
hatte er seinen Freund in die peinliche
Situation reingeritten.«
Rgin|schrift: die; ~ ; -en ordentliche, feh¬
lerfreie Abschrift
rein]sei|den —> auch rein seijcten: Adj.
n. stg. aus reiner Seide bestehend
rein|sil|bern —» auch rein sil|bern: Adj.
n. stg. aus reinem Silber bestehend
Re[in|te|gra|ti[gn —* Re|infte|g|ra|ti|gn;
<lat.> /re-integrazion/ die; - ; -en <So-
ziol.> Wiedereingliederung in die Ge¬
sellschaft »Die Reintegration von
Straftätern mit langen Haftstrafen ist
zumeist recht schwierig.«
Re|n|ver(lust: der; -(ejs; -e <WirU Ver¬
lust nach Abzug aller noch zu erwar¬
tenden Zahlungen, Syn.: Nettoverlust
re|in(ve|st|s|ren —> re|in|vesthe|ren:
Uat.> /re-inwestiren/ reinvestierst;
reinvestiertest; hast reinvestiert
<Bankw.; Wirt.> freiwerdende Kapi¬
talbeträge erneut anlegen
Re|in|ve|sti|tion —* Re|in|ves(ti|ti|on:
<lat.> /re-inwestizion/ die; - ; -en
<Bankw.; Wirt.> Wiederanlage freige¬
wordener Kapitalbeträge; erneutes
Investieren
rgin|wa|schen —*■ auch rein Wischern
wäschst rein; wusch (e) st rein; hast
reingewaschen —*auch hast rein
gewaschen<— von einem Vorwurf,
Verdacht frei machen
rein|weg: Adv. [ugs.] 1 schlichtweg 2
völlig; gänzlich
rein|wür|gen: würgst rein; würgtest rein;
hast reingewürgt [ugs.] hineinwürgen;
mit Widerwillen etw. essen 2 jmdm.
eine, eins reinwürgen: [derb] jmdn.
(aus Rache) schädigen
Rein|zucht: die; - ; -en 1 <Zool.> Zucht
reinrassiger Tiere 2 <Bio.> Paarung in¬
nerhalb einer Art
Reis: tgr.-lal.> der; -es; - u. (Sorten) -e
a) tropisches Süßgras, das kurze,
kleine, längliche Früchte trägt b) aus
der Reispflanze gewonnenes Nah¬
rungsmittel »Ich werde Reis zu der
Fleischpfanne kochen.«
Reis: das; -es; -er 1 [geh.] dünner Zweig
2 Zweig, Ast, mit dem ein Baum ver¬
edelt wird
Rei|se: die; - ; -n 1 Fahrt zu einem wei¬
ter entfernt liegenden Ort »Die Reise
geht nach Italien.« 2 auf Reisen sein:
verreist sein »Ich bin den ganzen Som¬
mer auf Reisen.« 3 sich auf die Reise
machen; auf Reisen gehen: eine Rei¬
se antreten; verreisen 4 seine, die
letzte Reise antreten: [verhüll.] ster¬
ben »Niemand weiß, wann er seine
letzte Reise antreten muß.«
Rei|se[an[den|ken: das; -s; - von einer
Reise mitgebrachtes Souvenir; Ge¬
genstand, der an die Reise erinnert
»Auf dem Regal verstauben die Reise¬
andenken aus Italien.«
Rei[se(apo[the|ke —> Rei[se|a|po|the|-
ke: die; - ; -n Zusammenstellung der
wichtigsten Medikamente, die man
auf einer Reise braucht
Rei|se|be|glei|ter. der; -s; - weibl. Hfiil-
sejbe|glei[te|rin: die; -; -nen 1 Betreu¬
er, der Personen, vor allem Reise¬
gruppen, auf ihrer Fahrt begleitet, die
Organisation übernimmt u. für Infor¬
mationen bereitsteht 2 jmd., der zu
dem gleichen Ort reist u. einen auf der
Reise begleitet
Rei]se|be|kannt|schaft: die; - ,--e«jmd.,
den man auf einer Reise kennenge¬
lernt hat »Ich telefoniere noch gele¬
gentlich mit meiner Reisebekannt¬
schaft.«
Re]|se|be|richt: der; - (e)s; -e a) persön¬
liche Aufzeichnungen, Tagebuch ei¬
ner Reise b) <Literaturwiss.> literari¬
sche Schilderung einer Reise, manch¬
mal mit fiktiven Teilen versehen,
Syn.: Reisebeschreibung »Heinrich
Böll hat eindrucksvolle Reiseberichte
über Irland geschrieben.«
Rei|se|bti|ro: das; -s; -s <Handel> Ge¬
schäft, das Reisen verschiedener Ver¬
anstalter vermittelt, Flüge bucht,
Bahnfahrkarten verkauft, über Ur¬
laubsziele berät u. ä.
Rei|se|bus: der; -ses; -se für lange
Fahrtstrecken besonders komforta¬
bel ausgestatteter Bus »Der Reisebus
hat eine Klimaanlage.«
rei|se|feiitig: Adj. n. stg. zur Abreise be¬
reit
Rei|se|fie|ber: das; -s; - [ugs.] Aufregung
vor einer Reise; Vorfreude auf den
Urlaub
Rei|se|füh|rer: der; -s; - 1 Buch, das
über ein Reiseziel informiert 2 jmd.,
der Reisegruppen führt
Rei|se|ge|päck: das; -fe)s; - Gepäck,
das man auf einer Reise dabei hat
»Das Reisegepäck kann gegen Verlust
versichert werden.«
Rej]se|ge|sell|schaft: die; - ; -en 1 Per¬
sonengruppe, die gemeinsam eine
Reise (eines Reiseveranstalters) un¬
ternimmt 2 o. PI. Begleitung auf einer
Fahrt, einer Reise
Rej|se|ge|wer[be: das; -s; - ortsunge¬
bunden ausgeübtes Gewerbe, z. B.
Schaustellerbetriebe
Rei|se)grup|pe: die; ~ ; -n Personen¬
gruppe, die gemeinsam eine Reise (ei¬
nes Reiseveranstalters) unternimmt
Re]jse|ko|sten —> Rei|se|kos|ten: die
(PI.) auf einer Reise entstehende Ko¬
sten für Fahrt, Unterkunft, Verpfle¬
gung usw.
Rejjse|krank|heit: die; - ; -en <Med.>
Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrü¬
che u. Kopfschmerzen bei Flug-,
Schiffs-, Bahn- od. Autoreisen
Reifse[lei[ter. der; -s; - weibl. Rei|se|-
lei|terin: die; - ; -nen jmd., der eine
Reisegruppe begleitet u. betreut, den
Reiseveranstalter vor Ort vertritt, or¬
ganisiert u. informiert
rei|se|lu|stig —» rei|se|lus|tig: Adj. vol¬
ler Reiselust »Sie ist ein reiselustiger
Mensch.«
rei|sen: reist; reistest; bist gereist eine
Reise unternehmen
Rei{sen|de: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Reisender; eine
Reisende; zwei Reisende) 1 jmd., der
auf einer Reise ist »Die Reisenden
warteten auf das Eintreffen des
Zuges.« 2 Reisende soll man nicht
aufhalten: wenn jmd. gehen will, soll
man ihn nicht daran hindern
Rei|se|ne|ces|saire —> auch Reijse)-
nes|ses|sär: das; -s; -s [geh.] kleines
Etui für Nagelschere, Pinzette u. Feile
Rei|se|om|ni|bus: der; -ses; -se für lange
Fahrtstrecken besonders komforta¬
bel ausgestatteter Bus
Rei|se|paB —» Re]|se|pass: der; -pas-
ses; -pässe amtliches Ausweisdoku¬
ment mit Lichtbild, Angaben zur Per¬
son u. Unterschrift, das zur Einreise
in bestimmte Länder nötig ist
Rej|s»jplan: der; -(e)s; -plane (m. PI.)
Absicht zu Verreisen
Rei[se|pro)spekt —» Rej|se|pro|s|pekt
der; (e)s; -e Katalog eines Reisever¬
anstalters, der über Reiseziele u. Ho¬
tels informiert
Rei|se|projvi|ant: der; -(e)s; - Verpfle¬
gung für eine Reise
Rei|aer|be|sen: der; -s; - Besen aus Rei¬
sig, aus dünnen, flexiblen, getrockne¬
ten Ästchen, Syn.: Reisigbesen
Rei|se|rei: die; - ; -en [ugs.] dauerndes,
häufiges Reisen
Rej|se|rou(te: die; - ; -n Strecke einer
Reise
Rei|se|ruf: der;-(e)s; -e dringende Auf¬
forderung per Radio an Reisende,
sich z. B. bei Angehörigen zu melden
Re||se|acheck: der; -(e)s; -s <Bankw.>
internationales Zahlungsmittel, das
von Reisenden bei bestimmten Ban¬
ken eingelöst werden kann
Rei|se|schil|de|ning: die; - ; -en a) per¬
sönliche Aufzeichnungen, Tagebuch
einer Reise b) <Literaturwiss.> literari¬
sche Schilderung einer Reise, manch¬
mal mit fiktiven Teilen versehen,
Syn.: Reisebeschreibung
Rej|se|ta[8che: die.' - : -« große Tasche
für die Reise
Rei|se[ver|an|stal[ton der; -s; - Anbie¬
ter u. Organisator von Pauschalreisen
Rgi|8e[ver|kehr: der; -(e)s; - hohes Ver¬
kehrsaufkommen durch Reisende,
Urlauber
Rei|se[vor[be|reittung: die; - ; -en (m.
PI.) Vorkehrungen, die für eine Reise
od. Uriaubsfahrt zu treffen sind
Rei|se(wecker (Reijsefwekfker—*■ Rei|-
sefwe|cke>): der; -s; - handliche Uhr
mit Weckfunktion für die Reise
Rei[se|zeit: die; - ; -en Zeit, in der viele
verreisen, Syn.: Urlaubszeit
Re](se|ziel: das; -(e)s; -e Ort, Gebiet, zu
dem eine Reise führt
Rei[se|zug: der; -(ejs; -züge Eisenbahn¬
zug, der bestimmte Urlaubsziele di-
937
Reisfeld
rekt anfährt, auch als Autoreisezug
mit Pkw-Beförderung
Rejsffeld: das; -(e)s; -er (Landwirt.)
Anbaufläche für Reis
Rej|sig: das;-(e)s; - trockene Zweige ei¬
nes Baumes od. Strauches »Der Rei¬
sig wird getrocknet zu einem Besen zu¬
sammengebunden.«
ie||sig: Adj. n. stg. a) <MA> schwerbe¬
waffnet (Reiter) b) [veralt.] streitbar
Rei|sig|bün|del: das; -s; - gebündelte
trockene Zweige »Die alte Frau trug
den Reisigbündel auf ihrem Rücken.«
Reis|mehl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
zu Mehl zerriebene Reiskörner
Rejs|pa|pier: das; -(e)s; -e aus Reis¬
stroh hergestelltes Papier, das sich
vor allem für Tuschmalerei eignet,
Syn.: Japanpapier; Chinapapier
Reis|rand: der; -(e)s; -ränder (Kochk.)
Ring aus Reis um ein Fleischgericht
»Das Hühnerragout wird im Reisrand
serviert.«
Rejßjblei: das;-(e)s; - (Kunst) Graphit¬
stift zum Zeichnen u. Entwerfen
Rei8|brett: das; -(e)s; -er großes Brett,
das als ebene, glatte Unterlage für
technische Zeichnungen verwendet
wird »Der Architekt macht einen Ent¬
wurfauf dem Reißbrett.«
RejB|brett|stift: der; -(e)s: -e Reißnagel
zum Befestigen von Papier auf dem
Reißbrett
Reis|schnaps: der; -es; -schnapse
Branntwein aus Reismaische, Syn.:
Arrak _
Reißen: das; -s; -1 <Sport> Übung beim
Gewichtheben 2 [ugs.J starke, rheu¬
matische Schmerzen in den Gliedern
»Jedes Jahr im Herbst spürte er das
Reißen in den Gliedern stärker.«
reißen: reißt; rissest; hast gerissen
—>alle Vergangenheitsformen mit
ss<— 1 ruckartig ziehen; etw. mit
Kraft zerteilen, indem man es ausein¬
anderzieht; zerreißen »Ich habe das
Foto in Stücke gerissen.« 2 (bei Tie¬
ren) fangen u. (mit den Zähnen) töten
»Der Fuchs hat ein Huhn gerissen.« 3
etw. an sich reiBen: von etw. (gewalt¬
sam) Besitz ergreifen 4 einen Witz
reiBen: einen Scherz machen 5 sich
um etw. reiBen: etw. unbedingt haben
wollen 6 hin u. her gerissen sein:
<übertr.> sich nicht entscheiden kön¬
nen
reißend: Adj. n. stg. 1 wild, brausend,
brandend »Das Kanu versank in den
reißenden Fluten.« 2 reißenden Ab¬
satz finden: [ugs.] schnell u. viel ver¬
kauft werden »Ventilatorenfinden bei
der Hitze reißenden Absatz.«
Reißer: der; -s; ~ [ugs.; oft abwert.]
spannungsreiches, spektakuläres
Theaterstück, Film, Buch, das mehr
auf Wirkung als auf künstlerische
Qualität zielt
rei|Be|risch: Adj. n. stg. [abwert.] auf
schnelle, oberflächliche Wirkung zie¬
lend »Die reißerischen Artikel sind das
Markenzeichen der Regenbogen¬
presse.«
reiB|fest: Adj. n. stg. <meist Textib nicht
zerreißbar »Beim Klettern braucht
man reißfeste Seile.«
Reiß|fe|stig|keit —> Reiß|fes(tig|keit
die; -; - Eigenschaft, nicht durch Rei¬
ßen zerstörbar, sehr widerstandsfähig
zu sein »Die Reißfestigkeit von Kunst¬
stoffseilen muß genauso überprüft wer¬
den wie bei Half seilen.«
Reiß|lei|ne: die; - ; -n Leine, durch die
mittels Zug der Fallschirm ausgelöst
wird »Er zog die Reißleine u. der Fall¬
schirm öffnete sich.«
ReiB|na|del: die; - ; -n <Kunst> Stahlna¬
del zum Zeichnen u. Entwerfen
ReiB|na|gel: der; -s; - ; -nägel Nagel mit
kurzem Dorn u. flachem, runden
Kopf zum Befestigen von Papier an
Wänden
ReiB|ver|schluB —> Reiß|ver|schluss:
der; -Verschlusses; -Verschlüsse Ver¬
schluß von Kleidung, Taschen, Zelten
usw., bei dem zwei Zahnreihen durch
einen Schieber ineinander geschoben
werden
Reiß|wolf: der; -(e)s; -wölfe Gerät zum
Zerkleinern von Papier od. Stoff »Die
geheimen Dokumente wurden im Rei߬
wolf vernichtet.«
RejB|zahn: der; -(e)s; -zähne großer,
scharfer Zahn bei Raubtieren
ReiB|zeug: das; -s; - Geräte für das tech¬
nische Zeichnen, wie z. B. Rei߬
schiene, Reißnagel, Reißbrett u. ä.
ReiB|zir]kel: der; -s; - Gerät zum tech¬
nischen Zeichnen, mit dem Kreise u.
kreisförmige Darstellungen gezeich¬
netwerden
Reiß[zwecke (Reiß|zwek|ke —> Reiß|-
zwe|cke): die; -; -n Nagel mit kurzem
Dorn u. flachem, rundem Kopf zum
Befestigen von Papier an Wänden
Re|s|wein: der; -(e)s; -e Wein aus mit
Hefe vergorenem Reis, der häufig
warm getrunken wird
Reitjbahn: die; - ; -en <Sport> zum Rei¬
ten genutzter großer Platz im Freien
od. in einer Halle
teilten: reitest; ritt(e)st; bist/hast gerit¬
ten 1 sich auf dem Rücken eines Reit¬
tieres fortbewegen 2 <übertr.> von etw.
besessen sein »Ihn muß der Teufel ge¬
ritten haben, als er sich nach dem zehn¬
ten Bier hinter das Steuer seines Autos
setzte.«
nei|ten, sich: reitest dir; ritt (e) st dir;
hast dir geritten 1 sich auf eine Art u.
Weise reiten lassen »Auf Asphalt rei¬
tet es sich schlecht.« 2 sich durch Rei¬
ten zuziehen
Rei|ter: der; -s; - weibl. Rejjtejrin: die;
- ; -nen 1 jmd., der sich mit einem
Reittier fortbewegt »Dieser Weg ist
für Reiter reserviert.« 2 nur männl.
Form Markierungszeichen für Kartei¬
karten 3 nur männl. Form Laufge¬
wicht an Präzisionswaagen 4 nur
männl. Form [ugs.] mobile Werbetafel
Rei|terjan|griff: der; -(e)s; -e <Milit.;
hist.> Angriff der berittenen Soldaten,
der Kavallerie
Rei|te|rei: die; - ; -en 1 <Milit.; hist.) die
berittenen Soldaten, die Kavallerie 2
o. PI. [ugs.] das Ausüben des Reitens
»Du immer mit deiner Reiterei.«
re||ter[los: Adj. n. stg. ohne Reiter »Das
Pferd kam reiterlos zum Stall zurück.«
Rej|ter|re|gi|ment: das; -(e)s; -er <Milit.;
hist.) Regiment berittener Soldaten;
Einheit der Kavallerie
Re||ters|mann: der; -(e)s; -männer u.
-leute [veralt.] Reiter; männlicher Rei¬
ter
Reijter|stand|bild: das; -(e)s; -er Statue
eines Reiters auf einem Pferd (zumeist
in Bronze o. ä. Gußtechnik)
Reitpferd: das; -(e)s; -e zum Reiten ge¬
eignetes Pferd
Reit|tur]nien das; -(e)s; -e <Sport> Wett¬
bewerb im Reiten
Reit|weg: der; -(e)s; -e zum Reiten ge¬
eigneter u. freigegebener Weg
Rgjz: der; -es; -e 1 <Physiologie> Prozeß,
der im Organismus auf Empfangsein¬
richtungen wirkt (z. B. auf die Sinnes¬
organe) u. bei Überschreiten einer be¬
stimmten Reizschwelle eine Reaktion
auslöst 2 <Psychologie> Vorgang, der
den psychischen Zustand eines Orga¬
nismus verändert 3 anziehende Wir¬
kung
re]z|baR Adj. leicht zu erzürnen »Ärgere
ihn heute nicht, er ist sehr reizbar!«
Reiz|bar|keit: die; - ; - Charaktereigen¬
schaft von jmdm., der leicht erregbar
ist od. schnell wütend wird
re]|zen: reizt; reiztest; hast gereizt 1 er¬
zürnen, wütend machen »Hunde soll
man nicht reizen.« 2 auf den Organis¬
mus schädigend einwirken »Der
Qualm reizt die Atemwege.« 3 eine
große Anziehung auf jmdn. ausüben
»Das neue Projekt reizt ihn sehr.« 4 im
Kartenspiel durch das Nennen be¬
stimmter Werte die Gegner überbie¬
ten, um das Spiel bestimmen zu kön¬
nen »Beim Skat reizt er sehr hoch.« 5
<Jagd> durch Lockrufe anziehen
reißend: Adj. a) entzückend; bezau¬
bernd »Die kleinen Kätzchen sehen
reizend aus.« b) in der Art, andere
Personen zu behandeln, sehr nett,
freundlich »Er war reizend zu mir.«
Reizfgas: das; -es; -e Gas, das die Au¬
gen u. Atemwege reizt
Reiz|kli[ma: das; -s; -s u. -te Klima im
Gebirge u. am Meer, das auf den Or¬
ganismus stimulierend wirkt
Reiz|kör|per: der; -s; - (Med.) stark rei¬
zende Substanz, die innerlich od. äu¬
ßerlich angewendet heilend wirkt
reiz|los: Adj. ohne jeden Reiz; fade; un¬
interessant
Rgiz|schwel|le: die; ~ ; -n (Physiologie)
geringste Reizintensität, die bei den
Empfangseinrichtungen des Organis¬
mus (z. B. bei den Sinnesorganen)
eine Empfindung auslöst
Reizstoff: der; -(e)s; -e <Med.) a) stark
reizende Substanz, die innerlich od.
äußerlich angewendet, heilend wirkt;
Reizkörper b) Substanz, die auf den
Organismus (vor allem auf die Au¬
gen, Atemwege u. Schleimhäute)
schädigend wirkt
Reiz|iiberjflu|tung —* Reiz|ü|ber|flu|-
tung: die; - ; -en (Psychologie) in gro¬
ßer Menge auf den Menschen ein wir¬
kende Ümweltreize »Die ständige
Reizüberflutung führt zu einer selekti¬
ven Wahrnehmung.«
Reißung: die; - ; -en 1 das Reizen; der
Reiz 2 <Me<d.> Reaktion des Organis¬
mus auf einen schädigenden Reiz;
leichte Entzündungserscheinung
reiz|voll: Adj. a) anregend; interessant
»Sie gaben ihm eine reizvolle neue
Aufgabe.« b) attraktiv; schön »Die
Landschaft um den Chiemsee ist sehr
reizvoll.«
938
Rektum
Re]z|wä|sche: die; - ; - Unterwäsche,
die durch die Betonung bestimmter
Körperpartien erotische Gefühle aus¬
lösen soll
Rejz|wort: das; -(e)s; -Wörter 1 Thema,
über das viele Diskussionen geführt
werden »Das Tempolimit ist für viele
Autofahrer ein Reizwort.« 2 Psycho¬
logie) Wort, auf das eine Versuchs¬
person mit einer Reaktion antwortet
Re|ka|pi|tu|la|ti|on: dato /rekapitula-
zion/ die; - ; -en [geh.] a) das Zusam¬
menfassen; das Wiederholen b) die
zusammengefaßten Punkte
re|ka|pi|tu|lie|ren: <lat.> rekapitulierst;
rekapituliertest; hast rekapituliert
[geh.] etw. Gesagtes, Gehörtes wie¬
derholen, zusammenfassen
rejkeln, sich: rekelst dich; rekeltest dich;
hast dich gerekelt [ugs.] sich recken u.
strecken; seinen Körper dehnen,
Syn.: räkeln, sich
Rekl.: Abk. 1 Reklamation = Bean¬
standung wegen Mangels 2 Reklame
= Werbung
Re|kla|ma|ti|on —*■ Re|k|la|ma|ti|on:
dato /reklamazion/ die; - ; -en Bean¬
standung von Mängeln an Waren,
Dienstleistungen u. ä.
Re|kla|me —» Re|k|la|me: dat.-fro die;
- ; -n Werbung »Sie macht jetzt Re¬
klame für Di'ätmittel.«
Re|kla]me|feld|zug —*■ Re|k|la|me|feld|-
zug: der; -(e)s; -feldzüge umfangrei¬
che Werbeaktion, Werbekampagne
für etw.
Re|kla|me|flä|che —» Re|k|la|me|flä|-
che; die; -; -n Fläche, auf der mit Pla¬
katen o. ä. geworben wird, z. B. Pla¬
katwände od. Litfaßsäule
re|kla|me|haft —* re|k|la|me|haft: Adj.
n. stg. [oft abwert.] wie in der Re¬
klame; wie eine Reklame »Ich mag es
nicht, wie er seine Vorzüge reklame¬
haft anpreist.«
Re|kla|me|ma|che|rei —* Re|k|la|me|-
ma|che|rei; die; - ; - [ugs.; abwert.]
aufdringliche Werbung
Re|kla|me|trom|mel —» Re|k|la|me|-
trom|mel: die; - ; -n 1 Werbetrommel
2 die Reklametrommel rühren,
schlagen: für etw. Werbung machen
re|kla|mje|ren —* re|k|la|mie|ren: dato
reklamierst; reklamiertest; hast rekla¬
miert 1 etw. für sich beanspruchen
»Er reklamiert für sich, der schnellste
Gitarrist zu sein.« 2 wegen Mängeln
o. ä. beanstanden; sich beschweren
Re|kom|man|da|ti|on: dat.-fro /rekom-
mandazion/ die; - ; -en 1 [österr.] Ein¬
schreiben; gegen Quittung versicherte
Postsendung 2 [geh.; veralt.] Empfeh¬
lung
re|kom|man|die|ren: dat.-fr.> rekom-
mandierst; rekommandiertest; hast
rekommandiert 1 [österr.] per Ein¬
schreiben schicken 2 [österr.] (sich)
empfehlen
Re|kom|pen|sajti|gn: dato /rekompen-
sazign/ die; - ; -en <Wirt.> finanzieller
Ausgleich für einen entstandenen ma¬
teriellen Schaden od. Verlust
re|kom|pen|sie|ren: dato rekompen-
sierst; ^kompensiertest; hast rekom-
pensiert 1 <Wirt> einen entstandenen
materiellen Schaden od. Verlust aus¬
gleichen
re|kon|stni||eribar —» re|kon|s|t|ru|ier|-
bar: dat.-fro Adj. n. stg. wiederher¬
stellbar
re|kon|stru|ie|ren —» rejkon|s|t|ru[je|-
ren; dat.-fro rekonstruierst; rekon¬
struiertest; hast rekonstruiert 1 etw.,
das zerstört ist, dem Original gleich
nachbilden »Teile des antiken Palas¬
tes von Knossos wurden rekonstru¬
iert.« 2 vergangenes Geschehen nach¬
gestalten »Die Polizei versuchte, den
Tathergang zu rekonstruieren.«
Re|kon|stru|je]ning —* Re|kon|s|t|ru|-
[ejrung: dat.-fro die; * ; -en 1 a) Wie¬
derherstellen, Wiederaufbauen von
etw. b) Nachbildung von etw. 2 Nach¬
stellen eines vergangenen Geschehens
Re|kon|struk|ti|on —» Re|kon|s|t|ruk|ti|-
on; dat.-fro /rekonßtrukzion/ die; - ;
-en 1 a) Wiederherstellen, Wiederauf¬
bauen von etw. b) Nachbildung von
etw. 2 Nachstellen eines vergangenen
Geschehens
re|kon|va|les|zent: dato /rekonwaleß-
zent/ Adj. «7 stg. <Med.> sich in der
Genesung befindend
Re|kon|va|les|zenz: dato /rekonwaieß-
zenz/ die; - ; -en <Med.> Ausklingen
einer Erkrankung u. Wiedererlan¬
gung der Gesundheit, Syn.: Genesung
re|kon|va|tes|zfe|ren: dato /rekonwaleß-
ziren/ rekonvalesziert; rekonvaleszier-
ie; hat rekonvalesziert <Med.> sich im
Prozeß der Genesung befinden; gene¬
sen
Re|kord: dat.-fr.-englo der; -(e)s; -e 1
<Sport> Höchst-, Spitzenleistung
»Diese Zeit ist der Rekord im 100-Me¬
ter-Lauf.« 2 einen Rekord aufstellen:
eine Leistung bringen, wie sie noch
nie vorher dagewesen ist »Er stellte ei¬
nen Rekord im 100-Meter-Lauf auf.«
3 einen Rekord brechen: eine früher
erreichte Bestleistung übertreffen »Er
brach den Rekord im 100-Meter-Lauf,
der im letzten Jahr aufgestellt worden
war.«
Re|kord|be|such: der; -(e)s; -e a) bis zu
einem Zeitpunkt größte Menge von
Besuchern »Bei der Veranstaltung
wird ein Rekordbesuch erwartet.« b)
eine sehr hohe Anzahl von Besuchern
Re|korfder/Re|cor|der dat.-fr.-englo
der; -s; - Tonaufnahme- u. Wieder¬
gabegerät
Re|kordfer|geb|nis: das; -ses; -se a) be¬
stes bis zu einem Zeitpunkt erreichtes
Resultat b) sehr gutes Resultat
Re|kord|em|te: die; ~ ; -n <Landwirt.> a)
beste bis dahin erreichte Ernte »Dank
der günstigen Witterung wird eine Re¬
kordernte erwartet.« b) sehr gute Ern¬
te
Re|kord|hal|ter: der; -s; - <Sport> einzel¬
ne^) Sportler od. Mannschaft, der
od. die in einer Disziplin einen Re¬
kord aufgestellt hat, der über eine ge¬
wisse Zeit nicht gebrochen wird
Re|kord|hö|he: die; - ; -n (meist Sport)
in einer Sportart (z. B. Hochsprung)
erreichte Höhe, die alle bisherigen
Leistungen überbietet
Re|kord|mar|ke: die; - ; -n (meist Sport)
erreichte Bestleistung, die alle bisheri¬
gen Leistungen überbietet
Rejkprd|ver|such: der; -(e)s; -e (Sport)
Handlung in der Absicht, eine neue
Höchstleistung zu erbringen
Re|kord|zeit: die; - ; -en «meist Sport)
Bestzeit, die alle bisherigen Leistun¬
gen überbietet
Rekr.: Abk. <Milit.> Rekrut(en) = Sol¬
daten) zu Beginn der militärischen
Ausbildung
Rejkrut —♦ Re|k|rut: dat.-fro der; -en;
•en <Milit.> Soldat zu Beginn der mili¬
tärischen Ausbildung
allgemeine Grundausbildung der
Bundeswehr in den ersten (drei) Mo¬
naten
re|kru|tie[ren —» re|k|ru|tie|ren: dat.-fro
rekrutierst; rekrutiertest; hast rekru¬
tiert 1 Arbeitskräfte werben, heran¬
ziehen »Das Team rekrutiert seine
Mitarbeiter aus allen Ländern.« 2 «Mi-
lit.) [veralt.] zum Wehrdienst einzie¬
hen
re|kru|tje|ren —► re|k|ru|tje|ren, sich;
dat.-fro rekrutiert sich; rekrutierte
sich; hat sich rekrutiert aus etw. be¬
stehen; sich zusammensetzen
rek|tal: dato Adj. n. stg. <Med.> den
Mastdarm betreffend; über den
Mastdarm »Die Zäpfchen sind rektal
einzuführen.«
Rek|tal|er|näh|rung: die; - ; -en <Med.>
durch den Mastdarm eingebrachte
künstliche Ernährung
Rek|ta|pa|pier das; -(e)s; -e <Wirt.>
Wertpapier, bei dem das Forderungs¬
recht auf einen Namen lautet, Syn.:
Namenspapier
rekjte: dato Adj. n. stg. [geh.; veralt.]
richtig; recht
Rek|ti|fi|kat: dato das; -(e)s; -e (Chemie)
durch wiederholtes Destillieren ge¬
wonnene Substanz
Rek|ti|fi|ka|ti|gn: dato /rektifikazion/
die; - ; -en 1 «Math.) Bestimmung der
Bogenlänge einer Kurve 2 «Chemie)
mehrfaches, wiederholtes Destillieren
3 [geh.; veralt.] Richtigstellung; Be¬
richtigung
rek|ti|fi|z]e|ren: dato rektifizierst; rektifi¬
ziertest; hast rektifiziert 1 «Math.) die
Bogenlänge einer Kurve bestimmen 2
«Chemie) eine Substanz mehrfach de¬
stillieren 3 [geh.; veralt.] richtigstel¬
len; berichtigen
Rek|to: dato das; -s; -s [fachsprl.] Vor¬
derseite eines Blattes in Handschrif¬
ten od. Büchern
Rektor: dato der; -s; Rektoren weibt.
Rek|to|rin: die; - ; -nen 1 Leiterin) ei¬
ner Schule od. Hochschule 2 «kath.
Kirche) Vorsteher einer kirchlichen
Einrichtung
Rek|to|rat: dato das; -(e)s; -e a) Amt
des Rektors b) Amtszeit eines Rek¬
tors c) Amtszimmer eines Rektors
Rek|to|ren|kon|fe|renz: dat.; lat.-fro
die; - ; -en Gremium aus Vertretern
der Hochschulen eines Landes, das
sich mit bildungspolitischen Fragen
beschäftigt
Rek|to|«kop —» Rek[to|s|kgp: dat.; gro
das; -s; -e <Med.> Endoskop, das in
den Mastdarm eingeführt wird
Rek|to|sko|pie —*■ Rek]to|s|ko|pie:
dat.; gro die; - ; -n /rektroskopRn/
«Med.) Untersuchung «les Mastdarms
mit einem Endoskop
Rek|tum: dato das; -s; Rekta «Med.)
Mastdarm
939
rekultivieren
re|kul|ti|vie|ren: dat.-fro /rekultiwiren/
rekultivierst; rekultiviertest; hast re¬
kultiviert durch industrielle Nutzung
o. ä. unfruchtbar gewordenen Boden
wieder fruchtbar machen u. bepflan¬
zen
Re|kul|ti|v]e|rung: <lat.-fr.> /rekultiwi-
rung/ die; - ; -en das Rekultivieren;
durch industrielle Nutzung o. ä. ge¬
schädigte Böden wieder so aufberei¬
ten, daß sich Wildpflanzen ansiedeln
re|kur|sjv: dato Adj. n. stg. 1 (Sprach-
wiss.> Rekursivität betreffend 2
<Math.> zu bereits definierten Werten
zurückgehend
Re|kur|si|vi|tät: <lat.> die; ~ ; - (Sprach-
wiss.> Eigenschaft von Grammatiken,
die mit einem endlichen Inventar von
Regeln u. Elementen unendlich viele
Sätze bilden können
Rel.: Abk. 1 <Technik> Relais = Schalt¬
einrichtung 2 Relation = Verhältnis
3 Religion 4 a) Relikt = Überbleibsel
b) <meist kath. Kirche) Reliquie(n) =
Überrest(e) eines Heiligen
rel.: Abk. 1 a) relativ = verhältnismä¬
ßig; vergleichsweise; bedingt b) relati¬
viert = in ein Verhältnis gesetzt; ein¬
geschränkt 2 relevant = wichtig 3 re¬
ligiös
Re|la|s: <fro /relä/ das; ~ lrelä(ß)/; -
Ireläßl 1 (Technik) Schalteinrichtung
für Stromkreise »Die Relais wurden
durch einen Kurzschluß zerstört.« 2
<hist.> a) Wechsel der Pferde bei Post
u. Militär b) Platz, an dem Post- u.
Militärpferde gewechselt wurden
Re|la|s|$ta|ti|on: <fr.; lau die; - ; -en 1
Zwischenstation zur Übertragung
von Radio- u. Fernsehsendungen
»Die Relaisstationen sind wichtige
Verbindungsstationen zwischen Sen¬
dern u. Empfängern.« 2 <hist.> Platz,
an dem Post- u. Militärpferde ge¬
wechselt wurden
re|la|ti|ni|sie|i«n: relatinisierst; relatini-
siertest; hast relatinisiert (Sprach-
wiss.) wieder in die lateinische Spra¬
che zurückübersetzen
Re|la|ti|gn: <lat.> /relazipn/ die; - ; -en
[geh.] Beziehung, Verhältnis zwischen
mehreren Objekten od. Begriffen
»Die Relation zwischen Einnahmen u.
Ausgaben muß stimmen.«
Re|la[ti|ons|ad|jek|tiv: <lat.> das; -s; -e
<Sprachwiss.> Adjektiv, das eine Be¬
ziehung beschreibt, Syn.: Relativad¬
jektiv
Re|la[ti|ons|be|griff: dat.; du der; -(e)s;
-e (in der Logik) Begriff, der eine Be¬
ziehung od. ein Verhältnis zwischen
mehreren Objekten od. Begriffen aus¬
drückt
re|la|tjy: <lau /relatif/ Adj. n. stg. a) ver¬
hältnismäßig; vergleichsweise; bezie¬
hungsweise b) bedingt; nur unter be¬
stimmten Verhältnissen gültig »Dem
Patienten geht es heute relativ gut.«
Re|la|tiv|acl|jek|tiv: <lau das; -(e)s; -e
<Sprachwiss.> Adjektiv, das eine Be¬
ziehung beschreibt, Syn.: Relations¬
adjektiv
Re|la|tjv|ad|verb: dato das; -(e)s; -ien
Adverb, das einen Nebensatz einleitet
u. ihn auf das Substantiv, Pronomen
od. Adverb des übergeordneten Sat¬
zes bezieht, Syn.: bezügliches Um¬
standswort
re|la|ti|vie|ren: dato /relatiwiren/ relati¬
vierst; relativiertest; hast relativiert
[geh.] a) in eine Beziehung, ein Ver¬
hältnis setzen b) einschränken
Re|la|ti|v|e|rung: dato /relatiwirung/
die; ~ ; -en [geh.] das Relativieren, das
Inbeziehungsetzen »Die Relativierung
der Zahlen sagt mehr über die tatsäch¬
lichen Verhältnisse aus als die realen
Zahlen.«
re|la|ti|visch: dato /relatiwisch/ Adj. n.
stg. <Sprachwiss.> bezüglich; sich auf
etw. (ein Satzglied o. ä.) beziehend
Re|la|ti|vis|mus: dato /relatiwißmuß/
der; - ; - <Philosophie> 1 erkenntnis¬
theoretische Richtung, die nur die Er¬
kenntnis von Beziehungen zwischen
Objekten od. Begriffen als möglich
anerkennt 2 erkenntnistheoretische
Richtung, die jede Erkenntnis als nur
relativ richtig betrachtet
Re|la|ti|vist: dato /relatiwjßt/ der; -en;
-en weibl. Re|la|ti|vi|stin —»■ Re|la|ti|-
vis|tin: die; - ; -nen <Philosophie> Ver¬
treterin) des Relativismus
Re|la|ti|vi|tät dato /relatiwität/ die; - ;
-en (PI. s.) [geh.] Bedingtheit, unter
gegebenen bestimmten Umständen
Re|la|ti|vi|täts|prin|zip: dato /relatiwi-
tätß-/ das; -s: - <Physik> Regel, die be¬
sagt, daß in jedem System, das sich in
gleichförmiger Bewegung befindet,
die Naturgesetze gleich gelten u. da¬
mit alle Systeme als gleichwertig an¬
zusehen sind .
Re|la|ti|vi|täts|theo|rie —» Re|la|ti|vi|-
täts|the|ö|rie: dat.; gr.-lato /relatiwi-
tätß-/ die; - ; - (Physik) Theorie von
Albert Einstein, nach der Raum u.
Zeit Existenzformen der Materie sind
u. die im Weltall verteilte Materie als
bestimmende Größe für die Geome¬
trie des Raums u. seine zeitliche Ent¬
wicklung auftritt »Die Relativitäts¬
theorie ist von vielen Wissenschaftlern
der unterschiedlichsten Wissenschafts¬
zweige bis heute akzeptiert.«
Re|la|tiv|pro|no|men: dato /relatif/ das;
-s; - u. -pronomina <Sprachwiss.> Pro¬
nomen, das den Nebensatz, den es
einleitet, auf Substantive od. Prono¬
men des übergeordneten Satzes be¬
zieht, Syn.: bezügliches Fürwort
Re|la|tjv|satz: dat.; du /relatif-/ der; -es;
-sätze (Sprachwiss.) durch ein Rela¬
tivadverb od. Relativpronomen ein¬
geleiteter Nebensatz
re|la[xen: <englo /riläkßen/ relaxt; relax¬
test; hast relaxt sich entspannen »Am
Wochenende werde ich mal so richtig
relaxen.«
Re|le[ga|ti[on: dato /relegaziqn/ die; - ;
-en 1 [geh.] Ausschluß von der Schule
od. Hochschule in einem Disziplinar¬
verfahren »Die Relegation des Schü¬
lers wurde von der Lehrerkonferenz be¬
fürwortet.« 2 <meist Sport) Qualifika¬
tion für eine andere Leistungsklasse
Re|le|gafti|ons|spiel: dat.; du /relega-
zionß-/ das; -(e)s;-e <Sport> entschei¬
dendes Qualifikationsspiel um den
Aufstieg in eine höhere Liga
re|le|giejren: dato relegierst; relegier¬
test; hast relegiert [geh.] von der
Schule od. Hochschule ausschließen
Re|le|gie|rung: dato die; - ; -en [geh.]
das Relegieren; Ausschluß von der
Schule od. Hochschule in einem Dis¬
ziplinarverfahren
re|le|vanfc dat.-fro /relewant/ Adj. rele¬
vanter; relevanteste [geh.] von Bedeu¬
tung; wichtig, Ant.: unerheblich
Re|le|vanz: dat.-fro /relewanz/ die; ~ ;
-en (PI. s.) [geh.] Wichtigkeit; Bedeu¬
tung
Re|lia|bi|li|tät —» Re|li|a|bi|li|tät: dat.-
englo die; ~ ; -en (Psychologie) Zuver¬
lässigkeit von wissenschaftlichen
Testverfahren, so daß Wiederho¬
lungstests zu vergleichbaren Ergeb¬
nissen führen »Die Reliabilität wird
durch mehrere parallele u. unabhängig
von einander ablaufende Testreihen ge¬
steigert.«
Re|li|ef: dat.-fro das; -s; -e u. -s 1 (Kunst)
aus einer Fläche hervortretendes od.
in eine Fläche eingelassenes plasti¬
sches Bild 2 (Geographie) Gelände¬
oberfläche od. deren plastische Nach¬
bildung »Die tiefen Rinnen des Flu߬
bettes werden in dem Relief nachgebil¬
det.«
re|li|ef|arjtig: dat.-fr.; dto Adj. n. stg. wie
ein Relief (gearbeitet, aussehend)
Die Strukturen sind reliefartig ver¬
tieft.«
Re|li|ef|druck: der; -(ejs; -e (Druckw.)
a) Druckverfahren, bei dem durch
Prägepressen Schriftzeichen o. ä. er¬
haben od. vertieft gedruckt werden
» Viele Tapeten werden mit dem Relief¬
druck plastisch geformt.« b) etw., das
in Relief gedruckt ist, Syn.: (a> Präge¬
druck
Re|li|ef|kli|schee: dat.-fr.;fro das; -s; -s
(Druckw.) Prägepresse für den Relief¬
druck »Das Reliefklischee muß für die
neue Prägung der Tapete ausgetauscht
werden.«
Re|li|gi|pn: dato die; - ; -en 1 a) Weltan¬
schauung u. Lebensführung, die
durch den Glauben an die Existenz ei¬
nes od. mehreren Göttern bzw. an
eine höhere Existenz bestimmt wird
b) o. PL innere Frömmigkeit 2 Men¬
schengruppe, die sich durch Riten,
Zeremonien, traditionelle Festlegun¬
gen zu einer höheren Existenz be¬
kennt 3 (o. PL; o. Art) Unterrichts¬
fach in der Schule
Re|li|gi|pns|be|kennt|nis: dal.; dto das;
-ses; -se Zugehörigkeitsbekenntnis zu
einer bestimmten Glaubensrichtung
das meist formelhaft mündlich od.
schriftlich wiederholt wird
Re|li|gi|qns|buch: dat.; dto das; -(e)s;
-bücher Schulbuch für das Fach Reli¬
gion
Re|li|gi|qns|ge|mein|schaft dat.; dto
die; - ; -en alle Anhänger einer Reli¬
gion, Syn.: Glaubensgemeinschaft
Re|li|gi|ons|ge|schich|te: dat.; dto die;
- ; - geschichtliche Betrachtung von
Religionen, deren Ursprung u. Ent¬
wicklung
Re|li[gi|pns|krieg: dat.; dto der; -(e)s; -e
kriegerische Auseinandersetzung, die
aus religiösen Gründen geführt wird,
sich aber zu einem politischen Macht¬
kampf ausdehnen kann
Re|li|gi|ons|leh|re: dat.; dto die; - ; -n 1
Lehre einer Religion, die einen be¬
stimmten Glaubensinhalt vermittelt 2
o. PI. Religionsunterricht an der
Schule
940
rennen
re|litgi|ons|los: <lat.; du Adj. n. stg.
keine Religion habend; sich keiner
Religion zugehörig fühlend
Re(li|9i|ons(phi|lo|so|phie: dat.; gr.-lat.'i
die; - ; - «Philosophie) Bereich der
Philosophie, der sich mit der Religion
u. ihrer Bedeutung für den Menschen
u. die Gesellschaft befaßt
Re|ti|gi|ons|un|ter|fteht: <lat.; dl.> der;
•(e)s; -e Schulstunde im Fach Reli¬
gion
re|li|gi|ös: dat.-fr.> Adj. religiöser;
religiöseste 1 fromm; gläubig 2 eine
Religion betreffend
Re|li[gio|si(tät —» Re|li|gi|o|si|tät dat.-
fr.> die; ~ ; - [geh.] Frömmigkeit;
Gläubigkeit
Re|Ukt dat.> das; -(e)s; -e [geh.] 1 Über¬
rest, Überbleibsel von etw. Vergange¬
nem 2 «Sprachwiss.) Wort od. Wort¬
form aus einem vergangenen Zustand
einer Sprache 3 <Bio.> Überrest, Über¬
bleibsel von einer vergangenen Pflan¬
zen- od. Tierart
Re|Uktjge|biet: <lat.; dt> das; -{e)s; -e 1
<Sprachwiss.> Gebiet mit archaischen
Sprachformen 2 <Bio.> Gebiet mit
Restbeständen einer Tier- od. Pflan¬
zenart
Re|ling: die; - ; -s u. [selten] -e Schiff¬
fahrt) Geländer auf einem Schiff
Re]li)qul|ar <lat.> das; -s; -e dcath. Kir¬
che) kunstvoll gestaltetes Behältnis,
in dem Reliquien aufbewahrt werden
Re|U|ttuie: <lat.> /relikwi»/ die; - ; -n
<meist kath. Kirche) Asche, Gebeine
od. Kleidung eines Heiligen, die von
Gläubigen verehrt werden
Re|lj]qui(en[be(häl[ter /relikwim-/ der;
-s; ~ dcath. Kirche) kunstvoll gestal¬
tetes Behältnis, in dem Reliquien auf¬
bewahrt werden
Re|li|qui|en|schrein: /relikwRn-/ der;
(e)s; -e <kath. Kirche) kunstvoll ge¬
staltetes Behältnis, in dem Reliquien
aufbewahrt werden
Rejltsh: tengl> /rälisch/ das; -s; -es
Irälischißl pikant gewürzte Soße mit
kleinen Gemüsestückchen
Rem: Abk. <engh das; -s; -s Roentgen
equivalent man = bis 1985 Einheit
der Äquivalentdosis radioaktiver
Strahlung
Re|make: <engl.> /rime'k/ das; -s; -s
<Film> Neufassung, Neuauflage von
künstlerischen Produkten, z. B. eine
Neuverfilmung
re|ma|nent <lat.> Adj. n. stg. [geh.] zu-
rücktfleibend
Re|ma|nenz: dat.i die; - ; -en. 1 (PI.)
<Psychologie> Reaktivierung von ver¬
gangenen Eindrücken durch neue
Sinneseindrücke 2 <Physik> Eigen¬
schaft magnetischer Stoffe, nach Be¬
endigung der magnetischen Indukti¬
on magnetisch zu bleiben
Ra|mi|grtorjte Re|mi|g|rjer|te: der u.
die; -n; -n [geh.; selten] jmd., der aus
der Emigration zurückgekehrt ist
re|mi|li]ta|ri|sie|ren; <lat.-/r.> remititari-
siert; remilitarisierte; hat remilitari-
siert <Milit.) wieder mit einem Heer,
Truppen, Waffen usw. ausstatten,
Syn.: wiederbewaffnen
Re|mi|li|tajri(sie|rung: dat.; fr» die; - ; •
die «Mißt.) Wiederbewaffnung
Re|mi)nis|zenz: <lat.> die; - ; -en [geh.] 1
Gedenken; Erinnerung 2 Ähnlichkeit;
Anklang
Rsjmis: dal.-fr» /remi/ das; ~ jre-
mijß)l; - fremißl u. -en jremisen/
«Sport) (beim Schach) unentschiede¬
ner Ausgang einer Partie
Re|mijse: dat.-fr» die; - ; -n 1 [veralt.]
großer Geräteschuppen od. Anbau
»ßie alten Kutschen u. Werkzeuge ste¬
hen in der Remise.« 2 <Jagd> Ge¬
sträuch, Gehölz, das Tieren in Wild¬
gehegen Schutz bietet
re|mi|sia|ren: <lat.-fr.> remisierst; remi¬
siertest; hast remisiert «Sport) (beim
Schach) ein Remis, ein Ünentschie-
den erzielen
Re|mis|si|on: <lat.> die; - ; -en 1 Rück¬
sendung von Remittenden, unver¬
kauften, beschädigten od. fehlerhaf¬
ten Zeitschriften u. Büchern 2 <Med.>
Zurückgehen von Krankheitssym¬
ptomen
re|mit[tie|ren: <lat.> remittierst; remittier¬
test; hast remittiert 1 unverkaufte, be¬
schädigte od. fehlerhafte Zeitschrif¬
ten u. Bücher an den Verlag zurück¬
schicken 2 «Med.) zurückgehen
(Krankheitssymptome)
Rem|mi|dem|mi: das; -s; - [ugs.] Trubel;
Unruhe; Treiben
re[mo|ne(tijs]e|ren: üat.i remonetisierst;
remonetisiertest; hast remonetisierl
«Wirt.; Bankw.) 1 Münzen wieder in
Umlauf bringen 2 Wertpapiere wie¬
der in Geld eintauschen
Re|moujla]de: </r.> /remulade/ die; - ; -n
«Kochk.) mit Kräutern versetzte
Mayonnaise; Soße aus Öl, Eigelb u.
Kräutern
Re[mou|la|den|so|Be: </r.; lat.-fr.t /re-
muladen-/ die; - ; -n «Kochk.) Re¬
moulade; Soße aus Öl, Eigelb u.
Kräutern
Rem)pe|lei: die; - ; -en [ugs.] ständiges
Rempeln, Anstoßen
remlpeln: rempelst; rempeltest; hast ge¬
rempelt [ugs.] mit dem Körper ansto¬
ßen, wegstoßen
REM-Pha|se: Abk. die; - ; -n <Med.> ra¬
pid eye movements = Schlafphase
mit schnellen Augenbewegungen,
während der der Schlafende träumt
Remp|leK der; -s; - [ugs.] Stoß
Ren: <skand.> das; -s; -s u. -e Hirschart,
die in nordpolaren Gebieten lebt (lie¬
fert als Nutztier Kleidung, Nahrung
u. Werkzeuge u. dient als Reit- u.
Lasttier)
ten.: Abk. renoviert = erneuert; in
Stand gesetzt
Re)nais|sance: dat.-fr» /renässangß/
die; - ; -n 1 o. PI. «Kunst) Wiederent¬
deckung des klassischen Altertums;
im 13. u. 14. Jhd. von Italien ausge¬
hend u. in West- u. Mitteleuropa ver¬
breitete Stilrichtung der Kunst, insbe¬
sondere in Architektur, Malerei u.
Plastik, die sich an die Antike anlehnt
2 «Kunst; Literaturwiss.) Bewegung in
den Geisteswissenschaften u. der
Kunst, die, geprägt durch intellek¬
tuellen u. künstlerischen Individualis¬
mus, sich an die antiken römischen u.
griechischen geistigen Traditionen
aniehnt u. diese weiterentwickeit 3
[geh.] Wiedergeburt, Wiederentdek-
kung einer Technik, Tradition, Mode
Re|nais|sgnce|zeit: dat.-fr.; dt.> /renäs-
saftgß-/ die; - ; - «Kunst) Epoche der
Renaissance
re|na|tu|iie|ren: dat.> renaturierst; rena¬
turiertest; hast renaturiert [geh.] wie¬
der einen Zustand hersteilen, der dem
natürlichen möglichst nahe kommt
Renldezlvous: </r> /raftgdewu/ das; -
frangdewuß/; - (raitgdewußl [veralt.;
meist noch scherzh.] (bei Verliebten)
Verabredung; Treffen »Ich habe ein
Rendezvous mit einem jungen Mann.«
Renldezlvouslmalnölven </r> /rangde-
wu-/ das; -s; - «Raumfahrt) Vorgang
des Ankoppelns zweier Raumfahr¬
zeuge
Ren|di|te: dat.-it» die; ~ ; -n «Wirt.;
Bankw.) Ertrag einer Kapitalanlage,
der in Prozenten angegeben wird
Ren|d||ten|haus: dat.-it.; du das; -es;
-häuser [Schweiz.] Mietshaus
Relnelklolde/Reilnelclaulde —»■ Re|ne|-
kllolde/Rei[nelclau|de: <fr.> /reneklo-
d«/ die; - ; -n Pflaumensorte mit gelb¬
lichen od. grünlichen Früchten
rejnittgnt dat.-fr.) Adj. renitenter; reni¬
tenteste [geh.] widerspenstig; sich wi¬
dersetzend
Re|ni(ten|te: dat.-fr» der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.; ein Reniten¬
ter; eine Renitente; zwei Renitente)
[geh.] Person, die renitent, widerspen¬
stig ist
ren|ken: renkst; renktest; hast gerenkt
[selten] hin- u. herdrehen; in eine
Richtung drehen, bewegen »Der Arzt
renkt ihm die Schulter wieder ein.«
Renk|ver|schluB—* Renk|ver|schluss:
der; -Verschlusses; -Verschlüsse «Tech¬
nik) Verbindung von Rohren u. Stan¬
gen, die durch Drehen gelöst wird;
Bajonettverschluß
Renn|au|to: das; -s; -s «Sport) nur für
"den Rennsport gebautes Auto ohne
Straßenzulassung, das hohe Ge¬
schwindigkeiten erreicht u. extreme
Fahrmanöver erlaubt
Rennjbahn: die; - ; -en «Sport) Anlage,
auf der Wettrennen stattfinden
Ren|nen: das; -s; - 1 «Sport) sportlicher
Wettkampf, bei dem gewinnt, wer
eine Strecke am schnellsten zurück¬
legt 2 ein totes Rennen: Rennen, bei
dem es keinen Sieger gibt 3 (noch) im
Rennen liegen, sein: [ugs.] noch
Chancen haben »Drei Bewerber liegen
noch im Rennen.« 4 jmdn. aus dem
Rennen werfen: [ugs.] einen Konkur¬
renten ausschalten »Ein Mitbewerber
ist bereits aus dem Rennen geworfen.«
5 das Rennen machen: [ugs.] erfolg¬
reich sein; einen Sieg erringen »Er hat
das Rennen gemacht u. die Stelle
bekommen.« 6 das Rennen ist
gelaufen: [ugs.] etw. ist entschieden;
die Angelegenheit ist erledigt »Wer
durch die Prüfung gekommen ist, steht
schon fest; das Rennen ist gelaufen.«
renjnen: rennst; ranntest; bist gerannt 1
a) sehr schnell laufen »Die Kinder ren¬
nen um die Wette.« b) [ugs.; ab wert.]
sehr häufig irgendwohin gehen »Er
rennt ständig zu seiner Mutter.« 2 an¬
stoßen (u. sich dabei verletzen) »Das
Kind rennt gegen den Schrank.« 3
[ugs.] jmdn. verletzen, indem man
ihm einen spitzen Gegenstand in den
941
Renner
Körper treibt 4 (Jagd; Tier» emp¬
fängnisbereit sein u. dies signalisieren
Ren|nen der; -s; - 1 [ugs.] Ware, nach
der große Nachfrage besteht »Rote
Hemden sind dieses Jahr die Renner.«
2 (Sport) Rennpferd, Syn.: <1> Ver¬
kaufsschlager
Ren|ne|roi: die; ~ ; -en [ugs.; abwert.]
dauerndes, ständiges Hetzen von ei¬
nem Ort od. Termin zum nächsten;
ständiges Eilen
Renn|fah|rer: der; -s; - weibl. Renn|-
fahjrejrin: die; - ; -nen (Sport) jmd.,
der Autorennen fährt
Renn|pferd: das; -(e)s; -e <Sport> für
Laufwettbewerbe gezüchtetes u. trai¬
niertes Pferd
Renn|platz: der; -es; -platze <Sport> An¬
lage, auf der Wettrennen stattfinden
Renn|stall: der; -(e)s; -stalle <Sport> 1
Rennfahrer u. ihre Crew, die zu einer
Firma gehören od. von einem Unter¬
nehmen gesponsert, finanziert wer¬
den 2 Rennpferde eines Besitzers
Rennstrecke (Renn]strek]ke —>
'Renn|stre|cke): die; - ; -n <Sport>
Strecke, über die ein Rennen geht
Renn|wa|gen: der; -s; - 1 <Sport> nur
für den Rennsport gebautes Auto
ohne Straßenzulassung, das hohe Ge¬
schwindigkeiten erreicht u. extreme
Fahrmanöver erlaubt 2 (Altertum;
Sport> in der Antike bei Wagenren¬
nen benutzter Pferdewagen
Re|nom|tnee: dat.-fr» das; -s; -s (PI. s.)
[geh.] guter Ruf; gutes Ansehen
re|nom|m]e|ren: dat.-fr» renommierst;
renommiertest; hast renommiert [geh.]
etw. immer wieder hervorheben u. da¬
mit angeben »Er renommiert mit sei¬
nen guten Beziehungen.«
re|nom|miert: dat.-fr» Adj. renommier¬
ter; renommierteste [geh.] anerkannt
gut; einen guten Ruf, hohes Ansehen
habend
renov.: <lat.> Abk. renoviert = erneuert;
in Stand gesetzt
re|no|vie|ren: dat» /renowiren/ re¬
novierst; renoviertest; hast renoviert
Gebäude od. Räume instand setzen
Re|no|via|rung: <lat.> /renowirung/ die;
~ ; -en das Instandsetzen von Gebäu¬
den od. Räumen
rent: Abk. rentabel = einträglich
ren|ta|bel: Adj. rentabler; rentabelste
lohnend; gewinnbringend
Ren|ta|bijli|t|t: die; - ; - <Wirt.> Verhält¬
nis zwischen Ertrag u. eingesetztem
Kapital, Syn.: Wirtschaftlichkeit
Ren|te: dat.-fr» die; - ; -n 1 regelmäßige
Einnahmen aus einer Versicherung,
Rentenkasse 2 <Bankw.> Zinsertrag
aus Kapitalbesitz 3 auf, in Rente
gehen: [ugs.] wegen Alter, Krankheit
o. ä. aufhören zu arbeiten u. Rente
beziehen
Ren|ten|al|ter: dat.-fr.; dt» das; -s; - Le¬
bensalter, in dem jmd. berechtigt ist,
Rente zu beziehen
Ren[ten|an|lei|he: dat.-fr.; dt» die; ~ ; -n
(Wirt.) Kredit, bei dem der Schuldner
nur die Zinsen, nicht aber die Schul¬
den selbst zahlt
Ren|ten|an|pas|sung: dat.-fr.; dt.> die;
~ ; -en vom Gesetzgeber geregelte Er¬
höhung der Renten in Anlehnung an
die Lohnentwicklung auf dem Ar¬
beitsmarkt
Ren|ten|an|spruch: dat.-fr.; dt.> der;
-(e)s; -ansprüche Anrecht auf Ren¬
tenzahlungen
Ren|ten|bank: dat.-fr.; it.> die; - ; -en
(Wirt.; Bankw > Kreditinstitut, im 19.
Jhd. mit dem Zweck gegründet, land¬
wirtschaftliche Lasten gegenüber den
Grundherren abzulösen
Ren|ten|ba|sis: dat.-fr.; gr.-lat» die; ~ ;
-basen (Wirt.) (vor allem bei Immobi¬
liengeschäften) Zahlungsweise, bei
der der Verkäufer den Kaufpreis ganz
od. teilweise als Rente ausgezahlt be¬
kommt
Ren|ten|emp|fän|ger: dat.-fr.; dt.> der;
-s; - weibl. Ren|ten|emp|fän|ge|rin:
die; - ; -nen jmd., der eine Rente er¬
hält
Renften|re|form: dat.-fr.; lat.-fr» die; - ;
-en <Pob Neuregelung der gesetzli¬
chen Rentenversicherung
Ren|ten|schuld: dat.-fr.; dt.> die; - ; -en
<Wirt.; Rechtsw.> Grundschuld, bei
der für ein Grundstück regelmäßig
ein Geldbetrag zu zahlen ist
Ren|ten|ver|si|che|rung: dat.-fr.; dt.>
die; - ; -en Versicherungssumme, die
an den Versicherten im Alter od. bei
Berufs- od. Erwerbsunfähigkeit od.
im Todesfall an die Hinterbliebenen
gezahlt wird
Ren|ten|zah|lung: dat.-fr.; dt.> die; - ;
-en Geldbetrag, den jmd. als Rente er¬
hält
Ren|tier: <skand.; du das; -(e)s; -e Hir¬
schart, die in nordpolaren Gebieten
lebt
ren|tje|ren, sich: dat.-fr.> rentiert sich;
rentierte sich; hat sich rentiert [geh.]
Gewinn bringen; sich lohnen
Rentner: dat.-fr» der; -s; - weibl.
Rent|ner|in: die; - ; -nen jmd., der eine
Rente erhält
re|nun|zie|ren: dat» renunzierst; renun-
ziertest; hast renunziert [geh.] abdan¬
ken; zurücktreten
Re|ok|ku|pa|ti{on: dat.> die; - ; -en (Mi-
lit> Wiederbesetzen eines (verlorenge¬
gangenen) Landes, Gebietes
re|ok|ku|pie|ren: dat.> reokkupierst; re-
okkupiertest; hast reokkupiert (Milit.>
wiederbesetzen
Re|orjga|ni|sa|ti|on: dat.-gr.-fr.> die; - ;
-en [geh.] Neuordnung; Umgestal¬
tung
REP: Abk. (Pol.) a) Republikaner
(rechtsradikale politische Partei) b)
Mitglied dieser Partei
Rep.: Abk. 1 (Pob Reparation =
Kriegsentschädigung; Wiedergut-
machtung 2 Reparatur 3 (meist Thea¬
ter) Repertoire = Vorrat einstudier¬
ter Stücke u. Rollen, Spielplan 4
[geh.] Repetition = Wiederholung S
(Medien) a) Report = Dokumentar¬
bericht; Mitteilung b) Reporterin) 6
<engl» (Druckw.) reprint = neuer Ab¬
druck; Nachdruck 7 (Pol.) Republik
= Staat, in dem sich nach rechtlich
beschriebenen Bedingungen Personen
die Macht teilen
rep.: Abk. 1 repariert 2 [geh.] repetiert
= wiederholt
Rep.-K.: Abk. Reparaturkosten
re|pa|ra]bel: dau Adj. n. stg. [geh.] zu
reparieren; emeuerbar »Der Schaden
am Getriebe ist reparabel.«
Re|pa|ra|ti|on: dat.> /reparazion/ die; ~ ;
-en 1 (Med.) Wiederherstellung von
defektem Gewebe durch körpereige¬
nes Gewebe 2 (Pol.) Leistungen, die
ein besiegtes Land gegenüber dem
Siegerland als Wiedergutmachung
von Kriegsschäden zu erbringen hat
Rejpa|ra|ti|öns|lei|stung —» Re|pa|ra|-
ti|pns|leis|tung: dat.; dt.> /repara-
zionß-/ die; - ; -en (Pol.) Leistung, die
ein besiegtes Land gegenüber dem
Siegerland als Wiedergutmachung
von Kriegsschäden zu erbringen hat
Re|pa|ra|ti|ons|zah|lung: dat.; dt.> /repa-
razipnß-/ die; - ; -en (Pol.) Zahlung,
die ein besiegtes Land gegenüber dem
Siegerland als Wiedergutmachung
von Kriegsschäden zu leisten hat
Re|pa|ra|tur: dat» die; - ; -en Ausbesse¬
rung, Behebung eines Schadens; Wie¬
derherstellung der Funktion
re|pa|ra|turjan|fäl|lig: dat.; du Adj. n.
stg. zu Schäden, Funktionsstörungen
neigend
re|pa|ra|tuijbe|dürf|tig: dat.; du Adj.
eine Reparatur nötig haben
Re|pa|ra|tur|ko|sten —» Re|pa|ra|tur|-
kos[ten: dat.; du die (PI.) Geldbe¬
trag, den eine Reparatur kostet
Re|pa|ra|tur|werk|statt: dat.; dt» die; ~ ;
-Werkstätten Handwerksbetrieb, der
Reparaturarbeiten durchführt
re|pa|rie]ren: dat» reparierst; reparier¬
test; hast repariert einen Schaden be¬
heben; die Funktionstüchtigkeit von
etw. wiederherstellen
repbed./rep.-bed.: Abk. reparaturbe¬
dürftig
Re|perjtoire: dat.-fr» /repertoar/ das; -s;
-s (Theater) a) Stücke u. Rollen, die
ein Schauspieler einstudiert hat b) alle
Stücke, die sich im Spielplan befinden
Re|pe|ti|ti|on: dat» /repetizion/ die; - ;
-en [geh.] Wiederholung eines Textes
zu Übungszwecken
Re|pe|ti|toR dat» der; -s; Repetitoren a)
[geh.] jmd., der mit (Jura-)Studenten
den bereits behandelten Lehrstoff
noch einmal durchgeht u. sie auf das
Examen vorbereitet b) (Musik; Thea¬
ter) jmd., der mit Sängern Partien ein¬
studiert u. sie dabei am Klavier be¬
gleitet
Re|pe|ti|to|ri|uin: dat» das; -s; Repetito¬
rien Irepetitorien/ [geh.] Unterricht
zum Zwecke der Wiederholung u.
Aufbereitung bereits dargebotenen
Lehrstoffes
Repflg./Rpfl(g).: Abk. (Rechtsw.) a)
Rechtspflege b) (Beruf) Rechtspflege-
r(in)
Re|plan|tajti|on —> Re|p|lan|ta|ti|on:
dal» /replantazion/ die; - ; -en (Med.)
1 Wiedereinpflanzen eines zuvor ent¬
nommenen Organs 2 Wiederannähen
eines abgetrennten Körperteils
Re|pl|k —» Re|p|l]k: dat.-fr» die; - ; -en
1 (Kunst) Nachbildung; Kopie eines
Kunstwerkes von Hand des Künst¬
lers, der auch das Orgjnal angefertigt
hat 2 a) mündliche od. schriftliche Er¬
widerung auf die Äußerungen eines
Gesprächpartners b) (Rechtsw.) die
Erwiderung, Gegenrede vor Gericht,
mit welcher der Kläger auf die Vertei¬
digung des Angeklagten reagiert,
Syn.:ri>Replikat
942
Republikflüchtling
Re|pli|fcat —* Re|p|li|kat: <lat.-fr.> das;
-(e)s; -e <Kunst> Nachbildung; Kopie
eines Kunstwerkes
Re|porfc dat.-fr.-engl.) der; -(e)s; -e u. -s
1 <Medien> (Informations-)Bericht;
Dokumentation 2 <Börse> Kursauf¬
schlag für die Verlängerung eines Ter¬
mingeschäftes
Re|porjta|ge: <lat.-fr.-engl.-fr.> /reporta-
sehe/ die; -; -n <Medien> Bericht über
ein aktuelles Thema, Ereignis »Im
Fernsehen brachten sie eine Reportage
über Gentechnik.«
Re|portter dat.-fr.-engl.) der; -s; -
weibl. Re|porjterjin: die; - ; -nen Me¬
dien) Journalist, der aktuelle Bericht¬
erstattungen für Fernsehen, Hörfunk
od. Zeitungen macht
Re|po|si|ti|on: dau /reposizion/ die; ~ ;
-en <Med.> Rückführung eines Kno¬
chens nach einem Bruch in die Nor¬
malstellung
Repr.: Abk. 1 a) Repräsentation = a)
Vertretung in der Öffentlichkeit b)
standesgemäßes Auftreten b)
Repräsentant(in) 2 Repressalie(n) =
Druckmittel', Vergeltungsmaßnahme
3 <Theater, Film) Reprise = Wieder¬
aufnahme eines Theaterstücks, Films,
einer Schallplatte, eines Teils in einem
Sonatensatz 4 Reproduktion =
Nachbildung
repr.: Abk. 1 repräsentativ = typisch
für etw., eine Gruppe 2 <engl.) reprint
= neuer Abdruck, Nachdruck
re|prä|sen|ta|bel —> re|p|rä|sen|ta|bel:
dat.-fr.) Adj. n. stg. [geh.] wirkungs¬
voll
Re|prä|sen|tant —» Re|pjrä|sen[tant:
dat.-fr.) der; -en; -en weibl. Re|prä|-
sen|tan|tin —*• Re|p|rä|sen|tan|tin:
die; - ; -nen [geh.] 1 a) Vertreter einer
Firma b) Vertreter einer Gruppe,
Meinung usw. 2 Abgeordneter; Abge¬
sandter
Re|prä|sen|tan|ten|haus —> Re|p|rä|-
senftan|ten|haus: dat.-fr.; du das;
-es; -häuser <Pol.> Volksvertretung; in
den USA Kammer, in der die Wähler¬
schaft vertreten ist
Re|prä|sen|t§nz —> Re|p|rä|sen|tanz;
dat.-fr.) die; - ; -en 1 o. PI. [geh.] Ver¬
tretung verschiedener Interessengrup¬
pen 2 <Wirt.> Niederlassung eines Un¬
ternehmens »Die Firma hat in fast al¬
len Ländern eine Repräsentanz.« 3 o.
PI. [geh.] das Repräsentativsein
Re|pra|sen|ta|ti|on —* Re|p|rä|sen|ta|-
ti[on: dat.-fr.) /repräsentazion/ [geh.]
1 Stellvertretung in der Öffentlichkeit
2 standesgemäßes Auftreten 3 gesell¬
schaftlicher Aufwand
Re[prS|sen|ta|ti|ons|pflicht—* Re|p|rä|-
sen(ta(ti|pns|pflicht: dal.-fr.; dt.)
/repräsentazionß-/ die; - ; -en [geh.]
Aufgaben, die mit dem Repräsentie¬
ren Zusammenhängen; Notwendig¬
keit, sich in der Öffenlichkeit darzu¬
stellen
re|prä|ssn{tattlv —* re|p|rä|sen(ta|tiv;
dat.-fr.) /repräsentatif/ Adj. n. stg.
[geh.] 1 a) typisch für eine Gruppe b)
von einer Art, die alle Merkmale einer
Klasse od. Gruppe trägt 2 vorzeigbar;
Eindruck machend
Re|prä|senfta]tiv|be|frajgung —> Re|p|-
rä|sen|ta|tiv|be|frajgung: dat.-fr.; du
/repräsentatif-/ die; ~ ; -en Umfrage
unter ausgewählten Personen, die als
stellvertretend für eine größere Grup-
e gelten, Syn.: Repräsentativerhe-
ung
Re|prä|sentta|tiv{er|he|bung —» Re)p|-
rä|sen|ta|tiv|erihe|bung: dat.-fr.; dt.)
/repräsentatif-/ die; - ; -en Umfrage
unter ausgewählten Personen, die als
stellvertretend für eine größere Grup¬
pe gelten, Syn.: Repräsentativbefra¬
gung
Re|pr9|sen|ta|tiv|uin|fra|ge —> Re|p|rä|-
senjta|tiv|umjfra|ge: dat.-fr.; du
/repräsentatif-/ die; - ; -n Befragung
einer ausgewähhen Personengruppe,
die als stellvertretend für eine größere
Gruppe gilt, Syn.: Repräsentativbe¬
fragung; Repräsentativerhebung
re|prä|sen|tie|ren —* re|p|rä|sen|tie|-
ren: dat.-fr.) repräsentierst; repräsen¬
tiertest; hast repräsentiert [geh.]. 1 eine
Gruppe von Personen in der Öffent¬
lichkeit vertreten »Der Abgeordnete
repräsentiert die Meinung seiner
Wähler.« 2 für etw. repräsentativ sein
3 als gesellschaftlich bedeutende Per¬
son in der Öffentlichkeit auftreten u.
auf äußere Wirkung bedacht sein 4 ei¬
nen Wert haben; wert sein
Re|pres|sa|lie —> Re|p|nes|sa)lie: daU
/repressalie/ die; - ; -n (m. PI.) [geh.]
Druckmittel; Vergeltungsmaßnahme
»Sie drohten Repressalien an.«
Re|pres|si|on —* Re|p|res|si|on: dal.)
die; ~ ; -en [geh.] Unterdrückung;
Hemmung
Re|print —> Re|p|rint: <engl.) der; -s; -s
(Druckw.) Nachdruck eines vergriffe¬
nen Buches
Re|prjjse —» Re|p|ri|se: dat.-fr.) die; - ;
-n 1 <Musik> im Sonatensatz der 3.
Teil, der das Thema des 1. Teils wie¬
der aufgreift 2 (Theater) Wiederauf¬
nahme eines Theaterstückes in den
Spielplan, das in einer früheren Spiel¬
zeit schon einmal aufgeführt worden
ist 3 <Wirt.> Kurserholung an der
Börse
re|pri|va|ti|s]e|ren: dat.) reprivatisierst;
reprivatisiertest; hast reprivatisiert
(Wirt.; Pol.> staatliches Eigentum wie¬
der in Privatbesitz umwandeln
Re|pri|va|ti|sie|rung: dat.) die; - ; -en
(Wirt.; Pol.) Umwandlung staatlichen
Eigentums in Privatbesitz
Re|pro —* Re|p|ro: Kurzw. dat.) das; -s;
-s <Photographie; Druckw.> Repro-
graphie/Reproduktion = fotografi¬
sche (Druck-)Nachbildung einer
Bildvorlage
re|pro|bie|ren —»• re|p|ro|bje]ren: dat.)
reprobierst; reprobiertest; hast repro-
biert [veralt.] mißbilligen
Re|projduk|ti|on —» Re|p|ro|duk|ti(pn:
dat.) die; ~ ; -en 1 <Druckw.> a) Ver¬
vielfältigung von Druckwerken mit
technischen Mitteln »Die Reprodukti¬
on von Texten aus diesem Buch ist nur
mit Einverständnis des Verlages
erlaubt.« b) Produkt, das durch Re¬
produktion entstand »Die Reproduk¬
tion ist vom Original nicht zu unter¬
scheiden.« 2 <Kunst> Nachbildung ei¬
nes Kunstwerks »Die Reproduktion
von Gemälden als Fotografie ermög¬
licht es, daß viele Menschen sie
kennen.« 3 (Bio.) Vermehrung; Fort¬
pflanzung 4 (Psychologie) das Wie¬
derauflebenlassen früher erlebter In¬
halte im Bewußtsein 5 [geh.] Wieder¬
gabe von Texten, Gedankengängen
in eigenen Worten
Re|pro|duk|ti|ons|me|di|zin —» Re|p|-
ro|duk|ti|gns|me|di|zin: dau die; - ; -
<Med.> Bereich der Medizin, der sich
mit der Fortpflanzung befaßt
Re|pro|duk|tilgns|var|fah|ren —* Re|p|-
ro|duk|ti|ons|ver|fah|ren: dat.; du
das; -s; - (Druckw.) Technik zur Ver¬
vielfältigung von Druckyorlagen
re)pro|du|zjer]bar —* re(p|ro|du|zier|-
bar; dat.; du Adj. n. stg. [geh.] so be¬
schaffen, daß es sich reproduzieren
läßt
re|pro|du|z|e|ren > re|p|ro|du[zie|ren:
dat.) reproduzierst; reproduziertest;
hast reproduziert 1 [geh.] wiederher¬
stellen 2 a) (Druckw.) vervielfältigen
»Diese Fotos müssen noch reprodu¬
ziert werden.« b) <Kunst> eine Repro¬
duktion anfertigen
—> Re|p|ro|gra|fie: s. Reprographie
—» re|p|ro|gra|fie|ren: s. reprographie-
ren
—» re|p|ro|grajfisch: s. reprographisch
Re|pro|gra|phie —» Rejp[ro[gra|phie/
Re|p|ro|gra|fie: dat.; gr.) die; - ; -n
(PI. s.) (Photographie; Druckw.) a)
Vervielfältigungsverfahren zur Her¬
stellung von Reproduktionen b)
durch Reproduktion hergestellte Ver¬
vielfältigung, Syn.: Reproabzug
re|pro|gra|phie|ren —* re|p|ro|gra|-
phiejren/re[p]ro|gra|fie|ren: dat.; gr.)
reprographierst; reprographiertest;
hast reprographiert (Photographie;
Druckw.) eine Reprographie anferti¬
gen
re|pro|grajpbisch —* re|p|ro|gra|-
phisch/re|p|ro|gra]fisch: dat.; gr.)
Adj. n. stg. (Photographie; Druckw.)
a) die Reprographie betreffend b)
durch Reprographie angefertigt
Repltii: dat.-fr.) das; -s; Reptilien
/reptilkni zu den Wirbeltieren zäh¬
lende wechselwarme Tiergattung mit
beschuppter Haut
Re|pu|bljk —* Re|pu|b|Hk: dat.-fr.) die;
- ; -en (Pol.) Staatsform, bei der die
Staatsgewalt von der Gesamtheit des
Volkes od. ihren Repräsentanten aus¬
geht
Re|pu|bli|ka|ner —» Re|pu|b|li|ka|nen
dat.-fr.) der; -s; - weibl. Re|pu|bli|ka|-
ne|rin —» Re|pu|b|li|ka|ne|rin: die; - ;
-nen (Pol.) 1 jmd., der für die Staats¬
form der Republik eintritt 2 a) Mit¬
glied, Anhäger der Republikanischen
Partei der USA b) Mitglied, Anhän¬
ger der Republikaner, einer rechtsex¬
tremen Partei in Deutschland
re|pujbli|ka|nisch —> re|pu|b)li|ka|-
nisch: dat.-fr.) Adj. n. stg. (Pol.) 1 a)
für die Staatsform der Republik ein¬
tretend b) der Staatsform der Repu¬
blik entsprechend 2 a) die amerikani¬
schen Republikaner betreffend b) die
rechtsradikale Partei der Republika¬
ner in Deutschland betreffend
re|pu|bljk|flüchjtig —» re|pu|b|HkJflüch|-
tig: dat.-fr.; dt.) Adj. n. stg. (früher
DDR) aus der DDR (illegal) flüch¬
tend, geflüchtet
Re|pu|blik|flücht|ling —> Rejpu|b|lik|-
flüchtfling: dat.-fr.; dt.) der; -s; -e (frü¬
943
Repulsionsmotor
her DDR> jmd., der aus der DDR (il¬
legal) geflohen ist
Re|pul|si|onsjmo|tor: dat; der; -s; -en
(Technik) mit Wechselstrom betriebe¬
ner Elektromotor, dessen Funktion
auf der Abstoßung von unterschied¬
lich geladenen Polen basiert
Re|pu|ta|ti|pn: dat.-fr; /reputazion/ die;
- ; - [geh.] guter Ruf; Ansehen
ro|pu|ti§r|lich: dat.-fr; Adj. [geh.; ver-
alt.] ehrbar; wohlangesehen
Re|qui|em: dau /rekwi-em/ das; -s; -s u.
[österr.] Requien /rekwisn/ 1 <kath.
Kirche> Seelenmesse; Totenmesse; am
Tage der Beisetzung gehaltene Messe
2 musikalische Vertonung einer To¬
tenmesse
re|qui|rie|ren: dal.) /rekwiriren/ requi¬
rierst; requiriertest; hast requiriert 1
(Milit.) beschlagnahmen 2 [scherzh.]
vereinnahmen
Re|qui|sit: dat.> /rekwisit/ das; -(e)s; -en
(Theater; Film> Gegenstand, der zur
Ausstattung eines Theaterstücks od.
Films gehört
Re|qui|sjjten|kam|mer: dat.; dt.>
/rekwisiten-/ die; - ; -n <Theater>
Raum, in dem die Requisiten aufge¬
hoben werden
Re|qui|si|teur: dat.-fr.-, /rekwisitör/ der;
-s; -e <Theater> jmd., der sich um die
Requisiten kümmert, sie verwaltet,
besorgt u. für eine Aufführung bereit¬
hält
Re|qul|si|ti|on: dat., /rekwisizion/ die;
- ; -en <Milit.> Beschlagnahme; etw.
für das Militär, die Polizei u. ä. einzie¬
hen
Res.: Abk. 1 a) Reserve = 1. <Milit.>
(meist) Gesamtheit der nicht aktiv
dienenden Soldaten 2. <Sport> Ge¬
samtheit der Auswechselspieler in
Mannschaftssportarten b) Reservist
= 1. <Milit.> Soldat der Reserve 2.
<Sport> Auswechselspieler in einem
Mannschaftssport 2 Reservoir = a)
Vorratsbehältnis b) Vorratsbestand 3
Residenz = Wohnsitz des Staats¬
oberhaupts, Fürsten od. geistlichen
Würdenträgers 4 Resolution = Ent¬
schließung; Beschluß 5 Resultat =
Ergebnis 6 Resümee = Zusammen¬
fassung; Schlußfolgerung
res.: Abk. 1 reserviert = belegt; vorbe¬
stellt; besetzt 2 resolut = entschlos¬
sen; beherzt
Ra|se|da: dat., die; - ; -s u. Reseden im
Mittelmeergebiet verbreitete Heil¬
pflanze mit kleinen gelben Blüten
re|se|da|grün: dat.; dt., Adj. n. stg. zart
gelbgrün
Re|sek|ti|pn: dat., /resekzipn/ die; -; -en
<Med.> operative Entfernung kranker
Organ teile
Re|ser[vat: dat., /reserwal/ das; ~(e)s; -e
1 Gebiet, das bestimmten Volksgrup¬
pen zugewiesen ist 2 Gebiet zum
Schutz bedrohter Tier- u. Pflanzenar¬
ten; Naturschutzgebiet 3 [geh.] Vor¬
behalt
Re|ser|va|ti|pn: dat., /reserwazipn/ die;
- ; -en 1 Gebiet, das bestimmten
Volksgruppen zugewiesen ist 2 [geh.]
Reservat (2) »Die Reservation soll sel¬
ten gewordene Pflanzen- u. Tierarten
schützen.«
Re|seijve: dat.-fr., /reserwe/ die; - ; -n 1
o. PI. Zurückhaltung; Verschlossen-
944
heit; Scheu 2 etw., was für einen Not¬
fall als Rücklage, Sicherheit, Vorrat
dient »Das Geld auf dem Sparbuch
dient als Reserve.« 3 <Milit.> Truppen
u. Kampfmittel, die zum Einsatz be¬
reitgehalten werden 4 <Sport> Spieler
einer Mannschaft, die gegen verletzte
Spieler eingewechselt werden 5 jmdn.
aus der Reserve locken: jmdn. dazu
bringen, daß er aus sich herausgeht
Re|ser|ve|bank: dat.-fr.; dt., /reserwe-/
die; - ; -bänke (Sport) a) Bank, auf der
die Reservespieler, Ersatzspieler sit¬
zen b) Spieler, die für eine Einwechse¬
lung zur Vefügung stehen
Re|seijve|rei|fen: dat.-fr.; dt., /reserwe-/
der; -s; - Reifen, der für den Fall ei¬
ner Reifenpanne mitgeführt wird,
Syn.: Ersatzreifen
Re|ser|ve|tank: dat.-fr.; engl., /reserwe-/
der; -(e)s; -ja) Behälter bei FaErzeu-
gen od. Flugzeugen, der nach Entlee¬
rung des Haupttanks zugeschaltet
werden kann b) Kanister, in dem Re¬
servekraftstoff transportiert wird
Re|ser|ve|tibung —* Re|ser|ve|ü|bung:
dat.-fr.; dt., /reserwe-/ die; • ; -en (Mi¬
ßt.) Übung, die von Soldaten, die für
einen Einsatz bereitgehalten werden,
durchgeführt wird, Syn.: Reservisten¬
übung
re|seijvie|ren: dat.-fr; /reserwiren/ re¬
servierst; reserviertest; hast reserviert
vormerken; freihalten »Ich habe mir
einen Fensterplatz für die Zugreise re¬
servieren lassen.«
re|ser|viert: dat.-fr., /reserwjrt/ Adj. re¬
servierter; reservierteste 1 zurückhal¬
tend; verschlossen; scheu 2 n. stg. vor¬
gemerkt; freigehalten
Re|setjv]ert|heit: dat.-fr.; dt., /reser-
wirt-/ die; - ; - das Reserviertsein; das
Verhaltensein; Zurückhaltung
Re|ser|vie|rung: dat.-fr., /reserwirung/
die; - ; -en das Reservieren; das Vor¬
merken; das Freihalten
Re|ser|vist: dat.-fr., /reserwißt/ der; -en;
-en weibl. Re|serjvi|stin —» Rejser]-
vis|tin: die; - ; -nen 1 (Milit.) Soldat
der Reserve 2 (Sport) Spieler auf der
Reservebank
Re|ser|vj|sten|übung —»■ Re|ser|visj-
ten|ü|bung: dat.-fr.; dt., /reserwi-
ßten-/ die; - ; -en (Milit.) Übung, die
von Soldaten, die zum Einsatz bereit¬
gehalten werden, durchgeführt wird,
Syn.: Reserveübung
Rejseijvpir: dat.-fr., /reserwoar/ das; -s;
•e (Wasser-)Speicher; Sammelbecken
für Flüssigkeiten
Re|si|dent: dat.-fr., der; -en; -en 1 (hist.)
Statthalter einer Kolonialmacht 2
[veralt.] Geschäftsträger
Re|si|denz: dat., die; - ; -en Sitz des
Landesfürsten od. eines kirchlichen
Würdenträgers
Re|si|denz|stadt: dat.; dt., die; - ;
-Städte Stadt, in der sich der Sitz des
Landesfürsten od. eines kirchlichen
Würdenträgers befindet (befand)
Re|si|denz|thea|ter —* Re|si|denz|the|-
a|ter: dat.; gr.-lal.-fr., das; -s; - Thea¬
ter einer (früheren) Residenzstadt
Re|si|du|al|ge|biet dat.; dt., das; -(e)s;
-e (Bio.) Gebiet, in dem bedrohte
Tier- u. Pflanzenarten leben, Syn.:
Refugialgebiet
Re|si|gna|tijpn —* Re(si|g|na|ti|pn: dat.,
/resignazipn/ die; - ; -1 [geh.] a) Ent¬
sagung b) Fügung in das Unabänder¬
liche 2 (Behörde) [veralt.] Aufgabe ei¬
nes Amtes, einer Aufgabe
re|si|gna|tiv —> re|si|g|na|tiv: dat.,
/resignatif/ Adj. n. stg. [geh.] voller
Resignation
r»|si|gn]e|ien —> re|si|g|nie|ren: dat.,
resignierst; resigniertest; hast resi¬
gniert [geh.] a) entsagen b) sich in das
Unabänderliche fügen
re|si|stent —> re|sis(tent dat., Adj. n.
stg. (Med.; Bio.) a) gegenüber Giften
od. Infektionen geschützt, wider¬
standsfähig »Viele Schädlinge werden
gegenüber Schädlingsbekämpfungs¬
mitteln resistent.« b) gegen Antibioti¬
ka widerstandsfähig
Re|si|8tenz —> Re|sis|tenz: dat., die; - ;
-en 1 (Med.; Bio.) a) Schutz von Orga¬
nismen gegenüber Giften od. Infek¬
tionen b) Widerstandsfähigkeit (von
Kleinstlebewesen) gegen Antibiotika
2 [geh.] Abwehrverhalten; Wider¬
stand; Standhaftigkeit
re|so|lut: dat.-fr., Adj. resoluter; resolu¬
teste entschlossen; bestimmt; tatkräf¬
tig
Re|so|lut|heit: dat.-fr.; dt., die; - ; -en
(PI. s.) Entschlossenheit; Bestimmt¬
heit
Re|so|lu|ti|pn: dat.-fr., /resoluzipn/ die;
- ; -en 1 Beschluß 2 (Med.) Zurückbil¬
dung eines Krankheitsprozesses
Re|sol|ven]te: dat., /resolwente/ die; - ;
-n (Math.) Hilfsgleichung, mit der
eine Gleichung gelöst wird
re|sol|vie|ren: dat., resolvierst; resolvier-
test; hast resolviert 1 (Math.) eine
Zahl in eine kleinere Einheit übertra¬
gen, z. B. 1 Kilo = 1 000 Gramm 2
[veralt.] beschließen
Re|so|nanz: dat.-fr., die; - ; -en 1 (Phy¬
sik; Musik) Mitschwingen eines
schwingungsfähigen Körpers, der
von Schwingungen gleicher Frequenz
getroffen wird, die von einem anderen
Körper ausgehen 2 [geh.] Anklang;
Wirkung; Verständnis
Re|so|nanz|bo|den: dat.-fr.; dt., der; -s;
-böden (Musik) bei Saiteninstrumen¬
ten dünne Holzplatte, die den Klang
verstärkt
Re|so|nanz[kör|per: dat.-fr.; dt., der; -s;
- (Musik) bei Saiteninstrumenten
Hohlkörper, der den Klang verstärkt,
Syn.: Klangkörper
re|sor|b|e|ren: dat., resorbierst; resor¬
biertest; hast resorbiert (Med.; Bio.)
Substanzen in die Blut- od. Lymph-
bahn aufnehmen, aufsaugen, einsau¬
gen
Re|sorp|ti|pn: dat; /resorpzipn/ die; - ;
-en 1 (Med.; Bio.) Aufnahme von Sub¬
stanzen in die Blut od. Lymphbahn 2
Wiederauflösung eines Kristalls
Re|sorp|ti|gnstfä|hig|keit: dat.; dt; die;
- ; - Fähigkeit, flüssige od. gelöste
Substanzen aufzunehmen
ra[so|zia|li|s[gr]bar —> re|so|zi|a|li|sier|-
bar: dat.-engl; Adj. n. stg. wiederein¬
gliederbar
re|so|zia|li|sjejren —> re|so|zi|a|li|sie|-
ren: dat.-engl; resozialisierst; resozia¬
lisiertest; hast resozialisiert Straftäter
wieder in die Gesellschaft eingliedem
Restschuld
Re|so|zia|li|sje|rung —> Re|so]zi|a|li|-
sie|rung: dat.-engl» die; - ; -en Wie¬
dereingliederung in die Gesellschaft
Resp.: Abk. Respekt = Anerkennung;
Ehrerbietung
resp.: Abk. 1 a) respektabel = ansehn¬
lich; angesehen b) respektiert = ge¬
achtet; angesehen 2 respektive = be¬
ziehungsweise; oder; und
Rejspekt —► Res|pekt: <lal.-fr.> der;
•(efs; - 1 Ehrerbietung; Ächtung;
Ehrfurcht 2 <Kunst; Druckw.> umlau¬
fender, nicht bedruckter Randbereich
bei Text- u. Bildseiten
—»• Res|pekt einfflö|Bend; s. respektein¬
flößend
re|spek|tg|bel —* nes|pek)ta|bel: dat.-
fr» Adj. respektabler; respektabelste
[geh.] beachtenswert; Respekt, Aner¬
kennung verdienend »Das war eine re¬
spektable Leistung.«
re|spekt|ein|flö|Bend —*• Res|pekt ein|-
flö[Bend; dat.-fr.; dt» Adj. so geartet,
daß man davor (vor einer Person, Sa¬
che, Ereignis) Respekt hat
re|spek|tte|ren —* res|pek|tie|ren: dat.-
fr» respektierst; respektiertest; hast
respektiert achten; anerkennen; Re¬
spekt zubilligen »Du solltest den
Wunsch deiner Mutter respektieren!«
re|spek|t]|ve —»• res|pek|tj|ve: dat»
/respektiwe/ Konj. [geh.] beziehungs¬
weise; oder
re[spekt|los —* res|pekt[los: dat.-fr.;
dt» Adj. respektloser; respektloseste
ohne den angebrachten, nötigen Re¬
spekt; keinen Respekt habend »Erbe¬
nahm sich dem Vorgesetzten gegen¬
über respektlos.«
Re|spektflolsig|keit —*■ Res(pektllo|-
sig|keit: dat.-fr.; dt.> die; - ; -en a) o.
PL respektlose Art b) respektlose Äu¬
ßerung »Diese Respektlosigkeit lasse
ich mir von Ihnen nicht bieten!«
Re)spekts|per]son —» Res|pekts|perf-
son; dat.-fr.; lat» die; - ; -en jmd.,
dem man auf Grund seiner gesell¬
schaftlichen Stellung od. seiner Aus¬
strahlung Respekt entgegengebringt
re|spekt|voll —► res|pekt|voll: dat.-fr.;
dt.> Adj. n. stg. voller Respekt »Das
Kind näherte sich repektvoll dem gro¬
ßen Hund.«
Re|spi|ra|ti|pn —> Res|pijra|tilon: dat.>
/respirazion/ die; ~ ; - <Med.> Sauer¬
stoff- u. Kohlendioxidaustausch zwi¬
schen Organismus u. Umgebung bzw.
zwischen Blut u. Gewebe
re|spi|riejren —* res]pi|rie)ren: dat.> re¬
spirierst; respiriertest; hast respiriert
<Med.> atmen; Sauerstoff, Luft in die
Lungen einziehen
re|spon|die|ren —* re[slpon|die|ren:
dat.> respondierst; respondiertest; hast
respondiert 1 <Musik> [geh.] den Ge¬
sangspart eines Solosängers mit Ge¬
sang od. Text erwidern 2 [veralt.] eine
Antwort geben
Res[sen|ti|ment: dat.-fr» /ressengti-
mang/ das; -s: -s [geh.] Bedürfnis, an¬
dere abzuwerten, um sich dadurch
selbst zu erhöhen
Res|sprt: fr» /ressor/ das; -s; -s Ge¬
schäfts-, Aufgabenbereich »Das fällt
nicht in mein Ressort, könnten Sie das
bitte weiterleiten?«
Res|sort|cbef: fr.; lat.-fr.> /ressor-/ der;
-s; -s weiht. Res|sort]che|fin: die; - ;
-nen Verantwortliche^) eines Ge¬
schäfts-, Aufgabenbereichs, Syn.:
Ressortlei ter(in)
Res|sortflei|ten fr.; dt.> /ressor-/ der: -s;
- Res|sort]leijte|rin: die; -~; -nen Ver¬
antwortliche^) eines Geschäfts-, Auf¬
gabenbereichs »Der Ressortleiter
teilte seinen Mitarbeitern die neuen
Arbeitsaufgaben mit.«
Reslsourlce: dat.-fr.> /ressurße/ die: - :
-n (m. PI.) 1 finanzielle Reserven,
Rücklagen 2 natürliche Rohstoffe,
die zur Weiterverarbeitung benötigt
werden »Die Ressourcen der Welt
werden in Zukunft immer knapper
werden.«
Rest: dat.-it.y der; -(e)s; -e 1 etw., was
von einem größeren Teil übriggeblie¬
ben ist »Möchtest du dir den Rest vom
Mittagessen mitnehmen?« 2 der Rest
der Welt: [ugs.] alle anderen Men¬
schen »Ich grüße meine Freunde u. den
Rest der Welt.« 3 jmdm. den Rest
geben: [ugs.] jmdn. fertigmachen
»Daß jetzt auch noch das Auto kaputt
ist, gibt mir den Rest.« 4 sich den
Rest holen: [ugs.] (bei einer bereits
leichten Erkrankung) schwer erkran¬
ken »Mit deinen Halsschmerzen soll¬
test du lieber nicht rausgehen, sonst
holst du dir bei dem Wetter den Rest.«
5 der (letzte) Rest vom Schützenfest:
[ugs.] das allerletzte, was von einer
größeren Menge geblieben ist 6 der
Rest ist Schweigen: es ist nichts mehr
zu sagen; mehr sag' ich nicht dazu
Rest|ai|ko|hol: dat.-it.; arab.-span» der;
-(e)s; - der einige Zeit nach dem Al¬
koholgenuß noch im Blut befindliche
Alkohol
Rest|auf|la|ge: dat.-it.; dt» die; ~ ; -n
nicht verkaufte Bücher
Re|stau)rant —* Res)tau|rant: dat.-fr»
/räßtorang u.[ugs.] restorang/ das; -s;
-s Speiselokal
Rejstau|ra|ti|on —» Res(tau(ra|tijpn:
dat.-fr» /reßtaurazion/ die; - : -en 1
<Pol.; Geschichte) Wiederherstellung
des früheren Zustands nach einem
Umsturz »Die Restauration brachte
die gleichen Parteien wie vor dem Um¬
sturz an die Macht.« 2 [österr.] Re¬
staurant; Speiselokal 3 [geh.] Wieder¬
herstellung eines ursprünglichen Zu¬
standes eines Kunst- od. Kulturge¬
genstandes »Durch die Restauration
leuchteten die Farben des Gemäldes
wieder wie neu.«
Re|stau|ra|ti]ons|po|li|tik —> Res[tau]-
ra|ti|pns|pö[li|tik: dat.-fr.; gr.-fr» /re-
ßtaurazionß-/ die; - ; - <Pol.> Politik,
die eine Wiederherstellung früherer
politischer Verhältnisse anstrebt
rä|ti|ons|wi)gen: ^dat.-fr.; dt» /reßtau-
razionß-/ der; -s: - [österr.] Speisewa¬
gen eines Zuges
Re|stautrattilpns|zeit —> Re|s(tau|ra|ti[-
onsjzeit: dat.-fr.: dl» /reßlaurazi-
pnß-/ die; - : -en <Po!.; Geschichte)
Zeit, in der nach einem Umsturz der
frühere Zustand wiederhergestellt
wurde
re|stau|ra|tiv —» re|s|tau]ra]tiv: dal»
/reßtauralif/ Adj. n. stg. [geh.] den
früheren Zustand wiedernerstellend
»Die restaurativen Entwicklungen ma¬
chen alle Errungenschaften der Refor¬
men wieder zunichte.«
re|stau|rie|ren —*• re|s|tau|ne[ren: dal»
restaurierst: restauriertest; hast re¬
stauriert 1 ein Kunst- od. Bauwerk
wiederherstellen 2 <Pob den früheren
Zustand wiederherslellen
Re[stau|nejrung —»• Re|s)tau|iie|rung:
die; - ; -en Wiederherstellung eines
Kunst-od. Bauwerks
Re|ste|ver|wer|tung —*■ Res|te|ver|-
werftung: dat.-it.; dt» die; - ; -en Ver¬
wendung von (Essens-)Resten
Rest|grup)pe: dat.-it.; it.-fr» die; - ; -n
<Chemie> Rest; Gruppe von Atomen
eines Moleküls, die untereinander
stark gebunden sind u. bei Reaktio¬
nen als Einheit auftreten
re|sti|tufie|ren —* res|ti|tti|jg|ren: da!»
restituierst; restituiertest; hast restitu¬
iert «Rechlsw.) einen früheren Rechts¬
zustand wiederherstellen
Re[sti|tu|ti(on —> Re|s|ti|tu|ti|on: dal»
/restiluzion/ die; • ; -en 1 <Rechlsw.)
Wiederherstellung des früheren
Rechlszustandes durch ein Gericht 2
<Pol.> Wiedergutmachung von Scha¬
den, der einem Staat durch Krieg ent¬
standen ist 3 <Bio.> Ersatz fehlender
Körperteile durch Nachwachsen
restl.: Abk. 1 restlich 2 restlos
Rest|lauf[zeit: dat.-it.; dt» die; - ; -en
<Wirt.> verbleibende Geltungsdauer
eines Vertrags, Kredits
restlich: dat.-it.; dt» Adj. n. stg. übrig;
übriggeblieben; verbleibend
restjlos: dat.-it.; dl» Adj. n. stg. völlig;
gänzlich
Rest|po|sten —»■ Rest|pos|ten: dat.-it»
der: -s: - [Handel] übriggebliebene
Menge von einer Ware
Re|strik|ti|on —»• Re|s|t|rik]ti|on; dal»
/restrikzion/ die; - : -en 1 [geh.] Ein¬
schränkung 2 <Genetik> Abwehr von
Kleinstlebewesen gegen Kreuzung
mit anderen Organismen 3 <Sprach-
wiss.t Einschränkung, die den Ge¬
brauch eines Wortes, einer Redewen¬
dung innerhalb eines Sprachsystems
festlegt
Re[strik|ti[ons|maBlnah|me —» Re)s|t[-
nk|ti|gns[maB|nan(me: dat.: dt»
/restrikzionß-/ die; - ; -n <Pob Ein¬
griff. der (die Wirtschaft eines Lan-
des)einschränkt
rejstrik[Sv —> re|s|t|rikltiv: dat» /re-
striktif/ Adj. n. stg. [geh.] einschrän¬
kend »Die restriktiven Maßnahmen
wurden nach der Prohibitionszeit wie¬
der aufgehoben, u. Alkohol durfte wie¬
derausgeschenkt werden.«
rejstrin|g]ejren —> re|s|t|rin|gie|ren:
dat» restringierst; restringiertest; hast
restringiert [geh.; selten] einschränken
rejstrinjgjert —*■ re|s|t]rin|gjert: Adj. n.
stg. <Sprachwiss.> wenig differenziert;
eingeschränkter Wortschatz »Ein re-
slingierter Wortschatz ist für viele ver¬
nachlässigte u. verwahrloste Kinder ty¬
pisch.«
Restjri|si|ko: dat.-it.; it» das; -s; -risiken
verbleibende Gefahr (trotz aller
Sicherheitsvorkehrungen) »Selbst hei
ausgeklügelten Systemen bleibt ein
Restrisiko.«
Rest|schuld: dat.-it.; dt» die; - ; -en 1
verbleibende Schuld an od. für etw.
Trotz alter Entlastung verbleibt eine
945
Resturlaub
Restschuld« 2 noch zu zahlender Teil
einer Gesamtsumme, die man jmdm.
schuldig ist
Restjuijlaub: <lat.-it.; dto der; -(e)s; -e
(PI. s.) verbleibender Urlaub, der ei¬
nem vom Jahresurlaub noch zusteht
Restjwert: dat.-it.; du der; -(ejs; -e
<Wirt.> Preis, den etw. nach einer be¬
stimmten Zeit, die es in Gebrauch ist,
noch hat »Nach zwei Jahren beträgt
der Restwert dieses Autos nur noch die
Hälfte des Anschaffungswertes.«
Restfwert|zeit: dat.-it.; dto die; * ; -en
<Physik> Zeit, in der eine bestimmte
Anzahl von Radionukliden durch
Kernumwandlungen um die Hälfte
abgenommen hat, Syn.: Halbwertzeit
Re|sul|tat: dat.-fr o das; -(e)s; -e a) Er¬
gebnis aus einer Rechenaktion »Das
Resultat von zwei mal zwei ist vier.« b)
Ergebnis aus einer Handlung, Unter¬
suchung o. ä. »Das Resultat der Un¬
tersuchung war negativ.«
re|sul|tat|los: dat.-fr.; du Adj. n. stg.
ohne Ergebnis; kein Resultat vorwei¬
send; erfolglos
re|sulftie|ren: dat.-fr.> resultiert; resul¬
tierte; hat/ist resultiert [geh.] sich als
Folge aus etw. ergeben »Solche Pan¬
nen resultieren aus schlampiger Ar¬
beitsweise.«
Relsülrnee: </r.> das; -s; -s [geh.] Zusam¬
menfassung; Wiederholung; Schlu߬
beurteilung »Das Resümee fiel positiv
aus.«
re|sü|mie|ren: <fr.> resümierst; resümier¬
test; hast resümiert [geh.] etw. kurz
zusammenfassen
re|ta|blie|ren —> re|ta|b|lje|rere dat.-fro
retablierst; retabliertest; hast reta-
bliert [veralt.] wiederherstellen
re)tarjdjä)ren: dat.-fr.> retardierst; retar¬
diertest; hast retardiert [geh.] verzö¬
gern; verlangsamen »Die Geschichte
retardiert dort, wo der Handlungsgang
von den Hauptfiguren nicht mehr vor¬
angetrieben wird.«
Re|ti|na: dau die; - ; Retinae fretinäf
<Anat.> innere Augenhaut, bestehend
aus einem lichtempfindlichen u. ei¬
nem blinden Teil; Netzhaut» Weil die
Retina eingetrübt ist, besteht die Ge¬
fahr der Erblindung.«
Re(torfte: dat.-fr.> die; - ; -n 1 ausge¬
bauchtes Glasgefäß mit abgeboge¬
nem Ansatzrohr zum Destillieren 2
aus der Retorte: [meist abwert.]
künstlich hergestellt
Re|tor]ten|ba|by: dat.-fr.; engh das; -s;
-s u. -babies —*nur noch -babys*—
[ugs.] Baby, das aus einer Befruch¬
tung im Reagenzglas entstanden ist
reltoun dat.-fr.) /retur/ Adv. [landsch.;
sonst veralt.] zurück
Reftourjfahrikaijte: /retur-/ die; • ; -n
[österr.J zur Hin- u. Rückfahrt gültige
Fahrkarte »Er löste eine Retourfahr¬
karte u. bestieg den Zug.«
Reltourlkutlsche; /retur/ die; - ; - [ugs.]
Erwiderung auf einen Affront »Auf
seine Lästerei folgte sofort eine Re¬
tourkutsche von ihr.«
re|tour|nie|ren: dat.-fr.) retournierst; re¬
tourniertest; hast retourniert 1 a)
(Handel) Waren an den Großhändler
zurücksenden »Die beanstandete Wa¬
re wird innerhalb von drei Tagen
retourniert.« b) [österr.] zurückgeben;
zurückschicken 2 (Sport) den Ball Zu¬
rückschlagen; einen Return schlagen
(beim Tennis)
reftro-/Re]tro re|t|ro-/Re|t|ro-: dau
Wortbildungselement zurück; hinter
re|tro|da|tie|ren —> re|t|ro|da|tie|ren:
dau retrodatierst; retrodatiertest;
hast retrodatiert [veralt.] etw. mit ei¬
nem bereits vergangenen Datum ver¬
sehen, Syn.: zurückdatieren
reftro|gred —* re|t|ro|g|ract dato dau
Adj. n. stg. 1 (Astronomie) rückläufig
2 (Sprachwiss.) auf Ursprungsformen
zurückgreifend
Re|tro|spekjti|on —> Rejt|ro|s|pek|ti|on:
dato /retrospekzion/ die; - ; -en [geh.]
Rückblende; Rückblick; Betrachtung
aus einer zeitlichen Distanz
re|tro|spek|tiv —* re|t|ro|s|pek|the dato
Adj. n. stg. [geh.] zurückschauend; zu¬
rückblickend
Re]tro|spek)ti]ve —» Re|t|ro|s|pek|tj|ve:
dato die; - ; -n [geh.] 1 Rückblick;
Rückschau 2 Wiederaufführung von
Filmen eines bestimmten Regisseurs
od. mit einem bestimmten Schauspie¬
ler
netjten: rettest; rettetest; hast gerettet 1.
aus einer gefährlichen Situation be¬
freien; in Sicherheit bringen; bergen
»Es konnten zwei Überlebende aus
dem Wrack gerettet werden.« 2 vor
Unheil od. Zerstörung bewahren
»Mit den Spendengeldern kann die alte
Kapelle vor dem Verfall gerettet
werden.« 3 nicht mehr zu retten sein:
[ugs.] verschrobene Einfälle haben;
nicht bei Sinnen sein »Du willst zu
Fuß durch die Sahara? Du bist nicht
mehr zu retten!« 4 sich vor jntd. nicht
(mehl) retten können, zu retten
wissen: [ugs.] von jmdm. verfolgt
werden »Der Chef kann sich vor Be¬
werbern für die Stelle nicht mehr
retten.« 5 sich vor etw. nicht (mehr)
retten können, zu retten wissen:
[ugs.] von etw. zu viel erhalten »Seit
der Werbeaktion kann er sich vor Auf¬
trägen nicht mehr retten.« 6 rette sich,
wer kann: [scherzh.J Ruf, um vor etw.
od. jmdn. zu warnen »Rette sich, wer
kann - da kommt die Klatschtante!« 7
der rettende Engel (sein): [ugs.;
übertr.] unerwartet in einer schwieri¬
gen Situation auftauchen u. helfen
»Danke, daß du mir dein Auto geliehen
hast. Du warst mein rettender Engel.«
Ret|ten der; -s; - weibl. Retjtejrin: die;
-; -nen Person, die jmdn. od. etw. ret¬
tet
Retjtich: der; -(e)s; -e Pflanze aus der
Familie der Kreuzblütler mit weißer,
scharf schmeckender Wurzel, die (mit
Salz eingerieben) gegessen wird
Rettung: die; - ; -en 1 das Retten von
etw. od. jmdm.; das Gerettetwerden
»Die Rettung der Bergsteiger war eine
gefährliche Aktion.« 2 Bewahrung;
Erhaltung »Sie machte sich um die
Rettung bedrohter Tierarten ver¬
dient.« 3 [österr.] a) Rettungswagen;
Notarztwagen b) Rettungsdienst
Ret|tungs|an|ken der; -s; - (übertr.)
etw., das jmdm. in einer schwierigen
Situation hilft
Ret|tungs|arzt: der; -(e)s; -ärzte <Med.>
Arzt, der im Notfall mit einem Ret¬
tungswagen zum Patienten od. Un¬
fallopfer kommt, Syn.: Notarzt
Ret)tungs|boot: das; (ejs; -e kleines
Boot, das zur Rettung von Passagie¬
ren u. Besatzung im Notfall auf grö¬
ßeren Schiffen untergebracht ist
ret|tungs|Ios: Adj. n. stg. ohne Rettung
Ret|tungs|mann|schaft: die; - ; -en
Gruppe von Personen, die in Gefahr
geratene Personen rettet
Ret)tungs|ring: der; -(ejs; -e 1 Reifen,
der um den Bauch getragen wird u.
hilft, sich über Wasser zu halten 2
[ugs.; scherzh.] Fettablagerung im
Bauch- u. Hüftbereich »WievielKilos
hast du denn zugenommen? Dein Ret¬
tungsring ist ganz schön angewach¬
sen.«
RetftungsfschuB —» Ret|tungs|-
schuss der; -Schusses; -schüsse
(Rechtsw.) meist in der Wendung fina¬
ler Rettungsschuß: per Gesetz abgesi¬
cherter Schuß eines Polizisten, der in
bestimmten Situationen eingesetzt
werden darf, um einen Verbrecher zu
töten
Retjtungs|wa|gen: der; -s; - mit medizi¬
nischem Gerät ausgestattetes Auto,
in dem die Erstversorgung von Not¬
fallpatienten durchgefühlt wird
Reftyjsche: </r.> die; - ; -n (Photogra¬
phie; Druckw.) a) Nachbearbeitung
von Fotos od. Repros »Die Retusche
von Fotos wird mit speziellen Farben u.
Pinseln gemacht.« b) Ergebnis einer
Retuschearbeit »Die Retusche soll in
dem fertigen Foto nicht mehr zu erken¬
nen sein.«
reftu|schie|ren: <fro retuschierst; retu¬
schiertest; hast retuschiert (Foto;
Druckw.) überarbeiten; nachbessern
Reue: die; -; - Gefühl, das sich einstellt,
wenn man nicht nach dem Gewissen
gehandelt hat, begleitet von dem Vor¬
satz in Zukunft dem Gewissen zu fol¬
gen; jmdn. überkommt Reue
reuejlos —» reyje|los; Adj. n. stg. [geh.]
keine Reue zeigend
reuten: reust; reutest; hast gereut a)
[geh.] Reue empfinden b) eine Ent¬
scheidung im Nachhinein als unklug
betrachten
reue|voll —» reu|e|volk Adj. n. stg.
[geh.] voller Reue; bedauernd
reulmültiq: Adj. n. stg. [oft scherzh.] be¬
dauernd »Der Junge brachte reumütig
den geklauten Apfel zurück.«
Reulse: die; - ; -n schlauchartiges, sich
nach hinten verjüngendes, geflochte¬
nes Fischfanggerät »Die Reuse wird
im Flachwasser ausgelegt, damit die
Fische sich darin verfangen.«
Rev.: Abk. 1 <englo (Titel von Geistli¬
chen) Reverend 2 a) Revision .= a)
Nachprüfung; Durchsicht b) Ände¬
rung nach Überprüfung b) Revisor =
Wirtschaftsprüfer 3 Revolte = Auf¬
lehnung; Aufruhr 4 Revolution =
politischer Umsturz
rev.: Abk. 1 reversibel = umkehrbar 2
revidiert «* geändert 3 revolutionär
Re|van|che: dat.-fr.) /rewangsch(e)/ die;
- ; -n 1 (Milit.) [veralt.] Vergeltung 2
Rache 3 Leistung, die im Gegenzug
für eine zuvor erbrachte Arbeit ver¬
richtet wird 4 (Sport) sportlicher
Wettkampf, der eine vorhergehende
Niederlage ausgleichen soll
946
Rezeption
Re|van|che|po|li|tik: <lat.-fr.; gr.-fra /re-
wangsch(e)-/ die; - ; - <Pol.> Politik,
die auf Vergeltung ausgerichtet ist
Re|van|che|spiel: dat.-fr.; dt.> /rewang-
sch(e)-/ das; -(e)s; -e <Sport> sportli¬
cher Wettkampf, bei dem eine zuvor
unterlegene Mannschaft die erneute
Chance bekommt, den Sieg zu errin¬
gen »Das Revanchespiel soll vierzehn
Tage später stattfinden.«
re|van|chie|ren, sich: <lat.-fr.> /rewang-
schiren/ revanchierst dich; revanchier¬
test dich; hast dich revanchiert 1 sich
für etw. erkenntlich zeigen »Die Frau
revanchierte sich für die freundliche
Hilfe beim Tapezieren mit einem
Strauß Blumen.« 2 <Sport> durch einen
Sieg in einem zweiten Spiel die vorhe¬
rige Niederlage aus dem ersten Spiel
ausgleichen 3 jmdm. etw. heimzahlen
Re[van|chis|mus: dat.-fr.-russa der; -
<Pob [abwert.] Politik, die darauf
zielt, Gebiete, die durch Krieg verlo¬
ren worden sind, mit Militäreinsatz
wieder zurückzugewinnen
Refvelranz: <lat.> /referenz/ die; - ; -en
[geh.] 1 Verbeugung, um seine Hoch¬
achtung auszudrücken »Der Mann er¬
wies dem älteren Herrn seine Reverenz
u. verabschiedete sich.« 2 Hochach¬
tung; Ehrerbietung
re|ver|a||bei: <lat.-fr.> /rewersibel/ Adj. n.
stg. t [fachsprl.] umkehrbar 2 <Med.>
heilbar
Re|ver|si|bi|li|tät: dat.-fra /rewersibili-
tät/ die; - ; -1 [fachsprl.] Umkehrbar¬
keit 2 <Med.> Heilbarkeit
Re|ver|si|bte: <lat.-fr.-engl.> /rewersibel/
der u. das; -s; -s 1 <Textil> 2 Kleidung,
die auf beiden Seiten getragen werden
kann
Re|verjsi|on: <lat.> /rewersion/ die; - ;
-en [fachsprl.] Umkehrung
re|vi|die|ren: dat.> /rewidiren/ revidierst;
revidiertest; hast revidiert [geh.] a)
(nach)prüfen b) korrigieren; verbes¬
sern; berichtigen
Re|vien dat.-fr.-niederla /rewir/ das;
-(e)s; -e 1 Bezirk; abgegrenztes Ge¬
biet 2 kleinere Polizeidienststelle
»Der Polizist gehörte dem dritten Re¬
vier an.« 3 Gebiet, in dem Bergbau be¬
trieben wird 4 <Tier> Jagdgebiet u./od.
Gebiet zur Aufzucht der Nachkom¬
men »Der Fuchs markiert sein Revier
durch Geruchsmarken.« 5 Jagd- u.
Forstgebiet 6 <Milit.> Krankenstation
Re|yi|si[pn: <lat.> /rewision/ die; ~ ; -en 1
Überprüfung; nochmalige Durch¬
sicht auf Richtigkeit »Die Revision
der Bücher deckte die fehlenden Gelder
auf.« 2 <Rechtsw.> Wiederaufnahme
eines Verfahrens zur Prüfung 3
<Druckw.> nochmalige Durchsicht u.
Korrektur vor dem Andruck eines
Schriftwerkes
Re|vi|si|ons]frisfc dat.; dt.> /rewisionß-/
die; - ; -en <Rechtsw.> Zeitraum, in¬
nerhalb dessen eine Revision, eine
Wiederaufnahme des Verfahrens be¬
antragt werden kann »Die Revisions¬
frist beträgt vierzehn Tage, danach
kann kein Einspruch mehr angenom¬
men werden.«
Re|vi|silgns|ge|richt: dat.; dt.> /rewisi¬
onß-/ das; -(e)s; -e <Rechtsw.> Ge¬
richt, das sich mit einer Revision, ei¬
ner Wiederaufnahme des Verfahrens,
befaßt
Re|vi|sor: data /rewisor/ der; -s; Revi¬
soren 1 Wirtschaftsprüfer, der die Bü¬
cher eines Betriebes überprüft 2
<Druckw.> letzter Korrekturleser vor
dem Andruck
re|vi|ta|li|sie|ren: data /rewitalisiren/ re-
vilalisierst; revitalisiertest; hast revita-
lisiert <Med.> stärken; kräftigen
»Durch Massage u. Bestrahlung soll
die Funktionsfähigkeit der Muskeln
revitalisiert werden.«
Re|vol|te: dat.-it.-fra /rewolle/ die; -; -n
Aufstand, Aufruhr gegen die be¬
stehende Ordnung
Re|vojlu|ti|gn: dat.-fra /rewoluzign/ die;
- ; -en 1 Umwälzung auf wissen¬
schaftlichem, künstlerischem o. ä.
Gebiet 2 <Pol.> gewaltsame Umände¬
rung des bestehenden politisch-gesell¬
schaftlichen Zustandes
Re|vo|lu|tio|när —* Re(vo|lufti|o|nä»t
dat.-fra /rewoluzionär/ der; -s; -e
weibl. Rejyo|lu|tio|nf|rin —* Re|vo|-
lu|ti]o|näjnn; die; - ; -nen 1 jmd., der
für Umwälzungen auf wissenschaftli¬
chem, künstlerischem o. ä. Gebiet
sorgt »Leonardo da Vinci war sowohl
in der Malerei wie auch in der Ent¬
wicklung der Technik ein Revolutio¬
när.« 2 <Pob jmd., der eine Revoluti¬
on befürwortet od. sie aktiv od. pas¬
siv unterstützt
re(vo|lu|tio|när —» re|vo|lu(ti|o|näf; dat.-
fra /rewoluzionär/ Adj. n. stg. 1 für
Neuerungen sorgend 2 <Pob auf eine
Revolution hinarbeitend
Re|vo|lu|tio|nie|rung —* Re|vo|lu|ti|o|-
nie|rung: dat.-fra /rewoluzionirung/
die; - ; -en grundlegende Umgestal¬
tung
Re|vo|lu|t]|ons|reJgie|rung: dat.-fr.; dta
/rewoluzionß-/ die; - ; -en <Pob Exe¬
kutivorgan, das nach einem Umsturz
eingesetzt wird
Re|vo|lu|ti[gns|tnjbu]nal: dat.-fra /rewo¬
luzionß-/ das; -(e)s; -e <hist.> Ge¬
richtshof der Jakobiner während der
Französischen Revolution
Re|vgl|ver: dat.-fr.-engla /rewglwer/
der; -s; - kurze Handfeuerwaffe mit
drehbarer Trommel
Re[vgl|veijblatb dat.-fr.-engl.; dta /re¬
wglwer -/ das; -(e)s; -blätter [ugs.; ab¬
wert.] Zeitschrift, Zeitung, die die
Sensationsgier ihrer Leser zu befriedi¬
gen sucht
Re|vol|ver[gejwehr: dat.-fr.-engl.; dta
/rewglwer-/ das; -(e)s;-e Gewehr mit
einer Patronentrommel
Re|vgl|ver|schal|tung: dat.-fr.-engl.; dta
/rewglwer-/ die; - ; -en <Kfz-Technik>
Hebel zum Schalten in einen anderen
Gang, der aus dem Armaturenbrett
ragt
Re|voljverjta|sche: dat.-fr.-engl.; dta
/rewglwer-/ die; ~ ; -en Tasche zur
Aufbewahrung von Handfeuerwaf¬
fen
Reivue: dat.-fra /rewü/ die; - ; -n 11llu¬
strierte mit Artikeln zu einem be¬
stimmten Interessengebiet 2 <Theater>
Aufführung mit Musik, Tanz, Akro¬
batik 3 etw. Revue passieren lassen:
etw. in der Vorstellung noch einmal
an sich vorüberziehen lassen »Er ließ
sein Leben noch einmal Revue passie¬
ren.«
REW: Abk. <engla rewind. = Bezeich¬
nung für die Rückspultaste eines Kas¬
setten-, Videorekorders o. ä.
Rex: data /rekß/ der; - ; Reges 1 <hi$t,>
Königstitel im alten Rom 2 beliebter
Hundename, vor allem von Deut¬
schen Schäferhunden
Rey|on: <engl.-fra /rejong/ der u. das; - ;
- [veralt.] glänzende Faser aus Zellu¬
lose, Syn.: Viskose
Rez.: Abk. 1 Rezension = kritische Be¬
sprechung eines Textes, Buches, einer
Aufführung (Film, Theater o. ä.)
usw. 2 Rezept = 1. Back-, Kochan¬
weisung 2. Arzneimittelverordnung 3
Rezeption = 1. a) Empfang b) Emp¬
fangshalle 2. Aufnahme durch ein Pu¬
blikum 4 Rezession = Rückgang der
Wirtschaftsentwicklung 5 a) Rezitati¬
on = künstlerischer Vortrag (von
Dichtung) b) Rezitator(in) 6 Rezitativ
= dramatischer Sprechgesang in ei¬
ner Oper
rez.: Abk. 1 rezent = gegenwärtig le¬
bend 2 rezensiert = Text, Buch, Auf¬
führung (Theater, Film o. ä.) usw.
kritisch besprochen 3 rezitiert =
künstlerisch vorgetragen
Re|zen|sent: data der; -en; -en weibl.
Rejzenfsenftin: die; - ; -nen [geh.;
fachsprl.] jmd., der ein Buch, Thea¬
terstück, einen Film bespricht, kriti¬
siert
re|zen|sie[ren: data rezensierst; rezen¬
siertest; hast rezensiert [geh.;
fachsprl.] ein Buch, Theaterstück, ei¬
nen Film o. ä. besprechen, kritisieren
Re|zen|si|on: data die; - ; -en [geh.] 1
Besprechung, Kritik eines Buches,
Theaterstücks, Films o. ä. »Sein neuer
Roman bekam durchweg schlechte
Rezensionen.« 2 [fachsprl.] Wieder¬
herstellung einer Textfassung, die
dem Original möglichst nahe kommt
(durch Vergleich verschiedener
Handschriften)
Re|zen|si[onslex|em|plar —* Re|zen|si[-
ons|e|x]em|p|lar. data das; -(e)s; -e
von einem Verlagshaus kostenlos ver¬
schicktes Exemplar eines neuen Bu¬
ches für Rezensenten
re|zent: data Adj. n. stg. 1 <Bio.> heute
(noch) lebend 2 [landsch.] säuerlich;
herzhaft
Rejzept: data das; -(e)s; -e 1 <Med.>
ärztliche Anweisung zur Zusammen¬
stellung od. Ausgabe eines Medika¬
mentes 2 Anleitung zum Backen od.
Kochen »Der Kuchen war sehr gut,
könntest du mir bitte das Rezept
geben.« 3 <übertr.> Art u. Weise, etw.
anzugehen; Weg, ein Problem zu lö¬
sen
Re|zept|block: dat.; dta der; -(e)s;
-blocke u. -s Schreibblock, auf dem
ein Arzt Rezepte (1) ausstellt
ie|zept|frei: dat.; dta Adj. n. stg. ohne
ärztliches Rezept zu bekommen
Re|zep|ti|gn: data /rezepzign/ die; - ;
-en 1 Empfangsbereich eines Hotels
»Ich habe den Schlüssel an der Rezep¬
tion abgegeben.« 2 <Rechtsw.; PoI.>
Übernahme von Gesetzen od. rechtli¬
chen Einrichtungen aus anderen Völ¬
kern od. Ländern 3 geistige Aufnah¬
me von Kunst, Büchern usw.
947
Rezeptor
Re|zep|tor dato der; -s; Rezeptoren (m.
PI.) (Physiologie; Med.> Empfangs¬
einrichtung eines Organismus für
Reize »Die Rezeptoren des Auges rea¬
gierende nach Rezeptorenart, auf un¬
terschiedliche Lichtwellen.«
Re|zept)pflicht: <lat.; dt.> die; - ; - Vor¬
schrift, daß bestimmte Medikamente
nur durch einen Arzt verschrieben
werden dürfen, Syn.: Verschreibungs¬
pflicht
re|zept|pflich|tig: <lat.; dto Adj. n. stg.
nur nach einer ärztlichen Verschrei¬
bung in der Apotheke zu bekommen,
Syn.: verschreibungspflichtig
Re|zep|tun dato die; - ; -en 1 Mi¬
schungsverhältnis der Inhaltsstoffe
von Medikamenten, Pflege-, Nah¬
rungsmitteln u. ä. »Die Rezeptur für
den Kräuterlikör wird mündlich
weitergegeben.« 2 <Pharmazie> a)
Raum in einer Apotheke, in dem Me¬
dikamente zusammengemischt wer¬
den »Die Rezeptur darf nur von befug¬
ten Personen betreten werden, weil hier
Drogen u. Gifte aufbewahrt werden.«
b) Herstellung von Medikamenten
nach einem Rezept »Diese Rezeptur
ist ein langwieriger Herstellungspro¬
zeß.«
Re|zes|si|on: dato die; - ; -en <Wirt.>
Rückgang der Konjunktur
re|zes|sjv: dato /rezessif/ Adj. n. stg.
<Bio.> im Phänotypus nicht in Er¬
scheinung tretend »Manche Eigen¬
schaften werden rezessiv vererbt u. tre¬
ten erst in Erscheinung, wenn zwei re¬
zessive Gene eines Typus aufeinander¬
treffen.«
Re|zes|sijvi|tät: dato /rezessiwität/ die;
- ; - <Bio.> Eigenschaft eines Gens, im
Phänotypus normalerweise überdeckt
zu werden, nicht in Erscheinung zu
treten
Re|zi|div: dato /rezidif/ das; -(e)s; -e
/rezidiwe/ <Med.> Wiederauftreten ei¬
ner abgeheilten Krankheit; Rückfall
»Das Rezidiv des Fiebers wirkte sich
bedrohlich auf seinen Gesundheitszu¬
stand aus.«
Re|zi|pi|ent: dato der; -en; -en 1
[fachsprl.] Leser; Zuschauer; Zuhö¬
rer; jmd., der sich mit einem künstle¬
rischen Werk intellektuell auseinan¬
dersetzt 2 (Physik) Glas- od. Stahl¬
körper, aus dem mit einer Vakuum¬
pumpe Luft bzw. Gase abgesaugt
werden können
re|zi|p|e|ren: dato rezipierst; rezipier¬
test; hast rezipiert [fachsprl.] aufneh¬
men; übernehmen
re|zi|prok —* re|zi|p|rok: dato Adj. n.
stg. [fachsprl.] wechselseitig sich be¬
dingend
Re|zi|ta|ti|gn: dato /rezitazion/ die; ~ ;
-en [geh.] Vortrag eines literarischen
Werkes
Re]zi|ta|hv: dat.-ito /rezitatif/ das;
-(e)s; -e Irezitatvwel Sprechgesang
mit Instrumentalbegleitung
re|zi|ta|tj|visch: dat.-ito /rezitatiwisch/
Adj. n. stg. als Sprechgesang mit In¬
strumentalbegleitung vorgetragen
Re|zi|ta|tor: dato der; -s; Rezitatoren
weibl. Re|zi|ta|to|rin: die; - ; -nen
[geh.] jmd., der einen Text vorträgt
re|zi|tajtg|risch: dato Adj. n. stg, [geh.]
die Rezitation betreffend
re|zi|tie|ren: dato rezitierst; rezitiertest;
hast rezitiert [geh.] Texte künstlerisch
vortragen
RF: Abk. 1 <englo <Antennensignal> ra¬
dio frequency = Radiofrequenz 2
<Med.> rheumatisches Fieber 3 (Me¬
dien) Rundfunk
Rf: Abk. <Verkehr> Rangierfahrt bei der
Eisenbahn
Rf.: Abk. 1 Radfahrerin) 2 Rechnungs¬
führer 3 Riff 4 <Medien> Rundfunk
R. F.: Abk. <fro Republique Francaise =
Republik Frankreich
Rfn.: Abk. 1 Rufname 2 Rufnummer für
das Telefon
Rfnr.: Abk. Rufnummer für das Telefon
Rfs.: Abk. <Medien> Rundfunksender
Rfz«: Abk. Rufzeichen im Telefon
Rg.: Abk. 1 Rang 2 Rechnungen) 3
(Theater; Film> a) Regie = Spiellei¬
tung bei Theater, Film u. Fernsehen
b) Regisseur(in) 4 Register = alpha¬
betisches Namens- od. Sachverzeich¬
nis 5 (Behörde) Registratur = Aufbe¬
wahrungsstelle für Akten 6 Rück¬
gang
R-Ge|spräch: Kurzw. das; -(e)s; -e Te¬
lefongespräch, bei dem nach Rück¬
frage die Gesprächsgebühr vom An¬
gerufenen u. nicht vom Anrufer ge¬
tragen wird
Rgl.: Abk. 1 (Sport) Rangliste 2 Regel 3
Reglement = a) Geschäftsordnung b)
Wettkampfordnung 4 (Technik) Reg¬
ler
rglm.: Abk. regelmäßig
Rgstr.: Abk. 1 Register = alphabeti¬
sches Namens- u. Sachverzeichnis 2
(Behörde) Registratur = Aufbewah¬
rungsstelle für Akten
RH: Abk. 1 Rechnungshof = Behörde
zur Überprüfung der Ausgaben in der
öffentlichen Verwaltung 2 Reihen¬
haus 3 tenglo Rockwell hardness =
Rockwellhärte = nach dem amerika¬
nischen Techniker Rockwell be¬
nannte Einheit der Härte von Werk¬
stoffen
Rh: Abk. 1 Rhesusfaktor positiv = Teil
der erblichen Blutmerkmale (ca.
85 % aller Menschen sind rhesus-
positiv) 2 Rhodium = chemisches
Element, Schwermetall 3 Roßhaar =
Zeichen für Fasern aus Roßhaar, z.
B. bei Matratzen 4 Rhein
rh: Abk. 1 Rhesusfaktor negativ = Teil
der erblichen Blutmerkmale, der u. a.
vor jeder Blutübertragung festgestellt
werden muß (ca. 15 % aller Men¬
schen sind rhesus-negativ) 2 rheinisch
Rha|baijber: <gr.-lat.-ito der; -s; - Pflan¬
ze aus der Familie der Knöterichge¬
wächse mit eßbaren Blattstielen
Rha|ga|de: <gr.-lato die; - ; -n (m. PI.)
(Med.) Einriß in der Haut, Syn.:
Schrunde
Rhap|so|dje: <gr.-lato die; - ; -n
Irapsodßn/ 1 (Altertum) von einem
fahrenden Sänger im antiken Grie¬
chenland vorgetragener Epos 2 phan¬
tasievolle Instrumentalmusik od. Ge¬
sangsstück
rhap|8o|disch: <gr.-lato Adj. n. stg.
[geh.] bruchstückhaft; unvollständig
rhein|ab: Adv. den Rhein hinunter
Rhe|sus|fak|ton dato der; -s; - (Med.)
dominant vererbtes Blutgruppen¬
merkmal, das unter bestimmten Be¬
dingungen (z. B. bei Blutübertragun¬
gen u. Schwangerschaften) zu Unver¬
träglichkeiten wie Verklumpung der
roten Blutkörperchen führen kann
rhet.: Abk. rhetorisch = a) redekünstle¬
risch b) phrasenhaft; schönrednerisch
Rhe|tor: <gr.-lato der; -s; Rhetoren (Al¬
tertum) Lehrer der Redekunst; Red¬
ner
Rhe|to|rik: <gr.-lato die; - ; -en 1 o. PI.
Lehre davon, wie ein Sachverhalt
überzeugend dargestellt werden kann
2 (PI. s.) Fähigkeit, einen Sachver¬
halt überzeugend darzustellen; Rede¬
begabung 3 Lehrbuch zur Redekunst,
Syn.: d> Redekunst
Rhe|to|ri|ker: <gr.-lato der; -s; - weibl.
Rhefto|ri|ke|rin: die; - ; -nen jmd., der
die Redekunst beherrscht; Lehrer(in)
für Rhetorik
riie|to|rlsch: <gr.-lato Adj. n. stg. 1 die
Rhetorik (1) betreffend 2 floskelhaft
rheum(at).: Abk. (Med.) rheumatisch
Rheukna: Kurzw. <gr.-lato das; -s; -
(Med.) (ungenaue) Sammelbezeich¬
nung für schmerzhafte Beschwerden
am Bewegungsapparat, Syn.: Rheu¬
matismus
Rheumat.: Abk. Rheumatismus
rheu|majtisch: <gr.-lato Adj. n. stg.
(Med.) zum Formenkreis des Rheu¬
matismus gehörend
Rheu|ma|tis|mus: <gr.-lato der; - ;
Rheumatismen (Med.) (ungenaue)
Sammelbezeichnung für schmerz¬
hafte Beschwerden am Bewegungsap¬
parat
Rh-Fakjtor: Abk. der; -s; - (Med.) Rhe¬
susfaktor
Rhi|no|lo|gie: <gro die; - ; - (Med.) Na¬
senheilkunde
Rhi|no|skgp —» Rhi|no|s|kop: <gro das;
-(e)s; -e (Med.) Instrument zur Un¬
tersuchung der Nasenhöhle
Rhi|no|sko|pje —> Rhi|no|s|ko[p|e: <gro
die; - ; -n /rinoskopienl<Mcdo Unter¬
suchung der Nasenhöhle mit einem
Rhinoskop
Rhi|no|ze|ros: <gr.-lato das; -ses; -se 1
(Zool.) Unpaarhufer mit gepanzerter
Haut u. Hörnern aus Oberhaut, der
in Afrika u. Asien lebt; Nashorn 2
[Schimpfwort] dickfelliger, unsensib¬
ler Mensch ohne Manieren
Rhj.: Abk. (Wirt.) Rechnungshalbjahr
= Zeitraum für den eine Halbjahres¬
bilanz aufgestellt wird
Rhid.: Abk. Rheinland
Rh-ne|gajtiv: Adj. n. stg. (Med.) (mit
dem) Rhesusfaktor negativ; ohne D-
Antigen
Rho: <gro das; ~ u. -s; -s siebzehnter
Buchstabe des griechischen Alpha¬
bets
rhomjbisch: <gr.-lato Adj. n. stg. in der
Form einer Raute
Rhom|bo|id: <gr.-lato das; -(e)s; -e
(Math.)Parallelogramm mit ungleich
langen Seiten
Rhom|bus: <gr.-lato der; ~ ; Rhomben
(Math.) Parallelogramm mit gleich¬
langen Seiten
Rhön|rad: das; -(e)s; -räder (Sport)
Turngerät mit zwei Stahlrohrreifen,
die durch Querstangen miteinander
verbunden sind
Rho|ta|zis|mus: <gr.-lato der; ~ ; Rhota¬
zismen (Sprachwiss.) Lautwandel, bei
948
riechen
dem ein stimmhaftes ’s’ zwischen den
Vokalen zu einem V wird
Rh-pojsi|tiv: Adj. n. stg. (Med.) mit D-
Antigen
Rhs.: Abk. Reihenhaus
Rhyth|mik: <gr.-lat.> /rütmik/ die; - ; -1
Lehre vom Rhythmus 2 Art des
Rhythmus 3 <Päd.> musikalische Er¬
ziehung in den Bereichen Tempus,
Melodie, Dynamik u. Ausdruck
rhyth|misch: <gr.-lat.> Adj. 1 den Rhyth¬
mus betreffend 2 gleichmäßig; in re¬
gelmäßigen Abständen
rhyth|mi|sie|ren: <gr.-lat.> rhythmisierst;
rhythmisiertest; hast rhythmisiert mit
einem Rhythmus versehen
Rhyth|mus: <gr.-lat.> /rütmuß/ der; • ;
Rhythmen 1 gleichmäßige Wieder¬
kehr von etw. 2 (Musik) gleichmäßige
Abfolge von Tondauer u. Betonung 3
<Kunst> gleichmäßige Wiederkehr
gleicher od. ähnlicher Elemente 4
(Sprachwiss.) gleichmäßiger Wechsel
der Betonungen
Ri.: Abk. 1 Richter(in) 2 Richtung
RIAS: Abk. der; - ; - Rundfunk im ame¬
rikanischen Sektor; <hist.> Rundfunk¬
sender in Westberlin
rib|beln: ribbelst; ribbeltest; hast gerib¬
belt [landsch.] (zer)reiben
Rijbo|nu|kle|in|säu|re —» Ri|bo|nu|k|te|-
in|säu|re: die; •; -n <Bio.; Chemie) ein-
strängige Nukleinsäure, bestehend
aus ribosehaitigen Nukleotiden mit
den Basen Adenin, Guanin, Cytosin
u. Uracil; trägt verschlüsselt die In¬
formationen in sich, die zum Aufbau
von Proteinen benötigt werden
Richtjan|ten|ne: die; -; -n (Technik) An¬
tenne, die elektromagnetische Wellen
in eine bestimmte Richtung abstrahlt
u. aus dieser empfängt
Richt|baum: der; -(e)s; -bäume (Bauw.)
geschmücktes Bäumchen, das beim
Richtfest auf dem Dachfirst befestigt
wird
Richtjbeil: das; -fe)s; -e (hist.) große
Axt des Henkers bzw. Scharfrichters,
mit dem Verurteilte enthauptet wur¬
den
R|cht|blei: das; -(e)s; -e (Bauw.) unten
spitz zulaufendes Gewicht, das an ei¬
ner Schnur hängt u. die senkrechte
Richtung angibt, Syn.: Lot; Senkblei
rich|ten: richtest; richtetest; hast
gerichtet 1 a) (Rechtsw.) Recht spre¬
chen; zu Gericht sitzen b) [geh.] über
etw. od. jmdn. urteilen 2 bereiten;
. herrichten; zurechtmachen 3 in Ord¬
nung bringen 4 zielen; lenken »Er
richtete das Gewehr auf den Hirsch.« 5
(Bauw.) errichten; hochziehen; erbau¬
en 6 [süddt.; österr.; Schweiz.] in eine
bestimmte, gefälligere Form bringen;
ordnen 7 [geh.; veralt.] töten
r]ch|ten, sich: richtest dich; richtetest
dich; hast dich gerichtet 1 sich wenden
an »Er richtete seine Beschwerde an
den Betriebsrat.« 2 sich auf einen be¬
stimmten Punkt, in eine Richtung
wenden 3 sich in seinen Entscheidun¬
gen von etw., jmdm. beeinflussen las¬
sen »Ich richte mich danach, was die
anderen machen.« 4 [geh.; veralt.] sich
töten
Rjchjter: der; -s; - weibl. Rich|te|rin:
die; ~; -nen 1 (Beruf) jmd., der am Ge¬
richt die Entscheidungsgewalt in
Rechtsstreitigkeiten ausübt 2 Wo kein
Kläger, da ist auch kein Richter: so¬
lange sich niemand beschwert, kann
man machen, was man will 3 sich
zum Richter über etw. od. Jmdn.
machen: über eine Sache urteilen, ob¬
wohl man weder Befugnis noch
Kenntnis über den Sachverhalt hat
Rich|ter|amt: das; -(e)s; - (Beruf) Po¬
sten, Stellung eines Richters
rich|teiilich: Adj. n. stg. einen Richter
od. dessen Amt betreffend, zu seinem
Amt gehörend
Rich|ter-Ska|la —> auch R[ch|terfska|-
la: die; ~ ; - (Geologie) nach dem ame¬
rikanischen Seismologen Ch. F. Rich¬
ter benannte Skala zur Messung der
Intensität von Erdbeben
Rich|ter]spruch: der; -(e)s; -spräche
richterliches Urteil
Rich|teijstuhl: der; -(ejs; - (übertr.)
Amt des Richters
Richt|fest: das; -(e)s; -e (Bauw.) Feier
von Handwerkern u. Bauherrn zur
Errichtung des Dachstuhls eines
Hauses (wird traditionell nach festge¬
legten zünftischen Riten vollzogen)
Richtjfunk: der; -(ejs; - (Technik)
Funkverkehr über Richtantennen
Richt)ge|schwin|dig|keit: die; - ; -en
,((Verkehr) empfohlene Geschwindig¬
keit auf Autobahnen
rich|tig: Adj. n. stg. 1 so, wie es sein soll
2 fehlerlos; keine Widersprüche zulas¬
send 3 das (einzig) Richtige sein: die
einzige sinnvolle Lösung, Tätigkeit,
Möglichkeit usw. sein 4 nicht ganz
richtig (im Kopf, Oberstübchen)
sein: [ugs.] geistig nicht ganz normal
sein
—> richtig ge|hend: s. richtiggehend
0)'
—> rich|tig lie|gen: s. richtigliegen
—» rich|tig ma|chen: s. richtigmachen
—» richjtig stellten: s. richtigstellen
rich|tig|ge|hend: Adj. n. stg. 1 —* richj-
tig ge|hend die richtige Zeit anzei¬
gend 2 regelrecht; überaus
Rteh|tig|keit: die; - ; - das Richtigsein;
Korrektheit einer Aussage, Anna|ime
rich|tigjlie|gen—> ijch|tig Helgen: liegst
richtig; lag(e)st richtig; hast richtig¬
gelegen —»hast richtig gelegen<—
[ugs.] etw. richtig einschätzen
rich|tig|ma|chen —» rich|tig ma|chen:
machst richtig; machtest richtig; hast
richtiggemacht —»hast richtig
gemacht <— [ugs.] begleichen
rich|tig|stel|len —> rich|tig stellten:
stellst richtig; stelltest richtig; hast
richtiggestellt —*hast richtig
gestellt<— berichtigen; klarstellen;
korrigieren
Rich[tig|stel|lung: die; - ; -en das Rich¬
tigstellen; die Korrektur zumeist einer
Aussage; Berichtigung einer Sachlage
Rjchtl.: Abk. Richtlinie(n)
Rjcht|H|nie: die; - ; -n Grundsatz, nach
dem gehandelt werden soll
R]cht|K|ni|en|kom|pe|tenz: die; - ; -en
(meist Pol.) Befähigung, Grundsätze
aufzustellen, nach denen gehandelt
wird
Richt|mi|kro|phon —» Richt|mi|k|ro|-
phon/R[cht|mi|k|ro|fon: das; -(e)s; -e
(Technik) besonders empfindliches
Mikrophon, das auf eine Geräusch¬
quelle ausgerichtet wird
Richt|preis: der; -es; -e (Wirt.; Handel)
"a) vom Hersteller eines Produkts
empfohlener Verkaufspreis, die 'un¬
verbindliche Preisempfehlung’ b) von
einem Betrieb veranschlagter Preis,
der noch nicht genau feststeht c) von
Behörden o. ä. ausgegebene Preis¬
empfehlung, die nicht verbindlich ist
Richt|satz: der; -es; -sätze (Behörde) ge¬
setzlich bzw. behördlich festgelegte
Höhe einer Zahlung
Richt|strecke (Richt(strekjke —*
Richt|stre|cke): die; - ; -n (Bergbau)
gerader, horizontaler Grubenbau
Richt[stuhl: der; -(e)s; -stähle (übertr.)
Amt des Richters, Syn.: Richterstuhl
Rich|tung: die; - ; -en 1 Verlauf auf ein
bestimmtes Ziel zu »In welche Rich¬
tung müssen wir fahren?« 2 Tendenz;
Schule; Stil »In ihren Bildern vertritt
sie die neorealistische Richtung.«
iich|tung|ge|bend: Adj. n. stg. wegwei¬
send; vorbildhaft
Rich|tungs|än|<tejrung: die; - ; -en
Wechsel der Richtung; das Einschla¬
gen einer neuen, anderen Richtung
Rich|tungs|bHn|ker der; -s; - [Schweiz.;
amtssprl.] Blinker an einem Fahr¬
zeug, mit dem eine Richtungsände¬
rung anzeigt wird
Rich|tungs|fahi|bahn: die; - ; -en (Ver¬
kehr) einzelne Fahrbahn einer mehr¬
spurigen Straße
richjtungs|los: Adj. n. stg. ohne be¬
stimmte Richtung
Rich|tungs|lo|sigjkeit: die; - ; - ohne
Ziel; ohne Orientierung »Die Rieh-
tungslosigkeit in der Planung führte
das Bauprojekt in den Ruin.«
rich|tungs|sta|bil: Adj. n. stg. den Ge¬
radeauslauf od. Kurvenlauf gewähr¬
leistend
Rich|tungs|wahl: die; - ; -en (Pol.) Ab¬
stimmung über Kandidaten, von de¬
nen man sich einen politischen Rich¬
tungswechselerwartet
Rjch|tungs|wech|sel: der; -s; - Ände¬
rung einer bisher eingeschlagenen
Richtung in eine neue
rich|tung|wei|send: Adj. n. stg. wegwei¬
send; vorbildhaft
Richt|waa[ge: die; - ; -n (Bauw.) Hand¬
werksgerät, das mittels einer Lüft¬
blase in einem wassergefülltem Glas¬
röhrchen die Horizontale od. Senk¬
rechte anzeigt, Syn.: Wasserwaage
Richt|wert: der; -(ejs; -e Wert, der a]s
Vorgabe für etw. gilt, aber nicht ein¬
gehalten werden muß
rie|chen: riechst; rochfejst; hast gefä¬
chen 1 Geruchsempfindungen wahr¬
nehmen 2 Geruch verbreiten, verströ¬
men »Aus der Küche riecht es nach
Essen.« 3 a) jmdn., etw. nicht (gut)
riechen können: [ugs.] jmdn. od. etw.
absolut nicht mögen »Den Kerl kam
ich nicht riechen.« b) etw. nicht rie¬
chen können: [ugs.] etw. nicht wissen,
ahnen können »Das kann ich doch
nicht riechen, daß du heute einen Zahn¬
arzttermin hast.« 4 etw. drei Meilen
gegen den Wind riechen: [ugs.] a)
etw. erahnen »Ich rieche es doch drei
Meilen gegen den Wind, daß du wieder
etw. vorhast.« b) einen Geruch sehr
deutlich wahmehmen »Du riechst drei
Meilen gegen den Wind nach Bier.«
949
Riecher
Rie[cher: der; -s; - [ugs.] 1 Nase »Hat
der einen großen Riecher!« 2 Intuition,
die einen in bezug auf Zukünftiges
richtig handeln läßt
R]ech|fläsch|chen: das; -s; - <hist.> klei¬
ner Behälter für Riechsalz
Riech|kol|ben: der; -s; - 1 <Anat.> An¬
schwellung am Beginn der Riech¬
bahn; nimmt die Riechnerven auf 2
[ugs.; meist scherzh.] (große, unförmi¬
ge) Nase
Riech|nerv: der; -s; -en <Anat.> sensori¬
scher Nerv, der Geruchsempfmdun-
gen übermittelt
Riech|salz: das; -es; -e <hist> stark rie¬
chendes Mittel, das Ohnmächtigen
vor die Nase gehalten wurde, damit
sie wieder zu sich kommen
R|ed; das; -(e)s; -e a) auf feuchten Bö¬
den wachsendes Sauer- od. Halbgras
b) mooriges, sumpfiges Gebiet, in
dem Riedgräser wachsen
R|e|fe: die; - ; -n <norddt.> lange,
schmale Vertiefung, Syn.: Rille
Rie|ge: die; - ; -n <Sport> Mannschaft
beim Geräteturnen
Rie|gel: der; -s; - 1 Verschlußvorrich¬
tung »Sie schob den Riegel an der Tür
vor.« 2 schmales Stück Schokolade 3
<Miliu Abriegelung 4 <Sport> Vertei¬
digung 5 <Bauw.> verbindender hori¬
zontaler Holzbalken zwischen den
einzelnen Stützen 6 <Jagd> Pfade des
Hochwildes im Gebirge 7 [veralt.]
Kleiderhaken auf einem Brettchen 8
einer Sache einen Riegel
vorschieben: dafür sorgen, daß etw.
aufhört, beendet wird
rie|geln: riegelst; riegeltest; hast gerie¬
gelt 1 [landsch.; Schweiz.; sonst ver¬
alt.] zuriegeln; verriegeln; mit einem
Riegel verschließen 2 <Sport> ein Reit¬
pferd durch wechselndes Anziehen
der Zügel in eine bestimmte Haltung
bringen
rjejgen|wei|se: Adv. <Sport> in der
Mannschaft; als Mannschaft
Rie|men: der; -s; - 1 schmales Band,
meist aus Leder 2 <Mechanik> Band
zur Übertragung von Kraft 3 [derb]
männliches Geschlechtsteil 4 den Rie¬
men enger schnallen: [ugs.] sich ein¬
schränken (müssen) »Jetzt, wo du ar¬
beitslos bist, werden wir den Riemen
enger schnallen müssen.« 5 sich am
Riemen reißen: [ugs.] sich anstren¬
gen; sich zusammenreißen »Reiß dich
mal am Riemen, sonst bleibst du in der
Schule sitzen!«
Rie|men: der; -s; - 1 <Schiffahrt> langes
Ruder, das mit beiden Händen gehal¬
ten wird 2 sich in die Riemen legen:
[ugs.] etw. mit großem Einsatz ma¬
chen »Um das alles zu schaffen, müs¬
sen wir uns aber mächtig in die Riemen
legen.«
Rie|se: der; -n; -n 1 a) übergroße Sagen-
od. Märchengestalt b) [ugs.] auffal¬
lend großer Mensch, großes Tier 2
uibertr.» Dinge die sehr hoch sind, z.
B. Berge, Hochhäuser 3 <Astronomie>
großer gasförmiger Stern 4 <Sport>
[ugs.] Riesenfelge S ein abgebroche¬
ner Riese: [ugs.; häufig beleidigend]
kleiner bis kleinwüchsiger Mensch
Rie|sel|feld: das;-(e)s; -er <Landwirt.> 1
Fläche, die mit gereinigten Abwäs¬
sern besprengt wird 2 Fläche zur Klä¬
rung von Abwässern
rie|seln: rieselt; rieselte; hatjist gerieselt
a) als Partikelchen (zu Boden) fallen
b) gleichmäßig rinnen
R]ejsen|ba|by: das; -s; -s u. -babies
■—>nur noch -s<— [ugs.; scherzh.]
Erwachsener, der (unbeholfen) wie
ein Baby wirkt
Rje|sen|fel|ge: die; ~ ; -n <Sport> am
Reck ausgeführte Felge mit gestreck¬
tem Körper u. ausgestreckten Glie¬
dern
rie|sen|groß: Adj. n. stg. [ugs.] beson¬
deregroß
r]e|sen|haft: Adj. riesenhafter; riesenhaf¬
teste sehr groß; wie ein Riese; gewal¬
tig
Rie|sen|rad: das; ~(e)s; -räder auf
Volksfesten großes, aufrecht stehen¬
des Rad, an dem Gondeln hängen u.
das sich dreht
Rje|sen|sia|lom: der; -s; -s <Sport> Ski¬
wettbewerb, bei dem die Teilnehmer
zwischen Toren hindurchfahren müs¬
sen, die weiter gesteckt sind als beim
Slalom
Rie|s6n|wuchs: der; -es; - <Bio.; Med.>
übermäßige, krankhafte Steigerung
des Wachstums
rje|sig: Adj. 1 gewaltig; sehr groß »Der
Ansturm war riesig.« 2 [ugs.] toll »Das
Konzert wareinfach riesig.«
Rjesjling: der; -(e)s; -e a) Wein aus der
Rieslingtraube b) Rebsorte für Wei߬
wein mit kleinen Beeren
Riff: das; -(e)s; -e Klippen, Felsen im
Meer
Riff: <engl.-amerik.> der; - u. -s; -s sich
wiederholende, einprägsame Tonfol¬
ge aus dem Jazz, die aber in alle mo¬
derne Musikrichtungen Eingang ge¬
funden hat
riffeln: riffelst; riffeltest; hast geriffelt 1
mit Rillen od. Rippen versehen 2 a)
Blätter o. ä. mit einem grobzinkigen
Kamm von Zweigen od. Stengeln
streifen b) [landsch.] Beeren mit ei¬
nem grobzinkigen Kamm ernten
Rif|fe[lung: die; - ; -en 1 Rillen od. Rip¬
pen auf einer Fläche 2 o. PI. das Ver¬
sehen mit Rillen od. Rippen
R]gg: <engh das; -s; -s 1 <Schiffahrt> Ta¬
kelung eines Schiffes 2 <Sport> Einheit
von Mastbaum, Gabelbaum u. Segel
beim Windsurfen
ri|gid/ri|gi|de: <lat> Adj. rigider;
rigideste 1 [geh.] streng; steif; stur
»Die Vorschriften sind sehr rigide.« 2
<Med.> steif; starr
Ri|gi|di|tät dat.t die; - ; -1 [geh.] Stren¬
ge; Steifheit; Sturheit 2 <Med.> Steif¬
heit; Starre
Ri|go|le: miederl.-fr.> die; - ; -n <Land¬
wirt.> Entwässerungsgraben
Ri|go|ris|mus: <lat.-fr.> der; - ; - [geh.]
strenge Anwendung moralischer
Grundsätze
ri|go|ri|stisch —> ri|go|ris|tisch: dat-
fr.i Adj. [geh.] starr; streng
ri|go|ros: <iat.-fr.> Adj. rigoroser; rigoro¬
seste [geh.] ohne Rücksichtnahme;
streng
Ri|go|ro|si|tät: <lat.-fr.> die; ~ ; - [geh.]
Härte; Strenge; Unerbittlichkeit
ri|go|ro|so: dat.-it.> Adv. <Musik> genau
im Takt
R|k[scha: tjap.-engh die; - ; -s zweiräd¬
riger Wagen zur Beförderung von
Personen, der von einem Menschen
zu Fuß od. auf einem Fahrrad gezo¬
gen wird
Ril|le: die; - ; -n schmale, lange Vertie¬
fung
Rjlfen|pro|fil: das; -(e)s; - mit längli¬
chen Vertiefungen versehene Laufflä¬
che von Reifen
Rind: das; -(e)s; -er 1 domestiziertes
Säugetier; großer Wiederkäuer mit
Hörnern, der sowohl für Fleisch- u.
Milchproduktion als auch als Last- u.
Zugtier eingesetzt werden kann 2 o.
PI. Fleisch vom Rind 3 gehörntes,
paarhufiges Säugetier
Rin|de: die; - ; -n 1 äußerste Zellschicht
von Bäumen, Sträuchern o. ä. »Die
Rehe schälen die Rinde von den
Bäumen.« 2 äußere Schicht um etw.
Weiches herum »Die Rinde des Brotes
ist knusprig.« 3 <Anat.> Rinde, Schale
um bestimmte Organe
Rin|der]band|wurm: der; ~(e)s; -wärmer
Darmparasit des Menschen
Rln|derjbra|ten: der; -s; - a) als Braten
geeignetes Rindfleisch b) zubereitete
Speise aus Rinderbraten (a)
Rin|der|fi|let: das; -s; -s a) hochwertiges
Fleisch aus der Lende des Rindes b)
zubereitete Speise aus Rinderfilet (a)
Rin|der|gu|lasch: das u. der; -(e)s; -e u.
-s a) kleinere Rindfleischstücke b) zu¬
bereitete Speise aus Rindergulasch (a)
mit einer pikanten Soße
Rin|deritalg: der; -(e)s; - ausgelassenes
'Fett des Rindes
Rindfleisch: das; -es; - Fleisch des Rin¬
des
Rind|vieh: das; -s; -1 Bestand an Rin¬
dern 2 [Schimpfwort] dummer, unan¬
genehmer Mensch
Ring: der; -fe)s; -e 1 kreisförmig ge¬
schlossener Gegenstand 2 kreisförmi¬
ger Schmuck für den Finger 3 Gruppe
von Personen, die bestimmte Interes¬
sen vertritt 4 n. PI. <Sport> Turngerät
mit zwei Ringen, die an Seilen von
der Decke hängen 5 <Sport> Kampf¬
platz beim Boxen 6 (mit jmdm.) die
Ringe tauschen, wechseln: [geh.]
heiraten; die Ehe schließen 7 der Ring
schlieBtsich: etw. endet da, wo es an¬
gefangen hat
ring|arftig: Adj. n. stg. an einen Ring er¬
innernd; eine kreisrunde Form besit¬
zend
Ring|arzt: der; -es; -ärzte weibl. R]ng|-
ärzjtin: die; -; -nen <Sport; Med.) Me¬
dizinerin), der/die bei einem Box¬
kampf die Boxer auf Verletzungen
untersucht
Ring|buch: das; -(e)s; -buchet Ordner
mit festem Einband, in dem gelochte
Blätter durch Metallbügel festgehal¬
ten werden
Rin|gel|blu|me: die; - ; -n Pflanze aus
der Gattung der Korbblütler mit gel¬
ben Blüten; Calendula
R|n|gel|locke (Rin|gel|lok|ke —> Rin|-
'gel|lo|cke|: die; - ; -n (m. PI.) spiral¬
förmig gedrehte Haarlocke
rin|geln: ringelst; ringeltest; hast gerin-
' gelt Ringel, Spiralen aus etw. machen
ringeln, sich: ringelt sich; ringelte sich;
hat sich geringelt Ringel bilden; zu
Ringeln werden
950
Ritualmord
Rin|gel|nat|ter: die; - ; -n in Wassernähe
lebende ungiftige Schlange mit
grauschwarzer Färbung u. gelben
Flecken am Hinterkopf
Rin|gel|rei|gen/Rin|gel|rei|hen: der; -s; -
Kinderspiel, bei dem man sich an den
Händen faßt u. im Kreis hüpft
Rin|geltau|be: die; - ; -n 1 Wildtaube
mit weißen Flecken am Hals 2 [ver-
alt.] günstiger Zeitpunkt, gute Gele¬
genheit
rin|gen: ringst; ringlest; hast gerungen 1
a) sich körperlich auseinandersetzen
b) <Sport> einen Zweikampf durch
Muskelkraft u. Technik austragen 2
sich anstrengen; sich abmühen 3 sich
um eine Entscheidung viele Gedan¬
ken machen »Ich ringe mit mir, ob ich
ihm die ganze Wahrheit sagen soll.« 4
[geh.] 5 [landsch.] 6 mit dem Tode
ringen: im Todeskampf sein; um sein
Leben kämpfen 7 nach Luft ringen:
nach Luft schnappen 8 nach/um
Worte ringen: versuchen, die richti¬
gen Worte zu finden
Rinfgen der; -s; - weibl. Rin|ge|rin: die;
- ; -nen <Sport> Sportlerin), der/die
Ringkämpfe bestreitet
Ring|fahn|dung: die; - ; -en planmäßige,
großangelegte Fahndung der Polizei
Ring|fin|gen der; -s; - Finger zwischen
Mittelfinger u. kleinem Finger
Rmg|gra|ben: der; -s; - ringförmige
Vertiefung um eine Burg, Staat
Ring|kampf; der; -(e)s; -kämpfe <Sport>
Wettkampf im Rangen
Ring|richtten der; -s; - <Sport> Schieds¬
richter im Boxring »Der Ringrichter
brach den Kampf ab.«
rings|her|um: Adv. rundherum; im
Kreis um etw. herum
Ring|stra|Be: die; - ; -n breite Straße,
die eine Stadt od. ein Stadtzentrum
ringförmig umschließt
rings|um: Adv. [ugs.] rundherum; über¬
all
rings|um|hgr: Adv. rundherum; überall
Ring|wall: der; -(e)s; -wälle frühge¬
schichtliche Befestigungsanlage aus
Steinen od. Erde um eine Siedlung
herum
Rin|ne: die; - ; -n 1 a) Furche im Boden,
durch die eine Flüssigkeit abfließt,
zumeist Wasser o. ä. b) halboffene
Röhre aus Kunststoff,. Holz od. Me¬
tall, in der Flüssigkeiten aufgefangen
u. weitergeleitet werden 2 langge¬
streckte Vertiefung im Meeresboden,
durch die die Schiffe durch Untiefen
u. bei Niedrigwasser fahren können;
Fahrtrinne 3 <Jagd> Netz, in dem eini¬
ge Raubvogelarten gefangen werden,
wenn sie auf einen Köder hinabsto¬
ßen
rin|nen: rinnt; rann; ist geronnen 1 flie¬
ßen; rieseln 2 undicht sein 3 das Geld
rinnt jmdm. (nur so) durch die
Fingen jmd. hat es nicht gelernt mit
Geld zu haushalten; das Geld wird
sehr schnell ausgegeben, ohne daß
man nachvollziehen kann, wofür es
ausgegeben wurde
nn|nan|för|mig: Adj. n. stg. wie eine Rin¬
ne geformt
Rinn|sal: das; -(e)s; -e a) sehr kleiner
Bach b) Flüssigkeit, die in kleinen
Mengen aus einem Gefäß entweicht
Rinn|stein: der; -fe)s; -e 1 Begrenzung
der Straße zum Gehsteig hin 2 an der
Begrenzung des Gesteigs entlanglau¬
fende Rinne, durch die das Wasser
abfließen kann, Syn.: Gosse
R. I. P.: Abk. dato requiescat in pace =
er/sie möge in Frieden ruhen
Ripjpe: die; - ; -n 1 <Anat.; Bio.> paari¬
ger Knochen, der zum Brustkorb ge¬
hört 2 <Bot.> hervortretende Ader ei¬
nes Blattes 3 <Bauw.> Verdickung an
einem Gewölbe 4 <Technik> Teil, das
der Versteifung u. Verstärkung dient
5 alle Rippen zählen können; nichts
auf den Rippen haben: [ugs.] sehr
dünn, abgemagert sein »Hör auf mit
der Diät, bei dir kann man ja schon alle
Rippen zählen!« 6 sich etw. nicht aus
den Rippen schneiden können: [ugs.]
etw. nicht geben können
Rip|pen|bo|gen: der; -s; -bögen 1 <Anat.>
Knorpelsteg, der die 8. bis 10. Rippe
Über die 7. Rippe mit dem Brustkorb
verbindet 2 <Bauw.> tragender, spitz
zulaufender Steinbogen in Gewölben,
der aus verschiedenen Einzelsegmen¬
ten besteht
Rjp|pen|bruch: der; -(e)s; -bräche
<Med.> Bruch einer Rippe
Ripjpenjfell: das;-(e)s;-e <Anat> Hülle,
die die Brustwand, das Zwerchfell u.
das Mittelfell auskleidet
ripjpen|för|mig: Adj. n. stg. einer Rippe
ähnlich
Ri(sa|ljt: <lat.-it.> der; -(ejs; -e <Bauw.>
Gebäudeteil, der eckig aus einer Fas¬
sade vorspringt
Ri|si|ko: <gr.-ito das; -s; Risiken u. -s u.
[österr. j Risken Wagnis; Gefahr, daß
etw. ein Mißerfolg wird »Es ist immer
ein Risiko dabei, wenn man sich selb¬
ständigmacht.«
Ri|si|ko|fak|tor: der; -s; -en <Med.> Um¬
stand, der Krankheiten fördert
ri si ko|frei: Adj. n. stg. ohne Risiko
rj]si kojlos: Adj. n. stg. ohne Risiko
rijsi kojreich: Adj. n. stg. mit vielen Risi¬
ken verbunden
ris|kant: dt.-fro Adj. riskanter; riskante¬
ste risikoreich; gefährlich; gewagt
ris|kie|ren-. dt.-fro riskierst; riskiertest;
hast riskiert wagen; ein Risiko einge¬
hen; sich einer Gefahr aussetzen
R|s|pe: die; - ; -n <Bot.> Blütenstand, bei
dem die Einzelblüten versetzt an ei¬
nem längeren Stengel angeordnet
sind
ris(pen|för|mig: Adj. n. stg. wie eine Ris¬
pe geformt
Ris|pen|gras: das; -es; -gräser Pflanze
aus der Gattung der Süßgräser
ris|pig: Adj. n. stg. in der Form einer
Rispe
Riß —» Riss- der; Risses; Risse 1 unre¬
gelmäßiger Spalt, der durch Reißen
in einem Material (z. B. Stoff, Stein,
Papier) entstanden ist 2 [selten] Vor¬
gang des Reißens 3 <Technik; Math.»
Aufriß; technische Zeichnung
rißffest —» riss|fest: Adj. n. stg. [selten]
nicht zu zerreißen; nicht zerreißbar;
nicht durch Reißen zu zerteilen
ris|sig: Adj. viele Risse zeigend
Rjst: der; -(e)s; -e 1 bei Pferden u. Kü¬
hen vorderer Teil des Rückens 2
<Sport> a) [landsch.] oberer Fußrük-
ken; Spann b) [selten] obere Handflä¬
che; Handrücken
Rit)ter: der; -s; - 1 <A!tertum> in der rö¬
mischen Republik Reitersoldat; spä¬
ter mit Privilegien ausgestattete Ge¬
sellschaftsklasse 2 <MA> adeliger
Krieger in voller Ausrüstung; später
stiegen auch die Ministerialen zu Rit¬
tern auf 3 <Kirche> Ordensritter 4 Or¬
densträger 5 jmdn. zum Ritter
schlagen: jmdn. in die Position eines
Ritters befördern »Der König schlug
ihn zum Ritter.« 6 armer Ritter:
Toastbrot, das in Milch eingeweicht
u. gebraten wird 7 Ritter von der
traurigen Gestatt: [abwert.] großer,
schlaksiger Mann mit abgetragener
Kleidung 8 Ritter ohne Furcht u.
Tadel: a) <MA> ein sich nach dem Eh¬
renkodex des Ritters verhaltender
Adeliger b) [scherzh.] beherzter Mann
Rttjteijburg: die; - ; -en <M A> befestigter
Bau u. Stammsitz eines adeligen Krie¬
gers
Rit|tor|dich|tung: die; - ; -en <Literatur-
wiss.) im Mittelalter höfische Dich¬
tung der Ritter, z. B. Minnesang
Rit|terjdra|ma: das; -s; -dramen <Litera-
turwiss.) Drama, dessen Stoff u. Hel¬
den dem Rittertum entstammen
Rit|ter|gut: das; -(e)s; -guter <hist.> bis
1806 ländlicher Besitz, der dem Adeli¬
gen vom Landesherm gegen die Ver¬
pflichtung zum Kriegsdienst überge¬
ben wurde
Rit|ter|kreuz: das; -es; -e <hist.> (im Na-
tionalsozialimus) als Kriegsauszeich¬
nung verliehener Orden des Eisernen
Kreuzes
rjt|ter|lich: Adj. höflich; zuvorkom¬
mend; galant
Rit(ter|lich|kert: die; - ; - das ritterliche
Verhalten
Rtt|ter|rü|stung —» Rtt|ter|rüs|tung:
die; - ; -en eiserne Schutzbekleidung
eines Ritters
RHjteijschaft: die; - ; - <hist.> 1 Gesamt¬
heit der Ritter 2 Ministerialen u. Be¬
sitzerder Rittergüter
RK|ter|schlag: der; -(ejs: - <hist.> Auf¬
nahme eines Knappen in die Ritter¬
schaft durch Auflegen des Schwertes
Rtt|teijstand: der; -(e)s; - <hist.> Adels¬
stand für Ministeriale u. Besitzer von
Rittergütern
rittjlings: Adv. so wie ein Reiter auf dem
Pferd sitzend »Er sitzt rittlings auf
dem Stuhl.«
Rittu|al: dato das; -(e)s; -e u. Ritualien
/ritualkn/1 immer auf die gleiche Art
wiederholte Zeremonie 2 <Religion> a)
<kath. Kirche> liturgischer Ablauf ei¬
ner Messe, der schriflich fixiert wurde
b) innerhalb einer Religion od. eines
relgiösen Kultes immer wieder wie¬
derholte u. dadurch festgelegte Riten,
Bräuche, formelhafte Wendungen
ri]tua|li|si§|ren —»■ ri|tu|a]fi|sielren: dato
ritualisierst; ritualisiertest; hast
ritualisiert 1 zu einem Ritual machen
2 <Zool.> innerhalb einer Gattung ein
Verhalten prägen, daß zu einem Si¬
gnalzeichen wird
Ri|tua|ll|sie|rung —> Ri|tu|a|ii|s|e|rung:
dato die; • ; -en Wiederholung festge¬
legter Handlungsweisen
RI|tu|al|niord: dat.; dto der; -(ejs; -e Tö¬
tung eines Menschen in einem religi¬
onsähnlichen, zeremoniellen Ritus
951
rituell
ri|tu|ell: <lat.-fr.t Adj. n. stg. 1 a) ein Ritu¬
al betreffend b) einen religiösen Ritus
betreffend 2 sich regelmäßig, gleich¬
bleibend in feierlicher Art u. Weise
wiederholend
Ri[tus: dato der; - ; Riten 1 <Religion>
festgelegte Zeremonien u. Gebete 2
Brauch bei kultischen Handlungen 3
Vorgehen nach festgelegter Ordnung
Rjt|ze: die; - ; -n 1 Spalte » Vor dem Win¬
ter muß ich noch die Ritzen an den Fen¬
sterrahmen abdichten.« 2 aus allen
Ritzen: von überallher »Dieses Hotel
ist wirklich sehr unsauber - die Kaker¬
laken kommen aus allen Ritzen.«
Rit|zel: das; -s; - <Technik> Zahnrad,
das die Kraft auf zwei größere Zahn¬
räder überträgt
iltjzen: ritzt; ritztest; hast geritzt 1 a)
mit einem spitzen Gegenstand ein¬
schneiden b) sich an einem spitzen
Gegenstand verletzen 2 [Schweiz.]
nicht beachten; keine Beachtung
schenken; gegen etw. verstoßen
Ritjzer: der; -s; - [ugs.] kleiner Kratzer
Ri|va|le: dat.-fro /riwale/ der; -n; -n
weibl. Rijvajlin: die; - ; -nen Neben¬
buhlerin); Konkurrent(in); Mitbe¬
werberin)
ri|va|lijsie|ren: dat.-fro /riwalisjren/ riva¬
lisierst; rivalisiertest; hast rivalisiert
[geh.] um etw. od. jmdn. wetteifern, in
Konkurrenz stehen
Ri|va|li|tät: dat.-fro /riwalität/ die; - ;
-en [geh.] Kampf verschiedener Betei¬
ligter um den Vorrang od. eine besse¬
re Position innerhalb einer bestimm¬
ten Gruppe
Rj|zi|nus; dato der; - u. -se Wolfsmilch¬
gewächs in den Tropen mit großen
Blättern; in Europa als Kübelpflanze
in Strauchform wachsend
Ri|zi|nus|öl: das; -(e)s; - fettes Öl, das
durch kalte Pressung aus den Samen
des Rizinus gewonnen wird u. das u.
a. als Abführmittel verwendet wird
Rj.: Abk. <Wirt.> Rechnungsjahr =
nicht unbedingt mit dem Kalender¬
jahr übereinstimmender Zeitraum,
für den eine Jahresbilanz aufgestellt
wird
RJT: Abk. <Med.> Radiojod-Test = Test
zur Überprüfung der Schilddrüsen¬
funktion
RK: Abk. 1 Rektorenkonferenz (der
Universitätsrektoren) 2 Ressortkom¬
mission = Ausschuß eines Sachberei¬
ches 3 <Milit.» Ritterkreuz = höchster
deutscher Orden im Zweiten Welt¬
krieg 4 Rotes Kreuz = von Henri
Dunant 1863 gegründete internatio¬
nale Organisation zur medizinischen
Versorgung von Kriegsopfern, für
Katastrophenhilfe, allgemeine Kran¬
kenfürsorge usw.
Rk.: Abk. 1 <Raumfahrt> Rakete 2 Rei¬
sekosten
rk7r.-k.: Abk. römisch-katholisch
RKOB: Abk. Raum/Räume, Küche,
Diele, Bad
rkr.: Abk. <Rechtsw.> rechtskräftig in be¬
zug auf Urteile
RM: Abk. 1 Rechenmaschine 2 <Wirt.>
Rechnungsmonat - Zeitraum für
den eine Monatsbilanz aufgestellt
wird 3 Rechtsmittel 4 <hist.> Reichs¬
mark = Zahlungsmittel in Deutsch¬
land bis 1948
Rm: Abk. Rotmetall (aus Zinn u. Zink)
Rm.: Abk. 1 Raum 2 <Med.> Rücken¬
mark
R. m.: Abk. Rücksprache mit
R.-Nr.: Abk. 1 Rechnungsnummer 2 Re-
gistriemummer 3 <Telefon> Rufnum¬
mer
RO: Abk. 1 < Behörde» Raumordnung =
Leitlinien für die Struktur von Lan¬
desteilen, Regionen usw. 2 Rechts¬
ordnung
Ro.: Abk. Rohstoffe)
r. o.: Abk. rechts oben
Rob|be: die; - ; -«in verschiedenen Ar¬
ten vorkommendes Meeressäugetier
mit stromlinienförmigem Körper, zu
Flossen umgewandelten hinteren und
vorderen Gliedmaßen, das sich von
Fischen u. Krebsen ernährt
rob|ben: robbst; robbtest; bist gerobbt
sich auf dem Bauch liegend fortbewe¬
gen
Ro|be: <fr.> die; -; -n a) [geh.] aufwendig
gearbeitetes Abendkleid b) [selten]
Amtstracht von Juristen, Syn.: <b> Ta¬
tar
ro|bo|ten: aschecho robotest; robotetest;
hast gerobotet [ugs.] sich abmühen;
schwere Arbeit verrichten
Rojbo[ten Oschech.-englo der; -s; - 1
<Technik> elektronisch gesteuertes
Gerät, das u. a. in der industriellen
Serienproduktion eingesetzt wird, um
wiederholt ablaufende Arbeitspro¬
zesse maschinell zu vollziehen 2 be¬
sonders in Science-Fiction-Romanen
benutzte Figur meist menschenähnli¬
cher, elektronischer Intelligenzen
ro|bo[ter|haft: Adj. n. stg. in der Art ei¬
nes Roboters
ro|bust: dat.> Adj. robuster; robusteste 1
stark; kräftig 2 strapazierfähig; wi¬
derstandsfähig
Ro|bust|heit: die; - ; - Zustand der Wi¬
derstandsfähigkeit
rö|chein: röchelst; röcheltest; hast gerö-
chelt rasselnde, pfeifende Geräusche
beim Atmen, Sprechen machen
Rp|chen: der; -s; - am Meeresboden le¬
bender Knorpelfisch mit flachem
Körper u. langem, dünnem Schwanz
Rock: der;-(e)s; Röcke 1 Damenbeklei¬
dung, die je nach Länge die Beine be¬
deckt 2 [landsch.] Herrenjackett 3
hinter jedem Rock hersein, herlau¬
fen: [ugs.] hinter allen Frauen hersein
4 den bunten Rock anziehen/auszie-
hen: <Milit.» [veralt.] zum Militär ge-
hen/vom Militärdienst ausscheiden 5
seinen Rock ausziehen müssen:
[veralt.] seinen Dienst aus Altersgrün¬
den, wegen Vergehen o. ä. quittieren
müssen
Rock and Roll/Rock ’n’ Roll: <engl.-
ameriko der; - ; - u. -s /rok and ro“l
u. roknro“!/ 1 in den 50er Jahren in
den Südstaaten der USA aus dem
Rhythm and Blues entstandene Mu¬
sikrichtung, die sich in verschiedene
Stilrichtungen unterteilt 2 Tanz im
Viervierteltakt
rocken (rok|ken —» ro|cken): <engl.-
ameriko rockst; rocktest; hast gerockt
a) zur Rockmusik tanzen b) Rockmu¬
sik machen
Rocker (Rok|ker —» Ro|cker): <engl.-
ameriko der; -s; - (mast als agressiv
u. gefährlich eingeschätztes) Mitglied
einer Motorradgang
Rock|fe|sti|val —» Rpck|fes|ti|vak
iengl.-amerik.; lat.-fr.-engh das; -s; -s
großes Konzert, bei dem mehrere
Rockgruppen auftreten u. das
manchmal mehrere Tage dauert
Rock)grup|pe: <engl.-amerik.; it.-fro
die; - ; -n Gruppe von Musikern, die
Rockmusik machen
Rpck|mu|sik: <engl.-amerik.; lato die: -;
- Musikrichtung, die sich im anglo-
amerikanischen Raum Anfang der
60er Jahre aus Blues, Rhythm and
Blues u. Rock and Roll entwickelte;
heute in zahlreichen Stilrichtungen
auf der ganzen Welt verbreitet
Rock|oper —> Rock|o|pep <engl.-ame-
rik.; lat.-ito die; - ; -n Musical mit
Rockmusik
Rock|sän|ger. <engl.-amerik.; dto der;
-s; - Sänger einer Rockband
Rock]zip|fel: der; -s; - 1 Rocksaum 2
an jmds. Rockzipfel hängen: 1. zu¬
meist bezogen auf Kinder, die noch
immer den Schutz ihrer Bezugsperson
suchen 2. nicht von jmds. Seite wei¬
chen; (übertrieben) anhänglich sein 3
jmdm. gerade noch am Rockzipfel
erwischen: jmdm. im letzten Augen¬
blick noch erreichen, der Weggehen
will
Ro|del: der; -s; - [bayr.; österr.] a) klei¬
ner Schlitten b) <Sport> Rennschlitten
Ro|del|bahn: die; - ; -en Strecke auf der
man mit dem Schlitten fahren kann
rojdeln: rodelst; rodeltest; bist gerodelt
mit dem Schlitten fahren
rpjden: rodest; rodetest; hast gerodet
Bäume fällen u. deren Wurzeln aus¬
graben, um dadurch Nutzfläche zu
gewinnen
Ro|deo: dat.-span.-englo der u. das; -s;
-s sportlicher Wettkampf zu Pferde
od. auf Stieren, den vor allem die
Cowboys in den USA austragen
Rod|ler: der; -s; - Person, die rodelt,
Rp|dung: die; - ; -en 1 gerodetes Stück
Land 2 das Roden von Bäumen u.
Sträuchern
Rpjgen: der; -s; - Eier des weiblichen
Fisches
Rög|gel|chen: das; -s; - [landsch.]
dunkles Brötchen aus Roggenmehl
Rqg|gen: der; -s; - 1 Getreideart aus
der Gattung der Süßgräser 2 Körner
des Roggens, die zu Mehl gemahlen
werden
roh: Adj. roher; roheste 1 n. stg. unge¬
kocht; ungebraten 2 a) n. stg. unbear¬
beitet b) grob bearbeitet 2 hart; herz¬
los; grob
Rqh|bau: der; -(e)s; -ten <Bauw.> noch
nicht fertig erstelltes Gebäude
Rqh|dia|mant —» Rqh|di|a|mant der;
-en; -en [fachsprl.] nicht bearbeiteter
Diamant
Rqh|ei|sen: das; -s; - [fachsprl.] im
Hochofen aus Erz gewonnenes Eisen
Roh|ei|sen|ge|win|nung: die; - ; -en
[fachsprl.] Ausschmelzen von Eisen
aus Erz
Ro|heit —> Roh|eit die; ~ ; -en 1 o. PI.
rohe Art eines Menschen 2 rohe, ver¬
letzende Tat od. Äußerung
Roh|ent[wurf: der; -(e)s; -entwürfe skiz¬
zenhafte Gestaltung eines künstleri¬
schen, wissenschaftlichen, techni-
952
Rom
sehen o. ä. Werkes, das noch nicht in
den Details ausgearbeitet ist
ro|heijwei|se: Adv. aufgrund von, mit
Roheit
Roh|erz: das; -es; -e [fachsprl.] unverar¬
beitetes Erz
Roh|er|zeug|nis: das; -ses; -se Produkt,
das noch weiter ver- od. bearbeitet
wird
Rph|fas|sung: die; ~ ; -en noch nicht fer¬
tig ausgearbeitete Variante
Rph|ling: der; -(e)s; -e 1 [fachsprl.] noch
nicht fertig bearbeitetes Werkstück 2
[abwert.] roher, grober Mensch
Rohjma|nu|skript —> Rohjma|nu|s|-
kript das; -(e)s; -e noch nicht fertig
ausgearbeiteter Text
Rpt>|ma|te|ri|al: das; -s; -ien noch nicht
fertig bearbeiteter Stoff
Roh|pro|dukt: das; -(e)s; -e Erzeugnis,
das noch weiter be- od. verarbeitet
wird
Roh|pro|duk|ten|händ|ler: der; -s; -
Person, die Rohprodukte vertreibt
Rohr: das; -(e)s; -e 1 langer, runder
Hohlkörper zur Aufnahme, zur Lei¬
tung von Flüssigkeiten, Gasen, festen
Stoffen und Körpern 2 (PI. s.) Pflan¬
zen mit hohlem Pflanzenstengel 3
[ugs.; derb] erigierter Penis 4 sich das
Rohr verbiegen: [ugs.; derb] (beim
Mann) geschlechtskrank werden 5
spanisches Rohn Peddigrohr 6 wer
im Rohr sitzt, hat gut Pfeifen
schneiden: [ugs.] wer sich in einer
günstigen Lage befindet, kann leicht
erfolgreich sein 7 volles Rohr [ugs.]
mit aller Kraft, mit aller Konsequenz
ein Ziel verfolgen
Rphrfblatt: das; -(e)s; -blätter <Musik>
Schilfblatt im Mundstück von be¬
stimmten Blasinstrumenten, das der
Tonerzeugung dient
Rohr|bruch: der; -(e)s; -brüche Bruch
einer Rohrleitung
Röh|re: die; - ;-n 1 langer, runder Hohl¬
körper zur Aufnahme, zur Leitung
von Flüssigkeiten, Gasen, festen Stof¬
fen und Körpern 2 Brat- od. Back¬
röhre 3 (Technik) Radio- od. Fern¬
sehröhre 4 [ugs.] Fernseher 5 röhren¬
förmiger Gang eines Tierbaues 6
kommunizierende Röhren: <Physik>
Röhrensystem mit oben offenen,
schmalen Zylindern, die infolge der
physikalischen Verhältnisse alle den
gleichen Wasserstand aufweisen 7 in
die Röhre sehen, gucken: [ugs.] fest¬
stellen müssen, daß man leer ausge¬
gangen ist
röh|ren: röhrst; röhrtest; hast geröhrt 1
aj <Hirsch> brüllen; schreien b)
<übertr.> einen lauten Ton erzeugen 2
[veralt] Röhren verlegen
Röhjren|pilz: der; -es; -e Pilz aus der Fa¬
milie der Ständerpilze, Syn.: Röhrling
Rohr|kol|ben: der; -s; - Rohrgewächs
mit braunen Kolben u. grasähnlichen
Blättern, das im Sumpf u. am Ufer
wächst
Rohr|spatz: der; -es; -en 1 im Schilf le¬
bender Singvogel; Rohrammer 2
schimpfen wie ein Rohrspatz: [ugs.]
laut u. ungeniert schimpfen
Rohrjstock: der; -(e)s; -stocke dünner
Stock aus Peddigrohr
Rohr]zan|ge: die; •; -n verstellbare Zan¬
ge mit langem Hebelarm zum Instal¬
lieren von Rohren
Rohrzucker (Rphr[zuk|ker —> Rphrj-
zu|cker): der; -s; - aus Zuckerrohr od.
Zuckerrüben gewonnener Zucker,
Syn.: Saccharose
Roh|sei|de: die; ~ ; -n <Textil> Seide, de¬
ren Fäden noch mit Seidenleim be¬
haftet sind
roh|sei|den: Adj. n. stg. <Textil> aus
Rohseide bestehend
Roh|stahl: der; -(e)s; -e u. -stähle
[fachsprl.] noch nicht bearbeiteter
Stahl
Roh|stoffc der; -(e)s; -e natürlicher
Grundstoff, der weiter ver- u. bear¬
beitet wird
roh|stoff|arm: Adj. rohstoffarmer; roh¬
stoffarmste <Gebiet> nicht viele natür¬
liche Grundstoffe besitzend
Roh|stoff|man)gel: der; -s; - Fehlen von
natürlichen Grundstoffen
rphjstoff)reich: Adj. <Gebiet> eine Viel¬
falt von natürlichen Grundstoffen be¬
sitzend
Rgh|stoff|rejserjve: die; • ; -n Vorrat an
natürlichen Grundstoffen
Roh|stoff|ver|arjbei[tung: die; - ; -en
Verwendung natürlicher Grundstoffe
zur Herstellung von etw.
Rph|über[set|zung —> Rph|ü|ber|set|-
zung: die; - ; -en vorläufige Übertra¬
gung eines Textes in eine andere Spra¬
che
Rohzucker (Roh|zuk|ker —> Roh|zu|-
cker): der; -s; - noch nicht raffinierter
Zucker
Rph|zu|stand: der; -(e)s; -zustande Be¬
schaffenheit vor der Ver- od. Bearbei¬
tung
Ro|ko|ko/[selten] Ro|ko|ko/[österr.]
Ro|ko|kp: (fr.> das; -s; - (Kunst;
Bauw.) Kunst- u. Architekturstil in
der Spätphase des Barocks von ca.
1730 bis 1775, die sich durch ge¬
schweifte, verspielte Formen aus¬
zeichnet
Rolla|den (Rpll|la|den) —» immer mit
II): Roll|la|den: der; -s; Rolläden u.
[selten] ~ außen am Fenster ange¬
brachtes, von innen herunterzulas¬
sendes, stabiles Rollo aus vielen,
schmalen, miteinander verbundenen
Leisten
Rgll|bra|ten: der; -s; - a) mit einem
Bindfaden od. einem Netz umwickel¬
tes, gerolltes Stück Fleisch zum Bra¬
ten b) Fleischgericht aus Rollbraten
(a), das in Scheiben geschnitten ser¬
viert wird
Rol|le: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 länglicher,
zylindrischer Gegenstand 2 (Theater;
Film) von einem Schauspieler darge¬
stellte Person 3 (Soziol.) von der Ge¬
sellschaft zugewiesene Verhaltensmu¬
ster 4 a) (Turnen; Wasserspringen)
Drehung des Sportlers um die Quer¬
achse des Körpers mit angezogenen
Beinen b) (Kunstflug) Drehbewegung
um die Längsachse 5 (Radsport)
leichtläuflge Walze am Motorrad,
dem Tempomacher in der Verfol¬
gung, die ein Fahren dicht im Wind¬
schatten ermöglicht 6 von der Rolle
sein: [ugs.] durcheinander sein; in
schlechter Verfassung sein 7 eine Rol¬
le spielen: a) für jmdn. sehr wichtig
sein »Anerkennung spielt für ihn die
größte Rolle.« b) an etw. beteiligt sein
»Er hat bei dem Projekt eine sehr gro¬
ße Rolle gespielt.« 8 aus der Rolle
fallen: sich schlecht benehmen; aus¬
fällig werden 9 sich in der Rolle des
... gefallen: gerne den Platz, die Posi¬
tion jmds. einnehmen »Er gefällt sich
in der Rolle des Frauenhelden.«
rol|len: rollst; rolltest; hast/bist gerollt 1
a) hat einen länglichen, zylindrischen
Gegenstand bewegen b) ist sich dre¬
hend fortbewegen 2 hast etw. einrol¬
len, zusammenrollen 3 hast [landsch.]
die Wäsche bügeln bzw. mangeln 4
hast etw. mit Hilfe einer Nudelrolle
ausrollen S hast ein dunkles, langge¬
zogenes Geräusch machen 6 a) ins
Rollen kommen: [ugs.} anfangen b)
etw. ins Rollen bringen: [ugs.] etw. in¬
itiieren 7 das R rollen: ein R-Laut mit
Zungenschlag od. im Kehlkopf erzeu¬
gen
Rol|len|be|set|zung: die; - / -en (Thea¬
ter; Film> Vergabe der Rollen eines
Films od. Stücks an die Schauspieler
Rol|len|bild: das; -(e)s; -er (Soziob ge¬
sellschaftliche Erwartung, wie sich
jmd. zu verhalten hat
Rol|len|dnick: der; -(e)s; -e (Druckw.)
Bedrucken von Papier, das von gro¬
ßen Rollen abgespult wird
Rol|len|er]war]tung: die; - ; -en (Soziol.)
Verhalten, wie es vom Inhaber einer
sozialen Rolle erwartet wird
Rgl|len|fach: das; -(e)s; -facher (Thea¬
ter) Rollentypus, der mit bestimmten
Darstellern besetzt wird
rgl|len|för|mig: Adj. n. stg. von der
Form her eine Rolle (1)
Rgl|len|kon|f!ikt —* Rgl|len|kon|f|likC
der; -(e)s; -e (Soziol.) Schwierigkeit,
die sich durch die Anforderungen än
verschiedene soziale Rollen einer Per¬
son ergibt
rol|len|spe|zi|fisch: Adj. n. stg. (Soziol.)
speziell für diese soziale Rolle gel¬
tend; besonders bei dieser sozialen
Rolle auffallend
Rol|len|spiel: das; -(e)s; -e (Soziol.)
Nachspielen bestimmten Rollenver¬
haltens
Rol|len|stu|di|um: das; -s; -Studien
(Theater; Film> frühe Auseinander¬
setzung eines Schauspielers mit seiner
Rolle
Rol|len|zwang: der; -(e)s; -zwänge (So¬
ziol.) Verhaltenszwang, dem jmd. in
seiner sozialen Rolle ausgesetzt ist
Rol|ler: der; -s; - 1 kurz für Motorroller
2 zweirädriges Kinderfahrzeug mit
hohem Lenker, das durch Abstoßen
am Boden fortbewegt wird 3 Kana-
rienvogel(hahn) mit besonderem Ta¬
lent zum Singen 4 (Radsport) leicht¬
läufige Walze am Motorrad des Tem¬
pomachers in der Verfolgung, die ein
Fahren dicht im Windschatten er¬
möglicht
Rollgeld: das; -(e)s; -er (Verkehr) ge¬
samter Platz auf einem Flughafen,
auf dem sich die Flugzeuge bewegen,
außer wenn sie starten und landen
Roll|film: der; -(e)s; -e (Photographie)
langer Filmnegativstreifen, der auf
eine Spule gewickelt ist
Rol|li: der; -s; -s [ugs.] Rollkragenpullo¬
ver
953
RoNkommando
Roll|kom|man|do: das; -s; -s Personen¬
gruppe, die gewalttätige Aktionen
durchführt
Roll|kra|gen: der; -s; • mehrfach um¬
schlagbarer, hoher, geschlossener
Kragen eines Pullovers
Roll|kra|gen|pull|over —» Rgll|kra|gen|-
pul|l|ojver: der; -s; - Pullover mit ho¬
hem, mehrfach umschlagbarem Kra¬
gen
Roll|kunst|laiif: der; -(e)s; - <Sport>
Rollschuhlauf mit artistischen Einla¬
gen
Roll|kur die; - ; -en <Med.> Behandlung
bestimmter Magenerkrankungen, bei
denen sich der Patient langsam um
seine Längsachse dreht, damit sich
das zuvor eingenommene Medika¬
ment im ganzen Magen verteilt
—> Rpll|la|den; s. Rolladen
RpH|mops: der; -es; -mopse entgräteter
halber saurer Hering, der um eine
Gurke gewickelt ist
Rgl|lo/Rol|k>: das; -s; -s innen am Fen¬
ster angebrachter, aufrollbarer Vor¬
hang als Sicht- u. Sonnenschutz
Roll|schin|ken: der; -s; - magerer
Schinken ohne Knochen, der von ei¬
nem Gamnetz fest umschnürt wird
Rpll|schnellauf (RoH|schnell|lauf) —>
immer mit 111: Rgll|schnell)lauf: der;
-(e)s; -laufe Wettlauf auf Rollschu¬
hen
Rgll|schrank: der; -(e)s; -schränke
Schrank, bei dem die Türen durch
aufrollbare Jalousien ersetzt sind
RgH|schuh: der; -(e)s; -e als Sportgerät
verwendeter Schuh mit vier paarweise
angeordneten kleinen Rädern darun¬
ter, Syn.: <engb Rollerskates
Roll|schuh|sport: der; -(e)s; - sportlich
betriebenes Rollschuhlaufen
Roll|sitz: der; -es; -e <Sport> Sitz im Ru¬
derboot, der sich entsprechend den
Bewegungen des Ruderers vor- u. zu¬
rückbewegt
Rolllsplitt: der; -(e)s;- grob zerkleinerte
Steine, die mit Teer vermischt sind
(als Fahrbahndecke)
Rollfstuhl: der; -(e)s; -stähle Stuhl mit
vier Rädern, der der Fortbewegung
Gehunfähiger dient
Roll|stuhl|fah|rer: der; -s; - weibl. Roll|-
stuhl|fah|re|rln: die; ~ ; -nen Person,
die sich im Rollstuhl fortbewegt
Rollftreplpe: die; - ; -n automatische
Treppe mit beweglichen Stufen
ROM: Abk. <engl.) <EDV> read-only me¬
mory = Nur-Lese-Speicher, Fest¬
wertspeicher = Speicherchip mit
vom Hersteller eingebrannten Daten
od. Programmen, die vom Computer
nur gelesen u. nicht verändert werden
können
nun.: Abk. 1 romanisch 2 romantisch
röm.: Abk. römisch
röm.-kath.: Abk. römisch-katholisch
Ro|ma|dur/[österr.] Ro|ma|dun (fr.) der;
- u. -s; -s Weichkäse
Ro|man: dat.-fr.) der; -(e)s; -e 1
<Literaturwiss.> a) erzählerische Pro¬
sadichtung b) o. PI. literarische Gat¬
tung 2 Romane/elnen ganzen Ro¬
man schreiben/erzählen: etw. aus¬
führlich, in allen Details schreiben,
erzählen
ro|manjarftig: dat.-fr.; dt.) Adj. n. stg.
wie ein Roman
Ro|man|au|ton dat.-fr.; lat.) der; -s; -en
weibl. Ro|man|aufto|rin: die; * ; -nen
Schriftstellerin), der/die einen od.
mehrere Romane geschrieben hat
Ro|man|cien (fr.) /romaegßi'/ der; -s; -s
Verfasser von Romanen
Ro|man|dich|tung: dat.-fr.; dt.) die; - ;
-en <Literaturwiss.> episches Werk in
der Form eines Romans
Ro|man|fi|gur dat.-fr.) die; - ; -en <Lite-
raturwiss.) Figur, Gestalt, die in ei¬
nem Roman vorkommt
ro|man|haft: dat.-fr.; dt.) Adj. n. stg. wie
ein Roman; wie in einem Roman
Ro|man|held: dat.-fr.; dt.) der; -en; -en
weibl. Ro|man|hel|din: die; - ; -nen
herausragende Gestalt in einem Ro¬
man
Ro|ma|nik:dat.)die; ~;-<Kunst; Bauw.>
Epoche ca. zwischen 950 u. 1250, die
Stilelemente der römischen Baukunst
übernahm, wie z. B. runde Bogenfor¬
men, die antike Säulenordnung u. ä.
ro|ma|nisch: dat.) Adj. n. stg. 1 den Ro¬
manen zugehörend 2 <Kunst; Bauw.>
für die Romanik typisch; der Roma¬
nik zuzuordnend
ro|ma|ni|sie|ren: dat.) romanisierst; ro-
manisiertest; hast romanisiert 1 [hist.]
dem Römischen Reich einverleiben 2
[geh.] nach romanischem Stil gestal¬
ten 3 <Sprachwiss.> in lateinische
Schrift übertragen
Ro|ma|nist dat.) der; -en; -en weibl. Ro|-
ma|ni|stin —» Ro|ma|nis|tin: die; - ;
-nen: 1 <Kunst> Vertreter(in) des Ro¬
manismus 2 Wissenschaftler(in), der/
die sich mit romanischen Sprachen
befaßt
Ro|ma|n]|stik —* Ro|ma|nis|tik: dat.)
die; - ; - Wissenschaft u. Lehre von
den romanischen Sprachen u. Litera¬
turen
ro|ma|ni|stisch —» ro|ma|nisjtisch:
dat.) Adj. n. stg. die Romanistik be¬
treffend
Ro|man|li|te|ra|tuR dat.-fr.; lat.) die; -; -
Belletristik, die in der Form des Ro¬
mans verfaßt ist
Ro|man)tik: dat.-fr.-engh die; • ; - 1
Kunst-, Literatur- u. Musikrichtung
im 19. Jhd. 2 Gefühlsbetontheit
Ro|man|ti|ker. dat.-fr.-engl.) der; -s; -
weibl. Ro|man|ti|ke|rin: die; - ; -nen 1
besonders gefühlsbetonter Mensch 2
<Kunst; Literaturwiss.; Musik> Ver¬
treter der Romantik
ro|man|tisch: dat.-fr.-engh Adj. 1 n. stg.
<Kunst; Literaturwiss.; Musik> im Stil
der Romantik 2 a) gefühlsbetont;
schwärmerisch; exaltiert b) stim¬
mungsvoll; idyllisch; malerisch
(o|man|ti|sig|ren: dat.-fr.-engl.) romanti¬
sierst; romantisierlest; hast romanti¬
siert [geh.] 1 <Kunst> den Stil der Ro¬
mantik nachahmen, indem die ro¬
mantische Formensprache übernom¬
men wird 2 idealisieren, indem man
sich z. B. auf scheinbar bessere Zeiten
bezieht
Ro|man|ze: dat.-span.-fr.) die; - ; -n 1
<Musik> kurzes lyrisches Stück 2 <Li-
teraturwiss.) bailadenhafte Verser-
zählung 3 romantische Liebesaffäre
Rö|mer|reich: das; -(e)s; - <hist.> Herr¬
schaftsgebiet der Römer
Rö|mar|stra|Be: die; - ; -n <hist.> Straßen
im Römischen Reich, die vor allem
militärischen Zwecken, aber auch
dem Handel dienten
rö|misch: Adj. n. stg. 1 das antike Rom
betreffend 2 das heutige Rom betref¬
fend 3 in der Art eines Römers
rö|misch-ka|tho|lisch: Adj. n. stg. <kath.
Kirche» zu der Ausprägung der ka¬
tholischen Kirche gehörend, deren
Oberhaupt der Papst in Rom ist
Rom|m6 —» auch Romlmee: <engl.-fr.>
das; -s; -s Kartenspiel für 3 bis 6 Mit¬
spieler
Ron|deH: (fr.) das; -s; -e u. [ugs.J -s 1
kreisförmiges Blumenbeet 2 <Archit.>
runder, aus einer Festung herausste¬
hender Turm 3 runder Platz 4 [österr.]
in Kreisform verlaufender Garten¬
weg
Ron|den|gang: dat.-fr.; dt.) der; -(e)s;
-gange <Milit.> [veralt.] Rundgang
Ron|do: dat.-it.) das; -s; -s <Musik> 11n¬
strumentalstück in zusammengesetz¬
ter Liedform 2 <Literaturwiss.> Lied¬
form mit Wechselgesang von Chor u.
Solist; Tanzlied
Röntg.: Abk. a) Röntgenologie = Fach,
Lehre von den Eigenschaften der
Röntgenstrahlen b) Röntgenol-
og(e)(in) = Facharzt, -ärztin für
Röntgenologie
rönt|gen: röntgst; röntgtest; hast ge¬
röntgt <Med.; Physik) einen Körper
mit Röntgenstrahlen durchleuchten
Rönt|gen|ap|pa|rat der; -(ejs; -e <Med.>
Gerät zum Röntgen
Rönt|gen|arzt: der; '-es; -ärzte weibl.
Rönt[gen|ärz|tin: die; - ; -nen <Med.>
Facharzt für Röntgenologie, Syn.:
Radiologe
Rönt)gen|auf[nah|me: die; - ; -n <Med.>
Schattenbild, das bei Durchstrahlung
eines Körpers mit Röntgenstrahlen
entsteht
Rönt|gen|au|ge: das; -s; -n [ugs.;
scherzh.] Blick, der alles erkennt,
sieht, erblickt u. durchdringt
Rönt|gen|be|hand|lung: die; - ; -en
<Med.> Therapie mit Hilfe von Rönt¬
genstrahlen
Rönt|gen|bild: das; -(e)s; -er <Med.>
Schattenbild, das bei Durchstrahlung
eines Körpers mit Röntgenstrahlen
entsteht
Rönt|gen|dia|gno|se —* Rönt|gen|di|a|-
g|no|se: die; - ; -n <Med.> Erkennen
einer Krankheit durch Röntgenstrah¬
lung
Röntlgen|dia|gno|stik —» Rönt|gen|di|-
a|g|nos|tik: die; - ; - <Med.> Erkennen
einer Krankheit durch Darstellung
des Körperinneren mittels Röntgen¬
strahlung
Rönt|gen|ge|räb das; -(e)s; -e <Med.>
Gerät zum Röntgen
rönt|ge|ni|sie|ren: röntgenisierst; röntge-
nisiertest; hast röntgenisiert [österr.]
<Med.> röntgen; eine Röntgenaufnah¬
me machen
Rönt|ge|no|gramm: das; -(e)s; -e
<Med.> [selten] Röntgenaufnahme;
Röntgenbild
Röntfge|no|gra|ph|e —> auch Rönt|ge|-
no|gra|fje: die; - ; -graphien —*auch
-graften*— /röntgengenograffcn/
<Med.; Technik) 1 Röntgenaufnahme;
Röntgenbild 2 o. PI. Durchstrahlung
mit Röntgenstrahlen
954
Rostschutzmittel
Rönt|ge|r»o|lp]ge: der; -n; -n weibl.
Rönt|gejno|lg|gin: die; ~; -nen <Med.>
1 Wissenschaftler(in), der/die sich mit
der Röntgenologie befaßt 2 <hist.>
Facharzt, -ärztin der Röntgenologie,
Syn.: Radiologe/Radiologin
ront)ge|no|lo]gisch: Adj. 1 <Med.> das
Gebiet diagnostischer Anwendung
von Röntgenstrahlen betreffend 2
<Physik> die Untersuchung der Eigen¬
schaften u. Wirkungen von Röntgen¬
strahlen betreffend
Rönt|gen|schirm: der; -(e)s; -e Tech¬
nik) Leuchtschirm am Röntgengerät
Rönt)gen|strah|len: die (PI.) <Physik>
hochenergetischer Bereich im Spek¬
trum elektromagnetischer Wellen
Rönt|gen|th«|ra|pie: die; - ; -n <Med.>
Behandlung mit Röntgenstrahlung
Rönt|gen|un|terjsu|chung: die; - ; -en
<Med.> Diagnostik mittels Röntgen¬
strahlung
ro|sa: <iat.> Adj. n. stg. 1 von hellem, zar¬
tem Rot 2 [verhüll.] homosexuelle
Männer betreffend
Rö|sche: die; - ; -n 1 <Bergbau> wasser¬
führender Graben in der Grube 2 o.
PI. [süddt.] das Trockensein; das
Reschsein
Ro|se: <lat.> die; - ; -n 1 Zierpflanze mit
duftenden Blüten u. dornigem Stiel 2
unterer, verdickter Teil des Geweihs
beim Rotwild 3 <Musik> Schallöff¬
nung bei Zupfinstrumenten 4 Meteo¬
rologie» Windhose 5 <Med.> Entzün¬
dung um eine Wunde in typischer,
rundlicher Form 6 nicht auf Rosen
gebettet sein: es im Leben schwer ha¬
ben 7 keine Rose ohne Domen: alles
hat auch seine Nachteile
Ro|s6: <lat.-fr.> der; -s; -s blaßroter
Wein
Rgjsen|gaijten: <lat.; dt.> der; -s; -gärten
große Anpflanzung von verschiede¬
nen Rosensorten
Ro|sen|kohl: dato der; -(e)s; - Gemüse¬
pflanze aus der Gattung der Kreuz¬
blütler mit eßbaren Knospen, die an
Rosenknospen erinnern
Ro|sen|kranz: <Iat.; du der; -es; -kränze
<kath. Kirche» 1 Gebetsschnur mit
Perlen, die beim Beten verwendet
wird, indem für jede Perle ein Gebet
gesprochen wird 2 die mit dem Ro¬
senkranz verbundenen Gebete zur
Verehrung Marias
Ro|sen|kreu|zer der; -s; - Mitglied ei¬
ner Bruderschaft, die seit dem 17.
Jhd. reformatorische u. pansophische
Ziele verfolgt
Ro|sen|mon|tag: der; -(e)s; -e Montag
vor Aschermittwoch, an dem vieler¬
orts Karneval, Fasching mit Umzü¬
gen gefeiert wird
Ro|sen|quarz: dal.; du der; -es; -e
<Geologie> rosafarbener, oft rissiger,
meist trüber Quarz
ro|sen|rot: dal.; du Adj. n. stg. von
kräftigem Rosa
Ro|sen|stock: dat.; dt.> der; -(e)s;
-Stöcke Strauch einer Rose
Ro|set[te: dat.-fro die; ~ ; -n 1 <Archit.»
stilisierte, rosenförmige Verzierung 2
<Archit.» buntes, rundes Kirchenfen¬
ster in der Gotik 3 Schliff bei Dia¬
manten 4 <Bot.» eng zusammenste¬
hende, zentral um den Stengel stehen¬
de Blätter einer Pflanze 5 [derb] Af¬
teröffnung
Ro|sö|wein: dat.-fr.; lau der; -(e)s; -e
blaßroter Wein
ro|sig: dat.> Adj. 1 von pastelliger, rötli¬
cher Färbung »rosige Haut« 2 [ugs.]
äußerst positiv
Ro|si|ne: dat.-fr.> die; - ; -n 1 getrock¬
nete Weintraube »In diesen Kuchen
gehören Rosinen.« 2 (große) Rosinen
im Kopf haben: [ugs.] hochtrabende,
nicht zu verwirklichende Pläne, Ideen
haben 3 (sich) die (größten) Rosinen
(aus dem Kuchen) (heraus)picken:
[ugs.] sich von etw. das Angenehmste
heraussuchen u. den Rest den ande¬
ren überlassen
Ro|si|nen|bom|ber der; -s; - [berlin.;
scherzh.] Flugzeug, das während der
Blockade Berlins 1948/49 Lebensmit¬
tel u. a. in die Stadt einflog
Ros|ma|rin: dato der; -s; - a) im Mittel¬
meerraum heimische Pflanze aus der
Familie der Lippenblütler, die als im¬
mergrüner Strauch wächst b) Gewürz
aus den getrockneten Blättern des
Rosmarins (a)
Roß —* Ross: das; Rosses; Rosse u.
Rösser 1 a) Rosse [geh.] (edles) Pferd
»Der Prinz ritt auf seinem Roß daher.«
b) Rösser [süddt.; österr.; Schweiz.]
Pferd 2 Rösser [ugs.; Schimpfwort]
Dummkopf; Blödmann 3 a) auf dem
hohen Roß sitzen —* auf dem hohen
Ross sitzen; sich aufs hohe Roß set¬
zen —> sich aufs hohe Ross setzen:
[ugs.] hochmütig sein b) vom hohen
Roß heruntersteigen, -kommen —»
vom hohen Ross heruntersteigen,
-kommen: [ugs.] nicht mehr hochmü¬
tig sein 4 hoch zu Roß —* Ross:
[scherzh.] auf einem Pferd reitend 5
vom hohen Roß herab —* vom ho¬
hen Ross herab: [ugs.] in hochmüti¬
ger Art
Roß|ap|fel_ —* Ross|ap|fel: der; -s;
-äpfel [süddt.; bayr.; österr.] Kot des
Pferdes
Roß|arzt —> Ross|arzb der; -es; -ärzte
weibl. Roß|8rz|tin —» Ross|ärz|tin:
die; • ; -nen 1 <Milit.; hist.» Tierarzt
beim Heer 2 [scherz., ugs.] rabiat ar¬
beitender Arzt
ros|sen: roßt; roßtest; hast geroßt
—*alle Formen mit ss<— <Stute>
[fachsprl.] brünstig sein
Roß|haar —» Ross|haan das; -(e)s; -
Pferdehaar, das zum Füllen von Kis¬
sen, Matratzen u. ä. verwendet wird
Roß|haaijma|trat|ze —* Ross|haaij-
ma|t|rat|ze: die; - ; -n Matratze, die
mit Roßhaar gefüllt ist
rosfsjg: Adj. n. stg. <Stute» [fachsprl.]
brünstig
Roß|ka|sta|nie —> Ross|kas|ta|nie: die;
- ; -n a) nicht mit der Edelkastanie
verwandter Baum mit fmgrigen Blät¬
tern b) als Futtermittel dienende
Frucht des Roßkastanienbaumes
Roß|kur —»• Ross|kun die; - ; -en [ugs.]
Behandlung einer Krankheit mit har¬
ten, unangenehmen Methoden »Bei
Erkältungen mache ich immer eine
Roßkur mit gepfefferter Honigmilch.«
Roß|täu|scher—» Rgss(täu|scher: der;
-s; - 1 [veralt.] Pferdehändler 2 [ugs.;
abwert.] Betrüger
Roß|täu|sche|rsi —*- Ross|täu|sche|rei:
die; ~; -en [ugs.; abwert.} Betrügerei
Roß|täujscher|bick —> Ross|täu|-
scherftrick: der; -s; -s u. -e [ugs.; ab¬
wert.] Betrug, bei dem nicht vorhan¬
dene Qualitäten eines zum Verkauf
stehenden Gegenstandes vorge¬
täuscht werden
Rost: der; -(e)s; -e 1 Gitter aus Metall
»Er legte Grillwürstchen auf den
Rost.« 2 [landsch.] Lattenrost als Un¬
terbau eines Bettes
Rost: der; -(e)s; - u. [fachsprl.] -e 1 o.
PI. <Chemie> braunrotes Eisenoxid,
das sich durch Feuchtigkeit an der
Oberfläche von Stahl od. Eisen bildet
»Das Rohr hat Rost angesetzt.« 2
<Bot.» Pflanzenkrankheit, die durch
Rostpilze hervorgerufen wird
rostlbe|stän|dig: Adj. n. stg. nicht für
die Bildung von Rost (Eisenoxid) an¬
fällig
Rost|bil|dung: die; - ; -en Entstehung
von Rost, Eisenoxid
Rostjbra|ten: der; -s; - (gegrilltes)
Fleischgericht (mit einer pikanten So¬
ße serviert)
Rostbratwurst: die; ~ ; -wurste auf ei¬
nem Rost gebratene, gegrillte Brat¬
wurst
rostbraun: Adj. n. stg. rötlichbraun; in
der Farbe des Rostes
Röstbrot: das;-(e)s; -e geröstetes Brot
ro|sten —» ros|ten: rostest; rostetest;
bist/hat gerostet 1 Oxydationsprozeß
bei Eisen und Stahl 2 oibertr.» stehen¬
bleiben; sich nicht weiterentwickeln 3
wer rastet, der rostet: wer untätig
wird, verliert seine bisher erworbenen
Fähigkeiten, insbesondere wenn er äl¬
ter wird
rö|sten —» rÖs|ten: röstest; röstetest;
hast geröstet 1 a) über offenem Feuer
braten b) längere Zeit erhitzen »Frisch
gerösteten Kaffee rieche
ich gerne.« 2 <Hüttenw.» zerkleinerte
Erze unter Luftzufuhr erhitzen 3
[fachsprl.] Flachs, Hanf od. Jute so
behandeln, daß sich das Pektin von
den Fasern löst
Rö|ste|rei —* Rös|te|rei: die; -; -en An¬
lage, Einrichtung zum Rösten
rost|far|ben/rost|far[big: Adj. n. stg. in
der Farbe des Rostes
rostffrei: Adj. n. stg. ohne Rost, Eisen¬
oxid; keinen Rost ansetzend
Rö|sti —> Rösfti: die; ugs.] -s u.
[ugs.] der; -s; -s [Schweiz.] aus dünn
geschnittenen rohen Kartoffelstiften
zubereitete Bratkartoffeln
ro|stig —* rosjtig: Adj. mit Rost, Eisen¬
oxid überzogen
Röst|kaiitof|feln: die (PI.) [landsch.]
Bratkartoffeln
Rost|lau|be: die; -; -n [ugs.; scherzh.] al¬
tes, rostiges Auto
Rost|pilz: der; -es; -e <Bot.» parasitär le¬
bender Pilz, der die Pflanzenkrank¬
heit Rost verursacht
rost|rot: Adj. n. stg. bräunlichrot; in der
Farbe des Rostes
Rostjschutz: der; -es; -e (PI. s.) 1 Im¬
prägnierung gegen Rost 2 Mittel, das
Rost verhindert
Rost|schutz|far|be: die; - ; -n Farbe, die
als Rostschutz aufgetragen wird
Rost|schutz|mit|tel: das; -s; - Mittel,
das als Schutz vor Rost dient
955
Rostumwandler
Rost|um|wand|len der; -s; - Mittel, mit
dem kleine Roststellen chemisch um¬
gewandelt werden können, das zu¬
gleich eine Schutzschicht gegen neue
Korrosion bildet
Rö|stung —> Rös|tung: die; -; -en kur¬
zes, schnelles Erhitzen ohne Zugabe
von Wasser od. Fetten
Rost|wurst: die; - ; -wurste Wurst, die
auf einem Rost gebraten wird
rot: Adj. n. stg. 1 a) von der Farbe des
Blutes b) (Physik» farblich in der Wel¬
lenlänge zwischen 600 mm u. 780 mm
liegend 2 <Pol.> [ugs.] links; soziali¬
stisch; kommunistisch 3 Rote Bete:
eine Salatpflanze 4 die rote Laterne:
<Sport> der letzte Platz in der Tabelle
5 der rote Faden: die durchgehende
Linie; der handlungsleitende Gedan¬
ke 6 der rote Planet: <Astronomie>
Bezeichnung für den Mars 7 rote
Socke: (Pol.» [ugs.; abwert.] ehemali¬
ger Parteiangehöriger der SED od.
Person, die damit in Verbindung ge¬
bracht werden soll
—*■ rp* gefstreift: s. rotgestreift
—* rot glü|hend: s. rotglühend
Rot: Abk. Rotation = Drehung; Um¬
lauf
Rot|al|ge: die; - ; -n <Bot.> Meeresalge
mit rötlicher Färbung
Ro|ta|ti|on: dato /rotazion/ die; - ; -en 1
Drehung eines Körpers um eine Ach¬
se od. ein Zentrum 2 <Landwirt.>
Pflanzwechsel in der Bewirtschaftung
der Äcker 3 <Sport> im Uhrzeigersinn
erfolgender Wechsel der Spielstatio¬
nen beim Volleyballspiel
Ro|tajti|ons|ach|se: dat.; dt.> /rota-
zipnß-/ die; - ; -n Achse, die den Mit¬
telpunkt einer Drehung darstellt
Ro|ta|ti|ons|be|we|gung: dat.; dt.) /rota-
zionß-/ die; - ; -en drehende Bewe¬
gung
Ro|tajtt[ons|druck: <lat.; dt.) /rota-
zionß-/ der; ~(e)s; - Druckverfahren,
bei dem sich die Druckform auf ei¬
nem sich drehenden Zylinder befindet
Ro|ta|ti|gns|pres|se: <lat.; lat.-fr.) /rota-
zionß-/ die; - ; -n Druckmaschine, die
im Rotationsdruckverfahren arbeitet
rot|backig/rot|bäckig (rot|bak|kig/rot|-
bäkjkig —» rot|ba|ckig/rot|bä|ckig):
Adj. rote Wangen habend
Rot|bart: der; -(e)s; -barte 1 [ugs.] Per¬
son, die einen roten Bart trägt 2 <My¬
thologie) Figur aus der deutschen Ge-
schichts- u. Sagenwelt
Rot|bu|che: die; - ; -n europäische Bu¬
chenart, die als Nutzholz gebraucht
wird u. Samen hervorbringt, die der
Speiseölgewinnung dienen
Rotjdorn: der; -(e)s; -e Pflanze aus der
Gattung der Rosengewächse mit ro¬
ten Blüten
Rö]te: die; - ; -n 1 Krautgewächs mit
gelbgrünen Blüten 2 o. PI. rote Fär¬
bung
Rolte-Arimee-Frakltilon: die; - / - <Pol.>
terroristische Gruppe in der BRD
Rö|te|ge|wächs: das; -es; -e vor allem in
den Tropen wachsende Pflanzenfami¬
lie mit vielen Unterarten
Rgt|ei|aen|stein: der; -(e)s; -e (Geolo¬
gie> nicht magnetisches Eisenoxid mit
feinkristalliner Struktur; Hämatit;
Blutstein
Rö|tel: der; -s; - 1 <Kunst> Zeichenstift
mit einer Mine aus Rötel 2 o. PI. aus
Roteisenstein u. Ton gemischter
braunroter Farbstoff zum Zeichnen
Ro|teln: die (PI.) <Med.> Virusinfektion
mit Fieber, Hautausschlag u. Lymph¬
knotenschwellungen (bei Infektion ei¬
ner Schwangeren in den ersten drei
Monaten der Schwangerschaft be¬
steht die Gefahr der Schädigung des
Embryos)
lüften: rötest; rötetest; hast gerötet
[geh.] roteinlärben, bemalen
röften, sich: rötet sich; rötete sich; hat
sich gerötet rot werden
Rot]fil|ter: der; -s; - <Photographie> ro¬
ter Filter, der blaue u. grüne Lichtan¬
teile reduziert
Rotjfuchs: der; -es; -fuchse 1 Pferd, das
eine rotbraune Färbung hat 2 Fuchs
mit rotbraunem Fell 3 [ugs.] Person
mit roten Haaren
rot|ge|streift —» rot ge|streift: Adj. n.
stg. mit roten Streifen
rot|glü|hend —> rot glüfhend: Adj. n.
stg. durch starkes Erhitzen feurig glü¬
hend
Rot|glut: die; ~ ; -en glühender Zustand
eines stark erhitzten Stoffes
Rot|grün|blindlheit: die; ~ / - <Med.> re¬
zessiv geschlechtsgebundene Erb¬
krankheit, bei der durch Fehlen eines
der drei Zapfensysteme, die für die
Farbunterscheidung zuständig sind,
Rot u. Grün nicht unterschieden wer¬
den können
rot|haa|rig: Adj. n. stg. rote Haare besit¬
zend
Rot|haut: die; - ; Rothäute [abwert.]
nordamerikanischer Indianer
Rotjhirsch: der; -(e)s; -e großer Hirsch
mit Geweih u. rötlichbraunem Fell
roftie|ren: dal.) rotierst; rotiertest; hast
rotiert 1 sich um die eigene Achse od.
ein Zentrum drehen 2 [ugs.] sehr be¬
schäftigt sein; hektisch arbeiten
Rot|käpp|chen: das; -s; - Märchenge¬
stalt in dem gleichnamigen Märchen
aus der Sammlung der Gebrüder
Grimm; kleines Mädchen, das eine
rote Kappe trägt
Rot|kohl: der;-(e)s; - Kohlart mit roten
Blättern, Syn.: Rotkraut; Blaukraut
Rotfkraut: das; -(e)s; - [süddt.; österr.]
Kohlart mit roten Blättern, Syn.:
Rotkohl
Rot|kreuzlschwe|ster —* Rot|kreuz|-
schwesjter. die; - ; -n Kranken¬
schwester des Roten Kreuzes
rötflich: Adj. von der Farbe her ins Rote
gehend
Rpt|licht|sOn|der: der; -s; - weibl. Rot|-
licht|sün|de|rin: die; - ; -nen [ugs.]
Person, die mit ihrem Fahrzeug über
eine rote Ampel fahrt
Rot|licht|vler[tel: das; -s; ~ [ugs.] Ver¬
gnügungsviertel einer Stadt, in dem
der Prostitution nachgegangen wird
Ro|tor dato der; -s; Rotoren (Technik»
Maschinenteil, das eine rotierende
Bewegung ausführt
Rojtortanjtenjne: die; - ; -n (Technik»
Antenne, die sich mittels eines Rotors
drehen läßt
Rp|tor|schiff: das; -(e)s; -e (Schiffahrt;
Technik» Schiff, das durch einen ro¬
tierenden Zylinder, einen Flettnerro¬
tor angetrieben wird
Rot|rücken[wüijger (Rot|riik|ken|wüif-
ger —> Rpt|rü|cken|wür)ger): der; -s;
- Singvogel, der seine Beute auf Dor¬
nen aufspießt
Rot|stiffc der; -(e)s; -e 1 Schreibgerät
mit roter Mine 2 den Rotstift
ansetzen: Kürzungen vornehmen 3
dem Rotstift zum Opfer fallen: ge¬
kürzt werden
Rot|tan|ne: die; - ; -n Fichte mit rötlich¬
braunem Stamm, die ein wichtiger
Holzlieferant ist
Rotfte: dat.-fr.) die; - ;-n 1 (Milit.» Ver¬
bund von zwei Flugzeugen od. Schif¬
fen 2 Gruppe von Wildschweinen od.
Wölfen 3 [abwert.] ungeordnete
Gruppe von Menschen
rotften, sich: dat.-fr.) rotten sich; rotte¬
ten sich; haben sich gerottet sich zu¬
sammenrotten; als Rotte Zusammen¬
kommen
rot|ten|wei|se: dat.-fr.; dt.) Adv. in grö¬
ßeren Gruppen auftretend
Rottfwei|ier: der; -s; - sehr kräftiger,
muskulöser mittelgroßer Schutzhund
mit kurzem, dunkelbraunem, fast
schwarzem Fell
Ro|tun|de: dat.) die; - ; -n (Archit.» run¬
des Gebäude (als Zentralbau) »Die
Kirche hat eine Rotunde als zentralen
Mittelraum.«
Röltung: die; -; -en rötliche Verfärbung
Her Haut, z. B. durch Verbrennungen
»Das Medikament verursachte eine al¬
lergische Rötung der Haut.«
rotw.: Abk. rotwelsch = das Rotwelsch
(= Gauner(geheim)sprache) betref¬
fend
Rotfwein: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e
Wein, der aus roten od. blauen Trau¬
ben hergestellt wird u. eine rote bis
ins Violett gehende Farbe hat
Rot|wel|sche: das; -n; - (Sprachwiss.»
Gaunersprache mit Elementen aus
dem Jiddischen u. aus der Sprache
der Sinti u. Roma
Rpt|wild: das; -(e)s; - Hirsch mit gro¬
ßem Geweih, der in Europa u. Asien
lebt, Syn.: Rothirsch; Edelhirsch
Rotz: der; -es; - 1 (Med.» gefährliche
bakterielle Infektionskrankheit bei
Tieren, besonders bei Einhufern, die
auf den Menschen übertragbar ist;
Maliastnus 2 [ugs.; derb] Sekret der
Schleimhäute von Nase u. Rachen 3
Rotz u. Wasser heulen: sehr stark
weinen
Rotz[ben|gel: der; -s; - [ugs.; abwert.]
frecher, verdreckter Junge
Rotfze: die; ~; - [landsch.; derb] Schleim
aus der Nase
rotfzen: rotzt; rotztest; hast gerotzt
[ugs.; derb] 1 sich geräuschvoll die
Nase putzen 2 Sekret der Schleim¬
häute von Nase u. Rachen hochzie¬
hen u. ausspucken
Rotz|fah|ne: die; -; -n [ugs.; derb] Stück
Stoff od. Papier, mit dem man sich
die Nase putzen kann, Syn.: Taschen¬
tuch
rotzffrech: Adj. rotzfrecher;
rotzfrech(e)ste [ugs.; derb] besonders
ungezogen
Rotz|löf|fel: der; -s; - [ugs.; derb] fre¬
cher Junge
Rotz|na|se: die; - ; -n [ugs.; derb] 1 Na¬
se, aus der Schleim läuft 2 frecher,
junger, unerfahrener Mensch
956
Rücken
rotz|nä|sig: Adj. n. stg. [ugs.; derb] 1
eine Rotznase (1) habend 2 aufsässig;
ungezogen
Rouge: </r.> /rueeh/ das; -s; s 1 rötliche
Schminke für Lippen u. Wangen 2 o.
PI. Rot als Spielfarbe beim Roulett
Rou|la|de: <lat.-fr.> /rulade/ die; ~; -n ge¬
bratene Fleischrolle mit verschiede¬
nen Fleisch- od. Gemüsefüllungen
Rou|lett: <lat.-fr.> /rulet/ das; -(e)s; -e u.
-s 1 Glücksspiel mifeiner sich drehen¬
den Scheibe u. einer kleinen Kugel,
die die Gewinnzahl markiert 2 russi¬
sches Roulett: Mutprobe, bei der
jmd. einen Revolver (an seiner Schlä¬
fe) abdrückt, bei dem nur eine Kugel
in der Trommel ist
Roulte: <lat.-fr.> /rate/ die; - ; -n festge¬
legter Weg von einem Ort zum näch¬
sten
Rou|ti|ne: dat.-fr.) /rutine/ die; - ; - a)
Fertigkeit, Gewandtheit, Sicherheit,
die durch häufige Anwendung od.
Ausübung einer Tätigkeit erworben
worden ist b) [oft abwert.] immer wie¬
der durchgeführte Handlung
Rou|tj|ne|an|ge|le|gen|heit: dat.-fr.; dt.>
die; -; -en alltägliche Sache
Rou|ti|ne|überjprü|fung —* Roujti|ne|-
ü|ber|prüjfung: dat.-fr.; dt.> die; -; -en
regelmäßig durchgeführte Kontrolle
Rou|t[|ne|un|terjsu|chung: <lat.-fr.; dt.)
die; ~ ; -en regelmäßig durchgeführte
Kontrolle
rou|ti|n[ert: <lat.-fr.> Adj. routinierter;
routinierteste [geh.] mit Routine; si¬
cher; gewandt
Row|dy: (engl.-amerik.) /raudi/ der; -s;
-s u. Rowdies —>nur noch
Rowdys*— [abwert.] gewalttätiger,
rücksichtsloser, junger Mann, Syn.:
Rüpel
row|dy|haft: <engl.-amerik.; dt.) Adj.
rowdyhafter; rowdyhafteste [abwert.]
wie ein Rowdy, Rüpel
Roya|lis|mus —» Roy|a|lis|mus: dat.-
fr.') ’/roajalißtnuß/ der; - ; - <Pol.>
[geh.] Befürwortung des Königtums
RP: Abk. 1 a) Regierungspräsidium b)
Regierungspräsident 2 Reisepaß
rp: Abk. (engl.) <Druckw.> reprint =
neuer Abdruck, Nachdruck
Rp Abk. dat.) <Med.> recipe! = nimm!
(auf ärztlichen Rezepten)
Rpfl(g)./Repflg.: Abk. <Rechtsw.> a)
Rechtspflege b) <Beruf> Rechtspflege-
r(in)
Rpr.: Abk. 1 a) Rechnungsprüfung b)
Rechnungsprüfern) 2 <Drackw.> Re¬
produktion = Nachbildung 3 <Han¬
del> Richtpreis
rpr.: Abk. (engl.) <Druckw.> reprint =
neuer Abdruck, Nachdruck
RS: Abk. 1 Reaktorsicherheit (von
Atomkraftwerken) 2 Rechtschutz 3
Rundschreiben
Rs: Abk. <Technik> Relais = Schaltein¬
richtung
Rs.: Abk. 1 Reise 2 Rückseite 3 Rück¬
sicht 4 Rundschreiben
r. S.: Abk. rechte Seite
Rsch: Abk. (bei der Post) Rückschein
Rspr.: Abk. 1 Rechtssprechung 2 Rich¬
terspruch 3 Rücksprache
Rt.: Abk. Rente
RTL: Abk. (fr.) <Medien> Radio televisi¬
on de Luxembourg (= ■ privater
Rundfunk- u. Fernsehsender)
RTR: Abk. <Medien> Reuter = weltweit
arbeitende Nachrichtenagentur
Rtt: Abk. <Handel; Wirt.> Rabatt =
Preisnachlaß
R-TAft Abk. (engl.) reality (= Wirklich¬
keit) television (= Fernsehen) =
neue Form der Fernsehunterhaltung,
bei der der (tatsächliche) Ablauf von
Verbrechen, Unglücksfallen usw. ent¬
weder nachgestellt od. unverändert in
Originalaufnahmen präsentiert wird
RU: Abk. 1 Religionsunterricht 2 <Med.>
Röntgenuntersuchung
Ru: Abk. <Chemie> Ruthenium = che¬
misches Eiemeht; edles Schwermetall
r. u.: Abk. rechts unten
nib|beln: rubbelst; rubbeltest; hast ge¬
rubbelt in kurzen, heftigen Bewegun¬
gen überetw. streichen
Rü|be: die; - ; -n 1 Pflanze mit einer dik-
ken Pfahlwurzel 2 [ugs.] Kopf »Bei
der Schlägerei hat er eins auf die Rübe
gekriegt.« 3 gelbe Rübe: [süddt.]
Möhre; Karotten 4 rote Rübe:
Pandsch.] a) rote, dickbauchige Fut¬
terrübe b) Rote Beete
Ru|bel: (russ.) der; -s; - 1 russische
Währung 2 der Rubel rollt [ugs.] es
wird viel Geld eingenommen u. aus¬
gegeben
Rg|ben|acker (Rü]ben|ak|ker —> Rü|-
ben|a|ckei): der; -s; - <Landwirt.>
Feld mit Rüben
Rü|ben|kraut das; -(e)s; - [landsch.]
dickflüssige, süße Masse aus Zucker¬
rüben als Süßmittel od. Brotaufstrich
Rü|ben|si|rup: der; -s; - [landsch.] dick¬
flüssige, süße Masse aus dem einge¬
kochten Saft der Zuckerrüben als
Süßmittel od. Brotaufstrich
Rü|ben|zucker (Rüjben|zuk|ker —>
Rü|ben|zu|ckei): der; -s; - aus Zucker¬
rüben gewonnener Zucker
rüjberjbrin|gen: bringst rüber; brachtest
rüber; hast rübergebracht [ugs.] 1 her¬
überbringen 2 verständlich machen
rü|ber[kom|men: kommst rüber; ka-
m(e)st rüber; bist rübergekommen
[ugs.] 1 zu einem Ort herüberkommen
2 verstanden werden »Ich bin mit
dem, was ich sagen wollte, nicht
rübergekommen« 3 herausrücken; ge¬
ben
rü|ber|ma|chen, sich: machst dich rüber;
machtest dich rüber; hast dich rüberge¬
macht [ugs.] (hauptsächlich zur Zeit,
als der Ostblock u. die DDR noch be¬
stand u. die Grenzen zwischen Ost u.
West dicht waren) sich in den Westen
begeben, absetzen; aus dem Ostblock
fliehen (meist von der DDR in die
BRD)
Ru|bin: dat.) der; -s; -e hell- bis dunkel¬
roter Edelstein; Aluminiumoxid aus
der Korund-Gruppe mit Chrom als
farbgebender Substanz
ru|bin|far|ben/ru|bin|far|big: dat.; dt.)
Adj. n. stg. von reinem Rot mit einem
Stich ins Bläuliche
Ru|brik —» Ru|b|rite dat.) die; ~ ; -en 1
[geh.] Spalte, Kategorie, Klasse, in
die jmd. od. etw. eingeordnet wird
»Dieser Roman gehört in die Rubrik
Unterhaltung.« 2 <MA> rot gehaltene
Überschrift od. Initiale zur Trennung
der Abschnitte in mittelalterlichen
Handschriften 3 <kath. Kirche> rot ge¬
druckte Anweisungen in liturgischen
Büchern
ru|bri|zie|ren —> ru|b|ri|zje|renc dat.) ru¬
brizierst; rubriziertest; hast rubriziert
1 [geh.] einer Rubrik zuordnen 2
<MA> Überschriften u. Initialen ma¬
len
Ruch: der; -es; Rüche [geh.] 1 zweifel¬
hafter Ruf »Der Geschäftsführer steht
im Ruch des Betruges.« 2 [selten] Duft
ruch|ban Adj. n. stg. in der Wendung
ruchbar werden: [geh.] bekanntwer¬
den
ruchflos: Adj. ruchloser; ruchloseste
[geh.] skrupellos; gewissenlos
Ruch|lo|sig|keit: die; • ; -en [geh.] 1 o.
PI. Skrupellosigkeit; Gewissenlosig¬
keit 2 skrupelloses Geschehen
Ruck: der; -(e)s;-e 1 kurze, schnelle Be¬
wegung 2 sich (innerlich) einen Ruck
geben: sich dazu durchringen, etw.
zu tun, was man eigentlich nicht
möchte
Rück|an|sicht: die; - ; -en Anblick von
hinten
Rück|ant)wort: die; - / -en 1 frankiertes
Kuvert für einen Antwortbrief 2 Ant¬
wortschreiben
rück|be|zügjlich: Adj. <Sprachwiss.> sich
auf das Subjekt zurückbeziehend; re¬
flexiv
Rück|bil|dung: die; -; -en 1 <Med.; Bio.>
a) Zurückbildung eines Organs b) Ab¬
heilung einer Erkrankung 2 <Sprach-
wiss.> Wort, das aus einem Verb od.
Adjektiv abgeleitet ist
Rück|bleib|sel: das; -s; - [veralt.] Über¬
bleibsel; Rückstand
Rück|blen|de: die; - ; -n <Literatur;
Film> Zeitsprung in der Rahmen¬
handlung auf Vorhergegangenes
Rück|blick: der; -(e)s; -e Rückschau
auf Vergangenes »In einem Rückblick
auf sein Leben erkannte er, daß er viele
Fehler gemacht hatte.«
rückblickend (rück|blik]kend —>
rück|bli|ckend): Adj. n. stg. nachträg¬
lich betrachtend
rück|bu|chen: buchst rück; buchtest
rück; hast rückgebucht <Handeb eine
Buchung rückgängig machen, Syn.:
stornieren
Rück|bu|chung: die; - ; -en <Handeb das
Rückgängigmachen einer Buchung,
Syn.: Stornobuchung
rück|da|tie|ren: nur im Infinitiv u. Parti¬
zip II, Perfekt gebraucht: hast rückda¬
tiert nachträglich ein früheres Datum
eintragen
rück|dre|hend: Adj. n. stg. <Meteorolo¬
gie> sich linksherum, entgegen den
Uhrzeigersinn drehend
ruckein: ruckeist; ruckeitest; hastgeruk-
kelt [landsch.] wiederholt leicht abge¬
hackte Bewegungen machen
Rücken (Rük|ken —> Rü|cken): der; -s;
- 1 a) <Anat.> hintere Rumpfseite
vom Nacken bis zum Gesäß »Bitte
creme mir doch den Rücken mit Son¬
nenmilch ein!« b) <Zoob obere
Rumpfseite vom Nacken bis zum
Schwanz 2 länglicher, flacher Teil,
Abschnitt »Der Rücken des Buches
war beschädigt.« 3 der verlängerte
Rücken: [scherzh.; verhüll.] das Ge¬
säß; der Hintern »Ich bin auf den ver¬
längerten Rücken gefallen.« 4 mH dem
Rücken zur, an der Wand: in Not u.
957
rücken
Bedrängnis sein »Sie kämpfen mit
dem Rücken zur Wand ums
Überleben.« 5 a) den Rücken frei
haben: frei sein für wichtiges »Die Be¬
dingungen müssen so sein, daß ich den
Rücken frei habe für das wirklich
Wichtige.« b) sich den Rücken
freihalten: keine Verbindlichkeiten
eingehen, keine Belastungen zulassen,
um für Wichtiges frei zu sein 6 jmdm.
den Rücken stärken, steifen: [ugs.]
jmdn. ermutigen, unterstützen 7
jmdm., einer Sache den Rücken zu¬
kehren, zuwenden: sich von jmdm.,
etw. abwenden, nicht (mehr) unter¬
stützen; Weggehen 8 jmdm. in den
Rücken fallen: sich gegen jmdn. wen¬
den, der sich auf einen verlassen hat,
von einem Unterstützung erwartete
»Ich hätte nicht gedacht, daß ausge¬
rechnet mein bester Freund mir in den
Rücken fällt.« 9 (fast) auf den Rücken
fallen: [ugs.] a) erschrocken, entsetzt
sein »Ich bin fast auf den Rücken ge¬
fallen, als man mir die Höhe des Scha¬
dens nannte.« b) freudig überrascht,
erfreut sein »Ich bin fast auf den Rük-
ken gefallen, als man mir die Hauptrol¬
le in diesem Film anbot.« 10 jmdn.,
etw. im Rücken haben: [ugs.] jmdn.
od. etw. haben, der od. was einem
hilft, auf den man sich verlassen kann
»Er hatte nicht nur viel Geld, sondern
auch einflußreiche Persönlichkeiten im
Rücken.« 11 etw. auf jmds. Rücken
austragen: jmdn. unter etw. leiden
lassen; etw. auf Kosten anderer lösen
»Es wird immer alles auf dem Rücken
der kleinen Leute ausgetragen.« 12 ei¬
nen krummen Rücken machen; den
Rücken krumm machen: [veralt.] sich
unterwürfig benehmen (müssen)
nicken (räkjken —* rü|cken): rückst;
rücktest; hast/bist gerückt 1 hast etw.
ruckweise, ruckartig bewegen »Er hat
das Bild gerade gerückt.« 2 bist sich
mit od. auf einem Stuhl o. ä. bewegen
»Sie ist mit dem Stuhl gerückt« 3 bist
<Milit.> (ins Manöver) ziehen
Rücken|deckung (Rük|ken|dek|kung
—» Rü]cken|dejckung)i die; - ; -en 1
<Milit.> Schutz gegen einen Angriff
von hinten 2 Schutz gegen negative
Folgen
Rücken|flos|se (Rük|ken|f!os|se —*
Rü|cken|flos|se): die; - ; -n Flosse auf
dem Rücken eines Fisches
rücken|frei (rük|ken|frei —» rü|cken|-
frei): Adj. n. stg. den Rücken frei las¬
send, habend
Rücken|krau|len (Rük|ken|krau|len —»
Rü|cken|krau|len): das; -s; - <Sport>
das Kraulen in Rückenlage
RUcken|la|ge (Rük|ken|lajge —* Rü|-
cken|la|ge): die; - ; - Körperstellung,
bei der man auf dem Rücken liegt
Rück«n|lehfne (Rük|ken|leh|ne—» Rü|-
cken|leh|ne): die; -; -n Teil eines Sitz¬
möbels, das den Rücken stützt
Rücken|mark (Rük|ken|mark —> Rü|-
"cken|mark): das; -(e)s; - <Anat.> Teil
des Zentralnervensystems, der im
Wirbelkanal eingebettet ist
Rücken|mark|sub|stanz (Rük|ken|-
mark|sub|stanz —»• Rü]cken|mark|-
sub(sjtanz): die; - ; -en <Anat.> a)
graue Substanz im Zentrum des Rük-
kenmarks, die die Nervenzellkörper
enthält b) weiße Substanz des Rük-
kenmarks, die die graue Substanz
umgibt u. aus markhaltigen Nerven¬
fasern besteht
Rücken|pol|ster (Rük|ken|pol|ster —*■
Rü|cken|pols|ter):~das; -s; - Kissen,
das den Rücken stützt
Rücken|schmerz (Rük|ken|schmerz
—> Rü|cken|schmerz): der; -es; -en
<Med.> Schmerz im Rückenbereich
Rücken|schwim|men (Rük|kenj-
schwim|men —» Rü|cken(schwimf-
men): das; -s; - das Schwimmen in
Rückenlage
Rück|ent|wick|lung: die; - ; -en das
Sichzurückentwickeln
Rücken|wind (Rük|ken|wind —» Rü|-
cken|wind): der; -(e)s; - Wind, der
von hinten bläst
Rück|erjbit|tung: die; - / -en [amtssprl.]
offizielle Bitte um Rückgabe
Rück|eijin|ne|rung: die; - ; -en Verge¬
genwärtigen von Vergangenem
Rück|eijobe|rung —*■ Rück|er[o|be|-
rung: die; - ; -en das Zurückerobem;
neue Eroberung eines zuvor verlore¬
nen Ortes
rück|er|stat|ten: nur im Infinitiv u. Parti¬
zip II, Perfekt gebraucht: hast rücker¬
stattet jmdn. etw. zurückzahlen
Rück|er|stat|tung: die; - ; -en das Zu¬
rückzahlen
Rückjfahrjschein|wertfer: der; -s; -
Licht, das beim Fahren im Rück¬
wärtsgang aufleuchtet
Rückfahrt: die; - ; -en Reise zurück zu
dem Ort, von dem sie ihren Anfang
genommen hat
Rück|fall: der; -(e)s; -fälle 1 <Med.>
Wiederauftreten einer Krankheit
nach ihrer Abheilung 2 <Rechtsw.>
Wiederbegehen einer Straftat
rück{fäl|llg: Adj. n. stg. 1 <Med.> (bei
Krankheiten) wieder auftretend 2
<Rechtsw.> wieder straffällig
Rück|fall|kri|mi|na|li|täb die; - ; -
<Rechtsw.> Straftaten von Tätern, die
rückfällig geworden sind
Rück|fall|quo|te: die; - / -n «Rechtsw.»
"(prozentuale) Zahl der rückfälligen
Drogenabhängigen, Staftäter u. a.
Rück|flug: der; -(e)s; -flüge Flug zum
Ausgangspunkt der Reise zurück
Rück|fra|ge: die; - ; -n erneute Frage,
die sich auf etw. bereits Besprochenes
bezieht
rück|fra|gen: nur im Infinitiv u. Partizip
II, Perfekt gebraucht: hast rückge¬
fragt eine Rückfrage stellen
Rück|fronfc die; - ; -en Rückseite eines
Gebäudes
Rück|ga|be: die; - ; -n das Zurückgeben
»Der Termin für die Rückgabe der Ar¬
beiten ist der 1.12.«
Rück|ga|be|recht: das;-(e)s; - «Handel»
Erlaubnis, eine Ware bei Nichtgefal¬
len an den Händler zurückzugeben
Rück|gang: der; -(e)s; -gänge das Zu¬
rückgehen; die Verminderung
rück|gän|gig: Adj. n. stg. 1 weniger wer¬
dend 2 etw. rückgängig machen:
etw. aufheben, streichen, stornieren
Rück|gän|gig|ma|chung: die; - ; -en das
Rückgängigmachen
Rücklgrat: das; -(e)s; -e 1 <Anat.; Bio.»
Skelettachse des Körpers von Men¬
schen u. Wirbeltieren, Syn.: Wirbel¬
säule 2 «übertr.» Charakterstärke 3
Rückgrat haben, zeigen: einen fe¬
sten, entschlossenen Charakter ha¬
ben, zeigen »In dieser Angelegenheit
hat er wirklich Rückgrat gezeigt.« 4
jmdm. das Rückgrat brechen: [ugs.]
a) jmds. Vorhaben, Plan o. ä. zum
Scheitern bringen »Man hat ihm kei¬
nen Zahlungsaufschub gewährt; das
hat ihm u. seiner Firma das Rückgrat
gebrochen.« b) jmdn. widerstandslos,
willenlos machen »Mit der Drohung,
nie mehr seine Familie sehen zu dürfen,
hat man ihm das Rückgrat
gebrochen.« 5 jmdm. das Rückgrat
stärken: jmdn. moralisch unterstüt¬
zen
rück|grat|los: Adj. [abwert.] labil; leicht
zu beeinflussen
Rücklgriff: der; -(e)s; -e 1 «Rechtsw.»
Heranziehen des Hauptschuldners 2
das Zurückgreifen auf Früheres,
Syn.: <1> Regreß
Rück|halb der; -(e)s; -e (PI. s.) 1 Un¬
terstützung; Rückendeckung »Er
fand Rückhalt bei seiner Familie.« 2
ohne Rückhalt: rückhaltlos; offen u.
direkt »Sie können mir ohne Rückhalt
die volle Wahrheit über meinen Ge¬
sundheitszustandsagen.«
rück|hattjlos: Adj. n. stg. ohne Rück¬
halt; offen u. direkt
Rück|hand: die; - ; - «Sport» 1 Schlag,
bei dem der Handrücken der Hand,
die den Schläger hält, zum Netz zeigt
2 Fähigkeit, Technik, mit der Rück¬
hand zu spielen
Rück|hand|schlag: der; -(e)s; -schlüge
"«Sport» Schlag mit der Rückhand (wie
z. B. beim Tennis, Tischtennis, Bad¬
minton u. ä.)
Rück|kauf: der; ~(e)s; -kaufe «Handel»
Wiederkauf von etw., was man früher
selbst verkauft hatte
Rück|kaufs|recht: das; -(e)s; -e «Han¬
del» Anspruch darauf, etw. wiederzu¬
kaufen, was man früher selbst ver¬
kauft hatte
Rück|kehn die; - ; - das nach einiger
Zeit wieder an den ursprünglichen
Ort Zurückkehren
Rück|kop|pe|lung/Rück|kopp|lung: die;
- ; -en 1 «Kybernetik» regulatorischer
Mechanismus in einem geschlossenen
Regelkreis, mit dem Abweichungen
vom Gleichgewichtszustand ausgegli¬
chen werden 2 «Technik» Teilrückfüh¬
rung der von einem Verstärker ausge¬
henden Energie in das Gerät
Rück|kreu|zung: die; - ; -en «Bio.» Züch¬
tung eines ontogenetisch älteren Ge¬
notyps
Rück|la|ge: die; - ; -n 1 a) Geld, das für
den Notfall aufgespart wird b) «Wirt.»
betriebliche Geldreserve 2 «Sport;
Skifahren» Verlagerung des Gewichts
nach hinten auf die Enden der Ski
iück|läu|fig: Adj. n. stg. 1 rückwärts ver¬
laufend, angeordnet »Zum Reimen
brauchen wir ein rückläufiges Wör¬
terbuch.« 2 weniger werdend; nach¬
lassend »Die Verkaufszahlen sind
rückläufig.« 3 «Astronomie» (bei Pla¬
neten) scheinbar von Westen nach
Osten wandernd, Syn.: retrograd
rück|lings: Adv. 1 mit dem Rücken; auf
den Rücken 2 von hinten 3 verkehrt
herum; mit dem Rücken nach vorne
958
Ruder
Rück|marsch: der; -(e)s; -märsche
Marsch zum Ausgangspunkt zurück
Rück|pa6 —» Rück|pass; der; -passes;
-passe <Sport> Ballabgabe an einen
weiter zurückliegenden Spieler bei
Mannschafts- u. Ballsportarten
Rück|porfto: das; -s; -s Portokosten für
die Rücksendung
Rückprall: der; -(e)s; -e (PL s.) das
Zurückprallen
Rück|rei|se: die; - ; -n Reise zurück an
den Ausgangsort
Rückjruf: der; -(e)s; -e 1 das Zurückor¬
dern von etw. 2 Telefonanruf bei
jmdm., der zuvor angerufen hatte 3
<Rechtsw.> Widerruf des Nutzungs¬
rechts
Rück|nrf|ak|ti|on: die; ~ ; -en <Handel>
'Maßnahme, mit der ein Hersteller
mangelhafte Ware zurücknimmt,
Kunden zu sich ruft
Ruck|sack|uijlau|ber: der; -s; ~ weibl.
Ruck|sack|ur|lau|be|rin: die; • ; -nen
jmd., der mit Rucksack u. ohne gro¬
ßen Aufwand reist
Rückschein: der; -(e)s; -e Bescheini¬
gung der Post, die bei Erhalt eines
Einschreibens unterschrieben wird
Rückschlag: der; -(e)s; -schlage plötz¬
liche Verschlechterung der Situation
»Trotz der Rückschläge ließ sie sich
nicht entmutigen.«
Rück|schlag|ven|til: das; -(e)s; -e
<Technik> Ventil, das etw. nur in eine
Richtung fließen läßt
Rück|schlu8 —» Rück|schluss: der;
-Schlusses; -Schlüsse Erkenntnis, die
aus etw. Gewußtem, Bekanntem folgt
Rückschritt: der; -(e)s; -e Verlust be¬
reits erzielter Erfolge »Bei der Einfüh¬
rung der neuen Technik gab es immer
wieder Rückschritte.«
rück|schritt|lich: Adj. 1 in alte Zustände
zurückfallend 2 dem Fortschritt ge¬
genüber ablehnend eingestellt
Rück|sei|te: die; -; -n hintere Seite
rück|sei|tig: Adj. n. stg. auf der hinteren
Seite
Rück|sen|dung: die; - ; -en 1 das Zu¬
rückschicken 2 etw., was per Post zu¬
rückgeschickt wird
Rück|sicht: <lat.> die; - ; -en 1 rück¬
sichtsvolles, aufmerksames, fürsorgli¬
ches Verhalten; Schonung 2 (PI.) Be¬
achtung der Umstände »Finanzielle
Rücksichten bewirkten die drastischen
Sparmaßnahmen.« 3 o. PI. (im Auto)
Blick nach hinten 4 auf jmdn., etw.
Rücksichtnahmen: jmdn., etw. scho¬
nen »Mach keinen Lärm, nimm Rück¬
sicht auf die schlafenden Kinder!« 5
ohne Rücksicht auf Verluste: [ugs.]
mit allen Mitteln; um jeden Preis »Sie
kämpfte ohne Rücksicht auf Verluste
um den Posten.«
rück|sichts|los: Adj. rücksichtsloser;
rücksichtsloseste ohne Rücksicht;
keine Rücksicht nehmend; nicht an
andere od. die Gegebenheiten den¬
kend
Rück|sichts|lo|sig|keit: die; > / -en (PI.
s.) die Mißachtung von etw., jmdm.
rück|sichts|voll: Adj. schonend; auf¬
merksam
Rück|sitz: der; -es; -e Sitzbank hinter
Fahrer- u. Beifahrersitz im Auto
Rück|spielgek der; -s; - Spiegel an der
Frontscheibe u. an der Außenseite ei¬
nes Fahrzeuges, mit dem man den
Verkehr hinter sich beobachten kann
Rück|spiel: das; -(e)s;-e das zweite von
zwei Spielen gegen denselben Gegner,
Ant: Hinspiel
Rück|spra|che: die; ~ ; -n 1 Bespre¬
chung von ungeklärten Fragen 2 mit
jmdm. Rücksprache halten,
nehmen: mit jmdm. noch ungeklärte
Fragen besprechen
Rückstand: der; -(e)s; -stände 1 etw.,
was übrigbleibt »Rückstände des
Waschpulvers verstopften die Lei¬
tung.« 2 a) in der Leistung Abstand
zum vorgegebenen Ziel »Er war mit
seinem Lernstoff im Rückstand.« b)
(Sport) Abstand zur Leistung des bes¬
seren Gegners 3 m. PI. Betrag, der
noch nicht bezahlt wurde, noch fällig
ist
rttck|stän|dig: Adj. 1 unterentwickelt;
zurückgeblieben 2 rückschrittlich; re¬
aktionär 3 noch zu bezahlend
rück|stands|frei: Adj. n. stg. ohne Rück¬
stände
Rück|stau: der; -(e)s; -s u. -e Ansamm¬
lung, die sich an einem Hindernis bil¬
det »Der Rückstau an der Baustelle
beträgt bereits drei Kilometer.«
Rück|stell|ta|ste —> Rück|stell|tas|te:
die; - ; -n (bei Schreibmaschinen) Ta¬
ste, mit der der Wagen um eine Stelle
zurückgerückt wird
Rück|stel|lung: die; - ; -en 1 das Zu¬
rückstellen »Sie bat um ihre Rückstel¬
lung von der Versetzung.« 2 (Wirt.)
Geldreserve für nicht festgelegte
Zwecke
Rück|sto8: der; -es; -stoße 1 (Physik)
Kraft, die ein beschleunigter Körper
in die der Bewegung entgegengesetz¬
ten Richtung abgibt 2 heftiger Stoß
nach hinten
Rück|stoB|an|trieb: der; -(e)s; -e (Tech¬
nik) Fortbewegung durch Rückstoß
Rück|stu|fung: die; - ; -en Abstufung
von etw. von einem höheren auf ein
niedrigeres Niveau
Rück|trans|port: der; -(e)s; -e an den
Ausgangspunkt zurückbringen
Rücktritt: der; -(e)s;-e 1 Aufgabe eines
Amtes, einer Position 2 (Rechtsw.)
Widerruf einer Handlung od. Erklä¬
rung
Rück|tritt|brem|se: die; - ; -n Fahrrad¬
bremse, die durch Rückwärtstreten
der Pedale betätigt wird
Rück|tritts|dro|hung: die; -; -en Andro¬
hung, von einem Amt od. einem Ver¬
trag zurückzutreten
Rück|tritts|recht: das; ~(e)s; -
(Rechtsw.) Rechtsanspruch, von ei¬
nem Vertrag zurückzutreten
rück|veijgü|ten: nur im Infinitiv u. Parti¬
zip gebraucht, hast rückvergütet 1
(Wirt.) einen Teil der bereits bezahl¬
ten Summe als Rabatt zurückzahlen 2
(bei Versicherungen) Beiträge zu¬
rückzahlen
Rückfverjgüttung: die; - ; -en 1 (Wirt.)
Auszahlung einer Prämie 2 Beitrags¬
rückzahlung einer Versicherung
Rück|ver|si|che|rung: die; - ; -en 1 Ver¬
sicherung zur Absicherung gegen Ri¬
siken bei weiteren Versicherern 2 Ab¬
sicherung in alle Richtungen u. bei
anderen
rückw.: Abk. 1 rückwärts 2 rückwir¬
kend
Rück|wand: die; - ; -wände hinten lie¬
gende Wand
Rück|wan|de|rung: die; -; -en das Wan¬
dern an den Ausgangsort zurück
rück|wärts: Adv. 1 nach hinten; zurück
»ln diese Parklücke werde ich rück¬
wärts einparken.« 2 von hinten nach
vorne 3 [süddt.; österr.] hinten
—» rück|wärts ge|wandfc s. rückwärts¬
gewandt
Rück|wärts|gang: der; -(e)s; -gänge
(PI. s.) 1 (Technik) Gang an einem
Fahrzeug, der zum Rückwärtsfahren
eingelegt wird 2 das Gehen mit der
Rückseite des Körpers in Bewegungs¬
richtung 3 den Rückwärtsgang
einlegan: [ugs.; scherzh.] den Rück¬
zug antreten; verschwinden
rückfwärts|ge|wandt —> rück|wärts
gejwandk Adj. n. stg. 1 nach hinten,
zurück gerichtet 2 an der Vergangen¬
heit orientiert
Rück|weg: der; -(e)s; -e Strecke zum
Ausgangspunkt zurück
ruck|wel|se: Adv. mit häufigem, kur¬
zem, hartem Abstoppen jmdn. od.
etw. bewegen
rückjwiijkend: Adj. von einem früheren
Zeitpunkt an
Rück|wir|kung: die; - ; -en 1 (Rechtsw.)
Gültigkeit einer Vorschrift, eines Ge¬
setzes o. ä. von einem früheren Zeit¬
punkt an 2 in der Reaktion Einwir¬
kung auf den auslösenden Faktor
rück|zahl|bar: Adj. n. stg. zurückzuzah¬
len
Rück|zah|lung: die; - ; -en 1 das Zu¬
rückzahlen 2 Betrag, der zurückge¬
zahlt wird, Syn.: Rückerstattung
Riick|zie|her: der; -s; - 1 [ugs.] das Ab¬
standnehmen von Versprechungen,
Absichten o. ä. 2 (Sport) Rückschuß
des Fußballs über den eigenen Kopf 3
einen Rückzieher machen: [ugs.] von
einer zuvor getroffenen Entscheidung
Abstand nehmen
Rück|zug: der; -(e)s; -züge das Sichzu-
rückziehen (von einem Ort)
Rück|zugs|ge|biet: das; -(e)s; -e 1
(Bio.) Gebiet, in dem seltene Tier- u.
Pflanzenarten überleben 2 (Sprach-
wiss.) Gebiet, in dem alte Formen ei¬
ner Sprache erhalten geblieben sind;
Reliktgebiet 3 Gebiet, in das die ur¬
sprünglichen Bewohner eines Landes
von den Eroberern vertrieben wurde;
Refugi algebiet
Rü|de: der; -n; -n 1 männlicher Hund,
Wolf, Fuchs, Marder 2 (Jagd) Hetz¬
hund
iü|de: dat.-fr.> Adj. [abwert.] grob; un¬
geschliffen
Rujdel: das; -s; - 1 gemeinsam lebende,
streng hierarchisch organisierte
Gruppe von Tieren 2 in Rudeln: [ugs.;
übertr.] als größere Menschenmenge
Rujder: das; -s; - 1 Vorrichtung zum
Steuern von Schiffen u. Flugzeugen
»Er warf das Ruder herum.« 2 unten
flache, verbreiterte Holzstange, die
zum Antrieb eines Ruderbootes ver¬
wendet wird 3 ans Ruder kommen:
[ugs.] die Führung, Macht bekommen
5 am Ruder sein: [ugs.] die Führung,
Macht haben 4 am Ruder bleiben:
[ugs.] die Führung, Macht behalten 6
959
Ruderalpflanze
jmdn. ans Ruder bringen: [ugs.]
jmdm. zur Macht verhelfen 7 gerade
noch das Ruder herumwerfen
können: im letzten Moment noch den
Kurs, die Richtung, die Meinung u. ä.
ändern
Ru|de|ral|pflan|ze: <lat.> die; - ; -n Pflan¬
ze, die am Straßenrand od. auf
Schutthalden wächst »Bremessein
zählen zu den Ruderalpflanzen.«
Ru|der|boot: das; -(e)s; -e kleiner
Kahn, der mit Rudern fortbewegt
wird
Ru|de|reR der; -s; - weibl. Ru|de|re|rin:
die; - ; -nen Person, die ein Boot mit
Muskelkraft über Ruder od. Riemen
antreibt
Ru|de>igän|ger. der; -s; - <Schiflahrt>
Matrose, der das Schiff steuert
ru|dern: ruderst; rudertest; hastjbist
gerudert 1 hast/bist sich in einem Ru¬
derboot mit Hilfe von Rudern, die
durchs Wasser gezogen werden, fort¬
bewegen 2 bist sich durch Rudern in
eine bestimmte Richtung od. an einen
bestimmten Ort bewegen 3 hast
<Sport> als Ruderer einen Wettkampf
austragen 4 hast [ugs.] (mit den Ar¬
men) heftig, weitausholend bewegen
Ru|der|re|gat|ta: die; - ; -regatten
<Sport> Wettbewerb im Rudersport
Ru|der[schaffc der; ~ ; -en 1 Stange des
Ruders 2 Teil, an dem die Steuervor¬
richtung von Schiffen u. Flugzeugen
befestigt ist
Rüdjheit: <lat.-fr.> die; - ;-en1 o. PL das
Rüdesein 2 rüde Tat, Äußerung
Rufdifment: <lat.> das; -(ejs; -e 1 <Med.;
Bio.> verkümmertes od. unentwickel¬
tes Organ 2 [geh.] von früher verblie¬
bener Rest
ru|di|men|tär: dat.> Adj. n. stg. 1 <Med.;
Bio.> verkümmert; unentwickelt 2
[geh.] nur ansatzweise vorhanden
Ruf: der; -(ejs; -e 1 an jmdn. gerichte¬
ter, lauter Schrei »Er drehte sich auf
meinen Ruf hin um.« 2 PL s. Stellenan¬
gebot für einen hohen Posten in Wis¬
senschaft, Politik o. ä. »Er erhielt ei¬
nen Ruf als ordentlicher Professor
nach Hamburg.« 3 o. PL a) Ansehen;
Wertschätzung; Beurteilung durch
die Allgemeinheit »Er hat einen erst¬
klassigen Ruf als Chirurg.« b) [veralt.]
Gerücht 4 typischer (Tier-)Laut »Den
Ruf der Eule erkennt man leicht.« 5 o.
PL Aufforderung zu einer bestimm¬
ten Handlung »Sie folgten seinem Ruf
zur Revolution.«
rujfen: rufst; rief(e)st; hast gerufen 1
mit lauter Stimme reden; schreien
»Sie hat nach ihm gerufen.« 2 nennen;
heißen; mit Namen ansprechen »Sie
wird Steffi gerufen.« 3 <Tien einen ty¬
pischen Laut von sich geben »Horst
du nicht den Kuckuck rufen?« 4 jmdn.
durch Anruf, lautes Anreden auffor¬
dern, an einen bestimmten Ort, zu
etw. zu kommen 5 über Telefon od.
Funkgerät Kontakt aufnehmen 6
(jmdm.) wie gerufen kommen: [ugs.]
im richtigen Moment, sehr gelegen,
passend kommen »Du kommst mir
Wie gerufen - ich wollte nämlich drin¬
gend etw. mit dir besprechen.«
Rüffel: der; -s; - [ugs.] Tadel für etw.
Er erhielt wegen seiner Nachlässigkeit
einen Rüffel.«
rüf|feln: rüffelst; rüffeltest; hast gerüffelt
[ugs.] durch Äußerung von Mißfallen
zurechtweisen
Rufmord: der; -(e)s; -e (strafbare) Ver¬
breitung von Verleumdungen, bösar¬
tigen Lügen, Unwahrheiten, um das
Ansehen einer Person zu schädigen
Ruf)na|me: der; -ns; -n Vorname, mit
dem man angeredet wird »Meistens
ist der erste Vorname der Rufname.«
Rufjnum|mer: die; - ; -n [amtssprl.] Te¬
lefonnummer
Rü|ge: die; - ; -n Tadel; Verweis; Er¬
mahnung »Ich habe ihr wegen der
schlampigen Arbeitsweise eine Rüge
erteilt.«
Rü|ge|frist' die; - ; -en <Rechtsw.> Frist,
nach deren Verstreichen man sich
nicht mehr über Mängel beschweren
kann
rü|gen: rügst; rügtest; hast gerügt a) ta¬
deln; zurechtweisen; eine Verhaltens¬
weise, Handlung, Tat deutlich kriti¬
sieren b) jmdn. in Form einer Rüge
zurechtweisen; in seine Schranken
weisen c) bei ausgeführten Arbeiten,
Mängel erkennen u. beanstanden
rü|gens|wert: Adj. rügenswerter; rügens¬
werteste tadelswert; deutlich verbal
zu kritisieren
Rujhe: die; - ; - 1 Stille; Schweigen;
Lautlosigkeit »Es war Ruhe im
Raum.« 2 Erholung; Muße; Entspan¬
nung »Er braucht Ruhe, um sich
auszukurieren.« 3 Ungestörtheit »Er
bat darum, in Ruhe arbeiten zu
können.« 4 Ausgeglichenheit; Seelen¬
frieden »Durch Meditation findet sie
ihre innere Ruhe.« 5 die Ruhe vor
dem Sturm: <übertr.> die Stille vor ei¬
nem turbulenten Ereignis »Gleich
geht ’s los, das ist nur die Ruhe vor dem
Sturm.« 6 die Ruhe selbst sein; die
Ruhe weghaben: [ugs.] immer ruhig
u. gelassen sein; durch nichts zu er¬
schüttern sein »Er hat auch in schwie¬
rigen Situationen die Ruhe weg.« 7
jmdm. keine Ruhe lassen: jmdn. be¬
drängen, beunruhigen »Der Gedanke
an die Zukunft ließ ihm keine Ruhe.« 8
Ruhe halten: still bleiben »Ab sofort
wird Ruhe gehalten!« 9 Ruhe geben:
a) still sein »Kinder, gebt doch endlich
Ruhe!« b) auf hören, auf etw. zu drän¬
gen, etw. haben zu wollen »Die Kinder
werden nicht eher Ruhe geben, bis du
ihnen noch eine Geschichte vorgelesen
hast.« 10 seine Ruhe haben (wollen):
nicht gestört werden (wollen) »Opa
will seine Ruhe haben.« 11 in (aller)
Ruhe: ungestört »Ich höre mir in aller
Ruhe diese Schallplatte an.« 12 jmdn.
aus der Ruhe bringen: jmdn. unru¬
hig, nervös machen »Laß dich ja nicht
von ihm aus der Ruhe bringen!« 13
jmdm. seine Ruhe, jmdn. in Ruhe
lassen: jmdn. nicht stören »Ihr sollt
doch Opa in Ruhe lassen!« 14 zur Ru¬
he kommen: (innerlich) ruhig werden
»Nach der Hektik der letzten Tage
muß sie erst mal zur Ruhe kommen.«
15 sieh zur Ruhe setzen: nicht mehr
arbeiten; sich pensionieren lassen; in
Rente gehen »Mit 58 Jahren will er
sich zur Ruhe setzen.« 16 a) zur ewi¬
gen Ruhe eingehen: [geh.; verhüll.]
sterben b) die ewige Ruhe finden:
[geh.; verhüll.] sterben c) jmdn. zur
letzten Ruhe betten: [geh.; verhüll.]
jmdn. beerdigen d) jmdn. zur letzten
Ruhe geleiten: [geh.; verhüll.] zu
jmds. Beerdigung gehen
Ru|he|be|dürf]nis: das; -ses; - Bedürfnis
nach Ruhe
Ru|he|bett: das; -(ejs; -en [veralt.] 1 lan¬
ges Sofa mit mäßig abfallenden Arm¬
lehnen zum Liegen 2 das letzte
Ruhebett: [verhüll.] Grab
Ru|he|ge[halt: das; -(ejs; -gehälter Be¬
züge, die im Ruhestand gezahlt wer¬
den, Syn.: Pension
Ru|he|geld: das; -(ejs; -er Bezüge aus
der Rentenversicherung, Syn.: Alters¬
rente
Ru]he|la|ge: die; - ; -n 1 Position, in der
sich etw. in völliger Bewegungslosig¬
keit befindet 2 <Med.> Stellung des
Körpers in größtmöglicher Entspan¬
nung
ru|he|los: Adj. ruheloser; ruheloseste in
steter Bewegung
Ru|he|lo|sig)keit: die; - ; - das Ruhelos¬
sein
ry|hon: ruhst; ruhtest; hast geruht 1 a)
erholen; rasten; entspannen b) schla¬
fen; sich hinlegen »Er ruht jeden Tag
von 13 bis 15 Uhr.« 2 außer Betrieb
sein; Stillstehen »In den Wintermona¬
ten ruht auf vielen Baustellen die
Arbeit.« 3 von etw. getragen werden
»Das Gebäude ruht auf Betonstützen.«
4 (den Blick) verweilen lassen »Ihre
Augen ruhten auf der schönen Land¬
schaft.«
ru|hen|las)sen —»• ru|hen las|sen: läßt
ruhen; ließ(e)st ruhen; hast ruhenge¬
lassen —>hast ruhen gelassen alle Ge¬
genwartsformen mit ss*— sich mo¬
mentan nicht mit etw. befassen
Ru|he[pau[se: die; * ; -n Unterbrechung
der Arbeit, um sich auszuruhen
Ru|he|sitz: der; -es; -e Wohnort, an dem
man sich im Alter zurückzieht, Syn.:
Alterssitz
Ru|he|statt: die; - ; -statten [geh.] 1 [ver¬
hüll.] Platz, an dem ein Verstorbener
beerdigt ist 2 [selten] Ort der Entspan¬
nung, Syn.: <1> Grabstätte
Ru|he|stät|te: die; - ; -n [geh.; verhüll.]
Platz, an dem ein Verstorbener beer¬
digt ist, Syn.: <l> Grabstätte
Ru|he|stel|lung: die; - ; -n 1 Position, in
der sich etw. in Ruhe befindet 2 <Mi-
lit.> Reservestellung
ru|he|stö|rend: Adj. die Ruhe durch
Lärm störend
Ru]he|stö|rung: die; • ; -en ordnungs¬
widrige Lärmbelästigung »Er erhielt
eine Anzeige wegen nächtlicher Ruhe¬
störung.«
Rujhe [tag: der; -(ejs; -e Tag, an dem
nicht gearbeitet wird, etw. geschlos¬
sen hat
Ru|he]zu|stand: der; -(ejs; -zustande
Lage, Situation, in der/dera sich etw.
od. jmd. in Ruhe befindet; bewe¬
gungsloser Zustand
ru|hig: Adj. 1 bewegungslos; reglos »Der
See liegt ganz ruhig da.« 2 still; leise;
ohne Geräusch »In den frühen Mor¬
genstunden ist es draußen am ruhig¬
sten.« 3 ausgeglichen; gelassen »Ich
schätze besonders seine ruhige Art.« 4
reibungslos »Der Verkehr läuft heute
ausnahmsweise ruhig.« 5 [ugs.] von
mir aus; meinetwegen; getrost
960
Rundbrief
ru|hig|steljien —> rujhig stellten: stellst
ruhig; stelltest ruhig; hast ruhiggestellt
—*hast ruhig gestellt*— <Med.>
durch Bandagen u./od. Gips in der
Bewegungsfreiheit einschränken
Ru]hig|stel|lung: die; - ; - <Med.> a) Ein¬
schränkung in der Bewegungsfreiheit
b) Eingabe von Beruhigungsmitteln
Ruhm: der; -(e)s; - 1 durch besondere
Leistung erworbenes Ansehen »Für
seine Taten gebührt ihm viel Ruhm.«
Ant.: Schande 2 sich nicht (gerade)
mit Ruhm bekleckern: [ugs.] keine
besondere Leistung erbracht haben;
versagt haben
rüh|men: rühmst; rühmtest; hast ge¬
rühmt sehr lobend darstellen
rühjmen, sich: rühmst dich; rühmtest
dich; hast dich gerühmt sich selbst
rühmend hervorheben; sich mit etw.
brüsten
rühjmenslwert: Adj. rühmenswerter;
rühmenswerteste lobenswert
rühmflich: Adj. ehrenhaft; lobenswert;
ruhmreich
ruhm|los: Adj. rühmloser; rühmloseste
ohne Ruhm, Anerkennung
ruhmfreich: Adj. viel Ruhm erlangt ha¬
bend
Rühfmung: die; - ; -en [geh.] das Rüh¬
men; das Loben
Rührfei: das; -(e)s; -er (PI. s.) verquirl¬
tes, gewürztes, gebratenes Ei
rUhjren: rührst; rührtest; hast gerührt 1
eine (zäh)flüssige Substanz durch
kreisende Bewegungen mit einem
Kochlöffel o. ä. vermischen 2 a) sich
etw. bewegen b) <Milit.> vom Stratnm-
stehen in eine lockere Haltung wech¬
seln 3 innerlich ergreifen »Sein Ge¬
sang rührte sie zu Tränen.« 4 ein
menschliches Rühren verspüren:
[scherzh.; verhüll.] zur Toilette müs¬
sen 5 sich (vor etw.) kaum rühren
können: [ugs.] (wegen etw.) keine
Zeit, keine Bewegungsfreiheit haben
»Er kann sich vor Arbeit kaum
rühren.« 6 wie vom Donner gerührt
(sein): <übertr.> (vor Schreck, Entset¬
zen o. ä.) starr, steif sein »Als ich die
schlechte Nachricht bekam, war ich
wie vom Donner gerührt.«
rühfrend: Adj. ergreifend
rühjrig: Adj. fleißig; sich um seine Ange¬
legenheiten gewissenhaft kümmernd
rührfsam: Adj. [veralt.] übertrieben ge¬
fühlvoll
rührjse|lig: Adj. übertrieben gefühlvoll
Rühr|se|lig|keifc die; - ; - sehr gefühlsbe¬
tontes, leicht weinerliches Wesen
Rührfteig: der; -(e)s; -e Kuchenteig, bei
dem alle Zutaten durch langes, gleich¬
mäßiges Rühren zu einer zähflüssi¬
gen, homogenen Masse verbunden
werden
Rühjrung: die; - ; - innere Ergriffenheit;
Betroffenheit
Ru|in: <lat.-fr.> der; -s; - Zusammen¬
bruch; Verlust des Vermögens, der
Existenz »Die Steuernachzahlung ist
mein Ruin.«
Rui|ne —» Rufijne: (lat.-fr.> die; ~ ; -n 1
verfallenes, nur noch zum Teil erhal¬
tenes Bauwerk »Die Burg ist nur noch
eine Ruine.« 2 n. PI. Überreste, Trüm¬
mer eines zerstörten Ganzen
rui|nen|haft —* ru|i|nen|haft dat.-fr.;
du Adj. n. stg. an eine Ruine erin¬
nernd; wie eine Ruine aussehend
rui|nie|ren —* ru{i|nie|ren: dat-fr.t rui¬
nierst; ruiniertest; hast ruiniert etw.
od. jmdn. zugrunde richten, zerstören
»Die Unterhaltszahlungen an meine
Frau ruinieren mich.«
rul|nös —* ru|i|nös: dat.-fr.> Adj. ruinö¬
ser; ruinöseste 1 baufällig; vom Ver¬
fall bedroht 2 den Ruin bringend
»Die Kosten für die Modernisierung
des Betriebes sind ruinös.«
rülp|sen: rülpst; rülpstest; hast gerülpst
[ugs.] Luft aus dem Magen entwei¬
chen lassen »Man rülpst nicht in der
Öffentlichkeit!« Syn.: aufstoßen
Rülp|sen der; -s; - [ugs.] einzelnes, ge¬
räuschvolles Aufstoßen
Rum.: Abk. a) Rumänien b) Rumäne,
Rumänin
rum.: Abk. rumänisch
rum|al|bern: alberst rum; albertest rum;
hast rumgealbert [ugs.] herumalbem;
witzelnd Spaß haben; keine sinnvolle,
ernsthafte Unterhaltung führen »Hör
doch mal auf, immer nur rumzual¬
bern.«
Rum|ba: (kuban.-span.i die; - ; -s u.
[ugs.; österr. nur] der; -s; -s latein¬
amerikanischer Gesellschaftstanz
»Das Orchester spielte eine Rumba.«
rum|brül|len: brüllst rum; brülltest rum;
hast rumgebrüllt [ugs.] herumbrüllen;
laut u. unflätig schreien »Indem du
rumbrüllst, erreichst du gar nichts.«
Rum|fla|sche: die; • ; -n Flasche, die
Rum enthält
rumjgamlmoln: gammelst rum; gammel¬
test rum; hast rumgegammelt [ugs.]
nichtstuend seine Zeit verbringen »Er
gammelte den ganzen Tag nur rum.«
rum|ha|ben: hast rum; hattest rum; hast
rumgehabt [ugs.] 1 jmdn. zu etw. be¬
wegt haben 2 einen bestimmten Zeit¬
raum hinter sich gebracht haben
»Von den drei Jahren seiner Ausbil¬
dung hat er jetzt schon zwei Jahre
rum.«
rum|hän|gen: hängst rum; hing(e)st
rum; hast rumgehangen [ugs.] 1 unter¬
beschäftigt, gelangweilt sein 2 sich
aus Überdruß unmotiviert irgendwo
aufhalten »In der letzten Zeit hängen
viele Drogensüchtige am Bahnhof
rum.« 3 herumhängen; nicht geordnet
hängen
rum|krie|gen: kriegst rum; kriegtest
rum; hast rumgekriegt [ugs.] 1 jmdn.
zu etw. überreden 2 eine gewisse Zeit
ungerne mit etw. od. jmdm. verbrin¬
gen
Rum|ku|gel: die; - ; -n kugelige Süßig¬
keit aus Schokolade mit Rum(aroma)
rum|ma|chen: machst rum; machtest
rum; hast rumgemacht [ugs.] 1 an
jmdm. od. etw. herumfummeln, her¬
umbasteln 2 um etw. drapieren, legen
Rym|mel: der; -s; ~ 1 o. PI. betriebsa¬
mes, lärmendes Durcheinander »Der
Rummel um den Geburtstag war ihr
zuviel.« 2 [norddt.] Jahrmarkt; Kir¬
mes; Volksfest »Wir gehen heute mit
den Kindern auf den Rummel.«
rumfmetn: rummelst; rummeltest; hast
gerummelt [landsch.; ugs.] dröhnen¬
de, dumpfe Geräusche machen
Rum|mel|platz: der; -es; -platze
[norddt.] Ort, an dem eine Kirmes
staufindet
ru|mo|ren: dato rumorst; rumortest '; hast
rumort 1 geräuschvoll sein; poltern
»Er rumorte in der Nacht durch die
Wohnung.« 2 im Bauch für Unruhe
sorgen
rum|pe[lig: Adj. [landsch.] holperig;
nicht glatt fließend; gleichlaufend
Rum|pel|kam[mer: die; - ; -n [ugs.] Ab¬
stellkammer in einem unaufgeräum¬
ten Zustand
Rym|pel|ki|ste —» Rum|pel|kis|te: die;
- ; -n [ugs.] Kiste, in der Gerümpel
unsortiert aufgehoben wird
rum|peln: rumpelst; rumpeltest; hast ge¬
rumpelt [ugs.] 1 sich polternd fortbe¬
wegen 2 poltern
Rum|pel|stilz|chen: das; -s; - zwergen¬
hafte jähzornige Märchengestalt in
dem gleichnamigen Märchen der Ge¬
brüder Grimm
Rumpf: der; -(ejs; Rümpfe 1 Körper
von Mensch od. Tier ohne Kopf u.
Glieder 2 a) Schiff ohne Aufbauten b)
Flugzeug ohne Fahrgestell, Tragflä¬
chen
Rumpf|beu(ge: die; ~ ; -n <Sport> Gym¬
nastikübung, bei der man den Ober¬
körper zu allen Seiten beugt
rümpften: rümpfst; rümpftest; hast ge¬
rümpft die Nase rümpfen: durch
Hochziehen der Nase seine Mißbilli¬
gung ausdrücken
rumpflig: Adj. [landsch.] holperig
rumjsen: rumst; rumstest; hast gerumst
[landsch.] ein dumpfes, polterndes
Geräusch machen
Rymjtopf: der; -(e)s; -töpfe a) aus Rum,
Früchten u. Zucker hergestelltes al¬
koholisches Getränk b) Keramik be¬
hälter für Rumtopf
Rund: das; -(ejs; -e (PI. s.) 1 runde
Form von etw. 2 durch die runde
Form charakterisierte^) Arena, Sta¬
dion
rund: Adj. runder; rundeste 1 n. stg.
kreisförmig; kugelförmig »Unser neu¬
er Eßtisch ist rund.« 2 dick 3 [ugs.] cir¬
ca; ungefähr »Wir müssen dafür rund
5 000 Mark veranschlagen.« 4 <Math.>
aufgerundet; abgerundet »Machen
wir eine runde Summe, u. sagen wir
1000 Mark.« 5 vollendet; ganz u. gar
gelungen »Wenn wir noch etw. am
Konzept feilen, wird daraus eine runde
Sache.« 6 rund um: überall herum; im
Kreis um »Er ist rund um die Welt
gefahren.« 7 rundum: völlig; vollkom¬
men; ganz u. gar »Ich bin rundum
zufrieden.« 8 rund um die Uhn [ugs.]
Tag u. Nacht; jederzeit
Rundfbau: der; -(ejs; -ten <Archit.> Ge¬
bäude mit kreisförmigem Grundriß
Rund|blick: der; -(ejs; - Aussicht nach
allen möglichen Seiten »Von der Zug¬
spitze hat man einen wunderbaren
Rundblick über die Alpen.«
Rund|bo|gen: der; -s; -bögen <Archit.>
halbkreisförmiger Bogen
Rund|bofgen[fen|ster —> Rundfbof-
genjfensfter das; -s; - <Archit.> Fen¬
ster, dessen oberer Teil halbkreisför¬
migist
Rundfbrief: der; -(ejs; -e a) für einen
größeren Empfängerkreis bestimmtes
einheitliches Schreiben, das an alle ge-
961
Runde
schickt wird b) Brief, der von einem
zum nächsten geschickt wird
Run|de: die; • ; -n 1 Weg, der im Kreis
herumführt »Er machte wie jeden
Abendseine Runde durch das Viertel.«
2 kleinerer Kreis von Personen; Ge¬
sellschaft »Es war eine lustige Runde,
die noch lange blieb u. sich unterhielt.«
3 <Sport> a) Umrundung einer Bahn
»Er lief fünf Runden auf der
Aschenbahn.« b) Abschnitt beim Box¬
kampf »In der dritten Runde ging er
schon k. o.« c) Wettkampfabschnitt
bei Tunieren u. Wettkämpfen »Es
sind noch vier Runden bis zur
Endausscheidung.« d) Länge einer
Bahn »Sie mußte noch drei Runden
schwimmen.« 4 für bestimmte Gäste
eines Lokals bestellte Getränke »Er
gab schon die fünfte Runde an diesem
Abend aus.« 5 in der Runde: [ugs.]
ringsum (in der Nähe) »In der Runde
gibt es nur Felder u. Wiesen.« 6 eine,
seine Runde drehen: a) eine Spazier¬
fahrt, einen Spaziergang ohne be¬
stimmtes Ziel machen »Das Wetter ist
so schön, laß uns doch eine Runde dre¬
hen.« b) regelmäßig eine festgesetze
Route ablaufen, abfahren »Alle 60
Minuten drehte der Mann vom Wach¬
dienst seine Runde.« 7 die Runde
machen: [ugs.] a) überall bekannt
werden »Diese Nachricht hat aber
schnell die Runde gemacht.« b) von ei¬
nem zum anderen, von Hand zu
Hand gereicht werden »Das wertvolle
Stück machte die Runde u. wurde von
alten bestaunt.« 8 a) etw. über die
Runden bringen: [ugs.] etw. (trotz
Schwierigkeiten) gut beenden »Mein
Geld ist knapp, ich muß sehen, wie ich
diesen Monat über die Runden
bringe.« b) jmdn. über die Runden
bringen: [ugs.] jmdm. in einer schwie¬
rigen Situation helfen »Wir haben ihn
trotz seines desolaten Zustandes gut
über die Runden gebracht.« c) über die
Runden kommen: [ugs.] mit wenig
Geld auskommen (müssen) »Wenn
wir sparsam leben, kommen wir eini¬
germaßen über die Runden.«
run|den: rundest; rundetest; hast gerun-
~det 1 rund, perfekt machen »Der
Schuß Wein in der Soße rundet den
Geschmack.« 2 ab- od. aufrunden
run|den, sich: rundest dich; rundetest
~dich; hast dich gerundet 1 rund, fülli¬
ger werden »Durch die Schwanger¬
schaft rundete sich ihr Bauch.« 2 Form
annehmen »Langsam rundet sich das
Bild.«
Run|denjre)kord: der; -(e)s; -e <Sport>
kürzeste Zeit, die für eine Runde ge¬
braucht wurde
Run|deri|zeit: die; - ; -en <Sport> Zeit,
die für eine Runde gebraucht wird
Rund|er|iaB —* Rundjerjlass: der; -er¬
lasses; -erlasse <Behörde> Anweisung,
die an alle untergeordneten Dienst¬
stellen geht
Rundf.'.Abk. Rundfunk
Rundjfahrt: die; - ; -en Fahrt, bei der
man wieder zum-Ausgangspunkt zu¬
rückkehrt
Rundfflug: der; - (e )s; -flöge Flug über
ein bestimmtes Gebiet, der wieder am
Ausgangspunkt endet
rund(fra|gen: nur im Infinitiv u. Partizip
II, Perfekt gebraucht: hast rundge¬
fragt eine Reihe von Personen zu ei¬
nem bestimmten Thema befragen
Rund|funk: der; -(ejs; -„(Medien» 1
<Technik> drahtlose Übermittlung
von Informationen in Wort u. Ton 2
a) Radiosendung »Ich hörte es gerade
im Rundfunk.« b) Radiosender;
Rundfunkanstalt
Rund|funk|an|stait: die; - ; -en <Medien>
Sender, der Radiosendungen produ¬
ziert u. ausstrahlt
Rund|funk|em|pfang: der; -(e)s;
-empfange (Technik» Aufnahme von
elektromagnetischen Wellen, die von
einem Sender ausgestrahlt werden
»Der Rundfunkempfang erfolgt über
eine an das Radio angeschlossene An¬
tenne.«
Rund|funk|em|pfän|ger: der; -s; - Ge¬
rät, mit dem Radiosendungen emp¬
fangen werden können, Syn.: Radio
Rund|funk|ge|bühR die; - ; -en (m. PI.)
Entgelt, das von den Rundfunkteil¬
nehmern zu zahlen ist
Rund|funk|ge|rät: das; -(e)s; -e Appa¬
rat, mit dem Radiosendugen empfan¬
gen werden können, Syn.: Radio
Rundjfunk|hö[rer: der; -s; • weibl.
Rtmd)funk|hö|re|rin: die, - ; - jmd.,
der Radio hört
Rund|funk|or]che|ster —> Rund|funk|-
orjches|ter: das; -s; - Musikensemble
eines Radiosenders »Jeden Sonntag
gibt es ein Konzert des Rundfunkor¬
chesters im Radio zu hören.«
Rundlfunk|pro|graRim —» Rund|funk|-
pro]g|ramm: das; -(e)s; -e <Medien>
Sendungen eines Radiosenders
Rund|funk|re|por|ta|ge; die; - ; -n (Me¬
dien» aktuelle Berichterstattung im
Radio
Rund(funk|senjder: der; -s; - a) techni¬
sche Einrichtung, die Radiosendun¬
gen ausstrahlt b) Einrichtung, die Ra¬
diosendungen produziert
Rund|funk|sen|dung: die; ~ ; -en einzel-
"ner Beitrag, Abschnitt im Radiopro¬
gramm
Rund)funk|spre|cher: der; -s; - weibl.
"Rund(funkjspre|che|rin: die; - ; -nen
(Beruf» Ansager(in) im Radio
Rund)funk|sta|ti|on: die; - ; -en Rund¬
funksender mit eigenen Sendungen
Rjind|funk|stu]dio: das; -s; -s Raum, in
dem Radiosendungen produziert
werden
Rund(funk)tech|nik: die; - ; - (Technik»
Technik, die sich mit der Verbreitung
von Informationen mittels elektro¬
magnetischer Wellen befaßt
Rundfunk|teil(neh|mer: der; -s; - weibl.
Rundfunkftei(|neh]me|rin: die; - ; -nen
jmd., der eine Radiogerät besitzt
Rund|funk{überjtra|gung —» Rund|-
funk|ü|ber|tra|gung: die; - ; -en Aus¬
strahlung einer Veranstaltung im Ra¬
dio
Rynd|funk|wer]bung: die; - ; - Produkt¬
werbung im Radio
Rund|gang: der; -(e)s; -gange 1 Weg,
der wieder zum Ausgangspunkt zu¬
rückführt 2 Weg, der rund um etw.
herumgeht
rund|ge|hen: gehst rund; ging)e)st rund;
bist rundgegangen 1 einen Rundgang
machen 2 in der Runde herumgehen.
herumgereicht werden 3 es geht
rund: [ugs.] es ist viel los
rund|her|aus —» rundfhe|r|aus: Adv.
ohne Umschweife; ohne um etw. her¬
umzureden; offen u. direkt
rund|her|um —» rund|he|r|um: Adv. im
Umkreis; überall
Rund|holz: das; -es; -höher nicht zer¬
sägter Baumstamm
Rund|kurs: der; -es; -e (Sport» Renn¬
strecke, die wieder am Ausgangs¬
punkt endet
Rund|lich|keit: die; - ; - die gerundete
Form
Rundjling: der; -s; -e; kleines, rund an¬
gelegtes Dorf, in dessen Mitte der ein¬
zige hineinführende Weg endet
Rund|rei|se: die; - ; -n Reise, die wieder
am Ausgangspunkt endet
Rund|riicken (Rund(rük|ken —> Rund|-
rü|cken): der; -s; - (Med.» Krüm¬
mung der Wirbelsäule nach außen
Ryndjruf: der; -(e)s; -e Mitteilung
durch Funk o. ä., die an eine be¬
stimmte Gruppe gerichtet ist
Rund|schlag: der; -(e)s; -schlage
(Sport» Schlag, der mit einer kreisför¬
migen Bewegung des Armes ausge¬
führt wird
Rund|schrei|ben: das; -s; - einheitliche
Mitteilung, die an einen größeren
Personenkreis geht
Rund|spruch: der; -(e)s; - [Schweiz.] a)
Radiosendung b) Radiosender, Syn.:
(a; b> Rundfunk
Rundjstrecke (Rund|strek|ke —*
Rund|stre|cke): die; - ; -n (Sport»
Kurs, der wieder am Ausgangspunkt
endet
rynd|stricken (rund[strik[ken —» rund|-
stri|cken): nur im Infinitiv u. Partizip
II, Perfekt gebraucht; hast rundge¬
strickt mit einer Rundstricknadel ei¬
nen Schlauch stricken »Socken wer¬
den rundgestrickt.«
Rund|strick|na|del: die; - ; -n Strickna¬
del, mit der man Schläuche stricken
kann
Rund]tanz: der; -es; -tanze Tanz, bei
dem alle gemeinsam im Kreis tanzen
rund|um: Adv. [ugs.] a) in der Runde;
ringsherum b) rundherum »Dies war
ein rundum gelungenes Fest.«
rund|um]hen Adv. nach allen Seiten
Rund|um|schlag: der; -(e)s; -Umschläge
nach allen Seiten ausgeführter Hieb
Rund|um|sicht: die; - ; -en Blick in alle
Richtungen »Im Auto benötigt man
Rundumsicht, um sicher zu fahren.«
Run|dung: die; - ; -en gerundete Form
»Sie hat beachtliche Rundungen.«
Rundjverjkehr: der; -(e)s; - Straße, die
"als Kreisel um einen Mittelpunkt her¬
umführt, Syn.: Kreisverkehr
Rund|wan|der]weg: der; -(e)s; -e Wan¬
derstrecke, die zum Ausgangspunkt
zurückführt
Rund|weg: der; -(e)s; -e Wegstrecke,
die wieder zum Ausgangspunkt zu¬
rückführt »Zum Aussichtspunkt führt
ein kurzer Rundweg.«
rundjweg: Adv. [emotional] schlicht¬
weg, geradeheraus; ohne weitere Dis¬
kussion »Er hat rundweg unrecht od.
gelogen.«
Rujne: die; - ; -n germanisches Schrift¬
zeichen mit mythischer Bedeutung
962
Rüstungsindustrie
Ry|nen|al|pha|bet: das; -(e)s; - Buch¬
staben der Runenschrift, Syn.: Fu-
thark
Run|kef|rü(be: die; - ; -n IPfianze aus
der Familie der Gänsefußgewächse,
die als Futterrübe dient 2 <scherzh.;
ugs.; landsch.) Kopf (mit den
Haaren) »Ich muß mir noch die Run¬
kelrübe waschen.»
rynften Adv. [ugs.] herunter; hinunter
run|teijfal|len: fällst runter; ßel(e)st
runter; bist runtergefallen [ugs.] her¬
unterfallen; hinunterfallen
runfteijfUeJgen: fliegst runter; flog(e)st
runter; bist runtergeflogen [ugs.] her¬
unterfliegen; hinunterfliegen
run|ter|hau[en: haust runter; hautest
runter; hast runtergehauen [ugs.] 1
ohrfeigen »Vor Wut haute er ihm eine
runter.« 2 [abwert.] schnell u. schlam¬
pig schreiben
run|ter|ho{len: holst runter; holtest run¬
ter; hast runtergeholt 1 [ugs.] herun¬
terholen 2 sich, jmdm. einen
runterholen: [derb] masturbieren; ei¬
nen Mann manuell zum Orgasmus
bringen
run|terjkip|pen: kippst runter; kipptest
runter; bist runtergekippt [ugs.] herun¬
terkippen; hinunterkippen; etw. nach
unten gelangen lassen »Nach dem Es¬
sen kippte er einen Schnaps runter.«
run|terfknal|len: knallst runter; knalltest
runter; bist runtergeknallt [ugs.] jmdn.
ohrfeigen
run|ter[kom|men: kommst runter; ka-
m(e)st runter; bist runtergekommen
[ugs.] herunterkommen
run|ter|lan|gen: langst runter; langtest
runter; hast runtergelangt [ugs.] 1 her¬
unterreichen; hinunterreichen 2 ohr¬
feigen
run|ter[las|sen: laßt runter; ließ(es)t
runter; hast runtergelassen —>alle
Gegenwartssformen mit ss■*— [ugs.]
herunterlassen; hinunterlassen
run|ter|put|zen: putzt runter; putztest
runter; hast runtergeputzt [ugs.] her¬
abwürdigen; niedermachen »Er hat
sie vor allen Leuten runtergeputzt.«
run|tefjrut|schen: rutschst runter;
rutschtest runter; bist runtergerutscht
[ugs.] t (auf einer schrägen Fläche)
herunterrutschen; hinunterrutschen 2
Rutsch mir den Buckel runter!: laß
mich in Ruhe
run|ter[schlucken (run|ter|schluk|ken
—> run|ter]schlu|cken): schluckst
runter; schlucktest runter; hast runter¬
geschluckt [ugs.] a) herunterschluk-
ken; hinunterschlucken; in den Ma¬
gen gelangen lassen b) ohne Erwide¬
rung o. ä. lassen »Sie schluckte ihren
Ärger runter u. versuchte, die Sache zu
vergessen.«
Run|zel: die; ~ ;-n (m. PI.) (kleine) Fal¬
te »Ihr Gesicht ist voller Runzeln.«
run|ze|lig: Adj. viele Runzeln besitzend
run|zeln: runzelst; runzeltest; hast ge¬
runzelt in Falten legen »Er runzelte
nachdenklich die Stirn.«
run|zeln, sich: runzelst dich; runzeltest
dich; hast dich gerunzelt Falten be¬
kommen .
Rüjpel: der; -s; - ungehobelter, unver¬
schämter (meist jüngerer) Mann
»Dieser Rüpel hat sich nicht einmal
entschuldigt, nachdem er mich umge¬
stoßen hatte.«
Rü|pe|lei: die; - ; - ungehobeltes, un¬
verschämtes Benehmen
rü|pel|haft: Adj. rüpelhafter; rüpelhafte¬
ste ungehobelt; unverschämt
Rü|pel|haf|tig|keit: die; - ; - ungeho¬
belte, unverschämte Art
ni|peflig: Adj. ungehobelt; unverschämt
Rup|fen: der; -s; - u. (Sorten) ~ grober
JutestofT, meist für Säcke verwendet
rup|fen: rupfst; rupftest; hast gerupft 1
a) die Federn eines Vogels entfernen,
herausziehen »Die Gänse müssen noch
gerupft u. ausgenommen werden.« b)
mit einem Ruck herausziehen »Er
rupfte sich die Haare aus.« 2 [ugs.]
jmdm. sein Geld abnehmen; jmdn.
neppen »Die Touristen werden hier
ganz schön gerupft.«
rup|fen: Adj. n. stg. aus Rupfen be¬
stehend
Rujpie: <Sanskrit-engb /rtjpi<=/ die; - ; -n
Währungseinheit in Indien
niplpig: Adj. t unhöflich; unverschämt
»Dein ruppiges Benehmen dulde ich
nicht länger!« 2 <Sport> hart, mit vie¬
len Fouls 3 struppig; ungekämmt
Rup|pig|keit: die; -; -1 unhöfliches; un¬
verschämtes Benehmen 2 nicht ange¬
messene, freche Äußerung
Rup|tun <lao die; - ; -en 1 <Geologie>
Gesteinsspalte, die durch tektonische
Verschiebungen entstand 2 <Med.>
Zerreißung; Durchbruch
ru|ral: dato Adj. n. stg. [veralt.] ländlich
Rü|sche: <lat.-fr.> die; - ; -n zierendes,
gekräuseltes Stoffstück
m|schen: rüscht; rüschtest; hast ge¬
tuscht <Stoff> kräuseln; fälteln; mit
Rüschen versehen
Ruß: der; -es: - u. [fachsprl.] -e feine,
fetthaltige Kohlenstoffablagerung,
die bei Verbrennung entsteht »Der
Schornsteinfeger war mit Ruß be¬
deckt.«
russ.: Abk. russisch
ruB|be|schmutzt: Adj. n. stg. vom Ruß
schmutzig; mit einer Schicht von Ruß
überzogen
Rüs|sel: der; -s; -1a) beim Elefanten
sehr lange, fast bis zum Boden rei¬
chende, hängende, das Maul verdek-
kende röhrenförmige, muskulöse Na¬
se, zudem ein hochsensibles Tastor¬
gan, zum Greifen u. Festhalten von
Zweigen, der Futter- u. Wasserauf¬
nahme dienend u. a. dienend b) bei
Schweinen hervorstehende, das Maul
nicht überdeckende Nase, die eben¬
falls als Tastorgan dient sowie dem
Wühlen, Graben nach Nahrung c)
Stech- u. Saugapparat bei Insekten
»Der Schmetterling saugt mit seinem
Rüssel den Nektar aus den Blüten.« 2
[ugs.] Nase »Du mußt deinen Rüssel
auch in alles stecken!«
rüs|sel|för|tnig: Adj. n. stg. wie ein Rüs¬
sel geformt
rüs|se|lig: Adj. n. stg. einen Rüssel auf¬
weisend
Rüs|sel|käffer der; -s; - Käfer, der ei¬
nen rüsselartig verlängerten Kopf hat
ru|Ben: rußt; rußtest; hast gerußt 1 mit
Ruß schwarz machen 2 beim Ver¬
brennen Ruß entwickeln »Der Ofen
rußte so sehr, daß rundherum alles
schwarz wurde.«
ruB|far|ben/niB|far|big: Adj. n. stg.
schwarz
ruß|ge|schwärzt: Adj. n. stg. vom Ruß
schwarz
ru|Big: Adj. n. stg. mit Ruß überzogen
»Der Kamin ist durch das Feuer ganz
rußig geworden.«
Rus|sisch: <russ.-gr.-lat.> das; - u. -s; -
Sprache der Russen
rus|slsch: <russ.-gr.-lat.> Adj. a) in der
Sprache der Russen b) die Russen,
Rußland betreffend
rus|sisch-oijtho|dox: <russ.-gr.-lat.; gr.>
Adj.. n. stg. der orthodoxen Kirche
Rußlands angehörend, ihr zuzuord¬
nen
Rus|si|stik —»• Rus|sis]tik: <russ.-gr.~
lal.> die; - ; - Wissenschaft, die sich
mit der russischen Kultur u. Sprache
befaßt
RuB|land —* Russland: <russ.-gr.-lai.;
dt.> das; -s; -1 <hist> russisches Reich;
Zarenreich 2 größter der aus der So¬
wjetunion hervorgegangenen Staa¬
ten, dessen Hauptstadt Moskau ist
rüB|lig —* rüss|lig: Adj. n. slg. einen
Rüssel aufweisend
ruBjschwaiz: Adj. n. stg. schwarz von
od. wie Ruß; sehr dunkle schwarz¬
braune Farbe aufweisend
rü|sten —» rüs|ten: rüstest; rüstetest;
hast gerüstet mit Waffen ausstatten
iü[sten —» rüs|ten, sich: rüstest dich;
rüstetest dich; hast dich gerüstet sich
auf etw. vorbereiten; sich für etw. zu¬
rechtmachen
rü|stig —> rüs|tig: Adj. (im höheren Le¬
bensalter noch) gesund, tatkräftig u.
frisch
RQjstig|keit —> Rüsjtig|keit: die; - ; -
das Rüstigsein
Ru[sti|ka —»■ Rus|ti|ka: <iat.> die; - ; -1
<Archit.> Maüerwerk an römischen
od. Renaissance-Gebäuden aus grob
behauenen Quadern 2 römische
Schriftform, die mit breiter Feder ge¬
schrieben wird
ru|sti|kal —» rusjti|kal: <Iat.> Adj. 1 länd¬
lich; schlicht »Das Landhaus wurde
entsprechend rustikal eingerichtet.« 2
von bäuerlichem, einfachem Charak¬
ter 3 [veralt., abwert.] grob; rüde
Ru|sti|ka|li|t|t —> Rus|ti|ka|li|tät: <lat.>
die; - ; - ländlich, bäuerliche Art
Rüst|kam|mer. die; - ; -n <MA> Aufbe¬
wahrungsort für Waffen
Rü|stung —> Rüstung: die; - ; -en 1
<hist.> Schutzkleidung von Rittern u.
Kämpfern aus Metall u. Leder »Der
Ritter wurde in der Rüstung auf sein
Pferd gehoben.« 2 <Milit.> alle Einrich¬
tungen u. Strategien eines Landes
zum Angriff bzw. zur Verteidigung
im Kriegsfall
Rü|stungs|ab|bau —> Rüs|tungs|ab|-
bau: der; -(e)s; - <Milit.> Verminde¬
rung der Anzahl von Waffen u. Ver¬
kleinerung des Heeres
Rü|stungs|be|tri»b —* Rüs|tungs|be|-
trieb: der;-(e)s; -e Firma, Fabrik, die
Waffen o. ä. herstellt
Rü|stungsjbud|get —> Rüsftungs|bud|-
get das; -s; -s für Rüstungsausgaben
veranschlagter Geldbetrag im
(Staatshaushalt
Rü|stungs|in|du|strie —*■ Rüs|tungs|in|-
dus|t|rie: die; - ; -n Fabriken, die
Waffen o. ä. herstellen »Die Rü-
963
Rüstungskontrolle
stungsindustrie gewinnt an jedem
Krieg.«
Rü|stungs|kon|trol|le —> Rüs|tungs|-
kon|t|rol|le: die; - ; -n Aufsicht über
die Herstellung u. Verbreitung von
Waffen (durch einen möglichen Geg¬
ner)
Rü|stungs|wett]lauf —> Rü$|tungs|-
wett|lauf: der; -fe)s; -laufe Wettbe¬
werb darum, welches Land das größte
Vernichtungspotential hat, Syn.: das
Wettrüsten
Rüstjzeit: die; - ; -en 1 Zeit, die man
braucht, um eine Arbeit vorzuberei¬
ten 2 <evang. Kirche> Zeit, in der man
sich auf religiöse Fragen besinnt
Rüstjzeug: das; -(e)s; - a) Wissen, Fer¬
tigkeiten, die man für eine bestimmte
Tätigkeit braucht b) Werkzeug, das
man zur Ausführung einer bestimm¬
ten Tätigkeit benötigt
Ru|te: die; - ; -n 1 a) langer, dünner
Zweig, Stock b) zusammengebundene
Zweige zum Schlagen »Sei brav, sonst
kommt Knecht Ruprecht mit der
Rute!« 2 Schwanz bei Hund, Wolf u.
Haarraubwild »Der Hund wedelt mit
seiner Rute.« 3 [hist.] deutsches Län¬
genmaß 4 jmdm. die Rute geben:
[veralt.] mit Prügel zu größerer Eile,
zu schnellerer Arbeit bringen 5 mit ei-
sener Rute: [veralt.] mit viel Strenge
u. Härte
Ru|ten|bün|del: das; -s; • 1 zusammen¬
gebundene dünne Zweige 2 <hist.>
dünne Zweige mit einem Beil in der
Mitte, um die ein rotes Band gewik-
kelt ist; Symbol der richterlichen Ge¬
walt
Ru|ten|gän|ger: der; -s; - weibl. Ru|ten|-
gän|ge|rin: die; - ; -nen Wünschelru-
tengänger(in), der/die mit einer Wün¬
schelrute nach Wasser- od. Erzadem
sucht
Rütjli|schwur: der; -(e)s; - (hist.)
[Schweiz.] Schwur, mit dem angeblich
S/s: /§ss/ das; - u.f ugs.J -s; - u. / ugs.J
-s Schriftzeichen, neunzehnter Buch¬
stabe des deutschen Alphabets
S: Abk. 1 <Bankw.> Saldo = Unter¬
schied zwischen den Beträgen der
Soll- u. der Habenseite eines Kontos
2 Salmonellen = Bakterien, die hefti¬
ge Vergiftungserscheinungen hervor¬
rufen 3 <Sprachwiss.> Satz 4 (Versiche¬
rung> Schadensklasse 5 Scheck 6
Schnellstraße 7 Schwefel = chemi¬
sches Element 8 a) Sehleistung b) Seh¬
schärfe 9 <Wirt.> Selbstkosten 10 Son¬
derklasse 11 Spezial 12 Sport 13
964 '
die Schweizerische Eidgenossenschaft
gegründet wurde
Rutsch: der; -(e)s; -e 1 nach unten ge¬
richtete Bewegung 2 rutschende Ge¬
röllmassen 3 [ugs.] kleiner Ausflug 4
guten Rutsch: [ugs.] 1. gute Fahrt 2.
Wunschformel zum Jahreswechsel
Rutschjbahn: die; ~ ; -en 1 Spielgerät
für Kinder mit einer Leiter u. einer
schmalen, schrägen Fläche, auf der
man hinunterrutschen kann 2 [ugs.]
durch Schnee od. Eis glatte Straße
Rutsche: die; - ; -n 1 schräge, glatte
Fläche, auf der man etw. hinunterrut¬
schen lassen kann 2 Spielgerät für
Kinder mit einer Leiter u. einer
schmalen, schrägen Fläche, auf der
man hinunterrutschen kann 3
[landsch.] Fußbank
rut|schen: rutschst; rutschtest; bist ge¬
rutscht 1 gleiten; schlittern »Die Kin¬
der rutschen auf den Knien auf dem
Boden umher.« 2 [ugs.] zur Seite rük-
ken »Rutschfe) ein wenig, damit ich
auch noch Platz habe auf der Bank!«
rutsch[fest: Adj. n. stg. 1 so beschaffen,
daß man darauf nicht ausgleiten kann
»Die Fliesen im Schwimmbad sollten
rutschfest sein.« 2 so beschaffen, daß
es durch Rutschen strapaziert werden
kann, ohne beschädigt zu werden
Rutsch|ge|fahr: die; - ; - Möglichkeit
des Ausrutschens »Der Boden war
frisch gebohnert, deshalb war die
Rutschgefahr sehr groß.«
rut|schig: Adj. so beschaffen, daß man
darauf ausrutschen kann; glatt
Rutsch|parjtie: die; - ; -n Dahinrut¬
schen auf einer glatten Fläche
rutsch|si|cher: Adj. n. stg. vor Rutsch¬
gefahr geschützt
Rüt|te|lej: die; ~ ; -en [ugs.] stetes Rüt¬
teln, schütteln, geschüttelt werden
Rüt|tel|flug: der; -(e)s; -füge Flug eines
Greifvogels, bei dem er in der Luft
steht u. sich durch schnelle Flügel¬
schläge auf der Stelle hält
s
(Schachfigur) Springer 14 Start 15
<Sprachwiss.> Subjekt = Satzgegen¬
stand 16 (Himmelsrichtung) Süden 17
Super
s: Abk. Sekunde
S-: Abk. 1 Sachsen 2 Sankt = der od.
die Heilige 3 Säure 4 Sektion = Ab¬
teilung 5 Sektor = a) Sachgebiet b)
Bezirk c) Ausschnitt 6 Start
s.: Abk. 1 sachlich 2 schwer 3 seit 4 se¬
kundär = zweitrangig 5 (Zusatz hin¬
ter dem Personennamen) senior =
der Ältere 6 sich 7 siehe!
rütteln: rüttelst; rütteltest; hast gerüttelt
1 kräftig, heftig an etw. od. jmdm.
schütteln; hin u. her bewegen »Ich
rüttelte ihn wach.« 2 sich ruckartig be¬
wegen 3 a) an etw. ist nicht zu rütteln:
etw. ist nicht abänderbar b) an etw.
nicht rütteln lassen: etw. nicht verän¬
dern; daran festhalten; darauf be¬
stehen
Rüt|te!|schweljle: die; - ; -n quer über
eine Straße gehende Erhebung, die
Autofahrer dazu bringen soll, langsa¬
mer zu fahren
RV: Abk. 1 (Sport) a) Radfahrverein b)
Regattaverein c) Reitverein d) Ruder¬
verein e) Rodelverein 2 (Rechtsw.)
Rechtsverordnung 3 Rentenversiche¬
rung 4 Rückversicherung
R. v.: Abk. (Handel) Rücksendung Vor¬
behalten
RW: Abk. 1 Rechnungswesen 2 (Tech¬
nik) Regelwiderstand 3 (Sportvereins¬
name) Rot-Weiß 4 Rückkaufwert
RWE: Abk. 1 Rheinisch-Westfälisches
Elektrizitätswerk 2 (Sport) Rot-Weiß
Essen
RZ: Abk. 1 Ratenzahlung 2 (EDV) Re¬
chenzentrum 3 Restzahlung 4 (Versi¬
cherung) Risikozuschlag 5 Rückzah¬
lung
rz(p)tpfl.: Abk. (Med.; Pharmazie) re¬
zeptpflichtig = nicht frei verkäuflich,
sondern von einem Arzt verschrieben
werden müssend
Rzpt: Abk. Rezept = l. Back- u. Koch¬
anweisung 2. (Med.; Pharmazie) Arz¬
neimittelverordnung
RZS: Abk. Rückzahlungsschein
Rzs.: Abk. 1 Rezension = kritische Be¬
sprechung eines Buches, einer Auf¬
führung o. ä. 2 Rezession = Rück¬
gang der Wirtschaftsentwicklung
Rzt.: Abk. 1 Rezensenten) = Person,
die ein Buch, eine Aufführung o. ä.
kritisch bespricht 2 Rezept = a)
Back- u. Kochanweisung b) (Med.;
Pharmazie) Arzneimittelverordnung
SA: Abk. 1 (hist.; Nationalsozialismus)
Sturmabteilung 2 Sammelauftrag 3
(Arbeitskampf) Schlichtungsaus¬
schuß 4 Sicherheitsabstand 5 Son¬
derauftrag 6 Sonderausführung 7
(Druckerzeugnis) Sonderausgabe 8
Sonderausschuß 9 Sonnenaufgang 10
Sozialamt
Sa.: Abk. 1 Sachsen 2 Sammler 3 a)
Samstag b) Sonnabend
Saal: der; -(e)s; Säle großes, meist für
Feste, Empfänge o. ä. benutztes gro¬
ßes Zimmer » Wir mieten für die Hoch¬
zeit einen Saal.«
Sachkundeunterricht
Saallbau: der; -(e)s; -ten <Archit.> Bau¬
werk mit einem großen Raum od. ei¬
ner großen Halle »Die Karnevalsver¬
anstaltungfindet im Saalbau statt.«
Saallkiriche: die; ~ ; -n <Archit.> Kirche
mit einem großen, nicht unterteilten
Innenraum
Saarigelbiet: das; -(e)s; - <hist.> 1918
von Deutschland durch die Sieger¬
mächte ausgegliederte Region, deren
Grenzen etwa den politischen Gren¬
zen des heutigen deutschen Bundes¬
landes Saarland entsprechen
Saat: die; • ; -en 1 Samen, der in die Er¬
de gelegt wird, um neue Pflanzen ent¬
stehen zu lassen »Die Saat geht dieses
Jahr gut auf.« 2 Einbringen von Saat¬
gut
Saatfeld: das; -(e)s; -er <Landwirt.> a)
landwirtschaftliche Fläche, die für die
Ausbringung von Saatgut vorgesehen
ist »Auf diesem Saatfeld wächst das
Getreide besonders gut.« b) landwirt¬
schaftliche Fläche, auf der bereits
Saatgut ausgesät wurde
Saatlgut: das; ~(e)s; - <Landwirt.> (grö¬
ßere) Anzahl von Samenkörnern, die
in den Boden eingebracht werden
(sollen) »Das Saatgut lagert in der
Scheune.«
Saat|krä|he: die; ~ ; -n <Zoob Krähen¬
art mit spitzem Schnabel, die sich vor
allem von ausgesätem Getreide er¬
nährt
s. Abb.: Abk. siehe Abbildungen)
Sab|bat: <hebr.-gr.-lat.> der; -s; -e <Reli¬
gion> 7. Tag der Woche im jüdischen
Glauben; Tag der Ruhe (jeweils von
Freitagabend bis Samstagabend)
Sab|bat|jahr das; -(e)s; -e <Religion>
(jedes siebte) Jahr im jüdischen Glau¬
ben, in dem nach dem Alten Testa¬
ment Felder landwirtschaftlich nicht
genutzt wurden
sab|be!n: sabbelst; sabbeltest; hast ge-
sabbelt [norddt.; ugs.; abwert.] 1 viel
u. ohne Pause reden »Kannst du end¬
lich mal aufhören zu sabbeln?« 2 Spei¬
chel aus dem Mund tropfen lassen
Sab|ber|lätz|chen: das; -s; - [ugs.]
Stoffstück, das kleinen Kindern auf
die Brust gebunden wird, um ihre
Kleidung vor verschüttetem Essen u.
Speichel zu schützen
sab|bern: sabberst; sabbertest; hast ge¬
sabbert [norddt.; ugs.; abwert.] 1 Spei¬
chel aus dem Mund tropfen lassen 2
viel u. ohne Pause reden, Syn.: <1; 2>
sabbeln
Sä]bel: der; -s; - 1 kurze (leicht geboge¬
ne) Hiebwaffe mit einseitiger Klinge
»Der Pirat trug einen Säbel an seinem
Gürtel.« 2 mit dem Säbel rasseln:
Streit, Krieg androhen
S§|bel|bei|ne: die (PI.) [scherzh.] stark
ausgeprägte O-Beine; sich aufgrund
einer starken Knochenbiegung nach
außen an den Knien nicht berührende
Beine
Sä|bel|fech|ten: das; -s; - sportlicher
Wettkampf, bei dem mit Säbeln ge-
fochten wird
Sä|bel|ge|ras|sel: das; -s; -1 [selten] Ge¬
räusch von aneinandertreffenden Sä¬
beln, Metallklingen 2 dibertr.; meist
Pob (gegenseitiges) Aussprechen von
Drohungen, Androhen von kriegeri¬
schen Maßnahmen
Sä|bel|hieb: der; -(e)s; -e a) Zuschlägen
mit einem Säbel b) durch einen Säbel¬
hieb (a) verursachte Wunde
Sa|bojta]ge: </r.> /sabotasefec/ die; • ; -n
geheim durchgeführte, bewußte Zer¬
störung, Schädigung, Behinderung
von etw.
Sa|bojta|ge|akt: <fr.-Iat.> /sabotasßh«-/
der; -(e)s; -e Maßnahme mit dem
Ziel der Beeinträchtigung, Schädi¬
gung od. Zerstörung von etw.
Salbolteur: </r.> /sabotör/ der; -s; -e
weibl. Salbolteulrin: die; - ; -nen Per¬
son, die Sabotagehandlungen durch¬
führt »Der Saboteur, der die Bombe
legte, konnte noch nicht gefaßt wer¬
den.«
sa|bo|tie|ren: <fr.> sabotierst; sabotier¬
test; hast sabotiert a) Sabotage betrei¬
ben »Dieser Mensch sabotiert gegen
unsere Firma.« b) versuchen, etw.
durch Verweigerung, (passiven) Wi¬
derstand zu verhindern
Sa|cha|nn/[fachsprl.] Sac|cha|rjn:
<sanskr.-gr.-Iat,> das; -s; - sehr kalorie¬
narmer, künstlicher Zuckerersatz,
Süßstoff »Der Obstsalat ist mit Sa¬
charingesüßt.«
Sach|an|ia|ge: die; ~ ; -n <Wirt.> Ge¬
samtheit an Gegenständen (Gebäude,
Maschinen, Fahrzeuge u. ä.), die zum
Vermögen eines Betriebes gehören
Sach|an|trag: der; -(e)s; -anträge An¬
frage, Vorschlag od. Gesuch zu einer
speziellen Frage, die zum Diskussi¬
onsthema in einem zuständigen Gre¬
mium erhoben wird
Sachb.: Abk. 1 Sachbuch 2 Sachbear¬
beitern)
Sach|be|reich: der; -(e)s; -e themati¬
sches Arbeitsfeld, mit dem sich jmd.
theoretisch u./od. praktisch beschäf¬
tigt
Sach|be|schä|di|gung: die; ~ ; -en
<Rechtsw.> zerstörerische Handlung
an, (teilweise) Zerstörung von frem¬
dem Eigentum
Sach|be|zü|ge: die (PI.) Einnahmen,
Erträge o. ä., die aus Sachleistungen
bestehen
Sach|buch: das; -(e)s; -bücher Buch
über ein Sachthema, das für jeden
nachvollziehbar informieren will
sach|dien|lich: Adj. n. stg. <meist Krimi¬
nalistik) für die Lösung eines Pro¬
blems, Verbrechens, einer Straftat o.
ä. nützlich
Sach|dis|kus|si|on: die; - ; -en Ausein¬
andersetzung, Gespräch über ein
Sachgebiet
Sa|che: die; - ; -n 1 nicht genau benann-
te(r), beschriebene(r) Angelegenheit,
Fall, Sachverhalt, Gegebenheit »Ich
werde mir die Sache überlegen.« 2
nicht genau benanntes, beschriebenes
Ding »Diese Sachen werde ich
wegschmeißen.« 3 o. PI. Ziel o. ä., das
jmd. anstrebt, für das sich eine Person
engagiert 4 n. PI. [ugs.] Geschwindig¬
keit in Kilometern pro Stunde 5
<Rechtsw.> kurz für Rechtssache »Es
wird aufgerufen in der Sache Schulze
gegen Maier.« 6 mit jmdm. gemein¬
same Sache machen: <meist bezogen
auf eine nicht ganz korrekte, legale
Angelegenheit» mit jmdm. Zusam¬
menarbeiten 7 die Sache Ist die:
[ugs.] eine Erklärung einleitend »Also,
die Sache ist die, daß ich kein Geld ha¬
be, um mit dir in Urlaub zu fahren.« 8
a) zur Sache kommen: sich ohne Um¬
schweife einem Problem widmen b)
bei der Sache bleiben: nicht zu einem
anderen Thema wechseln c) bei der
Sache sein: mit voller Aufmerksam¬
keit an etw. arbeiten; sich intensiv mit
etw. auseinandersetzen, beschäftigen
9 eine runde Sache sein: [ugs.] etw.
ist sehr gut, schön, befriedigend, ist
vollständig abgeschlossen 10 nicht je¬
dermanns Sache sein: etw. liegt od.
gefällt nicht jedem »Eine Abenteuer¬
reise ist nicht jedermanns Sache.« 11
seine Sache verstehen: [ugs.] sein
Fachgebiet einwandfrei beherrschen
»Rufe lieber den Femsehmechaniker,
der versteht seine Sache.« 12 seine Sa¬
che gut machen: einen Auftrag or¬
dentlich erledigen 13 seiner Sache si¬
cher, gewiß sein: von der Richtigkeit
seiner Meinung od. Handlung über¬
zeugt sein 14 in eigener Sache: etw.,
was die eigenen Angelegenheiten, In¬
teressen betrifft 15 nichts zur Sache
tun: unwichtig, nebensächlich sein
»Es tut doch nichts zur Sache, ob er
Akademiker ist od. nicht.« 16 in eige¬
ner Sache kann niemand Richter
sein: niemand kann in seinen eigenen
Angelegenheiten unparteiisch urtei¬
len, entscheiden
Sach|einjla|ge: die; -; -n <Wirt.> Werte,
die bei der Gründung einer Gesell¬
schaft statt Kapital eingebracht wer¬
den
Sach|erjklä|rung: die; - ; -en Informa¬
tionen, die zum Verständnis eines
Sachverhalts beitragen (können)
sach|fremd: Adj. n. stg. nicht einem be¬
stimmten Sachverhalt od. dem Tätig-
keits-, Kompetenzbereich einer Per¬
son entsprechend
Sach|ge|biet: das; -(e)s; -e Tätigkeits-,
Wissens-, Kompetenzbereich, mit
dem jmd. befaßt ist
sach|ge|mäß: Adj. wie es den Erforder¬
nissen entspricht; mit Kenntnissen
über das bearbeitete Sachgebiet aus¬
geführt
Sach|grün|dung: die; ~ / -en <Wirt.>
Gründung einer Gesellschaft mit
Sachwerten statt Kapital
Sach|gü|ter: die (PI.) nicht in Form
von Geld vorliegende Werte
sachk.: Abk. sachkundig
Sach|ka|pi|tal: das; -s; - <Wirt.> Kapital,
Eigentum einer Firma in Form von
Gütern, Wären, Produktionsmitteln
u. nicht in Geld, Wertpapieren u. ä.
Sach|kenntjnis: die; ~ : -se a) fundiertes
Wissen hinsichtlich eines Themenbe¬
reiches »Seine Sachkenntnisse auf dem
Gebiet der Baufinanzierung waren be¬
grenzt.« Syn.: Fachkenntnis b) unge¬
trübt von jeder, jeglicher Sachkennt¬
nis; von keiner Sachkenntnis
getrübt: [iron.] nicht durch Wissen
untermauert
Sach|kun|de: die; ~ ; -1 <Schule; Päd.>
Unterrichtsfach in der Grundschule,
das die Bereiche der Naturwissen¬
schaften u. Gesellschaftswissenschaf¬
ten abdeckt 2 Wissen in einem Sach¬
gebiet
Sach|kun|de|un|teriricht: der; ~(e)s; -
<Schule; Päd.> an Grundschulen er-
965
sachkundig
teiites Schulfach, das die Bereiche der
Naturwissenschaften u. Gesell¬
schaftswissenschaften abdeckt
sach|kun|dig: Adj. über Fachkenntnisse
auf einem Gebiet verfügend
Sach|la|ge: die; - ; - (alle) Tatsachen,
Gegebenheiten, die eine Situation be¬
stimmen; Stand der Dinge
Sach|le{xi)kon: das; -s; -lexika Lexikon,
Nachschlagewerk zu einem, mehreren
Sachbereich(en)
sachlich: Adj. 1 emotionslos; nur auf
die Sache bezogen u. ohne Einwir¬
kung u. Einbeziehung von Gefühlen
u. Vorurteilen »Wir diskutierten sehr
sachlich über das Thema.« 2 betont
funktional u. ohne Ausschmückung,
Schmuck
sächjlich: Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
"grammatikalisch ein Neutrum; weder
männlich noch weiblich
Sach|re|gi|ster —* Sach|re|gis)ter: das;
-s; - alphabetisches Verzeichnis von
in einem Buch o. ä. enthaltenen The¬
men, Termini mit Angabe der Fund¬
stellen
Sachs.: Abk. Sachsen
sächs.: Abk. sächsisch
Sachs/Sax: /sakß/ der; -es; -e <hist.> lan¬
ges altgermanisches Messer
Sach|spen(de: die; - ; -n Gabe für Be¬
dürftige in Form einer Ware u. nicht
als Geldbetrag
Sach|stand: der; -(e)s; - [geh.] Zustand
einer Situation zu einem bestimmten
Zeitpunkt
sacht/sach|te: Adj. sachter; sachteste 1
sanft u. behutsam »Ich strich sacht
über seinen Kopf.« 2 allmählich; vor¬
sichtig
Sach|ti)tel: der; -s; - Buch, Aufsatz o. ä.
über ein Sachthema
Sachv.: Abk. 1 Sachverhalt 2 Sachver¬
ständige^)
Sachfveijhalt: der; -(e)s; -e Zustand ei¬
ner Situation; Verlauf eines
Geschehens »Bitte schildern Sie den
Sachverhalt möglichst genau!«
Sachjver)mö|flen: das; -s; - (PI. s.) 1
Vermögen, Eigentum in Gütern u.
nicht in Geld od. Wertpapieren 2
Kenntnisse, Kompetenz auf einem
Sachgebiet
Sach|ver|si|che|rung: die; - ; -en Versi¬
cherung, mit der Gegenstände (keine
Personen) versichert werden
Sach|ver|stand: der; -(e)s; - (jmds.)
"Wissen od. Fähigkeit in einem Be¬
reich, das/die jmdn. in die Lage ver¬
setzt, etw. kompetent zu bearbeiten u.
zu bewerten
sach|ver[stän(dig: Adj. n. stg. auf einem
Gebiet fachkundig, kompetent
Sach|ver]stän|di[gen|gut|ach|ten: das;
-s; - schriftlich formulierte Stellung¬
nahme einer sachverständigen Person
zu einem Thema, Problem
Sachwert: der; -(e)s; -e 1 Besitz in
Form von Gütern u. nicht in Form
von Geld od. Wertpapieren 2 mate¬
rieller Wert eines Gegenstandes
Sach|wör]ter|buch: das; -(e)s; -bücher
Nachschlagewerk, das Wörter aus ei¬
nem, mehreren Fachgebieten) auf¬
führt u. ihre Bedeutung erklärt
Sachjzwang: der; -(e)s; -zwänge durch
"die Begleitumstände od. anderweitige
Ereignisse, Vorgaben entstehende
Handlungsnotwendigkeit
Sack: der; -(e)s; Säcke 1 hoher, schma¬
ler, oben offener Behälter aus Stoff,
dünnem Plastik o. ä. zur Lagerung
od. zum Transport von Dingen, der
meist oben zugebunden wird »Er
füllte Müll in den Sack.« 2 [süddt.;
österr.; Schweiz.] eingenähte Tasche
einer Hose 3 [abwert.] Bezeichnung
für eine männliche Person »Hau ab,
du alter Sack!« 4 Bezeichnung für die
Region unter dem Auge, wenn sie
dicker als gewöhnlich, geschwollen ist
S [derb] Hoden 6 ein Sack voll: [ugs.]
eine große Menge von etw. »Er hat ei¬
nen Sack voll Geld.« 7 jmdm. auf den
Sack gehen, fallen: [derb] jmdn. stö¬
ren, nerven, belästigen 8 etw. im Sack
haben: [ugs.] etw. perfekt gemacht,
erfolgreich beendet, sicher haben 9 in
den Sack hauen: [ugs.] mit etw. auf¬
hören, es aufgeben »Ich häufe) in den
Sack u. gehe nach Australien.« 10 fau¬
ler Sack: [ugs.; beleidigend] Bezeich¬
nung für einen wenig fleißigen Men¬
schen (meist Mann) 11 jmdn. in den
Sack stecken: [ugs.] a) auf einem Ge¬
biet besser als jmd. sein »Sie steckt
alle ihre Geschwister in den Sack.« b)
jmdn. übervorteilen 12 mit Sack u.
Pack: mit viel Gepäck; mit allem, was
man besitzt 13 jmd. ist voll wie ein
Sack: jmd. ist sehr betrunken, stark
alkoholisiert 14 wie ein Sack schla¬
fen: tief u. fest schlafen 15 in Sack u.
Asche gehen: [veralt.] büßen; bereu¬
en; Abbitte leisten »Sie möchte am
liebsten in Sack u. Asche gehen, so sehr
schämt sie sich dafür.« 16 den Sack
schlagen u. den Esel meinen: eine
unschuldige Person angreifen, be¬
schimpfen o. ä. aus Mangel an Mut,
sich an die zuständige, verursachende
Person zu wenden 17 habt ihr zu
Hause Säcke vor den Türen?: [ugs.]
Aufforderung an jmdn., die Tür zu
schließen
Sack|bahn|hof: der; -(e)s; -bahnhöfe an
einer Seite geschlossener Bahnhof,
aus dem die Züge mit dem Ende zu¬
erst wieder ausfahren
Säckel (Säk|kel —» Sä|ckel): der; -s; -
1 a) [landsch.; österr.; süddt.] kleiner
Beutel für Geld b) in eine Hose einge¬
nähte Tasche 2 Sack (1)
Säckel|wart (Säk|kel)wart —* Sä]ckel|-
wart): der; -(e)s; -e [süddt.; österr.;
Schweiz.] Person, die die Kasse (z. B.
eines Vereins) führt
sacken (sakjken —> sa|cken): sackst;
sacktest; bistjkast gesackt 1 bist sin¬
ken; sich senken; zusammenfallen
»Das Grab sackt noch (zusammen).«
2 hast Säcke(l)bepacken
sack|för|mig: Adj. <meist Kleidung)
nicht auf Figur geschnitten; wie ein
Sack »Sie trug meistens sackförmige,
bodenlange Kleider.«
Sackjgas|se: die; - ; -n 1 Straße, an de¬
ren Ende eine Weiterfahrt nicht mög¬
lich ist, die an einer Seite (ständig) ge¬
sperrt od. durch Bebauung geschlos¬
sen ist 1 «ibertr.i festgefahrene, keine
Möglichkeiten mehr bietende Situati¬
on
Sack|hüp[fen: das; -s; - Wettspiel, bei
dem die Beine der Teilnehmer in ei¬
nen Sack eingebunden sind, so daß sie
sich nur hüpfend fortbewegen kön¬
nen
sack|hüp(fen: nur im Infinitiv u. Partizip
II, Perfekt gebraucht: bist sackgehüpft
<Spiel> mit den Beinen in einem Sack
bis zu einer Ziellinie um die Wette
hüpfen
Sackjkieid: das; -(e)s; -er lose fallendes,
ohne ausgeprägte Formgebung ge¬
schnittenes Kleid
Sack|lei|nen: das; -s; - sehr grober Lei¬
nenstoff, aus dem Säcke gefertigt wer¬
den
sack|wei|se: Adv. a) in Säcken »Das
Korn wurde sackweise verpackt.« b)
<verst.> in größeren Mengen »Die An¬
gestellten stahlen die hergestellten
Produkte gleich sackweise.«
Sa|djs|mus: <fr.-lat.> der; -; Sadismen a)
o. Pl. (sexuelle) Lust(u. Befriedigung)
bei der Zufügung körperlicher u. see¬
lischer Schmerzen b) Quälerei als Mit¬
tel des Lustgewinns
Sa|dist: <fr.-lat.> der; -en; -en weibl. Sa|-
dj|stin —» Sajdjs|tin: die; - ; -nen a)
Person, die bei der Zufügung körper¬
licher u. seelischer Schmerzen (sexuel¬
le) Lust verspürt b) Person, die aus
Spaß anderen Schmerzen zufügt
sa|dj|stisch —» sa|dis(tisch: Adj. a) bei
der Zufügung körperlicher u. seeli¬
scher Schmerzen (sexuelle) Lust ver¬
spürend »Er zeigte sadistische Ten¬
denzen.« b) brutal veranlagt
Sa|do|ma|so|chis(mus: der; - ; -maso¬
chismen a) o~ PI. (sexuelle) Lust bei
Zufügung u. Erduldung von Mi߬
handlungen b) quälerische u. selbst¬
quälerische Maßnahme
Sa|do|ma[so(chist der; -en; -en weibl.
Sa|do|ma(so|chistin —» Sa|do|ma|-
so|chis|tin: die; -; -nen Person, die se¬
xuelle Befriedigung, Lust dabei emp¬
findet, jmdn. zu quälen od. gequält zu
werden
sa)do|ma|so|chi]stisch —» sa|do|ma|-
so|chis|tisch: Adj. n. stg. <Med.> sexu¬
elle Lust bei sadistischen u. masochi¬
stischen Handlungen empfindend
säjen: säst; sätest; hast gesät 1 Samen
auf den Feldern, Beeten verteilen, um
neue Pflanzen wachsen zu lassen
»Wir haben Petersilie gesät.« 2
dibertr.» etw. ausstreuen; für die Bil¬
dung von etw. sorgen »Streit, Haß
säen« 3 wie gesät: in hoher Anzahl;
viel
Sä|er: der; -s; - weibl. Säe|rin —* Sä|e|-
rin: die; -; -nen [geh.; selten] jmd., der
das Saatgut aufs Feld streut
Sa|fa]ri: <arab.> die; - ; -s a) Reise mit ei¬
ner (Träger-)Karawane in Afrika b)
mehrtägige Fahrt zur Jagd od. Tier¬
beobachtung in freier Wildnis
Sa|fajrijpark: utrab.; lat.-fr.-engh der;
•s; -s zooähnliche Anlage, die man
mit dem Auto durchfahren kann, um
darin freilebende exotische Tiere zu
beobachten
Safe: <engl.> /ße'f/ der u. das; -s; -s gegen
Einbruch gesicherter Raum, Schrank
für wertvolle Dinge »Der Safe wurde
ausgeraubt, geknackt.«
Sajfer Sex —> auch Sa|fer|sex: <engl.>
/sa'fer ßekß/ der; -es; - Sexualverhal¬
ten, das eine (zu AIDS führende)
HlV-Infektion verhindern soll (insbe-
966
Sahnebonbon
sondere die Verwendung von Kondo-
men)
Sajfran —» Sa|f|ran: tpers.-arab.-lat.-fr»
der; -s; -e 1 mit den Krokussen ver¬
wandte Heil- u. Gewürzpflanze des
Mittelmeerraums, die im Herbst
blüht u. zur Herstellung von Farb¬
stoff verwendet wird 2 o. PI. Farb¬
stoff, der aus Pflanzenteilen des Sa¬
frans hergestellt wird 3 o. PI. Gewürz,
hergestellt, bestehend aus getrockne¬
ten Fruchtknoten des Safrans
Saft: der; -(e)s; Säfte 1 a) durch Pressen
gewonnene trinkbare Flüssigkeit aus
Obst od. Gemüse »Apfelsaft ♦
Tomatensaft« b) Flüssigkeit in Pflan¬
zen 2 [ugs.] Energie; Strom »Es ist
kein Saft auf der Leitung.« 3 jmdn. im
eigenen, in seinem eigenen Saft
schmoren lassen: jmdn. seine
Schwierigkeiten, die durch eigene
Schuld entstanden sind, allein bewäl¬
tigen lassen 4 ohne Saft u. Kraft:
[ugs.] ohne Energie; kraftlos
Saftfbra|ten: der; -s; - 1 (im Topf) ge¬
schmorter Rinderbraten 2 [ugs.; ab-
wert.l freche, unverschämte, dreiste
Person »Dein Sohn ist ein richtiger
Saftbraten.«
saft)griin: Adj. n. stg. von frischer, grü¬
ner Farbe wie sprießende, junge Blät¬
ter, Gräser o. ä.
safftig: Adj. 1 mit viel Flüssigkeit »ein
saftiger Apfel ♦ ein saftiges Steak«
Ant.: trocken 2 <verst.> kräftig; sehr
»eine saftige ( = hohe) Rechung»
Saf|tig|keifc die; - ; -en 1 (hoher) Gehalt
an Flüssigkeit 2 [ugs.] zotige Aus¬
drucksweise
Saft|kur: die; ~ ; -en Diät, bei der nur
Obst- u. Gemüsesäfte getrunken wer¬
den dürfen
Saft|pres|se: die; - ; -n (elektrisch be¬
triebenes) Gerät, das mit Druckkraft
Saft aus Obst od. Gemüse gewinnt
Saft|sack: der; -(e)s; -sacke [abwert.;
derb] Schimpfwort, zornige Bezeich¬
nung, Anrede einer männlichen Per¬
son
saftlyoM: Adj. a) [geh.] mit viel Flüssig¬
keit b) (übertr.) voller Kraft, Elan
Sajga: die; - ; -s spannende, unterhalt¬
same Familiengeschichte (in der Lite¬
ratur, den Medien)
Sa|ga|zi|tät: <lat.> die; - ; - [veralt]
Scharfsinn
Sa|ge: die; ~; -n a) mündlich überliefer¬
te Erzählung, die an historische Er¬
eignisse anknüpft u. mit Erfundenem
erweitert wird »Nibelungensage« b) es
geht die Sage,es wird (eine Un¬
Wahrheit od. etw. nicht Bewiesenes)
erzählt
Sa|ge: die; - ; -n Gerät, mit gezackter
Schnittfläche, das auf kleinster,
schmälster Fläche Holz od. Metall
zerteilt, wenn es hin- u. herbewegt
wird
Säjge|blatt: das; -(e)s; -blätter grob od.
fein gezähntes, dünnes Metallteil, mit
dem der Vorgang des Sägens von Ma¬
terial durchgeführt wird
S8|ge|bock: der; -(e)s; -bocke Unterla¬
ge, auf die die zu sägenden Stücke ge¬
legt werden
Säjge|mehl: das; -(e)s; - fein zerriebene
Holzteile, die beim Sägen von Holz
anfallen
Sä|ge|müh]le: die; - ; -n Handwerksbe¬
trieb, in dem aus Baumstämmen Bret¬
ter u. ä. gefertigt werden
sajgen: sagst; sagtest; hast gesagt 1 a)
eine sprachliche Äußerung formulie¬
ren; etw. (mündlich) in Wörter gefaßt
mitteilen »Ich sagte ihm deine genaue
Ankunftszeit. • Ich sagte ihm unsere
Ansicht zu dem Thema.« b) etw. er¬
gänzend bemerken, anmerken »Ha¬
ben Sie zu der Beschuldigung noch etw.
zu sagen?« c) befehlen »Von dir lasse
ich mir nichts sagen.« 2 eine Meinung
äußern; etw. od. jmdn. beurteilen
» Was sagst du zu meinem Vorschlag?«
3 jmdn. od. etw. benennen »Ich sage
immer Tantchen zu ihr. ♦ In Bayern
sagt man Erdapfel zur Kartoffel.« 4
für jmdn. eine Bedeutung haben; be¬
deutend sein »Reichtum sagt mir nicht
viel.« 5 etw. als wahre Begebenheit
darstellen; etw. behaupten »Er sagt
aber, daß du doch hingegangen bist.« 6
sagen wir: [ugs.] 1. einen Vorschlag
machen »Ich gebe Ihnen, sagen wir,
zwanzig Prozent Rabatt, wem Sie den
ganzen Posten nehmen u. bar bezah¬
len.« 2. etw. annehmen, vermuten;
beispielsweise »Wenn er, sagen wir,
das Haus günstig verkauft, macht er
einen Gewinn von zwanzigtausend
Mark.« 7 sag das nicht!: [ugs.] nicht
ganz sicher sein 8 sag bloß!; sag nur!:
[ugs.] das ist ja unglaublich; stimmt
das wirklich? 9 sage u. schreibe:
[ugs.] wirklich; wahrhaftig »Mein
Sohn hat heute sage u. schreibe einen
ganzen Kuchen allein aufgegessen.« 10
nichts zu sagen haben: [ugs.] bedeu¬
tungslos sein 11 (jmdtn.) nichts zu
sagen haben: [ugs.] keine Weisungs-
od. Befehlsgewalt haben 12 etw. zu
sagen haben: [ugs.] wichtig, bedeut¬
sam sein »Hat das etw. zu sagen, wenn
der Fernsehapparat ab u. zu flim¬
mert?« 13 (jmdm.) (etw.) zu sagen
haben: [ugs.] jmdm. Anweisungen u.
Befehle erteilen können 14 was sage
ich: wahrscheinlich; vielmehr »Du
mußt bestimmt Wochen, ach was sage
ich, Monate arbeiten, bevor du dir das
leisten kannst.« 15 sich etw. nicht
zweimal sagen lassen: etw. sofort
tun od. annehmen, zugreifen 16 wenn
ich es (dir) sage!: es stimmt, ich kann
es dir versichern 17 da sage ich nicht
nein: [ugs.] etw. annehmen, nicht zu¬
rückweisen od. ablehnen »Möchten
Sie noch eine Tasse Kaffee? - Da sage
ich nicht nein.« 18 sich etw./nichts
sagen lassen: [ugs.] einsichtig/unein-
sichtig sein 19 das kann ich dir
sagen: [ugs.] eine Aussage (drohend)
bekräftigen »Solche Respektlosigkei¬
ten dulde ich nicht, das kann ich dir
sagen.« 20 wer sagt’s denn: [ugs.] Be¬
merkung, mit der etw. mit Genug¬
tuung kommentiert wird, was man er¬
wartet, erhofft, angekündigt hat 21
ich kann dir sagen: [ugs.] etw. mit
Nachdruck beteuern »Ich kann dir sa¬
gen, das Hotel war wirklich hervor¬
ragend.« 22 was du nicht sagst: über¬
raschter Ausruf »Er ist freigesprochen
worden? Was du nicht sagst!« 23 wem
sagst du das!: etw. (bereits) kennen
od. wissen 24 dann will ich nichts ge¬
sagt haben: [ugs.] ich nehme meine
Bemerkung, Kritik o. ä. zurück 25
sagst du!: [ugs.] anderer Ansicht sein
»Das Auto ist noch prima in Ordnung.
- Sagst du! Das hat doch überall
Roststellen.« 26 gesagt, getan: etw.
ankündigen u. sofort ausführen »Er
wollte unbedingt zu seiner Freundin
ziehen, u. - gesagt, getan - er packte
seine Sachen.« 27 wie gesagt: was ich
bereits gesagt habe 28 zuviel gesagt
sein: das stimmt nicht ganz, es ist
übertrieben »Daß er total unfähig ist
in seinem Beruf, wäre zuviel gesagt.«
29 laß dir das gesagt sein: [ugs.] mer¬
ke es dir; richte dich danach 30 nicht
gesagt sein: nicht klar sein »Es ist
nicht gesagt, daß alles so klappt, wie
du dir das vorstellst.« 31 ich muß
schon sagen: wirklich, in der Tat
»Ich muß schon sagen, das hast du pri¬
ma gemacht.« 32 jmd. hat das Sagen:
[ugs.] jmd. bestimmt, entscheidet
sä|gen: sägst; sägtest; hast gesägt 1 etw.
mit einer Säge auseinandertrennen,
zu trennen versuchen, zerkleinern 2
[ugs.] im Schlaf laut schnarchen
Sajgen|dich|tung: die; - ; - <Liieratur-
wiss.> Teilbereich der Dichtung, der
alte, innerhalb der Kulturen überlie¬
ferte Themen, Geschichten zum In¬
halt hat
$a|gen|foijschung: die; - ; -en <Litera-
turwiss.> wissenschaftliche Erfor¬
schung der Entstehung u. Verbrei¬
tung von Sagen
Sajgen|ge[stalt: die; ~ ; -en <Literatur-
wiss.; Mythologie) Person, Protago¬
nisten), Figur aus einer Sage
sa|gen|haft: Adj. sagenhafter; sagen¬
hafteste 1 n. stg. a) einer Sage zuzu¬
ordnen b) der Nachwelt nur aufgrund
(positiver) Überlieferungen zugäng¬
lich 2 [ugs.] von außergewöhnlicher
Ausprägung; von ganz besonderer
Art 3 <verst.> sehr; außergewöhnlich
»Die Prüfung ist sagenhaft gut gelau¬
fen.«
Sa|gen|schatz: der; -es; -schätze (PI. s.)
[geh.] alle einem Kulturbereich zuzu¬
ordnenden Sagen
Säjger: der; -s; - weibl. Sa]ge|rin: die;
- ; -nen Person, die die Tätigkeit des
Sägens ausübt
Sä|ge|spä|ne: die (PI.) gröberer Holz¬
abfall beim Sägen von Holz, bei dem
noch Stückchen zu erkennen sind
Säjgejwerk: das; -(e)s; -e Betrieb zur
Weiterverarbeitung von Baumstäm¬
men
Sajgo: der; -s; - in Flüssigkeit aufquel¬
lendes Korn der Sagopalme
Sa[ha|ra: <arab.> die; ~ ; - <Geographie>
großes Wüstengebiet im Norden von
Afrika
Sa|ltel: <arab.> der; - u. -s; - <Geogra¬
phie> wüstenähnliches Gebiet südlich
der Sahara
Sa|hel|zo|ne: <arab.> die; - ; - <Geogra¬
phie> Übergangsgebiet von Wüste zur
Steppe südlich der Sahara
Sah|ne: die; ~; -1 a) Rahm-, Fettschicht
der Milch b) geschlagener, fester
Rahm als Beilage zu Kuchen o. ä. 2 a)
dibertr.) [ugs.] der beste Teil von etw.
b) (allererste Sahne (sein): unüber¬
trefflich gut (sein) ;
Sah|ne|bon|bon: der u. das; -s; -s Süßig¬
keit, hergestellt aus Zucker u. Sahne
967
Sahneeis
Sah|ne|eis: das; -es; - auf der Basis von
Sahne, mit (viel) Sahne hergestelltes
Speiseeis
Sah|ne|känn|chen: das; -s; • kleines
Gelaß für die Sahne od. Kondens¬
milch zum Kaffee
Sah|ne|löf)fel: der; -s; - spezielles Be¬
steckteil, mit dem Schlagsahne aus ei¬
ner Schüssel entnommen wird
Sah|ne|quark: der; -s; - Quark mit Sah¬
neanteil u. hohem Fettgehalt
Sah|ne|schnit)zel: das; -s; - Fleischge¬
richt, bestehend aus einer dünnen, ge¬
bratenen Schweine- od. Kalbfleisch¬
scheibe mit Sahnesoße
Sah|ne|torjte: die; - ; -n hoher Kuchen,
der mit Sahne gefüllt u. verziert ist
Saib|ling/Salb|ling: der; -s; -e Fisch in
den Gewässern der Alpen u. Voral¬
pen, der zur Familie der Lachse ge¬
hört
Sai|son: dat.-fr» /säsong u. säsong/ die;
~ ; -s günstiger Zeitraum (im Jahr), in
dem etw. besonders häufig betrieben
wird od. besonders häufig vorhanden
ist »Federweißer hat jetzt Saison.«
sai|son[ab|hän|gig: dat.-fr.; dt» /sä¬
song- u. säsong-/ Adj. an einen be¬
stimmten Zeitraum gebunden
sai|so|nal: dat.-fr» /säsonal/ Adj. n. stg.
an einen bestimmten Zeitraum ge¬
bunden, von diesem abhängend »Die
Zahl der Starts u. Landungen ist an
diesem Flughafen saisonal unterschied¬
lich.«
Sai|son|aus|ver]kauf: <fr.; dt» /säsong-
u. säsong-/ der; -(e)s; -ausverkaufe
Verkauf von im Preis herabgesetzter
Ware am Ende der jeweiligen Jahres¬
zeit zwecks Räumung der Lager
sai|son|be|dingt: <fr.; dt» /säsong- u.
säsong-/ Adj. n. stg. abhängig von ei¬
nem bestimmten Zeitraum innerhalb
des Jahres »Die Erdbeeren sind saison¬
bedingt im Sommer preiswert.«
sai|son|be|rei[nigt: fr.; dt» /säsong- u.
säsong-/ Adj. n. stg. <Wirt.; Statistik)
[amtsspr.] von jahreszeitlich beding¬
ten Faktoren (bei der Berechnung der
Arbeitslosenzahlen) befreit; unter be¬
sonderer Gewichtung, Berücksichti¬
gung von jahreszeitlich bedingten
Faktoren korrekt berechnet
Sai|son|be|trieb: fr.; dt» /säsong- u.
säsong-/ der; -(e)s; -e 1 Firma, in der
nur in einem bestimmten Zeitraum
gearbeitet wird »Die meisten Eisdielen
sind Saisonbetriebe.« io. PI. in einem
bestimmten Zeitraum des Jahres herr¬
schendes Gedränge
Saijson[ge|schäft: fr.; dt» /säsong- u.
säsong-/ das; -fe)s; -e 1 Einnahmen
u. Gewinne, die in einem bestimmten
Zeitraum des Jahres gemacht werden
»Wir haben ein gutes Suisongeschäft
gemacht.« 2 Firma, Laden, in der/
dem nur in einem bestimmten Zeit¬
raum gearbeitet wird
Saijson|kre|dit: dat.-it.-fr» /säsong- u.
säsong-/ der; -fejs; -e <Bankw.> Dar¬
lehen für Betriebe, die Zeiten ohne
Einnahmen haben
Sai|son|wan|de|rung: fr.; dt» /säsong-
u. säsong-/ die; - ; -en Wechseln von
einem Arbeitsplatz, an dem nur ein
paar Monate im Jahr gearbeitet wer¬
den kann, an einen anderen
sai|son|wei|se: fr.; dt» /säsong- u.
säsong-/ Adv. für die Dauer ebner Sai¬
son
Sai|te: die; - ; -n 1 a) <Musik> Teil von
Musikinstrumenten, mit dem durch
Streichen, Schlagen od. Zupfen ein
Ton erzeugt wird b) Metall-, Kunst¬
stoff- od. Naturdarmfaden zur Be¬
spannung von Federball- od. Tennis¬
schlägern 2 andere Saiten aufziehen:
energischer durchgreifen
Saiften[halften der; -s; - <Musik> Befe¬
stigungskonstruktion der Saiten eines
Saiteninstrumentes
Saj|ten|in|stru|ment —> Saiftenjin|s|tf-
ru|ment das; -(e)s; -e Musikinstru¬
ment, bei dem die Töne von schwin¬
genden Saiten erzeugt werden
Sa{|ten|spiel: das; -(e)s; - <Musik> [ver-
alt.] Musizieren mit einem Saitenin¬
strument
Sajke: der; ~; - japanischer Reiswein
Sak|ko/[österr.] Sakjko: der u. [österr.
nur] das; -s; -s Herrenjackett »Er trug
ein gestreiftes Sakko.«
Sak|ko|an|zug: der;-(ejs; -anzüge <Her-
~renoberbekleidung> Kombination
aus Jacke u. Hose
sa|kral: Interj. [süddt.] verflucht!
sajkral —* sa]k|ral: dat» Adj. 1 <Reli¬
gion) heilig; religiös »sakrale Kunst«
Ant.: profan 2 <Med.; Anat.> zum
Kreuzbein gehörend
Sa|kral|bau —* Sa|k|ral|bate dat.; dt»
der; -(e)s; -ten <Bauw.; Religion) Ge¬
bäude für religiöse Zusammenkünfte,
Handlungen
Sa|kra|ment —» Sa|k|ra|ment dat»
das; -(e)s; -e (christliche Kirche) eine
göttliche Gnade vermittelnde Hand¬
lung in der Kirche »das heilige Sakra¬
ment der Ehe«
sa|krafmgnt|lich —> sa|kjra|ment|lich:
dat» Adj. n. stg. (christliche Religion)
auf ein Sakrament bezogen; einem
Sakrament zuzuordnen
Sa|kri|fi]zi|um —» Sa|k|ri|fi|zi|um: dat»
das; -s; Sakrifizien Isakrifizknj
christliche Religion) Opfer
Sa|kri|leg —* Sa|k|ri|leg: dat» das; -s; -e
/Sa|kri|le|gi|um —> Sa|k|ri|le|<pi|um:
dat» das; -s; Sakrilegien 1 (Religion)
wissentliche Mißachtung od. Schän¬
dung von Heiligem; Verstoß gegen re¬
ligiöse Sitten u. Gebräuche 2 <übertr.>
ungebührliche Behandlung von Per¬
sonen u. Gegenständen
sa|kri|le|gisch —* sa|k|ri|lelgisch: dat»
Adj. n. stg. (christliche Religion) heili¬
ge Personen, Stätten od. Gegenstände
mißachtend
Sa|kri(le|gi|um —» Sa|k|ri|lejgi|um: dat»
das; -s; Sakrilegien IsakrUegi'nlX (Re¬
ligion) wissentliche Mißachtung od.
Schändung von Heiligem; Verstoß
gegen religiöse Sitten u. Gebräuche 2
(übertr.) [oft scherzh.] unangemesse¬
nes Verhalten, das jmds. Gefühle ver¬
letzt Syn.: Sakrileg
Sa|kri|stei —> Sa|k!ris|tei: dat» die; - ;
-en (Kirche) Aufbewahrungsort für
die zum Gottesdienst notwendigen
Utensilien
sä|ku|lar: dat» Adj. n. stg. 1 [geh.] (Reli¬
gion) (aus Sicht der Kirche) weltlich,
nicht geistlich 2 [geh.] a) 100 Jahre an¬
dauernd b) sich alle 100 Jahre zei¬
gend, wiederholend 3 [geh.] herausra¬
gend, etw. ganz Besonderes 4 (Astro¬
nomie; Bewegungen von Himmels¬
körpern) in einem sehr langen Zeitab¬
schnitt verlaufend 5 (Geologie; Ver¬
änderungen der Erdoberfläche) in
einem sehr langen Zeitabschnitt gebil¬
det
Sä|ku|lar|fei|er: dat» die; - ; -n Fest, Fei¬
er zum hundertjährigen Jubiläum
Sä|ku|la|ri|sa|ti|on: dat» die; - ; -en (Re¬
ligion; Kirche) 1 Überführung von
kirchlichem Eigentum in staatlichen
Besitz 2 Heraustreten aus der Obhut
der Kirche; Verweltlichung von Le¬
bensbereichen 3 Entlassung aus dem
Klosterleben
Sa|la|tnan|der. <gr.-Iat» der; -s; - wech¬
selwarmes Tier aus der Familie der
Lurche
Sa|la|mi: dat.-it» die; - ; - u. -s u.
ISchweiz. auch] der; -s; - luftgetrock¬
nete Dauerwurst aus Schweine-, Rind
u./od. Eselsfleisch mit Gewürzen
Sa|)ajmi|takftik: dat.-it.; gr» die; ~ ; -en
(meist Pol.) [scherzh.] Vorgehenswei¬
se, ein Ziel in kleinen Schritten zu er¬
reichen (ähnlich den dünnen Schei¬
ben, in die Salami Stück für Stück
aufgeschnitten wird)
Sa|lär: dat.-fr» das; -s; -e Gehalt, Bezü¬
ge, Bezahlung für eine Tätigkeit
Sa|lat: dt» der; -(e)s; -e 1 a) Kultur¬
pflanze mit eßbaren, meist grünen
Blättern, die kugelförmig zusammen¬
gewachsen sind »Ich pflanze Salat
an.« b) Speise aus Blättern des Salats
(a) bzw. Frucht-, Gemüse-, Käse-,
Fleisch- od. Fischstücken u. einer So¬
ße 2 da haben wir den Salat: [ugs.]
Ausruf bei einem Mißgeschick
Sa|lat|be|steck: dat.-it.; dt» das; -(e)s;
-e besonders geformte(r) Löffel u.
Gabel, zum Servieren von Salat
Sa|lat|gur|ke: dat.-it.; dt» die; - ; -n
längliche Gurkenart mit dunkelgrü¬
ner Außenschale u. hellgrünem (wäss¬
rigen) Fruchtfleisch; Schlangengurke
Sa|lat|kar|tof|fel: dat.-it» die; ~ ; -n (m.
PI.) festkochende Kartoffel(sorte),
die sich zur Zubereitung von Kartof¬
felsalat eignet
Sa|lat|öl: dat.-it» das; -(e)s; - u. (Sor¬
ten) -e Pflanzenöl für die Zubereitung
einer Salatsoße usw.
Sa|lat|pflan|ze: dat.-it.; dt» die; • ; -n
Pflanze, deren Teile zu Salat (lb) ver¬
arbeitet werden können
Sa|lat|schüs|sel: dat.-it.; dt» die; - ; -n
meist rundes, bauchiges, oben offenes
Gefäß zum Zubereiten u. Servieren
von Salat (lb)
Sa|lat|so|Be:dat.-it.;fr»die; - ;-«Tun¬
ke, Dressing od. Marinade zur Ge¬
schmacksverfeinerung von Salat (lb)
Sal|ba|de|rei: die; - ; -en [abwert.] in
übertrieber Weise festliche Rede
Sal|be: die; - ; -n (Med.) heilend wirken-
~de streichfähige Masse, Paste, Creme,
die auf verletzte, schmerzende Kör¬
perstellen aufgetragen wird »Sie rieb
die geprellte Schulter mit einer Salbe
ein.«
Sgl|bei: der; -s; - u. [österr.] die; - ; - a)
Pflanze aus der Familie der Lippen-
biüter b) getrocknete Blätter des Salb¬
eis (als Gewürz od. Tee)
sal|ben: salbst; salbtest; hast gesalbt 1 a)
(kath. Kirche) einen Sterbenden od.
968
Salz
Schwerkranken mit geweihtem Salböl
einreiben b) <kath. Kirche» im Rah¬
men einer Zeremonie jmdn. mit Chri-
sam betupfen u. diese Person (z. B.
bei der Priesterweihe) in ein Amt ent¬
setzen c) «hist.» jmdn. durch eine sym¬
bolische Salbung zum König ernen¬
nen 2 [selten] Creme, Öl od. Salbe auf¬
tragen
Salb|ling/Saib|ling: der; -s; -e Fisch in
den Gewässern der Alpen u. Voral¬
pen, der zur Familie der Lachse ge¬
hört
Salbjöl: das; -(e)s; -e (PL s.) für (reli¬
giöse, rituelle) Salbungen, Einreibun¬
gen verwendetes Öl, Syn.: [fremdsprl.]
Chrisam
sal|bungs|voll: Adj. [abwert.] übertrie¬
ben feierlich u. würdevoll
Säl|chen: das; -s; ~ kleiner Saal
Saljchow: /salcho/ der; -s; -s ein rück¬
wärts gedrehter Sprung beim Eis¬
kunstlauf
Sal|den|li|ste —> Sal|den|lis|te: <«'/.> die;
- -n <Wirt.; Bankw.» Übersicht der
Kostenstände aller Konten
Sal|die|ning: du die; - ; -ert «Wirt.;
Bankw.» 1 Ermittlung des Konto¬
stands 2 Bezahlung einer Rechnung
Sal|do: dta der; -s; -s u. Salden u. Saldi
«Wirt.; Bankw.» 1 Unterschied zwi¬
schen der Haben- u. Sollseite eines
Kontos 2 nach Abschluß einer Rech¬
nung offenbleibender Betrag
Sal|do|an[erffcennt|nis: dt.; du das; -ses;
-e «Wirt.; Bankw.» Akzeptieren eines
offenstehenden Betrages von Seiten
des Schuldners
Sal[do|konfto: du das; -s; -konten
«Wirt.; Bankw.» Gesamtkonto, auf
dem die Kontostände aller Einzel¬
konten erfaßt werden
Sales-majna|ger —» Sales(ma|nager:
<engl.> /ßeäs-/ der; -s; - weibl. Sales-
ma|na|ge|rin —* Sales[ma|nage[rin:
die; - ; -neu verantwortliche(r) Leite¬
rin) der Verkaufsabteilung
Sales|man|ship: <engla /ßejls-/ das; -s; -
«Wirt.» in den USA kultivierte Ver¬
kaufsstrategie
Sa|li|cy|lat [fachsprl.]/Sa|li|zy|lat /sali-
zülat/ das; -(e)s; -e «Chemie» Salz der
Salizylsäure
Sa|li|ne: data die; - ; -n 1 begehbare
Holz- u. Reisigkonstruktion, auf die
Salzwasser geträufelt wird, Vorrich¬
tung zur Salzgewinnung aus Sole od.
zur Anreicherung der Luft mit Salz zu
Therapiezwecken 2 künstlich ange¬
legtes Feld, in dem Meerwasser ver¬
dunstet, so daß das darin enthaltene
Salz zurückbleibt
Sa|li|nen|salz: dat.t das; -es; - durch
Verdunstung von salzhaltigem Meer¬
wasser gewonnenes Salz
Sa|li]zy]lat/[fachsprl.] Sa|li|cy|lafc /sali-
zülat/ das; -(e)s;-e «Chemie» Salz der
Salizylsäure
Salk|imp|fung —» auch Salk-Impjfung:
/ßo'k-/ die; -; -en «Med.» Impfung ge¬
gen Kinderlähmung
Sa)k-Vak|zi|ne —auch Salkvak|zj]ne:
/ßo'k-/ die; ~ ; - «Med.» Impfstoff, Se¬
rum gegen Kinderlähmung
Salm: tgr.-lata der; -s; -e (Pt. s.) [ugs.]
a) langweiliges Geschwätz b) einen
langen Salm machen: lange, um¬
ständlich u. langweilig reden
Salm: dau der; -(e)s; -e Lachs »Es gab
gegrillten Salm als Hauptmahlzeit.«
Sal|mi|ak/[österr. nur] Sal|mi|ak: «Zur.»
/salmjak/ der u. das; -s; - «Chemie»
Ammoniakverbindung
Sal|mi|ak|geist/Sal|mi|ak|geist: dau
/salmjak-/ der; ~(e)s; - Ammoniak in
Wasser gelöst
Sal|mi|ak|pa|stil|le/Sal|mi]ak|pa|stil|le
—*■ Sal|mi|ak|pas|til|le/Sal|mi|ak|-
pas|til|le: data /salmjak-/ die; - ; -n
kleines, schwarzes Plättchen aus Sal¬
miak u. Süßholzsaft zum Lutschen
Sal|mo|nel|le: dau die; - ; -n (m. PI.)
Bakterie, die (schwere) Darmkrank¬
heiten verursacht »Salmonellenvergif¬
tung«
Sal|mo|nel|lo|se: die; ~ ; -n «Med.» Er¬
krankung des Darms durch eine Sal¬
monelleninfektion
sa|lofmo|nisch: Adj. [geh.] weise; ge¬
recht; klug »ein salomonisches Urteil •
eine salomonische Entscheidung«
Sa]io|mon|sie|gel/Sa|lo|mons|sie|gel:
das; -s; - Pflanze mit wie Glocken ge¬
formten Blüten aus der Familie der
Liliengewächse
Sa|lpn: dt.-fra /ßalong, salong u.
[süddt.; österr.] salon/ der; -s; -s 1 a)
Ausstellungsraum "b) Ausstellung 2
[veralt.] für Repräsentationszwecke
eingerichteter Raum 3 besonders gut
ausgestatteter Geschäftsraum 4
Räume eines Frisörs o. ä. 5 privater
Versammlungsraum, Treffpunkt für
Intellektuelle u. Künstler
sa|lon|fä|hig: dat.~it.-fr.; du /ßalong- u.
salong-/ Adj. n. stg. 1 (vom Benehmen
u. Auftreten her) die gesellschaftli¬
chen Standards erfüllend 2 etw. ist
nicht (ganz) salonfähig: [ugs.] etw.
(meist aus dem sexuellen Bereich) ist
derb od. umgangssprachlich formu¬
liert u. sollte nur sehr vorsichtig ge¬
sagt, benutzt werden
Sa|lon|kom|mu|nisfc dat.-it.-fra /ßa¬
long- u. salong-/ der; -en; -en weibl.
Sa|lpn|kom|mu|n)|stin —* Sa|lon|-
kom|mu|nis[tin: die; - ; -nen jmd., der
den Kommunismus theoretisch ver¬
tritt, praktisch aber nur umsetzt,
wenn er keine persönlichen Nachteile
erleidet
Sa|lon|lö|we: dat.-it.-fr.> /ßalong- u. sa¬
long-/ der; -n; -n [meist abwert.]
Mann, der sich bei Gesellschaften
gern in den Mittelpunkt spielt u. die
Beachtung der Frauen sucht
Sa|lon|mu|sik: dat.-it.-fra /ßalong- u.
salong-/ die; - ; - leichte, ein wenig alt¬
modische Unterhaltungsmusik
Sa|lon|wa|gen: dat.-it.-fra /ßalong- u.
salong-/ der; -s; - Eisenbahnwaggon
mit exklusiver, wohnzimmerähnli-
eher Einrichtung u. Ausstattung
Salloon: (amerika /ßälun/ der; -s; -s a)
«hist.» Kneipe, Bar im Amerika des
Wilden Westens b) Lokal, das im
Wildweststil eingerichtet ist
sa|lopp: <fra Adj. salopper; salopp(e)ste
in Kleidung, Umgangsformen od.
Sprache ungezwungen, locker u. läs¬
sig »Sie trug einen saloppen Pulli.«
Saljpe: die; ~ ; -n «Zool.» im Salzwasser
lebendes, farbloses, durchsichtiges
Manteltier
Sal|pe|ten der; -s; - «Chemie» Salz der
Salpetersäure
Sal]pe|ter|säu|re: die; - ; - «Chemie»
Stickstoffsäure
Salt/SALT: Abk. <engla /ßo't/ Strategie
Arms Limitation Talks = Abrü¬
stungsgespräche über die Kontrolle
strategischer Waffen (zwischen
UdSSR u. USA)
Salt-Kgn|fe|renz/SALT-Kon|fe|renz:
<engl.; dta /ßo't-/ die; - ; -en «Pol.» Ge¬
sprächsrunde über die Abrüstung
hinsichtlich strategischer Waffen
(zwischen der UdSSR u. den USA)
Sal|to: dal.-it.»der; -s; -s u. Salti «Sport»
freier Überschlag mit Drehung des
Körpers
Sal|to mor|ta|le: <ita der; - ; - u. Salti
mortali gefährlicher, artistischer
Kunstsprung
sa|iül: <fr.> /ßalü/ Adv. [Schweiz.; ugs.]
Grußformel; hallo bzw. tschüs
Sajlufc data der; -(e)s; -e «Milit.»
Schüsse, die zu besonderen Anlässen
als Ehrung abgefeuert werden
Sa]lu|ta|ti|on: data /salutazion/ die; - ;
-en «Milit.» das Grüßen besonders von
Vorgesetzten
sa|lu|tie|ren: data salutierst; salutiertest;
hast salutiert 1 a) «Milit.» einen Vorge¬
setzten (durch Heben der Hand an die
Kopfbedeckung u. Einnehmen einer
getreckten Haltung) grüßen b) [ver¬
alt.; österr.] durch Heben der Hand
an die Kopfbedeckung grüßen 2 [sel¬
ten] Salutschüsse abfeuern
Sa|lut|schuß —» Sa|lutjschuss: dat.;
du der; -Schusses; -schüsse (m. PL)
«Milit.» als militärischer Ehrengruß
abgefeuerter Schuß
Sal|va|tor: (Warenzeichen) /salwator/
das u. der; -s; - Münchner Biermürke
Sal|va|tor. data /salwator/ der; -s; - Hei¬
land; Erretter
Sal|ve: dat.-fra /salwe/ die; • ; -n «Milit.»
a) zeitgleich abgefeuertes Gewehr-
od. Kanonenfeuer »Ehrensalve« b)
Serie von kurz nacheinander abgefeu¬
erten Schüssen aus einem Maschinen¬
gewehr c) «übertr.» etw. schnell nach¬
einander od. gleichzeitig heftig Her¬
vortretendes »Lachsalve«
saljvel: data /salwe/ Int erj. «hist.» Gruß
(im antiken Rom)
Sal|wei|de: die; -; -n Baum-, Strauchart
mit silberfarbenen Kätzchen
Salz: das; -es; - od. -e 1 o. PL körniges,
in Flüssigkeit lösliches Gewürz, das
unterirdisch in Bergwerken od. aus
Meerwasser gewonnen wird »Er
streute Salz u. Pfeffer über sein
Tomatenbrot.« 2 sich aus Säure zu¬
sammensetzende chemische Verbin¬
dung mit Metall, Ammonium od.
Kohlenstoff 3 nicht das Salz zum
Brot, zur Suppe haben: nicht genü¬
gend zum Leben besitzen 4 jmdm.
nicht das Salz in der Suppe gönnen:
voller Neid sein 5 Salz u. Brot macht
Wangen rot: (auch) einfaches Essen
ist, hält gesund 6 weder Salz noch
Schmalz haben: [ugs.] ohne Kraft
sein 7 das Salz in der Suppe (sein):
das Herausragende, eigentlich Inter¬
essante an etw., von etw. sein 8 Salz
auf, in jmds- Wunde(n) streuen: jmds.
Kummer noch verstärken, verschlim¬
mern 9 weder Salz noch Schmalz
sein: nichts Halbes u. nichts Ganzes;
969
Salzader
nicht genügend; nicht entschieden ge¬
nug sein; keine klare Linie verfolgend
Salz|ader —> Salz|a|der. die; - ; -n
<Geologie> Bodenschicht, -bereich,
die/der aus Salz besteht
salz|arm: Adj. salzärmer; salzarmste
<Kochk.> ganz leicht gesalzen »Als
Diät empfiehlt der Arzt salzarme
Kost.«
Salz|bad: das; -(e)s; -b'äder das Baden
in salzhaltigem Wasser (zu Therapie¬
zwecken)
Salz|berg|bau: der; -s; - Abbau von Salz
aus der Erde
Salzjberg(werk: das; -(ejs; -e Anlage
zum Abbau von Salz, das sich unter
der Erde befindet
Salz|bild|ner: der; -s; - <Chemie> Stoff,
"der mit Metallen Salze bildet
Salz|bre|zel: die; - ; -n mit Salz bestreu¬
tes Gebäckstück in Brezelform
sal|zen: salzt; salztest; hast gesalzen u.
Iselten] gesalzt <Kochk.> etw. mit
Salz würzen
Sa>z|fä8fche» —* Salz|fäss|cherr das;
-s; - kleiner Behälter für Salz (mit
Streulöchern)
Salzfleisch: das; -(e)s; - durch Einsal¬
zen haltbar gemachtes Fleisch, Syn.:
Pökelfleisch
salzfrei: Adj. n. stg. kein Salz enthal¬
tend; ohne Salz
Salz|ge|halt: der;-(e)s;- Salzanteil
Salz|gru|be: die; - ; -n unterirdische An¬
lage zum Abbau von Salz
Salzjguijke: die; - ; -n <Kochk.> in salz¬
haltige Flüssigkeit eingelegte Gurke
salz|hal|tig: Adj. salzig, (neben anderen
Bestandteilen) Salz enthaltend
Salz|he|ring: der; -(e)s; -e «Speise)
durch Einreiben mit Salz konservier¬
ter Hering
sal|zig: Adj. a) mit einem (hohen) Salz¬
anteil »Das Meerwasser ist salzig.« b)
(zu starken) Salzgeschmack aufwei-
sencj »Die Soße schmeckt salzig.«
Salz|karjtoffel: die; - ; -n (m. PI.) ge¬
schälte, in Salzwasser gekochte Kar¬
toffel
Salz|kon|zenfrafi|on —» Salz|kon|-
zen|t|rafi|ore die; - ; - <Chemie> Höhe
des Salzgehaltes einer Lösung
Salz|lajgeijstätfe: die; ~ ; -n Vorkom¬
men von Steinsalz in der Erde
Salz|la|ke: die; - ; -n <Kochk.> stark salz¬
haltige Flüssigkeit (als Pökelgrundla¬
ge)
salzfos: Adj. n. stg. keinerlei Salz ent¬
haltend
Salz|lö|sung: die; - ; -en Wasser, das
aufgelöstes Salz enthält
Salz[pfan|ne: die; • ; -n <Geographie>
beinahe ebenes Wüstengebiet, dessen
Oberfläche mit einer Salzkruste über¬
zogen ist
Salz|pflan|ze: die; - ; -n Pflanze, die auf
salzhaltigen Böden gedeihen kann
Salz|säu|le: die; - ; -n 1 Säule aus Stein¬
salz, die sich durch Witterungsein¬
flüsse gebildet hat 2 zur Salzsäule
erstarren: vor Schreck zu keiner Be¬
wegung mehr fähig sein
Salz|säu|re: die; -; - «Chemie) sehr stark
ätzende Säure
Salz|see: der; -s; -n See, dessen Wasser
große Mengen Salz enthält, oft eine
Salzkruste bildet
Salz|so|)e: die; - ; -n <Kochk.> salzhalti¬
ge Lösung zum Einlegen von Lebens¬
mitteln
Salz|stan|ge: die; ~ ; -n mit groben Salz-
körnem bestreutes, sehr dünnes,
längliches Knabbergebäck
Salz|steu|en die; ~ ; -n staatliche Abga¬
be, die auf Speisesalz erhoben wird
Salz|streu|er: der; -s; - Behälter mit Lö¬
chern im Deckel zum leichteren Do¬
sieren von Speisesalz beim Würzen
Salzfeig: der; -(e)s; - Masse aus Mehl,
Wasser u. Salz, die zur Herstellung
von Kunstgewerbearbeiten benutzt
wird
Salz|was|ser. das; -s; - u. -wässer 1 PL
-wässer Wasser der Ozeane 2 a) o. PI.
beim Kochen verwendetes Wasser, in
dem Speisesalz enthalten ist b) PL
-wässer Salzlösung, Lake (z. B. zum
Einlegen, Pökeln von Nahrungsmit¬
teln)
Salz|werk: das; -(e)s; -e Betrieb, Anla¬
ge zur Salzgewinnung
Salz|wü|ste —» Salz)wüs|te: die; - ; -n
<Geologie> ödes, unwirtliches Gebiet
mit Salzboden
SA-Mann: der; -(e)s; -Männer <hist.;
Nationalsozialismus) Angehöriger
der Sturmabteilung der NSDAP
Sä|mann: der; -(e)s; -männer [poet.;
veralt.] jmd., der Saatgut ausstreut
Sa|ma|rijter: <lat.> der; -s; - weibl. Saj-
ma[ri[te|rin: die; - / -nen a) Person, die
Bedürftigen ohne Gegenleistung Hil¬
fe leistet b) [Schweiz.] Sanitäter(in)
Sa|ma|ri|ter|dienst der; -(e)s; -e Be¬
dürftigen ohne Gegenleistung erwie¬
sene Hilfs- od. Pflegeleistung
Sam|ba: <Afrik. Spr.-port.> die; ~ ; -s u.
[ugs. u. österr. nur] der; -s; -s moder¬
ner Paartanz im Zweivierteltakt nach
brasilianischen Rhythmen » Wir tanz¬
ten eine Samba.«
Sa|men: der; -s; - 1 Keim, Saat, Kern
einer Pflanze, aus dem eine neue
Pflanze entsteht 2 Sperma; fruchtba¬
re, Fortpflanzungszellen enthaltende
Flüssigkeit des Mannes, männlichen
Tieres zur Befruchtung einer weibli¬
chen Eizelle
Sa|men|an|la|ge: die; - ; -n <Bot.> Teil ei¬
ner Blüte, aus dem der Samen ent¬
steht
Sa|men|bank: die; - ; -en <Med.> Ort zur
Aufbewahrung von Sperma zwecks
künstlicher Befruchtung
Sa|men|er|guB —» Sa|men|er|guss:
der; -ergusses; -ergösse Ausstoß der
Samenflüssigkeit
Sa|menfa|den: der; -s; -faden <Med.>
schmaler, länglicher Teil des Samens,
Syn.; [fremdsprl.] Spermium
Sa|menflüs|sig|keit: die; - ; -en vom
männlichen Partner beim Samener¬
guß abgegebene Flüssigkeit, in der
die Spermien schwimmen, Syn.:
[fremsprl.] Ejakulat
Sa|men|kap|sel: die; - / -n von einigen
Pflanzen gebildeter fester Behälter für
die Samen, der nach dem Trocknen
aufplatzt u. die Samen freigibt
Sa|men|kern: der,-(e)s; -e harter Pflan¬
zensamen, der sich innerhalb des
Fruchtfleisches befindet
Sa|men|korn: das;-(e)s; -körner kleiner
Pflanzensamen
Sa|men|leifer: der; -s; - <Anat.> Gang
zwischen Harnröhre u. Hoden
Sa|men|pflan|ze: die; - ; -n Gewächs,
das zur Vermehrung Samen bildet
Sa|men|über|tra|gung —> Sa|men|ü|-
beijtra|gun<£ die; - / -en künstliche
Einbringung von Samen in den weib¬
lichen Körper zwecks Befruchtung
der Eizelle
Sa|men|zucht: die; - ; - Kultivierung
von Pflanzen zur Produktion von
Saatgut
Sä|me|rei: die; - ; -en 1 n. PL Samen von
Pflanzen; Saatgut 2 Geschäft, in dem
man Saatgut kaufen kann
sä|mig: Adj. zähflüssig, durch Hilfsmit¬
tel angedickt Ȇber die Kartoffeln
wurde eine sämige Soße gegossen.«
Sä|mig|keit: die; - ; - Zähflüssigkeit von
angedickten Suppen od. Soßen
Sä|misch|le|der: das; -s; - [fachsprl.]
mit Tran gegerbtes, weiches Leder
Sam|inel|al|biim: das; -s; -alben Buch
zum Einkleben od. Einheften von Bil¬
dern, Briefmarken o. ä.
Sam|mel|an|schluß —■> Sam|mel|an|-
schluss: der; -anschlusses; -anschlüsse
Telefonanschluß mit einer Nebenstel¬
lenanlage
Sam|mel|becken (Sam|mel|bek|ken
—» Sam|mel|be|cken); das; -s; - a)
Behälter, in dem sich Flüssigkeit sam¬
meln soll b) <übertr.> Auflangstation,
Aufenthaltsort für verschiedene, ver¬
schiedenartige Personen
Sam|meljbe|griff: der; -(e)s; -e Wort,
das die Bedeutung verschiedener
Ausdrücke beinhaltet, Oberbegriff
für verschiedene Dinge ist
Sam|mel|be|stei|lung: die; - ; -en von
mehreren Kunden gemeinsam gege¬
bener Lieferauftrag, um einen günsti¬
geren Preis zu erlangen
Sam|mel|büch|se: die; - / -n Blechdose
mit Öffnungsschlitz, in der für wohl¬
tätige Zwecke Spenden gesammelt
werden
Sam|me|lei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
übertriebene Sammelleidenschaft
Sam|melfahr|schein: der; -(e)s; -e
<Verkehrsw.> a) Fahrausweis, der für
mehr als eine Person gültig ist b)
Fahrausweis mit Entwertungsfeldern
für mehrere Fahrten
Sam|mel|ge|biet: das; -(e)s; -e Bereich,
"aus dem jmd. etw. sammelt »Mein
Sammelgebiet sind Bierdeckel.«
Sam|mel|gut: das; -(e)s; - Waren, die
als Sammelladung, zusammen trans¬
portiert werden
Sam|mel|kon|to: das; -s; -konten <Wirt.;
Bankw.) mehrere ähnliche Konten,
die zu einem Konto zusammengefaßt
wurden
Sam|mel|la|ger. das; -s; - Ort, an dem
Flüchtlinge od. Gefangene (vorüber¬
gehend) untergebracht werden
Sam|mel|lei|den|schaft: die; - / -en
Sammeln von etw. als großes Hobby
Sam|mel|lin|se: die; - ; -n <Physik; Op¬
tik) Linse, die Lichtstrahlen bündelt
Sam|mel|map|pe: die; - / -n in der Mitte
geknicktes Stück Pappe als Hülle
zum Sammeln, Ordnen od. Aüfbe-
wahren von losen Blättern
sam|meln: sammelst; sammeltest; hast
gesammelt a) Gleichartiges gezielt su¬
chen, Zusammentragen u. ordnen od.
970
Sandstrahlgebläse
ausstellen »Briefmarken sammeln« b)
etw. zu einer größeren Anzahl Zusam¬
mentragen »Pilze sammeln« c) um
eine Spende, Gabe bitten
sam|meln, sich: sammelst dich; sammel¬
test dich; hast dich gesammelt 1 seine
Gedanken ordnen »Vor seiner Rede
sammelte er sich.« 2 sich an einem Ort
treffen
Sam|mel|na|me: der; -ns; -n <Sprach-
wiss.» Bezeichnung, Begriff für eine
Gruppe von gleichartigen Dingen
Sam|mel|su|ri|um: das; -s; Sammelsu¬
rien [ugs.] Anhäufung von unter¬
schiedlichsten (wertlosen) Dingen,
die nichts miteinander gemeinsam ha¬
ben
Sam|mel|tas|se: die; ~ ; -n einzelnes,
nicht aus einer Serie stammendes
Kaffegeedeck (Tasse, Untertasse u.
meist Kuchen teller)
Sam|mef|über|wei|sung —*■ Sam|mel|-
ü|ber|wei|sung: die; - ; -en <Bankw.>
mehrere, in einer Summe beim Kon¬
toinhaber abgebuchte Überweisun¬
gen
Sam|rnel|wut: die; - ; - [abwert.] über¬
triebene Sammelleidenschaft
sam|mel|wü|tig: Adj. [abwert.] vollstän¬
dig aufs Sammeln konzentriert; etw.
in übertriebener Weise sammelnd
Samm|ier. der; -s; - weibl. Samm|le|rin:
die; - ; -nen a) Person, die Gleicharti¬
ges zusammenträgt b) Person, die
Spenden (für einen wohltätigen
Zweck) erbittet
Samm|ler|freu|de: die; ~ ; -n Spaß an
der Tätigkeit des Sammelns
Samm|ler|werfc der; -(e)s; - Preis, den
ein Sammler für ein Sammelobjekt zu
zahlen bereit ist
Samm|lung: die; - ; -en 1 Anhäufung,
Gesamtheit zusammengetragener Ge¬
genstände usw. (die alle etw. gemein¬
sam haben) »eine eindrucksvolle Ge¬
mäldesammlung, Briefmarkensamm¬
lung« 2 Museum 3 gedankliche Kon¬
zentration
Samm|lungs|be|we|gung: die; - ; -en
Zusammenschluß verschiedener
Gruppen zur Durchsetzung gemein¬
samer Interessen
Sa|mo|war/Sa|mo|war: <russ.> der; -s; -e
Teemaschine, die Tee-Extrakt u. hei¬
ßes Wasser enthält
Sam|ple: <engh /ßämp^l/ das; - u. -s; -s
1 'Meinungsforschung; Statistik! a)
Teilmenge aus einer großen Perso¬
nengruppe, die stellvertretend für alle
befragt wird b) aussagekräftige, nach
repräsentativen Gesichtspunkten
ausgewählte Stichprobe 2 <Wirt.> Pro¬
bierpackung
Sampjler: <engb /ßämpler/ der; -s; -
Zusammenstellung von bekannten
Musikstücken (verschiedener Künst¬
ler) auf einer CD o. ä.
Sams|tag: der; -(e)s; -e sechster Tag
der Woche; Tag zwischen Freitag u.
Sonntag, Syn.: Sonnabend
Sams|tag|abend —» Sams|tag|a|benct
der; -s; -e Abend, letzte Stunden des
Samstags
samsjtags: Adv. an jedem Samstag
»Markt ist bei uns samstags.«
Samt: <gr.-lat.-fr.> der; -(e)s; -e 1 wei¬
cher, an der Oberseite mit einem dich¬
ten Flor versehener Stoff »Die Vor¬
hänge waren aus Samt gefertigt.« 2
(weich) wie Samt (u. Seide): sehr zart,
weich »eine Haut wie Samt u. Seide« 3
in Samt u. Seide: [veralt.] sehr kost¬
bar, feierlich gekleidet
samt: Präp. mit Dat. a) (zusammen) mit
»Er kam samt Frau u. Kind zu
Besuch.« b) samt u. sonders: ohne
etw. od. jmdn. auszulassen; alle(s)
samt|ar|tig: Adj. wie Samt beschaffen
Samt|blu|me: die; - ; -n (in vielen Va¬
rianten vorkommende) Studenten¬
blume, Tagetes
Samt|hand|schuh: der; -s; -e 1 aus Samt
gefertigtes Kleidungsstück für die
Hände 2 jmdnVetw. mit Samthand¬
schuhen anfassen: jmdn./etw. mit
großer Vorsicht behandeln
samjtig: Adj. a) sich angenehm weich
anfühlend b) angenehm dunkel klin¬
gend
Samtjjacke (Samtjak|ke —» Samt|ja|-
ckej: die; - ; -n Oberbekleidungsstück
aus Samt, das meist bei feierlichen
Anlässen getragen wird
sämt|lich: Indefinitpron. u. unbestimm¬
tes Zahlwort a) alle(s) vollständig;
komplett; lückenlos »Sämtliche Schü¬
ler der Klasse waren anwesend.« b)
nachgestellt; n. dekl. vollständig, alle
»Die Gäste waren sämtlich bis 1 Uhr
gegangen.«
Samt|pföt|chen: das; -s: - (weiche Pfote
einer) Katze
samt|weich: Adj. besonders weich u.
anschmiegsam
Sa|mu|rai: der; - u. -s; - u. -s japani¬
scher Ritter
San.: Abk. 1 Sanatorium 2 Sanierung 3
Sanitäter 4 Sanitätsdienst
san.: Abk. sanitär
Sa|na|tp|ri|um: <lat.> das; -s; Sanatorien
IsanatorVnl Heilstätte zur Rehabilita¬
tion u. Erholung; Kurheim »Sie hält
sich in einem Sanatorium auf.«
Sanc|tus: dat.t das; - ; - <kath. Kirche)
Lobgesang während der Messe
Sand: der; -(e)s; - 1 Ansammlung ex¬
trem winziger Steinchen, Mineral¬
stückchen »Der Strand war von fein¬
körnigem, weißem Sand bedeckt.« 2
Sand im Getriebe: [ugs.] (verstecktes)
Hemmnis, das das Gelingen er¬
schwert 3 Sand in die Augen streuen:
eine Person mit Absicht täuschen 4
im Sand(e) vertäuten: [ugs.] langsam,
fast unbemerkt enden 5 auf dem
Sand sitzen: [ugs.] handlungsunfähig
sein 6 wie Sand am Meer: sehr viel;
unendlich viel; unzählbar 7 a) auf
Sand gebaut haben: auf etw., was
nicht abgesichert war, vertrauen b)
auf Sand gebaut sein: etw. wird mit
Sicherheit nicht klappen, erfogreich
sein 8 in den Sand setzen: [ugs.] kei¬
nen Erfolg haben »Den Auftrag hat er
in den Sand gesetzt.«
Sand|aal: der; -(ejs; -e aalähnlicher
Fisch, der sich in den Sand eingräbt,
wenn er sich bedroht fühlt
San|da|le: igr.-lat» die; - ; -n offener,
nicht völlig geschlossener Schuh mit
Riemen
San|da|tet|te: </r.> die; - ; -n luftiger (ele¬
ganter) Damensommerschuh
Sand|bahn: die; - ; -en <Sport> sandiges
Gelände, auf dem Motoradrennen
stattfinden
Sand|bahn|ren|nen: das; -s; ~ <Sport>
Motorradrennen auf einer Sandpiste
Sand|banlc die; - ; -bänke Erhebung
auf dem Grund od. am Ufer eines Ge¬
wässers, die aus Sand besteht
Sand|bo|den: der; -s; -böden Erde mit
hohem Sandanteil
Sand|dorn: der; -(e)s; - eine Pflanze,
die als Strauch od. Baum auf sandi¬
gen Böden gedeiht
San|del|holz: das; -es; -höher Holz tro¬
pischer Bäume mit besonderem Duft
sand|far|ben: Adj. n. stg. den Farbton
von hellem Sand aufweisend; von hel¬
ler, beigebrauner Farbe, Syn.: sand¬
farbig
sand|far|big: Adj. n. stg. den Farbton
von hellem Sand aufweisend; von hel¬
ler, beigebrauner Farbe, Syn.: sand¬
farben
Sand|förm|chen: das; -s; - Kinderspiel¬
zeug, mit dem Abdrücke u. Figuren
aus feuchtem Sand hergestellt werden
können
Sand|gru|be: die; -; -n Abbaugebiet zur
Förderung von natürlich eingelager¬
tem Sand (meist für die Bauindustrie)
Sand|hau|fen: der; -s; - aufgeschütteter
Sand
Sand|ho|se: die; ~ ; -n Sturm, der Sand
u. Staub aufwirbelt
san|dig: Adj. a) mit hohem Sandanteil
b) mit einer Sandschicht versehen
San|di|nist: <span.> der; -en; -en weibl.
San|dijni|stin —> San|di|nisftin: die;
- ; -nen <Pob Anhänger(in)' einer Wi¬
derstandsgruppe in Nicaragua
san[di|n||stisch —* san|dilnjs|tisch:
(span.> Adj. n. stg. der Widefstands-
gruppe der Sandinisten zuzurechnen
Sand|ka|sten —> Sand|kas|ten: der; -s;
-kästen 1 mit Sand gefüllte Holz- od.
Kunststoffkonstruktion zum Spielen
für Kinder 2 Landschaftsmodell für
die Planung militärischer Operatio¬
nen
Sandjkorn: das; -(e)s; -kömer winziges
Einzelteil, Steinchen des Sandes (1)
Sand|ku|chen: der; -s; - fester, heller,
trockener Kuchen ohne Cremefül¬
lung od. Obstbelag
Sand|mann: der; -(e)s; - Märchenge¬
stalt, die der Erzählung nach Kinder
zum Einschlafen bringt, indem sie ih¬
nen Sand in die Augen streut
Sand|männ|chen: das; -s; - Märchenge¬
stalt, die der Erzählung nach Kinder
zum Einschlafen bringt, indem sie ih¬
nen Sand in die Augen streut
Sand|saclc der; -(e)s; -säcke a) mit
Sand gefüllter, von der Decke herun¬
terhängender Sack, der beim Boxen
zum Training benutzt wird b) mit
Sand gefüllter Sack, der zum Schutz
z. B. gegen Hochwasser benutzt wird
Sand|stein: der; -(e)s; -e <Geologie>
weicher, leicht zu bearbeitender Stein,
der aus Sand u. Bindestoffen besteht
sand|strab|len: nur im Infinitiv u. Parti¬
zip II, Perfekt gebraucht: hast gesand-
strahlt u. ffachsprl.J hast sandge¬
strahlt Oberflächen aus Metall od.
Stein reinigen, indem mit einem spe¬
ziellen Gerät feiner Sand mit Druck
aufgesprüht wird
Sand|strahl|ge|blä|se: das; -s; - Gerät,
das feinen Sand mit Druckluft her¬
ausschleudert .
971
Sandstrand
Sand|strand: der; -(e)s; -strande Kü¬
stenstreifen, der mit Sand bedeckt ist
Sand|sturm: der; -(e)s; -stürme sehr
starker Wind, der Staub u. Sand
durch die Luft wirbelt
Sand|uhn die; ~ ; -en Meßgerät, das die
Zeitspanne mißt, die eine bestimmte
Menge feiner Sand benötigt, um aus
einem oberen durchsichtigen Gefäß
(durch ein enges Verbindungsstück)
in ein unteres zu laufen
Sand|wich: <engl» /ßän(d)»itsch/ das u.
der;-(e)s u. - ; -e u. -es zwei aufeinan-
dergeklappte Weißbrot- od. Bröt¬
chenhälften, die mit verschiedenen
Zutaten (Fleisch, Wurst, Käse, Salat
o. ä.) belegt sind
Sand|wü|ste —» Sand|wüs|te: die; - ;
-n Landschaft mit kaum od. strecken¬
weise keiner Vegetation u. ohne Was¬
servorkommen, deren Boden mit
Sand (1) bedeckt ist
sanft: Adj. sanfter; sanfteste 1 a) behut¬
sam, gewaltlos, zart, vorsichtig »eine
sanfte Berührung« b) in der (Wesens-)
Art freundlich, angenehm, gütig 2
nicht stark ausgeprägt, vernehmbar,
zu spüren »sanfter Wind • sanfter
Druck« 3 nur ganz leicht (ansteigend,
hügelig) 4 in Frieden »Er schlief sanft
ein.« 5 sanft wie ein Lamm: äußerst
behutsam, vorsichtig, gewaltlos
Sänffte: die; - ; -n Sitz, Kabine auf zwei
Tragestangen, der/die von Trägern
fortbewegt wird
Sänf|ten|trä|ger: der; -s; • weibl. [sel¬
ten] Sänf|ten|trä|ge|rin: die; - ; -nen
Person, die mit anderen zusammen
eine Sänfte trägt
Sanftheit: die; - ; - angenehme, ruhige
Wesenszüge
sänf|ti|gen: sänftigst; sänftigtest; hast
gesänftigt [geh.; veralt.] beruhigen;
besänftigen
sänf|t)|gen, sich: sänftigt sich; sänfligte
sich; hat sich gesänftigt [geh.; veralt.]
nachlassen, weniger werden
Sanft|mut: die; - ; - nachsichtige, rück¬
sichtsvolle Art, T oieranz
sanftjmüjtig: Adj. milde, rücksichtsvoll,
geduldig handelnd
Sanft|mü|t(gjkeit: die; - ; - nachsichtige,
rücksichtsvolle Art, Toleranz
Sanglbarjkeit: die; - ; - Eigenschaft, an¬
genehm singbar zu sein; melodische
Schönheit, die für einen Gesangsvor¬
trag geeignet ist
Sän|ger: der; -s; - weibl. Sän|ge|rin: die;
- ; -nen Person, die für das Singen
ausgebildet, im Singen geübt ist u.
(professionell) singt »Sie ist eine er¬
folgreiche Sängerin.«
Sän|ger|bund: der; -(e)s; -bünde Verei¬
nigung von Chören o. ä.
San|gerjfest: das; -(e)s; -e von Chören
o. ä. gestaltete Feier
Sän|ger|schaft die; - ; -en alle singen¬
den Mitglieder eines Chores o. ä.
San(ges|bru|der der; -s; -brüder weibl.
San|ges|schwe|ster —> San|ges|-
schwesjter: die; - ; -n [off iron.j jmd.,
der einem, demselben Chor od. Ge¬
sangverein angehört (wie der Spre¬
cher)
San|ges|freu|de: die; - ; - [geh.] Spaß
am Singen
san|gesffreujdig: Adj. vom Singen be¬
geistert
san|ges|froh: Adj. sangesfroher; sanges¬
froheste [geh.] vom Singen begeistert
sang|los: Adj. n. stg. in der Wendung
sang- u. klanglos: unauffällig, leise
ohne Ankündigung, Aufhebens
San|gr]a —> San|g|ria: <span.> die; - ; -s
Rotweinbowle (mit verschiedenen
Fruchtstücken) »Ich bestellte mir ein
Glas Sangria.«
San|gri(ta —> San|g|ri|ta: (Warenzei¬
chen) die; - ; -s (mexikanisches) Kalt¬
getränk aus Tomaten u. Gewürzen
San|gui|ni|ker —> San|gu|i|ni|ker: <lat.>
der; -s; - Person mit heiterem, lebhaf¬
tem Temperament
san|gui|nisch —> san|gu|i|nisch: dat»
Adj. von heiterer, lebhafter Wesens¬
art
sa|n]e|ren: dat» sanierst; saniertest; hast
saniert 1 <meist Wirt.) wirtschaftlich,
finanziell gesund, wieder leistungsfä¬
hig machen »die Firma sanieren« 2
(Häuser, Stadtteile o. ä.) renovieren;
bessere (Lebens-)Verhältnisse schaf¬
fen 3 <Med.> einen gesunden Zustand
wiederherstellen
Sa|nie|rung: <lat.> die; - ; -en 1 <meist
Wirt.) Wiederherstellung der wirt¬
schaftlichen Grundlage (einer Firma)
2 Instandsetzung von Bausubstanz 3
<Med.> Wiederherstellung eines ge¬
sunden Zustands
sa|nie|wngs|be|dürf)tig: dat.; dt.> Adj.
Wiederherstellungsarbeiten benöti¬
gend
Sa|nie|rungs|ge|biet: dat.; dt» das;
-(e)s; -e Bereich, in dem Wiederher¬
stellungsarbeiten durchgeführt wer¬
den sollen, müssen
Sa|nje|rungs|pro|gramm —*■ Sa|nje|-
rungs|pro|g|ramm: dat» das; -fe)s; -e
schrittweise Durchführung von Wie¬
derherstellungsarbeiten
sa|ni|tär: dat.-fr» Adj. n. stg. 1 den Be¬
reich der Bad- u. Toilettenanlage be¬
treffend 2 die Gesundheit, Sauberkeit
u. Körperpflege betreffend, ihr zuzu¬
ordnen
Sa|ni|tär|ein|rich|tun|gen: dat.-fr.; dt»
die (PI.) Bäder u. Toilettenanlagen
Sa|ni|tät: dat.-fr» die; - ; -en 1 <Milit.> a)
Gesundheitswesen des Militärs b) Sa¬
nitätstruppe 2 [ugs.] Krankenwagen
Sa|ni|tä|ter: der; -s; - weibl. Sa|ni|tj]|te|-
rin: die; - ; -nen gelernte(r) Kranken¬
pflegerin), Ersthelfer(in) der/die im
Notdienst arbeitet
Sa|ni|täts)dienst: dat.-fr.; dt» der;
-(e)s; -e 1 berufliche Tätigkeit als Sa¬
nitäter 2 Sanitätswesen beim Militär
Sa|ni|täts|ka|sten —» Sa|ni|täts|kas|-
ten: dat.-fr.; dt» der; -s; -kästen Be¬
hälter mit Utensilien für Erste Hilfe
Sa|ni|täts|korps: dat.-fr» das; - ; - <Mi-
lit.> "Einheit, die aus Sanitätern be¬
steht
Sa|ni|täts|of[fi|zier: dat.-fr» der; -s; -e
<Milit.> Offizier in einer Sanitätsein¬
heit
Sa|ni|täts|sol|dat: dat.-fr» der; -en; -en
<Milit.> einfacher Sanitäter beim Mili¬
tär
Sa|ni|täts|trup|pe: dat.-fr.; dt» die; - ; -n
<Milit.> für das Gesundheitswesen
beim Militär zuständige Einheit
Sa|ni|täts|wa|che: dat.-fr.; dt» die; - ; -n
Dienststelle mit für die Erste Hilfe
ausgebildetem Personal
Sa|ni|täts|wa|gen: dat.-fr.; dt» der; -s; ~
für die erste Versorgung u. den Kran¬
kentransport ausgerüstetes Fahrzeug,
Syn.: Krankenwagen
Sa|ni]täts|we|sen: dat.-fr.; dt» das; -s; -
a) [öslerr.] Gesundheitswesen b) (Mi¬
lk.> alle für die medizinische Versor¬
gung zuständigen Einrichtungen u.
Personen
Sankt dat» Adj. n. stg.; n. dekl. der/die
Heilige vor Namen od. geographi¬
schen Bezeichnungen »Sankt Niko¬
laus«
Sankt-Flo|ri|ans-Prin|zjp: das; -s; -
[geh.; iron.] ichbezogene Handlungs¬
weise; Handlung, mit der man etw.
von sich selbst abwendet, ohne zu be¬
denken, daß andere dadurch beein¬
trächtigt werden
Sank|ti|on: dat.-fr» /sankzipn/ die; - ;
-en 1 staatliche, wirtschaftliche od.
gesellschaftliche Zwangsmaßnahme,
um etw. (durch Verweigerung von
etw.) durchzusetzen »wirtschaftliche
Sanktionen« 2 Einverständnis zu etw.
(Umstrittenem) »Die Sanktion der
Gesetze ist nur noch eine Formsache.«
3 (Soziol.) positive od. negative Hal¬
tung der Ümwelt, Gesellschaft gegen¬
über einer Handlung, um diese zu fe¬
stigen od. ihr entgegenzu wirken
sank|tio|nie|ren —>■ sank|ti]o|nje|ren:
dat» /sankzioniren/ sanktionierst;
sanktioniertest; hast sanktioniert 1 a)
[geh.] für die Allgemeinheit als gut,
richtig u. wünschenswert befinden
»staatlich sanktionierte Maßnahmen«
b) <Rechtsw.> etw. zu einem Gesetz
machen 2 a) (Soziob bestrafen od.
anerkennen b) <Pol.; Wirt.) [geh.]
Sanktionen, Strafen (z. B. in Form
von Nichtbelieferung mit Waren, po¬
litischer Nichtbeachtung, Nichtteil¬
nahme an etw.) verhängen
Sank|tio|nje|rung —» Sank|ti|o|nie|-
rung: dat» /sankzionirung/ die; ~; -en
1 nachträgliche Anerkennung, Gut¬
heißung einer Handlung 2 Bestrafung
für eine mißbilligte Handlung
Sankt-Nim|merjleins-Tag: der; -(e)s; -
[scherzh.j fiktiver Zeitpunkt in der
Zukunft, der nie eintreten wird u. an
dem deshalb auch nichts stattfinden
kann
Sansjcu|lpt|te: fr» /ßa«g(s)külot/ der;
~ ; -n <hist.) [iron.] Revolutionär aus
dem Proletariat zur Zeit der französi¬
schen Revolution (weil diese keine
Kniehosen trugen wie die Edelleute)
San|ti|klaus: der; - ; -e u. -kläuse
[Schweiz.] Nikolaus
Sa|phir: <gr.-lat» /safir/ der; -s; -e 1
Edelstein mit blauer Farbe 2 kurz für
Saphirnadel = zum Abspielen von
(Vinyl-)Schallpiatten notwendige(r)
Abtaster, Spitze am Tonarm eines
Plattenspielers
Sa|phir|na|del: /safir-/ die; - ; -n Abta¬
sterspitze am Tonarm eines Platten¬
spielers
sapfper]lot!: Interj. Ausruf, der Erstau¬
nen od. Überraschung ausdrückt,
Syn.: sapperment
sap|per|mentl: Interj. [veralt.] Ausruf,
der Erstaunen od. Überraschung aus¬
drückt, Syn.: sapperlot
sap|phisch: <gr» /sapfisch u. safiisch/
Adj. 1 a) der altgriechischen Dichterin
972
Sättelchen
Sappho entsprechend, ähnlich; im Stil
der Sappho b) [selten; geh.] lesbisch;
weiblicher Homosexualität zuzuord¬
nen 2 <Literaturwiss.> [veralt.] ein be¬
stimmtes Versmaß mit vierzeiligen
Strophen aufweisend
Safpro[bie —» Sa|p|ro|bie: <gr.-lat.>
/saprobie/ die; - ; -n <Bio.> Lebewesen,
das in od. auf faulenden Stoffen lebt
u. sich von diesen ernährt
Sa|pro|bi|ont —» Sa|p|ro|bi|ont: <gr-
lato der; -en; -en <Bio.> von faulenden
Stoffen lebendes pflanzliches od. tie¬
risches Lebewesen
Sa|pro|pha|ge —» Sa|p|ro|pha]ge: <gr.>
/saprofage/ der; -n Tier od. Pflan¬
ze, das/die Nahrung aus verfaulen¬
dem Material entnimmt
Sar|de(|le: dat.-ito die; * ; -n kleiner
Fisch aus der Familie der Heringe
»eingelegte Sardellen«
Sar[delilen|biit)ter; dat.-it.; du die; - ; -
mit zerdrückten Sardellenfllets ver¬
mengte Butter
Sar|del|len|pa|ste —» Sar]del|len|pas|-
te: dat.-ito die; - ; -n pürierte Sardel¬
len als Brotbelag od. Gewürz
Sarjdi|ne: dat.-iu die; - ; -n 1 Salzwas-
serflsch aus der Familie der Heringe,
der häufig in Öl eingelegt wird
»Ölsardine« 2 wie die (OI-)Sardinen
in der Büchse: dicht gedrängt, so daß
kaum Platz ist
Sar|di|nen|büch|se: dat.-it.; du die; - ;
-n 1 Verpackungsbehälter aus Blech
für od. mit eingelegte(n) Sardinen 2
<übertr.> [scherzh.] sehr kleines Auto,
kleiner Raum o. ä. (in dem man sich
beengt fühlt)
sar|do|nisch: <gr.-lat.> Adj. [geh.] ent¬
stellte Gesichtszüge durch bösartiges
Grinsen
Sarg: der; -(e)s; Särge (Holz-)Kiste mit
Deckel, in die ein(e) zu bestattende(r)
Verstorbene(r) gelegt wird »ein Sarg
aus Eichenholz«
Sarg|deckel (Sarg|dek|kel —» Sargj-
dejckel): der; -s; - (Holz-)Platte, mit
der der Sarg oben verschlossen wird
Sarg|na|gel: der; -s; -nägel 1 Metallstift
zum Zusammenhalten der Einzelteile
eines Holzsarges 2 [ugs.; scherzh.] Zi¬
garette 3 etw., jmd. ist jmds.
Sargnagel: [oft scherzh.] etw., jmd.
trägt zu jmds. negativem Zustand,
Unwohlsein bei
Sarg]trä(ger. der; -s; - männliche Per¬
son, die mit anderen den Sarg von der
Leichenhalle zum Grab bringt
Sarg|tuch: das; -(e)s; -tücher über einen
Sarg gedeckte Stoffbahn
Sar|kas|mus: <gr.-lau der; ~ ; Sarkas¬
men a) o. PI. vernichtende Verhöh¬
nung von etw. »einer Sache mit Sar¬
kasmus begegnen« b) verletzende,
spöttische Aussage
sarjkajstisch —* sar|kas|tisch: <gr.-lat.>
Adj. [geh.] in vernichtender Weise ver¬
höhnend; höhnisch kommentierend
Sar|ko|ma: <gr.> das; -s; -ta <Med.> bös¬
artige Gewebewucherung
sar]ko|ma|tös: <gr.; lau Adj. n. stg.
<Med.> ein Sarkom aufweisend; der
Entstehung u. Verbreitung von Ge¬
webewucherungen zuzuordnen
Sarjko|phag: <gr.-lato /sarkofag/ der; -s;
-e freistehender, reich verzierter
Stein- od. Metallsarg
SAS: Abk. Skandinavian Airlines Sy¬
stem = eine skandinavische Flugge¬
sellschaft
s. a. S.: Abk. siehe auch Seite
Sas|sa|fras|baum: <span.-fr.> der; -(e)s;
-bäume Baum aus der Familie der
Lorbeergewächse, aus dessen. Be¬
standteilen ein wohlriechendes Öl ge¬
wonnen wird
Sas[sa|fras|öl: <span.-fr.; lato das;-(e)s;
-e aus dem Holz u. der Rinde des Sas¬
safrasbaumes gewonnenes, intensiv
duftendes Öl
Sat 1: Abk. privater Fensehsender, der
ursprünglich nur über Satelliten¬
Fernsehen zu empfangen war
Sat(.): Abk. Satellit
Sa|tan: <hebr.-gr.-lat.> der; -s; -e 1 o. PI.
<Religion> Gegenspieler Gottes; der
Teufel 2 <übertr.> bösartiger, hinter¬
hältiger Mensch »Sie ist ein Satan!«
Sa|tang: <thai > der; - u. -s; - u. -s Wäh¬
rungseinheit in Thailand (100 Satang
= 1 Bäht)
Sa|ta|nje: dtebr.-gr.> die; - ; - [geh.; sel¬
ten] äußerst brutale Rücksichtslosig¬
keit, Gefühllosigkeit; Grausamkeit in
der Art des Satans
sa|ta|nisch: <hebr.-gro Adj. teuflisch bö¬
se; in der dem Teufel zugeschriebenen
Art brutal, grausam
Sa|tans|bra|ten: <hebr.-gr.; dt.> der; -s; -
[ugs.] Person, meist Kind, die/das
bösartige Streiche ausheckt
Sa|tans|keri: diebr.-gr.> der; -s; -e 1 [ab¬
wert.] schlechter, böser Mensch; übler
Mann 2 [ugs.; bewundernd] sehr risi¬
kofreudiger u. dabei erfolgreicher
Mensch, Mann
Sa|täns|weib: dtebr.-gro das; -(e)s; -er
1 fabwert.] schlechte, böse Frau 2
energische, rassige Frau
SaMllit: dato der; -en; -en 1 Himmels¬
körper, der sich auf einer Umlauf¬
bahn um einen Planeten bewegt 2
künstlicher Flugapparat, der um ei¬
nen Planeten kreist, z. B. um Daten
zu sammeln u. zu übertragen
Sa|tel|li|ten|bahn: dal.; du die; - ; -en
(gedachte) Linie, auf der sich ein
(künstlicher) Satellit um einen Plane¬
ten bewegt
Sa|tel|li|ten|flug: dat.; dto der; -(e)s;
-flüge Fortbewegung eines Satelliten
Saftef|li|tenffo|to: dat.; dto das; -s; -s
Aufnahme von der Erde, fotografiert
mit einer an einem Satelliten ange¬
brachten Kamera
Sa|tel|li|ten|staat: der; -(e)s; -en <Pol.;
abwert.) abhängiger, nur scheinbar
selbständiger Staat
Sa|tel|li|ten|stadt: dal.; dto die; -; -Städ¬
te Vorstadt einer Großstadt, die mit
eigener Infrastruktur, Einkaufsmög¬
lichkeiten ausgestattet ist, Syn.: Tra¬
bantenstadt
Sa|tel|li|ten|über|tra|gung —» Sajtel|li|-
ten|üjber|tra|gung: dat.; dto die; - ;
-en Fernseh- od. Radiosendung, die
über einen Satelliten ausgestrahlt
wird
Saftin: <arab.-span.-fro /ßatäng u. [ugs.]
satäng/ der; -s; -s glatter, glänzender
Stoff »Bettwäsche aus Satin«
Sa|tin|blu|se: <.arab.-span.-fro /ßatäng-/
die; - ; -n Hemd für Damen aus glat¬
tem, glänzendem Stoff
sa|ti|n]e|ren: <arab.-span.-fro satinierst;
satiniertest; hast satiniert die Oberflä¬
che eines Stoffes glänzend machen
Sa|ti|re: dato die; - ; -n ironisch-witzige
Darstellung, die durch Übersteige¬
rung Personen u. Zustände lächerlich
macht u. dadurch kritisiert
Sa|ti|ren|schrei|ber: dat.; dto der; -s; -
weibl. Safti|renjschrei]be|rin: die; - ;
-nett Verfasserin) von Satiren
Sa|ti|ri|ker: dato der; -s; - weibl. Sa|ti|ri|-
ke|rin: die; - ; -ne« ..Kritikerin), der/
die durch Ironie u. Übertreibung Per¬
sonen u. Zustände lächerlich macht
sa|ti|risch: dato Adj. auf ironisch-spötti¬
sche Art
Sa|tis|fak|ti|on: dato /satißfakzion/ die;
-; -en a) Wiederherstellung von jmds.
Ehre durch eine entsprechende Erklä¬
rung, Verlautbarung b) <hist.> Wie¬
derherstellung von jmds. Ehre durch
ein Duell
sa|tis|fak]ti|ons|fä|hig: dat.; dto /satiß-
fakzionß-/ Adj. n. stg. diist.) vom ge¬
sellschaftlichen Status her die Vor¬
aussetzungen für ein Duell erfüllend
satt: Adj. satter; satteste 1 a) mit gefüll¬
tem Magen; genug gegessen habend;
ohne Hunger Ant.: hungrig b) [ugs.]
von etw. genug, reichlich besitzend;
nichts entbehrend »ein sattes Gehalt«
2 <Farbe; Klang) beeindruckend in¬
tensiv u. kräftig »ein sattes Grün« 3
vom Zusehen wird niemand satt: wer
die Speisen nur sehen darf, kann u. sie
nicht essen darf, kann, bleibt hungrig,
wird nicht satt 4 dem Satten
schmeckt das Beste nicht: wer satt
ist, genug gegessen hat, der mag auch
die besten, feinsten Speisen nicht
mehr 5 sich an etw. nicht satt sehen,
hören können: sich etw. immer wie¬
der anhören, ansehen u. sich daran er¬
freuen 6 a) jmdn., etw. satt haben;
etw., jmdn. (bis dahin) satt haben,
sein: [ugs.] jmdn., etw. nicht mehr
mögen, nicht mehr leiden können,
nicht mehr sehen wollen b) etw. satt
bekommen, kriegen: [ugs.] einer Sa¬
che überdrüssig werden 7 zu satt
macht matt: a) wer zuviel gegessen
hat, wird müde, träge b) wem es (fi¬
nanziell) zu gut geht, wird müde, trä¬
ge, verliert sein Engagement 8 nicht
satt werden, etw. zu tun: etw. nicht
leid werden, es ständig wiederholen
können
sattjbiau: Adj. n. stg. von intensiver
blauer Farbe
Sat|tel: der; -s; Sättel 1 auf dem Rücken
von Reittieren befestigter Sitz für ei¬
nen Reiter »Sie legte dem Pferd ihren
Sattel auf.« 2 Sitzfläche des Fahrra¬
des, Motorrades »Der Sattel ist zu
hoch.« 3 kurz für Bergsattel = Kamm
eines Berges, einer Bergkette 4 a) fest
im Sattel (sitzen): sich ohne Gefahr
fest in einer Stellung befinden u. nur
sehr schwer verdrängt werden kön¬
nen b) sich im Sattel halten: in der
Stellung, die man hat, bleiben c)
jmdn. in den Sattel heben; jmdm. in
den Sattel helfen: einer Person zu ei¬
ner machtvollen Stellung verhelfen d)
jmdn. aus dem Sattel heben, werfen:
eine Person von ihrer Steilung ver¬
drängen
Sät|tel|chen: das; -s; - kleiner Sattel
973
Satteldach
Sat|tel|dach: das; -(ejs; -dächer Dach¬
konstruktion, bei der zwei Schrägen
in der Spitze aufeinandertreffen
Sat|te!|decke (Sat|tel|dek|ke —* Sat|-
te(|de|cke): die; - ; -n Stoffunterlage,
die unter den Sattel, Sitz für den Rei¬
ter auf den Rücken des Tieres gelegt
wird
sat|tel|fest: Adj. sattelfester; sattelfeste-
~ste aufgrund von Kenntnissen od.
Fertigkeiten sicher u. nicht zu verun¬
sichern
Sat|tel|gurt: der; -(e)s; -e Riemen, mit
dem der Sattel, Reitersitz auf dem
Rücken des Tieres befestigt wird
Sat|tel|kis|sen: das; -s; - Kissen unter¬
halb des Sattelsitzes
Sat|tel|knopf: der; -(e)s; -knöpfe Teil,
das oben am vorderen Ende des Sat¬
tels herausragt u. als Griff beim Auf¬
steigen benutzt wird
sat(teln: sattelst; satteltest; hast gesat¬
telt einem Reittier den Sattel, Reiter¬
sitz aufschnallen »Er hat die Ponys für
die Reitstunde schon gesattelt.«
Sat|tel|schlep|per. der; -s; - Zugma¬
schine, die einen Teil der Last eines
Anhängers mitträgt
Sat|tel|sitz: der; -es; -e Fläche des Sat¬
tels, auf der der Reiter Platz nimmt
Sat|tel|ta|sche: die; - ; -n a) an der Seite
des Sattels, Sitzes auf einem Reittier
angebrachte Tasche b) am Gepäck¬
träger des Fahrrads od. eines anderen
Zweirades befestigter Gepäckbehäl¬
ter, dessen Taschen seitlich neben
dem Hinterrad hängen, befestigt wer¬
den c) unter dem hinteren Ende des
Fahrradsitzes angebrachter kleiner
Behälter für Werkzeug
Sat|te|lung/Satt|lung: die; -; -en a) Vor¬
gang der Befestigung eines Sattels b)
Form der Anbringung des Sattels auf
einem Reittier
Sat|tel|zeug: das; -es; -(e)s; - alle Ge¬
genstände, die zum Satteln erforder¬
lich sind
Sat|tel|zug: der; -(e)s; -zöge Sattel-
schleppermit Anhänger
satt|grün: Adj. n. stg. von intensiver
grüner Farbe
Sattheit: die; - ; - 1 a) Abwesenheit,
Freisein von Hunger b) Zustand der
Versorgtheit, Abwesenheit von Man¬
gel 2 «Farbe) sehr ausdrucksstarker,
kräftiger Farbton
sät|ti|gen: sättigt; sättigte; hat gesättigt
1a) jmdm. etw. zu essen geben; den
Hunger stillen b) schnell, unmittelbar
das Gefühl von Sattheit hervorrufen
»Käse sättigt sehr stark.« 2 <Wirt.> in
kurzer Zeit füllen, überfüllen »den
Markt sättigen«
Sät|ti|gungs|ge]fühl: das; -(ejs; - Emp¬
findung, keinen Hunger zu haben,
Ant.: Hungergefühl
Sät|ti|gungs|grad: der; -(e)s; -e <Wirt.>
Maß für die Verbreitung eines Pro¬
duktes auf dem Markt im Gegensatz
zum Bedarf
Sät|ti|gungs|punkt: der; -(ejs; -e «Che¬
mie> Zustand, bei dem der höchste
Grad der Sättigung erreicht wird
Satt|ler der; -s; - weibl. Satt|le|rin: die;
- ; -nen Person, die beruflich (aus Le¬
der) Sättel od. Koffer anfertigt
Satt|le|rei: die; - ; -en a) o. PL Hand¬
werk des Sattlers b) Werkstatt, in der
ein Sattler arbeitet
Satt|leijhand|werk: das; -(ejs; - (beruf¬
liche, handwerkliche) Arbeit des Satt¬
lers
Satt|lung/Sat|te|lung: die; ~ ; -en a) Vor¬
gang der Befestigung eines Sattels b)
Form der Anbringung des Sattels auf
einem Reittier
sattjsam: Adv. in ausreichendem Maße;
mehr als genug
Sa|tu|ra|ti|on: dato /saturazion/ die; - ; -
«Chemie) 1 Sättigung 2 besonderes
Vorgehen bei der Herstellung von
Zucker
sa|tu|iiert: dato Adj. saturierter;
saturierteste 1 [geh.] Erwartungen er¬
füllt habend 2 [abwert.] mit sich zu¬
frieden; ohne (intellektuelle) Ambi¬
tionen
Sa|tu|riert|heit: dato die; - ; - Zufrieden¬
heit, Selbstzufriedenheit
sa|tuijnisch: dato Adj. a) <Mythologie>
auf die römische Gottheit Saturn be¬
zogen b) auf den Planeten Saturn be¬
zogen c) das Saturnische Zeitalter
—> das saturnische Zeitalter. Zeital¬
ter, in dem entsprechend den antiken
Sagen perfekte Zustände herrschten
Sa|turjn[s|mus: dato der; ~ ; Satur¬
nismen <Med.> Bleivergiftung
Sa(tyn <gr.-lato /satür/ der; -s u. -n; -n 1
«Mythologie) in der griechischen Sage
lüsterne Gestalt, die halb Mensch,
halb Bock ist 2 [selten] (sexuell) begie¬
riger Mann
sa|tyr]ar|tig: <gr.-lat.; dto /satür-/ Adj.
[geh.] lüstern; (sexuell) begierig
Satz: der; -es; Sätze 1 «Sprachwiss.)
meist mehrere Wörter umfassende, ei¬
nen Gedanken ausdrückende Sinn¬
einheit in der Sprache 2 weiter Sprung
3 eine Gruppe von Dingen, die zu¬
sammengehören »ein Satz Teller,
Gläser« 4 <Sport> Spielabschnitt bei
einigen Sportarten, z. B. Tennis, Vol¬
leyball 5 <Druckw.> das Setzen eines
Textes in einer Druckerei »Das Buch
geht im Juli in Satz.« 6 «Musik) Ab¬
schnitt eines Instrumentalstückes 7
Mach ’nen, einen Satz!: [ugs.] hau ab;
geh weg
Satz|adjjek|tiv: das; -(ejs; -e «Sprach-
~wiss.> nicht gebeugtes, flektiertes Ad¬
jektiv, das zu einem Satzglied gehört
Satz|ad|verb: das; -s; -ien <Sprachwiss.>
einem Satz eine ein wenig andere, zu¬
sätzliche Bedeutung gebendes Wort,
ohne daß dieses Wort besonders be¬
tont wird od. eine eigene Bedeutung
hat, Syn.: Partikel
Satz|an|wei|sung: die; - ; -en <Druckw.>
"Vorschriften für das Layout eines
Textes
Satz|aus|sa|ge: die; - ; -n <Sprachwiss.>
Prädikat
Satzjball: der; -(ejs; -balle «Sport)
Chance beim Tennis, Tischtennis,
Badminton od. Volleyball, den letz¬
ten Punkt zum Gewinn eines Spielab¬
schnittes zu holen
Satz|bau: der; -(ejs; • «Sprachwiss.)
Konstruktion eines Satzes, Syn.:
[fremdsprl.] Syntax
Satz|bruch: der; -(ejs; -brüche «Sprach¬
wiss.) Wiederaufnahme eines begon¬
nenen u. nicht beendeten Satzes u. Be¬
endigung mit einer anderen gramma¬
tischen Struktur, Syn.: [fremdsprl.]
Anakoluth
Satz|er|gän|zung: die; - ; -en «Sprach-
"iviss.) Objekt
Satz|feh|len der; -s; - «Druckw.) Fehler
in einem Text, der durch falsches Set¬
zen entstanden ist
Satz|fet|zen: der; -s; * Bruchstück eines
Satzes
Satz|fra|ge: die; -; -n «Sprachwiss.) Ent¬
scheidungsfrage
Satz|ge|fü|ge: das; -s; - «Sprachwiss.)
aus mehreren Teilsätzen bestehender
Satz
Satz|ge|gen|stand: der; -(ejs; -gegen¬
stände «Sprachwiss.) Subjekt
Satz|glied: das; -(ejs; -er «Sprachwiss.)
aus einem od. mehreren Wörtern be¬
stehender Teil des Satzes mit be¬
stimmter grammatischer Funktion (z.
B. Subjekt, Objekt, Prädikat)
Satz|kem: der; -(ejs; -e «Sprachwiss.)
kleinste Einheit, aus der ein vollstän¬
diger Satz bestehen kann
Satz|klam|mer: die; ~ ; -n «Sprachwiss.)
Einschluß eines Satzteiles durch ein
mehrteiliges Prädikat
Satz|kon|struk|ti|on —* Satz|kon|s|t|-
nik|ti|on: die; - ; -en «Sprachwiss.)
grammatischer Aufbaueines Satzes
Satz|leh|re: die; ~ ; -n 1 «Sprachwiss.)
Regeln, nach denen der Satzbau er¬
folgt 2 «Musik) Harmonielehre
Satz|me|lo|die: die; - -n «Sprachwiss.)
Betonung u. Wechsel der Stimmlage
beim Sprechen eines Satzes
Satz|mu|ster —» Satz|mus|ter das; -s;
• «Sprachwiss.) Muster zur Bildung
von Sätzen
Satz|rei|he: die; - ; -n «Sprachwiss.) An¬
einanderreihung gleichrangiger Teil¬
sätze
Satz|spie[gel: der; -s; - «Druckw.) von
einer gedruckten Seite benötigte Flä¬
che; Druckfläche
Satzftech|nilc die; ~ ; -en «Druckw.) Zu¬
sammenfügung von Schrifttypen u.
Grafiken
Satz|teil: der; -(ejs; -e «Sprachwiss.) a)
Satzglied b) Bestandteil eines Satzes
Satzung: die; - / -en schriftlich fixier¬
te^) Ordnung, Katalog von Regeln
einer Gemeinschaft
Sat|zungs|än|de|rung: die; - -en Verän¬
derung der schriftlich fixierten Be¬
stimmungen einer Gemeinschaft
sat|zungs|ge|nnä6: Adj. n. stg. den
schriftlich fixierten Bestimmungen
entsprechend, sie beachtend, umset¬
zend
Satz|vor|la|ge: die; ~ ; -n «Druckw.)
Schriftstück, das Grundlage für die
Arbeit des Setzers ist
Satz|zei|chen: das; -s; - «Sprachwiss.)
Gliederungszeichen innerhalb von
Texten »Kommata, Punkte, Fragezei¬
chen usw. sind Satzzeichen.«
Satz|zu|sam|men|hang: der; -(ejs;
-hänge «Sprachwiss.) 1 Beziehung zwi¬
schen den Wörtern eines Satzes 2 in¬
haltliche Beziehung zwischen den Sät¬
zen eines Textes
Sau: die; - ; Säue männl. Eber —»
Elben der; -s; - 1 weibliches bzw.
männliches Schwein »Die Sau hat
viele Ferkel geworfen.« 2 [derbes
Schimpfwort] Schwein; Person, auf
974
saufen
die man wütend ist 3 <übertr.> [derb]
schmutziger Mensch od. Mensch, der
Schmutz verursacht 4 jmdn. zur Sau
machen: jmdn. beschimpfen, an¬
schreien, (vor anderen) demütigen,
heruntermachen 5 keine Sau: [derb]
keiner; nicht eine Person 6 wie eine
gesengte Sau: [derb] ohne Rücksicht
7 die wilde Sau spielen: [derb] sehr
schlechtes Benehmen, Verhalten ha¬
ben, zeigen 8 die Sau rauslassen:
[derb] sich ohne Hemmungen ausle¬
ben 9 ich werd’ zur Sau: [derb] er¬
staunter, überraschter Ausspruch 10
unter aller Sau: [derb] katastrophal;
äußerst schlecht
saulber: Adj. 1 ohne Schmutz, rein »Die
saubere Wäsche ist im Regen naß
geworden.« 2 a) (moralisch od. quali¬
tativ) gut, vorbildlich; für alle Betei¬
ligten vorteilhaft »sauberes
Verhalten« b) frei von Fehlem, Män¬
geln c) [iron.j (moralisch od. qualita¬
tiv) schlecht, unanständig d) nicht zu
verachten; von ansehnlichem Aus¬
maß
—» sau|ber hal|ten s. sauberhalten
—> saulber malchert s. saubermachen
sau|berjhal|ten —* sau|ber halfen
hältst sauber; hieltest sauber; hast sau¬
bergehalten —>hast sauber gehal¬
ten<— a) dafür Sorge tragen, daß
etw. frei von Schmutz bleibt bj Un¬
vorteilhaftes, Nachteiliges von etw.
fernhalten
Saulberihalltung: die; ~ ; - regelmäßiges
Entfernen von Schmutz; Bemühung
um die Aufrechterhaltung von Sau¬
berkeit
Saulberikeit: die; - ; - 1 Abwesenheit
von Schmutz, Reinlichkeit »Die Sau¬
berkeit der Wohnung war auffällig.« 2
vorbildliche Wirkung; ordentliches
Aussehen 3 Ehrenhaftigkeit; Unbe¬
scholtenheit; Anständigkeit
Saulberikeitslfimlniel: der; -s; - [ugs.;
abwert.] übermäßig ausgeprägtes Be¬
dürfnis nach Sauberkeit, Putzsucht
Säulberllichlkeit: die; - ; - ordentliche,
sorgfältige Art (der Ausführung von
etw.)
saulberimalchen —* saulber ma|chen
machst sauber; machtest sauber; hast
saubergemacht —>hast sauber ge¬
macht<— a) etw. von Schmutz od.
Unrat befreien »Sie macht täglich die
Wohnung sauber.« b) (einem Klein¬
kind) frische Windeln umlegen
Saulberlmann: der; -(e)s; -männer
[scherzh.] a) Person, die moralisch
einwandfrei, unangreifbar ist b) Per¬
son, die Wert darauf legt, daß andere
sich moralisch einwandfrei verhalten
säulbern: säuberst; säubertest; hast ge¬
säubert sauber machen; a) Schmutz,
Dreck beseitigen, etw. von Schmutz
befreien b) Unvorteilhaftes, Nachtei¬
liges entfernen c) <Schneiderei> einen
Saum nähen
Säulbelrung: die; - ; -en 1 das Sauber¬
machen; die Reinigung (mit Putzmit¬
teln); das Putzen 2 <Pol.> [verhüll.] (ge¬
waltsame) Entfernung von Uner¬
wünschtem; Vertreibung od. sogar
Ermordung von Personen aus ideolo¬
gischen, rassistischen Gründen
Säulbelrunqslweille: die; - / -n <Pob
zeitgleiche Entfernung von politisch
Andersdenkenden aus möglichst al¬
len Bereichen
saulblöd/saulblölde: Adj. saublöder;
saublödeste [ugs.] unglaublich dumm
Saulbohlne: die; - ; -n a) zu den Schmet-
terlingsblühem gehörende, rankende
Pflanze, deren Samen man als Gemü¬
se zubereitet ißt b) Samen der Sau¬
bohne, Syn.: Dicke Bohne
Saulce/SolBe: </r.> /soße/ die; - ; -n a)
aus Bratensud, Brühe, Verdickungs¬
mittel u. Gewürzen o. ä. zusammen¬
gesetzte Flüssigkeit, die als kalte od.
warme Beigabe zu Fleisch, Gemüse,
Pudding od. mit anderen Speisen ge¬
gessen wird »Spaghetti mit Toma¬
tensauce« b) Sauce büamaise: dick-
füssige, helle Soße aus Butter, Eigelb,
Weißwein, Weinessig u. Kräutern wie
Estragon u. Kerbel c) Sauce
hollandaise: dickfüssige, helle Soße
aus Butter, Eigelb u. Weißwein mit
Salz, Pfeffer u. Zitronensaft
Sau|cieR </r.> /soßje/ der; -s; -s für die
Herstellung von Soßen ausgebildeter
Koch
sauldumm: Adj. saudümmer; saudümm¬
ste [ugs.] ausgesprochen blöd, däm¬
lich
sauten Adj. saurer; sauerste 1 in bezug
auf den Geschmack einer Zitrone
ähnlich; so schmeckend, daß sich die
Mundschleimhäute zusammenziehen
2 gegoren u. dadurch verdorben, un¬
genießbar »saure Milch« 3 Säure be¬
inhaltend 4 [ugs.] <Stimmung; Laune)
böse; wütend; ungehalten »Sie ist
sauer!« 5 sauer wie eine unreife Zi¬
trone sein: [ugs.] äußerst ärgerlich,
ungehalten über etw. od. jmdn. sein 6
jmdm. Saures geben: [ugs.] a) jmdn.
schlagen; jmdm. eine Tracht Prügel
verabreichen b) jmdn. mit Worten zu¬
rechtweisen
Saulerlamplfer: der; -s; - meist auf Wie¬
sen wachsende Pflanze mit kleinen ro¬
ten Blüten, deren Blätter einen sauren
Geschmack haben
Saulerlbralten: der; -s; - vor dem
Schmoren einige Tage in eine Mari¬
nade aus Essig, Zwiebeln u. Gewür¬
zen eingelegtes Rind- od. Pferde¬
fleisch
Saue|rei —» Sau|e|rec die; - ; -en 1
[ugs.] Unordnung, Dreck, den jmd.
gemacht hat 2 [ugs.] Gemeinheit; Un¬
gerechtigkeit
Saulerikirlscha: die; -; -n 1 o. PI. Baum,
der säuerlich schmeckende, rote
Steinfrüchte, Kirschen als Früchte
hervorbringt 2 Frucht des Sauer¬
kirschbaums
Saulerlklee: der; -s; - meist auf Wiesen,
im Wald wachsende, niedrige Pflanze
mit kleeähnlichen, säuerlich schmek-
kenden Blättern
Saulerlkraut das; -(e)s; - <Kochk.>
durch Gärung haltbar gemachter,
kleingeschnittener Weißkohl
säulerilich: Adj. 1 a) leicht, ein wenig
sauer b) nicht mehr ganz frisch;
schlecht geworden »Die Sahne riecht
schon säuerlich.« 2 [ugs.] schlecht ge¬
launt
Sau|er|milch: die; - ; - durch Gärung
sauer gewordene Milch
säulern: säuerst; säuertest; ist/hast ge¬
säuert 1 ist durch Gärung sauer wer¬
den 2 hast einen Gärungsprozeß her¬
beiführen u. dadurch haltbar machen
(z. B. bei Sauerkraut) 3 hast <Kochk.>
einen säuerlichen Geschmack durch
Hinzufügen von Essig od. Zitronen¬
saft erreichen
Säulerlnis: die; - ; -1 saurer Geschmack
2 ugs.] schlechte Laune, Stimmung
Sauterirahm: der; -(e)s; - durch Milch¬
säurebakterien sauer gewordene Sah¬
ne
Saulerlstoff: der; -(e)s; - <Chemie> ge¬
ruchs- u. farbloses Gas, das auch in
der Luft enthalten ist
saulerlstofflarm: Adj. sauerstoffarmer;
sauerstoffarmste wenig Sauerstoff
enthaltend
Sau|er|stoff|aiimut: die; ~ ; - (zu) gerin¬
ger Anteil an Sauerstoff
Saulerlstofflbad: das; -(e)s; -bäder
(Bad in) Badewasser, dem zu Hei¬
lungszwecken Sauerstoff zugefügt
wird
Saulerlstofflflalsche —> auch Sau|er|-
stoff-Fla|sche: die; ~ ; -n Behälter aus
Stahl, in dem Sauerstoff aufbewahrt
u. transportiert werden kann
Sauleristofflaelrät: das; -(e)s; -e techni¬
sche Vorrichtung, die Sauerstoff zu¬
führt, jmds. Atemluft mit Sauerstoff
anreichert
sau|eristofflhalHig: Adj. n. stg. Sauer¬
stoff enthaltend
Saulerlstofflmanlgel: der; -s; - nicht
ausreichendes Vorhandensein von
Sauerstoff
Saulerlstofflmaslke: die; - ; -n Gerät,
das auf Mund u. Nase gedrückt wird,
so daß einströmender Sauerstoff ein¬
geatmet werden kann, der in der Um¬
gebung, Luft nicht mehr ausreichend
vorhanden ist
Saulerlstoffltank: der; -(e)s; -s großer
Behälter zur Aufbewahrung von Sau¬
erstoff
Sauteristofflzelfc das; -(e)s; -e <Med.>
Kunststoffkonstruktion über einem
Krankenbett, die die mit Sauerstoff
angereicherte Luft nicht aus dem Be¬
reich des Bettes entweichen läßt
Saulerlstofflzulfuhr die; - ; -en Zuset¬
zen von Sauerstoff (in jmds. Atem¬
luft)
sau|er|süB: Adj. n. stg. 1 geschmacklich
sowohl süß als auch sauer 2 [ugs.] un¬
freundlich u. freundlich zugleich;
nicht ungetrübt ehrlich, freundlich
Saulerlteig: der;-(e)s; - a) gärender Zu¬
satz zum Brotteig, der das Aufgehen
beim Backen bewirkt b) mit Sauerteig
(a) angereicherter Brotteig
saulerhönlfisch: Adj. [ugs.; abwert.]
mißgelaunt; in schlechter Stimmung
Säuelrunq —> Säulelruna die; - ; -en
Sauerwerden od. -machen
Sauflbold: der; -fe)s; -e [abwert.; derb]
männl. Person, die zuviel Alkohol
trinkt
Sauflbrukter: der; -s; -brüder [abwert.;
derb] männl. Person, die (in Gesell¬
schaft mit anderen) häufig u. viel Al¬
kohol trinkt
Saulfelder: die; ~ ; -n <Jagd> langstieliges
Messer zum Töten von Wildschwei¬
nen
saulfen: säufst: sofffejst; hast gesoffen
1 <Tier> Flüssigkeit aufnehmen 2
<Mensch> [ugs.; derb] a) laut hörbar
975
Säufer
(viel) trinken b) (regelmäßig) große
Mengen an Alkohol trinken c) saufen
wie ein Loch: [ugs.; derb] sehr viel
Flüssigkeit (meist Alkohol) zu sich
nehmen d) sich die Hucke voll
saufen: [ugs.; derb] sich mit Alkohol
betrinken
Säulfer: der; -s; - weibl. Säujfe|rin: die;
- ; -nett [ugs.; abwert.] Person, die
häufig große Mengen Alkohol trinkt,
von Alkohol abhängig ist, Syn.: Trin-
ker(in)_; Alkoholiker(in)
Sau[fe|rei: die; - ; -en [derb; abwert.]
Trinkgelage; Genuß von Alkohol in
großen Mengen
SäulfeHwahn: der; -(e)s; - <Med.> Hal¬
luzinationen u. ä., die durch Alkohol¬
Entzug) hervorgerufen werden, Syn.:
[fremdsprl.] Delirium tremens
Sauflqellalqe: das; -s; - [derb; abwert.]
Zusammenkunft, bei der übermäßig
viel Alkohol getrunken wird
Sauf|kum|pan: der; -s; -en Person, mit
der zusammen jmd. (häufig) Alkohol
trinkt
SaufltouR die; ~ ; -en Rundgang durch
verschiedene Kneipen, um sich zu be¬
trinken
Saulgen: saugst; sog(e)stjsaugtest; hast
gesogen/gesaugt 1 «Mensch; Säuge¬
tier) mit eng angedrücktem Mund an
etw. lutschen (u. dabei Flüssigkeiten
zu sich nehmen) »Das Baby saugt an
der Brust der Mutter.« 2 etw. in sich
hineinziehen 2 saugtest; hast gesaugt
etw. mit dem Staubsauger reinigen
»Er hat den Teppich gesaugt.«
säulqen: säugst; säugtest; hast gesäugt
weibliche Säugetiere; selten bei Frau¬
en» Muttermilch saugen lassen; mit
Muttermilch füttern; stillen
Saulqer. der; -s; -1a) aus Gummi her¬
gestellter Aufsatz mit einem kleinen
Loch in der Mitte, durch den Flüssig¬
keit aus (Baby-)Flaschen gesaugt
werden kann b) Schnuller 2 a) kurz
für Saugheber = spezielles Gerät, mit
dem der Flüssigkeitsspiegel in zwei
Behältern ausgeglichen werden kann
b) kurzfür Staubsauger
Säulger: der: -s: - zur Klasse der Säuge¬
tiere gehöriges Tier
S|u|gejtier: das; -(ejs; -e a) in 19 Ord¬
nungen unterteilte Wirbeltierklasse
mit Haaren od. Fell, deren weibliche
Vertreter für die Ernährung der
Nachkommen milchproduzierende
Drüsen besitzen b) Angehörige^) von
Säugetier (a) .
saualfälhig: Adj. Flüssigkeiten in sich
ziehend, gut aufnehmend
Saug|fä|hig|keit: die; - ; - Eigenschaft,
(viel) Flüssigkeit aufzunehmen
Saug|fla|sche: die; - ; -n mit einem
Gummiaufsatz zum Saugen versehe¬
ner Behälter für Flüssigkeit
Saualalocke (Saug|glok|ke —* Sauql-
glo|cke): die; - ; -n <Med.> bei schwie¬
rigen Geburten eingesetztes medizini¬
sches Gerät, mit dem der Geburtsvor¬
gang unterstützt wird
Saugjkraft: die; - ; -kräfte <meist Tech¬
nik» Leistungsvermögen beim An- od.
Absaugen
Säug|ling: der; -s; -e <Bio.» Neugebore¬
nes, Baby, das mit Milch ernährt wird
Säuglllnnslallten das; -s; - erster Le¬
bensabschnitt eines Kindes (in dem es
von Muttermilch ernährt wird, wer¬
den kann)
Säug|lings|gym|na|stik—> Säug|lings|-
gym|nas|tik: die; - Bewegungsübun¬
gen für Kleinkinder (in einer organi¬
sierten Gruppe für Eltern u. Kinder)
Säug|lings|heim: das; -(ejs; -e Wohn¬
heim, Unterbringungsmöglichkeit für
(elternlose) Neugeborene
Säug|lings|nah|rung: die; - / -en speziell
auf die Bedürfnisse von Kleinkindern
abgestimmte Kost
Säug|lings|schwe|ster —> Säug|lings|-
schwes|ter: die; - ; -n männl. Säug|-
lings|pf)e|ger der; -s; - für die Be¬
treuung von Kleinkindern ausgebil-
dete(r) Krankenpflegerin)
Saugjmaslsalge: die; - ; -n «Med.» medi¬
zinische Massagetechnik, bei der mit
Unterdrück gearbeitet wird
Sauglnapf: der; -(e)s; -näpfe a) <Zool.»
Saugorgan zum Festhalten an etw. b)
der Befestigung dienendes, dem Saug¬
napf (a) nachgebildetes Element an
technischen Geräten o. ä.
Saug|pum|pe: die; - ; -n «Technik» Ge¬
rät zum Ansaugen von Füssigkeiten
Saug|re|flex —* Saug|re|f|lex: der; -es;
-e <Bio.» angeborene Fähigkeit, reflex¬
artiges Verhalten bei der Nahrungs¬
aufnahme
Sauqlrohr das; -(e)s; -e Rohr, durch
das Flüssigkeit od. Staub an-, aufge¬
saugt wird, Syn. [fremdsprl.] Pipette
Sauqlwirikung: die; - ; -en bei einem
Saugvorgang entstehende Kraft
Sa ulhau Ifen: der; -s; - [derb] ungeord¬
nete Menschenansammlung, undiszi¬
plinierte Gruppe
Saulhund: der; -(e)s;-e [abwert.; derb]
hinterhältiger, gemeiner Mensch,
meist Mann
säuisch: Adj. [derb] 1 [abwert.] (mora¬
lisch) unanständig 2 <verst.» sehr; von
großem Ausmaß »Es herrschte eine
säuische Kälte.«
Sauliaqd: die; - ; -en «Jagd» Jagd auf
Wildschweine, Syn.: Sauhatz
saulkalt Adj. n. stg. [ugs.] extrem kalt;
von extrem niedriger Temperatur
Saulkerl: der; -(ejs; -e [derb; abwert.]
schlechter, gemeiner Mensch, meist
Mann
Säulle: die; - ; -n 1 «Archit.; Bauw.»
senkrechter, frei stehender, runder
Träger von Decken, Dächern, Gewöl¬
ben od. Baikonen 2 kurz für Zapfsäu¬
le = Benzinzapfstelle an Tankstellen
Säullenlbalsillilka: die; - ; -basiliken «Ar¬
chit.» Kirchengebäude, dessen Dek-
kenkonstruktion auf Säulen ruht
Säultenlqanq: der; -(e)s; -gänge rechts
u. links von Säulen, die das Dach tra¬
gen, begrenzter Gang
Säullenlhallle: die; • ; -n großer, hoher
Raum, dessen Dachkonstruktion von
Säulen getragen wird
Säullenlheillilqe: der; -n; -n Einsiedler,
der als Buße auf einer Säule lebt (ver¬
breitet in der Ostkirche vom 5. bis
zum 10. Jahrhundert), Syn.:
[fremdsprl.] Stylit
Säy|ten|ka|pi|tell: das; -s; - «Archit.»
oberer Abschnitt einer Säule
Säu|len|por|tal: das; -s; -e «Archit.» mit
Säulen verzierter Eingangsbereich
Säullenltemlpel: der; -s; ~ von Säulen
gestützter Tempel der Antike
Saum: der; -(ejs; Säume 1 umgelegter
u. befestigter Rand eines Kleidungs¬
stückes »Ich muß den Saum des Rok-
kes umnähen.« 2 deutlich erkennbare
Grenzlinie » Waldessaum«
Saulmataen: der; -s; -mögen «Kochk.»
zubereiteter Magen vom Schwein
sau|mä|ßig: Adj. fugs.] a) «verst.» un¬
glaublich (viel) »Bei der Prüfung habe
ich saumäßiges Glück gehabt.« b) [ab¬
wert.] besonders schlecht
säu|men: säumst; säumtest; hast
gesäumt 1 den Rand eines Kleidungs¬
stückes umnähen »Sie säumte die
Hose.« 2 etw. begrenzen, als Rand
umgeben »Die Bäume säumen das
Feld.« 3 [geh.] etw. nicht sofort erledi¬
gen, aufschieben
Säulmer: der; -s: - weibl. [selten] Säul-
me|rin: die; - ; -nen 1 a) nur männl.
Form [veralt.] Lasttier b) Lasttiertrei¬
ber 2 [selten] Person, die bei etw. oft
übertrieben zögert 3 nur männl. Form
spezielles Nähmaschinenteil, mit dem
Säume genäht werden können
säulmio: Adj. etw. versäumt habend;
etw. zu spät, bisher nicht erledigend;
etw. aufschiebend »ein säumiger Zah¬
ler«
Saulmiqlkeit: die; ~; - [geh.] a) langsame
Art b) «meist Bankw.» Mißachtung,
Nichteinhaltung eines Zahlungster¬
mins
Säumlnis: die; ~ ; -se u. das; -ses; -se 1
[geh.] Nichteinhaltung eines verein¬
barten Termins »Er hatte seine Schul¬
den ohne Säumnis bezahlt.« 2 a)
«Rechtsw.» Verpassen eines Gerichts¬
termins b) [geh.; selten] Unterlassung
Säum|nis|zu|schlag: der; -(e)s; -Zu¬
schläge Gebühr, die bei verspäteten
Zahlungen fällig wird
Saumlpfad: der; -(e)s; -e schmaler Ge¬
birgsweg, der von Saumtieren benutzt
wird
saumlselliq: Adj. [meist abwert.] träge
u. bedächtig arbeiten
Saumlselllqlkeit: die; - ; - (von anderen
als unangenehm empfundene) Lang¬
samkeit, Trägheit
Saum hier: das; -(ejs; -e Lasttier zum
Transport von Lasten im Gebirge
Saulna: </inn.> die; - ; -s u. Saunen
Raum, Anlage mit Räumen, in dem/
denen eine große, trockene Hitze er¬
zeugt wird, so daß die Besucher stark
schwitzen
Saulnalbad: das; -(ejs; -bäder Aufent¬
halt in einer Sauna, Syn.: Saunagang
sauinen: saunst; sauntest; hast gesaunt
die Sauna zum Schwitzen benutzen;
in die Sauna gehen, Syn.: saunieren
sau|nie|ren: saunierst; sauniertest; hast
sauniert die Sauna zum Schwitzen be¬
nutzen; in die Sauna gehen
Säu|re: die; - ; -n 1 «Chemie» chemische
Verbindung, die je nach Art u. Stärke
andere Stoffe angreift bzw. auflöst 2
o. PI. Bestandteil von Lebensmitteln,
die sauer schmecken (z. B. Zitrone,
Essig, Obst)
säulrelbelstänldig: Adj. n. stg. von Säu¬
ren nicht veränderbar, zerstörbar
säulretfest: Adj. n. stg. nicht zerstörbar
durch Säureeinwirkung
säulrelfrei: Adj. n. stg. keinerlei Säure
enthaltend
976
Schach
Säulrelqelhalt: der; -(e)s; - Anteil von
Säure inetw.
Sau|re|gur|ken|zeit: die; ~ ; -en [ugs.]
Urlaubs- u. Ferienzeit, in der in vielen
Bereichen kein Betrieb, kein Geschäft
zu machen ist, wenig zu tun u. in den
Medien nicht viel zu berichten ist
säulrelhalltiq; Adj. nicht säurefrei; Säu¬
re enthaltend
Saulrelhclber: der; -s; - <Chemie> mit
Luftdruck arbeitendes Gerät zum
Entnehmen von Säure
Säulrelmeslser. der; -s; - <Chemie>
Meßgerät, das den pH-Wert einer Lö¬
sung anzeigt, anzeigt, ob ein Stoff
sauer od. basisch ist -
SäulrelüberlschuB —» Säujre|ii|ber|-
schuss; der; -Überschusses; -Über¬
schüsse zu hoher Säureanteil
Säu|re|ver|gif|tung: die; - ; -en Erkran¬
kung durch Aufnahme, Eindringen
von Säure in den Körper
Saulriler. <gr.> der; -s; - (Zool.» ausge¬
storbene, urzeitliche Riesenechse
Says: in der Wendung in Saus und
Braus (leben): sehr komfortabel
(ohne Rücksicht auf andere) sein Le¬
ben genießen
säulseln; säuselst; säuseltest; käst ge¬
säuselt 1 durch leichten Luftzug einen
kaum hörbaren Klang erzeugen »Die
Blätter der Bäume säuselten im
Wind.« 2 mit kaum hörbarer Stimme
sprechen »»Ich begleite dich«, säuselte
sie ihm ins Ohr.« 3 ist (selten] sich mit
kaum hörbarem Geräusch gleichmä¬
ßig fortbewegen
sau|sen: saust; saustest; bist gesaust 1
mit starker Bewegung ein rauschen¬
des, brausendes Geräusch erzeugen 2
[ugs.] a) sich schnell an einen Ort be¬
geben b) sich mit hoher Geschwindig¬
keit bewegen »Das Auto sauste durch
die Straßen.«
Saulsen der; -s; - [landsch.] frisch ge¬
gorener Wein, Syn.: Federweißer;
[österr.] Sturm
Saulselschritfc der; -(e)s; -e [ugs.] a)
schnelle Fortbewegungsart zu Fuß b)
im Sauseschritt: sehr schnell »Sie er¬
ledigt alles im Sauseschritt.«
Saulseiwind: der;-(e)s; - <übertr.> [ugs.]
a) sehr unzuverlässiger Mensch b) äu¬
ßerst lebendiges Kind
Saulstall: der; -(e)s; -Ställe 1 Stall für
die Schweine 2 [ugs.; abwert.] ver¬
nachlässigte, verdreckte Behausung
Sau|wet]ter: das; -s; - [ugs.; abwert.] ex¬
trem regnerisches od. kaltes Wetter
saulwohl: Adv. in der Wendung jmd.
fühlt sich sauwohl: [ugs.] jmdm. geht
es (körperlich) sehr gut, ausgezeich¬
net »Nach der Sauna fiihle ich mich
sauwohl.«
Saulwut/Saulwut: die; - ; - [derb] sehr
starke, ausgeprägte Wut
Sa|van|ne: <Indian. Spr.-span.>
Isawanne/ die; - ; -n mit Gras be¬
wachsene Landschaft, in der verein¬
zelt Baumgruppen u. Sträucher zu
finden sind
Sax/Sachs: /sakß/ der; -es; -e <hist.> alt¬
germanisches Messer
Sax|horn: /sakß-/ das; -(e)s; -hörner
(Musik» Blasinstrument mit Ventilen,
das dem Kornett ähnlich ist
—> Sa|xo(fon: s. Saxophon
—» Sajxojfonist: s. Saxophonist
Sa|xo|phon —* auch Sajxo|fon: /sakßo-
fon/ das; -s; -e Blasinstrument aus
Metall mit einem nach oben geboge¬
nen Schalltrichter
Sa|xo|pho|nist —* auch Sa|xo|foiüst
/sakßofonißt/ der; -en; -en weibl. Sa|-
xolpho|nj|stin —* Sa|xo|phonisjtin/
Sa|xo|fonis|tin: die; ~ ; -nen Musike¬
rfin), der/die Saxophon spielt
Sa|zer|dpjti|um: data /sazerdozium/
das; -s; - dcath. Kirche» 1 [veralt.]
Priesteramt 2 Macht des Papstes
SB: Abk. 1 Selbstbedienung 2 (Versiche¬
rung» Selbstbeteiligung 3 <Buchw.>
Sammelband 4 Schülerbund 5
Schutzbereich 6 <Sport> Schachbund
7 Servicebüro 8 Sicherheitsbestim-
mung(en) 9 Sportbund 10 a) Staatsbi¬
bliothek b) Stadtbibliothek c) Stadt¬
bücherei
Sb.: Abk. 1 Sachbearbeitern) 2
<Buchw.> Sammelband 3 Schaubild 4
Schwerbeschädigte^) 5 Sitzungsbe¬
richt 6 <Buchw.> Sonderband
s. b.: Abk. siehe bei
S-Bahn: die; - ; -en kurz für (Stadt-)
Schnellbahn; Nahverkehrszug »Wir
nehmen die S-Bahn.«
S-Bahn|hof: der; -(e)s; -Bahnhöfe Hal¬
testelle einer (Stadt-)Schnellbahn, ei¬
nes Nahverkehrszuges »An diesem S-
Bahnhof müssen Sie aussteigen.«
S-Bahn-Sta|ti|on: die; - ; -en Haltestelle
einer (Stadt-)Schnellbahn, eines Nah¬
verkehrszuges
SBB: Abk. Schweizerische Bundesbahn
s. Br.: Abk. südliche Breite
Sbst.: Abk. <Sprachwiss.> Substantiv =
Hauptwort
sbst.: Abk. selbständig
sc.: Abk. scilicet, sculpsit
Scam|pi: <it.> /ßkampi/ die (PL) eßbare
Krebsart
scan|nen: <engl.> /ßkännen/ scannst;
scanntest; hast gescannt (EDV» eine
Vorlage mit einem Licht- od. Elektro¬
nenstrahl abtasten, um Informatio¬
nen abzulesen (u. in einen Computer
einzulesen)
Scan|nen <engl.> /ßkänner/ der; -s; ~
(EDV» Gerät zum Scannen einer Vor¬
lage (das die gewonnen Informatio¬
nen z. B. an einen Computer weiter¬
leitet)
Scan|ning: <engl.> /ßkänning/ das; - u.
-s; -s <EDV> Vorgang des Scannens
Scene: <gr.-lat.-fr.-engl.> /Bin/ die; - ; -s
a) Gruppe Gleichgesinnter; Umfeld
von Menschen mit gemeinsamen Vor¬
lieben (z..B. für modische Trends, po¬
litische Überzeugungen) »Scene der
Drogensüchtigen • Scene der Rechts¬
radikalen« b) [Jargon] Bereich der
(nicht kommerziell betriebenen) Mu¬
sik
schl: Interj. 1 Aufforderung zur absolu¬
ten Ruhe 2 Ausruf, mit dem man
jmdn., ein Tier veijagen will
SchA: Abk. Scheckamt
Schaan das; -(e)s; -e (Geologie» Sand¬
riff
Schab|bes: tjidda der; - ; - (Religion»
Sabbat
Scha|be: die; - ; -n 1 a) plattes Insekt,
das in dunklen Nischen lebt u. das als
Ungeziefer u. Schädling gilt b)
[süddt.; Schweiz.] Motte 2 a) Messer
zum Schaben; Schabemesser b)
Schabeisen
$cha]be|fleisch: das; -(e)s; - [landsch.]
zerkleinertes, rohes Rindfleisch, Syn.:
Tatar
Scha|be|mes|ser: das; -s; * 1 Werkzeug
mit scharfer Kante zur Bearbeitung
von Leder, Holz o. ä. 2 Schabeisen
scha|ben: schabst; schabtest; hast ge¬
schabt 1 mit einem Werkzeug die
oberste Schicht von etw. abkratzen 2
(immer wieder) über etw. kratzen
Scha|ben der; -s; ~ Werkzeug zum
Schaben
Scha|ber|naclc der; -(e)s; -e 1 Streich;
ausgelassener Scherz 2 übermütiges,
zu Streichen aufgelegtes Kind
schä|big: Adj. a) häßlich, wenig wert¬
voll »ein schäbiges Zimmer« b)
(übertr.» kleinlich; bösartig c) äußerst
wenig »ein schäbiger Rest«
Schä|big|keit: die; - ; -en 1 schäbiges,
ärmliches Aussehen 2 gemeiner, schä¬
biger Ausspruch; niederträchtiges,
bösartiges Verhalten
Scha|blo|ne —» Scha|b|lo|ne; die; * ; -n
1 die Form von etw. wiedergebende
Vorlage (die der Verfielfältigung
dient) 2 (übertr.» der geistlosen Nach¬
ahmung ohne selbständige gedankli¬
che Auseinandersetzung dienendes
Versatzstück; Stereotyp
Scha|blo|nen|druck —* Scha|b|lo|nen|-
drucle der;-(e)s; -e 1 Siebdruck 2 be¬
sonderes Vervielfältigungsverfahren
scha|bto|nen|haft —»• scha|b|lo|nen|-
haffc Adj. schablonenhafter; scha¬
blonenhafteste a) n. stg. nach Muster
od. Vorlage gefertigt b) immer wieder
nach demselben Schema ausgeführt
$cha|blo|njy|ren —* scha|b|lojnje|ren:
schablonierst; schabioniertest; hast
schabloniert nach einer Vorlage ferti¬
gen
Scha|blo|ni|sie|rung —> Scha|b|lo|ni|-
sie|rung: die; - ; -en Herstellung od.
Bearbeitung nach einer Schablone
Scha|bot|te: <fra die; ~ ; -n (Technik)
Stahl- od. Betonverankerung für Ma¬
schinenhämmer
Scha|bracke (Scha|brak|ke —* Scha|-
b|ra|cke): <türk.-ung.> die; ~ ; -n 1 a)
kunstvoll gearbeitete Satteldecke b)
Vorhangstoff, der zur Verkleidung,
Dekoration eines Fenstersturzes
dient c) Decke, Stoff, die/der zur Ver¬
schönerung od. gegen Abnutzung
über Möbel (besonders Polstermöbel)
gelegt wird 2 [salopp; abwert.] a) ab¬
genutzte alte Sache b) altes Pferd c)
(alte) unansehnliche Frau 3 (Jagd;
Tier» Flanken- u. Rückenfell, das
durch helle Farbe auffallt
Schab|tech|nik: die; • ; -en Methode,
eine auf Papier aufgebrachte Farb-
schicht an einigen Stellen mit speziel¬
lem Werkzeug abzukratzen
Schab|werk|zeug: das; -(e)s; -e Gerät
zum Schaben
Schach: tpers.-arab.-romana das; -s; -s
1 a) o. PL auf einem Brett mit 64 Fel¬
dern gespieltes Strategiespiel für zwei
Personen mit je 16 teilweise unter¬
schiedlichen Figuren b) Ausruf bei
Bedrohung der Hauptfigur, des Kö¬
nigs, mit dem nächsten Spielzug beim
Schach (a) 2 jmdn. in Schach halten:
eine Person bedrohen u. somit daran
977
Schachaufgabe
hindern, etw. (Gefährliches) zu tun 3
Schach bieten: sich vehement wehr¬
en; sich in den Weg stellen
Schach|auf|ga|be: (pers.-arab.-roman.;
dt.) die; -; -n (Spiel; Sport) Übung für
einen Alleinspielenden, bei der bei
vorgegebener Anordnung der Figu¬
ren auf dem Brett (in einer festgesetz¬
ten Anzahl von Spielzügen) das Spiel
erfolgreich abgeschlossen werden
muß
Schach|blu|me: (pers.-arab.-roman.;
dt.> die; - ; -n Liliengewächs mit einer
Blüte, deren Aussehen an ein Schach¬
brettmuster erinnert
Schach|bretb (pers.-arab.-roman.; di.>
das; -(e)s; -er <Spiel; Sport) quadrati¬
sche Unterlage mit acht mal acht ab¬
wechselnd schwarzen u. weißen Fel¬
dern, auf der die Schachfiguren be¬
wegtwerden
schach|brett(ar[tig: <pers.-arab.-roman.;
dt.) Adj. n. stg. an ein Schachbrett er¬
innernd
Schach|brett|mu|ster —* Schach|-
brettjmusjter; (pers.-arab.-roman.;
dt.) das; -s; - quadratische, abwech¬
selnd schwarze u. weiße Felder
Schach|com|pu|ter: (pers.-arab.-ro-
man.; engl.) der; -s; ~ spezieller Com¬
puter, der für das Schachspiel pro¬
grammiert ist
Scha|chen (hebr.-jidd.) der; -s; - [ugs.]
Handel, bei dem sehr viel gefeilscht
wird u. bei dem es auf das Erringen
größtmöglicher Vorteile ankommt
Schflchen der; -s; - (Religion; Bibel)
Räuber; Mörder
Scha|che|rej: die; - ; -en ausdauerndes
Feilschen, Schachern
Scha|che|ren der; -s; - [abwert.] Per¬
son, die schachert
scha|chern: (hebr.-jidd.) schacherst;
schachertest; hast geschachert a) feil¬
schen; Preise aushandeln b) Geld raf¬
fen
Schach|fi|gun (pers.-arab.-roman.; lat.)
die; - ; -en (Spiel; Sport) Spielstein
beim Schach
Schach|groß|mei|ster —* Schach|-
groß|meis|ter; (pers.-arab.-roman.;
dt.) der; - ; - weibl. Schach|groß|-
mei|ste|rin —» Schach|groß)meis|te|-
rin; die; - ; -nen internationaler
Schachmeister
Schach[matt: <pers.-arab.-roman.; dt.)
dös; -; -s (Spiel; Sport) Niederlage in
einer Schachpartie durch Verlust des
Königs
schach|matt: (pers.-arab.-roman.; dt.)
Adj. n. stg. 1 (Spiel; Sport) den König
mit dem nächsten Zug verlierend 2
(übertr.) a) total erledigt, ausgelaugt
u. müde b) nicht mehr handlungsfä¬
hig; nicht in der Lage, sich aus einer
Bedrängnis zu befreien
Schach|mei|ster —> Schach|meis|ter:
(pers.-arab.-roman.; dt.) der; -s; -
weibl. Schach|mei|ste|rtn —*■
Schach|meis|te|rin; die; - ; -nen
(Spiel; Sport) Gewinner(in) eines
Schachwettbewerbs
Schach|mei|ster|schaft —» Schach|-
meis|ter|schaft: <pers.-arab.-roman.;
dt.) die; - ; -en (Spiel; Sport) Wettbe¬
werb im Schachspiel
Schach|olym|pia|de—» Schach|o|lym|-
pi|ä|de; (pers.-arab.-roman.; gr.) die;
~ ; -« (Spiel; Sport) internationaler
Schachwettberwerb
Schach|parjtie: (pers.-arab.-roman.;
lat.-fr.) die; - ; -n (Spiel; Sport) einzel¬
nes Schachspiel; ein Spiel Schach
Schach|pro|blem —-*• Schach|pro|b|-
lem: (pers.-arab.-roman.; gr.-lat.) das;
-(e)s;-e< Spiel; Sport) Aufgabe für ei¬
nen alleine Spielenden, bei der bei
vorgegebener Anordnung der Figu¬
ren auf dem Brett (in einer festgeset¬
zen Anzahl von Spielzügen) das Spiel
erfolgreich abgeschlossen werden
muß
Schach|spiel: (pers.-arab.-roman.; dt.)
das; -(e)s; -e (Spiel; Sport) 1 auf ei¬
nem Brett mit 64 Feldern gespieltes
Strategiespiel für zwei Personen mit je
16 teilweise unterschiedlichen Figu¬
ren 2 das Schachspielen 3 ein Spiel
Schach 4 Spielbrett für Schach u. die
dazugehörigen Figuren
Schach|$pie|ler: (pers.-arab.-roman.;
dt.> der; -s; - weibl. Schach|spie|le|-
rin: die; - ; -nen a) Person, die das
Spiel Schach spielen kann, beherrscht
b) einer der Mitspieler eines Schach¬
spiels
Schacht: der; -(e)s; Schächte 1 (Berg¬
bau) in die Erde gegrabene, meist
senkrechte, relativ schmale Öffnung,
um in die tieferen Schichten zu gelan¬
gen 2 hoher, schmaler, von allen Sei¬
ten mit Wänden umschlossener
Raum für einen Aufzug, Brunnen o.
ä. 3 (Waflentechnik) an der Untersei¬
te von Militärflugzeugen angebrachte
Öffnung zum Auswurf der Bomben 4
(Hüttenw.) Bestandteil einiger metall¬
urgischer Öfen
Schacht|an|la|ge: die; - ; -n 1 Zeche mit
mehreren Schächten; Anlage zur För¬
derung von Kohle, Erzen o. ä. 2 Her¬
stellung eines Schachtes
Schachtel: die; - ;-n 1 nicht sehr stabi¬
les Behältnis aus Materialien wie Pap¬
pe, Holz, Blech usw. mit einem Dek-
kel zum Verschließen, zur Aufbewah¬
rung od. Verpackung verschiedener
Gegenstände 2 [ugs.; scherzh.; ab¬
wert.] ältere Frau
Schach|tel|halm: der; -fe)s; -e Pflan¬
zeinart), deren Stengel aus ineinander
verschachtelten Gliedern besteht
schach|teln: schachtelst; schachteltest;
hast geschachtelt 1 ein Teil ins andere
(gleichartige) stecken (u. so etw. mit¬
einander verbinden) 2 ein Ganzes in
kleinste Einheiten aufteilen u. mitein¬
ander verbinden
Schach|tel|satz: der; -es; -Sätze
(Sprachwiss.) langes Satzgebilde, bei
dem viele Teilsätze ineinander ver¬
schachtelt sind
Schach[te|lung: die; - ; -en 1 Vorgang
des Schachteins 2 ineinander ver¬
schachtelte Ordnung von etw.
Schächten: (hebr.) schachtest; schachte¬
test; hast geschachtet (Religion) dem
jüdischen Glauben gemäß ein Tier
durch Schnitte in den Hals ausbluten
lassen
Schach|tisch: (pers.-arab.-roman.; dt.)
der; -(e)s; -e Tisch, in dessen Fläche
ein Spielfeld für das Schachspiel ein¬
gearbeitet ist
Schacht|mei|ster —» Schacht|meis|-
ten der; -s; - Vorarbeiter beim Tief¬
bau
Schacht[soh|le: die; - ; -n (Bergbau)
tiefster Punkt eines Schachtes
Schäch|tung: die; ~ ; -en Schlachtung
nach den Regeln des jüdischen Glau¬
bens
Schach[tur|nien (arab.-arab.-roman.;
gp.-lat.-fr.) das; ~(e)s; -e Wettkampf¬
veranstaltung im Schach
Schach|uhr: (pers.-arab.-roman.; dt.)
die; - ; -en (Sport; Spiel) zwei neben¬
einander angebrachte Zeitmesser, die
die Spieldauer jedes Zuges eines Spie¬
lers messen
Schach|welt]mei|ster —* Schach|-
welt|meis|ten (pers.-arab.-roman.;
dt.) der; -s; - weibl. Schach|weltl-
mei|ste|rin Schach|welt[meis|te|-
rin; die; - ; -nen (Sport; Spiel) beste(r)
Schachspielern) der Welt; Gewinne-
r(in) der Schachweltmeisterschaft
Schach|welt|mei|sterjschaft —*
Schach|welt|meis|ter|schaft: (pers.-
arab.-roman.; dt.) die; - ; -en (Sport;
Spiel) Turnier, Wettbewerb, bei dem
die besten Spieler aller Länder gegen¬
einander antreten
Schach|zug: (pers.-arab.-roman.; dt.)
der; -(e)s; -Züge 1 (Sport; Spiel) Ver¬
setzen einer Figur beim Schachspiel 2
(übertr.) sehr geschickte, wohlüber¬
legte Maßnahme
schafde: Adj. n. stg.; n. dekl. a) ärger¬
lich; bedauernswert »Es ist schade,
daß du das Spiel verloren hast.« b) es
ist schade um etw.: es ist bedauerns¬
wert, daß etw. verloren-, kaputtge¬
gangen ist »Es ist schade um das aus¬
gegebene Geld.« c) es ist schade um
jmdn.: es ist bedauerlich, daß jmd. ei¬
nen bestimmten (als negativ bewerte¬
ten) Lebensweg eingeschlagen hat,
dazu gezwungen wurde d) etw., jmd.
ist zu schade für etw.: etw. ist zu
kostbar, um es bei einer Sache zu ver¬
wenden; jmd. ist zu gut, um ihm etw.
zuzumuten, ihn einzusetzen
Sch||del: der; -s; ~ 1 a) Knochenge¬
rüst) des Kopfes »Der Schädel wurde
bei dem Unfall nicht verletzt.« b) [ugs.]
Kopf 2 oberer Teil des Kopfes »Er
hat einen kahlen Schädel (= [ugs.J
eine Glatze).« 3 einen hohlen Schä¬
del haben: [ugs.] blöd, dumm sein 4
sich den Schädel einrennen: [ugs.]
mit seinem Starrsinn erfolglos bleiben
5 imdm. brummt der Schädel: jmd.
hat Kopfschmerzen 6 einen dicken,
harten Schädel haben: [ugs.] starr¬
köpfig, unnachgiebig sein
Sch||del|ba|sis: die; - ; -basen (Anat.)
unterer Teil des Knochengerüstes des
Kopfes
Schä]del|ba|sis|bruch: der; -(e)s; -brä¬
che (Med.) Bruchstelle innerhalb der
Knochenteile, die zur Schädelbasis
gehören
Sch||del|bruch: der; -(e)s; -bräche
(Med.) Bruch der Knochen des Kop¬
fes
Schä|del|decke (Schä]del|dek|ke —»
Scf iä|del|de|cke): die; ~ ; -n (Anat.)
oberer Knochenteil des Kopfes
Schä|delffrak|tur: die; - ; -en (Med.)
Knochenbruch im Bereich des Kop¬
fes
978
schädlich
Schäjdel|höh|le: die; ~ ; -n <Anat.> In¬
nenbereich des Kopfes
Schä|del|kno|chen: der; -s; - <Anat.>
einzelner Teil des Knochengerüstes
des Kopfes
Schä|del|lo|se: die (PL) Fischen ähnli¬
che kleine Tiere ohne Kopf u. Glied¬
maßen; Lanzettfischchen »Die Sckä-
dellosen leben im Wasser.«
Schä|del|naht: die; - ; -nähte <Anat.>
Verbindungslinie der einzelnen Kno¬
chen des Kopfes
Schä|del|tien das; -(e)s; -e <Zool.> [ver-
alt.] Wirbeltier
Scha|den: der; -s; Schäden 1 Beein¬
trächtigung, Mangel von etw. »Der
Herd hat einen kleinen Schaden.« 2
Zerstörung »Der Sturm hat große
Schäden angerichtet.« 3 ungünstige
Folge 4 körperlicher Fehler »Er hat
einen Leberschaden.« 5 (an etw.)
Schaden nehmen: [geh.] (in od.
durch etw.) geschädigt, nachteilig be¬
einflußt werden 6 Schaden leiden:
kaputt, entzwei gehen, beschädigt
werden 7 zu Schaden kommen:
durch etw. einen Verlust, Schaden er¬
leiden 8 des einen Schaden ist des
anderen Gewinn: wenn jmd. geschä¬
digt wird, gewinnt häufig ein anderer
9 besser nachgeben als zu Schaden
kommen: wenn man Nachteile o. ä.
erleiden kann, zu befürchten hat, ist
es klüger nachzugeben, selbst wenn
man sich im Recht fühlt od. recht hat
10 wer den Schaden hat, braucht für
den Spott nicht zu sorgen: wem ein
Mißgeschick, kleineres Unglück o. ä.
passiert, muß meistens mit Schaden¬
freude, Gelächter, dummen Kom¬
mentaren o. ä. von anderen rechnen
scha|den: schadest; schadetest; hast ge¬
schadet dafür sorgen, verantwortlich
sein, daß jmdm. etw. Negatives zu¬
stößt, geschieht, etw. geschädigt, zer¬
stört wird
Scha|den|ab|wick|lung/Scha|dens|ab|-
wick|lung: die; - ; -en (meist Versiche¬
rungsw.) gesamter Vorgang der Scha¬
densbearbeitung
Scha|den|aus|gleich/Scha|dens|aus|-
gleich: der; -(e)s; - etw., was für ei¬
nen Schaden als Ersatz gegeben od.
gezahlt wird
Scha|den|be|rech|nung/Scha|dens|be|-
rech|nung: die; -; -en (Rechtsw.; Ver¬
sicherungsw.) Vorgang, einen ent¬
standenen Schaden in Geldwert an¬
zugeben
Scha|den|be|richt/Schgjdens|be|richt:
der; -(e)s; -e sachliche Darstellung
davon, wie es zu einem Schaden ge¬
kommen ist
Scha|den|erfsatz/Scha|dens|erj8at2:
der; -es; - (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) Vergütung (in finanzieller
Form) für einen entstandenen Scha¬
den
Scha|den|eijsatz|an|spruch/Scha|-
dens|eiisatz|an|spruch: der; -(e)s;
-ansprüche (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) Recht auf Schadenersatz
Scha|den|er|satz|lei|stung/Scha|dens|-
erjsatz|leis|tung: die; - / -en
(Rechtsw.; Versicherungsw.) etw.,
was für einen Schaden als Ersatz ge¬
geben od. gezahlt wird; Ausgleich (in
finanzieller Form) für einen entstan¬
denen Schaden
Scha|den|er|satz|pflicht/Scha|dens|er|-
satzlpflicht: die; - ; -en (Rechtsw.;
Versicherungsw.) Verpflichtung, ei¬
nen entstandenen Schaden auszuglei¬
chen
schajden|er|satz|pflich|tig/sctia|dens|-
er|satz|pflich|tig: Adj. n. stg.
(Rechtsw.; Versicherungsw.) in der
rechtlichen od. moralischen Ver¬
pflichtung stehend, Schadenersatz zu
leisten
Scha|den|er|stat|tung/Schajdens|erj-
statftung: die; - ; -en (finanzieller)
Ausgleich für einen Schaden
Scha|den|fest|stel|lung/Scha|dens|-
fest|stel|lung: die; - ; -en (Rechtsw.;
Versicherungsw.) Begutachtung, Be¬
rechnung der Schadenshöhe
Scha|den|frei|heits|ra|batt/Scha|dens|>
frei[heits|ra[batt: der; -(e)s; -e (Versi¬
cherungsw.) (in der Höhe gestaffelte)
Ermäßigung der Kfz-Haftpflichtver¬
sicherung für unfallfreies Fahren
über eine bestimmte Zeit
Scha]den|freu|de: die; - / - hämisches
Vergnügen darüber, daß jmd. Pech
hatte od. einen Schaden erlitten hat
scha]den|froh: Adj. schadenfoher; scha¬
denfroheste Schadenfreude empfin¬
dend, ausdrückend
Scha|den|hö|he/Scha|dens|hö|he: die;
- ; - (Versicherungsw.) der berechnete
Schaden in Geldwert
Scha|den|nach|weis/Schajdens|nach|-
weis: der; -es; -e (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) Belegen der Tatsache, daß
ein Schaden in einer bestimmten Hö¬
he entstanden ist
Scha|den|re|gu|lie|rung/Scha|den|re|*
gu|lie|rung: die; - ; -en (Versiche¬
rungsw.) Zahlung eines Ausgleichs
des Schadens in Geld od. Sachwerten
Schajdens|ab|wickjlung/Scha|den|ab|-
wickjlung: die; - ; -en (meist Versiche¬
rungsw.) gesamter Vorgang der Scha-
densbeaxbeitung
Scha|dens|aus|gleich/Schajden|aus[-
gleich: der; -(e)s; - etw., was für ei¬
nen Schaden als Ersatz gegeben od.
gezahlt wird
Scha|dens|be|gren|zung/Scha]den|be|-
gren|zung: die; - ; -en Vermeidung
unnötiger Kosten, Folgen bei einem
entstandenen Schaden
Scha|dens|be|rech|nung/Scha|den|be|-
rech|nung: die; • ; -en (Rechtsw.; Ver¬
sicherungsw.) Vorgang, einen ent¬
standenen Schaden in Geldwert an¬
zugeben
Scha|dens|be|richt/Schajden|be|richt:
der; -(e)s; -e sachliche Darstellung,
wie es zu einem Schaden gekommen
ist
Schajdens|er|satz/Scha|den|er|satz:
der; -es; - (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) Vergütung (in finanzieller
Form) für einen entstandenen Scha¬
den
Scha|dens|eijsatz|an|spruch/Scha|-
den|er|satz|an|spruch: der; -(e)s;
-ansprüche (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) Recht auf Schadenersatz
Scha|dens|eijsatz|lei|stung/Scha|den|-
er)satz|lei|stung —> Scha]dens|er|-
satz|leis|tung/Scha|den|er[satz|leis|-
tung: die; - ; -en (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) etw., was für einen Schaden
als Ersatz gegeben od. gezahlt wird;
Ausgleich (in finanzieller Form) für
einen entstandenen Schaden
Schajdens|erjsatz[pflicht/Scha|den|er|-
satzlpflicht: die; - / -en (Rechtsw.;
Versicherungsw.) Verpflichtung, ei¬
nen entstandenen Schaden auszuglei¬
chen
scha]dens|er|satz|pflichftig/scha|den|-
er|satz|pflich|tig: Adj. n. stg.
(Rechtsw.; Versicherungsw.) in der
rechtlichen od. moralischen Ver¬
pflichtung stehend, Schadenersatz zu
leisten
Schajdens|ei1stat)tung/Scha]den]er|-
stat|tung: die; * ; -en (finanzieller)
Ausgleich für einen Schaden
Schajdens|fall: der; -(e)s; -fälle
(Rechtsw.; Versicherungsw.) Eintritt,
Entstehung, Verursachung eines
Schadens
Scha]denstfestjstel|lung/Scha|den|>
fest|stel|lung: die; ~ ; -en (Rechtsw.;
Versicherungsw.) Begutachtung, Be¬
rechnung der Schadenshöhe
Scha|dens|frei)heits|ra|batt/Scha|den|>
frei|heits[ra|batt: der; -(e)s; -e (Versi¬
cherungsw.) (in der Höhe gestaffelte)
Ermäßigung der Kfz-Haftpflichtver¬
sicherung für unfallfreies Fahren
über eine bestimmte Zeit
Schajdens|nach|weis/Scha|den|nach|-
weis: der; -es; -e (Rechtsw.; Versiche¬
rungsw.) Belegen der Tatsache, daß
ein Schaden in einer bestimmten Hö¬
he entstanden ist
Scha|dens|veijsi|che|iijng/Scha|den|-
ver|si|che|rung: die; - ; -en (Rechtsw.;
Versicherungsw.) a) Versicherungsun-
temehmen, das mögliche Schadensri¬
siken versichert b) abgeschlossener
Vertrag mit einem Versicherungsun-
temehmen, das mögliche Schadensri¬
siken versichert
Scha|den|ver[hü|tung: die; - ; -en Ver¬
hinderung der Entstehung von Schä¬
den
Scha]den|vertsi|che|ning/Scha|dens|-
ver|si|che|rung: die; ~ ; -en (Rechtsw.;
Versicherungsw.) a) Versicherungsun¬
ternehmen, das mögliche Schadensri¬
siken versichert b) abgeschlossener
Vertrag mit einem Versicherungsun-
te/nehmen, das mögliche Schadensri¬
siken versichert
Schad|fraB: der; -es; - von Insekten od.
Nagetieren angerichteter Schaden
schadjhaft: Adj. schadhafter; schadhaf¬
teste mangel-, fehlerhaft; defekt; be¬
schädigt
Schad|haf|tig|keit: die; - ; - Zustand des
Schadhaftseins; Vorhandensein von
Mängeln, Defekten, Fehlern
schäjdi|gen: schädigst; schädigtest; hast
geschädigt einen Schaden verursa¬
chen, bewirken
Schä|di|ger: der; -s; ~ weibl. Schä]dij-
ge|rin: die; - ; -nen (Rechtsw.; Versi¬
cherungsw.) Person, die einen Scha¬
den verursacht hat
Schä|di|gung: die; - ; -en 1 (durch jmds.
Schuld) entstandener Schaden 2 Vor¬
gang der Schadenverursachung
schäd|lich: Adj. einen Schaden, eine Be¬
einträchtigung nach sich ziehend
»Rauchen ist schädlich.«
979
Schädlichkeit
Schäd|lich|keit die; - ; - Eigenschaft
des Schädlichseins
Schädling: der; -s; -e Pflanze od. Tier,
die/das durch ihre/seine Lebensweise
an anderen Pflanzen od. Tieren Scha¬
den anrichtet
Schädjlings|be]fall: der; -(e)s; - <Bio.>
Vorhandensein vieler Schädlinge an
einem Tier od. einer Pflanze
Schäd|lings|be|kämp|fung: die; - / -en
Maßnahmen zur Beseitigung von
Schädlingen
Schäd|lings|be[kämp|fiings|mit|tel:
das; -s; - chemisches od. biologisches
Hilfsmittel, das Schädlinge tötet od.
vertreibt
schadlos: Adj. n. stg. 1 ohne Schaden 2
sich an jmdm. od. etw. schadlos
halten: sich eine Beeinträchtigung od.
Benachteiligung vergüten lassen
Scha|dor/Tscha|dor: der; -s; -e islami¬
sche Religiom von muslimischen
Frauen getragener Schleier, der das
Gesicht bis auf die Augen u. meist
auch den Oberkörper bedeckt
Schadstoff, der; -(e)s; -e das Wachs¬
tum u. die Gesundheit beeinträchti¬
gende Substanz
sch3d|stoff|arm: Adj. schadstoffärmer;
schadstoffarmste wenig schädliche
Bestandteile enthaltend
schad|stoff|fi«i: Adj. n. stg. völlig ohne
schädliche Bestandteile
Schah das; -(e)s; -e männl. Schafbock:
der; -(e)s; -bocke u. [ kastriert J Ham|-
mel: der; -s; - u. [selten] Hammel 1
meist beige-braunes Homtier, das zur
Woll-, Milch- u. Fleischgewinnung
(meist in Herden) gehalten wird »Die
Schafe werden im Frühjahr gescho¬
ren.« 2 [ugs.] dummer, zu gutgläubi¬
ger Mensch »Manchmal bist du ein
(dummes) Schaf.« 3 das schwarze
Schaf: jmd., der aus dem Rahmen
fällt, sich nicht einfügt, anpaßt 4 sein
Schäfchen ins trockene bringen —*
sein Schäfchen ins Trockene brin¬
gen: [ugs.] sich (durch Benachteili¬
gung, Beeinträchtigung anderer fi¬
nanziell) schadlos halten S ein räudi¬
ges Schaf steckt die ganze Herde
an: ein böser, schlechter o. ä. Mensch
in einer Gruppe kann alle anderen
verderben, sie dazu bringen, Schlech¬
tes zu tun 6 ein schlechtes Schaf,
das mit dem Wolf spazieren geht:
man sollte den Umgang, die Gesell¬
schaft mit Menschen meiden, die ei¬
nen schlechten Ruf o. ä. haben 7 ge¬
duldige Schafe gehen viel(e) in einen
Stall: Menschen, die ohne nachzuden¬
ken blind gehorchen, lassen sich auch
in großer Zahl, in großen Massen
leicht lenken, führen
Schafbock: der; -(e)s; -bocke männli¬
ches, zeugungsfähiges Schaf
Schäf|chen|wol|ke: die; - ; -n (m. PI.)
«Meteorologie) kleine Haufen wolke
Schä|fer. der; -s; - weibl. Schä|fe|rin:
die; - ; -nen Person, die sich um eine
Schafherde kümmert, beruflich Scha¬
fe versorgt
Schäjfer|ge[dicht: das; -(e)s; -e «Litera-
turwiss.) Gedicht, das in verherrli¬
chender Form von der Welt der Schä¬
fer u. Hirten handelt
Schä|feijhund: der; -(e)s; -e weibl.
Schaffer] hün|din: die; - ; -nen 1 Hund
einer dem Wolf recht ähnlichen Rasse
2 Hund (der Rasse Schäferhund), der
zum Hüten der Schafsherde einge¬
setzt wird
Schä]ferjstünd|chen: das; -s; - (ge¬
heimgehaltenes) Treffen eines Liebes¬
paares, bei dem es zu sexuellen Kon¬
takten kommt
Schä|fer|stun|de: die; - ; -n [selten] (ge¬
heimgehaltenes) Treffen eines Liebes¬
paares, bei dem es zu sexuellen Kon¬
takten kommt
Schaff: das; -(e)s; -e [süddt; österr.]
oben offene(s)(r) Gefäß, Behälter
Schaffen: das; -s; - <Kunst> Geschaffe¬
nes, künstlerische(s) Arbeit od. Wir¬
ken
schaffen: schaffst; schafftest/schu-
f(e)st; hast geschaffen 1 schuf(e)st
etw. leisten, (künstlerisch) hervor¬
bringen, gründen »Er hat eine Statue
geschaffen. ♦ Er schuf ein Hilfswerk
für Waisenkinder.« 2 schafftest a) etw.
bewirken Er hat Ordnung ge¬
schaffen.« b) etw. bewältigen »Ich
schaffe diese Arbeit nicht mehr.« 3
schaffte [ugs.] müde machen; nervös
machen »Die Hitze schafft mich.«
4 [landsch.] arbeiten »Er schaffte sein
ganzes Leben lang.« 5 schafftest etw.
irgendwohin transportieren »Das
schaffen wir alles in deine Wohnung.«
6 a) jmdn., etw. aus dem Haus o. ä.
schaffen, fortschaffen: dafür sorgen,
daß jmd. od. etw. weggeht, wegge¬
bracht wird b) jmdn., etw. an einen
Ort, hierher schaffen: dafür sorgen,
daß jmd. od. etw. an einen Ort
kommt, gebracht wird 7 sich an etw.
zu schaffen machen: (ohne Erlaub¬
nis u. ohne Kenntnisse) an etw. han¬
tieren, basteln 8 jmdm. zu schaffen
machen: jmdm. Kummer, Mühe be¬
reiten 9 etw. auf die Seite schaffen:
etw. (heimlich) beiseite bringen, ent¬
fernen, beseitigen, für sich, den eige¬
nen späteren Gebrauch in Sicherheit
bringen 10 für/zu etw. wie geschaf¬
fen sein: für etw. besonders talentiert
sein 11 mit jmdm., etw. (nichts) zu
schaffen haben: sich von etw. od.
jmdm. distanzieren/nicht distanzie¬
ren, damit (nichts) zu tun haben wol¬
len 12 sich zu schaffen machen: a)
intensiv an etw. arbeiten b) zum
Schein arbeiten 13 Rücklagen o. ä.
schaffen: etw. für einen späteren
Zeitpunkt sparen
Schafjfensjdrang: der; -s; - ausgepräg¬
te? Bedürfnis, etw. herzustellen od.
eine Arbeit zu verrichten
Schaf)fens|fneu|de: die; - ; - Spaß an
sinnvoller Betätigung
schaf|fens|freu|dig: Adj. mit viel Begei¬
sterung u. Elan arbeitend
Schaf|fens|kraffc die; - ; - große Ar¬
beitsenergie
schafffenslkräfftig: Adj. viel Energie
beim Arbeiten einsetzend
Schaf|fens|lust die; - ; - ausgeprägtes
Bedürfnis, etw. herzustellen od. Ar¬
beit zu verrichten; Spaß am Schaffen
von etw.
schaf)fens|lu|stig —» schafffens|kis|-
tig: Adj. mit viel Spaß an der Arbeit
Schaf|fens|pro|zeß —» Schafffens|-
profzess: der; -prozesses; -prozesse
<meist Kunst) Vorgang des (künstleri¬
schen) Schaffens
Schaf|fe|rei: die; - ; -en 1 [see-
mannssprl.] Schiffsvorratskammer 2
o. Plural [ugs.] aufwendige, kräftezeh¬
rende Arbeit, Plackerei
schaflfig: Adj. [Schweiz.] eifrig; arbeit¬
sam
Schafften der; -s; - weibl. Schaffjne)-
rin: die; - ; -nen Person, die meinem
Zug o. ä. die Fahrkarten überprüft u.
gegebenenfalls verkauft
schaffnerlos: Adj. n. stg. <Verkehrsw.>
ohne Schaffner im Wagen (bei Bus¬
sen, Zügen, Straßenbahnen)
Schaffung: die; - ; - Anfertigung, Her¬
stellung von etw., einem Kunstwerk
Schafgarjbe: die; - ; -n Pflanze aus der
Familie der Korbblütler
Schaf herjde: die; -; -n größere Gruppe
von Schafen, die gemeinsam gehalten,
geweidet werden
Schafhirt: der; -(e)s; -en weibl. Schaf-
hirftin: die; ~ ; -nen Person, die auf
eine Schafherde aufpaßt, Schafe hü¬
tet
Schafkäse/Schafsfkäse: der; -s; - u.
(Sorten) - weißer Käse aus Schafs¬
milch
Schafkopf/Schafs|kopf: der; -(e)s;
-köpfe 1 o. PI. Kartenspiel für vier
Spieler 2 [ugs.; abwert.] Schimpfwort
für einen dummen Menschen, jmdn.,
der dumm gehandelt hat
Schäflein: das; -s; ~ 1 [poet.] kleines
Schaf 2 jmd. bringt sein(e) Schaflein
ins trock(e)ne —> jmd. bringt seinfe)
Schäflein ins Trock(e)ne: jmd. sichert
sich (auf jmds. Kosten) für die Zu¬
kunft (finanziell) ab, nutzt eine Situa¬
tion für seinen Vorteil aus
Schaffgtt: <lat.> das; -(e)s; -e «meist
hist.) Vorrichtung für Hinrichtungen,
bei denen der Kopf abgeschlagen
wird
Schaf]pelz/Schafs|pelz: der; -es; -e 1
Wolle, Wollkleid des Schafs 2 jmd. ist
ein Wolf im Schafspelz: jmd. gibt
vor, gutmütig, nett zu sein u. ist bös¬
artig, gemein u. hinterlistig
Schafsfbock: der; -(e)s; -bocke männli¬
ches Schaf
Schafschur: die; - / -en Abschneiden
der Wolle des Schafes zwecks Weiter¬
verarbeitung
Schafsfkäse/Schaflkäse: der; -s; - u.
(Sorten) - weißer Käse aus Schafs¬
milch
Schafsfkleid: das; -(e)s; -er [geh.]
Schafspelz
Schafsfkopf/Schafkopf: der; -(e)s;
-köpfe 1 o. PI. Kartenspiel für vier
Spieler 2 [ugs.; abwert.] Schimpfwort
für einen dummen Menschen, jmdn.,
der dumm gehandelt hat
Schafsfmilch: die; - ; - Milch der weibli¬
chen Schafe
Schafsfpelz/Schafpelz: der; -es; -e 1
Wolle, Wollkleid des Schafs 2 jmd. ist
ein Wolf im Schafspelz: jmd. tut gut¬
mütig, nett u. ist bösartig, gemein u.
hinterlistig
Schafstall: der; -(e)s; -stalle Gebäude,
Unterbringungsort für Schafe
Schaft: der; -(e)s; Schäfte 1 a) Stiel,
Griff eines Gebrauchsgegenstandes,
oft einer Waffe »Der Schaft des Mes¬
sers war aus Silber. » Er umfaßte den
980
Schallkasten
Schaft seines Speeres.« b) Teil von
Gewehr od. Pistole 2 <Zool.> a) Teil
des Haares oberhalb der Haut b) Teil
in der Mitte einer Feder 3 a) Baum¬
stamm b) Blütenstengel bei manchen
Pflanzenarten 4 a) Teil eines Schuhs
b) Teil des Stiefels, der das Bein be¬
kleidet
-schaff: Wortbildungselement 1 +
Substantiv a) eine Gruppe von im Ba¬
siswort genannten Personen od. Din¬
gen »Ärzteschaft ♦ Anwaltschaft ♦
Mannschaft« b) bezeichnet das im Ba¬
siswort inhaltlich Genannte als Er¬
gebnis einer Handlung »Meister¬
schaft ♦ Vaterschaft« 2 + Substantiv
od. Adj. bezeichnet einen Zustand od.
eine Beschaffenheit »Freundschaft«
schälten: schäftest; schäftetest; hast ge¬
schäftet 1 an etw. einen Schaft anbrin¬
gen 2 <Bot.> [veralt] durch unter¬
schiedliche Maßnahmen veredeln 3
(landsch.; veralt.] jmdn. schlagen
Schaft|stie|fel: der; -s; - Stiefel, der ei¬
nen etwa bis zur Kniehohe reichen¬
den Schaft aufweist
Schaf|wei|de: die; - ; -n Gebiet, auf dem
Schafe grasen
Schaf|wol|te: die; - ; - (weiterverarbeite¬
tes) Fell von Schafen
Schafzucht: die; - ; - Vermehren, Her¬
anziehen von Schafen zur Gewinnung
von Wolle u. Fleisch
Scha|kal: <altind.-pers.-türk.> der; -s; -e
nachtaktives Raubtier, das ähnlich
wie ein kleiner Schäferhund mit spit¬
zerer Schnauze aussieht
Schä|ken der; -s; ~ weibi. Schö|ke|rin:
die; - ; -nen Person, die oft schäkert,
andere freundschaftlich neckt
Schä|ke|rei: die; ~ ; -en (mit einem Flirt
verbundene) Neckerei
schä|kern: schäkerst; schäkertest; hast
geschäkert kokett (mit jmdm.) scher¬
zen; jmdn. necken u. dabei mit dem-,
derjenigen flirten
Schal: der;-(e)s; -s 1 längliches, schma¬
les (wärmendes) Tuch, das um den
Hals getragen wird 2 Übergardine
rechts u. links am Fenster (od. Vor¬
hang, Gardine an einem türähnlichen
Durchgang)
schal: Adj. n. stg. 1 <meist Getränk) ab¬
gestanden, nicht mehr prickelnd,
frisch »Der Sekt war schal geworden.«
2 (übertr.) nicht mehr neu, originell
»schale Versprechungen«
Schäfchen: das; -s; - kleine Schale
Schajle: die; ~ ;-n 1 äußere (feste) Hülle
(zum Schutz) »Die Schale des Apfels
ist rot.« 2 relativ flacheres, tellerarti¬
ges Gefäß mit hochgezogenem Rand
ohne Deckel, in das etw. gelegt wird
»Die Äpfel liegen in der Schale auf
dem Tisch.« 3 a) sich in Schale wer¬
fen, schmeißen: [ugs.] sich besonders
elegant, schön, sorgfältig kleiden b) in
Schale sein: [ugs.] für etw. besonders
elegant, schick gekleidet sein
Schäl|ei|sen: das; -s; - <Forstw.> Werk¬
zeug zum Entfernen der Baumrinde
schajlen: schalst; schaltest; hast
geschalt <Bauw.> eine Verschalung
herstellen u. anbringen
schajlen: schälst; schältest; hast ge¬
schält mit den Händen, den Zähnen,
dem Schnabel od. mit einem Werk¬
zeug (z. B. einem Messer) die äußerste
Schicht, Schale von etw. abschneiden,
ablösen, Syn.: <mit den Händem pel¬
len; <mit den Zähnen) abnagen; ab¬
knabbern
schäften, sich: schälst dich; schältest
dich; hast dich geschält a) sich auf¬
grund äußerer Einflüsse od. Krank¬
heit ablösen »Nach dem schlimmen
Sonnenbrand schälte sich die Haut
vom Rücken.« b) [ugs.] sich der Klei¬
dung entledigen
Scha]len|bau: der; -(ejs; -ten <Bauw.>
Gebäude, das mit vorgefertigten Be¬
tonplatten erstellt wurde
Scha|ten|bau|wei|se: die; - ; -n <Bauw.>
Errichtung von Bauwerken aus vor¬
gefertigten Teilen
schallen|för]mig: Adj. n. stg. in Gestalt
einer Schale; die äußeren Merkmale
einer Schale besitzend
scha|len|fos: Adj. n. stg. ohne Schale
Scha]len|sitz: der; -es; -e sportlicher
Autositz, der aus einer einteiligen,
körpergerecht geformten Kunstoff-
schale besteht
Schfflen|tier. das; -(e)s; -e gepanzertes
Tier, dessen (Weich-)Körper sich zwi¬
schen zwei Schalenhälften befindet
»Muscheln sind Schalentiere.«
Scha|len|weich|tien das; -(e)s; -e Tier,
dessen Weichkörper sich zwischen
zwei schützenden u. stabilisierenden
Schalenhälften befindet
Schälhengst: der; -(ejs; -e Deck¬
hengst, der zur Zucht eingesetzt wird
Schalk: der; -(ejs; - 1 Spaßmacher(in);
Schelm; Spitzbube »Er ist ein richtiger
Schalk.« 2 jmd. hat den Schalk in den
Augen, im Nacken, hinter den Ohren;
jmdm. sitzt der Schalk im Nacken,
hinter den Ohren: man sieht jmdm.
an, daß er gerne einen Spaß macht,
gerade dabei ist, einen Ulk zu planen,
durchzuführen
Schalk|haf|tig|keit: die; - ; -en 1 Eigen¬
schaft, immer zu Späßen aufgelegt zu
sein, immer bereit zu sein, jmdm. ei¬
nen Streich zu spielen 2 [selten]
schalkhaftes Benehmen; jmdn. veral¬
bernde Handlung, Formulierung,
Syn.: Schalkheit
Schalk|heit: die; •; -en Schalkhaftigkeit
Schai|kra|gen: der; -s; - langgezogene
Kragenform bei Oberbekleidungs¬
stücken, wobei die beiden Enden
Übereinanderliegen
Schalks|narr der; -en; -en [veralt.] Hof¬
narr
SchäfkuR die; - ; -en <Med.; Kosmetik)
Behandlungsmethode bei einigen
Hautkrankheiten, um die oberste
Hautschicht abzulösen
Schall: der; -(ejs; -e u. Schälle 1 hal¬
lende Töne, Geräusche, Klänge »Der
Schall der Glocke war weit zu hören.«
2 (Physik; Akustik) sich in der Luft in
Wellen ausbreitende akustische
Schwingungen 3 etw. ist Schall u.
Rauch: etw. ist bedeutungslos, ver¬
gänglich
—> Schall schlu|ckend: s. schallschluk-
kend
Schall|be|chen der; -s; - <Musik> 1 vor¬
derer Teil von Blasinstrumenten, der
den Klang beeinflußt u. verstärkt 2
Aufsatz einer Orgelpfeife
Schall|bo|den: der; -s; -böden (Musik)
Resonanzboden, der den Schall bei
Saiteninstrumenten intensiviert
schaH|däm|mend: Adj. die Ausbreitung
des Schalls vermindernd
Schall|dämm|stoff: der; -(ejs; -e (Tech¬
nik) Baustoff, der die Ausbreitung
des Schalls durch die Wände vermin¬
dern od. verhindern soll
Schall|däm|mung: die; ~ ; -en a) Vor¬
kehrung zur Eindämmung, Vermin¬
derung der Ausbreitung des Schalls b)
Eigenschaft, die Ausbreitung des
Schalls einzudämmen, zu vermindern
Schall|dämp|fer: der; -s; - 1 (Technik)
Zusatzteil, das die Lautstärke von
Maschinen eindämmt 2 (Musik) Ge¬
rät, Aufsatz, der Musikinstrumente,
meist Blasinstrumente, leiser klingen
läßt 3 Aufsatz für Schußwaffen, der
das Geräusch beim Abschuß verrin¬
gert 4 Teil der Auspuffanlage bei
Fahrzeugen
Schall|dämp|fung: die; - ; -en a) Ver¬
minderung der Ausbreitung des
Schalls b) Vorkehrung zur Eindäm¬
mung des Schalls
schalldicht: Adj. n. stg. kein Geräusch
durchlassend
Schall|druclc der;-(ejs; - (Physik; Aku¬
stik) Kraft der Schallwellen
Schalleh|re (Schall|teh|re) —> immer
mit lll: Schall|leh|re/Schall-Leh|re:
die; - ; - wissenschaftlich-physikali¬
sche Betrachtung von Schall, Syn.:
Akustik
Schall|emp|fin|diing: die; - / -en das Hö¬
ren von Geräuschen od. Tönen
schallten: schallt; schalltejscholl; hat
geschallt a) auf weite Entfernung
noch zu hören sein »Die Stimmen
schallten zu ihnen herüber, b) (sich)
von einer Geräuschquelle ausgehend
verbreiten
schal|lern: schalierst; schallertest; hast
geschallen 1 weithin hörbare Ge¬
räusche hervorbringen 2 [ugs.;
landsch.] laut singen 3 [ugs.] a) jmdm.
eine Schaltern: jmdn. ohrfeigen b)
eine geschallert kriegen: eine Ohrfei¬
ge bekommen
Schalljfo|lie: die; - ; -n Kunststoffolie
(meist als Werbeträger), die einseitig
wie eine Schallplatte abgespielt wer¬
den kann
Schall|ge|ber. der; -s; - (Physik; Aku¬
stik) etw., womit Töne u. Geräusche
erzeugt werden können, aus dem Ge¬
räusche hervorgehen, Syn.: Schall¬
quelle '
schall|ge|dämpft: Adj. schallgedämpf¬
ter; schallgedämpfteiste weniger Ge¬
räusch abgebend
Schall|ge|schwin|dig|keit: die; - ; -en
(Physik) Geschwindigkeit, mit der
sich die Schallwellen verbreiten
Schall|gren|ze: die; - ; -n a) (extremer
Luftwiderstand, der entsteht, wenn
ein Flugkörper die Schallgeschwin¬
digkeit erreicht b) (oberer) Grenzwert
bei etw., Syn.: Schallmauer
schall|iso|liert —> schall|i|so|liert: Adj.
n. stg. so beschaffen^ daß kein Ge¬
räusch von innen nach außen bzw.
von außen nach innen dringen kann
Schall|ka|sten —» Schall|kas|ten: der;
-s; - (meist Musik) Hohlraum (in ei¬
nem Musikinstrument), der den
981
Schallkörper
‘Klang verstärkt, Syn.: [fremdsprl.]
Resonanzraum
Schall|kör|per: der; -s; - (meist Musik)
Hohlraum (in einem Musikinstru¬
ment), der den Klang verstärkt, Syn.:
[fremdsprl.] Resonanzraum
—* Schall|leh|re/SchaM-Leh|re: s.
Schallehre
—» Schall|loch/Schall-Loch: s. Schall¬
loch -
Schall|mau|er. die; - ; -n extremer Luft¬
widerstand, der entsteht, wenn ein
Flugkörper die Schallgeschwindigkeit
erreicht, Syn.: Schallgrenze
Schall|nach|ah|mung: die; - ; -en
(Sprachwiss.) Lautmalerei; Onomato-
poetik
Schalloch (Schall|loch) —* immer mit
lllT Schall|loch/Schall-Loch: das;
-(e)s; -löcher a) Öffnung im Reso¬
nanzraum eines Musikinstruments,
durch die die Schallwellen nach au¬
ßen dringen b) Öffnung in einem
Glockenturm
Schall|plat|te: die; - ; -n runde schwarze
Scheibe aus Kunststoff, Vinyl, auf
der in spiralförmigen Rillen Töne ge¬
speichert sind
Schall|platften|al|bum: das; -s; -alben a)
(aus mindestens zwei Platten be¬
stehende) Veröffentlichung auf
Langspielplatte(n) b) Sammelmappe
für Schallplatten
Schall|plat|ten|ge|schäft: das; -(e)s; -e
1 Ladenlokal, in dem mit Schallplat¬
ten gehandelt wird 2 o. PI. Herstel¬
lung u. Vertrieb von Schallplatten als
Wirtschaftszweig
Schall|plat|tenJpro|duk|ti|on: die; ~ ; -en
Aufnahme eines od. mehrerer Musik¬
stücke, die auf eine (Schall-)Platte ge¬
preßt wird
Schall|plat|ten|pro|du|zent: der; -en; -en
weibl. SchaH|plat|ten|pro|du|zen|tin:
die; - ; -nen (Wirt.) Person, die ge¬
werbsmäßig Schallplattenaufnahmen
finanziert u. organisiert
Schall|plat|ten|ver|trag: der; -(e)s;-ver¬
trage <Wirt.> Vereinbarung zwischen
Musiker u. Produzent über die Her¬
stellung u. Vermarktung einer Schall¬
platte
Schall|quel|le: die; - ; -n etw., womit
Töne u. Geräusche erzeugt werden
können, aus dem Geräusche hervor¬
gehen
Schall|röh|re: die; - ; -n <Musik> schma¬
ler, rohrähnlicher Hohlkörper bei
Musikinstrumenten
Schall|schat|ten: der; -s; - (Physik;
Akustik) Bereich, der von den Schall¬
wellen nicht erreicht wird
schall|schluckend (schall)schluk|kend)
—» Schall schlu|ckend): Adj. die
Ausbreitung der Schallwellen weitge¬
hend verhindernd
Schallschutz: der; -es; - Vorrichtung
gegen die Ausbreitung von Lärm
Schall|schwel|le: die; - ; -n (Med.)
Schallbereich, der gerade noch von ei¬
nem Lebewesen wahrgenommen wer¬
den kann
schall|si|cher: Adj. n. stg. vollständig
schallisoliert
Schall|si|gnal —» Schall|si|g|nal: das;
-(e)s;-e akustisches Zeichen
Schall|trich|ter: der; -s; - trichterförmi¬
ger Gegenstand zur Verstärkung u.
Lenkung des Schalls
Schall|wand|ler: der; -s; - (Elektrot.)
Gerät zur Umwandlung von Schall¬
wellen in elektrische Impulse u. umge¬
kehrt
Schali|wel|le: die; - ; -n (Physik) einen
Schall, Ton tragende, verbreitende
Welle
Schall|zei|chen: das; -s; - Ton als Si¬
gnal »Die Pausenklingel in der Schule
ist ein Schallzeichen.«
Schal|mej: die; - ; -en (Musik) 1 Rohr¬
blattinstrument 2 Hirtenflöte mit
doppeltem Rohrblatt 3 Blasinstru¬
ment mit mehreren Röhren aus Me¬
tall 4 Zungenstimme bei der Orgel 5
Spielpfeife beim Dudelsack
Schal|me||blä|ser: der; -s; - weibl.
Schal|mei|blä|se|rin: die; - ; -nen
(Musik) Person, die auf der Schalmei
spielen kann
Schal|me||en|klang: der; -(e)s; -klänge
[geh.] Töne, die mit einer Schalmei er¬
zeugt werden
Scha|loml: <hebr.> Grußformel im He¬
bräischen
Scha)lot|te: <lat.-fr.> die; - ; -n Lauchart
mit kleinen Zwiebeln
Schalt|an|la|ge: die; - ; -n (Elektrot.)
Vorrichtung für die selbsttätige
Schaltung von elektrischen Leitungs¬
systemen
$chalt|bild: das; -(e)s; -er (Elektrot.)
Plan, in den die Verbindungen einer
elektrischen Anlage eingezeichnet
sind
Schalt|brett: das; -(e)s; -er (Elektrot.)
Konsole, auf der alle zur Überwa¬
chung u. Steuerung elektrischer
Schaltungen erforderlichen Instru¬
mente angebracht sind, Syn.: Schalt¬
tafel
Schalt|ele|ment —» Schalt|e|le|ment:
das; -(ejs; -e (Elektrot.) Einzelteil,
das zu einer Schaltung gehört
schallten: schaltest; schaltetest; hast ge¬
schaltet 1 bei einer Maschine einen
Hebel in eine bestimmte Position u.
damit etw. in Funktion bringen 2
[ugs.] verstehen; begreifen »Er schal¬
tet langsam.« 3 (frei) schalten u. wal¬
ten (wie es jmdm. gefällt): (frei u.
ohne Einschränkung) handeln
Schallten der; -s; - 1 (Elektrot.) kleines
kipp- od. drehbares Gerät, mit dem
ein Stromkreis unterbrochen werden
kann; Knopf, Vorrichtung, mit der
Funktionen eines technischen Geräts
in Gang gesetzt werden 2 hoher
Tisch, kleiner abgetrennter Bereich,
Raum, wo Kunden bedient werden;
Bedienungstheke in Banken u. ä.
Schal|ter|be[am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Schalterbeam¬
ter; eine Schalterbeamte; zwei Schal¬
terbeamte) weibl. auch Schal|ter|be|-
am|tin: die; - ; -nen Person, die beam¬
tet ist u. ihre Arbeit am Schalter (2)
verrichtet, am Schalter Kunden be¬
dient
Schal|ter|dienst: der; -(e)s; - Tätigkeit
im Kundendienst am Schalter (2)
Schal|terjhal|le: die; -; -n großer Raum,
in dem Kunden an mehreren Schal¬
tern (2) bedient werden
Schal|ter|raum: der; -(e)s; -räume
(meist großes) Zimmer, in dem Kun¬
den an mehreren Schaltern (2) be¬
dient werden
Schal|ter|stun|den: die (PI.) Öffnungs¬
zeiten der Schalter (2); Zeitraum, in
der ein Schalter besetzt ist
Schalt|he|bel: der; -s; - Teil, mit dem
ein Schalter (l) umgestellt wird
Schal|tieK das; -(e)s; -e Weichtier, das
zwischen zwei Schalen lebt u. mit die¬
sen fest verwachsen ist, Syn.: Schalen¬
tier
Schaltjahr: das; ~(e)s; -e 1 (jedes vierte)
Jahr, in dem zwecks Zeitausgleich für
den ca. 365 1/4 Tage dauernden Um¬
lauf der Erde um die Sonne der Fe¬
bruar einen Tag länger ist, 29 Tage
hat 2 alle Schalbahre (mal): [ugs.]
kaum; so gut wie nie; selten
Schatt|ka|sten —> Schalt|kas|ten: der;
-s; -kästen (Elektrot.) Verkleidung, in
der sich ein Schaltbrett, eine Schaltta¬
fel befindet
Schalt|knüp|pel: der; -s; - (Auto> Vor¬
richtung zum Einlegen der Gänge bei
einer Knüppelschaltung
Schaltkreis: der; -es; -e (Elektrot.) Ver¬
knüpfung von elektrischen Bauele¬
menten
Schalt[pau|se: die; - ; -n (Elektrot.) Sen¬
depause im Radio od. Fernsehen, die
entsteht, wenn der Sender nicht rei¬
bungslos zwischen verschiedenen
Programmen umschaltet
Schaltjplan: der; -(e)s; -pläne (Elek¬
trot.) mit graphischen Symbolen auf¬
gezeichnete Darstellung der Schal¬
tung eines elektrischen Gerätes
Schaltpult: das; -(e)s; -e (Elektrot.)
Tisch, in den Schalthebel u. Meßgerä¬
te zur Steuerung einer Anlage einge¬
baut sind
Schalt|schejma: das; -s; -s u. -Schemata
(Elektrot.) Skizze, auf der das Zusam¬
menspiel der einzelnen elektronischen
Bauteile erkennbar ist
Schaltjskiz|ze: die; - ; -n (Elektrot.) auf¬
gezeichnete Schaltverbindungen
Schalt|stel|le: die;; -n 1 (Elektrot.)
Punkt, von dem aus Schaltungen vor¬
genommen werden 2 (übertr.) Zen¬
trum der (politischen) Macht
SchaHjta|fel: die; - ; -n (Elektrot.) Trä¬
ger, auf dem elektrische Geräte, Zäh¬
ler u. Anzeigeinstrumente zur Steue¬
rung einer Anlage untergebracht sind
Schaltjuhr die; - ; -en mit einem elektri¬
schen Gerät verbundene Uhr, die das
Ein- od. Ausschalten zu einem einge¬
stellten Zeitpunkt ermöglicht
Schaltung: die; - ; -en (Technik) 1
Möglichkeit, die Gänge bei einem
Fahrzeug zu wechseln 2 Anordnung
der elektrischen Leitungen von
Stromquellen zu sämtlichen Elektro¬
geräten
Schaltzeichen: das; -s; - (Elektrot.)
Symbol zur Darstellung der einzelnen
Elemente auf einem Schaltplan
Scha|lup|pe: </r> die; - ; -n
[seemannssprl.] 1 auf großen Schiffen
mitgeführtes Beiboot, kleines Ruder-
od. Segelboot 2 (hist.) kleines Küsten¬
schiff mit einem Mast auf Nord- u.
Ostsee
Scham: die; - ; - 1 Empfindung von
Peinlichkeit, großer Verlegenheit »Er
982
Scharade/Charade
empfand Scham bei der Bloßstellung.«
2 äußere Geschlechtsteile
Scha|ma|ne: der; -n; -n Medizinmann
od. Geisterbeschwörer, Zauberprie¬
ster bei Naturvölkern
Scha|ma|nen|trom|mel: die; ~ ; -n «Mu¬
sik> Schlaginstrument, das von den
Medizinmännern zu rituellen Zwek-
ken verwendet wird
Scha|ma|nis|mus: der; - ; Schamanis¬
men «Ethnologie) Überzeugung, daß
Schamanen mit Geistern in Verbin¬
dung treten können
Scham|be|haa|rung: die; ~ ; -en (PI. s.)
Haarwuchs im Schambereich beim
(erwachsenen) Menschen
Scham|bein: das; -(e)s; -e <Anat.> vor¬
derer, unterer Teil des Hüftbeins
Scham|drei|eck: das; -(e)s; -e Scham¬
haarbereich bei Frauen
schä|men, sich: schämst dich; schämtest
dich; hast dich geschämt a) ein Gefühl
der (selbst verursachten) Peinlichkeit
haben b) zögern, davor zurückschrek-
ken, etw. zu tun
scham|fi|len: schamfilt; schamfilte; hat
schamfllt [seemannssprl.] <meist Tau>
a) reiben, scheuem b) durch Reiben
beschädigen
Scham|fu|ge: die; *; -n <Anat> Abstand
zwischen den beiden Schambeinen
Schamfge(fiihl: das; -(e)s; - Empfinden
von Scham; Bewußtsein für mora¬
lisch korrektes Verhalten
Scham|ge|gend: die; ~ ; - <Anat.> Kör¬
perregion, in der sich die äußeren Ge¬
schlechtsteile befinden
Scham|haan das; -(e)s; -e 1 o. PI.
Haarwuchs in der Schamgegend 2
einzelnes Haar, das in der Schamge¬
gend wächst
schatn|haft: Adj. schamhafter; scham¬
hafteste sehr schüchtern; voller
Scham; sich schnell, für vieles schä¬
mend
Scham|haf]tig|keit: die; - ; -en scham¬
haftes Wesen/Verhalten
Scham|lip|pe: die; - / -n (m. PI.) <Anat.>
afgroße, äußere, behaarte Hautfalte,
die an der Seite der Schamspalte liegt
b) kleiner, mit Schleimhaut bedeckter
Hautlappen unter, neben der großen
Schamlippe (a)
scham|los: Adj. schamloser; schamlo¬
seste a) unkeusch; unsittlich; unan¬
ständig; ohne Schamgefühl b)
schändlich; gewissenlos; moralisch
verwerflich »Er hat seine Arbeiter
schamlos ausgebeutet.« c) unver¬
schämt, frech gegenüber jmdm. »Vor
Gericht hat er schamlos gelogen.«
Scham|lo|sig|keit: die; - ; -en a) o. PI.
schamloses Wesen b) schamloses Ver¬
halten
Scha|mgtt: <hebr.-jidd.> der; -s; - wertlo¬
se^) Dinge, nicht zu gebrauchendes
Zeug
Scha|motfte: die; ~ ; - feuerfester Ton,
Syn.: [österr.] Schamott
Scham|pon/Scham|pun: das; -s; -s
schäumendes Reinigungsmittel
»Haarschampon ♦ Autoschampon«
Syn.: Shampoo
scham|po|n|e|ren/scham|pu|nie|ren:
schamponierst/schampmierst; scham-
poniertest/schampuniertest; hast
schamponiert/schampuniert etw. ein¬
seifen, mit Shampoo waschen
Schamlpus: der; ~ ; - [ugs.] Champa¬
gner
scham[rot: Adj. n. stg. im Gesicht rot
vor Scham
Scham|rö|te: die; ~ ; - Rotfärbung des
Gesichts beim Empfinden von Scham
scham|verjlet|zend: Adj. nicht auf das
Schamgefühl anderer achtend; jmds.
Schamgefühl mißachtend
scham|voll: Adj. voller Scham; große
Scham empfindend
schand|bar: Adj. 1 Schande verursa¬
chend; abscheulich, schändlich 2
[ugs.] a) im hohen Maße schlecht b)
<etw. Negatives verstärkend) über alle
Maße; besonders; sehr
Schan|de: die; - ; -1 Ereignis, Zustand,
für das/den man sich schämt, (nach
den in einer Gesellschaft geltenden
Regeln) schämen muß »Früher galt
eine uneheliche Geburt als Schande.« 2
mach mir ja keine Schande: [ugs.;
scherzh.] Aufforderung an jmdn., sich
gut zu benehmen, etw. gut, richtig zu
machen 3 zu meiner Schande mu8
ich gestehen, zugeben, daß...: [ugs.;
scherzh.] jmd. räumt einen Fehler,
eine Schwäche ein 4 mit Schimpf u.
Schande: in schändlicher, nicht eh¬
renhafter Art u. Weise
schän|den: schändest; schändetest; hast
geschändet a) Ruf od. Ehre von
jmdm. zerstören b) [veralt.] jmdn. se¬
xuell mißbrauchen, vergewaltigen c)
etw., was man respektieren sollte, ver¬
unstalten od. beschädigen »Gräber,
einen Friedhof, eine Kirche schänden«
d) [selten] das Aussehen von jmdm.
od. etw. stören; einen Schandfleck
darstellen
Schänfder: der; -s; ~ weibl. Schän|de|-
rin: die; - ; -nen Person, die jmdn. od.
etw. geschändet hat
Schand|fleck: der; - fe)s; -en etw., was
den optischen Eindruck von etw.
nachteilig beeinflußt »Das verfallene
Haus ist ein Schandfleck in der Sied¬
lung.« Syn.: Schandmal
schändlich: Adj. 1 von unmoralischer,
niederträchtiger, gemeiner Art »eine
schändliche Tat« 2 a) in hohem Maße
schlecht b) <etw. Negatives verstär¬
kend) über alle Maße; besonders; sehr
Schand|mal: das; -(e)s; -e f <hist.> Zei¬
chen, mit dem Verbrecher zur Strafe
versehen wurden 2 etw., was den opti¬
schen Eindruck von etw. beeinträch¬
tigt, Syn.: Schandfleck
Schand|maul: das; -(e)s; -mäuler a) lo¬
ses lästerliches Mundwerk b) Person,
die gerne bösartig klatscht, über an¬
dere redet, lästert
Schand|pfahl: der; -(e)s; -pfähle <hist.>
Gerät, Vorrichtung, an das/die Ver¬
urteilte zur Strafe festgeschnallt öf¬
fentlich dem Spott preisgegeben wur¬
den, Syn.: Pranger
Schand|tat: die; - ; -en 1 Verbrechen,
äußerst schlimme Handlung, Tat,
das/die dem Täter Schande bringt 2
[ugs.; salopp] lustiger Spaß, Unfug
Schank|be|tiieb: der; -(e)s; -e a) Aus¬
schank von alkoholischen Getränken
b) Kneipe, Gastwirtschaft mit
Schankbetrieb, die alkoholische Ge¬
tränke verkauft
—» Schänjke: s. Schenke
Schankjerjlaubjnis: die; - / -se behördli¬
che Genehmigung, alkoholische Ge¬
tränke auszuschenken
Schank|kon|zes|si|on: die; ~ ; -en offi¬
zielle Erlaubnis, alkoholische Geträn¬
ke auszuschenken
Schank[stu|be: die; - ; -n Ort, (Bereich
einer) Gastwirtschaft, an/in dem al¬
koholische Getränke ausgeschenkt
werden
Schanktisch: der; -(e)s; -e Verkauf¬
stisch mit Zapfanlage für alkoholi¬
sche Getränke, Syn.: Theke
Schank|wirt: der; -(e)s; -e weibl.
Schank|wir|tin: die; - ; -nen Miete¬
rin) od. Besitzerin), Betreiber(in) ei¬
ner Gaststätte mit Schankkonzession
Schank|wirt|schaft: die; - ; -en Kneipe,
in der (fast) ausschließlich Getränke
serviert werden
Schan|tung|sei|de/Shan|tung|sei|de:
ichin.; Iat.> die; *; -«Seide aus der chi¬
nesischen Provinz Shantung
Schanzjaijbeit: die; - ; -en <Bauw.> Erd¬
arbeit
Schan|ze: die; - ; -n 1 kur2 für Sprung¬
schanze beim Skispringen 2 <Milit.>
aufgeworfener Erdwall zu Verteidi¬
gungszwecken 3 [seemannssprl.] a)
am hinteren Teil von Kriegsschiffen
befindlicher Aufbau b) Deck hinten
auf dem Schiff
schan|zen: schanzt; schanztest; hast
geschanzt <Milit.> a) eine Befesti¬
gungsanlage bauen b) Soldaten zum
Schanzen, Bau von Befestigungsanla¬
gen einsetzen
Schan|zen|bau: der; -(e)s; - <Milit.>
Bau, Errichtung einer Befestigungs¬
anlage
Schan|zen|re|kord: der; -(e)s;-e <Sport;
Skispringen) größte Entfernung,
Weite, die auf einer Schanze je er¬
reicht wurde
Schanjzen|tisch: der; -(e)s; -e «Sport;
Skispringern Fläche, von der nach
dem Anlauf abgesprungen wird
Schanz|werk: das; - (e)s; -e <Milit.> Ver¬
teidigungsanlage
Schanz|zeug: das; -(e)s; -e <Milit.> Ar¬
beitsgerät, mit dem eine Verteidi¬
gungsanlage gebaut werden kann
Schapp: der u. das; -s; -s [niederdt.] a)
Schrank b) [seemannssprl.] (Schuh-)
Fach
Schap|pel: das; -s; - a] «hist.) Kopf¬
schmuck von Frauen im Mittelalter
b) zur Tracht bestimmter Volks¬
gruppen gehörender aufwendiger
Schmuckreif für den Kopf der Frau¬
en
Schap|pe|sei|de: die; - ; -n Florettseide
Schar: die; ~ ; -en größere Gruppe von
Menschen od. Tieren
Schar: die; - ; -en u. das; -(e)s; -e kurz
für Pflugschar = unterer Teil des
Blattes am Pflug
Scha|ra|de/Cha|ra|de: </r.> die; ~ ; -n
Worträtsel, beidem das zu erratende
Wort in Silben od. Teile zerlegt wird
(die dann als Pantomime dargestellt
werden); Rätselspiel, bei dem Mit¬
spielerfinnen) eine Szene, einen Be¬
griff o. ä. meist pantomimisch dar¬
stellen, was dann von den anderen
Mitspielern erraten werden muß »eine
Scharade aufführen«
983
Schärbaum
Schärjbaum: der; -(ejs; -bäume Webe¬
rei) Kettbaum
Schar|bocks|kraut: das; -(e)s; - kleine
Pflanze, die im Frühjahr blüht
Schä|re: die; ~ ; -n (Geographie) in der
Eiszeit entstandene, der Küste vorge¬
lagerte kleine Felseninsel
schajren: scharst; schartest; hast
geschart a) eine Schar, Gruppe bilden
»Die Kauflustigen hatten sich um den
Stand geschart.« b) jmdn., etw. um
sich sammeln
schäfren: schärst; schärtest; hast ge¬
schärt Weberei) Kettfaden auf einem
Schärbaum anordnen
Schä|ren|kreu|zen der; -s; - [see-
mannssprl.) schnelles Segelboot
Schä]ren]kü|ste —* Schaf ren|küs|te:
die; ~ ; -n Küstengebiet, -linie, dem/
der Schären vorgelagert sind
schajran|wei(se: Adv. n. stg. [ugs.] in
großer Anzahl »Die Leute kamen
scharenweise in das Konzert.«
scharf: Adj. schärfer; schärfste 1 kräftig
u. brennend riechend u. schmeckend
»Die Suppe ist scharf.« 2 a) gut schnei¬
dend »ein scharfes Messer« b) nicht
stumpf, sondern spitz u. leicht ver¬
letztend »Der Hund hat scharfe
Zähne.« 3 zerstörend »scharfe Säure«
4 a) durchdringend; intensiv »ein
scharfer Laut • ein scharfer Wind« b)
streng »Ein scharfer Blick brachte die
Kinder zur Ruhe.« 5 a) in besonderem
Maße fähig »ein scharfer Verstand« b)
deutlich sichtbar c) stark ausgeprägt
»scharfe Gesichtszüge« 6 heftig;
schnell; plötzlich »scharf bremsen« 7
[ugs.] a) Bewunderung auslösend »ein
scharfes Auto« b) sexuell interessant,
sehr interessiert »eine scharfe Frau« 8
a) auf jmdn., etw. scharf sein: [ugs.]
jmdn. od. etw. besonders (auch in se¬
xueller Hinsicht) begehrenswert fin¬
den, haben od. besitzen wollen b)
scharf wie Nachbars Lumpi, Pa¬
prika: [derb] einen ausgeprägten sexu¬
ellen Trieb haben; sexbesessen sein
scharffäu|gig: Adj. besonders aufmerk¬
sam beobachtend
scharfblickend (scharf|blik|kend—>
scharfblickend): Adj. scharfsinnig
Scharfblick: der; -(e)s; -e Fähigkeit,
etw. auf Anhieb erkennen, durch¬
schauen zu können
Schärfte: die; - ; -n 1 gute Schneideei¬
genschaft eines Schneidwerkzeugs 2
a) <Kochk.) intensive, scharfe Ge¬
schmacksrichtung von Gewürzen od.
stark gewürzten Speisen b) agressive
Wirkung von Putzmitteln od. Chemi¬
kalien c) stechende, beißende Eigen¬
schaft von Gerüchen 3 <übertr.> a) Ei¬
genschaft, scharf, bewußt aggressiv,
verletzend zu sein; Kraft, Hmigkeit
einer Reaktion »Die Schärfe seiner
Bemerkung war ihr nicht entgangen.«
b) die Eigenschaft, grell zu sein
»scharfes Licht« c) (Frost; Wind) Ei¬
genschaft, intensiv kalt, unangenehm
zu sein »Es fegte ein scharfer Wind
über die Steppe.« 4 ungewöhnlich
stark ausgeprägte Wahrnehmung von
Sinnesreizen »Die Schärfe seines Ge¬
hörs war unübertroffen.« 5 gute Er¬
kennbarkeit von Abbildungen 6 gro¬
ße logische Denkfähigkeit »Die
Schärfe ihres Verstandes hatte ihn
beeindruckt.« 7 Strenge, besondere
Härte »Die Schärfe der Strafe er¬
schien ihm ungerecht. • Ihn traf die
ganze Scharfe des Gesetzes.« 8 (Sport)
Druck, Schwung, Schnelligkeit (bei
Ballspielen)
Schär|fen|tieffe: die; - ; -n (Photogra¬
phie) Bereich vor der Kamera, vor u.
hinter dem Brennpunkt, in dem ein
Objekt scharf aufgenommen werden
kann
scharffkanftig: Adj. mit scharfen Kan¬
ten, Seiten ausgestattet
scharf|ma|chen: machst scharf; mach¬
testscharf; hast scharfgemacht 1 einen
Hund auf eine Person od. ein Tier
hetzen od. dazu abrichten, sich auf
Befehl auf jmdn. hetzen zu lassen 2
jmdn. zu etw. anstacheln; jmdn. ge¬
gen jmdn., etw. aufhetzen
Scharffmafcher: der; -s; - weibl.
Scharffmajchefrin: die; - ; -nen Per¬
son, die andere aufhetzt
Scharf|rich|ter: der; -s; - weibl. [selten]
Scharf)rich|te|rin: die; - ; -nen Voll¬
streckerim) der Todesstrafe, Syn.:
Henker(in)
Scharf|schie|Ben: das; -s; - Schießen
mit echter Munition
Scharffschütjze: der; -n; -n weibl.
Scharf|schüt|zin: die; ~; -nen 1 Schüt-
ze/Schützin, der/die auf große Entfer¬
nung noch sicher trifft 2 [ugs.] (Sport;
Ballspiele) ausgesprochen erfolgrei¬
che^) Torjäger(in)
Scharffsicht: die; -; -en 1 [selten] Fähig¬
keit, scharf zu sehen 2 (übertr.) Besitz
von Scharfblick, Weitblick, einem
scharfen Verstand
scharf|sichftig: Adj. 1 scharfe Augen be¬
sitzend 2 (übertr.) Scharfblick, einen
scharfen Verstand besitzend, bewei¬
send
Scharf|sich|tig|keit: die; - ; -en 1 Fähig¬
keit, scharf zu sehen 2 (übertr.) Besitz
von Scharfblick, Weitblick, einem
scharfen Verstand
Scharffsinn: der; -(e)s; -e geistige Fä¬
higkeit, das Wesentliche auf Anhieb
zu verstehen; Besitz von Scharfblick,
Weitblick, einem scharfen Verstand
scharf|sin|nig: Adj. klug; schlau; intelli¬
gent Schlüsse ziehend »ein scharfsin¬
niger Gedanke«
Scharf|sin|nig|keit: die; ~ ; -en a) o. PL
hohe intellektuelle Fähigkeiten; Be¬
sitz von Scharfblick, Weitblick, einem
scharfen Verstand b) scharfsinnige
Bemerkung, Handlung
scharijzackig (scharfjzakfkig —»
8charf|za|ckig): Adj. spitze, scharfe
herausgearbeitete Ecken, Zacken be¬
sitzend
scharf|zün|gig: Adj. spitze, treffende
Bemerkungen machend
Scharf|zün|gig|keit: die; - ; - Eigen¬
schaft, häufig spitze, treffende Be¬
merkungen zu machen
Schaijlach: der; -s; -e 1 (Med.) anstek-
kende (Kinder-)Krankheit mit Fieber
u. rotem Hautausschlag 2 [österr.J
das; -s; -e a) strahlend roter Farbton
b) (hist.) Stoff in leuchtendroter Far¬
be
Schaijlach|far|be: die; - / -n kräfiges,
leuchtendes Rot
schaijlachffarfben/scharf(ach|far|big:
Adj. n. stg. kräftig leiichtendrot
Scharflach|fie|ber: das; -s; - [ugs.]
(Med.) ansteckende (Kinder-)Krank-
heit mit Fieber u. rotem Hautaus¬
schlag, Syn.: Scharlach
scharflachfrot: Adj. n. stg. leuchtendrot;
stark rot gefärbt
Schar[la|tan: <it.-fr.> der; -s; -e a)
Schwindler; Aufschneider b) Quack¬
salber; Person, die medizinische
Kenntnisse o. ä. vortäuscht
Scharfla|ta|ne|rie: <it.; fir.y die; - ; -n
Schwindelei (oft auf medizinischem
Gebiet), Kurpfuscherei; bewußte
Täuschung zum eigenen Vorteil
Scharjla|ta|nis|mus: der; - ;
Scharlatanismen a) Verhalten eines
Scharlatans b) Täuschung, Schwinde¬
lei, Quacksalberei eines Scharlatans
Schar|müt|zel: <it.> das; -s; - (meist Mi-
lit.) kurzes, kleines Gefecht; Plänkelei
schar(müt(zeln: scharmützeist; schar¬
mützeltest; hast scharmützelt (Milit.)
[veralt.] sich ein (strategisch) unbe¬
deutendes Gefecht liefern
schar|nuit|zie|ren: scharmutzierst;
scharmutziertest; hast scharmutziert
[veralt.] jmdm. den Hof machen; mit
jmdm. flirten
Schar|nier <lat.-fr.> das; -(e)s; -e (Tech¬
nik) bewegliche(s) Verbindungsstelle,
Gelenk zwischen starren Teilen, bei
der/dem ein Stift als Achse dient, um
die sich die an den Teilen befestigten
Röhrchen bewegen
Scharfmerfband: das; -fe)s; -bänder
(Technik) mehrere auf einer Linie he¬
gende Scharniere
Scharfnjerfgeflenk: das;-(e)s; -e (Med.;
Anat.) Gelenk, bei dem nur Bewegun¬
gen um eine Achse möglich sind
Schäijpe: <fr.y die; - ; -n breites Band,
das um Taille, Hüfte od. über eine
Schulter geschlungen wird
scharjren: scharrst; scharrtest; hast
gescharrt 1 eine kratzende Bewegung
mit den Füßen machen (z. B., um die
Krallen zu schärfen od. ein Loch zu
graben) »Die Hühner scharrten im
Sand.« 2 ein scharrendes Geräusch
bei etw. verursachen
SchanffuB: der; -es; -fuße [landsch.;
iron.] (übertrieben) tiefe Verbeugung
vor jmdm., Syn.: Kratzfuß
schjirr|fü|ßeln: scharrfüßelst; scharrfü-
flehest; hast scharrjvßelt [landsch.;
iron.] sich (übertrieben) tief verbeu¬
gen; einen Kratzfuß machen
Schar|rier|ei|sen: das; -s; - [fachsprl.]
Spezialwerkzeug von Steinmetzen
Scharf schmied: der;-(e)s; -e Handwer¬
ker, der Pflugscharen schmiedet od.
ausbessert
Schärfte: die; - ; -n 1 a) tiefe Kerbe an
einer glatten Kante, einer Schneide¬
fläche b) [veralt.] Wunde (meist) in
der Haut 2 kurz für (hist.) Schie߬
scharte = schmale Öffnung in einer
Außenmauer einer Burg, durch die
der anrückende Feind beschossen
werden kann 3 enge Spalte in einem
Bergrücken 4 eine Scharte aus¬
wetzen: einen Fehler od. Mangel aus¬
gleichen
scharjtig: Adj. 1 voller Einkerbungen 2
stark zerklüftet »ein schartiger Ge¬
birgszug«
984
Schau
Scha|rung: die; ~ ; - <Geographie> Zu¬
sammentreffen von Faltengebirgen in
einem spitzen Winkel
$char|wen|zeln/scheijwen|zeln: schar¬
wenzelst/scherwenzelst; scharwenzel-
testjscherwenzeltest; bist scharwen¬
zelt/scherwenzelt schmeichlerisch um
jmdn. herumstreichen
Schaijwerk: das; -fe)s; - <hist.> harte
Fronarbeit
Schar|wer|ker: der; -s; - weibl. Scharj-
wer|ke|rin: die; - ; -nen [veralt.] Per¬
son, die harte Arbeit verrichtet
Schaschlik: <russ.> der u. das; -s; -s mit
Zwiebeln u. Paprika am Spieß gebra¬
tene Fleischstückchen (in Sauce)
schas|sen: schaßt; schaßtest; hast ge¬
schaßt —>alle Formen mit ss<— 1
jmdn. kurzfristig (aus einem Amt od.
von einer Stelle) hinauswerfen, entlas¬
sen 2 [landsch.] jmdn., ein Tier einfan¬
gen, greifen 3 [landsch.] stark fordern
Schatten: der; -s; - 1 a) dunkle Sil¬
houette, die sich auf der Fläche hinter
einem beleuchteten, undurchsichtigen
Körper abzeichnet »Ich sehe seinen
Schatten.« b) Raum, Bereich, der vor
der direkten Sonnen- od. Lichtein¬
strahlung geschützt ist »Ich lege mich
in den Schatten.« 2 dunkel getönte
Stelle »Schatten unter den Augen« 3
[ugs.] geistiger Schaden; Dummheit
»Sie hat einen Schatten.« 4 seine
Schatten vorauswerfen: etw. kündigt
sich an »Große Ereignisse werfen ihre
Schatten voraus.« 5 (nicht) über sei¬
nen Schatten springen können:
(nicht) gegen seine Meinung, Über¬
zeugung, sein Wesen handeln können
6 (nur noch) der, ein Schatten seiner
selbst sein: 1. sehr dünn, mager,
schmächtig (geworden) sein 2. lei¬
stungsmäßig sehr nachgelassen haben
7 jmdn., etw. in den Schatten stellen:
weit besser, klüger, schöner o. ä. sein
als jmd. od. etw. 8 in jmds. Schatten
stehen: neben jmdm. unbeachtet
sein, in den Hintergrund gedrängt
sein 9 über seinen eigenen Schatten
springen: sich zu etw. überwinden;
über sich selbst hinauswachsen 10
jmdm. wie ein Schatten folgen:
jmdm. überallhin nachgehen 11 sich
vor seinem, dem eigenen Schatten
fürchten: ständig (unbegründete), zu¬
viel Angst haben
—> Schafften spen|dend: s. schatten¬
spendend
Schat|ten|bild: das; -(e)s; -er 1 als
Schatten von etw. auf einer Fläche er¬
zeugtes Bild 2 Schattenriß
Schat|ten|blü|her: der; -s; - Pflanze, die
an schattigen Standorten besser ge¬
deiht
Schat|ten|bo|xen: das; -s; - Trainings¬
methode beim Boxen, bei der man ge¬
gen einen nicht vorhandenen Gegner
kämpft
Schat|ten|da|sein: das; -s; - a) Leben,
Dasein ohne Beachtung, Bedeutung
b) etw. führt, fristet nur ein
Schattendasein: etw. wird nicht (an¬
gemessen) zur Kenntnis genommen,
gewürdigt, ist unbedeutend
schat|ten|haft: Adj. schattenhafter;
schattenhafteste wie ein Schatten;
nicht deutlich, nur umrißhaft zu er¬
kennen
Schat|ten|ka|bi|nett: das; -s; -e <Pob
von der Opposition inoffiziell gebil¬
detes Kabinett, das bei einem Macht¬
wechsel die Regierungsgeschäfte
übernehmen könnte
Schat|ten|mo|rel|le: die; - ; -n a) Sauer¬
kirschbaumart b) Frucht der Schat-
tenmorelle
Schat|ten|pflan|ze: die; -; -n Planze, die
keine Sonne verträgt
Schat|ten|reich: das; -(e)s; -e Mytho¬
logie) Unterwelt; Welt der Toten
schat|ten|reich: Adj. mit viel, ausrei¬
chend Schatten
Schat|ten|ri3 —> Schat|ten|riss: der;
-risses; -risse aus schwarzem Papier
ausgeschnittener Umriß von Perso¬
nen od. Gegenständen
Schat|ten|sei|te: die; - ; -n 1 der Sonne
abgewandte Seite von etw. »Die
Schattenseite des Hauses eignet sich
für die Haltung des Farnes.« 2
<übertr.> nachteiliger Aspekt von etw.
schat|ten|spen]dend —> Schafften
spen|dend: Adj. n. stg. Schatten wer¬
fend, bietend
Schat|tenlspen|der: der; -s; ~ [geh.]
etw., was Schatten auf einen Platz
wirft »Der Baum dient als Schatten¬
spender für die Terrasse.«
Schat|ten|spiel: das;-(e)s; -e 1 Theater¬
aufführung mit meist kunstvoll ge¬
stalteten Figuren, die als Schatten zu
sehen sind 2 Stück für ein Schatten¬
theater 3 Formen von Handstellun¬
gen, die mittels einer Lampe als
Schatten an eine Wand geworfen wer¬
den u. dort wie Figuren erscheinen
Schat|ten|thea|ter —> Schat|ten|thejaj-
ten das; -s; - Puppenspiel mit zweidi¬
mensionalen Figuren, die an Stöcken
vor einer beleuchteten Fläche bewegt
werden
schat|t]e|ren: schattierst; schattiertest;
hast schattiert 1 die Sonneneinwir¬
kung auf Pflanzen, die unter, hinter
Glas wachsen, vermindern 2 <Kunst>
in der Malerei Bilder mit Schatten
versehen 3 Farben abstufen; Farb¬
töne nuancieren
Schat|tje|rung: die; - ; -en 1 breite Pa¬
lette von Farbtönen 2 <übertr.> Va¬
riante, unterschiedliche Ausprägung
von etw.
schatjtig: Adj. sich im Schatten befin¬
dend; im Schatten gelegen »Im Som¬
mer bevorzuge ich einen schattigen
Parkplatz.«
Scha|tul|le: <lat.> die; - ; -n kunstvoll ge¬
arbeitetes Kästchen für Schmuck od.
Geld »Sie hebt ihren Schmuck in einer
Lederschatulle auf«
Schatz: der; -es; Schätze 1 a) Anhäu¬
fung von etw. Wertvollem, Kostba¬
rem (was nach langer Zeit entdeckt
wurde, wird) »einen Schatz finden« b)
liebgewonnener Besitz 2 Kosewort
für eine geliebte Person 3
Bodenschätze: in der Erde vorhan¬
dene Rohstoffe, Edelmetalle (z. B.
Gold, Kohle, Diamanten, Erdöl u. ä.)
Schatzamt: das; -(e)s; -ämter <Fi-
nanzw.) für die Staatsfinanzen zu¬
ständige Verwaltung
Schatzjanjwei|sung: die; - ; -en
«Bankw.; Finanzw.) Schuldverschrei¬
bung, mit der der Staat sich Kapital
verschafft
schätzbar. Adj. n. stg. in Wert od.
Menge in etwa zu bestimmen, über¬
schlagen
Schätz|bar|keit: die; - ; - Eigenschaft, in
seinem Wert bestimmt werden zu
können
Schätz|chen: das; -s; - «meist Kosena¬
me) liebevolle Bezeichnung für einen
Menschen
schät|zen: schätzt; schätztest; hast ge¬
schätzt 1 Vermutungen anstellen, an¬
nehmen; mit, auf etw. kalkulieren; ei¬
nen Wert für etw. ansetzen 2 jmdn.
achten, verehren 3 sich glücklich
schätzen: [geh.] sehr glücklich, zu¬
frieden, froh über etw. sein
schät|zen|ler|nen —> schätzen ler¬
nen: lernst schätzen; lerntest schätzen;
hast schätzengelernt—> hast schätzen
gelernt<— a) den Wert von etw. od.
jmdm. erkennen u. zu würdigen wis¬
sen b) sich eine positive Meinung über
jmdn. bilden
schät|zens|wert: Adj. schätzenswerter;
schätzenswerteste liebgewonnen,
wertvoll
Schät|zer: der; -s; - weibl. [selten]
Schät|ze|rin: die; - ; -nen Person, die
den Wert von etw. einschätzt, taxiert
Schatz|fund: der; ~(e)s; -e «Rechtsw.)
das Auffinden von wertvollen (lange
verschollenen) Dingen
Schatz|grä|ber der; -s; - weibl.
Schatz|grä|be|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die in der Erde nach Wertvollem
sucht
Schatz|kam|mer: die; ~ ; -n <hist.> Auf¬
bewahrungsort für das Geld, Gold
des Staates
Schatz|kanz|ler: der; -s; - <Pol.> (briti¬
scher) Finanzminister
Schatz|mei|ster —» Schatz|meis|ter:
der; -s; - weibl. Schatz|mei|ste|rin
—* Schatz|meisfte|rin: die; ~ ; -nen 1
Person, die sich in Vereinen o. ä. um
die Finanzen kümmert 2 <hist.> für die
Verwaltung des staatlichen Vermö¬
gens zuständige Amtsperson
Schätz[preis: der; -es; -e «meist Wirt.)
nach bestimmten Kriterien festgesetz¬
ter, ermittelter ungefährer Geldwert
eines Gegenstandes
Schatz|su|che: die; - ; -n organisiertes
Vorgehen, Bemühungen, verlorene
od. versteckte wertvolle Dinge zu fin¬
den
Schatz[su|chen der; -s; - weibl.
Schatz|su|che|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die nach wertvollen Dingen
sucht
Schätzung: die; - ; -en 1 vorläufige, un¬
gefähre Annahme über eine Menge,
einen Wert o. ä. »Nach meiner Schätz¬
ung dürfte es etwa eine Stunde
dauern.« 2 Vorgang des Schützens
schät|zungs|wei|se: Adv. in etwa, unge¬
fähr
Schätz|wert: der; -(e)s; -e durch Begut¬
achtung festgesetzter Wert von etw.
Schau: die; - ; -en 1 Messe, Ausstellung,
Präsentation (zu einem Thema)
Hundeschau« 2 (Unterhaltungs-)
Show; Aufführung 3 etw. zur Schau
stellen: etw. öffentlich zeigen 4 etw.
zur Schau tragen: etw. den anderen,
nach außen hin zeigen »Sie trug stän¬
dig eine unglückliche, traurige Miene
zur Schau.« 5 eine Schau, Show ab-
985
schaubegierig
ziehen, machen: [ugs.] sich in den
Mittelpunkt drängen, Aufsehen erre¬
gen 6 eine, die Schau sein: [ugs.] um¬
werfend, toll sein »Mein Kostüm bei
dem Maskenball wird eine Schau
sein.« 7 jmdm. die Schau stehlen:
[ugs.] Aufmerksamkeit auf sich len¬
ken u. dabei andere übertreffen, bes¬
ser als jmd. sein
schau|be|gie|rig: Adj. gerne jmdn. od.
elw. sehen wollend; begierig, etw. zu
sehen, Syn.: schaulustig
Schaulbild: das; -(e)s; -er 1 Diagramm
2 übersichtliche Darstellung, Modell
eines Sachverhalts
Schaulbrot: das;-(e)s; -e <Religion> Op¬
ferbrot der Juden
Schau(bu(de: die; - ; -n Bude auf einer
Kirmes, in der Darbietungen präsen¬
tiert, aus- od. dargestellt werden
Schaulbühlne: die; - / -n [veralt.] Thea¬
ter
Schaulder. der; -s; ~ 1 plötzlich auftre¬
tendes Fühlen, Spüren von Kälte 2
plötzlich auftretendes Verspüren von
Angst, Grauen, Entsetzen od. Ab¬
scheu
schauldederlrelgend —*■ Schau|der
erjrejgend: Adj. Furcht, Entsetzen,
Abscheu auslösend
Schaulderlgelschlchlte: die; - ; -n
Furcht einflößende, äußerst spannen¬
de Erzählung
schauldeHhaft: Adj. schauderhafter;
schauderhafteste 1 fürchterlich;
schrecklich; entsetzlich 2 <verst. bei
Adjektiven u. Verben* sehr; extrem
(negativ) »Es ist schauderhaft kalt
heute.«
schauldern: schauderst; schaudertest;
hast geschaudert 1 ein plötzliches Ge¬
fühl der Kälte empfinden 2 ein star¬
kes, fast körperliches Gefühl des
Schreckens, der Angst, des Ekels
empfinden »Ich schauderte vor
Angst.«
schau|de|rös: Adj. schauderöser; schau¬
deröseste [ugs.; scherzh.] schauder¬
haft
schaulderlvoll: Adj. schaudererregend
Schauletifekt der; -(e)s; -e ausschlie߬
lich auf den (optischen) Eindruck ab¬
zielende Wirkung
schauten: schaust; schautest; hast
geschaut 1 (genau) auf etw., jmdn. se¬
hen »Ich schaute nach der Uhrzeit.« 2
auf bestimmte Art gucken 3 gefühls¬
mäßig begreifen 4 nach jmdm., etw.
schauen: sich um jmdn., etw. (kurz¬
zeitig) kümmern »Ich schaue nachher
noch einmal nach den Kindern.«
Schau|er: der; -s; -1a) kurz für Regen¬
schauer = kurzer, heftiger, ergiebiger
Niederschlag in Form von Wasser¬
tropfen b) kurzer, heftiger, ergiebiger
Niederschlag in Form von Schnee,
Hagel od. Graupel 2 körperlich emp¬
fundenes Furchtgefühl; Gänsehaut
wegen Furcht, Schrecken; Schauder 3
Kälteempfindung 4 [selten] kurz für
Zuschauer 5 [seemannssprl.] kurz für
Schauermann = Hafenarbeiter, der
mit dem Be- u. Entladen von Schiffen
befaßt ist
—* Schau|erer|rg|gencb s. schauererre¬
gend
schaulerlaritiq: Adj. n.stg. als ergiebiger
Niederschlag fallend »Tagsüber fällt
schauerartiger Regen«
schau|er|erjre|gend —> Schau|ereijre|-
gend: Adj. angstmachend; furchtein¬
flößend
Schaulerfaelschichlte; die; ~ ; -n a)
(Grusel-)Geschichte, Erzählung, die
von unheimlichen Dingen u. Perso¬
nen handelt b) [abwert.] übertriebene
Erzählung
schau|erjlich: Adj. 1 entsetzlich;
schrecklich; furchterregend 2 [ugs.;
abwert.] a) im höchsten Maße häßlich
od. unansehnlich b) <etw. Negatives
verstärkend* sehr; extrem
Schau|er|mär|chen: das; -s; - a) (Gru-
sel-)Geschichte, Erzählung, die von
unheimlichen Dingen u. Personen
handelt b) [abwert.] übertriebene Er¬
zählung
schaulern: schauerst; schauertest; hast
geschauert 1 plötzlich Kälte verspü¬
ren; von einem Kälteschauer erfaßt
werden 2 von Angst u. Schrecken er¬
faßt werden 3 es schauert plötzlich
heftig u. kurz regnen, schneien o. ä.
Schauterlnälhe: die; - ; -n in der
Wendung in Schauernähe: dort, in
dem Gebiet, in dem ein kurzer Nie¬
derschlag niedergeht
Schaulerlrolman: der;-fe)s; -e Roman,
lange Geschichte mit gruseligem In¬
halt
Schaulfei: die; - ; -n 1 a) Arbeitswerk¬
zeug aus einem Stiel (meist aus Holz)
u. einer leicht gewölbten Metallflä¬
che, deren Seitenränder nach oben ge¬
bogen sein können b) Kinderspiel¬
zeug wie (a) (aber kleiner u. meist aus
Plastik), mit dem im Sand gespielt
wird »Das Kind spielte im Sandkasten
mit einer Schaufel.« 2 Paddel- od. Ru¬
derblatt 3 großes Arbeitswerkzeug,
ähnlich wie (la), befestigt an großen
Baumaschinen o. ä. 4 a) Auerhahn¬
schwanzfeder b) breites Geweihende
5 nach oben gebogenes Skiende 6
zum Begräbnis der Wahrheit gehö¬
ren viele Schaufeln: die Wahrheit
läßt sich nicht leicht verbergen, ver¬
stecken
Schaujfellbaglger der; -s; - Maschine,
die im Straßenbau eingesetzt wird,
um große Mengen Erdreich zu bewe¬
gen
Schaulfellblatt: das; -fe)s; -blätter ge¬
wölbter Metallteil der Schaufel, auf
dem das (ausgehobene) Material liegt
schaulfellförlmig: Adj. n. stg. im Ausse¬
hen einem Schaufelblatt ähnlich
Schaulfellqelweih: das; -(e)s; -e breites
Geweih bestimmter Hirscharten
Schaulfelllalder: der; -s; - Baufahrzeug
mit vorn angebrachter, hydraulisch
betriebener Schaufel, mit der Erd¬
reich o. ä. aufgenommen u. auf die
Ladefläche gekippt wird
schaulfein: schaufelst; schaufeltest; hast
geschaufelt etw. mit einer Schaufel,
Schippe, einem Spaten von einem Ort
zu einer anderen Stelle bewegen
Sohaulfellrad: das; -fc)s; -rüder a) gro¬
ßes Rad zum Antreiben einer Maschi¬
ne (z. B. bei einem Schaufelraddamp¬
fer) mit Wasserkraft b) Rad an einer
Maschine, an dessen Rand Schöpf-
od. Schaufelgefäße angebracht sind,
mit denen Erde o. ä. ausgehoben wird
Schau|fel|rad|bag|ger: der; -s; - mit ei¬
nem Schaufelrad (b) ausgestattete
Maschine für weiträumige Erdarbei¬
ten
Schaulfellradldamptfer: der; -s; »
Schiff, das von Schaufelrädern (a) an¬
getrieben wird
Schaulfenlster —» Schaufrenslten das;
-s; - zur Straßenseite liegender, mit
Glasscheiben abgetrennter Bereich ei¬
nes Geschäftes, in dem Waren, Arti¬
kel meist dekoriert ausgestellt werden
Schaulfenlsteriausllalqe —» Schaul-
fens|ter(aus|!a|ge: die; - ; -n im
Schaufensterbereich gezeigte Waren
Schaullenlsteribumlmel —> Schaul-
fens|terfbum|mek der; -s; - Spazier¬
gang durch Geschäftsstraßen od. Ein¬
kaufszentren, um sich die Waren in
den Schaufenstern anzusehen
Schauttenlster|delkojrajteur —»
Schautfensheridelkolralteur. der; -s;
-e weibl. SchaulfenlsteHdelkolrajteul-
rin —> Schäulfensltendelkolrarteul-
rin: die; - ; -nen Person, die beruflich
die im Schaufenster ausgestellten Wa¬
ren phantasievoll anordnet, Syn.:
Schaufenstergestaltern)
Schaulfenlsterldelkojraltilon —*
Schau|fens|ter|dejko(ra|ti|on: die; - ;
-en a) alle in einem Schaufenster aus¬
gestellten Waren, Gegenstände b) Art
u. Weise, wie die ausgestellten Waren
im Schaufenster (kunstvoll) präsen¬
tiert sind
SchaulfenlsterlqelstalKer —» Schaul-
fens]ter|ge|staltten der; -s; - weibl.
Schau(fen|steijgelstallte|rin —>
Schay)fens(ter|ge]3tal]te|rin: die; - /
-nen Person, die beruflich die im
Schaufenster ausgestellten Waren
phantasievoll anordnet, Syn.: Schau¬
fensterdekorateuren)
Schau|fen|ster]pup|pe —> Schaulfensl-
terjpupjpe: die; - ; -n dem Menschen
in Originalgröße nachgebildete Glie¬
derpuppe, an der Kleidungsstücke
(im Schaufenster) ausgestellt werden
Schauhenlsterlscheilbe —* Schaul-
fens|ter|schei|be: die; - ; -n große
Glasfront, -scheibe, die in den Fen¬
sterrahmen eines Schaufensters einge¬
lassen ist u. den Ausstellungsbereich
nach außen abgrenzt
Schaulqelrüst: das; -(e)s; -e auf einem
Gerüst angebrachte Zuschauerplätze
Schaulqelschäft: das;-(e)s; - Unterhal¬
tungsgewerbe, das professionell Dar¬
bietungen von Musik, Tanz, Gesang
o. ä. organisiert
Schaulkampf: der; -fe)s; -kämpfe
<Sport> Boxkampf o. ä., bei dem es
nicht um einen Titel geht
Schaulkalsten —» Schaulkaslten: der;
-s; -kästen hängendeftj od. frei ste-
hende(r) Glaskasten, Vitrine zum
Ausstellen von Gegenständen od.
zum Aushängen von Informationen
Schaulkel: die; - ;-n 1 Kinderspielgerät,
bei dem ein Sitz an zwei Seilen od.
Ketten hängt, mit dem man hin- u.
herschwingen kann 2 Wippe 3 Figur
beim Dressurreiten
Schau|kel|be|we|gung: die; -; -en Lage¬
veränderung durch eine Hin- u. Her¬
bewegung
986
Scheck/
Schaulkellqaul: der; -(ejs; -gäule
[landsch.] (hölzernes) Pferd auf gebo¬
genen Kufen, zum Spielen, Wippen
für Kinder
schaulkellig/schaukllig: Adj. [selten] a)
nicht stabil; wackelig b) unruhig, in
der Bewegung nicht gleichmäßig
schaulkeln: schaukelst; schaukeltest;
hast geschaukelt 1 a) sich (auf einer
Schaukel o. ä.) hin u. her bewegen b)
sanft hin u. her bewegen, wiegen 2
<übertr.> [ugs.] etw. erledigen, in Ord¬
nung bringen
Schaulkellplerd: das; -(e)s; -e Pferde¬
nachbildung als Kinderspielzeug auf
gebogenen Kufen
Schau|kel|po|K|tik: die; - ; - <Pol.> sich
den jeweiligen Gegebenheiten anpas¬
sende, keinen eigenen Standpunkt
vertretende Politik
Schaulkellstuhl: der; -(e)s; -stähle
Lehnstuhl auf gebogenen Kufen, der
gleichmäßige Vor- u. Zurüchbewe-
gungen gestattet
schauk|lig/schau|ke|lig: Adj. a) nicht
stabil; wackelig b) unruhig, nicht
gleichmäßig in der Bewegung
SchaullauHen: das; -s; - (Sport) Vorfüh¬
rung des Könnens der Eiskunstläufer
außerhalb des, nach dem Wettbe¬
werbes)
schau|lau|fen: nur im Infinitiv u. Parti¬
zip II, Perfekt gebraucht: (bist schau¬
gelaufen verwendet <Sport> (nach dem
Wettkampf) sein Können beim Eis¬
kunstläufen ohne Punktwertung vor¬
führen
Schaullust: die; - ; - Freude am Zu¬
schauen; starkes, sensationslüsternes
Verlangen zuzuschauen (besonders
bei spektakulären Ereignissen wie
Verkehrsunfällen, Hochwasser od.
Bränden)
schau|lu|stig —» schauHusltig Adj.
neugierig; sensationslüstern
Schau|lu[sti|ge —» Schaullusltilge der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Schaulustiger; eine Schaulustige;
zwei Schaulustige) Person, die aus
Neugier stehenbleibt, um bei etw. zu¬
zuschauen
Schaum: der; -(e)s; Schäume (PI. s.) 1
a) viele kleine, leichte, meist weiße,
miteinander verbundene Seifen- od.
Wasserbläschen b) meist weißer, aus
vielen kleinen, miteinander verbunde¬
nen Bläschen bestehender Speichel
(der aus dem Mund, Maul aufgrund
von Krankheit (z. B. Epilepsie od.
Tollwut) od. Anstrengung hervortritt
2 Schaum schlagen: angeben
schaumlarltiq: Adj. von lockerer, blasi¬
ger Beschaffenheit; wie Schaum
Schaum|bäcke|rei (Schaumlbaklkelrei
—» Schaum|bä|cke|rei): die; ~ ; -
[süddt.; österr.] leichtes Gebäck, das
in der Hauptsache aus Zucker u. Ei¬
schnee besteht, Syn.: Schaumgebäck
Schaum|bad: das; -(e)s; -bäder a) das
Baden in Wasser mit Schaum,
schaumbildendem Badezusatz b) Zu¬
satz zum Badewasser, der Schaum
bildet c) Badewasser, dem ein Zusatz
zum Schäumen beigefügt wurde
schaum|beldeckfc Adj. n. stg. (auf der
Oberfläche) voller Schaum
Schawnlbelton: der; -s; - aufgelocker¬
ter, leichter Beton
Schaum|bil|dung: die; - ; -en Entste¬
hung, Entwicklung von Schaum
Schaumlbläslchen: das; -s; - einzelne
kleine Blase im Schaum
schäu|men: schäumst; schäumtest; hast
geschäumt 1 a) auf der Oberfläche
Schaum entwickeln b) mit Wasser zu¬
sammen Schaum bilden »Dies Spül¬
mittel schäumt nicht genug.« 2
<übertr.> sehr ärgerlich, ungehalten
od. wütend sein 3 (Technik) Luft od.
Gas zusetzen u. dadurch porös ma¬
chen
Schaum|ge|bäck: das; ~(e)s; - leichtes
Gebäck, das in der Hauptsache aus
Zucker u. Eischnee besteht
Schaum|gum|mi: der; -s; - weiches,
schwammartiges Material, das zur
Polsterung verwendet wird
schau|mig: Adj. aus Schaumbläschen
bestehend; aufgeschäumt
Schaumlkamm: der; -(e)s; -kämme mit
Schaum bedeckter oberer Teil einer
Welle im Meer
Schaumlkro[ne: die; ~ ;-n 1 Schaum auf
einer Welle 2 Schaum im Glas, der
sich beim Einschenken von bestimm¬
ten Getränken (z. B. Bier) bildet
Schaum|löf|fel: der; -s; - großer, durch¬
löcherter Löffel, der beim Kochen
zum Abschöpfen von Schaum od.
zum Herausheben von festen Teilen
aus einer Flüssigkeit benutzt wird
Schaum|lölscher: der; -s; ~ Feuerlö¬
scher, der bei Benutzung Schaum ver¬
sprüht
Schaumlreilnitaer: der; -s; - Mittel zum
Putzen, zur Reinigung, das stark
schäumt
Schaum|schlä|gen der; -s; - weibl.
Schaum|schlä|ge|rin: die; - ; -nen 1
nur männl. Form (Küchen-)Gerät
zum Herstellen, Aufschlagen von
Schaum aus einer (flüssigen) Masse 2
[abwert.] Person, die aufschneidet,
übertreibt, Syn.: <2> Prahler(in); An¬
geberin)
Schaum|schlä|ge|rei: die; - ; -en 1 das
Schlagen von Schaum 2 <übertr.> an¬
geberische Äußerungen, die Eindruck
machen sollen
Schaumlstoff: der; -(e)s; -e poröser,
leichter Kunststoff; weiches, schwam¬
martiges Material, das zur Polsterung
verwendet wird
Schaumlteplpich: der; -(e)s; -e a) auf
den Boden aufgebrachte dichte
Schaumschicht, die bei einer Flug¬
zeugnotlandung die Reibung verrin¬
gern soll b) auf den Boden aufge¬
brachte, dichte Schaumschicht, die
nach einem Brand das erneute Auf¬
flammen aus Schwelbränden verhin¬
dert
Schaumlwälsche: die; - ; -n Autowä¬
sche in der Autowaschanlage
Schaumlwein: der; -(e)s; -e 1 kohlen¬
säurehaltiger, mit Kohlensäure ver¬
setzter Wein 2 [ugs.] Sekt
Schaulobliekt: das; -(e)s; -e Ausstel¬
lungsgegenstand
Schau|packung (Schaulpaklkung —>
Schaulpalckungl: die; - ; -en Verpak-
kung ohne Inhalt, die zur Dekoration
benutzt wird
Schaulplatz: der; -es; -platze Ort eines
Geschehens; Ort, an dem etw. statt¬
findet, stattgefunden hat
Schau|pro|gramtn —> Schau|projg|-
ramm: das; -(e)s; -e Unterhaltungs¬
vorführung aus mehreren Teilen, ein¬
zelnen Darbietungen
SchaulprolzeB —* Schau|pro|zess:
der; -prozesses; -prozesse (Rechtsw.;
Pol.) öffentliches Gerichtsverfahren,
das von politischen Regimen durch¬
geführt wird
schaurig: Adj. gruselig u. unheimlich;
angsterregend »Er erzählte eine
schaurige Geschichte.«
Schaulseijte: die; - ; -n zum Vorzeigen
gedachte, geeignetere, schönere Seite
von etw. .
Schauspiel: das; -(e)s; -e 1 (aufgeführ¬
tes) Theaterstück, Bühnenstück »Wir
sehen ein Schauspiel im Theater.« 2
Vorgang o. ä., der die Aufmerksam¬
keit auf sich zieht 3 ein Schauspiel
für die Götter sein: sehr lustig sein,
aussehen, wirken 4 jmdm. kein
Schauspiel geben: sich in der Gegen¬
wart einer anderen Person in der Ge¬
walt haben, seinen Gefühlen keinen
freien Lauf lassen, Gefühle usw. zu¬
rückhalten u. nicht äußern, zeigen
Schaulspieller. der; -s; - weibl. Schaul-
spie|le|rin: die; - ; -nen Person, die be¬
ruflich in die Rolle eines anderen
schlüpft u. diese Person in einem
Film, Theaterstück darstellt
Schau|spie|le|rgi: die; - ; -1 berufsmä¬
ßige Tätigkeit des Schauspielers 2 das
Vorspielen nicht wirklich vorhande¬
ner Zustände, Tatsachen
schaulspiellelnsch: Adj. n. stg. auf der
Leistung eines Schauspielers beru¬
hend; die Schauspielerei betreffend
schau|spie|lern: schauspielerst; schau¬
spielertest; hast geschauspielert a) un¬
professionell als Schauspieler auftre¬
ten b) jmdm. etw. vormachen
Schaulspiellhaus: das; -es; -häuser zur
Aufführung von Schauspielen einge¬
richtetes Gebäude, Syn.: Bühne;
Theater
Schaulspiellkunst: die; - ; - a) darstelle¬
rische Fähigkeit b) Tätigkeit, Fähig¬
keit der Schauspieler(innen)
Schau)spiel|schu|le: die; - ; -n Einrich¬
tung zur Ausbildung von Schauspie-
lern/Schauspielerinnen
Schau|spiel|schü|ler: der; -s; - weibl.
Schau|spiel|schü|le|rin: die; - ; -nen
Person, die sich in der Ausbildung
zum/zur Schauspieler(in) befindet
Schau|spiel|un|ter|richt der; -(e)s; -
Unterweisung in Mimik, Gestik,
Rhetorik u. Darstellungskunst
schaulstelllen: nur im Infinitiv verwen¬
det etw. darstellen, ausstellen, öffent¬
lich zeigen
Schaulstelller: der; -s; - weibl. Schau]-
stel|le|rin: die; ~ ; -nen Person, die
etw. ausstellt od. vorführt (besonders
auf der Kirmes, auf Jahrmärkten)
Schaulstück: das; -(e)s; -e 1 Gegen¬
stand, der nur zur Ansicht ausgestellt
wird u. nicht zum Gebrauch be¬
stimmt ist 2 [selten] Schauspiel
Schau|tanz: der; -es; -tänze (Sport)
Tanzvorführung außerhalb eines
Wettbewerbs
Scheck/[schweiz.] Cheque/Check:
(eng/.> der; -s; -s (Bankw.) Bankfor¬
mular zur Auszahlung von Bargeld
od. zur Gutschrift; Anweisung an ein
987
Scheckabteilung
Geldinstitut, einen Geldbetrag auszu¬
zahlen (od. auf einem Konto gutzu¬
schreiben)
Scheck|ab|tei|lung: die; - / -en <Bankw.>
Bereich innerhalb eines Geldinstitutes
zur Bearbeitung von Scheckangele¬
genheiten
Scheck|be|trug: der; -(ejs; - <Rechtsw.;
Bankw.) Bezahlung mit ungedeckten
od. gefälschten Schecks
Scheck|be|trü|ger. der; -s; - weibl.
Scheck|be|trü|ge|rin: die; - ; -nen
«Rechtsw.; Bankw.) Person, die mit
ungedeckten od. gefälschten Schecks
bezahlt
Scheck|buch: das; -(e)s; -bücher
<Bankw > Heft mit Scheckformularen,
Syn.: Scheckheft
Schecke (Schek|ke—» Schenke): der;
-n; -n u. weibl. die; - ; -n Tier (meist
Rind od. Pferd) mit auffällig gemu¬
stertem, fleckigem Fell
Scheck|fä|hig|keit: die; - ; - «Rechtsw.;
Bankw.» Berechtigung, mit Schecks
zu bezahlen
Scheckfälschung: die; - ; -en
«Rechtsw.; Bankw.) Nachahmung,
Fälschung der Unterschrift od. wi¬
derrechtliche Änderung des Betrags
auf einem Scheck, Syn.; Scheckbetrug
Scheck|heft: das; -(e)s; -e «Bankw.)
kleine Mappe mit Scheckvordrucken,
-formularen
scheckig (schek|kig —> schejckig):
Adj. 1 a) «Tierfell) helle u./od. dunkle
Fecken aufweisend »Der Bauer be¬
sitzt scheckige Kühe.« b) fleckig, un¬
gleichmäßig eingefärbt 2 sich schek-
kig lachen: [ugs.] ausdauernd, inten¬
siv lachen
scheckig|braun (schekjkig|braun) —>
schejckig braun: Adj. ungleichmäßi¬
ge braune Flecken aufweisend
Scheck|kar|te: die; - ; -n «Bankw.)
kleine Plastikkarle mit bestimmten
Kundendaten, die beim Einlösen von
Schecks als Ausweis dient u. mit der
man einen Bankautomaten bedienen
kann
Scheck|ver|kehr: der; -(ejs; - «Bankw.)
Bezahlung mit Schecks statt Bargeld
Scheck|vieh: das; -(e)s; - Vieh, Tiere
mit scheckigem, hell u./od. dunkel ge¬
flecktem Fell
scheel: Adj. [landsch.] 1 schielend;
schief blickend 2 «übertr.) neidisch
—» scheel blockend: s. scheelblickend
scheel|äu|gig: Adj. [landsch.] schielend
scheeHblickend (scheel|blik|kend) —»
scheel bljjckend: Adj. [landsch.] 1
schielend; schief blickend 2 neidisch
schauend
Scheelsucht: die; - ; - [landsch.; ver-
alt.] Neid
scheetlsüchltiq: Adj. [landsch.; veralt.]
neidisch
Scheffel: der; -s; - a) alte Maßeinheit
von sehr unterschiedlicher Größe b)
[landsch.] Bottich; Kübel
scheffeln: scheffelst; scheffeltest; hast
gescheffelt [ugs.; abwert.] in erhebli¬
chen Mengen Zusammentragen, an¬
häufen
scheffel|wei|se: Adv. a) in Maßeinhei¬
ten von einem Scheffel b) in großen
Mengen
scheib|chen|wei|se: Adv. 1 in kleine
Scheiben geschnitten 2 «übertr.) [ugs.]
in kleinen Einheiten; Stückchen für
Stückchen
Schejjbe: die; - ; -n 1 (dünne) Platte un¬
terschiedlichen Materials, z. B. aus
Glas, Holz, Metall o. ä. 2 von einem
größeren Lebensmittel abgetrenntes,
abgeschnittenes (dünnes) Stück »eine
Scheibe Brot, Wurst, Käse« 3 a) fla¬
cher, runder Gegenstand »Frisbee
wird mit einer Scheibe aus Plastik
gespielt.« b) Schallplatte (aus Vinyl) 4
sich eine Scheibe von etw., jmdm.
abschneiden (können): jmdn. od.
etw. als Vorbild nehmen
Schei|ben|blüfe: die; - ; -n <Bot.> die
mittleren, scheibenförmigen Blüten¬
blätter der Korbblütler
Sch£j]ben|brem|se: die; - ; -n «Technik)
zwischen zwei Bremsbacken rotieren¬
de Metallscheibe
Schei|ben|brot: das; -(e)s; -e bereits
aufgeschnittenes, in Scheiben ge¬
schnittenes Brot, Syn.; Schnittbrot
schei|benför]mig; Adj. n. stg. flach u.
rund
Schei|ben|gar|di|ne: die; - ; -n unmittel¬
bar am Fensterrahmen, direkt vor der
Glasscheibe angebrachte Gardine
Sche!|ben|han|tel: die; - ; -n «Gewicht¬
heben) Hantel mit (auswechselbaren)
flachen, runden Gewichten
Schej]ben|heiz|anjla|ge: die; - / -n
«Technik) in eine Glasscheibe eingear¬
beitete Heizdrähte zum Enteisen,
Entfeuchten der Glasscheiben an ei¬
nem Auto durch Wärme
Schej]ben|hojnig: der; -s; -1 in Scheiben
geschnittene Honigwaben 2 «Fluch)
[ugs.] Mist; Scheiße
Schej|ben|klei|ster —> Schei|ben|-
kleisfer: der; -s; -1 Kitt für Fenster¬
scheiben 2 «Fluch) [ugs.] Scheiße;
Mist
Schej|ben|rad: das; -(e)s; -räder fla¬
ches, ausgefülltes Rad ohne Speichen
od. Felgen
Schei|ben|schie|ßen: das; -s; - «Sport)
Schießen auf eine Zielscheibe
schej|ben|wei|se: Adv. a) in Scheiben b)
«übertr.) in kleinen Teilen, Abschnit¬
ten; nach u. nach
Schei|ben|wi|scher: der; -s; - «Technik)
Konstruktion, die sich (in verschie¬
den einstellbaren Intervallen) an der
Windschutzscheibe u. Heckscheibe
von Autos u. ä. zur Reinigung u. zum
Entfernen von Wassertropfen hin- u.
herbewegt
Scheich: der; -(e)s; -s u. -e «Arabien) a)
«Pol.) Titel für einen Herrscher (ähn¬
lich einem Fürsten od. König in Eu¬
ropa) bzw. Träger dieses Titels b) o.
PI. Titel für einen Mann, der eine be¬
sondere gesellschaftliche Stellung ein¬
nimmt bzw. der Träger dieses Titels
c) Person mit der höchsten Stellung
im Dorf od. innerhalb einer Familie
Scheich|tum: das; -s; -tümer Gebiet,
das von einem Scheich (a) beherrscht
wird
Schei|de: die; - ; -n 1 <Anat.> äußerer
Teil der weiblichen Geschlechtsor¬
gane; Vagina 2 Futteral, Behälter für
Stichwaffen »Er zog das Schwert aus
der Scheide.« 3 Ort, an dem etw. ge¬
teilt wird; Grenze »Die Wasserscheide
ist hier gut zu beobachten.«
Schej|de|brief: der; -(ejs; -e [veralt.]
Abschiedsschreiben
Schei|de|li|nie: die; - ; -n Trennungs¬
strich; Grenzlinie
Schei|de|mün|ze: die; - ; -n [veralt.]
Geldstück von geringem Wert
schei|den: scheidest; schied(e)st; hast;
bist geschieden 1 hast a) etw. od. jmdn.
von etw. od. jmdm. trennen, lösen,
teilen »Ihre verschiedenen Ansichten
schieden sie. • chemische Verbindun¬
gen, Substanzen voneinander schei¬
den« b) unterscheiden; eine Differenz
feststellen »Es muß zwischen Recht u.
Unrecht strikt geschieden werden.« c)
in Gruppen, Klassen einteilen, ein¬
ordnen »Wir scheiden die gesammel¬
ten Blumen in verschiedene Gruppen.«
2 hast eine geschlossene Ehe auflösen,
gerichtlich für beendet erklären 3 hast
Personen od. Dinge voneinander
trennen »Die Spreu vom Weizen schei¬
den. ♦ ... bis daß der Tod euch schei¬
det.« 4 bist a) [geh.] von jmdm. od. ei¬
nem Ort Weggehen b) «übertr.) ein
Amt verlassen, aufgeben »Er schied
mit 60 aus dem Dienst.« 5 geschie¬
dene Leute sein: [ugs.] sich zerstrit¬
ten, verfeindet haben u. den Kontakt
zueinander abbrechen 6 von hinnen
scheiden: [veralt.] sterben; den Tod
finden 7 Scheiden u. Meiden tut weh:
es schmerzt, wenn man jmdn. od. etw.
verliert, z. B. durch Tod, Abschied,
Streit o. ä.
Schei|den|krampf: der; -(ejs; -krämpfe
«Med.) Verkrampfung, (krankhafte)
länger andauernde Zusammenzie¬
hung der Scheidenmuskulatur
Schei|den|öffjnung: die; - ; -en <Anat.>
Lücke, Körpereingang zwischen den
kleinen Schamlippen zur Gebärmut¬
ter hin
Sche[|den|vor|fall: der; -(ejs; -fälle
«Med.) Absinken der Scheitle nach
unten
Schei|de|wand: die; - ; -wände «meist
Anat.> Wand, die zur Abtrennung
dient
Sche]|de|was|ser: das; -s; -wässer «Che¬
mie) Salpetersäure, die zur Trennung
von Legierungen aus Gold u. Silber
verwendet wird
Schei|de|weg: der; -(ejs; -e in der Wen¬
dung am Scheideweg stehen: eine
schwierige Entscheidung treffen
(müssen)
Schei|dung: die; - ; -en a) Trennung b)
Auflösung einer Ehe (durch eine ge¬
setzliche Instanz) »Die Scheidung ist
letzte Woche ausgesprochen worden.«
Schei|dungs|an|walt: der; -(ejs; -an¬
wälte weibl. Schei]dungs|an|wäl|tin:
die; - ; -nen «Rechtsw.) auf die Durch¬
führung von Ehescheidungen spezia¬
lisierte^) Jurist(in)
Sche||dungs|gmnd: der; -(ejs; -gründe
Ursache, Anlaß zur Auflösung einer
Ehe
Schei|dungs|kla|ge: die; - ; -n
«Rechtsw.) bei Gericht vorgebrachtes
Verlangen zur Eheauflösung, Schei¬
dung einer Ehe
Schei|dungs|pro|zeß —* Schei|dungs|-
profzess: der; -prozesses; -prozesse
«Rechtsw.) Gerichtsverfahren im Zu¬
sammenhang mit einer Ehescheidung
988
Scheitelkamm
Schei|dungs|rich|ter: der; -s; - weibl.
Schei|dungs|rich|te|rin: die; - ; -nen
<Rechtsw.> Richter(in), der/die über
Scheidungsklagen entscheidet
Sche||dungs|uijteit: das; -(e)s; -e
«Rechtsw.) gerichtlich festgesetzte Be¬
stimmungen im Zusammenhang mit
einer Ehescheidung
Schgi|dungs|wai|se: die; ~ ; -n [ugs.]
Kind, das nach der Scheidung der El¬
tern bei einem der beiden Elternteile
lebt
Schein: der; ~(e)s; -1 erhellendes Licht,
das von einer Lichtquelle od. einem
blanken, reflektierenden Gegenstand
ausgeht 2 täuschender, meist positi¬
ver, äußerer Eindruck 3 zum Schein:
scheinbar; anscheinend; etw. nur vor¬
geben 4 den Schein wahren: nach au¬
ßen hin so tun, sich so verhalten, als
ob alles in Ordnung sei
Schein: der; -(e)s; -e 1 schriftliches, oft
amtliches, etw. bestätigendes Papier,
Dokument 2 kurz für Geldschein =
Banknote »ein Zehnmarkschein«
Schein|an|griff: der; -(e)s; -e <Milit.>
vorgetäuschter Angriff, um den
Feind irrezuführen
Schein|ar|gu|ment: das;-(e)s; -e Ausre¬
de; nicht stichhaltiges Argument
Schein|asy|lant —* Schein|a|sy|lant:
der; -en; -en weibl. Sche[n|asy|lan|tin
—> Schein|a|sy|lan|tin: die; - ; -nen
[abwert.] Person, die (vermeintlich)
nur vorgibt, aus politischen Gründen
um Asyl zu bitten
schein|bar. Adj. nicht in der Wirklich¬
keit vorhanden, sondern nur durch ei¬
nen äußeren Eindruck täuschend
Schein|da|sein: das; -(e)s; - 1 vorge¬
täuschte Existenz von etw. 2 [geh.]
sinnloses Dasein
Schein|ehe :—»■ Schein|e|he: die; - ; -n
Ehe, die geschlossen wurde, um einem
Partner einen Vorteil zu verschaffen
u. nicht, um miteinander zu leben
sche||nen: scheint; schien; hat geschie¬
nen 1 Licht aussenden »Die Sonne
scheint.« 2 einen nicht unbedingt der
Wahrheit entsprechenden Eindruck
machen »Er schien glücklich (zu
seinj.«
Schein|fir|ina: die; - ; -firmen <Wirt.>
Firma, die nur auf dem Papier exi¬
stiert, keine selbständigen Geschäfte
betreibt u. zur Durchführung illegaler
Aktivitäten dient
Scheinffrucht: die; - ; -fruchte Frucht,
die aus mehreren Einzelfrüchten be¬
steht, obwohl sie wie eine Frucht
wirkt
Schein|ge|schäft: das; -(e)s; -e <Wirt.>
vorgetäuschte Dienstleistung od. zur
Verschleierung illegaler Aktivitäten
nur formell abgeschlossener Vertrag
Schein|gejsell|schaft: die; - ; -en «Wirt.)
Firma, in der keinerlei geschäftliche
Aktivitäten stattfinden
Schein|ge|winn: der; -(e)s; -e <Wirt.;
Versicherungsw.> Spanne zwischen
den Anschaffungs- u. Wiederbeschaf¬
fungskosten, die durch Preissteige¬
rungen hervorgerufen wird
Schein|grund: der; -(e)s; -gründe vor¬
geschobene Begründung; nicht stich¬
haltige Rechtfertigung
schein|hei|lig: Adj. a) Frömmigkeit vor¬
täuschend b) gute Absichten, Unwis¬
senheit, Aufrichtigkeit vortäuschend
Scheln|hei|lig|keit: die; - ; -en [ugs.; ab¬
wert.] das Vortäuschen von Freund¬
lichkeit od. Unwissenheit (zum eige¬
nen Vorteil)
Schein|kauf: der; -(e)s; -kaufe <Wirt.>
zur Täuschung abgeschlossener
Kaufvertrag
Schejn|pro|blem —» Schein|pro|b|lem:
das; -(e)s; -e 1 (Philosophie) grund¬
sätzlich nicht lösbares Problem 2 Pro¬
blematik, die in Wirklichkeit nicht
existiert
Schgin|tod: der; -(e)s; -e <Med.> (zeit¬
weilige) Leblosigkeit eines Körpers;
Fehlen von Lebenszeichen, ohne daß
der Tod wirklich eingetreten ist
schein|tot: Adj. n. stg. a) <Med.> wie tot
wirkend; ohne erkennbare Lebenszei¬
chen b) [ugs.; scherzh.] schon sehr alt,
greisenhaft
Schein|verjtrag: der; -(e)s; -vertrage
<Wirt.> Vereinbarung, die nicht wirk¬
sam werden soll, nur aus taktischen
Gründen getroffen wird
Schein|weft: die; - ; -en nur in der Vor¬
stellung existierende Phantasiewelt
Scheln|wetifer: der; -s; - «Technik)
starke Lichtquelle, die einen hellen,
gerichteten Lichtstrahl in eine Rich¬
tung abgibt
Schein|werjfer|ke|gel: der; -s; - 1 sich
ausbreitender Lichtstrahl, der von ei¬
nem Scheinwerfer ausgeht 2 im
Scheinwerferkegel: von einem
Scheinwerfer angestrahlt
Schein|wer|fer|licht das; -(ejs; -er
Lichtstrahlen, die vom Scheinwerfer
abgegeben werden
ScheiB:der; - ;-[ugs.;abwert.]Unsinn;
Mist; dummes Zeug »Mach keinen
Scheiß!• Rede doch keinen Scheiß!«
Sche||Be: die; - ; -1 [derb] Kot 2 [ugs.]
ungünstige Situation; Bedrängnis
»Ich saß ganz schön in der Scheiße.« 3
[derb] schlechte Arbeit, ungünstiges
Vorgehen »Da hast du Scheiße
gemacht.« 4 [ugs.] unintelligente Aus¬
sage »Was erzählst du für Scheiße?« 5
[ugs.] Ausruf des Mißfallens, Ärgers,
der Enttäuschung 6 [derb] a) in der
ScheiBe stecken, sitzen: sich in gro¬
ßen (wirtschaftlichen) Schwierigkei¬
ten befinden b) ScheiBe im Kopf, Ge¬
hirn haben: absolut blöd, dumm,
ohne jede Intelligenz sein 7 nur noch
ScheiBe sagen (können): [derb] total
verzweifelt sein 8 etw. od. jmdn.
durch die ScheiBe ziehen: [derb] 1.
fatsche Aussagen o. ä. über eine Per¬
son machen, Unwahrheiten über sie
verbreiten 2. grobe Scherze über etw.
od. jmdn., mit jmdm. machen, treiben
9 alles ScheiBe, deine Emma: [ugs.]
nichts hat geklappt, ist so, wie es sein
sollte; es ist alles schlecht, unange¬
nehm 10 Scheiße im Trompetenrohn
[derb] ärgerlicher Ausruf 11 nur noch
ScheiBe brüllen (können): [derb] 1.
wütender Ausspruch, wenn etw. voll¬
kommen schiefgegangen ist 2. laut,
heftig lachen müssen 12 jmdm. steht
die ScheiBe bis zum Hals: [derb] ei¬
ner Person geht es (wirtschaftlich)
sehr schlecht 13 aus der (gröbsten,
größten) Scheiße 'raus sein: [derb]
so langsam eine schwierige Zeit über¬
wunden haben 14 jmdn. aus der
ScheiBe ziehen: [derb] jmdm. aus ei¬
ner verfahrenen Situation heraushel¬
fen
scheißlegal —» scheiß|e|gal: Adj. n.
stg. [derb; abwert.] völlig gleichgültig
»Es ist mir scheißegal, was du
machst.«
schei|ßen: scheißt; schissest; hast ge¬
schissen —>atle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 [derb] Kot, den
Darminhalt ausscheiden 2 [derb] sich
um etw. nicht kümmern; etw. nicht
haben wollen »Ich scheiße auf deine
Hilfe, wenn du mich ständig
bevormundest.« 3 a) scheiß drauf!:
[ugs.; derb] das ist nicht wichtig b) auf
etw., jmdn. scheißen: [derb] etw. od.
jmd. wird nicht benötigt, ist dem
Sprecher egal »Auf deine Hilfe scheiß
ich!« 4 jmdm. was, eins scheißen:
[derb] jmdm. eine Bitte o. ä. abschla¬
gen 5 scheißen wie ein Waldesel:
[derb] hörbar Luft u. Kot aus dem
Darm entweichen lassen
Schüßen der; -s; - 1 «Schimpfwort)
Mistkerl 2 [derb; abwert.] jmd., der
keinerlei Bedeutung hat, der nicht ge¬
achtet wird
Schei|Be|re|: die; - ; - [derb] a) Entlee¬
rung des Darms b) starker Durchfall
Sche))ße|rj]tis: die; - ; - [ugs.; scherzh.]
starker Durchfall »Er hatte (die)
Scheißeritis.«
schejß|freund|lich: Adj. [ugs.; abwert.]
in unechter Weise übertrieben zuvor¬
kommend, freundlich
ScheiB|hau|fen: der; -s; - [derb] 1 Kot
(hauten) 2 Gruppe von unfähigen,
mißachteten Personen
Schejß|haus: das; -es; -häuser [derb]
Toilette
Schejß|haus|pa|ro|le: die; - ; -n [derb]
widerliche Unwahrheit; abscheuli¬
ches Gerücht
Scheiß|kerl: der; -(e)s; -e [derb] Mist¬
kerl
SchejB|kram: der; -(e)s; - [derb; ab¬
wert.] unangenehme, lästige Angele¬
genheit
scheiß[li(be|ral: Adj. n. stg. [derb; ab¬
wert.] nicht eindeutig Stellung bezie¬
hend
scheiB|vor|nehm: Adj. [derb; abwert.]
in unechter Weise, übertrieben vor¬
nehm
Schejt' das; -(e)s; -e u. -er mit einer Axt
abgespalienes Holzstück
Schei|tel: der; -s; -1a) Linie im Haar,
von der aus die Haare nach rechts u.
links gekämmt werden »Bei dieser
Frisur trägt man den Scheitel in der
Mitte.« b) höchster Punkt auf dem
Kopf »Er ist ein Gentleman vom
Scheitel bis zur Sohle.« 2 höchster
Punkt von etw.; oberste Stelle 3
«Math.) a) Schnittpunkt der Schenkel
eines Winkels b) Schnittpunkt einer
Kurve mit der Symmetrieachse 4
«Astronomie) Zenit
$che||tel|hö|he: die; - ; -n a) höchste Er¬
hebungsstelle eines Berges b) höchster
Punkt innerhalb der Flugbahn eines
Geschosses
Schei|tel|kamm: der; -(e)s; -kämme
Knochen, der in der Mitte des Schä¬
989
scheitellos
dels (besonders bei Menschenaffen)
verläuft
schei|tel|los: Adj. n. stg. keinen Scheitel
aufweisend
schei|teln: scheitelst; scheiteltest; hast
gescheitelt beim Kämmen das Kopf¬
haar durch Ziehen eines Scheitels tei¬
len
Schei|tel|punkt: der; -(e)s; -e höchster
Punkt eines Gebirges, einer Flugbahn
od. eines Gebäudes
Schei|tel|win|kel: der; -s: - <Math.>
Winkel auf beiden Seiten des Schnitt¬
punktes von zwei sich schneidenden
Geraden
schei|ten: scheitest; scheitetest; hast ge¬
scheitet [schweiz.] Holz zu Scheiten,
Stücken spalten
Schej|ter|hau|fen: der; -s; - <hist> aus
Holzstücken u. Reisig bestehende
Aufschichtung, auf der Hexen u. Ket¬
zerverbrannt wurden
schei[tern: scheiterst; scheitertest; bist
gescheitert ohne Erfolg bleiben »Der
Versuch scheiterte.« Syn.: mißlingen;
fehlschlagen
Scheit|holz: das; -es; -höher längs abge¬
spaltenes Holzstück
Scheitfstock: der; -(ejs; -stocke
[Schweiz.] Holzklotz, der als Unterla¬
ge beim Holzhacken dient
Schelf: <engh der u. das;-(e)s; -e «Geo¬
graphie) Übergangsbereich zwischen
Festland u. Meer; Kontinentalsockel
Scheiße: die; - ; -n Hülse, Schale,
Schote von Erbsen, Bohnen u. ä.
scheißen: schelfst; schelftest; hast
geschelft a) etw. abschälen b) <Haut>
sich schuppen .
schelße|rig/schelf|rig: Adj. «meist Haut»
schuppig, voller Schuppen; sich ab¬
schälend
schelßern: schelferst; schelfertest; hast
geschelfert sich schuppen, in kleinen
Hautfetzchen ablösen
Schelf|meer: das; -es; -e <Geologie>
Meer über dem Kontinentalsockel
schelf|rig/schelße|rig: Adj. «meist Haut)
schuppig; voller Schuppen; sich ab¬
schälend
Scheljlack: miederh der; -s; -e von
Schildläusen produzierte harzige
Ausscheidung, die zur Herstellung
von Kunststoffen od. Lacken verwen¬
det wird
Schell|ad|ler. der; -s; - kleinere(r), dun¬
kel gefärbte(r) Adlerfart)
Schel|le: die; - ; -n 1 Klingel, Glocke,
die ein lautes, schrilles, Aufmerksam¬
keit erregendes Geräusch produziert
2 etw. umfassende Klammer zum Ab¬
dichten von Rohren »Die Schelle ist
völlig verrostet.« 3 n. PI. «Kartenspiel)
dem Karo entsprechende Farbe in
deutschen Kartenspielen
schelflen: schellst; schelltest; hast ge¬
schellt mit, an einer Türglocke o. ä.
klingeln, läuten »Es hat geschellt!«
Schel|)en|baum: der; -(e)s; -bäume
«Musik) (Militär-jMusikinstrument
aus einer Stange mit Querstreben, an
denen Schellen befestigt sind
Schel|len|ge|läu|te: das; -s; - Klang von
Schellen, kleinen Glocken
Schel|len|trom|mel: die; -; -n Trommel,
an deren äußerem Rand Schellen be¬
festigt sind
Schellßisch: der; -(ejs; -e Salzwasser¬
fisch aus der Familie der Dorsche
Schell|hengst: der; -(e)s; -e zum Dek-
ken, zur Zucht verwendetes Pferd -
Schelm: der; -(e)s; -e Person, die gerne
Späße macht; lustiger, netter Spitzbu¬
be
Schel|men|ro|man: der; -(e)s; -e
«Literaturwiss.» a) o. PI. Literaturgat¬
tung aus dem 16. u. 17. Jhd., deren
Hauptfigur ein lustiger, vom Mißge¬
schick verfolgter junger Mann ist b)
einzelner Roman der Gattung Schel¬
menroman
Schel|men|streich: der; -(e)s; -e Scha¬
bernack; lustiger Streich, der jmdm.
gespielt wird
Schel|men|stück: das; -(e)s; -e lustiger
Streich; witzige Handlung (mit der
sich jmd. einen Vorteil verschafft)
schelmisch: Adj. 1 lustig, fröhlich u.
verschmitzt; zu Streichen aufgelegt 2
[veralt.] hinterhältig u. verschlagen
Schel|te: die; - ; -n tadelnde, strafende
Worte »Sei pünktlich, sonst bekommst
du Schelte.«
schellten: schiltst; schalt (e) st; hast
gescholten 1 [geh.] mit jmdm., auf
etw., jmdn. schimpfen; jmdn. tadeln,
zurechtweisen 2 [geh.] jmdn. mit einer
(negativen) Bezeichnung benennen
»Er schalt sich für sein Verhalten einen
Narren.«
Schelt|re|de: die; ~ ; -n Äußerung des
Ärgers; wortreicher Tadel, Zurecht¬
weisung
Scheltwort: das; -(e)s; -e a) Tadel; Rü¬
ge b) Schimpfwort
Sche|ma: <gr.-lat.> das; -s; Schemata,
Schemen u. -s 1 Muster, vorgegebene
Ordnung für eine Handlung, ein Vor¬
gehen; Entwurf, Plan 2 übersichtli¬
che, anschauliche Darstellung, die
sich auf das Wesentliche beschränkt 3
nach Schema F: [ugs.] immer gleich,
so daß nachzudenken nicht mehr not¬
wendig ist
sche|majtisch: <gr.-lat.> Adj. 1 einer
Vorgabe, einem Muster folgend 2 me¬
chanisch, routinemäßig (handelnd)
sche|ma|ti|sie|ren: schematisierst; sche¬
matisiertest; hast schematisiert nach
einem Muster, Schema behandeln,
vereinfacht darstellen
Sche|ma|ti|sje|rang: <gr.-lat.; du die; - /
-en vereinfachte Darstellung, Be¬
handlung eines Sachverhaltes
Sche|ma[tis|mus: <gr.-lat.> der; - ;
Schematismen 1 a) an einem Schema
ausgerichtetes Handeln ohne Überle¬
gung b) routinemäßige Handlung 2 a)
«Religion; Kirche) Rangfolge in der
kirchlichen Hierarchie b) [österr.] Be¬
amtenrangliste in Österreich
Sche|mel: <lat.> der; -s; - a) niedriger
Stuhl ohne Lehne b) kleine Fußbank
Schelmen: der u. das; -s; - a) etw., wo¬
von nur die Umrisse zu erkennen sind
b) Trugbild, Gespenst, Hirngespinst
sche|men|haft: Adj. schemenhafter;
schemenhafteste nur undeutlich, in
Umrissen zu erkennen
Schen|ke —» Schänjke: die; - ; -n klei¬
neres Wirtshaus, in dem (alkoholi¬
sche) Getränke ausgeschenkt werden
Schenjkel: der; -s; ~ 1 <Anat.> oberer
bzw. unterer Teil des Beines »Er
schlug sich vor Vergnügen auf die
Schenkel.« 2 Teil eines Geräts (z. B.
einer Schere, Zange, eines Zirkels u.
ä.), bei dem von einem Punkt zwei
(gleichartige) Elemente, Vorrichtun¬
gen ausgehen 3 «Math.) jede der bei¬
den Geraden, Linien, die einen Win¬
kel bilden
Schenkel|bruch: der; -(e)s; -brüche
«Med.) Bruch des Schenkelknochens
Schen|kel|druck: der; -(e)s; - Ausüben
von Druck mit den Innenschenkeln;
das Andrücken der (Unter-)Schenkel
des Reiters an den Tierkörper beim
Reiten
Schen|kel|hals: der; -es; -halse <Anat.)
oberer Teil des Oberschenkelkno¬
chens
Schen|kel|hals|bruch: der; -(e)s;
-brüche «Med.) Bruch, Fraktur am
oberen Teil des Oberschenkels
Schen|kel|kno|chen: der; -s; - <Anat.>
Knochen vom Ober- od. Ünterschen-
kel
schenken: schenkst; schenktest; hast
geschenkt 1 a) jmdm. etw. geben,
ohne eine Gegenleistung zu verlangen
»Ich schenke ihr ein Buch zum
Geburtstag.« b) Beachtung zukom¬
men lassen »ein Lächeln, einen Blick
schenken« 2 geschenkt noch zu teuer
sein: [ugs.] keine Qualität haben; sehr
minderwertig sein »Diese Bruchbude
ist doch geschenkt noch zu teuer.« 3
sich, einander nichts schenken:
«Sport) ohne Rücksicht, mit ganzem
Einsatz kämpfen 4 (glatt, halb) ge¬
schenkt sein: [ugs.] sehr preiswert
sein 5 jmdm. wird nichts geschenkt:
[ugs.] jmd. hat es nicht leicht, er muß
viel erdulden, leiden, kämpfen
schen|ken, sich: schenkst dir; schenk¬
test dir; hast dir geschenkt 1 sich etw.
Negatives ersparen; etw. (sein) lassen,
nicht tun »Das dumme Gerede kannst
du dir schenken.« 2 n. PI. sich gegen¬
seitig Geschenke machen »Wir schen¬
ken uns zu Weihnachten nichts mehr.«
Schen|ker: der; -s; - weibl. Schen|ke|-
rin: die; ~ ; -nen 1 Person, die eine
Schenkung vomimmt 2 [veralt.] Wirt
einer Schenke, Wirtschaft
Schen|kung: die; - ; -en «Rechtsw.)
Übertragung von Vermögens- od.
Sachwerten von einer Person auf eine
andere ohne Gegenleistungen
Schen|kungs|steu|er: die; - ; -n
«Rechtsw.) Abgabe, die der Staat bei
einer Schenkung beansprucht
Schen|kungs|ur|kun|de: die; ~ / -n
«Rechtsw.) Dokument, das den Vor¬
gang der Schenkung legitimiert, be¬
legt
schep|pern: schepperst; scheppertest;
hast gescheppert klappern; Krach ma¬
chen; mit etw. klirren
Scheijbaum: der; -(e)s; -bäume 1
Stamm, der von Flößern zur Abgren¬
zung der übrigen Stämme verwendet
wird 2 [fachsprl.] Rundholz einer
zweiteiligen Wagendeichsel
Scher|be: die; • ; -» 1 Stück zerbroche¬
nen Glases, Porzellans o. ä. »Sie sam¬
melte die Scherben der Tasse auf.« 2 n.
PI. «übertr.) Überrest; zerstörte
(ideelle) Werte »Sie standen vor den
Scherben ihrer Ehe.« 3 in Scherben
gehen: [ugs.] zerbrechen; kaputtge¬
hen »Ihre Freundschaft ging in Scher-
990
Scheuertuch
ben.«4 an den Scherben erkennt
man den Topf: am Äußeren, daran,
wie sich jmd. benimmt, verhält, kann
man das Wesen, den Charakter eines
Menschen erkennen S Scherben brin¬
gen Glück: Ausspruch, wenn Glas-
od. Porzellanwaren zerbrechen
Schetjbel: der; -s; - [landsch.] Scherbe;
zerbrochenes Stück Glas, Porzellan
o. ä.
scherjbeln: scherbeist; scherbeitest; hast
gescherbelt 1 [landsch.] tanzen 2
[Schweiz.] Geräusche machen wie
beim Zusammenkehren von Scher¬
ben
Scheiben: der; -s; - 1 [süddt.; österr.]
Scherbe; zerbrochenes Stück Glas,
Porzellan o. ä. 2 [süddt.] Tontopf für
Pflanzen 3 (Keramik) gebrannter, un¬
glasierter Werkstoff
Scher|ben|ge|richt: das; -(e)s; -e <hist.>
Volksabstimmung im alten Athen,
bei der als Stimmzettel Tonscherben
benutzt wurden
Scheiiben|hau|fen: der; -s; - a) Anhäu¬
fung von Bruchstücken aus Glas,
Porzellan od. Keramik b) jmd. steht
vor einem Scherbenhaufen: jmds.
berufliche od. persönliche Lebensver¬
hältnisse sind zerstört, in negativer
Weise verändert
Scheijben|ko|balt: das; -(e)s; - Che¬
mie» in der Natur rein vorkommendes
Arsen
Schejre: die; - ; -n 1 a) Werkzeug mit
zwei miteinander beweglich verbun¬
denen, gegeneinander greifenden
Schneiden, die (mit den Fingern einer
Hand durch Hebelwirkung an Grif¬
fen, Ösen) zusammengedrückt wer¬
den, wodurch etw. durchgeschnitten
wird b) Greifwerkzeug bei Tieren (z.
B. bei Hummern u. Krebsen) in der
Form einer Schere (a) 2 (Sport) a)
(Ringen) bestimmter Griff, bei dem
die Beine den Gegner wie eine Schere
(la) umschlingen b) (Turnen» Übung
(am Pferd), bei dem die Beine immer
wieder (vor u. hinter dem Gerät) ge¬
kreuzt werden 3 Teil des Zaumzeugs,
an dem die Züg;el befestigt werden 4
(Soziol.; Wirt.» sich in entgegengesetz¬
ter Richtung kontinuierlich auseinan¬
derbewegende, miteinander in Ver¬
bindung stehende Werte
sche|ren: scherst; schor(e)st; schertest;
hast geschoren; [selten] geschert 1 a)
etw., meist Haare, Fell (fast) bis zum
Ansatz, zur Haut entfernen »Die
Schafe werden morgen geschoren.« b)
etw. durch Schneiden in eine Form
bringen 2 [fachsprl.] an einem textilen
Werkstück die herausstehenden Ele¬
mente auf eine Länge bringen »einen
Teppich scheren« 3 etw. über einen
Kamm scheren: alles od. alle gleich
behandeln; von allen od. allem gleich
gut od. schlecht denken
sche|ren, sich: scherst dich; schertest
dich; hast dich geschert [ugs.] 1 (nega¬
tiv, verneint gebraucht» sich für etw.
nicht interessieren, nicht um etw.
kümmern 2 (meist in Aufforderun¬
gen) Weggehen; verschwinden »Schert
euch zum Teufel.« 3 jmd. schert sich
nicht, [derb] einen Dreck an, um etw.:
jmd. nimmt auf etw. keine Rücksicht
sche|ren|ar[tig: Adj. n. stg. ähnlich wie
eine Schere aussehend, funktionie¬
rend
Sche!ren|git)ten das; -s; - Gitter, bei
dem sich die Metallstäbe wie bei einer
Schere (la) Übereinanderschieben
Sche|ren|schlei|fen der; -s; - weibl.
[selten ] Sche]ren|schlei|fe|rin: die; - ;
■nen (von Haus zu Haus ziehender))
Handwerker(in), der/die beruflich
Scheren, Messer u. ä. schärft
Sche]ren|schnitt: der; -(e)s; -e aus Pa¬
pier ausgeschnittene Darstellung von
etw., jmdm. (bei Personen meist eines
Profilportraits)
Sche|ren|sprung: der; -(e)s; -spränge
(Sport) gymnastischer Sprung, bei
dem die ausgestreckten Beine in der
Luft aneinander vorbeigeführt wer¬
den
Sche|ren|zaun: der;-(ejs; -zäune Zaun,
bei dem die Latten wie eine Schere
(1 a) über Kreuz verlaufen
Sche|rer: der; -s; - weibl. Sch§|re|rin:
die; - ; -nen Person, die die Tätigkeit
des Scherens von Tieren ausübt
Sche|re|rei: die; - ; -en [ugs.] Schwierig¬
keiten; Arger; besondere Mühe
Scheijge: der; -n; -n (hist.) gewalttätiger
Handlanger einer meist mächtigen
Person
Sche|rif: der; -s u. -en; -s u. -e u. -en (Re¬
ligion; Islam» a) Titel für die Nachfah¬
ren des Propheten Mohammed b)
Person mit diesem Titel
Scherjkopf: der; -(e)s; -köpfe Teil von
Rasierapparaten od. Haarschneide¬
maschinen, mit dem das Haar abge¬
schnitten wird
Scherjmaus: die; - ; -mause Wühlmau¬
sart
Scher|mes|ser: das; -s; - Klinge in ei¬
nem Rasierapparat od. Haarschnei¬
der
Sche|rung: die; - ; -en 1 (Math.) durch
Parallelverschiebung veränderte ma¬
thematische Figur, die dadurch ihre
Form, aber nicht ihren Flächeninhalt
ändert 2 (Mechanik) Verformung ei¬
nes Materials durch entgegengesetzte,
parallel angreifende Kräfte
scher|wen|zeln/scharjwen|zeln: scher-
wenzeTst]scharwenzelst; sckerwenzel-
testjscharwenzeltest; bist scherwen¬
zelt /scharwenzelt schmeichlerisch um
jmdn. herumstreichen
Scher[wol|le: die; - ; - vom lebenden
Schaf durch das Scheren gewonnene
Wolle
Scherz: der; -es; -e 1 lustige, spaßhafte,
nicht im Ernst Gesagtes, Getanes
»Sie machte einen Scherz über ihr Aus¬
sehen.« Syn.: Spaß; Witz 2 ohne
Scherz; Scherz beiseite: ernsthaft,
im Ernst »Ohne Scherz, ich meine, was
ich sage!« 3 seinen Scherz, seine
Scherze mit jmdm. treiben: jmdn.
verulken; seinen Spaß mit jmdm. ma¬
chen
scher|z§n|do: <it.> /skerzando/ Adv.
(Musik) Tempo bezeichnung
Scherz]arjti|kel: der; -s; - Gegenstand,
der zum Spaßmachen od. zum Verul¬
ken von jmdm. benutzt wird
Scherz|bold: der; -(e)s; -e Person, die
gern Witze macht
scher|zen: scherzt; scherztest; hast
gescherzt 1 lustig sein; mit jmdm. ei¬
nen Spaß machen 2 etw. nicht ernst
meinen »Du scherzt doch wohl!«
Scherz|fra|ge: die; - ; -n Rätsel mit einer
lustigen, überraschenden Lösung
Scherz|ge|dicht: das; -(e)s; -e lustiger,
gereimter Text
scherz|haft: Adj. scherzhafter;
scherzhafteste 1 nicht ernstgemeint 2
lustig; spaßig; witzig
Scherz|lied: das; -(e)s; -er witziges, lu¬
stiges Lied
Scher|zo: <ü.> /skerzo/ das; -s; -s u.
Scherzi (Musik) heiteres Musikstück
scheijzojso: <it.> /skerzoso/ Adv. (Mu¬
sik) scherzaüdo
Scherz|rät|sel: das; -s; - Frage, deren
Antwort überraschend u. witzig ist
Scheu: die; - ; - 1 ängstliche Haltung;
vorsichtige Zurückhaltung »Die klei¬
ne Katze zeigte keine Scheu vor
Menschen.« 2 besser Scheu als Reu:
es ist klüger, besser, sich zurückzuhal¬
ten, als (später) etw. zu bereuen
scheu: Adj. scheuer; scheu(e)ste a)
nicht zutraulich, sondern schüchtern
u. zurückhaltend b) (Tiere) ängstlich
Scheulche: die; - ; -n Figur, mit der Vö¬
gel u. a. Tiere von Feldern, Sträu-
chern femgehalten, abgeschreckt
werden sollen
scheulchen: scheuchst; scheuchtest;
hast gescheucht heftig wegdrängen,
wegschicken, (weg)jagen
Scheuten die; ~ ; -n Schuppen, einfa¬
ches Haus, in dem die Ernte aufbe¬
wahrt wird
Scheu|eijbe|sen: der; -s; - Putzbesen
mit harten Borsten
Scheu|eijbür|ste —» Scheu|er[bürs|te:
die; - ; -n grobe Bürste mit harten
Borsten zum Schrubben
Scheulerlfrau: die; - ; -en [veralt.] Putz¬
frau
Scheu|er|lap|pen: der; -s; ~ [landsch.]
grobes, größeres Tuch zum Putzen,
Aufwischen
Scheulerimannlsche Krank|heit —»■
scheu|er|mann|sche Krank|heit die;
-n - ; - (Med.) bestimmte Entwick¬
lungsstörung der Wirbelsäule bei Ju¬
gendlichen
Scheulerlmitttefc das; -s; - Pulver od.
Milch, das/die zu Reinigungszwecken
verwendet wird
scheu|ern: scheuerst; scheuertest; hast
gescheuert 1 unter Kraftaufwendung
(z. B. mit einer Bürste) reinigen,
schrubben »Sie scheuert den Boden.«
2 a) sich (anhaltend) eine Körperstelle
reiben b) sich (anhaltend) eine Kör¬
perstelle an etw. reiben »Der Bär
scheuert (sich) am Baum den Rük-
ken.« 3 durch Reibung oftmals eine
wunde, schmerzende Körperstelle er¬
zeugen »Der Schuh scheuert an der
Ferse.« 4 a) jmdm. eine, ein paar
scheuern: [ugs.] eine Person ins Ge¬
sicht schlagen, ihr eine Ohrfeige ge¬
ben b) eine, ein paar gescheuert
kriegen, bekommen: [ugs.] von
jmdm. eine Ohrfeige bekommen
Scheu|e>]sand: der; -(e)s; - Reini¬
gungsmittel, das Sand, grobkörnige
Partikel enthält
Scheulerltuch: das; -(e)s; -tücher
[landsch.] grobes, größeres Tuch zum
Putzen, Aufwischen, Syn.: Scheuer¬
lappen
991
Scheuklappe
Scheulklaplpe: die; - ; -n (m. PI.) 1 bei
Pferden paarweise verwendete Au¬
genklappe, um das Sichtfeld einzuen¬
gen, wodurch ein Scheuen verhindert
werden soll 2 Scheuklappen (auf-)ha-
ben, tragen: <übertr.> eine verengte
Sichtweise haben; nur das sehen,
wahrnehmen, was man sehen will
Scheullelder: das; -s; ~ bei Pferden ver¬
wendete Vorrichtung, um das Sicht¬
feld einzuengen, wodurch ein Scheu¬
en verhindert werden soll, Syn.:
Scheuklappe
Scheu|ne: die; - ; -n (häufig nur aus
Holz bestehendes) Gebäude, in dem
Emteerträge u./od. landwirtschaftli¬
che Geräte aufbewahrt werden
Scheulnenltor: das; -(e)s; -e große Ein¬
gangstür einer Scheune
Scheulrelbe: die; ~ ; -n <Weinbau> 1 eine
Rebsorte 2 <Getränk> aus Scheureben
gewonnene(r) Wein(sorte)
Scheulsal: das; -s; -e a) unangenehmer,
verabscheuungswürdiger Mensch b)
häßliches, abstoßendes Geschöpf,
Ungeheuer c) [scherzh.] Person, die
jmdn. häufig neckt, (scherzhaft) är¬
gert »Mußt du mich immer veralbern,
du altes Scheusal.«
scheuB|lich: Adj. 1 nicht zu ertragen;
widerlich; unangenehm »ein scheußli¬
ches Essen, Kind« b) von unansehnli¬
cher, häßlicher, ekeliger Art »ein
scheußlicher Anblick« c) grausam;
grauenvoll »ein scheußliches Verbre¬
chen 2 entstellt; häßlich anzusehen
ScheuB|lich|keit: die; - / -en 1 häßliche
Beschaffenheit 2 besonders schlimme,
häßliche Sache od. Tat
Schi/Ski: <norw.> /schi/ der; -s; - u. -er1
langes, schmales Brett (früher aus
Holz, heute aus Kunststoff u. Me¬
tall), das paarweise benutzt wird, um
sich auf Schnee zu bewegen
»Langlaufschi ♦ Schi fahren« 2 Schi/
Ski Heil: Gruß unter Skifahrern
Schja: die; - ; - (Religion; Islam> eine
der Hauptrichtungen im Islam, die
sich auf den Schwiegersohn Moham¬
meds u. dessen Nachkommen beruft
Schicht: die; - ; -en 1 a) Masse, die dünn
ü6er, um od. unter etw. ausgebreitet
ist, etw. überzieht »Staubschicht ♦
Fettschicht« b) Lage von etw., die (ab¬
wechselnd) über, unter eine(r) ande¬
re^) geschichtet, gelagert ist 2 <So-
ziob soziale Klasse in einer Gesell¬
schaft »Ober-, Unter- u. Mittel¬
schicht« 3 <Wirt.> a) (jeder der meist
drei Abschnitte der) Arbeitszeit in ei¬
nem (24 Stunden arbeitenden) Be¬
trieb »Morgen-, Mittag-, Nacht¬
schicht« b) Personengruppe, die zur
gleichen Zeit arbeitet, eine Schicht
absolviert, [bergmannssprl.] verfährt
4 Schicht machen: [ugs.] a) die Arbeit
für den Rest des Tages od. für eine
Pause beenden, unterbrechen b) die
Arbeit beenden, Feierabend machen
Schicht|ab|lö|sung: die; - ; -en Perso¬
nalwechsel bei Schichtarbeit in einer
Firma
Schicht|ar|beit: die; - ; -1 Arbeitsorga¬
nisation in der Form, daß täglich
mehrere Arbeitnehmer nacheinander
an demselben Arbeitsplatz arbeiten 2
Tätigkeit zu unterschiedlichen Tages¬
zeiten
Schicht|arjbei|ten der; -s; ~ weibl.
Schicht|ar|beifte|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die zu wechselnden Tageszeiten
arbeitet, mit der Arbeit beginnt
Schichtjdienst: der; -(e)s; -e (wöchent¬
lich) wechselnde Arbeitszeiten
schich|ten: schichtest; schichtestest;
hast geschichtet etw. übereinandersta¬
peln od. in Lagen anordnen
schich|ten, sich: schichtet sich; schich¬
tete sich; hat sich geschichtet einzelne
Lagen bilden
Schich|ten|fol|ge: die; - ; -n <Geologie>
Aufeinanderfolge der verschiedenen
Gesteins- od. Erdschichten
schich|ten|spe|zi|fisch/schjcht|spe|zi|-
fisch: Adj. n. stg. <Soziol.> eine be¬
stimmte gesellschaftliche Schicht be¬
treffend
schich|ten|wei|se/schicht|wei|se: A dj.
n. stg. Schicht für Schicht; in Schich¬
ten, Lagen
Schicht|ge|stein: das; -(e)s; -e «Geolo-
logie> Sedimentgestein
Schicht|holz: das; -es; - 1 aufeinander
gestapeltes Holz gleicher Länge 2
Sperrholz, das aus mehreren Schich¬
ten besteht
schicht|spe|zi|fisch/schich|ten|spe|zi|-
fisch: Adj. n. stg. <Soziol.> eine be¬
stimmte gesellschaftliche Schicht be¬
treffend
Schicht|stutfe: die; - ; -n «Geologie) har¬
te Gesteinsschicht, die aus weicheren
Schichten herausragt
Schich|tung: die; - ; -en Aufbau in
Schichten
Schicht|un|ter|richt: der; -(e)s; - Schul¬
stunden, die im Wechsel für die ein¬
zelnen Klassen vormittags od. nach¬
mittags stattfmden
Schicht|wech|sel: der; -s; - Ablösung
des Personals bei Schichtarbeit
schicht|wei|se/schjch|tenjwei|se: Adj.
n. stg. Schicht für Schicht; in Schich¬
ten, in mehreren Lagen
Schicht|woljke: die; - ; -n «Meteorolo¬
gie) aus verschiedenen Schichten be¬
stehende Wolke '
Sch!cht|zu|la|ge: die; - ; -n zusätzliche
Bezahlung für Schichtarbeit, insbe¬
sondere Nachtarbeit
Schick: der; -s; ~ u. -e 1 besonderes Ge¬
spür für elegante Kleidung u. elegan¬
tes Auftreten 2 a) Eigenschaft, die ein
gutaussehendes, elegantes Kleidungs¬
stück besitzt b) Eigenschaft, die eine
modisch gekleidete Person besitzt 3
[landsch.] Ordnung; Korrektheit
schick/chte: </r.> Adj. a) vom Äußeren
her schön, elegant »ein schickes
Kostüm« b) einem Trend entspre¬
chend
schicken (schik|ken —> schi|cken):
schickst; schicktest; hast geschickt a)
veranlassen, daß sich jmd. zu einem
bestimmten Ort begibt »Sie schickt
ihn 2um Arzt.« b) veranlassen, daß
etw. zu einem bestimmten Ort gesen¬
det, befördert wird
schicken (schikjken —> schlicken),
sich: schickst dich; schicktest dich;
hast dich geschickt 1 etw. geduldig,
ohne zu widersprechen ertragen »sich
in sein Schicksal schicken« 2 etw.
schickt sich (nicht): etw. gehört sich
(nicht); das tut man so (nicht); so be¬
nimmt man sich (nicht)
schicker (schik|ker—* schjjcker): Adj.
n. stg. angetrunken; nicht mehr nüch¬
tern
Schicke|ria (Schikjke|rja —*■ Schi|cke|-
ria): <it.> die; - ; - (oft abwert.] trend-
u. modebewußte, reiche, obere Ge¬
sellschaftsschicht
schickem (schik|kern —> schijckern):
schickerst: schickertest; hast geschik-
kert [ugs.; landsch.] alkoholische Ge¬
tränke konsumieren
Schicki|m|cki (Schik|ki|mik|ki —>
Schi|ckijmi|cki): der; -s; -s [oft
abwert.] 1 Person, die sich immer
nach der neu(e)sten Mode kleidet 2
modische Details
schick|lich: Adj. so wie es sich gehört;
der Situation angemessen; den gesell¬
schaftlichen Gepflogenheiten ent¬
sprechend
schick|lijcher|wei|se: Adv. aus Rück¬
sicht auf das, was sich gehört; sich ge¬
hörend
Schjck|lich|keit: die; ~ ; - gesellschaft¬
lich anerkannte, moralisch korrekte
Verhaltensweise
Schick[sal: das; -s; -e 1 nicht beeinflu߬
bare Fügung, Lebensbestimmung,
Vorsehung 2 Zufall »Das war
Schicksal!« 3 Schicksal spielen: etw.
manipulieren, bewußt einfädeln, len¬
ken, nachhelfen, beeinflussen 4 jmdn.
seinem Schicksal überlassen:
jmdm., der sich in einer Notlage be¬
findet, nicht helfen
schick|sal|haft: Adj. schicksalhafter;
schicksalhafteste a) n. stg. vorherbe¬
stimmt u. nicht beeinflußbar b) auf
die weitere Entwicklung Einfluß neh¬
mend
Schick|salsldra|ma: das; -s; -dramen a)
«Literaturwiss.) spezielle Gattung des
Dramas b) Stück aus der Gattung
Schicksalsdrama
Schick[sals|frhjge: die; - ; -n Frage von
entscheidender Bedeutung u. Trag¬
weite
Schickjsals|ge|fährjte: der; -n; -n weibl.
Schick|sals|ge|fährjtin: die; - ; -nen
Mitbetroffene(r); jmd., dem Gleiches
geschehen ist
Schick|sals|ge|mein|schaft die; ~ ; -en
Gruppe von Menschen, die das glei¬
che Unglück getroffen hat
Schjck|sa!s|glau|be: der; -ns; - Über¬
zeugung von der Unabwendbarkeit,
Vorbestimmung der Ereignisse
schick|sals|gläu|big: Adj. von der Vor¬
bestimmung der Ereignisse überzeugt
Schick|sals|göt|tin: die; - ; -nen «My¬
thologie) für das Schicksal der Men¬
schen zuständige Göttin
Schjck|salsjschlag: der; -(e)s; -schlage
schlimmes Unglück od. schwerwie¬
gendes Ereignis, das jmdn. trifft
schick|sals|schwen Adj. auf das weite¬
re Glück od. Unglück von jmdm. gro¬
ßen Einfluß habend
schick|sals|träch|tig: Adj. die weitere
Entwicklung nachhaltig beeinflus¬
send
Schick|sals|tra|gö|die: die; - ; -n
«Literaturwiss.) a) spezielle Gattung
der Tragödie b) Stück aus der Gat¬
tung Sclucksalstragödie
schick|sals|voll: Adj. jmds. weiteres
Schicksal entscheidend
992
schieflachen
Schick|sals|wen|de: die; ~ ; •n entschei¬
dende Veränderung der Lebensum¬
stände zum Besseren od. Schlechteren
Sch]ck|schuld: die; ~ ; - <Rechtsw.;
Wirt.) Schuld, bei der der Schuldner
verpflichtet ist, das Geld an den Gläu¬
biger zu schicken, senden
Schickjse: <jidd.> die; - ; -n 1 <hist.> a)
Bezeichnung der Juden für ein christ¬
liches Mädchen b) [landsch.; veralt.]
jüdisches Mädchen 2 [ugs; abwert.]
junge(s) Mädchen, Frau (mit mora¬
lisch bedenklichem Lebenswandel)
Schie|be|boclc der; -(e)s; -bocke
[landsch.] Schubkarre
Schje|be|büh|ne: die; - ; -n 1 Theaterde¬
korationsaufbau aus verschiebbaren
Teilen 2 Vorrichtung zum Umsetzen
von Eisenbahnzügen auf ein anderes
Gleis
Schie|be|dach: das; -(e)s; -dächer 1
durch Verschieben der Abdeckung zu
öffnende Luke im Dach eines Pkws 2
Dach eines Güterwagen, das man
aufschieben kann
Schje|be|fen|ster—> Schje|be|fens|t>er.
das; -s; - durch Verschieben nach
oben, unten od. zur Seite zu öffnendes
Fenster
schreiben: schiebst; schob(e)st; hast ge¬
schoben 1 etw. od. jmdn. mit Druck u.
ohne anzuheben in eine Richtung be¬
wegen 2 lugs.] schmuggeln; etw. ille¬
gal über die Grenze bringen
Schiejber: der; -s; - 1 Absperrvorrich¬
tung bei Leitungen für Flüssigkeiten
od. Gase 2 Gerät, Vorrichtung am
Besteck, das Kindern beim Essen hel¬
fen soll 3 Bettpfanne 4 [ugs.] Person,
die (in wirtschaftlich schlechten Zei¬
ten) illegale Handelsgeschäfte macht
SctM$|be|ramsch: der; -es; - bestimmte
Spielweise beim Skat
Sch]e|ber|müt|ze: die; - ; -n [ugs.]
Schirmmütze
Schre(be|tür: die; - ; -en Tür, die geöff¬
net wird, indem man sie auf einer
Schiene zur Seite schiebt
Schje|be(wand: die; - ; -wände zur Seite
verschiebbare Wand
Schie|b»|wi|der|stand: der; -fe)s;
-widerstände <Elektrot.> elektrischer
Widerstand, der durch Verschieben
eines Läufers stufenlos verändert
werden kann
Schreb|fach: das; -(e)s; -fächer
[landsch.] Schubfach
Schfeb|kar|re: die; - ; -n [landsch.]
Schubkarre
Schieb|la[de: die; - ; -n [landsch.]
Schublade
Schjeb|lehjre: die; - ; -n <Technik> Me߬
gerät, mit dem die Länge bzw. Dicke
von etw. bestimmt wird
Schreibung: die; ~ ; -en 1 a) ungerechte
Entscheidung beim Sport, Spiel b)
nicht gerechtfertigte Behandlung 2 il¬
legales Geschäft, das in wirtschaftlich
schlechten Zeiten von jmdm. betrie¬
ben wird
schied|lich: Adj. [veralt.] friedlich; ver¬
söhnlich; sich einigend
schied|lich-fried|lich: Adj. ohne Strei¬
tigkeiten; im Frieden; gütlich
Schiedslgejricht: das; -(e)s; -e 1 <Sport>
a) Instanz, die bei Meinungsverschie¬
denheiten übereine Beurteilung ange¬
rufen wird b) Gremium, das sportli¬
che Leistungen bewertet 2 <Rechtsw.>
a) Einrichtung außerhalb der staatli¬
chen Gerichtsbarkeit, bei der ein
Schlichtungsvorschlag gemacht wird
b) aus mehreren Personen bestehen¬
des Gremium, das Schlichtungsvor¬
schläge ausarbeitet
schiadsjge)richt|lich: Adj. n. stg. 1
durch das Schiedsgericht entschieden
2 das Schiedsgericht betreffend, ihm
zuzuordnen
Schieds|klau|sel: die; - / -n <Rechtsw.>
Vereinbarung, die festlegt, daß bei
Unstimmigkeiten ein Schiedsgericht
angerufen wird
Schreds|kom|mis|si|on: die; - ; -en
(Rechtsw.) Schiedsgericht
Schteds|mann: der; -(e)s; -männer 1
Vermittler, Mitglied des Schiedsge¬
richts 2 Amt, das im Vorfeld gerichtli¬
cher Zivilprozesse versucht, Streitig¬
keiten beizulegeh
Schieds|rich|ter der; -s; - weibl.
Schieds[rich|te|rin: die; - ; -nen 1
<Sport> Person, die bei einem Spiel als
Parteilose^) über die Einhaltung der
Regeln wacht u. Entscheidungen fällt
»Der Schiedsrichter verwies den Spie¬
ler des Feldes.« 2 Schiedsmann, -frau;
Vermittlerin) in Streitfragen
Schreds|richjter]be|1ei|di|gung: die; * ;
•en <Sport> Beschimpfung, Mißach¬
tung des Schiedsrichters durch einen
Spieler, Sportler
Schieds[rich|ter|entfschei|dung: die; -;
-en <Sport> (endgültiges) Urteil des
Schiedsrichters während des Spiels,
Wettkampfs, Syn.: Tatsachenent¬
scheidung
schieds|rich|ter|lich: Adj. n. stg. auf
dem Urteil des Schiedsrichters beru¬
hend; den Schiedsrichter, seine Ent¬
scheidung betreffend
Schreds|rich|ter]stuhl: der; -(e)s;
-stähle <Sport> Sitzplatz für den
Schiedsrichter bei bestimmten Sport¬
arten, der einen guten Überbick ga¬
rantiert
Schiedsjspruch: der; -(e)s; -spräche
<Rechtsw.> verbindliche Entscheidung
eines Schiedsrichters, Schiedsgerich¬
tes od. Schiedsmanns, die eine gütli¬
che, friedliche Einigung zwischen
zwei Parteien, Personen betrifft
Schieds|stel|le: die; ~ ; -n <Rechtsw.>
Einrichtung zur Schlichtung von
Streitigkeiten, die unabhängig vom
Gericht arbeitet
Schigds|ur]teil: das; -(e)s; -e Spruch,
Entscheidung des Schiedsgerichtes,
Schiedsmanns od. Schiedsrichters
Schieds|vertfah|ren: das; -s; -
<Rechtsw.> Prozeß hinsichtlich Be¬
handlung von Rechtsstreitigkeiten
durch ein Schiedsgericht, aus dem ein
verbindliches Urteil hervorgeht
schief: Adj. 1 nicht gerade, sondern
schräg zu einer Seite abfallend bzw.
ansteigend 2 <übertr.> [ugs.] nicht
(ganz) richtig; unzutreffend »Er singt
schief.« 3 nicht eindeutig, sondern
verdächtig »schiefe Lage ♦ schiefes
Licht« 4 ein schiefes Bild o. ä. von
jmdm. od. etw. haben: eine falsche
Vorstellung von etw. od. jmdm. ha¬
ben 5 jmdn. schief ansehen: jmdn.
wegen seines Aussehens, Verhaltens
o. ä. mißbilligend ansehen 6 auf die
schiefe Bahn geraten: kriminell wer¬
den 7 schief ist englisch u. englisch
ist modern: scherzhafter Ausspruch,
wenn jmd. sieht, das etw. nicht or¬
dentlich, gerade angebracht ist
—> schief ge|hen: s. schiefgehen
—» schief ge|wi|ckelt: s. schiefgewik-
kelt
—> schief laufen: s. schieflaufen
—» schief Ijglgen: s. schiefliegen
—»■ schieftre[ten: s. schieftreten
Schie|fe: die; ~ ; - schräge, geneigte La¬
ge; Schrägheit einer Position, Sache
Schie|fer. der; -s; - 1 Gesteinsart, von
der sich leicht dünne Platten abspal¬
ten lassen »Das Dach ist mit Schiefer
gedeckt.« 2 [österr.] Holzsplitter
Schie|fer|berg|bau: der; -(e)s; - Abbau
von Schiefer
Schie|fer|bruch: der; -(e)s; -brüche
Steinbruch, in dem Schiefer gewon¬
nen wird
Schie]fei[dach: das; -(e)s; -dächer mit
Platten aus Schiefer gedecktes Dach
Sch]e|fer|decker (Schie(fer|dek|ker —>
Schie|ferfde|cker): der; -s; ~ weibl.
Schie|fer|decke|rin (Schie[feiidek|-
ke|rin —*• Schie|fer|de|cke|rin): die;
-; -nen [landsch.] Dachdecker(in)
Schje(fer[ge|bir|ge: das; -s; - (Geologie)
überwiegend aus Schiefer bestehende
Berge
schiejfeijgrau: Adj. n. stg. dunkelgrau;
die Farbe von Schiefer habend
Schie|fe(|grif|fel: der; -s; - <hist> Stab,
mit dem (Schul-)Tafeln aus Schiefer
beschrieben werden können
schie|fe|rig/schjef|rig: Adj. 1 vergleich¬
bar mit Schiefer 2 farblich grau wie
Schiefer
schie|fern: Adj. n. stg. 1 bestehend aus
Schiefer 2 schiefergrau
Schje|fer|öl: das; -(e)s; -e aus ölhalti¬
gem Schiefergestein gewonnenes Öl
Schigfer[plat|te: die; - ; -n flaches,
rechteckiges Schieferstück
Schje|ferfta|fel: die; ~ ; -n <hist.> Schie¬
ferplatte im Holzrahmen, auf der frü¬
her die Schulanfänger mit Kreide od.
Griffel schrieben, wobei das Ge¬
schriebene leicht mit einem
Schwamm abgewischt, gelöscht wer¬
den konnte
Schre|ferfton: der; -(e)s; - (Geologie)
dem Schiefer ähnlicher Ton
schjef|ge|hen —*• schief ge|hen: geht
schief; ging schief; ist schiefgegangen
—>ist schief gegangene— [ugs.] 1
mißlingen, scheitern 2 (es) wird
schon schiefgehen: (Trost) es wird
schon alles gutgehen
schief|ge{wickelt (schief)ge|wik|kelt)
—> schief ge|wi|ckelt: Adj. n. stg. in
der Wendung schiefgewickelt sein
—* schiefgewickelt sein: sich im Irr¬
tum befinden, sich vollkommen täu¬
schen
Schief|hals: der; -es; -halse (Med.) feh¬
lerhafte Halsstellung
Schjgffheit: die; - ; -en 1 schräge Lage;
schiefe, schräge Beschaffenheit 2
(übertr.) die Schiefe, Unausgewogen¬
heit von etw.
schjefllaichen, sich: lachst dich schief;
lachtest dich schief; hast dich schiefge¬
lacht [ugs.] über etw. sehr belustigt
sein; sich über etw. sehr amüsieren
993
schieflaufen schief
schief|lau|fen —* schief laufen: läuft
schief; lief schief; ist schiefgelaufen
—>ist schief gelaufen<— [ugs.] nicht
wie geplant funktionieren
schief|lie|gen —» schief lie|gerc liegst
schief; lag(e)st schief; hast
schiefgelegen —>hast schief gele¬
gen<— [ugs.] sich irren; mit seiner
Meinung od. Ansicht unrecht haben
sch]ef|mäu|lig: Adj. [ugs.] 1 mit schräg¬
stehendem Mund 2 <übertr.> neidisch;
mißgünstig
schief|rig/schie|fejrig: Adj. 1 vergleich¬
bar mit, so brüchig wie Schiefer 2
farblich grau wie Schiefer
schief|tre|ten —* schief trfjtenc trittst
schief; trat(e)st schief; hast
schiefgetreten —>hast schief
getreten*— <Schuh> Absätze zu einer
Seite hin mehr abnutzen durch krum¬
mes, ungleiches Gehen
schief|wiri|ke|lig/schief|wink|{ig: Adj.
keinen rechten Winkel bildend; nicht
im rechten Winkel
schiel|äu|gig: Adj. [ugs.; selten] schie¬
lend; mit den Augen nicht parallel
schauend
schiejlen: schielst; schieltest; hast
geschielt 1 eine abweichende, nicht
parallele Augenstellung haben 2
[ugs.] vorsichtig Ausschau halten »Sie
schielte um die Ecke.« 3 [ugs.] unbe¬
merkt hinschauen »Sie schielte auf ih¬
re Uhr.« 4 <übertr.> lauern; es auf etw.
abgesehen haben
Schje|mann: der; -(ejs; -männer <hist.>
[seemannssprl.] Matrose; Boots¬
mannsmaat
Schjen|bein: das; -(e)s; -e <Anat.> vor¬
derer Knochen des Unterschenkels
Schjen|bein|bruch: der; -(e)s; -brüche
<Med.> Bruch, Fraktur des vorderen
Unterschenkelknochens
5chien|bein|scho|nen der; -s; -
Schaumstoffeinlage, Plastikschutz
hinter den Strümpfen, Stutzen, die/
der vor Verletzungen am Schienbein
schützen soll
Schiejne: die; * ; -n 1 a) der Teil einer
Geleisstrecke, von Gleisanlagen, in,
auf dem die Räder der Schienenfahr¬
zeuge sich bewegen b) Strang, Stab o.
ä., der (ähnlich wie bei Schienenfahr¬
zeugen) der Führung von bewegli¬
chen Teilen dient 2 <Med.> Vorrich¬
tung zur Ruhigstellung bei Knochen¬
brüchen u. a. 3 <Elektrot.> nicht iso¬
lierte, umfangreiche Leitung
schie|nen: schienst; schientest; hast
geschient <Med.> mit Hilfe einer
Schiene (und eines Verbands, einer
Bandage) in einer bestimmten Stel¬
lung fixieren
Schie|nen[bahn: die; • ; -en Fahrzeug,
Zug, dessen Räder auf Schienen,
Gleisen laufen
Schje(nen|fohr|zeug: das; -(e)s; -e auf
Schienen, Gleisen fahrendes Ver¬
kehrsmittel
schje|nen|ge|bun|den: Adj. n. stg. auf
die Vorrichtung von Schienen, Gleis¬
strecken angewiesen
Schiefnenfnetr. das; -es; -e alle Schie¬
nen, die zu einem Bereich gehören u.
miteinander verbunden sind
Schje|nen|om|ni|bus: der; -ses; -se Bus,
der auf Gleisen entlang fährt
Schie|nen|sto8: der; -es; -stoße Stelle,
an der zwei Schienen aufeinandertref¬
fen
Schfe|nen|strang: der; -(ejs; -stränge
längere Strecke von aneinandergeleg¬
ten Schienen
Schje[nen|ver|kehn der; -(ejs; - Fort¬
bewegung mit Schienenfahrzeugen;
das Gesamtaufkommen von Bahnen
u. ä. Transportmitteln innerhalb eines
Schienennetzes
Schie|nen|weg: der; -(ejs; -e Gleis¬
strecke; Verbindung von einzelnen
Stationen, Haltestellen durch Schie¬
nen
schjer. I Adv. fast; beinahe »Diese Ge¬
schichte ist schier unglaublich.« II Adj.
n. stg. rein; ausschließlich; ohne Zu¬
sätze anderer Stoffe »schieres Fleisch ♦
schierer Unsinn«
sch|e|ren: [landsch.] a) aussortieren;
ausscheiden; bewußt auswählen b) Ei¬
er durchleuchten, um unbrauchbare
auszusondern
Schierjiing: der; -s; -e giftiges Dolden¬
gewächs, das in der Nähe von Mist¬
haufen wächst
Schter|lings|be|cher: der; -s; ~ 1 <hist.>
Giftbecher mit einem mit Schierlings¬
gift versetztem Getränk, den im alten
Griechenland zum Tode Verurteilte
bekamen 2 den Schierlingsbecher
nehmen: sich vergiften
Schjer|lings|tan|ne: die; ~ ; -n zu den
Kieferngewächsen zählende Tanne(n-
art)
Sch|eß|aus|bil|dung: die; - ; -en Schu¬
lung in der Handhabung, Benutzung
von Schußwaffen
Schie0|baurn|wol|le: die; - ; - aus
Baumwolle gewonnenes Zelluloseni¬
trat, das als Sprengstoff verwendet
wird
SchieB|be|fehl: der; -(ejs; -e der Befehl,
eine Schußwaffe einzusetzen, zu
schießen
SchieBjbujde: die; - ; -n Bretterhäus¬
chen auf der Kirmes, in dem man ge¬
gen Bezahlung schießen kann u. bei
ausreichenden Treffern einen Gewinn
(z. B. Plastikrosen oder ein Plüsch¬
tier) bekommt
Schfe8|bu|den|be|sit|zer: der; -s; -
weibl. Schieß|bu|den|be|sit(ze|rin:
die; ~ ; -nen Eigentümerin), Betreibe-
r(in) einer Kirmesbude, an der gegen
Bezahlung geschossen und ein Ge¬
winn erzielt werden kann
SchjeB|bu|den|fi|gur: die; - ; -en 1 als
Zielscheibe benutzte Figur 2 ausse¬
hen wie eine Schießbudenfigur:
[ugs.] unmöglich od. lächerlich ausse¬
hen, gekleidet sein
Schto8|ei|sen: das; -s; - [ugs.] Schu߬
waffe
Schie|8en: das; -s; • das Abfeuem aus
einer Schußwaffe
schie|Ben: schießt; schossest; hast ge¬
schossen —*alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 mit einer (Schuß-)
Waffe ein Geschoß (Kugel, Pfeil o. ä.)
abdrücken, abfeuern »Er schoß auf
den Angreifer.« 2 einen Gegenstand
(z. B. einen Ball) durch Treten, Wer¬
fen od. Schlagen in eine Richtung be¬
wegen 3 <übertr.> [ugs.] sehr schnell ir¬
gendwohin gehen; rasen »Er schoß
durch die Tür.« 4 <übertr.> stark wach¬
sen »in die Höhe schießen« 5 zum
Schie8en (sein): [ugs.] lächerlich,
lachhaft, sehr komisch (sein)
schie|Ben|las|sen —*■ schiejßen |as|-
sert läßt schießen; ließest schießen;
hast schießenlassen —*hast schießen
lassen • alle Gegenwartsformen von
>lassen< mit ss<—- etw. aufgeben; auf
etw. verzichten
Schje|ßen der; -s; - weibl. Schle|Be|rin:
die; - ; -nen [ugs.] Rauschgiftsüchti-
ge(r), der/die sich Heroin o. ä. spritzt
Schie|Be|rei: die; ~ ; -en 1 länger andau¬
erndes Schießen 2 längerer Schu߬
wechsel zwischen mehreren Beteilig¬
ten
SchjeB|ge|wehr: das; -(ejs; -e [kin-
dersprl.] Gewehr; langläufige Schu߬
waffe
SchieB|leh|re: die; - ; -n Lehre, Bildung
vom, alles Wissenswerte über das
Schießen
SchjeB|mei|ster —> Schjeß|meis|ten
der; -s; - <Bergbau> Sprengmeister
SchjeB|platz: der; -es; -platze Ort für
Schießübungen
SchieB|prü(gel: der; -s; - [ugs.] Gewehr
SchjeB|pul|ver: das; -s; - explosives
Pulver, mit dem Kugeln aus Schu߬
waffen abgefeuert werden
SchfeB|schei|be: die; - ; -n bei Schie߬
übungen verwendete, mit Markierun¬
gen versehene Zielscheibe
Sch]eB|sport: der; -(ejs; - Schießen als
Freizeitbeschäftigung od. im sportli¬
chen Wettkampf
SchieB|stand: der; -(ejs; -stände Ein¬
richtung (z. B. mit Schießscheibe(n)),
in der Schießübungen stattfmden
Schieß|übung —» Schieß|ü|buns die;
- ; -en Training im Umgang mit
Schußwaffen; Schießversuch, um die
Treffsicherheit zu steigern
SchteB|waf|fe: die; - ; -n [schweiz.]
Schußwaffe
Schjet: der; -s; - [norddt.] Mist; Scheiße
Schtefte: die; - ; - [norddt.] Mist; Schei¬
ße
Schiet|kram: der; -(ejs; - [norddt.; ugs.]
unangenehme, lästige Angelegenheit
Schiff: das; -(ejs; -e 1 (teilweise ausge¬
höhltes, länglich-ovales) Wasserfahr¬
zeug, dessen unterer Teil, Rumpf sich
unter der Wasseroberfläche befindet
2 kurz für Kirchenschiff ■** inneres,
von Säulen getragenes Teilstück
christlicher Kirchen 3 klar Schiff
machen: 1. [seemannssprl.] das Boot,
Schiff säubern 2. [ugs.] die Wohnung
aufräumen u. putzen 3. [ugs.] etw.
klären, ordnen, regeln 4 das Schiff
hängt mehr am Ruder, denn das Ru¬
der am Schiff, häufig, oft im Leben,
ist das Kleinere bestimmender als das
Große
Schiffehrt (Schrff|fahrt) —» immer mit
fff: Schiffjfahrt/Schiff-Fahrt: die; - ; -
a) Fortbewegung auf dem Wasser mit
einem Schiff b) Verkehr von Schiffen
auf dem Wasser
Schjffehrts|ge[richt (Schiff)fehrts|ge|-
richt) —» immer mit fff Schffff-
fahrtslgejricht: das; -(ejs; -e
(Rechtsw.> Institution, die die Angele¬
genheiten des Schiffsverkehrs im Bin¬
nenraum regelt
Schiffehrts|kun|de (Schiff|fahrts|kun|-
de) —» immer mit ff£ Schiff|fehrts|-
994
Schiffstau
kun|de: die; - ; - Lehre, Kenntnisse,
die die Führung eines Schiffes be-
trifft/betreffen
Schiffahrts|li|nie (Schiff)fahrts|li|nie)
—> immer mit fff: Schrff]fahrts|li|nie:
die; - ; -n 1 Strecke auf dem Wasser,
auf der regelmäßiger Schiffsverkehr
herrscht 2 Gesellschaft, die Schiffe
unterhält, regelmäßigen Schiffsver¬
kehr betreibt
Schiffahrts|recht (Schjfflfahrts|nacht)
—» immer mit fff: Schjff|fahrts|recht:
das; -(e)s; - <Rechtsw.> alle Vorschrif¬
ten u. Regelungen, die im Zusammen¬
hang mit der Schiffahrt existieren
Schiffahrts|stra|ße (Schffljfahrts|stra|-
ße) —» immer mit fff: Schrff|fahrtsi-
stra|ße: die; ~ ; -n festgelegte Route
auf dem Wasser
Schiffahrts|weg (Schiffjfahrtstweg) —»
immer mit fff: Schiff|fahrts|weg: der;
-(e)s; -e 1 vorgeschriebene Strecke,
die für die Schiffahrt benutzt wird 2
Bereich auf dem Wasser, der für den
Schiffsverkehr benutzt wird
Schiffahrts|zei|chen (Schiff|fahrts|zei|-
clien) —» immer mit fff: Schiffj-
fahrts|zei|chen: das; -s; - Verkehrs¬
zeichen für Binnenschiffer
schiffjbar: Adj. n. stg. <Gewässer> für die
Schiffahrt geeignet; ausreichende,
richtige Wassertiefe habend
Schrff)bar]keit: die; - ; - Möglichkeit,
das Wasser, eine Wasserstraße mit ei¬
nem Schiff zu befahren
Schiff|bau/Schiffs|bau: der; -(e)s; -
(Kunst der, Lehre von der) Konstruk¬
tion u. Herstellung von Schiffen
Schrff|baii|er/Schfffs|baii|er: der; -s; -
weibl. Schiff|baue|rin/Schiffs|baue|-
rin —»■ Schiff|bau|e|rin/Schiffs|baul-
e|rin: die; - ; -nen Person, die beruf¬
lich Schiffe konstruiert, an der Her¬
stellung von Schiffen beteiligt ist
Schrff)bau|in|ge|nieur —> Schrffjbaul-
injge|ni|eur der; -s; -e weibl. Schtff|-
bau|in|ge|nieujrin —*• Schiff|bau|in|-
ge|nijeu|rin: die; - ; -nen Person, die
beruflich Schiffe konstruiert, für die
Konstruktion von Schiffen verant¬
wortlich ist
Schiff)bruch: der; -(e)s; -brüche 1 [ver-
alt.] Untergang eines Bootes, Schiffes;
ungewolltes Landen an einer Küste 2
<übertr.> (mit etw.) Schiffbruch
erleiden: erleben, daß eine Sache mi߬
lingt; mit etw. nichts zustande brin¬
gen, scheitern
schrff|brü|chig: Adj. n. stg. vom Unter¬
gang eines Schiffes betroffen
Schrff|brü|chi|ge: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Schiffbrüchi¬
ger; eine Schiffbrüchige; zwei Schiff¬
brüchige) überlebende Mannschaft u.
Passagiere eines untergegangenen
Schiffes
Schtff|chen: das; -s; - 1 kleines Schiff
(als Spielzeug) 2 a) Teil an einer Näh¬
maschine, in dem sich die Spule befin¬
det b) Werkzeug beim Weben für die
Spule des Schußfadens 3 Gerät, durch
das ein Faden läuft zum Arbeiten von
Spitzen 4 längliche, krempenlose
Mütze, Kappe zu bestimmten Unifor¬
men 5 <Bot.> Blütenteil der Schmetter¬
lingsblüte 6 aus Papier gefaltetes
Spielzeugschiff
Schiff|chen|ar|beit: die; - ; -en a) Her¬
stellung von Spitze in Handarbeit b)
in Handarbeit nergestellte Spitze
schilpen: schiffst; schifftest; hast/bist
geschifft 1 bist auf einem Schiff fahren
2 hast [ugs.] pinkeln; Urin, Ham aus¬
scheiden 3 hat [ugs.] langandauemd
in Strömen regnen
Sch[f|fer: der; -s; - weibl. Schjf|fe|rin:
die; - ; -nen Schiffsführer(in)
Schiflfer]klarier: das; -(e)s; -e <Musik>
[ugs.] Akkordeon
Schjf|fer|kno|ten: der; -s; - Knoten, wie
er bei Schiffstauen benutzt wird
Schtf|feijschei|ße: die; - ; - in der
Wendung dumm, doof wie
Schifferscheiße: [derb] besonders
blöd, unintelligent
Schfffffahrt/Schiff-Fahrt: s. Schiffahrt
—> Schrff]fahrts|ge|richt: s. Schiffahrts¬
gericht
—* Sch]ff|fahrts|kun|de: s. Schiffahrts¬
kunde'
—s- Schiff|fahrts|li|nie: s. Schiffahrtsli¬
nie
—> Schiff)fahrts|recht: s. Schiffahrts¬
recht
—» Schrff|fahrts|stra|ße: s. Schiffahrts¬
straße'
—» Schiff(fahrts|weg: s. Schiffahrtsweg
—» Schiff|fahrts(zei[chen: s. Schiff¬
fahrtszeichen
Schiffs|agent —* Schiffsagent: der;
-en; -en weibl. Schiffs|agen|tin —»
Schiffs|a|gen|tin: die; - ; -nen Person,
die in Kooperation mit einer Reederei
Fracht u. Passagiere für Schiffe bucht
$chiffs|arzt: der; -es; -ärzte weibl.
Schiffs|ärz]tin: die; - ; -nen Medizine¬
rin), der/die auf einem Schiff tätig ist
u. sich um die Gesundheit der Passa¬
giere sowie der Mannschaft kümmert
Schiffsjaus|rüjster —» Schiffs|aus|rüsl-
ten der; -s; - weibl. Sch]ffs|aus|rü[-
ste|rin —» Schiffs|aus|rüs|te|rin: die;
• ; -nen 1 Firma, Person, die ein Schiff
mit allem, was für die Fahrt ge¬
braucht wird, versorgt 2 Reeder(in)
Schiffsjbau/Schiff|bau: der; -(e)s; -
(Kunst der, Lehre von der) Konstruk¬
tion u. Herstellung von Schiffen
Schiffsbau|er/Schtff|bau|en der; -s; -
weibl. Schiffs|baue|rin/Sch[ff|baue|-
rin —» Schtffs|bau|e|rin/Sc'hiff|baul-
e|rin: die; - ; -nen Person, die beruf¬
lich Schiffe konstruiert, an der Her¬
stellung von Wasserfahrzeugen betei¬
ligt ist
Schiffs|be|sat|zung: die; - ; -en Mann¬
schaft eines Schiffs
Schiffs|bohr|wurm: der; -(e)s; -wärmer
<Zool.> Muschel(art), die sich in Holz
bohrt
Schiffs|brtef: der; -(e)s; -e Dokument,
Zertifikat, das die Eintragung in ein
Schiffsregister bestätigt
Schiffs|brücke (Schiffs|brük|ke —*
Schjffs|brü|cke): die; ~ ; -n oberhalb
eines großen Schiffes gelegene Kom¬
mandozentrale zur Schiffsführung,
von der aus der Kapitän Anweisun¬
gen erteilt u. (mit seiner Mannschaft)
die Fahrstrecke steuert
Schjff|schau|kel/Schiffs|schau|kel: die;
- ; -n Schaukel(anlage) mit Kabinen,
Sitzen in Schiffsform, die man auf der
Kirmes lindet
Schrffs|eig|ner: der; -s; - weibl.
Schiffs|eig|ne|rin: die; - ; -nen Eigen¬
tümerin) eines Schiffes
Schiffs|fracht: die; - ; - Ladung, Trans¬
portgut eines Schiffes
Schiffsjfüh|rer: der; -s; - weibl. Schrffsj-
füh|re|rin: die; ~ ; -nen verantwortli¬
cher Führer(in) eines Wasserfahr¬
zeugs, Kapitän(in) (in der Seeschiff¬
fahrt
Schfffs|Kih|rung: die; ~ ; - a) Kapitän u.
alle Personen, die an der Führung des
Schiffs beteiligt sind b) das Betreiben,
Navigieren eines Schiffes
Schiffs|glocke (Schiffs|glok|ke —»
Schiffs|glo|cke): die; - ; -n Messing¬
glocke als Signalgeber auf Schiffen
Schjffs|hal|ter: der; -s; - <Zool.> Bar-
sch(art), der/die sich an Schiffen od.
größeren Fischen festsaugt
Schiffs[jun|ge: der; -n; -n als Matrose
aüszubildender junger Mann
Schjffs|ka|pi|tän: der; -s; -e Leiter, Vor¬
gesetzter einer Schiffsmannschaft,
der die Navigation überwacht
Schiffs|koch: der; -(e)s; -koche weibl.
Schiffs|kö|chin: die; - ; -nen Koch,
Köchin, der/die die Mannschaft u.
Passagiere auf einem Schiff verpflegt
Schiffs|ko!|li|si|on: die; - ; -en Zusam¬
menstoß von Schiffen; Havarie
Schiffs|köijper: der; -s; - Rumpf des
Schiffes
Schiffs|kü|che die; - ; -n zum Kochen
auf dem Schiff eingerichteter Raum,
Syn.: Kombüse
Schiffs|lajdung: die; - ; -en Fracht, die
ein Schiff transportiert
Schiffs|last: die; - ; -en Gewicht der
Fracht, des Transportguts
Schiffs|la|terjne: die; - ; -n Beleuchtung
(rote u. grüne Positionslampe) außen
am Schiff
Schrffs|li|ste —» Schiffs|lis(te: die; -; -n
Aufstellung der Änkunfts- u. Ab¬
fahrtzeiten der Schiffe in einem Ha¬
fen
Schiffs|mak|ler: der; -s; - weibl.
Sch]ffs|mak|le|rin: die; - ; -nen Ver-
mittlerfin) von Frachtverträgen für
Schiffe
Schiffs|ma|ni|fest: das; -(e)s; -e für das
Zollamt nötige Auflistung der gelade¬
nen Fracht
Schiffs|mann|schaft: die; • ; -en Besat¬
zung des Schiffs; Leute, die die Arbei¬
ten an Bord verrichten
Schiffs|na|me: der; -ns; -n Name eines
Schiffs, der bei der Schiffstaufe ver¬
kündet wird u. deutlich sichtbar an
der Außenwand des Schiffes ange¬
schrieben, aufgemalt ist
Schiffs|pa|pie|re: die (PL) Unterlagen,
die alle Daten zu Fahrt, Fracht, Pas¬
sagieren u. Besatzung enthalten
ScNffslrumpf: der; -(e)s; -rümpfe
Schiffskörper
Schiffs|schau|kel/Schtff|schau|kel: die;
- ; -n Schaukel(anlage) mit Kabinen,
Sitzen in Schiffsform, die man auf der
Kirmes findet
Schiffs|ta|ge|buch: das; -(e)s; -bücher
Logbuch, in das (vom Kapitän) alle
wesentlichen Daten, Ereignisse wäh¬
rend einer Seefahrt, Schiffsreise ein¬
getragen werden
Schiffsttau: das; -(e)s;-e dickes Seil auf
einem Schiff, Syn.: Tampen
995
Schiffstaufe
Schiffs|tau|fe: die; - ; -n Zeremonie, bei
der ein Schiff seinen Namen erhält
(wobei meist eine Flasche Sekt an die
Bordwand geschmettert wird)
Sch(ffs|zim|mer|mann: der; -(ejs;
-männer Zimmermann, der beruflich
SchifTsaufbauten herstellt
Schi|is|mus: <arab.-lat.> der; ~ ; - (Reli¬
gion; Islam) Lehre der Schia, Schiiten
Schi|it: <arab.-lai.> der; -en; -en weibl.
Schi|i|tin: die; ~ ; -nen (Religion; Is¬
lam) Anhänger(in) der zweitgrößten
Glaubensrichtung des Islam, der
Schia
Schi|iften|fühjrer: <arab.-lat.; dt.> der; -s;
- Wortführer, geistlicher u. geistiger
Führer der Schiiten, einer Schiiten¬
gruppe
schi|ijtisch: <arab.-Iat.> Adj. n. stg. zu
den Schiiten gehörend; ihnen, ihrer
Lehre zuzuordnen
Schi|kajne: </r> die; -; -n 1 Gemeinheit;
böswillig bereitete Schwierigkeit 2 mit
allen Schikanen: mit allem Luxus,
Annehmlichkeiten o. ä.
Schilkalneur </r.) /schikanör/ der; -s; -e
weibl. Schi|ka|neu[rin: die; - ; -nen
[selten] Person, die andere schikaniert
schi|ka|nfe|ren: </r.> schikanierst; schi¬
kaniertest; hast schikaniert jmdm. ab¬
sichtlich Schwierigkeiten machen,
Gemeinheiten zufügen; jmdn. quälen,
indem man ihm Hindernisse in den
Weg stellt
schi|ka|nös: Adj. Schikanen bereitend;
boshaft
—» Schj|ko|ree: s. Chicoree
Schild: das; -(e)s; -er 1 Tafel, Fläche
mit einem Aufdruck, einer Aufschrift
2 <Zool.> (Außen-)Skelett od. Teile
des Skeletts von Schildkröte, Krebs,
verschiedenen Insekten u. ä.
Schild: der;-(ejs; -e 1 <hist.> Kampfbe¬
deckung; früher zum Schutz vor
Hieb- u. Stichwaffen von Kämpfern,
Soldaten mitgeführte Metallplatte 2
etw. im Schilde führen: etw. Schlech¬
tes, Unrechtes, Böses im Sinn haben,
Vorhaben
Schild|bo|gen: der; -s: -bögen <Archit.>
Übergang eines Tonnengewölbes in
eine Mauer
Schild|biir[ger: der; -s; ~ weibl. Schild|-
bür|ge|rin: die; - ; -nen a) <hist.> mit ei¬
nem Schild ausgerüsteter (Spieß-)
Bürger b) <hist.> Bezeichnung der Ein¬
wohner von Schilda, deren törichte,
einfältige Handlungs- u. Denkweise
in selbig betiteltem Volksbuch von
1598 berühmt wurde c) [ugs.; abwert.]
Einfaltspinsel; Dummkopf
Schild|drü|se: die; - ; -n <Med.> beim
Menschen u. höheren Wirbeltieren
unterhalb des Kehlkopfs liegende(s),
Hormone produzierende^), schmet-
terlingsförmige(s), starkdurchblute-
te(s) Drüse, Organ
Schild|drü|sen|hor|mon: das; -(ejs; -e
(Bio.) Substanz, die von der Schild¬
drüse ans Blut abgegeben wird
Schil|deijbrücke (Sch|l|der|brük|ke —>
Sch]l|der|brü|cke); 'die; - ; -n die
Fahrspuren überspannendes Gerüst,
an dem Schilder für jede Fahrbahn
(auf Autobahnen) angebracht werden
können
Schil|de|rei: die; - ; -en [veralt.] gemalte
Darstellung
Schil|de|ren der; -s; - Person, die etw.
genau u. deutlich schildert, be¬
schreibt, erklärt
Schjl|derjhaus: das; -es; -häuser Schutz¬
häuschen für Wachsoldaten
Schii|der|ma|ler: der; -s; ~ weibl. Schil|-
der|ma|le|rin: die; - ; -nen Handwer¬
kern), der/die beruflich Schilder
malt, herstellt
schil|dern: schilderst; schildertest; hast
geschildert veranschaulichen; aus¬
führlich u. genau erzählen, berichten,
beschreiben »Er schilderte den Polizi¬
sten den Unfallhergang.«
Sch]IJde|rung: die; - / -en 1 anschauliche
Beschreibung, Erzählung von etw.,
die jmd. gibt 2 Vorgang des Schil-
derns, Erzählens, Beschreibens von
etw.
Sch|ld|knap|pe: der; -n; -n <hist.> junger
Mann, der als Bursche den Schild des
Ritters zu tragen hatte
Schildlkrot: das; -(ejs; - [landsch.]
Schildpatt; Hornplatten der Karett-
schildkröte
Schild|krö|te: die; - ; -n in zahlreichen
Arten vorkommendes Reptil, das an
Land u./o. im Wasser lebt, mit einem
von einem Panzer (Oberseite aus Ka-
rapax, Unterseite aus Plastron) um¬
hüllten Körper, in den vielfach
Schwanz, Kopf u. Beine eingezogen
werden können, ohne Zähne, dafür
mit einem Kiefer, der mit einem
Hornschnabel versehen ist
Schfld|patt: das; -(ejs; - Hornplatten
der Karettschildkröte
Schild|wa|che: die; - ; -n [veralt.] 1
Wachposten, bestehend aus einem
od. mehreren Soldaten, der/die meist
an Eingängen postiert ist/sind 2
Dienst der Schildwache
Schilf: das; -(e)s; -e 1 hochwachsen-
de(s) Gras(art), das/die an Ufern von
Gewässern gedeiht, sich entwickelt 2
größere, mit Schilfgräsern bewach¬
sene Fläche
Schilf|dach: das; -(e)s; -dächer Dach,
das mit Schilfgras gedeckt ist
Schilfjgras: das; -es; -gräser Schilfpflan¬
ze; Gras(art), die/das an Ufern von
Gewässern wächst
Schilf|mat|te: die; - ; -n aus Schilfgras
geflochtene Matte, Unterlage
Schilflrohr: das; -(e)s; -e Gras(art) mit
einem hohen, festen, hohlen Stengel,
das/die an den Ufern von Teichen u.
Seen wächst
Schilfjrohr|sän|ger: der; -s; - Vogel
(art), der/die im Schilf lebt
Schjl|ler: der; -s; - 1 [veralt.] wechseln¬
der Farbeindruck 2 kurz für Schiller¬
wein
Sch]l|ler|fal|ter: der; -s; - europäische(r)
Schmetterling(sart) mit schwarzbrau-
nen-weißen Flügeln, die beim Männ¬
chen in metallischem Blau schillern,
während sie beim Weibchen in unauf¬
fälligem Ton gehalten sind
Schilllerjlocke (Schil|ler|lok|ke —>
Schi!jler|lo|cke): die; ~ ; -n 1 geräu¬
chertes Stück Fisch, vom Dornhai in
länglich-gebogener Form 2 Teilchen
aus Blätterteig, das mit Creme od.
Sahne gefüllt ist
$ch]l|lern: schillerst; schillertest; hast ge¬
schillert (in wechselnden, vielen Far¬
ben) schimmern, glänzen, funkeln,
blitzen, leuchten »Der See schillerte in
der Sonne.«
schN|lernd: Adj. 1 (in vielen Farben)
glänzend, schimmernd »ein schillern¬
der Stoff« 2 oibertr.) nicht gut durch¬
schaubar; sehr vielseitig, vielschichtig
»ein schillernder Charakter«
Sch|l|ler]wein: der; -(ejs; -e spezielle
Weinsorte aus roten u. hellen Trau¬
ben
Schiljling: der; -s; -e u. - 1 größere
Währungseinheit in Österreich 2
<MA> kleine Münze im Mittelalter
schilt|rig: Adj. [selten] schillernd
schil|pen; schilpst; schilptest; hast
geschilpt <Vogel> viele helle Töne her¬
Vorbringen, Syn.: tschilpen
Schi|mä|re/Chi|(nä|re: <gr.-lat.-fr.> die;
- ; -n Einbildung; Hirngespinst;
Phantasie(bild)
schi|mä|risch/chi|mä|risch: <gr.-lat.-fr.>
Adj. trügerisch; der Phantasie, Einbil¬
dungentsprungen
Schimjmel: der; -s; - 1 Fäulnis, Verdor¬
benheit kennzeichnender weißlicher
u. grün-bläulicher Schimmelpilz, von
dem besonders Lebensmittel bei un¬
zureichender Sauerstoffzufuhr befal¬
len werden 2 weißes Pferd 3 a) [ugs.]
Lernhilfe; Schablone b) (Musik; Jar¬
gon) beliebiger Schlagertext, der im
Sprachrhythmus dem endgültigen
Text entspricht c) (Rechtsw.; Jargon)
Entscheidung, Urteil, die/das (auch
formal) als Muster für ähnliche Fälle
dient
Schim|mel|bil|dung: die; - ; -en (PI. s.)
Entstehung von Schimmel (1)
Schim|mel|bo]gen: der; -s; -bögen
(Druckw.) nur einseitig bedruckter
Druckbogen
schim|me|lig/schimm|lig: Adj. 1 nicht
mehr eßbar, sondern verdorben; von
einem Schimmelpilz befallen, bedeckt
2 sich schimmelig lachen: [ugs.] hef¬
tig lachen
schim|meln: schimmelt; schimmelte;
hat/ist geschimmelt a) von Schimmel¬
pilzen befallen sein b) immer weiter
von Schimmel zerfressen werden und
bereits moderig riechen; schimmelnd
herumliegen
Schim|mef|pilz: der; -es; -e Pilzart, die
sich bei Feuchtigkeit od. auf verdor¬
benen Lebensmitteln bildet
Schim|mel|rei|ter: der; -s; - (Mytholo¬
gie) in deutschen Sagen, Überliefe¬
rungen vorkommender, geisterhafter
Reiter auf einem Schimmel
Schim|men der; -s; - 1 ganz schwach
emporlodemdes Licht; matter Schein
2 nur ganz wenig, ein Hauch von
etw., Verständnis, Wissen 3 keinen
Schimmer von etw. haben: nicht die
leiseste Ahnung von etw. haben; sich
als vollkommen unverständig hin¬
sichtlich etw. erweisen
schim|mern: schimmert; schimmerte;
hat geschimmert a) schwach glänzen
od. leuchten; leicht scheinen b) durch
etw. hindurchscheinen, erkennbar
sein
schimm|lig/schim|me|lig: Adj. nicht
mehr eßbar, sondern verdorben; von
einem Schimmelpilz befallen, bedeckt
Schim|pan|se: <Afrik. Spr.> der; -n; -n
Menschenaffenart mit langem
(braunschwarzen Haar und fleisch¬
996
Schizophrenie
farbener, später (dunkelbrauner
Haut, die sich durch Schwingen der
langen Arme o. vierbeinig auf den
Knöcheln fortbewegt u. in Gemein¬
schaften in West- u. Zentralafrika
lebt
Schimpf: der; -(e)s; -e 1 Schande;
Schmach; Beleidigung; Erniedrigung
2 mit Schimpf u. Schande: etw. mit
Verfluchungen, Verwünschungen u.
Schimpfen tun »jmdn. mit Schimpf u.
Schande aus dem Haus jagen«
Schimp|fe: die; - ; - [ugs.] heftiger
Tadel; Schelte
schimptfen: schimpfst; schimpftest; hast
geschimpft 1 a) jmdn. mit heftigen
Worten tadeln, schelten b) über etw.
od. jmdn. mit heftigen Worten seinen
Unwillen kundtun 2 demütigen, belei¬
digen; (im Zorn jmdn. mit einem
Schimpfwort) nennen, bezeichnen
»Sie schimpfte ihn einen Esel.« 3
schimpfen wie ein Rohrspatz: [ugs.]
zetern, sehr schimpfen (l)
Schimp]fe|rei: die; - ; -en [ugs.] ständi¬
ges Schimpfen, Schelten; Gehader,
Nörgelei
schimpf|lich: Adj. n. stg. demütigend;
entehrend; beleidigend; schmachvoll
Schimpf|na|me: der; -ns; -n eine herab¬
setzende, beleidigende Bezeichnung
für jmdn.
Schimpfjwort: das; -(e)s; -Wörter belei¬
digender, verspottender Ausdruck;
ordinäre(s)(r) Wort, Fluch
Schfnd|an|ger: der; -s; ~ [veralt.] Ort,
an dem Tiere geschlachtet werden;
Abdeckerei
Schin|del: die; - ; -n kleines Holzstück,
das zum Dachdecken benutzt wird
Schinjdelfdach: das; -(ejs; -dächer aus
Schindeln bestehende Dachabdek-
kung
schin|den: schindest; schundest; hast
geschunden 1 quälen; zu hart arbeiten
lassen »Sie haben die Pferde
geschunden.« 2 <Tier> (töten u.) die
Haut zur weiteren Bearbeitung abzie¬
hen 3 etw. ohne viel Arbeit, Gegenlei¬
stung erreichen, erhalten, vermehren
schin|den, sich: schindest dich; schun¬
dest dich; hast dich geschunden sehr
hart arbeiten; sich (körperlich) an¬
strengen
Schjn|den der; -s; - weibl. Schin|de|rin:
die; - ; -nen 1 meist männl. Form Ab¬
decker; Person, die (alte) Tiere
schlachtet, tötet 2 Person, die andere
quält od. schlecht behandelt
Schin|de|rej: die; - ; -en 1 mühsame Ar¬
beit; heftige Anstrengung; Strapaze 2
dauerhaftes Quälen von Lebewesen
Schin|der|kar|re: die; - ; -n <hist.> Trans¬
portfahrzeug (meist hölzener Hand¬
wagen) des Abdeckers
schildern: schinderst; schindertest;
hast geschindert [landsch.] schlittern;
rutschen
Schind|lu|der: in der Wendung Schind¬
ludertreiben: [ugs.] jmdn. verspotten,
dem Gelächter anderer preisgeben;
mit jmdm. od. etw. sehr schlecht um¬
gehen, etw. zweckentfremdet verwen¬
den
Schind|mäh|re: die; - ; -n [abwert.] aus-
ge'laugtes Pferd; alter Klepper
Schjn|ken: der; -s; * 1 (geräuchertes od.
gekochtes) Fleischstück von den Hin¬
terbacken, der Keule des Schweins
»Ich aß ein Butterbrot mit einer Schei¬
be Schinken.« 2 [ugs.; scherzh.; ab¬
wert.] a) umfangreiches, dickes Buch
b) großes (unansehliches) Bild, meist
Ölgemälde c) langer, langweiliger
Film o. ä.
Schin|ken|är|mel: der; -s; ~ <Mode> be¬
sondere Form eines weiten Ärmels
Schin|kenjbrot:das; -(e)s;-emit Schin¬
kenscheiben belegte Brotschnitte
Schin|ken|klop|fen: das; -s; - Kinder¬
spiel, bei dem ein Kind mit verbunde¬
nen Augen raten muß, wer ihm auf
den Hintern geschlagen hat
Schin|ken|röll|chen: das; -s; - <Kochk.>
mit Remoulade o. ä. u. Spargel be¬
legte, zusammengerollte Scheibe (ge¬
kochter) Schinken
Schin|ken|speck: der; -(e)s; - Schin¬
kensorte mit etw. höherem Fettanteil,
breiterem Fettrand
Schin|ken|wurst: die; - ; -wurste (helle)
Frischwurst, für deren Herstellung
auch Speck u. Schinken verwendet
wird
Schin|to|is|mus/Shin|to|is|mus: <jap.>
der; - ; - <Religion> japanische Reli¬
gion, in der die Natur u. die Ahnen
verehrt werden
Schin|to|ist: <jap.> der; -en; -en weibl.
Schinjtoifstin —> Schin|to|is|tin: die;
- ; -nen <Religion> Anhängern) des
Schintoismus, der japanischen Reli¬
gion, die durch Verehrung der Ahnen
u. große Naturverbundenheit ge¬
kennzeichnet ist
schin|toi|stisch —» schin|to|is| tisch:
<jap.> Adj. n. stg. aus dem Schintois¬
mus stammend; dem Schintoismus
zuzurechnen
Schipjpe: die; - ; -n 1 a) Schaufel b)
Schuppe für Kinder im Sandkasten 2
[ugs.] vorgeschobene Unterlippe;
Schmollmund 3 n. PI. Bezeichnung
für die Spielkartenfarbe Pik 4 jmdn.
auf die Schippe nehmen: sich einen
Spaß mit jmdm. machen; jmdn. fop¬
pen, hinters Licht führen
schipjpen: schippst; schipptest; hast ge¬
schippt [ugs.] etw. mit einer Schaufel
bewegen, schaufeln
Schipiper: der; -s; - weibl. Schip|pe|rin:
die; - ; -nen [norddt.] Schiffer(in);
Person, die ein Schiff führt, auf einem
(Binnen-)Schifflebt
sch]p|pern: schipperst; schippertest;
bist/hast geschippert [ugs.] 1 bist mit
einem Schiff fahren; (beruflich od.
privat) eine Seereise machen 2 hast
auf einem Schiff befördern
Schi|ri: Kurzw. der; -s; -s [ugs.] Schieds¬
richter
Schirm: der; -(e)s; -e 1 a) zusammen¬
klappbares, an Streben befestigtes
Stoffstück an einem Stab, das dem
Schutz, der Bedeckung vor Sonne,
Niederschlag dient b) Blende; etw.
umgebender Gegenstand, Teil, der
vor zu hellem Licht schützt
»Lampenschirm« 2 kurz für a) Bild¬
schirm b) Röntgenschirm = Teil des
Röntgengeräts, auf dem der zu unter¬
suchende Körperteil sichtbar wird
Schirm|biid|gejrät: das; -(ejs; -e
[fachsprl.] Röntgenapparat
Sch|rm|bild|stel|le: die; - ; -n für Rönt¬
genreihenuntersuchungen zuständige
Behörde
schir|men: schirmst; schirmtest; hast ge¬
schirmt etw. von jmdm., etw. abweh¬
ren; jmdn., etw. schützen; Schädliches
femhalten
sch|rm|föijmig: Adj. n. stg. einem geöff¬
neten Schirm ähnlich
Schirfn]fiit|te|ral: das;-(ejs; -e Hülle für
den zusammengeklappten Regen¬
schirm
Schjrm|herr: der; -n; -en weibl. Schirm|-
heijrin: die; - ; -nen Person, die zu
Schutz u. Förderung einer Veranstal¬
tung, Organisation den Vorsitz inne¬
hat
Schirm|müt|ze: die; - ; -n Kopfbedek-
kung mit Schutzschirm, Krempe über
den Augen; Kappe mit angenähter
(Sichtschutz-)Blende
Schirm|stän|den der; -s; ~ Gegenstand,
Behälter zum Abstellen von Regen¬
schirmen
Schi|rqk|ko: (arab.-it.> der; -s; -s war¬
mer, teilweise starker Mittelmeer¬
wind, der häufig viel Sand, Staub mit
sich trägt
schirjnen: schirrst; schirrtest; hast ge¬
schirrt ins Geschirr spannen; ein Zug¬
tier vor einen Wagen spannen -
Schirr|mei|ster—=► Schin-jmeisjter: der;
-s; • 1 [veralt.] für das Geschirr u. die
Fahrzeuge zuständige, verantwortli¬
che Person 2 <Milit.> [veralt.] Verwal¬
ter von Geräten u. Fahrzeugen der
Kompanie
Schirjrung: die; - ; -en [selten] das Ein¬
spannen von Zugtieren
Schis|ma|ti|ken <gr.-Iat.> der; -s; -
weibl. Schis|rna(tt|ke|rin: die; - ; -nen
a) Anhänger(in) einer von der allge¬
meinen Kirchenlehre abweichenden,
abgefallenen Gruppe b) Person, die
eine Kirchen-, Glaubensspaltung ver¬
ursacht hat
schis|ma|tisch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. a)
eine Kirchen-, Glaubensspaltung be¬
treffend, ihr zuzuordnen b) eine Kir¬
chen-, Glaubensspaltung verursa¬
chend od. betreibend
SchiB —» Schiss: 'der; Schisses; - [ugs.]
1 a) Kot b) das Ausscheiden von Kot
2 Schiß haben—» Schiss haben: sich
fürchten; Angst, Bedenken haben
Schisjser: der; -s; - [ugs.] Feigling;
ängstliche Person
schi|zo|gen: <gr.-lat.> Adj. n. stg. <Bio.>
durch Spaltung entstanden
schi|zo|id: <gr.-lat.t Adj. n. stg. <Med.;
Psychologie) innerlich zerrissen; see¬
lisch gespalten; eine Persönlichkeits¬
störung betreffend
Schi|zoi|de —> Schi|zo|j|de: <gr.-lat.>
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.: ein Schizoider; eine Schizoide;
zwei Schizoide) <Med.; Psychologie)
Person, die seelisch gespalten ist, un¬
ter Persönlichkeitsstörung leidet, die
sich in extremen Kontaktschwierig¬
keiten u. Gleichgültigkeit zeigt
schi|zo|phren: <gr.-lat.i /schizofren/
Adj. 1 <Med.; Psychologie) an Schizo¬
phrenie leidend 2 a) inkonsequent; wi¬
dersprüchlich b) [ugs.] irre; verrückt;
absurd
Schi|zo|phre|nje: <gr.> /schizofrenjj die;
- ; Schizophrenien /schizofrenPn/ 1
997
Schlabber
<Med.> Krankheit in unterschiedli¬
chen Ausprägungen, Schweregraden,
die sich in einer Bewußtseinsspaltung,
Persönlichkeitsspaltung äußert mit
einem Nebeneinander von gesunden
und abnormen Erlebnis- u. Verhal¬
tensweisen 2 [ugs.] innere Wider¬
sprüchlichkeit, Unsinnigkeit, völliger
Unsinn
Schlab|ber: die; - ; -n [landsch.; ab¬
wert.] Mund(werk)
schlab|be|rig/schlabb|rig: Adj. [ugs.] 1
wenig fest, lose fallend »Sie trug einen
schlabberigen Rock.« 2 (Kochk.) [ab¬
wert.] verwässert (meist Suppen od.
Getränke)
Schlab|beiilätz|chen: das; -s; - Stoff¬
stück, das Kleinkindern während des
Essens um den Hals gebunden wird,
damit die Kleidung nicht beschmutzt
wird
schlab|bern: schlabberst; schlabbertest;
hast geschlabbert [ugs.j 1 a) schlürfen;
mit Geräuschen essen, trinken b) ge¬
nußvoll essen »Ich schlabbere ein
Eis.« 2 kleckern; etw. verschütten
»Du hast geschlabbert.« 3 (meist Klei¬
dung) zu groß u. daher zu locker sit¬
zen, wabbeln
schlab|bern/schlap|pern: schlabberst!
schlapperst; schlabbertest/schlapper-
test; hast geschlabberi/geschlappert
[ugs.] beim Essen kleckern, Flecken
verursachen
schlabb|rig/schlab|be|rig: Adj. [ugs.] 1
wenig fest, lose fallend »Sie trug einen
schlabberigen Rock.« 2 <Kochk.> [ab¬
wert.] verwässert (meist Suppen od.
Getränke)
Schlacht: die; - ; -en 1 <Milit.> schwerer
(blutiger) Kampf im Krieg zwischen
verfeindeten Truppen 2 [ugs.] Schlä¬
gerei mit vielen Personen 3 der
Schlacht (l) nachempfundenes Spiel
»Schneeballschlacht« 4 besser wei¬
chen als die Schlacht verlieren: es ist
oft klüger, sich zurückzuziehen, als zu
verlieren, einen Verlust zu erleiden
Schlacht|bank: die; - ; -banke Ort, an
dem Tiere geschlachtet werden
schlacht|bar: Adj. n. stg. (Haustier)
nach den gesetzlichen Bestimmungen
für eine Schlachtung in Frage kom¬
mend
schlachten: schlachtest; schlachtetest;
hast geschlachtet ein Nutztier töten,
um dessen Fleisch als Nahrung zu
verarbeiten
Schlach|ten|bumm|ler: der; -s; - weibl.
Schlach|ten|bumm|le|rin: die; - ; -nen
1 Fan, Anhänger(in) einer Sport¬
mannschaft, der/die zu auswärtigen
Spielen, Wettbewerben fährt, um jene
anzufeuern, zu unterstützen 2 (hist.)
Zivilist, der aus Neugierde an die
Front kam
Schlach|ten|ma|ler: der; -s; ~ weibl.
[selten] Schlach|ten|ma|te|rin: die; - ;
-nen Künstlerin), der/die Szenen von
Schlachten auf die Leinwand bringt,
brachte
Schlach|ter/Schläch|ter: der; -s; -
weibl. Schlach|te]rin/Schläch|te|rin:
die; - ; -nen a) [norddt.] Metzger(in)
b) meist männl. Form Person, die Tie¬
re (in einem Schlachthof) schlachtet
Schlach|te|rei/Schläch|te|rei: die; - ;
-en 1 [norddt.] Metzgerei; Fleischerei
2 Ort, Schlachthof o. ä., an dem Tiere
zur Weiterverarbeitung getötet wer¬
den 3 das Töten, Niedermetzeln einer
großen Anzahl von Lebewesen, auch
Menschen
Schlachtfeld: das; ~(e)s; -er 1 (Milit.)
Ort, an dem eine Schlacht stattfindet,
stattgefunden hat 2 dibertr.) Platz,
Raum mit großer Unordnung
Schlachtfest: das; -(e)s; -e nach einer
Hausschlachtung (in großer, geselli¬
ger Runde) stattfindendes Essen
Schlacht|ge|brüll: das; -(e)s; - Ge¬
schrei, das dem/den Gegner Furcht
einflößen, verunsichern u. die eigenen
Mitstreiter motivieren soll
Schlacht|ge|schrei: das; -(e)s; -1 [ver-
alt.] vor dem od. beim Kampf ausge¬
stoßene Schreie 2 kriegstreiberische
Reden 3 Gesamtheit der Anfeue-
rutigsrufe von Sportfans vor, wäh¬
rend u. nach einem Wettkampf
Schlacht|haus: das; -es; -häuser a)
Schlachthof b) Gebäudeteil, in dem
Schlachtungen durchgeführt werden
Schlacht|hof: der; -(e)s; -höfe Einrich¬
tung, Gebäude zur Schlachtung von
Vieh
Schlacht|kreu|zer. der; -s; - (Milit.) ein
bestimmtes Kriegsschiff
Schlacht|li|nie: die; - ; -n der Frontver¬
lauf
Schlacht|mes|ser das; -s; - großes
Messer mit scharfer Klinge
Schlacht|op]fer. das; -s; - (Religion) (ri¬
tualisierte) Schlachtung (u. oft an¬
schließende Verbrennung) eines Le¬
bewesens als Gabe für die Götter, um
sie milde, wohlgesonnen zu stimmen
Schlacht|ord|nung: die; ~ ; -en (Milit.)
Aufstellung der Soldaten für eine
Schlacht
Schlacht|plan: der; -fe)s; -plane a) (Mi¬
ßt.) Strategie, Planung der Vorge¬
hensweise bei einer Schlacht b) ausge¬
arbeitete Überlegungen zur Vorge¬
hensweise zwecks Erreichung eines
Zieles
Schlacht|plat|te: die; - ; -n a) aus unter¬
schiedlichen Fleisch- u. Wurstsorten
bestehendes, reichhaltiges Essen b) in
Gasthöfen, rustikalen Restaurants zu
bestellendes, warmes Gericht aus
meistens Blut- und Leberwürsten mit
Sauerkraut und Kartoffelbrei
schlachtreif: Adj. n. stg. zum Schlach¬
ten geeignet; so weit entwickelt, daß
es geschlachtet werden kann
Schlachtruf: der; -(e)s; -e (hist.) Aus¬
ruf, mit dem die Soldaten sich gegen¬
seitig vor dem beginnenden Gefecht
anfeuerten, anspornten
Schlachtschiff: das; -(e)s; -e (Mißt.)
großes, schnelles Kriegsschiff
Schlacht|tier: das; -(ejs; -e Haustier,
das als Nahrung gedacht ist u. ge¬
schlachtet werden soll
Schlachtung: die; - / -en das Schlach¬
ten
Schlachtvieh: das; -(e)s; - Tiere, die
zur Fleischversorgung der Menschen
dienen u. geschlachtet werden sollen
Schlack: der; -(e)s; - [norddt.] 1 breiar¬
tige Masse 2 mit Schnee vermischter
Regen; Schneematsch
schlack: Adj. [bayr.; schwäbisch]
schlapp, schlaff
Schlack|darm: der; -(e)s; -därme
[norddt.] Mastdarm
Schlacke (Schlakjke —> Schla|cke):
die; - ; -n 1 Rückstände, Absonde¬
rung bei der Verbrennung von Koks
od. Steinkohle 2 (Bio.) Rückstände
im Körper, die bei der Nahrungsver¬
wertung (insbesondere von Ballast¬
stoffen) entstehen 3 (Geologie) locke¬
res Lavagestein 4 (Hüttenw.) beim
Schmelzen von Erzen im Hochofen
zurückbleibende Masse
schlacken (schlak|ken —» schlajcken):
schlackt; schlackte hat geschlackt
beim Verbrennen Schlacke entstehen
lassen
Schlacken|bahn (Schlak|ken|bahn —»
Schla|cken|bahn): die; ~ ; -en (Sport)
Lauffläche, bei der als Belag Schlacke
verwendet wurde
schlacken|frei (schlak|ken|frei —>
schla|cken|frei): Adj. n. stg. a) keine
Schlacken enthaltend b) bei Verbren¬
nung keine Schlacke zurücklassend
Schlacken|grujbe (Schlak|ken|gru|be
—» Schla|cken[gru|be): die; - ; -n
Vertiefung, Aushöhlung zur Lage¬
rung von Schlacke
schlackern (schlakjkem —> schli¬
ckern): schlackerst; schlackertest;
hast geschlackert (meist Gliedmaßen)
schlenkern; hin- u. herbewegen od.
auf- u. abbewegen »Beim Laufen
schlackerte er mit den Armen.«
Schlackwurst: die; - ; -wurste mit
Wurstmasse gefüllter Mastdarm (ei¬
nes Schweins)
Schlaf: der;-(e)s; -1 der Erholung, Re¬
generation dienender, regelmäßig
notwendiger, wiederkehrender Zu¬
stand verringerter Köiper- u. (verän¬
derter) Gehirnfunktionen bei (zu¬
meist) entspannter Körperhaltung
und geschlossenen Augenlidern 2 im
Schlaf machen, können, tun: [ugs.]
etw. so gut können, daß es keine Pro¬
bleme gibt; in etw. sehr sicher sein 3
jmdn. in den Schlaf singen: Lieder
Vorsingen, bis jmd. (meist ein Baby
od. kleineres Kind) eingeschlafen ist 4
den Schlaf rauben: große Sorgen ha¬
ben 5 den Schlaf des Gerechten
schlafen: (unschuldig, mit gutem Ge¬
wissen u. deshalb) sehr fest schlafen 6
der Seinen gibt’s der Herr im Schlaf:
Kommentar, Ausruf, wenn jmd. gro¬
ßes Glück gehabt hat, etw. ohne Mü¬
he, Anstrengung erreicht, bekommt
Schlaf|an|zug: der; -(e)s; -anzüge Hose
u. Jacke fürs Bett, Syn.: Pyjama
Schlaf|au|ge: das; -s; -n 1 Auge bei Pup¬
pen, das sich schließt, wenn die Puppe
hingelegt wird 2 [Jargon] Scheinwer¬
fer am Sportwagen, der in der Karos¬
serie versenkt werden kann
Schlaflbaum: der; ~(e)s; -bäume von
Tieren als Schlafplatz benutzter
Baum
Schläfchen: das; -s; - [ugs.] kurzer
Schlaf
Schlafcouch: die u. [schweiz.] der; - ;
-s u. -en Möbelstück, das tagsüber
zum Sitzen benutzt wird u. nachts
durch einfache Handgriffe zum Bett
umfunktioniert wird
Schliffe: die; - ; -n <Anat.> seitlicher,
oberer Teil des Kopfes
998
Schlagabtausch
schlaffen: schläfst; schlief (e)st; hast ge¬
schlafen 1 sich im körperlichen Zu¬
stand der Ruhe befinden, wobei die
Körper- u. Bewußtseinsfunktionen
heruntergesetzt sind 2 einen Zeit¬
punkt falsch einschätzen; etw. nicht
bemerken; nicht genügend Aufmerk¬
samkeit aufbringen Ant.: <1> wach
sein 3 mit jmdm. schlafen: Ge¬
schlechtsverkehr haben 4 schlafende
Hunde wecken: [ugs.f unnötig auf
sich, etw. aufmerksam machen u. sich
damit Ärger od. Unannehmlichkeiten
bereiten S jmdn. schlafen schicken:
<meist Boxsport) eine Person bewußt¬
los schlagen 6 schlafen wie ein Mur¬
meltier, Toter, Sack o. ä.: [ugs.f sehr
fest schlafen
Schläffenfbein: das; -(e)s; -e <Anat.>
Knochenteile des Schädels im Bereich
der Schläfe
Schlaffensfzeit: die; - ; -en (üblicher, ge¬
eigneter) Zeitpunkt, um zu Bett zu ge¬
hen
Schlaffer: der; -s; - weibl. Schlä|fe|rin:
die; - ; -rten schlafende Person
schlaff: Adj. 1 a) nicht straff, sondern
locker hängend, ohne Festigkeit b)
faul; schlapp; ohne Kraft, Energie
»sich schlaff fühlen« 2 <Kochk.> ohne,
von langweiligem Geschmack; kaum
gewürzt »eine schlaffe Suppe«
Schlafffheit: die; - ; - a) loses Herunter¬
hängen; Formlosigkeit od. Unför¬
migkeit b) <übertr.> das Abgespannt¬
sein
Schlaf|gän|gen der; -s; - <hist > jmd.,
der eine Schlafstelle, ein Bett gemietet
hat
Schlaffgast: der; -(e)s; -gaste Über¬
nachtungsbesuch
Schlaf|ge|le|gen|heit: die; - ; -en für eine
Übernachtung geeigneter Platz od.
geeignetes Bett
Schlaf|ge|mach: das; -(e)s; -gemacher
[geh.] Schlafzimmer
Schlaffge|wohn|heit: die; - ; -en (m.
PI.) alle im Zusammenhang mit dem
Schlafen stehenden Abläufe, die re¬
gelmäßig durchgeführt werden
Schlaffkrankfheit: die; - ; -en <Med.>
von Tsetsefliegen übertragene, in tro¬
pischen Ländern verbreitete, gefährli¬
che Infektionskrankheit, die zum
Tode führen kann
Schlafflied: das; -(e)s; -er Melodie, die
Kindern vorgesungen wird, damit sie
besser u. schneller einschlafen, Syn.:
Wiegenlied
schlafflos: Adj. n. stg. a) ohne zu
schlafen b) nicht schlafen könnend
$chlaf|lo|sigjkeit: die; - ; - Unfähigkeit,
Schlaf zu finden, zu schlafen
Schlaf|mit|tel: das; -s; - <Med.> Medika¬
ment, durch das man einschläft,
durch das (Ein-)Schlafstörungen ge¬
mildert oder behoben werden
Schlaffmohn: der; -(e)s; - im östlichen
Mittelmeerraum heimische Pflanze,
aus deren Saft Opium gewonnen wird
Schlaf|müt|ze: die; ~; -n 1 [ugs.] a) jmd.,
der gern viel u. lange schläft b) jmd.,
der nicht aufpaßt, verträumt ist c)
jmd., der langweilig ist, mit dem man
keine Unternehmungen anstellen
kann 2 <hist.> im Bett getragene Kopf¬
bedeckung
schlaffmütfzig: Adj. [ugs.; abwert.] be¬
häbig; unaufmerksam; langweilig
Schlaf|mütfzig|keit: die; - ; - [ugs.; ab¬
wert.] langsame Reaktion; Trägheit
u. Unaufmerksamkeit
Schlaffpupfpe: die; - / -n Puppe, die die
Augen auf- u. zumachen kann
Schlaffraum: der; -(e)s; -räume Zim¬
mer, in dem geschlafen wird, in dem
sich das Bett befindet
schläfjrig: Adj. schlaftrunken; müde u.
bereit einzuschlafen »Das Fernsehpro¬
gramm macht mich schläfrig.«
Schläffrigfkeit: die; - ; - Schlafbedürf¬
nis; Müdigkeit; Ermattung
Schlaffrock: der; -(e)s; -rocke 1 Haus¬
mantel; Morgenrock 2 Apfel im
Schlafrock: in einer (Mürbe- od.
Blätter-)Teighül!e gebackener Apfel
Schlaffsaal: der; -(e)s; -säle großer
Raum mit vielen Betten (nebeneinan¬
der)
Schlafjsack: der;-(e)s; -säcke wärmen¬
de, widerstandsfähige Hülle (mit In¬
nenfutter aus Baumwolle u. Außen¬
schicht aus Nylon, Polyester o. ä.) für
den Körper, die für Übernachtungen
im Zelt od. im Freien geeignet ist
Schlaffstadt: die; ~ / -Städte [abwert.] an
den Stadtrand gebaute Wohnblocks
ohne kulturelles Umfeld, geeignete
Infrastruktur
Schlaffstätfte: die; - ; -n Möbelstück,
auf dem man schlafen kann
Schlaffstelfle: die; - ; -n Platz zum
Schlafen; Möglichkeit zur Übernach¬
tung
Schlaf|stö|rung: die; - ; -en <Med.> Ein¬
schlafprobleme; mangelnde Fähig¬
keit, ein-, durchschlafen zu können
Schlafsucht: die; - ; - <Med.> krank¬
heitsbedingt ungewöhnlich hoher
Schlafbedarf
schlaffsüchftig: Adj. n. stg. <Med.> an
Schlafsucht erkrankt
Schlafftafbletfte —*■ Schlaffta|b|tetfte:
die; - ; -n Medikament, pharmazeuti¬
sches Produkt, das das Ein-, Durch¬
schlafen fördert
Schlafftrunk/Schlafftrank: der; -(e)s;
-tränke Getränk (oft mit Baldrian),
das man vor dem Schlafen zu sich
nimmt, um das Ein-, Durchschlafen
zu fördern
schlafftrunfken: Adj. schläfrig; sich im
Zustand zwischen wach u. schlafend
befinden; fast schon, noch schlafend
Schlaf|trun|ken|heit: die; ~ / -en Benom¬
menheit nach plötzlichem Aufwachen
Schlaf-wach-Rhyth|mus: der; - ;
-Rhythmen regelmäßiger Wechsel
zwischen Schlafen u. Wachsein, der
vom Zentralnervensystem gesteuert
wird
Schlaffwafgen: der; -s; - Eisenbahn¬
waggon mit Betten für die Reisenden,
wobei die Benutzung eines solchen
Abteils eine spezielle Fahrkarte mit
Zuschlag erfordert
schlaf|wan|deln: schlafwandelst; schlaf¬
wandeltest; hast/bist geschlafwandelt
schlafend herumlaufen u. sich in der
jeweiligen Umgebung zurechtfinden,
ohne daß nach dem Aufwachen Erin¬
nerungen daran vorhanden sind
Schlaf[wand|ler: der; -s; - weibl.
Schlafjwand|le|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die im Schlaf aufsteht u. herum¬
geht u. sich in der jeweiligen Umge¬
bung zurechtfindet, ohne daß es ihr
bewußt ist
schlaf|wand|le|risch: Adj. sich wie ein
Schlafwandler verhaltend; dem
Schlafwandeln zuzuordnen
Schlaffzimfmer: das; -s; - a) speziell
zum Schlafen möblierter Raum b)
Möbel im, für ein Schlafzimmer »Wir
haben uns ein neues Schlafzimmer ge¬
kauft.«
Schlaf|zim|mer|blick: der; -(e)s; -e
[ugs.] Blick durch halbgeschlossene
Lider
Schlaffzim|merfein|rich|tung: die; -; -en
Mobiliar für den Schlafraum
Schlag: der; -(’e)s; Schläge 1 hartes
(schmerzhaftes) Auftreffen der Hand,
eines Gegenständes o. ä. auf dem
Körper, Gegenstand o. ä. 2 heftige
fühl- od. hörbare Bewegung »Herz-,
Pulsschlag« 3 freiwerdende (auf etw.,
jmdn. direkt einwirkende) Elektrizi¬
tät »Stromschlag« 4 Fallen von (klei¬
nen) Gegenständen »Steinschlag« 5
Käfig, Behausung für Tiere »Tauben¬
schlag« 6 eine (zusätzliche) Portion
»Nachschlag« 7 Menschen, Personen
mit einer bestimmten Mentalität, mit
bestimmten Charaktereigenschaften
»Die Südländer sind ein ganz anderer
Schlag als wir. • Er ist noch vom alten
Schlag.« 8 a) pünktlich zu einer Uhr¬
zeit »Er stand um Schlag 12 Uhr vor
der Tür.« b) Ton, Klang, den ein Uhr¬
werk (zur vollen u. halben Stunde)
hervorbringt 9 eine bestimmte, ent¬
scheidende Handlung, Aktion (meist
gegen jmdn.) 10 Unglück; Pech
»Schicksalsschlag« 11 [fachsprl.] a)
das Fällen von Bäumen b) Gebiet, auf
dem Bäume gefallt werden, wurden c)
Feld, auf dem eine Frucht angebaut
wird 12 [fachsprl.] Weite des Hosen¬
beins (am unteren Ende) 13 [veralt.]
Tür einer Kutsche (od. eines Autos)
14 kurz für [österr.] Schlagobers =
geschlagene, süße Sahne 15 jmdn.
trifft der Schlag: a) jmd. erleidet einen
Schlaganfall b) [ugs.] jmd. ist äußerst
entsetzt, erstaunt, überrascht 16 der
Schlag soll jmdn. treffen: [ugs.]
jmdm. etw. Böses wünschen 17 (für
jmdn. ) ein Schlag ins Gesicht sein:
für jmdn. eine schwere Beleidigung,
große Enttäuschung sein 18 ein
Schlag ins Wasser sein: [ugs.] ein
Mißerfolg sein 19 auf einen Schlag:
[ugs.] zur gleichen Zeit; auf einmal 20
Schlag auf Schlag: [ugs.] schnell hin¬
tereinander; fast ohne Unterbrechung
21 keinen Schlag tun: [ugs.] faul sein,
nicht arbeiten 22 wie vom Schlag ge¬
rührt, getroffen: [ugs.] völlig fas¬
sungslos, entsetzt 23 mit einem
Schlag: [ugs.] unerwartet; plötzlich
24 ein Schlag ins Kontor sein: [ugs.]
a) plötzlicher, merklicher finanzieller
Verlust b) eine böse Überraschung o.
ä. sein
Schlagfabftausch: der; -es; -1 <Diskus¬
sion> lebhafter Austausch von Argu¬
menten 2 <Sport; Boxen) wechselseiti¬
ger, offener Austausch von Schlägen;
rasch wechselnde Spielzüge in einer
offenen Begegnung von zwei Spie¬
lern, Mannschaften (unter Einsatz al¬
ler Kräfte)
999
Schlagader
Schlaglader —* Schlag|a(der. die; - ;
-n <Anat.; Med.> vom Herzen ausge¬
hende Ader, Syn.: Arterie
Schlag|an|fall: der; -(e)s; Schlaganfälle
<Med.> Zerstörung von Teilen des Ge¬
hirns durch (zeitweisen) Mangel an
Sauerstoff durch Verstopfung einer
Blulbahn, Ader od. durch Zerplatzen
eines Blutgefäßes im Gehirn, was kör¬
perliche (motorische u./od. sensori¬
sche) Behinderungen zur Folge hat,
Syn.: [fremdsprl.] Apoplexie
schlag|ar|tig: Adj. augenblicklich;
plötzlich; mit einem Mal »Der Lärm
hörte schlagartig auf.«
Schlag|ball: der; -(e)s; -balle a) kurz für
Schlagballspiel b) Ball, der beim
Schlagballspiel benutzt wird
Schlag|ball|spiel: das; -(e)s; -e Schlag¬
ball; Ballspiel für zwei Mannschaften,
das mit einem kleinen Lederball u.
Schlaghölzern gespielt wird
schlag|ban Adj. n. stg. 1 die Möglich¬
keit beinhaltend, jmdn. zu besiegen,
jmds. Schwächen auszunutzen »Dein
Gegner ist schlagbar.« 2 zum Fällen
od. Schlagen geeignet
Schlag|baum: der; -(e)s; -bäume (rot¬
weiß gestreifter) Balken, mit dem ein
Zugang durch Aus- u. Zuklappen
versperrt bzw. geöffnet werden kann,
wird (an Grenzen zwischen Staaten;
an bewachten Toreinfahrten)
Schlag|boh|rer: der; -s; ~ elektrische
Bohrmaschine, bei der sich der Boh¬
rer nicht nur dreht, sondern gleichzei¬
tig schlagende Bewegungen in Achs-
richtung ausführt
Schiag|bohr|ma|schijne: die; - ; -n elek¬
trische Bohrmaschine, bei der sich der
Bohrer nicht nur dreht, sondern
gleichzeitig schlagende Bewegungen
in Achsrichtung ausführt
Schlag|bol|zen: der; -s; • <Technik>
durch eine Feder gespanntes Teil des
Schlosses von Feuerwaffen, das die
Ladung zündet
—» Schlä|gel: s. Schlegel
schla|gen: schlägst; schlug (ej st; hast
geschlagen 1 a) einen Schlag (1)
ausführen »Er schlug ihr mit der
Hand ins Gesicht.« b) mit Schlägen in
einen bestimmten Zustand bringen;
prügeln »Er schlug ihm ein blaues Au¬
ge, die Nase blutig.« 2 etw. einwickeln,
verpacken »Sie schlug den Kopfsalat
in Zeitungspapier (ein).« 3 a) etw. in
etw. hineintun »Sie schlug ein Ei in die
Pfanne.« b) etw. fest in etw. verankern
»einen Nagel in die Wand schlagen« 4
etw. zerstören »Sie schlug die Vase in
viele Stücke.« 5 etw. schnell u. kräftig
hin u. her bewegen »Der Vogel schlug
mit den Flügeln.« 6 <Tier> Beute erle¬
gen, töten 7 in regelmäßigem Rhyth¬
mus klopfen, leise Töne, Geräusche
erzeugen (u. dadurch etw. bewirken,
in Funktion halten) »Sein Herz
schlägt kräftig. ♦ Die Uhr schlägt
Zehn.« 8 etw. Flüssiges bearbeiten u.
dadurch in der Konsistenz verfestigen
»Sahne, Eiweiß schlagen« 9 jmdn. be¬
siegen »Sie schlugen den Gegner mit 1
zu 2 Toren.« 10 Bäume fällen »Zu
Weihnachten werden viel Tannen ge¬
schlagen.« 11 heftig gegen etw. fallen
u. sich stoßen »Er schlug mit dem
Kopf auf das Geländer u. verletzte sich
schwer.« 12 plötzlich auftreten »Vor
Scham schlug ihr die Röte ins
Gesicht.« 13 etw. um etw. legen, um es
zu schützen od. zu verdecken, zu ver¬
stecken »Er schlug die Tagesdecke
über die Betten.« 14 jmdm. ähneln
»Er schlug ganz nach seinem Vater.«
15 jmdn. mit seinen eigenen Waffen
schlagen: auf die gleiche Art u. Weise
reagieren, handeln wie der Gegner u.
ihn so besiegen 16 jmdm. auf den Ma¬
gen, aufs Gemüt schlagen: jmdn.
seelisch, psychisch belasten, treffen
»Die ewigen Streitereien schlugen ihr
auf den Magen.« 17 mit der Faust auf
den Tisch schlagen: die Geduld ver¬
lieren u. jmdn. in die Schranken wei¬
sen u. bestimmen, was od. wie etw.
getan werden soll 18 sich geschlagen
geben: nachgeben, aufgeben, von sei¬
nem bisherigen Standpunkt abwei¬
chen u. zugeben, daß der andere
Recht hatte 19 schlagende Ver¬
bindung: Verbindung, Bruderschaft
von Studenten, die auch (Waffen-)
Kämpfe austrägt 20 eh(e) ich mich
schlagen lasse: [ugs.] begleitende
Worte, wenn jmd. ein Geschenk, ei¬
nen gewährten Vorteil annimmt
schla|gen, sich: schlägst dich; schlu-
g(e)st dich; hast dich geschlagen 1
sich mit jmdm. (um etw.) prügeln »Er
hat sich mit dem Nachbarskind
geschlagen.« 2 [ugs.] sich mit einer
schwierigen Aufgabe beschäftigen
schla|gend: Adj. a) n. stg. Schläge ver¬
abreichend b) <übertr.> einleuchtend;
klar; stichhaltig »ein schlagender
Beweis« c) schlagende Verbindung:
Studentenverbindung, -Vereinigung,
die Kämpfe (mit Hieb- u. Stichwaf¬
fen) veranstaltet
Schlajger: der; -s; - 1 <Musik> (erfolg¬
reiches, eingängiges) modernes Lied
mit (deutschem) Text »Er summte ei¬
nen Schlager vor sich hin.« 2 <Theater>
erfolgreiches Bühnenstück »Das Mu¬
sical entwickelte sich zu einem
Schlager.« 3 <Wirt.> vielverkaufte, er¬
folgreiche Ware
Schläjger: der; -s; - weibl. [selten]
Schlä|ge|rtn: die; - ; -nen 1 brutaler
Mensch; Person, die häufig rauft, in
Schlägereien gerät 2 nur märml. Form
Gerät zum Bewegen eines Balls (im
Spiel) 3 nur männl. Form [landsch.]
Küchengerät, Schneebesen zum Ver¬
rühren, Schlagen einer Flüssigkeit
Schlä|ger|ban|de: die; - ; -n Gruppe
von Menschen, die andere gern ver¬
prügeln
Schlä|ge|rei: die; ~ ; -en rüde Attacke,
grobe, brutale Tätlichkeit, Auseinan¬
dersetzung mit Fäusten (od. Schlag¬
waffen) zwischen zwei od. mehr Per¬
sonen (gruppen)
Schla|ger|fe|sti|val —> $chla|ger(fes|ti|-
val: das; -s; -s Wettbewerb für Schla¬
gersängerinnen); Schlagerparade
Schlajger|mu|sile die; - ; - (bekannte)
Unterhaltungsmelodien mit wenig
aussagekräftigem, aber eingängigem
Text
Schläjgerjmüt|ze: die; - ; -n [ugs.]
Schirmmütze
Schla|ger|sän|ger: der; -s; - weibl.
Schla|ger|sän|ge|rin: die; ~ / -nen Per¬
son, "die mit dem Singen von Schla¬
gern ihr Geld verdient, öffentlich
Schlager singt
Schla|gerjspiel: das; -(e)s; -e <Sport>
Spiel zwischen zwei (erstklassigen,
ausgezeichneten) Mannschaften, das
von besonderer Bedeutung ist u. des¬
halb viele Zuschauer anzieht
Schla|ger|star der; -s; -s erfolgrei¬
che^), sehr bekannte(r) Schlagersän¬
gerin)
Schla|ger|text: der; -(e)s; -e Worte,
Sätze, die zu Schlagermelodien gesun¬
gen werden
Schlä|ger|tnipp: der; -s; -s Gruppe aus
mehreren (bewaffneten) Schlägern
Schlä|ger|typ: der; -s; -en jmd., der be¬
stimmte äußere Merkmale aufweist,
die vermeintlich auf einen Hang zur
Brutalität schließen lassen
Schlajge|tot: der; -s; -s [veralt.] brutaler
Schläger
schlag|fer|tig: Adj. schnell u. treffend
mit Worten reagierend; beredt, rede¬
gewandt
Schlag|fer|tig|keit: die; - ; - Kunst,
schnell, treffend u. witzig auf etw. zu
antworten
schlag|fest: Adj. schlagfester; schlagfe¬
steste durch Schläge schwierig, nicht
zerstör- od. verformbar
Schlag|flu6 —»■ Schlag|fluss: der; -flus¬
ses; - <Med.> [veralt.] Schlaganfall
Schlag|holz: das; -es; -höher <Sport>
Holzschläger für Ballspiele (z. B.
Baseball od. Schlagball)
Schlag|in|stru|ment —> Schlag|in|s|t|-
rulment: das; -(e)s; -e <Musik> Mu¬
sikinstrument (z. B. Trommel), bei
dem die Töne durch Schlagen auf
etw. erzeugt werden
Schlagkraft: die; - ; - 1 a) Wucht od.
Kraft eines Schlages b) Kampfstärke
2 <übertr.> Überzeugungskraft; Wir¬
kungsvermögen
schlag|kräf|tig: Adj. 1 von großer
Schlagkraft; kampfkräftig 2 <übertr.>
von großer Überzeugungskraft
Schlaglicht: das; -(e)s; -er 1 Licht¬
strahl, der etw. hervorhebt 2 ein
Schlaglicht auf jmdn. werfen: jmds.
Charaktereigenschaften sehr deutlich
hervorheben
schlag|licht|ar|tig: Adj. n. stg. plötzlich
deutlich erkennbar
Schlagloch: das; -(e)s; -löcher Vertie¬
fung od. Bruch im Straßenbelag, die/
der sich beim Befahren, Begehen un¬
angenehm auswirkt
Schlag|mann: der;-(e)s; -männer weibl.
Schfagffrau: die; - ; -en <Sport> Per¬
son, die beim Rudern den Takt an¬
gibt
Schlagjobers —> Schlag|o|bers: das;
~ ; - [österr.] Schlagsahne, -rahm
schlag|reif: Adj. n. stg. <Baum> reif, ge¬
fällt zu werden
Schlagring: der; -(e)s; -e Waffe, die
aus vier miteinander verbundenen,
manchmal mit Eisenspitzen versehe¬
nen Metallringen besteht, die über die
Finger gestreift werden
Schlag|sah|ne: die; - ; -1 süße Sahne,
die sich zum Aufschlagen eignet 2 ge¬
schlagene, gesüßte Sahne
Schl§g|schat|ten: der; -s; - <Bild;
(Biitzlicht-)Photografie> scharf kon-
turierter Schatten
1000
schlankweg
Schlag|sei|te: die; - ; •» 1 Schräglage
bei einem Schiff 2 Schlagseite
haben: l. zu einer Seite, Schrägrich¬
tung absinken, abrutschen 2.
[scherzh.] nicht mehr gerade u. sicher
gehen können, weil man betrunken
ist
Schlag|stock: der; -(ejs; -stocke a) kur¬
ze, feste Schlagwalfe (der Polizei) b)
Gegenstand, Hilfsmittel zur Benut¬
zung'eines Schlagzeugs, Syn.: <b>
Trommelstock
Schlag|uhn die; - ; -en Uhr, die durch
Klangzeichen die Stunde angibt
Schlag|werk: das; -(e)s; -e Teil einer
Schlaguhr, mit dem die Töne erzeugt
werden
Schlag|wet|ter: die (PL) <Bergbau>
schlagende Wetter; explosives Gas
unter Tage
Schlag|wet|ter|ex|plo|si|on: die; - ; -en
<Bergbau> Explosion unter Tage, ver¬
ursacht durch schlagende Wetter, ex¬
plosive Gase
Schlag|wort: das; -(e)s; -Wörter u. -
wone 1 <Sprachwiss.> formelhafte
Vereinfachung einer Meinung, Idee,
die sich häufig so sehr verselbstän¬
digt, daß sie zur Parole, zum Slogan
wird 2 <Bibliothek> in einem Katalog
o. ä. verzeichnetes Stichwort, das auf
Veröffentlichungen (Buch, Zeitschrift
o. ä.) zu einem Themengebiet ver¬
weist
Schlag|wort|ka|ta|log: der; -(e)s; -e in
Bibliotheken verwendetes Verzeich¬
nis, in dem die Titel nicht nach Ver¬
fassernamen, sondern nach Suchbe¬
griffen geordnet, indexikalisiert sind
Schlagfzahl: die; - ; -en <Sport> Anzahl
der ausgeführten Schläge pro Minute
beim Rudern od. Paddeln
Schlag|zei|le: die; - ; -n 1 <Druckw.>
drucktechnisch hervorgehobene, fett¬
gedruckte Überschrift des (Leit-)Arti-
kels in einer Zeitung, Zeitschrift 2
Schlagzeilen machen: in der Presse
Aufsehen erregen
Schlagzeug: das; -fe)s; -e <Musik>
Gruppe von Schlaginstrumenten, die
von einem Musiker bedient wird
Schlag|zeujgen der; -s; - weibl.
Schlag|zeu|ge|rin: die; • ; -nen Musi¬
kerfin), der/die ein Schlagzeug spielt
schlak|sig: Adj. von langer, dünner
Körperstatur u. sich ungeschickt be¬
wegend
Schla|mas|sel: (jidd.i der u. das; -s; -
[ugs.] Mißgeschick; Patsche; (durch
ein Unglück entstandene) verfahrene
Situation
Schlamm: der; -(e)s; -e u. Schlämme a)
feuchter Erdbrei; Matsch b) auf dem
Grund von Gewässern abgelagerter
Boden; Schlacke
Schlammas|se (Schlamm|mas|se) —»
immer mit mmu Schlamm|mas|se/
Schlamm-Mas|se: die; - ; - große
Mengen breiigen, schlammigen Ma¬
terials
Schlamm|bei|BeR der; -s; - im Süßwas¬
ser lebende(r) Karpfenfisch(art) von
kleinem (gedrungenem) Körper¬
wuchs, Syn.: Schmerle
schlam|men: schlämmst; schlämmtest;
hast geschlämmt a) Schlamm absetzen
b) durch Zufügen von Wasser aus
trockener Erde Schlamm machen
schläm|men: schlämmst; schlämmtest;
hast geschlämmt 1 von Schlamm
(Schlacke) befreien 2 mit Hilfe von
Wasser feste Materialbrocken unter¬
schiedlicher Größe trennen 3 <Pflan¬
ze> (nach dem Einpflanzen) gründ¬
lich, viel gießen, damit die Wurzeln
sich mit der (Blumen)Erde verbinden
schlam|mig: Adj. a) viel Schlamm auf¬
weisend »Der Teich ist sehr
schlammig.« b) mit Schlammspritzern
beschmutzt
Schlamm|kajsten —>• Schlamm|kas|-
ten: der; -s; -kästen Auffangbehälter
für Schlamm
Schlämm|krei|de: die; - ; - natürlich
vorkommende Kreide, die durch
Schlämmen gereinigt wurde
—» Schlamm|mas|se/Schlamm-Mas|-
se: s. Schlammasse
Schlamm|packung (Schiarnmjpak|-
kung —» Schlamm |pa|ckung): die;
~ ; -en <Med.> (Aufträgen einer) hei-
ße(n) Schlammschicht (z. B. Moor
od. Fango) auf den Körper zur Lin¬
derung von rheumatischen Beschwer¬
den, Muskelverspannungen o. ä.
Schlämm|putz: der; -es; - <Bauw.> dünn
aufgetragener Putz, so daß der Unter¬
grund noch zu erkennen ist
Schlamm|schlachfc die; - ; -en 1 <Sport>
[ugs.] Mannschaftsspiel, das auf auf¬
geweichtem Spielfeld ausgetragen
wird 2 <übertr> verbale Auseinander¬
setzung (besonders in der Politik) in
diffamierender Weise
Schlämm|ver|fu|gung: die; - / -en
<Bauw.> dünn aufgetragene Verfu-
gungsmasse
Schlam|pe: die; - ; -n [abwert.] 1 unor¬
dentliche (weibliche) Person, die ihre
äußere Erscheinung, ihre Wohnung
vernachlässigt 2 Frau mit unsittli¬
chem, ungezügeltem Lebenswandel,
meist wechselnden Sexualpartnern
schlam|pen: schlampst; schlamptest;
hast geschlampt [abwert.] a) unzuver¬
lässig u. unordentlich arbeiten b) sich
unordentlich kleiden
Schlam|per: der; -s; - weibl. Schlam|-
pe|rin: die; - ; -nen [abwert.] nachläs¬
sig arbeitender od. gekleideter Mann
Schlam|pe|rei: die; - ; -en Nachlässig¬
keit, Unzuverlässigkeit beim Arbei¬
ten
schlam|pig: Adj. unordentlich, nachläs¬
sig (gemacht); unzuverlässig »Sie war
schlampig gekleidet. ♦ Sie führt den
Haushalt schlampig.«
Schlam|pig|keit: die; ~ ; -en 1 das Unor¬
dentlichsein; unzuverlässiges Arbei¬
ten 2 nachlässig ausgeführte Arbeit
Schlan|ge: die; - ; -n 1 in zahlreichen
Unterarten (teilweise giftig) vertrete¬
nes langes, dünnes Tier, Reptil ohne
Gliedmaßen (Beine od. Arme); das
sich wellenförmig gleitend, kriechend
fortbewegt mit meist gespaltener
Zunge (um Geruchsstoffe aufzuneh¬
men), schuppiger (nicht glitschiger)
Haut 2 eine größere Anzahl (in einer
Reihe) wartender Menschen, Autos
»Vor dem Bankschalter hatte sich eine
Schlange gebildet.« 3 <übertr.> [ab¬
wert.] als hinterlistig, unehrlich be¬
wertete, scheinheilige Frau 4 sich wie
eine Schlange winden; sich winden
wie eine Schlange: sich bemühen,
unbeschadet aus einer unangenehmen
Lage zu kommen 5 Schlange stehen:
in einer Reihe hintereinander stehend
warten, bis man dran ist 6 eine
Schlange am Busen, an der Brust
nähren: [geh.] jmdm., der unehrlich
ist u. einem schaden will, Vertrauen
entgegenbringen
schlän|ge|lig: Adj. gekrümmt od. ge¬
wunden wie eine Schlange
Schlän|gel|li|nie: die; - ; -n in Bogen,
Windungen verlaufende Linie
schlänlgeln: schlängelst dich; schlängel¬
test dich; hast dich geschlängelt 1 a)
sich in Windungen bewegen wie eine
Schlange b) in Windungen, drehen¬
den Richtungen verlaufen 2 sich ge¬
schickt hindurchbewegen, durch¬
zwängen, wo kaum Platz ist
schlan|gen]ar|tig: Adj. n. stg. in der
Form, Bewegung wie eine Schlange
Schlan|gen|be|schwö|rer: der; -s; -
weibl. Schlan|gen|be(schwö|re|rin:
die; - ; -nen Person, die durch ihre Be¬
wegungen bzw. durch die Bewegun¬
gen einer Flöte u. eine Melodie
Schlangen zu tanzähnlichen Bewe¬
gungen veranlaßt
Schlan|gen|biß —> Schlan|gen|biss:
der; -bisses; -bisse durch die hohlen
od. gefurchten, spitzen (Gift-)Zähne
einer Schlange hervorgerufene Bi߬
verletzung
Schlan|gen|fraB: der; -es; - [ugs.; ab¬
wert.] schlecht schmeckende, lieblos
zubereitete Mahlzeit
Schlan|gen|glft: das; -(e)s; -e <Bio.>
Drüsenabsonderung der Giftschlan¬
gen
schlan|gen|gleich: Adj. n. stg. mit den
Bewegungen, in der Art einer Schlan¬
ge
Schlan|gen|gru|be: die; -; -n 1 Brutstät¬
te einer Schlange in einer Erdvertie¬
fung 2 <übertr.> a) Ort der Versuchung
b) Umgebung voll Arglist u. übler
Nachrede
Schlan|gen|gur|ke: die; - ; -n große Sa¬
latgurke
Schlan|gen|kak|tiis: der; - ; -kakteen u.
-se Kaktee(nart) mit langen, hängen¬
den, gebogenen Trieben
Schlan|gen|li|nie: die; - ; -n in Windun¬
gen verlaufende Linie
Schlan|gen|mensch: der; -en; -en Arti¬
sten), der/die überdurchschnittlich
gelenkig ist
schlängjlig: Adj. gekrümmt od. gewun¬
den wie eine Schlange
schlank: Adj. a) <Körperbau> nicht dick,
sondern ein normales, ideales Ge¬
wicht habend; ohne viel Fett b)
<übertr.> nichts Überflüssiges enthal¬
tend; nicht sehr umfangreich »ein
schlanker Verwaltungsapparat«
Schlankheit: die; - ; - <Körperbau>
Schmalsein; Dünnsein; Magerkeit
Schlank|heits|kUR die; - ; -en energiere¬
duzierte (Schon-)Kost, Diät über ei¬
nen bestimmten Zeitraum hinweg,
um abzunehmen
Schlank|ma|cher: der; -s; - [ugs.] (Arz-
nei-)Mittel, das die Gewichtsabnah¬
me fördern und den Appetit zügeln
soll
schlank|weg: Adv. ohne Umschweife,
direkt; ohne weiteres
1001
schlapp
schlapp: Adj. schlapper; schlappte)ste
(körperlich) ausgelaugt, schlaff; lust¬
los, müde »Ich fühlte mich schlapp.«
Schläpp|chen: das; -s; - [ugs.] kleiner
Schlappen, hinten offener (Haus-)
Schuh
Schlaplpe: die; - ; -n Niederlage, Rein¬
fall, Mißerfolg, die/den man bei etw.
erleidet »Sie mußten eine (Wahl-)
Schlappe hinnehmen.«
Schlap|pen: der; -s; - offener Haus- od.
Badeschuh
schlap|pen: schlappst; schlapptest; hast
geschlappt 1 <Schuh> zu groß sein, so
daß sich bei jedem Schritt der Fuß
löst 2 ungraziös laufen; latschen 3
<Tier> Wasser o. ä. mit der Zunge auf¬
nehmen, trinken (z. B. bei Hunden u.
Katzen) 4 kraftlos herunterhängen
Schlap|per|milch: die; - ; - [landsch.]
saure Milch
schlap|pern/schlabbern: schlapperst/
schlabberst; schlappertest/schlabber-
test; hast geschlappert/geschlabbert
beim Essen kleckern, Flecken verur¬
sachen
Schlapp|heifc die; *; - Erschlaffung; Er¬
schöpfung; Müdigkeit
Schlapp|hut: der; -(e)s; -hüte Kopf¬
bedeckung aus weichem Material mit
einer breiten, herunterhängenden
Krempe
schlapp|ma|chen: machst schlapp;
machtest schlapp; hast schlappge¬
macht [ugs.] eine Belastung od. An¬
strengung körperlich nicht mehr aus¬
halten
Schlapp|ohr: das; -(e)s; -en große, her¬
abhängende Ohrmuschel (bei Tieren)
Schlapp|sack: der; -(e)s; -sacke
[abwert.] 1 jmd., dem man nichts zu¬
traut 2 jmd., der ständig müde ist
Schlapp|schwanz: der; -es; -schwänze
[abwert.] schwacher, kraftloser
Mensch; Weichling
Schla|raf|fe: der; -n; -n [veralt.] das Le¬
ben genießender Faulenzer
Schla|raf|fen|land: das; ~(e)s; - Mär¬
chenland, in dem köstliche Speisen u.
Getränke im Überfluß vorhanden
sind u. wo niemand arbeiten muß
Schla|raf|fen|le|ben: das; -s; - unbe¬
schwertes, wohliges Leben wie im
Schlaraffenland
schlau: Adj. schlauer; schlau(e)ste 1 a)
klug; intelligent »eine schlaue Frau«
b) gewitzt; gerissen; listig »ein schlau¬
er Bursche« 2 aus jmdm., aus etw.
(nicht) schlau, gescheit werden:
[ugs.] jmdn. (nicht) einschätzen kön¬
nen; jmdn. od. etw. (nicht) verstehen
» 3 sich, jmdn. schlau machen: [ugs.]
sich, jmdn. (über eine bestimmte Sa¬
che) über etw. informieren 4 ein
schlaues Buch: [ugs.] Lexikon,
Nachschlagewerk, Fachbuch, in dem
man sich (umfassend) über etw. infor¬
mieren kann
Schlaulberlger: der; -s; - weibl.
Schlaulberlgelrin: die; - ; -nen [ugs.;
oft abwert.] schlauer, gewitzter
Mensch; Pfiffikus
Schlauch: der; -(e)s; Schläuche 1 lan¬
ger, dünner, hohler, biegsamer Ge¬
genstand, durch den Wasser, Gas,
eine Flüssigkeit geleitet wird »Sie
sprengte die Blumen mit Hilfe eines
Schlauches.« 2 hohles, kreisförmiges,
Luft, Gas enthaltendes Teil eines Rei¬
fens »Der Schlauch ist geplatzt.« 3
dibertr.) [ugs.] langer, schmaler Raum
»Das Schlafzimmer ist ein Schlauch.«
4 auf dem Schlauch stehen: 1. [ugs.]
nicht sofort begreifen, verstehen 2. ei¬
nen Engpaß haben; mit etw. nicht
weiterkommen
Schlauchboot: das; -(e)s; -e Boot aus
aufgeblasenem, mit Luft gefülltem
Gummi od. Kunststoff (mit dem zum
Freizeitvergnügen auf einem Binnen¬
gewässer gerudert, gepaddelt wird)
schlaulchen: schlaucht; schlauchte; hat
geschlaucht 1 [ugs.] a) jmdn. bis an die
Grenze der (körperlichen) Belastbar¬
keit fordern b) ermüden; extrem ange¬
strengt werden, anstrengen »Die
Fahrt durch den Schnee hat mich ex¬
trem geschlaucht.« 2 [fachsprl.] Flüs¬
sigkeit durch einen Schlauch leiten 3
[ugs.] auf Kosten anderer leben
schlauch|los: Adj. n. stg. <meist Reifen)
keinen Schlauch enthaltend
Schiauch|rol|le: die; ~ ; -n Gerät, auf
das ein Wasserschlauch aufgerollt
wird, wenn er nicht benutzt wird
Schläue: die; - ; - Schlauheit; Gerissen¬
heit; List
schlaulerlweilse: Adv. kluger-, listiger¬
weise
Schlaulfe: die; - ; -n a) an Handtüchern,
Waschlappen, Jacken u. ä. ange¬
brachter schmaler Stoffstreifen zum
Aufhängen b) an Kleidungsstücken
(Hosen, Röcken u. ä.) angebrachter
schmaler Stoffstreifen zum Durchzie¬
hen eines Gürtels c) Leder od. Kunst¬
stoffstreifen als Halte- od. Tragegriff
Schlaulfuchs: der; -es; -fuchse [ugs.]
pfiffiger Mensch; Schelm
Schlauheit: die; - ; - Gewitzheit; Listig¬
keit, Syn.: Schläue
Schlau|kopf: der; -(e)s; -köpfe (ugs.;
meist scherzh.] schlauer Mensch;
Schlitzohr
Schlaulmeiler: der; -s; - [ugs.; meist
scherzh.] schlauer Mensch (der stän¬
dig andere korrigiert)
Schlajwj|ner: der; -s; - [ugs.] pfiffiger,
durchtriebener Mensch, oft Kind
schlecht: Adj. schlechter; schlechteste 1
mit Mängeln versehen u. somit min¬
derwertig 2 nicht gut; nicht ausrei¬
chende Leistungen erbringend »ein
schlechter Schüler ♦ schlechte
Arbeiten« 3 verdorben, verschimmelt
u. deshalb nicht mehr eßbar »Die
Wurst ist schlecht.« 4 im Charakter,
Wesen böse »ein schlecher Mensch« 5
a) sich körperlich krank, nicht gut
fühlend »Es geht mir schlecht.« b) das
Gefühl habend, erbrechen zu müssen
»Mir ist schlecht.« 6 mehr schlecht
als recht: mittelmäßig, durchwach¬
sen; mit großer Anstrengung, Mühe
so gerade noch u. nicht besonders gut
7 nicht schlecht, Herr Specht: eine
Leistung o. ä. anerkennender Kom¬
mentar 8 besser schlecht gefahren
als gut gelaufen: Bemerkung, daß
jmd. jede Fahrgelegenheit (sei sie
auch noch so unbequem) dem Laufen
vorzieht 9 Wer (voi) dir von anderen
schlecht spricht, spricht auch (vor)
anderen schlecht von dir: wenn jmd.
andere bei dir diffamiert, kannst du
sicher sein, daß er das gleiche bei an¬
deren über dich tut
—* schlecht be|zahlt: s. schlechtbe¬
zahlt
—» schlecht ge|hen: s. schlechtgehen
—* schlecht gellaunt: s. schlechtge¬
launt
—> schlecht ma|chen: s. schlechtma¬
chen
—ä- schlecht sitjzend: s. schlechtsitzend
schlecht[be|zahlt —» schlecht bei¬
zahlt: Adj. schlechter bezahlt; am
scUechtesten bezahlt a) zu wenig Geld
für eine Arbeit erhaltend b) mit keiner
ausreichenden Bezahlung verbunden
schlectyteijdings: Adv. ganzu. gar; un¬
bezweifelbär; durchaus
schlecht|ge|hen —» schlecht ge]hen:
geht schlecht; ging schlecht; ist
schlechtgegangen —>ist schlecht ge¬
gangen<— immer mit unpersönlichem
>es< 1 gesundheitlich sehr angegriffen
sein; sich körperlich krank fühlen 2 fi¬
nanziell in einer ungünstigen Lage
sein
schlecht)ge]launt —> schlecht gel¬
launt: Adj. schlechter geTaunt; am
schlechtesten gelaunt keine gute Stim¬
mung habend
schlechthin: Adv. 1 einem Substantiv
nachgestellt der/die geborene, ideale
...; in reinster Form »Sie war die Poli¬
tikerin schechthin.« 2 vor einem Adj.
ganz u. gar; ausnahmslos
Schlech|tig|keit: die; ~ ; -en 1 üble,
schlechte Tat; Bösartigkeit 2 das
Schlechte als Ganzes; Gesamtheit al¬
ler Schlechtigkeiten
schlecht|ma|chen —=► schlecht ma|-
chen: machst schlecht; machtest
schlecht; hast schlechtgemacht
—>hast schlecht gemacht<— über
jmdn. etw. Negatives behaupten;
jmdn. od. etw. bloßstellen herabset¬
zen
schlecht|sit|zend —> schlecht sit¬
zend: Adj. schlechter sitzend; am
schlechtesten sitzend unförmigen, un¬
genauen Zuschnitt (von Stoffen, Klei¬
dungsstücken) aufweisend; keine gute
Paßform habend
schlechtweg: Adv. einfach, ohne Um¬
schweife gesagt
Schlecht|wet|ter: das; -s; - a) für etw.
ungünstige Witterung b) [fachsprl.]
Zeit, in der in Berufen, bei denen
draußen gearbeitet wird, aufgrund
kalter o. ä. Witterung nicht gearbeitet
werden kann
ScMecht|wet|ter|fn>nt: die; -; -en Gren¬
ze, an der schlechtes u. besseres Wet¬
ter aufeinandertreffen
Schlecht]wet|ter]geld: das; -(e)s; -er
Bezahlung für Bauarbeiter o. ä., die
meist die Winterzeit hinsichtlich des
Verdienstausfalls überbrückt, da/
wenn wegen ungünstiger Witterungs¬
verhältnisse nicht gearbeitet werden
kann
Schlecht|wet|ter|pe|ri|ode —*
Schlecht|wet|terjpe|ri|o|de: die; - ; -n
längerer Zeitraum mit ungünstiger
Witterung
schlecken techleklken—> schlejcken):
schleckst; schlecktest; hast geschleckt
1 a) Süßes naschen, leckend verzehren
b) an etw. lecken od. lutschen 2 gern
Süßigkeiten essen '
1002
schlemmerhaft
Schlecker (Schleklker —» Schle|cker):
der; -s; • jmd., der gern Süßigkeiten
nascht
Schlecke|rei (Schlek|ke|rei —» Schle|-
ckejrei): die; - ; -en etw. zum Na¬
schen; Süßigkeit
schlecker|haft (schlek|ker|haft —>
schlefckeiihaft): Adj. [landsch.] zum
Naschen
Schleckeijmaul (Schlek|ker|maul —»
Schle|cker|maui): das; -(e)s; -mäuler
[ugs.] a) Person, die gern Süßigkeiten
ißt; Naschkatze b) [meist, abwert.]
Feinschmecker
schleckern (schlek|kern —> schli¬
ckern): schleckerst; schleckertest; hast
geschleckert 1 a) gern naschen b) Sü¬
ßes naschen, leckend verzehren 2 auf
etw. besonders Appetit haben
Schleck|werk: das;-(e)s; - Naschwerk;
etw. zum Naschen
Schle|gel: der; -s; - <Kochk.> Keule von
geschlachtetem Wild od. Geflügel
Schlejgel —> Schlä|gel: der; -s; - a)
<Handwerk> Schlagwerkzeug b) (Mu¬
sik> Klöppel für Schlaginstrumente
Schlehjdom: der; -(e)s; -e Strauch mit
dornigen Zweigen, der dunkelblaue,
herbe Früchte mit Stein trägt
Schlejhe: die; - ; -n 1
Schlehdomstrauch 2 dunkelblaue
Frucht des Schlehdornstrauchs
Schle|hen|li|kör: der; - (e)s; -e aus Schle¬
hen (2) hergestellter Likör
Schle|hen|schnaps: der; -es; -schnapse
Branntwein aus Schlehen (2)
schleijchen: schleichst; schlich(e)st;
bist geschlichen a) sehr leise gehen,
treten, um nicht bemerkt zu werden
»Er schlich an die Tür, um zu
lauschen.« b) [ugs ] sehr langsam ge¬
hen, fahren c) meist im Partizip I, Prä¬
sens sich langsam u. unbemerkt ent¬
wickeln »schleichende Inflation,
Krankheit«
schlei|chend: Adj. n. stg. a) sich ganz
langsam ausbreitend b) katzen-,
schlangenartig
Schletchjpfad: der; -fe)s; -e wenig be¬
kannter (schmaler) Weg
Schleich|weg: der; -(e)s; -e wenig be¬
kannter (schmaler) Weg; nur Einge¬
weihten bekannter Weg; versteckter
Ausweg, Ausgang
Schleich|wer|bung: die; - ; -en schein¬
bar zufälliges Zeigen von, Reden über
Markenproduktefn) in Filmen od.
anderen Sendungen (auch bekannt
unter der amerikanischen Bezeich¬
nung »product placement<)
Schleie: die; ~ / -n <Zool.> europäische
Karpfenart von gedrungenem Kör¬
perbau, die vorwiegend im Boden¬
schlamm lebt
Schleifer: der; -s; - 1 a) am Haar od. an
einer Kopfbedeckung befestigter tüll¬
artiger Stoff, der vor dem Gesicht ge¬
tragen wird »Ihr steht ein Hut mit
Schleier gut.« b) <besonders Braut> am
Haar befestigter tüllartiger Stoff, der
den Rücken hinunter (bis auf den Bo¬
den) fällt »Sie mußten den Schleier
hochheben, damit die Braut in die Kut¬
sche steigen konnte.« c) <Religion; Is¬
lam) von Frauen vor dem Gesicht ge¬
tragener u. um die Haare gebundener
Stoff, der Haare u./od. Gesicht in der
Öffentlichkeit vor den Männern ver¬
deckt 2 <übertr.> (dünne) etw. verhül¬
lende Schicht von etw. »Der Nebel
legte sich in dichten Schleiern über die
Wiese.« 3 <Zool.; Vogeb kurzer, um
die Augen befindlicher Federkranz 4
<Bot.; Pilz» Haut, die den Stiel mit
dem Pilzkopfrand verbindet 5 den
Schleier nehmen: a) (Christentum»
Nonne werden, einem Orden beitre¬
ten b) (Islam» sich als Frau dazu ent¬
schließen, die Haare qd. auch das
ganze Gesicht in der Öffentlichkeit
vor Männern mit einem Tuch zu ver¬
decken 6 den Schleier des Verges-
sens, der Vergessenheit über etw.
decken, breiten: [geh.] (jmdm.) etw.
vergeben u. nicht wieder in Erinne¬
rung bringen, nicht mehr darüber
sprechen 7 den Schleier lüften: [geh.]
etw., ein Geheimnis an die Öffentlich¬
keit bringen; etw. nicht mehr ver¬
heimlichen, sondern bekanntgeben 8
jmdm. fällt der Schleier von den
Augen: eine Person erkennt, versteht
(plötzlich) die Wahrheit
Schleijer[eu|le: die; - ; -n <Zoob einhei¬
mische Eule(nart) mit Federkränzen
um die Augen herum
schleiferfhaft: Adj. schleierhafter; schlei¬
erhafteste [ugs.] unbegreiflich; nicht
zu verstehen
Schlei|er|kraut: das; -(e)s; - Blüten¬
pflanze mit sehr kleinen Blättern u.
Blütenrispen, an denen viele kleine
weiße od. rosa Blüten sitzen
Schle||er|schwanz: der; -es; -schwänze
<Zool.> langschwänzige(r) Goldfisch¬
en)
Schleif]ap|pa|rat: der; -(e)s; -e Gerät,
Maschine zum Schleifen, Abhobeln
von etw.
Schle|f|band: das; -(e)s; -bänder End¬
losband aus Schmirgelpapier auf ei¬
ner Schleifmaschine •
Schleiffe: die; - ; -n 1 auf spezielle Weise
(mit zwei Schlaufen) geschlungene
Verknüpfung zweier Schnürenden
»eilte Schleife binden« 2 in der Form
einer Schleife (1) ähnlicher (Haar-)
Schmuck 3 sehr starke Biegung, Wen¬
dung eines Flusses, einer Straße o. ä.
schleijfen: schleifst; schliff(e)st; hast
geschliffen 1 a) ein hartes Material
(meist Glas, Edelsteine od. Metall¬
klingen) mit Werkzeugen formen b)
einen Gegenstand wie eine Schere, ein
Messer schärfen, so daß er wieder gut
schneidet 2 [ugs.] jmdn. drillen; erzie¬
hen, jmds. Charakter, Fähigkeiten
durch Erziehung formen
schlejjfen: schleifst; schleiftest; hast ge¬
schleift 1 etw. od. jmdn. nicht anhe¬
ben, sondern über den Boden ziehend
bewegen »Er schleifte den schweren
Sack über den Boden.« 2 (meist hist.>
ein (erobertes) Gebäude o. ä. abtra¬
gen (u. die Materialien für neue Bau¬
ten verwenden) 3 [ugs.; scherzh.]
jmdn. (gegen einen gewissen Wider¬
stand) an einen Ort mitnehmen
Schlei|fen|flug: der; -(ejs; -flüge das
Fliegen in großen Kreisen, nicht auf
direktem Weg
Schleifer: der; -s; - weibl. Schlei|fe|rin:
die; - ; -nen 1 Person, die beruflich
Schleifmaschinen bedient 2 [solda-
tensprl.; ugs.] Ausbilder, der seine
Untergebenen hart behandelt, sehr
fordert 3 (Musik» ein Bauern tanz 4
<Musik> musikalische Verzierung
Schlei|fe|rei: die; - ; -en 1 Vorgang des
Schleifens, Abhobelns von etw. 2
Werkstatt, in der Schleifarbeiten aus¬
geführt werden
Schleif|kon|takt der; -(e)s; -e (Elek-
trot.) elektrischer Kontakt, der auf ei¬
nem beweglichen Teil angebracht ist
Schleif|lack: der; -(e)s; -e hochwertiger
Lack, der nach dem Aufträgen ge¬
schliffen werden kann
Schle[f|rnit|tel: das; -s; - Material, das
zum Schleifen von Gegenständen be¬
nutzt wird
Schleif|pa|pier. das; -s; - (Von fein bis
grob variierendes) Papier, auf dem
Körner eines Schleifmittels aufge¬
klebt sind; Schmirgelpapier
Schleiffring: der; -(ejs; -e (Elektrot.)
ringförmiger Schleifkontakt
Schleiflspun die; - ; -en Markierung,
die etw. hinterläßt, was über den Bo¬
den geschleift wurde
Schleifjstein: der; -(ejs; -e sich drehen¬
der Stein, mit dem man z. B. Messer
schärfen kann (u. der während des
Schleifens mit Wasser gekühlt wird)
Schleim: der; -(e)s; -e 1 von Drüsen ab¬
gesondertes), dickflüssige(s) Masse,
Sekret 2 breiähnliche Krankenkost
(z. B. Hafer-, Reisschleim)
Schleim|beu|tel|ent|zün|dung: die; - ;
-en (Med.) entzündliche Veränderung
am Schleimbeutel; Bursitis
schlef|men: schleimt; schleimte; hat
geschleimt 1 Schleim absondem, pro¬
duzieren 2 sich übertrieben schmei¬
chelnd (gegenüber Höhergestellen)
verhalten
Schlej|mer: der; -s; - weibl. Schlei|me|-
rln: die; - ; -nen Person, die sich über¬
trieben schmeichelnd (gegenüber Hö¬
hergestellen) verhält, Syn.: Heuchle-
r(in); Schmeichlerin)
Schleim|fisch: der; -(e)s; -e im Salz¬
wasser lebende(r), mit Schleim be¬
deckte^) Fisch(art)
Schleim|haut: die; - / -häute (Med.)
Schleim absondernde Auskleidung
von Organen od. Körperhöhlungen,
die durch spezielle Drüsensekrete
feucht gehalten wird
schlej|mig: Adj. 1 a) von zäher, dickflüs¬
siger, viskoser Beschaffenheit;
schmierig b) voller Schleim 2 (übertr.)
(in negativ bewertender Art) krieche¬
risch, unterwürfig u. überfreundlich
Schle|m|schei|BeR der; -s; - weibl.
Schleim|schei|Be|rin: die; - ; -nen
[derb; abwert.] kriecherische(r)
Heuchler(in)
Schle|mihl: <jidd.> der; -s; -e 1 [ugs.] un¬
geschickter Mensch, Pechvogel 2
Schlitzohr; pfiffiger Mensch
Schlemm: der; -s; -e (Kartenspiel;
Bridge; Whist» gewonnenes Karten¬
spiel mit allen Stichen
schlemjmen: schlemmst; schlemmtest;
hast geschlemmt genußvoll viel u. gut
essen (u. trinken)
Schlem|me|rei: die; - ; -en besonders
üppiges Essen; Essen von vielen, lek¬
keren Dingen
schlem|meijhaft: Adj. schlemmerhafter;
schlemmerhafteste verschwenderisch,
üppig (essend)
1003
Schlemmerlokal
Schtem|mer|lojkal: das; ~(e)s; -e Re¬
staurant für Genießer mit einem ex¬
quisiten Angebot; Feinschmeckerlo¬
kal
Schlem|merjmahl: das; -(e)s; -e beson¬
deres, ausgezeichnetes Essen
Schlem|mer|mahl|zeit: die; ~ ; -en reich¬
liches, exklusives Essen
Schlentderjgang: der; -(e)s; - gemächli¬
che, gemütliche Gangart
schlen|dern: schlenderst; schlendertest;
bist geschlendert langsam, gemütlich
gehen, spazieren (u. dabei etw.
ansehen) »über den Markt schlen¬
dern«
Schlen|derfschritt: der; -(e)s; -e ge¬
mächlicher Gang (mit lockeren Bewe¬
gungen)
Schlend|ri|an: der; -fe)s; - nachlässige
Art u. Weise des Arbeitens; Unor¬
dentlichkeit
Schlen[ke: die; - ; -n (Geologie) mit
Wasser gefüllte Senke im Hochmoor
Schlenjker: der; -s; - a) kleiner Bogen
um ein Hindernis beim Lenken eines
Fahrzeugs b) kleiner Abstecher, Um¬
weg mit konkretem Ziel vom eigentli¬
chen Weg
schlenjkem: schlenkerst; schlenkertest;
hast geschlenkert 1 a) hin- u. her¬
schwingen (lassen) »Beim Laufen
schlenkerte sie mit ihren Armen.« b)
(Kleidungsstück) [ugs.] schlackern;
sehr locker sitzen 2 [landsch.J lang¬
sam u. lässig gehen; schlendern
schlen|zen: schienet; schlenztest; hast
geschlenzt (Sport) den Ball od. Puck
mit Gefühl u. Effet treten od. schla¬
gen, ohne auszuholen, viel Schwung
zu nehmen
Schlepp: in der Wendung jmdn. od. etw.
in (den) Schlepp nehmen: jmdn., etw.
zu einem Ort ziehen, mitnehmen
Schlepp|an|ten|ne: die; ~ ; -n von einem
Flugzeug während des Fluges herab¬
hängende Antenne
Schlepp|bü|gel: der; -s; ~ (Skisport)
Teil des Schlepplifts, auf dem der Ski¬
fahrer sitzt, auf den er sich stützt, um
einen Abfahrtshang, eine Skistrecke
bergauf befördert, gezogen zu werden
Schlepp|damp|fer: der; -s; - (Schiff)
dampfbetriebener Schlepper
Schleplpe: die; - ; -n 1 lang herunter¬
hängender, über den Boden schleifen¬
der Teil eines Kleides 2 Gerät zum
Ebnen des Bodens, das von einem
Zugtier gezogen wird 3 (Jagd) a)
künstliche Fährte b) Fährte von Was¬
servögel
schleplpen: schleppst; schtepptesi; hast
geschleppt 1 [ugs.] Schweres tragen
»Einkaufstaschen schleppen« 2 ziehen
»Das Auto schleppt ein anderes Auto
(ab).« 3 sich aufgrund von Schwäche
langsam an einen Ort begeben 4 [ugs.]
jmdn. (gegen dessen Willen) an einen
Ort mitnehmen 5 [ugs.] ein Klei¬
dungsstück oft u. lange anziehen
schlep|pend: Adj. unangenehm lang¬
sam; mühsam; unmerklich; allmäh¬
lich; schleichend »eine schleppende
Vorgehensweise«
Schiep|pen|kleid/Schlepp|kleid: das;
-(e)s; -er Kleid mit einer herunter¬
hängenden, über den Boden schlei¬
fenden Stoffbahn
Schleplper: der; -s; ~ weibl. Schlep|pe|-
rin: die; - ; -nen 1 nur männl. Form
spezielles Schiff zum Schleppen, Zie¬
hen anderer Schiffe 2 nur männl. Form
Traktor 3 meist männl. Form (hist.)
Bergarbeiter, der die Förderwagen
durch Ziehen bewegt hat 4 a) [ugs.;
abwert.] Lockvogel; Betrüger; jmd.,
der auf unseriöse Weise Kunden (an)-
wirbt, ohne die vorher zugesagte Ge¬
genleistung zu erbringen, einzuhalten
b) Person, die illegale Einreisen in
Staaten organisiert; Schieber
Schlepp|kahn: der; -(e)s; -kähne
Frachtschiff ohne eigenen Antrieb,
das geschleppt wird
Schlepp|kleid/Schlep|pen|kleid: das;
-(e)s; -er Kleid mit einer herunter¬
hängenden, über den Boden schlei¬
fenden Stoffbahn
Schl$pp)lift: der; ~(e)s; -e (Skisport)
Skilift, bei dem man auf den Brettern
stehend den (Abfahrts-)Hang auf an¬
kerförmigen (Plastik-)Bügeln bergauf
gezogen wird
Schlepplnetz: das; -es; -e Netz, das zum
(gewerblichen) Fischfang über den
Grund od. durchs Wasser gezogen
wird
Schleppschiff: das; -(e)s; -e Schiff, das
ein anderes fort bewegt
Schlepplseil: das; -(e)s; -e Tau zum
Hochziehen eines Segelflugzeugs,
Syn; Schlepptau
Schleppstart: der; -(e)s; -s Starthilfe
bei Segelflugzeugen
Schtepp|tau: das; -(e)s; -e 1 Seil zum
Hochziehen eines Segelflugzeugs,
Syn: Schleppseil 2 jmdn. im Schlepp¬
tau haben; jmdn. ins Schlepptau
nehmen: jmdm. behilflich sein, unter¬
stützend zur Seite stehen, sich seiner
annehmen
Schlepp|zug: der; -(e)s; -rüge (Schiff¬
fahrt) ein od. mehrere Schiffe, die von
einem Schlepper gezogen werden
schl.erh.: Abk. schlecht erhalten
Schleulden die; - ; -n 1 Gerät zum Be¬
schleunigen von Steinen od. kleinen
Geschossen mit Hilfe eines Gummi¬
bandes od. durch die Fliehkraft bei
kreisenden Bewegungen; Schwung-
waflfe 2 a) kurz für Wäscheschleuder
b) Zentrifuge; Mischer, Mixer 3 [ugs.;
jugendsprl.] (altes) Auto od. Motor¬
rad
Schleu|der|gang: der; -(e)s; -gange
Programmteil bei einer Waschma¬
schine, bei dem die Nässe aus der Wä¬
sche (mit ca. 800-1100 U/h) gepreßt
wird
Schleuldeijgejfahr: die; ~ ; -en Gefahr,
mit einem Fahrzeug ins Schleudern
zu kommen
Schleulderlholnig: der; -s; - mit einem
bestimmten (Zentrifugal-)Verfahren
gewonnener Honig
Schleu|der|ma|schi|ne: die; - ; -n Zen¬
trifuge
schleuldern: schleuderst: schleudertest:
hast geschleudert 1 durch Drehung,
Nutzung der Fliehkraft bewegen,
auspressen 2 a) etw. mit Kraftauf¬
wand wegwerfen; bombardieren b)
etw. unachtsam irgendwohin werfen
Schleulderlpreis: der; -es; -e extrem
günstiger Preis; Gelegenheits-,
Schnäppchenkauf
Schleulderipumlpe: die; ~ ; -n (Technik)
Kreiselpumpe
Schteulderlsitz: der; -es; -e spezieller
Sitz in militärischen Strahlenflugzeu¬
gen, auf dem sich der Pilot notfalls
aus der Maschine katapultieren kann
Schleulderistart: der; -(e)s; -s (Flugw.)
Katapultstart bei Segelflugzeugen
Schteu|der|wa|re: die; - ; -n zu Billig¬
preisen angebotene Ware
schleulnig: Adj. a) möglichst sofort; un¬
mittelbar b) sehr eilig
schleulnlgat: Adv. so schnell wie mög¬
lich; schnellstens; zügig
Schleulse: dat.-fr.-niederh die; - ; -« 1
(Technik) a) Tor- u. Pumpsystem,
(Stau-)Vorrichtung, mit der Schiffe
Höhenunterschiede in (künstlichen)
Wasserwegen überwinden können
»Wir mußten auf dem kurzen Stück
drei Schleusen überwinden.« b) Vor¬
richtung zum Ableiten u. Stauen von
Wasser 2 (Technik) Vorrichtung zum
Ausgleich von (Luft-
)Druckunterschieden 3 einziger Ein¬
gang, Zugang zu einem abgeriegelten
Raum 4 der Himmel öffnet seine
Schleusen: heftig (zu) regnen (begin¬
nen)
schleulsen: schleust; schleustest; hast
geschleust 1 ein Schiff durch eine
Schleuse fahren 2 etw. durch eine
Schleuse bringen, fahren lassen, regu¬
lieren 3 a) (übertr.) jmdn. durch eine
Kontrolle bringen b) jmdm. helfen, ei¬
nen komplizierten Weg zu finden c)
jmdn. auf verbotenen Wegen irgend¬
wohin bringen
Schleu|sen|kam|mer: die; - / -n Bereich
zwlichen zwei Schleusentoren
Schteulsenlton das; -(e)s; -e Tür, ver¬
schließbare Öffnung am Ein- u. Aus¬
gang einer Schleuse
Schleulsenlwärlten der; -s; - weibl.
Schleulsenlwäritelrin: die; - ; -nen be¬
ruflich für den Betrieb einer Schleuse
verantwortliche Person
schlicht: Adj. schlichter; schlichteste 1
aj'auf das Notwendige beschränkt;
ohne überflüssige Zusätze »Ihre Klei¬
dung war schlickt.« b) ohne besondere
Bildung 2 durch eine einfache Form
od. schmucklose Ausführung eine be¬
sondere Wirkung hervorrufend 3 nur;
einfach; bloß »Es handelt sich um die
schlichte Tatsache.« 4 (verst.) völlig;
einfach; ganz »Das ist schlicht fatsch.«
5 schlichtu. ergreifend: [ugs.] 1. ohne
viel Aufwand; ganz einfach 2. nicht
besonders auffällig, schön o. ä. »Sie
sah immer schlicht u. ergreifend aus.«
Schlich|te: die; - ; -n (Weberei) zum
Schlichten, Widerstandsfähigerma¬
chen der Kettfaden verwendete, kleb¬
rige Flüssigkeit
schlich|ten: schlichtest; schlichtetest;
hast geschlichtet 1 in eine(m)(r) Streit,
festgefahrenen, verhärteten Situation
an dem/der man selbst nicht beteiligt
ist, vermitteln u. aussöhnen, Frieden,
Kompromiß schaffen 2 [fachsprl ]
(die Öberfläche von) etw. mit einer
Feile mit engem Hieb glätten
Schlich|teR der; -s; - weibl. Schlich]te|-
rin: die; - ; -nen jmd., der versucht,
zwischen zerstrittenen Parteien zu
vermitteln (insbesondere bei Tarif-
1004
Schlips
auseinandersetzungen) u. einen Aus¬
gleich zu Anden
Schlicht|heit: die; - ; - Einfachheit von
etw.
Schlicht|ho|bel: der; -s; - Werkzeug
zum Glätten von hartem Werkstoff
Schljch|tung: die; - ; -ert das Schlichten;
Beilegung, Aussöhnung von Mei¬
nungsverschiedenheiten durch einen
Außenstehenden
Schlich|tungs|aus|schuB —> Schlich|-
tungslaus|schuss: der; -ausschusses;
-ausschüsse <Wirt.> Gruppe von Per¬
sonen, die mit dem Erzielen einer Ei¬
nigung im Tarifkonflikt beauftragt ist
Schlich|tungs|stel|le: die; - ; -n
<Rechtsw.; Wirt.» offiziell eingerichte¬
te Vermittlungs-, Einigungsstelle
Schtich|tungs|ver|fah|ren: das; -s; -
(Wirt.» Verfahren zur Einigung in ei¬
nem Tarifkonflikt
Schlich|tungs|ver|such: der; -(e)s; -e
Versuch, eine Einigung, Befriedung,
einen Kompromiß zu erzielen
schNcht|weg: Adv. ganz einfach; völlig
Schlick; der; -(e)s; - u. (Sorten) -e
Schlamm am Grund von Gewässern
Schlick|ab|la|ge|rung: die; - ; -en a) Ab¬
lagerungen aus Schlamm b) Vorgang
des Sichablagems, -absetzens von
Schlick, Schlamm
schlicken (schlik|ken —» schli|cken):
schlickt; schlickte; hat geschlickt
Schlick bilden; verschlammen
schlick|rig/schlicke|rig (schlikjkerig
—* schli|ckerig): Adj. schlammig u.
rutschig;' mit Schlick bedeckt
Schlief: der; -(e)s; -e nicht ganz durch¬
gebackene Stelle im Backwerk
Schlier, der; -(e)s; -1 [süddt.; Österr.]
Mergel, Sedimentgestein aus Ton u.
Kalk 2 <Geologie> Ablagerungen in
bestimmten Gesteinsschichten der Al¬
pen u. Karpaten
Schlie|re: die; - ; -n 1 schleimige Masse
2 Putz-, Schmierstreifen auf einer
Fensterscheibe (die insbesondere bei
Gegenlicht deutlich zu sehen sind) 3
<Geologie> sich vom übrigen Gestein
unterscheidende Ablagerung 4 <Tech¬
nik> Stelle in lichtdurchlässigem Ma¬
terial mit anderen optischen Eigen¬
schaften
schl[e|ren: schlierst; schliertest; hast
geschliert 1 auf, über etw. rutschen,
gleiten 2 (Putz-, Schmier-)Streifen bil¬
den
schliejrig: Adj. schlüpfrig; rutschig; ver¬
schmiert; streifig
Schljeß|an|la|ge: die; - / -n System von
Türschlössern, bei dem ein Schlüssel
auf mehrere Schlösser paßt
schlieB|bar: Adj. n. stg. verschließbar,
so beschaffen, daß man es zumachen
kann
Schließe: die; - ; -n Schloß, Verschluß
an etw. (z. B. Gürelschnalle)
schließen: schließt; schlossest; hast ge¬
schlossen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 etw. zumachen, ver¬
sperren, so daß etw. nicht mehr offen,
nicht frei zugänglich ist 2 für immer
od. dnen bestimmten Zeitraum nicht
mehnöffnen, nicht mehr zugänglich
machen 3 vereinbaren; abmachen
»Wir schließen einen Vertrag.« 4 fol¬
gern; erkennen; urteilen 5 a) etw. voll¬
enden, erledigen, beseitigen »Ich wer¬
de deine Lücken in Latein schließen.«
b) beenden »die Sitzung schließen« 6
Funktionsverb (ohne wirklich inhaltli¬
che Bedeutung) bewirken; für etw.
sorgen »Frieden, eine Verabredung
schließen« 7 etw. verbinden, was un¬
terbrochen ist »den Stromkreis
schließen« 8 jmdn. in die Arme
schließen: um jmdn. (zur Begrüßung)
die Arme legen
Schlüßen der; -s; - weibl. Schl|e|8e|-
rin: die; - ; -nen 1 [häufig abwert.] Per¬
son, die für das Öffnen u. Schließen
der Türen im Gefängnis zuständig ist;
Justizvollzugsbeamte 2 nur männl.
Form Türschließer; Vorrichtung, mit
der eine Tür ver-, zugeschlossen wird
3 Person, die dazu angestellt ist,
jmdm. die Tür zu öffnen; Portier
SchlieB|fach: das; -(e)s; -fächer 1 ab¬
schließbares Fach (Safe) in Bahnhö¬
fen fürs Gepäck, in Banken für Wert¬
sachen, in der Post für Briefe 2 kurz
für Postschließfach = abschließbares
Fach in einer Poststelle für Briefe, das
als Adresse gilt
Schl]eB|frucht: die; ~ ; -fruchte <Bot.>
Fruchtform, bei der die Samen erst
nach der Verrottung der Frucht frei
werden
SchlieB|ket|te: die; - ; -n Kette, die ver¬
hindert, daß eine (Wohnungs-)Tür
weit geöffnet werden kann
Schlie8|korb: der; -(e)s; -körbe ver¬
schließbarer großer Korb
schl|eB|lich: Adv. am Ende, abschlie¬
ßend; letztlich; zum Schluß »Schlie߬
lich fanden wir doch noch eine Lösung
für das Problem.«
Schließ|mus|kel: der; -s; -n 1 (Zool.»
Muskel, der die Schalen einer Mu¬
schel geschlossen hält 2 <Med.> Mus¬
kel, der durch Kontraktion Hohlor¬
gane, den After verschließt
Schl|eB|rah|men: der; -s; - <Druckw.>
Gerät aus Metall, das beim Drucken
den Satz zusammenhält
Schließung: die; - ; -en das Schließen;
Verriegelung
Schlie8|zy|lin|der: der; -s; - Teil eines
Türschlosses, mit dem durch Drehen
mit einem Schlüssel auf- od. zuge¬
schlossen wird
Schliff: der; -{e)s; -e 1 a) Tätigkeit des
Schleifern von etw. b) Art, wie etw.
geschliffen wurde »Das Glas hat einen
schönen Schliff.« 2 a) Herstellung ei¬
ner Messerklinge b) Art, wie ein Mes¬
ser geschliffen ist 3 (Geologie» kurz
für Gletscherschliff = durch Schlei¬
fen mit Eis u. a. entstandene Glätte
auf einem Fels 4 kurz für Dünnschliff
= dünner Schnitt eines Minerals o. ä.
zur mikroskopischen Untersuchung S
a) gutes Benehmen; gute Umgangs¬
formen b) Vollkommenheit in einem
Bereich
Schliff|art: die; - ; -en Methode, nach
der Edelsteine od. Gläser geschliffen
werden
Schliff|flä|che —» auch Schliff-Flä|che:
die; - ; -n glatte, geschliffene Oberflä¬
che bei Edelsteinen
schlfmm: Adj. 1 im Ausmaß, in der Wir¬
kung schrecklich, unangenehm; weit¬
reichende, negative Folgen nach sich
ziehend »Das wird ein schlimmes Ende
nehmen.« 2 arg; sehr schlecht; kläglich
3 böse, schlecht, niederträchtig in mo¬
ralischer Hinsicht »Er ist ein schlim¬
mer Bursche.« 4 verstärkend u. bewer¬
tend bei Krankheiten
schl|mm|sten|falls —* schlimmsften|-
fails Adv. wenn es ganz schlecht, ne¬
gativ abläuft »Schlimmstenfalls müs¬
sen wir im Auto übernachten.«
Schling|be|we|gung: die; - ; -en <Zool.»
Bewegung der Muskulatur an Kopf
u. Hals bei einigen Tieren, die ihre
Beute nicht zerkleinern, sondern ganz
verschlingen; Gewürge .
Schlin|ge: die; - ; -n 1 a) zu einer Öse ge¬
zogenes, gewundenes, verknotetes
Seil o. ä. »Ich zog die Schlinge des Ret¬
tungsseils unter den Armen zu.« b)
<Jagd> Fanggerät für Tiere (meist aus
Draht) 2 schlaufenförmig geknüpftes,
verbundenes Gewebe bei Teppichwa¬
re, Handtüchern 3 jmdm. die Schlin¬
ge um den Hals legen: a) jmdn. be¬
drohen, in seine Gewalt bringen b) ei¬
ner zum Tode verurteilten Person den
Strick um den Hals legen, an dem die¬
ser gehenkt, hingerichtet wird 4 sich
in der eigenen Schlinge fangen: aus
einer Fälle, Hinterlist, die jmd. einer
anderen Person gestellt hat, selbst
Schaden ziehen
Schljn|gel: der; -s; - zu Schabernack
neigendes Kind, meist Junge; Bengel
schlin|gen: schlingst; schlang(e)st; hast
geschlungen 1 etw. um etw. legen, bin¬
den, knüpfen, winden »einen Knoten
schlingen« 2 gierig essen; etw. nicht
od. kaum zerkaut hinunterschlucken,
hinabwürgen »Schling nicht so!«
Schlin|gen|ftor der; -(e)s; - Oberfläche
von Teppichen, die aus Gamschlin-
gen besteht
SchHn|gen|wa|re: die; ~ : - Gesamtheit
der Teppichböden mit Schlingenflor
Schlin|ger|be|we|gung: die; - ; -en
schwankende Bewegung (z. B. bei
Schiffen wegen hoher Wellen)
Schljn|gerjkiel: der; -(e)s; -e zusätzlich
am Boot angebrachte Bodenplatte
am Rumpf, die Schlingerbewegungen
des Schiffs vermindern soll
schlin|gern: schlingerst; schlingertest;
hast/bist geschlingert a) hast durch
Wind od. Wasserströmung aus der
Bahn geraten b) bist nicht geradeaus,
nicht sicher fahren, in ungleichmäßi¬
gen (Wellen-)Bewegungen vorwärts¬
kommen c) schaukeln
Scblinlgerjtank: der; -(e)s; -s zum Aus¬
gleich der Schlingerbewegung auf
dem Schiff mitgeführter, mit Wasser
gefüllter Tank
Schling|pflan|ze: die; - ; -n Pflanze, die
sich um eine Stütze windet
Schliplpe: die; - ; -n 1 [norddt.] Rock¬
zipfel 2 [landsch.] schmale Gasse; en¬
ger Durchgang
Schlip|pen der; -s; - [landsch.] ent¬
rahmte, dicke Milch
schl|p|pe|rig: Adj. [landsch.] gerinnend
Schliplpeijmilch: die; - ; - [landsch.]
Sauermilch
Schlips: der; -es; -e 1 schalähnlicher
schmaler, spitzzulaufender Stoffstrei¬
fen, den sich vorwiegend Männer um
den Hemdkragen binden u. der dann
vorne herunterhängt, Syn.: Krawatte
2 a) sich auf den Schlips getreten
fühlen: sich beleidigt fühlen b) jmdm.
1005
Schlipsnadel
auf den Schlips treten: jmdn. (unab¬
sichtlich) beleidigen; jmdn. belästi¬
gen; jmdm. zu nahe treten 3 sich ei¬
nen hinter den Schlips gießen: [ugs.]
sich mit alkoholischen Getränken ei¬
nen Rausch antrinken
Schlips|na|del: die; ~ ; -n kleine Nadel
zum Befestigen der Krawatte am
Hemd, Syn.: Krawattennadel .
Schlit|tel: das; -s; - [landsch.J kleiner
Schlitten
Schljt|ten: der; -s; -1a) Gerät zur Be¬
förderung von Personen u. Lasten auf
Schnee (von Hunden gezogen od. von
Motoren angetrieben) b) Spiel- u.
Sportgerät zum Rodeln (im Schnee) 2
[ugs.] (großes, auffallendes) Auto »ein
schicker Schlitten« 3 mit jmdm.
Schlitten fahren: [ugs.] mit jmdm.
rücksichtslos umgehen, ihn hart,
egoistisch behandeln; ausschimpfen,
schelten
Schlit|ten|bahn: die; - / -en Strecke zum
Rodeln, Syn.; Rodelbahn
Schlit|ten|fahrt: die; - ; -en Ausflug,
Fortbewegung mit einem Schlitten
Schlit|ten|hund: der; -(e)s; -e a) Hund,
der vor einen Schlitten gespannt wird
u. diesen zieht b) Hund einer Rasse,
die als Schlittenhunde gezüchtet wor¬
den sind, verwendet werden, Syn.:
[fremdsprl.] Husky
Schlit|ten|parjtie: die; -; -n Fahrt mit ei¬
nem (von Tieren gezogenen) Schlitten
(durch eine verschneite Winterland¬
schaft)
Schlit|ter|bahn: die; - ; -en glatte Strek-
ke auf Eis od. Schnee zum Rutschen
schl|t|tem: schlitterst; schlittertest; bist
geschlittert 1 sich schlingernd, glei¬
tend auf einer glatten Fläche fortbe¬
wegen 2 unbeabsichtigt ausgleiten,
ins Rutschen kommen 3 <übertr.> un¬
beabsichtigt in eine unangenehme Si¬
tuation geraten
Schlittschuh: der; -(e)s; -e (hoher, ge¬
schnürter) Schuh mit einer an der
Sohle befestigten Stahlkufe zur Fort¬
bewegung auf dem Eis
Schl|tt|schuh|lauf: der; -(e)s; - Fortbe¬
wegung auf Schlittschuhen
Schlitt|schuh|lau|fen: das; -s; - das Lau¬
fen, Sich(fort)bewegen mit Schlitt¬
schuhen auf dem Eis, Syn.; Eisläufen
Schlitt|schuh|läu|feR der; -s; - weibl.
Schlitt|schuh|läu|fe|rin: die; - ; -nen
Person, die sich mit Schlittschuhen
über das Eis bewegt, Syn.: Eisläufer
Schlitz: der; -es; -e 1 schmale Öffnung
zum Einwurf von Münzen, Briefen o.
ä.; schmaler Spalt; Furche 2 längli¬
cher, schmaler Einschnitt bei einem
Kleidungsstück (z. B. bei einem
Abendkleid, wo ein Bein freigeiegt
wird) 3 kurz für Hosenschlitz = meist
mit einem Reißverschluß versehene
Stelle, an der die Hose (zum An- u.
Ausziehen) geöffnet werden kann 4
[derb] Vagina; Scheide
Schlftzjau|ge: das; -s; -n a) Augenform
mit schmaler Lidspalte b) {abwert.;
beleidigend] jmd. mit Schlitzaugen,
von asiatischer Abstammung
schlitz|äu|gig: Adj. mit Schlitzaugen;
mit schmalen, schrägstehenden Au¬
gen
schlit|zen: schlitzt; schlitztest; hast
geschlitzt a) etw. der Länge nach auf¬
schneiden, mit einem Messer o. ä. öff¬
nen b) in Kleidungsstücke einen
Schlitz einarbeiten
Schlitz|ohr das; -(e)s; -en 1 geschlitzte
Ohrmuschel 2 [ugs.] durchtriebener,
schlauer Mensch
schlitz|oh|rig: Adj. [ugs.] schlau, durch¬
trieben, gerissen handelnd
Schlitz|ohjrig|keit: die; - ; - Durchtrie¬
benheit im Erringen von Vorteilen
Schlj.: Abk. Schuljahr
schloh|weiß/schloh|weiß: Adj. n. stg.
<Haar> vollkommen weiß »Der alte
Mann hatte einen schlohweißen Bart.«
schloijren: schlorrst; schlorrtest; bist ge-
schlorrt [landsch.] schlurfend (überge¬
beugt mit hängenden Schultern) ge¬
hen
Schloß —* Schloss: das; Schlosses;
Schlösser 1 Vorrichtung zum Ver¬
schließen von Türen u. ä. »Das Schloß
schnappte ein (= ging zu).« 2 auf¬
wendig gestaltetes, sehr großes,
prunkvolles Gebäude (ursprünglich
Wohnsitz von Fürsten u. ä.); Palast,
Palais »Wir besichtigten mehrere
Schlösser.« 3 hinter Schloß u. Riegel
—» hinter Schloss und Riegel: in ei¬
nem Gefängnis, einer Strafanstalt 4
ins Schloß fallen —> ins Schloss
fallen: zufallen »Ich hatte den Schlüs¬
sel vergessen, u. da ist mir leider die
Tür ins Schloß gefallen.« 5 ins Schloß
werfen —> ins Schloss werfen: zu¬
knallen; zuwerfen »Die Kinder werfen
immer die Tür ins Schloß.« 6 ein
Schloß im Mond —> ein Schloss im
Mond: (unerfüllbarer) phantastischer
Wunschtraum
Schloß|an|la|ge —> Schlpss|an|la|ge:
die; -; -« alle (meist sehr gepflegten u.
weiträumig angelegten) Gebäude,
Gärten u. ä., die zu einem Schloß ge¬
hören
Schloß|berg —* Schloss|berg: der;
-(e)s; - Hügel, Erhebung, auSf dem/
der ein Schloß steht od. stand
Schtößjchen —*■ Schlösschen: das; -s;
- kleines Schloß
schlp|ßen: schloßt; schloßte; hat ge-
schloßt [landsch.] hageln
Schlps|ser: der; -s; - weibl. Schlos|sej-
rin: die; - ; -nen Person, die berufsmä¬
ßig Metall (selten auch Kunststoff)
be- u. verarbeitet
Schlos|se|rei: die; - ; -en 1 Betrieb, in
dem ein Schlosser arbeitet 2 Aus¬
übung des Berufs eines Schlossers
Schlps|ser|hand|werk: das; -fe)s; - Tä¬
tigkeit, (kunstvolle) Fertigkeiten als
Schlosser
schlos|sern: schlosserst; schlossertest;
hast geschlossert Schlosserarbeiten
verrichten (meist ohne berufliche
Ausbildung als Schlosser)
Schios|ser|werkjstatfc die; ~ ; -statten
Arbeitsplatz eines Schlossers, an wel¬
chem er sein Handwerk ausübt
Schloß|gaijten —> ScMgss|gar|ten:
der; -s; -gärten parkähnliche, großzü¬
gige Gartenanlage eines Schlosses
Schlpß|herr —» Schlpss|herr: der; -n;
-en weibl. Schloß|her|rin —»
Schloss|her|rin: die; - ; -nen Eigen¬
tümerin) u. Bewohner(in) eines
Schlosses
Schloß|hof—» Schlpss|hof: der; -fejs;
-höfe zum Schloßgelände gehörender,
von einem Schloß gebildeter, einge¬
schlossener Hof
Schloß|hund —> Schlpss|hund: der;
-(e)s; -e 1 Wachhund auf einem
Schloß 2 heulen wie ein Schloßhund
—heulen wie ein Schlosshund:
ausdauernd weinen
Schloß|ka|pel|le —» Schloss|ka|pel|le:
die; - ; -n kleines Gotteshaus auf ei¬
nem Schloßgelände; Privatkapelle der
Schloßbewohner
Schloß|kiijche —» Schloss|kir|che: die;
-; -n Kirche auf einem Schloßgelände
Schloß|nii|ne —* Schloss|ru|i|ne: die;
- ; -n Überreste eines zerfallenen
Schlosses -
Schlot der;-(e)s; -e u. (selten) Schlote
1 hoher (Fabrik-)Schomstein 2 qual¬
men, rauchen wie ein Schlot sehr
viele Zigaretten o. ä. rauchen
Schlot|fe|ger: der; -s; - weibl. Schlot)-
fe|ge|rin: die; - ; -nen [landsch.]
Schornsteinfeger(in), Kaminfeger(in)
Schlpt|teijge|lenk: das; -(e)s; -e <Med.>
nicht normal bewegliches, abnorm lo¬
ses Gelenk (z. B. durch Bänderüber-
dehnung od. Lähmung der Muskula¬
tur)
schlot|te|rig/schlott|rig: Adj. 1 (auf¬
grund von starken Gefühlen) flat¬
ternd, zitternd 2 <Kleidung> weit sit¬
zend
schlot|tern: schlotterst; schlottertest;
hast geschlottert 1 heftig vor Angst,
Kälte od. Aufregung zittern, bibbern
2 <Kleidungsstück> den Körper luftig
umspielen; flattern
Schlucht: die; - ; -en (Geographie; Geo¬
logie> tiefer, relativ breiter Einschnitt
in der Erdoberfläche; Abgrund; enges
Tal mit steilen Felswänden
schluch|zen: schluchzt; schluchztest;
hast geschluchzt heftig weinen u. kla¬
gen (als Ausdruck von Schmerz,
Trauer) »Sie schluchzte so sehr, daß
man kaum verstand, was sie sagte.«
Schluch|zen der; -s; - kurzes (einmali¬
ges) Aufseufzen
Schluck: der; -(e)s; -e u. [selten]
Schlücke kleine Menge Flüssigkeit
(die mit einem Mal herunterge¬
schluckt werden kann, wird)
Schluck|auf: der; -s; - ruckartiges Zu¬
sammenziehen des Zwerchfells, das
zu unwillkürlichem schnellem Einat¬
men führt u. ein glucksendes Gräusch
verursacht (u. meist schnell wieder
vorübergeht)
Schluck|be|schwer|den: die (PI.)
Schwierigkeiten beim Herunter¬
schlucken; Verschlucken mit heftigen,
unangenehmen Hustenanfällen beim
Essen
Schlück|chen: das; -s; - kleiner
Schluck
Schlucken (Schlukjken —» Schlul-
cken): der; -s; - [landsch.] Schluckauf
schlucken (schluk|ken —» schlu|-
cken): schluckst; schlucktest; hast ge¬
schluckt 1 (durch eine Muskelbewe¬
gung) vom Mund durch die Speise¬
röhre in den Magen ziehen, befördern
2 <übertr.> etw. Unangenehmes, eine
Beleidigung o. ä. (schweigend) hin¬
nehmen 3 [ugs.] einnehmen; einverlei¬
ben; aufsaugen »Der Marktjuher
plante, mittelfristig seinen kleinen
Konkuurrenten zu schlucken.« 4 eine
1006
Schlüsselertebnis
bittere Pille schlucken: etw. Unange¬
nehmes über sich ergehen lassen, hin¬
sichtlich dessen fügen
Schlucker (Schluk|ker —> Schlujcker):
der; -s; - in der Wendung armer
Schlucker: bedauernswerte Person
(die kein od. wenig Geld hat)
Schluck|imp|fung: die; - ; -en orale
(nicht wie sonst üblich durch Ein¬
spritzen in den Körper erfolgende)
Einnahme eines Impfstoffs (oft auf ei¬
nem Würfelzucker) zur Vorbeugung
gegen ansteckende Krankheiten
Schluck|specht: der; -(e)s; -e [ugs.;
scherzh ] Person, die gern u. viel Al¬
kohol trinkt
schluck|wei|se: Adv. langsam, Schluck
für Schluck (trinkend)
Schlu|der|ar]bert: die; - ; -en schlampi¬
ge, wenig sorgfältige (Erledigung ei¬
ner) Arbeit
Schlu|dejrei: die; - ; -en Nachlässigkeit;
mangelnde Sorgfalt
Schlu|de|ren der; -s; - unordentlicher,
nachlässiger Mensch
schly|de|rig/schlud|rig: Adj. 1 <Arbeit>
schlecht ausgeführt; nicht sorgfältig 2
<Kleidung> unordentlich; schlampig
schlu|dern: schluderst; schludertest;
hast geschludert nachlässig, unordent¬
lich arbeiten; hudeln
Schlud|ri|an: der; -s; -e 1 ständiges un¬
ordentliches Arbeiten 2 Person, die
schludrig arbeitet
schfud|rig/schlu|de|rig: Adj. 1 «Arbeit)
schlecht ausgeführt; nicht sorgfältig 2
<Kleidung> unordentlich; schlampig
Schlud|iig|keit: die; - ; -en 1 unordentli¬
che Art 2 unordentliche, unzuverläs¬
sige Verhaltensweise
Schluffen: der; -s; - [norddt.] Haus¬
schuh; Pantoffel
schlyf|fen: Schlußst; Schlußlest; bist ge¬
schlurft laufen, ohne die Füße richtig
hochzuheben; schlurfen
Schluft: die; - ; Schlüße [landsch.]
Schlucht
Schlum|meR der; -s; - leichter Schlaf,
Halbschlaf »Das Klingeln hat ihn aus
seinem Schlummer gerissen.«
Schlym|mer|kis|sen: das; -s: - kleines
Kopfkissen
Schlum|mer]lied: das; -<e)s; -er Lied,
das Kindern vorgesungen wird, damit
sieeinschlafen, Syn.: Schlaflied
schlum|mern: schlummerst; schlummer¬
test; hast geschlummert nicht sehr tief
schlafen; dösen »Ich habe eine halbe
Stmde geschlummert.«
Schlymjtner|roi|le: die; - ; -n [ugs.} Kis¬
sen in Form einer (Nacken-)Rolle
Schlumpf: der; -(e)s; Schlümpfe 1 a)
zwergähnliche Comicfigur mit blau¬
em Körper und weißer od. roter Zip¬
felmütze b) [ugs.] Zwerg 2 ein zeitwei¬
lig einfältiger, aber liebenswerter
Mensch
Schlymps: der; -es; -e [ugs.; landsch.]
nachlässig gekleideter, unordentli¬
cher Mensch
Schlund: der; - fe)s; Schlünde 1 <Anat.>
von Schleimhaut ausgekleidetes Ver¬
bindungsstück zwischen Mundraum
u. Speiseröhre; Rachen 2 <übertr.> tie¬
fe (bedrohliche) Öffnung (z. B. eines
Kraters); Schlucht
Schlun|ze: die; - ; -n 1 [norddt.] schlam¬
pige Frau 2 [landsch.] a) dünne Suppe
b) schwacher Kaffee
schlyn|zen: schlunzt; schlunztest; hast
geschlunzt 1 nachlässig, unzuverlässig
arbeiten 2 schlendernd (bei einem
Schaufensterbummel) gehen
schlup|fen: schlupfst; schlupftest; bist
geschlupft [landsch.] schlüpfen
schlüpjfen: schlüpfst; schlüpftest; bist
geschlüpft 1 <Tier> sich von der Ei¬
schale, der Larve herausschälen, be¬
freien »Die Schildkröte ist aus dem Ei
geschlüpft.« 2 sich geschickt durch
eine (kleine) Öffnung bewegen »Das
Kind ist durch das Loch im Zaun
geschlüpft.« 3 sich schnell verkriechen
»Wenn dir kalt ist, schlüpf unter die
Decke.« 4 sich schnell etw. überziehen
»Sie schlüpfte schnell in ihren
Mantel.« 5 etw. versehentlich äußern
»Ich wollte nichts verraten, das ist mir
aus dem Mund geschlüpft.« 6 sich in
die Rolle einer anderen Person bege¬
ben
Schlüpfer: der; -s; - [veralt.] Unterho¬
se, Slip (von Frauen u. Kindern) »Ich
muß mir neue Schlüpfer kaufen.«
Schlypf|loch: das; -(e)s; -löcher 1
schmale Öffnung zum Durchschlüp¬
fen 2 Versteck; Zufluchtsort
schlüpf|rig: Adj. 1 blank, glatt; feucht u.
glitschig, seifig 2 «übertr.) mit einer
mitschwingenden unanständigen Be¬
deutung; anzüglich »schlüpfrige Be¬
merkungen«
Schlypf|rig|keit: die; - ; -en 1 a) das An¬
züglichsein b) anzügliche, zweideutige
Stelle in einem Text o. ä. 3 das
Schlüpfrigsein; Glätte
Schlypfjstiejfel: der; -s; - Stiefel ohne
Verschluß zum Hineinschlüpfen
Schlupf|wes|pe: die; - ; -n parasitäres
Insekt aus der Familie der Wespen,
dessen Eier u. Larven sich in anderen
(Raupen von) Wirtstieren entwickeln
und nach dem Ausschlüpfen vom
Blut u. Gewebe des Wirtes ernähren
Schlupf|win|kel: der; -s; - 1 Versteck ei¬
nes Tieres 2 Geheimversteck »Die Po¬
lizei sucht nach den Schlupfwinkeln
der Terroristen.«
Schlypf|zeit: die; - ; -en <Zoob Zeit¬
punkt des Ausschlüpfens
schlur|fen: schlurfst; schlurftest; bist
geschlurft 1 a) mit über den Boden
schleifenden Schuhen geräuschvoll
laufen »Sie hörten seine schlurfenden
Schritte.« b) mit schlurfenden Schrit¬
ten irgendwohin gehen
schlür|fen: schlürfst; schlürftest; hast
geschlürft 1 a) geräuschvoll trinken b)
genußvoll trinken c) genußvoll, mit
Bedacht in kleinen Schlucken trinken
2 [landsch.] schlurfen
schlyr]ren: schlurrst; schlurrtest; bist ge¬
schlurrt [norddt.] 1 a) mit über den
Boden schleifenden Schuhen ge¬
räuschvoll laufen b) mit schlurfenden
Schritten irgendwohin gehen
Schluß —» Schluss: der; Schlusses;
Schlüsse 1 a) o. PI. Ende; Beendigung;
Zeitpunkt, an dem etw. endet b) ab¬
schließender, ausklingender Teil
»Schlußwort« 2 Befund; Urteil; Fol¬
gerung aus einer Ableitung; Ergebnis
»Dein Reden läßt den Schluß zu, daß
...ff 3 a) (mit «tw.)Schluß machen —*■
(mit etw.) Schluss machen: [ugs.]
(etw.) beenden, aufhören b) (mit
jmdm.) Schluß machen —» (mit
jmdm.) Schluss machen: [ugs.] ein
Verhältnis, eine Beziehung abbre¬
chen, beenden 4 (mit sich) Schluß
machen —» (mit sich) Schluss
machen: [verhüll.] Selbstmord ver¬
üben, den Freitod suchen
Schluß[ab|rech|nung —» Schluss|abj-
rech|nung: die; - ; -en letzte, abschlie¬
ßende Aufrechnung von Soll u. Ha¬
ben, Syn.: Endabrechnung
Schluß|ab|stim|mung —» Schluss|ab|-
stim|mung: die; - ; -en verbindliche
Abstimmung am Ende einer Ausspra¬
che
Schluß|ak|kord —* Schluss|ak|kord:
der; -fejs; -e <Musik> Ausklang eines
Musikstücks
Schluß|akt—»■ Schluss|akt: der; -fejs;
-e 1 letzte, abschließende Handlung 2
<Theaten letzte Szenenfolge eines
Bühnenstücks
Schluß|be|mer|kung —> Schluss|be|-
merjkung: die; - ; -en abschließende,
zusammenfassende Sätze, Feststel¬
lungen zu einem Thema
Schlu8|be|richt —» Schluss|be|richt:
der; -(e)s; -e abschließende, sachliche
Darstellung zu einem Thema
SchluB|be|spre|chung —* Schluss|be|-
spre|chung: die; - ; -en abschließende
Unterredung (mit Beschlußfassung)
Schluß]bild —> Schluss|bild: das;
-fejs; -er <Theater> letzte Szene eines
Bühnenstücks, Films
Schlyß|drjt(tel —* ScMuss|drit|tel: das;
-s; - <Eishockey> letzter Abschnitt ei¬
nes Spiels (von 20 Minuten Spiellän¬
ge)
Schlüsse!: der; -s; -1a) Gegenstand
zum Öffnen u. Schließen eines Schlos¬
ses b) Werkzeug, mit dem etw. gelöst,
festgeschraubt o. ä. wird 2 «Musik)
kurz für Notenschlüssel = Zeichen in
Partituren, Notenschriften, das an¬
gibt, wie die Noten gelesen u. gespielt
werden sollen »Baßschlüssel« 3
«übertr.) Umstand, Erklärung, wo¬
durch etw. vorher Unverständliches
verständlich gemacht wird
Schlüs|sel|bart: der; -fejs; -barte unte¬
rer, breiterer, mit Zacken versehener
Teil des Schlüssels, der ins Schloß
paßt
Schlüs|sel|bein: das; -(e)s; -e <Anat.>
Knochen zwischen Schulter u. Brust¬
bein; Clavicula
Schlys|sel|blu|me: die; - ; -n 1 Früh¬
lingsblume mit gelben Blüten 2 Pri¬
mel
Schlüs|sel|brett: das; -fe)s; -er an der
Wand angebrachtes, kleines Holz¬
brett (od. Metallstück) mit Haken, an
denen Schlüssel aufgehängt werden
Schlüs|sel|bund: der u. das; -(e)s; -e
lösten.] nur der auf einen Ring auf¬
gezogene Schlüssel
Schlüs|sel|dienst: der; -(e)s; -e Betrieb,
der sich mit der Herstellung von
Schlüsseln, mit dem Einbau u. Öffnen
von Schlössern befaßt
Schlüs]sel]erjleb|nis: das; -ses; -se «Psy¬
chologie) für die persönliche Entwick¬
lung entscheidend wichtiges, ein¬
schneidendes Erlebnis od. Ereignis
1007
schlüsselfertig
schlüs|sel|feijtig: Adj. n. stg. <Bauw.>
völlig fertiggestellt; bereit für den
Einzug
ScMüs|sel|fi|gur; die; - ; -en einflußrei¬
che Person; Person in einer entschei¬
dend wichtigen Position
Sch(üsfselffra|ge: die; ~ ; -n entschei¬
dende Frage bezüglich eines Pro¬
blems, weiterer Ereignisse
Schlüs|sel|ge|walt: die; - ; -1 <Kirche>
höchste Befugnisse für Papst u. Bi¬
schöfe 2 <Rechtsw.> Recht der Ehe¬
partner, sich untereinander in Rechts¬
geschäften, die die Haushaltsführung
betreffen, zu vertreten
Schlüslsel|in|du|strie —* Schlüs|sel|-
in|du|s|t|rie: die; - ; -n <Wirt.> Indu¬
striezweig, von dem viele andere Un¬
ternehmen abhängen
Sch!üs|seljkind: das: -(e)s; -er [ugs.;
meist abwert.] Kind berufstätiger El¬
tern, das einen eigenen (meist an ei¬
nem Lederband o. ä. um den Hals ge¬
hängten) Wohnungsschlüssel hat u.
nach der Schule meist allein zu Hause
ist
Schlüs|sel|loch: das; -(e)s; -löcher Öff¬
nung im Schloß, in die der Schlüssel
gesteckt wird
schlOs|seln: schlüsselst; schlüsseltest;
hast geschlüsselt etw. in einem be¬
stimmten Verhältnis aufteilen
Schlüs|sel|reiz: der; -es; -e <Bio.) Signal,
das ein bestimmtes, instinktives Ver¬
halten auslöst; angeborener, auslö¬
sender Mechanismus
Schlüs|sel|rol|le: die; - ; -n entscheiden¬
de, wichtige Funktion bei etw.
Schlüs|sel|ro|man: der; -(e)s; -e <Lite-
ratürwiss.» der Literaturgattung des
Romans zugehörig, in dem reale Ge¬
schehnisse u. Personen unkenntlich
gemacht, verschlüsselt dargestellt
werden
Schlüs|sel|stel|lung: die; ~ ; -en a) wich¬
tige, beherrschende Position b) <Mi-
lit.> strategisch entscheidende Positi¬
on
Schlüs|sel|wort: das;-fe)s; -e u. -Wörter
1 PI. -Wörter a) Kenhwort für ein
Schloß b) Wort zum Ver- u. Ent¬
schlüsseln von Texten c) auch -Worte
Aussagen von entscheidender Bedeu¬
tung in einem bestimmten Zusam¬
menhang 2 PI. -worte u. -Wörter ein¬
zelnes Wort od. Aussage, das/die eine
verschlüsselte, versteckte Bedeutung
hat, wobei dieser in einem größeren
Text- od. Handlungszusammenhang
eine wichtige, tragende Rolle zu¬
kommt
Schlüs|sel|zahl: die; - ; -en 1 Kennzahl,
Codierung für ein Zahlenschloß 2
Verhältnisangabe bei der Aufteilung
von etw.
schluB|end|lich —* schluss|end|lich:
Adv. [Schweiz.] letztlich; am Schluß,
Ende
Schlu8|fei|er —» Schluss|fei|er die; - ;
-n Festlichkeit, die als Abschluß von
etw. stattfindet
SchluB|fol|ge —*■ Schluss|fol|ge: die;
- ; -n 1 letzte Folge einer Serie 2
Schlußfolgerung
schluB|fol|gem —» schluss|fol|gern:
schlußfolgerst; schlußfolgertest; hast
geschlußfolgert —>alle Formen mit
ss<— einen Schluß aus etw. ziehen;
etw. her- od. ableiten
Schluß|fol|ge|rung —* Schluss|fol|ge|-
rung: die; - ; -en logische(r) Folge,
Schluß aus gegebenen Fakten od. An¬
nahmen; Beweisführung
SchluBfforjmel —» Schlussfforjmel:
die; - ; -n abschließender Satz, festste¬
hender Ausdruck am Ende
schlüs|sig: I Adj. in sich logisch, nach¬
vollziehbar; plausibel »Er brachte
schlüssige Gegenbeispiele vor.« II Adv.
einen Entschluß, eine Entscheidung
gefaßt habend, fassend
Schlüs|sig|keit: die; - ; - Folgerichtig¬
keit (einer Darstellung)
SchluB|ka|pi|tel —» Schluss|ka|pi|tek
das; -s; - letztes Kapitel eines Buches
Schluß|kurs —* Schluss|kurs: der; -es;
-e <Bankw.; Wirt.> Marktpreis von
Wertpapieren bei Börsenschluß
Schlußlicht —» Schlusslicht das;
-(e)s; -er 1 rotes Licht am hinteren
Teil eines Fahrzeugs 2 a) [ugs.] Letz¬
te^) in einer Reihe von Leuten o. ä. b)
Letzte(r) bei einem Wettbewerb
SchluB|pfiff —» Schluss|pfiffc der;
-(e)s; -e <Sport> Signal des Schieds¬
richters mit einer Trillerpfeife, das ein
Spiel, einen Wettkampf beendet
Schluß|pha|se —> Schluss|pha|se: die;
- ; -n (oft Sport» Zeitraum kurz vor
dem Ende
SchluBfpunkt —» Schluss|punkt der;
-fe)s; -e 1 das Ende (eines Satzes)
kennzeichnender Punkt 2 <übertr.»
endgültiger Abschluß
SchluB|run|de —» Schluss|run|de: die;
- ; -n letzte Runde (bei einem Wett¬
kampf)
SchluB|satz —* Schluss|satz/Schluss-
Satc der; -es; -sätze 1 a) abschließen¬
der Satz eines Textes, Vortrags b) zu¬
sammenfassende letzte Bemerkun¬
gen); Konklusion 2 <Musik> letzter
Satz eines Musikstücks
SchluB|si|gnal —> Schluss|si|g|nal/
Schluss-Si|g|nal: das; -(e)s; -e aku¬
stisches od. optisches Zeichen, das die
Beendigung von etw. anzeigt
Schlufi|spie|ler —» Schluss|spie|ler/
Schluss-Spie|ien der; -s; - <Sport;
Rugby» letzter Spieler vor dem Mal
SchluB|spurt —> Schlussjspurt/
Schluss-Spurt der; -(e)s; -e <meist
Sport» höchste Anstrengung am Ende
eines Spiels od. einer Strecke, Syn.:
Endspurt
Schlu8|stein —» Schlussjstein/
Schluss-Stein: der 1 dibertr.» End¬
punkt; Höhepunkt; Ereignis, das das
Ende von etw. anzeigt 2 <Archit.» be¬
sonders geschmückter Stein am höch¬
sten Punkt eines Bogens od. Gewöl¬
bes
SchluB|strich —* Schlussstrich/
Schluss-Strich: der; -(e)s; -e 1
Strich, Linie am Ende einer Rech¬
nung od. eines Schriftstücks 2 einen
Schlußstrich unter etw. ziehen —>
einen Schlussstrich unter etw. zie-
hen/einen Schluss-Strich unter etw.
ziehen: eine Sache endgültig abschlie¬
ßen, vergessen
SchluB|sze|ne —* Schluss|sze|ne/
Schluss-Szgjne: die; - ; -n letzte Ein¬
stellung in einem Film od. letzte Sze¬
ne eines Theaterstückes
SchluB|teil —» Schlussfteil: der; -(e)s;
-e letzter Teil, Ende von etw.
Schluß|ver|kauf —* Schluss|ver|kauh
der; -(e)s; -verkaufe <Wirt.» Ausver¬
kauf der Ware am Ende einer Saison
zu deutlich herabgesetzten Preisen
SchluB|ver(tei|lung —» Schluss|ver[-
teijlung: die; - ; -en <Rechtsw.» ge¬
richtlich festgelegte Aufteilung der
zur Verfügung stehenden Konkurs¬
masse auf die Gläubiger
SchluB|wei|se —* Schluss|wei|se: die;
- ; -n Art, Methode, einen logischen
Schluß aus etw. zu ziehen
SchluB|wort —» Schluss]wort das;
-(ejs; -e letzte (zusammenfassende)
Worte zu einem Thema; abschließen¬
der Satz
SchluB|zei|chen —> Schluss|zei|chen:
das; -s; - akustisches Signal (z. B. bei
Radiosendem), das den (Sende-)
Schluß, das Ende anzeigt
Schmach: die; - ; - [geh.] Demütigung,
Schande, die jmd. erfährt
schmach|be|deckt: Adj. schmachbe¬
deckter; schmachbedeckteste [geh.]
voller Schande; sehr gedemütigt
schmach|be|la|den: Adj. [geh.] voller
Schande
schmachjten: schmachtest; schmachte¬
test; hast geschmachtet [geh.] 1 sich
nach etw. od. jmdm. sehnen; nach
etw. od. jmdm. verlangen, vor Be¬
gierde brennen; schwärmen 2 Hunger
od. Durst erleiden
Schmachtjfetjzen: der; -s; ~ [ugs.] 1
schmalziges Lied; zu Herzen gehen-
de(s)(r) Buch od. Film 2 lächerlicher,
übertrieben bemühter Liebhaber,
Verehrer, der seiner Angebeteten hö¬
rig ist, Syn.: Schmachtlappen <1 a>
schmächftig: Adj. von der Figur her
mager, dünn u. schwächlich, zer¬
brechlich wirkend; nicht sehr kräftig
im Körperbau
Schmacht|kom: das; -(e)s; -körner
(Landwirt.» nicht vollständig ausge¬
bildetes Korn
Schmacht|lap|pen: der; -s; ~ [ugs.] 1 a)
lächerlich übertrieben bemühter, sich
verzehrender Liebhaber, Verehrer,
Syn.: Schmachtfetzen b) Schwächling
2 rührselige(s)(r) Stück, Film
Schmacht|locke (Schmacht|lok|ke —»
Schmacht|lo|cke): die; - ; -n [ugs.]
über die Stirn fallende, stark aufge¬
drehte Haarlocke (bei Männern) (die
bei Frauen Eindruck erwecken soll)
Schmacht|riejmen: der; -s; - [ugs.;
scherzh.J Gürtel
schmach|voll: Adj. schändlich; enteh¬
rend; demütigend; unwürdig
Schmackes (Schmakjkes —* Schma|-
ckes): die (PI.) [ugs.; landsch.] 1
Schwung; Kraft 2 Schläge; Hiebe
schmack|haft: Adj. schmackhafter;
schmackhafteste 1 (Nahrung) von gu¬
tem Geschmack »ein schmackhaftes
Essen« Syn.: lecker; köstlich 2 jmdm.
etw. schmackhaft machen: [ugs.]
jmdm. etw. als besonders gut, vielver¬
sprechend, erstrebenswert darstellen
od. erscheinen lassen
Schmack|hafftig|keit die; ~ ; -en Wohl¬
geschmack; guter Geschmack von
etw.
Schmad|deR der; -s; - [norddt.] Matsch
1008
Schmeichelwort
Schmäh: der; -s; - u. -s [österr.] 1 a) bil¬
liger Trick b) Schwindelei; Ausflucht;
Lüge c) das Schlechtmachen von
etw., jmdm. 2 o. PI. charmante
Freundlichkeit; höfliche, witzige Zu¬
vorkommenheit (der Wiener) 3 jmdn.
am Schmäh halten: jmdn. verulken;
jmdm. etw. vormachen
schmflhen: schmähst; schmähtest; hast
geschäht jmdn. demütigen, verachten,
beleidigen
schmäh|lich: Adj. abscheulich; schänd¬
lich; verachtenswert
Schmäh|re|de: die; - ; -n das Schlecht¬
machen; beleidigende Worte; Ehren¬
kränkung von jmdm.
Schmäh|schrift: die; - ; -en schriftlich
geäußerte(r) Spott, Beleidigungen,
Kränkungen; Pamphlet
Schmäh|suchfc die; - ; - ausgeprägte
Veranlagung, jmdn. zu beleidigen, in
dessen Ehre zu verletzen
schmäh|siich|tig: Adj. stets zu Beleidi¬
gungen u. Beschimpfungen bereit
Schmäh|wort: das; -(e)s; -Wörter Belei¬
digung; Schimpfwort
schmal: Adj. schmaler/schmäler;
schmälste 1 dünn; eng u. begrenzt 2 a)
<Körperstatur> mager; hager b) wenig
»eine schmale Rente« 3 schmales
Handtuch: [ugs.] nicht kräftig, son¬
dern eher schwächlich, schmächtig
gebaute Person 4 schmal ist der Weg
zur Tugend, breit zur Sünde: die Ver¬
führung zu schlechten Dingen, zu ei¬
nem schlechten Lebenswandel ist sehr
groß; gut, ehrlich, tugendhaft o. ä. zu
bleiben, sein, ist viel schwieriger
schmai|brü{stig —> schmaljbrüs|tig:
Adj. 1 mit einem schmalen Brustkorb
ausgestattet 2 [ugs.] körperlich nicht
besonders eindrucksvoll
schmä|lern: schmälerst; schmälertest;
hast geschmälert verkleinern; verrin¬
gern; einschränken
Schmä|le|rung: die; - ; -en Verkleine¬
rung; Verringerung; Einschränkung
Schmaplm: der; -(e)s; -e heute kaum
noch verwendeter Amateurfilm von
geringer Breite für (Super-8-)Kame-
ras
Schmal(fil|mer der; -s; ~ weibl.
Schmal|fi!|me|rin: die; - ; -nen Person,
die mit einer Schmalfilmkamera Auf¬
nahmen macht
Schmal|film|ka|me|ra: die; - ; -s Auf¬
nahmegerät zur Herstellung von
(Amäteur-)Schmalfilmen
Schmal|heit: die; -; - geringe Breite; Be¬
grenztheit
schmal|lip|pig: Adj. mit einer sehr
schmalen Ober- u. Unterlippe
Schmal|roh: das; -(e)s; -e junges, weib¬
liches Reh
Schmal|sei|te: die; * ; -n Seite von etw.,
die die geringere Breite besitzt
Schmalspur: die; ~ ; - <Eisenb.> Schie¬
nenstrang (od. Zug), bei dem der Ab¬
stand zwischen den Schienen (od. den
Rädern) geringer ist als normalerwei¬
se
Schmal|spuijaka|de|mi|ker —*
Schmal|spurja|ka|de|mi|ker: der; -s; -
weibl. Schmal|spur|aka|de|mi|ke|rin
—» Schmal|spur|a|ka|de|mi(ke|rin:
die; - ; -nen [ugs.; abwert.] Person, die
ein Fachhochschulstudium absolviert
hat
Schmal|spurjbahn: die; - ; -en auf
Schienen mit geringer Spurbreite fah¬
rende Eisenbahn
schmal|spu|rig: Adj. mit geringerem
Abstand zwischen den Schienen, Rä¬
dern als normalerweise
Schmal|tier: das; -(e)s; -e weibliches,
junges Rot- od. Damwild
Schmal|vieh: das; -(e)s; - [veralt.]
Kleinvieh
schmal|wüch|sig: Adj. von schmaler,
zierlicher, kleiner Statur
Schmalz: das; -es; - u. (Sorten) -e aus
Gewürzen u. dem erhitzten, ausgelas¬
senen Fett von (geschlachteten) Tie¬
ren gewonnener Brotaufstrich
Schmalz: der; -es; - [ugs.] vordergrün¬
dig auf Emotionen zielendes, minder¬
wertiges Medien- od. Literaturer¬
zeugnis; Kitsch
Schmalzlbrot: das; -(e)s; -e mit
Schmalz bestrichene Brotscheibe
Schmäl|ze: die; - ; -n [fachsprl ] öliger
Stoff zur Behandlung von Wollfasem
vor dem Spinnen
schmal|zen: schmalzt; schmalztest; hast
geschmalzt beim Kochen etw. mit
Schmalz zubereiten
schmäl|zen: schmälzt: schmälztest; hast
geschmälzt 1 beim Kochen etw. mit
Schmalz zubereiten 2 Fäden vor dem
Spinnen mit Schmalz behandeln
Schmalz|fleisch: das; -(e)s; - sehr fett¬
haltiges Fleisch, das zu einer streich¬
fähigen Masse eingekocht wurde
schmal|zig: Adj. 1 in der Beschaffen¬
heit, Konsistenz ähnlich wie Schmalz;
fettig, ölig u. schmierig 2 übertrieben
gefühlvoll, sentimental
Schmalz|ler: der; -s; - [bayr.] mit
Schmalz versetzter Schnupftabak
Schmalz|tol|le: die; - ; -n [ugs.] mit Fri¬
siercreme, kunstvoll geformte u. fi¬
xierte Stimlode, Haarwelle
Schman|kert: das; -s; -n [landsch.] a)
kleiner Leckerbissen b) bestimmte
Gebäcksorte
Schmant: der; -(ejs; -1a) saure Sahne
b) Haut, die sich auf gekochter Milch
bildet 2 [landsch.] Schmutz; Schlamm
Schmant|kar|tof|feln: die (PI.) Pellkar¬
toffeln mit saurer Sahne
schma|rot|zen: schmarotzt; schmarotz¬
test; hast schmarotzt 1 sich von ande¬
ren aushalten lassen 2 <Bio.> von ei¬
nem Wirt (seinem Körper) lebend
Schma|rot|zeR der; -s; - weibl. Schma|-
rot|ze|rin: die; - ; -nen 1 Person, die
auf Kosten anderer lebt 2 <Bio.> als
Parasit lebende(s) Pflanze od. Tier
8chma|rot|zer|haft: Adj. schmarotzer¬
hafter; schmarotzerhafteste in der Art
eines Schmarotzers jmdn. ausnut¬
zend; parasitenhaft
schma|rot|ze|risch: Adj. wie ein Schma¬
rotzer jmdn. ausnutzend; parasiten¬
haft
Schma|rpt|zer]pf1an|ze: die; - ; -n Pflan¬
ze, die auf anderen Pflanzen wächst,
von der Wirtspflanze profitiert
Schma|rot|zer|tier: das; -(e)s; -e Tier,
das in od. auf einem Wirt lebt, von
dem Wirt profitiert
Schma|rot|zeijtum: das; -s; - ständiges
Ausnutzen von jmdm., etw.; Art eines
Schmarotzers, Syn.: Parasitismus
Schmar|re: die; ~ ; -n [ugs.] Narbe;
Schmiß
Schmaijren: der; -s; ~ 1 österreichische
Speise aus geschlagenen Eiern u.
Mehl, die gebraten u. in Stücke ge¬
zupft wird »Ab u. zu esse ich gern ei¬
nen (Kaiser-)Schmarren.« 2 [süddt.;
österr.; ugs.] dummes Gerede
Schmatz: der; -es; -e u. Schmätze [ugs.]
mit einem schmatzenden Laut gege¬
bener Kuß
Schmätz|chen: das; -s; - kleiner,
schwacher Schmatz, Kuß
schmat]zen: schmatzt; schmatztest;
hast geschmatzt 1 geräuschvoll, laut
essen 2 küssen mit schmatzendem Ge¬
räusch
Schmat|zeR der; -s; - [ugs.] mit einem
schmatzenden Laut gegebener Kuß
Schmätzer der; -s; - Vogel(art) aus
der Familie der Drosseln
schmaulchen: schmauchst; schmauch¬
test; hast geschmaucht genußvoll rau¬
chen
Schmauch|spuR die; - ; -en nach einem
Schuß verbleibende Reste unver¬
brannten Schießpulvers
Schmaus: der; -es; Schmäuse üppiges,
leckeres Essen (bei einem Fest, Gela¬
ge)
schmaulsen: schmaust; schmaustest;
hast geschmaust genußvoll essen; mit
Wohlbehagen verzehren
Schmau|se|rei: die; - ; -en fortwähren¬
des Schmausen, genußvolles Essen
schmecken (schmekjken —> schmej-
cken): schmeckst; schmecktest; hast
geschmeckt 1 auf die Zunge nehmen
u. den Geschmack, die Beschaffenheit
von etw., einer Speise wahmehmen,
feststellen; eine Geschmacksempfin¬
dung bewirken 2 versuchen, vorko¬
sten, probieren 3 dibertr.) [ugs.; oft
ironisch] gefallen 4 <übertr.> [ugs.]
spüren »Er bekam meinen Haß, den
Stock zu schmecken.« 5 wenn es am
besten schmeckt, soll man
aufhören: Anmerkung bei einem gu¬
ten Essen (od. Trinken), wenn man
noch mehrangeboten bekommt, aber
satt ist, genug hat 6 schmecken wie
eingeschlafene Füße; nicht nach
ihm u. nicht nach ihr schmecken;
wie Hund schmecken: [ugs.] nach
nichts, fad, (sehr) schlecht schmecken
Schmei|che|lei; die; - ; -en übertriebe¬
nes Lob; (unverdiente(s)) Lob, Äuße¬
rung, das/die dem anderen sehr ge¬
fällt
schmei|chel|haft: Adj. schmeichelhaf¬
ter; schmeichelhafteste vorteilhaft
aussehend od. wirkend, erscheinen
lassend
Schmei|chei|kätz|chen: das; -s; - klei¬
nes Kind, meist Mädchen, das jmdn.
zärtlich, einschmeichelnd umgarnt
Schmei|chel|kat|ze: die; - ; -n kleines
Kind, meist Mädchen, das jmdn.
zärtlich, einschmeichelnd umgarnt
schmei|cheln: schmeichelst; schmeichel¬
test; hast geschmeichelt 1 jmdn. od.
etw. übertrieben loben, Positives sa¬
gen, um jmdn. für sich zu gewinnen u.
Vorteile zu erzielen; jmdn. verehren,
jmd. (einer Frau) den Hof machen 2
etw. ist sehr kleidsam, läßt etw.,
jmdn. vorteilhaft aussehen
Schmei|chel|worfc das; -(e)s; -Wörter
schmeichelhafte Äußerung jmdm. ge¬
genüber
1009
Schmeichler
Schmeichler: der; -s: - weibl.
Schmeich|le|rin: die; -; -nen Person,
die durch Schmeicheln etw. erreichen
will; Kriecher; Lobhudler
schmelch|le|risch: Adj. anbiedernd;
schöntuend; schleimig
schmei|di|gen: schmeidigst; schmeidig-
test; hast geschmeidig! geschmeidig,
weich u. anschmiegsam machen
schmeißen: schmeißt; schmissest; hast
geschmissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— fugs.] 1 werfen »den
Ball schmeißen« 2 etw. aufgeben u.
nicht weitermachen, beenden »das
Studium schmeißen« 3 etw. in bewun-
derswerter Art u. Weise bewältigen
»Sie schmeißt hier den ganzen Laden.«
4 etw. vergeuden, verprassen »Sie
schmeißt ihm ihr Geld in den Rachen.«
Schm«16|flie|ge: die; - ; -n 1 (Zoob gro¬
ße, metallisch blau schillernde Fliege,
deren Eier, Larven sich vor allem in
Aas, faulendem Fleisch entwickeln 2
jmd. ist lästig wie eine
SchmeiBfiiege: jmd. ist sehr auf¬
dringlich, geht jmdm. (über einen län¬
geren Zeitraum) auf die Nerven
Schmelz: der; -es; -e 1 äußere, emaille¬
artige, sehr harte Schicht eines Zahns
2 Überzug, Glasur aus Email 3 als an¬
genehm empfundene Weichheit, zarte
Ausdruckkraft, Anmut von (Sicht-
od.) Hörbarem
Schmelzjbad: das; -(e)s; -bader (Tech¬
nik> mit flüssigem Material gefüllter
Schmelztiegel
schmelz|bar. Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man es schmelzen, durch Wärme
verflüssigen kann
Schmelz|baijkelt: die; - ; - die Möglich¬
keit, etw. zu schmelzen, durch Wärme
zu verflüssigen
Schmelz|but)ter: die; - ; - (Kochk.* But¬
terschmalz
Schmel|ze: die; ~ ; -n 1 das Flüssigwer¬
den eines Stoffes durch Wärmeein¬
wirkung 2 a) (Technik* flüssiges, ge¬
schmolzenes Material b) (Geologie*
Gestein, das aus erstarrter Lava ent¬
standen ist 3 [veralt.] Schmelzhütte
schmel|zen: schmilzt; schmolz(e)st;
hast/bist geschmolzen a) ist durch Hit¬
zeeinwirkung flüssig werden, sich von
der Konsistenz auflösen »Das Eis
schmilzt in der Sonne.« b) hast durch
Hitzeeinwirkung flüssig machen; aus¬
lassen c) bist (übertr.* [ugs.] sehr stark
schwitzen »Bei dieser Hitze bin ich
fast geschmolzen!« d) bist (übertr.* ne¬
gative Gefühle verlieren od. von ei¬
nem positiven Gefühl erfüllt werden
(u. daraufhin unter Umständen
jmdm. vergeben, verzeihen) »Meine
Zweifel schmolzen (dahin).«
schmeljzend: Adj. n. stg. 1 sich gerade
verflüssigend 2 (übertr.* weich u. ge¬
fühlvoll; wohlklingend
Schmelz|faijbe: die; ~; -n Emailfarbe
Schmelzjglas: das; -es; - Email
Schmelz|hüt|te: die; - ; -n Werk, in dem
durch Schmelzen von bestimmtem
Gestein Metalle gewonnen werden
Schmelz]kä|se: der; -s; - weicher,
streichfähiger Käse ohne Rinde, der
aus geschmolzenen Hartkäsesorten
hergestellt wird
Schmelzjofen —> Schmelz)o|feit der;
-s; -öfen Ofen zum Schmelzen von
Metallen
Schmefzlpunkt: der; -(e)s; -e (Physik*
Temperatur, bei der ein Stoff vom fe¬
sten in den flüssigen Zustand über¬
geht
Schmelz|tie|gel: der; -s; ~ Gefäß, in
dem Glas od. Metall geschmolzen
werden kann
Schmelz|wär|fne: die; ~ ; - (Physik*
Temperatur, die ein Kilogramm eines
Stoffes benötigt, um nach Erreichen
der Schmelztemperatur vollständig
vom festen in den flüssigen Zustand
überzugehen
Schme(z|was|ser: das; -s; - geschmolze-
ne(s)(r) Eis od. Schnee
Schmelz|was|serjrin|ne: die; - ; -n
(Geologie* am Ende der Eiszeit
durchs Schmeizwasser entstandene
Vertiefung
Schmer der u. das; -s; - Bauchfettgewe-
webe
Schmer|bauch: der; -(e)s; -bäuche
[ugs.] a) durch zu ausgiebiges Essen,
Trinken gebildeter vorstehender
Bauch b) Person, die einen dicken
Bauch hat; Dickwanst
schmer|bäu|chig: Adj. mit einem dik-
ken Bauch versehen
Schmerjfluß —*■ Schmer|flusx der;
-flusses; - (Med.* vermehrte, krank¬
haft bedingte Produktion, Absonde¬
rung der Talgdrüsen; Seborrhoe
Schmer|le: die; ~ ; -n (Zoob im Süßwas¬
ser lebende(r) Karpfenfisch(art) von
kleinem (gedrungenem) Körper¬
wuchs, Syn.: Schlammbeißer
Schmerjling: der; -s; -e Speisepilz(art)
vongelbhcher Farbe
Schmerz: der; -es; -en 1 a) körperlich
unangenehme, peinigende Empfin¬
dung »Ich habe Schmerzen im Bauch.«
b) seelisch großer Kummer; Trauer;
Leid c) Last; Plage 2 Schmerz, laB
nach! —> Schmerz, lass nacht [ugs.]
ungehaltener Ausruf (z. B. bei einem
kleineren Unfall, bei dem Schmerzen
verursacht werden)
—> Schmerz lin[dern<± s. schmerzlin¬
dernd
schmerz|emp|find|lich: Adj. Schmerzen
schnell wahrnehmend
Schmerz|emp|findßich|keit: die; - ; -
Sensibilität gegenüber Schmerzen
Schmerz(emp|fin(dung: die; ~ ; -en
Wahrnehmung von Schmerzen (wird
nicht durch die eigentlichen Sinnesor¬
gane hervorgerufen)
schmerjzen: schmerzt; schmerzte; hat
geschmerzt t körperlich spürbar
wehtun »Sein vereiterter Zahn
schmerzte.« 2 Kummer verursachen;
betrüben; seelische Schmerzen auslö¬
sen 3 beleidigen; empören
schmer|zen|reich/schrneijzens|reich:
Adj. voller Schmerzen; mit vielen kör¬
perlichen od. seelischen Schmerzen
verbunden
Schmer|zens|geld: das; -(e)s; -er
(Rechtsw.* Geld als Entschädigung
für erlittene körperliche od. seelische
Verletzungen (über dessen Höhe in ei¬
nem Zivilprozeß entschieden wird)
Schmer|zens|laut: der; -fe)s; -e Ausruf,
den man von sich gibt, wenn man
Schmerz empfindet
schmer|zens[reich/schmeijzen|reich:
Adj. voller Schmerzen; mit vielen kör¬
perlichen od. seelischen Schmerzen
verbünden
Schmerjzens|schrei: der; -(e)s; -e
Schrei, der spontan aufgrund großer
Schmerzen erfolgt
schmeiz|er)füllt: Adj. schmerzerfüllter;
schmerzerfüllteste voller Schmerzen;
von seelischen od. körperlichen
Schmerzen befallen
Schmerz|for|schung: die; - ; - Bereich
in der Medizin, der sich mit der Ursa¬
chenfindung sowie der Behandlung
von meist chronischen Schmerzen be¬
schäftigt
schmerz|frai: Adj. n. stg. keine Schmer¬
zen empfindend, habend
Schmenejge|fühl: das; -(e)s; -e Empfin¬
dung von Schmerz
schmerz|haft: Adj. schmerzhafter;
schmerzhafteste 1 körperlich als
Schmerz spürbar 2 seelischen
Schmerz bereitend
Schmerz|haf|tig|keit: die; - ; - Bereiten,
Beinhalten von Schmerzen
Schmerz|kli|nik: die; - ; -en spezielles
Krankenhaus zur Behandlung von
Schmerzpatienten u. zur Erforschung
der Schmerzursachen
schmerz|lich: Adj. Kummer od. seeli¬
sches Leid bereitend; jammervoll
Schmen[lich|keit: die; -; - großer seeli¬
scher Kummer
schfnerz|lin|dernd —> auch Schmerz
lin|derncfc Adj. Schmerz erträglicher
machend; Schmerz vermindernd
schmerz|los: Adj. schmerzloser;
schmerzloseste ohne Schmerzen, Qua¬
len zu leiden, zu verursachen
Schmerz|mit|tel: das; -s; ~ Medika¬
ment, das Schmerz vermindert; Anal¬
getika
Schmerz|schwel|le: die; - ; -n a) Punkt,
ab dem die körperliche Schmerzemp¬
findung einsetzt b) (übertr.* Situation,
die man für gerade noch erträglich,
vertretbar hält
schmerz|stil|lend: Adj. das Schmerz¬
empfinden verringernd; Schmerzen
unterdrückend
Schmen|ta[blet(te —> Schmerz(ta|b|-
let|te die; - ; -n Medikament gegen
Schmerzen in Form einer Pille; Anal¬
getika
schmerz|ver[zerrt: Adj. schmerzverzerr¬
ter; schmerzverzerrteste (Gesichtszü¬
ge* durch Schmerzeinwirkung verän¬
dert
Schmetjten: <tschech.> der; -s; -
[landsch.] Sahne
Schmet|ten|kä|se: der; -es; - [landsch.]
Sahnequark
Schmettter|ball: der; -(e)s; -balle
(Sport* sehr fest geschlagener Ball
(der direkt aus der Luft, Flugphase
(an-)genommen und zurückgeschla¬
gen wird)
Schmet|ter|ling: der; -s; -e 1 (Zoob in
vielen Farben u. Größen vorkom¬
mendes Insekt aus der Gruppe der
Falter 2 o. PI. Schwimmstil, bei dem
die Arme gleichzeitig gestreckt über
das Wasser nach vorne gezogen wer¬
den; Butterflystil 3 (Turnen* frei ge¬
sprungener Salto
1010
Schminktopf
Schmet|ter|lingsjblü|te: die; - ; -n <Bot.>
Blutenform, die an einen Schmetter¬
ling (1) erinnert
Schmet]teijlings|ka|sten —» Schmetj-
ter|lings|kas)ten: der; -s; -kästen mit
einer Glasscheibe abgedeckter Behäl¬
ter, in dem präparierte Schmetterlin¬
ge ausgestellt werden
Schmet]ter|lings|kun]de: die; - ; -
<Zoob Wissenschaftsbereich, der sich
mit der Erforschung der Schmetter¬
linge befaßt
Schmet|ter|lings|netz: das; -es; -e dün¬
ner (feinmaschiger) Stoffsack über ei¬
nem Ring an einem Stiel, mit dem
man Schmetterlinge einfängt, ohne
sie zu verletzen; Kescher
Schmet|ter|lings|samm|lung: die; ~ ;
-en Auswahl an präparierten Schmet¬
terlingen
Schmet|ter|lings|stil: der; -(e)s; - be¬
sonderer Schwimmstil, bei dem die
Arme gleichzeitig gestreckt über das
Wasser nach vorne gezogen werden;
Butterflystil
schmetftern: schmetterst; schmetter¬
test; hast geschmettert 1 a) etw. sehr
heftig werfen »Aus Wut hatte er den
Teller an die Wand geschmettert.« b]
heftig gegen etw. fallen; fest aufschla¬
gen »Die Wellen schmetterten das
Boot gegen die Felsen.« c) <Sport> ei¬
nen Ball mit großer Kraft schlagen 2
a) laut singen »Der Vogel schmettert
frühmorgens sein Lied.« b) laut tönen,
schallen, erklingen; lärmen »Die Mili¬
tärkapelle schmetterte einen Marsch.«
Schmet|ter|schlag: der; -(e)s; -schläge
<Sport> a) besonders kräftiger Schlag
auf den Ball (z. B. beim Volleyball) b)
Schmetterball (z. B. beim Tennis,
Tischtennis)
Schmicke (Schmik|ke —> Schmi|cke):
die; -; -n [norddt.] Peitschenschnur
Schmied: der; -fe)s; -e weibl. [selten]
Schmie|din: die; - ; -nen 1 Person, die
(beruflich) stark erhitztes Metall zu
Gebrauchsgegenständen formt 2 je¬
der ist seines Glückes (eigener)
Schmied: jede Person ist für die eige¬
nen Lebensumstände (z. B. Zufrie¬
denheit) selbst verantwortlich
schmiedtbar: Adj. n. stg. mit Schmiede¬
werkzeug verformbar, zu bearbeiten
Schmjelde: die; - ; -n 1 a) Arbeitsplatz
eines (Huf-)Schmieds b) Abteilung
für Schmiedearbeiten in einem größe¬
ren Werk 2 Gebäude, in dem Schmie¬
dearbeiten durchgeführt werden
Schmie|de|ar|beit: die; - ; -en a) Ar¬
beitsvorgang des Schmiedens b) ge¬
schmiedetes (kunstfertiges) Produkt;
etw. durch Schmieden Geschaffenes
Schm|e|de|ei|sen: das; -s; - a) in der
Schmiede, durch Schmieden bearbeit¬
bares Eisen b) ein aus geschmiedetem
Eisen hergestelltes Produkt
schmiejde|ei|sern: Adj. n. stg. aus ge¬
schmiedetem Eisen hergestellt
Schmie[de|ham|mer: der; -s; -hämmer
schweres Schlagwerkzeug, das zum
Schmieden gebraucht wird, mit dem
glühendes Metall bearbeitet, in die
richtige Form gebracht wird
Schmie|de|kunst: die; - ; - (künstleri¬
sche) Fertigkeit beim Schmieden
schmiefden: schmiedest; schmiedetest;
hast geschmiedet 1 Eisen, Metall in
glühendem Zustand anders formen,
bearbeiten; etw. aus glühendem Me¬
tall formen, herstellen »Er schmiedete
ein Hufeisen.« 2 einen Plan
schmieden: etw. ersinnen, ausdenken
Schmje|de|ofen —» Schmie|de|o|fen:
der; -s; -Öfen Vorrichtung, Gerät, in
der/dem das Feuer zum Erhitzen des
Eisens brennt
Schmie|de|pres|se: die; - ; -n Hilfsgerät
zum Bearbeiten von erhitztem Eisen
Schmje|ge: die; - ; -n 1 <Schiffbau> mehr
od. weniger 90° bildender Winkel, der
durch das Zusammentreffen zweier
gekrümmter Teile entsteht 2 a) Win¬
kelmaß mit beweglichen Schenkeln b)
klappbares Metermaß
schmie|gen, sich: schmiegst dich;
schmiegtest dich; hast dich geschmiegt
a) <Person> Körperkontakt suchen,
jmdn. od. etw. berühren; sich ku¬
scheln b) eng anliegen
schmieg|sam: Adj. 1 a) sich leicht an
eine Form anpassend b) [geh.] anpas¬
sungsfähig; flexibel 2 [geh.] biegsam;
geschmeidig
Schmier|block: der;-(e)s; -blocke [ugs.]
Schreibpapier für (unordentlich auf¬
geschriebene) Notizen
Schmierjdienst: der; -fe)s; -e <Kfz-
Technik) Leistung einer Werkstatt,
bestimmte Autoteile zu fetten od. ein¬
zuölen
Schmje|re: die; - ; -n (PI. s.) 1 dickflüs¬
siges, fettiges Material, mit dem be¬
wegliche (Maschinen-)Teile vor Ver¬
schleiß geschützt werden 2 Schmutz,
Dreck mit einer öligen Beschaffenheit
3 [abwert.; ugs.] (Streife, Streifenwa¬
gen der) Polizei »Da kommt die
Schmiere.« 4 schlechtes, kleines Thea¬
ter 5 Schmiere stehen: Posten, Wa¬
che stehen, aufpassen, daß niemand
kommt, während ein Komplize ein
Verbrechen (meist einen Einbruch)
begeht
schmie|ren: schmierst; schmiertest; hast
geschmiert 1 etw. einfetten, ölen, mit
Fett bestreichen »Das Schloß muß ge¬
schmiert werden.« 2 eine streichfähige
Masse auf einer Fläche verteilen 3
jmdn. bestechen, um etw. Ungesetzli¬
ches tun zu können 4 [ugs.] a) jmdm,
eine, ein paar schmieren: einer Per¬
son (eine) Ohrfeige(n) geben b) eine,
ein paar geschmiert bekommen,
kriegen: (eine) Ohrfeige(n) bekom¬
men 5 wie geschmiert [ugs.] ohne
Probleme, reibungslos verlaufend
Schmie|ren|ko|mö|di|ant: der; -en; -en
weibl. Schmielren|ko|mö|di|an|tin:
die; - ; -nen [abwert.] a) Darsteller(in)
an einem provinziellen Theater bj
Person, die versucht, durch theatrali¬
sches Auftreten Wirkung zu erzielen
Schm|e|ren|thea|ter —> Schmie|ren|-
the|ajter: das; -s; - [abwert.] niveau¬
loses Theater
Schmie|rer: der; -s; ~ weibl. Schmje|re|-
rin: die; • ; -nen 1 [selten] Person, die
etw. schmiert 2 [österr.; ugs.] vorge¬
fertigte Übersetzung als unerlaubtes
Hilfsmittel in der Schule
Schmie|re|rei: die; • ; -en [ugs.; abwert.]
1 Parolen, Sprüche od. Malereien, die
(verbotenerweise) auf Wände aufge¬
tragen wurden 2 unsauberes, unleser¬
liches) Geschriebenes, Schriftstück
schmieijfä|hig: Adj. sich dazu eignend,
etw. zu schmieren, ölen
Schm|er]fä|hig|keib die; - ; - Eignung,
etw. zu schmieren; Eigenschaft eines
Schmiermittels
Schmierfett: das; -(e)s; -e dickflüssi¬
ges, zähes Schmiermittel
Schmieijfilm: der; -(e)s; -e dünne
Schicht, die ein Schmiermittel auf ei¬
nem geschmierten Gegenstand hin¬
terläßt
Schmierffink: der; -en u.-(e)s; -en [ugs.;
abwert.] 1 a) Person, meist Kind, die/
das mit etw. herummatscht, etw. ver¬
schüttet, verschmiert b) Person, meist
Kind, die/das sich od. seine Umge¬
bung schmutzig macht 2 a) Person,
die Wände o. ä. mit Parolen od. Sprü¬
chen besprüht b) Person, die absto¬
ßende od. diffamierende Zeitungsbe¬
richte schreibt
Schmjer|geld: das; -(e)s; -er [ugs.; ab¬
wert.] Geldsumme, die bezahlt wird,
um Vorteile zu erlangen, Syn.: Beste¬
chungsgeld
Schmterjheft: das;-(e)s; -e gebundenes
o. ä. Schreibpapier für vorläufige No¬
tizen, Entwürfe o. ä.
schmiejrig: Adj. 1 von klebrig-öliger
Beschaffenheit 2 schmutzig; mit
Dreck, Schmutz bedeckt »Warum
hast du so schmierige Hände?« 3 (Cha¬
rakter; übertr.> mit, von falscher,
kriecherischer, übertriebener Freund¬
lichkeit »ein schmieriger Kerl«
Schmie|rig|keK: die; • ; -1 unangeneh¬
mes, unanständiges Benehmen 2 das
Schmutzigsein, Schmierigsein
Schmjer|kä|se: der; -s; • weicher Käse,
den man aufs Brot streichen kann
Schmier|mit|tel: das; -s; ~ Öl od. Fett
zum Einschmieren, Gleitfähigmachen
von Maschinenteilen
Schm[erjnip|pel: der; -s; - kleine, ver¬
schließbare Öffnung an Maschinen¬
teilen, durch die das Schmiermittel
hineingegeben wird
Schmieröl: das; -(e)s; -e Maschinenöl,
das Maschinenteile gleitfähig macht
Schmieijpalpier: das;-(e)s; - Papier für
(schnelle, ungeordnete) Entwürfe,
Notizen u. ä.
Schmier]pres|se: die; - ; -n <Technik>
Fettpresse
Schmieijseijfe: die; - ; - u. (Sorten) -n
streichfähige, dickflüssige Kaliseife
Schmier]zet|tel: der; -s; - Blatt Notiz¬
papier (auf das oft eilig etw. geschrie¬
ben wird als Gedächtnisstütze, bevor
es wieder vergessen ist, wurde)
Schm|n|ke: die; ~ ; -n Cremes, Lippen¬
stift, Rouge u. ä. zur Verschönerung
u. (besonders bei Schauspielern) Ver¬
änderung des Gesichts; Make up
schmin|ken: schminkst; schminktest;
hast geschminkt mit kosmetischen
Hilfsmitteln das Aussehen verschö¬
nern od. verändern
Schnunk|täsch|chen: das; -s; ~ kleine
Tasche zur Aufbewahrung von
Schminkutensilien
Schmink|tisch: der; -(e)s; -e Tisch mit
einem großen Spiegel, an dem man
sich schminkt od. geschminkt wird
(der in eine(r)(m) (Theater-)Gardero-
be od. Schlaf-, Ankleidezimmer steht)
Schmink|topf: der; -(e)s; -topfe (klei¬
ner) Behälter für Schminke
1011
Schmirgel
Schmiijgel: der; -s; - zum Schleifen be¬
nutztes, feinkörniges Gestein
schmiijgeln: schmirgelst; schmirgeltest;
hast geschmirgelt a) glätten durch Ab¬
schleifen mit Schmirgelpapier b) Ent¬
fernen von alter Farbe od. Rost mit
Schmirgelpapier
Schmir|gel|pa|pier: das; -(ejs; - Papier
mit einer aufgeklebten Reibschicht,
Syn.: Schleifpapier
Schnnß —» Schmiss: der; Schmisses;
Schmisse 1 Narbe od. Wunde von ei¬
nem Säbelhieb 2 [ugs.] Elan; Schwung
schm|s|sig: Adj. schwungvoll; mitrei¬
ßend; flott
Schmitz: der; -es; -e [landsch.] 1 Peit¬
schenschnur 2 Peitschenschlag
Schmit|ze: die; - ; -n [landsch.] 1 Peit¬
schenschnur 2 Peitschenschlag
schmit|zen: schmilzt; schmitztest; hast
geschmitzt [landsch.] mit der Peitsche
schlagen
Schmpk: der; -s; - [landsch.] Rauch;
Qualm
Schmö|ker: der; -s; - weibl. Schmö|ke|-
rin: die; - ; -nen 1 nur männl. Form li¬
terarisch nicht sehr anspruchsvolles
(altes, abgegriffenes) Buch 2 [ugs.]
Person, die (genußvoll) raucht
schtnö|kem: schmökerst; schmökertest;
hast geschmökert [ugs.] etw. Unter¬
haltendes lesen
Schmollte: die; - ; -n [bayr.; österr.]
Krume; Kruste(nstück), Krümel vom
Broto.ä.
Schrm>ll|ecke (Schmpllfek|ke) —>
Schmpll|e|cke: die; - ; -n in der Wen¬
dung sich in die Schmollecke
zurückziehen: beleidigt, trotzig sein;
gekränkt reagieren
schmollten: schmollst; schmolltest; hast
geschmollt (leichten) Ärger zeigen, be¬
leidigt sein; Trotz demonstrieren, in¬
dem man sich von etw. (z. B. einem
Gespräch) ausschließt
Schmoll|mund: der; -(e)s; -münder
Mundstellung, bei der die Lippen dik-
ker hervortreten als sonst beim Mund
Schmoll|win|kel: der; -s; - in den Wen¬
dungen a) sich in den Schmollwinkel
zurückziehen: beleidigt, trotzig sein
u. sich zurückziehen b) im Schmoll¬
winkel sitzen: verstimmt sein
Schmpn|zes: <jidd.> der; - ; - [ugs.; ab¬
wert.] Geschwätz
Schmon|zet|te: die; - / -n [ugs.; abwert.]
schlechtes, albernes Theater- od.
Fernsehstück
Schmpr|bra|ten: der; -s; - langsam im
eigenen Saft gegartes, gedünstetes
Stück Fleisch
schmojren: schmorst; schmortest; hast
geschmort 1 Nahrungsmittel nach
dem Anbraten in Wasser garen, dün¬
sten 2 [ugs.] große Hitze zu ertragen
haben; sich großer Hitze aussetzen
»Die Touristen schmorten in der
Sonne.« 3 imdn. schmoren lassen:
[ugs.] jmdn. für einige Zeit nicht in¬
formieren, im Ungewissen, Unklaren
über etw. lassen
Schmorfleisch: das; -(e)s; - Braten¬
stück, das sich zum Schmoren eignet
Schmpr|gur|ken: die; - ; - <Kochk.> a)
durch Schmoren zubereitetes Gur¬
kengemüse b) Gurken, die sich zum
Schmoren eignen
Schmor|pfan|ne: die; - ; -n Pfanne mit
Deckel u. hohem Rand, in der man
etw. schmoren kann
Schmu: <jidd.> der; -s; - [ugs.] kleine Un¬
korrektheit; leichter Betrug
Schmuck: der; -<e)s; - a) Dekoration,
die oft aus Edelmetall u. -steinen ge¬
fertigt ist u. auf dem Körper od. an
Kleidungsstücken getragen wird b)
Dekoration, Verzierung, verschö¬
nerndes Beiwerk an Gegenständen,
Bauwerken o. ä.
schmuck: Adj. gepflegt u. nett anzuse¬
hen »Das ist ein schmuckes Haus.«
Schmuck[blatte|te|gramm (Schmuckj-
blatt|te|le|gramm) —» immer- mit
ttt: Schmuck|blatt|te|le|g|ramm/
Schmuck|blatt-Te|te|g|ramm: das;
-(e)s; -e (großformatiges) Glück¬
wunschtelegramm mit einem Bild auf
der ersten Seite
schmücken (schmük|ken —*■ schmü|-
cken): schmückst; schmücktest; hast
geschmückt a) mit etw. verschönern,
verzieren, dekorieren b) geschmückt
wie ein Pfingstochse, ein Pfau: [ugs.;
abwert.) zu sehr mit Schmuck,
Schmückendem behängt, bekleidet
Schmuck|käst|chen: das; -s; - 1 kleine
Schatulle zur Aufbewahrung von
Schmuckstücken 2 <übertr.> gut einge¬
richtetes, immer ordentlich u. sauber
hergerichtetetes Zimmer o. ä.
Schmuck|kof|fer: der; -s; - tragbarer
Behälter zum Aufbewahren von
Schmuckstücken
schmuck|fos: Adj. einfach, schlicht u.
ohne Verzierungen
Schmuck|lo|sig|keit: die; - / - Einfach¬
heit, schlichte Beschaffenheit, Aus¬
stattung von etw.
Schmuck|na|del: die; - ; -n längliche
Brosche; als Schmuck dienende An¬
stecknadel
Schmuck|ring: der; -(e)s; -e Schmuck¬
stück (aus Metall (z. B. Gold) mit
Edelsteinen), das am Finger getragen
wird
Schmuck|sa|chen: die (PI.) alles, was
zur V erzierung beiträgt
Schmuck|stein: der;-(e)s; -e Halbedel¬
stein (in Schmuckstücken)
Schmuck|stück: das; -fe)s; -e a) aus
wertvollen Materialien gefertigter
Gegenstand (Kette, Armreif, Ring
usw.), der zur Verschönerung am
Körper getragen wird b) besonders
schönes od. kostbares Einzelstück
schmuck|voU: Adj. [veralt.] mit sehr viel
Schmuck versehen, ausgestattet
Schmuck|wa|ren: die (PI.) Schmuckge¬
genstände, die in den Geschäften an¬
geboten werden
Schmuck|wa|ren|in|du|strie —»
Schmuck|wa]ren|in|dus|t|rie: die; - ;
-n Industriezweig, Wirtschafts-, Ge¬
schäftsbereich, der Schmuck herstellt
u. vertreibt
Schmud|del: der; -s; - [ugs.] Schmutz
Schmudjde|lei: die; - ; -en 1 das Unsau¬
bersein 2 o. PI. Unsauberkeit; unsau¬
berer Zustand
schmud|de|lig/schmudd|lig: Adj. [ugs.;
abwert.] angeschmutzt, unsauber, un¬
gepflegt u. lange nicht gewaschen
Schmud|del|wet|ter: das; -s; - [ugs.] un¬
gemütliche, naßkalte Witterung mit
Regen u. Schnee
schmudd|lig/schmud|de|lig: Adj. [ugs.;
abwert.] angeschmutzt, unsauber, un¬
gepflegt u. lange nicht gewaschen
Schmu|getd: das; -(e)s;-er heimlich ab¬
gezweigte Summe
Schmuglgel: der; -s; - (heimliche) Ein-
od. Ausfuhr, ungesetzlicher Handel
von Waren, ohne Zoll u. Steuern zu
bezahlen od. von Waren, deren Ein¬
fuhr verboten ist (z. B. Rauschgift)
Schmug|ge|tej: die; - ; -en das Schmug¬
geln, unerlaubtes, ungesetzliches Ein-
od. Ausführen von Waren in einen,
aus einem Staat
schmuglgeln: schmuggelst; schmuggel¬
test; hast geschmuggelt etw. verbote¬
nerweise heimlich zu einem Ort, über
eine Grenze bringen; das Gesetz hin¬
tergehen
Schmug|gel|wa|re: die; - ; -n Dinge, die
(verbotenerweise) in ein, aus einem
Land geschmuggelt wurden, werden
sollen
Schmuggjien der; -s; - weibl.
Schmugg|le|rin: die; - ; -nen Person,
die ihre Waren (unverzollt od. illegale
Waren usw.) heimlich ein-, ausführt,
schmuggelt
Schmugg|ler|ban]de: die; - ; -n mehrere
Schmuggler, die sich zusammenge¬
schlossen haben u. gemeinsam arbei¬
ten
Schmugg|lerjschiff: das; -(e)s; -e
Schiff, mit dem Waren auf dem Was¬
serweg illegal aus einem Land ausge¬
führt u. in ein anderes Land einge¬
führt werden
schmun|zeln: schmunzelst; schmunzel¬
test; hast geschmunzelt leicht ein Lä¬
cheln andeuten; ein wenig lachen
schmmjgeln: schmurgelsi; schmurgel-
test; hast geschmurgelt [ugs.] (etw.)
vor sich hinköcbeln (lassen)
Schmus: der; -es; - schmeichelndes Ge¬
schwätz; übertrieben liebenswürdiges
Geschwafel
Schmu|se|kat|ze: die; - ; -n Person, oft
Kind (meist Mädchen) od. Frau, das/
die gern Zärtlichkeiten austauscht
schmu|sen: schmust; schmustest; hast
geschmust sich gegenseitig liebkosen;
Zärtlichkeiten miteinander austau¬
schen
Schmu|ser: der; -s; - weibl. Schmu|se|-
rin: die; - ; -nen [ugs.] Person, die gern
zärtlich ist
Schmu|se|rei: die; - ,■ -en Austausch
von Zärtlichkeiten
Schmutt: der; -(e)s; - [norddt.] Nieset¬
regen
Schmutz: der; -es; -1 (durch zu seltenes
Putzen entstandener, angesammelter)
Dreck »Der Schmutz auf dem Boden
ließ sich schwer entfernen.« 2 etw.,
was als wertlos od. unanständig emp¬
funden wird »Viele Menschen empfin¬
den Pornos als Schmutz.« 3 a) jmdn.
mit Schmutz bewerfen: Unwahrhei¬
ten, Verleumderisches, Schlechtes
über eine Person verbreiten b) etw.,
jmdn. durch den Schmutz ziehen,
zerren, in den Schmutz ziehen: etw.
od. jmdn. niedriger bewerten, sehr
schlecht über es od. sie berichten, es
od. sie verleumden 4 Schmutz u.
Schund: [abwert.] minderwertige
(geistige) Erzeugnisse 5 etw. geht
jmdn. einen feuchten Schmutz an:
1012
Schnappmesser
[ugs.] etw. betrifft eine Person über¬
haupt nicht u. geht sie nichts an
schmutz|ab|wei|send—» Schmutz ab|-
wei|send: Adj. von der Oberfläche
her so beschaffen, daß Verschmut¬
zungen kaum möglich sind
Schmytz|blatt: das; -(ejs; -blätter
<Druckw.> erstes Blatt in einem Buch
Schmutz|bürjste —* Schmutz|bürs)te:
die; - ; -n Bürste zum Entfernen von
grobem Dreck wie z. B. festgeklebter
Lehm
schmut|zen: schmutzt; schmutztest;
hast geschmutzt 1 a) Dreck, Staub ver¬
ursachen b) leicht Verunreinigungen
annehmen 2 [landsch.; Schweiz.) etw.
einfetten
Schmutz|fän|ger der; -s; - 1 an Fahr¬
zeugen angebrachtes Gummistück,
das das Hochschleudern von Straßen¬
schmutz verhindern soll 2 [abwert.] a)
Gegenstand, an dem sich Staub od.
Schmutz sehr leicht festsetzt b) als
wert- u. nutzlos bewertete Dinge, Ge¬
genstände (meist Nippes, Ziergegen¬
stände), mit denen jmd. nichts weiter
anfangen kann, als sie als Schmutz¬
fänger (2a) zur Zierde an einen Platz
zu stellen 3 <Technik> in Rohre einge¬
lassenes Sieb, das den Schmutz, Parti¬
kel usw. nicht durchläßt
Schmutz|fink: der; -en u. -(e)s; -en 1
Person, die (häufig) sich od. etw.
dreckig macht 2 Person, die (in sexu¬
eller Hinsicht) unmoralisch handelt,
spricht
Schmutz|fleck: der; -(e)s; -en ver-
dreckte, dreckige, schmutzige Stelle
Schmyt|zi|an: der;-(e)s; -e [veralt.] Per¬
son, die (häufig) sich od. etw. dreckig
macht
schmutjzig: Adj. 1 a) voller Schmutz,
Staub, Dreck; dreckig »Deine Hände
sind schmutzig.« b) nicht reinlich;
(körperlich) nicht gepflegt; schmud¬
delig »Dieser Haushalt ist schmutzig.«
2 a) moralisch anstößig; unanständig
»schmutzige Witze« b) ungesetzlich
schmutzige Geschäfte« Ant.: sauber
schmut|zig|grau —» schmut|zig grau:
Adj. dunkles grau
Schmutjzig|kert: die; - ; -en 1 Unsau¬
berkeit 2 Unanständigkeit (in der Be¬
handlung sexueller Themen)
Schmutz|M|te|ra|tur: die; - ; - [abwert.]
Schund, minderwertige Bücher (die
meist sexuelle Themen in anzüglicher
Weise behandeln)
Schmutz|schlcht: die; - ; -en Überzug
aus Schmutz, Dreck, Staub
Schmutz|ti|tel: der; -s; - <Druckw.> er¬
stes Blatt in einem Buch, das die Titel¬
seite vor Verschmutzungen schützen
soll
Schmutz|wäjsche: die; - ; - benutzte
Kleidungsstücke od. Gebrauchsge-
gegenstände aus Stoff, die gewaschen
werden müssen
Schmutz|was|ser: das; -s; - Wasser, das
zum Reinigen od. Waschen von etw.
benutzt wurde u. daher Restspuren
von Staub, Dreck, Speiseresten, Fett
usw. aufweist
Schmutz|zu|la|ge: die; - ; -n zusätzlich
zum Lohn od. Gehalt gezahltes Geld
für eine Arbeit, bei der sich jmd. drek-
kig wird
Schna|bel: der; -s; Schnäbel 1 <Zoob
am Kopf, aus dem Kiefer von Wirbel¬
tieren, meist Vögeln vorspringender,
hornüberzogener, aus einem oberen
u. unteren Teil bestehender Fortsatz
(ähnlich dem/der Mund, Maul, Ober-
u. Unterlippe bei Mensch u. Tier) in
unterschiedlicher Form (z. B. ge¬
krümmt, gebogen wie bei Sittichen u.
Papageien), oftmals scharf, der zur
Aufnahme u. Zerkleinerung von
Nahrung sowie der Verteidigung
dient 2 [ugs.] Mund 3 reden, wie ei¬
nem der Schnabel gewachsen ist:
[ugs.] frei u. ohne Hemmungen spre¬
chen 4 den Schnabel aufmachen,
aufsperren: [ugs.] etw. sagen, sich da¬
zu äußern 5 den Schnabel halten:
[ugs.] ruhig sein; nicht reden »Halt
doch endlich mal den Schnabel!« 6 sich
den Schnabel verbrennen: [ugs.] eine
unvorsichtige, jmdn. beleidigende Be¬
merkungmachen
Schna|bel|flö|te: die; - ; -n <Musik>
Blockflöte
schna|bel|föi1niig: Adj. n. stg. im Ausse¬
hen an einen Schnabel erinnernd
»eine schnabelförmige Öffnung«
Schna|bel|hieb: der; -(e)s; -e <Vogel>
ein Stoß, Biß, (angreifende od. vertei¬
digende) Hackbewegung mit dem
Schnabel
schnä|beln: schnäbelst; schnäbeltest;
hast geschnäbelt 1 <Vogel> die Schnä¬
bel aneinanderreiben 2 [ugs.; scherzh.]
sich küssen
Schna|bel|schuh: der; -(e)s; -e <hist.>
Schuhform im Mittelalter mit langer,
gebogener Spitze für Männer u. Frau¬
en
Schna|bel|tas|se: die; - ; -n Trinkgefäß
mit speziell geformtem Ausguß, so
daß auch im Liegen daraus getrunken
werden kann, ohne den Tasseninhalt
zu verschütten (meist für Patienten,
kranke Personen, die das Bett nicht
verlassen dürfen od. für Kleinkinder,
die mit der Benutzung, dem Trinken
aus einem Glas od. Becher noch nicht
vertraut, dafür noch nicht geübt,
noch nicht geschickt genug sind)
Schna|bel]tier: das; -(e)s; -e <Zoob in
Australien heimisches, eierlegender
amphibischer Vierbeiner (Säugetier¬
vorstufe), mit einem stromlinienför¬
migen Körper, dichtem Fell, mit brei¬
tem, hautüberzogenem in der Form
dem der Ente ähnelndem Schnabel
schna|bujlie|ren: schnabulierst; schna¬
buliertest; hast schnabuliert [ugs.] mit
Genuß essen
Schnack: der; -(e)s; -s u. Schnacke
[norddt.] 1 Gepräch; gemütliche Un¬
terhaltung; kleine Plauderei 2 [ab¬
wert.] dummes Geschwätz; Unsinn
schnackein (schnakjkeln —* schna|-
ckeln): schnackeist; schnackeltest;
hast geschnackelt 1 mit dem Fingern
od. der Zunge ein schnalzendes Ge¬
räusch machen 2 [ugs.] ein lautes Ge¬
räusch od. einen Knall verursachen 3
a) es hat geschnackeK: [ugs.] es ist
gelungen; es hat geklappt b) es hat
bei jmdm. geschnackelt: [ugs.] 1.
jmd. hat etw. verstanden, endlich be¬
griffen 2. jmd. hat sich verliebt 3. eine
Frau ist schwanger geworden
schnacken (schnak|ken —> Schne¬
cken): schnackst; schnacktest; hast
geschnackt [norddt.] a) sprechen; re¬
den b) zwanglos plaudern; sich ge¬
mütlich unterhalten
schnaf|te: Adj. [berlin.; veralt.] toll; pri¬
ma; großartig
Schna|ke: die; - ; -n 1 <Zoob fliegendes,
nicht stechendes u. nicht saugendes
Insekt aus der Familie der Mücken 2
<süddt.> (Stech-)Mücke; Moskito
schnä|ken: schnäkst; schnäktest; hast
geschnäkt [landsch.] naschen
Schna|ken|pla|ge: die; - ; -n [landsch.]
massenhaftes Vorkommen von
Schnaken
Schna|ken|stich: der; -(e)s; -e <süddt.>
Einstichstelle einer Stechmücke, eines
Moskitos
Schnä|ke|re[: die; -; -en [landsch.] 1 das
Naschen 2 Süßigkeit; Süßware
schnajkig: Adj. [norddt.; veralt.] drollig;
witzig
Schnal|le: die; - ; -n 1 Verschlußvor¬
richtung an Gürteln, Schuhen, Ta¬
schen u. ä. »Ich bekomme die Schnalle
nicht auf.« 2 [ugs.; ursprünglich ju-
gendsprl; meistabwert.] Mädchen od.
Frau »Hast du die Schnalle gesehen?«
schnal|len: schnallst; schnalltest; hast
geschnallt 1 a) mit einem Riemen od.
Gurt etw. festmachen b) einen Gürtel,
Gurt o. ä. öffnen 2 [ugs.] täuschen;
hereinlegen 3 [ugs.] verstehen
Schnal|len|schuh: der; -(e)s; -e Fußbe¬
kleidung, die mit einer Schnalle ge¬
schmückt ist od. damit geschlossen
wird
schnal|zen: schnalzt; schnalztest; hast
geschnalzt mit der Zunge od. Peitsche
ein knallendes Geräusch erzeugen
Schnalz|laut: der; -(e)s; -e <Sprach-
wiss.> in afrikanischen Sprachen vor¬
kommender, abgehackter Laut
Schnäppjchen: das; -s; - [ugs.] vorteil¬
hafter Einkauf »Mit dem Kleid habe
ich ein Schnäppchen gemacht.«
schnaplpen: schnappst; schnapptest;
hastlist geschnappt 1 hat a) oneist
Hund» (versuchen) etw. od. jmdn.
(zu) beißen »Der Hund schnappte
nach dem Mann.«, b) (versuchen) etw.
od. jmdn. mit den Händen (zu) grei¬
fen (u. festzuhalten) »Das Kind
schnappte den Ball.« c) <Tier> (versu¬
chen) mit geöffnetem Maul etw. (zu)
fangen »Die Katze schnappte den
Leckerbissen.« 2 hast [ugs.] (plötzlich)
sehr schnell etw. nehmen »Er
schnappte sich das Buch u. rannte aus
dem Laden.« 3 ist a) in Schloß fallen
(u. damit verschlossen, zu sein) »Es
gab einen Windzug, u. er hörte, wie die
Tür ins Schloß schnappte.« bj in eine
Richtung schnellen 4 [ugs] eine Per¬
son, die eine ungesetzliche Handlung
begangen hat, finden u., festnehmen 5
nach Luft schnappen: «übertr.» mü¬
hevoll nach Atem ringen
Schnap|per: der; -s; -1a) [ugs.] Hund,
der schnell schnappt (la) b) schnelle
Greifen von etw. 2 Vorrichtung am
Türschloß, die das Öffnen ohne
Schlüssel ermöglicht
Schnapp|mes|ser: das; -s; - 1 Messer,
das ausgeklappt werden kann 2 Mes¬
ser, dessen Klinge auf Knopfdruck
hervorschnellt
10)3
Schnappsack
Schnapp|sack: der; -(e)s; -sacke [ver-
alt.] Provianttasche
Schnapp|schloß —» Schnappschloss:
das; -schtosses; -schlösser Türschloß,
das durch Einrasten schließt, das
nicht mit einem Schlüssel abgeschlos¬
sen werden muß
Schnappjschuß —* Schnappjschuss:
der; -Schusses; schüsse [qgs] Foto, das
in einer bestimmten Situation schnell,
ohne Vorbereitungen, ohne Aufstel¬
lung, ohne Anordnung, ohne Ankün¬
digung o. ä. spontan, überraschend
gemacht wird
Schnaps: der; -es; Schnäpse durch De¬
stillation, Brennen z. B. von (Obst-
)Wein entstehendes, stark alkohol¬
haltiges Getränk
Schnaps|bren|ner: der; -s; - weibl.
Schnapsjbrenjnejrin: die; - ; -nen Per¬
son, die (illegal) Schnaps herstellt
Schnaps|bren|nejrei: die; ~ ; -en 1 Her¬
stellung von Schnaps 2 Betrieb zur
Herstellung von Schnaps
Schnaps|bu|de: die; - ; -n [ugs.; abwert.]
Kneipe, in der überwiegend hochpro¬
zentiger Alkohol ausgeschenkt wird
Schnäps|chen: das; -s; - kleines Glas
Schnaps; etw. Schnaps
Schnaps|fah|ne: die; - ; -n [ugs.] nach
(hochprozentigem) Alkohol riechen¬
der Atem
Schnaps(fla|sche: die; - ; -n Glasgefäß
für Schnaps
Schnapsglas: das; -es; -gläser kleines
Trinkglas für Schnaps
Schnaps|idee —» Schnaps|i|deet die;
~ ; -n [ugs.; meist abwert.] völlig ver¬
rückter Einfall »Wie kommst du nur
auf diese Schnapsidee?«
Schnaps|zahk die; - ; -en Zahl, bei der
alle Ziffern gleich sind »99999 ist eine
Schnapszahl.«
schnarchen: schnarchst; schnarchtest;
hast geschnarcht im Schlaf beim At¬
men laute, schnarrende Geräusche
hervorbringen »Wenn du wieder
schnarchst, werde ich dich wecken.«
Schnarcher der; -s; ~ weibl. Schnar|-
chefrin: die; - ; -nen 1 a) Person, die
schnarcht b) nur männl. Form Ge¬
räusch beim Schnarchen 2 [ugs.; meist
abwert.] a) langweilige Person b) (gei¬
stig u./od. in den Handlungen, Bewe¬
gungsabläufen) langsame, nicht sehr
rege Person
Schnar|re: die; - ; -n [ugs.] Handfeuer¬
waffe; Pistole
schnarjren: schnarrst; schnarrtest; hast
geschnarrt 1 knarrende Laute von
sich geben 2 <Wachtel> einen Lockruf
hervorbringen
Schnat|ter[en|te: die; - ; -n 1 [ugs.]
schnatternde Ente 2 [abwert.] weibli¬
che Person, die viel u. gern redet
Schnat|te|rer: der; -s; ~ weibl. Schnatj-
te|rin: die; - ; -nen [ugs.; abwert.] Per¬
son, die viel u. gern redet
Schnat]ter|gans: die; ~ ; -gänse [ugs.] 1
schnatternde Gans 2 [abwert.] weibli¬
che Person, die viel u. gern redet,
schwatzt
schnat|te|rig/schnatt|rig: Adj. schwatz¬
haft
Schnat|ter|(ie|se: die; - ; -n [ugs.; ab-
wert.j schwatzhafte Frau od.
schwatzhaftes Mädchen
schnattern: schnatterst; schnatterstest;
hast geschnattert 1 <Ente; Gans> Be¬
zeichnung für den einem Quaken äh¬
nelndem, klappernden Laut 2 [ugs ]
extrem frieren 3 [meist abwert.] reden;
sich unterhalten
schnatt|rig/schnat|te|rig: Adj. schwatz¬
haft
schnau|ben: schnaubst; schnaubtest;
hast geschnaubt 1 <Pferd o. ä.> hörbar
die Luft aus der Nase ausstoßen 2
[landsch.] sich die Nase putzen 3 vor
Wut schnauben: in hohem Maße är¬
gerlich, sehr wütend sein
schnaulfen: schnaufst; schnauftest; hast
geschnauft [ugs.] (nach einer Anstren¬
gung) sehr schwer atmen, nach Luft
ringen, schnappen
Schnaulfer: der; -s; - 1 geräuschvoller
Atemzug 2 a) den letzten Schnaufer
tun: [ugs.] sterben b) bis zum letzten
Schnaufer: bis zum Tod
Schnauf|pau|se: die; - ; -n [süddt.;
österrj Pause
Schnauz|bart: der; -(e)s; -barte a)
Oberlippenbart b) [ugs.] (junger)
Mann mit einem Oberlippenbart
schnauzlbärltiq: Adj. n. stg. einen Ober¬
lippenbart tragend
Schnaube: die; ~; -n 1 <Zoob Gesichts¬
vorsprung, Nasen- u. Kiefervor¬
sprung bei Tieren (z. B. bei Hunden)
Der Hund stieß mich immer wieder mit
der Schnauze an.« 2 <Mensch> [derb] 3
eine große Schnauze haben: [ugs.]
prahlerisch, angeberisch reden »Ar¬
beiten kann er nicht, aber eine große
Schnauze hat er.« 4 frei nach
Schnauze: [ugs.] ohne Hemmungen
u. ohne Plan reden od. tun, was einem
gerade einfallt »Die Torte habe ich frei
nach Schnauze gebacken« 5 die
Schnauze halten: [derb] ruhig sein;
nichts sagen »Haltet doch endlich mal
die Schnauze!« 6 die Schnauze voll
(von jmdm., etw.) haben: [ugs.] von
jmdm. od. einer Sache genug haben,
nichts mehr wissen od. hören wollen 7
jmdm. die Schnauze polieren,
lackieren: [derb] jmdm. kräftige Prü¬
gel verabreichen 8 die Schnauze
aufmachen: [ugs.] etw. dazu sagen;
sich mit Worten wehren
schnauben: schnauzt; schnauztest; hast
geschnauzt a) laut u. derb schimpfen
b) grob u. laut Befehle erteilen
—> schnauben, sich: s. schneuzen, sich
Schnau|zer: der; -s; - 1 Hund(erasse) je
nach Art (Zwerg-, Mittel-, Riesen¬
schnauzer) 30 bis 70 cm groß, mit
kurzem Fell, gerne als Diensthund
verwendet 2 [ugs.] Oberlippenbart
Schnäulzer: der; -s; - kleiner Oberlip¬
penbart
—> Schnäuzltuch: s. Schneuztuch
Schnecke (Schnek|ke —> Schne|cke):
die; - ; -n <Zool.> sich langsam fort be¬
wegendes, längliches, in verschiede¬
nen Arten auftretendes, im Wasser
od. an Land lebendes Weichtier ohne
Gliedmaßen (teilweise mit einem Ge¬
häuse auf dem Rücken, in das es sich
zum Schutz einziehen kann) mit zwei
Fühlern am Kopf, das sich mit wel¬
lenförmigen Muselbewegungen fort¬
bewegt 2 a) <übertr.> langsame Person
b) [abwert.] weibliche Person 3 <Back¬
ware> spiralförmiges, flaches Hefeteil¬
chen, oft mit Rosinen u. Zuckerguß 4
<Frisur> spiralförmig eingedrehter
Zopf, der über dem Ohr befestigt
wird 5 <Anat.> spiralförmiger Teil im
Inneren des Ohres 6 m. PI. <Zool.> spi¬
ralförmiges Horn bei dem männli¬
chen Tier des Mufflons (Wildschafs)
7 «Technik) a) ein spezielles Gewinde
b) spezielle Anlage zur Förderung
von losem Gut (wie z. B. Getreide) 8
jmdn. zur Schnecke machen: [ugs.]
jmdn. ausschimpfen od. beschimpfen,
ihm heftige Vorwürfe machen
Schnecken|boh|rer (Schnek|ken|boh|-
rer —» Schnejcken|boh|rei): der; -s;
- spezieller Holzbohrer mit nur einer
Windung an der Spitze
schnecken|för|mig (schnek|ken|förj-
mig —* schne|cken|för|mig): Adj. n.
stg. wie, ähnlich einer Spirale gewun¬
den
Schnecken|gang (Schnek|ken|gang
—* Schne|cken|gan($ der; -(e)s;
-gänge 1 <Anat.> sich im Innenohr be¬
findender Gang 2 o. PI. [ugs.] sehr
langsame Gangart
Schneckenhaus (Schnek|ken|haus
—> Schne|cken|haus): das; -es;
-häuser 1 <Zbol.> aus Kalk bestehen¬
des, spiralig gewundenes Haus, das
einige Schneckenarten mit sich tragen
u. in das sie sich vollständig zurück¬
ziehen können 2 sich in sein Schnek-
kenhaus zurückziehen: für sich blei¬
ben; sich von anderen femhalten
Schnecken|horn (Schnek|ken|horn —>
Schne|cken|horn): das; -(e)s; -hörner
<Zoo\T> oben am Kopf befmdli-
che(r)(s) Fühler, Tastorgan der
Schnecke
Schnecken|tem|po (Schnekjken[tem|-
po —» Schne|cken|tem|po): das; -s; -
[ugs.] sehr langsame Geschwindigkeit
Schnee: der; -s; -1 weißer, aus Flocken
gefrorenen Wassers bestehender Nie¬
derschlag »Zum Rodeln, Schlittenfah¬
ren brauchen wir Schnee.« 2 Schnee
von gestern sein: [ugs.] nicht mehr
neu, interessant, aktuell sein
Schnee|ball: der; -(e)s; -balle 1 mit den
Händen aus Schnee (1) geformte Ku¬
gel 2 <B >t.> Strauch(art) mit im Früh¬
jahr blühenden weißen Blüten
Schnee|ball|schlacht: die; - ; -en Spiel,
bei dem sich mehrere Personen gegen¬
seitig mit Schneebällen (1) bewerfen
Schnee|ball[sy|stem _> SchneelbalH-
syjsjtem: das; -(e)s; -e 1 Verlcaufssy-
stem, bei dem jeder Kunde weitere
Kunden werben soll u. dafür Rabatte,
Anteile bekommt 2 Verbreiten einer
Nachricht, wobei jeder Empfänger
eine weitere Person informiert
schnee|be|deckt: Adj. n. stg. mit
Schneeflocken zugedeckt
Schnee|be|sen: der; -s; - zum Verquir¬
len von flüssigen Speisen von Hand
betriebener Küchengegenstand
schneeblind: Adj. n. stg. von Schnee¬
blindheit betroffen
Schnee|blind|heifc die; ~ - Sehstörun-
. gen, die bei längerem Aufenthalt in
schneebedeckter, sonniger Land¬
schaft entstehen, da der weiße Schnee
die Sonne stark reflektiert u. so zu ei¬
ner Art Verblitzung der Augen führt
Schnee|brett: das; -(e)s; -er zusam¬
menhängende Menge Schnee, die sich
1014
schneiden
an einem steileren Hang von der dar¬
unterliegenden, älteren Schneeschicht
abgelöst hat
Schneelbrillle: die; - ; -n Brille mit stark
abgedunkelten Gläsern zur Vermei¬
dung von Schneeblindheit
Schnee|decke (Schneeldefclke —*
Schneejde|cke): die; - ; -n die Land¬
schaft bedeckender, zudeckender
Schnee(1)
Schnee-Eu|le —> auch Schneeleulle;
die; - ; -n <Zool.> weißgefiederte Eule,
deren Deckfedern mit schwarzen Stri¬
chen, die halbmondförmig nach un¬
ten verlaufen gezeichnet ist, die im
Gegensatz zu den anderen Eulenarten
am Tage jagd
Schneejfahjne: die; - ; -a von Windbö¬
en auf gewirbelter feiner Schnee
Schnee|fall: der; -(e)s; -fälle das Her¬
unterfallen des Schnees vom Himmel
auf die Erde
SchneelfaUlqrentze: die; - ; -n Höhen¬
lage), bis zu der der Niederschlag als
Schnee fällt
Schneetfanq: der; ~(e)s; fange an
Dachschrägen angebrachtes Auf¬
fanggitter für Schnee, um eine Loslö¬
sung u. den damit verbundenen Her¬
abfall zu verhindern
Schneeflocke (Schneejflok)ke —»
Schnee|Ho|cke): die; - ; -n (m. PI.)
mehrere aneinanderhängende Eiskri¬
stalle, die beim Herabfall von der Er¬
de oftmals einem kleinen Watte¬
bausch ähnlich sehen
Schnee|frä|se: die; - ; -n Spezialfahr¬
zeug, mit dem Schnee von Verkehrs¬
wegen geräumt werden kann
schneelfrei: Adj. n. stg. a) (meist Straße»
ohne Schnee; keine Schneedecke auf¬
weisend »Die Zufahrtswege sind
schneefrei.« b) [ugs.] aus dem Begriff
>hitzefrei< abgeleitete Bezeichnung,
wenn aufgrund heftiger Schneefälle
die Schulkinder nicht in die Schule
müssen u. der Unterricht ausfallt
Schneejgans: die; - ; -gänse <Zool.»
Wildgans, die in kalten, Schneegebie¬
ten lebt u. zur besseren Tarnung vor
Feinden ein weißes u. damit in
Schneelandschaft unauffälliges Gefie¬
der hat
Schnee|ge|stö|ber; das; -s; - dicht fal¬
lende, vom Wind verwirbelte Schnee¬
flocken
Schneejglät|te: die; - ; - Glätte, rutschi¬
ge Beschaffenheit auf Wegen u. Stra¬
ßen, die auf der überfrorenen, festge¬
fahrenen od. festgetretenen Oberflä¬
che des Schnees entsteht
Schnee|glöck|chen: das; -s; - kleines
Zwiebelgewächs, das bereits im Fe¬
bruar seine kleinen, glockenförmigen,
weißen Blüten zeigt
Schnee|gren|ze: die; - ; -n Höhe(nlage),
bis zu der Schnee liegt »Die Schnee¬
grenze liegt bei ca. 1000 Metern.«
Schnee|hemd: das; -(e)s; -en <Miiit.»
weiße Tarnkleidung, die bei Schnee
angezogen wird
Schneelhuhn: das; -(e)s; -kühner
<Zoob wildlebender, rebhuhnähnli¬
cher Vogel, bei dem je nach Jahreszeit
die Färbung des Gefieders zur besse¬
ren Tarnung vor Feinden von braun
zu weiß wechselt, so daß er in der
Sommer- od. Winterlandschaft der
Färbung der Umgebung angepaßt ist
Schneelkalnolne: die; - ; -n Maschine,
mit der künstlich Schnee erzeugt wer¬
den kann
Schnee|ketfte: die; -; -n (m. PI.) einem
grobmaschigem Gitter ähnelnde mit¬
einander verbundene Metallketten,
die bei Schnee über die Autoreifen ge¬
zogen werden, um das Wegrutschen
der Reifen zu verhindern
Schnee|kop|pe: die; - ; - (Geographie»
höchster Berg im Riesengebirge
Schnee|kru|ste —» Schnee|krus(te:
die; - ; -n verharschte, gefrorene
Oberfläche des Schnees
Schneelmann: der; -(e)s; -männer (von
Kindern) aus drei verschieden dicken
Schneekugeln geformte Figur, der oft
ein Hut aufgesetzt, Kohlen od. Steine
als Augen, sowie eine Karotte od. ein
Stein als Nase eingedrückt wird
Schnee|matsch: der; -(e)s; - meist mit
Schmutz vermischter Schnee, der zu
tauen beginnt
Schneelmensch: der; -en; -en (Mytho¬
logie» vermeintlich im Himalaja le¬
bender, behaarter Riese, Syn.: Yeti
Schnee[mofbil: das; -s; -e Spezialfahr¬
zeug zur Fortbewegung im tiefen
Schnee
Schneelpflug: der; -(e)s; -pflüge 1 Spe¬
zialfahrzeug, mit dem Schnee von den
Verkehrswegen geräumt werden kann
2 (Skifahren» Bremstechnik bei der
Abfahrt
Schneelräuimer: der; -s; - Gerät, mit
dem Schnee aus dem Weg (z. B. von
Straßen) geräumt, entfernt werden
kann
Schneelrauloe: die; ~ ; -n Kettenfahr¬
zeug zum Spuren der Loipe od. Auf¬
bereiten der Piste
Schneelrelgen: der; -s; - mit Schnee¬
flocken gemischter Regen
Schnee[schau(er: der; -s; - kurzer, hef¬
tiger Schneefall
Schneelschaulfel: die; - ; -n Schaufel
zum Beseitigen von Schnee
Schneelschielber: der; -s; - hochkant
stehendes Brett mit einem Stiel zum
Wegschieben von Schnee
SchneeIschiplpe: die; - ; -n [landsch.]
Schaufel zum Beseitigen von Schnee
Schneelschmellze: die; -; -n Tauen des
Schnees zu Wasser, wenn die Tempe¬
raturen steigen
Schneeschuh: der; -(e)s; -e 1 gefloch¬
tenes Gebilde, das zur Vergrößerung
der Trittfläche unter den Schuh ge¬
schnallt wird u. das Laufen im Schnee
ermöglicht 2 [veralt.J Ski
schneelsilcher. Adj. (Gegend; Gebiet»
(im Winter) immer eine geschlossene
Schneedecke aufweisend; (zu entspre¬
chenden Zeiten) immer über genü¬
gend Schnee für die Ausübung von
Wintersport verfügend
Schneejsturm: der; -(e)s; -stürme
Schneefall, der mit sehr starkem
Wind verbunden ist
Schnee|trei|ben: das; -s; - Durcheinan¬
derwirbeln von fallenden u. bereits
heruntergefallenen Schneeflocken
durch starken Wind
Schnee|verjhält|nis|se: die (PI.) Höhe
u. Beschaffenheit des Schnees im Hin¬
blick auf die Möglichkeiten für Win¬
tersport an einem Ort
SchneelveHwelhung: die; - ; -en durch
den Wind hoch aufgetürmter, locke¬
rer Schnee
Schneelwächtte —» Schneefwechjte:
die; - ; -n (an einem Grat) überhän¬
gende Schneemenge
Schnee|was|ser: das; -s; - zu Wasser ge¬
schmolzener Schnee
—> Schnee(wech|te: s. Schneewächte
Schnee|we|he: die; - ; -n vom Wind
aufgetürmter Schnee
schneelweiB: Adj. n. stg. einen reinen
weißen Farbton besitzend wie Schnee
Schnee|witt|chen: das; -s; - Märchenge¬
stalt; Mädchen, das von seiner Stief¬
mutter ermordet werden soll u. zu
den sieben Zwergen flieht, wo sie
letztlich glücklich wird
Schneelzaun: der; -(e)s; -zäune Wall,
der Schneeverwehungen verhindern
soll
Schneid: der; -(e)s; - u. [ästen.] die; ~;
- a) mutige Entschlußkraft; draufgän¬
gerischer Mut »Das war eine mit
Schneid getroffene Entscheidung.« b)
jmdm. den Schneid abkaufen: (ugs.]
einer Person den Mut nehmen
$chneid|bren]ner: der; -s; - (Technik»
Gerät zum Zerschneiden von Metal¬
len
Schnei|de: die; - ; -n (scharfe(r) Teil,
Seite einer) Klinge »Die Schneide muß
geschärft, geschliffen werden.«
Schnei|de|dia|mant —> Schnej)de|di|a|-
mant der; -(e)s; -en Diamant, mit
dem z. B. Glas geschnitten wird
Schnei|de|ge|rät: das; -(e)s; -e Hilfs¬
mittel mit einer Klinge, um etw. zu
zerschneiden, zu zerteilen
Schnei|del|holz: das; -es; - (Forstw.» ab¬
geschlagene Nadelbaumzweige
schneijden: schneidest; schnitt(e)st;
hast geschnitten 1 a) mit der Schere,
dem Messer o. ä. teilen, zerkleinern,
kürzen, abtrennen »Haare schneiden ♦
Brot schneiden« b) jmdn. mit einer
Klinge verletzen »Sie schnitt ihm mit
dem Messer in den Finger.« c) etw. mit
einem Schneidewerkzeug formen 2
jmdn. absichtlich nicht beachten,
nicht grüßen »Seit dem Streit schnei¬
det sie mich.« 3 einen Film, ein Ton¬
band o. ä. (künstlerisch) bearbeiten;
Film- od. Tonband montieren 4 a)
jmdn. beim Fahren (eines Autos) be¬
hindern, indem man ihn durch zu
knappes Einscheren zum Bremsen
zwingt b) eine Linie o. ä. kreuzen 5
(Med.» a) ein Tier kastrieren b) [ugs.]
operieren; aufschneiden »Der Zeh
mußte geschnitten werden 6 ins Herz
schneiden: jmdn. (seelisch) schmer¬
zen, rühren »Ihre Trauer schnitt ihm
ins Herz.« 7 die Luft schneiden
können: die Luft ist (z. B. durch Ziga¬
rettenqualm) schlecht u. (scheinbar)
dick 8 da hast du dich (aber)
geschnitten: {ugs.] da unterliegst du
einer falschen Annahme, da täuschst
du dich 9 schneidender Wind: hefti¬
ger, als unangenehm empfundener
Wind 10 schneidender Hunger, star¬
ker, einen Schmerz hervorrufender
Hunger
schneijden, sich: schneidest dich;
schnitt (e) st dich; hast dich geschnitten
1015
schneidend
1 sich mit einem scharfen Gegenstand
verletzen 2 sich gegenseitig absicht¬
lich nicht beachten, nicht miteinander
reden; Zusammentreffen zu vermei¬
den suchen
schnei|dend: Adj. 1 so geschaffen, daß
ein Schnitt ausgeführt werden kann
»ein hervorragend schneidendes
Messer« 2 einen scharfen, befehlen¬
den Ton beinhaltend »eine schneiden¬
de Stimme • schneidende Anweisun¬
gen« 3 seelisch verletzend »schneiden¬
der Spott« 4 <Luft> a) von schlechter
Qualität b) sehr windig u. kühl
Schneider: der; -s; - weibl. Schne||dej-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die Beklei¬
dung (aus Stoff) herstellt, näht, aus¬
bessert 2 nur männl. Form Insekt mit
langen Beinen; Schnake 3 nur männl.
Form kleiner, in Flüssen vorkommen¬
der, in Schwärmen lebender Karpfen
4 nur männl. Form <Sport; Tischten¬
nis> [ugs.] 11 Punkte Unterschied in
einem Satz S kurz für Schneidegerät, -
maschine 6 aus dem Schneider sein:
a) [ugs.] alle Probleme bewältigt ha¬
ben b) (Skatspiel) eine bestimmte
Punktzahl überschritten haben 7 frie¬
ren wie ein Schneider: extrem frieren
Schnei|der|ar|beit: die; - ; -en nach den
Körpermaßen in Handarbeit herge¬
stelltes Kleidungsstück
Schne]|der|ate|lier —> Schnei|der|a|tej-
lier das; -s; -s Arbeitsräume, Werk¬
statt eines Maßschneiders
Schnei|de|re|: die; - ; -en a) Arbeits¬
platz, Werkstatt eines Schneiders (1)
b) o. PI. Arbeit eines Schneiders (1)
Mit der Schneiderei verdient er seinen
Lebensunterhalt.« •
Schnei|der|ge[sel|le: der; -n; -n weibl.
Schne]jder|ge|sel|lin: die; -; -nen Per¬
son, die eine Schneiderlehre abge¬
schlossen hat
Schnei|der|ko[stüm —» Schnei|der|-
kosttüm: das; -(e)s; -e nach den Kör¬
permaßen in Handarbeit vom Schnei¬
der angefertigtes Kostüm aus Rock u.
Jacke
Schne||der|krei|de: die; - ; - zum An¬
zeichnen, Markieren von Nähten,
Falten usw. auf Stoff benutzte Krei¬
de, die leicht zu entfernen ist
Schnei|der|mei|ster —> Schneider-
meis|ter: der; -s; - weibl. Schne||der -
mei|ste|rin —> Schnei|der[meis]tej-
rin: die; - ; -nen Schneiderin), der/die
die Meisterprüfung bestanden hat,
Lehrlinge ausbilden darf
schnejjdern: schneiderst; schneidertest;
hast geschneidert Bekleidung zu¬
schneiden u. nähen
Schnei|der|pup|pe: die; - ; -n Nachbil¬
dung des menschlichen (Ober-)Kör-
pers auf einem Ständer zur Befesti¬
gung eines sich in Arbeit befindenden
Kleidungsstückes in einer Schneiderei
Schnei|der|sitz: der; -es; - Sitzposition
mit angewinkelten Beinen u. gekreuz¬
ten Unterschenkeln
Schnei|de|tisch: der; -(e)s; -e mit spe¬
ziellen Geräten ausgerüsteter Arbeits¬
tisch zum Schneiden eines Films
Schne||de|zahn: der; -(ejs; -zähne
<Anat.> einer der bei Menschen u.
Säugetieren im Ober- u. Unterkiefer
vorn in der Mitte vorhandenen Zähne
zum Abbeißen der Nahrung
schnei|dig: Adj. kraftvoll, forsch u.
draufgängerisch »ein schneidiger
Mann«
Schnei|dig|keit: die; - ; - schneidiges,
forsches Wesen od. Verhalten
schnellen: es schneit; es schneite; es hat
geschneit in weißen Schneeflocken
zur Erde fallen
Schnei|se: die; ~; -n 1 nicht bewachsene
schmale Fläche im Wald 2 kurz für
Einflugschneise = Weg der Flugzeu¬
ge auf den Flughafen zu
schnei|teln: schneitelst; schneiteltest;
hast geschneitelt <Forstwirt.; Land¬
wirt.) Äste u. Zweige entfernen
schnell: Adj. 1 mit hoher Geschwindig¬
keit »Fahr nicht so schnell!« 2 a) in
nächster Zeit; bald »Weihnachten
kommt schnell.« b) sofort (erfolgend);
dringend »Komm schnell her!« 3 auf
die Schnelle: l. ohne besondere Auf¬
merksamkeit, Anstrengung 2. in kur¬
zer, kürzester Zeit
Schnelläu|fer (Schnell|läu|fer) —* im¬
mer mit lll: Schnell|läu|fer/Schnell-
Läulfer: der; -s; - 1 (Sport» [veralt]
Kurzstreckenläufer; Sprinter 2 (Tech¬
nik» mit hoher Drehzahl arbeitende
Maschine
schnelläujfig (schnell|läu|fig) —> im¬
mer mit lll: schnell|läu|fig: Adj. n. stg.
(Technik» (bei Maschinen) mit hoher
Drehzahl arbeitend
Schnell|bahn: die; - ; -en (Verkehrsw.»
a) besonders schnelle Nahverkehrs¬
verbindung b) besonders schnell fah¬
render Zug
Schnell|boot: das; -fe)s; -e (Milit.» gut
manövrierbares, schnelles, kleines
Kriegsschiff
Schnell|damp|fen der; -s; - [veralt.]
PassagierschilTfür Überseefahrten
Schnelljdrucker (Schnell|druk|ker —»
Schnell|dru|cker): der; -s; - (EDV»
Ausgabegerät eines Computers, das
auf Endlospapier sehr schnell Daten
ausgeben kann
schnelle|big (schnell|le|big) —> immer
mit lll: schnell|le|big: Adj. a) nur für
kurze Zeit existierend b) ohne Ruhe¬
pause; abwechslungsreich; pulsierend
Schnelle|big|keit (Schnell|le|big|keit)
—* immer mit lll: Schnell|le|bigjkeit:
die; - ; - a) Hektik; Betriebsamkeit b)
kurze Lebensdauer von etw.
schnel|len: schnellst; schnelltest; hast/
bist geschnellt a) sich mit hoher Ge¬
schwindigkeit, federnd in eine Rich¬
tung bewegen »Seine Hand schnellte
zu seiner Waffe.« b) etw. mit
Schwung, Kraft werfen »Der Spieler
schnellte den Ball ins Netz.« c) extrem
ansteigen
Schnell|feu|er: das -s; - (Milit.» einzelne,
schnelle hintereinander abgefeuerte
Schüsse
Schnell|feu|er|ge|wehr: das; -(e)s; -e
(Milit.» Walte, mit der Schüsse schnell
hintereinander abgegeben werden
können
schnell|fü|ßig; Adj. [geh.] sich schnell u.
leicht zu Fuß fortbewegen
Schnell|ge|richt: das; -(ejs; -e Mahl¬
zeit, die in kurzer Zeit zubereitet wer¬
den kann od. nur erwärmt werden
muß
Schnell|hef|ter der; -s; - Mappe aus
dünner Pappe od. Plastik mit einer
Vorrichtung zum Einheften von Pa¬
pierbögen
Schnell|heit: die; - ; - [selten] Schnellig¬
keit; (hohe) Geschwindigkeit
Schnel|lig|keit: die; - ; -en a) Geschwin¬
digkeit bei der Fortbewegung »Die
Schnelligkeit der Rennwagen wurde
verbessert.« b) kurze(r) benötigte(r)
Zeitraum, Dauer bei einer Tätigkeit
o. ä. »Ihre Schnelligkeit beim Tippen
war beeindruckend.«
Schnell|im|biß —* Schnelf|im|biss: der;
-imbisses; -imbisse a) einfache Gast¬
stätte (oft Selbstbedienungsrestau¬
rant) od. Verkaufswagen, die/der
Schnellgerichte anbietet b) rasch ein¬
genommene, einfache Mahlzeit
Schnell|koch|topf: der; -(ejs; -topfe be¬
sonderer Kochtopf, bei dem der Dek-
kel ganz dicht schließt u. dadurch mit
Dampf unter Druck kürzere Garzei¬
ten erreicht werden, Syn: Dampf¬
kochtopf
Schnell|kraft: die; - ; - Elastizität eines
Stoffes
Schnell|kurs: der; -es; -e Veranstaltung,
bei der Wissen über ein bestimmtes
Gebiet in kurzer Zeit vermittelt wird
Schnell|kur|sus: der; - ; -kurse Unter¬
richt, bei dem in kürzester Zeit der
Stoff vermittelt wird
—» Schnelllläulfer/Schnell-Läulfer: s.
Schnelläufer
—» schnell|läu|fig: s. schneiläufig
—» schnell|le|big: s. schnellebig
—» Schnell|le|big|keit: s. Schnellebig-
keit
Schnell|pa|ket: das; -(e )s; -e (Post» Sen¬
dung, die gegen Aufpreis schneller als
üblich befördert u. zugestellt wird
Schnell|rei|ni|gung: die; -; -en Textilrei¬
nigungsbetrieb ohne lange Wartezeit
schnell|stens —> schnell|s|tens: Adv.
so schnell wie möglich; (möglichst)
umgehend, sofort
schnellst|mög|lich: Adj. n. stg. so
schnell, wie es geht
Schnell|stra|Be: die; - ; -n gut ausge¬
baute Straße, auf der höhere Ge¬
schwindigkeiten möglich u. erlaubt
sind
Schnell|veiifah|ren: das; -s; - 1
(Rechtsw.» abgekürztes Strafverfah¬
ren ohne zuvor erfolgte schriftliche
Anklage 2 (Technik» Methode, durch
die ein Vorgang schneller als sonst
durchgeführt werden kann
Schnell|ver|kehr: der; -(e)s; - (Ver¬
kehrsw.» Straßenverkehr mit Fahr¬
zeugen, die schneller als 40 km pro
Stunde fahren (können)
Schnell |zug: der; -(ejs; -z'üge (Ver¬
kehrsw.» Zug, der nicht an allen
Bahnhöfen hält u. deshalb schneller
am Zielort ist
Schnell|zug|zu[schlag: der; -(ejs; -Zu¬
schläge zusätzlich zum normalen
Fahrpreis zu entrichtende Geldsum¬
me für die Benutzung eines Schnellzu¬
ges
Schnep|fe: die; - ; -n 1 Watvogel mit ei¬
nem langen, schmalen geradeverlau¬
fenden Schnabel 2 [ugs.] abwertende
Bezeichnung für eine Prostituierte,
auch als Beschimpfung für eine weib¬
liche Person
Schnep|fen|strich: der; -(ejs; -1 (Jagd»
Baizflug der männlichen Schnepfe 2
1016
schnöde
[ugs.] Bereich, Viertel in dem Prosti¬
tuierte zu finden sind
schnet|zeln: sehne tzelst; sehnet zeltest;
hast geschnetzelt für Geschnetzeltes
Fleisch in dünne Streifen schneiden
schneulzen: schneuzt; schneuztest; hast
geschneuzt den Docht einer Lampe
od. Kerze ein Stück abschneiden
schneulzen —> schnäulzen. sich:
schneuzt dich; schneuztest dich; hast
dich geschneuzt —immer mit äu<—
sich die Nase putzen
Schneuzltuch —> Schnäuzltuch: das;
-(ejs; -tücher [süddt.; österr.; veralt.]
Taschentuch zum Naseputzen
Schnickfschnack: der; -(e)s; - [ugs.] 1
überflüssiges Ding 2 dummes Gerede
schnie|fen: schniefst; schnieftest; hast
geschnieft laut hörbar durch die Nase
Luft holen (z. B. bei Schnupfen od.
beim Weinen)
schmejgeln, sich: schniegelst dich;
schniegeltest dich; hast dich geschnie¬
gelt sich mir Aufwand u. Sorgfalt sei¬
nem äußeren Erscheinungsbild wid¬
men, sich mit großer Sorgfalt kleiden
u. frisieren
schnie|ke: Adj. schnieker; schniekf e)ste
Pandsch.] a) feingemacht; elegant,
vornehm gekleidet b) toll; großartig
Schn[pp|chen: das; -s; ~ in der Wen¬
dung jmdm. ein Schnippchen
schlagen: jmdn. austricksen; jmds.
Pläne durchkreuzen
Schniplpel: der u. das; -s; - kleines
Stückchen Stoff od. Papier
schnjpjpeln: schnippelst; schnippeltest;
hast geschnippelt [ugs.] etw. mit einem
Messer od. einer Schere schneiden,
zerkleinern o. ä.
schnip|pen: schnippst; schnipptest; hast
geschnippt a) den Ring- od. Mittelfin¬
ger an der Daumenkuppe vorbeibe¬
wegen u. dabei ein helles Geräusch er¬
zeugen b) mit dem gekrümmten (Zei¬
gefinger kleine Teilchen entfernen
schnjplpisch: Adj. in der Art, im Um¬
gang mit anderen Personen leicht
frech, ironisch u. kurz angebunden
»eineschnippische Antworte
Schnip|sel: der u. das; -s; ~ kleiner, ab¬
gerissener od. abgeschnittener Fetzen
Papier od. Stoff
Schnip|se]lei: die; - ; -en andauerndes,
häufiges Zerschneiden od. Zerreißen
von Papier od. Stoff
schnip|seln: schnipselst; schnipseltest;
hast geschnipselt [ugs.] [ugs.] etw. mit
einem Messer od. einer Schere schnei¬
den, zerkleinern o. ä.
schnip|sen: schnipst; schniptest; hast
geschnipst a) den Ring- od. Mittelfin¬
ger an der Daumenkuppe vorbeibe¬
wegen u. dabei ein helles Geräusch er¬
zeugen b) mit dem gekrümmten (Zei¬
gefinger kleine Teilchen entfernen
Schnitt: der; -(e)s; -e 1 a) Stelle, an der
etw. mit einem Messer zerteilt ist b)
Wunde, die durch einen scharfen Ge¬
genstand entstanden ist 2 Beschnei¬
den des Rasens, Getreides, Baumes
usw. 3 a) Bearbeitung u. Montage,
Zusammenschneiden von Film- od.
Tonbandaufnahmen b) <Film> (Aus¬
ruf am) Ende einer gedrehten Szene 4
Form, Aufbau von etw. »Die Woh¬
nung hat einen guten Schnitt.« 5 Vor¬
lage für das Ausschneiden von Stoff
zum Nähen eines Kleidungsstücks
»Ich habe mir einen Schnitt für einen
Anzug gekauft.« 6 kurz für
Durchschnitt 7 Punkt, an dem man
(vorläufig) innehält u. die bisherige
Entwicklung von etw. überblickt 8 a)
einen guten/schlechten Schnitt
machen: (hohen) Gewinn/keinen Ge¬
winn od. sogar Verlust machen b) ein
guter/schlechter Schnitt: ein gutes/
schlechtes Ergebnis
Schnitt|blu|me: die; - ; -n (m. PI.) a) für
die Vase mit Stiel abgeschnittene Blü¬
ten b) alle Pflanzen, deren Blüten sich
als Blumen für die Vase eignen
Schnitt|boh|ne: die; - ; -n grüne Stan¬
gen- od. Buschbohne ohne Faden
Schnjtt|brot: das; -(e)s; -e Brot, das in
Scheiben geschnitten verkauft wird
Schnittchen: das; -s; - 1 kleine(s)
Schnitte, abgeschnittenes Stück von
etw. 2 (kleine) belegte Brotscheibe
Schnitfte: die; - ; -n (dünne) vom Brot
o. ä. abgeschnittene Scheibe, die mit
Wurst, Käse, Marmelade usw. belegt
ist, wird
Schnitter: der; -s; - weibl. Schnitjte|rin:
die; -; -nen 1 [veralt.] Mäherp’n); Per¬
son, die Gras o. ä. schneidet 2 nur
männl. Form Personifizierung» [poet.)
Darstellung, Vorstellung des Todes
als Mann mit einer Sense, als Person
schnitt|fest: Adj. schnittfester; schnittfe¬
steste so beschaffen, daß es leicht mit
einem Messer zu schneiden ist u. nicht
beim Schneiden zerdrückt wird
Schnitt|flä|che: die; - ; -n t Oberfläche,
die beim Schneiden von etw. entsteht
2 <Math.> gemeinsamer Anteil zweier
sich überschneidender Flächen
Schnittholz: das; -es; -höher in einzelne
Bretter geschnittenes Holz, zerteilter
Baumstamm
schnittig: Adj. 1 <Gras; Getreide» reif
zur Ernte 2 von sportlich-eleganter
Form »ein schnittiges Motorrad«
Schn|tt|kä|se: der; -s; - a) festere Käse¬
sorte, die sich zum Schneiden in
Scheiben eignet b) in Scheiben ge¬
schnittener Käse
Schnittlauch: auchder; -(e)s; - Kü¬
chenkraut, dessen röhrenförmige
Blätter verzehrt werden, verwertet
werden
Schnjtt|li|nie: die; - ; -n 1 <Math.» Linie,
die den gemeinsamen Teil zweier Flä¬
chen begrenzt 2 Linie, an der entlang
etw. geschnitten wird
Schnitt|meijster —Schnitt|meis|ter.
der; -s; ~ weibl. Schnrtt|mei|ste|rin
—> Schnittlmeisjtelriiy die; - ; -nen
Person, dfe beruflich Filme od. Ton¬
bänder schneidet, Syn.: [fremdsprl.]
Cutter(in)
Schnittjmen|ge: die; - ; -n <Math.» alle
Elemente, die zwei od. mehr Mengen
angehören
Schnitt|mu|ster —» Schnittmuster
das; -s; - a) kurz für Schnittmusterbo¬
gen = großer Papierbogen mit meh¬
reren Schnittmustern für verschie¬
dene Kleidungsstücke b) auf Papier
gedruckte Formen von Teilen eines
Kleidungsstücks
$chnftt|mu|ster|bo|gen —» Schnitt)*
musfterfbofgen: der; -s; -bögen großer
Papierbogen mit mehreren Schnitt¬
mustern für verschiedene Kleidungs¬
stücke
Schnittpunkt der; -(e)s; -e 1 <Math.>
gemeinsamer Punkt zweier Linien od.
Kurven 2 Kreuzung zweier Straßen
od. Wege
schnittreif: Adj. für die Ernte geeignet
Schnitt|wa|ro: die; -;-n1 Stoffballen,
von dem/denen nach Maß Stoffstük-
ke abgeschnitten werden, Syn.; Me¬
terware 2 geschnittenes Holz
Schnitt|wun|de: die; - / -n durch eine
Klinge, durch einen spitzen, scharfen
Gegenstand entstandene Verletzung
SchnHz|al|tar der; -s; -altäre mit
Schnitzarbeiten verzierter Altar
Schnitz|bank: die; ~ ; -banke Arbeits¬
tisch, an dem Schnitzarbeiten ausge¬
führt werden
Schnitzel: das; -s; - 1 häufig in Ei u.
Semmelbrösel od. Mehl gewälzte, in
einer Pfanne kurzgebratene (dünne)
Fleischscheibe vom Kalb od. Schwein
2 kleiner Papierfetzen
schnitzen: schnitzt; schnitztest; hast ge¬
schnitzt mit einem Schneidewerkzeug
aus einem Holzstück etwas Gegen¬
ständliches formen
Schnjt|zel|bank: die; - ; -banke 1 [vef-
alt.j Schnitzbank 2 Fastnachts-, Kar¬
nevalsbrauch, bei dem Bilder mit ty¬
pischen Ereignissen der Region in ei¬
nem Umzug herumgetragen u. kom¬
mentiert werden
Schnit|zel|)agd: die; * ; -en Reiter- od.
Kinderwettbewerb, bei dem ein Mit¬
spieler eine Spur aus Papierschnit¬
zeln, Hinweisen legt, die zu ihm, zu ei¬
nem Ort führt, wobei an verschiede¬
nen Zwischenstationen Hinweise ge¬
lagert werden (oftmals mit einer zu lö¬
senden Aufgabe), bei dem diejenige
Person(engruppe), die zuerst am Ziel¬
ort (zu Fuß, zu Pferd o. ä.) ankommt
gewonnen hat
schnitjzeln: schnitzelst; schnitzeltest;
hast geschnitzelt 1 etw. in kleinste
Stücke zerteilen 2 [landsch.] schnitzen
schnit|zen: schnitzt; schnitztest; hast ge¬
schnitzt mit einem Messer o. ä. Mu¬
ster, Darstellungen in Holz ritzen,
formen »Er schnitzte eine Figur aus ei¬
nem Ast.«
Schnitjzen der; -s; ~ weibl. Schmt|zej-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die mit
Werkzeugen Holz u. ä. Materialien
künstlerisch bearbeitet 2 nur männl.
Form [ugs.] Fehler; Unachtsamkeit
Schnjt|zietrei: die; - ; -en 1 geschnitzte,
aus Holz herausgearbeitete Figur od.
Verzierung 2 o. PI. Vorgang des
Schnitzens, Herausarbeitens von etw.
aus Holz
Schn[tz|ler: der; -s; - weibl. Schnitz|le|-
rin: die; - ; -nen [Schweiz.] Schnitze¬
ln)
Schnitz|werk: das; -(e)s; -e künstleri¬
sche Schnitzerei
Schnod|der: der; -s; - [derb] Nasen¬
schleim
schnod|de|rig/schngdd|rig: Adj. [ugs.]
respektlos, ohne Ehrerbietung (re¬
dend)
Schnodd|rig|keit: die; - ; -en schnoddri¬
ge Art, Handlung o. ä.
schnö|de: Adj. verachtenswert; nichts¬
würdig; völlig unzureichend, minder¬
wertig
1017
Schnödigkeit
Schnö|dig|kelt: die; - ; -en Nichtswür¬
digkeit; völlige Unzulänglichkeit;
Minderwertigkeit
Schnoijchel: der; -s; - 1 <Technik> aus¬
fahrbares Rohr bei Unterseebooten
usw. zum Ansaugen von Oberflä¬
chenluft 2 zum Luftholen beim Tau¬
en in geringer Tiefe benutztes Rohr,
das aus dem Wasser herausragt
Schnöijkel: der; -s; ~ a) geschwungene
Linie als Verzierung von Schrift b) ge¬
schwungene Elemente an Gegenstän¬
den, die nur der Verzierung dienen;
Verzierung
Schnö(|ke|tei: die; - ; -en [ugs.] Verzie¬
rungen
schnör|kel|haft: Adj. schnörkelhafter;
schnörkelhafteste [selten] mit vielen
Schnörkeln versehen; verziert
achnör|ke|lig/schnörk|lig: Adj. a) mit
sehr vielen Schnörkeln verziert b) wie
ein Schnörkel aussehend
Schnör|kel|kram: der; -(e)s; - [ugs.; ab-
wert.j unnötige Verzierungen; über¬
flüssiger Zierrat
schnöijkeln: schnörkelst; schnörkeltest;
hast geschnörkelt [ugs.] etw. mit Ver¬
zierungen versehen
schnörkjlig/schnör|ke|lig: Adj. a) mit
sehr vielen Schnörkeln verziert b) wie
ein Schnörkel aussehend
schnorjren: schnorrst; schnorrtest; hast
geschnorrt [ugs.] (als schmarotzend u.
unangenehm empfunden) häufig etw.
erbetteln, von anderen nehmen »Er
schnorrte mich um Geld an.«
SchnoijreR der; -s; - weibt. Schnorjrej-
rin: die; - ; -nen [ugs.] a) Person, die
davon lebt, Passanten um Geld anzu¬
betteln, nach Geldspenden anzuspre¬
chen b) Person, die häufig bei anderen
ohne Gegenleistung um Kleinigkeiten
(z. B. Zigaretten) bittet
Schnor]re|rei: die; - ; -en 1 o. PI. ständi¬
ges Schnorren, Bitten (z. B. um Geld
od. Zigaretten) 2 einzelner Schnorr¬
vorgang
Schnö|sel: der; -s; - [ugs.; abwert.] jun¬
ger Mann, dessen Auftreten man als
unhöflich empfindet
schnö|se|lig: Adj. [ugs.; abwert.] ein Be¬
nehmen wie ein Schnösel zeigend
Schnö|se|lig|keit: die; - ; - [ugs.; ab¬
wert.] arrogantes, unhöfliches Ver¬
halten
Schnp./Schn.-P.: Abk. Schnittpunkt
Schnucke (Schnuk|ke —* Schnu|cke):
die; - ; -n [norddt.; selten] kurz für
<Zool.> Heidschnucke = eine Schaf¬
art
schnucke|lig/schnuck|lfg (schnuk|ke|-
lig —*■ schnu|cke|lig): Adj. niedlich,
süß
Schnuckel|chen (Schnuk|kel(chen —>
Schnu|ckel|chen): das; -s; - Kose¬
wort
Schnucki (Schnuk|ki —> Schnu|cki);
[ugs.] Kosename
Schnucki|putz (Schnuk|ki|putz —»
Schnu|cki|putz): [ugs.] Kosename
8chnuck)lig/schnucke|lig/(schnuk]ke|-
lig —*• schnu|cke|lig): Adj. (vom äu¬
ßeren Erscheinungsbild) niedlich, süß
schnud|de|lig/schnudd|lig: Adj. 1
[landsch.] (vom äußeren Erschei¬
nungsbild) schmuddelig; ein wenig
schmutzig; nicht gepflegt 2 [berlin.]
ausgesprochen appetitlich aussehend
Schnud|del|na|se: die; - ; -n [landsch.]
laufende Nase
schnudd]lig/schnud|dejlig: Adj. 1
[landsch.] schmuddelig; ein wenig
schmutzig; nicht gepflegt 2 [berlin.]
ausgesprochen appetitlich aussehend
Schnüf|fe|lei: die; - ; -en 1 [ugs.;
abwert.j a) o. PI. ständiges Nachspio¬
nieren b) einzelner Fall von Nach¬
schnüffeln, -spionieren 2 o. PI. [ab¬
wert.] ständiges, gewohnheitsmäßiges
Hinterherschnüffeln 3 Einatmen der
Dämpfe chemischer Stoffe (z. B. von
Lösungsmitteln), um sich in einen
Rauschzustand zu versetzen
schnüf)feln: schnüffelst; schnüffeltest;
hast geschnüffelt 1 Luft, einen Geruch
hörbar durch die Nase aufnehmen
»Er schnüffelte an ihrem Parfüm.« 2
<übertr.> [ugs.] neugierig Nachfor¬
schungen anstellen; spionieren »Sie
hat in meinem Zimmer geschnüffelt.«
3 Rauschgift, Dämpfe chemischer
Stoffe (z. B. von Lösungsmitteln) ein¬
atmen, um sich in einen Rauschzu¬
stand zu versetzen
Schnüf|fel|stoff: der; -(e)s; -e (Kleb-)
Stoff, dessen Ausdünstungen als
Rauschmittel benutzt werden
Schnüff|leR der; -s; - weibl. Schnüff |le|-
rin: die; - ; -nen [ugs.; abwert.] 1 a)
Person, die neugierig ist u. anderen
nachschnüffelt b) Person, die beruf¬
lich anderen nachspioniert (z. B. Ge¬
heimdienstmitarbeiter, Detektiv, Po¬
lizist o. ä.) 2 Person, die regelmäßig
chemische Stoffe (z. B. Lösungsmit¬
tel) einatmet, um sich in einen
Rauschzustand zu versetzen
SchnuI|leR der; -s; ~ a) kleiner Gummi¬
nuckel zur Beruhigung von Säuglin¬
gen u. Kleinkindern b) [landsch.] Sau¬
ger; Gummiaufsatz mit Loch für Ba¬
byflaschen
Schnul|ze: die; -; -n [ugs.] sehr gefühls¬
betontes Lied, Buch usw. »Ich sehe
manchmal ganz gerne eine Schnulze im
Fernsehen.«
Schnul|zen|sän|ger. der; -s; - weibl.
Schnjj||zen|sän|ge|rin: die; - ; -nen
[ugs.; abwert.] Schlagersängerin),
der/die sentimentale, gefühlsbetonte
Lieder singt
schnulfzig: Adj. [ugs.; abwert.] senti¬
mental, gefühlsbetont
schnupften: schnupfst; schnupftest; hast
geschnupft 1 Atemluft mit Druck
durch die Nase pressen, um diese zu
reinigen 2 a) einen Stoff (z. B. Tabak)
durch die Nase aufnehmen b)
Rauschgift durch die Nase einneh¬
men
Schnuppen: der; -s; - <Med.> entzünde¬
te Nasenschleimhäute oft verbunden
mit dem Anschwellen der Nasen¬
scheidewand, mit vermehrter Abson¬
derung von Nasensekreten, wodurch
das Atmen durch die Nase stark be¬
hindert ist
Schnup|fen|spray: das; -s; -s <Med.>
flüssiges Medikament od. Salbe, das/
die in die Nasenlöcher gesprüht/ge-
schmiert wird, um eine Abschwellung
der Schleimhäute zu bewirken u. so¬
mit die Atmung zu erleichtern
Schnupf|ta|bak: der; -s; - feines Tabak¬
pulver, das duch die Nasenlöcher auf¬
genommen wird
Schnupfjta|bak|do|se/Schnupf|ta|-
baks|do|se: die; -; -n kleiner Behälter
für Schnupftabak
Schnupf|ta|baks)do|se/Schnupf|ta|-
bak|do|se: die; ~ ; -n kleiner Behälter
für Schnupftabak
Schnupf]tuch: das; -(e)s; -tücher [ver-
alt.] Taschentuch zum Naseputzen
Schnup|pe: die; - ; -n 1 kurz für Stern¬
schnuppe = von der Erde ohne Hilfs¬
mittel sichtbarer Meteor 2 [norddt.;
mitteldt] verkohlter Kerzendocht
schnuplpe: Adj. n. stg. in der Wendung
etw. ist jmdm. schnuppe: [ugs.] etw.
ist jmdm. gleichgültig, völlig egal
» Wie das Spiel ausgeht, ist mir schnup¬
pe.«
schnup|pern: schnupperst; schnupper¬
test; hast geschnuppert a) Luft durch
die Nase in kurzen Abständen einzie¬
hen, um einen Geruch besser wahrzu¬
nehmen b) einen bestimmten Duft,
Geruch aufnehmen
SchnuR die; • ; Schnüre u. [landsch.;
fachsprl.] Schnuren 1 langes, dünnes
Seil, Band 2 [ugs.] Kabel
Schnür|bo|den: der; -s; -böden <Theater>
Bereich über der Bühne, an dem mit
Seilen Kulissenteile heraufgezogen u.
heruntergelassen werden können
Schnüijchen: das; -s; - 1 kurze(s), dün-
ne(s) Schnur, Seil 2 wie am Schnür¬
chen laufen: ohne Probleme, rei¬
bungslos klappen, funktionieren
schnü|ren: schnürst; schnürtest; hast
geschnürt a) etw. mit einer Schnur, ei¬
nem Band o. ä. zubinden »Ich
schnürte das Paket zu.« b) die Taille,
Figur, den Körper (mit einem Kor¬
sett) schnüren, um sich schlanker zu
machen
schnur|ge|ra|de/schnur|gra|de: Adj. n.
stg. ohne Abweichung (wie) an einer
Linie entlang; auf völlig gerader
Strecke
Schnür|leib: der; -(e)s; -er <hist.> Mie¬
der zum Schnüren
Schnjir|mie|deR das; -s; - <hist.> Mie¬
der, feste Leibbinde, das/die am Kör¬
per geschnürt, zusammengezogen
wurde
Schnurijbart: der; -(e)s; -bürte Haare
auf der Oberlippe
Schnurrjbart|bin|de: die; - ; -n <hist.>
Hilfsmittel, um einen Oberlippenbart
in Form zu bringen u. zu halten
schnurrjbäijtig: Adj. n. stg. einen
Schnäuzer, Schnurrbart habend »Ein
schnurrbärtiger Mann betrat den La¬
den.«
Schnurlre: die; ~; -n [veralt.] lustige Ge¬
schichte; Posse
schnurjren: schnurrst; schnurrtest; hast
geschnurrt 1 <Katze> (bei Wohlbefin¬
den) ein summendes, knurrendes Ge¬
räusch von sich geben 2 ein künstlich
erzeugtes summendes Geräusch von
sich geben, das einem Schnurren (1)
ähnelt (z. B. bei ektrischen Geräten) 3
[landsch.] schnorren; um etw. (meist
Geld od. Zigaretten) betteln, bitten
Schnuijrer: der; -s; - weibl. Schnur|re|-
rin: die; - ; -nen [landsch.; abwert.]
Schorrer(in); Person, die um etw. bet¬
telt (meist Zigaretten od. Geld)
Scfmüijrie|men: der; -s; - a) Band, mit
dem etw. zugeschnürt, zugebunden
1018
Schollenbrecher
wird b) [landsch.] Schnürsenkel zum
Verschließen von Schürschuhen
schnuijrig: Adj. (veralt.) seltsam; ko¬
misch; ein wenig sonderbar (im Ver¬
halten)
Schnui[rig|lceit: die; - ; -en [veralt.] 1 o.
PI. schnurriges Verhalten 2 sonderba¬
re Handlung; komischer, seltsamer
Einfall
Schnur[rock/Schnür|rock: der; -(e)s;
-rücke <hist.> Männerrock mit Schnü¬
ren
Schnürjschuh: der; -(e)s; -e Halb¬
schuh, der mit Schnürsenkeln ge¬
schlossen wird
Schnür]sen|kel: der; -s; - Band zum
Verschließen, Zubinden eines
Schnürschuhs
Schnurfsprinlgen: das; -s; - <Kinder-
spieb [österr.] Seilspringen
schnurfsprinlgen: nur im Infinitiv u. im
Partizip II, Perfekt gebraucht: bist
schnurgesprungen <Kinderspiel>
[österr.] seilspringen
Schnüifstie|fel: der; -s; ~ Stiefel, der
mit langen Schnürsenkeln, Schuhrie¬
men geschlossen wird
schnuifstracks: Adj. n. stg. auf ge¬
radem, direktem Weg, ohne Verzöge¬
rung, ohne Umweg »Sie ging schnur¬
stracks nach Hause.«
Schnü|rung: die; - ; -en 1 das Schnüren
2 etw., was mit Schnüren verbunden
ist
schnurz: Adj. n. stg. (nur prädikativ ge¬
braucht) [ugs.] völlig gleichgültig,
egal; unwichtig
schnurz|pie|pe/schnurz|pie]pe: Adj. n.
stg. [ugs.j gleichgültig; völlig egal,
Syn.: schnurzpiepegai
schnurz|piep|egal/schnurz|plep|egal
—» schnurz|piep[e[gal: Adj. n.~stg.
[ugs.] gleichgültig; völlig egal, Syn.:
schnurzpiepe
Schnujte: die; ~ ; -n 1 [norddt.] Mund,
besonders bei Kindern 2 [ugs.] Un¬
muts- od. Mißfallensausdruck in der
Mimik durch das Verziehen der
Mundwinkel »Zieh nickt schon wieder
eine Schnute.«
Schg|ben der; -s; - 1 einfache, über¬
dachte Bretterhütte zur Aufbewah¬
rung von Heu u. Stroh 2 [österr.;
süddt.) kegelförmig aufgeschichtetes
Heu od. Stroh im Freien
Schock: das; -(e)s; -e <hist.> Zählmaß
(1 Schock = 5 Dutzend = 60)
Schock: <niederl.-fr.> der; -(e)s; -e u. -s
<Med.> 1 Erschütterung des Nerven¬
systems; durch ein plötzliches unan¬
genehmes, traumatisches Erlebnis
ausgelöste, starke seelische (od. kör¬
perliche) Erschütterung »Er erlitt ei¬
nen Schock.« 2 Kreislaufkollaps 3
[ugs.] großer Schreck
Schock|be|hand|Umg: die; - ; -en
<Med.> 1 ärztliche Maßnahmen bei ei¬
nem Schock 2 künstlich erzeugter
Schock (1) zur Heilung bei bestimm¬
ten Krankheiten
Schocke|lei (Schok|ke|lei —*• Scho|-
cke|lej): die; - ; -en [landsch.] Schau¬
kelei (mit, bei einem Fahrzeug)
schockein (schok|keln —» scho|-
ckeln): schockeist; schockeitest; hast
geschockelt a) heftige Schaukelbewe¬
gungen ausführen b) sich mit Schau¬
kelbewegungen (in einem Fahrzeug)
vorwärtsbewegen
schocken (schofcfken —> scho[cken):
schockst; schocktest; hast geschockt 1
[ugs.] jmdn. aus dem seelischen
Gleichgewicht bringen 2<Med.> jmdn.
mit Elektroschocks behandeln
Schocker (Sehpkjker —> Schpjcker):
der; -s; - [ugs.] etw., was einer Person
einen Schock versetzt
Schock|faiibe: die; - ; -n greller, auffäl¬
liger Farbton
schpcklfarjben: Adj. n. stg. eine auffälli¬
ge, grelle Farbe aufweisend
schock|ge|fro|ren: Adj. n. stg. (beson¬
ders bei Lebensmitteln) in kurzer Zeit
bei sehr tiefen Temperaturen einge¬
froren
schock|ge|fro|stet —> schpckjge|fros|-
tet Adj. n. stg. (besonders bei Lebens¬
mitteln) in kurzer Zeit bei sehr tiefen
Temperaturen eingefroren
schockie|ren (schok|kie|ren —-> schoj-
ckiejren): schockierst; schockiertest;
hast schockiert jmdn. durch normab¬
weichendes, gesellschaftswidriges
Verhalten empören
Schpck)thelra|pie: die; - ; -n <Med.> Be¬
handlung mit künstlich erzeugten
Schocks(I)
schpck[wei|se: Adv. 1 in Maßeinheiten
zu je einem Schock, 60 Stück 2 [selten;
ugs.] in großen Mengen
Schpck[wir|kung: die; - ; -en 1 Beein¬
trächtigung durch einen Schockzu¬
stand 2 Erzielung, Auswirkung (in
Form) eines Schockzustandes
Schofc der;-(e)s; -e 1 Zusammenschluß
von mehreren Gänsen od. Enten 2
[norddt.] Stroh zum Dachdecken
Schöffel: der; -s; ~ 1 männliche Person,
die sich schäbig verhält 2 etw., was
schlecht, wertlos ist, Syn.: <1> Schuft
schpjfel; Adj. a) erbärmlich; schlecht;
gemein b) von miserabler Qualität c)
geizig; knauserig
schpjfejlig: Adj. a) von miserabler Qua¬
lität b) erbärmlich; schlecht; gemein
c) geizig; knauserig
Schöf)fe: der; -n; -n weibt. Schöflfin:
die; - ; -nen <Rechtsw.> Person, die als
Laie ehrenamtlich bei Gerichtsver¬
fahren an der Urteilsfindung beteiligt
ist
Schöfjfen|bank: die; - ; -banke Sitzplät¬
ze für die Schöffen im Gerichtssaal
Schö(jfen|ge|richt: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> dem Amtsgericht zugeord¬
netes Gericht, bestehend aus Rich¬
tern) u. Schöffen
schgfjlig: Adj. a) von miserabler Quali¬
tät b) erbärmlich; schlecht; gemein c)
geizig; knauserig
Schpfko: die; ~ ; -s [ugs.] kurz für Scho¬
kolade
Scho|ko[la|de: die; - ; -n 1 eßbare Süßig¬
keit aus Kakao, Fett, Zucker u.
Milch, die meist in Tafeln angeboten
wird 2 trinkbare Flüssigkeit aus in
Wasser aufgelöstem Kakaopulver
Scho|ko|lajde|eis/Scho)ko[la|den|eis:
das; -es; - Speiseeis, das Schokolade
enthält
Scho|ko|la]de|guB —» Scho|kp|la|de|-
guss: der; -gusses; -güsse Überzug
aus Schokolade (z. B. über einem Ku¬
chen)
scho|ko|ta]den|braun: Adj. n. stg. von
einem dunkelbraunen Farbton
Schojko|!a]den|ets/Scho|ko|la|de|eis:
das; -es; - Speiseeis, das Schokolade
enthält
Scho|ko|la|den|fa|brik —Scho|ko|la|-
den)fa|b|rik: die; - ; -en Werk zur Her¬
stellung von Schokoladenartikeln
Scho|ko|la|den|gla|sur. die; - ; -en
Überzug aus (flüssiger) Schokolade
Scho|ko|lajden|guß —> Scho|kp|la|-
den|guss: der; -gusses; -güsse Über¬
zug aus Schokolade (z. B. über einem
Kuchen)
Scho|ko]lg|den|pud(ding: der; -s; -s
Süßspeise, Nachtisch aus Milch u.
Puddingpulver mit Schokoladenge¬
schmack o. ä.
Scho|ko|1ajden($ei[te: die; - ; -n a) mit
Schokolade überzogene Seite eines
Lebensmittels b) <übertr.> beste, vor¬
teilhafteste, schönste u. angenehmste
Seite von etw. od. jmdm.
Scho|ko|la|den|ta|fal: die; - ; -n meist
rechteckige, flache Blockform mit
eingeprägten Stücken, in der Schoko¬
lade verkauft wird
Scho|ko|la|den|toijte: die; -; -n aufwen¬
dig hergestellter (runder) Kuchen mit
hohem Schokoladenanteil
Schojlajstik —* Scho|las]tik: <lat.; gr.>
die; - ; -1 <hist.> Wissenschaftszweig
des Mittelalters, der sich auf die anti¬
ke Philosophie stützte 2 [abwert.]
starr an Dogmen verhaftete Schul¬
weisheit
Scho|la|sti|ker —> Scho[las|ti|ker dat.-
gr.> der; -s; - weibl. Scho|la|sti|ke|rin
—* Scho|lasfti|ke|rin: die; - ; -nen 1
Anhängern) der Scholastik 2 (ab¬
wert.] engstirniger, dogmatischer
Mensch
Scho[ta[sti[zis|mus —* Scho|las|ti|zis|-
mus: (lat.; gr.> der; - ; - 1 (zu) hohe
Bewertung der Scholastik 2 [geh.]
Haarspalterei; übergenaue Betrach¬
tungsweise
Schpljle: die; - ; -n 1 <Zool.> Salzwasser¬
speisefisch aus der Familie der Plattfi¬
sche mit orangeroten Flecken an der
Oberseite u. einer leicht durchschim¬
memden, weißlichen unteren Seite 2
Stück von der Eisdecke auf einem
Teich, See od. Fluß 3 a) flaches, festes
Stück vom Ackerboden b) o. Pi. (eige¬
nes) kleines Stück Ackerland 4 <Geo¬
logie> Bruchstück der Erdkruste, das
von Verwerfungen umgeben ist
Schol|len|brelcher: der; -s; - Spezial¬
maschine zur Aufbereitung des Ak-
kerlandes vor dem Säen
schon: I Adv. 1 a) früher als erwartet
»Du kommst schon heute?« b) mehr
als erwartet »Du bist schon 20 Jahre
all?« 2 in der Zwischenzeit »Während
ich einkaufe, kannst du ja schon mal
saugen.« 3 wenig notwendig; ausrei¬
chend; allein; nur »100 ml reichen
schon. ♦ Schon die Vorstellung macht
mir Angst.« 4 drückt aus, daß etw.
nicht neu ist; bereits »Schon Aristote¬
les hat sich mit Dramentheorien
beschäftigt.« II Partikel 1 feststellend
»Das habe ich mir schon gedacht.« 2
einschränkend »Wem nützt das
schon?« 3 mit einer Bedingung ver¬
knüpft »Wenn du schon hier einziehst,
kannst du ja auch Miete zahlen.« 4 zö-
1019
schön
gernd »Ich würde schon gerne, aber
...«5 Bekunden von Ungeduld »Mach
schon!«
schön: Adj. 1 sehr ästhetisch u. ange¬
nehm im Äußeren »Sie ist schön.« 2
herrlich »schönes Wetter« 3 beträcht¬
lich »eine schöne Summe« 4 in der Art
u. Weise angenehm »Das war nicht
schön.« 5 <verst.> sehr »Schön dumm!«
6 wie es sein sollte »Immer schön
langsam!« 7 schön wie der junge
Morgen: frisch u. munter aussehend 8
schön u. gut: [ugs.] einleitend in einer
Ablehnung, einem Einwand »Das ist
ja alles schön u. gut, aber ich möchte
damit nichts zu tun haben.« 9 schön
wie die Sünde sein: sehr schön u. ver¬
führerisch sein 10 jmdm. schöne Au¬
gen machen: jmdn. (durch Blicke)
reizen, jmdn. für sich zu gewinnen
versuchen 11 das wäre ja noch
schöner: [ugs.] entrüsteter, ablehnen¬
der Ausruf »Du willst nicht mehr ar¬
beiten u. auf meine Kosten leben? Das
wäre ja noch schöner!« 12 das ist zu
schön, um wahr zu sein: es ist einfach
wunderbar, kaum zu glauben
—* schön schreijben: s. Schönschrei¬
ben
Schon|be|zug: der; -(e)s; -bezöge
(meist bei Polstern verwendeter)
Stoffüberzug, um Verschmutzungen
u. Abnutzung zu vermeiden
schojnen: schonst; schontest; hast ge¬
schont behutsam, sorgsam, sachte,
vorsichtig behandeln; Rücksicht neh¬
men
schojnen, sich: schonst dich; schontest
dich; hast dich geschont sich nicht zu
sehr anstrengen; sich nicht zuviel zu¬
muten »Nach der Operation muß sie
sich noch schonen.«
schöjnen: schönst; schöntest; hast
geschönt 1 <übertr.> ein Ergebnis für
jmdn. positiv verfälschen 2 «Textilin¬
dustrie) Farbe von Stoffen intensiver
machen
schojnend: Adj. jmdn., etw. behutsam,
sorgsam, sachte, vorsichtig, mit
Rücksicht behandeln »Er brachte ihr
die schlechte Nachricht schonend bei.«
Schg|neit <engh der; -s; - Segelschiff
mit mehreren Masten
Scho|nen der; -s; - Schutzüberzug
schön|fär|ben: färbst schön; färbtest
schön; hast schöngefärbt einen Sach¬
verhalt o. a. besser darstellen od. be¬
werten, als es den wirklichen Gege¬
benheiten entspricht
Schön|fär|be|rei: die; - ; -en positivere
Darstellung od. Bewertung von etw.
als es der Wirklichkeit entspricht
Schon|gang: der; -(e)s; -gange 1
«Waschmaschine) Spezialprogramm
für empfindliche Textilien wie z. B.
für Wolle 2 «Kfz-Technik> höchster
Gang, in dem die Drehzahl herabge¬
setzt wird
Schön|ge)st: der; -(e)s; -er Person, die
sich mit geistigen Dingen u. der
Kunst beschäftigt
schön|geijsttg —» schön|geis[tig: Adj.
[geh.] die schönen Künste u. die Be¬
schäftigung mit ihnen betreffend
Schön|heit: die; - ; -en a) o;- PI. sehr an¬
sprechendes, hübsches Äußeres von
etw., jmdm. b) Person, Sache mit
Schönheit (a)
Schön|heits|farm: die; - ; -en meist mit
einem Hotel verbundene Einrichtung,
in der Gäste kosmetische Behandlun¬
gen, Massagen usw. erhalten, ein gan¬
ze Schönheitsprogramm durchlaufen
Schön|heits|ide|al —» Schön|heits|i|-
defal: das; ~(e)s; -e körperliche Er¬
scheinung, die zu einer bestimmten
Zeit als vorbildhaft schön gilt
Schön|heits|kö(ni|gin: die; - ; -nen Ge¬
winnerin einer Schönheitskonkurrenz
Schön|heits|opejra|ti|on —> Schön|-
heits|o|pe|ra|ti|on: die; - ; -en operati¬
ver Eingriff, der ausschließlich der
Verschönerung des Körpers gilt u.
medizinisch nicht notwendig ist
Schön|heits|pfle|ge: die; • ; - alle Ma߬
nahmen zur Erhaltung der äußerli¬
chen, körperlichen Schönheit, At¬
traktivität
schön|heits|trun|ken: Adj. [poet.] wie
von Sinnen durch den Anblick von
etw. od. jmd. außergewöhnlich Schö¬
nem
Schönjheits|wett|be|werb: der; -(e)s; -e
Ermittlung der Siegerin, Schönsten
aus einer Anzahl von (jungen) Frauen
durch eine Jury, Syn.: Schönheitskon¬
kurrenz
Schon|kost die; - ; - leicht verdauliche
Krankendiät
schön|re|den: redest schön; redetest
schön; hast schöngeredet aj etw. bes¬
ser, weniger negativ darstellen, als es
der wirklichen Gegebenheit ent¬
spricht b) jmdm. Komplimente ma¬
chen, ihm schmeicheln mit dem Ziel
seine Gunst zu erwirken, einen per¬
sönlichen Vorteil dadurch zu erzielen
Schön|re|de|rei: die; • ; -en a) besser,
weniger negative Darstellung, Bewer¬
tung von etw. od. jmdm., als es der
wirklichen Gegebenheit entspricht b)
Schmeichelei mit dem Ziel jmds.
Gunst zu erwirken, einen persönli¬
chen Vorteil zu erzielen
Schön|red|ner der; -s; - weibl. Schön|-
red|ne|rin: die; - ; -nen a) Person, die
eine Person, Sache od. einen Gegen¬
stand besser, weniger negativ dar¬
stellt, als es der wirklichen Gegeben¬
heit entspricht b) Person, die jmdm.
schmeichelt, mit dem Ziel seine Gunst
zu erwirken, einen persönlichen Vor¬
teil dadurch zu erzielen
schön|red|ne|risch: Adj. (sich) (ein¬
schmeichelnd zur Erzielung persönli¬
cher Vorteile
schön|schrei|ben —» auch schön
schrgi|ben: schreibst schön; schrie-
b(e)st schön; hast schöngeschrieben
■—*auch hast schön geschrieben-
mit gestochen, besonders schöner
Schrift schreiben
Schön|schrift: die; - ; -en a) besonders
ordentliche, saubere Schrift, die in
der Grundschule eingeübt wird b)
[ugs.] ordentliches Schriftbild
schönjtun: tust schön; tat (e) st schön;
hast schöngetan einer Person das sa¬
gen, was sie gern hören will, um ihre
Gunst zu erwirken u./od. persönliche
Vorteile zu erzielen
Schglnung: die; - ; -en 1 o. PI. umsichti¬
ge, sorgfältige, achtsame, vorsichtige,
behutsame Behandlung von etw. od.
jmdm. 2 abgetrennter Bereich eines
Waldes, in dem junge Bäume ange¬
pflanzt wurden
Schö|nung: die; ~; -en Schönermachen;
vorteilhaftere Darstellung von etw.
od. jmdm., als es den wirklichen Ge¬
gebenheiten entspricht
schp|nungs|be|dürf|tig: Adj. auf rück¬
sichtsvolle, vorsichtige, achtsame, be¬
hutsame Behandlung angewiesen
scho[nungs|los: Adj. rücksichtslos »Sie
sagte schonungslos die Wahrheit.«
schg|nungs|voll: Adj. rücksichtsvoll;
behutsam j
Schön|wet|teijwol|ke: die; - ; -n Wolke;
aus der kein Regen fällt, die auch bei
Sonnenschein am Himmel zu sehen
ist
Schon|zeit die; ~ ; -en <Jagd> Zeitraum,
in dem jagdbares Wild nicht geschos¬
sen werden darf
Schopf: der; -(e)s; Schöpfe 1 Kopfhaar
2 a) lange Kopffedem bei einigen Vo¬
gelarten b) Pferdemähne 3 [landsch.,
besonders Schweiz.] a) ans Haus ange¬
bauter Schuppen b) Schutzdach ge¬
gen die Witterungseinflüsse 6 eine
Gelegenheit beim Schopf packen:
<übertr > eine günstige Situation (aus)-
nutzen
Schöpf|ei|mer. der; -s; - Gefäß zum
Wasserholen aus einem Brunnen
schöpjfen: schöpfst; schöpftest; hast ge¬
schöpft 1 (mit einem Hilfsmittel) eine
Flüssigkeit in relativ kleinen Einhei¬
ten, Mengen aus einem Behälter neh¬
men »Er schöpfte mit den Händen
Wasser aus dem Bach.« 2 [geh.] a)
Neues schaffen »Er schöpfte ein ein¬
zigartiges Kunstwerk, einen neuen Be¬
griff für das Ereignis.« b) «Geistiges;
Ideelles) aufnehmen; bekommen »Sie
schöpfte ihre Erkenntnisse aus
Erfahrungen.« 3 (frische) Luft
schöpfen: atmen; Luft, Sauerstoff
aufnehmen
Schöp|fer der; -s; - weibl. SchÖp|fe|rin:
die; - ; -nen 1 nur männl. Form; o. PI.
«Religion) Gott, der Himmel u. Erde
geschaffen hat 2 Person (oft Künst-
ter), die ein hervorragendes, einzigar¬
tiges Werk geschaffen hat 3 nur
männl. Form Behälter, Gerät zum
Schöpfen von Flüssigkeit 4 da kannst
du deinem Schöpfer danken: da
kannst du Gott danken, denn du hast
großes Glück gehabt
schöp|fe|risch: Adj. etw. Neues, vorher
nicht Gewesenes kreativ erstellend;
etw. (Besonderes) erschaffend »eine
schöpferische Tätigkeit«
Schöp|feijkraft: die; - ; -kräfte [geh.]
Fähigkeit, etw. zu erschaffen
Schöpf[ge|fä8: das; -es; -e Behälter zum
Schöpfen von Flüssigkeit
Schöp^keljle: die; - ; -n großer, tiefer
Löffel mit langem Stiel zum Heraus¬
holen u. Verteilen von Suppe aus ei¬
nem Topf, Syn.: Schöpflöffel
Schöpf|!öf|fel: der; -s; - großer, tiefer
Löffel mit langem Stiel zum Heraus¬
holen u. Verteilen von Suppe aus ei¬
nem Topf, Syn.: Schöpfkelle
Schöp|fung: die; ~ ; -en i o. PL «Reli¬
gion) Welt, so wie Gott sie geschaffen
hat 2 [geh.] Werk eines künstlerisch
begabten Menschen 3 ohne PI [geh.]
Vorgang des Erschaffens (z. B. eines
Kunstwerkes)
1020
Schrapnell
Schöp|fungs[ak£ der; -(e)s; - a) (Reli¬
gion) Vorgang der Erschaffung der
Welt durch Gott b) [geh.] Vorgang
des Erschaffens (z. B. eines Kunst¬
werkes)
Schöp|fungs]ge|schich|te: die; ~ / - (Re¬
ligion) Bericht über die Erschaffung
der Welt durch Gott
Schöp|fungs|tag: der; -(e)s; -e (Reli¬
gion) einer der sechs Tage, an denen
Gott nach biblischem Bericht die
Welt erschaffen hat
Scboplpen: der; -s; - 1 (hist.) Raum¬
maß, das etwa einem halben Liter
entsprach 2 [landsch.] Schuppen 3
(Gastr.) Glas mit 1/41 Wein (od. Bier)
4 [süddt.; Schweiz.] Saugflasche für
Kleinkinder
Schop|pen|wein: der; -(e)s; -e Wein,
der in Gaststätten in Gläsern od. Ka¬
raffen verkauft wird
schpp|pen|wei|se: Adv. in Einheiten
von einem Schoppen (1)
schojren: schorst; schonest; hast ge-
schort [landsch.] mit einer Schaufel
bearbeiten, (utn-)graben
Schorf: der;-(e)s; -e 1 (Med.) a) verhär¬
tetes, abgestorbenes Gewebe der
Haut b) über einer offenen Wunde ge¬
bildete Kruste 2 Krusten bildung bei
Pflanzen durch Pilzbefall
schorf|ar(ttg: Adj. n. stg. wie Schorf; in
der Art von Schorf
Schor|le/Schoijle|inoijle: die; - ; -n u.
das; -s; -s mit Mineralwasser gemisch¬
ter Wein
Schorn|stein: der; -(e)s; -e 1 senkrecht
nach oben führende Ableitung, Ab¬
zug für die an einer Feuerstätte, bei
einer Verbrennung (von Heizmateri¬
al) o. ä. entstehenden Abgase in ei¬
nem Haus, einer Fabrik, Syn.: Ka¬
min; Esse; Schlot 2 zum Schornstein
hinausjagen: sinnlos verschwenden
»Er hat all sein Geld zum Schornstein
hinausgejagt.« 3 etw. in den Schorn¬
stein schreiben: [ugs.j auf etw. ver¬
zichten, es nicht weiter verfolgen,
nicht mehr daran glauben, daß es
klappt, sondern die Hoffnung aufge¬
ben 4 a) die Schornsteine rauchen:
[ugs.] die wirtschaftliche, finanzielle
Situation ist gut b) von irgend etw.
muß der Schornstein (ja) rauchen:
[ugs.] auf irgendeine Art muß man
Geld verdienen, um den Lebensunter¬
halt zu bestreiten
Schom|steinjfe|ger: der; -s; • weibl.
Schgrnfsteinffe|ge|rin: die; ~ ; -nen
Person, die aufs Dach steigt, um den
Kamin vom Ruß zu reinigen, Syn.:
Kaminkehrer(in); Schlotfeger(in)
Schoß: der; -es; Schöße 1 Körperbe¬
reich, der sich im Sitzen zwischen
Oberkörper u. Beinen als Mulde bil¬
det »Sie nahm das Kind auf den
Schoß.« 2 m. PI. hinten herabhängen¬
de Stoffstücke am Frack 3 [verhüll.;
poet.] Leib, Gebärmutter der Frau 4
in den Schoß der Familie o. ä.
zurückkehren: zurückkehren zur Fa¬
milie od. zu jmdm., etw., dem man
früher eng verbunden war 5 etw. fällt
jmdm. in den SchoB: jmd. erreicht
etw. unerwartet, ohne Anstrengung 6
die Hände in den SchoB legen: faul,
müßig sein
SchoB —» Schoss: der; Schosses;
Schösse (Bot.) frischer Trieb, Jung¬
pflanze; Schößling
SchöB|chen: das; -s; - kleiner Schoß =
angekräuselter Teil zwischen Taille u.
Hüfte bei Damenröcken, -jacken od.
-Musen
Schoß|hünd|chen: das; -s; - (oft ab¬
wert.) als verwöhntes Haustier gehal¬
tener meist kleinerer Hund
SchöB|ling —> Schössling: der; -s; -e
a) frischer Trieb bei Bäumen u. Sträu-
chern b) Jungpflanze, die aus einem
jungen Trieb gezogen wurde
Schot die; - ; -en [seemannssprl.] star¬
kes Seil, mit dem die Segel bewegt u.
festgebunden werden
Scho|te: die; - ; -n 1 längliche, die Sa¬
men enthaltende Fruchtform der
Hülsenfrüchte »Erbsenschote« 2 a)
[ugs.] (Erzählung von einem unge¬
wöhnlichen, oft lustigen) Erlebnis;
(Geschichte einer) seltsame(n) Bege¬
benheit »Ich muß euch noch eine
Schote erzählen.« b) [ugs.] erfundene
Geschichte
scho|ten|för|mig: Adj. n. stg. länglich u.
einer Schote (1) im Aussehen ähnlich
Schott <fr.; arab.t der; -s; -s mit einer
Salzkruste bedecktes Gebiet im Nor¬
den Afrikas
schotL: Abk. schottisch
Schotjter: der; -s; ~ 1 kleine Gesteins¬
brocken 2 [ugs.j Geld
Schot|teijdecke (Schot|ter(dek|ke —*
Schot|ter|de|cke): die; - ; -n aus
Schotter bestehender Straßenbelag
Sehr.: Abk. 1 Schrank; Schränke 2
Schraube(n) 3 Schreiben 4 Schrift(en)
sehr.: Abk. schriftlich
schraf|fje|ren: schraffierst; schraffier¬
test; hast schraffiert einen bestimmten
Bereich mit kleinen Strichen ausma¬
len
Schraf|fie|rung: die; - ; -en durch Stri¬
chelung hervorgehobene Fläche
Schraffur: <it.> die; - ; -en dünne, paral¬
lel verlaufende, eng nebeneinanderlie¬
gende Linien, die eine Fläche ausfül¬
len
schräg: Adj. 1 in einer schiefen, nicht
geraden Position, Haltung »Das Bild
hing, lehnte schräg an der Wand.« 2
nicht den gesellschaftlichen Vorstel¬
lungen von etw., einem Verhalten ent¬
sprechend »ein schräger Vogel«
—* schräg laufend: s. schräglaufend
Schräg|bau: der; -fe)s; - (Bergbau) Ab¬
baumethode, bei der die Stollen nicht
waagerecht verlaufen
Schräjge: die; ~ ; -n Neigung zur Waa¬
gerechten
Schräg|heit die; ~ ; - 1 Eigenschaft,
schräg zu sein, sich zu neigen; Nei¬
gung 2 [ugs.] Verschrobenheit
schrägjlau|fend —» schräg laufend:
Adj. in der Schräge liegend, nicht ge¬
rade
Schrägschrift: die; - ; -en kursive
Schrifttypen; stark geneigte Schrift
Schrägstrich: der; -(e)s; -e Schriftzei¬
chen, das als Linie von links unten
nach rechts oben verläuft
Schram|boh|rer/Schräm|boh|ren der;
-s; - (Bergbau) Spezialgerät, um ei¬
nen schrägen Einschnitt ins Gestein
zu bohren
Schrämlma|schi|ne: die; ~ ; -n (Berg¬
bau) Spezialgerät, um einen schrägen
Einschnitt ins Gestein auszuführen
Schram|me: die; - ; -n sicht- u./od.
spürbare Kratzspur auf einer glatten
Oberfläche (z. B. Haut, Autolack)
Schram|mel|mu|sik: die; - / - vor allem
in u. um Wien beliebte Volksmusik
zur Unterhaltung, gespielt von einem
Schrammelquartett (zwei Violinen,
Gitarre, Akkordion)
Schram|meln: die (PI.) a) Stück der
Schrammelmusik b) Schrammelquar¬
tett (zwei Violinen, Gitarre, Akkordi¬
on), das Schrammelmusik spielt
schram|men: schrammst; schrammtest;
hast geschrammt etw. verkratzen od.
(sich) an einem harten od. spitzen Ge¬
genstand vorbeibewegen, so daß
Schrammen entstehen
Schrank: der; -(e)s; Schränke 1 großes
Möbelstück (meist mit Türen ver¬
schließbar) zur Unterbringung von
Gegenständen, Kleidung od. anderen
Dingen »Er legte den Brief in den
Schrank im Wohnzimmer. ♦ Pack die
Handtücher in den Schrank!« 2
(übertr.) [ugs.] großer, breitschultri¬
ger, kräftiger Mann 3 (Jagd) Abwei¬
chung von der Geraden in der Spur
eines Wildes
Schrank|bett: das; -(e)s; -en Bett, das
aus Platzgründen tagsüber in einen
Schrank geklappt wird, damit es nicht
in den Raum ragt
Schran)ke: die; ~ ; -n 1 beweglicher,
hochklappbarer Balken; Vorrichtung
zur Absperrung von etw., einer Zu¬
fahrt o. ä. »Die (Bahn-) Schranke
senkte sich vor uns.« 2 etw. in Schran¬
ken halten: darauf achten, daß etw.
nicht außer Kontrolle gerät »Die Po¬
lizei versuchte, die Fußballfans in
Schranken zu halten.« 3 sich in
Schranken halten: nicht über das
Maß, Ziel hinausgehen »Bei der Feier
muß sich der Lärm aber in Schranken
halten.« 4 jmdn. in die, seine Schran¬
ken weisen: [geh.] jmdn. zum Ma߬
halten, zur Zurückhaltung ermahnen
5 einer Sache sind (keine) Schranken
gesetzt: etw. ist nicht begrenzt
Schränk|ei|sen: das; -s; - Gerät zum
Bearbeiten der Zähne eines Sägeblat¬
tes
schran|ken|los: Adj. n. stg. 1 a) ohne
Hindernis; ohne Einschränkungen b)
ohne Begrenzung 2 (Bahnübergang)
[selten] keine Schranken besitzend;
nicht durch Schranken gesichert
Schrank|fach: das; -(e)s; -fächer von
Regalbrettern gebildete Einteitungs-
einneit, Ablage fläche im Schrank
Schranktür: die; - ; -en Verschlußtür
vorn am Schrank
Schrenk|wand: die; ~ / -wände über die
gesamte Wandfläche aufgebauter
Schrank
schra|pen: schrapst; schraptest; hast
geschrapt 1 [landsch.; ugs.] (ab)scha-
ben; (ab)kratzen 2 über den Boden
kratzen, schlurfen 3 raffgierig Zusam¬
mentragen
Schrap|nell: <engl.> das; -s; -e u. -s 1 (Mi¬
ßt.) Geschoß der Artillerie, das beim
Aufprall viele kleine Bleikugeln frei¬
setzt 2 [ugs.; abwert.] unattraktive,
zänkische, alte Frau
1021
schrappen
schraplpen: schrappst; schrapptest; hast
geschrappt 1 [landsch.; ugs.] (ab)scha-
ben; (ab)kratzen 2 über den Boden
kratzen, schlurfen 3 raffgierig Zusam¬
mentragen
Schrat: der; -(e)s; -e (Mythologie)
Waldgeist mit verfilzter (Körper-)Be-
haarung; Fabelwesen
Schraubldeckel (Schraubldeklkel —»
Schraub|de|ckel): der; -s; - runde
Abdeckung mit Schraubgewinde, das
auf den Behälter paßt, der verschlos¬
sen werden soll
Schraulbe: die; - ;-n 1 (Technik) nagel¬
förmiger Metallstift mit einem Ge¬
winde, durch das Teile fest, aber lös¬
bar verbunden werden können »Die
Möbel halten nicht durch Schrauben,
sondern durch Leim zusammen.«
2 (Sport) spiralartige Bewegung um
die Längsachse des eigenen Körpers
beim Turnen od. Turmspringen 3
(Technik) a) Gerät zur Druckerzeu¬
gung od. Übertragung von Bewegung
b) kurz für Schiffsschraube 4 [ugs.; ab¬
wert.] unsympathische, wunderliche
Frau »Diese alte Schraube will ich nie
wieder sehen.« 5 Schraube ohne
Ende: Sache, Angelegenheit, bei der
kein Ende abzusehen ist 6 bei jmdm.
ist, sitzt (wohl) eine Schraube
locker: jmd. ist etw. verrückt
schraulben: schraubst; schraubtest; hast
geschraubt 1 etw., was mit Schrauben
(1) befestigt wird, lösen od. befestigen
2 durch eine Drehbewegung einen
Schraubdeckel öffnen od. damit etw.
verschließen od. eine Schraube fest¬
ziehen bzw. lösen 3 etw. mit einer
Schraube (1) in der Höhe verstellen 4
(übertr.) sich spiralförmig (wie ein
Schraubengewinde) in die Höhe be¬
wegen »Der Vogel schraubte sich mit
kräftigen Flügelschlägen in die Lüfte.«
5 (übertr.) beeinflussen, daß sich etw.
erhöht; etw. steigern
Schraulbenldrelhen der; -s; -
[fachsprl.] Werkzeug zum Lösen od.
Befestigen von Schrauben (1), Syn.:
[ugs.] Schraubenzieher
Schraulbenlfelder: die; - ; -n (Technik)
geschwungene Stahlfeder
schraulbentförimiq: Adj. n. stg. in Win¬
dungen verlaufend; Windungen auf¬
weisend
Schraulbentaelwinlde: das; -s; ~ Stück
einer Schraube (1), das an der Ober¬
fläche eine spiralförmige Windung
hat
Schrau|ben|mut|ter: die; - ; -n Ring o.
ä., der an der Innenseite das Gegen¬
stück zu einem Schraubengewinde
aufweist
Schraulbenlsallto: der; -s; -s u. -salti
(Turnen) Überschlag, bei dem man
sich gleichzeitig um die Längsachse
dreht
Schraulbenlschlüslsel: der; -s; - Werk¬
zeug zum Lösen od. Festziehen von
eckigen Schraubenmuttern
Schrau|ben|zie|her: der; -s; ~ [ugs.] spe¬
zielles Werkzeug zum Lösen od. Fest¬
ziehen von Schrauben (1) mit Schlitz
od. Kreuzeinkerbung am Kopf, Syn.:
Schraubendreher
Schraublstock: der; -(e)s; -stocke
Werkzeug (an einer Werkbank) zum
Einklemmen u. Festhalten von Werk¬
stücken, die zum weiteren Bearbeiten
einen festen Halt benötigen
SchraublverlschluB —» Schraublverl-
schluss: der; -Verschlusses; -Ver¬
schlüsse Deckel mit Schraubgewinde,
mit dem Behälter leicht geöffnet u.
wieder verschlossen werden können
Schraub|zwin|ge: die; - ; -n Werkzeug,
zwischen dessen beiden Backen, de¬
ren Abstand mit einer Schraube (1)
regulierbar ist, ein Gegenstand befe¬
stigt werden kann
Schrejber|gar|ten: der; -s; -gärten Gar¬
ten, der sich nicht am Haus, sondern
in einer Kleingartenanlage befindet,
die in Pazellen unterteilt ist, meist mit
einem Schuppen od. einem kleinen,
einfachen Gartenhäuschen, einer
Laube
Schreck: der; -(e)s; -en a) Bestürzung;
kurz anhaltendes Angstgefühl »Der
Schreck sitzt mir heute noch in den
Gliedern.« b) Schreck, laS nach):
[ugs.] erschreckter Ausruf c) (ach) du
(heiliger) Schreckt: [ugs.] überrasch¬
ter (oft auch leicht erschreckter) Aus¬
ruf d) Schreck in der Abendstunde:
[ugs.] Kommentar zu einer nicht er¬
warteten, plötzlichen Überraschung,
die jmdm. nicht angenehm ist
Schreck|bild: das; -(ejs; -er erschüt¬
ternde^) Gedanke, Person od. Situa¬
tion, der/die Schrecken, Furch,
Angst, Entsetzen hervorruft
schrecken (schrekjken —» schre|-
cken): schreckst; schrecktest; hast ge¬
schreckt a) jmdm. Angst machen b)
aus dem Schlaf schrecken: plötzlich
aufwachen
Schrecken (Schrekjken —> Schre|-
cken): der; -s; ~ 1 furchtbares, großes
(plötzliches) Angstgefühl, Entsetzen
2 [geh.] Entsetzen od. Angst u. Furcht
auslösendes Geschehen 3 jmd., der
durch san Verhalten bei anderen
Schrecken, Entsetzen, Empörung od.
auch starke Abneigung verursacht
schrecken|erjre|gend (schrek|kenjer|-
refgend) —> Schre|cken er|re|gend:
Adj. so wirkend, daß man einen
Schrecken (1) bekommt
Schreckens|bild (Schrek|kens|biid —*
Schrejckens|bild): das; -(e)s; -er
Darstellung, Szene des Schreckens
(2), die Angst hervorruft
schreckensjbleich (schrek|kens|bleich
—> schre|ckens|bleich): Adj. n. stg.
von sehr blasser Gesichtsfarbe nach
einem Schreck
Schreckens|herr|schaft (Schrek|kens|-
herr|schaft —> Schre|ckens|herr|-
schaft): die; - ; -en a) (hist.) Herr¬
schaft, Regierung in einer Phase nach
der Französischen Revolution b)
Herrschaft, Regierung, die Angst her¬
vorruft, mit Terror, Unterdrückung
usw. arbeitet •
Schreckens|nacht (Schrek|kens|nacht
—» Schre|ckens|nacht): die; - ;
-nächte Nachstunden, in denen sich
etw. Erschütterndes ereignet hat
Schreckens|tat (Schrekfkens|tat —*
Schre(ckensjtat): die; ~ ; -en Hand¬
lung, die Schrecken (1) auslöst
schreckens|voll (schrek]kens|voll —*
schre|ckens|voll): Adj. a) verbunden
mit fürchterlichen Dingen, Taten, Er¬
eignissen b) vom Schreck (1; 2) völlig
erschüttert
schreck|er|füllt: Adj. n. stg. mit großer
Angst; voller Entsetzen
Schrecklgejspenst: das; -(ejs; -er a)
Person, die Schrecken (3) bei anderen
auslöst b) (übertr.) schreckliche Be¬
drohung
schreck|haft: Adj. schreckhafter;
schreckhafteste leicht in Angst zu ver¬
setzen
schreck|lich: Adj. a) im Ausmaß, der
Wirkung fürchterlich, entsetzlich,
grauenvoll, schlimm »Es war ein
schreckliches Erlebnis.« b) (verst.)
groß; viel »Ich hatte schreckliche
Angst.«
Schreck]schrau|be: die; ~ ; -n [ugs.; ab¬
wert.] weibliche Person, die als unan¬
sehnlich, häßlich u. unfreundlich an¬
gesehen wird
SchreckjschuB —» Schreckjschuss:
der; -Schusses; -Schüsse a) Schuß, der
jmdn. erschrecken, aber nicht treffen
soll b) (übertr.) etw., was jmdn. er¬
schreckt, eigentlich aber harmlos ist
Schred|der: der; -s; - Gerät, Anlage
zum Zerkleinern »Die abgeschnitte¬
nen Zweige kommen in den Schred¬
der.«
Schre|: der; -(ejs; -e 1 lauter, kurzer
Ausruf, kurze Lautgebung, Toner¬
zeugung (ohne Worte) »Man hörte ei¬
nen gellenden Schrei.« 2 der letzte,
neueste Schrei: etw., was sehr mo¬
dern ist
Schreib|ar|beit: die; - ; -en (m. PI.) Tä¬
tigkeit, die im Schreiben von etw. be¬
steht
Schreib[block: der; -(ejs; -s u. -blocke
Papierseiten zum Beschreiben, die an
einer Seite miteinander (durch eine
KlebstofTschicht) verbunden sind
Schreijbe: die; - ; -1 a) [Jargon] Stil des
schriftlichen Ausdrucks b) schriftlich
formulierter Text; Geschriebenes 2
[ugs.; landsch.] Schreibutensil
Schrejjban: das; -s; - geschriebene In¬
formation, meist amtlicher Brief od.
offizielles Schriftstück, auch Firmen¬
korrespondenz J» Wir beziehen uns auf
Ihr Schreiben vom 01.04.«
schreijben: schreibst; schrieb(e)st; hast
geschrieben auf einer Unterlage (Ta¬
fel, Papier usw.) Buchstaben, Zahlen,
Noten usw. sichtbar machen mit Hil¬
fe eines dafür vorgesehenen Gegen¬
standes (Stift, Kreide usw.)
Schre[|ber: der; -s; - weibl. Schreijbej-
rin: die; - ; -nen 1 Verfasserin) von
elw., was schriftlich vorliegt »Der
Schreiber dieses Artikels hat gründlich
recherchiert.« 2 [oft abwert.] Auto¬
rin) eines Buches od. Verfasserin) ei¬
nes Artikels 3 [veralt.] Person, die ihr
Geld mit Schreibarbeiten verdient 4
[ugs.] Stift; Schreibgerät
Schrei|be|rei: die; ~ ; -en [ugs.] lästiger,
arbeitsaufwendiger Schriftwechsel;
lästige Schreibarbeiten
schreib|faul: Adj. keine Lust habend,
etw. schriftlich mitzuteilen, jmdm. ei¬
nen Brief zu schreiben
Schre|b|faui|heit: die; - / -en Unlust zu
schreiben (besonders private Briefe)
Schreib]fe|der: die; ~ ; -n (hist.) ange-
spitzer Federkiel od. Stahlfeder, mit
1022
Schrifttum
dem/der Tinte aufs Papier aufgetra¬
gen wurde
Schreibffeh|ier: der; -s; - orthographi¬
scher (od. sachlicher) Irrtum in einem
geschriebenen Text
schieibfgefwandt: Adj. schreibgewand¬
ter; schreibgewandteste in der Lage,
gut od. schnell schreiben zu können
Schreib|heft: das; -(e)s; -e in Heftform
gebundenes Schreibpapier
Schreibjkrampf: der; -(e)s; -krämpfe
<Med.> beim Schreiben mit der Hand
durch unterschiedliche Ursachen auf¬
tretende Verkrampfung der Finger-
od. Handmuskeln
Schreib|map|pe: die; - ; -n Mappe,
Hülle für Briefbögen u. Schreibpapier
Schreib|ma|schi|ne: die; - ; -n Gerät,
mit dem durch Tastendruck Schrift¬
typen durch ein Farbband auf Papier
gedrückt werden »Bitte fidlen Sie das
Formular mit der Schreibmaschine
aus.«
Schreib|pa|pier: das; -(e)s; ~ Papier,
das sich eignet, darauf zu schreiben
Schreib|puK: das;-(e)s; -eTisch (mit ei¬
ner abgeschrägten Platte) zum Arbei¬
ten, Schreiben, Zeichnen usw.
Schreibschrift: die; - ; -en 1 a) o. PI.
Zeichensatz, -form für Buchstaben,
der/die beim Schreiben mit der Hand
verwendet wird b) jmds. typisches
Schriftbild, das sich beim Schreiben
mit der Hand ergibt 2 <Druckw.>
Schrifttypen beim Drucken, die ähn¬
lich aussehen wie handgeschriebene
Buchstaben
Schreib|stu|be: die; - ; -n (Milit.) Raum,
in dem die Büroarbeiten erledigt wer¬
den
Schreib|stu|ben|hengst: der; -(e)s; -e
[soldatensprl.] Bezeichnung für einen
Soldaten, der in der Schreibstube mit
der Erledigung von Schreibarbeiten
Dienst tut
Schreib|tisch: der;-(e)s; -e Arbeitstisch
(mit seitlich eingearbeiteten Schubla¬
den o. ä.) zur Erledigung von Schreib¬
arbeiten (in Büros u. Arbeitszim¬
mern)
Schre]b|tlsch|tä|ter: der; -s; ~ weibl.
Schreib|tisch|tä|te|rin: die; - ; -nen 1
Person, die eine illegale Handlung
vom Schreibtisch aus organisiert u.
für die eigentliche Durchführung an¬
deren überläßt 2 [ugs.; scherzb] Per¬
son, die im Büro arbeitet, deren Tä¬
tigkeit mit dem Sitzen an einem
Schreibtisch zusammenhängt
Schrejjbung: die; - ; -en Art u. Weise, in
der/wie etw. geschrieben wird
schrejb|un|kun|dig: Adj. n. stg. unfähig
zu schreiben od. unerfahren im
Schreiben
Schreib|unjterjricht: der; -(e)s; - Schul¬
fach in der Grundschule, in dem das
Schreiben gelehrt wird
Schrejb|wa|ren: die (PI.) alles, was zum
Schreiben notwendig ist, verwendet
wird wie Stifte, Hefte
Schreib|wei|se: die; - ; -n 1 Festlegung
der Buchstabenfolge für ein Wort
»Die Schreibweise bei Eigennamen ist
sehr unterschiedlich.« 2 Stil, Form u.
Inhalt des schriftlichen Ausdrucks
Schreib|zeug: das; -(e)s; - alle Schreib¬
geräte (Griffel, Kreide, Bleistift, Fül¬
ler, Kugelschreiber, Filzstift usw.),
mit denen auf unterschiedlichen Ma¬
terialien geschrieben werden kann
schref|en: schreist; schriest; hast
geschrie(e)n 1 a) sehr laut rufen; die
Stimme erheben »Schrei nicht so, ich
habe dich doch verstanden.« b) ein
(langgezogenes) sehr lautes Geräusch
mit den Stimmbändern erzeugen, aus¬
stoßen »Bei dem Überfall schrie sie
vor Angst.« 2 zum Schreien sein:
[ugs.] sehr lustig, erheiternd sein 3
schreien wie am SpieB, wie ein ge¬
stochenes Schwein: [ugs.] extrem
laute stimmliche Geräusche von sich
geben 4 wer schreit, hat Unrecht:
man sollte seine Argumente, Einwän¬
de, Gründe o. ä. ruhig u. sachlich vor¬
tragen
schreitend: Adj. 1 <Farbe; Muster) sehr
auffällig, intensiv »Sie trug ein Kleid
in schreienden Farben.« 2 empörend;
unfaßbar »Dieses Urteil war eine
schreiende Ungerechtigkeit.«
Schreijer der; -s; - weibl. Schr§ie|rin
—» Schrei|efrin: die; - ; -nen 1 Person,
die oft schreit, sich sehr laut äußert,
geräuschvoll schimpft 2 <übertr.> Per¬
son, die Unruhe stiftet, Streit sucht,
rechthaberisch ist
Schreiejrei—» Schrei|e|rei: die; - ; -en
ständiges, störendes Schreien
Schtejjhals: der; -es; -halse [ugs.] Per¬
son, die oft u. viel schreit
Schrejjkrampf: der; -(e)s; -krämpfe hy¬
sterische Reaktion; anhaltendes,
nicht mehr kontrolliertes Schreien
Schrein: der; -(e)s; -e meist Religion)
[geh.] Behältnis für wertvolle Dinge
(meist Reliquien) in Form eines Ka¬
stens, der mit Türen od. einem Deckel
verschließbar ist
Schrei|nen der; -s; ~ weibl. Schrei|ne|-
rin: die; - ; -nen Person, die beruflich
Holz be- u. verarbeitet, Syn.: Tischie-
r(in)
Schrei|ne|rei: die; -; -en a) Werkstatt ei¬
nes Tischlers b) Tätigkeit eines
Schreiners, Tischlers
schrei|nern: schreinerst; schreinertest;
hast geschreinert etw. (auch ohne ent¬
sprechende berufliche Ausbildung)
aus Holz hersteilen; Holz bearbeiten
schreiten: schreitest; schritt(e)st; bist
geschritten 1 langsam, stolz u. feier¬
lich gehen 2 zu etw. schreiten: etw.
anfangen; mit etw. beginnen »Wir
schritten zur Zubereitung des Teigs.«
Schrieb: der; -(e)s; -e [ugs.; abwert.]
Schriftstück; Brief »Dieser Schrieb ist
das Papier nicht wert, auf dem er ge¬
schrieben ist.«
Schrift: die; - ; -en 1 <Sprachwiss.> Zei¬
chensystem zur Schreibung, Umset¬
zung der gesprochenen Sprache 2
Art, wie eine Person mit der Hand
schreibt 3 geschriebenes Dokument,
längeres Schriftstück
Schriftart: die; - ; -en <Druckw.> Aus¬
prägung der für einen Text benutzten
Schrifttypen
schrift|deutsch: Adj. n. stg. dem Hoch¬
deutschen entsprechend
Schrift|deut|sche: das; -n; - Standard¬
deutsch, Hochdeutsch nach den fest¬
gelegten Orthographie- u. Gramma¬
tikregeln
Schnft|fonn: die; ~ ; - <Rechtsw.> Vor¬
schrift, eine Vereinbarung eigenhän¬
dig zu unterschreiben, damit das
Rechtsgeschäft Gültigkeit hat
Schrift|ge|lehr|te: der; -n; -n <ReIigion;
hist.) Mann im Judentum, der sich be¬
sonders mit den religiösen Überliefe¬
rungen u. den Gesetzen auskennt
Schrift|gie]BeR der; -s; - weibl. Schrfft|-
gie|ße|rin: die; - ; -nen <Druckw.>
Handwerker(in), der/die beruflich
Buchstabentypen zum Drucken aus
einer Bleilegierung herstellt
Schnft|gie)Be]rei: die; - ; - <Druckw.> 1
Prozeß der Herstellung der Druck¬
buchstabentypen 2 Werkstatt, in der
Druckbuchstabentypen hergestellt
werden
Schrift|grad: der; -(e)s; -e <Druckw.>
Maßeinheit, in der die Höhe der
Druckbuchstaben gemessen wird
Schrift|hö|he: die; -; -n <Druckw.> Grö¬
ße einer Drucktype in der Längsrich¬
tung
schritt!.: Abk. schriftlich
schrift|lich: Adj. n. stg. geschrieben u.
nicht mündlich; durch Schrift fixiert
Schitft|lich|keit: die; - ; - [selten] schrift¬
liche Niederlegung, Form
Schrift|pro|be: die; - ; -n 1 <Druckw.>
bedrucktes Blatt mit unterschiedli¬
chen Schriftarten in verschiedenen
Größen als Muster 2 handgeschriebe¬
ne Zeilen als Stichprobe der Hand¬
schrift (um anhand derer eventuell
später die Echtheit einer Unterschrift
überprüfen zu können)
Schrift|rol|le: die; -; -n <hist.> langes, be¬
schriebenes Stück Pergament, das zu¬
sammengerollt aufbewahrt wird
Schrift|satz: der; -es; -Sätze 1 <Druckw.>
aus den Drucktypen aufbereiteter,
zusammengestellter Satz 2 <Rechtsw.>
schriftlich formulierte Einlassung
fürs Gericht
Schiift|set|zeR der; -s; - weibl. Schrfft|-
set|ze|rin: die; ~ ; -nen <Druckw.> Per¬
son, die beruflich alle für den Satz
beim Drucken notwendigen Arbeiten
erledigt
Schnftjspiejgel: der; -s; - <Druckw.>
der Aufbau einer kompletten Druck¬
seite
Schriftjspra|che: die; - ; -n <Sprach-
wiss.) Hochsprache, Standardspra¬
che, die den grammatischen u. ortho¬
graphischen Regeln, Gesetzmäßigkei¬
ten genügt
schnft|sprach|lich: Adj. n. stg. den
Sprachfestlegungen entsprechend; in
der Standardsprache, Hochsprache
verfaßt
Schrift|stel|ler der; -s; - weibl. Schrift|-
steljlefrin: die; - ; -nen Person, die be¬
ruflich literarische Texte schreibt u.
veröffentlicht
schrift(stel|te|risch: Adj. n. stg. in den
Arbeitsbereich eines Schriftstellers
gehörig
schrift|stel|tern: schriftstellerst; schrift¬
stellerlest; hast geschriftstellert [ugs.]
literarische Texte verfassen, veröf¬
fentlichen
Schriftstück: das; -(e)s; -e beglaubigte
Urkunde; notarieller Vertrag; amtli¬
cher, offizieller Text
Schrifttum: das; -s; - alle Veröffentli¬
chungen (zu einem Thema od. Fach¬
gebiet)
1023
Schriftverkehr
Schriftjverjkehr. der; -(e)s; - sämtliche
Schriftstücke od. Papiere (die zwi¬
schen Personen gewechselt wurden)
schrift|v8ijstän|dig: Adj. 1 fachkundig
sein im Bereich Handschriftendeu¬
tung) 2 <Religion> [selten] bibelkundig
Schrrft|wech|sel: der; -s; - a) Aus¬
tausch von Schriftstücken, (offiziel¬
len) Briefen zwischen verschiedenen
Parteien, Personen b) Briefe u.
Schriftstücke, die zwischen verschie¬
denen Parteien, Personen ausge¬
tauscht werden
Schrift|zei|chen: das; -s; - <Sprachwiss.>
Symbol, mit dem je nach Schriftsy¬
stem ein Laut, eine Silbe od. ein gan¬
zes Wort dargestellt wird
Schrift|zug: der; -(e)s; -züge a) (ohne
Absetzen des Stiftes) geschriebene
Einheit b) typische Ausprägungen ei¬
ner Handschrift
schrill: Adj. a) hoch u. laut tönend, un¬
angenehm durchdringend »Er hörte
den schrillen Klang der Trillerpfeife.«
b) <übertr.> den gesellschaftlichen
Konventionen nicht entsprechend
»ein schriller, schrill gekleideter Typ«
Schriplpe: die; - ; -«[berlin.] kleines, fe¬
stes, an der Oberseite eingekerbtes
Brötchen
Schritt: der; - (e)s; -e 1 das Vorsetzen ei¬
nes Fußes beim Laufen »Mach einen
großen Schritt über die Pfütze.« 2
Gangart »Sie erkannte ihn schon am
Schrill.« 3 ungefähres Maß, um Ent¬
fernungen abzuschätzen »Bis zum
Briefkasten sind es nur ein paar
Schritte.« 4 <Hose> Stück, an dem die
Hosenbeine aneinandergenäht sind
»Die Hose wirft Falten im Schritt.« 5
<übertr.> kleine Einheit innerhalb ei¬
nes Vorgehens, einer Aktion; durch¬
zuführende Handlungen; Umsetzung
von Entscheidungen »Im Zuge der
Sparmaßnahmen müssen wichtige
Schritte getan werden.« 6 einen
Schritt am Leib haben: [ugs.] jmd.
geht zu schnell für andere, die mitge¬
hen 7 auf Schritt u. Tritt: immer wie¬
der; ununterbrochen; überall, wo
man auch hinkommt »Er verfolgte sie
auf Schritt u. Tritt.« 8 a) mit Jmdm.
Schritt halten: etw. im gleichen Tem¬
po wie jmd. tun; mit jmdm. (beim Ge¬
hen) mithalten b) mit etw., jmdm.
Schritt halten: mit etw., jmdm. auf
gleicher Höhe, gleichem Stand blei¬
ben, sich Fortschritten u. Verände¬
rungen anpassen » Wir müssen mit der
technischen Entwicklung Schritt hal¬
ten.« 9 der erste Schritt: Beginn, An¬
fang, der gemacht wird 10 den zwei¬
ten Schritt vor dem ersten tun: die lo¬
gische, richtige Reihenfolge nicht ein¬
halten 11 einen Schritt zu weit ge¬
hen: sich zu weit vorwagen; mehr ma¬
chen als erlaubt ist 12 Schritt für
Schritt: immer der Reihe nach; nichts
überstürzen »Das gehen wir Schritt
für Schritt miteinander durch.« 13
Schritt fahren: (mit einem Kraftfahr¬
zeug) sehr langsam, im Schrittempo
fahren 14 Schritt fassen: langsam zu¬
rechtkommen 15 einen guten Schritt
am Leibe haben: [ugs.] zügig laufen
16 a) bleib mir drei Schritte vom
Leibei: [ugs.] halte dich fern von mir!;
komm mir (ja) nicht zu nahe! b) sich
jmdn., etw. drei Schritte vom Leibe
haften: [ugs.] jmdn. od. etw. nicht na¬
he an sich herankommen lassen
Schrittem|po (Schritt|tem|po) —> im¬
mer mit ttc Schritt|tem|po/Schritt-
Tem|po; das; -s; - Geschwindigkeit,
mit der man sich zu Fuß gehend vor¬
wärtsbewegt
Schritt[län|ge: die; - : -n 1 Entfernung,
die'man mit einem Schritt überwindet
2 «Schneiderei) Abstand vom Bund
bis zum Schritt (4) bei einer Hose
Schritt]ma|cher: der; -s; - 1 <Radsport>
Motorradfahrer), das/der vor dem
Fahrrad herfährt, um Windschatten
zu erzeugen 2 «ibertr.» Wegbereiter
für Neuerungen 3 kurz für <Med.>
Herzschrittmacher = Gerät, das im
Herzen die Schlagfrequenz reguliert
Schritt|mes|ser. der; -s; - Meßgerät,
das jmds. Schritte zählt
—» Schritt|tern|po/Schritt-Tem|po: s.
Schrittempo
schritt|wei|se: Adv. in kleinen Einhei¬
ten; keinen Schritt auslassend
Schroff: der; -(e)s u. -en; ~en [landsch.]
hervorstehender Felsen
schroff: Adj. schroffer; schroff(e)ste 1
unwirtlich, steil u. ohne Pflanzenbe¬
wuchs »schroffe Felsen ♦ ein schroffes
Tal« 2 plötzlich; unerwartet »ein
schroffes Ende« 3 (im Verhalten zu
Mitmenschen) unfreundlich u. kurz¬
angebunden; grob
Schroffheit: die; - u. -en 1 Unwirt¬
lichkeit 2 Plötzlichkeit 3 (im Verhal¬
ten zu Mitmenschen) Unfreundlich¬
keit, Kurzangebundenheit, Grobheit
schröp(fen: schröpfst; schröpftest; hast
geschröpft 1 einen anderen finanziell
übervorteilen, ihm zuviel Geld abneh¬
men 2 <Med.> mit einem speziellen
Gerät die Haut besser durchbluten
od. Blut absaugen (früher durch das
Aufsetzen von Blutegeln) 3 Land¬
wirt.; Gartenbau) a) die Rinde von
Obstbäumen, die nicht gut tragen,
einschneiden b) zu starkes Wachstum
von Jungpflanzen durch Einkürzen
verhindern
Schröpften der; -s; - <Med.> [selten] Ge¬
rät zum Schröpfen (2)
Schrot: der u. das; -(e)s; • u.-e 1 o. PI.
Getreide, das nur grob zerkleinert ist
2 Munition für Gewehre, die bei ei¬
nem Schuß gleich mehrere Bleikugeln
abfeuern »Es steckte noch Schrot im
Wildbret.« 3 Gewichtsbezeichnung
für Münzen 4 von echtem Schrot u.
Korn: zuverlässig, tüchtig auf einem
Gebiet
Schrot|blatt: das; -(e)s; -Matter Tech¬
nik» Abdruck einer Metallplatte, die
mit einem besonderen Verfahren be¬
arbeitet wurde
Schrotbrot: das; -<e)s; -e aus grob ge¬
mahlenem Getreide hergestelltes Brot
Schrot|büch|se: die; - ; -n Gewehr, bei
dem als Munition Schrotkugeln ver¬
wendet werden, Syn.: Schrotflinte
schro|ten: schrotest; schrotetest; hast
geschrotet 1 etw. (besonders Getrei¬
de) grob zerkleinern, zerschneiden 2
[veralt.] schwere Gegenstände ver¬
schieben, wegrollen, an einen anderen
Standort bringen
Schiot|flin|te: die; - ; -n Gewehr, bei
dem als Munition Schrotkugeln ver¬
wendet werden, Syn.: Schrotbüchse
Schrot|la|dung: die; - / .-en Schrotku¬
geln, die bei einem Schuß abgefeuert
werden
Schrot|mehl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
gröberes Mehl aus geschrotetem Ge¬
treide
Schrot|müh|le: die; - ; -n Maschine, die
Getreide mahlt, zerkleinert
Schrot|schnitt: der; -(e)s; -e spezielle
Technik, Metallplatten mit Punkten
od. Ringen zu verzieren
Schrott der; -(e)s; -e (PI. s.) 1 ge¬
brauchte, nicht mehr verwendbare
Metall-, Blechteile; Altmetall; altes
Eisen 2 [ugs.] nicht mehr benutzte,
abgenutzte, meist defekte Dinge; aus¬
sortierter, alter Kram 3 [ugs.; abwert.]
dummes Gerede »Erzählt doch nicht
solchen Schrott!« 4 ein Fahrzeug zu
Schrott fahren: bei einem Verkehrs¬
unfall einen Schaden am Fahrzeug
verursachen, der so groß ist, daß eine
Reparatur nicht möglich od. zu teuer
ist
Schrott|han|del: der; -s; - a) Geschäft,
das Handeln mit Metall-, Blech¬
schrott b) Firma, die Schrotthandel
betreibt
Schroff händ|ler. der; -s; - weibl.
Schroff händ|le|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die beruflich Metall-, Blech¬
schrott an- u. verkauft
Schrott|hau|fen: der; -s; - 1 aufeinan¬
dergeschichtete alte Metallteile 2
[ugs.; scherzh.] altes Auto
Schrott|platz: der; -es; -platze Gelände,
auf dem Metall- u. Blechschrott gela¬
gert wird
Schrott|pres|se: die; - ; -n Maschine, in
der große, sperrige Metall-, Blechteile
zusammengepreßt werden
schrottreif: Adj. bereits dermaßen ab¬
genutzt u. kaputt, daß es auf den
Schrottplatz gehört »Das Fahrrad
war schrottreif.«
Schrottftrans|port —> auch Schrott-
Trans|port der; -(e)s; -e Beförderung
von Schrott (1)
Schrotfwert: der; -(e)s; -e Preis, den
man für etw. erzielt, was als Schrott
(1) zu betrachten ist
schiub|ben: schrubbst; schrubbtest; hast
geschrubbt jmdn. od. etw. mit einer
Bürste, einem Lappen o. ä. kräftig be¬
arbeiten, säubern
Schrub|ber: der; -s; - Bürste an einem
langen Stiel, die zum Putzen des Bo¬
dens benutzt wird
Schrul|le: die; - ; -n 1 typisches, eigenar¬
tiges Verhalten eines Menschen;
merkwürdige Angewohnheit 2 alte
Schrulle: [ugs.; abwert.] alte, wunder¬
liche Frau
schrul|len|haft: Adj. schrullenhafter;
schrullenhafteste sonderbares, eigen¬
artiges, merkwürdiges Verhalten an
den Tag legend
schrul|lig: Adj. «menschliches Wesen,
Verhalten) wunderlich; etw. seltsam;
eigensinnig; eigenwillig »ein schrulli¬
ger Marm«
Schrulfiig|keit: die; - ; -en Wunderlich¬
keit; Eigenwilligkeit
1024
Schuhsohle
schrum|pe|lig/schrump|lig: Adj. [ugs.] 1
faltig; runzlig 2 <Stoff> mit vielen Fal¬
ten; stark verknittert
schrum|peln: schrumpelt; schrumpelte;
hatlist geschrumpelt an der Oberflä¬
che runzelig od. faltig werden, sich
zusammenziehen
schrump|fen: schrumpfst; schrumpftest;
bist geschrumpft kleiner, geringer
werden »Sein Vermögen ist ge¬
schrumpft.« Ant.: wachsen
Schrumpf|kopft der; -(e)s; -köpfe bei ei¬
nigen Naturvölkern mit besonderen
Methoden bearbeiteter Kopf des
Feindes, der etwa auf die Hälfte sei¬
ner ursprünglichen Größe einge¬
schrumpft ist
Schnjmpfllelber: die; - ; -n <Med.>
krankhaft verkleinerte u. verhärtete
Leber
Schrump|fung: die; - ; -en Verminde¬
rung der Größe von etw. durch Zu¬
sammenziehen u. Austrocknung; das
Geringerwerden
schrump|lig/schrum|pe|lig: Adj. [ugs.] 1
faltig; runzlig 2 <Stoff> mit vielen Fal¬
ten; stark verknittert
Schrund: der; -(e)s; Schrunde [österr.;
Schweiz.] Spalte zwischen Felsen
schrun|dig: Adj. [landsch.] aufgeraut;
mit Rissen bedeckt, durchzogen
Schrupp|ho|bel: der; -s; - Werkzeug
zur Holzbearbeitung, mit dem die
Holzoberfläche grob geglättet wird
Schsch.: Abk. Schuldschein
Schyb: der; -(e)s; Schübe 1 das Schie¬
ben, Anschieben von etw. »Der Vater
gab dem Kind auf der Schaukel einen
kräftigen Schub.« 2 [landsch.] kurz für
Schublade od. Schubfach 3 [ugs.] a)
größere Anzahl von Personen »In
großen Schüben kamen die Fußball¬
fans ins Stadion.« b) Dinge, die zu¬
sammengefaßt werden »Der erste
Schub der Anträge wurde bereits
erledigt.« 4 <Med.> das Auftreten von
Symptomen in unterschiedlichen
Zeitabständen bei einigen Krankhei¬
ten »Multiple Sklerose verschlimmert
sich in Schüben.« 5 <Physik> Antriebs¬
kraft, mit der ein Gegenstand bewegt
wird (z. B. Raketen)
schub|ben/schub|bem: schubberst;
schubbertest; hast geschubbert
[landsch.] sich an etw. reiben; sich
kratzen, scheuem
Sehu|ber: der; -s; - 1 am Rücken offe¬
ner Karton, Kassette, in den/die
Ringbücher od. Bücher hineingescho¬
ben werden 2 [österr.] Schieberiegel
Schub|fach: das; -(e)s; -fächer oben of¬
fener Kasten in Möbelstücken, der an
einer Schiene entlanggleitet u. so her¬
ausgezogen od. hineingeschoben wer¬
den kann, Syn.: Schublade
Schub|kar[re: die; - ; -n 1 Behälter mit
einem Rad u. zwei an Stangen befe¬
stigten Griffen, der zum Befördern
von Lasten geschoben wird 2 Tur¬
nern Übung, bei der eine Person die
Beine der anderen hochhält, während
diese auf ihren Händen läuft
Schub|krafh die; -■ ; -kräfte <Physik;
Technik) Energie, mit der der Antrieb
erfolgt »die Schubkraft einer Rakete«
Schub|la|de: die; - ; -n oben offener Ka¬
sten in Möbelstücken, der an einer
Schiene entlanggleitet u. so herausge¬
zogen od. hineingeschoben werden
kann »eine Schubladefür Besteck«
Schub|leh|re: die; ~ ; -n Meßgerät, bei
dem der zu messende Gegenstand
zwischen zwei Markierungen, von de¬
nen die eine verschoben werden kann,
eingeklemmt wird, um so die Ausdeh¬
nung zu messen
Schub|leich|ten der; -s; - Lastschiff
ohne eigenen Antrieb, das von einem
Schubschiff geschoben wird
Sclwb|lei|stung —» Schyb|leis|tung:
die; - ; -en Kraft, die für den Antrieb
benötigt wird
Schubs: der; -es; -e [ugs.] a) schwacher
Stoß b) jmdm. einen Schubs geben:
eine andere Person leicht anstoßen
Schubschiff: das; -(e)s; -e Binnen¬
schiff, mit dem ein anderes Schiff
ohne Motor bewegt wird
schub|sen: schubst; schubstest; hast ge¬
schubst jmdn. od. etw. durch einen
leichten Stoß aus dem Gleichgewicht
bringen, in eine bestimmte Richtung
bewegen, drängen, schieben
Schubjstan|ge: die; - ; -n (Technik)
Stange, mit der eine Kreisbewegung
in eine Schubbewegung umgesetzt
wird
Schubfver]band: der; -(e)s; -verbände
Schubschiff u. Schubleichter, die mit¬
einander verbunden sind
schub|wei|se: Adv. in Einheiten von je
einem Schub; in Schüben
schüchtern: Adj. a) abwartend, scheu,
ängstlich u. zurückhaltend »Er ist ein
schüchterner Junge.« b) sich an etw.
herantastend; vorsichtig vorgehend
Schüch)tern|heit: die; - ; - scheues, zag¬
haftes Verhalten »Er kann seine
Schüchternheit nur schwer überwin¬
den.«
Schujfa/SCHUFA: Kur zw. die; - ; - Ver¬
einigung der deutschen Schutzge¬
meinschaften für allgemeine Kreditsi¬
cherung ( = Stelle, an der die Kredit¬
würdigkeit einer Person abgefragt
werden kann)
Schuft: der; -(e)s; -e [abwert.] (meist
männliche) Person, die sich besonders
gemein u. niederträchtig anderen ge¬
genüber verhält
schufften: schuftest; schuftetest; hast
geschuftet körperlich schwere u. an¬
strengende Arbeiten ausführen
Schuf|te|re|:die; - ;-u. -ena)o. PI. stän¬
dige, anstrengende u. harte (körperli¬
che) Arbeit »Die tägliche Schufterei
im Bergwerk war sehr anstrengend.«
b) einmalige größere körperliche An¬
strengung
schuftig: Adj. [abwert.] wie ein Schuft;
niederträchte
Schuf|tig|keit: die; - ; -en a) mieses, ge¬
meines Verhalten b) o. PI. das Nieder¬
trächtigsein; gemeines Wesen
Schuh: der; -(e)s; -e (m. PI.) 1 Beklei¬
dung für den Fuß, die durch eine (fe¬
ste) Sohle das Laufen erleichtern soll,
den Fuß schützen soll »ein Paar
Schuhe« 2 etw. zieht einem die Schu¬
he aus: [ugs.] etw. ist unerträglich,
unmöglich »Dieser durchdringende
Lärm zieht einem ja die Schuhe aus.« 3
a) wo drückt denn der Schuh?: [ugs.]
welche Sorgen, Kummer o. ä. hast du
denn? b) wissen, wo jmdn. der Schuh
drückt: [ugs.] die Probleme, Schwie¬
rigkeiten einer Person kennen c) es
weiB niemand besser, wo der Schuh
drückt, als der ihn trägt seinen Kum¬
mer, Schmerz, seine Sorgen, Proble¬
me o. ä. kann nur der richtig verste¬
hen, ermessen, der ihn/sie hat 4
jmdm. (die Schuld für, an) etw. in die
Schuhe schieben: [ugs.] bewußt
fälschlich jmd. anderen für schuldig
erklären; dafür sorgen, daß einer an¬
deren Person die Verantwortung für
etw. gegeben wird 5 umgekehrt wird
ein Schuh draus: [ugs.] es ist genau
gegensätzlich, umgekehrt, anders her¬
um als angenommen 6 wem der
Schuh paßt, der zieht ihn sich an: Be¬
merkung, wenn eine Person eine all¬
gemein geäußerte Kritik, Anschuldi¬
gung o. ä. auf sich selbst bezieht
Schuh|an|zie|her: der; -s; - lange
schmale Schiene, die unter die Ferse
geschoben wird als Hilfsmittel, das
das Hmeinschlüpfen in den Schuh er¬
leichtert
Schuh|band: das; -(e)s; -bänder Band,
Schnur zum Zuschnüren des Schuhs,
Syn.: Schnürsenkel
Schuh|bän|del: das; -s; - [Schweiz.;
österr.] Band, Schnur zum Zuschnü¬
ren des Schuhs
Schuh|bür)ste —*■ Schuh|bürs|te: die;
- ; -n Bürste zum Entfernen des
Schmutzes (oftmals verklebter, ge¬
trockneter Schlamm) von den Schu¬
hen od. um den Schuh zum Glänzen
zu bringen
Schuh|creme —> auch Schuh|kre|me:
die; ~ ; -s u. -«/Schuh|krem: die; - ; -s
u. fugs.J der; -s; -e u. -s farbloses od.
farbgebendes, fettendes Pflegemittel
für Lederschuhe
Schuh|fa|brik —» Schuh|fa|b|rik: die; - ;
-en Betrieb, in dem Schuhe in großer
Stückzahl maschinell hergestellt wer¬
den
Schuh|gelsctiäft: das; -(e)s; -e Laden¬
lokal, in dem mit Schuhen gehandelt
wird, Syn.: Schuhladen
$chyh|grö|Be: die; - ; -n Größenangabe
für den Schuh
—* Schyh|kre|me: s. Schuhcreme
Schyh|la|den: der; -s; -Läden Fachge¬
schäft für Schuhe u. Zubehör, Syn.:
Schuhgeschäft
Schyh|ma]cher: der; -s; - weibl.
Schuh|ma|che|rin: die; - ; -nen Hand¬
werkern), der/die Schuhe nach Maß
herstellt u. Schuhreparaturen aus¬
führt, Syn.: Schuster(in)
Schuh|ma|che|rei: die; - ; -en a) Ar¬
beitsplatz des Schumachers b) o. PL
Tätigkeit, Handwerk des Schusters
Schuh|plattjler: der; -s; - in Oberbay-
em, Tirol u. Kärnten beheimateter
rhythmischer Volkstanz, bei dem
Männer in Lederhosen sich abwech¬
selnd auf die Schenkel, Knie u.
Schuhsohlen schlagen
Schuh[put|zen der; -s; • weibl. Schuhj-
put|ze|rin: die; - ; -nen Person, die
meist auf der Straße gegen Bezahlung
anderen die Schuhe putzt
Schyh|soh|le: die; - ; -n 1 Lauffläche
des Schuhs 2 sich die Schuhsohlen
nach etw. ablaufen: intensiv (aber
vergeblich) versuchen, etw. zu errei¬
chen, bekommen
1025
Schuhspanner
Schuh|span|ner: der; -s; - Stütze, die in
den Schuh geklemmt wird, damit die¬
ser seine Form behält, wenn man ihn
nicht trägt, manchmal auch benutzt,
um einen neuen Schuh ein wenig zu
weiten
Schuh|werk: das; -(e)s; - Schuhe (auf
die Eignung, Machart hin betrachtet)
Für eine Bergtour benötigen sie festes
Schuhwerk.«
Schuh|zeug: das; -(e)s; - fugs.] Sam¬
melbezeichnung für Schuhe
Schu|ko|stecker (Schy|ko|stek|ker —*
Schy|ko)ste|cker): Kurzw. der; -s; -
<Elektrot.> Schutzkontaktstecker
Schyl|ab|gän|gen der; -s; • weibl.
Schul|ab|gän|ge|rin: die; - ; -nen
Schüler(in), der/die aus der Schule
entlassen wird
Schyl|ab|schluB —» Schyl|ab|schluss:
der; -abschlusses; -abschlüsse in einem
Dokument nachgewiesene Qualifika¬
tion, die jmd. mit seinem Schulbesuch
insgesamt erlangt hat, die etw. über
die Dauer des Schulbesuchs u. Art
der Schule aussagt, wie der Haupt¬
schulabschluß, die mittlere Reife od.
das Abitur
Schyl|amt: das; -(e)s; -ämter Behörde,
die für die Schulen, den Schulbetrieb
zuständig ist
$chul|ar|beih die; - / -en (m. PL) Auf¬
gabe, die schriftlich zu Hause zu erle¬
digen ist »Bevor du spielen darfst,
mußt du deine Schularbeiten machen.«
Syn.: Hausaufgabe
Schul|auf|sicht: die; - ; - staatliche
Kontrolle über die Schulen
Schul|bank: die; - / -b'änke 1 (Pult mit
zugehörigem, breitem) Sitzplatz in ei¬
ner Schulklasse 2 a) die Schulbank
drücken: die Schule besuchen b) die
Schulbank miteinander drücken: in
dieselbe Klasse gehen
Schul|be|ginn: der; -(e)s; -e a) erster
Schultag nach den (Sommef-)Ferien
b) Zeit, zu der die erste Schulstunde
des Tages anfängt
Schul|bei|spiel: das; -(ejs; -e typischer
Fall, der sich besonders gut für eine
Erklärung eignet
Schyl|be|such: der; -(e)s; -e 1 Teilnah¬
me am Schulunterricht 2 [Schweiz.]
Kontrollbesuch eines Mitglieds der
Schulaufsicht in einer Unterrichts¬
stunde, Schule
Schyl|bil|dung: die; - ; - in der Schule
vermittelte Kenntnisse; in der Schule
erworbenes Wissen »Mit einer guten
Schulbildung hat man bessere Berufs¬
aussichten.«
Schul|bub: der; -(e)s; -en [süddt.;
östenr.; Schweiz.] Junge, der noch/
schon in die Schule geht
Schuld: die; -; -en 1 o. PI. a) Verstoß ge¬
gen das Gesetz od. Gebote »Ihr habt
beide Schuld.« b) Verstoß gegen reli¬
giöse Gebote, Sünde 2 a) m. PI. Ver¬
pflichtung zur Zahlung od. Rückgabe
von etw., was man von jmdm. ausge¬
liehen hat »Er hat Schulden bei der
Bank.« b) mehr Schulden als sonst¬
was, als Haare auf dem Kopf haben:
[ugs.] sehr hoch verschuldet sein 3
(tief) in jmds. Schuld stehen: [geh.]
jmdm. viel zu verdanken haben
Schuld|an|eijkennt|nis: das; -ses; -se
<Rechtsw.> schriftliche Bestätigung ei¬
ner Schuld seitens des Schuldigen
Schyld|be|kennt|nis: das; -ses; -se das
(offizielle) Zugeben einer Schuld
schuld|be|la|den: Adj. voller Schuld;
von einer Schuld belastet
schuld|be|wuBt —■» schuld|be|wusst:
Adj. schuldbewußter; schuldbe¬
wußteste —>schuldbewusster; schuld¬
bewussteste— in Kenntnis der eige¬
nen Schuld zugänglicher, ruhiger o. ä.
Schuld|be|wuBt|sein —* Schyld|be|-
wusst|sein: das; -s; - Wissen, Kennt¬
nis um die eigene Schuld; schlechtes
Gewissen wegen einer Handlung
schulden: schuldest; schuldetest; hast
geschuldet 1 von jmdm. etw., eine
Geldsumme geliehen u. noch nicht
zurückgegeben haben »Ich schulde dir
noch 100 DM.« 2 sich verpflichtet
fühlen, etw. für jmdn. zu tun
Schyl|den|berg: der;-(e)s; -e [ugs J gro¬
ße Schuldensumme; enorme finan¬
zielle Verpflichtungen; großer Geld¬
betrag, den jmd. von einer od. mehre¬
ren Privatpersonen) od. einem od.
mehreren Institutionen geliehen hat
Schul|den|er|laB —»• Schul|den|er|lass:
der; -erlasses; -erlasse <Bankw.; Wirt>
Verzicht auf eine jmdm. zustehend fi¬
nanzielle Forderung
schyljden|frei: Adj. n. stg. nicht mit ei¬
ner Hypothek, Schulden belastet
schuld|fä|hig: Adj. n. stg. <Rechtsw.> im
Sinne der Gesetzgebung in der Lage,
Unrechtes Handeln zu erkennen u. da¬
mit auch verurteilungsfähig, Ant.:
schuldunfähig
Schuld|fra|ge; die; - ; -n Problem, Erör¬
terung, wer was verschuldet hat »Die
Versicherung zahlt erst, wenn die
Schuldfrage geklärt ist.«
Schuld|ge|fühl: das; -(e)s; -e Gefühl,
subjektive Erkenntnis, für etw.
Schlechtes, Schlimmes verantwortlich
zu sein
schuld|haft: Adj. n. stg. für etw. verant¬
wortlich; an etw. die Schuld tragend
schuldig: Adj. n. stg. 1 die Verantwor¬
tung für etw. habend; Schuld an etw.
habend »Er ist des Mordes schuldig.«
2 jmdm. zustehend; sich gehörend
»Er hat ihm nicht die schuldige Ach¬
tung erwiesen.« 3 verpflichtet, etw. zu¬
rückzugeben (meist Geld) »Ich bin ihr
noch 100 Mark schuldig.«
Schul|di|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Schuldiger; eine
Schuldige; zwei Schuldige) Person,
die die Schuld an etw. trägt, für eine
negative Tat verantwortlich ist
schul|di|ger|ma|Ben: Adv. der Schuld
entsprechend
Schul|dig|keit: die; - ;-en 1 Pflicht; Ver¬
pflichtung 2 seine Pflicht u. Schul¬
digkeit tun: so handeln, daß es den
eingegangenen Verpflichtungen ent¬
spricht
schuldlos: Adj. n. stg. unschuldig; ohne
Schuld »Sie ist daran völlig schuld¬
los.«
Schuldner: der; -s; - weibl. Schuld|ne|-
rin: die; - ; -nen 1 Person, die jmd. an¬
derem Geld, eine Leistung zu erbrin¬
gen hat 2 vornehme Schuldner •
schlechte Zahler: Menschen der ge¬
hobenen Gesellschaftsschicht bezah¬
len ihre Schulden, Kredite o. ä.
schlechter, langsamer als der einfa¬
che, durchschnittliche Mensch, Bür¬
ger
Schuld|recht: das; -(e)s; -e <Rechtsw.>
Rechtsverordnungen, die die Schuld¬
verhältnisse regeln
Schyid|schein: der; -(e)s; -e Doku¬
ment, in dem die Höhe der Schuld (u.
deren Rückzahlungsmodus) schrift¬
lich festgehalten ist
Schytd|spruch: der; -(e)s; -spräche
<Rechtsw.> Urteil in einem Straf-, Ge¬
richtsverfahren, das den Angeklagten
für schuldig erklärt u. eine Strafe be¬
inhaltet
Schuld|ti|tel: der; -s; - <Rechtsw.> Do¬
kument, das den Schuldner zur Zah¬
lung verpflichtet
schuld|unjfä|hig: Adj. n. stg. (Rechtsw.)
nicht in der Lage, im Sinne der Ge¬
setzgebung das Unrecht einer Hand¬
lung einzusehen u. daher auch nicht
verurteilungsfähig, Ant.: schuldfähig
Schyld|un|fä|hig|keit: die; - ; -en
<Rechtsw.> Unvermögen, seine Schuld
einzusehen
Schuld|ver|schrei|bung: die; ~ ; -en
<Rechtsw.; Wirt.) als Sicherheit für ei¬
nen Kredit hinterlegtes (oft festver¬
zinsliches) Wertpapier, das die Zah¬
lung einer bestimmten Summe garan¬
tiert
Schuld|zu|wai|sung: die; - ; -en Zuord¬
nung der Verantwortung für ein ne¬
gatives Ereignis, einen Fehler o. ä.
Schyjle: die; • ; -n 1 a) Institution, in der
Kinder u. Jugendliche unterrichtet
werden, ihnen Wissen, Lehrstoff ver¬
mittelt wird b) Unterricht, der in der
Schule (a) erteilt wird »Ich habe heute
erst um 10 Uhr Schule.« c) Gebäude,
in der die Schule (a) untergebracht ist
»Ich fahre dich zur Schule.« d) Schüler
u. Lehrer, die in einer Schule (c) arbei¬
ten »Die ganze Schule macht einen
Ausflug.« 2 a) an einer od. mehreren
Personen orientierte künstlerische,
wissenschaftliche Richtung »Er ge¬
hört der Frankfurter Schule an.« b)
Ausbildung, die jmd. von einer Schule
(2 a) od. in einer Ausbildung erhalten
hat 3 hinter die Schule gehen; an der
Schule Vorbeigehen: [veralt ] den
Unterricht schwänzen 4 bei jmdm. in
die Schule gegangen sein: seine
Kenntnisse von jmdm. erworben ha¬
ben 5 aus der Schule plaudern: [ugs.]
interne, noch nicht bekannte Sachen
verraten, ausplaudem 6 Schule ma¬
chen: üblich werden »Diese Art, sich
auffällig u. modisch zu kleiden, wird
Schule machen.« 7 an guten Schulen
u. guten Wegen erkennt man den gu¬
ten Staat ein gut regierter Staat hat
ein gutes, modernes Bildungssystem,
gut ausgebaute Straßen usw. 8 die
Schule des Lebens kann man nicht
schwänzen: jeder muß seine guten
od. schlechten Erfahrungen machen
schulten: schulst; schultest; hast ge¬
schult a) eine Person für spezielle Auf¬
gaben entsprechende Kenntnisse ver¬
mitteln; jmdm. Spezialkenntnisse ver¬
mitteln b) durch Trainingsmethoden
bestimmte Fähigkeiten verbessern
»Sie schulte ihre Stimme durch tägli-
I ches Üben.«
1026
Schulter
Schul|eng|lisch: das; -ert; - (begrenzte)
Sprachkenntnisse der englischen
Sprache, die einer Person in der Schu¬
le vermittelt wurden »Sein Schul¬
englisch reicht zum Lesen des Buches
nicht aus.«
Schüfler: der; -s; - weibl. Schü|le|rin:
die; - ; -nen Person, die lernt, Wissen,
Fertigkeiten o. ä. vermittelt bekommt
a) (meist junger) Mensch, der sich in
der Schulausbildung befindet »Der
Lehrer rief den Schüler an die Tafel.«
b) Person, die ihr Wissen bei einem
Spezialisten seines Fachs vervoll¬
kommnet (hat)
Schü|ler|ar|beit: die: - ; -en etw., was
von einem Schüler gemacht, angefer¬
tigt wurde
Schü)ierfaus)tausch: der; -fe)s; - Aus¬
landsaufenthalt von Schülern (aus
unterschiedlichen Nationen), wobei
jeder jeweils für einige Zeit in der Fa¬
milie des anderen in dem entsprechen¬
den Heimatland lebt u. in die Schule
desjenigen geht, was vor allem der
Vertiefung der Sprachkenntnisse,
dem Erleben u. Kennenlernen ande¬
rer Lebensgewohnheiten (im Alltag)
u, der Beziehung sowie Aufgeschlos¬
senheit anderen Nationen gegenüber
dient
SchOjlerlausfvveis: der; -es; -e Doku¬
ment, das bestätigt, daß der Inhaber
zur Schule geht, Schüler(in) ist
schg|ler|haft: Adj. n. stg. 1 so geartet,
wie man es von einem Schüler erwar¬
tet 2 [abwert.] von noch nicht vorhan¬
dener Reife zeugend; nicht die erfor¬
derliche Qualifikation aufweisend
Schü|fer|lot|se: der; -n; -n weibl. SchüJ-
lerfiotfsin: die; - ; -nen meist ältere(r)
Schüler(in) od. Rentner(in), der/die
zu bestimmten Tageszeiten an den
Übergängen vieibefahrener Straßen
Schulkindern den Weg absichert, den
fahrenden Verkehr stoppt, um Un¬
fälle in Schulnähe, wo besonders viele
Kinder u. Jugendliche (auf dem Weg
zur Schule od. von der Schule weg)
gehen, zu verhindern, zu reduzieren
Schii|ter|mltfvertwal|tung: die; - ; -en
Teilnahme der Schüler (meist in Ver¬
tretung durch die Klassen-, Jahr¬
gangssprecher u. durch den Schul¬
sprecher) an den Verwaltungsaufga¬
ben der Schule
Schü|ler|schaft: die; - ; -en alle Schüler¬
innen u. Schüler einer Schule
Schü]ler|spra|che: die; - ; - <Sprach-
wiss.> Sprachvariante, Ausdruckswei¬
se, Sondersprache, die Schüler (unte¬
reinander) benutzen
Schü[ler|spre|cher: der; -s; - weibl.
Schü|ler|spreiche|rin: die; - ; -nen ge-
wähite(r) Interessenvertreter(in) der
Schüler einer Schule
Schüjlerjzeijtung: die; - ; -en von Schü¬
lern eigenverantwortlich hergestellte
Zeitung innerhalb einer Schule
Schutyfach: das; -(e)s; -fächer Gebiet,
zu dem an der Schule Unterricht er¬
teilt wird
Schul|fe|ri|en: die (PI.) vom Staat vor¬
geschriebene unterrichtsfreie Zeit (im
Sommer, über die Weihnachtszeit, zu
Ostern u. im Herbst) »Die Schulferien
über Ostern dauern drei Wochen.«
schulffrei: Adj. n. stg. unterrichtsfrei;
ohne Unterricht »Wir haben heute ei¬
nen schulfreien Tag.«
Schulfreund: der; -(e)s; -e Person, mit
der man seit/während der Schulzeit
befreundet ist
Schu(|ge|bäu|de: das; -s; - Haus, in
dem Schüler (a) unterrichtet werden
Schulgeld: das; -(e)s; - für den Schul¬
besuch der Kinder von den Eltern re¬
gelmäßig zu zahlender Betrag (in der
BRD heute nur noch für Privatschu¬
len, nicht mehr für staatliche Schu¬
len)
Schul|got|tes|dienst: der; -(e)s; -e Got¬
tesdienst, der für die Schüler einer
Schule abgehalten wird
Schul|gram|ma|tik: die; - ; -en
<Sprachwiss.> a) Grammatik(buch)
für den Schulgebrauch b) die einer
Schulgrammatik (a) zugrunde gelegte
Theorie der Sprachbeschreibung
Schuljheft: das; -(e)s; -e Schreibheft für
den Schulunterricht (eines Faches, in
dem Aufgaben, Mitschriften usw. ge¬
sammelt sind)
Schuljhof: der; -(e)s; -höfe Fläche (im
Freien), die zum Schulgelände gehört,
als Aufenthaltsort für die Schüler
während der Pausen
schulisch: Adj. auf die Schule bezogen;
die Schule betreffend
Schulfahrt das; -(e)s; -e a) Zeitraum
von einem Jahr (jeweils im Sommer
beginnend), in dem ein festgelegter
Lehrstoff erarbeitet werden soll u. in
dem ein Schüler normalerweise eine
Jahrgangsstufe, Klasse absolviert b)
<mit einer (Ordinal-)Zahb Jahrgang¬
stufe; Klasse »Meine Tochter ist im
dritten Schuljahr.«
Schuljjun|ge: der; -n; -n weibl. Schul|'
madjchen: das; -s; - [ugs.] Kind, Jun-
ge/Mädchen, das/der noch zur Schule
geht (u. noch nicht die nötige Reife
hat)
Schul|ka|me|rad: der; -en; -en weibl.
Schul|ka|me|ra|din: die; - ; -nen Per¬
son, die die gleiche Schule, Klasse be¬
sucht od. besucht hat
Sch$j||kind: das; -(e)s; -er Kind im
schulpflichtigen Alter, das noch eine
Schule besucht, besuchen muß
Schjtljklasjse: die; - ; -n a) Schüler u.
Schülerinnen, die gemeinsam unter¬
richtet werden b) Raum in einer Schu¬
le, in dem Schüler unterrichtet wer¬
den, ausgestattet mit einer großen
Wandtafel, Tischen, Stühlen usw.
Schul|leh|rer: der; -s; - weibl. Schulj-
leh|re|rin: die; - ; -nen [veralt.] Person,
die an einer Schule Unterricht erteilt
Schul|lei[ter: der; -s; - weibl. Schul[(eij-
te|rin: die; - ; -nen Lehrer(in), der/die
die Schule leitet; Rektor(in) einer
Schule
Schul|lei|tung: die; - ; -en a) o. PI. Füh¬
rung einer Schule b) Rektor(in) u. an¬
dere an der Leitung einer Schule be¬
teiligte Personen
Schul|map|pe: die; - ; -n Tasche für alle
Arbeitsmittel, die in der Schule benö¬
tigt werden, Syn.: Schultasche
Schul|me|di|zin: die; - ; - anerkannte
Diagnose- u. Heilmethoden in der
Medizin, die ein Arzt, eine Ärztin in
einem Universitätsstudium mit an¬
schließender praktischen Ausbildung
in einem Krankenhaus erlernt
schul|mei(stern —» schu)|mels(tern:
schulmeisterst; schulmeistertest; hast
geschulmeistert eine andere Person
(ständig) berichtigen, ungefragt ver¬
bessern, immer wieder auf Fehler hin¬
weisen .
Schu)|or|che|ster —> Schul|or|chesJ-
ter: das; -s; - Schüler u. Lehrer, die
gemeinsam ein Orchester bilden
Schul|pfleg|schaft: die; - / -en einige ge¬
wählte Lehrer u. Eltern der Schüler,
die sich um schulische Angelegenhei¬
ten kümmern
Schul|pf licht: die; - ; - <Rechtsw.> vom
Gesetz festgelegte Regelung, die den
Besuch einer Schule zwingend vor¬
schreibt
schul[pflich|tig: Adj. n. stg. per Gesetz
verpflichtet, eine Schule zu besuchen
Schul|psy|cho|lo|ge: der; -n; -n weibl.
Schul|psy|cho|lo|gin: die; - ; -nen an
einer Schule angestellte(r) Psycholo-
ge/Psychologin, der/die Schüler, die
Schulprobleme od. Schulschwierig¬
keiten haben, u. deren Eltern berät
Schul|ranfzen: der; -s; - mit Riemen
auf dem Rücken getragene Schulta¬
sche, Syn.; Schultomister
Schul|rat: der;-(e)s; -rate weibl. Schul|-
raftin; die; ~ ; -nen staatliche(r) Beam¬
tet) im Schulwesen, der/die überwa¬
chende Funktion hat, nicht selbst un¬
terrichtet
schul|reif: Adj. n. stg. vom geistigen
Entwicklungsstand (bereits) für den
Schulbesuch geeignet
Schul|tei|fe: die; ~ ; - Erfüllung der Vor¬
aussetzungen zur Einschulung
Schubschiff: das; -(e)s; -e Schiff, auf
dem Seeleute ausgebildet werden
Schul|schlu6 Schulfschluss: der;
-Schlusses; - a) Ende der letzten Un¬
terrichtsstunde des Tages b)
[landsch.] Beendigung der schuli¬
schen Ausbildung; Zeitpunkt der
Entlassung aus der Schule
Schul|spei|sung: die; - ; - Mittagstisch,
Mittagessen für Schüler in der Ganz¬
tagsschule
Schul|spre|chen der; -s; - weibl.
Schul|spre|che|rin: die; - ; -nen ge-
wählte(r) Schüler(in), der/die alle
Schülerinnen) einer Schule vertritt
Schul|streß —* Schul|stress: der;
-stresses; - Belastungen durch die An¬
forderungen der Schule
Schyifstun|de: die; - ; -n eine Unter¬
richtseinheit in der Schule von 45 Mi¬
nuten
Schul|tag: der; -(e)s;-e Tag, an dem ein
Schüler in die Schule gehen muß, Un¬
terricht gegeben wird
Schul|ta|sche: die; - ; -n Tasche für Bü¬
cher, Hefte u. Schreibzeug, die in die
Schule mitgenommen wird
Schulfter: die; - ; -n 1 <Körperteil> Ver¬
bindung zwischen Rumpf u. Armen
»Meine Schulter schmerzt.« 2 etw. auf
die leichte Schulter nehmen: [ugs.]
etw. nicht so ernst nehmen 3 jmdm.
die kalte Schulter zeigen: sich jmdm.
gegenüber abweisend, zurückhaltend,
verstimmt zeigen 4 Schulter an
Schulter: ]. dicht, eng zusammenge¬
drängt »Im Bus standen sie Schulter
an Schulter.« 2. gemeinsam im Krieg,
1027
Schulterblatt
Kampf, einer Auseinandersetzung S
jmdn. über die Schulter ansehen:
jrndn. als minderwertig betrachten u.
ihn herablassend behandeln
Schul|ter|blatt: das; -(e)s; -blätter
<Anat.> einer der beiden flachen
Schulterknochen
schul|ter(frei: Adj. n. stg. «Kleidung» die
Schultern freilassend, nicht bedek-
kend
Schylfteijgejlenk: das; -(e)s; -e <Anat.>
Gelenkverbindung von Oberarm u.
Schulter
schul|ter|hoch: Adj. n. stg. so groß,
hoch, daß es (einem Erwachsenen) bis
zur Schulter geht, reicht
schul|ter|lang: Adj. n. stg. <meist Haare>
von oben bis zur Schulter reichend
schulftern: schulterst; schultertest; hast
geschultert 1 etw. auf die Schulter
nehmen, über die Schulter hängen,
um es zu tragen 2 «Sport; Ringern bei¬
de Schultern des Gegners für einen
bestimmten Zeitraum auf die Unter¬
lage drücken
Schul|ter|schluB —> Schuljteijschluss:
der; -Schlusses; - Zusammenhalten,
Zusammenstehen bei der Vertretung
von gemeinsamen Interessen
Schyl|terjsieg: der; -(e)s; -e «Sport;
Ringern Gewinn des Kampfes da¬
durch, daß der Gegner auf die Schul¬
tern gezwungen wird
Schul|ter|wurf: der; -(e)s; -würfe
«Sport; Ringern Griff beim Ringen,
durch den der Gegner auf die Schul¬
tern gezwungen wird
Schult|heiB: der; -en; -en 1 <hist.> Vor¬
steher einer Gemeinde 2 [Schweiz.;
Kanton Luzern] Regierungsratsvor¬
sitzender
Schuljtüjte: die; • ; -n meist bunte, un¬
ten spitz zulaufende Papptüte, die ein
Schulkind am ersten Schultag, gefüllt
mit Süßigkeiten u. kleinen Geschen¬
ken, geschenkt bekommt
Schuljtyp: der; -s; -en Art der Schule,
unterschieden nach dem Lehrkonzept
u. dem erreichbaren Schulabschluß
Schu|lung: die; - ; -en 1 Intensivkurs
bzw. spezielle Ausbildung auf einem
Gebiet 2 gründliche, fachmännische
Ausbildung 3 Verbesserung einer Lei¬
stung, Vertiefung einesWissensstan¬
des durch wiederholtes Üben
Schul(un[terf rieht: der; -(e)s; - Wissen¬
vermittlung durch Unterrichtseinhei¬
ten; Stunden (in verschiedenen Fä¬
chern) in der Schule
Schul|veijsa|gen: das; -s; - mangelnde
Leistungsfähigkeit hinsichtlich der
Anforderungen der Schule
Schul|wech|sel: der; -s; - a) Übergang
von einer Schule in eine andere b) Be¬
such einer neuen Schule durch Wohn¬
ortwechsel od. aus anderen Gründen
Schul|weg: der; -(e)s; -e Strecke, die
zwischen Schulhaus u. Wohnung zu¬
rückgelegt werden muß
Schyl(weis|hett: die; - ; -en [abwert.]
nicht auf praktischer Erfahrung beru¬
hendes, nur in der Schule erworbenes
Wissen
Schul|we)sen: das; -s; - Gesamtheit der
Einrichtungen, Personen, Konzepte
usw., die die Ausbildung von Schü¬
lern gewährleisten
Schul|wis|sen: das; -s; - (Allgemein-)
Bildung, Kenntnisse, die im Schulun¬
terricht vermittelt wird/werden
Schul|ze: der; -n; -n <hist.> Vorsteher ei¬
ner Gemeinde
Schulzeit: die; - ; -en Jahre, in denen
eine Person zur Schule geht, gegangen
is
Schul|zeug|nis: das; -ses; -se Doku¬
ment, Papier mit Bewertungen u. No¬
ten (in den einzelnen Fächern),, das
über die schulischen Leistungen eines
Schülers Auskunft gibt
Schum|me[fei: die; - ; -en kleine Betrü¬
gerei; Mogelei
scüwmjmeln: schummelst; schummel¬
test; hast geschummelt bei etw. nicht
ganz ehrlich sein; in einem nicht allzu
bedeutenden Fall, ohne schwerwie¬
gende Folgen für eine andere Person
betrügen, mogeln, nicht ganz ehrlich
u. nicht ganz korrekt handeln
schum|me|rig/schumm|rig: Adj. fast
dunkel; schlecht beleuchtet
Schum|merjstun|de: die; ~ ; -n
[landsch.] Stunde der Dämmerung
Schund: der; -(e)s; - etw. ohne od. von
sehr geringem Wert; minderwertige^)
Ware, Erzeugnis
Schund|heft: das; -(e)s; -e [ugs.; ab-
wert.l minderwertiges (literarisches)
Druckerzeugnis
Schund|li|te|raltuR die; - ; - [ugs.] Lite¬
ratur von minderer, niedriger Quali¬
tät
Schund|ro|man: der; -(e)s; -e [ugs.] Ro¬
man ohne literarischen Anspruch,
Wert
Schun|kel|lied: das; -(e)s; -er <Musik>
rhythmische Melodie, nach der man
gut schunkeln, mit anderen Personen
eingehakt nach rechts u. links schwin¬
gen kann
schun|keln: schunkelst; schunkeltest;
hast geschunkelt (mit ineinander ge¬
hakten Armen) gemeinsam mit ande¬
ren Personen zu Musik den Oberkör¬
per nach links u. rechts beugen, zur
Seite schaukeln
Schu|po: Kurzw. der; - u. -s; -s [ugs.]
Schutzpolizist
Schu|po: Kurzw. die; - ; - [ugs.] Schutz¬
polizei
Schüpjpe: die; -; -n [landsch.] Schaufel;
Schippe
Schüpjpe: die; - ;-n 1 a) hornartiger Be¬
standteil der Haut von Fischen, Rep¬
tilien u. ä., der den Körper vor
Fremdeinwirkung schützt b) den
Schuppen (a) ähnlich sehender Pflan¬
zenbestandteil 2 kleinster Hautbe¬
standteil, der sich, nachdem er abge¬
storben ist, von der (Kopf-)Haut
(etw. pudrig aussehend) ablöst
Schuplpen: der; -s; - einfacher Bau,
Verschlag, um etw. unterzustellen
»Die Gartenmöbel stehen im Schup¬
pen.«
schuplpen: schuppst; schupptest; hast
geschuppt [landsch.] schaufeln; ein
Material mit einer Schaufel bewegen,
wegräumen, an eine Stelle schieben,
schaufeln
schup(pen(aijtig: Adj. n. stg. wie eine
Schuppe
Schupjpen|flech|te: die; - / -n <Med.>
chronische Hautkrankheit, bei der
sich mit silbrigen Schuppen bedeckte,
rötliche Flecken meist an Armen u.
Beinen bilden
schuplpig: Adj. a) im Aussehen an die
mit Schuppen bedeckte Haut eines
Fisches erinnernd b) voller Schuppen;
über u. über mit Schuppen bedeckt
Schups: der; -es; -e [landsch.] leichter
Stoß
schup|sen: schupst; schupstest; hast ge¬
schubst jmdm. einen leichten Stoß
versetzen
Schur: die; - ; -en das Scheren, völliges
Abschneiden der Haare (bei Tieren,
besonders Schafen)
Schür|ei|sen: das; -s; - Haken aus Ei¬
sen, mit dem ein (Kamin-)Feuer ge¬
schürt, die Glut aufgelockert wird,
Syn.: Schürhaken
schü|ren: schürst; schürtest; hast
geschürt 1 <Feuer> die Glut durch
Herumstochem mit einem Schürha¬
ken lockern u. zum Auflodern brin¬
gen 2 <übertr.> vergrößern; verschlim¬
mern; aufstacheln; etw. Negatives
zum Aufleben zur Steigerung brin¬
gen, verursachen, veranlassen »Haß,
Neid, Unzufriedenheit, Feindschaft
schüren«
schüijfen: schürfst; schürftest; hast
geschürft 1 sich die Hautoberfläche
durch Abschaben od. Abkratzen z. B.
bei einem Sturz verletzen, leicht anrei¬
ßen 2 a) «Bergbau) nach wertvollen
Bodenschätzen suchen u. abbauen
Schürjfer: der; -s; - weibl. Schür|fe|rin:
die; - ; -nen Person, die nach etw.
schürf)
Schürfjrecht: das; -(e)s; -e Erlaubnis,
in einem bestimmten Gebiet Boden¬
schätze schürfen u. abbauen zu dür¬
fen
Schürjfung: die; ~ ; -en Hautverletzung
an der Oberfläche
Schürf |wun|de: die; - ; -n Hautverlet¬
zung an der Oberfläche
Schür)hajken: der; -s; - Haken aus Ei¬
sen, mit dem ein (Kamin-)Feuer ge¬
schürt, die Glut aufgelockert wird,
Syn.: Schüreisen
Schurjke: der; -n; -n niederträchtige, ge¬
meine (meist männliche) Person
»Laßt euch mit diesen Schurken nicht
ein.« Syn.: Schuft; Bösewicht; Verbre¬
cher
Schurfken|streich: der; -(e)s; -e [ver-
alt.] niederträchtige Handlung
Schur|ken|tat: die; • ; -en [veralt.] nie¬
derträchtige Handlung
Schur|ke|rei: die; - ; -en [veralt.] Ge¬
meinheit; niederträchtige Handlung
schur|kisch: Adj. [abwert.] niederträch¬
tig
Schur|wol|le: die; - ; - durch Scheren u.
danach erfolgte Weiterverarbeitung
gewonnene Wolle
Schürjze: die; - ; -n 1 Kleidungsstück,
das (beim Kochen) vor den (Unter-)
Körper als Schutz vor Schmutz,
Spritzern gebunden wird »Ich habe
mir eine Schürze umgebunden.« 2 a)
«übertr.) [ugs.] Frau »Er stellt jeder
Schürze nach.« b) hinter jeder Schür¬
ze herlaufen: [ugs.] versuchen, mit je¬
der Frau in (sexuellen) Kontakt zu
kommen
schürlzen: schürzt; schürztest; hast
geschürzt 1 a) lange, weite Röcke
hochheben u. Zusammenhalten b) die
1028
schlitzbedürftig
Lippen hochziehen 2 den Knoten im
Drama schürzen: den Höhepunkt der
Handlung erreichen
Schür]zen[kleid: das; -(e)s; -er Kleid,
das bei Hausarbeiten angezogen wird
Schür|zen|ta|sche: die; - ; -n auf einer
Schürze aufgenähte Tasche
Schuß —» Schuss: der; Schusses;
Schüsse 1 a) das Abfeuern eines Ge¬
schosses (aus einer Feuerwaffe) »Der
Schuß fiel während des Handge¬
menges.« b) Geräusch, das der Schuß
(a) erzeugt »Ich habe den Schuß nicht
gehört.« c) PI. in Verbindung mit Zah¬
len auch Schuß Einheit von Munition;
Patrone »Es sind noch zwei Schuß im
Magazin.« 2 Fortschleudern, -treten
eines Balls »Der Schuß traf ins Tor.« 3
kleine Menge eines (alkoholischen)
Getränkes »Ich trinke Kaffee mit (ei¬
nem) Schuß (Cognac).« 4 [ugs.j psy¬
chischer, geistiger Schaden »Deine
Mutter hat einen Schuß.« 5 [ugs.] pho¬
tographische Aufnahme 6 ein Schuß
in den Ofen —> ein Schuss in den
Ofen: [ugs.] etw. ging daneben, war
kein Erfolg »Der Versuch, ihm eine
Freude zu machen, war ein Schuß in
den Ofen.« 7 einen Schuß machen
—> einen Schuss machen: [ugs.]
plötzlich stark wachsen 8 weit, fern
vom Schuß sein —* weit, fern vom
Schuss sein: [ugs.] 1. sich außerhalb
der Gefahrenzone befinden 2. weit
weg, entfernt sein »Du wohnst zu weil
vom Schuß.« 9 (noch gut) in, im
Schuß sein —> (noch gut) in Schuss
sein: [ugs.] sich in einem ordnungsge¬
mäßen, funktionstüchtigen, guten
Zustand befinden »Das Auto ist noch
gut in Schuß.« 10 zum Schuß kom¬
men —> zum Schuss kommen: 1.
[ugs.] die Möglichkeit zu etw. haben
2. [derb] die Möglichkeit zum Ge¬
schlechtsakt mit einer Frau haben 11
keinen Schuß (Pulver) wert sein —>
keinen Schuss (Pulver) wert sein:
[ugs.] gar keinen Wert haben; absolut
wertlos sein 12 jmdm. einen Schuß
vor den Bug geben —> jmdm. einen
Schuss vor den Bug geben: [ugs.]
jmdn. ernsthaft vorwarnen
Schuß jbe|reich —> Schuss|be|reich:
der; -(e)s; -e Umkreis, in dem man
von einem Schuß getroffen werden
kann, in dem ein Schuß treffen kann
schuß|be|reit —* schuss|be|reit: Adj.
n. stg. 1 in der Lage, sofort von der
Schußwaffe Gebrauch zu machen 2 in
der Lage, jederzeit ein Foto zu ma¬
chen
Schüsjael: die; -; -n 1 offener, tiefer Be¬
hälter, oben breites, bauchiges Gefäß
(ohne Griffe, oft ohne Deckel) zum
Anrichten, Servieren u. Aufbewahren
von Speisen »Eine Schüssel voll Kar¬
toffeln stand auf dem Tisch.« 2 kurz
für Satellitenempfangsschüssel 3
[ugs.] Bezeichnung für ein altes Auto
4 [Jagd] Ohr beim Schwarzwild 5 vor
leeren Schüsseln sitzen: nichts zu es¬
sen haben; hungern 6 aus einer
Schüssel essen: gemeinsame Sache
machen
schus|se|lig/schuß|lig —*■ schuss|lig:
Adj. [landsch.] 1 eilig; hastig 2 verge߬
lich; unkonzentriert
Schus|se|llg|keit/Schuß|lig|keit —*
Schuss|lig|keit: die; - ; -en [landsch.]
1 Hast; Eile 2 Unkonzentriertheit;
Vergeßlichkeit
Schuß|fa|den —» Schuss|fa|den: der;
-s; -jaden <Weberei> Fäden, der durch
die gespannten Fäden hindurchge¬
führt wird
schufifferftig —> schuss|ferjtig: Adj. n.
stg. bereit zu schießen
Schuß|kraft —> Schuss|kraft: die; - ; -
1 Durchschlagskraft eines Geschosses
2 Wucht, mit der etw., ein Ball ge¬
schossen, geworfen, getreten wird
schußjlig/schus|se|lig —» schuss|lig:
Adj. [landsch.] 1 eilig; hastig 2 verge߬
lich; unkonzentriert
Schuß|ligjkeit/Schus[se[lfg|keit —>
Schuss]lig|keit/Schus|se|lig|keit: die;
- ; ~en [landsch.] 1 Eile; Hast 2 Un¬
konzentriertheit; Vergeßlichkeit
Schuß|li|nie—» Schuss|li|nie: die; - ; -n
gedachte Strecke zwischen Mündung
u. Ziel »Er stand genau in der Schußli¬
nie.«
Schuß|mög|lich|keit —» Schuss|mög|-
(ichjkeit: die; -; -en 1 Möglichkeit zur
Abgabe eines Schusses mit einer Feu¬
erwaffe 2 <Sport> Gelegenheit, den
Ball zu schießen
schyß|si|cher —* schuss|sijcher: Adj.
n. stg. Kugeln aus Pistolen od. Ge¬
wehren nicht durchlassend
Schuß|wsf|fe —> SchUssJwafjfe: die;
- ; -n Waffe, mit der Munition ver¬
schossen wird; Feuerwaffe
Schuß|wun|de —> Schuss|wunjde: die;
- ; -n durch einen Schuß entstandene
Verletzung
Schujster —=► Schus(ter: der; -s; -
weibl. Schu|ste|riiT—> Schus|te|rin:
die; ~ ; -nen 1 Handwerkern), Per¬
son, der/die beruflich Schuhe herstellt
u. repariert »Ich muß meine Schuhe
zum Schuster bringen u. neue Sohlen
darunter machen lassen.« 2 auf Schu¬
sters Rappen: [ugs.] zu Fuß 3 Schu¬
ster, bleib bei deinem Leisten: versu¬
che nicht, etw. zu tun od. über etw. zu
reden, was du nicht kannst, von dem
du nichts verstehst
Schu|ste|rei —> Schus|te|rei: die; - ;
-en 1 a) [veralt.] Werkstatt eines Schu¬
sters b) o. PI. Tätigkeit, Arbeit eines
Schusters, Schuhmachers
Schu|ster|hand|werk —» Schus|ter|-
hand|werk: das; -(e)s; - Tätigkeit,
Arbeit des Schusters, Schuhmachers
Schu|ster|sche|mel —» Schus|ter|-
sche|mel: der; -s; - <hist.> Stuhl mit
drei Beinen, ohne Rücken- u. ohne
Armstützen
Schu|ster|werk|statt —> Schjtsfterj-
werk|statt: die; -; -Werkstätten Raum
mit Werkzeug u. Zubehör, in dem ein
Schuster arbeitet
Schu)te: die; ~ ;-n 1 Frauenhut mit brei¬
ter Krempe 2 offener Frachter zur Be¬
förderung von aufgeschütteten Mate¬
rialien
Schutt: der; -(e)s; - 1 Anhäufung von
Trümmern; völlig verfallenem Mau¬
erwerk, Gebäude, losem Gestein
»Nach dem Krieg mußte viel Schutt
abtransportiert werden.« 2 [ugs.] dum¬
mes Gerede »Du gibst heute wieder
nur Schutt von dir.« 3 a) in Schutt u.
Asche lagen: etw. völlig niederbren¬
nen, zerstören »Die Feinde haben das
Dorf in Schutt u. Asche gelegt.« b) in
Schutt u. Asche liegen: völlig nieder¬
gebrannt u. dadurch zerstört sein
Schutt|ab|la|de|platz: der; -es; -platze
Gelände, auf dem Schutt (1), Abfall
u. ä. gelagert werden
Schütt|be|ton: der; -s; - <Bauw.> in eine
Verschalung gegossener Beton
Schijt|tel|frost: der; -(e)s; - extremes
Kältegefühl u. starkes Zittern am
ganzen Körper, häufig verbunden mit
hohem Fieber
schüt|tein: schüttelst; schütteltest; hast
geschüttelt etw. od. jmdn. heftig auf-
u. ab-, hin- u. herbewegen
Schüt|tel|relm: der; -(e)s; -e <Literatur-
wiss.> Vers, bei dem die Anfangsbuch¬
staben der Wörter, die sich reimen,
vertauscht werden
Schüt|tel|rut|sche: die; - ; -n (Bergbau»
Rinne zur Förderung von Erzen, Stei¬
nen od. Kohle, die hin- u. herbewegt
wird, damit das Material darauf bes¬
ser gleitet
schüt|ten: schüttest; schüttetest; hast
geschüttet 1 eine Flüssigkeit in ein
Gefäß o. ä. geben »Ich schüttete
Milch zu den Cornflakes.« 2 [ugs.] sehr
stark regnen
schüt|ten Adj. 1 mit spärlichem Be¬
wuchs; lückenhaft; wenig »Er war alt
u. hatte schütteres Haar.« 2 gebrech¬
lich; dünn; schwach
Schüt|ter|ge|biet: das; -(e)s; -e <Geolo¬
gie> Gebiet der Erdoberfläche, das
von einem Erdbeben unmittelbar be¬
troffen ist
Schutt|hal|de: die; ~ ; -n 1 bergartig auf¬
geschütteter Schutt 2 <Geologie>
durch heruntergefallene Steine gebil¬
deter Berg am Fuß eines steilen
Hangs
Schutz: der; -es; Schutze (PI. s.) 1 a)
etw., was eine Gefahr, einen Schaden
abwehrt, abhält »Der Sonnenschutz
war im Laufe der Zeit völlig
verblichen.« b) Unterstützung, Hilfe,
Zuflucht bei einer Bedrohung o. ä.
»Sie suchte Schutz bei der Polizei vor
ihrem betrunkenen Ehemann. * Sie
suchte vor dem Gewitter Schutz in ei¬
ner Hütte.« c) Maßnahmen, die vor¬
beugend zur Abwehr von Negativem
getroffen werden 2 jmdn. in Schutz
nehmen: eine Person vor anderen
Personen verteidigen, schützen 3
Schutz suchen: a) <Regen; Gewitter»
sich unterstellen b) sich bei jmdm.
verstecken
—» Schutz sulchend: s. schutzsuchend
Schjitz: das; -es; -e 1 elektronischer
Schalter, der von selbst in die Aus¬
gangsstellung zurückspringt 2 Platte,
die senkrecht in ein fließendes Gewäs¬
ser eingeführt werden kann, um es zu
stauen
Schütz: der; -en; -en [veralt.] Schütze;
Person, die schießt, geschossen hat
Schutzjan|strich: der; -(e)s; -e Farbe,
Substanz, die zum Schutz vor Witte¬
rungseinflüssen auf etw. gestrichen
wird
Schutz|an|zug: der;-(e)s; -anzüge Klei¬
dung, die den Körper vor schädlichen
Stoffen schützen soll
schutz|be|dürf|tig: Adj. auf den Schutz
von anderen angewiesen
1029
Schutzbehälter
Schutz|be|häl|ten der; -s; ~ Spezialge¬
fäß zum Transport od. zur Lagerung
von gefährlichen Stoffen
Schutz|be|haup|tung: die; - / -en falsche
Aussage, die helfen soll, eine Bestra¬
fung zu vermeiden
Schutz|bril|le: die; - ; -n Augenschutz,
der bei bestimmten Arbeiten getragen
wird, um die Augen vor starker
Strahlung od. Fremdkörpern zu
schützen
Schutz|dach: das; -(e)s; -dächer Über¬
dachung zum Schutz vor Nieder¬
schlägen usw.
Schüt|ze: der; -n; -n weibl. Schüt|zin:
die; - ; -nen 1 a) Person, die von einer
Schußwaffe Gebrauch macht, ge¬
macht hat b) <Sport> Sportlerin), der/
die ein Tor geschossen, erzielt hat 2 a)
meist m'ännl. Form <Milit.> niedrigster
Dienstgrad beim Militär b) Angehöri-
ge(r) eines Schützenvereins 3 nur
männl. Form a) o. PL Stemzeichen b)
Person, die im Stemzeichen Schütze
geboren ist
schütfzen: schützt; schütztest; hast ge¬
schützt jmdn. od. etw. vorjmdm. od.
etw., einem Schaden bewahren »Der
Sonnenschirm schützte uns vor der
Sonne.«
Schüt|zen|bru|der: der; -s; -brüder Mit¬
glied eines Schützenvereins
Schütjzen|fest: das; -(e)s; -e 1 Schie߬
wettbewerb eines Schützenvereins,
bei dem der Schützenkönig ermittelt
wird (meist verbunden mit einem
Volksfest) 2 <Sport> [ugs.] Ballspiel,
bei dem sehr viele Tore gefallen sind
Schutz|en|gel: der; -s; - a) dcath. Reli¬
gion) Verkörperung des göttlichen
Schutzes b) <Volksglaube> angenom¬
mene Gestalt, die vor Unheil schützt
Schüt|zen|gra|ben: der; -s; -grüben <Mi-
lit.> im Krieg angelegter, ausgehobe¬
ner Graben, der die Soldaten vor dem
feindlichen Feuer schützen soll
Schüt|zen|kö|nig: der; -s; -e weibl.
Schüt|zen|kö|ni|gin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die beim Schützenfest den
Schießwettbewerb gewann
Schüt|zen|platz: der; -es; -platze Gelän¬
de, auf dem Training u. Wettbewerb
eines Schützenvereins stattfmdet
Schüt|zen|steue|rung/Schütz|steue|-
rung - »• Schüt|zen]steu|e|rung/
Schütz|steu|e|rung: die; - ; -en <Elek-
trot.> durch einen elektronischen
Schalter, der von selbst in die Aus¬
gangsstellung zurückspringt gesteu¬
erte Anlage
Schüt)zen|verjein: der; -(e)s; -e Zusam¬
menschluß von Personen, die gemein¬
sam Schießsport betreiben
Schutz|far|be: die; - ; -n 1 für einen
Schutzanstrich geeignete Farbe 2
Farbton, der der Umgebung ange¬
paßt ist u. dadurch das Erkennen er¬
schwert, Syn.: Tarnfarbe
Schutzfilm: der; -(e)s; -e dünner Über¬
zug, der die Oberfläche von etw., vor
Beschädigungen bewahrt
Schutz|ge|bUhr die; - ; -en 1 Entgelt für
etw., was nur wirklich Interessierte
erhalten, anfordern sollen »Für den
Katalog wird eine Schutzgebühr von
zehn Mark erhoben.« 2 von Ge¬
schäfts- u. Restaurantinhabern mit
Gewaltandrohungen von Verbrecher¬
organisationen erpreßtes Geld, Syn.:
Schutzgeld
Schutzlgeld: das; -(e)s; -er von Ge¬
schäfts- u. Restaurantinhabern mit
Gewaltandrohungen von Verbrecher¬
Organisationen erpreßtes Geld, Syn.:
Schutzgebühr (2)
Schutz|ge|wahr|sam: der; -(e)s; -
(Rechtsw.) Inhaftierung einer Person,
deren Leben in Gefahr ist, zu deren
Schutz, Syn.: Schutzhaft
Schutz|git|ter das; -s; - Abdeckung
od. Abtrennung für etw., um ein Hin¬
ein- od. Herunterfallen von etw.,
jmdm. zu verhindern
Schutz|glocke (Schutz|glok|ke —>
Schutz|glo|cke): die; ~ / -n Haube als
Schutzabdeckung
Schutz|haft: die; ~ ; - <Rechtsw.> 1 In¬
haftierung einer Person, deren Leben
in Gefahr ist, zu deren Schutz 2 [ver¬
hüll.] vorbeugende Haft zur Aus¬
schaltung politisch unliebsamer Per¬
sonen
Schutz|hei|li|ge: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Schutzheili¬
ger; eine Schutzheilige; zwei Schutz¬
heilige) <kath. Kirche) Beschützerin),
zu dem/der die Gläubigen eines Be¬
rufsstandes od. einer Gemeinde be¬
ten, Syn.: Schutzpatron
Schutz|helm: der; -(e)s; -e feste, stabile
Kopfbedeckung, die Verletzungen
am Kopf verhindern od. abmildem
soll
Schutz|herr|schaft: die; - ; - a) Aufga¬
be, Pflichten des Schutzherrn, höher
gestellte, machtvolle Person b) [ver-
alt.] Schirmherrschaft über etw. c)
<Pol.> Ausübung der Staatsmacht, ho¬
heitlicher Rechte in einem fremden
Staatsgebiet
Schutz|hül|le: die; - ; -n Abdeckung für
einen Gegenstand, die diesen vor Ver¬
schmutzung od. Beschädigung be¬
wahrt (z. B. bei Büchern, einzelnen
Blättern)
Schutz[hund: der; -(e)s; -e Wachhund,
der auch für den Personenschutz aus¬
gebildet ist
Schutz|hüt|te: die; - ; -n einfaches Holz¬
haus (im Gebirge) als Zufluchtsort
bei Unwetter od. für die Nacht für die
Wanderer
schutz|imp|fen: schutzimpfst; schutz¬
impftest; hast schutzgeimpft jmdn.
eine Substanz gegen Krankheiten zu
seinem Schutz impfen
Schutz|imp|fung: die; - ; -en <Med.> zur
Abwehr ansteckender Krankheiten
durchgeführte Immunisierung
Schutz|klei|dung: die; - ; -en Spezialan¬
zug, der den menschlichen Körper
vor schädlichen Umwelteinflüssen,
Stoffen (bei einer Tätigkeit) schützen
soll
Schütc|ling: der; -s; -e Person, um die
man sich sorgt, um die man sich küm¬
mert
schutzlos: Adj. ohne Beistand; ohne
Hilfe »Die Bewohner des Ortes waren
dem Erdbeben schutzlos ausgeliefert.«
Schutz|macht: die; - ; -möchte <Pob a)
Staat, der einem anderen Beistand bei
Angriffen von Dritten zusichert b)
Regierung, die eine Schutzherrschaft
über ein fremdes Gebiet ausübt c)
Staat, der die diplomatische Vertre¬
tung für einen anderen übernimmt
Schutz|mann: der; -(e)s; -männer u.
-leute [ugs.J Polizeibeamter im Strei¬
fendienst, der Schutzpolizei
Schutz|maijke: die; - ; -n <Wirt.> ge¬
schützter Warenname, der nicht von
anderen Herstellern benutzt werden
darf
Schutz|mas|ke: die; - ; -n (Gesichts-)
Maske, die vor Mund u. Nase getra¬
gen wird, um das Einatmen von Gift¬
gasen od. feinem Staub zu vermeiden
Schutzjmit|tel: das; -s; - Hilfsmittel,
das eine Sache od. Person vor etw. be¬
wahren soll »Sonnenschutzmiltei«
Schutz|pa|tron —» Schutz|pa|tlron:
der; -(e)s; -en weibl. Schutz|paftro|-
nin —»• Schutz|pa|t|ro|mn: die; - ;
•nen 1 <kath. Kirche) Heilige(r) als Be¬
schützer einer bestimmten Personen¬
gruppe 2 [auch iron.] übergeordnete
Person, die jmdn. vor Schaden be¬
wahrt, protegiert
Schutz|po|li|zei: die; - ; - Abteilung der
Polizei, die besonders für den Schutz
der Bürger u. die Einhaltung der öf¬
fentlichen Ordnung zuständig ist
Schutz|raum: der; -(e)s; -räume <Milit.)
Zimmer, Raum, in dem die Leute bei
Angriffen sicherer sind als in ihren
Wohnungen
Schutzschicht: die; - ; -en Überzug
über etw., der Beschädigungen od.
Verschmutzungen verhindern soll
Schütz|steue|rung/Schützen|steue|-
rung —> Schütz|steu|e|rung/
Schützen[steu|e|rung: die; - ; -en
<EleIctrot.> durch einen elektronischen
Schalter, der von selbst in die Aus¬
gangsstellung zurückspringt gesteu¬
erte Anlage
Schutz|stoffc der; -(e)s; -e Mittel, das
einen biologischen od. medizinischen
Schutz vor etw., z. B. Krankheitserre¬
gern, bietet
schutzjsu|chend —» Schutz sujchend:
Adj. n. stg. versuchend,"sich vor etw.
od. jmdm. in Sicherheit zu bringen
Schutz|trup|pe: die; - ; -n <Milit.;
Polizei) a) Einheiten, die zum Schutz
eines Landes, einer Einrichtung abge¬
stellt sind b) <hist.> Soldateneinheit,
die Deutschland zur Kolonialzeit in
Afrika stationiert hatte
Schutz|um|schlag: der; -(e)s; -Umschlä¬
ge Kunststoff- od. Papierhülle, die
die Verschmutzung der Außenseiten
bei Büchern, Heften usw. verhindern
soll
Schutz|verjband: der;-(e)s;-verbände 1
Binde um eine Verletzung 2 Vereini¬
gung von Personen zum Schutz ge¬
meinsamer Interessen
Schutz|vorjrich|tung: die; - ; -en Sicher¬
heitsmaßnahme zur Abwendung von
Gefahren
Schutz|wehr: die; - ; -en [veralt.] zur
Abwehr von Feinden errichteter
Wall, Mauer
Schutzjzoll: der; -(e)s; -zolle <Pol.;
Wirt.) Abgabe auf eingeführte aus¬
ländische Waren, um die Wettbe¬
werbsfähigkeit heimischer Hersteller
zu verbessern
Sch.-W.: Abk. Schätzwert
Schw.: Abk. 1 Schätzwert 2 Schwa¬
be^); Schwäbin 3 Schwager; Schwä¬
1030
Schwallen
gerin 4 Schwester (auch Kranken- od.
Ordensschwester) 5 (Handel»
Schwund
achw.: Abk. 1 schwäbisch 2 a) schwach
b) (Sprachwiss.» schwach gebeugt 3
schwedisch 4 schwer 5 schwierig
schwab|be|lig/schwabb|lig: Adj. [ugs.]
weich (in der Beschaffenheit) u. wab-
bemd
schwabjbeln: schwabbelt; schwabbelte;
hat geschwabbelt 1 sich als (in der Be¬
schaffenheit) weiche, wabbelige Mas¬
se hin- u. herbewegen 2 <übertr.> [ab¬
wert.] überflüssiges, dummes Zeug re¬
den 3 (Technik» etw. polieren od. glät¬
ten mit einer Maschine, die eine mit
Stoff o. ä. bezogene Scheibe rotieren
läßt
schwabb|lig/schwab|be|lig: Adj. [ugs.]
weich (in der Beschaffenheit) u. wab-
bemd
Schwa|be: der; -n; -n weibl. Schwä|bin:
die; - ; -nen Bewohnerin) des süd¬
deutschen Gebietes Schwaben
Schwa|ben: ohne Art. Gebiet im Süden
von Deutschland
schwach: Adj. schwächer; schwächste 1
nicht stark, sondern nur wenig Kraft
besitzend »Du bist zu schwach, um das
hochzuheben.« 2 nicht sehr leistungs¬
fähig »Er ist schwach in Physik.« 3 a)
wenig ausgeprägt »ein schwacher
Charakter« b) gering; wenig »schwa¬
che Hoffnung« 4 a) wenig belastbar
»Das Brett hält das nicht, es ist zu
schwach.« b) nicht belastbar »schwa¬
che Nerven« 5 a) mit wenig Inhalts¬
stoff versehen »schwacher Kaffee« b)
kleine Mengen von etw. »eine schwa¬
che Dosis, Konzentration« 6 schlecht
u. langweilig 7 unbedeutend »ein
schwacher Trost; ein schwacher Ver¬
such« Ant.: <1; 2; 3; (4); 5» stark; <1; 4;
5> kräftig
—* schwach be|gabt: s. schwachbe¬
gabt
—> schwach be|tont: s. schwachbetont
schwach|be|gabt —» schwach bei¬
gabt: Adj. schwächer begabt; am
schwächsten begabt nicht besonders
intelligent; unterdurchschnittlich be¬
gabt, intelligent
schwach|be|tont—> schwach be|tont:
Adj. schwächer betont; am schwäch¬
sten betont (meist Sprachwiss.» nur
mit einer leichten Betonung (oft Ne¬
benbetonung) versehen
Schwä|che: die; - ; -n 1 PI. s. a) man¬
gelnde körperliche Leistungskraft,
Stärke »Im Alter nahm sein körperli¬
che Schwäche immer mehr zu.« b) ein¬
geschränkte Funktionsfähigkeit »Ur¬
sache war die Schwäche seines
Kreislaufs.« 2 Nachteil von etw.; De¬
fizit bei einer Sache 3 o. PI. das
Schwärmen für etw. od. jmdn. »Sie
hat eine Schwäche Jur große Männer.«
4 a) nachteilige Charaktereigenschaft;
kleine, menschliche Unzulänglichkeit
b) Unvermögen in einem Bereich;
nicht vorhandene Begabung
Schwä|che|an|fall: der; -(e)s; -anfälle
<Med.» unvermittelt eintretende kör¬
perliche Kraftlosigkeit
Schwäjche|ge)fühl: das; ~(e)s; -e <Med.»
Empfindung, daß die körperlichen
Kräfte versagen
schwä|chen: schwächst; schwächtest;
hast geschwächt a) die körperlichen
Kräfte verringern b) etw. verschlech¬
tern, vermindern
Schwilchejpunkt: der; -(e)s; -e Stelle
in einem System, die anfällig für Feh¬
ler ist, Syn.: Schwachstelle
Schwachheit: die; -; -en 1 o. PI. Kraft¬
losigkeit des Körpers od. Geistes;
fehlende Energie u. Kraft 2 sich
keine Schwachheiten einbilden: sich
keine Hoffnungen machen, daß etw.
in Erfüllung geht
Schwach|kopf: der; -(e)s; -köpfe [ab¬
wert.] Person, die sich in den Augen
des Betrachters geistig auf niedrigem
Niveau befindet, unintelligent ist,
etw. Dummes gesagt od. getan hat
schwach|köp|fig: Adj. [abwert.] in den
Augen eines Betrachters dumm u.
einfältig
schwächlich: Adj. 1 a) wenig Körper¬
kraft aufweisend b) gesundheitlich in
einem schlechten Zustand »Sein Opa
war ein schwächlicher alter Mann.« 2
wenig Durchsetzungsvermögen besit¬
zend
Schwäch|lich|keit: die; - ; -en (PI. s.)
Zustand des Schwächlichseins
Schwächling: der; -s; -e [abwert.] Per¬
son, die keine körperliche Kraft od.
wenig charakterliches Durchset¬
zungsvermögen besitzt
Schwach|punkt: der; -(e)s; -e Stelle in
einem System, die anfällig für Fehler
ist, Syn.; Schwachstelle
Schwachsinn: der; -s; -1 <Med.> Intelli¬
genzmangel durch angeborene Unter¬
entwicklung od. erworbene Zerstö¬
rung der Substanz der Hirnrinde 2
[ugs.] unintelligente, falsche Aussage,
Feststellung
schwach|sin|nig: Adj. 1 (Med.» [heute
weitgehend durch den Begriff 'geistig
behindert’ ersetzt] keine od. wenig
ausgeprägte geistige Fähikeiten besit¬
zend 2 [ugs.; abwert.] unsinnig;
dumm; blöd »Wie kommst du nur auf
diese schwachsinnige Idee?«
Schwach|sin|ro|ge: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein
Schwachsinniger; eine Schwachsinni¬
ge; zwei Schwachsinnige) 1 (Med.»
[heute weitgehend durch den Begriff
'geistig Behinderte’ ersetzt] Mensch,
der an Schwachsinn leidet 2 [ugs.;
scherzh.] jmd. mit ausgefallenen, ver¬
rückten, gefährlichen Ideen
Schwach|stel|le: die; - ; -n störungs-,
fehleranfälliges Teil in einem System
Schwach|strom: der;-(e)s; - (Elektrot.»
elektrischer Strom mit einer niedrigen
Spannung
Schwächung: die; - ; -en a) Verminde¬
rung, Verringerung von Kraft od.
Wirkung b) Rückgang (des Wertes)
Schwa|den: der; -s; - 1 m. PI. sich in
der Luft bewegende, sichtbare Ver¬
dichtungen von Rauch, Nebel, Dunst
»Der Kochdunst zog in dicken Schwa¬
den aus dem Küchenfenster.« 2 (Berg¬
bau» erhöhte Werte schädlichen Koh¬
lendioxyds im Stollen
Schwa[dron —»• Schwa|d|ron: dat.-il.>
die; - ; -en (Milit.» düst.» kleinste Ka¬
vallerieeinheit
schwa|dro|nen|wei|se/schwa|drpns|-
wei|se —> schwa|d|ro|nen|wei|se/
schwa|d|rons|wei|se: dat.-it.: dt.>
Adv. (Milit.» in Gruppen von je einer
Schwadron
schwa|dro|nje|ren —> schwa|d|ro|nie|-
ren: schwadronierst; schwadroniertest;
hast schwadroniert ausführlich u. gern
von allem Möglichen erzählen
Schwa|drons|chef —> Schwa|d|rons|-
chef: dat.-it.; lato der; -s; -s (Milit.;
hist.» Vorgesetzter, Leiter einer
Schwadron
schwa|dtons|wei|se/schwa|dro|nen|-
wel|se —> schwa|d|rons|wei|se/
schwa|d|ro|nen|wei|se: dat.-it.; dt.>
Adv. (Milit.» in Gruppen von je einer
Schwadron
Schwa|fe|lei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
lästiges, dummes od. nichtssagendes,
ständiges Gerede, Reden
Schwa|fe|ler/Schwaf]len der; -s; -
weibl. Schwa[fe|le|rin/Schwaf|le|rin:
die; - ; -nen [ugs.; abwert.] Person, die
inhaltslose Bemerkungen macht,
nichtsagend redet
schwa|feln: schwafelst; schwafeltest;
hast geschwafelt etw. Uninteressan¬
tes, Unintelligentes (ausführlich) er¬
zählen
Schwaf|ler/Schwa|fe|ler. der; -s; -
weibl. Schwaffle|rin/Schwa|fe|le|rin:
die; -; -nen [ugs.; abwert.] Person, die
inhaltslose Bemerkungen macht,
nichtsagend redet
Schwaiger der; -s; Schwäger weibl.
Schwäjge|rin: die; - ; -nen 1 Bruder
bzw. Schwester des Ehepartners 2
Ehemann, -frau von Bruder od.
Schwester
Schwä|ger|schaffc die; ~ ; -en (PI. s.)
Verwandtschaftsverhältnis zwischen
jmds. Geschwistern u. seinem Ehe¬
partner
Schwache: die; - ; -n 1 sehr verbreitete
Familie von Vögeln, deren Vertreter
alle durch lange u. schmale Flügel so¬
wie durch einen gegabelten langen
Schwanz gekennzeichnet sind 2 eine
Schwalbe macht noch keinen
Sommer: man kann von einem positi¬
ven Einzelfall nicht auf Allgemeingül¬
tigkeit schließen 3 eine Schwalbe
machen: (Fußball» sich im gegneri¬
schen Strafraum absichtlich fallen
lassen, um einen Strafstoß zu errei¬
chen
Schwal|ben|nest: das; -(ejs; -er 1 aus
Lehm gebautes Vogelnest 2 (Milit.»
auf Kriegsschiffen über die Außenbe¬
grenzung des Schiffes hinausreichen¬
der Geschützstand 3 (Milit.» halb¬
kreisförmiges Abzeichen an der
Schulter der Uniformen der Mitglie¬
der einer Militärkapelle
Schwal|ben|schwanz: der; -es;
-schwänze 1 (Zool.» gegabelter
Schwanz der Schwalbe (1) 2 große(r)
Schmetterling(sart), dessen/deren
hintere Flügel lang u. spitz auslaufen
3 (scherzh.» a) die langen Stoffzipfel
am Rücken eines Fracks b) Frack
Schwall: der;-(e)s;-e (PI. s.) etw., was
schnell u. in großer Menge aus etw.,
jmdm. fießt »ein Schwall von Schimpf¬
wörtern
schwal|len: schwalist; schwalltest; hast
geschwallt [jugendsprl.; abwert.j pau¬
senlos dummes Zeug reden
1031
Schwader
Schwal|len der; -s; - [jugendsprl.; ab¬
wert.] Person, die ständig Unsinn re¬
det
Schwamm: der; -(e)s; Schwärrune
1 (Zoob niederes Tier, das auf dem
Meeresboden in Kolonien lebt 2
weicher, saugfähiger Gegenstand
zum Putzen o. ä., der entweder aus
Kunststoff hergestellt wird od. das
Skelett eines natürlich gewachsenen
Schwamms (1) aus dem Meer ist 3
(PI. s.) kurz für Hausschwamm =
Ansiedlung von bestimmten Schim¬
melpilzen in feuchten Gemäuern 4
[süddt.; österr.] Pilz 5 Schwamm
drüber: [ugs.] die Sache ist erledigt,
wir werden nicht mehr davon spre¬
chen
schwamm|ar|tig: Adj. n. stg. an einen
Schwamm erinnernd; die Eigenschaf¬
ten eines Schwamms besitzend
schwam|mig: Adj. 1 von der Beschaf¬
fenheit wie ein Schwamm 2 <übertr.>
[abwert.] ungenau ausgedrückt; un¬
verständlich vom Sinn her; vage u.
unklar 3 [abwert.] dick (häufig durch
Wasseransammlung im Körper) »Er
hat einen schwammigen Körper.« 4
von Hausschwamm, Pilzen, der/die
sich im Mauerwerk u. Holz ausbrei¬
tet, befallen
Schwamm|tuch: das; -(e)s; -tücher sehr
saugfähiges, poröses Wischtuch
Schwan: der; -(e)s; Schwäne 1 in Un¬
terarten vorkommender, in Europa
meist weißer, großer Süßwasservogel
mit einem langen Hals, der sein Re¬
vier mit weit ausgebreiteten Flügeln
(schnatternd) aggressiv verteidigt 2
mein lieber Schwan: [ugs.] 1. spa߬
hafte Drohung 2. erschreckter, über¬
raschter Ausruf
schwa|nen: schwanst; schwantest; hast
geschwant etw. Negatives befürchten
»Mir schwant, was geschehen wird.«
Schwa|nen|ge|sang: der; -(e)s;
-gesänge (übertr.) [geh.] letztes Werk,
das ein Künstler vor seinem Tod ge¬
schaffen hat
Schwa|nen|hals: der; -es; -halse 1 lan¬
ger, schmaler Hals des Schwans 2
<übertr.> [ugs.] ungewöhnlich langer,
schlanker Hals (eines Menschen) 3
<Technik> meist biegbares, gekrümm¬
tes Verbindungsstück (oft Rohr) 4
<Jagd> Fangeisen für kleine Raubtiere
schwan|gen Adj. n. stg. 1 <Frau> ein
Kind erwartend; einen Fötus in sich
tragend 2 meist in Zusammensetzun¬
gen angereichert mit etw. »bedeu¬
tungsschwanger« Syn.: <1> (weibliches
Säugetier) trächtig 3 mit etw.
schwanger gehen: [ugs.] über ein
Vorhaben o. ä. nachdenken; etw. pla¬
nen, vorbereiten
Schwan|ge|re: die; -n; -n Frau, die ein
Kind erwartet
schwfinlgern: schwängerst; schwänger¬
test; hast geschwängert 1 <Bio.> eine
weibliche Person (od. ein Tier)
schwanger machen 2 mit etw. anfül¬
len, sättigen »Die Luft war von Bluten¬
staub geschwängert.«
Schwangerschaft: die; ~ ; -en Zeit¬
raum zwischen Empfängnis u. der
Geburt eines Kindes
Schwan|ger|schafts|ab[bruch: der;
-(e)s; -abbrüche gewollte, vorzeitige
Beendigung einer Schwangerschaft,
Entfernung des Fötus, Syn.; Abtrei¬
bung
Schwan|ger|schafts|test: der; -(e)s; -s
(Methode zur) Überprüfung, ob eine
Schwangerschaft vorliegt
Schwanjger|schafts|ver|hüftung: die;
~ - Maßnahmen zur Verhinderung
einer Empfängnis, Schwangerschaft,
Syn.: Empfängnisverhütung
Schwän|gejrung: die; - ; -en Vorgang
des Schwängems
Schwank: der; -(e)s; Schwänke 1
(Literaturwiss.) a) Erzählung mit der¬
ben u. komischen Elementen b) Büh¬
nenstück mit lustigem Inhalt; derbe
Komödie 2 [ugs.] spaßiges, witziges
Erlebnis
schwank: Adj. [geh.] 1 lang, schlank,
schmal, hoch u. dadurch schwankend
2 (übertr.) unentschlossen; unsicher
schwan[ken: schwankst; schwanktest;
hast geschwankt 1 sich (unsicher) hin-
u. herbewegen u. umzufallen drohen
»Der Baum schwankte im Wind.« 2
<übertr.> a) sich bei etw. unsicher sein
b) sich verändern
Schwan|kung: die; - ; -en ständiges
Sichverändem »Die Börse ist ständi¬
gen Schwankungen unterworfen.«
Schwanz: der; -es; Schwänze 1 (Zool.)
a) mit Muskeln, Haut u. Fell überzo¬
genes Endstück der Wirbelsäule bei
manchen Tieren »Der Hund wedelt
mit dem Schwanz.« b) Gesamtheit der
längeren hinteren Federn bei einem
Vogel, die u. a. während des Fluges
zur Steuerung eingesetzt wird 2 [derb]
Penis; männliches Glied 3 kein
Schwanz: [ugs.] niemand »Kein
Schwanz ist zu meiner Party
gekommen.« 4 den Schwanz einzie¬
hen, einkneifen: [ugs.] den Mut ver¬
lieren u. einen Rückzieher machen 5
den Schwanz hängen lassen: [ugs.]
niedergeschlagen sein 6 jmdm. auf
den Schwanz treten: [ugs.] eine Per¬
son verletzen, beleidigen
Schwanz|ap|pell: der; -(e)s; -e [solda-
tensprl.; veralt.] Untersuchung der
Soldaten auf Geschlechtskrankheiten
durch einen Militärarzt
schwän|zeln: schwänzelst; schwänzel¬
test; hast/bist geschwänzelt 1 hat
(Tier> schwanzwedelnd herumlaufen
2 [ugs.] sich mit einer tänzelnden
Gangart (an einen Ort) fortbewegen 3
[ugs.] scharwenzeln
schwän|zen: schwänzt; schwänztest;
hast geschwänzt nicht teilnehmen an
etw., wozu man eigentlich verpflichtet
ist »Der Junge hatte wiederholt die
Schule geschwänzt.«
Schwän|zer der; -s; - weibl. Schwän|-
ze|rin: die; - ; -nen [ugs.] Person, die
öfter den Unterricht o. ä. schwänzt
Schwanz|flos|se: die; ~; -n 1 Flosse, die
sich beim Fisch am hinteren Ende be¬
findet u. zur Steuerung der Fortbewe¬
gung dient 2 (Technik; Flugzeug)
Flosse, Ausleger des Seiten- od. Hö¬
henleitwerkes
schwanz|we|delnd: Adj. n. stg. (Tier>
den Schwanz (als Zeichen der Freude)
hin- u. herbewegend »Sein Hund kam
schwanzwedelnd angelaufen.«
schwap|pen: schwappt; schwappte;
hast/ist geschwappt (Flüssigkeit) 1 a)
ist durch die Bewegung innerhalb ei¬
nes Gefäßes überlaufen b) hat sich in¬
nerhalb eines Gefäßes geräuschvoll
bewegen 2 hast ein Gefäß überlaufen
lassen u. dabei etw. verschütten
Schwann: der; -(e)s; Schwärme 1
(Zool.) verschieden große Gruppe
von Vögeln od. Insekten »Bienen¬
schwarm« 2 viele Menschen; Men¬
schenmenge »Ein ganzer Schwarm
von Bewunderern war um sie herum.« 3
Person, Sache, die jmdm. sehr gefällt
»Dieser Popstar war früher mein gro¬
ßer Schwarm.«
Schwär|mer der; -s; - weibl. Schwärj-
mejrin: die; - ; -nen 1 a) Person, die
sich leicht begeistert u. dabei den Be¬
zug zur Realität verliert b) religiöser
Eiferer 2 besonderer Feuerwerkskö¬
per 3 Schmetterling(sart) aus der Fa¬
milie der Nachtfalter mit langen Vor¬
derflügeln, der/die in den Tropen hei¬
misch ist
Schwär|me|rei: die; ~ ; -en große Begei¬
sterung für etw. »Es handelt sich dabei
um eine jugendliche Schwärmerei.«
schwär|me|risch: Adj. von großer Be¬
geisterung erfüllt; verzückt
Schwärm|zeit: die; - ; -en (Zool.; Insek-
ten>~Zeit, in der die Tiere den Stock
verlassen, um ein neues Volk zu grün¬
den
Schwarte: die; - ; -n 1 a) dicke Haut¬
schicht (von Schweinen, die bei der
Bearbeitung durch den Metzger für
einige Produkte verwendet wird) »Die
Schwarte vom Braten ist schön
knusprig.« b) Haut von Wildschwei¬
nen u. Dachsen 2 [ugs.; meist abwert.]
sehr umfangreiches, altes Buch 3 Teil
eines der Länge nach zersägten
Baumstammes, der nur eine Sägeflä¬
che hat u. an der anderen Seite noch
mit Rinde umhüllt ist 4 (Med.) narbi¬
ge Verwachsung von Brust- u. Rip¬
penfell, verursacht durch Entzündun¬
gen 5 (arbeiten,) daB die Schwarte
kracht: sich übermäßig anstrengen;
hart arbeiten
schwaijtig: Adj. n. stg. a) dick u. zäh
wie- eine Schwarte b) mit einer
Schwarte versehen
Schwarz: das;-(es); - 1 dunkelste Far¬
be, die kein Licht reflektiert 2
Schwarz tragen: in Trauer sein;
(schwarze) Trauerkleidung tragen
schwarz: Adj. schwärzer; schwärzeste 1
n. stg. von nicht reflektierender, das
Licht vollständig absorbierender,
dunkelster Farbe »Sie trug einen
schwarzen Pullover.« 2 sehr schlecht;
gar nicht erfolgreich »Es war ein
schwarzer Tag für mich.« 3 gegen das
Gesetz, inoffiziell getan 4 eine dunkel¬
braune od. schwarze Hustfarbe besit¬
zend; der schwarzen Rasse angehö¬
rend 5 (Pol.) [ugs.] politisch, gesell¬
schaftlich sehr konservativ eingestellt
6 schwarz auf weiß: [ugs.] schriftlich
7 schwarzes Gold: I. Kohle 2. Erdöl
8 Schwarzes Brett —> schwarzes
Brett: Brett, Tafel, Pinnwand, an der/
dem schriftliche Mitteilungen, Infor¬
mationen usw. ausgehängt werden 9
Schwarzer Tod —* schwarzer Tod:
[geh.; verhüll.] die Pest (= eine
Krankheit) 10 ins Schwarze treffen:
etw. genau, auf den Punkt erkennen
I032
schwätzen
11 schwatze Liste: Aufstellung, Auf¬
listung aller Personen, die verdächtig,
auffällig od. unangenehm sind 12
jmdm. den Schwarzen Peter zu¬
schieben, Zuspielen —» jmdm. den
schwarzen Peter zuschieben,
Zuspielen: (mit Bezug zum Quartett¬
spiel, bei dem derjenige, der den
“Schwarzen Peter“ am Ende hat, ver¬
liert) etw. sehr Unangenehmes auf
eine andere Person abschieben; jmdn.
zum Sündenbock machen, als Schul¬
digen hinstellen 13 (jmdm.) nicht das
Schwarze unter dem Fingernagel
gönnen: [ugs.] (auf jmdn.) sehr nei¬
disch, mißgünstig sein 14 jmdm. ist,
wird schwarz vor den Augen: jrad.
wird ohnmächtig; jmd. ist ohne, ver¬
liert das Bewußtsein 15 schwarz, in
den schwärzesten Farben malen,
schildern, darstellen, sehen: etw. äu¬
ßerst negativ, pessimistisch betrach¬
ten 16 warten, bis man schwarz
wird: sehr lange, vergeblich, umsonst
auf etw., jmdn. warten 17 schwarze
Messe: <Religion> Teufelshuldigung
18 Schwarze Kunst - schwarze
Kunst: Zauberei 19 der Teufel ist nie
so schwarz, wie man ihn malt die
Phantasie ist immer stärker als die
Wirklichkeit 20 aus schwarz weiß
machen —» aus Schwarz Weiß
machen: in einer Erzählung, Rede al¬
les umkehren
—> schwarz ge|rän|dert: s. schwarzge¬
rändert
—> schwarz majlen: s. schwarzmalen
—> schwarz se|hen: s. schwarzsehen
(2) "
—*■ schwarz umflort: s. schwarzum¬
flort
—> schwarz|wejß ma|len: s. schwarz¬
weißmalen
Schwarz|aijbeit: die; ~ / - illegale Ar¬
beit, die ohne Abzüge von Steuern
od. Versicherungsbeiträgen direkt be¬
zahlt wird
schwarz|ar|bei|ten: arbeitest schwarz;
arbeitetest schwarz; hast schwarzgear¬
beitet arbeiten, ohne für den Lohn
Steuern u. Sozialabgaben zu zahlen
Schwarz|ar|bei|ter: der; -s; - weibl.
Schwarz|ar|bei|te{rin: die; ~ ; -nen
Person, die Schwarzarbeit ausführt
Schwarz|bär: der; -en; -en <Zool.> gro-
ße(r) Bär(enart) mit meist sehr dunk¬
lem Fell
Schwarz|blech: das; -fe)s; -e [fachsprl.]
gewalztes, unbehandeltes Blech
Schwarz|bren|neR der; -s; - weibl.
Schwarz|bren|ne|rin: die; - / -nen Per¬
son, die ohne Erlaubnis Schnaps, Al¬
kohol herstellt
Schwarz|bren|ne|rei: die; ~ ; -en a) das
Herstellen von Schnaps ohne behörd¬
liche Erlaubnis b) Anlage, in der ille¬
gal Alkohol hergestellt wird
Schwarzbrot: das; -fe)s; -e sehr dunk¬
les, schweres Roggenvollkornbrot
Schwaijze: das; -n; -1 schwarz markier¬
ter Mittelpunkt einer Zielscheibe 2
ins Schwarze treffen: 1. exakt die
Mitte treffen 2. etw. genau erraten,
Vorhersagen 2 das kleine Schwarze:
elegantes, schickes, schwarzes Ausge¬
hkleid
Schwaijze: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Schwarzer; eine
Schwarze; zwei Schwarze) 1 (sehr)
dunkelhäutiger Mensch 2 nur männl.
Form; o. PL; nur mit bestimmtem Art.
verwendet (Religion) Satan; Teufel 3
nur männl. Form [österr.j Kaffee ohne
Milch u. Zucker
Schwäijze: die; - ; -n 1 o. PI. tiefstes
Schwarz; Zustand nahezu ohne Licht
»die Schwärze der Nacht« 2 Farbstoff,
um etw. schwarz einzufärben
schwäijzen: schwärzt; schwärztest; hast
geschwärzt 1 etw. schwarz einfärben 2
[süddt.; österr.; ugs.] etw. schmuggeln
Schwäijzen der; -s; - weibl. Schwär|-
ze|rin: die; - ; -nen [süddt.; österr.;
ugs.] Schmugglerin)
schwarz|fah|ren: fährst schwarz; fuh-
r(e)st schwarz; bist schwarzgefahren
a) in einem öffentlichen Verkehrsmit¬
tel fahren, ohne den Fahrpreis zu ent¬
richten b) ohne gültigen Führerschein
ein Auto o. ä. fahren
Schwarzffah|ren der; -s; * weibl.
Schwarz|fah|re|rin: die; - ; -nen a)
Person, die ohne Fahrschein in einem
öffentlichen Verkehrsmittel fährt b)
Person, die ohne Fahrerlaubnis ein
Auto fährt
Schwarzjgeld: das; - (e )s; -er unversteu¬
erte Einnahmen, die nicht in den Bü¬
chern, Bilanzen auftauchen
schwarz|ge|rän|dert —* schwarz ge|-
rän|dert: Adj.n. stg. von einer schwar¬
zen Umrandung umgeben
schwarz[haa|rig: Adj. n. stg. von
schwarzer Haarfarbe; mit sehr dunk¬
len Haaren »Seine neue Freundin ist
schwarzhaarig.«
Schwarz|händ|leR der; -s; ~ weibl.
Schwarz|händ|le|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die mit verbotenen, unverzollten
o. ä. Waren handelt
schwarz|hö|ren: hörst schwarz; hörtest
schwarz; hast schwarzgehört a) Ra¬
diosendungen empfangen, ohne die
fälligen Gebühren zu entrichten b)
[hist.] Vorlesungen der Universität
besuchen, ohne die Gebühren dafür
zu bezahlen
Schwarz|hö|ren der; -s; ~ weibl.
Schwarz|hö|re|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die Radio hört, ohne Rundfunk¬
gebühren zu bezahlen
schwärz|lich: Adj. ein wenig schwarz;
im Farbton zum Schwarzen hinge¬
hend
schwarz|ma|len —*• schwarz ma|len:
malst schwarz; maltest schwarz; hast
schwarzgemalt —*-hast schwarz
gemalt— sehr pessimistisch in die
Zukunft sehen; etw. sehr pessimi¬
stisch beurteilen, darstellen
Schwarz|ma|len der; -s; • weibl.
Schwarz|ma|le|rin: die; • ; -nen [ugs.]
Person, die mit einer negativen Ent¬
wicklung, Nachteilen rechnet
Schwarz|markt: der; -(e)s; -märkte
<Wirt.> illegaler Handel mit rationier¬
ten od. verbotenen Waren
Sehwarz|pul|ven das; -s; - schwarzes
Schießpulver
Schwarz|rock: der; -(e)s; -rocke [ugs.;
scherzh.] (katholischer) Geistlicher
schwarz|se|hen: siehst schwarz; sa-
h(e)st schwarz; hast schwarzgesehen 1
ohne Gebühren zu zahlen, die Pro¬
gramme der öffentlich-rechtlichen
Femsehanstalten in Anspruch neh¬
men 2 —» schwarz sehen —*hast
schwarz gesehener— pessimistisch in
die Zukunft blicken
Schwarz|se]hen der; -s; - weibl.
Schwarz|se|he|rin: die; - ; -nen 1 Per¬
son, die das öffentlich-rechtliche
Fernsehprogramm empfängt, ohne
die Gebühren dafür zu bezahlen 2
Person, die alles negativ beurteilt, im¬
mer nur das Schlechte sieht, Syn.: <2>
Pessimist(in)
Schwarz|se|he|rei: die; - ; -en (PI. s.)
Pessimismus; pessimistische Betrach¬
tung von etw.
schwarz|um[flort —> schwarz um|flgrt:
Adj. n. stg. als Ausdruck der Trauer
mit einem schwarzen Band od. Stoff¬
stück versehen
Schwäijzung: die; -; -en 1 das Schwarz¬
färben von etw. 2 <Photographie>
Schwarzfärbung von fotografischem
Material
schwarz-weiß —> schwarz|weiß: Adj.
n. stg. a) die Farben Schwarz u. Weiß
im Wechsel aufweisend »eine
schwarz-weiß karierte Bluse« b)
<Technik> monochrom; nur Schwarz,
Weiß u. Graustufen aufweisend »Der
alte Fernseher ist nur schwarz-weiß.«
Schwaiz|weiß|auf|nah|ine: die; - ; -n
Foto, auf dem keine Farben, sondern
nur Schwarz, Weiß u. Grautöne wie¬
dergegeben werden
Schwarz|weiß(fern|se|hen der; -s; -
Fernsehgerät, das nur Schwarz, Weiß
u. Grautöne wiedergibt
Schwarz|weiß|fo|to|gra|fie/Schwarz|-
weiß|pho|to|gra|phie: die; - ; -n 1 o.
PI. Verfahren in der Fotografie, bei
dem Farben u. Helligkeit nur durch
Schwarz, Weiß u. Abstufungen von
Grau wiedergegeben werden 2 Foto,
das mit einem Schwarzweißfilm ge¬
machtwurde
schwarz|wejß|ma|len —» schwarz]-
weiß ma|len/schwarz-weiß ma|len:
malst schwarzweiß; maltest schwarz¬
weiß; hast schwarzweißgemalt
—*hast schwarzweiß/schwarz-weiß
gemalte— etw. ohne Nuancen od.
Zwischenstufen beschreiben; alles als
nur gut od. nur schlecht, böse beurtei¬
len
Schwarz|weiß|ma|le|rei: die; ~ ; -en ver¬
einfachende Darstellung von Sach¬
verhalten od. Charakteren mit gro¬
ben Kontrasten, ohne Zwischenstu¬
fen
Schwarzwild: das; -(e)s; - Wild¬
schweine -
Schwarzjwuijzel: die; ~ ; -n Pflanze, de¬
ren lange Pfahlwurzeln als Gemüse
gegessen werden
Schwatz: der; -es; -e kleine Plauderei;
nettes (oberflächliches) Gespräch
»Ich habe einen kleinen Schwatz mit
der Verkäuferin am Gemüsestand ge¬
halten.«
schwat|zen: schwatzt; schwatztest; hast
geschwatzt 1 sich (gemütlich, ober¬
flächlich, viel) unterhalten »Wir
schwatzten einen ganzen Nachmittag
lang.« 2 [ugs.] heimlich, trotz Verbo¬
tes reden
schwät|zen: schwätzt; schwätztest; hast
geschwätzt 1 a) miteinander plaudern;
sich unterhalten b) ausführlich über
unwichtige Dinge reden 2 [abwert.] a)
1033
Schwätzer
[abwert.] etw. weitererzählen, was
man für sich behalten sollte b) Unsinn
reden c) im Unterricht durch leises
Reden od. Tuscheln stören
Schwät|zer: der; -s; - weibl. Schwät|-
ze|rin: die; - ; -nen 1 Person, die viel
redet (aber nichts tut) 2 Person, die
durch Schwätzen stört
Schwatz|hal)tig|keit: die; ~ ; - Neigung
zum Schwatzen, vielen Reden, Verra¬
ten von Geheimnissen
Schwatz|maul: das; (e)s; -mäuler [ab¬
wert.] Person mit ausgeprägtem Re¬
debedürfnis
Schwb.: Abk. Schwabe(n), Schwäbin
(-nen)
schwb.: Abk. schwäbisch
SchwbG/SchwBG: Abk. Schwerbehin¬
dertengesetz
Schwe|be|bahn: die; - ; ~en Verkehrs¬
mittel, bei dem eine Gondel an einem
in der Luft hängenden Seil od. ent¬
lang einer oberhalb verlaufenden
Schiene bewegt wird
Schwe|be|bal|ken: der; -s; - <Sport>
Turngerät, langer, auf einem Gestell
befestigter Holzbalken, auf dem
Turnübungen durchgeführt werden
schwe|ben: schwebst; schwebtest; hast/
bist geschwebt 1 a) bist sich (ohne
Hilfsmittel) oberhalb des Erdbodens
halten b) bist sich (ohne Hilfsmittel)
über dem Erdboden fortbewegen
»Der Ballon schwebte über die Bäume
(hinweg).« 2 hast (lang anhaltend)
spürbar, vorhanden sein »Der Duft
ihres Parfüms, der Klang der Musik
schwebte im Raum.« 3 hast andauem;
noch im Gange sein »Das Verfahren
schwebt.«
Schwe|be|stoff: der; -(e)s; -e (m. PI.)
<Chemie> kleinste, feinverteilte Teil¬
chen, die sich in einer Flüssigkeit od.
in einem Gas bewegen, ohne sofort
abzusinken
Schwe|be|teiljchen: das; -s; • Einzelbe¬
standteil, -element in, von Schweb¬
stoffen
Schwe|be|zu|stand: der; -(e)s; -zu¬
stande a) Zustand, in dem jmd., etw.
weder aufsteigt noch (schnell) fallt b)
<übertr.> Situation mit ungewissem
Ausgang; (neutraler) Zustand der
Ungewißheit
schwed.: Abk. schwedisch
Schweffel: der; -s; - <Chemie> chemi¬
scher, übelriechender Grundstoff von
gelber Farbe »Er benötigte für sein
Experiment Schwefel.«
schwe|fel|arjtig: Adj. n. stg. stark an
Schwefel erinnernd; wie (von) Schwe¬
fel
Schwe]fel|bad: das; -(e)s; -bäder 1 Ba¬
deort mit natürlichen, schwefelhalti¬
gen Quellen 2 Bad in schwefelhalti¬
gem Badewasser
Schweffel|di|oxyd —► Schw$[fel|di|o|-
xyd: das: -s; -e <Chemie> bei der Ver¬
brennung von Schwefel od. schwefel¬
haltigen Stoffen entstehendes Gas
schwe|fel|far]ben/schwe|fel|far|big:
Adj. n. stg. von demselben gelben
Farbton wie Schwefel
schwe|fel|faijbig/schwe|fel|faijben:
Adj. n. stg. von demselben gelben
Farbton wie Schwefel
Schwg|fel|holz: das; -s; • [veralt.]
Streichholz; Zündholz
Schwe|fel|hölz|chen: das; -s; - [veralt.]
Streichholz; Zündholz
schwe|fe|lig/schwef|lig: Adj. a) Schwe¬
fel enthaltend b) in Aussehen u. Zu¬
sammensetzung dem Schwefel ähn¬
lich
Schwe|fel|kur. die; - ; -en (Med.) Be¬
handlung einer Krankheit durch
Trinken von od. Baden in schwefel¬
haltigem Wasser
schwejfeln: schwefelst; schwefeltest;
hast geschwefelt 1 a) Lebensmittel mit
Schwefel behandeln, um diese haltbar
zu machen b) durch Schwefeldioxyd
bleichen c) zum Desinfizieren mit
Schwefeldioxyd behandeln 2 zur
Schädlingsbekämpfung Rebstöcke
od. Obstbäume mit schwefelhaltigem
Wasser einsprühen
Schwe|fel|pu|der: der; -s; - <Med.> mit
Schwefel versetztes Puder zur Be¬
handlung einiger Hautkrankheiten
Schwe|fel|quel|le: die; • ; -n Quelle mit
schwefelhaltigem Wasser
Schwe]fel|säu|re: die; - ; - <Chemie> öli¬
ge Schwefelverbindung, die in hoher
Konzentration auch Metalle auflöst
Schwe|fel|was|ser|stoff: der; -(e)s; -
<Chemie> unangenehm riechendes,
farbloses, giftiges Gas
schwef)lig/schwe|fe|lig: Adj. a) Schwe¬
fel enthaltend b) in Aussehen u. Zu¬
sammensetzung dem Schwefel ähn¬
lich
Schweif: der; -(e)s; -e 1 [geh.] buschi¬
ger, längerer Schwanz »der Schweif
des Fuchses« 2 (Astronomie) Licht¬
streifen hintereinem Kometen
schweiften: schweifst; schweiftest; hast
geschweift 1 bist ohne ein festes Ziel
durch die Gegend wandern »Er
schweifte ziellos durch die Stadt.« 2
(übertr.) mit den Gedanken ganz wo¬
anders sein; an etw. anderes denken
»Während des Vortrags ließ er seine
Gedanken schweifen.« 3 [fachsprl.]
etw. bogen- od. kurvenförmig aus¬
schneiden od. aussägen 4 den Blick
schweifen lassen: nicht auf eine be¬
stimmte Stelle schauen, sondern um¬
herblicken
Schweif)reim: der; -(e)s; -e (Literatur-
wiss.) Reimform, bei der sich 1. u. 2.,
4. u. 5. u. die 3. u. 6. Zeile reimen
schwetf[we|delnd: Adj. n. stg. 1 <Hund>
den Schwanz (zum Gruß) hin- u. her¬
bewegend 2 (übertr.) [veralt.] sich an¬
biedernd gegenüber einer Vorgesetz¬
ten Person verhaltend
Schwell|wed|ler der; -s; ~ weibl.
Schwejf|wed|le|rin: die; - ; -nen [ver¬
alt.; abwert.] kriecherische, schleimi¬
ge, sich anbiedemde Person
Schwei|ge|geld: das; -(e)s; -er Bezah¬
lung, die dafür gedacht ist, daß jmd.
etw. geheimhält, nicht weitererzählt
Schwej|ge|ntarsch: der; -(e )s; -märsche
Umzug, der (von vielen Menschen)
schweigend durchgeführt wird, um
Widerstand gegen etw. od. Trauer
auszudrücken .
Schwel|ge|mi|nu|te: die; - ; -n kurze
Zeitspanne des Schweigens zum Ge¬
denken
Schwejjgen: das; -s; -1 das Nichtreden,
Stillsein, Verstummen »Nach dieser
Mitteilung herrschte beklommenes
Schweigen.« 2 sich in Schweigen
hüllen: sich zu einer Sache nicht äu¬
ßern u. so zu Spekulationen Anlaß ge¬
ben 3 jmdn. zum Schweigen bringen:
1. eine Person durch Gewaltandro¬
hung od. Gewaltanwendung dazu
bringen, nichts mehr zu einer Sache
zu sagen 2. jmdn. umbringen
schwejjgen: schweigst; schwieg(e)st;
hast geschwiegen 1 a) nichts sagen;
keinen Ton, Laut von sich geben b)
über etw. nicht reden, zu etw. keine
Stellung beziehen, sich etw. (z. B. ein
negatives Vorgehen) anschauen u.
nichts dagegen unternehmen, nicht
entschreiten »Wir haben viel zu lange
zu den Menschenrechtsverletzungen
geschwiegen.« 2 die schweigende
Mehrheit: die sich nicht äußernde
Mehrheit einer Personengruppe, der
Gesellschaft 3 schweigen wie ein
Grab: gar nichts verraten; Geheim¬
nisse für sich behalten 4 ganz zu
schweigen von ...: ganz abgesehen
von ... 5 Schweigen im Walde: [ugs.]
es ist ganz still, keine Person sagt etw.
6 wohl schweigen ist eine größere
Kunst als wohl reden: zum richtigen
Zeitpunkt zu schweigen, nichts dazu
zu sagen, ist oft schwieriger, erfordert
oft mehr Klugheit, als zu sprechen,
sich zu etw. zu äußern
Schwei|ge|pflicht: die; - ; - Verpflich¬
tung von Vertretern bestimmter Be¬
rufe, das ihnen im Vertrauen Gesagte
für sich zu behalten »ärztliche Schwei¬
gepflicht«
schweig|sam: Adj. still; wenig spre¬
chend »Schweigsam stand er bei den
anderen, die sich angeregt unterhiel¬
ten.«
Schweig|sam|keib die; - ; - stilles,
schweigsames Verhalten
Schwein: das;-(e)s; -e 1 borstiges Säu¬
getier (das als Nutztier (Fleischge¬
winnung u. ä.) gehalten wird) »Heute
hat der Bauer zwei Schweine ge¬
schlachtet.« 2 (übertr.; Schimpfwort)
[beleidigend] unsauberer od. gemei¬
ner Mensch »Du bist wirklich ein
Schwein!« 3 Fleisch vom Schwein (1)
Wir essen viel Schwein.« 4 kein
Schwein: [derb] niemand; kein
Mensch »Das glaubt dir doch kein
Schwein.« 5 Schwein haben: [ugs.]
Glück haben 6 wer sich unter die
Kleie mengt, den fressen die
Schweine: man wird so behandelt,
wie es der Umgebung, dem Umgang,
die/den man selbst wählt, entspricht,
angemessen scheint
Schwej]ne|bra|ten/Schwei|ns|bralten:
der; -s; - am Stück gebratenes
Schweinefleisch
Schwei|ne|fett: das; -(e)s; - Fettgewe¬
be, (ausgelassenes) Schmalz vom
Schwein
Schwei|ne)fi|let: das; -s; -s zartestes u.
teuerstes Stück Fleisch vom Schwein
Schwei|ne|fleisch: das; -(e)s; - eßbares
Muskelgewebe vom Schwein
Schwei|ne|hund: der; -(e)s; -e 1
(Schimpfwort) schlechter Mensch;
Betrüger; unanständiger Mensch,
Kerl 2 [ugs.] Bullterrier 3 seinen inne¬
ren Schweinehund überwinden:
seine Trägheit od. Feigheit überwin¬
den
1034
Schwemmboden
Schwei|ne|ko(ben: der; -s; - Pferch od.
Stall für Schweine
Schwei|ne|ko|te|tett: das; -s; -s Fleisch¬
stück vom Schwein mit Knochenan¬
teil zum Kurzbraten
Schwei|ne|mast: die; - ; - das Füttern
von Schweinen bis zur Schlachtreife
Schwei|ne|pest: die; -; - <Med.) von Vi¬
ren ausgelöste (tödliche) Infektions¬
krankheit bei Schweinen
Schwei|ne|prie|ster —> Schwei|ne|-
priesfter der; -s; - (Schimpfwort»
[abwert.; ugs] Schlitzohr; gemeiner,
hinterhältiger Mensch, Mann
Schwei|ne|rei: die; - ; -en [ugs.] a) große
Unordnung; starke Verschmutzung;
Dreck » Wer hat die Schweinerei in der
Küche angerichtet?« b) moralisch
nicht einwandfreies (sexuelles) Ver¬
halten c) Unanständigkeit; mieses
Verhalten
Schwei|ne|stall: der; -(e)s; -stalle 1
Verschlag für Schweine 2 <übertr.>
schmutzige, unaufgeräumte Woh¬
nung o. ä. »Räumt endlich diesen
Schweinestall auf.«
Schweinigel —» Schweinigel: der; -s;
- [ugs.] a) unreinliche, schmutzige
Person b) Person, die gern unanstän¬
dige, zweideutige Witze macht
Schwein|ige|lei —> Schweinfi|ge|lei:
die; - ; -en a) sexueller od. zweideuti¬
ger Witz b) unanständiges, schmutzi¬
ges Verhalten
Schwe|ns|bra|ten: der; -s; - [süddt.;
österr.; Schweiz.] Schweinebraten
Schweins|ga|lopp: der; -fe)s; - [ugs.;
scherzh.] in der Wendung im
Schweinsgalopp: auf die Schnelle
»Wir haben im Schweinsgalopp die
Wohung aufgeräumt.«
Schweins|ha|xe: die; - ; -n gegrilltes od.
gekochtes Bein (mit Fuß) des
Schweins
Schweins|te|den das; -s; - gegerbte
Haut des Schweins
Schweiß: der; -es; - u. (Med.) -e 1 salz¬
haltige Flüssigkeit, die der Körper
mittels Schweißdrüsen produziert,
absondert, deren Verdunstung der
Kühlung des Körpers, dem Ausgleich
der Körpertemperatur dient (bei Hit¬
ze, Anstrengung usw.) 2 <übertr.> viel
Mühe; große Anstrengung 3 <Jagd>
Blut 4 (wie) in SchweiB gebadet sein:
total verschwitzt, naß von Schweiß
sein 5 im Schweiße meines Ange¬
sichts: [ugs.] mit großer Mühe
Sch wei8|aus|bruch: der; -(e)s; -ausbrü¬
che plötzlich, unerwartet auftreten¬
des, übermäßiges Schwitzen
Schwefß|bren|nen der; -s; ~ <Technik>
Gerät, mit dem eine Flamme von ho¬
her Temperatur durch Verbrennen ei¬
nes Gas-SauerstofTgemisches erzeugt
wird, die Metall schmelzen kann
Schweiß|draht: der; -(e)s; -drahte
(Technik» Metalldraht, der beim
Schweißen schmilzt u. so Metallteile
verbindet .
Schweiß|drü|ae: die; ~ ; -n (m. PI.)
Körperdrüse, die den Schweiß abson¬
dert
schweißen: schweißt; schweißtest; hast
geschweißt 1 <Technik> etw. fest mit¬
einander verbinden durch Hitze,
Druck od. Schlag 2 Jagd; Wild> blu¬
ten 3 [landsch.] schwitzen
Schweißer: der; -s; - weibl. Schwei|-
Be|rin: die; - ; -nen Handwerkern),
der/die beruflich Schweißarbeiten
ausführt
schweß|feucht: Adj. schweißfeuchter;
schweißfeuchteste durch Schwitzen
leicht naß
SchweiBßeck: der; -(e)s; -e(n) durch
Schweiß entstandene Verschmutzung
an der Kleidung
schweiß|ge|ba|det: Adj. n. stg. <Körper>
naß durch starkes Schwitzen »Sie lag
schweißgebadet mit hohem Fieber im
Bett.«
SchweiB|ge|ruch: der; -(e)s; -gerüche
Ausdünstung des Körpers durch von
Bakterien zersetzten Schweiß
Schweißnaht: die; - ; -nähte Verbin¬
dungsstelle zweier Metall- od. Kunst¬
stoffstücke, an der diese zusammen¬
geschweißt worden sind
schweiß|naß —*■ schweiß|nass: Adj. n.
stg. so stark schwitzend, daß der
Schweiß am Körper herunterläuft
Schweißjpeijle: die; - ; -n (m. PI.) ein¬
zelner Tropfen Schweiß auf der Haut,
Syn.: Schweißtropfen
Schwe|S|se|kreß|on —* SchweiB|se|-
k|re|ti|on: die; - ; -en Absonderung
von Schweiß
schweiß|trei|bend: Adj. a) das Schwit¬
zen fördernd b) <übertr.> [scherzh.]
mühselig; kraftaufwendig »eine
schweißtreibende Tätigkeit«
schwelßjtrie|fend: Adj. n. stg. naß von
Schweiß
Schweißftropffen: der; -s; - einzelne
Schweißperle, Syn.: Schweißperle
schweiß|(iberfströmt —* schwejBßl-
berjströmt Adj. n. stg. naß, tropfend
von Schweiß
schweiß|ver|ktebt: Adj. verbunden, an¬
einander haftend durch Schweiß
Schweiz.: Abk. schweizerisch
Schwei|zer|deutsch: das; -en; -
<Sprachwiss.> Variante des Deut¬
schen, die in der deutschsprachigen
Schweiz gesprochen wird
Schwei|zer|gar|de: die; - ; - Leibwache
des Papstes; Polizei des Vatikanstaa¬
tes
Schwei]zer]land: das; -(e)s; - [selten]
die Schweiz
schwe|len: schwelt; schwelte; hat ge¬
schwelt ohne Flamme, mit viel Rauch
brennen
schweigen: schwelgst; schwelgtest; käst
geschwelgt 1 etw. im Übermaß haben
u. genießen; sehr gut u. üppig leben
»im Luxus schwelgen« 2 eine beson¬
ders gute Mahlzeit, Lieblingsspeise
od. ein Getränk genießen 3 etw., was
jmdm. besonders gefallt, im Übermaß
verwenden 4 in Erinnerungen o. ä.
schwelgen: von (schönen) Erinne¬
rungen erzählen, an Erlebnisse den¬
ken, sich genießerisch angenehmen
Gedanken od. Empfindungen über¬
lassen
Schweljger. der; -s; - weibl. Schwelj-
ge|rin: die; - ; -nen 1 Person, die sich
angenehmen Dingen hingibt 2 Per¬
son, die eine Speise od. ein Getränk
ausgiebig genießt 3 Person, die „etw.,
was ihr besonders gefallt, im Über¬
maß verwendet
Schwel|ge|nei: die; ~ ; -en 1 Hingebung
an positiv empfundene Dinge »Bei
dem Klassentreffen kam es zu Schwel¬
gereien in alten Zeiten.« 2 reichliche
Verwendung von etw. als schön Emp¬
fundenem »Das Kunstwerk ist eine
Schwelgerei in Formen u. Farben.«
schwel|ge|risch: Adj. 1 sich hinge¬
bungsvoll etw. überlassend »Mit
schwelgerischem Blick dachte er an
seine Studentenzeit.« 2 eine Speise od.
ein Getränk ausgiebig genießend
»Schwelgerisch genoß er den Wein.« 3
etw., was jmdm. besonders gefällt, im
Übermaß verwendend
Schwellte: die; - ; -n 1 in den Türrah¬
men eingesetzter, unterster waage¬
rechter Teil aus Stein od. Holz »Wir
müssen die Schwelle neu lackieren,
weil der alte Anstrich langsam abblät¬
tert.« 2 <Eisenb.> Befestigungsplatten
für die Schienen einer Gleisanlage,
zumeist aus Holz od.„ Stahlbeton 3
<übertr.> Grenzlinie; Übergang »Sie
steht an der Schwelle zum Erwachse¬
nenalter.« 4 Psychologie; Physiolo¬
gie» Reizschwelle (der Punkt, von
dem an ein Reiz eine Empfindung od.
Reaktion auslöst) »Der Alkohol setzte
seine Reizschwelle herab.« 6 (Geogra¬
phie> Wölbung der Erdoberfläche 7
<Archit.> spezieller Balken bei einem
Fachwerkhaus 8 keinen FuB mehr
über die Schwelle setzen: eine Woh¬
nung nicht mehr betreten
schwel|len: schwillt; schwoll; ist
geschwollen a) durch einen Stau von
Flüssigkeit (z. B. Blut) im Gewebe an
Umfang zunehmen, dicker werden
»Nach dem Sturz ist mein großer Zeh
sofort geschwollen.« b) an Größe od.
Ausmaß zunehmen c) <überlr.> an¬
wachsen; größer werden
schweiften: schwellst; schwelltest; hast
geschwellt 1 etw. aufblähen 2
[landsch.] etw. kochen, bis es weich ist
»Der Reis muß zehn Minuten schwel¬
len.« 3 mit geschweifter Brust:
[scherzh.] mit großem Stolz
Schwel|len|angsfc die; -; - a) durch die
Angst vor dem Neuen, Ungewohnten
o. ä. verursachte Zurückhaltung,
Hemmung, eine bestimmte Handlung
auszuführen b) Psychologie» Hem¬
mung, einen Raum o. ä. zu betreten
Schwel|len|land: das; -(e)s; -länder
Pol.» Entwicklungsland, das sich auf
dem Weg zum Industriestaat befindet
Schwell|kör|per: der; -s; - <Anat.;
Med.» Gewebe mit Bluthohlräumen,
glatter Muskulatur u. elastischen Fa¬
- sern, das bei Füllung mit Blut größer
u. fester wird, z. B. das Geschlechts¬
organ des Mannes
Schwellung; die; - ; -en 1 (Med.» a) Zu¬
nahme des Umfangs an einem Kör¬
perteil aufgrund einer Flüssigkeitsan¬
sammlung im Gewebe als Reaktion
des Körpers, z. B. infolge einer me¬
chanischen Verletzung od. allergi¬
schen Reaktion »Die Schwellung
setzte unmittelbar nach dem Insekten¬
stich ein.« b) Zustand eines Körper¬
teils aufgrund einer Schwellung (a)
Die Schwellung war jetzt schon seit
Tagen konstant.« 2 <Geographie> klei¬
nes Hügelchen
Schwemm|bo|den: der; -s; -
fruchtbares Land, das durch aufge¬
schüttete Geröll-, Sand- u. Schlamm-
1035
Schwemme
schichten entstanden ist, Syn.:
Schwemmland
Schwemjme: die; - ; -n 1 <Wirt.; Han¬
del) die Nachfrage übersteigendes
Angebot an Waren »Vor der Einfüh¬
rung neuer Zölle gab es eine richtige
Schwemme an Billigwaren aus Über¬
see.« 2 [landsch.] Lokal, in dem über¬
wiegend Getränke (besonders Bier
od. Wein) ausgeschenkt werden 3 fla¬
ches Wasser am Ufer eines Gewäs¬
sers, in. das Nutztiere getrieben wer¬
den, um sich dort abzukühlen od. um
sie zu säubern
schwemmen: schwemmst; schwemm¬
test; hast geschwemmt 1 etw. od.
jmdn. auf dem Wasser treiben lassen
»Schon kurz nach der Katastrophe
* schwemmte die rauhe See Trümmer an
Land.« 2 <Gerberei> etw. für eine län¬
gere Zeit in Wasser legen, um es ein¬
zuweichen, zu wässern 3 [österr.]
Holzstämme im Wasser mit der Strö¬
mung transportieren
Schwemm|land; das; -(e)s; - meist
fruchtbares Land, das durch das
Meer aufgeschüttete Geröll-, Sand- u.
Schlammschichten entstanden ist,
Syn.: Schwemmboden
Schwemm|sand: der; - (e) s; - durch Ge¬
wässerströmung ans Ufer ge¬
schwemmter Sand
Schwemmjstein: der; -(e)s; -e <Bauw.>
auf "der Basis von Bimsstein herge¬
stellter, zum Bauen verwendeter Stein
Schwengel: der; -s; - 1 an einem Ende
verdickter Stab zum Anschlägen, z.
B. in einer Glocke; Klöppel 2 Arm ei¬
ner Pumpe, mit Hilfe dessen der
Saugvorgang in Gang gesetzt wird 3
[derb] Penis
Schwenk: der; -(e)s; -su.-e 1 a) Rich¬
tungsänderung; Drehung »Die Wan¬
dergesellschaft drehte in einem schar¬
fen Schwenk nach links ab.« b) <Film>
Kameradrehung um die eigene Achse
schwenkbar Adj. n. stg. um eine Achse
drehbar »Der Kran ist schwenkbar.«
schwen|ken: schwenkst; schwenktest;
hast geschwenkt 1 a) etw. hin u. her
bewegen »Nach dem Sieg wurden Tau¬
sende von Fahnen geschwenkt.« b)
<Kochk.> Zutaten in einem Behältnis
hin u. her bewegen »Der Braten muß
in der Pfanne mit dem zerlassenen Fett
geschwenkt werden.« c) [landsch.] ei¬
nen Gegenstand hin u. her bewegen,
um etw. davon zu entfernen 2 a) in
eine andere Richtung abbiegen b)
<übertr.> die ideelle Richtung ändern;
die geistige Einstellung wechseln »Er
ist zu den Parteigegnern geschwenkt.«
c) einen Gegenstand in eine andere
Position bringen »Der Kameramann
schwenkte die Kamera nach links.« 3
[landsch.] jmdn. entlassen, von einem
Ort verweisen
Schwen|ker der; -s; - 1 kurz für Ko¬
gnakschwenker - bauchiges, sich
nach oben verjüngendes Glas mit
Stiel u. Fuß 2 <Film> [fachsprl.] Per¬
son, die dem Kameramann assistiert
u. nach dessen Anweisungen die Ka¬
mera bewegt 3 [ugs.] Richtungswech¬
sel; kleiner Umweg
schwer: Adj. 1 <Gewicht> ein erhebli¬
ches Gewicht aufweisend »ein schwe¬
rer Stein« 2 a) sehr anstrengend, müh¬
sam »eine schwere Arbeit. Last« b)
nicht leicht, sondern schwierig
»schwere Aufgaben, Probleme« 3 in
den Auswirkungen ernst, schlimm,
grausam »eine schwere Krankheit« 4
im Ausmaß verheerend, entsetzlich
»ein schweres Erdbeben * eine schwere
Epidemie« 5 a) bedrängend u. bela¬
stend »schwere Bedenken« b) fast un¬
erträglich »ein schweres Schicksal,
Los« 6 nicht gut verdaulich »schweres
Essen« 7 sehr stark, intensiv »ein
schwerer Wein, Duft« 8 ein schwerer
Junge: [ugs.] kriminelle Person; Ver¬
brecher 9 ein(en) schwerer Gang
(machen müssen): jmdn. um etw. bit¬
ten müssen, eine schlechte Nachricht
überbringen müssen o. ä. 10 eine(n)
schwerefn) Kopf, Zunge, schwere
Beine haben: zuviel Alkohol getrun¬
ken haben
—» schwer be|hin|dert: s. schwerbehin¬
dert
—» schwer Be|hin|derjte: s. Schwerbe¬
hinderte
—»• schwer be|schä]digt: s. schwerbe¬
schädigt
—f schwer be|waff|net; s. schwerbe¬
waffnet
—> schwer er|zieh|bar: s. schwererzieh¬
bar
—» schwer Er|zjeh|ba|re: s. Schwerer¬
ziehbare
—s- schwer fal|len: s. schwerfallen
—» schwer kriegs|be|schä|digt: s.
Schwerkriegs beschädigt
—> schwer Krjegs|befschä|dig]te: s.
Schwerkriegsbeschädigte
—* schwer lösjlich; s. schwerlöslich
—> schwer tun, sich: s. schwertun, sich
—> schwer verkäuflich: s. schwerver¬
daulich
—» schwer verjletzt: s. schwerverletzt
—» schwer Ver|letzfte: s. Schwerver¬
letzte
—» schwer verständlich: s. schwerver¬
ständlich
—» schwer ver|träg|lich: s. schwerver¬
träglich
—* schwer ver|wun|det: s. schwerver¬
wundet
—* schwer Ver|wun|de|te: s. Schwer¬
verwundete
Schwer|arjbeit/Schwgrstjar|beit: die;
- ; -7ugs.] körperlich (selten auf geisti¬
ge Arbeit bezogen) anstrengende Tä¬
tigkeit
Schwerfaiibeifter der; -s; - weibl.
Schwer|ar|bei|te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die eine körperlich anstrengende
Arbeit zu verrichten hat
Schwer|ath|le|tik: die; - / - <Sport> Ober¬
begriff u. a. für alle Kraftsportarten
schwer|be|hin[dert—> schwer be|hin|-
dert: Adj. schwerer behindert; am
schwersten behindert 1 durch eine
Krankheit od. Verletzung geistig u./
od. körperlich geschädigt u. daher
das alltägliche Leben zumeist nicht
ganz allein meistern könnend, im Ar¬
beitsleben nicht (voll) einsatzfähig 2
[amtsspr.] Einstufungsbegriff für die
Erfassung der prozentualen Erwerbs¬
fähigkeit einer körperlich od. geistig
geschädigten Person, Syn: schwerst-
behindert; schwerbeschädigt
Schwer[be|hin|der|te —» auch schwer
Be|i»n|derjte: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.; ein Schwerbehin¬
derter; eine Schwerbehinderte; zwei
Schwerbehinderte —* auch ein schwer
Behinderter; eine schwer Behinderte;
zwei schwer Behinderte*— ) a) Per¬
son, die bedingt durch eine Krankheit
od. Verletzung nur noch einge¬
schränkt das alltägliche Leben selbst
bewältigen u. erwerbstätig sein kann
Syn.: Schwerbeschädigte b) [amtsspr.]
Einstufungsbegriff für eine Person
hinsichtlich ihrer körperlichen u./od.
geistigen Behinderung
Schwer|be|hin|der|ten|aus|weis: der;
-es; -e amtliches Papier, in dem der
Grad der Schwerbehinderung regi¬
striert ist
schwer|be|schä|digt —» schwer be|-
schäjdigt: Adj. schwerer beschädigt;
am schwersten beschädigt 1 a) durch
eine Krankheit od. Verletzung geistig
u./od. körperlich behindert, daher
das alltägliche Leben zumeist nicht
selbst bewältigen könnend, im Ar¬
beitsleben nicht (voll) einsatzfähig;
schwerstbeschädigt b) [amtsspr.; ver-
alt.] Einstufungsbegriff für die Erfas¬
sung der prozentualen Erwerbsfähig¬
keit einer körperlich od. geistig ge¬
schädigten Person 2 in starkem Maße
defekt
schwer[be|waff|net —> schwer be|-
waff|net: Adj. schwerer bewaffnet; am
schwersten bewaffnet mit schweren
Waffen (z. B. Schußwaffen) ausgerü¬
stet
schwerjblü|tig: Adj. träge, nur langsam
handelnd u. denkend »Bei wichtigen
Entscheidungen stand ihm oft sein
schwerblütiges Wesen im Weg.«
Schwer|blü|tig|keifc die; -; - Trägheit in
Denken u. Handeln
Schwe|re: die; - ; -1 Gewicht eines Ge¬
genstandes 2 a) Ausmaß, Grad einer
Sache »Die Schwere der nationalsozia¬
listischen Verbrechen läßt sich kaum in
Worte fassen.« b) Schwierigkeitsaus¬
maß (z. B. einer Aufgabe) 3 a)
[fachsprl.] Qualität von Wein u. Spei¬
sen »Die Schwere der spätburgundi-
schen Weine wissen Kenner besonders
zu schätzen.« b) [fachsprl.] Qualität
von Duftstoffen »Die Schwere ihres
Parfüms erinnerte an einen schwülen
Sommertag.« 4 Ausdruck für eine ho¬
he Luftfeuchtigkeit »Die Schwere der
Luft in den tropischen Ländern ist für
viele Urlauber gewöhnungsbedürftig.«
schwe|re|los: Adj. 1 n. stg. aufgrund der
Aufhebung der Schwerkraft ohne
Gewicht. »In ihren Raumkapseln glei¬
ten die Astronauten schwerelos durch
das All.« 2 oibertr.) [poet.] unbe¬
schwert; ohne Sorgen
Schwejre|lo|sig|keib die; - ; - 1 durch
die Aufhebung der Schwerkraft her¬
vorgerufener Zustand der Gewichtlo¬
sigkeit 2 <übertr.> [poet.] Unbe¬
schwertheit; Leichtigkeit
Schwe|re|nö|ten der; -s; - [ugs.] Mann,
der durch sein charmantes Auftreten
Eindruck macht (besonders gegen¬
über Frauen) u. damit seine Ziele zu
erreichen sucht
schwer|erjzieh|bar—» schwer er|zieh|-
bar; Adj. schwerer erziehbar; am
schwersten erziehbar im Verhalten
auffallend, gestört u. erzieherisch nur
1036
Schwester
schwer beeinflußbar, mit den norma¬
len Erziehungsmethoden nicht lenk¬
bar »Schwererziehbare Kinder haben
oft ein zerrüttetes Elternhaus.«
Schwer|er|zieh|ba|re —*■ auch schwer
Er|zXen|ba|re: der u. die; -n; -n (mit um
bestimmtem Art.: ein Schwererzieh¬
barer; eine Schwererziehbare; zwei
Schwererziehbare —> auch ein schwer
Erziehbarer; eine schwer Erziehbare;
zwei schwer Erziehbare<■— ) Person,
die in ihrem Verhalten auffallend, ge¬
stört u. erzieherisch nur schwer beein¬
flußbar, mit den normalen Erzie¬
hungsmethoden nicht erziehbar ist
schwer|faf|fen —»> schwer fal|len: fällt
schwer; fiel schwer; ist schwergefallen
—»ist schwer gefallen*— nicht leicht
zu tun sein; Probleme, Schwierigkei¬
ten bereiten
schwerffäl|lig: Adj. 1 körperlich u./od.
geistig träge u. unbeweglich »Du bist
nicht nur im Denken schwerfällig, son¬
dern auch in allem anderen, was du
tust.« 2 <übertr.> umständlich; unbe¬
holfen (z. B. sich bei der Lösung einer
Aufgabe den kompliziertesten Weg
suchend)
SchwerjfBI|lig|keit: die; ~ - 1 Zustand
körperlicher u./od. geistiger Trägheit
2 Umständlichkeit; Unbeholfenheit
Schwer)g«|wicht das; -(e)s; -er 1
<Sport> höchste Gewichtsklasse be¬
züglich des Körpergewichts, z. B.
beim Boxen 2 <übertr.> Person, die in
ihrem Arbeits- od. Lebensbereich be¬
sonders begabt bzw. bedeutend ist
»Franz-Josef Strauß galt vielen alsein
politisches Schwergewicht.« 3 Schwer¬
punkt; Hauptinteresse 4 [ugs.;
scherzh.] dicke Person mit großem
Körpergewicht
Schwer|ge|wicht|ler: der; -s; - weibl.
Schwerjge|wichtße|rin: die; - ; -nen
<Sport> Sportlerin) der höchsten Ge¬
wichtsklasse, z. B. beim Boxen
schwer|hÖ|rig: Adj. 1 vermindert hörfä¬
hig; akustische Signale (z. B. Sprache)
kaum wahmehmend »Es gibt viele
schwerhörige ältere Menschen.« 2 auf
einem (diesem) Ohr schwerhörig
sein; so tun, als ob man etw. nicht
verstehen od. hören würde, weil man
etw. nicht hören will
Schwerjhö|rig|keit:die; -Beeinträch¬
tigung, Verminderung der Hörfähig¬
keit
Schwerjinjdu|strie —* Schwer|in|dus|-
tjrie: die; - ; -n Gesamtheit der eisen¬
erzeugenden u. eisenverarbeitenden
Betriebe u. des Bergbaus
Schwerkraft: die; - ; - <Physik; Astro¬
nomie) Anziehungskraft eines Plane¬
ten (z. B. der Erde) auf andere Körper
schwer|kriegs|be|schä|digt—* schwer
kriegs|be|schä|digt: Adj. durch die
Folgen einer Verletzung im Krieg
ständig stark gesundheitlich beein¬
trächtigt
Schweijkriegs|be|schä[dig|te —» auch
schwer Krjegs|be|scnä]atg(te: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Schwerkriegsbeschädigter; eine
Schwerkriegsbeschädigte; zwei
Schwerkriegsbeschädigte —> auch ein
schwer Kriegsbeschädigter; eine
schwer Kriegsbeschädigte; zwei schwer
■ Kriegsbeschädigte«— ) Person, die
durch eine Verletzung im Krieg Schä¬
den zurückbehalten hat u. dadurch
andauernd stark gesundheitlich
beeinträchtigt ist
schwer!.: Abk. 1 schwerlich 2 <Chemie>
schwer löslich
schwerlich: Adv. kaum; wohl nicht »Er
wird diesen Job schwerlich bekommen,
dem seine Qualifikation ist unzurei¬
chend.«
schwer|lös|lich —* schwer lösjlich:
Adj. schwerer löslich; am schwersten
löslich sich in einer Flüssigkeit nicht
leicht (nur langsam) auflösend (z. B.
eine chemische Substanz in Wasser)
Schwerlösliche Lacke sind oft gesund¬
heitsschädigend.«
Schwer|me|tall: das; -(e)s; -e Metalle
mit sehr dichter molekularer Struk¬
tur, z. B. Gold, Blei
Schwer|mut: die; - / - Gemütszustand
tiefer Niedergeschlagenheit mit dem
Gefühl von Sinnlosigkeit des Daseins
schwer|mü|tig: Adj. seelisch tief nieder¬
geschlagen; anhaltend depressiv »Das
dunkle Herbstwetter macht viele Men¬
schen schwermütig.« Syn.: melancho¬
lisch
Schwerpunkt: der; -(e)s; -e 1 Gewicht¬
verhältnis, durch das sich ein Körper
im Gleichgewicht befindet 2 wichtig¬
ster Aspekt, worauf man besonderen
Wert legt
schwer)punkt|mä|6ig: Adj. n. stg. ge¬
zielt; konzentriert
Schwerlpunktjstreik: der; -(e)s; -s Ar¬
beitsniederlegung von Arbeitneh¬
mern, die auf bestimmte Betriebe in
festgelegten Regionen beschränkt ist
schwer|reich: Adj. [ugs.] sehr vermö¬
gend; sehr reich »Wenn wir im Lotto
gewinnen, könnten wir schwerreiche
Leute werden.«
Schwerat)ar[beit/Schwer)ar]beit: die;-;
- [ugs.] eine körperlich (selten auf gei¬
stige Arbeit bezogen) anstrengende
Tätigkeit »Diesen verwilderten Garten
wieder herzurichten, bedeutete
Schwerarbeit.«
Schwerst|be|hin|dertte: der u. die; -n; -n
(mitunbestimmtem Art.: ein Schwer¬
behinderter; eine Schwerstbehinderte;
zwei Schwerbehinderte) Person, die,
bedingt durch eine Krankheit od.
Verletzung, nur noch sehr einge¬
schränkt das alltägliche Leben selbst
bewältigen kann
Schwert: das; -(e)s; -er <hisl.> schwere
Hieb- u. Stichwaffe mit langer, ge¬
rader Klinge
schwert(för|mig: Adj. wie ein Schwert
geformt »Es gibt viele schwertförmige
Stichwaffen.«
Schwert|knauf: der; -(e)s; -knäufe Griff
eines Schwertes
Schwert|li|Ke: die; - ; -n Blume mit gro¬
ßen, meist violetten Blüten, deren
Blätter wie ein Schwert geformt sind,
Syn.: Iris
Schwertfschlucker (SchwertjschlukJ-
ker —» Schwert|schlu|cker): der; -s;
~ Schausteller, der mit einem Trick in
der Lage ist, ein Schwert bis zum
Griff in seinen Mund zu stecken
Schwertftanz: der; -es; -tanze Tanz, bei
dem sich Männer mit gezogenen
Schwertern geschickt bewegen
schwerjtun —> schwer tun, sich: tust
dich schwer; tat(e)st dich schwer; hast
dich schwergetan —*hast dich schwer
getan-s— mit etw. od. jmdm. nicht
zurechtkommen, sich (ab)mühen
müssen »Heinz tat sich mit den Ma¬
thematikhausaufgaben immer
schwer.«
Schwer|ver|brelchen der; -s; * weibl.
Schwer|ver|bre|che|rin: die; - .- -nen
jmd, der eine od. mehrere als beson¬
ders schwerwiegend angesehene
Straftat(en) (z. B. einen Mord) began¬
gen hat »Schwerverbrecher müssen oft
für längere Zeit ins Gefängnis.«
schwerfverjdaujlich —» schwer verj-
dauTlich: Adj. schwerer verdaulich; am
schwersten verdaulich a) für den Ma¬
gen nur schwer aufnehmbär bzw. ver¬
träglich »Schwerverdauliche Speisen
können den Magen auf Dauer schädi¬
gen.« b) dibertr.) mit etw. od. jtndn.
nicht zurechtkommend, sich mühen
müssen »Dramen sind für viele eine
schwerverdauliche Lektüre.« Syn.: (a)
schwerverträglich
schwerfverjletzt —> schwer verletzt:
Adj. schwerer verletzt; am schwersten
verletzt bis hin zu einem lebensbe¬
drohlichen Zustand körperlich ver¬
wundet (z. B. durch einen Verkehrs¬
unfall)
Schwerjver|letz|te —» auch schwer
Ver|letz|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Schwerverletzter;
eine Schwerverletzte; zwei Schwerver¬
letzte —*■ auch ein schwer Verletzter;
eine schwer Verletzte; zwei schwer
Verletzte*— ) Person, die bis hin zu
einem lebensbedrohlichen Zustand
körperlich verletzt ist
schwerjyerjständ|lich —* schwer
verständlich; Adj. schwerer verständ¬
lich; am schwersten verständlich 1 nur
mit großer Mühe inhaltlich faßbar,
nachvollziehbar nicht gut hörbar
schweijveijtrSgjlich —* schwer ver|-
trägjlich; Adj. schwerer verträglich;
am schwersten verträglich für den Ma¬
gen nur schwer aufnehmbar bzw. ver¬
daulich, Syn.: schwerverdaulich
scbweriver]wun|det —» schwer ver¬
wundet; Adj. schwerer verwundet; am
schwersten verwundet bis hin zu einem
lebensbedrohlichen Zustand körper¬
lich verletzt (z. B, durch einen Ver¬
kehrsunfall)
Schwer|ver]wun|de|te—*■ auch schwer
Ver|wun|defte: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Schwerver¬
wundeter; eine Schwerverwundete;
zwei Schwerverwundete —►einschwer
Verwundeter; eine schwer Verwunde¬
te; zwei schwer Verwundete<— ) Per¬
son, die bis hin zu einem lebensbe¬
drohlichen Zustand körperlich ver¬
letzt ist
Schwe|ster—» Schwes|ter; die; - ; -n 1
weiSliche Person, die von denselben
Eltern wie jmd. abstammt »Meine
Schwester ist jünger als ich.« 2 weibli¬
che Person, zu der man in einem
freundschaftlichen Verhältnis steht,
die dieselben Ziele verfolgt 3 Anrede
od. Bezeichnung für eine Nonne od.
Name eines geistlichen Ordens
»Schwester Maria lebt im Orden der
Barmherzigen Schwestern.« 4 kurz für
1037
Schwesterherz
Krankenschwester = weibliche Per¬
son, die als Pflegekraft in einem
Krankenhaus arbeitet 5 [ugs.; ab¬
wert.] homosexuelle, lesbische Frau
od. homosexueller Manu
Schwe|ster|herz —» Schwes|ter|herz:
das; -e(n)s - [scherzh.] Schwester od.
Freundin
schwe|ster|lich —» schwes|ter|licli:
Adj. in einer engen, freundschaftli¬
chen Beziehung stehend, besonders
vertraut »Obwohl sie nicht verwandt
waren, hatten sie ein geradezu schwe¬
sterliches Verhältnis zueinander.«
Schwe|ster|lie|be —> Schwes|ter|lie|-
be: die; - ; - sehr starke Zuneigung
zwischen Schwestern od. auch einer
Schwester zu ihrem Bruder
Schwe|stem|haus —* Schwesjternj-
haus: das; -es; -häuser Wohnheim für
Krankenschwestern »Das neue
Schwesternhaus ist in unmittelbarer
Nähe des Krankenhauses gebaut
worden.« Syn.: Schwesternwohnheim
Schwe|stern|hel|fe|rin —* Schwes|-
tern|hel|fe|rin: die; - ; -nen weibliche
Hilfskraft im Bereich der Kranken¬
pflege
Schwe|stem|paar —» Schwes|tern|-
paar. das;-(e)s; -e zwei Schwestern
Schwe|stern|schaft —> Schwes|tern|-
schaft die; - ; -en Gesamtheit der
Krankenschwestern in einem Kran¬
kenhaus
Schwe|stem|schu|le —> Schwes|tern|-
schu|le: die; - ; -n Fachschule für die
Ausbildung von Krankenschwestern
Schwejsterjschiff —> Schwes|ter|-
schiff: das; -(e)s; -e von derselben
Werft gebaute Schiffe gleichen Typs
Schwib|bo|gen: der; -s; -bögen 1
[landsch ] halbkreisförmige Laubsä¬
gearbeit aus dem Erzgebirge zur
Weihnachtsdekoration 2 <Archit.> frei
schwebender, großer Bogen ohne
darüber befindliches Mauerwerk zwi¬
schen zwei parallelen Wänden
Schwie|ger|el|tem: die (PI.) Eltern, Va¬
ter u. Mutter des Ehepartners »Ich
komme mit meinen Schwiegereltern
gut aus.«
Schwje|gertmut|ter: die; - ; -mutter
Mutter des Ehemannes, der Ehefrau
Schwie|ger|sohn: der; -(e)s; -söhne
Ehemann der Tochter
Schwie|gerftochtter. die; ~ ; -töchter
Ehefrau des Sohnes
Schwie|ger|va|ter: der; -s; -väter Vater
des Ehemannes, der Ehefrau
Schwie|le: die; - ; -n (m. PI.) a) verhär¬
tete, verhornte Stelle der Haut, die
durch mechanischen Druck entsteht
»Durch zu enge Schuhe bekommt man
Schwielen an den Füßen.« b) <Med.>
verhärtete, veränderte Bereiche der
Haut, die durch Narben entstehen
schwierig: Adj. mit verhärteten, ver¬
hornten Hautstellen versehen »Durch
seine Arbeit mit der Schaufel hatte er
schwielige Hände bekommen.«
schwje|rig: Adj. nicht einfach, leicht
»schwierige Aufgaben«
Schwie|rig|keit: die; - ; -en 1 Problem;
Mühe; Hindernis (z. B. einer be¬
stimmten Sachlage) 2 m. PI. Unan¬
nehmlichkeit; Ärgernis 3 hoher An¬
spruch einer Aufgabe; Kompliziert¬
heit (besonders im Sport) »Der Renn¬
fahrer bewältigte die Schwierigkeit mit
viel Geschick.« 4 etw. od. jmd. berei¬
tet (jmdm.) Schwierigkeiten: a) Un¬
annehmlichkeiten); Ärgernisse)
»Die Abzahlung des neuen Autos be¬
reitete ihm Schwierigkeiten.« b) Pro-
blem(e); Mühe(n); Hindernis(se) »Die
Lösung der Hausaufgabe bereitete ihm
Schwierigkeiten.« 5 auf Schwierigkei¬
ten stoßen: a) plötzlich vor einem
Problem (od. mehreren Problemen)
stehen b) plötzliche Unannehmlich¬
keiten); Argemis(se) haben 6 die
Schwierigkeiten häufen sich: a) Un¬
annehmlichkeiten); Ärgernisse)
nimmt/nehmen zu » Weil er den Kredit
nicht abzahlen konnte, häuften sich die
Schwierigkeiten.« b) Problem(e); Mü-
he(n); Hindemis(se) nimmt/nehmen
zu »Die Schwierigkeiten häuften sich,
denn er lernte nicht regelmäßig die
Vokabeln.« 7 durch etw. od. jmd.
Schwierigkeiten bekommen: Unan¬
nehmlichkeiten); Ärgernis(se) durch
eine Sachlage od. Person erlangen
»Durch das Autofahren ohne Führer¬
schein hatte er Schwierigkeiten
bekommen.« 8 etw. hat seine
Schwierigkeit hoher Anspruch einer
Aufgabe; Kompliziertheit 9 Schwie¬
rigkeiten beseitigen: a) Unannehm¬
lichkeiten); Ärgemis(se) in Ordnung
bringen »Du solltest die Schwierigkei¬
ten, die du mit deinem Chef hast, besei¬
tigen.« b) Probleni(e); Mühe(n); Hin¬
dernisse) abstellen »Weil er fleißig
lernte, konnte er seine Schwierigkeiten
beseitigen.« tO etw. bietet keine
Schwierigkeiten: eine Sache ist keine
Herausforderung für jmdn., ist leicht
zu lösen 11 die Schwierigkeit liegt in
etw.: das Problem hat eine bestimmte
Ursache »Die Schwierigkeit liegt bei
Bärbel darin, daß sie sich mit Compu¬
tern nicht auskennt.« 12 Schwierig¬
keiten befürchten: a) Problem(e);
Mühe(n); Hindemis(se) erwarten b)
Unannehmlichkeiten); Ärgemis(se)
erwarten
Schwie|rig|keits|grad: der; -fe)s; -e
Maß der Kompliziertheit (besonders
im Sport) einer Aufgabe
Schwimmjan|zug: der; -(e)s; -anzüge a)
eng anliegendes, hauptsächlich den
Rumpf bedeckendes Kleidungsstück
(meist Weiblicher Personen) für die
Bewegung im Wasser b) eng anliegen¬
des Spezialkleidungsstück aus was¬
serdichtem Material für Personen, die
sich tauchend unter Wasser bewegen
o. ä., Syn.: <a> Badeanzug; <b> Tauch¬
anzug
Schwfmm|bad: das; -(e)s; -bäder Frei¬
zeit- u. Sporteinrichtung mit
Schwimmbecken u. Umkleidekabi¬
nen, in einer Halle od. im Freien be¬
findlich (Hallenbad od. Freibad)
Schw|mm|bas|sin: das; -s; -s (kleines)
Schwimmbecken
Schwimmei|ster (Schwimm|mei|ster)
—* immer mit mmm: Schwimm|-
meis|ter/Schwimm-Meis|ter: der; -s; -
weib/.Schw]mmei|ste|rin(Schwimm|-
mei|ste|rin) —» immer mit mmm:
Schwjmm|meis|te|rin/Schwimm-M-
e]s|tejrin: die; - ; -nen <Sport> Aufse¬
herin) in einem Schwimmbad, der u.
a. für die Sicherheit der Besucher ver¬
antwortlich ist, Syn.: Bademeister (in)
schwjm|men: schwimmst; schwam-
m(e)st; bist)hast geschwommen 1 auf
der Wasseroberfläche bleiben, treiben
(können) »Holz schwimmt.« 2 sich im
Wasser (in einer bestimmten Zeit)
fortbewegen »Das Mädchen konnte
hervorragend schwimmen. ♦ Ich
schwimme täglich 1000 m.« 3 hat
[ugs.] sehr naß, überschwemmt sein
»Nach dem Rohrbruch schwamm das
Badezimmer.« 4 [ugs.] mangelnde
Kenntnisse zu überdecken versuchen
»In der mündlichen Prüfung bin, habe
ich ganz schön geschwommen.« 5 hat
undeutlich sehen, einer Ohnmacht
nahe sein »Plötzlich schwamm es mir
vor den Augen.« 6 im Geld, Reichtum,
Luxus o. ä. schwimmen: etw. im
Übermaß besitzen, frei über etw. ver¬
fügen können 7 ins Schwimmen
kommen, geraten: [ugs.] nicht mehr
weiter wissen, verunsichert sein »Bei
der mündlichen Prüfung bin ich ganz
schön ins Schwimmen gekommen.« 8
schwimmen wie eine bleierne Ente:
[ugs.; scherzh.] gar nicht od. nur sehr
schlecht schwimmen können »Oma,
kannst du schwimmen? - Ja, wie eine
bleierne Ente.«
Schwim|mer: der; -s; - weibl. SchwimJ-
me|rin: die; - / -nen 1 a) Person, die
sich schwimmend im Wasser fortbe¬
wegt b) Person, die das Schwimmen
im sportlichen Wettkampf betreibt 2
a) nur männl. Form <Technik> hohler
Körper, der durch seinen natürlichen
Auftrieb in einer Flüssigkeit u. a. da¬
zu verwendet wird, einen an ihm befe¬
stigten Gegenstand über der Oberflä¬
che der Flüssigkeit zu halten (wie z.
B. beim Angeln) b) nur männl. Form
<Technik> Körper, der durch seinen
natürlichen Auftrieb in einer Flüssig¬
keit dazu verwendet wird, die in ei¬
nem Behälter befindliche Flüssig¬
keitsmenge anzuzeigen
Schwjm|me|rei: die; ~ ; - [ugs.; oft ab-
wer't.] die schwimmende Fortbewe¬
gung im Wasser
Schwjmm|flos|se: die; ~ ; -n Nachbil¬
dung eines tierischen Schwimmfußes
mit Schwimmhäuten aus Gummi, die
als spezielle Fußbekleidung für
Schwimmer u. Taucher zur schnelle¬
ren Fortbewegung im Wasser dient
Schwimm|gür|tel: der; -(e)s; - 1 Ring
aus Kork od. anderem schwimmen¬
den Material, der Nichtschwimmer
vor dem Ertrinken schützen soll (be¬
sonders auf Schiften zu finden) od.
das Erlernen der Bewegungsabläufe
des Schwimmens erleichtern soll 2
[scherzh.] Taillenbereich bei dicken
Menschen, Syn.: Rettungsring;
Schwimmreifen
Schwimm|hal|le: die; - ; -n in einer Hal¬
le eingerichtetes Schwimmbecken,
Syn.: Hallenbad
Schwimm|kom|paß —» Schwjmm|-
kom|pass: der; -passes; -passe <Schiff¬
fahrt> spezielles Gerät zur Bestim¬
mung der Himmelsrichtung durch
eine Magnetnadel, wobei die Scheibe
mit den eingezeichneten Himmels¬
richtungen (Kompaßrose) in einer
Flüssigkeit gelagert ist, um so durch
1038
schwitzen
die Bewegung des Schiffes hervorge¬
rufene Schwankungen auszugleichen
Schwimm|leh|ren der; -s; - weibl.
Schwimm|teh|rer|in: die; • ; -nett Per¬
son, die haupt- od. nebenberuflich
Nichtschwimmern das Schwimmen in
der Technik verschiedener Schwimm¬
arten lehrt
Schwimm|sport: der; -(e)s; - Schwim¬
men (Fortbewegung im Wasser) als
sportliche Tätigkeit od. Freizeitge¬
staltung
Schwimm|stil: der; -(e)s; -e a) Metho¬
de, Art des Schwimmens »Ein guter
Schwimmer zeichnet sich nicht nur
durch Schnelligkeit, sondern auch
durch einen guten Schwimmstil aus.«
b) Technik des Schwimmens, einer
der vier Schwimmstile Delphin, Rük-
ken, Brust od. Kraul
Schwjmm|we|ste —* Schwimm[wes|-
te: die; ~ ; -westen spezielles Klei¬
dungsstück aus aufblasbarem Gum¬
mi od. Kork, das u. a. der Sicherheit
der Passagiere auf einem Schiff od.
auch in einem Flugzeug dient, indem
es/sie im Falle eines Schiffbruchs od.
bei einem Flugzeugabsturz über ei¬
nem Gewässer Personen vor dem Er¬
trinken schützt
Schwindel: der; -s; - 1 [ugs.] Lüge;
Betrug; Unaufrichtigkeit »Daß sie
sich bereits getroffen haben sollen, war
ein ausgemachter Schwindel.« 2
<Med.> Gefühl der Benommenheit;
gestörtes Gleichgewichtsgefühl (z. B.
nach zu viel Alkoholgenuß) »Wenn
ich zu niedrigen Blutdruck habe, be¬
fällt mich oft ein furchtbarer
Schwindel.« 3 a) der Schwindel fliegt
auf: der Betrug wird bekannt b) der
Schwindel kommt heraus: der Be¬
trug wird bekannt »Es kann leicht
passieren, daß ein Schwindel
herauskommt.« 4 auf jeden Schwin¬
del reinfallen: sich leicht betrügen las¬
sen »Meine Tochter ist so gutgläubig,
daß sie auf jeden Schwindel herein¬
fällt.« 5 der ganze Schwindel: die Ge¬
samtheit einer Sache, von der man
nicht vollkommen überzeugt ist» Was
wird der ganze Schwindel (z. B. eine
Reise) kosten?«
—* Schwindel eijrefgend: s. schwin¬
delerregend
Schwin|del|an|fall: der; -(e)s; -anfälle
<Med.> plötzlich eintretendes Gefühl
der Benommenheit; Störung des
Gleichgewichtssinnes
Schwln|de|lei: die; - ; -en [ugs.] a) kleine
Unaufrichtigkeit; Lüge b) n. PL dau¬
erndes Lügen
schwin|del|er]re|gend —> Schwindel
er|re|gend: Adj. 1 ein Gefühl der Be¬
nommenheit, das Versagen des
Gleichgewichtssinnes verursachen
könnend »Bergsteiger u. Gerüstarbei¬
ter arbeiten in schwindelerregenden
Höhen.« 2 (übertr.» [ugs.; emotional]
aufregend; ungewöhnlich 3 die Preise
klettern in schwindelerregende
Höhen: Preise (z. B. für bestimmte
Produkte) steigen extrem an
schwin|del|frei: Adj. ohne ein Gefühl
der Benommenheit, des Taumels, des
gestörten Gleichgewichts
schwin|del|haft: Adj. schwindelhafter;
schwindelhafteste a) nicht vollkom¬
men korrekt, sondern einige Unwahr¬
heiten enthaltend »Schwindelhafte
Aussagen sind wir von ihr gewohnt.« b)
[selten] zum Lügen neigend
schwinfdeln: schwindelst; schwindeltest:
hast geschwindelt 1 (ein wenig, nicht
schlimm) lügen; nicht ganz die Wahr¬
heit sagen »Er schwindelte ein wenig
bei der Angabe seines Alters.« 2 von
einem Gefühl der Benommenheit be¬
fallen sein, den Gleichgewichtssinn
kurzzeitig verlieren »Mir schwindelt.«
schwinden: schwindet; schwand; ist ge¬
schwunden 1 a) immer weniger werden
(z. B. an Stärke, Menge) »Der Ton im
Radio schwindet, wir müssen die Bat¬
terien wechseln.« b) kontinuierlich
verrinnen »Die Energievorräte der Er¬
de schwinden immer mehr.« b) allmäh¬
lich verschwinden 2 [fachsprl.] durch
Trocknung; Abkühlung od. Erhär¬
tung an Volumen abnimmt 3 die
Hoffnung schwindet: die Zuversicht
nimmt immer mehr ab 4 das politi¬
sche Interesse schwindet: das politi¬
sche Interesse nimmt immer mehr ab
5 die Sinne schwinden: ohnmächtig
werden »Als er das viele Blut sah,
schwanden ihm die Sinne.«
Schwjnd|ler: der; -s; - weibl. Schwind|-
le|rin: die; - ; -nen Betrüger(in); Lüg¬
nerin)
schwjnd|le|risch: Adj. betrügerisch; un¬
aufrichtig; unehrlich »Durch sein an¬
dauerndes schwindlerisches Verhalten
konnte ihn niemand leiden.«
Schwind|maß: das; -es; -e <Bauw.> Zahl,
die angibt, um wieviel ein Körper
durch Schwinden (z. B. Trocknung,
Abkühlung od. Erhärtung) an Volu¬
men abnimmt
Schwmd|sucht: die; - ; - <Med.> mit
starkem Husten verbundene Lungen¬
krankheit, die ohne Behandlung mit
Antibiotika zur allmählichen Abma¬
gerung u. letztlich zum Tod führt; Tu¬
berkulose
schwind|süch|tig: Adj. n. stg. an Lun¬
gentuberkulose, Schwindsucht lei¬
dend
Schwing|blatt: das; -(e)s; -blätier [sel¬
ten] Membran, die der Übertragung
von Druckänderungen, z. B. in Mi¬
krophonen u. Lautsprechern dient
Schwinlge: die; ~ ; -n 1 [veraJt.] Wanne
zum Reinigen von Getreide 2 [geh.]
Flügel a) Flügel eines Vogels »Wenn
der Adler seine Schwingen ausbreitet,
sieht dies sehr eindrucksvoll aus.« b)
<Mythologie> Flügel eines Engels
»Der Engel hatte schneeweiße Schwin¬
gen.« 3 [landsch.] Korb aus Span- od.
Weidengeflecht 4 (Technik» Getriebe¬
teil, der sich um einen festen Dreh¬
punkt bewegt 5 die Schwingen der
Hoffnung: [poet.] die Bereiche der
Hoffnung 6 die Schwingen des
Todes: [poet.] die Bereiche des Todes
»Durch seine Krankheit bewegte er
sich schon lange auf den Schwingen des
Todes.«
schwjn|gen: schwingst; schwangte)st;
hast geschwungen 1 a) etw. hin u. her
bewegen »Er schwang die Fahne.« b)
sich (leicht) hin u. her bewegen »Das
Pendel, die Schaukel schwingt.« 2 hör¬
bar nachhallen, nachklingen »Die
Musik schwang noch leise im Raum.«
3 einen Bogen bilden 4 [Schweiz.] eine
besondere Form der sportlichen Dis¬
ziplin des Ringens betreiben 5 große
Worte, Reden o. ä. schwingen:
Hochtrabendes sagen, versprechen,
was meist nicht gehalten werden kann
Schwjn|gen der; -s; - (Boxsport» 1
Schlag mit angewinkeltem, steifem
Arm, wobei die Schwungkraft des
Körpers mitwirkt 2 [Schweiz.] Person,
die eine besondere Form der sportli¬
chen Disziplin des Ringens betreibt
Schwingjfest: das; -(e)s; -e [Schweiz.]
feierliche Veranstaltung der sportli¬
chen Disziplin des Schwingens, Rin¬
gens
Schwingjquarz: der; -es; -e (Physik;
Technik» Scheibe aus einem Quarz¬
kristall, die es ermöglicht, Schwin¬
gungen gleichmäßig zu halten (z. B. in
einer Quarzuhr)
Schwing|tor: das; -(e)s; -e breite Tür (z.
B. än einer Garage), die durch eine
technische Konstruktion beim Öff¬
nen nach oben ins Innere des Raumes
schwingt
Schwingjtür die; -; -en an Angeln befe¬
stigte Tür, die nach innen u. außen zu
öffnen ist
Schwingung: die; - ; -en 1 (Bewegung»
das Hin- u. Herschwingen »Durch den
Wind war die Glocke in Schwingung
geraten.« 2 (Physik» in regelmäßigen
Abständen erfolgende Veränderung
einer physikalischen Größe in einem
abgegrenzten Bereich durch regelmä¬
ßige Bewegungen (z. B. eines Pendels)
Schwin|gungs|zu|stand: der;-(e)s; -zu¬
stände (Physik» augenblickliche Qua¬
lität einer physikalischen Größe wäh¬
rend einer Schwingung (2)
Schwipp|schwa|ger: der; -s; - weibl.
Schwipp|schwa|ge|rin: die; - ; -nen
[scherzh.j Schwager/Schwägerin des
Ehepartners od. der Schwester od.
des Bruders
Schwips: der; -es; -e a) leichter Rausch¬
zustand, bedingt durch den Genuß
von Alkohol b) einen Schwips ha¬
ben : sich in einem leichten Rauschzu¬
stand befinden c) sich einen Schwips
antrinken: sich durch Alkoholgenuß
in einen kleinen Rauschzustand ver¬
setzen
schwirjren: schwirrst; schwirrtest; ist;
hat geschwirrt 1 ist in schnellen Bewe¬
gungen hin- u. herfliegen »Die Mük-
ken schwirrten durch die Luft.« 2 einen
hellen Ton erklingen lassen »Die
Sehne des Bogens schwirrte.« 3 [ugs.]
überall vorhanden, in Umlauf sein
»Böse Gerüchte schwirrten umher.«
Schwirr|vojgel: der; -(e)s; -vögel [ver-
alt.J Kolibri (sehr kleiner Vogel, der
beim Fliegen helle u. zitternde Ge¬
räusche hervorbringt)
Schwitz|bad: das; -(e)s; -bäder Hei߬
luft-, Dampf- od. Wasserbad, das be¬
wirkt, daß man schwitzt (oft zu Heil¬
zwecken verwendet)
schwitfzen: schwitzt; schwitztest; hast
geschwitzt 1 aufgrund von Angst,
Aufregung, Hitze, Krankheit
Schweiß aussondem 2 [ugs.] beschla¬
gen u. feucht sein »Das Fenster, die
Wände schwitzen.« 3 schwitzen wie
ein Schwein, Eich usw.: [derb] sehr
schwitzen
1039
schwitzig
schwitjzig: Adj. [ugs.J leicht feucht
durch Schweißabsonderung auf der
Hautoberfläche (z. B. Achselhöhlen,
Hände, Stirn)
Schwitz|ka|sten —» Schwitz|kas|ten:
der; -s; -kästen 1 [veralt.] Art Sitz¬
wanne, die nur eine Öffnung für den
Kopf hat 2 a) <Ringsport> spezieller
Griff, bei dem dem Gegner von hin¬
ten der gebeugte Arm um den Hals
geschlungen wird b) jmdn. in den
Schwitzkasten nehmen: jmdn. von
hinten festhalten, so daß dieser sich
nicht wehren kann
Schwof: der;-fe)s; -e [ugs.] eine Party,
(Tanz-)Veranstaltung
schwoften: schwofst; schwoftest; hast
geschwoft bis spät in die Nacht feiern
u. tanzen
schweren: schwörst: schwor(e)st/
schwur (e)st; hast geschworen 1 a)
[amtsspr.] einen Eid, Schwur leisten
(z. B. auf die Verfassung) b)
[amtsspr.] etw. geloben, in einem
Schwur garantieren 2 etw. nach¬
drücklich garantieren, beteuern »Das
Hochzeitspaar schwor sich ewige
Treue.« 3 [ugs.] etw. od. jmdn. für
eine bestimmte Sache für besonders
geeignet halten 4 sich etw. schwören:
sich selbst ein Ziel setzen; sich etw.
vornehmen 5 [ugs.] das schwör’ ich
dir!: darauf kannst du dich verlassen,
dies ist sicher 6 [ugs.] ich könnte
schwören: ich bin fest davon über¬
zeugt »Ich könnte schwören, meine Ta¬
sche genau hier hingestellt zu haben.«
7 falsch schwören: einen Meineid od.
Palscheid leisten (wissentlich etw.
Unwahres schwören)
Schwp.: Abk. <meist Technik; Physik)
Schwerpunkt
Schwuch|tel: die; - ; -n 1 [ugs.; abwert.]
homosexueller Mann, der sich sehr
feminin bewegt u. manchmal auch
Frauenkleider trägt
schwul: Adj. n. stg. a) [ugs.] homosexu¬
ell (auf Männer bezogen) b) auf
männliche Homosexualität begrün¬
det; typisch für einen homosexuellen
Mann »Viele schwule Männer haben
Frauen als gute Freundinnen.« c) für
männliche Homosexuelle bestimmt
»In großen Städten gibt es mehr
schwule Kneipen (auch: Schwulen-
kneipenj.«
schwül: Adj. a) <Luft; Wetten sehr
warm u. feucht »Die schwüle Luft in
den tropischen Regenwäldern ist für
Mitteleuropäer gewöhnungsbedürf¬
tig.« b) erregend; erotisch »In der
Nacht hatte er oft schwüle Träume.«
Syn.: feuchtwarm
Schwu|le: der; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Schwuler; zwei Schwule)
homosexuell veranlagter Mann
Schwü|le: die; ~ ; - 1 <Luft; Wetten
feuchtwarmes Wetter; Luft mit einem
hohen Feuchtigkeitsanteil bei hohen
Temperaturen 2 beklemmende Stim¬
mung (z. B. vor einem Gewitter)
Schwu]len|be|we|gung: die; • ; -en Or¬
ganisierung von (homo- u. heterosse-
xuellen) Personen mit dem Anliegen
einer Gleichberechtigung u. Anerken¬
nung von Homosexualität in der Ge¬
sellschaft
Schwu|len|treff: der; -s; -s Ort (z. B. Ca¬
fe), an dem sich regelmäßig u. meist
ausschließlich homosexuelle Männer
einfinden
Schwulheit die; - ; - [selten] Homose¬
xualität
Schwylli: der; -s; -s [ugs., scherzh. od.
beleidigend] Bezeichnung für einen
homosexuellen Mann
Schwu|li|tät: die; - ; -en (m. PI.) unan¬
genehme, peinliche Situation
schwülstig —» schwülstig: Adj. [ab¬
wert.] überladen; überschwenglich;
übertrieben verziert »eine schwülstige
Redewendung « sich schwülstig aus¬
drücken«
Schwül|stig|kert —» Schwüls|tig|keit:
die; -; -en [abwert.] überladene, über¬
schwengliche, übertrieben verzierte
Art
schwum|me|rig/schwumm|rig: Adj.
schwummeriger; schwummerig (e)ste
a) körperliche Verfassung) taumelig;
schwindelig; unwohl »Mit zu niedri¬
gem Blutdruck fühle ich mich schwum¬
merig.« b) ängstlich; ein ungutes Ge¬
fühl spürend »Vor der Prüfung war
mir ganz schwummerig.« c) diffuse,
düstere Beleuchtung habend
Schwund: der; -(e)s;- Verlust von etw.;
Verringerung; Abnahme; Schrump¬
fung »Muskelschwund«
Schwundjmaß: das; -es; -e [fachsprl.]
Zahl, die angibt, um wieviel ein Kör¬
per durch Schwinden (z. B. Trock¬
nung; Abkühlung od. Erhärtung) an
Volumen abnimmt
Schwung: der; -(e)s; Schwünge 1 a)
starke, kraftvolle, ununterbrochen
(meist kreis-, bogenförmig) verlau¬
fende Bewegung »Er holte zum
Schwung mit dem Schläger aus.« b)
etw., was einen Schwung (a) be¬
schreibt, macht »Als das Auto endlich
Schwung hatte, mußte ich bremsen.« 2
[ugs.] größere Menge von etw., Ein¬
zelteilen »Ich habe einen Schwung Wä¬
sche gebügelt.« 3 mitreißende Kraft,
Begeisterung, Stimmung »Das Lied
hatte Schwung.« 4 a) in Schwung
sein: voller Energie sein; voller Taten¬
drang sein b) in Schwung kommen:
Energie bekommen; Tatkraft erhal¬
ten; munter, lebhaft werden c) in
Schwung bringen: in etw. od. jmdn.
Energie bringen; etw. od. jmdn. an¬
treiben, in Gang setzen
Schwung|bein: das; -(e)s; -e <Sport>
Bein, das bei Sprüngen (Basketball,
Hochsprung) od. bei anderen sportli¬
chen Aktivitäten durch Schwungkraft
unterstützend wirkt
Schwung|fe|der: die; - ; -n <Bio.; Anat.)
große Flügelfeder bei Vögeln, die den
nötigen Auftrieb zum Fliegen erzeugt
schwung|haft: Adj. schwunghafter;
schwunghafteste aktiv; erfolgreich
»Unsere Firma betreibt einen
schwunghaften Handel mit dem Aus¬
land.«
Schwungkraft: die; - ,• -kräfte 1 <Phy¬
sik> vom Mittelpunkt weg nach außen
hin gerichtete Kraft bei Dreh¬
bewegungen 2 Kraft eines Körpers,
der sich in Schwung befindet, Syn.:
(1) Zentrifugalkraft, Fliehkraft
schwung|los: Adj. n. stg. a) <Person>
lustlos, träge bei einer Sache nicht
vorankommend; passiv »Bezüglich
meiner Arbeit fühle ich mich heute
schwunglos.« b) lahm; träge
Schwungjrad: das; -(e)s; -rüder <Tech¬
nik> runde Scheibe aus schwerem Ma¬
terial, die den unregelmäßigen Gang
einer Maschine ausgleicht
schwungvoll: Adj. schwungvoller;
schwungvollste a) lebhaft; bewegt; ak¬
tiv; elanvoll; mitreißend »Durch seine
schwungvolle Art konnte er mich
schnell überzeugen.« b) mit viel Ener¬
gie »Auf dem Eis vollführte sie
schwungvolle Bewegungen.« c) gebo¬
gen; stilvoll; elegant »Er hatte eine
schwungvolle Handschrift.«
Schwups: der; -es; Schwüpse 1 [ugs.]
kurze, schnelle Bewegung »Mit einem
Schwups hatte der Hund zugebissen.«
2 [ugs.] leichter, schneller Stoß »Ich
gab Otto einen Schwups, u. da fiel er in
die Pfütze.« 3 [ugs.] eine kleine Menge
Flüssigkeit 4 [ugs.] etw. in einem
Schwups erledigen: etw. schnell zu
Ende führen
schwups!: Interj. Ausdruck bei einer
kurzen, schnellen u. plötzlichen Be¬
wegung
Schwur: der;-(e)s; Schwürea) Verspre¬
chen; Gelöbnis »Er legte einen Schwur
ab.« b) [amtsspr.] Eid (z. B. vor einer
Behörde) »Er leistete einen Schwur
auf die Verfassung seines Landes.« c)
einen Schwur brechen: ein Verspre¬
chen nicht einhalten d) einen Schwur
ablegen: etw. bezeugen e) einen
Schwur halten: ein Versprechen ein¬
halten
Schwuijfin|ger der; -s; - (m. PI.) Finger,
die beim Schwören erhoben werden
(Daumen-, Zeige- u. Mittelfinger)
Schwur|ge|richt: das; -(e)s; -e Straf¬
kammer für schwere Straftaten, die
mit Berufsrichtem u. Geschworenen
besetzt ist, Syn.: Geschworenenge¬
richt
Schwur|hand: die; - ; - rechte Hand (bei
Ablegung eines Eides erhoben, wobei
Daumen-, Zeige- u. Mittelfinger aus¬
gestreckt sind)
Sci|ence-fic|tion —* Sci|encefjc|tion/
Scj|ence-Fjc|tion: <engl.- fr.> /ßaienß-
fik(t)schen/ die; - ; - <Literaturwiss.;
Film; Comio utopische Dichtung, die
die Vorstellung(en) von der Zukunft
u. auch abenteuerlich- phantastische
Vorstellungen, die teilweise auf tat¬
sächlich möglichen technischen Ent¬
wicklungen beruhen, beinhaltet
Sci|ence-f|c|tion-Ro|man —» Scj|-
encefic(tion-Ro|man/Sci|ence-Fic|-
tion-Ro|man: /ßaienß-fik(t)schen-/
der; -(e)s; -romane <Literaturwiss.> li¬
terarische Form, die die Vorstellun-
g(en) von der Zukunft u. auch aben¬
teuerlich-phantastische, utopische
Vorstellungen, die teilweise auf tat¬
sächlich möglichen technischen Ent¬
wicklungen beruhen, beinhaltet
Sci|en|tgjlo|gy: <engh /ßaientoledsehi/
die; - ; - religiöse Bewegung (Sekte)
mit dem Anspruch, im Besitz der wis¬
senschaftliche Theorie über das Wis¬
sen zu sein, die zu geistiger Vollkom¬
menheit, zur Errettung des einzelnen
u. der Welt führt
1040
Seeaal
s. c. I.: Abk. <lat.> (Abschlußnote bei der
Doktorprüfung) summa cum laude
= mit höchstem Lob
Scotch: <engh /ßkptsch/ der; -(e)s; -s
a) kurz für Scotch whisky = schotti¬
sches, hauptsächlich aus Gerste
gewonnenes, alkoholisches Getränk
b) kurz für Scotchterrier = kurzbeini¬
ger, schottischer Rassehund
Scout: <engh /ßkaut/ der; -(e)s; -s
Pfadfinder, Fährtensucher
Scrat|ching: <engh /ßkrätsching/ das;
-s; - <Musik> durch Manipulation der
abspielenden Schallplatte (besonders
bei Pop-, Rock- u. Technomusik) er¬
zielte Effekte
SD: Abk. 1 <Buchw.> Sammeldruck 2
(Versicherung) Schadensdurchschnitt
3 <Autos> Schiebedach 4 Sicherheits¬
dienst 5 Sonderdienst 6 <Buchw.> Son¬
derdruck 7 Sonntagsdienst 8 (Papier;
Pappe) Stoffdichte
s. d.: Abk. siehe dort
Sdg.: Abk. (meist Post» Sendung
sdl.: Abk. südlich
SDR: Abk. Süddeutscher Rundfunk =
öffentlich-rechtliche Rundfunk- u.
Fernsehanstalt, Mitglied der ARD
sdt.: Abk. süddeutsch
Sdz: Abk. (Eisenb.) Sonderzug
Sdz(t).: Abk. (Rundfunk; Fernsehern
Sendezeiten)
Se.-.Abk. Summe
Se: Abk. 1 Selen = chemisches Ele¬
ment; schweres Halbmetall 2
(Nachrichtentechnik) a) Sender b)
Sendung
s. E.: Abk. seines Erachtens
Seat: <engh /ßil/ der u. das; -s; -s 1 Oh¬
renrobbe (eine Robbenart) 2 a) Fell
von einer besonderen Robbenart
(Ohrenrobbe) von braun-schwarzer
Färbung b) Kleidungsstück , Pelz aus
Fellen von Ohrenrobben
Seallmanttel: /ßil-/ der; -(e)s; -mäntel
Kleidungsstück aus dem Fell von Oh¬
renrobben
S£|an|ce: dat.-fro /ßeongß(e)/ die; ~ ; -n
spiritistische Sitzung (bei der z. T.
auch versucht wird, Geister bzw. Tote
zu rufen u. zu befragen) »eine Seance
abhalten«
sec: Abk. Sekunde
sec|co: dat.-ito /secko/ (oft als Angabe
auf Alkoholflaschen) trocken
sechs: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen = )
6 2 (Schulnote) ungenügend = die
schlechteste Note, die in deutschen
Schulen vergeben wird = nicht be¬
standen
Sechs|ach|tel|takt: der; -(e)s; -e
(Musik) Takt(maß), aus sechs Achtel¬
noten bestehend
Sechs|eck: das; -(e)s; -e (Math.) geo¬
metrische Fläche od. Körper mit
sechs Ecken
sechs|eckig (sechs|ek|klg) —► sechs|-
e|ckig: Adj. n. stg. geometrische Flä¬
che od. Körper mit sechs Ecken (z. B.
Stopschild)
sechs|ein|haib: Adj. n. stg. (Math.)
Bruchzahl (in Ziffern: 6 1/2), z. B. für
Zeit- od- Mengenangaben »Ich kaufte
sechseinhalb Kilogramm Zucker.«
sech|ser|lei: bestimmtes Gattungszahl¬
wort; n. dekl.; n. stg. 1 von sechsfach
verschiedener Art »sechserlei Sorten
Papier, sechserlei Hosen« 2 sechs ver¬
schiedene Sachen »Sechs Freunde ha¬
ben Geburtstag, u. ich muß sechserlei
Geschenke besorgen.«
Sech|ser|pack: der; -(e)s; -e u. -s [ugs.]
Abpackung, bei der ein Produkt (z. B.
Saftflaschen) sechsmalig enthalten ist
sechs|hun|dert: Kardinalzahl (Zahl¬
wort = ) 600 »Von tausend Befragten
haben sechshundert geantwortet.«
Sechs|kant: das u. der; -(e)s; -en (Tech¬
nik) geometrischer Körper, dessen
Querschnitt sechseckig ist
Sechs|ling: /der; -(e)s; -e (m. PI.) 1 ei¬
nes von sechs Geschwistern, die sich
gleichzeitig im Mutterleib entwickeln
u. kurz hintereinander geboren wur¬
den 2 n. PI. sechs Geschwister, die
sich gleichzeitig im Mutterleib ent¬
wickeln u. kurz hintereinander gebo¬
ren wurden
sechs[maf: Adv.; Wiederholmgszahl-
wort etw., was sich sechs Male wieder¬
holt »Wir haben schon sechsmal am
Meer Urlaub gemacht.«
sechs[sei|tig: Adj. n. stg. 1 (Math.) ein
Körper od. eine Fläche, die sechs Sei¬
ten hat (z. B. ein sechsseitiges Vieleck)
2 etw., was sechs (Papier-)Seiten hat
sechs|stel|lig: Adj. n. stg. (Zahl) aus
sechs Ziffern bestehend, wobei die er¬
ste Ziffer verschieden von Null ist
Sechs|ta|ge|ren|nen: das; -s; - (Rad¬
sport) spezieller Wettkampf für Rad¬
sportler, der sechs Tage u. sechs
Nächte dauert
sechs|tau|send: Kardinalzahl (Zahl¬
wort = ) 6000 »Das Tennisturnier be¬
suchten sechstausend Gäste.«
Sech|ste —»■ Sechste: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Sechster;
eine Sechste; zwei Sechste) Person,
die an sechster Stelle steht
sechist- —»• sechsjt-: Ordnungszahl
sechster; sechste; sechstes an sechster
Stelle stehend
Sechjstel —*• Sechstel: das u.
(Schweiz.) der; -s; - 1 ein Sechstel ei¬
ner Sache (z. B. Mengen- od.
Streckeneinheiten) »Ein Sechstel des
Weges hatten wir schon zurückgelegt.«
sech|stel —» sechstel: Bruchzahl den
sechsten Teil von einer Gesamtheit (z.
B. Mengen- od. Streckeneinheiten)
repräsentierend
Sechsjund|sech|zig: das; - ; - Karten¬
spiel für zwei bis vier Spieler, bei dem
mindestens die Punktzahl 66 erreicht
werden muß, um zu gewinnen
Sechs|vieijtel|takt: der; -(e)s; -e
(Musik) Takt(maß), aus sechs Viertel¬
noten bestehend
Sechs|zy|lin|derfmo|ton der; -fe)s; -en
Antriebsmaschine mit sechs Zylin¬
dern (z. B. beim Auto)
sechs|zy|iin|drig: Adj. n. stg. von sechs
Zylindern angetrieben
sech|zig: Kardinalzahl (Zahlzeichen =)
~60
Sech|zl|ger. der; -s; - weibl. Sech|zi|-
ge|rin: die; - ; -nen 1 [ugs.] Person, die
60 Jahre alt ist 2 [ugs.] Person, die
zwischen sechzig u. siebzig Jahre alt
ist 3 nur männl. Form Wein aus dem
Jahr ’60 eines Jahrhunderts 4 nur
weibl. Form [ugs.] Briefmarke für
sechzig Pfennige
sech|zi|ger: Adj. n. dekl. 1 die Zahl sech¬
zig betreffend »Für dieses Gewinde be¬
nötigte der Monteur eine sechziger
Schraube.« 2 das sechzigste Jahr eines
Jahrhunderts betreffend »Dieser
Wein ist ein sechziger Jahrgang.« 3
das Jahrzehnt eines Jahrhunderts von
60 bis 69 betreffend
Sech|zi|ger[jah|re/auch secb|zi|ger
Jah|re: die (PI.) 1 das 6. Jahrzehnt ei¬
nes Jahrhunderts von ’60 bis ’69 2 Le¬
bensjahre einer Person von 60 bis 69
Se|cond|hand|la[den: <engh /ßäkend-
händ-/ der; -s; -laden Geschäft, in
dem man bereits getragene Klei¬
dungsstücke od. andere, bereits ge¬
brauchte Waren günstig kaufen kann,
Syn.: Secondhandshop
Se|cond|handshop: <engh /ßäkend-
händschopp/ der; -s; -s Geschäft, in
dem gebrauchte Kleidung u. z. T.
auch noch andere (gebrauchte) Wa¬
ren verkauft werden
Se|cret Seijvice —»• Se|c|ret Serjvice:
<engh /ßikr«t ßörwiß/ der; - ; - Ge¬
heimdienst in Großbritannien
SED: (Abk.> die; ~ ; - (früher DDR> So¬
zialistische Einheitspartei Deutsch¬
lands .
Se[da: dat.t die (PI.) (Bio.) Pflanzengat¬
tung von Dickblattgewächsen
Se|da|tiv: <lat.> /sedatif/ das; -s; -e
(Med.) Beruhigungsmittel
Se[da|tijvum: dato /sedatiwum/ das; -s;
Sedativa (Med.) Beruhigungsmittel
se|da|tiv: dato /sedatif/ Adj. (Med.;
Pharmazie) a) beruhigend b) schmerz¬
stillend »sedatives Medikament«
Se|di|ment: dato das; -(e)s; -e a) (Geo¬
logie) Gestein, das durch Ablagerung
von Stoffen entstanden ist b) (Che¬
mie; Med.) Bodensatz, Ablagerungen
fester Stoffe (z. B. in einer Flüssig¬
keit), Syn.: (a> Absatzgestein; Schicht¬
gestein
se|di|men|tar. Adj. n. stg. (Geologie)
durch Ablagerung entstanden »Über¬
all kann man sedimentäre Kalklagers¬
tätten finden.«
Se|di|men|tür[ge|stein: das; -(e)s; -e
(Geologie) Gestein, das sich durch
Bodenablagerung (Sedimentation)
gebildet hat, Syn.: Sedimentgestein
Se|dijment|ge|stein: das; -(e)s; -ne
(Geologie) Gestein, das sich durch
Bodenablagerung (Sedimentation)
gebildet hat, Syn.: Sedimentärgestein
se|di|men|tie|ren: sedimentiert; sedimen-
tierte; hat sedimentiert a) (Geologie)
ein Gestein bilden »Das Gestein sedi-
mentierte vor zehntausend Jahren.« b)
(Chemie; Med.) (sich) niederschlagen
(sich als Bodensatz bilden)
See: der; -s; Seen größeres, nicht offe¬
nes, sondern begrenztes Gewässer
» Wir sind um den See herumgelaufen.«
See: die; -; Seen 1 a) o. PI. Meer; Ozean
»Wir fahren an die See.« b) mit Attri¬
but Weljengang im Meer »Wir hatten
bei der Überfahrt ruhige See.« 2 in See
stechen: mit einem Schiff aufs Meer
fahren 3 zur See fahren: Seemann
von Beruf sein »Meine beiden Söhne
fahren-zur See.« 4 auf hoher See: weit
draußen auf dem Meer S auf See
bleiben: [geh.; verhüll.] auf dem Meer
(bei einem Schiffsunglück, einer
Schlacht) sterben
See|aal: der; -(e)s; -e Handelsbezeich¬
nung für das Fleisch vom Dornhai
1041
Seeadler
Seeladller: der; -s; - <Bio.: großer, rot-
bis schwarzbrauner Raubvogel mit
weißem Schwanz, der an Gewässern
lebt
seelaritiq: Adj. einem See ähnelnd (z. B.
ein Gewässer)
Seelbad: das; -(e)s; -b'äder Kurort am
Meer
Seelbelben: das; -s; ~ Erdbeben, dessen
Zentrum im Meer liegt
See|be|stat|tung: die; ~ ; -en feierliche
Beisetzung einer verstorbenen Person
(od. von deren Asche) im Meer
Seelblick: der; -(e)s; -1 Sicht, Aussicht
aufs Meer 2 Sicht, Aussicht auf einen
See
See|blocka|de (See|blok|ka|de —»
See|blo|ck|a|de): die; - ; -n militäri¬
sche Absperrung aller Seewege zu ei¬
nem Land od. einer Stadt als politi¬
sches Druckmittel
see|erjfah|ren: Adj. über Kenntnisse
verfügend, die durch Schiffahrten ge¬
wonnen wurden
Soe-Ertfah|rung —> auch Seejerjfah|-
rung: die; - ; - Kenntnisse, die durch
Schiffahrten gewonnen wurden
See|fah|rer: der; -s; - weibl. See(fah|re|-
rin: die; * ; -nen [veralt.] Person, die
als Schiffskapitän od. Besatzungsmit¬
glied auf einem Schiff Dienst tut, zur
See fährt
Seelfahrt; die; - ; -en 1 Reise mit einem
Schiff auf dem Meer 2 o. PI. <Wirt.>
Schiffahrt auf offenen Gewässern als
Wirtschaftszweig
seelfest: Adj. n. slg. 1 für das Meer ge¬
eignet » Wir haben ein altes, aber see¬
festes Schiff2 gegen Herunterfallen
durch die schaukelnden Bewegungen
des Schiffes gesichert »Alle Möbel¬
stücke auf diesem Schiff sind seefest
eingebaut.« 3 nicht durch die schau¬
kelnden Bewegungen des Schiffes be¬
einträchtigt, frei von Beschwerden
Seelfisch: der; -(e)s; -e Fisch, der im
Salzwasser seinen Lebensraum hat
Seelfracht: die; - ; -en Versandgut auf
einem Schiff
See|gang: der; ~(e)s; - Bewegungen des
Meeres; Wellengang »leichter, hoher,
starker, schwerer Seegang«
See|ha|fen: der; -s; -häfen (Stadt mit ei¬
ner) Anlegestelle für Schiffe am Meer
Seelhanldel: der; -s; - <Wirt.> Warenaus¬
tausch über das Meer
Seelhenrfechaft: die; - ; - (militärische)
Überlegenheit auf den Wasserstraßen
des Meeres od. über einen Bereich des
Meeres durch eine führende (Kriegs-)
Flotte
Seelhund: der; -(e)s; -e a) Tier aus der
Familie der Robben b) o. PI. Klei¬
dungsstück, das aus Seehundfell her¬
gestellt wird
See||ung|fer: die; - ; -n <Bio.> große Li¬
belle mit grün schimmerndem Körper
u. blau schillernden Flügeln
Seeliunglfrau: die; - ; -en <Mythologie>
Meerjungfrau; Nixe
Seelkarite: die; - ; -n <Geographie> La¬
geplan für die Schiffahrt, die der Ein¬
haltung des gewählten Kurses u. der
Standortbestimmung dient
Sealklilma: das; -s; -s u. -klimate
<Geographie> durch das Meer beein¬
flußtes Klima (z. B. in Küstengebie¬
ten, auf Inseln) mit hoher Luftfeuch¬
tigkeit u. geringen Temperatur¬
schwankungen zwischen Tag u.
Nacht u. Sommer u. Winter; Meeres¬
klima; maritimes Klima
seelkrank: Adj. n. stg. infolge der
Schaukelbewegungen eines Schiffes
im Gleichgewichtssinn gestört u. von
Übelkeit, Erbrechen u. Schwindel er¬
griffen
Seelkranklheit: die; ~ ; - <Med.> Krank¬
heit, die man auf einem Schiff bekom¬
men kann u. die durch Störung des
Gleichgewichtssinnes (infolge der
Schaukelbewegungen des Schiffes)
hervorgerufen wird u. mit Übelkeit,
Erbrechen u. Schwindel einhergeht
Seelle: die; -; -n 1 a) <Religion> nicht or¬
ganischer, in der religiösen Vorstel¬
lung existierender Teil des Menschen,
der als unsterblich betrachtet wird b)
Wesen eines Menschen, Innenleben
mit dem gesamten Bereich der Emp¬
findungen, des Denkens 2 eine
schwarze Seele haben: [geh.;
manchmal scherzh.] schlecht, böse
sein »Langsam stelle ich fest, daß du
eine schwarze Seele hast.« 3 eine
Seele von Mensch, von einem
Menschen: [ugs.] ein besonders hilfs¬
bereiter, netter, freundlicher, gutmü¬
tiger Mensch 4 die Seele von etw.
sein: [ugs.] die wichtigste Person in
der Familie, im Betrieb o. ä. sein
»Meine Mutter ist die Seele der
Familie.« 5 dann, jetzt hat die arme,
liebe Seele Ruh: [ugs.] nun müßte
jtnd., jeder zufriedengestellt sein
»Nun gib es ihm schon den Rest vom
Kuchen, dann hat die liebe Seele Ruh.«
6 zwei Seelen (u.) ein Gedanke:
Kommentar, wenn jmd. im selben
Moment das ausspricht, was man
selbst gerade gedacht hat 7 seine
Seele aushauchen: [geh.] aus dem
Leben scheiden; sterben »Er sah uns
alle noch einmal an, dann hauchte er
seine Seele aus.« 8 sich etw. von der
Seele reden, schreiben: über Kum¬
mer, Sorgen o. ä. reden od. schreiben
»Sie konnte sich endlich einmal alles
von der Seele reden u. fühlte sich da¬
nach erleichtert.« 9 jmdm. auf der
Seele brennen: für jmdn. äußerst
wichtig, dringend sein »Es brannte ihr
auf der Seele, ihren Freunden die gute
Nachricht zu überbringen.« 10 jmdm.
die Seele aus dem Leib fragen: jmdn.
ständig alles Mögliche fragen 11 aus
tiefster Seele: ehrlich, mit tiefer inne¬
rer Anteilnahme »Sie betrauerte den
Tod ihrer Freundin aus tiefster Seele.«
12 in der tiefsten, in tiefster Seele:
sehr tief im Inneren »Es tat ihm in tief¬
ster Seele weh, daß er ihr Leid nicht
lindern konnte.« 13 mit ganzer Seele:
mit großer Hingabe »Sie war mit gan¬
zer Seele bei der Sache.« 14 jmdm.
aus der Seele sprechen: die Empfin¬
dungen eines anderen aussprechen 15
Absicht ist der Seele Tat: der Wille
beschleunigt das, was jmd. vorhat,
das Vorhaben 16 Worte sind der
Seele Bild: am Reden, Sprechen er¬
kennt man, was jmd. denkt, fühlt, den
Charakter 17 Verwandte Seelen fin¬
den sich: Anmerkung, wenn sich zwei
od. mehrere Menschen, die sich in ih¬
rem Tun u. Denken ähnlich sind, fin¬
den, zusammenschließen o. ä.
See|len|amfc das; -(e)s; -ämter dcath.
Kirche: Totenmesse
See|len|arzt: der; -(e)s; -ärzte weibl.
Seellenlärzjtin: die; - ; -nen 1 [ugs.]
Therapeut(in), der/die seelische Pro¬
bleme seiner Patienten zu lösen sucht;
Psychiater(in) 2 Person, die sich ohne
fachliche Ausbildung um seelische
Probleme anderer kümmert
Seelien hang; der; -(e)s; - <Religion;
Sekten: [abwert.] Versuch der Beein¬
flussung von Menschen, um diese für
eine bestimmte geistige Glaubensrich¬
tung zu gewinnen
See|len[grö|Be: die; ~ ; - [geh.] gutes We¬
sen, edle Grundhaltung einer Person
»Die Tat dieser Frau zeugt von Seelen¬
größe.«
Seellen|heil: das; -(e)s; - a) christliche
Kirche: die Unversehrtheit, Rettung
(z. B. vor Sünden), Erlösung der Seele
(des Geistes) b) für jmds. od. sein
Seelenheil beten: für die Rettung
jmds. od. der eigenen Seele sich im
Gebet an Gott wenden c) um jmds.
od. sein Seelenheil besorgt sein: sich
sorgen um die Rettung jmds. od. der
eigenen Seele b) er/sie ist um mein
Seelenheil besorgt [scherzh.] jmd.
achtet darauf, daß ich nichts Unmo¬
ralisches mache
Seellenlkunlde: die; - ; - [geh.; veralt.]
Wissenschaft von Erscheinungen u.
Zuständen des menschlichen Seelen¬
lebens; Psychologie
seellenlkunldiq: Adj. über psychologi¬
sches Wissen verfügend
See|len|le|ben: das; -s; - [geh.] das Ge¬
mütsleben, die Psyche des Menschen
Seellenlqual: die; ~ ; -en [geh.] inneres,
seelisches Leiden einer Person
See|len|ru|he: die; - ; -n a) Ausgegli¬
chenheit b) in aller Seelenruhe: mit
unerschütterlicher Ruhe, ohne sich
durch etw. stören od. beeinflussen zu
lassen
seellen|veriqnüot Adj. seelenvergnüg¬
ter; seelenvergnügteste [ugs.] still,
fröhlich u. zufrieden »Mit seelenver¬
gnügter Miene sah der Vater dem Kind
zu.«
Seellenlverlwandtlschaft: die; - ; -en
<geh.: tiefe geistige Verbundenheit
zwischen zwei Personen aufgrund
ähnlicher Empfindungen u. Gedan¬
ken
Seellen|zulstand: der; -(e)s; -zustande
momentanes geistiges, seelisches und
gefühlsmäßiges Befinden einer Per¬
son
seellisch: Adj. n. stg. 1 psychisch, gei¬
stig bedingt; den menschlichen Geist
betreffend »Seelische Störungen sind
nicht ungefährlich.« 2 sein seelisches
Gleichgewicht verlieren: psychische
Probleme haben; psychisch gestört
sein 3 seelisch verwandt sein, über¬
einstimmen: geistig tief miteinander
verbunden sein (aufgrund ähnlicher
Empfindungen u. Gedanken)
Seellsorfqe: die; -; - christliche Kirche:
kirchliche Beratung(sstelle), die ver¬
sucht, jmdm. mit seelischen Proble¬
men u. Glaubensproblemen zu helfen
Seellsorlqer: der; -s; ~ weibl. Seellsorl-
ge|rin: die; -; -nen christliche Kirche:
1042
segeln
Geist)iche(r); Person, die im Bereich
der Seelsorge arbeitet
Seetluft: die; - ; - frische Luft an der
Meeresküste »Die Seeluft ist für Asth¬
makranke heilsam.«
Seelmacht: die; - ; -machte <Milit.> 1 o.
PI. Gesamtheit der militärischen See¬
streitkräfte eines Landes 2 Land, des¬
sen größte militärische Macht im Be¬
reich der Seestreitkräfte liegt
Seelmann: der; -(ejs; -männer u. -leute
a) auf einem (Fracht-)Schiff arbeiten¬
der Mann b) das haut den stärksten
Seemann um: [ugs.] 1. etw. ist nicht
zu glauben, kann, darf nicht wahr,
möglich sein 2. das geht über jeder¬
manns Kraft, Vermögen
seelmänlnisch: Adj. 1 den Seemann
betreffend 2 in der Art eines See¬
manns 3 zur Kultur, Sprache der See¬
leute gehörend
Seelmannslbrauch: der;-(e)s; -brauche
Gepflogenheit, Sitte unter Seefahrern
Seelmannslbraut: die; ~ ; -braute [ugs.]
Verlobte od. Freundin eines See¬
manns
Seelmannstaarn: das; -(e)s; - 1 [ugs.]
an Erlebnisse anknüpfende, abenteu¬
erlich-phantastische u. nicht der
Wahrheit entsprechende Erzählung
eines Seemanns über ein erstaunliches
Erlebnis auf einer Seereise »Kapitän
Blaubär erzählte gern Seemannsgarn.«
2 [ugs.] Erzählung, Geschichte, die
nicht glaubhaft, zum großen Teil (od.
vollkommen) erfunden ist 3 See-
mannsgam spinnen: eine erstaunli¬
che, unglaubliche Geschichte erzäh¬
len
Seelmannsllied: das; -(e)s; -er Lied,
das von Seeleuten gesungen wird u./
od. von ihnen u. ihren Erlebnissen
handelt
Seelmannslmislsilon: die; - ; -en christ¬
liche Kirche) kirchliche Seelsorgeein¬
richtung speziell für Seeleute
Seelmannsltod: der; -(e)s; - Ertrinken
im Meer »Früher haben viele Männer
im Meer den Seemannstod gefunden.«
Seelmeille: die; - ; -n Längenmaß für
die Seefahrt (eine Meile entspricht
1852 bzw. 1855 Metern)
See|mö]we: die; ~ ; -n <Bio.> am Meer le¬
bende weiße, silbergraue Vogelart aus
der Familie der Möwen
Seen|kun[de: die; - ; - Wissenschaft, die
"sich mit Süßgewässern u. den darin
enthaltenen Lebewesen beschäftigt
Seelnot: die; - ; - Gefahrensituation, in
der sich Passagiere u. Besatzung eines
Schiffes od. eines über dem Meer ab¬
gestürzten Flugzeugs befinden »Auf
dem A tlantik befindet sich ein Schiff in
Seenot.«
See|not|ret|tungs|dienst: der: -(e)s; -e
organisierter Rettungsdienst für in
Gefahr geratene Besatzungsmitglie¬
der eines Schiffes
See|not|retftungs|kreu|zer der; -s; -
kleines, schnelles Schiff des Seenot¬
rettungsdienstes, das mit qualifizier¬
ten Rettungskräften u. notwendigen
Rettungsmaterialien ausgestattet ist
Sea|not|ruf: der; -(e)s; -e Funksignal,
das von in Seenot geratenen Men¬
schen gesendet wird, um Hilfe zu er¬
halten
Seelpferd: das; -(e)s; -e kleiner Fisch
mit metallisch schimmerndem, ähn¬
lich einem ’S’ geformter Körper, der
in aufrechter Haltung schwimmt
Seejpferdlchen: das; -s; - 1 kleiner
Fisch mit metallisch schimmerndem
Körper, der in aufrechter Haltung
schwimmt, wobei die Kopfform der¬
jenigen eines Pferdes ähnelt 2
Schwimmprüfung, bei der jmd., ein
Kind nachweisen muß, daß es
schwimmen kann
See|pocke (Seejpokjke —* See|po|-
cke): die; - ; -n kleines Krebstier aus
der Familie der Rankenfußkrebse mit
kegelförmigem Kalkgehäuse, das in
Kolonien im Meer lebt
Seelraub: der; -(e)s; -e das Rauben von
Waren, Wertgegenständen auf Schif¬
fen u. der Schiffe selbst, auch in Ver¬
bindung mit gewalttätigem Vorgehen
an Menschen durch Seeräuber
Seelräulber: der; - ; - weibl. See|räu|-
bejrin: die; - ; -nen jmd., der Schiffe
auf dem Meer überfällt, kentert u.
ausraubt »Im 18. Jahrhundert gab es
viele Seeräuber.« Syn.: Pirat(in)
Seelräulbelrei: die; - ; - das Überfallen
u. Ausrauben von Schiffen auf dem
Meer, Syn.: Piraterie
seelräulbelrisch: Adj. n. stg. die Seeräu¬
berei betreffend; wie ein Seeräuber,
wie von Seeräubern ausgeführt
Seelrecht: das; -(ejs; - gesetzliche Vor¬
schriften, die die Nutzung der Meere
durch die Schiffahrt regeln
See|rei|se: die; - ; -n Reise mit einem
Schiff auf dem Meer
See|ro|se: die; - ; -n a) Süßwasserpflan¬
ze, deren große Blätter u. gelbe od.
weiße od. rosa Blüten auf der Wasser¬
oberfläche schwimmen b) bunt ge¬
färbtes Meerestier aus der Gattung
der Korallentiere mit langen Tenta¬
keln; Seeanemone
See]schifk das; -(e)s; -e Schiff, das see¬
fest u. damit seetauglich ausgestattet
ist
See|schiffahrt (Seelschifflfahrt) —* im¬
mer mit fff: Sea|schiff|fahrt: die; * ; -
1 Fahrt mit einem Schiff auf dem
Meer 2 <Wirt.> Schiffsverkehr
Seeschlacht: die; - ; -en kriegerische
Auseinandersetzung verschiedener
Seestreitkräfte auf dem Meer (auch
mit Flugzeugen)
See|schtan|ge: die; -; -n 1 Schlange, die
im wannen Meereswasser lebt u. sich
von Fischen ernährt 2 <Mythologie>
sagenumwobenes schlangenförmiges
Meeresungeheuer
See|stern: der; (e)s; -e Meerestier aus
der Ordnung der Stachelhäuter, meist
mit fünf Armen, sternförmigem Kör¬
per, einer rauhen, stacheligen Haut¬
oberfläche u. Saugorganen an der
Unterseite
SeelstralBenlordlnung: die; - ; -en
<Rechtsw.> international geltende
Vorschrift für den Schiffsverkehr
Seejtang: der; -(e)s; -s Meerespflanze
aus der Gattung der Seegrasgewächse
mit langen, grasartigen Blättern, die
im Küstenmeeresschlamm wurzelt u.
getrocknet als Polstermaterial Ver¬
wendungfindet, Syn.: Seegras
seeltüchttiq: Adj. 1 seetauglich, für das
Meer geeignet »Wir haben ein altes,
aber seetüchtiges Schiff.« 2 nicht
krank, seekrank werdend durch die
schaukelnden Bewegungen des Schif¬
fes, Syn.: seefest, seefähig
Seelufer —» See(u|fer: das; -s; - die ei¬
nen See umgebende Umrandung, Bö¬
schung u.ä.
Seelvolgel: der; -s; -vögel Vogel, der am
Meer lebt u. sich von Tieren, Pflanzen
aus dem Meer ernährt
Seelwarite: die; - ; -n Institut, das Mee¬
resbeobachtungen für die Schiffahrt
betreibt
Seejwas|serr das; -s; -1 Meereswasser 2
Wasser eines Sees
See|weg: der; -(e)s; -e 1 bestimmte
Fahrtroute für Schiffe auf dem Meer
»Wir bewegten uns auf dem Seeweg
nach Afrika.« 2 o. PI. Art des Trans¬
portweges (Transportmöglichkeit
über das Meer als Alternative zur
Verkehrsbeförderung in der Luft od.
zu Land) »auf dem Seeweg«
Seefaeolllgrenlze: die; - ; -n Grenzgebiet,
das Länder auf offenem Meer vonein¬
ander abgrenzt
Seelzunlge: die; - ; -n Plattfischart mit
ovalem Körper u. einem Augenpaar
auf der rechten Seite des Kopfes, die
im Salzwasser lebt u. als Speisefisch
beliebt ist
Se|gel: das; -s; - 1 großes, an einem
Mast auf einem Schiff o. ä. befestigtes
Stoffstück, in dem sich der Wind
fängt u. so das Boot an treibt »Die Se¬
gel werden gehißt.« 2 mit vollen
Segeln: mit ganzer Kraft 3 das, die
Segel streichen: 1. [seemannssprl.]
das, die Segel einholen 2. nicht mehr
weiter kämpfen, sondern aufgeben
se|gel|ar|tig: Adj. in der Art eines Se¬
gels, wie ein Segel »Beim Fahrradfah¬
ren blähte sich die Jacke segelartig
auf.«
Se]gel]boot: das; -(e)s; -e Wasserfahr¬
zeug, das mit einem od. mehreren Se¬
geln (an einem Mast befestigt) ausge¬
stattet ist; die Fortbewegung erfolgt
durch das Aufblähen des Segels, Nut¬
zung der Windkraft
Se|gel|fal|ter: der; -s; - großer, gelb¬
schwarzer Tagfalter
Se|gel[flie|ger: der; -s; ~ weibl. Se[gel|-
flie|ge|rin: die; - ; -nen Person, die
Segelflugzeuge fliegt
Se)gel|flug: der; -(e)s; -füge Fortbewe¬
gung in der Luft mit einem motorlo¬
sen Segelflugzeug unter Ausnutzung
aufsteigender Luftströmungen
Sejgel|f!ug|zeug: das; -(ejs; -e Luft¬
fahrzeug, das ohne Motorantrieb
durch Aufwind gleitet
Se|gel|jacht/S$|gel|yacht: die; ~ ; -en lu¬
xuriös eingerichtetes Wasserfahrzeug,
das mit einem od. mehreren an einem
Mast befestigten Segeln ausgestattet
ist u. sich mit Hilfe der Kraft des Win¬
des fortbewegt
sejgeln: segelst; segeltest; hast/bist gese¬
gelt 1 a) mit einem Schiff, das mit ei¬
nem Tuch die Kraft des Windes zum
Antrieb nutzt, fahren b) ein Segel¬
schiff manövrieren 2 hat sich schwe¬
bend in der Luft fortbewegen »Der
Falke segelt hoch in den Lüften.« 3 bist
a) einen Test o. ä. nicht bestehen b)
hinausgeworfen werden
1043
Segelohren
Sejgel|oh|ren: die (PI.) [ugs.; scherzh.]
Ohren, die extrem vom Kopf abste¬
hen
Se]gel|re|gat|ta: die; - ; -regatten Wett¬
bewerb für Segelboote auf einer fest¬
gelegten Strecke
Se|gel|schiff: das; -(e)s; -e Wasserfahr¬
zeug, das mit einem od. mehreren an
einem od. mehreren Masten befestig¬
ten Segel(n) ausgestattet ist u. sich
durch die Ausnutzung der Windkraft
fortbewegt
Se|ge!|tuch: das; -(e)s; -e dicker, dicht¬
gewebter, wasserabweisender, strapa¬
zierfähiger Stoff für die Herstellung
von Segeln, Zelten, Planen usw.
Sejgel|yacht/Se|gel[jacht: die; - ; -en lu¬
xuriös eingerichtetes Wasserfahrzeug,
das mit einem od. mehreren an einem
Mast befestigten Segeln ausgestattet
ist u. sich mit Hilfe der Kraft des Win¬
des fortbewegt
Sejgen: der; -s; - 1 <Religion> durch
Gott gewährte, durch eine Gott die¬
nende Person ausgesprochene Bitte
um Gnade 2 Glück »Die Erbschaft
war ein Segen.« 3 a) seinen Segen zu
etw. geben: [ugs.] seine Zustimmung,
sein Einverständnis geben »Ich gebe
meinen Segen zu eurer geplanten
Hochzeit.« b) den Segen jmds. zu
etw. haben: [ugs.] die Erlaubnis, das
Einverständnis jmds. haben
Se|gens|forjmel: die; ~ ; -n christliche
Kirche) festgelegte Redewendung,
mit welcher man sich im Gebet an
Gott wendet u. um dessen Gnade bit¬
tet
se|gensjreich: Adj. 1 segenbringend;
glücksbringend; unter göttlichem
Schutz stehend »Der fremde Mann
wünschte der Familie ein segensreiches
Fest.« 2 sehr nützlich
se|gens|voll: Adj. 1 segenbringend;
glücksbringend; unter göttlichem
Schutz stehend »Diese plötzliche Hilfe
war sehr segensvoll u. ein unerwartetes
Glück für die Familie.« 2 sehr nütz¬
lich, hilfreich
Seg|ge: die; - ; -n Grasgewächs aus der
Gattung der Riedgräser mit dreiecki¬
gen Stengeln ohne Knoten
Seglment <lat.> das; -(e)s; -e 1 [geh.]
Abschnitt, Teil eines Ganzen »Er
halte den Schrank in Segmente
zerlegt.« 2 <Anat.> Teilstück eines
(meist gleichmäßig) gegliederten Or¬
gans »Die Wirbelsäule besteht aus vie¬
len Segmenten.« 3 <Geometrie> a) be¬
grenzte Fläche, die von einem Kur¬
venstück u. der dazugehörigen Sehne
gebildet wird b) begrenzter Teil eines
Körpers, gebildet von einer ge¬
krümmten Fläche u. einer diese
schneidenden Ebene 4 <Sprachwiss.>
kleinste sprachliche Einheit auf Laut¬
u. Schriftebene
seg|men|täR Adj. zusammengesetzt;
aus Abschnitten gebildet »Dieses Or¬
gan ist segmentär gegliedert.«
Seg(men|ta|ti|on: die; - ; -en 1 Bildung
von Furchungen (z. B. an Zellkernen
vor Teilungen) 2 <Sprachwiss.> Zerle¬
gung, Aufspaltung einer sprachlichen
Einheit in Segmente
seg|men|tie|ren: segmentierst; segmen¬
tiertest; hast segmentiert [geh.;
fachsprl.] gliedern, in Teilstücke zer¬
legen
Seg|men|tie|mng: die; - ; -en 1 [geh.]
Gliederung, Zerlegung in einzelne
Abschnitte 2 <Sprachwiss.> Zerlegung
sprachlicher Einheiten in kleinste Be¬
standteile, Einheiten
seg]nen: <lat.> segnest; segnetest; hast
gesegnet «meist Religion) den Segen
(Gottes) aussprechen »Der Pfarrer
segnete das Brautpaar.«
Se|gre|gat —> Se(g|re|gat: dato das;
-(e)s; -e [veralt.] das Ausgeschiedene,
von etw. Entfernte
se|gre|gjejren —» se|g|re|gje|ren: dato
segregierst; segregiertest; hast segre-
giert [geh.] (ab-)trennen, abspalten,
zerlegen
sehjbe|hin|dert: Adj. erheblich beein¬
trächtigt im Vermögen, etw. mit den
Augen wahrzunehmen (z. B. angebo¬
rene Sehschwäche)
se]hen: siehst; sahfejst; hast gesehen 1
etw. mit Hilfe der Augen wahmeh-
men 2 erkennen; feststellen »Ich sehe
keinen Nutzen in dieser Angelegen¬
heit.« 3 nach Möglichkeiten forschen
»Ich will sehen, ob sich das machen
läßt.« 4 seine Aufmerksamkeit auf
jmdn. lenken, sie ihm zukommen las¬
sen »Die Welt sieht in dieser Stunde
auf uns.« 5 nach etw. suchen »Ich
sehe, ob ich die Sachen noch habe.« 6
auf etw. immer wieder achten, schau¬
en, sich um etw., jmdn. kümmern
»Ich sehe ab u. zu nach den Kindern.« 7
aus etw. überstehen, herausragen 8
sehen, wo man bleibt: [ugs.] auf den
Nutzen für die eigene Person achten 9
etw. nicht mehr sehen können: [ugs.]
von etw. genug haben »Langsam kann
ich die Unordnung nicht mehr sehen.«
10 sich bei jmdm. sehen lassen:
[ugs.] einen Besuch machen »Lassen
Sie sich doch bald einmal wieder bei
mir sehen.« 11 den, die, das möchte
ich sehen: [ugs.] unmöglich; unglaub¬
lich; das kann nicht sein »Das mochte
ich sehen, daß du einem freiwillig die
Wäsche bügelst.« 12 sich mit etw. se¬
hen lassen können: mit etw. zufrie¬
den sein, auf etw. stolz sein dürfen
»Mit diesem Erfolg kann man sich
abersehen lassen.« 13 sich sehen las¬
sen können: beachtlich, enorm sein
»Seine Zeugnisse können sich aber se¬
hen lassen.« 14 sieh(e) dal: überrasch¬
ter Ausruf »Sieh da, du bist also schon
wieder zurück.« 15 jmdm. vom Sehen
kennen: man hat jmdn. zwar gesehen,
aber nicht mit ihm gesprochen »Vom
Sehen kennen wir uns ja schon; schön,
daß wir uns auch persönlich kennen¬
lernen.« 16 siehst du (wohl): das habe
ich doch gewußt, dir vorher gesagt
se|hens|wert: Adj. lohnend anzuschau¬
en »Die Ausstellung der jungen Künst¬
lerin war sehenswert.«
sejhens|wüijdig: Adj. würdig, betrach¬
tet zu werden; lohnend anzuschauen
Se[hens|wüijdig|keit: die; - ; -en beson¬
deres Bau- od. Kunstwerk einer
Stadt, das anzuschauen sich lohnt
»Der Dom in Köln u. der Eifelturm in
Paris sind bekannte Sehenswürdigkei¬
ten.«
Se|her: der; -s; ~ weibl. Se|he|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die zukünftige Din¬
ge Voraussagen kann, aber nicht
durch objektive Erkenntnisse od. die
Kraft der Augen, sondern durch Vi¬
sionen o. ä. »In der griechischen My¬
thologie war Kassandra eine Seherin,
der niemand ihre Vorhersagen glaub¬
te.« Syn.: [ugs.] Wahrsagerin), Hell¬
seherin); [geh.; religiös] Prophet(in) 2
n. PI. Augen bei Hasen, Raubwild
usw.
Se|herjblick: der; -(e)s; - der voraus¬
schauende, visionäre Blick einer Per¬
son, die Zukünftiges Voraussagen
kann
sejhe|risch: Adj. zukünftige Dinge Vor¬
aussagen könnend; in der Art eines
Sehers »Das Kind halte seherische Fä¬
higkeiten.«
Seh|feh|!er: der; -s; ~ Fehlleistung eines
od. beider Augen, die von den norma¬
len Augenfunktionen abweicht (z. B.
Schielen, Hornhautverkrümmung)
Seh|krafL* die; - ; - Vermögen des Au¬
ges, Dinge optisch wahrzunehmen
»Je älter er wurde, umso mehr ließ
seine Sehkraft nach.«
Seh|ne: die; - ; -n 1 <Med.> fester Strang
"aus Bindegewebsfasern, der die Ver¬
bindung zwischen Muskeln u.
Knochen herstellt u. dem Bewegungs¬
ablauf dient »Dem Sportler ist eine
Sehne gerissen.« 2 feste Schnur aus
tierischen od. synthetischen Fasern
an einem Bogen »An meinem Bogen
muß die Sehne fester gespannt
werden.« 3 «Geometrie) Gerade, die
zwei Punkte auf einer krummen Linie
verbindet
seh|nen, sich: sehnst dich; sehntest dich;
hast dich gesehnt intensiv etw., jmdn.
(bei sich) haben wollen »Das Kind
sehnte sich nach der Mutter.«
Seh|nen|schei|de: die; ~ ; -n <Med.> Bin-
degewebsschlauch, in dem sich die
Sehne gleitend bewegt
Seh|nen|schei|den|ent|zün|dungu/ie; - ;
-en Entzündung des Bindegewebs-
schlauches, in dem sich die Sehne glei¬
tend bewegt (z. B. am Handgelenk)
Seh|nen|zer|rung: die; - ; -en <Med.>
Verletzung; plötzliche, schmerzhafte
Überdehnung einer Sehne »Die Seh¬
nenzerrung hat sich Paul beim Sport
zugezogen.«
Seh|nerv: der; -(e)s; -en Himnerv, der
"bis in die Netzhaut des Auges führt,
Syn.: Augennerv
seh|nig: Adj. 1 viele Sehnen habend
»Der Braten war leider sehr sehnig.« 2
mager, aber durchtrainiert u. musku¬
lös
sehnjlich: Adj. sehnsuchtsvoll; leiden¬
schaftlich; inbrünstig; schmerzlich
verlangend »Es war ihr sehnlichster
Wunsch, diese Reise zu gewinnen.«
Sehnsucht die; ~ ; -süchte Verlangen
"nach etw. od. jmdm. »Ich hatte Sehn¬
sucht nach meiner Schwester.«
sehn|süch|tig: Adj. mit großem Verlan¬
gen »Er wartete sehnsüchtig auf die
Nachricht.«
sehn|sucht8|voll: Adj. sehnsüchtig; lei¬
denschaftlich; inbrünstig; schmerz¬
lich verlangend »Sie war in einer sehn¬
suchtsvollen Stimmung, denn sie hatte
ihn schon lange nicht mehr gesehen.«
1044
Seilbahn
Seh|öff|nung: die; - ; -en <Anat.>
veränderbare Öffnung der Regenbo¬
genhaut des Auges, Syn.: Pupille
Seh|or|gan: das;-(e)s;-e <Anat.> Organ
"des Körpers, das die Funktion der
optischen Wahrnehmung hat; Auge
sehr: Adv. in hohem Maß; stark; beson¬
ders »Er mag Eis. Musik usw. sehr.«
Seh|rohR das; -(e)s; -e spezielles Fern¬
rohr für Unterseeboote, das ausfahr¬
bar u. drehbar ist, Syn.: Periskop
Seh|schär|fe: die; - ; -n Vermögen des
Auges, Dinge optisch exakt zu erken¬
nen
Sehjschwä|che: die; - ; -n angeborene
od. erworbene Beeinträchtigung der
Augen (Kurz- od. Weitsichtigkeit),
die durch eine Sehhilfe (z. B. Brille)
od. Operation ausgeglichen werden
kann
Seh|stäb|chen: das; -s; - <Anat-> Sin¬
neszelle in der Netzhaut des Auges,
die lichtempßndlich ist
Sehlstö|rung:: die; - ; -en Behinderung
des Vermögens, mit den Augen Dinge
optisch exakt wahrzunehmen, die
dauerhaft (angeboren, erworben) od.
nur zeitlich begrenzt ist
Seh|test: der;-(e)s; -s Kontrolluntersu-
chung der Augen (z. B. durch Vorlage
von Buchstaben, die in einem be¬
stimmten Abstand u. in verschiede¬
nen Größenordnungen abzulesen
sind), um das Sehvermögen der Au¬
gen zu überprüfen u. gegebenenfalls
eine Brille anzupassen
Seh|ver|mö|gen: das; -s; - Fähigkeit,
mit den Augen Dinge wahrzunehmen
sei|bern: seiberst; seibertest; hast gesei-
bert [landsch.j Speichel aus dem
Mund herauslaufen lassen »Kleine
Kinder neigen dazu zu selbem.« Syn.:
sabbern
Sei|che: die; ~ ; -/Seich: der; -(e)s; -1
[ugs.; derb] Ham »Auf den Männer-
klos stinkt es immer furchtbar nach
Seich(e).« 2 (ugs.; abwert.; landsch.]
dummes Geschwätz; oberflächliches
Gerede »Erzähl’ keine (n) Seich (e)!«
seicht Adj. seichter; seichteste 1 in der
Ausdehnung nach unten flach, nied¬
rig, nicht von großer Tiefe »seichtes
Wasser« 2 [ugs.] in der Aussage,
geistlos, oberflächlich, banal »seich¬
tes Geplauder • eine seichte Fernsehse¬
rie«
Seich|tig|keih die; -; -1 (räumliche od.
geistige) Flachheit; geringe Tiefe 2
Vorsichtigkeit; Behutsamkeit »Sie be¬
wegte sich mit solch einer Seichtigkeit,
daß niemand sie hörte.«
S§i|de: die; ~ ; -n (PI. s.) 1 a) von einer
bestimmten Raupe produzierter Fa¬
den b) Garn, Stoff aus Seide (a) od.
aus künstlich hergestelltem, der Seide
ähnlichem Material »Die Bluse war
aus reiner Seide.« 2 mit feiner Seide
näht man keinen groben Sack: wer
unhöflich ist, dem soll man mit Un¬
höflichkeit begegnen
Sei|del: <lat.> das; -s; - a) Krug; Eimer;
Bierglas; Maß b) [veralt.) Maß für
Flüssigkeiten (0,3 bis 0,5 Liter)
Sei|del|bast: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e
«Bio.» Strauchgewächs aus der Fami¬
lie der Seidelbastgewächse, mit glän¬
zenden Blättern, roten, duftenden
Blüten u. giftigen Früchten
seijden: Adj. 1 fein; glänzend; zart »Ihr
seidenes Haar unterstrich ihre
Schönheit.« 2 aus Seide bestehend
Sej|den|glanz: der; -es; - mattglänzende
Oberfläche
Sef|den|kleid: das; -(e)s; -er Kleid aus
Seidenstoff
Sei)den|ma|le|rei: die; ~ ; -en 1 Malerei,
Bild auf Seidenstoff, auf Seidentü-
chem 2 o. PI. künstlerische Richtung,
bei der mit speziellen Farben auf Sei¬
denstoff gemalt wird
sei|den|matt: Adj. seidenmatter; seiden¬
matteste matt wie Seide glänzend;
mattglänzend
Sei|den|pa|pier: das; ~(e)s; -e Zellstoff¬
papier, das sehr dünn (unter 30 g/m2)
u. halbtransparent ist
Sei|den|rau|pe: die; - ; -n Larve eines
Maulbeerspinners
Sei|dsn|spin|ner: der; -s; ~ Schmetter¬
ling, der während der Verpuppung
mit einem feinen Kokongespinst ein¬
gehüllt ist u. dessen langer Kokonfa¬
den zur Gewinnung von Seide genutzt
wird
Se||den|strumpf: der; -(e)s; -Strümpfe
ein Strumpf aus Seide od. seidenarti¬
gem Material (z. B. auch Nylon¬
strumpf)
Sei|den|tuch: das; -(e)s; -tücher Stoff¬
stück aus Seide od. seidenartigem
Material, das z. B. als Kopfbedek-
kung dient
sei|dig: Adj. von seidiger Art; weich wie
Seide; mattglänzend wie Seide »Die
Katze hatte ein seidiges Fell.«
Sei|fa: die; - ; -u. (Sorten) -nzur Reini¬
gung des Körpers, der Wäsche u. ä.
dienende Substanz, meist in rechtek-
kiger od. runder Form, aber auch
flüssig
sei|fen: seifst; seiftest; hast geseift a)
[landsch.] gründlich säubern b)
«Geologie» Mineralien u. Edelsteine
mit Hilfe von Wasser von Gesteinsre¬
sten trennen, Syn.: <b> auswaschen
Sei|fen|ar|ti|kel: der; -s; - (oft PI.) che¬
mische Produkte zur Reinigung, z. B.
Waschpulver, Badezusätze
Sei|fen|bla|se: die; - ; -n 1 kugelförmi¬
ges, mit Luft gefülltes, durchsichtig
schillerndes Gebilde aus Seifenlauge
von sehr kurzem Bestand 2 [übertr.]
das Vergängliche, Nichtige, Trüge¬
rische a) jmds. Hoffnungen sind nur
Seifenblasen: jmds. Hoffnungen sind
schön, aber nicht sehr dauerhaft b)
jmds. Hoffnungen zerplatzen wie
Seifenblasen: Hoffnungen werden
zerstört c) Gerüchte zerplatzen wie
Seifenblasen: Gerüchte werden
schnell als unwahr entlarvt d) Ver¬
sprechungen zerplatzen wie Seifen¬
blasen: Versprechungen werden
schnell nicht (mehr) eingehalten
Se]|fen|ge|bir)ge: das; -s; - «Geologie»
Berg mit Erz- u. Edelsteinsedimentie-
rungen
Sei|fen|ki|ste —» Sei|fen|kis|te: die; - ;
-n [ugs.] drei- od. vierrädriges Holz¬
fahrzeug ohne Motor (oft von Kin¬
dern gebastelt für Wettrennen)
Sei|fen|ki|sten|renlnen —* Sej|fen|kis|-
tenjrenfnen: das; -s; - Wettrennen
von Kindern mit drei- od. vierrädri¬
gen, einfachen Holzfahrzeugen ohne
Motor
Sei(fen|kraut: das; -(e)s; -kräuter «Bio.»
Nelkengewächs mit rosa Blüten, das
in vielen Arten vorkommt u. als Sei¬
fenersatz verwendbar ist
Sei|fen|lap[pen: der; -s; - [landsch.]
kleiner, weicher Lappen für die Kör¬
perreinigung, Syn: Waschlappen
Sei|fen|lau|ge: die; ~ ; -n Wasser, dem
eine Reinigungssubstanz auf Seifen¬
basis hinzugesetzt ist, Syn.: Seifen¬
wasser
Sei(fen|napf: der; -(e)s; -näpfe
[landsch.] kleines schalenförmiges Be¬
hältnis, in das ein Seifenstück gelegt
wird
Sei|fen|pufiveR das; -s; - Reinigungs¬
substanz für Wäsche in Pulverform
(für die Waschmaschine)
Sei|fen|scha|le: die; - / -n kleines scha¬
lenförmiges Behältnis, in das ein Sei¬
fenstück gelegt wird
Sei|fen|schaum: der; -(e)s; - durch
Rubbeln von Seife in Verbindung mit
Wasser entstehender Schaum
Seiffen|was|ser: das; -s; - Wasser, dem
eine Reinigungssubstanz auf Seifen¬
basis hinzugesetzt ist, Syn.: Seifenlau¬
ge
seijfig: Adj. 1 eine Reinigungssubstanz
enthaltend; mit einer Reinigungssub¬
stanz versehen 2 schmierig; cremig 3
wie Seife schmeckend »Der Cognac
hatte einen seifigen Nachgeschmack.«
Seilaneur: /ßänjör/ dat.-frz.» der; -s; -s
[vefalt.] 1 Lehnsherr aus Frankreich
(bzw. dessen Titel) 2 vornehmer
Mann
Sei|he: die; - ; -n [landsch.] t Filtertuch
od. Sieb, mit dem Rückstände od. fe¬
ste Bestandteile aufgefangen werden
2 Material, das im Filter, Tuch od.
Sieb zurückgeblieben ist
sei|hen: seihst; seihtest; hast geseiht ab-
od. durchfließen lassen; filtern mit
Hilfe eines geeigneten Gerätes »Die
Nudeln müssen (ab)geseiht werden.«
Seihftuch; das;-(e)s; -tücher Tuch zum
Durch- od. Abfließen von Flüssigkei¬
ten; Filtertuch
Seil: das; ~(e)s; -e 1 gedrehter Strick od.
Leine aus festem Material (z. B.
Draht, Hanffasem), der/die zur Ver¬
bindung von Gegenständen (z. B. Ab¬
schleppseil), zur Beförderung von Ge¬
genständen (z. B. um eine Last hoch¬
zuziehen) od. als Spielzeug (z. B. zum
Seilchenspringen, Tauziehen) genutzt
werden kann 2 [Schweiz.] jmdn. am
Seil herunterlassen: jmdm. falsche
Hoffnungen machen, jmdn. veralbern
3 ein Seil spannen: zwischen zwei fe¬
sten Punkten ein Seil straff anbringen
(z. B. zum Balancieren) 4 am glei¬
chen Seil ziehen: a) das gleiche Ziel
verfolgen b) Probleme gemeinsam lö¬
sen 5 das ist ein Tanz auf dem Seil:
das ist eine schwierige Sache »Diese
Aufgabe war für ihn ein Tanz auf dem
Seil.« 6 in den Seilen hängen: a)
«Boxsport» sich an den Seilen des Box¬
ringes festhalten; anlehnen b) [ugs.] k.
o. sein, müde sein, körperlich od. gei¬
stig geschafft sein
Seil|bahn: die; - ; -en 1 Transportmittel
für Personen u. Lasten, mit dem gro¬
ße Höhenunterschiede überwunden
werden können (z. B. im Gebirge),
wobei ein(e) an Drahtseilen ange-
1045
seilen
brachte Kabine angetrieben wird 2
Bezeichnung für eine ganze Seilbahn¬
anlage, Syn.: Drahtseilbahn
sei|len: seilst; seiltest; hast geseilt 1 Seile
produzieren 2 a) an- od. abseilen (an¬
binden, festbinden od. abbinden) b)
(Klettersport; Bergsteigen) an- od.
abseilen (festbinden; sichern od. an
einem Seil herablassen)
Sei|ler der; -s; - weibl. Sei|le|rin: die; - ;
-nen (Beruf) 1 Person, die berufsmä¬
ßig Seile herstellt 2 [ugs.; veralt.] des
Seilers Tochter heiraten: gehängt
werden
Sei|le|rei: die; - ; -en a) o. PL
Seilherstellung b) Firma, die Seile
produziert
SeH|hüp|fen: das; -s; - weibl. Sei|le|rin:
die; - ; -nen das Seilspringen, Kinder¬
spiel mit einem Springseil
se|l|hiip|fen: im Infinitiv gebraucht über
ein (von zwei anderen Personen) be¬
wegtes Seil springen (als Kinderspiel)
Wollen wir Seilhüpfen?« Syn.: seil¬
springen
Seilschaft: die; ~ ; -en 1 mehrere Berg¬
steiger, die bei einer Bergtour durch
ein Seil miteinander verbunden sind 2
(Pol.) [übertr.] a) Personengruppe, die
ihre Mitglieder nacheinander in höhe¬
re politische Positionen u. Ämter
bringt b) Seilschaften bilden: Koope¬
rationen von Personen, die sich
schrittweise gegenseitig in höhere
politische Positionen u. Ämter brin¬
gen
seil|sprin|gen: im Infinitiv gebraucht
hüpfen mit einem Seil; über ein (von
zwei anderen Personen) bewegtes Seil
springen (als Kinderspiel), Syn.: Seil¬
hüpfen
Seil|tanz: der; -es; -1 Akrobatik auf ei¬
nem Seil, das in größerer Höhe ge¬
spannt ist 2 (wahre) Seiltänze
vollführen: [ugs.; übertr.] jmdn. zu
etw. bewegen, indem viel Mühe u.
Einfallsreichtum eingesetzt wird »Ich
vollführte wahre Seilt'änze, damit mir
meine Mutter die Reise erlaubte.«
seil(tan]zen: im Infinitv gebraucht (beim
Zirkus) auf einem in größerer Höhe
gespannten Seil balancieren u. dabei
akrobatische Kunsstücke zeigen
Seil|tän|zeR der; -s; - weibl. Sejl|tän|-
ze|rin: die; - ; -nen Person, die beson¬
dere Akrobatik (Balancieren) auf ei¬
nem gespannten Seil in größerer
Höhe vorführen kann, Syn.: Seilakro¬
bat
Seil|zie|hen: das; -s; - (Sport; Spiel)
Wettkampf, bei dem zwei Manns¬
chaften von den unterschiedlichen
Seilenden aus versuchen, ein Seil in
ihre jeweilige Richtung zu ziehen,
Sym: Tauziehen
Seil[zug; der; -(e)s; -Züge (Technik)
Vorrichtung zum kraftsparenden
(Hinauf-)Ziehen von Lasten, bei der
ein Seil über Rollen geführt wird,
Syn.: Flaschenzug
Sein: das; -s; -1 (Philosophie) die Exi¬
stenz, der Zustand des Lebens; das
Dasein; das Vorhandensein »Viele
Philosophen beschäftigen sich mit dem
Ursprung des Seins.« 2 Sein od.
Nichtsein, das ist hier die Frage
(nach dem Drama “Hamlet“ von W.
Shakespeare): dies betrifft eine wich¬
tige Entscheidung; hier geht es um
existenzielle Probleme
sein: Possessivpron. 1 vor einem Sub¬
stantiv zu einer männlichen od. säch¬
lichen Person od. Sache dazugehören¬
de od. von dieser stammende(s) Sa¬
che, Handlung, Eigenschaft od. Lebe¬
wesen a) vor einem Substantiv zu einer
männlichen od. sächlichen Person
gehörende od. von dieser stammende
Sache: »Paul gab mir sein Buch (das
Buch, das Paul gehört). ♦ Das Mäd¬
chen spielte mit seiner Puppe (mit der
Puppe, die dem Mädchen gehört). ♦
Nun trug sie sein T-Shirt (das T-Shirt,
das von ihm [z. B. dem Freund]
stammt). ♦ Er löste seine Probleme
(die Probleme, die er hat).« b) vor
einem Substantiv zu einer männlichen
od. sächlichen Person dazugehören¬
des od. von dieser stammendes Lebe¬
wesen »sein Vater = der Vater des
Kindes, des Sohnes, des Mädchens
usw. ♦ sein Kind — das Kind des Va¬
ters, des Bruders usw. ♦ seine Schwe¬
ster = die Schwester des Jungen, des
Mädchens usw. • von seinen Freunden
= von den Freunden des Jungen, des
Sohnes, des Mädchens usw. ♦ sein
Hund — der Hund, der dem Mädchen,
dem Jungen usw. gehört« c) vor einem
Substantiv zu einer männlichen od.
sächlichen Person dazugehörende od.
von dieser stammende Handlung »Er
verpaßte seinen Zug — den Zug, mit
welchem er fahren wollte; • Das Kind
trank seine Milch (die Milch, die für
das Kind bestimmt war.« d) vor einem
Substantiv zu einer männlichen od.
sächlichen Person dazugehörende
Tätigkeit »Er ging uns mit seinem
(ewigen) Genörgel auf die Nerven« e)
vor einem Substantiv zu einer männli¬
chen od. sächlichen Sache dazugehö¬
rend »Das Auto war schmutzig, durch
seine Scheiben konnte man nichts mehr
sehen (durch die Scheiben des
Autos).« f) vor einem Substantiv zu ei¬
ner männlichen od. sächlichen Sache
dazugehörend, ein ungefähres Maß
angehend »Das Loch hat (gut u.
gerne) seine drei Meter Tiefe (das
Loch ist etwa drei Meter tief).« 2 a)
ohne Substantiv zu einer männlichen
od. sächlichen Person od. Sache da¬
zugehörende od. von dieser stammen-
de(s) Sache, Handlung, Eigenschaft
od. Lebewesen »Die Katze ist seine =
Die Katze gehört ihm. ♦ Dies ist nicht
mein Haus, sondern seins, seines (das
Haus, welches ihm gehört).« b) ich bin
sein: [poet.J ich gehöre zu ihm, bin
ihm in Liebe verbunden 3 sub¬
stantivisch verwendet [geh.] zu einer
männlichen od. sächlichen Person od.
Sache dazugehörende od. von dieser
stammende(s) Sache, Handlung, Ei¬
genschaft od. Lebewesen a) sie soll
die Seine werden —* auch sie soll
die seine werden: sie soll ihn heiraten
b) er fuhr zu den Seinen—*■ auch er
fuhr zu den seinen: er fuhr zu seiner
Familie c) jedem das Seine —» auch
jedem das seine: 1. jeder Mensch soll
dasjenige bekommen, was ihm zu¬
steht 2. jeder wie er mag, was er
möchte d) den Seinen gibts der Herr
im Schlaf —> auch den seinen gibts
der Herr im Schlaf: (Bibelspruch)
[ugs.; scherzh.] es gibt Personen, die
ohne Anstrengungen u. Probleme ih¬
re Ziele erreichen
sein: Gen. des Personalpronomens 'er'u.
'es'
sein: Präsens: ich bin: du bist; er, sie. es
ist; wir sind; ihr seid; sie sind; Präteri¬
tum: ich war; du warst; er, sie, es war;
wir waren; ihr wart; sie waren; Perfekt:
ich binjdu bistjer, sie, es ist/wir, sie
sindjihr seid gewesen 1 a) drückt aus,
daß sich etw. od. jmd. in einer be¬
stimmten Situation, einer bestimmten
Lage, einem Zustand befindet »Er ist
einsam. • Er ist arbeitslos. ♦ Er ist
krank.« b) drückt das Vorhandensein
eines Charakters, die Befindlichkeit
in einer Situation aus »Er ist klug. ♦ Er
ist in einer Notlage.« 2 drückt ein Be¬
sitzverhältnis, eine Zugehörigkeit aus
»Das Buch ist deins.« 3 mit Dal.
drückt eine Stimmung, ein körper¬
liches Gefühl aus »Mir ist heute
schlecht.« 4 in Verbindung mit einem
Gleichsetzungsnominativ a) bezeichnet
den Beruf o. ä., den eine Person er¬
lernt hat u./od. ausübt »Sie ist
Lehrerin.« b) charakterisiert Perso¬
nen, bezeichnet deren Eigenschaft
»Er ist der Mörder. ♦ Ich bin ein Idiot!«
c) bezeichnet die Zugehörigkeit zu ei¬
ner Ordnung, Art, Klasse o. ä. »Das
Pferd ist ein Nutztier.« d) bezeichnet
eine Rangfolge, Abstufung o. ä. »Das
ist eine Nebensache.« 5 (Math.) gibt
ein Ergebnis, die Zwischen- od. End¬
summe an »Drei plus drei ist/sind
neun.« 6 gibt eine(n) Zeitpunkt od.
(Uhr-)Zeit an »Es ist zwölf Uhr. ♦ Es
ist früh.« 7 bezeichnet einen Aufent¬
haltsort »Ich bin am Meer. ♦ Die Milch
ist im Kühlschrank.« 8 bezeichnet eine
Abstammung, einen Ursprung o. ä.
Ich bin aus Thüringen. ♦ Der Brief ist
von ihrem Freund. ♦ Sie ist adelig.« 9
bezeichnet ein Geschehen, ein Ereig¬
nis (mit Zeit- od./u. Ortsbezug) »Im
Jahr 1944 war Krieg in Deutschland. •
Es war vor etwa zwei Jahren.« 10 be¬
zeichnet eine Existenz, ein Bestehen
»In dem Wald sind viele Pilze.« 11 als
Hilfsverb zur Bildung zusammenge¬
setzter Zeitformen u. des Passivs a)
mit einem Infinitiv mit 'zu' (entspricht
einer Passivform mit 'können’) »Sie
ist durch niemanden zu ersetzen (nie¬
mand kann an ihre Stelle treten).« b)
mit einem Infinitiv mit 'zu' (entspricht
einer Passivform mit “müssen“)
Schwerkranken Patienten ist Bettruhe
zu verordnen (müssen Bettruhe verord¬
net bekommen).« c) mit einem Parti¬
zip II, Perfekt zur Perfektumschrei¬
bung »Der Schrank ist aufgestellt.« d)
[ugs.] mit einem Partizip II, Perfekt
zur Perfektumschreibung mit Ellipse
eines Verbs der Bewegung im Über¬
gang zu einem Vollverb »Er ist mit
dem Fahrrad zur Großmutter (Er ist
mit dem Fahrrad zur Großmutter
gefahren).« e) zur Bildung des Zu¬
standspassivs »Die Kiste ist bemalt.«
12 nicht mehr (unter uns) sein,
weilen: [geh.; verhüll.] jmd. ist gestor¬
ben »Dein Großvater ist nicht mehr un¬
ter uns.« 13 (jmd. soll) nicht so sein:
[ugs.] (jmd. soll) sich nicht so
1046
Seitenlehne
ansteilen, etw. großzügiger, toleran¬
ter sein »Sei doch nicht so, laß uns
doch ins Kino gehen!« 14 mit jmdm. ist
(et)was: [ugs.] jmdm. geht es nicht gut
»Sage es mir, mit dir ist doch was!« 15
a) wenn dem so ist: wenn es sich so
verhält »Wenn dem so ist, mache ich
nicht mit.« b) dem ist nicht so: das ist
anders, als man denkt; das verhält
sich anders »Ich habe geglaubt, ich
könnte jederzeit auf dich zählen, aber
dem ist nicht so.« 16 du bist mir (ja
vielleicht) eine(r)!: [ugs.] das hätte ich
von dir nicht gedacht »Du bist mir
vielleicht einer; erst versprichst du mir
zu helfen, u. dann kommst du nicht.«
17 sei’s drumm: das macht ja nichts,
es ist egal; daran kann man nichts än¬
dern »Sei’s drumm, das Kleid war
schon verkauft.« 18 es sei denn, (daS)
wenn nicht (etwas eintritt) ... »Ich
bin heute pünktlich zu Hause, es sei
denn, ich muß Überstunden machen.«
19 das wär’s: [ugs.] das ist alles; etw.
ist beendet »Das war's, wir haben alles
besprochen.«
—* sein las|sen: s. seinlassen
sej]ner]seits: Adv. von seiner Seite aus;
aus seiner Sicht; von ihm aus gesehen
»Er hatte seinerseits keine Probleme
bei der Lösung der Aufgabe.«
sei|ner|zeit: Adv. 1 zu der Zeit, von der
gerade gesprochen wurde »Seinerzeit
waren die Gesetze noch anders.« 2
[österr.; veralt.] zur passenden Zeit
»Sie werden seinerzeit nochmals über
das Problem sprechen, jetzt ist nicht
der passende Moment.«
sei|nes|glei|chen: Fron. n. dekl. [oft ab¬
wert.] Person od. Sache von gleichem
od. ähnlichem Wert; Personen, die
jmds. Ansichten teilen »Dieses Buch
findet nicht seinesgleichen.«
sei]net[hal[ben: Adv.[veralt.J 1 wegen
ihm; verursacht dur ihn »Seinethalben
bin ich zu spät gekommen.« 2 für ihn;
ihm zuliebe »Ich komme nur seinethal¬
ben.« Syn.: seinetwegen
sei|net|we|gen: Adv. 1 wegen ihm »Sei¬
netwegen bin ich zu spät gekommen.«
2 für ihn; ihm zuliebe »Ich komme nur
seinetwegen.« Syn.: seinethalben
sei|net|wil|len: Adv. mit um von seinem
Wunsch, Willen ausgehend »Ich habe
um seinetwillen das schwarze Kleid an¬
gezogen.«
sein|las|sen —» sein las|sen: läßt sein;
ließ(es)t sein; hast seingelassen
—>hast sein gelassen ♦ alle Gegen¬
wartsformen (von 'lassen') mit ss<—
etw. nicht zu Ende bringen od. gar
nicht erst anfangen
Seis|mik: <gr.> die; - ; - Wissenschaft
von der Erdbebenentstehung u. den
Folgen, Syn.; Seismologie
—» Seis|mo|graf: s. Seismograph
Seis|mojgramm —* Seis|mo|g|ramm:
<gr.> das; -s; -e graphische Darstellung
eines Erdbebens in einem Diagramm
mit Hilfe eines Seismometers
Seis|mo|graph —> auch Seis|mo|graf:
<gr.> der; -en; -en Gerät zur Aufzeich¬
nung von Erschütterungen, beson¬
ders Erdbeben(wellen)
Seis]mo|lo|ge: der; -n; -n weibl. Seis|-
mo|lg|gin: die; - ; -nen Wissenschaft¬
ler, der sich mit der Entstehung u. den
Folgen von Erdbeben beschäftigt
seis|mo|lo|gisch: Adj. n. stg. auf Erdbe¬
ben beruhend; ein Erdbeben betref¬
fend; »Das seismologische Verfahren
ist eine spezielle Technik zur Erfor¬
schung des Erdinneren, wobei die
Laufzeit ausgesandter Erschüttermgs-
wellen gemessen wird.« Syn.: seis¬
misch
Seis|mo|me|ter: <gr.> das; -s; - Gerät
zur Aufzeichnung von Erschütterun¬
gen, besonders von Erdbebenfwellen)
seit: I Konj. seitdem; nachdem etw. ge¬
schehen ist »Er arbeitet nicht mehr,
seit er krank ist.« II Präp. mit Dat. von
einem bestimmten Zeitpunkt an »Seit
einer Woche kenne ich sie.«
seitdem: 1 Konj. seit einer bestimmten
Zeit od. Situation, in der eine be¬
stimmte Sache eingetreten ist bzw.
sich ereignet hat »Seitdem sie mit ihm
zusammen ist, hat sie keine Sorgen
mehr.« 2 Adv. von einer bestimm¬
ten Zeit od. Situation an; seither
»Seitdem er fort ist, ist alles anders
hier.«
Seifte: die; - ; -n 1 a) in eine Richtung
gewandte Fläche, die einen Körper
od. Bereich begrenzt »Seiten eines
Dreiecks« b) bedruckbare, beschreib¬
bare Fläche (aus Papier o. ä.) Buch¬
seite« 2 Richtung »Sie kamen von der
linken Seite.« 3 Eigenschaft; Charak¬
terisierung »Sie hat auch gute Seiten.«
4 Gruppe; Partei(flügel) »Er steht
mehr auf der rechten Seite der SPD.«
5 jmdm. (mit Rat u. Tat) zur Seite
stehen: jmdm. Hilfe leisten »Du
kannst dich auf mich verlassen, ich
werde dir immer mit Rat u. Tat zur
Seite stehen.« 6 a) etw. auf die Seite
schaffen, bringen: [ugs.] etw. (meist
ungesetzlich) unbeobachtet, heimlich
fortschaffen, stehlen b) jmdn. auf die
Seite schaffen: [ugs.] jmdn. ermor¬
den, töten »Er schaffte seinen Kompli¬
zen auf die Seite.« 7 a) etw. auf die
Seite legen: [ugs.] Geld sparen »Sie
legte Monat für Monat einen bestimm¬
ten Betrag auf die Seite.« b) etw. auf
der Seite haben: [ugs.] Geld gespart
haben 6 a) jmds. schwache Seite
sein: [ugs.] I. jmd. kann etw. nicht
gut, es fallt ihm schwer »Mathematik
ist nun einmal meine schwache Seite.«
2. für jmdn. besonders verführerisch
sein »Süßigkeiten sind ihre schwache
Seite.« b) jmds. starke Seite sein:
[ugs.] jmd. beherrscht, kann etw. be¬
sonders gut »Ausdauer u. Geduld sind
seine starke Seite.« 9 a) auf seiten —>
aufseiten/auf Seiten: bei »Auf seiten
der Belegschaft herrschte Wut u. Ent¬
täuschung über die angekündigten Ent¬
lassungen.« b) von seiten —* vonsei-
ten/von Seiten: von »Es gab von sei¬
ten der Bank bei der Finanzierung
keine Schwierigkeiten.« 10 a) sich von
seiner guten, besten Seite zeigen:
[ugs.] seine guten, besten Eigenschaf¬
ten herausstellen »Als er ihren Eltern
vorgestelll wurde, zeigte er sich von
seiner besten Seite.« b) jmdn. von die¬
ser Seite nicht kennen: [ugs.) einen
bestimmten Charakterzug, eine Ei¬
genschaft von jmdm. noch nicht ken¬
nen 11 jmdm. nicht von der Seite
weichen, gehen: sich immer in jmds.
Nähe aufhalten 12 a) auf jmds. Seite
stehen, sein: jmdm. helfen, zu ihm
halten »Egal was die anderen sagen,
ich stehe auf deiner Seite.« b) jmdn.
auf seine Seite bringen, ziehen:
jmdn. für sein Vorhaben gewinnen c)
jmdn. auf seiner Seite haben: von
jmdm. unterstützt werden 13 jmdn.
zur Seite nehmen: sich (vorüberge¬
hend) mit jmdm. von den anderen
entfernen, etw. weiter weg gehen
»Der Lehrer nahm den Schüler zur
Seite, um ihn eindringlich zu ermah¬
nen.«
Sei|ten|al|tar: der; -(e)s; -altäre u. -e
«christliche Kirche» Altar, der im Ne¬
benschiff der Kirche steht
Sej|ten|an|sicht: die; - ; -en Anblick, der
die linke od. rechte Fläche eines Kör¬
pers, Gegenstandes zeigt; Profil
Sei|ten|aus|gang: der; -(e)s; -ausgänge
Ausgang an der Seite eines Hauses
od. Raumes (meist Nebenausgang ne¬
ben einem zentral gelegenen Haupt¬
ausgang)
Sei[ten|aus|li|nie: die; - ; -n «Sport» für
Ballspiele geltende Auslinie an den
Längsseiten eines Spielfeldes
Sejtten|blick: der; -(e)s; -e 1 kurze, oft
von anderen unbemerkte Sicht auf
eine Sache (Ort, Person usw.) die sich
seitlich (links od. rechts) von einer
Person befindet, z. B. um jmdm. etw.
zu verstehen zu geben (Körperspra¬
che) od. um sich Sicherheit zu ver¬
schaffen (z. B. KontroUblick während
des Autofahrens beim Überholen)
Sei[ten|ein|gang: der; -(e)s; -eingänge
Eingang an der Seite eines Hauses od.
Raumes (meist Nebeneingang neben
einem zentral gelegenen Hauptein¬
gang)
Sei|ten|ein|stei|ger: der; -s; - [ugs.] Per¬
son, die ohne od. nur mit geringen
Kenntnissen in einem Bereich zu ar¬
beiten beginnt u. schnell Erfolg hat
»Im Bereich Physik war er ein Seiten¬
einsteiger.«
Sei|ten|flä|che: die; - ; -n die linke od.
rechte Fläche eines Körpers, Gegen¬
standes
Sei|ten|flü|gel: der; -s; - 1 «Archit.» lin¬
ker od. rechter Seitenteil eines oft
spiegelgleich gebauten Gebäudes 2
«Kunst» linke od. rechte Seite eines
dreiteiligen Gemäldes (Tryptichon,
Flügelaltarbild) 3 «Gastr.» linke od.
rechte Hälfte eines Tieres mit vier
Beinen
Sei|ten|gas|se: die; - ; -n kleine u. meist
ruhige Nebenstraße einer Haupt¬
gasse- od. -Straße
Sei|ten|ge|bäu|de: das; -s; - Gebäude,
das an ein Hauptgebäude angrenzt u.
mit diesem verbunden sein kann
Sei|ten|hieb: der; -(e)s; -e a) «Fecht¬
sport» Schlag, Hieb gegen die Körper¬
seite des Gegners b) jmdm. einen Sei¬
tenhieb versetzen: bewußt eine ver¬
letzende, boshafte od. spöttische,
aber eher beiläufige Bemerkung ge¬
genüber einer anderen Person ma¬
chen
sei|ten|lang: Adj. n. stg. [oft abwert.]
sehr ausführlich schriftlich darstel¬
lend; viele Seiten umfassend
Sei|ten|leh|ne: die; - ; -n die an der Seite
(meist an beiden Seiten) eines Stuhls
1047
Seitenlinie
od. Sessels angebrachte Lehne, die
zur Stütze, Auflage des Armes dient
Sei|teit|li|nie: die; - ; -n 1 (Verkehr) (be¬
sonders bei Schienenfahrzeugen) die
von der Hauptstrecke abzweigende
Fahrtstrecke, die meist weniger be¬
fahren ist 2 (Genealogie) Abzweig
von Nachfahren, die nicht vom älte¬
sten Sohn einer Familie abstammen 3
<Sport> Begrenzungslinie eines Spiel¬
feldes an der Längsseite
Sei(ten|porftal: das;-(e)s; -e seitlich des
Hauptportals gelegenes Eingangstor
(z. B. einer Kirche)
Sei|ten|ru|der: das; -s; - <Flugw.> am
Seitenleitwerk befindliche, bewegli¬
che Vorrichtung zum Lenken eines
Flugzeuges
sei|tens: Präp. mit Gen. von einer Seite
ausgehend; eine Seite betreffend
Sef|tenfschefjtel: der; -s; - Haarscheitel
an einer Seite des Kopfes
Se||ten|schtff: das; -(e)s; -e (Archit.)
linker od. rechter Seitenteil vom
Hauptteil eines oft spiegelgleich ge¬
bauten Gebäudes (meist einer Kir¬
che)
Se|tten|schnei|deR der; -s; - [fachsprl.]
Werkzeug, Zange mit scharfen
Schneiden zum Trennen von Drähten
u. dünnem Blech
Sei|ten|sprung: der; -(e)s; Seitensprün¬
ge in einer festen Partnerschaft, Ehe
eine sexuelle Beziehung, Geschlechts¬
verkehr auch mit einer anderen Per¬
son; Ehebruch
sei|ten|stän|dig: Adj. <Bio.> seitlich ste¬
hender u. wachsender Pflanzenteil
Sei|ten|ste|chen: das; -s; - <Med.> ste¬
chender Schmerz direkt unter dem
Rippenansatz in den Körperseiten
od. in der Milzgegend, die oft wäh¬
rend schnellen Laufens auftritt
Sei]ten|stra|Be: die; - ; -n kleine u. meist
ruhige Nebenstraße einer Hauptstra¬
ße
Sejjten|strei|fen: der; -s; ~ (rechts) an
eine Fahrbahn angrenzender Teil der
Straße, der bei Pannen od. Unfällen
von bewegungsunfähigen Fahrzeu¬
gen zeitweilig benutzt wird
Se[ften[trieb: der; -(e)s; -e <Bio.> Pflan¬
zenteil, der seitlich aus dem Haupt¬
trieb der Pflanze herauswächst
Sei|ten|tür: die; -; -en der Eingang bzw.
Ausgang an der Seite eines Hauses
od. Raumes (meist Nebeneingang ne¬
ben einem zentral gelegenen Haupt¬
eingang)
sei|tenjver|kehrt: Adj. n. stg. spiegel¬
bildlich; spiegelgleich, umgekehrte
Lage zweier Seiten in bezug zum Ori¬
ginal zeigend »Das Dia ist spiegelver¬
kehrt gezeigt worden.«
Sei|ten|wa|gen: der; -s; - [landsch.;
Schweiz.] Beiwagen zur Beförderung
einer weiteren Person (z. B. am Mo¬
torrad)
Sei|ten|wech|sel: der; -s; ~ (Sport)
Wechsel der Spielfeldseiten nach ei¬
ner bestimmten Anzahl von Spielsät¬
zen od. nach einer Halbzeit (z. B. bei
Tennis od. Ballsportarten)
Sej[tenjzahl: die; - ; -en 1 die Gesamt¬
zahl der Seiten eines Schriftstückes,
Buchs, einer Illustrierten usw. 2 Zahl,
die auf der jeweiligen Seite durch fort¬
laufende Numerierung, Paginierung
angegeben ist
seither: Adv. von einer bestimmten Zeit
od. Situation an »Vor drei Wochen
sprach ich mit ihm, seither habe ich
nichts mehr von ihm gehört.« Syn.:
seitdem
seitjlich: I Präp. mit Gen. an der Seite
von »Seitlich der Schule ist ein Sport¬
platz.« II Adj. a) auf der Seite »Die
Lampe ist seitlich angebracht.« b) zu
einer Seite hin »Die Gardine ist seit¬
lich, nach links verschoben.« c) von
der Seite
seitjlings: Adv. [veralt.] 1 von der Seite 2
die Seite betreffend 3 nach der Seite
Seitjpferd: das; -(e)s; -e (Turnen) dem
Rumpf eines Pferdes ähnliches, leder¬
bezogenes Turngerät, das höhenver¬
stellbar ist u. auf vier schräg nach au¬
ßen gerichteten Beinen steht
seitw.: Abk. seitwärts
seitwärts: I Adv. seitlich ausgerichtet
»Sie machte einen Schritt seitwärts.« II
Präp. mit Gen. auf der Seite von etw.
Sek.: Abk. 1 a) Sekunda = sechste u.
siebte Gymnasiumsklasse; Jahrgangs¬
stufe 10 u. 11 (am Gymnasium) b)
Sekundaner(in) 2 Sekundant = a)
Zeuge b) Helfer c) Berater beim Duell
3 Sekunde
sek.: Abk. sekundär = zweitrangig
sek: Abk. Sekunde
Se|kgn|te: <lat.> die; - ; -n (Math.) Ge¬
rade, die eine Kurve schneidet
Se|kel/Sche|kel: <hebr.> der; -s; - alte
babylonische, hebräische u. phönizi-
sche Gewichtseinheit, besonders für
Gold u. Silber u. damit auch Maßein¬
heit für Münzen (1 Sekel = 14 bis 16
Kilogramm)
sek|kant: dat.-it.> Adj. [österr. od. geh.]
aufgrund von Auf-, Zudringlichkeit
lästig
Sek|ka|tyr: die; - ; -en [österr. od. geh.]
Belästigung durch Auf-, Zudringlich¬
keit
Sekr.: Abk. a) Sekretariat b) Sekretä¬
rin)
Se|kret —>• Se|k|ret: <lat.> das; -(e)s; -e
1 (Med.; Bio.) meist flüssiger Stoff,
durch Absonderung ausgeschieden,
z. B. von einer Drüse im Körper, ei¬
nem Organ od. einer Wunde 2 (Geo¬
logie) kristallisierte Mineralmasse in
Gesteinshohlräumen 3 [veralt.] ge¬
heime Mitteilung
Se|kret —* Se|k|ret: die; ~ ; -en (PI. s.j
(kath. Kirche) leises Gebet eines Prie¬
sters während der Messe
Se|kre|tär —>• Se|k]re|täR der; -s; -e
weibl. Se|kre|tä|rin —> Se|k|re|ta|rin:
die; - ; -nen 1 Person, die jmds.
Schriftwechsel, Terminorganisation
u. a. erledigt 2 Leiterin) einer Orga¬
nisation; führende(r) Funktionären)
Er ist Generalsekretär der UNO.« 3
nur männl. Form Möbelstück, dessen
Schrankklappe als Schreibtisch be¬
nutzt werden kann »Der Sekretär
muß neu lackiert werden.« 4 nur
männl. Form afrikanischer Greifvögel
mit grauem Gefieder
Se|kre|ta|ri|at Se|k|re|ta|ri|at: dat.t
das; -(e)s; -e 1 Dienststelle, die für
die ausführende Organisation, Ver¬
waltung u. Leitung von Unternehmen
od. Organisationen od. Institutionen
zuständig ist 2 die Räumlichkeit, in
der sich das Sekretariat befindet
se)kre[tie|ran —» se|k)reftie|nen: <lat.>
sekretierst; sekretiertest; hast sekre-
tiert a) (Med.; Bio.) ausscheiden, ab¬
geben b) verschließen; geheimhalten;
für niemanden zugänglich machen
Se|kre|ti|pn Se|k|re[ti[on: <lat.>
/sekrezion/ die; - ; -en 1 (Med.; Bio.)
Absonderung; Ausscheidung meist
flüssiger Stoffe, z. B. von einer Drüse
im Körper, einem Organ od. einer
Wunde »Dieses Medikament fördert
die Sekretion der Galle.« 2 (Geologie)
Kristallisation von Mineralien in Ge¬
steinshohlräumen
Sekt,: Abk. 1 Sektion = Abteilung 2
Sektor = a) Sachgebiet b) Bezirk c)
Ausschnitt
Sekt: <lat.-it.-fr.i der; -(e)s; -e kohlen-
'säurehaltiges Weingetränk »Sie öff¬
nete eine Flasche Sekt.«
Sek|te: <lat.> die; - ; -n (Religion) reli¬
giöse Vereinigung, kleine Glaubens¬
gemeinschaft, deren Glaubensinhalte
sich von denen der Weltreligionen un¬
terscheidet
Sektjfla|sche: die; - ; -n Flasche aus
dickem Glas mit Korkenverschluß,
die für den Druck des Sektes geeignet
ist
Sekt|früh|stück: das; -(e)s; -e reichhal¬
tiges Frühstück mit delikaten Speisen
u. Sekt
Sekt|glas: das; -es; -gläser Trinkgefäß
für Sekt aus Glas, häufig mit langem
Stiel, das die Form eines Kelches od.
einer Schale hat
Sek|tie|reR der; -s; - [abwert.] 1 Vertre¬
ter einer Sekte 2 (Pol.; besonders frü¬
her DDR) a) Person, die von den Auf¬
fassungen der Partei, der sie ange¬
hört, abweicht b) Person, die linksab-
weichlerisch handelt
sek|tie|re|risch: Adj. [abwert.] 1 einer
Sekte angehörend u. diese vertretend
2 (Pol.; besonders früher DDR) von
den Auffassungen der eigenen Partei
abweichend
Sek|ti|gn: <lat.> /sekzion/ die; ~ ; -en 1
Abschnitt, Abteilung, Gruppe von
Mitarbeitern einer Organisation, Fir¬
ma »Dafür ist eine andere Sektion
zuständig.« 2 (Med.) Obduktion; Öff¬
nen, Zerteilen u. Untersuchen einer
Leiche »eine Sektion vornehmen,
durchführen«
Sek|ti|gns|be|fund: /sekzionß-/ der;
-(e)s; -e (Med.) Ergebnis der anato¬
mischen Zerlegung einer Leiche, das
angibt, woran die betreffende Person
gestorben ist
sek|ti|ons|wei|se: /sekzionß-/ Adv. in
einzelnen Abschnitten
Sekt|kelch: der; -(e)s; -e Glas für Sekt
mit langem Stiel, das die Form eines
Kelches hat
Sekt|kel|le|rei: die; ~ ; -en Betrieb zur
Herstellung von Sekt
Sekt]lau|ne: die; ~ ; - [scherzh ] die
durch den Sektgenuß bedingte gute,
lockere u. beschwingte Gemütslage
Sek|tor. <lat.> der; -s; Sektoren 1
Sachgebiet »Auf diesem Sektor kenne
ich mich aus.« 2 Bezirk »ein ländlich
geprägter Sektor«
Sekjto]ren|gren|ze: die; - ; -n (hist.)
Grenze zwischen den jeweils vier Be-
1048
Selbstbestimmungsrecht
Satzungszonen (amerikanisch, eng¬
lisch, französisch u. russisch) in Berlin
u. Wien nach dem Zweiten Weltkrieg
Se|kun|da: dato die; - ; Sekunden a)
<Deutschland> [veralt.] sechstes u.
siebtes Jahr, Jahrgangstufen 10 u. 11
auf dem Gymnasium b) [österr.] zwei¬
tes Jahr auf dem Gymnasium
se|kun|da: Adj. n. dekl. (Waren; Han¬
delsgüter) [kaufmannssprl.; veralt.]
zweite Wahl darstellend (mit kleinen
Fehlern)
Se|kun|da|ner: der; -s; - weibl. Se|kun|-
da|ne|rin: die; ~ ; -nen Schüler(in) des
sechsten und siebten Jahres auf dem
Gymnasium (in Österreich des zwei¬
ten)
Se|kun|dant: dato der; -en; -en 1 Person,
die bei einem Duell, Zweikampf Zeu¬
ge ist (u. assistiert) 2 <Sport> Person,
die eine Helfer- od. Beratungsfunkti¬
on bei Sportlern (z. B. im Boxsport)
übernimmt
se|kun|dän dau Adj. n. stg. zweitrangig
»Das ist nur ein sekundäres Problem.«
Ant.: primär
Se|kun|där|ener|gie —> $e|kun|däije|-
ner|gie: die; - ; -n (Technik) Energie
(z. B. Strom, Licht, Wärme, Elektrizi¬
tät), die aus primären, natürlichen
Energieträgern (z. B. Kohle, Erdöl,
Sonne, Wind, Wasser) gewonnen
wird
Se|kun|darjleh|rer: der; -s; - weibl. Se|-
kun|dar|leh|re|rin: die; - ; -nen
[Schweiz.] Person, die an einer Real¬
schule (5. -10. Klasse) unterrichtet
Se|kun|där[li|te|ra|tUR die; - ; - (Litera-
turwiss.) Aufsätze, Bücher über Lite¬
ratur, Schriftsteller u. ihre Werke
Se|kun[dar[schu|le: die; - ; -n [schweiz. ]
Realschule
Se|kun|darfstu(fe: die; ~ ; -n weiterfüh¬
rende Klassenstufe nach der Primar-
stufe (meist 1.- 4. Klasse) in Deutsch¬
land, eingeteilt in zwei Stufen: Sekun¬
darstufe I (Klasse S bis 10) u. Sekun¬
darstufe 11 (Klasse 11 bis 13)
Sa|kun|da|wech|sel: dato der; -s; -
[kaufmannssprl.; veralt.] die für einen
Wechsel (Zahlungsabwicklung) be¬
stimmte zweite Ausfertigung
Se|kun|de: dato die; - ; -n 1 Zeiteinheit,
die 1/60 einer Minute umfaßt »Ich
komme in ein paar Sekunden.« 2
<Musik> a) zweiter Ton einer Tonleiter
b) Intervall von zwei Tonstufen
se|kun|den|lang: Adj. mehrere Sekun¬
den andauernd
se|kun|den|schne!l: Adj. äußerst schnell
Se|lqm|den|schnel|le: die; - ; - in der
Wendung in Se|kun|den|schnel|le:
mit großer Eile; mit hoher Geschwin¬
digkeit; in einem sehr kurzen Augen¬
blick
Se|kun|den|zei|ger: der; -s; - Zeiger ei¬
ner Uhr, der die Sekunden anzeigt
se|kun|die|ren: <frz.-lato sekundierst; se¬
kundiertest; hast sekundiert a) [geh.]
jmdm. beistehen, helfen, ihn unter¬
stützen (z. B. mit Worten) »Die junge
Frau sekundierte dem Zauberer.« b)
[geh.] beipflichtende Äußerungen
geben c) jmdn. od. etw. musikalisch
begleiten d) (Sport) jmdn. unterstüt¬
zen u. beraten während des Wett¬
kampfes (z. B. beim Boxsport) e)
(hist.) jmdm. beistehen bei einem Du¬
ell (als Assistent od. Zeuge)
se|künd|lich: Adj. in Sekundenabstän¬
den ablaufend, geschehend »Die Ma¬
schine arbeitet in einem sekündlichen
Takt.«
Se|ku|ri|tät dat.-frzo die; - ; -en; [geh.]
Gewähr; Sicherheit
selb|dritt: Ordinalzahl od. Pron. [veralt.]
als dritte Person geltend
Sel|betjma|chen: das; -s; - [ugs.] das ei¬
gene Herstellen, Zustandebringen
von Dingen (z. B. selbst nähen, ko¬
chen u. backen) »Das Selbermachen
von modischer Kleidung macht mir
Spaß.«
selbst: I Demonstrativpron. n. dekl. per¬
sönlich; eigenhändig »Er kam selbst
u. ließ sich nicht durch seinen Anwalt
vertreten.« II Adv. schon; sogar; auch
Selbst 100 DM sind zuviel.« II11 sich
von selbst verstehen: etw. ist selbst¬
verständlich u. muß nicht gesagt wer¬
den 2 von selbst: ohne fremde Hilfe,
ganz allein 3 selbst getan ist bald
getan: was man selbst erledigt, macht
man meist schnell, sofort; wenn man
andere damit beauftragt, darum bit¬
tet, dauert es meist länger
—» selbst ge|ba|cken: s. selbstgebak-
ken
—* selbst ge|macht: s. selbstgemacht
—* selbstverdient: s. selbstverdient
Selbst|ab|ho|ler: der; -s; - Person, die
~sich die Ware nicht liefern läßt, son¬
dern sie selbst abholt »Wenn man bei
Möbeln Selbstabholer ist, kann man
Geld sparen.«
Selbstachtung: die; - ; - Hochschät¬
zung der eigenen Person; Achtung
vor sich selbst
selb|stän|dig —* auch selbstständig:
Adj. 1 (Wirt.) eine eigene Firma o. ä.
haben od. freischaffend sein 2 ohne
fremde Hilfe od. Einfluß allein etw.
könnend; unabhängig von anderen 3
sich selbständig gemacht haben —»
auch sich selbstständig gemacht
haben: a) etw. ist verlorengegangen,
nicht mehr da b) jmd. hat eine eigene
Firma gegründet
Selb]stän|di]ge —* auch Selbst|stän|-
di|ge: der u. die; -n; -n 1 Person, die
sich beruflich durch die Gründung ei¬
nes eigenen Unternehmens od. einer
Firma selbständig gemacht hat u.
nicht als Arbeitnehmer arbeitet 2 Per¬
son, die sich unabhängig u. selbstän¬
dig im Alltag zurechtfindet
Selbjstänfdigjkeit —» auch Selbst]-
~stän|dig|keit: die; - ; - a) Unabhän¬
gigkeit; Eigenständigkeit; Zustand, in
der Lage zu sein, selbständig zu han¬
deln u. Entscheidungen zu treffen
(unabhängig von anderen Personen)
b) eigenständige Art u. Weise zu leben
u. zu handeln
Selbst|an|steckung (Solbst|an|stek|-
kung —* Selbst|an|ste|ckung): die;
- ; -en (Med.> Ansteckung, Infektion
durch bereits im Körper vorhandene
Erreger
Selbst|auf|ga|be: die; - ; - das Aufge¬
ben, Verlieren der eigenen Persönlich¬
keit u. des Lebenswillens (z. B. durch
einen schweren persönlichen Verlust,
eine Niederlage)
Selbst|auf|op|fe|rung: die; - ; -en (PI.
s.) hingebungsvolles Engagement der
eigenen Person für die Hilfe an ande¬
ren Menschen (z. B. Personen in
Krankenhäusern, Rettungsorganisa¬
tionen), wobei die eigenen Interessen
u. Bedürfnisse als zweitrangig gelten
Setbstjaus|lö|ser: der; -s; ~ (Photogra¬
phie) Funktionseinrichtung an einem
Fotoapparat, durch die der Auslöser
nach einer bestimmten Zeit selbsttätig
funktioniert (z. B. für Selbstaufnah¬
men)
Selbst|be|die|nung: die; -; -en 1 System
des Einkaufens ohne Verkäuferin),
wobei der Kunde die Produkte selbst
aus den Regalen aus wählt u. zur Kas¬
se bringt »Supermärkte haben Selbst¬
bedienung.« 2 System der Ausgabe
von Speisen in Restaurants od. Gast¬
stätten ohne Bedienungspersonal (die
Gäste entnehmen die gewünschten
Speisen u. Getränke selbst dem Buf¬
fet, tragen diese an ihren Tisch u.
bringen die Reste auch wieder zu¬
rück)
Selbst|be|fleckung: (Selbstjbe|flek|-
kung —*• Selbst(bejfle|ckung): die;
~ ; -en (kath. Kirche) Onanie; sexuelle
Selbstbefriedigung, die als lasterhaft
u. sündenvoll empfunden wird
Selbst|be|fi«i|ung: die; - ; -en a)
(Rechtsw.) Gefängnisausbruch eines
Straftäters b) PI. s. (Psychologie)
Emanzipation von inneren Zwängen
Selbstjbejfrie|d(|gung: die; - ; -en sexu¬
elle, körperliche Erfüllung ohne Ge¬
schlechtspartner, Syn.: Masturbati¬
on; Onanie
Selb$t|be[haup|tuhg: die; - ; - die er¬
folgreiche Durchsetzung der eigenen
Ansichten, Persönlichkeit im engeren
u. weiteren Umfeld
Selbst|befherr|schung: die; - ; -en (Pi.
s.) willentliche Kontrolle u. Steue¬
rung der eigenen Gefühle, um Aus¬
brüche derTrauer, der Freude od. des
Zorns (wenn nötig) zu vermeiden
Selbst|be|mit|lei|dung: die; - ; - (PI. s.)
(übersteigerte) Trauer u. Leid um die
eigene Person
Selbst|be|schrän|kung: die: - ; -en (PI.
s.j Einschränken des Bewußtseins od.
Handelns auf ein festgelegtes Gebiet
Selbstjbe|spie|ge|lung: die; - ; -en (PI.
s.) [abwert.] extreme(r) Eigenliebe,
Narzißmus; eitle Beobachtung der ei¬
genen Person
Se)bst|be|stä|ti|gung: die; - ; -en (PI.
s.) (Psychologie) bewußtes, positives
Erleben eigener Werte u. Fähigkeiten
(z. B. durch berufliche (Karriere) od.
private (Liebe) Erfolgserlebnisse)
Selbst|be|stim|mung: die; - ; - a) (Pol.,
Soziol.) Freiheit des Individuums vor
Fremdbestimmung b) (Pol.) Eigen¬
ständigkeit u. Unabhängigkeit eines
Volkes od. Staates gegenüber ande¬
ren Völkern u. Staaten c) (Philoso¬
phie) Eigenständigkeit des Indivi¬
duums, befreit von Trieben
Selbst|be|stint|mungs|recht: das; -(e)s;
- a) (Rechtsw.; Pol.; Soziol.) Recht,
als Individuum selbst über sich zu be¬
stimmen b) (Rechtsw.; Pol.; Soziol.;
Völkerrecht) Recht eines Volkes od.
einer Volksgruppe, selbst über seine/
ihre Zugehörigkeit zu einem Staat zu
1049
Selbstbeteiligung
bestimmen c) Anspruch auf einen ei¬
genen Staat
Selbst|be|tei|li|gung: die; - ; -en eigener
finanzieller Kostenbeitrag im Scha¬
densfall (z. B. bei Versicherungen)
Selbst|be|trug: der; -(e)s; - das Nicht-
eingestehen einer Sache (meist unan¬
genehmer Art) sich selbst gegenüber;
Zustand, in dem jmd. einer falschen
Vorstellung von Sich selbst unterliegt
Selbst|be|weih|räu|che|rung: die; ~ ; -en
[abwert.; ugs.] (übertriebenes) Eigen¬
lob
selbst[be|wuBt —» selbstlbe|wusst:
Adj. selbstbewußter; selbstbewußteste
—> selbstbewusster; selbstbewusstes-
le-e— <nicht negativ empfunden) von
sich, seinen Fähigkeiten, seinem Äu¬
ßeren usw. überzeugt sein »Sie gab
mir eine selbstbewußte Antwort.«
Selbst|be|wußtjsein —*_ Selbst|be|-
wusst|sein: das; -s; -1 Überzeugung
von den eigenen Fähigkeiten u. Wer¬
ten »Sein Selbstbewußtsein muß unbe¬
dingt gestärkt werden, dann erreicht er
bessere Noten. ♦ Sie hat ein ausgepräg¬
tes Selbstbewußtsein, dem sie tritt sehr
selbstsicher auf.« 2 <Philosophie> per¬
sönliche Erkenntnis einer Person über
sich selbst als ein denkendes u. füh¬
lendes Wesen
Selbst|bild|nis: das; -ses; -se <Kunst>
Abbild; Darstellung eines Künstlers,
die von ihm selbst geschaffen wurde,
Syn.: Selbstportrait
Selbst|dar|stel|lung: die; - ; -en 1 Dar¬
stellung der eigenen Person durch
Selbstbildnis od. Autobiographie 2
Präsentation der eigenen Person, Fir¬
ma, Einrichtung, die Darstellung von
erreichten Zielen
Selbst|dis|zi|plin —* Selbst|dis|zi|p|lin:
die; • ; - Beherrschung u. Kontrolle
der eigenen Person durch disziplinier¬
tes Verhalten, Syn.: Selbstzucht
Selbst|ein|schät|zung: die; - / -en Be¬
wertung der eigenen Fähigkeiten,
Mängel u. Werte
Selbst|ein|tritt: der; -(e)s; - <Rechtsw.;
Wirt.) Geschäftsübernahme durch ei¬
nen Bevollmächtigen
Selbst]ent|la|der: der; -s; - [fachsprl.]
mit automatischer Kippvorrichtung
ausgestattete Lastkraftwagen, Schie¬
nenfahrzeuge, Güterwagen o. ä.
selbst|ent|zünd|lich: Adj. n. stg. von
selbst brennbar od. so beschaffen,
daß etw. sich selbst entflammt, ent¬
zündet
Selbst|entjzün|dung: die; - ; -en selb¬
ständige Entflammung von bestimm¬
ten Stoffen, verbunden mit einem den
entsprechenden Entzündungspunkt
übersteigenden Wärmegrad
Salbst[er|fah|rung: die; - ; - Psycholo¬
gie) Kennenlemen u. Verstehen der
eigenen Person, Persönlichkeit mit ih¬
ren Problemen u. a. (durch den Erfah¬
rungsaustausch mit anderen Men¬
schen)
Selbst|er|fah|rungs|grup|pe: die; ~ / -n
(Psychologie) von einem Psychologen
od. Therapeuten betreute Personen¬
gruppe, deren Mitglieder gegenseitig
ihre Erfahrungen u. Probleme aus¬
tauschen, um dadurch ihre eigene
Persönlichkeit mit ihren Problemen
zu erkennen u. besser zu lernen, mit
diesen umzugehen
Selbst|eijhal|tung: die; - ; - Bemühung
um die Erhaltung des eigenen Lebens;
der Persönlichkeit, der Existenz
Selbst|er|hal|tungs|trieb: der; -(ejs; -e
nicht bewußt gesteuerter (instinkti¬
ver) Trieb von Lebewesen, alle Ma߬
nahmen für die eigene Lebenserhal¬
tung zu treffen
Selbst|erjkennt|nis: die; - ; - 1 Erken¬
nen u. Bewerten der eigenen Persön¬
lichkeit mit ihren Fähigkeiten, Vorzü¬
gen u. Mängeln 2 [ugs.; scherzh.]
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt
zur Besserung: erst durch Selbster¬
kenntnis kann man seine eigenen
Fehler erkennen u. diese beheben
Selbst|fi|nan|zie|rung: die; -; -en (Wirt.)
Finanzierung durch eigenes Geld od.
eigene Kapitalanlagen
Selbst|fin|dung: die; ~ ; -en Prozeß, der
zur Selbsterkenntnis führt, führen
soll, um sich an dieser Erkenntnis
orientieren zu können bzw. Resultat
dieses Prozesses
se!bst|ge|backen (selbst|ge|bak|ken)
—» selbst ge|ba|cken: Adj. n. stg. ei¬
genständig nergestellt u. nicht von ei¬
ner Bäckerei gekauft
selbst|ge|fäl|lig: Adj. [abwert.] zu sehr
von der eigenen Person, den eigenen
Qualitäten überzeugt u. dies vor an¬
deren betonend; eingebildet; hoch¬
mütig; anmaßend; arrogant
Selbst|ge|fäl|lig|keit: die; ~ ; - Hochmü¬
tigkeit; Eingebildetheit; extreme
Überzeugtheit von der eigenen Per¬
son
selbst|ge|macht —> selbst ge|macht
Adj. n. stg. nicht als fertiges Produkt
erstanden, sondern selbst, von jmdm.
persönlich gefertigt »Diese selbstge¬
machte Puppe ist aus Stoffresten u.
Watte gefertigt.«
selbst|ge|rechfc Adj. selbstgerechter;
selbstgerechteste [abwert.] unfähig
zur Selbstkritik; von sich selbst über¬
zeugt, unfehlbar zu sein, keine Fehler
zu machen
Selbst|ge|spräch: das; -(ejs; -e (m.
PI.) Unterhaltung, Reden mit der ei¬
genen Person ohne Gesprächspartner
selbet|henilich: Adj. rücksichtslos seine
eigenen Interessen durchsetzend; die
Interessen u. Bedürfnisse der Mit¬
menschen nicht beachtend »Manche
Könige regierten selbstherrlich.«
Selbst|herr|lich|keit: die; - ; - Rück¬
sichtslosigkeit; Gefallsucht »Seine
Selbstherrlichkeit war so groß, daß er
niemanden mehr beachtete.«
Selbst|hil|fe: die; - ; -1 Zustand, ohne
fremde Hilfe etw. zu erreichen 2
(Rechtsw.) eigenmächtige Durchset¬
zung eines Anspruchs, wenn die Hilfe
der Behörden nicht sofort möglich ist
(auch manchmal mit Gewalt verbun¬
den u. dann nicht rechtmäßig)
Selbst|ju|stiz —> Selbst]ius|tiz: die; - ; -
(Rechtsw.) gesetzlich unzulässige Be¬
strafung eines Täters durch den/die
Betroffenen selbst
selbst|kle|bend: Adj. ohne zusätzliches
Aufträgen von Klebstoff beim An¬
drücken haftend »Briefmarken sind
heute selbstklebend.«
Selbst|ko|sten Selbstkosten: die
(PI.) (Wirt.) finanzielle Aufwendun¬
gen, die für den Hersteller nach Wa¬
renfertigung, Warenlieferung bzw. er¬
brachter Leistung entstehen »Um wei¬
terhin zu bestehen, muß unsere Firma
die Selbstkosten senken.«
Selbst|ko|sten|preis —* Selbst|kos|-
ten|preis: der; -es; -e (Wirt.) Geldbe¬
trag für ein Produkt, der nur die
Selbstkosten deckt (ohne Gewinnauf¬
schlag)
Selbst)kri|tik: die; - / -en abwägende Be¬
urteilung der eigenen Fähigkeiten u.
Werte
Selbst|laut der; -(e)s; -e (Sprachwiss.)
selbsttönender Laut »Im Deutschen
sind'a’, ’e‘, V, ’o’und Selbstlaute.«
Syn.: Vokal, Ant.: Mitlaut; Konso¬
nant
Selbstlob: das; -(e)s; -e 1 [oft abwert.]
Würdigung der eigenen Fähigkeiten
u. Leistungen; Eigenlob »Seine Sätze
bestehen nur noch aus Selbstlob.« 2
[ugs.] Selbstlob/Eigenlob stinkt: es
ist schlecht, sich selbst immer zu lo¬
ben
selbstlos: Adj. selbstloser; selbstloseste
nicht auf eigene Vorteile bedacht
»eine selbstlose Tat« Syn.: uneigen¬
nützig; opferbereit; großzügig, Ant.:
selbstsüchtig
Selbstmitleid: das; -(e)s; [abwert.] das
Bedauern u. Beklagen des eigenen
Schicksals, der eigenen Person
Selbstmord: der; -(e)s; -e bewußte, be¬
absichtigte Tötung der eigenen Per¬
son »Er beging Selbstmord.« Syn.:
Freitod; Selbstötung; [fremdsprl.]
Suizid
Selbst|mord|dro|hung: die; - / -en An-
drohund, Ankündigung der gewaltsa¬
men Beendigung des eigenen Lebens
(z. B. bei unüberschaubaren Proble¬
men od. Liebeskummer)
Selbstmörder: der; -s; - weibl. Selbstj-
mör|de|rin: die; - ; -nen Person, die
nicht durch Fremdeinwirkung od.
durch einen natürlichen Tod stirbt,
sondern sich selbst willentlich tötet,
Syn.: [fremdsprl.] Suizident; Suizi-
dant
selbst|mör|de|risch: Adj. 1 auf einen
Selbstmord abzielend; einen Selbst¬
mord auslösend; bezweckend »Sie
hegte selbstmörderische Gedanken.« 2
äußerst gefährlich (u. deshalb
unsinnig) »Da hast du aber eine selbst¬
mörderische Idee!«
Selbstjmord|ge|dan|ke: der; -n; -n (m.
PI.) den Gedanken hegen, sein Leben
willentlich selbst zu beenden »Viele
schwerkranke Menschen hegen Selbst¬
mordgedanken.«
selbst|mord|ge|fähr|det: Adj. (Psycho¬
logie) sich in einer nicht stabilen psy¬
chischen Verfassung befindend u. sich
dadurch mit Selbstmordgedanken
tragend »Besonders depressive Patien¬
ten sindselbstmordgefahrdet.«
Selbst|mord|ver|such: der; -(e)s; -e
Maßnahmen, sein Leben selbst, wil¬
lentlich zu beenden
selbst|re|dend: /fdv.[ugs.; veralt.] na¬
türlich, selbstverständlich; sich aus
sich selbst verstehend »Selbstredend
werde ich kommen.«
1050
Selektion
Selbst|re|fle|xi|on —* Selbst|re|f|le|xi|-
on: die; - ; -en Nachdenken über die
eigene Person
Selbst|schuB|anpa|ge —» Selbst|-
schuss|an|la|ge: die; - ; -n falienartig
angebrachte Apparatur zur Siche¬
rung von Grundstücken od. Grenz¬
anlagen, bei der durch Berührung ei¬
ner unsichtbaren Vorrichtung (in grö¬
ßerer Entfernung von der Waffe) ein
Mechanismus ausgelöst wird, der ei¬
nen selbständigen Abschuß der Pa¬
trone aus einer od. mehreren Schu߬
waffen in die Richtung des Auslösers
bewirkt
Selbstschutz: der; -es; - <Psychologie>
menschlicher Mechanismus zur Si¬
cherung u. Abschirmung der eigenen
Persönlichkeit gegen negative Ein¬
flüsse (z. B. gegen emotionale Kälte)
durch besondere Verhaltens- od. Ver¬
drängungsformen
selbst|si|cher: Adj. Selbstbewußtsein
besitzend; überzeugend u. ichbewußt
vor anderen auftretend »Sie hatte im¬
mer ein selbstsicheres Auftreten.«
Selbst|sHcher|heit: die; - ; - Souveräni¬
tät u. sicheres Auftreten einer Person
durch ausreichendes Selbstbewußt¬
sein
—> selbstständig: s. selbständig
—> Selbst] stän|di|ge: s. Selbständige
—» Selbst|stän)dig|keit s. Selbständig¬
keit
selbst[süch|tig: Adj. nur auf den eige¬
nen Vorteil bedacht; egoistisch »Das
ist eine selbstsüchtige Entscheidung.«
Ant.: selbstlos
selbst(tä|tig: Adj. n. stg. 1 wie ein Auto¬
mat arbeitend (z. B. durch einen ein¬
gebauten Mechanismus) »Das Gara¬
gentor schließt sich nach drei Minuten
selbsttätig.« 2 [selten] aktiv, ohne äu¬
ßeren Ansporn handelnd
Selbsttäuschung: die; - ; -en das
Nicht-Eingestehen einer Sache (meist
unangenehmer Art) sich selbst gegen¬
über; Entwicklung, Besitz falscher
Vorstellung von sich »Er gab sich je¬
doch keiner Selbsttäuschung hin.«
Syn.: Selbstbetrug
Selbstüberschätzung —> Selbstjü|-
~ber|schät|zung: die; - ; -en a) über¬
höhte Einschätzung der eigenen Fä¬
higkeiten u. Werte durch ein stark
überhöhtes Selbstbewußtsein b) [ugs.;
scherzh] jmd. leidet an Selbstüber¬
schätzung: jmd. hat die schon beina¬
he krankhafte Angewohnheit, seine
eigenen Fähigkeiten u. Werte ständig
überzubewerten
Selbst|überjwin|dung —> Selbst|ü|ber|-
win|dung: die; - ; -en 1 (Psychologie)
Bezwingen von eigenen Widerstän¬
den (Hemmungen, Ängsten, Abnei¬
gungen, Lustlosigkeiten), die sich im
Inneren des Individuums gegen etw.
od. jmdn. stellen 2 jmdn. kostet etw.
Selbstüberwindung: jmd. muß für
eine Handlung od. Sache seine inne¬
ren Widerstände erst abbauen »Es ko¬
stete sie viel Selbstüberwindung, ihn
um etw. zu bitten.«
Selbst|ver|ach|tung: die; - ; -en Gering-
"schätzung seiner selbst; Respektlosig¬
keit vorder eigenen Person
Selbst|veijant|wo>]tung: die; - ; -1 Ver¬
antwortungsgefühl sich selbst gegen¬
über 2 Verantwortungsbewußtsein
für die eigenen Handlungen
Selbst)ver|bren|nung: die; -; -en Selbst¬
mord, bei dem sich jmd. selbst ver¬
brennt (z. B. durch Übergießen mit
Benzin u. anschließendes Anzünden)
selbst|verjdient —» selbst veijdient
~Adj. n. stg. meist Geld> durch eigene
Aktivitäten erzielt, verdient
selbst|verjges|sen: Adj. [geh.] gedank¬
lich in sich vertieft u. dadurch die
U mwelt nicht mehr wahmehmend
Selbst|ver|leug|nung: die; - ; -en Ver¬
haltens- od. Handlungsweise gegen
eigene Gefühle, Wünsche u. persönli¬
che Bedürfnisse zugunsten anderer
Personen od. Angelegenheiten
selbstjveijliebt: Adj. gefallsüchtig; eitel;
in sich selbst verliebt (narzißtisch)
Selbst]ver|pfle|gung: die; - ; - (Touris¬
mus) Beschaffung von Nahrungsmit¬
teln auf eigene Kosten »In diesem
Jahr macken wir Urlaub mit Selbstver¬
pflegung.«
selbst|ver|schul|det: Adj. n. stg. durch
eigene(n) Fehler verursacht »Jetzt be¬
findet er sich in einem selbstverschul¬
deten Konflikt.«
Selbst|vefjsoijger: der; -s; - weibl.
Selbst|ver|sor|ge|rin: die; ~ ; -nen 1
nur männl. Form Einrichtung, die
nicht auf die Zulieferung bestimmter
Güter von außen angewiesen ist »Klö¬
ster waren früher häufig Selbstversor¬
ger.« 2 a) Person, die in der Lage ist,
sich ohne industrielle Waren selbst
(besonders mit Nahrung) zu versor¬
gen (z. B. durch Halten von Nutztie¬
ren u. landwirtschaftlichen Anbau
von Obst u. Gemüse) b) (Tourismus)
[ugs.] Person, die sich Nahrungsmittel
auf eigene Kosten beschafft »In die¬
sem Jahr sind wir Selbstversorger, dem
Reiseveranstalter zahlen wir nur die
Kosten für Flug u. Unterkunft.«
selbst|veijständ|lich: I Adv. ohne Frage;
natürlich; klar; ohne Zweifel »Zu dir
werden wir selbstverständlich kom¬
men.« II Adj. ohne notwendige Be¬
gründung; in sich selbst begründet
Selbst|ver|ständ|Kcti|keit: die; - ; -en
ITatsache, Handlungsweise o. ä., die
keiner Erklärung od. Begründung be¬
darf »In unserer Zeit sollte Umwelt¬
schutz eine Selbstverständlichkeit
sein.« 2 a) Bedenkenlosigkeit; Unbe¬
fangenheit b) mit größter Selbstver¬
ständlichkeit etw. tun: ohne jegliche
Bedenken handeln »Mit größter
Selbst Verständlichkeit beanspruchte
sie das Recht, vorn zu sitzen.«
Selbst]versuch: der; -(e)s; -e Experi¬
ment am eigenen Körper zur Lösung
von Forschungsfragen »Der letzte
Selbstversuch mit dem neuen Medika¬
ment ist erfolgreich gewesen.«
Selbst|ver|tei|di|gung: die; ~ ; -en 1 die
mündliche od. schriftliche Verteidi¬
gung der eigenen Person z. B. nach
persönlicher Kritik 2 eine der Sport¬
arten, die durch bestimmte Körper¬
techniken waffenlose Verteidigung
lehren (z. B. Judo) 3 (Rechtsw.) Ver¬
teidigung der eigenen Person vor ei¬
nem Gericht ohne Anwalt
Selbst|ver]wal|tung: die; - ; -en Wahr¬
nehmung u. Erfüllung von Aufgaben
durch gewählte Vertreter auf Zeit (z.
B. in Verbänden)
Selbst|wähl|fern|dienst: der; -(e)s; -e
~Postw.> (Möglichkeit zum) Fern¬
sprechverkehr ohne Inanspruchnah¬
me der Vermittlung
Selbst|wert|ge|fütil: das; -(e)s; -e (PI.
s.) (Psychologie) Gefühl für die Qua¬
lität der eigenen Persönlichkeit mit ih¬
ren Fähigkeiten u. Mängeln
selbst|zer[stä|re|risch: Adj.
(Psychologie) sich selbst körperlich
od. geistig schädigend (z. B. durch
krankhaftes Verhalten)
Selbst|ze>[stö|rung: die; ~ ; -en 1 (Tech¬
nik) Vernichtung eines Gegenstandes
(z. B. bei Gefahr od. nach Ablauf ei¬
ner zeitlichen Grenze) durch einen in
den Gegenstand eingebauten Mecha¬
nismus, der automatisch od. manuell
in Gang gesetzt wird 2 (Psychologie)
Selbstzufügung körperlicher od. gei¬
stiger Schäden (z. B. durch unkon¬
trolliertes Verhalten)
Selbst|zeug|nls: das; -ses; -se 1 [ugs.]
die (meist mündliche) Bewertung des
eigenen Lebens, Handelns »Er stellte
sich ein schlechtes Selbstzeugnis aus.«
2 m. PI. literarische Abhandlung eines
Dichters über sich selbst (sein Leben,
seine Gedanken usw.)
Selbst|zu|frie|den|heit: die; - ; -en 1 An¬
spruchslosigkeit, Selbstbescheidung
aufgrund der eigenen Fähigkeiten u.
Werte 2 [oft abwert.] Zustand ohne
Ehrgeiz u. Selbstkritik »Mit seiner
Selbstzufriedenheit wird er im Leben
nicht weit kommen.«
Selbst|zün|der: der; -s; - 1 etw., was
sich unter bestimmten Umständen
selbst entzünden kann 2 Dieselmotor
Selbstzweck: der; -(e)s; - Sinn, der in
einer Sache selbst liegt (ohne Bezug
auf ein äußeres Ziel) »Das Bergsteigen
betreiben viele Sportler als Selbst¬
zweck.«
Selchlfleisch: das: -(e)s; - [österr.;
bayr.] geräuchertes Fleisch
se|le|g|e|ren: dato selegierst; selegier-
test; hast selegiert [geh.; fachsprl.]
eine Auswahl treffen; etw. aussuchen
se|lek|tie|ren: dato selektierst; selektier¬
test; hast selektiert [geh.; fachsprl.] 1
für einen Zweck aussuchen 2 Lebewe¬
sen od. Dinge nach bestimmten
Merkmalen u. Eigenschaften aus ei¬
ner Gesamtheit auswählen (z. B. für
die Pflanzen- u. Tierzucht) 3 (NS-
Staat) [verhüll.] bestimmte Menschen
zur Ermordung in den Konzentrati¬
onslagern auswählen
Se|lek|ti|on: dat.-englo /selekzion/ die;
- ; -en 1 Zusammenstellung, Auswahl
»Wir müssen eine Selektion treffen,
wer ausgezeichnet wird.« 2 (Bio.) na¬
türliches Ausleseverfahren, durch
welches der Fortbestand einer Lebe¬
wesenart gesichert wird, indem die je¬
weils stärksten u. der Umwelt am be¬
sten angepaßten Individuen überle¬
ben 3 (Zool.; Bot.) durch den Men¬
schen gesteuertes Ausleseverfahren,
durch welches die Durchsetzung ge¬
netischen Erbgutes mit positiven Ei¬
genschaften für bestimmte menschli¬
che Zwecke erreicht wird (z. B. Pflan¬
zen- u. Tierzucht) 4 (NS-Staat> [ver¬
hüll.] Auswahl bestimmter Menschen
1051
selektionieren
zur Vergasung, Ermordung in den
Konzentrationslagern
se|lek|tio|nie|ren —> se|lek|tljo|nie|ren:
dato /selekzioniren/ seieklionierst; se-
lektioniertest; hast selektioniert; [geh.,
fachsprl.] 1 Lebewesen od- Dinge
nach bestimmten Merkmalen u. Ei¬
genschaften aus einer Gesamtheit
auswählen (z. B. für die Pflanzen- u.
Tierzucht) 2 <NS-Staat> [verhüll.) be¬
stimmte Menschen zur Vergasung,
Ermordung in den Konzentrationsla¬
gern auswählen
Se[lek|ti|ons|leh|re: </<w.> /selektipnß-/
die; - ; -n Lehre von der natürlichen
Auslese zur Fortentwicklung positi¬
ver Eigenschaften
se|(ek|tiv: dat.-englo /selektif/ Adj. 1
auswählend, aussondemd, zielgerich¬
tet aussuchend »Ich möchte mich se¬
lektiv über einige Berufe informieren.«
2<Funkw.> [fachsprl.] trennscharf
Se|le|no|gra|phie —> auch Se|le|noj-
gra|fie: <gr.> die; - ; - die topographi¬
sche u. physikalische Darstellung der
Mondbeschaffenheit
se)lejno|lo|gisch: Adj. n. stg. auf der
Wissenschaft beruhend, die die Be¬
schaffenheit u. Entstehung des Mon¬
des untersucht; mondkundlich
Self|serjvice: <englo /ßelfßörwiß/der;-;
- Selbstbedienung »ein Restaurant mit
Seifservice«
se]lig: Adj. ganz u. gar, vollkommen
glücklich u. zufrieden »Er war selig
über das Geschenk. • ein seliger Ge¬
sichtsausdruck«
—> se|lig prei|sen: s. seligpreisen
—> se|lig sprechen: s. seligsprechen
Se]li|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Seliger; eine Seli¬
ge; zwei Selige) a) <kath. Kirche) Per¬
son, die (nach ihrem Tod) seligge¬
sprochen (durch den Papst als religiös
verehrungswürdig ausgezeichnet)
wurde b) n. PI. «christliche Kirche>
tote Menschen, die nach dem christli¬
chen Glauben in die ewige Seligkeit
übergegangen sind c) [scheczh.; ugs.;
veralt.) verstorbene^) Mann, Frau ei¬
ner Witwe, eines Witwers, über die
der-, diejenige spricht »Mein Seliger
ging jeden Tag in den Garten.«
Sejfigfkeft: die; ~ ; - 1 «christliche Kir¬
che) Einheit mit Gott u. (Ort) himmli-
sche(r) Freude nach dem Tod 2 tief
empfundenes Glücksgefühl »Ihre
Stimmung war voller Seligkeit.« 3
[ugs.; veralt.j von einem Sieg hängt
doch nicht die Seligkeit ab: man muß
nicht auf jeden Fall immer gewinnen;
es gibt etw. Wichtigeres 4 in Seligkeit
schwimmen: äußerst glücklich sein,
z. B. verliebt sein »Seitdem sie ihn
kannte, schwamm sie in Seligkeit.«
se]lig|prei|sen—> sejlig preijsen: preist
selig; priesest selig; hast seliggepriesen
—*hast selig gepriesen<— 1 «kath.
Kirche) geloben, die ewige Seligkeit
zu empfangen 2 [emotional] etw. od.
jmd. als überglücklich erklären
Se|Ug|prei|sung: die; - ; -en «kath. Kir¬
che; Berpre«figt> die Seligkeit verhei¬
ßen am Ende des Lebens u. der Welt
se|lig|spre|chen —» se|lig sprachen:
spricht selig; sprach selig; hat seligge¬
sprochen —*hat selig gesprochen<—
«kath. Kirche) einer verstorbenen Per¬
son eine lokal begrenzte religiöse Ver¬
ehrung einräumen durch den päpstli¬
chen Akt der Seligsprechung (nach
Überprüfung des Lebenswandels der
Person u. des Nachweises von minde¬
stens zwei Wundern); beatifizieren
Sel|le|rie: <gr.-lat.-fr.-ito der; -s; -(s) u.
fösterr.J die; ~; - u. -n Doldenge¬
wächs mit gefiederten, würzig duften¬
den Blättern u. eßbarer Wurzel, die
als Gemüse u. Gewürz verwendet
wird
sollten: Adj. 1 nicht häufig, nicht oft
vorkommend, sondern nur in kleiner
Anzahl vorhanden »Diese Vögel kom¬
men nur noch selten vor.« 2 «versO
[ugs.] besonders »Sie ist aber auch sel¬
ten dämlich!« 3 seltener Vogel: [ugs.]
komische, seltsame Person
Sel|ten|erd|mejtall: das; -s; -e «Chemie)
Metall, das kaum auf der Erde zu fin¬
den ist (z. B. Scandinum)
Sel|ten|heit: die; -; -en 1 Außergewöhn¬
lichkeit; Besonderheit »In unserer
Wohngemeinschaft ist Fleisch auf dem
Mittagstisch eine Seltenheit, denn wir
sindfast alle Vegetarier.« 2 etw. kaum
Vorkommendes, wenig Vorhandenes;
Knappheit »Es ist eine Seltenheit, daß
ich ins Kino gehe. ♦ Diese Hunderasse
ist eine Seltenheit.«
Se!|ten]heits|wert: der; -(e)s; - etw.,
was nur durch sein geringes Vorkom¬
men od. seine Außergewöhnlichkeit
einen besonderen Wert hat
Sel|ters: Kurzw. die u. das; - ; -
Selterswasser = l. Mineralwasser mit
Kohlensäure aus der Mineralquelle in
Niederselters im Taunus 2. [ugs.;
landsch.] allgemeine Bezeichnung für
Mineralwässer verschiedener Sorten
Sel|ters|fla|sche: die; - ; -n a) Glas- od
Plastikflasche mit kohlensäurehalti¬
gem Wasser aus Niederselters im
Taunus b) [ugs.; landsch.] Glas- od
Plastikflasche mit Mineralwasser
selt[sam: Adj. von ungewöhnlicher, ei¬
genartiger, nicht ganz normaler,
merkwürdiger Beschaffenheit; schwer
verständlich; vom Üblichen, der
Norm abweichend »ein seltsamer
Kerl«
selt|sa|mer]wei|se: Adv. ungewöhnlich;
merkwürdig; sonderbar (z. B. eine
Sachlage) »Er hat seltsamerweise zwei
verschiedenfarbige Strümpfe an.«
Selt|sam|keit: die; - ; -en 1 Merkwür¬
digkeit; Sonderbarkeit; Befremdlich-
keit, z. B. bei einem Vorgang od. im
Aussehen von etw. od. jmdm. »Das
alte Schloß war voller Seltsamkeiten.«
2 o. PI. ungewöhnliches Verhalten
Sem: <gr.> das; -s; -e «Sprachwiss.) klein¬
ste sprachliche Grundeinheit hin¬
sichtlich der Bedeutung eines Wortes;
mehrere Seme dienen der Beschrei¬
bung der Gesamtbedeutung eines
Wortes od. sprachlichen Ausdrucks
in Lexikoneinträgen »Das Wort
'Mädchen' enthält die Seme ’weiblich'
u. 'nichterwachsen'.«
Se|man|tem: das; -s; -e «Sprachwiss.) in¬
haltliche (semantische) Grundeinheit
eines Lexikoneintrages, Syn.: Lexem
Se|man|tik: <gr.> die; - ; -1 «Sprachwiss.)
Teilgebiet der Sprachwissenschaft,
Lehre von der Bedeutung u. Wand¬
lung der Wörter 2 [fachsprl.] allge¬
meine Lehre von der Bedeutung u.
Wandlung von Zeichen u. Symbolen
als Denkinhalte einer Gesellschaft
od. Wissenschaft, Syn.: <1> [veralt.]
Semasiologie
se|manftisch: Adj. n. stg. «Sprachwiss.)
die inhaltliche Bedeutung eines Zei¬
chens od einer Zeichenfolge betref¬
fend, Syn.; [veralt.] semasiologisch
Se|ma|sio|lo|g]e —> Se|ma|si|o|lo|gie:
die; - ; - «Sprachwiss.) [veralt.] Teilge¬
biet der Sprachwissenschaft, Lehre
von der Bedeutung u. historischen
Wandlung der Wörter, Syn.; Seman¬
tik
se|ma|sio|lo]gisch —> se|ma|si|o|ig]-
gisch: Adj. n. stg. «Sprachwiss.)
[veralt.] die inhaltliche Bedeutung ei¬
nes Zeichens od. einer Zeichenfolge
betreffend, Syn.: semantisch
Se|mem: dato das; -s; -e «Sprachwiss.)
inhaltliche Grundeinheit eines
sprachlichen Zeichens od. einer Zei¬
chenfolge, die durch Seme beschrie¬
ben wird
Se|me|ster—» Se|mes|ter: dato das; -s;
- 1 akademisches Halbjahr 2
[scherzh.; ugs.) (Studien-, Geburts-)
Jahrgang von jmdm. »Er ist ein älte¬
res Semester.«
Se|me|ster|fe|ri|en —» Se|mes|ter|fe|ri|-
en: <lat.> die; - ; ~ zwischen zwei Stu¬
dienhalbjahren liegende, vorlesungs-
u. seminarfreie Zeit für Studenten u.
Studentinnen
se|mi-/Se|mi-: dato Wortbildungsele¬
ment halb-/Halb- »Semifinale ♦ semi¬
professionell«
Se|mi|fi|na|le: dat. - ito das; -s; - u. -s
«Sport) vorletzte Runde in einem Aus¬
scheidungswettbewerb; letzte Qualifi¬
kationsrunde für den Schlußkampf
Se|mi|kp|lon: dat.-gro das; -s; -s u. (sel¬
ten) Semikola «Sprachwiss.) Strich¬
punkt (’;’) als Satzzeichen »ein Semi¬
kolonsetzen«
Se|mi|nar: das; -s; -e u. lösten, u.
Schweiz, auch] -ien a) 1 Lehrveran¬
staltung an höheren Bildungseinrich¬
tungen während eines Semesters (für
Studierende innerhalb eines Fachge¬
bietes), das von (einem) Dozenten ge¬
leitet wird, wobei die Zuhörer sich
durch Referate u. Diskussionen an
der Themenerarbeitung beteiligen 2
wissenschaftlicher Forschungsbereich
(z. B. einer Hochschule od. Universi¬
tät) mit dessen Räumlichkeiten »Ich
arbeite im germanistischen Seminar.«
3 Informations- od. Lehrveranstal¬
tungen in verschiedenen Einrichtun¬
gen (z. B. ein Weiterbildungsseminar
in einer Firma), die nur an einem od.
mehreren Tagen abgehalten werden 4
«christliche Kirche) Ausbildungsein¬
richtung für Geistliche (katholisches
Priesterseminar bzw. evangelisches
Predigerseminar) 5 Ausbildungsein¬
richtung für Lehrer bzw. Referendare
Se|mi|nar[ar|beit die; - ; -en wissen¬
schaftlicher Aufsatz zu einem Semi¬
nar <1), der bestimmte Seminarinhalte
näher untersucht
Se|mi|na|rist: der; -en; -en weibl. Se|mi|-
na|ristjin —> Se|mi|na|ris|tin: die; - ;
nen Person, die an an einem Priester-
bzw. Prediger- od. Lehrerseminar
teilnimmt u. dort ausgebildet wird
1052
Senf
se|mio|lo|gisch —> se|mi|o|lo|gisch:
<gr.> Adj. (Med.) die Lehre von den
Anzeichen einer Krankheit betref¬
fend, Syn.: symptomatologisch
Se|mip|tik —* Se|mi|qjtik: die; - ; - <gr.>
<PhiIosophie; Spracnwiss.) die Lehre
von den Zeichen u. Zeichensystemen
(z. B. Schrift, Verkehrszeichen) u. ih¬
ren Beziehungen zu dem Bezeichne-
ten
se[miojtisch —> se|mi|o|tisch: Adj. die
Lehre von den Zeichen u. Zeichensy¬
stemen (z. B. Schrift; Verkehrszei¬
chen) u. ihre Beziehungen zu dem
Bezeichneten betreffend
se|mi|per|mea|bel —* selmi|per|me|a|-
bel: dat.i Adj. <Chemie; Bio.) halb¬
durchlässig; nur auf einer Seite für be¬
stimmte Substanzen durchlässig »Der
Darm ist ein semipermeables Organ.«
Se|mrt: der; -en; -en weibl. Se|mjjtin: die;
-; -nen Person, die einer sprachlich u.
anthropologisch verwandten Gruppe
von Völkern angehört, die u. a. in
Vorderasien u. Nordafrika leben (be¬
nannt nach Sem, dem ältesten Sohn
Noahs)
se(mjjtisch: Adj. 1 auf Semiten beru¬
hend, von ihnen stammend 2 die vor¬
derasiatischen u. nordafrikanischen
Sprachen betreffend (z. B. Arabisch
od. Hebräisch)
Se|ml|vo|kal: dato der; -s; -e (Sprach-
wiss.> halbtönender Buchstabe, Syn.;
Halbvokal
Sem|mel: dato die; ~ ; -n [süddt.; österr.]
"Brötchen (in runder od. ovaler Form)
Sie aß zwei Semmeln mit Marmelade
zum Frühstück.«
sem|mel|blond: Adj. a) helle, blonde
Haare, ähnlich der Farbe einer Sem¬
mel b) mit sehr hellem Haar ausge¬
stattet
Semjmel|brö|sel: der u. f österr.J das; -s;
~ (m. PI.) [landsch.] (Stückchen) fein
zerriebene(r) Semmeln, Brötchen,
Syn.: Semmelmehl; Paniermehl
Sem|mel|knö|del: der; -s; ~ [bayr.,
österr.] <Kochk.> Kloß, der aus Sem¬
meln, Mehl, Eiern, Butter u. Gewür¬
zen hergestellt wird
Sem|(nel|mehl: das; -s; - fein zerriebene
Semmeln, Brötchen, Syn.; Semmel¬
brösel, Paniermehl
aen.: Abk. (Zusatz hinter dem Perso¬
nennamen) senior = der Ältere
$e|nan <lat.> der; -s; -e <Literaturwiss.>
(antiker) Vers, der sechs Hebungen
beinhaltet
Se|nat dato der; -(e)s; -e 1 (im antiken
Rom) Rat als Repräsentant des Vol¬
kes 2 eine Kammer, gesetzgebende
Körperschaft eines Parlaments (z. B.
in den USA) 3 Regierungsbehörde in
den deutschen Bundesländern Ham¬
burg, Bremen u. Berlin 4 <Rechtsw.>
Richterkollegium bei Obergerichten;
Entscheidungssausschuß an höheren,
deutschen Gerichten, aus mehreren
Richtern zusammengesetzt 5 akade¬
mische Verwaltungsbehörde, Körper¬
schaft an einer Universität od. Hoch¬
schule mit Entscheidungskompetenz
(aus Personen verschiedener Fachbe¬
reiche zusammengesetzt) 6 städtische
Verwaltungsbehörde in einigen Städ¬
ten
Se|na(tor: dato der; -s; Senatoren weibl.
Se|najtor|in: die; - ; -nen Person, die
in einem Senat Mitglied ist
se|na|tp]risch: Adj. n. stg. vom Senat
stammend, zu ihm gehörig
Se|nats|prä|si|denb der; -en; -en weibl.
Se|nats|prü|si]den|tin: die; - ; -nen
Vorsitzende(r) eines Senats
Se]nats]spre|cher: der; -s; - weibl. Se[-
nats|sprefchejrin; die; - ; -nen Person,
die die Beschlüsse, Ansichten u. Inter¬
essen der Mitglieder eines Senats öf¬
fentlich darlegt
Se|nats|vor|la|ge: die; - ; -n ein von ei¬
nem Senat angefertigter u. vorgeleg¬
ter Entwurf (z. B. für eine neues Ge¬
setz)
Send|bo[te: der; -n; -n 1 [veralt.J Über¬
bringer von Nachrichten 2 [poet.]
(ein) Sendbote für etw. sein: jmd. od.
etw., der/was etw. andeutet, voraus¬
schauen, erahnen läßt
Sgn|de|an|la|ge: die; - ; -n (Technik;
Rundfunk; Fernsehen) technische
Anlage, die Funksprüche, Radio- od.
Fernsehsendungen ausstrahlen kann
Sen|de|an|sta(t: die; ~ ; -en (Technik;
Rundfunk; Fernsehen) Gesamtheit
einer Einrichtung, die Rundfunk- u.
Fernsehsendungen gestaltet, einen
Fernsehsender betreibt
Sen|de|be|reich: der; -(e)s; -e a) (Tech¬
nik; Rundfunk; Fernsehen) geogra¬
phischer Bereich, in dem ein Rund¬
funk- od. Fernsehsender in Abhän¬
gigkeit von dessen Frequenz gut emp¬
fangen werden kann 2 (Technik;
Rundfunk; Fernsehen) geographi¬
scher Bereich, Region, für den/die
eine spezielle Sendung ausgestrahlt
wird, Syn.: Sendegebiet
Sen|de|ein|richthmg: die; - ; -en (Tech¬
nik; Rundfunk; Fernsehen) techni¬
sche Anlage, die Funksprüche, Ra¬
dio- od. Fernsehsendungen ausstrah¬
len kann
Sen|de|fol|ge: die; - ; -n 1 (Technik;
Rundfunk; Fernsehen) Reihenfolge
von Ausstrahlungen, Sendungen in
Rundfunk od. Fernsehen 2 Sendung,
die in Fortsezungen ausgestrahlt wird
Sen|de|ge|bieb das; -(e)s; -e (Technik;
Rundfunk; Fernsehen) geographi¬
scher Bereich, Region, für den/die
eine spezielle Sendung ausgestrahlt
wird, Syn.: Sendebereich
Sen|de|mast: der; -(e)s; -en (Technik;
Rundfunk; Fernsehen) hoher Pfahl
für die Antenne eines Rundfunk- od.
Fernsehsenders
sgn|den: sendest; sandtestjsendetest;
hast gesandtIgesendet 1 auf dem Post¬
wege jmdm. etw. schicken, zukom¬
men lassen »einen Brief senden« 2
über eine Fernseh-, Radiostation o. ä.
ausstrahlen
Sen|de|pau|se: die; * ; -n 1 (Rundfunk;
Fernsehen) Zeit, in der kein Rund¬
funk- od. Fernsehprogramm ausge¬
strahlt wird 2 [ugs.] Du hast jetzt
(erst mal) Sendepause!: Du bist jetzt
(erst mal) still! '
Sen|den der; -s; - a) (Technik; Rund¬
funk; Fernsehen) Rundfunk- od.
Femsehsendestation, die ein eigenes
Programm ausstrahlt »Ich sehe auf
meinem Lieblingssender am Abend im¬
mergute Krimis. ♦ Wenn nichts Inter¬
essantes kommt, schalte ich auf einen
anderen Sender um.« b) (Technik;
Milit.) Anlage zur Sendung von Si¬
gnalen als Informationen c) einen
Sender schlecht (herjeinbekommen:
[ugs.] einen Sender (a) unsauber, nur
mit Störungen empfangen
Sen|de|raum: der; -(e)s; -räume (Tech¬
nik; Rundfunk; Fernsehen) speziell
eingerichteter Raum in einem Funk¬
haus für Aufnahmen u. Übertragun¬
gen von Ton- u. Fernsehsendungen
Sen|de(rei|he: die; - ; -n (Rundfunk;
Fernsehen) bestimmte Anzahl von
Sendungen, die aufgrund ihrer The¬
matik zusammengehören u. nachein¬
ander ausgestrahlt werden
Sen|de|schluB—> Sen|de|schluss: der;
-Schlusses; -schlösse (PI. s.) (Rund¬
funk; Fernsehern 1 Ende einer Rund¬
funk- od. Fernsehsendung 2 das Ende
der gesamten Sendezeit eines Tages
mit anschließender Sendepause
Sen|de|ter]min: der; -(e)s; -e (Rund¬
funk; Fernsehen) vorgegebener Zeit¬
punkt für die Ausstrahlung einer Sen¬
dung, Syn.: Sendezeit
Sen|de|zei|chen: das; -s; ~ (Rundfunk;
Fernsehen) akustisches u. optisches
Signal, das in den Pausen zwischen
einzelnen Sendungen (u. bei Sende¬
schluß) als Kennzeichen für den Sen¬
der ausgestrahlt wird
Sen|de|zeit: die; - ; -en (Rundfunk;
Fernsehern a) vorgegebener Zeit¬
punkt für die Ausstrahlung einer Sen¬
dung, eines Beitrags o. ä. b) zeitliche
Ausstrahlungsdauer einer Sendung,
eines Beitrags o. ä., Syn.: (a> Sendeter¬
min
Send|ling: der; -s; -e [veralt.; noch
Schweiz.] Person, die als Bote Sen¬
dungen überbringt
Send|schrei|ben: das; -s; - [veralt.] offi¬
zielles Schreiben, das an mehrere Per¬
sonen u. auch an die Öffentlicht ge¬
richtet ist, Syn.: offener Brief
Sgn|dung: die; - ; -en 1 über Fernsehen,
Radio o. ä. Ausgestrahltes »eine un¬
terhaltsame Sendung« 2 auf dem Post¬
weg geschickte Ware o. ä. »Die Sen¬
dung an Sie ist unterwegs.« 3 o. PI.
(Religion) [geh.] göttlicher Auftrag;
Berufung; Bestimmung »Der Missio¬
nar glaubte an seine Sendung.«
Sen|dungs|be|wu6t|sein —* Sen|-
dungs|be|wusst|sein: das; -s; - [geh.]
innere Überzeugung, für sein Schick¬
sal od. für eine bestimmte (geschicht¬
lich) wichtige Aufgabe, Mission be¬
stimmt zu sein
Se)nes|zenz: dato die; - ; -
Alterungsprozeß u. die damit verbun¬
denen körperlichen Veränderungen
Senf: <gr.-lato der; -(e)s; -e 1 (Bio.) kurz
für = Weißer Senf od. Ackersenf,
eine Pflanze aus der Familie der
Kreuzblütler, mit in Schoten befindli¬
chen, gelblichen Samenkörnern, die
als Gewürz verwendet werden 2 (Ge¬
würz) gelbbraune, musige, würzig¬
scharfe Masse aus gemahlenen Senf¬
samenkörnern (u. anderen Gewür¬
zen) zur Geschmacksverfeinerung
von Speisen 3 jmd. gibt (überall) sei¬
nen Senf dazu: [ugs.; scherzh.] jmd.
gibt zu einer Sache (unaufgefordert)
seine Meinung ab 4 mach keinen lan-
1053
senffarben/senffarbig
gen Senft: [ugs.; landsch.] Aufforde¬
rung, zum Kernpunkt einer Sache zu
kommen; nicht lange u. unnütz reden
»Wenn du die Sache erzählst, dann
mach’ keinen langen Senß« Syn.: <2>
[landsch.] Mostrich; Mostert
senf|faijben/senf|farjbig: Adj. n. stg.
gelbbraun
Sen(|gas: das; -es; -e giftige, senfartig
riechende Flüssigkeit; die als(lungen-
u. hautschädigender) Giftgaskampf-
stoff(z. B. im 1. Weltkrieg) verwendet
wurde
Senf|gur|ke: die; - / -n in Gläsern kon¬
servierte geschälte u. in Stücke ge¬
schnittene Gurke, die mit Senfkör¬
nern, Essig, Zucker, Salz u. a. Gewür¬
zen eingelegt ist
Senflkorn: das; -(e)s; -körner (m. PI.)
als Gewürz verwendetes Samenkorn
des Senfs (1)
Senf|so|ße: die; - ; -n Soße als Zugabe
für Speisen, die mit Senf (2) herge¬
stellt wird
Senljtopf: der; -(e)s; -topfe Gefäß für
Senf (2) (früher meist aus Steingut od.
Ton)
Sen|ge: die (PI.) [landsch.; norddt.]
Schläge; Prügel
sen|gen: sengst; sengtest; hast gesengt 1
"heiß sein; Hitze ausstrahlen 2 etw.
leicht verbrennen 3 die letzten Haare
u. Federn gerupften Geflügels über
einer Flamme abbrennen 4 sengen u.
brennen: [veralt.] etw. ausplündem u.
durch Feuer zerstören
se|nll: </at.> Adj. 1 [geh.; oft abwert.]
körperlich u. geistig altersschwach;
vergeßlich u. sich kindlich verhaltend
»Unser Opa wird senil.« 2 <Med.> mit
hohem Lebensalter zusammen¬
hängend »Der Mann hat eine senil be¬
dingte Sehschwache.«
Se|ni|li|tät: <lat.> die; - ; - [geh.; oft
abwert.] mit geistiger Verwirrung ver¬
bundene Altersschwäche
Se|ni|or der; -s; Senioren weibl. Se|nio|-
rin —» Se|ni]o|rin: die; - ;_-nen 1 Per¬
son,..die älter ist; der/die Älteste; der/
die Ältere 2 [scherzh; jugendsprl.] Be¬
zeichnung des Vaters durch das Kind
»Mein Senior (= Vater) ist noch
ziemlich fit!« 3 [kaufmannssprl.] der
ältere Geschäftsinhaber 4 <Sport> Per¬
son, die bedingt durch ihr Alter in die
Altersklasse der Senioren eingestuft
wird 5 der od. die Älteste in einer Per¬
sonengruppe
se|ni|or <lau Adj. n. deki; hinter Perso¬
nennamen (gesetzt) der od. die Ältere
betreffend (Unterscheidung von zwei
od. mehreren Personen, z. B. Vater u.
Sohn, besonders zur Unterscheidung
bei gleichen Vor- u. Zunamen) »Vor
dreizehn Jahren hat Herr Meier senior
die Firmenleitung übernommen.«
Ant.: junior
Se|ni|or|chef: der; -(e)s; -s weibl. Se|ni|-
oijche|fin: die; - ; -nen
[kaufmannssprl.] älterer od. älteste(r)
Geschäfts- od. Firmeninhaber(in)
von zwei od. mehreren Inhabern (z.
B. zur Unterscheidung vom Sohn, der
als Juniorchef in der Firma mitarbei¬
tet)
Se|niojnen|heim —» Se|ni|o|ren|heim:
das; -(e)s; -e staatliche od. private
Einrichtung mit Pflegepersonal für
ältere Menschen, die dort leben, be¬
treut u. versorgt werden, Syn.: Alten¬
heim
Se|nio|ren|wohn|heim —* Se|ni|p|ren|-
wohn|heim: das; -(e)s;-e Einrichtung
mit Kleinwohnungen u. oft auch kul¬
turellen Angeboten speziell für ältere
Menschen, die dort leben (u. betreut
u. versorgt werden), Syn.: Alten¬
wohnheim
senk.: Abk. senkrecht
Senk|blei: das; -(e)s; -e <Bauw> kleines,
kegelförmiges, an einer Schnur hän¬
gendes Gewicht aus Blei (etwa 16 g)
o. a. Metall, welches durch sein Ge¬
wicht die Schnur in der Senkrechten
hält u. zur Bestimmung dieser benutzt
wird »Die Wand muß mit dem Senk¬
blei ausgerichtet werden.« Syn.: Senk¬
lot; Lot
Sen|ke: die; - ; -n <meist Geographie)
tiefer gelegener Teil einer Landschaft,
eines Grundstücks; Bodenvertiefung
»In der kleinen Senke sammelte sich
das Regen wasser.«
Sen|kel: der; -s; - 1 kurz für Schnürsen¬
kel — Band zum Zubinden von Schu¬
hen
sen|ken: senkst; senktest; hast gesenkt 1
nach unten bewegen »Er senkt den
Blick.« 2 niedriger machen; reduzie¬
ren; veringern; vermindern; herabset¬
zen »den Wasserspiegel senken ♦ die
Preise senken«
Son|ker der; -s; ~ 1 <Technik> Werk¬
zeug, das einem Bohrer gleicht u. be¬
reits vorgebohrte Löcher erweitert 2
<Fischerei> Kugel aus Stein od. Blei
zum Beschweren des (Fang-)Netzes 3
<Bio.> a) Pflänzling b) Pflanzenteil von
Schmarotzerpflanzen, der in die
Wirtspflanze eindringt
Senk|fuß: der; -es; -fuße <Med.> Sen¬
kung der inneren Längsfußwölbung,
Syn.: Plattfuß
Senk|gru|be: die; - ; -n <Bauw.> Vertie¬
fung, die mit Zement ausgekleidet ist
u. der Aufnahme von Fäkalien dient,
Syn.: Abortgrube
Senk|ka|sten —> Senk|kas(ten: der; -s;
-kästen «Technik) Kasten aus Stahl
od. Beton, der unten offen ist u. durch
erhöhten Druck der Innenluft Unter¬
wasserarbeiten ermöglicht
Senkjlot: das; -(e)s; -e <Bauw.> kleines,
kegelförmiges, an einer Schnur hän¬
gendes Gewicht aus Blei (etwa 16 g)
o. a. Metall, welches durch sein Ge¬
wicht die Schnur in der Senkrechten
hält
senk|recht: Adj. senkrechter; senk¬
rechteste 1 n. stg. gerade in die Höhe
verlaufend »Ziehen Sie eine senkrech¬
te Linie in der Mitte des Blattes!« 2
[Schweiz.; ugs.] in der Art u. vom
Charakter her ehrlich, aufrecht u.
rechtschaffen
Sgnk|rech|te: die; -n; -n a) eine Linie,
die im rechten Winkel (90°) auf od. zu
einer anderen Linie steht b) «Geo¬
metrie) Lot
Senk|recht|start: der; -(e)s; -s Start, bei
dem ein Luftfahrzeug, Flugzeug,
Hubschrauber senkrecht vom Boden
abhebt
Senk|recht|star|ter: der; -s; - weibl.
Senk|recht)star(te|rin: die; - ,■ -nen 1
nur männl. Form Luftfahrzeug, Flug¬
zeug, Hubschrauber, das/der senk¬
recht vom Boden abhebt 2 [ugs.] Per¬
son, Sache, die sehr schnell großen
Erfolg hat »In seinem neuen Beruf ist
er ein Senkrechtstarter.«
Sen|kung: die; - ; -en 1 o. PI. «Geogra¬
phie) Absinken nach unten durch Ak¬
tivitäten im Erdinneren (z. B.
Vulkanaktivität) 2 Tieferlegung; Ge¬
fälle »Beim Bau dieser Straße muß
eine Senkung eingeplant werden.« 3
Verringerung; Verkleinerung (z. B.
der Steuern; der Mieten) 4 «Literatur-
wiss.; Verslehre) unbetonte Wortsilbe
in einem Vers 5 <Med.> kurz für Blut¬
senkung = Blutentnahme für die
Messung der Geschwindigkeit des
Herabsinkens der roten Blutkörper¬
chen im Blut
Senk|waa|ge: die; - ; -n «Physik) Gerät
zur Messung von Dichte od. Gewicht
von Flüssigkeiten, Syn.: [fremdsprl.]
Aräometer
Senn/Sen|ne: der; Sem(e)s; Sennen
weibl. Sen|ne: die; - ; -n/Sen|nin: die;
- ; -nen [österr.; Schweiz.; bayr.] Per¬
son, die als Almhirt(in) Butter u.
Käse aus Milch herstellt
Sen|ne: die; ~ ;-n 1 [österr.; bayr.] Alm¬
weide 2 o. PI. [landsch.] Heideland
sen|nen: sennst; senntest; hast gesennt
[österr.; bayr.j Butter u. Käse Herstel¬
len
Sen|ner. der; -s; - weibl. Sen|ne|rin: die;
- ; -nen [österr.; Schweiz.; bayr.] Per¬
son, die als Almhirt(in) Butter u.
Käse aus Milch herstellt
Sen|ne|rei: die; -; -en [österr.; bayr.] Be¬
trieb auf der Älm, in dem Butter u.
Käse aus Milch hergestellt wird, Syn.:
Sennwirtschaft
Sen|nes|pflan|ze: <lat.-arab.> die; ~ ; -n
Heilpflanze aus einer tropischen Gat¬
tung der Mimosengewächse, deren
gefiederten Blätter für Tee mit abfüh¬
render Wirkung genutzt werden;
Kassie; Kassia
Senn|hüt|te: die; - ; -n [österr.; bayr.]
Hütte auf der Alm
Serm|wirt|schaft: die; - ; - [österr.;
bayr.] Betrieb auf der Älm, in dem
Butter u. Käse aus Milch hergestellt
wird, Syn.: Sennerei
Sen|sa|ti|on: <lat.-fr.> /sensaziort/ die; ~ ;
-en Aufsehen erregendes Ereignis,
Phänomen o. ä. »Lindberghs Atlanti¬
küberquerung wareine Sensation.«
sen|sa|tio|nell —* sen|sa|ti|o|nelfc </r.>
/sensazionell/ Adj. unerwartend,
plötzlich uTspektakulär
Sen|safti|ons|be|dürf|nis: /sensazionß-/
das; -ses; -se [abwert.] Gelüst, Gier;
Sucht nach aufsehenerregenden Ge¬
schehnissen
Sen|sa|ti|ons|gier: /sensazionß-/ die; - ;
- [abwert.] Gelüst, Bedürfnis, Sucht
nach aufsehenerregenden Gescheh¬
nissen »Die Sensationsgier mancher
Menschen ist grenzenlos.«
Sen|sa|ti|ons|mel|dung: /sensazionß-/
die; - ; -en spektakuläre, viel Aufse¬
hen erregende Nachricht, z. B. in der
Zeitung
Sen|sa{ti|ons|pres|se: /sensazionß-/ die;
-; -n [abwert.] Zeitungswesen, das be¬
sonders intensiv über außergewöhnli¬
che Ereignisse u. Privates (von promi¬
nenten Personen) mit Übertreibun-
1054
Septimaner
gen Bericht erstattet, Syn.: Regenbo¬
genpresse
Sen|sa|ti|pns|pro|zeB —> Sen|sajti|-
pns|pro|zess: /sensazionß-/ der; -pro¬
zesses; -prozesse Gerichtsverfahren,
das aufgrund seiner Teilnehmer u.
des außergewöhnlichen, spektakulä¬
ren Inhalts mit viel Propaganda in
der Öffentlichkeit ausgetragen wird
Sen|sa|ti|pns|sucht: /sensazionß-/ die;
- ; - [abwert.] Gelüst; Bedürfnis; Gier
nach aufsehenerregenden Gescheh¬
nissen
Sen|se: die; - ; -n <Landwirt.> Gerät aus
einem langen Stab mit zwei Haltegrif¬
fen und einer quer, im 90°-Winkelbe-
festigten, ausladenden, gebogenen
Klinge zum manuellen Mähen von
Gras od. Getreide »Früher wurden die
Felder mit einer Sense geschnitten.« 2
jetzt ist (endlich) Sense!; [ugs.] ge¬
nug, Schluß jetzt!
sen|sen: senst; senste; hast gesenst
<Landwirt.> abschneiden (manuell)
von Gras od. Getreide mit Hilfe einer
Sense
Sen|sen|blatt das; -(e)s; -blätter ge¬
krümmtes Schneidmesser an einer
Sense
Sen|sen|mann: der; -(e)s; -männer 1
[veralt.] Mann, der mit einer Sense
Getreide od. Gras mäht 2 o. PL
[poet.; verhüll.] Personifizierung des
Todes
sen|s|]bel: dat.-fr.> Adj. sensibler; sensi¬
belste (im Gemüt, in der Wesensart)
empfindlich, empfindsam, feinfühlig
»ein sensibler Mensch«
Sen|si|bi|li|sattoR dat.> der; -s;
Sensibilisatoren (Photographie) Farb¬
stoff, der zur Erhöhung der Sensibili¬
tät bei fotografischen Schichten für
gelbes u. rotes Licht dient
sen|si|b!|li|sig|ren: sensibilisierst; sensi¬
bilisiertest; hast sensibilisiert 1 jmdn.
od. etw. für etw.(z. B. für Reize od.
Eindrücke) empfindlich machen
»Durch ihre Blindheit ist ihr Tastsinn
sensibilisiert worden.« 2 (Photogra¬
phie) fotografische Schichten für
Licht bestimmter Wellenlänge emp¬
findlich machen 3 (Med.) einen Orga¬
nismus gegen Antigene empfindlich
machen, um so die Bildung von Anti¬
körpern zu fördern
Sen|si|bi|ii|sie|rung: <lat.-fr.> die; - ; -en
1 a) (Med.) natürliche Fähigkeit des
Organismus zur Bildung von Anti¬
körpern b) künstliche Anregung des
Organismus zur Bildung von Anti¬
körpern wie bei der Impfung 2 das
Empfindlichmachen von jtndm. für
etw. »Die Sensibilisierung der Men¬
schen fiir die Umwelt ist ein Ver¬
dienst.«
Sen|si|bi|li|tät: (lat.-fr.> die; - ; - a) (We¬
sensart; Gemüt) Empfindsamkeit;
Feinfühligkeit »ein Mensch von gro¬
ßer Sensibilität« b) <Med.; Psycholo¬
gie) Fähigkeit des Organismus, Ge¬
fühls- u. Sinnesreize aufzunehmen 3
(Photographie) empfindlich gegen¬
über Licht
senfsi|tiv: <!at.-frz.> /sensitif/ Adj. [geh.]
feinfühlig; überempfindlich; schnell
reizbar »Das Kind hat eine sensitive
Haut.«
Sen|si|ti|vi|tät: llat.fr.> /sensitiwität/
die; - ; - Feinfühligkeit; Überemp¬
findlichkeit
Sen|si|vi|täts]trai|ning: /sensitiwitätß-/
das; -s; - (Psychologie) Therapieme¬
thode in Gruppen, die Gefühlshem¬
mungen beseitigen soll
Sen|so|mo|to|rik/Sen|so|mojto|rik: die;
- ; - (Med.) Zusammenspiel von Sin-
neswahmehmungen u. Bewegungsab¬
läufen
Senjsor: da t.-engl.> der; -s; Sensoren
(Technik) Meßfühler
sen|sp|risch: Adj. n. stg. (Med.) die
Sinne, Sinnesorgane betreffend, ih¬
nen zuzuordnen »Nach dem Schlag¬
anfall hatte er sensorische Störungen.«
Sen|soijta|ste —» Sen|sor]tas|te: die;
- ; -n (Technik) elektronische Schalt¬
vorrichtung, die durch einen einge¬
bauten Meßfühler, Sensor auf Berüh¬
rungen reagiert
sen|su|ell: dat.fr.> Adj. 1 [geh.] die
Wahrnehmung, die Sinne betreffend
2 mit den Sinnen spürbar 3 [geh.; ver¬
alt.] sinnlich
Senjtenz: dat.> die; - ; -en 1 [geh.] allge¬
meingültiger Urteils-, Sinnspruch,
der kurz u. treffend formuliert ist 2
(Rechtsw.) [veralt.] Richterspruch 3
(Kirche) grundlegender theologischer
Lehrsätze (z. B. aus der Bibel)
sen|tenz{ar(tig: <frz.> Adj. a) [geh.]
knapp, treffend u. sinnhaft b) viele
Urteils-, Sinnsprüche enthaltend
sen|tenz|haft Adj. sentenzhafter; sen-
tenzhajteste a) [geh.] knapp, treffend
u. sinnhaft b) viele Urteils-, Sinnsprü¬
che enthaltend
sen(ti|men|tal: dai.fr.-eng}.> Adj. in der
Wesensart od. in bestimmten Stim¬
mungen, Launen gefühlvoll, emp¬
findsam, rührselig
Sen|ti|men|ta|le: <engl.> die; -n; -n
Schauspielerin, die die Rolle einer ju¬
gendlichen, empfindsam-romanti¬
schen Liebhaberin übernimmt
Sen|ti|men|ta|li|tät: <engh die; - ; -en 1
o. PI. extreme Empfindsamkeit, die
über Rührseligkeit oft zu Traurigkeit
führt 2 überschwengliche Gefühlsäu¬
ßerung
sen|za: <it.> Adv. (Musik) ohne etw.
sep.: Abk. separat
se|pa|rat: dat.> Adj. n. stg. gesondert;
einzeln; getrennt
Se|pa|rat|ein|gang: der; -(e)s; -eingänge
gesonderter Eingang, durch den man
bestimmte Räumlichkeiten erreichen
kann »Ich wohne in einem Haus mit ei¬
nem Separateingang zu meiner Woh¬
nung.«
Se|pa|rattfrie|de(n): dat.fr.-engl.> der;
-s; - Friedensabkommen, das ein
Staat, eine Partei einseitig, mit nur ei¬
nem von mehreren Gegnern ab¬
schließt
Se|pa|ra|ti|pn: dat.> /separazion/ die; - ;
-en 1 [geh.] Absonderung 2 (Pol.) Ge¬
bietsabtrennung
Se|pa|ra|tis|mu3: dat> der; - ; - 1 a)
(Pol.) Streben nach Loslösung eines
Gebietes aus dem Staatsverband b)
Streben nach religiöser u./od. geisti¬
ger Unabhängigkeit 2 Geisteshaltung
für die Beibehaltung, Einführung der
Rassentrennung
Se|pa|ra|tist: dat.fr.-engh der; -en; -en
weibl. Sefpa[rajti|stfn —* Se|pajra|-
tis|tin: die; - ; -nen [oft abwert.] Per¬
son, die nach Trennung, Absonde¬
rung auf geographischer, religiöser
od. geistiger Ebene strebt
Sejpajrajtor: der; -s; Seperatoren
(Technik) Gerät, das verschiedene Be¬
standteile von Stoffgemischen von¬
einander trennt (z. B. eine Zentrifu¬
ge), Syn.; Scheider
Selpalröe —> auch Selpalree: dat.-fr.>
das; -s; -s Sonderraum, Nische in ei¬
nem Lokal »Siegingen ins Separee.«
se|pa|rje|ren: dat.-fr.> separierst; sepa¬
riertest; hast separiert 1 [fachsprl.]
etw. (z. B. Stoffgemische) trennen 2
[veralt.] jmdn., etw., sich absondem
Se|pia: dat.-gr.> die; - ; Sepien fsep^nj 1
Lebewesen der Gattung der Tintenfi¬
sche, die einen grau- bis schwarzbrau¬
nen Farbstoff produzieren; Sepie;
Kuttelfisch 2 o. PI. grau- bis schwarz¬
brauner Farbstoff, der aus dem Drü¬
sensekret der Sepia gewonnen wird
se|pia|braun —» se|pi|a|braun: Adj. n.
stg. grau- bis schwarzbraun, entspre¬
chend dem Farbstoff, der aus dem
Drüsensekret der Tintenfische ge¬
wonnen wird
Se|pia|zeich|nung —» Se]pi|a|zeich|-
nung: die; - ; -en Pinsel- od. Feder¬
zeichnung mit sepiabrauner Tinte od.
Tusche
Sep|pei|ho|se/Seppl|ho|se: die; - ; -n
[landsch.] kurze Lederhose (auch als
Bestandteil einer (bayrischen)
Tracht), die mit Hosenträgern ausge¬
stattet ist
Sep|pel|hut/Seppl|hut' der; -(e)s; -hüte
[landsch.} Herrenhut, der mit Gems-
bart u. Zierband geschmückt ist (auch
als Bestandteil einer (bayrischen)
Tracht)
Sep|pu|ku: <jap.> das; ~ u. -s; -s feierlich
begangener Selbstmord japanischer
Adliger mit einem Schwert, Syn.; Ha¬
rakiri
Sepjsis: <gr.> die; -; Sepsen (Med.) Blut¬
vergiftung
Sept: Abk. September
Sep|ta: dat.> die (PI.) (Med.; Bio.)
Scheidewand in einem Organ (z. B. in
der Nase)
Sept|ak|kord: dat.> der; -(e)s; -e
(Musik) kurz für Septimenakkord =
Zusammenklang aus Grundton,
Terz, Quinte u. Septime
Sep|tem|ber: der; -s; - neunter von
zwölf Monaten des Jahres; Monat
zwischen August u. Oktober mit 30
Tagen
Sepjte|nar: dat.> der; -s; -e (Literatur-
wiss.; Verslehre) achthebiger Vers, bei
dem der letzte Versfuß, die kleinste
rhythmische Einheit eines Verses aus
mindestens einer Hebung u. einer
Senkung, unvollständig bleibt
Sep|tett: dat.-it.> das; -(e)s; -e (Musik)
a) Musikstück für sieben Soloinstru¬
mente od. sieben Gesangsstimmen b)
Künstlergruppe, die aus sieben Perso¬
nen besteht
Sep|tim/Sep|time: die; - ; -n (Musik)
siebter Ton einer diatonischen Ton¬
leiter, darauf beruhendes Intervall
Sep|ti|ma|ner: der; -s; - weibl. Sep|ti|-
ma|ne|rin: die; -; -nen [österr.; veralt.]
1055
Septime/Septim
Schülerin) im siebten Schuljahr eines
Gymnasiums (11. Klasse)
Sepftime/Septtim: die; • ; -n «Musik)
siebter Ton einer diatonischen Ton¬
leiter, darauf beruhendes Intervall
sep|tisch: <gr.-lato Adj. n. stg. <Med.> 1
eine Blutvergiftung betreffend 2 nicht
ohne Keime, Ant.: <2> antiseptisch
Sep|to]le: <lat. - ito die; ~ ; -n <Musik>
Folge von sieben Noten mit einem
Takt wert von vier, sechs od. acht No¬
ten
se|quens: dato /sekwenß/ Adj. [veralt.]
folgend
se|quen|tes: <lat.> /sekwentes/ Adj. [ver¬
alt.] folgende
Sejquenz: <Iat.> /sekwenz/ die; - ; -en 1
<Religion> liturgischer Gesang 2 «Mu¬
sik> Wiederholung eines Motivs 3
kleinere Handtungseinheit in einem
Film 4 Aufeinanderfolge 4 <EDV> An¬
einanderreihung von Befehlen für ei¬
nen Computer
se|quen|tlell —» auch se|quen|ziell:
/sekwenzjell/ Adj. n. stg. in einer Fol¬
ge, Reihe stehend; aufeinander fol¬
gend
Se|que|stra|ti|on —> Se|quesjt|ra|ti|on:
(lat.i /sekweßtrazion/ die; - ; -en
<Rechtsw.> Verwaltung od. Verwah¬
rung von etw. durch eine von einer
Behörde eingesetzte Person
se|que|strie|ren —-> se|ques|t|ne|ren:
dato /sekweßtriren/ sequestrierst; se¬
questriertest; hast sequestriert durch
eine von einer Behörde eingesetzte
Person etw. verwalten, verwahren
Se|rajl: ipers.-türk.-it.-fro /serai/ das; -s;
-s Schloß, Palast eines orientalischen
hohen Würdenträgers
Se|ra|ph: der; -s; -e u. Seraphim u. Sera-
fim alttestamentarische Engelsgestalt
se|ra)phisch: <hebr.-lato Adj. <Religion>
in der Art eines Engels; an einen En¬
gel erinnernd
serb.: Abk. serbisch
Se|rajng|de: dat.-it.-fro die; - ; -n
<Musik> a) Komposition aus fünf bis
sieben einzelnen, nur lose miteinan¬
der verbundenen Teilen, die von ei¬
nem Orchester gespielt wird b) größe¬
re Veranstaltung, auf der vor allem
Serenaden (a) dargeboten werden
Se|re)ni|tät: dat.> die; - ; - [veralt.] (inne¬
re) Heiterkeit, Fröhlichkeit
Serjgeant: dat.-engb /ßar(t)schent/ der;
-s; -s a) «Milit.) Unteroffizier in der
(französischen, englischen) Armee b)
Polizeibeamter, -Offizier eines be¬
stimmten Dienstgrades (in angelsäch¬
sischen Ländern)
Se|ri|al: dat.-englo /ßiricl/ das; -s; -s
[fachsprl.] Serie, Folge ähnlicher (zu¬
sammengehöriger) Radio- od.
Fernsehsendungen »Das Serial läuft
schon imfiinften Jahr.«
Se|rie: dato /serb/ die; - ; -n 1 Reihe,
Folge, Gruppe gleichartiger Dinge 2
a) Radio- od. Fernsehsendung mit
mehreren Folgen b) Folge von Auf¬
sätzen, Berichten u. a. od. deren Teile
in Zeitungen, Zeitschriften c) Reihe
von Comic-Heften, Liebes-, Krimi¬
nalromanen u. a.
se|ri|e!l: dat.-fro Adj. 1 in Serie gleichar¬
tig herzustellen, zu produzieren »Das
Produkt kann in die serielle Fertigung
gehen.« 2 <EDV> nacheinander erfol¬
gend, übertragen 3 «Musik) in einer
Technik komponiert, bei der vorgege¬
bene Tonfolgen miteinander kombi¬
niert werden
Se|ri|en|anjfer|ti|gung: die; - ; -en a)
Produktion von etw. in größerer An¬
zahl, wobei sich ein Exemplar vom
anderen (fast) nicht unterscheidet b)
Produkt aus einer Serienanfertigung
Se|ri|entferjti|gung: die; - ; -en a) Pro¬
duktion von etw. in größerer Stück¬
zahl nacheinander, wobei sich ein
Exemplar vom anderen (fast) nicht
unterscheidet b) Produkt aus einer Se¬
rienfertigung
Se|ri|en|held: der; -en; -en weibl. Se|ri|-
en|hel|din: die; - ; -nen (positive(r))
Hauptfigur, Protagonist(in) einer
(Femseh-)Serie
se|rijen|mä|Big: Adj. n. stg. a) in einer
Serienproduktion (üblicherweise so)
gefertigt b) bei jedem Typ der Pro¬
duktion einer Serienfertigung ohne
Aufpreis enthalten, eingebaut o. ä.
Das Auto enthält serienmäßig zwei
Airbags.«
Sefri|en|rei|fe: die; - ; - <Wirt.> so weit
entwickelt, das es nun in einer Serien¬
fertigung produziert werden kann
Se|ri|en|schaltter: der; -s; - <Elektrot>
Schalter, mit dem eine Reihe von
elektrischen Verbrauchern gleichzei¬
tig geschaltet werden kann
Se|ri]en|schal|tung: die; - ; -en «Elek-
trot.> Stromkreis, bei dem mehrere
elektrische Verbraucher nacheinan¬
der in Reihe geschaltet sind u. ge¬
meinsam ein- od. ausgeschaltet wer¬
den
Se|ri(fe: <niederl.-engl.> die; - ; -n
«Druckw.) Querstrich, der einen
Buchstaben nach oben od. unten ab¬
schließt
se|ri)fen|los: Adj. n. stg. <Druckw.> keine
Serifen besitzend, enthaltend, Syn.:
sanserif
Se|ri|gra|phie —» auch Se|ri|gra|fie:
dat.; gro die; - ; -n Iserigrajimj
«Druckw.) a) Methode des Siebdrucks
b) etw., was im Siebdruckverfahren
hergestellt wurde
se|ri|ös: dat.-fr o Adj. seriöser; seriöseste
ernsthaft; glaubwürdig; nicht zweifel¬
haft; ernst gemeint; anständig »ein se¬
riöses Angebot«
Se|rio|si|tät —» Se|ri|o|ai|tat; dato die;
-; - Ernsthaftigkeit; Würde; Zweifels¬
freiheit »Er bezweifelte die Seriosität
des Angebots.«
Seijmon: dato der; -s; -e (PI. s.) a) [ab¬
wert.) Redeschwall; langweiliges Ge¬
schwätz; unqualifizierter Kommentar
zu etw. »Du mußt auch zu allem deinen
Sermon abgeben.« b) [veralt.] Straf¬
predigt
Se|ro|lo|ge: dato der; -n; -n weibl. Se[ro|-
lg[gin: die; - ; -nen <Med.> Arzt/Arz-
tin, der/die sich auf Serologie speziali¬
siert hat
Se|ro|lo|gie: dato die; - ; - <Med.> zu
dem übergeordneten medizinischen
Fachgebiet Immunologie gehörendes
Gebiet; Lehre von den biologischen
u. chemischen Eigenschaften der
Blutflüssigkeit sowie anderer Körper-
fiüssigkeiten
Ser|pen|ti|ne: dato die; - ; -n Schlangen¬
linie; Windung »Die Straße führte in
Serpentinen den Berg hinauf.«
Seijpen|ti|nen]stra|Be: die; • ; -n Straße
mit vielen Kurven u. Kehren an ei¬
nem Berg »Auf den Serpentinenstra¬
ßen wird mir immer übel.«
Sejrum: dato das; -s; Seren u. Sera
<Med.> a) kurz für Blutserum = kla¬
rer, wäßriger Bestandteil des Blutes,
der sich bei Gerinnung des Blutes ab¬
setzt b) kurz Jur Immunserum =
Impfstoff, der Antikörper eines
Krankheitserregers enthält
Se|rum|be|hand|ltmg: die; ~ ; -en <Med.>
Therapie, Krankheitsbehandlung mit
einem Immunserura, Serum (b)
Se|rum|kon|ser)ve: die; - ; -n <Med.>
Blutserum, das haltbar gemacht wur¬
de u. als Alternative zu (frisch) ge¬
spendetem Blut für Behandlungen
verwendet wird
Serv.: Abk. 1 Service 2 Serviette
Serve-and-Vol|ley: das; -s; • <Sport;
Tennis) Spielweise, bei der vor allem
mit starken Aufschlägen u. aggressi¬
vem Netzspiel gepunktet wird
Serjvice: dat.-fr.-englo /ßörwiß/ der u.
das; - ; -s 1 a) o. PI. Bedienung »Der
Service in diesem Restaurant ist
vorzüglich.« b) o. Pi. Kundenbetreu¬
ung 2 <Sport> Aufschlagbail (beim
Tennis)
Ser|vice: dat.-fro /ßerwiß u. ßerwij das;
- ; -s jßerwißj zusammengehörender
Geschirrsatz u./od. Gläsersatz »ein
neues Eßservice«
Ser|vice|nete /ßörwiß-/ das; -es; -e
«Wirt.) Angebot an über ein Gebiet
verteilten Werkstätten o. ä., die Re¬
paraturen an Elektrogeräten durch¬
führen od. sonstige Dienstleistungen
erbringen
serjviejren: dat.-fro /serwir*n/ servierst;
serviertest; hast serviert 1 bei Tisch
bedienen; Speisen u. Getränke auftra¬
gen »Das Abendessen wurde serviert.«
2 «Sport) den Ball aufschlagen; einen
Ball vorlegen 3 «übertr.) [ugs.] jmdm.
etw. präsentieren, erzählen
Seijvier]fräu|lefn: das; -s; - [veralt.]
Kellnerin; Serviererin
Serjvierjmädjchen: das; -s; - [veralt.]
Kellnerin; professionelle Serviererin
Serjyiefjwajgen: der; -s; - kleinerer
Tisch (mit zwei Ebenen zum Abstel¬
len von Gefäßen) auf Rollen »Er
rollte den Nachtisch auf einem Servier¬
wagen heran.«
Serjvi|et|te: dat.-fro /serwi-ette u.
serwjette/ die; - ; -n Tuch aus Stoff
od. Papier, das beim Essen zum
Schutz der Kleidung od. zum Abput¬
zen von Mund u. Fingern benutzt
wird »eine Serviette benutzen«
Seijvi|»t|ten|kloB: /serwi-etten- u.
serwjetten-/ der; -es; -klöße (Semmel-)
Knö«iel, Kloß, der in einer Serviette
o. ä. gegart wird
Ser|vi|etjtan|ring: /serwi-etten- u.
serwjetten-/ der; -(e)s; -e (Zier-)Ge-
genständ, von dem auf dem gedeck¬
ten Tisch die (Sto(T-)Serviette zusam¬
mengehalten wird .
Seijvi|li|tät: dato /serwilität/ die; - ; -en
[geh.] ä) o. PI. Unterwürfigkeit, unter¬
würfige Haltung (vor einem
1056
Sextakkord
Höhergestellten) b) unterwürfige
Handlung
Ser|vo|len|kung: /serwo-/ die; - ; -en
(Technik) hydraulisch unterstützte
Lenkung für Autos
Ser|vo|mo|tOR /serwo-/ der; -s; -en
^Technik) Motor mit der Funktion,
einen Teil einer technischen Anlage in
Bewegung zu setzen, zu halten
Seijvusl: Interj. [meist österr.; ugs.]
Wort, Floskel zum Abschied od. zur
Begrüßung
Sejsam: <gr.> der; -s; - u. (Sorten) -s a)
in Indien u. in afrikanischen Ländern
wachsendes Kraut, das helle, glok-
kenförmige Blüten hervorbringt b)
Samen der Sesams (a), die z. B. bei
der Ölgewinnung Verwendung finden
c) Sesam, öffne dich: (Zauber-)
Spruch, wenn (vergeblich) versucht
wird, etw. zu öffnen, ein Geheimnis
zu lüften o. ä.
Se]sam|brot das; -(e)s;-e Brot, das mit
Sesamkömem im Teig gebacken od.
mit Sesam bestreut ist
Sejsamjbrötjchen: das; -s; - Brötchen,
Gebäckstück, das mit Sesamkömem
im Teig gebacken od. mit Sesam be¬
streutist
Se|sam|ku|chen: der; -s; ~ Überreste
der Sesamkörner, die nach der Pres¬
sung, Ölgewinnung Zurückbleiben (u.
an das Vieh verfüttert werden)
Sg|$am|öl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e
aus (gerösteten) Sesamkömem ge¬
preßtes Öl von intensivem, aromati¬
schem Geschmack
Sas|sel: der; -s; - weiches, bequemes,
gepolstertes Möbelstück zum Sitzen
mit Rückenlehne u. meist mit Arm¬
lehnen
Ses|selj!eh|ne: die; ~ ; -n seitliche Arm¬
lehne, Erhöhung an einem gepolster¬
ten Möbelstück zum Sitzen für eine
Person »Er hatte seine Beine über die
Sessellehne gehängt.«
Ses|sel]liffc der; -(e)s; -e Vorrichtung
aus Trägem mit einem rotierenden
Stahlseil, an dem Sitze für eine od.
zwei Personen hängen, mit der Men¬
schen auf einen bzw. von einem Berg
herunter transportiert werden
s«6|haft—» sess|haft: Adj. n. stg. nie¬
dergelassen, nicht umherziehend,
sondern mit festem Wohnsitz »Die
Nomaden wurden in dem Ort seßhaft.«
Se8|haf]tig|keit —* Sess|hafjtig|keit:
die; - ; - das Belassen eines Wohnsit¬
zes an einem Ort; das Verweilen an ei¬
nem Ort für sehr lange Zeit
Ses|si|pn: <lat.> die; - ; -en [geh.] a)
Sitzungsperiode b) Saison, Sitzungs¬
periode im Karneval, der Kamevals-
vereine
Ses|sf|on: <lat.-fr.-engh /ßgschn/ die; ~ ;
-s <Musik> (spontanes, improvisiert)
Zusammenspiel von Musikern »Die
Jazzmusiker veranstalteten eine Sessi¬
on.«
Se|sterz —*■ Sesfterz: <lat.> der; -es; -e
düst.) Silbermünze im antiken Römi¬
schen Reich
Set <engh /ßät/ das u. der; - u. -s; -s 1
Satz zusammengehöriger, gleicharti¬
ger Dinge »ein Set Gläser« 2 Platz¬
deckchen für ein Gedeck 3 o. PI.
(Druckw.) Maßeinheit für die Dicke
der Monotypeschrift
Set|te|cen|to: <lat.-it.> /ßette(t)schento/
das; ~ u. -s; - das achtzehnte Jahrhun¬
dert in Kunst (u. Kultur) Italiens
Setfter: <engh der; -s; ~ Jagdhund mit
schlankem, hohem Körperbau u. röt¬
lich-braunem, seidigem Fell
set|zen: setzt; setztest; hast gesetzt 1 a)
jmdm. od. etw. eine sitzende, auflie¬
gende Position geben »einen Hut auf
den Kopf setzen« b) in seiner Position
(gut) passen »Das Kleid sitzt hervorra¬
gend.« 2 eine Pflanze in die Erde
pflanzen 3 eine Druckvorlage schaf¬
fen »den Text setzen« 4 als Funktions¬
verb »einen Brand setzen = etw. an¬
zünden, anbrennen<v» auf freien Fuß
setzen — jmdn. freilassen« 5 als Pfand
geben; um etw. spielen »Ich setzte 500
DM auf Zahl.« 6 (Sport) treffen; er¬
folgreich bei einer Aktion sein »Die
Linke, der Ball hat gesessen.« 7 jetzt
setzt es was, Hiebe, Schläge,
Prügel: [ugs.] jetzt gibt es Hiebe,
Schläge, Prügel
set|zen, sich: setzt dich; setztest dich;
hast dich gesetzt 1 eine sitzende Positi¬
on einnehmen; sich hinsetzen; Platz
nehmen »Setzen Sie sich bitte!« 2
(Flüssigkeit) sich nach unten senken,
Ant.: (1) aufstehen; (2> aufschwimmen
Set|zer: der; -s; - weibl. Set|ze|rin: die;
- ; -nen (Druckw.) Person, die beruf¬
lich Schriftsätze herstellt
Set|ze|rej: die; - ; -en (Druckw.) (Be¬
reich einer) Firma, Werkstatt, in der/
dem Schriftsätze hergestellt werden
Setz|feh|ter: der; -s; ~ (Druckw.) in ei¬
nem Text zu bemerkender Fehler, der
auf einen gegen die Anweisung, Vor¬
lage erfolgten, hergestellten Schrift¬
satz zurückzuführen ist
Setzjkajsten —> Setzjkasjten: der; -s;
-kästen a) (Druckw.) Kasten, in dem
die Buchstaben für den Bleisatz ein¬
sortiert sind b) an der Wand hängen¬
der, vom offener (Holz-)Kasten mit
vielen Fächern, Längs- u. Querabtei¬
lungen, in dem Miniaturen o. ä. aus¬
gestellt werden
Setz|lat|te: die; - ; -n (Bauw.) Brett o. ä.
mit Wasserwaage, Syn. Richtscheit
Setz|ma|$chi|ne: die; ~ ; -n 1 (Druckw.)
^Maschine, mit der ein Schriftsatz her¬
gestellt wird 2 (Bergbau) Maschine,
die das Geförderte nach spezifischem
Gewicht sortiert
Setz|waa|ge: die; ~ ; -n Wasserwaage;
Gerät zur Feststellung des Lots bzw.
der Waagerechten
Seulche: die; - ; -n 1 (Med.> (oft tödlich
verlaufende) Infektionskrankheit, die
sich schnell (u. unkontrolliert) aus¬
breitet 2 (übertr.) etw. sich schnell
Ausbreitendes, was als unangenehm
empfunden wird
Seulchenlbelkämplfunq: die; - ; - medi¬
zinische u. soziale Maßnahmen zur
Verhinderung der Entstehung u. ge¬
gen die Ausbreitung einer Seuche (1)
Seulcfienlgelfahr die; - ; -en (hohe)
Wahrscheinlichkeit in einer Situation,
daß eine Seuche ausbricht
Seulchenlherd: der; -(e)s;-e Grundlage
für die Entstehung einer Seuche; Ur¬
sprung einer Seuche
seuflzen: seufzt; seufztest; hast geseufzt.
stöhnen; durch hörbares Aus- u. Ein¬
atmen gebildeter Laut als Zeichen
von Anstrengung, Trauer, Schmerz o.
ä. »Er seufzte gequält.«
Seuflzen der; -s; - von Gefühlen, Emo¬
tionen wie Erleichterung, Verzweif¬
lung o. ä. zeugende Atmung, Lautäu¬
ßerung (ohne Worte) »Seufzer der
Enttäuschung«
Sex: dat.-engb /ßekß/ der; - u. -es; -1
sexueller, intimer körperlicher Kon¬
takt; Geschlechtsverkehr 2 sexuelle,
erotische Ausstrahlung, Anziehungs¬
kraft 3 kurz für Sexus = natürliches
Geschlecht 4 Sex and Crime: Kenn¬
zeichnung von Filmen od. Zeitschrif¬
ten mit ausgeprägt sexuellem u. kri¬
minellem Inhalt
sex.: Abk. sexuell
Sex-Ap|peal —*■ Sexjapjpeal: tengl.r
/ßäkß “pil/ der; -s; - starke erotische
Ausstrahlung
Sex|ar]ti{kel: /ßekß-/ der; -s; - im Han¬
del vertriebener Gegenstand, der als
empfindungssteigernde Stimulanz
(zum/beim Geschlechtsverkehr) o. ä.
eingesetzt wird
Sex|bom|be: /ßekß-/ die; - ; -n [ugs.]
Frau mit großer sexueller, erotischer
Ausstrahlung
Sexfilm: /ßekß-/ der; -(e)s; -e Film,
dessen Hauptthema die Darstellung
von Sexualität ist
Sex|idoi —> Sex|i|dol: /ßekß-/ das;
-(e)s; -e (aus den Medien"bekannte)
Person, die für viele Menschen ein se¬
xuelles Wunschbild darstellt »Viele
Filmstars gelten als Sexidole.«
Se|xis|mus: dato /ßekßißmuß/ der; ~; -
1 Weitsicht, die das Geschlecht zum
zentralen Gesichtspunkt erklärt 2
Diskriminierung von Menschen auf¬
grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit
Sejxist: /ßekßjßt/ der; -en; -en weibl.
[selten] Se|xi|stin—»• Se|xis|tin: die;
- ; -nen Person, die Angehörige des
anderen Geschlechts diskriminiert,
für minderwertig hält, die sexuelle
Komponente unangemessen betont
Sex|ma|ga|zin: /ßekß-/ das; -(e)s; -e a)
Zeitschrift, die vor allem sexuelle
Themen behandelt, erotische od. por¬
nographische Bilder enthält b) (regel¬
mäßig ausgestrahlte) Fernsehsen¬
dung, die sich jeweils mit verschiede¬
nen, sexuellen Themen befaßt
Sex|muf|fel: /ßekß-/ der; -s; ~ [ugs.] Per¬
son, die nur selten Lust zu sexuellen
Handlungen, Geschlechtsverkehr hat
(u. wenig aufgeschlossen für erotische
Anregungen ist)
Se|xo((o|gje: /ßekß-/ die; - ; - Wissen¬
schaft, die sich mit dem Sexualverhal¬
ten u. sexuellen Reaktionen befaßt
se|xo|lp|gisch: /ßekßologisch/ Adj. n.
stg. die Sexologie betreffend, ihr zu¬
zuordnen, mit ihren Methoden
durch geführt
Sex|shop: /ßekß-/ der; -s; -s Geschäft,
in dem Produkte zur Anregung des
Sexuallebens od. Hilfsmittel zur Lust¬
steigerung, Lustgewinnung verkauft
werden
Sex|ta: /sekßta/ die; • ; Sexten fünfte
Klasse, Klasse der Jahrgangstufe S,
erste Klasse des Gymnasiums
Sext|ak|kord: /sekß-/ der; -(e)s; -e (Mu¬
sik) Umkehrung eines Dreiklangs aus
Terz u. Sexte
1057
Sextaner
Sexjtajner: /sekßtaner/ der; -s; - weibl.
Sex|ta|ne|rin: die; - ; -wen Schüler(in)
der Jahrgangstufe 5, der ersten Klasse
eines Gymnasiums
Sex|tant: /sekßtantj der; -en; -en [see-
mannssprl.] Gerät, dessen Schenkel
ein Sechstel eines Kreises bilden u.
mit dem mit Hilfe der Sterne die Posi¬
tion, der Kurs eines Schiffes berech¬
net, bestimmt werden kann
Sextett: /sekßtett/ das; -(e)s; -e 1 <Mu¬
sik> mit sechs Musikern besetztes En¬
semble 2 <übertr.> Gruppe von sechs
zusammengehörigen Personen
Sex|tou|ris|mus: /sekß-/ der; - ; - [ugs.]
"das Verreisen (meist von Männern)
mit dem hauptsächlichen Ziel, im Ur¬
laubsland (oft unterentwickelte asia¬
tische Länder) Geschlechtsverkehr
mit Prostituierten o. ä. zu haben
se|xu|al: /ßekßual/ Adj. die Sexualität
betreffend, ihr"zuzuordnen, Syn.: se¬
xuell
Se|xu[al|auf|klä|rung: /ßekßual-/ die; ~ ;
- Informierung der Menschen, Kinder
über sexuelle Vorgänge »Die Sexual¬
aufklärung läßt noch immer zu wün¬
schen übrig.«
Se|xu|al|de|likt: /ßekßual-/ das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Verbrechen, das mit sexu¬
ellen Handlungen verbunden ist, in
Zusammenhang steht »Er wurde we¬
gen mehrerer Sexualdelikte verur¬
teilt.«
Se|xu|al(er|zie|hung: /ßekßual-/ die; - ; -
Informierung (oft in der Schule) über
sexuelle Vorgänge u. sinnvollen Um¬
gang mit der eigenen Sexualität (ins¬
besondere bezüglich Verhütung, un¬
erwünschter Schwangerschaft u. Ge¬
schlechtskrankheiten)
Se|xu|al|forjscher: /ßekßual-/ der; -s; -
weibl. Se|xu[al|foijsche|rin: die; - ;
-wen Person, die sich wissenschaftlich
mit dem Sexualverhalten (von Men¬
schen) befaßt
Se|xu|al|hor|inon: /ßekßual-/ das; -(e)s;
-e <Bio.> vom Körper produzierter
Stoff, der die mit dem Geschlechts¬
trieb u. der Fortpflanzung verbunde¬
nen Reaktionen, Vorgänge auslöst, in
Gang hält
se|xua|li|sie|ren —»• se|xu|a|li|sje|ren:
/ßekßualisiren/ sexualisierst; sexuali-
siertest; hast sexualisiert die Sexuali¬
tät, sexuelle Komponente (übertrie¬
ben) betonen; eine nicht offensichtli¬
che Verbindung zur Sexualität her¬
steilen
Se|xu|a|!i|tät —> Se|xua|li|täfc *lat.>
/ßekßuaTität/ die; -; - Geschlechtlich¬
keit; Gesamtheit des durch den Ge¬
schlechtstrieb begründeten Verhal¬
tens
Se[xu|al|kun|de: /ßekßual-/ die; - ; - a)
Lehre von den sexuellen Vorgängen
b) Informierung über sexuelle Vor¬
gänge (als Unterrichtsfach)
Sejxu|al|kun|de|un|ter1richt: /ßekßual-/
der; -(e)s; -e (PI. s.) Informierung
über sexuelle Vorgänge als Unter¬
richtsfach in der Schule
Se|xu|al|le|ben: /ßekßual-/ das; -s; - alle
sexuellen Aktivitäten einer Person
Se|xu|al|pa|thojlo|gie: /ßekßual-/ die; - ;
- <Meid.> wissenschaftlicher Teilbe¬
reich, der sich mit den krankhaften
(organischen) Störungen im Bereich
der Sexualität beschäftigt
Se|xu|al|psyjcho|lo|gie: /ßekßual-/ die;
~ ; - wissenschaftlicher Teilbereich,
der sich mit den psychologischen
Aspekten der Sexualität befaßt
Se|xu|al|straf|tat: /ßekßual-/ die; - ; -en
<Rechtsw.> Verbrechen, bei dem in se¬
xueller Hinsicht Gewalt angewendet
od. angedroht wird
Se|xu|at)tä|ter /ßekßual-/ der; -s; -
weibl. [selten j Se|xujal|täfte|rin: die;
- ; -wen <Rechtsw.> Person, die eine
Sexualstraftat begangen hat
Se|xu|al|trieb: /ßekßual-/ der; -(e)s; -e
<Bio.> intuitiv vorhandener, starker
Wunsch, (zwecks Fortpflanzung) mit
einem Sexualpartner Geschlechtsver¬
kehr zu haben
Sefxu[alfverfbrefchen: /ßekßual-/ das;
-s; ~ <Rechtsw.> Straftat, bei"der eine
Person ohne deren Zustimmung,
ohne deren Wollen unter (Andro¬
hung od. Anwendung von Gewalt) zu
sexuellen Akten, Handlungen ge¬
zwungen wird
S«|xu|al|ver]bre|cher: /ßekßual-/ der; -s;
• weibl. [selten] Se|xu|al|veiibre|-
che|rin: die; ~ ; -nen <Rechtsw.> Per¬
son, die ein Sexualverbrechen began¬
gen hat, die eine Personen gegen de¬
ren Willen, ohne deren Zustimmung
zu sexuellen Handlungen gezwungen
hat
Se|xu|al|wis|sen|schaft|ler. /ßekßual-/
der; -s; - weibl. Se|xu|al|wis|sen|-
schaft|le|rin: die; - ; -nen Person, die
sich wissenschaftlich mit dem men¬
schlichen Sexualverhalten u. Sexual¬
trieb befaßt
Se|xu|al|zy|klus —»• Se|xu|§l|zy|k|lus:
/sekßual-/ der; -; -zyklen <Bio.> Kreis¬
lauf, bei dem unterschiedliche Hor¬
mone in bestimmter Reihenfolge auf
den Körper wirken
se|xu|ell: <lat> /ßekßuel/ Adj. ge¬
schlechtlich »sexuelle Aktivität«
Se|xus: /ßekßuß/ der; - ; - 1 mit biolo¬
gischen Besonderheiten verbundene
Zugehörigkeit zu einem natürlichen
Geschlecht 2 Sexual-, Geschlechts¬
trieb
Sex|wel|le: /ßekß-/ die; ~ ; -n [ugs.] Se-
"xualität als allgemeines Thema, das
nach einer Zeit der Tabuisierung be¬
sonders offen diskutiert wird
se]xy: <lat.-fr.-engh /ßekßi/ Adj. n. dekl,
jmd., od. etw., der/daS erotisch at¬
traktiv, anziehend ist »Er ist sexy. ♦
Ihre Dessous finde ich sexy.«
se|zer|nie|ren: <lat.-fr.> sezerniert; sezer-
nierte; hat sezerniert <Med.> ein Sekret
produzieren, absondem
Sa|zer|nie]rung: <lat.> die; - ; -en <Med.>
Absonderung eines Sekrets
Se|zes|si|on: <lat.> die; - ; -en 1 <Pol.>
Abtrennung von einem Staat (u. Bil¬
dung eines eigenständigen Staates) 2
<Kunst> a) Abtrennung von einer (re¬
nommierten) Künstlervereinigung b)
von einer (renommierten) Künstler¬
vereinigung abgespaltene Gruppe 3 o.
PI. <Kunst> österreichische Ausprä¬
gung des Jugendstils
se|zes|siofni|stisch —* se(zes|si|o|nj(s|-
tisch: Adj. n. stg. die (politische,
künstlerische) Sezession betreffend,
ihrzuzuordnen
Se|zes|si|ons|krieg: der;-(e )s; -e 1 krie¬
gerische Auseinandersetzung, mit der
eine Bevölkerungsgruppe o. ä. ihre
staatliche Unabhängigkeit bewirken
will 2 o. PI. <hist.> Bürgerkrieg in den
USA von 1861 bis 1865
se|z|t|ren: <lat.> sezierst; seziertest; hast
seziert 1 <Med.> eine Leiche fachge¬
recht zur Obduktion, Autopsie od. zu
Ausbildungszwecken öffnen 2
<übertr.> etw. tatsächlich od. gedank¬
lich durch Zerlegung in seine Einzel¬
teil analysieren, untersuchen
Se|z]er|mes|ser: das; -s; - <Med.> lan¬
ges, scharfes Schneidewerkzeug, mit
dem eine Leiche u. große Organe ope¬
rativ geöffnet werden
SF: Abk. 1 <Versicherung> Schadensfrei¬
heitsklasse 2 Schließfach 3 Seefunk 4
Selbstfinanzierung 5 Sonnenfinster¬
nis
s. f.: Abk. siehe folgende(s)
sfor|zan|do: <it.> Adv. <Musik> aus der
musikalischen Umgebung hervorzu¬
heben, besonders zu betonen
sfoiizg|to: <it.> Adv. <Musik> aus der mu¬
sikalischen Umgebung hervorzuhe¬
ben, besonders zu betonen
SFR: Abk. <Versicherung> Schadenfrei¬
heitsrabatt
sfu|ma}to: <lat.-it.> Adv. <Kunst> mit be¬
sonders weichen Konturen gemalt
S. g.: Abk. <Anrede in Briefen» Sehr ge¬
ehrte^)
Sg.: Abk. 1 Sachgebiet 2 Sammlung 3
Schnellgut 4 <Sprachwiss.> Singular
= Einzahl
s. g. e.: Abk. sehr gut erhalten
Sgt: Abk. <Post> Schnellgut
s. h.: Abk. siehe hinten
Shag: tengh /schäg/ der; -s; -s feinge¬
schnittener Tabak, der in der Pfeife
geraucht wird; Feinschnitt
Shag|ta|bak: /schäg-/ der; -s; - u. (Sor¬
ten) -e feingeschnittener Tabak, der
in der Pfeife geraucht wird, Fein¬
schnitt
Shake: <engl.> /sche'k/ der; -s; -s ge¬
quirlte, geschüttelte Milch mit zer¬
kleinerten Früchten o. a.
Shake|hands: <engl.> /sche'khändß/ das;
~ ; - das Händeschütteln »Mit einem
Shakehands endeten die Verhandlun¬
gen.«
Sham|poo(n)/Sham|poo(n): <engl.>
/schampu u. schampo/ das; -s; -s a)
flüssiges Haarwaschmittel(konzen-
trat) u. das in Wasser aufgeschäumte
Produkt b) flüssiges Autowaschmit-
tel(konzentrat) u. a., das in Wasser
aufgeschäumte Produkt
Shan)tung|sei|de/Schan|tungfsei|de:
<chin.; lat.> /schantung-/ die; ~ ; -n Sei¬
de aus der chinesischen Provinz Shan-
tung
Shejriff: <engl.> /scheriff/ der; -s; -s 1 a)
hohe(r), höchste(r) Polizeibeamte(r)
der kommunalen Polizei in den USA
b) hohe(r) britische(r) od. irische(r)
Verwaitungsbeamte(r) in einer Graf¬
schaft 2 [scherzh.] Person, die bei ei¬
ner privaten Sicherheitsfirma ange¬
stellt ist
Shejrifrjstern: <engh /scheriff-/ der;
-(e)s; -e Dienstabzeichen eines US-
Sheriffs (la), das außen an der Klei¬
dung getragen wird
1058
Sichertiettskette
Shet|land|po(ny. <engl.> /schetläntponni/
das; -s; -s kleines, langhaariges Pony
mit dunklem Fell u. verhältnismäßig
großem Kopf
Shirt: <engb /schön/ das; -s; -s meist
kurzärmliges Baumwollhemd
Shjt: <engh /schitt/ der; -s; - 1 a) ohne
Art. (Schimpfwort» {derb] Scheiße b)
{derb] Blödsinn; überflüssiges, wert¬
loses Zeug »Werft den Shit endlich
weg!« 2 <Droge> Haschisch
shocking/schocking (schokfkmg —>
scho|cking): <engb /schqcking/ Adj.
n. stg.; n. dekl. schockierend; anstößig
u. für jmdn. peinlich
Shoolting-Star —» Shooltinglstar;
<engl.> /schuting-ßtar/ der; -s; •s a)
Person, die auf einem Gebiet (meist
im Sport od. als Interpreten) moder¬
ner Musik) sehr plötzlich erfolgreich
geworden ist b) (Wirt.) Produkt (auch
Musikstück o. ä.), das plötzlich gro¬
ßen Erfolg hat
Shop: <engl.> /schopp/ der; -s; -s (Wirt.)
Ladenlokal, Geschäft, in dem etw.
(spezielles) verkauft wird
Shoplping: cengh /schgpping/ das; -s; -s
das Einkäufen; Einkaufsbummel
Shop|ping-Cen|ter —> Shop|ping|cen|-
ten tengl.i /ichopping-/ das; -s; - Ein¬
kaufszentrum, in dem viele Geschäfte
(unter einem Dach) zusammengefaßt
sind
Shprt-Stp|ry —»• auch Short(sto|ry:
<engb /schot-/ die; - ; Short Stories
—Short-Storys u. Shortstorys<—
(Literaturwiss.) Kurzgeschichte; kur¬
ze Prosaerzählung
Shorts: <engl.> /schorts/ die (PI.) kurze
Hose »Er trug Shorts.«
Show: (engb /scho“/ die; ~ ; -s Schau;
Vorführung; Darbietungs-, Unterhal¬
tungsprogramm
Showjblock: (engb /scho“-/ der; -s; -s u.
-blocke Teil innerhalb einer Fernseh¬
ssendung o. ä., in dem ein Showpro¬
gramm geboten wird
Show|bu]si|neB —» Show|bu|si|ness:
(engb /scho“-/ das; - ; - Unterhal¬
tungsindustrie, -branche; Medienbe¬
reich, der sich mit Unterhaltung be¬
faßt, die Unterhaltung betrifft
Show|down —»• auch Show-Down;
(engl» /scho"daun/ der u. das; - u. -s;
-s (Film; Dnterhaltung) finale Ent¬
scheidungsszene im Western, furioses
Ende im Actionfilm, Finale einer
Show
Show)ge|schäft: (engl» /scho»-/ das;
-(e)s; - Unterhaltungsindustrie, -
branche; Medien bereich, der sich mit
Unterhaltung befaßt, die Unterhal¬
tung betrifft
Show|gir1: (engb /scho»-/ das; -s; -s 1
Frau, die in einer Unterhaltungsshow
(als Tänzerin o. ä.) im Ensemble auf¬
tritt 2 Frau, die jede Situation für per¬
sönliche Auftritte nutzt, öffentuch-
keitswirksame Auftritte liebt, insze¬
niert
Show]man: (engb /scho“-/ der; -s;
Showmen 1 Mann, der in der Unter¬
haltungsbranche, als (Allein-)Unter-
halter, Moderator u. Sänger o. ä. tä¬
tig ist 2 Mann, der jede Situation für
persönliche Auftritte nutzt, öffent¬
lichkeitswirksame Auftritte liebt, in¬
szeniert
Show|ma|ster—» Show|masfter; <engl.>
/scho“-/ der; -s; - weibl. Show|ma|-
ste|rin — Show|mas|te|rin:'rfie; - ;
-neu Person, die eine Show (im Fern¬
sehen) moderiert
Shredder: (engl» /schredder/ der; -s; -
a) Maschine, mit der Metallteile zer¬
kleinert werden b) Maschine, mit der
Holz, Äste u. ä. zerkleinert werden
Shrimp/Schrimp: der; -s; -s (m. PI.) a)
Krabbe; kleine Garnele b) Fleisch des
Shrimp (a) als Delikatesse
Shut|tfe: <engb /schatt'l/ der; -s; -s u.
[ugs.] das; -s; -s afFahrzeug im Pen¬
delverkehr »Durch den Tunnel unter
dem Ärmelkanal werden die Autos per
Shuttle befördert.« b) wiederverwend¬
bare Raumfähre
Si: Abk. 1 (Elektrot.) Sicherung 2 Sili¬
kon 3 Silicium = chemisches Ele¬
ment; leichtes Halbmetall 4 (Textil¬
technik) Sisal = Faser aus Agaven-
blättem
sia[me(sisch —> si|a|mejsisch: Adj. n.
stg. 1 fveralt.] thailändisch 2 siamesi¬
sche Zwillinge: (Med.) eineiige, an ei¬
ner Körperseite, einem Körperteil zu¬
sammengewachsene Zwillinge
Si|am|kat|ze: die; ~ ; -n wertvolle, eher
zierliche Katze(nart) mit kurzem Fell
u. blauen Augen
si|byl|ten|haft: /sibillen-/ Adj. sibyllen¬
hafter; sibyllenhäfteste rätselhaft, ge¬
heimnisvoll in der Erscheinung, den
Aussagen
si|byl|li|nisch: /sibillinisch/ Adj. rätsel¬
haft, geheimnisvoll in der Erschei¬
nung, den Aussagen
siel: (im Text als Anmerkung auf etw.
aufmerksam machend) siehe; man be¬
achte
sich: Reflexivpron. 3. Person Sg. u. PI.
im Akk. 1 bezugnehmend auf das
Subjekt eines Satzes »Er kaufte sich
ein Eis.« 2 etw. hat etw. für sich: etw.
hat, bedeutet einen Vorteil, sagt etw.
Zutreffendes aus 3 jmd. ist nicht
(ganz) bei sich: jmd. ist nicht bei kla¬
rem Verstand 4 jmd. kommt (wieder)
zu sich: a) jmd. erwacht aus einer
Ohnmacht b) jmd. wird wieder ver¬
nünftig
Si|chel: die; - ; -n 1 gebogene, scharfe
Klinge an einem kurzen Griff als Ge¬
rät zum Mähen von Gras, Getreide o.
ä. mit der Hand 2 a) etw. von schma¬
ler, zu den Enden spitz zugehender,
gebogener Form b) kurz für Mondsi¬
chel
si|chel|för|mig: Adj. n. stg. von schma¬
ler, zu den Enden spitz zugehender,
gebogener Form
sifcher. Adj. 1 nicht gefährlich; ohne
Gefahr; geschützt; geborgen »ein si¬
cherer Ort« 2 ohne Zweifel »ein siche¬
res Zeichen« 3 geübt; ohne Schwierig¬
keit »Sie ist sicher in der Rechtschrei¬
bung.« 4 sicher ist sicher, es ist besser
sehr, zu vorsichtig zu sein 5 seines
Lebens nicht sicher sein: lebensbe¬
drohlich sein 3 vor bösem Leumund
ist man niemals sichen vor übler
Nachrede, üblen Gerüchten ist nie¬
mand geschützt
si|cher|ge|hen: gehst sicher; ging(e)st
sicher; bist sichergegangen bei etw.
kein Risiko eingehen, eine erprobt zu¬
verlässige erfolgversprechende Me¬
thode anwenden
Si|cher]beit: die; ~ ; -en 1 o. PL Zustand
ohne jegliche Gefahr, Gefährdung
»Die Sicherheit der Fluggäste war zu
jeder Zeit gewährleistet.« 2 selbstbe¬
wußte Gewandtheit »Ich bewundere
die Sicherheit, mit der sie sich auf
Empfängen bewegt.« 3 etw., was man
als Garantie für eine Schuld o. ä. an
jmdn. vergibt »Für den Kredit ver¬
pfändete er sein Haus als Sicherheit.«
4 mit Sicherheit: ganz bestimmt; ge¬
wiß; ohne Zweifel 5 in Sicherheit wie¬
gen, wähnen: denken od. jmdn. den¬
ken lassen, daß (ihm) nichts passieren
kann, daß keine Gefahr besteht 6 in
Sicherheit bringen: etw. od. jmdn.
aus od. vor einer Gefahr retten
Si|cher]heitsjab|stand: der; -(e)s; -ab-
st'ände Zwischenraum zwischen zwei
(in Bewegung befindlichen) Dingen,
meist zwischen zwei Fahrzeugen, der
die Gefahr einer Kollision, Havarie
ausschließen soll
Si|chei(heits|be|auf|trag|te: der u. die; -
n; -n (mit unbestimmtem Art.: ein Si¬
cherheitsbeauftragter; eine Sicher¬
heitsbeauftragte; zwei Sicherheits¬
beauftragte) a) Person, die betrieblich
für die Ausschaltung von möglichst
allen Risiko-, Unfallquellen o. ä. in
einem Zusammenhang befaßt ist u.
die Einhaltung der Sicherheitsbestim¬
mungen überwacht b) Person, die be¬
ruflich mit dem Schutz hochgestellter
Personen od. wichtiger Objekte be¬
faßt ist
Si|cher|heits|be|stim|mung: die; - ; -en
(m. PI.) Gesetze, Verordnungen, Re¬
geln, die der Sicherheit, der Vermin¬
derung des Risikos in Industrieanla¬
gen u. a. Betrieben, beim Schutz
hochgestellter Personen u. ä. dienen
(sollen)
$j|cherjheits|bin|dung: die; • ; -en
(Sport) Halterung zwischen Fuß u.
Sportgerät (Ski), die sich bei hoher
Belastung selbsttätig löst u. so Verlet¬
zungen vermeiden hilft
Si|cher|heits|far|be: die; - ; -n besonders
auffällige, leuchtende Farbe, die etw.,
jmdn. schon auf einige Entfernung u.
bei schlechter Sicht gut erkennbar
macht
Si|cher]heits|gias: das; -es; -gtäser (PI.
s.) a) besonderes Glas, das zwar bre¬
chen, aber nicht splittern kann u. vor
allem in Autofensterscheiben Ver¬
wendung findet b) besonders stabiles
u. deshalb schlagfestes od. kugelsi¬
cheres Glas, Syn.: ri> Verbundglas; (2>
Panzerglas
Sl|cheijheits|gurt: der; ~(e)s; -e a) Band
aus stabilem Stoff, das eine Person im
(Auto-)Sitz festhält, sichert b) bei der
Tätigkeiten absturzgefährdeter Per¬
sonen benutzter Gürtel an einem Hal¬
teseil
si]cher]heits|hal|ber: Adv. um alle Risi¬
kos möglichst auszuschalten
Si|cher]beits]kat]te: die; - ; -n a) an einer
Tür o. ä., als zusätzlicher Sicherung
angebrachte Kette, die es verhindert,
daß die (Wohnungs-)Tür (von außen)
mehr als einen Spalt breit zu öffnen
ist b) aus einer Kette bestehende Ab¬
sperrvorrichtung
1059
Sicherheitsleistung
Si|cherjheitsllei|stung —* Sijcherj-
heitsjleisjtung: die; ~ ; -en <Wirt.>
Hinterlegung eines Pfandes
Si]cher|heits|maß|nah|me: die; - ; -n
Anordnung, Vorsichtsmaßnahme,
die jmds. od. der allgemeinen Sicher¬
heit dient
Sj]cheijheits]na|del: die; - ; -n beson¬
ders gebogene, verschließbare Metall¬
nadel, mit der etw. zusammengehal¬
ten werden kann
Si|cherjheit8|po|li|zei: die; - ; - Abtei¬
lungen der Polizei, die für die öffentli¬
che Sicherheit Sorge tragen
SI|cherjheits|ii|3)|ko: das; -s; -risiken
jmd., etw., der/das eine Gefahr für die
allgemeine Sicherheit, die ordnungs¬
gemäße Durchführung von etw. dar¬
stellt
Si|cher|heits(schlo8 —» Si|cher)heits|-
schloss: das; -schlosses; -Schlösser be¬
sonders stabiles, einbruchsicheres
(Zylinder-)Schloß in einer Tür
Si|cherjheitsfverfwah|rung: die; ~ ; -
(Rechtsw.» Inhaftierung (durch die
Polizei) zum Schutz der Gesellschaft
von einer Gefahr für die Allgemein¬
heit darstellenden (Gewohnheits-)
Verbrechers, Triebtäters
Si]cher|heits|vorjschriffc die; - ; -en Ge¬
setz, Vorschrift, Maßregel, die zur Si¬
cherheit für etw., jmdn. beitragen soll
si[cheijlich: Adv. bestimmt; wahrschein¬
lich
si|chern: sicherst; sichertest; hast gesi¬
chert 1 für die Sicherheit, den Schutz
von etw., jmdm. sorgen 2 a) einen Zu¬
stand unveränderbar festhalten »Spu¬
ren sichern« b) etw. Verbotenes einzie¬
hen, sicherstellen, konfiszieren 3 für
jmdn. einen Vorteil garantieren
»Diese Leistung sichert ihm den zwei¬
ten Platz.« 4 (Jagd; Tier> sich durch
Aufnehmen des Geruchs o. ä. über
die Gefahrlosigkeit eines Platzes ver¬
gewissern
si|cherjstel|len: stellst sicher; stelltest si¬
cher; hast sichergestellt 1 sich verge¬
wissern* dafür sorgen, daß etw. vor¬
liegt, auf bestimmte Weise gehand-
habt wird 2 <Behörde> etw. Verbote¬
nes, nicht Erlaubtes aus dem Verkehr
ziehen, konfiszieren, beschagnahmen
3 (meist Polizei» Fakten, Beweismittel
festhalten
Sijcher|stel|lung: die; - ; -en 1 aus dem
Verkehr ziehen, Konfiszierung, Ein¬
ziehen von etw. Illegalem,
Verbotenem 2 Vergewisserung, daß
etw. vorliegt, auf bestimmte Weise,
korrekt abläuft
Si|che|rung: die; - ; -en 1 <Elektrot.>
Bauteil in Stromkreisen, der bei
Überlastung od. Kurzschluß Leitun¬
gen u. Geräte durch Unterbrechung
der Stromzufuhr schützt 2 Dinge,
Maßnahmen die etw., jmdn. vor etw.
schützen »In die Tür sind mehrere Si¬
cherungen gegen Einbruch eingebaut.«
3 bei jmdm. brennen, brennt (die) Si¬
cherungen) durch: [ugs.] eine Person
verliert die Kontrolle über sich
Si|che|mngs|ab|tre|tung: die; - ; -en
<Wirt.> Weitergabe, Abtretung einer
finanziellen Forderung an den eige¬
nen Gläubiger zur Absicherung der
eigenen Schulden
Sj|che|rungs|ka|sten —> Si)chelrungs|-
kas|ten: der; -s; -kästen (Elektrot.»
(mit Türen verschlossene) Vorrich¬
tung, die die Sicherungen für alle
elektrischen Leitungen in einer
Wohneinheit o. a. enthält
Si|che|rungs!neh|(ner: der; -s; - weibl.
Sjjche|rung3|neh[me|rin: die; - ; -nen
<Wirt.» Person, die als Gläubigeren)
eine Sicherheit, nicht aber das Recht
zu deren Nutzung übernimmt
Sifche|rungs|überjeig|nung: die; - ; -en
(Wirt.» Übergabe von etw. als Sicher¬
heit an einen Gläubiger, (vorläufig)
ohne daß dieser das Recht auf Nut¬
zung hat
Sicht: die; - ; -en 1 Ausblick; Aussicht
»Die Sicht vom Turm ist gut.« 2 Per¬
spektive; Betrachtungsweise; Beurtei¬
lung »Aus meiner Sicht könnte der
Plan klappen.« 3 außer Sicht sein:
nicht (mehr) zu sehen, nicht mehr
sichtbar sein 4 in Sicht sein,
kommen: erkennbar sein, werden
sichtjbar: Adj. n. stg. mit den Augen zu
erfassen »Bakterien werden erst unter
dem Mikroskop sichtbar.«
Sicht|bar|keit: die; - ; - optische Wahr¬
nehmbarkeit
Sicht)blen|de: die: - ; -n Vorrichtung,
die den Einblick, den Blick auf etw.
verhindert
Sicht|ein|ta|ge: die; - ; -n (Bankw.» Gut¬
haben, daß nur kurzfristig angelegt u.
jederzeit abrufbar ist
sich|ten: sichtest; sichtetest; hast
gesichtet 1 in Augenschein nehmen;
durchsehen »Er sichtete seine
Unterlagen.« 2 (in einiger Entfer¬
nung) sehen, erkennen können »Der
Maat sichtete Land.«
Sicht|flug: der; -(e)s; -/lüge Flug mit
terrestrischer Navigation, optischer
Orientierung des Piloten durch Blick
aus dem Fenster; kein Instrumenten¬
flug
Sicht)gran|ze: die; - ; -n maximale(r)
Bereich, Entfernung, bis zu der man
noch etw. erkennen, sehen kann
Sicht|karjte: die; - ; -n Eintrittskarte,
Ausweis, der nicht gestempelt o. ä.,
sondern jeweils vorgewiesen wird
sicht|ficH: Adj. offenkundig; deutlich er¬
kennbar »Es geht ihr sichtlich besser.«
Sicht|li|nie: die; - ; -n gedachte Linie,
von dem/der aus man eine Kreuzung
im Straßenverkehr einsehen kann
Sjchftung: die; -; -en 1 das Durchsehen,
Studieren von Unterlagen, Papieren,
(schriftlichem) Material o. ä. 2 das Se¬
hen, Erkennen von etw. (in einiger
Entfernung), nach dem man Aus¬
schau gehalten hat
Sicht|verjhä(t)nis|se: die (PI.) (vom
Wetter abhängige) Art u. Weise, Qua¬
lität, in der man etw. erkennen, weit
sehen kann
Sichtiveftmerk: der; -(e)s; -e (amtsspr.j
Visum, Aufenthalts-, Einreiseerlaub¬
nis in einem Paß
Sichtjwei]se: die; - ; -n Art u. Weise, ei¬
nen Sachverhalt o. ä. zu betrachten,
beurteilen; Perspektive
Sichtjwei|te: die; - ; -n maxitnale(r)
Bereich, Entfernung, bis zu der noch
etw. erkennbar, sichtbar ist
Sickerjgrufbe (Sik|ker|gru|be —* Si|-
ckerjgru|be): die; - ; -n (besonders an
Orten ohne Kanalisationsanschluß
verwendete) Anlage mit besonderer
Bodenbeschaffenheit, in der Regen¬
wasser, organische Abwässer u. ä. in
der Erde versickern
sickern (sikjkern —» si(ckern): sickert;
sickerte; ist gesickert langsam durch
Bodenschichten, Öffnungen o. ä.
nach unten sinken
Side|board: <engh ßaid-/ das; -s; -s
halbhoher, niedriger, breiter
Schrank; Anrichte; Buffet
Sie: Höflichkeitsform Anrede für eine
od. mehrere Personen, mit denen man
nicht verwandt, nicht vertraut ist u.
daher nicht mit ’du’ od. ’ihr’ an¬
spricht, nicht duzt
sie: Personalpron. a) steht für, vertritt
eine weibliche Person in der Einzahl
»Ich sehe sie (= die Frau).« b) steht
für, vertritt mehrere Personen unab¬
hängig vom Geschlecht in der 3. Per¬
son Mehrzahl »Ich sehe sie ( = mehr
ab eine Person).«
Sigb: das; -(e)s; -e 1 mit vielen kleinen
Löchern versehenes, meist halbkugel¬
förmiges Küchengerät, das Flüssig¬
keiten passieren läßt, feste Stoffe ab
einer bestimmten Größe aber zurück¬
hält »Sie ließ die Nudeln in einem Sieb
abtropfen.« 2 Gitternetz, das Stoffe
ab einer bestimmten Größe nicht pas¬
sieren läßt 3 (Druckw.» Druckform
für den Siebdruck 4 ein Gedächtnis
wie ein Sieb haben: sehr vergeßlich
sein
sieb|ähnjfich: Adj. in der Konstruktion
wie ein Sieb (1)
Siebjdruck: der; -(e)s; -e (Druckw.» a)
o. PI. Druckverfahren, bei dem ein
Gewebe (= Sieb), als Matritze fun¬
giert b) etw. im Siebdruck (a) Be¬
drucktes
Sieb|druck|verjfah|ren: das; -s; -
(Druckw.) Druckverfahren, bei dem
Farbe durch ein Gewebe auf den
Druckträger gebracht wird
siejben: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen
=) 7 2 die sieben fetten u. die sieben
mageren Jahre: gute, wohlhabende
Jahre, nach denen schlechte, magere
Zeiten folgen 3 die Sieben Weltwun¬
der —» die sieben Weltwunder: sie¬
ben konkrete, außergewöhnliche
Bau- u. Kunstwerke der Weltge¬
schichte
sie|ben: siebst; siebtest; hast gesiebt 1
etw. durch ein Sieb (1) geben, schüt¬
ten, schütteln, so daß die größeren
Bestandteile von den kleineren ge¬
trennt werden »Das Mehl muß zu¬
nächst gesiebt werden.« 2 (übertr.» das
Beste, den/die Beste(n) aus einer
Gruppe auswählen
Siejbenfeck: das; -(e)s; -e (Math.» geo¬
metrische Figur mit sieben Ecken
sie|ben(ge|scheit: Adj. n. stg. [ugs.] sich
völlig unberechtigt besonders intelli¬
gent, schlau vorkommend, Syn.:
neunmalklug
$iejben|hun|dert: Ordinalzahl (Zahl¬
wort =)700
s|e|ben|jäh|rig: Adj. n. stg. sieben Jahre
alt, andauernd
sje|ben|jähr|lich: Adj. n. stg. in einem
Abstand von jeweils sieben Jahren
Sie|ben|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
(Sport» Mehrkampf in der Leichtath-
1060
siegessicher
letik, der von Frauen ausgetragen
wird
sje|ben|köp|fig: Adj. n. stg. a) <meist
Mythologie) sieben Köpfe aufwei¬
send »eine siebenköpfige Schlange« b)
sieben Personen umfassend
Sie|ben|meijlenjschritt: der; -(e)s; -e
(m. PL) besonders großer, eiliger
Schritt; schnelle Vorwärtsbewegung
Sie|ben|mejter: der; -s; • Strafstoß,
-wurf bei einigen Sportarten (z. B.
Hockey, Handball)
Sie|ben|mejter|punkt: der; -(e)s; -e
(Sport) sieben Meter vom Tor ent-
femte Stelle, von der aus ein Sieben¬
meter abgegeben wird
Sie|ben|mo|nats|kind: das; -(e)s; -er a)
nach sieben Schwangerschaftsmona¬
ten geborenes Baby, geborener
Mensch b) [scherzh.] Kind, Person,
das/die sieben Monate nach der Ehe¬
schließung seiner Eltern geboren
wird, wurde
Sie|ben|sajchen: die (PL) [ugs.] jmds.
Kleidung u. persönliche Dinge
Siejben|schlä|fer: der; -s; - 1 27. Juni
eines Jahres, dessen Wetter sich an¬
geblich für sieben Wochen an einem
Ort halten soll 2 <Zool.> einen langen
Winterschlaf haltende Schlafmau-
s(art)
sieben|tä|gig: Adj. n. stg. sieben Tage
andauernd
sie]benttäg|lich: Adj. n. stg. alle sieben
Tage stattfindend
sie|ben|tau|send: Ordinalzahl (Zahl¬
wort =)7000
Sje|ben|tel: das u. der; -s; - siebenter
Teil von etw.; einer von sieben glei¬
chen Teilen
sie]ben|tens: Adv. an siebenter Stelle
(genannt)
Sieb|ma|cher: der; -s; - weibl. Sjeb|-
ma|che|rin: die; - ; -nen Person, die
beruflich Siebe herstellt
S[eb|ma|schi|ne: die; - ; -n Maschine
zur Papierherstellung, die das Wasser
aus einem Papierbrei abfließen läßt
sieb|zehn: Ordinalzahl (Zahlwort =) 17
Sieb|zehn|und|vier. das; - ; - Karten¬
spiel, bei dem derjenige gewonnen
hat, der die höchste Augenzahl, maxi¬
mal jedoch 21 Augen erreicht
sieb|zig: Ordinalzahl (Zahlwort =)70
S]eb|zi|ger. der; -s; ~ weibl. Sieb|zi|ge|-
rin: die; - ; -nen [ugs.] Person im Alter
von 70 bis 79 Jahren »ein rüstiger
Siebziger«
Sieb|zi|ger: die; - ; - Dekade zwischen
den Jahren 70 u. 79 eines Jahrhun¬
derts
siejchen: siechst; siechtest; bist gesiecht
(geh.) an einer ernsthaften, sich stän¬
dig verschlimmernden Krankheit,
ohne Aussicht auf Besserung leiden
S]ech|tum: das; -s; - langes Leiden an ei¬
ner ernsthaften, sich ständig ver¬
schlimmernden Krankheit, ohne
Aussicht auf Besserung
sie|de|heiß: Adj. n. stg. 1 sehr heiß; ko¬
chend 2 jmdm. siedeheiß einfallen:
jmd. bemerkt plötzlich mit einem
Schreck, daß er etw. Wichtiges ver¬
gessen hat
siegeln: siedelst; siedeltest; hast gesie¬
delt (Häuser bauen u. darin) wohnen;
sich ansässig machen; wohnhaft wer¬
den
sie|den: siedest; siedetest!sottest; hast
gesiedet!gesotten 1 <Temperatur> ko¬
chen »Bei 100 °C siedet Wasser.« 2
garen; zum Verzehr geeignet machen
sie|dendjheiB/sie|dend|heiB —> sie|-
dend heiß: Adj. n. stg. 1 sehr heiß; ko¬
chend 2 jmdm. siedendheiB einfallen
—» jmdm. siedend heiB einfallen:
jmd. bemerkt plötzlich mit einem
Schreck, daß er etw. vergessen hat
Sje|de|punkt: der; -(e)s; -e (Physik)
Temperatur, bei, ab der ein Stoff
kocht, vom flüssigen in den gasförmi¬
gen Zustand übergeht
Sjed|ler: der; -s; ~ weibl. Sied|le|rin: die;
• ; -nen Person, die an einem (bisher
unbewohnten) Ort leben, Häuser
bauen (u. Landwirtschaft betreiben)
will
Sied|lung: die; - ; -en 1 a) mehrere (ähn¬
liche) Wohnhäuser umfassende Nie¬
derlassung, Anlage b) Einwohner ei¬
ner Siedlung (a) 2 <Zool.) Kolonie ei¬
ner Tiergruppe
Sied|lungs|ge|biet: das; -(e)s; -e Land¬
schaft, die für die Gründung von
Siedlungen, Ortschaften dient(e), frei¬
gegeben ist
Sjed|lungs|po|li|tik: die; ~ ; - (Pol.) Ver¬
such, durch Förderung von Sied¬
lungsgründungen durch eigene
Staatsangehörige ein erobertes, bean¬
spruchtes Gebiet an den eigenen Staat
anzubinden
Sieg: der;-(e)s; -e a) Erfolg; Gewinn ei¬
nes Streites, Kampfes, Wettbewerbs
o. ä. »Er freute sich sehr über seinen
Sieg.« Ant.: Niederlage b) einen, den
Sieg an seine Fahnen heften: [geh.]
a) einen Sieg erringen b) sich selbst
(ohne Berechtigung) die Leistung ei¬
nes Sieges, Erfolges zuschreiben
Sie|gel: <lat.> das; -s; -1a) Metall- o. ä.
Fläche mit charakteristischer Form¬
gebung u. Musterung, durch die in
(flüssigem) Wachs ein Abdruck als
Erkennungsmarke u. zum Verschluß
von Dokumenten hergestellt wird b)
Abdruck eines Siegels als Verschluß
u. Erkennungszeichen »Das Siegel
des Briefes war (z)erbrochen.« c)
Darstellung, Motiv, den das Siegel (a,
b) aufweist d) amtlicher
Stempel(aufdruck) »Die beglaubigte
Kopie muß mit einem Siegel versehen
sein.« 2 unter dem Siegel der
Verschwiegenheit: ganz im Vertrau¬
en
Sje|gel|be|wah|rer: der; -s; - (hist.) Per¬
son, die im Mittelalter für die Siegel
an einem Fürstenhof verantwortlich
war
Sie|gel|bruch: der; -(e)s; -brüche
(Rechtsw.) widerrechtliche Zerstö¬
rung, Öffnung eines offiziellen Siegels
Sie|gel|lack: der; -(e)s; -e wachsähnli¬
ches Material, mit dem Siegel produ¬
ziert werden
sie|geln: siegelst; siegeltest; hast
gesiegelt a) etw. verschließen, indem
man ein Siegel aufbringt b) etw. bestä¬
tigen, beglaubigen, indem man ein
Siegel aufbringt, aufstempelt
Sjejgel|ring: der; -(e)s; -e Schmuckring
mit einer reliefartig gestalteten Platte,
mit der ein Siegel in Siegellack ge¬
drückt werden kann
sie|gen: siegst; siegtest; hast gesiegt ei¬
nen Streit, Kampf, Wettbewerb ge¬
winnen »Wirhaben indem Wettkampf
gesiegt.« Ant.: unterliegen; verlieren
Sielgen der; -s; ~ weibl. Siejge|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die bei einem Wett¬
bewerb am erfolgreichsten war, bes¬
ser als die anderen Teilnehmer ist, ei¬
nen Streit, Kampf gewonnen hat
Syn.: Gewinner(in) 2 der zweite Sie¬
ger bleiben: [ugs.] nicht gewonnen
haben; nicht den ersten platz bei ei¬
nem Wettbewerb, Wettkampf errun¬
gen, erreicht haben
Sje|gerjeh|rung: die; - ; -en (meist
Sport) besondere, feierliche Würdi¬
gung der Sieger im Anschluß an einen
Wettkampf (mit Übergabe von Me¬
daillen, Pokalen o. ä.)
Sie|ger|kranz: der; -es; -kränze Lorbeer¬
kranz als Zeichen für einen sportli¬
chen Sieg »Man hängte ihm den Lor¬
beerkranz um.« Syn.: Siegeslorbeer
Sie|ger|macht: die; - ; -möchte (Pol.)
aus einer kriegerischen Auseinander¬
setzung siegreich hervorgehender
Staat (der das besiegte Land besetzt)
Sje|ger|mann|schaft: die; - ; -en (meist
Sport) die Partei, Mannschaft, die ei¬
nen Wettbewerb gewonnen hat
Sie|gerjpo|kal: der; -.(e )s; -e kelchförmi¬
ges (Trink-)Gefäß, od. kunstvoll ge¬
staltete Trophäe als Ehrung für einen
gewonnenen (Sport-)Wettbewerb
sie|ges|be|wuBt —> sje|ges|be|wusst:
Adj. siegesbewußter; siegesbewußteste
—siegesbewusster; siegesbewusstes¬
te<— daran glaubend, darauf ver¬
trauend, sicher sein, in einem Wett¬
kampf, einer Auseinandersetzung zu
gewinnen, Syn.: siegesgewiß; siegessi¬
cher
Sie|ges|bot|schaft die; - -en Mittei¬
lung, daß jmd. in einem Wettkampf,
einer Auseinandersetzung gewonnen
hat
S|e)ges]fei|er: die; ~ ; -n Fest aus Anlaß
des Sieges in einem Wettkampf, einer
Auseinandersetzung
S]ejges|freu|de: die; - ; - Gefühl des
Glücks über den Gewinn in einem
Wettkampf, Wettbewerb einer Aus¬
einandersetzung
Sje|ges|ge|schrei: das; -(e)s; - laute
Äußerungen der Freude (unmittel¬
bar) im Anschluß an, über einen Sieg
sie|ges|ge|wiB sje|ges|ge|wiss:
Adj. n. stg. fest daran glaubend, dar¬
auf vertrauend, in einem Wettkampf,
einer Auseinandersetzung zu gewin¬
nen, Syn.: siegesbewußt; siegessicher
Sie|ges|lor|beeR der; -s; -en Lorbeer¬
kranz als Zeichen für einen sportli¬
chen Sieg
Sie|ges|pal|me: die; - ; -n Palmenzweig
als Zeichen für einen sportlichen Sieg
S]e|ges|preis: der; -es; -e (meist Sport)
Belohnung für den Gewinn in einem
Wettkampf, einer Auseinanderset¬
zung
S|e|ges[säu|le: die; - ; -n zur Erinnerung
aus Anlaß eines Sieges in einem
Krieg, einer Schlacht errichtetes
Denkmal in Säulenform
sie|ges|si|chen Adj. fest daran glau¬
bend, darauf vertrauend, in einem
Wettkampf, einer Auseinanderset¬
zung zu gewinnen
1061
Siegestor
Sie|ges[tor das; -(e)s; -e 1 <Sport> Tor,
Treffer, mit dem sich jmd., eine
Mannschaft den Sieg sichert 2 [ver-
alt] Triumphbogen, der zur Erinne¬
rung aus Anlaß eines Sieges in einem
Krieg, einer Schlacht errichtet wurde
sie|ges|trun|ken: Adj. völlig ergriffen,
wie berauscht vom Erlebnis des Sie¬
ges in einem sportlichen Wettkampf,
einem Krieg o. a.
Sie|ges|zug: der; -(e)s; -züge Folge von
militärischen Siegen, Vormarsch in
einem Krieg
sieg|ge|wohnt: Adj. sieggewohnter;
sieggewohnteste oft, normalerweise
siegend, gewinnend
Sjeg|prü|mie: die; ~ ; -n Geldbetrag als
Anreiz u. Belohnung für den Gewinn
eines Spiels, Wettbewerbs
sieg|reich: Adj. n. stg. 1 den Sieg erzielt
habend 2 mit einem Sieg endend
Siel: der u. das; -(e)s; -e 1 unter der Er¬
de verlaufender Kanal, der Abwasser
führt 2 Schleuse, durch die Wasser
durch einen Deich gelangen kann
Sje|mens-Marttin-Vertfah|ren: das; -s; -
[fachsprl.j Herstellung von Stahl aus
Roheisen in einem speziellen Ofen
sie|na|far|ben/sie|na[far|big: /si-ena-/
Adj. n. stg. von einem rot-gelb-brau¬
nen Farbton
si§|zen: siezt; sieztest; hast gesiezt
jmdn. nicht mit dem persönlichen
’du’, sondern mit dem höflichen ’Sie’
ansprechen
Sig(n).: Abk. 1 Signal 2 Signatur = a)
Unterschriftskürzel b) Kennzeichen
auf Gegenständen 3 Signum = ver¬
kürzte Unterschrift
sig(n).: Abk. signiert = unterzeichnet
Sight|see|ing: <englo /ßeitßi-ing/ das; -;
- Besuch von Kulturdenkmälern u. ä.
touristisch sehenswerten Bauwerken,
Orten
Sight|see|ing-Tour —> Sight|see|-
ingtour. tenglo /ßeitßi-ing-tur/ die; - ;
-en (Rund-)Reise, Ausflug, die/der
der Besichtigung von touristischen
Sehenswürdigkeiten dient
SÜgle —» Si|g|le: dato die; ~ ; -n
[fachsprl.] Kürzel, Zeichen in einer
stenographischen Schrift
Sig|ma|ti|ker: <gro der; -s; - weibl. Sig|-
majti|ke|rin: die; ~ ; -nen <Med.> Per¬
son, die wegen eines Sprachfehlers lis¬
pelt
Sig|ma|tis|mus: der; - ; - <Med.> Lispeln
als Sprachfehler
Si|gnal —»• Si|g|na(: dat.-fro das; -(e)s;
-e sichtbares od. hörbares Zeichen
mit festgelegter Bedeutung
Si|gnal|an|la|ge —» Si|g|nal|an|ia|ge:
dat.; dt.> die; - ; -n der Verkehrsfüh¬
rung dienende Einrichtung von Si¬
gnalgebern, meist Ampeln
Sijgnaljbmcke (Si|gnal|brük|ke —» Sij-
g|häl|brü|cke): die; • ; -n quer über ei¬
nem Verkehrsweg (z. B. Schienen¬
strang) angebrachte Konstruktion,
auf der eine Signalanlage installiert
ist
Si|gnal|farjbe —*■ Si|g|nal|faijbe: die; - ;
-n ä) besonders gut sichtbare, auffälli¬
ge Farbe b) auffällige, in internatio¬
nalen Konventionen mit einer Bedeu¬
tung versehene Farbe
Si|gnal|flag|ge —* Si|g|nal|flag|g« die;
- ; -n zum Übermitteln von Botschaf¬
ten (z. B. in der Seefahrt) benutzte
Fahne
Si|gnal|hom —> Si|g|nal|horn: das;
-(e)s; -hörner a) laute Huptöne zur
Warnung o. ä. hervorbringendes Ge¬
rät (z. B. an Schiffen) b) <hist.> Trom¬
pete, die der Übermittlung von Befeh¬
len dient
si|gna|li|sie|ren —* si|g|na|li|sie|ren: si¬
gnalisierst; signalisiertest; hast signa¬
lisiert 1 a) ein Signal betätigen, geben
b) jmdm. eine (verschlüsselte) Nach¬
richt zukommen lassen; (sprachlich)
auf etw, hinweisen 2 (einen Weg) mit
Schildern versehen, ausschildem
Si|gnal|mu|nifti|on —> Si|gjnal|mu|ni|ti|-
oru die; - ; -en (in Notfällen verwen¬
deter) Leuchtkörper mit einem Treib¬
satz, der mit einer speziellen Pistole in
die Luft geschossen werden kann
Si|gnal|pa|tro|ne —> Si|g|nal|pa|t|ro|ne:
die; - ; -n (in Notfällen verwendeter)
Leuchtkörper mit Treibsatz, der mit
einer speziellen Pistole in die Luft ge¬
schossen werden kann
Si|gnal|reiz —» Si|g|nal|reiz: der; -es; -e
<Psychologie> Stimulanz, die ein be¬
stimmtes, instiktives Verhalten her¬
vorruft, initiiert; Schlüsselreiz
si|gnal|rot —» si|g|nal|rot Adj. n. stg. in
einem leuchtenden, auffälligen Rot¬
ton
Si|gna|tur —* Si|g|na|tur dato die; - ;
-en 1 Kennzeichnung (aus Buchsta¬
ben u./od. Ziffern), die das Auffinden
eines Buches in einer Bibliothek
ermöglicht 2 Namenszug; Unter¬
schrift 3 auf einer Verpackung aufge¬
druckte wichtige Daten zu einem Pro¬
dukt
Si|gnet —» Si|g|net dat.-fro /ßinje u.
signet/ das; -s; -s u. [bei deutscher
Aussprache] -e a) Markenzeichen ei¬
ner Firma o. ä. b) <Buchw.> spezifi¬
sches Zeichen eines Druckers od. Ver¬
legers
si|gnfe|ren —* si|g|nie|ren: dato signie¬
ren; signiertest; hast signiert 1 mit ei¬
ner Signatur kennzeichnen 2 mit sei¬
nem Autogramm, seiner Unterschrift
versehen
Si|gni|fi|kant —> Si|g|ni[fi|kant dato
der; -en; -en <Sprachwiss.> Ausdrucks¬
seite eines sprachlichen Zeichens; das
Bezeichnende
si|gni|fi|kant —* si|g|ni|fi|kant dato
Adj. signifikanter; signifikanteste 1
charakteristisch für etw.; wichtiger
Bestandteil; 2 <Sprachwiss.> das Signi¬
fikat betreffend
Si|gni|fi|kat —» Si|g|ni|fi|kat dato das;
-(e)s; -e <Sprachwiss.> Inhaltsseite ei¬
nes sprachlichen Zeichens; das Be¬
zeichne te
Si|gnum —* Si|g|num: dato das; -s; Si¬
gna 1 [geh.] Namenszug; Unterschrift
2 <Med.> Anzeichen einer Krankheit 3
Zeichen, das als Symbol dient
Sik|ka|tiv/Sik|ka|tiv: dato /sickatif/ das;
-s; -e <Chemie> Zusatz in schnelltrock¬
nenden Ölfarben
S]l|be: tgr.-lato die; - , 1 <Sprachwiss.>
Lauteinheit eines Wortes, nach der
getrennt werden kann 2 mit keiner
Silbe: gar nicht (erwähnt) »Mit keiner
Silbe habe ich gesagt, daß ich böse
sei.«
Sil|ben|rät|sel: das; -s; ~ Spiel, Denk¬
sportaufgabe, bei der die Silben ge¬
suchter Wörter als Vorgabe in alpha¬
betischer Reihenfolge aufgelistet sind
Sil|ben|schriffc die; - ; -en <Sprachwiss.>
Schrift, bei der ganze Silben durch je¬
weils ein Zeichen wiedergegeben wer¬
den
Sil|ben|tran|nung: die; - ; -en <Sprach-
wiss.> Trennung eines Wortes zwi¬
schen zwei Silben
Selben das; -s; - a) weißlich bis hellgrau
glänzendes Edelmetall »Sie trug
Schmuck aus Silber.« b) Gerätschaft
(meist Besteck, aber auch Geschirr)
aus Silber (a)
Sil|ber|ar|beit die; - ; -en Gegenstand,
der aus Silber (handwerklich) herge¬
stellt wurde
Sil|beijbar|ren: der; -s; - in die Form ei¬
nes länglichen, massiven Blocks ge¬
gossenes Silber
Sil|beijberg|werk: das; -(e)s; -e Berg¬
bau) Anlage zum Abbau einer Sil¬
berader, zur Förderung von Silber
SH|beijblick: der; -(e)s; -e [ugs.] (leich¬
tes) Schielen
Sjl|berjdi|stel —* Sil|berjdis|tei: die; - ;
-n einer Distel ähnliche, silberweiß
blühende Pflanze
Sil|beijfa(den: der; -s; -faden (in ein Ge¬
webe eingearbeiteter) silbrig glänzen¬
der, fester Faden
sll|beijfarjben/sil|ber|far|big: Adj. n. stg.
weißgrau, in Bezug auf die Farbe wie
Silber
Sil|beijfisch|chen: das; -s; - <Zool.>
winziges, Feuchtigkeit liebendes In¬
sekt mit silberfarbener Haut
Sil|berjge|halt: der; -(e)s; -e Anteil an
Silber in einem Stoff, einer Legierung
Sil|ber|geld: das; -(e)s; - aus Silber ge¬
preßte od. versilberte, silberfarbige
Münzen
Sil|ber|ge|schirr: das; -(e)s; -e aus Sil¬
ber, einer Silberlegierung bestehende
Teller, Tassen u. ä.
sil|ber|grau: Adj. n. stg. von hellgrauer,
glänzender Farbe
sii|beijhaa|rig: Adj. n. stg. weißgraue
Haare besitzend
sil|beijhal|tig: Adj. einen Anteil an Sil¬
ber aufweisend
Sjl|ber]hoch|zeit: die; • ; -en fünfund¬
zwanzigstes Jubiläum der Eheschlie¬
ßung
Sil|berjle|gie|rung: die; - ; -en Zusam¬
mensetzung von Silber mit anderen
Metallen
Sil|ber|me|dail|le: die; - ; -n einer Münze
'ähnlicher Gegenstand aus Silber an
einem (Hals-)Band, der als Ehrung
für den Zweiten eines sportlichen
Wettbewerbs (einer Olympiade) ver¬
gebenwird
Sjl|ber)mi|ne: die; - ; -n Bergwerk, in
dem Silber abgebaut, eine Silberaider
ausgebeutet wird
Sil|ber|mö|we: die; • ; -n <Zoob größere
Möwe mit silbergrauem Gefieder am
Rücken
Sil|beijmün|ze: die; ~ ; -n aus Silber ge¬
preßte od. versilberte (nicht unbe¬
dingt als Zahlungsmittel gültige)
Münze
S|l|berjsalz: das; -es; -e <Chemie> Ver¬
bindung von Silber u. Säure(rest)
1062
Sinn
Sil|ber|schmied: der; -(e)s; -e weibl.
SH|ber^chmie|din: die; - ; -nen Per¬
son, die beruflich als Kunstschmie¬
den) vor allem Silber verarbeitet
Sil|berjstrei|fen: der; -s; • in der Wen¬
dung ein Silberstreif am Horizont:
Entwicklung, Wendung o. ä., die
Hoffnung auf Positives, Besserung
verspricht, vermittelt
si)|ber|weiB: Adj. n. stg. von grauwei¬
ßer, glänzender Farbe
Sil|berjzwie|bel: die; - ; -n sehr kleine in
gewürztem Essigwasser blanchierte u.
eingelegte Zwiebel
Si|len|ti|um: dar.» /silenzium/ das; -s; Si¬
lentien IsilenzPn/ (PI. s.J [veralt.] a)
Phase der Ruhe, Stille »Silentium
bitte!« b) Stillarbeitsphase bei Schü¬
lern
Sil|hou|etlte: <fr.> /siluette/ die; - ; -n a)
Kontur, die flächige Ausdehnung ei¬
nes Körpers nachzeichnende Linie,
Umriß, Schattenriß b) Scherenschnitt
Sijli|cat/Si|li|kat: dato das; -(e)s; -e
(Chemie» Kieselsäuresalz
Si|li|ci|um/Si|li|zi(uni: dato /silizium/
das; -s; - (Chemie» säurebeständiges,
dunkelglänzendes Halbmetall; chemi¬
scher, meist in Mineralien enthaltener
Grundstoff
Si|lifcon/Si|li|kon: /silikon/ das; -s; -e
(Chemie» sehr haltbarer, wärme- u.
wasserbeständiger Kunststoff
si|li|fi|zia|rBn: <lat.> silifizierst; süifizier-
test; hast silifiziert verkieseln
Si[li|kat/Si[lifcat dato das; -(ejs; -e
(Chemie» Kieselsäuresalz
Si|li|kon/Si|li|con: das; -s; -e (Chemie»
sehr haltbarer, wärme- u. wasserbe¬
ständiger Kunststoff
Sl[li|kg|se: die; - ; -n (Med.» durch lang¬
fristiges Einatmen von (Quarz-)Stäu-
ben verursachte Lungenerkrankung
Si|ti|a|um/Si|lijci|um: <lat.> das; -s; -
(Chemie» säurebeständiges, dunkel¬
glänzendes Halbmetall; chemischer,
meist in Mineralien enthaltener
Grundstoff
Sl|lo: <span.> der u. das; -s; -s 1 a) Groß-
speicher(raum) für Getreide, Erz u. a.
b) Gärfutterbehälter 2 [abwert.] grö¬
ßeres, häßliches Gebäude »Wohnsilo«
SiJlo|fut|ter: das; -s; - (PI. s.) Futter für
Nutzvieh, das im Silo für den Winter
gelagert wird
Siljve|ster/Syl|ve|ster —» Sil|ves|ter/
Syl|vesften /silweßter/ der u. das; -s; ~
(meist ohne Art. gebraucht) letzter
Tag im Jahr; der 31.12.; Tag vor Neu¬
jahr » Wir feiern zusammen Silvester.«
Sü|vejster]abend/Syt|ve|sterjabend —►
Sillves|ter|abend/Syl|ves)ter)abend:
/silweßter-/ der; -s; -e Abend des 31.
Dezember; Vorabend des Neujahrs¬
tages
Sil|ve|ster|ball/Syl|ve|ster|ball —* Sil|-
ves|terjball/Syi|ves|ter|ball: /silwe¬
ßter-/ der; -(e)s; -balle festliche Tanz¬
veranstaltung zum Jahreswechsel
Sil|ve|ster|nacht/Syl|ve|ster|nacht ~*
Sil|ves|ter[nacht/Syt|ves|teijnactit:
/silweßter-/ die; - ; -nächte Nacht zwi¬
schen den 31.12. u.dem 1.1. des näch¬
sten Jahres
si|mi|le: dto Adv. (Musik» genauso, in
gleicher Weise, ebenso fortfahrend
St|mi|li: «V.» das u. der; -s; -s Nachbil¬
dung, etw., was einem Vorbild nach¬
gearbeitet, nachgeahmt wurde (meist
Abbilder von Edelsteinen)
Si|mo|nie: /simoni/ die; - ; -n /simonirn/
(katb. Kirche» Handel mit geistlichen
Titeln
sim|pef: dat.-fro Adj. simpler; simpelste
a) einfach; nicht schwierig; sehr leicht;
ohne Problem b) einfach; anspruchs¬
los; einfältig »ein simpler Mensch«
Simjpli|fi|ka|ti|pn —» Sim|p|li|fi|ka|ti|gn:
<lat.> /simplifikazion/ die; - ; -en ver¬
einfachende Darstellung, Vereinfa¬
chung
sim|pli|fi[zie[ren —*■ sim|p|tijfi|zie|ren:
<lat.> simplifizierst; simplifiziertest;
hast simplifiziert etw. Kompliziertes
vereinfacht darstellen; unerlaubt ver¬
einfachen
Sim|plijfi(zie|rung —»- Sim|p[liffi]z|e(-
rung: die; - ; -en vereinfachende Dar¬
stellung, übermäßige Vereinfachung
Sims: der u. das; -es; -e breiter, waage¬
rechter Vorsprung in einer Mauer
Si|mu|lant: <Iat.> der; -en; -en weibl. Si|-
mu|lan|tin: die; -; -nen (Med.» Person,
die Beschwerden, ein Leiden vorgibt,
vortäuscht, sich krank stellt
Si|mu|la|ti|on: dato /simulazion/ die; - ;
-en 1 Nachbildung, Vortäuschung (zu
Übungszwecken) 2 Nachahmung
Si|mu|la)tor: dato der; -s; Simulatoren
Gerät, Apparat mit od. in dem be¬
stimmte Bedingungen wirklichkeits¬
getreu nachgebildet, vorgetäuscht
werden können
sijmu|lie|ren: <lat.> simulierst; simulier¬
test; hast simuliert 1 a) eine Situation
möglichst genau nachstellen (um dar¬
an etw. zu üben) b) (Med.» die Sym¬
ptome einer Krankheit bewußt, zu
Täuschungszwecken nachahmen 2
[landsch.] über etw. gründlich nach¬
denken, sinnieren
si|mul]tan: dato Adj. n. stg. gleichzeitig;
zeitgleich »Sie übersetzte seine Rede
simultan.«
Si|mul|tan|dol|met|schen: dat.; dto das;
-s; - das parallele, fast gleichzeitig er¬
folgende Übersetzen eines mündli¬
chen Textes in eine andere Sprache
Si|multtan|dol|met|schen der; -s; -
weibl. Si|mul)tan|dol|met|sche|rin:
die; - ; -nen Person, die einen mündli¬
chen Text parallel in eine andere
Sprache übersetzt
Si|mul|ta|nei|tät/Si]mulfta[ni(tät —*■ Si|-
mul)ta|ne|i|tät/Si|mul)ta|ni)tät: dat.-
fro die; ~ ; -en gleichzeitiger Ablauf;
zeitgleicher Verlauf
Si|mu!|ta|ni|täVSi|mul|tajnei|tjrt —* Si|-
mul|ta|ni|tät/Si|mul|ta|ne|i|tat: dat.-
fro die; - ; -en gleichzeitiger Ablauf;
zeitgleicher Verlauf
Si|mul|tan|schach: das; -s; - Schach¬
spiel, bei dem ein Spieler zur gleichen
Zeit mit mehreren Partnern an ver¬
schiedenen Brettern spielt
Sin|fo|nie/Sym|pho|nie: <gr.-lat.-ito die;
- ; -n jSinfonienj 1 (Musik) in mehrere
Abschnitte, Sätze geteiltes musikali¬
sches Werk, das von einem Orchester
gespielt wird »eine Sinfonie
aufführen« 2 [geh.] Gesamtkunst¬
werk, beeindruckendes Miteinander,
Zusammenspiel verschiedener Ele¬
mente
SJng|dros|sel: die; - ; -n (Zoob heimi¬
scher, auf dem Rücken braun gefie¬
derter Singvogel
Sin|ge|grup|pe: die; - ; -n (früher DDR»
"gesellschaftlich eingebundene Grup¬
pe, die politische Lieder einübt u.
singt
sin|gen: singst; sang(e)st; hast gesungen
1 a) mit der Stimme eine Melodie mit
Text hervorbringen »ein Lied singen«
b) (Literaturwiss.» einen dichterischen
Gesang vortragen 2 [ugs.] (bei der Po¬
lizei) etw. über ein Verbrechen verra¬
ten 3 das kannst du singen: [ugs.] das
ist absolut wahr
Sin|ge|rei: die; - ; - [abwert.] a) ständi¬
ges, als lästig empfundenes Singen;
störender, andauernder Gesang b) öf¬
fentliches Singen (als Quelle für den
Lebensunterhalt od. Hobby)
5[ng|kreis: der; -es; -e Gruppe von Per¬
sonen (meist im Rahmen einer Kir¬
chengemeinde), die sich regelmäßig
zum Singen (religiöser Lieder) trifft u.
öffentlich (als kleiner Chor) auftritt
Sin|gte —> Single: dat.-fr.-engb
/ßingel/ das; - u. -s; - u. -s (Sport,
zwischen zwei Spielern» a) Einzelspiel
b) (Goif> Zweierspiel
Sin|gle: dat.-fr.-engh /ßingri/ der; - u.
-s; -s alleinstehender Mensch (ohne
Partner) »Ich bin zur Zeit Single.«
Sin|gle: dat.-fr.-engh /ßing'I/ die; - ; -s
kleine (Vinyl-jSchallplatte mit kurzer
Spielzeit
Singsang: der; -(e)s; - a) Hervorbrin¬
gen eines an- u. abschwellenden Tons,
einer einfachen Melodie b) an- u. ab¬
schwellender Ton, simple Melodie
Sin|gu|lan dato der; -s; -e (Sprachwiss.»
a) o. PI. Einzahl b) Wort in der Ein¬
zahl, Ant.: Plural; Mehrzahl
sin|gu|lär/sin[gu|lär: dato Adj. n. stg. 1
sehr selten, nur vereinzelt vorkom¬
mend 2 nur in einer Ausprägung, ei¬
nem Exemplar existierend
Sin|gu|la|re|tän|tum: dato das; -s; -s
(Sprachwiss.» Wort, zu dem es aus lo¬
gischen Gründen keinen Plural gibt
sin|gu|la|risch: Adj. n. stg. (Sprachwiss.»
in der Singularform vorliegend; dem
Singular zuzuordnen
Sin|gu|la|ris|mus: dato der; - ; - (Philo¬
sophie» Lehre, nach der die gesamte
Welt eine Einheit bildet, nach der
Einzeiphänomene nicht wirklich ei¬
genständig, unabhängig sind
Sin|gu|la|ri|tät: dato die; - ; -1 [geh.] a)
sehr seltenes, nur vereinzeltes Vor¬
kommen b) Existenz nur in einer Aus¬
prägung, einem Exemplar 2 (Math.»
Abweichung, abweichende Stelle im
Erscheinungsbild einer Kurve o. ä. 3
(Meteorologie» Wetterelement, daß
sich in einer Jahreszeit immer wieder
manifestiert
Sing|vojgel: der; -s;-vögel (Zool.» Vogel,
der ausgeprägte Tonfolgen produzie¬
ren kann
sin|ken: sinkst; sank(e)st; bist gesunken
1 (in der Luft od. in Flüssigkeit» sich
langsam, allmählich nach unten be¬
wegen »Die Feder sinkt nach unten.« 2
niedriger werden »Der Wasserspiegel
sinkt.« Ant.: steigen
Sinn: der;-(ejs; -e 1 a) Vermögen, etw.
wahrzunehraen u. zu fühlen »Diefünf
Sinne sind das Hören, Sehen, Riechen,
1063
Sinnbereich
Tasten u. Schmecken.« b) innerer Be¬
zug, Gefühl für etw. »Er hat keinen
Sinn für Romantik.« 2 (geistiger) Ge¬
halt, Inhalt einer Sache »Ich verstehe
den Sinn nicht.« 3 Zweck, Nutzen,
den etw. hat »Es hat keinen Sinn, dar¬
über zu sprechen.« 4 (nicht) im Sinne
des Erfinders sein: [ugs.] (nicht)
jmds. Vorstellung, Absicht entspre¬
chen S jmdm. steht der Sinn nach
etw.: jmd. möchte etw. Besonderes
unternehmen, hat Lust auf etw. 6 kei¬
nen, wenig, nicht viel Sinn haben:
etw. ist unvernünftig, zwecklos »Sich
dafür noch einzusetzen u. zu kämpfen,
hat doch keinen Sinn mehr.« 7 nicht
Sinn der Sache, Übung sein: nicht
die Absicht, der Zweck sein 8 seine
fünf Sinne nicht (richtig) beisammen
haben: [ugs.] verwirrt, durcheinan¬
der, nicht ganz bei Verstand sein 9
seine fünf Sinne zusammennehmen:
[ugs.] aufmerksam sein, sich stark
konzentrieren »Er mußte seine fünf
Sinne zusammennehmen, um die
schwierige Lage zu meistern.« 10 sich
etw. aus dem Sinn schlagen: ein Vor¬
haben, einen Wunsch aufgeben 11
jmdm. nicht aus dem Sinn gehen,
wollen: jmds. Gedanken sind ständig
mit etw. beschäftigt »Ihre letzten
Worte wollen mir nicht aus dem Sinn
gehen.« 12 nicht mehr Herr der Sinne
sein: völlig die Kontrolle verlieren
»Durch den Schock war er nicht mehr
Herr seiner Sinne.« 13 (nicht) bei Sin¬
nen sein: (nicht) mehr klar im Kopf,
bei Verstand sein »Wie konntest du
das nur sagen, du bist ja nicht bei
Sinnen.« 14 jmdm. aus dem Sinn
kommen: von jmdm. total verdrängt,
vergessen werden 15 jmdm. durch
den Sinn gehen: jmdn. gedanklich
beschäftigen 16 jmdm. in den Sinn
kommen: jmdm. einfallen »In all den
Jahren ist es ihr nicht in den Sinn ge¬
kommen, daß er auch mal die Schuhe
putzen könnte.« 17 jmdm. nicht in den
Sinn wollen: jmdm. nicht richtig er¬
scheinen, unverständlich sein 18 etw.
im Sinn haben: etw. Vorhaben; eine
Absicht verfolgen »Ich habe nicht im
Sinn, deinen Plan zu verraten.« 19
jmdm. durch den Sinn fahren: jmd.
erinnert sich (plötzlich), etw. fällt ihm
wieder ein 20 (wie) von Sinnen sein:
sehr aufgeregt, (fast) verrückt sein
Sinn|be|reich: der; -(e)s; -e
<Sprachwiss.> Wortfeld; Gruppe se¬
mantisch verwandter Wörter
s]nn|be|täu|bend: Adj. stark, intensiv in
der Ausprägung, die Sinne berau¬
schend (meist für Düfte, Parfüms)
Sinn|bild: das; -(e)s; -er symbolische(r)
Situation od. Gegenstand
sinn]bild|hafb Adj. sinnbildhafter; sinn¬
bildhafteste wie ein Symbol; symbo¬
lisch
sin|nen: sinnst; sann(ejst; hast gesonnen
[geh] über etw. nachdenken, grübeln
(u. dabei Pläne entwickeln) »Er sann
überden (kommenden) Tag.«
Sjn|nen|freu|de: die; - ; -n [geh.] Spaß,
Freude, der/die durch Sinneswahr¬
nehmungen erfahren wird
sin|nen|froh: Adj. sinnenfroher;
sinnenfroh(e)ste [geh.] nach sinnli¬
chen Erfahrungen strebend; gerne po¬
sitive Erlebnisse durch Sinneswahr¬
nehmungen erfahrend, herbeiführend
S]n|nen|lust: die; • ; - [geh.] Spaß, Freu¬
de, der/die durch Sinneswahrneh¬
mungen erfahren wird
sinn|ent|leert: Adj. n. stg. keine Bedeu¬
tung mehr besitzend, ohne Bestim¬
mung
sinn|ent|stel|lend: Adj. die Bedeutung,
den Sinn von etw. verfälschend ,
Sin|nes|än|de|rung: die; - ; -en Ände¬
rung, Revidierung einer Meinung,
Absicht
Sin|nes|ein|druck: der; -(e)s; -eindrücke
bei einem Erlebnis erfahrener, mit
den Wahmehmungsorganen aufge¬
nommener Reiz, im Gedächtnis haf¬
tende Erinnerungen
Sln|nes|erjfah|rung: die; - ; -en etw., das
mit einem Wahrnehmungsorgan auf¬
genommen (gesehen, gehört, ge¬
schmeckt, gefühlt od. gerochen) wur¬
de
Sin|nes|or|gan: das;-(e)s; -e <Bio.> Kör¬
perorgan, mit dem Sinneserfahrun¬
gen gemacht werden können (Auge,
Ohr, Zunge, Hand; Haut, Nase)
Sin|nes|täu|schung: die; ~ ; -en schein¬
bar mit den Sinnesorganen aufge¬
nommener Reiz, der jedoch nicht tat¬
sächlich existiert
Sjn|nes|wahrjneh|mung: die; - ; -en a)
etw., das mit einem Wahrnehmungs¬
organ aufgenommen (gesehen, ge¬
hört, geschmeckt, gefühlt od. gero¬
chen) wurde b) das Erfahren, Wahr¬
nehmen von etw. mit den Sinnesorga¬
nen
Sin|nes|wan|del: der; -s; ~ Verände¬
rung, Revidierung einer Meinung,
Absicht
s]nn|fäl|lig: Adj. sofort zu verstehen
»Die Schließung der Anlage war nach
dem Unfall eine sinnfällige Entschei¬
dung.«
Sinn|fra|ge: die; - ; - <Philosophie> Fra¬
ge nach dem Sinn des Lebens, Da¬
seins, einer Tätigkeit o. ä.; Grund¬
satzfrage
sihn|ge|mäB: Adj. n. stg. nicht wörtlich,
sondern nur dem Inhalt nach überein¬
stimmend (in der Darstellung, Wie¬
dergabe)
sin|nje|ren: sinnierst; sinniertest; hast
sinniert sich in Gedanken intensiv mit
etw. beschäftigen, in Grübeleien ver¬
fallen »Er sinnierte lange, ob er etw.
falsch gemacht hatte.«
sin|nig: Adj. a) [meist ironisch] (nicht)
besonders effektiv, sinnvoll b)
[landsch.] langsam u. nachdenklich
sjn|ni|gerjwei|se: Adv. [meist ironisch]
(nicht) besonders effektiv wirkend,
sinnvoll handelnd
sinn|lich: Adj. 1 erotisch; sexuelle Erre¬
gung hervorrufend, zeigend »ein sinn¬
licher Film« 2 mit den Sinnen erfahr¬
bar, wahrnehmbar »Die Abkühlung
ist sinnlich kaum wahrnehmbar.«
$jnn|lich|keit: die; - ; - a) positive Ein¬
stellung zu sinnlichen Erfahrungen
»Das viktorianische Zeitalter war arm
an Sinnlichkeit.« b) <oft im erotischen
Bereich) Wunsch nach sinnlichen Er¬
fahrungen, die Sinne einbeziehendem
Verhalten
sinn|los: Adj. n. stg. 1 ohne nachvoll¬
ziehbaren Sinn, Zusammenhang;
überflüssig »Sie gab nur noch sinnloses
Zeug von sich.« 2 ohne Aussicht auf
Erfolg »Er setzte seinen sinnlosen Ver¬
such fort, seinem Freund das Vorhaben
auszureden.«
Si.nn|lo|slg|keit: die; - ; -en a) o. PI. völli¬
ger Mangel an Sinn, Bedeutung b) Er¬
eignis, Handlung, das/die keinen Sinn
erkennen läßt
sinnreich: Adj. 1 durch vorherige Über¬
legungen etw. Positives erreichend
od. richtig u. zweckmäßig handelnd
»Die Uhr ist eine sinnreiche
Erfindung.« 2 sich auf einen bestimm¬
ten gedanklichen Inhalt beziehend; ei¬
nen tieferen Sinn enthaltend
sinnjveijwandt: Adj. <Sprachwiss.> im
Gehalt gleich od. sehr ähnlich »'Buch'
u. 'Schmöker' sind sinnverwandte
Wörter.« Syn.: synonym
sinn|veijwiijrend: Adj. die Sinne od. Ge¬
danken durcheinanderbringend »Ihr
Parfüm hatte eine sinnverwirrende
Wirkung.«
sinn|voll: Adj. durch vorherige Überle¬
gungen etw. Positives erreichend,
richtig u. zweckmäßig handelnd »Es
ist eine sinnvolle Handlung, Obst vor
dem Verzehr zu waschen.« Syn.: sinn¬
reich
sinn|wid|rig —> sinn|wi|d|rig: Adj. der
inneren Logik des Gesamtzusammen¬
hangs entgegenlaufend, gegen eine
vorgegebene Zielsetzung handelnd
Si|no|lo|gie: <gr.-lat.> die; - ; - Lehre von
der wissenschaftlichen Erforschung
der chinesischen Sprache, Literatur u.
Kultur
si|no|lo|gisch: <gr.> Adj. n. stg. <Sprach-
wiss.) die chinesische Kultur u. Spra¬
che betreffend, der Sinologie zugehö¬
rig, zuzuordnen
Sjn|ter der; -s; - <Geologie> löchriges,
wasserdurchlässiges Gestein (meist
Kalkgestein), das durch Rückstände
fließenden Wassers entsteht
sin|tem: sinterst; sintertest; hast
gesintert <Technik> pulverige Stoffe
(z. B. Metalle od. keramische Roh¬
masse) durch Erwärmung u. unter
Druck schmelzen, zusammenfließen
u. verfestigen lassen »Die Erze werden
im Hochofen gesintert.«
Sint|flut/Sünd|flirt: die; - ; -1 a) <Litera-
turwiss.; Religion) nach literarischer
Überlieferung (Mythen, Sagen, Bibel)
Überflutung der gesamten Erde als
göttliche Strafe b) [ugs.] sehr starke
Regenfälle 2 <übertr.> eine unerwarte¬
te u. ungewöhnlich große Menge
»Nach ihrer Kontaktanzeige in der
Zeitung bekam sie eine wahre Sintflut
von Briefen.« 3 nach mir die Sintflut:
[ugs.] jmdm. ist es gleichgültig, was
nach ihm kommt, geschieht, ist nur
an seinem Vorteil usw. interessiert
sint)flut|ar]tig: Adj. in Ausprägung u.
Ausmaß mit einer Sintflut (1) ver¬
gleichbar »Durch sintflutartige Regen¬
fälle wurde das ganze Dorf über¬
schwemmt.«
Sin|ti: die (PI.) in Deutschland gebore¬
ne Angehörige der ethnischen Grup¬
pe, die abwertend od. romantisierend
als Zigeuner bezeichnet wird, wurde
Sinjto: der; ~ ; Sinti (m. PI.) in Deutsch¬
land geborener Angehöriger der eth¬
nischen Gruppe, die abwertend od.
1064
Situation
romantisierend als Zigeuner bezeich¬
net wird, wurde
Sj|mis: dato der; -; - 1 «Math.) Winkel¬
funktion im rechtwinkligen Dreieck 2
<Med.) a) Hohlraum b) Blutkapsel
zwischen den Hirnhäuten
Sijnus|kur|ve: die; - ; -n «Math.) in ei¬
nem Koordinatensystem graphisch
dargestelltes Verhältnisses von Ge¬
genkathete u. Hypotenuse
Si|phon/Si|phpn: <gr.-lat.-fr.> /sifong, si-
fong u. [österr.] sifon/ der; -s; -s 1 Ge¬
ruchsverschluß bei" Wasserausgüssen
2 Gefäß, bei dem die Flüssigkeit
durch Kohlensäure herausgedrückt
wird »ein Siphon mit Sahne« 3
[österr.; ugs.] Sodawasser
Si|phon|ver|schluß —*■ Si]phon|ver|-
schluss: dat.-gr.i /sifong-, sifong- u.
[österr.] sifon-/ der; -Verschlusses;
-Verschlüsse S-förmiger Geruchsver¬
schluß bei Wasserausgüssen
Sipjpe: die; - ; -n 1 <Völkerkunde> oft
mehrere Familien umfassende Le¬
bensgemeinschaft, Gruppe von Men¬
schen gleicher Abstammung »Die Jä¬
ger u. Sammler der Frühzeit lebten in
Sippen.« 2 [scherzh. od. abwert.; ugs.]
Verwandtschaft 3 <Bio.> Tiere od.
Pflanzen gemeinsamer Abstammung
Sip|pen|haft: die; - ; - Strafe, bei der die
gesamte Familie für die Handlung ei¬
nes einzelnen Familienmitgliedes ver¬
antwortlich gemacht u. bestraft wird
Sip|pen|haf)tung; die; -; - Einstehen der
gesamten Familie für die Handlung
eines einzelnen Familienmitgliedes
Sjp|pen|ver[band: der; ~(e)s; -verbände
«Völkerkunde) Vereinigung mehrerer
Familien in einer Sippe (I)
Sippfschaft: die; - ; -en 1 a) «Völkerkun¬
de) Vereinigung mehrerer Familien in
einer Sippe (1) b) [scherzh. od. ab¬
wert.; ugs.] Verwandtschaft »Am
Montag trifft sich wieder die ganze
Sippschaft.« 2 [abwert.; ugs.] Gruppe
von Personen »Mit der Sippschaft die¬
ser Verbrecher möchte ich nichts zu
tun haben.«
Si|rejne: <gr.) die; - ; -n 1 Gerät zur Er¬
zeugung eines intensiven Warntons
»Die Sirenen heuten um 12.00 Uhr zur
Probe.« 2 a) «griechische Mythologie)
weibliches Wesen, das vorbeifahren¬
de Seefahrer mit ihrem Gesang zu
sich lockt, so daß ihre Schiffe an der
Küste zerschellen b) [geh.] besonders
anziehende Frau 3 <Zool.> Seekuh
Si|rgjnen[ge|heul: das; -(e)s; - [ugs.]
Töne eines Signalhorns zur Warnung
der Bevölkerung vor einer Gefahr
si|re|nen|haft: Adj. sirenenhafter; sire¬
nenhafteste 1 [poet.; geh.] anziehend;
attraktiv; verführerisch 2 laut tönend;
wie eine Sirene
sir]ren: sirrst; sirrtest; hastjbist gesirrt 1
hast a) einen hohen, feinen Ton pro¬
duzieren »In heißen Sommernächten
haben die Mücken leise gesirrt.« b)
[poet.] hast säuseln; flüstern »Er sirrte
seiner Geliebten zärtliche Worte ins
Ohr.« 2 bist sich bewegen u. dabei ei¬
nen feinen Ton von sich geben »Die
Libelle ist über den See gesirrt.«
Si|rup: <arab.-lat-> der; -s; -e aus Zucker¬
rüben od. anderen Früchten durch
Kochen gewonnene, süße, zähe
Masse »Er bestrich einen Toast mit Si¬
rup.«
Si|sai: der; -s; - pflanzliche Fasern aus
Agavenblättern zur Herstellung von
Stricken, Seilen, Teppichen usw.
8i)stie|ren —* sis(tie|ren: <lat.> sistierst;
sistiertest; hast sistiert 1 [geh.] etw.
abbrechen, aufheben (auch mit zeitli¬
cher Begrenzung) »Die Geschäfte hat
der Firmenleiter sistiert.« 2 «Rechtsw.)
eine verdächtige Person zur Identi¬
tätsprüfung verhaften
Si|sy|phus|ar{beit: /sisifuß-/ die; - ; -en
(PI. s.) vergebliche, nicht endende
Anstrengung, Arbeit ohne Sinn (nach
der griechischen Sagengestalt Sisy-
phus, der Steine wälzen mußte u. nie
zum Ende bzw. zu einem Ziel kam)
Sijtar: <hindb der; - u. -s; - u. -s «Musik)
indisches Saiteninstrument ähnlich
einer Gitarre
Sit-in: <engh das; - u. -s; -s friedliche,
meist politisch begründete Zusam¬
menkunft von Personen, die be¬
stimmte Aktionen stoppen wollen, in¬
dem sie sitzend Protest üben u. dabei
den Durchgang bestimmter Wege
verhindern; Sitzblockade; Sitzstreik 2
[jugendsprl.] Zusammensitzen, Tref¬
fen mit Freunden, Bekannten (ohne
etw. Besonderes zu tun)
Sit|te: die; - ; -n 1 Tradition; (überliefer¬
te) Verhaltensweise; Brauch »Das ist
in meiner Familie so Sitte.« 2 Norm;
Regel; Grundsatz; Moral; Wertvor¬
stellung
Sjt)ten|apo|stel —> Sit|ten|a|pos|tel:
der; -s; ~ [iron.; ugs.] Person, die auf
die Einhaltung der moralischen Nor¬
men besonders großen, übertriebenen
Wert legt
Sjt|ten|bild: das; -(e)s; -bilder a) Dar¬
stellung, Symbol der ethisch-morali¬
schen Grundsätze einer bestimmten
Epoche (z. B. an einer bestimmten
Gesellschaftsschicht) b) «Literatur-
wiss.) Darstellung der ethisch-morali¬
schen Grundsätze einer bestimmten
Epoche »Viele Romane sind zugleich
auch ein Sittenbild der Gesellschaft,
die darin beschrieben wird.« c) «Kunst)
Gattung der Malerei mit Darstellung
typischer Ausschnitte aus dem alltäg¬
lichen Leben von Personen eines be¬
stimmten Standes, Syn.: [fremdsprl.]
Genrebild
Sft)ten|de|zer|nat: das; -(e)s; -e Abtei¬
lung der Kriminalpolizei, die sich mit
der Verfolgung sittlich-moralisch ab¬
weichenden Verhaltens beschäftigt (z.
B. unerlaubte Glücksspiele, Prostitu¬
tion)
Sit|ten|leh|re: die; - ; -n «Soziol.; Philo¬
sophie, Theologie) a) Lehre von den
moralischen Nonnen, die das Leben
in einer menschlichen Gemeinschaft
regeln u. die für das Funktionieren
der Gemeinschaft Voraussetzung
sind b) Buch, das eine Sittenlehre (a)
enthält, Syn.: [fremdsprl.] Ethik
sit|ten|los: Adj. n. stg. 1 a) sich ohne Be¬
achtung der moralischen Nonnen in¬
nerhalb einer Gesellschaft verhaltend
b) nicht auf ethisch normierten Re¬
geln basierend
Sft[ten|lojsig|keit: die; - ; - Verhalten
od. Zustand einer Person od. Ge¬
meinschaft (z. B. Gesellschaft) ohne
moralische Normen
Sit|ten|rich|ter: der; -s; - weibl. Sit)ten|-
rich|te|rin: die; - ; -nen [abwert.] Per¬
son, die über das moralische Verhal¬
ten anderer Personen urteilt u. dabei
auf die Einhaltung moralischer Nor¬
men übertriebenen Wert legt »Unser
Klassenlehrer spielte heute wieder mal
den Sittenrichter.«
Sit|ten|schil|de|rung: die; - / -en «Litera-
turwiss.) Darstellung der moralischen
Nonnen u. Werte einer bestimmten
Epoche am Beispiel einer bestimmten
Gesellschaft, Gesellschaftsschicht od.
Einzelperson in Form eines Bühnen¬
stücks od. Romans
sltjten|streng: Adj. [veralt.] auf die Ein¬
’ haltung moralischer Normen sehr ho¬
hen Wert legend »Das Kind wurde von
einer sittenstrengen Mutter erzogen.«
Syn.: tugendhaft
Sit|ten|stren|ge: die; - ; -
Kompromißlosigkeit bezüglich der
Einhaltung moralischer Nonnen
Sit|ten|stroich; der; -(e)s; -e [ugs.] Be¬
zeichnung für einen Mann, der sich
sexuell unsittlich gegenüber Frauen
od. Kindern verhält
s|t)ten|wid|rig —» sit|ten|wi]d|rig: Adj.
«meist Rechtsw.) [ämtsspr.] gegen die
allgemein anerkannten guten Sitten
verstoßend, sich entgegen die morali¬
schen Normen u. Werte verhaltend,
die in einer menschlichen Gemein¬
schaft gelten
Sitjtich: dat.-gr.i der; -s; -e «Zool.) in
zahlreichen Unterarten, in verschie¬
denen Größen, verschiedenen Gefie¬
derfärbungen vorkommende Vogel¬
art aus der Gattung der Papageien
mit bunter Federfärbung u. keilför¬
migem, langem Schwanz
sitt|Uch: Adj. 1 den moralischen Nor¬
men u. Werten einer Gemeinschaft
entsprechend 2 die Einhaltung mora¬
lischer Normen beachtend »Sie zeigte
ein sehr sittliches Verhalten.« Syn.: sit¬
tenstreng
Sitt[llch|keit: die; - ; -1 Verhalten ent¬
sprechend der moralischen Normen
u. Werte einer Gemeinschaft, 2 mora¬
lische Normen u. Werte einer Ge¬
meinschaft, Syn.: [fremdsprl.] Morali¬
tät
Sitt|üch|keits|de|Hkb das; -(e)s; -e
«Rechtsw.) [amtsspr.] strafbare Hand¬
lung auf sexuellem Gebiet (z. B. Ver¬
gewaltigung)
Sitt|lich|ke(ts|ver[bre|cher der; -s; ~ ;
weibl. Sitt|lich|keits|ver[bre|che)rin:
die; - ; -nen «Rechtsw.) Person, die
eine strafbare Handlung auf sexuel¬
lem Gebiet verübt hat
sittsam: Adj. [geh.; veralt.] 1 sich ent¬
sprechend der Sitte, den gesellschaft¬
lichen Anforderungen verhaltend; an¬
ständig, gesittet u. gut erzogen »Das
Kind hatte ein sittsames Betragen.« 2
keusch u. reserviert
Sitt|sam|keit: die; - ; - 1 [geh.; veralt.]
Verhalten entsprechend den morali¬
schen Normen u. Werten einer Ge¬
meinschaft 2 [veralt.] Keuschheit; Zu¬
rückhaltung im sexuellen Bereich (be¬
sonders bezüglich weibl. Personen)
Si|tua|ti|pn —Si|tula)ti[pn: <Iat.-fr.>
/situazion/ die; - ; -en Sachlage; Stel-
1065
situationsbedingt
lung; Zustand »Ich befinde mich in ei¬
ner schwierigen finanziellen Situati¬
on.«
si|tua|ti|gns|be|dingt —> si|tu|a|ti|gns|-
be|dingt: /situazionß-/ Adj. n. stg. ab¬
hängend von äußeren Einflüssen, die
oft unvorhergesehen u. kurzfristig
eintreten
Si|tua|ti|gnsjko|mik —» Si|tu|a|ti|gnsj-
kolmik: /situazionß-/ die; ~ ; - (unfrei¬
willig verursachte) Heiterkeit, Witz,
der im alltäglichen Geschehen zufäl¬
lig auftritt
Si|tua|ti|gns|ko|mö|die —> Si|tu|a|ti|-
ons|ko|mö|die: /situazionß-/ die; - ;
-n (Literaturwiss.» Lustspiel, dessen
lustige u. komische Wirkung durch
plötzlich eintretende, überraschende
Umstände, Verwicklungen der Hand-
iungsstränge u. Verwechslungen her-
vorgerrufen wird
Si|tua|ti|ons|plan —* Sijtu|a|tijgns|plan:
/situazionß-/ der; -(e)s; -plane 1 a)
mündliche od. schriftliche Feststel¬
lung od. Voraussage einer bestimm¬
ten Sachlage b) Plan, der das räumli¬
che Verhältnis mehrerer Gegenstände
zueinander erfaßt »Für das Autoren¬
nen muß ein genauer Situationsplan
aufgestellt werden.« c) Plan, der die
wirtschaftliche Situation einer od.
mehrerer Personen od. einer Firma
erfaßt od. voraussagt d) (Milit.» Plan,
der das räumliche Verhältnis der Um¬
gebung (z. B. für eine militärische
Übung) erfaßt; Plan, der die situative
Sachlage erfaßt (z. B. die Entfernung
der feindlichen Truppen vom eigenen
Lager)
Si|tua|ti|gnsjstück —» Si(tu|a|ti|ons|-
stück: /situazionß-/ das; -(e)s; -e
Bühnenstück, dessen lustige u. komi¬
sche Wirkung durch plötzlich eintre¬
tende, überraschende Umstände,
Verwicklungen der Handlungssträn¬
ge u. Verwechslungen hervorgerufen
wird
si|tua|tiv —* si|tu|a|tiv: /situatif/ Adj. n.
stg. fgeh.] durch einen Zustand, einen
gegebenen Umstand, die bestehende
Situation betreffend
sijhi|ie|ren: </r.> situierst; situiertest;
hast!bist situiert 1 hast [geh.] etw. in
einen Zusammenhang bringen 2 bist
gut/schlecht situiert sein: finanziell
gut/schlecht gestellt sein
Sijtu|la: dato die; -; Situlen <hist.> eimer¬
förmiges, meist bronzenes Gelaß aus
der Eisenzeit
Sitz: der; -es; -e 1 befestigte, gesicherte
mehr od. minder gewöbte Fläche zum
Sitzen »Die Sitze des Autos waren sehr
weich.« 2 Ort, an dem eine Behörde,
Organisation o. ä. angesiedelt ist
»Der Sitz der Regierung muß nickt die
Hauptstadt eines Staates sein.« 3
Paßform »Der Sitz des Kleides ist
perfekt.« 4 jmdn. nicht vom Sitz
reißen: [ugs.] etw. ist nicht besonders
aufregend, spannend o. ä.
Sitz|bad: das; -(ejs; -bäder Eintauchen
des menschlichen unteren Rumpftei¬
les (u. der Beine) in eine Wanne (oft
zur Unterstützung von
Heilprozessen) »Der Arzt hat mir
Sitzbäder verordnet.«
Sitz|bank: die; - ; -bänke Möbelstück
mit einer (harten, ebenen) Sitzfläche '
für mehrere Personen nebeneinander
(oft in Parks)
Sitz|blocka|de (Sitz|blok|ka|de —s-
Sitz|blo|cka|de): die; - ; -n friedliche,
meist politisch begründete Handlung
mehrerer Personen, die bestimmte
Aktionen stoppen, verhindern wol¬
len, indem sie sitzend Protest üben u.
dabei den Durchgang u. die Benut¬
zung bestimmter Wege verhindern,
Syn.: Sitzstreik; Sit-in
Sftzjecke (Sitz|ek|ke —> Sitz|e|cke):
die; - ; -n a) Möbel zum Sitzen für
mindestens zwei Personen, das einen
rechten Winkel bildet, so daß die Auf¬
stellung in einer Zimmerecke möglich
ist b) Räumlichkeit, die in einem
(Wohn-)Zimmer zum Sitzen einge¬
richtet wurde
sit|zen: sitzt, saßfesjt; hast/fsüddt.
auch] bist gesessen 1 mit dem unteren
Rumpfende, dem Gesäß einen Stuhl
o. ä., den Boden unmittelbar berüh¬
ren; sich gesetzt, niedergelassen ha¬
ben »Wir saßen alle um den Tisch
herum.« 2 [ugs.] eine Gefängnisstrafe,
Freiheitsstrafe verbüßen »Sie hat drei
Jahre gesessen.« 3 passen »Die neue
Hose sitzt gut.« 4 einen sitzen haben:
[ugs.] von Alkohol berauscht sein 5
wie auf Nadeln, glühenden Kohlen
sitzen: nervös u. voller Ungeduld auf
etw. warten
—> sftjzen blei|ben: s. Sitzenbleiben
—» sitjzen las|sen: s. sitzenlassen
sit|zen|blei|ben —» sjt|zen blejjben:
bleibst sitzen; blieb(e)st sitzen; bist
sitzengeblieben —>bisl sitzen
geblieben*— aufgrund ungenügen¬
der Leistungen ein Schuljahr wieder¬
holen müssen, in der Schule nicht ver¬
setzt werden
Sit|zen|blei|ber der; -s; - weibl. Sitz|-
en|blei|be|rin: die; - ; -nen [ugs.; ab¬
wert.] Person, die aufgrund ungenü¬
gender Leistungen nicht in die nächst¬
höhere Schulklasse versetzt wird u.
die Jahrgangstufe wiederholen muß
»Klaus ist ein Sitzenbleiber!«
sit|zen|las|sen —» sitjzen lasjsen: läßt
sitzen; ließ(es)t sitzen; hast sitzenge¬
lassen —*-hasl sitzen gelassen ♦ alle
Gegenwartsformen von ’lassen' mit
ss*— a) vernachlässigen, allein las¬
sen b) jmdn. verlassen, nicht heiraten
Sitzt|lä|che: die; - ; -n 1 Teil eines Sitz¬
möbels, auf dem man sitzt 2 [ugs.;
scherzh.] Gesäß, Po
Sitzfleisch: das; -(ejs; - 1 [ugs.;
scherzh.] Gesäß, Po 2 a) Sitzfleisch
haben: [ugs.] 1. Ausdauer (bei einer
sitzenden Tätigkeit) haben »Er hatte
genug Sitzfleisch, um seine schriftliche
Arbeit in drei Wochen fertigzustellen.«
2. sehr lange irgendwo sitzen, bleiben
u. nicht ans Weggehen denken b) kein
Sitzfleisch haben: ungenügende Aus¬
dauer (bei einer sitzenden Tätigkeit)
haben; einen starken Bewegungs¬
drang haben
S|tz|platz: der; -es; -platze Gelegenheit
zum Sitzen (z. B. Stuhl, Sessel), be¬
sonders in öffentlichen Verkehrsmit¬
teln od. in einem Zuschauerraum
Sitzstreik: der; -(ejs; -s friedliche,
meist politisch begründete Handlung
mehrerer Personen, die bestimmte
Aktionen stoppen, verhindern wol¬
len, indem sie sitzend Protest üben u.
dabei den Durchgang u. die Benut¬
zung bestimmter Wege verhindern,
Syn.: Sitzblockade; Sit-in
Sitzung: die; - ; -en a) beratende Zu¬
sammenkunft »Sie ist in einer
Sitzung.« b) Aufenthalt, um eine
Dienstleistung in Anspruch zu neh¬
men »Meine letzte Sitzung beim Fri¬
seur hat 5 Stunden gedauert.«
Sit|zungs|projto|koll: das; -(ejs; -e Nie¬
derschrift über den Verlauf, das Er¬
gebnis od. das Geschehen in einer Sit¬
zung (a), Verhandlung, Besprechung
S|t|zungsjsaal: der; -(ejs; -säle großer
Raum, der speziell für Sitzungen u.
Versammlungen, Zusammenkünfte
zwecks Besprechungen eingerichtet
ist
Skajgerjrak: das u. der; -s; - (Geogra¬
phie» Meerenge zwischen Dänemark
u. Norwegen
Skajla: dat.-it.> die; - ; -s u. Skalen 1
(Technik» Maßeinteilung an Meßin¬
strumenten 2 (Musik» Tonleiter 3
vollständige Reihe; Stufenleiter
Ska|iar dat.-it. > der; -s; -e 1 (Math.» ma¬
thematische Größe, die durch eine re-
ele Zahl angegeben wird 2 beliebter
Aquariumfisch aus dem Amazonas¬
gebiet
Ska]le|no|eder —> Ska|le|no|e|der: <gr.-
lat.) das; -s; - (Math.» Körper, dessen
Oberfläche aus 12 ungleichseitigen
Dreiecken besteht
Ska|len|zeljger. der; -s; - Meßwertan¬
zeiger auf einer Skala
ska|fle[ren: dat.-it.> skalierst; skalier¬
test; hast skaliert Werte in eine Skala
einteilen, etw. an einer Skala messen,
bemessen
Skalp: <engl.> der; -s; -e a) (Med.» Kopf¬
haut u. Schwarte a) (nordamerikani¬
schen Weißen u. Indianern» abgezo¬
gene Kopfhaut des Gegners als Sie¬
geszeichen, Trophäe
Skal|pell: dat.> das; -s; -e kleines, sehr
scharfes Schneidewerkzeug für chi¬
rurgische Eingriffe
skal|pie|ren: <skand.-engl.-lat.> skal¬
pierst; skalpiertest; hast skalpiert die
Kopfhaut vom Kopf (gewaltsam) ab¬
trennen
Skandal: tgr.-lat.-fr.> der; -(ejs; -e Är¬
gernis, das öffentliche Empörung er¬
regt; Vorkommnis, das von der Öf¬
fentlichkeit negativ aufgenommen
wird
Skanjdal|ge|schich[te: <gr.-lat.-fr.; dt.>
die; - ; -n a) Vorkommnis, das von
der Öffentlichkeit negativ aufgenom¬
men wird b) Bericht von einem aufse¬
henerregenden Vorkommnis
skanjda|li|sie|ren: <gr.-lat.-fr.> skandali-
sierst; skandalisiertest; hast skandali-
siert [veralt.] a) Ursache für einen
Skandal sein b) ein Ereignis zu einem
Skandal machen c) sich über einen
Skandal aufregen
Skan[dal|nu|del: die; - ; -n [ugs.] meist
weibliche Person, über die immer wie¬
der im Zusammenhang mit Skanda¬
len berichtet wird
skan|da|lös: <gr.-lat.-fr.> Adj. skandalö¬
ser; skandalöseste äußerst empörend;
zu Aufregung Anlaß gebend
Skan|dal|pres|se: die; - ; - Zeitungen u.
Zeitschriften, die überwiegend über
1066
Sklavenarbeit
Skandale berichten u. so Skandale
schüren
skan[daljsüch|tig: Adj. [abwert.] fixiert
auf Skandalgeschichten, Skandale su¬
chend
skan|d]e|ren: dal.) skandierst; skandier¬
test; hast skandiert a) Wörter laut u.
in einzelne Silben zerhackt ausspre¬
chen b) bei Versen die Hebungen
stark betont aussprechen
Ska|pu|l|eR <lat.> das; -s; -e über einigen
Mönchskutten getragene(r), lange(r),
bis zum Knöchel reichende(r) Weste,
Umhang
Ska|ra|bS]us: der; ~ ; Skarahäen 1 <Zo-
ol.> Käferart, auch Pillendreher ge¬
nannt,, da er Dungkugeln rollt 2 (im
alten Ägypten) als Amulett o. ä. her¬
gestellte Nachbildung eines Käfers
(der als Glücksbringer gilt)
Skat: <lat.-it.> der; -(e)s; -s u. -e a) o. PL
in Deutschland weit verbreitetes Kar¬
tenspiel für drei Personen b) zwei ver¬
deckt liegende Karten beim Skatspiel;
der Stock
Skatjabend —> Skat|a|bend;: der; -s; -e
Abend, der mit Slcatspielen verbracht
wird
Skat|blatt das; -(e)s; -blätter b) Satz
von 32 (französischen) Spielkarten,
der für ein Skatspiel geeignet ist b) an
einen Mitspieler für ein Skatspiel aus¬
geteilte (10) Karten
Skat|bru|der: der; -s; -brüder 1 Mitspie¬
ler einer Gruppe, die regelmäßig Skat
spielt 2 männl. Person, die das Skat¬
spiel liebt
Skate|board: <engl.> /skeitbord/ das; -s;
-j Brett mit Rollen an der Unterseite,
auf das man sich stellt, um damit zu
fahren od. Kunststücke auszuführen
skajten: <engl.> /skeit'n/ skatest; skate¬
test; hast geskatet mit einem Skate¬
board fahren
skaften: skatest; skatetest; hast geskatet
fugs.] Skat spielen
Skajter: /skeiter/ der; -s; - Skafte|rin:
weibl. die; - ; -nen Person, die auf ei¬
nem Skateboard fährt
Ska|ter: der; -s; - [selten] Ska|te|rin:
weibl. die; - ; -nen [ugs.] Person, die
Skat spielt
Skat|run|de: die; - ; -n 1 Gruppe von
Personen, die miteinander Skat spie¬
len 2 Folge von Skatspielen, die zu¬
sammen gewertet werden
Ske|lett: <gr.) das; -(e)s; -e <Anat.> Kno¬
chengerüst »In der Wüste lagen die
Skelette toter Tiere.«
Ske|lett|bau|wei|se: <gr.; dt.> die; - ; -n
<Bauw.> Bauweise, bei der die tragen¬
den Stützen errichtet werden bevor
die übrigen Wände eingesetzt werden
ske|let|t]e|ren: <gr.> skelettierst; skelet¬
tiertest; hast skeleltiert 1 <Med.> a)
das Skelett freilegen b) Chirurgie)
Durchtrennen von (bestimmten) Ver¬
bindungen eines Organs (z. B. des
Magens) 2 tBio.> die Blätter einer
Pflanze bis auf die ungenießbaren
Rippen vertilgen
Ske|iett|mus|kel: <gr.; dt.) der; -s; -n
<Med.> direkt mit einem Knochen ver¬
bundener Muskel
Skep|sis: <gr.) die; - ; - durch Zweifel,
Mißtrauen, Ungläubigkeit begründe¬
te, vorsichtige Zurückhaltung
Skepjti|ker <gr.) der; -s; - weibl. Skep|-
ti|ke|rin: die; - ; -nen 1 Person, die al¬
les od. etwas mit großer Vorsicht be¬
trachtet, stets Zweifel hegt 2 Vertreter
der philosophischen Richtung des
Skeptizismus
skep|tisch: <gr.> Adj. mißtrauisch; leicht
Zweifel hegend, schnell zweifelnd
»Trotz ihrer guten Argumente blieb er
skeptisch.«
Skep|ti|zis|mus: <gr.-lat.) der; - ; - 1
skeptisches Verhalten 2 <Philosophie>
Denkrichtung in der Philosophie, die
den Zweifel zum Denkgrundsatz
macht u. die Möglichkeit der Er¬
kenntnis prinzipiell in Frage stellt
Sketch —» auch Sketsch: dt.-niederl.-
engl.) /ßkätsch/ der; - u. -es; -e u. -es
u. -s kurze, amüsante Bühnenszene
im Kabarett od. Variete »Wir lachten
sehr über den Sketch.«
Sk]/Schi: <norw.) /schi] der; -s; - u. -er 1
relativ langes, schmales an der Spitze
aufwärts gebogenes Brett (früher aus
Holz, heute aus Kunststoff u. Me¬
tall), das (paarweise) benutzt wird,
um über Schnee (aber auch Wasser)
zu gleiten »Langlaufski ♦ Ski fahren« 2
Ski Heil: Gruß unter Skifahrern
Ski|akro|ba|tik/Schi|akro|ba|tik —>
Ski|a|k|ro|bajtik/Schi|a|k|ro|bajtik:
<norw.; gr.) /schi-/ die; - ; - Trickski;
Kunststücke auf Skiern
Skia|sko]pie—* Ski|a|sJko|pie: (gr.-lat.)
die; ~ ; -n /skiaßkopim/ <Med.> Ver¬
fahren zur Erkennung u. Bestimmung
von Sehfehlem
Ski|bin|dung/Schi|bin|dung: <norw.; dt.)
/schi-/ die; - ; -en Befestigung des Skis
am Skischuh
Ski|bob/Schi|bob: <norw.; engl.) /schi-/
der; -s; -s 1 lenkbares Wintersportge¬
rät mit zwei hintereinander angord-
neten kurzen Skiern, die unter einem
fahrradähnlichen Rahmen montiert
sind 2 sportliches Skibobfahren
Ski|bril|le/Schi|bril|le: /schi-/ die; - ; -n
Äugenschutz für Skifahrer
Sk||fah|rer/Schi|fah|ren /schi-/ der; -s; -
weibl. Ski|fah|re|rin/Schi|fah|rejrin:
die; ~ ; -nen Person, die auf Skiern
fährt, fahren kann
Skiff: (germ.-roman.-engl.) das; -(e)s; -e
Ruderboot für eine Person
Ski|flie|gen/Schi|flie|gen: /schi-/ das; -s;
- das Skispringen von einer großen
Schanze
Ski|flug/Schj|flug: /schif-/ der; -fe)s;
-flüge Skisprung von einer Flug¬
schanze, großen Schanze
Ski|hiH)te/Schj|hüt|te: /schi-/ die; ~ ; -n
a) einfache Holzhütte in den Bergen
zum Schutz gegen Schnee u. Kälte;
Unterstand b) einfaches Haus in den
Bergen, das man als Ausgangspunkt
für Skiausflüge bewohnt
Ski|k]3|ring: tnorw.) /schi-/ das; -s; -s
«Sport) Gezogenwerden eines Skifah¬
rers von einem Motorrad od. Pferd
Ski|lang|lauf/Schj|lang|lauf: /schi-/ der;
-(e)s; - nordische Skisportart, bei der
auf schmalen, langen, an der Ferse
nicht befestigten Brettern Strecken im
Gleiten zurückgelegt werden
Ski|leh|rer/Schi|leh|rer: /schi-/ der; -s; -
weibl. Ski|lehjre|rin/Schj|leh|re|rin:
die; ~ ; -nen Person, die anderen das
Skifahren bei bringt
Ski|lift/Schi|lift: /schi-/ der; -(e)s; -e
Vorrichtung, mit der Skifahrer einen
Berg hinaufgebracht od. -gezogen
werden
Skin|head: (engl.) /skmhäd/ der; -s; -s
meist jüngerer Mann mit kahlrasier¬
tem Kopf, der (in einer Gruppe auf¬
tretend, organisert) zur Gewaltfan¬
wendung) neigt, Aggressivität aus¬
strahlt
Skjn|ner-Box: (engl.) /skinner-bokß/
die; ~ ; -en «Bio.; Verhaltensfor¬
schung) Kasten, mit dessen Hilfe bei
Tieren Lern-, Anpassungsvorgänge
erforscht werden können
Ski|no|id: (Warenzeichen) (engl.) das;
-(e)s;- Lederimitat aus Kunststoff
Ski|ort/Schj|ort: /schi-/ der; -(e)s; -e
Ortschaft, Dorf in der Nähe einer Pi¬
ste, die/das im Winter von vielen Ski¬
fahrern besucht wird
Ski|pi|ste/Schi]pijste —» Ski]pis|te/
Schi|pis|te: /schi-/ die; - -n befestigter
Bereich eines scheebedeckten Hanges,
der mit Skiern befahren wird
Skiplper. (engl.) der; -s; - Kapitän eines
(mittelgroßen Sport-)Schiffes
Skifsprin|gen/Schi|sprin|gen: /schi-/
das; -s; - (nur von Leistungssportlern
betriebene) Wintersportart, bei der
man auf Skiern eine Sprungschanze
hinunterfährt, um möglichst weit
durch die Luft zu fliegen
Ski|sprin|ger/$chi|sprin]ger: /schi-/ der;
-s; - weibl. [selten] Ski|sprin|gejrin/
Schi|sprin|ge|rin: die; - ; -nen Sport-
ler/Sportlerin, der/die die Sportart
Skispringen ausübt
Ski|stiejfel/Schj|stie|fel: /schi-/ der; -s; -
hoher Spezialschuh, unter dem der
Ski befestigt werden kann
Skf|wan|dern/Schj|wan|dem: /schi-/
das; -s; - Wandern mit Skiern an den
Füßen; Skilanglauf ohne Leistungs¬
druck
Skiz|ze: dt.) die; ~ ; -n 1 a) erster Ent¬
wurf b) flüchtige Zeichnung 2 kurzer,
bewußt nicht ausgeformter Prosatext
verschiedensten Inhalts
Skiz|zen|block: dt.; dt.) der; -(e)s;
-blocke Block mit Zeichenpapier für
Entwürfe
Skizjzenfbuch: das; -(e)s; -bücher ge¬
bundenes Zeichenpapier für Entwür¬
fe
skiz|zen|haft: Adj. skizzenhafter;
skizzenhafteste a) mit wenigen Stri¬
chen angedeutet b) nur das Wesentli¬
che erwähnend
skiz|z]e|ren: skizzierst; skizziertest; hast
skizziert 1 in Umrissen andeuten 2 a)
etw. grob darstellen, auf den Punkt
bringen b) einen Textentwurf, einen
Plan machen
Skiz|zierjpa|pier das; -(e)s; - (Zei-
chen-)Blätter für Entwürfe
Skla|ve: (slaw.-lat.-gr.) /ßklawe/ der; -n;
-n weibl. Skla|vin: die; - ; -nen <hist.>
Person, die über keine persönlichen
Rechte verfügt, als Eigentum, Han¬
delsware betrachtet u. behandelt
wird, im Besitz eines anderen Men¬
schen für diesen arbeitet
Skla|ven|ar|beit /ßklawen-/ die; • ; -en
1 <meist hist.) von Sklaven ausge¬
führte Arbeit 2 [abwert.] körperlich
harte, sehr anstrengende Arbeit
1067
Sklavenhandel
Skl(i|ven|han|del: /ßklawen-/ der; -s; ~
<hist.> An- u. Verkauf von Menschen;
Menschenhandel
Skla|ven|händ|ler. /ßklawen-/ der; -s; -
weibl. Sklajven|händ|le|rin: die; - ;
-nen <hist.> Person, die mit Menschen
handelt
Skla|ven|markt: /ßklawen-/ der; -(e)s;
-markte <hist.> Markt, auf dem Men¬
schen verkauft wurden
Sklajven|trei|ber: /ßklawen-/ der; -s; -
weibl. Skla]ven|trei|be|rin: die; - ; -nen
1 meist männl. Form <hist.> Person, die
Sklaven zur Arbeit antreibt 2
[scherzh.] Person, die jmdn. sehr zur
Arbeit anhält
Skla[vejrei: /ßklawerei/ die; - ; -1 <hist.>
Zustand, bei der eine Person rechtlich
Eigentum einer anderen ist 2 [ugs.;
abwert.] a) extreme Abhängigkeit von
etw. od. einer Person b) körperlich
od. geistig sehr anstrengende Arbeit
sklavisch: igr.-lato /ßklawisch/ Adj. 1
wie ein Sklave; unterwürfig u. gehor¬
sam 2 <übertr.> ohne eigene Einfälle
etw. nachahmend
Skle|ro|se: igr.-lato die; - ; -n <Med.>
krankheitsbedingte Verfestigung in
Organen od. Gewebe
Skle|ro|skop—> Skle|ro|s|kop: igr.-lato
das; -s; -e <Technik> Prüfgerät, um die
Härte eines Stoffes festzustellen
skle|ro]b'sch: <gr.-lat.> Adj. <Med.> 1
durch eine Sklerose verursacht, ihr
zuzuschreiben 2 an Sklerose erkrankt
Sko|llo|se—» Skojli|o|se: igr.-lato die; -
; -n <Med.> Rückgratverkrümmung
zur Seite hin
Skopo|pen|der. <gr.-lat.> der; -s; - <Zoob
in den Tropen u. Subtropen verbreite¬
ter Tausendfüßler
skon|tie|ren: <lat.-it.> skontierst; skon-
tiertest; hast skontiert <Wirt.> eine
Rechnung um ein Skonto vermindern
Skonfto: dat.-ito der u. das; -s; -s u.
Skonti Preisermäßigung, die bei Ein¬
haltung einer festgelegten, kurzen
Zahlungsfrist od. bei sofortiger Bar¬
zahlung gewährt wird
Skon|tra|tj[pn —> Skon|t|ra|ti|on: <lat.-
it.> /ßkontrazion/ die; - ; -en <Wirt.>
Ermittlung des Bestandes
skon|triejren —> skon|t|rie|ren: ilat.-ito
skontrierst; skontriertest; hast
skontriert <Wirt.> 1 den Bestand er¬
mitteln 2 den Bestand fortschreiben
Skon|tro —» Skon(tjro: ilat.-ito das; -s;
-s <Wirt.> Bestandsliste, in die die er¬
mittelten Bestände eingetragen wer¬
den
Skpp|ter: <engb /ßkuter/ der; -s; - klei¬
nes Elektroauto, zum Fahren bei be¬
stimmten Schaustellerbetrieben auf
Kirmessen, Jahrmärkten
Skor|but: dato der; -(e)s; - <Med.>
Krankheit infolge eines zu geringen
Vitamin-C-Gehaltes im Körper »Frü¬
her erkrankten viele Seemänner bei
langen Seefahrten an Skorbut.«
skor|bu|tisch: dato Adj. <Med.> a) an
Skorbut leidend b) dem Krankheits¬
bild des Skorbuts gemäß
Skor|da|tur: dat.-it.> die; - ; -en <Musik>
Veränderung des Klangbereichs eini¬
ger Saiten eines Instrumentes, um be¬
sondere Klangwirkungen zu erzielen
Skorjpi|on: igr.-lato der; -s; -e 1 <Zoob
giftiges, kleines Spinnentier, das in
wärmeren Gebieten lebt 2 <Astrolo¬
gie> a) o. PI. Tierkreiszeichen b) Per¬
son, die im Zeichen des Skorpion ge¬
boren ist
Skri|bi|fax: dato /ßkribifaks/ der; - u.
-es; -e [scherzh.; veralt.] Schreiber¬
ling; Vielschreiber
Skript: dal.-fr.-engl.> das; -(e)s; -en u. -s
1 schriftliche Ausarbeitung 2 Nach¬
schrift einer Vorlesung 3 Drehbuch
eines Films
Skript|girl: <engh das; -s; -s Sekretärin,
die bei Filmproduktionen Regiedaten
schriftlich festhält
Skru|pel: dato der; -s; • (m. PI.) mora¬
lische Zweifel, Gewissensbisse
skru|pel|los: dato Adj. ganz ohne mora¬
lische Bedenken, rücksichtslos »Er ist
ein skrupelloser Geschäftsmann.«
Skiu|pel|lo|sig|keit: dato die; - ; - gewis¬
senloses, bedenkenloses, rücksichts¬
loses Verhalten, Handeln
Skru|pu|lo|si|tät: dato die; - ; - [veralt.]
peinlich genaues Verhalten
Skull: <englo das; -s; -s paarig benutzte
Ruder, Riemen in einem Ruderboot
Skull|boot: ienglo das; -(e)s; -e Ruder¬
boot mit zwei Rudern für jeden Rude¬
rer
skul|len: ienglo skullst; skulltest; hast/
bist geskullt im Skullboot rudern
Skul|ler. ienglo der; -s; - weibl. Skul|le|-
rin: die; - ; -nen 1 nur männl. Form
Skullboot 2 Person, die ein Skullboot
rudert
Skulplteur: dato /ßkulptör/ der; -s; -e
weibl. Skulpjteu|rin: die; - ; -nen Bild¬
hauer, der Plastiken fertigt
skulp|tie|ren: dato skulptierst; skulptier-
test; hast skulptiert [geh.] eine Skulp¬
tur schaffen, gestalten
Skulp|tur: dato die; - ; -en <Kunst> bild¬
hauerisches Werk »Sie schuf eine
Skulptur.«
skulp|tu|ral: dato Adj. [geh.] an eine
Skulptur erinnernd
Skulp|tujren|sammjlung: dat.; dto die;
- ; -en systematisch zusammengetra¬
gene Menge von Plastiken
Skunk: dndian.-englo der; -s; -s u. -e 1
<Zool.> in Nord- u. Südamerika leben¬
des Stinktier 2 a) Pelz des Skunks b)
Pelz aus Skunkfellen
skuijril: dato Adj. [geh.] eigensinnig,
sonderlich; verschroben »ein skurriles
Szenario • eine skurrile Situation«
Skur|ri|li|tät: <etrusk.-lato die; - ; -en 1 o.
PI. seltsame Art, eigenartiges Wesen
2 sonderbare, befremdliche Äuße¬
rung od. Handlung
Skylab: ienglo /ßkailäb/ das; - u. -s; -s
amerikanische Raumstation
Skyjlight: ienglo /ßkailait/ das; -s; -s
[fachsprl.] Oberlicht auf Schiffen
Skyjline: ienglo /ßkailain/ die; - ; -s Sil¬
houette einer Stadt »Die Skyline von
Manhattan ist weltberühmt.«
Sla|lom: <norwo der; -s; -s <Sport> Zick¬
zackfahrt (beim Skilaufen); Torlauf
Sla|lom|kurs: <norw.; dto der; -es; -e
<Sport> abgesteckte Strecke für einen
Slalomlauf
Sla]lom|lauf: der; -(e)s; -läufe alpiner
Skilauf auf einer Slalomstrecke
Sla|lom|läu|feR der; -s; - weibl. Slaj-
tom|läu|fe|rin: die; - ; -nen <Sport> Sici-
fahrer(in), der/die in der Slalomdiszi¬
plin startet
Slang: ienglo /släng/ der; -s; -s <Sprach-
wiss.> Ausprägung der Alltagsspra¬
che, Umgangssprache
Slapjstick: <englo /ßläpßtick/ der; -s; -s
amüsanter, grotesker Scherz, Gag
slaw.: Abk. slawisch
Sla|wi|stik—» Sla|wisjtik: die; -; - Leh¬
re u. wissenschaftliche Erforschung
der slawischen Sprachen, Literaturen
u. Kulturen
sla|wj|stisch —* sla|wis|tisch: tslawo
Adj. n. stg. zur Wissenschaft von den
slawischen Sprachen u./od. der slawi¬
schen Kulturfen) gehörend
sla|wo|phil: <slaw.; gro Adj. den Slawen
u. ihrer Kultur besonders zugetan
Slg.: Abk. Sammlung
Slj|bo|witz/SI||wo|witz: <serb.-kroato
der; - u. -es; -e aus Pflaumen ge¬
brannter Schnaps
Sljce: tgerm.-fr.-englo /ßlaiß/ der; - ; -s
Ißlaißis/ 1 <Golf> a) o. PI. Abschlag,
der den Rechtsdrall eine Balles be¬
wirkt, um eine entsprechende Flug¬
bahn zu erzielen b) mit einem Slice (a)
geschlagener Ball 2 <Tennis> a) o. PI.
den Ball anschneiden, indem man den
Schläger schnell nach unten unter
dem Ball wegzieht b) angeschnitten
gespielter Ball
Slick: <englo der; -s; -s <Motorsport>
profilloser Reifen für Rennen auf
trockener Strecke
Sling|pumps: ienglo /ßlingpömpß/ der;
~ - Damenschuh mit hohem Ab¬
satz, der hinten offen ist u. mit einem
Riemchen um die Fessel gehalten
wird
SHp: ienglo der; -s; -s beinlose Unterho¬
se; Schlüpfer »ein Slip aus Baumwol¬
le«
SI||pon: ienglo der; -s; -s sportlicher
Herrenmantel
sljplpen: ienglo 1 [seemannssprl.] ein
Schiff auf einer Art Gleitschiene zu
Wasser lassen od. an Land holen 2
[seemannssprl.] die Ankerkette od.
das Schiffstau lösen 3 <Flugw.> einen
seitwärts gesteuerten Gleitflug aus¬
führen
Sl|p|per: ienglo der; -s; - u. -s leichter
Schuh ohne Schnürsenkel
Slo|gan: ienglo /ßlpgm/ der; -s; -s 1 Pa¬
role, Schlagwort, besonders in der
Werbung 2 Leitwort
Sloop: iniederl.-englo /ßlup/ die; ~ ; -s
Segeljacht mit einem Mast
Slop: iengl.-ameriko der; -s; -s Mode¬
tanz der sechziger Jahre
slow.: Abk. slowenisch
Slow|fox: ienglo /ßlp^fokß u. ßlofokß/
der; - u. -es; -e <Tanz> langsamer Fox¬
trott
Slum: ienglo /ßlam/ der; -s; -s Bereich
(meist am Rande einer Großstadt), in
dem Menschen unterhalb des Exi¬
stenzminimums leben; Armenviertel
Slup: die; ~ ; -s [seemannssprl.] einma¬
stiges Segelschiff
SM: Abk. 1 Schreibmaschine 2 Sortier¬
maschine 3 <Polizei> Schutzmaßnah¬
me 4 Sado-Masochismus
snv. Abk. <Maßeinheit der Entfernung
in der See- u. Luftfahrt Seemeile (l
sm = 1852 m)
Small talk —* Small|talk/Small Talk:
ienglo /ßmpltoik/ der u. das; -s; -s
1068
sofort
oberflächliches, belangloses (Party-)
Geplauder
Smaifte: <it.> die; -; -n Schmelze für ko¬
baltblaue Glasuren
Sma|ragd: <gr.-Iat.> der; -(e)s; -e grüner
Edelstein
Smgjragd|ei|dech|se: die; ~ ; -n <ZooL>
Eidechsenart von leuchtend grüner
Farbe
sma|rag|den: Adj. n. stg. 1 aus Smarag¬
den hergestellt, mit Smaragden ver¬
ziert 2 farblich an einen Smaragden
erinnernd
sma|rggd|grün: Adj. n. stg. von der Far¬
be eines Smaragden
smart: <engh Adj. smarter; smarteste a)
gewandt; gewitzt »ein smarter Typ« b)
modisch u. elegant »eine smarte Er¬
scheinung«
Smash: <engh /ßmäsch/ der; - u. -s; -s
<Tennis> Schmetterschlag
Smog: Kurzw. <engl.> der; - u. -s; -s
sfnoke u. fog = Rauch u. Nebel =
dicke, gesundheitsgefährdende
Dunstglocke (aus Abgasen, Rauch
usw.) vor allem in Industriestädten;
Wetterlage, bei der Abgase (bedingt
durch überlagernde warme Luft¬
schichten) nicht abziehen
Smog[atarm —» Smog|a|larm: <engl.;
it.> der; -(e)s; - Warnung vor mit
Schadstoffen angereicherter Luft
Smok(ar|beit: die; - ; -en a) Verzierung
an Kleidungsstücken durch eine spe¬
zielle Technik, bei der der Stoff zu¬
sammengezogen wird b) Herstellung
von Smokverzierungen
Smojking: tengl.y der; -s; -s u. [ästen,
auch] -e (meist schwarzer) eleganter
Herrenanzug für gesellschaftliche
Anlässe
Smor[zan[do: <lat.-it.> das; -s; -s u.
Smorzandi <Musik> in der Lautstärke
abnehmende Musik
smor|zan|do: dat.-it.> Adv. (Musik» im¬
mer leiser werdend; langsam ausklin¬
gend
SmutQe: miederdt.> der; -s; -s [see-
mannssprl.] Koch auf einem Schiff
Snack: <engl.> /ßnäck/ der; -s; -s kleine
Zwischenmahlzeit; Imbiß
Snack|bar: <engh /ßnäck-/ die; -; -s ga¬
stronomischer Betrieb, in dem kleine¬
re Mahlzeiten serviert werden
Snjff: <engh der; -s; -s a) Einziehen von
Stoffen (meist Drogen) durch die Na¬
se; Schnüffeln b) geschnüffelte Dro¬
gen
snjfjfen: <engh sniffst; snifftest; hast ge-
snifft Rauschmittel durch die Nase
aufnehmen
Snob: <engh der; -s; -s eingebildeter,
vornehm tuender, extravaganter
Mensch »Sei nicht so ein Snob!«
Sno)bie|ty: <engl.> /ßnobai'ti/ die; - ; -
Teil der Gesellschaft, der sich extra¬
vagant verhält u. sich zur High-Socie¬
ty zugehörig fühlt
Sno|bisfmus: <engh der; - ; Snobismen
(PI. s.) arrogantes, gesellschaftliche
Überlegenheit demonstrierendes Ver¬
halten
sno|bi|stiach —> sno|bis|tisch: <engl.i
Adj. [abwert.] vornehm tuend; Über¬
legenheit herauskehrend; sich extra¬
vagant benehmend
Snow|board: <engl.> /snoubord u. snc>
bord/ das; -s; -s dem Skateboard
nachempfundenes, gewachstes Brett,
auf dem man über den Schnee gleiten
kann
S. n. P.: Abk. (Sport» Sieger nach Punk¬
ten
so: Adv. 1 a) in diesem Sinne; in dieser
Weise »So hat er gesprochen.« b) auf
diese Weise; in, von dieser Art »Ich
sehe das nicht so wie du.« c) intensivie¬
rend dermaßen; in solchem Maße
»Das Kleid ist so schön, daß ich es so¬
fort gekauft habe.« d> maßlos; über¬
aus »Ich bin so froh, daß du kommst.«
2 a) ungefähr; etwa »Es wird so 5 Mi¬
nuten dauern, dann können wir gehen.«
b) also; aus diesem Grund; deshalb
»Du wolltest einen Hund, so mußt du
das jetzt auch ertragen.« c) dann
»Wenn ihr artig seid, so werdet ihr ein
Bonbon bekommen.« d) als Ankündi¬
gung der Beendigung »So - Kommen
wir nun zum Schluß!« 3 so oder so:
wie auch immer
So.: Abk. Sonntag
9.0.: Abk. siehe oben
so.: Abk. sonntags
sö.: Abk. (Himmelsrichtung» südöstlich
so daß —*• sodass/so dass: Konj. da¬
mit; um zu
Soap-opera —» Soap-olpelra: <ame-
rik.> /ßoup-opera/ die; ~; -s Seifenoper
= melodramatische, auf emotionale
Effekte angelegte Funk- od. Fernseh¬
serie
soa|ve —» so|ajve: <lat.-it.> /soawe/ Adj.
1 (Musik» lieblich; sanft 2 (trockener)
italienischer Weißwein
so]bald: Konj. unmittelbar wenn; sofort
wenn »Ich besuche dich, sobald ich
Zeit habe.«
Sojbrie|tät —» So|b|ri|e|tät: <lat.> die; - ;
- Enthaltsamkeit
Soc[cer: <engh /ßock'r/ das u. der; -s; -
amerikanische Bezeichnung für das
Fußballspiel (im Gegensatz zu Foot¬
ball)
So|cie|ty: <engl.> /ßcßaini u. ßoßeieti/
die; - ; - die Reichen u. Berühmten
der Gesellschaft
Söck|chen: das; -s; - kleine Socke, kur¬
zer Strumpf, der nur bis zum Knöchel
reicht
Socke (Sok|ke —»■ So|cke): die; • ;-n 1
kurz über der Fessel, auf der Wade
endender Strumpf »Er trug braune
Socken zu schwarzen Schuhen.« 2 a)
jmdm. die Socken ausziehen: [ugs.]
1. eine Person (in meist negativer
Weise) sehr überraschen 2. äußerst
unangenehm sein b) (ganz) von den
Socken sein: [ugs.] (sehr) überrascht
sein 3 a) sich auf die Socken
machen: [ugs.] (eilig) losgehen b) auf
den Socken sein: [ugs.] unterwegs
sein 4 dicht auf den Socken sein:
[ugs.] jmdn., den man verfolgt, fast er¬
reicht, gefunden haben
Sockel (Sokjkel —* So|ckel): der; -s; -
1 abgesetzter Unterbau bei Gebäu¬
den, Möbelstücken, Säulen, Denk¬
mäler u. a. 2 (Eletrot.» Teil einer
Glühbirne, über den der elektrische
Kontakt hergestellt wird
Sockel|beftrag (Sok|kel|be|trag —>
Sg|ckel|be|trag): der; -(e)s; -betrage
<Wirt.> Summe, Grundbetrag, um den
die Löhne u. Gehälter erhöht werden
Sockel|ge|schoB (Sgk|kel|ge|schoB)
—» So(cke(|ge|schoss: das; -geschos¬
ses; -geschosse/[öslcrr. weiterhin]
-ge|schoB: das; -es; -e unterste Etage
eines Gebäudes
Socken|hal|ter{Sok|ken]hal|ter—> Sp|-
cken|hal[ter): der; -s; ~ <hist.> früher
von den Männern um die Wade ge¬
tragenes Gummiband, das das Her¬
unterrutschen der Socke verhindern
soll
Sod: der; -(e)s; -e 1 [veralt.] kurz für
Sodbrennen 2 [veralt.] das aufwallend
Kochende 3 [meist Schweiz.] Brun¬
nen; Ziehbrunnen
sod.: Abk. sodann
So|da: <span.> die; ~ ; - u. das; -s; - 1
(Chemie» Natriumsalz der Kohlen¬
säure, enthalten in Reinigungsmittel
u. Seife; Natriumkarbonat 2 kurz für
Sodawasser = Tafel-, Mineralwasser
mit (künstlich zugesetzter) Kohlen¬
säure
So|da|lith: <span.; gr.> der; -s; -e (Geolo¬
gie» Mineralgestein, das zur Herstel¬
lung von Schmuck verwendet wird
so|dann: Adv. 1 zeitlich darauffolgend;
danach 2 außerdem; ferner
So|da|was|ser: das; -s; -wässer kohlen¬
säurehaltiges Wasser
Sod|bren|nen: das; -s; - unangenehmes
Brennen in der Speiseröhre, das her¬
vorgerufen wird, weil der Magen zu¬
viel od. nicht genug Magensäure pro¬
duziert
So|do|mie; <lat.> die; - ; - Geschlechts¬
verkehr mit Tieren
so|do|mi|sie1ren: </r.» sodomisiert; sodo-
misierte; hat sodomisiert [geh.] 1 Se¬
xualverkehr mit Tieren durchführen 2
Analverkehr durchführen
So]doms[ap[fel: der; -s; -äpfel (Bot.»
Gallapfel
so|eben —* so|e|ben: Adv. a) zum jetzi¬
gen Zeitpunkt, momentan, gerade
»Ich bin soeben dabei, den Brief zu
schreiben.« b) ganz kurz vorher; vor¬
hin »Es kam soeben in den Nachrich¬
ten.«
sof.: Abk. 1 sofern 2 sofort
So|fa: <arab.-türk.> das; -s; -s gepolster¬
tes, breites Sitz- u. Liegemöbel »Du
kannst auf dem Sofa im Wohnzimmer
schlafen.«
So{fa(ecke (So|fa(ek|ke —* SoJfa|e|-
cke): die; - ; -n 1 Stelle, an der Seiten-
u. Rückenlehne des Sofas (in einem
rechten Winkel) Zusammentreffen
»Ich mache es mir mit einem Buch in
der Sofaecke gemütlich.« 2 Ecke, Stel¬
le im (Wohn-)Zimmer, in der die
Couchgamitur steht »Nimm doch
schon mal in der Sofaecke platz.«
Soffajkisfsen: das; -s; - kleines, auf dem
Sofa liegendes Kissen zum bequeme¬
ren Sitzen, zur Dekoration
sojfern: Konj. für den Fall, daß; unter
der Voraussetzung, daß »Wir erledi¬
gen das, sofern wir Zeit genug haben.«
Soff, der; -(e)s; - [landsch.] 1 Suff; be-
Irunkener Zustand 2 [abwert.] Ge¬
tränk; Gesöff
Soijfit|te: dat.-it.> die; - ; -n (m. PI.)
(Theater» Dekoration, die die Bühne
zur Decke hin beschließt
so|fort: Adv. in diesem Moment u. nicht
später »Ich komme sofort,«
I069
Sofortbildkamera
So|fort|bild|ka|me|ra: die; - ; -s Fotoap¬
parat, in dem das Foto gleich entwik-
kelt wird
So|fort|hil|fe: die; ~ ; -n unmittelbar
nach einem Unglück o. ä. einsetzende
Hilfsmaßnahmen
sofforftig: Adj. n. stg. ohne Verzögerung
wirksam; sogleich eintretend »Das
Mittel hat eine sofortige Wirkung.«
So|fort|maB|nah|me: die; - ; -n ohne
zeitliche Verzögerungen durchge¬
führte Anordnungen od. Handlungen
soft: tenglo Adj. softer; softeste weich
»softes Material«
Soft Drink —> auch Softjdrink: <engl.>
der; - -s; - -s Getränk ohne od. mit
sehr geringem Alkoholgehalt
Soft Rock —> auch Soft|rock: <engb
der; - ~ u. -s; - (Musik) melodieb¬
etontere Rockmusik
Soft|ball: <engl.> der; -s; - Ballspiel ähn¬
lich dem Baseball, das auf kleinerem
Feld mit einem weicheren Ball ge¬
spielt wird
Soft-Eis —»• Soft|eis: das; -es; - sehr
cremiges Speiseeis aus einem Auto¬
maten
sofften: <engb soffest; softetest; hast ge¬
saftet die Konturen einer Fotografie
nachträglich (künstlerisch) gestalten,
Kontraste entschärfen
Sofjtie: <englo der; -s; -s 1 [ursprünglich]
Trottel 2 <übertr.> [abwert.] zu sanfter
Mann; Weichling, Ant.: Macho
Soft|ware: tenglo /ßoftwär/ die; - ; -s
(PL s.) <EDV> alle nicht apparativen
Bestandteile eines Computers; Com¬
puterprogramme u. ä., Ant.: Hard¬
ware
Sog: der; -(ejs, -e a) stark saugende
Strömung im Wassers od. in der Luft
»Er war in den Sog des Strudels
geraten.« b) dibertr.) starke, verführe¬
rische Anziehungskraft, die etw. auf
jmdn. ausübt »Der Sog der Großstadt
hatte ihn unwiderstehlich angezogen.«
sog.: Abk. sogenannt
sojgar: Adv. auch; darüber, über etw.
hinaus »Ich habe sogar Kuchen für
euch.«
sg]ge[nannt: Adj. n. stg. mit einem be¬
stimmten Namen; mit einer Bezeich¬
nung, die nicht (genau) zutrifft »Seine
sogenannten Freunde hatten ihn verra¬
ten.«
Sog|gen: soggt; soggte; hat gesoggt 1
sich vollsaugen mit etw. 2 (Salzt
[fachsprl.] Salzkristalle (aus einer
Sole) bilden
sogl.: Abk. sogleich
so|gleich: Adv. unmittelbar anschlie¬
ßend; sofort »Nach dem Unfall hatte
er sogleich Hilfe geholt.«
so|Mn: Adv. [österr.; sonst selten] somit;
also
Sohl|bank: die; - ; -banke <Bawo bei ei¬
ner Fensteröffnung der untere Teil
der Mauer
Soh|le: die; - ; -n 1 untere, unterste Flä¬
che eines Fußes, Schuhs, die mit dem
Boden Kontakt hat »eine (Schuh-)
Sohle aus Leder« 2 <Geographie>
tiefstgelegener Teil einer Landschaft
»Talsohle« 3 <Bergbau> tiefste Ebene
einer Strecke 4 es brennt jmdm. unter
den Sohlen: [ugs.] jmd. hat es sehr ei¬
lig, er steht unter Zeitdruck 5 eine
kesse Sohle aufs Pakett legen: [ugs.]
flott u. temperamentvoll tanzen 6
sich die Sohlen (nach etw.) ablaufen,
wund laufen: [ugs.] viel herumlaufen,
um etw. Bestimmtes zu finden 7 auf
leisen Sohlen: (heimlich u.) leise »Sie
schlich auf leisen Sohlen, damit ihre
Eltern sie nicht hörten.« 8 sich jmdm.
an die, sich an jmds. Sohlen heften:
[ugs.] sich ständig in jmds. Nähe auf¬
halten; jmdn. verfolgen
soh|len: sohlst; sohltest; hast gesohlt 1
einen Schuh mit einer Sohle versehen;
besohlen 2 [landsch.] die Unwahrheit
sagen; lügen
Soh|len|gän|ger: der; -s; - <Zool.> auf
der Fußsohle laufendes Säugetier
Sohl|le|den das; -s; - Leder, das für
Schuhsohlen verwendet wird
Sohn: der; -(e)s; Söhne männliches
Kind seiner Eltern »Das ist mein
Sohn.«
Söhn|chen: das; -s; - kleiner Sohn
Soh|ne|mann: der; -(e)s; - [ugs.] (klei¬
ner) Sohn einer Familie
Soh|ne|matz: der; -es; - <Kosewort>
[ugs.] kleiner Sohn
Soh|nes|frau/Sohns|frau: die; ~ ; -en
[veralt.] mit dem Sohn verheiratete
Frau, Syn.: Schwiegertochter
Soh|nes|He]be: die; ~ ; - [geh.] Liebe, die
der Sohn seinen Eltern entgegen¬
bringt
Soh|nes|pflicht die; ~ ; -en [geh.] Ver¬
pflichtung, die der Sohn seinen Eltern
gegenüber hat
Sohnsjfrau/Soh|nes)frau: die; - ; -en
[veralt.] mit dem Sohn verheiratete
Frau, Syn.: Schwiegertochter
Soi|ree: <lat.-fr.> /ßoare/ die; - ; Soireen
Ißoarefnl a) besonders festlicher Emp¬
fang lim Abend b) Abend veransta-
lung, Abendvorstellung aus besonde¬
rem Anlaß
So|ja: tjap.-niederlo die; ~ ; Sojen kurz
für Sojabohne
So|ja|boh|ne: die; - ; -n a) Nutzpflanze
aus Ostasien b) sehr stark eiweißhalti¬
ge Frucht der Sojabohnenpflanze
So|ja|inehl: das; ~(e)s; - u. (Sorten) -e
aus Sojabohnen gemahlenes, gewon¬
nenes Mehl
Soliajöl: das; -(e)s; - u. (Sorten) -e aus
Sojabohnen gepreßtes, gewonnenes
Öl
Sp|ja|3o|ße: die; - ; -n aus Sojabohnen
hergestellte Würzsoße
Sp|ja|sproß —» So|ja|spross: der;
-sprosses; -sprosse (m. PI.) (eßbarer)
Keim der Sojabohne
So|kra]tik —> So|k)ra|tik: <gr.-lato die;
- ; - <Philosophie> auf den griechi¬
schen Philosophen Sokrates zurttck-
gehende Methode des Philosophie-
rens
so|kra|tisch —» so|k|ra|tisch: Adj. von
der Philosophie des Sokrates ausge¬
hend, beeinflußt, ihre Methoden ver¬
wendend
Sol: dat.-spano der; ~ u. -s; - u. -s pe¬
ruanische Währungseinheit
sol.: Abk. 1 solange 2 solidarisch = für¬
einander einstehend 3 solide - a) zu¬
verlässig b) nicht besonders herausra¬
gend; nur mäßig, durchschnittlich 4
solistisch
so|lang/so|lan]ge: Konj. während; für
die Dauer!*/)« bleibst im Bett, solange
du krank bist!«
So|la[nin: dato das; -s; - <Bot.; Chemie>
Giftstoff, der in vielen Nachtschat¬
tengewächsen enthalten ist
So[la|num: dato das; -s; Solanen <Bot.>
Nachtschatten gewächs
so|lar/[seltener] so|la|risch: dato Adj. n.
stg. von der Sonne; zur Sonne gehö¬
rend »solare Energien«
Solar[aut|o: das; -s; -s mit Hilfe von
Sonnenenergie angetriebenes Fahr¬
zeug
So|lar]bat[te|rie: die; - ; -n <Physik>
durch Sonnenenergie gespeister Ak¬
kumulator
So|laijener|gie —> So|lar|e|ner|gle: die;
- ; -n <Physik> a) Energie der Sonne,
die von ihr als als optische u. thermi¬
sche Strahlung abgegeben wird b) aus
dem Sonnenlicht gewonnene, umge¬
wandelte elektrische Energie
So|la[ri|me|ter: das; -s; - (Astronomie;
Physik» Meßgerät zur Feststellung
der (Intensität der) Sonnenstrahlung
So|la|ri|sa|ti(gn: dato /solarisazion/ die;
~ ; -en Verkehrung der Lichteinwir¬
kung bei stark überbelichteten Fotos
so|la|risch: Adj. n. stg. zur Sonne gehö¬
rig; von der Sonne kommend
So|la|ri|um: dato das; -s; Solarien
IsolarPnj künstlich ultraviolette
Strahlen erzeugende Anlage für Son¬
nenbäder
So|lar|jahn das; -(e)s; -e (Astromonie)
Sonnenjahr
So|laijkol|lek|ton der; -s; -en Einrich¬
tung zur Absorbierung der Sonnen¬
einstrahlung u. Umwandlung in elek¬
trische Energie, Syn.: Sonnenkollek¬
tor
So|lar|kraft|werk: das; -(e)s; -e Kraft¬
werk zur Stromerzeugung aus Son¬
nenenergie
So|lar|ple|xus/So|laijpte|xus: der; ~ ;
Solarplexen (Anat.) Zusammentreffen
von Nerven in der oberen Magenge¬
gend; Sonnengeflecht
So|lar|tech|nik: die; - ; -en Technik- u.
Industriezweig, der sich mit der Um¬
wandlung, Nutzung, Anwedung von
Sonnenenergie befaßt
So[lar|wind: der; -(e)s; -e (Astronomie)
Sonnenwind
So|lar|zel|le: die; - ; -n Halbleiterbauele¬
ment zur Gewinnung elektrischer
Energie aus Sonnenlicht
Sol|bad/So|le|bad: das; -(e)s; -bäder 1
Bad mit Zusatz von Salzen 2 Kurort
mit einer Solquelle
solch-: Demonslrativpron. solcher; sol¬
che; solches 1 a) derartig; so beschaf¬
fen »Mach nicht solch ein Theater. •
Solche Leute muß man meiden.« b) so
viel, groß, ausgeprägt »Ich hatte sol¬
che Angst vor ihm.« 2 bezugnehmend
auf zuvor genanntes »Solche Sachen
sollten wir lassen!« 3 nicht dekliniert
[geh.] so (ein) »Wir hatten solch einen
schönen Urlaub. ♦ Bei solch schlechtem
Wetter macht Wandern keinen Spaß.«
sol|cher|art: I Demonslrativpron. n. dekl.
so beschaffen »Solcherart Gemüse ha¬
be ich noch nie gegessen.« II Adv. auf
diese Weise, so
soljcher|ge|stalt: Adv. so geartet, ausse¬
hend
soljcherjma|Ben: Adv. auf diese Art u.
Weise; so, derart
1070
Solopart
sol|cher|wei|se: Adv. auf diese Art u.
Weise, so
Sold: </af.> der; -(e)s; -e (PL s.) <Milit.>
Bezahlung für, von Soldaten »Er
hatte schon seit Monaten keinen Sold
mehr erhalten.« Syn.: <Arbeiter> Lohn;
Angestellten Gehalt; <Seemann>
Heuer; Selbstständigen Honorar
Sol|dafc der; -en; -en weibl. Solldajtin:
die; - ; -nen <Miiit.> Mitglied der
Streitkräfte eines Landes
Sol|da]ten|fried|hof: der;-(e)s; -friedh'ö-
fe in sich geschlossen angelegtes Grä¬
berfeld für im Krieg umgekommene
Soldaten
Sol[da|ten|rock: der; -(e)s; -rocke [ver-
alt.] zur Uniform gehörende Jacke
Sol|da]ten|stand: der; -(e)s; - gesell¬
schaftliche Gruppe der Soldaten
Sol|da|ten|zeit die; - ; -en beim Militär
verbrachte Monate, Jahre
solidarisch: Adj. wie es sich für einen
Soldaten gehört; militärisch orientiert
Sold|buch: das; -(e)s; -bücher (hist.)
(Personal-)Ausweis des Soldaten bis
Ende des Zweiten Weltkrieges (mit
Eintrag der Soldzahlungen)
Söid|nen der; -s; - weibl. [selten] Söid|-
nejrin: die; ~ ; -nen <Milit.> a) <abwert.
od. hist.> nicht aus Patriotismus, son¬
dern um des Geldes willen dienender
Soldat, b) Soldat fremder Nationali¬
tät; Angehöriger der Fremdenlegion;
Legionär
Söld|ner|f(ih|rer: der; -s; • <Milit.> Vor¬
gesetzer einer Söldnertruppe
Söld|nerjheer: das;-(e)s; -e (meist Mi-
lit.> aus Söldnern bestehende Truppe
Sojle: die; -; -n Wasser mit hohem Salz¬
anteil
So]te|bad/Sol|bad: das: -(e)s; -bäder 1
Bad mit Zusatz von Salzen 2 Kurort
mit einer Solquelle
Sgl|ei: das; -(e)s; -er hartgekochtes Ei,
das in Salzwasser eingelegt wurde
so|lenn: dat.i Adj. [geh.] festlich; feier¬
lich
so|len|ni|siejren: <lat.> solemiesierst; so-
lennisiertest; hast solennisiert [veralt.]
festlich gestalten; feierlich begehen
So(len|ni|tit: dat.i die; ~; -en [geh.] Fest-
lichkeitfFeierlichkeit
So|le|salz: das; -es; -e aus einer Salzlake
gewonnenes Salz
So]le|was|ser: das; -s; -wasser a) salz¬
haltiges Wasser b) aus einer Solquelle
fließendes Wasser
Sol|fa|ta|re: <it.> die; ~ ; -n [fachsprl.] das
Entweichen von Dämpfen u. Gasen
aus Vulkanen
sot|feg|gie]ren: dt.i /ßolfedsehirm/ sol-
feggierst; solfeggiertest; hast solfeg-
giert <Musik> die Tonleiter mit den
Silben do, re, mi, fa, sol, la, si singen
Sol|feg|gio: <it.> /ßolfedseho/ das; -s;
Solfeggien <Musik> Übung des Tonlei¬
tersingens
so|Ud/so|H|de: Adj. dat.-fr» 1 dauerhaft
1 haltbar; gut u. fest »Das Haus hat so¬
lide Mauern.« 2 zuverlässig; gut fun¬
diert; gut situiert »eine solide Firma«
3 anständig; geordnet; moralisch ein¬
wandfrei
So|li|dar|bei|trag: der; -(e)s; -beitrage
gemeinsam geleistete Abgabe; Abga¬
be, die für Schlechtergestellte inner¬
halb einer Solidargemeinschaft ver¬
wendet werden soll
So|li|dar|ge|mein|schaft: die; -; -en mit¬
einander verbundene Gruppe; fürein¬
ander einstehende Gruppe
So|lijdar|haf|tung: die; - ; - (Rechtsw.;
Wirt.> gemeinsame Haftung mehrerer
Personen als Gesamtschuldner
so|li|da|risch: dat.-fr.i Adj. füreinander
einstehend; eng verbunden
so|li[dari|sje|ren, sich: dat.-fr.) solidari¬
sierst dich; solidarisiertest dich; hast
dich solidarisiert sich zur Erreichung
gemeinsamer Ziele u. Interessen zu¬
sammentun
So|li|da|ri|ste|rung: die; - ; -en das Ver¬
folgen gemeinsamer Ziele u. Interes¬
sen; Zusammenschluß zur Durchset¬
zung gemeinsamer Ziele
So|li|da|ri|tät: dat.-fr.> die; -; -1 Zusam¬
mengehörigkeitsgefühl u. unbeding¬
tes Zusammenhalten 2 Name der pol¬
nischen Gewerkschaftsbewegung)
So|li|da|ri|täts|er|klä|rung: die; - ; -en
Bekundung der Zusammengehörig¬
keit
So|ti|da|ri|täts)ge|fühl: das; -(e)s; - Ei¬
nigkeitsempfindung, Zusammenge¬
hörigkeitsgefühl
So|li|da|ri|t|te|streik: der; -(e)s; -s u.
[ugsj -e <Wirt.> zur Unterstützung
anderer streikender Arbeitnehmer
durchgeführte Arbeitsniederlegung
so|li|de/so|lid: dat.-fr.> Adj. solider;
solideste 1 haltbar; fest; von guter
Qualität »eine solide Bauweise« 2 in
seiner Lebensweise ohne Ausschwei¬
fungen, negative Eigenschaften »ein
solider junger Mann« 3 fundiert; eine
gute Grundlage aufweisend
so|li|die]ren: dat.i solidierst; solidiertest;
hast solidiert a) befestigen b) (übertr.)
sichern (in seiner Existenzfähigkeit)
So|li|di|tät: dat.-fr.> die; - ; -1 Zuverläs¬
sigkeit 2 Mäßigkeit
So|li|lo|qui|um: dat.i /solilokwium/ das;
-s; Soliloquien jsolilgkwiml Selbstge¬
spräch
So|ling: die; - ; -s u. -e; der u. das; -s; -s
[seemannssprl.] Kielboot für drei Per¬
sonen
Sol|ip|sjs|mus —* So|l|ip|sis|mus: dat.i
der; ~ ; - philosophische Lehre, die al¬
les als Vorstellung des eigenen Ichs
anerkennt
So|list: dat.-it.-fr.i der; -en; -en weibl-
SÖ|li|stin —* So|<isftin: die; - ; -nen
Künstlerin), der einen Einzelpart
singt, spielt od. tanzt
So|li|sten|kon|zert —> So|lis|tenjkon|-
zert: dat.-it.-fr.i das; -(e)s; -e musika¬
lischer Vortrag, Programm eines ein¬
zelnen Künstlers
so|lj]stisch —> so|lis|tisch: Adj. a) den
einzelnen Menschen betreffend b) als
einzelner Künstler auftretend c) als
Solodarbietung geschrieben, gedacht
So|!i|tgr: dat.-fr.i der; -s; -e 1 auffallend
großer u. schöner Edelstein, der ein¬
zeln gefaßt ist 2 o. PI. Geduldsspiel
für einen Spieler 3 freistehende, ein¬
zelne Pflanze
So|li|tär|spiel: das; -(e)s; -e Brett u.
Spielsteine für ein Geduldsspiel
So|li[tüjde: <fr.i die; - ; -n Einsamkeit
(häufig als Name für Schlösser ver¬
wendet)
SOU: das;-(s); -(s) 1 vorgesehene, fest¬
gelegte Menge 2 (Bankw.) Konto¬
stand im Minus; negativer Posten auf
einem Konto, Ant.: Haben
Soll-Be|stand —> auch Soll|be|stand:
der; -(e)s; -Bestände —>auch
-beständet— (Wirt.) vorgeplanter
Bestand von Waren, Ant.: Ist-Be¬
stand
Sgll-Bruch|stel|le —». auch Soll|bruch|-
stel|te: die; ~ ; -n (Technik) vorher
festgelegte, geplante Bruchstelle, an
der ein stark belastetes Material der
Belastung nicht standhält
sollten: sollst; solltest; hast gesollt 1 ei¬
nen Auftrag, eine Pflicht, eine Anwei¬
sung haben, etw. zu tun »Ich sagte
ihm, daß er abwaschen soll. • Du soll¬
test auf dein Vorhaben verzichten.« 2
a) eine Prognose od. Vorahnung for¬
mulierend »Das sollte ihm noch mehr¬
mals passieren.« b) jmdm. etw. wün¬
schen »Das Geschenk soll dir Glück
bringen.« 3 falls »Solltest du keine Zeit
haben, rufe mich bitte an.« 4 was
soll’sf: [ugs.] es ist doch egal, ohne Be¬
deutung 5 es hat nicht sollen sein:
etw. hat nicht (wunschgemäß) ge¬
klappt
Söl|len der; -s; - 1 (Archit.) auf Stützen
gebauter Balkon 2 [Schweiz.] Fußbo¬
den 3 [landsch.] Dachboden
Soll-Ist-Veiigteich: der; -(ejs; -e (PL
s.) (Wirt.) zweispaltige Auflistung
von geplanten u. tatsächlich erreich¬
ten Daten zum Vergleich
Soll|sei|te: die; - ; -n (Bankw.; Wirt.)
Ausgabenseite eines Kontos, Ant.:
Habenseite
Sqli-Star|ke —* auch Soll|stäi]ke: die;
- ; -n (Milit.) festgesetzte Anzahl der
Soldaten einer Einheit, einer Armee
$oll|zin|sen: die (PL) (Wirt.; Bankw.)
Abgaben, die von Geldinstituten für
einen Kredit o. ä. berechnet werden,
Ant.: Habenzinsen
Sol|mi|sa[ti|gn: dt.i /solmisazion/ die; - ;
- (Musik) Festlegung der Tonsilben
für die Tonleiter
Sol|mi|sa|ti|gns|sil|be: /solmisazionß-/
die; - ; -n (Musik) Tonsilbe der Ton¬
leiter; Silbe, die auf einen Ton einer
Tonleiter gesungen wird
sol|mi|ste|ren: dt.i solmisierst; solmisier-
test; hast solmisiert (Musik) Tonsilben
verwenden
So|lo: dat.-it.i das; -s; -s u. Soli 1
(Musik) a) Einzelpart im Singen, Spie¬
len, Tanzen eines Künstlers, einer
Künstlerin b) Auftritt eines einzelnen
Sängers od. Spielers 2 a) Spiel einzel¬
ner Spieler gegeneinander b) (Karten¬
spiel) Spiel eines Spielers gegen die
anderen
so|lo: Adj. n. stg.; n. dekl. 1 (Musik) als
Solist auftretend 2 [ugs.] allein; ohne
Begleitung
so|lo: dat.-it.i Adv. [ugs.] a) alleinste¬
hend »Ich lebe zur Zeit solo.« b) unbe-
gleitet »Heute komme ich solo.«
So|lo|gejsang: der; -(e)s; -gesänge (Mu¬
sik) Liedvortrag eines einzelnen Sän¬
gers, einer einzelnen Sängerin
So|lo|ma|schi|ne: die; - ; -n Motorrad
mit nur einem Sitz u. ohne Beiwagen
Sp|lo|part: der; -s u.-e; -s u. [selten] -en
(Musik) Teil einer musikalischen Dar¬
bietung, der für einen Solisten ge¬
schrieben wurde
1071
Solospiel
So|lo|spiel: das; -(e)s; -e <Musik> das
Vortragen eines Solos auf einem Mu¬
sikinstrument
So|lo[tanz: der; -es; -tanze Tanzdarbie¬
tung eines/einer allein auftretenden
Tänzers/Tänzerin
So|lo|tän|zer. der; -s; - weibl. So|lo|tän|-
ze|rin: die; - ; -nen einzeln auftreten-
de(r) Tänzer(in)
so|lojthur|nisch: Adj. n. stg. aus dem
Schweizer Kanton Solothurn stam¬
mend, zu ihm gehörend
Soijperjfleisch: das; -(e)s; - [landsch.]
eingesalzenes Fleisch, Syn.: Pökel¬
fleisch
Sol|quel|le: die; - ; -n Quelle, aus der
salzhaltiges Wasser fließt
So|lu|tj|on: dato /soluzion/ die; - ; -en
(Chemie; Pharmazie) Lösung
solv.: Abk. solvent = zahlungsfähig
sol|va|bel: dato /solwabel/ Adj. 1 [sel¬
ten] in einer Flüssigkeit lösbar 2 [ver-
alt.] über Geld verfügend; zahlungs¬
fähig
Sol|va|ta|ti[on: dato /solwazion/ die; - ; -
(Chemie) Verbindung von Teilen ei¬
nes Lösungsmittels mit Teilen des ge¬
lösten Stoffes
Sol|vens: <lat.> /solwenß/ das; - ;
Solvenzien jsolwenzienj <Med.>
(schieim)lösendes Mittel
sol|vent: dato /solwent/ Adj. solventer;
solventeste finanziell flüssig; zah¬
lungsfähig, (Bar-)Geld besitzend »Er
ist ein solventer Kunde.«
Sol|venz: dato /solwenz/ die; - ; -en
(Wirt.) Zahlungsfähigkeit
Sol|venz|erjklä|rung: /solwenz-/ die; - ;
-e/T<Wirt.) Offenlegung der finanziel¬
len Verhältnisse
sol|vie|ren: dat.i /solwiren/ solvierst;
solviertest; hast solviert 1 (Chemie)
Stoffe in etw. lösen od. auflösen 2 eine
Schuld, Rechnung bezahlen od. ab¬
zahlen
Sol|was|ser: das; -s; -wässer a) aus einer
Solquelle fließendes Wasser b) Salze
enthaltendes Wasser
So|ma|to|lo|gie: <gro die; - ; - Lehre,
Wissenschaft, die sich mit den Eigen¬
schaften des menschlichen Körpers
beschäftigt
Som|bre|ro —» Som|b|re|ro: dat.-span.>
der; -s; -s breitrandiger (mexikani¬
scher) Strohhut
so|mjt/sq]mit: Adv. wie daraus folgt;
deshalb also
Som|mer: der; -s; • Jahreszeit zwischen
Frühling u. Herbst (mit viel Sonne u.
wannen Temperaturen)
Som|mer|abend —» Som|merja|bend:
der; -s; -e Abendstunden in der war¬
men Jahreszeit
Som|meijan|fang/Som|mers|an|fang:
der; -(ejs; - kalendarischer Beginn
des Sommers
Som|mer|deich: der; -(e)s; -e niedrige¬
rer, erster Schutzwall gegen Überflu¬
tungen während des Sommers
Sgm|mer|fahr|plan: der; -(e)s; -plane
für die Zeit von Mai bis Oktober gül¬
tige Ankunfts- u. Abfahrtszeiten der
Züge
Sgm)mer|fe|ri|en: die (PI.) die großen
Schulferien während der Sommermo¬
nate »In den Sommerferien verreisen
viele Familien.«
Som|mer1fest: das; -(e)s; -e unter frei¬
em Himmel stattflndendes Fest wäh¬
rend der warmen Jahreszeit
Som|mer|fri|sche: die; - ; - [veralt.] a)
Urlaub während des Sommers an ei¬
nem anderen Ort als dem Wohnort b)
Urlaubsgebiet für einen Sommerur¬
laub
Som|mer|frucht: die; • ; - Getreide, das
im Sommer reif ist
Som|mer1ge|trei|de: das; -s; - nicht win¬
terharte Getreidesorte, die im Früh¬
ling gesät u. im Sommer geerntet wird
Som|mer[hit|ze: die; - ; - hohe (Außen-)
Temperaturen während der Sommer¬
monate
Som|mer|kleid: das; -(e)s; -er 1 luftiges,
leichtes Kleid für warme Tage 2
<ZooL> a) Sommerfell bei vielen Säu¬
getierarten b) Federn vieler Vogelar¬
ten, die oft im Sommer eine andere
Farbe haben
Som|metjkol|lek|ti|on: die; - ; -en Ange¬
bot eines/der Bekleidungshersteller(s)
für die Sommermonate
som|mer|lich: Adj. den Umständen u.
der Temperatur des Sommers ent¬
sprechend
Som|mer|loch: das; -(e)s; - [ugs.] Ur¬
laubs- u. Ferienzeit, in der weder poli¬
tisch noch kulturell noch gesellschaft¬
lich viel passiert u. in den Medien des¬
halb z. T. unglaubliche Geschichten
verbreitet werden
Som|mer|mo|de: die; - ; -n Kleidungs¬
stücke, die im Sommer aktuell sind
Som|mer[nachfc die; — ; -nächte ein
Abend, eine Nacht in den Sommer¬
monaten
Sgm|meiiolym|pia|de —» Som|mer|o|-
lym|p|i|a|de: die; - ; -n (Sport) interna¬
tionale olympische Wettkämpfe, die
alle vier Jahre im Sommer ausgetra¬
gen werden
Som|mer|pau|se: die; - ; -n Zeitraum
während der Sommermonate, in dem
(z. B. in öffentlichen Einrichtungen)
keine Veranstaltungen stattfinden,
etw. geschlossen ist, ausgesetzt wird,
pausiert
Som|mer]re|gen: der; -s; - Niederschlag
während der warmen Sommermo¬
nate
Som|mer|rei|fen: der; -s; - (Technik)
Fahrzeugreifen mit (nur) für die Stra¬
ßen- u. Witterungsverhältnisse im
Sommer geeignetem Profil
Som|mer|re|si|denz: die; - ; -en gehobe¬
ner Wohnsitz für die Sommermonate
Som|mer|sa|chen: die (PI.) [ugs.] Klei¬
dungsstücke, die in den Sommermo¬
naten bei gutem Wetter getragen wer¬
den
Som|mers|an|fang/Som|iner[an|fang:
der; -(e)s; - kalendarischer Beginn
des Sommers
Som|meijschluB|veijkauf —» Som|-
mer[schluss|ver|kauf: der; -(e)s;
-verkaufe (Wirt.; Handel) Ende Juli u.
Anfang August stattfindender Aus¬
verkauf von Sommersachen zu redu¬
zierten Preisen
Som|mer|se|me|ster —> Som|meijse|-
m*s|ter das; -s; - Studienhalbjahr
im Sommer
Som|mer|son|nen|wen|de: die; • ; -n
höchster Stand der Sonne während ei¬
nes Jahres
Som|mer]spros|se: die; - / -n (m. PI.)
kleiner brauner Flecken auf der Haut,
der bei Sonneneinwirkung stärker
sichtbar wird »Ihr Gesicht ist voller
Sommersprossen.«
som|mer|spros|sig: Adj. viele Sommer¬
sprossen habend
som|mers|über —> som|mers|ü[ben
Adv. in den Sommermonaten; wäh¬
rend des Sommers
Som|mers|zeit/Som|m«r[zeit: die; -; -1
Jahreszeit, in der Sommer ist 2 Uhr¬
zeit in den Sommermonaten, wenn
die Uhren eine Stunde vorgestellt
werden
Som|me|rung: die; - ; -en [landsch.]
Sommergetreide
Som|mer|ur|laub: der; -(e)s; -e Reise u.
Erholung, arbeitsfreie Zeit in den
Sommermonaten
Som|mer|wei|zen: der; -s; - Getreide¬
sorte, die im Sommer reif ist
Som|mer|wind: der; -(e)s; -e angeneh¬
mer, warmer Luftzug in den Sommer¬
monaten
Som|meijzeit/Sam|mers|zeit- die; -; -1
Jahreszeit, in der Sommer ist 2 Uhr¬
zeit in den Sommermonaten, wenn
die Uhren eine Stunde vorgestellt
werden
Som|nanri|bii|le: dat.i der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Som¬
nambuler; eine Somnambule; zwei
Somnambulen) (Med.) Schlafwandle¬
rn)
Som|nam|bu|lis|mus: dato der; - ; -
(Med.) Nacht-, Schlafwandeln
so|nach: Adv. [selten] folglich; demnach
So|na|graph —* auch So|na|graf: <gr.i
/sonagraf/ der; -en; -en Gerät zur
Aufzeichnung von Geräuschen
So|nant: dato der; -en; -en (Sprachwiss.)
Laut, der eine Silbe bildet
so|nanjtisch: dato Adj. (Sprachwiss.) a)
(Laut) eine Silbe bildend b) einen sil¬
benbildenden Laut betreffend, ihm
zuzuordnen
So(nar Kurzw. <englo das; -s; -e (Tech¬
nik) sound navigation and ranging =
(Unterwasserortungsgerät) Schallna¬
vigation u. -messung
So|naijge|räfc das; -(e)s; -e (Technik)
Gerät zum Aufspüren von Gegen¬
ständen unter Wasser mittels Schall¬
wellen, Sonar
So|na|te: dat.-ito die; - ; -n (Musik) In¬
strumentalstück aus drei od. Vier Sät¬
zen
Son|de: tfro die; -;-n1 (Med.) Instru¬
ment zum Einführen in Körperhöh¬
len; dünner Schlauch 2 unbemanntes
Raumfahrzeug
son|den Präp. [geh.; veralt.] ohne
Son|der]ab|dnick: der; -(e)s; -abdrücke
(Druckw.; Buchw.) gesondert, als
Einzeltext herausgegebenes Druck¬
werk, das sonst im Sammelband od.
in einer Zeitschrift erscheint
Son|der|an|fer|ti|gung: die; - ; -en
(Wirt.) von dem Serienprodukt ab¬
weichend hergestelltes Teil
Sqn|derjan|ge|bot; das; -(e)s; -e a)
Preisermäßigung einer Ware (für eine
begrenzte Zeit) b) Ware zu einem re¬
duzierten Preis (der nur für eine be¬
grenzte Zeitspanne gilt)
1072
sonnen
Son|der|auf|trag: der; -(ejs; -aufträge
spezielle Aufgabe, die von jmds. nor¬
maler Tätigkeit abweicht
Son|der]aus[ga|be: die; - ; -n 1 zusätzli¬
che, (zu einem besonderen Anlaß) oft
einmalig hergestelltes Druckwerk o.
ä. 2 a) m. PI. <Steuerw > Ausgaben, die
bei der Steuererklärung steuermin¬
dernd anzusetzen sind b) zusätzliche
Ausgabe
Sgn|der|aus|stat|tung: die; - ; -en zu¬
sätzlich zur Serienausstattung vor¬
handene Extras
son|der)bar: Adj. seltsam; merkwürdig
»sonderbare Ereignisse«
son(der|ba|rerfwei|se: Adv. verwunder¬
licherweise, erstaunlicherweise
Son|deribar)keit: die; - ; -en erstaunli¬
che, verwunderliche, vom normalen
Verhalten abweichende Äußerung
od. Handlung
Son|der|be|deu[tung: die; - ; -en unge¬
wöhnlicher, zusätzlicher Sinn von
etw.
Son|der)bei|lage: die; - ; -n zu Zeitung¬
en od. Zeitschriften beigefügte Seiten
Son|deijbe|richt|ei1stat|ten der; -s; -
~weihl. Spn|derjbe|richt|er|stat|te|rin:
die; - ; -nen Journalist(in), der/die
über außergewöhnliche Ereignisse in¬
formiert
Sgn|der]be|schluB —*■ Son|der|be]-
schluss: der; -beschlusses; -beschlösse
<meist Pol. od. Wirt.) für einen Spe¬
zialfall getroffene Regelung, Eini¬
gung
Son|derjbotfschaf)ter: der; -s; - weibl.
Spn|der|bot|schaf)te|iin: die; ~ ; -nen
<Pob Unterhändler od. Abgesandter
für eine spezielle Aufgabe
Sgnjderfdruck: der; -(ejs; -e <Buchw.;
Druckw.) gesondert, als Einzeltext
herausgegebenes Druckwerk, das
sonst im Sammelband od. in einer
Zeitschrift erscheint
Son|der|fahrfc die; - ; -en außerfahr¬
planmäßig durchgeführte Fahrt (ei¬
nes öffentlichen Verkehrsmittels)
Sonjderjfall: der; -(ejs; -fälle Ausnah¬
me, die von der Norm abweicht
Spn|der|frie)de: der; -ns; - <Pol.> Eini¬
gung einzelner, an einer kriegerischen
Auseinandersetzung beteiligter Staa¬
ten untereinander über die Beendi¬
gung eines Krieges
Son|der|frie|den: der; -s; - <Pob Eini¬
gung einzelner, an einer kriegerischen
Auseinandersetzung beteiligter Staa¬
ten untereinander über die Beendi¬
gung eines Krieges
Sgn(derfge|nehjmf|gung: die; - ; -en Er¬
laubnis für einen besonderen Einzel¬
fall, etw. zu tun od. zu dürfen
Spn|der[ge|richt: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> 1 für bestimmte Fälle ein¬
gesetztes Gericht 2 [abwert.] Gericht,
das politisch mißliebige Personen ver¬
urteilen kann
son|derfglei[chen: Adv.; immer nachge¬
stellt beispiellos; einzigartig; unerhört
»Das ist eine Unverschämtheit sonder¬
gleichen!«
Sonfderfheft: das; -(e)$; -e <Druckw.;
Buchw > Zeitschrift, die zusätzlich zu
den normalen Ausgaben erscheint
Spn|der[kin|der]gar]ten: der; -s; -gärten
Kindergarten für Kinder mit beson¬
deren Problemen
Son|der]k1as|se: die; - ; - [ugs.] heraus¬
ragend, hervorstechend in Qualität
u./od. Leistung
Son|der|ko|sten —*• Spn|der|kos]ten:
die (PI.) <Wirt.> zusätzlich entstan¬
dene, gesondert erfaßte Ausgaben
son|derflich: Adj. 1 in Verbindung mit ei¬
ner Verneinung a) (nicht) herausra¬
gend; (nicht) ungewöhnlich »Ich habe
kein sonderlich gutes Verhältnis zu
ihm.« b) <verst.> (nicht) besonders;
(nicht) sehr »Er hat sich nicht sonder¬
lich angestrengt.« 2 im Verhalten ko¬
misch (z. B. aufgrund von Senilität);
ungewöhnlich
Spn|der|ling: der; -s; -e Person, die sich
von den übrigen Menschen femhält
u. durch eigenartiges Verhalten auf¬
fällt
Son(derjmel[dung: die; - ; -en Nachricht
od. Information außerhalb der nor¬
malen Nachrichtenzeiten
Sgn|der|müll: der; -(e)s; - Problemab¬
fälle, die entweder giftig od. schwer
zu beseitigen sind u. auf einer speziel¬
len Deponie gelagert werden müssen
son|dern: KonJ. a) im Gegenteil; genau¬
er, besser ausgedrückt; hingegen
»Wir haben ihn nicht rausgeschmissen,
sondern er ist freiwillig gegangen.« bj
in der Wendung nicht nur..., sondern
auch: sowohl das eine wie das andere
Spn|der[num|mer: die; - ; -n Extraaus¬
gabe, Zusatzheft einer Zeitung od.
Zeitschrift
Spn|der|päd|ago|ge —»• Son|der|pä|d|-
a|go|ge; der; -n; -n weibl. Son|deii-
päd|ago|gin —* Son|derjpä[d|a|go[-
gin; die; - ; -nen Erzieher mit einer
Spezialausbildung für den Umgang
mit besonderen pädagogischen Pro¬
blemfällen od. verhaltensgestörten
Kindern (die in Heimen leben)
Spn|der|preis: der; -es; -e verminderter
Kaufpreis, meist zu Werbezwecken
Son|der|ra|tijon: die; ~ ; -en «meist Le¬
bensmittel) zur normalen ausgeteil¬
ten, zustehenden Menge Hinzukom¬
mendes
Spn|der|re|ge|lung/Spn|der]reg|lung:
die; ~ ; -en vom üblichen Verfahren
abweichende Vereinbarung
Sgn|der|schichfc die; ~ ; -en <Wirt> Ex¬
traschicht; zur normalen Arbeitszeit
hinzukommende Schichten, Arbeits¬
tage, -stunden
Sonjderjschulle; die; • ; -n Schule, in
der lembehinderte, geistig- od. kör¬
perlich behinderte Kinder u. Jugend¬
liche unterrichtet u. betreut werden
Spn|derfsit|zung: die; - ; -en außerplan¬
mäßige Zusammenkunft aus wichti¬
gem Grund
Spnjdei]spra|che: die; - ; -n «Sprach-
wiss.i durch eigene Wortschöpfungen
u. spezielle Ausdrucksweisen von der
Standard-, Gemeinsprache abwei¬
chende Sprache einer bestimmten Ge¬
sellschaftsschicht od. (Berufs-Grup¬
pe, Syn.: [fremdsprl.] Jargon
Son|der|sta|tus: der; - ; - von der
Norm abweichende, herausragende
Position
Spn|der]stel|lung: die; - ; -en (PI. s.)
herausragende Position
Sonjdeiftalrif: der; -(e)s; -e günstiger
Eintritts-, Fahrpreis an bestimmten
Tagen, zu bestimmten Tageszeiten
od. für Angehöriger einer bestimmten
Gruppe
Spn|deiiur|laub: der;-(e)s; -e bei beson¬
deren Anlässen zusätzlich zum Ur¬
laub gewährte arbeitsfreie Zeit
Spn|der[zug: der; -(e)s; -zöge zusätzlich
zu den nach Fahrplan verkehrenden
Zügen eingesetzter Zug
son|die|ren: </r.> sondierst; sondiertest;
hast sondiert 1 <Med.> mit einer Sonde
untersuchen 2 [geh.] vorsichtig erkun¬
den, ausforschen, vorfühlen
Son|d|e|rung: </r.> die; - ; -en 1 vorsich¬
tige Abschätzung 2 m. PI. vorberei¬
tendes Gespräch, in dem die Meinun¬
gen der Teilnehmer erkundet werden
Son|die|rungs|ge|spräch: das; -(e)s; -e
vorbereitendes Gespräch, in dem die
Meinungen der Teilnehmer erkundet
werden
Sojnett: <lat.-it.> das; -(e)s; -e «Litera-
turwiss.) Gedichtform von insgesamt
14 Zeilen in zwei Teilen
So|net|ten|kranz: der; -es; -kränze «Lite-
ratürwiss.) 15 Gedichte in Form eines
Sonetts, die dadurch eine Folge bil¬
den, daß die letzte Zeile des vorgehen¬
den die erste Zeile des folgenden Ge¬
dichtes ist
Song: <engh der; -s; -s a) Schlager(lied)
b) Lied mit zeitkritischem Text
Song|wri|ter: <engh der; -s; - weibl.
Sgng|wri|te|rin: die; - ; -nen Person,
die Lieder komponiert u. textet
Sgnn|abend —» Sonn|a[bend: der; -s;
-e [landsch.] Samstag
sonn|abend|lich —> sonn|a|bend|lich:
Adj. sich auf den Sonnabend, Sams¬
tag beziehend; am Sonnabend, Sams¬
tag stattfindend »Die sonnabendlichen
Diskussionen ums Fernsehprogramm
finde ich überflüssig.«
sonn|abends —-» sonn|a|bends: Adv.
samstags; am Sonnabend, Samstag
»Sonnabends essen wir alle zusam¬
men.«
sonn|durch|flu|tet: Adj. von der Sonne
beschienen; vom Sonnenlicht erhellt
Son|ne: die; - ;-n 1 «Astronomie) a) zen¬
traler, selbstleuchtender Körper, Fix¬
stern eines Sonnensystemes, den seine
Planeten umkreisen b) selbstleuchten¬
der Zentralkörper des Sonnensy¬
stems, dem die Erde angehört, der für
Licht u. Wärme, für Leben auf diesem
Planeten grundlegende Vorausset¬
zung ist 2 keine Sonne sehen: [ugs.]
ohne Hoffnung sein; keine Erfolgs¬
aussicht haben 3 die Sonne zieht
Wasser: [ugs.] es scheint trotz Son¬
nenscheins bald zu regnen 4 die
Sonne bringt es an den Tag: Lügen,
Verbrechen o. ä. werden aufgeklärt
werden 5 Sonne im Heizen haben:
[veralt.] einen fröhlichen Charakter
haben 6 die Sonne scheint über Ge¬
rechte u. Ungerechte: ob gut od. bö¬
se, die Sonne kennt keinen Unter¬
schied, sie scheint für alle 7 wem die
Sonne scheint, der fragt nicht nach
den Sternen: wer zufrieden, glücklich
ist, wem es gut geht o. ä., denkt nicht
an das, was noch kommen kann
spn|nen: sonnst; sonntest; hast gesonnt 1
sich (zur Erholung) in die Sonne le¬
gen, setzen »Im Urlaub haben wir uns
am Strand gesonnt.« 2 «übertr.) Erfolg
1073
Sonnenanbeter
genießen; sich bewundern lassen »Er
sonnte sich in seinem Ruhm.«
Son|nen|an|be|ter: der; -s; - weibl.
'Son|nen|an|be|te|rin: die; ~ ; -nen 1
<Religion> Person, die die Sonne als
Gott verehrt, anbetet 2 [scherzh.] Per¬
son, die sich viel u. gern in die Sonne
legt, um braun zu werden
Son|nen|an|be|tung: die; - ; - <Religion>
Verehrung der Sonne als Gottheit
Son|nen|auf]gang: der; -(e)s; -aufgänge
Zeitpunkt des Erscheinens der Sonne
am Himmel
Son|nen|bad: das; -(e)s; -bäder das Lie¬
gen in der Sonne (zur Erholung u. zur
Bräunung der Haut)
son|nen|ba|den: im Infinitiv u. im Parti¬
zip II, Perfekt gebraucht: hast sonnen¬
gebadet sich in die Sonne legen; sich
von der Sonne bescheinen lassen
Son|nen|bank: die; - ; -banke (Technik)
Gerät mit Röhren, die ultraviolette
Strahlen abgeben, unter od. auf das
man sich legt, um den Körper zu
bräunen
son|nen|be|heizt Adj. n. stg. durch aus
der Sonne gewonnene Energie er¬
wärmt
Son|nen|blen|de: die; - ; -n 1 Abschir¬
mung (z. B. im Auto), die Sonnen¬
strahlen abhält 2 (Photographie) Auf¬
satz für Kameraobjektive, der den
unmittelbaren Einfäll der Sonnen¬
strahlen (bei Gegenlichtaufnahmen)
verhindert
Son|nen|b!u|me: die; - ; -n hochwach¬
sende Pflanze aus der Familie der
Korbblüter, deren Blüte durch den
gelben Blütenbätterkranz mit den
dunklen kreisrund angeordneten
Sonnenblumenkernen an die Sonne
erinnert
Son|nen|blu|men|öl: das; -(e)s; -e Spei¬
seöl, das aus den Samen der Sonnen¬
blumen gewonnen, gepreßt wird
Son|nen|brand: der; -(e)s; -1 Verbren¬
nung der oberen Hautschichten
durch die Sonne 2 Schaden an Pflan¬
zen durch starke Sonneneinwirkung
Son|nen|bräu|ne: die; - ; - durch Son¬
nenstrahlen hervorgerufene Tönung
der Haut
Son|nen|bril|le: die; - ; -n Brille mit
dunklen Gläsern, die die Augen vor
starkem Sonnenlicht schützen
Son|nen|dach: das; -(ejs; -dächer meist
aus Stoff bestehende Abdeckung, die
die Sonnenstrahlen abhalten soll
Sonjnenjdeck: das; -(e)s; - Deck eines
Schiffes, auf dem man sich sonnen
kann
Son|nen|ein|strah|lung: die; - ; -en Inso¬
lation; Strahlung der Sonne auf die
Erde
Son|nen|enerjgie —» Spn|nen|e|ner|-
gie: die; - / -n (Physik) a) Energie der
Sonne, die von ihr als als optische u.
thermische Strahlung abgegeben wird
b) aus dem Sonnenlicht gewonnene,
umgewandelte elektrische Energie,
Syn.: Solarenergie
Son|nen|fin|steijnis —* Son|nen|fins|-
terjnis: die; - ; -se <Astronomie> ganze
od. teilweise Abdeckung der Sonne
durch den Mond
son|nen|ge| bräunt: Adj. mit infolge von
Sonneneinstrahlung dunkler Hauttö¬
nung
Son|nen|ge|stirn: das; -(e)s; -e [poet.]
Sonne
Son|nen|glufc die; - ; - große Hitze
durch Sonneneinstrahlung
Son|nen|gotb der; -(e)s; -götter weibl.
Sgn|nen|göt|tin: die; - ; -nen (Reli¬
gion) Gott/Göttin, der/die in Gestalt
der Sonne verehrt wird
son|nen|hung|rig: Adj. auf Sonnen¬
schein wartend; begierig auf Sonne
Son|nen|hub der; -(e)s; -hüte 1 leichte
Kopfbedeckung, die den Kopf vor
der Sonneneinstrahlung schützen soll
2 Pflanze aus der Familie der Korb¬
blüter, bei der die Blütenblätter strah¬
lenförmig um den Fruchtstand ange¬
ordnet sind
Son|nenliahr das; -(e)s; -e (Astrono¬
mie) Zeitraum, der vergeht, bis die Er¬
de die Sonne einmal umkreist hat
son|nen|klan Adj. 1 leuchtend u. hell
wie die Sonne 2 [ugs.] völlig logisch,
einleuchtend
Son|nen|kol|lek|tOR der; -s; -en (m. PI.)
(Technik) Einrichtung zur Absorbie¬
rung der Sonneneinstrahlung u. Um¬
wandlung in elektrische Energie
Son|nen|kult' der; -(e)s; -e (Religion)
Glaube, bei, in dem die Sonne als
Gottheit verehrt wird
Son|nen|licht das; -(e)s; - Helligkeit,
die von der Sonne kommt
Son|nen|nä|he: die; - ; - <Astromonie>
Punkt auf der Umlaufbahn, bei dem
ein Planet den geringsten Abstand
zur Sonne aufweist; (geringer) Ab¬
stand zur Sonne
Son|nen|öl: das; -(e)s; -e ölige Sub¬
stanz, mit der die Haut zum Schutz,
zur Pflege eingerieben wird, bevor sie
der Sonne ausgesetzt wird
Son|nen|rad: das; -(ejs; -rüder Darstel¬
lung der Sonne als Rad
Son|nen|schei|be: die; - ; -n Darstel¬
lung der Sonne als Scheibe
Son|nen|schein: der; -(e)s; -e 1 o. PI.
Strahlen, Licht der Sonne 2 stets fröh¬
licher Mensch, fröhliches Kind
Son|nen|schimt: der; -(ejs; -e Schirm,
der Schatten spendet u. vor den Son¬
nenstrahlen schützt
Son|nen|schutz: der; -es; - etw., das ge¬
gen direkte Sonneneinstrahlung, die
negativen Wirkungen der Sonne
schützt
Son|nen|schutz[creme —» auch Son|-
nen|schutz|kre|me: die; - ; -s u. -nl
Son|nen|schutz|krem: die; - ; -s u.
[ugs.] der; -s; -e u. -s Creme zum Auf¬
trägen auf die Haut, um einen Son¬
nenbrand zu vermeiden
Son|nen|schutz|öl: das; -(ejs; -e Öl
zum Aufträgen auf die Haut, um ei¬
nen Sonnenbrand zu vermeiden
Son|nen|sei|te/Sgnnjsei|te: die; ~ ; -n
(PI. s.j 1 nach Süden gelegene, von
der Sonne beschienene Seite von etw.
2 auf der Sonnenseite des Lebens:
(übertr.) ein positives, glückliches Le¬
ben führend
Son|nen|stand: der; -(e)s; - Punkt am
Himmel im Verhältnis zu einem
Punkt auf der Erde, auf dem sich die
Sonne zu einem Zeitpunkt befindet
Son|nen|stich: der; -(ejs; -e (Med.>
durch zu starke u. lange Sonnenein¬
strahlung verursachte zeitweise Schä¬
digung des Kreislaufs, der Gehimtä-
tigkeit, die sich oft in Fieber u. Übel¬
keit äußert 2 einen Sonnenstich
haben: (übertr.) [ugs.] spinnen; ver¬
rückt sein
Son|nen|strahl: der; -(ejs; -n (m. PI.)
Lichtstrahl der Sonne
Son|nen|sy)stem —*■ Son|nen|sy|s|tem:
das; -(e)s; -e (Astronomie) eine
Sonne mit ihren zugehörigen Plane¬
ten u. Monden, die zusammen in ih¬
ren Raum eine Einheit bilden
Son|nen|tag: der; -(e)s; -e 1 schöner,
warmer Tag, an dem die Sonne
scheint 2 (Astronomie) Zeit, die die
Erde braucht, um sich einmal um sich
selbst zu drehen
Son|nen|tau: der; -(e)s; -e fleischfres¬
sende Pflanze, die an den Blatträn¬
dern kleine, klebrige Tropfen abson¬
dert, an denen die Insekten hängen¬
bleiben
Son|nen|uhr: die; - ; -en Vorrichtung,
bei der der Schatten, den ein Stab
wirft, auf einer senkrecht od. waage¬
recht angebrachten Skala die Uhrzeit
anzeigt
Son|nen|un|ter|gang: der; -(e)s; -Unter¬
gänge das Verschwinden der Sonne
aus dem Blickfeld im Westen des
Himmels
son|nen|ver|brannt: Adj. sonnenver¬
brannter; sonnenverbrannteste
(menschliche Haut) durch starke Son¬
neneinstrahlung dunkelbraune Pig¬
mentierung aufweisend, einen Son¬
nenbrand habend
Son|nen|wen|de: die; • ; -n 1 (Astrono¬
mie) Punkt auf dem nördlichen od.
südlichen Wendekreis, an dem die
Sonne ihren Lauf ändert 2 strauchar-
artig wachsende Pflanze(nart)
Son|nen|wend|fei|er: die; -; -n germani¬
scher Brauch, besonders bei der Som¬
mersonnenwende ein Feuer anzuzün¬
den u. ein Fest zu veranstalten
Son|nen|wind: der; -(e)s; -e (Astrono¬
mie) von der Sonne permanent abge¬
strahlte Teilchen, Syn.: Solarwind
Son|nen|zeit: die; -;-in den Wendungen
a) wahre Sonnenzeit: Dauer der
scheinbaren Umkreisung der Erde
durch die Sonne, die der eigentlichen,
jahreszeitlich unterschiedlichen Ta¬
geslänge entspricht b) mittlere
Sonnenzeit: 24 Stunden, die ein ge¬
dachter Umlauf der Sonne in Äqua¬
torhöhe bei gleichmäßiger Geschwin¬
digkeit dauert
Sqn|nen|zel|le: die; - ; -n (Physik) Kon¬
struktion, bestehend aus Halbleitern,
die aus der Sonneneinstrahlung in
elektrische Energie umwandelt, Syn.:
Solarzelle
son|nig: Adj. von der Sonne beschienen;
(viel) Sonnenschein aufweisend »Ich
suchte mir eine sonnige Stelle im Gar¬
ten.«
Sonn|sei|te/Son|nen|sei|te: die; - / -n
(PI. s.) von der Sonne beschienene
Seite von etw.
sgnn|sei|tig: Adj. [österr.; Schweiz.] in
der Sonne gelegen; zur Sonne ge¬
wandt
Sonn|tag: der; -(e)s; -e 1 a) letzter von
sieben Tagen der (mit dem Montag
beginnenden) Woche »An Sonntagen
müssen die meisten Menschen nicht
zur Arbeit gehen.« b) Weißer Sonn-
1074
sorgen
tag: erster Sonntag nach dem Oster¬
fest, an dem viele Katholiken zur
Erstkommunion gehen c) Kupfener
Sonntag: [veralt.] dritter Sonntag vor
Weihnachten d) Silbener Sonntag:
[veralt.] zweiter Sonntag vor Weih¬
nachten e) Goldener Sonntag: [ver¬
alt.] letzter Sonntag vor Weihnachten
2 es ist nicht aller Tage Sonntag: es
passiert nicht nur Schönes, Angeneh¬
mes
Sonn|tag|abend —> Sonn|tag|a|bend:
der; -s; -e Abendstunden des Sonn¬
tags »Der Sonntagabend gehört der
Familie.«
sonn|täg|lich: Adj. n. stg. 1 immer sonn¬
tags; sich an jedem Sonntag wieder¬
holend 2 für den Sonntag passend;
zum Sonntag gehörig
sonn|tags: Adv. immer an Sonntagen
»Unsere Praxis ist sonntags geschlos¬
sen.«
Sonn|tags|aus|ga|be: die; - ; -n Zeitung
od. Zeitschrift, die sonntags erscheint
Sonn|tags|bra|ten: der; -s; - aufwendig
zubereitetes Fleischgericht, das an
Sonntagen gegessen wird
Spnn]tags|fah|rer: der; -s; - weibl.
Sonn|tags|fah|re|rin: die; ~ ; -nen [ab¬
wert.] schlechte(r) Autofahrerfin)
Sgnn|tags|kind: das; -(e)s; -er 1
Mensch, der an einem Sonntag auf
die Welt gekommen ist u. deshalb als
Glückskind gilt 2 Person, die viel
Glück hat
Sonn|tags|pre|digt: die; - ; -en (christli¬
che Religion) vom Pastor, Pfarrer
sonntags in der Kirche gehaltene An¬
sprache
Sonn|tags|ru|he: die; ~ ; - Stille, die an
Sonn- u. Feiertagen herrscht, da nie¬
mand arbeitet
Sonn|tagsjschu|le: die; ~ ; -n <hist.> 1
Gottesdienst für Kinder am Sonntag
2 Religionsunterricht für die Kinder
am Sonntag
Sonn]tags|zei|tung: die; - ; -en (aus¬
schließlich) an Sonntagen herausge¬
gebene Zeitung
Son|ny|boy: <engh /ßanniboi u. ßonni-
boi/ der; -s; -s a) sympathischer, un¬
beschwerter, liebenswerter junger
Mann b) [abwert.] leichtsinniger, oft¬
mals nicht zuverlässiger Mann
So|non der; -s; -e (Sprachwiss.) den Vo¬
kalen in der Artikulation nahestehen¬
der konsonantischer Laut, bei dessen
Produktion kaum Geräusche entste¬
hen »’M’u. T sind Sonore.«
sojnor </r> Adj. 1 angenehm dunkel,
tief, wohl tönend »Er hatte eine sono¬
re Stimme.« 2 <Sprachwiss.> wie ein
Sonor; einem Sonor zuzuordnen
So|noijlaut; der; -(e)s; -e <Sprachwiss.>
den Vokalen in der Artikulation na¬
hestehender konsonantischer Laut,
bei dessen Produktion kaum Ge¬
räusche entstehen »’M‘ u. T sind So¬
norlaute.«
sonst.: Abk. sonstige(r)
sonst: Adv. 1 andernfalls »Komm jetzt,
sonst fahre ich allein!« 2 zusätzlich;
weiter »Haben Sie sonst noch
Fragen?« 3 sonst noch was!: [ugs.]
das geht nicht, das möchte ich nicht,
das fehlt mir gerade noch »Ich möchte
eine Weltreise machen, gibst du mir
das Geld? - Sonst noch was!«
—> sonst ei|ner: s. sonsteiner
—» sonst jejmand: s. sonstjemand
—s- sonst was: s. sonstwas
—» sonst wer: s. sonstwer
—» sonst wie: s. sonstwie
—* sonst wo: s. sonstwo
—> sonst wo|hen s. sonstwoher
—> sonst wojhin: s. sonstwohin
sonst[ei|ner —> sonst ei|ner: Indefinit-
pron. [ugs.] sonstjemand
son|stig —» sonstig: Adj. n. stg. 1 au¬
ßerdem vorhanden; übrig u. nicht ein¬
zuordnen 2 das sonstige —» das
Sonstige: alles übrige, zusätzlich vor¬
handene
sonst|je|mand —» sonst je|mand:
Indefinitpron. 1 eine beliebige, andere
Person »Das soll Fritz od. sonstjemand
erledigen.« 2 a) eine herausragende,
besondere Person »Er tut, als sei er
sonstjemand.« b) irgendeine schlechte
Person »Da hätte sich sonstjemand
daruntermischen können.«
sonst|was —» sonst was: Indefinit¬
pron. [ugs.] 1 a) egal was, irgend etw.
Nimm einen Bleistift od. sonstwas zum
Schreiben.« b) alle möglichen, erdenk¬
lichen Dinge »Ich habe sonstwas ver¬
sucht, um ihn umzustimmen.« 2 a)
etw., jmd. Besonderes »Sie glaubt, sie
sei sonstwas.« b) etw. Schlechtes; etw.
Nachteiliges »Sie tut, als hätte ich
sonstwas gemacht.«
sonst|wer—» sonst wer: Indefinitpron.
[ugs.] 1 irgend jmd.; eine beliebige
Person; egal wer »Das kann sonstwer
erledigen.« 2 alle möglichen Leute
»Es war der Personalchef, der Abtei¬
lungsleiter u. sonstwer eingeladen.«
sonst|wie—» sonst wie: Adv. [ugs.] auf
irgendeine Art u. Weise; egal wie; ir¬
gendwie anders
sonst|wo —» sonst wo: Adv. [ugs.] 1 ir¬
gendwo; es spielt keine Rolle, wo; an
einem beliebigen Ort 2 a) irgendwo
anders; viel weiter entfernt b) an ei¬
nem besonders exklusiven od. beson¬
ders schlimmen Platz
sonst|wo|her —» sonst wo|her: Adv.
[ugs.] egal woher; von irgendwo
sonst|wo|hin —> sonst wo|hrn: Adv.
[ugs.] an irgendeinen Ort; egal wohin;
es spielt keine Rolle, an welchen Ort
so|pft: Konj. wann auch immer; jedes¬
mal, wenn »Ich komme dich besuchen,
sooft es mir möglich ist.«
So|phis|mus: <gr.-lat.> /sofißmuß/ der;
- ; Sophismen (Philosophie) nur
scheinbarer Beweis; täuschender
Trugschluß
So|phist: <gr.-lat.v /sofißt/ der; -en; -en
weibl. So|phj|stin —* So|phis]tin: die;
- ; -nen 1 (Philosophie) Vertreterin)
einer philosophischen Richtung (von
Wanderlehrern) im Griechenland des
5. bis 4. Jhds. v. Chr. 2 [geh.; abwert.]
Person, die spitzfindig u. durch Wort¬
verdrehungen argumentiert
So|phi|ste|rei —* So|phis|te|rei: (gr.-
lat.> /sofißterei/ die; - ; -en [geh.; ab¬
wert.] das Vorbringen spitzfindiger
Argumente; Wortklauberei
sglpra —» so|p|ra: <it-> Adv. (Musik;
Hand beim Klavierspiel) oben u. über
die andere Hand greifend
So|pran —> So|p|ran: <lat.-it.> der; -s; -e
a) höchste Stimmlage bei Frauen u.
Jungen (vor dem Stimmbruch) b)
Frau, die Sopran (a) singt c) Gesamt¬
heit der Sopranstimmen (a) in einem
Chor
So|pran|in|stru|ment —» So|p|ran|in|s|-
t|ru|ment: «/.> das; -(e)s; -e (Musik)
in der hohen Tonlage gestimmtes In¬
strument
So(pra|n]st —* So|p|ra|nist: <it.> der;
-en; -en weibl. So[pran|jstin —» So[p|-
ran|;s|tin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form junger Mann, meist vor dem
Stimmbruch, mit einer hohen Stimm¬
lage, der Sopran (1) singt 2 nur weibl.
Form Sängerin mit sehr hoher Stimm¬
lage
So|pran|la|ge —» So|p|ran|la|ge: dt.>
die; - ; -n (Musik) Stimmlage im Be¬
reich der hohen Töne
Sor]bet/Sor|bet: <arab.-türk.-it.-fr.>
/sorbe/ der u. das; -s; -s a) eisgekühltes
Fruchtsaftgetränk b) halbgefrorene
Süßspeise »Zitronensorbet«
Soribett: der u. das; -(e)s; -e 1 Frucht¬
saftgetränk od. Wein mit Eis 2 halb¬
gefrorene Nachspeise aus Likör od.
süßem Wein mit Schlagsahne od. Ei¬
schnee
Sor]bin|säu|re: 4at.; dt.> die; - ; -n (in
Nahrungsmitteln enthaltendes) Kon¬
servierungsmittel
Sor|bit: dato der; -s; - (Chemie) in eini¬
gen Früchten enthaltener, süß
schmeckender, sechswertiger Alkohol
Sorldun: <lat.> der u. das; -s; -e (Musik) 1
(hist.) Holzblasinstrument aus dem
16. u. 17. Jhd., ein dumpf klingender
Vorläufer von Oboe u. Fagott 2 ge¬
dämpft tönende Orgelregister
So|re: <hebr.> die; - ; -n [gaunersprl.]
Diebesbeute; Hehlerware
Sor|ge: die; - ; -n 1 Gefühl der Angst,
Unruhe, Furcht »Er macht mir
Sorgen.« 2 o. PI. Bemühung für
jmdn.; Verantwortung für etw. »Ich
trage Sorge für das Gelingen des
Festes.« 3 das laB/lassen Sie nur
([ugs.] man) meine Sorge sein —>
das lass/lassen Sie nur ([ugs.] man)
meine Sorge sein: darum brauchst
du dich/brauchen Sie sich nicht küm¬
mern, ich werde das regeln 4 deine
Sorgen möcht(e) ich haben: [ugs.]
das, was du als Probleme, Schwierig¬
keiten empfindest, sind in Wirklich¬
keit doch gar keine Probleme, es sind
Nebensächlichkeiten 5 kleine Kinder,
kleine Sorgen, groSe Kinder, große
Sorgen: Eltern kümmern sich immer
um ihre Kinder, auch wenn sie er¬
wachsen sind u. das die Probleme der
älteren od. erwachsenen Kindern
schwieriger zu lösen sind, als bei klei¬
nen Kindern 6 kleine Sorgen machen
viele Worte, große sind stumm: über
kleinere Sorgen, Probleme o. ä. wird
häufig u. ständig gesprochen, gejam¬
mert u. zwar bei allen möglichen
Leuten u. Gelegenheiten, wirkliche,
echte, große Sorgen, Probleme o. ä.
behält man dagegen meistens für sich,
werden nicht immer u. überall erzählt
sgr[gen: sorgst; sorgtest; hast gesorgt in
der Wendung sorgen für etw., jmdn.:
sich dafür einsetzen, daß etw. (für
jmdn.) geschieht, vorhanden ist
sorjgen, sich: sorgst dich; sorgtest dich;
hast dich gesorgt um etw. od. jmdn.
besorgt sein; sich um etw. od. jmdn.
1075
Sorgenfalte
ängstigen, Gedanken machen »Er
sorgte sich um seinen Arbeitsplatz.«
Sorfgen|fal|te: die; - ; -n (m. PI.) Falte,
die sich beim Zusammenziehen der
Stirn als Ausdruck für Sorgen bildet
sor|gen|frei: Ad), n. stg. ohne Ängste;
ohne Kummer; ohne Probleme
Sor|gen|kind: das; -(e)s; -er a) Kind,
um das man sich ständig sorgen muß,
das häufig krank ist, Schwierigkeiten
macht, hat b) [verhüll.] behindertes
Kind
Sor|gen|last: die; -; -en Anhäufung von
Kummer u. Sorgen
sorjgen|k>s: Adj. n. stg. frei von Sorgen,
Kummer
sorjgen|schwer. Adj. angefüllt mit Sor¬
gen, Schwierigkeiten, Kummer
Sgrjgejpflicht: die; - ; - <Rechtsw.> ge¬
setzlich vorgeschriebene Verpflich¬
tung, für eine andere Person (meist ei¬
gene Kinder) wirtschaftlich zu sorgen
Sor|ge|rechfe das; - -(e)s; - <Rechtsw.>
gesetzlich verbrieftes Recht, die Kin¬
der zu erziehen
Sorgfalt: die: - ; - Genauigkeit; Acht¬
samkeit »Wir müssen mit Sorgfalt Vor¬
gehen.« Ant: Nachlässigkeit
sorg|fäl|tig: Adj. mit großer Achtsam¬
keit, Genauigkeit
Sorg|fälttig|keit: die; - ; - gewissenhaf¬
tes, zuverlässiges, ordentliches Ver¬
halten od. Vorgehen
Sorg|fatts|pflichfe die; • ; -en Verpflich¬
tung zu besonders gewissenhaftem,
ordentlichem Handeln
sprg|lich: Adj. [veralt.] liebevoll sor¬
gend; gründlich, zuverlässig, ordent¬
lich arbeitend
sprgjlos: Adj. n. stg. 1 ohne Achtsam¬
keit; leichtfertig; gleichgültig; ohne
Sorgfalt 2 unbesorgt; unbeschwert;
ohne Sorgen, Probleme
Sorg|lo|sig|keit: die; - ; -en Unbeküm¬
mertheit in bezug auf etw.
sorg|sam: Adj. liebevoll besorgt; voller
Sorgfalt
Sorg|sam|keit: die; - ; - liebevolle, ge¬
wissenhafte Sorgfalt
Soijte: dat.-fr.-it.* die; -; -n Art, die sich
aufgrund spezifischer Merkmale von
anderen derselben Gattung unter¬
scheidet »Diese Apfelsorte ist mehlig.«
Sor|ten: die (PL) Devisen; (Fremd)-
Währungen
Sor]tenjfer[ti|giing: die; -; -en <Wirt> in¬
dustrielle Herstellungsmethode für
Erzeugnisse gleichen Grundstoffs
Sor|ten|ge|schäffe das; -(e)s; -e
«Bankw.» Handel mit verschiedenen
Devisen
Sor|ten|han|del: der; -s; - <Bankw.> An-
u. Verkauf von Devisen
Sor]ten|markt: der; -(e)s; -markte
«Bankw.» Devisenmarkt
Sollten <engl.* der; -s; - Sortiermaschi¬
ne
sor|tje|ren: sortierst; sortiertest; hast
sortiert nach bestimmten Merkmalen
u. Kriterien ordnen
Sor|tiejren der; -s; - weibl. Sor|tje|re|-
rin: die; - ; -nen a) Person, die etw.
sortiert b) nur männl. Form Sortier¬
maschine c) Person, die eine Sortier¬
maschine bedient
sortiert: Adj. 1 in geordneter Reihen¬
folge; geordnet abgelegt 2 gut sor¬
tiert: ein breites Warensortiment vor¬
weisend
Sorftjejrung: die; - ; -en 1 o. PL ordentli¬
che, geordnete Reihenfolge 2 (reich¬
haltiges) Angebot; (großes) Sortiment
von Waren
Sor|ti|menfc dat.-it.> das; -(e)s; -e
«Wirt.» Warenangebot, -auswahl »ein
großes Sortiment an Strümpfen«
Sor|ti|ments|buch|han|del: der; -s; -
Sparte des Buchhandels, in der aktu¬
elle Bücher aus verschiedenen Verla¬
gen verkauft werden
Sor|ti|ments|buch|hand|lung: die; - ;
-en Geschäft, in dem aktuelle Bücher
aus unterschiedlichen Verlagen ver¬
kauft werden
SOS: Abk. tengl.* das; - ; - save our
souls/ship •» internationaler Notruf
über Funk
so|sehr. Konj. in dem Maße wie; wenn
auch noch so »Sosehr ich mich auch
bemüht habe, ich konnte die Aufgabe
nicht lösen.«
so|so: I Interj. a) ungläubige Zustim¬
mung, Zweifel ausdrückend »Soso,
du hattest also keine Zeit für mich.« b)
leichten Triumph ausdrückend »So¬
so, der Termin war also doch gestern.«
II Adv. [ugs.] nicht besonders; mittel¬
mäßig
SOS-Ruf: der; -(e)s; -e Signal, mit dem
in Notfällen Hilfe (über Funk) geru¬
fen wird
SoiBe/Sau|ce: </r.> die; - ; -n aus z. B.
Bratensud, Sahne, Joghurt o. ä. u.
Gewürzen zusammengesetzte, ange¬
dickte Flüssigkeit die zu, in, mit ande¬
ren Speisen gegessen wird »Spaghetti
mit Tomatensoße«
sojBen: soßst; soßtest; hast gesoßt
[fachsprl.] Tabak in, mit einer Säure
od. Lauge beizen
So|Ben|koch: der; -(e)s; -koche weibl.
Spjßen|kö|chin: die; •; -nen Kochspe-
zialist(in) für die Herstellung von So¬
ßen
so|Bje|ren: soßierst; soßiertest; hast so-
ßiert [fachsprl.] Tabak in, mit einer
Säure od. Lauge beizen
Sott: der u. das;-(e)s; - [norddt.] Ruß
sot|tig: Adj. [norddt.] verrußt
Sot|ti|se: <fr.* /sotisM/ die; • ;-n(m. PL)
ungehörige Äußerung; Dummheit;
Flegelei
sot|to: dt.* Adv. «Musik; Hand beim
Klavierspiel) unten, unter der ande¬
ren Hand die Tasten greifend
Sou: dat.-fr.* /ßu/ der; -; -s jßuj a) <hist.>
französisches Kleingeld b) [geh.; ver¬
alt.] geringwertiges Geldstück c) etw.
ist keinen Sou werfe etw. ist nichts
wert
Soulchonaltee: <chin.-fr.> /suschong-/
der; -s; - chinesische Teesorte
Soufjflö —> auch Souf[f|(ee: dat.-fr.*
/sufle/ das; -s; -s <Kochk.> Auflauf
»Eiersouffle«
Souflfleur —► Souffleur: </r.> /suflör/
der; -s; -e weibl. SoufWeulse —»
Souflflleulse: /suflöse/ die; - ; -n
«meist Theateo Person, die (für einen
Beobachter nicht sichtbar) etw. vor¬
sagt, wenn z. B. ein Schauspieler sei¬
nen Text vergessen hat
Soufffleur|ka|sten —* SoufJf[leur|kas|-
ten: /suflör-/ der; -s; -kästen «Theater»
verdeckt angebrachter, zur Bühne hin
offener Kasten, in dem eine Person
sitzt, die den Schauspielern im Notfall
den notwendigen Text zuflüstert
souf|fl]e|ren —► souf|f]lje|ren: /sufliren/
soufflierst; souffliertest; hast souffliert
1 jmdm. etw. leise vorsagen; jmdm.
etw. zuflüstern 2 im Theater als Souf¬
fleur od. Souffleuse arbeiten
Soul: (engl.* /ßo^l/ der; -s; - afroameri¬
kanische, rhythmisch gefühlsbetonte,
ausdrucksstarke Richtung der Musik
Souflmulslk: /ßo^l-/ die; • ; - afroameri¬
kanische, rhythmisch gefühlsbetonte,
ausdrucksstarke Richtung der Musik
Sound: dat.-fr.-engl.* /ßaund / der; -s; -s
Klangwirkung, -richtung
sp|und|so: 1 Adv. (immer vorangestellt)
unbestimmte Mengenangabe, weil
man keine genaue Zahl kennt od. sa¬
gen will »Er hat mir gesagt, es koste
soundso viel.« 2 Adj. (immer nachge¬
stellt) unbestimmte Angabe an Stelle
einer genauen Angabe einer Zahl, ei¬
nes Namens o. ä., die man für un¬
wichtig hält od. nicht nennen will
so|und|so|vjel|te: Ordinalzahl [ugs.] a)
Zahl- od. Datumsangabe, die ohne
Bedeutung ist od. nicht genannt wer¬
den soll »Es war am soundsovielten
Tag nach der Abreise.« b) sehr oft; im¬
mer wieder »Ich habe es dir zum
soundsovielten Mal erklärt.«
Soundftrack: (engl.* /ßaündträck/ der;
-s; -s Begleitmusik zu einem Film
Sou|pen (fr.* /supe/ das; -s; -s Abendes¬
sen im festlichen Rahmen
sou|pie|ren: (fr.* /supiren/ soupierst;
soupiertest; hast soupiert ein festliches
Abendessen einnehmen
Sou|sa|phon —> Sou]sa|fon: <engl.t / su-
safon/ das; -s; -e der Baßtuba ähnli¬
ches Blasinstrument (in der Marsch¬
musik)
Sout.: Abk. Souterrain = Kellerge¬
schoß
Sou]talne/Su]ta]ne: dat.-it.-fr.* die; - ;
-n «Kirche» schmal geschnittenes Ge¬
wand, das von (katholischen) Geistli¬
chen unter den liturgischen Gewän¬
dern getragen wird
Sou|ta|nel|!e: dat.-it.-fr.* /sutanelle/ die;
~ ; -n «Kirche» bis etwa in Kniehöhe
reichendes Kleidungsstück der katho¬
lischen Geistlichen
Soulterirain/Soulterirain: dat.-fr.* /sut«-
räng, ßut'räag u. [ugs.] suwäng u.
But^äng/ das; -s; -s [geh.] (Wohnung
im) Tiefparterre
Sou|ter|ra[n|woh|nung: dat.-fr.; dt.* /su-
t<=rä»g-, ßuterä«g- u. [ugs.] sut'räng-
u. ßut'räng-/ die; - ; -en Wohnräume,
die sich im Tiefparterre eines Hauses
befinden
Sou|ve|nir dat.-fr.> /suwenir u.
ßuwenir/ das; -s; -s kleines Geschenk,
Mitbringsel als Andenken, zur Erin¬
nerung »Souvenirs einkaufen«
Sou|ve|njijla|den: /suwenir- u. ßuwe¬
nir-/ der; -s; -laden Geschäft, in dem
Erinnerungsstücke u. Reiseandenken
verkauft werden
Sou|ve|rän: dat.-fr.* /suwerän u. ßuwe-
rän/ der; - ; -e «meist Pol.» (uneinge¬
schränkter) Herrschereines Landes
sou|ve|rän: dat.-fr.* /suwerän u.
ßuwerän/ Adj. 1 «Pol.» die Hoheits¬
rechte ausübend; unabhängig 2
«übertr.» eine Situation beherrschend;
1076
Sozialismus
selbständig, sicher; überlegene Fähig¬
keiten besitzend
Sou|ve|rä|ni|tät: <Iat.-fr.> /suweränität u.
ßuweränität/ die; - ; - 1 <Pob Besitz
der staatlichen Hoheitsrechte; Ober¬
hoheit, Herrschaftsgewalt eines Staa¬
tes 2 <Pob a) Unabhängigkeit b) Re¬
spekt eines Staates vor der Herr¬
schaftsgewalt eines anderen Staates
in dessen Gebiet 3 [geh.] sicheres,
überlegenes Handeln u. Auftreten
Sou|ve|rä|ni|t£ts|anjspruch: /suweräni-
tätß- u. ßuweränitätß-/ der; -(e)s;
Einsprüche <Pob das ihm zustehende
Recht eines Staates auf Unabhängig¬
keit u. Ausübung der Herrschaftsge¬
walt im eigenen Gebiet
Sou|ve]rä|ni[täts|recht: /suweränitätß-
u. ßuweränitätß-/ das; -(e)s; -e (m.
Pl.) <Pob mit der Ausübung der
Herrschaftsgewalt zusammenhängen¬
den Rechte
so|viel: I Kanj. a) in wie großen Mengen
auch immer »Es klappt nicht, soviel er
auch versucht.« b) soweit bekannt ist;
demnach, was »Soviel ich weiß, koste¬
te das Auto über 20000 Mark.« II Adv.
in der gleichen Menge; genausoviet
»Er hat soviel verdient wie ich.«
so|viel|mal: Konj. sooft »Sovielmal er
sich auch beworben hat, er ist immer
nach arbeitslos.«
sow.: Abk. soweit
Sow|cho|se: <russ.> /sofchose/ die; - ; -n
<Wirt.> großer, staatlich gelenkter,
landwirtschaftlicher Betrieb in der
ehemaligen UdSSR
so|wejfc I Konj. a) soviel, wie; nach dem,
was »Soweit mir bekannt ist, hat er die
Rechnung schon bezahlt.« b) Maß der
Einschätzung »Soweit ich informiert
bin, haben wir es vorrätig.« II Adv. ei¬
gentlich; im Rahmen der Gegebenhei¬
ten III soweit sein: [ugs.] etw. beendet
haben u. fertig sein für etw. Neues
» Wir sind soweit, wir können gehen.«
so|we]nig: I Konj. in welch geringem
Umfang auch immer »Ich weiß sowe¬
nig wie du, worum es geht.« II Adv. ge¬
nausowenig wie; in ebenso geringem
Maße wie
sow. erl.: Abk. 1 soweit erlaubt 2 soweit
erledigt
sojwie: Konj. 1 Verknüpfung, Aufzäh¬
lung wie auch; außerdem; und 2
drückt aus, was nach einem Gesche¬
hen o. ä. direkt folgt; dann, wenn; im
Augenblick, da
so|wie|so: Adv. in jedem Fall »Ich wäre
sowieso gekommen.«
So|wjet/Sp]wjet —»■ Solwjjets <russ.>
/Sowjet/ der; -s; -s <Pol.; hist.> 1 «ur¬
sprünglich) Arbeiter- u. Soldatenrat 2
Selbstverwaltungseinrichtung in der
Sowjetunion 3 n. Pl. [ugs.] Bürger der
Sowjetunion
So|wjet|bürjger —»• So|w[iet|bür|ger:
/sowjet-/ der; -s; - weibl. So|wjet|-
bürlgefrin—» So|w[jet)bür|ge|rin: die;
- ; -nen <hist.> [ugs.] Einwohnerin)
der Sowjetunion
so|wjs|tisch —* so|w|je|tisch: /sowje¬
tisch/ Adj. n. stg. <hist.> zur Sowjetuni¬
on gehörig, ihr zuzuodnen
so|wje|tl|siejren —» so|w[je|ti|sie|ren:
/sowjetisiren/ sowjetisierst; sowjeti-
siertest; hast sowjetisiert <Pol.; hist.)
nach sowjetischem Vorbild verwalten
u. strukturieren >. _
So|wjet|re|gie|rung —> So|w|jet|re|gie|-
rung: /sowjet-/ die; ~ ; - <Pol.; hist.)
staatliche Führung der Sowjetunion
Sojwjet|re|pu|blik —> So|w|jet[re)pu|b|-
lik: /sowjet-/ die; - ; -en <Pol.; hist.)
Mitgliedsstaat der Sowjetunion
Sojwjet|rus|se —* Solw(jet|rus|se: /So¬
wjet -/ der; -n; -n weibl. So|wjet|rus|sin
—»• So|w|jet|rus|sin: die; ~ ; -nen
<Pol.; hist.) [ugs.] Einwohner(in) der
Sowjetunion (nicht nur der russischen
Sowjetrepublik)
so|wjet|rus|sisch —* so|w|j§t|rus|-
sisch: /sowjet-/ Adj. n. stg. <Pol.; hist.)
[ugs.] aus der Sowjetunion stammend,
zu ihr gehörend
So|wjet|ruB|land —* So|w[jet)russ|-
land”; /sowjet-/ o. Art.; -s; - <Pol.; hist.)
[ugs.] Gebiet der Sowjetunion
So|wjet|uni|on —*■ So|w[jet|uni|on: /so¬
wjet -/ die; - ; - <Pol.; hist.) sozialisti¬
scher, als Weltmacht geltender Staat
aus vielen Republiken unter der poli¬
tischen u. kulturellen Führung Ru߬
lands, der von 1917 bis 1991 existierte
Soz.: Abk. 1 Sozial- (in
Zusammensetzungen) 2 Sozialisation
= Einordnungsprozeß in eine Ge¬
meinschaft 3 Sozialisierung - Ver¬
staatlichung 4 a) Sozialismus = Poli¬
tik, die auf gesellschaftlichen Besitz
der Produktionsmittel u. auf gerechte
Verteilung der Güter zielt b)
Sozialist(in) 5 Sozietät = Genossen¬
schaft 6 a) Soziologie b) Soziologe/
Soziologin
sowohl: Konj. nur in der Wendung so¬
wohl ... als auch: (Alternativen auf¬
zeigend, Gleichartiges miteinander
verbindend) und, in gleichem Maße
wie
soz.: Abk. 1 sozial = a) gesellschaftlich
b) wohltätig; hilfsbereit 2 sozialisiert
= a) in die Gesellschaft eingeordnet
b) verstaatlicht; vergesellschaftet 3
sozialistisch 4 soziologisch .
SolzT: der; -s; -s <Pob [ugs.; oft abwert.]
kurz für Sozialdemokratin)
so|zia|bel —» so(zi|a]bel: dat.> Adj. so¬
zialer; soziabelste <Soziol.> grundle¬
gend gesellschaftsfähig; in der Lage,
eine soziokulturelle Persönlichkeit zu
entwickeln u. soziale Rollen zu über¬
nehmen
So|zia|bi|li|tät—* So|zi|a|bi|li|tät: die; - ;
- <Soziol.> Grundlegende Gesell¬
schaftsfähigkeit; Möglichkeit als so¬
ziokulturelle Persönlichkeit menschli¬
che Eigenschaften zu entwickeln u.
soziale Rollen zu übernehmen
so)zi|al: dat.-fr.t Adj. a) die Gemein¬
schaft betreffend; gesellschaftlich b)
das Gemeinwohl betreffend; der All¬
gemeinheit nutzend c) wohltätig;
hilfsbereit d) die gesellschaftliche Stel¬
lung betreffend
So|zi|al|ab|bau: der; -(e)s; - <Pof.> Ein¬
schränkung u. Reduzierung der So¬
zialleistungen
So|zi|al|ab|ga|ben: die (Pl.) Beiträgezu
den gesetzlich vorgeschriebenen So¬
zialversicherungen (wie Arbeitslosen-,
Pflege-, Kranken- u. Rentenversiche¬
rung)
So[zi|^l|arjbeit: die; - ; - alle beruflichen
Tätigkeiten, Maßnahmen zur Verbes¬
serung der sozialen Lage unterprivili-
gierter Gesellschaftsgruppen
Sojzi|al|aijbei|ter: der; -s; - weibl. So(-
zi|al|ar|bei|te]rin: die; - ; -nen a) Per¬
son, die beruflich soziale Aufgaben
übernimmt b) Berufsbezeichnung für
jmdm., der mit einem einschlägigen
Fachhochschulabschluß eine entspre¬
chende T ätigkeit ausübt
So|zi|al|bei|trä|ge: die (Pl.) Zahlungen
in die Sozialversicherungskassen .
So|zi|al|de|mo|krat —> So|zi|al|de|mo|-
k|rat; der; -en; -en weibl. So|zi|al|de|-
mo|kra|tin —* So|zi|al|de|mo|k|ra|tin:
die; - ; -nen 1 a) Mitglied einer sozial¬
demokratischen Partei b) Mitglied
der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands 2 Verfechterin) der So¬
zialdemokratie
So|zi|al]de|mo|kra|tle —» So|zi|al|de|-
mo[kJra|tie: die; -; - <PoI.> aus der Ar¬
beiterbewegung entstandene politi¬
sche Richtung, die die Grundgedan¬
ken des Sozialismus mit der Demo¬
kratie zu verbinden sucht
so|zi|al|de[molkra|tisch —» so|zi|al|de|-
mojiqrajtiscn: Adj. <Pol.> sozial u. de¬
mokratisch denkend u. handelnd
So|zi|al|ein|kom|men: das; -s; - Zahlun¬
gen des Staates u./od. der Sozialversi¬
cherungen an eine bedürftige Person,
deren Einkommen zum Lebensunter¬
halt nicht ausreicht
So|zijal|fall: der; -(e)s; -fälle auf Unter¬
stützung durch das Sozialamt ange¬
wiesene Person, Syn.: Sozialhilfeemp¬
fängerin)
So|zi|al|ge|setzjge|bung: die; ~ ; -en
<Pol.) gesetzliche-Regelungen, in de¬
nen Betragshöhe u. Ansprüche auf
soziale Unterstützung rechtsgültig
festgesetzt werden
So|zi|al|hil|fe: die; ~ ; - alle kommunalen
Leistungen, auf die eine Person in ei¬
ner sozialen Notlage Anspruch hat,
wenn keine anderen Ansprüche auf
Lohnersatzleistungen mehr bestehen
So|zijal|hil|fejemp|fän|ger: der; -s; •
weibl. So|zi|al|hil|fe|emp|fän|ge|rin:
die; -; -nen Person, die Zahlungen im
Rahmen der Sozialhilfe bezieht
So|zia|li|sa|ti|on —> So|zi|a|li|sa|ti|on:
data /sozialisazion/ die; - ; -en <So-
ziol.) Prozeß der Einordnung des ein¬
zelnen in eine Gemeinschaft
so|ziajli|s]e|ren —» so|zi|a|li|sje|ren: so¬
zialisierst; sozialisiertest; hast sozia¬
lisiert 1 <Wirt.> Privatbesitz verstaatli¬
chen, in staatlichen Besitz überführen
2 <Soziol.; Psychologie) eine Person
zum Leben in einer Gemeinschaft be¬
fähigen
So|zia|li|sie|rung —» So|zi|a|li|sje|rung:
die; ~ ; -en 1 <Wirt.> Verstaatlichung
von Privatbesitz 2 <Soziol.; Psycholo¬
gie) die Befähigung zum Leben in ei¬
ner Gemeinschaft
So|zia|Hs]mus —> So|zi|a|lis|mus: dat-
fr.t der; - ; Sozialismen (Pl. s.) <Pol.)
a) o. Pl. in der Lehre von Karl Marx
u. a. die Vorstufe zum Kommunis¬
mus, in der die Produktionsmittel Ei¬
gentum der gesamten Gesellschaft
sind b) Politik, die auf gesellschaftli¬
chen od. staatlichen Besitz der Pro¬
duktionsmittel u. auf eine gerechte
Verteilung der Güter hinzielt c) o. Pl.
Gesellschaftssystem, in dem der Staat
1077
Sozialist
die Produktionsmittel besitzt u. die
Warenprodukte u. Warenverteilung
kontrolliert
So]zia|Hst —» So|zi|a|list der; -en; -en
weibl. So|zia|l||stin —» So|zi|a|lis|tin:
die; - ; -nen <Pol.> Vertreter(in)’ An-
hänger(in) des Sozialismus
so|zia|lj|stisch —> so|zi|a|lis|tische Adj.
<Pol.> vom Sozialismus geprägt, aus
sozialistischer Zeit
So|zi|al|krijtik: die; ~ ; -en <Soziol.> Ge¬
sellschaftskritik
so|zi[al|kri|tisch: Adj. <Soziol.> gesell¬
schaftskritisch
So|zi|al|le<|stun|gen —» So|zi|al|leis|-
tunfgen: die (PI.) sämtliche Zuwen¬
dungen von staatlicher Seite od. der
Arbeitgeber, die die Lebenssituation
u. Arbeitsbedingungen der Arbeit¬
nehmer verbessern
so|zi|al|li|be|ral: Adj. <Pob soziale u. li¬
berale Grundsätze vertretend
So|zi|al|päd]ago|ge —» So|zi|allpä|d|aj-
go|ge: der; -n; -n weibl. So|xi(al|päd(-
agojgin —> So|zi]ai|päd|a|go|gin: die;
- ; -nen Person, die nacn der entspre¬
chenden Fachhochschulausbildung
beruflich sozialpädagogische Aufga¬
ben übernimmt
So|zi|al|part|ner: der; -s; - <Wirt.> Ar¬
beitgeber u. Arbeitnehmer; Tarifver¬
tragsparteien
So|zijaljplan: der; -(e)s; -plane <Wirt.>
Regelung, die soziale Härten (z. B.
bei Betriebsschließungen) vermeiden
soll
So|zi|al|pre|sti|ge —>• So|zi[al|pres|ti]ge:
dat.-fr.i das; -s; - Ansehen aufgrund
einer gesellschaftlichen Stellung
So|zi|al|pro|dukt: <lat.> das; -(e)s; -e
<Wirt.> ln Geldwert dargestellte Ge¬
samtheit der Waren, die eine Volks¬
wirtschaft in einem bestimmten Zeit¬
raum erzeugt
So|zi|al|re|form: die; - ; -en <Soziob
Neuordnung der Gesellschaft hin¬
sichtlich der sozialen Leistungen des
Staates
So|zi|al|ren|te: die; - ;-n Altersruhegeld
aus der Sozialversicherungskasse
So|zi|al|re|vo|lu|tio|när —* Soizi[allrel-
vo|fuftf(o|när: der; -s; -e weibl. So[zi[-
al|re|vo|lu|tio|nä|rin —♦ So|zi|al|re|-
vo|tufti|o|nä|rin: die; - ; -nen <Soziol.>
Person, die eine umfassende soziale
Umwälzung anstrebt
so|zi|al|re|vo|lu|tio|riär —* so|zi|al|re|-
vo|lutti|o|när Adj. <Soziol.> das soziale
Gefüge radikal verändernd
So)zi|al|staat: der; -(e)s; -en <Pol.> De¬
mokratie, die allen Bürgern soziale
Sicherheit gewährleisten will
So|zi|al|sta|ti|stik —* So|zi|al|staltis|tik:
die; - ; -en a) Zahlenübersicht über er¬
brachte Sozialleistungen b) Aufstel¬
lung aller sozialen Vorgänge u. Sach¬
verhalte
So|zi|al|struk|tur <lat.> die; - ; -en <So-
ziol.> (inneres) Gefüge einer Gesell¬
schaft
So|zi|al{verjsi|che|rung: die; ~ ; -en Ein¬
richtung, Institution zur finanziellen
Absicherung eines Arbeitnehmers u.
seiner Familie im Falle von Krank¬
heit, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslo¬
sigkeit od. Alter
So|zi|al|ver|si|cherungs|bei|trag: der;
-(e)s; -beitrage anteilig vom Lohn
od. Gehalt berechnete Zahlung in die
Sozialversicherungskassen
so|zi|al|ver|träg|lich: Adj. vom sozialen
Aspekt aus betrachtet vertretbar u.
für die Allgemeinheit nicht zu Nach¬
teilen führend
So|zi|al[wis[senjschaf|ten: die (PI.)
Lehre, Wissenschaften, die sich mit
dem menschlichen Zusammenleben
in Gesellschaften befassen
So|zi[al|woh|nung: die; ~ ; -en mit staat¬
lichen Mitteln subventionierte Woh¬
nung mit einer relativ niedrigen Miete
für einkommensschwächere Bürger
So|zi|fii|zu|la|ge: die; - ; -n aus sozialen
Gründen (z. B. Kinder, Alter, Fami¬
lienstand o. ä.) zusätzlich zum Tarif¬
lohn od. -gehalt gezahlter Betrag
So|zie|tät —* So|zi|e|tät die; - ; -en 1 a)
<Soziob Interessenverband einer be¬
stimmten Personengnippe b) Zusam¬
menschluß einer Gruppe von Tieren 2
gemeinsame Berufsausübung, beson¬
ders bei Angehörigen freier Berufe
so|zi||e[ren, sich: soziieren sich; soziier¬
ten sich; haben sich soziiert <Wirt.> sich
auf wirtschaftlicher Ebene zusam¬
menschließen
Sojziojlekt —* So|zi|o|lekt der; -(e)s;
-e <Sprachwiss.> Sprachgebrauch von
Gruppen, Schichten, Institutionen
So|zio|lin|gu||stik —> So|zi|o|lin|gu|is|-
tilc die; - ; - <Sprachwiss.> interdiszi¬
plinärer Bereich der Sprachwissen¬
schaft, der sich mit dem Sprachge¬
brauch unterschiedlicher sozialer
Schichten befaßt
so|zio|lin(gui|stisch —» so|zi|oJlin|gu|-
is|tisch: Ädj. n. stg. <Sprachwiss.> die
Soziolinguistik betreffend, ihr zuzu¬
ordnen
So|zio|lojge —*■ Sojzi|o|lo|ge: der; -n; -n
weibl. So|zio|lo|gin —* So|zi|ollg|gin:
die; - ; -nen Person, Wissenschaftle¬
rn), die/der sich wissenschaftlich mit
der Gesellschaft u. dem gesellschaftli¬
chen Zusammenleben beschäftigt
So|zio|lo|gje —» So|zi|o|lo|gie: <gr.-fr.>
die; - ; - Gesellschaftslehre, Gesell¬
schaftswissenschaft, die den Ur¬
sprung, die Entwicklung sowie die
Struktur menschlicher Gesellschaften
zum Gegenstand hat »Sie studiert So¬
ziologie.«
So|zi|us: dato der; - ; -se u. Sozii weibl.
Sojzia: die; - ; -s 1 <Wirt.>
Teilhaber(in) »Sie ist Sozia einer
Anwaltskanzlei.« 2 Beifahrerfin) auf
einem Motorrad od. -roller
Sp|zi|us|fah]rer: der; -s; - weibl. So|zi|-
us|fah|re|rin: die; - ; -nen Person, die
auf dem Beifahrersitz eines Motorra¬
des od. -rollers mitfährt
So|zi)us|sitz: der; -es; -e Platz für den
Beifahrer eines Motorrads od. -rol¬
lers
so|zu|sa|gen: Adv. so kann man es aus¬
drücken, auch wenn es nicht ganz ex¬
akt ist; beinahe; fast »Er hat sozusa¬
gen alles falsch gemacht.«
sp.: Abk. spät(er)
Space|lab: <engb /spe'ßläb/ das; -s; -s
Station für wissenschaftliche Experi¬
mente im Weltraum
Space|shut|tle: <engb /spe>ßschattel/
der; -s; -s in den USA entwickelte wie¬
derverwendbare Raumfähre
Spachjtel: der; -s; - Gerät, Werkzeug
aus einem (breiten), sehr flachen (Me-
tall-)Stück (u. einem Griff), das zum
Aufträgen, Abkratzen von etw. dient
Spach|tel|kitt: der; -(e)s; -e verformba¬
re Masse zum Verschließen von Ris¬
sen u. Fugen, die später aushärtet
Spach|tel|mas|se: die; - ; -n Mittel zum
Verfüllen von Rissen u. Unebenhei¬
ten, die mit einem Spachtel aufgetra¬
gen wird
spachteln: spachtelst; spachteltest; hast
gespachtelt 1 a) Spachtelmasse auf
etw. auftragen u. glätten b) Arbeiten
mit einem Spachtel ausführen 2 [ugs.]
Mahlzeiten mit viel Appetit zu sich
nehmen
spack: Adj. [norddt.; ugs] Kleidungs¬
stück) (sehr) eng anliegend »Die Hose
sitzt aber spack.«
Spa|gat: dt.> der u. [österr. nur] das;
-(e)s; -e <Sport> Körperhaltung, bei
der die Beine so weit gespreizt sind,
daß sie eine Gerade bilden
—» Spa(get|ti: s. Spaghetti
—> Spai|ge^ti)fres|ser. s. Spaghettifres¬
ser ~
—* Spa|get|ti|trä|ger s. Spaghettiträger
Spajghetfti —» auch Spafget|ti: <;/.> die
(PI.) (ugs. wird im Deutschen der PI.
oft mit -s gebildet) dünne, lange Fa¬
dennudeln »Es gab Spaghetti mit To¬
matensauce.«
Spa|ghet|ti|fres|ser —» auch Spa|get|-
ti|fres|sen der; -s; - weibl. [selten]
Spa|ghet|ti|fres|se|rin —» auch Spa|-
get|ti|fres|se|rin: die; -; -nen [ugs.; ab¬
wert.; beleidigend] Italienerin)
Spa|ghet|ti|trä|ger —» auch Spa|get|ti|-
trä|ger: der; -s; - sehr schmaler Trä¬
ger an Damenoberbekleidungsstük-
ken
spä|hen: spähst; spähtest; hast gespäht
a) vorsichtig, aber aufmerksam
schauen b) nach etw. od. jmdm. Aus¬
schau halten
Spi|hen der; -s: - weibl. Spä]he|rin: die;
~ ; -nen Person, die etw. beobachten
soll, Syn.: Kundschafter(in)
Spähtrupp: der; -s; -s <Milit.> Gruppe
von Kundschaftern
spajkig: Adj. [norddt.] Stockflecken
aufweisend; angeschimmelt u. faulig
Spa|ljer: dat.-it.> das; -(e)s; -e 1 Gitter
(wand) 2 Doppelreihe von Personen
als Ehrengasse »ein Spalier bilden«
Spa|lier]obst: das; -(e)s; - a) Obstpflan¬
zen, die an einem Gitter wachsen b)
Früchte von Pflanzen, die an einem
Gitter wachsen
Spa|lier|strauch: auch der; -(e)s; -sträu-
cher Strauch, dessen Äste u. Zweige
an einer Gitterwand o. ä., einem Spa¬
lier befestigt sind
Spalt: der; -(e)s; -e länglicher, nicht
breiter . Zwischenraum; kleine,
schmale Öffnung
spgltjban Adj. n. stg. a) teilbar b) (Phy¬
sik; Atomkern» durch Neutronenbe¬
schuß teilbar
Spalt|bar|keit: die; - ; - a) Teilbarkeit b)
<Physik> Zerteilbarkeit von Atomker¬
nen _
Spaltbreit: der; - ; - schmale Öffnung
Spalte: die; - ; -n 1 a) kleine Öffnung;
Spalt b) Riß 2 Kolumne; Verbund
von Textzeilen geringerer Breite, der
1078
Spargiroverkehr
■ durch Längsteilung einer Seite ent¬
steht
spal|ten: spaltest; spaltetest; hast ge¬
spalten 1 ein Ganzes zerteilen 2
<übertr.> eine Einheit zerstören »die
Nation in zwei Lager spalten« 3 mit
gespaltener Zunge reden, sprechen:
nicht ehrlich sein; die Unwahrheit sa¬
gen od. zumindest nicht eindeutig
klar u. offen sein, sprechen
spal|ten|wei|se: Adv. <Druckw.> aufge¬
teilt in Spalten
Spalt|pro|dukt das; -fe)s; -e 1 <Physik>
durch Kernspaltung im Reaktor ent¬
stehendes, hochradioaktives Teilchen
2 <Chemie> durch eine chemische Re¬
aktion entstandenenes Material
Spaltung: die; • ; -en Zerteilen, Auftei¬
lung von etw.
Span: der; -(e)s; Späne (m. PI.) 1 klei¬
nes Holzstückchen, das von einem
größeren Teil aus Holz abgehobelt,
geschliffen o. ä. wird 2 wo gehobelt
wird, da fallen Späne: bei jeder Tätig¬
keit, in jedem Beruf gibt es Unange¬
nehmes, Unannehmlichkeiten 3 einen
Span haben: [ugs.] nicht ganz nor¬
mal, sondern verrückt sein 4 Späne
machen: [ugs.] sich zur Wehr setzen;
Probleme verursachen 5 ..., daß die
Späne fliegen: [ugs.] mit viel Tat¬
kraft; mit Eifer 6 a) mit jmdm. einen
Span haben: [landsch.] mit einer Per¬
son eine Auseinandersetzung haben
b) einen Span ausgraben: die Aus¬
einandersetzung mit jmdm. suchen
span.: Abk. spanisch
spa|nen: spanst; spantest; hast gespant
Material bearbeiten, indem Späne da¬
von abgefeilt od. abgehobelt werden
spä|nen: spanst; spantest; hast gespant
von der Muttermilch entwöhnen
Spanßerjkel: das; -s; - a) kleines
Schwein, das noch gesäugt wird b) ge¬
grilltes, gebackenes kleines Schwein
Span|ge: die; -; -n 1 Gerät, das etw. zu¬
sammenhält 2 Haarschmuck, der
Haarsträhnen zusammenhält 3 kurz
für Zahnspange
Span|gen|schuh: der; -(e)s; -e Damen¬
schuh mit einer Spange als Verschluß,
Verzierung
Spa[ni|el: <lat.-span.-fr.-engl.> der; -s; -s
Haus- od. Jagdhund mit großen
Schlappohren
Spajnisch: das; - u. -s; - a) Sprache, die
in Spanien gesprochen wird b) Unter¬
richtsfach in der Schule, in dem Spra¬
che u. Literatur Spaniens vermittelt
wird
spanisch: Adj. n. stg. zu Spanien gehö¬
rig; aus Spanien kommend
Spann: der; -(e)s; -e <Anat.> oberer Teil
des menschlichen Fußes zwischen
Knöchel u. Zehen
Spann|be|ton: der; -s; - <Bauw.> Beton,
der gespannte Stahleinlagen enthält
u. deswegen eine hohe Stabilität auf¬
weist
Spann|be|ton|brücke (Spann|be|ton|-
brük|ke —> Spann|be|ton|brii|cke):
die; - ; -n Brücke, die aus Spannbeton
hergestellt wurde
Spann|bettuch (Spann|bettftuch) —»
immer mit ttt: Spann|bett|tuch: das;
-(e)s; -tücher Laken mit an den Rän¬
dern eingenähten Gummizügen, das
stramm auf die Matratze gespannt
werden kann u. deshalb nicht ver¬
rutscht, Syn.: Spannlaken
Span|ne: die; - ; -n 1 kürzerer Zeitab¬
schnitt; Zwischenzeit 2 a) Entfernung,
Distanz zwischen zwei Punkten b)
<hist.> früher benutztes Längenmaß,
das sich aus dem Abstand des Dau¬
mens von der Spitze des kleinen Fin¬
gers bei ausgestreckter Hand ergibt 3
<Wirt.> a) Differenz zwischen Ein- u.
Verkaufspreis b) Differenz zwischen
dem niedrigsten u. höchsten Preis für
etw. 4 <Forstwirt.> Kluppe = Me߬
werkzeug, mit dem der Durchmesser
von Bäumen o. ä. bestimmt werden
kann
span|nen: spannst; spanntest; hast ge¬
spannt straffen
span|nend: Adj. Spannung, Erwartung
auf die weitere Entwicklung hervor¬
rufend »Ich lese gerade einen spannen¬
den Krimi.« Ant.: langweilig
span|nen|lang: Adj. n. stg. [veralt.] die
Größe von einer Spanne (2b) habend
Span|ner: der; -s; - weibl. Span|ne|rin:
die; - ; -nen 1 nurmännl. Form <Zooi.>
Unterart der Schmetterlinge 2 nur
männl. Form Vorrichtung zum Span¬
nen von Tennisschlägern, Hosen,
Schuhen 3 [ugs.] Person, die heimlich
anderen bei sexuellen Handlungen
zuschaut
Spannkraft: die; - ; - 1 Energie, die
durch Spannung entsteht 2 <übertr.>
Leistungsfähigkeit eines Menschen
Spann|la|ken: das; -s; - Bettuch mit an
den Rändern eingenähten Gummizü¬
gen, das stramm auf die Matratze ge¬
spannt werden kann u. deshalb nicht
verrutscht, Syn.: Spannbettuch
Spannjrah|men: der; -s; - Konstrukti¬
on, in die man etw. einspannen od.
festklemmen kann
Spann|sä|ge: die; - ; -n <Technik> Säge,
bei der das Sägeblatt in eine Halte¬
rung gespannt wird
Span|nung: die; - ; -en 1 a) ungeduldige
Erwartung; erwartungsvolle Neu¬
gierde b) etw., was Neugierde weckt,
Erwartung od. Ungeduld erzeugt
»Das Buch ist voller Spannung.« c) in¬
nere Gereiztheit; nervöse Ungeduld
d) dauernde Unstimmigkeiten;
schlechtes Verhältnis von Personen
untereinander 2 <Physik> elektrisches
Potential gemessen in Volt 3 Zustand
desGespanntseiens
Span|nungs|ab]fall: der; -(e)s; -(dyfälle
<Elektrot.> Nachlassen der elektri¬
schen Spannung, meist durch Netz¬
überlastung
Span|nungs|ge|biet: das; -(e)s; -e <Pol.>
Land od. Teil eines Landes, in dem
man mit Unruhen, Aufständen od.
Kriegen rechnen muß
span|nungs|ge|la|den: Adj. angefüllt
mit Spannung
Span|nungs|herd: der; -(e)s; -e <Pol.>
Ausgangspunkt für Unruhen
span|nungs|los: Adj. ohne jegliche
Spannung
Span|nungs[mes|ser: der; -s; • <Elek-
trot.> Meßgerät, mit dem elektrische
Spannung gemessen werden kann,
Syn.: Voltmeter
Span|nungs|prü|fer: der; -s; - <Elek-
trot.i Gerät, mit dem man feststellen
kann, ob an einem Prüfpunkt Span¬
nung anliegt
span|nungs|reich: Adj. sehr spannend,
interessant
Spann|wei|te: die; - ; -n 1 a) <Zool.> Ab¬
stand zwischen den Flügelspitzen im
ausgestreckten Zustand bei Insekten
od. Vögeln b) Abstand zwischen den
Tragflächenspitzen eines Flugzeugs 2
<Bauw.> Abstand zwischen zwei Pfei¬
lern einer Brücke, eines Gewölbes
Span|plat)te: die; - ; -n Platte aus mit¬
einanderverleimten Holzspänen
Spar|be|trag: der; -(e)s; -betrage (Wirt.;
Bankw.i Summe, die (bei etw. ein-)ge-
spart wird
Spar|bren|ner: der; -s; - Verbrennungs¬
einrichtung, die mit wenig Brennstoff
auskommt
Spaijbrief: der; -(e)s; -e <Bankw.> Do¬
kument über einen Betrag, der für ei¬
nen festgesetzten Zeitraum zum ver¬
einbarten Zinssatz angelegt wird
Spatjbuch: das;-(e)s; -bücher <Bankw.>
Heft zu einem Sparkonto, in das die
Bank od. Sparkasse Ein- u. Auszah¬
lungen eines Kunden sowie die anfal¬
lenden Zinsen einträgt
Spar|büch|se: die; ~ ; -n Gefäß aus un¬
terschiedlichen Materialien mit einem
Schlitz zum Einwurf von Geldstücken
od. -scheinen
Sparfein|la|ge: die; - ; -n <Bankw.> Geld,
das zinsbringend bei einem Geldinsti¬
tut angelegt wurde
spa|ren: sparst; spartest; hast gespart 1
a) <Geld> auf die Bank bringen; zu¬
rücklegen b) nicht verschwenden
»Strom sparen« 2 auf Sparen folgt
Haben: nur wer spart, wird einmal
etw. haben, besitzen 3 spate in der
Zeit, so hast du in der Not: in Zeiten,
in denen man Gewinn macht, sollte
man daran denken, Geld zurückzule¬
gen, um wirtschaftlich schwere Zeiten
überbrücken zu können 4 Vorrede
spart Nachrede: wer seinen Stand¬
punkt o. ä. von vornherein klar¬
macht, erspart sich nachträglich viele
Erklärungen o. ä.
Spa|rer: der; -s; - weibl. Spa|re|rin: die;
- ; -nen Person, die ein Sparbuch be¬
sitzt, Geld (bei einer Bank) spart
Sparfflam|me: die; ~ ; - 1 Flamme mit
kleinstmöglichem Energieverbrauch
2 auf Sparflamme arbeiten: [ugs.]
ohne große Anstrengung, mit kleinst¬
möglichem Energieaufwand arbeiten
Spargel: der; -s; - u. die; -; -n a) Pflanze
mit sehr kleinen, nadelähnlichen, grü¬
nen Blättern, deren Wurzelsprosse als
Gemüse gegessen werden b) längliche
Wurzelsprosse des Spargels
Spar|gel|spit|ze: die; •; -n<Kochk.> vor¬
derer, besonders zarter Bereich, Kopf
des Spargels (b)
Spaijgel|sup|pe: die; ~ ; -n aus Wasser,
darin gekochtem Spargel, Sahne o. ä.
u. Gewürzen hergestellte, gebundene
Suppe
Sparjgi|ro|kon|to: das; -s; -konten
<Bankw.> Konto, über das der nor¬
male Zahlungsverkehr abgewickelt
wird u. auf dem man für Guthaben
Zinsen bekommt
Spar|gi|ro|ver[kehr. der; -(e)s; -
<Bankw.> Zahlungsabwicklungen
über Spargirokonten
1079
Spargroschen
Spar|gro|schen: der; -s; - <Bankw.>
[ügs ] kleinere Geldsumme, die sich
jmd. zusammengespart hat
Spar|gut|ha|ben: das; -s; - <Bankw.>
von jmdm. (bei einem Geldinstitut)
auf einem Sparbuch o. ä. angespartes
Geldvermögen
Spark.: Abk. 1 Sparkasse 2 Sparkonto
Spar|kas|se: die; - ; -n <Bankw.> kom¬
munales Geldinstitut, das früher
hauptsächlich Spargelder verwaltete
u. heute sämtliche Geldangelegenhei¬
ten abwickelt
Spar|kon|to: das; -s; -kontert <Bankw.>
Konto, auf dem Geld angespart u.
verzinst wird
spär|lich: Adj. in äußerst geringem Ma¬
ße »spärlicher Bartwuchs«
Späijlich|keit die; - ; - Vorhandensein
von etw. in sehr, zu geringen Mengen
Sparfma6|nah|me: die; - / -n Anstren¬
gung zur Einschränkung des Materi¬
alverbrauchs, der Kosten od. der An¬
zahl der Arbeitskräfte
Spar]po|li|tik: die; - ; - <Pol > Einschrän¬
kungen der Staatsausgaben durch die
Regierung
Spar|prä|mie: die; - ; -n <Bankw > Be¬
trag, der zusätzlich zu Zinsen (am En¬
de einer Anlagefrist) gezahlt wird
Sparten: der; -s; - 1 schräger Balken
des Dachstuhls 2 [ugs.] kleiner Tick,
Spleen; Verrücktheit
spaijren: <engli spanst; spantest; hast
gespant <Sport> mit einem Übungs¬
partner das Boxen trainieren
Spaijring: <engh das; -s; - <Sport> das
Trainieren von Boxschlägen mit ei¬
nem Übungspartner
Spar|rings)part)nen der; -s; - weibl.
Spar|rings|part|ne|rin: die; - ; -nen
<Sport> Übungspartner(in) beim Box¬
training
spar|sam: Adj. wenig verbrauchend
ein sparsamer Mensch, Motor« Ant.:
verschwenderisch
Spar|sam|keih die; • ; -en 1 einge¬
schränkter Verbrauch von Geld od.
Rohstoffen »Die Sparsamkeit dieses
Motors ist unübertroffen.« 2 [selten]
das Vorhandensein von nur Wenigem
»die Sparsamkeit ihres Daseins«
Spar|schwein: das; -(ejs; -e Spardose
aus Ton od. Plastik mit einem Ein¬
wurfschlitz für Geld, häufig in der
Form eines Schweins
Spar|ta|kia!de —> Spar|ta|ki)a|de: die;
- ; -n <hist.> Wettkämpfe in unter¬
schiedlichen Sportarten, veranstaltet
von den sozialistischen Ostblocklän¬
dern
sparftafnisch: <gr.-lat.> Adj. 1 streng u.
hart »eine spartanische Erziehung« 2
einfach; anspruchslos
Spaijte: die; - ; -n 1 Bereich, Gebiet, auf
dem jmd. arbeitet, in dem jmd.
Kenntnisse besitzt »Das ist nicht ganz
meine Sparte.« 2 Teil einer Zeitung zu
einem einzelnen Themenbereich,
Syn.: Rubrik
Spaijver|trag: der; -(ejs; -vertrage
<Bankw.> Vereinbarung mit einer
Bank od. Sparkasse über Höhe, Dau¬
er der Anlage u. Zinsen für ein Spar¬
guthaben
Spar|zins: der; -es; -en <Bankw.> Ertrag
des Spargeldes; Summe, die eine
Bank für ein Sparguthaben zahlt
spas|mo|gen: <gr.-lat.> Adj. <Med.>
Krämpfe auslösend
Spas|mus: <gr.-lat.> der; - ; Spasmen
<Med.> Krampf; Verkrampfung.
SpaB: der; -es; Späße 1 lustige Äuße¬
rung, Handlung, um bei anderen Per¬
sonen Lachen od. Heiterkeit hervor¬
zurufen 2 o. PI. Vergnügen; Freude
»Das macht Spaß!« 3 mach keine
SpäBel: [ugs.] verwunderter, besorg¬
ter o. ä. Ausruf »Du glaubst, ein Ein¬
brecher steht vor deiner Tür? Mach
keine Späße!« 4 da hört (für mich) der
SpaB auf: [ugs.] das geht nicht, dafür
fehlt mir das Verständnis 5 SpaB
beiseite!: [ugs.] Aufforderung, nun
mit etw. ernsthaft fortzufahren 6 kei¬
nen SpaB verstehen: a) keinen Hu¬
mor haben b) etw., ein Ereignis sehr
ernst nehmen, nicht humorvoll sein 7
aus SpaB an der Freude: [ugs.;
scherzh.] einfach so, ohne besonderen
Anlaß 8 SpaB, SpäBe mit jmdm.
treiben: eine Person verulken, necken
9 du machst mir vielleicht SpaB!:
[ugs.] ärgerliche, ungehaltene Bemer¬
kung 10 sich einen SpaB aus etw.
machen: etw. boshaft, mit Schaden¬
freude tun 11 ein teurer SpaB sein:
[ugs.] viel Geld kosten
spaßen: spaßt; spaßtest; hast gespaßt 1
über etw. Scherze, Witze machen, ul¬
ken 2 etw. nicht ernst nehmen, mei¬
nen »Ich hoffe Sie spaßen nur!« 3 mit
etw. ist nicht zu spaBen; mit etw.
sollte, darf man nicht spaBen: etw.
ist sehr ernst, bedeutend, kann ge¬
fährlich werden, sein u. in keinem
Fall lustig 4 jmd. läBt nicht mit sich
spaBen; mit jmdm. ist nicht zu
spaBen: die benannte Person ist ernst
zu nehmen, könnte große Probleme,
Gefahr bringen
spa|6es[hal|ben Adv. [ugs.] aus einer
Laune heraus; nicht mit ernsthaftem
Interesse, sondern nur zum Vergnü¬
gen od. aus Neugierde
spaBfhaft: Adj. spaßhafter; spaßhafteste
lustig; zum Lachen
spaßig: Adj. zu Späßen aufgelegt; wit¬
zig, humorvoll od. lustig
Spaß|ma|cher: der; -s; - weibl. Spaß|-
ma|che|rin: die; - ; -nen Person,"die
mit witzigen, lustigen Darbietungen
andere zum Lachen bringt
SpaB |verjderjber. der; -s; ~ weibl.
SpaB|ver]derjbe|rin: die; - ; -nen [ugs.]
Person, die keinen Spaß versteht u.
dadurch den anderen die Laune ver¬
dirbt
SpaB|vo|gel: der; -s; -vögel Person, die
immer zu Späßen aufgelegt ist u. gern
andere verulkt
Spa|sti|ker —> Spas|ti|ker: der; -s; -
weibl. Spajsti|ke|rin —> Spas|ti|kej-
rin: die; - ; -nen 1 <Med.> Person, die
an einer spastischen Lähmung leidet
2 [ugs.; abwert.] besonders dumme,
unangenehme Person
spa|stisch —» spasmisch: Adj. n. stg. 1
<Med.> an einer nicht kontrollierbaren
Muskelkontraktion leidend 2 [ab¬
wert.; ugs.; selten] sich besonders
dumm, unangenehm benehmend
Spat: der; -(ejs; -e u. Späte <Geologie>
Mineralgestein, das in verschiedene
Richtungen leicht zu brechen ist
»Flußspat; Feldspat«
spät: Adj. später; späteste a) nicht früh,
sondern zu fortgeschrittener Zeit bj
nach einem bestimmten Zeitpunkt
»Er kam sehr spät an. • Er kam am
späten Nachmittag.« b) zu einem in
der Zukunft liegenden Zeitpunkt
»Wir werden später in den Urlaub
fahren.« c) besser spät als nie: [ugs.]
(scherzhafte) Bemerkung, wenn etw.
erst zu einem sehr späten Zeitpunkt
geschieht »Er hat den Führerschein
erst im dritten Anlauf geschafft, aber
besser spät als nie.« d) je später der
Abend, desto schöner die Gäste:
(scherzhafte) Bemerkung, wenn eine
Person zu fortgeschrittener Stunde,
später als vereinbart erscheint
spätabends —* spät|a|bends: Adv. in
den späten Abendstunden
Spät|aus|sied|ler. der; -s; - weibl.
Spät|aus[sied|Jejrin: die; - ; -nen
DeÜtsche(r), der/die erst Jahre nach
Ende des 2. Weltkrieges aus den ehe¬
mals deutschen Ostgebieten nach
Deutschland bzw. in die BRD ge¬
kommen ist
Spät|ba|rock: das u. der; -(ejs; - <Litera-
turwiss.; Kunst> Zeitraum am Ende
der Barockzeit
Spijtel: der; -s; - u. die; - ; -n 1 <Med.>
flacher, schmaler, an den Ecken abge¬
rundeter Stab aus Holz od. Kunst¬
stoff zum Aufstreichen von Salben o.
ä. od. zum Herunterdrücken der Zun¬
ge 2 Spachtel
Spalten: der; -s; - flache Schaufel zum
Abstechen u. Umgraben von Erde
Spajten|blath das; -(ejs; -blätter unte¬
rer Teil eines Spatens, der in etw., die
Erde hineingebracht wird
späfter. Adj. Komparativ von 'spät' 1 zu
einem weit(er) in der Zukunft liegen¬
den Zeitpunkt (als angenommen)
Ich habe noch einen Termin u. komme
eine Stunde später.« 2 danach »Später
besuchte ich ein Gymnasium.«
späjteijhin: Adv. [geh.] zu einem späte¬
ren Zeipunkt; danach
späjte|stens —> spä|tes|tens: Adv.
nicht nach einem bestimmten Zeit¬
punkt »Wir kommen spätestens um 18
Uhr.«
Spät|fo!|ge: die; • ; -n (m. PI.) <meist
Med.> sich erst od. noch lange nach
dem eigentlichen Ereignis zeigende
Folgeerscheinung von etw. »Sie litt
noch zehn Jahre nach dem Unfall an
den Spätfolgen der Verletzungen.«
Spät|ge|bä|ren|de: die; -n; -n Frau, die
im fortgeschrittenen Alter ein Kind
bekommt
Spät|ge|burt: die; ~ ; -en 1 Geburt nach
einer länger als üblich dauernden
Schwangerschaft 2 Kind, bei dem die
Schwangerschaft länger als normal
gedauert hat
Spätherbst der; -(ejs; - die letzten
Herbsttage vor Beginn des Winters
spa|ti|je|ren: /spazi-iren/ spatiierst; spa¬
liiertest; hast spatiiert <Druckw.> etw.
mit Abstand zwischen den Typen
drucken; gesperrt drucken
spa)tio|nie|ren —» spa)ti|o|nie|ren:
/spazioniren/ spationierst; spationier¬
test; hast spationiert <Druckw.> etw.
mit Abstand zwischen den Typen
drucken; gesperrt drucken
1080
Speis
Spafti|um: <lat.> /spazium/ das; -s; Spa¬
tien Ispaten/ <Druckw.> Abstand,
Zwischenraum zwischen den Druck¬
typen o. ä.
Spät|le[se: die; ~ ; -n 1 Ernte von Wein¬
trauben nach dem Ende der Haupter¬
ntezeit 2 Weinsorte von hoher Quali¬
tät aus Trauben, die sehr spät geern¬
tet wurden
Spat|nach|mit)tag: der; -(e)s; -e Zeit
vor Beginn des Abends
Spatjpha|se: die; - ; -n Zeitraum kurz
vor dem Abschluß von etw., am Ende
einer Epoche
Spät|ro|man|tik: die; - ; - <Literatur-
wiss.; Kunst) die letzten Jahre, die
noch zur Romantik gerechnet werden
Splt|schicht: die; - ; -en a) Arbeitszeit
im Anschluß an die Mittagsschicht et¬
wa von 22.00 Uhr bis in die Morgen¬
stunden b) Personal, das während der
Spätschicht arbeitet
Spät|som|mer: der; -s; - letzte Sommer¬
tage vor Beginn des Herbstes
Spät|vor|stelflung: die; - ; -en letzte
Vorstellung des Tages im Theater od.
Kino, die erst am späten Abend be¬
ginnt
Spät|werk: das; -(e)s; -e von einem
Künstler gegen Ende seiner Schaf¬
fenszeit Vollbrachtes, Geschaffenes
Spatz; der; -en; -en 1 <Zool.> kleiner,
graubraun gefärbter Vogel, der häu¬
fig in der Stadt zu finden ist; Sperling
»Die Spatien haben sich stark
vermehrt.« 2 Kosename »Spatz,
komm mal her!« 3 besser einen Spatz
in der Hand als eine Taube auf dem
Dach: es ist besser, sich mit dem zu
begnügen, was man hat, als nach
nicht zu verwirklichenden Zielen,
Träumen zu streben
Spät|zeit: die; - ; -en Ende einer Epoche
od. eines Zeitraumes
Spat|zen|ge|hirn/Spatjzen|hirn: das;
-(e)s; -e [ugs.; abwert.] Person mit
mangelhafter Intelligenz
Spat|zen|schreclc der; -(e)s; -e [österr.]
Vogelscheuche
Spätz|la: die (PL) [süddt.] von Eiemu-
delteig abgeschabte kleine Stückchen,
die in Salzwasser gekocht werden
Spät|zün|den der; -s; ~ [ugs.; scherzh.]
1 Person, die etw. länger braucht, um
Zusammenhänge zu verstehen 2
Kind, das für seine Entwicklung mehr
Zeit als normal benötigt
spa|zje|ren: <lat.-it.> spazierst; spazier¬
test; bist spaziert ohne Eile, sondern
zur Erholung od. zum Vergnügen ge¬
hen
—* spa|zie|ren fah|ren: s. spazierenfah¬
ren
—*■ spa|zie|ren gejhen: s. Spazierenge¬
hen
spa|zie|ren|fah|ren —> spa|zig|ren fah|-
ren: fährst spazieren; fuhr(e)sl spazie¬
ren; bist spazierengefahren —»-bist
spazieren gefahren*— mit einem
Fahrzeug zum Vergnügen od. zur Er¬
holung durch die Gegend fahren »Am
Sonntag sind wir mit dem Fahrrad spa¬
zierengefahren.«
spa|z|e|ren|ge|hen —» spa|zie]ren gel¬
ben: gehst spazieren; ging(e)st spazie¬
ren; bist spazierengegangen —»-bist
spazieren gegangen-*— gemütlich,
zur Erholung zu Fuß herumlaufen
Spa|zierjfahrt: die; - ; -en Ausflug zum
V ergnügen mit einem F ahrzeug
Spa|zier]gang: der; -(e)s; -gange ge¬
mütliches Laufen zu Fuß zur Erho¬
lung u. zum Vergnügen »Bei schönem
Wetter machen wir einen Spaziergang
durch den Wald.«
Spa|zier|gän|ger: der; -s; - weiht. Spa|-
z|er|gän|ge|rin: die; - ; -nen Person,
die zur Erholung u. zum Vergnügen
langsam zu Fuß geht
Spajzier|stock: der; -(e)s; -stocke Stab
mit einem gebogenen Ende, mit dem
man sich beim Laufen, Wandern ab¬
stützt
Spa|z]er|weg: der; -(e)s; -e Strecke, die
man gut zu Fuß laufen kann
SPD: Abk. <Pol.) Sozialdemokratische
Partei Deutschlands
Specht: der; -(e)s; -e <Zool.> Waldvogel
mit spitzem Schnabel, der mit diesem
bei der Futtersuche an der Rinde von
Baumstämmen ein lautes Klopfen er¬
zeugt
Specht|mei|se: die; - ; -n <Zool.) heimi-
sche(r) Singvogel(art); Kleiber
Speck: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e 1 a)
unter der Haut befindliche Fett¬
schicht beim Schwein u. ä. Tieren b)
Fettgewebe beim Menschen »Sie hat
ziemlich viel Speck auf den Rippen ( =
ist dick).« 2 mit Speck fängt man
Mäuse: wenn man etw. Reizvolles
(als Gegenleistung) anbietet, ist es oft
möglich, ein Ziel zu erreichen, eine
Person zu etw. zu bewegen 3 ran an
den Speck: [ugs.] auf, laß(t) uns be¬
ginnen!
Speck|bauch: auchder; -(e)s; -bäuche
[ugs.] dicker Bauch, Wanst
speck|bäu|chig: Adj. [ugs.] dick u. fett
speckig (spek|kig —» spejckig): Adj.
[ugs.] sehr schmutzig, dreckig »Er
hatte ein furchtbar speckiges Hemd
an.«
Speckjschei|be: die; - ; -n <Kochk > ab¬
geschnittenes Speckstück (vom
Schwein)
Speck|schwar|te: die; -; -n <Kochk.> fe¬
ste Scheibe eines (geräucherten)
Stücks (Schweine-)Speck (die Haut)
Speck|stip|pe: die; -; -n <Kochk.> aus¬
gelassene Speckstückchen in flüssi¬
gem Fett (mit Mehl gebunden)
Spe|di|teur: <lat.-it.> /speditör/ der; -s; -e
u. [Schweiz.] -en weibl. Speldilteulrin:
die; - ; -nen Person, die berufsmäßig
den Transport von Gütern aller Art/
organisiert u. durchführt
Spe[di|ti|gn: <lat.-it.> /spedizion/ die; - ;
-en (Abteilung einer) Firma, die Gü¬
ter transportiert, versendet
Spe|di|ti|pns|ab|tei|lung: /spedizionß-/
die; - ; -en Bereich innerhalb einer
Firma, der für den Versand, Trans¬
port von Gütern zuständig ist
Spe|di|ti|ons|firjma: /spedizionß-/ die;
- ; -firmen gewerblicher Betrieb für
den Gütertransport
Speed: <eng/.> /ßpid/ der; -s; -s Schnel¬
ligkeit; Steigerung der Geschwindig¬
keit
Speed|way-Ren|nen —* auch Speed|-
way|ren[nen: <engl.> /ßpidwai-/ das; -s;
- <Sport> Motorradrennen, das auf
Sand-, Aschen- od. Eisbahnen durch¬
geführt wird
Speer: der; -(e)s; -e a) <meist hist.) als
(Jagd-)Waffe benutzter, langer, dün¬
ner (mit einer Metallspitze versehe¬
ner) Stab, der geworfen wird b)
<Sport> langer, dünner Wurfstab als
Sportgerät
Speertschleulder die; - ; -n Holzstück,
das dazu dient, den Speer durch die
Hebelwirkung über größere Entfer¬
nungen zu schleudern
Speerispitlze: die; - ; -n vorderes (mit
Metall versehenes) Ende eines Speers
Speerlwerifen: das; -s; - sportlicher
Wettkampf, bei dem ein Speer so weit
wie möglich geworfen werden muß
Speerfwurf: der; -(e)s; -würfe <Sport> a)
o. PI. die Sportart, bei der Speere
möglichst weit geschleudert werden
b) einzelner Wurf mit einem Speer
Speijche: die; • ; -n 1 von der Nabe zur
Felge laufender Teil eines Rades 2
<Anat.> einer der beiden Unterarm¬
knochen 3 dem Schicksal, dem Rad
der Geschichte in die Speichen
greifen: [geh.] den Versuch unterneh¬
men, den geschichtlichen Lauf der
Dinge aufzuhalten, zu ändern
Spei|chel: der; -s; - der Verdauung die¬
nende Flüssigkeit, die von Drüsen im
Mund abgesondert wird
Spejjchel|drü|se: die; • ; -n <Med.> Or¬
gan, das Flüssigkeit im Mund abson¬
dert
Spei|chel|fluß —> Spei|chel|fluss: der;
-flusses; • <Med.> Bildung von (zu viel)
Speichel
Spej|chel|lecker (Spei|chel|lekjker —»
Spe[|chel|le|cker): der; -s; -■ weibl.
Spei|chei|lecke|rin (Speijchel|lek|ke|-
rin —»■ Spei|chel|le|cke|rin): die; - ;
-nen [abwert.] Person, die durch krie¬
cherisches, anbiederndes Verhalten
Vorteile erlangen will
speijchel|lecke|risch (spej]chel|lek|ke|-
risch —> spei|chel|Iejcke|risch): Adj.
[abwert.] sich schmeichlerisch, krie¬
cherisch verhaltend
spei|cheln: speichelst; speicheltest; hast
gespeichelt Speiche] absondem, aus
dem Mund fließen lassen
Speicher: der; -s; - 1 Räumlichkeit zur
Lagerung »Wir bringen die Sachen
auf, in den Speicher.« 2 <EDV> Vor¬
richtung bei elektronischen Rechen¬
anlagen zur Sammlung, Aufbewah¬
rung von Daten
spei)cher|bar Adj. so geartet, daß es
aufbewahrt werden kann
Spe[]cher|becken (Spei|cher|bek|ken
—> Spei|cher|be|cken): das; -s; ~
Vorratsbehälter für Flüssigkeiten
Spei|cher|ka|pa|zi|tät: die; - ; -en Grö¬
ße, Fassungsvermögen des Speichers
spe]|chern: speicherst; speichertest; hast
gespeichert a) Vorrat halten; etw. auf¬
bewahren für den späteren
Verbrauch b) <EDV> Computerdaten
längerfristig sichern
Spei|che|rung: die; - ; -en 1 das Aufbe¬
wahren, Vorrathalten 2 <EDV> Siche¬
rung von Daten
spef|en: speist; spie(e)st; hast ge-
spie(e)n [geh.] a) Speichel od. Blut
ausspucken b) sich übergeben c) Feu¬
er ausstoßen
Speis: die; - ; -en [süddt.; österr.] Vor¬
ratsraum für Lebensmittel
1081
Speise
Speijse: die; - ; -n 1 a) einzelnes Gericht
»Alle Speisen, die wir servieren, stehen
auf der Karte.« b) [geh.] Sammelbe¬
griff für feste Nahrung »Speise u.
Trank« 2 flüssiges Metall für den
Glockenguß 3 verbotene Speise
schmeckt am besten: alles, was ver¬
boten ist, reizt besonders, kommt ei¬
nem besonders verlockend o. ä. vor
Spei|se|eis: das; -es; - aus Milch, Sahne,
Früchten u. anderen Zusatzstoffen
hergestellte, gefrorene, cremige
Masse, die als Nachtisch od. im Som¬
mer als Erfrischung gegessen wird
Spe||se|haus: das; -es; -häuser {veralt.]
Restaurant
Spe|jse|kar|te/Sp>ei]sen|karite: die; - ;
-n a) Verzeichnis der in einem Restau¬
rant o. ä. angebotenen Mahlzeiten u.
Getränke (mit Preisangaben) b) die
Speisekarte rauf u. runter essen:
[ugs.] meist scherzhafte Bemerkung,
wenn jmd. sehr hungrig ist; jedes Ge¬
richt essen wollen, was angeboten
wird
Spei|se|lo|kal: das; -(e)s; -e Gaststätte,
in der auch Essen serviert wird
spei|sen: speist; speistest; hast gespeist
[geh.] in einer förmlichen u. vorneh¬
men Umgebung essen
Spejjsen|karfte/Spei]se[kaijte: die; - ;
-n Verzeichnis der in einem Restau¬
rant o. ä. angebotenen Mahlzeiten u.
Getränke (mit Preisangaben)
Spei|se|öl: das; -(e)s; -e Öl, das zum
Kochen, Braten u. zum Anmachen
von Salaten verwendet werden kann
Spei]se|plan: der; -fe)s; -plane Aufstel¬
lung der Mahlzeiten für mehrere Ta¬
ge
Spej|se|rest: der; -(e)s; -e übriggeblie¬
benes Essen
Speijse|röh|re: die; -; -n <Anat> Verbin¬
dung zwischen Mund u. Magen,
durch die das Essen in den Magen ge¬
langt '
Spoijsejsaal: der; -(e)s; -säle sehr gro¬
ßer Raum (oft in einem Hotel), im
dem viele Leute Platz haben, um zu
essen
Spei[se|salz: das; -es; - zum Würzen der
Nahrung verwendetes Salz
Spei|$elzim]mer: das; -s; - Raum, in
dem die Mahlzeiten eingenommen
werden, Syn.: Eßzimmer
Speijsung: die; - ; -en 1 [geh.] das Ver¬
sorgen mit Nahrung 2 <meist Technik)
Zuführung, Zulauf »Der Stausee wird
von zwei Flüssen gespeist.«
spei|übel —*■ spei|ü|bel: Adj. n. stg. so
schlecht, daß man sich übergeben
muß
Spek|ta|kel: das; -s; - 1 PI. s. [ugs.]
Krach; Lärm »Was ist das für ein
Spektakel?« 2 etw. Aufsehenerregen¬
des; aufwendige Veranstaltung od.
Ereignis, die/das Aufmerksamkeit er¬
regt
spek|ta|keln: spektakelst; spektakeltest;
hast spektakelt [veralt.] Aufsehen er¬
regen; Lärm machen
spek|ta]ku|lär: data Adj. aufsehenerre¬
gend »spektakuläre Entdeckungen«
spek|ta|ku|lös: Adj. spektakulöser;
spektakulöseste [veralt.] 1 seltsam 2
peinlich auffallend
Spek(ta|ku|lum: das; -s; Spektakula
[veralt.] die Neugierde der Zuschauer
befriedigender V organg
spek|tral —* spek|t|ral: Adj. n. stg.
(Physik) sich auf das (Farb-)Spek-
tfum beziehend
Spek|tra(|ana|ty|se —> Spek|t|ra(|a|na|-
ly|se: die; ~; -n 1 Chemie; Physik) Be¬
stimmung eines Stoffes durch Ana¬
lyse der von ihm ausgesandten Spek¬
tralfarben 2 <Astromonie> Analyse
von Himmelskörpern durch Auswer¬
tung der von diesen ausgesendeten
Spektralfarben
Spek|tral|far|be —> Spek|t|ral|far|be:
die; ~ ; -n (m. PI.) eine der durch Zer¬
legung von weißem Licht entstehen¬
den sieben Farben
Spek|trum—» Spektrum: data das; -s;
Spektren u. Spektra 1 <Physik> bei
Brechung von (weißem) Licht entste¬
hende Farbfolge 2 [geh.] Buntheit;
Vielfalt »ein Spektrum an Farben«
Spejku|lant: data der; -en; -en weibl.
Spe|ku]lan|tin: die; - ; -nen Person,
die versucht, durch riskante Geschäf¬
te schnell zu Geld zu kommen
Spe|ku|la|ti|on: data /spekulazion/ die;
- ; -en 1 a) Vermutung, die man an¬
stellt; etw., wovon man annimmt, daß
es eintrifft b) (Philosophie) das Den¬
ken, das über die Erfahrung hinaus
durch Annahmen Erkenntnis zu ge¬
winnen sucht 2 <Wirt.> Kauf von etw.,
wobei man hofft, daß die Preise dafür
steigen, um es dann mit Gewinn wie¬
der verkaufen zu können
Spe|ku|la|ti|ons|ge|schäft: /spekula-
zionß-/ das; -<e)s; -e (Wirt.) Kauf od.
Verkauf, der nur in Erwartung eines
hohen Gewinns getätigt wird
Spe|ku|la|ti|ons|ge|winn: /spekula-
zionß-/ der; -(ejs; -e (Wirt.) Einnah¬
men, erzielter Überschuß aus einem
Spekulationsgeschäft
Spe|ku|la|ti|gns|pa|pier./spekulazipnß-/
das; -(e)s; -e (Wirt.) Wertpapier od.
Aktie mit sich stark veränderndem
Kurs, wodurch hohe Gewinne (aber
auch Verluste) möglich sind
Spe|ku|la|ti|us: der; - ; - hauptsächlich
in der Adventszeit u. zu Weihnachten
verkauftes, flaches Gebäck aus ge¬
würztem Mürbeteig
spe|ku|fa|tiv: data /spekulatif/ Adj. 1
(Philosophie) nur gedanklich; die Er¬
fahrung übersteigend; grübelnd nach¬
denkend 2 (Wirt.) auf Mutmaßungen
beruhend; gewagt; ein Risiko einge¬
hend; auf Gewinne aus Spekulatio¬
nen zielend
spe|ku|lie|ren: data spekulierst; speku¬
liertest; hast spekuliert 1 (Wirt.;
Bankw.) an der Börse Wertpapiere
kaufen u. verkaufen, um Gewinne zu
erzielen »mit Aktien, Immobilien
spekulieren« 2 mit etw, rechnen; auf
etw. hoffen
Spe|ku|lum: data das; -s; Spekula
(Med.) mit einem Spiegel versehenes
medizinisches Untersuchungsgerät
für Hohlräume
Spelt: der; -(e)s; -e Dinkel, eine Getrei¬
desorte
Spe|lun|ke: <gr.-lata die; - ; -n verrufene
Gaststätte, Kneipe
Spelz: der; -es; -e Dinkel, eine Getreide¬
sorte
Spel|ze: die; ~ ; -n a) trockene Hülle des
Getreidekoms b) trockenes Blatt an
der Grasblüte
spel|zig: Adj. voll mit Spelzen
spen|da|bel: Adj. spendabler; spendabel¬
ste großzügig andere einladend; für
andere die Zeche zahlend
Spen|de: die; ~ ; -n Geld- od. Sachgabe
zur Unterstützung bedürftiger Perso¬
nen, für wohltätige Zwecke
spen|den: data spendest; spendetest;
hast gespendet 1 Geld od. etw. ande¬
res, was man besitzt, für einen guten
Zweck abgeben, weiterreichen 2 ver¬
teilen, aufteilen »Trostspenden«
Spen|den|au1]koin|men: das; -s; - alles
das, was an (Geldspenden in einem
Zeitraum, für ein Projekt zusammen¬
kommt
Spen|den|auf|ruf: der; -(e)s; -e Auffor¬
derung, für einen bestimmten Zweck
etw. zu spenden
Spen|den|kon|to: das; -s; -konten bei ei¬
nem Geldinstitut eingerichtetes Kon¬
to, auf dem Geldspenden für einen
bestimmten Zweck gesammelt wer¬
den
Spen|der der; -s; - weibl. Spen|de|rin:
die; - ; -nen a) Person, die eine Spende
gegeben hat b) kurzfür Blutspender c)
nur männl. Form Behälter für Gegen¬
stände od. Flüssigkeiten, um sie ein¬
zeln od. portionsweise zu entnehmen
Spen|der]nie|re: die; ~ ; -n (Med.) Niere
eines Organspenders, die einem Nie¬
renkranken eingepflanzt wird
* spen|die|ren: spendierst; spendiertest;
hast spendiert etw. für jmdn. bezah¬
len; jmdm. etw. ausgeben »Ich spen¬
diere eine CurrywurstJur jeden.«
spen|dier|freu|d)g: Adj. [ugs.] großzü¬
gig; freigebig
Spen[dier|ho|sen: die (PL) in der
Wendung die Spendierhosen
anhaben: [ugs.; scherzh.] seinen gro߬
zügigen Tag haben; großzügig sein;
etw. für jmdn. bezahlen
Speng|ler: der; -s; • weibl. Speng|le|rin:
die; - ; -nen [süddt.; österr.; Schweiz.]
Klempner = Person, die beruflich
Blech, Kupfer u. ä. bearbeitet u. Was¬
serleitungen u. deren Zubehör instal¬
liert u. repariert
Sper|ber. der; -s; - (Zool.) heimischer,
kleinerer, graubraun gefiederter
Raubvogel
sper|bern: sperberst; sperbertest; hast
gesperbert [Schweiz.] Scharfblicken
Spe|renz|chen/Spe|ren|zi|en: die (PI.)
[ugs.; abwert.] aus Sicht einer anderen
Person unnötige Schwierigkeiten,
überflüssige Behinderungen, ärgerli¬
che Verzögerungen
Sperjling: der; -s; -e 1 kleinere(r) Vogel
(art), der/die zur Gattung der Weber¬
vögel gehört u. sich, wiederum in Un¬
terarten aufgliedert, wobei die be¬
kannteste Sperlingsart der dunkel ge¬
färbte, grau-schwarze Haussperling
ist, Syn.: [ugs.] Spatz 2 ein Sperling
(auch Spatz) in der Hand ist besser
als eine Taube auf dem Dach: lieber
etw., was einem sicher ist, was man si¬
cher hat, als etw., was man zwar lie¬
ber möchte, was aber unerreichbar ist
Sperjma: <gr.-lata das; -s; Spermen u.
Spermata (Bio.) männliche Keimzel¬
lenenthaltende Samenflüssigkeit
1082
Spezifizierung
Sper|ma|to|ge|nejse: <gr.-lat.> die; - ; -
<Bio.> Heranreifung u. Bildung von
Samen
Sper|ma|to|zo)on: <gr.-lat.> das; -s; Sper-
matozoen Spermium; männliche Sa¬
menzelle
Sper|mio|gramm —* Sper|mi|o|g|-
ramm: <gr.-lat.> das; -s; -e <Med.> Er¬
gebnis der mikroskopischen Untersu¬
chung des Spermas, die Aufschluß
über Art u. Anzahl der Samen sowie
über ihre Beweglichkeit gibt
sperr|an|gel|weit: Adv. [ugs.] ganz weit
offen; so weit offen wie es nur mög-
lieh ist »A Ile Türen standen sperrange¬
lweit offen.«
Sperr|bal|ken: der; -s; - eine Straße, ei¬
nen Zugang versperrender Schlag¬
baum
Sperr|be|zirk: der; -(e)s; -e nicht für je¬
dermann frei zugängliches Gebiet
Sperjre: die; - ; -n 1 Schranke o. ä., die
am Weiterkommen hindert »Polizei¬
sperre« 2 Nutzungsverbot; Nutzungs¬
einschränkung »die Sperre des Kon¬
tos« 3 <Sport> Ausschluß von Wett¬
kämpfen 4 <übertr.> geistige Blockade
sperren: sperrst; sperrtest; hast
gesperrt 1 durch ein Hindernis den
Zugang, die Durchfahrt verhindern 2
jmdm. etw., die Passage verbieten
»Die Straße ist für Lkw gesperrt.« 3
durch bestimmte Maßnahmen die
vorgesehene Nutzung verhindern
»Die Kreditkarte wurde von der Bank
gesperrt.« 4 ein Lebewesen so unter¬
bringen, daß es nicht allein heraus¬
kommen kann, einschließen »Er
sperrte den Hund in den Zwinger.« 5
[landsch.j klemmen; nicht ordentlich
verschließbar sein 6 <Sport> wegen
Fehlverhaltens die Teilnahme an offi¬
ziellen Sportveranstaltungen untersa¬
gen »Wegen Dopings wurde sie für
zwei Jahre gesperrt.« 7 <Sport> bei
Ballspielen unerlaubt verhindern,
daß der Gegner den Ball erreichen
kann 8 <Druckw.> mit Leerzeichen
zwischen den einzelnen Zeichen druk-
ken »Die Überschrift wird gesperrt.« 9
<Bio.> den Schnabel (eines Jungvo¬
gels) aufreißen, um gefüttert zu wer¬
den
Sperr|feu|er: das; -s; - <Milit.> Beschuß
eines Gebietes, um einen Angriff des
Feindes zu verhindern
Sperrfrist: die; ~ ; -en <Rechtsw.; Versi-
cherungsw.) Zeitraum, innerhalb des¬
sen einige Rechtshandlungen nicht
durchgeführt werden dürfen, Leistun¬
gen (noch) nicht erbracht werden
Sperr|ge|biet: das; -(e)s; -e nicht für je¬
dermann zugänglicher Bereich
Spenjgürttel: der; -s; ~ kreisförmige
Absperrung um etw. herum, die das
Herein- od. Herauskommen von
jmdm. od. etw. unmöglich machen
soll
Sperrjgut: das; -(e)s; -guter <Wirt.> we¬
gen zu hohem Gewicht od. der Größe
nicht als normale Fracht zu verschik-
kender Gegenstand
Spenjholz: das; -es; - mehrere dünne,
miteinander verleimte Holzplatten,
bei denen sich die Faserrichtungen
kreuzen, wodurch ein Verziehen der
Platte verhindert wird
sper|rig: Adj. viel Platz beanspruchend
»ein sperriger Sessel«
Sperijjahr: das; -fe)s; -e «Rechtsw.)
Sperre für die Dauer eines Jahres
Spenjklau|sel: die; - ; -n <Rechtsw.>
Vereinbarung von Einschränkungen
unter bestimmten Voraussetzungen
Sperr|kon|to: das; -s; -konten «Bankw.)
Bankkonto mit eingeschränkten Nut¬
zungsmöglichkeiten
Spenjling: der; -s; -e [veralt.] Knebel
Sperrjmi|no|ri|tät: die; - ; -en <Wirt.;
Pol.) zahlenmäßig kleiner Teil einer
Gruppe, der auf Grund gesetzlicher
Bestimmungen in einigen Fällen in
der Lage ist, Mehrheitsbeschlüsse zu
verhindern
Spenjmüll: der; -(e)s; - Haushalts- od.
Einrichtungsgegenstände, die nicht in
die Mülltonne passen u. deshalb ge¬
sondert zur Deponie gefahren werden
Sperrjaitz: der; -es; -e Sitzplatz im Thea¬
ter, Kino o. ä., der früher abgesperrt
wurde u. nur für den Abonnenten zu¬
gänglich war
Sperr[stun|de: die; - ; - Nachtstunde, zu
der Gaststätten o. ä. schließen müs¬
sen
Sperrung: die; - ; -en 1 a) Vorgang des
Absperrens b) Zustand des Gesperrt¬
seins »Die Sperrung der Autobahn
dauerte drei Stunden.«
spenjweit Adv. [ugs.] ganz weit offen
Speriizo|ne: die; - ; -n Gebiet, das nicht
betreten od. befahren werden darf
Spe|sen: dat.-it.> die (PL) 1 Kosten, die
jmdm. während seines Dienstes ent¬
stehen u. die vom Arbeitgeber zu¬
rückerstattet werden 2 außer Spesen
nichts gewesen: [ugs.] (enttäuschter)
Kommentar, wenn etw. mißglückt
ist, kein Erfolg zu verzeichnen war
spesenfrei: Adj. n. stg. keine Spesen
anfallend, aufweisend
Spe|sen|rech|nung: die; - ; -en Aufstel¬
lung der bei einer geschäftlichen Tä¬
tigkeit angefallenen Kosten für Be¬
wirtung u./od. Übernachtung
Spe|sen|ritfeR der; -s; - [abwert.] Per¬
son, die bewußt unnötig hohe Spesen
verursacht, um dadurch Vorteile zu
haben
Spez.; Abk. 1 Spezial- (in
Zusammensetzungen) 2 Spezialist(in)
3 Spezialität = Besonderheit 4 Spezi¬
fikum = 1. Besonderheit 2. Mittel ge¬
gen eine bestimmte Krankheit
spez.: Abk. spezielle, spezifisch, spezifi¬
ziert
Spe|ze|rei: die; - ; -en (m. PI.) 1 [veralt.]
Gewürze aus fernen Ländern 2 n. PI.
[österr.; veralt.] Delikatessen
Spe|ze|rgi]hand|lung: die; - ; -en
[Schweiz.; veralt.] Gemischtwarenla¬
den
Spe|ze|rei|wa|ren: die (PI.) [veralt.] De¬
likatessen
Spe|zi: der; -s; - u. -s 1 [süddt.; österr.;
ugs.] besonders eng befreundete Per¬
son 2 [ugs.] Erfrischungsgetränk aus
Cola u. (Orangen-)Limonade
spe|zi|al: Adj. besonders; extra
Spe|zi|äl|aus|druck: der; -(e)s; -aus¬
drücke <Sprachwiss.> Fachbegriff od.
Bezeichnung aus einer Sonder-,
Gruppensprache
Spe|zi|al|dis|zi|piin —» Spe|zi|al|dis|zi|-
p|Kn: die; * ; -en a) bestimmter Teilbe¬
reich einer Wissenschaft b) <Sport>
[ugs.] Bereich, in dem ein Sportler be¬
sonders gute Leistungen erbringt
Spe|zi|alfach: das; -(e)s; -fäeher Gebiet
od. Bereich, für den man sich beson¬
ders interessiert, mit dem man sich
eingehend beschäftigt, in dem man
großes Wissen hat
Spe|zi|alfall: der; -(e)s; -fälle Sonder¬
fall; Einzelfall
Spe|ziajli|sa|ti|on —» Spe|zi|a|li|safi|on:
/spezialisazion/ die; ~ ; -en [selten]
Spezialisierung
spe|zia|li|sie|ren —» spejzi|a|li|sie|ren:
spezialisierst; spezialisiertest; hast
spezialisiert [veralt.] Einzelaufstellun¬
gen machen; etw. getrennt ausweisen
spe|zia|li|sie|ren —> spe|zi|a|li|sjejren,
sich: spezialisierst dich; spezialisier¬
test dich; hast dich spezialisiert sich in¬
nerhalb eines größeren Bereichs mit
einem eingegrenzten Teilgebiet inten¬
siv auseinandersetzen u. beschäftigen
Spe|zia|li|sie|rung —» Spe|zi|a|li|s]e|-
rung: die; ~ ; -en 1 Beschäftigung mit
einem Spezialgebiet 2 Einzelaufstel¬
lung
Spe|zia|list —> Spe|zi|a|l[st: dat.-fr.>
der; -en; -en weibl. Spe|zia|l[|stin —*
Spe|zi|a|lisfin: die; ~ ; -nen Person,
die besondere Kenntnisse auf einem
bestimmten Gebiet hat
Spe|zia|li|stenfum —* Spe|zi|a|lisfen|-
tum: das; -s; - 1 das Fachmannsein
auf einem bestimmten Gebiet 2 Ten¬
denz zur Entwicklung von Fachwis¬
sen in einer Gesellschaft
Spe|zia|li|tät —» Spe|zi|a|li|tät: <lat .-fr»
die; - ; -en 1 Besonderheit 2 Gebiet,
auf dem die besonderen Fähigkeiten
u. Interessen liegen 3 Feinschmecker¬
gericht
Spe|zi|al|trai|ning: das; -s; - «meist
Sport) Übungsprogramm, das ein¬
zelne, bestimmte körperliche Fähig¬
keiten verbessern soll
spe|zi|ell: dat.-fr» Adj. 1 vor allem; be¬
sonders 2 nicht allgemein, sondern
auf einen bestimmten Fall o. ä. bezo¬
gen 3 auf dein/ihr Spezielles: [ugs.]
Trinkspruch; auf dein/ihr Wohl
Spe|zi|es: <lat.> die; - ; - «meist Bio.)
Art; Gattung
Spe]zi|es|ta|ler. der; -s; - [veralt.] ge¬
prägte Münze (im Gegensatz zu
Geldscheinen)
Spe|zi|fik: die; - ; - das Spezifische
Spe|zi|fi|ka|ti|on: dato /spezifikazion/
die; - ; -en 1 detaillierte Aufstellung;
etw. im einzelnen Dargelegtes 2 An¬
fertigung einer detaillierten Aufstel¬
lung
Spe|zj|fi|kum: dat.> das; -s; Spezifika 1
das Besondere bei etw.; herausragen¬
des Merkmal; hervorstechende Ei¬
gentümlichkeit 2 «Med.) Medizin, die
bei bestimmten Krankheiten eine si¬
chere Wirkung hat
spe|zj|fisch: dat.-fr.) Adj. n. stg. 1 ty¬
pisch für etw., jmdn.; spezielles, be¬
sonderes Merkmal von etw., jmdm. 2
«Physik) a) «Gewicht) Verhältnis von
Masse u. Volumen bezeichnend b)
Maß der Wärme angebend, die benö¬
tigt wird, um 1 Gramm eines Stoffes
um 1° Celsius zu erwärmen
Spe|zi|fi|zje|rung: die; - ; -en genaue
Aufstellung; detaillierte Gliederung
1083
Sphäre
Sphäjre: <gr.-!at.> /ßfare/ die: - ; -n 1
umgebender (Macht-, Einfluß-)Be-
reich 2 die Erde scheinbar kugelför¬
mig umgebenden Schichten
Sphä(ren|mu|sjk: /ßfaren-/ die; - ; -
<Mythologie> harmonische Töne, die
durch die Bewegung der Himmels¬
körper entstehen, aber für den Men¬
sehen nicht wahrnehmbar sind
sphäjrisch: <gr.-lat> /ßfärisch/ Adj. 1
die die Erde umgebenden Schichten
betreffend 2 <Math.> bezogen auf die
Oberfläche einer Kugel
Sphinx: <gr.-iat.> /ßfinkß/ die; - ; -e u.
[fachsprl.j der; - ; -e u. Sphingen 1
<Mythologie> Fabelwesen aus dem al¬
ten Ägypten mit dem Körper eines
Löwen u. dem Kopf eines Menschen
bzw. dessen Darstellung 2 o. Pi. in der
griechischen Mythologie vorkom¬
mendes, weibliches Ungeheuer mit ei¬
nem Löwenkörper u. einem Frauen¬
kopf, das jeden tötet, der seine Rätsel¬
frage nicht beantworten kann
Sp|ck|aal: der; -(ejs; -e <Kochk.>
[norddt.] geräucherter Aal
Spickjbrust die; - ; -brüste <Kochk.>
(norddt.] geräucherte Gänsebrust
spicken (spikjken —* spijeken):
spickst; spicktest; hast gespickt 1
<Kochk.> a) (mit einer dafür konstru¬
ierten Nadel) Speckstreifen in ein ma¬
geres Bratenstück einziehen, damit
das Fleisch saftig wird b) Zutaten (z.
B. Knoblauch, Mandeln o. ä.) von
außen unter die Oberfläche eines
Fleischstückes o. ä. einbringen 2
[ugs.J etw. sehr reichlich mit etw. aus¬
statten 3 [schülersprl.) während der
Klassenarbeit, Klausur (beim Mit¬
schüler, von einem vorher angefertig¬
ten Merkzettel) abschreiben
Spicker (Spjkjker—>• Spijcker): der; -s;
- weibl. Spickejrin (Spik|ke|rin —>
Spi|cke|rin): die; - ; -nen [landsch.} 1
Person, die etw. spickt (1) 2 nur
männl. Form [schülersprl.] Spickzettel
Spick|naldel: die; - ; -n spezielle Nadel,
mit der man Speckstücke in Fleisch
einziehen kann
Spick|zet)tel: der; -s; ~ [schülersprl.] zu¬
hause vorbereiteter Zettel, von dem
man während einer Klassenarbeit ab¬
schreiben kann
Spie]gel: <faf.> der; -s; - 1 Gegenstand,
dessen Oberfläche so beschaffen ist,
daß sie das Bild von Personen u. Ge¬
genständen wiedergibt »sich im Spie¬
gel anschauen« 2 jmdm. einen Spiegel
Vorhalten: jmdn. deutlich u. direkt
auf Fehler, Schwächen hinweisen
Spiejgeljbild: das; -(e)s; -er a) Abbild,
das man im Spiegel seitenverkehrt
sieht b) <übertr.> Abbild von etw.;
Wiederspiegelung eines Zustandes
spie|gel|bild[lich: Adj. n. stg. seitenver¬
kehrt
spie|gel|blank: Adj. n. stg. so glänzend
u. sauber, daß man sich darin spiegeln
kann
Splejgeljei: das; -(e)s; -er in einer
Pfanne so gebratenes Ei, daß der Dot¬
ter ganz bleibt
Spiejgeljglas: das; -es; - besonders prä¬
parierte Glassorte, die sich besonders
zur Herstellung von Spiegeln eignet
sp]ejgel|glatt: Adj. n. stg. eben, glän¬
zend wie ein Spiegel»Nach dem Eisre¬
gen waren die Straßen spiegelglatt.«
spiejgeln: spiegelst; spiegeltest; hast ge¬
spiegelt 1 glänzen; reflektieren; ein
Bild zurückstrahlen 2 oibertr.) etw.
zeigen, darstellen 3 <Med.> eine medi¬
zinische Untersuchung mit einem
Spiegel vornehmen »den Magen spie¬
geln«
Spie|gal|re)flex|ka|me|ra —*■ Spiejgelj-
re|ftiex|ka(me|ra: die; - ; -s Fotoappa¬
rat mit eingebautem Spiegel, bei dem
man auf einer Mattscheibe ein ge¬
naues Bild von dem sieht, was das
Objektiv aufnimmt
Spie]gel|saal: der; -(ejs; -s'äle sehr gro¬
ßer Raum (in einem Schloß), an des¬
sen Wänden Spiegel angebracht sind
Spiajgel|schrank: der; -(e)s; -schränke
Schrank mit (mehreren) Türen, an de¬
nen außen (u. innen) Spiegel ange¬
bracht sind
Spje]gel|schrift: die; - ; - seitenver¬
kehrte Schrift, die man lesen kann,
wenn man das Blatt vor einen Spiegel
hält
Spie|gel|strich: der; -(ejs; -e waage¬
rechter Strich, mit dem Texte geglie¬
dert od. Aufzählungen markiert wer¬
den
Spie]ge!|te|!e|skop —* Spie|geljte|le|s|-
kop: das; -(ejs; -e in der Astronomie
verwendetes, mit Spiegeln versehenes
Fernrohr
Spie|ge|lung/Spieg]lung: die; - ; -en a)
Herstellung eines Abbildes mit einem
Spiegel »Darmspiegelung ♦ Luft¬
spiegelung« b) das Abgebildetwerden
c) Bild, das ein Spiegel zeigt, das
durch eine Spiegelung (a) entsteht
spje|gel|veijkehrt: Adj. n. stg. seitenver¬
kehrt; rechts u. links vertauscht
Spieg|lung/Spje|gejhmg: die; - ; -en a)
Herstellung eines Abbildes mit einem
Spiegel b) das Abgebildetwerden c)
Bild, das ein Spiegel zeigt, das durch
eine Spieglung (a) entsteht
Spiel: das; -(ejs; -e 1 a) unterhaltende
Beschäftigung zum Zeitvertreib b) für
ein Spiel (la) geschaffene, kreierte,
verkaufte Gegenstände (oft Brett¬
spiele mit Zubehör) 2 a) sportliche
Veranstaltung (zur Unterhaltung) b)
musikalische Veranstaltung (zur
Unterhaltung) c) Sendung im Fernse¬
hen; Aufführung im Theater 3 Hand¬
lung, die nicht ernstgemeint ist 4 (ein¬
zelnes) Glücksspiel mit Geldeinsatz
(in der Hoffnung, etw. zu gewinnen) 5
auf dem Spiel stehen: es droht Ge¬
fahr für etw. »Bei den Verhandlungen
steht der Frieden auf dem Spiel, wenn
man keine Einigung erzielt.« 6 (mit
jmdm., einer Sache) leichtes Spiel
haben: etw. schnell u. ohne Schwie¬
rigkeiten erledigen können 7 ein Spiet
mit dem Feuer sein: nicht ungefähr¬
lich, sondern risikoreich sein »Deine
Spekulationen an der Börse sind ein
Spiel mit dem Feuer.« 8 das Spiel ver¬
loren geben: eine aussichtslose Sache
aufgeben 9 das Spiel zu weit treiben:
es bei einer Sache übertreiben, über
das Maß des Erlaubten hinausgehen
10 etw. aufs Spiel setzen: eine Ge¬
fahr, ein Risiko eingehen 11 (mit) im
Spiel sein: dabei sein, mitmachen;
eine Funktion, Rolle od. Bedeutung
haben 12 jmdn., etw. aus dem Spiel
lassen: etw. od. jmdn. heraushalten,
nicht mit hineinziehen 13 genug des
grausamen Spiels!: [scherzh.] jetzt ist
Schluß, wir müssen damit aufhören
14 das Spiel zeigt den Charakter: wie
jmd. spielt, ob er gut verlieren, recht¬
zeitig aufhören kann o. ä., läßt
Schlüsse auf den Charakter des Spie¬
lers zu 15 das beste Spiel heißt: Sieh
zu!: gilt für das Glücksspiel, wer nur
zusieht, kann nie verlieren 16 es spie¬
len sich eher zehn Leute arm als ei¬
ner reich: beim Spiel kann man
schnell verlieren, arm werden, aber
nur selten reich
Spiel[ab|bruch: der; -(ejs; -abbrüche
<Sport> Beendigung eines Mann¬
schaftsspiels vor Ende der regulären
Spielzeit
Spjeljart: die; - ; -en a) Abart, Sonder¬
form von etw. b) <Bio.> kleine Abwei¬
chungen in Farbe o. ä. innerhalb einer
Art
Spial[au|to|mat: der; -en; -en Gerät, bei
dem jedes Spiel Geld kostet u. bei
dem Geldgewinne möglich sind
Spieljball: der; -(ejs; -bälle 1 a) für Ball¬
spiele benutzter Ball b) <Tennis>
Punkt, der zum Gewinn des Spiels
führt 2 <übertr.> Person od. Sache, die
etw. od. jmdm. hilflos ausgeliefert ist
spieljban Adj. n. stg. so geartet, daß es
gespielt werden kann
Spjel|brett: das; -(ejs; -er 1 mit den nö¬
tigen Feldern u. Markierungen verse¬
henes Brett für ein Brettspiel 2 <Sport>
Brett hinter dem Korb beim Basket¬
ball
Spiel|do|se: die; ~ ; -n mechanisches,
aufziehbares Gerät in Form einer Do¬
se od. eines Kastens, das eine od.
mehrere Melodien abspielen kann,
Syn.: Spieluhr
spiejlen: spielst; spieltest; hast gespielt 1
a) sich zur Unterhaltung (mit etw., ei¬
nem Spiel) beschäftigen »Wir spielen
Karten.« b) etw. (meist) unbemerkt
hin- u. her bewegen »mit den Knöpfen
spielen« 2 Sport treiben, sich sportlich
betätigen »Basketball spielen« 3 den
Umgang mit einem Musikinstrument
beherrschen »Flöte spielen« 4 a) (im
Theater) eine Rolle verkörpern »Er
spielt den Romeo.« b) inszenieren, zur
Aufführung bringen »Welches Stück
wird heute gespielt?« 5 einem Glücks¬
spiel verfallen sein 6 was wird hier
gespielt?: was geschieht hier, geht
vor?
spjejlend: Adj. n. stg. 1 gerade mit Spie¬
len beschäftigt 2 lacht, ohne Anstren¬
gung
Spiejlen der; -s; - weibl. Spig]le|rin: die;
- ; -nen a) Person, die an einem Spiel
beteiligt ist b) [abwert.] Person, die
eine Vorliebe für Glücksspiele hat u.
dabei oft viel verliert c) Person, die
ein Musikinstrument beherrscht d)
kurz für Schauspieler(in) »Die Spieler
haben heute ihr Können gezeigt.«
Spie|le|rei: die; ~ ; -en 1 o. PI. ständiges
Herumspielen »Laß jetzt die Spielerei,
mach deine Arbeit.« 2 mit Leichtigkeit
von der Hand gehende Arbeit 3 für
die Funktionalität von etw. ohne Be¬
lang; zusätzlicher Schnickschnack
1084
Spindel
spie|le|risch: Adj. 1 a) mit Leichtigkeit;
etw. als Spiel betrachtend b) nicht
ernsthaft; alles leicht nehmend 2 die
Fähigkeiten, das Können bei einem
Spiel betreffend
Spielfeld: das; -(e)s; -er a) einge¬
grenzte, markierte Fläche für Spiele
im Bereich des Sports b) bedruckter,
markierter Bereich eines Brettspiels
Sp|el|film: der; -(e)s; -e Film, mit von
Schauspielern gestalteter, weitgehend
erdachter Handlung, Ant.: Doku¬
mentarfilm
spiel|freu|dig: Adj. gern spielend; Freu¬
de am Spiel habend
Spjel|füh|rer: der; -s; • weibl. Spiel|füh|-
re|rin: die; - ; -nen <Sport> bei Mann¬
schaftsspielen der Kapitän
Spje||geld: das; -(e)s; - 1 Einsatzchips
o. ä. bei Glücksspielen 2 für Spiele
entworfene u. nergestellte Geld¬
scheine, die bei einigen Gesellschafts¬
spielen benötigt werden
Spiel|hdl|le: die; - ; -n [abwert.] Räume,
in denen (illegale) Glücksspiele statt¬
finden
Spiel|ka|me|rad: der; -en; -en weibl.
Sp]el|ka|me|ra|din: die; - ; -nen Kind,
das mit einem anderen (häufig) spielt
Spiel|kar|te: die; -; -n einzelne Karte ei¬
nes Kartenspiels
Spiel|ka|si|no: das; -s; -s (staatlich lizen¬
ziertes) Unternehmen mit Räumlich¬
keiten, in denen Roulette u. andere
Glücksspiele gespielt werden
Spjel|lei|den|schaft: die; - ; -en starker
Hang zu Gesellschaftsspielen od. zum
Glücksspiel
Spiel|lei|ter: der; -s; - weibl. Spiel|lei|-
te]rin: die; ~ ; -nen a) Person, die
Schauspielern Anweisungen gibt b)
Person, die Spiele mit verschiedenen
Kandidaten durchführt
Spiel|ma|cher: der; -s; - weibl. Sp|el|-
ma|che|rin: die; -; -nen <Sport> Spiele¬
rin), der/die durch seinen/ihren Ein¬
satz den Ablauf des Spiels entschei¬
dend beeinflußt
Spiel|mann: der; -(e)s; -leute 1 <hist.>
herumziehender Musikant im Mittel¬
alter 2 Angehöriger eines Spiel¬
mannszuges
Splel|marlke: die; - ; -n kleiner Plastik¬
chip, der beim Spielen das Geld er¬
setzt
Spiellplan: der; -(e)s; -plane 1 a) Liste
der in der gesamten Spielzeit aufge¬
führten Stücke eines Theaters b) Liste
der Aufführungen innerhalb eines be¬
stimmten Zeitraums 2 (Sport) Veran¬
staltungskalender für die Veranstal¬
tungen einer Spielzeit
Spiel|platz: der; -es; -platze für Kinder
angelegtes Gelände im Freien, das
mit Sandkästen u. Spielgeräten aus¬
gestattet ist
SpMjraum: der; -(e)s; -räume a) Platz
zwischen aneinanderstoßenden od.
ineinandergreifenden Gegenständen
b) <übertr.> geistige Bewegungsfrei¬
heit; Interpretationsmöglichkeiten
Spiel|re|gel: die; - ; -n a) Vereinbarung,
an die sich die Spieler eines Spiels hal¬
ten müssen b) <übertr.> gesellschaftli¬
che Übereinkunft »In dieser Branche
gelten bestimmte Spielregeln.«
Spjel|sajchen: die (PL) alle Gegenstän¬
de, mit denen Kinder sich beschäfti¬
gen, die zum Spielen für Kinder her¬
gestellt werden, Syn.: Spielzeug
Spjel|schuld: die; - ; -en (m. PI.) beim
Glücksspiel entstandene finanzielle
Verpflichtung
spielstark: Adj. (Sport) leistungsfähig
im Mannschaftsspiel
Sp]el|tag: der; -(e)s; -e Tag, an dem
mehrere Spiele einer Sportart ausge¬
tragen werden »Heute war der erste
Spieltag der Fußball-Bmdesliga.«
Spieltisch: der; -(e)s; -e 1 a) Roulette¬
tisch o. ä. in einem Kasino b) kleiner
Tisch, an dem Karten- od. Brettspiele
gespielt werden 2 <Musik> Teil einer
Orgel, der vom Spieler bedient wird
Spiel|uhr: die; -; -en mechanisches, auf¬
ziehbares Gerät in Form einer Dose
od. eines Kastens, das eine od. mehre¬
re Melodien abspielen kann, Syn.:
Spieldose
Spiel|ver|der|ber: der; -s; • weibl.
Spiel|ver]dei]be|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die anderen den Spaß an etw.
verdirbt, weil sie nicht mitmacht od.
schlechte Laune hat
Spiel|ver|ei|ni|gung: die; - ; -en (oft Teil
des Namens für einen) Sportverein,
der Mannschaftsspiele betreibt
Spiel|wa|ren: die (PI.) alle Arten von
Kinderspielzeug, die im Geschäft ver¬
kauft werden
Sp|el|wa|ren|in|du|strie —»■ Splel|wa|-
ren|in|du|s|t|rie: die; - ; -n Herstellung
u. Vertrieb von Kinderspielzeug
Spiel|wei|se: die; - ; -n (meist Sport) Art
zu spielen
Spiel|werk: das; -(e)s; -e Teil der Spiel¬
dose, der eine Melodie erzeugt
Spiel|wie|se: die; - ; -n 1 grasbewach¬
sene Fläche für Spiele im Freien 2
(übertr.) für jmdn., etw., ein Vorha¬
ben besonders geeignetes Gebiet, Tä¬
tigkeitsfeld
Spjel|zeit: die; - ; -en 1 a) Zeitraum, in
dem Veranstaltungen, (Theater-)Auf-
führungen stattfinden b) Zeitab¬
schnitt, den eine Filmvorführung
dauert 2 (Sport) a) Zeit, die ein be¬
stimmtes Spiel andauert b) Meister¬
schaftssaison
Sp]el|zeug|ei|sen|bahn: die; - ; -en
kleine, oft originalgetreue Nachbil¬
dungen von Loks, Waggons u. Schie¬
nen zum Spielen
Spiel|ziirt|mer. das; -s; ~ Raum mit
Spielzeug, in dem gespielt wird
Sp]eß: der; -es; -e 1 a) lange, spitze Stan¬
ge (mit Griff), mit deren Spitze etw.
durchbohrt u. so auf den Stab aufge¬
steckt wird b) (Kochk.) langer, dün¬
ner, spitzer Stab, auf den Fleischstük-
ke, Gemüse u. ä. aufgesteckt u. dann
zubereitet werden 2 <Milit.) [ugs.]
Kompaniefeldwebel »Der Spieß hat
uns ständig angebrüllt.« 3 den Spieß
umdrehen, umkehren: [ugs.] sich an
jmdm. auf gleiche Art u. Weise rä¬
chen
Spieß|bock: der; -(e)s; -bocke <Jagd>
junger Bock, bei dem das Geweih
noch nicht verzweigt ist
Sp|eß|bür|geR der; -s; - weibl. Spjeß|-
bür)ge|rin: die; ~ / -nen [abwert.] klein¬
lich denkender, sich an die gesell¬
schaftlichen Normen anpassender,
auf das Urteil von anderen (zu viel)
Wert legender Mensch
spieß|bür|ger|lich: Adj. [abwert.] sich
wie ein Spießbürger gebend; kleinlich
denkend
Spjeß|bürjgeijtum: das; -s; - 1 alle
Spießbürger 2 Lebensweise u. An¬
sichten des Spießbürgers
Spießer: der; -s; ~ weibl. Spie|Be|rin:
die; - ; -nen 1 [ugs.; abwert.] an die ge¬
sellschaftliche Norm übermäßig an¬
gepaßter Mensch 2 nur männl. Form
<Jagd> junger Bock, bei dem das Ge¬
weih noch nicht verzweigt ist
sp]e|ßer|haft Adj. spießerhafter; spie¬
ßerhafteste wie ein Spießer handelnd
spjf|ße|risch: Adj. kleinkariert, engstir¬
nig handelnd, wie ein Spießer
Spjeß|ge|sei|le: der; -n; -n weibl. Spjeß|-
ge|sel|lin: die; * ; -nen 1 nur männl.
Form [verait.] Kamerad; Waffenbru¬
der 2 [ugs.] Mittätern), Mitschuldi¬
ge^) an einem Verbrechen
spießig: Adj. [abwert.; ugs.] kleingeistig
u. überaus konventionell
Spießig|keit: die; - ; -en (PI. s.) [ugs.;
abwert.] spießbürgerliches Verhalten
SpieB|ru|te: die; - ; -n 1 spitzer, dünner
Zweig 2 Spießruten laufen: a) (hist.)
das Laufen durch eine Gasse, gebildet
von mit je einer Gerte bewaffneten
Kameraden, die einem Delinquenten
auf den nackten Rücken schlugen, als
Strafe beim Militär b) (übertr.) das
Vorbeigehen an vielen Leuten, von
denen man mit kritischen u. spötti¬
schen Blicken betrachtet wird
SpieB|ru|ten|lau|fen: das; -s; - a) (hist.)
das Laufen durch eine Gasse, gebildet
von mit je einer Gerte bewaffneten
Kameraden, die einem Delinquenten
auf den nackten Rücken schlugen, als
militärische Strafe b) (übertr.) das
Vorbeigehen an vielen Leuten, von
denen man mit kritischen u. spötti¬
schen Blicken betrachtet wird
Spike: <engl.> /ßpaik/ der; -s; -s 1 dem
besseren Halt dienender spitzer Stahl¬
stift in der Sohle von Laufschuhen
od. im Profil von Reifen 2 m. PI.
(Sport) in der Leichtathletik verwen¬
deter Laufschuh mit spitzen Stahlstif¬
ten unter der Sohle 3 (in Deutschland
verbotener) Autoreifen mit hervorste¬
henden kurzen Stahlstiften
Spike|rei|fen/Spjkes|rei|fen: /ßpaik-/
der;-s; - früher verwendeter Autorei¬
fen mit eingelassenen Stahlspitzen
spil|le|rig/spill|rig: Adj. [norddt.] extrem
dünn, mager
Spin: der; -s; -s 1 (Physik) Eigendrehim¬
puls speziell bei den Elementarteil¬
chen od. Atomkernen 2 (Sport)
Schlag, Stoß od. Wurf, der einem Ball
od. einer Kugel gleichzeitig Ge¬
schwindigkeit u. Drehung gibt
Spi|nat: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e Ge¬
müsepflanze, von der die kräftig grü¬
nen Blätter ganz od. sehr klein zer¬
hackt gegessen werden können
Spi|natjwach|tel: die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert.] unansehnliche, ältere Frau
Spind: <lat.> der u. das; -(e)s; -e schma¬
ler, abschließbarer Schrank in einer
Reihe mit anderen (z. B. beim Militär,
in Umkleidekabinen)
Spin|del: die; - ; -n 1 sich drehender
länglicher Stab am Spinnrad od. an
Spinnmaschinen, auf den das gespon¬
nene Garn aufgewickelt wird 2 (Tech-
1085
spindeldürr
nik> zur Übertragung von Drehbewe¬
gungen verwendete Welle mit einem
Gewinde 3 <Bauw.> Mittelteil einer
Wendeltreppe 4 Gerät zur Messung
des Frostschutzmittelanteils im Kühl¬
wasser von Kraftfahrzeugen
spirt|del|dürr. Adj. n. stg. tübertr.» ex¬
trem schlank, mager
Spi|nett: <it.> das; -(e)s; -e Tasteninstru¬
ment im 16. u. 17. Jhd.
Spinfne: die; -; 1 Tier in unterschied¬
lichen Arten u. Größen mit einem ge¬
drungenen Körper u. acht mehrglied¬
rigen, langen Beinen, das Spinndrü¬
sen zur Erzeugung feiner, klebriger
Fäden besitzt, mit denen es feine Net¬
ze spinnt, in denen es kleinere Tiere
(besonders Insekten) längt, diese
dann mit Fäden einwickelt u. frißt 2
kurz für Wäschespinne = Gerät mit
vier Stangen, Armen, über die in meh¬
reren Reihen eine Wäscheleine ge¬
spannt ist 3 Pfui Spinne: Ekel, Ab¬
scheu ausdrückender Ausspruch
spin|ne|feind: Adj. n. stg. in der Wen¬
dung jmdm. spinnefeind sein —*
jmdm. Spinnefeind sein: [ugs.] jmdn.
nicht ausstehen können
sp]n|nen: spinnst; spann'e)st; hast ge¬
sponnen 1 (mit einem Spinnrad) zu
Garn verarbeiten » Wir spinnen selbst
Schafswolle.« 2 [ugs.] a) Unsinn er¬
zählen; verrückt sein »Der spinnt ja!«
b) unrealistische Zukunftspläne auf¬
stellen, schmieden
Spin|nen[ge|we|be: das; -s; - aus feinen
Fäden gesponnenes Netz der Spinne
Spin|nen|netz: das; -es; -e von der
Spinne mit Fäden aus ihrer Spinn¬
drüse hergestelltes Gewebe
Spin|nen der; -s; - weibl. Spin|nejrin:
die; - ; -nen 1 Arbeiterin) in einer
Spinnerei 2 nur männl. Form <Zool.>
Angehöriger der Schmetterlingsfami¬
lie, deren Raupen sich vor der Ver¬
puppung in einen Kokon einspinnen
3 Person, die Gesprächsbeiträge lie¬
fert, die man nicht ernst nehmen kann
4 nur männl. Form beweglicher,
künstlicher Angelköder (in Fisch-
fortn) zum Fang von Raubfischen
spininert: Adj. [süddt.] ein bißchen ver¬
rückt, spleenig
Sp[nn|rad: das; -(e)s; -rüder Gerät zur
Herstellung von Fäden aus (Woll-)
Fasern
Spi|no|zjs|mus: der; - / - <Philosophie>
auf den niederländischen Philoso¬
phen B. Spinoza zurückgehende
Denkrichtung, Lehre
Spi[no|zist’ der; -en; -en weibl. Spi|no|-
zi|stin —> Spilno|zis|tir>: die; - ; -nen
<Philosophie> Anhähger(in) der Lehre
Spinozas
spi|no|zf|stisch —> spi|no|zis|tisch:
Adj. n. stg. <Philosophie> vom Spino-
zismus abgeleitet, ihm zuzuordnen
Spi|on: <il» der; -(e)s; -e weibl. Spio|nin
—* Spi(o(mn: die; - ; -nen 1 Person,
die versucht, (in einem fremden
Land) geheime Informationen zu be¬
kommen u. an jmdn. weiterzugeben;
Agent 2 nur männl. Form Beobach-
tungs-, Sichtglas in der Tür
Spio|na|ge —» Spifo|na|ge: <it.-fr.>
/spionasehe/ die; - ; - (gezieltes) Aus¬
kundschaften von Geheimnissen für
eine fremde Macht »Spionage betrei¬
ben«
Spio|na|ge|ab|wehr—* Spi|ojnajge)ab|-
wehr: /spionasehe-/ die; ~ ; - <Pol.> Or¬
ganisation, die das Auskundschaften
von Staatsgeheimnissen im eigenen
Land durch fremde Nationen unter¬
binden soll
Spio|na]ge|ap|pa|rat —» Spi|o|na|ge|-
apjpafrat: /spionasehe-/ der; -(e)s; -e
<Pol.> alle Institutionen u. Personen,
die Staatsgeheimnisse von anderen
Ländern auskundschaften sollen
Spio|na|gejnetz —» Spi|o|najge|netz:
/spionasehe-/ das; -es; -e <Pol.> alle
koordinierten Agenten
spiojnjejren —» spilo|niefren: spi¬
onierst; spioniertest; hast spioniert a)
als Geheimagent für ein Land arbei¬
ten »Im Krieg hat er für Frankreich
spioniert.« b) heimlich versuchen, etw.
herauszufinden
Spt|ral|boh[rer. der; -s; - <Technik> spe¬
ziell geformter Bohrer
Spi|ra|le: <gr.-lato die; - ; -n 1 Schraublt-
nie od. Gegenstand in dieser Form 2
<übertr.> sich immer weiter entwik-
kelnder, steigernder Sachverhalt 3
<Med.> in die Gebärmutter eingeführ¬
ter Einsatz zur Empfängnisverhütung
Spijral)felder: die; - ; -n elastische, spi¬
ralförmig gewundene Metallfeder
spi|ral|för|mig: Adj. n. stg. gewunden
wie eine Spirale
Sp[|rifc (lat.-fr.-engb /ßpirit/ der; -s; -s
Geist
Spi|ri|tis|mus: dal.-fr.-engl.> der; - ; -
Lehre von den Geistern, dem Über¬
sinnlichen; Beschwörung von Gei¬
stern
Spi|ri|tist: dato der; -en; -en weibl. Spi|-
ri(tl|stin —» Spi|rijtis|tin: die; - ; -nen
Person, die an Geisterbeschwörung
glaubt
spi|ri|ti)stisch —* spi|ri(tis|tisch: dato
Adj. n. stg. zur Geisterbeschwörung
gehörend; dem Spiritismus zuzuord¬
nen
Spi|ri|tua|lis|mus —» Spi|ri(tu|a|lisjmus:
dat.-fr.-englo der; - ; - Lehre, die das
Wirkliche als geistige Erscheinungs¬
form versteht
spi|r:|tujell: dat.-fro Adj. a) geistig b)
geistlich
spi|ri)tu|ös/spifri|tu|ps: dat.-fro Adj. n.
stg. Weingeist enthaltend, mit Alko¬
hol
Spi|ri|tugjse —» Spi|riMojse: dat.-fro
die; - ; -n (starkes) alkoholisches Ge¬
tränk »Der Verkauf von Spirituosen
an Jugendliche ist verboten.«
Spi|ri|tus: dato der; Sorten) -se
Weingeist; Alkohol
Spjlrijtus fajmi|lia|ris: dato der; - ; -
[geh.] Vertrauter des Hauses; guter
Geist der Familie
Spi|ri|tus Sancjtus: dato der; - ~ ; - <Re¬
ligion> der Heilige Geist
Spi|ri{tuslbren|rte|rei: die; - ; -en
Schnapsdestillerie; Fabrik, Produkti¬
onsstätte für Schnaps
Spi|ri|tusjko|cher. der; -s; - transpor¬
tabler, einfacher, kleiner Kocher, der
als Heizmaterial Spiritus benutzt
Spiiri|tus|lam|pe: die; - ; -n Lampe mit
Docht, der mit Spiritus gespeist wird
Spiirojmettrie —> Spi|ro|me|t|fie: die;
•; - <Med.> Messung der Atmung
Spi|tal: dato das; -s; Spitäler 1 Kranken¬
haus 2 Altersheim 3 [veralt.] Armen¬
haus
Spi|tats|arzt: der; -(e)s; -ärzte weibl.
Spi|tais|ärzftin: die; ~ ; -nen [österr.]
im Krankenhaus angestellte(r) Medi¬
zinerin)
Spi|ta!s|ko|sten —> Spi|tals|kos(ten:
die (PI.) Kosten einer Behandlung im
Krankenhaus
Spit|tel: das u. [Schweiz.] der; -s; -
Krankenhaus
Spitz: der; -es; -e 1 <Zool.> Hunderasse
mit kleiner, spitzer Schnauze 2
[landsch.] leichter Schwips 3
[Schweiz.] Spitze 4 [österr.] a) kurz jur
Zigarren- od. Zigarettenspitze b) kurz
für <Kochk.> Tafelspitz
spitz: Adj. spitzer; spitzeste 1 a) (zu einer
Seite hin) immer schmaler werdend,
so daß man sich daran stechen kann
»Für das Einschneiden der Plastikfolie
benötigt man ein spitzes Messer.« b) in
einem Winkel von weniger als 90°
aufeinanderzulaufend öberschneiden
»Mein neuer Pulli hat einen spitzen
Ausschnitt.« c) <Winkel> weniger als
90° 2 kurzes, lautes Geräusch, Ton
hoher Frequenz 3 leicht anzüglich sti¬
chelnd »Mach nicht immer so spitze
Bemerkungen.«
Spitz|bart: der; -(e)s; -härte 1 Bart am
Kinn, der nach unten spitz zusam¬
menläuft 2 Mann, der einen Spitzbart
trägt
spitz|bär|tig: Adj. einen spitz zulaufen¬
den Kinnbart tragend
Spjtz(bauch: auchder; -(e)s; -bäuche
spitz herausstehender, zulaufender
Bauch
spitz|be|kom|men: bekommst spitz; be¬
kamt e) st spitz; hast spitzbekommen
[ugs.] dahinterkommen; etw. heraus¬
finden
Spitzjbojgen: der; -s; -bögen <Archit.>
oben spitzzulaufender Bogen
Spjtz|bo|gen|fen|ster—»Spitz|bo|gen|-
fensjter: das; -s; - Fenster, dessen
oberer Abschluß einen spitzen Bogen
bildet, spitz zuläuft
spitz|bo|gig: Adj. n. stg. mit einem spit¬
zen Bogen ausgestattet; einen spitzen
Bogen bildend
Sp]tz|bu|be: der; -n; -n 1 [abwert.] Gau¬
ner; Betrüger; Dieb 2 gewitzter,
durchtriebener Junge, Mann; Schlin¬
gel 3 [österr.] Gebäcksorte, die aus
mit Marmelade aufeinandergeklebten
Plätzchen besteht
Spitz|bü|bejrei: die; - ; -en kleine Gau¬
nerei, Dieberei
spjtz|bü|bisch: Adj. 1 verschmitzt,
schelmisch »Der alte Mann lächelte
spitzbübisch.« 2 [veralt.} diebisch; be¬
trügerisch
Spit|ze: die; - ; -n 1 schmal zusammen¬
laufendes Ende von etw. »die Spitze
des Stiftes« 2 führende Position;
Menschen, die ein Unternehmen ge¬
meinsam leiten »die Spitze der Firma«
3 besondere Leistung »Das war die
absolute Spitze.« 4 boshafte, ironische
Anspielung, Bemerkung 5. etw. auf
die Spitze treiben: bis zum Äußersten
gehen 6 nur die Spitze des Eisbergs
sein: nur der Anfang von etw. Negati¬
vem sein
1086
Spontanheilung
spitfze: Adj. n. stg.; n. dekl. [ugs.] super;
toll
Spit|zel: der; -s; - Person, die für jmdn.
spioniert, etw. auskundschaftet u. an
Feinde, Gegner verrät »Die Polizei
hat Spitzel gegen die Bande einge¬
setzt.« Syn.: Spion; Agent
spit|zeln: spitzelst; spitzeltest; hast ge-
spitzelt etw. auskundschaften, her¬
ausfinden; sich als Spitze! betätigen
spit|zen: spitzt; spitztest; hast gespitzt 1
a) mit einer Spitze versehen »einen
Bleistift spitzem b) die Lippen stark
nach vorn stülpen c) <übertr.> auf¬
merksam zuhören »Spitz mal deine
Ohren!« 2 [ugs.] sich auf etw. freuen;
etw. erhoffen 3 [ugs.] aufmerksam auf
etw. achten, aufpassen
Spit|zan|blu|se: die; - ; -n Oberbeklei¬
dungsstück für Frauen u. Mädchen,
hergestellt aus/mit Spitze
Spit|zen|deck|chen: das; -s; - gehäkelte
o. ä. Unterlage für Zierrat in der
Wohnung
Spit)zen|er|zeugjnis: das; -ses; -se
<Wirt.> Produkt von sehr hoher Quali¬
tät
Spit|zen|funk|tio|när—* Spit|zen|f unk -
ti|o|när: der; -s; -e weibl. Spit|zen-
funk|tio|nä|rin —> Spit[zen|funk|ti|o -
nä|rin: die; ~ ; -nen Mitglied der ober¬
sten Führung (in einer politischen,
wirtschaftlichen, sportlichen o. ä.
Einrichtung)
Spit|zen|kan|di|dat der; -en; -en weibl.
Spit|zen|kan|di)dajtln: die; ~ ; -nen
Person, die auf dem ersten Platz einer
Wahlliste steht
Sp|t)zen|klas|se: die; - ; -n 1 kleine
Gruppe der Besten auf einem Gebiet
2 allererste Qualität
Sp[t|zen|kfin|ner. der; -s; - weibl. Sprt|-
zen|kön|ne|rin: die; - ; -nen großes
Talent auf einem Gebiet; Person, die
etw. besonders beherrscht
Spit|zen|lei|stung —> Spit|zen|leis|-
tung: die; ~ ; -en herausragende, her¬
vorstechende Leistung
Spjt|zen|lohn: der; -(ejs; -löhne höch¬
ste, sehr gute Bezahlung
Spit|zen|po|li|tl|ken der; -s; - weibl.
Spit|zen|po|li|ti|kefrin: die; - / -nen be¬
deutende^), hervorragende^), ausge¬
zeichnete^) Politikerin)
Sptt)zen]po|si|ti|on: die; - ; -en 1 höchste
Stelle innerhalb einer Hierarchie 2 lei¬
tende Stellung
Sp|t|zen|spiel: das; -(e)s; -e <Sport>
Wettkampf zweier ausgezeichneter
Mannschaften
Spit|zen|stoB: der; -es; -stoße <Fußball>
nur mit der Fußspitze getretener Ball
Spit|zen|tanz: der; -es; - <Ballett> Tanz¬
schritte, die nur auf den äußersten
Fußspitzen stehend ausgeführt wer¬
den
Spit|zenttech|no|lo|gle: die; - ; -n
höchstentwickelte Technik
Sptt)zen|ziBit: die; -en; -en 1 Zeitraum
mit der größten Nachfrage nach etw.
2 <Sport> Bestzeit; schnellste Zeit
Spitjzer: der; -s; - [ugs.] kurz für Blei-
s'tiftanspitzer
spitz[fin|dig: Adj. [abwert.] kleinlich un¬
terscheidend
Spitz|Rn|dig|keit: die; ~ ; -en a) o. PL
haarspalterisches Verhalten b) über¬
trieben genaue Unterscheidung
Spitz|ge|win|de: das; -s; - <Technik>
sich zu einer Seite verjüngendes Ge¬
winde
Spitz|hacke (Spitz|Hak|ke —*• Spitz|-
ha|cke): die; ~ ; -n Werkzeug mit einer
Metallspitze an einem langen Stiel
spitjzig: Adj. 1 in einer Spitze auslau¬
fend 2 [ugs.] dünn; ausgezehrt;
schmal
Spitz|kohl: der; -(ejs; - <Bot.> Kohl¬
kopf, bei dem die Blätter oben eine
Spitze bilden
spitz[krie|gen: kriegst spitz; kriegtest
spitz; hast spitzgekriegt [ugs.] heraus-
fmden; gewahr werden
Spitz|maus: die; * ; -mause 1 <Zool.>
kleines Nagetier mit spitz zulaufender
Schnauze 2 [ugs.; abwert.] weibliche
Person mit einem mageren Gesicht
Spitz|na|me: der; -n; -n zusätzlicher Na¬
me, Bezeichnung, die jmd. aufgrund
einer Eigenschaft o. ä. erhält
Spftz|we|ge|iich: der; -(ejs; - kleine
Pflanze mit langen, schmalen Blättern
u. langstieliger Blütenähre
sp|tz|win|ke|lig/spitzfwink|lig: Adj. ei¬
nen spitzen Winkel, einen Winkel un¬
ter 90° bildend; in einer Spitze zusam¬
menlaufend
SpHz|zün|gig|keit: die; - ; - das Reden
mit scharfer Zunge, pointierten Be¬
merkungen
SpkVSpK: Abk. Sparkasse
SPkt: Abk. <Post> Schnellpaket
Spleen: (gr.-lat.-engl.> /ßplin/ der; -s; -e
u. -s (ursprünglich krankhafte) Ma¬
rotte, Verrücktheit »Du hast doch ei¬
nen Spleen! ( — Du bist ja verrückt!)«
splee|nig: dat.-englo /ßplinig/ Adj.
schrullig u. etw. verschroben
Spleelninlkeit: /ßplinigkeit/ die; ~ ; -en 1
o. PL überspannte, verschrobene Art
2 sonderbarer Einfall, (überspannte)
Idee
splei|ßen: spleißt; spliß(es)t; hast ge¬
splissen —»alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 Holz o. ä. spalten 2
[seemannssprl.] Kabel- od. Tauenden
miteinander verflechten
splen|did: Adj. splendider; splen¬
did) ejs te 1 [geh.; veralt.] spendabel;
großzügig 2 [geh.; veralt.] wertvoll u.
prächtig 3 <Druckw.> mit großen Ab¬
ständen u. breiten Rändern im Text
gesetzt
Splint: der; -(ejs; -e 1 <Technik> Metall¬
stift zur Sicherung von Schrauben u.
Bolzen 2 o. PL äußeres, weiches Holz
eines Stammes
Splint|holz: das; -es; -hölzer weiche
Holzschicht unter der Baumrinde
SpilB—* Spliss: der; Splisses; - Aufrau¬
hung des (strapazierten) Haares
Spljtt: der; -(ejs; - u. (Sorten) -e grob
zerkleinerte Steine, die als Straßenbe¬
lag verwendet werden
spi$t|ten: <niederl.-engl.> splittest; splitte¬
test; hast gesplittet aufspalten, -teilen
Split|ter: der; -s; - spitzes, kleines
Bruchstück von Glas, Stein, Holz o. ä.
Spljtjterjbruch: der; -(ejs; -brüche
<Med.> Form des Knochenbruches in
viele kleine Stücke, nicht glatt zerbro¬
chen
spUt|terffa|serjnackt: Adj. n. stg. [ugs.]
ganz ohne Bekleidung, Syn.; splitter¬
nackt
split|ter|frei: Adj. n. stg. beim Zerbre¬
chen keine Splitter entstehen lassend
Splft|terfgnip|pe: die; ~ ; -n <Pob kleine
Gruppe von Leuten mit häufig radi¬
kalen, politisch extremen Ansichten,
die sich von einer größeren Gruppie¬
rung unterscheidet
split|te|rig/splftt[rig: Adj. 1 mit Splittern
bedeckt 2 leicht in Splitter zerfallend
sp)it|ter|nackt: Adj. n. stg. [ugs.] ganz
ohne Bekleidung, Syn.: splitterfaser¬
nackt
Split|ter|parftei: die; - / -en <Pob kleine
politische Interessensgemeinschaft
(die sich von einer größeren Partei ge¬
löst hat)
Splitting: <engL> das; -s; -s 1 o. PL <Steu-
erw.) Berechnungsverfahren für die
zu zahlenden Steuern bei Ehepart¬
nern 2 <Wirt.> Teilung eines Wertpa¬
piers, bei dem der Kurs stark gestie¬
gen ist 3 <Pol.> Aufteilung der Erst- u.
Zweitstimme auf unterschiedliche
Parteien
splitt|rig/splitjte|rig: Adj. 1 mit Splittern
bedeckt 2 feicht in Splitter zerfallend
SPÖ: Abk. Sozialistische Partei Öster¬
reichs
Spo|du|men: <gr.-lato der; -s; -e Mine¬
ralgestein, das zu Schmuck verarbei¬
tet wird
Spojjler: tengh der; -s; - 1 <meist Auto>
zusätzliches Verkleidungsteil aus
Blech od. Kunststoff zur Verbesse¬
rung der Bodenhaftung od. wegen der
sportlichen Optik 2 verlängerter
Schaft beim Skistiefel 3 zur Verände¬
rung der Luftströmungsverhältnisse
an der Tragfläche eines Flugzeugs an¬
gebrachte Klappe
Spö|ken|kiejken der; -s; • weibl. Spöj-
ken|kie|ke|rin: die; - ; -nen [norddt.] 1
Hellseher(in); Geisterseher(in) 2
[ugs.] pessimistischer, immer Schlech¬
tes voraussehender Mensch
Spö|ken|kie|ke|rei: die; - ; -en [norddt.]
Hellseherei; Geisterseherei
Spon[gia: <gr.-lato die; - ; Spongien
jspongkn/ <Bio.> Schwamm
spon|gi|ös: <gr.-lato Adj. <Med.>
schwammartig
sponsern: tenglo sponserst; sponsertest;
hast gesponsert finanziell fördern, un¬
terstützen; als Sponsor fungieren
Spon|si|on: dato die; ~; -en [österr.] Fei¬
er anläßlich der Verleihung des aka¬
demischen Magistertitels
Spon|son dat.-engl.> der; -s; Sponsoren
1 Person od. Firma, die etw.~od.
jmdn. finanziell fördert, mit Geld un¬
terstützt 2 Person od. Firma, die eine
Radio- od. Fernsehsendung finan¬
ziert, die zu Werbezwecken genutzt
wird
Spon|sor|achaft: die; - ; -en finanzielle
Unterstützung durch einen Gönner
spon|tan: dato Adj. ohne langes Planen
u. Überlegen »eine spontane Party«
Spon|ta|nei|tät/Spon|ta|ni|tät —>
Spon|ta|ne|i|tat/Spon|ta|n$|tät: dato
die; - ; -en 1 o. PL das Vorgehen ohne
äußeren Anstoß 2 Handlung, die aus
einem plötzlichen Impuls heraus er¬
folgt
Spon|tan|hei|lung: die; - / -en <Med.>
Genesung ohne Wirkung einer medi¬
zinische Behandlung
1087
Spontanität/Spontaneität
Sponfta|ni|tät/Sponjta]nei|tät —>
Spon|ta|ni|t8t/Spon|ta|neli|tät: <iau
die; ~ ; -en 1 o. PI. das Vorgehen ohne
äußeren Anstoß 2 Handlung, die aus
einem plötzlichen Impuls heraus er¬
folgt
Spon|ti: der; -s; -s [ugs.; veralt.] Mitglied
einer politisch linksgerichteten Orup-
pe
Spor: der; -(e)s; -e <Zool.> Schimmel¬
pilz
spo|rajdisch: <gr.-fr» Adj. gelegentlich;
vereinzelt; nicht regelmäßig »Er be¬
sucht mich nur sporadisch.«
Spor[anfgi|um: <gr.-Iat.> das; -s;
Sporangien /sporangisnl <Bot> Behäl¬
ter, in dem die Sporen gebildet wer¬
den
Spojre: <gr.> die; - ; -n (m. PI.) Fort¬
pflanzungszelle einiger Pflanzenarten
für die ungeschlechtliche Vermeh¬
rung 2 <Zool.; Med.> Dauerform einer
Bakterie
—» Spp|ren bildend: s. sporenbildend
—> Sppjren tragend: s. sporentragend
Spq(renjbe|hältter; der; -s; - <Bot.> Be¬
hälter od. Kapsel, in dem/der sich die
Sporen der Pflanze befinden
spojren|bil|dend —*• Spo|ren bildend:
Adj. n. stg. <Bot> Sporen erzeugend
spo|ren[tra|gend —» Sppjren tra|gend:
Adj. n. stg. <Bot.> mit Sporen versehen
Spo]ren|trä|ger: der; -s; - <Bot.> Behäl¬
ter für die Sporen
Sporn: der; -(e)s; Sporen u. -e 1 PI. Spo¬
ren an Reitstiefeln befestigte Metall¬
dome od. Rädchen, womit Hilfen ge¬
geben werden 2 PL -e u. Sporen
(Zoolo o) bei einigen Vogelarten nach
hinten gerichtete Kralle b) bei einigen
Insektenarten vorhandene, bewegli¬
che, starre Borste am Bein 3 PL -e u.
Sporen <Med.> Schmerzen verursa¬
chender, knöcherner Vorsprung am
Fersenbein 4 PL -e <Bot.> bei den Blü-
tenblättem einiger Pflanzen vorhan¬
dene spitze Ausstülpung
»Rittersporn« 5 PL -e bei einigen
Flugzeugen unterhalb des Hecks an¬
gebrachter Metallbügel zum Schutz
des Rumpfes 6 PL -e diist.) unterhalb
der Wasserlinie am Bug von Kriegs¬
schiffen angebrachter Vorsprung, mit
dem feindliche Schiffe gerammt wur¬
den
sporfnen: spornst; sporntest; hast ge¬
spornt ein Pferd , antreiben, indem
man ihm die Sporen in die Seite
drückt
Spom|räd|chen: das; -s; - mit Zacken
versehenes kleines Metallrad am
Sporn (1)
spom|streiche: Adv. unmittelbar; so¬
fort
Sport: dat.-fr.-engl.i der; ~(e)s; - Wett¬
kampf der zum Vergnügen der Sport¬
treibenden u./od. zur körperlichen
Ertüchtigung
—» Sport Tre||ben|de: s. Sporttreibende
Spprt|ab|zei|chen: das; -s; - nach Er¬
bringung bestimmter, geschlechts- u.
altersspezifisch festgelegter sportli¬
cher Leistungen verliehene Auszeich¬
nung
Sport|an|la|ge: die; - ; -n Freigelände
u./od. Halle, die von der Ausstattung
her speziell für die Ausübung von
sportlichen Übungen u. Wettkämp¬
fen konzipiert ist
Sport|an|zug: der; -(e)s; -anzüge Klei¬
dung, die sich für sportliche Aktivitä¬
ten eignet
Sportjart: die; - ; -en Disziplin, in der
sportliche Aktivitäten stattfinden
»Schwimmen, Turnen, Laufen, Schie¬
ßen, Tennis sind beliebte Sportarten.«
Sport|arjti|kel: der; -s; - (m. PL) Gerät
od. Kleidungsstück, das zur Aus¬
übung einer Sportart nötig ist
Sportarzt: der; -(e)s; -ärzte weibl.
Sport|ärzjtin: die; • ; -nen Medizine¬
rin), der/die Sportler betreut u. sich
auf die Behandlung von Sportverlet¬
zungen spezialisiert hat
Sport|aus|rü|stung —* Spprtjaus|rüs[-
tung: die; - ; -en alles, was jmd. an
Geräten u. Kleidung zur Ausübung
einer Sportart braucht
spprt|be|gei|stert —» sport|be|geis|-
tert: Adj. a) gern anderen beim Sport
zuschauend b) leidenschaftlich gern
Sport treibend
Sp2rt|be|richt der; -(e)s; -e Mitteilung
über den Verlauf eines sportlichen
Wettkampfes
Sportfboot: das; -(e)s; -e kleines,
schnelles Motorboot für Freizeit u.
Sport
Sport|cou|p6: das; -s; -s geschlossener,
meist zweitüriger Personenwagen mit
Schrägheck
Sportjdreß —> Sportdress: der u. das;
-dresses; -dresse Kleidung, die man
beim Sport trägt
Spprt[erjeig|nis: das; -ses; -se größere
Veranstaltung im Bereich des Sports
Sportfeld: das; -(e)s; -er [veralt.] Ter¬
rain, auf dem sportliche Wettkämpfe
veranstaltet werden
Sportfest: das; -(e)s; -e sportliche
Wettkämpfe einer ganzen Schule od.
eines Sportvereins o. a.
Sport|flug|zeug: das; -(e)s; -e kleines,
meist ein- od. zweisitziges Propeller¬
od. Segelflugzeug
Sportfreund: der; -(e)s; -e weibl. [sel¬
ten] $portjfreun|din: die; -; -nen 1 be-
geistete(r) Sportanhängern) 2 Per¬
son, mit der man gemeinsam Sport
betreibt
Spprtjfunk|tio|nür —> Sport|funk|ti|o|-
när: der; -s; -e weibl. Spprt(funk|tio|-
nä|rin —» Sport(funk|ti|o|nä|rin: die;
- ; -nen Funktionsinhaber(in) im Be¬
reich des organisierten Sports
Spprtjgeist/Spprtsjgeist: der; -(e)s; -
kameradschaftliches, faires Verhalten
spprtjgelrecht: Adj. n. stg. für den Sport
geeignet
Sport|ge|schäffc das; -(e)s; -e Laden,
der Sportgeräte u. Sportkleidung ver¬
kauft
Sport|hal|le: die; - ; -n sehr großer, ho¬
her Raum, der für verschiedene
Sportarten ausgerüstet od. geeignet
ist
Sportjhemd: das; -(e)s; -en 1 Herren¬
hemd, auch für die Freizeit, das auch
ohne Krawatte getragen wird 2 Teil
der Bekleidung beim Sport, meist ein¬
heitlich für die Mitglieder einer
Mannschaft
Sport|ho|se: die; ~ ; -n für sportliches
Training u. Wettkampf geeignete Ho¬
se
Spprtin|va|li|de: der; -n; -n weibl.
Sportjin|va[li|din: die; - ; -nen Person,
die’äls Folge eines Unfalls beim Sport
ihre sportliche Tätigkeit für den Rest
des Lebens nicht mehr ausüben kann
sporftiv: <engl.-fr.> /sportif/ Adj. durch¬
trainiert in der Erscheinung
Sport[iour[naflist: der; -en; -en weibl.
Sport[jourjna|li|stin —» Sportjjourj-
na|lis|tin: die; - ; -nen Berichterstatte-
r(in) für sportliche Ereignisse
Sport|ka|me|rad: der; -en; -en weibl.
Sport|ka[me[ratdin: die; - ; -nen Per¬
son, mit der man (häufig im gleichen
Verein) gemeinsam sportlich aktiv ist
Sport|ka|no|ne/Sports|ka|no|ne: die; ~;
-n [ugs.] Person, die sich als besonders
guter Sportler erwiesen hat
Sportjklei|dung: die; ~ ; - Kleidung, in
der man bequem Sport treiben kann
Sport|klub/Sport)club: der; -s; -s Sport¬
verein
Spprt|leh|rer: der; -s; - weibl. Sport[-
leh|re(rin: die; - ; -nen Pädagoge/Päd-
agogin, der/die (qualifiziert) das Fach
Sport (in der Schule) unterrichtet
Sportler: der; -s; - weibl. Sport|le|rin:
die; - ; -nen Person, die regelmäßig
aktiv Sport treibt
sportjlich: Adj. 1 a) sich auf sportliche
Aktivitäten beziehend »Ihre sportli¬
chen Leistungen sind beachtlich.« b)
anständig; fair; entsprechend den
Spielregeln 2 a) wie ein Sportler aus¬
sehend; durchtrainiert b) (Kleidung)
einfach, praktisch, bequem »Sportli¬
che Schuhe eignen sich Jur einen Spa¬
ziergang am besten.« e) schnell; an
sportliche Höchstleistungen erin¬
nernd
Sport|me|di|zin: die; - / - Gebiet der Me¬
dizin, das sich mit den Zusammen¬
hängen zwischen Höchstleistungen
im Sport u. körperlicher Gesundheit
befaßt sowie mit der Behandlung von
Sportverletzungen od. körperlichen
Beeinträchtigungen durch das Betrei¬
ben von Sport
Sport|mel|dung: die; - ; -en Meldung
überein Sportgeschehen
Sport|nach|richJten: die (PL) Berichte
über alle aktuellen Sportereignisse
Sportplatz: der; -es; -platze ungedeckte
Fläche für sportliche Wettkampfe u.
zum Training
Sport|re|por]ter: der; -s; - weibl. Sport|-
re|porjte|rin: die; - ; -nen Berichter-
statter(in) für Sportereigriisse
Sport|sen|dung: die; - ; -en Sportbe¬
richterstattung u. ä. in Rundfunk od.
Fernsehen
Sport3|freund: der;-(e)s; -e weibl. [sel¬
ten] Spprts|freun|din: die; - ; -nen
ironisch abwertend verstandene An¬
rede »Mein lieber Sportsfreund!«
Sports|geist/Sport[geist der; -(e)s; -
kameradschaftliches, faires Verhalten
Sports|ka|no|ne/Spsrt|ka]no|ne: die; -;
-n [ugs.] Person, die sich als besonders
guter Sportler erwiesen hat
Sports|marm: der; -(e)s; -leuteu. [sel¬
ten] -männer 1 Person, die selbst aktiv
Sport treibt 2 Sportler, der sich durch
besondere Fairneß auszeichnet
Sport|sta|di|on: das; -s; -Stadien ge¬
schlossene Anlage für Sportveranstal¬
tungen mit Rängen für die Zuschauer
1088
Sprachkompetenz
Sport|tau|chen: auchenrfay; -s; - zum
Vergnügen, als Hobby durchgeführ¬
tes Tauchen
Sport|trei|ben|de —> Sport Trei|ben|de:
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.: ein Sporttreibender; eine Sport¬
treibende; zwei Sporttreibende —>ein
Sport Treibender; eine Sport Treiben¬
de; zwei Sport Treibende*— ) [geh.]
Person, die eine Sportart ausübt
Sport|un|fall: der; -fejs; -Unfälle Unfall
mit Verletzung bei einer sportlichen
Betätigung
Spprtjver|band: der; -(e)s; -verbände
Interessengemeinschaft der Sportver¬
eine auf Kreis-, Stadt-, Landes- u.
Bundesebene
Sport|ver|ein: der; -(e)s; -e organisier¬
ter Zusammenschluß von Personen
zum Zweck des Sport treibens
Sport|ver|let|zung: die; ~ ; -en bei einer
sportlichen Betätigung entstandene
Verletzung
Sport|waigen: der; -s; - 1 offener Kin¬
derwagen, in dem Kleinkinder sitzend
gefahren werden 2 zweisitziger Pkw
mit windschnittiger Karosserie
Sport|wis|sen|schaft: die; - ; -en For¬
schung u. Lehre auf dem Gebiet des
Sports
Sport|zel|tung: die; - ; -en Zeitung, in
der ausschließlich über Sport, Sport¬
ler u. sportliche Ereignisse berichtet
wird
Spot <engb der; -s; -s 1 Werbekurzfilm
od. kurze Radiowerbung 2 a) Spot¬
light; Leuchte mit hellem, punktför¬
migem Lichtkegel b) durch (a) erzeug¬
ter heller Lichtfleck
Spot|ge|schäft das; -(e)s; -e <Wirt.)
Verkauf von Waren im internationa¬
len Handel gegen Barzahlung bei so¬
fortiger Lieferung
Spott der; -(e)s; - Aussage, mit der
man sich über jmdn. od. etw. lustig
macht u. dabei schadenfrohe u. ver¬
achtende Gefühle hat
Spott|bild: das;-(e)s; -er [veralt.] (unge¬
wollte Selbst-)Darstellung von jmdm.
od. etw. als Karikatur
spott|bil|lig: Adj. [ugs.] unglaublich
günstig; extrem preiswert
Spott|dros|sel: die; - ; -n 1 <Zool.> in
Nordamerika heimischer Singvogel,
der die Stimmen anderer Vogelarten
nachahmt 2 [ugs.; scherzh.] Person,
die gerne über andere spottet
Spötftejlei: die; - ; -en a) o. Pt. das Äu¬
ßern spöttischer, schadenfroher, ver¬
albernder Bemerkungen b) spötti¬
sche, schadenfrohe, veralbernde Be¬
merkung
spötteln: spöttelst; spötteltest; hast ge-
spötteh harmlose schadenfrohe, ver¬
albernde, spöttische Bemerkungen
machen
spotften: spottest; spottetest; hast ge¬
spottet über etw. od: jmdn. Witze ma¬
chen »Er spottete über ihren Sprach¬
fehler.«
Spöt|ter: der; -s; ~ weibl. Spöt[te|rin:
die; - ; -nen Person, die gern spötti¬
sche Bemerkungen macht
SpottJge|dicht: das; -(e)s;-e <Literatur-
wiss.> sich über etw. od. jmdn. lustig
machendes Gedicht
spötjtisch: Adj. sich schadenfroh lustig
machend
Spott] preis: der; -es; -e [ugs.] extrem
niedriger Preis »Sie haben das Haus
damals für einen Spottpreis gekauft.«
Spptt|re|de: die; - ; -n jmdn. od. etw.
verspottender T ext
Spptt]vo|gel: der; -s; -vögel Person, die
es liebt, andere zu verspotten
Spr.: Abk. 1 Sprache 2 Sprecherin)
Sprach|at(las: der; -es; -atlanten u.
[ugs] -se gebundene Landkarten, auf
denen die Verbreitung bestimmter
Dialekte od. anderer Sprachbeson-
derheiten verzeichnet sind
Sprach]bar|rie|re: die; - ; -n a) Verstän¬
digungsproblem zwischen Personen,
die nicht dieselbe Sprache sprechen bj
m. PI. <Soziol.; Sprachwiss.) Behinde¬
rung der Kinder aus der Unterschicht
(in der Schule, Öffentlichkeit) auf¬
grund ihrer Sprache
Sprach|bau: der; -(e)s; - <Sprachwiss.>
Grammatik einer Sprache
sprach|be|gabt: Adj. n. stg. Talent zum
Erlernen von Fremdsprachen besit¬
zend
Sprach|be|herrjschung: die; - ; - ausge¬
zeichnete Fähigkeiten im sprachli¬
chen Ausdruck
sprach|be|hin|dert: Adj. n. stg. Sprach¬
störungen aufweisend
Spradi|be|nut[zer: der; -s: ~ weibl.
Sprach|be|nut|ze|rin: die; • ; -nen
<Sprachwiss.> Person, die sich mittels
Sprache mit anderen verständigt
Sprach|be|ra|tung: die; - ; -en Hilfe bei
Stil-, Grammatik- u. Rechtschreib¬
problemen
Sprache: die; - ; -n 1 o. PI. die Fähig¬
keit zu sprechen, (mit der Absicht zur
Kommunikation) Laute zu formulie¬
ren 2 <Sprachwiss.> System von verab¬
redeten Zeichen u. Lauten mit be¬
stimmten zugeordneten Bedeutun¬
gen, das von Angehörigen einer be¬
stimmten sprachlichen od. sozialen
Gemeinschaft verstanden u. dazu be¬
nutzt wird, Gedanken, Gefühle, Er¬
lebnisse usw. anderen Personen zu
übermitteln 3 jmdm. bleibt die Spra¬
che weg; jmdm. verschlügt es die
Sprache: jmd. ist fassungslos, maßlos
überrascht 4 a) die Sprache auf etw.
bringen: ein bestimmtes Thema an¬
sprechen b) auf jmdn., etw. zu spre¬
chen kommen: etw. od. jmdn. ins Ge¬
spräch bringen, es erwähnen 5 die
gleiche Sprache sprechen: sich in
vielem einig sein, die gleiche Bildung,
das gleiche Niveau haben 6 eine an¬
dere Sprache sprechen: etw. ande¬
res, Entgegengesetztes meinen, ver¬
treten od. sagen 7 mit der Sprache
(he)rausrücken: [ugs.] etw. nur zö¬
gernd, nach mehreren Aufforderun¬
gen berichten 8 etw. zur Sprache
bringen: etw. Bestimmtes ansprechen
u. darüber verhandeln, diskutieren 9
zur Sprache kommen: etw. wird zum
Gegenstand, Inhalt eines Gespräches
10 auf jmdn-, etw. schlecht, nicht gut
zu sprechen sein: über jmdn., über
etw. ärgerlich, wütend sein 11 heraus,
raus mit der Sprache: [ugs.] Auffor¬
derung an jmdn., zu sagen, was ihn
bedrückt 12 eine klare, deutliche
Sprache (mit jmdm.) sprechen: a)
klar u. verständlich sprechen b)
(jmdm.) etw. klar, offen u. mit Nach¬
druck sagen
Sprach|emp|fin|den.* das; -s; - Gefühl
für die korrekte Ausdrucksweise in ei¬
ner Sprache
Spra|chenfstu|di|um/Sprach|stu|di|um:
das; -s; -Studien (wissenschaftliche)
intensive Beschäftigung mit einer od.
mehreren Fremdsprachen
Sprach[ent|wick|lung: die; ~ ; -en
<Sprachwiss.> Spracherwerb beim
Kind bis zur Beherrschung der Mut¬
tersprache
Sprach|eijwerb: der; -s; - <Sprachwiss.>
das Erlernen der Muttersprache
Spiach)fa]mi|lie: die; -; -n <Sprachwiss.>
mehrere Sprachen, die einen gemein¬
samen Ursprung haben u. miteinan¬
derverwandtsind
Sprach|feh|ler: der; -s; - Unvermögen,
bestimmte Laute (korrekt) auszuspre¬
chen; Unvermögen, flüssig zu roden
»Das Stottern ist ein verbreiteter
Sprachfehler.«
Sprach|for]scher: der; -s; - weibl.
Sprach|forjsche|rin: die; - ; -nen
<Sprachwiss.> Wissenschaftler(in),
der/die sich mit der (historischen) Er¬
forschung einer, der Sprache befaßt
Sprach|for|schung: die; - ; -en <Sprach-
wiss.> wissenschaftliche Beschäfti¬
gung mit Sprache
Sprach|füh|rer: der; -s; - kleines, hand¬
liches Nachschlagewerk über eine
Fremdsprache, das Angaben über die
wichtigsten Wörter, Hinweise zur
Aussprache u. Grammatik enthält
Sprach|ge|biet: das; -(e)s; -e <Sprach-
wiss.> Gegend, in der eine bestimmte
Sprache od. Mundart gesprochen
wird
Sprach|ge]brauch: auchder; -(e)s; -
<Sprachwiss.> gängige Ausdruckswei¬
se der Sprecher einer Sprache
Sprach|geo|gra|phie —> Sprach|ge|o|-
gra)phie/Sprachjge|o|gra]fie: die; - ;
-n <Sprachwiss.> Wissenschaft, die
sich mit dem Verbreitungsgebiet von
Sprachelementen beschäftigt
Sprach|ge|schich|te: die; - ; en
<Sprachwiss.> a) o. PI. historische Ent¬
wicklung einer Sprache b) o. PI. Teil¬
gebiet der Sprachwissenschaft, das
sich mit Sprachgeschichte (a) be¬
schäftigt c) Abhandlung über die
Sprachgeschichte (a)
sprach|ge[schicht|lich: Adj. n. stg.
<Sprachwiss.> die historische Entwick¬
lung der Sprache betreffend; den Ent¬
wicklungsschritten einer Sprache zu¬
zuordnen
Sprach|ge|walt: die; vollendete An¬
wendungsweise von mündlichem u.
schriftlichem Sprachgebrauch
sprech|ge[wal[tig: Adj. die Sprache per¬
fekt u. rhetorisch geschickt beherr¬
schend, nutzend
sprach|ge|wandb Adj. sprachgewand¬
ter; sprachgewandteste sicher u. ge¬
schickt in der Benutzung von Sprache
Sprach|ge]wandt]heit: die; - ; -en Fä¬
higkeit, die Sprache mit all ihren
Möglichkeiten sicher anzuwenden
Sprach[kenntjnis|se: die (PI.) Kennt¬
nisse in, (teilweises) Beherrschen von
einer od. mehreren Fremdsprachen
Sprach|kom|pe|tenz: die; - ; -en
<Sprachwiss.> Fähigkeiten eines Mut-
1089
sprachkundig
tersprachlers zum (passiven u.) akti¬
ven Sprachgebrauch
sprach|kun|dig: Adj. eine fremde Spra¬
che gut beherrschend
Sprach|kund|ler: der; -s; - weibl.
$prach|kund|le|rin: die; * ; -nen
<Sprächwiss.> [veralt.] Person, die sich
wissenschaftlich mit Sprache befaßt
Sprachkurs: der; -es; -e a) (in Lektio¬
nen unterteilter) Unterricht in einer
Fremdsprache b) (in Lektionen unter¬
teiltes) Medium zur Vermittlung einer
Fremdsprache
Sprach)kur|sus: der; -es; -kurse u. [sel¬
ten] • a) (in Lektionen unterteilter)
Unterricht in einer Fremdsprache bj
(in Lektionen unterteiltes) Medium
zur Vermittlung einer Fremdsprache
Sprach|la|boR das; -fe)s; -s (Sprach-
wTss.» speziell zum Erlernen von
Fremdsprachen mit Tonband, Kopf¬
hörer u. a. für jeden Teilnehmer aus¬
gestatteter Raum
Sprach|leh|rer: der; -s; - weibl.
Sprach|leh|re|rin: die; - ; -nen
(Sprachwiss.> Pädagoge/Pädagogin,
der/die Fremsprachen (in der Schule)
unterrichtet
sprachlich: Adj. n. stg. auf die Sprache
(od. Aussprache) bezogen, ihr zuzu¬
ordnen
sprachflos: Adj. n. stg. nichts mehr sa¬
gen könnend aufgrund von Freude,
Erstaunen, Entsetzen, Schrecken
usw.
Sprach|me|lo|die: die; - ; -n «Sprach-
wiss.> Betonung u, Tonfall beim Spre¬
chen
Sprach|raum: der; -(ejs; -räume
<Sprachwiss.> Gegend, in der eine be¬
stimmte Sprache od. Mundart ge¬
sprochen wird
Sprach|rich(tig|keit: die; ~ ; - (Sprach-
wiss.> Konektheit der Sprache, ge¬
messen an den geltenden Regeln
Sprachrohr: das; -(e)s; -e 1 Gerät mit
einem Trichter, das die Lautstärke
beim Sprechen erhöht 2 jmds.
Sprachrohr sein: a) im Namen einer
anderen Person o. ä. sprechen b) [ab¬
wert.} unkritisch die Meinung anderer
wiedergeben
Sprach|schöp{fer: der; -s; ~ weibl.
Sprach|schöp|fe|rin: die; - ; -nen
<Sprachwiss.> Person (od. Zeitschrift
o. ä.), die (oft) neue Begriffe u. Aus¬
drücke verwendet
spr^ch|schöp|fe|risch: Adj. <Sprach-
wiss.> kreativ mit Sprache umgehend;
neue (Wort-)Zusammensetzungen
verwendend
Sprach|schwä|che: die; - ; -n Defizit in
der Sprachiähigkeit
Sprach|spte|le|rei: die; - ; -en <Sprach-
w7ss.> Ausnutzen von Lautmalereien,
unterschiedlicher Betonung u. mehr¬
facher Bedeutung von Wörtern bei ei¬
ner (witzigen) Formulierung
Sprach|stamm: der; -(ejs; -stamme
<Sprachwiss.> gemeinsame Wurzel un¬
terschiedlicher Sprachen
Sprach|stil: der; -(ejs; -e durch beson¬
dere Merkmale geprägte Verwendung
von Sprache (durch eine Person, ei¬
nen Personenkreis)
Sprach|stö[rung: die; - ; -en <Sprach-
wiss.> körperlich od. geistig bedingte
Behinderung beim Sprechen
Sprach[stu|di|um/Sprajchen|stu|di|um:
das; -s; -Studien (wissenschaftliche)
intensive Beschäftigung mit einer od.
mehreren Fremdsprachen
sprach|üb|lich: Adj. im sprachlichen
Ausdruck allgemein verwendet
Sprachfübung —* Sprach|ü|bung: die;
- ; -en zum Erlernen einer Sprache
durchgeführte Aufgabe
Sprach|un|teijricht: der;-(ejs; - von ge¬
schultem Personal abgehaltene Stun¬
de, Lektion zum Erlernen einer Spra¬
che
Sprach|wan|del: der; -s; - <Sprachwiss.>
Veränderungen, die im Laufe der ge¬
schichtlichen Entwicklung in einer
Sprache stattfinden
Sprach(wis|sen|schaft: die; • ; -en Wis¬
senschaft u. Lehre, die sich mit der
Beschreibung u. Erklärung von Spra¬
che^) u. sprachlicher Verständigung
befaßt
sprach|wis|sen|schaft[(ich: Adj. n. stg.
ixT den Bereich der Sprachwissen¬
schaft gehörig, ihm zuzuordnen
Spray: <engl.-niederl.> /ßpreO) u.
schpreffl/ das u. der -s; -s flüssiger
Stoff, der mittels Treibmittel, Druck
versprüht werden kann
Spravldolse: /ßprelO- u. schpre®-/ die; -
; -n Behälter, der Flüssigkeit enthält,
die über einen Zerstäuber mit Druck¬
luft od. mit einem Treibmittel ver¬
sprüht wird
sprayten: /ßpreWen u. schpreWen /
sprayst; spraytest; hast gesprayt Flüs¬
sigkeiten versprühen, fein verteilen
Sprochjakt: der; -(ejs; -e <Sprachwiss.>
Vorgang des Sprechens; Einheit der
kommunikativen Äußerung
Sprech|anjla[ge: die; - ; -n a) elektro-
akustische Anlage, die es ermöglicht,
von einer Wohnung aus mit jmdm. zu
sprechen, der vor der Haustür steht,
ohne die Tür zu öffnen b) elektroaku-
stische Anlage, die es ermöglicht, in
einer Halle, einem (Schul-)Gebäude,
einer Straßenbahn u. a. Durchsagen
zu machen
Sprech|bla|se: die; ~ ; -n über od. neben
den Kopf einer Comicfigur gezeich¬
nete Blase, in die deren Aussagen od.
Gedanken geschrieben werden
Sprech|büh|ne: die; - ; -n Theater, an
dem ausschließlich Schauspiele auf¬
geführt weiden
sprefchen: sprichst; sprachfejst; hast
gesprochen 1 mit den dem System der
Sprache zur Verfügung stehenden
Mitteln anderen Personen Gedanken,
Gefühle usw. übermitteln; etw.
(jmdm. gegenüber) in Wörter fassen;
etw. sagen 2 wir sprechen uns noch:
(ugs.j 1. darüber werden wir uns noch
unterhalten, beraten 2. drohende Äu¬
ßerung, die meint, daß etw. noch
nicht zufriedenstellend geklärt ist,
was aber zu einem späteren Zeitpunkt
erfolgen wird 3 auf etw., jmdn. zu
sprechen kommen: während einer
Unterhaltung, Besprechung ein be¬
stimmtes Thema, eine Person (unge-
plant, zufällig od. bewußt dorthin ge¬
lenkt) zum Gegenstand des Gesprä¬
ches haben, machen 4 auf jmdn., etw.
schlecht zu sprechen sein: wütend
auf jmdn. od. über etw. sein
sprechend: Adj. aussagekräftig; deut¬
lichmachend
Spre|cher: der; -s; - weibl. Spre|che|rin:
die; - ; -nen a) Person, die die Interes¬
sen einer größeren Gruppe vertritt
»Klassensprecher« b) Beamte(r) od.
Angestellte^) einer offiziellen Stelle,
der/die Verlautbarungen mitteilt
»Regierungssprecher« c) Person, die
im Rundfunk od. Fernsehen die
Nachrichten verliest »Nachrichten¬
Sprecher« d) <Sprachwiss.> Person, die
eine bestimmte Sprache od. einen
Dialekt spricht
sprechfaul: Adj. [ugs.j wenig mündli¬
che Äußerungen von sich gebend,
Syn.: mundfaul
Sprechfunk: der; -(ejs; - drahtlose
Übertragungsmöglichkeit von ge¬
sprochenen Mitteilungen (über kurze
Entfernungen)
Sprech|funk|ge|r9t: das; -(ejs;-e Gerät,
mit dem man Sprache (über kurze
Entfernungen) senden u. empfangen
kann
Sprechjge|sang: der; -(ejs; -gesänge
<Musik> Form des Gesangs, der eher
ein rhythmisches Sprechen ist
Sprechkunst: die; -; -künste gute Aus¬
sprache verbunden mit Gewandtheit
im mündlichen Vortrag
Spnsch[leh|ren der; -s; - weibl
Sprech|leh|re|rin: die; ~ ; -nen Päd¬
agoge, Pädagogin für die Ausbildung
im Bereich der Sprecherziehung
Sprech|me|lo|die: die; - ; -n <Sprach-
wiss.> Betonung, Klang, Rhythmus
der Aussprache
Sprechjmu|schel: die; - ; -n Teil des Te¬
lefonhörers, in den hineingesprochen
wird
Sprech|pau|se: die; ~ ; -n kurze Unter¬
brechung des Redeflusses
Sprech|stun|da: die; - ; -n Zeit, in der
jmd. (regelmäßig) für seine Klienten
(Patienten, Schüler o. ä.) zu sprechen,
anzutreffen u. zu befragen ist
Sprech|stun|den|hil|fe: die; - ; -n (meist
weibliche) Angestellte(r) in einer
Arztpraxis
Sprech|tag: der; -(ejs; -e a) Wochen¬
tag, an dem Auskünfte erteilt werden,
eine Sprechstunde (von einer Behör¬
de) abgehalten wird b) Tag im Halb-
jahr/Jahr, an dem in einer Schule o. ä.
Einrichtung Lehrer zur Besprechung
mit Schüler u./od. Eltern bereitstehen
Sprech|unfter[richt der;-(ejs; - gezielte
Sprecherziehung, Unterweisung in
Aussprache u. Betonung
Sprech[verjbot: das; -(ejs; -e Untersa¬
gung, öffentlich zu sprechen
Sprech[werk|zeu|ge: die (Pi.) die zur
Bildung der (Sprach-)Laute notwen¬
digen körperlichen Organe
Sprechzeit die; - ; -en 1 einem Spre¬
cher zugeteilte Rededauer 2 Zeit¬
raum, in dem jmd. für ein Gespräch
od. eine Auskunft zur Verfügung
steht
Sprech|zim|mer: das; -s; - Arbeitsraum
eines Arztes o. ä., der für Untersu¬
chungen bzw. Arzt-Patientengesprä¬
che gedacht ist
Spree: die; - ; - Fluß in Brandenburg,
der auch durch Berlin fließt
1090
spritzen
Spreißel: der u. [österr.] das; -s; - a)
[süddt.] Splitter b) [österr.] Holzspan
als Abfall beim Hobeln
spreiz|bei[nig: Adj. n. stg. mit weit aus¬
einanderstehenden Beinen (stehend)
Spreizjdü|bel: der; -s: - <Technik> Dö¬
bel, der sieh zum Befestigen an dün¬
nen Wänden u. Decken mit dahinter¬
liegendem Hohlraum eignet
Spreijze: die; - ; -n 1 <Bauw.> waage¬
rechte Stütze 2 <Sport> Spreizen eines
Beines beim Turnen
sprei|zen: spreizt; spreiztest; hast ge¬
spreizt auseinanderdehnen, -stellen;
vom Körper Wegstrecken
Spreiz|fuB: der; -es; -fuße <Med.> breiter
Fuß, bei dem die Mittelfußknochen
weiter als normal auseinanderstehen
Spre||zung: die; - ; -en (PI. s.) das Aus¬
einanderstrecken von etw. (so weit
wie möglich)
Sprenfgel: der; -s; - <Kirche> a) Kir¬
chenbezirk, in dem ein Geistlicher
sein Amt ausübt b) (österrj Amtsbe¬
zirk einer Behörde c) Bezirk eines
Knappschaftsältesten
spren|gen: sprengst; sprengtest; hast ge¬
sprengt 1 mit Hilfe von explodieren¬
den Stoffen etw. zerstören, vernichten
»Sie sprengen den Deich.« 2 unter Ge¬
waltanwendung od. Kraftaufwen¬
dung etw. zerstören »Er sprengte die
Ketten.« 3 <übertr.> durch bewußt re¬
gelwidriges Verhalten etw. stören u./
od. beenden »Die Gegner sprengten
die Versammlung.« 4 sprühend naß
machen, mit Feuchtigkeit versorgen 5
bist schnell reiten
Spren|gen der; -s; - kurz für Rasen¬
sprenger = Gerät zum Besprühen
von Wiesen, Pflanzen mit Wasser
Spreng|kom|man|do: das; -s; -s Einheit
von geschulten Personen, die für
Sprengungen (bzw. Bombenentschär¬
fungen) eingesetzt wird
Spreng|kör]per: der; -s- ; - explosive
Ladung; Bombe »Immer noch finden
sich Sprengkörper aus dem Zweiten
Weltkrieg.«
Sprengkraft: die; - ; -kräfte Intensität,
die die Auswirkungen einer Bombe
entwickeln »Die Atombombe hatte
eine Sprengkraft von 10.000 Tonnen
TNT.«
Spreng|mei|ster —» Spreng|meis|ter.
der; -s; - weibl. [seilen j Spreng|mei|-
stejrin —» Spreng|meis|te|riri: die; - ;
-nen Person, die beruflich Sprengun¬
gen durchführt, mit Sprengstoff um¬
geht
Spreng|pul|ver: das; -s; - explosives
Pulver
Sprengstoff: der; -(e)s; -e Material,
das bei entsprechender Behandlung
explodiert
Spreng(stofffan|schlag: der; -(e)s; -an¬
schläge Verbrechen, bei dem etw.
durch eine versteckte Bombe in die
Luft gesprengt wird
Sprengftrupp: der; -s; -s <Milit.> kleine
Abteilung einer Heereseinheit, die
den Auftrag hat, eine Sprengungen
durchzufühTen
Sprengung: die; - ; -en 1 Zerstörung
von etw. durch Sprengstoff 2 Bewäs¬
serung von Rasen, Feldern o. ä. 3
<Jagd> das Treiben von Wild
Spreng|wa|gen: der; -s; - mit Wasser
gefüllter Tankwagen zum Benetzen
der Straßen bei Trockenheit
Spreng|wir]kung: die; - ; -en Ausmaß
der Zerstörung durch die Sprengung
sprenkßg: Adj. mit Spritzern, Farbtup¬
fern o. ä. übersät
spren|keln: sprenkelst; sprenkeltest;
hast gesprenkelt mit kleinen Flecken
versehen
Spreu: die; -; - nicht eßbare, verwertba¬
re Hülsen u. ä., die beim Getreidedre¬
schen als Abfall anfallen
Sprich|wort: das; -(e)s; -Wörter
<Sprachwiss.> kurzer, allgemein be¬
kannter, gut merkbarer Erfahrungs¬
satz »“ Wer anderen eine Grube gräbt,
fällt selbst hinein!", ist ein Sprich¬
wort.«
Sprich|wör|ter]samm|lung: die; ~ / -en
Nachschlagewerk, das Sprichwörter
enthält
sprich{wört(lich: Adj. 1 verwendet wie
eine feststehende Redensart 2 allge¬
mein bekannt
sprießen: sprießt; sproß; ist gesprossen
—*alle Vergangenheitsformen mit
ss*— <Pflanze> wachsen; gedeihen
»Das Gras sproß in die Höhe.«
Spnng|brun|nen: der; -s; - Wasserbek-
ken, bei dem Wasser durch eine Düse
in die Höhe gepumpt wird u. anschlie¬
ßend ins Becken zurückfällt
Sprin|gen: das; -s; - 1 o. PI. Durchfüh¬
rung eines Sprungs 2 kurz für Fall¬
schirm-, Ski-, Weitspringen o. ä.
sprin|gen: springst; sprang(e)st; bist ge¬
sprungen 1 a) sich durch eine kräftige,
mit den Beinen vom Boden abstoßen¬
de Bewegung in die Höhe u./od.
Weite bewegen b) eine sportliche
Wettkampfart (Hoch- bzw.
Weitsprung) betreiben c) [ugs.]
schnell irgendwohin gehen d) mit
Schnelligkeit u. Kraft hervortreten 2
zerbrechen od. Risse bekommen
»Das Glas ist gesprungen.« 3 etw.
springen lassen: (ugs.] etw. schen¬
ken, ausgeben, spendieren
Springer: der; -s; - weibl. Sprin|ge|rin;
die; - ; -nen 1 kurz für <Sport> Weit-,
Hoch-, Turmspringer(in) o. ä. 2 <Zo-
ol.> ein Tier, das sich durch Sprünge
fortbewegt 3 Figur, Pferd beim
Schachspiel 4 Person, die immer dort
in einem Betrieb eingesetzt wird, wo
jmd. wegen Urlaub od. Krankheit
ausfällt 5 <Landwirt.> männliches
Zuchttier bei einigen Haustierarten 6
junger Springen [ugs.] Grünschna¬
bel; Person ohne viel Erfahrung aber
mit viel Dynamik
Sprinfgeri: das; -s; -n [bayr.] Limonade
Sprinjger|li: das; -s; - [Schweiz.] Klein¬
gebäck mit Anis
Springßut: die; - ; -en besonders hohe
Flut, die bei Voll- u. Neumond eintre¬
ten kann
Springform: die; - ; -en runde Kuchen¬
form mit abnehmbaren Rand
Springfrucht: die; - ; fruchte <Bot.>
Frucht* die aufplatzt, wenn sie reif ist,
so daß die Samen herausfallen
Spring|ins|feld: der; -(ejs; -e (PI. s.)
[ugs.; scherzh.] unreifer, unbesonne¬
ner junger Mensch
Springjkraut: das; -(e)s; - heimische
Pflanzenart, deren reife Samenkap¬
seln bei leichter Berührung aufplatzen
u. die Samen herausschleudern
spring|le|ben|dig: Adj. äußerst lebhaft
u. agil
Spring|maus: die; - ; -mause in Asien u.
Afrika heimisches Nagetier mit kräf¬
tigen, langen Hinterbeinen
Spring|mes|ser: das; -s; - Taschenmes¬
ser mit einer Klinge, die auf Knopf¬
druck herausschnellt
Spring|pferd: das; -(ejs; -e Reitpferd,
das auf das Überspringen von Hin¬
dernissen trainiert wurde
Spring|prü|fung: die; - ; -en a) Wettbe¬
werb im Springreiten b) bewerteter
Durchlauf bei (a)
Spring|rei|ten: das; -s; - Reitsportart,
bei der vom Pferd Hindernisse über¬
sprungen werden müssen
Springjseil: das; -(ejs; -e Tau als Sport¬
gerät od. als Kinderspielzeug, das
man mit den Händen schwingt, um
darüber zu springen
Sprinkler: <engl.> der; -s; -1a) Gerät
zum Bewässern des Rasens bj Düse,
durch die Wasser versprüht wird 2
weißes Nerzfell mit vereinzelten
schwarzen Haaren
Sprinkjletjan|la|ge: die; - ; -n System
von in die Decken von Gebäuden ein¬
gelassenen Düsen, aus denen auf ein
eventuelles Feuer automatisch Was¬
ser gesprüht wird
Sprint <engl.> der; -(ejs; -s 1 <Sport> a)
schneller Wettlauf über eine kurze Di¬
stanz b) Kurzstreckenlauf beim Eis¬
schnellauf 2 der schnelle Lauf über
eine kurze Strecke
Sprinfter: <engl.> der; -s; - weibl. SprinJ-
tejrin: die; - ; -nen a) (Leichtathletik
u. ä.> auf Kurzstrecken spezialisier¬
te^) Sportlerin) b) Eisschnelläufe-
r(in) über kurze Strecken
Sprintstrecke (Sprint|strek|ke —>
Spnntjstrejcke): die; - : -n <Sport>
Kurzstrecke
Sprit: <lat.> der; -s; - 1 [ugs.] Benzin;
Treibstoff »Ich brauche noch Sprit,
sonst komme ich mit dem Auto nicht
mehr nach Hause.« 2 (reiner) Alkohol
spri|tig: Adj. 1 mit Treibstoff versetzt;
Treibstoff ähnlich 2 angetrunken; be¬
schwipst
Sprit|veijbrauch: der; -(ejs; - [ugs.]
(durchschnittlicher) Bedarf an Benzin
od. Dieseltreibstoff (meist bei Autos)
Spritz|ar[beit: die; - ; -en das Aufbrin¬
gen von Farbe auf etw. mit einer
Spritzpistole bzw. dadurch entstande¬
nes Bild
Spritz|be|ton: der; -s; - <Bauw.> flüssiger
Beton, der mit Druck in eine Verscha¬
lung od. gegen Bauteile gespritzt wird
Spritjze: die; - ; -n 1 kleiner, länglicher
Behälter mit einer hohlen Nadel u. ei¬
nem Kolben, der zum Einfuhren einer
Flüssigkeit durch die Haut in den
Körper dient 2 kurz für Feuerwehr¬
spritze = (Fahrzeug) mit Löschgerä¬
ten
sprit|zen: spritzt; spritztest; hast
gespritzt a) eine Flüssigkeit (in vielen
Tropfen) verteilen »Sie hat mit Sekt
um sich gespritzt.« b) eine Flüssigkeit
unter Druck an einen Ort, in einen
Körper gelangen lassen c) mittels ei¬
nes speziellen Gerätes mit Lack über¬
1091
Spritzenhaus
ziehen d) mit Pflanzenschutzmitteln
einsprühen
Sprit|zen|haus: das; -es; -häuser [veralt. j
(meist in ländlichen Gegenden) Ge¬
bäude, in dem die Feuerwehrwagen
u. die Feuerspritze abgestellt sind
Sprit|zer: der; -s; -1a) kleine Menge ei¬
ner Flüssigkeit, die man in od. auf
etw. spritzt »Von diesem Reinigungs¬
mittel genügt ein kleiner Spritzer auf
zehn Liter Wasser.« b) kleiner Fleck,
der beim Spritzen mit Flüssigkeit ent¬
standen ist »Das Kleid ist voller Fett¬
spritzer.«
Sprrtz|ge|bäck: das; -(e)s; - (Kuchen-)
Plätzchen, die mit Hilfe einer Teig¬
spritze geformt werden
spritzig: Adj. a) <Getränk> anregend u.
prickelnd b) Sportwagen o. ä.> flott,
schnell u. wendig c) <Darbietung> mit¬
reißend, packend u./od. witzig
Sprit|zig|keit: die; - ; - a) <Getränk> das
Anregende, Prickelnde b) (Sportwa¬
gen> das Flotte, Schnelle, Wendige c)
<Aufführung o. ä.> das Mitreißende,
Packende, Witzige
Spritz|pi|sto|le —* Spritzjpisjto|le: die;
- ; -n Gerät mit einer feinen Düse,
durch die Farbe sehr fein auf einem
Gegenstand verteilt wird
Spritztour: die; - ; -en [ugs.] Fahrt mit
dem Pkw od. Motorrad nur zum Ver¬
gnügen, aus Spaß am Fahren
Sprö|de: die; - ; -[ veralt.] spröde Art;
sprödes Verhalten
sprö|de: Adj. spröder; sprödeste 1 a)
fest, hart aber leicht zerspringend bei
Druck od. Schlag b) ausgetrocknet,
daher rissig u. aufgesprungen »Die
Lippen sind von der Sonne ganz
spröde.« 2 (übertr.) distanziert, unzu¬
gänglich u. abweisend »Männern ge¬
genüber verhielt sie sich sehr spröde.«
3 schwierig zu formen 4 heiser, hart u.
brüchig klingend »Er hat eine spröde
Stimme.«
Sprö|dig|keit: die; - ; - a) spröde Be¬
schaffenheit, Art b) <übertr.> sprödes
Verhalten
Sproß —> Spross: der; Sprosses;
Sprosse u. Sprossen 1 PI. Sprosse neu¬
er Trieb einer Pflanze »Die Pflanze
hat viele neue Sprosse.« 2 PI. Sprosse
<übertr.> [ugs.] Kind, Nachkomme,
Angehöriger »Was macht denn der
jüngste Sproß?« 3 PI. Sprossen <Jagd>
Ende, Spitze des Geweihs
Sprasjse: die; - ; -n 1 a) Querstrebe zur
weiteren Unterteilung eines Fensters
o. ä. b) Querstrebe bei einer Leiter
zum Auftreten 2 kurz für Sommer¬
sprosse 3 (Jagd) Ende od. Spitze des
Geweihs
Spros(sen|fen|ster—» $pros|sen|fens|-
ter: das; -s; - mehrfach durch Längs-
u. Querstreben unterteilter Fenster¬
rahmen
Spros|sen|wand: die; - ; -wände (Sport;
Turnern an der Wand befestigtes, lei¬
terähnliches Gestell, an dem Turn¬
übungen durchgeführt werden
Spröß|ling —> Sprössling: der; -s; -e 1
junge Pflanze; Junger Trieb einer
Pflanze 2 a) [veralt.] Kind einer vor¬
nehmen Familie b) [ugs.; scherzh.]
Kind
Sprotte: die; - ; -n mit dem Hering ver¬
wandter, kleiner Speisefisch, der ge¬
räuchert gegessen wird
Spruch: der; -(e)s; Spruche 1 kurzer,
einprägsamer Satz 2 <Rechtsw.> Ent¬
scheidung einer rechtsprechenden In¬
stanz »richterlicher Spruch« 3 (groß«)
Sprüche klopfen, machen: angebe¬
risch sprechen
Sprüjchejklop)fer: der; -s; - weibl.
Sprü|che|klop|fe|rin: die; - ; -nen
[ugs.; abwert.) Person, die häufig an¬
geberische Bemerkungen, Sprüche
von sich gibt
spruch|reif: Adj. so weit geplant, daß
die Durchführung bevorsteht; bereit
zur Entscheidung
Spruch|weis|heifc die; -; -en in Form ei¬
nes Spruchs wiedergegebenes, zusam¬
mengefaßtes Wissen
Spiu|del: der; -s; - kohlensäurehaltiges
Mineralwasser (mit od. ohne
Fruchtzusätze) »Bestellt mir bitte ei¬
nen (Zitronen-) Sprudel!«
sprudeln: sprudelt; sprudelte; hatftst
gesprudelt 1 hat (beim Kochen) auf¬
steigende Blasen hervorbringen 2 ist
a) spritzend u. schäumend aus einer
Öffnung hervorfließen »Der Sekt
sprudelte aus der Flasche.« b) unter
Bildung von Schaum herausfließen
»Sie ließ den Sekt ins Glas sprudeln.« 3
hat (übertr.) überquellen »Sie spru¬
delte vor Freude.« 4 (übertr.) (ugs.]
schnell u. überstürzt reden
Spru|deljwas|ser: das; -s; - u. (Sorten)
-wässer mit künstlicher od. natürli¬
cher Kohlensäure versetztes Mineral¬
wasser
Sprüh|do|se: die; - ; -n Behälter mit ei¬
ner Flüssigkeit, die auf Knopfdruck
durch Druck, einen Zerstäuber fein
verteilt werden kann
sprü|hen: sprühst; sprühtest; hast ge¬
sprüht etw. auf etw. in kleinen Trop¬
fen mittels Druck, durch Preßluft,
Treibstoff o. ä. verteilen »Er sprüht
Wasser auf die Blumen.«
Sprüh|ge|rät: das; -(e)s; -e Hilfsmittel
zum feinen Verteilen von Flüssigkei¬
ten
Sprüh|pfla|ster —» Sprüh|pflas|ter:
das; -s; - Flüssigkeit, die auf eine
Wunde gespritzt wird, an der Luft
fest wird u. die Wunde verschließt,
schützt
Sprüh|re|gen: der; -s; - aus sehr feinen,
kleinen Wassertropfen bestehender
Regen
Sprung: der; -fe)s; Sprünge 1 das Sich-
abstoßen vom Boden bzw. dessen Er¬
gebnis »Der (Weit-) Sprung ist
mißlungen.« 2 Riß in Glas u. ä. Mate¬
rialien »Die Tasse hat einen Sprung.«
3 das Bespringen zwecks Decken,
Zeugung von Nachkommen 4 einen
Sprung ins kalte Wasser machen,
wagen: beginnen, sich mit etw.
Neuem, Unbekanntem auseinander¬
zusetzen 5 keine großen Sprünge
machen können: [ugs.] nicht sehr viel
(finanziell) besitzen 6 a) jmdm. auf
die Sprünge helfen: [ugs.] jmdm.
durch einen Tip, Hinweis o. ä. weiter¬
helfen b) etw. auf die Sprünge helfen:
[ugs.] eine Angelegenheit in die Wege
leiten, bewirken, daß sie beginnt,
funktioniert 10 einen Sprung in der
Schüssel haben: [ugs.] (geistig) nicht
(mehr) ganz normal sein 7 auf einen
Sprung: [ugs.] nur eine kleine Weile,
eine kurze Zeit 8 a) immer auf dem
Sprung sein: [ugs.] ständig eilig, un¬
ruhig sein »Sie kann die kranke Mut¬
ter nicht lange alleine lassen u. ist im¬
mer auf dem Sprung.« b) auf dem
Sprung sein, stehen (etw. zu tun):
[ugs.] etw. Vorhaben, dabei sein, etw.
zu tun 9 ein Sprung ins Dunkle,
Ungewisse: ein Risiko eingehen »Sie
wagten den Sprung ins Ungewisse u.
wanderten nach Kanada aus.« 10 sich
auf die Sprünge machen: [ugs.]
(schnell, eilig) gehen, sich verabschie¬
den, aufbrechen
Sprung|an|la|ge: die; - ; -n <Sport> 1
Einrichtung zum Betreiben verschie¬
dener Hoch- od. Weitsprungarten 2
Sprungbrett od. -türm mit dazugehö¬
rigem Wasserbecken
Sprung|becken (Sprung|bek|ken —*•
Sprung|be|cken): das; -s; - mit Was¬
ser gefülltes, tiefes Bassin, in das man
eintaucht, nachdem man von einem
Sprungbrett od. -türm gesprungen ist
Sprung|bein: das; -(e)s; -e 1 <Anat.>
Knochen des Fußes 2 (meist Sport)
Bein, mit dem man sich (beim Hoch-
od. Weit-)Sprung abstößt
sprung|be|reit Adj. n. stg. fertig, bereit
zum Springen
Sprunglbrett: das; -(e)s; -er 1 (Sport;
Wasserspringen) federndes, über den
Rand eines Schwimmbeckens hinaus¬
ragendes Brett, von dem man ins
Wasser abspringt 2 (Sport; Turnen»
schrägstehende, nachfedernde Ab¬
sprunghilfe beim Geräteturnen 3
(übertr.) Anstellung, Position als Aus¬
gangspunkt für das weitere berufliche
od. politische Fortkommen
Spiunglfejder: die; • ; -n als Spirale ge¬
formte Stahlfeder, die in Sitzmöbeln
od. in, unter Matratzen zur Federung
verwendet wird
Sprung|fe|der|rah|men: der; -s; ~ Teil
des Bettes, in dem die Sprungfedern
befestigt sind u. auf den die Matratze
gelegt wird
Sprung|ge|lenk: das; -(e)s; -e (Anat.)
Gelenk am Übergang zwischen Bein
u. Fuß
Spning|gru|be: die; - ; -n (Sport) mit
Sand gefüllte Fläche, auf die der
Sportler beim Weitsprung auftrifft
sprwig|haft: Adj. sprunghafter;
sprunghafteste 1 a) schnell, plötzlich
u. ungleichmäßig b) schnell anstei¬
gend; rasch zunehmend »Die Lebens¬
mittelpreise kletterten sprunghaft in
die Höhe.« 2 unbeständig u. häufig
etw. Neues beginnend
Sprungjrahjmen: der; -s; - mit Sprung¬
federn bestückter Rahmen eines Bet¬
tes, Syn.: Sprungfederrahroen
Sprung|schan|ze: die; - ; -n (Sport)
stark abgeschrägte Anlaufbahn beim
Skispringen
Sprungttech|nik: die; - ; -en (Sport)
Ausführungsmethode beim Hoch-
od. Weitsprung
Sprungjtuch: das; -(e)s; -tücher 1 rei߬
festes Tuch, mit dem Menschen, die
aus größerer Höhe herunterspringen
müssen, (von der Feuerwehr) aufge¬
1092
Squash
fangen werden 2 <Sport> Sprungfläche
beim Trampolin
Sprung|turm: der; -(e)s; -türme <Sport>
Turm mit Plattformen in unterschied¬
licher Höhe zur Durchführung von
(Kunst-)Sprüngen in Wasserbecken
Sprungfwurt: der; -(e)s; -würfe «Sport;
Basketball) das Werfen während ei¬
nes Sprungs
Spucke (Spukfke—» Spujcke): die; - ; -
[ugs.] 1 von Drüsen im Mund gebilde¬
te Flüssigkeit; Speichel »Er schluckte
seine Spucke hinunter.« 2 da bleibt
jmdm. die Spucke weg: [ugs.] eine
Person ist negativ od. positiv von etw.
überaus überrascht
spucken (spuk|ken —■> spujcken):
spuckst; spucktest; hast gespuckt
(Speichel) aus dem Mund stoßen;
ausspeien »Er spuckte Blut.«
Spuckjnaph der; -(e)s; -näpfe «meist
hist.> Behälter, in den man hinein¬
spuckt
Spuk: der; -(e)s; -e (PI. s.) unheimli¬
ches, scheinbar nicht der Wirklichkeit
entspringendes Treiben
spu|ken: spukst; spuktest; hast gespukt
Gespenstererscheinungen aufweisen;
an einem Ort als Geist, Gespenst er¬
scheinen (u. etw. bewirken)
Spu|ke)rei: die; ~ / -en das Umgehen von
Geistern u. Gespenstern
Spuk|ge|schich|te: die; - ; -n Erzählung
von einer spannenden, gruseligen Be¬
gebenheit
spukjhaft: Adj. spukhafter; spukhafteste
unheimlich (wie ein Geist od. Ge¬
spenst) wirkend
Spuk|schlo8 —> Spukschloss: das;
-Schlosses; -schlösseT altes Gemäuer,
in dem angeblich Geister u. Gespen¬
ster hausen u. besonders nachts ihr
Unwesen treiben
Spülbecken (Spül|bek|ken —> Spül|-
be|cken): das; -s; - 1 in der Küche
unter dem Wasserhahn angebrachtes
Becken zum Reinigen des Geschirrs
u. Besteckes 2 in der Zahnarztpraxis
neben dem Behandlungsstuhl ange¬
brachtes kleines Becken zum Ausspü¬
len des Mundes
Spül|bür|ste —* Spül|bürs|te: die; - ; -n
Reinigungsgerät, um stärkere Ver¬
schmutzungen an Geschirr u. Töpfen
zu beseitigen
Spyjle: die; - ; -n Gerät, Rolle, auf das/
die etw. aufgewickelt ist, werden kann
»Ich benötige eine neue Spule Garn.«
Spüjle: die; - ; -n eingebautes Spülbek-
ken (mit Küchenschrank)
spujlen: spulst; spultest; hast gespult
etw. auf eine Spule o. ä. wickeln od.
von einer Spule abwickeln
spü|len: spülst; spültest; hast gespült 1 a)
«Geschirr) mit Reinigungsmittel u.
Wasser säubern; abwaschen b) mit
Wasser, Flüssigkeit reinigen c) «Wä¬
sche) nach der Säuberung die Wasch¬
mittelrückstände, -reste mit Wasser
entfernen 2 «Wasser) herantragen; mit
sich führen »Das Meer spülte die Al¬
gen ans Ufer.«
Spüjlur der; -s; • weibl. Spüjle|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die in Hotels od.
Gaststätten das Geschirr reinigt 2 nur
männl. Form Vorrichtung zur Betäti¬
gung einer Wasserspülung
Spüljgang: der; -(e)s; -gänge Teil des
Waschprogramms einer Waschma¬
schine, bei dem die Waschmittelreste
aus der Wäsche gespült werden sollen
Spül|mä|schi|ne: die; - ; -n elektrisches
Gerät zum Reinigen von Geschirr,
Besteck u. Töpfen
Spül|mit|tel: das; -s; - Zusatz zum Spül¬
wasser, der Schmutz löst
Spü|lung: die; - ;-en 1 a) «Technik) Vor¬
richtung zur Zufuhr von Wasser b)
Wasserspülung bei Toilettenanlagen
2 a) «Med.) Maßnahme zur Reinigung
von Hohlorganen mit Flüssigkeit b)
«Technik) das Entfernen von uner¬
wünschten Stoffen mit Hilfe von
Flüssigkeiten
Spül|was]ser: das; -s; -wässer 1 heißes
Wasser mit Spülmittel zur Reinigung
von Geschirr o. ä. 2 «Technik) Was¬
ser, das zum Ausschwemmen von un¬
erwünschten Stoffen benutzt wird
Spul|wurm: der; -(e)s; -wärmer langer,
dünner Wurm, der als Schmarotzer
im Darm von Menschen u. Säugetie¬
ren lebt
Spund: der; - ; Spünde u. -e 1 PI. Spünde
Stopfen zum Verschließen eines
Lochs 2 PL Spunde Person, die wegen
ihrer Jugend noch nicht für voll ge¬
nommen wird »ein junger Spund«
Spyr: die; - ; -en 1 Abdruck, Fährte in
einem weichen Untergrund »Der
Hund hinterließ eine Spur, Spuren
(seiner Pfoten) im Schnee.« 2 Zei¬
chen, aus denen etw. zu schließen ist
»Der Mörder hinterließ keine Spur.« 3
sehr wenig von etw. »nur eine Spur
Zucker« 4 abgegrenzter Fahrbahnteil
»Die rechte Spur auf der Autobahn ist
gesperrt.« 5 <EDV> Bereich eines Da¬
tenspeicherungsmedium 6 jmdm., ei¬
ner Sache auf der Spur sein: Hin¬
weise auf (heimliche, geheime, verbo¬
tene) Taten, auf eine Person, die etw.
Ungesetzliches getan hat, haben »Seit
einiger Zeit schon war die Polizei dem
flüchtigen Verbrecher auf der Spur.« 7
jmdm., einer Sache auf die Spur
kommen: jmds. (heimliche, verbo¬
tene) Handlungen entdecken 8 jmdn.
. auf die Spur bringen: jmdn. auf etw.
hinweisen »Durch seine Beobachtung
hatte er die Polizei auf die Spur
gebracht.« 9 keine Spur; nicht die
Spur gar nicht; überhaupt nicht »Das
interessiert mich nicht die Spur.« 10
auf der richtigen/falschen Spur sein:
eine richtige/falsche Vermutung ha¬
ben
spüijbar: Adj. n. stg. a) körperlich zu
empfinden, wahrnehmbar b) deutlich
erkennbar; in seinen Auswirkungen
nicht zu übersehen »Ein spürbarer An¬
stieg zur Gewaltbereitschaft gegen
Ausländer wird registriert.«
Spur|brei|te: die; - ;-n 1 «Fahrzeug) Ab¬
stand zwischen den linken u. den
rechten Rädern einer Achse 2 «Gleise)
Abstand zwischen den beiden parallel
laufenden Schienen
spu|ren: spurst; spurtest; hast gespurt 1
[ugs.] gehorchen; sich unterordnen
» Wer nicht spurt, der wird gefeuert.« 2
a) [fachsprl.] eine Spur ziehen (z. B.
für den Skilanglauf) b) eine frische
Spur im Schnee hinterlassen c)
[landsch.] Schnee räumen
spü|ren: spürst; spürtest; hast gespürt
etw. (seelisch od. körperlich) wahr¬
nehmen »Ich spürte, daß mich jmd.
beobachtet. • Ich spürte die Kälte, Ge¬
fahr.«
Spu|ren|ele|ment —> Spu]ren|e|le|-
ment: das; -(e)s; -e (m. PI.) <Bio.>
Stoff, der für einen Organismus in
ganz geringer Dosierung unbedingt
erforderlich ist
Spy|ren|si|che|rung: die; - ; -en
«Kriminologie) 1 Registrierung u. Si¬
cherstellung von Spuren, die bei ei¬
nem Verbrechen entstanden sind 2
Abteilung der Polizei, die die Spuren
eines Verbrechens am Tatort regi¬
striert, sicherstellt
Spüijhund: der; -(e)s; -e 1 speziell aus¬
gebildeter Hund, um Personen od.
Dinge aufzufinden 2 [ugs.; scherzh.]
Spitzel
spuijlos: Adj. n. stg. keinerlei Spuren
hinterlassend »Die Katze ist spurlos
verschwunden. ♦ Die Ereignisse sind
nicht spurlos an ihm vorübergegan¬
gen.«
Spür|na|se: die; ~ ; -n a) ausgeprägter
Geruchssinn b) «übertr.) spezielles Ta¬
lent, etw. aufzudecken, (heraus)zufin-
den
Spur|ril|le: die; - ; -n (m. PI.) in Längs¬
richtung verlaufende Vertiefung in
der Fahrbahnoberfläche, die sich
durch häufiges Befahren von Straßen
ausbildet
spur|si|cher: Adj. <Auto> gut die Spur
haltend; gut in der Spur liegend
Spürsinn: der; -(e)s; -1 besonders aus¬
geprägter Geruchssinn bei eihem Tier
2 ausgeprägte Fähigkeit, etw. heraus¬
zufinden, Zusammenhänge zu erfas¬
sen
Spurt: der;-(e)s; -s u. -e 1 «Sport) kurz¬
fristiges Laufen während eines länge¬
ren Wettlaufs mit stark erhöhter Ge¬
schwindigkeit 2 [ugs.j Rennen;
schnelles Laufen
spur|ten: spurtest; spurtetest; hast/bist
gespurtet 1 «Sport) kurzfristig mit
stark erhöhter Geschwindigkeit lau¬
fen 2 ist [ugs.] rennen; sich schnell zu
Fuß fortbewegen (um ein Ziel noch
rechtzeitig zu erreichen)
Spur|wech|sel: der; -s; - das Fahren
von der rechten auf die linke Fahr¬
spur od. umgekehrt
Spur[wei|te: die; - ; -n 1 «Fahrzeug) Ab¬
stand zwischen den linken u. den
rechten Rädern einer Achse 2 «Gleise)
Abstand zwischen den beiden parallel
laufenden Schienen
spujten, sich: sputest dich; sputetest
dich; hast dich gesputet sich beeilen
Sputlnik: <russ.> der; -s; -s «Technik) (der
erste) von der UdSSR ins Weltall ge-
schossene(r) Satellit
Spu|tum: dato das; -s; Sputa «Med.)
Äuswurf
Square dance —» Squaro|dance:
<eng/.> /ßkuär danß/ der; - ; -s von vier
im Quadrat aufgestellten Paaren ge¬
tanzter amerikanischer Volkstanz
Squash: dat.-fr.-engb /ßk*osch/ das; - ;
- 1 «Sport) Ballspiel, bei dem zwei
Spieler abwechselnd einen kleinen
Gummiball mit einem Schläger gegen
eine Wand schlagen 2 frischer Frucht¬
saft mit Fruchtstückchen
1093
Squaw
Squaw: tlndian. Spr.-englo /ßkwo/ die;
- ; -s 1 Indianerin 2 bei den in Nord¬
amerika lebenden Indianern die Be¬
zeichnung für die Ehefrau
s. R.: Abk. siehe Rückseite
SS: Abk. 1 Sachschaden 2 <Milit.; Poli¬
zei) Scharfschütze 3 (Elektrot.)
Schnittstelle 4 Schutzstaffel = (hist.)
berüchtigtste Terrororganisation im
nationalsozialistischen Deutschland
5 Schweißstahl 6 <engl.> <EDV> single
sided = einseitig 7 Sommersemester
8 Sprengstoff 9 Strafrechtssache 10
Schulschiff
S. S.: Abk. dato 1 Sacra Scriptura =
Heilige Schrift (= die Bibel) 2 Sua
Sanctitas = Seine Heiligkeit (= der
Papst)
s. S.: Abk. siehe Seite
S. Scr.: Abk. dato Sacra Scriptura =
Heilige Schrift (= die Bibel)
SSO: Abk. 1 Seestraßenordnung 2
<Himmelsrichtung> Südsüdosten
ssö.: Abk. (Himmelsrichtung) südsü¬
döstlich
SSW: Abk. 1 <Med.) Schwangerschafts¬
woche 2 (Himmelsrichtung) Südsüd¬
westen
ssw.: Abk. (Himmelsrichtung) südsüd¬
westlich
ST: Abk. 1 (Textiltechnik) Gesteinsfa¬
serstoffe 2 Schiffstechnik 3 Schnell¬
transporter 4 Staatsschutz (Abteilung
beim Bundeskriminalamt 5 a) Stereo¬
gerät b) Stereo- (in Zusammensetzun¬
gen)
St.: Abk. 1 Sankt = der, die Heilige 2
Staat 3 (Milit.) Stab 4 Stadion 5 Stadt
6. Stamm (auch Wortstamm) 7 Stan¬
dard 8 Stapel 9 Stärke 10 Start 11 Sta¬
tik 12 Statistik = zahlenmäßige Er¬
fassung u. Untersuchung bestimmter
Erscheinungen 13 a) Stelle b) Stellung
(auch Anstellung) 14 Steuer 15 (Mu¬
sik) Stimme 16 Stock(werk) 17 Storno
18 Stunde
st: Abk. 1 (Technik) selbsttragend 2
staatlich 3 städtisch 4 stählern 5 stän¬
dig 6 stark, auch (Sprachwiss.) stark
flektiert, gebeugt 7 starr 8 stationär 9
statisch 10 statistisch 11 statt
s. T.: Abk. 1 (i/.> (Musik) senza tempo =
ohne Tempoangabe 2 siehe Tarif ( =
zwischen Arbeitgebern u. -nehmern
ausgehandelte Löhne, Gehälter)
s.t: (/a/.> Abk. sine tempore = ohne die
Zeit, ohne das akademische Viertel
(Beginn universitärer Veranstaltun¬
gen) genau wie angegeben u. nicht 15
Minuten später
STA: Abk. Stundenlohnabrechnung
StA: Abk. 1 a) Staatsangehörigkeit b)
Staatsangehörige(r) 2 Staatsanleihe
= Anleihe(n) von Bund, Ländern od.
Gemeinden 3 (Rechtsw.) a) Staatsan¬
waltschaft b) Staatsanwalt; Staatsan¬
wältin 4 (Börse) Stammaktie(n) 5
Standesamt 6 Steuerabzug
Staat: der; -(e)s; -en 1 (Pol.) a) Zusam¬
menschluß einer großen Gruppe von
Menschen (einer Nation) in einem
eingegrenzten Gebiet unter einer ho¬
heitlichen Gewalt b) Gebiet, auf dem
eine Gruppe von Menschen unter ei¬
ner Regierung zusammenlebt c) alle
Verfassungsorgane eines bestimmten,
abgegrenzten, rechtlich definierten
Gebietes, durch deren Zusammenwir¬
ken das Leben u. die Ordnung garan¬
tiert, geschützt werden soll 2 (Zoob
organisierte Gemeinschaft mancher
Insektenarten »Termitenstaat ♦ Amei¬
senstaat ♦ Bienenstaat« 3 a) o. PI.
prächtige Kleidung; herausgeputzte
Aufmachung b) [veralt] alle Perso¬
nen, die zum Umfeld einer angesehe¬
nen, hochgestellten Persönlichkeit ge¬
hören »Hofstaat« c) Staat machen:
Aufwand treiben d) mit jmdm./etw.
nicht viel/keinen Staat machen
können: mit etw., jmdm. (nicht) be¬
eindrucken können »In diesem Auf¬
zug kannst du keinen Staat machen.«
staaltenlbilldend —» Staaten bildend:
Adj. n. stg. (Zoob in großen, organi¬
sierten Gemeinschaften lebend »Ter¬
miten gehören zu den staatenbildenden
Insekten.«
Staaltenlbund: der; -(e)s; -bünde (Pol.)
Zusammenschluß mehrerer unabhän¬
giger Staaten, die sich als zusammen¬
gehörig betrachten u. gemeinsame
Wirtschafts- u./od. Außenpolitik be¬
treiben
Staaltenlgelmeinlschaft: die; - ; -en
(Pol.) loses Bündnis einiger Staaten
mit gemeinsamen Interessen
Staahenltenlken der; -s; - weibl.
[selten.] Staa|ten|ten|ke|rin: die; - ;
-nen [geh.; veralt.] Politiker(in), der/
die richtungsweisende Entscheidun¬
gen für den Staat trifft
staa|ten|los: Adj. n. stg. ohne Staatsan¬
gehörigkeit; nicht Bürger(in) eines
Staates
Staaltenllolse: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Staatenloser;
eine Staatenlose; zwei Staatenlose)
(Pol.) Person, die keinerlei Staatsan¬
gehörigkeit besitzt
StaahenHolsiolkeit: die; - ; - (Pol.) Zu¬
stand ohne Staatsangehörigkeit
Staat!.: Abk. staatlich
staatl. gepr.: Abk. staatlich geprüft
staatlich: Adj. n. stg. (Pol.) a) den Staat
betreffend, ihm zuzuordnen »staatli¬
che Unabhängigkeit ♦ staatliche
Interessen« b) im Namen, Auftrag des
Staates handelnd; im Dienste des
Staates stehend »eine staatliche
Behörde« c) vom Staat finanziert;
zum Staat gehörend; vom Staat ge¬
fördert »staatliches Altenheim ♦ staat¬
liche Fördermittel« d) vom Staat an¬
geordnet, durchgeführt, vorgeschrie¬
ben »staatlich geprüftes Gütesiegel •
staatlich verordnet«
staatllilcherlseits: Adv. (Pol.) vom Staat
aus betrachtet od. gehandelt; von der
Staatsregierung aus gesehen od. ange¬
ordnet
Staate|af|fä|re: die; - ; -n a) etw., was
den Staat betrifft, berührt, angeht b)
Skandal größeren Ausmaßes, der Po¬
litiker betrifft c) eine Staatsaffäte
aus etw. machen: [ugs.] etw. aufbau¬
schen, hochspielen
Staatslakt der; -(e)s; -e a) (Rechtsw.)
rechtlicher Vorgang des Staates, der
Regierung b) offizieller Empfang der
Staatsregierung; feierliche Veranstal¬
tung der Regierung
Staatslakltilon: die; - ; -en a) [selten]
vom Staat, der Regierung ausgehen¬
de, wichtige Handlung (mit weitrei¬
chenden Folgen) b) aus etw. eine
Staatsaktion machen: um etw. viel
Aufhebens, großen Aufwand machen
»Mach aus dieser Angelegenheit bitte
keine Staatsaktion.«
Staats|an|ge|hö|rig|keit: die; ~ ; -en
(Pol.) offizielle Zugehörigkeit, Mit¬
gliedschaft in einem Staat als Bürger
Staats|an|lei|he: die; - ; -n (Wirt.) Geld¬
aufnahme eines Staates über Schuld¬
verschreibungen o. ä.
Staate|an|watt: der; -(ejs; -anwälte
weibl. Staats|an|wäl]tin: die; - ; -nen
(Rechtsw.) Person, die in einem Straf¬
verfahren vor Gericht für den Staat
die Aufgabe des Anklägers, rechtli¬
chen Vertreters übernimmt
Staatslanlwaltlschaft: die; - ; -en
(Rechtsw.) staatliche Behörde zur
Vertretung des öffentlichen Interesses
in Rechtsangelegenheiten (wie Ankla¬
geerhebung u. Durchführung von Er¬
mittlungsverfahren)
Staats|apjpa|rat: der; -(e)s; -e (Pol.) alle
Institutionen, Personal u. Hilfsmittel,
die für staatliche Aufgaben zur Verfü¬
gung stehen
Staats|ban|kett: das; -(e)s; -e (Pol.)
festliches Essen, das die Regierung
für (ausländische) Staatsgäste gibt
Staate|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Staatsbeam¬
ter; eine Staatsbeamte; zwei
Staatsbeamte) weibl. auch Staatelbej-
am|tin: die; - ; -nen bei einer staatli¬
chen Behörde od. sonstigen Einrich¬
tung beschäftigte Person, die auf Le¬
benszeit eingestellt wird (u. hoheitli¬
che Rechte des Staates wahrnimmt)
Staate|be|gräb|nis: das; -ses; -se (Pol.)
offizielle, feierliche Beerdigung einer
hochgestellten Persönlichkeit, an der
auch Regierungsmitglieder teilneh¬
men
Staate|be|such: der; -(e)s; -e (Pol.)
Auslandsreise eines Staatsmannes
aus offiziellem Anlaß im Interesse der
Regierung
Staatslbeltrieb: der; -(e)s; -e (Wirt.)
staatseigenes Unternehmen
Staatslbüftaer: der; -s; ~ weibl. Staatsl-
bür|ge|rin: die; - ; -nen (Pol.) Angehö¬
rige^) des Staates (mit allen politi¬
schen Rechten u. Pflichten)
staate|bürfger]lich: Adj. n. stg. (Pol.)
zum Staatsbürger gehörend, ihn be¬
treffend
Staats|bür|ger|schaft: die; - ; -en (Pol.)
offizielle Zugehörigkeit einer Person
zu einem Staat »Er hat die deutsche u.
die französische Staatsbürgerschaft.«
Staateichef: der; -s; -s weibl. Staatel-
che(tin: die; ~ ; -nen (Pol.) Person, die
das höchste Staatsamt bekleidet
Staateldielner: der; -s; - weibl. Staatel-
die|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
beim Staat beschäftigt ist (als Beam¬
te«)
Staatsdienst: der; -(e)s; -e Tätigkeit,
Arbeitsverhältnis beim Staat (als
Beamte«) »Als Lehrer tritt man in
den Staatsdienst ein.«
staats|ei|gen: Adj. n. stg. (Wirt.) sich im
Eigentum des Staates befindend
Staateleilgenltum: das; -(e)s; - (Wirt.)
alles, etw., was dem Staat gehört
Staate|ex|amen —> Staats|e|x|a|men:
das; -s; -examina Studienabschluß
vor einer staatlichen Prüfungskom-
1094
Stachelhäuter
mission »Sie hat gestern das erste
Staatsexamen bestanden.«
Staatstteilerttaq: der; -(e)s; -e <Pol.>
vom Staat (in Erinnerung an ein
wichtiges Ereignis) festgelegter Feier¬
tag
StaatsKeind: der; -(e)s; -e weibl.
Steatslfelnldin: die; ~ ; -neu
«Rechtsw.; Pol.) Person, die die staat¬
liche Ordnung gefährdet, dem Staat
Schaden zufügt
Staats|fomi: die; - ; -en <Pol.> Art der
Staatsorganisation, des Aufbaus ei¬
ner staatlichen Gemeinschaft »Die de¬
mokratische Staatsform ist in Europa
verbreitet.«
Staatslcelbiet: das; -(e)s; -e <Pol.>
durch Grenzen eines anderen Staaten
abgeteiltes Territorium, in dem ein
Staatseine Hoheitsrechte ausübt
ataatalqelfahrldend: Adj. «Pob die
staatliche Ordnung untergrabend
Staats|ge|fähr|dung: die; - ; -en <Pol.>
Bedrohung der öffentlichen Ordnung
Staats|ge|heim|nis: das; -ses; -se <Pob
etw., was wegen der staatlichen Si¬
cherheit nicht bekanntwerden darf
Staats|ge|richts|hof: der; -(e)s; -höfe
<Rechtsw.> Gericht, das über verfas¬
sungsrechtliche Fragen entscheidet
Staats|ge|walt: die; - ; -en <Rechtsw.;
Pol.> a) o. PI. Gesamtheit der Rechte
des Staates u. der Mittel zu ihrer
Durchsetzung b) PI. s. auf einen be¬
stimmten Bereich bezogene, staatli¬
che Gewalt (Legislative, Judikative u.
Exekutive) c) o. PI. Polizeigewalt als
staatliche Exekutive
Staatslgrenlze: die; - ; -n <Pol.> Linie,
Bereich, in der/dem die Territorien
zweier Staaten Zusammentreffen
Staats|grtin|dung: die; - ; -en <Pob
Neubildung eines Staates
Staats|kas|se: die; > ; -n <Pöb finan¬
zielle Mittel des Staatshaushaltes
Staats|kom|mis|saR der; -s; -e weibl.
Staats)kom|mis|sa|rin: die; ~ ; -neu
<Pol.> Beamte(r) für spezielle staatli¬
che Aufgaben
Staats|ko|sten —*■ Staatskosten: die
(PI.) finanzielle Lasten, die der Staat
trägt
Staatslmann: der; -(e)s; -männer [geh.]
bedeutender, hervorragender Politi¬
ker
staatslmänlnisch: Adj. n. stg. einem
Staatsmann entsprechend, ihm ange¬
messen
Staatsfoberfhaupt —» Staats|o|ber|-
haupt: das; -(e)s; -häupter <Pol.>
höchster Repräsentant eines Staates
Staats|orjgan-, das; -(e)s; -e <Rechtsw.;
Pob Institution, Einrichtung zur
Ausübung der Staatsgewalt
Staats|pa|pier. das; -(e)s; -e (m. PI.)
«Bankw.) vom Staat ausgegebenes
Wertpapier
StaatslparHei: die; ~ ; -en <Pot.> politi¬
sche Gruppierung, die die Macht im
Staat ausübt (meist bei Staaten mit
Einparteiensystem)
Staats|po|li|tilc die; - ; - politische Ziele
u. Aktivitäten eines Staates
Staats|prä|si|dent: der; -en; -en weibl.
Staatsjprä[si[den(tin: die; - ; -nen a)
nur männt. Form höchstes (repräsen¬
tatives) Amt in vielen Staaten b) Inha¬
berin) des Amtes (a)
Staats|rat: der; -fe)s; - weibl. Staats|-
rä|tin: die; - ; -nen <Pob 1 nur männl.
Form «früher DDR> kollektives
Staatsoberhaupt der DDR 2 nur
männl. Form in einigen Staaten die
Regierung 3 a) o. PL in einigen Staa¬
ten Titel für eine(n) höhere(n)
Staatsbeamte^}) b) Trägerin) des Ti¬
tels Staatsrat/Staatsrätin
staatslrechtllich: Adj. n. stg. «Rechtsw.)
auf das Staatsrecht bezogen, ihm zu¬
zuordnen
Staats|re|gie|rung: die; ~ ; -en <Pob po¬
litische Führung des Staates
Staats|säckel (Staats|säk|kel —>
Staats|sä[ckel): der; -s; - [scherzh.]
Staatskasse
Staatsschatz: der; -es; -schätze «Wirt.)
im Besitz des Staates befindliches
Geld, Gold o. ä.
Staatsschuld: die; - ; -en (m. PI.)
«Wirt.) Verbindlichkeiten des Staates
bei seinen Gläubigem
Staats|se|kre|tär —* Staats|sefk|re|tär:
der; -s; -e weibl. Staats|se|k|re|tä|rin
—*• Staats|se|kre|täirin: die; ~ ; -nen
«Pol.) höchste(r) Beamtin/Beamter in¬
nerhalb eines Ministeriums in der
Bundesrepublik Deutschland
Staats|si|cherhelt: die; - ; - «Pol.; früher
DDR) Staatssicherheitsdienst; Mini¬
sterium für Staatssicherheit
Staats|so|zia|Ka|mus —» Staats|so|zi|-
a|lis|mus: der; ~ ; - «PobWirtschafts-
system, bei dem der Staat Eigentümer
der Produktionsmittel ist
Staatsstreich: der; -(e)s;-e <Pob Sturz
der Regierung durch das Militär od.
einzelne Mitgliederder Regierung
Staats|ver|brejchen: das; -s; - 1 krimi¬
nelle Handlung gegen den Staat u. die
Regierung 2 das ist doch kein
Staatsverbrechen: [ugs.j das ist nicht
weiter schlimm, keine große Sache
Staatslverlmölqen: das; -s; - «Wirt.)
Werte, die sich im Besitz des Staates
befinden
Staats|yer|schul|dung: die; - ; - «Wirt.)
Kredite, die der Staat aufgenommen
hat u. zurückzahlen muß
Staatslvolk: das; -(e)s; - <Pob alle Bür¬
ger eines Staates
Staats|we|sen: das; -s; - «Pob alles, was
zum Staat u. seiner Regierung gehört
Stab.: Abk. Stabilität = Festigkeit; Be¬
ständigkeit
Stab: der; -(e)s; Stäbe 1 gerader, dün¬
ner Stock 2 Gruppe von Personen,
die jmdm., einem Höhergestellten zu¬
arbeiten 3 «Milit.) Gruppe der Füh¬
rungsoffiziere (einer größeren Ein¬
heit)
Stäb|chen: das; -s; - 1 kleiner Stab 2 m.
Pt. paarweise benutztes Eßwerkzeug
aus dem asiatischen Raum aus Holz
(od. Kunststoff) 3 <Anat.> Sinneszelle
im Auge des Menschen u. fast aller
Wirbeltiere 4 «Handarbeit) be¬
stimmte, hohe Masche(nart) beim
Häkeln 5 [ugs.j Zigarette
stab|för|mig: Adj. n. stg. geformt wie ein
Stab; lang u. von geringem Durch¬
messer
Stab|hoch[sprinfger: der; -s; - weibl.
Stab|hoch|sprin|ge|rin: die; - ; -nen
«Sport) Sportlerin), der/die einen fe¬
dernden, langen Stab als Hilfsmittel
benutzt, um über eine hochliegende
Latte zu springen
Stab|hoch|sprung: der; -(e)s; -spränge
«Sport) a) o. PI. Sportart, bei der man
einen langen Stab benutzt, um über
eine hochliegende Latte zu springen
b) Versuch beim Stabhochsprung (a);
das Überspringen der Latte beim
Stabhochspringen
ste|bil: dato Adj. 1 einer Belastung
standhaltend, nicht zerbrechlich; wi¬
derstandsfähig »stabiles Material« 2
beständig u. nicht gefährdet »eine sta¬
bile Währung«
Sta|bi|li|sajtor. dato der; -s;
Stabilisatoren 1 Gerät zur Gleichhal¬
tung elektrischer Spannungen 2 a)
Vorrichtung zur Verringerung der
Kurvenneigung bei Kraftwagen b)
Vorrichtung bei Schiffen zur Stabili¬
sierung der Lage 3 «Chemie) Zusatz,
der eine unerwünschte chemische Re¬
aktion verhindert 4 <Med.> gerin¬
nungshemmende Flüssigkeit für die
Blutkonservierung
sta|bi|li|sie|ren: stabilisierst; stabilisier¬
test; hast stabilisiert fester, stärker
machen
sta|bi|li|sie]ren, sich: stabilisiert sich;
stabilisierte sich; hat sich stabilisiert
fester, stärker werden; sich normali¬
sieren; auf normalem Niveau bestän¬
dig bleiben »Die Blutwerte haben sich
stabilisiert.«
Sta|bi|li|tät: dato die; - ; - Beständigkeit;
Festigkeit .
Sta|bi|li|täts|po|li|tik: die; ~ ; - Vorgehen
in der Politik, das große Schwankun¬
gen in der Wirtschaft, im politischen
System o. ä. verhindern soll
Stabs|arzt: der; -es; -ärzte weibl. Stabs|-
ärz|tin: die; ~ ; -nen «Milit.) Medizine¬
rn) als Sanitätsoffizier im Rang ei¬
nes Hauptmanns
Stab|sich|tig|keit: die; - ; - <Med.> Seh¬
störung durch Veränderung der
Hornhaut des Auges; Astigmatismus
Stac|cajto/Stak|ka|to: /ßtackato/ das;
-s; -s u. StaccatijStakkati «Musik)
Spielweise, bei der die Töne deutlich
voneinander abgesetzt sind
Sta|chel: der; -s; - 1 «Zoob oft mit ei¬
ner Giftdrüse ausgestattetes (Vertei¬
digungs-Instrument bei Insekten
»Der Stachel der Wespe steckt noch in
der Haut.« 2 «Bot.) spitze, harte Aus¬
buchtung an Stengeln od. Zweigen
von Pflanzen »Der Brombeerstrauch
hat viele Stacheln.« 3 «übertr.) spitzer
Gegenstand; Spitze 4 «übertr.) seeli¬
sche Verletzung 5 der Honig ist nicht
weit vom Stachel: was besonders gut
ist, ist meistens auch besonders ge¬
fährlich
Sta|chel|bee|re: die; - / -n a) Strauch
mit stacheligen Zweigen, dessen
Früchte eßbar sind u. leicht säuerlich
schmecken b) Frucht des Stachelbeer¬
strauches
Sta|chel|draht: der; -(e)s; -drahte
Draht, bei dem in regelmäßigen Ab¬
ständen Drahtspitzen herausstehen
Sta|chel|hals|band: das; -(e)s; -bänder
innen mit Stacheln versehenes Hals¬
band für Hunde
Sta|chel|häu|ter: der; -s; ~ in unter¬
schiedlichen Arten vorkommendes,
im Meer lebendes Tier, bei dem unbe-
1095
stachelig/stachlig
wegliche Stacheln aus Kalk den Kör¬
per bedecken
sta|che|lig/stach|lig: Adj. übersät mit
spitzen Stacheln »Igel sind stachelig.«
Sta|chel|schwein: das; -(ejs; -e Nage¬
tier, das Grunzlaute wie ein Schwein
von sich gibt u. auf dessen Rücken
sich lange, schwarz u. weiß gestreifte
Stacheln befinden, die hochgestellt
werden können
stach|lig/sta|che|lig: Adj. übersät mit
spitzen Stacheln »Igel sind stachlig.«
Stad.: Abk. 1 Stadion 2 Stadium = Zu¬
stand, Entwicklungsstufe
Sta]di|on: <gro das; -s; Stadien jstadbnj
große Sportanlage, meist oval ge¬
formt, für Wettkämpfe, die von Tri¬
bünen (mit Sitzplätzen) für Zuschau¬
er umgeben ist
Sta|di|uni: <gr.-Iat.> das; -s; Stadien
jstadien! Entwicklungsabschnitt »Das
Einkaufszentrum ist noch im Stadium
der Planung.«
Stadt: die; ~ ; Städte a) mit bestimmten
Rechten u. einer eigenen Verwaltung
ausgestattetes Gebiet, in dem viele
Menschen wohnen u. arbeiten b) alle
Einwohner einer Stadt (a) c) die Ver¬
waltung der Stadt (a) »Ich muß bei der
Stadt anrufen.« d) die Heilige Stadt:
Jerusalem (in Israel) e) die Ewige
Stadt Rom (in Italien) f) die Goldene
Stadt: Prag (in Tschechien) g) in
Stadt u. Land: an jedem Ort, egal wo;
überall
städt.: Abk. städtisch
Stadtjarjchiv: das; -(e)s; -e a) geordnete
Sammlung von Dokumenten, Schrift¬
stücken u. Unterlagen, die für die
Stadtgeschichte von Bedeutung sind
b) kommunale Institution, die ein
Stadtarchiv (a) betreibt
Stadt|bau|rat: der; -(e)s; -rate weibl.
Stadt|bau|rä|tin: die; - ; -nen höher-
e(r) Beamtin/Beamter in einer städti¬
schen Baubehörde
stadtjbe|kannt: Adj. n. stg. im weiten
Umkreis bekannt »Sie ist eine stadt¬
bekannte Persönlichkeit.«
Stadt|be|völ|ke|mng: die; ~ ; -en «neist
Soziob alle Personen, die in Städten
wohnen
Stadt)be|woh|ner: der; -s; - weibl.
Stadt|be|woh|ne|rin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die in einer (bestimmten) Stadt
lebt
Stadt)be|zirk: der; -(ejs; -e <Pob Teil,
Verwaltungseinheit (innerhalb) einer
Stadt, Syn.: Stadtteil
Stadtjbi|bIio|thek —* St§dt|bi|b|li|o|-
thek: die; • ; -en a) öffentlich zugäng¬
liche, von der Stadt finanzierte Bü¬
chersammlung b) Institution, die eine
Stadtbibliothek betreibt
Stadt|di|rek|tor: der; -s; -en weibl.
Stadt|di(rek|to|rin: die; - ; -nen ho¬
he/)) Beamtin/Beamter innerhalb ei¬
ner Stadtverwaltung
Stjjd|tejbau: der; -(e)s; - Planung u. Ge¬
staltung für den (Auf-)Bau od. die
(Um-)Gestaltung von Städten
Städ|te|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
Sporb Wettkampf zwischen Mann¬
schaften aus verschiedenen Städten
Stgd|te|part)ner|schaft: die; - ; -en Zu¬
sammenschluß zum Austausch auf
kulturellem u. wirtschaftlichem Ge¬
biet von Städten in verschiedenen
Ländern
Städter: der; -s; - weibl. Städ|tejrin:
die; - ; -nen Person, die in der Stadt
lebt
Städ|te|tag: der; -(e)s; -e <Pob Vertre¬
tung der Städte zur Umsetzung ge¬
meinsamer Interessen
Stadt|ge|biet: das; -(ejs; -e räumlicher
Bereich, über den sich eine Stadt er¬
streckt
Stadt|ge|spräch: das; -(e)s; -e 1 Telefo¬
nat innerhalb des Ortes 2 Stadtge-
präch sein, werden: Hauptge¬
sprächsthema innerhalb einer Stadt
sein, werden
Stadtjhaus: das; -es; -häuser 1 Wohnge¬
bäude, das sich in einer Stadt befindet
u. den Bedürfnissen dort angepaßt
ist, Ant.: <2> Landhaus 2 Gebäude, in
dem die Stadtverwaltung unterge¬
bracht ist
städ|tisch: Adj. 1 n. stg. die Verwaltung
einer Stadt betreffend, in ihre Zustän¬
digkeit fallend, zu ihr gehörend 2 ty¬
pisch für die Gegebenheiten in einer
Stadt
Stadt|kämjme|rer: der; -s; - weibl.
Stadt|käm|me|rin: die; ~ ; -nen für die
Finanzen einer Stadt zuständige(r)
Beamtin/Beamter
Stadtjkern: der; -(e)s; -e Innenstadtbe¬
reich einer Stadt
Stadt|mau|er. die; -; -n <hist.> das Stadt¬
gebiet umgebender, gemauerter Wall,
mit dem früher die Stadt gegen Über¬
falle gesichert wurde
Stadt(mit|te: die; - ; -n Innenstadt, Zen¬
trum der Stadt
Stadt|plan: der; -(e)s; -plane Karte, in
die Straßen u. Plätze einer Stadt ein¬
gezeichnet sind
Stadtjrand: der; -(ejs; -ränder äußerer
Bereich einer Stadt; Gebiete nahe der
Stadtgrenze
Stadt|rat: der; -(ejs; -rate weibl. Stadt(-
rä|tin: die; ~ ; -nen 1 nur männl. Form
Gemeindevertretung einer Stadt 2
Mitglied der Gemeindevertretung ei¬
ner Stadt
Stadt|rund|fahrt: die; - ; -en Fahrt,
meist mit einem Bus, bei der die Se¬
henswürdigkeiten einer Stadt gezeigt
werden
Stadt|strei|cher der; -s; - weibl. Stadt|-
strei|cher)in: die; - ; -nen [abwert.]
Person, die ohne festen Wohnsitz in
einer Stadt lebt
Stadt|teil: der; -(e)s; -e Bezirk, zusam¬
mengehöriger Bereich innerhalb einer
größeren Stadt
Stadtftor: das; -(ejs; -e <hist.> Öffnung
innerhalb der Stadtmauer, die den
Zugang zur Stadt ermöglicht
Stadt|verjwal|tung; die; -; -en a) Behör¬
de, die für die organisatorischen An¬
gelegenheiten der Stadt zuständig ist
b) Gebäude, in der die Stadtverwal¬
tung ihren Sitz hat c) das gesamte Per¬
sonal der Stadtverwaltung d) alle An¬
lagen u. Institutionen einer Stadtver¬
waltung
Stadt|wap|pen: das; -s; - bildlich ge¬
staltetes Abzeichen, das eine Stadt
führt
Sta|fet|te: <it.> die; • ; -n 1 (berittene)
Kuriere, die sich abwechseln, um eine
Nachricht zu überbringen 2 als Es¬
korte formierte Fahrzeuge od. Reiter
3 kur2für Stafettenlauf
Sta|fettten|lauf: der; -(e)s; -laufe <Sport>
[veralt.] Staffellauf
Staf|faige: <fr.-niederl.> /ßtafaseh^ u.
staffaseh«/ die; - ; -n a) schmücken-
de(s) Beiwerk, Belebung, Ausstat¬
tung, um etw. vorzutäuschen »Die
Kunstwerke waren nur Staffage.« b)
<Kunst> Menschen u./od. Tiere auf ei¬
nem Landschaftsbild zur Belebung,
Dekoration des Motivs
Staffel: die; - ; -n 1 <Sport> a) (meist
vier) Athleten als Gruppe, die gegen
andere Gruppen im Wettkampf un¬
mittelbar nacheinander antreten
»Schwimmstaffel ♦ Staffel über 400-
Meter-Hürden« b) Anzahl von Athle¬
ten, deren Leistungen gemeinsam be¬
wertet werden 2 <Milit.> a) Schiffe der
Kriegsmarine, die im Verband fahren
b) Luftwaffeneinheit »Fliegerstaffel«
3 als Eskorte formierte Fahrzeuge od.
Reiter 4 [süddt.] Treppe; Treppenab¬
satz
$taf|fe|lei: die; - ; -en Gestell, auf das
beim Malen das Bild gestellt wird, bei
dem Höhe u. Neigungswinkel ver¬
stellbar sind
Stafffelllauf: der; -(e)s; -laufe <Sport>
Wettkampf, bei dem mehrere (oft
Vierer-)Gruppen von Läufern, Sport¬
lern gegeneinander antreten
staffeln: staffelst; staffeltest; hast
gestaffelt 1 abstufen; in Klassen ein¬
teilen »Die Zuschüsse sind nach Ein¬
kommenshöhe gestaffelt.« 2 etw. ge¬
ordnet aufstellen
Sta1)fel|stab: der; -(e)s; -Stäbe <Sport>
Stab, der beim Staffellauf an den
nächsten Läufer übergeben werden
muß
Stafjfe|lung/Staff]lung: die; - / -en 1
Einteilung; Abstufung 2 das Eintei¬
len, Abstufen von etw.
staf]fel]wei]se: Adv. in einer bestimmten
Ordnung aufgebaut ,
Staftfel(wett)be|werb: der; -(ejs; -e
<Sport> Wettkampf, bei dem (oft Vie-
rer-)Gruppen von Sportlern gegen¬
einander antreten
staf|fiejren: <fr.-niederh staffierst; staf¬
fiertest; hast staffiert 1 [selten] mit
etw. ausstatten 2 [österr ] schmücken;
verzieren 3 [fachsprl.] Kleidungsstük-
ke füttern
Staff|lung/Staf|fe|lung: die; ~ ; -en 1
Einteilung; Abstufung 2 das Eintei¬
len, Abstufen von etw.
Stag|fla|ti|on: Kurzw. <englo /ßtagfla-
zion u. stagflazion/ die; - ; -en <Wirt.>
Stagnation + Inflation = Stillstand
des Wirtschaftswachstums u. zeitglei¬
che starke Geldentwertung
Sta|gna|ti|pn —*■ Sta|g|na|tijgn: dato
die; • ; -en <oft Wirt.> Stillstand bei ei¬
ner Entwicklung
sta|gnie|ren —> sta|g|nie|ren: dato sta¬
gnierst; stagniertest; hast stagniert
(meist Wirt.> stehenbleiben; sich nicht
weiterentwickeln
Sta|gnje|rung —> Sta|g]nie|rung: dato
die; -; -en Stillstand; das Stocken von
etw., Syn.: Stagnation
Stahl: der; -(ejs; Stähle u. -e 1 aus Ei¬
senerz gewonnenes, hartes, hochver¬
edeltes Metall von hoher Festigkeit 2
1096
Stammkunde
[poet.] Stichwaffe in Form von Mes¬
ser, Schwert od. Dolch
—» Stahl ver|ar|beiftend: s. stahlverar¬
beitend
Stahl|arjbei|ten der; -s; • mit der Her¬
stellung u. Verarbeitung von Stahl be¬
schäftigter Arbeiter
Stahlbau: der; -(e)s; -ten 1 o. PI. Bau¬
weise, bei der überwiegend Stahl ver¬
wendet wird 2 zum größten Teil aus
Stahl bestehendes Gebäude 3 o. PI.
Teilbereich der Bauindustrie
Stahl|be|ton: der; -s; - mit einem Stahl¬
skelett ausgestatteter Beton, der als
Baustoff Verwendung findet
Stahlblech: das; -(e)s; -e zu dünnen
Blechen gewalzter Stahl
Stahl|bril|le: die; - ; -n Brille, bei der
Stahl als Material für das Brillenge¬
stell verwendet wurde
stäh|lern: Adj. n. stg. 1 hergestellt aus
Stahl 2 <übertr.> hart, fest wie Stahl
Stahljfe|der: die; - ;-n 1 aus Stahl herge¬
stellte, elastische Spirale 2 Schreib¬
spitze beim Füllfederhalter
Stahlhelm: der; -(e)s; -e <Milit.> schüt¬
zende Kopfbedeckung der Soldaten
aus Stahl
Stahl|in|du|strie —* Stahljin|du|s|t|rie:
die; - ; -n Wirtschaftszweig der Stahl¬
herstellung u. -Verarbeitung
Stahl|ko|cher: der; -s; - [ugs.] Arbeiter
am Hochofen
Stahl|ro8 —* Stahtlross: das; -rosses;
-rosse [ugs.; scherzh.] Fahrrad
Stahl]seil: das; -(e)s; -e aus Stahlfäden
gedrehtes, festes Seil, Tau
Stahl|ske|lett)bau|wei|se: die; - ; -n
<Bauw.> Vorgehensweise beim Bauen,
bei der das Grundgerüst des Bau¬
werks aus Stahl besteht
Stahl]stich: der; -(e)s; -e 1 <Kunst> Gra¬
fik auf einer Stahlplatte, von der Ab¬
drücke hergestellt werden 2 Abdruck
einer auf Stahl gefertigten Grafik
stahl|verjar)bei|tend —> Stahl verjarj-
bei|tend: Adj. n. stg. etw. aus Stahl
herstellend
Stahlwerk: das; -(e)s; -e Industrieanla¬
ge zur Herstellung von Stahl
Stahl|wol|le: die; ~; - aus feinen, dünnen
Stahlfäden bestehendes Knäuel zum
Reinigen u. Abschleifen von Holz- ,
Metallteilen o. ä.
stajken: stakst; staktest; hast gestakt 1
ein Boot od. einen Kahn mit einer
langen Stange vorwärtsbewegen, in¬
dem man sich vom Grund abstößt 2
[landsch.] etw. auf eine Heugabel
spießen u. damit transportieren
Stak|kafto/Stac|ca|to: <it.> das; -s; -s u.
Stakkati/Staccati Vortrag eines Mu¬
sikstückes in der Form, daß die ein¬
zelnen Töne sich hörbar voneinander
abgrenzen
stakjsen: stakst; stakstest; hast gestakst
sich steifbeinig bewegen
stakjsig: Adj. mit (langen, dünnen) un¬
beweglichen Beinen ausgestattet, ge¬
hend
Sta|!ag|mit: <gr.-lat.> der; -s u. -en; -e u.
-en <Geologie> Tropfstein, vom Boden
nach oben ragend
Sta|lak)t(b tgr.-lat.r der; -s u. -en; -e u.
-en <GeoIogie> Tropfstein, von der
Decke zum Boden hängend
Sta|li|nis|mus: <lat.> der; *; • <Pob (nach
dem ehemals die Sowjetunion beherr¬
schenden Diktator Stalin benannte)
diktatorische Form des Marxismus,
die Andersdenkende mit härtesten
Maßnahmen bis zur physischen Ver¬
nichtung bekämpfte
sta|li|nijstisch —» sta|li|nis|tisctv. Adj.
n. stg. cPol.> sich vom Stalinismus her¬
leitend; nach stalinistischen Grund¬
sätzen geführt
Sta)lin|orjgel: die; - ; -n <Milit > im Zwei¬
ten Weltkrieg von der UdSSR be¬
nutzte Lafette, mit der mehrere Rake¬
tengeschosse unmittelbar nacheinan¬
der abgefeuert werden konnten
Stall: der; -(e)s; Ställe a) Gebäude, in
dem Tiere untergebracht werden »Die
Kühe stehen im Stall.« b) den Stall
wittern: [ugs.] sich dem Zuhause na¬
hem u. daher das Tempo beschleuni¬
gen
Stall|bur|sche: der; -n; -n [veralt.] für
die Versorgung u. Pflege der Pferde
zuständiger Mann
Stall|gas|se: die; - ; -n Zwischenraum
zwischen den rechts u. links des Gan¬
ges im (Pferde-)Stali angebrachten
Boxen
Stall|ge|bäu|de: das; -s; - Bauwerk zur
Unterbringung von Nutz-, Haustie¬
ren
Stall|ge|ruch: der; -(e)s; -geruche 1 ty¬
pischer Duft nach Heu, Mist u. Tier-
körpem 2 <übertr.> [scherzh.] gemein¬
same Herkunft (auch als Mitglied ei¬
ner Organisation)
Stal|lung: die; - ; -en (m. PI.) Bauwerk,
in dem die größeren Nutz-, Haustiere
untergebracht werden
Stamm: der; -fejs; Stämme 1 Men¬
schengruppe gemeinsamer Herkunft,
Sprache u. Kultur »der Stamm der
Sioux, der Schwaben« 2 fester, größe¬
rer Teil eines Baumes, der in der Erde
verwurzelt ist 3 Personengruppe, die
den Kern, den festen Bestandteil bil¬
det 4 biologische Kategorie, die ihrer¬
seits jeweils in Klassen unterteilt wird
S <Sprachwiss.> Bestandteil eines
Wortes, an den Vor- u. Nachsilben,
Flexionsendungen usw. angefügt wer¬
den können 6 vom Stamm(e) Nimm
sein: [ugs.] von Habgier erfüllt sein
Stamm|ak|tie: die; - ; -n <Wirt > normale
Aktie ohne V orrechte
Stamm|baum: der;-(e)s; -bäume 1 Auf¬
zeichnung aller Nachkommen eines
Elternpaares, aller Vorfahren einer
Person über mehrere Generationen,
oft in Form eines Baumes dargestellt
2 <Bio.> Darstellung der Verwandt¬
schaftsverhältnisse verschiedener
Tier- od. Pflanzenarten, aus der sich
die Entwicklung ablesen läßt 3
<Sprachwiss.> Stemma; Darstellung
der Struktur eines Satzes
Stamm|be|leg|schaffc die; - ; -en <Wirt.>
zum festen Personal gehörende Ar¬
beiter u. Angestellte einer Firma
Stamm|be|setjzung: die; - ; -en a) das
normalerweise vorgesehene, aktive
Personal b) <Theater> die üblicherwei¬
se eingesetzten Schauspielerfinnen)
Stamm|buctv. das; -(e)s; -bücher amtli¬
ches Verzeichnis von Eheschließung,
Geburten u. Todesfällen in einer
(Klein-)Familie
Stamm|da|ten: die (PI.) <EDV> Menge
von erfaßten, auf einem Datenträger
gespeicherten Grunddaten
stam|meln: stammelst; stammeltest;
hast gestammelt 1 stockend, gehemmt
reden; einige Laute nicht richtig aus¬
sprechen 2 (aufgrund mangelnder
Kenntnisse) stockend, abgehackt re¬
den
stam|men: stammst; stammtest; hast ge¬
stammt seinen Ursprung haben
Stam|mes|be|wu8t|sein —» Stam|-
mes|be|wusst|sain: das; -(e)s; - Zu¬
gehörigkeitsgefühl zu einer bestimm¬
ten (Volks-)Gruppe (meist bei Natur¬
völkern), die in Stämmen (2) zusam¬
menlebt
Stam]mes|ent|wick|lung: die; - ; -en 1
<Bio.> Entstehung der Arten im Laufe
der Erdgeschichte 2 historische Ent¬
wicklung eines Stammes (2), einer
Gruppe, der/die einem Naturvolk an¬
gehört
Stam|mes|füh|reR der; -s; - weibl. {sel¬
tenI Stam|mes|füh|re|rin: die; ~ ; -nen
Anführer(in) einer Volksgruppe eines
Naturvolkes
Stam|mes|fürst: der; -en; -en weibl. [ sel¬
ten] Stam|mes|für|stin —> Stam|-
mes|fürs|tin: die; • ; -nen hochge¬
stellte Persönlichkeit innerhalb einer
Volksgruppe eines Naturvolkes
Stam|mes|ge|schich|te: die; * ; - 1
<Bio.> Darstellung der Entwicklung
der Arten von Lebewesen vom Be¬
ginn der Entstehung von Leben auf
der Erde an 2 historische Überliefe¬
rungen eines Stammes (2), einer
Gruppe, der/die einem Naturvolk an¬
gehört
stam|mes|ge|schicht|lich: Adj. n. stg-
sich auf die Stammesgeschichte bezie¬
hend, ihrzuzuordnen
Stam|mes|zu|ge|hö|rig|keiL' die; - ; -en
Mitgliedschaft, Angehörigkeit zu ei¬
ner bestimmten Volkgruppe (eines
Naturvolkes) od. zu einer Art
Stammform: die; ~ ; -en 1 <Bio.> Ur¬
form, aus der sich eine heute existie¬
rende Form entwickelt hat 2 <Sprach-
wiss.> Grundform eines Verbs, die die
Bildung anderer Konjugationsfor¬
men angibt
stammjhaft: Adj. n. stg. <Sprachwiss.>
zum Wortstamm zählend, ihm zuzu¬
ordnen
Stamm[haltten der; -s; - [veralt.; noch
scherzh.] männlicher Nachkomme
Stamm[haus: das; -es; -häuser 1 Gebäu¬
de, in dem eine Firma od. ein Betrieb
gegründet wurde, in dem die Haupt¬
stelle untergebracht ist 2 Wohnge¬
bäude, aus dem eine Familiensippe
stammt
stäm|mig: Adj. äußeres Erscheinungs¬
bild; Figun untersetzt; gedrungen;
kräftig; massig »eine stämmige Frau«
Stämfmiglkeifc die; - ; - untersetzte, ge¬
drungene Figur
Stamm|ka|pi|täl: das; -s; - <Wirt.> Ver¬
mögens- u. Sachwerte einer Firma,
die als Einlagen (bei der Gründung)
erbracht werden
Stamm|knei|pe: die; - ; -n [ugs.] kleines
Bierlokal, in dem man regelmäßig
verkehrt
Stamm|kun|de: der; -n; -n weibl.
Stammjkun|din: die; - ; -nen über lan-
1097
Stammlokal
ge Jahre treue(r), in einem Geschäft
kaufende(r) Kunde/Kundin
Stamm|lo|kal: da; -(e)s; -e Gaststätte,
die man regelmäßig besucht
Stamm|per|so|nal: das; -s; - über lange
Jahre, fest in einer Firma beschäftigte
Arbeiter u. Angestellte
Stammlplatz: der; -es; -platze Platz, Po¬
sition der/die regelmäßig eingenom¬
men wird »Er hat seinen Stammplatz-
an der Theke.«
Stamm|pu|bli|kum —> Stamm|pu|bjli|-
kum: das; -s; - a) Zuschauer, die sich
regelmäßig die Auftritte bestimmter
Künstler, Sportler ansehen b) Perso¬
nen, die bei einigen Veranstaltungsar¬
ten od. an bestimmten Plätzen immer
wieder anzutreffen sind
Stamm|sitz: der; -es; -e 1 Sitzplatz, der
häufig von derselben Person benutzt
wird 2 Gründungsort einer Firma 3
Ursprungshaus einer Familiensippe
Stammftisch: der; -(e)s;-e 1 Tisch in ei¬
nem Gasthaus, an dem sich regelmä¬
ßig dieselben Gäste treffen 2 regelmä¬
ßiges Treffen einer Gruppe von Per¬
sonen in einer Gaststätte 3 Personen¬
gruppe, die sich regelmäßig in einer
Gaststätte trifft
Stamm|va|ter der; -s;-väter männlicher
Ursprung, Gründer eines Stammes
od. einer Familiensippe
Stamm|vo|kal: der; -(e)s; -e <Sprach-
wiss.> Vokal, Selbstlaut der Stammsil¬
be eines Wortes
stam|pern: stamperst; stampertest; hast
gestampert [österr.] verscheuchen;
wegjagen
Stampf|as|phalt: der; -(e)s; - früher als
Straßenbelag benutzte, besondere As¬
phaltsorte, die nach einem bestimm¬
ten Verfahren aufgetragen wurde
Stampf|be|ton: der; -s; - Beton, der
durch Stampfen verdichtet wurde,
wird
Stamp|fe: die; • ; -n Hilfsmittel, Gerät,
mit dem man etw. stampfen kann
stampfen: stampfst; stampftest; hast
gestampft kräftig, mit Wucht auf etw.
treten, stoßen »Früher wurde Sauer¬
kraut mit den Füßen gestampft.«
Stampf|karttofjfeln: die (PI.) [landsch.]
weichgekochte, zerdrückte Kartof¬
feln, Syn.: Kartoffelbrei; Kartoffel¬
püree
Stand: der; -(e)s; Stände 1 o. PI. a) das
Stillstehen, sicheres Stehen auf beiden
Füßen b) das Stillstehen ohne Bewe¬
gung »Es ist verboten, den Motor im
Stand laufen zu lassen.« 2 [Schweiz.]
Kanton 3 a) für einen begrenzten
Zeitraum aufgebaute Verkaufsfläche
»Der Stand auf dem Wochenmarkt hat
frisches Obst.« b) kleine, abgetrennte
Fläche im Stall 4 o. PI. a) Zustand
von etw., was sich entwickelt, zu ei¬
nem bestimmten Zeitpunkt »Der au¬
genblickliche Stand der Gespräche läßt
keine Einigung erkennen.« b) Situati¬
on hinsichtlich der Beurteilung, Da¬
ten zu etw. (z. B. bei Wechselkurs,
Sonne, Wasser, Aktien) 5 a) PI. s.
Stelle, auf der etw. od. eine Person
steht b) kurz für Schießstand c) kurz
für Führerstand d) kurz für Gesell¬
schaftsstand = Klasse, Schicht 6 a)
bei jmdm. einen guten/schlechten
Stand haben: von einer Person ge-
mocht/nicht gemocht werden b) kei¬
nen leichten, einen schweren Stand
haben: gegen Ablehnung antreten
müssen 7 in den heiligen Stand der
Ehe treten: <Religion> die Ehe mit
jmdm. schließen; heiraten
Stand.: Abk. 1 Standard 2 Standardisie¬
rung
stand.: Abk. standardisiert = genormt;
vereinheitlicht
—> Stän|del|wur£ s. Stendelwurz
ständ.: Abk. 1 ständig 2 <Pob ständisch
(= in Stände unterteilt)
Standard: fr.-engl» der; -s; -s Normal¬
maß, Durchschnittsbeschaffenheit,
Norm, an der etw. gemessen wird
Stan|dardlaus|ril|stung —» Stan|dard|-
aus|rüsftung: die; • ; -en Ausstattung
mit den erforderlichen, üblichen Din¬
gen
Stan|dar|di|sa|ti|gn: <engb /standardisa-
zion u. ßtandartisazion/ die; - ; -en
das Vereinheitlichen nach einer
Norm
stan|dar|di|sie|reii: <engh standardi¬
sierst; standardisiertest; hast standar¬
disiert etw. nach einer Norm o. ä. ver¬
einheitlichen
Stan|dar|di|sje|rung: die; - ; -en 1 Vor¬
gang des Vereinheitlichens 2 das Ge¬
normte, Vereinheitlichte
Stan|dard|lö|sung: die; - ; -en nicht von
der Norm abweichende Bewältigung
eines Problems
Stan|dard|sprajche: die; - ; -n <Sprach-
wiss.> (verbindliche) Hochsprache,
wie sie in Schulen u. Universitäten ge¬
lehrt wird
Stan|dard|werk: das; -(e)s; -e grundle¬
gende (wissenschaftliche) Arbeit in,
zu einem bestimmten Fachgebiet
Stan|dar|te: die; ~ ; -n 1 a) Hoheitssym¬
bol (z. B. an Staatskarossen) b) <Mi-
lit.> früher von den Reitertruppen
mitgeführte, kleine Fahne; Feldzei¬
chen 2 Schwanz von Wolf u. Fuchs 3
düst.; NS-Staat> Einheit innerhalb
der SA bzw. SS
Stand|bein: das; -(e)s; -e a) Bein, auf
dem das Hauptgewicht des Körpers
lastet b) <übertr.> grundlegender Be¬
standteil; Stütze »Ein Standbein der
deutschen Wirtschaft war die Kohle-
fbrderung.«
Stand|bild: das; -(e)s; -er 1 Statue, pla¬
stische Nachbildung (in meist stehen¬
der Haltung) einer Person od. eines
Tieres aus Bronze, Stein, Metall o. ä.
2 angehaltenes Bild eines Films
Stand-by: <engl.> /ßtänd beij das; - u.
-s; -s 1 Betrieb eines technischen Gra¬
tes im Bereitschaftsmodus 2 Flugrei¬
seform, bei der der Reisende kurz vor
Abflug (ohne vorherige Reservie¬
rung) erscheint, auf einen freien Platz
in einem Flugzeug wartet u., wenn ein
Platz frei ist, (zu einem günstigeren,
reduzierten Preis) mitfliegen kann
5tänd]chen: das; -s; - Lied zur Gratu¬
lation
Stän|der: der; -s; - 1 Gestell für etw.
Mein (Wäsche-)Ständer steht auf
dem Balkon.« 2 [derb] erigierter, auf¬
gerichteter Penis
Stän|de|recht: das; -(e)s; -e <hist.; Pob
Vorrecht einer bestimmten gesell¬
schaftlichen Gruppe
Stan|des|amt: das; -(e)s; -ämter Amt,
in dem Änderungen registriert wer¬
den, die den Personenstand betreffen
(Heirat, Geburten, Todesfälle o. ä.)
stan|des|amtjlich: Adj. n. stg. vom Stan¬
desamt beurkundet, durchgeführt
Stan|des|be|amjte: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Standesbeam¬
ter; eine Standesbeamte; zwei Stan¬
desbeamte) weibl. auch Stan|des|be|-
am|tin: die; -; -nen Beamter/Beamtin,
der/die Eheschließungen (u. Beur¬
kundungen anderer Personenstand¬
sangelegenheiten) durchführt
Stan|des|be|wußtjsein —> Stan|des|-
be|wusst|seire das; -(e)s; - <Soziol->
Betonung der Zugehörigkeit zu einer
bestimmten gesellschaftlichen Klasse
Stan|des|dün|kel: der; -s; - [abwert.]
Hochmut, begründet durch die Zuge¬
hörigkeit zu einer bestimmten gesell¬
schaftlichen Klasse
stan|des|ge|mäB: Adj. n. stg. der Zuge¬
hörigkeit zu einer (höheren) Gesell¬
schaftsschicht angemessen
Stan|des|or|ga|ni|sa|ti|ofi: die; - ; -en
Verband zur Durchsetzung der ge¬
meinsamen Interessen eines Berufs¬
standes
Stan|des|un|teijschied: der; -(e)s; -e
<Soziob [veralt.] Zugehörigkeit zu
unterschiedlichen gesellschaftlichen
Klassen
Stan|des|zu|ge|hö|rig|keit: die; - / -en
<Soziob [veralt.] das Eingebunden¬
sein in eine bestimmte gesellschaftli¬
che Gruppe
standjfest: Adj. 1 fest u. sicher auf dem
Boden stehend 2 nicht mehr ganz
standfest sein: leicht angeheitert,
nicht mehr ganz nüchtern sein
Stand|fe|stig|keit—> Standjfes|tig|keit
die; - ; -en 1 Beharrlichkeit; das Fest¬
halten an einem einmal gefaßten Ent¬
schluß 2 festes, sicheres Stehen
Standfgejricht: das; -(e)s; -e <Rechtsw.>
zur Ausübung des Standrechts
schnell einberufenes Kriegsgericht
stand|haft: Adj. standhafter; standhafte¬
ste nicht zu beeinflussen, sondern fest
zu etw. stehend, bei einem Entschluß
o. ä. bleibend
Stand|haf]tig|keit: die; - / - Beharrlich¬
keit; das Bleiben bei einem gefaßten
Entschluß; unerschütterliches Verhal¬
ten
stand|hal|ten: hältst stand; hielt(e)st
stand; hast standgehalten 1 eine Bela¬
stung aushalten, ihr widerstehen
»Das Wasserrohr hat dem Druck
standgehalten.« 2 sich wehren, wider¬
setzen
Standhzg.: Abk. <Auto> Standheizung
stän|dig: Adj. n. stg. dauernd; perma¬
nent; ohne (viele, lange) Unterbre¬
chungen »Sie lebten in ständiger
Angst.« Ant.: nie
Stanlding ovajtions —> Stan|ding|o|-
vajtions/Stanjding 0|va|tions: <engl.>
/ßtänding owä'schenß/ die (PI.) ste¬
hende Ovationen — stehend darge¬
brachter, starker, rauschender Beifall
zur Ehrung einer Person, eines Orche¬
sters, einer Mannschaft o. ä.
stän|disch: Adj. n. stg. <hist.> sich auf
die Stände beziehend, den Ständen
zuzuordnen
1098
Stärke
Stand|leuchfte: die; ~ ; -n 1 Stehlampe;
hohe, auf dem Boden stehende, deko¬
rative Lampe 2 einseitige Beleuchtung
am Auto, die während des Parkens
eingeschaltet bleiben kann, weil sie
nicht viel Energie verbraucht
Standlicht: das; -(e)s; - nur wenig in¬
tensive, nicht blendende Beleuchtung
am Auto, die während des Haltens
am Straßenrand, Parkens kurzzeitig
eingeschaltet bleiben kann
Stand|ort: der; -(e)s; -e 1 Stelle, Platz,
an dem sich etw. od. jmd. (zur Zeit)
aufhält 2 <Milit.> Stützpunkt von
Truppenteilen od. militärischen Ein¬
richtungen
Stend|ort|be|stim|mung: die; - ; -en 1
das Feststellen des Platzes, an dem
sich jmd. od. etw. befindet 2 <übertr.>
das Festlegen eines (neuen) inhaltli¬
chen Standpunktes
Stand|ort|fak|ton der; -s; -en <Wirt.>
Kriterium bei der Auswahl für den
Platz, an dem ein Unternehmen ange¬
siedelt werden soll
Stand|pau|ke: die; - ; -n in der Wendung
jmdm. eine Standpauke halten:
jmdm. einen Vortrag, Vorwürfe über
ein Fehlverhalten halten, machen
Standpunkt: der;-(e )s; -e 1 Platz, Stel¬
le, an dem/der sich eine Person od.
etw. befindet 2 <übertr.> Meinung,
Ansicht, Auffassung, die jmd. von
etw. hat od. vertritt
Stend|recht: das; -(e)s; - <Milit.;
Rechtsw.) in Ausnahmesituationen
vom Militär ausgeübtes Recht, Straf¬
verfahren zu verkürzen u. Urteile so¬
fort zu vollstrecken
stend|rechtjlich: Adj. n. stg. das Stand¬
recht ausübend »Deserteure wurden
im Krieg standrechtlich erschossen.«
Stand|spur: die; - ; -en (auf Autobah¬
nen) rechts neben dem Fahrstreifen
vorhandene Spur, die zum Anhalten
bei Pannen od. Unfällen dient
Stand|uhr die; ~ ; -en in ein hohesv auf
dem Boden stehendes Holzgehäuse
eingebaute Pendeluhr
St.-Ang.: Abk. 1 a) Staatsangehörigkeit
b) Staatsangehörige(r) 2 Staatsange-
stellte(r)
Stanjge: die; - ; -n 1 langer Stab mit re¬
lativ geringem Durchmesser 2 Teil
des Zaumzeugs, das sich im Maul des
Tieres befindet 3 [derb] erigiertes
männliches Glied 4 von der Form her
einer Stange (1) ähnlicher Gegen¬
stand »eine Stange Zimt ♦ eine Stange
Zigaretten« 5 m. PI. <Jagd> Teil,
Hälfte des Geweihs od. Gehörns 6
[landsch.] Deichsel 7 von der Stange:
(Kleidungsstück) nicht vom Ma߬
schneider angefertigt, sondern aus ei¬
ner Kleiderfabrik stammend 8 eine
Stange angeben: [ugs.] prahlen;
übertreiben 9 eine Stange Wasser in
die Ecke stellen: <Mann> [ugs.] urinie¬
ren 10 a) jmdm. die Stange halten: zu
jmdm. halten, ihn unterstützen, ihm
beistehen b) jmdn. bei der Stenge
hatten: dafür sorgen, daß die Person
bis zum Ende mitmacht 11 eine Sten¬
ge Geld: [ugs.] ein größerer Betrag
—* Stän|get s. Stengel
—* Stän|gel|blatt s. Stengelblau
Sten|gen|brot: das; -(e)s; -e meist
Weißbrot, das eine schmale, lange
Form hat
Sten|gen|sparjgel: der; -s; - unzerklei-
nerter Spargel
Stan|gen|weiB|b>ot: das; -(e)s; -e lang
u. schmal geformtes Weißbrot
Stän|ke|rei: die; - ; -en [ugs.] anhaltend
versteckt geäußerte (zu Auseinander¬
setzungen führende) Unzufrieden¬
heit, Kritik
Stän|ke|rer der; -s; - weibl. Stän|ke|rin:
die; - ; -nen [ugs.; abwert.] T Person,
die ständig meckert, Kritik übt, jmdn.
persönlich angreift 2 nur männl. Form
Firma, Person o. ä., die Gestank ver¬
breitet, unangenehme Gerüche pro¬
duziert
stän|kern: stänkerst; stänkertest: hast
gestänkert [ugs.] 1 indirekt seinem
Unmut Ausdruck geben; jmdn. per¬
sönlich angreifen, beleidigen 2 Ge¬
stank verbreiten, unangenehme Ge¬
rüche produzieren
stänkfrig: Adj. [ugs.] Unmut u. schlech¬
te Laune ausdrückend
St.-Anl.: Abk. Staatsanleihe(n)
Stan|ni|pl: das; -s; -e a) silbrige, glänzen¬
de Zinn- od. Aluminiumfolie b) [ugs.]
Alu(minium)folie »Sie packte das
übrigggebliebene Fleisch in Stanniol
ein.«
Sten|ni|sl|fo|lie: die; - ; -n (aus Zinn od.
Aluminium) sehr dünn ausgewalzte
Folie, Syn.: Stanniolpapier
Sten|ni|ol|pa|pier: das; -s; - (aus Zinn
od. Aluminium) sehr dünn ausge¬
walzte Folie, Syn.: Stanniolfolie
stante pede: data stehenden Fußes =
sofort (ohne abzuwarten)
St.-Anw.: Abk. <Rechtsw.> a) Staatsan¬
waltschaft b) Staatsanwalt, Staatsan¬
wältin
Stan|ze: die; - ; -n 1 Werkzeug od. Ma¬
schine zum Stanzen 2 Prägestempel
sten|zen: stanzt; stanztest; hast gestanzt
1 a) mit maschinellem Druck in eine
Form bringen b) mit einer Maschine,
einem Werkzeug aus festem Material
(Leder, Blech o. ä.) geformtes Stücke
aus-, abschneiden 2 Muster in ein
Material eindrücken
Stanz|ma|schi|ne: die; - ; -n Gerät zum
Ausschneiden od. Formen bestimm¬
ter Materialien
Stapel: der; -s; - 1 aufeinanderliegen¬
de, -angeordnete (gleichartige) Dinge;
aufgeschichteter Haufen »ein Stapel
Papier« 2 a) Unterlage für ein Schiff
während des Baus od. der Reparatur
b) vom Stapel laufen: (Wasserfahr¬
zeug> zu Wasser gelassen werden
»Das Schiff lief im Mai vom Stapel.« 3
etw. vom Stapel lassen: 1. (Wasser¬
fahrzeug) zu Wasser lassen 2. [ugs.]
eine Äußerung, Bemerkung machen
Ste|pel|lauf: der; -(e)s; -laufe das erst¬
malige Hineingleiten eines neu gebau¬
ten Schiffs ins Wasser
stapeln: stapelst; stapeltest; käst gesta¬
pelt etw. ordentlich auf einen Haufen
legen, aufschichten
stapeln: stapelt sich; stapelte sich; hat
sich gestapelt sich anhäufen; in gro¬
ßen Mengen (ab)lagern
Sta|pel|wa|re: die; - ; -n (m. PL) 1 Ge¬
genstände, die sich aufgrund ihrer
Form gut aufeinanderschichten las¬
sen 2 (Textilindustrie) in großen
Stückzahlen gefertigte Textil ware, die
nicht den Modeschwankungen unter¬
worfen ist u. gelagert wird
sta|pel|weijse: Adv. in großen Mengen
aufgeschichtet »Es lagen stapelweise
Bücher herum.«
stapjfen: stapfst; stapftest: bist gestapft
durch etw., in das man einsinkt (z. B.
Schnee, Matsch), mit festen Schritten
hindurchgehen
Steplier: der; -s; - kurz für Gabelstapler
= Gerät, Maschine, mit dem/der
man auf gabelähnlichen T rägern vorn
etw., Paletten über kurze Strecken
transportieren kann
Stap|leijfah|reR der; -s; - weibl. Stepj-
ler|fah|re|rin: die; - ; -nen Person, die
(beruflich) einen Gabelstapler fährt
Star: <engl.> der; -s; -s 1 [wörtlich] Stern
2 <übertr.> berühmte Persönlichkeit
bei Theater, Film o. ä.
Ster, der; -fe)s; -e u. [Schweiz.] -en
schwarzer, größerer Singvogel
Starjal|lüjren: die (PI.) [abwert.] auffal¬
lend launisches, unberechenbares Be¬
nehmen, wie es bei (bekannten)
Künstlern (häufig) vorkommt
Star|be|set|zung: die; ~ ; -en bekannte
Künstler, die zusammen in einem
Film o. ä. spielen
Sta|ren|ka|sten —» Sta|ren|kas|ten:
der; -s; -kästen 1 Holzkasten als Nist¬
hilfe für Stare 2 [ugs.] Vorrichtung
der Polizei am Straßenrand, mit der
Autofahrer, die zu schnell fahren, fo¬
tografiert werden
stark: Adj. stärker; stärkste 1 viel kör¬
perliche Kraft besitzend; nicht
schwach »Du bist ein starker Mann,
könntest Du das für mich tragen?« 2
leistungsfähig »Er hat ein starkes
Herz. ♦ ein starker Motor« 3 anzahl¬
mäßig eine große Menge; groß, viel
»eine starke Wahlbeteiligung« 4 mas¬
siv u. sehr großen Belastungen stand¬
haltend; stabil »eine starke Metall¬
platte« 5 (Sprachwiss.) a) (Konjugati¬
on, Beugung bei Verben) den Stamm¬
vokal ändernd b) (maskuline u. neu¬
trale Nomen) mit der Kennzeichnung
-(e)s im Gen. Sg. versehen® ein hohes
Maß eines Inhaltsstofies enthaltend
»starker Kaffee« 7 [ugs.] interessant;
großartig »eine starke Idee« 8 (Figur)
[verhüll.] dick; beleibt, Ant.: d; 2; 5;
6> schwach 9 Einigkeit macht stark:
wer sich einig ist, zusammenhält, die
gleichen Interessen, Vorhaben o. ä.
vertritt, erreicht etw., ist mächtig,
stark 10 Abwechslung stärkt den
Appetit: immer das gleiche zu tun ist
langweilig, es lockt zu etw. Neuem, zu
neuen Abenteuern 11 sich für etw.
stark machen: [ugs.] für etw. eintre¬
ten »Er machte sich für eine grundle¬
gende Änderung stark.« 12 der Sterke
ist am mächtigsten allein: wenn eine
Person eine(n) sehr gefestigte(n), star-
ke(n) Persönlichkeit, Charakter hat,
ist er alleine, ohne andere Personen
am stärksten
sterk|be|völ|kert —> stark belvöllkert
Adj. stärker bevölkert; am stärksten
bevölkert dicht besiedelt
Stär|ke: die; - ; -n 1 o. PI a) Körperkraft
b) Macht 2 Durchmesser, Dicke, Um¬
fang von etw. »Wir führen Bleche in
1099
Stärkemehl
unterschiedlichen Stärken.« 3 beson¬
ders ausgeprägte Fähigkeit »Seine
Stärke ist der Umgang mit Men¬
schen.« 4 o. PI. <Chemie> Anteil, Kon¬
zentration eines gelösten Stoffs 5 An¬
zahl, Bestand an etw. 6 Substanz, die
in einigen Pflanzen enthalten ist
»Kartoffelstärke« 7 Umfang, Ausmaß
von etw.
Stär|ke[mehl: das;-(e)s; - u. (Sorten) -e
sehr feines Mehl, hergestellt aus der
im Mais, in Kartoffeln u. a. Pflanzen
enthaltenen Stärke
stärjken: stärkst; stärktest; hast
gestärkt 1 jnidn., etw. körperlich
kräftiger od. geistig widerstandsfähi¬
ger machen »Diese Übung stärkt die
Bauchmuskulatur.« 2 jmdn., etw.
mächtiger, größer, einflußreicher ma¬
chen 3 <Wäsche> mit chemischen Mit¬
teln stabiler, steifer machen
Stark|strom: der; -(e)s; -ströme «Elek-
trot.> elektrischer Strom mit einer ho¬
hen Spannung
Sterk|strom|lei|tung: die; • ; -en «Elek-
trot.> Kabel, das Starkstrom führt
Stark|strom|tech|ni|ker. der; -s; ~ weibl.
Stark|strom|techlni|ke|rin: die; - ;
-nen Person, die beruflich an Stark¬
stromanlagen u. -geräten arbeitet
Stärkung: die; - ; -en a) etw., womit
man sich erfrischt, was neue Kraft
gibt »Zur Stärkung nehmen wir einen
kleinen Imbiß.« b) Kräftigung, Er¬
neuerung der Kraft
Stär|kungs|mit|tel: das; -s; - <Med.>
Arznei, die dem Körper neue Kraft
gibt
Starjlet(t): <englo /ßtadett/ das; -s; -s
(ehrgeizige)
Nachwuchs(film)schauspielerin »Das
Starlett bedrängte den Regisseur, ihm
eine Rolle in seinem neuen Film zu ge¬
ben.«
Star[pa|ra|de: die; • ; -n Veranstaltung,
bei der viele bekannte Künstler (meist
Sänger) auftreten
stam Adj. 1 unbeweglich; steif; bewe¬
gungslos »starr vor Kälte« 2 ohne Le¬
bendigkeit »ein starrer Blick«
Ster|re: die; - ; -n Unbeweglichkeit;
Steifheit
starjren: starrst; starrtest; hast gestarrt
lange (gezielt) auf etw., jmdn. gucken,
schauen »Er starrte auf seinen Teller
u. aß nicht.«
Stanjheit: die; - ; - Unbeweglichkeit;
Steifheit
Stanjkopf: der; -(e)s; -köpfe [abwert.]
äußerst eigensinniger Mensch
stanjköpjfig: Adj. [abwert.] auf seiner
Ansicht (gegen die Vernunft) behar¬
rend
sterrjsin|nig: Adj. [abwert.] eigensinnig,
unnachgiebig handelnd
Stert: <englo der; -(e)s; -s u. [seilen] -e
1 Beginn; Anfang »der Start eines
neuen Projekts« 2 a) Ausgangsstelle
»Alle Läufer befanden sich am Start.«
b) Beginn eines (Lauf-)Wettbewerbs
od. Rennens »Der Start ist für 15 Uhr
angekündigt.« 3 Abflug, Abheben ei¬
nes Luftfahrzeuges
Stert|bahn: die; -; -en beim Abflug von
Flugzeugen benutzte Beschleuni¬
gungsstrecke
Stert|be|rech|ti|gung: die; - ; -en 1 Er¬
laubnis für den Flugkapitän, mit der
Maschine zu starten 2 Erlaubnis für
einen Sportler, an einem Wettbewerb
teilzunehmen
stertjbejreit: Adj. n. stg. 1 fertig zum
Losfahren, Laufen o. ä. 2 <übertr.>
fertig zum Ausgehen, Verreisen o. ä.
Stertjblock: der; -(e)s; -blocke 1 <Sport;
Leichtathletik) zwei miteinander
durch eine Schiene verbundene Ra¬
sten, von der sich der Läufer mit dem
Fuß abdrückt 2 <Sport; Schwimmen)
an den Schmalrand des Schwimm¬
beckens gemauertes Podest zum Ab¬
sprung des Schwimmers beim Start
ster|ten: <engh startest; startetest; bist/
hast gestartet 1 mit etw. anfangen, be¬
ginnen »Los, laß ms starten!« 2 in Be¬
wegung setzen a) bist (im Fahrzeug)
losfliegen; losfahren »Das Auto, das
Flugzeug ist gestartet.« b) hast Ma¬
schine o. ä.> anlassen; anmachen »Er
hat den Motor gestartet.« 3 bist a) bei
einem Wettkampf loslaufen, losfah¬
ren »Er ist gut gestartet.« b) an einem
Wettkampf teilnehmen
Stmjter: <englo der; -s; - weibl. Steijte|-
rin: die; - ; -nen 1 <Sport> Person, die
bei Rennen das Startzeichen gibt 2
nur männl. Form <Technik> Anlasser
beim Auto
Stert|er[laub[nis: die; ~ ; -se 1 «Sport) of¬
fizielle Genehmigung, an Wettkämp¬
fen teilzunehmen 2 Abfluggenehmi¬
gung für ein Flugzeug
Stert|ka|pijtal: das; -s; - «Wirt.) finan¬
zielle Mittel, die zu Beginn einer Un¬
ternehmung zur Verfügung stehen
start|klar Adj. n. stg. 1 fertig zum Los¬
fahren, Laufen o. ä. 2 «übertr.) fertig
zum Ausgehen, Verreisen o. ä.
StartjJi|nle: die; - ; -n «Sport) Markie¬
rung auf dem Boden, die erst nach
dem Startsignal übertreten werden
darf
Start|ram|pe: die; ~ ; -n «Milit.) Ab¬
schußvorrichtung für Raketen
Stert|schu8 —* Startschuss: der;
-Schusses; -schösse 1 «Sport) Abdrük-
ken, Knall der Startpistole, wodurch
der Beginn eines Rennens o. ä. ange¬
zeigt wird 2 «übertr.) Zeichen für den
Beginn von etw.
Start-und- Lanjde- Bahn: die; - ; -en
«Flughafen) sowohl für den Abflug
als auch für die Ankunft von Flug¬
zeugen benutzte Piste
Stert[ver|bot: das; -(e)s; -e 1 Anord¬
nung an den Kapitän eines Flugzeu¬
ges, nicht abzufliegen 2 «Sport) Ver¬
weigerung der Genehmigung, an offi¬
ziellen Wettkämpfen teilzunehmen
Stert|zei|chen: das; -s; • Signal, das
den Beginn von etw. anzeigt
Stert-Zjel-Sieg: der; -(ejs; -e «Sport)
Gewinn eines Wettkampfes, bei dem
der Gewinner von Anfang an in Füh¬
rung liegt
Ste|si: die; - ; - u. der; - u. -s; - kurz für
«früher DDR> Staatssicherheitsdienst
(= [ugs.] politische Polizei der ehe¬
maligen DDR, die unter der Leitung
des Ministeriums für Staatssicherheit
stand)
Stet.: Abk. 1 Statik 2 Station 3 Statist
= stumme Nebenfigur (ohne Text)
bei einer Theateraufführung od. in ei¬
nem Film 4 Statistik 5 Stativ 6 Statue
7 Statur 8 Status 9 Statuten)
stet.: Abk. 1 stationär 2 «Milit.) statio¬
niert 3 statisch 4 statistisch
Stete|ment: tengl.t /ßte'tm«nt/ das; -s; -s
öffentliche Stellungnahme, Erklärung
»ein Statement abgeben«
Sta]tik: <gr» die; - ; - «Physik) Lehre von
den Kräften im Gleichgewicht »Die
Statikberechnungen für das Haus wa¬
ren fehlerhaft.«
Stefti|ker: der; -s; - weibl. Ste|ti[ke|rin:
die; - ; -nen «Archit.) Fachkraft auf
dem Gebiet der Berechnung der Sta¬
bilität eines Bauwerks
Sta|ti|on: dato /stazion/ die; - ; -en 1
Halteort eines öffentlichen Verkehrs¬
mittels, das eine bestimmte Strecke
ablahrt, an dem man aus- od. einstei¬
gen kann »Ich fahre bis zur nächsten
Station, Haltestelle mit.« 2 Kranken¬
hausabteilung »Sie liegt auf Station
drei, Zimmerfünf.« 3 Ort, an dem sich
eine technische Anlage befindet 4
wichtiger, einschneidender Vorgang,
Entwicklungs- od. Lebensabschnitt 5
Station machen: an einem Ort, bei
jmdm. nur für eine kurze Weile, Zeit
bleiben
sta|tio|när —*■ sta|ti|o|när: dato
/stazionär/ Adj. n. stg. fest an einem
Ort; an einem Ort bleibend »Ich muß
zur stationären Behandlung ins Kran¬
kenhaus.«
sta|tk>)n]e[ren —»• sta|ti|o|nje|ren: dat-
fro /stazioniren/ stationierst; statio¬
niertest; hast stationiert 1 etw. an ei¬
nen bestimmten Platz stellen 2 «meist
Milit.) eine (militärische) Truppe an
einen (festen) Ort binden
Ste|tio|nje|rung —» Sta|ti|o|nie|rung:
/stazionirung/ die; - ; -en «oft Milit.)
das Aufgestelltsein an einem be¬
stimmten Ort
Sta|ti|ons|arzt: /stazionß-/ der; -es;
-ätzte weibl. Sta|ti[ons|ärz[tin: die; - ;
-nen leitende(r) Arzt/Ärztin (meist
Assistenzarzt, noch in der Facharzt¬
ausbildung befindlich) einer Kran¬
kenhausstation, -abteilung
Sta|ti|ons|schwe|ster —*■ Ste|ti|ons|-
schwesfter: /stazionß-/ die; ~ ; -n
Krankenschwester, die die Schwe¬
stern u. Pfleger einer Station, Abtei¬
lung des Krankenhauses leitet
Sta|ti|ons|vor(stand: /stazionß-/ der;
-fe)s; -Vorstände [landsch.; österr.]
leitende(r) Beamte(r) auf einem
Bahnhof
Sta|ti|ons|voijste|hen /stazionß-/ der;
-s; - weibl. Sta|ti(ons|vorjste|he|rin:
die; - ; -nen leitende(r) Beamte(r) auf
einem Bahnhof
statisch: <gro Adj. n. stg. 1 stillstehend;
ruhend; sich nicht in irgendeiner Wei¬
se entwickelnd »ein statisches Gesell¬
schaftsmodell« 2 die Statik, das
Gleichgewicht, die (architektonische,
bauliche) Ausgeglichenheit, Stabilität
betreffend »statische Berechnungen«
Ant.: <l> dynamisch
Stellst: der; -en; -en weibl. Ste(ti|stin
—* Ste]ti$|tin: die; - ; -nen 1 bei Film
u. Theater ungenannte Darsteller ei¬
ner Nebenrolle ohne Text 2 «übertr.)
Person ohne Bedeutung
Ste|ti|stik —> Sta]tis|tik: die; - ; -en 1 o.
Pt. Wissenschaft, Methode, die sich
mit der Zusammenstellung, Erfas¬
sung von vielfach auftretenden Ereig-
1100
Staumauer
nissen, Erscheinungen befaßt 2 Ver¬
zeichnis, Liste, in der Erkenntnisse
der Statistik zusammengestellt sind
Sta|ti|sti|ker —» Sta|tis|ti[ker: der; -s; -
weibl. Sta|ti|sti|ke|rin —> Ste|tis|ti|-
ke|rin: die; - ; -nen Person, die sich
wissenschaftlich mit Statistik, der Er¬
fassung u. Auswertung von vielfach
auftretenden Erscheinungen beschäf¬
tigt
statistisch —* sta|tis|tisch: Adj. n. stg.
1 durch Zahlen, empirische Werte be¬
legt »Statistisch gesehen wird jede
dritte Ehe geschieden.« 2 sich auf die
Statistik beziehend
Sta|tiv: dat.> /statif/ das; -s; -e jstatiw*j
Gestell (meist mit drei Beinen) für die
Fixierung von Apparaten »Sie be¬
nutzte ein Stativ für die Kamera.«
statt: Konj. mit Gen. u. [ugs.j Dat. an¬
statt; an Stelle von »Statt eines ande¬
ren Geschenkes lud er sie zum Essen
ein.«
Stät|te: die; - ; -n [geh.] Ort, Platz, an
dem etw. stattfindet, getan wird »Er
kehrte zur früheren Stätte seines Wir¬
kens zurück.«
statt|fin|den: findet statt; fand statt; hat
stattgefunden (als Geplantes) gesche¬
hen »Das Konzert findet trotz schlech¬
ten Wetters statt.«
statt|ge|ben: gibst statt; gab(e)st statt;
hast stattgegeben [amtsspr.] ein(en)
Gesuch, Antrag o. ä. bewilligen
statthaft: Adj. [amtsspr.; geh.] erlaubt;
zulässig; legal »Das Rauchen ist in
Museen nicht statthaft.«
Statt|haf|tig|keit: die; ~ ; - [geh.] Zuläs¬
sigkeit; das Gestattet-, Erlaubtsein
Statt|haljter: der; -s; - weibl. Statt|hal|-
te|rin: die; ~ ; -nen <Pob 1 Stellvertre¬
tern) der Regierung od. des Staats¬
oberhauptes innerhalb einer Provinz
2 [Schweiz.] a) höchste(r) Beamtin/Be-
amter im Bezirk b) Vertreterin) des
regierenden Landamtmanns c) Bür¬
germeistern)
Statt|hal|terjschaft: die; - ; -en Tätig¬
keit, Position eines Statthalters
statt|lich: Adj. mit imposanten Ausma¬
ßen; eindrucksvoll
Sta|tue: <lato /statu' u. ßtatu'/ die; - ; -n
Standbild; Bildsäule; größere Figur
von Menschen od. Tieren
ste|tu|en|haft: Adj. statuenhafter; sta¬
tuenhaftester sich nicht bewegend,
stillstehend in der Art eines Standbil¬
des, einer Statue
Sta|tu|et|te: dat.-fro die; - ; -n kleine
Statue
sta|tu|ie|ren: dato statuierst; statuier¬
test; hast statuiert 1 [geh.] festsetzen;
bestimmen 2 ein Exempel statuieren:
als Abschreckung für andere in einem
Fall besonders hart durchgreifen
Sta|tur: dato die; - ; -en (PI. s.) <Figur;
äußeres Erscheinungsbild! Gestalt;
Wuchs »Er ist von kräftiger Statur.«
Sta|tus: dato der; - ; -1 Zustand; Stand
2 Stellung, die jmd. od. etw. innehat 3
[geh.] a) Status quo: augenblicklicher,
momentaner, gegenwärtiger Zustand,
Stand von etw. od. jmdm. »Der Sta¬
tus quo muß erhalten bleiben.« b) Sta¬
tus quo ante: vorheriger Zustand,
Stand von etw. od. jmdm.
Stajtus|sym|bol: (gr.-lato das; -s; -e <So-
ziob etw., mit dem jmd. seine Zuge¬
hörigkeit zu einer Gesellschafts¬
schicht äußerlich beweisen will
Sta|tut: dato das; -(e)s; -en Grundsatz;
Grundgesetz; Satzung »die Statuten
eines Vereins«
sta|tu|ten|ge|mäB: Adj. n. slg. der Sat¬
zung entsprechend; die Satzung erfül¬
lend; wie es die Satzung vorschreibt
sta|ty|ten|wid|rig —» sta|tu|ten|wi(d|rig:
Adj. n. stg. nicht der vorgeschriebe¬
nen Satzung entsprechend
Stau: der; -(e)s; -s u. -e 1 a) Verkehrs¬
stockung »In Verkehrsdurchsagen
werden Staus ab 2 km
bekanntgegeben.« b) Stockung von
etw. (die durch ein Hindernis verur¬
sacht wird) 2 a) Stillstand von sonst
fließendem Wasser (durch ein
Hindernis) b) Nicht-Zirkulation von
etw. Gasförmigem »Hitzestau ♦ Kälte¬
stau«
Staub: der; -(e)s; - u. [fachsprl.] -e u.
Stäube 1 sehr feine Sand-, Schmutz¬
teilchen o. ä. (die in der Luft schwe¬
ben u. sich auf Gegenstände
niederlegen) »Staub wischen« 2 sich
aus dem Staub(e) machen: [ugs.]
schnell u. heimlich verschwinden
»Nach dem Diebstahl machten sie sich
schnell aus dem Staub.« 3 Staub
aufwitbeln: [ugs.] Aufregung bewir¬
ken, verursachen 4 a) jmdn. in den
Staub treten: eine Person schlecht be¬
handeln, sie unterwerfen u. demüti¬
gen b) vor jmdm. im Staub kriechen,
liegen; sich vor jmdn./jmdm. in den
Staub werfen: sich selbst unterwer¬
fen, vor jmdm. demütigen 5 etw.,
jmdn. durch den Staub zerren, zie¬
hen, schleifen: über etw. od. jmdn.
sehr schlecht, abwertend sprechen 6
(wieder) zu Staub (u. Asche) werden:
gestorben sein u. in den Zustand der
Verwesung übergehen, bis der Körper
nur noch Teil der Erde ist
staub|ab|wei|send —» Staub ab|wei|-
send: Adj. so beschaffen, daß Staub
nicht gut haftenbleibt
staub|be|deckt: Adj. n. stg. mit einer ge¬
schlossenen Staubschicht versehen
Staub|beu|tel: der; -s; - 1 Teil einer
pflanzlichen Blüte, der die Pollen ent¬
hält 2 Sack aus Stoff od. Papier, in
dem im Staubsauger der Staub ge¬
sammelt wird
Staulbecken (Staulbeklken —* Staul-
be|cken): das; -s; ~ (gemauerter) gro¬
ßer Wasserbehälter, in dem sich auf¬
gestautes Wasser befindet
staulben: staubst; staubtest; hast ge¬
staubt 1 Staub, sehr feinkörnigen,
leichten Schmutz erzeugen, verteilen
2 [landsch.; ugs] angeben; prahlen 3
..., daß es nur so staubt: [ugs.] mit al¬
ler Kraft 4 gleich staubt’sl: [ugs.] dro¬
hende Äußerung, daß es gleich Streit,
Ärger geben wird
stäulben: stäubst; stäubtest; hast ge¬
stäubt 1 [selten] Staubteilchen abge¬
ben 2 Puder o. ä. fein verteilen 3 zu
Staub zerstoßen 4 etw. von Staub säu¬
bern 5 «Jagd; Federwild! Kot abset¬
zen, ausscheiden
Staubjfän|ger: der; -s; - (dekorativer,
aber) nutzloser Gegenstand mit vielen
Schnörkeln, auf dem sich der Staub
absetzt
staublfrei: Adj. n. stg. keinerlei Staub
enthaltend; von Staub gereinigt
Steubloelfäß: das; -es; -e Teil der Blüte,
an dem sich die Pollen befinden
stau|big: Adj. voll mit Staub; mit einer
Staubschicht bedeckt
Staublkom: das; -(e)s; -körner kleines
Teilchen, Einzelelement, aus dem
Staub besteht
Staub|lun|ge: die; - ; -n <Med.i durch
das häufige Einatmen bestimmter
Staubarten hervorgerufene Erkran¬
kung der Atemwege (früher häufig
bei Bergleuten)
Staub|pin|sel: der; -s; - Gegenstand
zum Entfernen von Staub aus unzu¬
gänglichen Ritzen, Ecken
stoublsaukten/Staub saulqen: staub-
saugst/saugst Staub; staubsaugtest/
saugtest Staub; hast gestaubsaugtj
Staub gesaugt Staub vom Boden od.
von Polstermöbeln mit einem Staub¬
sauger entfernen
Stoublsaulqer: der; -s; - elektrisches
Gerät, mit dem man Staub u. kleine
Schmutzteilchen vom Boden od. von
Polstermöbeln absaugen kann
Staubltuch: das; -<e)s; -tücher weicher
Lappen, der den Staub von Möbeln
o. ä. beim Darüberwischen aufnimmt
Staublweldel: der; -s; - an einem Stiel
angebrachte feine Federn od. Synthe¬
tikfasern, die den Staub binden, von
etw. entfernen
Staublwollke: die; - ; -n größere Menge
Staub, der in der Luft herumwirbelt
Staub|zucker (Staublzuklker —*
Staub|zu|cker): der; -s; -1 sehr süßer,
feinkörniger, puderförmiger weißer
Zucker »Uber den Kuchen streuten wir
vor dem Servieren noch Staubzucker.«
Syn.: Puderzucker 2 jmdm. Staub¬
zucker in den Arsch, Hintern blasen:
[derb] 1. einer Person alles geben, was
sie möchte, sie zu sehr verwöhnen 2.
sich bei jmdm. einschmeicheln
staulchen: aucbenstauchst; stauchtest;
hast gestaucht 1 mit großer Kraft auf
od. gegen etw. stoßen 2 etw. durch
Zusammendrücken breiter u. kürzer
machen 3 [ugs.] jmdn. heftig aus¬
schimpfen 4 «Technik! unter Druck
ein Werkstück formen
Staulchung: auchung<fe; - ; -en 1 kräf¬
tiges Gegenstößen gegen etw. 2 das
Zusammendrücken 3 das Formen ei¬
nes Werkstücks mit Druck
Stauldamm: der; -(e)s; -dämme sehr
hohe Mauer, die Wasser (eines Stau¬
sees) zurückhält
Steulde: die; - ; -n 1 Pflanze, bei der
mehrere Triebe aus einer Wurzel
wachsen 2 [landsch.] Kopf, Frucht¬
stand bei Salat, Kohl o. ä. 3 [landsch.]
Strauch
Stauldenlgelwächs: das; -es; -e Pflanze,
bei der mehrere Triebe aus einer Wur¬
zel wachsen
stauten: staust; stautest; hast gestaut
Flüssigkeit am Weiterfließen hindern
u. dadurch ansammeln
stauten, sich: staut sich; staute sich; hat
sich gestaut sich an einem Ort sam¬
meln, weil die Weiterbewegung ver¬
hindert wird
Staulmauler. die; ~ ; -n gemauerte o. ä.
hohe Stein-, Betonwand, mit der
Wasser zu einem See gestaut wird
1101
Staunen
Stauinen: das; -s; - 1 große Verwunde¬
rung »Der Magier hatte das Publikum
in Staunen versetzt.« 2 ehrfürchtige
Bewunderung
stauinen: staunst; stauntest; hast
gestaunt 1 a) mit großem Erstaunen
etw. registrieren; etw. bewundern b)
sich über etw. sehr wundern »Ich
staune, daß du schon da bist.« 2 sehr
beeindruckt sein
staulnenslwert: Adj. staunenswerter;
staunenswerteste [geh.] so beschaffen,
daß man sich zu Recht darüber wun¬
dert »Mit staunenswertem Eifer mach¬
te er seine Hausaufgaben.«
Staube: die; - ; -n <Med.; Tier> Virus¬
krankheit, von der hauptsächlich
Hunde befallen werden
Stau|see: der; -s; -n See, der durch Auf¬
stauen eines Flusses entstanden ist
Staulstulte: die; - ; -n eine von mehreren
Staustellen mit Schleuse innerhalb ei¬
nes Flusses
Stau|wehr das; -s; -e in fließendes Was¬
ser gebaute Anlage zur Regulierung
des Wasserstandes u. der Fließge¬
schwindigkeit
StB: Abk. 1 a) Stadtbibliothek b) Stadt¬
bücherei 2 Steuerberater(in) 3 Steuer¬
bescheid
Stb.: Abk. 1 Stammbaum 2 Stammbuch
3 Steuerberater(in) 4 Stimmband;
Stimmbänder
St.-Ber.: Abk. 1 Steuerberater(in) 2
Steuerberechnung
Stckpr.: Abk. Stückpreis
Stckz.: Abk. Stückzahl
StD: Abk. 1 Staatsdienst 2 Stadtdirektor
3 Studiendirektor
Std.: Abk. 1 Stand 2 Standard 3 Stunde
std.: Abk. ständig
Stdg.: Abk. Stundung = Verlängerung
einer Rückzahlungsfrist
stdg.: Abk. ständig
stdl.: Abk. stündlich
Stdn.: Abk. Stunden
Steak: <engh /ßte'k u. ßtek/ das; -s; -s
Fleischscheibe (vom Rind) zum
Kurzbraten
Steak|haus: /Bte'k- u. fltek-/ das; -es;
-häuser Speiselokal, das sich auf die
Zubereitung von Steaks spezialisiert
hat
Stech|ap|fel: der; -s; -dpfel <Bot.> heimi¬
sches Nachtschattengewächs mit sta¬
cheligen Früchten
Stechieijsen: das -s; - Werkzeug zur
Holzbearbeitung
ste|chen: stichst; stach(e)st; hast ge¬
stochen 1 mit etw. Spitzem irgendwo
eindringen »Die Domen der Rose
stechen.« 2 Schmerz erzeugen, emp¬
finden, der sich anfühlt, als ob etw.
Spitzes in den Körper eindringt »Es
sticht in meinem Bein.« 3 mit einem
Werkzeug etw. aus dem Boden lösen
4 einen Stich im Kartenspiel machen
5 wie von der Tarantel gestochen:
[ugs.] auf einmal heftig, unerwartet u.
plötzlich 6 wie gestochen: deutlich,
schön, sauber u. gleichmäßig, ver¬
ständlich sprechend, gesprochen od.
gut lesbar schreibend, geschrieben
ste|chend: Adj. a) <Zool.> fähig, mit ei¬
nem Stachel zuzustechen b) <übertr.>
beißend; scharf »Von dem Feuer ging
ein stechender Geruch aus.«
Stech|flie|ge: die; ~ ; -n <Zool.> Fliege,
Fliegenart, die im Gegensatz zur Stu¬
benfliege einen Stechrüssel besitzt
Stech|kaijte: die; - ; -n Pappkarte zur
Registrierung der Arbeitszeiten mit
einer Stempeluhr
Stech|mücke (Stech|mük|ke —>
Stechjmü|cke): die; - ; -n weit ver¬
breitete Mücke(nart), bei der die
Weibchen bei Menschen u. Tieren
Blut saugen
Stech|rüs|sel: der; -s; - <Zoob Organ
zum Saugen u. Stechen, das einige In¬
sektenarten besitzen
Stech|schritb der; -(e)s; -e <MiIit.>
Gleichschritt mit voll ausgestrecktem
Bein
Stech|uhr: die; - / -en 1 mit einer Uhr
kombiniertes Gerät, das auf eine ein¬
gesteckte Karte die Uhrzeit aufdruckt
(meist zur Registrierung von Arbeits¬
beginn u. -ende) 2 Kontrollgerät, das
ein Wachmann bei seiner Runde be¬
dienen muß
Stech|zir|kel: der; -s; - zum Messen
von Entfernungen auf Landkarten o.
ä. verwendeter Zirkel mit einer Spitze
an beiden Schenkeln
Steck|brief: der; -(e)s; -e 1 Kriminolo¬
gie) öffentlich ausgehängte Personen¬
beschreibung mit dem Bild einer ge¬
suchten Person 2 [ugs.] a) Kurzfas¬
sung des Lebenslaufs b) kurzes Info
über etw.
steck|brief|lich: Adj. n. stg. (Kriminolo¬
gie) mit Hilfe einer öffentlich be¬
kanntgemachten Personenbeschrei¬
bung »Der Täler wird bereits steck¬
brieflich gesucht.«
Steck|do|se: die; ~ ; -n (Technik) ge¬
normte, meist in die Wand eingelas¬
sene Vorrichtung zum Anschluß elek¬
trischer Geräte an das Stromnetz mit
Hilfe eines Steckers
stecken (stekjken —> . ste|cken):
steckst; stecktest/[geh.] stak(e)st
(mit Akkusativobjekt immer steck¬
test); hast gesteckt 1 etw. in etw. an¬
deres hineinstoßen, -schieben, -drük-
ken, so daß es fest sitzt u. sich nicht
von selbst lösen kann »das Messer in
den Käse stecken« 2 etw. an einen Ort
tun, wo es aufbewahrt od. verborgen
ist »die Hand in die Tasche stecken« 3
anpflanzen; (ein)setzen; anbauen »Ich
habe Salatpflänzchen gesteckt.« 4 fest¬
sitzen; sich an einer (dafür vorgesehe¬
nen) Stelle befinden »Der Schlüssel
steckte/stak im Schloß.« 5 [ugs.] etw.
verraten; Informationen weitergeben
6 es jmdm. stecken: [ugs.] energisch
jmdm. die Meinung sagen, ihm Vor¬
würfe machen 7 jmdm. etw. stecken:
einer Person etw. mitteilen, was ei¬
gentlich geheimbleiben sollte
—> stefcken blei|ben: s. steckenbleiben
—» stejcken las|sen: s. steckenlassen
stecken|blei|ben (stek|ken|blei|ben)
—* stejcken blei|ben: bleibst stecken;
blieb(e)st stecken; bist steckengeblie¬
ben —*bist stecken geblieben*— an
einem Ort nicht mehr vorwärts od.
zurück bewegen können »Ich bin auf
dem Weg hierher im Stau steckenge¬
blieben.«
stecken)las|sen (stek|ken|las|sen) —>
ste|cken las|sen: läßt stecken; He¬
ßles )t stecken; hast
stecken (ge) lassen —>alle Gegen¬
wartsformen von lassen mit ss; hast
stecken gelassen*— nicht wieder her¬
ausziehen; etw. dort lassen, wo es sich
befindet »Wenn Sie abreisen, lassen
Sie den Zimmerschlüssel in der Tür
stecken.«
Steckenpferd (Stek|ken|pferd —»
Ste|cken|pferd): das; -(e)s; -e 1 Hob¬
by; gern ausgeübte Freizeitbeschäfti¬
gung 2 (früher) als Kinderspielzeug
benutzter, an einer Stange befestigter,
hölzerner Pferdekopf
Stecker (Stek|ker —> Stejckei): der; -s;
- (Technik) Verbindungsstück mit
(zwei) Metallstiften, das sich am Ende
eines Kabels befindet u. zum An¬
schluß an das Stromnetz in eine
Steckdose gesteckt wird
Steck|na|del: die; - ; -n 1 Nadel mit ei¬
nem verdickten Ende zum Feststek-
ken von Stoff o. ä. 2 man kann eine
Stecknadel fallen hören: es herrscht
völlige Stille 3 a) jmdn. od. etw. su¬
chen wie eine Stecknadel (im
Heuhaufen): [ugs.] sehr intensiv u.
lange (ohne große Aussicht auf Er¬
folg) nach etw. od. jmdm. suchen b)
eine Stecknadel im Heuhaufen
suchen: [ugs.] eine hoffnungslose Sa¬
che anfangen
Steck|na|del|kopf: der; -(e)s; -köpfe
Verdickung an einem Ende der Steck¬
nadel
steck]na|del|kopf|groB: Adj. n. stg. win¬
zig; extrem klein
Steck|rii|be: die; - ; -n [landsch.] eßba¬
res Wurzelgemüse, Syn.: Kohlrübe
SteckjschloB —» Steckjschloss: das;
-Schlosses; -Schlösser zusätzliches,
kleines Schloß, das in die größere Öff¬
nung alter Türschlösser gesteckt
wird, um einen Einbruch zu verhin¬
dern
Steck|schlüs]sel: der; -s; - Werkzeug
zum Anziehen od. Lösen von Schrau¬
ben mit einer genormten Öffnung, die
über die Schraubenmutter gestülpt
wird
Steg: der;-(e)s; -e schmaler, über Was¬
ser, einem Abgrund angelegter Weg
(aus Holzbohlen)
Stelqolsaulriler: der; -s; - (hist.; Zool.)
Saurierart, deren gekrümmter Rük-
ken mit zwei Reihen als Zacken her¬
vorstehender Knochenplalten be¬
deckt war
Steg|reif: in der Wendung aus dem
Stegreif: ohne Vorbereitung auf etw.
Steg|reif|dich|ten der; -s; - weibl.
8teg|reifjdich|te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die ohne lange Vorbereitung u.
Überlegung dichtet
Steg|reif|ko|mö|die: die; - / -n (Theater)
lustiges Bühnenstück, bei dem die
Handlung in groben Zügen feststeht,
die Schauspieler aber die Einzelheiten
frei gestalten
Steh|auf|männ[chen: das; -s; - 1 kleine
Spielzeugpuppe, die an Stelle der
Beine eine Bleikugel hat u. sich des¬
halb aus jeder Lage wieder aufrichtet
2 (übertr.) Mensch, der Rückschläge
u. Mißerfolge schnell überwindet
Steh|bier|hal|le: die; - / -n einfaches Lo¬
kal, in dem meist Bier im Stehen ge¬
trunken wird
1102
Stein
Steh|emp|fang: der; -(e)s; -empfange
festliche Veranstaltung, bei der sich
die Gäste nicht setzen
ste|hen: siehst; siand( e)st; hastj[süddt.,
österr. u. Schweiz, auch] bist gestanden
1 <bei Lebewesen mit zwei Beinern
sich in aufrechter Haltung, Position
befinden mit dem Gewicht auf den
Füßen »Dein Mann steht auf dem
Balkon.« 2 auf der unteren Grundflä¬
che lagern, wobei die Höhe in der
Ausdehnung größer als die Länge,
Breite sein muß »Die Flasche sieht im
Kühlschrank.« 3 halten, nicht arbei¬
ten; sich in Ruhestellung befinden
»Das Auto steht.« 4 an einer Stelle ge¬
schrieben sein 5 in der Planung fertig
u. zur Ausführung bereit sein; sicher
sein »Das Angebot steht. ♦ Der Plan
steht.« 6 <Pflanze> auf bestimmte wei¬
se (gut, schlecht) gedeihen 7 kleidsam
sein 8 mit jmdm., etw. stehen u.
fallen: von etw. od. jmdm. abhängig,
auf etw. od. jmdn. angewiesen sein 9
stehen wie eine Eins: [ugs.] aufrecht
u. fest stehen 10 jmdm. bis hier, da
(oben) stehen: [ugs.] von jmdm. nicht
mehr gemocht, als unerträglich emp¬
funden werden 11 stehend freihän¬
dig: ohne Anstrengung, Mühe 12 auf
etw. stehen: [ugs.] etw. mögen
—» ste|hen blej|ben: s. stehenbleiben
—> stellten las|sen: s. stehenlassen
ste|hen|blei|ben —> ste|hen ble||ben:
bleibst stehen; blieb(e)st stehen; bist
stehengeblieben —»bist stehen
geblieben<— mit dem Gehen, Fah¬
ren, der Fortbewegung aufhören
»Die Uhr war bei 15.32 Uhr stehenge¬
blieben.«
ste]hen|las|sen —> ste|hen las|sen:
läßt stehen; ließest stehen; hast stehen¬
gelassen —»alle Gegenwartsformen
von lassen mit ss; hast stehen
gelassen<— jmdn. od. etw. nicht mit¬
nehmen, wenn man einen Ort verläßt
Stellten der; -s; ~ weibl. Ste]he|rin: die;
- ; -nen 1 <Sport> Radrennfahrern),
der/die hinter einem Schrittmacher
herfährt 2 nur männl. Form Pferd, das
auf langen Strecken bei Rennen die
besten Leistungen bringt
Steh|gei|gen der; -s; - weibl. Steh|gei|-
gejrin: die; - ; -nen 1 Person, die im
Cafe od. Restaurant, zum Teil neben
den Tischen stehend, zur Unterhal¬
tung der Gäste Geige spielt 2 erste(r)
Geiger(in) eines Orchesters, der/die
seinen/ihren Part im Stehen spielt
Steh|im|biß —» Steh|im|biss: der; -im¬
bisses; -imbisse kleines Schnellrestau¬
rant od. Verkaufswagen, wo Schnell¬
gerichte im Stehen gegessen werden
Steh|knei|pe: die; - ; -n kleines (Bier-)
Lokal (ausschließlich) mit Geträn¬
keausschank, in dem die Gäste stehen
Steh|kra|gen: der; -s; - 1 bei Kleidungs¬
stücken am Hals hochstehender Kra¬
gen, der nicht umgelegt wird 2 bis
zum Stehkragen in Schulden
stecken: [ugs.] extrem hohe Schulden
haben
Steh|lam|pe: die; - ; -n Lichtquelle,
Leuchte mit einem hohen (dekorati¬
ven) Gestell, das auf dem Boden steht
Steh|lei|teR die; - ; -n Leiter, die nicht
ängelehnt werden muß, sondern mit
Hilfe einer Stütze frei aufgestellt wer¬
den kann
steh|len: stiehlst; stahl(e)st; hast ge¬
stohlen a) jmdm. etw. unrechtmäßig
wegnehmen »Er stahl ein Auto.« b)
stehlen wie die Raben, Elstern: [ugs.j
sich alles u. jedes, was möglich ist, un¬
rechtmäßig aneignen
steh|len, sich: stiehlst dich; stahl(e)st
dich; hast dich gestohlen leise u. heim¬
lich Weggehen »Er stahl sich aus dem
Raum.«
Steh|ler: der; -s; - weibl. Steh|le|rin: die;
- ; -nen [selten] Person, die etw.
stiehlt; Dieb(in)
Stellplatz: der; -es; -platze a) Ort, von
dem aus man einer Vorführung, ei¬
nem Sportereignis stehend zuschauen
kann b) Ort, an dem man in einem öf¬
fentlichen Verkehrsmittel stehend be¬
fördert wird, Ant.: Sitzplatz
Steh|pult das;-fe)s; -euneist hist.> Mö¬
belstück mit einer hoch angebrachten
Schreibplatte, an der man stehend ar¬
beitet, eine Rede hält
Steh|ver|mö|geri: das; -s; - a) körperli¬
che Ausdauer bei hoher Belastung b)
<übertr.> Hartnäckigkeit u. Ausdauer,
etw. zu erreichen od. durchzusetzen
steif: Adj. 1 unbeweglich; starr »steifes
Material ♦ steife Gelenke« 2 förmlich;
gezwungen; hölzern »steife Atmo¬
sphäre« 3 steif u. fest: fest, hartnäckig
u. unbeirrt
steif[bei|nig: Adj. auf, mit ungelenken,
steifen Beinen
steijfen: steifst; steiftest; hast gesteift 1
[selten] steif, unbeweglich machen 2
<Wäsche> [landsch.] stärken
steifjhal|ten —* auch steif hal|ten:
hältst steif; hielt (e)st steif; hast steif¬
gehalten —»auch hast steif gehal¬
ten<— a) etw. in (beinahe) geradem,
unbeweglichem, starrem Zustand hal¬
ten b) die Ohren steifhalten: [ugs.]
durchhalten; sich nicht unterkriegen
lassen
Steif|heit: die; - ; -1 Unbeweglichkeit;
Starrheit 2 <übertr.> Förmlichkeit;
Unpersönlichkeit
Steiffig|kelt: die; - ; - <Technik> Maß für
die Festigkeit bzw. Elastizität eines
Stoffes
Steig: der; -(e)s; -e enger, stark anstei¬
gender Weg
Steig|bü|gel: der; -s; - 1 mit einem Sat¬
tel verbundene Vorrichtung aus Me¬
tall, die das Aufsteigen auf ein Reit¬
tier erleichtert »Sie setzte den Fuß in
den Steigbügel.« 2 <übertr.> etw., was
als Hilfe dient
Steig|bülgel|hal|ter: der; -s; - weibl.
Sf§ig|bü|gel|hal|te|rin: die; • ; -nen a)
Person, die einer anderen hilft, auf ein
Pferd o. ä. aufzusteigen b) <übertr.>
[abwert.] Person, die einer anderen
bei einer Handlung hilft c) [abwert.]
Person, die eine untergeordnete Rolle
bei etw. (Negativem) spielt
Stei|ge: die; - ; -n 1 a) [süddt.; österr.]
steil ansteigende Straße b) (landsch.]
Stiege; kleine Treppe 2 [süddt.;
österr.] Verpackung^- u. Verkaufski¬
ste für Obst u. Gemüse
Steig|ei|sen: das; -s; - 1 in regelmäßi¬
gen Abständen bei Schächten,
Schornsteinen o. ä. eingelassene Ei¬
sen- od. Metallbügel als Hilfe beim
Hinauf- od. Herunterklettern 2 Halb¬
bügel mit Zacken aus Metall, die an
den Schuhen befestigt werden u. das
Hinaufklettem an Baumstämmen od.
Leitungsmasten aus Holz erleichtern
3 Eisen mit Zacken, die unter die
Schuhsohle geschnallt werden, um
beim Bergsteigen auf vereisten Flä¬
chen nicht abzurutschen
stejlgen: steigst; stieg(e)st; bist
gestiegen 1 (z. B. auf einer Skala) hö¬
her werden; sich nach oben bewegen
»Die Temperatur steigt wieder.« 2
nach oben gehen »Wir stiegen auf den
Berg.« 3 [ugs.] stattfinden »Heute
steigt eine große Fete.« 4 also geht es
in der Welt - der eine steigt, der an¬
dere fällt: jmd. erreicht etw., hat Er¬
folg, macht Karriere, ein anderer er¬
reicht nichts od. verliert das bereits
Erreichte wieder
Stetiger: der; -s; - <Bergbau> Ingenieur
od. Meister, Techniker, der die Auf¬
sicht unter Tage hat
stei|gern: steigerst; steigertest; hast ge¬
steigert etw. a) in seinem Ausmaß ver¬
stärken, erhöhen, vergrößern »die Ar¬
beitsleistung steigern« b) <Sprachwiss.>
ein Adjektiv in den Komparativ od.
Superlativ setzen
Ste||ge|rung: die; - ; -en 1 das Erhöhen,
Vergrößern von etw. »Das Ziel ist die
Steigerung der Verbrauchernachfra¬
ge.« 2 Verbesserung der Leistungen
(besonders beim Sport) 3 <Sprach-
wiss.> bei Adjektiven, Eigenschafts¬
wörtern die Bildung des Komparativs
bzw. Superlativs
Stejjge|rungs|forni: die; - ; -en <Sprach-
wiss.> gesteigerte Form bei Adjekti¬
ven, Eigenschaftswörtern
Steig|flug: der; -(e)s; -füge Flugphase,
bei der ein Flugkörper an Höhe ge¬
winnt
Steijgung: die; - / -en a) Zunahme an
Höhe innerhalb eines Geländes »Die
höchste Steigung bei diesem Paß be¬
trägt 18%.« b) Strecke, auf der ein
Höhenunterschied besteht
steil: Adj. 1 sehr stark ansteigend; fast,
annähernd senkrecht »Sie kletterten
eine steile Felswand empor.« 2 steiler
Zahn: [ugs.] 1. mit sehr hohem Tempo
»Du fährst aber einen steilen Zahn.« 2.
ein(e) attraktive(s) Frau, Mädchen
Steil|ab|fahrt: die; ~ ; -en Skipiste mit
starkem Gefälle
Stellte: die; - ; - [geh.; selten] (starkes)
Ansteigen od. Abfallen; Steilheit
Steil|hang: der; -(e)s; -hänge fast senk¬
recht abfallende Bodenerhebung
Steil|kur]ve: die; - ; -n starke, ansteigen¬
de Krümmung einer Straße
Steil|kü|ste —» Steil|küs|te: die; - ; -n
fast senkrecht zum Meer hin abfallen¬
des Gelände
Steil|paß —* Steilpass: der; -passes;
-pässe <Fußball> direktes, raumgrei¬
fendes Zuspiel des Balls über eine grö¬
ßere Distanz zu einem Mitspieler der
eigenen Mannschaft
Steinschrift: die; -; -en Handschrift, bei
der die Buchstaben kaum geneigt sind
Stein: der;-(e)s; -e i (Brocken aus) sehr
harte(m)(s) Material, Mineral »Ich
hatte einen kleinen Stein im Schuh.« 2
a) jmdm. Steine in den Weg legen:
etw. od. jmdn. behindern, Hinder-
1103
Steinadler
nisse aufbauen u. so das Gelingen
von etw. zu vereiteln suchen b) Steine
aus dem Weg räumen: etw. od. jmdn.
von Schwierigkeiten befreien, so daß
etw. gelingen kann 3 Stein des
AnstoSes: Grund, Ursache für die
Aufregung, den Konflikt 4 kein Stein
(bleibt) auf dem anderen: völlig zer¬
stört sein, werden S jmdm. fällt ein
Stein vom Herzen: jmd. ist plötzlich
von einer großen Angst, Sorge befreit
6 ein Stein kommt ins Rollen/wird
ins Rollen gebracht: eine Sache ange¬
stoßen haben, die langsam in Gang
kommt, deren Ende nicht absehbar
ist 7 bei jmdm. einen Stein im Brett
haben: [ugs.] bei jmdm. sehr beliebt
sein, etw. gut haben 8 Stein der
Weisen: ideale Lösung
Stejn|ad|ler: der; -s; - <Zool.> große,
dunkelbraun gefärbte Greifvogelart,
die im Hochgebirge heimisch ist
stein|alt: Adj. n. stg. <verst.> [ugs.] uralt;
sehr betagt
Steinjaxt: die; - ; -äxte <hist.> in der
Steinzeit verwendetes Gerät od. Waf¬
fe mit einem geschliffenen Stein, der
an einem Holzstiel befestigt ist
Stein|bei|Ben der; -s; - im Süßwasser
lebende(r) Fisch(art), der/die bei Be¬
drohungen im Sandboden Schutz
sucht
Stein|boclc der; -(e)s; -böcke 1 <Zool.>
mit der Ziege verwandtes Tier, das im
Hochgebirge in den Felsen lebt u.
sehr gut klettern kann 2 (Astrologie)
a) o. PL Sternbild b) Mensch, der im
Tierkreiszeichen dieses Sternbildes,
zwischen dem 22.12. u. dem 19.1., ge¬
boren wurde
Stein|boh|ren der; -s; ~ Spitze für eine
Bohrmaschine, mit der Löcher in
Stein, Beton o. ä. gebohrt werden
können
Stein|brocken (Stein]brok)ken —>
Stein|bro|cken): der; -s; - großes Ge-
stelhsstück, das von einem Felsen ab¬
gebrochen ist
Stein|bruch: der; -(e)s; -brüche 1 Ort,
an dem durch Sprengung, Kraftein¬
wirkung Steine aus einem größeren
Fels herausgebrochen, zur weiteren
Verarbeitung gewonnen werden 2
jmdm. fällt ein (ganzer) Steinbruch
vom Herzen: [ugs.] jmd. ist von einer
großen Angst, Sorge befreit
Stein|butt: der; -(e)s; -e großer, flacher,
nahezu runder Speisefisch
Stein|ei|che: die; - ; -n in den Mittel-
meerländem wachsender, immergrü¬
ner Laubbaum
stei|nem: Adj. n. stg. 1 aus Stein herge¬
stellt, bestehend »Im Garten steht eine
steinerne Bank.« 2 <übertr.> bewe¬
gungslos u. hart »Mit steinernem Ge¬
sichtsausdruck hörte er sich die Nach¬
richten an.« 3 steinerne Ruhe: uner¬
schütterliche Gemütsverfassung
Stein|er|wei|chen: das; -s; - in der
Wendung zum Steinerweichen wei¬
nen o. ä.: mitleiderregend, hem¬
mungslos weinen
Stein|frucht: die; - ; -fruchte <Bot.>
Frucht, deren Samen von einer harten
Schale umhüllt ist
Stein|fuBjbo|den: der; -s; -böden Boden¬
belag (in geschlossenen Räumen) aus
Stein
Stejn|garjten: der; -s; -gärten Gartenflä¬
che, auf der zwischen u. auf Steinen
niedrige, in den Bergen heimische
Pflanzen wachsen
Steinlgut: das; -(e)s; - aus Ton o. ä.
Material mit einer Glasur überzoge¬
ner, im Ofen gebrannter Gegenstand
stein|hart: Adj. n. stg. von sehr großer
Festigkeit; eine Härte wie Stein auf¬
weisend
Stein|hau|er: der; -s; ~ [veralt.] Person,
die beruflich im Steinbruch arbeitet
Stein|hau|fen: der; -s; • unregelmäßig
aufeinandergeworfene, -geschichtete
Steine
stei|nig: Adj. n. stg. 1 mit Steinen über¬
sät, belegt »Zu der Hütte führt nur ein
steiniger Weg.« 2 dibertr.) schwierig
u. mühevoll
stei|ni|gen: steinigst; steinigtest; hast ge¬
steinigt ein Lebewesen solange mit
Steinen bewerfen, bis es tot ist
Stel|ni|gung: die; - ; -en Tötung, Hin¬
richtung durch das Werfen von Stei¬
nen
Stein|kohjle: die; - ; -n a) o. PL Kohlen¬
sorte mit hohem Kohlenstoffgehalt b)
m. PL Steinkohle , die als Heiz- od.
Brennmaterial Verwendung findet
Stem|koh|len|berg|bau: der; -(e)s; -
Abbau, Gewinnung von Steinkohle
Stein|koh|len|berg|werk: das; -(e)s; -e
Schacht- u. Stollenanlagen zum Ab¬
bau von Steinkohle
Stefn|koh|len|ze|che: die; - ; -n Schacht¬
u. Stollenanlagen zum Abbau von
Steinkohle
Stein|koh|len|zeit die; - ; - <Geologie>
Erdzeitalter, in dem die Steinkohle
entstanden ist
Stein|la|wi|ne: die; - ; -n in großer An¬
zahl von einem Berg, Hang p. a. her¬
unterfallende Gesteinsbrocken
Steinjmar|der: der; -s; - hellbraunes,
kleines, nachts jagendes Raubtier
Stein|metz: der; -en; -en weibl. Steinl-
met|zin: die; - ; -nen Handwerker(in),
der/die Steinen eine Form gibt od.
Steine beschriftet
Steinjobst: das; -(e)s; - <Bot.; Kochk.>
Früchte, in deren Innerem sich ein
mit einer harten Schale umgebener
Samen befindet
Steinlpilz: der; -es; -e <Bot.; Kochk.)
wohlschmeckender, brauner Speise¬
pilz
steinlreich: Adj. 1 [selten] mit vielen
Steinen versehen; steinig 2 unerme߬
lich reich; sehr wohlhabend
Stein|salz: das; -es; -e in Bergwerken
abgebautes Salz
Stein|schlag: der; -fe)s; -schlage 1 das
Abbröckeln u. Niedergehen von Ge¬
steinsbrocken eines Felsens 2 o. PL
[selten] Gesteinsstücke, die als Schot¬
ter verwendet werden
Stein|schleu|der: die; - / -n Hilfsmittel,
um einen Stein mit Wucht auf ein Ziel
zu werfen
Stein|schnei|der: der; -s; - weibl.
Stein|schnei|de|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die Edel- u. Halbedelsteine bear¬
beitet
Stein|set|zer: der; -s; • weibl. [sehen]
Stein|set|ze|rin: die; - ; -nen Person,
die (beruflich) Pflasterarbeiten aus¬
führt
Stein|wurf: der;-(e)s; -würfe 1 das Wer¬
fen mit einem Stein 2 nur einen Stein¬
wurf entfernt: nicht sehr weit weg; re¬
lativ nah
Stejn|wü|ste —* Stein(wüs|te: die; - ;
-n ödes Gebiet, in dem sich haupt¬
sächlich Steine u. Geröll befinden
Stein|zeich|nung: die; - ; -en (meist
hist.> Lithographie; Zeichnung mit
Ölkreide auf Stein, die als Druckplat¬
te verwendet wird
Stein|zeit: die; - ; - <hist.> lange zurück¬
liegende Epoche, vorgeschichtlicher
Zeitabschnitt, in dem Menschen nur
Werkzeuge aus Stein zur Verfügung
hatten
stefn|zeit|lich: Adj. n. stg. a) aus der
Steinzeit stammend, ihr zuzuordnen
b) [ugs.; abwert.] völlig überholt, ver¬
altet
Stein|zeit|mensch: der; -en; -en (typi¬
scher) Mensch, der in der Steinzeit
lebte
SteiB: der; -es; -e a) <Anat.> unteres En¬
de der Wirbelsäule b) [ugs.] die Stelle
des menschlichen Körpers, auf der
man sitzt; Hintern
SteiB|bein: das; -(e)s; -e <Anat.> unter¬
ster Knochen der Wirbelsäule »Ich
habe mir mein Steißbein geprellt.«
StejB|ge|burt die; -; -e«<Med.> Geburt,
bei der das Kind nicht mit den Kopf,
sondern mit dem Hintern zuerst den
Geburtskanal verläßt
SteiB|la|ge: die; - ; -n <Med.> für die Ge¬
burt verkehrte Lage des Kindes in der
Gebärmutter
-{s)tel: Wortbildungselement +
Zahlwort der im Basiswort angegebe¬
ne Bruchteil eines Ganzen »Viertel ♦
Sechstel ♦ Drittel«
Stelle: <gr.> die; ~; -n frei stehende Säule
(mit Inschriften u./od. Bild, häufig als
Gedenk- od. Grabstein)
Stell.: Abk. Stellung (auch Anstellung)
Stel|la[ge: <niederl.> /stellasehe/ die; - ;
-n 1 einfaches Regalgestell 2 <Bankw.>
Termingeschäft an der Börse
Stel|la|ge|ge|schäft: das; -(e)s; -e
<Bankw.> Termingeschäft an der
Börse
Stell|dich|ein: das; - u. -s; ~ u. -s [ver¬
alt.] Verabredung, Zusammentreffen
zwischen Verliebten
Steljle: die; - ; -n 1 bestimmter Platz
»An dieser Stelle stand unser altes
Haus.« 2 a) berufliche Stellung b) Ar¬
beitsort c) berufliche Anstellung »Ich
habe eine neue Stelle.« 3 für Bestimm¬
tes zuständige Behörde o. ä. 4 auf der
Stelle: augenblicklich »Du machst
deine Schidarbeiten auf der Stelle!« 5
zur Stelle sein: im richtigen Moment
an einem Ort sein »Er wird pünktlich
zur Stelle sein.« 6 a) auf der Stelle
treten: nicht weiterkommen b) nicht
von der Stelle kommen: nicht weiter¬
kommen, stocken 7 an Stelle: stellver¬
tretend für jmd. od. etw.
stellten: stellst; stelltest; hast gestellt 1
ä) etw. od. jmdn. an einem bestimm¬
ten Platz zum Stehen bringen »Ich
stelle die Vase auf den Tisch.« b)
(meist Technik) in die richtige Positi¬
on bringen »Du mußt deine Uhr auf
Sommerzeit stellen.« 2 einen Verbre¬
cher, nach dem man gefahndet hat,
finden u. festnehmen 3 Funktionsverb
1104
Stenogrammblock
(ohne wirklich inhaltliche Bedeutung)
»eine Frage steilen«
stellten, sich: stellst dich; stelltest dich;
hast dich gestellt 1 zu einem bestimm¬
ten Ort gehen, an einem bestimmten
Platz stehenbleiben »Ich stelle mich
an die Ecke u. warte dort.« 2 vorgeben
(etw. zu sein, was nicht stimmt) »Er
stellte sich taub.« 3 sich Verfogern
ausliefern 4 <Frage; Probleim auftau¬
en, zu beantworten, lösen sein 5 sich
gut mit jmdm. stellen: [ugs.] sich um
ein gutes Verhältnis mit jmdm. bemü¬
hen 6 auf sich allein, selbst gestellt
sein: [ugs.] ohne fremde Hilfe
Stel|len|an|ge|bot: das;-(e)s; -edas An¬
bieten eines Arbeitsplatzes; angebote¬
ner Arbeitsplatz
Stel|len|ge|such: das; -(e)s; -e Suche
nach einem Arbeitsplatz; Bewerbung
um eine Anstellung
stel|len|los: Adj. n. stg. arbeitslos; ohne
Beschäftigung
Stel|ten|markt: der; -(e)s; -markte An¬
gebot u. Nachfrage von/nach unselb¬
ständigen Arbeitsverhältnissen
Stel|len|ver|mitt|lung: die; - ; -en a) Ein¬
richtung, die Arbeitssuchenden Fir¬
men angibt, die Personal suchen; Ar¬
beitsvermittlung beim Arbeitsamt u.
bei freien Agenturen b) privater Hin¬
weis auf eine Firma, die Stellen zu be¬
setzen hat u./od. das Herstellen eines
Kontaktes dorthin (u. die persönliche
Empfehlung)
stel|len|wei|se: Adv. teilweise, mancher¬
orts; nicht überall »Morgen soll es
stellenweise regnen.«
Stel|ten|wert: der; -(e)s; -e Bedeutung,
Wichtigkeit, die jmd. od. etw. in ei¬
nem bestimmten Zusammenhang hat
Stell|ma|cher: der; -s; ~ weibl. [selten]
Stell|ma|che|rin: die; ~ ; -nen [veralt.]
Handwerkern) (meist des Schreiner¬
handwerks), der/die Fahrzeuge, Rä¬
der (aus Holz) herstellt, Syn.: Wagen¬
bauer; Felgenhauer
Stellpl.: Abk. Stellplatz
Stell|pro|be: die; - ; -n <Theater> das
Einstudieren der Auftritte u. Abgän¬
ge der Schauspieler sowie Festlegung
ihrer Standorte auf der Bühne
Stell|schrau|be: die; - ; -n <Technik>
Schraube, durch deren Drehung Ein¬
stellungen verändert werden können
Stellung: die; -; -en 1 Arbeitsplatz, den
jmd. innehat »Er fand keine Stellung
mehr.« 2 Position, Haltung, in der
sich etw., jmd. befindet 3 Platz in ei¬
ner Rangordnung, Hierarchie 4 Posi¬
tion u. Körperhaltung beim Ge¬
schlechtsverkehr S Stellung nehmen,
beziehen: zu etw. eine Meinung
kundtun 6 die Stellung halten: 1. <Mi-
lit.> nicht von einem Ort weichen 2.
[scherzh ] an einem Ort verweilen,
auch wenn alle anderen Personen ge¬
hen 7 in Stellung bringen: <Milit.>
zum Kampfeinsatz bereitmachen
Stel|lung|nah|me: die; ~ ; -n schriftliche
od. mündliche Äußerung der persön¬
lichen Meinung, Sichtweise zu einer
Sache, einem V orwurf
Stel[lungs|krieg: der; -(e)s; -e <Milit.>
militärische Auseinandersetzungen
innerhalb befestigter Stellungen
stel|lungs|los: Adj. n. stg. arbeitslos;
ohne Anstellung, Job
Stel|lungs|spiel: das; -(e)s; - (Sport;
Fußball) Einnahme der jeweils gün¬
stigsten Position
Stei|lung|su|che: die; - ; -n das Bemü¬
hen um eine feste Anstellung
Ste]|lungs|wech|sel: der; -s; -1a) Än¬
derung der Köiperhaltung b) Verän¬
derung der Positionen u. Körperhal¬
tungen beim Geschlechtsverkehr 2
berufliche Veränderung; Wechsel zu
einer anderen Firma 3 Veränderung
des Standortes od. der Position von
etw. 4 <Milit.> Verlegung der Truppe
(in eine andere befestigte Änlage)
Stellv.: Abk. a) Stellvertretung b) Stell-
vertreter(in)
stellv.: Abk. stellvertretend
stell|veijtre|tend: Adj. n. stg. an Stelle
einer anderen Person ersatzweise
(vorrübergehend) eingesetzt, einsetz¬
bar »Sie ist die stellvertretende Leite¬
rin der Abteilmg.«
Stell|ver|tre|ter: der; -s: - weibl. Stell]-
ver]tre|te|rin: die: - ; -nen Person, die
zeitweise die Aufgaben von jmd. an¬
derem in dessen Abwesenheit über¬
nimmt
Stell|ver|tra|tung: die; - ; -en Erledigung
von etw. im Namen einer anderen
Person; Einnahme der Position von
jmdm. für einen bestimmten Zeit¬
raum
Stell|werk: das; -(e)s; -e <Eisenb.> Anla¬
ge zur Umstellung von Weichen u. Si¬
gnalen über Fernbedienung
Stel|ze: die; - ; -n 1 m. PI. lange Holz¬
stange, die (als artistisches Gerät) un¬
ter dem Fuß befestigt wird od. einen
Tritt aufweist, um darauf zu laufen 2
Vogel(art) mit langen, dünnen Bein¬
en, der/die am Boden lebt 3 einfaches
Holzbein als Hilfsmittel für Bein¬
amputierte, das nur aus einem Stock
besteht, der mit einer Lederman¬
schette am Stumpf befestigt wird 4 m.
PI. [ugs.] langes, dünnes Bein
stel|zen: stelzt; stelztest; bist gestelzt 1
auf Stelzen laufen 2 mit steifem Gang
laufen
stelz|fü|Big: Adj. 1 [ugs.; selten] mit ei¬
nem Holzbein versehen 2 mit steifem
Gang
Stemm|bo|gen: der; -s; -bögen (Sport;
Ski> Veränderung der Fahrtrichtung,
indem man das Gewicht verlagert u.
gleichzeitig mit einem Ski abstemmt
Stem|me: die; - ; -n (Sport; Turnen) das
Stemmen, Aufrichten in den Hand¬
stand aus einer anderen Lage heraus
Stemm|ei|sen: das; -s; - Werkzeug aus
Metall mit zweiseitig zugespitzter
Schneide, Syn.: Stemmeißel
StemmeijBel (Stemm|mei|Bel) —*■ im¬
mer mit mmm: Stemm|mei|ßel: der;
-s; - Werkzeug aus Metall mit zwei¬
seitig zugespitzter Schneide, Syn.:
Stemmeisen
stem|men: stemmst; stemmtest; hast
gestemmt 1 aus der Schulterhöhe her¬
aus etw. mit Kraftaufwand über
Kopfhöhe bringen »Er stemmte die
Kiste auf den Dachgepäckträger.« 2
(Sport) beim Gewichtheben eine
Technik anwenden, bei der die Hantel
in Schulterhöhe ruhen darf, bevor sie
über Kopfhöhe befördert wird, Ant.:
(2> reißen 3 einen stemmen: [ugs.] al¬
koholische Getränke zu sich nehmen
—» Stemm|mei|Bel: s. Stemmeisel
Stem|pel: der; -s; - 1 Gerät, das zum
Drucken per Hand mit Gummitypen
ausgestattet ist 2 Abdruck, den ein
Stempel (1) hinterläßt 3 (Bot.> mittle¬
rer Blütenteil mit Narbe, Fruchtkno¬
ten u. Griffel 4 jmdm., etw. seinen
Stempel aufdrücken: etw. nach eige¬
ner Ansicht prägen, Einfluß darauf
nehmen
Stem|pel|bru|deR der; -s; -brüder [ver¬
alt.; ugs.; abwert.] Person, die Ar¬
beitslosengeld bezieht
Stem|pel|far|be: die; - ; -n Lösung, mit
der Stempelkissen getränkt werden
Stem|pel|kisjsen: das; -s; ~ mit Farb¬
stoff getränktes Filzstück in einem
Kästchen, auf das der Stempel vor
Benutzung gedrückt wird
stem|peln: stempelst; stempeltest; hast
gestempelt 1 mit einem (Stempel-)
Aufdruck versehen 2 stempeln ge¬
hen: [ugs.] Arbeitslosengeld, -hilfe er¬
halten 3 jmdn. zu etw. stempeln:
jmdn. als etw. bezeichnen, darstellen
»Er stempelte uns zu Verrätern.«
Stem|pel|uhr: die; - ; -en (Wirt.) Gerät
zur Arbeitszeiterfassung, mit dessen
Hilfe auf einer Karte die Anfangs-,
Pausen- und Endzeiten aufgestempelt
werden
Sten.: Abk. a) Stenographie/Stenografie
b) Stenograph(in)/Stenograf(in)
sten.: Abk. stenographisch = in Kurz¬
schrift
Sten|del|wurz —> Stän|del|wurz: die;
-; - Orchideenpflanze
Sten|gel —» Stänjgel: der; -s; - (Bot.)
nicht holziger, langer, halmförmiger
Teil der Blume, Pflanze, an dem Blü¬
ten u. Blätter angeordnet sind »Der
Stengel der Tulpen war zu dicht unter
der Blüte abgeschnitten worden.«
Sten|geljblatt —» Stän|gel|blatt das;
-(e)s; -blätter (Bot.) um den Stengel
einer Pflanze wachsendes Blatt
Ste|no: Kurzw. Stenographie/Stenogra¬
fie = Kurzschrift
Ste|no|blei|stift: der; -(e)s; -e weicher
Schreibstift mit einer Bleimine, der
sich besonders zur Stenogrammauf¬
nahme eignet
Ste|no|block: der; -(e)s; -blocke Block
mit liniertem Papier u. einer längs
verlaufenden Mittellinie zur Notation
von Stenogrammen
Ste|no|graf/Ste|no|graph: der; -s; -en
weibl. Ste|no|gra|fin/Ste|no|gra|phin:
die; - ; -nen Person, die beruflich in
Kurzschrift Debatten o. ä. mit¬
schreibt
Ste|no|gra|fie/Ste|no|gra|phte: <gr.> die;
- ; Stenographien jstenograßjnl (das
Schreiben in) Kurzschrift
ste|no|gratfieJrBn/ste|no|gra|phie|ren:
stenographierst; stenographiertest;
hast stenographiert 1 Kurz- od. Eil¬
schrift schreiben 2 Gesprochenes di¬
rekt in Kurzschrift mitschreiben
ste|no|gra|fisch/ste|no|gra|phisch: Adj.
n. stg. 1 auf die Stenographie bezo¬
gen, ihr zuzuordnen 2 in Kurzschrift
geschrieben
Ste|no|gramm —* Ste|no|gramm: <gr.>
das; -(e)s; -e in Kurzschrift geschrie¬
bener Text
Ste|no|gramm|block —» Ste|no|-
gramm|bk>ck: der; -(e)s; -blocke
1105
Stenograph/Stenograf
Block mit liniertem Papier zur Nota¬
tion von Stenogrammen
Ste|no|graph/Ste|no|graf: der; -s; -en
weibl. Ste|no|gra|phin/Ste|no|gra|fin:
die; - ; -nen Person, die beruflich in
Kurzschrift Debatten o. ä. mit¬
schreibt
Ste|no|gra|phie/Ste|no|gra|lje: <gr.> die;
- ; Stenographien (Stenografen/ (das
Schreiben in) Kurzschrift
ste|no|gra|phie|ren/ste|no|gra|fje|ren:
stenographierst; stenographiertest;
hast stenographiert 1 Kurz- od. Eil¬
schrift schreiben 2 Gesprochenes di¬
rekt in Kurzschrift mitschreiben
ste|no|gra|phisch/ste|no|gra]fisch: Adj.
n. stg. 1 auf die Stenographie bezo¬
gen, ihr zuzuordnen 2 in Kurzschrift
geschrieben
Ste|no|kurs: der; -es; -e [ugs.] Lehrgang
für Stenographie
ste|no[top: <gr.> Adj. n. stg. <Bio.> nur in
einem eng begrenzten Gebiet hei¬
misch
ste|no|ty|pj§jren: stenotypierst; stenoty-
piertefst; hast stenotypiert ein Steno¬
gramm aufnehmen u. anschließend
mit der Schreibmaschine abtippen
Ste|no|ty]pj|stin —» Ste|no|ty|pis|tin:
<gr.> die; -; -nen mannt. Ste|no)tyjpist:
der; -en; -en (Schreib-)Kraft (auch
heute noch meist weiblich), die Kurz¬
schrift u. Maschine schreibt
Step —» Stepp: <engb der; -s; -s 1
[wörtlich] Schritt 2 artistischer Tanz
mit hörbarem Kläcken der Fußspitze
u. -hacke
Stepp|decke (Stepp|dek|ke—» Stepp|-
de|cke): die; ~ ; -n mit Nähten unter¬
teilte, mit Federn, Daunen od. synte¬
tischen Material gefüllte Bettdecke
Steplpe: <russ.> die; ~ ; -n baumlose,
trockene Graslandschaft
steplpen: steppst; stepptest; hast
gesteppt 1 nähen, indem man die Sti¬
che lückenlos aneinanderreiht 2 Step
tanzen
Step|pen|be|woh[ner: der; -s; - weibl.
Step|pen|be|woh|ne|rm: die; - ; -nen
Mensch, der in einer Steppenland¬
schaft lebt
Step|pen|brand: der; -(e)s; -brande 1
Feuer in der Steppenlandschaft 2
<übertr.> etw. Negatives, was sich un¬
kontrolliert ausbreiten kann
Step|pen|fuchs: der; -es; -fuchse <Zool.>
Fuchs(art), der/die in der zentralasia¬
tischen Steppe heimisch ist
Step|pe|rei: die; - ; -en zur Zierde ange¬
brachte Steppnähte
Stepp|fut|ter das; -s; - a) auf der In¬
nenseite mit wärmedämmendem Ma¬
terial zusammengenähter Futterstoff
für Mäntel u. Jacken b) Mantelfutter
o. ä. aus Steppfutterstoff
Steppjjacke (Stepp|jakjke —* Stepp|-
ja|cke): die; - ; -n Jacke mit einer wat¬
tierten Füllung, die durch Steppnähte
mit Ober- u. Futterstoff verbunden
ist
Stepp|ma|schi|ne: die; - ; -n Nähma¬
schine für Steppstiche
Stepp|naht: die; - ; -nähte aus lückenlos
aneinandergereihten Stichen be¬
stehende Naht
—> Stepp|tanz: s. Steptanz
—* Stepp|tän|zer: s. Steptänzer
Stepftanz—»■ Stepp|tanz: der; -es; -tan¬
ze Tanz, bei dem Schuhe mit Metall¬
plättchen an Sohlenspitze u. an Ferse
angezogen werden, wodurch bei die¬
ser Art des Tanzes klickende Ge¬
räusche erzeugt werden
Step|tän|zer —*■ Stepp|tän|zer: der; -s;
~ weibl. Stgp|tänjze|rin —* Steppj-
tan|ze[rin: die; - ; -nen Person, die
Steptanz(schritte) tanzt
Sterjbe|amt: das; -(e)s; -ämter <kath.
Kirche) Messe, die für einen Verstor¬
benen abgehalten wird
Sterjbe)bett: das; -(e)s; -en Bett, in dem
ein Todkranker vor seinem Tod liegt,
gelegen hat
Sterjbe|da|tum: das; -s; -daten Tag, an
dem jmds. Tod eingetreten ist
Ster|be|faH: der; -(e)s; -fidle Tod eines
Menschen
Sterjbelgeld: das; -(e)s; - an die Ange¬
hörigen ausgezahlte Summe aus einer
Versicherung (zur Begleichung der
Bestattungskosten)
Ster|be|hil|fe: die; - ; -n Beihilfe zum
Freitod eines unheilbar Kranken
Stertbe|la|ger: das; -s; - [geh.] Bett, Lie¬
gestatt für einen Sterbenden
ster|ben: stirbt; starb; ist gestorben 1
<Lebewesen> a) Vorgang, der von dem
Zustand des Lebens, Lebendigseins in
den Zustand des Todes überführt;
aufhören zu leben »Er ist schwer
krank u. wird wohl diese Nacht ster¬
ben.« b) Vergangenheitsform den Zu¬
stand des Todes (nach dem Vorgang
des Sterbens) erreicht haben; tot sein
»Er starb gestern.« 2 <übertr.> a) (Din¬
ge o. ä.> etw. hört auf, endet »Die Lie¬
be stirbt. • Das Lachen starb. ♦ Die
Flamme stirbt.« b) (verst.) Ausdruck
für extremes, äußerst starkes Empfin¬
den einer Situation o. ä.; sehr »vor
Angst, Langeweile sterben« c) sich mit
äußerster Begeisterung u. Tatkraft
mit etw. od. jmdm. beschäftigen; be¬
sonders mögen »Ich sterbe für Scho¬
kolade.« 3 zum Sterben: [ugs.] (verst.)
Ausdruck für extremes, äußerst star¬
kes Empfinden einer Situation o. ä.;
sehr »Die Sendung war zum Sterben
langweilig.« 4 im Sterben liegen: kurz
vor dem Tod sein 5 sterben wie die
Fliegen: [ugs.] viele sterben in kurzer
Zeit »Bei der Epidemie starben die
Kranken wie die Fliegen.« 6 davon
stirbt man, stirbst du nicht gleich:
[ugs.] etw. ist gar nicht so schlimm
Ster|bens)angst: die; - ; -ängste [ugs.]
große Furcht
ster|bens[elend: Adj. [ugs.] sich ausge¬
sprochen krank u. unwohl fühlend
ster|bens[krank: Adj. n. stg. a) sehr
schwer krank; unheilbar krank b)
[ugs.] sich ausgesprochen krank u.
unwohl fühlend
ster|bens|lang|wei|lig: Adj. n. stg. [ugs.]
vollkommen uninteressant
Ster|be|sa|kra|men|te —*■ Ster|be|sa|k|-
rajmenjte: die (PI.) dcath. Kirche)
letzte Ölung; Beichte u. Kommunion
eines Sterbenden
Ster|be|tag: der; -fe)s; -e Tag, an dem
jmds. Tod eingetreten ist
Ster|be|ur|kun|de: die; -; -n Dokument,
das den Tod einer Person bescheinigt
sterb|lich: Adj. a) (Lebewesen) irgend¬
wann in der Zukunft in den Zustand
des Todes übergehend; nicht ewig le¬
bend »Alle Menschen sind sterblich.«
b) die sterbliche Hülle: der Körper ei¬
nes Lebewesens
Sterb|li|che: der; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Sterblicher; eine Sterbli¬
che; zwei Sterbliche) 1 [poet.] der ver¬
gängliche Mensch 2 ein gewöhnli¬
cher Sterblicher: ein ganz normaler
Mensch
Sterb|lich|keit die; - ; -1 Zahl der Fälle
(im Verhältnis zu den Einwohnern),
in denen der Tod eintritt 2 Eigen¬
schaft, sterblich zu sein
Sterb|lich|keits|ra|te: die; - ; -n statisti¬
sche Angabe über die Anzahl der To¬
desfälle in einem Gebiet (bei einer Be¬
völkerungsgruppe)
Stejreo: das; -s; -s 1 kurz für Stereopho¬
nie 2 kurz für Stereotypie
stejreo: Adj.n. stg.; n. dekl. kurzfür ste-
reophonisch
Ste|reo|an|la|ge —» Ste|re]o|an|la]ge:
die; - ; -n (Elektrot.) Tonwiedergabe¬
geräte (mit zwei Lautsprechern), die
einen räumlichen Höreindruck ver¬
mitteln
Ste|reo|che|mie —» Ste|re|o|che|mie:
<gr.> die; • ; - (Chemie) Teilbereich der
Chemie, der sich mit der räumlichen
Anordnung innerhalb der Moleküle
befaßt
Ste]reo|fern|se|hen —» Stejre|o|fem|-
se|hen: das; -s; - a) Fernsehpro¬
gramm mit Stereoton b) Fernsehgerät
mit Stereoton
—»■ Ste|reo(fo|nie: s. Stereophonie
—* ste|reo|fp|nisch: s. stereophonisch
Ste]reo|iaut|spre|cher —> Ste|re|o|-
laut|spre|cher: der; -s; - eines von
zwei zusammengehörigen Geräten
zur Erzeugung eines räumlichen Hör¬
eindrucks
ste|reo|me|trisch —» ste|re]o|me]tj-
risch: Adj. n. stg. (Math.) sich auf die
Berechnung geometrischer Körper
beziehend
Ste|reo|pho|n]e —» Ste|re|o|pho|nje/
Ste|re|o]fo|n]e: <gr.-lat.> die; -; - Tech¬
nik, die einen räumlichen Hörein¬
druck bei der Tonwiedergabe ermög¬
licht
ste|reo|phg|nisch —» ste|re|o|php|-
nisch/stejre|o|fo|nisch: <gr.-lat.i Adj.
n. stg. räumlich klingend
Ste|reo|skop —* Ste|re|o|s|kop: <gr.;
lat.> das; -s; -e optisches Gerät zur Be¬
trachtung von räumlichen Aufnah¬
men
Ste|reo|sko|pie —> Ste|re|o|s|k|o|pie:
<gr.; lau die; * ; - Verfahren zur Auf¬
nahme u. Wiedergabe von räumlich
wirkenden Bildern
ste|reo|sko|pisch —» ste|re|o|s|k|o|-
pisch: <gr.; lau Adj. dreidimensional
erscheinend; räumlich wirkend
Ste|reo(typ —> Ste|rejo(typ: <gr.-engl.>
das; -s; -e für eine bestimmte Gruppe
typisches, mit festen Vorstellungen
verbundenes Vorurteil (über jmdn.)
ste|reo|typ—». ste|re|o|typ: <gr.-fr> Adj.
a) feststehend; unveränderlich »eine
stereotype Antwort« b) immer gleich;
leer u. abgedroschen; ohne Bedeu¬
tung »eine stereotype Aussage, Flo¬
skel«
Ste|reo|typ]dnjck —» Ste|re|o|typ|-
druck: der; -(e)s; -e (Druckw.) mit ei¬
1106
Steuerberatung
ner Druckplatte hergestellter Nach¬
druck
Ste|reo|ty|pte —> Ste|re|o|ty|pie: die; - ;
-n 1' (Druckw.) a) o. PI. Herstellungs¬
verfahren für Druckplatten aus Blei¬
legierungen b) Druckplatte aus einer
Bleilegierung 2 <Psychiatrie> ständi¬
ges, krankhaftes Wiederholen von be¬
stimmten Äußerungen od. Bewe¬
gungsabläufen
Ste|reojty|pje|plat|te —* Ste|re|o(ty|-
pie|plat)te: die; - ; -n (Druckw.)
Druckplatte für den Stereotypdruck
ste|reo|ty|pielren —> ste|re(o|ty|pie|ren:
stereotypierst; stereotypiertest; hast
stereotypiert <Druckw.> Stereotypie¬
plattengießen
ste|ril: dat.-fro Adj. 1 n. stg. <Bio.; Med.>
nicht fortpflanzungsfähig »Immer
mehr Menschen werden steril.« 2
keimfrei; ohne Bakterien u. Viren
»sterile Handschuhe« 3 [geh.] nüch¬
tern, sachlich ohne persönliche Note
u. daher langweilig, ungemütlich wir¬
kend »eine sterile Einrichtung«
Ste|ri|li|sa|ti|on: <lat.-fr.> /sterilisazion/
die; - ; -en 1 <Med.> (operative) Her¬
beiführung der Unfruchtbarkeit,
Nicht-Forpflanzungsfähigkeit 2 Ent¬
keimung
Ste|ri|li|sa|tor: <lat.-fr.> der; -s; Sterilisa¬
toren Gerät, mit dem etw. steril, keim¬
frei gemacht werden kann
ste|ri|li|8fe|ren: dat.-fro sterilisierst; ste¬
rilisiertest; hast sterilisiert 1 Keime
abtöten; etw. keimfrei machen 2
<Med.> zeugungsunfähig, unfruchtbar
machen
Ste|ri|li|sie|rung: die; - ; -en 1 das Keim¬
freimachen 2 das Unfruchtbarma¬
chen
Ste|ri|li|tät: die; ~ ; - 1 Keimfreiheit 2
(Med.; Bio.> Unfähigkeit, Nachkom¬
men zu zeugen bzw. Kinder zu be¬
kommen 3 geistige Unfähigkeit
Ster|ling: <engl> /ßtärling u. ßtöding/
der; -s; -e u. - Währungseinheit in
Großbritannien
Ster|ling|sil|ber: /ßtärling- u. ßtöding-/
das; -s; - Silberlegierung mit einem
sehr hohen Anteil von reinem Silber
Stern: der; -(e)s; -e 1 a) <Astronomie)
leuchtender, bei Dunkelheit sichtba¬
rer Himmelskörper »Die Sterne waren
deutlich zu sehen.« b) stilisierte Dar¬
stellung eines Sterns (1); Kreis, umge¬
ben von (symmetrischen) Zacken »Er
trug drei Sterne (= als Rangab¬
zeichen) auf seiner Uniform.« 2
[fachsprl.] a) weißer Fleck auf der
Stirn eines Pferdes b) <Jagd> Iris eines
Tieres 3 ein guter Stern: eine günstige
Vorsehung; ein gutes Geschick »Ein
guter Stern hat uns vor dem Unglück
bewahrt.« 4 jmds. guter Stern: jmds.
Hilfe, Schutz, Stütze 5 Sterne sehen:
[ugs.] von einem heftigen Schlag,
Schmerz benommen sein 6 in den
Sternen (geschrieben) stehen: ist
noch völlig unklar sein 7 nach den
Sternen greifen: nach etw. (fast) Un¬
möglichem, Unerreichbarem streben
8 unter einem/keinem guten, glück¬
lichen, günstigen/unter einem
schlechten Stern stehen: im Leben
vom Schicksal (nicht) begünstigt, be¬
vorzugt sein 9 a) jmds. Stern geht
auf: eine Person ist auf dem Weg nach
oben, macht Karriere, gewinnt an Be¬
kanntheit, Macht b) jmds. Stern
sinkt: eine Person verliert an Be¬
kanntheit, Macht o. ä. 10 für jmdn.
die Sterne vom Himmel holen: für
eine (geliebte) Person alles tun, versu¬
chen, alles für sie zu erreichen, ihr al¬
les zu geben 11 die Sterne vom Him¬
mel holen wollen: etw. Unerreichba¬
res anstreben
Stern|bild: das; -(e)s; -er <Astronomie>
Gruppe von in relativer Nähe stehen¬
den Sternen, die, mit gedachten Li¬
nien verbunden, als Figur gedeutet
wird
Stern|deu|ter der; -s; ~ weibl. Stem|-
deu|te|rin: die; - ; -nen <Astrologie>
Person, die sich mit dem Stand der
Gestirne u. deren Einfluß auf die zu
diesem Zeitpunkt geborenen Men¬
schen beschäftigt individuelle u. allge¬
meine Prognose erstellt; Astrologe/
Astrologin
Ster|nen|ban|nen das; -s; ~ Flagge der
Vereinigten Staaten von Amerika
ster|nen|hell/stem|hell: Adj. vom Licht
der Sterne erleuchtet
Ster|nen|him|mel: der; -s; - Nachthim¬
mel, an dem viele, leuchtende Sterne
zu sehen sind
sterjnen|klar/stem|klar: Adj. wolken¬
los, so daß die Sterne deutlich zu se¬
hen sind
sterjnenflos: Adj. n. stg. keine Sterne
am Himmel aufweisend
Stertnen|zelt: das; -(e)s; - [poet.] von
Sternen erleuchteter Nachthimmel
Sternfahrt: die; ~ ; -en (Wett-)Fahrt
von unterschiedlichen Startpunkten
zu einem gemeinsamen Zielort
stern|för|mig: Adj. n. stg. die Form,
Konturen eines stilisierten Sternes
aufweisend
stern|ha|gel|voll: Adj. n. stg. volltrun¬
ken; fast bis zur Besinnungslosigkeit
betrunken
Sternfhau|fen: der; -s; - (Astronomie)
Ansammlung von mehreren Sternen
stern|hell/sterjnen|hell: Adj. vom Licht
der Sterne erleuchtet
Stern|kar|te: die; - ; -n (Astronomie)
Blatt, auf dem die Lage der Sterne zu¬
einander aufgezeichnet ist
storn|klar/steijnen|klar: Adj. n. stg.
wolkenlos, so daß die Sterne deutlich
zu sehen sind
Stern|kun|de: die; -; - wissenschaftliche
Beschäftigung mit dem Himmelskör¬
pern, Syn.: [fremdsprl.] Astronomie
Stern|mo|tor: der; -s; -en (Technik) Mo¬
tor, bei dem die Zylinder sternförmig
angeordnet sind
Stern|schnup|pe: die; - ; -n Materieteil
aus dem Weltraum, das in der Luft
der Erde verglüht u. kurz als leuch¬
tender Himmelskörper mit einem
Schweif zu sehen ist; Meteor(it)
Stern|sin|gen: das; -s; - <kath. Kirche)
Brauch, bei dem Kinder in den Tagen
um den sechsten Januar verkleidet als
die Heiligen Drei Könige von Haus
zu Haus ziehen u. singen, um Geld¬
spenden für karitative Zwecke zu
sammeln
Stem|sinjger: der; -s; - weibl. Stern|-
sin|ge|rin: die; ~ ; -nen eins der Kin¬
der, die beim Stemsingen mitmachen
Sternjstun|de: die; -; -n [ugs.] Zeitspan¬
ne, in der sich eine positive, schicksal¬
hafte Wendung vollzieht; der Höhe¬
punkt von etw. ,
Stern|waijte: die; ~ ; -n (Astronomie)
wissenschaftliche Einrichtung zur Be¬
obachtung der Gestirne
Stern|zei|chen: das; -s; ~ Gruppe von
in relativer Nähe stehenden Sternen,
die, mit gedachten Linien verbunden,
als Figur gesehen wird; Konstellation
einiger Sterne zueinander innerhalb
einer bestimmten Zeitspanne; Tier¬
kreiszeichen
Sterz: der; -es; -e 1 [süddt.; österr.]
Mehlspeise aus Gries od. Maismehl 2
a) Hinterleib bei einigen Tierarten b)
(Vogel) Bürzel 3 Teil eines Pflugs
steijzeln: sterzelt; sterzelte; hat gester-
zeit (Biene) den Hinterleib aufrichten
stet: Adj. steter; steteste zuverlässig,
ständig
Ste|tho|skop —> Ste|tho|s|kop: <gr.>
das; -s; -e (Med.) Gerät zum Abhören
der Herztöne u. Lunge
stejtig: Adj. ständig, gleichmäßig ver¬
laufend »Das fVasser ist stetig gestie¬
gen.«
Ste|tig|keifc die; - ; - Beständigkeit,
Gleichmäßigkeit im Verlauf
stets: Adv. immer; fortwährend; immer
»Sie war stets ehrlich zu mir.« Ant.:
nie
Steuler: das; -s; - 1 Hilfsmittel in einem
Fahrzeugs zum Lenken; Lenkung 2
das Steuer herumreiBen: etw. voll¬
kommen (verändern
Steuler: die; - ; -n vom Staat bean¬
spruchter Teil des Einkommens, Ge¬
winns o. ä.
Steuleriablzug: der; -(e)s; -abzüge Ein¬
behaltung der Steuerschuld
Steu|er|an|ge|le|gen|heit die; ~ ; -en
(m. PI.) alles, was mit Steuern zusam¬
menhängt
Steulerlbanldelrolle: die; - / -n Papier¬
streifen (an Zigaretten, Alkohol) als
Zeichen, daß die darauf erhobenen,
fälligen Steuern bezahlt sind
steuleribar Adj. n. stg. 1 in eine be¬
stimmte, beabsichtigte Richtung zu
lenken 2 mit Steuern belegt, belegbar;
zu versteuern
Steu|er|be|frei|ung: die; - ; -en Verzicht
des Finanzamtes auf Steuerzahlun¬
gen
steu|erlbe|gün|stigt —» steu|er|be|-
günsjtigt: Adj. mit einem geringeren
Steuersatz belegt
Steulerlbelhöride: die; - ; -n staatliche
Behörde, Amt, die/das sich mit Steu¬
erangelegenheiten befaßt
Steulenbellalstuno —> Steuler!bellasl-
tung: die; - ; -en Summe aller Abga¬
ben, die in Form von Steuern (von
jmdm.) erhoben werden
Steuleribelmeslsunqslarundllalge: die;
~ -n Betrag, Summe (des Einkom¬
mens), von der prozentual die fälligen
Steuern erhoben werden
Steulertbelralten der; -s; - weibl. Steul-
erjbe|ra|te|rin: die; -; -nen Person, die
sich in den Steuergesetzen auskennt
u. berechtigt ist, Steuerzahler zu bera¬
ten
Steuterlbelraltuna: die; -; -en professio¬
nelles Erteilen von Ratschlägen in
Steuerangelegenheiten
1107
Steuerbescheid
Steuferlbelscheid: der;-(ejs; -e Mittei- I
lung vom Finanzamt über die festge¬
setze Steuerschuld
Steulerlbeltrag: der; -(ejs; -betrage
Summe, die als Steuer zu zahlen ist
Steulerlbillanz: die; ~ ; -en Aufstellung
über Einnahmen u. Ausgaben zur
Feststellung des Gewinns, der ver¬
steuert werden muß
steulerjbord/steulerlbords: Adv. (von
hinten betrachtet) auf der rechten Sei¬
te eines Schiffs od. Flugzeugs
Steulerleinlnahlme: die; - ; -n (m. PI.)
Geldbetrag, der in Form von erhobe¬
nen Steuern in die Kassen des Staates
fließt
Steulerieinlnehlmer: der; -s; • weibl.
Steulerleinlnehlmelrin: die; ~ ; -neu
[veralt.] Beamte(r) des Staates, der/
die persönlich bei den Steuerpflichti¬
gen die fälligen Steuern kassiert
Steulerlerlhölhunq: die; - ; -en Herauf¬
setzung des Steuersatzes
Steuleriertklälrung: die; - ; -en schriftli¬
che Aufstellung der Einnahmen u.
Ausgaben innerhalb eines Steuetjah-
res, die dem Finanzamt zur Ermitt¬
lung der Steuerschuld einzureichen ist
SteulerlerHafl —» Steulerlerllass: der;
-erlasses; -erlasse stärke Reduzierung
von jmds. Steuerschuld (bis zum Ver¬
zicht)
SteulerlerlmälBilgung; die; - ; -en Ver¬
minderung der Steuerschuld
Steu]erfer|statjtung: die; ~ ; -en Rück¬
vergütung von über die Steuerschuld
hinaus bereits erfolgten Steuerzah¬
lungen
Steulerlfahnlder: der; -s; - weibl. Steuj-
er|fahn|de|rin: die; -; -nen Beamte(r),
der/die Steuererklärungen u. Bilan¬
zen überprüft, um Steuerbetrüger
ausfindig zu machen
Steulerlflucht: die; - ; -en (PI. s.) a) An¬
lage von Vermögen im Ausland, da¬
mit in Deutschland keine Steuern an¬
fallen b) Errichtung des Wohn- od.
Firmensitzes im Ausland zwecks Nut¬
zung des dortigen, niedrigeren Steuer¬
satzes
steulertfrei: Adj. n. stg. nicht mit Steu¬
ern belegt
SteulerKreilbeltrag: der; -(e)s; -betrage
Summe (des Einkommens), für die
keine Steuern erhoben werden
Steulerjgelrät: das; -(ejs; -e <Elektrot.>
a) Teil einer Stereoanlage, mit dessen
Hilfe Tonhöhe, Lautstärke usw. gere¬
gelt werden b) Gerät zur automati¬
schen Regelung von Maschinen, Ab¬
läufen, Anlagen o. ä.
Steulerlgelsetz: das; -es; -e <Rechtsw.>
durch das Parlament erfolgte, rechts¬
verbindliche Festlegung, Beschluß
über die Erhebung von Steuern
Steujerfhinfterizielhunq: die; ~ ; -en Ver¬
heimlichung von Einnahmen, um die
Zahlung von Steuern zu umgehen
Steulerlkarite: die; - ; -n von der Ge¬
meinde jährlich ausgestelltes Doku¬
ment, auf dem die Einnahmen einer
Person aus nichtselbständiger Arbeit
vom Arbeitgeber nachgewiesen wer¬
den
Steufer|klas[se: die; ~ ; -n eine der
Gruppen, in die jeder Steuerzahler
nach bestimmten Kriterien eingeord¬
net wird u. für die eine prozentuale
Höhe der Steuern festgelegt ist
Steulerlknüpjpel: der; -s; - <meist Flug¬
zeug) Vorrichtung, Teil, mit der/dem
Richtung u. Flughöhe beeinflußt wer¬
den können
Steulerllast: die; ~ ; -en finanzielle Bela¬
stung in Form von Steuern
steulertlich: Adj. n. stg. bezogen auf die
Steuern; mit der Steuererhebung in
Zusammenhang stehend »Kosten der
privaten Haushaltsführung sind steuer¬
lichnichtabsetzbar.«
Steulerlmann; der; -(e)s; -leute u.
-männer 1 Mitglied der Schiffsbesat¬
zung, das für die Einhaltung des Kur¬
ses verantwortlich ist 2 (Sport; Ru¬
dern) gegen die Fahrtrichtung im
Boot sitzende Person, die die Schlag¬
zahl vorgibt
Steu|er|maijke: die; * ; -n [veralt.] Wert¬
marke zum Aufkleben als Beleg für
gezahlte Steuern
Steulerlmolral: die; -; - Ehrlichkeit, Ge¬
wissenhaftigkeit des Staatsbürgers
beim Entrichten der Steuern
steulem: steuerst; steuertest; kastlbist
gesteuert 1 hast ein Fahrzeug lenken;
die Richtung festlegen u. einhalten 2
bist a) auf direktem Weg auf ein Ziel
zugehen b) sich in eine bestimmte
Richtung bewegen 3 hast a) <Technik>
Apparate, Maschinen, Automaten
o. ä. ihrer Funktion entsprechend
einsetzen b) hast Tonhöhe od. Laut¬
stärke einer Musikanlage regulieren 4
hast für einen der Planung entspre¬
chenden Verlauf sorgen
Steulerlpalraldies; das; -es; -e Staat, in
dem keinerlei od. nur geringe Steuern
erhoben werden
Steulerlpflicht: die; - ; -en vom Gesetz
vorgeschriebene Pflicht, Notwendig¬
keit, Steuern zu zahlen
steu|er|pflich|tig: Adj. n. stg. 1 <Person>
vom Gesetz gehalten, Steuern zu ent¬
richten 2 Steuern u./od. Abgaben
nach sich ziehend »Zinseinnahmen,
die über dem Freibetrag liegen, sind
steuerpflichtig.«
Steulerlpolliltik: die; - ; - alle Maßnah¬
men der Regierung, die der Erhebung
von Steuern dienen, mit Steuern in
Verbindung stehen
Steulertprfllfer: der; -s; ~ weibl. Steuf-
er|prü|fejrin: die; - ; -nen Person, die
meist bei Firmen die Richtigkeit der
Angaben in der Bilanz kontrolliert
Steulerlrad; das; -(ejs; -r'äder a) Rad,
das über eine Lenksäule mit der Ach¬
se eines Fahrzeugs verbunden ist u.
dazu dient, die Richtung zu verän¬
dern b) Rad, mit dem das Ruder eines
Schiffes bewegt werden kann
Steulerlrecht: das; -(ejs; -e <Rechtsw.;
Pol.) alle Gesetze u. Verordnungen,
die die Steuern betreffen
steulerlrechtllich: Adj. n. stg. <Rechtsw.>
auf die Steuergesetzgebung bezogen,
ihr entsprechend
SteulerireHorm: die; - ; -en <Rechtsw.>
Neufassung des Steuerrechts
Steulerirulder: das; -s; - Teil eines
Schiffes, mit dem die Richtung verän¬
dert wird
Steuterlsatz: der; -es; -sätze prozentua¬
ler Anteil eines Betrags, der als Steuer
erhoben wird
Steulerjsenlkung: die; - ; -en Verringe¬
rung, Herabsetzung der steuerlichen
Abgaben .
Steuleritalbellle: die; - ; -n Übersicht,
aus der die Besteuerungstarife abgele¬
sen werden können
Steuleritalrif: der; -(ejs; -e Steuersatz,
der laut Steuertabelle zu einer be¬
stimmten Steuerklasse gehört
Steuelmng —» Steulelmng: die; - ; -en
1 (Technik) Vorrichtung, die Geräte,
Anlagen, Prozesse automatisch regelt
2 o. PI. das Lenken eines Fahrzeuges
Steulerivertaültung: die; -; -en Rücker¬
stattung von über die Steuerschuld
hinaus bezahlten Steuern
Steulerlvorlteil: der; -(ejs; -e etw., was
die Höhe der Steuerzahlungen verrin¬
gert; verringerte Steuern aufgrund ei¬
nes Sachverhaltes
Steulerlwelsen: das; -s; - sämtliche Ein¬
richtungen u. Dinge, die mit der Steu¬
ererhebung Zusammenhängen
Steulerizahller; der; -s; - weibl. Steul-
er|zah|le|rlr>: die; - ; -nen Person, die
Steuern zahlen muß
Ste|ward: <engh /ßtju'rt u. ßtjuart/ der;
-s; -s weibl. Ste|war|deß—«■ Ste|war|-
dess: die; - ; Stewardessen Kellne¬
rin), Betreuer(in) für Passagiere auf
Schiffen u. Flugzeugen
St.-Ex.: Abk. Staatsexamen
stf(r) Abk. steuerfrei
Stg.: Abk. 1 a) Steigung b) Steigerung 2
Stellung (auch Anstellung) 3 Steue¬
rung
stg. : Abk. steigend
StGB: Abk. (Rechtsw.) Strafgesetzbuch
sth. : Abk. (Sprachwiss.; Laub stimm¬
haft (z.B.:b,d,g)
sti|bitjzen: stibitzt; stibitztest; hast sti¬
bitzt [ugs.] jmdm. auf listige Weise
(schnell u. unbemerkt) geringwertige
Dinge entwenden »Ich habe meiner
Schwester eine Praline stibitzt.«
Stich: der; -(ejs; -e 1 a) (Verletzung
durch) Eindringen eines spitzen Ge¬
genstandes »Der Stich verletzte ihn
schwer.« b) das Zustoßen mit einem
spitzen Gegenstand »Er versetzte dem
Gegner einen Stich mit dem Messer.«
2 Gefühl, das dem Empfang eines
Stichs (la) ähnelt »Nach dem Jogging
hatte ich Stiche in der Seite.« 3 Farb¬
ton, der in einer anderen Farbe er¬
kennbar ist 4 (Kartenspiel) Karten,
die ein Spieler an sich bringt, indem er
eine höhere Karte spielt 5 kleine
Menge einer Zutat, einer festen Zu¬
tat beim Kochen 6 kleinster Teil einer
Naht o. ä. »Der Stich ist auf gegan¬
gen.« 7 einen Stich haben: 1. (Milch¬
produkte) sauer, ranzig geworden
sein 2. (Mensch) [ugs.] nicht ganz nor¬
mal, richtig im Kopf, nicht richtig bei
Verstand sein »Du hast ja wohl ‘nen
Stich!« 8 a) jmdn. im Stich lassen: 1.
treulos jmdm. in der Not nicht beiste¬
hen, sondern ihn mit seinem Problem
alleine lassen 2. (Maschine o. ä.> ka¬
putt sein; nicht mehr funktionieren b)
etw. im Stich lassen: etw. nicht mit¬
nehmen, es an einem Ort (zurück)-
lassen 9 jmdm. einen Stich (ins Herz)
versetzen, geben: eine Person see¬
lisch verletzen 10 Stiche, die nicht
bluten, tun weher als andere: heimli¬
che, versteckte Bosheiten, Gemein-
1108
Stielbrille
heiten o. ä., schmerzen mehr als offe¬
ne, direkte
Stijche|lei: die; • ; -en 1 o. PL [ugs.] das
Äußern versteckter Anspielungen,
spitzer Bemerkungen 2 Ausführung
von Näharbeiten mit kleinen Stichen
stljcheln: stichelst; sticheltest; hast ge-
stichelt immer wieder kleine, fragen¬
de, beleidigende, scherzhafte Bemer¬
kungen machen; boshafte, spitze An¬
merkungen machen
Stich|ent|scheid: der; -(e)s; -e 1 letzte
Wahl zwischen zwei verbliebenen Be¬
werbern (bei der eine absolute Mehr¬
heit entscheidet) 2 <Sport> Entschei-
düng eines Wettkampfes im Stechen
stichffest: Adj. 1 nicht durch Stiche zer¬
störbar 2 hieb- u. stichfest: <übertr.>
durch nichts zu widerlegen; gesichert,
sicher; echt
Stich|flam[me: die; - ; -n plötzlich em¬
porschießende, spitze Flamme
stich|hal|tig: Adj. nicht widerlegbar; lo¬
gisch begründet u. einleuchtend,
überzeugend dargestellt
Stjch|hal|tig|keit: die; - ,• -en Unwider-
legbarkeit; Echtheit; logische Begrün¬
dung
Stich|hÜI)tig|keit: die; - ; - [österr.] Un-
widerlegbarkeit Von etw., aufgrund
fundierter Begründung
St]ch|kampf: der; -(e)s; -kämpfe letzter,
entscheidender Wettkampf zwischen
bisher gleichwertigen Gegnern
Stich|ling: der; -s; -e kleiner Fisch mit
Stacheln auf dem Rücken
$tich|pro|be: die; - ; -n Prüfung einer
Teilmenge eines Ganzen, um daraus
auf Qualität, Meinung usw. einer Ge¬
samtmenge zu schließen
stich|pro[ben|wei|se: Adv. durch die
'Entnahme von Stichproben, mit zu¬
fälligen Überprüfungen
Stichjsäjge: die; - ; -n Säge mit schma¬
lem Sägeblatt für feine Sägearbeiten
Stich|stra|8e: die; - ; -n Straße, deren
Ende in einen Wendekreis o. ä. mün¬
det
Stichjtag: der; -(e)s; -e Datum, zu dem
etw. wie z. B. eine behördliche Rege¬
lung o. ä. in Kraft tritt
Stich|waf)fe: die; -; -n Waffe mit spitzer
"Klinge, mit der Stichwunden beige¬
bracht werden (z. B. Messer, Dolch,
Degen)
Stich|wahl: die; - ; -en abschließender
Wahlgang (zwischen zwei Konkur¬
renten), in dem die endgültige Ent¬
scheidungfällt
Stich|wort: das;-(ejs; -e u. -Wörter 1 PL
-e Bemerkung, auf die hin etw. ge¬
schieht od. geschehen soll »Wir ver¬
einbarten ein Stichwort.« 2 PL -Wörter
meist fettgedrucktes u. alphabetisch
eingeordnetes Wort in einem Wörter¬
buch, Lexikon o. ä., das erklärt od.
über das informiert wird; Lemma;
Leitwort 3 PL -e Wörter, die aufge¬
schrieben werden, um sich etw. zu
merken od. sich an etw. zu erinnern
stich|wortiar|tig: Adj. n. stg. kurz, nicht
in ganzen Sätzen zusammengefaßt
Stich|wort|ver|zeich[nis: das; -ses; -se
alphabetisch sortierte Liste der wich¬
tigen Begriffe, die in einem Buch o. ä.
verwendet werden
Stich|wunjde: die; - ; -n Verletzung, die
durch eine spitze Klinge entstanden
ist
Stick: <engl.-amerik.> der; -s; -s 1 m. PL
kleine dünne Stange salzigen, gewürz¬
ten Gebäcks 2 Deo-Stick = Deo-Stift
sticken (stikjken —> sti|cken): stickst;
sticktest; hast gestickt Stoff mit bun¬
tem Garn in feinen Stichen mit einem
Muster verzieren
Sticker (Stik|ker —* Stijcker): <engl.>
der; -s; - Aufkleber
Sticke|rei (Stik|ke|rei —» Sti|cke|rei):
die; - ; -en 1 o. PL Tätigkeit des Stik-
kens 2 (von Hand) angefertigte Stick¬
arbeit
Stick|garn: das; -(ejs; -e bunter Faden,
der zur Herstellung einer Stickarbeit
benutzt wird
stickig (stik|kig —* stückig): Adj. mit
"schlechter, nicht frischer Luft gefüllt
»ein stickiger Raum«
Stickfluft: die; - ; - [ugs.] verbrauchte,
schlechte Raumluft
Stick|mu|ster —* $tickjmus|ter: das;
•s; - aufgedrucktes Muster, nach
dem die Stiche ausgeführt werden
Stickjna)del: die; - ; -n Nadel mit abge¬
rundeter Spitze zum Sticken
Stick|oxyd/Stick|oxid —» Stickjojxyd/
Stick)o|xid: das; -(ejs; -e~ <Chemie>
Gasgemisch aus Sauerstoff u. Stick¬
stoff
Stick|rah|men: der; -s; - Halterung, in
die ein Stück Stoff, das bestickt wer¬
den soll, eingespannt wird
Stickjstofi: der;-(ejs;- <Chemie> chemi¬
sches Element, das als Gas in der Luft
enthalten ist
Stick|stoff|dün|ger: der; -s; ~ Mittel zur
Förderung des Pflanzenwachstums,
dessen Hauptbestandteil Stickstoff ist
stick) stoffjfrei: Adj. n. stg. keinen Stick¬
stoff enthaltend
Stick|stoff)oxyd/Stick|stoff|oxid —=►
Stick|stoff)o|xyd/Stick|stoff|o|xid:
das; -(ejs; -e <Chetnie> Gasgemisch
aus Stickstoff u. Sauerstoff
stjejben: stiebst; stob (ejst; bist
gestoben 1 sich hastig von einem
Punkt in verschiedene Richtungen
wegbewegen 2 Teilchen aufwirbeln,
auseinanderwirbeln
Stief|bru|der: der; -s; -brüder weibl.
Stief]schwe|ster —> Stief)schwes|-
ter: die; ~ ; -n <Familie> Kind, das aus
einer früheren Beziehung des angehei¬
rateten Elterteils stammt
Stje|fel: der; -s; - 1 Fußbekleidung mit
einem Schaft für den Unterschenkel
»Im Winter trage ich gerne warme
Stiefel.« 2 jmdn. aus den Stiefeln
hauen: [ugs.] eine große Überra¬
schung für jmdn. sein 3 zwei ver¬
schiedene Paar Stiefel sein; zweier¬
lei Stiefel sein; zwei Paar Stiefel
sein: [ugs.] vollkommen unterschied¬
liche Dinge, Angelegenheiten u. da¬
her nicht zu vergleichen sein 4 einem
die Stiefel ausziehen: [ugs.] nicht zu
ertragen sein 5 sich einen Stiefel
einbilden: [veralt.] hochnäsig sein 6
jmdm. die Stiefel lecken: [abwert.] in
demütiger Art u. Weise jmdm.
schmeicheln (meist um persönliche
Vorteile zu erzielen) 7 einen Stiefel
vertragen: viel, reichlich Alkohol zu
sich nehmen können
Stie|fel|an|zie|her: der; -s; - Hilfsmittel,
das das Anziehen eines Stiefels er¬
leichtert
Stie|fe|let|te: die; - ; -n Herren- od. Da¬
menschuh, der bis über den Knöchel
reicht
St[e|fel|knecht der; -(ejs; -e Hilfsmit¬
tel, das das Ausziehen hoher Stiefel
erleichtert
stieffeln: stiefelst; stiefeltest; bist gestie¬
felt [ugs.] (leicht widerwillig) zu einem
Ort, jmdm. gehen
Stie|fel)put)zer. der; -s; - weibl. Stiej-
feljput|ze|rin: die; ~ ; -nen Person, die
Stiefel, Schuhe auf der Straße gegen
Bezahlung säubert
Stiejfel|spit|ze: die; - ; -n vorderes Ende
des Stiefels
Stiefleljtem: die (PL) Eltempaar, das
mit dem Kind nicht blutsverwandt ist
Stfef|ge|schwi|ster —> Stief|ge|-
schwisfter: die (PL) Jungen, Söhne
u. Mädchen, Töchter aus früheren
Beziehungen eines Paares, ihrer El¬
tern, die nun zu einer Familie gehö¬
ren, aber keinen gemeinsamen Eltem-
teil haben
Stieflkind: das; -(ejs; -er 1 Kind, das
der neue Ehegatte mit in die Ehe ge¬
bracht hat 2 Stiefkind (von jmdm.)
sein: (von jmdm.) keine oder wenig
Beachtung linden, wenig od. keine
Bedeutung zugemessen bekommen
Stief|mut|ter: die; ~ ; -mutter neue Ehe¬
frau des Vaters, die mit dem Kind
nicht blutsverwandt ist
Stief|müt)ter|chen: das; -s; - im zeitigen
Frühjahr in vielen Farben blühende,
kleine Pflanze
Stie)fo|gra!phie/Stie]fo|gra|fie: die; - ; -
von dem dt. Stenografen H. Stief ent¬
wickelte Kurzschrift
Stjeflschwelster —> Stief|schwes|ter:
die; - ; -n männl. Stiefjbrujder. der; -s;
-brüder <Famüie> Kind, das aus einer
früheren Beziehung des angeheirate¬
ten Elterteils stammt
Stieffsohn: der; -(ejs; -söhne weibl.
Stjef]toch|ter: die; - ; -töchter Kind,
das von dem neuen Ehepartner mit in
die Ehe gebracht wurde
Stiefvater: der; -s; -v'äter neuer Ehe¬
mann der Mutter, der mit dem Kind
nicht blutsverwandt ist
Stie|ge: die; • ; -n 1 a) steile, schmale
Treppe b) [süddt.; österr.] Treppe 2
flache Holzkiste zum Transportieren
von Obst u. Gemüse 3 <Maß> zwanzig
Stück
Stie|gen|ge|län|den das; -s; - [süddt.;
österr.] Haltestange am Treppenauf-,
-abgang
Stiegjlitz: der; -es; -e <Zool.> in Europa
heimischer, mit den Finken verwand¬
ter, kleiner, bunter Singvogel, Syn.:
Distelfink
Stiel: der; -(ejs; -e langer Griff an ei¬
nem Gerät (im Haushalt)
Stiel]au|ge: das; -s; -n 1 bei einigen
Krebstieren auf einem beweglichen
Stiel sitzendes Facettenauge 2 Stie¬
laugen machen: <übertr.> etw. od.
jmdn. neugierig, erstaunt od. begierig
ansehen ‘
Stiel|be|sen: der; -s; ~ Gerät zum Fegen
mit langem Stiel
StjeljbrH|le: die; - ; -n Brille ohne Bügel,
bei der die Gläser an einem Stiel befe-
1109
Stielfäule
stigt sind u. bei Bedarf vor die Augen
gehalten werden, Syn.: Lorgnette
Stie!|fäu[le: die; - ; - Pilzkrankheit, die
die Stengel noch unreifer Trauben
verfaulen läßt
stieI|los: Adj. n. stg. keinen Stiel habend
stielmen: stiemst; stiemstest; hast ge¬
stiemt [norddt.j 1 heftig schneien in
vielen kleinen Schneeflocken 2 qual¬
men
Stier: der; -(e)s; -e 1 männliches, fort¬
pflanzungsfähiges Rind; Bulle 2 eines
der zwölf Sternzeichen, Tierkreiszei¬
chen (20.4.-20. 5.), in dem jmd. gebo¬
ren ist 3 den Stier bei den Hörner
packen: etw. mit Mut u. Energie be¬
ginnen
stiejren: stierst; stiertest; hast gestiert
starr auf etw., jmdn. blicken
Stier|kampf: der; -(e)s; -kämpfe in Spa¬
nien u. Portugal beliebter Sport, bei
dem in einer Arena nach festen Re¬
geln ein Matador gegen einen Stier
kämpft (u. diesem am Schluß tötet)
Stier) kämpffer: der; -s; - weibl. [selten]
Stjertkämp|fe|rin: die; ~; -nen Person,
die in einer Arena gegen Kampfstiere
antritt
Stterjkutt: der; -(e)s; -e <Religion> Ver¬
ehrung eines Stiers als Gottheit
stiernackig (stier|nak|kig —*■ stier|na|-
ckig): Adj. mit einem breiten, starken
Nacken ausgestattet
Stjejsel: der; -s; ~ [ugs.; abwert.] unhöf¬
liche, unfreundliche (männliche) Per¬
son
stie|se|l(g/sties|lig: Adj, [ugs.; abwert.]
unfreundlich u. unhöflich
Stift: das; -(e)s; -e u. -er 1 a) mit Grund¬
besitz u. Vermögen ausgestattete
kirchliche Einrichtung b) von Mitglie¬
dern der Kirche geführte theologische
Ausbildungsstätte c) Kirche, Gebäu¬
de eines Stifts (a) 2 a) [veralt.j gestifte¬
te, konfessionelle Privatschule für
Mädchen b) durch eine Stiftung fi¬
nanziertes Altersheim 3 [österr.] gro-
ße(s) Kloster(kirche)
Stift: der; -(e)s; -e 1 Schreibgerät »Bitte
gib’ mir den Stift!« 2 Lehrling; Aus-
zubildende(r) 3 (technisches) Verbin¬
dungselement
stif|ten: stiftest; stiftetest; hast gestiftet
1 Geldmittel o. ä. bereitstellen, um
etw. zu fördern, zu unterstützen »Er
stiftete 1000 DM für das Kinderheim.«
2 Funktionsverb (ohne wirklich inhalt¬
liche Bedeutung) machen; dazu bei¬
tragen »Frieden, Streit usw. stiften«
stif}ten|ge|hen —» stiften gejhen: gehst
stiften; gingfejst stiften; bist stiften¬
gegangen —>bist stiften gegan¬
gen<— [ugs.] verschwinden, weglau¬
fen, sich aus dem Staub machen,
wenn die Situation brenzlig wird
Stif|ter: der; -s; - weibl. Stif(te|rin: die;
-; -nen Person, die größere finanzielle
Beträge für Kunst od. soziale Einrich¬
tungen zur Verfügung gestellt hat
Stifts|da|me: die; - ; -n 1 <hist.» adelige
Dame, die in einem kirchlichen Stift
lebt 2 [veralt.] Bewohnerin eines Al¬
tersheims für adelige Damen
Sttfts|herr. der; -en; -en männliches Mit¬
glied eines Stifts
Stifts|kir|che: die; - ; -n Kirche, die zu
einem Stift gehört
Stif)tungs[ur|kun|de: die; - ; -n
<Rechtsw.» amtliches Dokument, das
eine Stiftung bestätigt
Stift|zahn: der; -(e)s; -zähne <Zahn-
med.» an einem dünnen Metallstift
befestigter künstlicher Zahn
Stig|ma: igr.-lato das; -s; Stigmen u. -ta
[geh.] 1 a) Zeichen; Mal »Sie hatte ein
Stigma auf der Stirn.« b) Wundmal 2
<kath. Kirche» Wundmale Jesu Christi
3 a) Kennzeichnung (meist negativ)
als etw. Bestimmtes »das Stigma eines
Verbrechers tragen« b) <hist.; griechi¬
sches, römisches Altertum» Sklaven
aufgrund eines Vergehens einge¬
branntes Mal c) <Med.> auffallendes
Krankheitszeichen od. bleibende
krankhafte Veränderung 4 a) <Zool.>
Öffnung zum Atmen bei Insekten,
Spinnen usw. b) <Bot.> Narbe von
Blutenpflanzen c) <Bio.> Augenfleck
bei Einzellern
stig|ma|ti|sie|ren: data stigmatisierst;
stigmatisiertest; hast stigmatisiert
[geh.] jmdn. brandmarken, anpran-
gem, in negativer Weise kennzeich¬
nen
Stig)ma|ti|sjer[te: der u. die; -n; -n (bei
unbestimmtem Art.; ein Stigmatisier¬
ter; eine Stigmatisierte; zwei
Stigmatisierte) <kath. Kirche» Person,
bei dem fünf Wundmale (wie bei Je¬
sus Christus) erscheinen (u. bluten)
Stig|ma|ti|ste|rung: die; - ; -en 1 Kenn¬
zeichnung mit Wundmalen 2 <Soziol.»
Behaftung mit kennzeichnenden
Merkmalen (z. B. einer sozialen
Schicht)
Stil: dato der; -(e)s; -e 1 (persönliche
öd. epochenabhängige) Art, in der
etw. gestaltet (geschrieben, gebaut,
komponiert, ausgeübt usw.) wird 2
im großen Stil: nachhaltig, in hohem
Maße
Stil|art: die; - ; -en Besonderheit, cha¬
rakteristische Ausprägung des künst¬
lerischen, sprachlichen o. a. Aus¬
drucks
stiljbiljdend: Adj. eine Stilart prägend,
beeinflussend
Stiljblüße: die; - ; -n durch Doppeldeu¬
tigkeit von Ausdrücken od. unsinni¬
gen Verknüpfungen von Satzteilen;
unbeabsichtigt komische Formulie¬
rung
Stil|bruch: der; -(ejs; -bräche Verwen¬
dung unterschiedlicher, nicht mitein¬
ander harmonierender Stilarten u. -
mittel
stil|echt: Adj. der Stilart einer Epoche
entsprechend, mit ihr übereinstim¬
mend
Stii|ele|ment —> Stjl|e|le|ment: das;
-(e)s; -e für eine Stilrichtung typi¬
sches Merkmal
Stilett: <lat.-il.> das; -s; -e kleiner Dolch
»Die Mordwaffe war ein Stilett.«
Stil|ge|füfil: das; - (e)s; - intuitiv sicheres
Empfinden für einen guten Stil
stil|ge|recht: Adj. einem bestimmten Stil
angemessen, zu ihm passend
sti|li|sje|ren: dato stilisierst; stilisiertest;
hast stilisiert 1 (in der Natur vorkom¬
mende) Formen vereinfachen od. ver¬
ändern 2 die Grundstrukturen von
etw. sichtbar machen
Stilli|stik—* Sti|lis(tik: dato die; - ; -en 1
o. PI. Lehre, Kunde vom Stil 2 a)
Buch über den guten Stil b) <Sprach-
wiss.» systematische Stilmittelbe¬
schreibung
sti|li|stisch —* sti]lis|tisch: Adj. n. stg.
[geh.] auf den Stil bezogen, ihm zuzu¬
ordnen
still: Adj. 1 ohne einen Laut od. ein Ge¬
räusch »Es war ganz still im Zimmer.«
2 ruhig u. zurückhaltend »eine stille
Frau« 3 im stillen —» im Stillen: a)
für sich allein »Im stillen hat sie sich
über seine Niederlage gefreut.« b)
heimlich, ohne daß es jmd. merkt 4 so
still, daß man eine Stecknadel fallen
hören könnte: ganz leise, ruhig; ohne
jeden Lauf; ohne jegliches Geräusch;
absolut ruhig
—» still hallten: s. stillhalten (1)
—»■ still sit|zen: s. stillsitzen (1)
Still|adbeit die; -; - <Päd.» das selbstän¬
dige Arbeiten der Schüler innerhalb
der Unterrichtsstunde
Stil|le: die; - ; - 1 das Fehlen jeglicher
Laute; Zustand ohne Geräusche,
Lärm; absolute Ruhe »Die Stille auf
dem Land ist für Stadtmenschen
gewöhnmgsbedürftig.« 2 in aller
Stille: ohne großefs) Aufmerksam¬
keit, Aufsehen zu erregen
Stille|ben (Still|le|ben) —* immer mit
lll: Still|te(ben/Still-Le|ben: das; -s; -
<Kunst> Bild, das als Motiv unbe¬
wegte Dinge zeigt (meist Blumen,
Obst o. ä.)
stillelgen (still|le|gen) —> immer mit lll:
stilljie|gen: legst still; legtest still; hast
stillgelegt aufgeben; schließen; die Be¬
nutzung od. den Betrieb vorüberge¬
hend od. für immer aussetzen »Die
Zechen im Ruhrgebiet werden nach u.
nach stillgelegt.«
Stillejgung (Stil!|te|gung)—» immer mit
Hl: Stilljlelgung: die; ~ ; -en a) das
Schließen eines Betriebes b) das Sper¬
ren einer Strecke
stillten: stillst; stilltest; hast gestillt 1 ein
Bedürfnis befriedigen 2 einem Klein¬
kind die Brust geben; einen Säugling
mit Muttermilch ernähren 3 etw. zum
Aufhören bringen
8t)ll|ge|stan1dent: Interj. <Milit.» Kom¬
mando an die Soldaten, sich in eine
Reihe zu stellen u. eine unbewegliche
Haltung anzunehmen
Still|hal|te|ab[kom|men: das; -s; ~ a)
Vereinbarung zwischen zwei Partei¬
en, für eine begrenzte Zeit Streitigkei¬
ten zu vermeiden b) <Bankw.» Verein¬
barung zwischen Schuldner u. Gläu¬
biger über die Stundung von fälligen
Zahlungen
stillfhaltten: hältst still; hielt (e)st still;
hast stillgehalten 1 —> still hälften
—*hast still gehalten*— während
etw. keine Bewegung machen »Wenn
ich die Wunde säubere, mußt du einen
Moment stilihalten.« 2 sich nicht zur
Wehr setzen
—» Still|le|ben/Still-Le|ben: s. Stilleben
—> sti(l|te|gen: s. stillegen
—> Still|le)gung: s. Stillegen
stil|los: Adj. a) keinem einheitlichen Stil
"genügend b) <übertr.» unangemessen;
völlig geschmacklos
Still|schwei|gen: das; -s; -1 das Fehlen,
Verstummen aller Redebeiträge »Das
plötzliche Stillschweigen war sehr be¬
im
stippen
klemmend.« 2 Geheimhaltung von
etw.
still|schwei|gend: Adj. n. stg. über etw.
od. jmdn. nicht redend, sprechend
still|sit|zen: sitzt still; saß(e)st still; käst
stillgesessen a) —* still sjtjzen
—>hast still gesessen<— ruhig sit¬
zen; sich während des Sitzens nicht
viel bewegen b) sitzen, ohne sich mit
etw. zu befassen
Stillstand: der; -(e)s; - a) Situation, in
der eine Maschine, ein Motor o. ä.
abgeschaltet ist, in der keine Bewe¬
gung mehr ausgeführt wird b) Unter¬
brechung von etw., was sonst weiter¬
liefe
still|ste|hen: steht still; stand still; hat
stillgestanden Maschine, Betrieb) ru¬
hen, aufhören zu arbeiten
Stillzeit: die; ~ ; -en a) Tageszeit, zu der
ein Säugling gestillt wird b) gesamte
Zeitspanne, innerhalb derer ein Kind
die Brust bekommt
Stjl|mit|tel: das; -s; - <Sprachwiss.;
Kunst; Musik) Methode, mit der eine
bestimmte Wirkung erzielt wird, ein
einheitlicher Stil erreicht wird; etw.,
was einen bestimmten Effekt erzielt
Stil|mö|bel: das; -s; - Einrichtungsge¬
genstand, der einer bestimmten Epo¬
che angehört
stilvoll: Adj. geschmackvoll u. harmo¬
nisch
St]mm]ab|ga|be: die; - ; -n <Pob das
Ein werfen des angekreuzten Wahlzet¬
tels in die Urne o. ä. Handlung, die
zur Zählung in einem Wahlgang führt
Stimm|band: das; -(e)s; -bänder (m.
PL) <Anat.> eines der bandähnlichen
Organe im Kehlkopf, mit denen
Lautäußerungen erzeugt werden
stimm|be|i«ch|tigt: Adj. n. stg. zur Teil¬
nahme an einer Wahl od. Abstim¬
mung befugt
Stimm|be|rech|tig|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Stimm¬
berechtigter; eine Stimmberechtigte;
zwei Stimmberechtigte) Person, die
das Recht hat, bei einer Wahl ihre
Stimme abzugeben
Stimm|be|recii|ti|gung: die; - ; -en
Recht zur Stimmabgabe bei einer
Wahl
Stimm|bruch: der; -(e)s; -bräche in der
Pubertät stattfindende Veränderung
der Tonhöhe der männlichen Stimme
Stim|me: die; ~ ; -n 1 <Mensch; Tien
klang bei der Erzeugung von Lauten
u. Tönen »Sie hat eine helle, leise
Stimme.« 2 Willensäußerung; Mei¬
nungsäußerung (besonders bei Wah¬
len) »Der Kandidat erhielt die absolute
Mehrheit der Stimmen.« 3 <Musik> be¬
stimmte Tonlage eines Musikstückes
stim|men: stimmst; stimmtest; hast
gestimmt 1 für etw. zustimmend od.
ablehnend sein Votum, seine Stimme,
Meinung abgeben »Ich stimmte für
ihn als Vorsitzenden des Vereins.« 2
<Musik> einem Musikinstrument (ent¬
sprechend dem Kammerton) den kor¬
rekten Klang verleihen 3 der Wahr¬
heit entsprechen, zutreffen; korrekt
sein 4 jmdn. in gute/schlechte Laune
versetzen 5 stimmt sol: [ugs.J Bemer¬
kung beim Bezahlen einer (Restau-
rant-)Rechnung, daß man das Wech¬
selgeld nicht zurückhaben möchte,
sondern dem Kellner als Trinkgeld
überläßt 6 stimmt's od. hab’ ich
recht?: [ugs.J Äußerung, mit der der
Sprecher zum Ausdruck bringt, daß
er von dem, was er sagt, überzeugt ist
u. Zustimmung der Zuhörer erwartet
Stim|men|aus|zäh|lung: die; - ; -en das
Ermitteln des Wahlausganges, Zäh¬
len der abgegebenen Stimmen nach
einer Wahl
Stim|men|ge|wirr: das; -s; - Durchein¬
ander vieler menschlicher Stimmen
St(m|men|mehr|heit: die; - / -en größter
Teil aller (in einer Wahl) abgegebener
Stimmen
St]mm|ent]hal|tung: die; - ; -en a) Ver¬
zicht auf die Abgabe der Stimme b)
Stimmabgabe, die weder für Ja noch
für Nein erfolgt
Stimjmen|vet]häH|nis*. das; -ses; -se Re¬
lation, Verhältnis der abgegebenen
Stimmen, die auf jmdn. od. etw. ent¬
fallen
Stimm|ga|bel: die; - ; -n <Musik) Instru¬
ment wie eine zweizinkige Gabel ge¬
formt, der durch einen Schlag in
Schwingungen versetzt wird u. dabei
den Kammerton A erzeugt
st]mm|haft: Adj. n. stg. <Sprachwiss.;
Laub weich ausgesprochen; mit
schwingenden Stimmbändern artiku¬
liert, Ant.: stimmlos
Stim|mig|keit: die; - ; - Übereinstim¬
mung, das Zusammenpassen von
Aussagen, Ereignissen, Farben
Stimm|la|ge: die; - ; -n Tonhöhenbe¬
reich, den die Stimme eines Menschen
umfaßt, hat
st]mm|los: Adj. n. stg. a) <Sprachwiss.;
Laut) hart ausgesprochen; ohne mit¬
schwingende Stimmbänder artiku¬
liert, Ant.: stimmhaft b) [ugs.J kaum
hörbar u. (scheinbar) ohne Emotio¬
nen ausgesprochen
Stimm|orfgan: das; -(e)s; -e <Anat.>
Körperteil, mit dem Laute erzeugt
werden
St|mm|recht: das; -(e)s; -e Anspruch,
Recht darauf, an einer Abstimmung
od. Wahl teilzunehmen
Stim|mung: die; - ; -en 1 a) seelische Be¬
schaffenheit eines Menschen »Wir
waren alle in fröhlicher Stimmung.« b)
Meinung, seelische Beschaffenheit,
Laune (der Mehrheit der anwesenden
Personen) »Die Stimmung bei dem
Fest war gut.« 2 o. PL; ohne Art. ver¬
wendet fröhliche Gefühlsäußerungen
in einer Gruppe von Menschen 3 für/
gegen jmdn., etw. Stimmung ma¬
chen: [ugs.J für od. gegen jmdn. od.
etw. sprechen u. dadurch bewirken,
daß andere Personen positiv für/ne-
gativ gegen etw. od. jmdn. beeinflußt
werden
Stim|mungs|bild: das; -(e)s; -er Dar¬
stellung der Atmosphäre, die in einer
bestimmten Situation herrscht
Stim|mungs|ka|no|ne: die; - ; -n (ugs.J
Person, die immer gut gelaunt ist u.
(in einer Gesellschaft) die für gute
Laune sorgt
Stim|mungs|um|schwung: der; -(e)s;
-Umschwünge Veränderung guter
Stimmung, Laune in schlechte od.
umgekehrt
stim|immgs|voll: Adj. in angenehmer,
"harmonischer Atmosphäre stattfm-
dend
Stimm|zet|tel: der; -s; - vorgedrucktes
Papier, Formular für die schriftliche
Stimmabgabe bei einer Wahl
Sti|mu|!ans: das; - ; Stimulanzien u. Sti¬
mulantia den Kreislauf anregendes
Mittel
Sti|mu|lanz: die; - ; -en Zustand der An¬
geregtheit
Sti|mu|la|ti|on: <iat.> /stimulazion u.
ßtimulazion/ die; - ; -en das Anregen
von etw. (durch einen Reiz)
Sti|mu|laftor: <lat.> der; -s; Stimulatoren
einen Reiz auslösende Vorrichtung
sti|mu|lje|ren: <lat.> stimulierst; stimu¬
liertest; hast stimuliert einen (positi¬
ven) Reiz auslösen; anregen; anrei¬
zen; ermuntern
stink|be|sof|fen: Adj. n. stg. [ugs.J voll¬
kommen betrunken; vom Alkohol
völlig berauscht
Stink|bom|be: die; • ; -n kleine Kapsel,
die zerplatzt, wenn sie hingeworfen
wird u. aus der ein(e) übelriechende(s)
Gas, Flüssigkeit entweicht
stinjken: stinkst; stankfejst; hast ge¬
stunken 1 übel, schlecht u. stark unan¬
genehm riechen »Es stinkt nach
Jauche.« 2 [ugs.J jmdm. nicht passen;
nicht angenehm sein; zu etw. keine
Lust haben »Das stinkt mir.« 3 drei
Meilen gegen den Wind stinken; wie
die Pest stinken: [ugs.J äußerst
schlecht riechen
stinklfaul; Adj. [ugs.J extrem faul, ar¬
beitsscheu
stink|fein: Adj. [ugs.; meist abwert.] be¬
sonders vornehm, edel
stin|kig: Adj. [ugs.J 1 schlechten Geruch
verbreitend, ausströmend 2 schlechte
Laune verbreitend; mißgelaunt; übel¬
launig »Sei doch nicht so stinkig!«
Stink|mor|chel: die; ~ ; -n <Bot.> Pilz mit
dickem Stiel, dessen Hut zeitweise
von unangenehm riechendem
Schleim bedeckt ist
stink|reich: Adj. n. stg. [ugs.J unvorstell¬
barwohlhabend
stinklsauter: Adj. n. stg. [ugs.J äußerst
verärgert
Stink|wut: die; - ; - [ugs ] sehr großer
Ärger
stink|wü|tend: Adj. n. stg. [ugs.J sehr är¬
gerlich
Sti|pen|di|at: <lat.> der; -en; -en weibl.
Sti|pen|dia|tin: die; - ; -nen Person,
die finanzielle Unterstützung (von ei¬
ner Organisation) für die Ausbildung,
Fortbildung o. ä. erhält
Sti|pen|di|um: <lat.> das; -s; Stipendien
/stipendim u. ßtipendienj Geldge¬
schenk, finanzielle Unterstützung, die
eine wissenschaftliche Ausbildung o.
ä. ermöglichen soll
Stip|pe: die; ~ ; -n 1 [norddt.J a) Soße;
Tunke b) zerkleinerter Matjes, Salz¬
hering in einer Sauce mit unterschied¬
lichen Zutaten 2 kleiner Fleck; Pünkt¬
chen 3 Pickel; Pustel 4 unbedeutende,
kleine Sache; unwichtige Angelegen¬
heit
stip|pen: stippst; stipptest; hast gestippt
1 a) etw. in Flüssigkeit eintauchen,
eintunken b) durch Eintauchen etw.
säubern 2 jmdn. kurz berühren, anti-
llll
Stippvisite
ppen; jmdm. einen kleinen Stoß ver¬
setzen
Stipp|vi|si|te: die; ~ ; -n [ugs.] kurzer
Uberraschungsbesuch
Stirn: die; - ; -en 1 Gesichtsteil über den
Augen zwischen den Schläfen 2 unter¬
ster Bereich, Auslauf einer Gletscher¬
zunge 3 jmdm., einer Sache die Stirn
bieten: sich von jmdm. od. etw. nicht
entmutigen lassen 4 die Stirn haben
(etw. zu tun): die Unverschämtheit
besitzen (etw. zu tun) 5 sich an die
Stirn greifen, fassen: etw. unfaßlich,
unverschämt, unerhört finden 6
jmdm. auf der Stirn geschrieben ste¬
hen: etw. an jmds. Gesichtsausdruck
deutlich erkennen
Stim|band: das; -(e)s; -bänder um die
Stirn gelegtes Stoffstück entweder zur
Zierde od. beim Sport, um dem
Schweiß aufzunehmen
Stim|höh|le: die; - ; -n <Anat.> Hohl¬
raum im Innern des Schädels, der sich
hinter der Stirn befindet u. in den Na¬
senraum mündet
Stirn|höh|len|ver|eitte|rung: die; - ; -en
<Med.> Entzündung innerhalb der
Stirnhöhle
Stirn|reif: der;-(e)s; -en Schmuckstück,
das über der Stirn getragen wird
stim|run|zelnd: Adj. n. stg. die Haut
über der Stirn in Falten legend u. da¬
mit Unverständnis, Mißfallen o. ä.
ausdrückend »Stirnrunzelnd hörte sie
den Ausführungen zu.«
Stirn|seife: die; - ; -n Frontbereich,
Vorderseite (meist bei Gebäuden,
Räumeno. ä.)
Stirn|wand: die; - ; -wände vordere
Wand eines Raumes od. Gebäudes
Stk.: Abk. Steinkohle
StKI7St.-KI.:yfök. Steuerklasse
Stl.: Abk. 1 staatlich 2 steuerlich 3
<Sprachwiss.; Laut) stimmlos
Stmb.: Abk. 1 Stammbaum 2 Stamm¬
buch
St.-Nr.: Abk. Steuernummer
StO: Abk. 1 <Milit.> Stabsoffizier 2 Städ¬
teordnung 3 Standort 4 Steuerord¬
nung
Stoa: <gr.> die; - ; Stoen 1 <Philosophie>
Philosophenschule im antiken Grie¬
chenland, die Unabhängigkeit von
weltlichen Ereignissen, Emotionen
vertrat 2 <Kunst; hist.) Säulenhalle im
alten Griechenland
stö|bern: stöberst; stöbertest; hast
gestöbert 1 unsystematisch herumsu¬
chen; etw. wühlend durchsuchen u.
dabei einiges durcheinanderbringen 2
Jagd; Hund) Tiere des Waldes auf¬
scheuchen 3 <meist Schneeflocken)
vom Wind in der Luft herumgewir¬
belt werden 4 [süddt.] gründlich put¬
zen; eine Grundreinigung durchfüh¬
ren
Sto|cha|stik —> Sto|chasjtilc <gr.> die;
- ; - Teilbereich der Statistik, der sich
mit zufallsbedingten Ereignissen be¬
schäftigt, u. deren Wahrscheinlich¬
keiten berechnet
sto|cha|stisch —*■ sto|chasfisch: <gr.>
Adj. n. stg. <Statistilo zufallsbedingt;
sich zufällig ereignend
Sto|cher: der; -s; - schmaler, spitzer
Gegenstand, der sich zum (wiederhol¬
ten) Hineinstechen in etw. eignet
sto|chern: stocherst; stochertest; hast
gestochert einen spitzen Gegenstand
in etw. wiederholt hineinstechen
Stock: der; -(e )s; Stöcke 1a) stützender,
zurechtgeschnittener Ast, entspre¬
chend geformtes Metall-, Kunststoff¬
stück, der/das als Gehhilfe dient »Sie
stützte sich schwer auf ihren Stock.« b)
<Sport> Schläger, Gerät in manchen
Sportarten, z. B. im Hockey 2 o. PI.
Etage; Stockwerk 3 kurz für Bienen¬
stock »Die Bienen flogen zum Stock
zurück.« 4 a) Baumstumpf b) Basis;
Grundlage; Fundament »Dieses Geld
ist ein guter (Grund-)Stock für die
weitere Planung.« 5 am Stock gehen:
[ugs.] 1. körperlich erschöpft, ohne
Kraft, Energie sein 2. sich in einer
schwierigen finanziellen Situation be¬
finden 6 vom Hölzchen aufs Stück¬
chen kommen: von einem Ge¬
sprächsinhalt zum anderen kommen
(u. dabei das eigentliche Thema ver¬
gessen, sich immer mehr davon
entfernen) 7 über Stock u. Stein:
durch eine Landschaft über alle Hin¬
dernisse hinweg fahren, gehen o. ä.
stock|be|soffen: Adj. n. stg. [ugs.] voll¬
kommen betrunken
stock|be|tmn|ken: Adj. n. stg. [ugs.]
durch reichlichen Alkoholgenuß
stark berauscht
Stock|de|gen: der; -s; • Stichwaffe, die
in einem Spazierstock steckt
stock|dun|kel: Adj. n. stg. finster, voll¬
kommen ohne Licht
Stöckel (Stök|kei —» Stöjckel): der; -s;
- [ugs.] a) kurz für Stöckelschuh =
Damenschuh mit hohem, dünnem
Absatz b) hoher, dünner Absatz
Stöckel|ab|satz (Stök|kel|ab|satz —*
Stöjckel|ab|satz): der; -es; -absätze
sehr hoher, dünner u. spitzer Absatz
an einigen Damenschuhen
stöckeln (stök|keln —> stö|ckeln):
stöckelst; stöckeltest; hast gestöckelt
mit Stöckelschuhen staksen, sich un¬
gelenk fort bewegen
Stöckel|schuh (Stök|kel|schuh —»
Stö|ckel|schuh): der; -(e)s; -e Da¬
menschuh mit sehr hohem u. dünnem
Absatz
stocken (stok|ken —* sto|cken):
stockst; stocktest; hast gestockt a)
Stillstehen b) fest werden c) ins Stok-
ken geraten, kommen: nicht weiter¬
gehen
Stockfäu|le: die; - ; - Pilzbefall an le¬
benden Bäumen, der sich von den
Wurzeln her im Stamm ausbreitet
stock|fin|ster —» stockfinstter Adj. n.
stg. [ugs.] vollkommen dunkel; ohne
Beleuchtung »Es war stockfinster im
ganzen Haus, da der Strom ausgefal¬
len war.«
Stockfisch: der; -(e)s; -e 1 Fisch, der
zum Trocknen auf Stöcke gehängt
wird, wurde 2 [ugs.; abwert.] wortkar¬
ger, unzugänglicher Mensch
Stockfleck: der; -(e)s; -en durch
Schimmelpilze in feuchter Umgebung
verursachter Fleck auf Textilien, Ta¬
peten o. ä.
stockig (stokfdg —* stojckig): Adj. 1
voller Stockflecken; mit Stockflecken
bedeckt 2 [landsch.j bockig; stur; un¬
nachgiebig
stockjkon|ser|vafiv: Adj. n. stg. [ugs.;
abwert.] (in politischer Hinsicht)
stark am Althergebrachten festhal¬
tend, Vergangenem nachtrauernd
stock|nüch|tern: Adj. n. stg. nicht be¬
einflußt durch den Genuß von Alko¬
hol
stock|steif: Adj. n. stg. [ugs.] sich ganz
gerade haltend; unbeweglich verhar¬
rend
Stockung (Stgk|kung —» Stockung):
die; - ; -en zeitweiser Stillstand; Un¬
terbrechung für einen gewissen Zeit¬
raum »Durch die Baustelle kam es zu
Stockungen des Verkehrs.«
Stock|werk: das; -(e)s; -e Etage, Ebene
eines Hauses
Stoff: der; -(e)s; -e 1 aus Natur- od.
Kunstfasern hergestelltes Gewebe,
das zur Fertigung von Kleidung, Wä¬
sche u. ä. benutzt wird »ein weicher,
fließender Stoff« 2 Substanz; Material
»Dies ist ein kompostierbarer Stoff.« 3
ideelle Grundlage »Ich sammle Stoff
für einen Roman.« 4 [ugs.] Rauschgift
Stoffar|be (Stpff|far|be) —* immer mit
fff: Stofffar|be/Stoff-Far|be: die; - ;
-n a) Farbstoff, der sich zum Färben
von Textilien eignet b) Farbe, in der/
die ein Stoff gefärbt ist, wurde
Stoff|bal|len: der; -s; - lange, aufge¬
rollte Stoffbahn
Stoffel: der; -s; - a) ungeschickte, sich
wie ein Tölpel benehmende, männli¬
che Person b) Person, die ungesellig,
maulfaul ist
stpffe|)ig/stgff|lig: Adj. [ugs.] a) sich un¬
geschickt, ungehobelt, tölpelhaft be¬
nehmend b) ungesellig, schlechter
Laune u. maulfaul
Stoffet|zen (Stofffet|zen) —* immer
mit fff: Stofffet|zen/Stoff-Fet|zen:
der; -s; - (abgerissenes) Stoffstück
—*• Stofffar|be/Stoff-Far|be: s. Stoffar¬
be ~
—* Stofffet|zen/Stoff-Fet|zen: s Stoff¬
fetzen ""
Stoff|ge|biet das; -(e)s; -e Wissen,
Kenntnisse aus einem bestimmten Be¬
reich
stgff|lich: Adj. 1 gegenständlich; materi¬
ell 2 einen Wissensstoff betreffend
stgff|lig/stoffe|lig: Adj. [ugs.] a) sich un¬
geschickt, ungehobelt, tölpelhaft be¬
nehmend b) ungesellig, schlechter
Laune u. maulfaul
Stoffrest: der; -(e)s; -e nicht mehr für
die Näharbeit benötigtes Stück Stoff
Stofl|samm|lung: die; ~ ; -en Zusam¬
menstellung von interessanten The¬
men für Bücher, Theaterstücke o. ä.
Stofffier: das; -(e)s; -e aus weichem
Material hergestelltes Spielzeug, das
ein Tier darstellt
Stoffjwech|sel: der; -s: - (PI. s.) <Bio.;
Med.) chemische Umwandlungen
von in den Körper aufgenommenen
Stoffen, die in anderer Form wieder
ausgeschieden werden
Stoff]wech|sel|pro|dukt: das; -(e)s; -e
(m. PI.) <Bio.> bei der chemischen
Umwandlung innerhalb eines Kör¬
pers entstehender Stoff
stöh|nen: stöhnst; stöhntest; hast ge¬
stöhnt aus (Un-)Lust, aus Schmerz
od. unter Belastung einen langgezo¬
genen Laut ausstoßen
1112
störrisch
Stoi|ker —* Sto|i|ken <gr.-iat.> /ßto-iker
u. sto-iker/ der; -s; - weibl. Stoi|ker)in
—* Sto|i|kerjin: die; -; -nen 1 Mensch
von unerschütterlicher Gelassenheit 2
<Philosophie> Anhänger des Stoizis¬
mus, der Stoa
sto|isch: <gr.-lat.> Adj. 1 unerschütter¬
lich; gleichmütig »Er ging mit stoi¬
scher Ruhe in die Prüfung.« 2 <Philo¬
sophie> dem Stoizismus, der Stoa zu¬
gehörig, von der Stoa beeinflußt
Stoi|zisjmus —» Sto|ijzis|mus: <gr.-lat.>
/ßto-izismus u. sto-izismus/ der; - ; -
<jPhilosophie> Geisteshaltung, die die
Übereinstimmung von Mensch u.
Natur anstrebt, Gefühle für überflüs¬
sig hält u. bekämpft
Sto|la: (gr.-lat.> die; - ; Stolen 1 <hist.;
antikes Rom> knöchellanges Frauen¬
obergewand 2 Gewandteil eines
Geistlichen, das er im Gottesdienst
trägt u. das über beide Schultern her¬
abhängt 3 langer schmaler, schalähn¬
licher Umhang (für Frauen)
Stol|len: der; -s; - 1 unter der Erde an¬
gelegter Gang 2 in der Weihnachtszeit
traditionell mit vielen Zutaten gebak-
kenes, brotförmiges Hefegebäck 3
<Literaturwiss.> beim Meistergesang
eine der beiden gleichgebauten Stro¬
phen des Aufgesangs 4 a) Teil am
Hufeisen, der das Ausrutschen ver¬
hindern soll b) unter der Sohle von
Sportschuhen angebrachte kleine
Verdickungen, die für Rutschfestig¬
keit sorgen
Stol|len|gang: der; -(e)s; -gonge unter¬
irdischer Weg
Stoljpeiidraht: der; -(e)s; -drahte als
Hindernis beim Laufen gedachter,
dicht über den Boden gespannter
Draht
Sto1|pern: stolperst; stolpertest; bist ge¬
stolpert 1 beim Laufen mit den Füßen
an etw. hängenbleiben u. das Gleich¬
gewicht verlieren »Sie stolperte über
die Stufe.« 2 wer erst ins Stolpern
kommt, ist nah dem Fall: mit kleinen
Mißgeschicken fängt das Unglück,
Unheil an
Stol|perjstein: der; -(ejs; -e <übertr.>
Hindernis, das jmdm. Schwierigkei¬
ten bereiten kann
stolz: Adj. stolzer; stolzeste a) über eine
eigene Leistung od. die einer naheste¬
henden Person mit Freude u. Selbst¬
bewußtsein erfüllt b) selbstverliebt u.
eingebildet c) stolz wie ein Pfau:
[häufig abwert.] voller Stolz u. hoch¬
näsig
Stolz: der; -es; - a) Gefühl der Freude
über Leistungen, Errungenschaften
b) Gefühl der Überlegenheit, Einge¬
bildetheit; übersteigertes Selbstbe¬
wußtsein
stoi|zie|ren: stolzierst; stolziertest; bist
stolziert hoch aufgerichtet, Überle¬
genheit demonstrierend, sich seiner
Wichtigkeit bewußt umhergehen, ein¬
herschreiten
Sto|majti|tis: <gr.-lat.> die; - ; Stomatiti-
den <Med.> Mundschleimhautentzün¬
dung
stop/STOP: <Verkehrsschild> halt!
Stpp-and-gp-Ver|kehr: <engl > der; -s; -
ständiger Wechsel zwischen Stillstand
u. Fahren bei einer Reihe, Schlange
von Fahrzeugen
Stop|fen: der; -s; - [landsch.] Ver¬
schluß, Stöpsel
stpp|fen: stopfst; stopftest; hast gestopft
1 ein Loch im Stoff durch Ausbessem
(mit einem groben Garngewebe)
schließen »Sie stopfte die Socke sorg¬
fältig.« 2 etw. in eine Öffnung hinein¬
pressen u. sie so abdichten 3 Tabak in
die Pfeife, Zigarettenhülsen füllen 4 a)
[ugs.] bereits satt sein u. trotzdem wei¬
teressen; besonders schnell essen u.
bald satt sein »Ich stopfte das Essen in
mich.« b) ein Tier zwangsweise mä¬
sten, zum Fressen zwingen »Die Gän-
se'wurden gestopft.« 5 etw. unordent¬
lich in etw. hineinlegen »Sie stopfte
die Bluse in die Reisetasche.« 6 a) sehr
satt machen b) den Stuhlgang er¬
schweren, verhindern 7 jmdm. das
Maul, den Mund stopfen: jmdn. zum
Schweigen bringen
Stopfjgarn: das; -(e)s; -e aus mehreren
dünnen Fäden bestehendes, weiches
Garn zum Stopfen von Löchern od.
schadhaften Stellen in Textilien
Stgpf|na|del: die; - ; -n dicke, stumpfe
Nadel für Stopfarbeiten
Stopp: der; -s; -s a) Stillstand nach einer
Bewegung b) Beendigung, Unterbre¬
chung
stoppt: Interj. halt!; Moment mal!
Stop|pel: die; - ; -n (m. PI.) [ugs.] 1 kur¬
zes, nachgewachsenes Barthaar 2
Rest des Getreidehalms auf dem Feld
nach der Ernte
Stop|pel|bart: der; -(e)s; -barte [ugs.]
Bart, ca. ein bis drei Tage nach der
Rasur
stop|pel|bärftig: Adj. unrasiert, mit kur¬
zen Barthaaren
Stgp|pel|feld: das; -(e)s; -er abgeernte¬
tes Getreidefeld mit den noch nicht
untergepflügten Halmresten
stop|pel|haa|rig: Adj. n. stg. mit sehr
kurz geschnittenem Kopfhaar
Stpp|pel|hop|ser des; -s; - 1 [ugs.,
scherzh.] liebevolle Bezeichnung für
eine Person mit Kurzhaarschnitt 2 a)
[ugs.; scherzh.] kleine, nicht großge¬
wachsene Person b) (niedliches) Kind
3 [Jargon] Wort im Wörterbuch, das
im Wortschatz nicht existiert 4 [ugs.]
kleines Häschen od. Kaninchen, das
über eine Wiese od. ein Feld hoppelt
5 [ugs.] kleines, älteres Auto 6
[scherzh.; Jargon] Soldat, der der In-
faterie angehört 7 [ugs.] kleines Flug¬
zeug
stop|pe|lig/stopp|fig: Adj. mit Haar¬
stoppeln bedeckt »Der alte Mann
strich über sein stoppeliges Kinn.«
stgp|pen: stoppst; . stopptest; hast
gestoppt 1 a) jmdn. od. etw. anhalten;
das Weiterfahren, die Weiterbewe¬
gung verhindern »Die Polizei stoppte
die Autos zur Fahrzeugkontrolle.« b)
ausschalten; abschalten »Das Förder¬
band wurde gestoppt.« c) etw. beenden
od. unterbrechen 2 mit der Vorwärts¬
bewegung nicht fortfahren »Er stopp¬
te an der roten Ampel.« 3 die Zeit mit
einer Stoppuhr nehmen
stopp|lig/stop|pe|lig: Adj. mit Haar¬
stoppeln bedeckt »Der alte Mann
strich Uber sein stoppliges Kinn.«
Stoppschild: das; -fe)s; -er Zeichen im
Straßenverkehr, das den Fahrzeug¬
führer zum Anhalten verpflichtet
Stopp|si|gnal —> Stgpp|si[g|nal: das;
•(e)s; -e Zeichen, das einen Fahr¬
zeugführer zum sofortigem Anhalten
verpflichtet
Stoppluhr: die; - ; -en Zeitmesser, Uhr,
die auf Knopfdruck angehalten wer¬
den kann, um die Zeitspanne, die etw.
dauert, zu messen
Stöp|sel: der; -s; - 1 Verschluß (aus un¬
terschiedlichen Materialien) der in
eine Öffnung gedrückt wird, um zu
verhindern, daß eine Flüssigkeit aus-
läuft/eindringt »Badewannen-, Fla¬
schenstöpsel« 2 <Elektrot.> Steckver¬
bindung zwischen elektrischen Gerä¬
ten 3 [ugs.; scherzh.] a) besonders
kleines, kleingewachsenes Kind b)
[liebevoll] (kleines) Kind
Stör: der; -(e)s; -e <Zool.> großer Fisch,
der seine Eier, die als Delikatesse gel¬
ten (Kaviar), in Flüssen ablegt
stör|an|fäl|lig: Adj. schnell Mängel, häu¬
fig Funktionsstörungen aufweisend
Stör|an|fäl|lig|keit: die; - ; -en Neigung
zu häufigem Funktionsausfall
Storch: der; -(e)s; Störche 1 <Zool.>
großer, in Europa schwarz-weiß ge¬
fiederter Vogel mit langen, staksigen
Beinen 2 a) der Storch hat
angerufen: [ugs.] eine Frau ist
schwanger, erwartet ein Kind b) der
Storch beißt jmdn. ins Bein: [ugs.]
eine Frau wird schwanger 3 wie ein
Storch im Salat: [ugs.] steif u. unbe¬
holfen
Storch|bein: das; -(e)s; -e [ugs.;
scherzh.] schlankes, langes Bein
storch|bei|nig: Adj. mit sehr langen,
schlanken (staksigen) Beinen
Store: dat.-fr.-engh /ßtor/ der; -s; -s 1
<Schiff> Vorrat; Lager 2 Laden; Ge¬
schäft »Drugstore ( = Drogerie)«
Store: dat.-it.-fr» /ßtor u. stör/ der; -s;
-s Fenstervorhang
stö|ren: störst; störtest; hast gestört be¬
hindern, aufhalten, unterbrechen, ne¬
gativ beeinflussen
Stö|ren|fried: der; -(e)s; -e Person, die
andere in ihrer Ruhe u. Zufiedenheit
stört
Stör|fak|tor der; -s; -en Ursache für eine
(mögliche) Störung
Stöijfall: der; -(e)s; -fälle Funktionsbe¬
einträchtigung innerhalb einer techni¬
schen Anlage, meist eines Kernkraft¬
werkes
storfn|e|ren: <lat.-it.> stornierst; stornier¬
test; hast storniert 1 einen Fehler in
der Buchhaltung berichtigen 2 einen
Auftrag zurücknehmen, rückgängig
machen »Ich stornierte die Bestel¬
lung.«
Storjniejrung: die; - ; -en 1 Zurücknah¬
me eines erteilten Auftrages od. einer
Bestellung »Für die Stornierung des
Fluges benötigen wir ihr Ticket.« 2
<Bankw.> Korrektur einer irrtümlich
vorgenommenen Buchung
Storno: <lat.-it.> der u. das; -s; Storni 1
Berichtigung eines Buchungsfehlers 2
Auflösung, Rückgängigmachung ei¬
nes Auftrages
Stor|no|bu|chung: die; - ; -en <Bankw.>
Korrektur einer irrtümlich vorge¬
nommenen Buchung
stör|risch: Adj. widerborstig; eigensin¬
nig; dickköpfig; nicht einfach zu len¬
ken
1113
Störsender
Stör|sen|der. der; -s; - Funkstation,
Sender, der den Empfang eines ande¬
ren Senders (mit Absicht) ungünstig
beeinflußt
Stö|rung: die; - ; -en unliebsame Unter¬
brechung; plötzliche u. ungewollte
Ablenkung »Ich verbitte mir jegliche
Störung!«
stö|rungs|frei: Adj. n. stg. ohne Beein¬
trächtigung ablaufend, einwandfrei
funktionierend
Stö]rungs|quel|le: die; • ; -n Auslöser,
Ursache einer Funktionsbeeinträchti¬
gung
Sto|ry: <gr.-lat.-fr.-engl.> /ßtori u. [ugs.]
stori/ die; - ; -s u. <engh Stories
—>nur noch Storys■*— a) Ge¬
schichte; Vorgang »Mir ist heute eine
Story passiert!« b) Kurzgeschichte;
kurze Erzählung
Stoß: der; -es; Stöße 1 kleiner Berg von
etw. (z. B. Papierblätter, Holz) »Ich
habe letztens einen ganzen Stoß Zeit¬
schriften weggeworfen.« 2 Hieb,
Rempler von jmdm. (mit etw.) »Er
versetzte mir einen Stoß mit dem
Ellenbogen.« 3 a) kurz für
Erdbebenstoß b) kurz für Kugelstoß
e) kurzfür Luftstoß c) kurz für militä¬
rischer Vorstoß 4 <Med.> hohe (wie¬
derholte) Medikamentengabe 5 alle
Schwanzfedern eines (Wild-)Vogels
Stoß|be|trieb: der; -(e)s; - regelmäßiger
Wechsel zwischen Hochbetrieb u. ru¬
higem Geschäft je nach Tages- od.
Jahreszeit
Stoß]dämp|fer: der; -s; - (Technik) Teil
am Kraftfahrzeug, das die Stoßwir¬
kung durch Fährbahnunebenheiten
vermindert
Stößel: der; -s; - 1 stabförmiger, nach
unten dicker werdender Gegenstand
mit abgerundeter Spitze zum Zerklei¬
nern von etw. (in einem Mörser) 2
(Technik) in. Maschinen verwendetes
Bauteil zur Übertragung von Stoßbe¬
wegungen
sto6[empjfind|lich: Adj. bei heftiger Be¬
wegung gefährdet; Stöße nicht ohne
Schaden aushaltend
stoßen: stößt; stieß(es)t; bist/hast
gestoßen 1 hast jmdn., etw. heftig in
eine (andere) Richtung drücken »Sie
stieß mich zur Seite.« 2 bist sich
schnell nach unten, auf etw. hinabbe¬
wegen »Die Möwe stieß ins Meer.« 3
bist <übertr.>etw. (zufällig) entdecken,
treffen 4 bist (Vogel; Flugzeug) steil
nach unten fliegen 5 bist jmdn. treffen
6 hast [Schweiz.] ein Fahrzeug (an)-
schieben
stoßen, sich: stößt dich; stieß(es) t dich;
hast dich gestoßen heftig gegen etw.
prallen »Ich habe mich am Schrank
gestoßen.«
stpß|fest: Adj. n. stg. widerstandsfähig
gegen Stoßeinwirkung, Syn.: stoßsi¬
cher
StoB|ge|bet: das; -(e)s; -e in einer
brenzligen Situation schnell ausge¬
sprochenes Gebet
StoB|seufzer: der; -s; - verzweifeltes,
Heftiges, kurzes Aufseufzen
Stoß|stan|ge: die; ~ ; -n vom u. hinten
unten an den Kraftfahrzeugen waage¬
recht angebrachte, aus Blech, Chrom
od. Plastik bestehende Verkleidung,
die die Karosserie vor Beschädigun¬
gen durch Stöße schützt
StoB|trupp: der; -s; -s (Milit.) Sonder¬
einheit für Spezialaufgaben
StgB)ver|kehn der; -(e)s; - hohe Fahr¬
zeugdichte auf den Straßen zu be¬
stimmten Tageszeiten
StoBjwaffe: die; ~ ; -n Waffe mit einer
Klinge u./od. Spitze, mit der zugesto¬
chen wird
stoBjweifse: Adv. 1 in Schüben, plötz¬
lich heftig einsetzend u. wieder abbre¬
chend 2 aufgeschichtet; aufgehäuft;
stapelweise
Stoß|zahn: der; - (e)s; -zähne bei einigen
Tierarten im Oberkiefer wachsender,
kräftiger u. langer Schneidezahn
StoB|zeit: die; - ; -en a) Hauptverkehrs¬
zeit, in der sehr dichter Verkehr
herrscht b) Zeit, in der in Gaststätten,
Geschäften o. ä. Hochbetrieb
herrscht
Stot|te|rer: der; -s; ~ weibl. Stot(te|rin;
die; - ; -nen (Med.> Person mit einem
Sprachfehler, die Wörter, Sätze nur
stockend aussprechen kann
stot|te|rig/stott|i1g: Adj. [ugs.] holperig;
stockend; nicht flüssig
stgtftern: stotterst; stottertest; hast ge¬
stottert a) (Sprachfehler) stockend,
nicht flüssig sprechen b) aus Unsi¬
cherheit stockend sprechen
stott|rig/stpt|te|rig: Adj. [ugs.] holperig;
stockend; nicht flüssig
Stöv|chen/Stov|chen: das; -s; - 1 mit
einem Teelicht bestückter Untersatz
zum Wannhalten von Speisen u. Ge¬
tränken 2 [veralt.] Kohlebecken
stpfl.: Abk. steuerpflichtig
StPO: Abk. (Rechtsw.) Strafprozeßord¬
nung
Str.: Abk. 1 Strafe 2 Strand 3 Straße 4
Strauch S Strecke 6 < Musik) Streicher
7 Strophe
str.: Abk. 1 a) streitig b) strittig 2 streng
3 <it.> (Musik) stringendo = drän¬
gend, schneller werdend
stracks: Adv. unmittelbar; sofort; auf
geradem Weg »Er eilte stracks nach
Hause.«
Stra|di[va|ri: die; - ; - u. -s vom italieni¬
schen Geigenbauer Stradivari ange¬
fertigte, sehr wertvolle Geige, Violine
Strafak|ti|on: die; ~ ; -en Maßnahme,
Handlung, die der Bestrafung von
jmdm. dient
Straf|an|dro]hung: die; ~ ; -en Ermah¬
nung, eindringlicher Hinweis auf
Sanktionen
Strafanstalt: die; -; -en gesichertes Ge¬
bäude, in dem Strafgefangene einsit¬
zen
Strafjan|zei|ge: die; - ; -n Bekanntma¬
chung eines Fehlverhaltens bei der
Polizei od. Staatsanwaltschaft in der
Absicht, eine Bestrafung herbeizu¬
führen
Straf|ar|beit: die; - ; -en [ugs.] zusätzli¬
che Hausaufgaben, die ein Schüler als
Folge eines Fehlverhaltens erledigen
muß
Straf|aus|set|zung: die; - ; -en
(Rechtsw.) das Aufheben od. Auf¬
schieben einer verhängten Strafe un¬
ter gewissen Bedingungen
Strafbank: die; - ; -en (Sport) Platz für
die Spieler, die wegen eines Regelver¬
stoßes für eine festgesetzte Zeitspan¬
ne nicht am Spiel teilnehmen dürfen
strafbar Adj. n. stg. eine vom Gesetz
vorgesehene Bestrafung nach sich zie¬
hend
Stra|fe: die; - ; -n 1 zu leistende Buße,
Sühne nach einem Vergehen »Zur
Strafe darfst du nicht auf die Party
gehen.« 2 a) etw. unter Strafe stellen:
eine Strafe für etw. androhen b) unter
Strafe stehen: verboten sein 3 jmd.,
etw. ist eine Strafe Gottes: [ugs.j
jmd., etw. wird als unangenehm, belä¬
stigend empfunden 4 Strafe im Zorn
kennt weder MaB noch Ziel: wenn
jmd. sehr wütend, zornig ist, fällt die
Strafe oft ungerecht, unangemessen,
besonders hart aus
strafen: strafst; straftest; hast gestraft 1
etw. Unangenehmes zur Sühne, Buße,
Vergeltung auferlegen »Wir straften
ihn mit Mißachtung.« 2 mit etw.,
jmdm. gestraft sein: [ugs.] mit etw.
od. jmdm. Probleme, Schwierigkeiten
haben 3 jmdn. Lügen strafen: die Lü¬
gen, Unwahrheiten, Unehrlichkeit ei¬
ner Person aufdecken
StraferjlaB —» Straferlass: der; -erlas¬
ses; -erlasse Verzicht auf die Verbü¬
ßung eines Teils od. der gesamten
Strafe
straff: Adj. fest, stramm (sitzend) straffe
Haut ♦ ein straffer Hosenbund«
straffäl|lig: Adj. n. stg. ein Verbrechen
begangen habend u. eine Bestrafung
verdienend, erhalten habend
strafften: straffst; strafftest; hast ge¬
strafft anspannen; glätten; glattzie¬
hen
Straffheit: die; - ; -1 a) Spannung, An¬
gespannsein »Er prüfte die Straffheit
der Leinen.« b) Glätte 2 (stark hierar¬
chisch organisierte) Ordnung
straffrei: Adj. n. stg. ungestraft; ohne
Bestrafung
Straffrei|heit: die; - ; - Befreiung von
Sanktionen, Verzicht auf Verhän¬
gung einer Strafe
Strafgericht das; -fe)s; -e 1
(Rechtsw.) Kammer, die Strafpro¬
zesse führt 2 (übertr.) Vergeltung; Be¬
strafung
Straf ge|setz: das; -es; -e (Rechtsw.) Ge¬
setz, das Straftaten definiert
Strafge|setz|buch: das; -(e)s; -bücher
(Rechtsw.) Sammlung aller Strafge¬
setze
Straflafger: das; -s; - Ort, (Arbeits-)
Lager, an/in dem Strafgefangene ihre
Strafe verbüßen
sträflich: Adj. n. stg. unverantwortlich;
eine Strafe verdienend, nicht unge¬
straft bleiben sollend
Sträfling: der; -s; -e Person, die eine
Strafe im Gefängnis verbüßt
Sträflings|klei|dung: die; ~ ; - einheitli¬
che Bekleidung für Strafgefangene
straflos: Adj. n. stg. ohne Bestrafung
bleibend »Du wirst mir nicht straflos
davonkommen.«
Strafman|dat das;-(e)s;-e Geldstrafe,
Bußgeldforderung für Übertretungen
im Straßenverkehr
Strafmaß: das; -es; -e Dauer od. Höhe
der Strafe ,
strafmildernd: Adj. eine Strafe vermin¬
dernd, verringernd »Das Geständnis
hatte sich strafmildernd ausgewirkt.«
Ul4
Strapaze
straf|mün|dig: Adj. <Rechtsw.> das Alter
erreicht habend, von dem an man sich
für Straftaten vor Gericht verantwor¬
ten muß
Straf|por|to: das; -s; - Nachzahlung für
die Beförderung eines nicht ausrei¬
chend frankierten Briefes
Straf|pre|digt: die; - ; -en [ugs.] ausführ¬
liche, mündliche Zurechtweisung im
Anschluß an ein Fehlverhalten
Straf|pro|ze8 —> Straf )pro|zess: der;
-prozesses; -prozesse <Rechtsw.> ge¬
richtliches Verfahren zur Feststellung
einer strafbaren Handlung, in dem
gegebenenfalls die Strafe festgesetzt
wird
Strafjpunkt der; -(e)s; -e <Sport>
Punktabzug für Fehler bei Wett¬
kämpfen
Strafr.: Abk. Strafrecht
Straffraum: der; -(e)s; -räume <Sport>
Bereich um das Tor, für den besonde¬
re Regeln gelten
Strafrecht: das; -(e)s; - <Rechtsw.> Ge¬
samtheit der Gesetze (u. deren Inter¬
pretationen) über strafbare Handlun¬
gen u. die dafür vorgesehenen Strafen
straf|recht|Uch: Adj. n. stg. <Rechtsw.»
sich auf das Strafrecht beziehend
Straf|re|gi|ster —* Straf|re|gis|ter. das;
-s; - <Rechtsw.> behördliche Auf¬
zeichnungen über alle strafrechtlich
verurteilten Personen
Strafe.: Abk. <Rechtsw.> Strafsache
Straf|sa|che: die; -; -n zur Verhandlung
in einem Strafprozeß anstehendes De¬
likt
Strafstoß: der; -es; -stoße <Sport> freier
Torschuß von einem Punkt in be¬
stimmter Entfernung
Straftaten der; -s; ~ ; weibl. Straftä|-
te|rin: die; - ; -nen <Rechtsw.» Person,
die eine strafbare Handlung began¬
gen hat (u. dafür verurteilt wurde)
Strafver|bü|Bung: die; -; -en <Rechtsw.>
Absitzen, Absolvieren einer Gefäng¬
nisstrafe
Strafjyerffahlren: das; -s; - <Rechtsw.>
gerichtliche Zusammenkunft zur
Feststellung einer strafbaren Hand¬
lung, in der gegebenenfalls die Strafe
festgesetzt wird
Strafverffol|gung: die; -; -en <Rechtsw.>
Feststellung einer Straftat u. Ankla¬
geerhebung
strafverjschäfjfend: Adj. eine höheres
Strafmaß nach sich ziehend
Strafver|set|zung: die; - ; -en erzwun¬
gener Wechsel des Arbeitsplatzes, Po¬
stens als Folge eines Fehlverhaltens
Strafverftei|di|gen der; -s; - weibl.
Straf|ver|tei|di|ge|rin: die; - ; -nen
<Rechtsw.» Anwalt für die Verteidi¬
gung des Angeklagten in einem Straf¬
verfahren
Strafvollzug: der; -(e)s; - alle Einrich¬
tungen u. Maßnahmen, die der
Durchführung der verhängten (Ge¬
fängnisstrafe dienen
strafwürdig: Adj. <Rechtsw.> eine Stra¬
fe verdienend
Strafzeftel: der; -s; - gebührenpflichti¬
ge Verwarnung bei einem Verkehrs¬
delikt
Strahl: der; - (ejs; -en 1 von einer Licht¬
quelle ausgehendes Licht »Die hellen
Strahlen drangen durch die Vorhän¬
ge.« 2 Flüssigkeit, die mit Druck aus
einer Öffnung heraustritt 3 <Math.>
Gerade, die von einem Ursprungs¬
punkt ausgeht 4 <Physik> sich in eine
Richtung bewegende (Strahlungs-)
Wellen
strah|len: strahlst; strahltest; hast ge¬
strahlt 1 helles Licht verbreiten;
leuchten 2 fröhlich, glücklich ausse¬
hen; sich überetw. besonders freuen 3
<Physik; Technik» physikalische Wel¬
len, Strahlen aussenden 4 strahlen
wie ein Honigkuchenpferd: [ugs.]
überaus fröhlich, zufrieden, glücklich
aussehen
strahlten: strählst; strähltest; hast ge¬
strählt [veralt.] Haare kämmen
Strah|len|be|hand|!ung: die; - ; -en
<Med.> Verwendung von Strahlen un¬
terschiedlicher Art zur Heilung ver¬
schiedener Krankheiten
Strah|len|be|la|stung —» Strah|len|be|-
lasftung: die; - ; -en <Med.> Beein¬
trächtigung des Körpers durch die
Einwirkung schädlicher Strahlungen
Strah|len|bre|chung: die; - / -en <Physik>
Ablenkung von Strahlen
strah|lend: Adj. a) glänzend; blank »Die
ganze Wohnung war strahlend sau¬
ber.« b) Zufriedenheit, Glück zeigend;
besonders freudig, intensiv 4 <Physik>
Strahlen (auch Lichtstrahlen) aussen¬
dend
Strah|len|do|sis: die; - ; -dosen <Med.>
Menge der auf jmdn., etw. einwirken¬
den Strahlen
strahjlen|för|mig: Adj. von einem zen¬
tralen Punkt aus geradlinig in alle
Richtungen weisend, verlaufend
Strah|len{schä|di|gung: die; - ; -en
<meist Med.> Beeinträchtigung der
Gesundheit durch die Einwirkung
schädlicher Strahlungen
Strah|len(schutz: der; -es; - zur Verhin¬
derung von Strahlenschäden einge¬
setzte Maßnahmen u. Hilfsmittel
strah|len|si|cher: Adj. geschützt gegen
schädliche Strahlung
Strah|len|tod: der; -(ejs; -e durch Ein¬
wirkung schädlicher Strahlen verur¬
sachtes Sterben
strah|ten|ver|seucht: Adj. durch schäd¬
liche Strahlung verunreinigt
Strah|ler der; -s; - Gerät, das Strahlen
irgendeiner Art aussendet
Strahlung: die; - / -en <Physik> a) Ener¬
gie od. Materie, die von einer Strah¬
lenquelle abgegeben wird b) Abgabe
von Energie od. Materie in Strahlen
strah|lungs|si|chen Adj. geschützt ge¬
gen schädliche Strahlung
Strah|lungs|zo|ne: die; - ; -n Bereich,
der erhöhte Strahlen werte aufweist
Sträh|ne: die; - ; -n 1 einige nebeneinan¬
der wachsende Haare 2 aufeinander¬
folgende Reihe von Ereignissen
sträh|nen: strähnst; strähntest; hast ge¬
strähnt [selten] Haar in Strähnen le¬
gen
sträh|nig: Adj. <Haar> in Strähnen vom
Kopf hängend
Stra|min: der; -s; -e relativ grobe Stoff¬
sorte, die häufig für Stickarbeiten ver¬
wendet wird
stramm: Adj. 1 a) fest, straff (sitzend)
ein strammes Haarband« b) eng anlie¬
gend, nicht locker 2 [ugs.] betrunken;
angeheitert
stramm|ste|hen —* stramm ste|hen:
stehst stramm; standest stramm; hast
strammgestanden —»- hast stramm ge¬
standen <— a)<meist Soldat» Haltung
annehmen; Stillstehen; sich nicht
mehr bewegen b) <übertr.» [ugs.]
jmdm. gegenüber übertrieben ehr¬
fürchtig, gehorsam sein
Stram|pel|an|zug: der; -(ejs; -anzüge
Kleidungsstück für einen Säugling
aus einem Stück, das Körper, Füße,
Beine u. Arme bedeckt
Stram|pel|hös|chen: das; -s; - Hose für
Säuglinge (an die Füßlinge angearbei¬
tet sind)
stranfpeln: strampelst; strampeltest;
hast/bist gestrampelt 1 hast heftige
Bewegungen mit den Füßen machen
2 [ugs.] a) hast beim Fahrrad kräftig
in die Pedale treten b) bist mit dem
Fahrrad an einen Ort fahren 3 hast
[ugs.] sich große Mühe geben, um
etw. zu erreichen
Strand: der; -(ejs; Strände sand-, kies¬
bedeckte, sanft abfallende Küste an
einem Meer (od. anderen Gewässer)
Strandjanlzug: der; -(ejs; -anzüge som¬
merlichluftige Bekleidung
Strandjbad: das; -(ejs; -bäder Freibad
an einem Fluß od. See mit Strand-,
Liegefläche
Strand|di|stel —* Strand|dis|tel: die; - :
-n blau blühende PiTanzenart mit sta¬
cheligen Blättern, die im Sand wächst
stran|den: strandest; strandetest; bis;
gestrandet 1 a) ein Schiff auf Grund
setzen b) mit einem SchifT an einer
Küste auf Grund gehen 2 <übertr.»
mit einer Unternehmung fehlschla¬
gen, scheitern, Mißerfolg haben
Strand|gut- das; -(ejs; - ans Ufer ange¬
spülte Gegenstände von untergegan¬
genen Schiffen
Strand|ho|tel: das; -s; -s Hotel in unmit¬
telbarer Nähe zum Strand, zur Küste
Strand|korb: der; -(ejs; -körbe (am
Strand vermietete) nur zur Vordersei¬
te hin offene Sitzgelegenheit, die ge¬
gen Sonne, Wind od. Regen schützt
Strand|läu|fer: der; -s; - weibl. Strand|-
läu|fe|rin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form Vogel aus der Familie der
Schnepfenvögel, der am Meeresufer
lebt 2 Jogger(in), der/die am Meer,
Strand entlangläuft
Strang: der;-(ejs; Stränge 1 dickes, ge¬
wundenes, aus vielen Fäden be¬
stehendes Seil o. ä. 2 kurz für Schie¬
nenstrang 3 am selben, gleichen
Strang ziehen: für dasselbe Ziel
kämpfen 4 wenn alle Stränge reißen:
[ugs.] falls es keine Ausweichmöglich¬
keit geben sollte 5 über die Stränge
schlagen: [ugs.] über das übliche
Maß hinaus (negativ) handeln
Stran|gu|la|ti|on: /strangulazion/ die; - /
-en 1 Erhängen; Erwürgen; Erdros¬
seln 2 <Med.» Abschnürung im Be¬
reich des Darms
stran|gu|l|e|ren: <gr.-lat.> strangulierst;
stranguliertest; hast stranguliert 1
jmdn. erdrosseln, (er)würgen, durch
das Abschnüren, Unterbrechen der
Atmung, Luftzufuhr töten, verletzen
2 <Med.» ein inneres Organ o. ä. (z. B.
den Darm) abklemmen, abschnüren
Stra|pa|ze: <//.» die; -; -n große Anstren¬
gung, Mühe, Beschwerlichkeit »Die
1115
strapazierbar
Strapazen der Reise waren unerträg¬
lich.«
stra|pa|zterjbar Adj. geeignet für starke
Beanspruchung
Stra|pa|zier|bar|keit: die; - ; - lange
Haltbarkeit bei starker Beanspru¬
chung
stra|pa(zie|ren: </>.> strapazierst; strapa¬
ziertest; hast strapaziert übermäßig
anstrengen; stark in Anspruch neh¬
men
stra|pa|zierjfäjhig: Adj. widerstandsfä¬
hig u. lange haltbar; häufigen Ge¬
brauch u. starke Beanspruchung aus¬
haltend
Stra|pa|zier|fä|higjkeit: die; -; - a) Halt¬
barkeit b) Belastbarkeit
stra|pa|zi|ös: Adj. strapaziöser; strapa¬
ziöseste sehr anstrengend, belastend
Straps: tengb der; -es; -e (m. PI.)
Strumpfhalter
Straß —»■ Strass: der; • u. Strasses; -
u. Strasse glitzerndes Material; Nach¬
bildung von Edelsteinen aus Glas
Stra|ße: die; - ; -n 1 a) (mit Namen od.
Nummern belegter) asphaltierter, aus
Fahrbahn u. meist zwei Bürgerstei¬
gen, Gehwegen bestehender Ver¬
kehrsweg »Ich wohne in der Schiller¬
straße.« b) Verkehrsweg auf See, be¬
sonders durch eine Meerenge 2 auf
die Straße gehen: an einer Demon¬
stration teilnehmen 3 auf offener
Straße: in aller Öffentlichkeit (auf der
Straße) 4 a) jmdn. auf die Straße set¬
zen, werfen: [ugs.] a) jmdn. aus der
Wohnung, dem Haus weisen; jmdm.
(die Wohnung) kündigen b) jmdm.
seine Arbeit kündigen, jmdn. entlas¬
sen b) auf der Straße liegen: [ugs.] 1.
a) ohne Arbeit sein b) ohne Wohnung
sein 2. ständig auf Reisen, unterwegs
sein 3. <Geld> leicht zu verdienen sein
C) auf der Straße sitzen: ohne Arbeit
sein S ein Mädchen, eine von der
Straße: [ugs.] eine Hure, Prostitu¬
ierte, Frau, die sich gegen Bezahlung
anbietet 6 mit etw. die Straße pfla¬
stern können: [ugs.] etw. sehr viel, in
großer Menge haben od. vorfinden 7
jmdn. von der Straße auflesen: jmdn.
an einem obskuren Ort kennenlernen
(u. ihn vielleicht bei sich aufnehmen)
Stra|ßen|an|zug: der; -(e)s; -anzüge
konservative Herrenbekleidung aus
Jacke u. Hose, die für den normalen
Alltag geeignet ist
Stra|Beh|bahn: die; ~ ; -en öffentliches
Verkehrsmittel, das auf Schienen
fährt u. durch eine Oberleitung mit
Strom versorgt wird
Stra|ßen|bahn|schie|nen: die (PI)
Gleise für eine Straßenbahn
Stra|ßen|bau: der; -(e)s; - alle Tätigkei¬
ten, die mit dem Anlegen u. Ausbes-
sem von Straßen zu tun haben
Stra|ßen|be|lag: der; -(e)s; -belöge
Oberfläche einer Straße
Stra|ßen|be|leuch|tung: die; - ; -en
künstliche Lichtquellen, die nachts
die Straße erhellen
Stra|ßen|bild: das; -(e)s; -er optischer
Eindruck, der beim Betrachten einer
Straße entsteht
Stra|ßen|ca|f6: das; -s; -s Gaststätte, die
Tische am Straßenrand, auf dem Bür¬
gersteig aufgestellt hat
Stra|ßen)fe|ger: der; -s; - weibl. Stra|-
ßen|fe|ge|rin: die; - ; -nen 1 Person,
die beruflich (mit einem großen,
groben Besen) die öffentlichen Stra¬
ßen u. Gehwege reinigt 2 nur männl.
Form <übertr.> Fernsehsendung, die
sehr viele Leute vor den Fernseher
lockt, so daß die Straßen menschen¬
leer bleiben
Stra]ßen|glät|te: die; - ; - überfrorene
Nässe auf der Fahrbahn
Stra|ßen|gra|ben: der; -s; -graben abfal¬
lender, unbefestigter Bereich seitlich
neben der Fahrbahn von Landstra¬
ßen
Stra|ßen|hSnd|len der; -s; ~ weibl.
Stra]ßen|händ|le|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die verschiedenartige Waren auf
der Straße u. nicht im Laden verkauft
Stra|ßen|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
Auseinandersetzung, die auf der Stra¬
ße ausgetragen wird
Stra|ßenjkar|ne|yal: der; -s; - Umzüge
der Narren mit ihren Mottowagen u.
Musikkapellen auf der Straße u. Fei¬
ern der Menschen auf den Straßen
zur Kamevalszeit
Stra|Ben[keh|rer: der; -s; - weibl. StraJ-
ßen|keh|rejrin: die; - ; -nen Person,
die (beruflich) mit einem großen,
groben Besen die öffentlichen Stra¬
ßen u. Gehwege reinigt
Stra]6en|kö[ter: der; -s; - [ugs.; abwert.]
herrenloser Hund, der auf den Stra¬
ßen herumstreunt
Stra|ßen|kreu|zung: die; - ; -en Aufein¬
andertreffen von zwei od. mehr Stra¬
ßen
Stra|ßen]la|ge: die; - ; -n Eigenschaften,
Haftung eines Fahrzeugs auf schlech¬
ter Strecke od. in Kurven
Stra|ßen|(ärm: der; -(e)s; - durch Kraft¬
fahrzeuge verursachte laute Ge¬
räusche auf der Straße
Stra|ßen|mäd|chen: das; -s; - [abwert.]
Prostituierte, die sich auf der Straße
anbietet
Stra|ßen|netz: das; -es; -e sämtliche
Straßen, die zu einem Bereich gehö¬
ren
Stra|ßen|raub: der; -(e)s; - Entwen¬
dung von Wertgegenständen unter
Androhung von Gewalt auf offener
Straße
Stra|ßen]räu|ber der; -s; ~ weibl. Stra)-
ßen|räu|be|rin: die; - ; -nen Person,
die auf der Straße andere Menschen
bedroht u. bestiehlt
Stra|ßen|schild: das; -(e)s; -er a) meist
an Straßenecken ausgestelltes Schild,
auf dem der Name der Straße zu lesen
ist b) Verkehrsschild
Stra|Ben|schlachfc die; ~ ; -en heftige
Kämpfe zwischen (oft in ihren polit-
schen Ansichten) verschiedenen Par¬
teien, die auf der Straße ausgetragen
werden
Stra|ßen|schmutz: der; -es; - Unrat u.
Dreck, der auf den Straßen herum¬
liegt
$tra|ßen|sperjre: die; - ; -n Hindernis,
das ein Durchlaufen od. Durchfahren
der Straße unmöglich macht
Stra|ßen|thea|ter —> Stra|ßen|the|a|-
ter: das; -s; - a) o. PI. Aufführung ei¬
nes Theaterstückes auf der Straße b)
Künstlergruppe, die Theaterstücke
auf der Straße auffiihrt
Stra|ßen|tun|nel: der; -s; - unterirdisch
verlaufende Straße
Stra|ßenjveijhält|nis|se: die (PI.) allge¬
meiner Zustand der Straßen (hin¬
sichtlich ihrer Qualität sowie witte¬
rungsbedingter Einflüsse)
Stra|ßen|ver|kehr: der; - (e)s; - Bewe¬
gung von Menschen u. Fahrzeugen
auf den Straßen
Stra|ßen|veijkehrs|ord|nung: die; ~ : -en
<Rechtsw.> Zusammenfassung sämtli¬
cher Vorschriften u. Regeln, die für
den Straßenverkehr gelten
Strat.: Abk. 1a) Strategie b) Stratege;
Strategin 2 Stratosphäre = Teil¬
schicht der Atmosphäre
strat.: Abk. strategisch = genau ge¬
plant
Stra|te|ge: <gr.-lat.> der; -n; -n weibl.
Stra|tg|gin: die; ~ ; -nen Person, die
nach einem genauen Plan handelt
Stra|te|gie: <gr.-lat.> die; - ; -n /Stra¬
tegen) a) <Mi!it.> alles umfassende
Kriegskunst b) genau (bis ins Ein¬
zelne) geplantes Vorgehen
stra(te|gisch: <gr.-fr.> Adj. n. stg. a) einer
Strategie folgend »strategisch
günstig« b) genau geplant »strategi¬
sches Vorgehen«
Stra|ti]fi|ka|ti|gn: /stratifikazion/ die; - ;
-en <Geologie> Bildung von Gesteins¬
schichten
Stra|to|sphä|re —» Stra|to|s|phä|re:
<lat.-gr.> /ßtratosfäre u. schtratosfäre/
die; - ; - Teilschicht der Atmosphäre
Stra|tus|wol|ke: die; - ; -n <Meteorolo-
gle> niedrig hängende Wolkenschicht
sträulben. sich: sträubst dich; sträubtest
dich; hast dich gesträubt sich gegen
etw. wehren; gegen etw. eine Abnei¬
gung verspüren u. es deshalb nicht
tun (wollen)
Strauch: der; -(e)s; Sträucher nicht
sehr hohe, meist buschige Pflanze mit
mehreren, von der Wurzel ausgehen¬
den, verholzten Trieben, die sich wei¬
ter verzweigen, Syn.: Busch
strauch|ar|tig: Adj. n. stg. wie ein Busch,
Strauch aussehend
Strauchldieb: der; -(e)s; -e weibl. [sel¬
ten] Strauch|die|bin: die; - ; -nen
[ugs.; abwertj heruntergekommener,
kleiner Ganove
straulcheln: strauchelst; straucheltest;
bist gestrauchelt 1 stolpern; nicht si¬
cher gehen »Sie strauchelte über eine
Wurzel.« 2 <übertr.> straffällig wer¬
den; nicht nach den moralischen
Grundsätzen der Gesellschaft leben
Strauchlwerk: das; -(e)s; - dicht inein¬
andergewachsene Sträucher, Syn.:
Gebüsch
Strauß: <gr.-lat.> der; -es; -e <Zool.> gro¬
ßer, schwarzweiß bis graubraun gefie¬
derter Laufvogel mit kräftigen Bein¬
en, der nicht fliegen kann
Strauß: der; -es; Sträuße mehrere Blu¬
men, Zweige usw., die zusammenge¬
faßt u. in eine Vase gestellt werden
StraulBenlfelden die; * ; -n große Feder
eines Staußes, früher häufig verwen¬
det als Hutschmuck
Streb|bau: der; -(e)s; - <Bergbau> be¬
sonderes Abbauverfahren für Stein¬
kohle
Stre|be: die; - ; -n Stützbalken, der
schräg nach oben verläuft
1116
Streikaktion
Stre|be|bal|ken: der; -s; - schräg ver¬
laufender Stützbalken
Stre|be|bo|gen: der; -s; -bögen <Archit.»
beim gotischen Kirchenbau verwen¬
deter Bogen zwischen Strebepfeiler
des Seitenschiffs u. Mauer des Mittel¬
schiffs
stre|ben: strebst; strebtest; hast gestrebt
versuchen, etw., ein räumliches od.
ideelles Ziel zu erreichen
Strejbe|pfei|len der; -s; - stützender
Pfeiler zur Verstärkung einer Mauer
Strejber: der; -s; ~ weibl. Stre|be|rin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die sich
übermäßig fleißig um Bestleistungen
bemüht
Strefbeijnaftur: die; ~; -en [abwert.] Per¬
son, die sich egoistisch um ihr Fort¬
kommen bemüht
Stre|be|werk: das; -(e)s; - <Archit.>
Konstruktion aus Bögen u. Pfeilern
bei gewölbten Gebäuden
streb|sam: Adj. eifrig, fleißig, mit Ziel¬
strebigkeit etw. verfolgend
Streb|sam|keit: die; - ; - mit Zielbe¬
wußtsein verbundener Fleiß
Streck|bett: das; -(e)s; -en <Med.> Spe¬
zialbett mit Vorrichtungen, die durch
Druck- od. Zugkraft einen liegenden
Körper in einer bestimmten Richtung
halten u. auf diese Weise Verkrüm¬
mungen der Wirbelsäule beseitigen
Strecke (Strekjke —» Stre|cke): die; - ;
-n 1 (zurückzulegender) räumlicher
Abschnitt, Weg »Es hat auf der gan¬
zen Strecke von Köln bis Frankfurt nur
geregnet.« 2 <Jagd> das erjagte Wild 3
<Math.> Abschnitt einer Gerade zwi¬
schen zwei Punkten im Koordinaten¬
system 4 zur Strecke bringen: 1. Wild
erlegen 2. etw. od. jmdn. verfolgen u.
fangen S auf der Strecke bleiben: ste¬
henbleiben; nicht weiterkommen; un¬
terlegen sein; verloren gehen
strecken (streiken —» streiken):
streckst; strecktest; hast gestreckt 1
etw. (mit Kraft) in die Länge ziehen,
begradigen, dehnen »Ich strecke die
Arme, den Stoff.« 2 etw. (z. B. mit ei¬
ner Flüssigkeit) verlängern, verdün¬
nen, vermehren (damit es länger aus¬
reicht)
Strecken|abjschnitt (Strek|ken|ab|-
scbnitt —» Stre|cken|äb|schnitt):
der; -(e)s; -e Teilstück einer Straße
od. eines Schienenstrangs
Strecken|arfbei|ter (Strek|ken|ar|bei|ter
Stre|cken|ar|bei[ter): der; -s; -
weibl. [selten] Strecken|arjbei|te|rin
(Strek|ken|ar|bei|te|rin —* Stre|-
cken|arfbei|te|rin): die; - ; -nen mit
Gleisbauarbeiten beschäftigte(r) Ar¬
beiterin)
Strocken|netz (Strek|ker»|r»etz —>
Stre]cken|netz): das; -es; -e sämtliche
zu einem öffentlichen Verkehrsmittel
gehörende Gleisanlagen u. Straßen
Strecken|tau|chen (Strek|ken|tau|chen
—> Stre|cken|tau|chen): suchender,'
-s; - <Sport> Schwimmen unterhalb
der Wasseroberfläche, wobei eine
möglichst lange Strecke zurückgelegt
werden soll
Strecken|wärjter (Strek|ken|wär[ter—*
Stre|cken|wär]ter): der; -s; - weibl.
Strecken|wäijte|rin (Strek|ken|wär|-
tejrin —» Stre)cken|wär]te|rin): die;
- ; -nen Bahnangestellte(r), der/die
für die Überwachung der Gleisanla¬
gen zuständig ist
strecken]wei|se (strek|ken|wei|se —>
stre|cken|wei|se): Adv. auf einem be¬
stimmten Abschnitt; in bestimmten
Teilen eines Gebietes
Streckjsitz: der; -es; -e <Sport; Turnern
Sitzposition mit ausgestreckten Bein¬
en
Streck|ver[bartd: der; -(e)s; -verbände
<Med.» fester Verband, mit dem ge¬
brochene Knochen so fixiert werden,
daß sich beim Zusammenwachsen
keine Verkürzung ergibt
Streetlworlker: tengl.r /ßtritwörker/ der;
-s; - weibl. Street|woi1ke|rin: die; ~ ;
-nen <Päd.> Sozialarbeiter(in), der/die
gefährdete Jugendliche in ihrer
Wohngegend betreut
Streich: der; -(e)s; -e 1 (scherzhafte)
Handlung, mit der jmd. angeführt
werden- soll »Wir spielten unseren
Lehrern nur selten bösartige
Streiche.« 2 [geh.] Schlag; Hieb 3
jmdm. einen Streich spielen: a) eine
Person verulken, necken, hereinlegen
b) eine Person täuschen 4 auf einen
Streich: zur gleichen Zeit, auf einmal
5 dieses war der erste Streich (u. der
zweite folgt sogleich): das war nur
der Anfang
Streich|bi)rjste —> Streich|bürs]te: die;
- ; -n Arbeitsgerät eines Anstreichers
zum Aufträgen u. Verteilen von Far¬
be
stre]]cheln: streichelst; streicheltest;
hast gestreichelt etw. vorsichtig be¬
rühren; zärtlich über etw. (Fell, Haut)
streichen »Ich streichelte die Katze.«
Stre]|chen: das; -s; - fehlerhafte Gang¬
art bei Pferden
streichen: streichst; strich(e)st; hast
gestrichen 1 etw. mit Farbe, Lack o. ä.
tünchen »Wir müssen die Wände neu
streichen.« 2 etw. mit einer Schicht
versehen »Sie strich Butter auf ihr
Brot.« 3 etw. (großflächig) berühren
»Ich strich ihm durchs Haar.« 4 tilgen,
ungültig machen »Ich strich die Na¬
men aus meinem Adreßheft.« 5 bist
durch eine Gegend gehen 6 die Segel
streichen: 1. die Segel einrollen, ein¬
ziehen »Wir strichen die Segel.« 2.
nachgeben; aufgeben »Wir mußten
die Segel streichen.«
streich|fä|hig: Adj. so weich, daß es
gleichmäßig durch Verstreichen ver¬
teilt werden kann
Streich|fä|hig|keit: die; - ; - weiche Be¬
schaffenheit, die ein gleichmäßiges
Verteilen ermöglicht
streich|fer[tig: Adj. n. stg. zum Anstrei¬
chen (sofort, ohne weitere Vorberei¬
tungen) verwendbar
Strejch|holz: das; -es; -hölzer kleines
Stäbchen aus Holz mit einer leicht
entzündlichen Spitze, die sich durch
Reiben an einer Fläche entzündet
Streich|holz|schach|tel: die; ~ ; -n klei¬
ner Behälter zum Aufbewahren von
Zündhölzern, der an der Seite eine
od. zwei Reibflächen hat
Streich|in|stru|ment —> Streich|in|s|t|-
rüjment: das; -fe)s; -e Saiteninstru¬
ment, bei dem die Töne durch das
Streichen mit einem Bogen erzeugt
werden
Streich)kä|se: der; -s; - weicher Käse,
der aufs Brot gestrichen wird
Streidi|mu|sik: die; ~ ; - Musik für, von
Streichinstrumente(n)
Streich|orjche|ster —» Stre|ch|or|-
ches|ter: das; -s; - <Musik> Orche¬
ster, das ausschließlich aus Streichern
gebildet ist
Streich|quar|tett: das; -s; -e <Musik> a)
Musikstück für vier Streichinstru¬
mente (zwei Geigen, Cello u.
Bratsche) b) zwei Geiger, ein Cellist u.
ein Bratschist, die zusammen Streich¬
quartette (a) spielen
Strei|chung: die; - ; -en a) Verzicht, Re¬
duzierung (auf Null) »Die Streichung
des Urlaubsgeldes wird von den Arbeit¬
gebern verlangt.« b) das Durchgestri¬
chene innerhalb eines Textes
Streich|wurst: die; - ; -wurste weiche
Wurst, die man aufs Brot streichen
kann
Streijfe: die; -; -n 1 a) <Milit.> Kontroll-
trupp b) (mindestens zwei) Polizisten,
die eine Strecke zu Fuß, zu Pferd od.
motorisiert kontrollieren 2 [ugs.] (al¬
ter) Film
Streiken: der; -s; • a) längs- od. quer¬
laufendes Muster eines Stoffes; ge¬
rade Linie b) längs- od. querlaufende
Bemalung in Form einer geraden Li¬
nie c) längs od. quer verlaufender
Teilbereich eines Ganzen
streiften: streifst; streiftest; hast]bist ge¬
streift 1 hast etw. nicht intensiv, ohne
Druck berühren, daran entlangreiben
2 bist ohne bestimmtes Ziel herumge¬
hen 3 hast einen Sachbereich in einem
Text, einer Unterhaltung nur beiläufig
diskutieren
Strai(fen|bH|dung: die; - ; -en Entste¬
hung von Streifen
Strai|fen|dienst: der; -(e)s; -e Durch¬
führung von Kontrollfahrten u./od.
-gangen (durch die Polizei)
strei|fen|förjmig: Adj. ähnlich der Form
eines Streifens, Bandes
Stre[|fen|wa|gen: der; -s; ~ Pkw der Po¬
lizei für Kontrollfahrten
strejjfen|wei|se: Adv. in Streifen, lan¬
gen, schmalen Stücken
strei|fig: Adj. mit Streifen bedeckt »Die
Fensterscheiben sind streifig.«
Streiflicht: das; -(e)s; -er 1 schmaler
Lichtstreifen, der nur kurz etw. be¬
leuchtet 2 <übertr.» knappe Erläute¬
rung zu einem Thema
Streifschuß —» Streifschuss: der;
-Schusses; -schösse a) Schuß, bei dem
die Munition das Ziel nur leicht be¬
rührt b) leichte Verletzung, verur¬
sacht durch eine vorbeistreifende Ku¬
gel
Streifzug: der; -(e)s; -zöge 1 Erkun¬
dungsgang, Wanderung, um die Ge¬
gend kennzulernen 2 <übertr.> Über¬
blick über ein Wissensgebiet
Streik: <engl» der; - fe)s; -su. [selten] -e
oneist Wirt.» Arbeitsniederlegung,
-Verweigerung, um bestimmte Ziele,
Forderungen den Arbeitgebern ge¬
genüber durchzusetzen
Streikjakjti)on: die; • ; -en (m. PI.)
<meist Wirt.» Aktivität im Rahmen ei¬
nes Streiks, zur Initiierung eines
Streiks
1117
Streikaufruf
Streik|auf|ruf: der;-(e)s; -e <raeist Wirt.>
Aufforderung zur Teilnahme am
Streik
Streik|bre|cher: der; -s; - weibl. Streik)-
bre|che|rin: die; - ; -nen <meist Wirl.>
Person, die arbeitet, obwohl gestreikt
wird
streik|brü|chig: Adj. n. stg. (meist Wirt.>
nicht weiter mitstreikend
Streik|dro|hung: die; -; -en <meist Wirt.)
Ankündigung eines Streiks, falls Be¬
dingungen nicht erfüllt werden
streiken: <engh streikst; streiktest; hast
gestreikt (meist Wirt.) aus Protest, als
Druckmittel gegen die Arbeitgebern
die Arbeit niederlegen, nicht mehr ar¬
beiten, um Forderungen durchzuset¬
zen b) [ugs.] nicht arbeiten, nicht be¬
triebsfähig sein; aufhören zu funktio¬
nieren »Das Auto streikt.«
Streik|geld: das; -(ejs; -er (PI. s.)
(Wirt.) von den Gewerkschaften an
ihre Mitglieder geleistete Zahlung als
Ersatz für Lohnausfall während des
Streiks
Streik|kas|se: die; - ; -n (Wirt.) Kasse,
angespartes Geld, aus der/von dem
die Gewerkschaften die Kosten für ei¬
nen Streik bezahlen
Streik]lei|tung: die; ~ ; -en (meist Wirt.)
Organisatoren eines Streiks
Streik|lo|kal: das; -(ejs; -e (meist Wirt.)
Örtlichkeit, die als Treffpunkt der
Streikenden dient
Strejk|po|sten —* Stre]k|pos]ten: der;
-s; - (meist Wirt.) Wache, die Streik¬
brecher an der Arbeitsaufnahme hin¬
dern soll
Strejk|recht: das; -(e)s; - (Wirt.) Er¬
laubnis, durch Arbeitsverweigerung
Forderungen durchzusetzen
Streik|wel|le: die; - / -n (meist Wirt.)
plötzlich auf viele Betriebe, Institutio¬
nen o. ä. übergreifende Streikaktio¬
nen
Strejt: der; -(e)s; -e (PI. s.) 1 heftige
Auseinandersetzung »Wir hatten
Streit.« Syn.: Zank 2 einen Streit
vom Zaun(e) brechen: einen Streit
anfangen 3 mit jmdm. im Streit
liegen: mit jmdm. eine heftige Aus¬
einandersetzung, Streit haben 4 es ist
der meiste Streit um Ja u. Nein, Mein
u. Dein: um Einigkeit u. um Hab u.
Gut wird am meisten gestritten 5 ab¬
geredet vor der Zeit gibt nachher
keinen Streit: um Streit zu vermeiden,
sollte man bei Verabredungen einen
genauen Zeitpunkt ausmachen (u.
einhalten) 6 mit Zank u. Streit kommt
man nicht weit: mit Zank u. Streit
löst man keine Probleme
Streitaxt: die; ~ ; -äxte (hist.) axtähnli¬
che Waffe aus der Frühzeit
streit|ban Adj. 1 Auseinandersetzungen
suchend; aktiv für etw. kämpfend;
sich für etw. einsetzend 2 [veralt.j
kampfbereit; kriegslüstern
streiken: streitest; stritt(e)st; hast ge¬
stritten 1a) sich heftig auseinanderset¬
zen; zanken »Wir stritten uns immer
häufiger.« b) diskutieren u. nicht der
gleichen Meinung sein c) sich sehr für
ein Ziel einsetzen 2 wenn zwei sich
streiten, freut sich der Dritte: I. zum
Streit sollte man sich nicht provozie¬
ren lassen, ihn allein, unbeobachtet
austragen 2. wenn zwei Personen sich
um etw. streiten, hat oft eine außen¬
stehende, nicht streitende Person den
Vorteil
Strei|ter: der; -s; - weibl. Strejjte|rin:
die; - ; -nen Person, die sich mit gan¬
zer Kraft für etw. einsetzt
Strei|te|rei: die; ~ ; -en [abwert.] ständi¬
ges Streiten; sich wiederholende od.
andauernde Auseinandersetzungen
Streit|fall: der; -(e)s; -fälle Konflikt,
Uneinigkeit hinsichtlich einer Sache
Streit|fra|ge: die; - ; -n strittige Angele¬
genheit
Streit|ge|spräch: das; -(ejs; -e mündli¬
che Auseinandersetzung, in der ver¬
schiedene Teilnehmer ihre unter¬
schiedlichen Ansichten vertreten
Streitjhahn: der; -(e)s; -höhne [ugs.;
scherzh.] streitsüchtiger Mensch
Streit|ham mal: der; -s; - [ugs.;
scherzh.] streitsüchtiger Mensch
strei|tig: Adj. n. stg. 1 ungeklärt; frag¬
lich 2 (Rechtsw.) eine Entscheidung
des Gerichts erforderlich machend 3
jmdm. etw. streitig machen: Anrecht
auf etw. anmelden; etw. für sich bean¬
spruchen
Strei|tig|keit: die; - ; -en handfeste Aus¬
einandersetzung; heftige Diskussion
Streit|kraft: die; ~; -kräfte (m. PI.) mili¬
tärische Verbände, Truppeneinheiten
Streit|lust: die; * ; - Vorliebe fürs Strei¬
ten
streit|lu|stig —* streit(lus|tig: Adj. gern
streitend; stets bereit, sich auseinan¬
derzusetzen
Streitmacht: die; - ; - [veralt.] unter
Waffen stehende, einsatzbereite
Truppen
Streft|ob|jekt: das; -(ejs; -e Gegen¬
stand, um den gestritten wird
Streitsucht: die; ~ / - ausgeprägtes Be¬
dürfnis, sich mit jmdm. zu streiten, ei¬
nen Streit anzufangen
streitsüchjtig: Adj. immer einen Grund
zum Streiten suchend; ständig zum
Streiten aufgelegt
Streitwert: der; -(ejs; -e (Rechtsw.)
Wert, um den bei einem Prozeß ge¬
kämpft wird; Wert, der angesetzt
wird, um Gerichts- u. Anwaltsgebüh¬
ren bestimmen zu können
streng: Adj. 1 unnachsichtig, hart; ge¬
nau, darauf achtend, daß Regeln u.
Normen eingehalten werden »Sie
hatte strenge Ehern.« 2 (Geruch; Ge¬
schmack) herb u. unangenehm »Wild
hat einen strengen Geschmack.« 3
(Winten sehr kalt 4 (äußere Erschei¬
nung) harte, herbe Formen hervorhe¬
bend
Stren|ge: die; - -1 Härte, unnachgiebi¬
ge Haltung jmdm. gegenüber 2 Ex¬
aktheit; Genauigkeit; strikte Einhal¬
tung »Ihn traf die ganze Strenge des
Gesetzes.« 3 als negativ empfundene
Ausprägung bei Geruch od. Ge¬
schmack 4 Rauhheit; Schärfe »Die
Strenge des Winters machte ihnen
schwer zu schaffen.« 5 herbes Ausse¬
hen; strenge Züge
streng|ge|nom[men —*■ streng gej-
nom|men: Adv. im Grunde; eigentlich
»Strenggenommen dürfte ich dir das
nicht sagen.«
streng|gläu|big: Adj. n. stg. (Religion)
sehr religiös; sich genau nach den
Glaubensvorschriften richtend
Strep|to|kok|kus: <gr.> der; ~ /
Streptokokken (m. PI.) (Bio.; Med.)
(eitererregende) Bakterie, die sich mit
anderen der gleichen Art zu Ketten
aneinanderhängt
Streß —»■ Stress: üat.-fr.-engh der;
Stresses; Stresse (PI. s.) sehr hohe
seelische od. körperliche Belastung,
die zu Krankheit führen kann »Ich
hatte in letzter Zeit viel Streß.«
stres|$en: <engl.> streßt; streßte; hat ge¬
streßt -—>alle Formen mit ss<—
[ugs.] anstrengend sein; Aufregung
hervorrufen; jmdn. erschöpfen »Die
lange Fahrt hierher hat mich sehr ge¬
streßt.«
stresjsig: Adj. [ugs.] erschöpfend, sehr
anstrengend, nervenaufreibend »Die
Arbeit ist stressig.«
Streß|si|tua|ti|on —*■ Stress|si|tu|a|ti|-
on/Stress-Si|tu|a|ti|on: die; - ; -en
Umstände, die Belastungen bewir¬
ken, anstrengend sind
Stretch: tengh /ßlrätsch/ der;-(ejs; -es
elastisches, nachgebendes Gewebe
»Stretchhose«
Stretch|ge|we|be: das; -s; ~ elastischer,
sehr dehnbarer Stoff
Stretjching: <engl> /ßträtsching/ das; -s;
- (Sport) gymnastische Dehnübungen
Streu: die; - ; -en u. [ugs.] der u. das;
-(ejs; - u.-e auf dem Boden im Vieh¬
stall od. im Haustierkäfig z. B. bei
Kaninchen als Unterlage verteilte,
dicke Strohschicht
Streu|blu|men: die (PI.) wie zufällig
verstreut wirkende kleine Blumen als
Muster (z. B. auf Stoffen, Tapeten
od. Porzellan)
streujen: streust; streutest; hast gestreut
1 etw. (über ein Gebiet) verteilen »Er
streute Sand auf den Bürgersteig.« 2
(Munition) ungenau treffen; in viele
kleine Teilchen zersprengt werden
»Das Gewehr streut stark.« 3 (Med.)
die Ausbreitung einer Krankheit in
den gesamten Körper bewirken »Der
Tumor hat gestreut.« 4 [übertr.] als
Gerücht, Information verbreiten
Streuler: der; -s; - kleiner Behälter für
Gewürze mit gelöchertem Schraub¬
deckel, durch den der Inhalt hinaus¬
gestreut wird
Streulfahrizeug: das; -(ejs; -e Spezial¬
fahrzeug für den Winterdienst, mit
dem Salz od. anderes Streugut auf
Straßen u. Wegen verteilt wird »Die
Streufahrzeuge sind seit den frühen
Morgenstunden pausenlos im Ein¬
satz.« -■
Strey|feu|er: das; -s; - (Milit.) das
Schießen auf einen größeren Bereich,
nicht auf ein einzelnes Ziel
Streutaul: das; -(ejs; - Material, das im
Winter auf Straßen u. Wegen gegen
Glätte gestreut wird
$treu|licht: das; -(ejs; - (Physik; Optik)
Lichtstrahlen, die durch kleine Parti¬
kel von ihrer Richtung abgelenkt wer¬
den
streuinen: streunst; streuntest; bist/hast
gestreunt ziellos umherlaufen; ohne
Plan hin- u. her gehen
Streu|nen der; -s; - weibl. Streu|ne|rin:
die; - ; -nen 1 nur männl. Form herren¬
loser Hund, der durch die Gegend
läuft 2 [abwert.] Landstreicher, Per¬
son ohne festen Wohnsitz
1118
Striptease
Streupflicht: die; - ; - Verpflichtung, im
Winter bei Eis u. Schnee Straßen u.
Gehwege zu streuen, räumen
Streulsalz: das; -es; - Salz, das bei Eis u.
Schnee im Winter auf Straßen u. Geh¬
wege gestreut wird
Streulsand: der; -(e)s; -1 Sand, der auf
glatte Straßen u. Wege gestreut wird,
damit niemand rutscht 2 [hist.] zum
Trocknen der Tinte auf Schriftstük-
ken verteilter, feiner Sand
Streulsel: der u. das; -s; - (m. PI.) klei¬
nes Teigklümpchen aus Zucker, Fett
u. etw. Mehl, mit denen einige Ku¬
chensorten bestreut werden
Streu|sel|ku|chen: der; -s; - meist Hefe¬
kuchen, dessen Oberfläche mit Streu¬
seln bedeckt ist -
Straulsledlluna: die; - ; -en vereinzelt
liegende Häuser eines Dorfes, einer
Ansiedelung
Streujung: die; - / -en 1 einer Gesetzmä¬
ßigkeit folgende Verteilung, Verbrei¬
tung 2 Verteilung im Umkreis nach
einer Explosion od. einem Schuß 3 a)
Ablenkung von der eigentlichen
Richtung »Die Streuung des Lichts
muß bei diesem Experiment berück¬
sichtigt werden.« b) <Statistik> Vertei¬
lung des Ergebnisses um einen Mittel¬
wert 4 <Med.> Ausbreitung von be¬
stimmten Krankheiten im Körper
StreulunasImaB: das; -es; -e <Statistik>
Wert, der angibt, wie stark die Abwei¬
chung vom Mittelwert ist
str. geh.: Abk. streng geheim
Strich: der; -(e)s; -e 1 gerade, kürzere
Linie 2 a) das Streichen b) das Kürzen
von Textstellen o. ä. c) <Musik> (Art
u. Weise der) Erzeugung eines Lautes
auf einem Streichinstrument 3 a)
Richtung, in die Fell, Haare, Federn,
Stoffasem (von Natur aus) liegen
»Sie streichelte den Hund gegen den
Strich.« b) <Jagd> Vogelschwarm 4
Gegend, Gebiet, wo sich Frauen od.
Männer für bezahlte sexuelle Dienste
anbieten 5 auf den Strich gehen: sich
prostituieren; als Hure, Stricher ar¬
beiten; gegen Bezahlung sexuelle
Dienste erweisen 6 (nur noch) ein
Strich in der Landschaft sein: [ugs.]
extrem dünn u. abgemagert sein »Ich
glaube, sie ist magersüchtig, sie ist ja
nur noch ein Strich in der Landschaft.«
7 einen (dicken) Strich unter etw.
machen, ziehen; Strich drunter,
[ugs.] etw. (für immer) als erledigt,
vergeben, vergangen ansehen 8
jmdm. gegen, wider den Strich ge¬
hen: [ugs.] jmdn., etw. nicht mögen,
nicht leiden können, jmdm. zuwider
sein 9 nach Strich u. Faden: [ugs.]
sehr; heftig; gründlich; gehörig 10
jmdm. einen Strich durch die Rech¬
nung machen: [ugs.] einer Person
Probleme bei der Verwirklichung ei¬
nes Vorhabens bereiten od. sie gänz¬
lich daran hindern 11 keinen Strich
tun: überhaupt nichts tun 12 unterm
Strich: 1. am Ende übrigbleibend 2.
[ugs.] schlecht; ohne Niveau
Strich|ät|zung: die; - ; -en <Druckw.>
Druckplatte, die nur aus Strichen u.
Flächen besteht
Strich|code: der; -s; -s <meist Handel»
Informationskodierung durch ver¬
schieden dicke, nebeneinander ange¬
ordnete Striche, die mit einem Scan¬
ner gelesen u. im Computer verarbei¬
tet werden können
Stri|cheln: strichelst; stricheltest; hast
gestrichelt 1 mit feinen, unterbroche¬
nen Linien zeichnen 2 eine Fläche
schraffieren, mit feinen Strichen aus¬
füllen
Stri|cher der; -s; - [ugs.; abwert.]
Mann, der sich prostituiert, Freiern
auf der Straße an bietet
Strich|jun|ge: der; -n; -n [ugs.; abwert.]
junger Mann, der sich prostituiert,
Freiern auf der Straße anbietet
Strich|mäd]chen: das; -s; - [ugs.; ab¬
wert.] weibliche Prostituierte des
Straßenstrichs
Strichjpunkt: der; -(e)s; -e <Sprach-
wiss.) Semikolon; Satzzeichen, das in
der Funktion zwischen Punkt u.
Komma steht
strich|wei|se: Adv. nur in einigen Ge¬
bieten; vereinzelt; nicht überall
»Strichweise fällt morgen etw. Nieder¬
schlag.«
Strich|zeich|nung: die; - ; -en Darstel¬
lung mit Strichen ohne Halbtöne
Strick: der; -(e)s; -e 1 starkes Seil 2 den
Strick nehmen; zum Strick greifen:
[verhüll.] Selbstmord begehen; sich
aufhängen 3 jmdm. einen Strick aus
etw. drehen: jmdn. absichtlich mi߬
verstehen, ihm dadurch Schaden zu¬
fügen 4 sich einen Strick nehmen,
kaufen können: [ugs.] sich in einer
(Not-)Lage befinden, aus der es
scheinbar keinen Ausweg gibt
Strick|ar|beit: die; - ; -en etw. aus Wolle
mit Stricknadeln in Handarbeit An¬
gefertigtes
stricken (strjk|ken —> stri|cken):
strickst; stricktest; hast gestrickt 1 mit
(zwei) langen Stäben, Nadeln o. ä.
aus Wollfäden ein (grobes) Gewebe
herstellen »Ich strickte mir einen Pull¬
over.« 2 dafür muß ’ne alte Oma lan¬
ge stricken: [ugs.] das kostet viel, zu
viel Geld '
Stricker (Strik|ker —> Stri|cker): der;
-s; ~ weibl. Stricke|rin (Strik|ke|rin
—» Stri|cke|rin): die; - ; -nen a) Per¬
son, die beruflich eine Strickmaschine
bedient b) Person, die (als Hobby)
strickt
Strickjgam: das; -(e)s; -e Wolle, aus
der etw. gestrickt wird
Strickjjacke (Strick[jak|ke —> Strick|-
jäjcke): die; - ; -n gestrickte Wolljak-
ke
Strick|lei|ter. die; - ; -n aus Stricken u.
Holzsprossen gefertigte Leiter
Strick|lei|terjneijven|syjstem —>
Strjck|lei|teijner|ven|sysftem: das;
-(e)s; -e <Zool.> hintereinander ange¬
ordnete Nervenknoten bei Würmern
u. Gliederfüßern
Strick|na|del: die; - ; -n in unterschiedli¬
cher Länge u. Dicke (abhängig von
der Wolle u. der Art der Arbeit) er¬
hältliche Nadel zur Anfertigung von
Stricksachen
Strickjstrumpf: der; -(e)s; -Strümpfe in
Arbeit befindlicher, gestrickter
Strumpf
Strick|wa|ren: die (PI.) von Hand od.
mit einer Maschine gestrickte Sachen
für den Verkauf
Strick|zeug: das; -(e)s; - 1 noch nicht
fertige Strickarbeit 2 [ugs.] zum An¬
fertigen von Strickarbeiten benötigte
Dinge
Str|e|gel: der; -s; - a) zur Fellpflege bei
Haustieren (besonders bei Pferden)
verwendete harte Bürste od. gezack¬
tes Gerät b) in der Antike verwende¬
tes Schabeisen zum Entfernen von
Schweiß, Öl u. Staub nach dem Sport
strie|geln: striegelst; striegeltest; hast
gestriegelt a) Fellpflege bei Haustie¬
ren mit einem Striegel betreiben
»Nach jedem Ausritt wird das Pferd
gestriegelt.« b) Haar kämmen u. bür¬
sten
Strie|me: die; - / -n durch Schläge mit
einer Peitsche o. ä. blutunterlaufene
Hautpartie
strie|mig: Adj. mit, von Striemen ge¬
zeichnet
Strje|zel: der; -s; - [landschaftl.] 1 ge¬
flochtenes Gebäck aus Hefeteig 2
Schlingel; Lausbub
strikt dato Adj. strikter; strikteste ganz
genau; streng; ohne Abweichung »die
strikte Einhaltung der Regeln«
strikte: Adv. [selten] äußerst strikt,
strengstens; ohne Ausnahme od. Ab¬
weichung
Strik|ti|pn: dato /strikzion/ die; - ; -en
meist Med.> Zusammenziehung
strin|gent dato Adj. stringenter; strin¬
genteste bündig; zwingend; auJTgrund
logischer Folgerichtigkeit einleuch¬
tend »eine stringente Argumentation«
Strin|genz: dato die; - ; - logisch folge¬
richtige Handlung, Beweisführung;
Nachvollziehbarkeit von Denkstruk¬
turen u. ä. »Die Stringenz der Argu¬
mentation war überzeugend.«
Strip: (englo /ßtrip u. Strip/ der; -s; -s 1
kurz Jur Striptease = reizvolles Ent¬
kleiden von einer Person mit Musik¬
untermalung »Der Strip der Tänzerin
auf der Bühne wurde von Musik
begleitet.« 2 selbstklebendes Wund¬
pflaster, das einzeln eingepackt ist
Strip|pe: die; - ; -n 1 (ugs.j recht dün-
ne(s), schmucklose(s) Band, Tau,
Schnur »Er band noch eine Strippe um
das Paket.« 2 <übertr.> a) Telefon b)
an der Strippe hängen; sich an die
Strippe hängen: [ugs.] telefonieren;
mit dem Telefonieren beginnen c)
jmdn. an der Strippe haben: mit
jmdm. am Telefon sprechen d) jmdn.
an die Strippe kriegen, bekommen:
(versuchen,) eine Person per Telefon
(zu) sprechen, telefonisch (zu) errei¬
chen
striplpen: <englo /ßtrippen u. strippen/
strippst; stripptest; hast gestrippt 1
sich langsam, reizvoll (auf einer Büh¬
ne) die Kleidung (gegen Bezahlung)
ausziehen 2 <Druckw.» fotografische
Emulsionsschicht eines Stripfilms
von der Unterlage lösen u. mit ande¬
ren Filmen montieren
Stripjper: <englo /ßtripper u. Stripper/
der; -s; - weibl. Strip |pe| rin: die; - ;
-nen [ugs.] Striptease tanzende Per¬
son, die durch reizvolles Entkleiden
Geld verdient »Der Stripper bewegte
sich im Takt der Musik.«
iStrinltease: (englo /ßtriptis/ der u. das;
- ; - a) erotische Entkleidung b) Ent¬
kleidungsvorführung in Nachtloka-
1119
Stripteaselokal
len »Die Tänzerin zeigte, voUföhrte ei¬
nen Striptease.« c) [scherzh.] (meist
seelisch) Entblößung
StripIteasellolkali tengl.-ameriko /ßtrip-
tis-/ das; -(e)s; -e Bar od. Nachtlokal
mit Stripteasevorführungen »Das
Stripteaselokal lag im Vergnügungs¬
Viertel der Stadt.«
Striplteaseltänlzer <engl.-amerik.>
/ßtriptis-/der; -s; ~ weibl. Strip|tease|-
tän|ze|rin: die; - ; -nen Person, die
durch reizvolles Entkleiden Geld ver¬
dient »Der Strippteasetänzer bewegte
sich im Takt der Musik.«
strit|tig: Adj. ungeklärt; fraglich; nicht
eindeutig beantwortet »Die strittige
Frage muß in einem weiteren Gespräch
geklärt werden.«
StrK: Abk. <Rechtsw.> Strafkammer
Stro|bo|skop —» Stro|bo|s|kop: <gr.-
lat.> das; -(e)s; -e (Physik; Optik) a)
optisches Gerät in Zylinder- od.
Scheibenform zur Beobachtung od.
Messung periodisch schnell veränder¬
licher Vorgänge »Durch das Strobo¬
skop erscheinen die Einzelfotos wie ein
Bewegungsablauf.« b) optisches Ge¬
rät, das Lichtblitze in meßbar verän¬
derlicher Frequenz aussendet, um
schnelle Bewegungen scheinbar zu
verlangsamen od. stehenbleiben zu
lassen
Stroh: das; -(e)s; - 1 getrocknete Ge¬
treidehalme u. ä. »Der Stallboden
wird mit Stroh abgedeckt.« 2 Stroh im
Kopf haben: [ugs.] wenig Verstand
haben, dumm, dämlich sein »Sie hat
nur Stroh im Kopf.«
Stroh|bal|len: der; -s; - zu Rollen od.
Quadern gepreßte Halme des abge-
emteten, getrockenten Getreides
»Die Strohballen werden in der
Scheune gelagert.«
stroh|blpnd: Adj. <Haar> hellblond; in
der Farbe von hellem Stroh »Das
Mädchens hatte strohblondes Haar.«
Stroh|blu|me: die; - ; -n a) Blume aus
der Familie der Immortellen (z. B.
Immerschön od. Fuhrmannsröschen)
Die Strohblume ist ein Korbblütler.«
b) Blume, die sich durch Trocknung,
Bearbeitung lange aufbewahren läßt
Stroh|dach: das;-(e)s; -dächer alte, tra¬
ditionelle Dachabdeckung aus Hal¬
men abgeernteten Getreides
stroh|dumm: Adj. strohdümmer; stroh¬
dümmste [ugs.] unintelligent; nicht
schlau; sehr dumm
Stroli|feu|er. das; -s; - 1 Verbrennen
von Halmen des abgeemteten Getrei¬
des, hell u. kurz auflodernd, aber
schnell verlöschend »Im Strohfeuer
wurden früher die Kartoffeln gegart.«
2 <übertr.> kurz aufloderndes Inter¬
esse an einer Sache od. an einer Per¬
son
Strohjhalm: der; -(e)s; -e 1 Stengel od.
Halm des abgeernteten Getreides 2
Trinkhalm; Röhrchen aus Kunststoff
od. Stroh zum Heraufsaugen von Ge¬
tränken aus Gläsern »Er sog die Li¬
monade durch den Strohhalm.« 3 über
einen Strohhalm stolpern: 1. über
eine Kleinigkeit fallen 2. an einer
Kleinigkeit scheitern 4 a) nach dem
rettenden Strohhalm greifen: einen
letzten, wenn auch wahrscheinlich
vergeblichen Rettungsversuch aus¬
nutzen b) sich an einen Strohhalm
klammern: die Hoffnung auf eine un¬
wahrscheinliche Rettung setzen
Stroh|hau|fen: der; -s; ~ zu einem Berg
aufgeschüttetes Stroh »Die Kinder
sprangen immer wieder von oben in den
Strohhaufen.«
stro|hig: Adj. 1 laff u. nach nichts
schmeckend; holzig »Der Spargel
schmeckt strohig.« 2 spröde u. stör¬
risch; wie Stroh erscheinend »Das lan¬
ge Haar war durch die Dauerwelle
strohig geworden.«
Stroh|mann: der; -(ejs; -männer a) Per¬
son, die offiziell eigenständig, in
Wirklichkeit aber im Auftrag einer
anderen Person handelt »Er suchte
sich einen Strohmann für seine windi¬
gen Geschäfte.« b) Person, die für eine
andere Person etw. z. B. einen Vertrag
unterschreibt
Stroh|stern: der; -(e)s: -e aus Halmen
sternförmig zusammengesetzter tra¬
ditioneller Weihnachtsbaumdekorati¬
on »Der Strohstern krönte den Weih¬
nachtsbaum.«
stroh|trocken (stroh|trok|ken —»
stroh[tro[cken): Adj. [ugs.] extrem
trocken; völlig ohne Feuchtigkeit
»Der Waldboden ist nach dem heißen
Sommer st roh trocken.«
Stroh|wisch: der; -(e)s; -e aus getrock¬
netem Stroh fest zusammengedrehtes,
handgroßes Bündel »Der grobe
Schmutz wird mit einem Strohwisch
vom Pferd heruntergeputzt.«
Stroh|wit|wer: der; -s; - weibl. [selten]
Stroh|wit|we: die; - ; -n [scherzh.]
Ehemann od. Ehefrau, der/die kurz¬
zeitig ohne den Ehepartner ist; zeit¬
weilig vom Ehepartner verlassener
Mann od. verlassene Frau
Strolch: der; -(e)s; -e 1 Person, Tier,
die/das ziellos u. planlos umherzieht
»Der streunende Hund ist ein kleiner
Stroch.« 2 Mann, der unsittlich, ge¬
mein u. gewalttätig ist »Der Strolch
lief der Frau hinterher u. belästigte
sie.« 3 [scherzh.] ungezogenes, kleine¬
res Kind
Strom: der; -fe)s; Ströme 1 fließendes,
großes u. breites Gewässer 2 eine grö¬
ßere Menge von Flüssigkeit »Ströme
von Wein« 3 größere, sich fortbewe¬
gende Ansammlung, Gruppe »ein
Menschenstrom« 4 Elektrizität »Das
Radio braucht Strom.« 5 a) wider, ge¬
gen den Strom schwimmen: sich
nicht anpassen, anschließen; etw. Ge¬
genteiliges sagen od. tun b) mit dem
Strom schwimmen: sich immer an¬
passen, anschließen, nie etw. Gegen¬
teiliges sagen od. tun 6 in Strömen
flieBen: <Getränk> in mehr als ausrei¬
chender Menge gereicht, ausge¬
schenkt werden »Bier floß in Strö¬
men.«
—> Strom füh]rend: s. stromführend
strom|ab: Adv. <Geographie; Fluß) in
Richtung der Mündung »Das Motor¬
boot brauchte stromab den Motor
kaum einzusetzen.«
Strom|ab|nah|me: die; ~ ; -n (Technik)
Entnahme von Strom (4) aus einem
Stromkreislauf
Strom|ab|neh|mer: der; -s; - weibl.
Strom|ab|neh|me|rin: die; - ; -nen 1 a)
nur männl. Form Gerät, das Strom (4)
aus einem Stromkreislauf entnimmt
b) Person, die Strom (4) aus einem
Stromkreislauf entnimmt; Kunde/
Kundin eines Elektrizitätswerkes 2
(Technik) Bügel auf elektrisch betrie¬
benen Fahrzeugen zur Stromabnah¬
me »Die Stromabnehmer auf der Stra¬
ßenbahn u. auf dem Schienenbus müs¬
sen regelmäßig gewartet werden.«
strom|ab|wärts: Adv. (Geographie;
Fluß) in Richtung der Mündung (flie¬
ßend, fahrend) »Das Motorboot
brauchte stromabwärts den Motor
nicht einzusetzen.«
strom|auf)wärts: Adv. (Geographie;
Fluß) in Richtung der Quelle
(schwimmend, fahrend) »Das Segel¬
motorboot mußte stromaufwärts den
Motor benutzen, weil die Strömung zu
stark wurde.«
strö|men: strömt; strömte; ist geströmt
a) in einer fließenden Bewegung sein
»Der Rhein strömt durch das Tal.« b)
(Flüssigkeit; Gas; kleinteiliger Fest¬
stoff) in eine festgelegte Richtung flie¬
ßen »Die Luft strömt aus dem geöffne¬
ten Ventil des Reifens.« c) (Massenbe¬
wegungen von Menschen) sich zielge¬
richtet, fließend bewegen »Die Men¬
schenmassen strömen in die Ausstel¬
lung.«
Strom|er|zeu|geR der; -s; - weibl.
Strom|er|zeu|ge|rin: die; - ; -nen a)
Firma, die Strom (4) herstellt u. ver¬
treibt »Die Stromerzeuger haben be¬
schlossen, die Strompreise der Situati¬
on anzupassen.« b) nur männl. Form
(Technik) Motor, Generator o. ä.;
Gerät zur Stromherstellung
strom|füh|rend —* Strom fühjrend:
Adj. n. stg. (leitendes Material) Strom
(4) leitend, transportierend, beinhal¬
tend; unter Strom (4) stehend »Das
stromführende Kabel muß markiert
werden.«
Strom|ka|bel: das; -s; - (Technik) iso¬
lierter, umhüllter, leitender Draht,
der zum Stromtransport benutzt wird
»Das Stromkabel führt den Strom zur
Lampe.«
Strom|ko|sten —» Stromjkos|ten: die
(PI.) für die Stromentnahme zu ent¬
richtende Gelder »Die Stromkosten
werden durch die schlechte Stromaus¬
nutzung in die Höhe getrieben.«
Strom|kreis: der; -es; -e (Physik; Tech¬
nik) geschlossener Kreislauf, in dem
über Leiterbahnen elektrische Ströme
fließen u. verbraucht werden »Der
Stromkreislauf kann durch einen Kipp¬
schaltergeschlossen werden.«
Strom|K|nie: die; • ; -n (Physik) Darstel¬
lung der Strömungsfelder durch die
stationäre Bewegungen der Flüssig¬
keitsteilchen
Strom|li|ni|en|form; die; ~ ; -en (Physik;
Technik) eiförmige bis längliche
Form, die gasförmigen od. flüssigen
Stoffen od. Körpern bei einer Bewe¬
gung möglichst wenig Widerstand
entgegensetzt
strom|li|ni|enjför|mig: Adj. (Physik;
Technik) eine eiförmige bis längliche
Form besitzend, die gasförmigen od.
flüssigen Stoffen od. Körpern mög¬
lichst wenig Widerstand entgegen¬
setzt »Die Karosserie des Autos ist
stromlinienförmig.«
1120
Strunk
Strom|netz: das; -es; -e <Technik> Zu¬
sammenschluß von Stromerzeugern
u. Stromabnehmern in einem weitver¬
zweigten System, das durch überirdi¬
sche u. unterirdische Stromleitungen
verbunden wird
Strom|rech|nung: die; - ; -en Aufstel¬
lung der zu begleichenden Kosten, die
infolge des Energieverbrauches ent¬
standen sind »Die Stromrechnung ist
niedriger als letztes Jahr.«
Strom|re|gu|lie|iung: die; ~ ; -en (Tech¬
nik) Einteilung, Regulierung der zu¬
geführten Stromstärken in einen
Stromkreislauf »Die Stromregulie¬
rung kann stufenlos eingestellt wer¬
den.«
Strom|8chlag: der; -(ejs; -schlage (Phy¬
sik; Technik) elektrischer Stromstoß
(mit schwerwiegenden gesundheitli¬
chen Folgeschäden), der durch unbe¬
absichtigtes Berühren von stromfüh¬
renden Gegenständen o. ä. ensteht
Strom|schnel|le: die; -; -n durch Veren¬
gungen od. Gefalle erhöhte Fließge¬
schwindigkeit von Gewässern
Strom|stär|ke: die; - ; -n (Physik; Tech¬
nik) meßbare Menge der Ströme, die
durch ein leitfähiges Material inner¬
halb einer festgelegten Zeitspanne
fließen »Die Stromstärke kann durch
einen Regler eingestellt werden.«
Strom|stoß: der; -es; -stoße (Physik;
Technik) kurzer Impuls von elektri¬
schem Strom »Der Stromstoß wurde
benutzt, um die Motoren anzutreiben.«
Strö|mung: die; - ; -en 1 zielgerichtete
Fließbewegung von gasförmigen,
flüssigen od. kleinteiligen Stoffen
»Die Strömung des Rheins ist an vielen
Stellen sehr tückisch.« 2 zeitbedingte
Bevorzugung od. Erscheinung einer
Richtung in der Mode, Malerei, De¬
sign o. ä.
Ströjmungs[ge|schwin|dig|keit: die; - ;
-en Schnelligkeit, die in der Fließbe¬
wegung von Stoffen gemessen wird,
mit der etw. fließt »Die Strömungsge¬
schwindigkeit wird durch den Wasser¬
druck bestimmt.«
strö|mungs|gün|stig —» strö|mungs|-
günsjtig: Adj. den fließenden Stoffen
möglichst wenig Widerstand entge¬
gensetzend
Stromtverjbrauch: auchder; -(e)s; -
(Physik; Technik) Menge des Stro¬
mes, elektrischer Energie, der/die für
den Betrieb von Maschinen u. Gerä¬
ten benötigt wird
Strpm|ver]sor|gung: die; - ; -en (Physik;
Technik) Bereitstellung von elektri¬
scher Energie
Strom|zäh|ler: der; -s; - (Physik; Tech¬
nik) Meßgerät zur Bestimmung des
Stromverbrauches
Stron|ti|um: /ßtronzium u. stronzium/
das; -s; - (Chemie) Leichtmetall; che¬
misches Element
Stro]pha: <gr.-lato /strpfe/ die; - ; -n (Li-
teraturwiss.) sich in gleicher Form
wiederholender Liedteil, Gedichtab¬
schnitt »Das Gedicht besteht aus fünf
Strophen.«
Strp|phen|an|fang: <gr.-lat.; du
/strofen-/ der; -(e)s; -anfänge (Litera¬
turwiss.) Beginn einer Strophe inner¬
halb eines Gedichtes od. Liedes
Strp|phen|bau: <gr.-lat.; du /strofen-/
der; -(ejs; - (Literaturwiss.) (inhaltli¬
che, grammatikalische) rhythmische
0. ä. Struktur eines lyrischen Textes
Strp|phen|en|de: <gr.-lat.; dto /strpfen-/
das; -s; -n (Literaturwiss.) Abschluß
einer Strophe innerhalb eines Gedich¬
tes od. Liedes
Strp|phen|forin: <gr.-lat.; du /strpfen-/
die; - ; -en (Literaturwiss.) Aufbau ei¬
nes Abschnittes innerhalb eines lyri¬
schen Textes »Eine typische Strophen¬
form ist der Vierzeiler.«
strplphisch: <gr.-lato /strpfisch/ Adj. n.
stg. (Literaturwiss.) in festgefügte (in¬
haltliche, grammatikalische) rhyth¬
mische o. ä. strukturelle Abschnitte
untergliedert »Das Gedicht wird stro¬
phisch in vier Abschnitte unterteilt.«
strot|zen: strotzt; strotztest; hast
gestrotzt 1 besonders viel aufweisen;
bis kurz vor dem Platzen gefüllt sein 2
angeben; prahlen
strub|be|lig/strubb|lig: Adj. (meist
Haar> [ugs.] unordentlich, wirr u. wild
zerzaust »Das Fell des Hundes war
strubblig.«
Strujdel: der; -s; - 1 (Geographie) Was¬
serwirbel, der durch seinen Sog einen
Trichter bildet »Der Strudel zog im¬
mer wieder kleine Boote in die Tiefe
herab.« 2 traditionelle Mehlspeise
(aus der Alpenregion), die dünn aus¬
gerollt, mit Obst od. Quark gefüllt zu
einer Rolle geformt u. gebacken wird
Stru|del|kopf: der; -(ejs; -köpfe [veralt.]
Person, die wirr redet »Der Strudel¬
kopf schwafelt die ganze Zeit über die
Gefährlichkeit des Regenwurms.«
Stru|del|wurni: der; -(ejs;-wärmer (Zo-
01. ) Plattwurm, der (meist) im Wasser
od. in Feuchtgebieten lebt u. sich
durch feine Bewimperung kriechend¬
gleitend od. schwimmend fortbewegt
struk|tjv: dato /ßtruktif u. struktif/zl*//.
[geh.] das innere Gefüge, die einzel¬
nen Funktionen deutlich darstellend
Struktur: dato die; - ; -en Bau, Aufbau,
innere Gliederung eines Ganzen
Struk|tu|ra|lis|rmis: dat.-fro der; - ; - 1
Wissenschaftstheorie der Geisteswis¬
senschaft, die Strukturbildung nicht
aus dem geschichtlichen Prozeß her¬
aus deutet, sondern von der immer
gleichen, durch Zeiteinflüsse nicht
veränderten Struktur des Geistes aus¬
geht »Die Offenlegung der Strukturen
von Sprache, Denken u. Beziehungen
des menschlichen Geistes ist Aufgabe
des Strukturalismus.« 2 (Sprachwiss.)
sprachwissenschaftliche Theorie, die
von einer synchronen Betrachtung
der Sprache ausgeht u. diese mit na¬
turwissenschaftlichen Methoden zu
beschreiben sucht »Die Gegebenheiten
der Sprachen aller Menschen sind für
den Strukturalismus maßgeblich.«
Stnik|tu|ra|list: dat.-fro der; -en; -en
wem. Strük|tu|ra|li]stin —> Struk|tuj-
ra|lis|tin: die; - ; -nen Person, die die
Wissenschaftsteorie Strukturalismus
vertritt
struk|tu|ni|li|stisch —> struk|tu|ra|lis|-
tisch: dat.-fro Adj. n. stg. a) bezogen
auf den Strukturalismus als Wissen¬
schaftstheorie, ihn betreffend, ihm
zuzuordnen b) bezogen auf den
Strukturalismus als sprachwissen¬
schaftliche Theorie, ihn betreffend,
ihm zuzuordnen
Struk[turfän|de|rung: dat.; du die; - ;
-en Erneuerung, Umbau der Bezüge
von Einzelelementen untereinander
(z. B. in Betrieben, Gewerben, Politik,
Gesellschaft) »Die Strukturänderung
■ im Ruhrgebiet verlangte große An¬
strengungen.«
struk{tu|reU: dat.-fro Adj. a) eine be¬
stimmte Gliederung habend; die
Struktur betreffend »Der strukturelle
Aufbau dieser Systematik ist nicht
eindeutig.« b) (Sprachwiss.) auf einer
bestimmten Theorie des Sprachauf-
baus aufbauend
stmk|tu|fie|ren: dato strukturierst;
strukturiertest; hast strukturiert Ord¬
nungen, Zusammenhänge u. Gliede¬
rungen aufzeigen od. awfbauen »Die
Fassade wird durch die Gesimse struk¬
turiert.«
Struk|tu[rie|rung: dato die; - ; -en 1 fest¬
gelegte Systematik, Ordnung od.
Gliederung unter bestimmten Krite¬
rien 2 Einordung in eine festgelegte
Systematik, Ordnung od. Gliederung
unter bestimmten Kriterien »Die
Strukturierung einer Arbeit läßt die
Arbeitsabläufe deutlich sichtbar wer¬
den.«
Struk[tur]kri|se: dat.; gro die; - ; -n
(Wirt.) negative Entwicklung inner¬
halb eines Wirtschaftsbereiches durch
eine fehlende Übereinstimmung von
Angebot u. Nachfrage
Struk|Ujrjre|form: dat.; fro die; - ; -en
Neuordnung eines politischen, be¬
trieblichen, wirtschaftlichen o. ä.
Aufbaus »Die Strukturreform ermög¬
licht eine Umverteilung der wirtschaft¬
lichen Betriebsmittel.«
struk|tur|schwach: dat.; du Adj. struk¬
turschwächer; strukturschwächste
(Wirt.) durch fehlende Übereinstim¬
mung von Werktätigen u. Arbeits¬
plätzen gekennzeichnet; industriell
unterwickelt od. fehlentwickelt
Struk|tur|wanldel: dat.; du der; -s; -
Neuordnung eines politischen, be¬
trieblichen, wirtschaftlichen o. ä.
Aufbaus »Der Strukturwandel vollzog
sich in wenigen Jahren.«
Stru|ma: dato die; • ; Strumen u.
Strumae (Med.) Vergrößerung,
Kropfbildung (meist der Schilddrüse)
Strumpf: der; -(e)s; Strümpfe paarweise
benutztes Bekleidungsstück aus Na¬
tur- od. Kunstfasern für Fuß u. Bein
Strumpf|band: das; -(ejs; -bänder ela¬
stisches Gummi zum Halten eines
Strumpfes »Das Strumpfband war mit
dem Strumpf heruntergerutscht.«
Strumpf|ho|se: die; - ; -n enganliegende
Hose aus Natur- od. Kunststoffasern,
die von den Füßen über die Beine bis
hin zur Hüfte reicht »Die Strumpfhose
aus Nylon hat schon wieder eine Lauf¬
masche.«
Strumpf)wa|ren: die (PI.) (Handel)
Kleidungsstücke, die eng anliegend
direkt über Füße u. Beine gezogen
werden
Strunk: der; -(ejs; Strünke 1 trockener,
holziger Teil eines Gewächses; abge¬
storbener Baumstamm od. Strauch o.
ä. »Der Strunk ragte aus dem Boden.«
2 Inneres, Überrest eines verzehrten
1121
struppig
Gemüses od. Salates, das/der nicht
gegessen werden kann
strup|pig: Adj. <meist Haare> äußerlich
zerzaust, unordentlich u. leicht unge¬
pflegt »struppiges Fell«
Struwjwel|kopf: der; -(ejs;-köpfe a) un¬
ordentliches, nicht gekämmtes Haar
»Der Struwwelkopf war blond ge¬
färbt.« b) Person, die unordentliches,
ungekämmtes Haar hat
Strych|nin: <gr.-lat.-fr.) /strichnin u.
ßtrichnin/ das; ~ : - indisches Gift, das
in kleinen Mengen heilende Wirkung
hat, in großer Dosis jedoch tödlich ist
Stübjchen: das; -s; - 1 kleiner Raum
»Die Magd wohnte in einem kleinen
Stübchen.« 2 (hist.) Maß für Flüssig¬
keiten »Der Bauer maß die Milch mit
einem Stübchen ab.«
Stujbe: die; - ; -n a) (gemütliches) Zim¬
mer; Raum b) gute Stube: Wohnzim¬
mer
Stujben|äl|te|ste —» Stu|ben|äl)tes|te:
der u. die; -n; -n (mit unbestimmtem
Art.: ein Stubenältester; eine Stuben¬
älteste; zwei Stubenältestej Person,
die in einer Gruppe od. einer Wohn¬
gemeinschaft die Verantwortung
übernimmt »Die Stubenälteste
schimpfte mit den Zimmergenossin¬
nen, da die Betten noch nicht gemacht
waren.«
Stu|ben|ar|rest: der; -(e)s; -e Verbot,
das angewiesene Zimmer, das Haus
zu verlassen »Der Junge erhielt für die
zerbrochene Fensterscheibe drei Tage
Stubenarrest.«
Stu|ben|dienst: der; -(ejs; -e 1 (meist
Milit.) Aufgabenbereich, der das Auf¬
räumen der Räume umfaßt »Der Stu¬
bendienst wird jede Woche neu
eingeteilt.« 2 Soldatfen), der/die den
Stubendienst (1) versehen
Stu|benfflie|ge: die; - ; -n <Zoob Fliege¬
nart, die sich überwiegend von Nah¬
rungsresten, Dung usw. ernährt, auch
als Krankheitsüberträger bakterieller
Infektionen gilt, auch Hausfliege ge¬
nannt
Stu|ben|hocfcer (Stu|ben|hok(ker —»
Stu|ben|ho)ckei): der; -s; - [ugs.;
abwert.] Person, die sich mit Vorliebe
in Räumen aufhält, unbeweglich u.
unsportlich ist, nicht gerne etw. un¬
ternimmt, nicht gerne ausgeht
Stujben|mäd|chen: das; -s; - 1 Frau,
die im Hotelgewerbe die Zimmer sau¬
ber u. ordentlich hält, die Betten
macht, Handtücher bringt, aufräumt
»Das Stubenmädchen trug das Ge¬
schirr hinaus.« 2 [veralt.] junge Frau,
die als Angestellte in einer Familie im
Haushalt arbeitet »Das Stubenmäd¬
chen legte die Wäsche zusammen.«
Stuck: dt.> der; -(e)s; - <Bauw.) 1 leicht
formbarer Werkstoff aus Kalk, Gips,
Sand u. Wasser »Der Stuck trocknet
durch die Verdunstung des Wassers.«
2 Decken- u. Wandplastiken aus
Stuck (1)
Stück: das; -fe)s; -e 1 a) Teil eines Gan¬
zen »ein Stück von dem Kuchem b)
Teil einer Sammlung, einer Art »ein
wertvolles Stück ♦ ein Stück Zucker« 2
<Theater; Fernsehern Aufführung
»ein lustiges Stück« 3 im, am Stück:
[landsch.] nicht zerteilt, nicht ge¬
schnitten »Ich möchte eine Salami am
Stück.« 4 in, an einem Stück: l. [ugs.]
fortwährend, ohne Pause »Sie redete
eine Stunde an einem Stück.« 2.
[scherzh.] gesund u. unverletzt 5 in
Stücke gehen: [ugs.] kaputt gehen
»Das Glas fiel ihr aus der Hand u. zer¬
sprang in (1000) Stücke.« 6 mein, un¬
ser bestes Stück: [ugs.] mein, unser
Liebstes, Liebste, Liebster, Bestes,
Beste, Bester »Oma hilft immer, sie ist
unser bestes Stück.« 7 ein starkes, tol¬
les Stück (sein): [ugs.] eine Frechheit,
Zumutung, Unverschämtheit (sein)
Daß er sie ständig betrügt, ist schon
ein starkes Stück.« 8 sich für jmdn. in
Stücke reißen lassen: [ugs.] alles für
jmdn. tun »Die Eitern würden sich für
ihre Kinder in Stücke reißen lassen.« 9
aus freien Stücken: ohne Zwang, von
sich aus, freiwillig »Er gab das gestoh¬
lene Geld aus freien Stücken zurück.«
10 große Stücke auf jmdn. hatten:
große Wertschätzung für jmdn. emp¬
finden »Der Chef hielt große Stücke
auf seine Sekretärin.« 11 nur ein
Stück Papier sein: ein wertloser Ver¬
trag, wertloses Geld o. ä. sein 12 sich
ein Stück leisten: [ugs.J etw. Dummes
anstellen, eine Frechheit begehen
Stück|ar|beit: die; - ; - 1 Arbeit, die
nach Stückzahlen, -Produktion be¬
zahlt wird; Akkordarbeit »Die Stück¬
arbeit verlangte eine fest gelegte An¬
zahl an gefertigten Werkstücken pro
Stunde.« 2 Flickwerk; nicht zusam¬
menhängende, nicht sorfaltig ausge¬
führte Gesamtarbeit
—> Stulckalteur/Stulckalteulrin: s.
Stukkateuren)
stückeln (stükjkeln —» stü|ckein):
stückelst; stückeltest; hast gestückelt
[abwert.] aus Einzelteilen unsachge¬
mäß eine Gesamtheit zusammenset¬
zen »Die Wohnungseinrichtung ist aus
vielen Einzelteilen gestückelt.«
stückeflos (stük|kejlos —*■ stü|cke|los):
Adj. n. stg. (Wirt.) komplett; zusam¬
menhängend; nicht in verschiedene
Wertpapiere aufgeteilt »Die Summe
soll stückelos in einem Schein dem
Kunden ausgehändigt werden.«
Stücke|lung/Stück|(ung (Stük|ke|lung
—» Stü)cke|lung): die; - ;~-en 1 das
Zusammensetzen von Einzelteilen zu
einem Ganzen 2 (Wirt.; Bankw.> Auf¬
teilung von Geldmengen od. Wertpa¬
pieren in unterschiedliche Nennwerte
Stücklgut das; -(ejs; -guter Paket, Ki¬
ste, Container, Ware o. ä., die als ein¬
zelnes Stück transportiert wird
stuckiejren (stuk|kie|ren —> stu|ckie|-
ren): stuckierst; stuckiertesl; hast
stuckieru Bauw.) mit Stuckplastik(en)
versehen »Die Wände werden aufwen¬
dig stuckiert.«
Stück|kurs: der; -es; -e <Bankw.; Börse;
Wirt.) aktuelle Kursfestlegung an der
Börse für je ein Wertpapier in Lan¬
deswährung in kleinster Stückelung
»Der Stückkurs ist in seiner Notierung
gegenüber dem Vortag um zwei Punkte
gestiegen.«
Stück|no|tie|rung: die; - ; -en (Bankw.;
Börse) Börsennotierung in Stück für
je ein Wertpapier in der Landeswäh¬
rung »Die Stücknotierung der Aktie
wurde nach der Bekanntgabe der Bi¬
lanzen mit Spannung erwartet.«
Stückpreis: der; -es; -e Geldmenge, die
für ein einzelnes Exemplar eines Wa¬
renguts entrichtet werden muß
stück|wei|se: Adv. Stück für Stück; alle
Teile einzeln »Die Kartoffeln wurden
in Notzeiten stückweise verkauft.«
Stück|zahb die; - ; -en (Wirt.) a) inner¬
halb eines festgeiegten Zeitraums her¬
gestellte Warenmenge »Die Stückzahl
konnte durch Automatisierung inner¬
halb eines Jahres verdreifacht
werden.« b) Anzahl der Exemplare (in
einer Packung)
Stud.: Abk. a) Student(in) b) Studieren¬
de c) Studium
stud.: Abk. studentisch
Stu|dent: der; -en; -en weibl. Stu|don]tin:
die; - ; -nen Schüler(in) einer Hoch¬
schule, Universität; Person, die sich
in einer Hochschul-, Universitätsaus¬
bildung befindet »Für Studenten gibt
es hier eine Eintrittsermäßigung. ♦ Stu¬
dent (in) der Medizin, Wirtschaftswis¬
senschaften«
Stu|den]ten|aus|wels: dal.; dt.> der; -es;
-e Dokument, das den Inhaber als
Studierenden an einer Hochschule
ausweist
Stujdenjtenjbu|de: (lat.; du die; - ; -n
[ugs.} kleine(r) Wohnung od. Raum,
die/der von einem Studenten gemietet
wurde (u. einfach eingerichtet ist)
Die Studentenbude liegt nahe bei der
Universität.«
Stujden|ten|futtter: <lat.; du das; -s; -
(Speise) Knabbermischung aus Rosi¬
nen u. verschiedenen Nüssen
Stu|den|ten|schaft: dat.) die; - ; -en (PI.
s.j alle (eingeschriebenen) Studenten
(einer Universität)
Stu]den|ten|verfbin|dung: dat.; dl.) die;
- ; -en straff organisierte Gemein¬
schaft von Studenten zur Förderung
von Studentenbräuchen u. Studen¬
teninteressen
Stu|den|ten|wolin|heim: dat.; dt» das;
-(ejs; -e Gebäude, in dem viele kleine
Studentenwohnungen od. einzelne
Räume eingerichtet wurden, meist
mit gemeinsam zu nutzenden Wasch-
u. Kochgelegenheiten »Das Studen¬
tenwohnheim lag am Rande der
Stadt.«
stu|den[tiscti: dat.) Adj. n. stg. a) von
Studenten organisiert, getragen usw.
Der studentische Aufstand auf dem
Platz wurde niedergeschlagen.« b) An¬
gelegenheiten der Studenten betref¬
fend; Studenten zuzuordnen
Stujdie: dat.) /studie/ die; - ; -n (wissen¬
schaftliche) Beobachtung u. Erörte¬
rung
Stu|di|en]auf]ent|halt: dat.; dt.) der;
-(ejs; -e aj längerfristiger Aufenthalt
zu Studienzwecken an einem Ort b)
Verlegung des Studienortes (ins
Ausland)Sty]dl|en|fach: dat.; dt.) das;
-(ejs; -föcher Fachbereich, in dem ein
reguläres Studium aufgenommen u.
abgeschlossen werden kann
Stu|di|en|gang: dal.; du der; -(ejs;
-gänge regulärer, festgelegter Verlauf
eines ordnungsgemäßen Studiums
mit Vorlesungen, Prüfungen u. Exa¬
men »Der Studiengang kann nach 8
Semestern Regelstudienzeit abge¬
schlossen werden.«
1122
Stumpen
Stu|di|en|proftes|sor: <lat.> der; -s; -en
weibl. Stu|di|en[proftes|so|rin: die; - ;
-nen 1 [veralt.] Titel des Lehrperso¬
nals an höheren Schulen »Der Stu¬
dienprofessor unterrichtet die 12. Klas¬
se in dem Fach Englisch.« 2 Lehrer(in)
der Sekundarstufe II, der/die die Be¬
rechtigung hat, die fachdidaktische
Ausbildung innerhalb der Referen¬
darausbildung durchzuführen
Stu]di|en|rat: <lat.; dt.t der; -(e)s; -rate
weibl. Stu|di|en|räftin: die; - ; -nen 1
(unterster Dienstgrad, Rang des)
Lehrpersonal($) int Beamtenstatus an
Gymnasien, Kolleg- u. Berufsschulen
»Der Studienrat war schon viele Jahre
im Schuldienst.« 2 (früher DDR> Eh¬
rentitel für Lehrpersonal
Stu|di|en|rei|se: <lat.; dt.> die; - ; -n a)
Reise in sprachlich, kulturell o. ä. be¬
sonders interessante Regionen zu
Studienzwecken »Die Studienreise in
die USA war zur Vervollkommnung
der Sprachkenntnisse notwendig
geworden.« b) Reise an einen für das
Studium besonders geeigneten Ort
(im Ausland)
stu|die|ren: dat.> studierst; studiertest;
hast studiert 1 a) als Student einge¬
schrieben sein; eine Hochschule, Uni¬
versität besuchen b) an einer Hoch¬
schule, Universität eine wissenschaft¬
liehe Ausbildung erhalten, am Lehr¬
betrieb teilnehmen 2 a) sich genau mit
etw. auseinandersetzen b) sehr genau
lesen »die Speisekarte studieren«
Stu|dio: dat.-its das; -s; -s 1 kleines Ap¬
partement (Einzimmer-)Wohnung
(unter dem Dach) »Ich habe ein Stu¬
dio gemietet.« 2 Raum, in dem Film-
od. Tonaufnahmen gemacht werden
Sty]diojbüh|ne —> Stu|di|o|büh|ne:
dat.-it.; dt.> die; - ; -n <Theater> räum¬
lich kleine Theater- od. Kinobühne
»Die Studiobühne brachte vorzugswei¬
seexperimentelle Theaterstücke.«
Stu|dio|mu|si|ker —> Stu|di|o)mujsi]ker.
dat. -it.; dtj der; -s; - weibl. Stu|dio|-
mu|si|ke|rin —» Stu|di|ojmu|si|kejrin:
die; - ; -nen (Musik) Person, die (be¬
rufsmäßig) zur Unterstützung (der
Musiker) für Tonaufnahmen hinzu¬
gezogen wird, aber nicht live auftritt
Stüjdi|um: dat» das; -s; Studien IstudVn/
a) wissenschaftliche Erforschung; gei¬
stige Arbeit b) intensive Beschäfti¬
gung mit etw. c) Besuch u. Ausbil¬
dung an einer Hochschule, Universi¬
tät »ein Studium absolvieren«
Stufte: die; - ;-n 1 einzelne Einheit, Ab¬
schnitt einer Treppe »Die Treppe hat
nur fünf Stufen.« 2 (Elektroo Niveau
eines Reglers »Mit meiner neuen
Kochplatte kann ich in acht unter¬
schiedlichen Stufen kochen.« 3 Ent¬
wicklungsstadium, -etappe
Styftenjdach: das; -(e)s; -dächer
(Bauw.) Dachtypus, der sich in unter¬
schiedlich hohen u. breiten Abschnit¬
ten nach oben hin verjüngt »Das Stu¬
fendach war aus drei übereinanderlie¬
genden Etagen gebaut.«
stuftenftörjmig: Adj. n. stg. in der Form
einer Treppe »Der Weg führt stufen¬
förmig in die Höhe.«
Stuftenftühjrerjschein: der; -(e)s; -e
Fahrerlaubnis für ein Motorrad, die
nach u. nach erworben werden muß
Stuftenlleijter. die; - ; -tr a) mehrere
Trittflächen umfassende (Klapp-)
Leiter b) (übertr.) Ordnung, die hier¬
archisch gegliedert ist u. sich nach
oben hin verjüngt »Die gesellschaftli¬
che Stufenleiter zu erklimmen, ist
schwer.«
stuftenftos: Adj. n. stg. (Technik) flie¬
ßend, ohne erkennbare Übergänge
regelbar »Die Stromzufuhr ist stufen¬
losregelbar.«
Stuftenlplan: der; -(e)s; -plane voraus¬
sichtliche Entwicklung von etw. in
zeitlich, technisch o. ä. genau be¬
stimmten Einheiten »Der Stufenplan
sah eine Produktionssteigerung von
fünf Prozent im nächsten Jahr vor.«
stuften|wei|se: Adv. in einzelnen Ab¬
schnitten, systematisch aufeinander
aufgebaut »Die Anforderungen an die
Spieler werden stufenweise erhöht.«
Stuftung: die; - ; -en 1 Anordnung in,
Formung von Stufen »Die Stufung
des Haares muß der Kopfform ange¬
paßt werden.« 2 Vorhandensein, Exi¬
stenz von Stufen »Die Stufung läßt
das Haar fülliger erscheinen.« 3
(übertr.) Einteilung in (zeitlich aufein¬
ander folgende) Abschnitte
Stuhl: der; -(e)s; Stühle 1 Sitzmöbel
(mit vier Beinen u. Lehne) ohne od.
mit (meist ungepolsterten) Armleh¬
nen für eine Person » Wir müssen noch
einen Stuhl an den Eßtisch holen.« 2
(Med.> a) Kot b) kurz für Stuhlgang
= Vorgang der Ausscheidung von
Kot; Dannentleerung 3 der elektri¬
sche Stuhl: Stuhl, auf dem ein zum
Tode verurteilter Mensch mittels
Strom hingerichtet wird »Der Mas¬
senmörder wurde gestern auf dem elek¬
trischen Stuhl hingerichtet.« 4 a) zwi¬
schen den, zwei Stühlen sitzen: es
sich mit den beiden (streitenden) Par¬
teien verdorben haben b) sich zwi¬
schen zwei Stühle setzen: es sich mit
beiden (streitenden) Parteien verder¬
ben S a) fast vom Stuhl fallen: [ugs.]
von etw. sehr überrascht sein b) jmdn.
vom Stuhl hauen: [ugs.] jmdn. sehr
überraschen, verblüffen 6 jmdm. den
Stuhl vor die Tür stellen, setzen:
jmdm. den Arbeitsplatz kündigen;
jmdn. entlassen »Nach 30 Jahren wur¬
de ihm der Stuhl vor die Tür gesetzt.«
Stuhlbein: das; -(ejs; -e schmaler, sta¬
biler, vertikal angebrachter Balken,
von denen meist vier die Sitzfläche ei¬
nes Stuhls in eine angemessene Sitz¬
höhe bringen
Stuhl|gang: der; -(e)s; - (Bio.> a) Vor¬
gang der Ausscheidung von Kot;
Darmentleerung »Der Stuhlgang war
immer mit Schmerzen verbunden.« a)
Kot; Produkt der Ausscheidung,
Dannentleerung
Stuhl|kan|te: die; - ; -n Ecke, (Vor¬
derkante, äußerster Rand an der
Sitzfläche eines Stuhls
Stuhljsitz: der; -es; -e 1 Sitzfläche eines
Möbels »Der Stuhlsitz war mit Kissen
gepolstert.« 2 unkorrektes Sitzverhal-
teD eines Reiters »Du hast einen Stuhl¬
sitz, heb 'die Knie nicht so hoch!«
Stuhljver|stop|fung: die; - ; -en (Med.>
träge od. nicht vorhandene Ausschei¬
dung von Kot; Dannverstopfung
»Die Stuhlverstopfung löste bei dem
Patienten Krämpfe aus.«
Stujka: Kurzw. der; -s; -s (MiliO Sturz¬
kampflugzeug = Flugzeug, das aus
dem Sturzflug heraus Punktziele zu
Wasser u. zu Land angreifen kann
Stuklkalteur —> Stulckaftew: dt.-fr.i
/stukatör/ der; -s; -e weibl. Stukfka|-
teuftin —» Stujckalteulrin: die; ~ ;
-nen a) Gipser(in); Handwerker(in),
der/die beruflich dekorativ Stuck u.
stuckähnliche Massen verarbeitet
»Der Stukkateur fertigt eine Scha¬
blone für das Gipsrelief.« b) Künstle¬
rin), der/die mit Stuck, Gips u. ä.
Plastiken anfertigt »Der Stukkateur
modelliert eine Gipsbüste.«
Stui|le: die; - ; -n [ugs.; landsch.} beleg¬
tes Butterbrot, meist zusammenge¬
klappt »Soll ich dir deine Stullen für
die Schule schmieren?«
Stuljpe; die; ~ ; -n a) Ärmelaufschlag b)
über den Schuhen getragener Über¬
zug in Form eines fußlosen Strumpfes
stumm: Adj. 1 a) nicht fähig zu sprechen
»Das Kind ist von Geburt an stumm.«
b) nicht sprechend »Er blieb auf meine
Vorwürfe hin stumm.« 2 (Kartogra¬
phie) [fachsprl.) ohne Beschriftung,
Legende o. ä. 3 (Med.) a) trotz vor¬
handener gesundheitlicher Störung
keine Symptome aufweisend b) selbst
nicht krank, aber Viren o. ä. weiterge¬
bend 4 stummer Dienen speziell ge¬
formte, dem menschlichen Körper
nachempfundene Kleiderablage »Er
hängte Hemd u. Hose auf den stummen
Diener.« 5 a) stumm sein, bleiben
wie ein Grab: [ugs.] 1. nichts sagen 2.
nichts verraten b) stumm sein wie ein
Fisch: [ugs.] nichts sagen
Stum|mei: der; -s; - nicht mehr funkti¬
onsfähiger Rest eines länglichen Ge¬
genstandes od. von Körperteilen,
Gliedmaßen »Er drückte den Stummel
der Zigarette aus.«
Stum|melftu6: der; -es; -fuße (m. PI.)
(Zool.) zurückgebildeter Fuß; fu߬
ähnliches Gebilde (insbesondere bei
wirbellosen Tieren) zur Fortbewe¬
gung »Der Stummelfuß der Riesen¬
schlange ist noch ansatzweise zu erken¬
nen.«
Stummftilm: der; -(e)s; -e (meist hist.)
Film, der aus technischen od. gestal¬
terischen Gründen auf Töne verzich¬
tet »Der Stummfilm wird im Kino oft
durch einen Orgelspieler musikalisch
begleitet.«
Stummftieit: die; - ; -1 fehlende Fähig¬
keit, Laute u. Sprache zu artikulieren
2 Zustand, in dem jmd. od. ein Tier
keine Äußerung von sich gibt, ob¬
wohl dies technisch od. körperlich
nicht zu begründen ist
Stumjpen: der; -s; - 1 [landsch.] abge¬
storbener, kurz über den Boden her¬
ausragender Baumstumpf »Das Pferd
war über den Stumpen gefallen u. hatte
den Reiter abgeworfen.« 2 Gegen¬
stand, Werkstück aus filzähnlichen
Stoffen, die/der/das zu einer Kopfbe¬
deckung verarbeitet wird »Der Stum¬
pen wird auf eine Form gezogen u.
getrocknet.« 3 heruntergebranntes Zi¬
garrenende; kurze Zigarrensorte
»Der Mann hatte einen Stumpen im
Mund.« 4 [landsch.; abwert.] gedrun-
1123
Stümper
gen wirkender Mann von kleiner,
runder Statur »Da kommt der Stum¬
pen wieder auf seinen kurzen Beinen
angetippelt.« 5 [landsch.] Stumpf,
Rest von Gliedmaßen nach einer Am¬
putation
Stüm|per: der; -s; - ungeschickter Laie
Stümjpejrei: die; - ; -en a) schlechtes,
nicht fachgerechtes Ausfuhren von
Arbeiten »Die Wand ist schief hochge¬
zogen worden, so eine Stümperei!« b)
schlechte, nicht fachgerechte Arbeit
»Diese Stümperei werde ich nicht be¬
zahlen!«
stüm|per|hafb Adj. stümperhafter;
stümperhafteste [abwert.] nicht fach¬
gerecht od. sachgerecht ausgeführt
Stumpf: der; -(ejs; Stümpfe nicht mehr
funktionsfähiger Rest eines längli¬
chen Gegenstandes od. von Körper¬
teilen, Gliedmaßen »Der Stumpf des
Armes wurde Jur die Prothese banda¬
giert.« Syn.: Stummel
stumpf: Adj. stumpfer; stumpf(e)ste 1
weder spitz noch scharf »ein stumpfes
Messer« 2 nicht glatt u. nicht glän¬
zend »stumpfe Haare«
Stumpfheit: die; - ; - abgerundeter Zu¬
stand eines normalerweise zugespitz¬
ten od. geschärften Gegenstandes
Stumpfsinn: der; -(e)s; -1 geistiger Zu¬
stand, in dem Menschen nicht mehr
od. nur sehr langsam auf ihre Umwelt
reagieren; Reaktionslosigkeit »Die al¬
te Frau fiel langsam in Stumpfsinn,
weil niemand sie mehr besuchte.« 2 Ei¬
genschaft, geistig beschränkt zu sein 3
[ugs.] unsinnige Dinge; nicht logische
Sachen »Er redet dauernd Stumpf¬
sinn.«
stumpf|sin|nig: Adj. 1 nicht intelligent
»ein stumpfsinniger Gesichtsaus¬
druck« 2 eintönig u. dumm »stumpf¬
sinnige Aufgaben«
Stumpf sin|nig|keit: die; ~ ; -en 1 geisti¬
ger Zustand, in dem Menschen nicht
mehr od. nur sehr langsam auf ihre
Umwelt reagieren, Reaktionslosig¬
keit »Die alte Frau fiel langsam in eine
Stumpfsinnigkeit, weil niemand sie
mehr besuchte.« 2 Eigenschaft, immer
wiederzukehren, geistig beschränkt
zu sein
stumpf|win|ke|lig/stumpf|wink|lig: Adj.
<Math.> einen breiten Winkel ausbil¬
dend, der ein Winkelmaß von über 90
Grad aufweist »Das Lattenpaar muß
stumpfwinkelig zusammengefügt wer¬
den.«
Stun|de: die; - ; -n 1 60 Minuten umfas¬
sende Zeiteinheit; 1/24 des Tages »Ich
brauche drei Stunden für die Arbeit.« 2
Unterrichtseinheit (meist 45 Minu¬
ten) »Wir haben heute zwei Stunden
Deutsch.« 3 (geeigneter) Zeitpunkt
»die Stunde der Wahrheit« 4 zur Stun¬
de: in diesem Moment; jetzt »Zur
Stunde ist noch alles unklar.« 5 von
Stund an: [veralt.] von jetzt an » Von
Stund an erwarte ich von dir, daß du
meine Entscheidungen respektierst u.
ihnen nicht zuwiderhandelst.« 6 jmds.
Stunde kommt: jmd. bekommt die
Gelegenheit, sich zu revanchieren 7
jmdm., einer Sache schlägt die
Stunde: [geh.] die Niederlage, das En¬
de von etw. od. jmdm. ist gekommen
»Auch dem Diktator wird einmal die
Stunde schlagen.« 8 jmds. letzte
Stunde, letztes Stündlein hat ge¬
schlagen: [ugs.] 1. jmd. muß sterben
»Die letzte Stunde des Familienober¬
hauptes hatte geschlagen, u. die ganze
Familie saß an seinem Sterbebett.« 2.
drohende Warnung, jmdn. hart zu be¬
strafen »Wenn ich dich noch einmal
dabei erwische, hat dein letztes Stünd¬
lein geschlagen.« 9 in einer schwa¬
chen Stunde: [ugs.] in einem Moment
der Nachgiebigkeit 10 mach es wie
die Sonnenuhr • zähl’ die heiteren
Stunden nur: Aufforderung, eine po¬
sitive Lebenseinstellung zu entwik-
keln (abgeleitet aus der lateinischen
Inschrift auf Sonnenuhren, die lautet
“Ich zähle nur die heiteren Stun¬
den.“)
Stun|den: stundest; stundetest; hast ge¬
stundet <Wirt.> eine Zahlung, Schuld¬
begleichung aufschieben »Die Bank
hat mir meinen Kredit gestundet.«
Stun|den|gias: das; -es; -gläser <hist.> al¬
tes Zeitmeßgerät, in dem immer glei¬
che Zeitabstände durch herabrieseln¬
den Sand innerhalb eines sich in der
Mitte verjüngenden Glases gemessen
werden »Das Stundenglas wurde re¬
gelmäßig umgedreht, damit die Zeit¬
messung weiterlief.« Syn.: Sanduhr
Stun|den|ho|tel: das; -s; -s [verhüll.]
Pension o. ä., die stundenweise
Räumlichkeiten an Männer u. Frau¬
en vermietet, die dort der Prostitution
nachgehen
Stun|den|ki|lo|me|ten der; -s; - (m. PI.)
[ugs.] Maß für die Geschwindigkeit,
mit der ein Verkehrsmittel sich fort¬
bewegt »Wirfuhren mit 110 Stunden¬
kilometern über die Autobahn.«
stun|den|lang: Adj. a) über einen Zeit¬
raum von mehreren Stunden; einige
Stunden anhaltend »Die Farbe wird
stundenlang trocknen.« b) <verst.> (ein
Zeitmaß übertreibend) sehr lange
»Sie hatte schon wieder stundenlang
telefoniert!«
Stun|den|lohn: der;-(e)s; -löhne Bezah¬
lung, die nach geleisteten Arbeits¬
stunden abgerechnet wird »Der Stun¬
denlohn beträgt zur Zeit für Aushilfs¬
kräfte 12 DM.«
Stun|den|plan: der; -(ejs; -pläne a) in
Monats-, Wochen- od. Stundenr¬
hythmus genau festgelegter Ablauf
von Verpflichtungen »Der Stunden¬
plan sah in der ersten Stunde Deutsch
vor.« b) Arbeits-, Unterrichtsplan o.
ä. auf einem vorgefertigten Raster
(auf Papier) »Die Stundenpläne hän¬
gen im Lehrerzimmer aus.«
Stun|den|zahl: die; ~ ; -en Summe der
geleisteten od. zu leistenden (Ar¬
beitsstunden; Anzahl der Stunden,
die etw. andauert
Stünd|lein: das; -s; - 1 Verkleinerungs¬
form von Stunde »Kommt, bleibt doch
noch ein Stündlein!« 2 jmds. letztes
Stündlein ist gekommen: [scherzh.]
jmd. kommt in nächster Zukunft in
eine mißliche Lage; etw. wird in näch¬
ster Zukunft zerstört 3 jmdm. hat das
letzte Stündlein geschlagen: jmd. ist
am Lebensende angekommen, stirbt
bald
stündlich: Adj. n. stg. a) regelmäßig zu
jeder (vollen) Stunde »Der Briefka¬
sten wird stündlich geleert.« b) immer
wieder; andauernd »Die Krankheitssi¬
tuation ändert sich stündlich.« c) fast
sofort; in nächster Zukunft »Der Tod
des Patienten kann stündlich eintre¬
ten.«
Stundung: die; - ; -en <Rechtsw.> Ge¬
währung einer zusätzlichen Frist, in¬
nerhalb der jmd. eine fällige (Ra-
ten-)Zahlung erbringen muß »Die
Nachricht von der Stundung der Rate
erleichterte den Schuldner.«
Stunk: der; -s; - [ugs., abwert.] Zank;
Auseinandersetzung; Ärger, Krach
mit jmdm. »Der Maler hat schon wie¬
der Stunk mit seinem Lehrling.«
Stunt: <engl.-amerik.> /ßtant/ der; -s; -s
sehr gefährlich erscheinende Szene in¬
nerhalb von Film, Theater od. Show,
die mit großem technischen Aufwand
u. körperlichen Hochleistungen dar¬
gestellt wird
Stuntman: <engl.> /ßtant-/ der; -s; -men
weibl. Stunt|wo|man: die; * ; -women
u. weibl. Stuntlgirl: das; -s; -s jmd.,
der als Double (anstelle des/der
Schauspieler(s)(in)) in Film u. Fernse¬
hen gefährliche, akrobatische Szenen
spielt
stu|pid/stu|pi|de: dat.-fr.i Adj. stupider;
stupideste [geh.; abwert.] a) ohne gro¬
ße geistige Beweglichkeit, Intelligenz
b) stumpfsinnig; langweilig; wenig In¬
telligenz erfordernd »stupide Arbeit«
Stu|pi|di|tät: <Iat.-fr.> die; - ; -en [geh.;
abwert.] 1 geistig nicht anspruchvol¬
ler Vorgang; sich immer wiederholen¬
der Gleichklang; Stumpfsinn »Die
Stupidität dieser Arbeit macht mich
noch wahnsinnig!« 2 geistige, verbale
u. körperliche Verhaltensweise, die
den Eindruck von Dummheit vermit¬
telt
stup|sen: stups(es)t; stupstest; hast
gestupst [ugs.; landsch.] etw. od.
jmdn. leicht, flüchtig berühren,
schubsen, stoßen »Der Hund stupste
das Kind mit seiner Schnauze an.«
stur: Adj. a) [meist abwert.] nicht von
der eigenen Meinung usw. abgehen
könnend od. wollend »So ein sturer
Kerl!« Syn.: verbissen; engstirnig; ei¬
gensinnig; dickköpfig; unnachgiebig
b) auf stur schalten: [ugs.] unnachgie¬
big werden; eine unnachgiebige Hal¬
tung einnehmen c) stur wie ein
Panzer: vollkommen unnachgiebig;
beständig auf der eigenen Meinung
beharrend
Sturjheit: die; -; - [abwert.] Eigenschaft,
sich nicht den gegebenen Bedingun¬
gen anpassen zu können, fest in sei¬
nen vorgegebenen Vorstellungen ver¬
haftet zu sein, bei einer einmal gefa߬
ten Absicht zu bleiben
Sturm: der; -(e)s; Stürme 1 besonders
starker, heftiger Wind 2 a) heftiger
Andrang »Beim Sommerschlußver¬
kauf war der Sturm auf die Geschäfte
groß.« b) <meist Milit.) heftiger An¬
griff »Dem Sturm der Gegner konnten
wir nicht standhalten.« 3 <Sport> alle
Stürmer einer Mannschaft »Der
Sturm ist der Schwachpunkt der
Mannschaft.« 4 Sturm klingeln,
schellen: den Finger nicht von einer
Klingel nehmen; häufig nacheinander
schellen 5 ein Sturm im Wasserglas:
1124
Sturzkampfflugzeug
zuviel Aufhebens um eine Kleinig¬
keit, etw. Unbedeutendes 6 gegen
etw. Sturm laufen: heftigen Protest,
Widerstand bieten 7 im Sturm er¬
probt; schon manchen Sturm über¬
standen habend: getestet u. bewährt
Sturm u. Drang: der; - -(e)s u. - - ; -
<Literaturwiss.> Bewegung in der
deutschen Literatur Mitte/Ende des
18. Jhds., die sich gegen die (die Ra¬
tionalität betonende) Aufklärung
auflehnend den Geniebegriff, die Na¬
tur, das Gefühl u. die Freiheit ver¬
herrlichte
Sturm|an|griff: der;-(e)s; -e <Milit.> ziel¬
orientierter Ansturm, tun ein ange¬
strebtes Ziel möglichst schnell zu er¬
reichen »Der Sturmangriff konnte
nicht erfolgreich abgeschlossen wer¬
den.«
sturm|be|reit: Adj. <meist Milit.> vorbe¬
reitet, einen heftigen, schnellen An¬
griff auszuführen »Die Soldaten mel¬
deten sich sturmbereit.«
Sturm|bö: die; - ; -en einzelner, sehr
starker Windstoß »Die Sturmbö ließ
das Boot kentern.«
Sturm|deich: der; -(e)s; -e Deich im
Binnenland, der hinter dem Haupt¬
deich gelegen ist u. das eingedeichte
Land schützt
stürfmen: stürmt; stürmte; hat/ist ge¬
stürmt 1 <Wind> stark wehen »Drau¬
ßen stürmte u. schneite es. ♦ Der Wind
stürmte über die Berge.« 2 sich schnell
auf etw. zubewegen, ohne sich ablen¬
ken od. aufhalten zu lassen auf ein
Ziel zurennen »Die Kinder stürmten
nach dem Klingeln auf den Schulhof.«
3 <Milit.> einen Ort schnell einnehmen
»Die Soldaten stürmten auf die Anhö¬
he.« 4 <Sport> sich schnell u. zielge¬
richtet in die gegnerische Hälfte be¬
wegen
Stüijmer: der; -s; - weibl. Stürjme|rin:
die; - ; -nen 1 <Sport> Angnffsspiele-
r(in) mit der Aufgabe, Punkte od. To¬
re für die eigene Mannschaft zu erzie¬
len »Der Stürmer hat zwei Tore
geschossen.« 2 nur männl. Form [sel¬
ten] traditionelle Kopfbedeckung be¬
stimmter Studentenverbindungen,
die sich aus der Jakobinermütze ent¬
wickelt hat 3 nur männl. Form <Litera-
turwiss.; hist.) antisemitische Wo¬
chenzeitschrift, die zwischen 1923 u.
1945 erschienen ist 4 nur männl. Form
[landsch.] sehr junger Wein noch im
Gärungsstadium; Federweißer »Der
Stürmer wird gerne zu Zwiebelkuchen
getrunken.« 5 nur männl. Form [ver-
alt ] Draufgänger; Mensch mit Hang
zu unüberlegtem Handeln
Sturm|fah|ne: die; - ; -n 1 <Milit.; hist.»
Fahne, die der Streitmacht im Kampf
zur Orientierung diente »Die Sturm¬
fahne war von den Säbelhieben stark
zerstört worden.« 2 <hist.> Fahne der
Sturmabteilung (SA) der NSDAP 3
(rote) Fahne, die ein Badeverbot o. ä.
am Strand signalisiert
stürmtest: Adj. n. stg. a) so beschaffen,
einen Sturm erfolgreich überstehen
zu können b) in vielen Angriffen o. ä.
erprobt
Sturm|flut: die; - ; -en durch zum Land
hin gerichteter, äußerst heftigen Wind
erzeugter, sehr hoher Wasserstau des
Meeres, der sich in Flußmündungen,
Buchten u. Flachküsten oft als (gro¬
ße) Überschwemmungskatastrophe
auswirkt »Die Sturmfluten haben
schon ganze Inseln zerstört.«
stumn|ge|peitscht: Adj. n. stg. <Meer o.
ä.> von heftigen Winden aufgewühlt
»sturmgepeitschte See«
stürjmisch: Adj. 1 a) sehr stark wehend;
heftig windend »Der Wind kommt
stürmisch aus dem Osten.« b) durch
den Sturm beeinflußt, getrieben od.
bewegt »Der stürmische Regen u. das
stürmische Meer machten die Seereise
sehr ungemütlich.« 2 sich sehr schnell
entwickelnd; rasant; in Hochge¬
schwindigkeit ablaufend »Die Nieder¬
lage entwickelte sich stürmisch u. war
nicht mehr aufzuhalten.« 3 deutliche
Gefühlsäußerungen beeinhaltend; lei¬
denschaftlich; überzeugend
Sturm|la|ter(ne: die; - ; -n [see-
mannssprl.] Handlampe, die (durch
starkes Glas geschützt) rundum
leuchtend zur Beleuchtung bei star¬
ken Windstärken dient »Die Sturmla¬
terne kann nur schwer durch Wind aus¬
gelöscht werden.«
Sturm|lauf: der; (e)s; -laufe 1 <Milit.>
schneller, zielgerichteter Angriff »Der
Sturmlauf wurde durch die gegneri¬
schen Truppen nicht aufgehalten.« 2
<Sport> hohes Lauftempo »Der Fu߬
baller näherte sich dem Tor im Sturm¬
lauf.«
Stumi|lei|ter die; -n <MiIit.; hist.) 1
Leiter, die zur Überwindung der Ver¬
teidigungsanlagen von den Truppen
mitgeführt wurde »Die Sturmleiter
wurde an die Stadtmauer angelegt.« 2
Steighilfe; Räuberleiter, bei der jmd.
für jmdn. mit den Händen eine Stufe,
Leiter bildet »Der Freund machte eine
Sturmleiter, damit sie auf das Pferd
kam.«
sturmireif: Adj. n. stg. <Milit.> so weit
zerstört od. niedergeschlagen, daß
eine Erstürmung möglich scheint
Sturm|rei|he: die; - ; -n <Sport> im An¬
griff agierende Spieler einer Manns¬
chaft mit der vorrangigen Aufgabe,
die Punkte bzw. Tore für eine Manns¬
chaft zu erzielen »Die Sturmreihe
hatte schon drei Tore geschossen.«
Sturm|schritt: der; -(e)s; -e raumgrei¬
fende, schnelle Gangart, bei der nicht
gerannt wird
Sturm|tief: das; -s; -s <Meteorologie>
Tiefdruckzone mit schnellen Windge¬
schwindigkeiten bei gleichzeitig ex¬
trem niedrigem Luftdruck
Sturm|waijnung: die; - ; -en <Seefahrt;
Meteorologie) Vorwarnung, tfeß mit
starken Winden zu rechnen ist »Die
Sturmwarnung gilt für die deutsche
Bucht.«
Stunn|wind: der; -(e)s; -e [poetr] hefti¬
ger Wind »Der Sturmwind pfiff um die
Ecke.«
Sturz: der; -es; Stürze u. -e 1 a) das Her¬
unterfallen von einer Erhöhung »Der
Sturz aus dem Fenster geschah aus
reiner Unvorsichtigkeit.« b) unkon¬
trolliertes Aufkommen, Aufschlagen
auf den Boden »Bei dem Sturz brach
sie sich das Bein.« 2 waagerechter
Träger, der über einer Wandöffnung
die Wandlast aufnimmt »Der Sturz
des Fensters ist aus Beton.« 3 <Pol.>
Herbeiführen eines Machtwechsels
durch politischen od. körperlichen
Einsatz von Gewalt »Der Sturz der
Regierung durch das Militär war lange
vorbereitet worden.« 4 aus dem Boden
herausragender Stumpf, Rest eines
abgestorbenen Baumes »Der Sturz
wird von vielen Insekten bewohnt.« 5
<Technik> Radneigung aus dem Lot 6
[süddt.; österr.; Schweiz.] Glashaube
sturz|be|trun|ken: Adj. n. stg. [ugs] voll¬
trunken; betrunken bis zur Besin¬
nungslosigkeit »Der Mann lag sturz¬
betrunken in der Ecke.«
stützen: stürzt; stürztest; bist/hast
gestürzt 1 bist a) heftig hinfallen (u.
sich dabei verletzen) »Ich stürzte über
die Schwelle u. brach mir ein Bein.« b)
unabsichtlich aus einer entsprechen¬
den Höhe hinunter in die Tiefe fallen
»Beim Fensterputzen stürzte sie aus
dem achten Stock.« 2 hast einen Ku¬
chen, Pudding umkippen »Sie stürzte
den Pudding auf einen Servierteller.« 3
hast <meist Pol.) eine hochgestellte
Persönlichkeit, eine Regierung (ge¬
waltsam) des Amtes entheben »Der
Diktator wurde gestürzt.« 4 ist schnell,
innerhalb eines begrenzten, kurzen
Zeitraums niedriger werden, sinken
»Die Aktienkurse stürzten. ♦ Die Tem¬
peratur stürzte von 30° auf 10°
Celsius.« 5 ist a) <Flüssigkeit> in gro¬
ßen Mengen heftig niedergehen »Der
Wasserfall stürzte 20 Meter in die
Tiefe.« b) stark weinen »Die Tränen
stürzten ihr über das Gesicht.« 6 ist
plötzlich abfallen, tief hinuntergehen
»Der Felsvorsprung stürzt hier steil in
die Tiefe.« 7 bist [ugs.] schnell etw.
tun »Er stürzte hastig aus der Woh¬
nung.« 8 hast umwerfen, zu Fall brin¬
gen »Der Orkan stürzte den Baum auf
das Haus.« 9 hast die Absicht verfol¬
gen, jmdm. etw. anzutun
stüijzen, sich: stürzt dich; stürztest
dich; hast dich gestürzt 1 a) sich
schnell auf etw. zubewegen, ohne auf
Schädigungen seiner selbst od. ande¬
rer zu achten »Die Kinder stürzten
sich auf die Bonbons.« b) [ugs.] in der
Absicht, sich selbst zu töten aus gro¬
ßer Höhe in die Tiefe springen »Sie
stürzte sich aus dem 20. Stock u. war
sofort tot.« 2 a) sich mit aller Hingabe
in eine Aufgabe, Arbeit o. ä. vertie¬
fen; etw. mit starkem Interesse tun
»Der Maler stürzte sich in seine neue
Aufgabe, das Gesicht der Dame festzu¬
halten.« b) etw. (sofort) stark in An¬
spruch nehmen »Alle Gäste stürzten
sich auf das Buffet.« 3 jmdn. angrei¬
fen, um ihm etw. anzutun od. um sich
selbst od. eine andere Person zu ver¬
teidigen
Sturzßlug: der; -(e)s; -flüge steil nach
unten verlaufende Fluggkurve »Der
Jet war aus dem Sturzflug kaum noch
abzufangen.«
Sturz|helm: der; -(e)s; -e den Kopf ei¬
nes Fahrers od. Arbeiters eng u. stabil
umschließender KunststofTschutz vor
schwerwiegenden Kopfverletzungen
»Ein Sturzhelm sollte genau passen.«
Sturz|kampf|flug|zeug: das; -(ejs; -e
<Milit.> Flugzeug, das aus dem Sturz-
1125
StuS
flug heraus Punktziele zu Wasser u.
zu Land angreifen kann
Stuß —»• Stuss: der; Stusses; - [ugs.; ab-
wert.J dummes Gerede; unvemüftige
Handlung; völliger Unsinn, Blödsinn
Stujte: die; - ; -« <Zool.> weibliches
Pferd, aber auch für andere dem
Pferd ähnliche Tierarten Bezeichnung
des weiblichen Tieres »Die Stute hat
ein Fohlen.«
Stu)ten: der; -s; - [landsch.] a) weißes,
feines Hefebrot (mit diversen Beimi¬
schungen, z. B. Mandeln, Butter¬
milch, Rosinen u. ä.) »Stuten gibt es
bei uns nur sonntags!« b) kleines Bröt¬
chen, Gebäck aus einem mit Hefe an¬
gesetzten Teig
Stütjze: die; -; -n 1 Gegenstand od. Per¬
son, der/die einen anderen Gegen¬
stand od. eine andere Person aufrecht
hält »Der Stock war dem Kranken eine
Stütze.« 2 Gegenstand od. Person,
der/die jmdm. hilft od. seelischen Bei¬
stand gibt, jmdm. hilft, etw. durchzu¬
stehen o. ä. »Du bist für uns eine wahre
Stütze.«
Stut|zen: der; -s; - 1 rohrartiger Auf¬
satz 2 Strumpf ohne Fuß 3 Jagdge¬
wehr
$tut|zen: stutzt; stutztest; hast gestutzt 1
verwundert, irritiert sein u. kurz mit
einer Tätigkeit, im Sprechen o. ä. in¬
nehalten »Als er das sagte, stutzte ich
erst einmal.« 2 a) kürzen u. dabei in
eine bestimmte Form bringen »den
Bart stutzen« b) die Schwungfedern
eines Vogels so beschneiden, daß die¬
ser nicht mehr sehr weit u. nicht hoch
fliegen kann
stützen: stützt; stütztest; hast gestützt 1
a) Halt verschaffen, geben (durch ei¬
nen festen Gegenstand wie Balken,
Mauern o. ä.) »Das Kirchengewölbe
mußte durch Streben gestützt werden.«
b) <übertr.> jmdm. seelischen Halt ge¬
ben; moralischen Bestand leisten;
jmdn. in seiner Meinung, Haltung o.
ä. unterstützen »Er stützte die Mei¬
nung seines Freundes, daß sie das Auto
nicht verkaufen sollten.« 2 <Wirt.> ei¬
nen Verlust von Werten von Wertpa¬
pieren, Geldkursen usw. durch ge¬
zielte Schutzmaßnahmen (z. B. Kau¬
fen) anstreben »Der Dollar wurde
durch gezielte Kaufe in seinem Wert
gestützt.«
stützen, sich: stütz(es)t dich; stütztest
dich; hast dich gestützt 1 a) einen Ge¬
genstand als Auflagepunkt, Gehhilfe
benutzen »Der alte Mann stützte sich
auf seinen Stock.« b) Kopf, Hände,
Füße o. ä. auf etw. stützend ablegen
»Er stützte nachdenklich die Stirn auf
die Hände.« 2 <übertr.> sich auf die
Aussagen, Meinungen o. ä. berufen
»Die Entscheidung stützt sich auf die
Aussage des Zeugen.«
stut|zerjhaft: Adj. stutzerhafter; stutzer¬
hafteste [veralt.; abwert.] übertrieben
modische Kleidung tragend
Stützlgejwejbe: das; -s; - <Med.; Bio.>
Bindegewebe bei Lebewesen u. Festi¬
gungsgewebe bei Pflanzen; Zelltypus
mit der Aufgabe, dem Gesamtkörper
Festigkeit zu verleihen
stutzig: Adj. a) stutzig werden: jmdm.
öd. etw. Mißtrauen entgegenbringen
»Durch die Lautstärke des Knalls wur¬
de sie stutzig.« b) jmdn. stutzig ma¬
chen: sich so verhalten, so beschaffen
sein, daß jmd. mißtrauisch wird
Stützlpunkt: der; -(e)s; -e a) <Milio
Truppen-, militärische Basis, Aus¬
gangspunkt für einen Angriff, Krieg
b) (befestigter) Ort, von dem aus eine
Unternehmung gestartet wird »Han¬
delsstützpunkt«
Stütz|rad: das; -fe)s; -räder paarweise
verwendetes Rad, das ein Umfallen
(von Kinderfahrrädern) verhindern
soll, da beim Radfahren mit diesen
Zusatzrädern weniger Gleichgewicht
benötigt wird
STV. Abfc. Sport- u. Turnverein
StV: .4bk. 1 Stadtverwaltung 2 <Elek-
troU Steckverbinder
Stv.: Abk. 1 Stadtverordnete(r) 2 a)
Stellvertretung b) Stellvertreter(in)
stv.: Abk. stellvertretend
StVA: Abk. 1 Straßenverkehrsamt 2
Strafvollzugsanstalt
StVO: Abk. Straßenverkehrsordnung
StVZO: Abk. Straßenverkehrs(-Zulas-
sungs)-Ordnung
Stw.: Abk. Sternwarte
Styjling: dat.-engh /ßtailing/ das; -s; -s
Art des Gestaltens von etw. »Das Sty¬
ling seiner Haare nahm immer viel Zeit
in Anspruch.«
Sty|list: <engla /ßtailißt/ der; -en; -en
weibl. Sty|li]stm —* StyJHsltin: die; - ;
-nen Person, die sich beruflich mit der
dekorativen Ausgestaltung von Räu¬
men u. Personen befaßt »Der Stylist
hängt die Gardine auf.«
Styjrojpor: (Warenzeichen) <gr.-lat.>
/stüropor u. ßtüroppr/ das; -s; - leich¬
tes, aus vielen kleinen Kugeln be¬
stehendes Kunststoffmaterial als Iso¬
lations- u. Verpackungsmaterial
Styx: <gra /ßtiikß u. ßtikß/ der; - ; -
(Mythologie) Fluß, Gewässer in der
Unterwelt
s. u.: Abk. siehe unten (im fortlaufenden
Text)
s. u.: Abk. 1 siehe unten 2 siehe unter
su.: Abk. sucht
sub-/Sub-: </at.> Wortbildungselement
+ meist fremdsprachigem Basiswort
(räumlich od. in einer Hierarchie»
niedriger; unter; unterhalb
»Subunternehmer ♦ subkulturell • sub¬
ordinieren«
sub|a)|pi|nisch: dat.> Adj. (Geographie»
(im Hochgebirge) sehr hoch zwischen
der Waldgrenze u. der Baumgrenze
liegend
Sub|alfter|ne: dau der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.; ein Subalterner;
eine Subalterne; zwei Subalterne) Per¬
son, die eine beschränkt entschei¬
dungsbefugte Stellung einnimmt
»Der Subalterne mußte die Erlaubnis
von seinem Chef einholen.«
Subj.: Abk. (Sprachwiss.) Subjekt =
Satzgegenstand
subj.: Abk. subjektiv
Subjekt: <lat.> das; -(e)s; -e 1 {abwert.]
Mensch, der am Rande der Gesell¬
schaft lebt »Das Subjekt landet jeden
Abend in der Ausnüchterungszelle.« 2
(Sprachwiss.) Satzgegenstand, auf
den sich das Prädikat bezieht 3 (Phi¬
losophie» Lebewesen, das sich seines
Denkens, Handelns u. Fuhlens be¬
wußt ist u. eigenverantwortlich han¬
deln kann 4 (Musik) Melodie, die ge¬
genläufig zum Hauptthema aufge¬
baut ist »Das Subjekt ist eine Fuge.«
sub[jek|tw/sub[jek|tiv: data /subjektif/
Adj. im Subjekt begründet; von der ei¬
genen Person bestimmt; persönlich;
einseitig; von der eigenen Sicht aus
betrachtet, Ant.: objektiv
sub|jek|ti{vje|r«n: data /subjektiwiren/
subjektivierst; subjektiviertest; käst
subjekliviert [geh.] vom eigenen
Standpunkt aus betrachten, bewer¬
tend; die eigene Persönlichkeit, eigene
Vorstellungen usw. bei der Beurtei¬
lung miteinbeziehen
Sub|jek|ti|vie|rung: data /subjektiwi-
rung/ die; ~ ; -en [geh.] Betrachtung
eines Sachverhaltes aus einem eigenen
Standpunkt heraus; Bezug auf das ei¬
gene Ich, auf die eigene Person »Die
Subjektivierung der Sachlage kann uns
nicht weiterhelfen.«
Sub|jek|ti|vis|mus: data /subjektiwiß-
muß/ der; ~ ; - 1 Urteilen od. Han¬
deln, das einer objektiven Sachlage
nicht entspricht, sondern sich aus¬
schließlich od. primär an persönli¬
chen Interessen orientiert; ichbezoge¬
ne Haltung 2 (Philosophie» erkennt¬
nistheoretische Auffassung, nach der
menschliche Erkenntnis ausschlie߬
lich od. primär durch das Subjekt be¬
dingt ist
Sub|jek|ti|vi|tät: data /subjektiwität/
die; -; • persönliche Auffassung, Vor¬
eingenommenheit; Parteilichkeit; ich¬
bezogene Einseitigkeit, Ant.: Objekti¬
vität
Sub|kon[ti|nent: data der; -(e)s; -e
(Geographie) wesentlicher, durch
seine Lage ausgezeichneter Teil eines
Kontinents »Der arabische Subkonti¬
nent wird durch seine Trockenflächen
geprägt.«
S{lb|lail|tur: data die; ~ / -en (Soziob
meist nicht öffentlich geförderte Kul¬
tur von Personengruppen am Rande
od. außerhalb der Gesellschaft (oft
im Gegensatz zum öffentlichen Kul¬
turbetrieb stehend) »Die Subkultur
der Jugendlichen zeichnet sich auch
durch ihre eigene Musik aus.«
sub[N|mie|ren: data sublimierst; subli¬
miertest; hast sublimiert 1 a) (Psycho¬
logie» triebhafte Bedürfnisse durch
Ersatzhandlungen befriedigen b)
durch eine Leistung etw. in ein höher¬
es Niveau heben »Das Gelb wird durch
das umgebende Grau zu einer leuchten¬
den Farbe sublimiert.« 2 (Chemie» di¬
rekt vom festen Zustand in Gasform
übergehen
Sub(li|mfe[rung: data die; - ; -en 1 (Psy¬
chologie» Befriedigung triebhafter Be¬
dürfnisse durch Ersatzhandlungen 2
(Chemie» direkter Übergang vom fe¬
sten Zustand in Gasform
sub|or|bi(tol: data Adj. n. stg. (Raum¬
fahrt) sich außerhalb einer umlaufen¬
den, festgelegten Bahn um die Erde
im Weltraum befindend
sub|orjdi|nie|ren: data subordinierst;
subordiniertest; hast subordiniert 1
[veralt.; geh.] Anweisungen folgen;
(sich) unterordnen »Der Direktor ver¬
langte, daß sich das Lehrpersonal
subordiniert.« 2 (Sprachwiss.) einen
Nebensatz verfassen, bilden
1126
sudeln
sub|skri|bie|ren —» sub|s|kri|bie|ren:
dato subskribierst; subskribiertest;
hast subskribiert die vertragliche Ver¬
pflichtungeingehen, ein unvollständi¬
ges Drudewerk zu einem späteren
Zeitpunkt komplett zu kaufen »Der
Verlag subskribiert das gesamte Werk
des Autors.«
Sub|skrip|ti|on —> Sub|s|krip|ti|on:
</at.> /supßkripzion/ die; - ; -en 1
<Handel> Verfahren, durch billige An¬
gebotspreise vor Erscheinen eines
Druckerzeugnisses, z. B. eines mehr¬
bändigen Lexikons, Bestellungen zu
sammeln »Die Subskription ist Anreiz
das Buch zukaufen.« 2 (Börse) schrift¬
lich fixiertes Verfahren zur Unter¬
bringung von Effekten, Wertpapieren
»Durch die Subskription wird die An¬
zahl der zu verkaufenden Wertpapiere
festgelegt.« 3 <Literaturwiss.> nähere
Informationen über Entstehungsda¬
tum, Autor u. Inhalt am Schluß anti¬
ker Schriftwerke
Subst.: Abk. 1 (Sprachwiss.) Substantiv
= Hauptwort 2 Substanz = a) We¬
sen; körperliche(r) Masse, Stoff b) Be¬
standteil 3 Substitut - Ersatz; Er¬
satzmittel
sub|stan|ti|ell —» auch sub|s|tan|zijell:
dat.-fro /supßtanziel/ Adj. 1 die Mate¬
rie von etw. betreffend »Substantielle
Forschungen sind notwendig, wenn die
Haltbarkeit von Kunststoffen erhöht
werden soll.« 2 die Masse od. die
Stofflichkeit betreffend »Die substan¬
tielle Menge der Kohle kann nur durch
Wiegen ermittelt werden.« 3 (übertr.)
[geh.] den Kern einer Sache beschrei¬
bend, die Kernaussage betreffend
»Die substantielle Aufgabe eines Leh¬
rers ist es, Wissen zu vermitteln.«
Sub|stan|tiv —> Sub|s|tan|tiv: dato
/supßtantif/ das; -s; -e (Sprachwiss.)
Haupt-, Ding-, Namenwort (wie z. B.
Tisch, Mann, Liebe, Farbe), vor das
ein Artikel gesetzt werden kann u. das
(in den genannten 4 Fällen) deklinier¬
bar, beugbar ist, Syn.: Nomen
sub|stan|ti|vie|ren —» sub|s|tan|ti|vje|-
ren: dato /supßtantiwiren/ substanti¬
vierst; substantiviertest; hast
substantiviert (Sprachwiss.) ein Wort
einer anderen Wortart zu einem
Hauptwort, Nomen, Substantiv ma¬
chen »Die meisten Verben können sub¬
stantiviert werden.«
Sub|stan|ti|vje|rung —*■ Sub)s|tan|ti|-
vje|rung: dato /supßtantiwirung/ die;
~ ; -en (Sprachwiss.) a) Vorgang, ein
Wort einer anderen Wortart zu einem
Hauptwort, Nomen zu machen;
Überleitung eines Wortes in die
Wortart des Substantivs b) zu einem
Nomen umgeformtes Wort einer wei¬
teren Wortart
Sub|stanz —*• Sub|s|tanz: dato die; ~ ;
-en 1 körperliche Masse; Stoff; Mate¬
rie; Material 2 (Philosophie) Bestand¬
teil, Urgrund allen Seins 3 Inhalt; das
Wesentliche 4 Vermögenswerte
—» sub|s|tan|zi|ell: s. substantiell
Sub|sti|tut —> Sub|s(ti|tut dato der;
-en; -en weibl. $ub|sti|ty|tin —> Sub|-
s|ti|tu|tin: die; • ; -nen [geh.] 1 (Wirt.)
stellvertretende^) Abteilungsleite¬
rn) im Einzelhandel »Der Substitut
leitete die Einsatzbesprechung.« 2
(Rechtsw.) Vertreterin) eines kurzfri¬
stig verhinderten Anwaltes »Dieser
Verhandlungstag muß von dem Substi¬
tuten bestritten werden.« 3 (kath. Kir¬
che) Stellvertreter des Kardinal¬
Staatsekretärs innerhalb der katholi¬
schen Kirche
Sub|su|mje|rung: dato die; - ; -en [geh.]
Bildung eines Hauptbegriffes für
etw.; Zusammenfassung von Einzel¬
kategorien unter eine Hauptkategorie
sub|ter|ran: dato Adj. n. stg.
(Geographie) unterhalb der Erdober¬
fläche gelegen »Die subterrane Ge¬
steinsmasse wird gestaucht.«
sub|til: dat.-fro Adj. [geh.] a) unter¬
schwellig; nicht offensichtlich; spitz¬
findig »Die Werbung ist am besten, je
subtiler sie auf die Käuferwünsche
reagiert.« b) engmaschig; von feiner
Struktur; eine sehr feine Oberfläche
besitzend »Das subtile Muster des
Stoffes macht seinen Reiz aus.«
subtr.: Abk. 1 (Math.) subtrahiert = ab¬
gezogen 2 (Geographie) subtropisch
= zwischen den Tropen u. gemäßig¬
ten Zonen gelegen
sub|tra|h]e|ren: dato subtrahierst; sub¬
trahiertest; hast subtrahiert etw. von
einem Betrag abziehen »Die Kosten
für den Einkauf muß man von diesem
Betrag subtrahieren.« Ant.: addieren
Sub|trak|ti|gn: dato /suptrakzion/ die;
- ; -en (Math.) das Abziehen, Minus¬
Rechnen »Die Subtraktion ist eine der
vier Grundrechenarten.«
Sub|tro|pen: dal.; gro die (PL)
(Geographie) klimatische Zone, die
sich zwischen den tropischen u. den
gemäßigten Breitengraden befindet
sub|tro|pisch/sub|trg|pisch: dat.; gro
Adj. n. stg. (Geographie) die klimati¬
sche Zone betreffend, die sich zwi¬
schen den tropischen u. den gemäßig¬
ten Breitengraden befindet »Die sub¬
tropische Vegation zeichnet durch eine
große Artenvielfalt aus.«
subv.: Abk. 1 subventioniert = mit öf¬
fentlichen Mitteln unterstützt 2 sub¬
versiv = a) zerstörend b) umstürzle-
risch
Sub|ven|ti|pn: dato /supwenzion/ die;
- ; -en (Wirt.) zweckgebundene(r) fi¬
nanzielle^) Unterstützung, Zuschuß
mit öffentlichen Mitteln
Sub|ver]si|on: dato /supwersion/ die; - ;
-en (Pol.) [geh.] Änderung der be¬
stehenden Machtverhältnisse, um-
stürzlerische Tätigkeit durch geheim¬
gehaltene, verborgen agierende Be¬
einflussung, Syn.: Umsturz
sub|yer|siv: dato /supwersif/ Adj. a) zer¬
störend b) (Pol.) umstürzlerisch »sub¬
versive Elemente«
Suchjbild: das; -(e)s; -er 1 (Päd.) Abbil¬
dung, Fotografie, Grafik, in der nach
bestimmten Verhaltensmustern nach
etw. gesucht wird »Die Kinder suchten
den Hund auf dem Suchbild.« 2 (Psy¬
chologie) bestimmte Vorstellung von
etw. Gesuchtem bei einem Lebewesen
su|chen: suchst; suchtest; hast gesucht 1
sich anstrengen, etw. (od. jmdn.) zu
finden, was/der verlorengegangen ist,
was man braucht od. haben möchte
»Ich suche meine Uhr, gestern lag sie
noch auf dem Tisch. • Ich suche eine
Wohnung.« 2 etw., jmdn. suchen wie
eine Stecknadel: [ugs.] sehr intensiv
nach jmdm. od. etw. suchen 3 irgend¬
wo nichts zu suchen haben: [ugs.] an
einem Ort unerwünscht, störend,
überflüssig sein 4 sich gesucht u. ge¬
funden haben: [ugs.] besonders gut
zueinander passen
Su|cher. der; -s; - weibl. [selten] Su[-
che|rin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form Hilfsgerät bei optischen Gerä¬
ten, (Film-)Kameras, Ferngläsern o.
ä. zur Wahl des gewünschten Bildaus¬
schnittes »Er hatte das Gesicht jetzt
genau im Sucher der Kamera.« 2 Per¬
son, die nach einer Person od. Sache
Ausschau hält
Su]cher|ka|me|ra: die; - ; -s Fotoappa¬
rat, bei dem das abzulichtende Objekt
in dem gewünschten Bildsausschnitt
erscheint »Die Sucherkamera ermög¬
licht auch dem Laien gute Fotos.«
Such|hund: der; -(e)s; -e speziell ausge¬
bildeter Hund, der Gegenstände u.
Lebewesen durch seinen Geruchssinn
aufspürt »Der Suchhund hatte den
Vermißten unter den Trümmern gefun¬
den.«
Such|mel|dung: die; ~ ; -en öffentliche
Bekanntgabe über die Medien einer
Suche nach einer vermißten Person
od.Sache
Sucht: die; ~ ; Süchte u. Suchten a) über¬
steigertes Verlangen »die Sucht nach
Macht« b) (seelische u./od. körperli¬
che) Abhängigkeit von Stoffen, Sub¬
stanzen »Drogensucht«
Sucht|ge|fahr: die; ~ ; -en Gefährdung
einer Person, durch wiederholten Ge¬
brauch von Drogen o. ä. abhängig,
süchtig zu werden
süch|tig: Adj. 1 von Drogen, bestimm¬
ten Substanzen, Stoffen (seelisch u./
od. körperlich) abhängig »Das Mäd¬
chen ist süchtig nach Heroin.« 2 nach
etw. Bestimmtem gierend, begierig
»Sie ist süchtig nach immer mehr Bü¬
chern.«
Süch|ti|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Süchtiger; eine
Süchtige; zwei Süchtige) Person, die
regelmäßig Drogen einnimmt, von
Drogen o. ä. (körperlich u./od. psy¬
chisch) abhängig ist
Sucht|kran|ke: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Suchtkranker;
eine Suchtkranke; zwei Suchtkranke)
Person, die von Drogen o. ä. körper¬
lich u./od. psychisch abhängig ist
Sud: der; -(e)s; -e Kochwasser, Brühe
»Aus dem Sud kann man gut eine Sup¬
pemachen.«
südd.: Abk. süddeutsch
su|de|lig/sud|Kg: Adj. [ugs.; abwert.] a)
äußerst schmutzig b) schlecht ge¬
macht; nicht handwerksgerecht aus¬
geführt; nachlässig »Die Wäsche ist
sudelig gewaschen worden.«
sujdeln: sudelst; sudeltest; hast gesudelt
a) [ugs.; abwert.] sich (mit einer Flüs¬
sigkeit) beschmutzen »Mußt du immer
so mit dem Tomatenketchup sudeln?«
b) nicht handwerksgerecht ausführen;
schlecht u. nachlässig arbeiten »Der
Verputz der Mauer ist nur gesudelt.«
c) unsauber, mit vielen Korrekturen
(mit einem Füller) schreiben »Der
Brief ist richtig gesudelt.«
1127
Süden
Süjden: der; -s; -1 meist ohne Art. ver¬
wendet geographische Richtungsan¬
gabe, die sich auf den Südpol bezieht;
in Richtung des Südpols »Im Herbst
fliegen die Zugvögel nach Süden.« 2 a)
südlicher Teil eines Landes od. einer
Landschaft »Der Süden des Landes ist
industriell besser entwickelt als der
Norden.« b) (Europa) die südlich der
Alpen liegenden Länder »Der Süden
ist das bevorzugte Urlaubsgebiet der
Deutschen.« c) <Welt; Erdkugel) die
Länder der Südhalbkugel
Südjflan|ke: die; - ; -n 1 südlicher Teil
einer Heeresaufstellung »Die Südflan¬
ke wird von dem General befehligt.« 2
südlicher Teil eines Gebäudes, eines
Gebirges o. ä. »Die Südflanke steht
unter ständiger Sonneneinstrahlung u.
ist deshalb besonders lawinengefähr¬
det.«
Süd]hatb|ku]gel: die; - ; - <Geographie>
Teil der Weltkugel, der zwischen
Äquator u. geographischem Südpol
liegt; unterer Teil des, eines Globus
Süd|hang: der; -(e)s; -hänge nach Sü¬
den gerichteter Teil eines Berges, ei¬
ner Erhöhung »Der Südhang steht un¬
ter ständiger Sonneneinstrahlung u. ist
deshalb besonders lawinengefährdel.«
südl.: Abk. südlich
süd|licf>: I Pr'äp. mit Genitv im Vergleich
mit etw. anderem weiter im Süden, in
Richtung des geographischen Süd¬
pols gelegen »Südlich des Gebirges er¬
streckt sich eine weile Hochebene.« II
Adj. a) in Richtung des geographi¬
schen Südpols gelegen »Der südlichste
Landzipfel von Spanien wird von vielen
Touristen besucht.« b) aus der Rich¬
tung des geographischen Südpols
kommend »Die südlichen Sturmböen
bringen trockene, warme Luft mit.« c)
in Richtung des geographischen Süd¬
pols ausgerichtet »Der südliche Hang
ist sonnenbeschienen.«
Süd|pol: der; -s; - 1 <Geographie> von
dem Äquator der Erde am entfernte¬
sten befindlicher Punkt auf der südli¬
chen Halbkugel; südlicher Schnitt¬
punkt aller Meridiane 2 <Physik> das
sich nach Süden orientierende Ende
eines Magneten
Süd|$ee: die; - ; - <Geographie> Pazifik;
südlicher Teil des Pazifischen Ozeans
»Die Südsee entwickelt sich immer
mehr zu einem touristischen Traum¬
ziel.«
Süd|spit|ze: die; - ; -n dem geographi¬
schen Südpol zugewandte Spitze von
etw., einer Insel o. ä. »Die Südspitzen
der Alpen zeichnen sich durch viel Son¬
nenschein aus.«
südw.: Abk. 1 südwärts 2 Himmelsrich¬
tung) südwestlich
Süd|wand: die; ~ ; -wände a) dem geo¬
graphischen Südpol zugewandte, ab¬
fallende Seite eines Gebirgszuges b)
südliche Wand eines Gebäudes »An
der Südwand gedeiht der wilde Wein
besonders gut.« -
Süd|we|ster —* Süd|wes[ter. der; -s; -
[seemannssprl.] Kopfbedeckung von
Matrosen aus wasserundurchlässigen
Materialien, dessen breite Krempe
Nacken u. Gesicht schützt »Der Süd¬
wester wird bei Sturm mit einem Band
gesichert.«
süfffig: Adj. <Getränk, meist Wein>
[ugs.] süßlich u. lecker schmeckend;
nicht zu trocken, nicht sauer »Der
Wein schmeckt süffig.«
Süf[fi|sance/Süf|fi|sanz: dat.-fra /süffi-
sanz/ die; - ; - [geh.] vermeintliche,
scheinbare geistige Überlegenheit, die
durch arrogante Gestik, Mimik u.
Sprache (verbunden mit Schaden¬
freude) dargestellt wird
süf|fi|sant: dat.-fra Adj. süffisanter; süf¬
fisanteste selbstgefällig; spöttisch-ar¬
rogant »ein süffisantes Grinsen«
Suf|fix: data /suffikß/ das; -es; -e
(Sprachwiss.) Silbe, Element bei der
Flexion od. Wortbildung, das an den
Wortstamm angefügt ist »Das Suffix
’-ung ’ zeigt ein Substantiv an.«
sug|ge|rie|ren: <lat.> suggerierst; sugge¬
riertest; hast suggeriert [geh.] a) durch
Beeinflussung erreichen wollen, daß
ein nicht den Tatsachen entsprechen¬
der Eindruck entsteht »Das scheinbar
stabile Fahrgastgehäuse suggeriert
eine falsche Sicherheit.« b) durch un¬
terschwellige Beeinflussung die Mei¬
nung seines Gegenübers ändern
Sugjge|sti|bi|li|tät —» Sug]ges|ti|bi|li|-
tät: dat.-fra die; - ; - [geh.] Eigen¬
schaft, unterschwellige Beeinflussung
aufzunehmen; Beeinflußbarkeit »Die
Suggestibilität der Massen ist oft von
geschickten Rednern ausgenutzt wor¬
den.«
Sug|ge|sti|on —* Sug|ges|ti|qn: <lat.>
die; -; -en a) Beeinflussung bjGefühl,
Gedanke, das/der jmdm. eingeredet
wird
Sug|ge|stiv|fra|ge —* Sug|ges|tivtfra|-
ga: dat.-fr.-engl.; dt.> /suggeßtif-/ die;
~ ; -n [geh.] Frage(technik), die eine
mögliche Antwort vorwegnimmt
»Seine Suggestivfrage ließ keine ver¬
neinende Antwort zu.«
Suh|le: die; ~ ; -n Bodenvertiefung, in
der sich Wasser gesammelt hat;
Schlamm in einer Bodensenke, die
von Tieren genutzt wird »Die
Schweine wälzten sich in der Suhle.«
suh|len: suhlst; suhltest; hast gesuhlt
[ugs.; abwert.] a) liederlich u. ungenau
arbeiten b) Dreck um sich herum ver¬
breiten »Die Kinder suhlten mit der
Farbe (herum).«
suh|len, sich: suhlst dich; suhltest dich;
hast dich gesuhlt sich in einer schlam¬
migen Bodensenke wälzen
Sühjne: die; - ; -n [geh.] Strafe o. ä., die
man auf sich nimmt, um ein Unrecht,
das man begangen hat, zu büßen
süh|nen: sühnst; sühntest; hast gesühnt
[geh.] für ein Unrecht büßen
Süh|ne|op|fer: das; -s; - (Religion) Bu¬
ße, Vergeltung, Wiedergutmachung
für eine sündhafte Tat
Süh|ne|ver]such: der; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Versuch, einen Rechts¬
streit durch eine gütliche Beilegung
zu verhindern
Sui|te: dat.-fra /ßwit/ die; - ; -n 1 mehre¬
re od. unterteiltes meist luxuriöse(s)
Hotelzimmer, die zusammen vermie¬
tet werden »Die Suite hat ein separa¬
tes Schlaf- u. Ankleidezimmer.« 2
<Musik> Partie; Gesamtkomposition
von thematisch lose verbundenen
Einzeltänzen, -themen der gleichen
Tonart
Sui|zjd —* Su|i|zid: <lat.> der u. das;
-(e)s;-e (Psychologie) [geh.] Selbsttö¬
tung; Selbstmord »Der Suizid ist bei
Jugendlichen nach Unfällen die häufig¬
ste Todesursache.«
Su|jet: dat.-fra /süsehe/ das; -s; -s
(Kunst) [geh.] Gegenstand, Motiv in
Dichtung u. bildender Kunst »Die
Großstadt ist ein wichtiges Sujet des
Expressionismus.«
Sukjkufbus: data der; - ; Sukkuben
(hist.) weiblicher Dämon, der mit ei¬
nem schlafenden Mann Geschlechts¬
verkehr hat »Der Sukkubus bedrängte
ihn die ganze Nacht.«
sukjzes|siv: /sukzessif/ Adj. n. stg. in
kleinen Schritten, Teilabschnitten,
Einheiten; nach u. nach
suk|zes|si|ve: data /sukzessiwe/ Adv.
[geh.] in kleinen Schritten, Teilab¬
schnitten, Einheiten; nach u. nach
»Der Spieldrang der Hunde wird suk¬
zessive ausgenutzt, um eine Dressur
aufzubauen.«
Sul|fat: das; -(ejs; -e Salz der Schwefel¬
säure
Sul|ky: tengla /sulki u. ßalki/das; -s; -s
(Sport) einspänniger, leichter Wagen
mit zwei Rädern, der für Trabrennen
benutzt wird »Der Jockey sitzt hinten
im Sulky.«
Sul|tarK taraba der; -s; -e a) Herrscherti¬
tel seit 860 n. Chr., insbesondere bei
Dynastien islamischen Ursprungs
»Der Sultan herrscht im Einklang mit
der islamischen Rechtssprechung.« b)
Inhaber eines Herrschertitels im isla¬
mischen, osmanischen Staatswesen
bis 1922 »Der Sultan ließ eine prächti¬
ge Moschee errichten.«
Sul|ta|ni|ne: tarab.-ita die; • ; -n gelbli¬
che getrockente Weintraube
Sül|ze: die; ~ ; -n (Kochk.) Pastete, Spei¬
se aus in Stückchen geschnittenem
Fleisch, Gewürzen, Gemüse u. ä. in
einer Äspikmasse »Er schnitt ein
Stück von der Sülze ab.«
sül|zen: sülz (es) t; sülztest; hast gesülzt
1 a) (Kochk.) Fleisch-, Gemüsestück¬
chen u. Gelatinemasse zu einer Paste¬
te verarbeiten b) fest werden (lassen);
erstarren (lassen) »Die Gipsmasse
sülzt jetzt.« 2 [ugs.] Dummheiten er¬
zählen; viel Dummes, Nichtssagendes
erzählen »Jetzt sülzt er schon wieder
eine halbe Stunde herum!«
Sülz|kopf: der; -(e)s; -köpfe [ugs.; ab-
"wert.] Person, die viele dumme Ge¬
schichtenerzählt
Sum|ma: data die; -; Summen 1 (Math.)
"[veralt.] Ergebnis einer Addition »Die
Summa von zwei plus zwei ist vier.« 2
(Theologie; Philosophie; hist.) umfas¬
sendes, zusammenfassendes Lehr¬
buch; systematisch aufgebaute Dar¬
stellung eines Wissenschaftszweiges
»Die Summa des Faches ist in einem
drei Bände umfassenden Werk
erschienen.« 3 summa cum laude: mit
höchstem Lob; beste Note bei der
Doktorprüfung »Er hat seine Doktor¬
prüfung summa cum laude bestanden.«
Sum|me: data die; - ; -n a) (Math.) Er¬
gebnis einer Addition, des Zusam¬
menrechnens »Die Summe von eins u.
eins ist zwei.« b) Gesamtzahl, nach¬
dem alles zusammengerechnet wurde
c) (End-)Geldbetrag, der zu zahlen ist
1128
Suppe
sum|men: summst; summtest; hast ge¬
summt a) einen brummenden, kon¬
stant anhaltenden Ton mit niedriger
Lautstärke von sich geben »Die Klin¬
gel summte, u. er öffnete die Tür.« b)
nicht klar artikulierend; ohne Text
melodisch singen
Sum|men der; -s; - Signalgeber für ein
akustisches Dauersignal, das durch
seine Frequenz besonders gut zu hö¬
ren ist »Die Türklingel kann auch
durch einen Summer ersetzt werden.«
sum|mie|ren: <lat.> summierst; summier¬
test; hast summiert a) Zahlen in Rech¬
nungen o. ä. zusammenzählen »Der
Betrag muß noch summiert werden.«
b) Einzelteile, Einzelfakten, Einzel-
brichte o. ä. zu einem Ganzen zusam¬
menfassen »Die Berichte wurden von
uns summiert.«
sum|mie|ren, sich: dat.i summiert sich;
summierte sich; hat sich summiert zu
etw. Bestehendem hinzugefügt wer¬
den; sich mit etw. Vorhergegangenem
zusammenfinden; anwachsen »Die
Hinweise summieren sich, daß der
Mann der Täter war.«
Sum|mie|rung: <lat.> die; - ; -en 1
<Math.> das Addieren, Zusammen¬
zählen von Zahlen in Rechnungen,
Auswertungen u. ä. »Die Summierung
der Ausgaben war übersichtlich erstellt
worden.« 2 das Herstellen eines Zu¬
sammenhangs zwischen Ereignissen
»Die Summierung der Unglücksfälle
läßt Sabotage vermuten.« 3 Anhäu¬
fung
Summ|ton: der; -(e)s; -töne lange an-
"haltendes Geräusch mit gleichblei¬
bender Frequenz »Der Summton
stammte von dem Wecker.«
Sumpf: der; -(e)s; Sümpfe 1 <Bio.>
Feuchtgebiet; durch ständigen Was¬
serzufluß stark durchtränkter Boden
u. diesen Lebensbedingungen ange¬
paßte Vegetation; Vorstufe zum
Moor »In dem Sumpf leben viele selte¬
ne Tiere.« 2 <Bergbau> Wasserbecken,
in dem die Grubenwässer aufgefan¬
gen werden »Der Sumpf liegt in der
untersten Sohle.«
sump|fen: sumpfst; sumpftest; hast ge¬
sumpft 1 <Bio.> zu einem Sumpf (1)
werden »Der Boden sumpft durch die
ständigen Regenfälle.« 2 [fachsprl.]
Erden, Tone u. Gipse durch Einlegen
in Wasser für eine Verarbeitung ge¬
brauchsfähig machen »Der Gips wird
durch Aufschütten auf Wasser
gesumpft.« 3 [ugs.] trinkend u. feiernd
eine Nacht verbringen »Sie sumpften
die ganze Nacht hindurch bis zum frü¬
hen Morgen.«
Sumpfgas: das; -es; -e <Bio.> Faulgas,
das durch Verfaulen von pflanzlichen
u. tierischen Stoffen im Moor od.
Sumpf (1) entsteht »Dar Hochsteigen
des Sumpfgases verursachte das ge¬
heimnisvolle Blubbern des Moores.«
Sumpf|ge(biet: das; -(e)s; -e <Bio.>
Feuchtgebiet; morastige Landschaft,
die durch ständigen, aber mäßigen u.
weit verteilten Wasserzufluß auf was¬
serundurchlässigem Böden entsteht
»In dem Sumpfgebiet leben viele selte¬
ne Tiere.«
sump|flg: Adj. morastig; feuchten, auf¬
geweichten Boden aufweisend »Die
Stelle ist aber sehr sumpfig, hier wer¬
den keine Rosen gedeihen!«
Sün|de: die; - ; -n 1 (Religio» Nichtbe¬
achtung eines durch Gott geschaffe¬
nen Gebots 2 in Sünde leben: [veralt.]
unverheiratet Zusammenleben »Der
Pfarrer ermahnte das Paar, sich end¬
lich trauen zu lassen, anstatt weiter in
Sünde zu leben.« 3 eine Sünde wert
sein: sehr begehrenswert, unwider¬
stehlich sein
SÜn|den|be|kennt|nis: das; -ses; -se (Re¬
ligion) Beichte; Schuldeingeständnis;
Bekenntnis, ein Gebot übertreten zu
haben »Das Sündenbekenntnis fand
vor der versammelten Gemeide statt.«
Sün|den|bock: der; -(e)s; -bocke [ugs.]
"Person, die stellvertretend für die ei¬
gentlich Schuldigen zur Verantwor¬
tung gezogen wird; Person, die (auch)
für die Vergehen anderer bestraft
wird
Sün|den|fall: der; -fe)s; - (christliche
Religion) Einbruch der Sünde in die
Schöpfung Gottes durch die Verfeh¬
lungen Adams u. Evas
sün|den|los: Adj. n. stg. (Religio» ohne
jegliche Verfehlung lebend; ohne
sündhaftes Verhalten
Sgn|den|pfuhl: der; -fe)s; -e (Religio»
labwert.] Stätte, an der das Laster¬
hafte u. Unmoralische die Handlun¬
gen bestimmt »Das Bordell ist ein
Sündenpfuhl!«
Sün|der. der; -s; - weibl. Sün|de|rin:
~die; - ; -nen (Religio» Mensch, der
ein (göttliches) Gebot übertreten hat
sündjhaft: Adj. sündhafter; sündhafteste
1 a) [ugs.] (Religio» ein (göttliches)
Gebot übertreten habend b) (Reli¬
gion) zur Durchführung die Übertre¬
tung eines Gebotes erfordernd u. des¬
halb moralisch schlecht »Nur immer
das Beste haben zu wollen ist
sündhaft.« 2 [ugs.] a) (verst.) beson¬
ders; sehr »Die Schokolade ist sünd¬
haft lecker!« b) übertrieben; nicht an¬
gemessen »Das Kleid ist sündhaft teu¬
er!«
sün|di|gen: .sündigst; sündigtest; hast
gesündigt a) (Religio» Schuld auf sich
laden, indem gegen die Gebote Got¬
tes gehandelt wird b) Schuld auf sich
laden, indem man gegen bestehende
Normen u. Gesetze od. wider den
Verstand od. wider etw. handeln, was
man sich selbst auferlegt hat
su|peR dat.i Adj. n. stg.; n. dekl. (ugs.)
besonders gut; kaum zu übertreffen;
erstklassig
su|per-/Su|per-: <lat.> Wortbildungsele¬
ment (häufig auf super-/Super- be¬
tont) [oft ugs.] (emotional positiv
empfunden) drückt eine Steigerung,
die Nähe zum Optimalen, Besten aus;
sehr, höchst »supermodern«
su|perb/sü|perb: <fanz.> /süperp/ Adj.
vorzüglich
Su|per[ben|zin: das; -s; - u. (Sorten) -e
Kraftstoff mit hoher Oktanzahl für
Verbrennungsmotoren (meist 95 od.
98 Oktan) »Das Superbenzin gibt es
verbleit od. bleifrei.«
Sujper-G: <engh /super-dsehi/ der; - u.
-s; -('s) (Sport) Superriesenslalom
Su|per-GAU: der; -s; -s; -s (Atomwirt.)
[ugs.] folgenschwerer, größter atoma¬
rer Unfall
Su|per|injten|dent: <lat.> der; -en; -en
weibl. Su|per|in|ten|den|tin: die; ~ /
-nen (Kirche) leitende(r) evangeli-
sche(r) Geistliche(r) innerhalb der
evangelischen Landeskirche; Vorsit-
zende(r) einer Kreissynode
$u|pe|ri|or dal.) der; -s; Superioren
weibl. Su|pe|riq|rin —> Su|pe|ri|q}rin:
die; - ; -nen (kath. Kirche) Kloster-
obere(r); Abt od. Äbtissin »Der Supe¬
rior hatte Jür das Wohl des Klosters
gesorgt.«
Sujper[la|tiv/Su|per|la|tiv: <lat.> /super-
latif/ der; -s; -e 1 (Sprachwiss.) bei der
Steigerung von Adjektiven die
Höchstufe »'Beste’ u. 'lauteste' sind
Superlative.« 2 [geh.] etw., was deut¬
lich über dem Durchschnitt liegt u.
schwer, kaum verbesserbar ist
su]per|la|tiv/su|peijla|tiv: <lat.> /superla-
tif/ Adj. [geh.] besonders herausra¬
gend, weit über dem Durchschnitt lie¬
gend »Die musikalische Interpretation
des Stückes war Superlativ.«
su|perfieicht: Adj. [ugs.] sehr, extrem
leicht »Das Rennrad ist aus superleich¬
tem, glasfaserverstäkten Kunststoff
hergestellt.«
Sujperjmacht: die; - ; -möchte Staat,
der in einem Bereich wie Wirtschaft,
Militär o. ä. den anderen Staaten
(deutlich) überlegen ist »Die Super¬
macht hat sich einen militärischen Vor¬
sprung aufgebaut.«
Sujperjmarkt: <engh der; -(e)s; -markte
großes Selbstbedienungsgeschäft, in
dem man vor allem Lebensmittel kau¬
fen kann
Su|per|star. dar.; engb der; -s; -s [ugs.]
durch die Massenmedien sehr be¬
kannte Persönlichkeit aus den Berei¬
chen Sport, Musik, Kunst o. ä. »Die
Medien beobachten jede Bewegung des
Superstars.«
Sufper|vi|sor. <lat.-engl.-amerik.>
/ßjup'rwaiser/ der; -s; -s 1 (Wirt.) Per¬
son, die in sensiblen Bereichen von
Wirtschaftsunternehmen, Ämtern,
pädagogischen od. psychologischen
Einrichtungen Kontrollfunktionen
übernimmt »Der Supervisor soll ein
Fehlverhalten der Mitarbeiter verhin¬
dern u. ihnen beratend zur Seite
stehen.« 2 (Technik) Kontrolleinheit
innerhalb eines Computers
Sujperjzei|chen: das; -s; - Bildung eines
(umfassenden) Zeichens zur rationel¬
len Informationsübermittlung durch
Kombination von verschiedenen Ein¬
zelzeichen, die auch jedes für sich eine
Bedeutung haben
Sup|pe: die; - ; -n 1 Speise mit sehr ho¬
hem Flüssigkeitsanteil »Als Vorspeise
bekomme ich eine Nudelsuppe.« 2
(übertr.) [ugs.] Unannehmlichkeiten
»Diese Suppe mußt du selbst
auslöffeln.« 3 [ugs.] Nebel »Draußen
ist eine dicke Suppe.« 4 das Salz in
der Suppe: das eigentlich Beste, In¬
teressante an etw. »Tore sind beim
Fußball das Salz in der Suppe.« 5 die
Suppe auslöffeln, die man sich ein¬
gebrockt hat: die Konsequenzen,
Folgen, die aus einer Handlung o. ä.
entstehen, allein verantworten 6
jmdtn. in die Suppe spucken: [ugs.]
jmds. Vorhaben verderben »Ich habe
alles vorbereitet u. geplant u. werde
1129
Suppenfleisch
mir von dir nicht in die Suppe spucken
lassen.« 7 a) jmdm., sich eine schöne
Suppe einbrocken: [ugs.] jmdn. od.
sich in eine unangenehme Situation
bringen b) jmdm. die Suppe
versalzen: [ugs.] jmdm. etw. verei¬
teln, durchkreuzen »Ich habe gehört,
was er vorhal - na, dem werde ich die
Suppe versalzen.« 8 das macht die
Suppe (nun auch) nicht (mehr) fett:
[ugs.] das ist nun auch egal, ver¬
schlimmert etw. nicht mehr sehr
Sup|pen|fleisch: das; -(e)s; - diverse
Fleischsorten von Huhn, Rind o. ä.,
die für eine Suppe ausgekocht werden
»Das Suppenfleisch sollte für eine gute
Brühe nicht zu mager sein.«
Sup|pen|ge|mü|se: das; -s; - diverse
festkochende Gemüsesorten, die in ei¬
ner Suppe mitgekocht werden, damit
sie einen intensiveren Geschmack be¬
kommt »Porree, Sellerie u. Möhren
sind typische Suppengemüse.«
Sup|pen|grün: das; -s; - diverse festko¬
chende Gemüsesorten, die in einer
Suppe mitgekocht weiden, damit sie
einen intensiveren Geschmack be¬
kommt »Porree u. Sellerie sind typi¬
sches Suppengrün.«
Sup|penjkas|per: der; -s; - [ugs.] a) Per¬
son, die ungern od. gar keine Suppen
mag (wie die literarische Figur des
Suppenkaspers im 'Struwwelpeter’)
b) Person, die Suppen sehr liebt, über¬
aus gerne ißt
Sup]pen|kno|chen: der; -s; - (Kochk.)
großer Röhrenknochen, der ausgelöst
in der Brühe gekocht wird, um ge¬
schmacksbildend zu wirken »Der
Suppenknochen wird vor dem Servie¬
ren aus der Suppe genommen.«
Sup|pen]tas|se: die; - ; -n kleine Schale
(mit einem od. zwei Henkeln) für
Suppe od. Brühe; Portionsschale für
Suppe für eine Person
Sup|pen)ter|rijne: die; ~ ; -n große
Schüssel mit einem od. zwei Henkeln
für Suppe od. Brühe mit einem Dek-
kel »Aus der Suppenterrine verteilte
die Mutter mit dem Suppenlöffel den
Linseneintopf auf die einzelnen Sup¬
penteller.«
Supfplik —> Sup|p|lik: dat.-fro die; - ;
-en fveralt.] an den Papst gerichtete
Bittschrift
Suplport: dat.-fro der; -(e)s; -e (Tech¬
nik) Werkzeugträger od. Werkstück¬
träger einer Werkzeugmaschine »In
den Support wird der Rohling einge¬
spannt u. dann an den Hobel herange¬
führt.«
sup|pres|siv —> sup|p|res|siv: <lat.>
/suppressif/ Adj. [geh.] nicht aktiv
werden lassend; hemmend
su|pra-/Su|pra- —» su|p|ra-/Su|p|ra:
dato Wortbildungselement (häufig auf
supra-/Supra- betont) 1 a) über das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
hinausgehend »supranational« b) in
übertriebener Art u. Weise »suprage¬
nau« Syn.: über-/Über-
su]pra|lei|tend—* sulp|ra|leiftend: dat.;
dt.> Adj. n. stg. (Technik) (Metall o. ä.>
bei Temperaturen knapp über dem
absoluten Nullpunkt eine praktisch
unbegrenzte elektrische Leitfähigkeit
besitzend »Diese Vanadium-Silicium¬
Legierung ist supraleitend.«
Su|pra|lei|ter —» Su|p|ra|lei|ter: dat.;
dt.> der; -s; * (Technik; Metall o. ä.>
Stoff, der bei Temperaturen knapp
über dem absoluten Nullpunkt eine
praktisch unbegrenzte elektrische
Leitfähigkeit besitzt »Diese Vana-
dium-Silicium-Legierung ist ein Su¬
praleiter.«
Su]re: (arabo die; - ; -n (Religion; Islam>
Textabschnitt des Korans
Surf|brett: <engl.; dto /ßörf-/ das; -(e)s;
-er (Sport> schmales Wassersportge¬
rät aus Kunststoff zum Wind- od.
Wellensurfen »Das Surfbrett ist läng¬
lich u. flach.«
suijfen: <engl.> /ßörfen/ surfst; surftest;
hast/bist gesurft (Sport) sich durch
Wasser- od. Windkraft angetrieben
schnell auf einem flachen Brett im
Wasser fortbewegen »Er surfte über
den See.«
Sur|fing: <engh /ßörüng/ das; -s; - a)
Wassersport, der auf einem flachen
Brett mit Segel ausgeführt wird, bei
dem der Sportler sich durch Wind¬
kraft gleitend fortbewegen läßt;
Windsurfing »Das Surfing wird immer
an besonders windbeständigen Küsten¬
regionen ausgetragen.« b) Wasser¬
sport, der auf einem flachen, kurzen
Brett ausgeführt wird, bei dem der
Sportler sich durch Wellenkraft auf
die Küste zu bewegt
sur|re|al: dat.-fro /ßürreal/ Adj. n. stg.
[geh!] nicht wirklichkeitsgetreu; nicht
die Wirklichkeit abbildend; traum-
haft-deuterisch
Sur|rea|lis|mus —> Sur|re|a|lis]mus:
<lat.-fr.> /ßürrealißmuß/dcr; -
Kunstrichtung, die das traumhaft
Unbewußte künsterisch darstellen
will
sur]rea|li|stisch —> surjre|a|lis|tisch:
dat.-fro /ßürrealißtisch/ Aaf. n. stg.
[geh.] nicht wirklichkeitsgetreu dar¬
stellend; traumhaft-deuterisch dar¬
stellend »Das surrealistische Gemälde
gab den Gemütszustand des Künstlers
wieder.«
suijren: surrt; surrte; hat gesurrt einen
Ton im niedrigen Frequenzbereich
produzieren (der durch eine schnelle
reibende Bewegung erreicht wird)
Die Anglerschnur surrte durch die
Spule.«
Surjrojgat: dato das; -fe)s; -e 1 [geh.]
Ersatzstoff für Rohstoffe od. Lebens¬
mittel in technischen u. gewerblichen
Bereichen »Margarine war anfangs
nur ein Surrogat für Butter.« 2
(Rechtsw.) etw., was für einen Gegen¬
stand als Ersatz gelten kann
Surjvjjvaljtrailning; <engh /ßörwajwel-/
das; -s; -s Lernen, unter härtesten na¬
türlichen Bedingungen zu überleben;
Überlebenstraining »Bei dem Survi-
valtraining lernten die Teilnehmer viele
eßbare Pflanzen kennen.«
susp.: Abk. suspendiert = zeitweilig
aufgehoben, vom Dienst entbunden
su|spekt —*• su|s|pekt: dato Adj. su¬
spekter; suspekteste verdächtig; nicht
geheuer »Das ist mir suspekt.«
sus|pen]dje]ren: dato suspendierst; sus¬
pendiertest; hast suspendiert 1 kurzfri¬
stig eine Verbindung, Beziehung, Ver¬
antwortlichkeit o. ä. auflösen »Die
geschäftliche Beziehung wird bis zur
Klärung der Verantwortlichkeiten
suspendiert.« 2 (Chemie) Feststoffe in
einer Flüssigkeit so behandeln, daß
sie schweben 3 jmdn. suspendieren:
a) jmdn. seiner Amtsgewalt entheben;
ihm seine arbeitsmäßigen Befugnisse
entziehen; zeitweilig aus dem Dienst
entlassen »Der Polizeibeamte wurde
von seinem Dienst suspendiert.« b)
jmdn. von einer Pflicht, Aufgabe o. ä.
entheben
Sus|pen|die(rung: dato die; - ; -en t a)
Vorgang, bei dem jmd. seiner Amts¬
gewalt enthoben wird »Die Suspen¬
dierung des Polizeibeamten von seinem
Dienst war ungerechtfertigt.« b) Vor¬
gang, bei dem jmd. von einer Pflicht,
Aufgabe o. ä. enthoben wird 2 (Che¬
mie) Verteilung der festen Schwebe¬
teilchen in Flüssigkeiten
Sus|pen|si|on: dato die; - ; -en 1 zeitwei¬
lige Dienst-, Amtsenthebung 2 Auf¬
schwemmen fester Stoffe in einer
Flüssigkeit
süB: Adj. süßer; süßeste 1 nicht bitter,
nicht salzig od. sauer; wie Zucker od.
Honig schmeckend »Schokolade ist
süß.« 2 durch äußeres Erscheinen
hübsch, niedlich wirkend »Deine
Tochter ist ein süßes Mädchen.« 3 das
süße Leben: luxuriöses Leben ohne
viel Anstrengung, Arbeit
Sü|ße: die; - ; - <Kochk.> Geschmacks¬
richtung, die wie Zucker o. ä.
schmeckt »Die Süße des Puddings war
sehr angenehm.«
Sü|ße: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Süßer; eine Süße; zwei
Süße) [ugs.] jmd. (oft ein Kind) mit
einer meist sehr gewinnenden Verhal¬
tensweise, Ausstrahlung »Die kleine
Süße war sehr hübsch in ihrem rosa
Kleidchen.«
Süß|bolz: das; -es; -1 Wurzelholz einer
Schmetterlingsblütlerstaude, aus de¬
ren Sud nach dem Eindicken Lakritz
gewonnen wird »Das Süßholz kann
auch pur gegessen werden.« 2 Süßholz
raspeln: jmdn. auf gefällige u. gewin¬
nende Art ansprechen; meist unter ei¬
nem Vorwand jmdn. umschmei¬
chelnd ansprechen, um eine Gegenlei¬
stung zu erhalten »Er raspelt bei der
Dozentin gewaltig Süßholz, um durch
die Prüfung zu kommen.«
Süß|holzjrasp[ler: der; -s; ~ weibl. Su6|-
holz|rasp|lejrin: die; - ; -nen Person,
die ihren Gesprächspartner um¬
schmeichelt, um Vorteile zu erringen
Sü|ßig|kei|ten: die (PI.) Süßwaren; feste
Speisen, die eine süße Geschmacks¬
richtung haben (z. B. Plätzchen,
Schokolade, Pralinen) »Nach dem Ge¬
nuß von Süßigkeiten sollte man sich die
Zähne putzen.« 2 PL s. süße Ge¬
schmacksrichtung
Sü8|karftof]fel: die; - ; -n (Bot.> stärke¬
reiche, süßlich schmeckende Knollen¬
frucht; Batate
süß|lich: Adj. 1 Geruchs- od. Ge¬
schmacksrichtung von Speisen, die
leicht an Zucker od. Honig erinnert
»Die Karotten schmeckten süßlich.« 2
(übertr.) a) [abwert.] in der Reaktion
auf etw. (zu) sehr gefühlsbetont; über¬
freundlich »Sie umschmeichelte sü߬
lich den Chef, um seine Einwilligung zu
1130
Symbolismus
bekommen.« b) besonders übertrieben
kitschig; sehr auf Gefühlen basierend
süB-sauler —» süß|saujer: Adj. n. stg.
in gleichen Anteilen süßlich wie säu¬
erlich sein »Viele chinesische Gerichte
sind süß-sauer gewürzt.«
SüB|spei|se: die; ~ ; -n Nachtisch in
(vorwiegend) süßlicher Geschmacks¬
richtung
SüB|wa|ren: die (PI.) Süßigkeiten als
Warengruppe der Lebensmittel; feste,
kleine Speisen, die (überwiegend) eine
süße Geschmacksrichtung haben (z.
B. Plätzchen, Schokolade, Pralinen)
SüB|was|ser: das; -s; - natürliches, salz¬
armes, stehendes u. fließendes Wasser
od. Gewässer »Forellen leben im Sü߬
wasser.« Ant.: Salzwasser
Su|ta|ne/Sou|ta|ne: dat.-it.-fr.'> die; - ;
-n~(Kirche> schmal geschnittenes Ge¬
wand, das von (katholischen) Geistli¬
chen unter den liturgischen Gewän¬
dern getragen wird »Der Kardinal
trägt eine rote Sutane u. der Papst eine
weiße.«
Su|ta|nel|le: dat.-it.-fr.> die; - ; -n <Kir¬
che; hist.> knielanger, leichter,
schwarzer Mantel, der von (katholi¬
schen) Geistlichen getragen wird
Süt|ter|lin|schrift: die; -; - heute veralte¬
te Schreibschrift, die 1935-1941 allge¬
meingültig an deutschen Grundschu¬
len eingeführt wurde »Die Sütterlin-
schrift unterscheidet sich stark von der
heutigen Schreibschrift.«
SV: Abk. 1 Sachverhalt 2 Sachverständi¬
ge^) 3 <Sport> Schachverband 4 Schü¬
lerverwaltung 5 <Sport> Schwimmver¬
ein 6 Selbstverwaltung 7 Sicherheits¬
ventil 8 Sicherungsverwahrung 9
Sichtvermerk 10 Sonderverzeichnis
11 Sozialversicherung 12 <Sport>
Spielverein; Spielvereinigung 13
Sportverein 14 <Elektrot.> Steckver¬
binder
svw.: Abk. soviel wie
SW: Abk. Südwest; Südwesten
s. W.: Abk. seines Wissens
s. w.: Abk. siehe weiter
sw.: Abk. 1 <Sprachwiss.> schwach ge¬
beugt 2 schwarz-weiß 3 <Himmels¬
richtung> südwestlich
sw: Abk. 1 Schriftwechsel 2 schwarz¬
weiß 3 <Nachrichtentechnik> <engl.>
short wave = Kurzwelle 4 <EDV>
<engb Software = die Software =
Computerprogramme 5 rHimmels-
richtung> Südwesten
s/w: Abk. schwarz-weiß
Swa|sti|ka —* Swas|ti|ka: <Sanskrit>
die; ~ ; Swastiken u. der; - u. -s; -s a)
altindisches Sonnenzeichen, das
Glück u. Fruchtbarkeit symbolisiert
b) Hakenkreuz »Die Swastika war
Zeichen des Nationalsozialismus.«
Sweat|shirt: tengh /ßwettschöri/ das;
-s; -s langärmeliger, weit geschnitte¬
ner (innen angerauhter) Pullover aus
Baumwolle
Sweetlheart: <engl.> /ßwitha't/ das; -; -s
<Kosename> Geliebte(r); Liebste(r);
Liebling
SWF: Abk. Südwestfunk = öffentlich¬
rechtliche Rundfunk- u. Fernsehan¬
stalt, Mitglied der ARD
s. w. h.: Abk. siehe weiter hinten
Swimlminglpool/Swimlminqlpool:
<engl.> /ßwimmingpul/ der; -s; -s (klei¬
nes, privates) Schwimmbecken, das
meist im Garten steht »Im Sommer
kann man sich durch Schwimmen im
Swimmingpool abkühlen.«
Swing: <engl.> /ßwing/ der; - u. -s; -s
<Musik> 1 kurz für Swingfox = ein
Gesellschaftstanz »Die Band spielt als
nächsten Tanz einen Swing.«
o. PI. 2 a) Stilrichtung des Jazz
b) Rhythmus im Jazz
Swin|ger. <engl.> /ßwinger/ der; -s; - 1
[ügs.; verhüll.] Person, die innerhalb
einer Gruppe mit unterschiedlichen
Partnern Geschlechtsverkehr hat,
Gruppensex praktiziert 2 kurzer, wei¬
ter, glockenförmif geschnittener Da¬
menmantel »Der Swinger paßt farb¬
lich gut zu dem engen Rock.«
s. w. o.: Abk. siehe weiter oben
s. w. u.: Abk. siehe weiter unten
s. w. v.: Abk. siehe weiter vom
syl]la|bisch: <gr.-lal.> /süllabisch u. silla^
bisch/ Adj. n. stg. 1 <Musik> jede Note
einer Gesangskomposition mit einer
Textsilbe unterlegt »Bei diesem Mu¬
sikstück handelt es sich um syllabi-
schen Gesang.« 2 <Sprachwiss.> [ver-
alt.] silbenweise »Das syllabisch vor-
getragene Gedicht stellt hohe Anforde¬
rungen an den Interpreten.«
Syl|la|bus: <gr.-lat.> /süllabuß u. silla;
büß/ der; ~ - u. Syllabi 1 <kath. Kir¬
che; hist.» 1864 von Pabst Pius IX.
veröffentlichtes Verzeichnis von 80
modernen theologischen, philosophi¬
schen u. politischen Anschauungen
(z. B. Pantheismus, Naturalismus,
Rationalismus, Kommunismus), die
von der Kirche abzulehnen seien
»Der Syllabus ist streng konservativ u.
antiliberal.« 2 {geh.} Zusammenstel¬
lung
Syl|lep|se/Syt|lep|sis: <gr.-lat.> /süllepse
u. süllepsiß u. silleps« u. sillepsiß/ die;
-; Syllepsen <Sprachwiss.> rhetorische
Figur, bei der ein Satzteil auf zwei od.
mehrere in Person, Geschlecht od.
Zahl verschiedene Subjekte bezogen
ist
Syljlo|gis|mus: <gr.-lat.> /süllogißmuß u.
sillogißmuß/ der; - ; Syllogismen <Phi¬
losophie> in der klassischen Logik die
Form des Schlusses, der aus zwei all¬
gemeinen Prämissen das Besondere
folgert »Der klassische Syllogismus
von Sokrates lautet: ‘‘Alle Menschen
sind sterblich, ich bin ein Mensch, also
bin ich sterblich.“»
Syl|io|g||stik —* Syl|lojgis|tik: <gr.-lat.>
/süllogißtik u. sillogißtik/ die; - ; -
<Philosophie> auf Aristoteles zurück¬
gehende Lehre vom Syllogismus, in
der versucht wird, alle komplexen
Schlüsse in (leichter zu durchschauen¬
de) Syllogismen zu zerlegen
Syl|phe: <gr.> /sülfe u. silfe/ der; -n; -n u.
[selten] die; - ; -n weibl. Syl|phi|de:
<gr.> die; - ; -n 1 <Mythologie> Luft¬
geist »Bei der literarischen Figur des
Oberon, des Königs der Elfen, handelt
es sich um einen Sylphen.« 2 [poet.]
zartes, anmutiges Wesen »Der Dich¬
ter beschrieb die Tänzerin wie eine Syl¬
phe, Sylphide.«
Syl|ve)ster/Sil|v«|ster —> Syl|ves|ter/
Sil|ves|tec /silweßter/ der u. das; -s; -
(meist ohne Art. gebraucht) letzter
Tag im Jahr; der 31.12.; Tag vor Neu¬
jahr »Wir feiern zusammen Sylve¬
ster.«
Sym|bi|ont <gr.> /sümbiont u. simbiont/
der; -en; -en <Bio.> Lebewesen, das mit
einem od. mehreren Lebewesen einer
anderen Art in einer Lebensgemein¬
schaft mit gegenseitigem Nutzen lebt
Symjbio|se —» Sym|bi|o|se: <gr.>
/sümbiose/ die; - ; -n Zusammenleben
verschiedener Lebewesen zum wech¬
selseitigem Nutzen
Symlboh <gr.-lat.> /sümbol u. simbol/
das; -s; -e 1 Wahrzeichen »Der Dom
ist das Symbol der Stadt.« 2 Gegen¬
stand, der für einen (nicht wahrnehm¬
baren) Sachverhalt steht »ein Symbol
der Macht • Eine weiße Taube gilt als
Friedenssymbol.«
Sym|bol|cha|rak|ter: <gr.-lat.> /sütnbol-
u. simbol-/ der; -s; - sinnbildliche
Ausprägung »Greenpeace hat Jur die
Umweltschutz- u. Friedensbewegung
Symbolcharakter bekommen.«
Sym|bof|fi|gur: <gr.-lat.-fr.> /sümbol- u.
simbol-/ die; - ;■ -en Person, die ein
Sinnbild, Idol für etw. geworden ist
»Elvis Presley war eine Symbolfigur
des Rock ’n’Roll.«
sym|bol|haft: ‘.gr.-lat.; dt.> /sümbol- u.
simbol-/ Adj. symbolhafter; symbol¬
hafteste sinnbildlich; ähnlich einem
Symbol »Rote Rosen werden häufig
symbolhaft als Zeichen der Liebe ver¬
schenkt.«
Sym|bo]lik: <gr.-lat.> /sümbolik u. sim-
bolik/ die; - ; ■ 1 a) Ausdrucksgehalt
einer Erscheinung »Die Symbolik des
Ringes für die Unendlichkeit ist in vie¬
len Kulturkreisen bekannt.« b) sinn¬
bildliche Darstellung 2 sinnbildliche
Verwendung in einem bestimmten
Zusammenhang »Die Symbolik der
Friedenstaube wird in der ganzen Welt
verstanden.« 3 <Kirche> Lehre von den
einzelnen kirchlichen Richtungen ent¬
sprechend ihren Symbolen 4 Lehre
von den Sinnbildern u. allen Erschei¬
nungen, deren Ausdruckswert durch
Aufweisung ihres sinnbildlichen Ge¬
haltes erschlossen werden kann »Die
Symbolik untersucht die Wirkungen
von Zeichen auf die Menschen.«
sym|bo|lisch: <gr.-lat.> /sümbolisch u.
simbolisch/ Adj. n. stg. sinnbildlich
»eine symbolische Geste«
sym|bo|li|sie|ren: <gr.-lat.> /sümbolisiren
u. simbolisiren/ symbolisierst; symbo¬
lisiertest; hast symbolisiert 1 als Sinn¬
bild erscheinen »Das Herz symboli¬
siert die Liebe.« 2 sich symbolisieren
als, in etw.: sich sinnbildlich als, in
etw. zeigen »Der Tod symbolisiert sich
oft in einem Skelett, das eine Sense
und eine Sanduhr trägt.«
Sym|bo|lis|mus: <gr.-lat.> /sümboliß-
muß u. simbolißmuß/ der; - ; - 1 a)
<Literaturwiss.> von Frankreich aus¬
gehende, später in ganz Europa ver¬
breitete literarische Strömung des
späten 19. Jhds., die die objektive
Wirklichkeitswiedergabe des Realis¬
mus u. Naturalismus ablehnte u. Hin¬
tergründiges, Irrationales u. Geheim¬
nisvolles in der Dichtung symbolisch¬
metaphorisch sichtbar machen wollte
b) <Kunst> vom literarischen Symbo¬
lismus inspirierte künstlerische Strö¬
mung, die sich gegen die Banalisie-
1131
Symbolkraft
rung u. Oberflächlichkeit des Impres¬
sionismus wendet u. diesen durch die
expressive Durchdringung der sinn¬
lich wahrnehmbaren Realität u. die
Suche nach einer imaginären Gegen¬
welt zu durchbrechen versuchte 2 [sel¬
ten] Schema für in Folgen von Buch¬
staben, Zahlen od. Worten verwende¬
te Zeichen
Sym|bol|kraft: <gr.-lat.; du /sümbol- u.
simbol-/ die; - ; - Aussagestärke eines
Sinnbildes »Das christliche Kreuz ist
ein Zeichen mit großer Symbolkraft.«
Sym|bol|spra|che: <gr.-lat.; dt.> /süm¬
bol - u. simbol-/ die; - ; -n<EDV> Pro¬
grammiersprache für die Verwen¬
dung in Rechnern »Die Symbolspra¬
che erlaubt eine sprachliche Verständi¬
gung von Mensch u. Maschine.«
sym|bol|träch|tig: (gr.-lat.; dt.> /sümbol-
u. simbol-/ Adj. von großem symboli¬
schen Ausdrucksgehalt »Ein beson¬
ders symbolträchiges Zeichen ist das
Kreuz.«
Sym|ma|chie: <gr.> /sümachi/ die; - ; -n
IsümachPn/ <hist.; Altertum) Schutz¬
bündnis der altgriechischen Stadt¬
staaten, besonders vom 6. bis 4. Jhd.
v. Chr.
Sym|me|trie —*• Sym|me|tjrie: (gr.-lau
/sümmetri/ die; - ; -n ]sümetrien/ 1
ebenmäßiger, gleichförmiger Aufbau
des Ganzen, bei dem sich beide Hälf¬
ten spiegelbildlich entsprechen »Die
Fassade des Hauses hat eine Symme¬
trie, sie hat auf jeder Seite drei Fenster
u. eine Tür.« 2 <Math.> a) gleiche Lage
eines geometrischen Gebildes in be¬
zug auf eine Ebene, Gerade od. einen
Punkt »Das gleichschenklige Dreieck
hat immer eine Symmetrie.« b) spie¬
gelbildliche Gleichheit einer ebenen
Figur od. eines räumlichen Körpers
o. ä. in bezug auf die eigene Achse,
Spiegelbildlichkeit, Gleichmaß,
Eben- maß »Wenn man Tinte auf ein
gefaltetes Blatt tropft, ensteht durch
das Abklatschen der Farbe eine
Symmetrie.« 3 <Zoob (größtenteils)
gleichmäßiger, symmetrischer Kör¬
peraufbau als grundsätzliche Eigen¬
schaft der höheren Tiere »Die Sym¬
metrie des Menschen zeigt sich in sei¬
nen parallel aufgebauten Gliedmaßen
wie zwei Beinen, zwei Armen usw.« 4
(Literaturwiss.; Musik) wechselseitige
Entsprechung von Teilen innerhalb
eines Werkes in bezug auf Anord¬
nung, Größe, Form u. ä.
Sym|me|trie]ach|se —» Sym|me|t|rie|-
ach|se: (gr.-lat.; dto /sümmetri-/ die;
- ; -n <Math.> a) Gerade entlang der
Mitte einer geometrischen Figur »Die
Symmetrieachse läuft mitten durch
das Dreieck.« b) Achse, an der eine Fi¬
gur in einer Ebene od. im Raum ge¬
spiegelt wird »Das Dreieck wird auf
der anderen Seite der Symmetrieachse
gespiegelt.«
Sym|me|tne|ebe|ne—* Sym|me|t|rie|e|-
be|ne: <gr.-lat.; du /sümmetri-/ die;
~; -n <Math.> Ebene, zu der eine Figur
gespiegelt wird »Die Symmetrieebene,
auf die das Dreieck gespiegelt werden
soll, liegt im negativen Bereich.«
sym|me|trisch —»• sym|me|tjrisch: <gr.-
lau /sümmetrisch/ Adj. n. stg. 1 spie¬
gelbildlich u. gleichförmig aufgebaut
»Die Häuserfront ist symmetrisch auf¬
gebaut, da links u. rechts die gleiche
Anordnung der Fenster ist.« 2 <Math.>
a) (geometrisches Gebilde) die gleiche
Lage in bezug auf eine Ebene, Gerade
od. einen Punkt habend »Die Lage
des Dreiecks im Koordinatensystem ist
symmetrisch, da sie weder im negati¬
ven noch positiven Bereich verschoben
wird.« b) (ebene Figur; räumlicher
Körper) spiegelbildliche Gleichheit in
bezug auf die eigene Achse aufwei¬
send »Das gleichschenkelige Dreieck
ist symmetrisch aufgebaut.« 3 <Med.;
Zool.) auf beiden Körperseiten
gleichzeitig auftretend »Die Augen¬
stellung ist beim Menschen symme¬
trisch, bei einer Scholle jedoch nicht.«
4 (Literaturwiss.; Musik) wechselseiti¬
ge Entsprechungen in bezug auf An¬
ordnung, Größe, Form u. ä. der Teile
innerhalb eines Werkes aufweisend
sym|pa|the|tisch: <gr.-lat.> /sümpate-
tisch/ Adj. [geh.] geheimnisvoll; ma¬
gisch wirkend »Die alte, verschrum¬
pelte Frau wirkt sympathetisch in ih¬
rem kleinen Hexenhäuschen.« 2 sym¬
pathetische Kur Heilverfahren
durch magische Mittel »Die sympa¬
thetische Kur verwendet kaum medizi¬
nisch anerkannte Heilverfahren.« 3
sympathetische Tinte: unsichtbare
Tinte für Geheimschriften
Sym|pa|thie: (gr.-lau /sümpati/ die; - ;
Sympathien /sümpatienj Zuneigung;
Wohlgefallen
Sym|pa|thi0|be|kun|dung: <gr.-lat.; du
/sümpati-/ die; - ; -en Ausdruck von
Zuneigung, Mitgefühl »Die Sympa¬
thiebekundung der Zuhörer zeigte sich
im lauten Klatschen.«
Sym|pa|thie|streik: (gr.-lat.; du
/sümpati-/ der; -s; -s (Wirt.) unterstüt¬
zender Streik aus Sympathie zu den
eigentlich Streikenden »Bei einem
Streik der Metaller kam es zu einem
Sympathiestreik der Bergleute.«
Symjpa|thje|trä|geR (gr.-lat.; du
/sümpati-/ der; -s; - weibl. Sym|pa|-
thie|trä|ge|rin: die; - ; -nen Person,
der viel Sympathie entgegengebracht
wird, die beliebt ist »John F. Kennedy
war ein Sympathieträger für die
USA.«
Sym|pa|thi|sant: (gr.-lat.> /sümpatisant/
der; -en; -en weibl. Sym|pa|thi|sarijtin:
die; - ; -nen Person, die einer Gruppe
od. Anschauung wohlwollend gegen¬
übersteht
Sym|pa|thi|san|ten|tum: (gr.-lat.; dt.>
/sümpatisantentum/ das; -s; - Zunei¬
gung, Unterstützung einer politischen
od. gesellschaftlichen Gruppe od. An¬
schauung
sym|pa|thisch: <gr.-lat» /sümpatisch/
Adj. ansprechend; angenehm »eine
sympathische Frau«
sym|pajthi|sie]ren: (gr.-lat.i /sümpati-
siren/ sympathisierst; sympatisiertest;
hast sympathisiert a) den politischen
od. gesellschaftlichen Ideen u. An¬
schauungen einer Gruppe zugeneigt
sein (u. sie unterstützen) »Er sym¬
pathisierte mit den Kommunisten.« b)
mit jmdm. freundschaftlich verkeh¬
ren; jmdm. zugeneigt sein
Sym|pho|nia/Sin(fo|nje: tgr.-lat.-iu /sin-
foni u. sümfoni/d/e; - ; -n jsinfongn u.
sümfoni‘n/ <Mu$ik> in mehrere Ab¬
schnitte, Sätze geteiltes musikalisches
Werk, das von einem Orchester ge¬
spielt wird
Sym|ppjsi|on/Sym|po|si|um: (gr.-lau
/sümposion u. sümposium/ das; -s;
Symposien /sümposien/1 (hist.; Alter¬
tum) nach Abschluß der Mahlzeit bei
den Griechen u. Römern abgehalte¬
nes Trinkgelage mit ernsten, philoso¬
phischen, aber auch heiteren Gesprä¬
chen, oft mit Musik u. Tanz »Das
Symposion war eine lustvolle Unter¬
haltung mit geistigen Gesprächen u.
Getränken.« 2 a) wissenschaftliche
Tagung mit Vorträgen u. Diskussio¬
nen zu einem bestimmten Thema
»Auf dem Ärztekongreß gab es ein
Symposium zum Thema Herzinsuffi¬
zienz.« b) wissenschaftliches Fach¬
buch mit Beiträgen verschiedener Au¬
toren zu einem bestimmten Thema
»Das Symposion stellt die Bandbreite
wissenschaftlicher Meinungen dar.« 3
(Philosophie; Altertum; Literatur-
wiss.) literarische Dialogfortn von
Platon »Das Symposion gibt Auf¬
schluß über die Denkweisen im Alter¬
tum.«
Symjptom —» Sym|p|tom: (gr.>
/süm(p)tom/ das; -(e)s; -e Anzeichen
für etw.; etw., was für eine Vermu¬
tung, (ärztliche) Diagnose spricht
»Sie zeigt alle Symptome einer Grip¬
pe.«
sym|pto|ma|tisch —* sym|p|to|ma|-
tisch: (gr.) /sümptomatisch/ Adj. n.
stg. 1 [geh.] anzeigend, warnend, auf
etw. hinweisend, -deutend »Der Stel¬
lenabbau ist symptomatisch für die
schlechte Wirtschaftslage.« 2 (Med.)
a) nur auf die Symptome bezogen u.
nicht auf die Ursache der Krankheit
einwirkend »Bei sehr hohem Fieber er¬
folgt zunächst eine symptomatische
Behandlung.« b) keine selbständige
Krankheit darstellend, sondern als
Symptom einer anderen auftretend
»Brennende, gerötete Haut ist sympto¬
matisch für einen Sonnenbrand.«
syn-/Syn-: <gr.> Wortbildungselement
(vor den Konsonanten ’b', ’m‘, ’p’:
‘sym- 7 ‘Sym- ’; wird manchmal auch zu
sy-jSy- verkürzt) drückt aus, daß etw.
mit dem im Basiswort inhaltlich Ge¬
nannten zusammenwirkt; miteinan¬
der, zusammen; einander ergänzend
»Synthese • Synonym«
Syn|agpjge —» Sy|n|a|ggjge: (gr.-lau
/sünagpge/ die; - ; -n (Religion) jüdi¬
sches Gotteshaus
Syn|ap|se —► Sylnfapjse: <gr.>
/sünapße/ die; - ; -n (Bio.; Med.) Kon¬
taktstelle zwischen zwei Nervenzellen
od. zwischen einer Nervenzelle u. ei¬
ner Muskelzelle o. ä., die den nervli¬
chen Impuls über einen elektro-che-
mischen Prozeß weiterleitet
Syn|äre|se/Syn|äre|sis —> Sy|n|ä[re]se/
Syinjä|rejsis: (gro /sünärese u.
sünäresiß/ die; - ; Synäresen (Sprach-
wiss.) Zusammenziehen zweier Vo¬
kale aus ursprünglich verschiedenen
Silben, zwischen denen aufgrund von
Stammsilbenbetonung ein konsonan¬
tisches Element ausgefallen ist; Syn-
izese »Die Verben 'gehen, stehen u. se-
1132
Synode
hen’ bieten sich für eine Synärese wie
'gehn, stehn u. sehn’an.«
Syn|äs|the|sje—> Sy|n|äs|the(sje: <gr-
lat.» /sünäßtesi/ die; - ; -n Isünäste-
si‘nj 1 a) Vorgang u. Ergebnis der
Verschmelzung von Reizen bzw.
Empfindungen der verschiedenen
Wahmehmungsformen (Sehen, Hö¬
ren, Riechen, Schmecken, Tasten)
Die Synästhesie fordert alle Sinne.« b)
<Med.> Erscheinung, bei der bei Erre¬
gung eines Sinnesorgans außer den
ihm zugehörigen Empfindungen auch
solche eines anderen Sinnesorgans
auftreten, z. B. Farbempfindungen
beim Hören bestimmter Töne od.
Klangwahrnehmungen beim Sehen
»Durch die Synästhesie verbindet die
Testperson mit einer bestimmten Ton-
frequermz die Farbe Rot.« 2 «Sprach-
wiss.> Wortverbindung mit Elemen¬
ten aus verschiedenen Sinnesberei¬
chen, wobei ein Element in übertrage¬
ner Bedeutung verwendet wird (z. B.
schreiende Farbe, warmer Klang,
dunkle Stimme)
syn|chron: <gr.-lat.> /sünkron/ Adj.
gleichzeitig; zeitgleich; gleichlaufend
Syn|chro|nie: <gr.-lat.> /sünkroni/ die;
~ ; - «Sprachwiss.> Auffassung von
Sprache als geschlossenes Zeichensy¬
stem in einem zeitlich fixierten Zu¬
stand
syn|chro|ni|sie)ren: <gr.-lai.-fr.> /sün-
kronisiren/ synchronisierst; synchro¬
nisiertest; hast synchronisiert 1 ver¬
schiedene Vorgänge od. Geräte zum
Gleichlauf bringen 2 a) einen Film
vertonen b) einen fremdsprachlichen
Film mit Dialogen usw. in der eigenen
Sprache versehen
Syn|chro|m|sie|rung: <gr.-iat.> /sünkro-
nisirung/ die; - ; -en 1 zeitliche Ab¬
stimmung aufeinander 2 «Technik)
Herstellung eines Gleichlaufs zwi¬
schen zwei Vorgängen, Maschinen
o. ä. »Die Synchronisierung der Ma¬
schinen soll einen optimaleren Arbeits¬
ablauf ermöglichen.« 3 «Medien;
Technik) a) zeitliches Abstimmen von
Bild u. Ton im Film »Bei der Synchro¬
nisierung werden Nebengeräusche her¬
ausgeschnitten sowie Spielhandlung u.
Sprache aneinander angeglichen.« b)
Einkopieren eines anderssprachigen
Textes od. einer anderen Stimme in
Abstimmung auf das Bild im Film
Syn|chrofnis|mus'. <gr.-lat.> /sünkroniß-
muß/ der; - ; Synchronismen 1 Me¬
thode der Geschichtsschreibung, die
dazu dient, die Gleichzeitigkeit auch
voneinander unabhängiger Ereignis¬
se bei verschiedenen Völkern, in
verschiedenen Ländern u. auf ver¬
schiedenen Kulturgebieten zu ver¬
deutlichen 2 o. PI. «Technik) Gleich¬
zeitigkeit technischer Abläufe »Der
Synchronismus von Kolbenbewegung
u. Kraftstoffzufuhr ist für den Ver¬
brennungsmotor ausschlaggebend.«
Syn|di|tca(lis|mus: <gr.-lat.-fr.> /sündika-
lißmuß/ der; - ; - <hist.> revolutionäre,
gewerkschaftliche Richtung der so¬
zialistischen Arbeiterbewegung Ende
des 19. Jhds., die den Staat u. den de¬
mokratischen Parlamentarismus ab¬
lehnte u. die Vergesellschaftung der
Produktionsmittel anstrebte »Der
Syndikalismus hat sich bis heute nicht
durchgesetzt.«
Syn|di|kat: <gr.-lat.> /sündikat/ das;
-(e)s; -e 1 «Wirt.) Zusammenschluß
von wirtschaftlichen Unternehmen
mit gemeinsamer Absatz- u. Ver¬
kaufsorganisation »Das Syndikat
zeichnet sich durch feste Preis- u. Kon¬
tingentbestimmungen aus.« 2 als Ge¬
schäftsunternehmen getarnte Verbre¬
cherorganisation
Syn|di|ku$: <gr.-iat.> /sündikuß/ der; - ;
-se u. Syndizi «Rechtsw.) angestellter
(oft geschäftsführender) Rechtsbei¬
stand bei Kammern, Stiftungen, Ver¬
bänden, Vereinen, wirtschaftlichen
Unternehmen u. ä.; Justiziaren)
Syn|drom: <gr.> /sündrom/ das; -s; -e a)
«Sozml.) Faktorenkomplex, bei dem
die Gesamtheit der Merkmale auf
eine bestehende Situation hinweist
»Alle Kennzeichen weisen zur Zeit auf
das Syndrom einer Wirtschaftskrise
hin.« b) «Med.) Gruppe zusammenge¬
hörender, charakteristischer Krank¬
heitszeichen; Symptomenkomplex
Syn|ek|do|che —>- Sy|n|ek|do|che: <gr.-
lai.> /sünekdoehe/ die; - ; Synekdo¬
chen «Sprachwiss.; Literatur) rhetori¬
sche Figur, die das Gemeinte durch
einen verwandten Begriff ausdrückt,
der umfassender od. enger ist (z. B.
'Wasser’ für 'Meer' od. ein 'kluger
Kopf für den 'klugen Menschen’)
Syn|ek|tik —* Sy|n|ek|tik: <gr.>
/sünektik/ die; - ; - Vorgehensweise
zur Klärung von komplizierten Fra¬
gestellungen, bei der u. a. durch Ver¬
fremdung des gestellten Problems Lö¬
sungsmöglichkeiten gesucht werden
»Die Syrtektik wird gerne in der Mana¬
gerausbildung als Problemlösungsstra¬
tegie eingesetzt.«
Synjerjgie—» Sy|n|er|gie: <gr.> /sünergi/
die; - ; - 1 «Chemie; Pharmazie; Phy¬
siologie) einander ergänzende Wir¬
kung von bestimmten Elementen, In¬
haltsstoffen, Organen usw. »Die ein¬
zelnen Wirkstoffe u. ihre Anwendmgs-
techniken sollten in einer Synergie die
Krankheit bekämpfen.« 2 «Psycholo¬
gie) Zusammenwirken verschiedener
Kräfte zu einer einheitlichen Leistung
bei der gemeinschaftlichen Bearbei¬
tung einer Aufgabe »Die Synergie
geht von der bereitwilligen Zusammen¬
arbeit der Einzelkräfte aus.«
Syn|erfgis|mus —*■ Sy|nfer|gis|mus:
<gr.i /sünergißmuß/ der: - ; -1 «Reli¬
gion) Lehre von der Mitwirkung des
Menschen an seiner Erlösung »Der
Synergismus ist die Grundlage der
christlichen Heilslehre.« 2 «Chemie;
Pharmazie; Physiologie) einander er¬
gänzende Wirkung von bestimmten
Elementen, Inhaltsstoffen, Organen
usw. »Der Synergismus will auch die
Selbstheilungskräfte des Körpers ein¬
beziehen.«
syn|kli|na( —» syn|kjlifnal: <gr.> /sünkli-
nal/ Adj. n. stg. «Geologie) die Form
einer Synklinale habend »Das Tal ist
eine Synklinale Falte innerhalb der Ge¬
steinsauffaltung.«
Syn|kli|najle/Syn|kli|ne —* Syn|k|li|na|-
le/Syn|k|li[ne: <gr.> /sünklinale u.
sünklinef die; - ; -n «Geologie) Vertie¬
fung einer geologischen Faltung von
Schichtgesteinen »Die Synklinale ist
ein Tal, das nicht durch eine Flußbet¬
tauswaschung entstanden ist.«
Syn|ko|pe: tgr.-lat.> /sünkope/ die; - ;
Synkopen 1 «Med.) a) tiefe Ohnmacht
aufgrund einer gestörten Durchblu¬
tung des Gehirns; plötzliche Entkräf¬
tung »Die Frau erwachte nur mühsam
aus der Synkope.« b) plötzlicher Tod
durch Herzstillstamf »Der Mann
starb an der Synkope.« 2 «Musik) Ab¬
weichung vom Grundmetrum, indem
eine unbetonte Note betont wird u.
die nachfolgende betonte Note ohne
Akzent bleibt, wodurch sich der
Rhythmus verschiebt 3 a) «Sprach-
wiss.) Auslassung eines unbetonten
Selbstlautes zwischen zwei Mitlauten
innerhalb eines Wortes (z. B. ’mag’re’
für 'magere’) b) «Literaturwiss.) Aus¬
lassung einer unbetonten Silbe eines
Wortes im Verssystem »Die Synkope
wird immer dann gerne gebraucht,
wenn innerhalb eines Gedichtes das
Metrum streng eingehalten werden
soll.«
syn(kofp|e|ren: (gr.-lat.> /sünkopiren/
synkopierst; synkopiertest; hast
synkopiert 1 <Med.> a) in tiefe Ohn¬
macht fallen aufgrund einer gestörten
Durchblutung des Gehirns »Der
Mann synkopiert.« b) plötzlich einen
Herzstillstand erleiden 2 «Musik) vom
Grundmetrum abweichen, indem eine
unbetonte Note betont wird u. die
nachfolgende betonte Note ohne Ak¬
zent bleibt, wodurch sich der Rhyth¬
mus verschiebt »Der erste Satz des
Musikstückes wurde synkopiert, um
die Spannung zu steigern.« 3 a)
«Sprachwiss.) einen unbetonten
Selbstlaut zwischen zwei Mitlauten
innerhalb eines Wortes auslassen
»Wenn das Wort synkopiert wird,
kann der Sprachrhythmus eingehalten
werden.« b) «Literaturwiss.) eine un¬
betonte Silbe eines Wortes im Verssy¬
stem auslassen
Syn|kre|tis|mus —> Syn|k|ra|bs|mus:
<gr.-lat.> /sünkretißmuß/ der;'- ; - 1
«Philosophie) Verschmelzung ver¬
schiedenartiger philosophischer Leh¬
ren, ohne auf innere Übereinstim¬
mung zu achten »Durch den Synkre¬
tismus enstehen widersprüchliche
Aussagen.« 2 «Kirche; hist.) Bemü¬
hung um eine konfessionelle Einigung
zwischen Lutheranern, Reformierten
u. Katholiken im 17. Jhd. »Der Syn¬
kretismus sollte eine tiefere Spaltung
der Kirchen verhindern.« 3 «Sprach¬
wiss.) formaler Zusammenfall ver¬
schiedener, ursprünglich getrennter
grammatischer Funktionen (beson¬
ders deutlich im Kasussystem ver¬
schiedener Sprachen)
Syn|oda|le —> Sy|n|oda)le: <gr.-lat.>
/sünodale/ der u. die; -«7 -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Synodaler; eine
Synodale; zwei Synodale) «Kirche)
von der Gemeinde beauftragter Ver¬
treter in einer Synode »Die Synodalen
werden nächste Woche gewählt u. er¬
nannt.«
Synode —-» Sy|n|ode: <gr.-lat.>
/sünode/ die; - ; -n «Kirche) a) Zusam¬
menkunft von hohen Geistlichen aus
unterschiedlichen Bistümern in der
1133
Synonym
katholischen Kirche zur Erörterung
u. Entscheidung theologischer u.
kirchlicher Fragen »Die Synode findet
diesmal in Paderborn statt.« b) selbst¬
verwaltendes Organ der evangeli¬
schen Kirche, das aus von der Ge¬
meinde beauftragten Vertretern
(Geistlichen u. Laien) besteht u. in
Zusammenkünften theologische u.
kirchliche Fragen erörtert »Die Syno¬
de wird von den Gläubigen gewählt.«
Syn|onym —> Sy|n|onym: <gr.-lat.>
/sünonüm/ das; -s; -e <Sprachwiss.>
bedeutungsähnliches Wort, das in ei¬
ner sprachlichen Äußerung für ein
anderes Wort eingesetzt werden kann
syn|onym —> syjn|onym: <gr.-lat»
/sünonüm/ Adj. n. stg. <Sprachwiss.) 1
a) von ähnlicher, gleicher Bedeutung;
sinnverwandt b) gleichsetzbar 2 die
semantische Relation der Bedeu¬
tungsgleichheit od. -ähnlichkeit be¬
treffend »'Ruhen ’ kann unter bestimm¬
ten Umständen synonym zu 'schlafen'
gebraucht werden.«
Syn|ony|men|wörjter|buch/Syn|onym|-
wör|ter|buch —* Sy|n|ony|men|wör|-
ter|buch/Sy|n|onym|wör)ter|buch:
<gr.-lat.; dt» /sünonüm(en)-/ das;
-(ejs; -bücher einsprachiges Wörter¬
buch, das sinnverwandte Wörter, eine
Sammlung von synonymen Ausdrük-
ken zu einer sprachlichen Einheit ei¬
ner Sprache auflistet, darstellt
Syn|ony|mie —*■ Sy|n|ony|mie: igr.-lat»
/sünonümi/ die; - ; - <Sprachwiss.> se¬
mantische Relation der Bedeutungs¬
gleichheit od. -ähnlichkeit von
sprachlichen Ausdrücken »Die Syno-
■ nymie vieler Begriffe wird zur Textge¬
staltung bewußt eingesetzt.«
Syn|op|se/Syn|op|sis —» Sy|n[pp)se/
Sy|n|opjsis: <gr.-lat.> /sünppße u.
sünopßiß/ die; - ; Synopsen 1 [geh.]
zusammenfassende Übersicht ähnli¬
cher Dinge »Die Synopse sollte kurz u.
übersichtlich gestaltet sein.« 2 a) ver¬
gleichende Nebeneinanderstellung
von Schriftstücken »Die Synopse er¬
möglicht einen schnellen Zugriff auf
Informationen.« b) <Religion> verglei¬
chende Nebeneinanderstellung der
ersten drei, aufgrund gemeinsamer
Quellen einander ähnelnden Evange¬
lien (Matthäus, Markus, Lukas)
syn|op|tisch —*■ sy|n|pp|tisch: tgr.-lat»
/sünoptisch/ Adj.; n. stg. 1 [geh.] über¬
sichtlich zusammengestellt, nebenein¬
andergestellt »Die synoptische Dar¬
stellung des Stundenverlaufes ermög¬
licht einen guten Überblick.« 2 <Reli¬
gion> die ersten drei, aufgrund ge¬
meinsamer Quellen einander ähneln¬
den Evangelien (Matthäus, Markus,
Lukas) betreffend
Synjtag|ma: <gr» /süntagma/ das; -s;
Syntagmen u. -ta 1 <Sprachwiss.> aus
einem od. mehreren Wörtern be-
stehende(s)(r) Wortgefüge, Satz od.
Teilsatz, wobei die einzelnen Wörter
erst durch die Fügung ihren Wert be¬
kommen »Das Syntagma ’Fenster¬
scheibe' läßt sich auf gliedern in 'Fen¬
ster' u. 'Scheibe'.« 2 <Literaturwiss.>
Sammlung von Schriften über einen
bestimmten Gegenstand
Synftakftik: <gr.> /süntaktik/ die; - ; -
<Sprachwiss.> Bereich der Semiotik,
der sich mit der Anordnung u. Bezie¬
hung von Zeichen einer Sprache be¬
schäftigt »Die Syntaktik versucht,
zwischen den einzelnen Wärtern eine
Verbindung herzustellen.«
syn)tak|tisch: <gr.> /süntaktisch/ Adj. n.
stg. <Sprachwiss.> den Aufbau u. die
Gliederung der sprachlichen Einhei¬
ten eines Satzes u. die Satzlehre be¬
treffend »Das syntaktische Gefüge des
Satzes soll untersucht werden.«
Syn|tax: <gr.-lat» /süntakß/ die; - ; -en
<Sprachwiss.> (Lehre vom) Satzbau
Synjthe|se: <gr.-lat.> /süntese/ die; - ; -n
1 Zusammenfügung; Aufbau 2 <Phi-
losophi» Aufhebung des Wider¬
spruchs von These u. Antithese in ei¬
ner höheren Einheit
Syn|the|se|fa|sen <gr.-lat.; dt» /sün¬
tese-/ die; - ; -n durch chemische Ver¬
fahren künstlich hergestellte, nicht
natürliche Gewebefaser »Die Synthe¬
sefaser darf nicht zu heiß gebügelt wer¬
den.«
Syn|the|se|pro|dukfc <gr.-lat.; lato /sün¬
tese-/ das; -(ejs; -e <Chemie> durch
chemische Verfahren künstlich herge¬
stelltes Erzeugnis »Das Synthesepro¬
dukt weist die gleichen chemischen
Strukturen auf wie das Naturpro¬
dukt.«
Syn|the[si(zen <gr.-lat.-engl» /ßinteßei-
ser u. ßinthißeiser/ der; -s; ~ Musikin¬
strument, das auf elektronischem We¬
ge synthetische Töne, Klänge, Ge¬
räusche erzeugen u. verändern, ver¬
fremden kann
Syn|the|tik: <gr» /süntetik/ das; -s; -
(meist ohne Art.) Kunstfasergewebe
»eine Hose aus Synthetik«
syn|thejtisch: <gr» /süntetisch/ Adj. n.
stg. a) künstlich hergestellt b) zusam¬
mengesetzt; aus einfacheren Stoffen
aufgebaut
syn|the|ti|sie|ren: <gr.-lat.> /süntetisiren/
synthetisierst; synthetisiertest; hast
synthetisiert <Chemie> durch Aufbau
von chemischen Verbindungen aus
einfacheren Verbindungen od. aus
den chemischen Elementen künstlich
herstellen
Syn]zy|ti|um: <gr.-lat.> /sünzüzium/ das;
-s; Synzylienjsünzüzbn/ <Bio.> Plas¬
mamasse mit mehreren Zellkernen,
die durch Verschmelzung vieler Zel¬
len nach Auflösung der Zellgrenzen
entsteht »Das Synzytium hat seine ty¬
pische Zellstruktur aufgegeben.«
Sy|phi|!is: /süfiliß/ die; - ; - <Med.> lange
unheilbare, über feine Verletzungen
der Haut od. der Schleimhäute (meist
über den Geschlechtsverkehr) weiter¬
gegebene Infektionskrankheit, die zu
Veränderungen u. Geschwüren an
Haut, Knochen u. inneren Organen
führt
sx|phi|lis|krank: /süfiliß-/ Adj. n. stg. an
Syphilis erkrankt, leidend
Sy|rinx: <gr.-lat» /sürinkß/ die; - ;
Syringen 1 <Musik> Holzblasinstru¬
ment aus verschieden langen, neben¬
einanderliegenden Pfeifen; Panflöte 2
<Zool.> Stimmorgan der Vögel »Die
Syrinx ist für das Trällern u. Singen
der Vögel bestens geeignet.«
Sy|stem —> Sy|s|tem: <gr.-lat.>
/süßtem/ das; -(ejs; -e 1 Gliederung;
Aufbau; Ordnungsprinzip; einheitlich
geordnetes Ganzes 2 Einordnung von
Lebewesen in verwandte Gruppen 3
Regierungsform; Staatsform 4 Lehr¬
gebäude
Sy|stem|ana|ly|se —> Sy|s]tem|a|na|ly|-
se: igr.-lat» /süßtem-/ die; -en; -en
<Wirt.> Methode zur Untersuchung
von Unternehmen, Teilbetrieben, Be¬
hörden u. sonstigen staatlichen, ge¬
sellschaftlichen u. wirtschaftlichen
Organisationen sowie Arbeitsabläu¬
fen zur Verbesserung ihrer Arbeits¬
weise
Sy|ste|m§|tik —* Sy|s|te|ma|tik: <gr.-
lat.> /süßtematik/ die; - ; -en 1 [geh.]
systematische, einem Plan entspre¬
chende Darstellung u. Gliederung
nach umfassenden Gesichtspunkten
»Die Systematik soll den Zugriff auf
die Informationen erleichtern.« 2
<Bio.> Wissenschaftsbereich der Bio¬
logie, der eine Ordnung der Lebewe¬
sen nach dem Ähnlichkeitsgrad an¬
strebt
sy|ste|majtisch —> sys|te|ma|tisch:
<gr.-lat.> /süßtematisch/ Adj. a) plan¬
mäßig; in ein System, eine Ordnung
gebracht b) das System betreffend
sy|ste|ma|ti|sie|ren—> sysjte|ma|ti|sje|-
ren: igr.-lat» /süßtematisiren/ syste¬
matisierst; systematisiertest; hast sy¬
stematisiert nach bestimmten Krite¬
rien ordnen; in einer systematischen
Gliederung darstellen »Du mußt deine
Arbeit systematisieren, sonst bleibt sie
unverständlich u. undurchschaubar.«
Sy|stem|bau|wei|se —»- Sy|s|tem|bau|-
wei|se: <gr.-lat.; dt» /süßtem-/ die; - ;
-n <Bauw.> Bauverfahren, bei dem
vorgefertigte Elemente zu einem Ge¬
samtbauwerk verbunden werden
»Die Systembauweise rationalisiert
die einzelnen Arbeitsschritte.«
sy|stem|bejdingt —» sy|s|tem|be|dingt:
igr.-lat.; dt» /süßtem-/ Adj. n. stg. von
einem System abhängig »Dieser Feh¬
ler ist systembedingt u. kann daher nur
von einem Fachmann beseitigt wer¬
den.«
Sy|stem|cha|rak|ter —> Sy|s|temlcha|-
rakjter; <gr.-lat» /süßtem-/ der; -s;
-Charaktere Eigenarten) eines Sy¬
stems »Der Systemcharakter sollte
durchschaubar bleiben.«
sy{stem|ei|gen—> sy|s|tem(ei|gen: igr.-
lat.; dt» /süßtem-/ Adj. als Eigentüm¬
lichkeit, Besonderheit für das System
charakteristisch
sy|stem|feind|lich —> sy|s|tem[feind|-
lich: <gr.-lat.; dt» /süßtem-/ Adj. ei¬
nem bestehenden gesellschaftlichen,
wirtschaftlichen od. politischen Sy¬
stem ablehnend gegenüberstehend
Sy|stem|for|schung —> Sy|s|tem|for|-
schung: <gr.-lat.; dt» /süßtem-/ die;
- ; -en wissenschaftliche Tjntersu-
chung der Ordnung u. Aufgabe von
Systemen
sy|stem|imj!na|nent —> syfs(tem|imf-
ma|nent: igr.-lat.; lat» /süßtem-/ Adj.
als Eigentümlichkeit, Besonderheit
im System enthalten »Die systemim¬
manenten Fehler können nur durch
eine Umstrukturierung behoben wer¬
den.«
sy)stem|kon|form —-> sy|s|tem|kon|-
form: igr.-lat.; lat» /süßtem-/ Adj.; n.
stg. einem bestehenden gesellschaftli-
1134
T
chen, wirtschaftlichen od. politischen
System entsprechend
Sy|stem|kri|tNc—* Syjs|tem|kri|tik: <gr.-
lat.-fro /süßtem-/ die; - ; -en kritische
Beurteilung 'des Aufbaus eines be¬
stehenden politischen, gesellschaftli¬
chen od. ökonomischen Systems
»Eine öffentliche Systemkritik sollte
gut abgesichert werden.«
sy|stem|los —* sy|s(tem|los: <gr.-lat.;
dt.> /süßtem-/ Adj.; rüstg. ohne ein in¬
neres, gliederndes Prinzip; mit einer
zu wenig fundierten Ordnung
Sy|stem(theo|rie —* Sy|s|tem|the|o]rie:
<gr.-Iato /süßtem-/ die; -; -n abstrakte
Betrachtungsweise u. Erfassung einer
Menge von Elementen, zwischen de¬
nen bestimmte Beziehungen bestehen
od. die einer bestimmten Ordnung
unterliegen
Sy|stem]ver|än|de|rung —> Sy|sjtem|-
ver|än|de]rung: <gr.-lat.; dt.> /sü-
ßt£m-/ die; - ; -en Umgestaltung eines
bestehenden politischen, gesellschaft¬
lichen od. wirtschaftlichen Systems
Sy|stem|zwang —>• Sy|s|tem|zwang:
<gr.-lat.; dt.> /süßtem-/ der; -(e)s;
-zwänge von einem bestehenden poli¬
tischen, gesellschaftlichen od. wirt¬
schaftlichen System ausgeübter Ein¬
fluß auf das (menschliche) Handeln
Sy|sto|le/Sy|sto]le —» Sy)s|tojle: <gr.-
Iat.> /süßtole/ die; ~ ; Systolen <Med.>
die der Diastole folgende Kontrakti¬
on der Herzkammern »Systole u. Dia¬
stole treiben den Blutkreislauf an.«
sy|stp)lisch —» sy|s|tgf1isch: <gr.-lato
/süßtolisch/ Adj. n. stg. <Med.> die
Kontraktion der Herzkammern be¬
treffend
Sz.: Abk. 1 (schriftlicher Texp Seiten¬
zahl 2 (Theaterstück) Szene
s. Z.: Abk. zu seiner Zeit; seinerzeit *
Sze|najrio: <gr.-lato das; -s; -s 1 Darstel¬
lung eines Geschehens; Handlungs¬
rahmen; Schauplatz eines Ereignisses
»Das Szenario fand auf der Straße
statt.« 2 (Theater) für die Regie skiz¬
zierter Handlungsablauf eines Stücks
(mit einem Verzeichnis der dargestell¬
ten Figuren, Requisiten, Dekoratio¬
nen, des Bühnenbildes, der Musik u.
Geräusche in jeder Szene) 3 skizzier¬
ter Handlungsablauf als Entwurf für
T/fc /tg/ das; - u. [ugs.] -s; - u. [ugs.J -s
Schriftzeichen, zwanzigster Buchsta¬
be des deutschen Alphabets
Ti Abk. 1 Tank 2 Tankschiff; Tanker 3
Tankstelle 4 Tara = Verpackung(s-
gewicht) einer Ware 5 (Börse) Tax-
kurs = mangels Angebot u. Nachfra¬
ein Drehbuch »Das Szenario wird vor
Drehbeginn erstellt.« 4 (Wirt.) ge¬
dankliches Durchspielen eines Ab¬
laufs bestimmter Geschehnisse inner¬
halb einer Planung
Sze|na|rist: <gr.-lato der; -en; -en weibl.
Sze|nä|ri|stin —» Sze|na|ris(tin: die;
- ; -nen Person, die Szenario verfaßt
Der Szenarist muß sich gut in das
Stück u. den Regisseur einfühlen kön¬
nen.«
Sze|na|ri|um: <gr.-lato das; -s; Szena-
- rienjzenarimj 1 (Theater) für den Re¬
gisseur u. Inspizienten skizzierter
Handlungsablauf eines Stücks mit ei¬
nem Verzeichnis der dargestellten Fi¬
guren, Requisiten, Dekorationen, des
Bühnenbildes, der Musik u. Ge¬
räusche in jeder Szene 2 skizzierter
Handlungsablauf als Entwurf für ein
Drehbuch »Das Szenarium wird vor
Drehbeginn erstellt.« 3 (Wirt.) ge¬
dankliches Durchspielen eines Ab¬
laufs bestimmter Geschehnisse inner¬
halb einer Planung 4 Rahmen einer
Handlung; Schauplatz eines
Ereignisses »Das Szenarium fand auf
der Straße statt.«
Sze|ne: <gr.-lat.-fro die; - ; -n 1 a)
Bühne; Schauplatz »Er betrat die
Szene.« b) Auftritt (als Teil eines
Aktes) »zweiter Akt, dritte Szene« c)
Vorgang; Anblick »Ich betrachtete
die Szene.« 2 Zank; Vorhaltung »Sie
machte ihm in aller Öffentlichkeit eine
Szene, weil er eine andere Frau geküßt
hatte.« 3 Lebensbereich einer sozialen
Gruppe 4 sich, jmdn., atw. in Szene
setzten: die Aufmerksamkeit auf die
eigene Person, jmdn., etw. lenken
»Mußt du dich immer selbst in Szene
setzen?« 5 die Szene beherrschen:
sich im Mittelpunkt befinden 6 jmdm.
eine Szene machen: öffentlich jmdm.
Vorwürfe machen, mit jmdm. streiten
Sze|ne|jar|gon: <gr.-lat.-fro der; -s; -s
umgangssprachliche Ausdrucksweise
einer bestimmten (gesellschaftlichen)
Gruppe, Szene angehörenden Perso¬
nen »Der Szenejargon ist einem stän¬
digen Wechsel unterlegen.«
Sze|nen|ap)plaus: <gr.-lat.-fro der; -es;
-e (PI. s.) (Theater) Beifall, den das
Publikum während einer Szene für
T
ge geschätzter Kurs 6 Telefon 7 a) Te¬
legrafie b) Telegraf 8 Temperatur 9
(ft.) (Musik) tempo = Tempo; Zeit¬
maß 10 Termin 11 Test 12 (Meteoro¬
logie) = a)Tiefb) Tiefdruckgebiet 13
(eng/.) time = Zeit 14 (Musik) Tonika
= Grundton einer Tonart; der auf
eine (besonders gelungene) Situation
spendet »Während des zweiten Aktes
gab es für die herausragende schau¬
spielerischen Leistung Szenenap¬
plaus.«
Sze|nen|fol)ge: <gr.-iat.-fr.; dto die; - ;
-n Ablauf der einzelnen Sequenzen ei¬
nes Films od. eines Theaterstückes
»Die Szenenfolge wird nicht bei allen
Stücken vom Autor festgelegt.«
Szejnen|wech|sel: <gr.-lat.-fr.; dto der;
-s; - (Theater) Veränderung des Büh¬
nenbildes nach einer Szene »Der Sze¬
nenwechsel findet bei geöffnetem Vor¬
hangstatt.«
Sze[ne|rie: <gr.-lat.-fro die; - ; -n
jzenerknj 1 äußeres Gepräge u. cha¬
rakteristische Eigenart eines Ortes,
Vorgangs od. Ereignisses »Die Szene¬
rie wurde durch das panische Geschrei
der Menschen geprägt.« 2 (Theater)
Kulisse u. Bühnenausstattung inner¬
halb einer Szene
szenisch: <gr.-lat.-fr.> Adj. n. stg. 1 die
einzelnen Sequenzen eines Films od.
Theaterstückes betreffend »Der szeni¬
sche Ablauf des Theaterstücks wurde
für eine Pause unterbrochen.« 2 büh¬
nenmäßig; die Ausstattung einer Sze¬
ne auf einer Bühne betreffend
Szep|ter/Zep|ter: <gr.-lat.> das; -s; - 1
(besonders kunstvoll gefertigter) Stab
als Zeichen der politischen Herrschaft
u. Macht 2 (übertr.) höchste Gewalt,
Herrschaft u. Macht »Er hatte in die¬
ser Situation das Szepter in der
Hand.«
Szin|ti|gra|phie —> auch Szinltilgralfie:
<lat.; gr.> die; - ; - (Med.) nuklearme¬
dizinisches Untersuchungsverfahren,
bei dem durch Körperaufnahme von
radioaktiven Isotopen u. anschließen¬
der Aufzeichnung der von ihnen aus¬
gehenden Strahlung ein zweidimen¬
sionales Bild eines bestimmten Or¬
gans od. Gewebes gewonnen wird
szin(tjl|ljejren: dato szintillierst; szintil-
liertest; hast szintilliert (Astronomie;
Physik) aufblitzen; leuchtend flak¬
kern, funkeln
szs.: Abk. sozusagen
diesem Ton aufbauende Dreiklang 15
<englo (Flugverkehr) Tourist Class =
Touristenklasse 16 Transformator =
Gerät zur Umformung elektrischer
Spannungen 17 Transistor = Ver¬
stärker von elektrischen Strömen u.
Spannungen 18 Transport 19 (Ei-
1135
t
senb.> Triebwagen 20 <Schachfigur>
Turm
t: Abk. 1 dto (Musik) tempo = Zeitmaß;
Tempo 2 (Gewichtseinheit) Tonne (11
= 1000 kg)
T.: Abk. 1 Tag(e) 2 Tagung 3 <Musik>
Takt 4 Tarif 5 (Musik)
Tenorfstimme) 8 Testament 7 Text B
(it.) (Musik) tutti = alle = das ganze
Orchester
t: Abk. 1 täglich 2 technisch 3 tief 4
(häufig auf Rechnungen für Gesamt¬
summe) total 5 <ft.> (Musik) tutti =
alle = das ganze Orchester
T. A.: Abk. (Buchw.) 1 Taschenbuchaus¬
gabe 2 Textausgabe
TA: Abk. 1 Tarifautonomie 2 <Buchw.>
Taschenbuchausgabe 3 Technische
Abteilung 4 technische Anleitung,
Anweisung 5 Technische^)
Angestellte(r) 6 Technische^)
Assistent(in) 7 Telefon-Anrufbeant¬
worter 8 Telegrammadresse 9 (Post)
Telegrafenamt 10 (Buchw.) Textaus¬
gabe 11 Tierarzt, Tierärztin 12 (Un¬
terhaltungselektronik) Tonabnehmer
(eines Plattenspielers)
TAB: Abk. Technische Aufsichtsbehör¬
de
Tab: <engl.> der; ~(e)s; -e u. -s 1 Kennzei¬
chen, Sortierungsmerkmal oben an
einer Karteikarte o. ä, 2 (Computer;
Schreibmaschine) Markierung für
den Zeilenanfang in einem Schrift¬
stück
Tab.: Abk. 1 Tabak 2 Tabelle 3 Tabula¬
tor = Einrichtung für Haltepunkte
des Wagens von Schreibmaschinen
bzw. des Cursors (Läufers) bei Com¬
putern; Markierung, Einstellung für
die linke Schreibposition, den linken
Rand von Zeilen; Einrückungszei¬
chen
tab.: Abk. tabellarisch
Tajbak: (span.) der; -s; - u. (Sorten) -e
(PI. häufiger in der Zusammensetzung
Tabaksorten) 1 a) o. PI. Pflanze, de¬
ren Blätter zu Genußmitteln zum
Rauchen, Kauen od. Schnupfen ver¬
arbeitet werden b) aus den Blättern
der Tabakpflanze hergestelltes Ge¬
nußmittel zum Rauchen, Kauen,
Schnupfen 2 starker Tabak: Zumu¬
tung; Unverschämtheit
—» Tajbak verjatjbeijtend: s. tabakver-
arbiitend
Tajbakjblatt: das; -(e)s; -blauer Blatt
der Tabakpflanze
Ta|bak|fa|brik —» Ta[bak|fa|b|rik: die;
- ; -en Industriebetrieb, in dem Ta¬
bakpflanzen zu Rauchwaren verar¬
beitetwerden
Ta|bak|pflan|ze: die; - ; -n Gewächs,
dessen Blätter zu Genußmitteln zum
Rauchen, Kauen od. Schnupfen ver¬
arbeitet werden
Ta|bak|schmip|fer: der; -s; - weibl. Ta|-
bak|schnup|fe|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die Schnupftabak durch die Nase
aufnimmt »Ein geübter Tabakschnup¬
fer muß nach dem Schnupfen nicht nie¬
sen.«
Ta|baks[pfei|fe: die; ~ ; -n Gerät zum
Rauchen von Tabak mit einem
Mundstück, einem leicht gebogenen
Rohr u. einem Kopf, in den der Ta¬
bak gestopft u. dann angezündet wird
Ta|bak|tra|fik: die; - ; -en [österr.] Ge¬
schäft, in dem Tabakwaren verkauft
werden
ta|bakjver|ar|bai|tend —> Tajbak ver|-
arjbei|tend: Adj. n. stg. aus Tabak¬
pflanzen Rauchwaren o. ä. herstel¬
lend »Hier gibt es tabakverarbeitende
Betriebe.«
Ta(bak|wa|ne: die; - ; -n Handelspro¬
dukte, die aus Tabak hergestellt wer¬
den (wie Zigaretten, Zigarren u. Pfei¬
fentabak)
Tajbasjco: (Warenzeichen) der; -s; -
sehr scharfe, flüssige Würze, Würzmi¬
schung
ta|bel(la[risch: dato Adj. n. stg. in Form
einer Tabelle, einer Liste, die in Spal¬
ten u. Reihen aufgeteilt ist
ta|bel|la|ri|sie|ren: dato tabellarisiersl;
tabellarisiertest; hast tabellarisiert
Daten o. ä. in eine Liste, eine Über¬
sicht, die in Spalten u. Reihen aufge¬
teilt ist, eintragen; etw. in tabellari¬
sche Form bringen
Ta|bel|le: dato die; - ; -n a) Zusammen¬
stellung in Form einer Liste, Über¬
sichtstafel, die in Spalten u. Reihen
aufgeteilt ist b) (Sport) dem aktuellen
Leistungsstand entsprechende Aufli¬
stung von Sportlern od. Mann¬
schaften
Ta[bel|len|er|ste —» Ta|bel[len|ersjte:
der; -n; -n (Sport) Führende(r), füh¬
rende Mannschaft in einer aufgrund
der Leistungen (in einem sportlichen
Wettbewerb) aufgestellten Rangfolge
Ta|bel|lier|ma|schi|ne.' dato die; - ; -n
(EDV> (hist.) mit Lochkarten, auf de¬
nen durch Einstanzung von Löchern
Daten gespeichert sind, arbeitende
Maschine, die Tabellen, Listen, die in
Spalten u. Reihen aufgeteilt sind, her¬
stellt, ausdruckt
TajbeijRalkel: dato das u. der; -s; - 1
(kath. Kirche) kunstvoll gestaltetes,
verziertes (meist wertvolles) Gefäß
für die geweihten Hostien, die den
Leib Christi symbolisieren 2 Dach,
Überdachung aus Stein über einer
Kanzel, einem Kunstgegenstand o.
ä., Syn.: <2> Baldachin
TabL: Abk. 1 Tablett 2 Tablette(n)
Ta|blar —» Ta|b|lar: dat.-fro das; -s; -e
[Schweiz.] Brett in einem Regal; als
Regal benutztes Brett
Talbleau —» Talblleau: dat.-fro jizbXoj
das; -s; -s 1 (Literaturwiss.» ausführli¬
che Schilderung eines idyllischen Si¬
tuation 2 [österr.] a) im Treppenhaus
aufgehängtes Verzeichnis der Bewoh¬
ner eines Mietshauses b) Übersicht
über etw. in Form einer Liste, Tabelle
3 (Theater) Inszenierung von Schau¬
spielern in einem Bühnenbild 4 [ver-
alt.] (oppulentes) Gemälde
Ta|blett—» Ta|b|lett: dat.-fro das; -(e)s;
-s 1 Platte, Brett mit höherem Rand,
auf das Geschirr, Speisen usw. zum
Transport gestellt werden können 2
nicht aufs Tablett kommen: 1. (The¬
ma) nicht angesprochen werden 2.
nicht zur Diskussion stehen 3 jmdm.
etw. auf einem silbernen Tablett
anbieten: [abwert.] jmdm. etw. so
vorbereiten, daß er es nur noch zu
nehmen braucht, ohne sich selbst da¬
für anstrengen zu müssen
Tajbletjte —» Ta|b|let|te: <fio die; ~ ; -n
Arzneimittel in Tcleiner, fester, ge¬
preßter, meist rundlicher od. ovaler
Form zum Einnehmen »Ich brauche
Tabletten gegen Kopfschmerzen.«
Ta|blet|ten[fonn —* Ta|b[let|ten|form:
die; -; - Art u. Weise der Darreichung
von Medikamenten »Diese Wirkstoff¬
kombination ist in Tablettenform u. als
Zäpfchen erhältlich.«
Tajblet|ten|mi8|brauch auch—* Ta|b|-
let)tenjmissjbrauch: der; -(e)s; -
nicht dem Verwendungszweck gemä¬
ßer Gebrauch von Medikamenten
Ta|blet|ten|sucht —> Ta|b[let|ten|sucht:
die; - ; - Abhängigkeit von einem
Arzneimittel, das in Form von Ta¬
bletten erhältlich ist
ta|blet)ten|süchftlg —* ta|b|let|ten|-
süchjtig: Adj. n. stg. abhängig von ei¬
nem Arzneimittel, das in Tabletten¬
form erhältlich ist
Tajbu: <polyneso das; -s; -s a) (von der je¬
weiligen (Kultur-)Gemeinschaft ab¬
hängig) etw., worüber nicht gespro¬
chen werden darf; das Unverletzliche,
Unantastbare b) [geh.] nicht gesetzli¬
ches, aber aus Anstand od. bestimm¬
ten Anschauungen heraus gültiges
Verbot
ta|bu: (polyneso Adv. unantastbar; un¬
berührbar; unverletzlich »In manchen
Völkern ist es tabu, über Sexualität zu
sprechen.«
ta|buie)ren/ta|bui|sie|ren —» ta|bu|te|-
ren/ta|bu|i|sie|ren: <polyneso takt¬
ierst/ tabuisierst; tabuiertest/tabuisier-
test; hast tabuiert/tabuisiert veranlas¬
sen, daß etw. nicht zum Gesprächs¬
thema wird, etw. nicht getan, über
etw. nicht diskutiert wird; etw. (ein
Thema) zum Tabu machen
Ta|bui|ste|ning —> Ta|bu|i|sie|rung:
(polyneso die; - ; -en Veranlassung,
daß etw. nicht getan, über etw. nicht
gesprochen wird
ta]bu|la ra|sa: dat.-fro die; - in der
Wendung tabula rasa machen —»
Tabula rasa machen: reinen Tisch
machen; ohne Rücksicht Ordnung
schaffen, Klarheit, Deutlichkeit in
etw. bringen
Ta|bu|ia|ton <eng/o der; -s; Tabulatoren
(Computer, Schreibmaschine o. ä.>
Einrichtung für Haltepunkte des Wa¬
gens von Schreibmaschinen bzw. des
Cursors (Läufers) bei Computern;
Markierung, Einstellung für die linke
Schreibposition, den linken Rand
von Zeilen; Einrückungszeichen
Ta|bu]la|tur: dato die; - ; -en 1 (Litera¬
turwiss.) festgelegte Regeln des Mei¬
stersangs, einer Dichtungskunst der
Zünfte in der frühen Neuzeit 2 (Mu¬
sik) Methode der Schreibung, Notie¬
rung zwischen dem 14. u. 18. Jhd. für
solistische Musikinstrumente, die
mehrstimmig gespielt wurden
Ta|che|les: dtebr.-jiddo in der Wendung
Tacheles reden: a) offen miteinander
sprechen b) jmdn. zurechtweisen
Ta|chijniejrer: (fro /taschinirer/ der; -s; •
weibl. Ta[chi|nie|re[rin: die; - ; -nen
[österr.; ugs.j Person, die (während
der Arbeitszeit) faulenzt
Ta|chisjmus: <fro /taschißmuß/ der; ~; -
Stil in der abstrakten Malerei, bei
dem Gefühle durch spontanes, nicht
1136
Tagebuch
geplantes Aufbringen der Farbe auf
einen Untergrund (meist eine Lein¬
wand) mitgeteilt werden sollen
Tajcho: Abk. der u. [sehen] das; -s; -s
Tachometer = Geschwindigkeits¬
messer
Ta|cho|me[ter: <gr.-engl> der u. das; -s; ~
a) Gerät an Fahrzeugen, mit dem ak¬
tuelle Geschwindigkeit ständig ange¬
zeigt wird; Geschwindigkeitsmesser
»Laut Tacho(meter) fährt das Auto
220 km/h.« b) Gerät, das die gefahre¬
ne Kilometerleistung eines Fahrzeu¬
ges angibt
Ta|cho|mefter[stand: der; -(ejs; -stände
(Ft. s.J Anzeige, die die mit einem
Fahrzeug zurückgelegte Strecke an¬
gibt
Ta(cho|me{ter|wel|le: die; - ; -n An¬
triebsvorrichtung für den Tachome¬
ter; technisches Verbindungsteil zwi¬
schen den Rädern des Fahrzeug u.
dem Geschwindigkeitsmesser
Ta|chy|me|tiie —* Ta|chy|me|t|rie: <gr.>
/tachimetri/ die; - ; - «Landvermes¬
sung) Vermessung, Aufnahme eines
Geländes mit einem Instrument (Ta¬
chymeter), das sowohl die Bestim¬
mung, Vermessung von Winkeln als
auch von Strecken ermöglicht
tacken (tak|fcen —> tajcken): tackst;
tacktest; hast getackt 1 kurze, abge¬
hackte Geräusche erzeugen 2 etw. mit
einer Heftmaschine bearbeiten, befe¬
stigen »Der Bezugsstoff wurde unten
an den Stuhl getackt.«
Tacktling: <engb /täckling/ das; -s; -s
«Sport; Fußball) Spielzug, Maßnah¬
me, bei der ein Verteidiger dem An¬
griffsspieler in die Beine grätscht u.
dadurch den Ball ablenkt
Ta|det: der; -s; - 1 Mißbilligung, Mi߬
fallen zum Ausdruck bringende Wor¬
te, die auf ein (negatives) Verhalten
hinweisen u. zur Änderung mahnen 2
«Schule) Eintrag in das Klassenbuch
aufgrund eines Fehlverhaltens, Syn.:
<1; 2> Rüge; Ant.: <1> Lob
Ta|de|lei: die; ~ ; -en [abwert.] das stän¬
dige, andauernde Tadeln, Kritisieren
bestimmter Verhaltensweisen
ta|del|fiei/ta|dels|frei: Adj. n. stg. völlig
makellos; ohne kritikwürdige Hand¬
lungen, Eigenschaften »tadel(s)freies
Verhalten«
tajdeljhaft: Adj. tadelhafter; tadelhafte¬
ste [veralt.] tadelnswert; zu tadeln; zu
kritisieren
ta]del|los: Adj. n. stg. einwandfrei;
ohne, daß etw. 2m beanstanden wäre
tajdeln: tadelst; tadeltest; hast getadelt
eine(n) Tadel, Rüge äußern; mit Mi߬
fallen zum Ausdruck bringenden
Worten auf ein (negatives) Verhalten
hinweisen u. zur Änderung mahnen
tafdels[frei/tajdel|frei: Adj. n. stg. völlig
makellos »Er genießt einen tadel(s)-
freien Ruf.«
Tae|kwon|do —*■ Tae|k|wpn|do: <ko-
rean.> /täkwondo/ das; - koreani¬
sche Selbstverteidigungstechnik; ko¬
reanische Form von Karate
Tü)fe|lungfTaf|iung: die; - ; -en a) das
Versehen einer Wand, Decke mit
Holzpaneelen b) Gesamtheit der Pa¬
neele, Vertäfelungen an einer Wand,
Decke
Taf.: Abk. Tafel = meist Schaubild in
Büchern usw.
Ta|fel: data die; - ; -n 1 Schreibfläche,
-platte aus Schiefer od. Kunststoff,
stehend, an der Wand hängend od.
tragbar »Schreibt die Regeln von der
Tafel ab!« 2 a) fein geschmückter
Speisetisch »Die Tafel sieht sehr fest¬
lich aus.« b) [geh.; veralt.] gutes, ex¬
quisites Essen 3 kleines, flaches;
rechteckiges Stück »eine Tafel Scho¬
kolade« 4 [Schweiz.] (Ver- od. Gebots-
)Schild, das der Regelung des Ver¬
kehrs dient 5 «Geologie) flache, unge¬
faltete Erdschicht 6 die Tafel
autheben: [geh.] eine Mahlzeit been¬
den
tajfel{arjtig: Adj. n. stg. a) in der Form
einer Schreibtafel (ähnelnd) b) ähn¬
lich einer Tabelle »Er gab mir eine ta¬
felartige Aufstellung der Ergebnisse.«
ta|fel|feijtig: Adj. n. stg. «Speise) eßfertig
vorbereitet »Die Qualität tafelfertiger
Suppen nimmt immer mehr zu.«
Ta|fel|ge|schirR das; ~(e)s; -e wertvol¬
les, farblich aufeinander abgestimm¬
tes Porzellan, Geschirr, mit dem ein
Tisch festlich gedeckt werden kann
Ta|fel|ma|ie|rei: die; - ; -en Bild, Gemäl¬
de, das auf einen festen Untergrund
(z. B. eine Holztafel) gemalt wird
ta|feln: tafelst; tafeltest; hast getäfelt 1
[geh.] ausgedehnt (meist in einer vor¬
nehmen Umgebung) essen; speisen 2
[ugs.] jmdn. schlagen
Ta(foi|obst: das; -(ejs; - Obst, das bald
nach der Ernte, dem Kauf gegessen
werden muß, nicht über längere Zeit
haltbar ist
Ta|fel|ser|vice: das; - u. -s; - u. -s wert¬
volles, farblich aufeinander abge¬
stimmtes Geschirr, Porzellan, mit
dem ein Tisch festlich gedeckt werden
kann, Syn.; Tafelgeschirr
Taffel|sii|ber. das; -s; - wertvolles Be¬
steck aus Silber od. mit Silberauflage,
mit dem ein Tisch festlich gedeckt
werden kann
Ta)fel|spitz: der; -es; -e (PI. s.) [österr.J
gekochtes Rindfleisch aus der Hüfte
taff: (hebr.-jidda Adj. taffer; taff(e)ste
[ugs.) widerstandsfähig u. robust;
sympathisch u. verläßlich »Er ist ein
taffer Kerl.«
Taft: <pers.-türk.-it.> der;-(e)s; -e dickes,
steiferes Seidengewebe »Sie trägt ei¬
nen Taftrock.«
■feg: der;-(e)s; -e 1 a) Zeiteinheit, die 24
Stunden von Mitternacht (0.00 Uhr)
bis Mitternacht umfaßt b) Zeitraum,
in dem es hell ist; Zeit von der Mor¬
gendämmerung bis zur Abenddäm¬
merung (den Vormittag, Mittag u.
Nachmittag einschließend) 2 guten
Tag: Grußformel, die am Tag ge¬
bräuchlich ist 3 dieser Tage: [ugs.]
neulich od. nächstens »Ich komme
dieser Tage bei dir vorbei.« 4 der Tag
des Herrn: [geh.] der Sonntag 5 ein
Unterschied wie Tag u. Nacht: ein be¬
sonders großer Unterschied, Gegen¬
satz 8 Tag für Tag: jeden Tag 7 Tag u.
Nacht: immer; ohne Unterbrechung;
zu jeder Zeit 8 über Tag(e): [berg-
mannssprl.J an der Oberfläche der Er¬
de 0 unter Tage: [bergmannssprl.] un¬
ter der Erde; im Bergwerk 10 unter
Tags: [landsch.] am Tage 11 Tag der
offenen Tür: Tag, an dem die Öffent¬
lichkeit sonst unzugängliche Einrich¬
tungen besichtigen kann 12 an den
Tag kommen: etw. stellt sich heraus,
wird bekannt »Es wird schon noch an
den Tag kommen, wer dieses üble Ge¬
rücht verbreitet hat.« 13 den lieben
langen Tag (lang): [ugs.] ununterbro¬
chen; den ganzen Tag »Er lag den lie¬
ben langen Tag nur im Bett herum.« 14
auf meine alten Tage: [ugs.] im ho¬
hen, fortgeschrittenen Alter »Auf
meine alten Tage habe ich eine Vorlie¬
be für moderne Musik entdeckt.« 15
der Tag X: ein Tag, an dem etw. Ent¬
scheidendes geschehen soll, der aber
noch nicht bekannt ist 16 einen gu-
ten/schlechten Tag haben: jmd. fühlt
sich gesundheitlich gut/schlecht, ist
gut/schlecht gelaunt 17 jmdmTbei
jmdm. guten Tag sagen: [ugs.] jmdm.
einen kurzen Besuch abstatten 18 von
einem Tag auf den anderen: sehr
plötzlich u. ohne erkennbaren Grund
19 etw. an den Tag bringen: etw. be¬
kannt machen, aufdecken 20 jmdm.
den Tag stehlen: jmdn. von seiner Tä¬
tigkeit abhalten 21 etw. an den Tag
legen: etw. eifrig tun, erkennen lassen
22 in den Tag hinein, nur für den Tag
leben: ziellos, verantwortungslos le¬
ben, ohne an die Zukunft zu denken
23 (einst/schon) bessere Tage gese¬
hen, gekannt haben: 1. jmdm. ging es
früher besser 2. ziemlich schäbig,
baufällig o. ä. sein 24 der Jüngste
Tag: [Religion] der letzte Tag, Tag des
göttlichen Gerichts 25 zutage treten
—> auch zu Tage treten: öffentlich,
bekannt werden 26 Rom ist auch
nicht an einem Tag gebaut worden:
1. alle großen Dinge brauchen Zeit;
alles braucht seine Zeit 2. auch als Be¬
merkung gebraucht, um jm«in. zu er¬
muntern, wenn jmd. ungeduldig wird,
aufgeben will o. ä. 27 Die Tage folgen
einander wohl, aber sie gleichen
sich nicht kein Tag ist wie der andere
tag|ak|tiv: Adj. n. stg. <Tier> während
der hellen Tagesstunden wach u. han¬
delnd, jagend (u. in den Nachtstun¬
den schlafend) »Für kleinere Kinder
sind eher tagaktive Haustiere geeig¬
net.« Ant.: nachtaktiv
Tag|bau: der; -(e)s; - [süddt.; österr.;
Schweiz.] a) Abbau von Bodenschät¬
zen über der Erde »In diesem Gebiet
wurde die Kohle im Tagbau
gefördert.« b) Anlagen, die für den
Kohleabbau über der Erde benötigt
werden, Syn.; <1; 2> Tagebau
Tag|blatt: das; -(ejs; -blätter [süddt.;
österr.; Schweiz.] täglich erscheinen¬
de, herausgebrachte Zeitung, Syn.:
Tageblatt; Tageszeitung
Tagfdieb: der; -(e)s; -e [süddt.; österr.;
Schweiz.] Person, die herumlungert,
faulenzt u. nichts Sinnvolles tut, Syn.;
Tagedieb; Taugenichts; Faulpelz
Ta|ge|blatt: das; -(ejs; -blätter [veralt.]
täglich herausgebrachte, erscheinen¬
de Zeitung, Syn.: Tagblatt, Tageszei¬
tung
Ta|ge|buch: das; -s; -bücher 1 Heft od.
Buch, in das man (meist täglich) per¬
sönliche Erlebnisse, Gefühle, Gedan¬
ken usw. chronologisch, zeitlich ge¬
ordnet (zur Erinnerung) schreibt »Sie
1137
tagelang
führt seit ihrer Kindheit Tagebuch.« 2
Heft od. Buch, in das laufende dienst¬
liche Abläufe, Buchungen o. ä. einge¬
schrieben werden
ta|ge|lang: Adj. n. stg. über längere Zeit,
einige Tage anhaltend »Der tagelange
Regen hat endlich aufgehörl.«
Ta|ge|geld: das; -es; -er 1 feststehender
Betrag, der bei Dienstreisen pro Tag
abgerechnet werden kann 2 bei ent¬
sprechendem Vertragsabschluß von
Krankenkassen zugestandener Be¬
trag, vertraglich vereinbarter Betrag,
der dem Patienten bei Krankenhaus¬
aufenthalt pro Tag erstattet wird (um
den Verdienstausfall zu mindern)
Tajge|löh|ner. der; -s; - weibl. Ta|ge|-
löhjnejrln: die; - ; -nen [veralt.J Per¬
son, die für den einzelnen Tag, gegen
einen festen Betrag pro Tag in der
Landwirtschaft, Industrie eingestellt
wird »Die Tagelöhner waren im Win¬
ter meist ohne Einkommen.«
ta|gen: tagt; tagtet; habt getagt Zusam¬
menkommen, um sich zu beraten u.
zu besprechen u. gegebenfalls Ergeb¬
nisse, Vereinbarungen öd. ä. zu be¬
schließen
Tajges|ab|lauf: der; -(e)s; -abläufe Ab¬
lauf, Reihenfolge der Geschehnisse
innerhalb eines Tages »Er hat einen
geregelten Tagesablauf.«
Tajges[be|darf: der; -(e)s; - Menge, die
an einem Tag benötigt wird »Ein Glas
dieses Saftes enthält den Tagesbedarf
an Vitamin C.«
Ta|ges|be|fehl: der; -(e)s; -e <Milit.>
Weisung, die an einem Tag ausgege¬
ben wird
Tajges|decke (Ta|ges|dekjke —» Ta|-
ges|de|cke): die; - ; -n dickeres Tuch,
das über ein Bett gelegt wird, wäh¬
rend dieses nicht benutzt wird »Tags¬
über lege ich eine Tagesdecke auf das
Bett.«
Ta|ges|karjte: die; ~ ; -n 1 (täglich neu
herausgegebene) Speisekarte in einem
Restaurant o. ä., auf der das zusätzli¬
che Angebot des Tages aufgeführt
wird »Das Angebot an Fischgerichten
entnehmen Sie bitte der Tageskarte.«
2 Eintrittskarte (für eine Messe, eine
Sportveranstaltung o. ä.), die einen
ganzen Tag lang gültig ist 3 Fahrkarte
für öffentliche Verkehrsmittel, die ei¬
nen Tag gültig ist
Ta|ges|kas|se: die; ~ ; -n 1 gesamte Ein¬
nahmen, die an einem Tag von jmdm.
erzielt worden sind 2 am Tage (einer
bestimmten Veranstaltung) geöffnete
Kasse » Wir können die Karten fiir das
Konzert auch noch an der Tageskasse
kaufen.«
Ta|ges|lichfc das; -(e)s; - 1 durch die
Sonne erzeugte Helligkeit 2 ans Ta¬
geslicht kommen: aufgedeckt, be¬
kannt werden »Bei den polizeilichen
Nachforschungen, sind schlimme Ein¬
zelheiten ans Tageslicht gekommen.« 3
das Tageslicht scheuen: [geh.] etw.
verheimlichen, verbergen (wollen);
kriminell sein
Ta|ges|mie|te: die; ~; -n Geldbetrag, der
für die Miete, Nutzung von etw. für
einen Tag bezahlt werden muß »Die
Tagesmieten fiir Mittelklassewagen
unterscheiden sich bei diesen Firmen
erheblich.«
Ta|ges|mut)ter. die; - ; -mutter Frau, die
tagsüber Kinder gegen Bezahlung bei
sich zu Hause betreut »Viele berufstä¬
tige Mütter haben Schwierigkeiten, für
ihre Kinder eine Tagesmutter zu fin¬
den.«
Ta|ges|ord|nung: die; - ; -en 1 zu bespre¬
chende^) Punkte, Programm einer
Versammlung, Besprechung, Sitzung
»Es stehen viele Punkte auf der Ta¬
gesordnung.« 2 auf der Tagesordnung
sein: etw., was erledigt, besprochen
werden muß 3 zur Tagesordnung
übergehen: a) sich mit etw. nicht wei¬
ter beschäftigen, sich nicht darum
kümmern, sondern zum Wesentlichen
zurückkehren »Es lohnt sich nicht,
darüber zu streiten, gehen wir zur Ta¬
gesordnung über.« b) mit einer Sitzung
beginnen 4 an der Tagesordnung
sein: üblich sein
Ta|ges|stätjte: die; ~ ; -n Einrichtung, in
der sich eine bestimmte Personen¬
gruppe (meist Kinder) den Tag über
aufhalten kann »Nach dem Kinder¬
garten besuchen viele Kinder berufstä¬
tiger Mütter eine Tagesstätte.«
Ta|ges|zeit: die; ~ ; -en a) Zeitpunkt,
Zeitraum innerhalb eines Tages, in/zu
dem etw. geschieht »Um diese Tages¬
zeit kommt gewöhnlich der Briefträ¬
ger.« b) Oberbegriff für die groben
Einteilungen eines Tages in Morgen,
Mittag, Nachmittag, Abend c) zu je¬
der Tages- u. Nachtzeit: zu jeder Zeit;
immer
Tajge|werk: das; -(e)s; -e [veralt.] 1 Ar¬
beiten, Aufgaben, die während eines
Tages zu erledigen sind »Für heute ha¬
be ich mein Tagewerk vollbracht.« 2
bezahlte Arbeit, die innerhalb eines
Tages erledigt wurde »Die Arbeiter
erhielten Jur ein Tagewerk 72 Pfenni¬
ge.« 3 Flächenmaß, mit dem vor al¬
lem landwirtschaftlich genutzte Flä¬
chen gemessen wurden (1 Tagewerk
= 1 Morgen, Joch)
tag|hell: Adj. n. stg. a) hell wie am Tag;
so hell erleuchtet, daß die Lichtver¬
hältnisse (beinahe) wie bei Tageslicht
sind b) durch Tageslicht, Sonnenlicht
erleuchtet
tägl.: Abk. täglich
täglich: Adj. n. stg. jeden Tag »Er be¬
sucht täglich seine Mutter.«
Tag|por|tier der; -s; -s Person, die wäh¬
rend der Tagesstunden Besucher ei¬
ner Firma, eines Hotels o. ä. emp¬
fangt »Um 20 Uhr wird der Tagportier
vom Nachtportier abgelöst.«
tags: Adv. am Tage »Erging u. tags dar¬
aufkam er wieder.«
Tagschicht: die; - ; -en a) Arbeitszeit)
während des Tages »Diese Woche hat
er Tagschicht u. nächste Woche
Nachtschicht.« b) alle Personen, die in
einer Firma in der Tagschicht arbei¬
ten, Ant: <1; 2> Nachtschicht
tags[über —»tags|ü|ben Adv. während
des Tages
tag|täg|lich: Adj. n. stg. jeden Tag
(gleich) »Das tagtägliche Einerlei
langweilte sie.«
Tajgung: die; - ; -en Zusammenkunft
mehrerer Personen eines Verbandes,
einer Berufssparte o. ä. zur Beratung
u. Besprechung, zur Diskussion
Tajgungs|ge|bäu|de: das; -s; - Gebäu¬
de, in dem eine Tagung, eine Bespre¬
chung eines Verbandes, einer Berufs¬
sparte o. ä. stattfindet
Tajgungs|ort: der; -(e)s; -es) Gebäude,
in dem Sitzungen, Kongresse, Zusam¬
menkünfte stattfmden b) Stadt, in der
ein Kongreß, eine Sitzung stattfindet
»Tagungsort für das Jahrestreffen der
Gesellschaft ist diesmal Berlin.«
Tag|werk: das; -(e)s; -e [süddt.; österr.;
veralt.] 1 Arbeiten, Aufgaben, die
während eines Tages zu erledigen sind
»Für heute habe ich mein Tagewerk
vollbracht.« 2 bezahlte Arbeit, die
während eines Tages erledigt wurde 3
Flächenmaß, mit dem vor allem land¬
wirtschaftlich genutzte Flächen ge¬
messen wurden (1 Tagwerk = 1 Mor¬
gen, Joch)
Taijfun: <chin.-engh der; -s; -e Wirbel¬
sturm in tropischen Gebieten
Tai|ga: <russ.> die; ~ ; - Waldgebiet in Si¬
birien
Tall|le: dal.-fr.r /tallje/ die; - ; -n 1 a)
(menschlicher Körper) schmälste Stel¬
le des Rumpfes »Sie trägt einen Gürtel
um ihre schmale Taille.« b) Bereich ei¬
nes Kleidungsstücks, das die Taille
bedeckt 2 (Kartenspiele» Umdrehen,
Aufdecken der Karten, um Sieger u.
Verlierer zu ermitteln
Tail|len|wei|te: /talljen-/ die; - ; -n Um¬
fang (eines Kleidungsstückes) auf
Höhe der Taille, an der schmälsten
Stelle des Rumpfes
tail|lie|ren: </r.> /tajiren, [ugs.] talliren u.
[ugs.] talljiren/ taillierst; tailliertest;
hast tailliert ein Kleidungsstück in
der Taille eng schneiden, nähen
Ta|ke|la|ge: /takelasehe/ die; - ; -n Ge¬
samtheit der Haltevorrichtungen der
Segel auf einem Schiff
tajkeln: takelst; takeltest; hast getakelt
[seemannssprl.] ein Schiff mit den
Haltevorrichtungen für die Segel ver¬
sehen
Ta|ke|lung/Takjlung: die; - ; -en [see¬
mannssprl.] 1 Anbringung der Take¬
lage, der Haltevorrichtungen für die
Segel auf einem Schiff 2 Art, Form
der Takelage
Take-off: <engh /te/k-off/ das u. der; -s;
-s aT Abheben, Start eines Flugzeugs
»Der Take-off verzögerte sich um zwei
Stunden.« b) dibertr.» Beginn von etw.
Takt: <lat.-fr.> der; -(e)s; -e 1 o. PI.
rhythmische Einheit eines Musik¬
stückes od. Gedichtes 2 Gefühl für
Anstand u. Benehmen 3 a) Arbeits¬
gang eines Motors b) Arbeitsab¬
schnitt am Fließband c) Arbeitsein¬
heit in einem Computer 4 rhythmi¬
scher, synchroner Bewegungsablauf
»Sie rudern im Takt.« S a) aus dom
Takt geraten, kommen: jmd. ist ver¬
wirrt, durcheinander »Durch die stän¬
digen Zwischenrufe geriet er völlig aus
dem Takt.« b) jmdn. aus dem Takt
bringen: jmdn. stören, ablenken 6
den Takt angeben: jmd. bestimmt al-
lcs
Takt|ge|fühl: das; -(e)s; - 1 Gefühl für
den Rhythmus eines Musikstückes
»Sie hat ein hervorragendes Taktge¬
fühl u. kann deshalb sehr gut Schlagin¬
strumente spielen.« 2 <übertr.> Einfüh¬
lungsvermögen, Sensibilität gegen-
1138
tangieren
über der Stimmung, den Gefühlen an¬
derer Menschen
tak|tie|ren: tgr.-fr.) taktierst; taktiertest;
hast taktiert mit einer bestimmten
Taktik, Strategie handeln, ein Ziel
verfolgen »Sie hat klug taktiert u. wur¬
de zur Vorsitzenden der Partei ge¬
wählt.«
Tak|tik: <gr.-fr.> die; ~ ; -en geplante Art
des Vorgehens, um ein Ziel zu errei¬
chen; Strategie
Tak|tl|ker: <gr.-fr.> der; -s; - weibl. Tak|-
ti|ke|rin: die; - ; -nen Person, die ge¬
schickt geplant handelt, um ihr Ziel
zu erreichen
takftil: <lat.> Adj. n. stg. durch Berüh¬
rung; den Tastsinn betreffend, ihm
zuzuordnen
taktisch: <gr.-fr.> Adj. geschickt u. plan¬
voll (handeln), um ein Ziel zu errei¬
chen; einer Taktik, Strategie zuzuord¬
nen
taktjlos: <lat.-fr.; dt.> Adj. taktloser;
taktloseste ohne Takt (2); ohne Ge¬
fühl für Anstand u. Benehmen; ohne
Feingefühl
Takt|lo|sig|keit: die; - ; -en Handlung,
Aussage, die die Gefühle eines ande¬
ren Menschen verletzt
Taktjstock: der; -(e)s; -stocke <Musik>
dünner Stab, den der Dirigent zum
Anzeigen des Taktes (1) benutzt
taktjvoll: Adj. n. stg. Takt (2), Gefühl
für Anstand u. Benehmen, Feingefühl
zeigend, habend
Tal: das; -(e)s; Täler tiefe Mulde in der
Erdoberfläche, besonders zwischen
Bergen, Hügeln, Anhöhen
tal|ab|wärts: Adv. (in) das Tal hinunter
»Talabwärts nimmt die Zahl der Bau¬
ernhöfe zu.«
Tajlar. dat.-it.> der; -s; -e langes Amts-
od. Festgewand von Geistlichen, An¬
wälten u. Richtern (u. früher auch
Hochschullehrern), getragen bei der
Ausführung ihres Amtes
Ta|lent: <gr.-lat.> das; -(e)s; -e 1 beson¬
dere, nicht erlernte, sondern von der
Natur gegebene Begabung 2 Person,
die eine bestimmte Begabung besitzt
ta|len|tierl; tgr.-lau Adj. talentierter; ta¬
lentierteste Begabung besitzend
ta|lentjlos: Adj. n. stg. ohne (natürliche)
Begabung für etw. »ln musikalischer
Hinsicht ist sie völlig talentlos.«
Ta|lent|pro|be: die; - ; -n künstleri¬
sche^) Produkt, Handlung, etw., mit
dem/der ein(e) junge(r) Künstlerin)
seine/ihre Begabung unter Beweis
stellt '
Ta|lent|schmie|de: die; - ; -n [ugs.] Insti¬
tution, Einrichtung, Schule, die be¬
sonders erfolgreich junge Künstler,
Sportler o. ä. ausbildet
Ta|lent|su|che: die; - ; -n (PI. s.) Suche
nach Menschen mit einer natürlichen
Begabung auf einem bestimmten Ge¬
biet (z. B. Musik, Sport)
Ta|ler: der; -s; * (früher; in verschiede¬
nen Ländern geprägte) Silbermünze
unterschiedlichen Werts
lhl|fahrt: die; - ; -en 1 a) Fahrt mit einer
Seilbahn den Berg hinab b) Fahrt mit
einem Schiff den Fluß abwärts 2
<übertr.> [ugs.] (länger anhaltender)
Mißerfolg; das Erleiden wirtschaftli¬
cher Verluste »die Talfahrt der Akti¬
enkurse«
Talg: der; -(ejs; - u. (Sorten) -e i insbe¬
sondere aus den Innereien des
Schlachtviehs (besonders von Rin¬
dern u. Schafen) gewonnenes Fett 2
von Drüsen am Haar od. in den Po¬
ren der Haut abgesondertes Fett
Talgjdrü|se: die; - ; -n den Haarwurzeln
angegliederte Drüse bei Menschen u.
Säugetieren, die Talg (2) absondert
Ta|lis|man: <gr.-arab.-roman.> der; -s; -e
(geweihter) Glücksbringer
Talk: <arab.-span.-fr.> der; -(ejs; - sä¬
mig-weiches Mineral
Talk: <engh /to'k/ der; -s; -s Gespräch;
Unterhaltung
tal|ken: tengb /to1 ken/ talkst; talktest;
hast getalkt a) in einer Femsehtalk-
show reden, eine Unterhaltung füh¬
ren, leiten b) [ugs.] eine (oberflächli¬
che) Konversation, Unterhaltung
führen
Tal|kes|sel: der; -s; * an allen Seiten
von Bergen umschlossenes Tal
Talk|ma|ster —» Talk|mas|ter <engh
to'k-/ der; -s; - weibl. Talk|ma|ste|rin
—> Talk|mas|te|rin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die eine (Talk-)Show, Unterhal¬
tungsshow leitet
Talk-Show —* Talk|show: <engh /to'k-/
die; ~ ; -s Unterhaltungssendung mit
Interviews, Gesprächen mit (bekann¬
ten) Persönlichkeiten od. zu bestimm¬
ten Themen
Tatykum: <arab.-span.-fr.-lat.> das; -s; -
Talk, Mineral, der/das oft als feines
Streupulver Verwendung findet (z. B.
bei der Herstellung von Puder)
Tal|mi: das; -s; -1 Schmuck o. ä. ohne
besonderen Wert »Ihr ganzer
Schmuck ist nur Talmi.« 2 [fachsprl.]
vergoldete Kupfer-Zink-Legierung
Tat|mi|glanz-. der; -es; - unechter, etw.
Falsches vorspiegelnder Glanz,
Reichtum
Tal|mud: <hebr.> der; -(ejs; -e (Religion)
Buch, in dem die religiösen Überliefe¬
rungen u. Gesetze des Judentums ge¬
sammelt sind
Tal|mu|dis|mus: ihebr.-lat.i der; • ; -
<Religion> Lehre, Einstellung, die auf
dem Talmud beruht
Tal|mu|dist: <hebr.-lat.> der; -en; -en
weibl. Tal|mu|di|stin —■» Tal|mu|dis|-
tin: die; ~ ; -nen (Religion) Person, die
auf die Erforschung des Talmud spe¬
zialisiert ist, den Talmud besonders
gut kennt
tal|sei|tig: Adj. n. stg. auf der Seite be¬
findlich, die dem Tal zugewandt ist
Tal|sen|ke: die; - ; -n Tal, das sich nur
flach absenkt; sehr flaches Tal
Tal|soh|le: die; - ;-n 1 Boden, Grund ei¬
nes Tals »Die Talsohle war dicht
bewaldet.« 2 <übertr.> Tiefpunkt einer
wirtschaftlichen Entwicklung »Der
Börsenkurs hatte seine Talsohle er¬
reicht.«
Tal|sper[re: die; - ; -n 1 mit Hilfe eines
Staudamms angelegter, künstlicher
See in einem Tal, einer Senke 2 (oft
mit einem Kraftwerk verbundene)
Anlage in Form eines Staudamms,
der in einem Tal das Wasser eines
Flusses staut
tal|wärts: Adv. dem Tal zugewandt; in
Richtung Tal
Tarn.: Abk. Tamile(n), Tamilin = Volk
auf der Insel Sri Lanka
tarn.: Abk. tamilisch
Tamlbour/Tamlbour <pers.-fr.> /tambur/
der; -s; -e u. [Schweiz.] -en 1 [veralt.]
(beim Militär beschäftigter) Tromm¬
ler 2 <Bauw.> hoher, runder Gebäude¬
teil, auf den eine Kuppel aufgesetzt
wird
Tamlbourimalior/Tamlbourlmalior.
<pers.-fr.-span.-lat.> /tambur-7 der; -s;
-e weibl. Tam|bour|ma|jo|retftefTani|-
bourlmalioTretlte: die; - ; -n Person,
die einen Spielmannszug leitet
Tam|bu|rin/Tam|bujrin: </r> das; -s; -e
handliches Taktinstrument, das aus
einer Membran auf einem kreisrun¬
den Holzgestell besteht
Tam|pon: <germ.-fr.> /tampon u. tam-
pong/ der; -s; -s fest gepreßter Watte-
od. Mullbausch zum Aufsaugen von
Flüssigkeiten, der in Körperöffnun¬
gen eingeschoben wird »Während ih¬
rer Monatsblutung benutzt sie Tam¬
pons.«
Tam|po|najge: <fr.> /tamponasehe/ die;
~ ; -n <Technik> Vorrichtung, Materi¬
al, mit der/dem ein Bohrloch abge¬
dichtet wird, ist 2 <Med.> fest gepreßte
Watte od. ä., das dem Tamponieren
dient
tam|po|nie|ren: tamponierst; tamponier¬
test; hast tamponiert (Med.) mit
Watte-, Mulltampons ausstopfen
»Der Arzt mußte die Wunde tamponie¬
ren.«
Tamftam/Tam|tam: <Hindi-fr.> das; -s; -s
t o. PI. großer Lärm; großes Ge¬
schrei; große Aufregung »Mach doch
nicht so ein Tamtam um die Party!« 2
asiatischer Gong, der mit einem
Klöppel angeschlagen wird
13n|de|lei: die; - ; -en [veralt.] a) Hand¬
lung, die nicht sehr ernsthaft betrie¬
ben wird b) oberflächlicher Flirt
tänfdeln: tändelst; tändeltest; hast ge-
tändelt [veralt.] a) etw. nicht sehr
ernsthaft tun b) mit jmdm. oberfläch¬
lich flirten
Tan|dem: <lat.-engl.> das; -s; -s 1 Dop¬
pelfahrrad mit Pedalen u. Sätteln für
zwei Personen 2 <Technik> Gerät mit
zwei gleichen, gleichartigen Elemen¬
ten
Tang: <schwedisch-norw.-dän.> der;
-(ejs; -e kurz für Seetang = in der
Nähe von Küsten wachsende, große
Alge, Wasserpflanze, die häufig an
das Ufer gespült wird
Tan|ga: <port.> der; -s; -s knapp geschnit¬
tene Bade- od. Unterhose
Tan|gens: dato der; - ; - <Math.> Län¬
genverhältnis von zwei bestimmten
Seiten (Gegenkathete zu Ankathete)
in rechtwinkligen Dreiecken
Tan|gens|satz: der; -es; - <Math.> Lehr¬
satz, mathematische Formel, der/die
das Verhältnis zwischen den Winkeln
u. Seiten eines Dreiecks beschreibt
Tan|gen|te: <lat.> die; - ; -n 1 <Math.> eine
gerade Linie, die eine gekrümmte Li¬
nie genau an einer Stelle berührt 2
(Verkehrsw.) Ortsumgehungsstraße
tan|gen|ti|al: /tangenzial/ Adj. n. stg.
eine gekrümmte Linie genau an einer
Stelle berührend
tan|gje|ren: dato tangierst; tangiertest;
hast tangiert 1 <Math.> eine(n) Kurve,
Kreisbogen in genau einem Punkt be¬
rühren 2 [geh.] a) jmdn. körperlich
1139
Tango
od. seelisch berühren, treffen »Alle
diese Beleidigungen tangieren mich
nicht.« b) <übertr.> von etw. betroffen,
berührt werden
Tan|go: <span.> der; -s; -s südamerikani¬
scher Tanz im Zweivierteltakt
Tank: (engl» der; -s; -s u. [selten] -e Be¬
hälter für Flüssigkeiten, besonders
für Kraftstoff »Mein Tank ist leer; ich
muß Benzin nachflillen.«
tan|ken: <engl.> tankst; tanktest; hast ge¬
tankt 1 den Tank neu auffüllen »Ich
muß (Benzin) tanken, sonst bleibt das
Auto gleich stehen.« 2 [ugs.] a)
[übertr.] etw. (in sich) aufnehmen, um
wieder an Stärke zu gewinnen »Sonne
tanken • Energie tanken« b) viel Alko¬
hol trinken »Du hattest gestern ganz
schön getankt.«
Tan|ken <engh der; -s; - großes Trans¬
portschiff für Erdöl, Erdölprodukte
Tan|ker[flot|te: die; ~ ; -n mehrere Tan-
Iker, Transportschiffe für Erdölpro¬
dukte), die im Besitz einer Person, ei¬
ner Personengruppe, Reederei sind
»Im Laufe der Jahre baute der griechi¬
sche Reeder eine große Tankerflotte
auf.«
Tank|schloß —* Tank|schloss: das;
-Schlosses; -Schlösser Vorrichtung
zum Verschließen eines (Fahrzeug-)
Tanks
Tank|stel|le: die; - ; -n Ort, an dem
Kraftfahrzeuge gegen Bezahlung mit
Treibstoff (Benzin, Diesel), Öl ver¬
sorgt werden können, an dem der
Reifendruck kontrolliert u. meist
Fahrzeugzubehör sowie andere Ge¬
genstände für den täglichen Ge¬
brauch wie Zigaretten, Süßigkeiten,
Getränke usw. verkauft werden
Tank|wa[gen: der; -s; - großer Lkw, der
für die Beförderung von Erdölpro¬
dukten gebaut wurde
Tankfwait der: -(ejs; -e weibl. Tank|-
war|tin: die; ~; -nen Person, die Tank¬
stellenkunden beim Betanken der Au¬
tos hilft u. kleinere Dienstleistungs- u.
Reparaturarbeiten an Autos ausführt
Tan|ne: Kurzw. die; - ; -n Tannenbaum,
Nadelbaum, der seine Nadeln (im
Unterschied zu Laubbäumen, die ihre
Blätter im Herbst abwerfen) nicht
verliert
Tan|nen|ast: der; -(e)s; -äste größerer
Zweig eines Tannenbaumes »Wir ha¬
ben Tannenäste gekauft, um daraus ei¬
nen Adventskranz zu binden.«
Tan|nen|baum: der; -(e)s; -bäume a)
[ugs.] Tanne; immergrüner Baum mit
kurzen Nadeln b) anläßlich des Weih¬
nachtsfestes geschmückter Nadel¬
baum; weihnachtlich geschmückte
Tanne
Tan|nen|zap|fen: der; -s; - zapfenförmi¬
ger Fruchtstand der Tanne »Das
Eichhörnchen knabberte an einem
Tannenzapfen.«
Tans.: Abk. a) Tansania = Staat in Afri¬
ka b) T ansanier(in)
tans.: Abk. tansanisch
Tan|te: die; - ; -n männl. On|kel: der; -s;
- a) Schwester/Bruder der Mutter od.
des Vaters od. Ehepartner der Schwe-
ster/des Bruders der Mutter od. des
Vaters b) Anrede von Kindern auch
für eine (nur gut bekannte, aber)
nicht verwandte, weibliche od. männ¬
liche Person » Wer ist die Tante da?«
Tantte-Em|ma-La|den: der; -s; -Läden
kleines, altmodisches Lebensmittel-,
Einzelhandelsgeschäft, in dem es na¬
hezu alle Waren des täglichen Ge¬
brauchs zu kaufen gibt
tan[ten|haft: Adj. tantenhafter; tanten¬
hafteste [abwert.] a) in betulicher Art
u. Weise »Ihr tantenhaftes Gehabe
ging mir auf die Nerven.« b) ein wenig
altertümlich, altmodisch »Sie trug im¬
mer sehr tantenhafte Blusen.«
Tanftiejme: dal.-fr» /tantjeme/ die; - ; -n
(m. PL) 1 Geldbetrag, den ein Künst¬
ler für die Aufführung bzw. Wieder¬
gabe seines Werkes erhält 2 Gewinn¬
beteiligung der (leitenden) Angestell¬
ten einer Firma an den Umsätzen
Tan|tra —» Tanjt|ra: <Sanskrit> das; -(s);
- Glaubenssätze, Lehre einer mysti¬
schen indischen Religion
Tanz: der; -es; Tänze 1 a) (festgelegte)
Körperbewegungen zu einem (Mu-
sik-)Rhythmus b) Veranstaltung, auf
der getanzt wird »zum Tanz gehen« e)
ein entsprechendes Musikstück, zu
dem man tanzen kann 2 das wird ei¬
nen Tanz geben: [ugs.] das gibt Ärger,
Aufregung 3 einen Tanz aufführen:
[ugs.] wegen etw. aufgeregt, übertrie¬
ben, beleidigt, ungezogen o. ä. reagie¬
ren
Tanz|bär der; -en u. -s; -en für widerna¬
türliche tanzähnliches Bewegen (oft¬
mals mit sehr harten, quälerischen
Methoden) dressierter Bär, der öf¬
fentlich vorgeführt wird »Die Kinder
bestaunten den Tanzbären auf der Kir¬
mes.«
tän|zeln: tänzelst; tänzeltest; hastjbist
~getänzelt a) hast kleine, hüpfende od.
hopsende Schritte machen »Das
Pferd tänzelte.« b) bist sich mit klei¬
nen, hüpfenden Bewegungen (ähnlich
wie beim Tanzen) fortbewegen
tan[zen: tanzt; tanztest; hast [bist ge¬
tanzt a) sich zum Rhythmus einer
Musik bewegen »Ich tanze sehr
gerne.« b) sich tänzerisch fortbewegen
1än|zer: der; -s: - weibl. 7än|ze|rin: die;
- ; -nen Person, die einen (Gesell¬
schaftstanz tanzt, (zur Musik) eine
harmonische Bewegungsabfolge aus¬
führt
tänlzejrisch: Adj. n. stg. a) hinsichtlich,
bezüglich des Tanzes »eine tänzerisch
großartige Leistung« b) wie bei einem
Tanz
Tanz|ma|rie|chen: das; -s; - Mädchen,
junge Frau, das/die Mitglied einer
(Karnevals-, Faschings-)Tanzgruppe
ist
Tanz|mei|ster —> Tanz|meis|ter: der; -s;
- weibl. Tanz|mei|ste|rin —* Tanz|-
meis|te|rin: die; - ; -nen 1 [veralt.] Per¬
son, die Tanzunterricht gibt 2 <hist.>
Person, meist Mann, die/der Gesell¬
schaftsveranstaltungen mit Tanz or¬
ganisiert
Tanz|or|che|ster —*• Tanz|or|ches|ter:
das; -s; ~ größere Anzahl von Musi¬
kern, die gemeinsam Tanzmusik spie¬
len
Tanzschritt: der; -(e)s; -e festgelegte
Form eines Schrittes, einer Folge von
Schritten, die einem (Gesellschafts-)
Tanz zuzuordnen ist »Diesen Tanz¬
schritt werde ich nie lernen!«
Tanzftee: der; -s; -s Tanzveranstaltung,
die an einem Nachmittag stattfindet
»Wir gehen jeden zweiten Sonntag im
Monat zum Tanztee.«
Tanz[tuijnier: das; -s; -e sportlicher
Tanzwettbewerb (z. B. Meister¬
schaft), bei dem ein Sieger ermittelt
wird
Tao: <chin» das; ~ ; - in der chinesischen
Philosophie ein Zustand der Voll¬
kommenheit
Tao|is|mus —» Ta|o|is|mus: <chin» der;
- ; - (von Laotse begründete) chinesi¬
sche Philosophieströmung
Tape|declc (engl» /trip-/ das; -s; -s <Un¬
terhaltungselektronik» Gerät zum
Abspielen u. Aufnehmen für Audio-
kassetten, das Teil einer Stereoanlage
ist »Ich mußte ein neues Tapedeck in
meine Anlage einbauen.«
Ta|per|greis: der; -es; -e [ugs.] alter
Mensch, meist Mann, der bereits
recht hinfällig, senil ist
ta|pe|rig: Adj. [ugs.] körperlich ein we¬
nig hinfällig u. zitterig
Ta|pet: dato das; -(e)s; -e 1 [veralt.]
Überzug, Bespannung eines Konfe¬
renztisches 2 a) etw. aufs Tapet
bringen: etw. zur Sprache bringen b)
aufs Tapet kommen: [ugs.] zur Spra¬
che gebracht werden
Ta|pe]te: dato die; - ;-n 1 (spezielles) Pa¬
pier od. Gewebe, das zur Zierde an
die Zimmerwände geklebt wird »Wir
müssen noch neue Tapeten aussu¬
chen.« 2 die Tapeten wechseln: [ugs.]
den Wohnort od. die Arbeitsstelle än¬
dern, wechseln
Ta|pe[ten|wech|sel: der; -s; - [ugs.] Ver¬
änderung des Wohnsitzes, der ver¬
trauten Umgebung (für immer od. für
einige Zeit) »Nach all dem Streß
brauchte ich erst einmal einen Tape¬
tenwechsel.«
ta]pe|zie|ren: dt.> tapezierst; tapezier¬
test; hast tapeziert 1 eine Tapete auf
etw., die Wand aufkleben 2 [österr.]
etw. mit Stoff überziehen
tappen Adj. a) sich mutig gefährlichen
o. ä. Situationen stellend b) be¬
herrscht Leid, Angst od. Schmerz er¬
tragend »ein tapferer Mann«
tap|pen: tappst; tapptest; bist/hast ge¬
tappt 1 bist sich mit kleinen Schritten
unsicher, linkisch fortbewegen »Sie
tappte mitten in der Nacht durchs
Haus.« 2 hast/bist beim Gehen, Auf¬
treten ein dumpfes Geräusch verursa¬
chen
täpjpisch: Adj. [abwert.; ugs.] mit unge¬
schickten, linkischen Bewegungen
»Sie räumte das Geschirr täppisch zur
Seite.«
tap|prig/tap|rig —» tapp|rig/tap]rig:
Adj. bei seinen Handlungen zittrig,
ungeschickt, vom Alter beeinträchtigt
»Er ist zu einem tapprigen alten Mann
geworden.«
tap|sig: Adj. auf drollige, sympathische
Art u. Weise ungeschickt »Die beiden
kleinen Hunde liefen tapsig durch den
Garten.«
Tar.: Abk. Tarif
tar.: Abk. tariflich
Ta|ra: <arab.-it > die; - ; Taren Verpak-
kung(sgewicht) einer Ware
1140
Taster
Ta|r£n|tel: <it.> die; ~ ; -n 1 größere, dicht
behaarte, giftige Spinne, die beson¬
ders im Mittelmeerraum vorkommt 2
wie von der Tarantel gestochen:
[ugs.] völlig unvermutet; mit großer
Heftigkeit
ta|rie|ren: <it.> tarierst; tariertest; hast
tariert 1 die Tara, das Verpackungs¬
gewicht einer Ware errechnen, be¬
stimmten 2 <Physik> auf einer Waage
das Gewicht auf der einen Seite durch
andere Gewichte auf der Gegenseite
ausgleichen
Ta|rjer|waa|ge: die; ~ ; -n besonders fei¬
ne Waage, bei der vor jedem Wiege¬
vorgang der Nullpunktausgleich si¬
chergestellt, eingestellt wird
Ta|rif: <arab.-it.-fr.-> der; -s; -e a) verbind¬
lich festgelegte Preise u. Gebühren b)
vertraglich festgelegte Löhne u. Ge¬
hälter c) amtliches Verzeichnis von
Preisen, Löhnen u. Steuern
Tarif|ab|schlu8 —> Tarjf|ab|schluss:
der; -abschlusses; -abschlüsse vertrag¬
liche Einigung zwischen verschiede¬
nen T arifparteien
Ta|rif|au|to|no|mie: die; - ; - Recht von
Arbeitgebern u. Arbeitnehmern, Ta¬
rifverträge auszuhandeln, ohne daß
der Staat Einfluß nehmen kann
Ta|rif|kon|flikt —» Ta|rif|konff|likt: der;
-(e)s; -e Auseinandersetzung zwi¬
schen Tarifpartnem, z. B. Arbeitge¬
bern u. Arbeitnehmern, hinsichtlich
eines Abkommens, das die Bezahlung
regelt »Der Tarifkonflikt gipfelte in ei¬
nem wochenlangen Streik.«
ta|rMflich: Adj. n. stg. einen Tarifver¬
trag) betreffend »Die Arbeitgeber sind
verpflichtet, tarifliche Mindestlöhne
zubezahlen.«
Ta|rjf|lohn: der; -(e)s; -löhne Bezahlung
(für Arbeiter), die den Vereinbarun¬
gen eines Tarifvertrags entspricht
»Die Firma zahlt Löhne weit über dem
Tariflohn.«
ta|rff|mä|ßig: Adv. entsprechend dem
Tarifvertrag); bezüglich des Tarifes,
Tarifvertrages
Ta|rif[parjtei: die; - ; -en an den Ver¬
handlungen über einen Tarifvertrag
beteiligte Gruppe (z. B. Arbeitneh¬
mer, Arbeitgeber) »Die Tarifparteien
verhandeln bereits seit mehreren Stun¬
den.«
Ta|rif|verjhand|lung: die; - ; -en (m. PL)
Verhandlung zwischen den Tarifpart¬
nern mit dem Ziel, einen neuen Tarif¬
vertrag abzuschließen »Die Tarifver¬
handlungen führten noch zu keinem
Ergebnis.«
Ta|rif|ver|trag: der; -(e)s; -vertrüge Ver¬
trag, der zwischen Arbeitgebern u.
Arbeitnehmern arbeitsrechtliche Be¬
lange regelt (z. B. Lohn, Urlaub usw.)
tarjnen: tarnst; tarntest; hast getarnt a)
vor Sicht, dem Gesehenwerden schüt¬
zen; der Umgebung so anpassen, daß
es schwer ist, entdeckt zu werden b)
etw. verbergen u. nicht zeigen »Sie
tarnten seine Tat.«
Tam|farjbe: die; ~ ; -n Farbe, die etw.,
jmdn. seiner Umgebung angleicht
Taijnung: die; - ; -en a) etw., was zum
Tarnen, Angleichen an die Umge¬
bung benutzt wird »Das mit Blättern
versehene Netz diente als Tarnung für
das Militärflugzeug.« b) o. PL Vor¬
gang des Tamens
Ta|rpt: <engl.-it.-fr.> /taro/ das u. der; -s;
-s Kartenspiel, bei dem die Karten
Symbole für tatsächliche Ereignisse
im Leben eines Menschen sind
Taijtan: <engl.> /tart«n/ der; ~ u. -s; -s 1
'buntkarierte Decke 2 Umhang der im
Bergland lebenden Schotten mit dem
typischen karierten Schottenmuster
Tarftan: ( Warenzeichen) der; -s; - Belag
aus künstlich hergestellten Harzen
für Laufbahnen, der besonders stabil,
wetterfest ist
Tar|tan|bahn: die; - ; -en <Sport> Lauf¬
bahn aus Tartan, einem wetterfesten
Kunstharz »Die erzielten Zeiten sind
auf Tartanbahnen erheblich besser als
auf Aschenbahnen.«
Ta[sche: die; - ; -n 1 a) flacher Behälter
aus Stoff, Leder o. ä. zum Tragen od.
Umhängen, in dem Dinge unterge¬
bracht u. transportiert werden b) auf¬
genähter Teil an Kleidungsstücken,
in den etw. gesteckt werden kann 2
jmdn. in die Tasche stecken: [ugs.}
besser sein; jmdm. überlegen sein
»Mit meiner Ausbildung stecke ich
dich in die Tasche.« 3 jmdn. in der Ta¬
sche haben: [ugs.] jmdn. überführt,
in der Gewalt haben »Mit diesen Be¬
weisstücken haben wir den Verbrecher
in der Tasche.« 4 jmdm. in die Tasche
aibeiten; in jmds. Tasche arbeiten:
[ugs.] jmdn. unberechtigt bevorteilen
5 jmdm. auf der Tasche liegen: [ugs.;
abwert.] jmd. anderen für den Le¬
bensunterhalt sorgen lassen 6 sich in
die Tasche lügen: [ugs.] sich selbst
etw. vormachen 7 sich die Taschen
füllen: sich unrechtmäßig bereichern
8 aus eigener, aus der eigenen Ta¬
sche bezahlen: selbst finanzieren, be¬
zahlen »Mein Auto habe ich aus mei¬
ner eigenen Tasche bezahlt.« 9 etw.
(schon) in der Tasche haben: [ugs.}
etw. sicher erhalten, schon (geschafft,
erreicht) haben 10 (sich) in die eigene
Tasche arbeiten/wirtschaften: [ugs.]
sich unrechtmäßig bereichern; etw.
unterschlagen 11 etw. in die eigene
Tasche stecken: [ugs.] etw. unter¬
schlagen, stehlen » Von dem Erbe hatte
er sich den größten Teil in die eigene
Tasche gesteckt.« 12 tief in die Tasche
greifen müssen: [ugs.] etw. teuer be¬
zahlen müssen »Für diesen Urlaub
mußte ich tief in die Tasche greifen.«
Ta|schen|buch: das; - (e)s; -bücher 1 in
festeres Papier (nicht in Leder o. ä.)
gebundenes Buch in meist nicht sehr
großem Format, im Preis günstiger
als eine gebundene Ausgabe »Der Ro¬
man ist soeben als Taschenbuch, er¬
schienen.« 2 kleines Büchlein für No¬
tizen o. ä.
Ta|schen|dieb: der; -(e)s; -e weibl. Ta|-
schen|die|bin: die; - ; -nen Person, die
anderen etw., Wertgegenstände aus
der Tasche stiehlt »Ein Taschendieb
hat mir in der völlig überfüllten U-
Bahn die Geldbörse aus der Hosenta¬
schegestohlen.«
Tajschen|geld: das; -(e)s; -er Geld, das
jmdm. (vor allem Kindern) zur per¬
sönlichen Verfügung (regelmäßig) ge¬
geben wird »Meine Tochter bekommt
50 DM Taschengeld monatlich.«
Ta|schen|rech|ner: der; -s; - kleiner,
handlicher Computer, der Rechen¬
operationen elektronisch durchfüh¬
ren kann »Die Schüler dürfen bei der
Klassenarbeit einen Taschenrechner
benutzen.«
Ta|schen|spie|ler der; -s; - weibl. Ta|-
schen]spie|te|rin: die; - ; -nen a) Per¬
son, die Taschenspielerkunststücke
beherrscht, mit großer Fingerfertig¬
keit Gegenstände auftauchen u. ver¬
schwinden lassen kann b) <übertr.>
Person, die sehr trickreich vorgeht
Ta|schen|uhr die; - / -en (mit einer Ket¬
te an einem Kleidungsstück (z. B. der
Weste, Hose) befestigte) meist runde,
kleine Uhr, oft mit einem Deckel »Ich
habe die Taschenuhr meines Großva¬
tersgeerbt.«
läß|chen —> lass|chen: das; -s; -
kleine Tasse
Tas|se: die; ~ ; -n 1 kleines Trinkgefäß
unterschiedlicher Form aus Porzel¬
lan, Keramik, Blech od. Kunststoff
mit einem Henkel an der Seite u.
meist mit einem kleinen passenden
Teller zum Daraufstellen (= Unter¬
tasse), aus dem vorwiegend Kaffee
od. Tee getrunken wird 2 nicht alle
Tassen im Schrank haben: [ugs.] ver¬
rückt, nicht ganz normal sein »Du
hättest mich beinahe angefahren, du
hast wohl nicht alle Tassen im
Schrank.« 3 Tassen hoch!; hoch die
Tassen): [ugs.] los, trinken wir!
»Wenn jeder was im Glas hat, dann
hoch die Tassen!« 4 trübe Tasse: [ugs.]
langweiliger, dummer Mensch »Du
bist zu nichts zu gebrauchen, du trübe
Tasse!«
Ta|sta|tur —-» Tas(ta|tur: <//.> die; ~ ; -en
1 in mehreren Reihen über- u. neben¬
einander angeordnete Tasten (z. B.
bej. Computern, Schreibmaschinen),
die durch Fingerdruck betätigt wer¬
den 2 Klaviatur eines Tasteninstru¬
mentes »Auf der Tastatur liegt das D
rechts neben dem C.«
tast|bar: Adj. n. stg. (meist Med.> zu er-
'tasten, zu fühlen
Ta]ste —» Tasjte: <lat.-it.> die; - ; -n Ge¬
räte- od. Instrumentenvorrichtung,
über die bestimmte Funktionen (beim
Musikinstrument Töne) durch Fin¬
gerdruck ausgelöst werden können
Tastjemp|fin|dung: die; - ; -en (Fähig¬
keit der) Wahrnehmung von etw. mit¬
tels des Tastsinns »Nach dem Unfall
hatte sie zunächst keine Tastempfin¬
dungmehr.«
ta|sten —> tas|ten: <iu tastest; taste¬
test; hast getastet 1 mit den Händen
od. Fingern erfühlen; mit den Hän¬
den etw. zu finden versuchen 2
[fachsprl.] a) mit Hilfe einer Taste,
Tastatur übermitteln »Er erhielt den
Auftrag, einen Funkspruch zu tasten.«
b) eine Maschine mittels einer Tasta¬
tur bedienen
Ta|sten|druck —* Tas|ten|dnick: der;
-(e)s; - Vorgang des Ausübens von
Druck auf eine Taste »Die Fertigungs¬
anlage kamt mit einem Tastendruck
außer Betrieb gesetzt werden.«
Ta[ster —* Taster: der; -s; ~ 1 (Bio.>
Tastinstrument, -organ bei Glieder¬
tieren 2 (Technik) a) (Technik; Ver-
messungsw.) Gerät, mit dem der
1141
Tastorgan
Durchmesser von etw. bestimmt wer¬
den kann b) Maschinenteil, Vorrich¬
tung, das/die zum Abtasten, Befühlen
von etw. dient c) Maschine, die mit ei¬
ner Taste, Tastatur bedient wird d)
einzelne Taste, die zur Betätigung ei¬
nes technischen Geräts dient »Er be¬
tätigte den Taster des Funkgeräts.«
Tast|or|gan: das; -(e)s; -e Sinnesorgan
vieler Lebewesen; biologische Vor¬
richtung, die das Berühren, Ertasten
von etw. ermöglicht »Die Fühler am
Kopf der Schnecke dienen als Tastor¬
gan.«
Tastsinn: der;-(ejs; - einem Lebewesen
angeborene Fähigkeit, etw. zu erfüh¬
len, ertasten
Tat die; - ; -en 1 Handlung »eine gute
Tat • Diese Tat muß bestraft, belohnt
werden!« 2 jmdn. auf frischer Tat
ertappen: jmdn. bei einer verbotenen
Handlung erwischen »Die Polizei hat
ihn beim Diebstahl auf frischer Tat
ertappt.« 3 etw. in die Tat Umsetzern
etw. ausführen, verwirklichen »End¬
lich habe ich meinen langgehegten Plan
in die Tat umgesetzt.« 4 in der Tat:
wirklich, tatsächlich »In der Tat, sie
haben richtig gesehen - da vorne sitzt
meine Mutter.«
Ta|taR das; - u. -s; - rohes, gewürztes
Rinderhackfleisch als Brotbelag
Ta|tan der; -en; -en weibl. Ta|ta|rin: die;
- ; -nen Angehörige^) des südrussi¬
schen Volksstammes der Tataren
Tat|be|rieht der; -(e)s; -e (schriftliche)
Schilderung vom Hergang, den Ge¬
schehensabläufen einer Tat, meist ei¬
nes Verbrechens
Tat|be|stand: der; -(ejs; -bestände
<Rechtsw.; Kriminologie» 1 alle Fak¬
toren, Ereignisse, Geschehensabläu¬
fe, die im Zusammenhang mit einem
Ereignis eine Bedeutung haben 2 Zu¬
ordnung einer verbrecherischen Tat
zu den entsprechenden Artikeln des
Strafgesetzbuches aufgrund bestimm¬
ter Merkmale »Es liegt der Tatbestand
der fahrlässigen Tötung vor.«
taften|los: Adj. n. stg. ohne zu handeln;
ohne etw. tun zu können » Wir mußten
tatenlos Zusehen, wie die Straßenbahn
in das Auto hineinfuhr.«
Ta)ten|lo|sig|keit die; ~; - Zustand, Ver¬
halten, der/das durch einen Mangel
an Aktivität, Handlung gekennzeich¬
net ist »Durch seine Tatenlosigkeit hat
der Manager die wirtschaftliche Lage
der Firma noch verschlechtert.«
Tajten der; -s; - weibl. Ta|te|rin: die; - ;
-nen a) Person, die eine (meist Straf-)
Tat begangen hat »Der Täter wurde
gestellt.« b) (meist in Zusammenset¬
zung» Person, die eine meist positiv
bewertete Handlung vollzogen hat
»Wohltäter«
Tä|terjbe|schrei|bung: die; - ; -en (bei
der Fahndung benutzte) Schilderung
des Aussehens einer Person, die eine
Straftat begangen hat
Tat|ge|sche|hen: das; -s; - Gesamtheit
der Handlungen, die während eines
Verbrechens durchgeführt wurden
»Die Kriminalbeamten rekonstruierten
das Tatgeschehen.«
Tat|her|gang: der;-(e)s; -gange (PI. s.)
(Rechtsw.; Kriminologie» Ablauf der
Ereignisse während eines Verbre¬
chens »Bei dem Verhör schilderte der
Täter den Tathergang.«
tä|tig: Adj. a) handelnd »Er wurde in die¬
ser Angelegenheit tätig.« b) arbeitend
(im Beruf) »Sie ist in unserer Firma tä¬
tig.«
tä|ti|gen: tätigst; tätigtest; hast getätigt
[geh.] etw. erledigen, tun, bewirken
»Wir tätigten einen günstigen Ver¬
kauf.«
Tättigjkeit: die; - ; -en 1 Handeln; Wir¬
ken; Beschäftigung 2 Beruf
lf|tig|keits|wort: das; -(ejs; -Wörter
<Sprachwiss.» Verb »Das Wort >gehen<
ist ein Tätigkeitswort.«
lajtl|gung: die; -; -en [geh.] das Ausfüh¬
ren einer Tätigkeit »Die Tätigung des
Verkaufs verschaffte ihm große Vor¬
teile.«
Tatkraft: die; • ; - besondere Energie,
außergewöhnliches Engagement mit
der/dem eine Handlung ausgeführt
wird »Der Tatkraft der Nachbarn ist
es zu verdanken, daß bei dem Unglück
kein größerer Schaden entstanden ist.«
tat|kräf|tlg: Adj. a) eine Handlung mit
besonderer Energie ausführend »Wir
danken ihnen für ihre tatkräftige
Hilfe.« b) besondere Energie besit¬
zend
tätlich: Adj. n. stg. mit körperlicher Ge¬
walt verbunden »ein tätlicher An¬
griff«
llt|lich|keit: die; - ; -en Angriff, Ge¬
walttätigkeit, die oft aus einem Streit
heraus geschieht
Tat[mo|tiv: das; -(ejs; -e (Rechtsw.» Be¬
weggrund, Absicht, der/die den Täter
zu einem Verbrechen bewegt hat »Für
den Mord war Eifersucht das Tatmo¬
tiv.«
Tatjort: der; -(e)s; -e <Rechtsw.» Stelle,
Platz, an der/dem ein Verbrechen be¬
gangen wurde »Die Polizei sperrte den
Tatort weiträumig ab.«
tä|to|wje|ren: <polynes.-engl.fr.> täto-
. wierst; tätowiertest; hast tätowiert
Muster o. ä. mit Farbstoff in die Haut
einritzen
Ta[to[wie(rung: tpolynes.-fr.-engh die;
- ; -en durch das Tätowieren, Einrit¬
zen von Farbe in die Haut entstande¬
nes Bild auf der Haut »Er, hatte eine
kunstvolle Tätowierung auf dem
Schulterblatt.«
tats.: Abk. tatsächlich
Tat|sa|che: die; - ; -n 1 der Wirklichkeit
entsprechende Gegebenheit; nicht er¬
fundener od. gedachter, sondern
wirklich vorhandener Umstand »Tat¬
sache ist, z. B. daß ich am Wochenende
arbeiten muß.« 2 jmdn. vor die vollen¬
dete Tatsache, vor vollendete Tatsa¬
chen stellen: jmdn. mit einer eigen¬
mächtig vollbrachten Tat, Handlung,
einem Sachverhalt konfrontieren 3
vollendete Tatsachen schaffen: et¬
was endgültig entscheiden 4 vor voll¬
endeten Tatsachen stehen: nichts
mehr ändern können 5 die nackten
Tatsachen: die reine Wahrheit
Tat|sa|chen|be|richt: der; -(ejs; -e Schil¬
derung eines tatsächlichen Gescheh¬
nisses, Ereignisses »Bei diesem Film
handelt es sich nicht um einen Spiel¬
film, sondern um einen Tatsachenbe¬
richt.«
Tat|sa|chen|ent|schei|dung: die; - ; -en
<Sport> durch den Schiedsrichter ge¬
troffene Entscheidung (in einer zwei¬
felhaften Situation, an der sich nichts
verändert, auch wenn sich diese Ent¬
scheidung bei Betrachtung von Vi¬
deoaufnahmen als falsch herausstellt)
tat]säch|lich: I Adj. n. stg. wirklich exi¬
stent; eigentlich »der tatsächliche
Grund« II Adv. eine Vermutung o. ä.
bestätigend »Sie ist es tatsächlich!«
tätscheln: tätschelst; tätscheltest; hast
getätschelt leicht mit der Hand mehr¬
fach nacheinander berühren
tauschen: tatschst; tatschtest; hast ge¬
tatscht [abwert.] anfassen, unge¬
schickt (unerlaubterweise) berühren
tat|te|rig/tatt|rig: Adj. (durch Krank¬
heit, Nervosität o. ä.) zitterig »Er ist
ein tatteriger, alter Mann geworden.«
Tat|te|rig|keit/Tatt|rig[keit: die; - ; -
[ugs.] zitteriger Zustand aufgrund
von Alter, Krankheit, Nervosität o.
ä. »Mit seiner Tatterigkeit wird es im¬
merschlimmer.«
Tatftoo: miederl.-engh /tatu/ das; -(s);
-s 1 [ugs.; jugendsprl.j Tätowierung
»Er hat sich ein Tattoo auf den Ober¬
arm machen lassen.« 2 (Milit.» engli¬
sche Bezeichnung für den Zapfen¬
streich
Tat|um|stand: der; -(ejs; -umstände
(Rechtsw.» Tatsache, Ereignis, die/
das zu einem Verbrechen geführt hat,
die/das mit einem Verbrechen in Zu¬
sammenhang steht »Bei der Festset¬
zung des Strafmaßes müssen die Tat¬
umstände berücksichtigt werden.«
Tat|veijdacht der; -(ejs; - (Rechtsw.»
(begründete) Vermutung, daß jmd.
ein Verbrechen begangen hat »Der
Ehemann des Opfers steht unter drin¬
gendem Tatverdacht.«
tat|verjdäch[t<g: Adj. (Rechtsw.» unter
dem Verdacht stehend, ein Verbre¬
chen begangen zu haben »Der tatver¬
dächtige Mann wurde von der Polizei
vernommen.«
Tat|wafjfe: die; • ; -n (Rechtsw.» Waffe,
Instrument, die/das für ein Verbre¬
chen benutzt wurde »Die Tatwaffe,
vermutlich ein großes Küchenmesser,
ist noch nicht gründen worden.«
Tat|ze: die; - ; -n Pfote von größeren
Raubtieren
Tat|zeu|ge: der; -n; -n weibl. Tat|zeujgin:
die; - ; -nen Person, die ein Verbre¬
chen beobachtet hat »Alle Tatzeugen
wurden mehrfach von der Polizei be¬
fragt.«
Tau: das; -(ejs;-e dickes, starkes Seil
Taji: der; -(ejs; - Niederschlag, der sich
auf dem Boden, auf Pflanzen, Bäu¬
men usw. am Morgen zeigt
taub: Adj. n. stg. 1 nicht fähig zu hören,
akustische Reize wahrzunehmen »Sie
kann nicht, hören, sie ist von Geburt an
taub.« 2 ohne Gefühl »Meine Hände
sind vor Kälte ganz taub.« 3 taube
Nuß —> taube Nuss: [ugs.] unfähige,
uninteressante Person 4 Bei tauben
Ohren ist jede Predigt verloren: wer
nicht zuhören will, ist kein Partner
für ein Gespräch 5 Den Tauben ist
gut predigen: es hat keinen Zweck,
jmdm. zu raten, einen Rat zu geben,
wenn dieser gar nicht beraten werden
will, keinen Rat hören möchte
1142
tausenderlei
taublblind: Adj. n. stg. ohne die Fähig¬
keit zu hören u. zu sehen; gleichzeitig
taub u. blind »Das Baby kam taub¬
blind zur Welt.«
Taub|blin|de: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Taubblinder; eine
Taubblinde; zwei Taubblinde) Person,
die zugleich taub u. blind ist, der der
Gehör- u. der Sehsinn fehlen
Tau|be: die; - : -n 1 a) mittelgroßer weiß-
bis blaugrauer Vogel mit längerem,
leicht gekrümmtem Schnabel, der
gurrende Laute ausstößt u. gezüchtet
auch als Haustier gehalten, als Nach¬
richtenübermittler benutzt wird ( =
Brieftaube), der aber auch gegessen
wird b) Symbol für Frieden »Eine wei¬
ße Taube gilt als Symbol für Frieden.«
2 weibliche, gehörlose Person 3 die
gebratenen Tauben fliegen einem
nicht ins Maul: [ugs.] für ein gutes Le¬
ben muß man arbeiten
taulbelnetzt: Adj. n. stg. mit Tau, aus
der Luft kondensiertem Wasser be¬
feuchtet »Am Morgen waren die Blät¬
ter taubenetzt.«
Tau|ben|schiag: der; -(e)s; -schlage 1
kleines Häuschen, spezieller Käfig für
mehrere Tauben (häufig auf dem
Dachboden eines Taubenhalters) 2 ir¬
gendwo geht es zu wie im Tauben¬
schlag: a) irgendwo herrscht ein stän¬
diges Kommen u. Gehen b) irgendwo
ist es sehr laut u. chaotisch
Taubheit: die; ~ ; -1 Zustand, der durch
das Fehlen des Gehörsinns gekenn¬
zeichnet ist »Seine Taubheit ist
angeboren.« 2 <Haut; Körperteil) Zu¬
stand der Empfindungslosigkeit »Die
Taubheit in seinem Bein wurde durch
einen heftigen Schmerz abgelöst.«
taublstunwn: Adj. n. stg. ohne die Fä¬
higkeit zu hören u. zu sprechen;
gleichzeitig taub u. stumm »Viele
taubstumme Menschen beherrschen
die Zeichensprache.«
Taub|stum|me: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Taubstummer;
eine Taubstumme; zwei Taubstumme)
Person, die zugleich taub u. stumm
ist, der die Fähigkeit zum Hören u.
zum Sprechen fehlt
Taub|stum|men|spra|che: die; - ; - Zei¬
chensprache; Verständigungsmög¬
lichkeit durch Zeichen mit den Hän¬
den für Personen, die weder hören
noch sprechen können »Da ihre
Schwester taubstumm ist, lernte sie die
Taubstummensprache.«
tätlichen: tauchst; tauchtest; bist/hast
getaucht bist aj mit dem gesamten
Körper unter Wasser gehen »Er
tauchte im Meer nach Muscheln.« b)
mit einer Spezialausrüstung (z. B.
Sauerstoffflasche usw.) in die Tiefe ei¬
nes Gewässers gehen c) hast etw. völ¬
lig in einer Flüssigkeit versenken »den
Pinsel in Wasser tauchen«
Tau|cher: der; -s; - weibl. Taulchelrin:
die; - ; -nen 1 Person, die (als Sport)
meist mit entsprechenden Gerät¬
schäften im Wasser, Meer taucht, sich
unter Wasser längere Zeit aufhält 2
hervorragend tauchender Wasservo¬
gel
Tau|cher|krank|heit: die; - ; - <Med.>
Krankheit, die durch Arbeiten in zu
hohem Luftdruck (z. B. in Taucher-
erglocken) od. nach zu schnellem
Auftauchen aus großer Tiefe auftritt
Tauchsport: der; -(e)s; - als Sport be¬
triebenes Tauchen (in Seen, Meeren)
Tauch|sta|ti|on: die; - ; -en 1 Plattform,
von der aus Taucher ins Wasser ge¬
hen 2 Platz, an dem sich ein Mitglied
einer U-Boot-Besatzung während des
Tauchens aufhält 3 auf .Tauchstation
gehen: sich aus der Öffentlichkeit,
dem gesellschaftlichen Leben zeitwei¬
lig zurückziehen
tau|en: taut; taute; istjhat getaut a) ist
«Schnee» schmelzen »Der Schnee ist
schon wieder getaut.« b) hat; + es
wärmer, über 0° C werden, so daß der
Boden, Schnee, das Eis weicher wird
bzw. sich auflöst b) ist aus gefrorenem
Zustand wärmer, weich werden .
Taufbecken (Taufbecken —> Tauf-
be|cken): das; -s; - meist aus Stein
gefertigte Schale auf einer Säule o. ä.,
in der sich das für die Taufe verwen¬
dete Wasser befindet »Die Patin hielt
das Kind über das Taufbecken.«
Taulfe: die; - ; -n 1 «Religion» religiöse
Handlung, mit der jmd. (meist ein
kleines Kind) in eine christliche Glau¬
bensgemeinschaft aufgenommen wird
2 Namensgebung im Rahmen einer
Feier »Schiffstaufe« 3 etw. aus der
Taufe heben: etw. ins Leben rufen;
etw. gründen
tau|fen: taufst; tauftest; hast getauft 1
«Religion» in einer symbolischen
Handlung (Eintauchen, Besprengen
mit Wasser) in eine christliche Kirche
aufnehmen »Das Kind wird katholisch
getauft.« 2 jmdm. od. etw. einen Na¬
men geben
Taufforjinel: die; ~ ; -n Formel, vorge¬
schriebener Spruch, der vom Geistli¬
chen beim Taufakt gesprochen wird
Täufling: der; -s; -e Person, die durch
Taufe in eine christliche Religionsge¬
meinschaft aufgenommen wird, wer¬
den soll »Die Patentante hielt den
Täufling überdas Taufbecken.«
Tauf|na|me: der; -n(s); -n Vomame(n),
auf den/die jmd. von einem Geistli¬
chen getauft wird, wurde
Taufpajte: der; -n; -n weibl. Taufpatin:
die; ~ ; -nen Person, die sich bei der
Taufe verpflichtet, die Eltern bei der
(religiösen) Erziehung des Täuflings,
Kindes zu unterstützen »Der Tauf¬
pate hielt das Kind über das Taufbek-
ken.«
Taufschein: der; -(e)s; -e Dokument,
Nachweis, daß jmd. zu einem be¬
stimmten Zeitpunkt in einer bestimm¬
ten Kirche getauft wurde
tauigen: taugst; taugtest; hast getaugt
für einen bestimmten Zweck geeignet
sein »Dieser Stoff taugt nichts, er wird
bei der ersten Wäsche einlaufen.«
Tau|ge|nichts: der; - u. -es; -e [ugs.; ver-
alt.] Person (meist männl.), die in ih¬
rem Tun abschätzig beurteilt wird
taugllich: Adj. für Bestimmtes geeignet,
brauchbar, Ant.: untauglich
Taug|lich|keit die; - ; -en Brauchbar-
arkeit, Eignung für etw.
Tau|mel: der; -s; -1 (z. B. durch Schwin¬
del ausgelöstes) Schwanken; Zustand
der Unsicherheit 2 Zustand hoher,
glücklicher, innerer Erregung »Freu¬
dentaumel«
taulmellig/taunillig: Adj. leicht schwan¬
kend; das Gleichgewicht nicht halten
könnend »Nachdem ich die schlechte
Nachricht erhalten hatte, war mir ganz
taumelig.«
taulmeln: taumelst; taumeltest; bist (hast
getaumelt unsicher auf den Beinen
sein; sich leicht hin u. her bewegen u.
kaum aufrecht bleiben können
taulnaB —» taulnass: Adj. taunasser;
taunasseste sehr feucht vom mor¬
gendlichen Tau
Tau|punkt: der; -(e)s; -e «Physik» Tem¬
peratur, bei der ein Gas-Dampf-Ge-
misch gesättigt ist
Tausch: der; -(e)s; -e Handel, bei dem
für eine Sache o. ä. etw. anderes gege¬
ben wird
taulschen: tauschst; tauschtest; hast ge¬
tauscht jmdm. etw. geben u. im Ge¬
genzug dafür etw. zurückbekommen
täulschen: täuschst; täuschtest; hast
getäuscht a) jmdn. absichtlich irrefüh¬
ren; etw. Falsches sagen, um die
Wahrheit zu verbergen »Du hast den
Richter getäuscht.« b) einen falschen
Eindruck erwecken »Die Sonne
täuscht, es ist kalt.«
täulschen. sich: täuschst dich; täusch¬
test dich; hast dich getäuscht sich ir¬
ren; einem Irrtum erliegen »Du
täuschst dich.«
tauschend: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man es für etw. anderes halten
kann »Es bestand eine täuschende
Ähnlichkeit zwischen den Brüdern.«
Tausch|han|del: der; -s; - (Vielzahl von)
Geschäften, bei denen Waren bzw.
Dienstleistungen gegeneinander ge¬
tauscht werden u. bei denen Geld,
Schecks o. ä. keine Rolle spielen
Tausch|obijekt: das; -(e)s; -e etw., was
man gegen etw. anderes eintauschen
möchte, eingetauscht hat »Die von
den Frauen hergestellten Decken wa¬
ren begehrte Tauschobjekte.«
Tau|schung: die; - ; -en 1 Irrtum, dem
jmd. unterliegt 2 Betrug; List, die
jmd. benutzt, um jmdn. irrezuführen
Tau|schungs|ab[sicht: die; ~ ; -en Vor¬
satz, Absicht, jmdn. irrezuleiten, zu
betrügen »Wir konnten ihm bei dem
Geschäft keine Täuschungsabsicht
nachweisen.«
taulsend: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen
=) 1000 2 ein paar tausend —»• auch
ein paar Tausend: mehrere, etliche
tausend 3 Tausende von ... —» auch
tausende von ...: viele tausend ... 4
tausend Tode sterben: sehr große
Angst, Furcht haben »Wenn sie zum
Zahnarzt muß, stirbt sie vorher immer
tausend Tode.«
Tau|sen|der: der; -s; - a) tausend Ein¬
heiten einer Währung (z. B. ein
Tausendmarkschein) »Kannst du mir
bis nächsten Monat einen Tausender
leihen?« b) «Math.» die Tausenderein¬
heit bezeichnende Ziffer »In dieses
Kästchen müssen die Tausender, in je¬
nes die Hunderter eingetragen
werden.« b) meist mit einer weiteren
Zahl kombiniert Berg von tausend
Metern Höhe
taulsenlderllei: Zahlwort n. dekl. in vie¬
len verschiedenen Ausführungen, Ar¬
ten »Sie erfand tausenderlei Ausreden
dafür, daß sie nicht kommen konnte.«
1143
tausendfach
taulsend(fach: Zahlwort 1 sehr oft »Ich
habe dir schon tausendfach gesagt, daß
du vorsichtiger fahren sollst!« 2 a) in
tausend Exemplaren; tausendmal b)
tausendmal soviel
taulsendltählrig: Adj. n. stg. a) tausend
Jahre alt; seit tausend Jahren be¬
stehend b) sehr alt; schon lange be¬
stehend
taulsendlmal: Adv. 1 bei tausend Gele¬
genheiten; in tausend Fällen »Pro
Tag wird die Tür etwa tausendmal
geöffnet.« 2 sehr häufig, oft
Tau|sand|sa|sa/Tau|send|sas|sa: der;
-s; ~ u. -s [ugs.J Person, die auf vielen
Gebieten hervorragende Fähigkeiten
hat u- die man deshalb sehr schätzt
»Du bist ja wirklich ein Tausendsassa,
daß du die Lampe reparieren konn¬
test!«
Tau|send|stel —* Tay|sends|tel: das; -s;
~ u. [Schweiz.] der; -s; - der tausend¬
ste Teil von etw. »Das Tausendstel ei¬
nes Gramms ist ein Milligramm.«
Tau|send|stel|se|kun|de —> Tau|-
sends]te)|se|kun|de: die; - ; -n der
tausendste Teil, ein Tausendstel einer
Sekunde »Bei Sportveranstaltungen
werden vielfach auch die Tausendstel¬
sekunden gemessen.«
Tau|to|lo|gje: dat.-gro die; - ; -n
(Sprachwiss.» Aussage, die einen
Sachverhalt doppelt wiedergibt »Der
Ausdruck »ein kleiner Zwerg« ist eine
Tautologie.«
tau|to]lo|giSch: dat.-gro Adj. (Sprach-
wiss.> einen Sachverhalt in einem
Ausdruck mehrfach wiedergebend;
eine Tautologie beinhaltend
Taultroplfen: der; -s; - Wassertropfen
aus kondensierter Luftfeuchtigkeit
»Morgens hingen die Tautropfen an
den Grashalmen.«
Tayjwas|ser. das; -s; - aus der Schnee¬
schmelze hervorgegangenes Wasser,
das in den Bächen u. Flüssen häufig
zu Hochwasser führt »Durch das Tau¬
wasser schwellen die Bergbäche stark
an.«
Tau|wet|ter: das; -s; - auf eine Frostperi¬
ode folgende Temperaturen von über
0° C, so daß der Schnee schmilzt
»Durch das Tauweiter verringerte sich
die Schneedecke um 20 cm.«
Tau|zie|hen: das; -s; -1 Sport, Spiel, bei
dem zwei Mannschaften, die entge¬
gengesetzten Seiten eines Seils in un¬
terschiedliche Richtungen ziehen u.
dabei versuchen, die jeweils andere
Mannschaft über eine (gedachte)
Mittellinie zu ziehen 2 <übertr.> harte
Verhandlungen um etw.
Ta|verjne: dat.-it.> /taweme/ die; - ; -n
Gaststätte; Wirtshaus"
tax.: Abk. taxiert *» geschätzt
Ta|xa|mefter: <lat.> /takßa-/ das u. der;
-s; - den Fahrpreis anzeigendes Ge¬
rät im Taxi
Ta|xa[ti|on: dat.> /takßazion/ die; • ; -en
<Wirt.> das Einschätzen, Taxieren von
etw. »Die Bank möchte eine Taxation
der Fabrikanlagen durch einen unab¬
hängigen Gutachter vorgelegt bekom¬
men.«
Tafxe: Kurzw. /takße/ die; - ; -n u.
[Schweiz, auch] der; -s; -s Taxi; Auto,
dessen Fahrer gegen Bezahlung Per¬
sonen u. Gegenstände transportiert
Ta[xe: dato /takße/ die; - ,• -n a) <Wirt.>
festgesetzter Wert b) Gebührenord¬
nung; Gebühr für eine Leistung
Tajxem: tgro /takßem/ das; -s; -e
(Sprachwiss.» kleinste, bedeutungstra¬
gende grammatische Einheit in einer
Sprache
taxfrei: /takß-/ Adj. n. stg. ohne Steu-
em, Gebühren »Bei diesem Service
handelt es sich um eine taxfreie Dienst¬
leistung.«
Tax|ge|bühn /takß-/ die; -; -en staatlich
festgelegte Gebühr, festgesetzter Fix¬
preis
Tajxi: Kurzw. /takßi/ das; -s; -s Taxotne-
ter •• Auto, dessen Fahrer gegen Be¬
zahlung Personen u. Gegenstände
transportiert »Ich bestelle mir ein Ta¬
xi.«
ta|xieijbar: /takßirbar/ Adj. n. stg. (in
seinem Wert) einschätzbar, zu taxie¬
ren
ta|xie|ren: /takßiren/ taxierst; taxier¬
test; hast taxiert 1 den Wert schätzen
2 jmdn. od. etw. genau ansehen u. ein¬
zuschätzen versuchen
Taxpreis: /taks-/ der; -es; -e Wert, Preis,
den jmd., ein Taxierer für etw., ein
Wirtschaftsobjekt (in einem Gutach¬
ten) ausgewiesen, ermittelt hat »Der
Taxpreis Jur dieses Haus beträgt
400 000 DM.«
Talxus|hecke (Ta|xus|hek|ke —> Ta|-
xus|he|cke): /takßuß-/ die; ~ ; -n aus
Eiben geschnittene Hecke »Das
Grundstück ist von einer Taxushecke
eingegrenzt.«
TB: Abk. 1 Tarifbestimmung(en) 2 tech¬
nische Bestimmung 3 Technische^)
Beamte(r) 4 technischer Bericht 5
(Sporb Tennisbund 6 (Unterhaltungs-
elektronilo Tonbandgerät 7 Tren¬
nungsbeihilfe 8 <Med.> Tuberkulose 9
<Sporb Turnerbund
Tb: Abk. 1 Terbium = chemisches Ele¬
ment; seltenes Erdmetall 2 <Med.> Tu¬
berkulose
Tb.: Abk. 1 Tabelle 2 Tabulator 3 Ta-
schenbuch4 Tatbestand
Tb-Kran|ke/Tbc-Kran|ke: der u. die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.: ein Tbc-/
Tb-Kranker; eine Tbc-/Tb-Kranke;
zwei Tbc-/ Tb-Krankej Person, die an
der Lungenkrankheit Tuberkulose
leidet »Früher hatten Tb(c)-Kranke
kaum Hoffnung auf Heilung.«
Tbc: /Tbk.: Abk. <Med.» Tuberkulose
Tbc-Kran|ke/Tb-Kran|ke: der u. die; -n;
•n (mit unbestimmtem Art.: ein Tbc-/
Tb-Kranker; eine Tbc-/Tb-Kranke;
zwei Tbc-/Tb-Kranke) Person, die an
der Lungenkrankheit Tuberkulose
leidet »Früher hatten Tb(c)-Kranke
kaum Hoffnung auf Heilung.«
Tbl.: Abk. 1 Tabelle 2 Tablette(n) 3 Ta¬
bulator 4 (Schriftstück) Titelblatt
T-bone-Steak —» T-Bone-Steak: <ame-
riko /ti-bo^n-stek/ das; -s; -s Fleisch¬
scheibe aus dem Rippenstück des
Rinds, dessen Knochen wie ein T ge¬
formt sind
TD: Abk. 1 <Med.; Medikament» Tages¬
dosis 2 technische Daten 3 Techni¬
scher Dienst 4 Technischer Direktor
5 Transportdienst
t. d.: Abk. 1 dato (Medikament» ter in
die = dreimal täglich 2 <Milit.» trup¬
pendiensttauglich
Teak: <port.-engh /tik/ das; -s; - Holz
vom Teakbaum "
Team: tenglo /tim/ das; -s; -s a) zusam¬
menarbeitende Personengruppe b)
zusammengehörende, eine Mann¬
schaft bildende Sportler, Syn.: Mann¬
schaft
Team|ar|boit: /tim-/ die; - ; -en a) o. PI.
das gemeinsame Arbeiten mehrerer
Personen in einer Gruppe »Durch
Teamarbeit lassen sich manche Pro¬
bleme besser lösen.« b) Ergebnis einer
Teamarbeit »Die Schüler müssen ihre
Teamarbeiten vorlegen u. erhalten eine
Zensur dafür.«
Team|geist: /tim-/ der; -(e)s; - Sinn,
Engagement für die Arbeit in einer
Gruppe »Ich hätte nie geglaubt, daß
dieser selbstsüchtige Kerl so viel
Teamgeist entwickeln kann.«
Team|work: <engb /timwötic/ a) Grup¬
penarbeit; Gemeinschaftsarbeit b) Er¬
gebnis einer Gruppenarbeit
Tea-Room —»• Teajroom: <engh /ti-
rum/ der; -s; -s 1 [Schweiz.] (kleineres)
Cafe, in dem keine alkoholischen Ge¬
tränke ausgeschenkt werden 2 (meist
nur am Tage geöffnete(s)) Teehaus,
Teestube, in dem/der man auch klei¬
nere Gerichte bekommen kann
Tectm.: Abk. a) Technik b)
Technikern) c) Technologie = l.
Gesamtheit technischer Verfahren in
einem Arbeitsgebiet 2. Methodik u.
Verfahrensweisen in einem Arbeitsge¬
biet
techn.: Abk. a) technisch b) technolo¬
gisch
Tech(nik: <gr.-fr.> die; ~ ;-en 1 o. PI. Ge¬
samtheit der Umsetzungen von ge¬
machten Erfahrungen (auf naturwis¬
senschaftlichem Gebiet), die für den
Menschen nutzbar gemacht wurden 2
a) Fertigkeit; geschultes Können b)
Verfahren u. Kunstgriffe auf einem
Arbeitsgebiet c) Herstellungsverfah¬
ren
Tech|ni|ken <gr,-lato der; -s; - weibl.
_Tech|ni|ke|rin: die; - ; -nen 1 Person,
die in einer technischen Disziplin, ei¬
nem technischen Fachgebiet eine wei¬
terführende Berufsausbildung, Fort¬
bildung (ähnlich dem Meister in
handwerklichen Berufen) hat 2 Per¬
son, die eine Technik, Vorgehenswei¬
se besonders gut beherrscht
Tech|nl|kum: <gr.-lato das; -s; Technika
u. Techniken Fachschule für techni¬
sche Berufe
tech|nisclt: Adj. n. stg. a) die Technik
(von etw.) betreffend; der Technik zu¬
zuordnen b) einer technischen Vorge¬
hensweise, einer guten Beherrschung
von etw. entsprechend, zuzuordnen
»Die technischen Fähigkeiten der Fu߬
ballspieler ließen zu wünschen übrig.«
tech|ni|sjejren: <gr.-lato technisierst;
technisiertest; hast technisiert mit
Technik, technischen Anlagen aus¬
statten, bestücken
Tech|no|krat —*■ Tech|no|k|rat: <gr.-
englo der; -en; -en weibl. Tech|no|kra|-
tiit —» Tech]nojk|ra|tin: die; - ; -nen 1
[ab wert.] Person, die zu sehr auf tech¬
nische Abläufe konzentriert ist, fixiert
ist u. dabei andere Dinge vernachläs¬
sigt . 2 Person, die gesellschaftliche
Vorgänge u. die Produktion von Gü-
1144
Teilerfolg
lern mit Technik u. Verwaltung be¬
herrschen mochte
tech|no|krajtisch —*- tech|no|k|raj-
tisch: <gr.-engh Adj. 1 jabwert.] zu
sehr auf Technik u. Verwaltung fi¬
xiert 2 die Technokrate, Technik u.
Verwaltung betreffend
Techjno|lo|ge: <gro der; -n; -« weibl.
Tech|noflgjgin: die; - ; -nen Person,
die (wissenschaftlich) auf dem Gebiet
der Technologie, Technik arbeitet
»Technologen arbeiten immer noch an
der Verbesserung der Warenprodukti¬
on.«
Tech|no|lojgie: <gr.> die; - ; Technolo¬
gien jtechnologpnj 1 alle technischen
Verfahren u. Prozesse (in einem
Arbeitsbereich) 2 Methode u. Verfah¬
ren in einem Arbeitsgebiet 3 Wissen¬
schaft von der, Fähigkeit zur Um¬
wandlung von Rohstoffen in Energie
u. Fertigprodukte unter Anwendung
naturwissenschaftlicher Erkenntnisse
techjno|lojgisch: Adj. n. stg. die Tech¬
nologie betreffend; auf dem Gebiet
der Technologie
Tech|tel|mgchjtel: das; -s; - [ugs.] inten¬
siver Flirt; kurze, oberflächliche (se¬
xuelle) Beziehung
TED: Abk. 1 Tele(vision)-Dialog =
(vom ZDF eingeführtes Kürzel) für
Zuschauerbefragungen im Rahmen
von Fernsehsendungen 2 <.engh <Un-
terhaltungselektronib television disc
— Bildplatte
Ted|dy: tengl.-ameriko /teddi/ der; -s; -s
(Kosename von Theordore> Teddy¬
bär = Stoffbär; Plüschbär (nach dem
amerikanischen Präsidenten Theodo¬
re Roosevelt)
Ted|dy|bän der; -en u. [ugs.] -s; -en
Stofftier, das in der Form einem
(Braun-)Bären ähnelt »Der kleine
Junge hatte einen Teddybären im
Arm.«
Te|defum: dato das; -s; -s <kath. Kirche)
a) o. PI. Hymne in der Liturgie b) mu¬
sikalische Umsetzung des Tedeums
(a)
TEE: Abk. Trans-Europa-Express (im
internationalen Reiseverkehr einge¬
setzter Schnellzug mit hoher Durch¬
schnittsgeschwindigkeit)
Tag: <chin.> der; -s; -s 1 Strauch, dessen
Blätter zur Produktion eines Ge¬
tränks dienen 2 a) heißes, meist
bräunliches Getränk aus den getrock¬
neten, zerkleinerten Blättern der Tee¬
pflanze, das zubereitet wird, indem
die Blätter mit heißem Wasser über¬
gossen werden b) heißes Getränk aus
unterschiedlichen Heilpflanzen od.
Fruchtstückchen (zubereitet wie 2a)
Kamillentee ♦ Früchtetee« 3 geselliges
Zusammensein, bei dem Tee (2a) u.
Gebäck angeboten werden »Ich lade
euch zum Tee ein.« 4 einen im Tee
haben: [ugs.] leicht von Alkohol be¬
rauscht sein
Tee-Ei —> auch Teejei: das; -(e)s; -er
kleiner (eiförmiger) Behälter aus Me¬
tall mit vielen kleinen, eingestanzten
Löchern, in den man Tee zum Auf¬
brühen einfülit »Mit dem Tee-Ei kann
man die zerschnittenen Teeblätter pro¬
blemlos wieder aus dem Tee entfer¬
nen.«
Teei.: Abk. Teelöffel
Teellicht: das; -(e)s; -er kleine, flache
Kerze in einem Behälter (aus Metall),
die z. B. als Teewärmer in einem Stöv¬
chen verwendet wird »Teelichter
brennen etwa drei Stunden lang.«
Tee|!öf|fel: der; -s; - kleiner, zum Be¬
steck gehörender Löffel, der u. a. zum
Verrühren von Zucker in Tee verwen¬
detwird
Teenjager —> Tee|n|a|ger <engl.-ame-
rik.> /tine'dscher/ der; -s; ~ weibliche
od. männliche Person zwischen ca. 13
u. 19 Jahren
Teelnie/Teelny: <engh /tini/ der; -s; -s
männliche od. weibliche Person zwi¬
schen 13 u. 19 Jahren; Jugendliche(r)
Teer: der; -s; - u. (Sorten) -e aus organi¬
schen Substanzen (z. B. Kohle od.
Holz) hergestellter, zähflüssiger,
schwarzer Stoff
Teerjdecke (Teer|dek|ke —* Teer|de|-
cke): die; - ; -n oberste, aus Teer be¬
stehende Schicht einer Straße »Die
Teerdecke der Autobahn müßte end¬
lick erneuert werden.«
Teerffarbjstoff: der; -(e)s; -e aus Teer¬
bestandteilen hergestellter Farbstoff
»Manche Industrieprodukte werden
mit Teerfarbstoff eingefärbt.«
tegrjhalftig: Adj. n. stg. Teer enthaltend
»Viele teerhaltige Stoffe müssen als
Sondermüll entsorgt werden.«
Teejsieb: das; -(e)s; -e kleines, sehr fei¬
nes Sieb, durch das der aufgebrühte
Tee gegossen wird, so daß die Tee¬
blätter herausgefiltert werden »Sie
goß den Pfefferminztee durch ein Tee¬
sieb.«
Tefjlon: (Warenzeichen) Kurzw. das; -s;
- Polytelrafluoräthylen; (im Rahmen
der Weltraumforschung entwickelter)
hitzefester Kunststoff, der oft als
Pfannenbeschichtung Anwendung
findet
tef|lon|bejschich|tet: Adj. n. stg. mit ei¬
ner hitzebeständigen Schicht aus Tef¬
lon versehen (die das Anhaften ver¬
hindert)
Tef|lon|pfan|ne: die; - ; -n Bratpfanne,
deren Innenseite mit einer Schicht
Teflon versehen ist
Te|ch: der; -(e)s; -e 1 kleineres, stehen¬
des Gewässer »Die Enten schwimmen
auf dem Teich.« 2 der große Teich:
{ugs.] der Atlantische Ozean »Ich flie¬
ge das erste Mal über den großen
Teich.«
Teig: der; ~(e)s; -e zähe, breiige Roh¬
masse aus verschiedenen Zutaten
zum Backen von Kuchen, Broto. ä.
teilgig: Adj. 1 in der Beschaffenheit,
Konsistenz zäh, einem (Brot-)Teig
ähnlich 2 mit Teig überzogen, be¬
schmutzt, versehen »Nach der Zube¬
reitung der Kekse war der ganze Tisch
teigig.« 3 nicht ganz fertig durchge¬
backen; im Inneren noch feucht »Der
Kuchen ist noch teigig.« 4 <Körper;
Haut> nicht fest, sondern blaß,
schwammig »Im Laufe der Jahre hat
er ein teigiges Gesicht bekommen.«
Te[g|ta|sche: die; - ; -n zwei übereinan¬
derliegende, an den Seitenrändem
miteinander verbundene, kleine,
dünne Teigstücke, zwischen denen
eine Füllung liegt »Die Blätterteigta¬
schen kam man süß od. herzhaft fül¬
len.«
Teigjwa|re: die; - ; -n (m. PI.) aus Teig
hergestellte Lebensmittel (z. B. Nu¬
deln, Pfannkuchen o. ä.) »Man kann
Teigwaren auch als Einlage in einer
Suppe verwenden.«
Teil: der u. das; -(e)s; -e 1 der a) Stück,
das mit anderen ein Ganzes ausmacht
»Der vordere Teil des Hauses wurde
bei dem Sturm beschädigt.« b) etw.
aus einer Menge, was zu einem größe¬
ren Ganzen zählt »Einen Teil der Ein¬
richtung konnten wir in der neuen
Wohnung nicht verwenden. ♦ Ein Teil
der Einkäufe liegt noch im Auto.« 2
der a) Person(engruppe), die in einer
bestimmten Beziehung zu einer ande¬
ren Person(engruppe) steht »Er ist der
nachgebende Teil in der Ehe.« b)
(Rechtsw.) einer der gegnerischen
Parteien »der klagende Teil« 3 das
Element eines Ganzen, dem eine ei¬
genständige Bedeutung zugemessen
wird »Dieses Teil des Radios muß aus¬
getauscht werden.« 4 a) einer Person
zukommende Bedeutung an etw. od.
zustehender materieller Wert von
etw. »sein Teil am Erbe, am Firmen¬
kapital« b) Beitrag zu einem Ganzen
»seinen Teil zu dem Geschenk, zu dem
Gelingen des Festes beitragen« 5 sich
sein(en) Teil denken: [ugs.] sich seine
eigenen Gedanken, seine eigene Mei¬
nung über jmdn. od. etw. machen 6
jmd. für sein(en) Teil: was jmdn. be¬
trifft, angeht
Teif|an|slcht: die; • ; -en Bild, Darstel¬
lung, das/die etw. nur teilweise zeigt,
wiedergibt »Bei dem Foto handelt es
sich um eine Teilansicht der alten
Oper.«
Teil|as|pekt: der; -(e)s; -e Gesichts¬
punkt, der nur einen Teil von etw. (ei¬
nem Thema o. ä.) berücksichtigt
tejl|bar. Adj. n. stg. so beschaffen, daß
man es aufteilen, trennen kann »Die
Verantwortung für das Gelingen des
Projektes ist nicht teilbar.«
Teil|barjkeit: die; - ; - Eigenschaft, teil¬
bar zu sein, aufgeteilt, getrennt wer¬
den zu können
Teil|be|neich: der; -(e)s; -e einer von
mehreren Bereichen, Aspekten einer
Sache, eines Vorgangs »In diesem
Teilbereich der Chemie kenne ich mich
nicht gut aus.«
Teiljchen: das; -s; - 1 kleines, in ein grö¬
ßeres System einzufügendes Teil 2
(Physik; Chemie) sehr kleiner Teil,
Partikel aus einem Material 3 [ugs.;
landsch.] kleineres, einzeln gebacke¬
nes Gebäckstück (aus Hefeteig)
tei|len: teilst; teiltest; hast geteilt a) ein
Ganzes in kleinere Einheiten zerlegen
»den Kuchen in vier Stücke teilen« b)
<Math.; Rechenart) dividieren »Zwölf
geteilt durch drei ergibt vier.« e)
gleichmäßig zwischen zwei od. meh¬
reren Personen verteilen
Teiller: der; -s; - (Math.) a) in einer Di¬
vision, Teilungsrechnung die Zahl,
durch die eine andere Zahl geteilt
wird b) in einer Bruchzahl der Nenner
Teil|er|folg: der; -(e)s; -e a) einer von
mehreren für die Erreichung eines
Ziels notwendigen Erfolge, Siege
»Dieses Gerichtsurteil isi ein Teiler¬
folg für uns.« b) Erfolg (nur) auf ei¬
nem von mehreren Gebieten
1145
Teilfabrikat
Tgil|fa|bri|kat —» Teil{fa)bjri|kat: das;
-(e)s; -e <Wirt.> erst zum Teil bearbei¬
tetes, fertiggestelltes Produkt, das in
seiner Entwicklung zwischen Roh¬
stoff u. verkaufsfertiger Ware liegt
»Unsere Firma stellt Teilfabrikate für
die Autoindustrie her.« .
Tei!|ge|biet: das; -(e)s; -e eines von
mehreren Sachgebieten od. zusam¬
mengehörigen, räumlichen Gebieten
»Dieses Teilgebiet der Wirtschaftswis¬
senschaften ist mein Fachgebiet. ♦ Ein
Teilgebiet des Nationalparks ist zum
Campen freigegeben.«
Teilh.: Abk. a) Teilhaberschaft b) Teil-
haber(in)
teil|ha|ben: hast teil; hattest teil; hast
teilgehabt an etw., einem Vorgang
teilnehmen, Anteil haben
Teil|ha|ber: der; -s; - weibl. Teil|ha|be|-
rin: die; - ; -nen «meist Wirt.> Person,
der etw. von einem Ganzen gehört
Teit|ha|ber|schaft: die; - ; - «Wirt.) Be¬
sitz eines Anteils an einem Verrnö-
genswert, meist einer Firma o. ä. »Die
Erben des Unternehmens haben seine
Teilhaberschaft an der Firma ange-
fochten.«
Teil|kas|ko(ver|si|che|rung: die; - ; -en
■ Kraftfahrzeugversicherung, die bei
mutwilliger Zerstörung, Diebstahl
od. Beschädigung durch Naturereig¬
nisse die Kosten für die Instandset¬
zung des Fahrzeuges übernimmt »Die
Kosten für die Teilkaskoversicherung
steigen in diesem Jahr.«
T<ril|le)|stung —» Teil|leis|tung: die; - ;
-en <Wirt.> das Erbringen (vorläufig)
nur eines Teils einer vertraglichen
Verpflichtung
Teil|lie(fe|rung: die; - ; -en das Abliefern
nur eines Teils einer bestellten Ware
»Die Firma benötigte drei Teillieferun¬
gen, bevor das Schlafzimmer fertig
hier stand.«
teilm.: Abk. teilmöbliert
Tefl|men|ge: die; - ; -n <Math.; Mengen¬
lehre) Menge, Gruppe, die in ihrer
Gesamtheit auch in einer anderen,
übergeordneten Gruppe, Menge vor¬
kommt -
Teiln.: Abk. a) Teilnahme b) Teilneh¬
merin)
Teil|nah|me: die; ~; -n 1 das Mitmachen
bei etw. 2 a) (inneres) Mitgefühl,
wenn einer anderen Person etw.
Schlimmes widerfahren ist b) innerli¬
ches Dabeisein, Ant.: <3> Teilnahms¬
losigkeit
Te)l|nah|me|be|din|gung: die; - / -en (m.
PI.) Voraussetzung, an etw. (z. B. ei¬
ner Auslosung) teilzunehmen »Die
Teilnahmebedingungen besagen, daß
man mindestens 18 Jahre alt sein
muß.«
teil|nah|me|befrech|tlgt: Adj. n. stg. die
Voraussetzungen erfüllend, die für
die Teilnahme an etw. gestellt werden
»Das Los wird unter den teilnahmebe¬
rechtigten Einsendern der Lösungs¬
postkarten entscheiden.«
teil|nahms|los: Adj. n. stg. nicht auf
seine Umgebung reagierend; innerlich
völlig abwesend »Die alte Frau saß
mit teilnahmslosem Gesicht in ihrem
Sessel.«
Tgil|nahms|lo|aig|keit: die; -; - Zustand,
in dem jmd. teilnahmslos, apathisch
ist, an seiner Umgebung keinerlei In¬
teresse zeigt, innerlich abwesend ist
teil|nahms|yott: Adj. an jmds. (negati¬
vem) Schicksal Anteil nehmend, (mit¬
leidvoll) teilnehmend »Nach dem Tod
ihres Mannes erhielt sie viele teil¬
nahmsvolle Briefe.«
teitjnehjmen: nimmst teil; nahm(e)sl
teil; hast teilgenommen 1 mitmachen 2
Interesse zeigen 3 Anteilnahme zeigen
Te|l|neh|mer: der; -s; - weibl. Tejljnehj-
mejrin: die; - ; -nen Person, die an
etw. teilnimmt, etw. mitmacht, sich
an etw. beteiligt »Die Teilnehmer des
Kurses werden gebeten, pünktlich um
20 Uhr zu erscheinen.«
teils: Adv. 1 zum Teil; teilweise 2 teils
..., teils: I. jeweils zur Hälfte »Wir
hatten teils Schnee, teils Regen.« 2.
[ugs.] einigermaßen; mäßig; nicht so
gut »Ich fand die Veranstaltung so
teils, teils.«
Tejl|strecke (Teil|strek|ke —> Teil|stre|-
cke): die; - ; -n einer von mehreren
Abschnitten einer Strecke, eines We¬
ges »Die erste Teilstrecke der Eisen¬
bahnlinie wurde soeben fertiggestellt.«
Teil|strich: der; -(e)s; -e a) einzelner
Strich innerhalb einer Maßskala, der
eine bestimmte Einheit symbolisiert
b) <meist Sprachwiss.) [ugs.] Tren¬
nungsstrich (z. B. zum Trennen, Tei¬
len eines Wortes am Ende einer Zeile)
Teilung: die; ~ ; -en 1 Vorgang des Tei¬
lens, Trennens, Einteilens in Gruppen
»Die Eltern hatten eine gerechte Tei¬
lung ihres Vermögens bei der Abfas¬
sung ihres Testaments im Auge.« 2 Zu¬
stand des Getrennt-, Geteiltseins
teitw.: Abk. teilweise
teiltwei|se: Adv. a) nicht ganz »Das hat
nur teilweise geklappt.« b) nicht im¬
mer; manchmal »Ich weiß teilweise
nicht, was ich tun soll.«
Teilfwert: der; -(e)s; -e <Wirt.> Wert ei¬
nes Teils, Einzelstückes innerhalb ei¬
nes verkauften Objektes, einer Firma
Teilz(lg).: Abk. Teilzahlung
Teil|zah|lungs|bank: die; - ; -en
<Bankw.> Bankhaus, Bankunterneh¬
men, das auf das Kreditwesen, Raten¬
zahlungskredite spezialisiert ist» Viele
große Warenhausketten arbeiten mit
Teilzahlungsbanken zusammen.«
Teil|zeit|arjbeit: die; - ; -en (PI. s.) be¬
rufliche Tätigkeit, Arbeit, die nicht
die volle Wochenarbeitszeit (von in
Deutschland ca. 35 bis 40 Stunden) in
Anspruch nimmt, ableistet »Viele
Mütter von kleineren Kindern suchen
nach einer Teilzeitarbeit.«
Tejl)zeit|be|schätftigtte: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.; ein Teilzeit¬
beschäftigter; eine Teilzeitbeschäf¬
tigte; zwei Teilzeitbeschäftigte) Per¬
son, die eine Teilzeitarbeit ausübt, in
ihrem Beruf nicht über die volle übli¬
che (Wochen-)Arbeitszeit tätig ist
TeNjzert|be|schäf|ti|gung: die; - ; -en be¬
rufliche Tätigkeit, die vom Arbeit¬
nehmer nicht in der vollen, üblichen
(Wochen-)Arbeitszeit ausgeübt wird
Die meisten Arbeitssuchenden, die eine
Teilzeitbeschäftigung anstreben, wür¬
den gerne vormittags arbeiten.«
Teint: <lat.-fr.> /täag/ der; -s; -s Farbtö¬
nung der Gesichtshaut »brauner
Teint«
Tekjtojnik: <gr.> die; - ; - 1 <Geologie>
Lehre von der Bewegung der Erd¬
schollen u. dem Aufbau der äußersten
Erdschicht 2 <Literaturwiss.> streng
geordneter Aufbau eines Werkes der
Dichtung 3 <Archit.> Lehre vom ge¬
ordneten, den Regeln der Kunst ent¬
sprechenden Bauen
tekjtojnisch: <gr.> Adj. n. stg. 1 die Tek¬
tonik betreffend, nach ihr strebend,
sie beherzigend 2 «Geologie) durch
Bewegungen in der äußersten Erd¬
schicht entstanden »ein tektonisches
Erdbeben«
Tekftun dato die; - ; -en <Druekw.> 1 ei¬
nem Buch o. ä. beigelegtes, zusätzlich
in ein Buch eingeklebtes Blatt, auf
dem Korrekturen von inhaltlichen
Fehlem, Druckfehlern od. Ergänzun¬
gen verzeichnet sind 2 Deckblatt
-tel/-(s)tel: Wortbildungselement (+
Zahlwort) der im Basiswort inhaltlich
ausgedrückte, angegebene Bruchteil
eines Ganzen » Viertel ♦ Sechstel«
Tel.: Abk. 1 Telefon 2 a) Telegrafie b)
Telegraf 3 Telegramm
tel.: Abk. 1 telefonisch 2 telegrafisch
Telbr.: Abk. «Post» Telegrammbrief
Te|le: <gr.> das; - u. -s (PI. s.) kurz für
Teleobjektiv - fest od. austauschbar
an optischen Geräten (z. B. Fotoap¬
parate, Kameras u. ä.) installierte
Linsenkombination, die einen zu be¬
obachtenden, photographierenden
Gegenstand optisch heranholt »Für
diese Aufnahmen benötigt man ein gu¬
tes Tele.«
Te|le-/tejie-: <gr.> Wortbildungselement 1
fern; weit »Teleobjektiv« 2 kurz für
Television (Fernsehen) »Telekolleg
(Deutsch)«
Te|le|brief: der; -(e)s;-e [veralt.] Schrift¬
stück, Brief, das/der über das Tele¬
kommunikationsnetz gesendet wur¬
de, wird
telef.: Abk. telefonisch
Tejleffax: /telefakß/ das; - u. -es; -e a)
Faksimilegerät - Fernkopierer b)
Faksimileübertragung = Fernkopie
(eines schriftlich fixierten Textes)
über die Telefonleitung
te)!e|fa|xen: /telefakßen/ telefaxt; tele¬
faxtest; hast getelefaxt jmdm. eine
Fernkopie eines Schriftstückes über
die Teiekommunikationsleitungen
senden
Te|le|fax|nufn|mer: /telefakß-/ die; - ; -n
Anschlußnummer innerhalb des Tele¬
kommunikationsnetzes, unter der ein
Telefaxgerät zu erreichen ist, an die
man Telefaxe schicken kann
Tejle|fori/Te|le|phon: <gr.-engl.-fr.> das;
-(e)s; -e Fernsprecher; Gerät, mit
dem man (auch über weite Entfernun¬
gen) mit anderen Personen sprechen
kann
Te]lejfon|an|ruf/Te|le|phpn|an|ruf: der;
~(e)s; -e Kontaktaufnahme, Ge¬
spräch, die/das über Telefongeräte,
das Telekommunikationsnetz (zwi¬
schen zwei Personen) geführt wird
Te!le|fonjan|schluS/Te|le|phgn|anj-
schluB —* Te|leffgnlan|schluss/Te|-
le|phgn|an|schlusa: der; -anschlusses;
-anschlüsse Verbindung mit, Einbin¬
dung an das Telekommunikations¬
netz, Fernsprechnetz »Nach dem Um-
1146
Tellergericht
zug mußten wir auf den Telefonan¬
schluß noch zwei Wochen warten.«
Te|leffo|nat/Te)le|pho|nat: das; -(e)s; -e
Gespräch über das Telefon, den Fern¬
sprecher, Syn.: Telefongespräch
Te|lejfgn|aus|kunft/Te|le[phon|aus|-
kunffc die; - ; -auskünfte (PL s.) a)
Serviceeinrichtung, bei der die Tele¬
fonnummern der Femsprechnetzteil-
nehmer telefonisch erfragt werden
können b) Information, die man bei
der Telefonauskunft erhält
Te|le|fon]ge|bühr/Te|le|phon|ge|bühr:
die; ~ ; -en Geldsumme, die man für
die (in einem Monat) geführten Tele¬
fonanrufe an die Betreiber des Tele¬
kommunikationsnetzes bezahlen
muß »Die Telefongebühren steigen
zum 1. Januar.«
Te|letfon|hö|rer/Te[le|phon|hölrer: der;
-s; - Teil des Telefonsmit der Ohr- u.
der Sprechmuschel »Es klingelte, u.
ich nahm den Telefonhörer ab.«
te(le|fo(niejren/te|(e|pho[nie(ren: telefo¬
nierst/telephonierst; telefoniertest/te¬
lephoniertest; hast telefoniert/telepho¬
niert über das Telefon (auch über
weite Entfernungen) mit jmdm. spre¬
chen »Sie telefonieren einmal in der
Woche.«
te|letfo)nischAe|le|php)nisch: Adj. n.
stg. über das Telefon, mittels eines
Telefongespräches »Ich habe den Ter¬
min telefonisch abgesagt.«
Te|le{fo|nistfTe|le|pho|nisf. <gr.-engl.-fr.>
der; -en; -en weibl. Te|le|fo nj|stin/Te|-
le|pho|npstin —» Tejle|fo ms|tin/Tej-
le|pho(nis|tin: die; • ; -nen Person, de¬
ren Aufgabe, Beruf darin besteht, ein
Telefon, eine Telefonanlage zu bedie¬
nen »Sie ist Telefonistin in einem gro¬
ßen Hotel.«
Te(le(folnittis: die; - ; - [ugs.; scherzh.] a)
Bezeichnung dafür, daß jmd. gerne,
häufig, besonders lange telefoniert
»Du telefonierst schon seit zwei Stun¬
den. Leidest du an Telefonitis?« b) Be¬
zeichnung für ein Verhalten bei Per¬
sonen, das als unruhig, nervös, fast
suchtähnlich erscheint, wenn sie nicht
ständig, zu jeder Zeit u. an jedem Ort
ein schnurloses Telefon zur Hand ha¬
ben, um telefonieren zu können od.
angerufen zu werden
Te|le|fon|netz/Te|le|phon[netz: das; -es;
-e Gesamtheit der Telefonkabel, -lei¬
tungen (in einem Gebiet) »Das Tele¬
fonnetz ist im ganzen Landflächendek-
kend auf gebaut.«
Te|lejfgn|num|mer/lfetle|phon|mim]mer:
die; ~ ; -n Ziffemfolge, unter der ein
Teilnehmer des Telefonnetzes zu er¬
reichen ist
Te|leffon|rech|nung/Te|1e|phon|recb|-
nung: die; ~ ; -en Rechnung, Zah¬
lungsaufforderung für die (innerhalb
eines Monats) getätigten Telefonan¬
rufe »Meine Telefonrechnung ist in
diesem Monat wieder sehr hoch.«
Tejlejfon|zen)trajle/Te|le)phon|zen|tra|le
—» Te|le|fpn|zen|t(ra|le/Te|/e|phpnj-
zen|t|ra|le: die; - ; -n Stelle (z. B. in ei¬
ner größeren Institution, Firma, in
der eine umfangreiche Telefonanlage
besteht), von der aus Telefongesprä¬
che vermittelt werden
te[fe[gen: <gr.-Jat.-engl.> Adj. bei Fem-
sehübertragungen, Videoaufnahmen
sehr vorteilhaft wirkend »Sie ist wirk¬
lich ein telegener Typ.«
Telegr.: Abk. 1 a) Telegrafie b) Telegraf
2 Telegramm
telegr.: Abk. telegrafisch
Te|le|graf/Te(le|graph: <gr.-fr.> Vorrich¬
tung, mit der Nachrichten mit Hilfe
eines zuvor vereinbarten Codes (meist
dem Morsealphabet) übermittelt wer¬
den
Te|le(graffen|bü|ro/Te|le|gra|phen|bii|ro:
das; -s; -s [veralt.] Stelle, an der man
Telegramme aufgeben kann, von der
Telegramme an die Telegrafenbüros
in der Nähe der Empfänger telegra¬
fiert werden
Te|le|gra)fen|lel|tung/Te|le|gra|phen|leij-
tung: die; - ; -en [veralt.] Drahtlei¬
tung, über die Telegramme telegra¬
fiert werden »Bei Stürmen werden die
Telegrafenleitungen immer wieder be¬
schädigt.«
Te|le|grajfen|mast/Te|lefgrajphen(mast:
der; -(ejs; -en u. -e hoher Pfahl, Mast,
der einer Telegrafenleitung, einem
Telegrafendraht als Halterung dient
»Durch das Unwetter waren mehrere
Telegrafenmasten umgestürzt.«
Te|lelgra|fie/Te|le|gra[phje: die; - ; -
Technik der Nachrichtenübermitt¬
lung mittels eines Telegrafen, einer
mechanischen Vorrichtung, über die
Morsesignale gesendet werden
te|le|gra|fie|i«n/te|te{gra|ph|e)ren: tele¬
grafierst/telegraphierst; telegrafier¬
test/telegraphiertest; hast telegrafiert/
telegraphiert eine Nachricht mittels
Telegrafie übersenden; ein Tele¬
gramm schicken »Ich telegrafiere dir,
wann der Zug in Köln einirifft.«
te|Ie|gra|fisch/te|le|gra|phisch: <gr.-fr.>
Adj. n. stg. mittels der Telegrafie, ei¬
nes Telegramms
Te|le|graitim —* Te|le|g|ramm: <gr.-
engl.-fro das: -s; -e kurze~(meist sehr
wichtige) Nachricht (auf drahtlosem
Weg durch einen Code übermittelt)
Zum fünfzigsten Geburtstag bekam er
sogar ein Telegramm.«
Te|le)gramm|stil —» Te[le|g|ramm|stil:
der; ~(e)s; - abgehackter, viele Wör¬
ter auslassender Sprachstil, bei dem
mit möglichst wenig Wörtern eine
verständliche Aussage getroffen wer¬
den soll (weil die Telegrammgebühr
nach der Anzahl der verwendeten,
übermittelten Wörter od. Silben be¬
rechnet wird)
Te|le|ki|nejse: <gr.-lat.> die; - ; - Phäno¬
men, Vorgang, bei dem ein Gegen¬
stand (anscheinend) ohne Berührung
od. Kraftübertragung bewegt wird
»Die Telekinese wird von vielen Para¬
psychologen erforscht.«
te|le|ki|nejtisch: <gr.-lato Adj. n. stg. a)
die Telekinese betreffend b) mittels
Telekinese »Sie ist fähig, telekineti-
sche Bewegungen hervorzurufen.«
Te[le|kol|leg: das; -s; -s u. -kollegien
/telekollegvn/ offiziell anerkannter,
mit Prüfung abschließender Unter¬
richt durch Femsehproduktionen u.
begleitendes Selbststudium
Te|le|mark|schwung: der; -(e)s;
-schwänge <Skisport> Skitechnik,
Schwung, bei dem die Skier quer zum
Hang stehen
Te|le|me|ten <gr.-lat.> das; -s; ~ techni¬
sches Gerät, das eine Entfernung
mißt
Te|le|me|trie —» Te|le|me(t[rie: <gr.-lat.>
die; -; -1 mit einem Telemeter durch¬
geführter Meßvorgang, durchge¬
führte Entfernungsmessung 2 auto¬
matisch (in regelmäßigen Abständen)
erfolgende Übermittlung von Me߬
werten
te|le|me|trisch —» te{le(mejt|risch: <gr-
lat.> Adj. n. stg. die Entfernungsmes¬
sung betreffend »Er juhrte telemetri-
sche Messungen durch.«
Te|le|ob]jek|tiv: das; -s; -e auf eine Ka¬
mera o. ä. aufsetzbare Linsenkombi¬
nation für fotografische Aufnahmen
von weit entfernten Dingen
Te)leo|lo|gie —» Te|le|o|lo|gfe: <gr.> die;
- ; - philosophische Richtung, die be¬
sagt, daß alles vorherbestimmt ist u.
alle Ereignisse zu einem letztlich gu¬
ten Ergebnis hinführen
te|leo)lo)gisch —* teJle|o|lp|gisch; <gr.>
Adj. n. stg. die Teleologie betreffend;
auf der Teleologie beruhend, ihr zu¬
zuordnen
Te)le|path: <gr.-engl.> der; -en; -en weibl.
Te|le|pajtMn: die; - ; -nen Person, die
die Fähigkeit hat, die Gefühle (u./od.
Gedanken) anderer Menschen wahr¬
zunehmen, ebenfalls zu fühlen, zu
denken
Te|le|pa|thie: <gr.-engh die; - ; - Wahr¬
nehmung (seelischer) Vorgänge einer
anderen Person, unabhängig von den
Sinnesorganen
tejle|pa)thisch: tgr.-englo Adj. n. stg. a)
mit Hilfe der Telepathie, der Gefühls-
bzw. Gedankenübertragung »Sie
hatte immer wieder telepathische
Wahrnehmungen.« b) die Telepathie
betreffend
Te[le|skop —» Te|le|s|kop: <gr.-lat.> das;
-s; -e <Technik; Photographie» opti¬
sches Gerät, dessen Linsen so hinter¬
einander angebracht sind, daß weit
entfernte Dinge (meist Sterne u. ä.)
damit nah herangebracht, beobachtet
werden können; (zusammenschiebba¬
res) Fernrohr mit starker Vergröße¬
rung
te)le)sko|pisch —> te|le(s|ko|pisch: <gr.-
lat.i Adj. n. stg. a) mittels eines Tele¬
skops »Wir machten teleskopische
Beobachtungen.« b) einem Teleskop
zugehörig, Bestandteil eines Tele¬
skops
Te|le(vi|si[on: <gr.-lat.-engl.> /telewision/
die; - ; - Bild- u. Tonübertragung des
Fernsehens
Tejlex: Kurzw. /telekß/ das; -; -e <engl.>
teleprinter exchange = a) Fernschrei¬
ben b) o. PI. Femschreiber(teilneh-
mer)netz
Teilten der; -s; - 1 relativ flaches, als
Suppenteller mit leicht hochgezoge¬
nem Rand, meist rundes Geschirrteil
in verschiedenen Größen u. Formen,
von dem gegessen wird 2 bunter
Teller: Teller mit Süßigkeiten, Lecke¬
reien »Jedes Jahr zu Weihnachten be¬
kamen wir einen bunten Teller.«
tel|lerftör|mlg: Adj. n. stg. flach, rund (u.
an den Rändern leicht nach oben ge¬
bogen)
Tel|ler|ge[riclrt: das: -(e)s; -e nicht be¬
sonders aufwendig gestaltete Mahl¬
1147
Tellermine
zeit in einem Restaurant, die nicht auf
Servierplatten, sondern direkt auf
dem Teller serviert wird »Mittags bie¬
tet das chinesische Restaurant auch
Tellergerichte an.«
Tel|ler|mi|ne: die; - ; -n tellerförmiger
Sprengkörper, der bei Berührung ex¬
plodiert »Der Gegner hatte auf dem
gesamten Gebiet Tellerminen ausge¬
legt.«
Tel|ler)rancl: der; -(e)s; -ränder a) oft
"leicht abgeflachter, etw. erhöht lie¬
gender Rand eines Eßtellers b) jmd.
blickt nicht über den eigenen Teller¬
rand hinaus: jmd. ist sehr egoistisch
u. wenig weitblickend »Die meisten
Staaten in der Welt blicken doch nicht
über ihren eigenen Tellerrand hinaus.«
Tel|lerjwä|scher: der; -s; - weibl. Tel|-
ler|wä|sche|rin: die; - / -nen a) Person,
die in einer Restaurantküche o. ä. für
die Reinigung des Geschirrs zustän¬
dig ist b) jmd. bringt es vom Teller¬
wäscher zum Millionär: jmd. ent¬
stammt ärmsten Verhältnissen u.
wird durch eigene Kraft reich
teljiujrisch: dato Adj. n. stg. (Geologie)
der Erde zuzuordnen; die Erde betref¬
fend
Temp.: Abk. 1 Temperatur 2 (Sprach-
wiss.> Tempus
temp.: Abk. 1 temperamentvoll 2 tem¬
periert - erwärmt 3 temporär = zeit¬
weise; vorübergehend
Tem|pel: <lat.> der; -s; - Gotteshaus,
Gebetsstätte verschiedener nicht¬
christlicher Religionen
Tem|pel|bau: der; -(e)s; -ten 1 o. PI.
Vorgang des Schaffens, Aufbauens,
Herstellens eines Tempels 2 Gebäude,
das eine nichtchristliche Gebetstätte
beherbergt
Tem|pel|herr. der; -(e)n; -(e)n <hist.>
Angehöriger des Templerordens, ei¬
ner mittelalterlichen Rittergemein¬
schaft, Syn.: Templer
Tem|pel|oijden: der; -s; - mittelalterli¬
cher Kreuzritterorden »Der Tempel¬
orden soll große Reichtümer vergraben
haben.« Syn.: Templerorden
Tem|pel|rit)ter der; -s; - <hist.> Angehö¬
riger des Templerordens, eines mittel¬
alterlichen Ritterordens, der die ins
Heilige Land Pilgernden beschützen
wollte
Tem)pe]ra)farjbe: die; - ; -n matt wirken¬
de, deckende Farbe, die aus Öl, Bin¬
demitteln u. nicht organischen Farb¬
stoffen hergestellt wird
Tem|pe|ra|ma|le|rei: die; - ; -en 1 Bild,
das mit Temperafarben gemalt wurde
2 o. PI. Maltechnik, die mit Tempera¬
farben arbeitet
Tem|pe|ra|ment: dato das; -s; -e a) o. PI.
Lebhaftigkeit des Denkens u. Han¬
delns b) Gemütsart; Wesensart
tem|pe|ra|ment(los: dato Ad}, tempera¬
mentloser; temperamentloseste in den
Handlungen, der Wesensart ohne
Schwung, Engagement »Eine derartig
temperamentlose Vorstellung habe ich
in diesem Theater noch nie erlebt.«
tem|pe|ra|ment|voll: Adj. vom Wesen
her sehr schwungvoll u. lebhaft
Tem|pe|ra)tur dat.> die; - ; -en a) gemes¬
sene Wärme eines Stoffes bj meßba¬
res, aber nur leichtes Fieber bei
Warmblütern (z. B. Säugetieren)
temjpe)ra|tuijabjhän)gig: Adj. von der
Wärme von etw. abhängend; auf ei¬
nen bestimmten Wärmegrad ange¬
wiesen »Die meisten Wintersportarten
sind recht temperaturabhängig.«
Tem|pe|ra|tu(1schwan|kung: die; - ; -en
starkes Absenken od. Erhöhen des
Wärmegrades von etw. (meist der
Luft) »Extreme Temperaturschwan¬
kungen können bei vielen Menschen
Kreislaufbeschwerden hervorrufen.«
Temjpejra|tur|sturz: der; -es; -stürze
plötzliches starkes Absinken des
Wärmegrades der Luft »Mit den star¬
ken Schneefällen war ein Temperatur¬
sturz von fast 70° C verbunden.«
-e Schwankung, Differenz zwischen
zwei Temperaturwerten, Wärmegra¬
den von etw. »Der Temperaturun¬
terschied der aufeinandertreffenden
Luftmassen verursacht starke Gewit¬
ter.«
tem|pe|rie|ren: dato temperierst; tempe¬
riertest; hast temperiert 1 etw. eine be¬
stimmte Temperatur, einen gewissen,
nicht allzu hohen Wärmegrad geben
»Du hast den Glühwein genau richtig
temperiert.« 2 <Musik> eine Oktave in
genau gleiche Halbtonschritte auftei¬
len 3 [geh.] starke Emotionen, Ge¬
fühle in Schranken halten, mäßigen
Tem|pe|rie|rung: dato die; - ; -en Vor¬
gang bzw. Ergebnis der Erwärmung
bzw. Abkühlung bis zu einer ge¬
wünschten Temperatur
Tem|pler—> Tem|p|)er: der; -s; - <hist.>
Angehöriger"des Templerordens (ei¬
ner mittelalterlichen Rittergemein¬
schaft)
Tem|po: dat.-ito das; -s; -s 1 Geschwin¬
digkeit 2 <Musik> ein für ein bestimm¬
tes Stück angemessenes Zeitmaß 3
<Fechten> Stoß, Hieb in die gegneri¬
sche Angriffsvorbereitung, um einem
Treffer zuvorzukommen 4 (Waren¬
zeichen,I kurz für Tempotaschentuch
= Papiertaschentuch einer bestimm¬
ten Firma (im normalen Sprachge¬
brauch oft auch für vergleichbare
Produkte anderer Firmen verwendet)
5 Tempo machen; aufs Tempo
drücken: [ugs.] schneller, mit höherer
Geschwindigkeit fahren, etw. zügiger
tun
Tem|po|li|mit: dat.-it.; englo das; -s;
-s Geschwindigkeitsbegrenzung »In
der Stadt gilt ein Tempolimit von
50 kmlh.«
tem|po|ral: dato Adj. n. stg. zeitlich
Tem|pojral|ad|vert>: dato das; -(e)s; -ien
(Sprachwiss.) einen Zeitraum, Zeit¬
punkt angebendes Adverb »Worte
wie >Gestern<, >heute< u. >morgen< sind
Temporaladverbien.«
Tem|po|ral|satz: der; -es; -Sätze (Sprach-
wiss.> Adverbialsatz der Zeit; mit ei¬
nem Temporaladverb gebildeter Ne¬
bensatz
tem|po|rän dal.-fro Adj. n. stg. zeitwei¬
se; vorübergehend; nicht ständig
Tgm|po|sün|der: der; -s; - weibl. Tem|-
~po|sün|dejrin: die; - ; -nen Person, die
mit einem Fahrzeug die offizielle
Tempobegrenzung überschritten hat
(u. dafür von der Polizei verwarnt,
bestraft wird) »Im letzten Jahr mußten
wieder mehr Temposünder ihren Füh¬
rerschein für einige Zeit abgeben.«
Tem|po)ta|schen|tuch: das; -(e)s; -lü-
~cher (ursprünglich nur Bezeichnung
für ein von einer bestimmten Firma
hergestelltes) Papiertaschentuch
Tem|pus: dato das; - ; Tempora
<Sprachwiss.> Zeitform des Verbs
»Das Tempus des Verbs in dem Satz
»Ich gehe.« ist das Präsens.«
Te|na|kel: dato das; -s; - <Druckw.> Hal¬
terung für das Manuskript eines
Schriftsetzers
Tend.: Abk. Tendenz
fand.: Abk. 1 tendenziell 2 tendenziös 3
tendierend
T«n|denz: dat.-fr.-engh die; - ; -en eine
sich andeutende Entwicklung, Nei¬
gung; Grundstimmung »Sie hat die
Tendenz zur Übertreibung.«
ten|den[zi|ell: dat.-fro Adj. n. stg. der
Tendenz^ der allgemeinen Entwick¬
lung nach, entsprechend
Ten|der: dat.-englo der; -s; - 1 (See¬
lfahrt) Begleitschiff mit Nachschub 2
diist.) Kohlewagen, der an eine
Dampflokomotive angehängt ist
ten|dje|ren: dato tendierst; tendiertest;
hast tendiert zu etw. neigen
Tcn)ne: die; - ; -n befestigter Platz zum
Dreschen des Korns
Ten|nis: dat.-fr.-englo das; - ; - (Sport)
Spiel, bei dem ein kleiner Ball mit ei¬
nem Schläger über ein Netz in die
gegnerische Spielfeldhälfte geschla¬
gen werden muß
1en|nis|ball: der; -(ejs; -balle kleiner,
"meist gelb gefärbter Gummiball mit
einem Filzüberzug, der zum Tennis¬
spielen verwendet wird
Ten|nis|cen[ter: das; -s; - Sporthalle(n),
Gelände mit Tennisplätzen; größere
Anlage zum Tennisspielen »Jeden
Donnerstag gehen wir ins Tenniscen¬
ter.«
Ten|nis[pfatz: der; -es; -platze a) mit den
"für das Tennisspiel notwendigen Li¬
nien, Einrichtungen (Netz, Schieds¬
richterstuhl u. ä.) ausgestattetes
Spielfeld b) (außerhalb eines Gebäu¬
des liegender) Sportplatz mit mehre¬
ren Tennisplätzen
Ten|nis|schlä[gen der; -s; - aus einem
mit Saiten bespannten, ovalen Rah¬
men an einem langen Griff bestehen¬
des Sportinstrument, mit dem die
Tennisbälle über das Netz gespielt
werden
Ten|nis|spie|ler. der; -s; - weibl. TenJ-
nis|spie|le|rin: die; - ; -nen Person, die
die Sportart Tennis betreibt
Ten|nis|tur|nier: <fr.-englo das; -(ejs; -e
"Wettkampfveranstaltung mit mehre¬
ren Tennisspielen, bei der ein od.
mehrere Sieger ermittelt werden »Er
ging als Sieger des Tennisturniers vom
Platz.«
Te|nor: dat.-ito der; -(ejs; Tenöre
<Musik> a) hohe Stimmlage männli¬
cher Sänger b) männlicher Sänger mit
einer hohen Stimmlage
Te|nor: dato der; -s; - Grundsatzeinstel¬
lung »Der Tenor der Rede war posi¬
tiv.«
te|no|ral: dato Adj. n. stg. (Musik) die
Stimmlage des Tenors betreffend, in
der Stimmlage des Tenors
1148
territorial
Te|ngrjstimjme: die; - ; -n a) in der Auf¬
teilung der Singstimmen die höchste
Singstimme der Männer b) Partitur
des Tenors »Die Tenorstimme enthält
einige Schwierigkeiten.«
Ten|sid: dat» das; -(e)s;-e <Chemie> In¬
haltsstoff von Waschmitteln »In den
Kläranlagen körmen die Tenside nur
unter großem Aufwand aus dem Was¬
ser gefiltert werden.«
Ten|ta|kel: dato der u. das; -s; - 1 Tast-
u. Fangarm bei einigen Tieren 2 haar¬
ähnliches Gebilde an fleischfressen¬
den Pflanzen, das klebrige Stoffe aus¬
scheidet, damit sich Nährstoffe,
kleine Tiere daran festsetzen
teplpert Adj. [österr.] nicht sehr intelli¬
gent; sich dumm, deppert verhaltend
»Das ist doch ein tepperter Kerl!«
Teplpich: <gr.-lat.-fr.> der; -(e)s; -e 1 Bo¬
denbelag aus geknüpftem, gewebtem
Flor, Gewebe »Wir haben einen gro¬
ßen Teppich unter den Tisch gelegt.« 2
auf dam Teppich bleiben: [ugs.] ver¬
nünftig bleiben; sich nicht überschät¬
zen »Bleib auf dem Teppich, das
kamst du nicht schaffen!« 3 etw. unter
den Teppich kehren: [ugs.] etw. vertu¬
schen, verheimlichen »Ich muß den
Fehler zur Sprache bringen, den sollten
wir nicht unter den Teppich kehren.«
Tep|pich|bo|den: der; -s; -böden Ausleg¬
ware aus (einer Gummischicht u.) ge¬
schlungenen Fäden, die auf der ge¬
samten Bodenfläche eines Raumes
verlegt wird, werden kann u. eine
flauschige Oberfläche aufweist »Im
Wohnzimmer haben wir einen Tep¬
pichboden aus Velours (verlegt).«
Te|qui|la: <mexik» /tekila/ der; -s u. - ; -
u. (Sorten) -s aus der Agave (Kaktus¬
art) gewonnener mexikanischer
Schnaps, Branntwein »Tequila trinkt
man mit Sah u. Zitrone.«
Term.: Abk. 1 Terminal 2 Terminierung
3 Terminologie 4 a) Terminus b) Ter¬
mini
term.: Abk. 1 a) terminlich b) terminiert
2 terminologisch
Terjme: <fr» der; -n; -n an eine Grenze
gesetzter Stein »Auf diesem Feld wur¬
den mehrere antike Termen gefunden.«
Ter|min: dat» der; -s; -e 1 festgesetzter
Zeitpunkt »Der Termin muß eingehal¬
ten werden.« 2 Verabredung »Ich habe
einen Termin.«
Terjmi|nal: <engl» /töminel/ das; -s; -s t
Aus- u. Eingabestation einer EDV-
Anlage 2 Fluggastabfertigungshalle 3
Zielbahnhof
ter|mi|nal: <lat.> Adj. 1 [veralt.] das Ende,
eine Grenze von etw. betreffend 2
[fachsprl.] kurz vor dem Ende stehend
»terminale Ergebnisse«
Ter]min|bör1se: die; - ; -n <flankw.> der
Teil der Börse, der sich mit Terminge¬
schäften befaßt »An der Terminbörse
sind in letzter Zeit hohe Profite erwirt¬
schaftet worden.«
Ter|min|druck: der; -(e)s; - Zeitdruck
aufgrund der Tatsache, daß für die
Fertigstellung, Abgabe von etw. ein
bestimmter Termin, Zeitpunkt festge¬
setzt worden ist »Nachdem wir festge¬
stellt hatten, daß für die Erledigung
des Auftrags weitere Arbeitsgänge not¬
wendig sind, gerieten wir unter Ter¬
mindruck.«
t9iiminjge|bun|den: Adj. n. stg. an einen
bestimmten (gesetzten) Zeitpunkt ge¬
bunden, (bis) zu einem bestimmten
Zeitpunkt erfolgend »Es handelt sich
bei diesem Geschäft um einen termin¬
gebundenen Auf trag.«
terjmin|ge|mäß: Adj. n. stg. (pünktlich)
zu einem bestimmten Zeitpunkt »Die
Arbeiten wurden termingemäß fertig¬
gestellt, abgegeben.«
teiimin|ge|recht: Adj. n. stg. entspre¬
chend einer Abmachung, Vereinba¬
rung pünktlich zu einem bestimmten
Zeitpunkt »Für die termingerechte
Fertigstellung der Wohnungen ist ge¬
sorgt.«
Teifmin|ge|schäft: das; -(e)s; -e
<Bankw.> Handel mit Wertpapieren,
Aktien, der an einem Tag zu einem
bestimmten Kurs abgeschlossen wird
u. von dem beide Handelspartner
hoffen, daß die Kursentwicklung bis
zu einem vereinbarten Tag, an dem
das Geschäft tatsächlich vollzogen
wird, ihnen finanzielle Vorteile bringt
ter[mi|nie|ren: terminierst; terminiertest;
hast terminiert a) zeitlich festlegen b)
einer Frist unterwerfen
Ter|mi|nis|mus: dato der; ~ ; -1 <Reli¬
gion> spezielle Ausrichtung des Pietis¬
mus, deren Anhänger die Zeit, die zur
Bekehrung eines Sünders zur Verfü¬
gung steht, für eingeschränkt halten 2
<Philosophie> besondere philosophi¬
sche Richtung, die das begriffliche
Denken besonders hervorhebt
ter[min|lich: <lat.> Adj. n. stg. einen Ter¬
min, festgelegten Zeitpunkt betref¬
fend »Ich bin mit meiner Arbeit ter¬
minlich gebunden.«
Teijmi|no|lo|gie: die; ~ ; Terminologien
Iterminologßnj a) Gesamtheit der
Fachausdrücke eines Arbeitsgebietes
od. einer Wissenschaft b) Lehre des
Aufbaus von Fachwortschätzen
ter[mi|no[lg|gisch: Adj. n. stg. die Ter¬
minologie, Fachwörter, das System
von Fachwörtern betreffend
Ter|min|plan: der; -(e)s; -pläne (schrift¬
liche) Aufstellung, Aneinanderrei¬
hung von bis zu einem bestimmten
Termin zu erledigenden Aufgaben
Ter|mi|nus: dato der; • ; Termini Fach¬
wort mit einer genau definierten Be¬
deutung »Jeder Berufsbereich hat
seine eigenen Termini.«
Ter|mi|nus tech|ni|cus: <lat.> der; - - /
Termini technici Fachwort (für die
Bezeichnung eines Vorgangs, Gerätes
o. ä.)
Teiimifte: dato die; - ; -n tropische
Ameise
Ter|mi|ten|hü|gel: der; -s; - nach oben
hin schmaler werdender Bau von Ter¬
miten
Terjmi|ten|staat: der; -(e)s; -en (in ei¬
nem Termitenhügel, -bau) in ihrem
Zusammenleben organisierte, zu ei¬
nem Volk zusammengeschlossene
Termiten
Terjpen: <gr.-lat.> das; -s; -e <Chemie>
eine organische Verbindung, die in
ätherischen Ölen vorkommt
ter|pen|frei: Adj. n. stg. kein Terpen ent¬
haltend
Taiipen|tin: das u. [österr.] der; -s; -e a)
kurz für Terpentinöl = aus dem Harz
mancher Nadelbäume gewonnenes
Öl, das als Lösungsmittel verwendet
wird b) Harz mancher Nadelbäume,
aus dem Terpentin gewonnen wird
»Zur Entfernung von Lack u. Farbe
wird meist Terpentin verwendet.«
Ter|pen|tin|öt: das; -(e)s; -e aus dem
Harz mancher Nadelbäume gewon¬
nenes Öl, das als Lösungsmittel (z. B.
für Lacke u. Farben) verwendet wird
Terr.: Abk. Territorium
teiT.: Abk. 1 terrestisch = die Erde be¬
treffend 2 territorial
Teijra: dat» die; - ; - a) <Geographie>
Land, Erde b) <Literaturwiss.> meist o.
Art. gebraucht Bezeichnung für den
Planeten Erde (in der Science Fiction¬
Literatur)
Terjra in|co|gni|ta —» Ter|ra in|cgjg|ni|-
ta: dat.> die; - ~ ; - noch nicht er¬
forschtes, noch unbekanntes Gelän¬
de, Gebiet »Für die Menschen des 19.
Jhds. waren weite Teile Asiens noch
Terra incognita.«
Terjrain: dal.-fr» /tärä/ das; -s; -s 1 Ge¬
biet 2 das Terrain sondieren: [geh.]
sich über eine Gegebenheit (vorsich¬
tig) erkundigen »Bevor ich meine El¬
tern mit meinen Plänen konfrontiere,
möchte ich erst vorsichtig das Terrain
sondieren.«
Ter[ra(kot|ta: dat.-it.> die; - ; -kottenl
Teijrajkotjte: die; - ; -n a) gebrannte
Tonerde b) antike(s) Gefäß od. Pla¬
stik aus Tonerde
Ter|ra|kot|te: die; - ; -n/Ter|ra|kot|ta:
dat.-it» die; - ; -kotten a) gebrannte
Tonerde b) antike(s) Gefäß od. Pla¬
stik der Antike aus gebrannter Toner¬
de
Ter]ra|ri|um: dato das; -s; Terrarien
jterrarbnj Behälter, Behausung für
die Haltung von Reptilien, Fröschen,
Schildkröten, Spinnen usw.
Terjras|se: dat.-fr.> die; - ; -n 1 offener
Platz mit befestigtem Boden od. Plat¬
ten an einem Haus zu ebener Erde
»Im Sommer sitzen wir am Abend oft
lange auf der Terrasse.« 2 an einem
Hügel stufenartig angelegte ebene
Flächen »Für den Weinanbau werden
mehrere Terrassen benötigt.«
ter|ras|sen|ar]tig: Adj. n. stg. in der
Form von Terrassen, mehreren (un¬
tereinanderliegenden Absätzen, die
größeren Stufen ähnlich sind)
tei[ras|sen|för|mig: Adj. n. stg. in der
Anordnung terrassenartig (in Stufen,
Absätzen untereinanderliegend) »Die
Blumenbeete am Hang waren terras¬
senförmig angelegt.«
Ter1ras|sen|garjten: dat.-fr.; dt» der; -s;
-gärten in bepflanzten Stufen angeleg¬
ter Garten »Das Schloß ist besonders
für seine Terrassengärten berühmt.«
ter|r||bel: dat.-fr» Adj. terribler; terribel-
ste [geh.; veralt.] als schrecklich, un¬
angenehm empfunden
Tei]ri|er: dat.-engl» der; -s; - in vielen
Ausprägungen vorkommende(r)
Hund(erasse), meist mit kurzen Haa¬
ren u. einem schlanken, nicht sehr
großen Körper
Terjrifne: dat.-fr» die; - ; -n größere
Schüssel (mit Deckel), in der etw.
Flüssiges serviert wird »Die Suppe ist
in der Terrine.«
ter]rifto|ri|al: dat.-fr» Adj. n. stg. ein Ge¬
biet betreffend, ihm zuzuordnen
1149
Territorialgewalt
Teijri|to|ri|al|ge|walt: die; - ; - <Pol.>
Herrschaft über ein politisches, geo¬
graphisches Gebiet »In vielen Graf¬
schaften übten Kleriker die Territorial¬
gewalt aus.«
Ter|ri|tojria|li|tät —> Terjri(to|ri|a|li|tät:
dat.-fro die; - ; - Zugehörigkeit zu ei¬
nem bestimmten Gebiet, einem
Staatsgebiet
Terjri|to|ria|li|tits|prin|zip —» Ter[ri|to|-
ri|a|lijtäts|prin|zip: das; -s; -
(Rechtsw.) Grundsatz, nach dem eine
Person dem Recht des Staates unter¬
worfen ist, in dem sie sich befindet
Ter|ri|to|ri|ai|staafc der; -(e)s; -en <hist.>
dem Inhaber der zentralen Macht,
dem Kaiser nicht unterstelltes Gebiet;
selbständiges Fürstentum
Ter|ri|tpjri|um: dato das; -s; Territorien
/terriiori‘n/ a) Hoheitsgebiet eines
Staates b) Gebiet; Land; Bezirk »Auf
meinem Territorium wird nicht ge¬
jagt.«
Terjror dato der; -s; - rücksichtsloses,
gewalttätiges Vorgehen »Das Militär¬
regime regiert mit Terror.«
ter)ro|ri|sJe|ren: dat.-fro terrorisierst;
terrorisiertest; hast terrorisiert a)
jmdm. mit Gewalt, mittels gewaltsa¬
mer Anschläge seinen Willen auf¬
zwingen b) jmdm. mit gewaltsamen
Handlungen schaden c) jmdn. mit pe¬
netranter Aufdringlichkeit stören
Ter|ro|ri|sje|rung: dato die; - ; -en Vor¬
gang des Terrorisierens, des Terrori¬
siertwerdens; Gesamtheit der An¬
schläge, Maßnahmen, die jmdm. ge¬
waltsam schaden sollen
Ter|ro|ris|mus: dat.-fro der; - ; - a) ge¬
waltsame Verhaltensweise zur Durch¬
setzung meist politischer Ziele »Die
Regierung hat mit harter Bekämpfung
des Terrorismus gedroht.« b) Gesamt¬
heit der terroristische Anschläge ver¬
übenden Personen
Tefjro|rist: fro der; -en; -en weibl. Ter|-
ro|ri|stin—» Teijro|ris|tin: die; - ; -nen
Person, die mit gewaltsamen, illega¬
len Maßnahmen ein bestimmtes Re¬
gierungs-, Gesellschaftssystem be¬
kämpft
ter|ro|ri|stlsch —* ter|ro|ris(tisch: dat.-
fro Adj. Terroristen zuzuordnen; von
Terroristen verübt »Die Zahl der ter¬
roristischen Anschläge häufte sich.«
Terftia)na(fie|ber —> Ter|ti(a|na(fie|ber:
/terziana-/ das; -s; - <Med.> Variante
der Malaria, bei der alle drei Tage
Fieberschübe auftreten
Teijtia|ner —* Ter|ti|a|ner: dato /terziai
ner/ der; -s; - weibl. Ter|tiajne|rin —»
Terjti|a|ne|rin: die; - ; -nen [veralt.]
Schüler(in), der vierten (Untertertia)
bzw. fünften (Obertertia) Jahrgangs¬
stufe, Klasse am Gymnasium
Teijti|är: dat.-fro /terziär/ das; -s; -
(Geologie) Abschnitt" der erdge¬
schichtlichen Neuzeit, des Känozoi-
kums »Das Känozoikum, die erdge¬
schichtliche Neuzeit umfaßt das Terti¬
är u. das Quartär.«
teijtijär: dat.-fro /terziär/ Adj. n. stg. 1
drittrangig; an dritter Stelle stehend 2
das Tertiär betreffend
Ter|tia|ri|er —> Ter(ti|a|ri|er: dato
/terziarin-/ der; -s; - weibl. Terjtialrie|-
rin —> Ter|ti|a|ri|e|rin: die; - ; -nen
Person, die einem Tertiarierorden an¬
gehört u. nach Ordensregeln, nicht je¬
doch in einem Kloster lebt
Terz: dato die; - ;-en 1 <Musik> a) Inter¬
vall von drei Tönen, Tonstufen bei ei¬
ner Tonleiter b) dritter Ton einer
Tonleiter 2 <Sport; Fechtern Form der
Abwehr, Parade 3 <kath. Kirche>
Stundengebet um 9 Uhr
Teijzel: dat.-ito der; -s; - <Jagd> männli¬
cher Falke »Er jagte mit einem Ter¬
zei.«
Terjzett: dat.-ito das; -(e)s; -e 1 drei ge¬
meinsam handelnde Personen »Das
Verbrecherterzett wurde verhaftet.« 2
<Musik> a) drei gemeinsam musizie¬
rende Personen b) Lied, das für drei
Stimmen komponiert wurde c) von
drei Personen (dreistimmig) gesunge¬
nes Lied
Teijzi|ar. dato der; -s; -en weibl. Terjzia|-
rin —»• Ter|zi|a|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die einem Terziarierorden ange¬
hört, Syn.: Terziarier(in)
Test: dat.-fr.-englo der; -(e)s; -s u. [sel¬
ten] -e 1 <Med.> Untersuchungsver¬
fahren, um eine Krankheit festzustel¬
len 2 (Psychologie) Untersuchung,
um die Fähigkeiten, Begabung, Eig¬
nung festzustellen 3 (Technik) a) Ma¬
terialprüfung b) Verhaltensfeststel¬
lung von Fahrzeugen, Motoren,
Flugzeugen usw. bei Beanspruchung
c) Genauigkeitsuntersuchung eines
(optischen) Instruments 4 (Schule;
Ausbildung) Leistungsüberprüfung
(von erlernten Lehrinhalten)
Test.: Abk. Testament
test.: Abk. 1 testamentarisch 2 testiert
= a) bescheinigt; bestätigt b) ein Te¬
stament gemacht
Te|sta|ment —* Tesjta|ment: dato das;
-fe)s;--e 1 schriftlich festgelegter letz¬
ter Wille; Schriftstück, in dem steht,
was mit jmds. Erbe geschehen soll,
wem der/die Verstorbene was verma¬
chen möchte »Sie bedachte ihre
Freundin im Testament mit 5000
DM.« 2 (Religion) Überlieferung (in
Form des Alten u. Neuen Testaments
der Bibel) 3 jmd. kann sein Testa¬
ment machen: [ugs.] Drohung, sich
an jmdm. zu rächen
te|sta|men|teIrisch —» tes|ta|men|ta|-
risch: dato Adj. n. stg. in einem Testa¬
ment (1) stehend, festgelegt; mittels
eines Testamentes (1)
Te|sta|ments|er|rich|tung —* Tes|ta|-
ments|er|rich|tung: die; - ; -en
(Rechtsw.) ein Testament (1) offiziell,
behördlich niederlegen
Te|stat —» Tesftat: dato das; -(e)s; -e 1
Bescheinigung über etw. (oft eine
Krankheit, die jmdn. an der pflichtge¬
mäßen Teilnahme einer Veranstal¬
tung o. ä. abgehalten hat) 2 [fachsprl.]
angeheftete Bescheinigung an einem
Produkt, das die Vornahme von Tests
bestätigt
Testjbild: das; -(e)s; -er vom Fernseh¬
sender ausgestrahltes Bild, das die
Einstellung des Fernsehbildes am Ge¬
rät besonders gut ermöglicht
tejsten —» tesjten: testest; testetest;
hast getestet überprüfen »die Leistung
testen«
1te|ster —» Tes|ter: der; -s; - weibl. Te|-
stejrin —» Tes|te|rin: die; - ; -nen 1
Person, die einen Gegenstand, eine
Dienstleistung o. ä. überprüft 2 nur
männl. Form Testflasche, -behälter
für Kosmetikproben o. ä. »Es standen
Tester mit den neuen Parfüms im
Regal.«
Test|fah|rer: der; -s; - weibl. Test|fah|-
rejrin: die; - ; -nen Person, die ein
(neues) Kfz-Modell testet, auspro¬
biert
T«st|fahrt: die; -; -en Probefahrt mit ei¬
nem Auto, Motorrad o. ä. »Bevor ich
meinen neuen Wagen gekauft habe, ha¬
be ich Testfahrten mit mehreren Mo¬
dellengemacht.«
te|stie|ren —> tes|tje|ren: dato testierst;
testiertest; hast testiert 1 a) [geh.]
jmdm. etw. bescheinigen, attestieren
»Sein Chef testierte ihm hohe
Fachkenntnisse.« b) (Universität;
hist.) jmdm. (im Studienbuch) die
Teilnahme an einem Seminar o. ä. be¬
scheinigen 2 (Rechtsw.) ein Testament
machen
Te|sti|mo|m|um —^ Tes|ti|mo|ni(um:
dato das; -s; Testimonia u. Testimo¬
nien (Rechtsw.) [veralt.] Zeugnis, Be¬
scheinigung übereinen Sachverhalt
Test|me)tho|de: dat.-engl.-gro die; - ; -n
Vorgehensweise, Form, Art u. Weise,
in der ein Test durchgeführt wird,
aufgebaut ist »Hinsichtlich der Test¬
methoden unterscheiden sich die Ein¬
stellungstests der Firmen erheblich.«
Te|stung —* Tes|tung: die; - ; -en Vor¬
gang des Testens »Die Testung von
Kosmetikprodukten kann auch ohne
Tierversuche erfolgen.«
Te|ta|nus: (gr.-lato der; - ; - (Med.)
Wundstarrkrampf, der infolge einer
Infektion bei Verletzungen, offenen
Wunden eintritt
Te|ta|nus|schutz)imp|fung: die; ~ ; -en
vorsorgliche Behandlung, Impfung,
die vor Tetanus, Wundstarrkrampf
schützt »Man muß die Tetanus¬
schutzimpfung alle zehn Jahre auffri¬
schen.«
Te|ta|nus|se|nim: <gr.-lato das; -s; -seren
(PI. s.) Impfstoff, der bei Tetanus¬
schutzimpfungen verwendet wird
1ä|te: dat.-fro die; - ; -n (Milit.) [veralt.]
Spitze einer Marschkolonne
Tfte—töte —» auch Tete-a-tete: <fro
/tet-a-tet/ das; - ; -s [veralt,Ja) Tref¬
fen, Zusammensein von zwei Men¬
schen, bei dem es zu zärtlichen Hand¬
lungen kommt b) (geschäftliches,
ernsthaftes, vertrauliches) Gespräch
von zwei Personen
Te|tra-/tejtra- —» Te|t|ra-/te|t|ra Wort¬
bildungselement (bei Voranstellmg
vor einem Wort, das mit einem Vokal
beginnt: Tetr-jtetr-) vier
Te|tra|eder —* Tfe|t|ra|e|der: <gro das;
-s; - (Math.; Geometrie) Körper, der
von vier gleichseitigen Dreiecken ge¬
bildet wird
te|trajgo|nal —* te|t|ra|go|nal: <gr.-lato
Adj. n. stg. (Math.) viereckig »Berech¬
nen sie den Inhalt dieser tetragonalen
Fläche.«
Te|tre|me|ter —* Te|t|ra]me|ter <gr.-lato
der; -s; - (Literaturwiss.) Vers aus,
mit vier Versfüßen
teuler: Adj. teurer; teuerste 1 nicht bil¬
lig; einen hohen Preis habend »Der
Pullover, das Restaurant ist teuer.« 2
[geh.] geschätzt; lieb; wert »eine teure
1150
Textprogramm
Freundin« 3 jmdn./jmdm. teuer zu
stehen kommen: schlimme Konse¬
quenzen für jmdn. haben 4 Das Teu¬
erste ist nicht immer das Beste: Gu¬
tes muß nicht immer teuer
Teue|rung —» Teulelrung: die; - ; -en
<Wirt.> allgemeine Preissteigerung
»Die Lohnerhöhung fängt die Teue¬
rung nicht auf«
Teue|rungs|rafe —> Teulelrungslrafe:
die; - ; -n Prozentsatz, um den der
Preis, die Preise für ein Produkt, eine
Palette von Produkten innerhalb ei¬
nes bestimmten Zeitraums steigt »Die
allgemeine Teuerungsrate liegt in
Deutschland zur Zeit recht niedrig.«
Syn.: Inflationsrate
Teuejmngs|wel|fa —» Teu(e|rungs|we)|-
le: die; - ; -n größere Menge, Anzahl
von Verteuerungen, Preisanstiegen
innerhalb eines relativ kurzen Zeit¬
raumes
Teue|nmgs|zu|la|ge —> Teu|e|rungs|-
zu|la|ge: die; - ; -n Zulage zur Lohn¬
zahlung aufgrund von erfolgten
Preisanstiegen
Teufe: die; - ; -n <Bergbau> Tiefe (eines
Schachts o. ä.)
Teufel: der; -s; - 1 a) o. PI. <Religion>
Verkörperung des Bösen als Gegen¬
spieler Gottes b) <übertr.> böser
Mensch »Sie ist ein Teufel!« 2 weiß
der Teufel!: [ugs.] ich habe keine Ah¬
nung, ich weiß (es) nicht »Weiß der
Teufel, wer so spät noch anruft!« 3 pfui
Teufel: Ausruf des Ekels 4 der Teufel
ist los: a) [ugs.] wegen etw. od. jmdm.
gibt es große Aufregung, Erregung
»Als der Chef sie beim Feiern er¬
wischte, war aber der Teufel los.« b) es
herrscht großer Andrang »Auf dem
Volksfest war der Teufel los.« 5 Teufel
auch!: [ugs.] erstaunter, erschrocke¬
ner, bewundernder Ausruf 6 hol’s der
Teufel!: [ugs.] ungehaltener, wütender
Ausruf »Hol’s der Teufel, immer wem
man es eilig hat, kommt etw.
dazwischen!« 7 in jmdn. ist wohl der
Teufel gefahren: [ugs.] jmd. handelt
überaus unvernünftig, wahnsinnig 8
wie der Teufel: [ugs.] schnell, mit
höchster Geschwindigkeit; heftig, mit
aller Kraft o. ä. 9 in Teufels Küche
kommen: [ugs.] große Schwierigkei¬
ten bekommen »Unsaubere Geschäfte
mache ich nicht, da komme ich ja in
Teufels Küche.« 10 den Teufel werd
ich tun...: [ugs.] niemals, unter keiner
Bedingung »Ich werde den Teufel tun,
gerade ihn um Hilfe zu bitten.« 11
(zum) Teufel (noch einmal)!: [ugs.] är¬
gerlicher Ausruf »Laß das, zum Teufel
noch einmal!« 12 auf etw. erpicht sein
wie der Teufel auf die arme Seele;
hinter etw. her sein wie der Teufel
hinter der armen Seele: [ugs.] etw.
mit allen Mitteln haben, erreichen
wollen »Er ist hinter dem Geld her wie
der Teufel hinter der armen Seele.« 13
in drei Teufels Namen: [ugs.] Aus¬
spruch der Verärgerung » Was, in drei
Teufels Namen, hast du dir dabei
gedacht?« 14 kein Teufel: [ugs.] kein
Mensch, niemand
Teufellei: die; -; -en niederträchtige, ge¬
meine Handlung, die jmdm. schaden
soll »Er hat bestimmt wieder eine Teu¬
felei im Sinn.«
Teufels]ausjtrei|bung: die; - ; -en <Re)i-
gion> Vertreiben eines Teufels, einer
personifizierten negativen Macht aus
einem Körper, Gebäude »Trotz des
Verbotes werden immer noch Teu¬
felsaustreibungen unternommen.«
Syn.: [fremdsprl.] Exorzismus
Teujfelsjbrafen: der; -s; - [scherzh.] a)
Person, lebhaftes Kind, die/das häu¬
fig negativ bewertete Handlungen
vollbringt »Dieser kleine Teufelsbra¬
ten verdient eine Tracht Prügel.« b)
Person, die eine tollkühne Tat voll¬
bracht hat
Teufels|brut: die; - ; - Kinder des Teu¬
fels; Bezeichnung für freche Kinder,
die ständig nur Unsinn machen
Teufelsjkerl: der; -(e)s; -e männliche
Person, die wegen ihres Mutes be¬
wundert wird »Der Seiltänzer im Zir¬
kus ist ein wahrer Teufelskerl.«
Teufels[weib: das; -(e)s; -er a) weibli¬
che Person, die eine tollkühne Tat
vollbracht hat b) [ugs.; abwert.] bös¬
artige, niederträchtige Frau; Teufelin
»Warum gibt er sich nur mit diesem
Teufelsweib ab?«
Teufels|werk; das; ~(e)s; -e Produkt,
Zustand, das/der von vielen Men¬
schen negativ eingeschätzt wird »An¬
fangs galten elektronische Geräte als
Teufelswerk.«
Teufetelzauo: das; -(e)s; - [ugs.; ab¬
wert.] Gegenstand bzw. Sache, der/
die als negativ, gefährlich bewertet
wird »Sie ist süchtig nach diesem Teu¬
felszeug Crack.«
teufjlisch: I Adj. äußerst böse u. hinter¬
hältig »ein teuflischer Plan« II Adv.
<verst.> sehr; außerordentlich »Das
schmeckt teuflisch gut!«
Teu|to|ne: der; -n; -n weibl. Teu[to|nin:
die; - ; -nen [meist scherzh.] Person,
deren Verhalten u. Aussehen als
Deutsche(r) (in einem negativen
Sinne) erkannt wird
teu|to|nisch: dat.i Adj. (in negativer
Weise) als deutsch zu erkennen;
Deutschland, den Deutschen zuzu¬
ordnen
TEVE: Abk. Tele(visions)-Votum-Ein-
richtung (bei den Sendeanstalten der
ARD hausintem gebräuchliches Kür¬
zel für Zuschauerbefragungen im
Rahmen von Fernsehsendungen)
Text: <lat.> /tekßt/ der;-(e)s; -e 1 zusam¬
menhängendes Schriftstück in der
mündlichen Rede, in einem Buch, in
einem Musikstück usw. »Lies den
Text lauter!« 2 weiter im Text: [ugs.]
machen wir weiter; fahren wir fort
»Dieser Punkt wäre geklärt, nun wei¬
ter im Text.«
Text: /tekßt/ der; -(e)s; - <Druckw.> 20
Punkt-Schriftgrad
Text|ana|ly|se —> Textfa|na|ly|se:
/tgkßt-/ die; - ; -n Untersuchung,
Aufgliederung eines Textes auf ge¬
wisse Merkmale hin »Achten sie bei
ihrer Textanalyse besonders auf die
Verwendung der Adjektive.«
Text|bau|stein: /tekßt-/ der; ~(e)s; -e
<EDV> vorbereiteter, gespeicherter
Textabschnitt, einzelne Wörter, ein¬
zelne Zeichen, der/die per Tasten¬
druck, per Kurzbefehl immer wieder
in Texte eingearbeitet werden kann
Text|buch: /tekßt-/ das; -(ejs; -bücher
"Buch, gebundenes Heft, das den Text
zu einem Musikstück, ein Libretto
enthält
texfen: /tekßten/ textest; textetest; hast
getextet einen Text schreiben »einen
Werbespruch texten«
Texfer: dato /tekßter/ der; -s; - weibl.
"lexfelrin: die; - ; -nen Person, die (be¬
ruflich) Texte verfaßt »Er ist Texter
bei einer Werbeagentur.«
Text|eijfas|sung: /tekßt-/ die; - ; -en
(PL s.) Einspeicherung von Texten,
Schriftstücken in einen Computer o.
ä. (zur Weiterverarbeitung) »In der
Texterfassmg der Firma arbeiten viele
Datatypisten.«
Textfesjsung: /tekßt-/ die; - ; -en eine
von mehreren" Bearbeitungen eines
Textes »Die Rede liegt in drei Textfas¬
sungen vor.«
text|ge[mSB: /tekßt-/ Adj. n. sig. einem
bestimmten Text entsprechend, fol¬
gend
Text|ge|stal|tung: /tekßt-/ die; - ; -en äu¬
ßere u. inhaltliche Fassung, Form ei¬
nes Textes sowie deren Verfertigung
»Der Textgestaltung sind mit der Be¬
nutzung eines Computers völlig neue
Maßstäbe gesetzt.«
Tex[til: <lat.-fr.> /tekßtil/ das; -s; -ien
Ite'kßtilbnl 1 n. PI. Kleidungsstücke 2
gewebtes od. gewirktes Material
texjt|f: dal.-fr. > /tekßtil/ Adj. n. stg. 1 aus
Fäden gewebt 2 die Fertigung von
Stoffen, Textilien betreffend
Tex|til|arjbeifer: /tekßtil-/ der; -s; -
weibl. Tex)tiljarjbei|te|rin: die; - ; -nen
Person, die in der Textilindustrie ar¬
beitet, gewerblich Stoffe webt, her¬
stellt
Tex|t]l|che|mie: /tekßtil-/ die; - ; - der
Bereich der Chemie’ der sich mit der
Herstellung von für Textilien ver¬
wertbaren Materialien, spinnbaren
Fäden beschäftigt
texjtilfeei: /tekßtil-/ Adj. n. stg. nicht
von Kleidung bedeckt; unbekleidet;
nackt »An diesem Strand kann man
textilfrei baden.«
Tex|ti|li|en: dat.-fro /tekßtilien/ die (PI.)
1 Game, Gewebe, Gewirke, Gestrik-
ke, die aus Fasern gesponnen werden
2 aus Faserstoffen hergestellte Wa¬
ren; Kleidungsstücke; Stoffwaren
Tax|til|mjdu|strie —* Tex|til|in|du|s|t|rie:
/tekßtil-/ die; - ; -n Gesamtheit der
Fabriken, Unternehmen (in einem
Gebiet), die Textilien hersteilen u.
verarbeiten
Tex|tjl|wa|re: /tekßtil-/ die; - ; -n (m.
PI.) aus Textil, zu Stoff gewebten Fä¬
den hergestellt, Syn: Textilien
Text|kri|tik: /tekßt-/ die; - ; -en (PL s.)
[fachsprl.] wissenschaftliche^) Me¬
thode, Vorgehen, mit der/dem ein äl¬
terer, nicht überlieferter Text aus spä¬
teren Überlieferungen, Texten mög¬
lichst genau rekonstruiert, erschlos¬
sen wird
textjkri|tisch: /tekßt-/ Adj. n. stg. auf
der Grundlage der Textkritik, mit de¬
ren Methoden
Text|pro|gramm: /tekßt-/ das; -(e)s; -e
<Qjmputen (gespeicherte) Zusam¬
menstellung von Texten, Textelemen¬
ten, die innerhalb eines Textverarbei¬
1151
Textsorte
tungsprogrammes erstellt, bearbeitet
werden können
Tgxtjsoijt«: /tekßt-/ die; - ; -n schriftli-
~che od. mündliche Form, Kategorie,
in der ein Text vorliegt »Eine sehr
häufig vorkommende Textsorte ist der
Zeitungsartikel.«
Textjstel|le: /tekßt-/ die; - ; -n Aus¬
schnitt eines Textes (in dem etw. Be¬
stimmtes steht, etw. inhaltlich enthal¬
ten ist) »Diese Textstelle aus der Bibel
wird besonders häufig zitiert.«
Tex|tyr. dato /tekötur/ die; - ; -en 1
(Chemie) innere Anordnung der
Teile, Kristallite in einem Faserstoff 2
(Geologie) innere Anordnung eines
Gesteins 3 [geh.] innerer Aufbau eines
Theaterstückes
Textjverjaijbeijtung: /tekßt-/ die; - ; -en
<EDV> Anwenderprogramm zur Er¬
stellung u. Bearbeitung eines Textes,
Schriftstückes
Tf.: Abk. Telefon
Tflfl.: Abk. Täfelung
Tflw.: Abk. Tafelwasser
T-för|mig: Adj. n. stg. in der Form, dem
Aussehen dem Buchstaben T ähnelnd
TO: Abk. 1 Tagegeld 2 Tarifgruppe =
Lohn- od. Gehaltsgruppe 3 Tarifver¬
tragsgesetz 4 Technisches Gymna¬
sium 5 (Sport) a) Tennisgemeinschaft
b) Turngemeinde c) Turngemein¬
schaft 6 Tiefgarage 7 Tierschutzgesetz
8 Transportgemeinschaft
Tg.: Abk. 1 Tag(e) 2 Tagung 3 Tilgung
Tgb.: Abk. Tagebuch
tgl Abk. täglich
TH: Abk. Technische Hochschule
Th.: Abk. 1 Theater 2 Thema 3 Thermo¬
meter 4 Thermostat «* Wärmeregler
th.: Abk. 1 theoretisch 2 thermisch =
die Wärme betreffend
Tha|la|mus: <gr.> der; - ; Thalami <Med.>
Hauptbestandteil, wichtigstes Ele¬
ment des Zwischenhirns
Thea|ter —> The|a|teK <gr.-lat.-fr.> das;
-s; -1a) Gebäude eines Schauspiel¬
hauses »Unsere Stadt hat nur ein
Musiktheater.« b) kulturelle Einrich¬
tung, die die Aufführung von Thea¬
terstücken betreibt »Die Schauspiete¬
rin hatte für l Jahr ein Engagement
beim Städtischen Theater.« 2 o. PI.
Aufführung (eines Bühnenstücks) 3
a) Gesamtheit der an der Aufführung
beteiligten Personen »Das Theater ge¬
rät immer wieder in die Schlagzeilen.«
b) o. PI. Publikum einer Aufführung
»Das ganze Theater tobte vor
Begeisterung.« 4 <Literaturwiss.>
Form, Richtung der darstellenden
Kunst, z. B. Drama, Komödie 5 o. PI.
als übertrieben empfundene Aufre¬
gung; Durcheinander; Unruhe »Was
soll dieses Theater?« 6 a) Theater
spielen: [ugs.] jmdm. etw. vorma¬
chen, Vortäuschen b) jmdm. Theater
vormachen: [ugs.] jmdm. bewußt
etw. vormachen, ihn täuschen
Theajterfabon|nejment —» The|a|teija|-
bon|nefment: das; -s; -s Vertrag zwi¬
schen Zuschauer u. Theaterbühne
über die regelmäßige Buchung von
Theaterkarten innerhalb einer Thea¬
tersaison
Theatteijauf|füh|rung —* The|a|ter|-
auf]füh|ning: die; - ; -en Vorstellung
auf einer Theaterbühne, in einem
Theater »Ich habe das Stück schon als
Theaterauffiihrmg gesehen.«
Thea|ter|don|ner —> The|a(ter[dontner;
der; -s; - (PI. s.) [scherzh.] viel Auf¬
hebens, aufwendige Ankündigung
um ein recht unwichtiges Ereignis, ei¬
nen wenig spektakulären Vorgang
Thea|ter]kas|se —» The|a|terjkas|se:
die; - ; -n Stelle, Institution innerhalb
eines Theaters, wo die Karten für die
Vorstellungen gekauft u. abgeholt
werden können »Die Theaterkasse ist
täglich geöffnet.«
Theajterjprojgramm —> The(ajteiipro)-
(ramm: das; -(e)s; -e a) Verzeichnis
er Stücke, Vorstellungen, die in ei¬
nem bestimmten Zeitraum (meist ei¬
nem Monat) in einem Theater gege¬
ben, aufgeführt werden »Ist das Thea¬
terprogramm für den Juni schon
veröffentlicht?« b) Broschüre, Heft¬
chen, die/das über eine bestimmte
Vorstellung, ein gespieltes Stück,
seine Darsteller u. ä. informiert
Theajteijstück —» The|a(ter|stück: das;
-(e)s; -e Drama, Schauspiel, das für
die Aufführung im Theater vorgese¬
hen ist, geschrieben wurde
Thea|tetjvorjstel|lung —»■ The|a|ter[-
vorjste(|iung: die; - ; -en Aufführung
eines Theaterstückes auf einer Bühne
»Mit den Kindern besuchten wir eine
Theatervorstellung am Nachmittag.«
Thea|teijwlsjsen|schaft —> Thejalter|-
wis|sen|schaft die; - ; -en (Pt. s.)
Wissenschaft von den Methoden, der
- Geschichte, den Inhalten usw. des
Theaters »Ich habe acht Semester
Theaterwissenschaft studiert.«
Th»ajtra|lik —» The|aft|ra|lik: (gr.-lato
die; - ; -1 Kunst des Schauspielens 2
Verhalten, das übertrieben nach dra¬
matischer Wirkung strebt, etw. in Ge¬
stik, Mimik, Gefühlsäußerungen
(ähnlich Theatervorstellungen) über¬
trieben darstellt »Durch diese Thea-
tralik macht sie sich doch nur lächer¬
lich.«
theattra|lisch —» tbe|a)tjra|lisch: <gr.-
lat.> Adj. 1 die Kunst des Schauspie¬
lens betreffend 2 (Gehabe, Handlung
o. ä. betreffend, die) übertrieben, un¬
natürlich u. reif für das Theater (ist)
thea(tre|li|s|e|ren —» the|a|t|ra|li|sie|-
ren: <gr.-lat.-fr.> theatralisierst; thea-
tralisiertest; hast theatralisiert 1
schauspielerisch umsetzen 2 [geh.]
stark ubertreiben; sehr viel ernster
darstellen, als es der Wirklichkeit ent¬
spricht
The|is|mus: <gr.> der; - ; - <Religion>
Lehre, die den Glauben an einen per¬
sönlichen Gott vertritt, der für alle
Geschehnisse in der Welt verantwort¬
lieh ist
-thek/'Otthek: <gr.> Wortbildungsele¬
ment (nach einem Vokal >-thek<, nach
einem Konsonanten >-othek<) a) Zu¬
sammenstellung von im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrücktem »Bibliothek ♦
Mediothek« b) Raum, in der die Zu¬
sammenstellung präsentiert wird
»Videothek ♦ Bibliothek«
Thefke: (gr.-lat.y die; - ; -n tischähnli¬
ches Möbelstück, an dem Kunden
od. Gäste bedient werden »Laden¬
theke • Kneipentheke«
The|ma: <gr.-lat.> das; -s; Themen u.
[seltener] Themata 1 a) Leitgedanke
eines Textes, Vortrags u. Gesprächs
b) <Musik> Grundmelodie eines Mu¬
sikwerkes 2 Thema (Nummer) eins:
[ugs.] Sex (als Gesprächsstoff)
The|ma]tlk: <gr.> die; - ; -en 1 umfassen¬
des, ausgeoreitetes Thema 2 <Musik>
Verarbeitung eines Themas in einem
Musikstück
the|ma|tisch: <gr.> Adj. n. stg. 1 auf ei¬
nem Thema, einem behandelten Ge¬
genstand beruhend, ihn betreffend 2
<Musik> eine immer wiederkehrende
Melodie, Tonfolge aufweisend
the|ma|ti|sje|ren: <gr.> thematisierst; the¬
matisiertest; hast thematisiert zum
Gesprächsgegenstand, Gegenstand
der Beschäftigung, Diskussion ma¬
chen
Tbejma{ti|sje|rung: <gr> die; - ; -en Ein¬
bringung eines Gesprächsgegen¬
stands; Diskussion, Gespräch über
etw., einen Sachverhalt, ein Problem
The|men|kreis: der; -es; -e Anzahl von
(wissenschaftlichen) Themen, Dis¬
kussionsgegenständen, die Berüh¬
rungspunkte haben, durch gewisse
Aspekte miteinander verbunden sind
»Mit diesem Themenkreis habe ich
mich noch nie näher beschäftigt.«
Theo|go|nj§ —» The|o|go[nie: <gr.-lat.>
die; - ; - (Philosophie) Lehre vom
Stammbaum, von der Abstammung,
Entstehung der Götter
Theofkrat —*• Thelojklrat: <gr.> der; -en;
-en weibl. Theo|kra(tin —» The|o|kJ-
raftin: die; - ; -nen 1 Person, die die
Theokratie, Herrschaft eines von
Gott gesandten Fürsten o. ä. für an¬
gemessen, richtig hält 2 sich als Gott¬
gesandter legitimierender Herrscher
Theo|kra(tie —» The(o|k|ra|tie: <gr.> die;
- ; -n jteokratPnj Herrschaftsform,
bei der ein Gottgesandter, von Gott
legitimierter Monarch o. ä. allein die
Staatsgewalt ausübt
theo|kraftisch —> the|o|k|rajtisch: <gr.>
Adj. n. stg. der Herrschaftsform der
Theokratie zuzuordnen, sie betref¬
fend »ln theokratisch regierten Staa¬
ten ist eine Opposition nicht vorgese¬
hen.«
Theojlojge —* Tbe|ollo|ge: <gr.-lat.>
der; -n; -n weibl. Theo|lo)gin —* The|-
ojlglgin: die; - ; -nen Wissenschaftle-
r(in), der/die sich mit der Religion be¬
schäftigt
Theo|!o|gie —» The|o|lo|gie: <gr.-lat.>
die; - ; Theologien /teologm/ Wissen¬
schaft von Gott, Glauben, Religion
u. vom Wesen der Kirche
theo|te]gisch —» thelo|lojgisch: <gr.>
Adj. n. stg. die Theologie, Religions¬
wissenschaft betreffend, auf der
Theologie beruhend »Eine theologi¬
sche Auseinandersetzung ist dringend
notwendig.«
theor.: Abk. theoretisch
Tho|orjbe: <it.-fr.> die; -; -n (Musik) lau¬
tenähnliches Musikinstrument, das
besonders im Barock gespielt wurde
Theo|rgm —* The|o|rem: <gr.-lat> das;
•s; -5 [geh.] Lehrsatz, der aus einer
wissenschaftlichen Theorie hervor¬
geht »Viele früher auf gestellte Theo¬
reme sind inzwischen verworfen.«
1152
Thriller
Theo|re|ti|ker —* The|o|rejti|ker: <gr.-
lat.> der; -s; - weibl. Theo|re|ti|ke|rin
—* The|ojre|ti|ke|rin: die; - ; -nen 1
Person, die nur gedanklich arbeitet
od./u. nichts von der Praxis versteht 2
Wissenschaftler(in), der/die die
Grundlagen eines Fachgebietes auf
theoretischer Ebene erarbeitet
theo|re|tisch—> the|o|re(tisch: <gr.-lat.>
Adj. n. stg. 1 in der Theorie, die Theo¬
rie betreffend 2 gedanklich zunächst
richtig erscheinend, aber die Wirk-
• lichkeit nicht ausreichend berücksich¬
tigend »Theoretisch ist das richtig,
aber in der Praxis ist das völlig an¬
ders.« Ant.: praktisch
theo|re|ti|sie|ren —> the|o|re|ti|sie|ren:
<gr.-lat.> theoretisierst; theoretisier-
test; hast theoretisiert [geh.] abstrakt,
auf theoretischer Ebene überlegen;
ein theoretisches Thema erörtern
Theo|rfe —> The|o|ne: <gr.-lat.> die; - ;
Theorien /teorPn/ 1 a) System wissen¬
schaftlicher Erklärungen, Betrach¬
tungen eines Problems eines Fachge¬
bietes »Es gibt ganz unterschiedliche
Theorien darüber, warum die Dinosau¬
rier ausgestorben sind.« b) rein ge¬
dankliche Ausarbeitung eines Pro¬
blems ohne Bezug zur Praxis 2 graue
Theorie sein: rein theoretisch, in der
Praxis nicht bewiesen, nicht, zutref¬
fend sein
Theo|ri]en|streit —*■ The|o|ri|en|streit:
der; -(e)s; -e (PI. s.) Streit, heftige
Diskussion über unvereinbare, sich
gegenüberstehende (wissenschaftli¬
che) Theorien, Denkansätze
Theo|soph —> The|o|soph: <gr.-lat.>
/teosof / der; -en; -en weibl. Theo|so|-
phin —* The|o|so|phin: die; - ; -nen
Anhängern) der Theosophie, die die
mystische, meditative Beschäftigung
mit Gott fordert
Theo|so|phie —* Thejojso|phie: <gr.>
/teosofi/ die; ~ ; - <Religion> Lehre, die
die Auffassung vertritt, daß ein Welt¬
verständnis nur aus der mystischen,
meditativen Beschäftigung mit Gott
erwachsen kann
The|ra|peut: <gr.> der; -en; -en weibl.
Thelralpeultin: die; ~ ; -nen <Med.>
Arzt, Ärztin, der/die zur Heilung ei¬
nes Patienten bestimmte Therapien,
Behandlungsabläufe anwendet
The|ra|peu|tik: die; - ; - Wissenschaft,
Lehre von der Krankheitsbehand¬
lung
Thelralpeuttilkum: <gr.-lat.> das; -s; The¬
rapeutika als Mittel zur Heilung einer
Krankheit ersetzbare Medizin »Es
handelt sich hierbei um ein Therapeuti¬
kum ohne nennenswerte Nebenwirkun¬
gen.«
thelralpeultisch: <gr.> Adj. n. stg. 1 einer
Therapie zuzuordnen; eine Therapie
betreffend; im Rahmen einer Thera¬
pie »Bei diesem Patienten müssen an¬
dere therapeutische Maßnahmen ange¬
wandt werden.« 2 sich einer Therapie
unterziehend »Er leitet eine therapeu¬
tische Gruppe.«
The|ra|pie: <gr.> die; - ; Therapien
/terapi‘n[ Behandlung von Krankhei¬
ten u. Kranken (körperlich sowie
seelisch) »Nach dem Unfall mußte sie
noch lange in die Bewegungstherapie. ♦
Wegen ihrer Depression mußte sie in
die Therapie gehen.«
the|ra|pie|ren: <gr.> therapierst; thera¬
piertest; hast therapiert <Med.> an
jmdm. eine Therapie, (medizinische,
psychologische) Heilbehandlung
durchführen
Therm.: Abk. 1 Thermometer 2 Ther¬
mostat = Wärmeregler-
therm.: Abk. thermisch = die Wärme
betreffend
therjmal: <engl.-fr.-gr.> Adj. n. stg. Wär¬
me betreffend
Ther|me: tgr.-lat.> die; - ; -n 1 Heilquelle
2 n. PI. (hist.» römische(s) Bad, Bade¬
anlage
Ther|mik: <gr.> die; - ; - aufwärts, nach
oben strömender Wind, der durch Er¬
wärmung der bodennahen Luft¬
schichten entsteht »Die Segelflieger
benötigen eine gute Thermik.«
thermisch: <gr.> Adj. n. stg. [fachsprl.]
durch Wärme hervorgerufen, Wärme
betreffend
Thertmo-/ther|mo-: <gr.> Wortbildungs¬
element ( vor Vokalen: Therm-/ therm-)
Wärme; Hitze; Wärmeenergie; Tem¬
peratur »Thermometer = Gerät zum
Messen von Temperaturen«
Therjmo|che|mie: <gr.> die; - ; - Bereich,
der (physikalischen) Chemie, der sich
mit der Bedeutung der Wärme für
chemische Vorgänge beschäftigt
ther|mo|che|misch: <gr.> Adj. n. stg. die
Thermochemie betreffend, auf ihr be¬
ruhend
Ther)mo|ho|so: die; - ; -n leicht wat¬
tierte, mit einem Vlies gefütterte Ho¬
se, die trotz ihrer wärmenden Eigen¬
schaft ein nur geringes Gewicht hat
Therimolkaulstik —> Ther)mo|kaus(tik:
igr.-lat.> die; - ; - (Med.» Vorgang,
Verfahren des Verschorfens von Ge¬
webebereichen mittels eines Thermo¬
kauters (elektrisch beheiztes bzw. ge¬
kühltes chirurgisches Gerät)
ther|mo|la|bil: <gr.-lat.> Adj. (Physik» ge¬
gen Hitze'nicht resistent; nicht hitze¬
beständig
Ther|mo|me|ter: <ßr.-lat.> das; -s; ~ Ge¬
rät, mit dem die Temperatur gemes¬
sen wird, das die Temperatur, Wärme
od. Kälte anzeigt »Das Thermometer
zeigt 20° C an.«
ther|mo|nu|kle|ar —> ther|mo|nu|k|le|-
ar: tgr.-lau Adj. n. stg. (Physik» die
Kemverschmelzung betreffend; auf
der Kernfusion beruhend »Die
Staatschefs unterschrieben einen Ver¬
trag, mit dem sie auf thermonukleare
Versuche verzichteten.«
Ther|mo|pane|fen|ster —* Ther|mo|-
pane|fens|ter: <gr.-engl.; dt.> /termo-
penfenster/ das; -s; * aus mindestens
zwei Glasscheiben bestehendes Fen¬
ster, das durch das zwischen den
Scheiben vorhandene Vakuum stark
isoliert »Durch den Einbau von Ther-
mopanefenstern kann man viel Heiz¬
energie sparen.«
ther]mo|phil: tgr.t Adj. <Bio.> Wärme,
höhere Temperatur mögend, bevor¬
zugend; höheren Temperaturen ange¬
paßt »Diese Bakterien sind thermophil
u. vermehren sich deshalb in warmer
Umgebung besonders stark.«
Therjmolplast: tgr.-lat.> der; -(e)s; -e
(Chemie» Kunststoff, der bei größerer
Wärme verformbar ist, ohne seine
chemische Zusammensetzung zu ver¬
ändern
ther|mo|pla|stisch —» therjmo|plas|-
tisch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. (Chemie»
ohne Veränderung der chemischen
Zusammensetzung bei größerer Wär¬
me verformbar
Therjmos|fla|sche: die; • ; -n Behälter
zum Warm- od. Kühlhalten von Ge¬
tränken
therjmo|sta|bil: <gr.-lat.> Adj. n. stg.
<Physik> sich bei Wärme nicht verän¬
dernd, gegen Wärme unempfindlich
Ther|mo[stat —> Ther]mo|s(tat: <gr.>
der;-(e)su. -en; -e(n) Wärmeregler
Ther]mo|the|ra|pia: <gr.> die; - ; -n
<Med.> Heilbehandlung, Heilmetho¬
de, bei der Wärme eingesetzt wird
The|sau|rje|rung: <gr.-lat.> die; - ; -en
das Anhäufen von Geld u. Wertge¬
genständen »Die Thesaurierung von
Goldführte zu einer Preissteigerung.«
Thelsaulrua: <gr.-lat.> der; - ; Thesauren
u. Thesauri 1 alphabetisch u./od. nach
Sachgebieten geordnetes Wörterver¬
zeichnis o. ä. 2 (Religion; hist.> Be¬
reich eines heiligen Gebäudes, einer
Anlage, in dem/der die Geschenke,
Gaben für die verehrten Gottheiten
o. ä. aufbewahrt werden 3 (EDV» Sy¬
nonym Wörterbuch in einem Textver¬
arbeitungsprogramm
The|se: <gr.-lat.-fr.> die; -; -n Ausgangs¬
behauptung eines Arguments, der die
Gegenthese gegenübergestellt wird u.
deren Richtigkeit nachgewiesen wer¬
den muß
the|sen|haft: <gr.> Adj. n. stg. in Form ei¬
ner fliese, einer prägnant formulier¬
ten Behauptung »Wir formulierten
eine thesenhafte Erwiderung auf die
Vorwürfe.«
Thmg: das; -(e)s; -e <hist.> (Gerichts-)
Versammlung bei den Germanen zur
Klärung aller Rechtsangelegenheiten
eines Stammes
thi|xo|trop —5- thi|xo|t|rqp: <gr.> /tikßo;
trop/ Adj. n. stg. (Chemie» sich bei
Anwendung von Mechanik (meist
Rühren o. ä.) verflüssigend
Thi|xo|tro|pie —» Thi|xo|t|ro|p|e: <gr.>
/tikßotropi/ die; ~ ; - Eigenschaft, bei
Anwendung von Mechanik (z. B.
beim Rühren) flüssig zu werden
Thpjmas|birjne: die; - ; -n (Technik» Ge¬
rät zur Stahlerzeugung
Thg|mas|ver|fahjren: das; -s; - Methode
der Stahlherstellung mit Hilfe einer
Thomasbirne
Thor: das; -s; - (Chemie» weiches, silbri¬
ges Schwermetall, das radioaktiv ist
Tho|ra/[österr. nur] Tho|ra: <hebr.> die;
- ; - (Religion» die fünf Gesetzbücher
des Moses
Tho|ra|rol|le: die; - ; -n (Religion» mit
dem Text der Thora versehene Schrif¬
trolle, Pergamentrolle
Tho|ra|schrein: der; -(e)s; -e (Religion»
kleiner Schrank, in dem die Thorarol¬
len innerhalb der Synagoge aufbe¬
wahrt werden
Thojrax: <gr.-lat.> /torakß/ der; - u. -es;
-e(Med.» Brust(korb)
Thril|ler: tengl.-amerik.t /thrilPr/ der; -s;
- spannende(r), nervenaufreibende(r)
Geschichte, Roman, Film o. ä.
1153
Thrombose
Throm|bo|se: <gr.i die; - ; -n <Med.> Un¬
terbrechung, Verringerung des Blut¬
flusses in einer Ader, die durch einen
Blutpfropfen verursacht wird
Throm|bp|se|nei|gung: die; - ; - Nei¬
gung, Tendenz (eines Patienten) zur
Bildung von Blutgerinnseln, Blut¬
pfropfen in den Adern
throm|bp|tisch: <gr.> Adj. n. stg. <Med.>
die Krankheit Thrombose betreffend;
aufgrund einer Thrombose auftre¬
tend
Throm|bo|zyt: <gr.> /trombozüt/ der;
-en; -en <Med.» Blutplättchen, Be¬
standteil des Blutes, das/der für die
Gerinnung zuständig ist
Throm|bus: <gr.> der; - ; Thromben
<Med.» Blutgerinnsel, das zu einem
(teilweisen) Verschluß eines Blutgefä¬
ßes, einer Thrombose führt
Thron: <gr.-lat.-fr.> der; -(e)s; -e 1 meist
höher gelegener, prunkvoller Stuhl ei¬
nes Herrschers 2 jmds. Thron
wackelt: [ugs.] die Stellung von
jmdm. ist gefährdet 3 jmdn. vom
Thron stoßen: [geh.] jmdm. seine füh¬
rende Position nehmen 4 von seinem
Thron herabsteigen,
herunterkommen: [ugs.] seine Hoch¬
näsigkeit aufgeben 5 jmdn. auf den
Thron heben: [geh.] jmdm. auf einem
bestimmten Gebiet eine führende
Rolle zusprechen
Thron|an|wär|ter: der; -s; ~ weibl.
Thron|an|wärjte|rin: die; ~ ; -nen Per¬
son, die (nach dem Tod des gegen¬
wärtigen Amtsinhabers) einen An¬
spruch, eine Anwartschaft auf die Po¬
sition des Monarchen, der Monar¬
chin hat
Thron|be]stei|gung: die; - ; -en (PI. s.)
(feierliche) Einführung in das Amt
des Königs; Amtsantritt eines Mo¬
narchen, einer Monarchin
thro]nen: thronst; throntest; hast ge¬
thront auf einem erhöht gelegenen u./
od. besonders guten Überblick bie¬
tenden Platz sitzen
Thron|er|be: der; -n; -n weibl. Thron|eij-
bin: die; - ; -nen Person, die als Nach-
folger(in) eines Monarchen vorgese¬
hen ist
Thron|fol|ge: die; ~ ; - Regelung der
Nachfolge in der Position eines Kö¬
nigs, einer Königin
Thron|fol|ger: der; -s; - weibl. Thron|-
föi|ge|iin: die; - ; -nen Person, die
nach dem Tod od. nach der Abdan¬
kung den Platz des Monarchen ein¬
nehmen wird
Thun|fisch —> auch Tun|fisch: tgr.-lato
der; -(ejs; -e großer markrelenartiger
Fisch
Thür.: Abk. a) Thüringen b) Thürin-
ger(in)
thür.: Abk. thüringisch
Thus|nel|da/Tus|nel|da: die; ~ / -s a) o.
PI. heute seltener weiblicher Vorname
b) [ugs.; abwert.] wenig sympathische,
nicht sehr eigenständige Frau (als
Freundin, Begleitung eines Mannes)
THW: Abk. Technisches Hilfswerk (Or¬
ganisation für den Einsatz in Kata¬
strophenfällen)
Thy)mi|an: <gr.-lat.> /tümian/ der; -s; -e
eine Gewürz- u. Heilpflanze
Thy]mus: <gr> /tümuß/ der; - ; Thymi
<Med.; Bio.> Drüse, drüsenähnliches
Organ, das hinter dem Brustbein an¬
geordnet ist u. sich nach der Pubertät
zurückbildet
Thy|mus|drü|se: <gro /tümuß-/ die; - ;
-n Drüse, drüsenähnliches Organ, das
hinter dem Brustbein angeordnet ist
u. nach der Pubertät zurückgebildet
wird
Ti: Abk. Titan = chemisches Element;
Schwermetall
Ti.: Abk. Titel
Tia|ra —> Ti|a|ra: <gr.-Iat.> die; • ; Tiaren
1 altpersische Kopfbedeckung der
Könige 2 <kath. Religion» dreifache
Papstkrone
tib(et).: Abk. tibetanisch
Tic: </r.» /tik/ der; -s; -s <Med.> nicht will¬
kürlich steuerbare Muskelzuckung
(im Gesicht), die in kurzen Abstän¬
den, Intervallen auftritt
Tick: der; -s; -s [ugs.] Eigenart; Ange¬
wohnheit; fixe Idee »Daß er die Tür
immer hinter sich abschließt, ist ein
Tick von ihm.«
ticken (tik|ken —> ti|cken): tickt; tickte;
hast getickt 1 leise gleichmäßig klop¬
fen, schlagen »Die Uhr tickt laut.« 2
nicht (mehr) richtig ticken: [ugs.]
nicht ganz bei Verstand sein »Der
tickt wohl nicht richtig, der hat mich
rechts überholt.«
Ticker (Tjk|ker —» Ti|cker): <engh der;
-s; ~ [ugs.] automatisch funktionie¬
render Fernschreiber, mit dem (be¬
sonders an der Börse, in den Redak¬
tionen der Medienanstalten) aktuelle
Nachrichten empfangen werden kön¬
nen
tickern (tikjkern —> ti|ckern): tickerst;
tickertest; hast getickert [ugs.] über
den Ticker, Fernschreiber übermit¬
teln
Ticket (Tik|ket —» T1|cket): (fr.-engh
das; -s; -s a) Eintrittskarte b) Fahr¬
karte für Flugzeuge, Bahn, Bus usw.
t. i. d.: Abk. dato <Medikament> ter in
die = dreimal täglich
T;[de: die; - ; -n a) Ebbe od. Flut; eine
der Gezeiten b) Anstieg u. Ablauf des
Wassers
Ti|de|ge|biet: das; -(e)s; -e Küstenge¬
biet, -landstrich, das/der von Ebbe u.
Flut unmittelbar beeinflußt wird
»Das Wattenmeer ist ein Tidegebiet.«
Ti|de|hub/Tj)den|hub: der; -(e)s; -hübe
(PL s.) Differenz, Unterschied zwi¬
schen dem niedrigsten Wasserstand
bei Ebbe u. dem höchsten bei Flut
T[|dejnie|drig|was|ser —» Tj]de|nie|d|-
rig[was|ser. das; -s; • niedrigster
Wasserstand bei Ebbe
Tie-Break —> auch Tje|break: <engl.>
/tei-bre/k/ der u. das; -s; -s <Sport;
Tennis» bei unentschiedenem Spiel¬
stand gegen Ende eines Satzes (6:6)
angewendete Zählweise, die eine
schnellere Entscheidung herbeiführt
Tief: das; -s; -s 1 [seemannssprl.] mit
Schiffen befahrbare Strecke, Rinne
im Wattenmeer2 <Meteorologie> kurz
für Tiefdruckgebiet = Gebiet, Wet¬
terlage mit niedrigem Luftdruck 3
oibertr.» zeitweilig auftretende see¬
lisch, körperlich schlechte Verfassung
»Nach dem Mittagessen haben die
meisten Menschen ein Leistungstief.«
tief: Adj. 1 a) nach unten stark ausge¬
dehnt »Der Brunnen ist tief.« b) stark
ausgedehnt in eine (räumliche) Rich¬
tung »ein 60 cm tiefer Schrank ♦ Das
liegt doch tief in der Vergangenheit!« 2
sehr ausgeprägt, stark »tiefe Trauer ♦
tiefer Schlaf ♦ ein tiefes Blau« 3 aufs
tiefste gekränkt —> auch aufs Tief¬
ste gekränkt äußerst beleidigt, Ant.:
<1> flach; niedrig
—» tief begrübt s. tiefbetrübt
—* tief bejwegt s. tiefbewegt
—» tief emp|fun|den: s. tiefempfunden
—> tief er|schüt|terb s. tieferschüttert
—> tief greifend: s. tiefgreifend
—> tief iielgend: s. tiefliegend
Tief|aus|läu|fer. der; -s; - <Meteorolo¬
gie» Bereich eines Tiefdruckgebietes,
der recht weit vom Kern entfernt ist
Tjef|bau: der;-(e)s; -e u. -ten 1 o. PI. Be¬
reich des Bauwesens, der sich mit
Bauten an od. unter der Erdoberflä¬
che befaßt 2 Tiefbauten einzelner
Bau, einzelnes Bauwerk an od. unter
der Erdoberfläche 3 Tiefbaue <Berg¬
bau» Abbau von Bodenschätzen im
Untertagebau, Ant.: <1> Hochbau
Tief|bau|amt: das;-(ejs; -ämter für den
Teilbereich Tiefbau des Bauwesens
zuständige (städtische) Institution
(bzw. das Gebäude, in dem diese In¬
stitution untergebracht ist) »Der Bau
der Straße wurde vom Tießauamt
nicht genehmigt.«
tiefjbejtrübt—> tief bejtrübt: Adj. (über
ein Ereignis) sehr traurig, nachdenk¬
lich
tiefjbe|wegt —* tief be|wegt Adj. (von
einem Ereignis) sehr gerührt, betrof¬
fen
T]ef|boh|rung: die; - ; -en Vorgang, bei
dem ein Bohrloch in große Tiefen ge¬
trieben wird »Für die Förderung von
Erdgas sind häufig Tießohrungen not¬
wendig.«
T]ef|dnick: der;-(ejs;-e\ o. PI. speziel¬
les Druckverfahren, bei dem die zu
druckenden Bereiche der Form tiefer
liegen als die nicht zu druckenden 2
Erzeugnisse des Tiefdruckverfahrens
3 o. PI. <Meteorologie> niedriger Luft¬
druck
Tiefjdmcktform: die; ~ ; -en <Druckw.»
Druckform, die beim Tiefdruckver¬
fahren verwendet wird
Tief|druck|ge|bjet: das; -(ejs; -e <Me¬
teorologie» Gebiet, Wetterlage mit
niedrigem Luftdruck
Tje]fe: die; - ; -n 1 große Entfernung,
Ausdehnung nach unten (unterhalb
der Wasser-, Erdoberfläche) »Das
Schiffswrack lag in großer Tiefe. ♦ Am
Kraterrand konnte man in die Tiefe
hinunterschauen.« 2 weite Ausdeh¬
nung nach hinten von etw. »Ich habe
die Tiefe des Zimmers, Raumes
unterschätzt.« 3 o. PI. <Musik; Aku¬
stik» dunkle Klangfarbe eines Tons 4
o. PI. <Farbe> intensive, dunkle Tö¬
nung 5 o. PI. <Emotion, Gefühl» Hef¬
tigkeit, Intensität einer Empfindung 6
Gedankentiefe; Tiefgründigkeit
T|ef[ebe|ne —» Tjef|e|be|ne: die; - ; -n
<Geographie> (nicht sehr weit über
dem Meeresspiegel gelegenes) flaches
Land, Gebiet »Die norddeutsche Tief¬
ebene geht an dieser Stelle in die Mit¬
telgebirge über.«
II54
tierisch
tief|emptfun|den —* tief empjfyn|den:
Adj. tiefer empfunden; am tiefsten
empfunden sehr intensiv, stark gefühlt
Tie|fen|be|strah|lung: die; - ; -en «Med.»
Strahlenbehandlung von weit im
Körperinneren gelegenen Krank¬
heitsherden »Bei den meisten Krebs¬
formen ist die Tiefenbestrahlung eine
sinnvolle Therapie.«
Tiejfen|ge|stein: das; -(e)s; -e «Geolo¬
gie) aus in der Erdkruste erstarrtem
Magma bestehendes Gestein
Tie]fen|mes|sung: die; - ; -en Messung,
Ermittlung der Tiefe (1) »Die Tiefen¬
messungen von Gewässern können
heute sehr genau vorgenommen wer¬
den.«
Tie]fen|psy|cho|lo|gie: die; -; - Bereich
der Psychologie, der sich mit dem Un¬
terbewußtem u. seiner Bedeutung für
das Leben des Menschen beschäftigt
Tietfen|schär]fe: die; -; -n (PI. s.) «Pho¬
tographie» Toleranzbereich beim
Photographieren, der auf dem Photo
diesseits u. jenseits der mit dem Ob¬
jektiv eingestellten Entfernung noch
scharf abgebildet ist
Tie]fen|struk|tur. die; - ; -en «Sprach-
wiss.> Interpretationsmöglichkeit ei¬
ner syntaktischen Verbindung, Aus¬
sage
tjef|eijschüt|tert —*■ tief er[schjjt[tert:
Adj. tiefer erschüttert; am tiefsten er¬
schüttert (von einem Ereignis) sehr
mitgenommen, emotional bewegt
Tief}flug: der; -(e)s; -flüge «oft Milit.»
Flug eines Flugzeuges in extrem ge¬
ringer Höhe
tief|ge|frie|ren: tiefgefrierst; tiefgefro-
r(e)sl; hast tiefgefroren etw. durch
große Kälte, tiefe Temperaturen halt¬
bar machen, indem man es gefrieren
läßt »Hast du das restliche Gemüse
tiefgefroren?«
tief|grei|fend—»tief grei|fend: Adj. tie¬
fer greifend; am tiefsten greifend von
großer Bedeutung, großem Umfang,
grundsätzlicher Natur »Mit dem neu¬
en Chef wird es tiefgreifende Verände¬
rungen in der Firma geben.«
tjefjgrün|dig: Adj. 1 aus tiefgehenden
Überlegungen erfolgend; auf tiefe Ge¬
danken schließen lassend »Er stellte
tiefgründige Betrachtungen über den
Sinn des Lebens an.« 2 «Landwirt.» so
weich beschaffen, daß Wurzeln tief
eindringen können
Tief|kühl|fach: das; -(e)s; -fächer Abla¬
ge, Bereich innerhalb des Kühl¬
schrankes, in dem Gefriergut aufbe¬
wahrt werden kann »Die Pizza ist im
Tiefkühlfach mehrere Wochen halt¬
bar.«
Tief|kühl)kost: die; • ; - als Fertiggericht
verkaufte, tiefgefrorene Nahrungs¬
mittel
Tief|ktihl|tru|he: die; - ; -n Gefriertruhe,
Kasten, in deren/dessen Innerem
Tiefkühlkost bei mindestens -18° C
gelagert, eingefroren werden kann
»Ich habe noch eine Sahnetorte in der
Tiefkühltruhe.«
Tjef|la|der: der; -s; - Lkw-Anhänger,
mit dem auf einer tiefliegenden Lade¬
fläche schwere Güter transportiert
werden können »Mit einem Tieflader
kann man diese kleine Straße nicht be¬
fahren.«
Tief|land: das; -(e)s; -e u. -länder nicht
sehr hoch (bis zu 200 m) über dem
Meeresspiegel gelegenes Gebiet »Das
Klima im Tiefland unterscheidet sich
von dem im Hochland erheblich.«
tjef]lie|gend —» tief lje)gend: Adj. tiefer
liegend; am tiefsten liegend a) niedrig,
in geringer Entfernung vom Boden
liegend, befindlich »Er fährt ein sehr
tiefliegendes Auto.« b) unterhalb eines
als normal empfundenen Bereichs an¬
geordnet
Tiefpunkt der; -(e)s; -e schlechteste
Stelle einer Entwicklung »Die Wirt¬
schaft hat ihren Tiefpunkt erreicht.«
Tiefjschlaf: der; -(e)s; - Zustand inner¬
halb der Schlafphase, in der der
Schlaf am tiefsten, intensivsten ist
»Im Tiefschlaf träumt man nicht.«
Tief|schlag: der; -(e)s; -schlage 1
«Sport; Boxen» nicht erlaubter Schlag,
der den Gegner unterhalb der Gürtel¬
linie trifft »Er wurde wegen Tief¬
schlags disqualifiziert.« 2 «übertr.» a)
unfaire Handlung, Maßnahme b)
Niederlage; Rückschlag
Tief|see: die; - ; - «Geographie» mehr als
einen Kilometer unter der Wasser¬
oberfläche liegender Bereich des Mee¬
res
Tief|seejgra|ben: der; -s; -graben «Geo¬
graphie» langgestreckter) Graben,
Einkerbung in der Bodenoberfläche
am Meeresboden, der/die mehr als
1000 m unter der Wasseroberfläche
liegt
T]ef|sinn: der; -(e)s; - a) etw. innewoh¬
nende, tiefere Bedeutung, Begrün¬
dung b) tiefes, schwermütiges Nach¬
denken
tjef]sin|nig: Adj. a) auf Tiefsinn, eine tie¬
fere Bedeutung, intensives Nachden¬
ken schließen lassend b) [veralt.] von
depressivem Gemütszustand
Tief|stand: der; -fe)s; -stände sehr
schlechte, kritische Situation »wirt¬
schaftlicher Tiefstand« Ant.: Höhe¬
punkt
Tief|sta|pe|lei: die; - ; -en a) bewußtes
Herunterspielen der eigenen Fähig¬
keiten, Eigenschaften q. ä. gegenüber
anderen b) einzelne Äußerung, die
eine Tiefstapelei enthält
tief|sta|peln: stapelst tief; stapeltest tief;
hast tiefgestapelt seine Fähigkeiten,
Eigenschaften o. ä. gegenüber jmdm.
bewußt schlechter, geringer, negati¬
ver darstellen als sie tatsächlich sind
»Er stapelt bei den Angaben über sein
sportliches Leistungsvermögen immer
ein wenig tief.«
Tie|gel: der; -s; - (dreibeiniges) Gefäß
(mit Stiel) zum Erhitzen od. Schmel¬
zen von etw.
Tjer: das; -(e)s; -e 1 in den unterschied¬
lichen Ordnungen mit jeweils weite¬
ren Untergruppen vorkommendes
Lebewesen, das vom Menschen auf¬
grund stärkerer Ausbildung der Sinne
u. Instinkte sowie durch Fehlen von
Vernunft, (menschliche) Sprache u.
Kommunikation unterscheidbar ist
»Hund, Vogel u. Fisch sind Tiere.« 2
ein hohes, großes Tier: [ugs.] eine
wichtige, bedeutende Position ein-
nehmemle Person 3 ich werd’ zum
Tierl: [ugs.] ich werde sehr wütend,
böse 4 jedem Tierchen sein
Pläsierchen: [ugs.] jede Person soll
(in der Freizeit) das tun, was ihr ge¬
fällt, ihr Spaß bereitet S Tiere sind
auch unseres Herrgotts Kost¬
gänger. Tiere sind auch Geschöpfe
Gottes, der Natur u. werden (durch
Gott) von der Natur ernährt 6 Seit
ich Menschen kenne, liebe ich die
Tiere: (einem chinesischen Sprich¬
wort ähnlich) Tiere scheinen charak¬
terlich oft besser, treuer o- ä. als Men¬
schen
Tjerjart die; - ; -en «Bio.» eine Stufe der
Systematik, mit der alle Lebewesen
hinsichtlich ihres Verwandtschafts¬
grades kategorisiert werden
Tjer|arzt: der; -(e)s; -ärzte weibl. Tjer|-
ärzftin: die; - ; -nen Person, die durch
eine Ausbildung in Tiermedizin befä¬
higt ist, kranke Tiere zu behandeln
»Sie arbeitet als Tierärztin in einer
großen Tierklinik.« Syn.: [fremdsprl.]
Veterinär(in)
tjer)ärzt|üch: Adj. n. stg. von einem Tier¬
arzt durchgeführt; auf der Tätigkeit
eines Tierarztes beruhend
Tieijasyl—*• T]er]a|syl: das; -(e)s; -e a)
Ort, Einrichtung, an dem/in der hei¬
matlose Tiere aufgenommen werden,
leben b) [Schweiz.] Areal, Gebiet, in
dem Tiere unter Schutz stehen u.
nicht gejagt werden dürfen
»Murmeltierasyl ♦ Hasenasyl« Syn.:
<a> Tierheim
Tter|fän|ger: der; -s; ~ weibl. Tjer]fän|-
ge|rin: die; - ; -nen a) Person, die (be¬
rufsmäßig) herumstreunende Tiere
einfangt u. ins Tierheim o. ä. bringt b)
Person, die (berufsmäßig) Tiere,
Großwild in freier Wildbahn fängt u.
an Zoos o. ä. weitergibt
Tjerffreund: der; -(e)s; -e weibl. Tjgr|-
freunjdin: die; -; -nen Person, die Tie¬
re sehr mag, gerne Tiere hält, ihre Zeit
gern mit Tieren verbringt»»Viele soge¬
nannte Tierfreunde, die die streunen¬
den Katzen füttern, denken nicht an de¬
ren weiteres Schicksal.«
Tier|gar|ten: der; -s; -gärten Zoo, Anla¬
ge, in der verschiedene (meist nicht
heimische) Tierarten gehalten werden
u. zu besichtigen sind »Viele Familien
mit kleinen Kindern verbringen den
Sonntag im Tiergarten.«
Tier|ge|stalt: die; - ; -en a) eine besonde¬
re Funktion (z. B. in einem Märchen,
einer Fabel o. ä.) übernehmendes Tier
»Der Autor der Fabel drückt seine So¬
zialkritik in den Handlungen der Tier¬
gestalten aus.« b) etw., was die Form
eines Tieres innehat, annimmt
Tieijheim: das; -(e)s; -e Einrichtung,
Haus, Anlage, in dem/der herrenlose
Tiere leben u. an neue Besitzer ver¬
mittelt werden »Ich habe mir einen
Mischlingshund aus dem Tierheim ge¬
holt.« Syn.: Tierasyl
tie|risch: Adj. 1 n. stg. vom Tier stam¬
mend »tierische Nahrung« 2 [abwert.]
triebhaft (in sexueller Hinsicht) 3
«verst.» [ugs.] sehr »tierisch gut« 4 a)
tierischer Ernst [abwert.] ohne Hu¬
mor, aber fleißig u. pflichtbewußt
»Mit dem neuen Kollegen macht die
Arbeit keinen Spaß mehr, er betrachtet
alles mit tierischem Ernst.« b) etw. tie¬
risch ernst nehmen: [abwert.] alles
unangemessen ernst nehmen »Das
1155
Tierkreis
war doch als Scherz gedacht, nimm
doch nicht alles so tierisch ernst!«
T|er|kreis: der; -es; -e (Astrologie;
Astronomie) Gesamtheit der zwölf
Sternen bilder, die von der Erde aus
jeweils einmal jährlich über einen
Zeitraum von etwa einem Monat in
einer bestimmten Konstellation sicht¬
bar sind
tieijlieb: Adj. n. stg. Tiere sehr mögend,
gerne Tiere um sich habend »Er war
schon immer ein sehr tierliebes Kind.«
Tier|lie|be: die; - ; - große Zuneigung zu
Tieren (aller Art) »Ich finde, du über¬
treibst deine Tierliebe ein wenig!«
TJeijpark: der; -s; -s Anlage, in der (häu¬
fig exotische) Tiere gehalten u. gezeigt
werden
Tier|quä|len der; -s; - weibl. Tieijquä)-
le|rm: die; - ; -nen Person, die Tieren
absichtlich Schmerzen, Qualen zufügt
Tferjreich: das;-(ejs; - Gesamtheit aller
Tiere »Er kennt sich im Tier- u. JPfian-
zenreich sehr gut aus.«
Tierjschutz: der; -es; - Gesamtheit der
Maßnahmen, Regelungen, die die
Tiere vor dem ungerechtfertigten Zu¬
griff durch den Menschen, den nega¬
tiven Handlungen der Menschen be¬
schützen sollen
Tier|schutz|veijein: der; -(e)s; -e Zu¬
sammenschluß, Verein von Men¬
schen, die sich die Durchsetzung, Ver¬
besserung des Tierschutzes zum Ziel
gesetzt haben »Er ist Mitglied in ei¬
nem Tierschutzverein.«
Tjgr|ver|such: der; -(e)s; -e Erprobung
eines Stoffes (oft Medikamentes) an
Tieren »Bei der Entwicklung von Kos¬
metika wird inzwischen weitgehend auf
Tierversuche verzichtet.«
Tierzucht: die; - ; -en a) o. PI. das Her¬
anziehen u. die geregelte Vermehrung
von Tieren mit der Absicht, Tiere mit
bestimmten Merkmalen hervorzu¬
bringen b) Einrichtung, die Tierzucht
(a) betreibt
Tier|züch|ter der; -s; - weibl. Tferj-
züchttejrin: die; - ; -nen Person, die
Tierzucht betreibt u. gezielt Tiere
kreuzt, um Exemplare mit bestimm¬
ten Eigenschaften zu erhalten (u. zu
verkaufen) »Ich habe den Hund direkt
vom Tierzüchter gekauft.«
Tilger: der; -s; - muskulöse Raubkatze,
Großkatze mit rötlich-gelbem bis rot¬
braunem, mit schwarzen Querstreifen
durchsetztem Fell, die jagt u. sich von
Fleisch ernährt
Tj|ger|au|ge: das; -s; -n goldbraunes,
ähnlich dem Fell eines Tigers gestreif¬
tes Mineral, das als Schmuckstein be¬
liebt ist »Die Kette hat ein Tigerauge
als Anhänger.«
Tl|ger|fell: das; -(e)s; -e a) Fell, Haar¬
kleid eines Tigers b) einseitig gegerb¬
tes, präpariertes Tigerfell (a), das als
Bodenbelag o. ä. verwendet wird
» Vor dem Kamin liegt ein Tigerfell.«
ti|gern: tigerst; tigertest; bistjhast geti¬
gert [ugs.] a) (ohne große Begeiste¬
rung) zu einem entfernten Ort gehen
b) eine Strecke immer wieder gehen,
ablaufen »Er tigert schon eine halbe
Stunde durch den Raum.«
Til|de: <lat.-span:i die; - ; -n horizontal
verlaufende, Schlangenlinie mit zwei
Bögen (>- <), die (vor allem in Wörter¬
büchern) Zeichen- bzw. Wortwieder¬
holungen symbolisiert u. in manchen
Sprachen, über den Buchstaben ge¬
stellt, für eine Nasalierung steht
Tilg.: Abk. Tilgung
tjlg|ban Adj. n. stg. so beschaffen, daß
man es tilgen, beseitigen, eliminieren
kann
tif[gen: tilgst; tilgtest; hast getilgt (nach
u. nach) ganz beseitigen »Schulden til¬
gen«
Tilgung: die; - ; -en 1 <Wirt.> durch Zu-
"rückzahten (nach u. nach) verringern,
aufheben »Bei Immobilienkrediten be¬
zahlt man zusätzlich zu den Zinsen
meist ein Prozent Tilgung.« 2 völlige
Beseitigung von etw.; die Beendigung
der Existenz von etw.
Tim|bre —*■ Tim|b|re: <gr.-/r.> /tembre u.
tangbre/ das; -s; -s für ein Instrument,
eine (Gesangs-)Stimme typisches
Klangbild, eigene Klangfarbe
tim|brie|ren —» tim|b|rie|ren: tgr.-fro
/tembriren/ timbrierst; timbriertest;
hast timbriert einer Stimme, einem In¬
strument eine bestimmte Klangfarbe
geben »Bei dem Vortrag versuchte sie,
ihre Stimme ein wenig dunkler zu tim-
brieren.«
ti|men: <engl.> /taimen/ timst; timtest;
hast getimt in Hinsicht auf den Zeit¬
punkt, Zeitraum (gut) abstimmen
»Deine Ankunft war wirklich gut ge¬
timt.«
Time-out: tengh /taim-aut/ das; - u. -s;
-s (Sporn Spielunterbrechung, die z.
B. im Basketball u. Volleyball vom
Trainer beansprucht, genommen wer¬
den kann »Der Trainer nahm ein
Time-Out, um die Mannschaft tak¬
tisch anders einzustellen.« Syn.: Aus¬
zeit
Tj|ming: tengh /taiming/ das; -s; -s a)
Abpassen des besten Zeitpunktes b)
zeitliche Abstimmung »Beim Hoch¬
sprung ist ein genaues Timing der ein¬
zelnen Bewegungsphasen von entschei¬
dender Bedeutung.«
Time-sha|ring —» Time|sha|ring: tengh
/taim-schäring/ das; -s; -s <EDV> Ver¬
fahren, mit dem mehrere Benutzer
gleichzeitig einen Computer, eine
Großrechenanlage benutzen können
Tin|gel|tan|gel/[österr.] Tin|gel|tan|gel:
der u. [österr.f das; -s; - [ugs.;
abwert.] 1 Lokal, Bar, in dem/der we¬
nig anspruchsvolle Aufführungen, ni¬
veaulose Unterhaltung geboten wird
2 Aufführungen, Unterhaltung, wie
sie in einem Tingeltangel (1) dargebo¬
ten werden 3 [veralt.] qualitativ min¬
derwertige Unterhaltungsmusik
Tinkftur: dat.> die; - ; -en flüssiger Aus¬
zug aus pflanzlichen od. tierischen
Stoffen
Tin|nef: thebr.t der; -s; - [ugs.] 1 wertlo¬
ses Zeug »Auf dem Trödelmarkt gibt
es nur Tinnef zu kaufen.« 2 Unsinn
»Der ist schrecklich, der redet nur Tin¬
nef.«
Tin|te: dato die; - ; -n 1 farbige Flüssig¬
keit zum Schreiben (mit Federn,
Federhaltern) 2 in der Tinte sitzen:
[ugs.] sich in einer schlechten Situati¬
on befinden 3 in die Tinte geraten:
[ugs.] in eine schlechte Situation gera¬
ten 4 Tinte gesoffen haben: [ugs.]
verrückt, sehr unvernünftig sein »Du
mußt ja Tinte gesoffen haben, wenn du
da runterspringst.«
Tin|ten|faß —» Tin[ten|fass: das; -fas¬
ses; -fasser [veralt.] kleiner, bauch¬
iger, verschließbarer Behälter, der die
Tinte enthält, in die die Feder vor
dem Schreiben getaucht werden muß
Tin|tenffisch: der; -(e)s; -e im Meer,
Salzwasser lebender Kopffüßer »In
diese Nudelsoße gehören Tintenfisch u.
andere Meerestiere.«
Tin|ten|l5|scher: der; -s; - 1 Stift, mit
dem man Tintengeschriebenes vom
Papier wieder entfernen kann 2 (auf
ein wiegenförmiges Gerät aufgezoge¬
nes) saugfähiges Papier
Tip —> Tjpp: <engh der; -s; -s 1 Wink,
Rat, Hinweis, der jmdm. nutzt od.
nutzen soll »Dein Tip war gut, ich ha¬
be eine gute Klassenarbeit geschrie¬
ben.« 2 Vorhersage bei Toto, Lotto
usw. »Mein Tip war falsch, eine ande¬
re Mannschaft hat gewonnen.« 3
Trinkgeld
Tilpi: <Indian. Spr.> das; -s; -s Zelt der
Prärieindianer
—* Tipp: s. Tip
Tip|pel|brujder. der; -s; -brüder [ugs.]
Land- od. Stadtstreicher; Person,
Mann ohne festen Wohnsitz
tip|pe{lig/tipp|lig: Adj. [landsch.] (ande¬
ren gegenüber) kleinlich, geizig
tiplpeln: tippelst; tippeltest; bist getip¬
pelt [ugs.] a) einen Weg zu Fuß zu¬
rücklegen »Ich bin bis in die Stadt
getippelt.« b) als Obdachloser, Land¬
streicher, Stadtstreicher unterwegs
sein c) in sehr kleinen Schritten laufen
»Das kleine Mädchen tippelte hinter
uns her.«
tlplpen: tippst; tipptest; hast getippt 1
etw. od. jmdn. leicht (mit den Fin¬
gern) berühren »auf die Schulter
tippen« 2 [ugs.] mit der Schreibma¬
schine schreiben »Ich werde den Brief
schnell tippen.« 3 (Lotto od. Totto>
wetten 4 vermuten »Ich tippe auf Ma¬
sern.«
Tjplper: der; -s; - weibl. Tipjpejrin: die;
- ; -nen [ugs.j 1 Person, die eine Wette
(im Lotto, Toto) abschließt »In die¬
sem Jahr sind 22 Tipper zu Millionä¬
ren geworden.« 2 Person, die über
etw. eine Voraussage trifft
Tippjfeh|ler: der; -s; ~ Schreibfehler
beim Schreiben mit der Schreibma¬
schine, dem Computer »Ich kam
schon recht schnell schreiben, mache
aber noch viele Tippfehler.«
Tipp|schein: der; -(e)s; -e (ausgefüllter)
Wettscheinvordruck, mit dem an ei¬
ner Lottorie, Lotto- od. Totoausspie¬
lung teilgenommen werden kann
Tjpp|se: die; - ; -n [ugs.; abwert.] weibli¬
che Schreibkraft, Datentypistin od.
[seltener] Sekretärin »Sie arbeitet als
Tippse in einem Büro.«
tipp|tgpp: <engh Adj. n. stg. [ugs.] tadel¬
los (in Ordnung)
Ti|ra(de: dat.-it.-fto die; - ; -n 1 Wort¬
schwall »Haßtirade« 2 (Musik)
schnelle Tonfolge
tl|ri|lie|ren: tirilierst; tiriliertest; hast tiri¬
liert (ursprünglich nur Vogel) [poet.;
manchmal scherzh.] zwitschern, hohe
Töne von sich geben, in hohen Tönen
singen »Die Lerchen tirilierten.«
1156
Titular
Tisch: der; -(e)s; -e 1 Möbelstück ver¬
schiedenster Größe u. Form mit einer
Platte, auf die etw. gestellt od. gelegt
werden kann, das auf einem bis vier
Füßen steht 2 etw. vom Tisch wi¬
schen, fegen: einer Angelegenheit
keine Bedeutung beimessen, sich
nicht um sie kümmern, so tun, als sei
sie nicht wichtig »Sie wischte alle bis¬
herigen Vorschläge einfach vom
Tisch.« 3 jmdn. über den Tisch
ziehen: [ugs.] eine Person bewußt täu¬
schen, betrügen 4 bar auf den Tisch
des Hauses: [ugs.] Bargeld »Keinen
Scheck, bitte bar auf den Tisch des
Hauses!« 5 etw. vom Tisch bringen:
eine Angelegenheit, eine Arbeit zu
Ende bringen, fertig machen, ab¬
schließen »Die Steuererklärung habe
ich endlich vom Tisch gebracht.« 6 rei¬
nen Tisch machen: [ugs.] eine Ange¬
legenheit klären, in Ordnung bringen
7 unter den Tisch fallen: [ugs.] ein¬
fach nicht berücksichtigen »Die An¬
gelegenheit wollen wir vergessen, wir
lassen sie einfach unter den Tisch
fallen.« 8 jmdn. unter den Tisch trin¬
ken, [derb] saufen: mehr Alkohol
trinken (können), als jmd. anderer
»Meinen Schwager habe ich gestern
unter den Tisch gesoffen.« 9 am run¬
den Tisch: Bezeichnung dafür, daß
niemand, keine Partei im Range, der
Entscheidungskraft höher gestellt o.
ä. ist 10 von Tisch u. Bett getrennt
sein, leben: in Scheidung leben »Wir
leben schon lange von Tisch u. Bett ge¬
trennt u. wollen nun die Scheidung
einreichen.« 11 auf den Tisch hauen,
schlagen: [ugs.] jmdm. streng Einhalt
gebieten »Laß dir nicht alles gefallen,
hau mal auf den Tisch.« 12 am grünen
Tisch; vom grünen Tisch aus: theore¬
tisch (ohne Überlegung, ob u. wie sich
etw. in Praxis verhalten würde)
Tjschjbein: das; -(e)s; -e einer von
meist vier Stempeln, Standbeinen ei¬
nes Tisches, von denen die Tischplat¬
te getragen wird »Ich habe mir den
Zeh am Tischbein gestoßen.«
7]sch|com|pu|ten der; -s; - (im Ver¬
gleich mit einer Großrechenanlage)
kleinerer elektronischer Rechner
Tisch|decke (Tjsch|dek|ke —* Tisch|-
de|cke): die;'- ; -n zugeschnittenes,
gesäumtes Stoffstück, das als Zierde,
zum Schutz auf die Tischplatte gelegt
wird
t]|schen: tischst; tischtest; hast getischt
[schweiz.] den Tisch decken; Geschirr
u. Besteck für das Essen auf den Tisch
legen
tjsch|feijtig: Adj. n. stg. <Speise> soweit
vorbereitet, daß man es ohne weitere
Arbeit servieren, essen kann
Tjsch|ge|bet: das; -(e)s; -e Gebet, das
man, bereits am Tisch sitzend, vor
dem Essen spricht »Jeden Tag durfte
eines der Kinder das Tischgebet spre¬
chen.«
Tisch]ge|sell)schaft: die; - ; -en gemein¬
sam zum Essen an einem Tisch sitzen¬
de Personen »Während des Urlaubs
bildeten wir jeden Abend mit zwei an¬
deren Pärchen eine Tischgesellschaft.«
Tjsch|hern der; -(e)n; -en weibl. Tisch|-
da|me: die; - ; -n [veralt.] Person, die
jmdm. bei einem (festlichen) Essen als
Tischnachbar(in) zugeteilt ist, neben
jmdm. sitzt
Tjsch|lein|deck|dich: das; - ; - a) (in ei¬
nem Märchen aus der Sammlung der
Gebrüder Grimm vorkommender)
Tisch, der sich jederzeit mit schmack¬
haftem Essen deckt, füllt b) [scherzh.]
etw., was ohne Arbeit einen großen
Vorteil verspricht, eröffnet »Politiker
sollten ihr Amt nicht als Tischleindeck¬
dich verstehen.«
Tisch|ler: der; -s; - weibl. Tisch|le|rin:
die; -; -nen Berufsbezeichnung für ei-
ne(n) holzverarbeitende(n) Handwer-
ker(in), Syn.: Schreiner(in)
Tisch|ler|ar|bert: die; - ; -en a) Arbeit ei¬
nes Schreiners b) Gegenstand, der
durch Tischlerarbeit (a) entstanden
ist »Dieses alte Geländer ist eine her¬
vorragende Tischlerarbeit.«
Tisch|le|rei: die; - ; -en 1 holzverarbei¬
tende Werkstatt, in der der Tischler
arbeitet 2 o. PI. Handwerk, Tätigkeit
eines Tischlers, Schreiners »Er hatte
viel Spaß an der Tischlerei.« 3 Werk¬
stück, Gegenstand, das/den ein
Tischler, Schreiner hergestellt hat
tisch|lern: tischlerst; tischlertest; hast
getischlert Holz zu einem Gebrauchs-
sgegenstand, Möbelstück o. ä. verar¬
beiten »In seiner Freizeit tischlert er
gern u. oft.« Syn.: schreinern
Tjsch|ler|plat(te: die; - ; -n von beiden
Seiten mit Furnier belegte Sperrholz¬
platte, die mit Holzleisten versehen ist
T]sch|ler|werk|statt: die; - ; -Stätten mit
Geräten zur Holzverarbeitung ausge¬
statteter Arbeitsraum eines Tischlers,
Schreiners
Tisch|ma|nie|ren: die (PI.) Verhalten,
Benehmen einer Person beim Essen
»Ihr solltet eurem Sohn endlich (gute)
Tischmanieren be Wringen.«
Tisch|nach|bar: der; -n u. -s; -n weibl.
T]sch|nach|ba|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die neben jmdm. am Tisch (beim
Essen, in der Schule) sitzt
Tisch|ptat|te: die; - ; -n unterschiedlich
geformte Platte aus Holz od. einem
anderen Material, die die Oberfläche
eines Tisches bildet
Tisch|re|de: die; - ; -n Ansprache, die
bei einem festlichen Essen gehalten
wird »Der Vater der Braut hielt eine
Tischrede.«
Tisch|ten|nis:das; -;-<Sport>Spiel, das
mit Schlägern u. einem kleinen Pla¬
stikball auf einer in Hüfthöhe ange¬
brachten Platte über ein Netz von
zwei od. vier Spielern gespielt wird
Tischjten|nis|schlä|ger der; -s; - mas¬
siver Schläger aus Kunststoff od.
Holz mit einem Kunststoffbelag auf
beiden Schlägerseiten an einem kur¬
zen Griff, der im Gegensatz zum Ten¬
nisschläger keine Bespannung hat
Tjsch|wein: der; -(e)s; -e einfacher,
qualitativ nicht besonders hochwerti¬
ger Wein, der zum Essen getrunken
wird, Syn.: Tafelwein
Tisch(zoifc die; - ; -en Zeit, Zeitraum, in
der/dem eine Mahlzeit, meist die Mit¬
tagsmahlzeit gegessen, eingenommen
wird, werden kann
Tit: Abk. ^Verwaltung) Titel = Haus¬
haltstitel
Tit.: Abk. Titel
Ti|tan: <gr.-/at.> das; -s; - chemischer
Grundstoff, Metall »Schmuck aus Ti¬
tan«
Tiftan: <gr.-lat.t der; -en; -en 1 Mytholo¬
gie; griechische Sage> riesenhafter,
von Zeus gestürzter Gott 2 dibertr.)
Person, die eine gewaltige Leistung
vollbringt
ti|ta|nen|haAt: Adj. titanenhafter; tita¬
nenhafteste [geh.] unter Anwendung
von großer Kraft, Gewalt, Macht; in
der Art u. Weise einesTitanen
Ti(tel: dato der; -s; ~ 1 Überschrift;
Kennzeichen, Name eines Buches,
Films o. ä. 2 Rang, Beruf, akademi¬
scher Grad (wie Dr., Graf, Herzog
usw.) 3 sportliche Auszeichnung »Er
hat den Titel des Deutschen Meisters
erworben.«
T]]tel]an|wär)ter: der; -s; - weibl. Ti|tel|-
an(wär|te|rin: die; - ; -nen Person, die
ein Amt, einen Titel (erwartungsge¬
mäß, in nächster Zeit) erhalten wird
»Die Titelanwärter müssen sich einer
mündlichen Prüfung unterziehen.«
Syn.: Titelaspirant(in)
Tjjtel|auf]la|ge: die; - / -n <Druckw.>
nicht veränderte Ausgabe, Auflage ei¬
nes Buches, die lediglich unter einem
anderen Titel erscheint, Syn.: Titel¬
ausgabe
Ti|tel|ausjga|be: die; - ; -n <Druckw.>
unter einem anderen Titel erscheinen¬
de Ausgabe eines Buches, dessen In¬
halt jedoch unverändert ist, Syn.: Ti¬
telauflage
Ti|tol|bild: das; -(e)s; -er <Druckw.> Ab¬
bildung auf dem Deckblatt einer Zeit¬
schrift, eines Buches o. ä.
Ti|tel|blatt: das; -(e)s; -blätter 1 mit
dem Titelbild bedruckte, äußere Seite
einer Zeitschrift o. ä. 2 meist erste be¬
druckte Seite eines Buches, das die
kompletten bibliographischen Anga¬
ben (Autor, Titel, Erscheinungsort u.
-jahr) enthält
Tj|tel|ge|schich|te: die; - ; -n auf dem
Titelblatt (1), mit dem Titelbild ange¬
kündigter, größerer Artikel innerhalb
einer Zeitschrift
Tj]tel|kampf: der; -(e)s; -kämpfe (sport¬
licher) Wettkampf um den Erhalt ei¬
nes Titels, einer besonderen Aus¬
zeichnung
Ti|tel(song: der; -s; -s Lied, nach dem
eine CD, Langspielplatte benannt ist
»Der Titelsong des Albums wurde als
Single ausgekoppelt.«
Tj]tel|trä|ger: der; -s; • weibl. Ti|tel|trä|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die einen
akademischen, sportlichen o. ä. Titel
innehat, trägt »Der letztjährige Titel¬
träger nimmt am Wettkampf nicht
teil.«
Ti]tel|zei|le: die; - ; -n Druckzeile, die
den Titel, die Überschrift enthält
»Die Titelzeile istfettgedruckt.«
tlt|schen: titschst; titschtest; hast ge¬
titscht [ugs.] 1 [landsch.] etw. in eine
(zäh)fiüssige Masse eintauchen 2 auf
einen Gegenstand (mit der Hand)
Kraft ausüben, so daß dieser in Bewe¬
gung gerät, gehalten wird »Er titschte
den Ball auf den Boden.«
Hftu|laR dato der; -s; -e weibl. TIMIil-
rin: die; - ; -nen 1 [veralt.] Person, die
einen Titel innehat 2 Person, die einen
1157
Titulatur
Titel, ein Amt innehat, dieses jedoch
nicht ausübt
Tijtullaltun <lal.> die; - ; -en (jmdm. ent¬
gegengebrachte) Ehrenbezeichnung,
Betitelung
ti|tu|lje]ren: <lat.> titulierst; tituliertest;
hast tituliert a) bezeichnen; nennen b)
mit dem Titel anreden c) beschimp¬
fen; mit Schimpfnamen bezeichnen
fl|zi|an|rot: Adj. n. stg. von leuchtend
dunkelroter, oft goldglänzender Far¬
be
TK: Abk. 1 <Sport> Tanzklub 2 Tarif¬
kommission 3 Techniker-Kranken¬
kasse 4 Teilkasko 5 <Sport> Turnklub
Tk.: Abk. 1 Tank 2 Tankschiff; Tanker
TKD: Abk. technischer Kundendienst
TKK: Abk. Tiefkühlkost
Tkst.: Abk. Tankstelle
TI.: Abk. Teil
Tie.: Abk. Teile
•tlg.: Abk. -teilig; aus ... Teilen be¬
stehend »2tlg. • zweitlg.«
Tin.: Abk. a) Teilnahme b) Teilneh¬
merin)
tlw.: Abk. teilweise
TNT: Abk. Trinitrotoluol = ein hoch¬
wirksamer Sprengstoff
TO: Abk. 1 Tagesordnung 2 tengh
<Flugverkehr> take off = Start 3 Ta¬
rifordnung 4 <Miiit.> Technischer Of¬
fiziers Telegrafenordnung
Toast: <engh /toßt/ der; -(e)s; -e u. -s 1
Weißbrot, das geröstet werden kann,
worden ist »einen Toast essen« 2
kleine Rede (bei einem feierlichen Zu¬
sammensein) mit der Aufforderung,
gemeinsam auf eine bestimmte Per¬
son od. auf eine bestimmte Sache zu
trinken »einen Toast aussprechen«
Syn.: <2> Trinkspruch
Toast|brot: /toßt-/ das; -(e)s; -e a) meist
aus Weizenmehl hergestelltes Brot,
das in Scheiben geschnitten u. dann
geröstet wird b) Scheibe gerösteten
Toastbrotes (a) »Zum Frühstück esse
ich zwei Toastbrote mit Marmelade.«
toalsten —* toasften: <eng!.-lat.-fr.>
/tpßten/ toastest; toastetest; hast ge¬
toastet 1 Brotscheiben (in einem Toa¬
ster) rösten »Das alte Graubrot
schmeckt besser, wenn du es toastest.«
2 einen Trinkspruch aussprechen
Toalster —> Tqasfter: <engl.-lat.-fr.>
/toßter/ der; -s; - elektrisches Gerät
zum Rösten von (Weiß)Brotscheiben
to|ben: tobst; tobtest; hast getobt 1 wild
u. zerstörerisch wüten »Der Sturm
tobte über den Bergen.« 2 ausgelassen,
wild u. ungestüm spielen »Die Kinder
toben im Garten.«
To|be|rei: die; - ; -en anhaltendes To¬
ben; intensives Balgen, Herumtoben
»Die Kinder sollen endlich mit dieser
Toberei aufltören!«
Tob|suchfc die; - ; - in übertriebener,
krankhafter Weise ausgelebte Wut
»In einem Anfall von Tobsucht zer¬
störte er die gesamte Wohnungsein¬
richtung.«
tob|süch|tig: Adj. seine Wut krankhaft,
unkontrolliert auslebend »Die tob¬
süchtige Frau zerschmetterte das Ge¬
schirr.«
Tgch(ter. die; - ; Töchter 1 unmittelba¬
rer, direkter weiblicher Nachkomme
2 höhere Tochter: [veralt.; noch
scherzh.] Mädchen aus einer gutbür¬
gerlichen Familie
Toch|ter)fir|ma: die; - ; -firmen eigen¬
ständiges Unternehmen, das sich je¬
doch im Besitz einer größeren Firma,
eines Konzerns befindet »Im Gegen¬
satz zum Mutterhaus erzielte die Toch¬
terfirma erhebliche Gewinne.«
Toch|ter|ge|schwulsfc die; -; -geschwül¬
ste <Med.> von einer Ursprungs-,
Muttergeschwulst ausgehende (bös¬
artige) Wucherungen im Körper,
Syn.; [fremdsprl.] Metastase
Toch|terjge|sall[schaft: die; ~ ; -en ei¬
genständige Firma, Gesellschaft, die
Eigentum einer größeren Firma ist,
einem größeren Konzern angehört
töch|teijlich: Adj. n. stg. in der Art einer
Tochter; von der Tochter ausgehend;
für eine Tochter typisch »Er war der
Meinung, daß es ihr an töchterlichem
Respekt fehlte.«
Tod: der; -(e)s; -e 1 <Lebewesen> Zu¬
stand, in dem alle Vorgänge im Kör¬
per eingestellt worden sind u. mit dem
der Prozeß des Sterbens abgeschlos¬
sen ist 2 <verst.> drückt eine Steige¬
rung eines Sachverhalts aus; sehr »Ich
habe mich zu Tode erschreckt.« 3 [per¬
sonifiziert; poet.] in der Vorstellung
der Menschen als düstere, erschrek-
kende Gestalt (oft als Skelett verbild¬
licht, vorgestellt), die den Tod als Per¬
son u. somit die Endlichkeit des Le¬
bens darstellt »Der Tod hat sie
geholt.« 4 zu Tode kommen: sterben 5
den Tod finden: [geh.] sterben »Er
hatte bei seiner Bergbesteigung den
Tod gefunden.« 6 einen nassen Tod
finden: [geh.] ertrinken 7 auf den Tod
krank: lebensgefährlich erkrankt sein,
ohne Hoffnung auf Genesung 8 dem
Tod ins Auge schauen: [geh.] sich in
einer lebensbedrohenden Situation
befinden, befunden haben 9 mit dem
Tode ringen: (fast) im Sterben liegen
10 dem Tod noch einmal von der
Schippe gesprungen, gehüpft sein:
[ugs.j dem Tode nahe gewesen, aber
noch einmal mit dem Leben davonge¬
kommen sein 11 es geht um Leben
od. Tod: jmd. schwebt in höchster Le¬
bensgefahr 12 gegen den Tod ist kein
Kraut gewachsen: jeder muß sterben
13 jmdm. den Tod an den Hals
wünschen: voller Haß auf eine Per¬
son sein 14 der Tod einer Sache sein:
etw. ruinieren »Die Uneinigkeit der
Mitglieder war der Tod einer guten
Idee.« 15 über Tod u. Teufel: [ugs.]
über verschiedene Dinge »Wir saßen
zusammen u. redeten über Tod u.
Teufel.« 16 weder Tod noch Teufel
fürchten: extrem mutig, durch nichts
zu ängstigen sein 17 zu Tode: extrem;
maßlos »Sie hat sich fast zu Tode ge¬
schämt, als man sie beim Stehlen
erwischte.« 18 Der Tod friBt alle Men¬
schenkind’, fragt nicht, wes Stand
sie sind: sterben müssen alle Men¬
schen ohne Unterschied, ob arm od.
reich 19 Der Tod hat keinen
Kalender: niemand weiß, wann er
sterben muß 20 Lange Quai ist bittrer
Tod: wer viel u. lange leiden, sich quä¬
len muß, betrachtet den Tod als Erlö¬
sung 21 Des einen Tod ist des ande¬
ren Brot ein anderer verdient daran,
woran der andere stirbt; am Tod eines
anderen Menschen kann jmd. verdie¬
nen 22 Der Tod ist ein stiller Mann,
aber er bezwingt jeden: jeder muß
sterben
tgd|blaß—»tgd|b(ass: Adj. n. stg. ähn¬
lich bleich wie eine Leiche; (kurzfri¬
stig) eine äußerst blasse Hautfarbe
aufweisend
todjbleich: Adj. n. stg. ähnlich blaß wie
eine Leiche; (kurzfristig) eine äußerst
blasse Hautfarbe aufweisend
tod|brfn|gend: Adj. n. stg. zum Tode
führend; jmds. Tod verursachend
»Die todbringende Seuche verbreitete
sich immer weiter.«
tod|elend —> tod|e|lend: Adj. n. stg.
sehr schlecht; in (körperlich) sehr
schlechtem, miserablem Zustand
»Nach der Lebensmittelvergiftung
fühlte ich mit todelend.«
tod|emst Adj. n. stg. völlig ernst; nicht
scherzhaft »Er meint es mit seiner
Drohung todernst.«
To|des|ah|nung: die; - ; -en nicht mit
Fakten belegbare Vorahnung, Ver¬
mutung, daß jmd. in naher Zukunft
sterben wird »Seine Todesahnung be¬
wahrheitete sich nicht.«
To|des|angst die; - ; -ängste (PI. s.)
Furcht, Angst vor einer akuten, aktu¬
ellen Bedrohung (des Lebens) »Ich
hatte bei dem Erdbeben (eine) Todes¬
angst.«
To|des|an|zei|ge: die; - ; -n a) Annonce
in einer Zeitung, mit der Angehörige
o. ä. über jmds. Tod informieren b)
bedruckte Karte, mit der die Angehö¬
rigen Bekannte, Verwandte o. ä. über
jmds. Tod informieren, Syn.: Trauer¬
anzeige
To|des|daftum: das; -s; -daten (Angabe
über das) Datum, Tag, an dem jmd.
gestorben ist »In diese Spalte muß das
Todesdatum der Verstorbenen einge¬
tragen werden.«
Tp|des|fall: der; -(e)s; -fälle Tod eines
(nahestehenden) Menschen »Das ist
schon der dritte Todesfall in diesem
Jahr in unserer Familie.« Syn.: Trau¬
erfall
Tp|des|kampf: der; -(e)s; -kämpfe Gan¬
gerer) Widerstand eines Menschens,
Lebewesens gegen das Sterben, den
Tod
To|des|kan|di|dat: der; -en; -en weibl.
Tq|des|kan|df|dajtin: die; - ; -nen 1
Person, die (von einem Gericht) für
eine Straftat zum Tode verurteilt wor¬
den ist »Der Todeskandidat wartete in
der Zelle auf seine Hinrichtung.« 2
[ugs.] Person, die an einer tödlich ver¬
laufenden Krankheit leidet, unmittel¬
bar vom Tod bedroht ist
To|des|lajger: das; -s; - Internierungs¬
lager, in dem viele der Inhaftierten
sterben, getötet werden
To|des|mut: der; -(e)s; - großer Mut;
Furcht überwindende Handlung(sbe-
reitschaft) angesichts einer sehr ge¬
fährlichen, lebensgefährlichen Situa¬
tion »Mit Todesmut kletterte er die
Felswand hinauf.«
To|des|optfer: das; -s; - Tote(r), der/die
aufgrund eines Unfalls, Terroran¬
schlags o. ä. gestorben ist »Das Flug¬
zeugunglück forderte 214 Todesop¬
fer.«
1158
Tölpel
To)des|schwa|dron —* Tq|des|schwa|-
d|ron: die; • ; -en Gruppe von (militä¬
risch organisierten) Personen, die aus
politischen Gründen Terrorakte ver¬
üben, meist unbeteiligte Menschen er¬
morden
To|des|stoB: der; -es; -stoße 1 Angriff,
Stoß mit einer Stichwaffe, der zum
Tode führt 2 <übertr.> (Fehl-)Verhal-
ten, Maßnahme, das/die zum Ende,
zum Untergang einer Idee, einer In¬
stitution o. ä. führt
Tp|des|stra|fe: die; - ; -n (PL s.) Form
der Bestrafung eines schweren Ver¬
brechens, bei der der Täter getötet
wird »In den meisten Ländern der
westlichen Welt ist die Todesstrafe ab¬
geschafft worden.«
Tojdesjtag: der; -(e)s; -e Tag des Todes,
Sterbens einer Person od. dessen Jah¬
restag »Am Todestag ihres Mannes
stellte sie immer eine Kerze auf sein
Grab.«
To]des|ur|teil: das; -(e)s; -e a) Urteil,
Beschluß eines Gerichtes o. ä., einen
Täter/eine Täterin mit dem Tod zu
bestrafen b) <übertr.> etw., was das
Ende für ein Vorhaben o. ä. bedeutet
Tg|des|ver|ach|tung: die; - ; -1 Furcht¬
losigkeit, Mißachtung einer Gefahr in
einer bedrohlichen Situation 2 etw.
mit Todesverachtung tun: [scherzh.]
mit großer Überwindung etw. tun,
ohne sich anmerken zu lassen, wie
schwer es einem fällt
TojdesJzel|le: die; - ; -n Gefängniszelle,
in der zum Tode Verurteilte auf ihre
Hinrichtung warten
Todfeind: der; -(e)s; -e weibl. Tod(fein|-
din: die; - ; -nen Person, die inan be¬
sonders haßt, so daß man ihr tatsäch¬
lich od. in übertragenem Sinn den
Tod wünscht
tod]ge|weiht: Adj. n. stg. kurz vor dem
Tod stehend; dem Tod nicht mehr
entgehen könnend »Die todgeweihten
Gladiatoren kämpften gegen die wilden
Tiere.«
tod|krank: Adj. n. stg. so krank, daß die
Gefahr des Sterbens besteht, der Tod
wahrscheinlich ist »Tu nicht so, als
seiest du todkrank!«
tödl.: Abk. tödlich
tod|lang|wei|lig: Adj. n. stg. höcht unin¬
teressant; übermäßig langweilig »Wir
waren in einer todlangweiligen Thea¬
ter auffuhrmg.«
töd|lich: Adj. n. stg. zum Tode führend;
den Tod nach sich ziehend »Es han¬
delt sich hierbei um eine tödliche Waf¬
fe.«
tod|mü|de: Adj. n. Stg. sehr, extrem mü¬
de »Am Abend des Umzugs fiel ich tod¬
müde ins Bett.«
tod|schick: Adj. n. stg. [oft iron.J sehr
elegant (gekleidet, frisiert o. ä.) »Sie
trug ein todschickes Kostüm.«
Tod|sün[de: die; - ; -n a) <kath. Kirche)
Verfehlung, die die ewige Glückselig¬
keit verhindert, gefährdet b) dibertr.)
unverzeihlicher, großer Fehler »Es
war eine Todsünde, den Gegner so zu
unterschätzen.«
tod|un|gliick|lich: Adj. n. stg. sehr trau¬
rig, unglücklich »Nach der mißglück¬
ten Prüfung war sie todunglücklich.«
Toe-loop —» Toe|loop: <englo /tulup u.
tolup/ der; - u. -s; -s <Eiskunstlauf>
vorwärts eingesprungener Sprung,
bei dem man nach der Drehung wie¬
der mit dem Absprungfuß aufkommt
»Der doppelte Toe-loop gelang ihr her¬
vorragend.«
Tofjtee: <englo /toffi/ das; -s; -s Weich¬
karamelle; weiches Bonbon
Toffu: <chin.-jap.> der; - u. -s; - quar¬
kähnliches Nahrungsmittel aus Soja¬
bohnen, das häufig als Fleischersatz
benutzt wird
Tojhu|wa|bo|hu: <hebro das; - u. -s; -s
[ugs.] Wirrwarr; Durcheinander
toi, toi, toi!: lnterj. Ausruf, mit dem
man jmditi. Glück wünscht
Toil.: Abk. Toilette(n)
Toi|let|te —» To|i|let|te: <fro /toalette u.
[ugs.] tolgtte/ die; - ; -n 1 a) Raum mit
einem WC b) WC c) Waschraum 2 a)
Vorgang des Sichzurechtmachens
»die morgendliche Toilette betreiben«
b) elegante Kleidung
Toi|lettten|ar|ti|kei —> To|i|let|ten|ar|ti|-
kel: /toaletten- u. [ugs.] toletten-/ der;
-s; - Produkt, Gebrauchsgegenstand
für die Körperpflege o. ä. »Siepackte
ihre Toilettenartikel in eine Kulturta¬
sche.«
Toi|letjten|frau —> To|i|let|ten|frau:
/toaletten- u. [ugs.] toletten-/ die; - ;
-en Angestellte, die in öffentlichen o.
ä. Toilettenanlagen für die Sauberkeit
sorgt »Sie gab der Toilettenfrau ein
Trinkgeld.«
Toi|let|ten|garjni|tur —> To|i|let|ten|ga(j-
nijtur: /toaletten- u. [ugs.] toletten-/
die; ~ ; -en 1 Bürste zur Reinigung des
Toilettenbeckens in einem Ständer 2
Set von Bürsten, Kämmen o. ä. zur
Haar u. Körperpflege
Toi|let|ten|pa|pier —* To|i|let|ten|pa|-
piür: /toaletten- u. [ugs.] toletten-/
das; -s; -e (PI. s.) meist von einer Rol¬
le abreißbarer (weicher) Papierstrei¬
fen, der zur Säuberung nach dem
Stuhlgang benutzt wird
Töjle: die; - ; -n [ugs.; abwert.] (ständig
bellender, häßlicher) Hund »Wann
hört diese Töle endlich auf zu kläffen?«
to|le|ra|bel: <lat.> Adj. tolerabler; tolera¬
belste (gut, gerade noch) zu akzeptie¬
ren, tolerieren »Diese Rocklänge ist
gerade noch tolerabel.«
to|tejrant: dat.-fr.> Adj. toleranter; tole¬
ranteste aufgeschlossen u. andere
(von der eigenen abweichende) Denk¬
weisen duldend
To|le|ranz: <lat.> die; - ; -en 1 Duldung u.
das Zulassen von (der eigenen) abwei¬
chenden Meinungen usw. 2 <Technik>
zulässige Abweichung von einem
Maß »Toleranzwert«
To|le|renzjbe|reich: der;-(e)s; -e (Meß-)
Werte innerhalb eines Bereichs, in
dem eine Abweichung von (techni¬
schen) Normen noch zu akzeptieren
ist
Tojle|ranz|do|sis: die; - ; -dosen <Med.>
die höchste Menge, Dosis eines Medi¬
kamentes, die für eine Behandlung
noch zu akzeptieren ist
To]te|ranz|gren|ze: die; - ; -n (Meß-,
Grenz-)Wert, der noch akzeptabel,
tolerabel ist
to|te|rte|ren: dato tolerierst; toleriertest;
hast toleriert 1 etw. als gegeben hin¬
nehmen, akzeptieren, dulden 2
[fachsprl.] einen bestimmten Unter¬
schied zwischen dem Soll u. dem Ist
bei technischen Meßwerten zulassen
To|le|rte|rung: dato die; - ; -en Vorgang
des Tolerierens, Duldens, Akzeptie-
rens von etw., (technischen, morali¬
schen o. ä.) Normen »Die Tolerierung
ihres Verhaltens fiel ihm nicht leicht.«
toll: Adj. 1 n. stg. an Tollwut erkrankt
»Der Hund ist toll.« 2 übermütig »tol¬
len Blödsinn treiben« 3 besonders gut,
schön, aufregend »ein tolles Fest« 4
schlimm »toller Lärm« 5 [veralt] gei¬
stesgestört
tolldreist: Adj. tolldreister; tolldreiste¬
ste gefährlich, übertrieben dreist,
frech »Sein tolldreistes Verhalten
hätte ihn beinahe seine Arbeitsstelle
gekostet.«
Tol|le: die; - ; -n (in einer Welle) aufge¬
türmte Haare
tol|ten: tollst; tolltest; hastjbist getollt 1
hast wild toben, spielen »Die Hunde
tollten im Park (herum).« 2 bist sich
beim Tollen (1) fortbewegen »Die
Kinder tollten durchs Wasser.«
Toll|haus: das; -es; -häuser (PI. s.) a)
[veralt.] Haus, in dem Geisteskranke
untergebracht sind b) dibertr.) Haus,
Wohnung, in dem/der viel Lärm, Un¬
ruhe herrscht »Hört auf zu toben! Wir
sind doch hier nicht in einem Toll¬
haus.«
Toll|heit: die; - ; -en 1 unüberlegte, un¬
sinnige Handlung; verrücktes Verhal¬
ten »Deine Tollheiten sind für mich
nicht mehr zu akzeptieren.« 2 [veralt.]
o. PI. Geistesgestörtheit
Tol|li|ttt: die; ~ ; -en [scherzh.] Titel, An¬
rede für eine(n) Karnevals-, Fa-
schingsprinzen/-prinzessin »Die Tolli-
täten zogen in den Saal ein.«
Tgll|kir]sche: die; - ; -n a) Nachtschat¬
tengewächs, das als Strauch, Staude
wächst u. für den Menschen giftige
Beeren, Früchte hervorbringt b)
schwarzgefärbte, giftige Beere der
Tollkirsche (a)
tpll|kühn: Adj. wagemutig; riskant; ge¬
fährlich »ein tollkühnes Abenteuer«
Tgll|kühn|heit: die; - ; -en 1 o. PI. über¬
triebene Waghalsigkeit »Er war für
seine Tollkühnheit überall bekannt.« 2
waghalsige, übertrieben draufgän¬
gerische Handlung
—> Tollpatsch: s. Tolpatsch
—»toll|pat|schig: s. tolpatschig
—» Toll|pat|schig|keit: s. Tolpatschig-
keit
Tpll|wut: die; - ; - <(Tier-)Med.> Virus¬
krankheit warmblütiger Tiere, die
durch einen Biß (auch auf den Men¬
schen) übertragen wird
toll|wütig: Adj. n. stg. a) von der Krank¬
heit Tollwut betroffen, befallen »Der
tollwütige Hund mußte erschossen
werden.« b) <übertr.> übertrieben
agressiv handelnd
Tollpatsch —* Tollpatsch: der; -(e)s;
-e ungeschickte Person
tol|pat|schig —* tpll|pat|schig: Adj. töl¬
pelhaft; ungeschickt
Tol|pat|schig|keit —*■ Toll|pat|schig|-
keit: die; - ; - ungeschicktes Handeln,
Verhalten; ungeschickte Bewegung
Töl|pel: der; -s; - 1 Person, die sich sehr
ungeschickt benimmt 2 schwarzwei߬
gefiederter, großer Meeresvogel
1159
tölpelhaft
töljpeljhaft: Adj. tölpelhafter; tölpelhaf¬
teste ungeschickt; einfältig; unbehol¬
fen
töl|pisch: Adj. in der ungeschickten Art
eines Tölpels
Tölt: dsländo der; -s; - <Reitsport> zwi¬
schen Schritt u. Trab angesiedeite
Gangart (eines Pferdes)
To|ma|hawk: ilndian. Spr.-engh
/tomahok/ der; -s; -s indianische
Streitwaffe, Streitaxt
To|ma|te: die; - ; -n 1 Nachtschattenge¬
wächs mit eßbaren roten, runden u.
manchmal ovalen Früchten 2 eine
treulose Tomate: [ugs. scherzh.) jmd.
vergißt einen anderen, läßt ihn im
Stich »Du hast doch gesagt, daß du
mich anrufst, du treulose Tomate.« 3
Tomaten auf den Augen haben: [ugs.]
etw. nicht wahrnehmen, nicht bemer¬
ken, nicht sehen »Du bist bei Rot über
die Ampel gefahren, hast du denn To¬
maten auf den Augen?«
Tojma|ten|ketch|up —» auch To[ma|-
ten|ket|sch|up: tspan.-fr.-engh das u.
der; - u. -s; -s aus pürierten Tomaten
u. Gewürzen hergestellte Soße, die
meist kalt verwendet wird
Tp|ma(ten|mark: das; -(e)s; - eingedick¬
tes, konzentriertes Fruchtfleisch von
Tomaten »Fügen sie der Nudelsoße
eine kleine Tube Tomatenmark hin¬
zu.«
to|ma|ten|rofc Adj. n. stg. in der Farbe
von einem kräftigen Rot, ähnlich rei¬
fen Tomaten
Tom|bo|la: <it.> die; - ; -s u. Tombolen
Verlosung, Lotterie von gespendeten
Gegenständen bei Wohltätigkeitsfe¬
sten
Tom|my: <engh /tommi/ der; -s; -s [ugs.;
veralt.; scherzh.] Bezeichnung für ei¬
nen englischen Soldaten im Ersten
bzw. Zweiten Weltkrieg
To|mo|gra|phie —> auch To|molgra(fie:
<gr.> /tomografi/ die; - ; - <Mea.> rönt¬
genologisches Verfahren, das den in¬
neren Bereich des Körpers in Schich¬
ten zeigt, aufzeichnet
Ton: der; -(e)s; -e gelblich-bräunliches
Gestein zur Herstellung von getöpfer¬
ten Gegenständen »eine Kanne aus
Ton«
Ton: dat.-gr.-fro der; -(e)s; Töne 1 a)
Laut; Luftschwingung, die vom Ge¬
hör wahrgenommen wird »schöne
Töne« b) Betonung »Der Ton liegt auf
der zweiten Silbe.« 2 Art u. Weise des
sittlichen Umgangs miteinander »Es
herrscht ein guter Ton.« 3 Färbung
»Das Braun ist ein schöner Ton für
dich.« 4 <Literaturwiss.) Einheit der
Melodie, Rhythmik u. der Strophen¬
form, Metrik, in der (spät)mittelalter-
lichen Lyrik 5 der Ton macht die
Musik: [ugs.] es ist wichtig, in welcher
Art u. Weise man zu jmdm. spricht,
wie man ihm .etw. aufträgt o. ä. »Sie
könnten ruhig etw. freundlicher sein,
der Ton macht nämlich die Musik.« 6
sich im Ton vergreifen: unhöflich sein
7 der gute, feine Ton: gute Umgangs¬
formen 8 haste, hast du Töne?: [ugs.]
erstaunter Ausruf, der ausdrückt,
daß etw. kaum zu glauben ist »Haste
Töne - er wäscht freiwillig das Geschirr
ab!« 9 den Ton angeben: die Ent¬
scheidungen treffen; entscheiden »Ich
bin der Chef u. gebe den Ton an.« 10
dicke, große Töne reden, spucken:
[ugs.] angeben; sich in den Vorder¬
grund spielen 11 von jmdm., von etw.
in den höchsten Tönen reden,
sprechen; jmd. od. etw. in den höch¬
sten Tönen loben: [ugs.] von jmdm.
öd. etw. nur Gutes sagen 12 keinen
Ton sagen, von sich geben: [ugs.]
sich zu nichts äußern; still sein »Er
hat keinen Ton gesagt, ob ihm meine
Überraschung gefallen hat.« 13 zum
guten Ton gehören: zu gutem Beneh¬
men gehören
Ton]ab|neh|mer: der; -s; - Vorrichtung
am Plattenspieler, mit der die Schall¬
platte gelesen u. die Informationen
dem Verstärker zugeführt werden
to|nal: Adj. n. stg. <Musik> a) auf einer
Tonart aufbauend b) Klänge, Akkor¬
de o. ä. bildend
To|na|li|tät: </r.> die; -; - <Musik> a) (Sy¬
stem von) Beziehungen, die auf der
Zugehörigkeit zu einer Tonart beru¬
hen b) Beziehung zwischen Tönen,
Akkorden u. Klängen
ton|an]ge|bend: Adj. n. stg. für etw.
maßgeblich verantwortlich; in bezug
auf etw. als Vorbild dienend »In der
Mode sind immer noch die Pariser
Modemacher tonangebend.«
Tgn]arm: der; -(e)s; -e bewegliche Vor¬
richtung am Plattenspieler, an deren
Ende die Nadel u. der Tonabnehmer
angebracht sind
Ton|auf]nah|me: die; - ; -n (in Verbin¬
dung mit einem Film, einer Videoauf¬
nahme o. ä.) Aufzeichnung von Tö¬
nen, Geräuschen, Stimmen u. ä.
Tpn|band: das; -(e)s; -bänder magneti¬
scher Datenspeicher aus metallischem
(Gewebe-)Band zur Aufzeichnung u.
Wiedergabe von Musik, Sprache u. ä.
Ton|band]auf|nah|me: die; - ; -n Spei¬
cherung von Klängen, Tönen auf ei¬
nem Tonband, einer Tonbandkas¬
sette mittels eines Aufzeichnungsge¬
rätes
Tgn|band|ge[rät: das; -(e)s; -e techni¬
sches Gerät, mit dem Klänge, Töne
auf Tonbänder aufgenommen, ge¬
speichertwerden können »In den 70er
Jahren wurden die Tonbandgeräte von
Kassettenrekordern abgelöst.«
to|nen: tonst; tontest; hast getont (Pho¬
tographie) einem Schwarzweißfoto
nach der Entwicklung einen anderen
Farbton geben
tö|nen: tönst; töntest; hast getönt 1
(leicht) färben »die Haare rot tönen« 2
prahlen; sich wichtig machen »Erst
hast du laut getönt, jetzt bist du still u.
läßt andere machen.« 3 zu hören sein
Ton|er|de: die; - ; - u. (Sorten) -n 1 Che¬
mie) Aluminiumoxyd 2 Sedimentge¬
stein, aus dem Töpferwaren herge¬
stellt werden
Tgn|film: der; -(e)s; -e Film, bei dem
"nicht nur Bilder, sondern auch Töne,
Klänge, Stimmen, Musik u. ä. aufge¬
nommen wurden; audiovisuelle Auf¬
nahme
Ton|fol|ge: die; - ; -n <Musik> nur aus
wenigen Klängen, Tönen bestehende
Melodie; in einer festgelegten Reihen¬
folge erscheinende, hervorzubringen¬
de Töne
Ton|fre|quenz: dato die; - ; -en (Physik)
Schwingungszahl von Schallwellen
innerhalb des hörbaren Bereichs
Ton|ge|bung: die; - ; -en 1 <Musik> Be¬
schaffenheit, Form der Produktion
eines Tones, Klanges (u. seine ange¬
messene Beibehaltung) »Der Tenor
hatte bei der Tongebung des hohen C
große Schwierigkeiten.« 2 (Sprach-
wiss.> Form der Gestaltung einer
sprachlichen Aussage in Klang, Ton¬
höhe o. ä.
Ton|ge|fäß: das; -es; -e aus Ton herge¬
stellter Behälter, hergestellte Töpfer¬
ware
Tgnjge|schim das; -(e)s; -e (PI. s.) (für
die Nahrungsaufnahme verwendete)
Töpferware
Ton|gru|be: die; - ; -n Ort, an dem Ton,
Sedimentgestein für die Herstellung
von Töpferwaren gewonnen, geför¬
dert wird
Ton|hö|he: die; - ; -n Klang eines Tons,
der von seiner Schwingungszahl ab¬
hängig ist
To[ni[ka: dat.-ito die; - ; Toniken
(Musik) a) auf der ersten Stufe (einer
Tonleiter) aufbauender Dreiklang b)
Grundton, auf dem eine Tonleiter
aufbaut
To[nl|kum: <gr.-/at.> das; -s; Tonika
(Med.) aus verschiedenen Bestandtei¬
len zusammengesetztes, flüssiges Arz¬
neimittel, das zur Kräftigung des
Körpers, des Immunsystems dient
Tpn|kopf: der; -(e)s; -köpfe technische
Vorrichtung an einem Tonbandgerät,
Kassettenrekorder, Plattenspieler,
Videorekorder u. ä., die der Abnah¬
me der gespeicherten Informationen
dient
Ton|lei|ter: die; - ; -n (Musik) eine Okta¬
ve, acht Töne umfassende geordnete
Folge von Tönen
ton|!os: Adj. n. stg. ohne Modulation,
Ausdruckskraft, sich verändernden
Klang (in der Stimme)
Ton|lo|sig|keifc die; - ; - Eigenschaft,
Zustand, bei der/dem die Modulati¬
on, Klangfarbe o. ä. (einer Stimme)
nicht verändert wird
Tgn|mei|ster—» Tpnlmels|ter: der; -s; -
weibl. Ton(mei)ste|rin —=* Ton|meis|-
te|rin: die; - ; -nen Person mit einer
speziellen Ausbildung als Toningen¬
ieur (bei Rundfunk, Fernsehen u.
Film), der für die Tonaufnahmen u.
-Wiedergaben verantwortlich ist
Tpn|mi|scher: der; -s; - weibl. Ton|mi|-
schejrin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form Gerät, Mischpult, an dem ver¬
schiedene Stimmen, Klänge, Töne u.
ä. zu einer Aufnahme zusammenge¬
mischt werden 2 Person, die einen
Tonmischer (1) bedient, an einem
Tonmischpult arbeitet
Ton|na|ge: dat.-fro /tonasehe/ die; -; -n
"(Schiffahrt) 1 Rauminhalt, Ladekapa¬
zität eines Schiffes (in
Bruttoregistertonnen) 2 Gesamtheit
der Schiffe, Ladekapazitäten eines
Schiffeigners, einer Reederei, einer
Marine
Tqn|ne: die; - ; -n 1 großes rundliches
Gefäß »Im Garten steht eine
Regentonne.« 2 (Gewicht) 1000 Kilo¬
gramm
1160
Topologie
Tgn|nen|ge|wölfbe: das; -s; - <Archit.>
"halbkugelförmiges Gewölbe in der
Decke eines Hauses, Gebäudes
ton|nen|wei|se: Adv. 1 in Einheiten von
Tonnen, 1000 kg 2 [ugs.] in sehr gro¬
ßen Mengen »Ich könnte jetzt tonnen¬
weise Pizza essen.«
tqnn|lä|gig: Adj. n. stg. (Bergbau;
Schacht) (stark) abfallend, geneigt
Ton|qua|li|täfc die; - ; -en (PI. s.) Be¬
schaffenheit, Güte einer Tonaufnah¬
me, akustischen Übertragung »Die
Tonqualität des Films ist sehr mangel¬
haft.«
ton|sil|lar/ton|sil|lär <lat.> Adj. n. stg.
(Med.) die Tonsillen, Mandeln betref¬
fend; von den Mandeln ausgehend
Ton|sil|lek|to|mie: <gr.-lat.> die; - : -n
/tonsillektomifn/ (Med.) chirurgische
Entfernung der Mandeln, Tonsillen
Ton|sU|li|tis: dat.'i die; - ; Tonsilitiden
<Med.> Entzündung der Tonsillen,
Mandeln »Sie litt mehrmals im Jahr
unter Tonsillitis.«
Ton|spun die; - ; -en Bereich eines Film¬
bandes, Videobandes, auf dem der
Ton gespeichert wird
Ton|stö|rung: die; - ; -en Fehler bei der
Übertragung, Wiedergabe von Klän¬
gen, die an Radio-, Fernsehgeräte
ausgesendet werden
Ton|sur <lat.> die; - ; -en (häufig bei
Mönchem haarlose, rasierte runde
Stelle am Oberkopf, Scheitel
ton|su|rte|ren: <lat.> tonsurierst; tonsu-
riertest; hast tonsuriert [geh.] jmdm.
eine Tonsur machen; die Haare am
Oberkopf an einer Stelle kreisrund
kahlscheren
Tqn|tau|be: die; - ; -n ursprünglich aus
Ton, Töpferware hergestellte Schei¬
be, die als Ziel bei Schießübungen
dient
Tpn|tau|ben|schie|Ben: das; -s; - (PI.
s.) Veranstaltung, bei der auf maschi¬
nell in die Luft geschleuderte Ziele
aus Ton geschossen wird
Ton|tech|ni|ken der; -s; - weibl. Ton|-
tech|ni|ke|rin: die; ~ ; -nen Person, die
an der optimalen Aufnahme, Wieder¬
gabe von Klängen (z. B. im Rund¬
funk, bei Konzerten o. ä.) arbeitet
Ton|tr8|ger: der; -s; - Speichermedium
"(Schallplatten, Kassetten, Tonbän¬
der) für Tonaufnahmen; Gegenstand,
auf dem Tonaufnahmen gespeichert
sind »Das Geschäft tauscht Tonträger
nur um, wenn die Verpackung versie¬
gelt ist.«
Tö|nung: die; -; -en 1 a) Farbe, Färbung
von etw. »Das Gras hatte eine dunkel¬
grüne Tönung.« b) das Färben von
etw. »Die Tönung der Wandfarbe war
nicht zur Zufriedenheit des Kunden
gelungen.« 2 Material, Farbe, Pro¬
dukt, mit der etw. getönt, gefärbt
werden kann (insbesondere Haare)
To|nus: <gr.-lat.> der; ~ ; Toni 1 <Med.) in
einem Muskel normalerweise herr¬
schende Spannung 2 <Musik> aus zwei
Halbtönen bestehender Ganzton
TOP: Abk. 1 Toplage = sehr gute Lage
2 Tagesordnungspunkt
t o. p.: Abk. <engl.> <Buchw.> temporari-
ly out of print = gegenwärtig, zeit¬
weiligvergriffen
Top: das; -s; -s 1 ärmelloses Oberbeklei¬
dungsstück (für Damen) mit Trägern
2 (Sport; Golf) Schlag, bei dem der
Schläger den Ball oberhalb des Mit¬
telpunktes trifft
Top ten—* Top Ten/Top|ten: <engl.> die;
- ;-s (PI. s.) die zehn ersten, besten in
einer Kategorie, Einteilung (ur¬
sprünglich meist im Zusammenhang
mit Hitlisten der Popmusik
verwendet) »die Top ten der Tennis¬
Weltrangliste«
Top-/top-: (engl.> Wortbildungselement
sehr; äußerst »topfit — sehrfit«
Topzu./Topzstd.: Abk. Topzustand =
sehr guter Zustand
Top.: Abk. Topographie = Darstellung
geographischer Gegebenheiten
top.: Abk. topographisch = die land¬
schaftlichen Gegebenheiten betref¬
fend
To|pas/[österr.] Tp)pas: <gr.-lat.> der;
-es; -e in Schmuckstücken verwende¬
tes Mineral, das zu Schmucksteinen
geschliffen wird
Topf: der; - (ejs; Töpfe 1 Gefäß mit ho¬
hem Rand, in dem gekocht wird »Ich
brauche für die Suppe einen großen
Topf.« 2 a) kurz für [veralt.] Nacht¬
topf »Früher wurden die Töpfe auf der
Straße entleert.« b) [ugs.] Toilette
»Sie sitzt schon ewig auf dem Topf.« 3
a) auf dem Topf sitzen: [ugs.] auf der
Toilette sein »Warte einen Moment,
er sitzt noch auf dem Topf.« b) auf den
Topf gehen, müssen: [ugs.] zur Toi¬
lette gehen, müssen 4 jeder Topf fin¬
det seinen Deckel; für jeden Topf fin¬
det sich ein Deckel; auf jeden Topf
paBt ein Deckel: jeder Mensch wird
einen Partner fürs Leben finden 5 al-
le(s) in einen Topf werfen: [ugs.] keine
Unterschiede machen »Nicht alle Ju¬
gendliche sind so, wirf doch nicht
gleich alle in einen Topf!« 6 in alle
Töpfe gucken; seine Nase in alle
Töpfe stecken: [ugs.] besonders neu¬
gierig sein
Topf|blu|me: die; - ; -n (blühende)
Pflanze, die in einem Blumentopf
wächst
TBpf|chen: das; -s; - 1 Gefäß, auf das
Kinder gesetzt werden, bevor sie auf
die Toilette gehen können »Setz’ die
Kleine aufs Töpfchen.« 2 kleiner
Kochtopf 3 [ugs.] Toilette
Tppfjdeckel (Tqpf|dek|kel —» Topf|de|-
ckel): der; -s; - auf einen Kochtopf o.
ä. passende(r) Scheibe, Deckel mit ei¬
nem Griff zum Verschließen des Top¬
fes
Top|fen: der; -s; - [österr.] Quark
topjfen: topfst; topftest; hast getopft in
etw. hineinpflanzen »Ich habe die Pri¬
meln in die Blumenkästen getopft.«
Tpp|fen|pa|la|tschinke: die; - ; -n
[österr.] mit Quark gefüllter, einge¬
strichener Crepe, Pfannekuchen
Top|fen|stru|del: der; -s; - [landsch.]
mit Quark gefüllter, hergestellter
Strudel, Blätterteigkuchen
Töp[fer: der; -s; - weibl. Töp|fe|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die aus Ton Töpfer¬
waren, Gebrauchsgegenstände her¬
stellt 2 Person, die als Ofensetzer(in)
ausgebildet ist, arbeitet
Töplfefrej: die; - ; -en a) Tätigkeit,
Handwerk des Töpfers »Ich habe ei¬
nen Kurs für Töpferei in der Volks¬
hochschule gemacht.« b) von einem
Töpfer/einer Töpferin hergestelltes
Produkt c) Werkstatt, Arbeitsort ei¬
nes Töpfers
löp|feijhand|werk: das; -(e)s; - Tätig¬
keit, Handwerk des Töpfers; Gesamt¬
heit aller Fertigkeiten, die für die
Töpferei notwendig sind
töp|fern: töpferst; töpfertest; hast getöp¬
fert aus Ton Gegenstände herstellen
»Er töpfert große Bodenvasen.«
töpjfern: Adj. n. stg. aus Ton o. ä. (von
einem Töpfer) hergestellt
Töp|fer[schei|be: die; - ; -n (mit einem
Fußpedal o. ä. angetriebene) drehba¬
re Scheibe, mit deren Hilfe Töpferwa¬
ren geformt werden
Töp|fer|wa|re: die; ~; -n (m. PL) (von ei¬
nem Töpfer hergestelltes) Produkt
aus Ton o. ä. »Heute sind Töpferwa¬
ren nicht mehr sehr begehrt.«
topjfit/top|fit: Adj. n. stg. körperlich od.
hinsichtlich eines Fachgebietes sehr
gut beschaffen, vorbereitet, infor¬
miert
Topf]rei|ni|gen der; -s; - Stahlwolle,
Schwamm mit einer harten Beschich¬
tung auf einer Seite o. ä„ mit dem
Speisereste aus Töpfen o. ä. beim
Spülen gelöst werden können
Topf[schla|gen: das; -s; - (Kinder-)
Spiel, bei dem eine Person, der die
Augen verbunden sind, mit einem
Holzlöffel tastend einen umgedrehten
Topf im Raum finden muß (unter
dem etw. versteckt ist)
Tolpilc <gr.-lat.> die; - ; -1 (Sprachwiss.)
Wissenschaft, Lehre von den Topoi,
immer wiederkehrenden Motiven (in
der Literatur, Sprache) 2 (Med.) Wis¬
senschaft, Lehre von der räumlichen
Verteilung der Organe im Körper 3
(Philosophie) Lehre von den Metho¬
den der Argumentation
tqjpisch: (gr.> Adj. (Med.; Medikament)
nur äußerlich anwendbar; bei der An¬
wendung nur örtlich wirksam
topless: <engl.-amerik.> Adj. n. stg.
oben ohne; barbusig; mit unbedeckter
(weiblicher) Brust
Top|ma|na|ge|menb <engl.t das; -s; -e
(Wirt.) Personengruppe, oberste
Schicht von (besonders qualifizierten)
Managern, Firmenleitem in einem
Konzern »Das Topmanagement wird
immer besser bezahlt.«
Top|ma|na|geR <engl.> der; -s; ~ weibl.
Tgp|ma|na|ge|rin: die; - ; -nen (Wirt.)
Person, die der obersten Leitung einer
großen Firma angehört
—* To|po[gra|fie: s. Topographie
—»to|po|gra|fisch: s. topografisch
To|po|gra|phie —> auch To|po|gra|fje:
<lat.> /topografi/ die; -n
ftopografijnj1 (Med.) Darstellung der
anatomischen Beziehungen der Or¬
gane im Körper zueinander 2 (karto¬
graphische) Darstellung der geogra¬
phischen Verhältnisse auf der Erde,
in einem Gebiet 3 (Meteorologie)
Darstellung des Aufbaus -der Atmo¬
sphäre in einer Karte
to|po|gra|phisch —> auch to|po|gra|-
fisch: <lat.> /topografisch/ Adj. n. stg.
die Topographie betreffend; die An¬
ordnung, Lage von etw. betreffend
To|po|lo|gie: <grs die; - ; - a) (Math.)
Wissenschaft, Lehre von der Struktur
u. Anordnung von geometrischen Fi-
1161
topologisch
guren im Raum b| «Sprachwiss.» Leh¬
re von der Anordnung der Wörter,
Satzglieder
to[po|lo|gisch: tgro Adj. n. stg. a)
<Math.> die Struktur u. Anordnung
von geometrischen Figuren im Raum
betreffend b) <Sprachwiss.> die An¬
ordnung der Wörter, Satzglieder be¬
treffend
Top|ono|maJstik —* To|p|o|no|mas|t'lc
die; ~ ; - Wissenschaft von den geo¬
graphischen Namen; Lehre der Orts¬
namen
Top|ony|mte —* To|p|o|ny|mte, <gro
/toponümi/ die; - ; - Wissenschaft
von den geographischen Namen,
Ortsnamen
Top|ony|mik —* To|p|o|ny|milc <gr.> /to-
ponümik/ die; - ; - Wissenschaft von
den geographischen Namen, Ortsna¬
men
Tglpos: <gr.> der; - ; Topoi (in der
Literatur) a) wiederkehrendes Motiv,
Bild b) häufig vorkommende sprach¬
liche Formulierung
Topp: der; -s; -e u. -en u. -s Mastspitze
eines Segelschiffes
toppjlafstig —* topp|ias|tig: Adj. «See¬
fahrt) im Vergleich zum Gesamtge¬
wicht eines Schiffes zu viel Gewicht in
den Segeln u. dem dazugehörigen
Material habend
Topp|la)ter|ne: die; - ; -n «Seefahrt) an
der Mastspitze angebrachtes Licht
Topp|sejgel: das; -s; - «Seefahrt) nahe
an der Mastspitze als oberstes ange¬
brachtes Segel
top-se|cret —* top|se|c)refc <englo /top
ßikret/ Adj. n. stg. absolut, streng ge¬
heim »Die neuen Modeentwürfe sind
noch top-secret.«
Top|spin: <englo der; -s; -s «Sport, meist
Tennis) a) Rotieren des Balles in
Flugrichtung nach einem Schlag b)
Schlag, der einen Topspin (a) hervor¬
ruft
Tor: das; -(e)s; -e 1 große Eingangstür
zu einem Grundstück »Du mußt durch
das Tor fahren.« 2 a) markiertes Ziel
bei Ballspielen »Beim Fußballspiel
gibt es zwei Tore.« b) Treffer bei Ball¬
spielen »Die Mannschaft hat ein Tor
erzielt.« 3 (nur) auf ein Tor spielen:
«Sport; Ballspiel) in der Spielführung
sehr überlegen sein 4 vor den Toren:
[geh.] nicht in, sondern außerhalb der
Stadt
Tor: der; -en; -en dummer, unkluger, un¬
vernünftiger Mensch
Torfbau: der; -(e)s; -ten Gebäude, des¬
sen äußeres Bild durch ein großes Tor
bestimmt ist
Tor|bo|gen: der; -s; ~ u. [landsch.] -bö¬
gen architektonische Konstruktion,
gewölbte Öffnung innerhalb einer
Mauer o. ä.
Tprjchan)ce: die; -; -n «Sport) konkrete,
'greifbare Möglichkeit, ein Tor, einen
Treffer zu erzielen »Die Mannschaft
vergab alle Torchancen.«
Toiidrang: der; -(e)s; - «Sport) sichtbare
Bemühungen, ein Tor zu schießen
Tpr|ein|fahrt: die; - ; -en Einfahrt, Zu¬
fahrt durch eine Toröffnung in einer
Mauer, einem Zaun o. ä. hindurch
To|rejro: dat.-spano der; ~ u. -s; -s
(männliche) Person, die mit Stieren
kämpft
Tg|res|schlu6/Tgr|schluB —> To)res|-
schluss/Tgiischluss: der; -Schlusses;
- 1 Zeitpunkt, zu dem etw. zu Ende
geht 2 kurz vor Torschluß/Tores-
schluß —*■ kurz vor Torschluss/
Toresschluss: in der letzten Sekunde;
im letzten Augenblick
Tgrf: der; -(e)s: - u. (Sorten) -e dunkel¬
brauner Boden, der (im Moor) durch
Zersetzung von Pflanzen entstanden
ist u. im Gartenbau sowie getrocknet
als Brennmaterial verwendet werden
kann
Torfjbal|len: der; -s; - (für den Trans¬
port, Verkauf) geformtes Stück dunk¬
ler Erdboden, Torf
Torf1bo|den: der; -s; -böden viel Torf, im
Moor zersetzte Pflanzen enthaltender
Erdboden
tor|fig: Adj. zu einem großen Teil aus
Torf bestehend, gebildet
Tgrflmoor: das; -(e)s; -e Moorgebiet
mit großem Torfaufkommen, Torfge¬
halt im Boden
Tgrfynull: der; ~(e)s; -e Torf, der in ge¬
trocknetem Zustand dem Mutterbo¬
den, der Gartenerde beigemischt
wird, um die Qualität des Bodens zu
verbessern
Tprfjstreu: die; ~ ; -en lockere, getrock¬
nete, schwarze zersetzte Pflanzen (aus
dem Moor)
Tor|heit: die; - -en große Dummheit
Tor|hü|ter: der; -s; - weibl. Tor|hü|te|rin:
die; ~ ; -nen «Sport) vor dem Tor pla-
zierte(r) Spielerfin), der/die einen
Treffer der gegnerischen Mannschaft
verhindern soll »Der Torhüter konnte
zwei Elfmeter halten.« Syn.: Torwart
tö|richt: Adj. törichter; törich(te)ste
dumm; ungeschickt; unklug; ohne
Vernunft »törichtes Verhalten«
tor|ke|tig/tgrk|lig: Adj. sich unsicher,
mit taumelnden Bewegungen (fort)-
bewegend
tprjkeln: torkelst; torkeltest; bist getor¬
kelt schwanken; nicht gerade laufen,
sondern unsicher (leicht) von einer
auf die andere Seite schwanken
Tor|li|nie: die; - ; -n «Sport) aufgemalter
Strich zwischen den beiden Begren¬
zungspfählen des Tors »Der Ball
rollte langsam hinter die Torlinie.«
tor|los: Adj. n. stg. «Sport; Ballspiel)
ohne, daß ein Tor, Treffer erzielt
wird, wurde
Täm: fr.-englo der; -s; -s t Segeltour,
Ausflug, Fahrt mit einem Segelboot 2
[seemannssprl.] (regelmäßig wieder¬
kehrender) Zeitraum, in dem eine Ar¬
beit an Bord eines Schiffes ausgeübt
wird 3 [seemannssprl.] (nicht absicht¬
lich gemachte, angefertigte) Schlinge
in einem Tau, einer Leine o. ä. 4
Rauschzustand, der durch Rauschgift
hervorgerufen wurde
Tor|na]do: dat.-span.-englo der; -s; -s 1
Wirbelsturm von extremer Stärke 2
«Milit.) Kampfflugzeugtyp
Tor|ni|ster —* Tor|nis|ter <slaw.> der; -s;
- eckige, auf dem Rücken getragene
feste Tasche (für kleinere Schulkin¬
der)
tor|pe|dje|ren: torpedierst; torpediertest;
hast torpediert 1 mit einem Torpedo
beschießen 2 «übertr.) verhindern;
durchkreuzen »Er hat meine Pläne
torpediert.«
Toijpe)die|rung: dato die; - ; -en 1 «Mi¬
lit.) das Beschießen mit Torpedos,
Sprenggeschossen mit eigenem An¬
trieb »Die Torpedierung des U-Bootes
ist mißlungen.« 2 «übertr.) (Versuch
der) Durchkreuzung von Plänen
Tor|pe|do: dato der; -s; -s selbständig
angetriebenes Unterwassergeschoß
Tor)pg|do|boot: das; -(e)s; -e «Milit.)
Schiff, das mit Torpedos bewaffnet
ist
tor|quie|ren: dato /torkwiren/ tor-
quierst; torquiertest; hast torquiert 1
«Technik) etw. drehen u. damit in der
Form verändern, krümmen 2 [veralt.]
etw.Jmdn. absichtlich quälen
Tor]schluß/Tg[res|schluß —» Tgr|-
schluss/Tojres|schluss: der; -Schlus¬
ses; -1 Zeitpunkt, zu dem etw. zu En¬
de geht 2 kurz vor Torschluß/Tores-
schluB —» kurz vor Torschluss/
Toresschluss: in der letzten Sekunde;
im letzten Augenblick »Der Ladenbe-
silzer mag es nicht, wenn die Kunden
immer erst kurz vor Torschluß kom¬
men.«
Tor|scMuB|pa|nik —> Tor|schtuss|pa|-
nilc die; - ; - Angst, etwTzu verpassen
TorjschuB —* Tqrjschuss: der; -Schus¬
ses; -schüsse «Sport) Abschießen, Tre¬
ten des Balles auf das gegnerische Tor
mit dem Ziel, einen Treffer für die ei¬
gene Mannschaft zu erzielen
Tor|schüt|ze: der; -n; -n weibl. Torj-
schütjzin: die; ~ ; -nen «Sport» Person,
die (bei einem Ballspiel) einen Treffer
erzielt hat
Tor|si|on: dato die; - ; -en 1 «Math.» Ver¬
drehung einer geometrischen Kurve
im Raum 2 «Technik» Vorgang der
mehrfachen Verdrehung eines langen
Gegenstandes durch Krafteinwir¬
kung, entgegengesetzte Drehung von
beiden Enden her
Tor|si|ons|ela|sti|zi(tät —> Tor[si|ons|e[-
las|tijzi|täfc dato die; ~ ; -en «Technik»
(Grad der) Anspannung, die einer
Torsion (1) in einem gedrehten Ge¬
genstand entgegenwirkt
Tor|so: (gr.-lat.-ito der; -s; -s u. Torsi 1
«Bildhauerei; Kunst) nur teilweise er¬
haltene Statue ohne Arme, Beine (u.
Kopf) »Auf jeder der Säulen stand ein
griechischer Torso.« 2 «übertr.» etw.
nur teilweise Erhaltenes
Tor]te: die; - / -n meist runder, mit
Sahne, Buttercreme, Früchten, Scho¬
kolade o. ä. gefüllter u. bestrichener
Kuchen
Tor]te|)gtt: dat.-it.-fro das; -s; -s/Torjte|-
Iet|te7 die; - ; -n kleines Törtchen aus
Mürbeteig mit Obst- od. Cremefül¬
lung
Tor|tel|li|no: dto der; -s; TortelUni (im
Deutschen ugs. häußg nochmals mit -s
in den Plural gesetzt; >Tortellinis<)
ringförmige, gefüllte Nudel
Tgr|ten|t>ö]den: der; -s; -böden meist
runder, dünner gebackener Teig mit
erhöhtem Rand, der mit Obst, Sahne¬
creme o. ä. belegt ist, werden kann
Tor|ten|he|ber. der; -s; - aus einer lang¬
gezogenen Fläche bestehendes Kü¬
chengerät mit Griff, mit dem ein Tor¬
tenstück von der Tortenplatte ge¬
nommen wird, Syn.: Tortenschaufel
Tgr|ten|plat|te: die; - ; -n flacher, größe-
'rer Teller (meist aus Glas, Porzellan
1162
Totenschädel
o. ä.), auf dem eine Torte serviert
wird
Tgr)ten|schau|fel: die; - ; -n aus einer
""langgezogenen Fläche bestehendes
Küchengerät mit Griff, mit dem ein
Tortenstück von der Tortenplatte ge¬
nommen wird, Syn.: Tortenheber
Torjtilßa: dal.-span.> /torti(l)ja/ die; -; -s
aus Maismehl u. Wasser gebackener
Brotfladen (der, mit verschiedenen
Zutaten gefüllt, gerollt gegessen wird)
Wir mögen die Tortillas am liebsten
mit Hackfleisch u. Salat.«
Toijtur. dat» die; - ; -en Qual; Plage
»Die Wanderung war eine Tortur.«
Tor]wäch)ten der; -s; - weibl. Tor|-
wäch|te|rin: die; - ; -nen 1 <Sport> [ver-
alt.J Torwart; Spieler(in), der/die vor
dem Tor positioniert ist u. Treffer der
gegnerischen Mannschaft verhindern
soll 2 meist männl. Form Person, die
an einem Eingangstor o. ä. Wache
hält
Toijwart: der; ~(e)s; -e (Sport) Spie¬
lerin), der/die vor dem Tor steht u.
Treffer der gegnerischen Mannschaft
verhindern soll
tojsen: tost; toste; hat getost (sich) ge¬
räuschvoll, wild u. heftig bewegen
»Der Wind tost um das Haus.«
tot; Adj. 1 n. stg. <Lebewesen> gestorben;
nicht mehr lebendig »Der Vogel ist
tot.« 2 <übertr.> unproduktiv; keinen
Nutzen, Gewinn bringend »tote Lei¬
tung ♦ totes Kapital« 3 (übertr.) ohne
Lebendigkeit a) menschenleer; öde;
wüst; unbelebt »eine tote Stadt« b)
ohne Frische; ohne Leuchtkraft;
glanzlos »tote Farben« c) starr; matt
(da erblindet) »tote Augen« Ant. <1>
lebend; <3; 4c> lebendig 4 a) toter
Mann: <Bergbau> stillgelegter Schacht
b) totes Spiel: unspektakuläre, lang¬
weilige Mannschaftsbegegnung, die
unentschieden, ohne Tore endet c) to¬
ter Ball: Ball im Aus S a) toter Punkt:
Entwicklungsstillstand; Punkt, an
dem es nicht mehr weitergeht b) toter
Raum: Bereich, der nicht benutzbar
ist, nicht genutzt wird c) toter Winkel:
nicht einsehbarer Bereich 6 halb tot
vor Angst: <verst.> völlig von Angst,
Furcht erfüllt; gelähmt vor Furcht 7
tote Hose: [ugs.] 1. nichts los; keine
Unterhaltung »Abends ist hier in die¬
ser Stadl tote Hose.« 2. langweiliger,
uninteressanter Mensch 8 tot u. be¬
graben sein: [ugs.] schon (lange) ver¬
gessen
—> tot ge|bg)ren: s. totgeboren
tot.: Abk. <oft Rechnungen) total = Ge¬
samtsumme
Toftat: </r.> das; -s; -e [Schweiz.] insge¬
samt errechnete Anzahl, zu bezah¬
lende Geldsumme
tojtal: dat.-fr.> Adj. n. stg. alles umfas¬
send; ganz u. gar
To|tal|an|sicht: die; - ; -en vollständige
Abbildung eines Bereiches, Komple¬
xes
To|tal|aus|verjkauf: der; -(e)s; -ausver¬
kaufe Ausverkauf, Veräußerung des
gesamten Warenbestandes
To|ta|le: <lat.-fr.> die; --n Filmaufnah¬
me, Photographie, die einen Über¬
blick über das gesamte Geschehen
gibt u. sich nicht auf Details konzen¬
triert
To|ta{li|$a|toR dat.-fr» der; -s;
Totalisatoren 1 <Meteorologie> Me߬
gefäß, mit dem die Menge der Nieder¬
schläge erfaßt wird 2 vom Staat un¬
terhaltenes System für Pferdewetten;
Toto
to|tajli|sie|ren: dat.-fr.> totalisierst; lota-
lisiertest; hast totalisiert 1 [geh.] hin¬
sichtlich einer übergeordneten Über¬
legung betrachten 2 <Bankw.> [veralt.]
(Beträge) addieren
to|ta|li|Ulr: Adj. n. stg. alles beherr¬
schend, beherrschen wollend
To|ta|li|tta|ris|mus: dal» der; ~ ; - <Pob
Beherrschung der Menschen durch
ein bürokratisch durchorganisiertes,
diktatorisches Staatssystem
To|ta|li|tät: dat.-fr» die; ~ ; -en 1 o. Fl.
Gesamtheit; Ganzheit des Univer¬
sums 2 (Astronomie) vollständige
Sonnen- u. Mondfinsternis 3 [geh.] al¬
les umfassende Machtausübung
To|ta|)i|täts|antspruch: der; -(e)s; -an¬
spräche [geh.] 1 unbegrenzter Macht¬
anspruch (einer Regierung) 2 An¬
spruch auf Vollständigkeit
tojta|li(ter: dat» Adv. [geh.] im Ganzen;
völlig
To|tal|ope|ra|ti|on —* To|ta1|o|pe|ra[tt|-
on: die; - ; -en <Med.> chirurgische
Entfernung mehrerer, miteinander
zusammenhängender Organe, meist
der Gebärmutter u. der Eierstöcke
To|ta!|scha|den: der; -s; -Schäden 1 Be¬
schädigung, die so groß ist, daß eine
Reparatür nicht mehr möglich ist od.
sich nicht mehr lohnt 2 jmd. hat einen
Totalschaden: [ugs.] jmd. ist verrückt
tgtjarjbeijten, sich: arbeitest dich tot; ar¬
beitetest dich tot; hast dich totgearbei¬
tet a) so intensiv, schwer arbeiten,
daß man völlig erschöpft ist b) sich
nicht gerade totarbeiten: sehr wenig
zu tun haben, tun
totjäijgern, sich: ärgerst dich tot; ärger¬
test dich tot; hast dich totgeärgert a)
sich über etw., jmdn. sehr stark entrü¬
sten, ärgern b) etw. sehr stark bedau¬
ern
Toftem: (Indian. Spr.-engl» das; -s; -s
(Religion) als heilig geltendes Lebe¬
wesen, verehrter Gegenstand, dem
Zauberkraft zugeschrieben wird u.
der als Erkennungszeichen für einen
Stamm, eine Familie gilt
Tgjtem|fi|gun die; - ; -en Darstellung ei¬
nes heiligen, verehrten Gegenstandes,
Tieres u. ä.
To|te|mis|mus: der; - ; - (Religion) gläu¬
bige Verehrung eines als heilig gelten¬
den Lebewesens, eines Gegenstandes,
eines Totems
to|te|mi|stisch —» to|te|mis|tisch: (In¬
dian. Spr.-engl» Adj. n. stg. den Glau¬
ben an die Zauberkraft von Lebewe¬
sen u. Gegenständen betreffend, ver¬
tretend
To|tein|pfahl: der; -(e)s; -pfähle bei den
nordamerikanischen Indianern übli¬
cher Holzpfahl, in den Totems u. die
Porträts der Vorfahren eingeschnitzt
werden
töjten: tötest; tötetest; hast getötet 1 das
Leben eines Menschen od. Tieres (ge¬
waltsam) beenden »Er hat seine Frau
getötet.« 2 etw. zum Aufhören brin¬
gen, beenden 3 böser Name tötet den
Mann: Menschen mit einem schlech¬
ten Ruf werden gesellschaftlich ge¬
ächtet, von der Gesellschaft ausgesto¬
ßen
tp|ten|ähn|lich: Adj. dem Anschein nach
wie ein Toter; in einem dem Tod ähn¬
lichen Zustand
Tgjten|amt: das; -(e)s; -ämter <kath.
Kirche) Messe, die anläßlich der Beer¬
digung eines verstorbenen Gemeinde¬
mitgliedes gehalten wird, Syn.: Toten¬
messe
To|ten|bah|re: die; - ; -n Untergestell für
den Sarg während einer Beerdigungs¬
feierlichkeit
Tg|ten|be|schwö|rung: die; -; -en (Para¬
psychologie) Beschwörung, Herbeiru-
fung der Geister von (persönlich be¬
kannten) Verstorbenen
To|ten|bett: das; -(e)s; -en BÄrt eines
Sterbenden; Biett, in dem jmd. gestor¬
ben ist »Wir haben unseren Großvater
noch am Totenbett besucht.«
to|ten|bla6 —» tojtenjblass: Adj. n. stg.
bleich wie eine Leiche; (kurzfristig)
eine äußerst blasse Hautfarbe aufwei¬
send, Syn.: totenbleich
To|ten|bläs[se: die; - ; - helle, papieme
Färbung der Haut (einer Leiche)
tg|ten|foleich: Adj. n. stg. ähnlich blaß
wie eine Leiche; (kurzfristig) eine äu¬
ßerst blasse Hautfarbe aufweisend,
Syn.: totenblaß
To]ten|bucb: das; -(e)s; -bucker
altägyptische, beschriftete Papyrus¬
rolle, die einem Toten bei der Beerdi¬
gung als Grabbeigabe mitgegeben
wurde
To|ten|fei|er. die; ~ ; -n (religiöse) feierli¬
che Gedenkveranstaltung, die zur Er¬
innerung an einen Verstorbenen,
meist während oder nach dessen Be¬
erdigung abgehalten wird
Toftenffleck: der; -(e)s; -e (Med.) bei
der Leiche stellenweise auftretende
Verfärbung der Haut
To|ten[glocke (Tqjten|glok|ke —»• Toj-
tenjglojcke): die; - ; -n Glocke (in ei¬
nem Kirchturm), die bei Beerdigun¬
gen als Ehrerweisung für die Toten
geläutet wird
Tpjten|grä|ben der; -s; - 1 Käfer, der
seine Eier in kleinen Mulden ablegt u.
die Larven mit kleinen Tierkadavern
füttert 2 Person, die auf dem Friedhof
die Gräber aushebt 3 dem Totengrä¬
ber von der Schippe gehüpft, ge¬
sprungen sein: (so eben noch) über¬
lebt haben
To]ten|hemd: das; -(ejs; -en Bekleidung
einer Leiche; traditionell meist aus
Leinen gefertigtes Hemd, das dem
Toten für die Beerdigung angezogen
wird
To|ten|kuK: der; - (e)s; -e in einer Gesell¬
schaft übliche Form der Verehrung,
Würdigung von Verstorbenen, Toten
To|tenjmasjke: die; - ; -n Gipsabdruck
des Gesichtes eines (prominenten)
Toten
Tg[ton|tnes|se: die; - ; -n (kath. Kirche)
zur Erinnerung an einen Verstorbe¬
nen meist kurz vor seiner Beerdigung
abgehaltener Gottesdienst, Syn.: To¬
tenamt
To|ten|schä|del: der; -s; - Knochenge¬
rüst des menschlichen Kopfes, Syn.:
Totenkopf
1163
Totenschein
To|ten|schein: der; -(e)s; -e amtliche
Bestätigung, Bescheinigung darüber,
daß eine Person gestorben ist
To|tsnjsonn|tag: der; -{e)s; -e «evang.
Kirche) dem Gedenken an die Toten
gewidmeter Sonntag im November,
Syn.: Ewigkeitssonntag
To|ten|$tar|re: die; - ; - wenige Stunden
nach dem Tod eintretende, völlige
Unbeweglichkeit der Muskulatur,
Syn.: Leichenstarre
tojtenjstill: Adj. n. stg. völlig still; abso¬
lut geräuschlos »Im ganzen Haus war
es totenstill.«
To|ten|stil|ie: die; - ; - völlige Stille; ab¬
solute Geräuschlosigkeit »Nachdem
die schlechte Nachricht verkündet wor¬
den war, herrschte im Raum Toten¬
stille,«
To]ten|wajche: die; - ; -n das Verweilen
bei einem Toten bis zu dessen Beiset¬
zung
tot|ge|bo|ran —> tot ge|bg|ren: Adj. n.
stg. 1 <Med.> bereits bei der Geburt
tot 2 <übertr.> von Anfang an ohne
Aussicht auf Erfolg
Totlgejburt: die; - ; -en 1 a) Geburt, bei
der ein Kind bereits tot, nicht mehr le¬
bendig ist b) Kind, das tot geboren
wird 2 dibertr.) von Anfang an aus¬
sichtsloses Unternehmen, Vorhaben
o.ä.
Tot|geiglaub|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Totgeglaub¬
ter; eine Totgeglaubte; zwei
Totgeglaubte) Person, von der ange¬
nommen wird, daß sie bereits gestor¬
ben ist »Nach dem Krieg kehrten viele
Totgeglaubte wieder in ihre Heimat
zurück.«
totlachen, sich: lachst dich tot; lachtest
dich tot; hast dich totgelacht sich über
etw. sehr amüsieren; über etw. sehr u.
lange lachen
Tojto: das u. der; -s; -s a) kurz für Totali¬
sator = staatliche Pferderennwette b)
(staatliche) Sport-, Fußballwette
Totenschein: der; -(e)s; -e Formular,
auf dem Totowetten notiert werden
können
totfsa|gen: sagst tot; sagtest tot; hast
totgesagt a) von jmdm. behaupten,
daß er gestorben sei »Die alte Frau
war schon mehrmals totgesagt
worden.« b) von einer Unternehmung
ö. ä. behaupten, daß sie bald fehl¬
schlagen wird, aufgegeben werden
mußte, muß
tot}schie|Ben: schießt tot; schossest tot;
hast totgeschossen —>alle Vergan¬
genheitsformen mit ss*— eine od.
mehrere Kugeln aus einer Schußwaffe
abfeuem u. jmdn. dadurch töten
tot|schla|gen: schlägst tot; schlug(e)st
tot; hast totgeschlagen 1 einen Men¬
schen od. ein Tier durch Gewaltan¬
wendung, mit (wiederholten) Schlä¬
gen umbringen, töten, ermorden 2
sich für etw. (auf der Stelle) totschla¬
gen lassen: sich über etw. ganz sicher
sein 3 und wenn du mich totschlägst:
du kannst machen, was du willst, es
ändert nichts »Ich gehe nicht mit u.
wenn du mich totschlägst.« 4 die Zeit
totschlagen: sich langweilen u. ir¬
gendwie die Zeit hinter sich bringen
Tot|schlä|ger: der; -s; - weibl. Tot|-
schlä|ge|rin: die; - ; -nen 1 {ugs.; ab¬
wert.) Person, die sich eines Tot¬
schlags schuldig gemacht hat 2 nur
männliche Form Schlagwaffe aus Me¬
tall
tot|schwei|gen: schweigst tot; schwie-
g(e)st tot; hast totgeschwiegen über
etw., ein Ereignis niemals sprechen,
so daß es so aussieht, als gebe es die¬
ses (Ereignis) gar nicht
totjtrejten: trittst tot; trat(e)st tot; hast
totgetreten auf einen Menschen od.
ein Tier (wiederholt) mit dem Fuß
Gewalt ausüben, so daß der Tod ein¬
tritt
Töjtung: die; -; -en Vorgang des Tötens;
Beenden eines Lebens
1pjtungs|ab|sicht: die; -; -en <Rechtsw.>
Angriff auf, Aktion gegen jmdn. in
der Absicht, diesem das Leben zu
nehmen
'RS|tungs{veij$uch: der; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Versuch, Unternehmung
mit dem Ziel, jmdm. das Leben zu
nehmen
Touch: <fr.-engl.> /tatsch/ der; -s; -s
Hauch; Anflug »ein Touch von Ro¬
mantik«
tou|chig|ren: </r.) /tuschiren/ touchierst;
touchiertest; hast toüchiert 1 jmdn.,
etw. nur leicht berühren »Beim Aus¬
parken habe ich die Stoßstange des an¬
deren Autos toüchiert.« 2 (Med.) ta¬
stend in Körperöffnungen eindrin¬
gen; den Körper durch Körperöff¬
nungen hindurch betasten 3 <Med.>
Wucherungen mittels eines Ätzstiftes
beseitigen
Toujpet: </r.> /tupe/ das; -s; -s 1 Halbpe¬
rücke; Haarteil »Er trägt ein Toupet.«
2 Frisur, bei der das Haar über der
Stirn so gekämmt wird, daß es aufge¬
bauscht, fülliger wirkt
tou|pie|ren: /tupir'n/ toupierst; toupier¬
test; hast toupiert das Haar mit Hilfe
einer Kämmtechnik aufbauschen
Tgur: <lat.-fro /tijr/ die; - ; -en 1 Wande¬
rung; Ausflug; (kurze) Reise »eine
Tour nach Paris machen« 2 Art u.
Weise (nicht fair, richtig) zu handeln
»eine krumme Tour« 3 n. PI. <Teehnik>
Umdrehung 4 festgelegte Strecke »Er
fährt heute die Tour München - Salz¬
burg.« S in einer Tour [ugs.] immer
»Das Auto ist schon so alt, daß in einer
Tour etw. repariert werden muß.« 6
jmdm. die Tour vermasseln: [ugs.] die
Pläne einer Person durchkreuzen 7 a)
auf vollen Touren laufen: [ugs.) voll in
Aktion, im Betrieb sein »Die Vorbe¬
reitungen laufen bereits auf vollen
Touren.« b) jmdn. auf Touren
bringen: [ugs.] jmdn. vorantreiben
»Den faulen Kerl werde ich schon auf
Touren bringen.« c) auf Touren
kommen: [ugs.] Elan entwickeln
toulren: </r.> /turen/ tourst; tourtest;
hastjbist getourt 1 eine Reise, einen
Ausflug machen »Wir sind durch Un¬
garn getourt.« 2 mit einem Programm
auf Tournee gehen, sein »Die Band
tourte durch ganz Deutschland.«
Toulrenlwalnen: /turen-/ der; -s; -
<Sport> in technischen Dingen verän¬
derter, modifizierter Serienwagen,
mit dem Autoralleys gefahren werden
Toulrenlzahl: /turen-/ die; - ; -en (Tech¬
nik) Drehzahl eines Motors
Toulrenlzähllen /turen-/ der; -s; ~
(Technik) Gerät, das die Drehzahl ei¬
nes Motors mißt, anzeigt, Syn.: Dreh¬
zahlmesser
Toujrisjmus; tfr.-engh /turißmuß/ der;
- ; - Fremdenverkehr, Reiseverkehr
Toufrist: der; -en; -en /turißt/ weibl.
Tou|rist|in —> Tou|iis(tin: die; - ; -nen
Person, die (für kürzere Zeit, für die
Urlaubstage) an einen Ort gereist ist
Tou|rifstan|klasfse —»• Tou|risjten|klas|-
se: /turißten-/ die; ~ ; -n (Fl. s.) ein¬
fach ausgestatteter Bereich in Zügen,
Flugzeugen u. ä.
Tou|ri|stik —* Tou|risjtik: tfr.-engh /tu-
rißtik/ die; ~ ; - Gesamtheit aller Din¬
ge, Maßnahmen, Dienstleistungen u.
ä., die mit dem Tourismus, Reisen Zu¬
sammenhängen
Tou|rijstik|börjse —* Tou|risjtik|bÖr|se:
/turißtik-/ die; - ; -n (regelmäßig in
größeren Abständen abgehaltene) In¬
formations- u. Verkaufsveranstal¬
tung von mit dem Tourismus befa߬
ten Firmen, Unternehmen
tou|rj]stisch —»■ tou|r[sjtisch: /turiß-
tisch/ Adj. den Tourismus, Reisever¬
anstaltungen betreffend »In diesem
Gebiet gibt es viele touristische Attrak¬
tionen.«
Tourjne)dos: <fr.> /tumedo/ das; - ; -
(Kochk.) aus der Filetspitze ausge¬
schnittenes flaches, rundes Fleisch¬
stück (vom Rind), das gebraten wird
»Als Hauptgang gab es Toumedos mit
einer Preiselbeersahnesoße.«
Tourinee: tfr.t /tumg/ die; - ; Tourneen
jturnefnj u. [selten] -s Reise von
Künstlern durch verschiedene Städte
u. Orte, in denen sie jeweils die gleiche
Vorstellung geben
touijniejren: <fr.> /turniren/ tournierst;
tourniertest; hast toumiert ein Le¬
bensmittel in eine besondere Form
bringen, ausstechen
Tour]nü|re/Tu<jnü|re: <lat.-fr.> /turnüre/
die; - ; -n 1 in ein Kleid auf Höhe des
Gesäßes eingenähtes Polster 2 o. Fl.
[geh.; veralt.] weltmännisches, ge¬
wandtes Verhalten
Tower: <lat.-fr.-engb /tauer/ der; ~ u. -s;
~ Kontrollturm auf Flughäfen, von
dem aus der Flugverkehr überwacht
u. geregelt wird, z. B. indem die Ab¬
flug- u. Landeerlaubnis erteilt wird
To|xe-/to|xe-: <gr.-lat.> /tokße/ Wortbil¬
dungselement; meist betont (vor
Konsonanten tojxi-jTojxi-) Gift-
tojxijgen: (gr.> /tokßigen/ Adj. (Med.) a)
(für den Menschen) giftig, giftige
Stoffe enthaltend, produzierend b)
auf eine Vergiftung schließen lassend,
auf eine Vergiftung zurückzuführen
To)xi|ko|lo|ge: <gr.> /tokßikologe/ der;
-n; -n weibl. To|xi|ko|ipjgin: die; - ;
-nen Person, die sich wissenschaftlich
mit der Toxikologie, der Lehre von
den Giften beschäftigt
To|xi|ko|lo|gie: <gr.> /tokßikologi/ die;
- ; - Lehre, Wissenschaft von der Zu¬
sammensetzung, Beschaffenheit u.
Wirkung von Giften
to|xi|ko|lgjgisch: <gr.> /tokßikologisch/
Adj. n. stg. die Toxikologie, Wissen¬
schaft von der Wirkung der Gifte
betreffend »Die Gericktsmediziner
führten toxikologische Untersuchun¬
gen durch.«
1164
Träger
Tg|xi|kum: <gr.-lato /tokßikum/ das; -s;
Toxika <Med.; Bio.) schädliche Sub¬
stanz; giftiger Stoff
To|xin: <gr.> /tokßjn/ das; -s; -e (Med.;
Bio.) von Pflanzen od. Tieren produ¬
ziertes Gift; organischer Giftstoff
to)xisch: /tokßisch/ Adj. n. stg. <Med.>
a) giftig b) durch Gift hervorgerufen
To|xi|zi|tät <gr.> /tokßizität/ die; - ; -
(Med.) Grad der Gefährlichkeit, Gif¬
tigkeit eines Stoffes (hinsichtlich sei¬
ner Wirkung auf den Menschen, ei¬
nen Organismus)
Tp Abk. 1 Temperatur 2 Tiefpunkt 3
Treffpunkt 4 T ransport >
Trab: der; -(e)s; -1 Gangart bei Pferden
u. a. Tieren zwischen Schritt u. Ga¬
lopp »Sie ließ das Pferd einige Zeit im
Trab laufen.« 2 jmdn. auf Trab
bringen: jmdn. antreiben, in Schwung
bringen, veranlassen, etw. endlich zu
beginnen od. schneller u. besser zu ar¬
beiten 3 auf Trab kommen: in
Schwung kommen 4 auf Trab sein: es
eilig haben 4 jmdn. in, auf TVab
halten: jmdn. ständig beschäftigen, so
daß er nicht zur Ruhe kommt
Tra|bant: ttschecho der; -en; -en 1
(Astronomie) (auch künstlicher)
Himmelskörper, Satellit, der einen
Planeten umkreist »Die Erde erhält
immer mehr künstliche Trabanten.« 2
Name eines früher in der DDR herge¬
stellten Kleinwagens mit 2-Takt-Mo-
tor 3 [ugs.; scherzh.] eines von mehre¬
ren (eigenen) Kindern, die ständig um
jmdn. herum sind »Wo hast du denn
heute deine Trabanten gelassen?« 4
[veralt.J Leibwächter, Person, der/die
eine hochgestellte Persönlichkeit häu¬
fig in der Öffentlichkeit begleitete
Ti,a|ban|ten|stadfc die; - ; -Städte größe¬
re Siedlung außerhalb, am Rande ei¬
ner Großstadt mit eigenem, kleine¬
rem Zentrum
trajben: trabst; trabtest; hastjbist ge¬
trabt 1 <Pferd u. ä.> in der Gangart
Trab gehen (lassen) »Der Rappe
trabte über die Wiese.« 2 bist [ugs.]
(lustlos) laufen
Trajber: der; -s; - Pferd, das bei Tra¬
brennen eingesetzt wird
Trab|renn|bahn: die; - ; -en Laufbahn
für Pferde, auf der Trabrennen veran¬
staltet werden
Trabjren|nen: das; -s; - Pferderennen,
bei dem die Tiere nur in der Gangart
Trab laufen dürfen u. einen zweiräd¬
rigen Wagen, den Sulky, mit dem
Jockey hinter sich herziehen
Tra|chea: <gro die; • ; Tracheen <Anat.>
Luftröhre
tra|che|al: <gro Adj. n. stg. <Med.> dem
Bereich der Luftröhre zuzuordnen,
angehörend
Tra|chee: <gr.> /traefee«/ die; - ; -n
!traeheenj 1 <Zool.> für die Atmung
zuständiges Organ von Gliedertieren
2 <Bot.> durch eine Pflanze führende
Bahn, Röhre, durch die Wasser u.
Nährstoffe transportiert werden
Tracht: die; - ; -en 1 spezielle Kleidung
eineT (Landes-)Region od. eines
Berufes »Bauerntracht • bayerische
Tracht ♦ (Kranken-) Schwestern¬
tracht« 2 [landsch.] Gestell zum
Transport von Körben u. Eimern auf
dem Rücken 3 Nahrung, die Bienen
sammeln 4 eine Tracht Prügel: Schlä¬
ge
Tracht|bie|ne: die; •; -n Honigbiene, die
Nahrung sammelt u. in den Stock
bringt
trachten: trachtest; trachtetest; hast ge¬
trachtet a) sich um etw. bemühen;
nach etw. streben »nach Glück, Reich¬
tum trachten« b) jmdm. nach dem Le¬
ben trachten: jmdn. umbringen, tö¬
ten wollen
Trach(ten|an|zug: der; -(e)s; -anzüge
(meist aus Hose u. Jacke bestehend)
a) traditionsreiche Männerbeklei¬
dung (meist Jacke, Hose u. Weste) b)
Anzug für Männer, der in Material,
Schnitt, Verzierung u. ä. einer Volks¬
tracht ähnlich ist
Ttach|ten|gnip|pe: die; - ; -n Gruppe,
Verband von (Musikern u.) Tänzern,
die in landschaftlich typischer, ein¬
heitlicher Kleidung auftreten u.
Volkstänze aufführen
Ttech|ten|jacke (Trach|ten[jak|ke —>
Trach|ten|jafcke): "die; - ; -n a) Jacke
einer Volkstracht b) dem Original
nachempfundene Kopie einer Jacke
einer Volkstracht »In diesem Winter
sind Trachtenjacken aus Lodenstoff
besonders aktuell.«
Trach|ten|ko|stüm —Trach|ten|kos|-
tüm: das; -(e)s; -e a) traditionsreiche
Frauenbekleidung b) aus Rock u.
Jacke bestehende, einer Volkstracht
nachempfundene Kombination für
Frauen
tiächjtig: Adj. n. stg. a) weibliches Säu¬
getier) schwanger »eine trächtige
Stute« b) <bei Frauen) (derb; abwert.;
beleidigend] schwanger
Track: <engl.> /treck/ der; -s; -s 1 Gerät
(z. B. Seil o. ä.), mit dem Zugkraft
übertragen wird 2 (Schiffahrt) norma¬
lerweise benutzter Weg zwischen zwei
Häfen
Tted.: Abk. a) Tradition = 1. Überliefe¬
rung 2. Brauch b) Traditionalismus
= Einstellung, Haltung, die am Alt¬
hergebrachten festhält u. Vorbehalte
gegen Neuerungen, Neues hat c) Tra¬
ditionalisten)
trad.: Abk. 1 tradiert = überliefert 2
traditionell = herkömmlich; üblich
Trade-Uni|on —» Trade U|ni|on: <engh
/tre'd-juni'n/ die; - ; -s (englische,
amerikanische) Gewerkschaft
trajdje|ren: dato tradierst; tradiertest;
hast tradiert überliefern; weitergeben
Trajdi|tijon: dato /tradizion/ die; - ; -en
Überlieferung; Herkommen; alte,
überlieferte Gewohnheit; Brauch
tra|dijtio(nal —* tra]di[ti|o|nal: dat.t /tra-
dizional/ Adj. [geh.] im Sinne der Tra¬
dition; der Tradition, Überlieferung
entsprechend
Trajdi|tio|na|lis|mus —* Tra|di|ti|o|na|-
lis|mus: dato /traditzionalißmuß/
der; - ; - [geh.] geistige Einstellung,
Grundhaltung, die bewußt (u. aus¬
schließlich) den traditionellen, über¬
lieferten Werten folgt
Tta|diftio|na|list —* Trajdijti|o|na|lisfc
<lat.> /tradizionalißt/ der; -en; -en
weibl. Tra|di]tio[naili]stin —> Tra|di|ti|-
o|na|lis(tin: die; ~ ; -nen Person, die
traditionellen, überlieferten Werten
folgt
tra|di|tio|na|l]]stisch —» tra|di|ti|ojna]-
iis|tisch: dato /tradizionalißtisch/
Ädj. [geh.] den Traditionalismus un¬
terstützend, durch ihn verursacht
tra|di|tio|neU —» tra|di|ti|o|netl: dat.-fro
/tradizionell/ Adj. n. stg. üblich im
Sinne der”Tradition; der Tradition,
Überlieferung entsprechend
tra|di|ti|ons|be|wu6t —> tra|di|ti|ons]-
be|wusst: dato /tradizionß-/ Adj.
seine Tradition kennend, sie pflegend,
nach ihr lebend
Tra|fo: der; - u. -s; -s kurz für Transfor¬
mator = technisches Gerät, mit des¬
sen Hilfe die Stromspannung verän¬
dert, modifiziert werden kann
TVag.: Abk. Tragödie = a) Trauerspiel
b) unverschuldetes Unglück
trag.: Abk. tragisch
Trag|al|tar: der; -(e)s; -altäre transpor¬
table, als Altar dienende (Tisch-)Plat-
te
tragb.: Abk. tragbar
Trag|bah|re: die; -; -n schmale Liegeflä¬
che auf einem Gestell mit Griffen, auf
der eine Person transportiert werden
kann
trag|bar Adj. 1 so groß, leicht u. hand¬
lich, daß man es mit den Händen
transportieren kann »ein tragbarer
Fernseher« 2 (Kleidung) a) der Mode
(noch) entsprechend u. noch nicht
zerschlissen b) nicht zu ausgefallen,
extravagant »eine tragbare Mode« 3
(Situation) erträglich; akzeptierbar
‘Balge: die; - ; -n Vorrichtung, Gestell,
Bahre, auf dem/der jmd. liegend
transportiert werden kann
träjge: Adj. träger; träg(e)ste langsam,
ohne Energie u. Lust; faul
Tra]ge|gurt/Trag|gurt der; -(e)s; -e
Band, Streifen aus äußerst wider¬
standsfähigem, reißfestem Gewebe,
mit dessen Hilfe schwere Gegenstän¬
de transportiert werden können
trajgen: trägst; trugst; hast getragen T
etw. beim Gehen od. Stehen (in den
Händen, auf den Armen od. auf dem
Rücken) halten »den Hund tragen« 2
anhaben; gekleidet sein »Ich trage ein
blaues Kleid.« 3 (inne)haben »die Ver¬
antwortung tragen • das Risiko
tragen« 4 (er)dulden »das Schicksal
tragen« 5 heißen; genannt, gerufen
werden »den Namen tragen« 6 hervor¬
bringen »der Baum trägt Früchte« 7
eine bestimmte Art von Frisur haben
»Sie trägt einen Pony.« 8 (weibliches
Säugetier) schwanger sein; Nach¬
wuchs erwarten 9 für eine bestimmte
Last gerüstet sein »Das Flugzeug kann
ein Gewicht von ... tragen.« 10 einen
(beweglichen) Teil des Körpers in ei¬
ner bestimmten Art u. Weise halten
11 zum Tragen kommen: Wirkung
zeigen
Träger, der; -s; - weibl. Tröjge|rin: die;
- ; -nen 1 a) Person, die Lasten trägt
»Ruf doch bitte einen Träger für das
Gepäck.« b) Person, die ein Klei¬
dungsstück anhat, trägt 2 nur männl.
Form Teil einer technischen Kon¬
struktion, der für die Stabilität ver¬
antwortlich ist 3 nur männl. Form an
einem Kleidungsstück befestigtes
Teil, das über die Schultern geht u.
das Kleidungsstück damit am Körper
hält
1165
Trägerflugzeug
Trä|ger|flug|zeug: das; -(ejs; -e Flug¬
zeug, das auf einem Schiff mit Start¬
u. Landebahn, einem Flugzeugträger
stationiert ist
Trä|ger|kleid: das: -(e)s; -er (leichtes
Sommer-)Kleid, das an den Schultern
nur von zwei schmalen Stoffbändem,
Trägerriemchen gehalten wird
trilgerjlos: Adj. n. stg. (Kleidungsstück)
ohne haltende Bänder; nicht mit
Stoffstreifen zur Befestigung an der
Schulter ausgestattet
Ttä|ger|ra|ke|te: die; - ; -n raketenähnli¬
ches Raumfahrzeug, mit dem techni¬
sches Gerät (u. früher auch bemannte
Raumkapseln) in das Weltall trans¬
portiert werden
Träjge[zeit/Ttag|zeit: die: - / -en (Säuge¬
tier) Zeit der Schwangerschaft; Zeit
von der Befruchtung der Eizelle bis
zur Geburt, während der das ungebo¬
renen Leben sich im Mutterleib befin¬
det u. sich entwickelt
trag|fä|hig: Adj. in der Lage, ein (be¬
stimmtes) Gewicht auszuhalten, zu
tragen »Man darf noch nicht (mit
Schlittschuhen) auf den See, denn das
Eis ist nicht tragfähig.«
Trag|fä|hig|keit: die; -; - Fähigkeit, Ver¬
mögen, einer Belastung standzuhal¬
ten, ein (bestimmtes) Gewicht zu tra¬
gen
Trag|flä|che: die; - ; -n (Flugzeug) einer
von zwei langgezogenen, am Rumpf
des Flugzeuges seitlich befestigten
Flügeln, die für den Auftrieb notwen¬
dig sind
Tragfflä|chen|boot: das; -(e)s; -e Gleit¬
boot, Schiff, das tragflächenähnliche
Konstruktionen unter dem Rumpf
für einen besseren Auftrieb hat, Syn.:
Tragflügelboot
Trag|flü|gel: der; -s; - (Flugzeug) eine
von zwei langgezogenen, am Rumpf
des Flugzeuges seitlich befestigten
Metallflächen, die für den Auftrieb
notwendig sind, Syn.: Tragfläche
Trag|flü|geljboot: das; -(e)s; -e Gleit¬
boot, Schiff, das tragflächenähnliche
Konstruktionen unter dem Rumpf
für einen besseren Auftrieb hat, Syn.:
Tragflächenboot
Trag|gurt/Tralge|gurt: der; -(e)s; -e
Streifen aus äußerst widerstandsfähi¬
gem, reißfesten Gewebe, mit dessen
Hilfe schwere Gegenstände transpor¬
tiert werden können
Träg|heit: die; - ; -en 1 Schwerfälligkeit;
Faulheit 2 (Physik) Eigenschaft von
Körpern, ihren (Bewegungs-)Zustand
so lange beizubehalten, bis eine Kraft
von außen eine Änderung herbei¬
führt, bewirkt
Träg|heits|ge|setz: das; -es; - (Physik)
Gesetz, das besagt, daß kein Körper
ohne Krafteinwirkung von außen sei¬
nen (Bewegungs-)Zustand verändert
Träg|heits|mo|ment: das; -(e)s; -e (PI.
s.) (Physik) Widerstand eines, sich
drehenden Körpers gegen eine Ände¬
rung der Bewegungsrichtung bzw.
der Geschwindigkeit
Tragik: (gr.-lat.> die; - ; - außergewöhn¬
lich großes, schicksalhaftes Leid, das
bei Außenstehenden Mitleid u. Er¬
schütterung erzeugt
Tra|gi|ker: <gr.> der; -s; - [veralt.] Per¬
son, die (klassische) Tragödien ver¬
faßt (hat)
Trajgi|kg|mik: die; - ; - Gleichzeitigkeit,
Verbindung von Tragik, Schwerem,
Schicksalhaftem, das menschliche Er¬
schütterung u. Mitleid auslöst u. Ko¬
mik, Leichtem, Lustigem, das zum
Lachen reizt
tra|gi|kg|misch: Adj. n. stg. [geh.] Tragi¬
komik enthaltend; Tragikomik be¬
treffend
Tra|gi]ko|mö|die: die; - ; -n Schauspiel,
in dem gleichzeitig tragische Bestand¬
teile, die Darstellung von schwerem,
schicksalhaftem Leid, das menschli¬
che Erschütterung u. Mitleid auslöst
u. komische Bestandteile, Leichtes,
Lustiges, das zum Lachen reizt, ver¬
bunden sind
tra|gisch: Adj. a) n. stg. die Tragik be¬
treffend b) schicksalhaft; erschüt¬
ternd; leidvoll; leidbringend
Tra|gö|die: <gr.-lat.> /tragödi«/ die; - ; -n
jtrag'odienj 1 Drama mit einer tragi¬
schen, erschütternden Handlung u.
negativem Ausgang (häufig mit dem
Tod der Hauptpersonen) 2 als schick¬
salhaft Erlebtes »Diese etw. schlechte¬
re Klassenarbeit ist noch lange keine
Tragödie.« 3 Mach’ doch nicht gleich
eine Tragödie daraus: übertreib doch
nicht so, das ist doch gar nicht so
schlimm
Tra|gö|di|en|darjstet|ler. der; -s; ~ weibl.
Tra|gö|di|en|darjstelfle|rin: die; ~ ;
-nen Schauspielerin), der/die tragi¬
sche Rollen spielt
Tra|gö|di|enfdich|ter der; -s; - weibl.
Tra|gö|di|en|dich|te|rin: die; - ; -nen
Autor(in), Schriftsteller(in), der/die
Tragödien, Trauerspiele erdenkt u.
niederschreibt -
Trag|weijte: die; -; -n 1 Bereich, Dimen¬
sion, in dem/der etw. (sehr weitrei¬
chend) bewirkt wird, wirkt »Dein Ent¬
schluß ist von großer Tragweite.« 2
(Seew.) Abstand, von dem bei norma¬
ler Sicht die Beleuchtung eines Schif¬
fes od. sein Leuchtfeuer noch eindeu¬
tig erkennbar sind 3 (Waffe) mögliche
Weite eines Schusses
Trag|werk: das; -(e)s; -e 1 (Flugw.) die
Tragflächen eines Flugzeugs mit ih¬
ren Landeklappen u. dem Querruder,
das der Lenkung um die Längsachse
dient 2 (Bauw.) Bauteil, auf dem ein
Großteil der Last liegt
Trag|zeit/Tra|ge|zeit: die; - ; -en (Säuge¬
tier) Zeit der Schwangerschaft, von
der Befruchtung der Eizelle bis zur
Geburt, während der das ungebore¬
nen Leben sich im Mutterleib befin¬
det u. sich entwickelt
Trai|ler: (engl.-lat.-fro /treffer/ der; -s; -
1 Anhänger zum Transport von Boo¬
ten, Autos u. a. 2 Vorfilm, aus Szenen
eines Filmes zusammengeschnitten,
der zu Werbezwecken gezeigt wird
TVailnee: (lat.-fr.-engl.> /tre'ni/ der; -s; -s
jmd., der nach einem erfolgreichen
Universitätsabschluß durch eine
praktische Ausbildung in einem Un¬
ternehmen auf die Übernahme von
Führungsaufgaben vorbereitet wird
Traj|ner. dat.-fr.-engh /tre[n«r u. trän«r/
der; -s; - weibl. Trai|ne|rin: die; - ;
-nen (Sport) Person, die zum Zweck
der Leistungssteigerung mit Sportlern
od. Tieren übt u. arbeitet u. diese auf
Wettkämpfe vorbereitet
Träjjner|li|zenz: /tre|ner- u. trän'r-/ die;
- ; -en Genehmigung eines Verban¬
des, Lizenz, Sportler od. Tiere auf
Wettkämpfe vorzubereiten, als Trai¬
ner zu arbeiten
trai|nie|ren: /tränken u. tre'nken/ trai¬
nierst; trainiertest; hast trainiert 1
üben (zur Leistungssteigerung) 2
(Sport) a) Sport treiben mit dem Ziel
der Leistungssteigerung b) sich od.
jmdn. gezielt auf einen Wettkampf
vorbereiten
Training: dat.-fr.-engh /träning u. trej-
ning/ das; -s; -s (PI. s.) 1 gezieltes, ge¬
plantes Üben zur Leistungssteigerung
»Training des Gedächtnisses« 2
(Sport) a) sportliche Betätigung mit
dem Ziel der Leistungssteigerung b)
Vorbereitung auf einen Wettkampf
Traynings|an|zug: /träningß- u. tre[-
ningß-/ der; -(e)s; -anzüge Sportan¬
zug, bestehend aus einer langärmligen
Jacke u. einer Hose, der während der
Aufwännphase u. in Pausen getragen
wird, um den Körper warm zu halten
Trai|nings|ein|heit: /träningß- u. tre|-
ningß-/ die; ~ ; -en (Sport) kleinster,
wenige Stunden umfassender Ab¬
schnitt eines übergeordneten Planes,
der genau vorsieht, zu welchem Zeit¬
punkt der Saison was u. mit welchen
Übungen trainiert wird
Traj|nings|ho|se: /träningß- u. tre>-
ningß-/ die; -; -n Unterteil eines Trai¬
ningsanzugs, das in dem Pausen u. in
der Aufwännphase dazu dient, die
Beine warm zu halten
Trai|nings[jacke (Ttaj|nings|jak|ke —*
Trai|ninga(fa|cke): /träningß- u. tre|-
ningß-/ die; - ; -n Oberteil eines Trai¬
ningsanzuges, das in dem Pausen u. in
der Aufwärmphase dazu dient, den
Oberkörper warm zu halten
Trai|nings|la|ger. /träningß- u. .. trej-
ningß-/ das; -s; - a) Wohn- u. Über¬
nachtungsplatz, der für vorüberge¬
hend bleibende Sportler als Übungs¬
ort eingerichtet ist b) Fahrt, Reise an
einen bestimmten Ort, an dem Sport¬
ler über mehrere Tage gemeinsam ge¬
zielt u. in Ruhe trainieren, ohne von
Alltagsdingen abgelenkt zu werden
Trai|nings|zeit /träningß- u. trejningß-/
die; - ; -en 1 (Sport) Uhrzeit, Zeit¬
raum, zu der/dem das Training statt¬
findet »Unsere Trainingszeit beginnt
heute um 15 Uhr.« 2 (Sport) die Zeit,
in der ein Sportler im Training eine
bestimmte Strecke gefahren, gelaufen
od. geschwommen ist
Tra|keh|ner: der; -s; - edle deutsche
Warmblutpferderasse
Trakt: dato der; -(e)s; -e 1 Flügel, Teil
eines größeren Gebäudes »Die Zim¬
mer der Dienstboten waren im
Küchentrakt.« 2 (Med.) Teil eines Or¬
gans »der Magen-Darm-Trakt«
Trak|ta|ment: dau das; -(e)s; -e 1 [geh.;
veralt.] Behandlung von Dingen u.
Personen; Art mit jmdm. od. etw. um¬
zugehen 2 [landsch.] Bewirtung; Ver¬
pflegung 3 (Milit.) [veralt.] Lohn, Ent¬
gelt, Sold für Kriegsdienste, Soldaten
1166
Transferabkommen
Trakttat: <lat.> der u. das;-(e)s; -e 1 Ab¬
handlung 2 religiöse Flugschrift 3
[veralt.] (Staats-)Vertrag
trak)tie|ren: dato traktierst; traktiertest;
hast traktiert 1 [veralt.] behandeln 2
quälen 3 [veralt.] reichlich (yon etw.)
anbieten
Trak]tie|rung: dato die; - ; -en 1 a) Be¬
handlung b) Quälerei; Plagerei 2
reichliche Versorgung mit Speisen
Trak|ton dat.-engh'der; -s; Traktoren
Schlepp-, Zugmaschine (meist in der
Landwirtschaft), Syn.: Trecker,
Schlepper
Trak)to|risfc trusso der; -en; -en weibl.
Trak|to|ri]stin —> Trak|to|ris|tine die;
- ; -nen (früher DDR> Person, die ein
landwirtschaftliches Fahrzeug steu¬
ert, fortbewegt; Fahrer(in) einer land¬
wirtschaftlichen Zugmaschine
Trakftur: <lat.> die; - ; -en <Musik> eine
an einer Orgel angebrachte, den
Druck von der Tastatur weiterleiten¬
de Vorrichtung
träl|lern: trällerst; trällertest; hast ge¬
trällert ein fröhliches Lied (ohne
Text), eine einfache, leichte Melodie
singen »Beim Bügeln trällerte er ein
Lied.«
Thun: <engh die; ~ ; -s u. [Schweiz.] das;
-s; -s [Schweiz.; süddt.; österr.; veralt.]
Straßenbahn; elektrisch angetriebene
Bahn, die auf Schienen durch be¬
stimmte Straßen einer Stadt fährt
Tram|bahn: die; • ; -en [süddt.] Straßen¬
bahn; elektrisch angetriebene Bahn,
die auf Schienen durch bestimmte
Straßen einer Stadt fährt
Trä|mel: der; -s; ~ [landsch.] dicker Bal¬
ken, Holzklotz, Baumstumpf
Tram|pel: der u. das; -s; - [ugs.; abwert.]
Person, die in ihren Bewegungen od.
ihrem Benehmen sehr ungeschickt
od. schwerfällig ist
tram|peln: trampelst; trampeltest; hast/
bist getrampelt a) hast laut mit den
Füßen laut u. schnell auf den Boden
treten »Die Zuschauer trampelten vor
Begeisterung.« b) bist hörbar, laut u.
nicht geschmeidig gehen »Du tram¬
pelst wie ein Elefant.«
Tram|peiftier: das;-(ejs; -e 1 Kamel mit
zwei Höckern, heimisch in Innerasien
2<übertr.> [ugs.; abwert.] Bezeichnung
für eine Person, die in ihren Bewegun¬
gen od. in ihrem Benehmen sehr un¬
geschickt od. schwerfällig ist
tram|pen: tengh /trampen/ trampst;
tramptest; bist getrampt reisen, indem
man Autos an der Straße per Hand¬
zeichen anhält u. mitgenommen wird
Tram|pen /trämper u. tramper/ der; -s;
- weibl. Träm|pe|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die per Autostopp reist, die Au¬
tos anhält, um kostenlos mitzufah¬
ren; Anhalter(in)
Tram|po|lin/Tram|po|lin: das; -s; -e
Sportgerät, das aus einem Metallge¬
stell u. einem gespannten Tuch zum
Springen besteht
Trant|po|lin|sprung: der; -(ejs; -spränge
Figur, Haltung bei der sportlichen
Betätigung mit Hilfe eines Trampo¬
lins; der auf einem Trampolin ausge¬
führte Sprung »Den Trampolin¬
sprung,den ich am liebsten springe, ist
der Salto rückwärts.«
Tramp|schrft das; -(e)s; -e ein bei Be¬
darf eingesetztes, nicht auf bestimm¬
ten, festgelegten Routen verkehren¬
des (Fracht-)Schiff
Tram|way: tengh /tramwe'/ die; - ; -s
Straßenbahn, elektrisch angetriebene
Bahn, die auf Schienen durch be¬
stimmte Straßen einer Stadt fährt
Tran: der; -(ejs; -e 1 kurz für Lebertran
= Öl aus dem Fett von Meerestieren,
vor allem von Walen 2 im Tran sein:
[ugs.] noch nicht ganz wach u. kon¬
zentrationsfähig sein »Ich bin noch
ganz im Tran, ich habe gestern bis spät
in der Nacht gefeiert.«
Tran|ce: dat.-fr.-engh /trangß u. [selten]
tranß/ die; - : -n schlafähnlicher Zu¬
stand
Tran|ce|zu]stand: /trangß-/ der; -(ejs;
-zustände schlafähnliche Verfassung,
die häufig durch Hypnose erzielt wer¬
den kann, wird
tran|ch]e|ren/tran|schie|ren: </r>
/trangschiren/ tranchierst/tran¬
schierst; tranchiertest/transchiertest;
hast tranchiert/transchiert (Braten»
mit dem Messer in Stücke, Scheiben
zerlegen
ltan|chier|mes|ser/Tran|schier]rnes|-
sen /trangschir-/ das; -s; - ein beson¬
ders geformtes, vorne spitzes Schnei¬
degerät, Messer zum kunstgerechten
Zerteilen von Fleisch, Braten
Träjne: die; - ; -n 1 tropfenförmig abge¬
sonderte, salzhaltige Flüssigkeit, die
aufgrund starker Emotionen, Ge¬
fühle (Trauer, Schmerz, aber auch
starkes Lachen) od. aufgrund äußerer
Reizeinwirkung (Wind, Staub o. ä.)
aus den Augen tritt 2 keine Itäne
nachweinen: [ugs.] den Verlust von
jmdm. od. etw. nicht bedauern 3 Trä¬
nen lachen: über etw. heftig lachen
»Über seine Witze haben wir Tränen
gelacht.« 4 mit einer Träne im
Knopfloch: [ugs., scherzh.] ein wenig
traurig
träjnen: tränt; tränte; hat getränt (Auge»
Tränenflüssigkeit absondem »Von
dem scharfen Essen tränten mir die
Augen.«
Tr§|nen|drü|se: die; - ; -n 1 Körperor¬
gan in den menschlichen u. vielen tie¬
rischen Augenwinkeln, das die Trä¬
nenflüssigkeit absondert 2 auf die
TVänendriise drücken: [abwert.]
jmdn. (durch übertriebene Sentimen¬
talität) zum Weinen bringen »Der
schnulzige Film drückte gewaltig auf
die Tränendrüse.«
träjnen|er|stickt: Adj. n. stg. (Stimme;
Laut» durch den Versuch, das Weinen
zu unterdrücken, nicht deutlich her¬
vorgebracht
Trä|nen|fluB —* Trä|nen(fluss: der;
-flusses; -flösse (PI. s.) starkes, lang¬
anhaltendes Weinen unter Absonde¬
rung größerer Mengen von Tränen
»Meine Beschwichtigungen konnten
den Tränenfluß nicht stoppen.«
Trä|nen|flüs|sig|keit die; ~ ; -en mit Sal¬
zen u. Mineralstoffen angereicherte
Flüssigkeit, die von den Tränendrü¬
sen im Auge abgesondert wird
Trajnen|gas: das; -es; - u. (Sorten) -e
Reizgas mit einer chemischen Zusam¬
mensetzung, die bewirkt, daß die Trä¬
nendrüsen Flüssigkeit absondem
trä|nen|naB —* trä|nen|nass Adj. n.
stg. von Tränenflüssigkeit feucht ge¬
worden
Trä|nen|sack: der; -es; -sacke a) halb¬
kreisförmige Verdickung unterhalb
des Auges (die durch Erschlaffen der
Haut entstanden ist) b) (Med.» anor¬
mal erweiterter oberer Teil des Trä¬
nennasenganges in einer Tränenbein¬
ausbuchtung
tr||nen|übe([strömt —> trä|nen|ü|ber|-
strömt Adj. n. stg. überall von Trä¬
nenflüssigkeit bedeckt, verschmiert
trajnig: Adj. 1 a) voller Tran od. Öl, ge¬
wonnen aus dem Speck von verschie¬
denen Meerestieren b) aussehend,
schmeckend wie Tran 2 (Person»
Tugs.; abwert.] äußerst langsam, lahm,
langweilig »Mit der kann man nicht
anfangen, die ist so tranig.«
Trank: der; -(ejs; Tränke [geh.] Flüssig¬
keit, die man trinken kann; Getränk
Trän|ke: die; - ; -n Vorrichtung, Wasser¬
stelle, an der Tiere trinken, mit Was¬
serversorgt werden .
trän|ken: tränkst; tränktest; hast
getränkt a) mit Wasser versorgen;
trinken lassen »Die Pferde müssen ge¬
tränkt werden.« b) sich mit etw. Flüs¬
sigem vollsaugen lassen »ein Tuch mit
Alkohol tränken«
Trank|op|fer das; -s; - a) in einer kulti¬
schen Hingabe, Zeremonie jmdm. (z.
B. einer Gottheit) ein Getränk, mei¬
stens Wein, darbringen b) Getränk,
das als Opfer dargebracht wird, mei¬
stens Wein
Trän|kung: die; - ; -en Vorgang des
Tränkens, Trinkenlassens, das Ver¬
sorgen mit Wasser (von Tieren)
Tran|qui|lilzer: dat.-engh /trängkwilai-
ser/ der; -s; - (Med.» Beruhigungsmit¬
tel, das häufig bei Depressionen od.
Psychosen verordnet wird
trans-ZTrans-: dato Wortbildungsele¬
ment ( + fremdsprachiges Basiswort)
a) (quer) durch das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte hindurch; von
einem zum anderen Ort »transplan¬
tieren ♦ transamerikanisch ♦ transpor¬
tieren« b) jenseits des im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten; über das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
hinaus »transnational ♦ transsexuell«
Trans.: Abk. 1 Transaktion 2 Transistor
3Transit
Trans|ak|ti|on: dato die; - ; -en großes
Finanzgeschäft
trans|al|pin/trens|al|pj|nisch: dato Adj.
n. stg. jenseits der Alpen
trans|at|lan)tisch: Adj. n. stg. übersee¬
isch; auf der anderen Seite des Atlan¬
tiks .
Transfer: dat.-engh der; -s; -s 1 Über¬
weisung (von Geld) ins Ausland 2
(Reise» Transport z. B. vom Flugha¬
fen zum Hotel 3 (Psychologie» a)
Übertragung gelernter Begriffe u.
Methoden auf verwandte Gebiete b)
(Sprachwiss.» positiver Mutterspra¬
cheneinfluß beim Fremdsprachener¬
werb 4 (Sport» Vereinswechsel eines
Berufssportlers
trans|fe|ra|bel: tengh Adj. n. stg. in
fremde Währung übertragbar, kon¬
vertierbar
Trans|ferjab|kom|men: das; -s; - (Wirt.»
den internationalen Zahlungsverkehr
1167
transferieren
betreffende^-) zwischenstaatliche^-)
Einigung, Vertrag; Abkommen über
die Verrechnung von Währungen
trans|fe)rie|ren: <lat.-engb transferierst:
transferiertest; hast transferiert 1
Geld (ins Ausland) überweisen 2
[österr.] versetzen 3 <Sport> einen
Spieler in einen anderen Verein holen,
an einen anderen Verein verkaufen
Trans|ferjli]ste —* Transffer|lis|te: die;
-; -n~Sport> Liste mit den Namen der
Spieler, die für einen Transfer vorge¬
sehen, verfügbar sind
Trans|fi|gu|ratti|on: data /tranßfigura-
zion/ die; - ; -en a) <Religion> Verklä¬
rung, Erhöhung Christi ins Überirdi¬
sche b) Darstellung der Verklärung,
Erhöhung in der Kunst
TVans|fofjma|tion: data /transforma-
zion/ die; ~; -en 1 Umwandlung; Um¬
formung 2 <Physik> Erhöhung od.
Verminderung der Stromspannung
trans|forjma|tlo|nell —» trans|for]ma|-
ti|o|nell: /transformazionell/ Adj. n.
stg. die Umwandlung, Umgestaltung,
Umformung betreffend
Trans|for|majtor: dat.-fra der; -s; -en
Gerät zur Erhöhung od. Verminde¬
rung der Spannung von Dreh- od.
Wechselstrom
transtfor|mlg|ren: data transformierst;
transformiertest; hast transformiert 1
umwandeln; umformen; umgestalten
2 elektrische Spannung erhöhen od.
vermindern
1tans|for|mje]ning: die; - ; -en [geh.]
Umformung; Umwandlung
Trans|fu|si|on: data die; - ; -en <Med.>
Übertragung von Blut od. anderen
Flüssigkeiten in einen anderen Orga¬
nismus
Tran|si]stor —* Tran|sis|tor: dat.-engh
der; -s; Transistoren (Physik» Halblei¬
ter; Verstärker von elektrischen
Spannungen
ltan|si|stor]ge|rät —> TrBn|sis|tor(ge|-
rät: dat.-engla das; •(e)s; -e Radioge¬
rät, das nicht mit Elektronenröhren,
sondern mit Transistoren ausgestattet
ist, Syn.: Transistorradio
tran|sif8to|rie|ren/tran|si|sto|ri|sie|ren
—» tran|sisjtoirie|ren/tran|sis|to|ri|-
sje|ren: transistorierst / transistori¬
sierst; transistoriertest/transistorisier¬
test; hast transistoriert/transistorisiert
Halbleiter, Verstärker von elektri¬
schen Strömen u. Spannungen in ein
Gerat einbauen
Tran|sj|storjrajdio —> Tranjsisftor[ra|-
dio: das; -s; -s Rundfunkgerät, das
nicht mit Elektronenröhren, sondern
mit Transistoren ausgestattet ist,
Syn.: Transistorgerät
Tran|sjt: <lat.-it.> der; -s; -e Fahrt,
Durchreise von Personen u. Waren
durch ein Land in ein drittes; Durch¬
querung eines Landes
Tran|sjt|ab[ferjti|gung: die; - ; -en Erle¬
digung offizieller Formalitäten für
Personen od. Waren, die durch ein
Land in ein drittes Land reisen, ge¬
schicktwerden
Tran|sit|abjkom|men: das; -s; - Vertrag
zwischen Staaten über die Behand¬
lung von Reisenden, Waren, die
durch eines der beiden Vertragsländer
lediglich hindurchreisen, um in ein
drittes Land zu gelangen
Tran|s]t|han|del: der; -s; - Kauf- u. Ver¬
kauf von Waren, wobei die Waren
über ein drittes Land importiert bzw.
exportiert werden
tranjsiftieiren: data transitierst; ’transi-
tiertest; hast transitiert etw. durch ein
Land befördern, hindurchführen
Tran|si|tiv/Tran|si|tiy: <lat.> /transitif/
das; -s; -e itransitiv^! (Sprachwiss.»
zielendes Verb; Verb, Tätigkeitswort,
Tuwort, das ein Akkusativobjekt,
eine Ergänzung im vierten Fall for¬
dert
tran|sittiv/tran|si|tiv: data /transitif/
Adj. n. stg. <Sprachwiss.> zielend; ein
Akkusativobjekt, eine Ergänzung im
vierten Fall fordernd
Tranjsi|to]ri|um: data das; -s; Transito-
rien /transitorUn/ <Wirt.> im Staats¬
haushalt vorgesehene Ausgaben für
die Dauer eines Ausnahmezustandes
Tranjsit|rei|senjde: der u. die; -n; -« (mit
unbestimmtem Art.: ein Transitreisen¬
der; eine Transitreisende; zwei
Transitreisende) Person, die durch
ein Land in ein drittes Land fahrt,
reist, ohne sich aufzuhalten
Tran|sjt(ver|bofc das; -(e)s; -e Untersa¬
gung, Verweigerung der Durchreise,
Durchfahrt von Personen od. Trans¬
port von Waren durch ein Land (um
ein drittes Land erreichen zu können)
Ttan|sjt|ver|kehn der; -(e)s; - Durch¬
fahrt von Personen od. Transport
von Waren durch ein Land, um in ein
anderes zu gelangen
Tranjsit|vi|sum: das; -s; -Visa amtliche,
offzielle Durchreiseerlaubnis; Durch¬
reisevisum
trans|kon|ti|nen|tai: data Adj. n. stg. 1
durch einen Erdteil, Kontinent hin¬
durch 2 einen Kontinent in seiner Ge¬
samtheit betreffend
tran|skri|bje|ren —» tran|s|k|ri|biefren:
data transkribierst; transkribiertest;
hast transkribiert (Sprachwiss.» 1 a) in
einer anderen Schriftart aufschreiben
b) gesprochene Sprache in Lautschrift
aufschreiben 2 <Musik> ein Musik¬
stück in eine andere Tonart od. für
andere Instrumente umschreiben
Tran|skrip|tijon —»• Tranjsjk|rip|ti|on:
data /tranßkripzion/ die; - ; -en 1
<Sprachwiss.> a) Übertragung eines
Textes in eine andere Schriftart b)
Übertragung gesprochener Sprache
in Lautschrift 2 <Musik> Übertragung
eines Musikstücks in eine andere
Tonart od. Umschreiben für andere
Instrumente
Trans)!i|te|rajti|on: data /tranßlitera-
zion/ die; - ; -en (Sprachwiss.» wörtli¬
che, Buchstabe für Buchstabe genaue
Übertragung eines Wortes, Textes
von einem Schriftsystem in ein ande¬
res Schriftsystem
transjli|te|rie|ren: data transliterierst;
transferiertest; hast transferiert ein
Wort, einen Text wörtlich, Buchstabe
für Buchstabe von einem Schriftsy¬
stem in ein anderes Schriftsystem
übertragen
Trans|lojka|ti|gn: data /tranßlokazion/
die; - ; -en 1 [veralt.] Ortsveränderung
2<Bio.» Verlagerungeines Chromoso¬
menteils innerhalb eines Chromo¬
soms od. in ein anderes Chromosom,
wodurch eine Veränderung im Erb¬
gut bewirkt wird
Trans|mis|sijon: dato die; - ; -en <Teeh-
nik> Apparatur, die der Verteilung
der Antriebskraft von einem Motor
auf mehrere Maschinen dient
Trans|mitjter: dat.-engl.> der; -s; -
<Med.> Überträgerstoff (im Nervensy¬
stem)
trans|mit|tie|ren: dat.> transmittierst;
transmittiertest; hast transmittiert
umwandeln; übersenden; übermitteln
Transp.: Abk. 1 Transparenz 2 Trans¬
port
transp.: Abk. 1 transparent 2 transpor¬
tiert
Trans|pa|renb dat.-fr.> das; -(e)s; -e 1
tragbares Plakat mit einem Slogan,
Wahlspruch; Spruchband 2 durch¬
scheinendes Bild
trans|pa|rent: dat.-fra Adj. transparen¬
ter; transparenteste a) lichtdurchläs¬
sig; durchscheinend b) n. stg. durch¬
sichtig c) deutlich; verständlich;
durchschaubar »Er machte uns den
Sinn seiner Aufgabe transparent.«
Trans|pa|rentjpa|pien das; -(e)s; -e
(häufig zum Basteln verwendetes,
buntes) Pergament- od. Seidenpapier,
mit dem durch seine Lichtdurchläs¬
sigkeit eine besondere Wirkung er¬
zieltwerden kann
Trans(pa|renz: die; - ; - 1 Lichtdurch¬
lässigkeit 2 Deutlichkeit; Durch-
schaubarkeit; Verständlichkeit
Tran|spi|rafti|gn —> Tranjs|pi|ra|ti|on:
dat.-fra /tranßpirazion/ die; - ; - Ab¬
sonderung von Schweiß durch die
Drüsen; das Schwitzen
tran|spi|rie|ren —» tran|s|pi|rte|ren:
dat.-fr.> transpirierst; transpiriertest;
hast transpiriert schwitzen; ausdün¬
sten
Transjplan|tat: data das; -(e)s; -e ver¬
pflanztes Gewebe od. Organ
Trans|plan|ta|ti|on: data /tranßplanta-
zion/ die; - ; -en 1 <Med.» Verpflan¬
zung von lebendem Gewebe od. le¬
benden Organen von einem Körper¬
teil auf einen anderen bzw. von einem
Menschen auf einen anderen 2 (Bot.»
Veredelung durch Aufsetzen eines
Sprosses eines edlen Gewächses auf
ein weniger wertvolles
trans|plan(tie|ren: data transplantierst;
transplantiertest; hast transplantiert
<Med.> Organe, Gewebe o. ä. in einen
lebenden Körper verpflanzen
trans{po|nie|ren: data transponierst;
transponiertest; hast transponiert 1 ein
Musikstück in eine andere Tonart
übertragen 2 (Sprachwiss.» ein Wort
in eine andere Wortklasse übertragen
Trans|port: dat.-fra der; -(e)s; -e 1 Be¬
förderung von Dingen od. Lebewesen
von einem Ort zu einem anderen 2
Gesamtheit der zu befördernden Gü¬
ter
trans]por[ta|bet: dat.-fra Adj. n. stg. a)
so gebaut, daß es (leicht) zu befördern
ist b) tragbar
■ftan8|port)ar|bei|ter: der; -s; - weibl.
[selten) Trans|pgrt|ar|beijte|rin: die;
- ; -nen Beschäftigte(r) einer Firma,
der/die Güter versendet, der/die mit
dem Be- u. Entladen von etw. beauf¬
tragt ist
1168
Itraube
Trans|port|band: das; -(e)s; -bänder
«Technik» umlaufendes Endlosband,
mit dem Güter befördert werden,
Syn.: Förderband
Trans[pgrt|be(din[gun|gen: die (PL)
Anforderungen, Voraussetzungen,
die für einen Transport, eine Beförde¬
rung von Dingen od. Lebewesen er¬
füllt werden, sein müssen
Trans|port)be)häl|teR der; -s; - großer
Behälter, in dem (Fracht-)Güter be¬
fördert werden können, Syn.: Contai¬
ner
Trans|por|ter: dat.-fr.-engl» der; -s; -
Verkehrsmittel (Schilt, Flugzeug,
großes Fahrzeug o. ä.) zur Beförde¬
rung von (Fracht-)Gütem, Syn.:
Transportmittel
trans|port|fS|hig: Adj. n. stg. in einem
solchen Zustand, daß eine Beförde¬
rung verantwortet werden kann
Tkans|port(flug(zeug: das; -(e)s; -e
Flugzeug mit einem großen Lade¬
raum zur Beförderung von (Fracht-)
Gütern
Thinslportlgeffähijdung: die; ~ ; -en
«Rechtsw.» eine die Sicherheit des Ver¬
kehrs (auf Straßen, Schienen, auf
dem Wasser od. in der Luft) gefähr¬
dende, strafbare, mutwillige od. fahr¬
lässige Handlung
trans|por|tje|ren: <lat.-fr.> transportierst;
transportiertest; hast transportiert a)
Dinge od. Lebewesen (von einem Ort
zum anderen) befördern b) <Technik>
etw. weiterbewegen »Die Kamera
transportiert den Film automatisch.«
Translporftiejrung: dat.-fr» die; ~ ; -en
a) Beförderung von Dingen od. Lebe¬
wesen von einem Ort zu einem ande¬
ren; Transport b) die mechanische Be¬
wegung von etw.
TVans|port|ko]sten —> Trans|pqrt|kos|-
tan: die (PI.) die finanziellen Auf¬
wendungen, Ausgaben für eine Beför¬
derung, einen Transport
Trans|port|mtt|tel: das; -s; - Verkehrs¬
mittel (Schiff, Flugzeug, großes Fahr¬
zeug o. ä.) zur Beförderung von
(Fracht-)Gütem, Syn.: Transporter
Trans[port|schiff: das; -(e)s; -e Schiff
mit großem Laderaum, das der Beför¬
derung von (Fracht-)Gütem dient
Trans|port|un|ter(neh|men: das; -s; ~
Betrieb, der den Transport, die Beför¬
derung von Gütern übernimmt, Syn.:
Spedition
Trans|port|ver|si|chejrung: die; - ; -en
Vertrag mit einer Versicherungsge¬
sellschaft, die gegen die Bezahlung ei¬
nes bestimmten Betrages Kosten für
entstandene Schäden bei einem
T ransport erstattet
Translpo|si|ti|on: dat» /transposizion/
die; ~ ; -en 1 <Musik> Übertragung ei¬
nes Musikstückes in eine andere Ton¬
art 2 <Sprachwiss.> Überführung in
eine andere Wortklasse
Trans jse|xua|lis|mus —* Trans|se|xu|a|-
iisjmus: dat» der; - ; - «Psychologie;
Med.» Neigung, Gefühl, nicht dem ei¬
genen Geschlecht anzugehören, son¬
dern sich dem anderen Geschlecht zu¬
gehörig zu fühlen, oftmals mit dem
starken Drang, das angeborene Ge¬
schlecht operativ in das jeweils andere
umwandeln zu lassen
trans|setxu(ell: Adj. n. stg. «Psychologie;
Med.» sich dem jeweils anderen Ge¬
schlecht zugehörig fühlend (u. durch
eine Operation eine Umwandlung des
Geschlechts anstrebend)
transjveijsal: dat» /tranßwersal/ Adj. n.
stg. querlaufend; schräg
Trensjver|sa|le: dal» /tranßwersale/ die;
- ; -n «Math.; Geometrie» eine Figur
schneidende Gerade
Trans[veijsal|wel|le: /tranßwersal-/ die;
~ ; -n «Physik» in einer senkrechten
Richtung verlaufende Welle der
Schwingungsrichtung der Teilchen
Tran3|ve|stis|mus/Trans|v«sjsti|tis|mus
—> Trans|ves|tis|mus/Trans|ves|ti|-
tis|mus: <iat.> /tranßweßtißmuß/ der;
- ; - «Psychologie; Med.» von der ge¬
sellschaftlichen Norm abweichende
Tendenz, typische Kleidung des je¬
weils anderen Geschlechts zu bevor¬
zugen
Trans|ve|sttt —> Trans|ves|tit: dat»
/tranßwe'ßtit/rfer; -en; -en «Psycholo¬
gie; Med.» Person, die die typische
Kleidung des jeweils anderen Ge¬
schlechts bevorzugt
trans|ve|sti|tisch —> trans|ves(tijtisch:
dat.> /tranßweßtitisch/ Adj. n. stg. die
Transvestiten, den Transvestismus
betreffend
tran|szen|dent —* tran|s|zen|dent:
dat» Adj. n. stg. übernatürlich; die
Grenzen des sinnlich Wahrnehmba¬
ren u. Erkennbaren überschreitend,
Syn.: transzendental
tran|szen|den)tal —»tran|s|zen|den[tal:
dat» Adj. n.~stg. übernatürlich; die
Grenzen des sinnlich Wahrnehmba¬
ren u. Erkennbaren überschreitend,
Syn.: transzendent
Tran|szen|denz —* Tran|s|zen|denz:
dat» die; - ; - Überschreitung der
sinnlichen Erfahrung, des Bewußt¬
seins, des Diesseits
tran|szenjdje|ren—»tran|s|zen|die|ren:
dat» transzendierst; transzendiertest;
hast transzendiert [geh.] die sinnliche
Wahrnehmung überschreiten, über
die Grenzen von etw. hinausgehen
Tra|pez: <gr.-lat» das; -es; -e 1 an Seilen
befestigte (Turn-)Stange (besonders
für Artisten im Zirkus) 2 Haltegurte
beim Segeln, Surfen 3 «Math.; Geo¬
metrie» Viereck mit zwei sich gegen¬
überliegenden parallelen Seiten u. mit
zwei sich gegenüberliegenden gleich¬
langen Seiten
Trajpez|akt: der; -(e)s;-e (meist von Ar¬
tisten im Zirkus vorgeführte(s))
Kunststück, Übung an einer an zwei
Seilen befestigten Turnstange, am
Trapez
tra|pezfför|mig: Adj. n. stg. in der Form
eines Trapezes
Tta|pez[künstjlen der; -s; - weibl. Tra|-
pezjkünst|!ejrin: die; - ; -nen Arti-
st(in), der/die Kunststücke, Übungen
an einer an zwei langen Seilen schau¬
kelnden Stange, am Trapez vorführt
Tra|pe)zo|id: <gr» das; -(e)s; -e «Math.;
Geometrie» Viereck ohne parallel zu¬
einander verlaufende Seiten; trapez¬
ähnliche Figur
Trapjpe: die; ~ ; -n 1 größerer, brauner
Vogel, der Ähnlichkeit mit einem
Kranich hat 2 [norddt.] (Schmutz hin¬
terlassende) Fußspur
traplpeln: trappelst; trappeltest; hast/
bist getrappelt a) bist sich mit kleinen,
hörbaren, schnellen Schritten fortbe¬
wegen b) hast schnell hintereinander,
rhythmisch auf den Boden treten
Trapiper: <engl» der; -s; - Fallensteller,
Jäger in Nordamerika, der Tiere auf¬
grund der Nutzbarkeit ihres Felles
jagt
Trapfpisfc <fr» der; -en; -en Mönch, An¬
gehöriger eines Zisterzienserordens
mit Schweigegelöbnis u. absoluter
Askese
Trap|p|)sten|klo|ster —> Trap|pis|tenj-
klosjter: das; -s; -klöster Kloster (Ge¬
bäude od. Gebäudekomplex), in dem
die Mönche des Ordens der Trappi¬
sten leben
Trap|pi|sten|or|den —* Trap|pis(ten|or|-
den: der; -s; * von reformerischen Zi¬
sterziensern gegründete klösterliche
Gemeinschaft, in der die Mönche,
Angehörigen in einem totalen
Schweigegebot u. in strengster Askese
leben
trapjsen: trapst; trapstest; hast/bist ge¬
trapst ßandsch.; ugs.] mit stampfen¬
den, schwerfälligen, hörbaren Schrit¬
ten gehen, laufen
Traß —* Trass: </r.» der; Trasses; Trasse
«Geologie» vulkanisches Gestein von
lockerer, poröser Beschaffenheit,
Konsistenz; Tuff
Tras|se/[schweiz.] Trasjsee: dat.-fr» die;
~ ; -n a) vorbereiteter Geländestreifen
für eine Straße od. eine Versorgungs¬
leitung b) Geleise auf einem Bahn¬
damm
tras|siejren: dat.-fr» trassierst; trassier¬
test; hast trassiert 1 eine bestimmte,
geplante Strecke o. ä. zeichnen, ab¬
stecken, festlegen 2 «Wirt.» ein schuld¬
rechtliches Wertpapier (auf jmdn.)
ausstellen
TVatsch: der; -(e)s; - [ugs.; abwert.]
meist übles, gehässiges Gerede über
eine dritte Person od. über private
Neuigkeiten zur Befriedigung von
Neugier, Syn.: Klatsch
Trat|sche|rei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
meist übles, gehässiges Gerede über
eine dritte Person od. über private
Neuigkeiten zur Befriedigung von
Neugier
Tratjte: dat.-it» die; - ; -n «Bankw.»
schuldrechtliches Wertpapier; (gezo¬
gener) Wechsel *
Tratjto|ria/Trattto|rie: dat.-it» die; - ;
Trattorien Itrattordnj einfaches Spei¬
selokal (in Italien)
Traujalftar;der;-(e)s;-einder Wendung
a) vor den Traualtar treten: [geh.] ein
Mann u. eine Frau lassen sich in einer
Kirche von einem Priester trauen; hei¬
raten b) jmdn. vor den Traualtar
führen: jmdn. heiraten
Traujbe: die; ~ ;-n 1 a) Fruchtstand, wo¬
bei die Früchte kreisförmig um einen
gemeinsamen Trieb, Stiel angeordnet
sind b) einzelne Frucht des Weins
»Für die Sauce brauche ich 30 ent¬
kernte Trauben.« c) Weinsorte »Diese
Traube ist sehr süß.« 2 dicht beieinan¬
derstehende Menschen; Pulk von
Menschen »Es bildete sich eine (Men¬
schen-) Traube am Unfallort.« 3 die
Trauben hängen zu hoch: etw. ist
schwer od. gar nicht zu erreichen
1169
traubenföimig
traulbenlförimig: Adj. n. stg. 1 angeord¬
net wie eine Traube; in Trauben (1 a)
stehend 2 die Form einer Traube (1 b)
habend
Trau|ben|hya[zin|the —■» Trau|ben|hy|a|-
zin|the: die; - ; -n kleine Pflanze mit
blauen Blüten, die in Trauben stehen
Traulbenllelse: die; - ; -n Weintrauben¬
ernte
Traulbenlmosb der; -(e)s; -e Saft aus
gepreßten Trauben, der zur Gärung
vorgesehen sind
Traulbenlsaft: der;-(e)s; -safte Saft, der
' aus Weintrauben gepreßt ist
Traujben|zucker (Trau|ben|zuk|ker —>
Traulbenlzulckert: der; -s; - aus
Trauben gewonnene, süß schmecken¬
de, weiße Substanz, Syn.: Glukose
trauten; traust; trautest; hast getraut 1
jmdm. od. etw. Glauben schenken
»Ich traue seinen Worten.« 2 zwei Per¬
sonen in den Ehestand heben »Der
Standesbeamte, der Pfarrer traut das
Paar.« 3 Trau, schau, wem!: man
sollte sorgfältig prüfen, wählen, wem
man sein Vertrauen schenkt; man
kann nicht jeder Person Vertrauen
entgegenbringen, sollte Personen erst
prüfen, bevor man sie ins Vertrauen
zieht
trau|en, sich: traust dich; trautest dich;
hast dich getraut den Mut haben, auf¬
bringen, etw. zu tun
Trauter: die; - ; - 1 tiefer, seelischer
Schmerz, der durch ein Unglück od.
einen Verlust ausgelöst wird »Der
Tod des Vaters erßillte sie mit
Trauer.« 2 (schwarze) Kleidung zum
Zeichen des Schmerzes, Verlustes
»Sie trug ein Jahr Trauer.«
TVauteijakt: der;-(e)s; -e (PI. s.) die bei
einer Beerdigung offiziell stattfinden¬
de Trauerfeier
Traulerlanlzeilge: die; - ; -n a) Annonce
in einer Zeitung, mit der Angehörige
o. ä. über jmds. Tod informieren b)
bedruckte Karte, mit der die Angehö¬
rigen Bekannte, Verwandte o. ä. über
jmds. Tod informieren, Syn.: Todes¬
anzeige
Trauleriaribeit: die; -;- <Psychoanalyse>
die Verarbeitung des seelischen
Schmerzes, den jmd. über den Verlust
einer ihm nahestehenden Person emp¬
findet
Trauterlbinlde: die; - ; -n ein zum Aus¬
druck der Trauer getragenes schwar¬
zes Band, das am Ärmel, im Knopf¬
loch, am Hut od. an einer Fahne befe¬
stigt wird, Syn.: Trauerflor
Trauterlbrief: der; -(e)s; -e Brief mit ei¬
ner Traueranzeige o. ä. mit einer
schwarzen Umrandung zum Zeichen
der Trauer
TTaulertfall: der; -(e)s; -fälle Tod eines
nahestehenden Menschen, Syn.: To¬
desfall
Trauterlfeiten die; - ; -n eine (meist
kirchliche) Feier zu Ehren eines Ver¬
storbenen vor od. zu seiner Beerdi¬
gung od. Einäscherung
TrauleHfton der; -s; -e (PL s.) zum Aus¬
druck der Trauer getragenes schwar¬
zes Band, das am Ärmel, im Knopf¬
loch, am Hut od. an einer Fahne befe¬
stigt wird, Syn.: Trauerbinde
Tkaulerigelleit: das; -(e)s; -e alle Perso¬
nen, die bei einem Trauerzug mitge¬
hen, um dem Verstorbenen die letzte
Ehre zu erweisen
Trauleriuelmeinlde: die; - ; -n (PI. s.)
[geh.] alle Personen, die an einer
Trauerfeier zur Erinnerung an einen
Verstorbenen teilnehmen
Trauterlgotttesldiensti der; -(e)s; -e
kirchliche Feier zu Ehren eines Ver¬
storbenen vor od. zu seiner Beiset¬
zung, Syn.: Trauerfeier
TVaulerlkartte: die; - ; -n a) Karte mit ei¬
ner schwarzen Umrandung als Zei¬
chen der Trauer, die von den Angehö¬
rigen des Verstorbenen an Freunde u.
Bekannte verschickt, wird, um den
Tod des Angehörigen mitzuteilen b)
Karte mit einer schwarzen Umran¬
dung als Zeichen der Trauer, die von
Freunden als Beileidsbekundung an
die Angehörigen des Verstorbenen
geschickt wird
TraulerlkloB: der; -es; -Mäße [ugs.;
scherzh.] Person, die ständig unlustig,
gelangweilt o. ä. ist, nicht gerne etw.
unternimmt
Trau|er|marsch: der; -(e)s; -märsche
<Musik> langsamer Marsch, der als
Begleitmusik bei einem Trauerzug ge¬
spielt wird
Traulerlmielne: die; - ; -n [ugs.] trauri¬
ger, bekümmerter Ausdruck des Ge¬
sichtes
trautem: trauerst; trauertest; hast
getrauert 1 emotional tief betroffen
über einen Verlust sein »Sie trauerte
um die Mutter.« 2 schwarze Kleidung
zum Zeichen der Trauer tragen
Traulerlnachlricht: die; - ; -en traurige
Mitteilung, in der Regel von einem
Todesfall
Trauterlspiel: das; -(e)s; -e 1 dLiteratur-
wiss.> Drama, mit einer tragischen, er¬
schütternden Handlung mit negati¬
vem Ausgang (häufig mit dem Tod
der Hauptpersonen) 2 etw. Unerfreu¬
liches, Schlimmes, Syn.: <l>Tragödie
Traulerlweilde: die; - ; -n 1 Baum, des¬
sen biegsame Zweige tief hemnter-
hängen 2 <übertr.> [ugs.] Bezeichnung
für jmdn., der ständig ein trauriges
Gesicht macht, sein bekümmertes
Wesen zur Schau trägt
Trau|er|zug: der; ~(e)s; -zöge Gruppe
von trauernden Menschen, die den
Sarg des Verstorbenen zum Grab be¬
gleiten, einem Verstorbenen die letzte
Ehre, das letzte Geleit geben
Trayjfe: die; - ; -n a) Tonne, großer Be¬
hälter, in der/dem Regenwasser ge¬
sammelt wird b) vom Regen in die
Traufe kommen: von einer unvorteil¬
haften, schwierigen Lage in eine ge¬
nauso unvorteilhafte, schwierige La¬
ge geraten
träuKeln: träufelst; träufeltest; hast ge¬
träufelt eine Flüssigkeit tropfenweise
auf etw. aufbringen bzw. in etw. ein¬
geben
TraulHchlkeit: die; - ; - ein Gefühl, Ein¬
druck von Geborgenheit, Gemütlich¬
keit
Traum: der; -(e)s; Träume 1 während
des Schlafs auftretende Bilder (als
Verarbeitung der Realität durch das
Unterbewußtsein) »Mein Traum war
schön. ♦ Wunschtraum. • Alptraum« 2
großer Wunsch 3 Träume sind
Schäume: ein Traum wird selten
wahr 4 nicht im Traum: [ugs.] niemals;
bestimmt nicht »Dich betrügen? Das
würde mir nicht im Traum einfallen.« 5
aus der Traum!; der TVaum ist
ausgeträumt!: [ugs.] etw., was man
sich sehr gewünscht hat, erfüllt sich
nicht» Von dem Geld, daß man mir ge¬
stohlen hat, wollte ich mir einen Anzug
kaufen - aus der Traum.«
Traulma: <gr» das; -s; Traumata u.
Traumen 1 <Med.> Verletzung des
Körpers durch Gewalt, Krafteinwir¬
kung »Ich litt unter einem (Halswir¬
belsäulenschleuder- ) Trauma.« 2
<Med.; Psychologie) psychischer, see¬
lischer Schock
trau|ma|tisch: <gr.> Adj. 1 <Med.> eine
körperliche Verletzung (meist ent¬
standen durch Gewalteinwirkung)
betreffend 2 <Med.; Psychologie) see¬
lisch erschüttert, erschütternd
Trau|ma|to|lojgte: <gr.> die; ~ ; - <Med.)
Lehre u. Wissenschaft, die sich mit
der Wundversorgung u. -behandlung
beschäftigt
Traumlbelruf: der; -(e)s; -e Beruf, den
jmd. sehnlichst ausüben möchte, weil
er ihn für sich als ideal empfindet
Traumlbild: das; -(e)s; -er 1 Bild, das im
Schlaf auftritt 2 eine Vorstellung der
Phantasie; Wunschbild
Traumldeultung: die; - ; -en Versuch ei¬
ner Erklärung von Träumen bezüg¬
lich der psychischen Zusammenhän¬
ge, Hintergründe
träulman: träumst; träumtest; hast
geträumt 1 während des Schlafs einen
Traum (1) haben 2 einen Gedanken
schweifen lassen 3 sich etw. sehnlichst
wünschen »Ich träume von einem ro¬
ten Ferrari.« 4 sich etw. nicht, nie
träumen lassen: etw. überhaupt nicht
in Betracht ziehen
Träulmer der; -s: - weibl. Traulmelrin:
die; - ; -nen a) Person, die im Schlaf
einen Traum (1) hat b) Person, die
eine Idealvorstellung hat, die sie ver¬
wirklichen möchte c) [abwert.] Per¬
son, die ständig abgelenkt an etw.
(Angenehmes) denkt u. an ihrer Um¬
welt keinen Anteil nimmt
Träu|mejrei: die; - ; -en (unerreichbare)
Idealvorstellung von etw., die kaum
zu verwirklichen ist »Du solltest diese
Träumerei von der Weltumsegelung
aufgeben!«
träu|me|risch: Adj. in verträumter Art
u. Weise; nicht an der Realität orien¬
tiert
Traumlfalbrik —* Traum|fa|b|rilc die; - ;
-en a) (Teil der) Filmindustrie, die
Filme produziert, in denen den Zu¬
schauern eine heile Welt vorgespielt
wird b) meist bezogen auf Hollywood
als Ort, an dem Produktionsstätten
der Filmindustrie (a) angesiedelt sind
traumlhaft: Adj. traumhafter; traumhaf¬
teste schön wie im Traum; so schön o.
ä., daß es nicht wirklich erscheint
Traumlhaua: das; -es; -häuser ein Haus,
ein Zuhause, das den Wuschvoretel-
lungen genau entspricht u. das jmd.
deswegen gerne besitzen möchte
Traum|tän|zer: der; -s; - weibl. TVaum[-
tän|ze|rin: die; - ; -nen [abwert.] Per¬
son, die vielen, kaum zu verwirkli¬
chenden Wunschvorstellungen nach-
1170
Treibmine
hängt u. dabei den Blick für die Reali¬
tät u. für das Machbare verliert
traum|ver|lo|ren: Adj. vor sich hin träu¬
mend; geistesabwesend u. gedanken¬
versunken
traum|wan|deln: traumwandeist; traum¬
wandeltest; bist/hast traumgewandelt
während des Schlafens u. Träumens
aufstehen, umhergehen u. ä., ohne
sich später daran erinnern zu können,
Syn.: schlafwandeln; nachtwandeln
TVaumiwelt: die; - ; -en unrealistische,
für eine bestimmte Person erwünschte
Weltvorstellung (durch die der Blick
für die Realität verloren gehen kann)
traulriq: Adj. 1 a) von Trauer, Leid,
Schmerz erfüllt »Ich bin traurig.« b)
Trauer bringend »ein trauriges
Ereignis« 2 <verst.> sehr kümmerlich,
spärlich »ein trauriger Rest«
Traulriglkeit: die; - ; -en Kummer; Leid;
(seelischer) Schmerz
Traulrinq: der; -(e)s; -e meist goldener,
schlichter Fingerring, den die Ehe¬
partner als Zeichen ihrer Verbunden¬
heit, Treue tragen, Syn.: Ehering
TVautschein: der; -(e)s; -e eine (vom
Standesamt ausgestellte) Bescheini¬
gung, Urkunde über eine vollzogene
Eheschließung
Traujte: die; - ; - [ugs.] Entschluß, innere
Bereitschaft bei jmdm., sich zu etw.
zu überwinden; Mut
Ttaulunq: die; - ; -en feierliche Zeremo¬
nie der Eheschließung »Die kirchliche
Trauung findet Samstag um 15.00 Uhr
statt.«
Traulzeuiae: der; -n; -n weibl. Traulzeu|-
flin: die; - ; -nen Person, die eine Ehe¬
schließung bezeugt
Trajvel|lerjscheck: <engb /träw«ller-/
der; -s; -s Reisescheck, der in Verbin¬
dung mit der persönlichen Unter¬
schrift bei Banken u. in vielen Ge¬
schäften gegen Bargeld eingetauscht
werden kann
Trajyers: </r.> /trawär u. trawärß/ der;
- ; - Schrittfolge beim Dressurreiten,
die das Pferd seitwärts geht
trajvers: <lat.-fr.> /trawärß/ Adj. n. stg.
<Mode> mit Querstreifen; querge¬
streift
TTa|ver|se: </r.> /trawcrse/ die; -; -n 1 a)
Querweg; Quergang b) Querbalken 2
(Wasserbau) dammartige Konstrukti¬
on, die senkrecht zur Strömung ins
Wasser gebaut ist, damit die dadurch
eingegrenzte Fläche schneller zu
Land werden kann
tra|ver|siejren: </at.-/r.> /trawersiren/
traversierst; traversiertest; hasijbist
traversiert 1 [geh.; veralt.] einen Plan
o. ä. verhindern 2 (Dressurreiten) die
Reitbahn mit einem Pferd im Seit¬
gang durchqueren 3 (Bergsteigen;
Skifahren) einen Berg, Hang in hori¬
zontaler Richtung überqueren
Tra|ve|stie—*■ tra|ves|tie: <engl.-fr.-it.>
/traweßti/ die; -; Travestien jtraweß-
ti‘n/ 1 o. PI. Kostümierung mit Fraü-
enkleidern u. Nachahmung von
Frauen durch Männer (bei einer Un¬
terhaltungsveranstaltung, Show) 2
(Literaturwiss.) satirische, komische
Abänderung ernster Dichtung, ver¬
bunden mit einer lächerlichen Dar¬
stellungsform
tra|ve|stje|ren —*■ tra|ves|tie|ren: tengl.-
fr.-it.> /traweßtiren/ travestierst; tra¬
vestiertest; hast travestiert durch Sati¬
re lächerlich machen, ins Lächerliche
ziehen
Trajve)stia|show —» Tra|ves]tie|show:
die; ~ ; -s Vorstellung, Schau, bei der
sich Männer als Frauen kostümieren,
als Frauen auftreten
Trawjler: <engh /trq^ier/ der; -s; - mit
Schleppnetzen ausgerüstetes Schiff
zum Fischfang
Trbst.: Abk. Treibstoff
Treatlment: dat.-fr.-engh /tritm'nt/
das; -s; -s (Film; Fernsehern Rohfas¬
sung eines Drehbuches
Trejbe: die; ~ ; - in der Wendung auf der
Trebe sein; sich auf der Trabe
befinden: jmd. treibt sich herum, hat
sein Heim verlassen, ist von seiner Fa¬
milie weggelaufen
Tte]belgän|ger: der; -s; - weibl. Trejbe]-
gän|ge|rin: die; - ; -nen [ugs.] meist
Jugendliche(r), der/die seine/inre Fa¬
milie verlassen hat u. sich arbeitslos
u. ohne Wohnung herumtreibt
Treck: tengh der; -s; -s Wagenkolonne
Trecker (Trek|ker —* Trejcker): der; -s;
~ Schlepp-, Zugmaschine (meist in
der Landwirtschaft), Syn.: Traktor;
Schlepper
—* Trejcking: s. Trekking
Trgfjfen: das; -s; - 1 Verabredung; ver¬
einbarte Zusammenkunft 2 (Sport)
Wettkampf; Spiel
trgfjfen: triffst; traf(e)st; hast getroffen
1 das Zieferreichen »Der Pfeil trafge¬
nau die Mitte der Zielscheibe.« 2
jmdm. (durch Zufall) begegnen »Ich
traf sie in der Stadl.« 3 (Sport) jmdn.
zum Gegner bekommen »Im Finale
trifft er auf den Weltmeister.« 4 jmdn.
(seelisch) sehr verletzen »im Innersten
treffen« 5 Funktionsverb drückt die
Ausführung von etw. aus »eine Ent¬
scheidung treffen ( = entscheiden)« 6
es (mit etw.) gut treffen/getroffen
haben: gut gewählt haben; Glück bei
etw. haben 7 den richtigen/falschen
Ton treffen: sich angemessen, unange¬
messen ausdrücken; passende, unpas¬
sende Worte wählen
trefjfend: Adj. genau; exakt »treffend
gesagt«
Trgflfer: der; -s; -1a) Schuß, der ein
Ziel trifft »Treffer, er hat den Hirsch
getroffen!« b) (Sport; Ballspiele) Tor
»Die Mannschaft hatte zwei Treffer
(= den Ball o. ä. zweimal ins Tor
gebracht).« c) (Sport; Boxen) Schlag,
der den Gegner berührt, trifft d)
(Sport; Fechten) Stoß, Hieb, bei dem
die (Spitze der) Klinge den Gegner
berührt 2 Gewinn bei einer Lotterie
Tref|ferjan|zei|ge: die; ~ ; -n (Schießen;
Fechtern Gerät, das einen Treffer
(Schuß o. ä.) od. eine Berührung des
Gegners mit einer Waffe anzeigt
Traftfeijzahl: die; - ; -en (Sport) die An¬
zahl der Treffer, Tore od. gültigen
Schläge, die erzielt wurden
trgff]lich: Adj. hervorragend »eine treff¬
liche Leistung«
Treff|lich|keit: die; - ; - [geh.] hervorra¬
gende Qualität
Treffpunkt: der; ~(e)s; -e 1 a) Stelle,
Ört, an der/dem man sich verabredet
hat b) Stelle, Ort, die/der zu einem
Aufenthaltszentrum für (eine Gruppe
von) Personen geworden ist 2 (Math.;
Geometrie) Schnitt-, Berührungs¬
punkt von Geraden
treffjsijchen Adj. a) ein Ziel o. ä. (fast
immer) sicher treffen »Die Basketball¬
spieler -sind äußerst treffsicher.« b)
(Sprache; Ausdrucksweise) den In¬
halt, Sachverhalt exakt wiedergebend
c) in seinen Beurteilungen, Einschät¬
zungen meist richtig liegend
Treffjsl|chertheit: die; - ; - a) Fähigkeit,
Eigenschaft, ein Ziel (fast immer) si¬
cher zu treffen b) Fähigkeit, Eigen¬
schaft, den Inhalt, einen Sachverhalt
exakt wiedergeben zu können c) Fä¬
higkeit, Eigenschaft, jmdn. od. etw.
richtig einzuschätzen
Treib|an]ken der; -s; ~ (Segeln) einem
Sack ähnliche Vorrichtung, die bei
hohem Wellengang der Stabilisierung
u. dem Bremsen des Bootes dienen
soll
Treib|eis: das; -es; - große Eisstücke,
Eisschollen, die auf dem Wasser trei¬
ben
trei|ben: treibst; trieb(e)st: bist/hast ge¬
trieben 1 hast in eine Richtung drän¬
gen » Vieh treiben« 2 hastymän. in eine
extreme seelische Verfassung bringen
3 hast jmdn. zur Eiie veranlassen 4
hast etw. tun; sich mit etw. beschäfti¬
gen »Sport treiben« 5 bist ohne eigene
Bewegung sein; nur von der Strö¬
mung im Wasser bewegt werden
»Holz trieb im Fluß.« 6 es (mit jmdm.)
treiben: [ugs.; verhüll.] mit jmdm.
eine sexuelle Beziehung haben 7 etw.,
es zu weit treiben: (mit etw.) über das
Maß hinausgehen; übertreiben
Treijben der; -s; - weibl. Trei|be|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die den Jägern die
zu jagenden Tiere zutreibt (meist zu¬
sammen mit anderen) 2 Person, die
Vieh auf eine Weide treibt 3 [abwert.]
Person, die andere antreibt (meist zur
Arbeit) 4 (Segeln) kleines Segel am
hinteren Mast bei einer Yacht mit
zwei Masten 5 (EDV> Programm, das
das Zusammenspiel des Computers
mit Erweiterungen organisiert »Druk-
kertreiber«
Treibjgas: das; -es; -e 1 zum Antrieb
von Verbrennungsmotoren verwen¬
detes, brennbares Gas 2 unter Druck
stehendes, umweltschädliches Gas,
verwendet meist bei Spraydosen u. a.
Treibjhaus: das; -es; -häuser (beheiztes)
Gebäude aus Glas, in dem Gemüse,
Obst, Blumen usw. schneller reifen
kann/können als im Freien
Treibjhausfeftfekt: der; -(e)s; - geokli-
tnatische Veränderung (Temperatur¬
anstieg) durch die Zunahme der Koh¬
lendioxyde in der Erdatmosphäre
Treib{haus|kul|tur: die; ; -en; Züch¬
tung von Nutzpflanzen in einem
Treibhaus
Traib|holz: das; -es; - Baumteile,
Stämme, Äste (auf dem Wasser trei¬
bend od. an einen Strand ange¬
schwemmt)
Treib|jagd: die; - ; -en Jagdtechnik, bei
der die Tiere den Jägern zugetrieben
werden
Treibjmijne: die; - ; -n Sprengkörper,
der der Strömung des Wassers folgt
117!
Treibmittel
Treib|mit|tel: das; -s; - 1 <Chemie> Gas
od. gasentwickelnder Stoff, der be¬
stimmten festen Materialien beigege¬
ben wird, um diese porös zu machen 2
<Kochk.> Stoff wie Hefe od. Backpul¬
ver, der unter den Teig gemischt wird,
um ein Aufgehen, Auftreiben zu er¬
reichen 3 (Chemie) Treibgas; unter
Druck stehendes Gas
Ti«ib|rie|men: der; -s; - <Technik> Gum¬
mi-, Kunststoff-, Lederriemen als Teil
einer Apparatur, die der Verteilung
der Antriebskraft von einem Motor
auf mehrere Maschinen dient, Dreh¬
bewegungen überträgt
Treib|sand: der; -(e)s; - u. (Sorten -e u.
-e u. -sände 1 Sand, der vom Wind
(über größere Strecken) bewegt wird
2 [seemannssprl.] lockerer Sand einer
Sandbank, der für Schiffe die Gefahr
des Auflaufens birgt
Treib|satz; der; -er; -sätze <Technik> Mi¬
schung von Chemikalien, die für den
Antrieb von Feuerwerkskörpem, Ra¬
keten o. ä. verwendet wird
Treibjstoff: der; -(e)s; -e brennbare
Flüssigkeiten, die zum Antrieb von
Maschinen u. Motoren dienen, z. B.
Diesel, Benzin
Treijdel: der; -s; -n <hist> Tau, meist Seil,
das benutzt wurde, um ein Schiff vom
Ufer aus flußaufwärts zu ziehen
trei|deln: treidelst; treideltest; hast ge¬
treidelt [veralt.] einen Lastkahn, ein
Schiff mit Menschenkraft od. Hilfe
von Zugtieren vom Ufer aus strom¬
aufwärts ziehen
Ttei|del|pfad: der; -(e)s; -e am Ufer ei¬
nes Flusses od. Kanals entlangfüh¬
render, schmaler Weg, von dem aus
ein Lastkahn, ein Schiff stromauf¬
wärts gezogen wurde
Treid|ler/Trei]de|ler: der; -s; • weibl.
[selten] Treid|le|rin/Treijde]te|rin: die;
-; -nen (hist.) Person, die einen Last¬
kahn, ein Schiff flußaufwärts zieht,
schleppt
Trek|king —> auch Tre|cking: <engl»
das; -s; -s Gruppenwandem im Hoch¬
gebirge
tre|mo|lje|ren/tre|mu|lie|ren: <Iat.-it.>
tremolierstftremulierst; tremoliertestl
tremuliertest; hast tremoliert/tremu¬
liert <Musik> a) zitternd, bebend spie¬
len b) zitternd, bebend singen
The|mo|lo: <Iat.-it.> das; -s; -s u. Tremoli
<Musik> a) durch Zittern der Hand
od. des Fingers erzeugte Tonqualität
bei Musikinstrumenten b) das Beben
der Singstimme
Tre|mor dato der; -s; Tremor(e)s
<Med.> Muskelzittem; Zuckungen
Trenchjcoat: <engh /trentschko“t/ der;
- u. -s; -s Regenmantel; Wetterman¬
tel
TVend: <engl» der; -s; -s Richtung, in die
sich etw. entwickelt »Modetrend«
Trend|mel|dung: die; - ; -en Meldung,
Mitteilung (meist verbreitet durch
Fernsehen od. Rundfunk), die eine
Entwicklung in eine bestimmte Rich¬
tung anzeigt
1tend|set|ter: tenglo der; -s; - weibl.
Ttend|set|te|rin: die; - ; -nen Person
od. Produkt, die/das eine Entwick¬
lung in eine bestimmte Richtung ein¬
leitet; modische(r) Vorreiter(in)
Trend|wen|de: die; - ; -n Veränderung
in der Richtung einer Entwicklung
trenn|bar: Adj. n. stg. teilbar; auseinan¬
dernehmbar
tren|nen: trennst; trenntest; hast ge¬
trennt 1 ein Ganzes zerteilen, ausein-
andemehmen; etw. von etw. ablösen,
absondem »Die Tasche vom Kleid
trennen • Eiweiß u. Eigelb trennen« 2
a) die Verbindung zwischen Men¬
schen lösen »Der Streit trennte sie.«
b) unterscheiden; eine Verbindung
unmöglich machen; nicht Zusammen¬
kommen lassen
tren|nen, sich: trennst dich; trenntest
dich; hast dich getrennt a) voneinan¬
der, von etw., jmdm. lösen b) eine Be¬
ziehung, Partnerschaft lösen »Sie
trennten sich.« c) etw. aufgeben
Trenn|li|nie: die; - ; -n Linie, die eine
Trennung, die Grenze einer Auftei¬
lung kennzeichnet, zur Trennung
dient
Trenn|mes|ser das; -s; ~ zum Auftren¬
nen von Nähten verwendetes, kleines,
sehr scharfes Messer
Trenn|schei|be: die; - ; -n 1 Scheibe
(häufig aus Glas), die etw. abtrennt 2
<Technik> Schleifscheibe zum Tren¬
nen, Zerteilen
Trennung: die; - ; -en 1 Teilung eines
Ganzen; Lösung eines Teiles von etw.
2 a) Auflösung einer Partnerschaft, ei¬
ner Beziehung, einer Ehe »Die Kinder
litten sehr unter der Trennung der
Eltern.« b) zeitlich begrenzte Unter¬
brechung einer Beziehung, einer Part¬
nerschaft aufgrund besonderer Um¬
stände »im Krieg war die Trennung
von Familien meist unumgänglich.« 3
das Trennen, Zerlegen, Abteilen nach
bestimmten Regeln 4 Die Trennung
beginnt oft schon mit dem Wieder¬
sehen: wenn man seinen Partner lan¬
ge nicht gesehen hat, merkt man häu¬
fig sehr schnell, daß man sich in der
Zeit auseinandergelebt hat 5 Tren¬
nung ist der Liebe Tod: meistens
stirbt, vergeht, verblaßt bei einer lan¬
gen Trennung die Liebe 6 Trennung
frischt die Liebe auf: eine Trennung
kann die Liebe zwischen den Partnern
beleben; häufig als tröstende Bemer¬
kung gebraucht, wenn zwei Personen
sich vorübergehend trennen müssen
Tren|nungs|entjschä|di|gung: die; ~ ;
-en Geld, das einem Arbeitnehmer zu¬
steht, wenn er aus beruflichen Grün¬
den nicht bei seiner Familie wohnen
kann u. ihm dadurch weitere Kosten
entstehen
Tren|nungs|schmerz: der; -es; -
Schmerz, den jmd. über die Trennung
von einem ihm nahestehenden Men¬
schen empfindet
Tren|nungs|schock: der; -(e)s; -s u. -e
(Psychologie) Schock, den jmd., be¬
sonders ein Kind, bei einem Verlust
einer Bezugsperson erleidet
Tren|nungs|strich: der; -(e)s; -e 1 klei¬
ner waagerechter Strich (am Zeilen¬
ende), der die Silbentrennung mar¬
kiert 2 Grenzlinie 3 einen Trennungs¬
strich ziehen: eine deutliche Grenze
zwischen zwei unterschiedlichen Be¬
reichen ziehen
Tren|se: <span.> die; • ; -n (Zaumzeug)
metallisches Mundstück des Zaum¬
zeugs, an dessen Enden sich je ein
Ring befindet, an dem die Zügel befe¬
stigt werden
Tren|sen|ring: der; -(e)s; -e (Zaumzeug)
Ring am Ende des Mundstücks, an
dem die Zügel befestigt werden
Tren|sen|zaum: der; -(e)s; -zäume (Le-
der-)Riemenwerk für Kopf u. Gebiß
eines Zugtieres mit einem metalli¬
schen Mundstück, einer Trense, an
dem/der die Zügel befestigt werden,
um das Tier zu führen u. zu lenken
treppjab: Adv. eine Treppe abwärts,
hinunter
trepp|auf: Adv. eine Treppe aufwärts,
hinauf
Trep|pe: die; - ; 1 aus einzelnen Tritt¬
flächen, Stufen bestehender Aufgang
u. Abgang zur Verbindung von zwei
Ebenen »Die Treppe (in den 2. Stock)
hinauf u. dann links.« 2 die Treppe
hinauffallen: [ugs.] unerwartet (beruf¬
lich) aufsteigen 3 die Treppe hinun¬
tergefallen sein: [ugs.] einen neuen
Haarschnitt tragen, haben
Trep|pel|weg: der; -(e)s; -e am Ufer ei¬
nes Flusses od. Kanals entlangfüh¬
render, schmaler Weg, den die Treide¬
ler (die Leute, die früher die Schiffe
flußaufwärts schleppten) benutzten
Trep|pen|ab|satz: der; -es; -absätze die
aufeinanderfolgenden Stufen einer
Treppe (bei einem Richtungswechsel)
unterbrechende, ebene Fläche, Syn.:
Treppenpodest
trep|pen|aiitig: Adj. n. stg. ähnlich einer
Treppe
Thep|pen|ge|län|deR das; -s; - als
Schutz vor einem Absturz u. zum
Festhalten dienende Vorrichtung an
einer Treppe; Handlauf
Trep|pen|haus: das; -es; -häuser Teil ei¬
nes Hauses, von dem aus die einzel¬
nen Etagen über Treppen u. die dort
befindlichen Wohnungen zugänglich
sind
Trep|pen|lei|ter: die; - ; -n (meist kleine¬
re) mit mehreren Trittflächen verse¬
hene Stehleiter, Syn.: Trittleiter
Trep|pen|po|dest: das u. der; -es; -e
[landsch.j die aufeinanderfolgenden
Stufen einer Treppe (bei einer Rich¬
tungsänderung) unterbrechende, ebe¬
ne Fläche, Syn.: Treppenabsatz
Trep|pen|stei|gen: das; -s; - das (oft be¬
schwerliche) Hinaufgehen einer Trep¬
pe
Trep|pen|stu|fe: die; -; -n einzelne Tritt¬
fläche einer Treppe
Trep|pen|witz: der; -es; -e [iron.] wie ein
schlechter Scherz wirkende(s) Tat,
Erlebnis
Trejsen: der; -s; - 1 tischähnliches Mö¬
belstück, an dem in einem Lokal Ge¬
tränke ausgeschenkt werden; Theke 2
Verkaufstisch, Ladentisch
Tre|sor: <gr.-lat.-fr» der; -s; -e gegen
Einbruch gesicherter Raum, Schrank
o. ä., in dem Wertvolles aufbewahrt
wird
Tre|sor|raum: <gr.-lat.-fr.; dt» der;
-(e)s; -räume 1 ein in einer Bank o. ä.
besonders gesicherter Raum, in dem
Tresore (Panzerschränke) stehen 2
besonders gesicherter Raum in einer
Bank o. ä., der als Tresore fungiert
1172
Tribunal
Tre|sor|schlijs|sel: (gr.-lat.-fr.; dt.t der;
-s; - Schlüssel, mit dem ein Tresor ge¬
öffnet werden kann
TVesJse: </r.> die; - ;-n (m. PI.) mit Me¬
tallfäden durchwirkter Besatz zur
Zierde an Uniformen od. Kleidungs¬
stücken
Tres|sen]rock: </>.; di.> der;-(e)s; -rocke
[veralt.] (Umform-)Rock, der mit ei¬
nem mit Metallfäden durchwirkten
Besatz verziert ist
tres|s]e|ren: <fr.> tressierst; tressiertest;
hast tressiert <Perückenmacherei> kur¬
ze Haare mit Fäden ver-, aneinander¬
knüpfen
Tre|ster —» Tres|ter der; -s; - 1 PI.
[fachsprl.] a) Rückstände von Trau¬
ben beim Keltern b) Rückstände bei
der Herstellung von Obst- u. Gemü¬
sesäften 2 [landsch.] aus den Rück¬
ständen von Trauben beim Keltern
hergestellter Schnaps (Obstwasser)
Tre|ster|schnaps —*■ Tres|ter|schnaps:
der; -es; -schnapse aus Trester herge¬
stelltes, hochprozentiges alkoholi¬
sches Getränk, Syn.: Tresterbrannt¬
wein
Tret|au|to: das; -s; -s Fahrzeug für Kin¬
der, das durch das Bewegen, Treten
von Pedalen fortbewegt wird
Tret(ei|mer; der; -s; - Abfallbehälter,
bei dem durch Betätigung eines Pe¬
dals der Deckel geöffnet werden kann
trejten: trittst; trat (e)st; bist/hast getre¬
ten 1 bist (zielstrebig) einen od. meh¬
rere Schritte machen, um sich zu ei¬
nem Ort zu begeben »Sie ist an das
Fenster getreten. ♦ Er ist aus der Tür
getreten.« 2 hast einen Stoß mit dem
Fuß versetzen »Du hast den Ball
getreten.« 3 bist (selten; hast) auf
etw., in etw. seinen Fuß setzen
TVetter. der; -s; ~ (m. PI.) [ugs.; meist
abwert.] alter Schuh, der durch viel
Tragen sehr bequem geworden ist,
aber auch seine Form weitgehend ver¬
loren hat
Tret|kui|bel: die; - ; -n Kurbel, an der
zwei Pedalen befestigt sind, die mit
den Füßen bewegt werden
Trgt|mi|ne: die; ~ ; -n (nicht tief vergra¬
bener) Sprengkörper, der explodiert,
wenn jmd. darauf tritt od. darüber
fährt
TYet|mühjle: die; ~ ; -n [ugs.; abwert.) 1
(beruflicher) Alltag, der immer in der
gleichen Form verläuft u. dadurch
eintönig u. langweilig wirkt 2 Betrieb,
in dem der Arbeitsalltag stattfindet 3
altes Fahrrad
treu: Adj. treuer; treu(e)ste a) in seiner
Gesinnung beständig »Er bleibt sei¬
nen Ansichten treu.« b) verläßlich »Er
ist ein treuer Fremd.« c) anhänglich
»ein treuer Hund« d) seinen Partner in
sexueller Hinsicht nicht betrügend
—* treu er|ge)bea* s. treuergeben
—> treu gelsinnt: s. treugesinnt
—> treu soijgend: s. treusorgend
Treu|bruch: der; -(e)s; -bräche 1 <hist.>
im Mittelalter vorsätzliches Beenden
des Treueverhältnisses zwischen
Lehnsherrn u. Lehnsträger 2 [geh.]
Mißbrauch des Vertrauens; Verrat
treuldoof/treuldooft Adj. [ugs.; abwert.]
allzu naiv; übertrieben gutmütig
Treue: die; - ; - a) Zuverlässigkeit b)
Ehrlichkeit
Treuelbelkenntlnis —» Treulelbel-
kennt|nis: das; -ses; -se ein zur Treue,
Verläßlichkeit, Beständigkeit, ver¬
pflichtendes Bekenntnis, Gelöbnis
Treuelqellöblnis —» Treu|e|gellöb|nis:
das; -ses; -se ein zur Treue verpflich¬
tendes Bekenntnis, Gelöbnis, Syn.;
Treuebekenntnis, Treueversprechen
Tbeuleid: der; -(e)s; -e 1 feierliche Be¬
kräftigung (vor der zuständigen In¬
stanz) der Verpflichtung zur Treue;
Treueschwur 2 <hist.> Eid, den ein
Lehnsmann leistet, seinem Lehns¬
herrn treu zu sein, Syn.: <2> Lehnseid
Treue|ra|batt —»• Treu|e[ra|batfc der;
-(e)s;-e besonderer Preisnachlaß, der
Kunden, die häufig etw. kaufen od.
eine Dienstleistung in Anspruch neh¬
men, eingeräumt, gewährt wird
treulerlflelben —* treu er|ge|ben: Adj.
äußerst zugeneigt; beständig unterge¬
ben
Treueischwur —» Treuleischwur, der;
-(e)s; -schwüre 1 feierliche Bekräfti¬
gung (vor der zuständigen Instanz)
der Verpflichtung zur Treue 2 diist.)
Eid, den ein Lehnsmann leistet, sei¬
nem Lehnsherrn treu zu sein, Syn.: <2>
Lehnseid
Treuelverlsprelchen —* Tteulelverl-
spre|chere das; -s; - ein zur Treue
verpflichtendes, Bekenntnis, Verspre¬
chen, Syn.: Treuebekenntnis, Treue¬
gelöbnis
treulueisinnt —» treu ge]sinnt Adj.
jmd. ist in seiner Haltung jmd. ande¬
rem od. einer Sache gegenüber be¬
ständig, zuverlässig o. ä.
Treuhand: die; - ; - <Rechtsw.> a) die
Verwaltung od. Ausübung fremder
Rechte durch eine Person, die dazu
bevollmächtigt ist b) Institution, Un¬
ternehmen zur Verwaltung od. Aus¬
übung fremder Rechte
Treulhänlder der; -s; - <Rechtsw.> Per¬
son, die für einen anderen eine Treu¬
handschaft ausübt
Treulhänlderldelpot: das; -s; -s <Bankw.>
Depot (Abteilung einer Bank zur Ver¬
wahrung von Wertsachen o. ä.) von
Effekten (Wertpapieren), die einer
dritten Person gehören u. nicht dem
Hinterleger
Treulhandtaelbiet: das; -(e)s; -e Völ¬
kerrecht) von einem Staat verwaltetes
Mandatsgebiet mit dem Ziel der Hin¬
führung zur Selbständigkeit
Treulhandlqelselllschaft: die; - ; -en
<Rechtsw.> Treuhandschaften aus¬
übende Kapital- od. Personengesell¬
schaft
Treulhandlkonlto: das; -s; -s von einem
Treuhänder für eine andere Person
unterhaltenes Konto
Treulhandlschaft: die; - ; -en Person,
die dazu bevollmächtigt ist, in seinem
Namen fremdes Eigentum, fremde
Rechte zu verwalten, dies aber zum
Nutzen des Eigentümers macht
treulherlzia: Adj. arglos, gutmütig, naiv,
vertrauensselig o. ä.
Treulheriziqlkeit: die; - ; - von vertrau¬
ensseliger, etw. naiver Art
treullich: Adj. [veralt.] zuverlässig, ex¬
akt, genau
Treu|lojsig|keit: die; ~ ; - charakterliche
Unbeständigkeit, Unzuverlässigkeit
treu|soijgend —» treu sor|gend: Adj.
familiär äußerst besorgt, auf das
Wohlergehen anderer bedacht »Er ist
ein treusorgender Familienvater.«
Trfg./Trgf.: Abk. <Technik> Tragfähig¬
keit
Trgl.: Abk. Traglast
tri-/Tri-: Wortbildungselement drei (Ele¬
mente usw. umfassend)
Tria|de —* Triade: <gr.-Iat.> die; - ; -n
Dreiheit; Dreizahl
TM|al: <engh /trai'l/ das; -s; -s <Sport> a)
Geschicklichkeitswettbewerb für Mo¬
torradfahrer mit besonderen Gelän¬
demotorrädern, bei dem verschiedene
Parcours möglichst schnell durchfah¬
ren werden müssen, ohne daß der
Fahrer mit den Füßen den Boden be¬
rührt od. sich abstützt b) Trial (a) für
Cross-Fahrräder
1H|al: dato der; -s; -e <Sprachwiss.> eine
Dreizahl ausdrückender Numerus
Trj]an]gel: data der u. lösten.] das; -s; -
1 <Musik> aus einem zu einem Dreieck
gebogenen Stahlstab bestehendes
Schlaginstrument, das mit einem Me¬
tallstab angeschlagen wird 2 dreiecki¬
ger Riß in Kleidungsstücken
1ri|as: <gr.-lat.> die; - ; - 1 [geh.] Drei¬
heit, Dreizahl 2 <Geologie> o. PI. Ab¬
schnitt des erdgeschichtlichen Mittel¬
alters 3 <Med.> drei für eine Krankheit
typische, zugleich auftretende Sym¬
ptome 4 <Musik> Dreiklang
7ri|as|foijma|ti|on: die; - ; - Folge von
Gesteinsschichten eines Abschnitts
des erdgeschichtlichen Mittelalters
Tri|ath[let <gr.> der; -en; -en weibl. TW|-
ath|leftin: die; - ; -nen <Sport> Sportle¬
rin), der/die einen Mehrkampf be¬
treibt, der drei unterschiedliche
Sportarten umfaßt (Schwimmen,
Radfahren u. Laufen od. Skilanglauf,
Schießen u. Riesenslalom)
Tri|ath|lon: <gr.> das; -s; -s <Sport> a) ein¬
tägiger Mehrwettkampf im Schwim¬
men, Radfahren u. Laufen b) Mehr¬
kampf aus Skilanglauf, Schießen u.
Riesenslalom
Tri|bo(lo|gie: <gr.> die; - ; - Wissenschaft,
die sich mit der Reibung, der Schmie¬
rung u. dem Verschleiß von Körpern,
die bei ihrer Bewegung aneinander
reiben, beschäftigt, auseinandersetzt
Tri|bo|tech|nik: <gr.-lat.> die; - ; - Gebiet
der Technik, das sich mit der Rei¬
bung, Schmierung u. dem Verschleiß
von gegeneinander bewegten Kör¬
pern befaßt
TVijbra|chys —* Trj|b|ra|chys: <gr.-lat.>
der; - ; - (antike Verslehre) kleinste
rhythmische Einheit einer Gedicht¬
zeile, die aus drei Kürzen besteht
tri|bu|lje|ren: dato tribulierst; tribulier-
test; hast tribuliert [landsch.] jmdn.
(mit Bitten) belästigen
TKjbun: dat> der; -s u. -en; -e(n) <hist.) a)
hoher Beamter im alten Rom, der für
die Interessen des Volkes zuständig
war b) zweithöchster Offizier einer
Heerestruppe im alten Rom
Tri|bu(nal: dat.-fr.> das; -s; -e <hist.> a)
höher gelegener Platz im Forum Ro-
manum, auf dem Gerichtsverhand¬
lungen abgehalten wurden b) Ge¬
richtshof; speziell einberufenes Ge¬
richt
1173
Tribunal
Tri|bu|nat: <lat.> das; -(e)s; -e <hist.>
Würde, Amt eines hohen Beamten im
alten Rom, der für die Interessen des
Volkes zuständig war
Trifbäjne: dat.-it.-fr.) die; - ; -n 1 erhöh¬
ter Platz, auf dem ein hoher Tisch
steht (Rednerpult), von dem aus Re¬
den gehalten werden; Rednerbühne 2
a) festes od. provisorisches Bauwerk
mit ansteigenden Zuschauer-, Zuhö¬
rerrängen als Teil eines (Sportsta¬
dions, einer Arena o. a. (mit über¬
dachten Sitzplätzen), das eine gute
Übersicht über das Geschehen auf
der Bühne, dem Sportfeld o. a. ge¬
währen soll b) <übertr.> Zuschauer auf
Tribüne (a)
Tri|bü|nen|platz: <lat.-it.-fr.; dl.> der; -es;
-platze (Sitz-)Platz für Zuschauer od.
Zuhörer auf einer Tribüne
1ri|but: <lat.> der; -(e)s;-e 1 <hist.> Abga¬
be des Verlierers an das siegreiche
Volk 2 Beitrag; Opfer 3 Hochach¬
tung; Verehrung 4 einer Sache THbut
zollen: sich etw., einer Gegebenheit
o. ä. unterordnen 5 etwas fordert
seinen Tribut: ein Geschehen, eine Sa¬
che fordert Opfer
tri|bu|tän dat.-fr.) Adj. n. stg. [veralt.]
abgabepflichtig (bezogen auf Zahlun¬
gen, die (meist) ein unterlegenes Volk
an den Sieger leisten mußte), Syn.: tri¬
butpflichtig
Tri|but)last: <lat.; du die; ~ ; -en [veralt.]
Abgabeverpflichtungen, Belastung
durch Tributzahlungen
tri]but|pflich|tig: <lat.; dt.) Adj. n. stg.
[veralt.] abgabepflichtig (bezogen auf
Zahlungen, die (meist) ein unterlege¬
nes Volk an den Sieger leisten mußte),
Syn.: tributär
Tri|but|ver|pflich|tung: (lat.; dt.> die; - ;
-en Zahlungsverpflichtung eines un¬
terlegenen Volkes gegenüber dem Sie¬
ger
Tri|chi|ne: <gr.-engl.> die; - ; -n tierischer
Schmarotzer der Gattung der
Schlauchwürmer im Muskelfleisch
von Säugetieren, der über die Nah¬
rung auch auf den Menschen über¬
tragbar ist
tri|chi|nen|hal|tig: (gr.-engi.; dt.> Adj.
von Trichinen, tierischen Schmarot¬
zern aus der Gattung der Schlauch¬
würmer befallen, Syn.: trichinös
Tri|chi|nen|schau: (gr.-engl.; du die; - ,•
-en Untersuchung von Fleisch auf
Trichinen, das als Nahrungsmittel
verkauft werden soll
Tri|chi|nen|schau|er: (gr.-engl.; du der;
-s; - Tri|ch||nen|schau|erin —* Tri|-
chi|nen|schau|e|rin: (gr.-engl.; dt.>
die; - ; -nen Fachpersonal, das das
Fleisch, das als Nahrungsmittel ver¬
kauft werden soll, auf behördliche
Anordnung hin auf Trichinen unter¬
sucht
tri[chi|nös: (gr.> Adj. von Trichinen, tie¬
rischen Schmarotzern aus der Gat¬
tung der Schlauchwürmer befallen,
Syn.: trichinenhaltig
Tri|chi|np]se: (gr.> die; - ; -n <Med.>
durch Trichinen, tierische Schmarot¬
zer hervorgerufene Erkrankung
Tri|chioiiäthen/Tri|chlor]äthy|len —*
Tri|chlor]ähhen/Tri|chlor|äfthy|len:
(lau /tnkloraten, triklorätülen/ das;
-s; - Lösungsmittel, nicht brennbar,
farblos, besonders als Reinigungsmit¬
tel in der Metallindustrie verwendet
u. das beim Inhalieren eine narkoti¬
sche Wirkung hat
Trichter: der;-s; - 1 Gefäß, das oben
eine weite Öffnung hat, nach unten
hin immer enger wird u. in einem
schmalen Röhrchen, das unten offen
ist, endet, durch das eine Flüssigkeit
in eine schmale Öffnung eines ande¬
ren Gefäßes gefüllt werden kann 2
auf den (richtigen) Trichter kommen:
[ugs.] durch Nachdenken, probieren,
experimentieren die Lösung einer
Aufgabe, eines Problems selbst finden
3 jmdn. auf den (richtigen) Trichter
bringen: [ugs.] jmdn. dazu bringen,
ein Problem, Aufgabe richtig zu lösen
tijch|ter[för|mig: Adj. n. stg. oben weit,
unten eng; geformt wie ein Trichter
trichtern: trichterst; trichtertest; hast
getrichtert 1 <Sport, Hammerwerfen)
den Hammer vor dem Abwurf zu steil
kreisen lassen 2 (Nahrung, Verhal¬
tensvorschriften o. a.) mit Mühe
jmdm. einflößen
Tti|ci|ni|um: dat.> /trizinium/ das; -s; Tri-
cinia u. Tricinien /trizinirn/ <Musik>
für drei Instrumente od. Singstimmen
mit Begleitung bestimmter dreistim¬
miger Satz (im 16./17. Jhd.)
Trick: (lat.-fr.-engh der; -s; -s u. (selte¬
ner) -e a) Vereinfachung; Dreh; Kniff
»Ich zeige dir einen Trick, wie du die
Aufgabe schneller lösen kannst.« b)
(hinter)listiges Vorgehen, um jmdn.
zu betrügen od. zu übervorteilen c)
artistische Darbietung eines Zaube¬
rers zur Verblüffung des Publikums 2
Trick siebzehn: [ugs.] die richtige
Taktik »Das habe ick mit Trick sieb¬
zehn erreicht.«
Trick[be(trug: dat.-fr.-engl.; du der;
-(e)s; -betrüge bewußte Täuschung;
listige Betrugshandlung
Trick|be|trü|gen der; -s; - weibl. TrlckJ-
~be|trü|ge|rin: die; - ; -nen Person, die
bewußte Täuschungen vornimmt, li¬
stige Betrugshandlungen durchführt
Trjck|dieb: der; -(e)s; -e weibl. Trickj-
diejbin: die; - ; -nen Person, die mit
Hilfe bewußter Täuschung stiehlt,
Diebstahl begeht
Trickfilm: dat.-fr.-engl.> der; -(e)s; -e 1
Film, der durch spezielle technische
Verfahren Effekte erzeugt, die eine
verblüffende Wirkung beim Zuschau¬
er erzielen od. erzielen sollen 2 Film
aus sich bewegenden, gezeichneten o.
ä. Figuren (ohne menschliche Dar¬
steller)
trick|reich: dat.-fr.-engl.; dt.) Adj. vie¬
lerlei Tricks verwendend; über Kniffe
verfügend
trick|sen: dat.-fr.-engl.) trickst; trick¬
stest; hast getrickst [ugs.] a) Tricks,
Kniffe od. Vereinfachungen anwen¬
den »Der Mittelstürmer kann hervor¬
ragend tricksen.« b) etw. durch einen
od. mehrere Tricks bewerkstelligen;
etw. nicht unbedingt fachgerecht aus¬
führen
Trick|se(rei: die; ~ ; -en [ugs.; abwert.]
das Tricksen, das Arbeiten mit Tricks
in meist unfairer, unschöner, unfach¬
männischer, rechtlich zweifelhafter
Art »Diese Trickserei kann ich wirk¬
lichnichtgutheißen.«
Trick|ski: der; -s; -er <Sport> 1 o. PL kurz
für Trickskilaufen = Skifahren mit
artistischen Darbietungen wie Dre¬
hungen u. Sprüngen 2 spezieller, rela¬
tiv kurzer Ski zum Trickskilaufen
Trick|ski|lau|fen —> Trickjski lauten:
das; -s; - <Sport> Skifahren mit artisti¬
schen Darbietungen wie Drehungen
u. Sprüngen
Tri|den|ti|num: das; -s; - Konzil (die ka¬
tholische Kirche betreffend, eine Ver¬
sammlung von hohen Geistlichen,
um theologische u. kirchliche Fragen
zu diskutieren u. zu entscheiden) von
Trient in den Jahren 1545 bis 1563
Trieb: der; -(e)s; -e 1 innerer, nicht ge¬
steuerter Drang; Verlangen (nach Be¬
friedigung häufig lebensnotwendiger
Bedürfnisse) 2 junger, neu entstande¬
ner Pflanzenteil, Sproß
trjeb|ar|tig: Adj. n. stg. einem Trieb äh¬
nelnd
Trieb|be|frie|di|gung: die; - ; -en Zufrie¬
denstellung eines inneren Verlangens
(besonders des Geschlechtstriebes)
Triebtelden die; - ; -n 1 Feder (elasti¬
sches, spiraliges od. blattförmiges
(Metall-)Teil in verschiedenen Me¬
chanismen eingebaut), die den An¬
trieb (Triebkraft) von etw. bewirkt 2
dibertr.) der tatsächliche Anlaß, das
Motiv zu etw. »Die Triebfeder zu die¬
sem Überfall war Geldgier.«
trieb|ge|stört: Adj. n. stg. in bezug auf
den Sexualtrieb nicht normal, gestört
trieb|haffc Adj. triebhafter; triebhafteste
einem inneren Drang (Instinkt) fol¬
gend, besonders auf den Geschlechts¬
trieb bezogen »eine triebhafte Tat«
Trjeb|kraft: die; - ; -kräfte 1 Vermögen,
eine Maschine o. ä. in Bewegung zu
setzen bzw. in Bewegung zu halten 2
a) Eigenschaft von Treibmitteln (He¬
fe, Backpulver), einen (Kuchen-,
Brot-)Teig aufgehen zu lassen b)
<Bot.> Kraft der Pflanzen, in der Erde
nach oben an das Tageslicht zu wach¬
sen 3 besonders Soziologie) Um¬
stand, Faktor, der als Beweggrund
eine bestimmte Entwicklung, Entste¬
hung beschleunigt, in Schwung
bringt, verstärkt
Trieb|le|ben: das; -s; - Gesamtheit des
Verhaltens, das durch innere, nicht
vom Verstand gesteuerte Bedürfnisse
(besonders durch den Geschlechts¬
trieb) bestimmt wird
trieb|mä|Big: Adj. n. stg. bezogen auf
den inneren Antrieb, Trieb
Trieb|möijder. der; -s; - Person, die zur
Befriedigung ihres inneren Verlan¬
gens (besonders des Geschlechtstrie¬
bes) mordet, jmdn. umbringt
Trieb|rad: das; -(e)s; -rüder <Technik>
Rad eines Fahrzeuges od. einer Ma¬
schine, das von einem Motor ange¬
trieben wird u. selbst eine (Fort-)Be-
wegung in Gang bringt od. hält;
Treibrad
Trieb|stoff: der; -(e)s; -e [Schweiz.]
Treibstoff, Kraftstoff, Stoff (z. B.
Benzin), durch dessen Verbrennung
ein Motor angetrieben wird
Trjeb)tä|teR der; -s; - weibl. Trieb|täjte|-
rin: die; ~; -nen Person, die zur Befrie¬
digung seines inneren Verlangens (be¬
sonders des Geschlechtstriebes) eine
Straftat begeht
1174
Trinkerheilstätte
Trieb|ver]bre|chen: das; -s; - Straftat,
Verbrechen, die/das zur Befriedigung
eines inneren Verlangens (meist des
Geschlechtstriebes) begangen wird
Trieb|wa|gen: der; -s; - Fahrzeug auf
Schienen, das durch einen eigenen
Motor bewegt, angetrieben wird
Triebfwerk: das;-(ejs;-e Maschine, Ag¬
gregat, das die notwendige Antriebs¬
energie (z. B. für ein Flugzeug) liefert
trje|fen: triefst; trieftest; hast getrieft a)
auslaufen von Flüssigkeit »Deine
Jacke trieft vor Nässe.« b) <übertr.>
von etw. übermäßig erfüllt sein
trjef[naB —»■ tnef|nass: Adj. n. stg. völ¬
lig durchnäßt, so daß die Nässe,
Feuchtigkeit in Tropfen herunter¬
rinnt »Du bist ja von Kopf bis Fuß
triefnaß.«
Trileur; dat.-fra /triör/ der; -s; -e land¬
wirtschaftliche Maschine, mit der Ge-
treidekömer u. Saatgut getrennt, sor¬
tiert werden
triejzen: triezt; trieztest; hast getriezt
jmdn. plagen, dauerhaft ärgern, quä¬
len
Tri(fo|kal|glas: <Jat.; dt.> das; -es; -gläser
(m. PL) Brillenglas mit drei Stärken
Tritfo)li|um: data das; -s; Trifolien
jtrifo)ienj <Bot.> a) Klee, eine krautige
Pflanze mit meist drei-, selten auch
vierteiligen Blättern b) einzelnes Blatt
des Klees
Trift; die; - ; -en 1 Drift; a) Strömung an
der Wasseroberfläche, die durch den
Wind erzeugt wird b) unkontrolliertes
Treiben (eines Schiffes) auf dem Was¬
ser 2 [landsch.] a) Schaf- od. Ziegen¬
weide von niedriger Qualität b) Weg,
den die Nutztiere zwischen Weide u.
Tranke od. Melkplatz benutzen
triftig: Adj. wohlbegründet; zwingend
1K|ge|mi|nus: <lat.> der; - ; Trigemini
(Med.) dreiästiger Nerv des Gehirns,
der u. a. die Kaumuskulatur u. die
Gesichtshaut versorgt
Tri|glyph —* Tri|g|lyph: <gr.-lal.> /tri-
glüfi der; -s; -e dreiteiliges Feld an ei¬
ner mit geometrischen od. pflanzli¬
chen Motiven od. mit Figuren gestal¬
teten Fläche in einem altgriechischen
Tempel, das sich mit bemalten od.
mit Reliefs verzierten Stein- od. Ton¬
platten abwechselt
Tri|gly|phe —*■ Tri(g|ly|phe: <gr.-lat.> /tri-
glüfe/ die; - ; -n dreiteiliges Feld an ei¬
ner mit geometrischen od. pflanzli¬
chen Motiven od. mit Figuren gestal¬
teten Fläche in einem altgriechischen
Tempel, das sich mit bemalten od.
mit Reliefs verzierten Stein- od. Ton¬
platten abwechselt
tri|go|nal: <gr.-lat> Adj. n. stg. <Math.>
mit drei Ecken; dreieckig
Tri|go|no|me]trte —* Tri|go|no|me|tjrie:
die; -; - <Math.>Teil der Mathematik,
der sich mit der Berechnung von
Dreiecken mit Hilfe der Winkelfunk¬
tionen beschäftigt, deren Anwendung
man auch auf andere Formen über¬
trägt
Tri|klj)ni|um —» Tri|k|li|ni|um: <gr.-lat.>
das; -s; Triklinien jtriklmmj (hist.) a)
Eßtisch im alten Rom,' der mit drei
Sitzpolstem umgeben ist b) Eßzim¬
mer im alten Rom, in dem ein Eßtisch
mit drei Sitzpolstem steht
tri|ko(lor: <lat.> Adj. n. stg. mit drei Far¬
ben; dreifarbig
TH|ko|lo|re: dat.-fra die; - ; -n dreifarbi¬
ge Fahne, insbesondere die französi¬
sche Nationalflagge
Tri|kot/Tn|kofc </z.> /triko u. triko/ der u.
dös; -s; -s maschinengestrickter, ge¬
wirkter Stoff
Tri|kot/Trj|kot: </r.> /triko u. triko/ das;
-s; -s enganliegendes, elastisches Be¬
kleidungsstück, das nicht aufträgt u.
optimale Bewegungsfreiheit gewährt
2 <Sport> (enganliegendes, elastisches)
Bekleidungsstück, das als Hemd zum
Training u. im Wettkampf getragen
wird
Tti|ko]ta|ge: <fr.> /trikotasehe/ die; - ; -n
maschinengestrickter7 gewirkter
Stoff; Wirkware
Tri|kot|hemd/Tri|kot|hemd: fr.; du/tri¬
ko-/ das; -(e)s; -en Oberbekleidungs¬
stück, Hemd, gefertigt aus Trikot
Tri|kot)weijbung/Tti|kot|wer|bung: fr.;
df.>/triko-/ die; - ; -en <Sport> zu Re¬
klamezwecken auf Sportlertrikots an¬
gebrachte Symbole od. Schriftzüge
Tril|ler|pfeiffe: dt.; dt.> die; - ; -n kleines
Instrument mit einem Mundstück,
mit dem durch Blasen ein schriller,
lauterTon erzeugt wird (meistzur Be¬
kräftigung von Kommandos od. als
Signal) »Der Schiedsrichter hat mit
seiner Trillerpfeife gepfiffen.«
Tril|li|ar|de: <lat.> die; - ; -n tausend Tril¬
lionen
Tril|li|on: dat.-fra die; - ; -en eine Million
Billionen
Tti|lojbjt: <gr.-lau der; -en; -en als Ver¬
steinerung erhaltener Gliederfüßer
des Meeres
Tri|lo|gie: <gr.> die; ~ ; Trilogien /trilo-
gienj aus drei in sich geschlossenen,
aber unter einem Oberthema stehen¬
den Teilen bestehendes Ganzes in der
Literatur, Kunst, Musik u. beim Film
Di|ma|ran: der; -s; -e Segelboot mit drei
Rümpfen, von denen der mittlere
breiter ist als die beiden äußeren, die
als Ausleger fungieren, um ein Ken¬
tern zu verhindern
TH|me)ster —» Tri|mes|ten dal.i das; -s;
- 1 drei Monate umfassender Zeit¬
raum 2 Drittel eines Studienjahres
Trimm-dich-Pfad: <engt.; dt.> der; -(ejs;
’ -e (Wald-)Weg, Parcours mit unter¬
schiedlichen Trimm-Geräten u. An¬
weisungen für breitensportliche
Übungen
trim|men: <engl:> trimmst; trimmtest;
hast getrimmt 1 durch breitensportli¬
che Übungen die körperliche Lei¬
stungsfähigkeit erhalten od. steigern
2 [ugs.] etw. od. jmdn. auf eine be¬
stimmte Art zurechtmachen, eine be¬
stimmte Eigenschaft, Verhaltensweise
o. ä. einüben, geben (häufig durch
ständig wiederholte Bemühungen)
»Er trimmte seine Möbel auf antik.« 3
a) dem Fell eines Hundes durch Sche¬
ren o. ä. ein rassetypisches, modisches
Aussehen verleihen b) das Fell durch
Ausbürsten von losen Haaren befrei¬
en 4 <Seew.; Flugw.> eine gleichmäßi¬
ge Beladung u. Verteilung der Fracht
vornehmen od./u. durch zusätzliche
Maßnahmen optimale Voraussetzun¬
gen zur Steuerung bei Flugzeugen zu
erreichen od. ein Schiff in die richtige,
stabile Lage zu bringen 5 (Funktech¬
nik; Elektronik) mit Hilfe von Trim¬
mern (Drehkondensatoren) präzise
auf eine gewünschte Frequenz einstel¬
len
Trim|mer: der; -s; - 1 [ugs.] jmd., der
'sich körperlich, sportlich ertüchtigt 2
(Funktechnik; Elektronik) verstellba¬
rer, kleiner Drehkondensator zur
Veränderung der Frequenz
Trimm|pfad: <engi; dt.> der; -(ejs; -e
(Wald-)Weg, Parcours mit unter¬
schiedlichen Trimm-Geräten u. An¬
weisungen für breitensportliche
Übungen
Trimm|trab: lengl.; dt.> der; -(ejs; -
leichter Dauerlauf zur Erhaltung der
körperlichen Leistungsfähigkeit
TVimm]voijrich|tung: die; - ; -n <Flugw.>
für die Erreichung einer optimalen
Fluglage verstellbares Ruder
Tri|ne: die; - ; -n 1 [ugs.; abwert.] Be¬
zeichnung für eine weibliche schlam¬
pige od. träge Person »Diese blöde
Trine kommt heute?« 2 [ugs.; abwert.]
Bezeichnung für einen Homosexuel¬
len, der sich weiblich gibt
Tri|ni(tajri|er: dat.> /trinitarier/ der; -s; -
a) Angehöriger eines katholischen
Ordens, der von wohltätigen Gaben
anderer lebt b) jmd., der sich zur Drei¬
faltigkeit Gottes (Vater, Sohn, Heili¬
ger Geist) bekennt
tri|ni|ta]risch: <lat.> Adj. n. stg. (Religion)
die Lehre der Dreieinheit Gottes be¬
treffend
Tri|ni|tät: dat» die; - ; - (Religion) Drei¬
einigkeit, Dreifaltigkeit Gottes als
Vater, Sohn u. Heiliger Geist
trink|bar: Adj. a) zum Trinken geeignet
b) [ugs.; scherzh.] (Getränk) wohl¬
schmeckend, gelungen »Deine selbst¬
gemachte Bowle ist gut trinkbar.«
Trink)barjkeit: die; - ; - Eignung, Taug¬
lichkeit zum Trinken
Trink)be|cher: der; -s; - höheres, zylind¬
risches Gefäß ohne Fuß u. meist ohne
Henkel, aus dem man trinken kann
Trinkjbrannt[wein: der; (ej s; -e Brannt¬
wein, der zum Trinken geeignet ist
tr|n|ken: trinkst; trank(e)st; hast ge¬
trunken 1 a) Flüssigkeit zu sich neh¬
men (um den Durst zu löschen) Wenn
du Durst hast, mußt du etw. trinken.«
b) Alkohol zu sich nehmen c) vom Al¬
kohol abhängig sein »Sie trinkt schon
seit zehn Jahren.« 2 a) einen trinken:
[ugs.] alkoholische Getränke zu sich
nehmen b) trinken wie die Besen¬
binder: [ugs.] sehr viel Alkohol zu sich
nehmen 3 Brüderschaft trinken: mit
einem Glas (Alkohol) anstoßen u.
vereinbaren, sich mit »du« anzureden
TVinlker: der; -s; - weibl. Trin|ke|rin: die;
- ; -nen Person, die alkoholabhängig,
-süchtig ist »Sie entwickelt sich zur
Trinkerin.« Syn.: Alkoholikern);
[derb] Säufer(in)
Trin|ker|heU|an|staK: die; - / -en Anstalt,
Sanatorium für Alkoholkranke, die
dort durch Entwöhnung u. a. geeig¬
nete Maßnahmen von ihrer Sucht be¬
freit werden sollen, Syn.: Trinkerheil¬
stätte
Trin|ker|heil[stät|te: die; - ; -n Anstalt,
Sanatorium für Alkoholkranke, die
dort durch Entwöhnung u. a. geeig¬
nete Maßnahmen von ihrer Sucht be-
1175
trinkfest
freit werden sollen, Syn.: Trinkerheil¬
anstalt
trinkjfest: Adj. n. stg. fähig, große Men¬
gen Alkohol zu trinken, ohne dabei
Anzeichen der Trunkenheit, des Be¬
trunkenseins erkennen zu lassen
Trink|fe|stig|kett —> THnk|fes|tig|keit:
'die; -; - Fähigkeit, große Mengen Al¬
kohol zu trinken, ohne dabei Anzei¬
chen der Trunkenheit, des Betrun¬
kenseins erkennen zu lassen
Trink|fla}sche: die; - ; -n Flasche (ver¬
schließbares Gefäß mit einer engen
Öffnung u. einem Halsansatz), in der
man Getränke transportieren u. aus
der man trinken kann
tnnk|freu|dig: Adj. mit einer Vorliebe
für alkoholische Getränke
Tnnk|freu|dig|keit: die; - ; - Eigenschaft,
gerne Alkohol zu sich zu nehmen
Tiink|ge|fäB: das; -es; -e Behälter für ein
Getränk; Trinkglas, -becher o. ä.
Trink|geld: das; •('ejs; -er eine kleinere
(zusätzliche) Zahlung, mit der man
sich bei jmdm. für einen bestimmten
Dienst, mit dem man zufrieden war,
bedankt
Trinkjglas: das; -es; -gläser Gefäß aus
Glas, aus dem man trinken kann
Trinkjhal|le: die; • ; -n 1 Halle in einem
"Heilbad, in der Heilwasser von der
Quelle entnommen u. getrunken wird
2 [landsch.] Verkaufsstelle, meist in
einem kleinen Häuschen mit Schalter¬
verkauf, Kiosk für Getränke, Süßig¬
keiten, Zigaretten, Zeitschriften usw.
Trinkjkrug: der; -(e)s; -krüge bauchiges
od. zylindrisch geformtes Gefäß mit
Henkel aus (dickem) Glas, Porzellan
o. ä., aus dem man trinken kann
Trink|lied: das; -(ejs; -er [veralt.] (meist
in einer fröhlichen Runde) auf eine
Melodie gesungenes Gedicht, in dem
der Wein od. der Alkohol allgemein
gelobt, gepriesen wird
lrink|scha|le: die; - ; -n flaches, meist
rundes Gefäß, aus dem getrunken
werden kann
Trink|scho|ko|la|de: die; - ; -n a) leicht
"lösliche Schokolade zum Herstellen
von kakaoartigen Getränken b) scho¬
koladenhaltiges Milchgetränk; Ka¬
kao
THnk|spruch: der; -(ejs; -Sprüche in ei¬
ner Runde vorgetragene kurze Rede,
Spruch mit der abschließenden Auf¬
forderung, gemeinsam auf eine be¬
stimmte Person od. auf eine be¬
stimmte Sache zu trinken, Syn,: Toast
Trink|was|sen das; -s; -wässer gesäuber¬
tes u. entkeimtes Wasser, das für den
Menschen genießbar ist
Trijnom: dat.) das; -s; -e (Math.) Aussa¬
ge, die durch eine Zeichenreihe, be¬
stehend aus drei durch Plus- od. Mi¬
nuszeichen verbundene Glieder, dar¬
gestellt wird
tri|ng|misch: <lat.> Adj. n. stg. <Math.>
dreigliedrig, ein Trinom, eine Aussa¬
ge betreffend, die durch eine Zeichen¬
reihe, bestehend aus drei durch Plus-
od. Minuszeichen verbundene Glie¬
der, dargestellt wird.
Trip: dat.-it.) das; -s; -s 1 (Musik) musi¬
kalisches Werk für drei Instrumente
(Singstimmen) 2 <Musik>. Gruppe von
drei Musikern 3 Gruppe von drei Per¬
sonen, die häufig zusammen erschei¬
nen u. gemeinsam etw. unternehmen
THo|le —» Tri|ojle: dat.-it.) die; ~ ; -n
(Musik) drei Töne mit dem Taktwert
von zwei gleichen Tönen
Trip|lenlver|kehr —> Tri|g|len|verjkehr
dat.-it.; dt.) der; -(e)s; - (Rechtsw.)
Geschlechtsverkehr zwischen drei
Personen
Trip: <engl.) der; -s; -s 1 kurze spontane,
wenig geplante Reise 2 [abwert.]
Phase, (vorübergehende) Zeitspanne,
in der jmds. besonderes Interesse ei¬
ner bestimmten Sache gilt, eine be¬
stimmte Weitsicht eingenommen wird
»Mein Freund ist zur Zeit auf einem
Computer-Trip.« 3 a) Zustand mit
Sinnestäuschungen nach der Einnah¬
me von Rauschmitteln, halluzinoge¬
nen Drogen »auf einem Trip sein« b)
eine bestimmte Menge, eine Dosis
von Drogen, die Sinnestäuschuhgen
verursachen (häufig LSD) »einen Trip
nehmen«
Trflpel: dat.-fr.) der; -s; - [veralt.] Ge¬
winn in dreifacher Höhe
lri]pel: der; -s; - (Geologie) feinschichti¬
ge Kieselerde
Irijpel: dat.-fr.> das; -s; - (Math.) drei zu¬
sammengefaßte Elemente
7ri|pel|a!|ll|anz: die; - ; -en (Völkerrecht)
Allianz, Bündnis, Gemeinschaft von
drei Staaten
Trf|plett —» THIpjlett: dat.-fr.) das; -s; -e
u. -s <Bio.) den Schlüssel für eine Ami¬
nosäure (wichtigster Baustein der Ei¬
weißkörper) darstellende Folge von
drei Basen (bestimmte chemische
Verbindungen) einer Nukleinsäure
(Spaltprodukt des Eiweißes im Zell¬
kern)
Tri|pli[zi|tät—» Tri|p|li|zi|tät: dat.) die; -;
-en [fachsprl.; geh.] dreifaches Auftre¬
ten; Dreifachheit
tri|plo|id —> tri|p|lo(id: dal.) Adj. n. stg.
(Bio.) (bei Zellkernen) einen dreifa¬
chen Chromosomensatz enthaltend
trip|peln: trippelst; trippeltest; bist ge¬
trippelt mit leichten, kleinen, schnel¬
len Schritten, wenig raumgreifend
fortbewegen
Trip|pel|schritt: der; -(e)s; -e kurzer,
schneller Schritt
Tripiper: der; -s; - (Med.) Geschlechts¬
krankheit, bei der die Schleimhäute
der Harnröhre u. der Geschlechtsor¬
gane entzündet sind, Syn.: [fachsprl.]
Gonorrhö(e)
Tri)ptik/TVj)ptyk —>■ Tri|p|tik/Trijp|tyk:
<fr.-engl.) /trjptik/ das; -s; -s eine zum
Grenzübertritt berechtigende dreitei¬
lige Bescheinigung für Wasserfahr¬
zeuge u. Wohnwagen
Tn|pty|chon —* Tri|p|ty|chon: <gr.) /trF
ptüchon/ das; -s; Triptychen u.
Triptycha a) dreiflügliges (geschnitz¬
tes od. gemaltes) Altarbild b) dreiteili¬
ges Gemälde, häufig auch profanen
Inhalts, dem durch die dreiteilige Ge¬
staltung in Anlehnung an ein Tripty¬
chon (a) eine besondere Bedeutung
zugewiesen wird
TH]ptyk/Tri|ptik —* Tri]p|tyk/Trijp|tik:
<fr.-engl.) /triptik/ das; -s; -s eine zum
Grenzübertritt berechtigende dreitei¬
lige Bescheinigung für Wasserfahr¬
zeuge, Wohnwagen
trist: dat.-fr.) Adj. trister; tristeste lang¬
weilig; traurig, eintönig; öde »tristes
Wetter • triste Landschaft«
Trijsie —» Tris|te: die; - ; -n [bayerisch;
österr.; Schweiz.] Heu, Stroh, das um
eine lange Stange angehäuft ist
Tri|stesse —> Trisjtesse: dat.-fr.) /tri-
ßtäß/ die; - ; -n jtrißtassenj [geh.]
Traurigkeit; schwermütige, melan¬
cholische Stimmung
tri|sylßa)bisch: <gr.-lat.) /trisillabisch/
Adj. n. stg. (Sprachwiss.) aus drei Sil¬
ben bestehend; dreisilbig
Tri|syt|lajbum: <gr.-lat.> /trisillabum/
das; -s; Trisyllaba (Sprachwiss.) ein
aus drei Silben bestehendes Wort
Tli|ti|um: <gr.-lat.) ftriziuml das; -s; -
(Chemie) radioaktives, überschweres
Wasserstoffisotop
Trijton: <gr.-lat.) der; Tritonen; Tritonen
1 Salamander 2 a) o. Fl. Sohn Posei¬
dons (griechischer Gott des Meeres)
b) griechische Götter in Poseidons
Gefolge
Tri|ton: <gr.-lat.) das; -s; Tritonen (Che¬
mie) Atomkern des überschweren, ra¬
dioaktiven Wasserstoffisotops
Tri|ton: das; -s; -s [österr.] Roller für
(kleinere) Kinder
Trijtons|hom: das; -s; -hörner große
Schnecke mit kegelförmigem Gehäu¬
se, die in wärmeren Gebieten im Meer
lebt, Syn.: Trompetenschnecke
Tritt: der; -(ejs; -e 1 a) o. PI. Art u. Wei¬
se des Gehens »festen Trittes gehen«
b) Stoß mit den Füßen »dem Hund ei¬
nen Tritt versetzen (~ treten)« 2 el-
nen Tritt kriegen/bekommen: hin¬
ausbefördert, rausgeschmissen, ent¬
lassen werden 3 Tritt fassen: sich wie¬
der fangen, zurechtfinden, ein gere¬
geltes Leben führen
Trittbrett: das; -(e)s; -er Stufe an einem
Fahrzeug, das einen relativ hohen
Abstand zum Boden hat
Tritt|brett|fah|rer: der; -s; - a) [veralt.]
Person, die auf einer Stufe, dem Tritt¬
brett eines Fahrzeugs mitfährt b) Ver¬
brecher, Straftäter, der aus einem
nicht von ihm ausgeübten Verbre¬
chen Nutzen zieht, zu ziehen versucht
tritt|fest: Adj. n. stg. 1 so geartet, daß
etw. (gefahrlos) betreten, bestiegen
werden kann 2 gut zu Fuß, sicher ge¬
hend (auch im schwierigen Gelände)
3 sich nicht schnell abnutzend »ein
trittfester Bodenbelag« Syn.: (1; 2)
trittsicher
Tritt|lei[ten die; - ; -n (meist kleinere)
mit mehreren Stufen versehene Steh¬
leiter, Syn.: Treppenleiter
tritt|si|cher: Adj. n. stg. 1 so geartet, daß
etw. (gefahrlos) betreten, bestiegen
werden kann 2 gut zu Fuß, sicher ge¬
hend (auch im schwierigen Gelände)
1ri|umph: dat.) /trijunpf/ der; -(ejs; -e
aj großer Erfolg; Sieg b) ohne Plural
tiefe, innere Befriedigung über einen
Erfolg, Sieg
tri|um|phal: dat.) /triumpfal/ Adj. 1 vol¬
ler Erfolg; zur inneren Befriedigung
siegreich 2 ruhmvoll; großartig; mit
großer Begeisterung »ein triumphaler
Empfang«
Tri|um|phajton dat.) /triumpfator/ der;
-s; Triumphatoren a) siegreicher Feld¬
herr im alten Rom b) großer Sieger
1176
Trockenstarre
Tri|umph|bo|gen: <lat.; dt.> /triumpf-/
der; -s; -bögen <Archit.> 1 (besonders
im klassischen Altertum) für einen
siegreichen od. zu ehrenden Feld-
herm od. Kaiser errichteter, großer
freistehender Torbogen 2 a) (beson¬
ders in Kirchen des Mittelalters) vor
der Apsis, ein mit einer Halbkuppel
überwölbter Raum, der einen Haup¬
traum abschließt b) vor dem Quer¬
schiff errichteter Bogen, der häufig
mit Darstellungen des Triumphes
Christi od. der Kirche versehen ist
Tti|umph(ge|schrei: flat.; du /triumpf-/
das; -(e)s; - laute Bekundung eines
mit großer innerer Befriedigung er¬
lebten Erfolges, Sieges
tri|um|phie[ren: dato /triumpfiren/ tri¬
umphierst; triumphiertest; hast trium¬
phiert a) siegen b) (hämisch) seine
Freude über einen Sieg zeigen, bekun¬
den
Tri|uroph|wa|gen: dat.; du /triumpf-/
der; -s; - (in der römischen Antike)
Wagen für den Sieger, den siegreichen
Feldherm, meist offen, mit zwei Rä¬
dern, vor den nebeneinander vier
Pferde gespannt waren u. der von ei¬
nem Lenker geführt wurde
TH|umph|zug: <lat.; du /triumpf-/ der;
-(e)s; -Züge prachtvoller Umzug im
alten Rom für einen siegreichen Feld¬
herm u. dessen Heer
Trilumlvir: <laU /triumwir/ der; -s u. -n;
-n Mitglied einer Vereinigung von
drei Männern, die bestimmte Aufga¬
ben im Stäatswesen des alten Rom
hatten
Tri|um|vi|rat: dato /triumwirat/ das;
-(e)s; -e Vereinigung von drei Män¬
nern, die leitende Aufgaben im
Staatswesen des alten Rom hatten
tri|vi|al: dat.-fro /triwial / Adj. [abwert.) 1
Eigenschaft eines geistig u. künstle¬
risch banalen, unreflektierten od. in¬
haltsleeren Gedankenguts, Produkts
»Der Film ist einfach trivial.« 2 Eigen¬
schaft einer gewöhnlichen, uninteres¬
santen, unbedeutenden Handlung
Tri|via|li|tät —*■ Tri|vi|a|li|tät: </r.>
/triwialität/ die; - ; -en [abwert.] 1
Durchschnittlichkeit; Oberflächlich¬
keit; Banalität 2 Gewöhnlichkeit; All¬
täglichkeit 3 nicht von hoher Intelli¬
genz zeugende Bemerkung, Idee o. ä.
Tri|vi|al|ll(te|rattur; fr.; lat.> /triwial-/
die; - ; - [abwert.] als (einfache) Ün-
terhaltung, ohne besondere geistige
Tiefe u. ohne Bildungswert einge¬
stufte Literatur
Ti1|vi|al|ro|man: fro /triwial-/ der; -(ejs;
•e [abwert.] längere Erzählung in
Buchform, die zur (anspruchslosen)
Unterhaltungsliteratur gezählt wird
Trijzeps: dato der; - u. -es; -e dreiköpfi¬
ger Oberarmmuskel
trk.: Abk. türkisch
tro|chä|isch: tgr.-lau Adj. n. stg. be¬
stehend aus Trochäen, nach der Art
des Trochäus, in Trochäen
Tro|chä|us: <gr.-lato der; - ; Trochäen
kleinste rhythmische Einheit eines
Verses in Gedichten, die aus einer be¬
tonten u. einer unbetonten Silbe be¬
steht
Ttolchit: <gr.> der; -s u. -en; -en einem
Rädchen ähnelnder (versteinerter)
Teil des Stils von ausgestorbenen See¬
lilien
Tro|ch])ten|kalk: der; -(e)s; - Kalkstein,
der viele Trochiten enthält
trocken (trok|ken —» tro|cken): Adj. 1
7>hne Feuchtigkeit 2 sehr sachlich,
nüchtern u. somit oft als langweilig
empfunden »ein trockenes Thema« 3
spröde, hart klingend »trockener Hu¬
sten; trockenes Lachen« 4 trocken
sein: (als Alkoholiker) keinen Alko¬
hol mehr trinken 5 auf dem trocken¬
en sitzen —> auf dem Trockenen
sitzen: [ugs.] 1. keine Reserven ha¬
ben, nicht wissen, wie es weitergehen
soll 2. keine Getränke mehr haben
»Herr Ober, schenken Sie noch mal
ein, wir sitzen auf dem trockenen.« 6
sein(e) Schäfchen ins trockene brin¬
gen —> sein(e) Schäfchen ins Dok-
kene bringen; sein(e) Schäfchen im
trockenen haben —* sein(e) Schäf¬
chen im Trockenen haben: sich Vor¬
teile verschaffen; für die Zukunft Vor¬
sorgen; sich Vorteile verschafft ha¬
ben; sich für die Zukunft abgesichert,
versorgt haben
Trgcken|bat|te|rie (Trok|ken|bat)tejrie
—> Tro|cken|bat|te|rie): die; - ; -n
<Elektrot.> Stromspeicher, gebildet
aus Trockenelementen
Trocken|bee|ren|aus|le|se (Trok|ken|-
bee|ren|aus]le]se —* Trojckenjbeej-
nen|aus|le|se): die; - ; -n 1 Beerenaus¬
lese, einzeln ausgelesene Trauben aus
edelfaulen, voll- od. überreifen Wein¬
beeren, die rosinenartig geschrumpft
sind 2 besonders edler, feiner Wein,
gewonnen aus Trockenbeerenauslese
Trocken|blu|me (Trok|ken|bfu|me —>
Trg|cken|blu|me): die; ~ ; -n getrock¬
nete Blütenpflanze
Trocken|bo|den (Trok|kenjbo|den —►
Trp]cken|bo|den): der; -s; -böden
Dachboden (Raum unter dem Dach),
auf dem die Wäsche zum Trocknen
aufgehängt wird
Trocken|dock (Trok|ken|dock —> Tro|-
cken|dock): das; -s; -s 1 Anlage in
Werften u. Häfen zum Warten, Über¬
holen von Schiffen, die verschlossen
u. leer gepumpt wird, nachdem ein
Schiff eingefahren ist 2 [ugs.;
scherzh.] Anstalt, in der ein Alkoholi¬
ker eine Entziehungskur macht
Trockenfeis (Trok|ken|efs —» Tro|-
cken|eis): das; -es; - gefrorenes Koh¬
lendioxid, das als Kühlmittel u. in
Nebelmaschinen Verwendung findet
Trocken|eJe|ment (Ttok|ken|ele|ment)
—* Tro]cken|e|le|ment: das; -(e)s; -e
<Elektrot.> galvanisches Element
(Stromquelle, in der chemische Ener¬
gie in elektrische umgewandelt wird),
verwendet besonders zur Herstellung
von Batterien
TVocken|fleisch (Trok|ken)fleisch —>
Tro|cken|fleisch): das; (e)s; -
Fleisch, das zur Konservierung ge¬
trocknetwurde
Trocken|fut|ter (Trok|kenffut|t«r —*
Trp|cken]fut|ter): das; -s; - <Landwirt.>
Tierfutter, das aus trockenen bzw. ge¬
trockneten Bestandteilen besteht
Trocken|ge|biet (ltok|ken|ge|biet —>
Trg|cken|ge|biet):"das; -(e)s; -e <Geo-
graphio (meist heiße) Erdgebiete mit
sehr wenig Regen (Wüste, Steppe)
Trocken|ge|mü|se (Trok|ken|ge|mü|se
—> Trojckenjge|mü|se): das; -s; - zur
Konservierung getrocknetes Gemüse,
Syn.: Dörrgemüse
Trocken|hau|be (Trqk|ken|hau|be —*■
Trpjcken|hau|be): die; - ; -n Heißluft¬
gerät, das zum Trocknen der Haare
über dem Kopf angebracht wird
»Beim Frisör habe ich lange unter der
Trockenhaube gesessen.«
Trocken|heit (TVgk|ken|heit —» Tro|-
ckenfheit): die; - ; -en 1 o. PI. trocken¬
er Zustand, trockene Beschaffenheit,
das Trockensein 2 PI. s. Zeitab¬
schnitt, in dem es sehr wenig od. gar
nicht regnet
trocken|le|gen (trok|ken|le|gen—> trq|-
~cken|le|gen): legst trocken; legtest
trocken; hast trockengelegt 1 einem
Säugling, Baby frische, trockene
Windeln umlegen 2 etw. entwässern
durch eine Drainage, kanalisieren o.
ä. 3 [ugs.] a) bei einem Alkoholiker
eine Entziehungskur durchführen b)
[oft scherzh.] jmdm., der gern alkoho¬
lische Getränke zu sich nimmt, diese
wegnehmen, entziehen
Trocken|mas|se (Trok|ken|mas|se —*■
Trp|ckenjmas|se): die; - ; -n wasserlo¬
se Substanz einer Masse, Syn.: Trok-
kensubstanz
Trockenobst (Trok|ken|obst —* Tro|-
cken|obst): das; -(e)s; - getrockne-
te(s), gedörrte(s) Obst, Früchte
Trockenplatz (Trok|ken|platz —> Trq|-
cken|piatz): der; -es; -platze Fläche,
meist im Freien, vorgesehen zum Wä¬
schetrocknen
Trocken|ra|sie|ror (Trpk]ken|ra|sie|rer
—s» Tro]cken|ra|sie|rer): der; -$; - 1
elektrischer Bartschneider 2 [ugs.]
Person, die sich mit einem elektri¬
schen Bartschneider rasiert
Trocken]raum (Trok|ken|raum —> Tro|-
cken|raum): der: -(e)s; -räume (oft
besonders geheizter) Raum zum Wä¬
schetrocknen
trocken|rei|ben (trpk|ken|rei|ben —>
trojcken|rei|ben): reibst trocken; rie-
b(e)st trocken; hast trockengerieben
etw. mit einem Tuch o. ä. durch Rei¬
ben trocknen; abtrocknen »den Tel¬
ler, die nassen Füße trockenreiben«
Trocken|rei|ni|gung (Trok|ken|rei|nil-
gung —» Tro|cken|rei|ni|gung): die;
- ; -en eine statt mit Wasser mit orga¬
nischen Lösungsmitteln arbeitende
chemische Reinigung
Trqcken|schleu|der (TVqkjken|schleu|-
der —> Tro]cken|schtiu|der): die; - ;
-n Gerät, das nach dem Prinzip einer
Zentrifuge tropfnasser Wäsche einen
großer Teil des Wassers durch
schnelle Drehbewegungen entzieht,
Syn.: Wäscheschleuder
trocken|schleu|dern (trok|ken|schleu|-
dern —* trpjcken|schleu|dern):
schleuderst trocken; schleudertest
trocken; hast trockengeschleudert die
Wäsche mittels einer Trockenschleu¬
der, Wäscheschleuder vortrocknen
Trocken|star|re (Trpk|ken|starjre —»
Tro|cken|star]re): die; - ; -n <Zoob ein
besonders während der Trockenzeit
eintretender Zustand der Regungs- u.
Bewegungslosigkeit bei bestimmten
Tieren wie z. B. Fröschen, Krokodi¬
len o. ä.
1177
Trockensubstanz
Trocken|8ub[stanz (Trok|ken|sub|-
stanz) —* Trq|cken|sub|s|tanz: die;
- ; -en wasserlose Substanz einer
Masse, Syn.: Trockenmasse
Trocken|wä|sche fftok|ken|wä|sche
—> Tro|cken|wä|sche): die; - ; - Wä¬
sche (Gesamtheit von aus Textilien
bestehenden Dingen) in trockenem
Zustand »Die neue Waschmaschine
hat ein Fassungsvermögen von vier Ki¬
logramm Trockenwäsche.«
Trockenheit (Trok|ken|zeit —* Tro|-
cken|zeit): die; - ; -en 1 Zeit, Periode
in tropischen u. subtropischen Regio¬
nen, die zwischen den Regenzeiten lie¬
gen u. in denen es kaum od. gar nicht
regnet 2 a) Zeit, die die Wäsche in ei¬
nem Wäschetrockner getrocknet wer¬
den muß, bis sie bflgel- oder schrank¬
trocken ist b) (witterungsabhängige)
Zeit, die die Wäsche auf der Leine
hängen muß, bis sie trocken ist
trpck|nen: trocknest; trocknetest; bistl
hast getrocknet 1 bist etw. wird trok-
ken, gibt nach u. nach sein Wasser,
seine Feuchtigkeit ab »Die Wäsche im
Garten trocknet in der Sonne.« 2 hast
a) Nässe, Feuchtigkeit entfernen,
wegwischen, beseitigen »Er hat die
Wäsche im Trockner getrocknet.« b)
etw. (z. B. Früchte o. ä.) die Feuchtig¬
keit, den Saft, das Wasser zur Halt¬
barmachung entziehen
Trockjner: der; -s; - 1 Gerät, dem Hei߬
luft zum Trocknen der Hände ent¬
strömt (häufig in öffentlichen Toilet¬
ten u. ä.) 2 kurz für Wäschetrockner
= Maschine, die mit Heißluft Wä¬
sche trocknet
TVö|del: der; -s; - 1 Plunder; wertloses
Zeug 2 kurz für Trödelmarkt, Platz
mit vielen Verkaufsständen für Plun¬
der u. gebrauchte Gegenstände
Trö|del|bu|de: die; - / -n [ugs.] Kiosk,
kleines Geschäft, in dem von vielen
als wertlos, unnütz, alt o. ä. einge¬
stufte Gegenstände verkauft werden
Trö|de|lei: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
langsames, als Zeitverschwendung
empfundenes Verhalten »Beeil dich
ein bißchen u. laß endlich diese Tröde¬
lei!«
Trö|del|la|den: der; -s; -laden [ugs.] La¬
den, Verkaufsraum, in dem, von vie¬
len als wertlos, unnütz, alt o. ä. einge¬
stufte Gegenstände verkauft werden
Trö|del|markfc der; -(e)s; -markte Platz
mit vielen Verkaufsständen für Plun¬
der u. gebrauchte Gegenstände, Syn.:
Flohmarkt
trö|deln: trödelst; trödeltest; hast getrö-
delt bummeln; sich (bis zur Zeitver¬
schwendung) Zeit lassen
Trö|del|wa|re: die; - ; -n (m. PI.) {ugs.;
oft abwert.] Ware, Gegenstände, die
meist alt sind und als unnütz od. wert¬
los angesehen werden
Tröd|ler der; -s; - 1 [ugs.] jmd., der Trö¬
del (alte, oft als wertlos angesehene
Gegenstände) kauft u. verkauft 2
[ugs.; abwert.] jmd., der häufig bei sei¬
ner Arbeit o. ä. trödelt, langsam ist,
seine Zeit verschwendet
Tröd|ler|la|den: der; -s; -läden [ugs.] Trö¬
delladen, Laden, Verkaufsraum, in
dem von vielen als wertlos, unnütz,
alt o. ä. eingestufte Gegenstände ver¬
kauft werden
Trog: der; -(e)s; Tröge 1 größeres läng¬
liches Gefäß, in das Futter od. Wasser
für Tiere gefüllt wird »Die Kühe sau¬
fen aus dem Trog.« 2 <Meteorologie>
Tiefdruckgebiet innerhalb der Strö¬
mung auf der Rückseite eines sich ab¬
bauenden Tiefdruckgebietes 3 <Geo¬
logie> durch Senkung entstandenes
Becken, das mit Sedimenten angefüllt
ist
Troi|ka/Trpi|ka —» Tro]i|kac <russ.> /treu-
ka u. tro-ika/ die; - ; -s russisches
Dreigespann
Tro|)a]ni|sches Pferd: das; Trojanischen
Pferd(e)s 1 <Sage> großes hölzernes
Pferd, durch das die Stadt Troja (in
der Antike) von den Griechen eror-
bert wurde, da im Inneren des Pferdes
Krieger saßen, die so in das Stadtin¬
nere der Stadt geschmuggelt wurden
2 <übertr.> List, mit der eigene (gegne¬
rische) Objekte u./od. Leute ins geg¬
nerische (eigene) Lager gebracht wer¬
den
Troll: <schwedisch> der;-(e)s; -e dämoni¬
sches Wesen der nordischen Mytho¬
logie in Gestalt von Riesen od. Zwer¬
gen
Trgll|blu|me: die; - ; -n Pflanze mit gro¬
ßen gelben Blüten sowie Blättern, die
handförmig geteilt sind
trol|len, sich: trollst dich; trolltest dich;
hast dich getrollt Weggehen; sich (häu¬
fig kleinlaut) entfernen
Trom|be: üt.-fro die; - ; -n über warmen,
heißen Boden große Mengen Sand u.
Staub aufwirbelnder u. nach oben
saugender Wind, der sehr schnell um
einen Mittelpunkt kreist, Syn.: Wind¬
hose
Trom|mel: die; - ; -n <Musik> ein Schlag¬
instrument, bei dem über einen
(Holz-)Rahmen ein (Kalb-/Kunst-
stoff-)Fell gespannt ist, auf das mit
Schlegeln geschlagen wird
Trom|mel|brem|se: die; - ; -n <Kfz-
Technik) Bremse, bei der die Brems¬
backen gegen die Innenwand eines
trommelförmigen Stahlzylinders ge¬
drückt werden
Trqm|me|lei: die; ~; -en [häufig abwert.]
(anhaltendes) Schlagen auf einen Un¬
tergrund, eine Trommel, einen Tisch
Trom|mel|fell: das; -(e)s; -e 1 <Musik>
(Kalb-/Kunststoff-)Fell, das bei einer
Trommel über den (Holz-)Rahmen
gespannt ist 2 <Anat.> elastisches
Häutchen, das das Mittelohr vom äu¬
ßeren Gehörgang trennt u. die akusti¬
schen Schwingungen auf die Gehör¬
knöchelchen überträgt
Trom|mel|f«u|eR das; -s; - <Milit >
(meist zur Vorbereitung eines An¬
griffs) heftiger u. lang anhaltender
Beschuß durch die Artillerie
Trom|mel|re|vol|ver: der; -s; - Faustfeu¬
erwaffe mit einer hinter dem Lauf be¬
findlichen, drehbaren Trommel, in
der die Patronen stecken
Trom|mel(schle[gel —* Trgm|mel[-
schlä|get der; -s; - <Musik> Stab aus
Holz, das Ende abgerundet od. mit ei¬
nem Kopf aus weichem, elastischen
Material zum Schlagen der Trommel
u. a. Schlaginstrumente, Syn.: Trom¬
melstock
Trom|mel|wasch|malschi]ne: die; - ; -n
Waschmaschine, bei der die Wäsche
in einem zylindrischen, sich drehen¬
den Behälter gewaschen wird
Trom|mel|wiijbel: der; -s; - <Musik>
schnelle Aufeinanderfolge von kur¬
zen Trommelschlägen
Trpmm|ler der; -s; - TVomm|le|rin: die;
-; -nen <Musik> Person, die trommelt,
eine T rommel schlägt
Trom|pe|te: </r.> die; - ; -n 1 <Musik>
Blechblasinstrument 2 (kräftig) in die
Trompete stoßen: [ugs.] (stark) ange¬
ben, prahlen
trom|pe|ten: trompetest; trompetetest;
hast trompetet 1 <Musik> die Trom¬
pete blasen 2 a) Laute, die denen einer
Trompete ähneln, hervorbringen »der
Elefant trompetet * beim Naseputzen
trompeten« b) etw. laut u. deutlich
hörbar bekanntgeben, verkünden
Trom|pe|ten|schnecke (Trom|pe]ten|-
schnek|ke —> Trom|pe|ten|schnej-
cke): die; -; -n Schnecke mit kegelför¬
migem Gehäuse, die in wärmeren Ge¬
bieten im Meer lebt; Tritonshom
Trom|peften|si|gnal —> Trom|pe|ten|si|-
g|nal: das; -(e)s; -e auf einer Trom¬
pete geblasenes akustisches Zeichen
Trom|pe|ten|stoß: der; -es; -stoße kur¬
zes, kräftiges Blasen in eine Trompete
Trom|pe|ter: der; -s; - Trom|pe|te|rin:
die; - ; -nen Person, die Trompete
spielt (häufig als Berufsmusiker)
trop.: Abk. tropisch
Trqjpe: <gr> die; -; -n <Sprachwiss.> bild¬
licher Ausdruck in der Sprache, der
im übertragenen Sinn verwendet
wird, Syn.: Tropus
Trojpen: <gr.> die (PI.) Erdzone (am
Äquator) mit sehr heißem u. feuch¬
tem Klima
Tro|pen|an|zug: <gr.; du der; -(e)s; -an¬
züge eine für heiße Klimazonen geeig¬
nete leichte (Herren-)Bekleidung
Tro|pen|fie|ber: ,<gr.; lat.> das; -s; -
<Med.> in den Tropen auftretende In¬
fektionskrankheit, die durch einzelli¬
ge Parasiten ausgelöst u. von be¬
stimmten Stechmücken übertragen
wird, bei der der Erkrankte an peri¬
odisch auftretenden Fieberschüben
leidet, Syn.: Tropika
Trplpenjhaus: <gr.; dt.> das; -es; -häuser
(zu einem Zoo, Tierpark gehöriges)
Gebäude, in dem künstlich tropisches
Klima geschaffen wird, so daß die
Haltung bestimmter Pflanzen u. Tiere
möglich ist, Syn.: [fremdsprl.] Tropa-
rium
Trpjpen|helm: <gr.; du der; -(e)s; -e fla¬
che, mit Stoff .überzogene Kopfbe¬
deckung aus Kork, die ehemals von
den Kolonisatoren in heißen Ländern
getragen wurde
Trp]pen|Wi|ma: <gr.> das; -s; -s u. -le (PI.
s.) für die Tropen, die heißen, feuch¬
ten Gebiete beiderseits des Äquators
typisches Klima
1to]pen|kol|ler: <gr.> der; -s; - 1 bei Per¬
sonen, die das Klima nicht gewohnt
sind, auftretender starker Erregungs¬
zustand, der durch einen Aufenthalt
in den Tropen hervorgerufen werden
kann 2 [ugs.; scherzh.] Kulturschock¬
phänomene bei längerem Aufenthalt
in wärmeren Erdregionen
Tro|pen|me|di|zin: <gr.; lato die; - ; - sich
mit der Erforschung u. Behandlung
von Krankheiten, die vorzugsweise in
1178
trotten
den Tropen auftreten, befassendes
Teilgebiet der Medizin
trojpen|taugflich: <gr.; dt.> Adj. n. stg.
durch verschiedene ärztliche Unter¬
suchungen für geeignet befunden, für
einen bestimmten Zeitraum in den
Tropen zu leben u. zu arbeiten
Trojpen)taug|lich|keit: <gr.; dt.> die; - ; -
Fähigkeit, aufgrund seiner Konstitu¬
tion für einen bestimmten Zeitraum
in den Tropen zu leben u. zu arbeiten
Itopf: der;-(e)s; -e (Med.) Vorrichtung
zur NährstoffVersorgung eines Pa¬
tienten, bei der ständig eine Nähr¬
stofflösung aus einer Flasche tropfen¬
weise durch einen Schlauch in die Ve¬
ne des Patienten abgegeben wird
Tropf: der; ~(e)s; Tröpfe [häufig ab¬
wert,] armer, bemitleidenswerter
Mensch »Er ist ein bedauernswerter
Tropf.«
tropfjbar Adj. n. stg. (Flüssigkeiten)
nicht zähflüssig, sondern fähig, Trop¬
fen zu bilden
tropf|barfflüsjsig: Adj. n. stg. (Flüssig¬
keiten) nicht zähflüssig, sondern fä¬
hig, Tropfen zu bilden
Tropfjchenjin[fek}ti|on: die; - ; -en
<Med.) Ansteckung, bei der die Erre¬
ger einer Krankheit beim Sprechen,
Niesen, Husten über feinste Schleim-
od. Speicheltröpfchen (wie z. B. bei
der Grippe) übertragen werden
Tröpf|chen|nrio|dell: das;-(e)s; - (Kern¬
physik) der Veranschaulichung die¬
nende Vorstellung, dienendes Modell,
bei der der Atomkern als Tröpfchen
einer Flüssigkeit aus Protonen u.
Neutronen betrachtet wird
tröpftchen[wei|se: Adv. 1 langsam,
Tropfen für Tropfen 2 [ugs.] nicht auf
einmal, in einem Stück o. ä., sondern
nach u. nach
tröpjfeln: tröpfelt; tröpfelte; ist/kat ge¬
tröpfelt 1 ist etw. rinnt, fällt nur
schwach, in kleinen, vereinzelten
Tropfen herab »Das Wasser ist von
der Dachrinne auf die Terrasse
getröpfelt.« 2 hat etw. in kleinen
Tropfen, kleinen Mengen auf etw.
machen
tropjfan: tropft; tropfte; istjhat getropft
1 ist in einzelnen Tropfen herunterfal¬
len 2 hat einzelne Tropfen von sich ge¬
ben »Der Wasserhahn tropft.« 3 hat in
einzelnen Tropfen auf etw. geben;
träufeln
Tropjfen: der; -s; -1a) kleine zusam¬
menhängende (rundlich geformte)
Menge an Flüssigkeit »Regentropfen«
b) n. PI. flüssige, tröpfchenweise zu
nehmende Medizin »Hast du deine
(Augen-) Tropfen genommen?« c) sehr
kleine Flüssigkeitsmenge 2 nur ein
Ttopfen auf einem heißen Stein: bei
weitem nicht ausreichend; so wenig,
daß es kaum zu bemerken ist 3 steter
Tropfen höhlt den Stein: wenn man
ausdauernd ein Ziel verfolgt, erreicht
man vieles 4 ein guter/edler Tropfen:
ein guter, wohlschmeckender
(Brannt-)Wein
Trop(fen|fän|ger: der; -s; ~ kleiner
Schwamm, der an einem Gefäß (z. B.
am Ausguß einer Kaffeekanne), nach
dem Eingießen die restlichen Tropfen
auffangen soll
Trop|fen|form: die; ~ ; - die einem Trop¬
fen eigene Form, in dem Moment, in
dem er abfällt; von etw. länglicher,
unten dicker u. oben spitzer zulaufen¬
der, runder Gestalt
trop|fenjföiimig: Adj. n. stg. in der Form
eines Tropfens, länglich rund, unten
dicker u. oben spitzer zulaufend
tropjfanjweijse: Adv. 1 in sehr kleinen
Mengen od. in aufeinanderfolgenden
Tropfen »Das Medikament gab er
tropfenweise auf einen Löffel.« 2 [ugs.]
nicht auf einmal, sondern nach u.
nach, tröpfchenweise
Tropf]fla|sche: die; - ; -n Fläschchen
zum Einträufeln, tropfenweise Dosie¬
ren von Medizin; Guttiole
Tropf)in|fu|si|on: die; ~ ; -en (Med.) Ein¬
führen von größeren Mengen an
Flüssigkeit in den Organismus durch
eine Vorrichtung aus einer Flasche
mit einem Schlauch, einem Tropf
tropf]na8 —> tropf|nass: Adj. n. stg.
etw. od. jmd. ist so naß, daß es tropft
Tropfstein: der; -(e)s; -e Zapfen, der
durch Kalkablagerungen, aus ständig
auf dieselbe, von derselben Stelle
tropfendem Wasser entstanden ist
Ttopf)stein|höh|te: die; - ; -n Höhle, in
der sich durch tropfendes Wasser
Zapfen aus Klakablagerungen
(Tropfsteine) gebildet haben
Trojphae: <gr.-lat.-fr.> /trofae/ die; - ; -n
Gegenstand, der durch Kampf, Ein¬
satz, Plünderung o. ä. in den eigenen
Besitz übergegangen, erbeutet wor¬
den ist u. als Zeichen des Sieges gilt
Tto|pho|lo|gje: <gr.) /trofologi/ die; - ; -
Wissenschaft, Lehre von der (richti¬
gen, gesunden) Ernährung
Tro|pi|ka: igr.-lat.> die; - ; - (Med.> in
den Tropen auftretende Infektions¬
krankheit, die durch einzellige Parasi¬
ten ausgelöst u. von bestimmten
Stechmücken übertragen wird, bei
der der Erkrankte an periodisch auf¬
tretenden Fieberschüben leidet, Syn.:
Tropenfieber
trojpisch: Adj. n. stg. a) vom Klima her
heiß u. feucht »tropische
Temperaturen« b) aus den Tropen
stammend »tropische Frucht«
Tro|po|sphä|re —» Tro|po|s|phä|re: die;
- ; - die unterste, bis zu zwölf Kilome¬
ter dicke, wetterbestimmende Luft¬
schicht der Erdatmosphäre
Trofpus: <gr.-lat.> der; - ; Tropen
(Sprachwiss.) bildlicher Ausdruck in
der Sprache, der im übertragenen
Sinn verwendet wird, Syn.: Trope
Troß —» Tross: dat.-fr.i der; Trosses;
Trosse 1 Gefolge; Mitläufer; Anhang
2 (Milit.) Verpflegungstruppe einer
Armee
Trost: der; -(e)s; - 1 Aufmunterung,
wenn jmd. leidet od. traurig ist »Trost
spenden« 2 nicht (ganz/recht) bei
Trost sein: [ugs.} verrückt, nicht bei
Verstand sein
—» Trost brinlgend: s. trostbringend
trostjbe|dürfjtig: Adj. Trost, Anteilnah¬
me brauchend
trostjbrin|gend —> Trost bringend:
Adj. zur Aufmunterung helfend; Leid
lindernd; tröstend »Seine trostbrin¬
genden Worte waren mir eine große
Hilfe.« Syn.: tröstlich; trostreich
tröjsten —» trös|ten: tröstest; tröste¬
test; käst getröstet jmdm. Aufmunte¬
rung zusprechen; jmdm. helfen, über
etw. hinwegzukommen
Tröjster —> Trösjter. der; -s; - weibl.
Tröjste|rin —» Trös|te|rin: die; - ; -nen
1 Person, die durch Anteilnahme, Zu¬
neigung o. ä. das Leid eines anderen
lindert, einen anderen aufmuntert
»Er kam als Tröster genau zum richti¬
gen Zeitpunkt.« 2 eine Sache als etw.
zum Beruhigen, Trösten nehmen
tröst|lich: Adj. zur Aufmunterung hel¬
fend; Leid lindernd; tröstend
trostlos: Adj. trostloser; trostloseste 1
verzweifelt; ohne Aufmunterung od.
Zuspruch; ohne Hoffnung auf Besse¬
rung des Zustandes o. ä. 2 langweilig;
reizlos; öde »eine trostlose Land¬
schaft«
Trost|lo|sig|keit: die; - ; - 1 Verzweif¬
lung, Hoffnungslosigkeit »Die Trost¬
losigkeit in seinen Augen sprach
Bände.« 2 Reizlosigkeit, Öde »Die
Trostlosigkeit dieser Landschaft ist er¬
schreckend.«
Trost|pfia|ster —» Trostjpflasjten das;
-s; - [ugs.; scherzh.j (kleines Ge¬
schenk als) Entschädigung für erfah¬
renes Leid
Ttostjpreis: der; -es; -e kleines Ge¬
schenk o. ä. für jmdn. der bei einem
Preisausschreiben, Wettbewerb o. ä.
keinen großen Preis für die Sieger ge¬
wonnen hat
trostreich: Adj. zur Aufmunterung hel¬
fend; Leid lindernd; tröstend »Seine
trostreichen Worte waren mir eine gro¬
ße Hilfe.« Syn.: trostbringend; tröst¬
lich
Tröjstung —»• Tröstung; die; - ; -en
Aufmunterung, wenn jmd. leidet od.
traurig ist
trostjvolt: Adj. Trost, Anteilnahme ent¬
haltend
trö|ten: trätest; trötetest; hast getrötet
auf einem Blasinstrument Mißtöne
hervorbringen
Trott: dt.-fr» der; -(e)s; - 1 langsamer
Gang 2 alltäglicher, abwechslungslo¬
ser Lebensrhythmus »Immer derselbe
Trott!«
Trotjtel: der; -s; - Dummkopf
Trot|te|lei: die; - ; -en [ugs.; abwert.] 1
langsame, gemächliche Gangart 2
Dummheit
trot|tel|hafb Adj. trottelhafter; trottel¬
hafteste [ugs.\; abwert.] sich wie ein
Trottel, wie ein dummer Mensch be¬
nehmend, in seiner Art, seinem Aus¬
sehen o. ä. an diesen erinnernd
trot|te|lig/trottflig: Adj. [ugs.; abwert.]
sich wie ein Trottel, wie ein dummer
Mensch benehmend, in seiner Art,
seinem Aussehen o. ä. an diesen erin¬
nernd
Trot|te|lig|keit: die; - ; -en [ugs.; abwert.]
dummes, trotteliges Verhalten
trgtjteln: trottelst; trotteltest; bist ge¬
trottelt langsam, ohne große Auf¬
merksamkeit mit kleinen, oft schlur¬
fenden Schritten gehen
trollten: trottest; trottetest; bist getrot¬
tet langsam, etw. teilnahmslos,
schlurfend gehen sowohl bei Tieren
als auch bei Menschen »Die Frau, der
Hund trottete den Weg entlang.«
1179
Trotteur
"ftot|teur. <fr.> /trottör/ der; -s; -s 1 be¬
quemer, aber eleganter Schuh zum
Spazierengehen 2 kleiner Damenhut
TVotjtoin </r.> /trottoar/ das; -s; -s u. -e
Bürgersteig, Gehsteig, erhöhter Geh¬
weg
Ifotz: der; -es; - 1 Eigensinn; Unfüg¬
samkeit; Dickköpfigkeit 2 jmdm., ei¬
ner Sache zum Trotz: bewußt, gegen
jmds. Wunsch, Rat, Bitte o. ä. »Sie
tat es zum Trotz, obwohl sie alle ge¬
warnt u. ihr abgeraten haben.«
trete Pr'äp. mit Gen. ungeachtet; ob¬
schon; obwohl; wenn auch
Tir>tz|al[ter: das; -s; - (Psychologie) a)
Entwicklungsstadium eines Kindes
zwischen dem dritten u. vierten Le¬
bensjahr, in dem es seinen eigenen
Willen entwickelt u. (gegen Autori¬
tätspersonen) durchzusetzen versucht
b) Phase in der Pubertät zwischen
dem 12. u. 15. Lebensjahr, in der es
besonders zu Widerstand u. Eigen¬
sinn Erwachsenen gegenüber kommt,
Syn.: Trotzphase
trotz|dem: Adv. dennoch; dessen unge¬
achtet; trotz allem »Es schneit, aber
ich komme trotzdem.«
trotjzen: trotzt; trotztest; hast getrotzt 1
sich gegen etw. zur Wehr setzen; nicht
aufgeben, sondern gegen etw. an¬
kämpfen »Der Baum trotzte dem
Sturm.« 2 trotzig, widersinnig, stur
sein
Trotjzer: der; -s; - <Bot.> zweijährige
Pflanze, die im zweiten Jahr keine
Blüten trägt
trot|zig: Adj. eigensinnig u. hartnäckig
auf dem eigenen Willen bestehend
Trotz|kis|mus: der; - ; - Parteilinie des
Kommunismus, die von dem russi¬
schen Revolutionär u. Politiker
Trotzki ausging
Trotzjkist: der; -en; -en weibl. Trotz|ki]-
stin —s. Trotz|kisftin: die; - ; -nen Per¬
son, die der Parteilinie des Kommu¬
nismus, die von dem russischen Revo¬
lutionär u. Politiker Trotzki ausging,
anhängt
trotzjkijstisch —> trotz[kis|tisch: Adj.
n. stg. den Trotzkismus betreffend,
ihm anhängend, zu ihm gehörend
Ttotz|pha|se: die; ~ ; -n (Psychologie) a)
Entwicklungsstadium eines Kindes
zwischen dem dritten u. vierten Le¬
bensjahr, in dem es seinen eigenen
Willen entwickelt u. (gegen Autori¬
tätspersonen) durchzusetzen versucht
b) Phase in der Pubertät, zwischen
dem 12. u. 15. Lebensjahr in der es be¬
sonders zu Widerstand u. Eigensinn
Erwachsenen gegenüber kommt,
Syn.: Trotzalter
Trotztre|ak(ti|on: die; - / -n Handlung,
Verhalten, die/das aus Trotz, Eigen¬
sinn, Dickköpfigkeit erfolgt
Troulbaldour/Troulbaldour: </r.> /truba-
dur/ der; -s; -e u. -s mittelalterlicher
Minnesänger, Dichter u. Sänger höfi¬
scher Liebeslyrik aus der Provence
Thoulble: <fr.-engl.> /trabbel/ der; -s; -
Arger; Aufregung; "Unannehmlich¬
keiten
Troujpier. </r.> /trupje/ der; -s; -s altge¬
dienter Soldat
trüb/trü|be: Adj. trüber; trübfejste 1
unklar; undurchsichtig »Das Wasser
ist trübfej.« 2 <übertr.> schlecht; un¬
günstig; unerfreulich »trübe Aussich¬
ten, Zeiten« 3 regnerisch; bedeckt
»trübes Wetter« 4 glanzlos; matt »ein
trüber Blick« 5 im trüben fischen —>
im Trüben fischen: auf nicht ganz
durchschaubare, eher illegale Weise
Vorteile suchen
Trü|be: die; - ; -1 von undurchsichtiger,
unklarer Beschaffenheit, Art 2 düste¬
res, unangenehmes Licht 3 von un¬
schöner, matter Farbe 4 schlechte, ge¬
drückte, düstere Verfassung, Gedan¬
ken o. ä.
trüjbe/trüb: Adj. trüber; trübfejste 1
unklar; undurchsichtig »Das Wasser
ist trübfej.« 2 (übertr.) schlecht; un¬
günstig »trübe Aussichten, Zeiten« 3
regnerisch; bedeckt »trübes Wetter« 4
glanzlos; matt »ein trüber Bh'ck« 5 im
trüben fischen —* im Hüben
fischen: auf nicht ganz durchschau¬
bare, eher illegale Weise Vorteile su¬
chen
Trujbel: <lat.-fr.> der; -s; - lebhaftes Trei¬
ben; (laute) Geschäftigkeit
Trüb|sal: die; - ; -e [geh.] 1 Kummer,
Sorgen, Leid o. ä., die jmd. erdulden
muß 2 o. PI. tiefempfundene Traurig¬
keit 3 Trübsal blasen: [ugs.] in trauri¬
ger Stimmung seinem Kummer. Leid
o. ä. nachhängen »Hör endlich auf,
Trübsal zu blasen u. geh mit mir aus!«
trüb[se|lig: Adj. 1 traurig stimmend, nie¬
derdrückend wirkend »Heute ist ein
trübseliges Wetter.« 2 bedrückt; nie¬
dergeschlagen »Er saß trübselig auf ei¬
ner Bank.« Syn.: trübsinnig
trüb|sin|nig: Adj. bedrückt, niederge¬
schlagen, Syn.: trübselig <1>
Tni|bung: die; ~; -en 1 Beeinträchtigung
der Klarheit, Durchsichtigkeit »Trü¬
bung des Sees, des Weines, der Seh¬
kraft« 2 a) eine Beeinträchtigung ei¬
ner guten Verbindung, eines Zustan¬
des o. ä.»eine Trübung einer guten Ar¬
beitsgemeinschaft, einer lustigen Stim¬
mung o. a.« b) Urteils-, Bewußtseins¬
beeinträchtigung o. ä. durch
Medikamente, Krankheit o. ä. 3 (be¬
sonders die Atmosphäre betreffend)
die Verringerung der Lichtdurchläs¬
sigkeit »eine Trübung durch Smog,
Dunst o. ä.«
TrochjseB —» Truch[sess: der; Truch¬
sesses u. Truchsessen; Truchsessen
(MA> Küchenmeister bei Hof
Truck: <engh /track u. träck/ der; -s; -s
Lastkraftwagen, LKW
Trucker (TTOkjker —» Tru|cker): <engb
/tracker/ der; -s; - Lastkraftwagen¬
fahrer
Huckjsyjstem —» Tfuck[sy|sjtem: <gr-
lat.> /track-/ das; -fejs; - Lohnzah¬
lung in Naturalien u. Waren
trujdeln: trudelst; trudeltest; bist/hast
getrudelt 1 bist ungleichmäßig, ohne
bestimmtes Ziel u. mit niedriger Ge¬
schwindigkeit, um sich selbst drehend
irgendwohin (nach unten) rollen 2
bist [ugs.; scherzh.] sich gemächlich ir¬
gendwohin begeben »Wir trudelten
durch die Umgebung.« 3 hast
[landsch.] würfeln
Trüfffel: die; - ; -n u. {ugs.] der; -s; - 1
kostbarer, unter der Erdoberfläche
wachsender Speisepilz 2 weiche, ge¬
füllte, teure Praline
Trüf|fel|le|beripa|ste|te —* Trüf|fe!|!e|-
ber|pas|te(te: die; • / -n aus feinge¬
schnittener (Geflügel-)Leber herge¬
stellte Pastete, der Trüffeln (1) zuge¬
geben werden
T>üfjfel|le|berjwurst: die; - ; -würste Le¬
berwurst, die unter Zugabe von Trüf¬
feln (1) hergestellt wird
Trug: der;-fejs; -1 Täuschung, Betrug
2 eine von etw. ausgehende Täu¬
schung; Vorspiegelung »Das war ein
Trug deiner Phantasie.« 3 Lug u. Trug:
Täuschung; List »Die ganze Sache ist
nichts als Dug u. Trug.«
Trugjbild: das; - fejs; -er Phantasiebild,
das aufgrund einer Sinnestäuschung
erscheint »Das glaubst du doch selbst
nicht, dich hat ein Trugbild genarrt.«
Syn.: Truggebilde
Trug|doI|de: die; - ; -n (Bot.) schirmähn¬
licher Blutenstand, bei dem im Unter¬
schied zur Dolde die Blütenstiele
nicht alle von einem Punkt ausgehen
trü|gen: trügt; trügte eit trog: hat getro¬
gen 1 täuschen, in die Irre führen, fal¬
sche Vorstellungen erwecken »Es ist
etwa fünf Jahre her, wenn mich meine
Erinnerung nicht trügt.« 2 der Schein
trügt: das (äußere) Erscheinungsbild
verspricht mehr, als etw., jmd. letzt¬
lich hält
trü|ge|risch: Adj. falsche Erwartungen
weckend, zu Fehleinschätzungen füh¬
rend »trügerische Sicherheit« Syn.:
täuschend; irreführend
Tnjg[ge|bil|de: das; -s; ~ Phantasiebild,
das aufgrund einer Sinnestäuschung
erscheint
TrogjschluB —»■ Trugschluss: der;
-Schlusses; -Schlüsse Denkfehler; zu¬
nächst richtig erscheinende, aber den¬
noch falsche Schlußfolgerung
Tru|he: die; ~ ; -n kastenförmiges Mö¬
belstück mit aufklappbarem Deckel
an der oberen Seite, in dem Dinge
aufbewahrt werden » Wäschetruhe«
Tryjhen|deckel (Tru]hen|dek|kel —>
Tru|hen|de|ckelj: der; -s; - (aufklapp¬
barer od. abnehmbarer) oberer Ab¬
schluß einer Truhe
Trul|la/Trul|le: die; - ; -n {ugs.; abwert.]
Bezeichnung für eine weibliche (meist
ungepflegte, unordentliche) Person
Trumm: der u. das; -fejs; -e u. Trümmer
1 (Maschinenbau) Förderbandteil od.
Triebriemen teil, der frei läuft 2
(Bergbau) a) Weg, Gang von kleinem
Ausmaß b) Fördereinrichtungsteil
Trumm: der u. das; -(ejs; Trümmer (PL
s.) [landschaftl.; bayr.] viel von etw.;
ein sehr großes (schweres) Stück
Trümjmer: die (PI.) 1 (Über-)Reste ei¬
nes zerstörten Ganzen »Nach dem
Bombenangriff lag die ganze Stadt in
Trümmern.« 2 in Trümmer gehen,
sinken: [ugs.] kaputtgehen, entzwei¬
gehen 3 in Trümmern liegen: voll¬
kommen zerstört, kaputt sein
Trüm|mer]berg: der; -fejs; -e a) Anhäu¬
fung von übereinanderliegenden
Trümmern b) eine größere Erhebung
in der Gegend, die durch Aufschüt¬
tung von Trümmern entstanden ist
Trüm|mer|feld: das; -fejs; -er Fläche
od. Gelände, bedeckt mit Trümmern
»Nach dem militärischen Angriff war
die Stadt nur noch ein Trümmerfeld.«
Syn.: Trümmerlandschaft
1180
Tsetsefliege
Trüm|merffrak|tur: die; - ; -en <Med.>
Knochenbruch, bei dem der (ganze)
Knochen gesplittert, zertrümmert ist
Trüm|merjfrau: die; - ; -en Frau, die
nach Ende des 2. Weltkrieges am
Wegräuraen der Trümmer beteiligt
war
trüm|mer|haft: Adj. trümmerhafter;
trümmerhafteste [selten] unvollkom¬
men; nicht vollständig; nicht ganz (er¬
halten), Syn.: bruchstückhaft; frag¬
mentarisch
Trüm|mer|hauffen: der; -s; - Anhäu¬
fung von Trümmern, von Überresten
eines zerstörten Ganzen
1Him|mer[land|schaft: die; - ; -en zer¬
störte Fläche, in Trümmer gelegtes
Gelände
TVumpf: </r.> der; -es; Trümpfe 1 Kar¬
tenspiel» eine der Karten, die am
meisten zählt u. mit der andere Kar¬
ten gestochen, übertrumpft werden
können 2 etw. als seinen letzten
Thimpf ausspielen: den letzten Ver¬
such unternehmen, die letzte Chance
ausnutzen, um etw. zu erreichen 3 alle
THimpfe in der Hand haben: alle Vor¬
teile auf seiner Seite haben 4 alle
Trümpfe aus der Hand geben: alle
Chancen, alle Vorteile, die man hat,
nicht nutzen (können) 5 Trumpf sein:
von größter Wichtigkeit; von grö߬
tem Wert
Trumpfjas/Trumpflas —> Trumpflass:
~das; -asses; -asse 1 Kartenspiele»
höchste Spielkarte (As) in einem Kar¬
tenspiel, mit der andere Karten gesto¬
chen, übertrumpft werden können;
As in der Trumpffarbe 2 <übertr.» der
Beste (einer Mannschaft, einer Grup¬
pe)
trump|fen: trumpfst; trumpftest; hast ge¬
trumpft 1 Kartenspiel» die höchste
Karte in einem Kartenspiel ausspie¬
len; Trumpf spielen 2 in einem (sport¬
lichen) Wettkampf siegen; auftrump¬
fen
Trumpfjkartte: die; - ; -n Kartenspiele»
Spielkarte der Trumpffarbe, je nach
Spiel auch die Herz-Zehnen o. a.
Trumpf|kö|nig: der; -s; -e Kartenspiele»
König der Trumpffarbe
Trunk: der; -(ejs; Trünke (PI. s.) 1 a)
[geh.] Getränk »Darf ich Ihnen einen
erfrischenden Trunk anbieten?« b)
[veralt.] nur ein Schluck, den man zu
sich nimmt »ein Trunk keißen Tees« c)
[veralt.] Einnehmen eines Getränkes,
Trinken 2 das gewohnheitsmäßige,
suchtmäßige Trinken von Alkohol
tiun|ken: Adj. [geh.] 1 durch Aufnahme
größerer Mengen alkoholischer Ge¬
tränke in einem Rauschzustand be¬
findlich »Er ist trunken von Wein.« 2
durch ein positives Erlebnis in einen
Rauschzustand od. ein besonderes
Glückgsgefühl gebracht
Trun|ken|bold: der; -(ejs; -e [ugs.; ab¬
wert.) Bezeichnung für einen Alkoho¬
liker
Trun|ken|heit: die; -, -1 Rauschzustand
durch die Wirkung alkoholischer Ge¬
tränke »Trunkenheit am Steuer eines
Autos ist strafbar.« 2 [geh.] besonders
intensives Glücksgefühl, hervorgeru¬
fen durch ein positives Erlebnis »Vor
Freude über den Sieg erfaßte ihn eine
leichte Trunkenheit.«
Tnjnk)sucht: die; - ; - Alkoholabhän¬
gigkeit »Er ist der Trunksucht verfal¬
len.«
trunk|süch|tig: Adj. n. stg. abhängig
von Alkohol, an der Trunksucht lei¬
dend, Syn.: alkoholsüchtig
Thipp: fr.> der; -s; -s kleinere zusam¬
mengehörende Gruppe von Personen
(Soldaten)
Thjp|pe: </r.» die; - ; -n 1 zusammenge¬
hörende Personengruppe 2 a) Gruppe
von Soldaten mit derselben Aufgabe
b) Soldaten der Streitkräfte (nicht der
Verwaltung, Kommandostäbe etc.) c)
[verhüll.] die gesamte Armee 3 Grup¬
pe von zusammengehörenden, ge¬
meinsam auftretenden Künstlern 4
von der schnellen Thippe sein: [ugs.]
schnell, fleißig, flink sein
Trjjp|pen(ab|bau: fr.; dt.) der; -(e)s; -
die Verminderung der Stärke, der An¬
zahl der Personen eines militärischen
Verbandes, einer Truppe
Trup]pen|ab]2ug: fr.; dt.> der; -(e)s;
-abzüge Zurückzug, Abmarsch von
Truppen (Militärverbänden)
1Vup|pen|arzt: fr.; dt.) der; -es; -ärzte
Arzt, der (meist als Offizier) zum Mi¬
litär gehört
1hip|penfaus|weis: fr.; dt.> der; -es; -e
Dienstausweis von Soldaten
1hip|pen|be|treujung: fr.; dt.) die; - ;
-en kulturelle Betreuung eines militä¬
rischen Verbandes, einer Truppe
Trup|pen|dienst: fr.; dt.> der; -(ejs; -e
Aufgabe, Dienst bei einem militäri¬
schen Verband, einer Truppe
trup|pen|dienst|lich: fr.; dt.> Adj. n. stg.
den (militärischen) Truppendienst be¬
treffend
1hip|pen|füh|rer: fr.; dt.) der; -s; - Lei¬
ter einer (meist militärischen) Truppe
od. einer Gruppe von Personen
Trup(pen|füh|rung: fr.; dt.) die; - ; -en
Leitung einer (militärischen) Truppe
od. Gruppe von Personen
Trup|pen|gat|tung: fr.; dt.) die; - ; -en
Zusammenfassung von Heerestrup¬
pen, unterschieden nach Ausrüstung,
Bewaffnung u. militärischem Auftrag
Trup|pen|kon]zen|tra|ti[on —» Trup|-
pen|kon|zen|t|ra|ti|on: fr.) die; - ; -en
Vereinigung, Zusammenstellung,
Verdichtung von Truppen des Mili¬
tärs
Trup|pen|pa|ra|de: fr.-lat.-span.) die; - ;
-n großer, meist prunkvoller Auf¬
marsch von Militärtruppen sowie
Ausrüstungsgegenständen
1tap|pen|stärjke: fr.; dt.) die; ~ ; -n
Stärke, Personenzahl einer Truppe
Trup|pan|teil: fr.; dl.) der; -(ejs; -e mili¬
tärische Formation, Gruppe, Ver¬
band von nicht festgelegter Personen¬
zahl; Einheit
Trup|pen|trans|poiiter: fr.) der; -s; -
zur Beförderung von Truppen be¬
stimmte Transportmittel, Flugzeuge,
Schiffe
Tryp|pen]übung —» Trup|penjü|bung:
fr.; dt.) die; - ; -en Übungen zur
Kampfausbildung (u. Logistik) von
Truppen
Trup|pen[übungs|platz —> Trup|pen|ü|-
bungsfpfatz: fr.; dt.) der; -es; -platze
zur Kampfausbildung von Truppen
bestimmtes Gelände mit Unterkünf¬
ten u. den entsprechenden Anlagen
zur Ausbildung
Trup|pen|un|tetjkunft: fr.; dt.) die; - ; -
Unterkünfte Wohnanlage für Trup¬
penangehörige, (im Frieden regelmä¬
ßig) eine bestimmte Kaserne
Trup|pen|ver]pfte|gung: fr.; dt.) die; - ;
-en (PI. s.) 1 Nahrungsmittel, die für
die Truppenangehörigen bestimmt
sind 2 Logistik der Truppenverpfle-
gung(I)
truppfweijse: fr.; du Adv. in Trupps
(militärischen Verbänden od. kleinen
Gruppen)
Trust: tengh /traßt/ der; -(ejs; -e u. -s
Zusammenschluß von Unternehmen
od. Firmen zu einem Großunterneh¬
men, das den Markt beherrscht
Trust|bil|dung: <engl.) /traßt-/ die; ~ ; -en
Formation eines od. mehrerer Trusts,
eines Zusammenschlusses von Unter¬
nehmen zu einem Großunternehmen,
das den Markt beherrscht
trust|frei: <engh /traßt-/ Adj. n. stg.
nicht gebunden an einen Trust, einen
U nternehmenszusammenschluß
Trutjhahn: der; -(ejs; -höhne weibl.
Trut[hen|ne: die; - ; -n Pute(r), männ¬
liches od. weibliches Tier, großer,
kräftiger Hühnervögel
Trutz: der; -es; - [veralt.] Widerstand;
Gegenwehr
trutjzen: nutzt; nutztest;, hast genutzt
[veralt.; geh.] einer Bedrohung dar¬
stellenden Person od. Sache Wider¬
stand leisten; vertrauend auf sein
Recht, seine Kraft, der Herausforde¬
rung standhalten
trutjzig: Adj. [veralt.; geh.] den Ein¬
druck von Widerstand, Gegenwehr o.
ä. erweckend; mächtig »Das ist eine
trutzige Burg.«
Tryp|sin: <gr.> /trüpsin/ das; -s; - <Med.»
Enzym der Bauchspeicheldrüse
TS: Abk. 1 Tagessatz 2 Tagesschau
(Nachrichtensendung in der ARD) 3
Talsperre 4 Tankschiff 5 Transport¬
schiff 6 Turbinenschiff
Tsz Abk. Taunus
Tsa]tsj|ki/Za|zj|ki: der; -s; -s pikant mit
Knoblauch zubereitete griechische
Joghurtspeise mit Salatgurke
tschfech).: Abk. tschechisch
Tschaffco: ungarisch> der; -s; -s a) <hist.»
lederne Kopfbedeckung von Fußsol¬
daten b) <hist.» schwarz lackierter Po¬
lizeihelm
tschaui/ciao!: Abschiedsgruß; Tschüs
Tschb.: Abk. Taschenbuch
Tschick: du der; -s; - [österr.; ugs.] Zi¬
garette od. Zigarettenstummel
tschil|pen: tschilpst; tschilptest; hast ge¬
tschilpt helle, kurze Laute von sich ge¬
ben »Der Sperling tschilpt.«
Tschi|nel|le: <it.) die; - ; -n [veralt.] ein
aus zwei tellerförmigen Messingschei¬
ben bestehendes Schlaginstrument
Tschjs|ma: <ung.> der; -s; Tschismen un¬
garischer Stiefel
tschüs —» auch tschüss: dat.-span.)
[ugs.] Gruß, den man beim Abschied
von Freunden o. a. benutzt
Tsd.: Abk. (das) Tausend
Tse|tse|flie|gc: die; ~ / -n afrikanische
Stechfliege, die die Schlafkrankheit
überträgt
1181
T-Shirt
T-SWrt: <engl.-amerik.> /ti schört/ das; -s;
-s Hemd aus dünnerem Trikot-Stoff
mit meist kurzen Ärmeln
Tsu|najmi: <jap.) der; - ; -s Flutwelle im
Pazifik, die durch Seebeben ausgelöst
wird
Ttl.: Abk. Titel
T-Tr||ger. der; -s; - <Bauw.> Stahlträger
mit T-förmigem Querschnitt
Tbc Abk. Tele(vision)text = zusam¬
menfassende Bezeichnung für Textin¬
formationen, die auf dem Bildschirm
abrufbar sind
TU: Abk. 1 Technische Universität 2
Trade Union = Gewerkschaft
TÜ: Abk. 1 technische Überwachung 2
<Post> telegraphische Überweisung
Tu: Abk. <Med.> Tumor = Geschwulst
Tu.: Abk. 1 Tube 2 Turbine
Tu|ba: <lao die; - ; Tuben Blechblasin¬
strument, das die tiefsten Tonlagen
spielt
Tu|be: <ta.> die; - ; -n 1 länglicher, bieg¬
samer Behälter mit Schraubverschluß
für zähflüssige Stoffe, die herausge¬
drückt werden können »Kaufst du mir
bitte eine neue Tube Zahnpasta?« 2
<Anat.> a) Ohrtrompete; röhrenförmi¬
ge Verbindung des Mittelohrs mit
dem Rachen; Eustachische Röhre b)
Eileiter 3 auf die Tube drücken: [ugs.]
schneller werden, beschleunigen, sich
beeilen (besonders beim Autofahren)
Tu|ben|durch|bla|sung: dat.; dt.> die; ~ ;
-en <Med.> das Durchblasen der Eilei¬
ter mit Luft (zur Prüfung der Durch¬
gängigkeit); Pertubation
Tu|ben(kaftarrh —» auch Tu|ben|ka|tarr:
<lat.-gr.> der; -s; -e <Med.> a) Entzün¬
dung der Eileiter (Tube) b) Entzün¬
dung der röhrenförmigen Verbin¬
dung zwischen dem Mittelohr u. dem
Rachen
Tu|ben|schwan|ger|schaffc dal.; du
die; - ; -en <Med.> Schwangerschaft,
bei der sich der Fötus im Eileiter ent¬
wickelt; Eileiterschwangerschaft
Tu|ben|ste|ri|li|sa|ti|on: <lat.-fr.> die; - ;
-en <Med.> Ünfruchtbarmachung der
Frau durch keilförmiges Heraus¬
schneiden der Tuben (Eileiter) aus
den Fundusecken der Gebärmutter
od. durch die Unterbindung, das Ab¬
schnüren der Tuben
Tu|ber|kel: <lat.> der; -s; - u [osten.]
die; ~ ~ <Med.> knötchenförmige
Geschwulst bei der Tuberkulose, ei¬
ner chronischen Infektionskrankheit
Tu|ber|kel|bak|te|ria: die; • ; -n <Med.>
Tuberkuloseerreger; Erreger einer
chronischen Infektionskrankheit
Tu|ber|kel|ba|2il|lus: der; - ; -bazillen
<Med.> Tuberkuloseerreger; Erreger
einer chronischen Infektionskrank¬
heit
tu|beijku|lar: <lat.> Adj. n. stg. <Med.>
knotig; mit der Bildung von Tuber¬
keln verbunden
Tu|ber)ku]lin: <lat.> das; -s; - <Med.> Sub¬
stanz zum Nachweis von Tuberkulo¬
se, gewonnen aus Zerfallsprodukten
von Tuberkelbazillen
tu|berjku|lös/[österr.] tu|berfku|los:
<lau Adj. n. stg. <Med.> a) die Tuber¬
kulose, eine chronische Infektions¬
krankheit betreffend, mit ihr zusam¬
menhängend b) an der Tuberkulose
erkrankt, schwindsüchtig
Tu|ber[ku|lojse: dau die; - ; -n <Med.>
durch bestimmte Bakterien hervorge¬
rufene chronische Infektionskrank¬
heit von Lunge, Haut, Knochen
tu|ber|ku|lojse|frei: dat.; dt.> Adj. n. stg.
<Med.> nicht erkrankt an Tuberkulo¬
se; von T uberkulose geheilt
Tu|ber]kujlgjsejfür|sor[ge: dat.; dt.) die:
- ; - <Med.> staatliche Unterstützung
für Menschen, die an Tuberkulose er¬
krankt sind, sowie zur Förderung der
Heilung u. zum Schutz der Umge¬
bung vor Ansteckung durch die Er¬
krankten
tu|ber|ku|lo|se|krank: dal.; du Adj. n.
stg. an Tuberkulose leidend, erkrankt
Tu|be|ro]se: dat.) die; - ; -n stark duften¬
de mexikanische Zierpflanze
tu|bu|lär/tu|bu|lös: dat.) Adj. n. stg.
<Anat.; Med.) schlauch-, röhrenför¬
mig
Tujbus: dal.) der; ~ ; Tuben u. Tubusse 1
<Med.> Röhrchen, das bei einer Nar¬
kose in die Luftröhre eingeführt wird,
um im Notfall schnell ein Beatmungs¬
gerät einsetzen zu können 2 <optische
Geräte) linsenfassendes Rohr
Tuch: das; -(e)s; Tücher u. Tuche 1 PI.
Tücher rechteckiges Stoffstück; Schal
»Es ist kalt, binde ein Tuch um den
Hals.« 2 PI. Tuche [veralt.J filzartiges
glattes Gewebe »feines Tuch« 3 ein
rotes Tuch für jmdn. sein; wie ein ro¬
tes Tuch auf jmdn. wirken: [ugs.]
jmdn. in Wut, Rage versetzen
Tuch|an|zug: der; -(e)s; -anzüge aus
Hose u. Jacke bestehende Kleidungs¬
kombination aus Tuch, einem Streich¬
garn- od. Kammgarngewebe
Tuch[bin|dung: die; - ; -en cTextilindu-
strie> Herstellungsart für ein festes
Gewebe aus Leinen u. Hanf, Syn.:
Leinwandbindung
Tu|chent: die; - ; -en [österr.] Bezeich¬
nung für Federbett
Tuch|fa}brik —» Tuch|fa)b|rik: die; ~ ;
-en Herstellungsbetrieb für Tuch,
Wollstoffe
Tuch|fa|bri|kant —» Tuch(fa|b|ri[kant
der; -en; -en weibl. Tuch(fa|bri|kan|tin
—j- Tuch|fa|b(ri|kan|tin: die; ~; -nen a)
Besitzer(in) eines Betriebes zur Her¬
stellung von Tuchen b) Hersteller(in)
von Tuch, Wollstoffen
Tuch)füh|lung: die; ~ ; -en 1 [ugs.;
scherzh.] eine od. mehrere Personen
stehen, sitzen o. ä. so eng nebeneinan¬
der, daß sie sich (fast) berühren 2
(keine) Tuchfühlung haben: [ugs.]
(keine) Verbindung, Beziehung, (kei¬
nen) Kontakt zu anderen haben 3
schnell auf Tuchfühlung kommen:
[ugs.] schnell Kontakt bekommen,
sich schnell näherkommen
Tuch|ma|cher: der; -s; - weibl. Tuch|-
ma|che|rin: die; - ; -nen a) Handwer¬
kern), der/die Tuche (Streichgarn-
od. Kammgamgewebe) herstellt b)
Berufsbezeichnung für Facharbeiter
(innen) der Textilindustrie
Tuch|man|tel: der; -s; -mäntel Mantel,
längeres Kleidungsstück mit langen
Ärmeln zum Witterungsschutz aus
Tuch (Streichgarn- od. Kammgarn¬
gewebe)
Tuch|sei|te: die; ~ ; -n Oberseite, rechte
Seite eines Tuches (eines Streichgarn-
od. Kammgarngewebes, Wollstoffes)
lüch|tig: Adj. 1 fleißig; strebsam 2 ge¬
waltig; sehr »ein tüchtiges Stück Ar¬
beit«
Tüch|tig|keit: die; ~ ; - 1 Fleiß, Streb¬
samkeit 2 Tauglichkeit; Kraft »Seine
körperliche Tüchtigkeit war enorm.«
Tücke (Tük|ke —» Tü|cke): die; - ; -n 1
verborgene Hinterlist, Böswilligkeit,
Gemeinheit; verborgene Gefahr »die
Tücken des Lebens« 2 (seine) Tücken
haben: nicht so einfach sein 3 die
Tücke des Objekts: Probleme,
Schwierigkeiten, dieauftreten
Tucke fTükjke —* TUjcke): die; - ; -n
[ugs.; abwert.] 1 Bezeichnung für eine
meist ältere weibliche Person, die
man nicht mag »Meine Nachbarin ist
eine lästige Tucke.« 2 Bezeichnung
für einen weiblich wirkenden Homo¬
sexuellen
tuckern (1uk|kern —»• tu|ckern): tuk-
kerst; tuckertest; bistjhast getuckert 1
a) hast klopfende, gleichmäßig auf¬
einanderfolgende Laute von sich ge¬
ben »Der Motor des Autos tuckerte.«
b) bist sich langsam, allmählich mit ei¬
nem Fahrzeug fortbewegen 2 hast
[landsch.] etw. verursacht schmerz¬
haftes Zucken, Klopfen, Pochen o. ä.
Der entzündete Fingernagel tuckert.«
tückisch (tükjkfsch —> tü|ckisch): Adj.
boshaft; gemein; hinterlistig
tücksch: Adj. tückscher; tückschersle
[norddt.; ostmitteldt; ugs.] ärgerlich,
beleidigt, böse (auf jmdn.)
tuckjtuckl: Interj. Ruf zum Anlocken
der Hühner »Komm, tucktuck, komm,
lucktuck.«
Tüjder: der; -s; - [norddt.] Seil, um ein
weidendes Tier anzubinden
Tu]dor|bo|gen: <engl.> /tjuder-/ der; -s; -
<Archit.> dem Tudorstil, einem engli¬
schen Bau- u. Kunststil im 15. u. 16.
Jhd. entsprechender flacher Spitzbo¬
gen
Tu|dorjstil: tengl.; Iat.> /tjuder-/ der; -s; -
englischer Bau- u. Kunststil im 15. u.
16. Jhd.
Tue|rei —* Tu|e|rer die; - ; -en [abwert.]
geziertes od. sich zierendes Verhalten;
gekünstelte Schüchternheit
Tuff: Uat.-it.) der; -s; -e a) Gestein aus
vulkanischer Asche b) «Geologie)
Kalkablagerung an Gewässern
Tuff: ifr.) der; -s; -s 1 kurzstieliger Blu¬
menstrauß 2 Bandschleife
Tüf}tel||ar)beit: die; ~ ; -en [ugs.] kniffeli¬
ge u. dadurch oft zeitaufwendige Ar¬
beit, Syn.: Tüftelei <2>
Tüf|t«|lei: die; - ; -en [ugs.] a) geduldige
Beschäftigung mit etw. Schwierigem,
Kniffeligem b) kniffelige u. dadurch
häufig zeitaufwendige Arbeit, Syn.:
<2> Tüftelarbeit
Tüf|te|ler/Tüft|ler: der; -s; - [ugs.] jmd.,
der sich gerne mit schwierigen, kniffe¬
ligen Aufgaben, Arbeiten beschäftigt
tüf)te|lig/tüft|lig: Adj. [ugs.] 1 verbunden
mit Tüftelei, mit handwerklichen An¬
forderungen, Schwierigkeiten 2 [häu¬
fig abwert.] neigend zur übertriebe¬
nen Sorgfalt, Genauigkeit
tüf]teln: tüftelst; tüfteltest; hast getüftelt
1 grübeln; über etw. angestrengt
nachdenken »an der Denksportaufga¬
be tüfteln« 2 basteln »an dem Auto tüf¬
teln«
1182
Tunichtgut
Tuftting|vertfah|ren: <engl.; dt.) /tafting-/
'das: -s; - bestimmtes Verfahren zur
Herstellung von Teppichen, Teppich¬
fliesen u. Teppichböden, wobei zur
Erzeugung von Flor kleine Schlingen
in ein Grundgewebe eingenäht u. auf¬
geschnitten werden
Tufftingjwa|re: (engl.: dt.> /tafting-/ die;
; - Ware (Teppich od. Auslegware),
hergestellt im Tufting verfahren
Tüft|ler/Tyf|tejler: der; -s; - [ugs.] jmd.,
der sich gerne mit schwierigen, kniffe¬
ligen Aufgaben, Arbeiten beschäftigt
tüft|lig/tyftte|(ig: Adj. [ugs.] 1 verbunden
mit Tüftelei, mit handwerklichen An¬
forderungen, Schwierigkeiten 2 [häu¬
fig abwert.] neigend zur übertriebe¬
nen Sorgfalt, Genauigkeit
Tu|gend: die; - ; -en 1 o. PI. vorbildliche
'sittlich-moralische Unbescholtenheit
2 wertvolle Eigenschaft »die Tugend
der Güte«
Tu|gend|bold: der; -(e)s; -e [iron.]
(männliche) Person, die sich übertrie¬
ben tugendhaft gibt, Syn.: Tugend¬
held
tu|gend|haft: Adj. tugendhafter; tugend¬
hafteste vorbildlich im Hinblick auf
den sittlichen Lebenswandel, auf das
moralische Verhalten, Syn.: tugend¬
reich; tugendsam
Tu|gend[haf|tig|keit: die; ~ ; - sittlich¬
moralisch einwandfreier Lebenswan¬
del
Tujgend|held: der; -en; -en a) [ugs.; oft
iron.] (männliche) Person, die sich
übertrieben tugendhaft gibt, Syn.:
Tugendbold
tujgend|los: Adj. n. stg. [veralt.] mora¬
lisch, sittlich nicht einwandfrei, ohne
Tugend
tu|gend|reich: Adj. [veralt.] vorbildlich
im Hinblick auf den sittlichen Le¬
benswandel, auf das moralische Ver¬
halten, Syn.: tugendhaft; tugendsam
tu]gend|sam: Adj. [veralt.] vorbildlich
im Hinblick auf den sittlichen Le¬
benswandel, auf das moralische Ver¬
halten, Syn.: tugendhaft; tugendreich
Tu|gend|wäch|ter. der; -s; - [häufig ab¬
wert.] Person, die über die Tugend,
Moral anderer in häufig überhebli¬
cher Weise urteilt, Syn.: Sittenrichter
Tu|kan/Tu|kan: (Indian. Spr.-span.-fr.>
der; -s; -e farbenfroher, spechtartiger
Vogel mit einem großen leuchtenden,
bunten Schnabel, der in Süd- u. Mit¬
telamerika heimisch ist, Syn.: Pfeffer¬
fresser
Tu|lar|ämie —■» Tu|lar|ä|mie: (Indian.
Spr.; gr.) die; - ; Tularämjen
/tularämPnl <Med.> eine, auch auf
Menschen übertragbare Seuche bei
wildlebenden Nagetieren
Tujti|pan: der;-(e)s;-e [poet.] Tulpe
7ki|K|pa|ne: die; - ; -n [poet.; veralt.] Tul¬
pe
füll: (fr.') der; -(e)s; -e aus Baumwolle,
Seide od. Chemiefasern bestehendes,
netzartiges, lockeres Gewebe
Tüll|blu|se: (fr.; dt.> die; ~ ; -n Damen¬
oberbekleidungsstück, Bluse aus
Tüllgewebe
Tül|le: die; - ; -n 1 Ausgießer von Kan¬
nen u. ä. 2 röhrenförmiger Werkzeug¬
teil, in den etw. (z. B. ein Stiel) hinein¬
gesteckt wird
Tütt|gar|di|ne: (fr.) die; - ; -n leichter, aus
Tüll angefertigter Fenstervorhang
TOIIjschlei|er: (fr.; dt.) der; -s; - aus Tüll
gefertigtes köpf- od. gesichtverhüllen¬
des, durchscheinendes Gewebe
Tul|pe: dt.> die; - ; -n 1 im Frühling in
verschiedenen Farben blühende
Blume mit einer großen, kelchförmi¬
gen Blüte 2 Glas (meist für Bier) mit
einem der Tulpenblüte ähnlichen
Kelch
Tul|pen|baum: dt.; dt.> der: -(e)s; -bäu¬
me Baum, der zu den Magnolienge¬
wächsen gehört, mit einzeln stehen¬
den Blüten, die Tulpen ähneln
Tul|pen|beet: dt.; dt.) das; -(e)s; -e ein
mit Tulpen bepflanztes Stück Land in
einem Garten od. Park
Tul]pen|blü|te: dt.; dt.) die; - ; -n 1 die
Blüte einer Tulpe 2 Zeit des Blühens
der Tulpen
Tul|pen|feld: dt.; dt.) das; -(e)s; -er
Feld, großes Stück Land, das mit Tul¬
pen bepflanzt ist
Tul[pen|zwie|bel: dt.; dt.) die; ~ ; -n
Zwiebel, knollenförmiger, meist un¬
terirdisch wachsender Sproß einer
Tulpe
-tum: Wortbildungselement 1 bezeichnet
eine Handlung, Einstellung, Form
des Verhaltens, die durch das im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückte ge¬
kennzeichnet ist »Heldentum •
Vandalentum« 2 bezeichnet eine Per¬
sonengruppe, die durch das im Basis¬
wort inhaltlich Ausgedrückte gekenn¬
zeichnet ist »Bürgertum« 3 bezeichnet
das (Hoheits-)Gebiet einer Person,
die durch das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte gekennzeichnet ist
tumb: Adj. tuntber; tumbeste naiv; arg¬
los; einfältig
Tumb|heit: die; - ; - das Tumb-, Naiv-,
Einfaltigsein einer Person
Tum|met: der; -s; - [landsch.] Rausch
(Zustand, hervorgerufen durch den
Genuß von zuviel Alkohol, Drogen
o. ä.)
tum|meln, sich: tummelst dich; tummel¬
test dich; hast dich getummelt 1 a) tol¬
len; lebhaft spielen o. ä. »Die Kinder
tummeln sich im Park.« b) eine un¬
übersichtliche Menge bilden 2 [ugs.]
schnell machen »Tummel dich!« 3
[veralt.] ein Pferd zur Bewegung im
Kreis laufen lassen 4 [landsch.] sich
taumelnd bewegen
Tumm]ler: der; -s; ~ 1 Trinkbecher mit
abgerundetem Boden, der sich aus je¬
der Schräglage heraus von selbst wie¬
der aufrichtet (wie ein Steh-auf-
Männchen), besonders vom 16. bis
18. Jhd. beliebt 2 Karussell, das sich
nicht nur dreht, sondern gleichzeitig
eine Auf- u. Abbewegung beschreibt,
in dem man gegen ein sicheres Gitter
gelehnt, mit dem Rücken auswärts
sitzt (vorwiegend auf Jahrmärkten,
auf der Kirmes)
Tümmfier: der; -s; ~ 1 delphinähnliches,
im Meer lebendes Säugetier 2 Haus¬
taube, die besonders hoch u. lange
fliegen kann u. in vielen Rassen vor¬
kommt
Tujmor: (lat.) der; -s; Tumpre(n) <Med.>
1 (bös- od. gutartige) Geschwulst,
Gewebewucherung 2 krankhafte An¬
schwellung eines Organs od. eines
Teil eines Organs
Tu|mor|zel|le: dal.) die; * ; -n Körperzel¬
le, die zu einem Tumor (Geschwulst)
gehört
Tümlpel: der; -s: - 1 in einer Vertiefung
im Boden angesammeltes Wasser 2
kleiner Teich
Tu|mu!t: (lat.) der; -(e)s; -e aufgrund
größerer Menschenanzahl verursach¬
tes Durcheinander; Aufruhr
Tu|mul|tu|ant: (lat.) der; -en; -en weibl.
Tu|mul|tu|an|tin: die; ~ ; -nen [geh.]
Aufrührer(in), Unruhestiftern) o. ä.
tu|mul|tuajrisch —> tu|mul|tu|a|risclt
(lat.) Adj. [geh.] mit Tumult, Unruhe,
Aufruhr verbunden
tu|mul|tu|gs/tu|mul|tu|ös: dat.) Adj. tu-
muhuoserllumultuöser; tumultuose-
ste/tumultuöseste [geh.] mit Tumult,
Unruhe, Aufruhr verbunden, Syn.:
tumultartig, tumultuarisch
Tu]mu|lus: dat.>der; - ; Tumuli Hügel¬
grab, Grab (meist mit kreisrundem
Grundriß) unter einer Aufschüttung
von Steinen od. Erde
tun: tust; tatjejst; hast getan 1 machen;
sich mit etw. beschäftigen; erledigen;
vollbringen; bewirken »Gutes tun ♦ die
Arbeit tun ♦ ein gutes Werk tuit« 2 sich
ereignen; geschehen »Es lat sich
nichts.« 3 erscheinen »Sie tut so
unschuldig.« 4 mit etw. zu tun haben:
in (enger) Verbindung zu/mit etw. ste¬
hen S mit jmdm. nichts (mehr) zu tun
haben wollen: den Kontakt zu jmdm.
abbrechen 6 tu, was du nicht lassen
kannst: wenn jmd. etw. unbedingt
will, soll er es tun 7 nur so tun; so tun
als ob: [ugs.] etw. Vortäuschen »Im
Kriminalfilm wird nicht wirklich jmd.
ermordet, sie tun nur so als ob.« 8 mit
sich (selbst) zu tun haben: [ugs.] eige¬
ne Sorgen o. ä. haben 9 was tun,
spricht Zeus: [scherzh.] wie sollen wir
jetzt handeln? 10 es mit jmdm. zu tun
bekommen, kriegen: [ugs.] Schwie¬
rigkeiten mit einer Person bekommen
Tun.: Abk. a) Tunesien b) Tunesier(in)
tun.: Abk. tunesisch
Tun|che: die; - ; -u.-n1 weiße od. auch
'getönte Kalkfarbe zum Streichen von
Wänden o. ä. 2 o. PI. [abwert.] Eigen¬
schaft, die den wahren Charakter, das
wahre Wesen verdeckt
Tun|cher: der; -s; ~ weibl. Tün|che|rin:
die; - ; -nen [landsch.] Maler(in),
Handwerkern), der/die etw. mit
Farbe streicht
Tun[dra —* Tun|d[ra: (russ.) die; - ;
Tundren baumlose Steppe in kalten
Regionen
Tu|nell: das; -s; -e [süddt.; österr.;
Schweiz.] 1 unterirdisches Gewölbe,
für die Straßen- od. eine Schienenfüh¬
rung durch einen Berg, unter Wasser
o. ä. 2 unterirdischer, verdeckter
Gang, Syn.: Tunnel
tu|nen: (engl.) /tjunen/ tunst; tuntest;
hast getunt die Motorleistung erhö¬
hen; einen Motor frisieren
Tujner: (engl.) /tjuner/ der; -s; - 1 Ka¬
nalwähler bei Radio u. Fernsehen 2
Motorbastler; Motorfrisierer
—» Tunfisch: s. Thunfisch
Ty|nicht|gut: der; - u. -(e)s; -e Person,
die dazu neigt, Dummheiten zu ma¬
chen
1183
Tunika
Tujnifka: dato die; ~ ; Tuniken 1 altrömi¬
sches Untergewand 2 ärmelloses offe¬
nes Übergewand
Tu|ni|ka|te: <lat.> die; - ; -« kleines Mee¬
restier mit einem Körper, der von ei¬
nem gallertartigen od. knorpeligen
Mantel umgeben ist, Syn.: Manteltier
Tu|ning: <engl.> /tjuning/ das; -s; -s Fri¬
sieren eines Motors; Erhöhung der
Leistung eines Motors
Tunfke: die; - ; -n 1 Soße; Dip 2 in der
Tunke sitzen: sich in einer schwieri¬
gen, nahezu aussichtslosen Situation
befinden
tunjken: tunkst; tunktest; hast getunkt
[landsch.] etw, in etw. eintauchen »Er
tunkte das Hörnchen in den Kaffee.«
tunjlich: Adj. 1 angebracht, ratsam 2
ausführbar; erreichbar; möglich
tunjlichst: Adv. a) möglichst; wenn
möglich b) lieber; besser »Das solltest
du tunlichst lassen.«
Tün|nel: dat.-fr.-englo der; -s; ~ u. -sl
TUjnetl [süddt.; österr.; Schweiz.]: das;
•s; -e 1 unterirdisches Gewölbe, für
die Straßen- od. eine Schienenfüh¬
rung durch einen Berg, unter Wasser
o. ä. 2 unterirdischer, verdeckter
Gang
Tun|nel|bau: dat.-fr.-engl.; du der;
-(e)s; - 1 das professionelle Bauen,
Anlegen eines unterirdischen, meist
röhrenförmigen Bauwerks, häufig als
Verkehrsweg durch einen Berg 2 das
provisorische Graben eines unterirdi¬
schen Weges
Tün|nel|gurt: dat.-fr.-engl; dto der;
-fejs; -e bestimmter Gürtel zum Ein¬
ziehen in einen Tunnelbund, die Ein¬
fassung eines Rocks, einer Hose in
der Taille durch einen festen Stoff¬
streifen
Tun|nel|gürjtei: dat.-fr.-engl.; du der;
-s; - bestimmter Gürtel zum Einzie¬
hen in einen Tunnelbund, die Einfas¬
sung eines Rocks, einer Hose in der
Taille durch einen festen Stoffstreifen
Tunjte: die; - ; -n [ugs.; abwert.] 1 Be¬
zeichnung für einen Homosexuellen,
der sich eher weiblich benimmt 2 Be¬
zeichnung für eine Frau, die man
nicht mag, nicht leiden kann o. ä.
tunjtenfhaft: Adj. tuntenhafter; tunten¬
hafteste (ugs.; abwert.} 1 wie ein Ho¬
mosexueller mit eher weiblichem Be¬
nehmen 2 gemächlich, betulich, ält¬
lich o. ä. »Sie hat eine tuntenhafte Fri¬
sur.«
Tupf: der; -(e)s; -e [österr.; Schweiz.;
süddt.] Tupfen, kleiner farbiger
punktförmiger Fleck
Tüpfjchen: das; -s; - sehr kleiner farbi¬
ger, punktförmiger Fleck, Tupfen
Tüp|fel: das u. der; -s; * kleiner farbiger
punktförmiger Fleck, Tupfen
tüp(te[tig/tüpf|lig: Adj. n. stg. 1 getupft,
mit kleinen farbigen Punkten verse¬
hen 2 [landsch.] pedantisch genau,
pingelig
tüpjteln: tüpfelst; tüpfeltest; hast getüp¬
felt etw. mit Tupfen, kleinen bunten
Punkten anmalen, versehen o. ä.
Das Osterei hat er rot getüpfelt.«
Tupjfen: der; -s; - kleiner farbiger
punktförmiger Fleck »Kleid mit Tup¬
fen«
tupften: lupfst; tupftest; hast gelupft 1
mit punktförmigen Flecken bemalen,
bedecken »Als Pointillist tupfte Seu-
rat seine Ölfarben auf die Leinwand.«
2 a) etw. leicht berühren »mit einer
Serviette die Lippen tupfen« b) etw.
mit leichter Berührung auffragen »et¬
was zur Desinfektion auf die Wunde
tupfen« c) etw. mit leichter Berührung
entfernen
tOpfflig/tüpffeftig: Adj. n. stg. 1 getupft,
mit kleinen, farbigen Punkten verse¬
hen 2 [landsch.] pedantisch genau,
pingelig
Tu|pi: das; ~ ; - Sprache südamerikani¬
scher Indianer
Tür: die; - ; -en 1 verschließbarer Durch¬
gang in einer Wand o. ä. »Öffne bitte
die Tür für mich!« 2 jmdn. zur Tür hin¬
ausbefördern; jmdn. vor die Tür
setzen: [ugs.] jmdn. rauswerfen, raus¬
schmeißen 3 jmdm. die Tür weisen:
[geh. veralt.] eine Person rauswerfen,
sie dazu veranlassen, die Wohnung,
das Haus zu verlassen (u. nicht wieder
zukommen 4 die Tür von draußen,
außen zumachen: [ugs.] (ärgerliche
Aufforderung) den Raum verlassen 5
hinter verschlossenen Türen: nicht
öffentlich, sondern geheim, heimlich
6 jmdm. stehen alle Türen offen: die
besten Chancen haben; eine beson¬
ders gute Ausgangsposition haben 7
vor verschlossenen Türen stehen: a)
niemanden zu Hause antreffen b) nur
auf Ablehnung stoßen 8 vor der Tür
stehen: in allernächster Zeit kom¬
men, zu erwarten sein 9 sich eine Tür
offenhalten; {sich} die Tür für etw.
offenhalten: sich eine Möglichkeit be¬
wahren (einen Entschluß rückgängig
machen zu könen) 10 zwischen Tür u.
Angei: hastig, flüchtig (ohne sich
wirklich Zeit zu nehmen)
Turjanjgel: die; - ; -n Zapfen, an dem
eine Tür drehbar eingehängt ist
Tüjras: (fr.) der; - ; -se (Technik» meh¬
reckiges Führungselemente für lang-
gliedrige Ketten (zum Umlenken od.
zum Antrieb dienend)
Turjba: dato die; - ; Turbae ftubäj Chor,
Gruppe gemeinsam singender Perso¬
nen in Passionen (Vertonung der Lei¬
densgeschichte Christi) u. ä.
Turjban: (pers.-türko der; -s; -e in be¬
stimmter Art gewundenes langes
Tuch als (aus dem Orient stammende)
Kopfbedeckung
Türjbe: <arab.-türk.> die; ~ ; -n islami¬
sche, besonders türkische Form einer
turmförmigen Grabstätte mit einem
kuppel- od. kegelförmigen Dach
Tur[beljlalrie: dato die; - ; -n (m. Pt.) im
Meer u. Süßwasser lebender Wurm
mit einem sehr flachen Körper, der
mit zahlreichen Wimpern bedeckt ist,
die der Fortbewegung dienen, Syn.:
Strudelwurm
turjbie|ren: dato turbierst; turbiertest;
hast turbiert [geh.; veralt.] stören; un¬
terbrechen; beunruhigen
Tuijbijne: dat.-fro die; - ; -n Strömungs¬
maschine, die von einem Fluid (Was¬
ser, Gas od. Dampf) durchströmt
wird u. die mit Hilfe eines Schaufelra¬
des die Energie des Fluids in mechani¬
sche Energie umwandelt
Tur[bi|nen|an|trieb: der; -(e)s; -e An¬
trieb (bei Schiffen, Flugzeugen) durch
eine Turbine
Turjbi|nen|ftug|zaug: das; -(e)s;-e Flug¬
zeug mit Turbinenantrieb; Strahlen¬
flugzeug (Jet, [ugs.] Düsenjäger)
tuijbi|nen|geftrie|ben: Adj. n. stg. (Tech¬
nik» angetrieben, bewegt von einer
Turbine
Tur)bijnen|haus: das; -es; -häuser Ge¬
bäude mit/für Turbinen (zur Strom¬
erzeugung)
Turjbi[nen|schiff: das; ~(e)s: -e Schiff
mit T urbinenantrieb
Turfbo: der; -s; -s 1 kurz für Turbolader
= Vorrichtung zur Erhöhung der
Leistung des Motors mit Hilfe einer
Abgasturbine 2 Auto mit einem Tur¬
bomotor (Motor mit einem Turbola¬
der)
tuijbo|elek|trisch —» turjbo|e|lek|-
trisch: Adj. n. stg. (Technik» mit
Strom arbeitend, der von einem turbi¬
nengetriebenen Generator (im Was¬
serkraftwerk) geliefert wird
Tür[bo|gefne|ra|ton der; -s; -en (Tech¬
nik» Generator, der durch eine Tur¬
bine angetrieben wird
Tur|bo|kom|pres|sor—» Turjbo|kom|p|-
resfsor: der; -s; -en (Technik» Maschi¬
ne mit einem sich drehenden Laufrad
zum Fördern od. Verdichten von
Luft, Gasen od. Dämpfen, Syn.:
Kreiselverdichter
Tui[bo|la|der: der; -s; - (Technik» Vor¬
richtung, die mit Hilfe einer Abgast¬
urbine die angesaugte Luft eines Mo¬
tors verdichtet, was zur Erhöhung der
Leistung des Motors führt
Turjbojmo|tor: der; -s; -en (Technik»
'durch einen Turbolader, (Vorrich¬
tung, die mit Hilfe einer Abgastur¬
bine die angesaugte Luft eines Mo¬
tors verdichtet) in der Leistung ver¬
stärkter Motor
Tur[bo-Prop-Flug|zaug —» auch Tur[-
~bo|prop]flug|zeug/TUr|bo|prop-Flug|-
zeug: das;-(e)s; -e Flugzeug, das so¬
wohl mit Düsen als auch mit einer
Luftschraube angetrieben wird
Turfbo-Prpp-Triebtwerk —> auch
Turtbo|propttrteb|werk/Tur[botprop-
Tiieb|werk: das; -(e)s: -e (Technik»
Triebwerk (für Flugzeuge), bei dem
zur Erzeugung der Antriebskraft so¬
wohl eine Düse als auch eine Luft¬
schraube verwendet wird
turjbujlent: dato Adj. turbulenter; turbu¬
lenteste stürmisch; lebhaft; wild
durcheinander
Tür[bu|lenz: dato die; ~ ; -en 1 (Meteoro¬
logie» ungeordnete Wirbel in der Luft
»Wir durchfliegen Turbulenzen.« 2
(Physik» Wirbel bei Gas- od. Flüssig¬
keitsströmungen 3 (übertr.» Unruhe;
Aufruhr; wirres Durcheinander
Tüijdrücker (Tür|drükjker —» Türjdrüj-
cker): der; -s; ~ 1 (elektrische) Anla¬
ge, die (durch einen Knopfdruck) ein
Haustürschloß von innen öffnet 2 be¬
weglicher, hebelartiger Griff, mildem
eine (unverschlossene) Tür geöffnet
bzw. geschlossen werden kann, Syn.:
(1> Türöffner; (2> Türklinke
Tüjra: die; - ; -n [landsch.] Tür (Vorrich¬
tung zum Verschließen eines Durch¬
gangs o. ä.)
Tütjfal|la: die; ~ ; -n [schweiz.] Türklin¬
ke; ein beweglicher, hebelartiger
Griff, mit dem eine (unverschlossene)
1184
lUmfest
Tür geöffnet bzw. geschlossen werden
kann
TUijflU|gel: der; -s; - bei einer mehrteili¬
gen Tür (Flügeltür) einer der bewegli¬
chen Teile
TUrtfüljlung: die; -; -en Füllung, Materi-
"alzwischen den Türblättern
TUrjgon dato der; -s; - 1 <Med.> Druck
einer Gewebeflüssigkeit 2 <Bot.>
Druck der Flüssigkeit auf die Zell¬
wände in den Pflanzenzeilen
Törfgrfff: der; -(ejs; -e beweglicher He¬
bel, mit dem eine Tür geöffnet bzw.
geschlossen werden kann, Syn.: Tür¬
klinke
Tür|he|ber. der; -s; - Vorrichtung, mit
der eine Tür beim Öffnen automa¬
tisch leicht angehoben wird
Tür|hii[ter: der;-s; - [veralt.] Person, die
"den Eingang eines Gebäudes be¬
wacht, Syn.: Türsteher; Portier;
Pförtner
türk.: Abk. türkisch
7ür|ken|bund: der; -(ejs; -bünde
[veralt.] 1 in bestimmter Art gewun¬
denes langes Tuch als Kopfbedek-
kung; Turban 2 <Bot.> kurz für Tür¬
kenbundlilie, Lilie mit purpurfarbe¬
nen, dunkel gefleckten Blüten, die in
ihrer Form einem Turban ähnlich
sind
7ür]ken|bund|ii|!ie: die; - ; -n Lilie mit
purpurfarbenen, dunkel gefleckten
Blüten, die in ihrer Form einem Tur¬
ban ähnlich sind
Tür|ken|kof|fer: der; -s; - [ugs.; abwert.]
Plastiktüte
Tür|ken|rmi|ster —» Tyrjken|mus|ter:
das; -s; - Stoffmuster mit orientali¬
schen Motiven
TUrjken|sa|bel: der; -s; ~ Säbel mit brei¬
ter, stark gekrümmter Klinge
Türjkenjsitz: der; -es; -e Sitzhaltung auf
dem Boden, bei der die Oberschenkel
gegrätscht u. die Unterschenkel bzw.
die Füße über Kreuz gelegt sind,
Syn.: Schneidersitz
TOr|ken|tau|be: die; - ; -n grau-braune
Taube, ähnlich der Lachtaube
Turjkis: ttürk.-fr» der; -es; -e 1 grünlich¬
bläuliches, sehr feinkörniges Mineral
2 Halbedelstein aus einem grünlich¬
bläulichen Mineral
türkis: Adj. n. stg. blau-grün
Tür|lda: das; - ; - bläulich-grüner Farb¬
ton
tüijkisch|rot: Adj. n. stg. leuchtend rot
tür|kis[farjben/tür|kls]faiibig: Adj. n.
stg. von blau-grüner Farbe, Färbung
turjki|sie|ren: turkisiert; turkisierte; hat
turkisiert türkisch gestalten, beein¬
flussen
Tyrjklin|ke: die; - ; -n beweglicher, he¬
beiartiger Griff, mit dem eine (unver¬
schlossene) Tür geöffnet bzw. ge¬
schlossen werden kann
TQrjklop|fen der; -s; - Vorrichtung mit
einem (gestalteten) beweglich ange¬
brachten Knauf, der sich außen an ei¬
ner (Haus/Wohnungs-)Tür befindet,
mit dem angeklopft werden kann
Turk[me|ne: der; -n; -n 1 handgeknüpf¬
ter Wollteppich mit türkischen Mu¬
stern 2 Person, die einem Turkvolk
entstammt
Turjkollgjge: der; -n; -n weibl. Turjko(lgj-
gin: die; ~ ; -nen Wissenschaftler(in),
der/die sich mit der Sprache u. Kultur
der Turkvölker beschäftigt
Tuiiko|to|gie: die; - ; - Wissenschaft,
Lehre von den Turksprachen u. Turk-
kulturen
T\jrk|spra|che: die; - ; -n Sprache(n) ei¬
nes Turkvolkes, der Turkvölker
Turk|stamm: der; -(ejs; -stamme
Stamm einer Gruppe von in Südost-
u. Osteuropa, in Mittel-, Nord- u.
Kleinasien beheimateten Völkern, de¬
ren Sprachen miteinander verwandt
sind
Turkjvolk: das; -(ejs; -Völker Volk einer
Gruppe von in Südost- u. Osteuropa,
in Mittel-, Nord- u. Kleinasien behei¬
mateten Völkern, deren Sprachen
miteinander verwandt sind
Turm: dal.-fr» der; -(ejs; Türme 1 hohes
schmales Gebäude, eventuell mit ei¬
nem flacheren Bauwerk verbunden
»Wir sind auf den (Kirch-)Turm
geklettert.« 2 Gerüst o. ä. im
Schwimmbad, an dem Sprungbretter
angebracht sind »Ich bin vom 10-m-
Turm gesprungen.« 3 Schachfigur
»den Turm ziehen, schlagen« 4 spitzer,
steiler Felsen 5 senkrechter Teil eines
Drehkrans, in dem sich das Führer¬
haus befindet 6 Aufbauten eines U-
Bootes 7 <hist.> Gefängnis, Verlies (in
einem Turm) z. B. Schuldturm 8 Tür¬
me auf jmdn. bauen: einer Person ab¬
solut trauen 9 in einem Elfenbein¬
turm leben, sitzen: nicht in der wirk¬
lichen Welt leben
Tur|ma|Hn: fr.-engl» der; -s; -e 1 mehr¬
farbiges Mineral, das in der Technik
u. bei Herstellung von Schmuck Ver¬
wendung findet 2 Edelstein aus einem
mehrfarbigen Mineral
1Urm|bau: der; -(ejs; -len 1 o. PI. Er¬
richtung eines Turms 2 hohes, schma¬
les Bauwerk
Turm|bla|sen: das; -s; - Veranstaltung
zu verschiedenen Anlässen (z. B. an
Feiertagen), bei der mehrere Blasmu¬
siker von einem (Kirch-)Turm aus
musizieren
Tumt|dreh|kran: der; -(ejs; -e <Technik>
hochaufragender Kran, dessen Ausle¬
ger um die Kranachse schwenkbar ist
türjmen: türmst; türmtest; bistjhast ge¬
türmt 1 bist [ugs.] schnell verschwin¬
den, abhauen 2 hast etw. so stapeln,
aufschichten, daß ein großer turm¬
ähnlicher Haufen, Berg entsteht
türfmen, sich: türmt sich; türmte sich;
hat sick getürmt 1 etw. häuft sich,
türmt sich auf, gleicht einem Turm,
Berg 2 [geh.] etw. ragt hoch auf »Vor
ihnen türmte sich der schneebedeckte
Berg.«
Türjmer: der; -s; - [veralt.] 1 Person, die
für das Läuten der Glocken eines
Turmes zuständig ist; Glöckner 2
Wächter auf einem Turm, der Gefah¬
ren meldet; T urmwächter .
Turm[fal|ke: der; -n; -n Falke, der beson¬
ders in Mauernischen von Gebäuden
u. Türmen nistet
Turm|hahn: der; -(ejs; -höhne auf einer
Turmspitze angebrachter drehbarer
Hahn aus Metall, der die Windrich¬
tung anzeigt
1Urm|hau|be: die; - ; -n der oberste Teil,
das Dach eines Turms
turm|hoch: Adj. n. stg. in der Höhe das
Normalmaß übersteigend, sehr hoch
Turm|musik: die; - ; -en (PL s.) <Musik>
1 o. Pi. von Turmwächtern, Glöck¬
nern od. in einer Zunft organisierten
Stadtmusikem von einem Turm aus
auf einem Horn o. ä. zu bestimmten
Zeiten gespielte Musik (besonders im
Mittelalter) 2 eine als Turmmusik (1)
geschriebene Komposition
1bnn|sprin|gen: das; -s; - <Sport> Diszi¬
plin im Schwimmsport, bei der ver¬
schiedene (kunstvolle) Sprungfiguren
von einem Sprungturm ausgefuhrt u.
in ihrer Qualität von einem Schieds¬
gericht beurteilt werden
Turm|uhr die; - ; -en eine meist mit ei¬
nem Schlagwerk versehene, außen an
einem Turm angebrachte Uhr mit ei¬
nem großen Zifiemblatt, das meist
auch aus größerer Entfernung zu er¬
kennen ist
TtMm|wäch|ter: der; -s; « [veralt,]
Wächter auf einem Turm, der Gefah¬
ren meldet, Syn.: Türmer <2>
Turm|zim|mer: das; -s; - Raum, der sich
im Turm (z. B. einer Burg o. ä.) befin¬
det
Tum: dat.-fr.-engl.> /töm/ der; -s; -s 1
Kurve, Kehre beim Kunstfliegen 2
durch Drogen (besonders Haschisch
od. Marihuana) verursachter Rausch
Turn|an|zug: der; -(ejs; -anzüge beim
Turnen getragene Kleidung
Tum|beu|tel: der; -s; - kleine sackähnli¬
che Tasche, in der (besonders von
Kindern) das Turnzeug aufbewahrt
bzw. transportiert wird
Tuflnen: das; -s; -1 <Schule> [ugs.] Sport¬
unterricht 2 Sportart, Übungen (zur
körperlichen Ertüchtigung od. im
Wettkampf) mit u. ohne Geräte (Bar¬
ren, Reck, Balken o. a.)
turjnen: turnst; turntest; hast geturnt 1
<Sport> sich sportlich mit/an Turnge¬
räten od. ohne Geräte betätigen »,4m
Barren, Schwebebalken, Reck usw.
kann geturnt werden.« 2 <Sport> eine
bestimmte Übung am Boden od. an
einem Gerät ausführen 3 sich ge¬
schickt (über etw. hinweg) bewegen 4
herumtoben
Turjner der; -s; - weibl. Tur]ne|rtn: die;
• ; -nen <Sport> Person, die sich sport¬
lich betätigt, indem sie Übungen an
Turngeräten trainiert, ausführt (und
bei Wettkämpfen, Turnfesten
vorführt) »Die Turnerinnen Rumä¬
niens gehören zu den besten der Welt.«
tur|ne|risch: Adj. <Sport> das Turnen be¬
treffend »Das war eine hervorragende
turnerische Darbietung.«
Turjnerfkreuz: das; -es; -e <Sport> Zei¬
chen der Türner, das aus vier zu ei¬
nem Kreuz angeordneten >F< besteht,
die als Abkürzung für den Wahl¬
spruch der Turner »frisch, fromm,
fröhlich, frei« stehen
Tur|ner[schaft: die; - ; -en alle Tur¬
nerfinnen), die Gesamtheit der Tur¬
nerfinnen)
Tur|neifsprajche: die; - ; -n (PI. s.j
Fachsprache, Ausdrücke der Tur¬
nerinnen), Syn.: Tumsprache
Turnfest: das; -(ejs; -e festliche Veran¬
staltung eines Vereins, einer Schule
o. ä. mit turnerischen Wettkämpfen
u. Darbietungen
1185
Turngerät
7tirn|ge|rät: das; -(e)s; -e Gegenstand,
an dem od. mit dem turnerische
Übungen ausgeführt werden
Tum|hal|le: die; - ; -n Anlage, sehr gro¬
ßer, überdachter Raum, meist mit ei¬
nem speziellen Boden, für Training u.
Wettkampf
TUrn|hemd: das; -(e)s; -en (Träger-)
~Hemd, das beim Turnen getragen
wird
Turn}ho|se: die; - ; -« (kurze) Hose, die
beim Turnen getragen wird
Turfnten dat.-fro das; -(e)s; -e 1 <MA>
(festliche) Ritterkampfspiele nach fe¬
sten Regeln 2 sportlicher, aus mehre¬
ren Wettkämpfen, Spielen, Begeg¬
nungen bestehender Wettbewerb
mehrerer Teilnehmer, Mannschaften
Tur|nler[pferd: das; -(e)s; -e Pferd, das
bei Wettkämpfen geritten wird
TUrjnierfrei(ter: der; -s; - weibl. Tur]-
nier|rei|te|rin: die; - ; -nen Reiter(in),
Pferdesportler(in), der/die an Wett¬
kämpfen teilnimmt
Tuijnjerjtanz: der; -es; -tanze 1 o. fl.
<Sport> präzise, genau einstudierte Be¬
wegungen zu Musik, die mit einem
Partner od. in einer Gruppe bei Wett¬
kämpfen vorgeführt u. von einem
Schiedsgericht bewertet werden 2
<Sport> Tanz (festgelegte Bewegungen
zu festgelegter Musik), der bei Tanz¬
wettbewerben zugelassen ist, Syn.: <l>
Tanzsport
Tur[nier(tän|zer: der; -s; - weibl. Tuij-
njerftän[ze|rin: die; - ; -nen <Sport>
Tänzer(in), der/die an Wettkämpfen
teilnimmt
Turn|leh|rer: der; -s; - weibl. TUm|leh|-
re|rin: die; • ; -nen <Schule> [veraltj
Lehrer(in), der/die Unterricht im
Turnen erteilt, das Fach Sport unter¬
richtet
Turn[schuh: der; (e)s; -e flexibler
Schuh, meist mit ausgeprägtem Fu߬
bett u. guter Dämpfung zur Aus¬
übung bestimmter Sportarten
Turn)schuh|ge|ne|ra|ti|on: die; - ; - Ge¬
neration der Jugendlichen in den 80er
Jahren, die ihre unkonventionelle
Haltung in der Kleidung aüsdrückten
u. bevorzugt T urnschuhe trugen
Turn|spra|che: die; - ; -n (PI. s.) Fach¬
sprache, Ausdrücke der Turnerin¬
nen), Syn.: Tumersprache
Turn|stun|de: die; - ; -n <Schule> [veralt.]
Unterrichtsstunde, in der gemeinsam
Sport getrieben wird
Turn|übung —» Turn|üjbung: die; - ; -en
"bestimmte Bewegung od. Bewegungs¬
folge im Turnen (an einem bestimm¬
ten Gerät)
Turn|un{ter|richt: der; -(e)s; -1 Unter¬
richt, Lehrstunde für bestimmte
Übungen im Turnen 2 <Schule> [ver¬
alt.] Unterrichtsstunde, in der ge¬
meinsam Sport getrieben, wird, Syn.:
Turnstunde
Tiir|n<i|re: <lat.-fr.> die; - ; -n 1 im 19.
Jhd. modisches, das Gesäß betonen¬
des Polster 2 o. PI. [veralt.) gewandtes
Auftreten
Tur|nus: igr.-lat.) der; - ; -se 1 Reihen¬
folge; Wiederkehr; regelmäßiger
Wechsel »Im Turnus von vier Jahren
finden die Olympischen Spiele statt.« 2
Durchgang
tur|nus[ge|müB: tgr.-lat.r Adj. n. stg. ei¬
gnem regelmäßigen Wechsel, einer re¬
gelmäßigen Wiederkehr folgend
tuijnusjmäiBig: <gr.-lat.> Adj. n. stg. in
regelmäßigen Abständen; entspre¬
chend der festgesetzten Reihenfolge
Turn|verjein: der;-(e)s; -e Verein, Club,
Zusammenschluß von Turnern
Tum|wart: der; -(e)s; -e jmd., der bei ei¬
nem Verein, Verband o. ä. für die Or¬
ganisation im Tumsport verantwort¬
lich ist
Turnlzeug: das; -(e)s; - fugs.J Klei¬
dung, die zum Turnen getragen wird
Türjöffjner: der; -s; - elektrische Anla¬
ge, die durch einen Tastendruck ein
Haustürschloß freigibt, Syn.: Tür¬
drücker
Tür)öff|nung: die; - ; -en für eine Tür be-
"stimmte od. als Tür dienende Öff¬
nung in einer Wand
1gtjpfo|sten —* Tür|pfos|tenc der; -s; -
einer von zwei Pfosten des Türrah¬
mens (senkrecht stehender, stützen¬
der, tragender Teil)
Tür|rah[men: der; -s; - in der Mauer
verankerter äußerer Rahmen, in den
die Tür eingehängt ist, Syn.: Türzarge
Tür|rie|gel: der; -s; ~ Riegel (Vorrich¬
tung, bestehend aus einem quer zu
verschiebenden, länglichen Metall¬
stück) zum Verschluß einer Tür (von
innen) »Unsere Haustür ist zusätzlich
mit einem Türriegel gesichert.«
TCrjschild: das; -(e)s; -er die an einer
Haus- od. Wohnungstür von außen
angebrachte Platte mit dem Namen
des Bewohners
Tur|schlie(ßer. der; -s; - 1 Person, die
damit beauftragt ist, die Tür(en) eines
Raumes, z. B. im Theater zu schließen
u. zu öffnen 2 Vorrichtung, die an der
Tür angebracht ist, damit diese selb¬
ständig schließt 3 [ugs.] Gefängnis-
wärter(in)
TürjschloB —» Türjschloss: das;
-Schlosses; -Schlösser an einer Tür an¬
gebrachte Vorrichtung zum Zuhalten
u. Verschließen der Tür (mit Hilfe ei¬
nes Schlüssels)
Türjschweljle: die; - ; -n 1 (auf dem Bo¬
den) in den Türrahmen eingepaßtes
Querholz 2 gedachte Linie von Tür¬
schwelle (1)
TUrjspält: der; -(e)s;-e eine kleine Lük-
"ke, die sich zwischen einer ein wenig
offenstehenden Tür u. dem Türpfo¬
sten, Türrahmen befindet
lUrjste|her: der; -s; - jmd., der die Tür,
den Eingang eines Gebäudes be¬
wacht, Syn.: Türhüter; Portier; Pfört¬
ner
Tütjstock: der; -(e)s; -stocke 1 [österr.;
süddt.] Türrahmen 2 [berg-
tnannssprl.] an der Wand eines Stol¬
len stehendes, senkrechtes starkes
Holz, das das Gewölbe über einem
Stollen trägt
Tüijsturz: der; -es; -e u. -stürze <Bauw.>
oberer Abschluß der Türöffnung in
der Mauer in Form eines Trägers aus
Holz, Stein od. Stahl
turjteln: turtelst; turteltest; hast
geturtelt 1 <Taube> gurren 2 betont
zärtlich miteinander umgehen; sich
auffallend verliebt zeigen
Tur)telttau|be: die; - ; -n 1 kleine, graue
Taube, an Brust u. Hals mit rötlichem
Gefieder 2 <übertr.> [scherzh.] Be¬
zeichnung für jmdn., dessen Verhal¬
ten gegenüber jmdm. auffallend ver¬
liebt, zärtlich ist
Tuijzis[mus: aürk.-lato der; - ; Turzis-
men Charakteristikum, typisches
Phänomen der türkischen Sprache,
die in einer anderen Sprache Vorkom¬
men
TkiS: Abk. Turn- u. Sportverein
Tusch: </r.> der; -(e)s;-e meist von einer
Kapelle mit Blasinstrumenten
schmetternd gespielte kurze, mar¬
kante Folge von Tönen
Tu|sche: die; - ; -n 1 intensiv gefärbte
Flüssigkeit zum Zeichnen u. Schrei¬
ben 2 [landsch.J Farbe, die vor dem
Aufträgen, Malen mit Wasser ange¬
rührt wird, Syn.: <2> Wasserfarbe
Tu|sche|lej: die; - ; -en 1 o. PI. andau¬
ernde, möglichst heimliche Unterhal¬
tung im Flüsterton, die niemand mit¬
hören soll 2 getuschelte, geflüsterte
Bemerkungen, Äußerungen
tu|scheln: tuschelst; tuscheltest; hast ge-
tuschelt leise mit jmdm. sprechen, so
daß es niemand anderes hören kann
tujschen: tuschst; tuschtest; hast ge¬
tuscht 1 malen mit Tusche od. etw.
mit Tusche ausgestalten 2 Wimpern¬
tusche benutzen »Ich habe mir die
Wimpern schwarz getitscht.«
Tusch|far|be: die; - ; -n [landsch.] Far¬
be, die vor dem Aufträgen, Malen mit
Wasser angerührt wird, Syn.: Wasser¬
farbe
tu|schie|ren: tfro tuschierst; tuschiertesl;
hast tuschiert 1 [fachsprl.) durch Auf¬
druck von Tusche auf metallene
Oberflächen sichtbar gemachte vor¬
stehende Stellen abschaben 2 [veralt.]
beleidigen
Tusch[ma|le|rei: die; - ; -en 1 o. PI. Ma¬
lerei mit schwarzer Tusche auf Seide
od. Papier, besonders in Ostasien ver¬
breitet 2 das Werk, das mit Tusche ge¬
malt ist
Tusch|zeich|nung: die; - ; -en 1 Zeich¬
nung, die mit Tusche ausgeführt wur¬
de 2 [landsch.] Bild, das mit Wasser¬
farben gemalt wurde
Tus(ne!|da/Thus|nel|da: die; - ; -s 1 frü¬
her häufiger weiblicher Vorname 2
[ugs.; abwert.] Bezeichnung für eine
weibliche Person »Guck mal, da
kommt er mit seiner Tusnelda.«
Tys|sl: die; -; -s [ugs.; abwert.] Bezeich¬
nung für eine weibliche Person
Tüt|chen: das; -s; - unten verschlosse¬
nes rechteckiges od. dreieckiges Ver¬
packungsmittel (meist aus festerem
Papier bestehend); kleine Tüte
Tü]te: die; ~ : -n 1 Tasche, Beutel aus fe¬
stem Papier od. Plastik 2 Waffel, in
der Eiskugeln verkauft werden; Eis¬
hörachen 3 Tuten kleben: [ugs.] im
Gefängnis sitzen 4 (das) kommt nicht
in die TEitel: [ugs.] das gestatte, erlau¬
be ich nicht
Tu(tel: dato die; - ; -en Vormundschaft
tu)te|la|risch: dato Adj. n. stg. die Vor¬
mundschaft betreffend
tu]ten: tutest; tutetest; hast getutet ein
langanhaltendes, tief tönendes,
durchdringendes Geräusch (mit ei¬
nem Horn, einer Hupe o. ä.) aussto¬
ßen
1186
Typung
TUt)horn: das; -(e)s; -hömer [kin-
dersprl.] Spielzeuginstrument für
Kinder, das beim Hineinblasen tiefe,
durchdringende Töne erzeugt
Tii|to|ri|um: das; -s; Tutorien jtutorvnj in
(kleineren) Gruppen staufindender
universitärer Übungskurs zur Vertie¬
fung des Stoffes, der in einer Vorle¬
sung, einem Seminar gelehrt wird
Tüt|tet|chan: das; -s; - [ugs.] winzige
Kleinigkeit
Tutjti: dat.-it.) das; - u. -s; ~ u. -s «Mu¬
sik) zeitgleiches Ertönen; gemeinsa¬
mes Spielen aller Instrumente eines
Orchesters bzw. Erklingen aller Chor¬
stimmen
Tut|ti|frut|ti: </f.> das; - u. -s; ~ u. -s aus
verschiedenen Obstsorten bestehende
Süßspeise
Tu[tu: </r> /tutü/ das; - u. -s; -s kurzer
Ballettrock
TÜV: Abk. Technischer Überwachungs¬
verein (zur gesetzlich geregelten
Überprüfung technischer Einrichtun¬
gen, z. B. Kraftfahrzeuge)
Tu|wort: das; -(e)s; -Wörter Verb; Tätig¬
keitswort; Wortart, die eine Tätigkeit,
eine Handlung beschreibt
TV: Abk. 1 Tarifvertrag 2 technische
Verordnungen) 3 technische Versi¬
cherung 4 technische Verwaltung 5
technische Vorschriften) 6 <engl.> Te¬
levision: Fernsehen, Fernseher 7
«Sport> Tennisverein 8 Terminverle¬
gung 9 a) Testamentvollstreckung b)
Testamentvollstrecker(in) 10 <EDV>
Textverarbeitung 11 «Sport)
Titelverteidiger(in) 12 «Sport) a)
Turnverein b) Tumvereinigung
tw.: Abk. teilweise
Tweed: /twid/ der; -s; -s u. -e Woll- od.
Mischgewebe, meist kleingemustert
od. meliert
TWen: der; - u. -s; -s Person im Alter
zwischen zwanzig u. dreißig Jahren
TWfn|set: <engl.> das u. der; - «. -s; -s
Kleidungskombination aus Pullover
u. Jacke in gleicher Farbe u. aus glei¬
chem Material
Twist <engl> der; -(e)s; -e Baumwoll¬
garn aus mehreren Fäden
TWisb <eng/.> der; -s; -s 1 ein Modetanz,
aufkommend Ende der 50er bis Mitte
der 60er Jahre, besonders beliebt bei
jungen Leuten 2 o. PI. «Sport, Tennis)
Drall eines geschlagenen Balles 3
«Sport) Schraube, Drehung um die
Körperlängsachse
twilsten —twisten: twistest; twiste¬
test; hast getwistet sehr rhythmisch in
den Hüften hin- u. herschwingen, ge¬
trennt mit einem Partner tanzen
ly.: Abk. «Med.) Typhus schwere In¬
fektionskrankheit
TVIcoon: tengh /taikun/ der; -s; -s [geh.]
1 jmd., der wirtschaftliche Macht be¬
sitzt; Magnat 2 Mensch in einer
Machtposition (z. B. in der Politik)
Tym|pa|non: <gr.> /tümpanon/ das; -s;
Tympana 1 «Archit.) Fläche im Gie¬
bel, die mit Skulpturen, Reliefs (häu¬
fig bei antiken Tempeln) verziert, aus¬
gestaltet ist 2 «Musik) Saiteninstru¬
ment, ähnlich einer Zitter, das mit
Klöppeln geschlagen wird 3 (in der
Antike) ein Wasserrad mit großen
Schaufeln, in denen beim Drehen des
Rades Wasser nach oben transpor¬
tiertwird, Syn.: <2> Hackbrett
Tym|pa|num: <gr.-lat.> /tütnpanum/ das;
-s; Tympana 1 «Archit.) Fläche im
Giebel, die mit Skulpturen, Reliefs
(häufig bei antiken Tempeln) verziert,
ausgestaltet ist 2 kleine Pauke (Hand¬
trommel in der Antike) 3 (in der Anti¬
ke) ein Wasserrad mit großen Schau¬
feln, in denen beim Drehen des Rades
Wasser nach oben transportiert wird
4 <Anat.> [veralt.] Höhle des Mittel¬
ohrs, in der sich die Ohrknöchelchen
befinden u. die zur Rachenhöhle hin
durch die Ohrtrompete offen ist,
Syn.: <4> Paukenhöhle
■typ: dat.-gr.> /tüp/ der; -s; -en 1 Person
mit bestimmten, charakteristischen
Eigenschaften, die Personen einer
Gruppe zugeschrieben werden »Das
ist der Typ eines Beamten, wie er im
Buche steht.« 2 [ugs.] männliche Per¬
son »Der Typ gefällt mir.« 3 «tech¬
nisch) Modell »Dieser Autotyp sagt
mir zu.« 4 «Literaturwiss.) Figur in ei¬
nem Drama od. einem Roman, die
abgesehen von ihren individuellen Ei¬
genschaften, als Vertreter einer be¬
stimmten Menschenkategorie darge¬
stellt wird S jmds. Typ wird verlangt:
[ugs.] eine Person wird gesucht,
möchte von jmdm. (am Telefon) ge¬
sprochen werden, ihre Anwesenheit
ist erwünscht 6 jmds. Typ ist nicht
gefragt: [ugs.] eine Person ist nicht er¬
wünscht
Typs Abk. Typologie
typ.: Abk. 1 typisch 2 typologisch
iy|pe: dat.-gr.-fr.t /tüpe/ die; - ; -n 1 ge¬
gossener Druckbuchstabe; Buchstabe
der Schreibmaschine 2 Mensch mit
besonderer, etw. seltsamer Eigen¬
schaft »Er ist eine komische Type!« 3
jmds. Type wird verlangt: [ugs.] eine
Person wird gesucht, möchte von
jmdm. (am Telefon) gesprochen wer¬
den, ihre Anwesenheit ist erwünscht 4
jmds. Type ist nicht gefragt: [ugs.]
eine Person ist nicht erwünscht
Ty]pen|druck: /tüpen-/ der; -fe)s; -e
«Druckw.) 1 o. PI. Druckverfahren
mit gegossenen Buchstaben 2 Erzeug¬
nis, hergesteilt im Typendruck (1)
ty|pen[ge|prüft: /tüpen-/ Adj. n. stg.
«Technik) einer Typprüfung (techni¬
sche Überprüfung eines einzelnen
Stücks, eines bestimmten Modells)
unterzogen
Ty)pen|leh|re: /tüpen-/ die; - ; - «Psycho¬
logie) Wissenschaft u. Lehre von den
(psychologischen) Typen (Individu¬
um, das einem bestimmten Men¬
schenschlag zuzuordnen ist)
Tyjpen|rad: /tüpenrad/ das;-(e)s; -räder
bei einer elektrischen Schreibmaschi¬
ne ein scheibenförmiges Teil, das die
Buchstaben trägt
Ty]pen|rei|ni|ger: /tüpen-/ der; -s; - Pin¬
sel od. knetgummiähnliche Masse
zum Reinigen der Buchstaben einer
Schreibmaschine
Tyjpen|setz|ma|$chi|ne: /tüpen-/ die; - ;
-n «Druckw.) Maschine, die mit Hilfe
von einzelnen gegossenen Buchstaben
eine Druckvorlage erstellt
typjge|prüft: /tjjp-/ Adj. n. stg. «Technik)
einer Typprüfung (technische Über¬
prüfung eines einzelnen Stücks eines
bestimmten Modells) unterzogen
Tylphlijtis —» Ty|ph|H|tis: <gr.-lat.>
/tüflitis/ die; - ; Typhlitiden <Med.>
Blinddarmentzündung
tylphös: <gr.-lat.> /tüfos/ Adj. n. stg.
«Med.) a) thyphusähnlich, -artig b)
zum Thyphus (gefährliche Infektions¬
krankheit) gehörend -
Tyjphus: <gr.> /tüfus/ der; - ; - «Med.)
schwere Infektionskrankheit
Ty|phus|epi|de|mie —» Ty|phus|e|pi|-
de|mie: /tüfus-/ die; - ; -n <Med.>
Massenerkrankung an Typhus (einer
gefährlichen Infektionskrankheit)
Ty|phus|er|kran|kung: /tüfus-/ die; - ;
-en «Med.) Erkrankung an Typhus (ei¬
ner gefährlichen Infektionskrankheit)
iy]pik: tgr.-lat.> /tüpik/ die; - ; -en
«Psychologie) a) Eigenschaften u. Ge¬
stalt einer Person b) Lehre von den
Eigenschaften einer Person
ty|pisch: <gr.-lat> /tüpisch/ Adj. 1 un¬
verkennbar; charakteristisch; einem
Typ entsprechend »Das ist typisch für
ihren Charakter.« 2 typischer Fall
von denkste!: [ugs.] so nicht!
tyjpi|sie]ren: <gr.-lat.> /tüpisjren/ typi¬
sierst; typisiertest; hast typisiert 1
nach Typen einteilen 2 «Schauspiel)
eine Figur als Typen, nicht als Indivi¬
duum darstellen
Ty[pi|sie|rung: <gr.-lat.> /tüpisirung/ die;
- ; -en Einteilung, Zuordnung, Dar¬
stellung, Gestaltung nach Typen
—»iy|po|graf: s. Typograph
—» Ty|po|gra|fje: s. Typographie
ty|po|gra(fisch: s. typographisch
iy]pojgraph —» auch TVlpojgraf: <fr.>
/tüpograf/ der; -en; -en 1 «Druckw.)
Handwerker, Facharbeiter, der
Druckvorlagen erstellt 2 «Druckw.)
Maschine, die zeilenweise Druckvor¬
lagen erstellt, Syn.: <l> Schriftsetzer
Tyjpo|gra|phje —* auch Ty|po|grajfie:
</;•.> /tüpograf)/ die; - ; Typographien
/auch: tüpografpn/1 Kunst des Buch¬
drucks u. der Gestaltung eines Druk-
kerzeugnisses 2 Herstellung einer
Druckvorlage mit Hilfe gegossener
Buchstaben
tyjpo|gra|phisch —»- auch ty|po|graJ-
fisch: </r> /tüpografisch/ Adj. n. stg.
«Druckw.) die Typographie betref¬
fend, die künstlerische od. die typo¬
graphische Gestaltung von Drucker¬
zeugnissen
Ty|po|lo|gie: <gr.> /tüpologi/ die; - ;
Typologien jtüpologm/ 1 «Psycholo¬
gie) Einteilungssystem der Typen 2
«Psychologie) Wissenschaft, Lehre
von den unterschiedlichen (psycholo¬
gischen) Typen 3 Gesamtheit der
Charakteristika eines Typs
ty[po|lpjgisch: <gr.> /tüpologisch/ Adj. n.
stg. a) die Typologie betreffend b) zu
einem Typ gehörend
Ty|po|skrjpt —» Ty|po|s|kripfc <gr.; lau
/tüposkript/ das; -(e)s; -e mit der
Schreibmaschine erstellte Druckvor¬
lage
Typ(pru|fung: /tüp-/ die; - ; -en «Tech¬
nik) technische Überprüfung, Unter¬
suchung eines Einzelstücks stellver¬
tretend für das entsprechende Modell
TVlpung: /tüpung/ die; - ; -en [fachsprl.)
Herstellung industrieller Artikel nur
1187
Typus
in bestimmten Größen u. Ausführun¬
gen zum Zwecke der Rationalisierung
Ty|pus: <lat.> /tüpuß/ der; - ; Typen 1
Person, die aufgrund einer Erschei¬
nung od. Eigenschaft auf etw. schlie¬
ßen läßt 2 <Philosophie> Urbild ähnli¬
cher Dinge u. Personen 3. «Literatur-
wiss.> Figur in einem Drama od. ei¬
nem Roman, die abgesehen von ihren
individuellen Eigenschaften, als Ver¬
treter einer bestimmten Menschenka¬
tegorie dargestellt wird
Ty|rann: <lat.-gr.> /türann/ der; -en; -en
weibi, Ty|ran|nin: die; - ; -nen 1 altgrie¬
chischer gewaltsamer, grausamer Al¬
leinherrscher 2 [abwert.] Person, die
rücksichtslos nur auf eigene Interes¬
sen bedacht, egoistisch über andere
Menschen bestimmt u. herrscht
U/u: das; ~ u. fugs.] -s; - u. fugs.J -s
Schriftzeichen, einundzwanzigster
Buchstabe des deutschen Alphabets
U.: Abk. 1 Umfang 2 Umleitung 3 Uni¬
versität 4 Unterführung 5 Unter¬
grundbahn 6 «Technik» Umdrehun¬
gen 7 Uran = radioaktives chemi¬
sches Element, Schwermetall 8 a) Ur¬
schrift = Geschäftsvermerk b) ur¬
schriftlich
u: Abk. «Elektrot.» umschaitbar
0: Abk. 1 Übernachtung 2 «Buchhal¬
tung» Übertrag 3 (FemmeIde-)Über-
tragungstechnik
u.: Abk. 1 und 2 unser 3 unten 4 unter¬
halb
u. a.: Abk. 1 und andere(s) (wird in wis¬
senschaftlichen Arbeiten auch zum
Verweis auf Mitautoren verwendet) 2
unter anderem; unter anderen
u. ä.: Abk. und ähnliche(s)
u. a. a.: Abk. a) und alle anderen b) und
alles andere
u. a. a. O.: Abk. a) und am angegebenen
Ort (= Literaturvenveis in wissen¬
schaftlichen Arbeiten) b) u. an ande¬
ren Orten (= Literaturhinweis in wis¬
senschaftlichen Arbeiten)
u. a. m.: Abk. und andere(s) mehr
u. ä. m.: Abk. und ähnliche(s) mehr
u. a. O.: Abk. und anderen Orts
u. a. ü.: Abk. a) und alle übrigen b) und
alles übrige
u. A. w. g.: Abk. «Geschäftsvermerk» um
Antwort wird gebeten
UB: Abk. 1 Umzugskostenbeihilfe 2 Un¬
bedenklichkeitsbescheinigung 3 Uni¬
versitätsbibliothek 4 Unterhaltsbei¬
hilfe 5 Untemehmensbereich 6 Ur¬
kundenbuch _
Üb.: Abk. 1 Übereinkommen; Überein¬
kunft 2 a) Übersetzung b)
TV|ran|nei: dat.-gr.y /türannej/ die; - ;
-en 1 gewaltsame, willkürliche Herr¬
schaft 2 äußerst rücksichtsloses, ge¬
waltsames, willkürliches Verhalten
7y|ran|nen|herr]schaft: <lat.-gr.; dt.>
/türannen-/ die; - ; -en die gewalt¬
same, willkürliche Machthaberei
Tyjran|nen|mord: <lat.-gr.; dt.) /türan¬
nen-/ der; -(ejs; -e Ermordung, Tö¬
tung eines grausamen Gewaltherr¬
schers
iyjranjnen|tum: <ht.-gr> /türannentum/
das; -s; - Staats-, Regierungsform, an
deren Spitze ein Tyrann, ein grausa¬
mer Gewaltherrscher steht
iy|ran|nis: <gr.-lat.> /türannis/ die; - ; -1
Gewaltherrschaft im alten Griechen¬
land mit einem grausamen Allein¬
herrscher an der Spitze 2 [geh.] äu-
u
Übersetzer(in) 3 Übersicht 4 «Buch¬
haltung» Übertrag
ii. b.: Abk. unten beginnend
UBA\Abk. Umweltbundesamt
U-Bahn: die; - ; -en kurz für Unter¬
grundbahn = (Straßen-)Bahn, die
auf Schienen unterirdisch fahrt
U-Bahn|hof: der; -fe)s; V-Bahnhöfe a)
Station mit Haltestellen für Unter¬
grundbahnen b) Gebäude, in dem (a)
untergebracht ist
U-Bahn-Netz: das; -es; -e verzweigte
unterirdische Schienenstrecken, -an¬
lagen, die von Untergrundbahnen be¬
fahren werden »Das U-Bafm-Netz der
Stadt ist sehr gut durchdacht.«
y-Bahn-Schachb der; -(e)s; -Schächte
unterirdisches Bauwerk, unterirdi¬
scher Schacht, durch das/den Unter¬
grundbahnen geführt werden
y-Bahn-Sta|ti|on: die; - ; -en unterirdi¬
sche Haltestelle für Untergrundbah¬
nen
y-Bahn-*ftjn[nel: der; -s; - u. -s unterir¬
disches Bauwerk, unterirdischer
Schacht, durch das/den Untergrund¬
bahnen geführt werden
Übel —» U|bek das; -s; -1a) etw., was
jmd. als moralisch, als für seine
Zwecke schlecht empfindet »Das Übel
an der Sache ist, daß niemand die Tat
beweisen kann.« b) o. Pi. [veralt.] das
Schlechte, Verwerfliche, Böse 2 Ge¬
brechen, an dem eine Person leidet 3
das kleinere Übel: von mindestens
zwei unangenehmen Sachen, das, das
etw. weniger nachteilig, unangenehm
ist 4 zu allem Übel: noch dazu; zu
etw. bereits Geschehenem hinzukom¬
men »Zu allem Übel ist jetzt auch noch
das Auto kaputt.« S das Übel an der
Wurzel fassen, packen: die Ursache
ßerst rücksichtsloses, gewaltsames,
willkürliches Verhalten
ty]ran|nisch: (gr.-lat.) /türannisch/ Adj.
[äbwert.] rücksichtslos; egoistisch;
wie ein Tyrann
ty|ran|ni(sie|ren: </r.> /türannisirtn/ ty¬
rannisierst; tyrannisiertest; hast tyran¬
nisiert [abwert.] egoistisch u. rück¬
sichtslos anderen Menschen den eige¬
nen Willen aufzwingen, sie grausam
beherrschen (unter Verwendung psy¬
chischer od. physischer Gewalt)
TZ: Abk. 1 a) Technisches Zeichnen b)
Technische^) Zeichner(in) 2 Teilzah¬
lung 3 Teuerungszulage 4 Tierzucht 5
«Sport» Trainingszeit(en) 6 «Sport»
Trainingszentrum
TZVt Abk. Todesfall-Zusatzversiche¬
rung
von etw. Negativem angreifen u. von
da aus zu lösen versuchen 6 Ein Übel
ist des anderen Geschwisterkind: zu
einer Sorge, Not o. ä. kommen häufig
andere Sorgen, Nöte o. ä. hinzu
übel —» üjbel: Adj. übler; übelste 1 sich
nicht so entwickelnd, wie es erwartet
wird, sondern nachteilig u. beschwer¬
lich »eine üble Situation ♦ Das wird
noch mal übel enden!« 2 a) Unbehagen
ausdrückend »üble Stimmung, Lau¬
ne« b) «körperlich» sich (im Magen)
schlecht fühlen u. das Gefühl haben,
sich übergeben, erbrechen zu müssen
»Mir ist übel.« 3 a) «verst.» schlimm;
sehr; stark »übel verletzt worden sein«
b) sittlich-moralisch schlecht, so daß
sich jmd. davor in acht nehmen soll
»üble Gesellen, Gesellschaft« 4 ein un¬
angenehmes Gefühl erzeugend »übler
Fusel« Syn.: «1, 2, 3b, 4» schlecht <la>
unangenehm <2b> unwohl S übel dran
sein: sich in einer schlechten, schwie¬
rigen Situation befinden 6 (gar) nicht
übel: [ugs.l etw. od. jmd. ist gar nicht
(so) schlecht, sondern im Grunde so¬
gar ganz gut 7 nicht übel Lust haben:
etw., was man eigentlich nicht tun
sollte od. darf, bereit sein zu tun bzw.
(großes) Verlangen verspüren, dieses
zu tun 8 wohl od. übel: etw. tun müs¬
sen, auch wenn man im Grunde gar
nicht will »Ich muß wohl od. übel
gehen.« 9 jmdm. etw. übetnehmen:
auf etw., was jmd. getan od. gesagt
hat, beleidigt, böse reagieren
—» üjbel betragen: s. übelberaten
—> ü|bel qeilaunt: s. übelgelaunt
—» üjbel geisinnt: s. übeigesinnt
—> üjbel neh|men: s. übelnehmen
—> üjbel riejchend: $. übelriechend
—» üjbel tun: s. übeltun
1188
über'
—* ü|bel woljlen: s. übelwollen
übeijbe|ra|ten —» ü|bei be|ra|ten: Adj.
~ einen schlechten Rat, Tip ö. ä. erhal¬
tend, erhalten habend »ein übelbera¬
tener Mann«
ubel|ge|launt —> ü|bel geflaunt: Adj.
schlechter Stimmung »ein übelge¬
launter Mann«
übel|ge|sinnt —> gjbel gejsinnt: Adj.
jmdm. Böses wollend; jmdm. od. etw.
gegenüber nicht freundlich, nicht
wohlwollend eingestellt
Übeljkeit —* Ü|bel|keit: die; - ; -en 1
schlechtes, unwohles körperliches Be¬
finden (meist auf den Magen bezo¬
gen, das Gefühl haben, sich erbrechen
zu müssen) »Die Übelkeit läßt nicht
nach.« 2 [selten] Schlechtigkeit
übel|lau|nig —> ü]bel|lau|nig: Adj.
schlechter Stimmung »Heute ist sie
_ übellaunig.«
Übel|lau|nig|keit —» Ü|bel|lau|nig|keit:
die; -; -en schlechte Stimmung
übel|neh|men ’ •—> u|bel nehjmen:
nimmst übel; nahm(e)st übel; käst
übelgenommen —>hast übel
genommen<— jmdm. etw. nicht ver¬
zeihen; über jmds. Verhalten verär¬
gert sein »Diese Worte hat er mir übel¬
genommen.«
übel|neh|me|risch —> ü|beljneh|me|-
risch: Adj. schnell verärgert, beleidigt
»übelnehmerischer Charakter«
übei|rie|chend —> ü|bel riejchend: Adj.
einen schlechten, stinkenden Geruch
verbreitend, ausströmend »ein übel-
_ riechendes Essen«
Übel[sein —» Ü|bel|sein: das; -s; -
schlechtes, unangenehmes körperli¬
ches od. seelisches Befinden (meist je¬
doch körperlich u. hier sehr häufig
auf den Magen bezogen)
Übel|tat—> Ü|bel|tat; die; - ; -en [geh.;
veralt.] (moralisch) schlechte, ver¬
werfliche, häufig nicht den Gesetzen
entsprechende Handlung »Eine solche
Übeltat muß bestraft werden!«
Übel|tä|ter —» Ü|bet|tä|ter: der; -s; -
weibl. Öbelttäjtejrin —» Ü|bel|tä|te|-
rin: die; - ; -nen Person, die eine Übel¬
tat begeht
übet|tun —> ü|bel tun: tust übel; ta-
t(e)st übel; lutst üSelgetan —>hast
übel getan«— [selten] eine Handlung
o. ä. begehen, die verwerflich u. häu¬
fig gesetzeswidrig ist
Übeljwol|len—» Ü|belfwol|ien: das; -s; -
schlechte, nichtwohlwollende (bösar¬
tige) Haltung, Einstellung jmdm. ge¬
genüber
übet|wol[ten —s. üjbet woljlen: willst
übel; wolltest übet; hast übelgewollt
—>hast übel gewollt<— jmdm. Bö¬
ses wollen; jmdm. od. etw. gegenüber
nicht freundlich, nicht wohlwollend
eingestellt sein u. ihm Schlechtes gön¬
nen, versuchen, ihm Schlechtes zuzu¬
fügen
üben —*■ ü|ben: übst; übtest; hast geübt
1 durch wiederholte, systematische
od. intensive Handlungen eine Fertig¬
keit, Wissen erlangen »den Unter¬
richtsstoff üben ♦ Blockflöte üben • die
Tanzschritte üben« 2 in Verbindungen
etw. tun, ausführen, ausüben; sich in
einer bestimmten Art u. Weise verhal¬
ten »Geduld- üben = geduldig sein ♦
Kritik üben ~ kritisieren • Rache üben
= sich rächen * Nachsieht üben =
nachsichtig sein ♦ Verrat üben ~ etw.
od. jmdn. hintergehen, verraten • Ge¬
rechtigkeit üben - gerecht sein«
über —> ü|ber: I Pr dp. mit Dat./Akk. 1
räumlich aj mit Akk. (zu erfragen
durch 'wohin?') bezeichnet, daß etw.
od. jmd. oberhalb von etw. befindlich
ist od. gebracht wird »Hängt das Bild
doch über das Sofa! (Wohin soll das
Bild gehängt werden? - Über das
Sofa!)« b) mit Akk. (zu erfragen
durch 'wohin?') bezeichnet einen Vor¬
gang, der zu einer direkten Befind¬
lichkeit von etw. auf etw. führt »Er
hängt die Jacke über die Stuhllehne.
( Wohin hängt er die Jacke? - Über die
Stuhllehne.) c) mit Akk. bezeichnet,
daß sich etw. bis zu einer bestimmten
Höhe erstreckt »Der Ärmel reicht bis
über das Handgelenk.« d) mit Dat. (zu
erfragen durch 'wo?') bezeichnet eine
Befindlichkeit auf der entgegenge¬
setzten Seite, gegenüber von etw.
Der Kiosk liegt über der Straße.« e)
mit Dat. (zu erfragen durch 'wo?') be¬
zeichnet, daß etw. od. jmd. räumlich
oberhalb von etw., jmdm. ist »Das
Bild hängt über dem Sofa. ( Wo hängt
das Bild? - Über dem Sofa.)« 1) mit
Dat. (zu erfragen durch 'wo?') be¬
zeichnet einen Zustand der direkten
Befindlichkeit von etw. auf etw. »Die
Jacke hängt über der Stuhllehne. (Wo
hängt die Jacke? - Über der
Stuhllehne.)« 2 mit Akk. bezeichnet
die Stelle eines (körperlichen) Kon¬
taktes, eine (körperliche) Berührung
»Das heiße Wachs floß ihr über die
Hände. ♦ Er streichelte ihr über das
Knie.« 3 mit Akk. bezeichnet ein Me¬
dium, Instrument »Ihren Ehemann
lernte sie über ihre Freundin kennen.«
4 mit Akk. bezeichnet, daß ein be¬
stimmter Ort durchlaufen od. durch¬
fahren wird »Der kürzeste Weg ist der
über Zürich.« 5 mit Akk. kennzeichnet
eine Summe Geldes, eine Maßangabe
o. ä. »Ich habe ihm eine Rechnung über
2500 DM geschickt.« 6 mit Akk. be¬
zeichnet die Person(en) od. etw., die/
was thematischer Inhalt, Gegenstand
ist »Ich lese gerade ein Buch über Cä¬
sar.« 7 mit Akk. bezeichnet das Spren¬
gen, Überschreiten eines Maßes o. ä.
aus »Wie er mit dem Geld umgeht,
geht über meinen Verstand.« 8 mit
Akk. -t- Kardinalzahl bezeichnet die
Überschreitung einer Menge, eines
Maßes »Ich habe über zwanzigmal bei
dir angerufen.« 9 zeitlich a) mit Akk.
bezeichnet, daß eine zeitlich be¬
grenzte Frist verstrichen, vorbei ist
(u. gibt an, in welchem Maße die Frist
überschritten wurde) »Er ist mit der
Zahlung (zwei Tage) über dem
Termin.« b) mit Akk./Dat. drückt ei¬
nen Zeitraum, zeitliche Ausdehnung
od. gleichzeitiges Geschehen aus
Ȇber das Warten bin ich
eingeschlafen. ♦ Ich bin über dem Buch
eingeschlqfen« 10 mit Dat. bezeichnet
den Grund, der zu einem bestimmten
Ergebnis, einer Konsequenz führt
»Über dem Buch vergaß sie die Zeit,«
11 mit Dat. a) <übertr.> bezeichnet eine
Rangfolge »Als Professor steht er in
der Hierarchie über uns.« b) bezeich¬
net ein Hinausgehen, eine Über¬
schreitung eines Maßes, eines Wertes
»Er liegt eine Note über dem
Klassendurchschnitt. • Es sind 20° C
über Null, du kannst die Heizung also
abstellen.12 bringt zusammen mit
zwei gleichlautenden Substantiven
zum Ausdruck, daß eine große Men¬
ge von etw. besteht »Sorgen über
Sorgen« II über' wird häufig alternativ
verwendet zu: 1 mit Personalpron. dar¬
über »Über ihre schulischen Leistun¬
gen mache ich mir keine Sorgen.« 2
mit was worüber »Über was sprecht
ihr gerade?« III Adj. 1 <übertr.> bezo¬
gen auf Fähigkeiten, Fertigkeiten,
Können, Wissen im Vergleich fähiger
als eine andere Person »In naturwis¬
senschaftlichen Fächern ist mir mein
Mann über.« 2 bringt zum Ausdruck,
daß man etw. gegenüber (aufgrund ei¬
nes Überangebotes, einer Überstra-
pazierung) langsam eine Abneigung
entwickelt »Fertiggerichte habe ich
über.« 3 [ugs.] als Rest vorhanden,
verblieben »Es sind noch zwei Schnit¬
zel von gestern über.« IV Adv. 1 mit
vorangestelltem Akk. bezeichnet eine
zeitliche Ausdehnung »Ich war den
ganzen Vormittag über zu Hause.« 2
bezeichnet, daß etw. größer, länger o.
ä. als etw., z. B. ein Wert ist »Die
Wohnung hat über 100 m2.« V 1 über
kurz od. lang: bald; in absehbarer
Zeit 2 jmdm. über sein: [ugs.] fähiger
als eine andere Person; einer anderen
Person in den Fähigkeiten, dem Kön¬
nen, Wissen überlegen 3 es (nicht)
über sich bringen: sich zu etw. zwin¬
gen »Er brachte es nicht über sich, sie
über den wahren Zustand seiner Ge¬
sundheit zu informieren.« 4 über u.
üben vollkommen »Er war über u.
über mit Lehm beschmutzt.« 5 über
etw. stehen: <übertr.> a) sich von etw.
nicht aus dem seelischen Gleichge¬
wicht bringen lassen b) etw., z. B. eine
Situation beherrschen 6 über Berg u.
Tat: ein von der Landschaft her ab¬
wechslungsreiches Gebiet 7 a) über
etw. sitzen, hocken: sich (intensiv)
mit etw. beschäftigen an etw. arbeiten
b) über der Arbeit sitzen, hocken: ar¬
beiten c) über den Büchern sitzen,
hocken: geistig arbeiten, lernen 8 es
geht nichts über...:... ist das Wichtig¬
ste, Schönste, Beste o. ä. »Es geht
nichts über ein gutes Essen.«
Über—* Üjber-: Wortbildungselement
+ Substantiv 1 bezeichnet ein zu ho¬
hes Vorhandensein des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten »Übereifer«
2 bezeichnet, daß das im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte etw. bedeckt,
direkt auf etw. aufliegt »Überschuh« 3
bezeichnet eine positiv od. negativ be¬
wertete gesteigerte Ausprägung des
im Basiswort inhaltlich Ausgedrück-
- ten »Übervater« 4 bezetch-net etw.
dem im Basiswort inhalt¬
lich Ausgedrückten Übergeordnetes,
Überlegenes »Übermacht«
über—» üjber-: Wortbildungselement 1
+ Adj. 1 a) <verst.> sehr; äußerst
»überängstlich« b) bezogen auf das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
mehr als nötig, normal »überemp¬
findlich« 2 sich nicht auf das im Basis¬
1189
Überaktivität
wort inhaltlich Ausgedrückte be¬
schränkend »überregional« II + Verb
1 a) das im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückte in zu hohem Maße tun
»überhitzen * überessen ♦ überarbeiten
♦ überdosieren« b) bezeichnet eine Ab¬
neigeentwicklung gegen etw. auf¬
grund eines Überangebotes, einer
Uberstrapazierung »überhaben: Par¬
ties habe ich über.« 2 das im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückte nochmals
tun, verbessern » (die Examensarbeit)
überarbeiten« 3 bezeichnet einen
Ortswechsel III + Substantiv + ~(e)n
etw. mit dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten bedecken, versehen
_ »übersilbern* überdachen«
Öber|ak)ti|vi|tät —> Ü|ber[ak|tijvi|tät
~ die; - ; -en Aktivität in einem zu hoch
empfundenen Ausmaß
überjall/übeijall —* ü|berjalfc Adv. 1 an
jeder Stelle »Sie ist überall kitzelig. ♦
Es regnet überall (in Europa).« 2 im¬
mer; ständig; immer wenn sich eine
Möglichkeit bietet »Er prahlt überall
mit seinem neuen Auto.« 3 «übertr.» in
allen Bereichen »Er kennt sich überall
aus, egal, worüber man mit ihm
spricht.« Ant.: <l; 2» nirgendwo 4
überall u. nirgends: an keiner be¬
stimmten Stelle, irgendwo »Er reist
ständig in der Welt herum; er ist über¬
all u. nirgends.«
über|all|her/über)all!her/über1all|her/ü-
ber|all|her —> ü|ber|all|hen Adv. von
überall; von jedem Ort »Sie bringt von
überallher ein Souvenir mit.«
überjall|hin/überjalt|hin/übetjall|hin/ü-
ber|all|hin —> ü|berfall|hinc Adv. zu
allen Orten »Er verfolgte sie überall¬
hin.«
überjaljtert —» üfber|al|tert Adj. 1 der
aktuellen Situation nicht mehr ent¬
sprechend; unzeitgemäß »Die Ma¬
schinen in der Fabrik sind völlig
überaltert.« 2 a) überwiegend aus al¬
ten bzw. älteren Personen bestehend
b) ein zu hohes Alter besitzend; nicht
mehr jung genug »überalterter Fu߬
baller«
Überfatfte|mng —» Ü|ber|al|tejrung:
die; - ; -en (Pt. s.) 1 Unzeitgemäßheit
2 hoher Anteil alter Personen 3 zu ho-
_ hes Alter
Über|an|ge|bot —> Ü|ber|an|ge|bot
das; -(e)s; -e zu großes Angebot; ein
die Nachfrage weit übertreffendes
Angebot
gberjängstjlich —» ü]ber|ängat|lich:
Adj. extrem, äußerst, in zu hohem
Maße ängstlich, furchtsam
überjan|stren|gen —*■ ü|ber|an|stren|-
gen: überanstrengst; überanstreng¬
test; hast überanstrengt jmdn. körper¬
lich u./od. geistig zu sehr mit etw. be¬
lasten
über|an|stren|gen —>• üjber]an|stren|-
gen, sich: überanstrengst dich; über¬
anstrengtest dich; hast dick überan¬
strengt seine körperlichen u./od. gei¬
stigen Kräfte überschätzen u. sich zu
sehr belasten _
Überfan|stren|gung —» Ü|ber|an|-
strenlgung: die; ~; -en a) Belastung in
einem zu hohen Maße b) erschöpfter,
krankhafter Zustand einer Person,
nachdem sie in zu hohem Maße bela¬
stet wurde
übeijantjworjten —» ü|ber|ant|wor|ten:
überantwortest; überantwortetest;
hast überantwortet eine Person od.
etw. jmdm. zur Pflege, Weiterbehand¬
lung geben
überjant|wor|tung —» Ü|ber|antjwor|-
tung: die; ~ ; -en (Pt. s.) Überrei¬
chung einer Person od. etw. an jmdn.
zur Weiterbehandlung
über(aiibel|ten —> ü|ber|ar|bei|ten: ar¬
beitest über; arbeitetest_ über; hast
übergearbeitet (ugs.j Überstunden
machen; über das normale Arbeitsen¬
de hinaus tätig sein
überjaijbeiften —» ü|ber|ar|bei|terc
überarbeitest; überarbeitetest; hast
überarbeitet etw. noch einmal bear¬
beiten u. dabei von Mängeln befreien
»Sie mußte die Examensarbeit überar¬
beiten.«
überjaijbei|ten —> ü|ber|ar)bei|ten,
sich: überarbeitest dich; überarbeite¬
test dich; hast dich überarbeitet zu viel
arbeiten; sich bei/mit der Arbeit zu
stark belasten
Übeijarjbeittung —» Ü|ber|arjbei|tung
die; - ; -en 1 a) nochmaliges Bearbei¬
ten, Behandeln eines Stoffes, Schrift¬
stückes o. ä. mit dem Ziel, Mängel zu
beseitigen, es qualitativ zu verbessern
»Die Überarbeitung des Aufsatzes ist
dringend notwendig.« b) Ergebnis ei¬
ner Überarbeitung (la) »Die Überar¬
beitung des Aufsatzes wird veröffent¬
licht.« 2 Erschöpfung, krankhafter
Zustand durch zu langes Arbeiten
überjaus/überjaus —> Q|berjaus Adv.
a) äußerst; sehr »Er ist ein überaus be¬
gabter Schüler.« b) mehr, stärker als
gewöhnlich »Sein Kommen freute
mich überaus.«
überjbacken (überjbakfken —> überj-
bajcken): überbackst/überbäckst;
üEerbacktestlüberbuk( e )st; hast
überbacken ein gares Gericht noch¬
mals im heißen Backofen meist mit
übergestreutem Käse, übergossen mit
einer Soße o. ä. knusprig u. bräunlich
werden lassen
Überjbau —> Ü|ber|batc der; -(e)s; -e
u. -ten 1 <Bauw.> a) Gebäudeteil, der
über die Außenmauem ragt b) Bau¬
werkteil, das auf Pfeilern o. ä. ruht 2
<Rechtsw.> Gebäudeteil, Teil einer
Mauer o. ä., der ohne Vorsatz u. ohne
Fahrlässigkeit auf dem Grundstück
des Nachbarn liegt 3 PI -e «Marxis¬
mus» Gesamtheit der ideologischen
Vorstellungen in einer Gesellschaft u.
die mit ihnen verbundenen Einrich¬
tungen wie Kirche, Erziehungswesen,
Rechtssprechung u. a.
über|bau|en —> ü|ber|bau|en: baut
über; baute über; hat übergebaut
«Rechtsw.» einen Gebäudeteil, Teil ei¬
ner Mauer o. ä., ohne Vorsatz u. ohne
Fahrlässigkeit auf dem Grundstück
des Nachbarn errichten
überlbaulen —* iitberlbaulenc über¬
baust; überbautest; hast überbaut ei¬
nen Gebäudeteil o. ä. (z. B. ein Dach)
errichten, der über die Außenmauem
ragt (meist als Schutz)
Überfbau|ung —» Ü|ber|bau|ung: die;
~ ; -en Errichtung eines Gebäudeteils
o. ä. (z. B. ein Dach), der über die Au¬
ßenmauem ragt
überfbe|anjspru|chen —» ü|ber|be|an|-
spru|chere überbeanspruchst; überbe¬
anspruchtest; hast überbeansprucht
etw. od. eine Person in zu hohem Ma¬
ße nutzen, belasten, zu starken Stra¬
pazen, Anforderungen aussetzen
Übeijbe|anfspru|chung —» Ü|berjbe|-
an|spru|chung: die; - ; -en Strapazie-
rung, Belastung von etw. od. jmdm.
in zu hohem Maße
über|be|hal|ten —* üjbeijbe|hal|ten: be¬
hältst über; behielt (e)st über; hast
überbehalten [landsch.; ugs.] als Rest
bleiben, haben
Übarjbein —* Üjbeijbein: das; -(e)s; -e
«Med.» 1 zystische Geschwulst mit
Bindegewebskapseln u. gallertarti¬
gem Inhalt (besonders am Handge¬
lenk u. Fußrücken) 2 außerhalb des
Zentralnervensystems liegende An¬
sammlung von Nervenzellen; Ner¬
venknoten
über|bejkorn|men —» üjber|be|kom|-
men: bekommst über; bekam(e)st
über; hast 'überbekommen [ugs.] 1 von
etw. völlig genug haben u. aufgrund
eines Überangebotes, einer zu häufi¬
gen Benutzung o. ä. eine Abneigung
dagegen entwickeln 2 einen, eins
überbekommen: einen Schlag (auf
den Kopf) bekommen »Er hat eins
überbekommen.«
übeijbejla|sten —> üjbeijbejlasjten:
überbelastest; überbelastetest; hast
überbelastet 1 etw. (meist ein Fahr¬
zeug) zu stark, schwer beladen »Ein
Fahrzeug darf man nicht überbelasten,
da die Achse brechen kann.« 2 eine
Person, sich selbst od. etw. in zu ho¬
hem Maße strapazieren, in Anspruch
nehmen
Überjbe|!a|stung —> Ü|berjbe|ias|tung:
die; - ; -en 1 zu schwere Beladung 2
Beanspruchung in zu hohem Maße
überjbejle|gen —* ü|ber|bejlejgen: ist
überbelegt; war überbelegt; ist überbe¬
legt gewesen in einem Gebäude, das
dafür ausgerichtet ist, für eine be¬
stimmte Zeit Personen zu beherber¬
gen (wie Hotels, Kliniken usw.), mehr
Personen aufnehmen, als die Aufnah¬
mekapazität (Bettenzahl) des Gebäu¬
des normalerweise erlaubt
Über|be|le|gung —»■ Ü|berjbe|le|gung:
die; - ; -en Aufnahme von Personen
in einem Gebäude über die normale
Aufnahmekapazität (Bettenzahl) hin¬
aus
Über]bejlich|tung —» Ü|ber]be|lich|-
tung: die; ~ ; -en «Photographie» zu
__ lange Lichtaussetzung _
Über]be)schäf|ti|gung —» Ü|berjbe{-
schöfjtijgung: die; *; -en (PI. s.) Zahl
der Anstellungen über die mögliche
wirtschaftliche Kapazität hinaus
über|be|to|nen —» üjber|be|to|nen:
überbetonst; überbetontest; hast über¬
betont etw., häufig einer Nebensäch¬
lichkeit o. ä. zuviel Bedeutung bei¬
messen, zuviel Aufmerksamkeit
schenken; etw. zu sehr hervorheben
»Dieser Gesichtspunkt wird von der
_ Partei überbetont.«
Über]be|to|nung —» Ü|berjbefto|nung:
die; ~ ; -en zu starke Hervorhebung
(meist einer Nebensächlichkeit)
über] be|trieb|lich —> ü|beijbejtrieb|-
lich: Adj. nicht auf den einzelnen Be-
1190
fiberdimensionieren
trieb beschränkt, sondern auch auf
andere Betriebe ausgeweitet
über|be|vö!|kert —> üjber|be|völjkert
Adj. «Gebiet) in einem sehr, zu hohen
Maße bewohnt »Vor allem die Dritte¬
Welt-Länder sind überbevölkert.«
Überjbe|völ|ke)rung —» Ü|ber|be|völ|-
kejrung: die; - ; - sehr, zu hohe Bevöl¬
kerungsdichte auf einer Fläche
uber|be|werjten —> ü|ber|be|wer|ten:
überbewertest; überbewertetest; hast
überbewertet a) etw. od. jtndn. über¬
schätzen, höher einschätzen, als es
der wirklichen Leistungsfähigkeit
entspricht »Der Chef hatte seine
Kenntnisse überbewertet.« b) etw.,
häufig einer Nebensächlichkeit o. ä.
zuviel Bedeutung beimessen, zuviel
Aufmerksamkeit schenken; etw. zu
sehr hervorheben
Überjbejweijtung —» Ü|ber|be|wer|-
tung: die; - ; -en a) Überschätzung ei¬
ner Leistungsfähigkeit b) zu starke
Hervorhebung (meist einer Neben¬
sächlichkeit)
über{be|zah|len —> ü|ber|be[zahjlen:
überbezahlst; überbezahltest; hast
überbezahlt a) über den üblichen Tarif
hinaus entlohnen b) jmdn. im Ver¬
gleich zu seiner Leistung zu hoch ent¬
lohnen
Überjbejzahjlung —» Üjbeijbe|zah|-
lung: die; - ; -en a) übertarifliche Ent¬
lohnung b) gemessen an der Leistung
zu hohe Entlohnung
überjblejten —> ü|ber|bie|ten: überbie¬
test; überbot(e)st; hast überboten 1
bei einer Versteigerung für etw. einen
höheren Geldbetrag als eine andere
mitsteigernde Person bieten, zahlen
u. damit den Zuschlag auf die Ware
erhalten 2 a) besser als eine andere
Person sein; eine bessere Leistung als
eine andere Person zeigen b) einen
(sportlichen) Rekord brechen »eine
Bestmarke überbieten«
Ober)biejtung —> Ü|berjbig|tung: die;
- ; -en 1 bei einer Versteigerung das
Angebot, einen höheren Geldbetrag
als eine mitsteigemde Person zu zah¬
len 2 a) bessere Leistung b) Aufstel¬
lung eines neuen (sportlichen) Re¬
kords
Überjblat|tung —» Üiberjblatjtung: die;
- ; -en Verlaschung zweier Holzbal¬
ken
über]blei|ben —* fi|ber|btei|ben: bleibt
über; blieb über; ist übergeblieben
[ugs.] als Rest verbleiben, vorhanden
sein »Es sind zwei Schnitzel überge¬
blieben.«
Überjb!eib|se! —* Ü|ber[bleib|sel: das;
■s; - a) [ugs.] das Übriggebliebene;
(wertloser) Rest »Diese Flasche ist ein
Überbleibsel der letzten Feier.« b)
etw., was aus vergangener Zeit zu¬
rückgeblieben ist
über|b!en|den —» ü|ber|bten|den: über¬
blendest; überblendetest; hast über¬
blendet «Film-, Rundfunk- u. Fern¬
sehtechnik) ein Bild, eine Toneinstel¬
lung langsam verschwinden u. die
nächste Einstellung sichtbar werden
lassen
Über]blen|dung —» Ü|ber|blen|dung:
die; - ; -e«<Film-, Rundfunk- u. Fern¬
sehtechnik) Vorgang des Wechsels
von einer Einstellung zur nächsten,
wobei sich beide Einstellungen kurz¬
fristig überlappen
Überjblick —» Üjber]blick: der; -(ejs;
-e 1 Sicht, Rundblick von einer meist
höher gelegenen Stelle aus »Von dem
Aussichtsturm hat man einen tollen
Überblick über die Küstenlandschaft.«
2 a) (grundlegende, grobe) Kennt¬
nisse bezüglich eines Bereichs »Über
dieses Thema habe ich mir einen Über¬
blick verschafft.« b) geistiges Vermö¬
gen, etw. in seiner Gesamtheit zu er¬
fassen 3 kurze Zusammenfassung ei¬
nes Themas o. ä.
überblicken (über|blik|ken —> ü-
Iberbtjjcken): überblickst; überblick¬
test; hast überblickt 1 freie Sicht ha¬
ben 2 etw. im Ganzen verstehen
fiberjbrajten —»• ü|ber|bra|ten: brätst
über; briet (e)st über; hast
übergebraten in der Wendung jtndm.
eins, einen Oberbraten: [ugs.] eine
Person schlagen
überjbreit —> fi|ber|breit Adj. n. stg.
eine Breite über ein normales Maß
hinaus besitzend
Über]brei|te Ü|berjbrei|te: die; - ; -n
Breite über ein normales Maß hinaus
überjbrin|gen —» ü|berfbrin|gen: über¬
bringst; überbrachtest; hast über¬
bracht a) etw. (auftragsgemäß) bei
jmdm. abgeben »das Losegeld
überbringen« b) jmdm. von einer an¬
deren Person etw. ausrichten »Grüße
überbringen«
Übar]brin|ger —» Ü|ber)brin|ger der;
-s; - weibl. Übor|brin|ge|rin —» Ü-
|berfbr[n|ge|rin: die; - ; -nen Bote, Bo¬
tin »Er war der Überbringer der guten
Nachricht.«
Überjbrin|gung —* Ü|ber|br|n|gung:
die; - ; -en (PI. s.) a) (auftragsgemä¬
ße) Abgabe von etw. bei jmdm. b)
Ausrichtung, Übermittlung einer
Botschaft o. ä.
überjbrückjbar —> ü|ber]brück|ban
Adj. lösbar; bekämpfbar; ausgleich¬
bar »überbrückbare Zeit der Not«
überjbrücken (überjbrükjken —» ü-
|bertbrü|cken): überbrückst; über¬
brücktest; hast überbrückt 1 etw; aus¬
gleichen; eine Lösung (für eine Über¬
gangszeit) finden »Den Stromausfall
haben wir mit Kerzen überbrückt.« 2
eine Überquenmgsmöglichkeit,
Brücke errichten »eine Autobahn
überbrücken«
Überjbrückung (Überjbrükjkung —> Ü-
|ber|brü]ckung): die; ~ ; -en 1 Aus¬
gleich, Lösung (für eine
Übergangszeit) 2 Überquerungsmög¬
lichkeit; Brücke
Überfbrückungs|bei|hil|fe (Über|brfik]-
kungs|bei|hil|fe —> Ü|berjb7ü|-
ckungs|bei|hil|fe): die; - ; -n eine
kurzfristige Bereitstellung von Geld¬
mitteln, um eine schwierige Lage aus¬
zugleichen
Überjbrfickungs|hil|fe (Über]brük|-
kungs]hil|fe —» Ü|berjbrü{ckungs|-
hit|fe): die; • ;-n 1 eine kurzfristige Be¬
reitstellung von Geldmitteln, um eine
schwierige Lage auszugleichen 2 «Au¬
to) Übermittlung von Energie an eine
leere Batterie
Überjbrückungs|kre]dtt (Über|brfik|-
kungs|kre|dit —> Üjber|brü|ckungs|-
krejdit): der; -fe)s; -e <Bankw.> kurz¬
fristiges Darlehen zum Ausgleich ei¬
nes momentanen finanziellen Not¬
standes
Uber]bür|den —» ü|berjbfirjden: über¬
bürdest; überbürdetest; hast
überbürdet jmdn. od. die eigene Per¬
son körperlich od. geistig zu sehr mit
_ etw. belasten
Übeijbüijdung —> Ü|beijbür|dung: die;
- ; -en zu starke körperliche od. geisti¬
ge Belastung
Übeijdach —> Ü|berfdacb: das; -(ejs;
-dächer Schutzdach
Obeijdajchen —> ü|beijda|chen: über¬
dachst; überdachtest; hast überdacht
ein Dach über etw. bauen
Über|da|chung —»• Ü|ber|dajchung:
die; - ; -en 1 Schutzdach »Die Überda¬
chung ist regendurchlässig geworden.«
2 Bau, Errichtung eines (Schutz)Da-
ches _
Überjdampf —> Üjbetjdampf: der;
-(ejs; - anfallender Dampf, der nicht
genutzt wird
überjdaulern —> üjberjdaujern: über¬
dauerst; überdauertest; hast überdau¬
ert eine längere Zeit als etw. od. jmd.,
lange bestehen
Übetjdecke (Überfdekjke —» Ü|ber|-
de|cke): die; - ; -n Decke, die als
Schutz- od. Schmuckdecke dient
überjdecken (überjdek|ken —* ü|ber|-
de|cken): deckst über; decktest über;
hast übergedeckt auf etw. od. jmdm.
etw. (zum Schutze) ausbreiten, legen
überdecken (über|dek|ken —» ü|ber|-
de|cken): überdeckst; überdecktest;
hast überdeckt a) «Farbe o. ä.> nichts
mehr durchscheinen lassen »Mit
Weiß kannst du das Blau nicht
überdecken.« b) sich direkt auf etw.
ausbreiten u. es bedecken »Schnee
überdeckte die Dächer.« c) dazu füh¬
ren, daß etw. nicht mehr zu erkennen,
zu sehen ist
Übeijdeckung (Überjdekjkung —» Ü-
|berjde|ckung): die; - ; -en a) Farbe,
Material, die/das nichts mehr durch¬
scheinen läßt b) Ausbreitung »Die
Überdeckung der Dächer mit Schnee
sieht weihnachtlich aus.« c) etw., was
etw. nicht mehr erkennen läßt
fibertdeh|nen —> ü|berjdeh|nem über¬
dehnst; überdehntest; hast überdehnt
etw. in zu hohem Maße, zu sehr zie¬
hen, spannen, weiten, dehnen
überjden|ken —* ü|berfden|ken: über¬
denkst; überdachtest; hast überdacht
sich (nochmals) sehr gründlich ge¬
danklich mit etw. auseinandersetzen
(bevor eine Entscheidung getroffen
wird)
übeijdeutjlich —> ü|berjdeut|lich: Adj.
äußerst, viel zu deutlich »Die War¬
nung war überdeutlich.«
überjdies/überjdies —» ü|ber|dies:
Adv. [geh.] zudem; außerdem; dar¬
über hinaus »Dies war peinlich u.
störte überdies den Gesamteindruck.«
über|di|men|sio|nal äjber|di|men|-
sljojnal: Adj. unverhältnismäßig groß,
viel, reichhaltig o. ä. »ein überdimen¬
sionales Gemälde«
uber|di|men|sio|nie|ren —> üjber]di|-
men|si|o|nie|ren: überdimensionierst;
überdimensioniertest; hast überdimen¬
sioniert viel zu hoch bemessen
1191
Überdimensionierung
Überjdi|irten|sio|nte|rung —» Ü|ber|di|-
men|sijo|nie|rung: die; - ; -en zu hohe
Bemessung
über|do|sie|ren —* u|berjdojsie|ren:
überdosierst; überdosiertest; hast
überdosiert in einer zu hohen Dosis,
zu viel nehmen, geben »Dieses Medi¬
kament darf man nicht überdosieren,
sonst führt es zu Vergiftungserschei¬
nungen.«
Über|do|sie|rung —Ü|ber|do|sie|rung:
die; - ; -en a) zu hohe Dosis »Eine
Überdosierung kann zu einem Herz¬
stillstand führen.« b) Verabreichung
einer zu hohen Dosis, Menge von
etw. »Durch die Überdosierung des
Blutdruckmedikamentes kollabierte
er.«
Übe>ido|sis —»• Ü|ber|do|sis: die; - ;
Überdosen zu hohe Menge, Dosis (ei¬
nes Rauschgiftes, Medikaments) »Er
nahm eine Überdosis Heroin.«
überjdre|hen —> ii|berjdrejhen: über¬
drehst; überdrehtest; hast überdreht 1
a) zu sehr drehen, so daß etw. nicht
mehr funktioniert, zerstört ist »Ich
habe den Wasserhahn überdreht.« b)
den Körper zu sehr drehen 2 einen
Film schneller als üblich abspielen 3
(Motor; Maschine mit zu vielen Um¬
drehungen in Betrieb lassen 4
<übertr.> zu wach, aktiv, übermütig
sein als körperliche Reaktion auf
starke innere Anspannung od. Über¬
müdung
überjdreht —» ü|berjdrehfc Adj. über¬
drehter; überdrehteste sehr wach, ak¬
tiv, übermütig als körperliche Reak¬
tion auf starke innere Anspannung
od. Übermüdung
Überldruck —> y|berjdruck: der; - fejs;
-e (Philatelie) ein Aufdruck auf einer
Briefmarke, der nachträglich vorge¬
nommen wurde
Überdruck —> Ü|berjdruck: der; ~(e)s;
Überdrücke (Physik) Druck, der die
normalen Druckeinheiten übersteigt
Überjdruck|at|molsphä|re —» Ü|ber|-
druck|atjmo|s|phä|re: die; - ; -n Ma߬
einheit für über Normal wert des Luft¬
druckes liegenden Druck
Über|druck)ka|bi|ne —» Ü|bei|druckj-
ka|bi|ne: die; - ; -n abgeriegelter kli¬
matisierter Raum mit erhöhtem In¬
nendruck, um die Atmung aufrecht¬
zuerhalten, wenn der Außendruck
dies nicht zuläfit
Über|druck|ven|til —» Ü]berfdruck|-
ven|til: das; -(e)s; -e (Technik) mecha¬
nische Vorrichtung zur Regulierung
des Innendrucks an einem Gerät, ei¬
ner Maschine
Überfdruß —» Üjber|druss: der; Über¬
drusses; - Abneigung, Unlust etw. ge¬
genüber aufgrund von Übersättigung
nach zu häufigem Genuß o. ä. »etw.
bis zum Überdruß tun«
übar|drüs|sig —* ü|ber|drüs|sig: Adj. n.
stg. jmdm. od. etw. Widerwillen ent¬
gegenbringend; etw. nicht mehr mö¬
gend, tun wollend; genug von etw.,
jmdm. habend
überjdün|gen —» ü|berjdün|gen: über¬
düngst; überdüngtest; hast überdüngt
einer Pflanze zuviel Dünger, Sub¬
stanz, die die Fruchtbarkeit, Blüte
fördert, zuführen
Überjdünjgung —* Ü|ber|dün|gung:
die; ~ ; -en (Pflanze) Zuführung einer
zu hohen Menge an Dünger, Sub¬
stanz, die die Fruchtbarkeit, Blüte
fördert »Überdüngung schadet der
Pflanze.«
über|durch)schnitt|lich —> üjberj-
durch|schnitt|lich: Adj. über dem
normalen Wert liegend
über|eck —> ü|ber]eck: Adv. nicht ge¬
rade an, vor einer Wand befindlich,
sondern an, vor der zwei Wände mit¬
einander verbindenden Ecke »Ich ha¬
be die Truhe übereck gestellt.«
Überjetjfer —* Ü|ber|ei|fen der; -s; -
übersteigerter Eifer, Tatendrang
über|eif)rig —> y|berjerf|rig-. Adj. über¬
steigert eifrig
über|eig|nen —» ü|berjeig|nen: übereig¬
nest; übereignetest; hast übereignet
eine Person zum Eigentümer eines
Besitzes machen _
Über|eig|nung —> Ü|berjeig|nung: die;
- ; -en Einsetzung einer Person zum
Eigentümer eines Besitzes; Eigen¬
tumsübertragung
Übeijeig|nungs|ver|trag —» Ü|ber|ejgf-
nungsjver|trag: der; -(e)s; -vertrage
Vertrag, in dem eine Person zum Ei¬
gentümer eines Besitzes bestimmt
. wird
Über]ei|le —> Ü|ber)ei|te: die; - ; - allzu
große, übersteigerte Hast
iiberfeijten —* ü|ber|ei|ten: übereilst;
übereiltest; hast übereilt 1 zu schnell,
überstürzt, vorschnell u. unbedacht
handeln 2 (Hirsch) die hinteren Läufe
vor den vorderen Läufen aufsetzen
übeijejtt —* ü|betjeilt: Adj. vorschnell
u. unbedacht »eine übereilte Entschei-
düng«
Überleitung —> Ü|beijei|lung: die; - ;
-en Uberstürztheit; Unbedachtsam¬
keit; zu große Hast ohne vorheriges
Bedenken
überjein|an|der —> ü|ber|ei|n|an|der:
Adv. 1 etw. (räumlich oberhalb) über
etw. anderem »Die Betten stehen
übereinander.« 2 sich gegenseitig zum
(Gesprächs-)Thema haben
—> ü|berfei|n|an|der le|gen: s. überein-
anderlegen
—> ütber|ei|n|an|der liefgen: s. überein¬
anderliegen
—» ü|ber|ei|n|an|der schichjten: s.
Übereinanderschichten
—> ü|ber|ei|n|an|der schtajgen: s. über¬
einanderschlagen
—* ü|berjei|n|an|der setjzen: s. Überein¬
andersetzen
—» üjber|ei|n|an|der sit|zen: s. Überein¬
andersitzen
—» ü|ber|ei|n|an|der ste|hen: s. überein¬
anderstehen
—> ü|ber|ei|n|an|der stellten: s. überein¬
anderstellen
—» ü|ber|ei|rt|an|der weijfen: s. über¬
einanderwerfen
ühe(jein|an|der|le|gen —» ü|ber|ei|n|-
anjder le|gen: legst übereinander; leg¬
test übereinander; hast übereinander-
gelegt —»hast übereinander
gelegt*— etw. (räumlich oberhalb)
über etw. anderes legen, zum Liegen
bringen
über|etn|an|der|lie|gen —* ü|beijei|n|-
anjderTtejgen: liegen übereinander; la¬
gen übereinander; haben übereinander¬
gelegen —> haben übereinander
gelegen<— (räumlich oberhalb) über
etw. anderem od. jmdm. liegen
übeijein|an|der|schich|ten —> üjberj-
ei|n|an|der schichjten: schichtest
übereinander; schichtetest übereinan¬
der; hast übereinandergeschichtet
—»-hast übereinander geschichtet*—
etw. (räumlich oberhalb) über etw.
anderes schichten, (an)ordnen
über|ein|an|deijschla|gen —> ü|ber|ei|-
n|an|der schla|gen: schlägst überein¬
ander; schlugfejst übereinander; hast
übereinandergeschlagen —»hast
übereinander geschlagen<— etw.
(räumlich oberhalb) über etw. ande¬
res breiten, legen
über|ein|an|der|set|zen —» ü|ber|ei|n|-
anjder set|zen: setzt übereinander;
setztest übereinander; hast übereinan¬
der gesetzt —»hast übereinander
gesetzt*— etw. (räumlich oberhalb)
über etw. anderes setzen, zum Sitzen
bringen
fiber|ein|an|der|sit|2en —» ü|ber|ei|n|-
anjder sit|zen: sitzen übereinander;
saßen übereinander; haben übereinan¬
der gesessen —»haben übereinander
gesessen*— (räumlich oberhalb)
über etw. anderem od. jmdm. sitzen
iiber|ein|an|der|ste|hen —* ü|ber|ei|n|-
an|der stejhen: stehen übereinander;
standen übereinander; haben überein¬
andergestanden —»haben übereinan¬
der gestanden*— (räumlich ober¬
halb) über etw. anderem stehen »Die
Tassen stehen übereinander.«
iiber|ein|an|derjstei|ten —» ü|ber|ei|n|-
an|der stellten: stellst übereinander;
stelltest übereinander; hast übereinan¬
dergestellt —»hast übereinander
gestellt*~ etw. (räumlich oberhalb)
über etw. anderes stellen, zum Stehen
bringen »Stell die Tassen übereinan¬
der!«
über|ein|an|der|werjfen —* ü|berje)|n|-
anjder werjfen: wirfst übereinander;
warflejst übereinander; hast überein-
andergeworfen —»hast übereinander
geworfen<— etw. (räumlich ober¬
halb) über etw. anderes werfen »Du
kannst die Decken doch nicht so unor¬
dentlich Übereinanderwerfen.«
iiber|ein|fal|len —* ü|ber|einfal|len: fal¬
len überein; fielen überein; sind über¬
eingefallen a) gleicher Ansicht sein b)
sich sehr ähneln
über|ein|kom|men —» ü|berjein|kom|-
men: kommen überein; kamen über¬
ein: sind übereingekommen zu einem
gemeinsamen Ergebnis, einer Verein¬
barung gelangen
Über|ein|kom|men —> Ü|ber|einjkom|-
men: das; -s; ~ a) Beschluß; Klärung;
Abmachung; Vereinbarung »Sie ka¬
men zu dem Übereinkommen, den Ver¬
trag vorzeitig zu lösen.« b) ein Über¬
einkommen treffen: etw. abmachen,
beschließen, verabreden
Über|ein|kunft —» Ü|beijein|kunft: die;
- ; -künfte (gemeinsamer) Beschluß;
Klärung; Abmachung; Vereinbarung
über|e|n|ettm|men —» ü|ber|ein|stim|-
men: stimmen überein; stimmten über¬
ein; haben übereingestimmt a) in einer
Angelegenheit o. ä. gleicher, einer
Ansicht sein; die gleiche Meinung wie
jmd. anderes haben »Hierin stimmen
1192
tiberfordern
wir überein.« b) zusammenpassen;
miteinander vereinbar
überjein|stim|inend —» üjber|ein|stim|~
mend: Adj. a) einer, gleicher Ansicht,
Meinung b) zusammenpassend; ver¬
einbar
Überjein|stim|mung —> Ü|ber]ein|-
stim|mung: die; - ; -en a) Einhellig¬
keit; Einigkeit hinsichtlich einer An¬
sicht b) Vereinbarkeit; Abgestimmt-
heit »die Übereinstimmung der Far¬
ben«
überjein|tref[fen —* ü(ber|ein|tref|fen:
treffen überein; trafen überein; sind
übereingetroffen zu einem gemeinsa¬
men Ergebnis, einer Vereinbarung ge¬
langen
übeijempjfind|lich —» ü|beijemp|find|-
lich: Adj. a) körperlich allzu empfind¬
lich, sensibel b) seelisch äußerst fein¬
' fühlig, sensibel
Über|emp[fmd|lich|keit —> Üjber]empj-
find|lich(keit: die; - ; - a) körperlich
allzu große, übersteigerte Empfind¬
lichkeit b) seelisch allzu starke Fein¬
fühligkeit, Empfindlichkeit
über]erjfül|len —» üjber|etjfül|len: er¬
füllst über; erfülltest über; hast überer¬
füllt a) mehr als ein gesetztes Soll er¬
reichen b) «früher DDR» über das Ziel
_ hinaus produzieren
Obetier|fül|iung —* Ü|beijer|fül|lung:
die; ~ ; -en «früher DDR> Produktion
über das Ziel hinaus
Überjerlnäh|rung —» Üjberjer|nähj-
rung: die; - ; - über die benötigte
Nahrungsmenge hinausgehende Zu-
sichnahme an Lebensmitteln
überjerfregjbar —> ü|berjer]reg|bar:
Adj. sehr leicht u. zu schnell erregbar
Überjer|reg|bar|keit —> Ü]ber|er]reg|-
barfkeit: die; ~ ; - allzu schnelle,
leichte Erreichung des Zustandes der
Erregtheit
übertesjsen —» üjber|es|sen, sich: ißt
dich über; aß/esjt dich über; hast dich
übergegessen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— eine Speise so häufig
zu sich nehmen, daß man eine Abnei¬
gung gegen sie entwickelt »An Pizza
habe ich mich übergegessen.«
über]es|sen —> ü|ber)es|sen, sich:
überißt dich; überaß(es)t dick; hast
dich übergessen —*alle Gegenwarts¬
formen mit ss*— von etw. so, zu viel
essen, daß einem schlecht, übel (im
Magen) wird
überf.: Abk. 1 überfällig 2 überführt
über]fach|lich —> üjber]fach|lich: Adj.
n. stg. nicht auf ein Fachgebiet be¬
schränkt
über[fah|ren —» ü|ber)fah|ren: fährst
über; fuhr(e)st über; hast/bist
übergefahren a) bist mit einem Boot o.
ä. über ein Gewässer zur anderen Sei¬
te fahren b) hast jmdn. mit einem
Boot o. ä. über ein Gewässer zur an¬
deren Seite fahren, bringen
über]fah|ren —> ü|berffahjren: über¬
fährst; überfuhr(e)sl; hast überfahren
1 a) über etw., ein Lebewesen hinweg¬
fahren, es überrollen (mit einem Auto
o. ä.) u. dabei den Tod od. körperli¬
che Schäden erzeugen »Ein kleiner
Junge ist überfahren worden.« b) an
etw. unachtsam vorbeifahren »eine
rote Ampel überfahren« c) mit einem
Fahrzeug überqueren 2 <übertr.>
[ugs.] jmdn. mit einem Wunsch o. ä.
bedrängen, etw. von ihm verlangen,
ohne ihn darüber nachdenken zu las¬
sen
Obeijfahrt —» 0|ber|fahrfc die; - ; -en
Zurücklegung'eines Weges mit einem
Boot o. ä. über ein Gewässer zur an¬
deren Seite »Die Überfahrt machen
wir mit einer hochmodernen Fähre.«
Öbeijfal! —»■ Ü|berjfal1: der; -(ejs;
Überfalle 1 ein(e) plötzliche(r) Attak-
ke, Angriff 2 Ort, Punkt, an dem
Wasser über ein Wehr abfließt 3
<Rechtsw.> Bezeichnung für das Ab¬
fallen von Obst auf ein nachbarliches
Grundstück, wobei das Obst dann
rechtlich demjenigen gehört, auf des¬
sen Grund u. Boden es liegt, nicht
demjenigen, der den Baum od.
Strauch besitzt
überjfaljlen —> üjberjfa(|len: fällst über;
fiel(e)st über; bist übergefallen 1
<Wild> eine Hürde o. ä. mit einem
Sprung überwinden 2 über etw. stol¬
pern u. zu Fall kommen
überjfal|len —> ü|berjfal|len: überfällst;
überfiel/e)st; hast überfallen 1 einen
gewaltsamen Angriff ausführen »ei¬
nen Supermarkt überfallen« 2 a) einen
nicht abgesprochenen Besuch ma¬
chen b) eine Person ohne Rücksicht¬
nahme plötzlich mit etw, behelligen 3
jmdn. plötzlich erfassen »Schmerz
überfiel ihn.«
überjfäl|lig—> ü|beijfäl|)ig: Adj. 1 gegen
die Erwartung noch nicht erfolgt, ein¬
getroffen, was seit längerer Zeit be¬
reits hätte erledigt, passiert sein sollen
»eine überfällige Entscheidung • ein
überfälliger Zug« 2 «Wechsel o. ä.>
nicht rechtzeitig eingelöst
Übeijfalllkomjmanfdo/fösterr.] Überf-
falis|kom|man|do—» Ü|berjfall|komj-
-s; -s [ugs.| zum Einsatz (in Notsitua¬
tionen) bereiter polizeilicher Dienst
Übeijfang —» Ü|ber|fang: der; -(e)s;
Überfänge farbige Glasschicht über
farblosem Glas
übeijfanlgen —> ü|ber)fan[gen: über¬
fängst; überfing(e)st; hast überfangen
mit einer farbigen Glasschicht über¬
ziehen
übeijfär|ben —> U|ber)fäijben: über¬
färbst; überfärblest; hast über/ge)-
färbt etw. Farbiges mit einer weiteren
Farbe färben, um eine Farbverände¬
rung od. eine Farbgebung zu bewir¬
ken
Überjfärjbung —» Ü|ber|fjjrfbung: die;
- ; -en Bewirkung einer Farbverände¬
rung od. Farbgebung
übeijf)rjnis|sen —» ü|berjfirjnis|sen:
überfirnißt; überfirnißtest; hast über-
firnißl —>alle Formen mit ss<— ein
Öl zum Schutz auftragen
t)ber|fi)schen —> ü|berjfi|achen: über¬
fischst; überfischtest; hast überfischt
einen Fischbestand durch zu häufiges
Fischen in zu hohem Maße verrin¬
gern
Übertfjjschung —> Ü|ber1fi)schung:
die; - ; -en Verringerung des Fischbe¬
Standes in zu hohem Maße
ÜbeijfleiB —> Ü|berjfleiß: der; -es; -
übermäßiger Fleiß
überffleilQig —> ü|ber[ffei|Big: Adj. in zu
hohem Maße strebsam, fleißig
übeijfliejgen —»■ ü|bertflie|ger>: über¬
fliegst; überflog/e)st; hast überflogen
1 fliegend etw. überqueren »Das Flug¬
zeug überfliegt gerade Paris.« 2
<übertr.> nicht aufmerksam, sondern
etw. nur schnell u. flüchtig lesen »Die
letzten 20 Seiten des Romans habe ich
nur kurz überflogen.«
Überjffiejger —* Ü|ber|flie|gen der; -s;
~ weibl. Über|flie|ge|rin —> Üfberj-
flie|ge|rin: die; - ; -nen überdurch¬
schnittlich begabte Person
überfflie|8en —* üjberjftiejBen: fließt
über; floß über; ist übergeflossen
—*alle Vergangenheitsformen mit
ss*— 1 «Flüssigkeit» a) über eine Be¬
hältnisbegrenzung treten b) «Behält¬
nis» zuviel von etw. Flüssigem enthal¬
ten, so daß es über die Behältnisbe¬
grenzung tritt 2 ineinanderlaufen
über|flie|ßen —»■ ü|berjflje|ßen: über¬
fließt; überfloß; hat Überflossen
—*a!!e Vergangenheitsformen mit
ss*— «Flüssigkeit» an etw. herunter,
_ über etw. hinweg laufen
Überjflug —» Ujberjflug: der; -/e)s;
-flüge Zurücklegung einer Strecke
fliegend über etw. hinweg
über|flü|geln —»■ Ö|berjflü]gein: überflü¬
gelst; überflügeltest; hast überflügelt
sich nach einer bestimmten Zeit stei¬
gern u. dann bessere Leistungen als
andere Personen erbringen
Überjflü|ge|lung/Überfflüg|iung —» Ü-
|ber|fliyge(lung/Ü|berjflüg|iung: die;
- ; -en Erbringung besserer Leistun¬
gen im Vergleich mit anderen Perso¬
nen
ÜberffluB —» Üjberffluss: der; -flusses; -
1 Vorhandensein von etw. über das
benötigte Maß hinaus, mehr als ge¬
braucht wird 2 zum, zu allem Über¬
fluß —zum, zu allem Überfluss:
auch das noch; noch zu etw. (Negati¬
vem) hinzukommen »Zu allem Über¬
flußbekam ich auch noch die Grippe.«
3 Überfluß bringt Überdruß —»
Überfluss bringt Überdruss: wer zu¬
viel hat, besitzt o. ä. schätzt es nicht
mehr, es wird ihm überdrüssig
Über|f)uß|ge|seU|schaft —» Ü|berj-
fluss|ge|selljschaft: die; ~ ; -en [meist
abwert.] Gesellschaft, die in ihrem Le¬
ben stark, zu sehr auf Konsum be¬
dacht ist
übeijflüs|sig —> ü|bertflüs|sig: Adj.
nicht nötig u. entbehrlich, verzichtbar
»überflüssiger Ballast.«
übeijflüs|si[gerjwei|se—* ü)ber]flüs)si|-
gerjwcüjse: Adv. obgleich es unnötig
u. verzichtbar ist, wäre
über|flu|ten —» ü|ber(flu|ten: flutet
über; flutete über; ist übergeflutet über
das Ufer treten (u. eine Überschwem¬
mung verursachen)
über|flu)ten —»ii|beijflu|ten: überflutet;
überflutete; hat überflutet 1 ganz mit
Wasser bedecken, überschwemmen 2
«übertr.» [geh.] in äußerst hohem Maß
bedenken »Er überflutet sie mit Kom-
_ plimenten.«
Übefjflujtung —» Ü|beijflujtung: die; - ;
-en Überschwemmung
übertfor|dern —> ü|beijfoijdem: über¬
forderst; überf ordertest; hast
überforden eine Leistung o. ä. verlan¬
gen, erwarten, die über das Vermögen
jmds. hinausgeht
1193
Überforderung
Übartfoijdejrung —> Ü|ber]fgr|de|rung:
die; • ; -en Erwartung, Abverlangung
einer Leistung o. ä. über das Vermö¬
gen jmds. hinaus
Überjfracht —* Ü)ber[fracht: die; ~; -en
Ladung, Gepäck mit zu hohem Ge¬
wicht
überffrachlten —> üjberjfrachjten-.
überfrachtest; überfrachtetest; hast
überfrachtet 1 etw. mit zuviel Ge¬
wicht, zu schwer beladen 2 <übertr.>
Zusammentreffen (von Verschiede¬
nem) u. sich dabei teilweise verdecken
Übefjfrech|tung —> Ü|berjfrach[Umg:
die; ~ ; -en \ zu schwere Beladung 2
dibertr.) gegenseitige Überlagerung
»Überfrachtung der Gefühle«
übeijfrajgen —> ü|berjfra|gen: über¬
fragst; überfragtest; hast überfragt a)
jmdn. nach etw. fragen, worauf detje-
nige die Antwort nicht kennt, nicht
kennen kann »Du willst wissen, ob es
morgen regnen wird? - Damit über¬
fragst du mich.« b) da bin ich
überfragt: darauf kenne ich keine
Antwort, das weiß ich nicht, entzieht
sich meiner Kenntnis
über)frem|den —» ii|beijfrem|den:
überfremdet; überfremdete; hat
überfremdet etw. mit vielen fremden
Einflüssen versehen (2) »Diese Spra¬
che wurde durch amerikanische Ein¬
flüsse überfremdet.«
Über)frem|dung —> Ü|berjfrem|dung:
die; - ; -en Überflutung, Überlage¬
rung mit fremden Einflüssen
über}fres|sen —» ü|berjfres|sen, sich:
überfrißt dich; überfraß(es)t dich;
hast dich überfressen —>alle Gegen¬
wartsformen mit ss<— a) <Tier> zu
viel an Nahrung aufnehmen »Der Vo¬
gel atmet so schwer, da er sich über¬
fressen hat.« b) (Mensch) [ugs.] äu¬
ßerst viel essen » Überfriß dich nicht!«
über|frie|ren —> ü|ber|frie|ren: über¬
friert; überfror; ist überfroren eine
(dünne) Eisschicht durch Kälteein¬
wirkung (unter 0° C) bilden
Überfuhr —* Ü|ber|fuhr: die; - ; -en
[österr.j Schiff, das im Pendelverkehr
zwei Seiten eines Gewässers verbindet
u. dabei Güter u. Personen transpor¬
tiert
üb«tifiih|ten/über|füh|ren —» ü|ber|-
fün|ren: überführst/führsl über; über¬
führtest/führtest über; hast über (ge )-
führt 1 etw. od. jmdn. an einen ande¬
ren Ort befördern »Der neue Golf
wurde von Italien nach Hamburg
über (ge (führt.« 2 den Übergang in ei¬
nen anderen Zustand bewirken »Er
wurde in den Beamtenstatus über(ge)-
führt.«
überffühjren —> ü|ber|fuh|ren: über¬
fuhrst; überführtest; hast überführt 1
einen Weg über etw. bilden »Die
Brücke überführt die Autobahn.« 2
den Beweis erbringen, daß jmd. ein
Verbrechen, einen Fehler o. ä. began¬
gen hat
Überjfüh|rung —» Ü|ber[füh|rung: die;
- ; -en 1 Brücke, Weg, Straße, Über¬
querungsmöglichkeit über Schienen,
eine Straße, ein Gewässer o. ä. »Es
wird eine neue Überführung über den
Rhein gebaut.« 2 PL s. das Nachwei¬
sen, Beweisen einer Straftat, eines
Fehlers »Der Polizei gelang die Über¬
führung des Mörders.« 3 Beförderung
von etw. od. jmdm. an einen anderen
Ort »Bei einem Neuwagenkauf im
Ausland muß man die Kosten der
Überführung zu dem Kaufpreis rech¬
nen.« Ant.: <1> Unterführung
Überjfül|le —» ()|berjfül|le: die; - ; - (zu)
große Fülle »Fleisch war in Überfülle
vorhanden.«
überfüllt —> ü|beijfüllt: Adj. überfüll¬
ter; überfüllteste mehr als voll; völlig,
zu stark, über das Fassungsvermögen
hinausgehend belegt »ein überfülltes
Seminar • Das Tierheim ist jedes Jahr
zu den Sommerferien überfüllt.«
Übertfül|lung —» Ü|ber|ful|lung: die; - ;
-en (PI. s.) vollkommene, zu starke
Belegung »Die Überfüllung der Semi¬
nare entsteht aufgrund der steigenden
_ Studentenzahlen.« _
Über|funk|ti|on —> Ü|berjfunk|tijon:
die; - ; -en <Med.> übermäßige Funk¬
tion eines Organs (sehr häufig der
Schilddrüse, die dann verstärkt Hor¬
mone ausschüttet), Ant.: Unterfunk¬
tion
über|fütttern —»■ ü|ber|füt(tern: überfüt¬
terst; überfüttertest; hast überfüttert
a) <Tier> übermäßig Nahrung zufüh¬
ren b) (Mensch» [ugs.) übermäßig
Nahrung zuführen
Über|fütjte|rung —» Ü|ber[füt|te|rung:
die; -; -en (PI. s.) Zuführung von zu¬
viel Nahrung
Überjgajbe —> Ü|ber|ga|be: die; - ; -n
Aushändigung, die Überreichung,
Weitergabe von etw. an jmdn. »die
Übergabe des Lösegeldes an die Ent¬
führer« _
Übergang —» Üjbeijgang: der; -(e)s;
-gange 1 a) Überquerungsmögüch-
keit, Weg, Straße, Brücke o. ä., die/
der über Schienen, eine Straße, ein
Gewässer führt, die Möglichkeit bie¬
tet, auf die andere Seite zu gelangen
b) gesicherte Überquerungsmöglich¬
keit wie Zebrastreifen, Ampel über
eine Straße, Bahnschienen 2 das Hin¬
übergehen, Passieren »200 m weiter
ist ein Übergang über die Autobahn. ♦
Übergang an einer Grenze« 3 Herstel¬
lung einer Verbindung zwischen Din¬
gen, Gegebenheiten o. ä. »Der Über¬
gang von einem Thema zum anderen
war abrupt.« 4 a) Vorgang, der zu der
Überführung in einen anderen Zu¬
stand, anderes Stadium o. ä. führt
»Übergang vom Leben in den Tod« b)
Veränderung zu etw. »Der Übergang
vom Arbeitsleben in den Ruhestand
machte ihm Schwierigkeiten.« S a) Lö¬
sung für eine Zwischenzeit, die über¬
brückt werden muß, bis ein Endzu¬
stand erreicht ist b) Zwischenzeit, die
überbrückt werden muß, bis ein End¬
zustand erreicht ist 6 (Malerei) (feine)
Farbabstufung 7 (Eisenb.) Fahr¬
schein, der für die Benutzung der er¬
sten Klasse nachgelöst werden muß,
wenn vorher nur ein Fahrschein für
die zweite Klasse gelöst worden war
Über)gangs|bahn|bof —* Ü|berj-
gangs|bahn|hof: der; -fe)s; -bahn¬
höfe in der Nähe od. an einer Grenze
zwischen zwei Staaten gelegener
Bahnhof _
Übertgangs|be|stim|mung —» Ü|berj-
gangs|be|stim|mung: die; - ; -en zeit¬
lich begrenzt gültige Bestimmung, die
die Zwischenzeit von einem alten zu
einem neuen Rechtszustand regelt
Über]gangs|eijschei|nung —» Ü|ber|-
gangs|er|schei|nung: die; - ; -en zeit¬
lich begrenzte Erscheinungsform, bis
ein endgültiger Zustand o. ä. erreicht
ist
Überjgangs|jacke (Übeijgangs|jak|ke
—* Ü|ber|gangslja|cke): Jacke, die
sowohl im Herbst (bis es richtig kalt
wird) als auch im Frühling (bis es
richtig warm wird) getragen werden
kann
übeijgangsjlos —» ü|ber|gangs|los:
Adj. n. stg. unmittelbar, direkt ohne
Zwischenstufe »Nach seinem Schulab¬
schluß nahm er übergangslos sein Stu¬
dium auf.«
Überjgangs|!ö|sung —> Ü|ber|gangs|-
löfsung: die; - ; -en 1 Lösung, Abma¬
chung, die von vornherein nur für
eine begrenzte Zeit gelten soll 2 Per¬
son, die im Rahmen einer Übergangs¬
lösung (1) mit einer Aufgabe betraut
wird
Über)gangs|man|tel —» Ü|ber|gangs|-
manjtel: der; -s; -mäntel Mantel, der
sowohl im Herbst (bis es richtig kalt
wird) als auch im Frühling (bis es
richtig warm wird) getragen werden
kann
Über|gangs|pelri|ode —» Ü|berjgangs|-
pe|ri|o|de: die; - ; -n 1 Zeit eines
Wechsels (von einem Zustand in ei¬
nen anderen) 2. (Marxismus) Zwi¬
schenstufe des Übergangs (5) vom
Kapitalismus zum Kommunismus
Über|gangs|pha|se —> y|ber|gangs|-
phajse: die; - ; -n Zeit eines Wechsels
_ (von einem Zustand in einen anderen)
Über)gangs|rejgejlung —» Ü|ber|-
gangs|re|ge|lung: die; - ; -en eine zeit¬
lich begrenzt gültige Bestimmung, die
die Zwischenzeit von einem alten zu
einem neuen Rechtszustand regelt
Über]gangs|sta|di|um —» Üjberj-
gangs|sta|di|um: das; -s; -Stadien Zeit
eines Wechsels (von einem Zustand in
einen anderen)
Überjgangs|stajti|on —» Ü|ber|gangs|-
stajtjlon: die; - ; -en in der Nähe od.
an einer Grenze zwischen zwei Staa¬
ten gelegene(r) Station, Bahnhof
Überjgangs|ste!|le —* Ü|ber|gangsj-
steljte: die; - ; -n a) Überquerungs¬
möglichkeit, Weg, Straße, Brücke o.
ä. die/der über Schienen, eine Straße,
ein Gewässer führt, die Möglichkeit
bietet, auf die andere Seite zu gelan¬
gen b) gesicherte Überquerungsmög¬
lichkeit wie Zebrastreifen, Ampel
übereine Straße, Bahnschienen
Überjgangs|stil —* Ü|ber|gangs|stil:
der; -(e)s; -e eine zeitlich begrenzte
Erscheinungsform, bis ein endgülti¬
ger Zustand o. ä. erreicht ist
Überjgangs]stu|fe —* Ü|ber[gangs|-
stujfe: die; - ; -n Zwischenstadium,
bis ein endgültiger Zustand o. ä. er¬
reicht ist
Über]gangs)zeit » Ü|ber)gangs|zeit:
die; - ; -en 1 Zeit eines Wechsels (von
einem Zustand in einen anderen) 2
Frühling u. Herbst (als Jahreszeiten
zwischen den Hauptjahreszeiten
Sommer u. Winter)
1194
überhastet
Über|gar|di|ne —*■ Ü|bertgaijdi|ne: die;
~; -n rechts u. links an Fenstern ange¬
brachter Vorhang (meist aus dichtem,
festem Stoff, durch den man nicht
hindurchsehen kann), oftmals zusätz¬
lich zu einer durchscheinenden, vor
dem Fenster befindlichen Gardine
(meist aus hellem, leichten Stoff) zu
Dekorationszwecken u./od. um ihn
bei Bedarf zuzuziehen, um den Ein¬
blick von außen in das Innere eines
Zimmers zu verhindern
überjgejben —* ü|berjgejben: über¬
gibst; übergab(e)st; hast übergeben 1
einen Besitz für immer od. für eine be¬
grenzte Zeit einer Person aushändi¬
gen, überreichen, an sie weitergeben 2
an jmdn., eine Behörde o. ä. zur Bear¬
beitung weitergeben »Diese rechtliche
Angelegenheit werde ich an das Ge¬
richt übergeben. ♦ Er übergab die Ge-
schäflsleitung seinem Sohn.« 3 einer
gedachten (öffentlichen) Nutzung zu¬
gänglich machen
überjge|ben —* ü|beijge|ben, sich:
übergibst dich; übergab(e)st dich;
hast dich übergeben den Mageninhalt,
Nahrung wieder aus dem Körper
würgen »Nach dem zu fettigen Essen
mußte er sich übergeben.« Syn.: sich
erbrechen; brechen
Übeijge|bühr—> Ü|ber|ge|bühr: die; ~ ;
-en sehr hohe Geldsumme, die für
eine Leistung zu entrichten ist
übeijge(hen —> ü|ber|ge|hen: gehst
über; ging(e)st über; bist übergegan¬
gen 1 wechseln zu etw. anderem; sich
etw. anderem zuwenden »Gehen wir
zum nächsten Punkt über!« 2 langsam,
allmählich (zu etw.) werden, in einen
anderen Zustand gelangen »Die Bee¬
ren werden bald in Fäulnis übergehen.«
3 zum Eigentum einer Person werden,
ihrer Verfügungsgewalt unterstellt
sein 4 ineinander verlaufen, ohne daß
eine (Stelle der) Überleitung erkenn¬
bar wäre »Das Rot geht in Lila über.«
S Anschluß an eine andere Vereini¬
gung o. ä. finden (dort Kräfte, Ein¬
satz, Wissen usw. zur Verfügung
stellen) »Er ging zur Konkurrenz
über.«
überjge)hen —»• ü|beijge|hen: über¬
gehst; überging(e)st; hast übergangen
a) nicht eingehen auf etw. od. jmdn.,
es/die Person mit Absicht nicht be¬
achten »Er überging meinen Ein¬
wand.« b) eine Person bei etw. nicht
bedenken »Er wurde bei der Beförde¬
rung übergangen.«
Überjge|hung —> Ü|ber|ge|hung: die;
~; - Nichtbeachtung
über|ge|nau —> ü|ber|ge|nau: Adj.
übergenauer; übergenau(e)ste sehr,
zu exakt, sorgfältig »In seiner Arbeit
ist er übergenau.«
über|ge|nug —> ü|ber]ge|nug: Adv.
mehr als ausreichend
überjge|ord|net —* ü|ber]gejord|net:
Adj. a) bedeutender, wichtiger, viel¬
seitiger, vollständiger als etw. anderes
b) in einer Hierarchie über (eine) an¬
dere Person(en)n gestellt
Über|ge|päck —*■ Ü|ber|ge|päck: das;
-(ejs; - bei einer Flugreise über das
erlaubte Gewicht hinaus Mitgeführ¬
tes » Wir hatten 10 Kilo Übergepäck.«
Über|ge|wicht —*■ Ü|ber|ge|wicht: das;
-(e)s; -e 1 a) o. PL Körperschwere,
die höher ist, als sie normal sein sollte
»Sie hat 30 Kilo Übergewicht.« b) PL
s. zu hohe(s) Gewicht, Schwere »Der
Brief hat Übergewicht.« 2 a) PL s. grö¬
ßere, größte Bedeutung, Wichtigkeit;
Schwerpunkt »Dieses Ziel hat inzwi¬
schen eindeutig das Übergewicht.« b)
o. PL Besitz großer Macht, Überle¬
genheit, von der andere abhängig sind
3 Übergewicht bekommen: aus dem
Gleichgewicht geraten; die Balance
verlieren
über|ge{wichjtig —» ü|ber|ge|wichftig:
Adj. ein zu hohes Körpergewicht ha¬
bend
über)g|e|Ben —»■ ü|berjgie|ßen: über¬
gießt; übergossest; hast übergossen
—>alle Vergangenheitsformen mit
ss*— 1 eine Flüssigkeit über, auf
etw., jmdn. schütten »Sie übergießt
den Pudding mit Himbeersoße.« 2
<übertr.> reichlich mit etw. versehen
Übeijgie|ßung —s- Üjber|gjelBung: die;
- ; -en 1 Uberschüttung, Begießung
mit einer Flüssigkeit 2 diberto Über¬
häufung mit etw.
überjgip|sen —» ü|berjgip|sen: über¬
gipst; übergipstest; hast übergipst etw.
mit Gips überziehen
Ober|gla|sen —> ü|berjgla|sen: über¬
glast; überglastest; hast überglast etw.
mit Glas versehen; verglasen
Überjgla|sung —» Ü|ber|gla|sung: die;
- ; -en Verglasung; Verseilung mit
Glas
über|glück|lich —> ü|ber|glück|lich:
” Adj. mehr als, in kaum zu übertreffen¬
dem Maße glücklich; völlig zufrieden
»ein überglücklicher Vater«
über|gol|den —* ü|berjgol|den: über¬
goldest; übergoldetest; hast übergoldet
etw. mit einer Goldschicht überzie¬
hen
überjgreijfen —* ü|berjgrei|fen: greifst
über; griff! e) st über; hast über gegrif¬
fen 1 sich ausbreiten u. dabei auf etw.
anderes übergehen, es in Mitleiden¬
schaft ziehen, es einschließen »Der
Brand griff auf die Häuser über.« 2
«Musikinstrument; Sportgerät» mit ei¬
ner Hand über die andere greifen
über|grei|fend —> ü|beijgrei|fend: Adj.
sich auch auf etw. anderes ausdeh¬
nend »ein übergreifendes Thema«
•übeijgreijfend —*■ -ü|berjgrei|fend:
Wortbildungselement + Substantiv
sich nicht auf das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte beschränkend,
sondern sich auf anderes ausdehnend
»themenübergreifend • fachübergrei¬
fend • parteiübergreifend«
Überjgrfff —» ÜJber|griff: der; -fejs; -e
nicht rechtmäßige(s) Einmischung,
Eindringen in den (persönlichen) Be¬
reich, die Rechte eines anderen
übeijgrofi —» üjberfgroß: Adj. n. stg.
sehr groß
Übeijgrö|Be—» Ü|berjgrö|Be: die; - ; -n
über die Normmaße hinausgehende
Größe
überh: Abk. 1 überhaupt 2 überhöht
Qbeijhal|ten —»- ü|ber|hal|ten: hältst
über; hielt (e) st über; hast übergehal¬
ten <Forstw.> einen Baum bei der Ro¬
dung eines Waldes nicht fällen
Über{häl|ter —> Ülberthäl|tor: der; -s; -
<Forstw.> Baum, der bei Rodungen
nicht gefallt wird
Über(hand|nah|me —»■ Ü|ber|hand|-
nah|me: die; ~ ; - Zunahme in zu ho¬
hem Maße mit negativer Auswirkung
überjhand|neh|men —> ü|beijhand
neh|men: nimmt überhand; nahm
überhand; hat überhandgenommen
—>hat überhand genommen*— in
unerträglich hohem Maße zunehmen,
mehr werden, zu viel werden
Überlhang —» Ü|berjhang: der; -(e)s;
Überhänge 1 Rest, Überschuß an Wa¬
ren, der nicht absetzbar, zu verkaufen
ist »Der Überhang an Badekleidung
wird sich im Preis niederschlagen.« 2
etw., was über etw. hinaushängt, -ragt
»Der Überhang des Stoffes wird
abgeschnitten.« 3 überhängender,
herausragender Fels 4 <Archit.> Lo¬
tabweichung
über)hän|gen —> gjber]hän|gen: hängt
über; hing über; hat übergehangen 1
über die Außenmauem ragen »Das
Dach hängt über.« 2 nicht im Lot sein
3 über eine Grenze (auf benachbartes
Gebiet) ragen »Die Äste des Busches
hängen über.«
über|hän|gen —»- ü|ber|hän|gen: hängst
(dir) über; hängtest (dir) über; hast
(dir) übergehängt sich od. jmdm. etw.
umbängen »Er bängte sich das Regen¬
cape über.«
überfhänlgen —> ü|ber|hän|gen: über¬
hängt; überhing; hat überhangen etw.
durch Herabhängen ganz od. zum
Teil verdecken »Die Ranke überhängt
inzwischen das ganze Fenster.«
überjhän|gen —> ü|ber|han|gen: über¬
hängst; überhängtest; hast überhängt
etw. mit etw. zudecken, verdecken
»Sie überhängte den Sessel mit einer
Decke.«
Über|hang|man|dat —> Ü|ber|hang|-
manjdat: das; -(e)s; -e <Pol> Direkt¬
mandat in einer Verhältniswahl (in
Deutschland die Bundestagswahl, bei
der jeder Wähler zwei Stimmen hat:
a) mit der Erststimme bestimmt er
über Direktmandat einen Kandida¬
ten seines Wahlkreises b) mit der
Zweitstimme wählt er eine Parteili¬
ste), bei der die Zweitstimmen maßge¬
bend für die Mandate der Parteien im
Parlament sind; erhält eine Partei
mehr Direktmandate (Erststimmen)
als sie nach der Zweitstimmenauswer¬
tung Mandate erhalten würde, so
werden diese Mandate (Direktman¬
date, Überhangmandate) nicht gestri¬
chen, sondern bleiben bestehen
Über|hangs|recht —» Ü|ber|hangs|-
recht: das; -(ejs; - <Rechtsw.> Befug¬
nis, Zweige, Äste usw. abzuschnei¬
den, die vom nachbarlichen Grund¬
stück auf das eigene ragen
(jberfhart —» üjberlhart: Adj. n. stg.
~ übermäßig hart
überjha|sten —» üfberjhasften, sich:
überhastest dich; überhastetest dich;
hast dich überhastet etw. zu schnell u.
ohne vorheriges Bedenken tun, ent¬
scheiden o. ä.
über|ha|stet —» ü|ber|hasftet: Adj. zu
schnell; unüberlegt; überstürzt »eine
überhastete Entscheidung«
1195
überhäufen
über|häu|fen —> ü|ber|häuffen: über¬
häufst; überhäuftest; hast überhäuft 1
einer Person sehr viel (von etw.) ge¬
ben, sie damit überschütten »Er über¬
häufte sie mit Geschenken.« 2 sehr viel
an eine Stelle legen u. sie damit (fast)
verdecken »Der Schreibtisch war mit
Büchern überhäuft.«
Überfhautfunq —* Üjber|häu|fung: die;
- ; -en 1 Überschüttung, (zu) reichli¬
ches Geben, Bedenken mit etw. 2 An¬
sammlung von etw. auf etw., an ei¬
nem Ort
überhaupt —» ülberlhaupt I Adv. 1
nicht auf das Einzelne weisend, son¬
dern allgemein, gesamt (gesehen) »Er
hat schöne Augen. - Er sieht überhaupt
gut aus.« 2 abgesehen davon; außer¬
dem »... überhaupt, was willst du damit
sagen?« 3 <verst.> bekräftigend bei
Verneinungen »Das ist überhaupt
nicht wahr!« II Partikel drückt in Ver¬
bindung mit einer Frage Verärge¬
rung, Vorwurf, Verwunderung, An¬
teilnahme usw. aus; eigentlich »Was
soll das überhaupt?«
über|he|ben —> ü[berjhe|ben: hebst
über; hob(e)st über; hast übergehoben
[ugs.] etw. hinübertragen, auf die an¬
dere Seite heben »Hebst du bitte den
Stuhl über!«
über[he|ben —» ü|ber|he|ben: überhebt;
überhob; hat überhoben [veralt.] be¬
freien »Dies überhebt uns aller Verant¬
wortung.«
überfhejben —* ü|beijhe|ben, sich:
überhebst dich; überhob (e)st dich;
hast dick überhoben 1 sich durch He¬
ben, Tragen von schweren Dingen
verletzen, einen körperlichen Schaden
zufügen »Mein Bücken schmerzt, ich
habe mich überhoben.« 2 [abwert.] sich
arrogant, hochnäsig benehmen; glau¬
ben, besser, klüger o. ä. als jmd. ande¬
res zu sein
über]heb|iich —> Q|ber|heb|lich: Adj.
anmaßend; sich überschätzend; hoch¬
näsig »eine überhebliche Gesellschaft«
Übeijheb|lich|keit —=- Ü|ber|heb|lich|-
keit: die; - ; -en (PI. s.) anmaßendes
Verhalten; Selbstüberschätzung;
Hochnäsigkeit; Arroganz »Ihre Über¬
heblichkeit ist nicht zu übertreffen.«
Über[he|bung —» Ü|ber|he|bung: die;
~ ; -en (PL s.) [veralt.] anmaßendes
Verhalten; Selbstüberschätzung;
Hochnäsigkeit; Arroganz
über|hei|zen —s- ü|ber|he||zen: über¬
heizt; überheiztest; hast überheizt eine
zu hohe (Raum-)Temperatur erzeu¬
gen
über|hit|zen —» ü|ber|hit|zen: überhitzt;
überhitztest; hast überhitzt etw., sich
zu stark erwärmen, zu starker Hitze¬
einwirkung aussetzen »Der Motor
überhitzte sich.«
Überfhit|zer —» Ü|ber|hit|zer: der; -s; ~
<Technik> Teil eines Dampfkessels,
der den Dampf über die Siedetempe¬
ratur hinaus erwärmt
Über|hit|zung —* Ü|ber|hit|zung: die;
- ; -en (PI. s.) zu starke Erwärmung,
Erhitzung
über[hö|hen —> ü|ber|hö|hen: über¬
höhst; überhöhtest; hast überhöht etw.
in seiner Ausdehnung in die Höhe
vergrößern, erweitern
übeijhöht—ü|ber|höht Adj. überhöh¬
ter; überhöhteste a) räumlich zu hoch
b) etw., jmdm. nicht angemessen
»überhöhte Preise, Anforderungen«
Über|hö|hung —* Ü|ber|hö|hung: die;
» ; -en 1 räumlich a) Vergrößerung,
Erweiterung in der Ausdehnung in
die Höhe b) in der Ausdehnung in die
Höhe, höher als etw. anderes 2 Steige¬
rung in zu hohem Maße »Überhöhung
der Preise«
über)ho|len —» ü|ber[ho|len: holst über;
holtest über; hast übergeholt 1 etw. od.
jmdn. mit einem Schiff o. ä. über ein
Gewässer auf die andere Seite fahren
2 [seemannssprl.] a) <Schiff> sich auf¬
grund des Winddruckes neigen b) die
Stellung des Segels verändern
überjhojlen —> ü[berjhp|len: überholst;
überholtest; hast überholt 1 schneller
als jmd., etw. sein u. vorbeifahren,
Vorbeigehen »Der Opel überholte
uns.« 2 etw. überprüfen u. bei Bedarf
neu einstellen od. reparieren »die
Lichtmaschine überholen« 3 nach ei¬
ner gewissen Zeit eine bessere Lei¬
stung als eine andere Person erbrin-
.. ßen ..
Über|hol|ma|nö|ver —s- Üjberjhol|ma|-
nöjver: das; -s; - [ugs.] (oft riskanter)
Vorgang, bei dem jmd. versucht, an
einem anderen Fahrzeug mit höher¬
em Tempo vorbeizufahren
Übetjhol|spur —> Ü|ber|hol|spur. die;
- ;-en für das Vorbeifahren an einem
Fahrzeug gedachte Fahrbahn (im
Rechtsverkehr die linke, im Linksver¬
kehr die rechte Fahrbahn)
übeijholt —» ü[ber|holfc Adj. überhol¬
ter; überholteste 1 nicht dem neuesten
Stand entsprechend; nicht mehr aktu¬
ell »eine überholte Ansicht« 2 auf
Mängel geprüft u. repariert
Übeijhojhmg —* Ü|ber|hg]lung: die; - ;
-en Feststellung u. Behebung von
Mängel(n) »Eine Überholung des
Fahrzeugs lohnt sich nicht mehr.«
über[ho|lunga|be|dürf|tig —s» üjber)hg|-
lungs|be|dürf|tig: Adj. sich in einem
Zustand befindend, der eine Feststel¬
lung u. Behebung von Mängeln erfor¬
dert
Über|hol|veijbot —» Ü|ber|hgl|ver)bot
das; -(e)s; -e Verbot, an einem Fahr¬
zeug mit erhöhter Geschwindigkeit
vorbeizufahren
Überjhol|ver|such —» Ü|ber|hol[ver|-
such: der; -(e)s;-e Versuch, an einem
anderen Fahrzeug mit höherer Ge¬
schwindigkeit vorbeizufahren
Überihol|vor1gang —* Ü[ber|hol[vor[-
gang: der; -(e)s; -Vorgänge Vorgang,
an einem anderen Fahrzeug mit hö¬
herem Tempo vorbeizufahren
übeijhö|ren —» ü|berjhö|ren: hörst
über; hörtest über; hast übergehört
[ugs.] eine Abneigung gegen etw. ent¬
wickeln, was man sehr, zu oft ange¬
hört hat
über[hö|ren —> ü|berfhö|ren: überhörst;
überhörtest; hast überhört 1 a) etw.
absichtlich od. unabsichtlich nicht
hören »Er überhörte das Signal.« b) so
tun, als ob man etw. nicht hören wür¬
de (obwohl man es sehr wohl hört),
weil man es nicht hören, nicht darauf
reagieren möchte 2 [veralt.) jmds.
Kenntnisstand, Wissen durch Fragen
prüfen 3 das möchte, will ich über¬
hört haben: das war unpassend, ich
reagiere nicht darauf
Über-lch —> Ü|ber-Ich/Über|ich: das;
-s; - <Psychologie; Freud> innere mo¬
ralische Kontrollinstanz des Tchs’,
die geprägt ist durch anerzogene Nor¬
men u. Verbote u. das Unterbewußte
(das ’Es’) reguliert _
Überj<n|ter|pre|ta|ti|on —> Ü|ber[in|ter|-
pre|ta|ti|on: die; ~ ; -en Deutung einer
Aussage, eines Textes o. ä. über den
wirklichen Gehalt Hinaus
übeijin|teijpreftie[ren —> ü[betjin|teij-
pre(tie|ren: überinterpretierst; überin-
terpretiertesl; hast überinterpretiert
eine Aussage, einen Text o. ä. über
den wirklichen Gehalt hinaus deuten,
für bedeutungsvoller halten, als es der
Wirklichkeit entspricht
übeijlrjdisch —* üjberfiijdisch: Adj. n.
stg. 1 oberhalb des Erdbodens »über¬
irdische Leitungen« 2 nicht von der
Erde (als Planet), von dieser Welt; mit
irdischen Maßstäben nicht meßbar
»überirdische Wesen« Syn.: <1> oberir¬
disch
überjkan)di|delt —> ü|ber|kan|di|delt
Adj. <Charakter; Art des Verhaltens>
überspannt; sich übertrieben verhal¬
tend »eine überkandidelte Frau«
Überlka|pa|zi[tät —> Ü|ber|ka|pa|zi|tat:
die; ~; -en <Wirt.> personelle u. techni¬
sche Ausstattung eines Betriebes, die
nicht voll genutzt werden kann
überfkiplpen —> üjber|kip|pen: kippst
über; kipptest über; bist übergekippt 1
aus dem Gleichgewicht geraten u.
Umfallen 2 dibertr.; Stimme) plötzlich
sehr hoch u. schrill klingen (meist als
Zeichen großer Erregung)
überjkiplpen —» ü|berfkipjpen: über¬
kippst; iberkipptest; hast überkippt
etw. mit etw. anderem bedecken
überjkle|ben —> ü|ber]klejben: über¬
klebst; überklebtest; hast überklebt
etw. mit Klebstoff auf etw. anderem
befestigenu.es damit verdecken
Übeijkleid —> Üjbeijkleid: das; -(e)s;
-er [veralt.] Kleidungsstück, das man
über einem anderen trägt
überjklei|den —> ü|ber|klei|den: klei¬
dest über; kleidetest über; hast über¬
kleidet [geh.; veralt.] mit Kleidung
verdecken
iiberlklug —> ü|ber|klug: Adj. sich sehr
schlau gebend
über|ko|chen —» ü|ber|ko|chen: kocht
über; kochte über; ist übergekocht 1 zu
lange einer Hitzeeinwirkung od. zu
großer Hitze ausgesetzt werden, so
daß das Betreffende (meist Flüssiges)
über die Gefaßbegrenzung tritt 2 vor
Wut, 2!orn o. ä. überkochen: dibertr.)
überaus wütend sein
über|ko|chen —* ü|ber|kojchen: über¬
kochst; überkochtest; hast überkocht
[landsch.; meist österr.] etw. noch ein¬
mal kurz erhitzen, kochen
überjkom|men —» ü|beijkom|men:
kommt über; kam über; ist überge¬
kommen <Wasser> [seemanssprl.] über
die Schiffsbordwand spritzen
über|kom|men —> ü]ber|kgm|men:
überkommt; überkam; hat überkom¬
men 1 überwältigen; jmdm. plötzlich
bewußt werden; jmdn. plötzlich erei¬
len »Bei diesem Anblick überkam ihn
1196
Überiegen
Abscheu.« 2 [veralt.] a) als Erbe ver¬
machen b) als Erbe erhalten
über|kom|men —* ü|ber1kqm|merr
Adj. n. stg. nachfolgenden Generatio¬
nen überliefert
über|kon|fes|sio|neU —»jjjber|kon[fes|-
si|o|nelb Adj. n. stg. nicht auf eine
Konfession beschränkt, sondern auch
auf andere übergreifend, sie mit ein¬
beziehend
über|kreu|zen —»• ü|ber|kreu|zert über¬
kreuzt; überkreuztest; hast überkreuzt
1 quer über einen Platz o. ä. laufen 2
übereinanderlegen »Sie überkreuzte
die Beine.«
über|kro|nen —> ü|ber|kro|nere über-
kronst; überkrontest; hast überkront
(Med> einen kranken od. häßlichen
Zahn abschleifen u. mit einem künst¬
lichen Überzug, Aufbau versehen
Über|kro|nung —> Ü|ber|krg|ming: die;
- ; -en <Med.> Anfertigung u. Einset¬
zung eines künstlichen Zahnüber¬
zugs, Zahnaufbaus
Uber[kru|sten —> ü|ber|kru|s[ten: über-
krustest; Überkrustetest; hast überkru-
stet 1 mit einer Kruste überziehen 2
<Kochk.> eine Speise überbacken, so
daß eine knusprige Schicht entsteht
über|la|den —> üjberjlajderK überlädst;
überlud(e)st; hast überladen 1 zu viel
(Gewicht) in/auf etw. laden »Sie hat
den PKW völlig überladen.« 2 zu voll
stellen, ausschmücken »Sie überlädt
ihre Wohnung mit zuviel Nippes.« 3
<übertr.> zu viel u. zu schwere Nah¬
rung zu sich nehmen
übeijlajden —> ü|ber|la|den: Adj. 1 mit
zu viel (Gewicht) beladen »Der PKW
ist völlig überladen.« 2 in zu hohem
Maße, mit zu vielen Gegenständen
möbliert, geschmückt, dekoriert, aus¬
gestattet »Ein mit Nippes überladener
Kaum.« 3 (übertr.» zu viel u. zu schwe¬
re Nahrung zu sich genommen u. da¬
mit den Magen zu stark belastet ha¬
bend
Über|la|dung —* Ü|ber|la|dung: die; ~ ;
-en 1 zu schwere Beladung 2 Überfül¬
lung mit Gegenständen usw.
überjlajgern —* ü|ber|la|gern: überla¬
gerst: überlagertest; hast überlagert 1
direkt auf etw. liegen u. es verdecken
2 überdecken »Die Radiosender über¬
lagern sich. ♦ Dieser positive Eindruck
_ überlagert alle bisherigen Eindrücke.«
Überflajge|rung —* U|ber|la|ge|rung:
die; - ; -en 1 Überdeckung 2 (Physik»
Überlagerung durch Addition minde¬
stens zweier physikalischer Wirkun-
.. 8en ..
Über|land|bus —> 0|ber|land|bus: der;
-ses; -se (Linien-)Reisebus, der auf
Strecken zwischen Ortschaften, Städ¬
ten eingesetzt wird
Überflandjfahrt —> Ü|ber|land|fahrt:
_ die; - ; -en Fahrt, die über Land führt
Über[land|kraft|werk —» Ü|ber|land|-
kraft|werk: das; -(e)s; -e Kraftwerk,
das ein größeres Gebiet (nicht nur
_ eine Stadt) mit Energie versorgt
Über|land|lei|tung —» Ü|ber|land|lei|-
tung: die; - ; -en Kabel o. ä„ das die
elektrische Energie eines Überland¬
kraftwerkes an entsprechende Stellen
leitet
Über|landlzen[tra|le —> Ü|berjland(-
zenft|ra|te: die; - ; -n Kraftwerk, das
ein größeres Gebiet (nicht nur eine
Stadt) mit Energie versorgt
überjlang —» ü|ber]lang: Adj. n. stg.
von extremer Länge
Überjlän|ge —> Ü|ber|län|ge: die; - / -n
1 über einer Norm liegende räumliche
Länge 2 über einer Norm liegende
zeitliche Länge »Im Kim mußten wir
mehr Eintritt bezahlen, da der Film
Überlänge hatte.«
überjlap|pen —» ü|ber|lap|pen: über¬
lappt; überlappte; hat überlappt [ugs.]
sich gegenseitig räumlich, zeitlich od.
inhaltlich, thematisch überdecken,
_ überschneiden
Über|lapfpung —»• Ü|ber|lap|pung: die;
- ; -en räumliche od. inhaltliche, the¬
matische Überschneidung
über|las|sen —» ü|ber|las|sen: läßt
über; ließ(es)t über; hast übergelassen
—*■alle Gegenwartsformen mit —
[ugs.] etw. nicht restlos verbrauchen,
sondern einen Rest lassen »Ich habe
Nudeln übergelassen.«
überjlas|sen —> ü|ber)las|sen: über¬
läßt; überließ(es)t; hast überlassen
—*atle Gegenwartsformen mit ss<—
1 jmdm. etw. (was man besitzt) geben,
zur Verfügung stellen, leihen, schen¬
ken od. verkaufen »Ich überließ ihm
mein Fahrrad (für einen Tag, für SO
DM).« 2 jmdm. nicht sagen, was er
tun, wie er entscheiden soll, sondern
es ihm freisteilen »Die Entscheidung
mußt du ihm überlassen.« 3 eine Per¬
son mit ihren Gedanken, Problemen,
Gefühlen o. ä. allein lassen, ihr nicht
beistehen 4 jmdm. jmdn. od. etw. an¬
vertrauen, geben, damit er darauf
achtet, äufpaßt
über|lasjsen —» ü|ber|las|sen, sich:
überläßt dich; überließ(es)t dich; hast
dich überlassen —>alle Gegenwarts¬
formen mit ss<— sich etw. hingeben;
sich in einen Zustand fallen lassen
»Sie überließ sich der Illusion vom ewi¬
gen Glück.«
Über]las|sung —> Ü|ber|las|sung: die;
~ ; -en das Geben von etw, an jmdn.
(als Geschenk, Leihgabe, gegen Zah-
_ Iung von Geld)
Überlast —»• Ü|ber|last die; - ; -en t a)
zu schwere Beladung b) zu starke Be¬
anspruchung 2 zu schwere Bürde
über|la|sten —» ü|ber|las|ten: überla¬
stest; überlastetest; hast überlastet 1
etw. zu schwer beladen 2 jmdn. od.
etw. zu stark beanspruchen (u. damit
schädigen, in der Funktion stören)
überjla|stet —> ü|ber[lasftet: Adj. zu
sehr beansprucht »eine überlastete
Hausfrau, Maschine«
uber|la|stig —> ü|ber]las[tig: Adj. (meist
Schi ft» mit zu viel Fracht beladen
Über|la|stung —> Ü)ber|las)tung: die;
-; -en zu starke Beanspruchung
Über|lauf —» Üfberjlauf: der; -(e)s;
-laufe 1 Vorrichtung, die den Ablauf
von überschüssigem Wasser regelt (z.
B. am Waschbecken) 2 Überschrei¬
tung eines bestimmten Zahlenberei¬
ches _
Überjlauf|becken (Über|'auf|bek|keri
—> Ü|ber)lauf|be|cken): das; -s; -
Becken, in dem überschüssiges Was¬
ser aufgefangen wird
über]lau|fen —» ü|ber[lau[fen: läufst
über; lief(e)st über; bist übergelaufen
1 (Flüssigkeit» über die Begrenzung
eines vollständig gefüllten Behälters
laufen, strömen »Die Milch läuft
über.« b) zu voll sein, so daß der In¬
halt über die Begrenzung eines voll¬
ständig gefüllten Behälters strömt
»Der Topf läuft über.« 2 die Seiten,
Parteien (zum Feind, Konkurrenten)
wechseln »Der Agent will überlaufen.«
überllaulfen —> ülberilaulfere über¬
läufst; überlief(e)st; hast überlaufen 1
<Sport> a) eine Linie, Marke gegen die
Regeln passieren »Er hat den Ab¬
sprungbalken beim Weitsprung
überlaufen.« b) über ein Hindernis
laufen c) bei einem Mannschaftssport
an dem Gegner, an der gegnerischen
Abwehr vorbeispielen 2 eine Empfin¬
dung haben
überilauffen —> ü|ber|lau|fen: Adj. von
zu vielen Leuten aufgesucht u. daher
zu voll »eine überlaufene Kneipe«
Über]läu|fer —» Ü|ber|läu|fei: der; -s; -
weibl. Über|läu(fe|rin —* Ü|ber|läu|-
fe]rinc die; - ; -nen 1 (meist Milit.» Per¬
son, die zu einer gegnerischen Partei
wechselt »Im Krieg wurden viele Sol¬
daten zu Überläufern.« 2 (Jagd> zwei¬
jähriges Wildschwein
()ber|lauf|rohr —» O]ber|lauf|rohn das;
-(e)s; -e Rohr als Vorrichtung, die
den Ablauf von überschüssigem Was¬
ser regelt
überlaut —> ü|ber|laut Adj. überlauter;
überlauteste viel zu laut
über|le[ben —* ü|berjle|ben: überlebst;
überlebtest; hast überlebt 1 bei einem
gefährlichen, lebensbedrohlichen Er¬
eignis nicht zu Tode kommen »Ich
überlebte den Unfall, die schwere
Operation.« 2 längere Zeit als jmd.
anderes leben »Sie überlebte ihren
Mann.« 3 länger als etw. anderes dau¬
ern, leben »alle Modeströmungen
überleben«
Übetjiejbenjde —> Ü|berjle)ben|de: der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Überlebender; eine Überlebende;
zwei Überlebende) Person, die eine
Katastrophe, lebensbedrohende Si-
_ tuation überlebt hat
Über|(ejbens[chanjce —» (j|ber]le|-
bens|chan|ce: die; - ; -n Aussicht, bei
etw. Lebensbedrohendem nicht zu
sterben
über{(e|bens|groB —> ü|ber]le[bens|-
groß: Adj. n. stg. (Darstellung von
etw.> größer als das Dargestellte tat¬
sächlich ist, war »Vor dem Museum
stand eine überlebensgroße Statue des
_ Bildhauers.«
Übeijlejbens|grö|0e —» Ü|ber|le|bens|-
grö|ße: die; - ; -n in der Wendung in .
Überlebensgroße: größer als das
Dargestellte tatsächlich ist, war
Ober|lejbens|kampf —» Ü|ber|le|bens|-
kamph der: -(e)s; -kämpfe Kampf,
Bemühung, am Leben zu bleiben
Überlle]bensjtrai|ning —* Ü[ber)le|-
bens|trai|ning: das; -s; -s Ausbildung,
Übung, bei der das Überleben außer¬
halb der Zivilisation, in unberührter
Natur ohne Hilfe geprobt wird
über|le|gen —» üjber|le|gen: legst über;
legtest über; hast übergelegt 1 etw. di¬
rekt auf, über jmdn. breiten, legen
»Er legte ihr die Jacke über.« 2 jmdn.
übers, über das Knie legen: [ugs.]
1197
überlegen
jmdm. Schläge auf den Popo geben,
ihn verhauen
über|le]gen —» ü|ber|le|gen: überlegst;
überlegtest; hast überlegt nachden¬
ken, eine vergangene od. zukünftige,
geplante Tat, Handlung o. ä. durch¬
denken (u. zu einer Beurteilung, Ent¬
scheidung kommen) »Sie überlegte.
ob ihre Handlung sinnvoll gewesen
war.«
über|l§|gen —> ü|ber[le[gen: Adj. a)
hinsichtlich von Fähigkeiten kompe¬
tenter als jmd. anderes, ihn in etw.
übertreffend, besser sein »eine überle¬
gene Intelligenz« b) mächtiger, stärker
als jmd. c) hochmütig, herablassend
Stärke zeigend
Über|le|gen|heit —» Ü|ber|le|gen|heit:
die; - ; - a) höhere Kompetenz; höhe¬
re (andere übertreffende) Leistungs¬
fähigkeit b) höhere Macht
Überjle|gen|heits|ge|fühl —» Ü|beijlej-
genjheits|ge|fühl: das; -(e)s; -e das
Gefühl, stärker od. intelligenter, lei¬
stungsfähiger, kompetenter als eine
andere Person zu sein
überjlejgens|wert —» ü|ber|le|gens|-
wert: Adj. überlegenswerter; überle-
genswerteste so geartet, daß es lohnt,
darüber nachzudenken, es eventuell
zu akzeptieren
übeijlegt—> ü|ber|legt: Adj. überlegter;
überlegteste die Fakten, Vor- u.
Nachteile genau bedenkend »eine
überlegte Entscheidung« Ant.: un¬
überlegt
überjlei|ten —» ü|ber|lei|ten: leitest
über; leitetest über; hast übergeleitet
eine (geistige) Verbindung (zu etw.
Neuem, Anderem) hersteilen »zu ei¬
nem anderen Thema überleiten«
Über|lei|tung—» Ü|ber|lei|tung: die; - ;
-en Schaffung einer (geistigen) Ver¬
bindung zu etw. Neuem, Anderem
überjle|sen—* ü|ber|le|sen: liest über;
laset über; hast übergelesen etw. nur
(nochmals) flüchtig lesen
überjle]sen —> ü|beijle|sen: überliest;
überlas(es)t; hast überlesen etw. beim
Lesen nicht bemerken
Übeijlicht|ge|schwin|digfkeit —> 0-
-enliöhere Schnelligke?t als das Licht;
mehr als ca. 300.000 km pro Sekunde
Geschwindigkeit »In Science-Fiction¬
Romanen reisen die Raumschiffe mit
Überlichtgeschwindigkeit.«
über|lie|fern ü|ber|lie|fern: überlie¬
ferst; überliefertest; hast überliefert 1
etw. an jöe Nachfahren weitergeben;
tradieren »Die Klosterbibliotheken
überlieferten der Nachwelt wichtige li¬
terafische Werke.« 2 [veralt.] eine Per¬
son od. etw. an jmdn. aushändigen,
abgeben
Über|lie|fe[rung —» Ü|ber|liejfejrung:
die; - ; -en a) das WeitergeEen kultu¬
rellen Erbes an die Nachwelt »Den
Klöstern verdanken wir die Überliefe¬
rung dieser Texte.« b) Tradition;
überlieferte Verhaltensweise »Diese
Überlieferung hat sich bis heute gehal¬
ten.«
überjlie|gen —* ü|ber|lie|gen: überliegt;
überlag; hat übergelegen <Seefahrt>
über die festgelegte Zeit hinaus mit ei¬
nem Schiff im Hafen vor Anker sein
Über|lie|ge|zeit —» Ü|ber|He|geizeit:
die; - ; -en <Seefahrt> Verweilung über
eine bestimmte Zeit hinaus in einem
Hafen
über|lijsten—» ü|berjlis|ten: überlistest;
überlistetest; hast überlistet jmdn. mit
einem Trick, einer Täuschung zum ei¬
genen Nutzen zu etw. bringen, was er
gar nicht unbedingt wollte; jmdn. mit
einer Täuschung betrügen
Überlastung —> Ü|ber|lis|tung: die; - ;
-en listige Täuschung jmds. zum eige¬
nen Vorteil
überm—*■ ü|berm: Präp. + bestimmter
Art. im Dal. [ugs.] über dem
über|ma]chen —* ü|ber|ma]chen: über¬
machst; übermachtest; hast Übermacht
[veralt.] jmdm. etw. vererben
Übeijmacht —> Üjber|macht: die; - / -
mengen- u./od. Kräftemäßige Überle¬
genheit »Die Soldaten kämpften gegen
eine große Übermacht.«
über[mächjtig —> ü|berjmäch|tig: Adj.
n. stg. 1 überaus viel Macht besitzend
2 sehr intensiv, ausgeprägt »über¬
mächtiger Haß«
übeijmajlen —> ü|berjma|len: malst
über; maltest über; hast übergemalt
[ugs.] über eine Begrenzung (von etw.
Vorgegebenem) hinaus zeichnen
überjma|len —> ü|ber|ma|len: über¬
malst; übermaltest; hast übermalt etw.
mit Farbe überdecken
Über|ma|lung —* Ü|ber|ma|lung: die;
- ; -en a) Verdecken mit Farbe b) mit
Farbe Verdecktes
über|man|nen —> ü|berjman|nen: über¬
mannt; übermannte; hat übermannt a)
von etw. überwältigt sein, ohne daß
man etw. dagegen tun könnte b) [ver¬
alt.] besiegen
über|mannsjhoch —> ü|ber|mannsj-
hoch'- Adj. n. stg. in 3er Höhe die
Größe eines Mannes überschreitend
»Der Strauch ist übermannshoch.«
Übeijmaß—* Ü|ber|maS: das; -es; -e 1
o. PL Überfluß, große Menge von
etw. »ein Übermaß an Geschenken« 2
<Technik> im Durchmesser größerer
innerer als äußerer Teil
über|mä|8ig —> ü|ber|mä|ßig: Adj. n.
stg. a) zu stark, intensiv, groß »über¬
mäßige Trauer« b) vor Adjektiven,
Verben, Adverbien (verst.) sehr; äu¬
ßerst »übermäßig teure Preise«
übeijmä|sten —» ü|berjmäs|ten: über¬
mästest; übermästetest; hast übermä¬
stet ein Tier übermäßig füttern
Übermensch —> Ü|beijmensch: der;
-en; -en 1 (Philosophie, besonders bei
Nietzsche) Idee, Vorstellung vom
vollkommenen, perfekten Menschen
2 ideologische Vorstellung im NS-
Staat, nach der bestimmte Angehöri¬
ge der sogenannten arischen Rasse
vollkommen sind, im Umkehrschluß
aber Untermenschen existieren wie z.
B. Juden, Sinti, Roma sowie alle an¬
deren als wertlos, minderwertig gel¬
tenden Personen 3 a) [ugs.] Person,
die keine Fehler od. Schwächen hat b)
Ich bin doch kein Übermensch: [ugs.]
du verlangst zuviel von mir, ich bin
doch nur ein normaler, gewöhnlicher
Mensch
übeijmensch|lich —> ü|ber|mensch|-
lich: Adj. n. stg. 1 die Kraft eines
Menschen überschreitend 2 überna¬
türlich 3 (übertr.) in hohem Maße;
sehr »übermenschliche Anstrengung«
übeiimit|teln —* ü|berfmjt|teln: über¬
mittelst; übermitteltest; hast übermit¬
telt eine Nachricht o. ä. einer Person
mitteilen, ausrichten »Er übermittelte
Grüße.«
Übeijmitt|lung/Über|mit|te|lung —» Ü-
|ber|mrtt|lung/Ü|beijmit|te(lung: die;
- ; -en'fPt. s.) Benachrichtigung; Mit¬
teilung einer Nachricht o. ä.
Über[mitt|lungs|feh|ler —» Ü|ber|mitt|-
lungsffehller: der; -s; - Fehler bei "der
Übermittlung einer Nachricht o. ä.
übeijmor|gen —» ü|ber|mor|gen: Adv.
(von heute aus) ln zwei Tagen; der
Tag nach morgen; nicht morgen, son-
dem am darauffolgenden Tag »Heute
ist Montag, wir treffen uns übermor¬
gen, also am Mittwoch, um 20 Uhr.«
über|mü|de—* ü|ber|mü|de: Adj. n. stg.
sehr, äußerst müde
über|mü|det—> üjber|mü|det: Adj. sehr
müde u. erschöpft; zu lange ohne
Schlaf »ein übermüdeter Fluggast«
Über|mü|dung —» Ü|ber]mü|dung: die;
- ; -en (PI. s.) hoher Grad an Müdig¬
keit u. Erschöpfung aufgrund von
Schlafmangel
Überjmut—». Ü|ber|rmrt: der; -(e)s; -1
Selbstüberschätzung od. ausgelassene
Stimmung, in der leichtsinnig gehan¬
delt wird »In seinem Übermut be¬
dachte er die Folgen nicht.« 2 Über¬
mut tut selten gut wer zu überheb¬
lich ist, hat oft schlimme Folgen o. ä.
zu tragen, zu verantworten, bewirkt
nichts Gutes
über|mü|tig —» üjber|mü|tig: Adj. 1
ausgelassen u. fröhlich, heiter 2 [ver¬
alt.] eingebildet 3 die Folgen leichtsin¬
nigen Handelns nicht bedenkend
Übern.: Abk. 1 Übernachtung 2 Über¬
nahme
übern —* ü|bern: Präp. + bestimmter
Art. im Äkk. [ugs.] über den
übernächst—> üjbeijnächst-: Adj. n.
stg.; übernächste; übernächster; über¬
nächstes nicht das direkt folgende,
sondern das folgende darauf, später
über|nach|ten —* ü|berjnachjten: über¬
nachtest; übernachtetest; hast über¬
nachtet an einem anderen Ort, bei
jmdm. zu Besuch über Nacht bleiben
u. dort schlafen
übeijnächt|igt —* ülbeijnächt|igt: Adj.
aufgrund von Schiafmangel sehr mü¬
de; übermüdet »Am Morgen nach der
Party sahen alle sehr übernächtigt
aus.«
Über|nächt|ler —-=► Ü|berjnächt)ler: der;
-s; - weibl. Über|nächt[Te|rin —* Ü-
lber[nächt)le|rin: die; - ; -nen
[Schweiz.] Person (auch bezogen auf
Landstreicher), die an einem Ort
übernachtet
Über|nach|tung —=► Ü|ber]nach|tung:
die; - ; -en Verweilen an einem Ort
über Nacht »Im Hotel haben wir
Übernachtung mit Frühstück ge¬
bucht.«
Über|nachjtungs|mög|lich|kelt —» Ü-
|ber|nach|tungs|mög|lich|keit: die; -;
-en Möglichkeit, an einem Ort über¬
nachten zu können
Über[nah|me —» Ü|ber|nah|me: die; - ;
-n 1 o. PI. a) Annahme von etw. Über¬
reichtem b) Bereitschaft, etw. zu erle-
1198
überreizen
digen c) Empfang, Annahme von Ei¬
gentum zur Weiterführung 2 Ge¬
brauch fremden (geistigen) Eigen¬
tums, fremder Produktion
Über|nah|me|an|ge]bot —» Ü|ber|nah|-
me|an|ge|bofc das; -(e)s; -e Angebot,
Vorschlag, etw. zu übernehmen (u.
weiterzuführen)
Über1na|me —» Ü|ber|na|me: der; -ns;
-n <Sprachwiss.> Spott- od. Spitzname
über|na|tio|nal —> ü|ber(na|ti|o|nal:
Adj. n. stg. nicht auf eine Nation be¬
schränkt, sondern auch auf andere
ausgeweitet
über|na|tür1lich —» ü|ber1na|tür|lich:
Adj. n. stg. 1 mit wissenschaftlichen
Erkenntnissen, dem Verstand nicht
erklärbar, erfaßbar »eine übernatürli¬
che Erscheinung« 2 ein normales Maß
überschreitend
übei|neh|men —* ü|ber|neh|men:
nimmst über; nahm(e)st über; hast
übergenommen 1 [ugs.] sich etw. über
die Schulter legen 2 <Seefahrt> a)
Fracht laden b) Personen auf das
Schiff nehmen c) Wasser auf das
Deck gespült bekommen
übei1neh|men —> ü|ber|neh|men: über¬
nimmst; übernahmfejst; hast über¬
nommen 1 a) etw. Überreichtes an¬
nehmen b) etw. erledigen, ausführen
»eine Aufgabe übernehmen« c) von
jmdm. in seinen Besitz nehmen »eine
Firma übernehmen« 2 (geistiges) frem¬
des Eigentum benutzen, gebrauchen
Wenn du ein Zitat übernimmst, mußt
du dies kennzeichnen.« 3 Angestellte
eines Unternehmens im Betrieb durch
den neuen Besitzer weiter beschäfti¬
gen 4 <Seefahrt> a) Fracht laden b)
Personen auf das Schiff nehmen
überjnehlmen —> ü|ber)neh|men, sich:
übernimmst dich; übernahmfejst dich;
hast dich übernommen sich zu viel vor¬
nehmen; seine Kräfte, Möglichkeiten
überschreiten
über|ord|nen —» ü|ber|ord|nen: ordnest
über; ordnetest über; hast übergeord¬
net etw. od. jmdn. voranstellen, vor¬
ziehen, in der Rangfolge darüber stel¬
len
Über|ord|nung —» Ü|ber|ord|nung: die;
- ; -en Voranstellung von etw. od.
jmdm. über etw. od. jmd. anderen
Überjor|ga|ni|sa|ti|on —*■ Ü|ber|or|ga|-
ni|sa|ti|on: die; ~ ; - zu ausgeprägte
Planung
über[or|ga|ni(sie|ren —> ü|berjor|ga|ni|-
sie|ren: überorganisierst; überorgani¬
siertest; hast überorganisiert etw. zu
genau (bis ins letzte Detail) planen
übeijörtjlich —> ü|berjört|lich: Adj. n.
stg. nicht auf einen Ort beschränkt,
sondern auch auf andere ausgeweitet
über|par|tei|lich —* ü|beijpar|tei|lich:
Adj. n. stg. neutral u. nicht von einer
Parteilinie geleitet
überjpin|seln —> ü|ber|pin|seln: pin¬
selst über; pinseltest über; hast über¬
pinselt [ugs.] etw. mit Farbe überstrei¬
chen »Dieser häßliche Fleck muß un¬
bedingt überpinselt werden.«
Überpreis —» Ü|ber|preis: der; -es; -e
zu hoher Preis
Überjpro|duk|ti|on —» Ü|ber|pro|dukj-
ti|on: die; - ; -en <Wirt.> eine Produkti¬
onsmenge, die das notwendige (ab¬
setzbare) Maß überschreitet
übeijpro|por|tio|nal —* ü]ber|pro|por|-
ti|o|nal: Adj. n. stg. im Verhältnis zu
einer Gesamtheit zu stark, zuviel
über|prüf|bar —> ü|ber|prüf|ban Adj.
auf seine Richtigkeit hin untersuch¬
bar, kontrollierbar »Das Resultat ist
jederzeit überprüfbar.«
übeijprü|fen —> ü|ber|prü|fen: über¬
prüfst; überprüftest; hast überprüft a)
etw. hinsichtlich der Richtigkeit, der
Funktion nachsehen, kontrollieren
»die Heizung überprüfen« b) über etw.
(nochmals) nachdenken »seine Ein¬
stellung zu etw. überprüfen«
Über|prü|fung —> Ü|ber|prüffung: die;
- ; -en Kontrolle hinsichtlich der
Richtigkeit, Funktion »Überprüfung
__ der Haushaltsbücher, der Maschinen«
Über|qua|lijfi|ka|ti|on —> Ü|ber|qua|li|-
fi|ka|ti|on: die; - ; -en (PI. s.) zu gute
Bildung, Ausbildung, Fähigkeiten für
eine Arbeitsstelle, Tätigkeit o. ä. Auf¬
grund seiner Überqualifikation konnte
das Unternehmen um nicht einstellen.«
überjqua|li|fi|ziert —> ü|beijqua|li|fi|-
ziert: Adj. n. stg. für eine Arbeitsstel¬
le, Tätigkeit eine zu hohe Bildung,
Ausbildung, Fähigkeiten habend
»Für diesen anspruchslosen Job ist sie
überqualifiziert!«
über|quel|len —» ü|ber|quel|len: quillt
über; quoll über; ist übergequollen a)
über die Begrenzung eines Behältnis¬
ses laufen »Der Brei quoll über.« b)
für die eingefüllte Menge zu klein, so
daß der Inhalt über die Begrenzung
des Behältnisses läuft »Der Topf quillt
über.«
über|que|ren —> ü|ber|que|ren: über¬
querst; überquertest; hast überquert
(quer) über eine Straße, einen Platz o.
_ ä. gehen, fahren od. laufen
Übeijque|rung —> Ü|ber|que]rung: die;
- ; -en etw. in Querrichtung überwin¬
den, passieren
über|ra|gen —» ü|berjra|gen: ragt über;
ragte über; hat übergeragt über eine
Begrenzung, Außenmauer, Grundflä¬
che reichen, länger, größer sein
iiber[rajgen —»■ ii|berjra|gen: überragst;
überragtest; hast überragt a) höher,
länger, größer sein als etw., jmd. an¬
deres »Sie überragte alle Kinder der
Klasse.« b) in seiner Leistung o. ä. an¬
dere Personen übertreffen »Im Sport
überragte er alle anderen Mitschüler.«
über|ra|schen —» ü|ber|ra|schen: über¬
raschst; überraschtest; hast überrascht
a) jmdn. bei einer (heimlichen, unge¬
setzlichen) Tätigkeit o. ä. ertappen
»Ich überraschte ihn dabei, heimlich
mein Tagebuch zu lesen.« b) jmdn. mit
etw., einer Handlung, Aussage, Ge¬
ste, Geschenk o. ä., die/das jmd. nicht
erwartet, in Erstaunen versetzen »Ih¬
re Entscheidung überrascht mich.« c)
unerwartet über jmdn. hereinbrechen
überjra|schen|der1wei|se —»■ ü|ber|ra|-
schen|der|wei|se: Adv. unerwartet;
plötzlich »Überraschenderweise kam
der Zug doch noch pünktlich.«
Über|ra|schung —» Ü|ber|ra|schung:
die; - ; -en Erstaunen, positives od.
negatives Gefühl, das oft durch eine
plötzliche, unerwartete Handlung,
Aussage, Geste, Geschenk o. ä. ande¬
rer Personen bei jmdm. eintritt »Euer
Besuch war eine gelungene Über¬
raschung. ♦ Das war eine böse Überra¬
schung ( = das war eine schlechte, un¬
erwartete Nachricht o.ä.J.«
Oberjra|schungs|ef)fekt —» Ü|berjra|-
schungs|ef|fekfc der; - fejs; -e durch
ein unerwartetes Ereignis o. ä. ausge¬
löster Moment der überraschenden
Wirkung auf jmdn.; ein besonderer
Effekt, der auf einem unerwarteten
Ereignis beruht
Überfra|schungs|mann|schaft —> 0-
|ber|ra|schungs|mann|schaft: die; - ;
-en <Sport> [ugs.] eine entgegen aller
Erwartungen gut spielende Manns¬
chaft
Überjra|schungs|mojment —> Ü|ber|-
ra|schungs|mo|ment das; -fejs; -e
Augenblick, in dem eine überraschen¬
de Wirkung bei jmdm. entsteht
über]re|ag|ie|r«n —> ü|ber|re|a|g|ie|ren:
überreagierst; überreagiertest; hast
überreagiert über das normale Maß
hinaus, zu heftig, stark auf etw. od.
jmdn. reagieren
über|rech|nen —» ü|ber|rech|nen: über¬
rechnest; überrechnetest; hast über¬
rechnet 1 etw. rechnerisch überprü¬
fen; eine Rechnung kontrollieren 2
kalkulieren, ausrechnen, was etw. un¬
gefähr kosten wird
übeijre|den —»• ü|ber|re|den: überre¬
dest; überredetest; hast überredet
durch Einreden u. Argumentieren,
jmds. Handlungen beeinflussen;
jmdn. durch Reden (entgegen seiner
vorherigen Entscheidung) zu etw.
bringen, veranlassen
Überjrejdung —> Ü|ber|re]dung: die; - ;
-en (PI. s.) Beeinflussung, Veranlas¬
sung jmds. zu etw. durch Argumente
Übeijre|dungs|kunst —> Ü|ber|re|-
dungsjkunst die; - ; -künste Vermö¬
gen, Fähigkeit, eine Person zu etw. zu
veranlassen, zu überreden
überjre|gio|nal —» ü|ber|re|gi|o|nal:
Adj. n. stg. nicht auf ein bestimmtes
Gebiet beschränkt, sondern auf ande¬
re Gebiete ausgeweitet
über|reich —» q|ber|reich: Adj. n. stg. a)
besonders reich, vermögend; äußerst
wohlhabend b) besonders viel, mehr
als ausreichend beschenkt, entlohnt
werden od. als Ergebnis einer Arbeit
o. ä. erhalten »überreiche Ernte«
über]reichen —> ü|ber|rej|chen: über¬
reichst; überreichtest; hast überreicht
jmdm. etw. (feierlich) geben
überjreicti|lich —a- ü|berjreich|licfi: Adj.
n. stg. viel zu viel »Die Geschenke wa¬
ren überreichlich.«
überjreif —» ü|ber|reif: Adj. n. stg. den
Zustand der völligen Reife über-
_ schritten haben »überreife Äpfel«
Übeijrei|fe Ü|ber|rei|fe: die; - ; -
Überschreitung des Zustands der völ¬
ligen Reife
über|rei|ßen —> ü|ber|rei|ßen: über¬
reißt; überrissest; hast überrissen
—>alle Vergangenheilsformen mit
ss*— <Sport> beim Abschlag den
Schläger so hochreißen, daß der Bail
bestimmte Flugeigenschaften erhält
übeijrei|zen —» ü|ber|rei|zen: überreizt;
überreiztest; hast überreizt 1 zu sehr
beanspruchen, strapazieren u. somit
erregen »Du solltest seine Geduld nicht
überreizen.« 2 <Skat> zu hohe Werte
nennen
1199
Überreiztheit
Überfreizt(heK —* Ü|berfreizt|heit: die;
~ ; - erregter Zustand aufgrund zu
starker Belastung
Überjreijzung —* Ü|berjreifzung: die;
- ; -en Belastung, Nervosität in ho¬
hem Maße
über|ren|nen —* ü|beijren|nen: über¬
rennst; überranntest; hast überrannt a)
ohne Rücksicht auf das Hindernis
etw., jmdn. rennend zu Fall bringen
b) einen Staat militärisch schnell be¬
siegen, besetzen »den Gegner überren¬
nen«
Überjie|pr$|sen|ta|ti|on —» Ü|berfre|-
prä|sen(ta|ti|on: die; - ; -en im Ver¬
hältnis zu einer Gesamtheit eine Ver¬
tretung über das normale Maß hinaus
überjre|prä|sen|tiert —»■ ü)beijre|prä|-
$en|tiert: Adj. n. stg. in übermäßig
großer Anzahl verglichen mit einer
Gesamtheit vorhanden, vertreten
Über|rest —» Ülberjrest: der; -(e)s; -e
(m. PI.) a) Ubriggebliebenes; Rest
von etw. »die Überreste der Fete, des
Essens« b) die sterblichen Überreste:
[geh.] der Körper einer verstorbenen
Person; Leichnam
Über|rie|se|lung/Über[ries|lung —> Ü-
|ber|rielse|lung/Ü|ber|riesjlung: die;
- ; -en [geh.] das leichte u. unaufhörli¬
che Hinwegfließen über etw.
Überjrock —»• Ü|ber|rock: der; -(e)s;
-rocke [veralt.] bis zum Knie reichen¬
de Jacke mit vorderen Schößen für ei¬
nen Mann, die zweireihig geknöpft ist
Überji»H|bü|gel —Ü|ber|roll|bü|gel:
der; -s; - <Sport> Stahlbügel, der den
Fahrer eines Rennwagens o. ä. bei ei¬
nem Unfall schützen soll
überjrol|len —* ii|berjrol|len: überrollst;
überrolltest; hast überrollt a) mit ei¬
nem Fahrzeug über etw. od. jmdn.
fahren u. es beschädigen, zerstören
od. die Person verletzen, töten b) ei¬
nen Gegner besiegen
über[rumlpeln—> ü|ber|rum|peln: über¬
rumpelst; überrumpeltest; hast über¬
rumpelt a) jmdm. keine Zeit zum
Überlegen, keine Bedenkzeit lassen u.
ihm damit die Möglichkeit zur wirk¬
lich eigenständigen Entscheidungsfin¬
dung od. zur Ablehnung nehmen
»Mit seinem Vorschlag hat er mich
überrumpelt.« b) jmdn. plötzlich an¬
greifen (ohne daß er die Möglichkeit
zur Gegenwehr hat) »Wir überrum¬
pelten die Gegner.«
Über|rum|pe|lung/Über]rump|lung —»
Ü|ber|rum|pe|lung/Ü|beHnjmp|lung:
die; - ; -en a) plötzliche Konfrontati¬
on mit einer Situation, der sich jmd.
nicht entziehen kann b) plötzlicher
Angriff
über]run|den —*■ ü|berjrun|den: über¬
rundest; überrundetest; hast überrun¬
det 1 <Sport> an einem Konkurrenten
auf einer Rennstrecke o. ä. vörbeilau-
fen 2 besser als jmd. sein, bezogen auf
Leistungen o. ä.
Überjrun|dung —* Ü|ber[run|dung: die;
- ; -en 1 <Sport> Überholung eines
Konkurrenten auf der Rennstrecke 2
Erbringung besserer Leistungen o. ä.
als jmd. anderes
Übers.: Abk. a) Übersetzung b) Über¬
setzerin)
übers.: Abk. 1 übersetzt 2 übersichtlich
überfsät —» üfberjsät: Adj. übersäter;
übersälesle (selten gesteigert) in gro¬
ßer Zahl mit etw. bedeckt sein
übeijsät|ti|gen —> ü|ber]sät|ti|gen:
übersättigt; übersättigte; hat über¬
sättigt zuviel geben, anbieten; zu
stark anreichem »Der Markt ist mit
Billigprodukten übersättigt.«
übeijsät|tigt —* ü|ber|sitttigt: Adj. so
viel besitzend, daß ein Maß über¬
schritten ist, in dem jmd. etw. noch
benötigt od. schätzen kann »Der
Markt ist übersättigt.«
über|$äujem —*■ ü|ber|säy|ern: über¬
säuert; übersäuerte; hat übersäuert 1
zuviel Säure zuführen »Manche Spei¬
sen übersäuern den Magen.« 2 Milch¬
säure im Muskel ansammeln (auf¬
grund zu starker Belastung)
über[säu|ert —> ülberisäulert: Adj. zu¬
viel Säure enthaltend
Über1säue|rung —> Ülberlsaulelrung:
die; ~ ; -en <Med.> 1 zu hoher Gehalt
an Magensäure 2 Ansammlung von
Milchsäure im Muskel (aufgrund zu
starker Belastung)
Übeijschall|f1ug —> Ü|ber]schall|flug:
der; -(e)s; -/lüge Reise in einem Flug¬
zeug, das mit Überschallgeschwindig¬
keit fliegt
Über|schall|flug|zeug —> Ü|ber|schall|-
flugfzeug: das; -(e)s; -e Flugzeug, das
mit Überschallgeschwindigkeit fliegt
Überjschall|ge|schwin|dig|keit —> Ü-
|beijschail|ge|schwin|dig|keit: die; - ;
-en größere Schnelligkeit als die, mit
der sich Schall fortpflanzt
übeijschatjten —> ü]ber|schat|ten:
überschattet; überschattete; hat über¬
schattet 1 Schatten spenden 2 (in der
Wirkung) stärker als etw. od. jmd.
anderes sein u. dieses/diesen zurück¬
drängen
Überschätzung —* Ü|ber|schat|tung:
die; -; -en 1 Spendung von Schatten 2
Zurückdrängung von etw. od. jmdm.
aufgrund der Übermacht von etw.
od. jmd. anderem
übeijschät|zen —* ü|ber|schät|zen:
überschätzt; überschätztest; hast über¬
schätzt die eigene Person, jmdn. od.
etw. höher, besser einschätzen, be¬
werten, als es der Wirklichkeit ent-
_ spricht
Überjschät[zung —* Ü|ber|schät|zung:
die; - ; -en Bewertung jmds., der eige¬
nen Person od. etw. über das wirkli¬
che Leistungsvermögen o. ä. hinaus
Übeijschau —» ÜJberjschau: die; - ; -
zusammenfassende Wiedergabe eines
Sachverhaltes o. ä.
über|schau|bar —» ü|berjschau|bar:
Adj. a) klar u. deutlich u. somit erfa߬
bar b) beschränkt, so daß Konse¬
quenzen usw. abschätzbar sind »über¬
schaubare Zeit ♦ überschaubare Gefahr
♦ überschaubare Klassenstärke«
Über|schau|baijkeit —» Ü]beijschauj-
bar|keit: die; ~ ; - a) Erfaßbarkeit von
etw. aufgrund von Deutlichkeit b)
Abschätzbarkeit
über]schau|en —> Olberjschaulen:
überschaust; überschautest; hast über¬
schaut a) alle Gesichtspunkte von
etw. kennen u. es daher beurteilen
können »Ich überschaue das Problem
durchaus.« b) etw. gut u. ganz sehen
können, da die Sicht nicht durch etw.
behindert wird
überschäu|men —*• ü|berschäu|men:
schäumst über; schäumtest über; bist
übergeschäxtmt 1 a) mit Schaumbil¬
dung über die Begrenzung eines Be¬
hältnisses laufen »Die Cola schäumt
über.« b) so gefüllt sein, daß der In¬
halt mit Schaumbildung über die Be¬
grenzung läuft »Das Glas schäumt
über.« 2 <übertr.> über ein normales,
übliches Maß hinausgehen »Er
schäumte über vor Glück.«
Überschicht—* Ü|ber|schicht: die; ~ ;
-en eine weitere Schicht, die von Ar¬
beitnehmern geleistet werden muß
übeTschie|6end —» ü|b«r schießend:
Adj. n. stg. ein bestimmtes Maß über¬
schreitend
überschlagen —* ü|berschla|fen:
überschläfst; überschlief(e)sl; hast
überschlafen 1 über Nacht nochmals
über etw. nachdenken u. erst am
nächsten Tag eine Entscheidung tref¬
fen »Den Vorschlag muß ich über¬
schlafen.« 2 <übertr.> den Wecker
_ nicht hören
Überschlag —» (Überschlag: der;
-(e)s; -schlüge 1 a) <oft Sport> Dre¬
hung um sich selbst, die eigene Quer¬
achse »Sie machte einen Überschlag
auf dem Schwebebalken.« b) Looping
mit einem Flugzeug 2 überschlägiges,
ungefähres Rechnen; grobe Kalkula¬
tion »Der Überschlag ergab eine Sum¬
me von 100 DM.« 3 Entladung von
Elektrizität zwischen zwei Teilen, die
die Spannung führen
überschla|gen —»■ u|ber|schla|gen:
schlägst über; schlug)e)st über; hast/
ist übergeschlagen 1 ist sich ausbreiten
»Das Feuer ist auf das Nachbarhaus
übergeschlagen.« 2 hast etw. über
Kreuz, quer übereinanderlegen »die
Beine überschlagen« 3 auch überschla¬
gen, sich <Stimme> plötzlich (aufgrund
von Erregung o. ä.) hell u. schrill wer¬
den, klingen »Vor Wut schlug ihre
Stimme über, (auch: Vor Wut Über¬
schlag sich ihre Stimme.)« 4 ist in eine
extremere Stufe, Phase kommen
»Seine Wut schlug in Haß über.«
überschlagen —» ü|bersch!a|gen:
überschlägst; überschlug)e)st; hast
überschlagen 1 eine ungefähre Rech¬
nung aufstellen »die Kosten über¬
schlagen« 2 etw. (mit Absicht) nicht
beachten, auslassen »einige Seiten im
Lehrbuch überschlagen«
Überschlagen —> ü|berschla|gen,
sich: überschlägst dich; überschlu-
g(e)st dich; hast dich überschlagen 1
sich (mit Wucht) fallend um die eige¬
ne Achse (nach vorne, hinten zur Sei¬
te) rollen, drehen »das Auto hat sich
überschlagen« 2 sich sehr beeilen, sehr
fleißig, bemüht sein »Die Kellnerin
Überschlag sich fast.« 3 auch:
überschlagen <Stimme> plötzlich (auf¬
grund von Erregung o. ä.) hell u.
schrill werden, klingen »Vor Wut
überschlug sich ihre Stimme, (auch:
Vor Wut schlug ihre Stimme über.)« 4
Zusammentreffen »Die Angriffe über¬
schlugen sich.«
Überschlag|la|ken —» Ü|berschlag|-
la|ken: das; -s; ~ Bettuch, das unter
eine Decke gelegt wird (im Unter-
1200
Übersetzbarkeit
schied zu einem Bettbezug, in den
eine Decke gesteckt wird) u. an dem
Ende, wo das Kopfkissen liegt, sicht¬
bar über die Decke geschlagen wird
überjschläg|lich —» ü|ber|schläg|lich:
Adj. n. stg. nicht genau, sondern nur,
ungefähr, zirka »Überschläglich wird
die Renovierung 500 DM kosten.«
überjschnap|pen —» ü|berjschnap|-
pen: schnappst über; schnapptest über;
bist ubergeschnappt 1 bist [ugs.J nicht
mehr ganz normal sein »Sie ist
übergeschnappt.« 2 ist <Stimme> [ugs.]
plötzlich (aufgrund von Erregung o.
ä.) hell u. schrill werden, klingen
überfschnei|den —» ii|berjschnejfden,
sich: überschneidet sich; überschnitt
sich; hat sich überschnitten 1 zeitlich
gleichzeitig stattfmden od. sich teil¬
weise zeitlich kreuzen »Die Zeiten der
beiden Konzerte haben sich über¬
schnitten.« 2 räumlich sich kreuzen;
gemeinsame Punkte, Flächen haben
Übeijschnej|dung —» Ü|berjschnei|-
dung: die; - ; -en räumlich od. zeitlich
völlige od. teilweise Kreuzung
überfschnell —> ü|ber|schnell: Adj. n.
stg. mit sehr hoher Geschwindigkeit
überfschreifben —» ü|berfschre«|ben:
überschreibst; überschrieb (e) st; hast
überschrieben 1 jmdn. zum rechtmäßi¬
gen Besitzer von etw. machen, einset¬
zen »Die Eltern überschrieben ihrer
Tochter die Eigentumswohnung.« 2 ei¬
nem Text o. ä. einen Titel geben, zu¬
weisen »Er überschrieb den Aufsatz
mit dem Titel ’Mein Leben'.«
Übertschrei|bung —> Ü|ber|schrei|-
bung: die; - ; -en Einsetzung einer
Person als rechtmäßigen Besitzer von
etw. »Die Überschreibung der Eigen¬
tumswohnung auf die Tochter erfolgte
übereinen Notar.«
über|schrei|en —» ü|ber|schrei|en:
überschreist; überschriest; hast über¬
schrien lauter als eine andere Person
reden, rufen, schreien
überjschrejjten —> ü|ber|schrei|ten:
überschreitest; überschritt (e)st; hast
überschritten 1 a) über einen Punkt,
eine Linie hinausgehen, -reichen »Der
Feind hat die Grenze überschritten. •
Die Lösung dieses Problems über¬
schreitet meine Kenntnisse. ♦ die Tür¬
schwelle überschreiten« b) über einen
bestimmten Wert gehen »Das Ther¬
mometer überschritt die 35° C-Mar-
ke.« 2 <übertr.> etw. nicht achten; sich
nicht an etw. halten »ein Gesetz über¬
schreiten« Ant.: <]> unterschreiten
Über|schrej|tung —* Ü|berjschrei|-
tung: die; - ; -en Nichtbeachtung von
bestimmten Regeln o. ä. »Diese
Handlung war eine Überschreitung sei¬
ner Kompetenzen.«
Übeijschrlft —> Ü|ber|schrift: die; - ;
-en Titel eines Textes o. ä. »Er gab
dem Buch die Überschrift ‘Mein Le¬
ben'.«
Übeifschuh —> Ü|ber|schuh: der;
-(e)s;-e [veralt.] eine Art Schutzhülle,
die über einen Schuh gezogen wird,
um diesen vor Feuchtigkeit, Schmutz
o. ä. zu bewahren
übeijschul|det—> ü|ber|schul|det: Adj.
n. stg. sehr viele Schulden habend, so
daß jmd. kaum in der Lage ist, den
Verpflichtungen (der Rückzahlung,
Zinszahlung) nachzukommen
Über[schul|dung —> Ü|ber|schul|dung:
die; - ; -en hohe finanzielle Belastung
durch eine Vielzahl ausstehender Ver¬
bindlichkeiten
ÜberfschuB —> Ü|berjschuss: der;
Überschusses; Überschüsse 1 Menge
von etw., die nicht (unbedingt) benö¬
tigt wird »Im letzten Sommer gab es
einen Überschuß an Äpfeln.« 2 Netto¬
ertrag; Gewinn
über|schüsjsig —> ü|ber]schüs|sig:
Adj. mehr als notwendig »überschüs¬
sige Kraft«
übeijschütjten —> ü[ber|schüt(ten:
schüttest über; schüttetest über; hast
übergeschüttet a) eine Flüssigkeit über
eine Person od. etw. gießen b) Flüssig¬
keit über den Rand der Begrenzung
des Gefäßes schwappen lassen
übeijschyt]ten —» ü|ber|schüt|ten:
überschüttest; überschüttetest; hast
überschüttet [ugs.] 1 eine Flüssigkeit
über eine Person od. etw. gießen 2
<übertr.> eine Person in einem (zu) ho¬
hen Maß mit etw. bedenken »Er über¬
schüttete sie mit Komplimenten
Überjschütjtung —> Ü|berjschütftung:
die; -; -en 1 das Gießen einer Flüssig¬
keit über eine Person od. etw. 2 Be-
denkung einer Person in (zu) hohem
Maße mit etw.
Überschwang —> ÜJbeijschwang:
der; - fe)s; - ein sehr (zu) hohes Maß
an Gefühlen, Gefühlsäußerungen
—> ü|berjschwäng|lich: s. über¬
schwenglich
—> Ü|ber|schwäng|lich|keit: s. Über¬
schwenglichkeit
über|schwap|pen —* ü]ber|schwap|-
pen: schwappt über; schwappte über;
ist übergeschwappt [ugs.] a) <Flüssig¬
keit> über die Begrenzung eines Gefä¬
ßes o. ä. laufen b) zu voll mit einer
Flüssigkeit versehen, so daß diese
über die Begrenzung des Gefäßes
läuft
über|schwem|men —> ü|ber|schwem|-
men: überschwemmt; überschwemm¬
te; hat überschwemmt 1 Flüssigkeit,
die über die Begrenzungen hinweg¬
fließt »Nach den langanhaltenden hef¬
tigen Regenfällen waren die Ufer des
Rheins überschwemmt.« 2 etw. od.
eine Person in (zu) hohem Maße mit
etw.bedenken
Überjschwem|mung —> Ü|ber|-
schwem|mung: die; - ; -en 1 durch
Übertritt großer Wassermeugen über
eine Begrenzung verursachte Über¬
flutung 2 Bedenkung in (zu) hohem
Maße mit etw. »Überschwemmung
der Haushalte mit Werbematerialien«
Über|schwem|mung$|ge|biet —> Ü-
|berjschwem|mungs|ge|biet: das;
-(e)s; -e in Nähe eines Gewässers lie¬
gende Region, die mit Wasser über¬
flutet ist, war
Übeiischwsm|mungs|ka|ta|stralphe
—> Ü|ber]schwem|mungs|ka|ta|s|-
tro|phe: die; - ; -n Notsituation, bei
der ein Gebiet durch Übertritt des
Wassers, eines Gewässers über die
Ufer überflutet ist »Bei der Über¬
schwemmungskatastrophe kamen viele
Menschen ums Leben.«
über|schweng]lich—»■ ü|ber{schwäng|-
lich: Adj. (übertrieben) stark Gefühle
bekundend »eine überschwengliche
Begrüßung«
Über|schweng|lich|keit —» Ü|ber[-
schwäng|lich|keit: die; ~ ; -en (über¬
trieben) starke Bekundung von Ge¬
fühlen
überjschwer —» üjberjschwer: Adj. n.
stg. ein sehr, zu hohes Gewicht auf¬
weisend
Übeijsee —> ÜJberjsee: o. Art.; -s; -
[veralt.] jenseits der Ozeane, Welt¬
meere (von Europa aus gesehen meist
auf Amerika bezogen) gelegene Kon¬
tinente »Er reiste für einige Monate
nach Übersee.«
Über|see|damp|fer —> Ü|ber]see|-
damp|fer: der; -s; - ^großes Schiff, das
für Fahrten nach Ubersee eingesetzt
wird
Überjsee|ha|fen —* Ü|ber|see|ha|fen:
der; -s; -häfen Hafen, der auf den
Überseeverkehr eingerichtet ist
Über|see|han|del —* Ü|ber|see|han|-
del: der; -s; - Handel (Import- u. Ex¬
portgeschäfte), der mit Ländern in
Übersee getätigt wird
über|see|isch —> ü|berjsee|isch: Adj.
n. stg. auf Länder jenseits der Ozeane,
Weltmeere bezogen
über|seh|bar —> ü|ber|seh|bar: Adj. 1
a) klar u. deutlich u. somit erfaßbar b)
beschränkt, so daß Konsequenzen
usw. abschätzbar sind »übersehbare
Zeit • übersehbare Gefahr ♦ übersehba¬
re Klassenstärke« 2 nicht in der Sicht
behindert »Von dem Hochsitz ist der
Forstabschnitt übersehbar.«
überjse[hen —>■ ü|ber]se|hen; sich:
siehst dir über; sah(e)st dir über; hast
dir übergesehen [ugs.] etw. so lange
haben, sehen, anschauen, daß man es
leid ist, nicht mehr haben, sehen
möchte, eine Abneigung dagegen ent¬
wickelt »Ich habe mir diesen Film
übergesehen.«
über|se|hen —» ü|beijse|hen: über¬
siehst; übersahfejst; hast übersehen 1
etw. od. jmdn. absichtlich od. verse¬
hentlich nicht sehen, nicht zur Kennt¬
nis nehmen, nicht bemerken »Diesen
Fleck habe ich übersehen. ♦ Nach dem
Streit übersah sie die Nachbarin
einfach.« 2 alles gut ohne Behinde¬
rung sehen, beobachten können » Von
der Bergspitze kann man das ganze
Tal übersehen.« 3 in der Gesamtheit
zu verstehen »Ich übersehe dieses The¬
mengebiet.«
über|sen|den —*• ü|ber|sen|den: über¬
sendest; übersendetestjübersandtest;
hast übersendet/übersandt etw. per
Post, Fax übergeben, jmdn. auf die¬
sem Weg über etw. informieren »Ich
hoffe, daß die Nachricht rechtzeitig
übersendet wurde. ♦ Ich übersende dir
das Buch.«
Übeijsen|dung —> Ü)berjsen|dung:
die; - ; -en Verschickung von etw. an
jmdn. per Post, Fax
übeijsetz|bar—» ü|beijsetz|bar: Adj. n.
stg. in eine andere Sprache übertrag¬
bar
Überfsetz|bar|kert —> Ü|ber|setz|bar|-
keit: die; - ; - Übertragbarkeit in eine
andere Sprache
1201
übersetzen
über|set|zen —» ü|ber|set|zeit setzt
über; setztest über; hastjbist überge¬
setzt 1 a) bistjhast ein Gewässer mit¬
tels eines Bootes überqueren »Er ist/
hat mit einem Schlauchboot überge¬
setzt.« b) hast jmdn. über ein Gewäs¬
ser bringen »Wir setzten über den
Fluß.« 2 hast a) (meist Tasteninstru¬
mente) mit einer Hand, Finger über
die/den anderen greifen b) <Sport> mit
einem FuB über den anderen treten
überjset|zen —» ü|ber|set[zerc über¬
setzt; übersetztest; hast übersetzt 1
etw. Geschriebenes od. Gesprochenes
in eine andere Sprache (mündlich od.
schriftlich) übertragen, umsetzen 2
etw. in ein anderes System (des Aus¬
drucks) bringen, Syn.: <l gesprochene
_ Sprache) dolmetschen
Über|set|zer —> Üjber|set|zer der; -s; -
weibl. Über|sgt|ze|rin —* Ü|ber|set|-
ze|rirc die; - ; -nen Person, die Ge¬
schriebenes od. Gesprochenes in eine
andere Sprache überträgt, übertragen
hat, Syn: (gesprochene Sprache) Dol¬
metscherin)
überjsetzt —« ü[ber|setzt Adj. n. stg. 1
a) in eine andere Sprache übertragen
(sein) 2 [landsch.; Schweiz.] zu hoch
»übersetzte Preise« 3 in zu hohem
Ausmaß mit etw. versehen, versorgt 4
(Technik; meist Motoren, Maschi¬
nen) a) ein bestimmtes Umdrehungs¬
zahlverhältnis aufweisend b) eine an-
_ dere technische Übersetzung habend
Überjset|zung —* Ü|ber[set|zung die;
- ; -en 1 etw. in eine andere Sprache
schriftlich od. mündlich Übertrage¬
nes »Ich lese lieber die deutsche Über¬
setzung als das englische Original.« 2
(Technik) Verhältnis der Umdreh¬
ungszahl bei verbundenen Rotations¬
elementen _
Ober|set|zungs|aijbeK —> Ü|ber|set|-
zungsjarjbeit die; - ; -en a) Arbeit ei-
nes/einer Übersetzers/Übersetzerin b)
(Ergebnis einer) Übertragung von
(meist) etw. Schriftlichem in eine an-
_ dere Sprache
Über|set|zungs|bü|ro —» Ü|berjset|-
zungs|bü|ra das; -s; -s Betrieb, Büro,
in dem meist Schriftliches von einer in
eine andere Sprache gegen Bezahlung
übertragen wird
Überjsetjzungs|feh|ler —> Ü|ber|set|-
zungs|feh|len der; -s; - Fehler bei der
Übertragung von etw. Gesprochenem
od. Geschriebenem in eine andere
Sprache
Übersicht —»• Ü|ber|sicht die; - ; -en 1
a) (Buch, schriftliches Werk, Zeit¬
schrift o. ä.> (Inhalts-)Verzeichnis b)
kurze Zusammenfassung »eine Über¬
sicht der Ereignisse« 2 o. PI. Vermö¬
gen, Fähigkeit, Kompetenz, etw. in
der Gesamtheit zu erfassen »Er hat
die Übersicht über das Geschehen.«
Qber|sich|tig —* ü|berjsich]ti^ Adj.
[veralt] fehlsichtig aufgrund eines
Brechungsfehlers des Auges
Über[sich|tig|keit —> Ü|berjsich(tig|-
keit die; - ; - [veralt.) Fehlsichtigkeit
aufgrund eines Brechungsfehlers des
Auges
über]sicht|lich —> ü|ber|sicht|lictr Adj.
1 so angeordnet, daß man schnell al¬
les überblicken kann »eine übersichtli¬
che Anordnung, Liste« 2 in der Sicht
nicht behindert, so daß alles mit den
Augen gut gesehen werden kann
Über|sicht|Kch|keit —» Ü|ber|sichtj-
lich|keit die; - ; -1 übersichtliche (1)
Anordnung 2 ohne Sichtbehinderung
Ober|sichts|kar|te —> Ü|ber|sichts|-
karjte die; - ; -n Landkarte, auf der
eine größere Region in großem Ma߬
stab wiedergegeben ist
Über|sichts|ta|fel —* Ü|ber|sichts|ta|-
fek die; ~ ; -n Tafel, auf der etw. dar¬
gestellt ist
über|sie|deln/überjsje|deln —» üjberf-
siefdelK siedelst über/übersiedelst;
siedeltest überjübersiedeltest; bist
übergesiedelljübersiedelt an einen an¬
deren Ort, in ein anderes Land ziehen
Über|sie|de|lung/Überisie|de|lung —»
Ü[ber|sie|de|lunge die; - ; -en Umzug
an einen anderen (Wohn-)Ort, in ein
anderes Land
Übei[sied|lung/Übeiisied|lung —> Ü-
|ber|sied|lur)9 die; - ; -en Umzug an
einen anderen (Wohn-)Ort, in ein an¬
deres Land
Ober|sinn|lich —> ü|ber[sinn|liche Adj.
übernatürlich; mit den fünf Sinnen
(Hören, Sehen, Schmecken, Fühlen,
Riechen) nicht wahrnehmbar u. mit
dem Verstand nicht erklärbar »ein
übersinnliches Erlebnis ♦ übersinnliche
Fähigkeiten«
Über|sinn|lich|keit —» Ü|ber|sinn|lich|-
keit die; - ; - das über das sinnlich
Faßbare (Hören, Sehen, Schmecken,
Fühlen, Riechen) u. mit dem Ver¬
stand Erklärbare Hinausgehende
Überjsoll —* Ü|beijsolt das; -s; - eine
Forderung übersteigendes Maß an
Pflichterfüllung, Menge o. ä.
über|span|nen —> ü|ber|span|nert
überspannst; überspanntest; hast
überspannt 1 zu sehr spannen, anzie¬
hen 2 mit einem Stoff o. ä. (neu) über¬
ziehen 3 (übertr.) [ugs.] zu stark in An¬
spruch nehmen
überjspannt —> ü|ber|spannt Adj.
überspannter; überspannteste 1 nicht
in normalen Grenzen bleibend; über¬
steigert 2 (Verhalten usw.) seltsam;
extrem; leicht verschroben »ein über¬
spannter Mann«
Über|spannt|heit —> Ü(berjspannt|-
heit die; - ; -en Erregtheit; Verschro¬
benheit
Über|span|nung —> Ü|ber[span|nung
die; - ; -en 1 zu starke Dehnung 2 zu
starke Beanspruchung 3 Stoff o. ä.,
mit dem etw. überzogen ist
Überjspan|nung —* Ü|ber|span|nung:
die; - ; -en (Elektrot.) übermäßige
Stromstärke
Über[span|nungs|schutz —* Ü|ber|-
span|nungs|schutz der; -es; - (Elek¬
trot.) Teil eines elektrischen Gerätes
zur Bewahrung vor Überspannung
übeijspiejlen —> ü|ber[spie|leit über¬
spielst; überspieltest; hast überspielt 1
einen Ton- od. Filmträger mit einer
(neuen) Aufnahme versehen »Ich ha¬
be die Kassette überspielt.« 2 etw. ge¬
schickt nicht beachten, verstecken
Über|spje|lung —> Ü|ber|spie|lungc die;
~ ; -en 1 eine ton- od. filmtechnische
Aufnahme 2 Verbergung von Gefüh¬
len
über|spjtzt —» ü|ber|spitzt Adj. (zu)
pointiert, übertrieben »eine über¬
spitzte Darstellung«
Über|spitzt)heit —* Ü|beijspitzt|heit
die; - ; -en übertriebene (Verhaltens-)
Weise
Übeijspitjzung —» Ü|berjspjt|zunff die;
-; -en Übertreibung
überjsprejchen —> ü|berjspre|cheit
übersprichst; übersprach(e)st; hast
übersprochen a) (Funk u. Fernsehern
einen Text in einen anderen tontech¬
nisch aufgenommenen Text hinein¬
sprechen b) über einen Text auf einem
Tonträger einen anderen sprechen
über|sprin|gen —> ü|ber|sprin|gere
springst über; sprangfejst über; bist
übergesprungen 1 von einem Ort zu ei¬
nem anderen wechseln, auf ihn über¬
greifen »Das Feuer sprang auf die
Nachbarhäuser über.« 2 einen Ge¬
sprächsgegenstand o. ä. plötzlich
wechseln, ändern, nicht ausführen
über|sprin|gen —> ü|ber|sprin|gert
überspringst; übersprang(e)st; hast
übersprungen 1 etw., ein Hindernis
springend, hüpfend meistern »Das
Pferd übersprang den Graben.« 2 di¬
rekt eine Stufe über der nächsten er¬
reichen u. die dazwischenliegende
Stufe weglassen
über|spru|deln —> über[spru|delrc
sprudelst über; sprudeltest über; bist
übergesprudelt 1 (Flüssigkeit) hüp¬
fend, spritzend über die Begrenzung
eines Gefäßes laufen 2 etw. mit star¬
ker Intensität u. viel Temperament
vortragen
über|sprü|hen —> üjber|sprü[he(t
sprühst über; sprühtest über; bist über¬
gesprüht etw. mit viel Temperament
u. Energie vortragen, tun
über|sprü]hen —> ü|berjsprü|henc über¬
sprühst; übersprühtest; hast über¬
sprüht etw. od. jmdn. mit einer Flüs¬
sigkeit besprengen
Über[sprung|hand|lung —» Ü|ber|-
sprunglhand|lung: die; - ; -en (Ver¬
haltensforschung> Handlung, die aus¬
gelöst wird durch das Aufeinander¬
treffen (zweier) gleichstarker, zu ei¬
nem (inneren, unüberwindbaren)
Konflikt führenden Handlungsan¬
triebe (z. B. Flucht- u. Angriffstrieb)
u. die nicht in Verbindung mit der ei¬
gentlichen Situation steht, z. B. kann
bei Rangkämpfen unter Hähnen be¬
obachtet werden, daß, wenn Flucht¬
u. Angriffstrieb gleich stark sind, der
Hahn im Boden scharrt u. nach Fut¬
ter pickt (auch wenn keine Körner o.
ä. vorhanden sind)
über)staat[lich —» Q|beijstaat|lichc Adj.
n. stg. nicht auf einen Staat be¬
schränkt, sondern auf andere ausge¬
weitet
überjstark —> ü|ber]staric Adj. n. stg.
äußerst kräftig, kraftvoll
überjste|hen —* ü|ber|ste|herc steht
über; stand über; hat übergestanden
mit etw. nicht bündig abschließen,
sondern es überragen »Der Blumen¬
kasten steht über.«
über)ste|hen —> ü|ber[ste|henc über¬
stehst; überstand(e)st; hast überstan¬
den eine Notlage, lebensbedrohende
Situation o. ä. aushallen, überwin¬
1202
übertreten
den, überleben »eine Gefahr überste¬
hen«
überfsteilgen -4- üjbeijsteijgen: steigst
über; stieg(e)st über; bist übergestie¬
gen auf etw. Benachbartes klettern
überjsteijgen —> ü|ber|stei|gen: über¬
steigst; überslieg(e)sl; hast überstie¬
gen 1 etw., einen Wert überschreiten
»Diese Zahlen übersteigen menschli¬
che Vorstellungskraft.« 2 mehr, höher
als erwartet sein »die Erwartungen
übersteigen« 3 ein Hindernis durch
Klettern od. einen großen Schritt o. ä.
überwinden .
übeijstei|gern —» ü|ber|stei|gern: über¬
steigerst; übersteigertest; hast über¬
steigert ein übliches Maß überschrei¬
ten; über ein Normalmaß hinaus er¬
höhen
Über|ste||ge|rung —*• Ü]berjstej|ge|-
rung: die; ~; -en (bewußte) Erhöhung
über ein Normalmaß hinaus
Überjsteljgung —* Ü(ber|st§i|gung:
die; -; -en (gegebene) Erhöhung über
ein Normalmaß hinaus
über|steu|ern —> ü|berjsteu|ern: über¬
steuerst; übersteuertest; hast übersteu¬
ert 1 (Elektrot.) ein Gerät mit zu ho¬
her Stromstärke versehen, so daß es
zu Klangstörungen kommt 2 auf¬
grund eines Lenkungsproblems des
Fahrzeugs auf den inneren Rand ei¬
ner Kurve streben
über(stim|men —> ü|ber|stim|men:
überstimmst; überstimmtest; hast
überstimmt eine Minderheit bei einer
Abstimmung schlagen, besiegen »Die
Opposition wurde überstimmt.«
Über|st]m|mung —Ü|ber|stim|mung:
die; - ; -en Sieg aufgrund von Stim¬
menmehrheit
überjstra)pa)zie|ren —> ü|ber|stra|pa|-
zie|ren: überstrapazierst; überstrapa¬
ziertest; hast überstrapaziert etw. od.
jmdn. zu sehr beanspruchen
über|strei|chen —* ü|ber|strei|chen:
streichst über; strich(e)st über; hast
übergestrichen etw. mit Farbe verse¬
hen
überjstrei|chen —* üjberjstreijchen:
überstreichst; überstrich(e)st; hast
überstrichen mit Farbe o. ä. bedecken
über(strei{fen —> ü]ber|strei|fen:
streifst über; streiftest über; hast über¬
gestreift <Kleidung> (schnell) anklei¬
den »Erstreifte ein Hemd über.«
überistreulen —> ü|beiistreu|en: über¬
streust; überstreutest; hast überstreut
etw. auf etw. verteilen
über|strö|men —> üjberjströ|men:
strömt über; strömte über; ist überge¬
strömt 1 «Flüssigkeit) über die Begren¬
zung eines Gefäßes laufen, fließen 2
(geh.] sich auf andere Personen aus¬
dehnen »Seine Freundlichkeit ist auf
die anderen Gäste übergeströmt.« 3
<übertr.> erfüllt von etw. sein »Sie
strömte über vor Glück.«
über|strp|men —> ü|berjstrpjmen:
überströmt; überströmte; hat über¬
strömt etw., eine Fläche o. ä. mit einer
Flüssigkeit bedecken »Tränen über¬
strömten ihre Wangen.«
Überjstrampf —* Ü(ber|strumpf: der;
-(e)s; -Strümpfe fveralt.] ein fußfreier
Strumpf, der über einem anderen ge¬
tragen wird
über|stül|pen —> ü|ber(stül|pen: stülpst
über; stülptest über; hast übergestülpt
• etw. über/auf etw. anderes setzen »Er
stülpte ihm die Mütze über.«
Überfatunjde —> Ü|berjstun|de: die; - ;
-n (m. Fl.) Zeit, die über die verein¬
barte Arbeitszeit hinaus (mehr) gear¬
beitet wird
über|stür]zen —> ü|ber1stürjzen: über¬
stürzt; überstürztest; hast überstürzt
übermäßig schnell handeln, ohne
nachzudenken
überi$tür|zen —> ü|betjstür|zen, sich;
überstürzt dich; überstürztest dich;
hast dich überstürzt 1 etw. sehr (zu)
schnell, hastig, zügig tun 2 unmittel¬
bar, (zu) schnell hintereinander (ohne
Pause) erfolgen
überstürzt —*■ ü|ber|stürzfc Adj. über¬
stürzter; überstürzteste zu schnell,
übereilt u. ohne nachgedacht zu ha¬
ben »eine überstürzte Abreise«
über|ta|rif)lich —* ü|ber|ta|rit|lich: Adj.
n. stg. mehr als in einem Tarifvertrag
festgelegten Lohn erhaltend, bezah-
_ lend »Er wird übertarißich bezahlt.«
Überfteue|rung —> Ujber|teu|e|rung:
die; -; -en zu hohe Preise
überjtöljpeln —» ü|ber|töl|peln: übertöl¬
pelst; übertölpeltest; hast übertölpelt
[ugs.] die Dummheit, Unachtsamkeit,
Naivität einer Person zum eigenen
Vorteil nutzen, indem man sie überli¬
stet _
Überftöl(pe|lung/Über(tölp|lung —> 0-
|ber|töllpe)lung/0|berjtötp|lung; die;
- ; -en Überlistung unter Ausnutzung
der Dummheit, Unachtsamkeit, Nai¬
vität einer Person
überjtöfnen —> ü|ber)tö|nen: übertönst;
übertöntest; hast übertönt etw. od.
jmdn. durch höhere Lautstärke (fast)
unhörbar machen »Der Verkehrslärm
übertönte die Musik.«
Überftopf —> Ü|berftopf: der; -(e)s;
-töpfe rundliches, oben offenes Ge¬
fäß, in das eine Topfpflanze direkt
od. mit einem schlichten Gefäß ge-
_ setzt wird
Übertr.: Abk. (Buchhaltung) Übertrag
übertr.: Abk. a) übertragbar b) übertra-
.. ßen .
Übertrag —» Ü|ber|trag: der; -(e)s;
-träge Rechnungsbetrag, der auf die
nächste Seite eines Dokuments über¬
tragen wird
über]trag|bar —»■ Ujbeijtrag|bar. Adj. n.
stg. 1 (Krankheitserreger)) anstek-
kend »Gelbsucht ist eine übertragbare
Krankheit.« 2 die Möglichkeit bie¬
tend, von anderen Personen, für an¬
dere Bereiche genutzt zu werden
»übertragbare Fahrkarten ♦ übertrag-
bare Forschungsergebnisse«
Übeijtrgg|bar|keit —» Ü|berjtrag)bar|-
keifc die; - ; - i (Krankheitserreger))
Ansteckung 2 Nutzbarkeit, Anwend¬
barkeit für/auf andere Personen, Be¬
reiche
über|tra|gen —* ü|ber|tra|gen: über¬
trägst; übertrug(e)st; hast übertragen
1 a) Wissen, Kenntnisse o. ä. auf an¬
dere Bereiche anwenden »Das läßt
sich auf unsere Gesellschaft übertra¬
gen.« b) etw. metaphorisch, bildlich
auf etw. anderes beziehen 2 mit
Krankheitserregern anstecken »Er
übertrug die Krankheit auf andere.« 3
Rechte, Ansprüche, Besitz usw. an
eine andere Person geben »Er über¬
trägt die Geschäftsleitung seiner
Tochter.« 4 (Med.) länger als die nor¬
male Schwangerschaftszeit beträgt,
das Kind im Körper tragen, später als
normal niederkommen 5 auf andere
Personen ausweiten »Sie übertrug die
Angst auf ihre Freundin.« 6 etw. noch¬
mals sorgfältig schreiben, rechnen 7
(Technik) Kraft o. ä. auf etw. anderes
führen, leiten 8 jmdn. mit einer Auf¬
gabe betrauen fl (Fernsehen, Rund¬
funk) etw. direkt, live ausstrahlen 10
in eine andere Sprache übersetzen
überftrajgen —» ü|ber|tra|gen: Adj. n.
stg. 1 a) auf andere Bereiche angewen¬
det b) metaphorisch, bildlich auf etw.
anderes bezogen 2 mit Krankheitser¬
regern angesteckt 3 Rechte, Ansprü¬
che, Besitz an eine andere Person ge¬
geben 4 (Med.) länger als die übliche
Zeit in dem Zustand der Schwanger¬
schaft befindlich S auf andere Perso¬
nen ausgeweitet 6 sorgfältig ins Reine
geschrieben, gerechnet 7 (Technik)
Kraft o. ä. weitergeleitet 8 mit einer
Aufgabe betraut 9 direkt ausge¬
strahlt, gesendet 10 in eine andere
Sprache übersetzt 11 [österr.] bereits
getragen, benutzt
Übeijträ|ger —> Ü|beijträ|gen der; -s; -
(Med.) Lebewesen, das andere Perso¬
nen, Tiere mit Krankheitserregern in¬
fiziert, ansteckt
Über]tra|gung —> Ü|ber(tra|gung: die;
- ; -en 1 a) Anwendung von etw. auf
andere Bereiche b) metaphorische,
bildliche Beziehung von etw. auf etw.
anderes 2 Ansteckung, Infizierung
mit einem Krankheitserreger 3 Abga¬
be, Übereignung von Rechten, An¬
sprüchen, Besitz an eine andere Per¬
son 4 Ausweitung auf andere Perso¬
nen »Übertragung von Angst« 5 sorg¬
fältiges Schreiben ins Reine 6 (Tech¬
nik) Weiterleitung von Kraft 7 Be¬
trauung mit einer Aufgabe 8
Live-Sendung 9 Übersetzung 10
(Med.) zu lange Schwangerschaftfs-
zeit)
überjtreftfen —> D(ber|tref(fen: über¬
triffst; übertraf( ejst; hast übertroffen
a) bessere Leistungen a|s andere er¬
bringen »Sie übertraf die Mitschüler
bei weitem.« b) über ein erwartetes
Maß hinaus gehen »Damit übertrifft
sie alle Hoffnungen.« c) über ein (übli¬
ches) Maß hinaus gehen
überftrejlben —*■ ü|ber|trei|ben: über¬
treibst; übertriebjejst; hast übertrie¬
ben (oft abwert.] a) etw. positiver od.
negativer darstellen, als es der Wirk¬
lichkeit entspricht »Er übertrieb ma߬
los.« b) etw. zu häufig u. intensiv tun
»Sie übertrieb das Lesen.«
Über]trei|bung —> Ü|ber|trei|bung: die;
~ ; -en (oft abwert.) a) übertriebene,
unangemessen extrem positive od. ne¬
gative Darstellung (von etw. od.
jmdm.) »Sie neigt bei ihren Schilde¬
rungen zu Übertreibungen.« b) zu häu¬
figes u. intensives Betreiben von etw.
über]tre|ten —* ü|ber|tre|ten: trittst
über; trat(e)st über; hastjbist überge¬
treten 1 bist zu einer anderen (Glau-
bens-)Gemeinschaft wechseln »Er
trat zum katholischen Glauben über. *
1203
übertreten
Er ist von der SPD zu den Grünen
übergetreten.« 2 ist aufgrund zu gro¬
ßer Wasseransammlung über die Ufer
strömen »Nach den heftigen, langan¬
haltenden Regenfällen ist der Rhein
übergetreten (über die Ufer).« 3 hast/
bist <Sport> eine markierte Linie über¬
schreiten, -laufen »Du hast/bist beim
Weitsprung dreimal übergetreten.« 4
ist an einen Ort kommen
überftre|ten —> ü|ber|tre|ten: über¬
trittst; Überträge)st; hast übertreten
eine Regel, ein Gesetz bewußt od. un-
_ bewußt mißachten
Übeijtre]tung —* Ü|beijtre|tung: die;
- ; -en 1 Nichtbeachtung einer Regel,
Vorschrift, eines Gesetzes 2 (früheres
Rechtsw., heute nur noch Schweiz»
leichteste Straftatform
übei]trie|ben —> ü|berjtrie|ben: Adj. a)
im Verhältnis zur Wahrheit, Wirk¬
lichkeit zu positiv od. zu negativ dar¬
gestellt b) zu häufig u. intensiv betrie¬
ben
Überjtrie|ben|heit —»■ Ü|berjtrie|ben|-
heit die; - ; -en a) von der Wirklich¬
keit abweichende, zu positive od. zu
negative Darstellung b) zu häufiges u.
intensives Betreiben von etw.
Übertritt —» Ü|ber|tritt der; -(e)s; -e
Wechsel zu einer anderen (Glau-
bens-)Gemeinschaft, (politischen)
Organisation
über{trump|fen —* ü|ber(trump|fen:
übertrumpfst; übertrumpftest; hast
übertrumpft 1 weitaus besser als eine
andere Person sein 2 beim Karten¬
spiel durch eine höhere Trumpfkarte
den Sieg erlangen
überfhin —» üfberjtun: tust über; ta-
t(e)st über; hast übergetan [ugs.] sich
od. jmdm. etw. locker über die Schul¬
tern) hängen
überjtun —* ü|ber|tun, sich: übertust
dich; übertat (e)st dich; hast dich über-
tan [selten] sich zuviel zumuten, sich
zu sehr, über die Kraft hinaus bela¬
sten
über]tün|chen —» ü|berjtün[chen: über¬
tünchst; übertünchtest; hast über¬
tüncht übermalen »eine Wand weiß
übertünchen«
überjübeijmorjgen —> ü]ber|ü|berj-
morjgen: Adv. [ugs.] am dritten Tag
danach; nicht übermorgen, sondern
noch einen weiteren Tag später
überjveiisi|chern —» ü|beijver|si|-
chem: überversicherst; überversicher¬
test; hast überversichert a) eine zu ho¬
he Versicherungssumme vereinbaren
b) zu viele Versicherungen abschlie¬
ßen, abgeschlossen haben
über|völ|kern —> ü|berjvöl|kern: Über¬
völkern; übervölkerten; haben übervöl¬
kert in großer Anzahl besuchen »In
den Ferien Übervölkern Familien den
Freizeitpark.«
über|völ|kert —> ü|ber[völ|kert: Adj. n.
stg. zu viele Einwohner, Besucher o.
ä. pro Quadratmeter aufweisend
übervoll —> ü|berfvoll: Adj. a) bis an
die äußerste Möglichkeit gefüllt b) zu
voll, über das Fassungsvermögen hin¬
aus
über]vor]tei|len —> ü|ber|vor|tei|len:
übervorteilst; übervorteiltest; hast
übervorteilt die Dummheit, Unacht¬
samkeit, Naivität, Unwissenheit einer
Person zum eigenen Vorteil nutzen,
indem man sie überlistet
Über]vorftei|lung —> Ü|ber|vgr|tei|lung:
die; - ; -en Überlistung unter Ausnut¬
zung der Dummheit, Unachtsamkeit,
Naivität, Unwissenheit einer Person
Überw.: Abk. <Bankw.> Überweisung
üben».: Abk. <Bankw.> a) überwiesen b)
überweisen
überwach —> ü|ber|wach: Adj. n. stg.
sehr, zu munter, wach, ausgeschlafen
u. nervlich angespannt (oftmals auch
durch die Einnahme von bestimmten
Medikamenten od. Aufputschmitteln
verursacht)
überjwa|chen —> ü|ber|wa|chen: über¬
wachst; überwachtest; hast überwacht
1 jmds. Handlungen, einen Hand¬
lungsablauf. kontrollieren, darauf
achten, daß keine Fehler passieren
»die Durchführung der Arbeit über¬
wachen« 2 a) einer Person folgen, die
einer Straftat verdächtig ist b) auf
jmdn. od. etw. aufpassen, um mögli¬
che Straftaten o. ä. zu vermeiden
Über]wa|chung —> Ü|ber|wa|chung:
die; ~ ; -en 1 Kontrolle eines Hand¬
lungsablaufes o. ä. zur Vermeidung
von Fehlem 2 a) Verfolgung einer
Person, die einer Straftat verdächtig
ist b) das Aufpassen auf etw. od.
jmdn. zur Vermeidung von möglichen
Straftaten »Die Überwachung des Ge-
_ bäudes dauert noch bis morgen an.«
Über|wa|chungs|dienst —> Ü|ber|wa|-
chungs|dienst der; -(e)s; -e Unter¬
nehmen, das gegen Bezahlung Perso¬
nen zur Kontrolle u. zum Schutz von
Personen, Gebäuden o. ä. zur Verfü¬
gung stellt .
übeijwäl|ti|gen —> ü|ber|wäl|ti|gen:
überwältigst; überwältigtest; hast
überwältigt 1 jmdn. mit körperlicher
Kraft besiegen »Die Einbrecher über¬
wältigten die Familie im Schlaf.« 2
jmdn. gefühlsmäßig ergreifen, erfül¬
len »Der Anblick überwältigte sie.«
über|wäl[ti|gend —> ü|ber|wäl|ti|gend:
Adj. eindrucksvoll; imposant »Der
Nachthimmel ist von überwältigender
_ Schönheit.«
Übeijwäl|ti|gung —> Ü|beijwäl|ti|gung:
die; - ; -en 1 Sieg unter körperlicher
Kraftaufwendung 2 intensiver, star¬
ker Eindruck
über|wech|seln —> ü|ber|wechjseln:
wechselst über; wechseltest über; bist
übergewechselt 1 sich zu einem ande¬
ren Platz o. ä. bewegen »von Hamburg
nach München überwechseln • auf die
Überholspur überwechseln« 2 (Wild»
in ein anderes Forstrevier wechseln 3
a) zu einer anderen Gemeinschaft,
Organisation übertreten b) zu einer
anderen Ausbildung, einem anderen
Arbeitsplatz o. ä. wechseln
über|wei|sen —* ü|ber|wei|sen: über¬
weist; überwiesest; hast überwiesen 1
Geld von einem Konto auf ein ande¬
res verbuchen (lassen) »Bitte überwei¬
sen Sie den Betrag auf mein Konto/« 2
<Med.> Patient offiziell zu einem ande¬
ren Arzt, meist Spezialisten, zu einer
Facharztpraxis schicken
Über|wei|sung —» Ü|ber]wej|sung: die;
- ; -en <Bank> a) bargeldloses Zah¬
lungsverfahren, bei dem ein Geldbe¬
trag von einem Konto auf ein anderes
Konto gebucht wird b) kurz für Über¬
weisungsformular c) Geld, das auf ein
_ anderes Konto gebucht wird, wurde
Über[wei|sungs|auf|trag —> Ü|ber|-
wei|sungs|auf|trag: der; -(e)s; -auf¬
träge (Bank» Auftrag zur Überwei-
_ sung(a)
Überjwef|sungs|schein —> Ü|ber|wei|-
sungs|schein: der; -(e)s; -e Formu¬
lar, auf dem der (Haus-)Arzt (meist
Allgemeinmediziner) die Überwei¬
sung eines Patienten zu einem (ande-
_ ren) Facharzt dokumentiert
Übeijwei|te —> Ü|ber|wei|te: die; ~ ; -n
über ein Normalmaß hinausgehende
Weite
über|welt|lich —» ü|berjwelt|lich: Adj.
n. stg. nicht auf die Erde mit dem vom
menschlichen Verstand u. Sinnen Er¬
faßbaren beschränkt
überjweijfen —► ü]ber|wer|fen: wirfst
über; warf(e) st über; hast über gewor¬
fen jmdm. od. sich selbst etw. locker
über die Schultern legen »Ich warf ein
Tuch über.«
überjweijfen —> ü|ber|wer|fen, sich:
überwirfst dich; überwarif(e)st dich;
hast dich überworfen mit jmdm. strei¬
ten, sich verfeinden, so daß der Kon¬
takt zu jmdm., zueinander abgebro¬
chen wird
Übeijweijfung —> Ü|ber[wer|fung: die;
- ; -en das Abbrechen jeglichen Kon¬
taktes nach einem Streit
Überjwe|sen —* Ü|ber|we|sen: das; -s;
- überirdische Gestalt, kein Mensch
überjwie|gen —> ü|ber[wie|gen: wiegt
über; wog über; hat übergewogen [sel¬
ten] vom Gewicht zu schwer sein
über|wje|gen —* ü|berjwie|gen: über¬
wiegt; überwog; hat überwogen von
größerer Bedeutung, Wichtigkeit,
größerem Einfluß sein »Seine Sorgen
überwogen.«
über|wj£jgend/über|wie|gend —*■ ü-
|ber|wie|gend: Adj. vor allem; grö߬
tenteils; der größere Teil »Der über¬
wiegende Teil der Personen bestellte
Hummer.«
über|wind|bar —> ü|ber|wind|ban Adj.
zu besiegen, überstehen; lösbar »eine
überwindbare Durststrecke«
übeijwinjden —»• ü|berjwin|den: über¬
windest; überwand(e)st; hast über¬
wunden 1 eine Notlage, Zweifel o. ä.
überstehen, besiegen, bewältigen »Er
hat die Krankheit, das Schlimmste,
den Haß überwunden.« 2 ein Problem
o. ä. lösen 3 [veralt] eine Person be¬
siegen
überjw[n|den —*• ü|ber|win|den, sich:
überwindest dich; überwandfejst dich;
hast dich überwunden sich zu etw.
(mühsam) durchringen u. es dann wi¬
derwillig tun, obwohl es nicht leicht
fällt »Er überwand sich dazu, sie zu be¬
grüßen.«
über|wind|lich —» ü|ber|wind|lich: Adj.
zu besiegen, überstehen; lösbar
Über]win|dung —> Ü|ber|wjn|dung: die;
-; - Sieg über innere oder äußere Hin¬
dernisse, Schwierigkeiten
über[win|tem —> ü|ber|win|tem: über¬
winterst; überwintertest; hast überwin¬
tert a) den Winter, die kalte Jahreszeit
an einem (relativ warmen) Ort ver¬
bringen »Viele deutsche Senioren
überwintern auf der spanischen Insel
1204
UdSSR
Mallorca. ♦ Die Vögel überwintern im
Süden.« b) <Tier> den Winter schla¬
fend (in einer Höhle o. ä.) verbringen
c) Pflanzen über die kalte Jahreszeit
bringen
über|wu|chem —» üjber]wu]chern:
überwuchert; überwucherte; hat über¬
wuchert stark wachsen u. anderes Zu¬
decken »Die Efeupflcmzen überwu¬
cherten das Haus.«
Übeijwu|chejrung —* Ü|ber|wu|che|-
rung: die; ~ ; -en Bedecktwerden
durch stark wachsende Pflanzen
überz.: Abk. 1 überzählig 2 a) überzeu-
_ gend b) überzeugt 3 überzogen
Überzahl —» jjjberjzahl: die; - ; - in ei¬
nem Vergleich die größere Anzahl,
Menge, die Mehrheit
über[z3h|lig —*• ü|ber|zäh|lig: Adj. n.
stg. nicht benötigter Rest, Anteil von
etw.
überjzeich|nen —* ü|ber|zeich|nen:
überzeichnest; überzeichnetest; hast
überzeichnet 1 <Börse> Wertpapiere o.
ä. in einer so hohen Anzahl ordern,
daß das Angebot nicht ausreicht 2
etw. in überzogener, viel zu einfache
_ Weise darstellen
Überjzeit —» Ü|berjzeit: die; - ; -en
[Schweiz.] Zeit, die über die verein¬
barte Arbeitszeit hinaus (mehr) gear¬
beitet wird
über|zeit|lich —> g|ber|zeit|lich: Adj. n.
stg. zeitlich nicht festgelegt, be¬
schränkt, begrenzt
überlzeutqen —» ülberlzeulaen: über¬
zeugst; überzeugtest; hast überzeugt 1
jmdn. durch Worte od. Taten zu der
eigenen Meinung, zu einer Einsicht
bekehren »Ich habe ihn von meiner
Ansicht überzeugt.« 2 eine gute Lei¬
stung zeigen
überizeu|oen —» iilberlzeulgen. sich:
überzeugst dich; überzeugtest dich;
hast dich überzeugt sich durch Kon¬
trolle Gewißheit verschaffen »Ich ha¬
be mich von der Richtigkeit der Anga¬
ben überzeugt.«
Obeifeeutaend—> fllberlzeulcend: Adj.
1 einleuchtend, verständlich u. dazu
geeignet zu überzeugen »eine überzeu¬
gende Rede« 2 gute Leistung »über¬
zeugendes Spiel«
überlzeugt —» ü|ber|zeugt: Adj. a) zu
einer Einsicht o. ä. bekehrt »Du hast
recht, ich bin überzeugt.« b) unver¬
rückbar in der Meinung »Er ist über¬
zeugter Sozialist.«
Überizeulgung —> Ü|ber]zeu|gung:
die; - ; -en 1 fester Glauben an etw.;
Zustand, in dem man von etw. über¬
zeugt (b) ist »Diese Tat widersprach
seiner christlichen Überzeugung.« 2
Bekehrung zu einer Einsicht o. ä.
übaijz«e|hen —> ü|ber|zie|hen: ziehst
über; zogfejst über; hast übergezogen
1 <Kleidungsstück> anziehen »Ich zog
einen Pullover über.« 2 jmdm. eins,
ein paar überziehen: [ugs.] jmdn.
prügeln, hauen, schlagen
übeijziejhen —> ü|ber|zie|hen: über¬
ziehst; überzogfejst; hast überzogen 1
<Konto> mehr als das Guthaben (=
was man besitzt) abheben; Schulden
machen »Er hat sein Konto um 1000
DM überzogen.« 2 a) mit einem Über¬
zug versehen »Ich habe den Sessel neu
überziehen lassen.« b) dibertr.) für
etw. (Negatives) verantwortlich sein,
es an einen Ort bringen »Sie überzo¬
gen das Land mit Krieg.« 3 (allmäh¬
lich) vollständig bedecken »Pickel
überzogen seine Haut.« 4 ein angemes¬
senes Maß überschreitend, darüber
hinaus gehend 5 über eine Zeitbegren¬
zung hinaus gehen 6 ein Manöver der
Flugzeugsteuerung durchführen, bei
dem die Luftströmung an den Flügeln
abreißt
Überjzie|her—» Ü|ber|zle|her: der; -s; -
1 Mantel für Herren 2 [ugs.; salopp]
Kondom
überizüch|tet —» ü|ber|züch|tet: Adj.
<Bio.> Pflanzen u. Tiere in solcher
Weise immer wieder gekreuzt, gene¬
tisch herausgezüchtet, daß nicht be¬
sonders lebenstüchtige, sondern mit
Mängeln behaftete u. oftmals kränk¬
liche Exemplare erzielt werden
überzuckern (über|zuk|kern —*• ü-
|ber|zu|ckern: überzuckerst; überzuk-
kertest; hast überzuckert mit Zucker
versehen, bestreuen »Der Pfannku¬
chen wird überzuckert.«
Überzug —» Ü|berjzug: der; -(e)s;
Überzüge a) Bezug »ein Überzug für
die Couch« b) Belag; oberste Schicht
»ein Überzug aus Karamel, Zucker¬
guß«
übl.: Abk. üblich
übjlich: Adj. normal; gängig; gebräuch¬
lich »der übliche Lohn«
üb|lijcher]wei]se: Adv. normalerweise;
wie gewohnt; wie sonst auch (immer)
Übn.: Abk. Übernahme
U-Boot* das; -(e)s;-e kurz für Untersee¬
boot = Schiff, das völlig unter Was¬
ser tauchen u. fahren kann
U-Boot-Haffen: der; -s; -häfen Anlege¬
platz für Unterseeboote
üb|rig: Adj. n. stg. 1 a) von einer Menge
noch als Rest vorhanden, zurück blei¬
bend, geblieben »Er trank die übrige
Milch aus. ♦ Es waren nur noch zwei
Gäste übrig.« b) die übrigen —> die
Übrigen: die restlichen, noch verblie¬
benen Personen »Die übrigen halfen
beim Aufräumen.« c) das übrige —>
das Übrige: der Rest »Das übrige
schaffen wir ohne eure Hilfe.« d) altes
übrige —»■ alles Übrige: der gesamte
Rest »Alles übrige schaffen wir ohne
eure Hilfe.« 2 im übrigen —> im
Übrigen: sonst; außerdem; ansonsten;
ferner »Im übrigen findet die Party ab
20 Uhr statt.« 3 a) für jmdn. viel, etw.
übrig haben: jmdn. nett u. sympa¬
thisch ßnden »Er hat viel übrig für
seine Neffen u. Nichten.« b) etw., viel/
nichts für etw. übrig haben: an od.
für etw. Sympathie, interesse/keinfe)
Sympathie, Interesse haben »Haben
Sie etw. für Tiere übrig? ♦ Viele Leute
haben für Karneval nichts übrig.« 4 ein
übriges tun —> ein Übriges tun: eine
zusätzliche Leistung o. ä. erbringen
—» üb|rig blei|ben: s. übrigbleiben
—> übjrig lasjsen: s. übriglassen
üb|rig|blei|ben —» üb|rig blei|ben:
bleibst übrig; bliebfejst übrig; bist
übriggeblieben —* bist übrig geblie¬
ben-«— 1 als (eines/r der) letzten von
mehreren Personen, Dingen noch
vorhanden sein »Um Mitternacht wa¬
ren noch jünf Gäste von der Party
übriggeblieben.« 2 a) jmdm. bleibt nur
etw. übrig, als ...: jmd. hat nur eine
Möglichkeit »Was bleibt mir denn
übrig, als ja zu sagen?« b) jmdm.
bleibt nichts anderes, weiters übrig,
als ...: jmd. hat keine andere, weitere
Möglichkeit, kann nicht wählen »Mir
bleibt nichts anderes übrig, als ja zu sa¬
gen.«
üb|ri|gens: Adv. leitet eine weitere Be¬
merkung ein was ich außerdem noch
bemerken, sagen möchte, Syn.:
[fremdsprl.] propos
üb|rig|las|sen —* übjrig !as|sen: läßt
übrig; ließ(es)t übrig; hast übriggelas¬
sen —>hast übrig gelassen ♦ alle Ge¬
genwartsformen mit ss*— 1 etw.
nicht ganz aufbrauchen, sondern ei¬
nen Rest (belassen »Laß mir etw.
übrig!« 2 viel/sehr/nichts usw. zu
wünschen übriglassen: Anforderun¬
gen, Erwartungen o. ä. vollkommen/
sehr/gar nicht genügen »Sein Fleiß
__ läßt sehr zu wünschen übrig.«
Obs.: Abk. a) Übersetzung b) Überset¬
zerin)
Übung —» Ü]bung: die; • ; -en 1 a)
meist Milit., Katastrophenschutz;
Feuerwehr) Erprobung; Probe für
den Ernstfall »Die Feuerwehr führte
eine Übung durch.« b) o. PI. Training
zur Festigung od. Erweiterung von
Fähigkeiten c) zu einem Seminar, ei¬
ner Vorlesung, Grundkurs angebote¬
ne Veranstaltung, in der Schüler od.
Studenten den Stoff festigen u. zu be¬
herrschen, anwenden lernen d) Lekti¬
on in einem Lehrbuch zum Training
des zuvor durchgenommenen Stoffes
e) o. PI. Erfahrung, Geschicklichkeit
o. ä. durch häufige Anwendung »Ich
habe Übung im Kochen.« 2 <Sport; Ge¬
räteturnen) Folge von Elementen, die
ein Ganzes bilden »Sie hat ihre Übung
fehlerfrei geturnt.« 3 [landsch.; süddt.;
österr.; Schweiz.] Sitte 4 nicht Zweck,
Sinn der Übung sein: so war das nicht
gedacht; so soll es nicht sein; das war
nicht die Absicht 5 eine der leichte¬
sten Übungen sein: keine Schwierig¬
keit, sondern ganz leicht zu machen
sein 6 Übung macht den Meister,
durch Training, Anstrengung u. Fleiß
wird man perfekt od. zumindest in
etw. gut, erweitert, festigt seine Fä¬
higkeiten, Kenntnisse o. ä.
Übungsjaijbeit —» Ü|bungs|arjbeit:
die; - ; -en Test, Aufgabe als Vorbe¬
reitung
u. D.: Abk. unseres Dafürhaltens
u. d.: dato Abk. ut dictum = wie ange¬
geben
u. dergl.: Abk. und dergleichen
u. dergl. m.: Abk. und dergleichen mehr
u. desgl.: Abk. und desgleichen
u. desgl. m.: Abk. und desgleichen mehr
u. d. f.: Abk. a) und das folgende b) und
die folgenden
u. dgt.: Abk. a) und dergleichen b) und
desgleichen
u. dgl. m.: Abk. a) und dergleichen mehr
b) und desgleichen mehr
u. d. L.*. Abk. unter der Leitung
u. d. M.: Abk. 1 unter dem Meeresspie¬
gel 2 a) unter der Mitarbeit b) unter
der Mitwirkung
0. d. M.: Abk. über dem Meeresspiegel
UdSSR: Abk. <hist.) Union der Soziali¬
stischen Sowjetrepubliken = soziati-
1205
stischer Vorläuferstaat (bis 1991) der
heutigen 'Gemeinschaft Unabhängi¬
ger Staaten’ (GUS)
u. d. T.: Abk. <Buchw.> unter dem Titel
UE: Abk. 1 fr.) Union Europeenne =
neue Bezeichnung für die 'Europä¬
ische Gemeinschaft’ 2 <Ausfuhr von
Warem Unbedenklichkeitserklärung
3 Unterrichtseinheit
u. e. a.: Abk. und einige(s) andere
UEOE: Abk. fr.) Union economique et
douaniere europeenne = Europä¬
ische Wirtschafts- u. Zollunion
UEF: Abk. fr.) Union europeenne femi¬
nine = Europäische Frauenunion
UEFA; Abk. (Sport» fr.) Union euro¬
peenne de football associations od.
<engl.> Union of European Football
Asscociations = Union der Europä¬
ischen Fußballverbände
UEM: Abk. <fr.> Union economique et
monetaire = Wirtschafts- u. Wäh¬
rungsunion (zwischen den EU-Staa-
ten)
UEO: Abk. fr.) Union de l’Europe occi-
dentale = Westeuropäische Union
(ursprünglich als Verteidigungsge¬
meinschaft konzipiertes Bündnis zwi¬
schen einigen westeuropäischen Staa¬
ten, heute nur noch Diskussionforum
für sicherheitspolitische Fragen)
ÜF: Abk. (Fremdenverkehr» Übernach¬
tung und Frühstück
u. f.: Abk. 1 und ferner 2 u. folgende
(Seite)
Ufer—* Ulfen das; -s; - 1 Landbegren¬
zung eines Gewässers »Bei Hochwas¬
ser tritt das Wasser über die Ufer.« 2
vom anderen, linken Ufer sein: [ugs.;
abwert.; diskriminierend] Bezeich¬
nung für Homosexuelle »Ich glaube,
dein neuer Nachbar ist vom anderen
Ufer.« 3 zu neuen Ufern aufbrechen:
[geh.] sich völlig neuen Zielen, Aufga¬
ben zuwenden
yferjbau —» U|fer|bau: der; -(e)s; -ten
Bauwerk an einem Ufer, das der Befe¬
stigung dienen soll
Ufertbe|fe|sti|gung —» U|fer|be|fes|ti|-
gung: die; - ; -en 1 Absicherung eines
Ufers 2 Pflanzen od. Bauwerke an ei¬
nem Ufer, als Absicherung gegen
Ausspülungen
yfer|bö|schung —* U|fer|böjschung:
die; ~ ; -en Hügel, Erhöhung am Ran¬
de eines Gewässers »Wir kletterten
die Uferböschung empor.«
Ufer|(and|schaft —* ujfer|land|schafb
die; ~; -en Vegeta tion an einem Ufer
uferlos —=» ufferjlos: Adj. uferloser;
uferloseste a) unaufhörlich; endlos;
maßlos »eine uferlose Diskussion« b)
ins uferlose gehen —» ins Uferlose
gehen: sich ins Unendliche steigern
(ohne ein Ende, eine Begrenzung zu
finden)
u.ff.: Abk. PI. und folgende (Seiten)
UFO/Ufo —* UFOyyjfo: Kur zw. das; -
u. -s; -s iengl.i unidentified flying ob¬
ject = unbekanntes Flugobjekt (aus
dem Weltraum, aufgrund der angeb¬
lichen Scheibenform auch fliegende
Untertasse genannt)
U-för|mig —» auch u-förjmig: Adj. n.
stg. die Form des Buchstabens (unten
gerundet u. nach oben offen) U besit¬
zend »Ein Hufeisen ist U-förmig.«
Ufw(g).: Abk. Unfallwagen
UG: Abk. 1 Untergeschoß 2 Untersu¬
chungsgefängnis 3 Universitätsgesetz
ugf.: Abk. ungefähr
ugs.: Abk. umgangssprachlich
UH: Abk. 1 Unterhaltshilfe 2 Untersu¬
chungshaft
uh!: Ihterj. ablehnender, erschreckter
Ausruf »Uh, wie grausam!«
U/h: Abk. Umdrehungen pro Stunde
U-Haft: Abk. die; - ; - Untersuchungs¬
haft
Uhr: dat.-fr.) die; -; -en 1 a) Instrument,
Zeitmeßgerät, das die Stunde u. Mi¬
nute u. meist auch Sekunde anzeigt
»Ich habe eine neue (Armband-) Uhr
bekommen.« b) bestimmte Zeit »Wie¬
viel Uhr ist es?« 2 jmds. Uhr ist
abgelaufen: [ugs.] a) jmds. Tod naht;
eine Person wird bald sterben b) eine
Person ist gestorben, tot 3 die innere
Uhr Gefühl der Zeit einer Person 4
wissen, was die Uhr (auch Stunde,
Glocke) geschlagen hat: wissen, was
(meist Unangenehmes) bevorsteht u.
welche Folgen daraus entstehen S
rund um die Uhr ohne Pause, 24
Stunden am Tag 6... gehen, ticken,
schlagen die Uhren anders: dort ist
alles anders
Uhr|ma|cher der; -s; - weibl. Uhr|ma|-
che|rin: die; - ; -nen <Beruf> Person,
die sich mit der Herstellung u. Repa¬
ratur von Uhren beschäftigt
Uhr|ma|che|rei: die; - ; -en a) o. PI. Be¬
ruf des Uhrmachers, der Uhrmache¬
rin b) Arbeitsstätte eines Uhrma¬
chers, einer Uhrmacherin
yhr|zei|ger|sinn: der; -s; - a) Richtung
rechtsherum b) im Uhrzeigersinn:
rechtsherum c) entgegen dem
Uhrzeigersinn: linksherum
Uhr|zeit: die; ~ ; -en die durch eine Uhr
angegebene Tageszeit in Stunde, Mi¬
nute, Sekunde
Uhu —* y|hiz der; -s; -s lautmalerisch
nach seinem Schrei benannter Eulen¬
vogel, der größte der Ohreulen, der
bis zu 77 cm groß wird, mit Federbü¬
scheln an den Ohren, der überwie¬
gend in ruhigen Gebirgsgegenden lebt
u. nachtaktiv ist, d. h. in der Nacht
(kleinere Tiere wie z. B. Mäuse) jagt
Ul: Abk. Unfallinvaliditätsversicherung
U. K.: Abk. <engh United Kingdom =
Vereinigtes Königreich
UK: Abk. 1 Umzugskosten 2 Umge¬
bungskarte 3 Unterkante 4 Unter¬
kommission 5 Unternehmenskonfe¬
renz 6 Untersuchungskommission
uk.: Abk. 1 unabkömmlich 2 unkünd¬
bar
ÜK: Abk. 1 Übersichtskarte 2 Übungs-
kurs(e)
U-Kat Abk. ungeregelter Katalysator
(für Vergasermotoren)
Uke|lei —» UfKeJIek <slaw.> der; -s; -e u.
-s in langsam fließendem od. stehen¬
dem Gewässer vorkommender klei¬
ner Karpfenfisch
ukr.: Abk. ukrainisch
Ukra||ne/Ukra|)ne —» U|kjraji|ne: die;
~; - ehemals drittgrößte Unionsrepu¬
blik der UdSSR, heute Republik der
GUS mit Hauptstadt Kiew
UKT: Abk. <Versicherungsw.> Unfall¬
Krankenhaustagegeld
Uku]!e|le —* U|ku|lejle: <hawaiianisch>
das u. die; - ; -n vierseitige kleine Gi¬
tarre
UKV: Abk. 1 a) Umzugskostenvergü¬
tung b) Umzugskostenverordnung 2
Unfall-Krankenversicherung
UKW: Abk. (Nachrichtentechnik» Ultra¬
kurzwelle = Meterwelle, Wellenlän¬
gen unter 10 Metern
UKW-Emp|fän|gen Abk. der; -s; ~
(Rundfunk-)Ultrakurzwellenempfän-
ger
UKW-Sen|der: Abk. der; -s; - (Rund-
funk-)Ultrakurzwellensender
yi|cus/yi|kus: dal.) das; • ; Ulzera
<Med.» Geschwür, Entzündung der
Haut od. Schleimhaut mit örtlichen
Substanzverlusten (sehr oft auf den
Magen bezogen)
Ule|ma —* U|le|ma: <arab.-türk.> die
(PI.) Rechts- u. Gottesgelehrte im Is¬
lam
U!i|tis —* U|U]tis: igr.-lat.) die; ~ ;
Ulitiden <Med.» Zahnfleischentzün¬
dung
Ulk: der; -fe)s; -e (PI. s.) Spaß; Unfug
»Der Abend war lustig, denn wir haben
nur Ulk getrieben.«
ui|ken: ulkst; ulktest; hast geulkt sich ei¬
nen Spaß erlauben; Unfug treiben
Ul|ke|rgi: die; - ; -en Unfug; Spaß
ul|kfg: Adj. [ugs.] 1 lustig; spaßig »Das
war ein ulkiger Abend.« 2 seltsam; un¬
gewöhnlich »So ein ulkiges Verhalten
habe ich noch nie gesehen.«
Ult.: Abk. Ultimatum - letzte nach¬
drückliche Aufforderung; letzte Frist
ult.: Abk. 1 a) ultimativ = nachdrück¬
lich, in Form eines Ultimatums b) dl.)
(per) ultimo = am/zum Letzten (des
Monats, Jahres) 2 dal.) ultimo
(mense) = (im) vergangenen Monat
ul|tim.: Abk. ultimativ = nachdrück¬
lich, in Form eines Ultimatums
Ui|ti|ma: <lat.> die; - ; Ultima u. Ultimen
1 (Sprachwiss.» in einem Wort die
letzte Silbe, Endsilbe 2 a) yi|ti|ma ra|-
tio —» Ul|ti|ma Rajtio: data /ultima
razio/ die; ~ ; - [geh.] letztmögliches
Mittel, letztmöglicher Weg (zur
Durchsetzung eines Zieles o. ä.) b)
Ul|ti|ma refgum —> Ut|ti|ma Re|gum:
dat.» Krieg als letztmögliches Mittel
(zur Durchsetzung eines Zieles)
uljti|ma|tjv: dat.) /ultimatif/ Adj. n. stg.
nachdrücklich (auQfordernd (wie ein
Ultimatum)
Ul|ti|mg|tum: dat.) das; -s; -s u. Ultima¬
ten letzte nachdrückliche Aufforde¬
rung; eingeräumte Frist, bis. etw. ge¬
tan od. gezahlt werden muß (wenn
dies nicht geschieht, passiert demjeni¬
gen etw., der das Ultimatum nicht
eingehalten hat)
Ultimo: dat.-it.) der; s; -s a) der Letzte
(Tag) des Monats b) «ibertr.» [ugs.]
bis zum Letzten »etw. bis Ultimo aus¬
nutzen«
ul|ti|mo: Adv. zum letzten (Tag) eines
Monats
ul|tra-/Utjtra- —»■ uljt|ra-/UI(t|ra: dat.)
Wortbildungselement (häufig auf ul-
tra-jUltra- betont) 1 [fachsprl.] jen¬
seits; über etw. hinaus »ultraviolett ♦
Ultraschall« 2 <verst.» sehr; besonders;
äußerst »ultralinks * Ultrakonservati¬
vismus«
1206
umblasen
Ul|tra|kura|wel)le —> Ul|t|ra|kurz|wel|le:
dat.; dt.> die; - ; -n elektromagneti¬
scher Wellenbereich für Rundfunk-
u. Femsprechdienste (geringer Reich¬
weite)
Ul|tra|kurz|wel|len|emptfän|ger —» Ul|-
t|ra]kürz|wel|len[emptfän|ger. der; -s;
- Rundfunkempfänger für UKW
Ul[tra|kurz[wel|len|sen|der —» Ul|t(ra|-
kurz|wel|len|sen|den der; -s; - Rund¬
funksender für UKW
Ul|tra|kurz|wel|len|thejra|pie —» Ul|tj-
ra|kurz|wel|len|the|ra|pie: die; - ; -n
<Med.> Heilbehandlungsmethode, bei
der Ultrakurzwellen eingesetzt wer¬
den, die tief in das Gewebe eindringen
Ul|tra|ma|nn —* Ul|tjra|ma|rjn: das; -s; -
<Farbe> das Kornblumenblau; leuch¬
tendes, kräftiges Blau
ul|tra)ma|rin —*■ ul|t|ra|ma|rin: Adj. n.
stg.; n. dekl. von leuchtend blauer,
kornblumenblauer Farbe, die ur¬
sprünglich aus dem (blauen) Lapisla¬
zuli (Mineral, Stein) gewonnen wurde
UI|tra|mon|ta|nis|mus —> UI|t|ra|mon|-
ta|nis|mus: der; - ; - strenge katholi¬
sche, nach dem Papst gerichtete, auch
in politischer Hinsicht aktive Glau¬
ben sausübung
yi|tra|rot —» yi(tJra|rot das; -s; - un¬
sichtbare (heilende) Wärmestrahlen
Ul|tra|schall —* Ul|tjra|schall: <Physik>
der; -(e)s; - Geräusch, Schall (höher
als 20000 Hz), das/der aufgrund der
hohen Frequenz vom menschlichen
Ohr nicht mehr wahrgenommen wird
yi{tra|schall|be|hand|lung —* Ul(t|ra|-
schall|be|hand|lung: die; ~ ; -en An¬
wendung von Ultraschallwellen zu
technischen (z. B. zur Peilung) u. me¬
dizinischen Zwecken (Nierensteinzer¬
trümmerung; Schwangerschaftsun¬
tersuchung)
yi|tra|schall|dia|gno|stik —» Ul[t|ra|-
schall|di|a|g|nos|titc die; - ; - Benut¬
zung von Ultraschallwellen zur Er¬
kennung von Tumoren u. Früherken¬
nung von Fötenmißbildungen
UI|tra|viojlett —> UI|t|ra|vi|o|lett das; -s;
- <Physik> unsichtbarer elektromagne¬
tischer, kurzwelliger Wellenteil jen¬
seits des Violetts mit chemischer u.
biologischer Wirksamkeit, regt die
Hautpigmentbildung an, erstreckt
sich bis zu den Röntgenstrahlen
Ul|tra|zen|tri|fu|ge —> Ul|tjra|zen|t|riffu|-
g« die; - ; -n <Technik> kleine Zentri¬
fuge mit einer sehr hohen Drehzahl
(bis ca. IO6 Umdrehungen pro Mi¬
nute)
UI|ze|ra|ti|on: dat.) /ulzerazion/ die; - ;
-en <Med.> Bildung von Geschwüren
u. M.: Abk. 1 unter dem Meeresspiegel 2
a) unter Mitarbeit b) unter Mitwir¬
kung
U/m: Abk. Umdrehung pro Minute
um: I Adv. circa; ungefähr; fast; beinahe
»Das kostet um die 10 DM.« II Drap,
mit Akk. 1 räumlich kreisförmig um¬
schließend »Alle standen um den Käfig
(herum).« 2 zeitlich a) zu einem be¬
stimmten Zeitpunkt» Wir essen um 12
Uhr.« b) ungefähr zu einem Zeitpunkt
»Um Weihnachten (herum) sind die
meisten Menschen in Eile.« 3 kausal
den Grund angebend »Sie sorgte sich
um die Kinder.« 4 final Zweckangabe
»Sie rief um Hilfe.« 5 eine Person od.
Sache betreffend; bezeichnet etw. od.
jmdn. hinsichtlich des Zustandes
»Wie steht es um deine Mutter?« 6
maßangebend »Die Hose muß um drei
cm enger gemacht werden.« 7 a) einen
Wechsel kennzeichnend »Sie trafen
sich ein um das andere Jahr.« b) zwei
gleiche Substantive verbindend nicht
unterbrochene Reihenfolge »Er
zahlte Monat um Monat, Runde um
Runde.« 8 auch relativisch das Objekt
einer Handlung angebend »Sie strei¬
ten um das Sorgerecht.« 9 [landsch.]
statt für’ gibt einen Preis, Wert an
»Ich habe das Auto um 1000 Mark
erstanden.« III in bestimmten Verbin¬
dungen a) um .... willen: wegen »Um
des lieben Friedens willen.« b) um so,
je ... um so: desto c) um was?: wor¬
um? »Urn was geht es?« 10 es geht um.
alles: alles ist gefährdet 11 es handelt
sich um ...: die Rede handelt von ...;
das Thema ist ...; folgendes soll ge¬
schehen o. ä. 12 um etw. kommen: ei¬
nen Verlust haben 13 um etw.
wissen: über etw. informiert sein 14
um u. um: ganz u. gar; vollkommen
ü. M.: Abk. über dem Meeresspiegel
unv/Um-: Wortbildungselement (teil¬
weise betont, teilweise unbetont; +
Verb betont = trennbar, unbetont =
untrennbar) 1 (+ Verb untrennbar)
um etw. od. jmdn. herum »umfahren ♦
umarmen * Umarmung« 2 (+ Verb
trennbar) kennzeichnet eine Ände¬
rung od. Verlagerung nach unten,
vom Aufrechten zum Liegenden
»umfahren • Umfallen« 3 (+ Verb
trennbar) um einen Teil des menschli¬
chen Körpers (herum) »umhängen ♦
umbinden« 4 (+__ Verb trennbar)
kennzeichnet eine Änderung der (ein¬
geschlagenen) Richtung »umdrehen •
umblicken • umbiegen« 5 (+ Verb
trennbar) kennzeichnet eine Verlage¬
rung zu einem anderen Ort »umpflan¬
zen • umfidlen« 6 ( + Verb trennbar)
kennzeichnet eine Änderung od. Ver¬
lagerung von innen nach außen »um¬
krempeln« 7 ( + Verb trennbar) kenn¬
zeichnet eine Änderung od. Verlage¬
rung von unten nach oben »um¬
graben« 6 (+ Verb trennbar) kenn¬
zeichnet eine Änderung hinsichtlich
der (angeblichen) Seite »umblättem ♦
umdrehen« 9 ( + Verb trennbar) zeit¬
lich zu Ende, vorüber »umsein« 10
(+ Verb trennbar) (optisch) verän¬
dern »umarbeiten ♦ umnähen« 11 f +
Verb trennbar) austauschen; vertau¬
schen »Umtauschen ♦ umwechseln«
UMA: Abk. <fr.) Union du Maghreb ara-
be = Union des Arabischen Maghreb
= Zusammenschluß der Staaten Ma¬
rokko, Algerien, Libyen, Maureta¬
nien u. Tunesien zur Erhaltung der
geistigen Werte des Islams u. zur För¬
derung der wirtschaftlichen Entwick¬
lung
um|adres|sie|ren —»■ um|a|d|res|sie|-
ren: adressierst um; adressiertest um;
hast umadressiert die Anschrift än¬
dern »Der Brief muß umadressiert
werden!«
um|än|dern: änderst um; ändertest um;
hast umgeändert etw. in seiner Form,
den Maßen verändern
Um|än|de|rung: die; -; -en Veränderung
der Form, Maße
um)arjbei|ten: arbeitest um; arbeitetest
um; hast umgearbeitet Wesentliches
verändern
Um|ar|bei|tung: die; - ; -en Verände¬
rung von Wesentlichem
um|aijmen: umarmst: umarmtest; hast
umarmt beide Arme um eine Person
schlingen (u. leicht drücken) »Sie um¬
armten sich zum Abschied.«
Um|arjmung: die; - / -en das Umschlie¬
ßen einer Person mit den Armen
Um|bau: der; -(e)s; -e u. -ten 1 das Ver¬
ändern von etw. (z. B. eines Hauses o.
ä.) durch bauliche Maßnahmen »Der
Umbau des Wohnzimmers hat lange
gedauert.« 2 umgebauter, veränderter
Teil eines Bauwerks »Der Umbau wird
jetzt als Büro genutzt.« 3 Verände¬
rung in einer Struktur, Vorgehens¬
weise
um|bau|en: baust um; bautest um; hast
umgebaut durch bauliche Maßnah¬
men, Bauen verändern »Wir bauen
unser Haus um.«
umlbaulen: umbaust; umbautest; hast
umbaut etw. mit etw. Gebautem um¬
geben; etw. mit Gebäuden einschlie¬
ßen »Der Platz wurde mit Häusern
umbaut.«
um|be|nen|nen: benennst um; benann¬
test um; hast umbenannt etw., jmdm.
einen anderen Namen geben » Wir be¬
nannten das Schiff von 'Klara' in 'So¬
fie'um.«
Um|be|nen|nung: die; ~ ; -en Änderung
eines Namens
um|be|set|zen: besetzt um; besetztest
um; hast umbesetzt eine Theater- od.
Filmrolle mit einem anderen Schau¬
spieler, eine Stelle mit einer anderen
Person als geplant besetzen
Um|be|set|zung: die; - ; -en Verände¬
rung der Besetzung einer Stelle, Rolle
um|be|sin|nen: besinnst dich um; be¬
sann ( e)st dich um; hast dich umbeson¬
nen die Gesinnung ändern; zu einer
neuen Einsicht kommen
um|bet|ten: bettest um; bettetest um;
hast umgebettet 1 in ein anderes
Krankenzimmer legen 2 eine(n) To-
te(n) in ein anderes Grab verlegen
Um|bet|tung: die; - ; -en 1 Verlegung in
ein anderes Krankenzimmer 2 Verle¬
gung in ein anderes Grab
um|bie|gen: biegst um; bog(e)st um;
hastfist umgebogen 1 hast etw. durch
Verbiegen in eine andere Position
bringen 2 ist in eine andere Richtung
verlaufen o. ä.
um|bil|den: bildest um; bildetest um;
hast umgebildet etw. in der Zusam¬
mensetzung verändern
um|bin|den: bindest um; band(e)st um;
hast umgebunden 1 ein Buch mit ei¬
nem neuen Umschlag versehen 2
jmdn. od. etw. mit etw., einem Klei¬
dungsstück versehen »eine Krawatte
umbinden«
um|bjn|den: umbindest; umband(e)st;
hast umbunden etw. um etw. herum
wickeln »den Stamm mit Alufolie um¬
binden«
um|bla|sen: bläst um; blies (es)t um;
hast umgeblasen etw. durch starkes
Wehen, Pusten umfaßen lassen »Der
Wind blies die Flaschen um.«
1207
umblättern
um|blät|tem: blätterst um; blättertest
um; hast umgeblättert bei einem
mehrseitigen Text eine Seite umdre¬
hen
umblicken (um|blik|ken —> um|bli|-
cken, sich): blickst dich um; blicktest
dich um; hast dich umgeblickt a) nach
hinten schauen b) sich alles anschau¬
en »Er blickte sich im Zimmer um.«
Um|bra —* Um|b|ra: <Iat.> die; ~ ; - 1
dunkler Kern eines Sonnenflecks 2
braune Erdfarbe
Um|bral|glas —> Um|b|ral|glas: (Wa¬
renzeichen) das; -es; -gläser gegen ul¬
traviolette u. ultrarote Strahlung
schützendes Sonnenbrillenglas
um|bran|den: umbrandet; umbrandete;
hat umbrandet stark umfließen, -strö¬
men
umlbraulsen: umbraust; umbrauste; hat
umbraust sich stürmisch um etw. her¬
umbewegen »Der Orkan umbrauste
das Haus.«
um|bre|chen: brichst um; brach(e)st
um; hast/ist umgebrochen 1 a) hast
etw. abbrechen b) ist sich lösen u. nie¬
derfallen 2 hast Land, Erde (mit ei¬
nem Pflug) von oben nach unten u.
umgekehrt umwenden, umgraben
um|bre|chen: umbrichst; umbrach(e)st;
hast umbrochen <Druckw.> Seiten für
einen Druck richtig einrichten
um|brin|gen: bringst um; brachtest um;
hast umgebracht 1 einem Tier, einer
Person gewaltsam (ohne Recht) das
Leben nehmen »Er hat seine Frau um¬
gebracht.« Syn.: töten; (er)morden 2
nicht umzubringen sein: [ugs.] etw.
od. jmd. ist sehr belastbar, haltbar
od. fast unzerstörbar
Um|bruch: der; -(e)s; Umbrüche 1
(Ver)Änderung der Basis; vollkom¬
mene Änderung, Wandlung »Die ge¬
sellschaftlichen Umbrüche waren
vorauszusehen.« 2 o. PI. «Druckw.) a)
das Setzen von Textmarken nach
(Sinn-)Abschnitten, logischen Ein¬
schnitten usw. »Das Manuskript ist
beim Umbruch.« b) Ergebnis des Um¬
bruchs (2a) 3 <Bergbau> Weg, der (für
die Förderwagen) um einen Schacht
herum verläuft 4 «Landwirt.) Umgra¬
bung der obersten Ackerboden¬
schicht
um|bu|chen: buchst um; buchtest um;
hast umgebucht 1 a) einen Geldbetrag
auf ein anderes Konto buchen b) ei¬
nen Betrag auf einem anderen Titel,
Konto verbuchen 2 eine Reise o. ä.
verschieben od. sich ein anderes Ziel
aussuchen
Um|bu|chung: die; - ; -en 1 a) Transfer
eines Geldbetrages auf ein anderes
Konto b) Verzeichnung eines Betra¬
ges auf einem anderen Titel 2 Ände¬
rung des Reiseziels od. des Reiseter¬
mins
um|da|tie|ren: datierst um; datiertest
um; hast umdatiert a) mit einem ande¬
ren, neuen Datum versehen b) (einen
Termin) auf einen anderen Tag legen
um|den|ken: denkst um; dachtest um;
hast umgedacht seine Meinung än¬
dern, zu neuen Einsichten, Erkennt¬
nissen gelangen, andere, neue Ge¬
sichtspunkte berücksichtigen
Um|denk|pro|zeB —* Um|denk|pro|-
zess: der; -prozesses -prozesse geisti¬
ger, innerer Vorgang, in dem sich
jmd. eine neue Meinung über etw. bil¬
det, zu neuen Einsichten, Erkenntnis¬
sen gelangt
um|deu|ten: deutest um; deutetest um;
hast umgedeutet etw. neu interpretie¬
ren, einen neuen Sinn, Gehalt geben,
zumessen
Um|deu|tung: die; - ; -en Um-, Neuin¬
terpretation; Zuordnung eines ande¬
ren, neuen Sinns
um|di|ri|gie|ren: dirigierst um; dirigier¬
test um; hast umdirigiert in eine ande¬
re Richtung, auf eine andere Strecke
o. ä. leiten, an einen anderen Ort um¬
leiten
um|dis|po|nie|ren: disponierst um; dispo¬
niertest um; hast umdisponiert die
Pläne ändern
Umdr.: Abk. «Technik) Umdrehungen
um|drän|gen: umdrängst; umdränglest;
hast umdrängt sich dicht aneinander
pressen; eng beieinander stehen
»Schaulustige umdrängten den Unfall¬
ort.«
um|dre|hen: drehst um; drehtest um;
hastfist umgedreht 1 a) hastjbist um¬
kehren; sich in die entgegengesetzte
Richtung wenden »Der Weg ist
falsch, du mußt umdrehen!« b) hast
wenden; auf die andere Seite legen
»Du mußt das Blatt umdrehen!« 2
jmdm. die Worte im Mund umdre¬
hen: etw. Gesagtes anders deuten,
(absichtlich) falsch auslegen, inter¬
pretieren, verstehen, als es gemeint
war »Du drehst mir die Worte im
Mund um.« 3 jmdm,, dem Vogel den
Hals umdrehen: «meist als (scherz¬
hafte) Drohung; salopp) einer Person,
einem Vogel das Leben nehmen, ihn
töten, umbringen, ermorden 4 sich
nach jmdm., etw. umdrehert: jmdm.
od. etw. hinterherschauen 5 jeden
Pfennig umdrehen: «übertr.) a) jmd.
ist nicht reich u. muß sparen, überle¬
gen, wofür er wieviel Geld ausgibt b)
jmd. ist geizig 6 der Magen dreht sich
jmdm. um: jmdm. wird übel, schlecht;
jmd. muß sich erbrechen, übergeben
Um|dre|hung: die; - ; -en Veränderung
ins Gegensätzliche
Umjdre|hung: die; ~ ; -en «Technik) gan¬
ze Drehung, Bewegungseinheit eines
Motors, Maschine um die eigene
Achse
Um|dre|hungs|ge|schwin|dig|keit: die;
~ ; -en die Geschwindigkeit, mit der
sich die Kurbelwelle des Motors, ein
sich drehender Körper um die eigene
Achse dreht
Um|drg]hungs|zahl: die; - ; -en Anzahl
der Bewegungseinheiten eines Mo¬
tors, sich drehenden Körpers (in der
Minute) »Die Umdrehungszahl liegt
bei 3000.«
Um|druck: der; -(e)s;-e a) o. PI. techni¬
sches Verfahren zur Vervielfältigung
b) Erzeugnis durch (a) hergestellt
um|drucken (um|druk|ken —> um|dru|-
cken): druckst um; drucktest um; hast
umgedruckt 1 durch die Technik des
Umdrucks (a) hersteilen 2 mit einem
anderen, neuen Text o. ä. versehen
Um|druck|veijfah|ren: das; -s; - techni¬
sches Verfahren zur Vervielfältigung
um|ein|an|der —> um|ei|n|an|den Adv.
bezeichnet eine Gegenseitigkeit »Sie
machten sich umeinander Sorgen«
um|er]zie|hen: erziehst um; erzogte)st
um; hast umerzogen jmdn. durch päd¬
agogische Maßnahmen in seinem
Verhalten ändern
Um|erjzie|hung: die; - ; -en Änderung
jmds. durch Erziehung
Umf.: Abk. Umfang
umf.: Abk. umfassend
um|fah|ren: fährst um; fuhr(e)st um;
hast/bist umgefahren 1 hast gegen eine
Person, Sache, ein Tier fahren, die¬
se^) zu Fall bringen u. damit schädi¬
gen, verletzen, töten »Du hast das
Reh, den Mann, das Schild
umgefahren.« 2 bist [landsch.] nicht
auf direktem Wege, sondern auf ei¬
nem Umweg an ein Ziel fahren
um|fah|ren: umfährst; umfuhr(e)st; hast
umfahren an etw. vorbei, (im Kreis,
Bogen) drumherum fahren »Da ist
eine Baustelle, ich muß sie rechts
umfahren. • den Stadtverkehr umfah¬
ren«
Um|fall: der; -(e)s; Umfälle [abwert.]
plötzlicher Meinungs-, Gesinnungs¬
wechsel
um|fal|len: fällst um; fiel(e)st um; bist
umgefallen 1 a) zu Boden gehen, stür¬
zen, kippen »Die Kanne fiel um.« b)
das Bewußtsein verlieren; aufgrund
einer körperlichen Schwäche zu Bo¬
den gehen; ohnmächtig werden »Mir
wurde schwarz vor Augen, u. ich fiel
um.« c) tot zusammenbrechen 2 [ab¬
wert.] die Meinung ändern u. sich
nicht an vorher Verabredetes halten
»Vor Gericht fiel der Zeuge um u.
sagte gegen den Angeklagten aus.« 3
vor Hunger, Durst, Müdigkeit, Er¬
schöpfung Umfallen: jmd., ein
Mensch, Tier ist sehr hungrig, dur¬
stig, müde, erschöpft 4 zum Umfallen
müde: sehr müde
Um|fal|ler: der; -s; - weibl. Um|fal|!e|rin:
die; - ; -nen [abwert.; ugs.] Person, die
dazu neigt, dafür bekannt ist, (plötz¬
lich) ihre Meinung entgegen jeder Ab¬
sprache zu ändern u. etw. Gegenteili¬
ges zu tun
Umjfang\:der;-(e)s; Umfänge (PI.s.) a)
räumliche Ausdehnung eines Kör¬
pers; Gesamtheit einer Fläche »Der
Umfang des Baumstammes beträgt 20
cm.« b) «übertr.) Menge; Ausmaß
um|fan|gen: umfängst; umflng(e)st;
hast umfangen umarmen
um|fang|mä|Big/um|fangs|mä|Big: Adj.
n. stg. a) auf eine räumliche Ausdeh¬
nung bezogen b) mengenmäßig
um|fang|reich: Adj. ein großes Ausmaß
habend »umfangreiches Themenge¬
biet«
um|färjben: färbst um; färbtest um; hast
umgefärbt etw. eine andere Färbung,
Tönung geben
um|fas]sen: faßt um; faßtest um; hast
umgefaßt -—>alie Formen mit ss*—
1 «Edelstein) neu, anders fassen 2
[landsch.; norddt.] umarmen; sich mit
den Armen einhaken; einen Arm um
jmds. Schulter legen
um|fas|sen: umfaßt; umfaßtest; hast um¬
faßt —>alle Formen mit ss<— 1 mit
der Hand einschließen, ergreifen
»jmds. Arm umfassen« 2 beinhalten
1208
Umhang
»Das Menü umfaßt fünf Gänge.« 3
<Milit.> umzingeln
um|fas|send/um|fas|send: Adj. sehr
ausführlich; vollständig »eine umfas¬
sende Examensarbeit«
Umtfas[sungs|maujen die; - ; -n (niedri¬
ge) Wand, die ein Grundstück o. ä.
umgibt »Er hat das Grundstück mit ei¬
ner Umfassungsmauer einfrieden las¬
sen.«
Umfeld: das; -(e)s; -er 1 die politische,
soziale Umwelt, Gesellschaft, die eine
Person umgibt (u. durch die diese ge¬
prägt ist) »Das Umfeld des Kindes ist
kriminell vorbelastet.« 2 ein Gebiet
umgebende Landschaft
um|flie|gen: fliegst um; flog(e)st um;
hast/bist umgeflogen 1 hast [ugs.] flie¬
gend gegen etw., jmdn. stoßen (u. ihn,
es zu Fall bringen) »Der Papagei hat
die Vase umgeflogen.« 2 bist [landsch.]
nicht auf direktem Wege, sondern auf
einem Umweg fliegend an ein Ziel
kommen 3 bist [ugs.] ohnmächtig
werden; das Bewußtsein verlieren u.
daher zu Boden fallen 4 ist [ugs.] auf
die Erde fallen »Der Sonnenschirm ist
umgeflogen.«
um|flje|gen: umfliegst; umflog(e)st;
hast umflogen (mit einem Flugzeug)
um etw. herum fliegen »Mit diesem
Flugzeug wurde die Erde zweimal um¬
flogen.«
ym|for]men: formst um; formtest um;
hast umgeformt etw. od. jmdn. än¬
dern, anders gestalten
Umtfoijmar der; -s; - Vorrichtung, Ge¬
rät zur Umwandlung elektrischer
Energie in eine andere Form
um|foijmu|lie|ren: formulierst, um; for¬
muliertest um; hast umformuliert etw.
neu mit anderen Worten beschreiben
»An einigen Stellen kam die Rede
noch umformuliert werden.«
Um|for|mung: die; -; -en Änderung
Um|fra|ge: die; * ; -n systematische Mei¬
nungserhebung unter Heranziehung
möglichst vieler Personen »Das Insti¬
tut macht eine Umfrage zum Dualen
System.«
umjfne|den: umfriedest; umfriedetest;
hast umfriedet etw. mit einer Einzäu¬
nung versehen
Um|frie|dung: die; - ; -en Umzäunung
eines Grundstückes o. ä.
um|fül|len: füllst um; fülltest um; hast
umgefüllt eine Flüssigkeit in ein ande¬
res Gelaß geben
um)funk]tio|nie|ren —> um|funk|ti|o|-
nie|ren: funktionierst um; funktionier¬
test um; hast umfimktioniert die Funk¬
tion, die Bestimmung, den Zweck,
das Ziel von etw. ändern »die Couch
zum Bett umfimktionieren«
Um|funk|tio|nie|rung —» Um|funkjti|o|-
nie|rung: die; ~ ; -en Funktionsände¬
rung
Umg.: Abk. 1 Umgang 2 Umgebung 3
Umgehung
umg.: Abk. 1 umgangssprachlich 2 um¬
geändert 3 umgearbeitet 4 umgehend
Um|gang: der; -)e)s; Umgänge 1 o. Pi.
Art u. Weise der Behandlung anderer
Personen »Sein Umgang mit den
Schülern ist sehr ruhig u. geduldig.« 2
o. PI. Kreis von Personen, mit denen
man befreundet ist »Er hat einen gu¬
ten, schlechten Umgang.« 3 religiöse
Prozession 4 Gang mit Dach um ein
Bauwerk herum 5 um die Hinterhand
eines Pferdes gelegtes Pferdegeschirr¬
teil 6 kein Umgang für jmdn. sein: in
der Gesellschaftshierarchie weit unter
jmdm. stehen u. deswegen nicht zu
ihm passen
um|gäng|iich: Adj. <Tier; Mensch» ver¬
träglich u. unproblematisch »Das ist
ein umgänglicher Mensch, mit dem
kann man gut auskommen.«
Um|gäng|lich|keit: die; - ; - Verträglich¬
keit
Um|gangs|form: die; - ; -en (m. PI.)
Manieren, Benehmen, Verhalten
beim Zusammentreffen mit anderen
Personen
Um|gangs|spra|che: die; - ; -n
<Sprachwiss.> 1 im täglichen Umgang
mit anderen Personen gesprochene
Sprache; Sprachvariante, die von re¬
gionalen, sozialen u. soziologischen
Einflüssen geprägt ist u. zwischen
Hochsprache u. Dialekt steht 2 Spra¬
che, die von allen anwesenden Perso¬
nen verstanden wird »Heute ist Eng¬
lisch unsere Umgangssprache, da wir
einen Gast haben, der kein Deutsch
versteht.«
um|gangs|sprach|üch: Adj. in der Spra¬
che des Alltags gesprochen
Um|gangs|ton: der; -)e)s; - Stil, Art u.
Weise des Redens miteinander »Zwi¬
schen den Brüdern herrschte ein rüder
Umgangston.«
um|garjnen: umgarnst; umgarntest; hast
umgarnt jmdn. mit Freundlichkeit,
Schmeicheleien überhäufen, da man
sich einen Vorteil daraus erhofft
Um|gar|nung: die; - ; -en Umschmeich-
lung
um|ge|ben: gibst um; gab(e)st um; hast
umgegeben jmd. etw. übeT die Schul¬
tern, den Körper legen
um|ge|ben: umgibt; umgab; hat umge¬
ben sich um etw., jmdn. herumgrup¬
pieren » Wälder umgaben das Dorf.«
um|ge|ben, sich: umgibst dich; umga-
b(e)st dich; hast dich umgeben Dinge,
Personen um sich versammeln »Er
umgab sich mit falschen Freunden.«
Umfgejbung: die; - ; -en 1 a) Land¬
schaft, Gebäude usw. in der Nähe,
Gegend eines Ortes od. Hauses »Ihr
wohnt in einer schönen, ruhigen
Umgebung.« b) Personenkreis od. Be¬
reich, in dem jmd. verkehrt, lebt »Sie
lebt in einer armen Umgebung.« 2
Rahmen; Zusammenhang; Hinter¬
grund »In welche Umgebung läßt sich
dieses Gedicht einordnen?«
Um|ge|gend: die; - ; -en Landschaft,
Gebäude usw. in der Nähe, Gegend
eines Ortes od. Hauses
um|ge|hen: geht um; ging um; ist umge¬
gangen 1 in einer bestimmten Art u.
Weise behandeln »Er ging behutsam
mit dem scheuen Reh um. ♦ So kannst
du nicht mit deinen Eltern umgehen! ♦
Er ging vorsichtig mit dem zerbrechli¬
chen Porzellan um.« 2 a) in Umlauf,
Bewegung sein, kursieren, kreisen;
sich von einer Person zur anderen
ausbreiten »Ein böses Gerücht über
die Nachbarin geht um. ♦ Viele sind
krank, denn die Grippe geht zur Zeit
um.« b) als Gespenst, Geist erschei¬
nen, spuken »Um Mitternacht geht
der Geist des toten Königs in der Burg
um.« 3 mit Personen verkehren 4 Sag
mir, mit wem du umgehst u. ich sage
dir, wer du bist: an dem Umgang (1b)
läßt sich der Charakter usw. eines
Menschen erkennen
um|ge|hen: umgehst; umging)e)st; hast
umgangen 1 um etw. herum laufen 2
meiden; sich entziehen; etw., was un¬
angenehm ist, nicht tun od. zustande
kommen lassen, obwohl es eigentlich
geschehen müßte
um|ge|hend: Adj. n. stg. auf der Stelle;
sofort; unverzüglich; augenblicklich
»Du sollst dich umgehend beim Chef
melden!«
Um|ge|hung: die; - ; -en kurz für Umge¬
hungsstraße
Umjge|hungs|stra|8e: die; - ; -n Straße,
die um eine Ortschaft geführt wird,
um den Ortskem zu entlasten
um|ge|kehrt: Adj. 1 anders; gegenteilig
»Die Tatsache verhält sich völlig um¬
gekehrt, als von dir beschrieben.« 2
spiegelbildlich; verkehrt herum; um¬
gedreht »in umgekehrter Reihenfolge«
um|ge|stal|ten: gestaltest um; gestalte¬
test um; hast umgestaltet etw. in seiner
Art u. Weise verändern
Um|ge|stal(tung: die; - ; -en Verände¬
rung
um|gra|ben: gräbst um; grub(e)st um;
hast umgegraben die obere Schicht
des Bodens umwenden
ym|grei|fen: greifst um; griff(e)st um;
hast umgegriffen die Stellung der
Hände wechseln
um|grei)fen: umgreifst; umgriff)e)st;
hast umgriffen 1 etw. mit seiner Hand
umschließen 2 inhaltlich mit ein¬
schließen »Dieses Gebiet umgreift
viele Unterthemen.«
um|grup|pie|ren: gruppierst um; grup¬
piertest um; hast umgruppiert eine an¬
dere, neue (An-)Ordnung schaffen
Um|grup|pie|rung: die; -; -en Schaffung
einer neuen (An-)Ordnung
umjgucken (um|guk|ken —* umjgu|-
cken) sich: guckst dich um; gucktest
dich um; hast dich umgeguckt [ugs.] 1
in alle Richtungen schauen, um viel¬
leicht etw. (Bestimmtes) zu sehen »Er
guckte sich nach ihr um, konnte sie
aber nicht entdecken.« 2 du wirst dich
noch umgucken: du wirst dich noch
wundern, wirst Probleme, Schwierig¬
keiten bekommen
um|gür|ten, sich: gürtest dir um; gürte¬
test dir um; hast dir umgegürtet [ver-
alt.] jmdm. od. sich um die Taille bin¬
den »Er gürtete ihm die Bauchtasche
um.«
um|gür|ten: umgürtest; umgürtetest;
hast umgürtet fveralt.] etw. od. jmdm.
mit etw., was einem Gürtel ähnlich
ist, versehen
um|ha|ben: hast um; hattest um; hast
umgehabt [ugs.] 1 einen Zeitraum mit,
von etw. hinter sich haben »Die halbe
Zeit hast du schon um.« 2 am Körper
tragen »Er hatte einen Poncho um.«
um|hä|keln: umhäkelst; umhäkeltest;
hast umhäkelt etw. mit einem Häkel¬
rand versehen
Um|hang: der; -)e)s; Umhänge Klei¬
dungsstück ohne Ärmel, das man sich
über die Schulter legen u. das vorne
zusammengebunden werden kann
1209
Umhangtuch/Umhängetuch
ym|hangftuch/Um|hän|ge|tuch: das;
■ -(e)s; -tücher ein größeres Tuch, das
man sich über die Schultern legt
umjhän|gen: hängst um; hängtest um;
hast umgehängt 1 von einer Stelle ab¬
nehmen u. an einer anderen Stelle
wieder aufhängen 2 zur Wärmung
etw. über die Schultern legen
umjhänjgen, sich: hängst dir um; häng¬
test dir um; hast dir umgehängt sich
mit einem Schmuckstück o. ä. behän¬
gen; sich etw. (um den Hals, die
Schultern legen) »Ich hängte mir die
Handtasche um den Hais, weil ich
keine Hand mehr frei hatte.«
umjhänjgen: umhängt; umhing; hat um¬
hangen um eine Person, etw. herum
befestigt sein »Eine kostbare Kette
umhing ihren Hals.«
Uin|hän]ge[ta|sche: die; - : -n Handta¬
sche mit einem langen Riemen, die
man sich über die Schulter hängen
kann
ym|hän|ge|tuch/Urn|hang|tuch: das;
-(e)s; -tücher ein größeres Tuch, das
man sich über die Schulter legt
um|hau|en: haust um; hautestj[geh.] hie-
b(e)st um; hast umgehauen 1 [ugs.]
jmdn. durch körperliche Gewalt,
durch einen Schlag, Hieb zu Fall brin¬
gen, handlungsunfähig machen 2
[ugs.] jmdn. durch einen Schock, eine
Überraschung aus dem seelischen
Gleichgewicht bringen »Die Nach¬
richt hat ihn umgehauen.« 3 [ugs.] kör¬
perlich einen negativen Einfluß auf
jmdn. ausüben
umjhefgen: umhegst; umhegtest; hast
umhegt sich um etw. od. jmdn. liebe¬
voll kümmern
umjher: Adv. nach allen Seiten; hierhin
u. dahin; hier u. dort »Er stand unent¬
schlossen vor dem Büro u. schaute in
der Gegend umher.«
um|her[blicken (um|herjblik|ken —>
um|heijbli|ckert): blickst umher; blick¬
test umher; hast umhergeblickt in alle
möglichen verschiedenen Richtungen
sehen
um|herfge|hen: gehst umher; ging(e)st
umher; bist umhergegangen ohne Ziel
durch die Gegend laufen
um|her]lr|ren: irrst umher; irrtest umher;
bist umkergeirrt ziellos, verirrt umher¬
laufen
um|her|rei|sen: reist umher; reistest um¬
her; bist umhergereist von einem Ort
zum anderen reisen
um|her|sch!ei|chen: schleichst umher;
schiich(e)st umher; bist umhergeschli¬
chen geheimnisvoll, leise ohne ge¬
naues Ziel umhergehen
um|heijstol|zie|ren: stolzierst umher;
stolziertest umher; bist umherstolziert
[ugs.] a) in übertrieben gezierter,
Überheblichkeit ausdrückender Wei¬
se durch die Gegend gehen »Er stol¬
zierte im Park umher.« b) umherstol¬
zieren wie der Hahn auf dem Mist:
[abwert.] sich zu wichtig nehmend hin
u. her laufen
umlherlstreilfen: streifst umher; streif¬
test umher; bist umhergestreift 1 ziel¬
los durch die Gegend laufen 2 unru¬
hig in der Gegend umherschauen,
umherblicken
umlherizielhen: ziehst umher; zog(e)st
umher; bist umhergezogen von einem
Ort zum anderen wechseln
um|hin|kön|nen: kannst umhin; konntest
umhin; hast umhingekonnt; immer ver¬
neint; in der Wendung nicht umhin¬
können, etw. nicht verhindern,
nicht vermeiden können »Ich werde
wohl nicht umhinkännen, ihn zu besu¬
chen.«
um|hö|ren, sich: hörst dich um; hörtest
dich um; hast dich umgehört sich bei
anderen über etw. od. jmdn. erkundi¬
gen, Informationen suchen
Umjhülflung: die; * ; -en a) etw. od.
jmdn. mit einer Hülle versehen b) etw.
umgebende Schale, Hülle o. ä.
um|infterjprejtie|ren: interpretierst um;
interpretiertest um; hast uminterpre¬
tiert auf eine andere, neue Art u. Wei¬
se deuten, auslegen, Syn.: umdeuten
um|ijj|beln: umjubelst; umjubeltest; hast
umjubelt etw. od. jmdn. ausgelassen
feiern, loben
UMK: Abk. Umweltministerkonferenz
um|kämp|fen: umkämpfst; umkämpf¬
test; hast umkämpft sich sehr anstren¬
gen, um etw. zu erreichen »Der erste
Platz war hart umkämpft (aber; Sie
kämpften hart um den ersten Platz).«
Um|kehR die; - ; -1 das Zurückgehen;
Abzug; Rückzug »Regen u. Kälte
zwangen uns zur Umkehr.« 2 Neube¬
ginn; Besinnung; Änderung
um|kehrjbar: Adj. ins Gegenteil wend¬
bar
um|keh|ren: kehrst um; kehrtest um;
hast/bist umgekehrt 1 hast umstülpen;
die eine Seite nach außen u. die ande¬
re nach innen wenden »Bei der Sicher¬
heitskontrolle mußte er seine Jacken¬
taschen umkehren.« 2 bist sich nicht in
eine Richtung weiterbewegen, son¬
dern kehrtmachen, sich in die entge¬
gengesetzte Richtung (aus der man
kam) weiter fortbewegen; zurückge¬
hen od. -fahren »Es war so kalt, daß
wir umkehrten.« 3 hast wandeln; än¬
dern; ins Gegenteil verändern
Um|kehrjschluß —» ym|kehrjschluss:
der; -Schlusses; -Schlüsse «Rechtsw.)
für nicht benannte Fälle nicht an¬
wendbarer Rechtssatz .
Utn|keh|rung: die; - ; -en 1 Änderung,
Wandel, Wendung ins Gegenteil 2
<Musik> Vertauschung von Tonlagen,
Themen
um|kip|pen: kippst um; kipptest um;
bist/hast umgekippt 1 bist a) [ugs.] auf¬
grund von Schwäche ohnmächtig
werden u. zu Boden fallen; das Be¬
wußtsein verlieren »Mir wurde
schwarz vor Augen, u. ich kippte um.«
b) Umfallen »Die Tasse ist umge¬
kippt.« c) hast etw. zu Fall bringen
»Sie hat das Glas mit Milch umge¬
kippt.« 2 seine Meinung ändern u.
sich vorher getroffener Absprachen
nicht entsprechend verhalten »Vor
Gericht kippte der Zeuge um u. sagte
gegen den Angeklagten aus.« 3 be¬
wässert durch schädliche Umweltein¬
flüsse zu einem in biologischer Hin¬
sicht toten Gewässer werden, verur¬
sacht durch hohes Algensterben (bei
zuvor erfolgter explosionsartiger Al¬
genvermehrung), was zu einem so ho¬
nen Sauerstoffverbrauch der Destru-
enten (Abfallfresser toten organi¬
schen Materials) führt, daß allen an¬
deren Lebewesen der nötige At¬
mungssauerstoff entzogen wird u.
diese dann sterben 4 <Stimme> plötz¬
lich hellerod. dunkler werden
umjklamjmern: umklammerst; umklam¬
mertest; hast umklammert etw. od.
jmdn. fest von allen Seiten umgreifen,
halten
Um|klam|mejrung: die; - ; -en mit
Kraftaufwand verbundenes Festhal¬
ten »sich nur schwer aus der Umklam¬
merung lösen«
um|klap|pen: klappst um; klapptest um;
hast/bist umgeklappt 1 hast etw. in
eine andere Richtung klappen 2 bist
[ugs.] ohnmächtig werden u. zu Bo¬
den fallen
ym|klei|de|ka|bi|ne: die; ~ ; -n <oft in
Geschäften) kleiner Raum, in dem
man die Kleider wechseln od. anpro¬
bieren kann
um|klei|den: kleidest um; kleidetest um;
hast umgekleidet jmdm. od. sich selbst
andere Kleidung anziehen
ym|klei|den, sich: kleidest dich um; klei¬
detest dich um; hast dick umgekleidel
[geh.] die Kleidung wechseln; sich
umziehen
um|klei[den: umkleidest; umkleidetest;
hast umkleidet etw. mit etw. bedek-
ken, bespannen, verschalen, bekle¬
ben, (ver)täfeln »Diesen Sockel wollen
wir mit Fliesen umkleiden.«
ym|klei|de|raum: der; -(e)s; -räume
Zimmer, Räumlichkeit, in dera/der
man die Kleidung wechselt, auszieht
um|knicken (um|knik|ken —* um|kni|-
cken): knickst um; knicktest um; hast/
bist imgeknickt 1 hast etw. biegen,
daß ein scharfer Winkel, ein Knick
vorhanden ist 2 bist mit dem Fußge¬
lenk zur Seite kippen (u. es sich
verstauchen) »Beim Sport bin ich ge¬
stern umgeknickt.«
um|kom|men: kommst um; kam(e)st
um; bist umgekommen 1 «Mensch,
Tier> sterben, das Leben verlieren auf¬
grund eines (gewaltsamen) Ereignis¬
ses »Er kam in den Flammen, bei dem
Unfall um.« 2 «Lebensmittel) auf¬
grund von Nichtnutzung verderben,
unbrauchbar, ungenießbar werden
» Wir verarbeiten immer die Reste vom
Mittagessen, damit nichts umkommt.«
3 [ugs.] etw. extrem Unangenehmes
nur widerwillig über einen längeren
Zeitraum hinweg hinnehmen müssen
um|ko|piejren: kopierst um; kopiertest
um; hast umkopiert die Negative bzw.
Positive vervielfältigen
Um|kreis: der; -es; -e 1 Umgebung; in
der Nähe, im Blickfeld Liegendes
»Ich sehe im Umkreis von 500 m kei¬
nen Baton.« 2 «Math.) durch die Ek-
ken einer geometrischen Figur verlau¬
fender Kreis
um[krei|sen; umkreist; umkreistest; hast
umkreist sich kreisend um etw. herum
bewegen
um)krem|peln: krempelst um; krempel¬
test um; hast umgekrempelt 1 Ärmel
od. Hosenbeine mehrfach nach oben
Umschlagen »Krempel die Ärmel um,
wenn du den Flur wischst!« 2 «übertr.)
alles genau durchsuchen u. dabei Un¬
ordnung schaffen »Ich habe die ganze
1210
Umorganisierung
Wohnmg nach dem Brief umgekrem¬
pelt.« 3 (ugs.) etw. od. jmdn. völlig
verändern
Uml.: Abk. 1 Umlage = Verteilung von
Kosten auf mehrere Personen 2 Um¬
leitung .
um|la|den: lädst um; lud(ejst um; hast
umgeladen a) etw. auf ein anderes
Transportmittel o. ä. packen b) die al¬
te Ladung ausräumen u. eine neue
Ladung annehmen
Um|la|dung: die; - ; -en a) Veränderung
des Transportmittels b) Ausladung
der Ladung u. Aufnahme neuer La¬
dung
Um|la|ge: die; -; -n Geldsumme, die alle
Beteiligten zu gleichen Anteilen auf¬
bringen, zahlen müssen
um|la|gern: umlagerst; umlagertest; hast
umlagert sich dicht um etw. od. jmdn.
herum stellen, aufhalten »Die Fans
umlagerten den Filmstar.«
um|la|gern: lagerst um; lagertest um;
hast umgelagert etw. an einen anderen
Ort zur Aufbewahrung bringen
Um|la|ge|rung: die; - ; -en Umringung
von jmdm. od. etw. (durch mehrere
Personen)
Um|la|ge|rung: die; - ; -en Änderung
des Aufbewahrungsortes
Umjland: das; ~(e)s; - die umliegende
Region
umllaulem; umlauerst; umlauertest; hast
umlauert a) aus allen Richtungen be¬
schatten, oft versteckt od. heimlich
jmdn. beobachten, voller Spannung
erwarten, was dieser jmd. tun wird,
was passsieren wird b) abwarten u.
beobachten, bis sich ein geeigneter
Moment (zum Angriff o. ä.) bietet
»Die Löwen umlauerten die Antilopen¬
herde.«
Umlauf:der;-(e)s; Umläufe 1 o. PI. Be¬
wegung um etw. herum »Umlauf der
Planeten um die Sonne« 2 o. PI. be¬
ständige Bewegung »Umlauf des Blu¬
tes im Organismus« 3 <Med.> eitrige
Hand-, Finger-, Nagelbettentzün¬
dung infolge einer Wundinfektion
mit Eitererregern (meist nach leichten
Verletzungen entstehend) 4 a) das
Weitergeben, -leiten einer Nachricht,
eines Brief, eines Zahlungsmittel o. ä.
b) Rundbrief innerhalb einer Organi¬
sation, eines Betriebes usw., der zur
Ansicht an jede Stelle gegeben, dort
abgezeichnet u. an die nächste Stelle
weitergeleitet wird c) in Umlauf
kommen: 1. verbreitet werden »Das
Gerücht, daß er kündigen wird, ist
letzte Woche in Umlauf gekommen.«
2. als Mittel zur Bezahlung auf den
Markt kommen »Die neuen Geld¬
scheine kommen nächstes Jahr in Um¬
lauf.« d) in, im Umlauf sein: 1. ver¬
breitet sein »Das Gerücht, daß er kün¬
digen wird, ist schon lange in Umlauf.«
2. als Mittel zur Bezahlung auf dem
Markt sein »Die neuen Geldscheine
sind seit Anfang des Jahres im Um¬
lauf.« e) etw. in Umlauf setzen, brin¬
gen: 1. verbreiten »Die Sekretärin
setzte das Gerücht in Umlauf, daß er
kündigen wird.« 2. als Mittel zur Be¬
zahlung auf den Markt bringen »Die
Regierung bringt neue Geldscheine in
Umlauf.«
Um|lauf[bahn: die; - ; - «Astronomie;
Raumfahrt) um ein Zentralgestim
führende feste Bahn, auf der ein Him¬
melskörper, Satellit o. ä. das Zentral¬
gestirn umkreist
umjlauffen: läufst um; lief(e)st um; istj
hast umgelaufen 1 hast heftig gegen
etw. od. jmdn. laufen, beim Laufen
prallen (u. damit zu Fall bringen) »Er
lief die alte Frau um.« 2 ist a) von ei¬
nem zum anderen gehen, (weiter)ge-
reicht werden »Ein bösesGerücht läuft
in der Schule um.« b) als Zahlungsmit¬
tel in Umlauf sein »Falschgeld läuft
um.« 3 bist [landsch.] nicht auf direk¬
tem Wege, sondern auf einem Umweg
das Ziel erreichen
umllaulfen: umläuft; umlief; hat umlau¬
fen um etw. herum verlaufen, kreisen
»Ein Gang umläuft das Haus. ♦ Der
Hund umläuft die Herde, hat die Her¬
de umlaufen. ♦ Die Erde umläuft die
Sonne, hat die Sonne umlaufen. (aber:
Ein Gang läuft um das Haus. • Der
Hund ist um die Herde (herum) gelau¬
fen, läuft um die Herde. ♦ Die Erde ist
um die Sonne gelaufen, läuft um die
Sonne. — Verb 'laufen’ + um’ als
Präp.)«
um|iau|fend: Adj. n. stg. 1 die Richtung
wechselnd »umlaufende Winde« 2 sich
in einem Kreislauf bewegend »umlau¬
fendes Blut« 3 sich drehend um eine
Achse bewegend »umlaufendes Zahn¬
rad« 4 von einem zum anderen ge¬
hend, gereicht werdend »umlaufendes
Falschgeld• umlaufende Gerüchte«
umfiguffend: Adj. n. stg. um etw. herum
verlaufend; um etw. od. jmdn. herum
laufend »ein das Haus umlaufender
Gang«
ym|iaiif(s)|ge|schwin|dig|keit: die; - / -
Geschwindigkeit, mit der ein Planet,
Himmelskörper an den Ausgangs¬
punkt zurückkommt, die Umkrei¬
sung des Zentralpunktes erfolgt
Um|lauf[verimö[gen: das; -s; - «Wirt.)
zum Umsatz bestimmter od. aus Um¬
satz erzeugter Anteil des Finnenver¬
mögens
Um|iauf|zeit: die; - ; - von einem Plane¬
ten, Himmelskörper benötigte Zeit,
um an den Ausgangspunkt zurückzu¬
kommen, wenn er die Umkreisung
des Zentralpunktes abgeschlossen hat
u. mit der erneuten Umkreisung be¬
ginnt
Umflaut: der;-<e )s; -e <Sprachwiss.> ver¬
änderter, aufgehellter Vokal, Selbst¬
laut von a zu ’ä’, ’o’ zu ’ö’, V zu ’ü’ u.
vom Diphthong, Zwielaut ’au’ zu ’äu’
»’Ä ’ö’, ’u sind Umlaute.«
um|lau|ten: lautet um; lautete um; hat
umgelautet «Sprachwiss.) zu einem
Umlaut, von V zu ’ä’, ’o’ zu ’ö’, ’u’
zu ’ü’, ’au’ zu ’äu’ werden »Im Plural
lautet das ’a’bei ’Vater’zu ’ä’um.«
um((e[gen: legst um; legtest um; hast
umgelegt 1 jmdm. od. sich selbst ein
Schmuckstück, Kleidungsstück, Gür¬
tel o. ä. um Schultern, Taille od. Hals
winden »Sie legte ihre Perlenkette
■ um.« 2 einen Geldbetrag auf mehrere
Zahlende, Beteiligte (gleichmäßig)
verteilen »Die Kosten der Hausflurre¬
novierung wurden auf die Eigentümer
umgelegt.« 3 [ugs.] jmdm. das Leben
beabsichtigt u. gewaltsam nehmen;
jmdn. töten, ermorden »Er hat seine
Frau einfach umgelegt.« 4 jmdn. in ei¬
nem anderen (Kranken-)Zimtner un¬
terbringen »Der. Patient wurde auf
Zimmer 29 umgelegt.« 5 a) von einer
stehenden in eine liegende Position
bringen »Bevor wir unter der Brücke
herfahren, muß der Mast umgelegt
werden.« b) knicken »Der Sturm hat
den Mais umgelegt.« c) in eine andere
Position (drehend) bringen »Der
Schalter muß umgelegt werden.« 6
«Telefon) verbinden »Ich lege auf den
anderen Apparat um.« 7 verschieben
»Ich habe den Frisörtermin von heute
auf morgen umgelegt.« 8 [derb] mit ei¬
ner Frau schlafen, sie zum Ge¬
schlechtsverkehr bewegen
um|le|gen: umlegst; umlegtest; hast um¬
legt etw. mit etw. zur Verschönerung
umgeben »Die Käseplatte ist mit roten
Weintrauben umlegt.«
um|tei|ten: leitest um; leitetest um; hast
umgeleitet a) etw. od. jmdn. (für eine
bestimmte Zeit) auf einen anderen als
den üblichen Weg bringen, wobei oft¬
mals ein Bogen, ein Umweg gefahren
werden muß »Aufgrund der Baustelle
wird der Verkehr umgeleitet.« b) etw.
für immer einen anderen Weg weisen
Um|lei|tung: die; - ; -en a) Führung des
Verkehrs über eine andere als die üb¬
liche Strecke »Wegen der Baustelle
wurde eine Umleitung eingerichtet.« b)
die Strecke, auf die der Verkehr um¬
geleitet wird
ym|lei|tungs|schild: das; -(e)s; -er in
Deutschland meist gelbes Schild mit
dem Wort 'Umleitung’ in schwarzer
Schrift, das an einem Ende wie ein
Pfeil spitz zuläuft u. so den Verkehrs¬
teilnehmern den Weg um eine Bau¬
stelle o. ä. herum weist, anzeigt
um|len|ken: lenkst um; lenktest um; hast
umgelenkt etw. (oft Fahrzeug) in eine
andere, die entgegengesetzte Rich¬
tung steuern
um|leijnan: lernst um; lerntest um; hast
umgelernt 1 zu neuen Einsichten o. ä.
gelangen »Die Zeiten haben sich geän¬
dert, da mußt du umlemen.« 2 eine
neue Ausbildung o. ä. machen
um|lie[gend: Adj. naheliegend; in der
Nähe, der Umgebung gelegen »Die
umliegenden Häuser wurden von dem
Feuer verschont.«
um|mel|den: meldest um; meldetest um;
hast umgemeldet sich, jmdn. od. etw.
offiziell aus einem Register streichen
u. bei einem anderen Wohnort mel¬
den, registrieren lassen
um|mo|deln: modelst um; modeltest um;
hast umgemodelt [ugs.] verändern; an¬
ders, neu gestalten
ym|mo|de|iung/ymfmod|lung: die; - ;
-en (Ver-)Änderung
u. M. n.: Abk. unserer Meinung nach
Um|nach|tung: die; - : -en meist in der
Wendung geistige Umnachtung: gei¬
stige Verwirrtheit
ym|or|ga|ni|sa|ti|on: die; -; -en Neuord¬
nung; Neustrukturierung
um|orjga|ni|sie|ren: organisierst um; or¬
ganisiertest um; hast umorganisiert
etw. neu ordnen, strukturieren »den
Betrieb umorganisieren«
ym|oijga|ni|sie|nmg: die; - ; -en Neu¬
ordnung; Neustrukturierung
1211
umpacken
umlpacken (um|pak|ken —» um|pa|-
cken): packst um; packtest um; hast
umgepackt etw. in ein anderes Trans¬
portbehältnis, Möbelstück geben,
schichten, legen, packen »Der Koffer
ist zu klein, wir müssen umpacken.«
um|pfian|zen: pflanzt um; pflanztest um;
~ hast umgepflanzt Pflanzen von einem
Ort an einen anderen in die Erde brin¬
gen
um|pflan|zen: umpflanzt; umpflanztest;
hast umpflanzt eine Fläche rundher¬
um mit Pflanzen versehen -
um|pflü|gen: pflügst um; pflügtest um;
hast umgepflügt Erde, Ackerboden
mit einem Pflug umgraben
um|po|len: polst um; poltest um; hast
umgepolt a) (Elektrot.; Physik) Plus-
u. Minuspol vertauschen b) <übertr.>
[ugs.] etw. ins Gegenteil od. in die ge¬
genteilige Richtung verändern, ver¬
wandeln
um|pro|gram|mie|ren —» ym|pro|g|-
ram|mie|ren: programmierst um; pro¬
grammiertest um; hast umprogram¬
miert 1 <EDV> ein Programm in sei¬
nem Ablauf verändern 2 <übertr.>
[ugs.] die Planung verändern
um|quar|tie|ren: quartierst um; quartier¬
test um; hast umquartiert die Unter¬
bringung verändern »Die Flüchtlinge
wurden umquartiert.«
um|ran|den: umrandest; umrandetest;
hast umrandet mit einem Rand umge¬
ben
ym|ran|gie|ren: rangierst um; rangier¬
test um; hast umrangiert 1 a) Schie¬
nenfahrzeuge anders anordnen »Die
Waggons wurden im Bahnhof umran¬
giert.« b) auf eine andere Gleisstrecke
geleitet werden 2 dibertr.) [ugs.] etw.
anders anordnen
um|ran|ken: umrankt; umrankte; hat
umrankt 1 windend etw. umgeben, be¬
decken 2 dibertr.) umgeben »Schreck¬
liche Geschichten umranken dieses
Haus.«
ym|räu|men: räumst um; räumtest um;
hast umgeräumt etw. in einem Zim¬
mer o. ä. anders anordnen od. von ei¬
nem in ein anderes Zimmer bringen
um|rech|nen: rechnest um; rechnetest
um; hast umgerechnet den Wert von
etw. auf andere Währung, Wertein¬
heit übertragen
Um|rech|nung: die; - ; -en Übertragung
von einer in eine andere Werteinheit,
Währungseinheit
Um|rech|nungs|kurs: der; -es; -e Markt¬
wert einer Wert-, Währungseinheit
um|rei|ßen: reißt um; rissest um; hast
umgerissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— 1 aufgrund einer
heftigen Bewegung jmdn. od. etw. zu
Boden werfen, zu Fall bringen »Der
LKW kam ins Schleudern u. riß einen
Baum um.« 2 etw. niederreißen, zer¬
stören
um|rei|ßen: umreißt; umrissest; hast Um¬
rissen —*alle Vergangenheitsformen
mit ss<— das Wesentliche eines
Sachverhaltes o. ä. kurz u. knapp dar¬
stellen »Leider ist die Zeit für eine de¬
taillierte Ausführung zu knapp, ich
kann das Thema deswegen nur grob
umreißen.«
um|ren|nen: rennst um; ranntest um;
hast umgerannt [ugs.] gegen jmdn. od.
etw. beim schnellen Laufen prallen u.
zu Fall bringen
umjren|nen: umrennst; umranntest; hast
umrannt [ugs.] schnell um etw. herum
laufen
um|rin|gen: umringst; umringtest; hast
umringt einen dichten Kreis um etw.
od. jmdn. bilden »Schaulustige um¬
ringten das Unfallopfer.«
Um|riö —» Umjriss; der; Umrisses; Um¬
risse äußere Form eines Körpers, die
vor einem Hintergrund abgehoben ist
»Als die Sonne unterging, konnte ich
Um|riß|zeich|nung —> Um|riss|zeich|-
nung: die; - ; -en Skizze, die nur die
Konturen eines Motivs darstellt
um|rüh|ren: rührst um; rührtest um; hast
umgerührt mit einem Löffel o. ä. ver¬
mischen »die Soße umrühren«
uffi|run|den; umrundest; umrundetest;
hast umrundet im Kreis um etw. od.
jmdn. gehen, fahren
um[rü|sten —» um|rüs|ten: rüstest um;
rüstetest um; hast umgerüstet 1 <Miiit.>
andere Waffen usw. anschaffen 2 etw.
mit anderen, neuen technischen Er¬
rungenschaften ausstatten
Um|rü|stung —» Um|rüs|tung: die; - ;
-en 1 <Milit.) Anschaffung neuer, an¬
derer Waffen 2 Ausstattung mit ande¬
ren, neuen Techniken
Ums.: Abk. 1 a) Umsatz b) Umsätze 2
Umsicht
ums.: Abk. 1 umseitig 2 umsonst
um|sat[teln: sattelst um; satteltest um;
hast umgesattelt 1 den Sattel wechseln
»das Pony umsatteln« 2 [ugs.] (beruf¬
lich) etw. ander(e)s tun als bisher
Urnfsatz: der; -es; Umsätze Verkaufs-
~ wert od. Menge der verkauften Ware
(innerhalb eines bestimmten Zeit¬
raums)
Um[satz|ana|ly|se —» Um|satz|a|na|ly|-
se: die; - ; -n <Wirt.> Untersuchung
des Warenabsatzes
um|säu|men: säumst um; säumtest um;
hast umgesäumt einen Saum nähen
um|säu|men: umsäumst; umsäumtest;
hast umsäumt 1 etw. mit einer Saum¬
naht, einem Saum aus Spitze, Pelz
o. ä versehen »Ich muß die Decke
umsäumen.« 2 [geh.] etw. umgibt etw.
(vollständig), rahmt (eine Fläche) ein
um|schal|ten: schaltest um; schaltetest
um; hast umgeschaltet 1 durch Betäti¬
gung eines Schalters etw. verändern 2
mit der Fernbedienung zu einem an¬
deren Kanal wechseln 3 [ugs.] sich
(gedanklich, im Lebensrhythmus) auf
eine Veränderung einrichten
Um|schal|ter. der; -s; - 1 Hebel, Taste
o. ä. zur Veränderung einer Einstel¬
lung von etw. 2 Knopf, Taste o. ä.,
mit der eine Kanalwechsel vorgenom¬
men werden kann
Um|schal|tung: die; ~ ; -en 1 Verände¬
rung von etw. durch Umstellung eines
Hebels o. ä. 2 Wechsel zu einem ande¬
ren Kanal 3 (gedankliche) Einrich¬
tung auf eine Veränderung
um|schatften: umschattet; umschattete;
hat umschattet Schatten spenden
Um|schati: die; • ; - 1 Rundblick 2
Übersicht
um|schau|en: schaust um; schautest um;
hast umgeschaut 1 nach hinten od.
rundherum blicken »In der dunklen
Straße schaute er sich ständig um, da
er Angst vor Verfolgern hatte.« 2 ver¬
suchen, etw. zu finden, Informatio¬
nen zu erhalten; sich um etw. bemü¬
hen, kümmern
Um|schicht: die; - ; -en [bergmanns-
sprl.] Wechsel der (Arbeits-)Schicht
um|schich|ten: schichtest um; schichte¬
test um; hast umgeschichtet etw. an¬
ders legen, ordnen
um|schich|tig: Adj. n. stg. abwechselnd
Um|schich|tung: die; - ; -en Neuord¬
nung
Um|schich|tungsjpro|zeß —> Um|-
schich|tungs|pro|zess: der; -Prozes¬
ses; -prozesse Vorgang einer Neuord¬
nung
um|schif|fen: schiffst um; schifftest um;
hast umgeschifft Fracht od. Passagie¬
re auf ein anderes Schiff laden, beför¬
dern
um|schif]fen: umschiffst; umschifftest;
hast umschifft 1 an einem Hindernis
mit einem Schiff vorbei fahren 2
<übertr.> eine Schwierigkeit, etw. Un¬
angenehmes vermeiden
Um]schif|fung: die; - ; -en Beförderung,
Ladung von Fracht od. Passagieren
auf ein anderes Schiff
Um|schif|fung: die; - ; -en 1 das Umfah¬
ren eines Hindernisses mit einem
Schiff 2 dibertr.) Vermeidung von
etw. Unangenehmen
Um|schlag: der; -(e)s; Umschläge 1 a)
kurz für Briefumschlag = Papierhülle
zum Verschließen, in der Briefe, Kar¬
ten usw. verschickt werden; Briefhülle
»Ich muß den Brief noch in den Um¬
schlag stecken u. zukleben.« b) Hülle,
die ein Buch o. ä. umgibt »Du hast
den Umschlag des Buches zerrissen.« 2
umgeschlagener Rand einer Hose 3 o.
PI. Verladung von Gütern eines grö¬
ßeren Fahrzeugs od. aus dem Lager
auf ein (anderes) Fahrzeug »Der Um¬
schlag findet im Hafen statt.« 4 Wik-
kel; feuchtes Tuch, das zu Heilzwek-
ken um bestimmte Körperteile gewik-
kelt wird »Kalte Umschläge drücken
das Fieber herunter.« So. PI. Verände¬
rung; Wechsel, Syn.: <la> Kuvert
ym|schlag|bahn|hof: der; -(ejs; -bahn¬
höfe Bahnhof zum Umladen von Gü¬
tern
um|schla|gen: schlägst um; schlug(e)st
um; ist/hast umgeschlagen 1 hast a)
das Innere „von etw. nach außen wen¬
den »die Ärmel Umschlägen« b) die
Seite eines Buches wechseln »Bitte
schlagen Sie auf die nächste Seite um!«
2 hast zum Sturz bringen »Bäume
umschlagen« 3 hast von einem größe¬
ren Fahrzeug auf ein anderes laden
»die Ladung im Hafen umschlagen« 4
ist sich plötzlich ins Gegenteil verän¬
dern »Das Wetter ist umgeschlagen.«
5 ist <Seefahrt> kentern 6 ist sauer,
schlecht werden von Lebensmitteln
Um|schlag|ent|wurf: der; -(ejs; -ent¬
würfe Skizze, Vorschlag für die Ge¬
staltung eines Buchumschlags
Um|schtag|ha|fen: der; -s; -häfen Hafen
zur Umladung von Fracht
Um|schlag|platz: der; -es; -plätze a) Ort,
an dem Güter auf ein anderes Trans¬
portmittel verladen werden b) Ort, an
dem etw. (oft Illegales, Diebesgut o.
ä.) gegen etw. getauscht, verkauft
wird
1212
umsonst
Um|schlag|zeich|nung: die; - ; -en
Zeichnung auf einer Buchhülle
ym|schlie|Ben: schließt um; schlossest
um; hast umgeschlossen —>alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*—
[landsch.; ugs.] den Schlüssel itn
Schloß umdrehen
um(schlie|Ben: umschließt; umschlos¬
sest; hast umschlossen —>alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss<— 1 jmdn.
od. etw. fest umgreifen 2 a) einschlie¬
ßen »die Truppen des Feindes
umschließen« b) umgeben »Wälder
umschließen das Dorf.« 3 beinhalten
um|schlin|gen, sich: schlingst dir um;
schlangfejst dir um; hast dir umge¬
schlungen sich od. jmdm. etw. locker
umbinden
um|schlin|gen: umschlingst; umschlan-
g(e)st; hast umschlungen 1 jmdn. od.
etw. fest umarmen 2 sich um etw. win¬
den, ranken
Um[schlu8 —» Um|schluss: der; Um¬
schlusses; Umschlüsse Besuch eines
Häftlings in einer anderen Zelle
um|schmei|8en: schmeißt um; schmißt/
schmissest um; hast umgeschmissen
—»alle Vergangenheilsformen mit
ss*— (ugs.] 1 etw. od. jmdn. (ab¬
sichtlich od. unabsichtlich durch ei¬
nen Aufprall od. Schubs o. ä.) zu Fall
bringen 2 ein Vorhaben o. ä. aufge¬
ben od. verändern 3 [ugs.].. jmdn.
durch einen Schock, eine Überra¬
schung aus dem seelischen Gleichge¬
wicht bringen »Die Machricht hat ihn
umgeschmissen.« 4 [ugs.] körperlich
einen negativen Einfluß auf jmdn.
ausüben
Um|schmel|zung: die; - ; -en ein Mate¬
rial durch Einschmelzung in seiner
Form verändern
um|schnal|len: schnallst um; schnalltest
um; hast umgeschnallt sich etw., was
mit einer Schnalle zu schließen ist,
umbinden, -gürten »den Gürtel um¬
schnallen«
um|schrei|ben: schreibst um; schrie-
b(e)st um; hast umgeschrieben 1 etw.
Schriftliches umarbeiten, ändern, neu
formulieren, ihm eine andere (literari¬
sche) Form geben »Ich schreibe die
Kurzgeschichte zu einem Theaterstück
um.« 2 offiziell Eigentum auf eine an¬
dere Person übertragen »die Wohnung
auf die Tochter umschreiben« 3
<Sprachwiss.» a) etw. aus einem
Schriftsystem in ein anderes Schrift¬
system übertragen »aus dem Arabi¬
schen ins Lateinische umschreiben« b)
Gesprochenes in einem festgelegten
schriftlichen System wiedergeben
um|schrej|ben: umschreibst; umschrie-
b(e)st; hast umschrieben a) einen
Sachverhalt o. ä. nicht klar u. deut¬
lich, sondern eher in verhüllender
Weise zum Ausdruck bringen b) in
groben Zügen nur das Wesentliche ei¬
nes Sachverhaltes o. ä. deutlich nen¬
nen
Umlschrffb die; - ; -en 1 <Sprachwiss.>
gesprochenen Lauten Buchstaben zu¬
ordnende Lautschrift zur Wiedergabe
von Gesprochenem od. von aus ei¬
nem anderen Sprachsystem Stam¬
mendem 2 verändertes, umgeschrie¬
benes schriftliches Erzeugnis 3 kreis¬
förmige Inschrift bei Münzen
um|schub|sen: schubst um; schubstest
um; hast umgeschubst etw. od. jmdn.
durch einen (leichten) Stoß o. ä. zu
Fall bringen
umjschuljden: schuldest um; schuldetest
um; hast umgeschuldet a) einen Kredit
durch einen zinsgünstigeren Kredit
ablösen b) die Laufzeit eines Kredites
ändern
Um|schul|dung: die; - ; -en a) Ablösung
eines Kredites durch einen zinsgünsti¬
geren Kredit b) Laufzeitänderung ei¬
nes Kredits
umtschujlen: schulst um; schultest um;
hast umgeschult 1 a) (finanziell vom
Arbeitsamt unterstützt) einen ande¬
ren, zweiten Beruf erlernen »Die
Stahlarbeiter mußten auf andere Beru¬
fe umschulen, als das Werk schloß.« b)
jmdn. in einem anderen Beruf ausbil¬
den 2 in eine andere Schule, Schul¬
form schicken »Ich war gezwungen,
meine Tochter vom Gymnasium auf die
Realschule umzuschulen.« 3 in eine an¬
dere politische Gesinnung zwingen
Um|schü|ler: der; -s; - weibl. Um|sehü|-
le|rin: die; - ; -nen 1 Person, die in ei¬
ner anderen Schule untergebracht
wird 2 Person, die einen neuen Beruf
erlernt
Um|schu|lung: die; - ; -en 1 Unterbrin¬
gen in einer anderen Schule od. Klas¬
se 2 (finanziell vom Arbeitsamt unter¬
stützte) Erlernung eines neuen Beru¬
fes
um|schüt|ten: schüttest um; schüttelest
um; hast umgeschüttet 1 etw. umwer¬
fen, so daß der flüssige Inhalt ausläuft
2 in ein anderes Gefäß schütten
um|schwär|men: umschwärmst; um¬
schwärmtest; hast umschwärmt 1
jmdn. od. etw. begeistert verehren 2
in Massen (fliegend) umgeben »Bie¬
nen umschwärmten den Kuchen.«
Um|schweif: der; -fe)s; -e (m. PI.) 1
unnötiges Herumreden um etw. 2
ohne Umschweife: ohne um etw. her¬
umzureden »Er kam ohne Umschweife
zur Sache.« 3 keine Umschweife
machen: ohne Umwege, Verzöge¬
rung etw. direkt tun, sagen »Er mach¬
te bei der Unterredung keine Um¬
schweife.«
um]schwen|ken: schwenkst um;
schwenktest um; bist umgeschwenkt
etw. plötzlich ändern »Seine Stim¬
mung schwenkte von einer Minute zur
anderen um. * nach rechts umschwen¬
ken«
Umschwung: der; -(e)s; Umschwünge
1 grundsätzliche Veränderung »Der
politische Umschwung zog eine Ver¬
besserung der sozialen Lage nach
sich.« 2 <Sport> Drehung beim Turnen
um 360° 3 o. PL [Schweiz.] sich in un¬
mittelbarer Nähe eines Hauses Befin¬
dendes
Um|se|ge|lung/Umjseg|lung: die; - ; -en
Fahrt mit einem Segelschiff um etw.
herum
um|se|hen, sich: siehst dich um; su¬
hle) st dich um; hast dich umgesehen 1
a) sich zurückdrehen, um etw. od.
jmdn. anzusehen »Als eine schöne
Frau vorbeiging, sah er sich nach ihr
um.« b) in alle Richtungen blicken
»Er sah sich um, ob seine Freunde
schon im Cafe waren.« 2 sich an ver¬
schiedenen Stellen nach etw. erkundi¬
gen, nach etw. suchen
um|sei|tig: Adj. n. stg. auf der Rückseite
»Die Erläuterungen zu dem Produkt
finden Sie umseitig!«
um(setz|bar: Adj. 1 realistisch u. daher
zu verwirklichen »ein umsetzbarer
Plan« 2 a) so beschaffen, daß es mög¬
lich ist, es an einen anderen Ort, Platz
zu bringen b) <Pftanze, Baum usw.>
möglich, an einer anderen Stelle in die
Erde zu setzen 3 <Waren> verkäuflich;
absetzbar 4 umformbar »in Elektrizi¬
tät umsetzbare Sonnenenergie«
um|setjzen: setzt um; setztest um; hast
umgesetzt 1 a) Gewinn durch Verkauf
von Waren erzielen »Wir haben heute
1000 DM umgesetzt.« b) etw. (meist
Geld) gegen etw. anderes tauschen
»Er setzte den Geldgewinn in ein Lu¬
xusauto um.« 2 a) jmdn. od. etw. an
eine andere Stelle befördern, setzen b)
<Botanik> an einer anderen Stelle in
die Erde bringen 3 in eine andere
Form bringen, wandeln »Sonnenener¬
gie in Elektrizität Umsetzern 4 etw.
(Geplantes, Gedachtes o. ä.) verwirk¬
lichen, realisieren »Den Plan werden
wir in die Tat umsetzen.« 5 a) <Sport>
die Stellung der Hände an einem
Turngerät mit der Körperverlagerung
verändern b) <Spor(> das zu stem¬
mende Gewicht zunächst in Brusthö¬
he stemmen u. dann die Stellung der
Hände ändern Syn.: umgreifen
Um|set|zung: die: - ; -en 1 a) Gewinner¬
zielung durch Verkauf von Waren b)
Tausch »Die Umsetzung des Lottoge¬
winns in ein Auto war kurzsichtig.« 2
a) Zuweisung eines anderen Platzes
»Die Umsetzung des Schülers war
unumgänglich.« b) <Botanik> Um¬
pflanzung; Umtopfung 3 Formverän¬
derung »Die Umsetzung von Sonnen¬
energie in Elektrizität ist zukunfts¬
weisend.« 4 Verwirklichung; Realisie¬
rung »Die Umsetzung des Planes wird
noch ein Jahr dauern.« S <Sport> Ver¬
änderung der Handstellung beim
Turnen, Gewichtheben
Um|sicht: die; - ; - durch ruhiges, klu¬
ges, besonnenes Bedenken aller Um¬
stände gekennzeichnete Handlung
»In dieser angespannten Lage muß mit
Umsicht vorgegangen werden.«
um|sichftig: Adj. vorsichtig; besonnen;
mit Bedacht »umsichtiges Handeln«
Um|slch|tig|keit: die; - ; - Besonnenheit;
Bedachtheit
ym|sie]deln: siedelst um; siedeltest um;
bist/hast umgesiedelt a) den (Wohn-)
Ort wechseln; umziehen b) jmdn.
(zwangsweise) veranlassen, den
Wohnort zu wechseln
Um|sied|ler: der; -s; - weibl. Umjsiedj-
le|rin: die; - ; -nen Person, die (ge¬
zwungen od. aus eigenem Willen) den
Wohnort wechselt
Urn|sled|lung/Um(sie|de{lung: die; - ;
ren Umzug; (Wohn-)Ortswechsei
um|spnst: Adv. 1 vergeblich; nicht die
erhoffte Wirkung bringend »Alles Re¬
den war umsonst, er hörte nicht.« 2 un¬
entgeltlich; geschenkt; ohne Geld be¬
zahlen zu müssen; kostenlos »Wir
zahlten keine Miete, wir wohnten
umsonst.« 3 nicht umsonst: nicht
ohne Grund 4 Nichts ist umsonst,
1213
umsorgen
nur der Tod; Umsonst ist der Tod u.
der kostet das Leben: [scherzh.] für
alles muß bezahlt werden
um|sor|gen: umsorgst; umsorgtest; hast
umsorgt liebevoll pflegen »Sie um¬
sorgte den kranken Vater mit Hinga¬
be.«
um|span|nen: spannst um; spanntest
um; hast umgespannt 1 neu, anders
einspannen 2 Stromspannung verän¬
dern
um|span|nen: umspannst; umspanntest;
hast umspannt 1 mit den Armen um
etw. greifen 2 mit den Händen drük-
kend festhalten 3 beinhalten »Dieser
Preis umspannt viele Extras.«
ym|span|nen der; -s; - <Technik>
Stromspannungsumformer; Trans¬
formator
um[sprin)gen: springst um; sprang(e)st
um; bist umgesprungen 1 unverhofft
wechseln, sich verändern »Die Anzei¬
ge sprang um.« 2 [abwert.] jmdn. un¬
würdig behandeln »So kannst du mit
deinen Eltern nicht umspringen!« 3
<Sport> a) eine Viertel- od. halbe Dre¬
hung um die eigene Achse machen b)
die Handstellung an einem Turngerät
ändern
um|spnn|gen: umspringst; umspran-
g(e)st; hast umsprungen mit kleinen
Sprüngen um etw. od. jmdn. herum
springen
um|spu|len: spulst um; spultest um; hast
umgespult etw. auf eine andere Spul¬
rolle bringen
Um|stand: der; -(e)s; Umstände 1 Ein¬
zelheit, Gegebenheit, die für etw.
wichtig u. bestimmend ist »Unter die¬
sen Umständen kann ich euch nicht
besuchen.« 2 a) unter Umständen:
möglicherweise; eventuell; vielleicht
»Mit etw. Diplomatie hättest du unter
Umständen mehr erreicht.« b) unter
keinen Umständen: niemals; auf kei¬
nen Fall »Meine Zustimmung gebe ich
unter keinen Umständen.« 3 a) mit
Aufwand verbundene Vorbereitung,
Mühe b) (keine) Umstände machen,
bereiten: (keine) große Arbeit, (we¬
nig) Aufwand, Unannehmlichkeiten
verursachen; keine/viel Vorbereitung
erfordern, Aufwand machen »Sie
können gerne mitfahren, das macht
keine Umstände. • Machen Sie sich nur
keine Umstände, mir genügt ein Glas
Wasser!« 4 in anderen, [geh.] geseg¬
neten Umständen sein, kommen:
[verhüllend] ein Baby erwarten;
schwanger sein, werden
um|ständ|lich: Adj. 1 schwerfällig; nicht
die einfachste Methode, leichteste Art
u. Weise anwendend, sondern zu
kompliziert vorgehend »Das war eine
umständliche Beschreibung des Sach¬
verhaltes, das hätte auch einfacher er¬
folgen können.« 2 mit Mühe, Auf¬
wand, Vorbeitung verbunden »um¬
ständliches Treppensteigen«
Um|stands|füijwort: das; -(e)s; -Wörter
(Sprachwiss.» Pronominaladverb =
zwischen der Wortart ’Adv’ u. 'Pro¬
nomen’ u. 'Konjunktion' schwanken¬
des Wort a) das auf etw. verweist (wie
ein Pronomen) wie z. B. 'davor', 'dar¬
über' b) sogenanntes Relativ- u. Fra¬
geadverb, wie z. B. 'wofür', 'worin',
das auch als Fragefürwort u. für die
Einleitung von Gliedsätzen verwen¬
det wird c) das einen Zeitverweis, wie
z. B. 'damals', 'dann', angibt d) das
eine logische Beziehung von Grün¬
den, Ursachen u. Folgen, wie z. B.
'deshalb', 'weswegen’, ausdrückt
um|stands]haljben Adv. weil es die Si¬
tuation verlangt Ȇmstandshalber
mußte er den Hund zu Nachbarn ge¬
ben.«
ym)stands]klei[dung; die; -; - Kleidung
für Schwangere
ym]stands|krä|meR der; -s; ~ weibl.
Um|stands|krä]me|rin: die; - ; -nen
[ugs; abwert.] komplizierte Person
»Dieser Umstandskrämer macht aus
allem ein Problem!«
ym|stands|satz: der; -es; -sätze
(Sprachwiss.» Gliedsatz, Nebensatz,
der durch eine unterordnende Kon¬
junktion eingeleitet wird
ym|stands|wort: das; -(e)s; -Wörter
(Sprachwiss.» Bezeichnung für eine im
Unterschied zum Adj, Eigenschafts¬
wort n. dekl.e, beugbare, flektierbare
u. n. st.e Wortart, die Umstände eines
Geschehens o. ä. näher bestimmt;
Adv »In dem Satz »Jetzt räume ich
auf.« ist das Wort 'jetzt' ein Um¬
standswort.«
um|ste|hend: Adj. n. stg. 1 in unmittel¬
barer Nähe, im Kreis um etw. od.
jmdn. befindlich 2 auf der anderen
Seite, Rückseite befindlich
um|stei|gen: steigst um; stieg(e)st um;
bist umgestiegen 1 ein (meist öffentli¬
ches) Verkehrsmittel wechseln »Sie
müssen in die Straßenbahn umstei¬
gen.« 2 etw. verändern, einer Neue¬
rung, einem Wechsel unterwerfen 3
(Sport» einen Ski seitwärts stellen, den
zweiten Ski dann nachholen u. so ei¬
nen Richtungswechsel erzielen
um|stei|len: stellst um; stelltest um; hast
umgestellt 1 etw. an einen anderen
Platz als vorher stellen »Ich habe die
Möbel umgestellt.« 2 etw. auf beson¬
dere Erfordernisse hin ändern »Wir
haben auf EDV umgestellt.« 3 sich an¬
deren Verhältnissen anpassen »Ich
habe mich schnell auf die Hitze
umgestellt.« 4 die Uhrzeit ändern »Du
mitßt auf Sommerzeit umstellen.« 5
etw. neu, anders ausrichten, einstellen
»das TV-Programm umstellen«
um|stel|ien: umstellen; umstellten; ha¬
ben umstellt etw. od. jmdn. so einkrei¬
sen, daß niemand, nichts ungesehen
entkommen kann
ym|stell|pro(be: die; - ; -n (Sprachwiss.»
Verschiebeprobe zur Ermittlung von
Satzgliedern, indem Wörter u. Wort¬
gruppen eines Satzes umgestellt, ver¬
schoben werden (u. die, die gemein¬
sam umgestellt werden können, bil¬
den ein Satzglied)
Um|stel|lungs|pro|zeß —> Um|stel|>
lungs|pro|zess: der; -jtrozesses; -pro-
zesse Vorgang der Änderung, Neu¬
einstellung, Anpassung
um|stim)men: stimmst um; stimmtest
um; hast umgestimmt 1 jmds. Mei¬
nung ändern »Ich konnte meine Eltern
umstimmen u, darf nun doch nach Pa¬
ris fahren.« 2 ein Instrument anders
stimmen 3 (Med.» die Änderung von
Funktion, Reaktion des Organismus,
von Organen auf etw. bewirken
um|sto|Den: stößt um; stieß (es)t tun;
hast umgestoßen 1 heftig auf etw. od.
jmdn. treffen u. dabei zu Fall bringen
»Ich stieß die Vase auf dem Tisch um.«
2 (übertr.» einen Plan verändern; etw.
nicht in der geplanten Weise tun »Wir
haben unsere Urlaubspläne umgesto¬
ßen.«
umjstrit|ten: Adj. in der Gültigkeit nicht
eindeutig, nicht bewiesen, sondern
zweifelhaft u. fraglich »Diese Theorie
ist umstritten.« Ant.: nachgewiesen;
bewiesen
um|struk|tu|rie|ren: strukturierst um;
strukturiertest um; hast umstruktu¬
riert (im Aufbau, System o. ä.) neu
ordnen, organisieren »die Firma um¬
strukturieren«
ym|strukttu|rie|rung: die; - ; -en Neu¬
ordnung
um|stül|pen: stülpst um; stülptest um;
hast umgestülpt 1 a) etw. umdrehen b)
etw. nach außen wenden 2 etw.
grundsätzlich verändern
Umsturz: der; -es; Umstürze gewaltsa¬
mer Machtwechsel; gewaltsame Än¬
derung der politischen u. gesellschaft¬
lichen Ordnung, der Staatsform
um|stürfzen: stürzt um; stürztest um;
bistjhast umgestürzt 1 a) hast etw. od.
jmdn. umwerfen, zu Fall bringen b)
bist zu Boden fallen 2 eine(n) gewalt¬
same^) Machtwechsel, Änderung ei¬
ner Staatsförm, der politischen u. ge¬
sellschaftlichen Ordnung herbeifüh¬
ren
ym|stürz|ler: der; -s; - weibl. JJm|-
stürz|le|rin: die; - ; -nen [meist ab¬
wert.] Person, die eine(n) gewaltsa¬
me^) Machtwechsel, Änderung einer
Staatsform, der politischen u. gesell¬
schaftlichen Ordnung herbeiführt,
plant
um]stürzj(e|risch: Adj. eine(n) gewaltsa¬
me^) Machtwechsel, Änderung einer
Staatsform, der politischen u. gesell¬
schaftlichen Ordnung herbeiführend,
planend, beabsichtigend
Um|sturz|ver|sucri: der; -(e)s; -e Ver¬
such, eine(n) gewaltsame(n) Macht¬
wechsel, Änderung einer Staatsform,
der politischen u. gesellschaftlichen
Ordnung herbeizuführen
um|tan[zen: umtanzt; umtanztesi; hast
umtanzt sich tänzelnd um jmdn. od.
etw. herum bewegen
Umftausch: der; ~(e)s; -e 1 a) Rückgabe
einer Ware b) Rücknahme einer Ware
2 Wechsel eines Zahlungsmittels in
eine andere Währung
um|tau|schen: lauschst um; tauschtest
um; hast umgetauscht 1 a) etw., was
nicht gefällt, defekt ist o. ä. zurückge¬
ben u. etw. anderes od. das bezahlte
Geld dafür erhalten »Der Pulli ist zu
klein, ich werde ihn morgen Um¬
tauschen.« b) eine Ware zurückneh¬
men 2 ein Zahlungsmittel in eine an¬
dere Währung wechseln
Um]tausch|recht: das;-(e)s; - Möglich¬
keit, Berechtigung zur Rückgabe ei¬
ner gekauften, bestellten Ware
um|top)fen: topfst um; topftest um; hast
umgetopft eine Pflanze in ein anderes
Gelaß pflanzen
um|tgjsen: umtost; umtoste; hat umtost
heftig umwehen »Sturm u. Regen um¬
tosten das Haus.«
1214
UN
Umtrunk: der; -(e)s; Umtrünke (PI. s.)
gemeinsames (Alkohol-)Trinken
(meist zu einem speziellen Anlaß) An¬
läßlich unserer Hochzeit laden wir zu
einem Umtrunk ein.«
um|tun: tust um; tat(e)st um; hast umge¬
tan [ugs.] jmdn. mit etw. bekleiden
»Ich tue dem Kind den Schal um.«
um|tun, sich: tust dich um; tat(e)st dich
um; hast dich umgetan [ugs.] 1 sich
nach etw. erkundigen; versuchen etw.
zu finden, Informationen zu erhalten
»Ich werde mich nach einem Haus
umtun.« 2 sich mit etw. bekleiden
»sich einen Schal um tun«
U-Musik: Abk. Unterhaltungsmusik
u. M. v.: Abk. unter Mitarbeit/Mitwir-
kungvon
um|veijtei|len: verteilst um; verteiltest
um; hast umverteilt <Wirt.> die Vertei¬
lung des (marktwirtschaftlichen) Ein¬
kommens berichtigen
Um|veiftei|lung: die; ~ ; -en <Wirt.> Be¬
richtigung der Verteilung des (markt¬
wirtschaftlichen) Einkommens
Umw.: Abk. 1 Umwandlung 2 Um¬
wechslung 3 Umwertung 4 Umweg
Um|wal|lung: die; - ;-en 1 heftige Bewe¬
gung (von Flüssigkeiten) 2 Erdauf¬
schüttung o. ä. zum Schutz
Um|wäl2|an|la|ge: die; - ; -n Vorrich¬
tung, die das Wasser (z. B. in
Schwimmbecken) bewegt, vor dem
Brakigwerden schützt »Die Umwälz¬
anlage ist defekt.«
um|wäl|zen: wälzt um; wälztest um; hast
umgewälzt 1 etw. umdrehen 2 Wasser
od. Luft in einer bestimmten Art zur
Auffrischung bewegen 3 <übertr.> etw.
grundsätzlich ändern
um|wan|del|baR Adj. veränderbar
umjwanjdeln: wandelst um; wandeltest
um; hast umgewandelt verändern
Um|wand(lung/ymfwan(de|lung: die;
~; -en Veränderung; das Verändern
Um|wan|dung: die; ~ ; -en a) Wand o. ä.
(um etw. herum) b) das Versehen mit
einer Wand o. ä.
um|wech|seln: wechselst um; wechsel¬
test um; hast umgewechselt <Zahlungs-
mitteb a) in eine andere Währung tau¬
schen »Im Ausland muß man DM in
die jeweilige Landeswährung um¬
wechseln.« b) in kleinere Einheiten,
die zusammen denselben Wert erge¬
ben, tauschen »einen Zehnmarkschein
in zwei Fünfmarkstücke umwechseln«
ym|wechs|lung/Um]wech|se|lung: die;
~ ; -en <Zahlungsmittel> a) Tausch in
eine andere Währung b) Tausch in
kleinere Einheiten, die zusammen
denselben Wert ergeben
Um|weg: der; -(e)s; -e 1 nicht die di¬
rekte, sondern eine längere Strecke
»Die Autobahnausfahrt war gesperrt,
deshalb mußten wir einen Umweg fah¬
ren.« Ant.: Abkürzung 2 etw. auf
Umwegen erfahren: nicht direkt von
einer Person, Quelle, sondern über
eine weitere Quelle informiert o. ä.
werden
um|we|hen: weht um; wehte um; hat um¬
geweht so heftig blasen, wehen, stür¬
men, daß etw. zu Fall kommt »Der
Wind hat das Glas umgeweht.«
um|we|hen: umweht; umwehte; hat um¬
weht (durch einen Luftzug) um etw.
od. jmdn. herum wehen od. bewegt,
getragen werden »Ein kalter Wind
umweht die Klippen.«
Um|wejt: die; - ; -en (PI. s.) 1 o. PI. Na¬
tur, Ökosystem, die/das den Lebens¬
raum für Lebewesen u. Pflanzen bil¬
det »Wir müssen etw. gegen die Ver¬
schmutzung der Umwelt tun.« 2 a) Ge¬
samtheit der Dinge, die auf eine Per¬
son einwirken u. die Lebensbedingun¬
gen beeinflussen b) Personenkreis, zu
dem jmd. eine Beziehung hat »Seine
Umwelt bestand aus Familie, Kollegen
u. einigen wenigen Freunden.«
Um|welt|au|to: das; -s; -s ein umwelt¬
freundliches, wenig(er) Schadstoffe
ausstoßendes, die Umwelt wenig(er)
belastendes Fahrzeug mit einem Ka¬
talysator od. einem Elektromotor
um|weft|be|dingt: Adj. n. stg. durch die
Natur, das Ökosystem verursacht,
bestimmt, die/das das Leben von Le¬
bewesen umgibt u. beeinflußt
ym|weltjbe|la|stung —> Um|welt|be|-
las|tung: die; - ; -en eine durch fort¬
schreitende Technisierung entstehen¬
de Belastung der Gewässer, der Luft
u. a.
Um|wett|efn|fluß —» Um|welt|ein|fluss:
der; -einflusses; -einßüsse (m. PI.)
etw. durch die Natur, das Ökosystem
Bestimmtes
umjwett|feind|lich: Adj. die Natur, das
Ökosystem schädigend, störend
Um|weK|fotjschung: die; - ; - <Bio.> Er¬
kundung der wechselseitigen Bezie¬
hung von Lebewesen u. Natur
um|wett)freund|lich: Adj. die Natur, das
Ökosystem nicht schädigend, son¬
dern schonend, schützend
Um|welt[ka|ta|stro|phe —* Um|welt|-
ka|ta|s|tjro|phe: die; ~ ; -n Ereignis,
das zu einer schweren Schädigung der
Natur, des Ökosystems führt u. von
dem sich die Umwelt (1) nur schwer
erholen kann
Um|weit|po|ti|tik: die; - ; - Politik, die
sich speziell mit Umweltproblemen
auseinandersetzt u. Maßnahmen
usw..zum Schutz u. Erhalt der Natur,
des Ökosystems erdenkt
ym|welt|schä|den: die (PI.) Schädi¬
gung, erhebliche Störung, Beein¬
trächtigung der Natur, des natürli¬
chen Gleichgewichts der Natur, des
ökologischen Systems aufgrund über¬
mäßiger Belastung, Verschmutzung
ym|weK|schutz: der; -es; - (Gesamtheit
aller) Maßnahmen, Vorschriften, Re¬
gelungen zum Erhalt der Natur, des
natürlichen Gleichgewichts der Na¬
tur, des ökologischen Systems
um|wen|den: wendest um; wendetestj
wandtest um; hast umgewendet/
umgewandt 1 etw. umdrehen, auf die
andere Seite legen 2 die Fahrtrichtung
wechseln
um|wen|den, sich: wendest dich um;
wendetestjwandtest dich um; hast dich
umgewendetjumgewandt sich mit dem
Körper, den Kopf in die entgegenge¬
setzte Richtung drehen
um|weijben: umwirbst; umwarb(e)st;
hast umworben sich um die Gunst ei¬
ner anderen Person bemühen, ihr
schmeicheln
um|wer|fen: wirfst um; warf(e) st um;
hast umgeworfen 1 etw. od. jmdn. zum
Fallen bringen 2 einer Person o. sich
selbst schnell ein Kleidungsstück an¬
ziehen, umhängen 3 <übertr.> [ugs.)
eine Person (positiv od. negativ) aus
dem seelischen Gleichgewicht bringen
4 [ugs.] etw. (entgegen einer Planung,
Verabredung) nicht zustande kom¬
men lassen, verändern 5 [ugs.] körper¬
lich negativ wirken; im Körper eine
negative Wirkung, Reaktion bewir¬
ken
um|wickeln (um|wik|keln —> um|wi|-
ckeln): wickelst um; wickeltest um;
hast umgewickelt etw. neu wickeln
»Gam auf eine andere Spule umwik-
keln«
umjwickeln (um|wik|keln —> um|wi|-
cke'ln): umwickelst; umwickeltest; hast
umwickelt etw. mit etw. umhüllen,
festschnüren »Kohlrouladen mit
Zwirn umwickeln«
ym|wid|mung: die; - ; -en [amtsspr.]
Änderung der bisherigen Nutzung,
Funktion, Bestimmung
um|win|den: windest um; wand(ejst um;
hast umgewunden etw. um sich, um
jmdn. legen, schlingen »einen Schal
umwinden«
um|win|den: umwindest; umwand(e)st;
hast umwunden a) etw. lose, locker um
etw. herum legen, anbringen »das Ge¬
länder mit den Zweigen einer Ranke
umwinden« b) sich lose, locker um
etw. herum legen
um|wo|gen: umwogt; umwogte; hat um¬
wogen in, mit Wellen umgeben
um|wu|chern: umwuchert; umwucherte;
hat umwuchert stark bewachsen »Un¬
kraut umwuchert das Haus.«
umlzäulnen: umzäunst; umzäuntest;
hast umzäunt einen Zaun um etw.
bauen, errichten
Ufn|zäu|ming: die; - ; -en a) Errichtung
eines Zauns b) Zaun »Die Umzäunung
ist verwittert.«
um|zie|hen: ziehst um; zog(e)st um; bist
umgezogen die Wohnung, den Wohn¬
ort wechseln »Ich bin letzte Woche
umgezogen.«
um|zie|hen, sich: ziehst dich um; zo-
g(e)st dich um; hast dich umgezogen
die Kleidung wechseln
um|z]n|geln: umzingeln; umzingelten;
haben umzingelt jmdn., etw. umrin¬
gen, umstellen, damit eine Flucht
nicht möglich ist »Die Feinde umzin¬
gelten das Dorf.«
Um|zug: der; -(e)s; Umzüge 1 das
Wechseln der Wohnung, des (Wohn-)
Ortes »Der Umzug hat sehr viel Arbeit
gemacht.« 2 gemeinsamer Gang, ge¬
meinsame (lange) Fahrt einer großen
Gruppe von Menschen durch die
Straßen aus einem bestimmten Anlaß
um|zugs|hal|ber: Adv. bedingt durch ei¬
nen Umzug(l)
Um|zugs|ko|sten —* Um|zugs|kosjten:
die (PI.) Geldbetrag, der für einen
Umzug aufgebracht werden muß
Um|zugs|tag: der; -(e)s; -e bestimmter
Tag, an dem mit der Habe eine Woh¬
nung, ein Gebäude verlassen wird,
um in ein(e) neue(s) einzuziehen
UN: Abk. die; -; - (engl.y United Nations
= Vereinte Nationen kurz für United
Nations Organization = Staatenor¬
ganisation zur Förderung der inter¬
nationalen Zusammenarbeit u. zur
Friedenssicherung
1215
Un-
Un-: (teilweise betontes) Wortbildungs¬
element beiSubstantiven 1 verneint
das im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückte; nicht das im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückte »Unordnung -
Ungeschicklichkeit« 2 kennzeichnet
negative Emotionen u. Abweichun¬
gen hinsichtlich des im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten »Ungeist ♦
Untat ♦ Unzeit« 3 drückt die Unmög¬
lichkeit der Einordnung jmds. od. ei¬
ner Sache in die Kategorie des im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückten aus
»Unperson«
un-: (teilweise betontes) Wortbildungs¬
element bei Adjektiven u. Partizipien
[manchmal negativ empfunden] ver¬
neint das im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte; nicht das, entgegen
des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückte(n) »unehrlich ♦ unpopu¬
lär«
u. N.: Abk. 1 unter Naturschutz 2 (Tech¬
nik) unter Normal 3 (Temperaturan¬
gabe) unter Null
un|ab|seh|bar/un|ab|seh|bar: Adj. a)
nicht absehbar; nicht abschätzbar;
nicht vorhersehbar; nicht kalkulier¬
bar »unabsehbare Komplikationen« b)
räumlich nicht überschaubar; endlos
un|acht|sam: Adj. nicht achtsam; acht¬
los; nicht sorgsam; sorglos; gedan¬
kenlos; leichtfertig; nicht aufmerk¬
sam; nicht sorgfältig
yn|acht[sam[keit die; - ; - Eigenschaft,
achtlos, nicht sorgsam, nicht auf¬
merksam, nicht sorgfältig zu sein;
durch Achtlosigkeit, mangelnde
Sorgfalt geprägtes Verhalten; Leicht¬
fertigkeit; Nachlässigkeit; Gedanken¬
losigkeit, Ant.: Achtsamkeit
un|an|ge|mes|sen; Adj. nicht adäquat;
nicht angemessen; nicht angebracht;
nicht passend; deplaciert »Sie stellen
unangemessene Forderungen.« Ant.:
angemessen
un|an|ga|nehm: Adj. a) das Wohlbefin¬
den beeinträchtigend »unangenehmes
Betriebsklima ♦ unangenehmes Re¬
genwetter« b) nicht erfreulich »eine
unangenehme Terminverschiebung« c)
peinlich »ein unangenehmer Vorfall«
Ant.: (a-o angenehm
un|an|grsif)bar; Adj. nicht zu bezwei¬
feln, nicht zu bestreiten, sondern fest¬
gelegt, erwiesen »unangreifbare Er¬
gebnisse« Anl. : angreifbar
un|an|greif)bar/un|an|gretf|bar: Adj. 1
etw. ist so beschaffen, gebaut, ge¬
schützt o. ä., daß es nicht zu erstür¬
men, nicht (kriegerisch) einnehmbar
ist »eine unangreifbare Festung« 2
(Mensch; Tien so gut getarnt, ge¬
schützt, mächtig, stark o. ä., daß es/er
nicht angreifbar ist »unangreifbare
Macht des Monarchen« 3 nicht anzu¬
fechten, nicht anzuzweifeln »unan¬
greifbares richterliches Urteil« Ant.:
(1; 2; 3> angreifbar
un|an|nehm|bar/un|an|nehm|bar: Adj.
(aus bestimmten, auch persönlichen
Gründen) nicht zu akzeptieren, nicht
möglich »ein unannehmbarer Vor¬
schlag« Ant.: annehmbar
Un|an|nehtn|lich|keit: die; - ; -en (m.
Pi.) Ärger; Schwierigkeit; Mühe »Ich
hoffe, ich bereite Ihnen keine Unan¬
nehmlichkeiten.?«
un|an|sehnjfich: Adj. a) nicht hübsch
anzuschauen, sondern häßlich b)
schlicht; dürftig; gering »unansehnli¬
ches Gehalt« c) abgenutzt; abgetragen
»eine unansehnliche Tasche« Änt.: an¬
sehnlich
un|an|stän|dig: Adj. 1 den Sitten, der
Moral widersprechend; schamlos;
nicht ehrenhaft; unsittlich; lasterhaft;
verworfen 2 [ugs.] verstärkt die Bedeu¬
tung von nachfolgenden Adjektiven
sehr »unanständig schön, reich, fett«
Ant.: (l> anständig
Unjart: die; • ; -en schlechte(s) Sitte,
Manieren, Benehmen »Es ist eine Un¬
art, beim Essen zu lesen.«
un|arjtig: Adj. nicht wohlerzogen, nicht
fogsam; ungehorsam »Unartige Kin¬
der sind mir ein Greuel.« Ant.: artig
un|auf|hatt|bar/un|auf|halt|bar. Adj.
nicht zu stoppen; nicht zu unterbre¬
chen; nicht aufzuhalten
un|airf|haH|sam/unfauf[halttsam: Adj.
nicht zu stoppen, nicht zu unterbre¬
chen, nicht aufzuhalten »unaufhaltsa¬
mer Fortschritt«
un|auf|hör1lich/un|auf|hörjlich: Adj.
ohne Unterbrechung, Unterlaß; stän¬
dig; anhaltend; fortwährend; stetig
unfaus|8prech|lich/un|aus|sprecb|lich:
Adj. a) nicht in Worte faßbar; mit
Worten nicht ausdrückbar, nicht be¬
schreibbar »unaussprechliche Angst«
b) (verst.) sehr; in hohem Maße »un¬
aussprechliche Angst«
un|au8|steh|llch/un|aus|steh|Hch: Adj.
vom Verhalten, Charakter, im Um¬
gang mit anderen Menschen uner¬
träglich; widerlich »ein unausstehli¬
ches Kind«
un|aus|we|ch|lich/un|aus|weich|lich:
Adj. nicht zu verhindern; nicht zu
(vermeiden; gewiß; sicher
unbed.: Abk. 1 unbedenklich 2 unbe¬
deutend 3 unbedingt
un|be|dacht: Adj. unbedachter; unbe¬
dachteste gedankenlos; nicht nachge¬
dacht, nicht überlegt habend; nicht
vorsichtig, nicht besonnen; leichtfer¬
tig; arglos; leichtsinnig »unbedachte
Handlung« Ant.: bedacht
un(be[darft: Adj. unbedarfter; unbedarf¬
teste naiv; etw. nicht durchschauend;
unerfahren
un|be|f leckt: Adj. unbefleckter; unbe¬
fleckteste 1 nicht verschmutzt, nicht
dreckig, sondern sauber u. ohne Fiek-
ken o. ä. 2 [geh.] a) in sittlich-morali¬
scher Hinsicht ohne Makel, unver¬
dorben b) jungfräulich; keusch
un|be|frie|di|gend: Adj. a) bestimmte
Erwartungen, Ansprüche nicht erfül¬
lend b) (schulischen) Ansprüchen in
keiner Weise genügend
un|be|frie|digt Adj. a) nicht zufrieden;
in Bedürfnissen (auch in sexueller
Hinsicht) o. ä. nicht zufriedengestellt
»unbefriedigte Wünsche, Sehnsüchte«
b) nicht ausgefüllt; nicht ausgelastet,
Ant.: befriedigt
Un|be|]rrjbarjkejt/yn|be|trr]barjkeit; die;
- ; - Zielbewußtsein; Beharrlichkeit;
Eigenschaft, sich nicht von etw. ab¬
bringen zu lassen, Ant.: Beirrbarkeit
un|be||rrt/un|be|iirt: Adj. n. stg. ohne
sich von etw. abbringen zu lassen;
zielbewußt; beharrlich »Ich fuhr unbe¬
irrt mit meiner Arbeitfort.«
unbek.: Abk. unbekannt
un|be|kannfc Adj. unbekannter; unbe¬
kannteste a) n. stg. (Person) nicht be¬
kannt »unbekannter Wohltäter« b)
(Person) ohne Ruf von Bedeutung;
nicht berühmt »unbekannter Maler,
Sänger, Schauspieler« c) n. stg. (Ge¬
gend) nicht vertraut; die Umgebung
nicht kennend d) n. stg. etw. nicht wis¬
send; keine Kenntnis über etw. besit¬
zend »Diese Änderung ist mir unbe¬
kannt.« e) unbekannt verzogen: (Be¬
merkung auf Postsendungen, die an
den Absender zurückgeschickt wer¬
den) der Adressat ist umgezogen, hat
den Wohnort gewechselt, ohne die
neue Adresse bekanntzugeben ft un¬
bekannte Größe: (Math.) ein durch
Gleichungen zu ermittelnder Wert,
Ant.: bekannt
Un|be|rühr]ba|re/yn|be|rührjba|ie: der
u. die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Unberührbarer; eine Unberührba-
re; zwei Unberührbare) im Sinne des
hinduistischen Gesellschaftssystems
ein Angehöriger der untersten Schicht
»Die Unberührbaren können gesell¬
schaftlich nicht aufsteigen.«
un|be|rührt: Adj. n. stg. 1 a) (noch) nicht
benutzt »unberührtes Buffet« b) (Na¬
tur) naturbelassen; (noch) nicht er¬
schlossen 2 (Sexualität) unschuldig;
jungfräulich 3 innerlich nicht von
etw. bewegt, nicht ergriffen; von etw.
nicht beeindruckt; gleichgültig; desin¬
teressiert »Er machte ein unberührtes
Gesicht.«
un|be|scha|det/un|be|scha|det: I Adv.
nicht gehindert; nicht behindert II
Präp. mit Gen. 1 ohne Schaden ge¬
nommen zu haben; nicht beschädigt
od. verletzt 2 nicht nachteilig
un|be|schrie|ben: Adj. 1 n. stg. nicht mit
Schriftzeichen o. ä. versehen »Er
suchte nach einem unbeschriebenen
Zettel.« Ant.: beschrieben 2ein unbe¬
schriebenes Blatt: a) jmd. od. etw.,
über den od. das keine Informationen
vorliegen »Diese Firma ist für uns ein
unbeschriebenes Blatt.« b) unbeschol¬
tene Person
un|be|seelt: Adj. n. stg. 1 tot; gestorben
2 erbarmungslos; gefühlskalt; herz¬
los; brutal; unmenschlich; grausam
un|be|zahl|bar/un|be|zahl|baR Adj. 1
mit Geld nicEit zu bezahlen; von sehr
hohem ideellem Wert »Liebe ist
unbezahlbar. ♦ ein unbezahlbarer Hin¬
weis« 2 so teuer, daß es jmds. finan¬
zielle Mittel übersteigt, Ant.: (2> be¬
zahlbar
un|be|zwing|bar/un|be|zwing|bar: Adj.
1 a) nicht zu besiegen b) nicht ein¬
nehmbar, nicht zu erstürmen »unbe¬
zwingbare Festung« 2 nicht verdräng¬
bar, nicht unterdrückbar
un|be|zwing|Uch/un|be|zwing|lich: Adj.
1 a) nicht zu besiegen b) nicht ein¬
nehmbar, nicht zu erstürmen »urtbe-
zwingliche Festung« 2 nicht verdräng¬
bar, nicht unterdrückbar »unbezwing-
liche Neugierde«
yn|bill: die; - ; - [veralt.] Unrecht; zu er¬
tragende negative Auswirkungen ei¬
ner Sache
un|bil|lig: Adj. nicht angemessen; nicht
recht »unbillige Forderung«
1216
Unförmigkeit
un|bot|mä|Big: Adj. [scherzh.] aufsässig;
frech; widersetzlich
unbr.: Abk. 1 unbrauchbar 2 unbrenn¬
bar
UNCTAD: Abk. /unktat/ (engt.) United
Nations Conference on Trade and
Development = Welthandelskonfe¬
renz = Organ der Vollversammlung
der UN mit dem Ziel, den Welthandel
zwischen Ländern unterschiedlicher
Entwicklungsstufen zu fördern
und: Konj. 1 a) dient der Aufzählung;
~ verbindet Satzglieder (vor allem die
letzten beiden Glieder), Wortpaare
bei einer Aufzählung; drückt aus, daß
etw. hinzugefügt wird »Ich habe ge¬
stern Christian, Ralf und Dirk getrof¬
fen.« b) dient der Verstärkung »Er ar¬
beitete und arbeitete.« c) drückt einen
Gegensatz aus »Alle haben frei, und er
muß arbeiten.« d) verbindet Haupt¬
sätze miteinander »Ich kaufte ein
Kleid, und ich zog es zur Party an.« e)
bezeichnet eine zeitliche Folge, eine
Folgerung o. ä. f) verbindet einen
Gliedsatz 2 <Math.> plus; addiert mit
»Zwei und zwei sind vier.« 3 (na) und?:
[ugs.] was ist denn schon dabei 4 a)
und so weiter, fort: 1. und ähnliches
(was nicht im Einzelnen genannt ist)
Sie verkauft Kurzwaren, Mode¬
schmuck usw.« 2. weiter wie man es
gewöhnt ist od. erwartet b) und, und,
und: [ugs.] und vieles Weitere (nicht
näher, genauer Bezeichnetes)
Un|dank: der; -(e)s; - a) [geh.] Mangel
an Dankbarkeit; Nicht-Dankbarkeit
Seine Bemühungen wurden mit Un¬
dank vergolten.« b) Undank ist der
WeK(en) Lohn: es wird jmdm., der
Gutes, Hilfreiches getan hat, keine
Dankbarkeit entgegengebracht, man
darf Dankbarkeit nicht erwarten
un|de|fi|nier|bar/un|de|fi|nieiibar: Adj.
nicht zu erklären; nicht genau zu er¬
kennen
un|de]mo|kra|tisch/un|de|mo|kraftisch
—» un|de|mo|k|rajtisch: Adj. nicht
demokratisch
Un|der|state|ment; (engh /andcßte't-
ment/ das; -s; -s [geh ] das bewußte
Herunterspielen, Untertreiben
un|dichfc Adj. a) durchlässig; löcherig
Ant.: dicht b) eine undichte Stelle:
Person, Personengruppe (innerhalb
einer Institution), die geheime Infor¬
mationen, Nachrichten o. ä. an Kon¬
kurrenten, Unbefugte weiterträgt
Un|ding: das; -(e)s; - a) Unsinn; Un¬
möglichkeit; Widersinnigkeit; Tor¬
heit b) ein Unding sein: vollkommen
unsinninge, unmögliche, unangemes¬
sene Handlung, Art u. Weise o. ä. »Es
ist ein Unding, so mit seinen Kindern
umzugehen.«
un|di|plo|ma|tisch —> un|dijp|lo|ma|-
tisch: Adj. mit wenig od. keinem Ge¬
schick, Gefühl für eine Situation, für
die Art des Vorgehens
UNDP: Abk. tengl» United Nations De¬
velopment Programme = Entwick¬
lungsprogramm der Vereinten Natio¬
nen (zur Abstimmung der Zusam¬
menarbeit zwischen den einzelnen Or¬
ganisationen der UN)
UNDRO: Abk. <engl.> United Nations
Disaster Relief Coordinator’s Office
= Koordinierungsamt der Vereinten
Nationen für Katastrophenhilfe
un|durch|dring]bar/un|durch|dring|ban
Adj. 1 a) so dicht bewachsen o. ä., daß
keine Durchlässigkeit besteht »un-
durchdringbarer Regenwald« b) in der
Sicht stark od. völlig eingeschränkt
»undurchdringbare Nebelschwaden« 2
<übertr.> seine Gefühle o. ä. vor der
Umwelt nicht zeigend; unzugänglich;
verschlossen, Ant.: <1> durchdringbar
un|durch|dringjllchfun[durch|dring|lich:
Adj. 1 a) so dicht bewachsen o. ä., daß
keine Durchlässigkeit besteht »un¬
durchdringlicher Regenwald« b) in der
Sicht stark od. völlig eingeschränkt
»undurchdringliche Nebelschwaden« 2
<übertr.> seine Gefühlen o. ä. vor der
Umwelt nicht zeigend; unzugänglich;
verschlossen, Ant.: <1> durchdringend
un|durch|führ|bar/un|durchfführjbar:
Adj. nicht zu verwirklichen; nicht zu
realisieren, Ant.: durchführbar
un|eben —» un|e|ben: Adj. 1 nicht ge¬
rade, nicht glatt, sondern holprig, mit
Unebenheiten »unebene Straße« Ant.:
eben 2 nicht uneben: [ugs.] gar nicht
(so) schlecht; ganz annehmbar »Der
Vorschlag ist nicht uneben.«
Un|eben|heit —» Un|e|ben|heit die; • ;
-en a) o. PI. Zustand, nicht glatt, nicht
gerade, nicht eben zu sein, sondern
(leicht) hügelig, wellig, mit kleinen
Löchern o. ä. b) nicht ebene Stelle
UNEF: Abk. (engh United Nations
Emergency Force = (Notstands-)
Truppe der Vereinten Nationen
un|ent|bahr]llch/un|ent|behijlich: A dj.
a) nicht verzichtbar, sondern unbe¬
dingt erforderlich »Handschuhe sind
beim Skifahren unentbehrlich.« b) sich
unentbehrlich machen: sich einer
Aufgabe so widmen, daß man nicht
od. nur sehr schwer von anderen Per¬
sonen ersetzt werden kann c) unent¬
behrlich sein: nicht od. nur sehr
schwer durch eine andere Person in
einem Aufgabenfeld ersetzbar sein d)
niemand ist unentbehrlich: für jede
Person gibt es einen Ersatz, jmdn.,
der die Aufgaben übernehmen kann
unentg.: Abk. unentgeltlich
un|ent|wegt/un|ent|wegt: Adj. unent¬
wegter; unentwegteste a) n. stg. dau¬
ernd; unaufhörlich; permanent; stän¬
dig »Seine unentwegten Anrufe stören
mich.« b) zielstrebig; dauerhaft; uner¬
müdlich
UNEO: Abk. <engh United Nations
Emergency Operation = Nothilfe¬
operation der Vereinten Nationen
UNEP: Abk. (engh United Nations En¬
vironment Programm = Umweltpro¬
gramm der Vereinten Nationen
un|er|bitt{ltch/un|er|bitt[lich: Adj. a) fest
entschlossen, (von einer Meinung,
Absicht) nicht abzubringen, hart eine
Absicht verfolgend, an etw. festhal¬
tend »Er verfolgte sein Ziel unerbittli¬
cher als seine Gegner.« b) erbar¬
mungslos, hart vorangehen ohne
Gnade »unerbittlicher Krieg«
Un|er|bitt|lich|keit/yn|eijbitt|lich|keit:
die; -; - Erbarmungslosigkeit
un|er|find|lich/un|er]find|Kch: Adj. nicht
nachvollziehbar; nicht zu begreifen;
nicht zu verstehen »Aus unerfindli¬
chen Gründen wollte er zu Hause blei¬
ben.«
un|er|gründ|iich/un|erfgrttnd|iich: Adj. 1
nicht gedanklich nachvollziehbar;
nicht od. kaum (in den Motiven, An¬
sätzen) zu erforschen, nicht zu erken¬
nen 2 [geh.] so tief, daß man nicht auf
den Boden eines Gewässers kommen,
sehen kann
unlerfhört: Adj. n. stg. [geh.] nichterfüllt
»Sein Gebet blieb unerhört.«
un|er|hört: I Adj. unerhörter; unerhör¬
teste 1 in hohem Maße; sehr; äußerst;
überaus »unerhörte Mühe« 2 von Be¬
sonderheit; nicht dem Üblichen ent¬
sprechend »unerhörte Möglichkeiten«
3 [abwert.] in hohem Maße schänd¬
lich, empörend »unerhörte Frechheit«
II Adv. <verst. bei Adjektiven u. Ver¬
ben) überaus; äußerst; sehr; in hohem
Maße »unerhört hohe Preise«
unerl.: Abk. 1 unerläßlich 2 unerlaubt 3
unerledigt
un|eijlSB|lich/un|eijlä8|lich —> un|er|-
iässjlich: Adj. unverzichtbar; absolut
notwendig »Fremdsprachenkenntnisse
sind für diese Tätigkeit unerläßlich.«
un[er|meB|lichAin|er(meB|llch —» un|-
eijmess|lich: Adj. 1 a) sehr groß, viel;
kaum vorstellbar »Er verfügt über un¬
ermeßlichen Reichtum.« b) nur adver-
biell <verst. bei Verben u. Adjektiven)
in sehr hohem, kaum vorstellbarem
Maße »unermeßlich viel besitzen« 2
den Eindruck erweckend, räumlich
nicht begrenzt zu sein »unermeßliche
Weite der afrikanischen Steppe« 3 von
der Menge nicht zu überschauen,
nicht zu ermessen 4 (bis) ins uner¬
meßliche —» (bis) ins Unermess¬
liche: ohne eine Begrenzung, endlos
weiter
un|er)müdjlich/un|er|müd|lich: Adj. sehr
ausdauernd; ohne müde zu werden
»Mit unermüdlicher Amdauer arbeite¬
te sie an der Handarbeit.«
un|er]sätt|lich/un|e(isätt|lich: Adj. nicht
zufriedenzustellen; maßlos »Sein un¬
ersättliches Verlangen nach neuen In¬
formationen war nicht zu stillen.«
UNESCO: Abk. /uneßko/ (engh United
Nations Educational, Scientific and
Cultural Organization = Organisati¬
on der Vereinten Nationen für Erzie¬
hung, Wissenschaft u. Kultur
Unf.: Abk. Unfall/Unfälle
unf.: Abk. 1 unfähig 2 unförmig
Un|fall: der; -(e)s; Unfälle unbeabsich¬
tigter Vorfall, bei dem ein Schaden
für od. an Menschen (Verletzungen
bis hin im negativsten Ausgang zum
Tod) od. Gegenständen entsteht
Un|fall|aret: der; -es; -ärzte weibl. Un|-
fall|än|tin: die; ~ ; -nen Mediziner(in),
der/die Unfallopfer versorgt u. be¬
handelt
UNFDAC: Abk. <engl.> United Nations
Fund of Drug Abuse Control =
Fonds der Vereinten Nationen zur
Bekämpfung des Drogenmißbrauchs
Un|flä|tig|keit: die; - ; -en (obszöne) der¬
be Beleidigung, Unanständigkeit
un|föijmig: Adj. der Erwartung an eine
ästhetische Form nicht genügend; un¬
proportional; mißgestaltet »Er hat
eine völlig unförmige Figur.«
Unjför|mig|keit: die; ~ ; - ungefällige,
mißgestaltete Proportionen
1217
unfr.
unfr.: Abk. 1 unfrankiert 2 unfruchtbar
Unffreie: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Unfreier; eine Un¬
freie: zwei Unfreie) <hist.> Person, die
keine (Bürger-)Rechte besaß u. Ei¬
gentum ihres Herrn war
unfrw.: Abk. unfreiwillig
Un(fug: der; -(e)s; -1 [ugs.] a) Verhal¬
ten, das von anderen Personen als
störend, nicht sinnvoll empfunden
wird; Dummheit; Unsinn; Blödsinn
»Laßt endlich diesen Unfug!« b) tö¬
richte Aussage(n); Unsinn »Du redest
Unfug!« 2 (Rechtsw.» Verhalten, das
ein öffentliches Ärgernis, eine Stö¬
rung der öffentlichen Ordnung dar¬
stellt '
ung.: Abk. 1 ungarisch 2 ungefähr 3 un¬
genau 4 ungültig
-ung/-heit: Wortbildungselement a)
-ung; dient der Substantivierung von
transitiven Verben bezeichnet die Tä¬
tigkeit des im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten od. dessen Ergebnis
»Teilung« b) -heit: dient der Substanti¬
vierung von Adjektiven u. Partizipien
bezeichnet die Eigenschaft des im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückten
»Geteiltheit«
un|ge|ahn]det: Adj. nicht bestraft;
~ (rechtlich) nicht verfolgt »Seine Tat
darf nicht ungeahndet bleiben.«
un|ge|ahnt/un|ge|ahnt Adj. in einem
unerwartet hohen (Aus-)Maß unge¬
ahnte Folgern
un|ge|be|ten: Adj. a) nicht (zu etw.) auf¬
gefordert handelnd »Ihre ungebetenen
Einmischungen möchte ich mir
verbitten.« b) nicht eingeladen »unge¬
betener Gast«
ungebr.: Abk. a) ungebräuchlich b) un¬
gebraucht
Un{ge|biihn die; ~ ; - [geh.) Ungehörig-
keit; Respektlosigkeit; Mißachtung;
Frechheit
un|ge|bühr[lich/un|ge|bühr|lich: Adj.
[geh.] a) nicht den Regeln (der Höf¬
lichkeit) entsprechend; ungehörig;
sich nicht ziemend »ungebührliches
Benehmen« b) ein Maß übersteigend
Un|ge|duld: die; -; -1 fehlendes Vermö¬
gen, etw. abzuwarten; ohne innere
Ruhe »Voller Ungeduld rutschte er
nervös hin u. her.« Ant.: Geduld 2 Un¬
geduld u. Zorn machen alle Ding’
verworren: wer ungeduldig, zornig
ist, sieht die Dinge, Sache o. ä. nicht
mehr klar, objektiv
un|ge]dul|dlg: Adj. nicht fähig sein, ab¬
zuwarten; innerlich nicht ruhig »Un¬
geduldig wartete er auf das Essen.«
Un|ge|fähr/yn|ge|fähn das; -s; - [veralt.]
Schicksal; Zufälligkeit
un[gejfährAm|ge|fähf: I Adj. nicht ganz
genau; etwa; annähernd »Er wußte
die ungefähre Ankunftszeit des Zu¬
ges.« (I Adv. etwa; geschätzt; nicht ex¬
akt; zirka »Im Raum waren ungefähr
30 Frauen.« III a) nicht von ungefähr
(kommen): einen Grund haben b) wie
von ungefähr: scheinbar ohne Anlaß,
Grund, Ursache; wie zufällig
ynjge|fäl|Hg|keit: die; - ; - Fehlen, Man¬
gel an Bereitschaft, eine Bitte, einen
Dienst o. ä. zu erweisen, zu helfen
un|ge[färbt: Adj. 1 ohne einen Zusatz
von Farbe; ohne Farbstoffzusatz,
Ant.; gefärbt 2 ungefärbte Wahrheit:
die reine Wahrheit, ohne Beschwich¬
tigung, ohne Beschönigung
Unjge|heu|er: das; -s; • 1 a) angsterre¬
gende Phantasiegestalt »das Ungeheu¬
er von Loch Ness« b) (übertr.i gewalt¬
tätiger, verabscheuungswürdiger
Mensch »Dieser Mann ist ein Unge¬
heuer!« 2 etw. von großem Ausmaß
»ein Ungeheuer von Schrank«
unlgelheuler/unlqelheuler: Adj. unge¬
heurer; ungeheuerste a) sehr ausge¬
prägt; sehr; enorm; äußerst; überaus
»eine ungeheure Frechheit • ungeheuer
viel« b) ins ungeheu(e)re —*• ins
Ungeheu(e)re: überaus; sehr »Die
Mieten stiegen ins ungeheure.«
un|ge|hin|dert: Adj. ohne Behinderung;
nicht gestört; unbehelligt »ungehin¬
dertes Eindringen in das Haus«
un)ge|ho|belt/un|ge|ho]belt: Adj. unge¬
hobelter; ungehobelt(e)ste 1 ohne mit
einem Hobel bearbeitet worden zu
sein 2 die Umgangsformen vernach¬
lässigend; unhöflich
ungel.: Abk. ungelernt
un[ge|legt: Adj. n. stg.; in der Wendung
ungelegte Eier: noch nicht aktuelle
Dinge, Vorhaben, Möglichkeiten
»Wir sollten uns über ungelegte Eier
keine Sorgen machen!«
un|ge)mein/un|ge|mejn: Adj. in hohem
Maße; überaus; sehr; stark; äußerst
un|ge[min|derb Adj. ohne Minderung
un|ge|müt|lich: Adj. a) ohne Komfort;
nicht behaglich; nicht bequem »unge¬
mütliche Couch« b) nicht angenehm;
nicht erfreulich; gespannt; gereizt
»ungemütliche Stimmung« c) (Wetten
kühl, feucht u. regnerisch, Ant.: <a; b;
o gemütlich d) ungemütlich werden:
ärgerlich, unfreundlich werden, rea¬
gieren
un|ge|niert/un|ge|nigrt: Adj. ungenier¬
ter; ungenierteste frei von Hemmun¬
gen; zwanglos u. unbefangen »Sie
sagte ungeniert, was sie über ihn
dachte.«
un|ge|nü[gend: Adj. a) den Anforderun¬
gen in keiner Weise entsprechend
»ungenügende Kenntnisse« b) <Schul¬
note> 6 = die schlechteste Schulnote
un|ge|rech)net: Adj. n. stg. in etw. rech-
~ nerisch nicht miteinbezogen
un|ge|reimb Adj. ungereimter; unge¬
reimteste 1 sich nicht reimend 2
<übertr.> nicht zusammenpassend;
sinnlos; unsinnig, Ant.; <1> gereimt
yn|ge)reimt|heit: die; - ; -en Unsinnig-
keit; Geschwätz; Quatsch; Eigen¬
schaft, nicht schlüssig, nicht stimmig
zu sein
un|ge|säu|ert: Adj. <Brot> nicht aus Sau¬
erteig
un]ge|sche|hen: Adj. in der Wendung
etw. ungeschehen machen (wollen):
etw., was passiert ist, zurücknehmen,
rückgängig machen (wollen) »Ich
wünschte, ich könnte das ungeschehen
machen.«
yn|ge|schiclc das; -(e)s; -e (PI. s.) a)
durch Mange) an Geschicklichkeit
verursachtes Pech, Unglück »Mir ist
ein Ungeschick passiert.« Syn.: Mi߬
geschick b) Ungeschick läßt grüßen:
[ugs.]_ sehr ungeschickte Handlung,
Tat, Äußerung o. ä.
un|ge|schickt: Adj. ungeschickter; unge¬
schickteste 1 nicht (sehr) gewandt,
sondern schwerfällig, linkisch 2
[süddt.] a) nicht gut handhabbar b)
nicht passend
un|ge|schltf[fen: Adj. 1 (Edelstein u. ä.>
ohne Schliff; nicht bearbeitet 2
<übertr.> [abwert.] nicht zivilisiert;
grob, ungehobelt im Verhalten, Ant.:
<1;2> geschliffen
un|ge|scho|ren: Adj. n. stg. a) (Schaf
usw.> nicht vom Fell befreit, Änt.: ge¬
schoren b) ungeschoren bleiben,
davonkommen: glücklich aus einer
unangenehmen Lage herauskommen,
ohne bestraft zu werden c) jmdn. un¬
geschoren lassen: eine Person nicht
strafen
un|ge[schrie[ben: Adj. n. stg. 1 nicht
schriftlich in einem Schriftstück fest¬
gehalten, Ant.: geschrieben 2 ein(e)
ungeschriebenes) Gesetz, Regel:
(verbindlich) tradierte, nicht schrift¬
lich festgehaltene Regel (meist in Hin¬
sicht auf Anständigkeit, Moral)
un|ge|spritzt: Adj. n. stg. (Obst; Gemü¬
se> nicht mit chemischen (Insekten-
vertilgungs-jMitteln bearbeitet »Wir
verkaufen nur ungespritztes Obst.«
Ant.: gespritzt
un|ge|stalt: Adj. 1 unförmig 2 [veralt.]
häßlich; Dicht ansehnlich
un|ge[stüm: Adj. a) sein Temperament
~ auslebend; nicht zurückhaltend »Er
redete ungestüm auf ihn ein.« b) voller
Heftigkeit, wild »ungestüme Wellen«
Un)ge|tüm: das; -(e)s; -e a) bedrohli¬
ches, großes Lebewesen; Monster
»Der alte Seemann erzählte von den
Ungetümen, die ihm auf See begegnet
waren.« b) klobiger, unförmiger od.
häßlicher Gegenstand o. ä. »Wirf die¬
ses Ungetüm von Mantel endlich weg!«
unjgejwiß —»• un|ge|wiss: Adj. ungewis¬
ser; ungewisseste 1 nicht sicher, son¬
dern schwierig einzuschätzen, zweifel¬
haft, nicht entschieden »Der unge¬
wisse Ausgang des Gerichtsverfahrens
belastete ms.« 2 nicht deutlich (er¬
kennbar), Ant.: (1; 2> gewiß 3 a) im
ungewissen sein, bleiben —»• im Un¬
gewissen sein, bleiben: keine Klar¬
heit, Sicherheit über etw. haben, be¬
kommen b) jmdn. im ungewissen
halten, lassen —» jmdn. im Unge¬
wissen halten, lassen: einer Person
nichts mitteilen, sie in einer nicht gesi¬
cherten, unklaren Situation belassen,
sie nicht aufklären
Un|ge|wit|ter: das; -s; - 1 [veralt.] Ge¬
witter 2 (übertr.) Wutanfall; heftige
Zurechtweisung
yn{ge|zfe[fer: das; -s; - Tiere, die schäd¬
lich für den Menschen od. für andere
Tiere sind od. als unangenehm u.
schädlich empfunden werden wie z.
B. Kakerlaken, Schaben, Milben,
Läuse »Wir mußten wegen des Unge¬
ziefers den Kammerjäger kommen las¬
sen.« Syn.: Schädling
ynjge|zwun)gen|heit: die; - ; - Natür-
' lichkeit; Lockerheit
ungl.: Abk. 1 ungleich 2 ungleichmäßig
un|gleich: I Adj. verschieden; nicht
gleichmäßig) »Du trägst zwei unglei¬
che Schuhe. « ungleiche Charaktere ♦
ungleiche Höhe« II Adv. (verst. in Ver¬
bindung mit Komperativen) sehr; in
hohem Maße; äußerst; mehr »Un¬
gleich schöner wäre es, wenn wir alle
1218
Universalie
gemeinsam Urlaub machten.« Hl Präp.
mit Dat. [geh.] drückt die Unter¬
schiedlichkeit von etw. od. jmdm. zu
etw. od. jmdm. aus »Ungleich seinem
Vater war er faul.« Ant.: <1; HI> gleich
Un|glück: das; -(e)s; -e 1 a) negatives
Ereignis; Schaden od. Leid verursa¬
chendes Geschehen; Katastrophe
»Das Unglück (z. B. die Erdbebenka¬
tastrophe) veränderte ihr Leben.« b) o.
PI. Zustand nach einem negativen Er¬
eignis, Unglück (a) 2 Mißerfolg;
Pech; Schicksalsschlag, Ant.: <1; 2>
Glück 3 zu allem Unglück: zu etw. be¬
reits Negativem noch zusätzlich ver¬
schlechternd hinzukonimen 4 ins Un¬
glück rennen, laufen: etw. machen,
beginnen o. ä., was negative, schlech¬
te, schlimme Folgen, Konsequenzen
mit sich bringen wird 5 Glück im Un¬
glück haben: in einer schweren Situa¬
tion, bei einer Katastrophe, einem
Unheil nicht so sehr zu Schaden ge¬
kommen sein, wie es hätte sein kön¬
nen 6 Unglück sitzt nicht immer vor
armer Leute Tür: auch wohlhabende,
reiche Menschen sind oft unglücklich
7 Ein Unglück kommt selten allein:
auf etw. Unangenehmes folgen häufig
noch weitere, mehrere Unannehm¬
lichkeiten
un|glück|lich: Adj. 1 sehr traurig; unzu¬
frieden mit sich, mit etw. »Er macht
einen sehr unglücklichen Eindruck.« 2
nicht sehr positiv; nicht günstig »un¬
glücklicher Ausgang der Verhandlun¬
gen« 3 nicht geschickt; mit negativer
Auswirkung »Er fiel so unglücklich,
daß er sich beide Beine brach.« Ant.:
<1; 2> glücklich 4 unglückliche Liebe:
einseitiges Gefühl der Liebe, Zunei¬
gung, das jmd. jmdm. entgegenbringt,
das aber nicht erwidert wird 5 un¬
glückliche Hand: eine schlechte Wahl
treffen
un|g)ück]li)cheijwei)se: Adv. leider; be¬
dauerlicherweise, Ant.: glücklicher¬
weise
Unjglückstfall: der; -(e)s; -fälle schlim¬
mes, schreckliches, tragisches Ge¬
schehen (oft mit dem Tod einer od.
mehrerer Person(en) endend), Ant.:
Glücksfall
Un|gliicks|nach|richt' die; - ; -en sehr
schlechte, oft tragische Botschaft
yn|glücks|orb der; -(e)s; -e Stelle, an
der sich ein Unheil, eine Katastrophe
ereignet hat
Ün|glücks|ra|be: der; -n; -n [ugs.]
Mensch, dem häufig Unglücke, Mi߬
geschicke widerfahren, der häufig
Pech hat, Ant.: Glückspilz
Un|glücks|stet|le: die; - ; -n Ort, an dem
sich ein Unheil, eine Katastrophe er¬
eignet hat
Un|gna|da: die; - ; - in den Wendungen
bei jmdm. in Ungnade feilen, gefal¬
len sein; sich jmds. Ungnade zuzie¬
hen: jmds. Gunst, Zuneigung, Unter¬
stützung verlieren
Unjgunst: die; ~ ; - 1 das Mißfallen,
Ubelwollen, der Unwille »Durch seine
ständigen Frechheiten zog er sich die
Ungunst des Lehrers zu.« Ant.: Gunst
2 zu jmds. Ungunsten: nachteilig für
jmdn. »Er hatte sich zu seinen Ungun¬
sten verrechnet.«
un|gut: Adj. n. stg. 1 nicht angenehm;
schlecht; negativ; nicht erfreulich »un¬
gute Vorahnung« Ant.: gut 2 nichts
für ungut: Entschuldigung) es ist
nicht aus Boshaftigkeit geschehen
un|har(mo|nisch: Adj. a) nicht friedlich;
nicht in Eintracht »unharmonisches
Familienleben« b) sich nicht im Ein¬
klang befindend; nicht zusammen¬
passend
UNHCR: Abk. <engl» United Nations
High Commissioner for Refugees =
Hoher Kommissar der Vereinten Na¬
tionen für Flüchtlinge
Un|heil: das; -(e)s; - Unglück; Schaden
od. Leid verursachendes Geschehen;
Verderben; Übel
Un|heil|stif|ter: der; -s; - weibl. Un|heil|-
stifjtejrin: die; - ; -nen Person, die Ne¬
gatives, Verheerendes, Streitigkeiten,
Mißstimmungen o. ä. verursacht
un|heil|voll: Adj. Böses, Negatives,
Schlechtes, Verheerendes bringend,
verursachend »unheilvolle Neuerung«
un|heim|llctv/un|hmm[lich: Adj. 1 nicht
geheuer; Angst verursachend »Nachts
hörte man in dem Haus unheimliche
Geräusche.« 2 <verst.> [ugs.] a) sehr; in
hohem Maße »Er besitzt eine unheim¬
liche Intelligenz.« b) groß; stark »Er
ist ein unheimlicher Angsthase.«
yn|heim|llch|keit/Un|heim|lich|keit: die;
- ; - Eigenschaft, Angst o. ä. zu verur¬
sachen
Un|hold: der; -(e)s; -e1 (Märchen usw.)
bösartiges überirdisches Wesen 2
[abwert.] a) Mann, der sich sehr grob,
gewalttätig, abscheulich benimmt b)
Mann, der Sexualdelikte begangen
hat
Uni —* U|ni: <lat.-fr.> /üni/ das; -s; -s
Einfarbigkeit (ohne Muster od. Ma¬
serung)
Uni —»• Ü|ni: Kur zw. <lat.> /uni / die; - ; -s
Universität
Uni- —* U|ni-: Abk. Universal(-) = in
Zusammensetzungen im Sinne von
allgemein, allumfassend
Uni-/uni- —* U|ni-/u|ni-: dat» Wortbil¬
dungselement Bestimmungswort in
Zusammensetzungen mit der Bedeu¬
tung: ein, einer, einzig, einmal vor¬
handen, einheitlich »Uniform = ein¬
heitliche Form«
uni/uni —* u|ni: dat.-fr» /üni/ Adj. n.
dekl.; n. stg. nicht gemustert o. ä.,
sondern von einer einheitlichen Farb¬
gebung; einfarbig (ohne Musterung,
Maserung) »Für den Flur habe ich eine
uni graue Tapete gekauft.« .
UNICE: Abk. fr» Union des industries
de la Communaute europeenne =
Union der Industrien der Europä¬
ischen Gemeinschaft
UNICEF: Abk. /unizeff/ <engl» United
Nations International Children’s
Emergency Fund = Weltkinderhilfs¬
werk der Vereinten Nationen
UNIDO: Abk. /unido/ <engh United Na¬
tions Industrial Development Orga¬
nization = Organisation der Verein¬
ten Nationen für industrielle. Ent¬
wicklung (in den Entwicklungslän¬
dern)
Uni|fgnTi/yni|fomi —* U|ni)form:
<lat.-fr» die; - ; -en einheitliche Klei¬
dung einer Gruppe (z. B. Polizei,
Armee) »In Großbritannien tragen
viele Schulkinder Uniformen.«
uni|for]m|e|ren —> u|ni(forjmiejren: uni¬
formierst; uniformiertest; hast unifor¬
miert 1 in Uniform kleiden 2 [meist
abwert.] vereinheitlichen
Uni)kat -—r U|ni|kat: dat» das; -fe)s; -e
1 einzige Fertigung eines Schrift¬
stücks, Kunstwerkes o. ä. »Das darf
nicht verloren gehen, es ist ein
Unikat!« 2 Bezeichnung für etw., was
es nur (noch) einmal gibt, Syn.: <2>
Unikum (2)
Uni|kum —* U|ni|kum: dat» das; -s;
Unika U. Unikums (PI. s.) 1 PI. Uni¬
kums [ugs.] eigentümliche, etw. seltsa¬
me Person, die durch ihre Art auf an¬
dere originell wirkt »Er ist ein richti¬
ges Unikum.« 2 PI. Unika Bezeich¬
nung für etw., was es nur (noch) ein¬
mal gibt »Dieses Tier ist ein Unikum.«
Syn.: <2> Unikat
un|in|for|minrt: Adj. keine Kenntnisse
über, keine Informationen zu etw. ha¬
bend, Ant.: informiert
Unijon —» U|ni|on: dat» die; ~; -en Ver¬
bindung, Zusammenschluß vorwie¬
gend von Kirchen, Parteien od. Staa¬
ten mit ähnlichem Bekenntnis, ähnli¬
chen Ansichten »eine politische Union
bilden«
Uniolnjst —»• U|nijo|nist der; -en; -en 1
<hist.) Person, die im amerikanischen
Bürgerkrieg (Unabhängigkeitskrieg,
Sezessionskrieg 1861-1865) für die
Union u. gegen die Konföderierten
(Abspaltung der Südstaaten) war 2
Person, die einer Union angehört, an¬
hängt
Uni|sex —» U|ni|sex; der; - u. -es; - Nei¬
gung zum Verschwinden der Ver¬
schiedenheit der Geschlechter im (äu¬
ßeren) Erscheinungsbild
UNITAR: Abk. /unitar/ <engl» United
Naüons Institute for Training and
Research = Ausbildungs- u. For¬
schungsinstitut der Vereinten Natio¬
nen (für Verwaltungsexperten)
uni|tajrisch —» u|ni|tajrisch: Adj. Zen¬
tralisation anstrebend
Unijtät—» UNtlifc dat» die; ~ ; -en 1 Ei¬
nigkeit; Übereinstimmung
Unifted Najtlons: <engl» /junaitid
ne'schens/ die (PI.) Vereinte Natio¬
nen (abgekürzt = UN) Kurzform für
United Nations Organization (abge¬
kürzt = UNO) Organisation der Ver¬
einten Nationen = 1945 gegründete
(überstaatliche) Staatenorganisation
zur Förderung der internationalen
Zusammenarbeit u. Friedenssiche¬
rung
uni|ver]sal —*■ u|ni|ver|sal: dat.-fr» /uni-
wersal/ Adj. [geh.] a) allgemein (gül¬
tig); umfassend »eine universale Aus¬
sage treffen ♦ Der Diktator erhob uni¬
versale Machtansprüche.« b) weltweit;
global
Uni|ver]sal|bit|dung —»■ U)ni)verjsal|bil|-
dung: /uniwersal-/ die; - ; -en Allge¬
meinbildung; umfassende Bildung
Uni|vertsa|lie —» U|ni|ver|sa|lie: dat»
/uniwersali'/ die; * ; -n funiwersalUnj
(m. PI.) 1 n. PI. (Philosophie) die fünf
Grundbegriffe mittelalterlichen scho¬
lastischen Denkens 2 allgemeiner Be¬
griff; Gattungsbezeichnung 3
1219
universell
<Sprachwiss.> in allen natürlichen
Sprachen auftretende Eigenschaft
uni|ver|sel> —» u|ni|verjsell: dal.-fr»
/uniwersell/ Adj. a) allgemein (gültig);
umfassend »eine universelle Aussage
treffen • Der Diktator erhob univer¬
selle Machtansprüche.« b) weltweit;
global
tml|ver|siftär—»■ u|ni[ver]si|tär; /uniwer-
sitär/ Adj. n. stg. auf die Universität
bezogen »Für die universitären Ange¬
legenheiten ist dieser Minister nicht
zuständig.«
Uni|ver|si|tät —*■ U|ni|ver|si|tgt: </at.>
/uniwersität/ die; - ; -en Hochschule;
Institution] in der studiert, For¬
schung u. wissenschaftliche Lehre be¬
trieben wird
Unl|ver|sum —* U|ni|ver|sum: <lat.>
/umwersum/ das; -s; - 1 unendlicher
Raum mit allen Himmelskörpern au¬
ßerhalb der Erdatmosphäre »die Er¬
forschung des Universums« Syn.: Wel¬
traum; Weltall; All 2 ein Universum
an große Auswahl, Vielfältigkeit
an...
unk.: Abk. 1 unkenntlich 2 unkündbar
un|kennt|lich: Adj. aufgrund von Ver¬
änderung, Verkleidung od. Entstel¬
lung, Verstümmelung nicht (mehr) er¬
kennbar
Un|kennt|lich|keit: die; - ; - Verände¬
rung, Entstellung, Verstümmelung in
einem Maße, daß etw. od. jmd. nicht
(mehr) zu erkennen ist
Un|kennt|nis: die; - ; - a) Mangel an
Wissen über etw. »Seine Unkenntnis
zeigte sich in den Äußerungen zur poli¬
tischen Situation.« b) in Unkenntnis
einer Sache: etw. nicht wissend c)
jmdn. in Unkenntnis über etw.
lassen: einer Person keine Informa¬
tionen über etw. geben d) Unkenntnis
schützt vor Strafe nicht: auch wenn
jmd. nicht weiß, daß er etw. Falsches,
Gesetzeswidriges tut, wird er dafür
bestraft, denn Nichtwissen ist keine
Entschuldigung für ein Vergehen
Unffcofsten—* Un|kos|ten: die (PI.) 1
finanzielle Ausgaben, Aufwendun¬
gen, die zu leisten sind 2 sich in Unko¬
sten stürzen: [scherzh.] großzügig
sein, viel Geld für etw. aufwenden
- »Ihr habt euch aber in Unkosten ge¬
stürzt für die tolle Hochzeitsfeier!« 3
sich in geistige Unkosten stürzen:
[scherzh.] eine große geistige Leistung
erbringen
Unfkraut: das; -(e)s; - u. (Sorten) Un¬
kräuter 1 a) wild (u. unerwünscht)
wachsende, die Entwicklung der Kul¬
turpflanzen störende Pflanzen »Das
Unkraut im Garten muß weg.« b) Un¬
krautjäten: Unkraut (1 a) aus der Er¬
de entfernen 2 Unkraut vergeht, ver¬
dirbt nicht: [oft scherzh.] häufig als
Bemerkung gebraucht, daß jmdm.
nichts Schlimmes geschehen, passie¬
ren kann, geschehen od. passiert ist
un|kun|dig: Adj. a) ahnungslos; kein
Wissen, keine Kenntnis (auf einem
Gebiet) besitzend; unwissend b) einer
Sache unkundig sein: auf einem Ge¬
biet, in einer Angelegenheit kein Wis¬
sen besitzen
uni.: Abk. 1 unlängst 2 unlauter 3 unli¬
mitiert = unbeschränkt 4 unlöslich
un|längst: Adv. [geh.] vor kurzem; vor
(erst) kurzer Zeit; letztens; kürzlich
»Ich habe sie unlängst getroffen.«
un|lau|ter: Adj. [geh.] a) nicht korrekt u.
nicht ehrlich b) unlauterer Wettbe¬
werb: nicht der Fairneß entsprechen¬
der, betrügerischer Kampf, Wettbe¬
werb; Kampf mit unfairen, nicht
rechtmäßigen Mitteln
un|leid|lich: Adj. schlechter Laune u.
deshalb nicht gut zu ertragen
un|lieb: Adj. in der Wendung jmdm.
nicht unlieb sein: einer Person sehr
angenehm, recht sein, passend kom¬
men
Un|men|ge: die; • ; -n <verst.> eine äu¬
ßerst große, das übliche Maß über¬
steigende Menge, Anzahl
Un|mensch: der; -en; -en 1 [abwert.]
Person, die sich (in den Augen, nach
Meinung des Betrachters) nicht wie
ein zivilisierter Mensch benimmt, ver¬
hält, sondern gemein, rücksichtslos o.
ä. ist 2 a) kein Unmensch sein: [ugs.]
umgänglich sein, zu Gesprächen, die
zu einer Lösung führen, bereit sein b)
ich bin, man ist ja kein Unmensch:
mit mir kann man etw. besprechen,
ich bin nicht gemein od. rücksichtslos
un[mög|Kch/un|mög|iich: I Adv. auf kei¬
nen Fall »Das kannst du unmöglich
von mir verlangen!« II Adj. 1 nicht
durchführbar; nicht vorstellbar »Das
ist ein unmögliches Vorhaben.« 2 ko¬
misch; nicht erwartet »Sie trafen sich
an den unmöglichsten Orten.« 3 [ugs.]
dem Üblichen in negativer Hinsicht
nicht entsprechend »Sie trug einen un¬
möglichen Pullover.« Ant.: <1; II> mög¬
lich III jmdn., sich unmöglich
machen: eine Person od. die eigene
Person (vor anderen Personen) bla¬
mieren
Un|mut: der; -(e)s; - [geh.] Ärger; Ver¬
stimmung; Mißmut »Sie zeigte deut¬
lich ihren Unmut über seine Verspä¬
tung.«
un|nach|ahm|lich/un|nach(ahm|lich:
Adj. einmalig; beispiellos
un|nütz: Adj. unnützer; unnützeste 1
ohne Nutzen; keinen Nutzen mit sich
bringend; wertlos 2 Unnütze Hände
melken den Ochsen: Bemerkung,
wenn jmd. eine völlig sinnlose Arbeit
verrichtet
UNO: Abk. /uno/ <engh United Nations
Organization = Organisation der
Vereinten Nationen = Staatenorga¬
nisation zur Förderung der interna¬
tionalen Zusammenarbeit u. zur Frie¬
denssicherung
unr.: Abk. 1 unrationell = unzweckmä¬
ßig; nicht wirtschaftlich 2 unreali¬
stisch = nicht wirklichkeitsnah 3 un¬
regelmäßig 4 unrentabel - nicht ein¬
träglich; nicht lohnend 5 unrichtig =
falsch
un|ra|siert Adj. n. stg. 1 mit Bartstop¬
peln im Gesicht »Erkam ungewaschen
u. unrasiert zum Frühstück.« Ant.: ra¬
siert 2 unrasiert u. fern der Heimat:
[scherzh.] für einen längeren Zeit¬
raum nicht in der Heimat sein u. da¬
her ein nicht geregeltes Leben führen
Unjrast: die; -; - ohne innere Ruhe
ynjrast: der; -(e)s; -e [veralt.] Person
ohne innere Ruhe
Unjrat: der; -(e)s; -1 Abfall; wertlose,
fortgeworfene Gegenstände; Müll
»Kannst du diesen Unrat nicht
entfernen?« 2 Unrat wittern: ahnen,
daß etw. Unangenehmes passieren
wird
Unrecht: das; -(e)s;-1 dem Recht, Ge¬
setz nicht entsprechendes Handeln,
Geschehen 2 etw., was nicht gerecht
ist 3 zu Unrecht: I. fälschlicherweise
»Diesmal hat man ihn zu Unrecht ver¬
dächtigt.« 2. ohne Erlaubnis; unbe¬
rechtigt »Man hat ihn zu Unrecht
bestraft. • Es ist zu Unrecht gepfändet
worden.« 4 a) sich ins Unrecht
setzen: etw., was nicht richtig ist, tun
b) jmdn. ins Unrecht setzen: dazu
beitragen, daß eine Person (schein¬
bar) einer falschen Annahme unter¬
liegt, falsch gehandelt o. ä. hat 5 Bes¬
ser Unrecht leiden als Unrecht tun:
man sollte eher ein Unrecht o. ä. hin¬
nehmen, aber selbst niemandem Un¬
recht o. ä. zufügen
un|recht: Adj. Unrechter; Unrechteste 1
nicht richtig, gerecht, sondern falsch
u. verwerflich od. unpassend »Seine
Unrechte Tat wurde vergolten.« 2 un¬
recht (daran) tun, etw. nicht Rich¬
tiges tun; falsch liegen, einer falschen
Annahme o. ä. unterliegen 3 an den
Unrechten geraten: bei einer Person
mit etw. keinen Erfolg haben 4 a) un¬
recht haben —> Unrecht haben: ei¬
ner falschen Annahme o. ä. unterlie¬
gen; nicht richtig gehandelt haben b)
jmdm. unrecht geben —* jmdm. Un¬
recht geben: bemerken, daß eine Per¬
son einer falschen Annahme o. ä. un¬
terliegt, nicht richtig gehandelt hat o.
ä. c) unrecht bekommen, erhalten
—» Unrecht bekommen, erhalten:
die Bestätigung erhalten, daß jmd.
(nach den Gesetzen, (durch den
Staat) festgelegten Normen) falsch
liegt 5 jmdm. unrecht tun: eine Person
fälschlicherweise negativ, als schlecht
o. ä. beurteilen
Un|rechts(be[wu8t|sein —» Un|rechts|-
be|wusst|sein: das; -s; - gedankliche
Klarheit, Wissen darüber, ob etw.
Recht od. Unrecht ist »Sein Unrechts¬
bewußtsein war nicht sehr ausge¬
prägt.«
un|rein: Adj. 1 a) nicht (ganz) sauber b)
mit einem anderen Stoff vermischt 2
<übertr.> (moralisch) verwerflich 3 im
Sinne einer Religion nicht den Anfor¬
derungen entsprechend; als tabu gel¬
tend 4 a) ins unreine sprechen —>
ins Unreine sprechen: einen noch
nicht (ganz) durchdachten Gedan¬
kengang o. ä. äußern b) etw. ins un¬
reine schreiben —» etw. ins Unreine
schreiben: einen schriflichen Entwurf
anfertigen, der dann noch überarbei¬
tet u. korrigiert werden muß
un|rich|tig: Adj. 1 falsch; nicht zutref¬
fend; verkehrt »unrichtige Annahme«
2 nicht echt, Ant.: <1> richtig
UNRWA: Abk. <engh United Nations
Relief and Works Agency for Pale-
stine Refugees in the Near East = Pa¬
lästinensisches Flüchtlingswerk der
Vereinten Nationen (zur Betreuung
heimatloser Palästinenser)
uns: Personal- u. Reflexivpron. 1. Per¬
son Plural im Dat. und Akk. von ’wir’
1220
unter
»Er gibt uns ( — Dat.j eine Woche
mehr Zeit. ♦ Ick sehe uns (= Akk.)
schon dabei, für die anderen die ganze
Arbeit zu leisten. • Wir stehen für uns
( = gegenseitig) ein.«
UNSC: Abk. <engh United Nations Se¬
curity Council — Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen (auch Weltsi¬
cherheitsrat (WSR) genannt)
un|schädjlich: Adj. 1 für jmdn. od. etw.
keine Gefahr, keinen Schaden bein¬
haltend »Das ist ein für Menschen un¬
schädliches Gift.« Ant.: schädlich 2
jmdn., etw. unschädlich machen: be¬
wirken, daß eine Person od. etw.
keine Beeinträchtigung, Schädigung,
Schwierigkeit o. ä. verursachen kann
un|schätz)bar/unjschftz|bar: Adj. a)
von hohem materiellem Wert b) von
hohem ideellem Wert
un|schein|bar: Adj. nicht auffällig; nicht
eindrucksvoll »ein von außen un¬
scheinbares Haus«
Unjschein|barjkeit: die; - ; - Unauffäl¬
ligkeit; Ausdruckslosigkeit; Einfach¬
heit; Schlichtheit
Unschuld: die; - ; -1 a) Freiheit von
Schuld; Schuldlosigkeit »Er beteuerte
seine Unschuld.« b) Naivität; Ah¬
nungslosigkeit »Seine Unschuld weckt
Beschützerinstinkte.« c) sexuelle Un¬
berührtheit; Jungfräulichkeit »Sie hat
ihre Unschuld bewahrt.« Ant.; <1 a>
Schuld 2 Unschuld vom Land(e): auf
dem Land aufgewachsene(s) junge
Frau, Mädchen, die/das in die Gro߬
stadt kommt u. dort auffällig naiv u.
ungewandt wirkt 3 jmdm. die Un¬
schuld rauben: [verhüllend] mit ei¬
nem Mädchen, für das es das erste
Mal ist, Geschlechtsverkehr haben 4
die gekränkte Unschuld spielen: in
übertriebenem Maße gekränkt, belei¬
digt tun 5 Unschuld ist die stärkste
Partei: wer unschuldig ist u. dies auch
beweisen kann, braucht keine Helfer,
Verteidiger, Fürsprecher o. a.
un|schul|dig: Adj. 1 für etw. nicht ver¬
antwortlich; an etw. Negativem nicht
beteiligt; keine Schuld tragend »Der
Krieg forderte viele unschuldige
Opfer.« 2 a) moralisch den Regeln u.
Normen (in hohem Maße) entspre¬
chend b) (meist bezogen auf eine
Frarn [veralt.] noch ohne sexuelle
Kontakte, Erfahrungen (u. andere
Sünden im religiösen Sinne), Ant.: <1>
schuldig 3 unschuldig wie ein (neu¬
geborenes) Kind, Lamm: vollkom¬
men ohne Schuld
un[se|lig: Adj, [geh.] a) Unglück brin¬
gend, habend, verbreitend b) schreck¬
lich; zu beklagen
un|sen I Possessivpron. 1. Person Plural
zu ’wir’, drückt ein(e) Zugehörigkeits¬
beziehung, Besitzverhältnis aus »Das
ist unser Sohn.« II Personalpron. 1.
Person Plural Gen. von ’wir’ »Kannst
du dick unser noch entsinnen?«
un|ser|ei|ner/un[serjeins: unbestimmtes
Pron. n. dekl. Menschen wie wir, wie
ich »Unsereiner kann sich das nicht lei¬
sten.«
un|se)rer[ss]ts/uns|rer|sMta/un|sei[-
seits: Adv. von unserer Seite aus »Un¬
sererseits geht das in Ordnung.«
un|se|res|glei|chen/uns|res|glei|chan/
un)sers|glej|chen: unbestimmtes
Pron. n. dekl. Menschen unserer
Schicht, Art
un|se|resjteils/uns|res|teils: Adv. von
unserer Seite her
un|sers|glei|chen: unbestimmtes Pron.
n. dekl. Menschen unserer Schicht,
Art
un|sert[wejgen/un|se|ret)we|gen: Adv.
wegen uns »Unsertwegen müßt ihr
nicht bleiben.«
un|sert|wil|lsn/un|se|retjwil|len: Adv.
wegen uns »Unsertwillen müßt ihr
nicht bleiben.«
un|si|cher: Adj. 1 (noch) nicht festste¬
hend »Dieses Dalum ist allerdings
noch ein sehr unsicherer Termin.« 2
(aufgrund mangelnder Erfahrung)
bei einer Handlung zögernd, unbe¬
holfen 3 gefährlich für etw., jmdn.
Dieses Kernkraftwerk gilt als extrem
unsicher.« 4 nicht zuverlässig S keine
gesicherte Kenntnis aufweisend »Ich
bin unsicher, ob dies stimmt.« Ant.; <l;
2; 3> sicher 6 etw., einen Ort unsicher
machen: [ugs.] zum Vergnügen,
Amüsement (öfters) einen Ort aufsu¬
chen »Heute machen wir die Kneipen
unsicher.« 7 (sich) über etw. im unsi¬
cheren sein: etw. bezweifeln u. sich
nicht entscheiden können
un|sicht|ban Adj. n. stg. a) mit den Au¬
gen nicht wahrnehmbar »Ein unsicht¬
barer Schutzfilm überzieht das Leder.«
Ant.: sichtbar b) sich unsichtbar
machen: [ugs.] Weggehen
un(slch|tig: Adj das Wahrnehmen mit
den Augen behindernd, erschwerend
Un|sinn: der; -(e)s; - Blödsinn; nicht
sinnvolles Verhalten, Reden od. Han¬
deln »Du erzählst nur Unsinn!«
unjsin|nig: Adj. 1 ohne Sinn; töricht; wi¬
dersinnig »Du erzählst unsinniges
Zeug!« 2 <verst.> [ugs.] in (zu) hohem
Maße; sehr »Er hat unsinnig viel gear¬
beitet.«
un|stn|ni|geijwei|se: Adv. überflüssiger¬
weise
Un|sit|te: die; - ; -n [abwert.] negativer
Brauch; schlechte Angewohnheit
»Das ist wirklich eine Unsitte.«
uns|restglei|chen: unbestimmtes Pron.
n. dekl. Menschen unserer Schicht,
Art
uns|rijge —* Uns|ri|ge: Possessivpron.
der, die u. das; -n; -n (immer mit Art.
verwendet) unser, unsere, unseres
»Dieses Auto ist dis unsrige«
Un|sterb|li|che: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Unsterblicher;
eine Unsterbliche; zwei Unsterbliche)
Gottheit; überirdisches Wesen
Un|ste(b]lich|keit: die; - ; - 1 Eigen¬
schaft, nicht zu sterben, ewig zu leben
2 Eigenschaft, nicht auszulöschen,
sondern bleibend zu sein, Bestand zu
haben »Unsterblichkeit der Liebe« 3
<ReIigion> (Glaube an ein) Leben
nach dem Tode, Ant.: <1> Sterblich¬
keit
un|stet: Adj. unsteter; unsteteste rastlos;
ruhelos; flatterhaft; nicht gleichblei¬
bend »unsteter Lebenswandel«
Un|stim|mig|keit: die; - ; -en 1 Eigen¬
schaft, in sich nicht logisch, nicht
schlüssig, nicht übereinstimmend zu
sein »Unstimmigkeit der Aussagen« 2
Fehler »Unstimmigkeit in der Buch¬
führung« 3 Streitigkeit; Meinungsver¬
schiedenheit
Un|tat: die; ~ ; -en negativ bewertete,
meist ungesetzliche Handlung; Ver¬
brechen; Missetat »Für diese Untaten
muß er bestraft werden.«
un|ten: Adv. 1 a) unterhalb des (Stand¬
ortes des) Betrachters (liegend, sei¬
end); tiefer gelegen »Sieh doch mal un¬
ten im Keller nach!« b) an der unteren,
untersten Seite »Der Eimer hat unten
ein Loch.« c) nicht die obere, nach
oben gekehrte Seite d) der Länge nach
am letzten Ende »unten am Tisch« 2
«Himmelsrichtung, von einem jeweils
nördlicheren Standpunkt aus be¬
trachtet) Süden »Er lebt unten in
Spanien.« 3 (Text) später; weiter hin¬
ten; auf einer späteren, noch folgen¬
den Seite »siehe unten« 4 (menschli¬
cher Körper) [ugs.] Intimbereich S
(Hierarchie) (sozial) niedriger gestellt
»die da unten« Ant.: <1; 2; 3; 4; 5) oben
—»■ yn|ten erwähnt: s. untenerwähnt
—» unjten gejnanht: s. untengenannt
—> un|ten ste|hend: s. untenstehend
un|ten|drun|ter: Adv. (direkt) unter etw.
befindlich »Hebe die Fußmatte hoch,
untendrunter findest du den Schlüs¬
sel.«
un|ten|erfwähnt —> unften erwähnt:
Adj. (Text) a) auf einer späteren, noch
folgenden Seite od. weiter unten auf
derselben Seite stehend b) das Unten¬
erwähnte —» auch das unten
Erwähnte: etw., was unten, auf einer
folgenden Seite erwähnt ist
un|ten|ge|nannt —»• unjten genannt;
Adj.<Text) a) auf einer späteren, noch
folgenden Seite od. weiter unten auf
derselben Seite stehend b) das Unten¬
genannte —» auch das unten
Genannte: etw., was unten, auf einer
folgenden Seite erwähnt ist
un|ten]her|um: Adv. [ugs.] auf den In¬
timbereich des menschlichen Körpers
bezogen »sich untenherum waschen«
un|ten|ste|hend —> unjten stejhend:
Adj. (Text) a) auf einer späteren, noch
folgenden Seite od. weiter unten auf
derselben Seite stehend b) das Unten¬
stehende —* auch das unten
Stehende: etw., was unten, auf einer
folgenden Seite erwähnt ist
un]ter: I Präp. 1 a) mit Akk. gibt an, daß
sich jmd. zu einem Ort begibt, be¬
wegt, der unterhalb von etw., tiefer
als etw. liegt »Sie stellten sich unter
das Vordach, um sich vor dem Regen
zu schützen.« b) mit Dal. gibt an, daß
etw. od. jmd. sich tiefer als etw. od.
jmd. andere(sXr) befindet »Das Buch
liegt unter dem Papierstapel.« 2 a) mit
Akk. gibt an, daß ein Wert, eine Stel¬
lung unterschritten, außer Kraft ge¬
setzt wird »Die Luftfeuchtigkeit sank
unter 50 %.« b) mit Dat. gibt an, daß
ein Wert, eine Stellung nicht (mehr),
vorhanden ist »Das Auto wurde unter
dem Zeitwert verkauft.« 3 mit Dat. od.
Akk. zwischen, inmitten »Sie mischte
sich unter die Leute. ♦ Unter dem Pu¬
blikum waren viele seiner Freunde.« 4
mit Dat. od. Akk. gibt an, daß jmd.,
etw. in einer Hierachie, Rangordnung
niedriger gestellt ist als ein anderer
»Sie hatte 30 Angestellte unter sich.« S
mit Dal. gibt an, welche Begleitum¬
1221
unter der
stände etw. hatte »Unter Tränen er¬
zählte er mir von dem Unfall.« 6 mit
Dat. während »Ruf mich doch bitte
am Wochenende an, dem unter der
Woche habe ich wenig Zeit.« 7 mit
Dat. weniger als eine bestimmte Zahl,
Summe »Bei dem Nebel betrug die
Sichtweise unter 50 Meter.« 8 mit Dat.
gibt an, daß etw. jmdm. zugeordnet
werden kann »Sie erreichen mich un¬
ter dieser Telefonnummer Tag u.
Nacht.« 9 mit Dat. wegen; aufgrund
»Sie litt unter dem feuchten Klima.« II
1 unter wird verwendet als Alternative
zu: 1 mit Personalpron. darunter »Die
Überschrift war fett gedruckt. Unter
ihr stand ein langer Art.« 2 mit was
worunter »Unter was hast du dem die
Schlüssel gelegt?« III Adv. weniger als
»Das Spielzeug ist für Kinder unter
drei Jahren nicht geeignet.« IV1 a) un¬
ter uns (gesagt): nur zu einer be¬
stimmten Personen gesagt, im Ver¬
trauen darauf, daß es nicht (öffent¬
lich) weitererzählt wird b) das bleibt
unter uns: das darf keiner weiteren
Person erzählt werden, es ist geheim 2
alles unter sich gehen lassen: [ver¬
hüllend] eine Person kotet u. uriniert
nicht auf der Toilette, sondern in die
Hose, ins Bett, da sie keine Kontrolle
darüber hat
—s- unfter der Hand: s. unterderhand
yn|te«jab|tei|Hmg: die; - ; -en unterge¬
ordnete Abteilung
Unlterjarm: der; -(e)s; -e Teil des Ar¬
mes, der vom Handgelenk bis zum El¬
lenbogen reicht
Un|terjbe|k)ei)dung: die; - ; -en Klei¬
dung wie Unterwäsche, die unter der
normalen, sichtbaren Kleidung getra¬
gen wird, Ant.: Oberbekleidung
un|ter]be|lichjten: unterbelichtest; unter¬
belichtetest; hast unterbelichtet etw.
mit zu wenig Licht versehen
Un)ter|bi|lanz: die; - ; -en <Wirt.> Ab¬
rechnung, die ein Defizit, einen Ver¬
lust aufweist
un|terjbin|den: unterbindest; unterhan¬
delst; hast unterbunden 1 dafür sor¬
gen, daß etw., eine Handlung o. ä. (in
Zukunft) unterbleibt »Diese Unsitte
werde ich unterbinden.« 2 <Med.> eine
Leitbahn, ein Blutgefäß durch Ab¬
schnürung unterbrechen
Un)terjbin|dung: die: - , -en 1 Verhinde¬
rung von etw. Unerwünschtem 2
<Med.> Abschnürung einer leitenden
Körperbahn
un|ter|blaj|ben: unterbleibt; unterblieb;
ist unterblieben (zukünftig) nicht
(mehr) passieren, getan werden, statt¬
finden
yn(terjbo|den: der; -s; -böden 1 Boden¬
kunde! unter der obersten Schicht der
Erde befindliche, meist rostbraune,
eisenhaltige Schicht 2 Fußboden, der
sich unter einem Bodenbelag wie Tep¬
pichboden usw. befindet 3 die untere
Seite des Bodens eines Kraftfahr¬
zeugs »Der Unterboden ist durchgero¬
stet.«
Un|teiibo|dentschutz: der; -es; - ; schüt-
~ zende Schicht an der unteren Seite ei¬
nes Fahrzeugs
un|ter]bre|chen: unterbrichst; unterbra¬
chfeist; hast unterbrochen 1 a) jmdn.
für einige Zeit daran hindern, etw. zu
tun »Der Anruf unterbricht mich bei
meinem Mittagessen.« b) mit etw. für
eine Zeitdauer aufhören »Sie unter¬
brach ihre Lektüre.« 2 die Ebenmä¬
ßigkeit einer Gesamtfläche durchbre¬
chen »Die Wüstenlandschaft wird von
einer Oase unterbrochen« 3 eine be¬
stehende Verbindung od. einen Kon¬
takt für eine (kurze) Weile einstellen
»Aufgrund einer Störung wurde die
Sendung kurz unterbrochen.«
Unfterjbrejcher der; -s; - «ElektroO
Gerät, das einen Stromkreis in regel¬
mäßigen Abständen unterbricht
Un|ter]bre|chung: die; - ; -en kürzere
Pause; Innehalten während einer Tä¬
tigkeit
un|teijbrei|ten: breitest unter; breitetest
unter; hast untergebreitet [ugs.] etw.
(z. B. eine Decke) in seiner ganzen
Größe od. Breite unter jmdn. hinle¬
gen, ausbreiten
un|ter|brg||ten: unterbreitest; unterbrei¬
tetest; hast unterbreitet [geh.] etw. be¬
schreiben, erklären, darlegen u.
jmdm. zur Entscheidung, Bewertung
vorlegen
Un|tei]breijtung: die; - ; -en das Vorle¬
gen einer Sache zur Begutachtung od.
Entscheidung
un|teijbrin|gen: bringst unter; brachtest
unter; hast untergebracht 1 etw. ver¬
stauen »Ich habe alles im Schrank
untergebracht.« 2 [ugs.] für etw. einen
Interessenten finden »Er körnte seine
Kurzgeschichten bei einer Zeitschrift
unterbringen.« 3 a) [ugs.] jmdm. ir¬
gendwo eine Stelle, einen Posten be¬
schaffen »Er brachte seinen Freund in
dem Betrieb seines Vaters unter.« b)
eine Unterkunft vermitteln, zur Ver¬
fügung stellen
yn|ter]brin|gung: die; ~ ; -en 1 das Ver¬
schaffen einer Unterkunft 2 [ugs.] die
Beschaffenheit des Quartiers
un|ter|bü|geln: unterbügelst; unterbügel¬
test; hast untergebügelt [ugs.] jmds.
Selbständigkeit rücksichtslos unter¬
drücken
un|ter|der]hand —> un|ter der Hand:
Adv. heimlich; in einer unüblichen u.
inoffiziellen Weise
un|ter|des|sen: Adv. während eines be¬
stimmten Zeitabschnitts
yn|ter|druck: der; -fe)s; -drücke 1
<Med.> o. PI. unter dem Normalwert
liegender Blutdruck, Ant.: <1> Ober¬
druck 2 <Physik; Technik! Druck, der
niedriger ist als der normale Luft¬
druck
un|ter|drQcken (unfter|drük|ken —»>
un|ter|drü|cken): unterdrückst; unter¬
drücktest; hast unterdrückt 1 jmdn.
mit Druck, Gewalt zu einem Verhal¬
ten zwingen »Er unterdrückte seine
Familie.« 2 a) für sich behalten; sich
die Äußerung (eines Gefühls) versa¬
gen »Sie unterdrückte ein Lächeln.« b)
für sich behalten; das Bekanntwerden
einer Sache verhindern
Un[terjdrücker (Un|ter|drük|ker —>
Un(ter[drüjcker): der; -s; - [abwert.]
jmd., der andere od. einen anderen
mit Druck, Gewalt zu einem Verhal¬
ten zwingt
un[ter|drücke|risch {un|ter]dri)k|ke|-
risch —» un(ter|dry|cke|risch): Adj.
[abwert.] 1 jmdn. mit Druck, Gewalt
zu einem Verhalten zwingend 2 das
Bekanntwerden einer Sache verhin¬
dernd
yn)tei[druck|kam)mer. die; ~ ; -n Raum,
in dem die Möglichkeit besteht, den
Luftdruck herabzusetzen
Unfterjdrückung (Un|teijdrük)kung —>
Un|teijdrü|ckung): die; - ; -en a) das
Zwingen zu einem Verhalten mit
Druck, Gewalt b) das Gezwungen¬
werden zu einem Verhalten mit
Druck, Gewalt
un|ter|ein|an|der —*• unjter]ei|n|an|der.
Adv. 1 miteinander, jeder mit jedem
(in einer Gruppe) »Die Kinder.helfen
sich untereinander bei den Hausauf¬
gaben.« 2 in vertikaler Anordnung
un|ter|ent)wickelt (un)ter|ent|wik]kelt
~ —* un|ter|ent|wi|ckelt): Adj. a) Staa¬
ten; Landen gar nicht od. kaum indu¬
strialisiert »ln Afrika gibt es viele un¬
terentwickelte Staaten« b) nicht nor¬
mal entwickelt; verkümmert; zurück¬
geblieben
yn|teijent]wick|lung: die; - ; -en niedri¬
ger Entwicklungsstand
un|t6ijer|nährt: Adj. n. stg. nicht ausrei¬
chend mit Nahrung versorgt u. daher
zu dünn u. Mangelerscheinungen auf¬
weisend
yn|ter]erjnäh|rung: die; - ; - nicht aus¬
reichende Versorgung mit Nahrung
un|ter]fas|sen: faßt unter; faßtest unter;
hast untergefaßt —>alle Formen mit
ss<— 1 von unten her, z. B. jmdn.
unter den Arm fassen u. ihn dadurch
stützen 2 [ugs.] sich bei jmdm. einha¬
ken
un|teijfor[dem: unterforderst; unterfor¬
dertest; hast unterfordert eine Lei¬
stung o. ä. von jmdm. od. etw. verlan¬
gen, erwarten, die unter dessen Ver¬
mögen liegt, Ant.: überfordem
un|terjfüh|ren: unterfährt; unterfükrte;
hat mterfährt 1 eine längere Strecke
od. eine größere Fläche unterbauen 2
<Druckw.! statt der sich in mehreren
Zeilen untereinander an der gleichen
Stelle wiederholenden Zahlen u. Wör¬
ter Anführungszeichen setzen
yn(ter]gang: der; -fe)s; -gange a) Ver¬
sinken »der Untergang eines Schiffes«
b) Zusammenbruch, Zugrundegehen
von etw., was nicht wieder entsteht
Un|ter[ge]be|ne: der u. die; -n; -n (ein
Untergebener; eine Untergebene; zwei
Untergebene) Person, die beruflich
jmdm., jmds. Weisungsbefugnis un¬
terstelltist
un|te<jge|hen: geht unter; ging unter; ist
untergegangen a) versinken »Das
Schiff geht unter.« b) zugrunde gehen
»Das Kaiserreich ging unter.« c)
<Sonne! verschwinden »Die Sonne ist
untergegangen.« d) etw. Vorhandenes
wird nicht wahrgenommen, fällt nicht
auf, wird verdrängt »Das Babyge¬
schrei geht in dem Hundegebell unter.«
Syn.: <a> entstehen <o aufgehen
un|ter]gliajdern: untergliederst; unter¬
gliedertest; hast untergliedert etw. in
kleinere Teile, Einheiten, Gruppen
einteilen
Un|ter)gliejde|rung: die; ~ ; -en Eintei¬
lung in kleinere Gruppen, Abschnitte,
Einheiten
Un|ter]glie|dejrung: die; - ; -en kleinerer
Teil einer Einheit
1222
unterminieren
un|teiigra|ben: gräbst unter; grub(e)st
unter; hast untergegraben durch Gra¬
ben etw. mit Erde vermischen
un|ter[gra|ben: untergräbst; untergru-
b(e)st; hast untergraben etw. zielge¬
richtet allmählich zerstören »Du un¬
tergräbst meine A utorität.«
Un|ter|grund: der; -(e)s; -gründe 1 a)
Basis; Boden »Der Untergrund ist zu
sandig.« b) Basis; Hintergrund; Grun¬
dierung »Wir brauchen Zeitungen als
Untergrund für die Tapete.« 2 o. PI.
außerhalb der Legalität stehende
(Gruppe von) Menschen u. Aktivitä¬
ten »Nach der Unterschlagung tauchte
er in den Untergrund ab.«
un|ter|grün|dig: Adj. n. stg. a) unter der
Oberfläche versteckt b) unterirdisch
angelegt
Unjterjhatt: der; -(e)s; -1a) Geld u.
Sachleistungen, die den Lebensunter¬
halt einer Person, einer Familie o. ä.
sichern »Die Kinder tragen zum Un¬
terhalt der Familie bei.« b) Geldsum¬
me, die regelmäßig für den Lebensun¬
terhalt des getrennt lebenden od. ge¬
schiedenen Ehepartners, unehelichen
Kindes gezahlt werden muß 2 In¬
standhaltung u. Finanzierung von
Gebäuden, Anlagen, Einrichtungen,
Institutionen
un|terjhal|ten: hältst unter; hielt(e)st
unter; hast untergehalten [ugs.] etw.
unter etw. anderes halten
un|ter|hal|ten: unterhältst; unterhiel-
t(e)st; hast unterhalten 1 für den Le¬
bensunterhalt sorgen »Er muß seine
Frau und vier Kinder unterhalten.« 2
instand halten; betreiben, finanzieren
»Sie unterhält ein florierendes Ge¬
schäft.« 3 jmdn. beschäftigen; zu
jmds. Vergnügen beitragen 4 (Bezie¬
hungen, Kontakte, Verbindungen
o. ä.) aufrechterhalten
un|ter|hal|ten, sich: unterhältst dich; un¬
terhielt e)st dich; hast dich unterhal¬
ten miteinander reden, plaudern
un|ter|hatts|be|rech|tigt Adj. n. stg. be¬
fugt, Geld u. Sachleistungen für den
Lebensunterhalt zu erhalten
Un|ter|halts|kla|ge: die; -; -n <Rechtsw.>
Geltendmachen der Forderung auf
Gewährung von Geld u. Sachleistun¬
gen für den Lebensunterhalt
Un|ter|haKs|kos|ten —* (Jn|ter|haitsl-
ko|s|ten: die (PI.) finanzielle Auf¬
wendungen für den Lebensunterhalt
Un|t»r|hatts|2ah|lung: die; - ; -en Geld¬
summe, die regelmäßig für den Le¬
bensunterhalt des getrennt lebenden
od. geschiedenen Ehepartners, unehe¬
lichen Kindes gezahlt werden muß
Un|ter|hal|tung: die; - ; -en 1 Gespräch,
Gedankenaustausch, Plauderei 2 ver¬
gnüglicher, amüsanter Zeitvertreib 3
o. PI. Geld u. Sachleistungen, die den
Lebensunterhalt einer Person, einer
Familie o. ä. sichern 4 o. PI. Instand¬
haltung u. Finanzierung v. Gebäu¬
den, Anlagen, Einrichtungen, Institu¬
tionen 5 o. PI. das Aufrechterhalten,
Pflegen (von Beziehungen, Kontak¬
ten, Verbindungen o. ä.)
unfterjhanjdeln: unterhandelst; unter¬
handeltest; hast unterhandelt versu¬
chen, zwischen zwei Konfliktparteien
eine Einigung zu erzielen
Un|ter]händ|ler: der; -s; - weibl. Un|ter|-
h£ndfte|rin: die; ~ ; -nen Person, die
als Stellvertretern) etw. aushandelt
Un|tarfhand|lung: die; - ; -en Versuch,
zwischen zwei Konfliktparteien eine
Einigung zu erzielen
un|teijhe|ben: hebst unter; hob(e)st un¬
ter; hast untergehoben <Kochk.> eine
Zutat vorsichtig mit der bereits vor¬
handenen (Teig-)Masse vermengen
unjteijju|beln: jubelst unter; jubeltest un¬
ter; hast untergejubelt [ugs.] jmdm.
heimlich etw. zuschieben
un|ter|kel|lern: unterkellerst; unterkel¬
lertesT; hast unterkellert ein Haus o. ä.
mit einem Keller ausstatten
un|ter]kom|men: kommst unter; ka-
m(e)st unter; bist untergekommen 1 a)
eine Wohnung, Unterkunft, einen
Ort zum (vorrübergehenden Ver¬
bleib, Wohnen, zum Übernachten)
finden »Er kam bei Freunden unter.«
b) [ugs.] eine Anstellung, einen Ar¬
beitsplatz finden »Er konnte nach dem
Studium in der Firma seines Onkels
Unterkommen.« 2 [ugs.] Vorkommen;
passieren
un|toijkrie|chen: kriechst unter; kro-
ch(e)st unter; bist untergekrochen
[ugs.] einen Ort aufsuchen, wo man
Schutz, Zuflucht findet
un|teifkrie|gen: kriegst unter; kriegtest
unter; hast untergekriegt 1 [ugs.]
jmdn. mit etw. unterdrücken, seinen
Willen brechen u. den eigenen Willen
aufzwingen 2 sich nicht unterkriegen
lassen: nicht mutlos werden
un|teijküh|len: unterkühlt; unterkühlte;
hat unterkühlt 1 die Körpertempera¬
tur eines, Menschen unter den Nor¬
malwert (36,3° C) sinken lassen 2
<Technik> eine Flüssigkeit, ein Gas o.
ä. unter den Taupunkt abkühlen
un|ter]kühlt: Adj. unterkühlter; unter¬
kühlteste 1 eine Temperatur unter
Normalwert aufweisend 2 <übertr.>
gefühllos, unzugänglich (erschei¬
nend)
Un|teijkiJnft: die; - ; -künfte Wohnung,
Obdach, Raum zum Schlafen, Quar¬
tier
Un|teijla|ge: die; - ; -n 1 zum Schutz un¬
ter etw. gelegter Gegenstand »Nimm
die Isomatte als Unterlage!« 2 n. PI.
Schriftstücke; Niedergeschriebenes
Un|terjlaß —» Ün|ter|lass: der; -lasses; -
in der Wendung ohne Unterlaß —»
ohne Unterlass: [geh.] ohne Unter¬
brechung
unfterjlasfsen: unterläßt; unterließtes)t;
hast unterlassen —>alle Gegenwarts¬
formen mit ss-e— etw. nicht (mehr)
tun; aufhören, versäumen etw. zu tun
Un|ter|las|sung: die; - ; -en Versäumnis;
Beenden einer Handlung
unfter[lau|fen: unterläuft; unterlief; ist
unterlaufen 1 aus Versehen tun, ge¬
schehen »Mir ist ein Fehler unterlau¬
fen.« 2 [ugs.] widerfahren, begegnen,
antreffen »so ein unfreundlicher
Mensch ist mir im Leben noch nicht
unterlaufen.« 3 (mit Absicht) etw. in
der Wirkung od. Funktion behin¬
dern, zunichte machen »die Anord¬
nungen unterlaufen« 4 meist im Parti¬
zip nach einem Schlag, Stoß, Sturz
o. ä. blau-rot-violette Körperstelle
durch Blutansammlung unter der
Hautoberfläche
un|ter|le|gen: legst unter; legtest unter;
hast untergelegt (zum Schutz) etw. un¬
ter einen Gegenstand, jmdn. legen
»Sie legte eine Zeitung unter.«
un|ter|le|gen: unterlegst; unterlegtest:
hast unterlegt a) interpretieren; ausle¬
gen »Sie unterlegte seinem Verhalten
(böse) Absichten.« b) synchronisie¬
ren; nachträglich (mit einem Ton) er¬
gänzen
un|teijle|gen: Adj. jmdm. geistig u./od.
körperlich nicht gewachsen, sondern
schwächer sein »Sie war ihm unterle¬
gen.«
Un|ter|leib: der; -(e)s; -er (PI. s.) a) un¬
terer Teil des Bauches b) innere Ge¬
schlechtsorgane einer Frau
Un(ter)lid; das; -(e)s;-er über dem Auge
befindliche, beim Öffnen u. Schließen
des Auges von unten bewegliche
Haut
un|terjlig|gen: unterliegst; unterla¬
gt e)st; bistjhast unterlegen 1 bist ver¬
lieren; besiegt werden »Er unterlag
erst in der Finalrunde.« 2 hast abhän¬
gig sein von »Diese Frage hat dem
Zeitgeist unterlegen.«
Un|ter)lip|po: die; -; -n den unteren Teil
des Mundes bildender, vor den Zäh¬
nen des Unterkiefers befindlicher
dünner Fleischlappen, den eine
dünne, (rot) durchscheinende Haut¬
schicht zur Oberlippe hin umschließt
un|teijma|len: untermalst; untermaltest;
hast untermalt 1 etw. (mit Musik) be¬
gleiten; etw. durch ein begleitendes
Geräusch wirkungsvoller machen 2
«bildende Kunst> den Malgrund eines
Bildes mit der ersten Farbschicht ver¬
sehen
Un|teijmaß: das; -es; -e unter der Norm
liegendes Maß
unlterimaulem: untermauerst; unter¬
mauertest; hast untermauert 1 mit sta¬
bilen (Grund-)Mauem ein Gebäude
stützen, festigen, sichern 2 eine Aus¬
sage, Behauptung mit guten, überzeu¬
genden Argumenten, Ergebnissen si¬
chern, bekräftigen, stützen
Un|teijmensch: der; -en; -en 1 [abwert.]
gewalttätige, rohe Person 2 abwerten¬
de, diskriminierende Bezeichnung der
Nationalsozialisten für alle Personen,
die nicht der sogenannten 'nordi¬
schen, arischen’ Rasse angehörten u.
daher als minderwertig u. nicht le¬
benswert angesehen wurden (beson¬
ders luden, Sinti u. Roma)
Un|terjmie|te: die; - ; -n a) das Mieten
eines Raumes o. ä. vom Mieter, nicht
vom Eigentümer b) das Weiterver¬
mieten eines Raumes in einer Woh¬
nung, in der man selbst Mieter ist
Un|tarjmie|ter. der; -s; - weibl. Unjterj-
miejte|rin: die; - ; -nen Person, die ei¬
nen Raum, Räume in einer Wohnung
vom Mieter (nicht vom Eigentümer)
mietet »Er hat ein Zimmer an eine Un¬
termieterin vergeben.«
un|teijmi|nig|ren: unterminierst; unter¬
miniertest; hast unterminiert 1 unter¬
graben; allmählich etw. zerstören;
eine negative Wirkung herbeiführen 2
(Milit.i Sprengstoffkörper legen
1223
untermischen
un|ter|mUschen: mischst unter; misch¬
test unter; hast untergemischt etw. mit
etw. anderem vermengen
Un|ter|neh|men: das; -s; - 1 Tat; Plan;
Vorhaben »Das war ein schwieriges
Unternehmen.« 2 Betrieb; Firma
un|ter|neh|men: nimmst unter; nah-
m(e)st unter; hast untergenommen a)
unter dem Arm tragen b) jmdm. unter
den Armen Halt, Stütze bieten
un|ter|neh|men: unternimmst; unternah-
m(e)st; hast unternommen 1 etw. tun,
um sich zu unterhalten »Was unter¬
nehmen wir heute?« 2 etw. für od. ge¬
gen jmdn., etw, tun; (Gegen-)Maß-
nahmen ergreifen
un|ter{neh|mend: Adj. aktiv; tatkräftig
Un|teijneh|mer: der; -s; - weibl. Un(ter[-
neh|me|rin: die; ~ ; -nen Besitzerin)
eines Betriebes, einer Firma o. ä.
Un|ter|neh|mer(frei|heit die; - ; - Mög¬
lichkeit für einen Unternehmer, Ent¬
scheidungen usw. selbständig zu tref¬
fen
Un|terjneh|mung: die; - ; -en 1 Aktion;
Handlung »eine aussichtslose Unter¬
nehmung ♦ eine Unternehmung für den
Abend organisieren« 2 [selten] Betrieb;
Firma
yn|ter|ord|nen: ordnest unter; ordnetest
unter; hats: untergeordnet 1 etw. zu-
rücksteü°n u. als weniger wichtig be-
har. ,-i /Er ordnete die Familie seiner
v •• un'- .« 2 in ein bestehendes Sy¬
stem r .n 3 jmdm. untergeordnet
seir. jmds. Verfügungsgewalt unter¬
stellt sein
unter|ord|nen, sich: ordnest dich unter;
ordnetest dich unter; hast dich unterge¬
ordnet die eigenen Bedürfnisse, Wün¬
sche zurücksteilen u. den Befehlen,
Anordnungen anderer Personen, den
Notwendigkeiten folgen »Er ordnete
sich seiner Frau unter.«
Un|ter|ord|nung: die; - ; -en 1 Zurück¬
stellung eigener Bedürfnisse usw. zu¬
gunsten von jmd. anderem od. auf¬
grund von Notwendigkeiten 2 Befol¬
gung von Anweisungen einer die Ver¬
fügungsgewalt innehaltenden Person
3 <Bio.> Kategorie innerhalb einer be¬
stimmten Ordnung 4 <Sprachwiss.>
Unterordnung von Sätzen u. Satzglie¬
dern
Un|ter|pfand: das; -(e)s; -pfänder a)
(symbolischer(s)) Beweis, Zeichen für
etw. b) etw., was als Sicherheit dafür
gegeben wird, daß eine Schuld einge¬
löst werden wird
un|ter|pri|vi|le|giert: Adj. mterprivili-
gierter; unterpriviligierteste benach¬
teiligt hinsichtlich bestimmter sozia¬
ler u. wirtschaftlicher Rechte
Un|ter|pri|vi|le|gier|te: der u. die; -n; -n
?mit unbestimmtem Art.: ein Unterpri¬
vilegierter; eine Unterprivilegierte;
zwei Unterprivilegierte) Person, die
aufgrund ihrer sozialen Stellung we¬
niger Rechte hat, wahrnehmen kann,
hinsichtlich bestimmter sozialer u.
wirtschaftlicher Rechte benachteiligt
ist »Viele Unterprivilegierte entwic¬
keln Haßgefühle auf Bessergestellte.«
Unjterjpunkt: der; -(e)s; -e 1 Punkt, der
unter einen Buchstaben gesetzt ist 2
innerhalb einer Gliederung unter ei¬
nen Hauptaspekt gefaßte (geistige)
Einheit »Meine Ausführungen zu dem
Thema Umweltschutz möchte ich in
vier Hauptpunkte mit jeweils zwei Un¬
terpunkten gliedern.«
un|ter|re|den, sich: unterreden sich; un¬
terredeten sich; haben sich unterredet
[geh.] mit einer Person ein Gespräch
führen »In der Sitzungspause unterre¬
deten sich Anwalt u. Klient.«
tjn|terjricht: der; -(e)s; -e (PI. s.) a) ge¬
zielte Wissensvermittlung von einer
Person an (eine) andere »Er bekommt
von mir Unterricht in Geschichte.« b)
Unterricht erteilen: unterrichten (1);
lehren
un|ter|rich|ten: unterrichtest; unterrich¬
tetest; hast unterrichtet 1 Wissen ge¬
zielt vermitteln »Sie unterrichtet in
den Fächern Deutsch u. Geschichte.« 2
über etw. informieren
yn|ter|richts|stun|de: die; -; -n einzelne
zeitliche Einheit (meist 45 bis maxi¬
mal 60 Minuten), in der Lehrinhalte
vermittelt werden
Un[ter]rich|tung: die; -; -en Benachrich¬
tigung; das Informieren
Un|ter|rock: der; -(e)s; -rocke 1 Rock
(meist aus dünnem, glattem, rutschi¬
gem Material), der unter einem Kleid
od. Rock getragen wird 2 jedem Un¬
terrock hinterherrennen: [ugs.] jeder
Frau nachstellen
un|ter|rüh|ren: rührst unter; rührtest un¬
ter; hast untergerührt etw. mit etw.
vermengen »Zucker unter den Teig
rühren«
un|ter|sa|gen: untersagst; untersagtest;
hast untersagt strikt verbieten
Un|ter[sa|gung: die; - ; -en striktes Ver¬
bot
Un|teijsatz: der; -es; Untersätze 1 schüt¬
zende Unterlage, Stütze, auf der etw.
abgestellt wird 2 fahrbarer Untersatz:
[scherzh.] Auto
un|ter|schät|zen: unterschätzt; unter¬
schätztest; hast unterschätzt jmds. Fä¬
higkeiten, die Bedeutung o. ä. von
etw. zu gering bewerten, für geringer
halten als sie sind, Ant.: überschätzen
Untter[schät|zung: die; ~; -en zu geringe
Bewertung, Schätzung jmds. Fähig¬
keiten
unfterjscheidjban Adj. so geartet, daß
es unterschieden werden kann
un|ter|schej|den: unterscheidest; unter¬
schied? e)st; hast unterschieden tren¬
nen zwischen zwei (od. mehr) Dingen;
Unterschiede, verschiedene Merk¬
male o. ä. feststellen »Man muß diese
Dinge sorgfältig unterscheiden.«
unlteijschejlden, sich: unterscheidest
dich; unterschied(e)st dich; hast dich
unterschieden Merkmale nicht ge¬
meinsam haben; von etw. od. jmdm.
abweichen, verschieden sein »Ihr un¬
terscheidet euch sehr voneinander.«
Un[ter|schej[dung: die; - ; -en Feststel¬
lung verschiedener Merkmale
Un|terjschicht: die; - ; -er 1 untere so¬
ziale Schicht innerhalb eines Gesell¬
schaftssystems 2 untere Schicht von
etw., was in mehreren Schichten zu¬
sammengefügt ist »Die Unterschicht
des Kuchens besteht aus Mürbeteig.«
un|ter|schie|ben: schiebst unter; schobst
unter; hast untergeschoben unter etw./
jmdn. schieben »Schieb den Holzkeil
unter den Schrank!«
un|ter|schje|ben: unterschiebst; unter-
schob(e)st; hast unterschoben jmdm.
etw. Negatives, Verleumderisches un¬
terstellen, zuschreiben; bewußt mit
etw. dafür sorgen, daß eine Person ne¬
gativ dargestellt wird »Diese Beleidi¬
gung unterschiebt man mir.«
Un|terjschied: der; -(e)s; -e 1 a) Diffe¬
renz, Ungleichheit zwischen zwei od.
mehr Dingen od. Lebewesen b) ein
Merkmal, eine Eigenschaft o. ä., das/
die Dinge, Personen voneinander un¬
terscheidet »Der Unterschied zwischen
den Schränken liegt in der Holzfarbe.«
2 Nichtgleichbehandlung; Ansetzung
verschiedener Beurteilungsmaßstäbe
o. ä. 3 ein Unterschied wie Tag u.
Nacht: ein(e) enorme(r), völlige(r)
Ungleichheit, Unterschied (1) 4 der
kleine Unterschied: [scherzh.] der Pe¬
nis des Mannes
un|teijschied|lich: Adj. nicht mit densel¬
ben Merkmalen versehen »Die unter¬
schiedliche Behandlung war unge¬
recht.« Syn.: verschieden
Un|ter(schlag: der; -?e)s; -schlage 1 sit¬
zende Haltung, bei der die Beine un¬
tergeschlagen sind, wobei die Unter¬
schenkel überkreuzt positioniert sind
2 <Druckw.> schrift-, zeichenloser Teil
am unteren Rand einer Seite
un|ter|schla|gen: schlägst unter; schlu¬
gte)st unter; hast untergeschlagen
Beine od. Arme ineinander, miteinan¬
der verschränken, kreuzen
un|teijschlajgen: unterschlägst; unter¬
schlug?^ )st; hast unterschlagen a) sich
etw. widerrechtlich zu eigen machen,
was man verwaltet »Sie hat 100,000
DM unterschlagen.« b) Informationen
o. ä. zurückhalten, verheimlichen
Un[ter|schla]gung: die; - ; -en a) wider¬
rechtliche Aneignung von etw., was
man verwaltet b) Zurückhaltung,
Verheimlichung von Informationen
o.ä.
Un[ter[schlupf: der; -?e)s; -e -schlüpfe
(PI. s.) Ort, an dem man Schutz sucht
»einen Unterschlupf vor dem Gewitter
suchen ♦ Der Dieb fand bei ihr Unter¬
schlupf.«
un|ter|schlüpjfen: schlüpfst unter;
schlüpftest unter; bist untergeschlüpft
Schutz finden, bei etw. od. jmdm. su¬
chen
un|ter|schrei|ben: unterschreibst; unter-
schrieb(e)st; hast unterschrieben 1
etw. mit seiner Unterschrift, seinem
Namenszug versehen (um etw. zu
bestätigen) »Ich unterschrieb den Ver¬
trag.« 2 etw. unterschreiben können:
[ugs.] vollkommen hinter etw. stehen,
es befürworten
un|ter|schrei|ten: unterschreitet; unter¬
schritt; hat unterschritten unterhalb
eine Maßes bleiben; etw. nicht in vol¬
ler Höhe, Ausdehnung beanspru¬
chen, belasten
Un(ter|schrei|tung: die; - ; -en Nicht-
ausschöpfung einer gestellten
(Höchst-)Vorgabe »Die Unterschrei-
tung der Redezeit betrug 15 Minuten.«
Un|ter|schrifL' die; - ; -en a) Namens¬
zug; Unterzeichnung mit dem Namen
unter einem Schriftstück, Dokument
»Seine Unterschrift war unleserlich.«
b) eine Unterschrift leisten: [amts-
spr.] ein Dokument o. ä: unterzeich-
1224
unterwerfen
nen c) seine Unterschrift für etw.
geben: etw. schriftlich zustimmen
un|ter|schrifte|reif: Adj. n. stg. derartig
vorbereitet, daß nur noch die Na¬
menszüge der verschiedenen Parteien
unter ein Schriftstück gesetzt werden
müssen, damit es Gültigkeit erhält
un|teijschwel|lig: Adj. nicht bewußt; im
Hintergrund; indirekt »Diese unter¬
schwelligen Andeutungen ertrage ich
nicht mehr.«
un|ter|set|zen: setzt unter; setztest un¬
ter; hast untergesetzt etw. unter etw.
anderes fügen
un|tetjset|zen: untersetzt; untersetztest;
hast untersetzt mischen; vermengen
Un|ter|set|zer: der; -s; - Gegenstand,
Filzstück, Platte o. ä., auf den/das/die
zum Schutz (des Tisches o. ä.) etw. ge¬
stellt wird »Stell dein Glas auf den Un¬
tersetzer!«
un|teijsetzt: Adj. untersetzter; unter¬
setzteste <Körperbau> von der Figur
her klein u. kompakt; dicklich; stäm¬
mig »ein untersetzter Mann«
Un|terjspü|lung: die; -; -en Aushöhlung
(einer Erdschicht durch Wasser)
Un|ter]stand: der; -(e)s; -stände a) meist
unterhalb od. zumindest halb unter
der Erdoberfläche gelegener, schutz¬
bietender Raum (gegen Bombenan¬
griffe o. ä.); Schutzkeller b) Fläche,
die mit einem schutzbietenden Dach
versehen ist
un|ter|ste —» un|ters|te: Adj. (Superla¬
tiv von unter’) 1 in einer vertikalen,
nach oben verlaufenden Reihe das
ganz unten befindliche Glied 2 das
Unterste zuoberst kehren: mit gro¬
ßer Gründlichkeit nach etw. suchen
un|ter1ste|hen: stehst unter; stand(e) st
unter; hastjbist untergestanden unter
etw. stehen, um geschützt zu sein
un|teijste|hen: unterstehst; unterstan-
d(e)st; hast unterstanden jmdm., des¬
sen Machtbefugnissen untergeordnet
sein »Er untersteht niemandem.«
un|tor|stefhen, sich: unterstehst dick;
unterstand(e)st dich; hast dich unter¬
standen «meist eine Aufforderung,
etw. nicht (mehr) zu tun» sich erlau¬
ben, herausnehmen »Untersteh dich,
das noch einmal zu tun!«
un|ter|stel|len: stellst unter; stelltest un¬
ter; hast untergestellt 1 etw. unter etw.
anderes tun, stellen 2 zum Schutz ab¬
stellen; zur Aufbewahrung abgeben
un|terjstel|ten, sich: stellst dich unter;
stelltest dich unter; hast dich unterge¬
stellt sich zum Schutze unter etw. be¬
geben
un|teijstel|len: unterstellst; unterstell¬
test; hast unterstellt 1 a) eine Person
fälschlich anschuldigen »Du kannst
mir keine Absicht unterstellen.« b) als
Hypothese annehmen »Unterstellen
wir einmal, daß ...« 2 als untergeord¬
net zuweisen »Diese fünf Mitarbeiter
sind mir unterstellt worden.«
Unjter|stel|lung: die; - ; -en 1 fälschliche
Anschuldigung »Das ist eine Unter¬
stellung!« 2 Zuordnung als Unterge¬
bener
un|ter|strei|chen: unterstreichst; unter¬
strichle) st; hast unterstrichen a) um
etw. zu betonen, hervorzuheben, ei¬
nen Strich unter etw. (ein Wort, einen
Satz) setzen »die wichtigen Textstellen
unterstreichen« b) «übertr.» beim Spre¬
chen durch Hebung, Senkung der
Stimme hervorheben, betonen
Un|ter|strej|chung; die; - ; -en a) das
Setzen eines Striches unter etw. Ge¬
schriebenes, um es zu betonen, her¬
vorzuheben b) Hebung, Senkung der
Stimme, um etw. Gesprochenes zu be¬
tonen
Un|ter|strö|mung: die; - ; -en Wasserbe¬
wegung unterhalb der Oberfläche
yn|ter|stüt|zen: stützt unter; stütztest
unter; hast untergestützt etw. unter
etw. od. jmdn. bringen, um diesem
Halt zu geben
un|ter|stüt|zen: unterstützt; unterstütz¬
test; hast unterstützt jmdm. finanziell
od. psychisch helfen, ihn fördern, ihm
beistehen »Er unterstützt sie in ihrem
Vorhaben.«
Un|ter|stül(zung: die; - ; -en Hilfe; För¬
derung »Ich benötige Unterstützung
beim Renovieren der Wohnung. ♦ Ich
benötige eine finanzielle Unterstüt¬
zung.«
un|ter]su|chen: untersuchst; untersuch¬
test; hast untersucht 1 a) etw. genau
betrachten u. analysieren, um Er¬
kenntnisse zu gewinnen b) <Med.» eine
Krankheit, nicht normalen körperli¬
chen Zustand auf eine Ursache rück¬
zuführen versuchen; den Gesund¬
heitszustand eines Patienten prüfen 2
etw. prüfen, einer Kontrolle unter¬
werfen
Unjterjsujchung: die; - ; -en 1 a) genaue
Betrachtung, Analyse zur Erkennt¬
nisgewinnung b) «Med.» Prüfung des
Gesundheitszustandes einer Person;
Maßnahme, Analyse, um die Ursache
eines körperlichen Leidens zu ermit¬
teln 2 Kontrolle; Prüfung
Un|ter|su|chungsjge|fan|ge|ne: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Untersuchungsgefangener; eine
Untersuchungsgefangene; zwei Unter¬
suchungsgefangene) Person, die we¬
gen des Verdachts auf ein Verbrechen
in Haft genommen wurde, gegen die
ermittelt u. die (von einem Untersu¬
chungsrichter) vernommen wird
Unfteijsu|chungs|ge|fäng|nis: das; -ses;
-se Haftanstalt für Personen, die we¬
gen des Verdachts auf ein Verbrechen
in Haft genommen wurden u. gegen
die ermittelt wird
Un|ter]ta|ge|bau: der; - ; - Bergwerk, in
dem Bodenschätze (z. B. (Stein-)Koh-
le) unter der Erde abgebaut werden
un|terftags: Adv. während des Tages
Un|teijtan: der; -s u. -en; -en weibl. Unj-
terjta|nin: die; ~ ; -nen Bürgerin) ei¬
nes Staates mit autoritärem, monar¬
chischem Regime »Der Monarch un¬
terdrückte seine Untertanen.«
Un|teijtas|se: die; - ; -n 1 kleiner, als
Untersatz dienender, zu einer Tas¬
se gehörender Teller 2 fliegende
Untertasse: «Science-fiction-Litera¬
tur, -Film» unbekanntes Flugobjekt
in Form einer rundlichen, flachen
Scheibe, deren technische Entwick¬
lung einer außerirdischen intelligen¬
ten Macht zugeschrieben wird
un|ter|tau|chen: auchentauc/uf unter;
tauchtest unter; hastjbist
untergetaucht 1 a) bist mit dem gan¬
zen Körper od. einem Körperteil un¬
ter Wasser gehen »in der Badewanne
untertauchen« b) hast etw. od. jmdn.
unter die Wasseroberfläche bringen
»Ich habe ihn untergetaucht.« 2 bist a)
in einer (Menschen-)
Menge verschwinden »Sie ist im Fei¬
erabendgewühl untergetaucht.« b)
nach einem begangenen Verbrechen
(absichtlich) den Ort wechseln, um
der polizeilichen Ergreifung zu entge¬
hen
unheritaulchen: auchenuntertauchst;
untertauchtest; hast untertaucht sich
mit dem Körper vollkommen unter
der Wasseroberfläche unter etw. be¬
geben »Der Schwimmer untertauchte
die große Welle.«
Un|ter|teil: das u. der; -(e)s; -e unterer
Teil von etw. Zusammengehörendem
un|teijtei|len: unterteilst; unterteiltest;
hast unterteilt in Teile gliedern »Sie
unterteilte die Arbeit in drei Schritte.«
un|teijtrej|ben: untertreibst; uhtertrie-
b(e)st; hast mtertrieben etw. weniger
groß, weniger bedeutend, weniger
wichtig darstellen, als es tatsächlich
ist, Ant.: übertreiben
Un|ter|trei]bung: die; ~ ; -en Darstellung
von etw. als weniger bedeutend, als es
tatsächlich ist
Unfterjtun|ne|lung: die; - ; -en a) Bau ei¬
nes Tunnels (unter etw. hindurch) b)
Vorhandensein eines Tunnels
un|teijvertmie|ten: vermietest unter; ver¬
mietetest unter; hast untervermietet ei¬
nen Raum, einen Teil der (eigenen)
Wohnung, des Hauses an jmdn. ver¬
mieten
Un|terjver|si|che|ning: die; - ; -en im
Schadensfälle nicht ausreichende
Versicherungsumme
Un|teijver|sor|gung: die; - ; -en Versor¬
gung in nicht ausreichendem Maße
un|terjwan|dern: unterwanderst; unter¬
wandertest; hast unterwandert jmdn.,
etw. allmählich manipulieren, von in¬
nen heraus beeinflussen
un|ter|wärts: Adv. (in Richtung) nach
unten hin
Un|teijwä|sche: die; - ; - Bezeichnung
für direkt auf der Haut unter anderen
Kleidungsstücken getragene Hosen,
Hemden, BHs usw.
Un|teijwas|ser: das; -s; - Grundwasser
unjteijwegs: Adv. 1 auf der Reise, auf
dem Weg zu einem anderen Ort »Sie
ist mir unterwegs begegnet.« 2 bei
jmdm. ist etw. unterwegs: [ugs.] eine
Frau ist schwanger; ein Mann wird
Vater
un|tertwei|len: Adv. [geh.] 1 manchmal 2
in der Zwischenzeit
un|ter|wei|sen: unterweist; unter-
wie(se)st; hast unterwiesen [geh.] un¬
terrichten; Fähigkeiten vermitteln
»jmdn. in Physik unterweisen«
Uniter|welt: die; - ; -1 Gruppe, Teil der
Gesellschaft, die/der ungesetzliche
Handlungen vollbringt; Verbrecher¬
kreise »Er gehörte der Unterwelt an.«
2 «Mythologie» T otenreich
un|ter[werffen: unterwirfst; unter¬
warf(e)st; hast unterworfen 1 gewalt¬
sam unter seinen Willen, seine Herr¬
schaft zwingen »ein Volk unterwer¬
fen« 2 einer Sache, jmdm. unterwor¬
fen sein: von etw. od. jmdm. abhän¬
gen
1225
unterwerfen
unterjwertfen, sich: unterwirfst dich; un¬
terwarf (e)st dich; hast dich unterwor¬
fen sich unter jmds. Herrschaft stellen
»sich dem König unterwerfen«
Un(ter(wefjfung: die; - ; -en 1 Zwingung
unter seinen Willen, seine Herrschaft
2 das Sichfügen unter jmds. Macht
unjterfwerftig: Adj. nicht dem üblichen,
nicht dem normalen Wert entspre¬
chen
un|terjwürffig/un[ter[würtfig: Adj. [ab¬
wert.] untertänig; devot; würdelos
versuchend, die Gunst jmds. zu erwir¬
ken »unterwürfiges Benehmen«
un|ter|zeich|nen: unterzeichnest; unter¬
zeichnetest; hast unterzeichnet seinen
Namen auf ein Schriftstück setzen
»Sie Unterzeichnete den Vertrag.«
Syn.: unterschreiben; abzeichnen
Un|teijzeich|nen der; -s; - Person, die
etw. mit dem Schreiben ihres Na¬
menszuges genehmigt, bestätigt
un|ter|zie|hen: ziehst unter; zogfe)st un¬
ter; hast untergezogen 1 <Kochk.> un¬
terheben; vorsichtig unter andere Zu¬
taten mischen »den Eischnee unter¬
ziehen« 2 <Kleidung> unter anderen
Kleidungsstücken anziehen
un|ter|zie|hen: unterziehst; unter-
zog(e)st; hast unterzogen etw. gründ¬
lich tun »Bevor wir den Gebrauchtwa-
wagen kauften, wurde er einer genauen
Prüfung unterzogen.«
un|ter|zie|hen, sich: unterziehst dich;
unterzog(e)st dich; hast dich unterzo¬
gen etw. Unangenehmes über sich er¬
gehen lassen; etw. Mühevolles tun
unjtief: Adj. n. stg. seicht; flach; von ge¬
ringer Tiefe »untiefes Gewässer« Ant:
tief
Un|tie|fe: die; - ; -n 1 flache, nicht tiefe
Stelle eines Gewässers 2 äußerst gro¬
ße Tiefe eines Gewässers »Die Untie¬
fen vor der Küste mußte man gut ken¬
nen.«
Un|tieR das; - (e )s; ~e a) wildes, furchter¬
zeugendes Tier b) <übertr.> brutaler
Mensch ,
Unjto|te: der u. die; -n; - (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Untoter; eine Un¬
tote; zwei Untote) (nicht in der Wirk¬
lichkeit existierende, sondern nur vor¬
gestellte, in Märchen, Gruselge¬
schichten vorkommende) lebende
Tote; Zombie; V ampir '
untr.: Abk. 1 untragbar 2 untrennbar 3
untrüglich
unjtröst|lich/un|trö8t|lich: Adj. verzwei¬
felt; von tiefer Trauer, Betrübtheit er¬
füllt
un|trüg|lich/un|trgg|lich: Adj. sicher;
nicht zu bezweifeln; nicht zu bestrei¬
ten; zweifelsfrei
un|tüch|tig: Adj. a) nicht fleißig; faul b)
nur sehr geringe od. keine Fähigkeit
(auf einem Gebiet) besitzend, Ant.:
<a; b> tüchtig
Un|tii|gend: die; - ; -en schlechte Ange¬
wohnheit; Laster
un|ty|pisch: Adj. nicht charakteristisch
für etw. od. jmdn. »untypisches Ver¬
halten« Ant.: typisch
UNU: Abk. <engb United Nations Uni-
versity = Universität der Vereinten
Nationen (für die Ausbildung von
Wissenschaftlern aus den Entwick¬
lungsländern mit Sitz in Tokio, Ja¬
pan)
un|über|treff|lich/un|überftreff)lich —»
unjüjberjtreff)lich: Adj. nicht mehr
besser od. schlechter zu machen; in
der Qualität nicht erreichbar »Er
kochte eine unübertreffliche Fischsup¬
pe.«
un|iiber)trof|fenAin|übeijtrpf|fen —>
un|ü|berftrofjfen: Adj. (noch) von nie¬
mandem erreicht, nicht überboten
un|iibeijwind|lich/un|übeijwind|lich
—» un|ü|ber|wind|lich: Adj. nicht zu
überwinden
unjum|gäng|lich/un|um|gäng|lich: Adj.
nicht (länger) vermeidbar, sondern
absolut notwendig »eine unumgängli¬
che Auseinandersetzung«
Un|um|gäng|lich|keit/Un|um|gäng|lich|-
keit: die; •; - absolute Notwendigkeit
un|um|schränkt/un(um|schränkt: Adj.
unumschränkter; unumschränkteste
nicht beschränkt; nicht einge¬
schränkt; allumfassend; absolut
un|um|stöß|lich/un|um|stö6|lich: Adj.
endgültig u. nicht rückgängig zu ma¬
chen; nicht aufzuheben; nicht (mehr)
veränderbar
Un|um|stöB|lich|keit/Un|um|stöB|lich|-
keit: die; - ; - Endgültigkeit; absolute
Entschiedenheit
unv.: Abk. 1 unverändert 2 unverbind¬
lich 3 unvollständig
un|ver[ant|wort|lich/un|ver|ant|wort]-
lich: Adj. nicht zä verantworten, zu
vertreten; leichtsinnig »eine unverant¬
wortliche Handlung«
unverb.: Abk. unverbindlich
un|verjbind|lich/un|veijbind|lich: Adj. 1
nicht bindend; ohne Gewähr; keine
Verpflichtung eingehend; keine Ga¬
rantie übernehmend 2 <Verhalten> zu¬
rückhaltend; nicht sehr freundlich,
sondern kurz angebunden, Ant.: <1; 2>
verbindlich 3 unverbindliche Preis¬
empfehlung: vom Hersteller vorge¬
schlagener Verkaufspreis, der vom
Verkäufer jedoch nicht bindend,
nicht verpflichtend übernommen
werden muß
un|ver|blümt/un[ver|blümt: Adj. unver¬
blümter; unverblümteste ohne Um¬
schweife; ganz direkt u. ohne den Ver¬
such, etw. rücksichtsvoll zu umschrei¬
ben; direkt »eine unverblümte Äuße¬
rung«
un|verjdros|sen/un|ver|dros|sen: Adj.
emsig; unermüdlich; beharrlich »un¬
verdrossener Arbeitseifer«
un|ver[dünnt: Adj. n. stg. nicht mit Was¬
ser o. ä. vermischt, Ant.: verdünnt
un|ver|fro|ren/un|ver|frg|ren: Adj. frech;
dreist; ohne Skrupel »ein unverfrore¬
nes Grinsen«
yn|ver|fro|ren|heit/Un|ver|frg|ren|heit:
die; -; -en Frechheit; Dreistigkeit
un|ver|gäng|lich/un|veijgäng|lich: Adj.
dauerhaft; ewig, Ant.: vergänglich
yn|ver|gäng|Kch|ke(t/Un|ver|gdng|lich|-
keit: die; - ; - Dauerhaftigkeit, Ant.:
Vergänglichkeit
un|veijges|sen: Adj. noch immer im Ge¬
dächtnis (vieler Personen) vorhan¬
den, abrufbar »Dem unvergessenen
Sportler wurde eine Fernsehserie ge¬
widmet.«
un|ver|geß|lich/un|veijgeB|lich —> un|-
ver|gess|lich: Adj. nicht aus dem Ge¬
dächtnis zu tilgen; immer in der Erin¬
nerung verbleibend »Es war ein unver¬
geßlicher Abend.«
unlver|gleich|bar/un|veijgleich|bar:
Adj. (aufgrund von Verschiedenheit)
nicht zu verwechseln; nicht miteinan¬
der zu vergleichen, Ant.: vergleichbar
un|ver|gleich|lich: Adj. 1 so gut, daß
etw., jmd. nur schwer konkurrieren,
gleichziehen kann »Er war ein unver¬
gleichlicher Komiker.« 2 (aufgrund
von Verschiedenheit) nicht zu ver¬
wechseln, nicht miteinander zu ver¬
gleichen 3 <verst.> in überaus hohem
Maße
un|veijhätt|nis|mä|ßig/un|verfhätt|nis|-
mä|Big: Adv. übermäßig; allzusehr; zu
sehr »unverhältnismäßig hohe Ausga¬
ben« Ant: verhältnismäßig
un|ver]hofft/un|ver|hofft; Adj. unver¬
hoffter; unverhoffteste a) ohne, daß
man es erwartet hat; plötzlich (meist
positiv) eintreffend, erfolgend »ein
unverhoffter Geldsegen« b) unverhofft
kommt oft: etw. geschieht, viele Din¬
ge geschehen oft unerwartet
yn|verjkäuf|llch|keit/Un|ver|käuf|lich|-
keib die/ - ; - Eigenschaft, nicht käuf¬
lich zu erwerben zu sein, Ant: Ver¬
käuflichkeit
un|veijkenn|bar/un|verjkenn|bar; Adj.
nicht zu verwechseln »Man konnte un¬
verkennbare Ähnlichkeiten mit ihrem
Bruderfeststellen.«
un|ver|letz|lich/un|verjletz|lich: Adj. so
geartet, daß es nicht übertreten, nicht
mißachtet werden darf
un|ver|mit]telt: Adj. plötzlich, ohne er¬
kennbaren Zusammenhang u. daher
scheinbar grundlos auftretend »Sie
sprang unvermittelt auf.«
Un|veijmö|gen: das; -s; - Mangel od.
völliges Fehlen von Wissen, Bega¬
bung od. Talent
Un|veijnunft: die; - ; Mangel an Beson¬
nenheit, Bedachtheit; Torheit;
Dummheit, Ant.: Vernünftigkeit
un|ver|richjtet: in den Wendungen a) un-
verrichteterdinge/unverrichteter
Dinge: ohne Erfolg, ohne etw. (das
gesetzte Ziel) erreicht zu haben b) un-
verrichtetersache/unverrichteter
Sache: ohne Erfolg, ohne etw. (das
gesetzte Ziel) erreicht zu haben
un|ver|schämt: Adj. unverschämter; un¬
verschämteste 1 frech; nicht den übli¬
chen gesellschaftlichen Umgangsfor¬
men entsprechend »unverschämte
Worte« 2 ajeine übliche Grenze über¬
schreitend »unverschämtes Pech« b)
<verst.> sehr; in hohem Maße »unver¬
schämt gesund aussehen« 3 Wer unver¬
schämt ist, kommt am weitesten: a)
wer frech, unbescheiden, unver¬
schämt ist, erreicht häufig am meisten
b) häufig auch als Bemerkung ge¬
braucht, wenn man jmdn. unver¬
schämt findet
Un|ver(schämt|heit: die; - ; -en Frech¬
heit; Respektlosigkeit
un|veijse|hens/un|ver|se]hens: Adv.
plötzlich u. unerwartet; überraschend
»Er stand unversehens hinter ihr.«
un[ver|sehrt: Adj. a) ohne körperliche
Verletzungen; ohne körperlichen
Schaden erlitten zu haben »Er blieb
bei dem Unfall unversehrt.« b) ohne
Beschädigung
1226
Unzertrennlichen/Unzertrenntichen
Un|ver|stand: der; -(e)s; - Mangel an
Intelligenz u. Einsicht
un|v«r|stan|den: Adj. a) nicht auf Ver¬
ständnis stoßend b) sich unverstan¬
den fühlen: das Gefühl haben, bei an¬
deren Personen, denen man etw. mit¬
teilt, nicht auf Verständnis zu stoßen
un|ver|traut: Adj. a) fremd »unvertraute
Umgebung« b) Beziehung zwischen
Menschern nicht (eng) miteinander
verbunden, Ant.: <a; b> vertraut
un|ver|wandt: Adj. ohne sich abzuwen¬
den; ständig »Sie sah den Mann unver¬
wandt an.«
un|veiiwüst|lfch/yn|ver(wüst|lich: Adj.
(fast) nicht zu zerstören, sondern be¬
sonders belastbar, haltbar »ein unver¬
wüstlicher Mantel«
un|verjzagt: Adj. unverzagter; unverzag¬
teste ohne Angst; zuversichtlich
un|ver|zeihfbar/un|verjzelh|bar Adj.
nicht zu entschuldigen; nicht zu ver¬
geben »unverzeihbarer Fehler« Ant.:
verzeihbar
un|ver|zeih|Uch/un|ver)zeih|lich'. Adj.
nicht zu entschuldigen; nicht zu ver¬
geben, Ant.: verzeihlich
un|ver|zicht|bar/un|veiizicht|bar: Adj.
absolut notwendig, Ant.: verzichtbar
untver|züg|lich/un|ver|zügllich: Adj. so¬
fort; keine Zeit verlierend »unverzüg¬
licher Beginn«
un|voll|en|det/un|voll|en|defc Adj. n. stg.
nicht (ganz) zum Abschluß gebracht;
nicht fertig, Ant.: vollendet
un|voll|kom)men/un|voll|kgm|men: Adj.
1 fehlerhaft; nicht perfekt 2 nicht voll¬
ständig, Ant.: <1; 2> vollständig
un|voll|stän|dig/un|voil|stän|dig: Adj.
nicht vollzählig; nicht ganz, Ant.:
vollständig
un|vor[be|rei|tet: Adj. a) auf etw. nicht
eingestellt; für etw. keine Vorberei¬
tung, keine Vorarbeiten gemacht ha¬
bend »Es kommen manchmal auch völ¬
lig unvorbereitete Studenten in die
Prüfungen.« b) überraschend
un|vorjeinjge|nom|men: Adj. ohne Vor¬
urteil; nicht parteiisch; neutral, Ant.:
voreingenommen
un|voiihe(jge|se|hen: Adj. im voraus
nicht absehbar, nicht erwartet; plötz¬
lich » Wir werden baldfertig sein, wem
sich keine unvorhergesehenen Proble¬
me ergeben.«
un|vorjherjseft|bar: Adj. nicht im voraus
planbar, nicht miteinziehbar; nicht zu
erwarten »unvorhersehbare Schwierig¬
keiten« Ant,: vorhersehbar
un|vor|sich|tig: Adj. nicht überlegt,
nicht mit Bedacht, sondern leichtsin¬
nig, leichtfertig, achtlos, Ant.: vor¬
sichtig
un|vorjsichfti|ger|wei|se: Adv. ohne Be¬
dacht »Unvorsichtigerweise habe ich
ihm davon erzählt.« Ant.: vorsichti¬
gerweise
un|vor|stell|barAin|vor]stell|bar: Adj. a)
nicht zu glauben; (geistig) nicht zu
(erfassen »unvorstellbares Pech« b)
<verst.> in sehr hohem Maß; äußerst
tm|vor|teil|haft: Adj. nicht von Vorteil;
nicht günstig, sondern nachteilig »un¬
vorteilhafter Kleidungsstil • unvorteil¬
hafter Vertragsabschluß« Ant.: vor¬
teilhaft
unw.: Abk. 1 unwesentlich 2 unwirksam
un|wahR Adj. gelogen; nicht den Tatsa¬
chen, nicht den wirklichen Gegeben¬
heiten entsprechend; falsch; nicht
richtig »unwahres Gerücht« Ant.:
wahr
Un|wahr|heit: die; - ; -en Lüge; etw.
nicht den Tatsachen, nicht den wirkli¬
chen Gegebenheiten Entsprechendes,
Ant.: Wahrheit
un|wahrtschein|lich: Adj. 1 a) aller Vor¬
aussicht nach nicht eintreffend, nicht
erfolgend o. ä. b) nicht glaubwürdig;
zu bezweifeln 2 [ugs.] in hohem Maße
un|weg|sam*. Adj. schwierig zu begehen
od. zu befahren »unwegsame Waldwe¬
ge«
un|weib(lich: Adj. [abwert.] nicht den
den Frauen zugeschriebenen Eigen¬
schaften usw. entsprechend »unweib¬
liches Verhalten« Ant.: weiblich
un|wei|geijlich/un|wei|ger|lich: Adj. un¬
ausweichlich; nicht zu vermeiden
»eine unweigerliche Folgerung«
unfweit: I Pr'äp. mit Gen. nah; in der Nä¬
he »Unweit des Hauses befand sich ein
Wald.« II Adv. nah; in der Nähe »Er
lebte unweit von seinen Eltern.«
Un|we|sen: das; -s; -1 das Begehen von
(mehreren) Verbrechen, Vergehen;
verwerfliche Handlung o. ä. 2 sein
Unwesen treiben: Schaden verursa¬
chen »Er glaubt, daß es Jugendliche
sind, die nachts auf seinem Grundstück
ihr Unwesen treiben.«
un|we|sent[lich: Adj. 1 ohne große Be¬
deutung; nebensächlich 2 abschwä¬
chend nicht in hohem Maße »unwe¬
sentlich mehr« Ant.: < 1; 2> wesentlich
Un|we1]ter. das; -s; ~ sehr schlechtes
Wetter, (meist) verbunden mit star¬
kem Wind u. Niederschlägen »Das
Unwetter hatte schlimme Auswirkun¬
gen.«
yn|wich|tig: Adj. ohne (große) Bedeu¬
tung, Ant.: wichtig
un|wi|der|steh|lich/un|wi|deiisteh|licti:
Adj. 1 zu verlockend »unwiderstehli¬
cher Anblick« 2 zwingend
un|wie|der]bring|lich/un|wie|der|bring|-
lich: Adj. endgültig (verloren, vorbei)
Un|wil|le: der; -ns; - Ablehnung; Mißfal¬
len; Verstimmung
unfwil|llg: Adj. 1 Ablehnung, Verstim¬
mung zeigend »Ihre unwillige Reak¬
tion änderte an den Tatsachen nichts.«
2 zu etw. nicht bereit, Ant.: willig
un|will|kom|men: Adj. nicht angenehm;
nicht zur rechten Zeit, sondern unge¬
legen, Ant.: willkommen
un|will|kür)lich/un|vyill]kürjlich: Adj. au¬
tomatisch; ohne Überlegung; von al¬
lein; nicht dem menschlichen Willen
unterworfen »Das war eine unwillkür¬
liche Reaktion.« Ant.: willkürlich
un|wirk|lich: Adj. trügerisch; nicht den
wirklichen Gegebenheiten entspre¬
chend, Ant.: wirklich
un|wirk|sam: Adj. a) nicht die ge¬
wünschte Wirkung, nicht das ange¬
strebte Ziel erzeugend »unwirksame
Therapie« b) <Rechtsw.> anfechtbar;
nichtig, Ant.: <a> wirksam
unwirsch: Adj. unwirscher; un-
wirschfejste mürrisch, abweisend,
unhöflich (im Verhalten) »eine unwir¬
sche Antwort«
un|wirtfschaft|lich: Adj. nicht lohnens¬
wert; nicht den nötigen Nutzen, Ge¬
winn bringend, Ant.: wirtschaftlich
un|wis|send: Adj. 1 ohne Erfahrung 2
nicht informiert; keine Kenntnisse be¬
sitzend
un|wis|sent|lich: Adj. a) ahnungslos b)
versehentlich; nicht beabsichtigt »un¬
wissentliche Lüge« Ant.: <a; b> wis¬
sentlich
un|wohl: Adv. a) sich nicht behaglich
fühlend »Mir ist unwohl bei diesem
Gedanken.« b) sich körperlich nicht
gut fühlend, Ant.: <a; b> wohl
un|wohn|lich: Adj. nicht behaglich,
nicht gemütlich (eingerichtet), Ant.:
wohnlich
un|wür|dig: Adj. würdelos; etw. od.
jmdm. nicht angemessen »unter un¬
würdigen Bedingungen leben«
unz.: Abk. unzählig
Un|zahl: die; - ; - extrem hohe Menge,
(An-)Zahl
un|zähl|ban Adj. n. stg. so groß, so viel
u. unübersichtlich; mengenmäßig
nicht (genau) zu erfassen, Ant.: zähl¬
bar
unjzäh|lig/un|zäh|lig: Adj. 1 sehr zahl¬
reich, so viel, häufig, daß es kaum
zählbar ist »Unzählige Arbeitsgänge
waren nötig, bis das Fertighaus stand.«
2 —> Unzählige: in substantivierter
Form große Zahl »Unzählige besuch¬
ten diese Veranstaltung.«
un|zäh|li|ge|ma(/un|zäh|li|ge|mal —»
auch un|zäh]li|ge Mal: Adv. sehr oft
un|zähm|bar/un|zähm|bar Adj. a) <Tier>
wild u. unberechenbar bleibend »un¬
zähmbarer wilder Löwe« b) <übertr.>
nicht zu bändigen »unzähmbare
Haarmähne« Ant.: zähmbar
Unjze: <gr.-lat.-fr.> die; - ; -n a) Ge¬
wichtseinheit (besonders in englisch¬
sprachigen Ländern) (28,35 g) b) ehe¬
malige Gewichtseinheit (30 g)
Un|ze: <gr.-lat.-fr.> die; ~ ; -n seltene Be¬
zeichnung für den Schneeleoparden,
eine Wildkatze mit grauem Rücken¬
fell, das mit dunkel abgesetzten Ro¬
setten in langen Reihen durchsetzt ist
u. weißem Bauchfell, ebenfalls mit
schwarzer Fleckung
Un|zeit: in der Wendung zur Unzeit: zu
einersehr ungünstigen Zeit
un|zeit|ge|mä8: Adj. 1 nicht der norma¬
len Anschauung für eine Zeit(epoche)
entsprechend 2 nicht der entsprechen¬
den Jahreszeit gemäß, Ant.: <1; 2> zeit¬
gemäß
unzerbr.: Abk. unzerbrechlich
un|zer|brech|lich/un|zeiibrech|lich:
Adj. nicht zu zerstören; stabil; robust
»unzerbrechliches Panzerglas« Ant.:
zerbrechlich
un|zer|stör[barfun|zet[stör[bar: Adj.
nicht zu zerstören, Ant.: zerstörbar
un|zer|stört: Adj. nicht beschädigt, son¬
dern noch vollkommen ganz, Ant.:
zerstört
un|zer]trenn|bar/un|zerttr«nn|bar: Adj.
fest verbunden, Ant.-. zertrennbar
un|zer[trenn|llch/un|zerjtrenn|lich: Adj.
fest verbunden, Ant.: zertrennlich
Un|zer|trenn|li|chen/Unlzer|trenn|li|-
chen: die (PI.) Agaponiden; Insepa-
rables; sehr gesellige (oft, besonders
bei Gefahr dicht beeinander sitzende)
kleinere Papageienart
1227
Unztalbuchstabe
Un|zi(al|buch|sta|be: der; -ns; -n Buch¬
stabe in der Unizialschrift
Un|zia|le—» Un|zi|a|le: die; • ; -n Buch¬
stabe in der Unizialschrift
Un|z)|al|schrift: die; - ; - griechische u.
römische abgerundete Schrift
un|zie|mend: Adj. sich nicht gehörend;
gegen festgelegte Konventionen, (ge¬
sellschaftliche) Regeln verstoßend
un|ziem|tich: Adj. sich nicht gehörend;
gegen festgelegte Konventionen, (ge¬
sellschaftliche) Regeln verstoßend
un|zifvi|li]siert: Adj. (sich) nicht kulti¬
viert (benehmend), Ant.: zivilisiert
Unfzucht: die; -; - [juristisch inzwischen
veralt.] gegen die Moral u. Sittlichkeit
in sexueller Hinsicht verstoßend
un|ziich|tig: Adj. in sexueller Hinsicht
gegen die gesellschaftlichen Moral¬
vorstellungen verstoßend »unzüchtige
Kleidung« Ant.: züchtig
un|zu|frie|den: Adj. nicht befriedigt;
nicht zufrieden gestellt, Ant.: zufrie¬
den
un|zu|gäng|lich: Adj. a) nicht begeh- od.
~ befahrbar b) <Person> verschlossen;
unnahbar, Ant.: <a; b> zugänglich
unzul.: Abk. 1 unzulänglich 2 unzulässig
un|zu|läng|lich: Adj. [geh.] nicht ausrei¬
chend; nicht gut genug
un|zu|läs|sig: Adj. nicht erlaubt; geset¬
zeswidrig; verboten, Ant.: zulässig
un|zu|mift|bar: Adj. nicht von einer Per¬
son forderbar »unzumutbare Bedin¬
gungen« Ant.: zumutbar
t}n|zu|rech|mmgs|fä|hlg: Adj. geistesge¬
stört, geisteskrank u. daher für Hand¬
lungen nicht zur Verantwortung zu
ziehen, Ant.: zurechnungsfähig
yn|zu|rech|r»ungs|fä{higikeit: die; - ; -
Geistesgestörthei t; Geisteskrankheit,
Ant.: Zurechnungsfähigkeit
un|zu|rei|chend: Adj. nicht ausreichend;
mangelhaft »eine imzureichende Ar¬
beit« Ant.: ausreichend
un|zu|sam|men|hän|gend: Adj. ohne lo¬
gische Verbundenheit; wirr; konfus
un|zu]stell|bar: Adj. dem Adressaten
nicht zu überbringen, Ant.: zustellbar
un|zu|träg|lich: Adj. in der Wendung
~ jmdm., etw. unzuträglich sein: für
eine Person od. für etw. von Nachteil
sein
un|zu|tref|fend: Adj. einem Sachverhalt
nicht entsprechend, Ant.: zutreffend
un|zujver|läs|sig: Adj. a) nicht genau
»unzuverlässige Informationsquelle«
b) (Person) Versprechen, Pflichten
nicht (immer) einhaltend, Ant.: <a; b>
zuverlässig .
un|zweck|mä|ßig: Adj. für ein Vorha¬
ben, eine Sache nicht geeignet
un|zwei|deu|tig: Adj. eindeutig u. daher
~ nicht mißzuverstehen, Ant.: zweideu¬
tig
Un|zwei|deu)tig|kett: die; - ; - Eindeu¬
tigkeit, Ant.: Zweideutigkeit
u. o.: Abk. und oft
u7o.: Abk. und/oder
u. ö.: Abk. und öfter
u./od.: Abk. und/oder
upto dato: <englo /ap tu dgt/ zeitgemäß;
modern »Das Kleid ist up to date.«
Upe|ri[sa|ti|on —» U|pe|ri|sa|ti|on:
/uperisazipn/ die; - : -en kurz für Ul-
trapasteurisation = Verfahren zur
schonenden Sterilisation u. Erhöhung
der Haltbarkeit von Milch durch Er¬
hitzen durch Einleitung von Dampf
üpjpig: Adj. a) mengenmäßig viel u.
großzügig; sehr reichhaltig »eine üppi¬
ge Mahlzeit« b) in großer Fülle »üppi¬
ge Vegetation« c) <Körper> groß u.
voll »üppiger Mund«
ÜPV: Abk. Uberstundenpauschalvergü¬
tung
UR: Abk. 1 Unfallrente 2
Unterschungsrichter(in) 3
Urheberrechte) 4 Urkundenregister
Un der;-{ejs; -e Auerochse
u. R.: Abk. 1 unter Rückerbittung 2 un¬
ter Rückgabe 3 urschriftlich gegen
Rückgabe
ur-/Ur-: Wortbildungselement 1 bei
Adjektiven <oft emotional) a) sehr; äu¬
ßerst; gänzlich »uralt ♦ urplötzlich • ur-
deutsch« b) ursprünglich; anfänglich
»urchristlich« 2 in Substantiven a) ur¬
sprünglich; anfänglich »Urchristen «
Urtrieb • Urzustand« b) der, die, das
erste dessen, was im Basiswort inhalt¬
lich ausgedrückt ist »Urfassmg ♦ Ur¬
aufführung« c) drückt aus, daß jmd.
etw. seit langer Zeit (intensiv) ist od.
tut »Urbayer« d) kennzeichnet die
(mindestens) drei Stufen voneinander
entfernten (Verwandtschafts-)Gene-
rationen in bezug aufeinander »Uren¬
kel• Urgroßmutter♦ Uropa«
ürjab|stim|mung: die; -; -en »oft Streik¬
beschluß) Stimmabgabe aller Mitglie¬
der zu Grundsatzentscheidungen
Ur|adel —Ur|a|del: der; -s; - urkund¬
lich belegter alter Adel
Uijahn: der; -(e)s u. -en; -en ältester
Vorfahre
Ur{ah|ne: die; -; -n älteste Vorfahrin
Ur|ahjne: der; -n; -n ältester Vorfahre
uijalt: Adj. n. stg. [verst.J bereits sehr alt;
seit sehr langer Zeit vorhanden »Im
Garten standen ein paar uralte Bäu¬
me.«
Ur|al|ter: das; -s; - Vorzeit
Uran —> U|ran: das; -s; - <Chemie> ra¬
dioaktives Metall, das zur Herstel¬
lung von Kernwaffen benutzt werden
kann
Uran|berg|werk —> Ujran|berg|werk:
das; -(ejs; -e der Förderung Urans
dienendes Bergwerk
Uran|bren|ner —> U|ran|bren|ner: der;
-s; - Kernreaktor, der mit Uran be¬
trieben wird
Uran|erz —» U|ran|erz: das; -es; -e Erz,
das Uran enthält
Ur|an|fang: der; -(ejs; Uranfänge erster
Beginn
uijan|fäng|lich: Adj. vom ersten Beginn
an
yra|nus/Ura|nos —> U|ra|nus/y|ra|-
nos: der; - ; - griechischer Gott (des
Himmels)
Urafnus —> U|ra|nus: der; - ; - der (von
der Sonne aus gezählt) siebte Planet
unseres Sonnensystems
uraftisch —> u|ra|tisch: Adj. n. stg.
<Med.> auf die Harnsäure bezogen
yijauf|fuh|rung: die; - ; -en Erstauffüh¬
rung eines Bühnenwerkes (nicht auf
einzelne Theater bezogen, sondern
die absolut erste Aufführung auf die
ganze Welt bezogen)
ur|ban: dato Adj. 1 zur Stadt gehörig;
üblich für die Stadt 2 [geh.] gebildet u.
weltgewandt, weltmännisch
Utjbajni|sa|ti|pn: dato /urbanisazion/
die; - ; -en 1 a) Veränderung, Ent¬
wicklung durch bauliche Maßnah¬
men zu einer Stadt b) moderne Sied¬
lung, die durch bauliche Maßnahmen
ensteht 2 kulturelle u. zivilisatorische
Verbesserung
urfbajni|sie]ren: urbanisiert; urbani-
sierte; hat urbanisiert 1 durch bauli¬
che Maßnahmen zu einer Stadt ent¬
wickeln 2 kulturell u. zivilisatorisch
verbessern, erweitern
Ur|ba|ni|ste|rung: die; - ; -en 1 das Ent¬
wickeln zu einer Stadt 2 das kulturelle
u. zivilisatorische Erweitern
Ur|ba|ni]stik —*■ Ur|ba|njs|tik: die; - ; -
Wissenschaft u. Lehre der Entwick¬
lung u. der Planung von Städten
Ur|ba(ni)tät: dato die; -; - a) Atmosphä¬
re, wie sie in der Stadt herrscht b)
(weltmännische) Bildung
urjbar: Adj. 1 nutzbar; zum Anbau land¬
wirtschaftlicher Erzeugnisse fähig
»urbares Land« 2 urbar machen:
(Brachland) landwirtschaftlich nutz¬
barmachen
ur|ba|ri|s|e|ren: urbarisiersi; urbarisier-
lest; hast urbarisiert [Schweiz.]
(Brachland) landwirtschaftlich nutz¬
bar machen
Uijbe]deu|tung: die; - ; -en erste Bedeu¬
tung; Grundbedeutung
Ur|be|ginn: der;-(ejs; - erster Beginn
Urjbejstandlteil: der; -(ejs; -e Grundbe¬
standteil
yr|be|vät|ke|rung: die; - ; -en Bevölke¬
rung, die zuerst (vor allen anderen)
an einem Ort lebte »Die Indianer sind
die Urbevölkerung Amerikas.«
Ur|be|woh|nen der; -s; - weiht. Ur|be|-
woh|ne|rin: die; - ; -nen Person, die zu
der Bevölkerung, die zuerst (vor allen
anderen) an einem Ort lebte, gehört
ur|b) et orjbl: dato päpstliche Segensfor¬
mel: der Stadt (Rom) u. dem Erdkreis
Ufibitd: das; -(ejs; -er Inbegriff; Vor¬
bild
Uijchri|sten|tum —> Urjchris|ten)tum:
das; -s; - die erste Zelt der christlichen
Religion
ur[ei|gen: Adj. etw. od. jmdn. ganz per-
~ sönlich betreffend
yr|ein|woh]naR der; -s; ~ weibl. Urjein|-
~ woh]ne|rin: die; - ; -nen Person, die zu
der Bevölkerung, die zuerst (vor allen
anderen) an einem Ort lebte, gehört
Ur]e!ttem: die (PI.) 1 Urahnen 2 <Bibel>
Adam u. Eva
Ur|en|kel: der; -s; ~ weibl. yr|en|ke|iin:
die; »; -nen Sohn/Tochter des Enkels/
der Enkelin (Sohn od. Tochter des ei¬
genen Kindes)
Urf.: Abk. 1 Urfassung 2 Urform
Urjfas|sung: die; - ; -en erste, ursprüng-
~ liehe Version eines literarischen od.
musikalischen Werkes (das in späte¬
ren Zeiten noch verändert wurde)
Urffehide: die; - ; -n mittelalterlicher
eidlicher Racheverzicht
Urjform: die; - ; -en erste Form, Fas¬
sung
URG: Abk. Urheberrechtsgesetz
Utjge|mein|de: die; - ; -n erste christli¬
che Gemeinde in Jerusalem
ur|ge|müt|lich: Adj. sehr behaglich
urjgent: dato Adj. urgenter; urgenteste
dringlich; nicht aufschiebbar
Uijgenz: die; -; -en Dringlichkeit
1228
Urologie
Ürjge|schich|te: die; - ; - (Lehre u. Wis¬
senschaft von der) Vorgeschichte
ur|ge|schicht|tich: Adj. vorgeschichtlich
Ur|ge|sell|schaft die; - ; - menschliche
Gesellschaft in der frühesten Form
Ur|ge|statt: die; ~ ; -en erste Gestalt
yrjgejstein: das; -(e)s; -e nicht verän¬
dertes (V ulkan-)Gestein
Ur|ge|walt: die; •; -en Naturgewalt
Ur|groB|el|tern: die (PI.) die Eltern von
Großmutter od. Großvater; die El¬
tern der Großeltern »Schon seine Ur¬
großeltern lebten in dieser Gegend.«
Ur)groß|mut)ten die; - ; -mutter Mutter
der Großmutter od. des Großvaters
Urjgro8|va|ten der; -s; -väter Vater der
Großmutter od. des Großvaters
Urh.: Abk. Urheber
Ur)he|ber der; -s; - weibl. yr|he|be|rin:
die; - ; -nen Person, die etw. geschaf¬
fen, gegründet, hergestellt, veranlaßt
hat »Sie ist die Urheberin der Flug¬
blätter.«
Uiihe|ber|(rechts|)schutz: der; -es; -
<Rechtsw.> Gesetz zum Schutz eines
Verfassers, Künstlers bezogen auf
sein Werk gegen das Kopieren, gegen
die weitere Verwendung ohne dessen
Genehmigung
Urjhelbertrecht: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Gesetz zum Schutz eines
Verfassers, Künstlers bezogen auf
sein Werk gegen das Kopieren, gegen
die weitere Verwendung ohne dessen
Genehmigung »Das Urheberrecht ver¬
bietet ungenehmigte Veröffentlichun¬
gen.«
ur|he|ber|recht|lich: Adj. n. stg. durch
das Urheberrecht geregelt
UrhfVUrti.-R.: Abk. Urheberrechte)
Uri|as|brief —» U|rj|as|brief: der; -(e)s;
-e Unglücksbrief
urig —> ufrig: Adj. rustikal u. originell
"" »ein uriges Lokal«
Urin —> U|rin: dat.> der; -s; -e 1 bei Säu¬
getieren ti. Mensch von den Nieren
über die Harnwege ausgeschiedene
Flüssigkeit (bei Vögeln fast aus¬
schließlich aus Harnsäure bestehend
u. in fester Form mit dem Kot ausge¬
schieden), Syn.: Ham 2 etw. im Urin
haben, spüren: [derb] etw. ahnen,
schon vorher wissen
uri|nai —» u|ri|nal: <iat.> Adj. n. stg. den
Ham betreffend; über den Ham er¬
folgend
Uri|nal —;» U|ri|nal: das; -s; -e a) Ham-
flasche (für Männer, zum Urinieren
im Bett) b) Becken zum Urinieren in
Männertoiletten
uri|njelren—> u|ri|nle|ren: urinierst; uri¬
niertest; hast uriniert Ham ablassen
Urk.: Abk. Urkunde
urk(dl).: Abk. urkundlich
Uijkirfche: die; -; - erste christliche Kir¬
che der Frühzeit
Urjknall: der; -(e)s; - wissenschaftlich
angenommene Explosion, die zur
Entstehung/Erweiterung des Weltalls
beitrug
ur)ko|misch: Adj. sehr erheiternd, lustig
Urkraft: die; -; Urkräfte Naturkraft
Ur|kun|de: die; - ; -n etw. bescheinigen¬
des, bestätigendes Dokument; amtli¬
ches Schriftstück »Man überreichte
ihm eine Urkunde.«
yrjkun|denjfäl|scher: der; -s; - weibl.
Ur|kun|den|fäl|sche|rin: die; ~ / -nen
Person, die ein offizielles, amtliches
Schriftstück ungesetzlicherweise
nachmacht »Er wurde als Urkunden¬
fälscher verurteilt.«
yiikunjdenffäl|schung: die; ~; -en unge¬
setzliches Nachmachen von amtli¬
chen Schriftstücken, Dokumenten
urfkund|lich: Adj. n. stg. durch ein amtli-
~ ches Schriftstück belegt
yr|laub: der; -(e)s;-e 1 arbeitsfreie Zeit,
die der Erholung dienen soll; Ferien
»Ich habe zwei Wochen Urlaub ge¬
nommen.« 2 Urlaub auf Staatskosten
machen: [ugs.; verhüll.] ins Gefäng¬
nis müssen od. im Gefängnis sitzen 3
von etw. od. jmdm. Urlaub machen:
sich mit etw. für eine bestimmte Zeit
nicht befassen, jmdn. für eine be¬
stimmte Zeit nicht treffen, um Ab¬
stand zu gewinnen
Ur|lau|ber: der; -s; - weibl. Ur]lau|be|-
rin: die; ~ ; -nen Person, die Ferien
macht
Ur|laubs|an|schrift: die; - ; -en Adresse,
unter der jmd. während seiner Ferien,
des Urlaubs zu erreichen ist »Er hat
mir seine Urlaubsanschrift gegeben.«
Ur|laubs|an|spruch: der; ~(e)s; -ansprü¬
che Recht auf Urlaub
Ur|laubs|dau|er: die; - ; -n (PI. s.) Zeit,
die jmd. Urlaub hat, die ein Urlaub
dauert
Ur|laubs|gast: der; -(e)s; -gäste Person,
die ihre Ferien an einem Ort, bei
jmdm. verbringt
Urjlaubs|geld: das;-(e)s; -gelder a) vom
Arbeitgeber zu dem normalen Ge¬
halt, Lohn gezahlte Geldsumme für
die Ferien, den Urlaub b) von einer
Person erspartes Geld, das für die Ur¬
laubs-, Ferienfinanzierung bestimmt
ist
Utjlaubsjlilate —> Ur|laubs|lis|te: die;
* ; -n in der Arbeitsstelle geführtes
Verzeichnis, in dem alle Arbeiter, Ar¬
beitnehmer ihre Zeiten vermerken, in
denen sie (über das Jahr verteilt) Ur¬
laub nehmen möchten
Uijlaub8|plan: der; -(e)s; -plane 1 in der
Arbeitsstelle geführtes Verzeichnis, in
dem alle Arbeiter, Arbeitnehmer ihre
Zeiten vermerken, in denen sie (über
das Jahr verteilt) Urlaub nehmen
möchten 2 Vorstellung, wo u. wie
jmd. seinen Urlaub, seine Ferien ver¬
bringen möchte
y«jlaubs|reif: Adj. in einer solchen
(schlechten, erschöpften) körperli¬
chen (u. geistigen) Verfassung befind¬
lich, daß ein Urlaub, eine Erholung
notwendig ist
Ur|laubs|rei|se: die; -; -n Fahrt an einen
anderen Ort, um dort den Urlaub, die
Ferien zu verbringen
Uijlaubs|schein: der; -(e)s; -e <Milit.>
offizielle Urlaubserlaubnis für einen
Soldaten
Urjlaubs|sperjre: die; - ; -n Verbot für
einen, mehrere Arbeitnehmer, in ei¬
ner bestimmten Zeit (den Jahresur¬
laub zu nehmen
Urjlaubsjtag: der; -(e)s; -e a) ein Ar¬
beitstag, an dem ein Mitarbeiter Ur¬
laub hat, nicht arbeiten muß b) ein
Tag von der gesamten Zeit, die jmd.
Urlaub genommen hat
Ur|Jaubs|ver[tre|tUfig: die; ~; -en a) Erle¬
digung der Aufgaben eines Mitarbei¬
ters während der Zeit, in der dieser
Urlaub hat b) eine spezielle Person,
die die Aufgaben einer sich im Urlaub
befindlichen Person übernimmt
Ur|laubs|zeit: die; -; -en a) Zeitraum, in
dem viele Bürger Ferien machen, an
andere Orte reisen, um dort die Fe¬
rien zu verbringen b) zeitliche Span¬
ne, die den Urlaub einer Person um¬
faßt
Urjlinjde: die; - ; -n weibliche Person,
die der lesbischen Sexualität zuge¬
wendet ist u. dabei die aktivere Rolle
übernimmt
Urjmensch: der; -en; -en früheste (nach¬
weisbare) menschliche Erscheinungs¬
form, Daseinsform
uijtnenschjlich: Adj. 1 die früheste
(nachweisbare) menschliche Erschei¬
nungsform betreffend 2 typisch für
die Menschen
Urjne: <lat.> die; ~ ; -n 1 Behälter für die
Asche von verbrannten Toten »Die
Urne wurde in dem Familiengrab
beigesetzt.« 2 a) Behälter, in den
Wahlzettel, Lose o. ä. geworfen wer¬
den »Die Urnen werden nach Wahl¬
schluß um 18 Uhr geöffnet.« b) zur
Urne gehen: seine Stimme bei der
Wahl abgeben c) (jmdn.) zu den Ur¬
nen rufen: (jmdn.) auffordem zu
wählen
Urjnen|bei|set|zung: die; - ; -en Beerdi¬
gung der Asche eines verstorbenen
Menschen in einem Gefäß, der vor
seinem Tod bestimmte, daß er nach
seinem Ableben verbrannt werden
möchte
Ur|nen)feld: das; -(ejs; -er Friedhof in
vergangenen Erdzeitaltern
Ur|nen|fried|hof: der; -(e)s; -friedhöfe
Friedhof, auf dem Urnen beigesetzt
sind
Uijnen|gang: der; -(e)s; -gange (Gang
zur) Wahl, Stimmabgabe
yr[nen|grab: das; -(ejs; -gröber Grab¬
stätte für eine Urne
Ur|nen|hal|le: die; - ; -n Gebäude, Halle
auf einem Friedhofsgelände, in dem/
der Urnen beigesetzt sind
uro|ge|ni|tal —* u|ro|ge|ni|tal: Adj. n.
stg. <Med.> die Geschlechtsorgane,
die Harnorgane betreffend
Uro|ge|ni|tal|sy|stem —-> U|ro|ge|ni|tal|-
sys|tem: das; -s; -e <Med.> die eng mit¬
einander verbundenen Harn- u. Ge¬
schlechtsorgane
Uro|ge|ni|tal|trakt —» U|rojge|ni|tal|-
trakt: der; -(ejs; -e <Med.> die eng
miteinander verbundenen Ham- u.
Geschlechtsorgane
Uro|lith —> U|ro|ljth: <gr.) der; -s u. -en;
-e(n) <Med.> in den Haraorganen ge¬
bildeter, abgelagerter Stein
Uro|lg|ge —;» U|ro|lp|ge: der; -n; •n
weibl. Uro|lg|gin —» U|ro|lo|gin: die;
- ; -nen <Med.> Facharzt für Krank¬
heiten der Harnorgane (z. B. Blase,
Niere)
Uro|lo|gje —» U|ro|lo|gie: <gr.> die; - ; -
a) medizinisches Fachgebiet, das sich
mit der Funktion, Erkrankung u.
Heilung der menschlichen Hamor-
gane (Niete, Blase usw.) befaßt b)
[ugs.] Station der Urologen im Kran¬
kenhaus »Er liegt auf der Urologie.«
1229
urologisch
uro|lo|gisch —* u|ro|lo|gisch: Adj. n.
stg. die Urologie, die Harnorgane be¬
treffend
Urfoma —* Ur|o|ma: die; - ; -s (Kose¬
form für die) Mutter der Mutter od.
des Vaters
Urjopa —»• Ur|o|pa: der; -s; -s (Kose¬
form für den) Vater der Mutter od.
des Vaters .
Uro|sko|pie —* U|ro(s|ko|pie: <gr.> die;
- ; -n <Med.> Untersuchung u. Ana¬
lyse des Harns
ur|plötz|lich: Adj. auf einmal, völlig un¬
erwartet, überraschend
Ur|pro|dukt: das; -fejs; -e a) vollkom¬
men natürliches Erzeugnis b) das er¬
ste Erzeugnis einer Produktreihe
yr|pro|dukjti|on: die; - ; -en <Wirt> a)
Erzeugnisgewinnung direkt aus der
Natur b) Beginn einer Fertigung
Urquell: /urkwell/ der; -(e)s; -e Aus¬
gangspunkt
Ur|quel|le: /urkwelle/ die; - ; -n Aus-
~ gangspunkt
Urs.: Abk. Ursache
urs.: Abk. ursächlich
Ur|sa|che: die; - ; -n 1 etw., was eine
Handlung o. ä. bewirkt; Grund für
eine Entwicklung o. ä. »Er war die Ur¬
sache für meine Entscheidung.« 2 kei¬
ne Ursache: formelhafte Erwiderung
auf einen Dank 3 kleine Ursache,
groBe Wirkung: ganz kleine, gering¬
fügige Anlässe können schwerwiegen¬
de Folgen, Konsequenzen (positiv so¬
wie negativ) haben
Ur|sa{chenffor|schung: die; - ; -en
Grundlagenforschung; Forschung
nach dem Auslöser, dem Ausgangs¬
punkt
ur{säch|lich: Adj. als Grund, Ursache
für etw. verantwortlich
Ur|schlamm: der; -(ejs; - Ausgangs¬
stoffallen Lebens
Ur|schleim: der; -(e)s; - Ausgangsstoff
allen Lebens
urschr: Abk. urschriftlich
Umschrift: die; ~ ; -en erste originale
Verschriftung von etw.
yr|sen{dung: die; - ; -en <Fernsehen;
Rundfunk) Erstausstrahlung
urspr.i/fWc. ursprünglich
Ur|spra|che: die; - ; -n 1 <Sprachwiss.>
Ausgangssprache für mehrere ver¬
schiedene Sprachen 2 Sprache, in der
etw. zunächst verfaßt wurde u. aus
dieser dann in andere Sprachen über¬
tragen worden ist
yr|9prung: der; -(e)s; Ursprünge An¬
fangspunkt); Ort od. Zeit, an dem,
zu der etw. beginnt, seinen Anfang
genommen hat
ur1spriing|lich/ur]sprüng|lich: Adj. an¬
fangs; zuerst; zunächst »Dies ist die
ursprüngliche Form.«
yr|sprüng|lich|keit: die; - ; - Echtheit;
Natürlichkeit
Uijsprungs(ge|biet: das; -(e)s; -e Re¬
gion, Land, aus der/dem etw. od.
jmd. stammt
Ursprungsland: das; -(ejs; -länder
Land, aus der/dem etw. od. jmd.
stammt
Urjsprungs|nach|weis: der; -es; -e Beleg
über den Ursprung
Urjsprungs|zeug|nis: das; -ses; -se Beleg
über den Ursprung
Uijstand: der; -(e)s; Urstände erster
Zustand
Uijstoff: der; -(ejs; -e 1 Grundstoff;
Ausgangsstoff 2 Materie
Urt.: Abk. 1 Urteil 2 Urtext
yijteil: das; -(e)s; -e 1 <Rechtsw.> (ver¬
bindliche) Entscheidung eines Rich¬
ters nach den Gesetzen eines Staates
»Sie hatten ein härteres Urteil erwar¬
tet.« 2 Bewertung od. Entscheidung
von etw. »Mein Urteil steht fest!«
urjteijlen: urteilst; urteiltest; hast geur¬
teilt 1 «Rechtsw.) ein Urteil (1) spre¬
chen 2 sich ein Urteil bilden
Ur|teils|be|grün|dung: die; - ; -en «meist
Rechtsw.) schriftliche od. mündliche
Angabe von Gründen für ein (richter¬
liches) Urteil
uijteils|fä|hig: Adj. fähig, zu (be)urteilen
Ur|teils|fä|hig|keit: die; - ; - Fähigkeit zu
(be)urteilen
Ur)teilsjfin|diing: die; - ; -en «Rechtsw.)
Weg, der zu einem Urteilsspruch
führt
yrjteils|kraft: die; - ; - Vermögen etw.
od. jmdn. zu (be)urteilen
Ur(teils|schel|te: die; - ; -n Kritik, die
an einem (richterlichen) Urteil geübt
wird
yrtteils|spruch: der; -(e)s; -spräche
Entscheidung zu einer (vor Gericht
stehenden) Sache
yr|teilsjvertkiin[dung: die; - ; -en Ver-
lautbarmachung, (öffentliches) Vor¬
lesen der (richterlichen) Entscheidung
Ur|teils|ver|mö|gen: das; -s; - Fähigkeit,
etw. od. jmdn. zu beurteilen
Uijteils|voll|streckung (Uijteils|votl|-
strek|kung —»■ Urfteils|voll(strej-
ckung): die; - ; -en «meist Rechtsw.)
Umsetzung, Durchsetzung eines von
einem Richter gefällten Urteils
Urjtext: der;-(e)s;-e 1 erste, ursprüngli¬
che Version eines literarischen od.
musikalischen Werkes (das in späte¬
ren Zeiten noch verändert wurde) 2
Fassung eines Textes o. ä. in der Ori¬
ginalsprache, aus der er in eine andere
Sprache übertragen wurde
Urjtierjchen: das; -s; - einzelliges Lebe¬
wesen
Urftrieb: der; -(ejs; -e angeborener, ver¬
wurzelter Trieb
uijtiim|lich: Adj. wie im Urzustand; na¬
türlich (geblieben) »eine urtümliche
Landschaft«
Uijtüm|lich|keit: die; - ; - Natürlichkeit
Urltyp: der; -s; Urtypen ursprüngliche(r)
(Erscheinungs-)Form, Typ'
Urjtyjpus: der; - ; Urtypen ursprüngli¬
che^) (Erscheinungs-)Form, Typ
Ur]ur|en|kel: der; -s; - weibl. Ur|ur|en[-
ke|lin: die; - ; -nen Sohn od. Tochter
des Urenkels
UrjuijgroBImutjten die; - ; -mutter Mut¬
ter der Urgroßmutter od. des Urgro߬
vaters
yijurl0roB|va)ter. der; -s; -väter Vater
der Urgroßmutter od. des Urgroßva¬
ters
Ur|vä|teiizeit: die; - / -en sehr weit zu¬
rückliegende Zeit
Ur|ver|trau|en: das; -s; - «Psychologie)
natürliches Grundvertrauen
urjvetjwandt: Adj. n. stg. «meist Wörter)
im Ursprung verwandt
Ur|viech/yrlvieh: das; -(e)s; Urviecher
1 urzeitliches Tier 2 [scherzh.] seltsa¬
mer Mensch
Ur|vo|gei: der; -s; Urvögel ausgestorbe¬
ner Vogel der Urzeit
Urjvolk: das; -(e)s; Urvölker frühe Be¬
völkerung
Ur)wahl: die; - ; -en «Pol.) Stimmabgabe
zur Wahl von Personen, die dann
stellvertretend für alle anderen
Stimmberechtigten weitere Wahlen
durchführen
Uijwäh|ler. der; -s; - weibl. Ur|wäh|le|-
rin: die; - ; -nen Person, die Personen
wählt, die dann stellvertretend für alle
anderen Stimmberechtigten weitere
W ahlen durchführen
Ur|wald: der; -(ejs; Urwälder 1 Dschun¬
gel; nicht bewirtschafteter, urwüchsi¬
ger (Tropen-)Wald 2 ein Benehmen
wie im Urwald: fugs.) unzivilisiertes,
schlechtes, unhöfliches Verhalten,
Betragen
Ur|welt: die; - ; -en vorzeitliche Welt
«fijweK|lich: Adj. die vorzeitliche Welt
betreffend
uijwüch|sig: Adj. natürlich; nicht ver¬
fälscht
Ur|wüch(sig|keit‘ die; ~; - Natürlichkeit
Urjzeit: die; - ; -en 1 o. PI. am längsten
zurückliegender Zeitraum, in dem auf
der Erde noch keine modernen Men¬
schen (homo sapiens) lebten »Aus der
Urzeit sind uns Höhlenmalereien
überliefert.« 2 [ugs.j lange zurücklie¬
gende Zeit »Das ist ja Urzeiten her!« 3
vor Urzeiten: vor sehr langer Zeit 4
seit Urzeiten: seit bereits sehr langer
Zeit; schon sehr lange
urjzertjlich: Adj. aus dem am längsten
zurückliegenden Zeitraum, in dem
auf der Erde noch keine modernen
Menschen (homo sapiens) lebten,
stammend
Ur|zel|le: die; - ; -n (angenommene) er¬
ste Zelle, aus der sich weiteres Leben
entwickelt
Ur|zeu|gung: die; - ; -en (angenom¬
mene) Entstehung von Leben aus
anorganischen Stoffen
Ur|zu|stand: der; -(ejs; Urzustände er¬
ster, nicht veränderter Zustand
ur|zu|ständjlich: Adj. sich im ersten,
nicht veränderten Zustand befindend
US: Abk. 1 Ultraschall = unhörbare
Schallwellen sehr hoher Frequenz 2
«Versicherung) Unfallschaden 3
<engh United States = Vereinigte
Staaten (auch in Zusammensetzung
wie US-Regierung) kurz für USA =
United States of America = Verei¬
nigte Staaten von Amerika
USA: Abk. <engh United States of Ame¬
rica = Vereinigte Staaten von Ameri-
ks
Usam|ba|ra|veil|chen —U|sam|ba|raj-
veit|chen: das; -s; ~ Zierpflanze mit
blauen, weißen oder rosa Blüten
Usance —» U|sance: <lat.-fr.> /üsaegß/
die; - ; -n «meist Handel) Brauch; Ge¬
wohnheit; übliche Art u. Weise
usance)mä|Big —> u|sance)mä)Big:
/üsangß-/ Adj. «meist iTandeb Übli¬
cherweiser -
Usancenjhanjdel U|sancen|han|-
del: /üsangßen-/ der; -s; - «Bank)
Fremddevisenhandel
usf./u. s. f.: Abk. und so fort
1230
V
u. sp.: A bk. und später
USSR: Abk. «hist.) Ukrainische Soziali¬
stische Sowjetrepublik
UST: Abk. Umweltschutztechnik
USt.: Abk. Umsatzsteuer
usu|ell —* u|sujelb dat.-fro Adj. ge¬
bräuchlich; üblich »Bitte benutzen Sie
in Zukunft eine usuellere Abkürzung.«
Usur|pa|ti|gn —» U|sur|pa|tijpn: <lat.>
/usurpazion/ die; - ; -eh nicht recht¬
mäßige Aneignung, Machtergreifung
Usuijpajtor —> U|sur|pa|tor: <lat.> der;
-s; Usurpatoren weit/. Usur(pa|tg|rin
—* U|sur[pi|to|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die widerrechtlich die Macht an
sich bringt
usur|pa|to|risch —» ujsur|pa|to]risch:
Adj. a) widerrechtlich die Macht an
sich bringend b) die nicht rechtmäßi¬
ge Aneignung, Machtergreifung be¬
treffend
usur|pie|ren —*■ u|suijpje)ren: dato
usurpierst; usurpiertest; hast usurpiert
widerrechtlich die (staatliche) Gewalt
an sich bringen
Usur]pie|rung —» U|sur|piejrung: die;
- ; -en das widerrechtlich die (staatli¬
che) Gewalt an sich Bringen
Usus —> U|sus: dato der; - ; - (oft o.
Art.) Gebrauch; Gewohnheit; Sitte
Usus|fruk|tus —> U|sus|fruk(tus: dato
der; ~ ; - <Rechtsw.> Nutznießung;
Nießbrauch
usw.: Abk. und so weiter
UT: Abk. 1 Unfalltod 2 Unfalltodversi¬
cherung 3 <englo Universal Time =
Weltzeit (entspricht der westeuropä¬
ischen Zeit (WEZ) u. dient vor allem
in der Astronomie als Zeitmaß) 4 Un¬
terwassertelegrafie
u. T.: Abk. <Bergbau> unter Tage
u. t.: Abk. <engh <Handel> usual terms
= übliche Bedingungen
ü. T.: Abk. <Bergbau> überTage
Utenjsil —> U|ten|sil: dato das; -s; Uten¬
silien j Utensilien) (m. PI.) füretw. not¬
wendiger (Gebrauchs-)Gegenstand,
Zubehör, Hilfsmittel
ute|rin —> u[te|rin: Adj. n. stg. <Med.>
zur Gebärmutter gehörend, sie betref¬
fend
Ute|ms —> U|te|rus: dato der; - ; Uteri
<Med.> Gebärmutter
yte]rus|kar|zj|nom —-» y|te|rus[kaijzi|-
nom: das; -s; -e <Med.> Krebs, bösar¬
tige Geschwulst in od. an der Gebär¬
mutter, am Muttermund
V/v: /fauI das; - u. fugs.J -s; - u. [ugs.J
-s Schriftzeichen, zweiundzwanzig¬
ster Buchstabe des deutschen Alpha¬
bets
utg.: Abk. <Bergbau> unter Tage
ütg.: Abk. <Bergbau> über Tage
uti|li|tär —> u|ti|li)tär dat.-fro Adj. nur
auf Gewinn, auf den Nutzen bezogen,
gerichtet ■;/
Uti|li|ta(ri|er —» U|ti|(i|ta|ri|er. der; -s; -
weibt. Uti|li)tejri|«ijin~^. Ujti|li|ta|ri|-
er|in: die; - ; -nen Person, die nur an
den Gewinn, Nutzen denkt
Uti|li)ta)ris|mus —* U|ti|li|ta|ns|mus:
dat.-fro der; - ; - <Philosophie> Lehre,
die davon ausgeht, daß der Zweck
von Handlungen für den Nutzen des
Einzelnen od. der Gemeinschaft sei
Uti|li)ta|nst —* U|ti|li|ta[rist der; -en; -en
weibl. Uti|li|ta|tijstin —> U|tijli|ta|ris|-
tin; die; - ; -nen Person, die nur an
den Gewinn, Nutzen denkt
UtiHiftät —> U|ti|li|tät: dato die; ~ ; -
Nützlichkeit
Utpjpia —»■ Uftojpia: <gr.-fro das; -s; -
nicht wirklich existierendes, sondern
nur vorgestelltes Land mit idealen Le¬
bens- u. Gesellschaftsbedingungen
Uto|pje —»• U(to|pie: <gr.-fro die; - ; -n
idealistische Vorstellung, Idee; ideali¬
stischer, zu gegebener Zeit nicht vor¬
stellbarer u. nicht durchführbarer
Plan
utglpisch —» u|tg|pisch: Adj. 1 uner¬
füllbar; nicht zu verwirklichen »utopi¬
sche Forderungen« 2 eine technische
Zukunft vorwegnehmend, die es in
diesem Zustand (noch) nicht gibt 3
utopische(r) Erzählung, Roman: «Li-
teraturwiss.) 1. Zukunftserzählung 2.
Erzählung, die einen idealen, aber
nicht realen gesellschaftlichen Zu¬
stand zum Inhalt hat
Uto|pis|mus —» U|to|pis|mus: der; ~ ;
Utopismen 1 o. PI. Neigung zu ideali¬
stischer Vorstellung, Idee 2 nicht
wirkliche, sondern phantastische,
nicht in die Wirklichkeit übertragbare
Vorstellung o. ä.
Utopist —> U|to|pish der; -en; -en
weibl. Utojpi|stin —9 U|tojpis(t|in: die;
- ; -nen Person, die dazu neigt, sich
nicht zu verwirklichenden Vorstellun¬
gen hinzugeben
ti. U.: Abk. unter Umständen
u. ü. V.: Abk. unter üblichem Vorbehalt
UV.: Abk. 1 Ultraviolett = kurzwellige
elektromagnetische Strahlung 2 Um¬
laufvermögen 3 Unfallversicherung 4
Unionsvertrag 5 Untemehmensver-
V
VS Abk. 1 «römisches Zahlzeichen) fünf
2 Vakuum = luftleerer Raum 3 Valu¬
ta = Geld in fremder Währung 4
Vanadium * chemisches Element;
band 6 Untersuchungsstelle für Ver¬
kehrsuntauglichkeit 7 Unterverband
u. V.: Abk. unter Vorbehalt
u. v.: Abk. «auf Besuchskarten) um vor¬
zustellen
uv.: Abk. unverkäuflich
u. V. a.: Abk. unter Verzicht auf
u. v. a.: A bk. Und vie)e(s) andere
u. v. a. m.: Abk. und vieles andere mehr
UV-Fil|ter der; -s; - Filter zur Minde¬
rung, Abschwächung ultravioletter
Strahlen
Uvi|o!|glas —> U|vi|ol|glas:
(Warenzeichen) /uwiol-/ das; -es; -
Glas, das für ultraviolette Strahlen
durchlässig ist
UV-Lam|pe: die; -; -n Höhensonne
UV-Strahjlen: die (PI.) ultraviolette
Strahlen .
Uvujla —> U|vu|la: dato /uwula/ die; - ;
-e juwulä/ Gaumenzäpfchen
UWi Abk, Unfallverhütungsvorschrift
u. W.: Abk. 1 unseres Wissens 2 unter
Wasser
Ü-Wa|geru Abk. Übertragungswagen
(wird von Rundfunk- u. Femsehan-
stalten für nicht im Funkhaus produ¬
zierte Sendungen verwendet)
UWG: Abk. 1 Gesetz über den unlaute¬
ren Wettbewerb 2 Unabhängige
Wählergemeinschaft
UWM: Abk. <Med.> Unterwasser (druck-
strahl)massage
UWS: Abk. Umweltschutz
Üwsg.: Abk. «Bankw.) Überweisung
UZ: Abk. 1 Uhrzeit 2 <Wirt.> Umschlags¬
zahl = Häufigkeit des Umschlages
der gesamten Warenbestände inner¬
halb eines Jahres 3 a) Unterhaltszula¬
ge b) Unterhaltszuschuß 4 «Handel) a)
Ursprungszertifikat b) Ursprungs¬
zeugnis
Uz: der; -es; -e (PL s.) [ugs.] Fopperei;
Neckerei
u. z.: Abk. 1 und zwar 2 unten zitiert
Uz|bru|der: der; -s; -brüder [ugs.) Per¬
son, die gerne Scherze treibt, andere
Personen neckt
uzen —> u|zerK uzt; uztest; hast geuzt
[ugs.] necken; foppen
Uze|rei —> U|ze|rei: die; - ; -en [ugs.]
Fopperei; Neckerei
Uz|na|me: der; -ns; -n Neckname; Spitz¬
name
u. zw.: Abk. und zwar
Schwermetall 5 Variable = veränder¬
liche Größe in mathematischen
Gleichungen 6 Variante = 1. Abart
2. Spielart 7 Variation (eines musi¬
1231
V
kalischen Themas) 8 Verdrängung
(von Wasser u. ä.) 9 Verein 10
Vereinigung 11 dt.i <Musik> voce =
(Gesangs-)Stimme 12 <Eisenb.> Ver¬
kehrsbüro 13 Verordnung 14 Versi¬
cherung 15 <Technik> a) Verstärker b)
Verstärkung 16 Versuch 17 Maßein¬
heit der elektrischen Spannung) Volt
18 Volumen = Rauminhalt 19 <eng!.>
volume = Buch band 20 Verwaltung)
Vorgang
v: Abk. <Iat.> verso = auf der Rückseite
V.: Abk. 1 Variable = veränderliche
Größe in mathematischen Gleichun¬
gen 2 Variante = 1. Abart 2. Spielart
3 Variation (eines musikalischen
Themas) 4 Vene = Ader, die Blut
zum Herzen führt 5 a) Verbrauch b)
Verbraucherin) 6 Verfahren 7
Verfasser(in) 8 a) Verlag b) Verlege-
r(in)
9 Verlängerung 10 Versammlung 11
Vertrag 12 a) Vertretung b) Vertre¬
terin) 13 Vertrieb 14 a) Verwaltung
b) Verwalterin) 15 Verwendung 16
Verwertung
VA: Abk. 1 Verbandsausschuß 2
Verbrauchsabgabe 3 Verkaufsab¬
teilung 4 Verkehrsamt 5 Verkehrsab¬
teilung 6 Vermessungsamt 7 Vermitt¬
lungsausschuß (des Bundestages) 8
Vermögensabgabe 9 Versicherungs¬
amt 10 Versicherungsanstalt 11 Versi¬
cherungsart 12 Versorgungsamt 13
Versuchsabteilung 14 Versuchsan¬
stalt 15 Verwaltungsakt 18 Verwal-
tungsangestellte(r) 17 Verwaltungs¬
ausschuß 18 (Maßeinheit der elektri¬
schen Leistung) Voltampere (1 VA =
1 Watt) 19 <Börse> Vorzugsaktie^)
Va.: Abk. 1 Vakuum
v. a.: Abk. 1 von allen 2 vor allem
va banque —* auch Va|banque: </r.>
/wa bang/ in der Wendung va banque
spielen —» auch Vabanque spielen:
1 (Glücksspiel) wagemutig um den
höchst, möglichen Einsatz spielen 2
[geh.] ein Wagnis eingehen, das even¬
tuell zu hohen Verlusten, zum Ruin
führen kann
Va|banque|spiel: <fr.; dt.i /wabangk-/
das; -(e)s; - [geh.] großes Wagnis, bei
dem eventuelle finanzielle Verluste o.
ä. riskiert werden
v. Abi. d. Fr: Abk. vor Ablauf der Frist
Va|de|me|kum: dat.i /wademekum/ das;
-s; -s [geh.] kleines Buch, in dem der
Leser Ratschläge, Tips o. ä. findet
V. A. G.: Abk. Volkswagen Aktiengesell¬
schaft (in Wolfsburg)
vag/va]ge: <lat.-fr.> /wag(e)/ Adj. vager;
vag( e)ste ungefähr; ungenau
Va|ga|bon|da|ge: dat.; fr.> /wagabonda^
sehe/ die; ~ ; - [österr., sonst veralt.]
Nichtseßhaftigkeit; das durch die Ge¬
gend ziehen von Personen ohne festen
Wohnsitz, Arbeit u. ohne geregeltes
Leben
Va|ga|bund: dat.-fr.i /wagabunt/ der;
-en; -en Person, die ohne festen
Wohnsitz von Ort zu Ort zieht
Va|ga|bun|den[le|ben: /wagabunden-/
das; -s; - ungeregelte Lebensführung,
bei der eine Person keinen festen
Wohnsitz hat od. ihren Wohnort u.
ihre Art der Lebensführung oft wech¬
selt
Va|ga|bun|denjtum: /wagabundentum/
das; -s; - Lebensführung einer Person
ohne festen Wohnsitz, ohne Arbeit
va|ga|bun|die|ren: /wagabundiren/ va¬
gabundierst; vagabundiertest; bist/
hast vagabundiert 1 hast durch die Ge¬
gend ziehen, ein ungeregeltes Leben
ohne Wohnsitz u. meist auch ohne
Arbeit führen 2 bist eine Reise o. ä.
unternehmen, lange Zeit Länder be¬
reisen, ohne daß ein bestimmter Ort
angestrebt wird
Va|gant: dat.> /wagant/ der; -en; -en 1
(tust.) a) im Mittelalter umherziehen¬
der Musikant, der aus Freude am un¬
gebundenen Leben auf Wanderschaft
ist b) Student, der sich auf dem Weg
von od. zu einem Studienort befindet
2 [veralt.] Herumtreiber
Va|gan|ten|dich|tung: /waganten-/ die;
• ; - (Literaturwiss.) mittelalterliches
literarisches Werk, das meist in latei¬
nischer Sprache Themen des Alltags
behandelt, u. von umherreisenden
Sängern zur Unterhaltung der Men¬
schen erdacht u. dargeboten wurde
Va|gan|ten|lied: /waganten-/ das; -(e)s;
-er (Literaturwiss.) sinnfrohes, epi¬
sches Musikstück, das die Liebe, das
Spiel u. den Wein zum Inhalt hat
Vag|heit: /wagheit/ die; - ; -en a) o. PI.
Zustand des nicht geklärt Seins, Unsi¬
cherheit, Unbestimmtheit b) [selten]
unsichere, unbestimmte Äußerung
va|g]e|ren: /wagiren/ vagierst; vagier-
test; hast vagiert [veralt.] ohne Ziel
umherwandern; ziellos herumschlen-
dem
Va|gi|li|t§t: dar.) /wagilität/ die; - ; - Fä¬
higkeit von Organismen, die Grenzen
eines Biotops zu überschreiten
Va|gi|na/Va|gi|na: dat.i /wagina/ die; - ;
Vaginen (Med.> Scheide; weibliches
Geschlechtsorgan
va|gi|nal: dat.i /wagjnal/ Adj. n. stg.
(Med.) zur Scheide gehörig
Va|gi|nis|mus: dat.i /waginißmuß/ der;
• ; Vaginismen (Med.) Verkrampfung
der Muskulatur im Bereich der Schei¬
de
Va|go|to|mie: dat.; gr.> /wagotomi/ die;
- ; - Vagotamien jwagotomPn/ (Med.)
operativer Eingriff, bei dem einzelne
Äste des Vagusnerves zur Verminde¬
rung der Produktion von Magensaft
durchtrennt werden, speziell bei chro¬
nischen Geschwüren im Bereich des
Magens u. des Darms
va|kant: <lat.> /wakant/ Adj. n. stg. [geh.]
frei; verfügbar; leerstehend; momen¬
tan nicht besetzt
Va|kanz: dat.> /wakanz/d/e; - ; -en 1
freie, offene Stellet [Iandsch.j unter¬
richtsfreie Zeit; (Schul-)Ferien
Va|kuo]le —> Va|ku|o|le: dat.i /wakuole/
die; - ; -n (Bio.> hohler, oft mit einer
Flüssigkeit angefüllter Raum in Zel¬
len von Pflanzen u. Tieren
Vajku|um: dat.> /waku-um/ das; -s; Va-
kua u. Vakuen "l a) Unterdrück b)
Raum, in dem sich (nahezu) keine
Luft befindet
Va|ku|um|ap|pa|rat: dat.i /waku-um-/
der; -(e)s; -e spezieller Apparat, mit
dem chemische, physikalische u. tech¬
nische Vorgänge mit Hilfe von Unter¬
drück durchgeführt werden
Va|ku|um|brem[se: /waku-um-/ die; - ;
-n (Technik) spezielle Bremse, die mit
Hilfe von Unterdrück funktioniert
Va|ku|tim|pum|pe: /waku-um-/ die; - ;
-n (Technik) Apparat, mit dem einem
Raum die Luft (nahezu) vollständig
entzogen u. so ein Vakuum hergestellt
wird
Va|ku|um|röh|ie: /waku-um-/ die; - ; -n
(Technik) Gerat zur Steuerung von
elektronischen Strömen, das zur
Gleichrichtung, Verstärkung u. Mo¬
dulation in Sendern dient, heute aller¬
dings (meist) durch Transistoren er¬
setztwird
vajku|um|ver|packt: /waku-um-/ Adj. n.
stg. zur Frischhaltung luftdicht in
eine Verpackung eingehüllt, aus der
die Luft entzogen wurde
Va]ku|um|verlpackung (Va|ku|um|ver|-
pakjkung —* Va|ku|um|ver[pa|-
ckung): dat.; dt.> /waku-um-/ die; - ;
-en spezielles Behältnis, in das Waren
zur Frischhaltung unter Verwendung
von Unterdrück luftdicht einge¬
schweißt werden
Vak|zi|na|ti|on: dat.> die; - ; -en
/wakzinazion/ (Med.) Schutzimpfthg
(meist gegen Pocken)
Vak|zi[ne: dat.> die; ~ ; -n /wakzine/
(Med.) aus Krankheitserregern herge¬
stellter Impfstoff
Va|ien|tins|tag: /Walentins-/ der; -(e)s;
-e 14. Februar; Tag, an dem sich Ver¬
liebte Blumen, Gtußkarten o. ä.
schenken
Valjenz: dat.i /walenz/ die; •; -en 1 Wer¬
tigkeit (eines Atoms) 2 (Sprachwiss.)
Eigenschaft eines Wortes (besonders
von Verben), syntaktisch u. seman¬
tisch Satzergänzungen zu erfordern
Va|iet: dat.i /walet/ das; -s; -s 1 [veralt.]
Gruß zum Abschied 2 [geh.] jmdm.,
einer Sache Valet sagen: eine Person
od. ein Ziel aufgeben
Va|leun dat.-fr.i /walör/ der; -s; -s u. die;
-; -s 1 (Bankw.) [veralt.] Wertpapier 2
m. Pi. (Malerei) Feinabstufung von
Licht u. Schatten bzw. einer od. meh¬
rerer Farben auf einem Gemälde
va|lid/va|l||de: dat.i /wahd/ Adj. valider;
valideste 1 [veralt.] Gültigkeit habend;
rechtskräftig 2 [geh.] a) wirksam b)
gewissenhaft 3 gesund
va|tl|die|ren: dat.i /walidiren/ validierst;
validiertest; hast validiert 1 [veralt.]
die Gültigkeit hersteilen; die Rechts¬
kräftigkeit erwirken, bewirken, erklä¬
ren, bestätigen 2 [geh.] herausfinden,
welchen Wert etw. besitzt, wie wichtig
bzw. zuverlässig etw. ist
Va|li|dje|rung: dat.i /walidirung/ die; - ;
-en 1 (Rechts-)Gültigkeit 2 Feststel¬
lung des Wertes, der Wichtigkeit, der
Zuverlässigkeit von etw.
Va|li|di|tät: dal.-fr.i /walidität/ die; - ; -
a) Gültigkeit b) Rechtsgültigkeit
va|l|e|ren: /wahren/ valiert; votierte; hat
valiert [veralt.] Gültigkeit haben;
Wert besitzen
Va|lon dat.i /walor/ der; -s; Valoren
Iwalorenl 1 (inhaltlicher) Wert 2n. PI.
Wertgegenstände, Vermögen
Va|lo|ren|ver|si|che|rung: /waloren-/
die; - ; -en (Versicherungsw.) Versi¬
cherung, die zur Absicherung des
Transports von Wertsachen abge¬
schlossen wird
1232
Varistor
Va|lo|ri|sa|b'|on: dat.> /walorisazign/ die;
- ; -en <Wirt.> Erhöhung des' Waren¬
preises durch den Staat, die sich für
den Hersteller positiv auswirkt; staat¬
licher Eingriff zur Stützung von Roh¬
stoffpreisen (z. B. Vernichtung od.
Einlagerung bei Überangebot)
va|lo|ri[sfe|ren: /walorisiren/ valorisiert;
valorisierte; hat valorisiert «Wirt.)
(von staatlicher Seite) den Waren¬
preis zum Vorteil des Herstellers er¬
höhen
Va|io|ri|s|e|rung: /walorisirung/ die; - ;
-en <Wirt.> Erhöhung des Warenprei¬
ses (von staatlicher Seite) zum Vorteil
des Herstellers
Va(lu]ta: dat.-it.s /waluta/ die; - ; Valu¬
ten a) Wert von ausländischen Zah¬
lungsmitteln od. einer Ware an einem
bestimmten Tag b) Geld in fremder
Währung
Va|lu|to|an|lei|he: /waluta-/ die; ~ ; -n
<Wirt.> auf den Besitzer ausgestelltes
Wertpapier, in dem sich der Ausstel¬
ler zu einer bestimmten Zahlung in
ausländischer Währung verpflichtet
Va|lu]ta|klau|sel: die; ~ ; -n /waluta-/
<Wirt.> Festlegung einer Schuld, be¬
rechnet nach dem Wert eines auslän¬
dischen Zahlungsmittels
Va|lu|ta|kre|dft: /waluta-/ der; -(e)s; -e
<Wirt.> in einer ausländischen Währ¬
ung aufgenommene Anleihe
va[lu(tielren: <lat> /walutiren/ <Wirt.;
Bankw.) a) eine Wertstellung festle¬
gen b) einen Betrag, der durch eine
Hypothek o. ä. abgedeckt ist, bereit¬
stellen
Vamp: <engh /wämp/ [abwert.] Frau,
die ihre Erotik berechnend einsetzt
Vamjplr: tserb.t /wampir/ der; -(e)s; -e
nachts sein Unwesen treibendes Fa¬
belwesen, lebender Toter mit langen,
spitzen Eckzähnen, der sich vom Blut
der Lebenden ernährt
Va|ng|dl|um: /wanadium/ das; -s; - che¬
mischer Grundstoff; Metall in grauer
Färbung
Van|dajle/Wan|da|le: /wandale/ der; -ik;
-n (m. PL) 1 Angehöriger eines
Volksstammes zur Zeit der Völker¬
wanderung 2 [abwert.] Mensch mit
ausgeprägtem Zerstörüngsdrang
Van(da[lis|mus/Wan|da|lis|mus: </r.>
/wandalißmuß/ der; - ; - mutwillige
Zerstörung
Va|nil|le: dat.-span.-fr.y /wamllje u.
wanille/ die; ~ ; -1 tropische, ranken¬
de Pflanze aus der Gattung der Orch¬
ideen mit hellgelben Blüten 2 duftin¬
tensives, aromatisches Gewürz aus
den Früchten der Vanille (1)
va|nil|le: <lat.-span.-fr.> /wanillje u.
wanille/ Adj. n. stg.; n. dekl. von hel¬
lem, blassem Gelbton
Va|nil|le|eis: /wanillje- u. wanille-/ das;
-es; - spezielle Sorte von Milchspeise¬
eis, die nach Vanille schmeckt
Va|nH|le|kip|ferl: /wanillje- u. wanille-/
das; -s; -n Teighörnchen mit Nüssen
od. Mandeln, das mit Vanillezucker
überpudert wird
Va|nH|Msau[ce/Va|nil[le|so|8e: /wanill¬
je- u. wanille-/ die; - ; -n süßliche (zu
Eis, Früchten o. ä. gereichte) Soße,
die nach Vanille schmeckt
Va|nil|Kn: dat.-span.-fr.y /wanillin/ das;
-s; - natürlicher od. künstlich herge¬
stellter AromastofFder Vanille
Valpeurs: dat.-fr.) /wapörß/ die (PL)
[geh.; veralt.] 1 übermäßige Ansamm¬
lung von Gasen in Magen u. Darm,
die Blähungen verursacht 2 launi¬
sches Gehabe; unhöfliches Benehmen
Va|po|ri|me|ter: dat.-gr.y /waporimeter/
das; -s; - [veralt.] Apparatur, mit der
der Gehalt von Alkohol in Flüssigkei¬
ten, besonders in Bier u. Wein, nach¬
gewiesen u. gemessen wird
Va[po|ri[sa|ti|on: dat.y /waporisazion/
die; ~ ; -en 1 [veralt.] das Nachweisen
u. Messen des Alkoholgehalts in
Flüssigkeiten mit einem Vaporimeter
2 <Med .> heute nicht mehr praktizierte
Methode zur Unterbindung des Blut¬
stroms bei einer Wunde unter Ver¬
wendung von Wasserdampf, speziell
in der Region der Gebärmutter
va|po|ri|sje]ren: dat.-fr.y /waporisiren/
vaporisierst; vaporisiertest; hast vapo¬
risiert 1 [veralt.] den Alkoholgehalt in
Flüssigkeiten mit einem Vaporimeter
nachweisen u. messen 2 von flüssigem
Zustand durch Verdampfen in gas¬
förmigen Zustand übergehen
Var.: Abk. 1 Variable = veränderliche
Größe in mathematischen Gleichun¬
gen 2 Variante = 1. Abart 2. Spielart
3 Variations (eines musikalischen
Themas)
var: Abk. variabel = veränderlich
Vg|ria: <lat.> /waria/ die (PL) <Buchw.>
Unterschiedliches, das zusammenge¬
faßt wird; Allerlei
va|ria]bel —» va|ri|a|bef: dat.-fr.y /waria;
bei/ Adj. variabler; variabelste a) un¬
terschiedliche Möglichkeiten bietend
b) nicht endgültig festgelegt
Va|ria|bi|li|tät —> Va|ri[a|bi|li|tät* /wa-
riabilität/die; - ;- [geh.]ZusTandder
Veränderbarkeit bzw. der Möglich¬
keit, zwischen verschiedenen Formen
zu wählen; Veränderlichkeit; Verän¬
derbarkeit
Va|ria|ble —» Va|ri|a|b|le: dat.y /waria
ble/ die; -n; -n «Math.; Physik) unbe¬
stimmte Größe, veränderbarer Platz¬
halter
va|ri|ant: <fr.> /wariant/ Adj. n. stg. 1
«Math.) bei Umformung veränderbar
2 [geh.] wandelbar unter bestimmten
Voraussetzungen
Va|ri|an|te: dat.-fr s /wariante/ die; - ; -n
1 [geh.] geringfügig abweichende
Form 2 <Literaturwiss.> Textstelle, die
in unterschiedlichen Fassungen, in
unterschiedlicher Form existiert 3
<Musik> Wechsel der Tonart inner¬
halb eines Musikstücks
va(rl(an|ten|reictv. /warianten-/ Adj. <be¬
sonders Sport) voller Abwechslung;
ausgezeichnet durch zahlreiche u. un¬
terschiedliche Möglichkeiten
Va|ri|anz: </ot.> /warianz/ die; - ; -en
<Math.> Wert, durch den das Ausmaß
der Abweichung vom Durchschnitt
ausgedrückt wird; durchschnittliche,
mittlere quadratische Abweichung
Va|ria|ti|gn —» Va|ri]a|ti|gn: <lat.-fr.>
/wariazion/ die; - ; -en 1 Variante; an¬
dere Ausprägung »Diese Geschichte
gibt es in vielen Variationen.« 2 <oft
Musik) Veränderung einer Melodie,
eines Rhythmus od. einer Harmonie
3 <Bio.> bei einzelnen Lebewesen vom
Durchschnitt abweichendes Ausse¬
hen
Va|ria|titgns|brei]te —> Va|ri|a]ti|gns|-
breifte: /wariazignß-/ die; - ; - alle
möglichen Veränderungen, Abwand¬
lungen
va|ria|ti|gnsjfö|hig —» va|ri|a|ti|gns|fä|-
hig: /wariazignß-/ Adj. in der Lage,
sich od. etw. abzuändern; veränder¬
bar; veränderlich
Va|riafti|pns|mög|lich|keit —> Va|ri|a|ti|-
gns|mög|lich|keit /wariazignß-/ die;
~ ; -en a) etw., was verändert, abge¬
wandelt werden kann b) Gelegenheit
der Abwandlung
Va)ria|ti|gns|recH|ming —> Va[ri|a(ti|-
gns|rech|nung: /wariazignß-/ die; - ;
-en <Math.> spezielles Berechnungs¬
verfahren in der Mathematik, bei der
eine Funktion durch die Bestimmung
der Extremwerte eines Integrals be¬
rechnet wird, das wiederum von die¬
ser Funktion abhängig ist
Vajrieftät—» Va|ri|e|tät: dat.y /wari-etät/
die; - ; -en 1 <Bio.> verwandte Art in
der Tier- u. Pflanzenwelt 2
<Sprachwiss.> kurz für Sprachvarietät,
Erscheinungsform der Sprache
Va|rie|td —» Va|ri|e(tö/Va|ri[e|t«e: dat.-
fr.y /wari-ete/ das; -s; -s Theater mit
gemischtem Programm, aus artisti¬
schen, tänzerischen, gesanglichen u.
kabarettistischen Nummern
Va|rfe|tö]thea(ter —» Va|ri|e|t6)thela(ter/
Va|ri|ettee|the|atter: /wari-ete-/ das;
-s; - Theater, in dem ein stark ge¬
mischtes u. in rascher Abfolge wech¬
selndes Programm dargeboten wird
mit artistischen, akrobatischen, musi¬
kalischen, tänzerischen Darbietungen
valrilielren: <lat.-fr.> /wari-iren/ variierst;
variiertest; hast variiert verändern;
verschiedene Ausprägungen bilden,
haben
va|ri[kös: <lat.> /warikös/ Adj. n. stg.
<Med.> auf die Entstehung von
Krampfadern (Varizen) bezogen, mit
ihr verbunden
Va|ri|ko|se: <lat.> /warikgse/ die; ~ ; -n
<Med.> Krankheit bzw. Schmerzen,
die durch die Entstehung von
Krampfadern (Varizen) hervorgeru¬
fen wird
Va|ri|ko|si|tgt: <lat.> /warikosität/ die; ~ ;
-en «Med.) Entstehung von Krampf¬
adern (Varizen)
Va|rio)metter —* Va|ri|o|me)ten dal.;
gr.> /wariometer/ das; -s; - «Technik;
Physik) 1 «besonders Flugw.) Appara¬
tur, mit der Veränderungen des Luft¬
drucks nachgewiesen werden, beson¬
ders bei Flugzeugen, in denen auf
diese Weise die Geschwindigkeit bei
der Verringerung bzw. Vergrößerung
der Flughöhe gemessen u. angezeigt
wird 2 Apparatur, mit der permanent
die Abweichungen beim erdmagneti-
sehen Feld festgestellt u. überprüfbar
gemacht werden
Va|rio|ob|jek|tiv —Va|ri|o|ob(jek|tiv:
/wario-/ das; -s; -e «Photographie)
Objektiv, bei dem die Brennweite stu¬
fenlos verstellt werden kann
Va|ri|stor —> Va|risftor. dal.; eng/.)
/warißtor/ der; -s; Varistoren «Tech¬
nik; Physik) elektrischer Widerstand,
der benutzt wird, um die Spannung
1233
Varityper
zu stabilisieren u. dessen Leitwert sich
mit ansteigender Spannung erhöht
Va|ri|ty|per: <engh /wäntaipcr/ der; -s; -
Setzmaschine, die wie eine Schreib¬
maschine funktioniert
Va|ri[ze: data /warize/ die; - ; -n (Med.)
verdicktes Blutgefäß; Krampfader
va|sal: dat.> /wasal/ Adj. n. stg. <Med.;
Bio.) auf (Blut-)Gefäße bezogen, sie
betreffend
Va|sall: dat.-fr.> /wasall/ der; -en; -en
<hist.> Lehensknecht im Mittelalter,
der sich freiwillig unter den Schutz ei¬
nes Fürsten gestellt hat
Va|sal|len|staat: /wasallen-/ der; -(e)s;
-en [abwert.] von einem anderen Staat
bzw. einer Großmacht abhängiger
Staat
Va|sal|len|tum: /wasallentum/ das; -s; -
alle Bedingungen, die die Beziehung
zwischen einem Vasallen u. seinem
Herrnrregeln
va|sal|lisch: /wasallisch/ Adj. n. stg. auf
den Gefolgsmann sowie das Vasallen¬
tum bezogen, ihn/es betreffend
Va|se: dai.-fr.> /wase/ die; - ; -n 1 (mit
Wasser gefülltes) Gefäß, in das
(Schnitt-)Blumen gestellt werden
können 2 Tonbehälter für unter¬
schiedliche Dinge in der Antike
Vas|ek|to|m|e —* Va|s|ek|to|mje: <lat.-
gr.i /wasektomi/ die; - ; Vasektomien
jwasektomi‘nl (Med.> 1 Operation zur
Sterilisation eines Mannes, bei der ein
Teil des Samenleiters entfernt wird 2
Operation, bei der ein Teil eines Blut¬
gefäßes entfernt wird
Va|aellin/Va|se|li]ne: /waselin(e)/ die; - ;
- Salbengrundlage, entsteht bei der
Verarbeitung von Erdöl; Salbe
vas|ku|far/vas|ku|län <lat.> /waßkular u.
waßkulär/ Adj. n. stg. <Med.; Bio.> auf
die Gefäße bzw. die Blutgefäße bezo¬
gen
Va]so|mojtg|ren: <lat.> /waso-/ die (PI.)
<Med.> die Ausdehnung der Gefäße
bestimmende Nerven
va|so|mo|to|risch: /wasomotorisch/
Adj. n. stg. <Med.> sich auf die Nerven,
die die Ausdehnung der Gefäße be¬
stimmen, beziehend
Va|so|to|m]e: /wasotomi/ die; - ; Vaso-
tomien jwasotomPnl <Med.> 1 Opera¬
tion, bei der der Samenleiter des
Mannes zum Zweck der Sterilisation
unterbrochen wird 2 Operation, bei
der ein Blutgefäß durchtrennt wird
Vat.: Abk. Vatikan = oberste Behörde
der katholischen Kirche (in Rom),
Wohnsitz des Papstes in Rom
Vajter: der; -s; Väter 1 a) Erzeuger;
Mann, der mindestens ein Kind ge¬
zeugt hat u. normalerweise versorgt,
erzieht; männlicher Elternteil b)
<übertr.> Urheber, Schöpfer c) männ¬
liche Person, die die Vaterstelle ein¬
nimmt 2 a) dcath. Kirche) Anrede, Ti¬
tel für hohe katholische Geistliche b)
o. PI. Anrede Gottes in Gebeten 3 PI.
Ahne, Vorfahre 4 Vater Staat:
[scherzh.] der Staat 5 Heiliger Vater:
(kath. Kirche) Papst 6 der himmli¬
sche Vater, [geh.] Gott 7 (ach) du dik-
ker Vater!: [ugs.] überraschter Ausruf
8 hier ist der Wunsch der Vater des
Gedankens: es ist unwahrscheinlich,
daß der Wunsch in Erfüllung geht;
scherzhafte Bemerkung, wenn eine
Person etw. (versehentlich) aus¬
spricht, was auf keinen Fall eintreten
wird 9 zu seinen Vätern heimgehen,
versammelt werden: [geh.; veralt.j
sterben 10 Ein Vater ernährt eher
zehn Kinder als zehn Kinder einen
Vater: Dankbarkeit bei Kindern ist
selten, man sollte sich nicht darauf
verlassen
Va|ter|bild: das; -(e)s; -er (Psychologie;
Soziol.) (ideale) Vorstellung od. Mei¬
nung, die eine Person von ihrem Va¬
ter od. von der Rolle des Vaters hat
Va|tetjbtn|dung: die; - ; -en (Psycholo¬
gie> gefühlsmäßige Verbindung, Be¬
ziehung zum Vater
Vä]ter1chen: das; -s; - 1 Verkleine¬
rungsform von Vater 2 [selten] (liebe¬
volle) Bezeichnung für einen alten
Mann 3 Väterchen Frost: [scherzh.]
strenge Kälte
Va|ter)freulden: die (PI.) in der
Wendung Vaterfreuden
entgegensehen: [off scherzh.] als Va¬
ter in kurzer Zeit die Geburt seines
Kindes erwarten -
Va|ter|haus: das; -es; -häuser [geh.] a)
Haus, in dem die Eltern wohnen, aus
dem man stammt u. seine Kindheit
verbracht hat b) soziale Verhältnisse,
in denen jmd. aufgewachsen ist
Va|teijkom|plex —> Va|teijkom|p|lex:
der; -(e)s; -e (Psychologie) (zu) starke
Beziehung eines Kindes zu seinem
Vater
Vafterjland: das; -(e)s; -länder [geh.]
Land, Staat, dem sich jmd. verbun¬
den fühlt, weil er dort geboren wurde
vajter|län|disch: Adj. n. stg. [veralt.;
geh.] a) das Heimatland betreffend b)
das Heimatland verehrend
Va|teiilands|lie|be: die; - ; - [veralt.;
geh.] starkes Gefühl der Zuneigung
für das Heimatland, Syn.: [fremd-
sprl.] Patriotismus
vajter|lands|lie|bend: Adj. n. stg. [ver¬
alt.; geh.] mit seinem Vaterland ge¬
fühlsmäßig stark verbunden
vatter|lands|los: Adj. n. stg. [veralt.;
geh.; abwert.] a) kein Gefühl für sein
Heimatland empfindend b) sein Hei¬
matland ablehnend
Va|terjlands]vei1rä|ter: der; -s; - weibl.
Vajterlands|verjrä]te|rin: die; - ; -nen
[geh.; abwert.] Person, die sich verrä¬
terisch gegenüber dem eigenen Vater¬
land verhält
vä|ter|lich: Adj. n. stg. 1 dem Besitz des
Vaters zuzurechnen; in Beziehung
zum Vater stehend 2 um das Wohler¬
gehen einer Person wie ein Vater be¬
sorgt, bemüht
vä|terjli|cher|seits: Adv. die Verwandt¬
schaft des Vaters betreffend, auf sie
bezogen
Vajteijmörjder: der; -s; - 1 jmd., der sei¬
nen Vater ermordet hat 2 [scherzh.]
hoher altmodischer, steifer Kragen
für Männer
Va|ter|na|me/Va|ters|na|me: der; -ns; -n
1 Name, der vom Namen des Vaters
abgeleitet ist 2 [veralt.] zweiter Teil
des Namens, der auf die Familie ver¬
weist; Nachname; Zuname; Familien¬
name
Vajterjrecht: das; -(e)s; -e (Völkerkun¬
de) rechtliche Regelung der Domi¬
nanz der väterlichen Linie bei der Ab¬
stammung u. der Erbfolge
Va]teijschaft: die; - ; -en Vatersein in
rechtlicher Hinsicht
Va|teijschafts|be|stim|mung: die; - ; -en
medizinische Untersuchung zur Er¬
mittlung des tatsächlichen, biologi¬
schen Vaters in Form einer Blutana¬
lyse
Vajter]schafts|kla|ge: die; ~ ; -n
(Rechtsw.) gerichtliche Eingabe, den
Nachweis der biologischen Vater¬
schaft zu erbringen
Va|teijstadt: die; - ; -Städte [geh.] Stadt,
in der man seine Kindheit verbracht
hat, in der man aufgewachsen ist
Va|ter|stel|le: in der Wendung bei, an
jmdm. die Vaterstelle vertreten: sich
um jmdn. anstelle des leiblichen Va¬
ters kümmern
Va(ter|tag: der; -(e)s; -e Himmelfahrts¬
tag, an dem Männer feiern, Ausflüge
machen
Va(terjtier das; -(e)s; -e (Landwirt.)
männliches (Zucht-)Tier
Va|ter|un|ser/Valter]un|sen das; -s; -
(Religion) in der Bergpredigt überlie¬
fertes christliches Gebet
Va|ti|kan: dat.t /watikan/ der; -s; -
1 eigenständiger, selbstverwalteter
(Zwerg-)Staat in Rom; Sitz des Pap¬
stes 2 Leitung der römisch-katholi¬
schen Kirche; der Papst u. seine engen
Mitarbeiter
va]ti|ka|nisch: /watikanisch/ Adj. n. stg.
dem Vatikan zuzurechnen, ihn betref¬
fend
Va|ti|kan|stadt: /watikan-/ die; ~ / -
kleinster selbständiger, souveräner,
völkerrechtsfähiger Staat (in dem die
Residenz des Papstes gelegen ist) als
religiöses u. politisches Zentrum der
römisch-katholischen Kirche im
nordwestlichen Teil der italienischen
Hauptstadt Rom
V-Auslschnitt: der; -(e)s; -e (Mode;
Oberbekleidung) Ausschnitt eines
Pullovers, einer Bluse o. ä. in der
Form eines V
v. A. w.: Abk. von Amts wegen
Vb.: Abk. 1 Verbindung 2 Vereinbarung
3 Verbrauch
vb.: Abk. 1 verbessert 2 verbindlich 3
verbunden
vbd.: Abk. verbunden
vbdl.: Abk. verbindlich
Vbem.: Abk. Vorbemerkungen)
VBG: Abk. Vermögensbildungsgesetz
vbl.: Abk. variabel = veränderlich
Vbr: Abk. a) Verbrauch b) Verbrauche-
er(in)
v. Chr.: Abk. vor Christus
VCR: Abk. (Unterhaltungselektronik)
Videokassettenrecorder
VD: Abk. 1 Versorgungsdienst 2 (Ver¬
waltung) vertrauliche Dienstsache 3
a) Verwaltungsdirektion b)
Verwaltungsdirektoren) 4 Vierfar¬
bendruck
v. D.: Abk. vom Dienst
VDM: Verbi Divini Minister/Ministra:
[Schweiz.] ordinierte(r) reformierte(r)
Theologe/Theologin
VDS: Verband Deutscher Studenten¬
schaften, heute Vereinigte Deutsche
Studentenschaften
vdt.: Abk. vidit = (/at.> /widit/ [veralt.]
(er od. sie) hat (etw.) gesehen
1234
Ventrikel
v«|ge|ta|bil: /wegetabil/ Adj. n. stg. aus
rein pflanzlichen Stoffen bestehend
Ve|getta|bijlilen: /wegetabili'n/ die (PI.)
Nahrungsmittel, die aus pflanzlichen
Stoffen bestehen
ve|ge|ta|bi|lisch: /wegetabilisch/ Adj. n.
stg. aus rein pflanzlichen Stoffen be¬
stehend »Diese Margarine enthält nur
vegetabilische Fette.»
Ve]ge)ta|ria|ner —» Ve|ge)ta|ri|a|nen
/wegetarianer/ der; -s; - weibl. Ve|ge|-
ta|riajne|rin —» Ve|gejta|ri|a|ne|rin:
die; -; -nen [selten] Person, die je nach
Ausprägung entweder nur pflanzliche
Lebensmittel ißt od. nur kein Fleisch
ißt (also Fisch, Milchprodukte, Ho¬
nig ii. Eier zu sich nimmt), Syn.:
[heute gebräuchlicher] Vegetarier/Ve-
getarierin
Va|gefejd|en dal.-engh /wegetari'r/
der; -s; ~ weibl. Vefge|ta|iie|riiT —»
Ve|ge|ta|ri|e|rin: die; ~ ; -nen 1 Person,
die sich je nach Ausprägung des Vege¬
tarismus ohne Fleisch, (meist) ganz
ohne tierische Lebensmittel (ohne Ei¬
er, ohne Milchprodukte) ausschlie߬
lich von pflanzlichen Lebensmitteln
ernährt 2 <Tier> Pflanzenfresser
ve{ge|tajrisch: /wegetarisch/ Adj. n. stg.
pflanzlich, ohne Fleisch
Ve|ge|ta|ris|mus: dal.-englo /wegetariß-
muß/ der; - ; - Ernährung unter Ver¬
zicht auf Fleisch, manchmal auch auf
alle tierische Lebensmittel (also von
Fisch, Milchprodukten, Honig u. Ei¬
ern)
Ve|ge|ta)ti[on: dato /wegetazipn/ die; - ;
-en a) gesamtes Pflanzenvorkommen
eines Gebietes b) das Gedeihen der
Pflanzen
Ve|ge|ta)ti|ons|ge|biet: /wegetazionß-/
das; ~(e)s; -e Region, in der be¬
stimmte, an das herrschende Klima
angepaßte Pflanzen wachsen
Ve|gettaftifgns|gren|ze: /wegetazionß-/
die; - ; -« gedachte Linie, ab der auf¬
grund der klimatischen Bedingungen
kein Pflanzenwuchs mehr möglich ist
Ve|ge|ta|ti[gns|gürftel: /wegetazionß-/
der; -s; - Region, in der eine an die je¬
weiligen klimatischen Bedingungen
angepaßte Pflanzenwelt existiert
ve)ge|ta|ti|gns|los: /wegetazionß-/ Adj.
n. stg. völlig ohne Pflanzenbewuchs
Ve|ge|ta|tijpns|pejri|ode: /wegetazionß-/
die; - ; -n Zeit im Jahr, in der die
Pflanzen wachsen, austreiben-
ve|ge|ta|tiv: <lat.> /wegetatif/ Adj. n. stg.
1 <Bio.; Med.; Nervensystem> un¬
kontrolliert; unkontrollierbar; un¬
bewußt ablaufend 2 <Bio.; Fortpflan¬
zung) ohne natürliches Geschlecht
»vegetative Fortpflanzung« 3 aus
Pflanzen bestehend
ve|ge|tje|ren: dato /wegetiren/ veg<?-
ijerst; vegetiertest; hast vegetiertelend
leben; sein Leben unter (extrem)
schlechten Bedingungen führen
ve|he|ment: dato /wehement/ Adj. vehe¬
menter; vehementeste heftig; unkon¬
trolliert stark
Ve|he|menz: <lat.> /wehemenz/ die; ~ ; -
Heftigkeit; unkontrollierte Stärke
Ve|hi|kel: <lat.> /wehikel/ das; -s; -1 ver¬
altetes, sich im schlechten Zustand
befindendes Fahrzeug »Was ist das
denn für ein Vehikel?« 2 Mittel zum
Zweck »etw. als Vehikel benutzen«
Veil|chen: das; -s; - 1 (Bot.) kleine
Blume mit blauen bis violetten Blüten
u. starkem Duft 2 blau wie ein
Veilchen: 1. [ugs.; scherzh.] stark al¬
koholisiert; betrunken 2. [ugs.,
scherzh.] blau-grün-gelb-violetter
Bluterguß am Auge, der durch einen
Schlag hervorgerufen wurde 3 wie ein
Veilchen im Verborgenen blühen: al¬
lein leben bzw. handeln, ohne aufzu¬
fallen u. ohne die verdiente Anerken¬
nung zu erhalten
veiljchen|blau: Adj. n. stg. 1 in der blau¬
violetten Farbe des Veilchens (1) 2
(übertr.) [ugs.; scherzh.] (sehr) stark
alkoholisiert
Veil|chen[doft: der; -(e)s; -dufte natürli¬
cher od. künstlicher Geruch, wie ihn
ein Veilchen ausströmt
Veil|chen[wur[zel: die; • ; -n getrockne¬
ter Wurzelstock, der zu einem stark
nach Veilchen duftenden ätherischen
Öl verarbeitet wird u. in der Parfüm¬
herstellung od. in der volkstümlichen
Medizin verwendet wird
Veits|tanz: der; -es; - Erkrankung des
Nervensystems, bei der Muskelzuk-
kungen o. ä. auftreten
Vektor: dal.-englo /wektor/ der; -s;
Vektoren <Math.> physikalische od.
mathematische Größe, dargestellt
durch einen Pfeil, bei der Ansatz¬
punkt, Richtung u. a. festlegbar ist
vek|to[riiell: /wektoriell/ Adj. n. stg.
(Math.) Vektoren bzw. die Vektor¬
rechnung betreffend
Vek|torjrech|nung: /wektor-/ die; -; -en
(Math.) mathematisches Teilgebiet,
das sich mit den Vektoren auseinan¬
dersetzt
Ve|faijlaub /welar-/ der; -(e)s; -e
<Sprachwiss.> sprachlicher Laut, der
durch den Kontakt von Zungenrük-
ken u. Gaumensegel entsteht; Hinter¬
gaumenlaut
Ve|lo: /welo/ das; -s; -s [Schweiz.] Fahr¬
rad '
Ve|lo|drom: fr.; gr.> /welodrom/ das; -s;
-e ovale, geschlossene Rennbahn für
Radrennen, in der die Kurven der
Bahn überhöht sind
Vejfottour /welotur/ die; - ; -en
[Schweiz.] Ausflug mit dem Fahrrad
VeHoura: dat.-fr.> /welur/ der; - jwe-
lurfij; - jwelurßj 1 Samt 2 samtiger
Stoff; samtartiges Gewebe
Ve|lum: dato /welum/ das; -s; Vela 1
<kath. Kirche) a) Seiden- od. Leinen¬
tuch, mit dem Ziborium u. Kelch zu¬
gedeckt sind, bevor das Meßopfer ge¬
feiert wird b) <kath. Kirche) Schulter¬
tuch, das der Priester trägt, wenn er
den Segen erteilt 2 <hist.> Tuch, Tep-
ich o. ä. zur Türbedeckung in anti-
en römischen Häusern od. als Son¬
nenschutz in Tempeln 3 <Zool.> Kranz
von Wimpern bei Larven der Schnek-
ken u. Muscheln, die zum Schwim¬
men dienen; bei Quallen verbreiteter
Fortsatz des Schirms in Form eines
Segels 4 Blätterpilzhülle S kurz für ve-
lum palatinum = (Sprachwiss.;
Anat.; Med.) Gaumensegel
Ven|datjta: <lat.-it.> /wendetta/ die; - ;
Vendetten in Italien verbreiteter Ra¬
chefeldzug, bei dem verfeindete Fa¬
milien gegenseitig einzelne Familien¬
mitglieder umbringen u. der über Ge¬
nerationen andauert, Syn.: Blutrache
Vejne: <lat.> jwene/ die; - ; -n <Med.> in
das Herz führende Hauptader
Ve|nen[ent|zün|dung: /wenen-/ die; - ;
-eh Entzündung der Venen, beson¬
ders der Gefäßwand, meist im Zu¬
sammenhang mit Krampfadern
ve)ne]ra|bel: <lat.> /wenerabel/ Adj. vene-
rabler; venerabelste [geh.; veralt.]
hoch angesehen; ehrfurchterweckend
Ve|ne|ra|bi|le: dato /wenerabile/ das;
-(s); - <kath. Kirche) die geweihte Ho¬
stie im Tabernakel od. in der Monst¬
ranz; Allerheiligstes
Ve)ne|ra|tijon: dato /wenerazion/ die; - ;
-en [geh.; veralt.] Ehrerbietung
ve|nejrie|i«n: dato /weneriren/ vene-
rierst; veneriertest; hast veneriert
[geh.; veralt.] eine Person verehren,
als wäre sie eine Heilige bzw. ein Hei¬
liger
Ve|ne|ro[lpjge: dat.; gr.> /wenerologe/
der; -n; -n weibl. Va|ne|ro|lo|gin: die;
~ ; -nen <Med.> Facharzt, Fachärztin
für Geschlechtskrankheiten
Ve|ne|ter: /weneter/ der; -s; - weibl. Ve|-
ne|te|rin: die; - ; -nen Bewohner bzw.
Bewohnerin der norditalienischen
Region Venetien
Ve|nejti|en: o. Art.; -s; - Gebiet im Nor¬
den Italiens, in dem Venedig liegt
Ve|ne|zia|ner —> Ve|ne|zi|a)ner: /wene-
zianer/ der; -s; - weibl. Ve|nejziajne|-
rin —> Ve|ne|zi[a]ne|rin: die; - ; -nen
Bewohner bzw. Bewohnerin der ita¬
lienischen Stadt Venedig
ve|ne|ziajnisch —> ve|ne[zi|a|nisch:
/wenezianisch/ Adj. n. stg. die Stadt
Venedig betreffend, zu ihr gehörend
vejnös: dato /wenös/ Adj. n. stg. <Med.)
den Venen zuzuordnen
Venjtfl: dato /wentil/ das; ~(e)s; -e 1
Steuerungseinheit, mit der Druck von
Gasen od. Flüssigkeiten geregelt wird
»Das Ventil am Reifen ist undicht.« 2
a) Mechanismus zur Veränderung der
Grundstimmung bei Blechblasinstru¬
menten b) Klappe an der Orgel, durch
die die Luftzufuhr reguliert wird
Venjtii!a|ti|gn: dat.-fr o /wentilazion / die;
- ; -en 1 Bewegung von Luft 2 (künst¬
liche) Belüftung
Venjti|la|tor: dal.-englo /wentilator/ der;
-s; Ventilatoren Gerät zum Bewegen
der Luft, zur Erzeugung von Wind
ventti|lie|ren: /wentiliren/ ventilierst;
ventiliertest; hast ventiliert 1 [selten]
frische Luft in einen Raum lassen 2
[geh.] mit großer Genauigkeit über¬
prüfen, eingehend nachdenken
Ven|ti|lie|rung: /wentilirung/ die; - ; -en
1 [selten] das Lüften 2 [geh.] Erörte¬
rung, Prüfung schwieriger Probleme
Ven|tjl|r(>h|re: /wentil-/ die; - ; -n <Elek-
trot.) [veralt.] Gerät zur Umwandlung
von Wechsel- in Gleichstrom, heute
ersetzt durch Dioden od. Thyristoren
Ven|tit|spiel: /wentil-/ das; -(e)s; -
(Technik) Bereich, in dem sich ein
Motorventil bewegen kann
Venftil|steue[rung —* Ven|tiljsteu|e|-
njiig: /wentil-/ die; - ; -en (Technik)
Regulierung der Verbrennung durch
Ventile bei einem Verbrennungsmo¬
tor
Ven|trjjkel —» Ven|t|ri]kef: /wentrikel/
der; -s; - a) Herzkammer beim Men¬
1235
ventrikular/ventrikulär
sehen b) Innenraum des menschlichen
Körpers
venttri|ku|lar/venttri|ku|Ujr —* ven|t|ri|-
ku|lar/venft)ri|ku[lär: <lal.> /wentrilcu-
lar ü. wentrikular/ Adj. n. stg. <Med.>
eine Kammer (z. B. eine Herzkam¬
mer) betreffend
Vejnus: dato /wenus/ die; - ; -1 römi¬
sche Göttin der Liebe 2 Planet, Syn.:
Morgen-, Abendstern
Ve|nus|berg: /wenus-/ der; -(e)s; -e 1
<Anat.> oberhalb der äußeren Ge¬
schlechtsorgane hervortretende Erhe¬
bung bei der Frau 2 <Geographie> Na¬
me mehrerer Berge in Deutschland,
Syn.: Venushüge!
Ve|nus|hü|gel: /wenus-/ der; -s; - ober¬
halb der äußeren Geschlechtsorgane
hervortretende Erhebung bei der
Frau, Syn.: Venusberg
Ve|nus|son|de: /wenus-/ die; - ; -n Son¬
de, mit der der Planet Venus wissen¬
schaftlich beobachtet wird
VEP: Abk. 1 Verbraucherendpreis 2
Verkaufseinzelpreis
ver-: Wortbildungselement + Substantiv
od. + Adj. 1 dient der Verbalisierung
a) zum im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten machen »vereinheitlichen •
versteppen« b) mit dem im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten ausstatten
»verkabeln ♦ verbinden« c) für das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
geeignet machen »vermarkten« d)
(langsam) zu dem im Basiswort in¬
haltlich Ausgedrückten werden
»verdummen ♦ verarmen« e) das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
falsch, fälschlich tun »verlesen ♦
verspekulieren« f) etw. durch das im
Basiswort inhaltlich Ausgedrückte
gebrauchen, zerstören »vertelefonie-
ren • verwohnen« g) in Verbindung mit
Verben gleichbedeutend »verspüren;
verbessern« h) mundartlich in unter¬
schiedlichen Bedeutungen »verzählen
• verkühlen« i) drückt Verstärkung,
Steigerung aus »verstopfen ♦ verhin¬
dern ♦ verkleinern« j) drückt aus, daß
jmd. seine Zeit mit etw. verbringt
verträumen • vertrödeln« Id drückt
Verwandlung aus »verbrennen • ver¬
nichten • verschmieren« I) drückt eine
Verknüpfung, Verbindung aus
»verflechten • verknoten« m) drückt
Auseinanderbringen, Weggeben aus
»verscheuchen ♦ verschenken« 2 dient
der Adjektivierung u. Verbalisierung
a) vom im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückten vereinnahmt, geprägt
»verbeamtet ♦ verwissenschaftlicht« b)
stark mit dem im Basiswort inhaltlich
Ausgedrückten versehen »verdreckt«
ver.: Abk. vereinigt
verlaalsen: veraast; veraastest; hast ver¬
aast [salopp; besonders norddt.] etw.
ohne Sinn u. Verstand verschwenden
ver|ab|fol|gen: verabfolgst; verabfolg¬
test; hast verabfolgt [amtssprl.; ver-
alt.] zukommen lassen; verabreichen
Ver[ab|fol|gung: die; - ; -en Verabrei¬
chung; Gabe
ver|ab|re|den: verabredest; verabrede¬
test; hast verabredet ausmachen; ab¬
machen; vereinbaren
ver[ab|re|den, sich: verabredest dich;
verabredetest dich; hast dich verabre¬
det vereinbaren, sich zu treffen; etw.
abmachen
ver|ab|re|de|terjma|Ben: Adv. wie ausge¬
macht
Verjabjrejdung: die; ~ ; -en Abmachung
über etw. (z. B. ein Treffen); Verein¬
barung
ver|ab|rei|chen: verabreichst; verab¬
reichtest; hast verabreicht (eine vorge¬
sehene Dosis) (ein)geben
Ver|ab|rei|chung: die; - ; -en [amtssprl.]
Gabe, Verabfolgung »Die Verabrei¬
chung dieser Spritze lindert die
Schmerzen.«
ver|ab|säu|men: verabsäumst; verab¬
säumtest; hast verabsäumt [amtssprl.]
vergessen, etw. zu tun
ver[ab|scheu|en: verabscheust; verab¬
scheutest; hast verabscheut sich ekeln;
hassen; etw. od. jmdn. ablehnen
Ver]ab|scheu|ung: die; - ; - [geh.] starke
Abneigung, Widerwille bis zu Ekel u.
Haß gegen eine Person od. Sache
verjab|scheu|ungs|wert- Adj. verab¬
scheuungswerter; verabscheuungswer¬
teste starke negative Empfindung ver¬
dienend
ver|ab|scheu|ungs|wür|dig: Adj. starke
negative Empfindung verdienend
ver|ab)schie|den: verabschiedest; verab¬
schiedetest; hast verabschiedet 1 a)
(die) Abschiedsworte zu jmdm. spre¬
chen b) jmdn. ehrenvoll (oft im Rah¬
men einer offiziellen Feier) aus sei¬
nem Dienst entlassen »einen Kollegen
verabschieden« c) <übertr.> sich von
etw. trennen »Von dieser Idee müssen
wir uns verabschieden.« d) [ugs.] aus¬
fallen, nicht mehr funktionieren »Der
Motor hat sich nach 150 000 Kilome¬
tern verabschiedet« 2 (Gesetz» be¬
schließen »Das Parlament verabschie¬
dete das Gesetz einstimmig.«
ver]ab)schie|den, sich: verabschiedest
dich; verabschiedetest dich; hast dich
verabschiedet zum Abschied grüßen;
(die) Abschiedsworte sprechen
Ver[ab|schie|dung: die; - ; -en 1 Vor¬
gang, bei dem Personen sich trennen
u. Worte zum Abschied wechseln 2
Beschließung eines Gesetzes o. ä.
veriabischiejdungsjreif: Adj. n. stg.
nach ausgiebiger Beratung fertig aus¬
gearbeitet u. somit zur Abstimmung
bereit
verjab|so|lu|tje|ren: verabsolutierst; ver¬
absolutiertest; hast verabsolutiert ver¬
allgemeinern, die Gültigkeit auf etw.
anderes übertragen
Ver|ab|so|lu|t[e|rung: die; - ; -en Über¬
tragung; Verallgemeinerung
ver|ach|ten: verachtest; verachtetest;
hast verachtet 1 etw. als gering, nicht
wichtig, unwert einschätzen, ableh¬
nen 2 nicht zu verachten sein: [ugs.]
etw. ist (ganz) gut, durchaus positiv
zu bewerten
ver|ach|tens|wert: Adj. verachtenswer¬
ter; verachtenswerteste abzulehnen;
zu verachten
Ver]ach|ter: der; -s; - Person, die etw.
ablehnt u. sich emotional stark dage¬
gen wendet
ver|ächt|iich: Adj. a) verachtend; ab¬
schätzig »ein verächtlicher Blick« b)
Verachtung verdienend »eine verächt¬
liche Tat«
Ver|ächtjlich|tort: die; - ; - starke emo¬
tionale (überhebliche) Ablehnung
VerjachjUing: die; -; -1 Gefühl der star¬
ken Ablehnung für etw. od. jmdn.,
das/der als schlecht, minderwertig an¬
gesehen wird »Sie zeigte ihre Verach¬
tung deutlich.« 2 jmdn., etw. mit Ver¬
achtung strafen: jmdm., etw. keine
Bedeutung schenken, nicht zur
Kenntnis nehmen
ver]ach]tungslvoU: Adj. von (überhebli¬
cher) Ablehnung geprägt
ver|ach|tungs|wüiidig: Adj. nicht wert,
geachtet zu werden; wert, verachtet
zu werden
verjal|bern: veralberst; veralbertest; hast
veralbert [ugs.] jmdn. necken; jmdm.
etw. Unwahres scherzhaft als wahr
glauben machen wollen
Ver|al|be|rung: die; •; -en a) Verspotten,
Necken einer Person b) Lächerlich¬
machen einer Person od. Sache
ver|ail|ge|mei|nern: verallgemeinerst;
verallgemeinertest; hast verallgemei¬
nert einzelne Erfahrungen als allge¬
meingültig betrachten
Verjail|ge|mejjne|rung: die; - ; -en Über¬
tragung von (einzelnen) Erkenntnis¬
sen u. Erfahrungen auf andere Fälle
ver|al|tet: Adj. nicht mehr aktuell; dem
Stand der Zeit nicht mehr entspre¬
chend »ein veraltetes Wort«
V«|ran|da: tport.-Hindi-englo /weranda/
die; - ; Veranden offener, überdachter
Vorbau eines Hauses, Syn.: Terrasse
ver|an|der|bar: Adj. wandelbar
ver|än|der[lich: Adj. n. stg. zur Verände¬
rung fähig; leicht wechselnd
Veijän|deijli|che: die; -n; -n (Math.) in
einer mathematischen Gleichung eine
Variable, die unterschiedliche Werte
annehmen kann
Ver|in|der[lich|keit die; - ; -en Unbe¬
ständigkeit; Neigung zur häufigen
Veränderung
vetjän|dem: veränderst; verändertest;
hast verändert verwandeln; ändern;
anders gestalten
veijänjdern, sich: veränderst dich; ver¬
ändertest dich; hast dich verändert a)
sich verwandeln, ändern b) die Stelle,
den Beruf od. die Wohnung wechseln
Verjän|de|rung: die; - ; -en die Wande¬
lung; Änderung
veijäng|sh|gen —* vor|angs|ti|gen: ver¬
ängstigt; verängstigte; hat verängstigt
jmdm. Angst machen
ver[ang)stigt—» ver|ängs)tigt: Adj. vol¬
ler Angst, Furcht
Ver|äng[sti|gung —* Veijängsttijgung-'
die; -; -en 1 Zustand der Angst bei ei¬
ner Person 2 Versetzung einer Person
in Angst
ver|an|kern: verankerst; verankertest;
hast verankert 1 (mit einem Anker)
im Boden befestigen »ein Schiff
verankern« 2 festlegen; festschreiben
Ver|an|kejrung: die; - ; -en 1 Befesti¬
gung, die etw. an der Fortbewegung
hindern soll 2 Festmachen (eines
Schiffes mit Hilfe eines Ankers)
ver|an|la|gen: veranlagst; veranlagtest;
hast veranlagt 1 (Steuerw.) die zu ver¬
steuernden Einnahmen einer Person
(u. die sich daraus ergebende Steuer¬
schuld) festlegen 2 <Wirt.> [österr.] an¬
legen
1236
Verbalinspiration
verianjlagt: Adj. n. stg. im Besitz einer
bestimmten Veranlagung sein; beson¬
dere Fähigkeiten od. Eigenschaften
aufweisend
Ver[an|la|gung: die; - ; -en 1 (genetische)
erbliche Anlage; Begabung; Eigen¬
schaft 2 (Steuerw.) Festsetzung der
Steuerschuld
Ver|an|la|gungs|steu|er: die; -; -n (Steu¬
erw.) Abgabe an den Staat, die nach
den Richtlinien der Steuerveranla¬
gung festgelegt wird .
ver]an|las|sen: veranlaßt; veranlaßtest;
hast veranlaßt —*alle Farmen mit
— jmdn. zu etw. bewegen; etw. in
Gang setzen
Veijan|las|ser: der; -s; - Person, die
jmdn. dazu bringt, etw. zu tun; Per¬
son, die einen Auftrag erteilt
verjan|schau|li|chen: veranschaulichst;
veranschaulichtest; hast veranschau¬
licht etw. deutlich machen; etw. (z. B.
mit einem Beispiel od. Schaubild) er¬
klären
Verfan|schau|li|chung: die; - ; -en Ver¬
deutlichung einer Sache (z. B. mit ei¬
nem Beispiel od. Schaubild), damit
diese (besser) verständlich wird
ver|an|schta|gen: veranschlagst; veran¬
schlagtest; hast veranschlagt schätzen;
überschlägig annehmen, errechnen
Veijan|schla|gung: die; - ; -en Festset¬
zung der voraussichtlichen Menge,
Anzahl, Summe o. ä. aufgrund einer
Schätzung
veijan|stal|ten: veranstaltest; veranstal¬
tetest; hast veranstaltet 1 etw. organi¬
sieren, durchführen »ein Sommerfest
veranstalten« 2 etw. mit großem Auf¬
wand tun
Verfan|staljter der; -s; - weibl. Verjan|-
stal|te|rin: die; - ; -nen Person, die
etw. durchführt bzw. organisiert
Verfan|stal|tungs|ka|len|der: der; -s; -
(übersichtliche) Darstellung der Ter¬
mine von allen Veranstaltungen, die
innerhalb eines bestimmten Zeit¬
raums stattfinden
ver|ant|woijten: verantwortest; verant¬
wortetest; hast verantwortet für etw.
einstehen u. die Konsequenzen tragen
verfant|worftan, sich: verantwortest
dich; verantwortetest dich; hast dich
verantwortet sich Vorwürfen, Konse¬
quenzen (öffentlich) stellen
veiiant|wort|lich: Adj. n. stg. 1 Verant¬
wortung erfordernd »ein verantwortli¬
cher Posten« 2 a) für die eventuell ent¬
stehenden Folgen einer Handlung
einstehend; für jmdn. sorge- od. auf¬
sichtspflichtig b) für etw. die Schuld
haben
Verjant|wort|lich|keit: die; ~ ; -1 Zuver¬
lässigkeit 2 das Einstehen für eventu¬
ell entstehende Folgen einer Hand¬
lung
Veijant|worJtung: die; - ; -en 1 Sorg-
falts- u. Aufsichtspflicht »Ich habe die
Verantwortung für die Kinder.« 2 o.
PI. Pflicht, Verpflichtung, Konse¬
quenzen zu tragen 3 o. PI. Gefühl der
Verantwortung (1) 4 jmdn. zur Ver¬
antwortung ziehen: jmdm. für etw.
Mißglücktes, einen Fehler die Schuld
geben, ihn dafür zur Rechenschaft
ziehen
verfant(worftungs|befwußt —> verjant|-
wor(tungs|be|wusst: Adj. wissend,
daß man sich seiner Verantwortung
nicht entziehen kann
Ver)ant|wor)tungs|be)wuBt|sein —»
Ver|ant|woijtungs|be|wusst|sein:
dos; -s; - Wissen, Erkenntnis, daß
man sich seiner Verantwortung nicht
entziehen kann
ver|3nt|woijtungs(freu|dig: Adj. bereit¬
willig Verantwortung übernehmend
Ver|ant|worftungs]ge|fühl: das; -(e)s; -
Empfinden von Verantwortung
ver|ant|wor|tung9|los: Adj. verantwor¬
tungsloser; verantwortungsloseste die
Konsequenzen einer Handlung nicht
(richtig) bedenkend, ignorierend;
fahrlässig, Ant: verantwortungsvoll
Ver|ant|worftungsjlo|sig|keit; die; - ; -
Fehlen von Verantwortungsgefühl
verfant|wor|tungs|voll: Adj. 1 seiner
Verantwortung entsprechend han¬
delnd 2 verantwortliches Handeln er¬
fordernd
ver|äp|peln: veräppelst; veräppeltest;
hast veräppelt [ags.] jmdn. ärgern,
veralbern
veijaijbeijten: verarbeitest; verarbeite¬
test; hast verarbeitet 1 beim Arbeiten
verwenden; durch Arbeit verändern,
gestalten »Er verarbeitet Holz u.
Metall.« 2 geistig erfassen u. umset¬
zen
verjaijbeiftet: Adj. n. stg. 1 aufgrund
langjähriger Beanspruchung Abnut¬
zungserscheinungen aufweisend 2 auf
eine bestimmte Art angefertigt
verlangen: verargst; verargtest; hast
verargt jmdm. etw. übel nehmen
verfäijgern: verärgerst; verärgertest;
hast verärgert böse, ungehalten ma¬
chen
Verjär]ge|rung: die; -; -en 1, Zustand der
Enttäuschung bzw. des Ärgers bei ei¬
ner Person 2 das Auslösen von Ent¬
täuschung bzw. Ärger bei jmd, ande¬
rem
ver|ar[men: verarmst; verarmtest; bist
verarmt seinen Besitz u. seine Rückla¬
gen verlieren
Veijarjmung: die; - ; - Verlust des Ver¬
mögens
ver|arjschen: verarschst; verarschtest;
hast verarscht a) [ugs.; derb] jmdm.
aus Spaß etw. Unwahres als wahr er¬
zählen b) verarschen kann ich mich
selbst, alleine: [derb] ungehaltene Be¬
merkung, wenn eine Person etw. nicht
glaubt
ver|arz]ten: verarztest; verarztetest; hast
verarztet [ugs.] jmdm. schnell (die er¬
ste) ärztliche Hilfe zukommen lassen
Verfarzttung: die; - ; -en [ugs.] schnelle
Versorgung eines Kranken od. Ver¬
letzten
verfaschen: veraschst; veraschtest; hast
verascht <Chemie> einen organischen
Stoff zu Asche werden lassen, um zu
untersuchen, ob er Mineralien enthält
verfästeln —» ver|äs|teln, sich: ver¬
ästelt sich; verästelte sich; hat sich ver¬
ästelt sich fortlaufend unterteilen u.
dabei immer dünner werden
Verfästejlung —* Ver|äs|te|lung: die; - ;
-en zahlreiche, immer kleiner od.
schmaler werdende Untergliederung
ver|ät|zen: verätzt; verätztetest; hast
verätzt durch Einwirkung einer säure¬
ähnlichen Substanz (die Oberflächen¬
struktur eines Gegenstandes) zerstö¬
ren, verletzen
Verjätjzung: die; ~; -en Tätigkeit od. Er¬
gebnis der Beschädigung bzw. des
Verletzens mit einer ätzenden Sub¬
stanz
ver|auk|tio|nie|rsn —* ver|auk|ti|o|nie|-
ren: verauktionierst; verauktionier¬
test; hast verauktioniert in einer Auk¬
tion zum Kauf an bieten
verlauslqalben. sich: verausgabst dich;
verausgabtest dich; hast dich veraus¬
gabt 1 (körperlich) bis an den Rand
seiner Kräfte arbeiten 2 große finan¬
zielle Mittel für etw. aufwenden
Verfaus|ga)bung: die; - ; -en 1 Tätigkeit
des Geldausgebens »Seine Verausga¬
bungen überstiegen seine finanziellen
Mittel.« 2 <Postw.> Ausgabe beson¬
ders von Briefmarken 3 Überanstren¬
gung ohne Rücksicht auf die eigenen
körperlichen Kräfte
verlausllalqen: verauslagst; verauslag¬
test; hast verauslagt [amtssprl.] jmdm.
vorübergehend Geld leihen
Verfausllalgung: die; - ; -en [amtssprl.]
vorübergehendes Verleihen von Geld
verläulfierillch: Adj. n. stg. besonders
Rechtsw.) zum Verkauf stehend
verläuiBern: veräußerst; veräußertest;
hast veräußert <meist Rechtsw.) [geh.]
verkaufen; jmdm. etw. gegen Bezah¬
lung, Vergütung übertragen
VerläulBelning: die; - ; -en (Rechtsw.) 1
Verkauf bzw. Übereignung einer Sa¬
che aus dem eigenen Besitz 2 Übertra¬
gung von Rechten
Verb: dato /werb/ das; -(e)s; -en
(Sprachwiss.) Zeitwort; Tu(n)wort;
Wortart, die eine Handlung, einen
Vorgang od. Zustand ausdrückt
Verb.: Abk. Verbindung
verb.: Abk. 1 verbessert 2 verbindlich 3
verbunden
verfbacken (verfbakfken —> verfbaf-
cken): verbäckst! verbäckst; verback¬
test (verbuk(e)st); hast verbacken a)
als Zutaten zum Backen benutzen bj
etw. beim Backen verarbeiten; etw.
verbrauchen beim Backen
veijbal: <lat.> /vterbal/ Adj. n. stg. 1
(Sprachwiss.) das Verb betreffend 2
[geh.] mündlich
Ver|bal|ab|strak|tum —» Ver)bal)ab|s|t|-
rakjtum: /werbal-/ das; -s; - (Sprach¬
wiss.) nicht gegenständlicher Begriff,
der von einem Verb abgeleitet ist
Ver)bal|ad||ek|tiv: /werbal -/ das; -fe)s;
-e (Sprachwiss.) Verb, das adjekti¬
visch gebraucht wird
Verfbal|de|fi|ni|ti|on: /werbal-/ die; - ;
-en [veralt.] Angabe der Bedeutung ei¬
nes Begriffes
Vbrjbajle: /werbale/ das; -s; Verbalien
lwerbalien/ 1 (Sprachwiss.) Begriff,
der von einem Verb abgeleitet ist 2 m.
PI. [veralt.] mündliche Formulierun¬
gen
Ver|bal[in|ju|rie: die; - ; -n /werbal-/
[geh.] beleidigende, verletzende Be¬
schimpfung
Verfbal|in|spi|ra|ti|on —»• Ver|bal|in|s|pi|-
ra|tI|on: /werbal-/ die; -; -en (hist.) (ei¬
ner früher herrschenden theologi¬
schen Lehre entsprechend) die wörtli¬
che Eingabe der biblischen Texte
durch den Heiligen Geist
1237
verbalisieren
V0r|ba|li|s|e|ren: dato /werbalisiren/ ver-
balisierst; verbalisiertest; hast verbali-
siert 1 [geh.] etw. in Worten ausdrük-
ken, zur Sprache bringen 2 <Sprach-
wiss.) Bildung eines Verbs aus einem
Wort, einer anderen Wortart durch
Ableitung
Ver|ba|lis|mus: /werbalismus/ der; - ; -1
[abwert.; geh.] Tendenz, sich zu sehr
am Wort festzuhalten 2 <Pädagogik>
Unterrichtsform, bei der Wortwissen
ohne Praxisbezug od. kontextuelle
Eingliederung der Begriffe weiterge¬
geben werden soll
ver|ba|K]stisch —s- verjba|lis|tisch:
/werbalistisch/ Adj. fabwert.] 1 [geh.]
ausgezeichnet durch die Neigung,
sich zu sehr am Wort festzuhalten 2
<Pädagogik> charakteristisch für die
Unterrichtsform des Verbalismus
ver|bat|lern: verballerst; verballertest;
hast verballert [ugs.] 1 beim Schießen
sinnlos verbrauchen »Sylvester wer¬
den Millionen von Knallkörpern sinn¬
los verballert.« 2 danebenschießen;
das Ziel nicht treffen
ver|ba!!|hor|nen: verballhornst; verball¬
horntest; hast verballhornt [ugs.] (un¬
beabsichtigt) etw. zu dessen Nachteil
verändern '
Ver|bal)|hor|nung: die; - ; -en entstellte
Veränderung eines Namens, einer
Wendung o. ä.
Ver|bal|no/te: /werbal-/ die; - ; -n
schriftliche, vertrauliche, nicht Unter¬
zeichnete Mitteilung im diplomati¬
schen Verkehr zwischen Regierungen
Ver]bal]phra|se: /werbal-/ die; - ; -n
<Sprachwiss.> Gruppe von Worten in
einem Satz, deren Kemglied ein Verb
ist
Verjbal|prä)fix: /werbal-/ das; -es; -e
<Sprachwiss.> Vorsilbe vor dem Wort¬
stamm eines Verbes
Verjbaljstil: /werbal-/ der; -s; - Aus¬
druckweise, Sprachäußerung, die
viele Verben enthält
Verjbartd: der; -(e)s; Verbände 1(Mull-)
Binde, Bandage u. ä., mit der etw.,
eine Verletzung, ein verletzter Kör¬
perteil verbunden ist »Der Verband
war völlig blutig.« 2 Zusammenschluß
von Personen, Finnen, Organisatio¬
nen
Ver)band(s))ka|sten Ver)band(s))-
kas|ten: (kästen Verbandder; -s; -kä¬
sten kleiner) Koffer od. Tasche, in
dem Verbandsmaterial, 'Instru¬
mente u. Medikamente für erste Hilfe
aufbewahrt werden
Ver[band(s)|klam|mer: die; - ; -n dehn¬
bares Hilfsmittel zur Befestigung ei¬
nes Verbandes od. einer Binde
Ver]band(s)|ma|te[ri|al: das; -s; -ien Ma¬
terial, das zum Anlegen eines Verban¬
des benötigt wird
Ver|band(s)|mull: der; -(e)s; - leichtes,
weitmaschiges, dünnes Gewebe aus
Baumwolle, das zum Verbinden be¬
nutzt wird
Ver[band(s)|päck|chen: das; -s; - Päck¬
chen, in dem sich eine sterile Mullbin¬
de mit Kompresse befindet
Ver|band(s)|platz: der; -fe)s; -platze
<MiIit.> meist provisorische Kranken¬
station für eine erste, ärztliche Ver¬
sorgung von Verletzten
Verjband(s)]sche|re: die; - / -n spezielle
Schere mit stumpfer, abgewinkelter
Spitze, die zum Schneiden von Ver¬
bandsstoffen verwendet wird
Verjband(s)[stoff: der; -(ejs; -e Stoffe
bzw. Materialien, die zum Anlegen ei¬
nes Verbandes verwendet werden
Verjband(s)|zeug: das; -(e)s; - Material,
das zum Verbinden einer Wunde be¬
nutztwird
Ver[bands|lei|ter: der; -s; - Leiter eines
Zusammenschlusses mehrerer kleiner
Vereine, Klubs o. ä.
Ver]bands|voijsit|zen|de: der u. die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.: ein Ver¬
bandsvorsitzender; eine Verbandsvor¬
sitzende; zwei Verbandsvorsitzende)
Person, die den Vorsitz eines Zusam¬
menschlusses mehrerer kleiner Verei¬
ne, Klubs o. ä. hat
Ver|bands|vor|stand: der; -(e)s; -Vor¬
stände Personen, die den Vorstand ei¬
nes Zusammenschlusses mehrerer
kleiner Vereine, Klubs, o. ä. bilden
Ver|band|zim|mer: das; -s; - Behand¬
lungsraum, in dem die Wunden von
Verletzten versorgt bzw. verbunden
werden _
ver|ban|nen: verbannst; verbanntest;
hast verbannt jmdn. zwingen, ein
Land zu verlassen u. ihm die Rück¬
kehr verbieten
Ver|bann|ta: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Verbannter; eine
Verbannte; zwei Verbannte) Person,
die gezwungen ist, in einem anderen
Land zu leben u. die nicht die Mög¬
lichkeit hat, zurückzukehren
Ver|ban[nung: die; - ; -en t Ausweisung
(als Strafe) aus dem (eigenen) Land;
an einen fremden Ort geschickt wer¬
den (als Strafe) mit dem Verbot, in
das eigene Land zurückzukehren 2
das Dasein als Verbannter
Ver|ban|nungs|ort: der; -(e)s; -e Ort au¬
ßerhalb des Heimatlandes, an dem
ein Verbannter leben muß
ver|barjri|ka|die|ren: verbarrikadierst;
verbarrikadiertest; hast verbarrika¬
diert mit Blockaden, Hindernissen
versehen, um den Zugang zu versper¬
ren
verjbarjri|ka|die|ren, sich: verbarrika¬
dierst dich; verbarrikadiertest dich;
hast dich verbarrikadiert sich durch
das Aufstellen von Hindernissen
schützen
verlbau|en: verbaust; verbautest; hast
verbaut 1 Material, Geld beim Bauen
aufbrauchen »sein gesamtes Geld
verbauen« 2 a) die Sicht versperren b)
verschandeln »Die ganze Landschaft
ist verbaut.« 3 schlecht, unzweckmä¬
ßig bauen 4 <übertr.> sich Möglichkei¬
ten versperren
Verfbaue|rung —» Verjbau|e|rung: die;
- ; - Verrohung; Abgleiten in einen
Zustand der Ungebildetheit u. kultu¬
rellen Verwahrlosung
Ver]bau|ung: die; - ; -en 1 a) Versperren
von etw. durch das Errichten eines
Gebäudes b) [abwert.] Bauvorhaben,
das sich nicht in die Umgebung ein¬
fügt 2 a) das Aufbrauchen von Mate¬
rialien für ein Bauvorhaben b) das
Aufbrauchen von Geldreserven für
ein Bauvorhaben 3 Befestigung eines
Gebäudeteils o. ä., indem man etw.
einbaut od. nachträglich einfügt, um
das Zusammenstürzen o. ä. zu verhin¬
dern
ver|be|am|ten: verbeamtet; verbeamtete;
hat verbeamtet 1 jradm. eine unkünd¬
bare Stelle jm öffentlichen Dienst ge¬
ben; jmdn. zum Beamten machen 2
[oft abwert.] mit vielen Beamten be¬
setzen, von vielen Beamten beeinflu¬
ßen lassen
Verjbe|am|tung: die; - ; -en mit be¬
stimmten Rechten verbundene Auf¬
nahme einer Person in den Dienst bei
Bund, Land, Gemeinde o. ä. od. in
den Dienst einer Körperschaft des öf¬
fentlichen Rechts
ver|bei|Ben, sich: verbeißt dich; verbis¬
sest dich; hast dich verbissen —>alte
Vergangenheitsformen mit ss<— 1 a)
sich in etw. festbeißen »Der Hund ver¬
biß sich in seinem Bein.« b} sich inten¬
siv mit etw. beschäftigen 2 sich etw.
verkneifen; versuchen, etw. zuunter¬
drücken
ver(be(|ien: verbellt; verbellte; hat ver¬
bellt <Jagdhund> anzeigen des Stand¬
ortes eines kranken od. verendeten
Stücks Wild durch Gebell
verjberjgen: verbirgst; verbarg(e)st;
hast verborgen 1 etw. od. jmdn. ver¬
stecken, um zu verhindern, daß ande¬
re es/ihn/sie sehen »Er hat seine neue
Freundin vor uns verborgen.« 2 etw.
für sich behalten, nicht darüber spre¬
chen; etw. geheim halten
ver)bes|sern: verbesserst; verbessertest;
hast verbessert 1 weiterentwickeln 2
berichtigen; korrigieren; Fehler behe¬
ben
ver[bes|sern, sich: verbesserst dich; ver¬
bessertest dich; hast dich verbessert 1
seine Leistungen optimieren, erhöhen
»Er verbesserte sich in Mathe von (der
Note) vier auf drei.« 2 seinen Fehler
(beim Reden) berichtigen »Er verbes¬
serte sich sofort.« 3 einen besseren (fi¬
nanziellen) Status erlangen
Verjbes[se|rung: die; ~ ; -en 1 Weiterent¬
wicklung 2 a) Beseitigung von Feh¬
lern u. Mängeln; Vervollkommnung
b) Text, der korrigiert u. so verbessert
worden ist 3 Leistungssteigerung,
auch Korrektur einer Fehlleistung
v«i[bes|se|rungs|fa|hig: Adj. n. stg.
(noch) nicht vollkommen; so beschaf¬
fen, daß es verbessert werden kann
Ver|bes|se|rungs|vor|schlag: der; -(e)s;
-Vorschläge Idee, Überlegung, wie
man etw. verbessern kann
verlbeulqen. sich: verbeugst dich; ver¬
beugtest dich; hast dich verbeugt den
Oberkörper u./od. den Kopf (leicht)
nach vorne bücken als Zeichen der
Verehrung, des Dankes od. zur Be¬
grüßung
Veribeulgung: die; - ; -en Verneigung;
Geste der Verehrung
verlbeullen: verbeulst; verbeultest; hast
verbeult eine glatte Fläche eindrücken
Verbg.: Abk. Vereinbarung
veijbje|gen: verbiegst; verbog(e)st; hast
verbogen etw. durch Kraftanwen¬
dung, Druckeinwirkung eine andere
Form geben
verjbjejgen, sich: verbiegst dich; verbo-
g(e)st dich; hast dich verbogen sich,
den Körper in eine ungewöhnliche
Steilung winden, bringen
1238
Verbleiung
Ver|bie|gung: die; -; -en Verformung
verjbiejstern —» ver|bjes|tem: verbie-
sterst; verbiestertest; hast verbiestert
eine Person verärgern
verjbiejstern —* verjbiesttern, sich:
verbiesterst dich; verbiestertest dich;
hast dich verbiestert 1 sich verirren
»Er verbiestert sich im Forst.« 2 [ugs.]
bei einer Tätigkeit einen hoffnungslos
falschen Weg einschlagen, der nicht
zum Ziel führt; sich in etw. verrennen
u. nicht einsehen wollen, daß es der
falsche Weg ist
verjbjglstert —*■ verjbiesjtert: Adj. a)
verärgert sein b) verwirrt; desorien¬
tiert
ver|bjs|t«n: verbiet(e)st; verbot(e)st;
hast verboten ein Verbot ausspreehen;
etw. nicht gestatten
verjble|ten, sich: verbietet sich; verbot
sich; hat sich verboten nicht erlaubt,
möglich sein; ausgeschlossen sein
»Wahrend der Theateraufführung zu
sprechen, verbietet sich von selbst!«
verjbiljdet: Adj. [selten] nicht richtig
ausgebildet; verformt; mißgebildet
verjb{ld|lfjchen: verbildlichst; verbild¬
lichtest; hast verbildlicht [geh.] etw.
durch die Verwendung von Bildern
näher erklären u. anschaulicher ma¬
chen
Ver|bild|H|chung: die; ~ ; -en anschauli¬
che Erklärung durch die Verwendung
von bildlichen Ausdrücken od. Dar¬
stellungen
Verjbiifdurig: die; - ; -en 1 Erziehungs¬
maßnahmen mit negativer Auswir¬
kung auf das Verständnis von Wert¬
vorstellung u. Einschätzung 2 [selten]
Mißbildung, Verformung
ver|bil|iifgen: verbilligst; verbilligtest;
hast verbilligt <Preis> reduzieren; gün¬
stiger machen
verjbil|li|gen, sich: verbilligt sich; verbil¬
ligte sich; hat sich verbilligt <Preis>
günstiger werden; fallen »Computer
haben sich in den letzten Jahren erheb¬
lich verbilligt.«
Ver|bil|li|gung: die; - ; -en Senkung des
Preises
verjbimjsen: verbimst; verbimstest; hast
verbimst [ugs.] jmdm. Prügel verabrei¬
chen
verjbin|den: verbindest; verband(e)st;
hast verbunden 1 zusammenbringen,
-fügen »Sie verband zunächst das Ka¬
bel mit der Steckdose.« 2 einen telefo¬
nischen Kontakt hersteilen »Können
Sie mich mit Frau Meier verbinden?« 3
einen Verband, eine Mullbinde anle¬
gen »den verletzten Arm verbinden« 4
einen trennenden Abstand überwin¬
den »Die neue Straße verbindet das
Dorf mit der Stadt.« 5 Bestandteil ei¬
ner Beziehung zu jmdm. sein »Mit
ihm verbindet mich eine lange
Freundschaft.« 6 eine Verknüpfung
von zwei od. mehreren Gegebenhei¬
ten herstellen »Wir verbinden die Ge¬
schäftsreise mit einem Einkaufsbum¬
mel.«
verjbin|den, sich: verbindet sich; ver¬
band sich; hat sich verbunden 1 sich
zusammenschliefien; sich verbünden
»Die Firmen verbinden sich dem¬
nächst.« 2 <Chemie> eine Reaktion
eingehen 3 an etw. erinnern »Mit dem
Album verbinden sich schöne Erinne¬
rungen für mich.«
vs(jbind|lich: Adj. n. stg. 1 bindend; eine
Verpflichtung bedeutend »ein ver¬
bindlicher Vertrag » eine verbindliche
Zusage« 2 höflich u. zuvorkommend
»Schließen sie den Brief mit ein paar
verbindlichen Worten.«
Vefjbjnd|lich|keit: die: - ; -en 1 a) o. PI.
den Gesprächspartner verpflichten¬
des, einnehmendes Verhalten b) Bin¬
dung; Verpflichtung »Dieser Vertrag
hat keine Verbindlichkeit.« c)m. PL fi¬
nanzielle Verpflichtungen; Schulden
»Ich habe Verbindlichkeiten gegenüber
der Bank.« 2 Höflichkeit
Verjbind|fich[ketts|erjklä|ning: die; - ;
-en [amtssprl.] öffentliche Mitteilung,
durch die der verpflichtende
Charakter von etw. zum Ausdruck
gebracht wird
Verjbin|dung: die; - ; -en 1 a) Beziehung
»Zwischen Mutter u. Tochter besteht
eine enge Verbindung.« b) Organisati¬
on; Verein »Er gehört einer studenti¬
schen Verbindung an.« 2 Kombinati¬
on, Kopplung »Es bietet sich eine
Verbindung zwischen Geschäftreise u.
einigen Urlaubstagen an.« 3 Über¬
brückung; Überwindung einer Ent¬
fernung »die kürzeste Verbindung zwi¬
schen Paris u. Marseille« 4 Vermi¬
schung; Verschmelzung »Die beiden
Stoffe gehen eine Verbindung ein.« S
telefonischer Kontakt »Die Verbin¬
dung nach Paris ist unterbrochen.« 6
Verkehrsanbindung »Vom Flughafen
gibt es eine Verbindung mit der S-Bahn
zum Hotel.« 7 (logischer) Zusammen¬
hang »Es gibt keine Verbindung zwi¬
schen ihm u. dem Bankraub.« 8 Kon¬
takt in irgendeiner Form »Wir stehen
in telefonischer, brieflicher o. ä. Ver¬
bindung miteinander.« 9 sich mit
jmdm. in Verbindung setzen: mit
jmdm. (schriftlich, persönlich, telefo¬
nisch o. ä.) in Kontakt treten 10 {mit
jmdm.) in Verbindung stehen: (mit
jmdm.) in Kontakt stehen »Wir ste¬
hen mit unseren ehemaligen Nachbarn
brieflich in Verbindung.«
Ver|bin|dungs!gra|ben: der; -s; -graben
1 Graben, der etw. verbindet 2 <Milit.>
Graben, der zwei Stellungen mitein¬
ander verbindet
Verjbin]dungs|haus: das; -es; -häuser
Haus, in dem sich die Mitglieder einer
Korporation versammeln u. teilweise
auch wohnen
Verjbinjdungs|li|nie: die; - ; -n 1 zwei
Punkte verbindende Gerade 2 <Milit.>
Weg, über den eine Truppe mit ihrer
Befehlsstelle verbunden ist
Verjbin|dungs|mann: der; -('e)s; -man-
ner u. -leute Person, deren Aufgabe es
ist, Beziehungen, Kontakte zu knüp¬
fen u. zu pflegen
Verfbln|dungs|of)fi(zier: der; -(ejs; -e
<Mi!it.> Person, die die Koordination
verschiedener Truppenteile gewähr¬
leistet, indem sie Informationen wei¬
terleitet
Vetjbinjdungsjstück: das; -(ejs; -e Mit¬
telstück zwischen zwei miteinander
verbundenen Gegenständen
Ver|bin|dungs|stu|dent' der; -en; -en;
weibl. Vbrjbin|dungs|stu|den|tin: die;
- ; -nen studentisches Mitglied einer
Verbindung (1 b)
Verjbin|dungs)tiir: die; ~ ; -en Tür, die
zwei Räume miteinander verbindet
Verjbiß —* Verjbiss: der; Verbisses;
Verbisse <Forstw.> Beschädigung
durch den Wildbestand
ver|bis|sen: Adj. a) auf etw. sehr fixiert;
etw. auf alle Fälle durchsetzen, tun
wollend; angestrengt, überanstrengt
b) man darf nicht alles so verbissen
sehen: [ugs.] man sollte nicht zu eng¬
stirnig sein
Ver|bis|sen|heit: die; - ; - übertriebene
Hartnäckigkeit; Engstirnigkeit
verjbjtjten, sich: verbittest dir; verba-
t(e)st dir; hast dir verbeten jmdm.
etw. energisch untersagen, nicht er¬
lauben
ver|bR|teit: Adj. enttäuscht aufgrund
negativer Erfahrungen, hoffnungslos,
grollend »verbitterter Mensch«
Verjbjt|te|rung: die; -; -1 [selten] Hand¬
lung, bei der eine Person einer ande¬
ren die Freude, Stimmung, Laune
verdirbt 2 das Empfinden von star¬
kem Groll gegen das eigene Schicksal
verjbla|sen: Adj. eine bestimmte Melo¬
die auf dem Jagdhorn spielen, um auf
diese Weise anzuzeigen, welches Tier
erlegt worden ist
veijblas]sen: verblaßt; verblaßte; ist ver¬
blaßt —»-alle Formen mit ss«— 1
blasser, in der Färbung heller werden;
langsam an Farbintensität verlieren
»Die Sommersprossen verblassen im
Winter.« 2 langsam verschwinden
vsrjblitttem: verblätterst; verblättertest;
hast verblättert eine (bereits aufge¬
schlagene) Seite nicht aufgeschlagen
lassen, unbemerkt umblättern
verjbtätjtem, sieh: verblätterst dich; ver¬
blättertest dich; hast dich verblättert
eine Seite nicht finden, eine falsche
Seite aufschlagen
—-» vcrlbläulen: s. verbleuen
Verjbleib: der; (ejs; -e 1 Aufenthalts¬
ort; Schicksal; Ort, an dem jmd., etw.
ist »Der Verbleib der Akten ist
ungeklärt.« 2 Klassenerhalt; das Be¬
halten der Zugehörigkeit »Der Ver¬
bleib des Vereins in der Bundesliga
steht auf dem Spiel.«
verjbloijben: verbleibst; verblieb (e) st;
bist verblieben 1 [geh.] sich aufhalten;
sein »Er verblieb zwei Monate in dem
Sanatorium.« 2 (vorläufig) sich an
eine Abmachung halten »Wir verblie¬
ben dabei, daß er mich anrufen würde.«
3 sich als Rest ergeben »Nach Abzug
der Kosten verbleiben ihnen noch
100.00 DM.«
verjbfei|chen: verbleicht; verblich/ver-
bleichte; ist verblichenjist verbleicht 1
a) seine Farbe durch Witterungsein¬
flüsse od. Gebrauch abgeben, heller
werden »verblichene Jeans« b) immer
blasser werden »Der Mond verblich.«
2 [geh.; veralt.] sterben
verfbleijen: verbleist; verbleitest; hast
verbleit 1 mit Blei versehen 2 [selten]
mit einer Plombe aus Blei versiegeln 3
(Kraftstoff) mit Bleitetraäthyl anrei¬
chern
ver|bf§rt: Adj. n. stg. <Benzin> Blei ent¬
haltend
Verfbtei|ung: die; * ; -en (Technik) 1
Auskleiden von etw. mit Blei; Über-
1239
verblenden
ziehen mit einer Schicht Blei 2 Versie¬
geln von etw. mit einer Plombe aus
Blei 3 Zusetzen von Bleitetraäthyl in
Kraftstoffe
verjblen)den: verblendest; verblendetest;
hast verblendet 1 einer Person die
Fähigkeit nehmen, frei zu handeln
»Die Gier nach Macht verblendete
ihn.« 2 etw. mit einer Schmuckschicht
versehen, überziehen »Die Wände in
diesem Palast sind mit Gold
verblendet.« 3 <Zahntechnik> eine Me¬
tallkrone mit Porzellan o. ä. überzie¬
hen, um diese den übrigen Zähnen
farblich anzupassen
Ver(blend|kro|ne: die; - -n <Zahntech¬
nik> Krone, die mit einem weißen Ma¬
terial überzogen ist, um sie den übri¬
gen Zähnen in der Farbe anzupassen
Verjblenjdung: die; - ; -en 1 Unvermö¬
gen, in einer Situation vernünftig u.
klar zu handeln 2 < Archit.i a) Verklei¬
den von etw. mit einem wertvolleren,
schöneren Baustoff »Die Wände des
Zimmers haben eine Verblendung aus
Holz.« b) Material, aus dem eine Ver¬
kleidung gemacht ist 3 <Zahntechnik>
a) Überziehen einer Krone mit einem
weißen Material, um sie den übrigen
Zähnen farblich anzupassen b) Mate¬
rial, mit dem eine Zahnkrone überzo¬
gen ist
Ver]blen)dungs|zu]samjmen|hang: der;
-(e)s; -Zusammenhänge <Philosophie>
aus dem Alltagsleben begründete (fal¬
sche) Vorstellung von der gesell¬
schaftlichen Existenz
varlbleuten —* ver}bläu]en: verbleust;
verbleutest; hast verbleut —* ver¬
bläust; verbläutest; hast verbläut*—
(ugs.J jmdn. schlagen, verprügeln
ver|bii|chen: Adj. n. stg. 1 ausgebleicht;
von geringer Farbintensität »Sie trug
einen verblichenen Pullover.« 2 [geh.]
verstorben
Ver|bli)che|ne: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verblichener;
eine Verblichene; zwei Verblichene) 1
[geh.] Person, die gestorben ist »Der
Verblichene war Vorsitzender des
Aufsichtsrats.« 2 [scherzh.] ehemali-
ge(r) Liebhaber(in)
ver|b!ö|den: verblödest; verblödetest;
bist verblödet [ugs.] immer dümmer
werden
Verfblöjdung: die; - ; - [ugs.] 1 [veralt.]
Zustand einer Person, die schwach¬
sinnig in krankhaftem Sinne ist 2
[ugs.; emotional] Verdummung durch
Stumpfsinnigkeit
ver)blüf(fen: verblüffst; verblüfftest; hast
verblüfft [ugs.] überraschen; etw. tun,
sagen, sein, was der Gesprächspart¬
ner nicht erwartet
ver|biüf|fend: Adj. Erstaunen bewir¬
kend; Überraschung erzeugend
Ver]blgf|fung: die; - ; -en Überraschung,
Erstaunen
ver|biü|hen: verblüht; verblühte; ist ver¬
blüht welk werden; mit dem Blühen
aufhören
verjblümt: Adj. n. stg. taktvoll; rück¬
sichTsvoll im sprachlichen Ausdruck
verfbiu|ten: verblutet; verblutete; ist ver¬
blutet durch Blutverlust sterben
Ver[b(u(tung: die; - ; - Verlust von BJut
in einem Ausmaß, der zum Tode
führt
ver|bocken (ver|bok|ken —» ver]bgj-
cken): verbockst; verbocktest; hast
verbockt [ugs.] a) etw. durch Unacht¬
samkeit verhindern; etw. vergessen b)
etw. falsch, einen Fehler machen
ver|bod|men: verbodmest; verbodme¬
test; hast verbodmet <Seew.; hist.> ein
Schiff od. die Ladung eines Schiffes
für Geld als Pfand vergeben
Verjbod|mung: die; - ; -en <Seew.; hist.>
Verpfandung von Schiffen od. der
Ladung von Schiffen
ver|boh|ren, sieh: verbohrst dich; ver¬
bohrtest dich; hast dich verbohrt [ugs.]
a) sich übertrieben hartnäckig mit
etw. befassen »Er verbohrte sich in
diese Aufgabe.« b) sich verbissen an
etw. festKlammern
verjbohrt: Adj. verbohrter; verbohrteste
[ugs.; abwert.} auf eine Sache unver¬
nünftig beharren, ohne den Willen,
sich andere Meinungen anzuhören u.
zu überlegen, ob man selbst vielleicht
falscher Meinung, Gesinnung sein
könnte
Ver|bohrt|hait die; - ; - [ugs.] (unver¬
nünftige) Beharrlichkeit hinsichtlich
einer Meinung od. Ansicht
verjboljzen: verbolzt; verbolztest; hast
verbolzt 1 <Technik> festmachen mit
einem Bolzen 2 besonders Fußbalb
[ugs.] durch ungenaues Plazieren da¬
neben schießen
ver|bor|gen: Adj. n. stg. 1 versteckt;
nicht sichtbar »verborgene Qualitäten,
Vorzüge« 2 im verborgenen —» im
Verborgenen: a) an einer nicht ein¬
sehbaren, versteckten Stelle b) heim¬
lich
Ver|bor|gen|heit: die; -; - versteckte La¬
ge; abgelegene Stelle
ver|bos: dato /werbos/ Adj. verboser;
verboseste [geh.; veralt.] mit Zuvielen
Worten
Verjbot: das; -(e)s; -e Untersagung;
Vorschrift, etw. zu unterlassen, nicht
zutun
verfbojten: Adj. n. stg. 1 untersagt; nicht
erlaubt, gestattet »eine verbotene
Handlung« 2 verboten aussehen:
<übertr.> [ugs.] schrecklich, schlimm
aussehen; nicht gut, sondern komisch
aussehen
ver|bo]te|ner]we||8e: Adv. obwohl etw.
nicht erlaubt ist
Ver]bots|schfld: das; -(e)s; -er Ver¬
kehrszeichen, das auf ein Verbot hin¬
weist
Ver[bpts[ta|fel: die; -; -n 1 <Verkehr> Ta¬
fel, die im öffentlichen Verkehr ver¬
wendet wird u. ein Verbot zum Aus¬
druck bringt 2 ein Verbot ausdrük-
kende Tafel
ver|bots|wid]rig —» ver]bots|wi[d|rig:
Adj. n. stg. einem Verbot zuwiderhan¬
delnd; ein Verbot mißachtend
Ver|bgts|zei|chen: das; -s; - <Verkehr>
Verkehrsschild, das im öffentlichen
Verkehr verwendet wird u. ein Verbot
zum Ausdruck bringt
Verbr.: Abk. a) Verbrauch b) Verbrau-
er(in)
ver|brä|men: verbrämst; verbrämtest;
hasTverbrämt 1 etw. am Rand verzie¬
ren »ein Kleidungsstück mit Samt,
Spitze, Pelz verbrämen« 2 etw. be¬
schönigen, nicht direkt etw. Negati¬
ves sagen »Er verbrämte seine Nieder¬
lage als wertvolle, positive Erfah¬
rung.«
Ver|brä|mung: die; - ; -en 1 Verzierung
eines Saumes 2 Abschwächung von
etw. Negativem durch eine positive
Darstellung
ver]bra|ten: verbrätst; verbriet(e)st;
hast verbraten 1 etw. durch zu langes
Braten verderben 2 <Fleisch u. a.> zu¬
bereiten 3 [salopp] (Geld) verschwen¬
den
Verbrauch: der; -(e)s; - die Menge, die
jmd., etw. benötigt »Das Auto hat ei¬
nen Verbrauch von 51auf 100km.«
veribraulchen: verbrauchst; verbrauch¬
test; hast verbraucht etw. verwenden,
(aus)nutzen »Diese Waschmaschine
verbraucht viel Energie.«
Wsr|brau(cher. der; -s; - weibl. Veij-
braulchelrin: die; - ; -nen Person, die
etw. konsumiert, benutzt
Veribraulcheriauflklälrung: die; - ; - In¬
formation der Verbraucher über ihre
Rechte
Verlbraulcheribelrajtung: die; ~ ; -en 1
Informationen, die den Verbrauchern
gegeben werden, damit sie die zu ih¬
rem Schutz bestehenden Vorschriften
kennenlernen u. sich so beim Kauf
richtig verhalten 2 Institution, die
Verbraucher über ihre Rechte auf¬
klärt
Verlbraulcheriqelnoslsenlschaft: die;
- ; -en Zusammenschluß von Ver¬
brauchern in Form einer Genossen¬
schaft, um Waren möglichst günstig
im Großeinkauf zu erwerben u. den
Einzelverkaufspreis niedrig zu halten
Verlbraulcherimarirt der; -(e)s; -m&rkte
großes Geschäft mit günstigen Prei¬
sen
Verjbrau|cher|preis: der; -es; -e für eine
bestimmte Ware vom Verbraucher zu
zahlender Preis
Veribraulcheriverlband: der;-(e)s; -ver¬
bände Verband, der die Interessen der
Verbraucher vertritt
Ver]bray]cheiizen|tra|le —» Verlbraul-
cher|zen|t|ra|le: aucherzentraledie; -
; -n Einrichtung, die die Benutzer von
Produkten u. Dienstleistungen bei
Fragen berät
Verlbrauchslgut: das; - fe)s; -guter (m.
PI.) für den Konsum bestimmte Wa¬
re, die bei der Verwendung aufge¬
braucht wird
Verfbrejchen: das; -s; - Verstoß gegen
das (Straf-)Gesetz »Raubmord ist ein
schweres Verbrechen.«
ver|brejchen: verbrichst; verbrach)e)st;
hast verbrochen 1 eine (Straf-)Tat ver¬
üben 2 [ugs; scherzh.] einen Fehler
machen
Ver|brejchens|be|kätnp|fung: die; ~ •
Versuch des Verhindems von Strafta¬
ten
Ver|bre|cher. der; -s; ~ weibl. Ver]brg|-
chejrin: die; ~; -nen Person, die gegen
das (Straf-)Gesetz verstoßen hat
»Mörder sind Verbrecher.«
Ver|brg]cher)al|bum: das; -s; -alben u.
[ugs.J Sammlung von Namen, Fotos
u. Fingerabdrücken von straffällig
gewordenen Personen
Ver|bre]cher|ban|de: die; - ; -n Organi¬
sation, in der sich Verbrecher zusam¬
mengeschlossen haben u. gemeinsam
Straftaten verüben
1240
Verchromung
ver|bre|che|risch: Adj. n. stg. a) einer
Straftat vergleichbar, ohne Skrupel b)
vor einer Straftat nicht zurückschrek-
kend; kriminell
Veijbrgjcherjjagd: die; - ; -en Suche
nach einem Verbrecher (besonders
durch die Polizei)
Ver|brefcher|kar|tei: die; - / -en [ugs.]
Sammlung von Namen, Fotos u. Fin¬
gerabdrücken von straffällig gewor¬
denen Personen
Ver|bre|cher[ko|lo|me: die; ~ ; -n <hisl.>
Lager für Strafgefangene, meistens
ein Arbeitslager in entlegenen Regio¬
nen »Australien war früher eine Ver¬
brecherkolonie der Engländer.«
Ver)brg|cherjsyn|di|kaL- das; -(e)s; -e
Verbrecherorganisation (die sich als
legales Unternehmen präsentiert)
ver|brei|ten; verbreitest; verbreitetest;
hast verbreitet 1 bekannt machen »Er
verbreitete die Nachricht.« 2 verteilen
»Bazillen verbreiten« 3 (in Angst u.
Schrecken) versetzen; eine Zustand o.
ä. bewirken, erzeugen
ver|brei|ten, «ich: verbreitet sich; ver¬
breitete sich; hat sich verbreitet 1 sich
verteilen »Diese Ansicht verbreitet
sich immer mehr.« 2 gründlichst erläu¬
tern »Sie verbreitete sich über ihre
Kochrezepte.«
ver|braj|tem: verbreiterst; verbreitertest;
hast verbreitert in der Ausdehnung
(nach rechts u. links) größer machen,
vergrößern »Wir verbreitern die Stra¬
ße.«
ver|brei|tern, sich: verbreitert sich; ver¬
breiterte sich; hat sich verbreitert in
der Ausdehnung nach rechts u. links
größer werden »Der Weg verbreiterte
sich plötzlich.«
Vetjbrei|t9|rung: die; - ; -en 1 vergrö¬
ßerte Ausdehnung 2 Punkt, an dem
die Ausdehnung vergrößert worden
ist
Veijbreijtung: die; - ; - a) das Verbrei¬
ten, Ausdehnen, Bekanntmachen
»Die Verbreitung der Gerüchte ging
rasend schnell vonstatten.« b) Verbrei¬
tung finden: Bekanntheit erlangen
Ver(brel|tungs|ge|biet: das;-(e)s; -e Re¬
gion, in der etw. oft vorhanden ist
vei[brenn|bar: Adj. so beschaffen, daß
es vom Feuer vernichtet werden kann
ver|bren|nen: verbrennst; verbranntest;
hast verbrannt 1 a) etw. im Feuer ver¬
nichten »Müll wird häufig verbrannt.«
b) durch Feuer, Hitze zerstören, zer¬
stört werden »Unser Haus
verbrannte.« 2 durch Sonneneinwir¬
kung austrocknen, vertrocknen »Die
andauernde Hitze hatte das Land
verbrannt.« 3 <Chemie> durch Ener¬
gieeinwirkung die Erscheinungsform
wechseln
verjbren|nen, sich: verbrennst dich; ver¬
branntest dich; hast dich verbrannt
sich durch zu große Hitze u. verletzen
»Ich habe mir die Hand an der Back¬
ofentür verbrannt.«
Verjbren|nung: die; ~ ; -en 1 Hautverlet¬
zung durch Hitze, Feuer, Sonnen¬
strahlung 2 Vorgang der Zerstörung
durch Feuer
Verjbren|nungsj(kraft|)ina|schi)ne: die;
- ; -n Maschine, die Energie erzeugt,
indem sie ein Gemisch aus Brennstoff
u. Luft verbrennt »Jeder Ottomotor
funktioniert wie eine Verbrennungs-
(kraft) maschine.«
■ Verjbren|nungs|moftor: der; -s; -en spe¬
zielle Verbrennungs(kraft)maschine,
die für den Antrieb von Kraftfahrzeu¬
gen entwickelt wurde
verbrieft: Adj. n. stg. [geh.; veralt.] seit
langer Zeit üblich, schriftlich vorlie¬
gend »Das ist unser verbrieftes
Recht.«
verjbrjn|gen: verbringst; verbrachtest;
hast verbracht 1 [geh.; amtssprl.) etw.
od. jmdn. an einen Ort bringen 2 für
begrenzte Zeit an einem Ort weilen,
sich aufhalten
Vbijbrin|gung: die; - ; -en [amtssprl.] a)
Beförderung einer Person an einen
bestimmten Ort b) Befördertwerden
von jmdm. an einen bestimmten Ort
»Die Verbringung des Patienten in eine
Klinik wurde angeordnet.«
verfbrü|dern, sich: verbrüderst dich; ver¬
brüdertest dich; hast dich verbrüdert
mit jmdm. enge Freundschaft schlie¬
ßen, Streitigkeiten begraben
Ver]brü|de|rung: die; ~ ; -en das enge
Anfreunden mit einer Person
verfbrü|hen: verbrühst; verbrühtest; hast
verbrüht über jmdn. od. etw. eine hei¬
ße Flüssigkeit gießen und damit eine
Verbrennung bewirken
ver|brü]hen, sich: verbrühst dich; ver¬
brühtest dich; hast dich verbrüht sich
durch eine heiße Flüssigkeit eine
Brandwunde zuziehen
Verjbrüjhung: die; - ; -en Verbrennung
durch eine (sehr) heiße Flüssigkeit
ver[brut|zein: verbrutzelst; verbrutzel-
test; hast verbrutzelt [ugs.] <Fleisch o.
ä.> etw. (durch Hitzeeinwirkung über
einen längeren Zeitraum) anbrennen
lassen
veijbujchen: verbuchst; verbuchtest;
hast verbucht <Bankw.; Handeb eine
Summe als Guthaben od. Ausgabe ei¬
nem Konto zuordnen
Veijbu|chung: die; - ; -en Zuordnung ei¬
nes Betrags zu einem Konto als Gut¬
haben od. Ausgabe
verfbyd|deln: verbuddelst; verbuddel¬
test; hast verbuddelt [ugs.] in der Erde
verstecken
Veijbum: <lat> /werbum/ das; -s; Verben
u. Verba <Sprachwiss.> [veralt.] Verb
ver|bum|meln: verbummelst; verbum¬
meltest; hast verbummelt [ugs.; meist
abwert.] 1 Zeit mit Nichtstun verbrin¬
gen 2 unüberlegt, ohne Absicht aus
den Augen, den Gedanken verlieren
Verbund: der; -(e)s; -e 1 <Wirt.> Fir¬
menzusammenschluß 2 <Technik> Zu¬
sammenfügung von Einzelteilen
Ver]bund|bau|wei|se: die; - ; -n <Bauw.>
Kombination verschiedener Materia¬
lien, um einem Bauwerk Haltbarkeit
u. Stabilität zu geben
ver[bun|den: Adj. 1 eine Verbindung,
Gemeinsamkeit aufweisend »Die bei¬
den verbundenen Drähte führten
Strom.« 2 durch eine Binde verdeckt,
zugebunden »Er kannte den Weg mit
verbundenen Augen.« 3 jmdm. sehr
verbunden sein: [geh.] jmdm. Dank
schulden, dankbar sein »Für Ihre Für¬
sprache bin ich Ihnen sehr verbunden.«
verjbün|den, sich: verbündest dich; ver¬
bündetest dich; hast dich verbündet
sich zusammenschließen, um ein ge¬
meinsames Ziel zu erreichen
Ver1bun|den|heit: die; - ; - enge Verbin¬
dung mit, enge Bindung zu jmdm.,
etw.
Ver[bün|de|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verbündeter;
eine Verbündete; zwei Verbündete)
Personen, Staaten usw., die sich in ei¬
ner bestimmten Form zusammenge¬
schlossen haben
veijbund|fah|ren: nur im Infinitiv
gebraucht sich mit verschiedenen öf¬
fentlichen Verkehrsmitteln innerhalb
eines Verkehrsverbundes fortbewe¬
gen
Ver(bund|glas: das; -es; -gläser <Tech¬
nik> durch ein spezielles Verfahren
hergestelltes, bruchsicheres Glas
Ver]bund|kar[te/Veijbund|loch|kar|te:
die; - ; -n <EDV> [veralt.] Lochkarte,
auf die Daten auch in Textform ge¬
speichert werden können
Ver|bund|ma[schi|ne: die; - ; -n Kolben¬
maschine mit mehreren, nacheinan¬
der angeordneten Zylindern
Ver(bund[netz: das; -es; -e von mehreren
Stromkraftwerken versorgtes Lei¬
tungssystem
Verjbund|pfla|ster[stein —* Verjbund|-
pflas|ter|stein: der; -(e)s; -e Pflaster¬
stein, der sich aufgrund seiner Fom»
mit anderen verbinden läßt
Ver]bund|stein: der; -(e)s; -e kurz für
Verbundpflasterstein, Pflasterstein,
der sich aufgrund seiner Form mit an¬
deren verbinden läßt
Ver|bund|sy|stem —» Ver|btmd|sy|s[-
tem: das; -(e)s; -e Zusammenschluß
mehrerer Verkehrsbetriebe aus ver¬
schiedenen Städten u. Kreisen
Verjbund|wirt|schaft: die; ~ ; - <Wirt.>
System, in dem sich Finnen in der
Form eines Verbundes zusammenge¬
schlossen haben
ver|bü<jgen, sich: verbürgst dich; ver¬
bürgtest dich; hast dich verbürgt für
jmdn. od. etw. (auch finanziell) Ver¬
antwortung übernehmen »Ich verbür¬
ge mich Jur seine Zuverlässigkeit.«
veijbürjgeij!i|chen: verbürgerlichst; ver¬
bürgerlichtest; hast/bist verbürgerlicht
[oft abwert.] a) hast an die bestehen¬
den gesellschaftlichen Normen an¬
gleichen b) bist sich bestehenden Nor¬
men anpassen
Verfbür]ger|li|chung: die; - ; - Anglei¬
chung an die bestehenden gesell¬
schaftlichen Nonnen
ver)bü|Ben: verbüßt; verbüßtest; hast
verbüßt eine Strafe ableisten
Veijbüjßung: die; - ; - <Rechtsw.> Ablei¬
stung einer Strafe »Die Verbüßung sei¬
ner Strafe wurde auf Bewährung aus¬
gesetzt.«
ver|but|tern: verbutterst; verbuttertest;
hast verbuttert 1 etw. zu Butter ma¬
chen »Er hat die Milch verbuttert.« 2
[ugs.; oft abwert.] etw. verschwenden
ver|char|tern: vercharterst; vercharter-
test; hast verchartert etw. vermieten
(besonders ein Schiff od. Flugzeug)
ver|chro[men: verchromst; verchrom¬
test; hast verchromt mit einer Chrom¬
schicht versehen
Verjchrg|mung: die; - ; -en 1 Versehen
mit einer Chromschicht 2 Chrom¬
schicht
1241
verd.
verd.: Abk. 1 verdichtet 2 verdünnt
Verdacht: der; -(e)s; -1 Annahme, die
(noch) nicht bewiesen ist »Ich habe da
einen bestimmten Verdacht.« 2 auf
Verdacht: [ugs.j es vermuten, aber
nicht genau wissen »Ich habe den
Tisch auf Verdacht für Oma
mitgedeckt.« 3 Verdacht schöpfen:
etw. ahnen, argwöhnisch werden
»Die Polizei hatte Verdacht geschöpft
u. konnte die Täter auf frischer Tat
ertappen.« 4 über jeden Verdacht er¬
haben sein: ohne jeglichen Zweifel
als ehrlich, vertrauenswürdig gelten
»Unmöglich, dieser Mann ist über je¬
den Verdacht erhaben!« 5 Ein falscher
Verdacht hat Teufeismacht: jmdn.
fälschlicher Weise zu verdächtigen,
kann oft böse, ungeahnte Ausmaße
annehmen, Folgen haben o. ä. »Du
mußt Beweise haben, ehe du einen Ver¬
dacht äußerst, denn - .« 6 Verdacht ist
der Freundschaft Gift: wenn sich in
eine Freundschaft Mißtrauen o. ä.
einschleicht, beginnt sie zu zerbrök-
keln, zerbrechen 7 Wo Verdacht ein¬
kehrt, nimmt die Ruhe Abschied:
wenn man anfängt, jmdn. od. etw. zu
mißtrauen, ist die Harmonie, das Ver¬
trauen o. ä. gestört
ver|däch|tig: Adj. Argwohn erregend
»eine verdächtige Handlung«
Ver|däch|ti|ge: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verdächtiger;
eine Verdächtige; zwei Verdächtige)
Person, von der man annimmt, daß
sie etw. (Negatives) getan, ein Verbre¬
chen begangen hat
ver|däch|ti|gen: verdächtigst; verdäch¬
tigtest; hast verdächtigt annehmen,
daß jmd. etw. getan hat; Anschuldi¬
gungen gegen jmdn. erheben
Ver|däch|tig|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verdächtigter;
eine Verdächtigte; zwei Verdächtigte)
Person, die verdächtigt wird, eine
Straftat begangen zu haben
Veijdachts|grund: der; -(e)s; -gründe
<Rechtsw.> Anlaß für die Vermutung,
daß jmd. schuldig ist
Veijdachtsjmo|ment: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Gegebenheit, die die Ver¬
mutung stützt, daß jmd. ein Verbre¬
chen o. ä. begangen hat
ver|dam|men: <lat.> verdammst; ver¬
dammtest; hast verdammt 1 vehement
als negativ kennzeichnen »Die Gesell¬
schaft verdammte dieses Verhalten.« 2
ausstoßen, zwingen »Der Ältestenrat
verdammte sie dazu, die Stadt sofort
zu verlassen.« 3 verdammt noch mall;
verdammt u. zugenäht: [ugs.] wüten¬
der, ärgerlicher Ausruf (Fluch) »Ru¬
he, verdammt noch mal!«
veijdam|mens|wert: Adj. n. stg. mora¬
lisch verdorben
verjdäm|mern: verdämmert; verdäm¬
merte; ist verdämmert [geh.] 1 lang¬
sam undeutlich werden, nach u. nach
die Kontraste verlieren »Bei Einbruch
der Dunkelheit verdämmern die Kon¬
turen des Hauses.« 2 sich in untätiger
Verfassung befinden
Verjdammlnis: die; •; - christliche Reli¬
gion) (Höllen-)Strafe für eine Person,
die von Gott verurteilt ist
verjdammt: Adj. n. stg 1 <hist.> (aus der
Gesellschaft) ausgestoßen 2 [ugs.] im¬
mens; unermeßlich; über alle Maßen
»Bei diesem Unfall haben wir ver¬
dammtes Pech gehabt. ♦ Sie ist ein ver¬
dammt kluger Kopf.« 3 [ugs.] beson¬
ders dumm, ärgerlich od. ignorant
»Du verdammter Blödmam! ♦ Diese
verdammmte Warterei macht mich
ganz krank.« 4 verdammt u. zuge¬
näht!: ärgerlicher Ausruf; Fluch
Ver|damm|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verdammter;
eine Verdammte; zwei Verdammte)
christliche Religion) Person, die von
Gott verurteilt ist u. deswegen in der
Hölle bestraft wird
Verjdam|mung: die; - ; -en christliche
Religion) Verurteilung einer Person
durch Gott; von Gott erfolgte Verur¬
teilung
veijdam|mungs|wür[dig: Adj. [geh.] mo¬
ralisch verdorben
ver|damp|fen: verdampfst; verdampf¬
test; bist/hast verdampft 1 ist zu (Was-
ser-)Dampf werden u. sich verflüchti¬
gen »Die Feuchtigkeit verdampft
langsam.« 2 bist uibertr.) sich schnell
von einem Ort entfernen »Er ver¬
dampfte schnell, als er die alte, ge¬
schwätzige Frau kommen sah.« 3 hast
etw. durch Wärmezufuhr in einen
gas-, dampfförmigen Zustand brin¬
gen
Ver|damp[fer: der; -s; - <Technik> Teil
einer Maschine, in dem eine Flüssig¬
keit in einen gasförmigen Zustand
versetzt wird _
Veijdampjfung: die; - ; -en Übergang
von einem flüssigen in einen gasför¬
migen Zustand
veijdanjken: verdankst; verdanktest;
hast verdankt ein (positives) Ereignis
dem Einfluß, Handeln von jmdm. zu¬
rechnen
veijdajten: verdatest; verdatetest; hast
verdatet <EDV> Informationen in
(computerlesbare) Daten umwandeln
veijdatjtert: Adj. [ugs.] vorübergehend
aus der Fassung gebracht, verblüfft u.
verunsichert
verldaulen: verdaust; verdautest; hast
verdaut 1 Nahrung im Magen-,
Darmtrakt verarbeiten »Ich muß erst
das Mittagessen verdauen.« 2 <übertr.>
nachvollziehen, verkraften
verldaullich: Adj. 1 verträglich »Pilze
sind ein schwerverdauliches Gemüse.«
2 [ugs.] nachvollziehbar; verkraftbar;
verständlich
Verjdau|lich|keit: die; - / - spezielle Be¬
schaffenheit eines Lebensmittels o. ä.,
die es ermöglicht, dieses zu verdauen
Verjdau|ung: die; - ; - Verarbeitung der
Nahrung in Stoffe, die der Körper
verwerten kann
Veridaulungslaplpalrat: der; -(e)s; -e
<Anat.> die Organe, die an der Ver¬
dauung von Nahrungsmitteln betei¬
ligt sind
Verjdaujungs|be|schwer|den: die (PI.)
Schwierigkeiten bei der Verdauung
von Nahrungsmitteln, die oft mit
Schmerzen verbunden sind
Ver]dau|ungs|ka|nal: der; -(e)s; -kanäle
<Anat.> Gesamtheit aller Organe, die
am Vorgang der Verdauung von
Nahrungsmitteln beteiligt sind
Verldaulungslspalzierlgang: der; -(e)s;
-gänge [ugs.] Umherschiendera an der
frischen Luft zur Förderung der Ver¬
dauung
Veridaulunqslstölninq: die; ~ ; -en Be¬
hinderung der Verdauungsvorgänge
Ver|dau|ungs|trakt: der; -(e)s; -e
<Anat.> alle Organe, die am Vorgang
der Verdauung von Nahrungsmitteln
beteiligt sind
Verjdeck: das; -(e)s; -e 1 das oberste
Deck auf einem Schiff 2 Dach eines
Autos, das man wegklappen bzw. ab¬
nehmen kann
veijdeeken (ver|dek|ken —> verjde|-
cken): verdeckst; verdecktest; hast
verdeckt 1 mit etw. bedecken, so daß
es nicht mehr sichtbar ist »etw. mit ei¬
nem Tuch verdecken« 2 die freie Sicht
auf etw. od. jmd. verhindern
ver|den|ken: verdenkst; verdachtest;
hast verdacht [geh.] verübeln; anlasten
Veijderb: der; -(e)s; - 1 durch natürli¬
chen Verfall od. unsachgemäße Lage¬
rung begünstigter Prozeß des
Schlecht- bzw. Ungenießbarwerdens
(von Lebensmitteln) 2 [geh.; veralt.]
widriges Schicksal 3 auf Gedeih u.
Verderb: was auch kommen mag; in
jedem Fall
Veijderjben: das; -s; - 1 durch natürli¬
chen Verfall od. unsachgemäße Lage¬
rung begünstigter Prozeß des
Schlecht- bzw. Ungenießbarwerdens
(von Lebensmitteln) 2 [geh.; veralt.]
widriges Schicksal
ver|der|ben: verdirbst; verdarb(e)st;
hast/bist verdorben 1 a) ist zunichte
machen; schlecht machen »Das hat
uns den Spaß verdorben. • das Essen
mit zu viel Salz verderben« b) bist
«Nahrung) schlecht, ungenießbar wer¬
den »Der Quark verdirbt bis zur näch¬
sten Woche.« 2 bist moralisch negativ
beeinflussen »Du verdirbst das Kind
nur.« 3 Es muß werben, der nicht will
verderben: wer nicht zugrunde gehen
will, muß sich bemühen
ver|derjbenf sich: verdirbst dir; verdar-
b(e)st dir; hast dir verdorben 1 krank
werden »sich den Magen verderben« 2
es (sich) mit jmdm. verderben: durch
sein Verhalten o. ä. von jmdm. nicht
(mehr) gemocht, geschätzt werden
»Das hättest du nicht tun sollen, jetzt
hast du es dir mit dem Chef verdor¬
ben!«
ver|derb|lich: Adj. nicht haltbar;
(schnell) schlecht werdend »verderbli¬
che Lebensmittel«
Ver|derb|lich|keit: die; ~ ; - Eigenschaft
(besonders von Lebensmitteln),
(schnell) ungenießbar zu werden
Verjderb|nis: die; - ; -se [geh.; Veralt.]
Zustand moralischer Schlechtigkeit
verderbt: Adj. verderbter; verderbteste
[geh.; veralt.] 1 schlecht, besonders in
bezug auf die (herrschende) Moral 2
<Literaturwiss.; Textstelle) nur müh¬
sam bzw. überhaupt nicht mehr zu er¬
kennen
Ver[derbt|heit: die; *; -1 Zustand mora¬
lischer Schlechtigkeit 2 <Literatur-
wiss.) schwer- od. unleserlicher Zu¬
stand von Textstellen
verldeutllilchen: verdeutlichst; verdeut¬
lichtest; hast verdeutlicht deutlich, an¬
schaulich machen; vor Augen führen
Ver|deutjli|chung: die; • ; -en genauere
Darstellung von etw., damit es besser
1242
verdraht
verstanden werden kann; Veran¬
schaulichung
verldeutlschen: verdeutschst; ver¬
deutschtest; hast verdeutscht 1 [veralt.]
etw. in die deutsche Sprache überset¬
zen 2 [ugs.] einer Person etw. mit ein¬
fachen Worten erklären
Vferldeutlschunq: die; ~ ; -en 1 [veralt.]
Übersetzung in die deutsche Sprache
2 [ugs.] genauere Erklärung von etw.
unter Verwendung von leichtver¬
ständlichen Worten
ver|dicht|ban Adj. die Möglichkeit bie¬
tend, eine höhere Dichte zu erreichen
ver|dich|ten: verdichtest; verdichtetest;
hast verdichtet 1 <Physik> die Dichte
erhöhen; den Bestand erhöhen
»Kraftstoffe verdichten« 2 etw. erwei¬
tern, so daß eine höhere Dichte ent¬
steht
veijdich|ten, sich: verdichtet sich; ver¬
dichtete sich; hat sich verdichtet all¬
mählich in der Dichte zunehmen; sich
verstärken
Vsr]djch|ter: der; -s; - <Technik> Appa¬
ratur zur Verringerung des Volumens
von Gasen u. Dämpfen mit Hilfe von
Druck
Verjdichjtung: die; - ; -en Verringerung
des Volumens
Verjdich|tungs|raum: der; -(e)s: -räume
[amtssprl.] Region mit hoher Dichte
der Bevölkerung
verjdicken (ver|dik|ken —» verrü¬
cken): verdickst; verdicktest; hast ver¬
dickt etw. (z. B. eine Flüssigkeit) so
behandeln, daß es zäher, dicker wird
verfdicken (veijdikjken —> verrü¬
cken), sich: verdickt sich; verdickte
sich; hat sich verdickt zäher u. dicker
werden, an Dicke zunehmen
Verjdickung (Verjdjk|kung —* Verzü¬
ckung): die; ~ ; -en 1 das Dick- bzw.
Dickerwerden 2 Abschnitt, Punkt,
der dicker gemacht worden ist
veijdiejnen: verdienst; verdientest; hast
verdient 1 a) als Lohn, Gehalt erhal¬
ten »Ich verdiene 2500 DM im
Monat.« b) als Gewinn einnehmen 2
etw. rechtmäßig, begründetermaßen
erhalten »Er verdient eine Aner¬
kennung.« 3 es nicht besser, anders
verdienen: Kommentar, daß die Fol¬
ge eines Handelns gerecht, ange¬
bracht ist »Wer sich so dumm be¬
nimmt, hat es nicht besser verdient!«
Verjdje|ner: der; -s; - weibl. Ver[die|ne|-
rin: die; - ; -nen Person, die das Geld
verdient, das für den Lebensunterhalt
benötigt wird
Verdienst: der; -(e)s; -e a) Gehalt;
Lohn; Vergütung für eine Arbeitslei¬
stung b) Gewinn »Der Verdienst liegt
bei 2000 DM.«
Verdienst: das; -(e)s; -e schätzenswer¬
ter Erfolg, Tatbestand »Der Erfolg ist
ihr Verdienst.«
Ver1dienst|ausjfall: der; -(e)s; -ausfälle
Einbuße bei Gehalt, Lohn, Bezah¬
lung für Arbeitsleistungen
Ver]dienstjbe|schei|ni|gung: die; - ; -en
Schriftstück, auf dem das Einkom¬
men aufgeführt ist, das man als Ge¬
genleistung für seine Arbeit erhält
Ver[dienst|kreuz: das; -es; -e hohe Aus¬
zeichnung, die für besondere, dem
Gemeinwohl dienende Handlungen
verliehen wird
ver|dienst|lich: Adj. [veralt.] Lob verdie¬
nend
Ver|djenst|mög|lich|kait: die; - ; -en Ge¬
legenheit, bei der Geld verdient wer¬
den kann
Ver|dienst|or|den: der; -s; - Auszeich¬
nung in Form eines Ordens, der für
Leistungen, die allgemeine Anerken¬
nung finden, verliehen wird
Varjdienst|span]ne: die; - ; -n <Wirt.>
Gewinn, Verdienst, der beim Verkauf
von etw. erzielt wird; Differenz zwi¬
schen Ein- u. Verkaufspreis »Die Ver¬
dienstspanne betrug beinahe 200 Pro¬
zent.«
ver|dienst|voll: Adj. a) lobenswert; be¬
achtenswert b) durch dem Gemein¬
wohl dienende Leistungen gekenn¬
zeichnet
verdient: Adj. 1 sehr gut u. bewährt »Er
ist ein verdienter Mitarbeiter der
Firma.« 2 berechtigterweise zugestan¬
den »Dies ist die verdiente Belohnung
für ihre Arbeit.« 3 rechtmäßig, selb¬
ständig erworben »sauer verdientes
Geld« 4 sich um etw. verdient
machen: sich engagieren »Er hat sich
um das neue Tierheim wirklich ver¬
dientgemacht.«
ver]dien|ter|m3|ßen: Adv. entsprechend
der Leistung
ver|dien(ter|wei|se: Adv. entsprechend
der Leistung
Verjdjkt: dat.> /werdikt/ das; -(e)s; -e 1
<Rechtsw.> [veralt.] Urteil der Ge¬
schworenen 2 [geh.] Verdammungs¬
urteil
verjdin|gen: verdingst; verdingtest; hast
verdingtjverdungen 1 [veralt.] jmdn.
anstellen, einstellen (lassen) 2
[amtssprl.] Aufträge ausschreiben u.
erteilen
ver|din|gen, sich: verdingst dich; ver¬
dingtest dich; hast dich verdingt/ver-
dungen [veralt.] sich zu einer Arbeit
anstellen lassen
ver|ding|li|chen: verdinglichst; verding¬
lichtest; hast verdinglicht a) vergegen¬
ständlichen; konkreter ausdrücken b)
materialisieren
ver|ding|!i|chen, sich: verdinglicht sich;
verdinglichte sich; hat sich verdinglicht
a) sich konkreter ausdrücken b) sich
materialisieren
Ver[ding|li|chung: die; - ; -en a) Verge-
genständlichung, konkreter Aus¬
druck b) Materialisierung
Vereinigung: die; - ; -en [amtssprl.] An¬
kündigung mit anschließender Verga¬
be
veijdo))met|schen: verdolmetschst; ver¬
dolmetschtest; hast verdolmetscht
[ugs.] jmdm. etw. in seine Sprache
übersetzen od. es ihm auf andere Wei¬
se verständlich machen
Ver|dol|met|schung: die; - ; -en [ugs.]
mündliche Übersetzung in eine für
eine Person verständliche Sprache
ver|don|nern: verdonnerst; verdonner¬
test; hast verdonnert [ugs.; salopp] a)
jmdm. eine Strafe auferlegen »Der
Richter verdonnerte den Angeklagten
zu drei Jahren Gefängnis.« b) eine Per¬
son mit einer unbeliebten Aufgabe,
Arbeit betrauen »Die Mutter hatte ihn
dazu verdonnert, sein Zimmer aufzu¬
räumen.«
verjdon|nert: Adj. [ugs.; veralt.] er¬
staunt, orientierungslos
veijdopjpeln: verdoppelst; verdoppel¬
test; hast verdoppelt die doppelte,
zweifache Menge erzielen, benutzen,
einsetzen »den Einsatz verdoppeln«
ver|dop|peln, sich: verdoppelt sich; ver¬
doppelte sich; hat sich verdoppelt zur
zweifachen Menge werden
Veijdpp|pe|lung/Verjdppp|lung: die; - ;
-en Vergrößerung auf die doppelte
Menge, Anzahl o. ä. »Die Verdoppe¬
lung des Gewinns brachte eine enorme
Summe ein.«
ver|dor|ben: Adj. 1 <Nahrung> nicht
mehr eßbar; ungenießbar geworden
»verdorbenes Obst« 2 moralisch
schlecht »ein verdorbenes Kind«
Verjdor|ben|heit: die; ~ ; - Zustand der
sittlichen Verkommenheit
verjdoijren: verdorrt; verdorrte; ist ver¬
dorrt aufgrund von Feuchtigkeits¬
mangel od. übermäßiger Wärme ver¬
trocknen
ver[dö|sen: verdöst; verdöstest; hast ver¬
döst [ugs.] 1 Zeit in einem Zustand
von leichtem Schlaf verbringen »Er
verdöst den ganzen Nachmittag in sei¬
nem Liegestuhl.« 2 nicht (mehr) daran
denken, etw. zu tun »Er hat unsere
Vereinbarung völlig verdöst.«
ver|drah|ten: verdrahtest; verdrahtetest;
hast verdrahtet 1 etw. mit Stachel¬
draht o. ä. umgeben od. absperren 2
<Elektrot.> verkabeln
vor|drän|gen: verdrängst; verdrängtest;
hast verdrängt 1 jmdn. od. etw. weg¬
schieben od. -stoßen »Ich habe die an¬
deren Leute verdrängt.« 2 jmdn. od.
etw. aus der Erinnerung löschen
Verjdrän)gung: die; - ; -en 1 Wegschie¬
ben od. -stoßen 2 <Psychologie> unbe¬
wußte Unterdrückung schrecklicher
Erlebnisse
Ver[drän|gungs|me|cha|nis|mus: der;
- ; -mechanismen (automatisch ablau¬
fender) Vorgang zur Unterdrückung
bestimmtee Bewußtseinsinhalte
Verfdran|gungs|wett|be|werb: der;
-(e)s; -e Prozeß im Konkurrenz¬
kampf, dem der Schwächere unter¬
liegt
veijdrecken (verjdrek|ken —* ver|dre|-
cken): verdreckst; verdrecktest; hastj
bist verdreckt [ugs.; abwert.] a) hast
etw. od. sich selbst stark verschmut¬
zen b) bist (viel) Schmutz aufnehmen
verjdre|hen: verdrehst; verdrehtest; hast
verdreht 1 etw. so weit drehen, daß es
nicht mehr in seiner normalen Positi¬
on ist »einen Schalter verdrehen« 2
[ugs.; abwert.] etw. wissentlich nicht .
richtig schildern »Er verdreht in seiner
Erzählung die Ereignisse.« 3 [ugs.]
Filme benutzen »Sie haben im Urlaub
10 Filme verdreht.«
Ver|dre[her der; -s; - weibl. Ver|dre|he|-
rin: die; - ; -nen [ugs.; abwert.] Person,
die häufig Sachverhalte bewußt nicht
richtig wiedergibt
verjdreht: Adj. verdrehter; verdrehteste
1 nicht geradlinig, mehrmals die
Richtung wechselnd (u. ineinander
verwoben) »Der verdrehte Draht
konnte nicht geradegebogen werden.«
2 [ugs., ab wert.] nicht vernünftig,
nicht ganz bei Verstand
1243
Verdrehtheit
Ver|dreht|heit die; - ; -en 1 o. PI. a)
[ugsT; abwert.] Verrücktheit b)
[landsch.] Unaufrichtigkeit; Hinter¬
hältigkeit
Ver]dre|hung: die; - ; -en 1 starke Dre¬
hung, bei der etw. nicht mehr in seiner
normalen Position ist 2 [ugs.; abwert.]
Falschdarstellung
ver|drei|fa|chen: verdreifachst; verdrei¬
fachtest; hast verdreifacht etw. auf die
dreifache Menge vergrößern
ver|drgl|fa|chen, sich; verdreifacht sich;
verdreifachte sich; hat sich verdrei¬
facht sich auf die dreifache Menge
vergrößern; auf die dreifache Menge
anwachsen
ver)dre|schen: verdrischst; verdro-
sch(e)st; hast verdroschen [ugs.] prü¬
geln; schlagen
verjdrieß|lich: Adj. schlechtgelaunt; zu
schlechter Laune veranlassend »ein
verdrießliches Gesicht machen ♦ eine
verdrießliche Sache«
Ver|drie6|lich(keit die; • ; -en 1 o. PI.
Zustand einer Mißstimmung 2 m. PI.
Mißstimmung auslösende Ereignisse
veijdrN|len: verdrillst; verdrilltest; hast
verdrillt einzelne Fäden durch Drehen
zu einem Strang zusammenfügen
ver|dril|len, sich: verdrillt sich; verdrillte
sich; hat sich verdrillt einen (schwer)
lösbaren Knoten bilden »Oie Wollfä-
den haben sich verdrillt.«
Ver|dril|limg: die; - ; -en <Technik> Ver¬
drehung mit Hilfe einander entgegen¬
gesetzter Drehbewegungen
Ver[dros|sen|heit: die; - ; - Übellaunig¬
keit; Mißgestimmtheit; Lustlosigkeit
verdrucken (verjdrukfken —> veijdruj-
cken): verdruckst; verdrucktest; hast
verdruckt 1 etw. nicht dem Plan, den
Regeln entsprechend drucken 2 für
den Druckvorgang benötigen »Die
Zeitung hat im vergangenen Jahr gro¬
ße Mengen Papier verdruckt.«
verdrücken (ver]drük|ken —*• ver|drü|-
cken): verdrückst; verdrücktest; hast
verdrückt [ugs.] unauffällig (schnell u.
viel) Nahrung zu sich nehmen
veiidrücken (ver|drük|ken —» ver|drü|-
cken), sich: verdrückst dich; verdrück¬
test dich; hast dich verdrückt 1 [ugs.]
unbemerkt einen Ort verlassen, Weg¬
gehen »Nach dem Essen verdrückten
wir uns.« 2 <Bergbau> sich vermin¬
dern, schmaler werden
Verdrückung (Vfeffdrük|kung —> Ver|-
drufckung): die; - ; -en 1 (Bergbau»
immer schmaler werdende Schicht im
Gestein, die mit Erzen od. Mineralen
ausgefüllt ist 2 in Verdrückung gera¬
ten, kommen: [ugs.] in Bedrängnis
kommen
Verjdniß —»■ Verdruss: der; Verdrus¬
ses; Verdrösse Ärger; Enttäuschung
»Sie hat mir nur Verdruß bereitet.«
veijduf{ten: verduftest; verduftetest; bist
verduftet [ugs.] sich (heimlich) entfer¬
nen; Weggehen
verjdum|men: verdummst; verdummtest;
bistihast verdummt [ugs.] a) hast
jmdn. dazu bewegen, etw. für wahr zu
halten b) bist geistige Fähigkeiten ver¬
lieren, abbauen
VeTdum|mung: die; - ; - a) Beeinflus¬
sung, Täuschung einer Person b) Ab¬
bau geistiger Fähigkeiten
ver|dump|fen: verdumpfst; verdumpf-
test; hast/ ist verdumpft a) hast im
Klang dämpfen, dumpf machen b) ist
den Klang verlieren, dumpf werden
Ver]dun|k(e[)lung: die; - ;-en1 Abdich¬
ten, um das Einfallen od. das Aus¬
strahlen von Helligkeit zu unterbin¬
den 2 Vorrichtung, die das Einfallen
od. das Ausstrahlen von Helligkeit
unterbinden soll 3 o. PI. <besonders
Rechtsw.) Verschleierung
V«rdun|k(e|)lungs|ge|fahr: die; - ; -
<Rechtsw.> Gefahr, daß ein Beschul¬
digter einen Tatbestand verschleiert
ver|dün[nen: verdünnst; verdünntest;
hast verdünnt <meist Flüssigkeit» mit
einem (dünnen) qualitativ oft
schlechteren, flüssigen Material (z. B.
Wasser) vermischen, um dessen Kon¬
sistenz zu verändern
Ver|dün|ner: der; -s; - spezieller Stoff,
mit dem die Konsistenz anderer Stof¬
fe verändert wird
ver|dün|ni|sie|ren, sich: [ugs.; salopp]
unbemerkt u. unauffällig von einem
Ort Weggehen
Ver|dün|mmg: die; - ; -en 1 Verände¬
rung der Konsistenz durch Zufuhr ei¬
ner Flüssigkeit 2 <Chemie> Stoff, mit
dem (meist) Farben verdünnt werden
ver]dun[sten —» ver|duns|ten: verdun¬
stet; verdunstete; ist verdunstet durch
die Zufuhr von Wärme vom flüssigen
in einen gasförmigen Zustand brin¬
gen
ver|dün|sten —» ver|düns|ten: verdun¬
stet; verdunstete; hat verdunstet durch
die Zufuhr von Wärme vom flüssigen
in einen gasförmigen Zustand überge¬
hen
Verjdun|stung —> Ver|duns|tung: die;
- ; 'Wechsel vom flüssigen in den gas¬
förmigen Zustand
Ver|dün|stung —> Ver|düns|tung: die;
- ; - Wechsel vom flüssigen in den gas¬
förmigen Zustand
Verjdun|stungs|mes|ser —» Veijduns|-
tungs|mes]ser: der; -s; - Apparat,
mit dem die Menge verdunsteter
Flüssigkeit gemessen werden kann
Ver|dun|stungs|wär|me —* Ver|duns|-
tungs|wäijme: die; - ; - Wärme, die
einer Flüssigkeit entzogen wird, wenn
sie verdunstet Ant.: Verdunstungs¬
kälte
verjdur|sten —* ver|durs(ten: verdur¬
stest; verdurstetest; bist verdurstet 1
aufgrund fehlenden Trinkwassers
Sterben »Sie sind nach 3 Tagen ohne
Wasser in der Wüste fast verdurstet.«
2 sehr starken Durst haben
vetjdusjseln: verdusselst; verdusseltest;
hast verdusselt [ugs.] etw. ohne Ab¬
sicht vergessen, weil man nicht aufge¬
paßt hat
ver[dü]stern —> ver|düs|tern: verdü¬
sterst; verdüstertest; hast verdüstert
(meist negativ empfunden) dunkler
machen »Dieser Anstrich verdüstert
das Zimmer.«
ver|dü|stern —» veijdüs|tem, sich: ver¬
düstert sich; verdüsterte sich; hat sich
verdüstert 1 dunkler, unheimlicher,
bedrohlicher werden »Der Himmel
verdüsterte sich.« 2 schlechter werden
verjdut|zen: verdutzt; verdutztest; hast
verdutzt jmdn. verblüffen, erstaunen,
verwirren
verdutzt: Adj. verdutzter; verdutzteste
überrascht; überrumpelt »ein verdutz¬
tes Gesicht machen«
Verdutztheit: die; - ; - Verblüffung,
Überrumpelung »Die Verdutztheit
machte ihn völlig sprachlos.«
ver)eb|ben: verebbt; verebbte; ist verebbt
[geh.] weniger werden; zu Ende ge¬
hen; sich verringern »Der Beifall ver¬
ebbte.«
verjedeln —* veije|deln: veredelst; ver¬
edeltest; hast veredelt edler machen;
den Wert, die Qualität erhöhen; ver¬
bessern
vershe.: Abk. verehelicht
ver|ghe|li|chen —> verj§|he|li|chen: ver¬
ehelichst; verehelichtest; hast verehe¬
licht [amtssprl.; veralt.] verheiraten
ver|ehe|U|chen —> verje|he|li|chen,
sich: verehelichst dich; verehelichtest
dich; hast dich verehelicht [amtssprl.;
veralt.] sich verheiraten
Ver|ehe|li|chung —» Ver]e|he|li|chung:
die; ~; -en Heirat
ver|eh|ren: verehrst; verehrtest; hast ver¬
ehrt 1 a) jmdn. hochachten, sehr
schätzen u. bewundern »Ich verehre
ihn als Maler sehr.« b) als Gott od.
Gottheit anbeten 2 [ugs.; scherzh.]
schenken
Verjeh|rer: der; -s; - weibl. Verjeh|rejrin:
die; - ; -nen [veTalt.; scherzh.) Person,
die jmdm. große Achtung, Bewunde¬
rung entgegenbringt »In ihr hatte er
eine glühende Verehrerin.«
Ver]eh|rung: die; - ; - a) Errichtung eines
Kults für jmdn., den man als göttli¬
ches Wesen ansieht b) [geh.] Entge¬
genbringen eines starken Gefühls von
liebevoller Wertschätzung
ver|eh|rungs[voll: Adj. voller Hochach¬
tung
ver|eh|rungs|wür)dig: Adj. es verdienen,
mit Wertschätzung behandelt zu wer¬
den
verleitdilqen: vereidigst; vereidigtest;
hast vereidigt einer Person einen Eid,
Schwur abnehmen; eine Person
schwören lassen »Der Richter verei¬
digte den Zeugen.«
Verleildilqunq: die; • ; -en Abnahme ei¬
nes feierlichen, nach einer festen For¬
mel durchgeführten Schwurs
Verfem: der; -(e)s; -e Zusammenschluß
von Menschen mit gemeinsamen Zie¬
len od. Interessen »einen Verein grün¬
den«
verjsjn|bar: Adj. n. stg. in Einklang mit
etw.
verleinlbalren: vereinbarst; vereinbar¬
test; hast vereinbart 1 eine Abma¬
chung treffen; etw. ausmachen, ab¬
sprechen »Wir haben Stillschweigen
vereinbart.« 2 Übereinstimmung er¬
zielen »Das konnte er mit seinem Ge¬
wissen nicht vereinbaren.«
Vertein|ba|mng: die; -; -en Absprache
veifeinjba|rungs|ge|mäß: Adj. n. stg.
entsprechend einer Absprache
verfeijnen: vereinst; vereintest; hast ver¬
eint 1 zu einer Einheit machen; verei¬
nigen »die Widersacher vereinen« 2
zusammenschließen; zu einem größe¬
ren Ganzen verbinden »die Vereinten
Nationen«
verjej|nen, sich: vereint euch; vereintet
euch; habt euch vereint 1 zusammen
auftreten »In ihm vereinen sichhttelli-
1244
verfahren
genz u. gutes Aussehen.« 2 sich zusam-
raentun; sich verbinden zur Durchset¬
zung gemeinsamer Interessen
ver|ein[fa|chen: vereinfachst; verein¬
fachtest; hast vereinfacht leichter, we¬
niger schwierig, weniger kompliziert
machen »Wir haben den Produktions¬
ablauf vereinfacht.«
ver|ein|fa|chen, sich: vereinfacht sich;
vereinfachte sich; hat sich vereinfacht
leichter, weniger schwierig, weniger
kompliziert werden
Ver|em|fa|chung: die; - ; -en verein¬
fachte Darstellung
ver|e]n|heit|li|chen: vereinheitlichst; ver¬
einheitlichtest; hast vereinheitlicht ver¬
schiedene Dinge einander angleichen
Ver|aln|heitjli|chung: die; ~ ; -en Anglei¬
chung verschiedener Dinge
verieilniloen: vereinigst; vereinigtest;
hast vereinigt 1 zusammenfugen; zu¬
sammenschließen zu einem größeren
Ganzen »Die Stahlbetriebe werden
vereinigt.« 2 zusammenbringen »Ost-
u. Westdeutschlandwurden 1990 verei¬
nigt.«
verjej|ni|gen, sich: vereinigt euch; verei¬
nigtet euch; habt euch vereinigt 1 zu ei¬
ner Einheit werden »Die beiden gegne¬
rischen Parteien vereinigten sich.« 2
[geh.] Geschlechtsverkehr haben 3
sich zur Durchführung gemeinsamen
Tuns treffen
Ver|ei|ni|gung: die; - ; -en 1 Zusammen¬
fassung zu einer Einheit 2 <Rechtsw.>
rechtlich unverbindliche Zweckge¬
meinschaft »Die Vereinigung zur Ret¬
tung der Wale hat schon einige Erfolge
erzielt.«
verjein|nah|men: vereinnahmst; verein¬
nahmtest; hast vereinnahmt 1 stark in
Anspruch nehmen »jmds. Zeit
vereinnahmen« 2 «Handel) Zahlungen
entgegennehmen
Ver|e[n|nah|mung: die; - ; -en 1 Inan¬
spruchnahme; Beanspruchung 2
«Handel) Entgegennahme »Die Ver-
einnahmung der Zinsen ergab eine an¬
sehnliche Summe.«
ver|ein|sa(men: vereinsamst; vereinsam¬
test; bist vereinsamt im Laufe der Zeit
immer einsamer werden
Verjfin|sa|mung: die; - ; - Zustand der
völligen Einsamkeit
ver|ein]sei|ti|gen: vereinseitigst; verein¬
seitigtest; hat vereinseitigt etw. nur
aus einer Perspektive betrachten, ein¬
seitig darlegen
Ver[e]n|sei|ti|gung: die; - ; -en [selten]
Ausführung in einseitiger Sichtweise
Verjsins|far|be: die; • ; -n (m. PI.) der
eindeutigen Identifizierung dienende
Farbe od. Farbkombination, die für
Wappen, Trikots o. ä. eines Vereins
verwendet wird
Veijejns|haus: das; -es; -häuser Haus
bzw. Lokal, in dem sich Vereinsmit¬
glieder treffen
Ver|eins|lo|kai: das; -(e)s; -e Haus bzw.
Lokal, in dem sich Vereinsmitglieder
treffen
Ver|eins|mann|schaft die; - ; -en zu ei¬
nem Sportverein gehörende Manns¬
chaft
Ver|eins|meie|rei —*■ Verjeins|mei|e|rei:
die; -; - [ugs.; meist abwert.] übertrie¬
benes Wichtignehmen des Vereinswe¬
sens; Mitgliedschaft in vielen Verei¬
nen
Veiieins|mitjglied: das; -fe)s; -er einem
Verein angehörende Person
Ver|eins|recht: das; -(e)s; - <Rechtsw.>
Recht, dem Vereine unterliegen
Ver1eins|re|gi|ster —* Ver|eins|re|gis|-
ter: das; -s; - offizielles Register, in
das sich ein Verein eintragen lassen
muß, wenn er als eingetragener Ver¬
ein anerkannt werden will
Verjeinsjsat|zung: die; - ; -en Samm¬
lung von Regeln u. Verordnungen,
die sich ein Verein gibt
Verjeins|wech[sel: der; -s; - Verlassen
eines Vereins u. gleichzeitiges Eintre¬
ten in einen anderen Verein
Ver]eins|wejsen: das; -s; - alles, was zu
einem Verein u. seinen Aktivitäten
gehört
ver|ejn|zeln: vereinzelst; vereinzeltest;
hast vereinzelt 1 <Forstw.; Landwirt.)
Jungpfianzen so reduzieren, daß die
übriggebliebenen Pflanzen genügend
Platz zum Weiterwachsen haben 2
[geh.] von anderen trennen
verjein|zeln, sich: vereinzelt sich; verein¬
zelte sich; hat sich vereinzelt sich in
der Anzahl vermindern
ver|ein|zslt: Adj. n. stg. selten; einige
Male vorkommend »Vereinzelte
Nachbeben wurden gemessen.«
Ver]ein|ze|lung: die; ~ ; -en 1 <Forstw.;
Landwirt.) Reduzierung von Jung¬
pflanzen, um so genügend Platz für
das Wachstum der übrigbleibcnden
Pflanzen zu erhalten 2 [geh.] Tren¬
nung von anderen Personen (zum
Zweck der Isolation)
ver|ei|sen: vereist; vereiste)vereistest;
ist/hast vereist 1 bist a) durch überfrie¬
rende Nässe eine Eisschicht bilden b)
[selten] zufrieren 2 hast <Med.> eine
verletzte Stelle durch das Aufsprühen
eines Kältesprays betäuben
ver(eist: Adj. n. stg. 1 mit einer Schicht
Eis, gefrorenem Wasser überzogen 2
<Med.> betäubt; kurzzeitig unemp¬
findlich gegen Schmerz
ver|ej|teln: vereitelst; vereiteltest; hast
vereitelt willentlich das Vorhaben ei¬
ner Person verhindern, durchkreuzen
Verje||t(e)lung: die; - ; - Verhinderung
eines Vorhabens, Plans
ver|ei|tert: Adj. mit Eiter gefüllt, verse¬
hen
Ver|ei|t6|njng: die; - ; -en Entzündung
mit Eiterbildung
Veijeke|lung —> Ver|e|ke[lung/Verjek|-
lung: die; - ; -en Abneigung; Wider¬
willen
ver)e)en|den —*• ver|e)lon|den: verelen¬
dest; verelendetest; bist verelendet
[geh.] ärmer werden »Die Bewohner
dieser Stadt verelenden immer mehr.«
Ver|elen|dung —* Ver|e]len|dung: die;
-; -en [geh.] Verarmung
Ver|elen|diings|theo|rie —* Ver|e]len|-
dungs|the|o|rie: die; ~ ; -n (nach
Marx) Theorie über die Verarmung
der Arbeiterklasse
verjen|den: verendet; verendete; ist ver¬
endet <Tiere> sterben
ver|en|gen: verengst; verengtest; hast
verengt etw. von einer Weite
wegnehmen, enger machen » Wir müs¬
sen den Durchfluß verengen.«
ver|en|gen, sich: verengt sich; verengte
sich; hat sich verengt schmaler werden
»Dort, wo die Straße sich verengt,
mußt du rechts abbiegen.«
Ver|en|ge|rung: die; - ; -en 1 Vorgang
des Engerwerdens 2 Handlung des
Engermachens
Ver|en|gung: die; -; -en 1 das Engerwer¬
den; Engermachen; Verlust an Weite,
Ausdehnung »Die Verengung der
Straße ist abgeschlossen.« 2 der (im
Vergleich) enge Bereich, Punkt »Im
Verlauf der Straße gibt es mehrere
Verengungen.«
ver[erb|bar Adj. n. stg. die Möglichkeit
bietend, vererbt zu werden, jmdm. als
Erbe vermacht zu werden
verjetjben: vererbst; vererbtest; hast ver¬
erbt 1 jmdm. etw. hinterlassen; nach
dem Tod schenken, überlassen »Ich
vererbe meinen Kindern alles.« 2 [ugs.;
scherzh.] schenken; weitergeben »Den
Pulli hat mir meine Schwester
vererbt.« 3 eine genetische Veranla¬
gung einem Nachkommen weiterge¬
ben
veijerb|lich: Adj. n. stg. a) von der Erb¬
folge bestimmt b) auf dem Wege der
Vererbung übertragbar
Veijerjbung: die; ~ ; -en (PI. s.) <Bio.)
Übergang von Erbanlagen auf die
nachfolgende Generation
Ver[er]bungs|leh|re: die; - ; -n wissen¬
schaftliche Erforschung der Verer¬
bung; Genetik
ver|estern —* ver|es|tern: veresterst;
verestertest; hast verestert <Chemie> in
die organische Verbindung Ester um¬
wandeln »Er hat Alkohol verestert.«
Verjeste|rung —> Ver|es|te|rung: die;
- ; -en «Chemie) Umwandlung in die
organische Verbindung Ester
ver|ewi|gen —* ver|e]wi|gen: verewigst;
verewigtest; hast verewigt für die
Nachwelt festhalten »Er verewigte
seine Geliebte in Bildern.«
ver1ewi|gen, sich —> ver|e|wi|gen,
sich: verewigst dich; verewigtest dich;
hast dich verewigt [ugs.] sich bei der
Nachwelt in Erinnerung halten »Sie
verewigte sich im goldenen Buch der
Stadt.«
Veijewig|te —» Ver|e[wig|te: der u. die;
-n; -n (mit unbestimmtem Art.; ein
Verewigter; eine Verewigte; zwei
Verewigte) Verstorbener od. Verstor¬
bene
Verf.: Abk. 1 Verfahren 2 Verfasserin)
verf.: Abk. verfaßt
Verjfah|ren: das: -s; - 1 Art u. Weise bei
einem Vorgehen »Der Arzt erprobte
das Verfahren für diese neue medizini¬
sche Technik.« 2 <Rechtsw.> (geord¬
nete) Folge einzelner Rechtshandlun¬
gen
ver|fah|ren: Adj. aussichtslos; proble¬
matisch »eine verfahrene Situation«
ver]fah|ren: verfährst; verfuhr(e)st; bist/
hast verfahren 1 bist Vorgehen; auf
eine bestimmte Weise tun »Wir ver¬
fahren damit folgendermaßen: ....« 2
hast beim Fahren verbrauchen »Ich
habe 151 Benzin verfahren.«
veijfah|ren, sich: verfährst dich; verfuh-
r(e)st dich; hast dich verfahren den
falschen Weg fahren; sich mit einem
Fahrzeug verirren
1245
Verfahrensrecht
Verffah|rens|recht: das; -(e)s; -
<Rechtsw.> ein Verfahren regelnde,
formale Bestimmungen
ver(fah|rens|recht|lich: Adj. n. stg.
<Rechtsw.> sich auf das Verfahrens¬
recht beziehend
Verfah|rens|re|gel: die; ~ ; -n (m. PI.)
<Rechtsw.> festgelegte Bestimmung,
die den Verlauf eines Verfahrens re¬
gelt
Verfah|rensfech|nik: die; -; - <Technik>
Erforschung der Prozesse für die Än¬
derung von Stoffen u. die Entwick¬
lung der dazu notwendigen Geräte
Verfab|rens|wei|se: die; - ; -n Art u.
Weise, in der ein Vorhaben durchge¬
führt wird
Verfall: der; -(e)s; - 1 langsames Zu¬
grundegehen »Der Verfall des Kör¬
pers ist nicht aufzuhalten.« 2 a) Ver¬
lust der Gültigkeit »Bis zum Verfall
hat der alte Fahrschein noch
Gültigkeit« b) Wertverlust »Verfall
des Dollars«
verfallen: verfällst; verfiel(e)st; bist
verfallen 1 a) langsam kaputt-, zu¬
grundegehen »Das Haus verfällt im¬
mer mehr.« b) in den Körperfunktio¬
nen abbauen 2 die Gültigkeit verlie¬
ren »Der Gutschein, ist inzwischen
verfallen.« 3 unbewußt, ungesteuert
eine Verhaltensweise annehmen »in
Hektik verfallen« 4 abhängig werden
von jmdm. od. etw. »Er war dieser
Frau verfallen.« ♦ Sie war dem Alkohol
verfallen.«
Verfalls(da|tum: das; -s; -daten Zeit¬
punkt, zu dem eine Garantie für die
Haltbarkeit eines Lebensmittels, einer
verderblichen Ware nicht mehr über¬
nommen wird
Verfalls|er|schei|nung: die; ~ ; -en An¬
zeichen, das deutlich macht, daß etw.
im Verfall begriffen ist
Verfallsfag: der; -fe)s; -e Tag, an dem
etw. ungültig o. wertlos wird
Verfa(l(s)|zeit: die; - ; - <Bankw.> Zeit¬
spanne, nach der eine Schuld begli¬
chen sein muß
Verfalltag: der; -fe)s;- <Bankw.> Stich¬
tag für eine Fälligkeit von Wechseln,
Schecks o. ä.
verfälschen: verfälschst; verfälschtest;
hast verfälscht 1 einen Sachverhalt
(bewußt) unkorrekt, nicht wahr,
nicht richtig darstelien, erscheinen
lassen 2 den Wert od. die Konsistenz
von etw. verringern »Das Gewürz ver¬
fälscht den Geschmack.« 3 <Rechtsw,>
durch Fälschen Veränderungen vor¬
nehmen
Verfälschung: die; - ; -en 1 falsche
Darstellung eines Sachverhalts 2 Ver¬
ringerung des Wertes od. der Konsi¬
stenz eines Produktes 3 <Rechtsw.>
Veränderung durch Fälschen
ver|fan|gen, sich: verfängst dich; verfin-
g(e)st dich; hast dich verfangen sich in
etw. verwickeln, so daß man sich
nicht od. nur schwer daraus lösen
kann
verfäng|lich: Adj. gegebenenfalls zu un¬
angenehmen, peinlichen Situationen
führend; bedenklich; bloßstellend
Verfäng)lich|keit: die; ~ ; - Situation,
die gegebenenfalls zu Peinlichkeiten
führt; Bloßstellung
verfäijben: verfärbst; verfärbtest; hast
verfärbt (ungewünscht, unerwünscht)
die Farbe ändern; zur Änderung der
Farbe beitragen
verfäijben, sich: verfärbst dich; verfärb¬
test dich; hast dich verfärbt seine (Ge-
sichts-)Farbe kurzzeitig ändern »Sein
Gesicht verfärbte sich vor Wut rot.«
Verfärbung: die; ~ ; -en 1 Veränderung
der ursprünglichen Farbe 2 Stelle, die
eine andere als die ursprüngliche Far¬
be angenommen hat
verfassen: verfaßt; verfaßtest; hast ver¬
faßt —*alle Formen mit ss<—
schriftlich niederlegen; formulieren
Veif asjser: der; -s; - weibl. Verfas|se|-
rin: die; ~ ; -nen Person, die ein
Schriftstück formuliert (hat), Syn.:
Autor(in)
Verfasserschaft: die; ~ ; - Urheber¬
schaft eines geschriebenen Textes
Verffasjsung: die; • ; -en 1 psychisches
od. physisches Befinden einer Person
»Ich bin in guter Verfassung.« 2
Grundgesetz; Staatsordnung; Konsti¬
tution »die Verfassung der USA«
ver|fas|sung|ge|bend: Adj. n. stg. die
Verfassung bestimmend, beschlie¬
ßend »verfassunggebende Versamm¬
lung«
Verfas|sungs|änjde)rung: die; • ; -en
Veränderung der Regeln, die die Ge¬
stalt einer Staatsform u. die Rechte u.
Pflichten seiner Bürger bestimmen
Verfaslsungs|be|schwer|de: die; - ; -n
<Rechtsw.> Eingabe, die gegen Be¬
stimmungen des Staates erhoben
wird, die der Verfassung zuwiderlau¬
fen u. die eine Beeinträchtigung der in
der Verfassung definierten Rechte u.
Pflichten der Bürger darstellen
Verfas|sungs|bruch: der; -fe)s; - Zuwi¬
derhandeln gegen die bestehende Ver¬
fassung (2)
verfas|sungsfeind|lich: Adj. der Ver¬
fassung (2) entgegenwjrkend
verfas|sungsjge|mäB: Adj. n. stg. der
Verfassung (2) entsprechend; wie in
der Verfassung (2) festgelegt
Verfas|sungs|ge|richt: das; -(e)s; -e
Gerichtshof, der über Fragen ent¬
scheidet, die die Verfassung (2) anbe-
iangen
verjfas|sungs|ma|Big: Adj. n. stg. der
Verfassung (2) entsprechend .
Verfas|sungs|recht: das; -(e)s; - festge¬
legte Rechtsprinzipien, die in der Ver¬
fassung (2) enthalten sind
verfasjsungs|recht|lich: Adj. n. stg. die
Rechtsnormen anbelangend, die in
der Verfassung (2) festgelegt sind
Verfassungsschutz: der; -es; -1 Ma߬
nahmen, Einrichtungen u. a., die den
Schutz der Verfassung (2) und der in
ihr festgelegten Ordnung gewährlei¬
sten sollen 2 kurz für Bundesamt für
den Verfassungsschutz
Verfas|sungs|schüt|zer: der; -s; -
weibl. Verfas|sungs|schiit|zejrin: die;
- ; -nen [ugs.j Person, die beim Bun¬
desamt für Verfassungsschutz arbei¬
tet
verfas|sungsfreu: Adj. n. stg. der Ver¬
fassung (2) treu ergeben
Verfas[sungs|urjkun|de: die; - / -n spe¬
zielle Urkunde, in der die Verfassung
(2) festgehalten ist
verfas|sungs]widjrig —> verfas)-
sungs|wi|d|rig: Adj. n. stg. der Verfas¬
sung (2) zuwiderhandelnd
vertfaullen: verfault; verfaulte; ist ver¬
fault durch Verwesung verderben, un¬
genießbar werden od. absterben
Verffaujlung: die; ~ ; -en (PI. s.)
Schlechtwerden, Ungenießbarwerden
von organischen Stoffen, besonders
Lebensmitteln, durch den Prozeß des
Faulens
verfechfen: verfichst; verfocht(e)st;
hast verfochten!verfechtet etw. stark
vertreten; etw. stark, vehement vertei¬
digen; für etw. eintreten
Verfechter: der; -s; - weibl. Verfech|-
tejrin: die; -; -nen Person, die für etw.
eintritt, kämpft »Er ist ein Verfechter
der militanten Richtung.«
verfehlten: verfehlst; verfehltest; hast
verfehlt unbeabsichtigt etw. od. jmdn.
nicht treffen »Ich habe den Zug nur
knapp verfehlt.« Syn.; verpassen
verfehlten, sich: verfehlt euch; verfehl¬
tet euch; habt euch verfehlt sich nicht
(wie gehofft) treffen »Wir haben uns
verfehlt.« Syn.; sich verpassen
Verfehlung: die; -; -en Schuld; Verstoß
gegen Regeln, Gesetze »eine Verfeh¬
lungzugeben«
verfgtnjden, sich: verfeindet euch; ver¬
feindetet euch; habt euch verfeindet
sich eine Person zum Feind machen;
jmdm. feindselig gegenübertreten
verjfeinjdet: Adj. einander nicht freund¬
schaftlich gesonnen
ver|fei|nem: verfeinerst; verfeinertest;
hast verfeinert feiner, edler machen;
verbessern
verfeinern, sich: verfeinert sich; verfei¬
nerte sich; hat sich verfeinert genauer,
präziser, ausgeprägter werden
Verjfej|ne|rung: die; ~ ; -en 1 Verbes¬
serung 2 etw., was verbessert gewor¬
den ist
verjfejmen: verfemst; verfemtest; hast
verfemt [geh.] ächten »Der Maler ist
von der Gesellschaft verfemt worden.«
Verfejmung: die; -; -en [geh.] Ächtung
verfertigen: verfertigst; verfertigtest;
hast verfertigt etw. produzieren, für
das künstlerische Begabung benötigt
wird
Verfertigung: die; - ; -en Herstellung
mit Hilfe von künstlerischem Ge¬
schick
verfe|sti|gen —s- verfestigen: verfe¬
stigst; verfestigtest; hast verfestigt
etw. in seiner Konsistens chemisch
verändern, fester machen
verfejstijgen —* verfestigen, sich:
verfestigt sich; verfestigte sich; hat
sich verfestigt in seiner Konsistenz fe¬
ster werden
Verfe|sti|gung —» Verfestigung: die;
- ; -en a) Tätigkeit, befder etw. in sei¬
ner Konsistenz verhärtet wird b) Ver¬
härtung
verfetfen: verfettest; verfettetest; bist
verfettet (stark) an Gewicht zuneh¬
men; zuviel Fett im Körper speichern
Verjfetjtung: die; - ; -en cmeist Med.>
Ansetzen von zuviel Fett ■
vertfeulern: verfeuerst; verfeuertest; hast
verfeuert 1 a) zum Heizen (im Ofen)
benutzen »Wir verfeuern Heizöl.« b)
beim Verbrennen aufbrauchen 2 Mu¬
nition beim Schießen aufbrauchen
1246
Verfrühung
Vertteuelrung —> Verifeulelruncc die;
~ ; -en 1 a) Verbrennen von Stoffen
zum Zweck der Energiegewinnung b)
Aufbrauchen beim Verbrennen von
Stoffen zum Zweck der Energiege¬
winnung 2 Aufbrauchen von Muniti¬
on beim Schießen
ve(jfll|men: verfilmst; verfilmtest; hast
verfilmt a) ein Buch, einen Stoff in ei¬
nen Spielfilm umsetzen »Dieser Ro¬
man ist mehrmals verfilmt worden.« b)
Filmmaterial verbrauchen
Verffil|mung: die; ~ ; -en a) Verfilmen ei¬
nes StofTs bzw. einer Handlung b) die
Umsetzung einer Vorlage (z. B. einem
Roman) in einen Spielfilm »Die Ver¬
filmung von 'Vom Winde verweht' ist
ein gelungenes Werk.«
ver|fil|zen: verfilzt; verfilztest; bist
verfilzt a) sich so stark ineinander ver¬
wickeln, verschlingen, daß es nicht
wieder zu lösen ist b) (Stoff) durch fal¬
sche Behandlung od. zu häufiges Wa¬
schen an Form u. Qualität verlieren
Verjfil|zung: die; - ; -en a) so starke Ver¬
schlingung, daß ein Entwirren nicht
möglich ist b) <Stoff> Verlust an Form
u. Qualität durch falsche Behandlung
od. zu häufiges Waschen
verjfin|stern —» ver(fins|tern: verfin¬
sterst; verfinstertest; hast verfinstert
verdunkeln; verdüstern; bewölken
»Die Wolke verfinstert den Himmel.«
vereintstem —»■ ver[fins|tern, sichs ver¬
finstert sich; verfinsterte sich; hat sich
verfinstert a) dunkler werden »Dunkle
Wolken zogen auf, daher hatte es sich
draußen so verfinstert.« b) Unmut an¬
zeigen »Seine Gesichtszüge verfinster¬
ten sich.«
vertflajchen: verflacht; verflachte; ist/
hat verflacht 1 ist allmählich in eine
ebene Fläche übergehen 2 hat etw.
eben machen; ebnen
Vertflajchung: die; - ; -en 1 allmählicher
Übergang in eine ebene Fläche 2 Stel¬
le, die verflacht ist
verfflechjten; verflechtest; verflechte¬
test; hast verflochten a) etw. miteinan¬
der verbinden; direkt aneinander an¬
binden (durch Flechten) b) <übertr.>
enge Verzahnung, Verbindung mit¬
einander eingehen »Die beiden Kon¬
zerne sind eng miteinander verfloch¬
ten.«
verjflechften, sich: verflechtet sich; ver-
flechtete sich; hat sich verflochten sich
eng aneinanderbinden
Ver)flech|tung: die; • ; -en Zusammen¬
schluß; Verbindung »Die Verflech¬
tung zwischen den Konzernen ist
schwer durchschaubar.«
verffljeigen: verfliegt; verflog; ist verflo¬
gen 1 a) vergehen »Seine schlechte
Laune verflog.« b) sich (plötzlich) ver¬
flüchtigen; sich in der Luft verteilen
»Der Duft verfliegt schnell.« c) schnell
vorbei, vergangen sein »Die Zeit war
im Nu verflogen.«
ver|flfe|gen, sich: verfliegst dich; verfio-
gfe)st dich; hast dich verflogen in die
falsche Richtung fliegen; sich beim
Fliegen verirren
ver|flie|0en: verfließt; verfloß; ist verflos¬
sen —>alle Vergangenheitsformen
mit ss*— 1 undeutlich werden, inein¬
ander übergehen 2 [geh.] vorüberge¬
hen
verflixt: Adj. verflixter; verflixteste är¬
gerlicher Ausruf, Zusatz, Fluch>
[ugs.j a) verflucht; vermaledeit »das
verflixte siebte Jahr« b) unerfreulich,
dumm c) verflixt noch mall; verflixt u.
zugenäht: [ugs.] ärgerlicher, wüten¬
der Ausruf (Fluch)
Verffloch|ten|heit: die; - ; -en enge Zu¬
sammengehörigkeit, V erbundenheit
ver|flos|sen: Adj. n. stg. [salopp] vergan¬
gen; ehemalig »Dort drüben sitzt mein
verflossener Freund.« .
Vertflos|8ejne: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verflossener;
eine Verflossene; zwei Verflossene)
[scherzh.] ehema!ige(r) Frau/Freun-
din, Mann/Freund, Liebhaber(in),
Geliebte(r)
verjflu|chen: verfluchst; verfluchtest;
hast verflucht a) einen Fluch ausspre¬
chen; auf jradn., etw. schimpfen, wü¬
tend sein »eine Fehlentscheidung
verfluchen« b) jmdn. verdammen, ver¬
wünschen
verjAucht: Adj. verfluchter; verfluchteste
[salopp; abwert.] a) verdammt »So ein
verfluchter Mistkerl!« b) in hohem
Maße »Sie ist verflucht hübsch.«
ver|flüch|ti|gen, sich: verflüchtigtst dich;
verflüchtigtest dich; hast dich verflüch¬
tigt 1 <Chemie; gasförmige Stoffe) sich
in der Luft verteilen; verdampfen;
verdunsten »Der Duft verflüchtigte
sich schnell.« 2 [ugs.] schnell Wegge¬
hen; heimlich einen Ort verlassen
vaijflOs|si]gen: verflüssigt; verflüssigte;
hat verflüssigt in den flüssigen Aggre¬
gatzustand bringen
verjflüs|si|gen, sich: verflüssigt sich;
verflüssigte sich; hat sich verflüssigt in
den flüssigen Aggregatzustand über¬
gehen
Verfflüs]si|gung: die; ~ ; -en Übergang
in den flüssigen Aggregatzustand
ver)fol|gen: verfolgst; verfolgtest; hast
verfolgt 1 a) einer Person od. einem
Tier folgen u. sie/es zu erreichen, zu
fangen versuchen »Die Jäger verfolg¬
ten das Reh.« b) sich aufdringlich ge¬
genüber einer Person verhalten, sie
bedrängen »Er verfolgte sie mit seinen
ständigen Liebesschwüren.« c) eine
Person aus politischen, rassischen od.
religiösen Gründen bedrängen u. sie
in ihrer Freiheit einschränken »Das
Regime hat die Revolutionäre
verfolgt.« 2 uneist Rechtsw.) gegen
eine Person od. einen Sachverhalt an¬
gehen »Der Dieb wurde strafrechtlich
verfolgt.« 3 versuchen, etw. zu errei¬
chen u. durchzusetzen »Er verfolgt
seinen Plan rücksichtslos.« 4 etw. mit
voller Aufmerksamkeit, mit großem
Interesse betrachten »Er hat die Ent¬
wicklung über einen langen Zeitraum
verfolgt.«
Veijfol[ger der; -s; - weibl. VerjfoI|ge|-
rim die; - ; -nen Person, die einer an¬
deren Person folgt, um sie einzuholen,
zu stellen, zu überwachen usw.
Ver[fp)|gung: che; - ; -en 1 a) das einer
Person od. einem Tier Folgen mit
dem Ziel, sie/es einzuholen, zu fan¬
gen, zu stellen, zu überwachen usw. b)
Bedrängung, aufdringliches Verhal¬
ten einer Person gegenüber c) Po¬
grom, Hetze aus politischen, rassi¬
schen od. religiösen Gründen 2 uneist
Rechtsw.) rechtliche Ahndung eines
Sachverhalts 3 Versuch, ein Ziel zu er¬
reichen, einen Plan durchzusetzen 4
Betrachtung eines Sachverhaltes o. ä.
mit Aufmerksamkeit, großem Inter¬
esse
Ver[fol|gungs[jagd: die; - ; -en Verfol¬
gung (1 a, c), die eine längere Zeit¬
spanne beansprucht u. über größere
Entfernungen verläuft
Ver)fol|gungsfrenInen: das; -s; - (Rad¬
sport) Radrennen in der Halle, bei der
die Teilnehmer gleichzeitig, aber an
den entgegengesetzten Enden der
Bahn starten, mit dem Ziel, die Kon¬
kurrenten einzuholen
Ver]fpl|gungsfwahn: der; -(ejs; - (Psy¬
chologie) Wahn, krankhafte Angst,
dauernd von jmdm. beobachtet, be¬
droht u. verfolgt zu werden
ver[form|bar: Adj. in der Form verän¬
derbar
Vertform|bar|keit; die; - ; -en (PI. s.)
Möglichkeit zur Veränderung der
Form eines Gegenstandes
verffoijmen: verformst; verformtest;
hast verformt (versehentlich) einen
Gegenstand in eine andere Form
bringen
verfforjmen, sich: verformt sich; ver¬
formte sich; hat sich verformt die (ur¬
sprüngliche) Form verändern
v«ijfrach]ten: verfrachtest; verfrachte¬
test; hast verfrachtet 1 als zu beför¬
dernde Last verschicken »Container
verfrachten« 2 [ugs.] jmdn. (ohne
seine Zustimmung) an einen anderen
Ort bringen
Verffrachftung: die; - ; -en Verladung u.
Versendung als Fracht
verffran|zen, sich: verfranzt dich; ver¬
franztest dich; hast dich verfranzt
[ugs.] 1 sich verfliegen, verlaufen od.
verfahren »Ich habe mich in der frem¬
den Stadt verfranzt.« 2 sich in einem
sachlichen Stoff nicht mehr zurecht¬
finden »Ich habe mich in meiner Rede
verfranzt.«
ver|frem|den: verfremdest; verfremde¬
test; hast verfremdet a) so verändern,
daß man es nicht od. nur schwer (wie-
der-)erkennen kann »Die Stimme
wurde durch den Anrifbeantworter
verfremdet.« b) etw. Bekanntes auf
ungewöhnliche Weise darstellen u.
dadurch künstlerisch hervorheben,
die Aufmerksamkeit darauf lenken
Verffrem|dungs|ef)fekt: der; -(e)s; -e
(Literaturwiss.) Technik der Hervor¬
hebung des Geschehens auf der
Bühne durch ungewöhnliche Darstel¬
lung ,
ver)fras|san: Adj. [ugs.; oft abwert.]
ständig essend, essen wollend; nim¬
mersatt
Veijfrgs|8en|heifc die; - ; - [salopp; ab¬
wert.] Eigenschaft einer Person, die
ständig große Mengen von Lebens¬
mitteln konsumiert, Syn.: Gefräßig¬
keit
ver|frojren: Adj. a) eiskalt, stark frierend
b) (über-)empfindlich gegen Kälte
ver[frü|hen, sich: verfrühst dich; verfrüh¬
test dich; hast dich verfrüht vor dem
angekündigten Zeitpunkt eintreffen
Ver[frü|hung: die; - ; - Eintreffen vor
dem angekündigten Zeitpunkt
1247
verfügbar
ver[füg|bar: Adj. n. stg. nach Belieben
zur Verwendung bereit
Verffüg|baijkeit' die; - ; - Verwendbar¬
keit nach Belieben »Die Verfügbarkeit
des Geldes wird von der Bank bestä¬
tigt.«
verlfujgen: verfugst; verfugtest; hast
verfugt (Bauw.> Ritzen im Mauer¬
werk, zwischen Fliesen o. ä. mit ei¬
nem speziellen Material füllen
ver)fü|gen: verfügst; verfügtest; hast ver¬
fügt 1 a) frei entscheiden, was passie¬
ren soll »Er verfügte, daß diese Aktio¬
nen zukünftig unterbleiben sollen.« b)
einen Besitz nach Belieben einsetzen,
verwenden, verbrauchen »Das Unter¬
nehmen verfügt über ausreichendes
Kapital.« 2 [amtssprl.J eine Anord¬
nung treffen »Die Schließung des
Flughafens wurde von Amts wegen ver¬
fügt.«
Veiffu)gung: die; - ; -en <Bauw.> a) das
Ausfüllen von Fugen b) ausgefüllte
Fugen »Die Verfügung der Fliesen in
der Küche ist abgeschlossen.«
Vsijfüjgung: die; - ;-en 1 [amtssprl.J Er¬
laß; Anweisung; amtliche Anordnung
»eine Verfügung erlassen« 2 Genehmi¬
gung, über etw. bestimmen zu dürfen
Das Auto darf ich ihnen zur Verfügung
stellen.« 3 sich (für etw.) zur Verfü¬
gung stellen: sich zu etw. bereit erklä¬
ren »Ich werde mich für diese Aufgabe
zur Verfügung stellen.« 4 jmdm. zur
Verfügung stehen: für eine Aufgabe
o. ä. von jmdm. eingesetzt werden
»Für die Durchführung des Projektes
werden Ihnen drei Mitarbeiter zur Ver¬
fügung stehen.« 5 etw. zur Verfügung
haben: etw. haben, das man verwen¬
den, einsetzen kann »Ich habe 20 DM
zur Verfügung.« 6 (jmdm.) etw. zur
Verfügung stellen: jmdm. etw., das
gebraucht wird, (leihweise) überlas¬
sen »Wir werden Ihnen für diese Zeit
eine Wohnung zur Verfügung stellen.«
7 sich zur Verfügung halten: warten,
bis man gebraucht wird »Wir werden
Sie vielleicht brauchen, halten Sie sich
bitte zur Verfügung.«
verjfü|gungs|bejrech|tigt: Adj. n. stg.
autorisiert, über jmdn. od. etw. zu be¬
stimmen
Verjfüjgungs|ge(wa(t: die; - ; - offizielle
Befugnis, über etw. zu bestimmen
bzw. zu entscheiden
Verjfü|gungs|recht: das; -fejs; -e offi¬
zielle Befugnis, über etw. zu bestim¬
men bzw. zu entscheiden
vsrjfühjren: verjährst; verjährtest; hast
verfahrt a) jmdn. zu etw. überreden,
verleiten »Sie haben mich zum Mitma¬
chen verfuhrt.« b) eine Person zu sexu¬
ellen Handlungen, Geschlechtsver¬
kehr überreden, bringen
Verjfüh|rung: die; ~ ; -en 1 das Verleiten;
das Verlocken 2 etw., was einen star¬
ken Reiz ausübt
Vefjfühlrungsjkunsb die; -; -künsle (be¬
sondere) Fähigkeit, eine Person zu
verführen
ver|fuhijwer|ken: verfuhrwerkst; ver¬
fuhrwerktest; hast verfuhrwerkt
[schweiz.] durch nachlässiges Han¬
delnverderben, verspielen
verteilter*: verfällst; verfülltest; hast
verfällt <Bergbau> a) (einen Hohl¬
raum) auffüllen b) beladen
ver|füt|tem: verfütterst; verfüttertest;
hast verfüttert a) besonders Tieren
etw. als Nahrung geben b) bei der
Fütterung benutzen u. so verbrau¬
en
Verg.: Abk. 1 Vergabe 2 Vergangenheit
3 Vergütung
verg.: Abk. t vergangen 2 vergütet
Ver[ga|be: die; -; -n das Vergeben, Ver¬
teilen »die Vergabe von Studienplät¬
zen«
ver|gajben: vergabst; vergabtest; hast
vergabt [schweiz.] verschenken; verer¬
ben
Ver|ge|bung: die; ~ ; -en [schweiz.] das
Verschenken; das Vererben
ver|gack|ei|ern: vergackeierst; vergack-
eiertest; hast vergackeiert [ugs.; sa¬
lopp] eine Person lächerlich machen;
mit jmdm. Spaß treiben
ver|gaf|fen, sich: vergaffst dich; vergaff¬
test dich; hast dich vergafft [ugs.; sa¬
lopp] sich (auf den ersten Blick) ver¬
lieben
verjgagt: /fergägt/ Adj. vergagter; ver-
gagteste [ugs.] mit (übermäßig vielen)
witzigen Einfällen ausgestattet
ver[gäl|ten: vergällst; vergälltest; hast
vergällt 1 jmdm. den Spaß nehmen
»Er hat uns den ganzen Urlaub
vergällt.« 2 etw. in seiner natürlichen
Form so verändern, daß es nicht
(mehr) zu genießen ist
Veijgäl|)ung: die; - ; -en 1 Vorgang, bei
dem einer Person der Spaß an etw. ge¬
nommen wird. 2 Veränderung der na¬
türlichen Form von etw. so, daß es
nicht (mehr) zu genießen ist
verlgalloplpfeiren, sich: vergaloppierst
dich; vergaloppiertest dich; hast dich
vergaloppiert [ugs.] sich in eine Sache
verrennen; aus einer Situation nicht
mehr herauskommen
ver|gam|meln: vergammelst; vergam¬
meltest; ist/hast vergammelt [ugs.] 1
hast seine Zeit mit Nichtstun verbrin¬
gen, faul sein »Er vergammelte den
ganzen Tag.« 2 ist (Lebensmittel)
langsam verderben, faul werden, ver¬
schimmeln »Das Obst vergammelte
am Baum.« 3 bist immer ungepflegter
werden »Er vergammelt immer mehr.«
Verlgan|gen|heit: die; ~ ; -en 1 die Zeit,
die vor dem aktuellen Moment, der
Gegenwart liegt »der Vergangenheit
nachtrauem« 2 (Sprachwiss.) Flexi-
ons-, Beugungsformen des Verbs, die
zurückliegende Ereignisse beschrei¬
ben 3 jmd. mit Vergangenheit: Per¬
son, die keinen tadellosen Ruf hat, in
deren vergangenem Leben etw. pas¬
siert ist, was nicht der gesellschaftli¬
chen Norm entspricht
Verjgan|gen|heits|be|wäl|ti|gung: die;
- ; - die geistige Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit (zum Zweck
ihrer Auf-, Verarbeitung)
ver|gäng|lich: Adj. nicht ewig, nicht
dauerhaft; veränderlich; sterblich
»vergängliche Macht, Schönheit«
Ver(gäng|lich|keit: die; ~ ; - (zeitliche)
Unbeständigkeit; Verfall; Sterblich¬
keit
ver|gä)ren: vergärt; vergortjvergärte;
hatjist vergoren/vergärt a) hat bewir¬
ken, daß sich etw. unter Bildung von
Alkohol, Milchsäure od. Buttersäure
zersetzt b) ist sich unter Bildung von
Alkohol, Milchsäure od. Buttersäure
zersetzen .
Veijg[i|rung: die; ~ ; -en Zersetzung un¬
ter Bildung von Alkohol, Milchsäure
od. Buttersäure
verjgajsen: vergast; vergastest; hast ver¬
gast 1 [fachsprl.] in den gasförmigen
Aggregatzustand verwandeln »Kohle
vergasen« 2 jmdn. od. etw. durch Gas
töten
Veijgajsen der; -s; - Teil des (Otto-)
Motors, in dem der Treibstoff mit
Luft vermischt wird
Verjga|ser)krari|stoff: der; -fe)s; - <Kfz-
Technik) Kraftstoff, der für einen
Motor mit Vergaser verwendet wer¬
den kann
Ver1ga|ser|mo|tor der; -s; -en spezieller
Verbrennungsmotor mit Vergaser
Ver[ga|sung: die; - ; -en 1 Umwandlung
in Gas 2 Tötung durch giftige Gase
verjgatjtem: vergatterst; vergattertest;
hast vergattert 1 mit einer Umzäu¬
nung versehen 2 a) (Milit.) [veralt.]
von Soldaten, die ihre Wache begin¬
nen, das Befolgen der Wachvorschrif¬
ten abverlangen b) [ugs.] einer Person
eine (dienstliche) Order erteilen
Verjgatjtejrung: die; ~ ; -en 1 Umzäu¬
nen, Umzäunung eines Abschnitts 2
a) (Milit.) [veralt.] Abverlangen des
Befolgens der Vorschriften bei Solda¬
ten, die ihre Wache beginnen b) [ugs.]
Erteilung einer (dienstlichen) Order
ver|ge[ben: vergibst; vergab/e)s(; hast
vergeben 1 jmdm. etw. nicht länger
nachtragen, ihm deswegen nicht mehr
böse sein; jmdm. etw. entschuldigen 2
Aufträge erteilen, übertragen »Die
Stadt hat Aufträge zu vergeben.« 3
weggeben; austeilen; verteilen »Ich
habe alle Karten vergeben.« 4 verge¬
ben u. vergessen: es ist erledigt, ver¬
ziehen »Das habe ich doch längst ver¬
geben u. vergessen!« 5 sich etwJ
nichts vergeben: etw. tun, das unter/
nicht unter der eigenen Würde ist »Du
vergibst dir nichts, wenn du selbst mal
mit anfaßt!«
verjge|bens: Adv. ohne Erfolg; nutzlos;
sinnlos; ergebnislos »Er versuchte ver¬
gebens, sie von ihrem Plan abzuhal¬
ten.«
verjgeb|ltch: Adj. ohne Erfolg; nutzlos;
sinnlos; ergebnislos
Ver[geb|lich|keit: die; - ; - Nutzlosig¬
keit; Sinnlosigkeit; Erfolglosigkeit
Veijgejbung: die; - ; - [geh.] das Verzei¬
hen; die Entschuldigung
ver|ge|gen[ständ|li|chen: vergegen¬
ständlichst; vergegenständlichtest; hast
vergegenständlicht a) (oft Philosophie)
etw. als gegenständlich betrachten,
etw. durch etw'. gegenständlich wer¬
den lassen b) [abwert.] etw. herabmin¬
dern auf seine Sachlichkeit
verjge|gen|wärtti|gen: vergegenwärtigst;
vergegenwärtigtest; hast vergegenwär¬
tigt jmdm. etw. deutlich machen, in
Erinnerung rufen »Er vergegenwär¬
tigte uns unsere Situation.«
ver|ge|genjwäitti|gen, sich: vergegen¬
wärtigst dir; Vergegenwärtigteft dir;
hast dir vergegenwärtigt sich (etw.) ins
Gedächtnis rufen »Ich vergegenwär¬
tigte mir die Szene noch einmal.«
Verleihen: das; -s; - 1 Verbrechen;
Verstoß gegen eine Regel »ein Verge¬
1248
vergnüglich
hen bestrafen« 2 Versehen ist kein
Vergehen: sich zu irren, ein Irrtum ist
keine böswillige Tat; ein Irrtum kann
jmdm. passieren
ver|ge|hen, sich: vergehst dich; vergin-
g(e)st dich; hast dich vergangen 1 eine
Regel mißachten »Er verging sich ge¬
gen das Gesetz.« 2 an jmdm. ein Se¬
xualverbrechen verüben
ver|gei|gen: vergeigst; vergeigtest; hast
vergeigt [ugs.] eine Sache, Prüfung
verderben, nicht bestehen
verjgel|ten: vergiltst; vergalt(e)st; hast
vergolten auf eine Handlung mit be¬
lohnendem od. bestrafendem Verhal¬
ten antworten »Gott vergelte es dir!«
Ver]gel|tung: die; - ; -en Strafe, Genug¬
tuung für eine (meist negative) Hand¬
lungsweise
Ver|gel|tungs|maB|nah|me: die; - ; -n
Handlung, um Genugtuung zu erwir¬
ken
Verjgel|tungs|schlag: der; -(e)s; -Schlä¬
ge Handlungsweise, mit der Genug¬
tuung geübt wird
Ver|gel|tungs]waf)fe: die; ~ ; -n spezielle
Waffe, mit der Genugtuung verübt
wird
ver|ge|s«ll|schaf)ten: vergesellschaftet;
vergesellschaftete; hat vergesellschaf¬
tet 1 <Wirt.> privates Eigentum in
staatlichen od. gemeinschaftlichen
Besitz überführen 2 <Soziol.; Psycho¬
logie> in die Gesellschaft eingliedem 3
besonders Bio.; Med.> zwei unter¬
schiedliche Arten gemeinsam halten
Ver|ge|sell|schat)tung: die; - ; -en 1
<Wirt.> Überführung von privatem
Eigentum in staatlichen od. gemein¬
schaftlichen Besitz 2 <Soziol.; Psycho¬
logie) Eingliederung einer Person in
die Gesellschaft 3 besonders Bio.;
Med.> gemeinsame Haltung von un¬
terschiedlichen Arten
ver|ges(sen: vergißt; vergaß(es)t; hast
vergessen —>alle Gegenwartsformen
mit ss<—- 1 nicht mehr im Gedächt¬
nis haben »Dieses Detail habe ich völ¬
lig vergessen.« 2 etw. nicht mitgenom¬
men haben; liegenlassen »Ich habe
den Schlüssel vergessen.« 3 den, die,
das kannst du vergessen: [ugs.] a)
etw., eine Person ist nicht zu ge¬
brauchen »Hast du keine andere Säge?
Diese hier kannst du vergessen, die ist
total verrostet!« b) das klappt nicht,
daraus wird nichts »Wolltet ihr nicht
verreisen? - Das kannst du vergessen,
wir haben kein Geld.«
verjges|sen, sich: vergißt dich; ver¬
gaß (es) t dich; hast dich vergessen
—*alle Gegenwartsformen mit ss<—
die Kontrolle über die eigene Person
verlieren »Er hat sich in dieser Situati¬
on vergessen u. zugeschlagen.«
verjggB|lich—> verfgessjlich: Adj. dazu
neigend, etw. nicht zu behalten; ein
schlechtes Gedächtnis habend
Ver|geB|Uch|keit —> Ver|gess|lich|keit:
die; ~ ; - Unfähigkeit, sich etw. zu
merken
verjgeulden: vergeudest; vergeudetest;
hast vergeudet unnütz verbrauchen,
verprassen
verjgeu|de|risch: Adj. [selten] leichtfer¬
tig; maßlos
Verlaeuldunq: die; - ; -en leichtfertige,
maßlose Verschwendung
verjge|wal|ti|gen: vergewaltigst; verge¬
waltigtest; hast vergewaltigt 1
<Rechtsw.> jmdn. unerlaubt, gewalt¬
sam zum Geschlechtsverkehr zwin¬
gen 2 auf etw. so einwirken, daß es
verschlechtert, entstellt wird; etw.
zweckentfremdet benutzen
Ver|ge|wal|ti|gung: die; - ; -en 1 erzwun¬
gener Geschlechtsverkehr 2 (gewalt¬
same) Veränderung zum Zweck der
Durchsetzung eigener Pläne od. im
Sinne seiner Interessen
ver|ge|wisjsern, sich: vergewisserst
dich; vergewissertest dich; hast dich
vergewissert sich Gewißheit verschaf¬
fen; sicher gehen; überprüfen
Verjge|wis|se|rung: die; - ; - das Nach¬
prüfen
ver|gia|Ben: vergießt; vergossest/ver-
goßt; hast vergossen —*■alle Vergan¬
genheitsformen mit ss*— 1 unab¬
sichtlich ausgießen, verschütten
»Wasser auf dem Teppich vergießen«
2 [fachsprl.] etw. in eine Form gießen
ver|gif|ten: vergiftest; vergiftetest; hast
vergiftet (absichtlich) schädliche Stof¬
fe verabreichen; mit Gift krank ma¬
chen, töten
\ferjgif|tung: die; ~; -en Schädigung, Tö¬
ten eines Organismus durch Gift,
schädlichen Stoff »Er starb durch eine
Vergiftung mit Arsen.«
Ver|gifjtungs|er|schei|nung: die; - ; -en
Symptom, das auf eine Vergiftung
hinweist
ver|gil|ben: vergilbt; vergilbte; ist ver¬
gilbt im Laufe der Zeit gelb werden
»Das Papier ist mittlerweile vergilbt.«
verjgiplsen: vergipst; vergipstest; hast
vergipst a) mit Gips ausgießen b)
durch die Verwendung von Gips etw.
befestigen
Ver|g]B|mein|nicht —» Ver|giss|mein|-
nicht: das; -(e)s; - u. -e kleine Pflan¬
ze mit hellblauen, rosa od. weißen
Blüten, die als Symbol der Freund¬
schaft u. der Erinnerung gilt
verjgitjtern: vergitterst; vergittertest;
hast vergittert ein Gitter vor od. um
etw. setzen, um ein Eindringen od.
Ausbrechen zu verhindern
vergl.: Abk. vergleiche!
ver|gla]sen: verglast; verglastest; hast/
ist verglast 1 hast etw. mit einer Schei¬
be aus Glas bestücken 2 ist [selten]
unbeweglich werden
Verjglajsung: die; - ; -en 1 Einbau, Befe¬
stigung einer Scheibe aus Glas 2 eine
od. mehrere Scheiben aus Glas, mit
denen etw. bestückt ist
Vergleich: der; -(e)s; -e 1 In-Bezie-
hung-Setzen zweier Bereiche mit
Blick auf einen bestimmten Aspekt
»Der Vergleich ergab keine großen
Unterschiede.« 2 <Rechtsw.> Einigung
in einem Rechtsstreit, in dem ein
Kompromiß geschlossen wird
ver|gleich|ban Adj. ähnlich; mit etw.,
jmdm. zu vergleichen »Ich hatte ein
vergleichbares Erlebnis.«
Veijglgich|bar]keit die; -; - Beschaffen¬
heit von etw., so daß es sich mit etw.
anderem vergleichen läßt
ver|glejjchen: vergleichst; verglich(e)st;
hast verglichen zwei Dinge od. Sach¬
verhalte gegenüberstellen u. die jewei¬
ligen Eigenschaften, Vor- od. Nach¬
teile usw. abwägen
verjglei|chen, sich: vergleichst dich; ver¬
glich! e) st dich; hast dich verglichen 1
sich abschätzen, aneinander messen 2
<Rechtsw.> eine Einigung zwischen
zwei Parteien in einem Rechtsstreit
erwirken
Ver|gle|chs|form: die; ~ ; -en <Sprach-
wiss.) komparative Form; Steige¬
rungsform
Ver|gleichs]glüu)bi|ger. der; -s; -
<Rechtsw.> Gläubiger, der durch die
Einigung zwischen zwei Parteien in
einem Rechtsstreit zu seinem Geld
kommt
Ver|gleichs|grö|Be: die; -; -n individuell
festzulegender Wert, Betrag als Ma߬
stab bei einem Vergleich
Veijgleichs|kampf: der; -(e)s; -kämpfe
<Sport> Wettbewerb zwischen zwei
Mannschaften, der nicht während ei¬
ner offiziellen Meisterschaft stattfin¬
det
Ver|glefchs|maB|stab: der; -(e)s; -ma߬
stäbe (individuell) festzulegende Grö¬
ße, die als Richtlinie bei einem Ver¬
gleich dient
Veijgleichs|mögjlich|keit: die; - ; -en
Gelegenheit, sich od. etw. zu verglei¬
chen
Ver|glejchs|satz: der; -es; -sätze
<Sprachwiss.) Komparativsatz
Veijgleichs|schuld|ner. der; -s; -
<Rechtsw.> Schuldner, der durch die
Einigung zwischen zwei Parteien in
einem Rechtsstreit zu seinem Geld
kommt
Veijgleichs|stu|fe: die; - ; -n <Sprach-
wiss.) einer der drei Grade bei der
Komparation; Komparativ
Ver|gleichs|verffah|ren: das; -s; -
<Rechtsw.> gerichtlicher Vorgang, bei
dem mit Hilfe eines Vergleiches der
Konkurs einer Firma verhindert wer¬
den soll
ver|glejchs|wei]se: Adv. verglichen mit
dem, was üblich ist
Ver|gleichs|zahl: die; - ; -en (individu¬
ell) festzulegende Größe, die als Ma߬
stab bei einem Vergleich dient
ver[glet|schern: vergletschert; verglet¬
scherte; ist vergletschert zu einem gro¬
ßen Eisfeld werden
Veijglet|sche|rung: die; -; -en Vorgang,
bei dem ein Gletscher entsteht
veijglim|men: verglimmt; verglomm/ver-
glimmte; ist verglommen/verglimmt
immer schwächer leuchten bis hin
zum völligen Verlöschen
ver|glü]hen: verglühst; verglühtest; bist
verglüht a) immer schwächer leuchten
bis hin zum völligen Verlöschen b)
durch übermäßige Hitze zerstört wer¬
den
verjgnat|zen: vergnatzt; vergnatztest;
hast vergnatzt [ugs.; landsch.] verär¬
gern
Verjgnü|gen: das; -s; - 1 Gefühlsemp¬
findung des Gefallens, der Freude
»Er fand Vergnügen an dem Spiel.«
Syn.: Spaß; Freude 2 [veralt.] Veran¬
staltung mit Tanz »Am ersten Mai
gingen wir zu einem Tanzvergnügen.«
3 ein teures Vergnügen sein: [ugs.;
iron.] sehr teuer sein
ver|gnüg|lich: Adj. a) spaßig; ange¬
nehm; lustig b) in guter Laune, freu¬
dig
1249
vergnügt
verjgnügt: Adj. vergnügter; vergnügteste
Spaß u. Freude habend; fröhlich; lu¬
stig »eine vergnügte Runde«
Veiignügt|heit: die; - ; -en (PL s.) Fröh¬
lichkeit; (gute) Laune
Verjgnüjgung: die; - ; -en (m. PL) a) Be¬
schäftigung, die Spaß macht u. mit
der man sich gerne die Zeit vertreibt
b) Unternehmung, die man durch¬
führt, um Spaß zu haben
Ver|gnü|gungs|bejtrieb: der; -(e)s; -e 1
o. PL Veranstaltungen u. feste Ein¬
richtungen o. ä., die der Unterhaltung
dienen 2 Betrieb, in dem Veranstal¬
tungen stattfinden, die Spaß machen
sollen
Ver|gnjg|gungs|fahrt: die; - ; -en Aus¬
flug, Reise, die (vor allem) Spaß ma¬
chen soll
Ver|gnü]gungs|in|du|strie —> Ver|gnüj-
gungs|in|du|s|t|rie: die; - ; -n Wirt¬
schaftszweig, der darauf ausgelegt ist,
Unterhaltung unterschiedlichster Art
zu schaffen
Verjgnü|gungs|park: der; -(e)s; -s Frei¬
zeitgelände mit vielen (technischen)
Attraktionen
Ver|gnü|gungs|rei|se: die; - ; -n Reise,
die (vorrangig) der Zerstreuung, Er¬
holung dient
Ver|gnü|gungs|steu|en die; - ; -n <Steu-
erw.> von der jeweiligen Gemeinde er¬
hobene Abgabe für Vergnügungsbe¬
triebe
Ver|gnüjgungs|sucht: die; - ; - [oft ab¬
wert.] zwanghafter Drang, sich per¬
manent Vergnügungen zu schaffen
ver|gnüjgungs|süch|tig: Adj. ständig
auf der Suche nach Vergnügungen
Ver[gnü|gungs|vterjtel: das; -s; - Stra¬
ßen mit vielen Vergnügungsbetrieben
(wie z. B. Nachtlokalen, Bars), oft mit
Prostitution
verfgplfden: vergoldest; vergoldetest;
hast vergoldet 1 eine Schicht aus Gold
über etw. ziehen »Der Bildhauer
vergoldete seine Skulptur.« 2 [geh.]
schöner machen; schöner erscheinen
lassen »Die Sonne vergoldet die
Dächer.« 3 [ugs.] <verhüll.> sich etw.
vergüten, bezahlen lassen
Veijgol|der: der; -s; - weibl. Veijggl|de|-
rin: die; - ; -nen «Berufsbezeichnung»
Kunsthandwerker, der Gegenstände
mit (Edel-)Metallen überzieht
Veijgolfdung: die; - ; -en 1 Überziehen
mit einer Schicht Gold 2 übergezoge¬
ne Schicht Gold
ver|gön|nen: vergönnst; vergönntest;
hast vergönnt gönnen; gewähren
veijgöt[tem: vergötterst; vergöttertest;
hast vergöttert etw. od. jmdn. sehr,
übertrieben bewundern, anhimmeln,
verehren
Ver|göt|te|ning: die; - ; -en sehr starke
Verehrung für jmdn. od. etw.
ver|gött|li|chen: vergöttlichst; vergött¬
lichtest; hast vergöttlicht jmdn. so
stark verehren, als wäre er ein Gott
Vergr.: Abk. Vergrößerung
vergr.: Abk. 1 <Buchw.> vergriffen 2 ver¬
größert
ve<igra|ben: vergräbst; vergrub(e)st;
hast vergraben etw. in etw. eingrahen
ver|gra|ben, sich: vergräbst dich; ver-
grub(e)st dich; hast dich vergraben
. sich mit einer Tätigkeit intensiv u. fast
ausschließlich damit beschäftigen
verjgrä|men: vergrämst; vergrämtest;
hast vergrämt jmds. Laune verderben
verjgrämt: Adj. vergrämter; vergrämte¬
ste mißmutig; frustriert; voller Gram;
verbittert
ver|grSt|zen: vergrätzt; vergrälztest;
hast vergrätzt [tandsch.; ugs.] verär¬
gern
verlqraullen; vergraulst; vergraultest;
hast vergrault [ugs.] 1 mit launischem
Benehmen jmdn. abstoßen »Meine
Eltern haben meine Freundin durch ih¬
re ständige Nörgelei vergrault.« 2 [sel¬
ten] verleiden
veijgrei|fen, sich: vergreifst dich; ver¬
griff(e)st dich; hast dich vergriffen 1
etw. unrechtmäßig in seinen Besitz
bringen, stehlen »sich an fremdem Ei¬
gentum vergreifen« 2 gegen jmdn. ge¬
walttätig werden »Er hat sich an sei¬
ner Stieftochter vergriffen.« 3 etw.
Unangemessenes wählen »Er vergriff
sich in der Wahl seiner Worte.« 4 das
falsche Teil ergreifen »Ich habe mich
vergriffen, ich wollte nicht den blauen,
sondern den roten Pullover.«
ver|grei|sen: vergreist; vergreistes; bist
vergreist1 alt werden u. dabei geistig
abbauen 2 den Altersdurchschnitt er¬
höhen
Verjgneijsung: die; - ; - 1 Senilität 2
Überalterung (der Bevölkerung)
veijgrifffen: Adj. n. stg. nicht mehr im
Handel, lieferbar, zu kaufen
ver]grö|bem: vergröberst; vergröbertest;
hast vergröbert etw. in bezug auf Aus¬
sehen, Form u. Darstellung weniger
fein erscheinen lassen
Ver]gröjbe|rung: die; - ; -en Wirkung
von etw. in bezug auf Aussehen,
Form u. Darstellung, die weniger fein
ist
Ver]grö|ße|rer. der; -s; • <Photographie>
Apparat zur Anfertigung von Vergrö¬
ßerungen
verjgrö|8ern: vergrößerst; vergrößertest;
hast vergrößert 1 die Ausmaße erwei¬
tern »Wenn man als Musiker Erfolg
haben will, muß man sein Repertoire
ständig vergrößern.« 2 die Anzahl od.
Menge von etw. erhöhen, ausdehnen
3 ein größeres Exemplar von etw. an¬
fertigen »Bitte vergrößern Sie dieses
Foto, damit ich die Einzelheiten besser
erkennen kann.« 4 (unter Verwendung
optischer Hilfsmittel) die Ausmaße
von etw. größer erscheinen lassen
»Die Lupe vergrößert den Text deut¬
lich.«
ver|grö|ßem, sich: vergrößert sich; ver¬
größerte sich; hat sich vergrößert 1
sich in Ausmaß, Anzahl od. Menge
erhöhen, ausdehnen 2 [ugs.] durch
räumliche Ausdehnung (eines Ge¬
schäftes od. einer Wohnung) den Le¬
bensstandard verbessern
Ver|grö|Be|rung: die; - ; -en 1 PL s. Er¬
weiterung der Größe 2 «Photogra¬
phie> vergrößerter Abzug eines Nega¬
tives »Auf dieser Vergrößerung kann
man die Einzelheiten des Bildes viel
besser erkennen.« 3 <Sprachwiss.>
Augmentation; (Prozeß der) Ablei¬
tung zur Kennzeichnung einer Ver¬
größerung
Veijgrö|Be|rungs|ap|pa|rat: der; -(e)s;
-e «Photographie» Apparat zur Anfer¬
tigung von Vergrößerungen
Veijgrö|Be|rungs|torm: die; - ; -en
«Sprachwiss.» Augmentativ; Ablei¬
tung zur Kennzeichnung einer Ver¬
größerung
Verjgrö|ße|rungsjspie|gel: der; -s; -
Spiegel, der Gegenstände od. Perso¬
nen größer erscheinen läßt, als sie in
Wirklichkeit sind
ver|gucken (ver|guk|ken —» verqui¬
cken), sich: verguckst dich; verguck¬
test dich; hast dich verguckt [ugs.] 1
sich (auf den ersten Blick) in jmdn.
verlieben 2 sich beim Hinsehen irren
Ver|gün|sti|gung Ver|günsjti|gung:
die; - ; -en Vorrecht; Ermäßigung
»Behinderte genießen staatliche Ver¬
günstigungen beim Benutzen öffentli¬
cher Verkehrsmittel.«
ver|gü|ten: vergütest; vergütetest; hast
vergütet 1 für etw. entlohnen »Seine
Arbeit wurde angemessen vergütet.« 2
entschädigen »Sie vergütete ihm den
Schaden.«
Verh.: Abk. 1 Verhalten 2 Verhältnis 3
Verhandlung
verh.: Abk. verheiratet
ver|hack|stücken (verjhack|stük|ken
—> ver|hack|stü|cken): verhack-
stückst; verhackstücktest; hast ver-
hackstückt [ugs.] 1 [abwert] etw. so
lange kritisieren, bis der letzte Rest ei¬
nes positiven Eindrucks beseitigt ist 2
[norddt.] über etw. reden, um eine
Entscheidung zu fällen
veijhaf|ten: verhaftest; verhaftetest; hast
verhaftet in Haft nehmen; festnehmen
veijhafftet: Adj. 1 festgenommen; inhaf¬
tiert 2 eingenommen; befangen
Ver|haf|te|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Verhafteter; eine
Verhaftete; zwei Verhaftete) Person,
die festgenommen worden ist
Ver|haf)tung: die; -; -en 1 Festnahme ei¬
ner verdächtigen, straffälligen Person
2 [selten] Eingenommenheit
Verjhaf)tungs|wel|le: die; - ; -n mehrere
Verhaftungen, die innerhalb eines
kurzen Zeitraums stattfinden
veijhajgeln: verhagelt; verhagelte; ist
verhagelt durch (starken) Nieder¬
schlag von Hagelkörnern beschädigt,
vernichtet werden
ver|hajken: verhakst; verhaktest; hast
verhakt a) mit einem Haken sicher be¬
festigen b) zwei Dinge miteinander
(lösbar) verbinden
ver|ha|ken, sich: verhakst dich; verhak¬
test dich; hast dich verhakt an einem
Gegenstand hängenbleiben »Ihre
Bluse verhakte sich im Gestrüpp.«
ver|hal|len: verhallt; verhallte; ist ver¬
hallt immer leiser werden u. immer
schwächer zu hören sein
Veijhatt: der; -(e)s; -e 1 o. PL [veralt.]
Art u. Weise, in der (sich) eine Person
od. ein Tier benimmt bzw. reagiert 2
der tatsächliche Stand der Dinge;
Sachverhalt
Veijhaljten: das; -s; -1 Art u. Weise, in
der sich eine Person od. auch ein Tier
benimmt, verhält 2 Art u. Weise der
Reaktion von Stoffen
ver|hal|ten: Adj. nicht im ganzen Aus¬
maß offenbar, verhohlen; nicht offen
gezeigt, geäußert
ver|haljten, sich: verhältst dich; verhiel-
t(e)st dich; hast dich verhalten 1 eine
Reaktion (auf etw.) zeigen »Sie ver-
1250
verheeren
hielt sich auffällig ruhig.« 2 in einem
Verhältnis zueinander stehen; in einer
Verbindung stehen »Das verhält sich
zueinander wie drei zu eins.« 3 sein
»Die Sache verhält sich folgenderma¬
ßen:...«
Ver|hal|ten|hert: die; - ; -1 a) Benehmen,
bei dem alle äußeren Zeichen einer
Empfindung bewußt verborgen wer¬
den »Wegen seiner Verhaltenheit weiß
man nie, was er tatsächlich fühlt.« b)
Vorsicht, Scheu, Zurückhaltung 2
Unauffälligkeit
ver|hal|tens|auf|fäl|lig: Adj. (Psycholo¬
gie) ein Benehmen aufweisend, das
nicht der gesellschaftlichen Norm
entspricht
Verfhal(tensfforjscher. der; -s; - weibl.
Ver|hal|tens|for|sche|rin: die; • ; -nen
Wissenschaftlern) in der Forschung,
der/die sich mit den Reaktionen von
Menschen u. Tieren beschäftigt
Ver|hal|tensjfor[schung: die; -; - Teilge¬
biet der Biologie, in dem die Reaktio¬
nen von Menschen u. Tieren unter¬
sucht werden
ver|hal]tens|ge|stört: Adj. (Psychologie)
ungewöhnliches Benehmen zeigend
Verjhal|tens|maß|re|gel: die; - ; -n (m.
PI.) für Benehmen u. Reaktion fest¬
gelegte Richtlinie
Verjhal|tens|mu|ster —» Verjhal|tens|-
mus|ter. das; -s; - Verknüpfung meh¬
rerer Handlungsabläufe, die häufig in
der gleichen Reihenfolge wiederkeh¬
ren
Ver|hal|tens|re|gel: die; - ; -n (m. PI.)
für Benehmen u. Reaktionen festge¬
legte Richtlinien
Ver|hal|tens|stö|rung: die; - / -en (m.
PI.) (Psychologie) Abweichung von
der (gesellschaftlich) üblichen Art u.
Weise, sich zu benehmen bzw. zu rea¬
gieren
Verjhal|tens)the|ra|pie: die; - ; -n psy¬
chologische Behandlung zur Heilung
von Beeinträchtigungen des Verhal¬
tens
Verfhal|tens|wei|se: die; - ; -n Art u.
Weise, in der (sich) ein Mensch od.
ein Tier benimmt bzw. reagiert
VerjhjMtfnis: das; -ses; -se 1 Bezug zwi¬
schen verschiedenen Größen »Das
Verhältnis ist drei zu eins.« 2 a) Stel¬
lung gegenüber einer anderen Person
b) sexuelle Beziehung zwischen Men¬
schen 3 über seine Verhältnisse
leben: luxuriöser, teurer leben, als
man es sich leisten kann
ver|hält|nis|glelch: Adj. n. stg. in einer
Beziehung der Ausgewogenheit ste¬
hend
Ver|hält)nis|glei|chung: die; - ; -en
(Math.) mathematische Gleichung, in
der das Verhältnis von zwei od. meh¬
reren Zahlen zueinander durch einen
Quotienten ausgedrückt werden kann
u. dieses Verhältnis dann mit einem
anderen Verhältnis gleichgesetzt wird
ver]hält|nis|mä|Big: Adj. n. stg. mit etw.
anderem in Beziehung gesetzt; ziem¬
lich »Dieses Gericht ist verhältnismä¬
ßig scharfgewürzt.«
Ver|hält|nis|mä|Big|keit: die; - ; -en (PI.
s.) Vergleichbarkeit (von zwei Be¬
zugsgrößen)
Ver|hält|nisjwahl: die; -; -en Form einer
Wahl, bei der die Anzahl der zu ver¬
gebenden Sitze nach dem Verhältnis
der abgegebenen Stimmen errechnet
wird
Ver|hält|nis|wahl|recht: das; -(e)s; - ge¬
setzliche Grundlage, das die Form ei¬
ner Verhältniswahl gewährleistet
Ver|hätt|nis|woi1: das; -(e)s; -Wörter
(Sprachwiss.) Präposition; Fügewort
Verjhält|nis{zahl: die; • ; -en Zahl, die
das Verhältnis zwischen zwei statisti¬
schen Kennzahlen in Form eines
Quotienten ausdrückt
Ver|hal|tung: die; - ; -1 a) [geh.] kontrol¬
lierte Zurückhaltung b) (Med.> Reten¬
tion 2 [veralt.] Art u. Weise, in der ein
Mensch od. ein Tier reagiert
Ver[hal|tungs|inaB|r«|gel: die; ~ ; -n (m.
PI.) für Benehmen u. Reaktionen
festgelegte Richtlinie
Veijhal)tungs|wei]se: die; - ; -n Art u.
Weise, in der sich ein Mensch od. ein
Tier benimmt bzw. reagiert
ver|han|deln: verhandelst; verhandeltest;
hast verhandelt über eine Sache bzw.
Angelegenheit mit jmdm. intensiv dis¬
kutieren, um Verständigung zu erzie¬
len »über die Preise verhandeln«
Ver|hand|lung: die; - ; -en 1 Gespräch
über ein Geschäft o. ä. 2 kurz für Ge¬
richtsverhandlung = Verfahren vor
Gericht 3 zur Verhandlung kommen:
[amtssprl.] über etw. wird gespro¬
chen, diskutiert
Ver]hand|lungs|ba|sis: die; - ; -basen
Grundlage, auf der etw. diskutiert u.
geklärt wird
ver]hand|lungs|be|reit: Adj. verhand¬
lungsbereiter; verhandlungsbereiteste
in der Lage, über einen Sachverhalt
zu verhandeln
Ver|hand|lungs|be|reit|schaft: die; - ; -
Einverständnis, Zusage (einer Per¬
son), etw. zu verhandeln
ver|hand|lungs|fäjhig: Adj. (Rechtsw.)
gesundheitlich in der Verfassung, an
einer Gerichtsverhandlung (als Ange¬
klagter) teilzunehmen
Ver|hand|lungs|ge|gen|stand: der;
-(e)s; -gegenstände Sachverhalt, über
den eine Verhandlung geführt wird
Ver]hand|lungs|grund|la|ge: die; - ; -n
Basis, auf der etw. diskutiert, verhan¬
delt wird
Ver|handjlungsjpart|ner: der; -s; - Per¬
sonen), mit der/denen man eine Ver¬
handlung führt
Ver|hand|lungs|sa|che: die; -; -n Tatbe¬
stand, Sachverhalt, über den man dis¬
kutiert, verhandelt
Verfhand[tungs|tisch: in der Wendung
sich an den Verhandlungstisch set-
zen/an den Verhandlungstisch
zurückkehren: a) mit einer Verhand¬
lung beginnen; Gespräche aufnehmen
b) eine Verhandlung fortsetzen
Ver]hand|lungs[weg: in der Wendung
auf dem Verhandlungsweg: durch
Diskussion, Verhandeln
ver|han|gen: Adj. 1 trüb, von Wolken
verdeckt 2 mit etw. zugehängt
ver|hän|gen: verhängst; verhängtest;
hast verhängt 1 aussprechen; anord¬
nen »eine Strafe verhängen« 2 zuhän¬
gen; verdecken »die Fenster mit Tü¬
chern verhängen«
Ver|häng|nis: das; -ses; -se unheilvolle
Begebenheit; Unglück
ver|häng|nis|voH: Adj. zu einem Un¬
glück führend; Unheil verursachen
ver|harm|lo|sen: verharmlost; verharm¬
lostest; hast verharmlost etw. bedeu¬
tungsloser, weniger wichtig darstel¬
len, als es der Wirklichkeit entspricht
Ver|harm|lo|sung: die; - ; - Bagatellisie-
rung
verhärmt: Adj. verhärmter; verhärmte¬
ste verbittert; leidgezeichnet
ver|har|ren: verharrst; verharrtest; hast
verharrt 1 lange an einem Ort, in einer
körperlichen Stellung bleiben; warten
»Er kniete nieder u. verharrte lange in
dieser Demutsstellung.« 2 (hartnäk-
kig) in einer bestimmten psychischen
Verfassung verweilen
ver|här]ten: verhärtet; verhärtete; hat (ist
verhärtet 1 a) fest u. widerstandsfähig
machen b) mitleidslos u. unbarmher¬
zig machen 2 ist fest u. widerstandsfä¬
hig werden
ver|här|ten, sich: verhärtest dich; ver¬
härtetest dich; hast dich verhärtet a)
fest u. widerstandsfähig werden bj
sich mitleidslos u. unbarmherzig zei¬
gen
ver|has|peln, sich: verhaspelst: verha¬
speltest; hast verhaspelt [ugs.] a) (vor
Aufregung) ins Stottern geraten b) an
etw. hängenbleiben u. sich darin ver¬
heddern
ver|haSt —» verhasst: Adj. verhaßter;
verhaßteste —>verhasster; verhass¬
teste«— in hohem Maße ungeliebt,
unbeliebt Ant.: geliebt
ver]hät|scheln: verhätschelst; verhät¬
scheltest; hast verhätschelt [oft ab¬
wert.] jmdn. (besonders Kinder) zu
stark verwöhnen, umsorgen
Ver|hät|scho(lung/Ver]hätsch|lung: die;
- ; -en übertrieben fürsorgliche Be¬
handlung (besonders von Kindern)
Verfhau: der u. das ■ -(e)s; -e Hindernis,
bestehend aus Ästen u. Sträuchem,
aber auch aus Stacheldraht, um den
Durchgang zu verhindern
verlhaulchen: verhaucht; verhauchte;
hat/ist verhaucht 1 hat [poet.] sterben
2 ist [geh.] langsam ausgehen »Das
Feuer verhaucht.«
verjhay|en: verhaust; verhautest; hast
verhauen [ugs.] 1 schlagen »Er hat
blaue Flecken am Körper, weil er ver¬
hauen wurde.« 2 etw. nicht gut ma¬
chen; etw. nicht bestehen
ver|he]ben, sich: verhebst; verhob(e)st;
hast verhoben 1 sich verletzen, indem
man einen zu schweren Gegenstand
aufhebt 2 [ugs.] sich mit einem Vorha¬
ben übernehmen, zuviel vornehmen
ver|hed|dem: verhedderst; verhedder¬
test; hast verhedderst [ugs.] etw. so
verwickeln, daß es schwer entwirrbar
ist
ver|hed|dern, sich: verhedderst dich;
verheddertest dich; hast dich verhed¬
dert [ugs.] 1 a) sich in etw. verwickeln
u. nicht (mehr) los kommen b) sich
beim Reden versprechen; an einer
Stelle nicht mehr weiter wissen c) in
einer Argumentation, Fragestellung,
einem Problem nicht mehr weiter
kommen
ver|hee|ren: verheert; verheerte; hat ver¬
heert eine Landschaft od. bewohnte
Region (besonders im Krieg) zerstö¬
ren
1251
verheerend
ver{hee|rend: Adj. schrecklich; von gro¬
ßem, negativem Ausmaß Syn.: kata¬
strophal
Ver|hee|rung: die; - ; -en Zerstörung,
Verwüstung einer Landschaft od. be¬
wohnten Region
ver|heh|len: verhehlst; verhehltest; hast
verhehlt (innere Einstellungen) zu¬
rückhalten, für sich behalten
verteilten: verheilt; verheilte; ist verheilt
<Wunde; Verletzung) Zuwachsen »Die
Brandblase verheilt sehr langsam.«
Verjheijlung: die; - ; -en völliges Verhei¬
len einer Wunde
ver|heim|li|chen: verheimlichst; verheim¬
lichtest; hast verheimlicht etw. nicht
sagen, zugeben, sondern vor jmdm.
verbergen, verschweigen
Verjheim|li(chung: die; - ; -en bewußtes
Unterlassen einer Mitteilung
ver|hei|ra|ten: verheiratest; verheirate¬
test; hast verheiratet [veralt.] eine Per¬
son jmdm, zum Zweck einer Ehe¬
schließung anvertrauen
ver|hei|ra|t«n, sich: verheiratest dich;
verheiratetest dich; hast dich verheira¬
tet ymdn. ehelichen
ver|heijra|tet: Adj. n. stg. in einer Ehe
miteinander, mit jmdm. verbunden,
Ant.: unverheiratet; ledig
Verjhei|ra|te|te: der u. die; •n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verheirateter;
eine Verheiratete; zwei Verheiratete)
verheiratete Person
Vsijhej|ra|tung: die; - ; -en 1 Heirat mit
jmdm. 2 [veralt.] Übergabe einer Per¬
son zum Zweck der Heirat
veijhejjßen: verheißt; verhieß; hat ver¬
heißen versprechen; auf etw. Positi¬
ves, Schönes, Angenehmes hoffen las¬
sen »Der Himmel verheißt gutes Wet¬
ter.«
Veijhej|ßung: die; - ; -en ausdrückliche
Ankündigung; Versprechung
ver|hei|ßungs|voli: Adj. positive Folgen
versprechend; Erfolg anzeigend, an¬
kündigend
verjhei|zen: verheizt; verheiztest; hast
verheizt 1 etw. in/mit einer Heizung in
Wärme umwandeln; etw. zum Heizen
benutzen » Wir verheizen Öl.« 2 jmdn.
skrupellos, ohne auf dessen Leben u.
Gesundheit zu achten, für seine
Zwecke ausnutzen
verthel|fen: verhilfst; verhalf(e)st; hast
verholfen jmdn. unterstützen, etw. zu
bekommen »Er verhalf den Geiselneh¬
mern zur Flucht.«
ver|harr|ti|chen: verherrlichst; verherr¬
lichtest; hast verherrlicht a) lobpreisen
b) etw., jmdn. besser darstellen als es
der Wirklichkeit entspricht
Ver|herr|li|chung: die; - ; -en a) Lobpreis
b) übertriebene, nicht gerechtfertigte
positive Darstellung
ver|het|zen: verhetzt; verhetztest; hast
verhetzt durch verleumderische An¬
schuldigungen od. gehässige Reden u.
Handlungen jmdn. zu Haßgefühlen
verleiten, so daß diese Person nicht
mehr fähig ist, ein sachliches Urteil zu
treffen
Ver|het|zung: die; - ; -en das absichtli¬
che Verleiten einer Person, Personen¬
gruppe zu starken Haßgefühlen; Ver¬
leumdung
ver|ti«u|em: verheuerst; verheuertest;
hast verheuert [seemannssprl.] 1 [sel¬
ten] a) jmdn. für den Dienst auf einem
Schiff anwerben b) auf einem Schiff
den Dienst aufnehmen 2 [veralt.] ein
Schiff mieten
verlheulten: verbeulst; verheultest; hast
verheult [ugs.] die Zeit mit Weinen
verbringen
verlheult: Adj. [ugs.] durch Weinen ver¬
quollen; von Weinen gerötet
ver|hext: Adj. verhexter; verhexteste t
(mit einem Fluch) verzaubert 2 es ist
wie verhext: nichts klappt, alles mi߬
lingt »Es war wie verhext, alles ging
heute schieß«
Ver|him|me|lung: die; - ; -en [ugs.] star¬
ke Verehrung, Liebe für jmdn., den
man so hoch einschätzt wie einen
Gott
vefjhinjdern: verhinderst; verhindertest;
hast verhindert dafür sorgen, daß etw.
nicht eintritt »Er verhinderte das Ge¬
lingen des Überfalls.«
Verjhin|de|rung: die; -; -en Maßnahme,
durch die bewirkt werden soll, daß
etw. nicht passiert od. durchgeführt
wird
Ver|hin|de|rungs|tall: in der Wendung im
Verhinderungsfall: [amtssprl.] in dem
Fall, daß eine Person nicht in der La¬
ge ist, etw. zu tun, zu kommen, einer
Aufforderung nachzukommen
verjhoh|len: Adj. versteckt, zurückge¬
halten »verhohlener Spott«
ver[höh|nen: verhöhnst; verhöhntest;
hast verhöhnt jmdn. bösartig lächer¬
lich machen u. damit seelisch verlet¬
zen »Die Leute verhöhnten sie wegen
ihres Sprachfehlers.«
ver|hoh|ne|pi|peln; verhohnepipelst; ver¬
hohnepipeltest; hast verhohnepipelt
[ugs.] jmdn. od. etw. veralbern
Verthöh|nung: die; - ; -en Verspotten ei¬
ner Person auf sehr gemeine Art
ver|hö|kern: verhökerst; verhökertest;
hast verhökert [ugs.] verkaufen
Verjhol|zung: die; -; -en Anteil von har¬
ten, holzigen Fasern
Verjhör: das; - fe)s; -e a) Vernehmung,
Befragung durch die Polizei o. ä. »ein
Verhör durchfuhren« bj jmdn. ins Ver¬
hör nehmen: jmdn. eindringlich be¬
fragen, verhören
ver[hö|ren: verhörst; verhörtest; hast
verhört jmdn. streng u. eindringlich
befragen
veijhöjren, sich: verhörst dich; verhör¬
test dich; hast dich verhört 1 etw.
falsch hören, (akkustisch) falsch
wahmehmen, falsch verstehen »Das
hast du gar nicht gesagt? Dann habe
ich mich wohl verhört!« 2 Ich habe
mich (doch) wohl verhört: a) das
kann doch nicht wahr sein »Die Firma
hat bankrott gemacht? Ich glaub', ich
habe mich wohl verhört!« b) ich hoffe
doch sehr, daß das nicht so zu verste¬
hen war, wie ich es verstanden habe;
das akzeptiere ich nicht; denke noch
mal darüber nach, was du gesagt hast
veijhoijnen: verhornt; verhornte; ist
verhornt die äußere Hautschicht (zu¬
nehmend) verhärten
Veijhpr|nung: die; - ; -en Verhärtung
der äußeren Hautschicht
ver|hu|dein: verhudelst; verhudeltest;
hast verhudeh [landsch.; ugs.] bei ei¬
ner Tätigkeit zu schnell od. nicht
sorgfältig genug vorgehen u. auf diese
Weise die Qualität von etw. vermin¬
dern
verjhül|len: verhüllst; verhülltest; hast
verhüllt 1 jmdn., etw. mit etw. (voll¬
ständig) verdecken, umhüllen »eine
Statue verhüllen« 2 etw. (sprachlich)
verharmlosen; verheimlichen
Ver|hül|lung: die; ~ ; -en Verstecken von
etw. od. jmdm. unter einer Hülle
ver|hun|dert|fa|chen: verhundertfachst;
verhundertfachtest; hast verhundert¬
facht Anzahl, Menge od. Größe von
etw. um das Hundertfache vermehren
ver|hun|dert|fa|chen, sich: verhundert¬
facht sich; verhundertfachte sich; hat
sich verhundertfacht sich um das Hun¬
dertfache vermehren, steigern
ver|hun|gern: verhungerst; verhunger¬
test; bist verhungert 1 durch Mangel
an Nahrung sterben »In Afrika ver¬
hungern viele Kinder.« 2 <verst.> über¬
mäßigen Hunger verspüren
ver|hun|zen: verhunzt; verhunztest; hast
verkunzt [ugs.; abwert.] durch Nach¬
lässigkeitin der Qualität vermindern
Ver]hun|zung: die; - ; -en [ugs.] Vermin¬
derung der Qualität infolge von
Nachlässigkeit
ver|hu|ren: verhurst; verhärtest; hast
verhurt [derb; abwert.] (Geld) für se¬
xuelle Abenteuer verschwenden
verjhurt: Adj. verhurter; verhurteste
[derb; abwert.] (besonders in sexueller
Hinsicht) verschwenderisch, freizügig
lebend
ver|hü|ten: verhütest; verhütetest; hast
verhütet 1 dafür sorgen, daß etw. Ne¬
gatives nicht geschieht »Damit verhü¬
teten sie weitere Morde.« 2 <Sexuali¬
tät> eine Schwangerschaft durch Mit¬
tel, Methoden verhindern
ver(hüt|ten: verhüttest; verhüttetest; hast
verhüttet metallhaltige Mineralien in
Metalle umwandeln
Ver|hüt|tung: die; - ; -en Umwandlung
von Erzen in Metalle
Ver|hü|tung: die; - ; -en 1 bewußte Ver¬
meidung, Verhinderung 2 kurz für
Schwangerschaftsverhütung
Ver]hüjtungsjmit|tel: das; -s; - Mittel
od. Medikament, mit dem beim Ge¬
schlechtsakt die Empfängnis verhin¬
dert werden soll
ver|hut|zett: Adj. [ugs.] mit Falten über¬
zogen
Vejriffi[ka|ti[on: dat.i /werifikazion/ die;
- ; -en [geh.] Beweis; Nachweis; Prü¬
fung; Untersuchung; Beglaubigung
ve|ri|fi|zteribar: /weriflzirbar/ Adj. n. stg.
[geh.] überprüfbar; nachvollziehbar
Ve|ri|fi|zierjbar|keit: /weriftzirbarkeity
die; - ; - Überprüfbarkeit; Nachvoll¬
ziehbarkeit
ve|ri|fi|zie|ren: /werifizjren/ verifizierst;
verifiziertest; hast verifiziert im An¬
schluß an genaue Nachforschungen,
Prüfverfahren versichern, daß etw.
richtig ist
Ve(ri|fijzie|ning: /werifizirung/ die; - ;
-en durch Nachforschungen, Prüfver¬
fahren erfolgende Bestätigung (der
Richtigkeit einer These, Annahme)
veijin[neijli|chen: verinnerlichst; verin¬
nerlichtest; hast verinnerlicht sich
etw., z. B. Gedankengut, zu eigen ma¬
chen »Sie verinnerlichten die Werte ih¬
rer Gesellschaft.«
1252
verkehrsfrei
V»r[in|neijli]chung: die; - ; -en Besin¬
nung auf das Innerste, Syn.:
[fremdsprl.] Internalisierung
ver|ir|ren, sich: verirrst dich; verirrtest
dich; hast dich verirrt sich verlaufen;
die Orientierung verlieren u. nicht
wissen, wo genau man sich befindet
Ver|ir|mng: die; - ; -en Verhalten einer
Person, das nicht den Vorstellungen
ihrer Umgebung entspricht
v«|ri)stisch—» vejris|tisch: /weriötisch/
Adj. n. stg. 1 die'italienische Stilrich¬
tung des Verismo anbelangend od.
sich darauf beziehend 2 übertrieben
realistisch, oft auf sehr drastische Art
ve)ri|ta|bel: /weritabel/ Adj. veritabier;
veritabelste [geh.] den ursprünglichen
Inhalt eines Begriffes hervorhebend
u. betonend
verj. : Abk. verjährt
verjja|gen: verjagst; verjagtest; hast ver¬
jagt wegscheuchen; verscheuchen
verehrt: Adj. n. stg. rechtlich nicht
mehr verfolgbar aufgrund des ver¬
gangenen Zeitraums »ein verjährtes
Verbrechen«
Vetjjähjrung: die; - ; -en Verlust der
Gültigkeit aufgrund der Überschrei¬
tung einer (festgelegten) Frist »Im Ge¬
gensatz zu anderen Kapitalverbrechen
gibt es bei einem Mord keine Verjäh¬
rung.«
Veiji£h|rungs|frist: die; - ; -en vom Ge¬
setzgeber festgelegte Zeitspanne,
nach der die Durchsetzung eines An¬
spruches nicht mehr möglich ist
ver|jaz|zen: verjazzt; verjazztest; hast
verjazzt eine Komposition mit den ty¬
pischen Stilelementen des Jazz durch¬
setzen u. auf diese Weise einen neuen
Klang erzielen
veijjujbeln: verjubelst; verjubeltest; hast
verjubelt etw. sinnlos ausgeben
vertjun|gen: verjüngst; verjüngtest; hast
verjüngt das Gesicht, die Kleidung o.
ä. von einer Person so verändern, daß
diese Person jünger wirkt
ver|jün|gen, sich: verfingt sich; ver¬
jüngte sich; hat sich verjüngt sich im
Durchmesser verringern
Vetjjün|gung: die; ~ ; -en 1 Veränderung
einer Person, besonders von Gesicht,
Kleidung o. ä., so daß diese Person
jünger erscheint 2 Verringerung des
Dutchmessers
Vertjyn|gungs|kur. die; - ; -en Maßnah¬
men od. Behandlung, mit dem Ziel,
am Ende jünger auszusehen als man
ist
ver[ju|xen: verjuxt; verjuxtest; hast ver¬
juxt [ugs.] Geld, Besitz für unnötige
Dinge, für seinen Spaß ausgeben »Sie
hat das ganze Erbe verjuxt.«
Verk.: Abk. 1 a) Verkauf b) Ver¬
käuferin) 2 Verkehr 3 Verkündigung
4 Verkürzung
verk. : Abk. 1 verkauft 2 verkündet 3
verkürzt
VerkA: Abk. Verkehrsamt
verjkajbeln: verkabelst; verkabeltest;
hast verkabelt 1 eine Leitung o. ä. als
Kabel verwenden u. auslegen 2 durch
das Verlegen von Kabeln einen ein¬
zelnen Haushalt mit einem Netz ver¬
binden
Ver|ka|be|lung: die; ~ ; -en 1 Verwen¬
dung von Leitungen o. ä. als Kabel 2
Verbindung eines einzelnen Haushal¬
tes mit einem (Leitungs-)Netz durch
das Verlegen von Kabeln
verjkgl|ken: verkalkt; verkalktest; ist
verkalkt 1 <Med.> durch das Absetzen
von Kalk (besonders in Arterien) fest,
unnachgiebig werden 2 [ugs.; abwert.]
älter, alt werden 3 (Technik) Kalk an¬
setzen u. dadurch Schaden nehmen
ver|kal|ku|lie|ren, sich: verkalkulierst;
verkalkuliertest; hast verkalkuliert
sich verrechnen; eine falsche Kalkula¬
tion aufstellen; sich übernehmen
veijka|mi|sojten: verkamisolst; verkami-
sollest; hast verkamisolt [veralt.] ver¬
prügeln
ver|kan|ten: verkantest; verkantetest;
hast verkantet 1 festklemmen; ver¬
klemmen »Das Getriebe ist verkantet
u. funktioniert nicht mehr.« 2 etw. auf
die Kante stellen u. somit aus der nor¬
malen Position bringen »Beim Skifah¬
ren verkantete er seinen Ski u. fiel
hin.«
v«r|kap|pen: verkappst; verkapptest;
hast Verkappt <Jagd> einem Raubvogel
eine Kappe überden Kopf ziehen
veijkap|pen, sich: verkappst dich; ver¬
kapptest dich; hast dich verkappt sich
tarnen
ver|kap|seln, sich: verkapselst dich; ver¬
kapseltest dich; hast dich verkapselt
[selten] sich zurückziehen; absondem;
die Einsamkeit der Geselligkeit vor¬
ziehen
Verjkap|se|lung/Verjkaps|lung: die; - ;
-in (gewollte) Einsamkeit; Absonde¬
rung von geselligen Vorgängen
Veijkaijstung—» Ver|karsjtung: die; - ;
-en 1 Eingriff in die Natur u. daraus
resultierende Wasserarmut, die den
Boden unfruchtbar u. steinig macht 2
(Med.) Einschluß, Ummantelung von
etw.
ver|ka|sejma|tucketn (ver|ka|se|ma|-
tuktkeln —> ver|ka|se|maftu|ckeln):
verkasematuckelst; verk,asematuckel-
test; hast verkasematuckell 1 [salopp]
schnell viel (Alkohol) trinken 2 etw.
im einzelnen veranschaulichen
vefjküjsen: verkäst; verkästest; hast
verkäst Käse herstellen
Verjkäjsung: die; - ; -en 1 Herstellung
von Käse 2 (Med.) Bildung einer An¬
häufung mit käseartiger Konsistenz
(besonders bei Tuberkulose)
Verkauf: der; -(e)s; Verkäufe 1 Abgabe
von etw. gegen Bezahlung 2 zum Ver¬
kauf stehen: etw. wird zum Kauf an¬
geboten
verl kaufen: verkaufst; verkauftest; hast
verkauft etw. für Geld abgeben Ant.:
kaufen
verjkaujfen, steh: verkaufst dich; ver¬
kauftest dich; hast dich verkauft 1 et¬
was kaufen, was nicht den eigenen Er¬
wartungen entspricht, nicht zufrie-
denstelit »Bei dieser Hose habe ich
mich verkauft.« 2 einen Absatzmarkt
finden »Die Schokolade verkauft sich
gut.« 3 sich in bestimmter Weise ver¬
halten; seine Vorzüge darstellen »Im
Berufsleben kann sich Martin gut/
schlecht verkaiifen.« 4 eigene Werte
für die Belange anderer aufgeben
»Der englische Spion hat sich an die
Franzosen verkauft.« 5 [ugs.] sich pro¬
stituieren
Verjkäyffer: der; -s; ~ weibl. Verikäufel-
rin: die; -; -nen Person, die berufsmä¬
ßig Kunden beim Kauf berät
ver|käufjlich: Adj. n. stg. 1 zum Verkauf
vorgesehen »Die neugebauten Einfa¬
milienhäuser sind verkäuflich.« 2 in
bezug auf den Absatz von Wert »Die
Schokolade ist gut verkäuflich.«
Ver)kaufs|aus|stel|lung: die; - ; -en Mes¬
se od. andere öffentliche Veranstal¬
tung, während der die Waren nicht
nur präsentiert, sondern auch ver¬
kauft werden
Veijkaufs)fläjche: die; - ; -n Bereich, in
dem die zu verkaufenden Artikel auf¬
gebaut sind
verjkayfstföijdemd: Adj. den Verkauf
von Waren positiv beeinflussend
Veiikaufstföridelruna: die; - ; - Ma߬
nahme, um den Verkauf zu steigern
VeHkaufalprais: der; -es; -e (Laden-)
Preis
Verjkaufs|ver|trag: der; -(e)s; -vertrage
Übereinkunft, die den Verkauf eines
Objekts zwischen zwei Parteien
schriftlich fixiert u. den Kauf ver¬
bindlich macht
ferjkehn der; -s u. [selten] -es; -1 auf¬
einander abgestimmte Bewegung von
Personen u. Fahrzeugen auf festge¬
setzten Wegen »als Radfahrer am Ver¬
kehr teilnehmen« 2 Verbindung zwi¬
schen Menschen »Wir haben keinen
Verkehr mehr mit unseren Nachbarn.«
3 intimer, geschlechtlicher Umgang;
Geschlechtsakt; Geschlechtsverkehr
4 a) jmdn. aus dem Verkehr ziehen:
[ugs.; verhüll.] 1. jmdn. inhaftieren,
ins Gefängnis zur Verbüßung einer
Freiheitsstrafe bringen »Man hat ihn
für zwei Jahre aus dem Verkehr gezo¬
gen.« 2. jmdn. seiner Stellung, seines
Postens entheben »Diesen Minister
hätte man schon vor einiger Zeit aus
dem Verkehr ziehen sollen.« b) etw.
aus dem Verkehr ziehen: den Ver¬
kauf von etw. unterbinden
ver)keh|ren: verkehrst; verkehrtest; hast
verkehrt 1 [geh.] bei jmdm. häufig als
Gast, Besucher auftreten »In diesem
Restaurant verkehren viele Intellek¬
tuelle.« 2 etw. ins Gegenteil verwan¬
deln
veijkehjren, steh: verkehrst dich; ver¬
kehrtest dich; hast dich verkehrt [geh.]
sich so stark verändern, daß eine völ¬
lig neue, andere Situation entsteht
Ver|kehrs|amjpel: die; - / -n Signalanla¬
ge zur Regelung des Straßenverkehrs
Verjkehrs|be|ru|hi|gung: die; - ; - Ma߬
nahmen, die zur Entlastung von zu
starkem Straßenverkehr beitragen
Ver]kehrs|be|trieb: der; -(e)s; -e Unter¬
nehmen, das die Verkehrsmittel (z. B.
Straßenbahnen, Omnibusse) für ei¬
nen bestimmten Bezirk unterhält
Ver|kehrs|cha|os: das; - ; - Störung des
geregelten Ablaufs des Straßenver¬
kehrs (z. B. durch Unfälle, hohes Ver¬
kehrsaufkommen, Baustellen)
Ver)kehrs)dich|te: die; - ; - Anzahl der
Fahrzeuge im Straßenverkehr zu ei¬
nem bestimmten Zeitpunkt in einem
bestimmten Bereich
Ver|kehrs|flug|zeug: das; -(e)s; -e Pas¬
sagierflugzeug
veiikehraffrei; Adj. n. stg. ohne Fahr-
zeugverkeh'r, Verkehrsmittel
1253
Verkehrsfunk
Ver|kehrs|funlc der; -(ejs; - Service der
Radiosender, der über Staus, Ver¬
kehrsbehinderungen, Gefahren auf
den Straßen o. ä. informiert
Ver|kehrs[ge|fähi1dung: die; - ; - Hand¬
lung, die die Sicherheit im öffentli¬
chen Straßenverkehr beeinträchtigt
ver|kehrs|gün|stig —> ver|kehrs|güns|-
tig: Adj. n. stg. gut in das Verkehrs¬
netz eingebunden
Verjkehrs|htn|der|nis: das; -ses; -se Ge¬
genstand, Handlungsweise, der/die
den Verlauf des normalen Straßen¬
verkehrs negativ beeinträchtigt
Verkehrslärm: der; -(e)s; - von Fahr¬
zeugen verursachte Geräusche
Ver)kehrs|mel|dung: die; - ; -en Berichte
in den Medien über Vorkommnisse
im Straßenverkehr
Ver|kehrs|mi|ni|ster —*■ Verjkehrslmij-
nisjter: der; -s; - weibl. Verjkehrs[mif-
ni|ste|rin —* Verikehrs|mi|nis(te|rin:
die; * ; -nen Politikerin), der/die für
die Verkehrspolitik zuständig ist
Ver|kehrs|mit|tel: das; -s; - a) Fahrzeug,
das Personen, Tiere u. Waren (auf
Straßen, Schienenwegen, Wasser, in
der Luft) befördert t>) öffentliches
Verkehrsmittel: Fahrzeug, Flugzeug,
das jeder gegen Bezahlung benutzen
kann »Bahn, Bus, Taxi usw. sind öf¬
fentliche Verkehrsmittel.«
Verjkehrs|op|fer: das; -s; - Person, die
bei einem Unfall von einem Verkehrs¬
mittel verletzt od. getötet wurde
Ver|kehrs|ord|nung: die; - ; - im öffent¬
lichen Straßenverkehr zu befolgende
Gesetze, deren Zuwiderhandlungen
bestraft werden
Veijkehrs|pla|nung: die; - ; - das Auf¬
stellen von Richtlinien zu einer ver¬
besserten Regelung des Straßenver¬
kehrs
Ver|kehrs|po|li|zei: die; - ; - Polizeibe¬
amte, die (besonders) für den Bereich
Straßenverkehr ausgebildet sind
Ver|kehrs|rechfc das; -(e)s; - <Rechtsw.>
1 Recht der Eltern auf persönlichen
Umgang mit dem Kind 2 Straßenver¬
kehrsrecht
Ver|kehrs|schild: das; -(e)s; -er Hinwei¬
szeichen zur Regelung des Straßen¬
verkehrs
Ver|kehrs|stau: der; -(e)s; -s (Kraft-
fahrzeug-)Schlange, die sich infolge
■ hohen Verkehrsaufkommens o. ä. bil¬
det
Ver|kehrs|stra|Be: die; - ; -n öffentlicher
Fahrweg
Verjkehrs|sün|den der; -s; ~ weibl. Veij-
kehrs|sun|de|rin: die; - ; -nen Ver¬
kehrsteilnehmern), der/die gegen
eine Regel der Straßenverkehrsord¬
nung verstoßen hat
Ver|kehrs|to|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.; ein Verkehrstoter;
eine Verkehrstote; zwei Verkehrstote)
Person, die durch einen Unfall im öf-
. fentlichen Straßenverkehr gestorben
ist
Ver|kehrs|ver|bin|dung: die; - ; -en
Strecke zwischen zwei Orten, die über
eine Straße od. mit Hilfe eines öffent¬
lichen Verkehrsmittels zurückgelegt
werden kann
Ver|kehrs|ver|ein: der; -(e)s; -e örtliche
Einrichtung, die für die touristische
Erschließung zuständig ist
ver|kehrs|wid|rig —* ver|kehrs|wijd|rig:
Adj. n. stg. nicht im Einklang mit den
Regeln der Straßenverkehrsordnung
Ver|kehrs|zei|chen: das; -s; - Zeichen
zur Regelung des öffentlichen Stra¬
ßenverkehrs
verjkehrt: Adj. verkehrter; verkehrteste
1 nicht zutreffend, nicht richtig »eine
verkehrte Antwort geben« Syn.: falsch
2 an den, die Verkehrte(n) kommen,
geraten: [ugs.] bei jmdm. nichts errei¬
chend
ver|kej|len: verkeilst; verkeiltest; hast
verkeilt 1 etw. mit einem Keil festsetz¬
ten, fest verschließen, offen halten
»Ich habe die Türe verkeilt, sie kam
nicht zufallen.« 2 [ugs.] verprügeln;
verhauen
verkeilen, sich: verkeilst dich; verkeil¬
test dich; hast dich verkeilt a) sich
emotional an einen andern Menschen
klammern t>) sich ineinanderschieben,
verhaken
verjken|nen: verkennst; verkanntest;
hast verkannt nicht richtig einschät¬
zen, beurteilen
ver|ket|ten: verkettest; verkettetest; hast
verkettet miteinander eng verbinden
Ver]ket|ze|rung: die; - ; -en schwere öf¬
fentliche Verurteilung
Ver|kie|se|lung: die; - ; -en [fachsprl.]
das Hartwerden von Tieren u. Pflan¬
zen durch eine nachträgliche Durch¬
tränkung mit Kieselsäure
ver|kit|ten: verkittest; verkittetest; hast
verkittet kleine Hohlräume (z. B. Fu¬
gen) mit Kitt füllen
verkl.: Abk. verkleinert
veijkla|gen: verklagst; verklagtest; hast
verklagt jmdn. (wegen eines Fehlver¬
haltens) vor Gericht bringen; Klage
gegen jmdn. erheben
verjklam|mern: verklammerst; verklam¬
mertest; hast verklammert a) <Med.>
größere Wunden klammern, damit
sie besser heilen b) Papier mit einer
od. mehreren Klammern Zusammen¬
halten
verklammern, sich: verklammerst dich;
verklammertest dich; hast dich ver¬
klammert mit Armen u. Beinen um¬
schlingen u. nicht loslassen
veijklap|pen: verkloppst; verklopptest;
hast verkloppt [fachsprl.] Schadstoffe
aus Schiffen ins Wasser einleiten, aus¬
laufen lassen
Ver|ldap|pung: die; - ; -en [fachsprl.] das
Ablaufenlassen von auf Schiffen gela¬
gerten Schadstoffen ins Meer
ver|klä|ren: verklärst; verklärtest; hast
verklärt a) etw. od. jmdn. im Nach¬
hinein positiver darstellen als es der
Wirklichkeit entspricht »Sie verklärte
ihre Großeltern über alle Maßen.« b)
<Religion> jmdn. in göttlichem Glanz
erstrahlen lassen, vergöttern
ver|klä|ren, sich: verklärst dich; verklär¬
test dich; hast dich verklärt strahlen,
äußerst glücklich wirken »Beim An¬
blick des Geliebten verklärt sich ihr
Gesicht.«
verlklaulseln: verklauselst; verklausel-
test; hast verklauselt [selten] Aussagen
zum Zweck der Verschleierung des ei¬
gentlichen Tatbestandes mit versteck¬
ten Vorbehalten, Erweiterungen o. ä.
versehen; verschlüsseln, umständlich
darstellen, Syn.: verklausulieren
ver|klau|su|He|reii: verklausulierst; ver¬
klausuliertest; hast verklausuliert Aus¬
sagen zum Zweck der Verschleierung
des eigentlichen Tatbestandes mit
versteckten Vorbehalten, Erweiterun¬
gen o. ä. versehen; verschlüsseln, um¬
ständlich darstellen
Veijklau|su|lle|rung: die; - / -en 1 Ein¬
schränkung durch eingeschobene
Vorbehalte, Klauseln o. ä. 2 mi߬
glückte Formulierung von Sätzen
durch eine Vielzahl eingeschobener
Erweiterungen o. ä.
verjklei|den: verkleidest; verkleidetest;
hast verkleidet a) mit etw. bedecken
»die Zimmerdecke mit Holz
verkleiden« b) jmdn. so anziehen, daß
er unkenntlich ist
ver|klei|den, sich: verkleidest dich; ver¬
kleidetest dich; hast dich verkleidet
sich kostümieren »Er hat sich als
Cowboy verkleidet.«
Veijklei|dung: die; - ; -en a) Abdeckung,
Verschalung b) Kostümierung; Ver¬
änderung der (eigenen) äußeren Er¬
scheinung durch Kleidung
veijkleilnern: verkleinerst; verkleiner¬
test; hast verkleinert 1 etw. kleiner
machen; in der Ausdehnung, Menge,
Anzahl vermindern »Der Garten
mußte verkleinert werden!« 2 <Photo-
graphio einen im Vergleich zur Vor¬
lage kleineren Abzug machen
ver|klem|men, sich: verklemmst dich;
verklemmtest dich; hast dich ver¬
klemmt sich verkanten, feststecken u.
sich nicht (mehr) bewegen lassen
verjklemmt: Adj. verklemmter; ver¬
klemmteste befangen; verschüchtert;
unsicher »ein verklemmter Mann«
Verjklemmt|heit: die; -; -en Schüchtern¬
heit; das Unvermögen, sich unge¬
zwungen zu bewegen
ver|kl|n|gen: verklingt; verklang; ist ver¬
klungen zunehmend leiser werden u.
schließlich nicht mehr zu hören sein
»Die Musik verklang.«
vetjklum[pen: verklumpt; verklumpte;
ist verklumpt zu einem Klumpen, hart
werden »Der Kuchenteig ist völlig ver¬
klumpt u. nicht mehr zu gebrauchen.«
veijknacken (ver|knak|ken —» ver|-
knajcken): verknackst; verknacktest;
hast verknackt [ugs.] 1 jmdn. bestra¬
fen »Er wurde zu zweitausend Mark
Strafe verknackt.« 2 verschlafen
verjknackjsen, sich: verknackst dir; ver¬
knackstest dir; hast dir verknackst
[ugs.] sich durch eine ungeschickte
Bewegung o. ä. ein Gelenk prellen od.
verrenken
ver|knal|len, sich: verknallst dich; ver¬
knalltest dich; hast dich verknallt
[ugs., salopp] sich (auf den ersten
Blick) verlieben
ver|knap|pen: verknappst; verknapptest;
hast verknappt etw. verringern, be¬
schränken, rationieren; kleiner ma¬
chen »Das Budget wurde in diesem
Jahr stark verknappt.«
ver|knap|pen, sich: verknappt sich; ver¬
knappte sich; hat sich verknappt klei¬
ner, weniger o. ä. werden »Wegen des
schlechten Wetters hat sich die Ernte
bestimmt verknappt.«
Ver|knap|pung: die; - ; -en Verringe¬
rung
1254
Veriagsanstatt
ver|knäu|eliVver|knäujlen, sich: ver-
knäufejll sich; verknäufe) he sich; hat
sich verknäujejlt sich verknoten, ver¬
heddern »Die Wolle hat sich völlig ver-
knäult u. ist nicht mehr zu gebrau¬
en.«
verjknautjschen: verknautschst; ver¬
knautschtest; hast verknautscht etw.
zerknittern; durch (ungeschickte)
Handhabung Falten in etw. bringen
verjkneiffen, sich: verkneifst dir; ver¬
kniff (e) st dir; hast dir verkniffen etw.
nicht tun od. sagen »Ich verkniff mir
eine Antwort.«
ver|knif|fen: Adj. verkniffener; verknif¬
fenste durch Trauer, Enttäuschung,
Verbitterung o. ä. verhärtet »Seine
Verbitterung kann man an seinem ver¬
kniffenen Mund erkennen.«
ver|knö)chert: Adj. <übertr> sehr altmo¬
disch, übertrieben moralisierend u.
unflexibel
Verjknöjchefrung: die; - ; -en Starrsin¬
nigkeit u. Unflexibilität in Tat u.
Wort
verjknorjpeln: verknorpelt; verknor¬
pelte; ist verknorpelt knorpelig, zu
Knorpel werden
veijknojten: verknotest; verknotetest;
hast verknotet fest aneinanderbinden;
festbinden
ver|kno|ten, sich: verknotet sich; ver¬
knotete sich; hat sich verknotet Kno¬
ten bilden; sich verheddern
Veijknojtung: die; ~ ; -en a) Verbindung
von Fäden, Wolle o. ä. durch Knoten
b) Knotenbildung
verjknüpjfen: verknüpfst; verknüpftest;
hast verknüpft 1 mittels Knoten mit¬
einander verbinden 2 a) gedanklich
miteinander verbinden »Den Namen
Beethovens verknüpft man mit der
Schicksalssinfonie.« b) Ereignisse mit¬
einander verbinden »Ich verknüpfe
den Aufenthalt dort mit einem Besuch
bei dir.« c) Handlungen miteinander
verbinden
Ver|knüp(fung: die; -; -en 1 Verbindung
mittels Knoten 2 a) gedankliche Ver¬
bindung b) Verbindung von Ereignis¬
sen c) Verbindung von Handlungen
ver|knu|sen: verknust; verknustest; hast
verknust in der Wendung jmdn./etw.
nicht verknusen können: jmdn./etw.
nicht ausstehen können; jmdn. un¬
sympathisch Anden; etw. nicht vertra¬
gen können
ver|ko)chen: verkochst; verkochtest;
hast verkocht etw. zu lange kochen u.
dadurch verderben
veijkoh|len: verkohlst; verkohltest; ist/
hast verkohlt 1 ist durch Verbrennen
schwarz werden 2 hast (ugs.j jmdn.
veralbern; jmdm. spaßeshalber etw.,
eine Unwahrheit erzählen »Er wollte
mich verkohlen.«
Verjkohflung: die; - ; -en [fachsprl.] Her¬
stellung von Kohle
verjko|ken: verkokst; verkoktest; hast
verkokt [fachsprl.] in Koks umwan¬
deln
Ver|kojkung: die; • ; -en [fachsprl.] Her¬
stellung von Koks
ver|kom|men: verkommst; verkamfe)st;
bist verkommen verfallen; verwesen;
verrotten »Der Garten ist völlig ver¬
kommen.«
ver|kom|pli|zie|ren —> ver|kom|p|li|zie|-
ren: verkomplizierst; verkomplizier¬
test; hast verkompliziert etw. schwieri¬
ger machen als es in Wirklichkeit ist
ver|kon|su|m|e]ren: verkonsumierst; ver-
konsumiertest; hast verkonsumiert
[ugs.] (viel) verzehren
Verjkop|pe|lung/Ver|kppp|lung: die; - ;
-en a) Verbindung von. Interessen b)
Zusammenfügung von Einzelteilen
ver|kor]ken: verkorkst; verkorktest; hast
verkorkt mit einem Korken verschlie¬
ßen
verfkork|sen: verkorkst; verkorkstest;
hast verkorkst [ugs.] etw. verderben
verjkorkst: Adj. verkorkster; verkorkste-
rte’Jugs.} völlig mißlungen, mißraten,
verdorben »Er mußte die verkorkste
Prüfung wiederholen.«
vetjkörjpern: verkörperst; verkörpertest;
hast verkörpert a) schauspielerisch
umsetzen, ausdrücken »Sie verkör¬
perte die Minna von Barnhelm.« b)
symbolisieren »Er verkörperte das alte
Jahrhundert.«
Verjkörfpe[rung: die; • ; -en Darstellung;
Symbol(isierung)
Ver|ko|ster —»■ Ver|kos|ter. der; -s; ~
weibl. Ver|ko]ste|rin —»• Ver|kps|te|-
rin: die; ~; -nen [fachsprl.] Person, die
etw. (meist Wein) prüfend schmeckt,
probiert
ver)kö|sti|gen —* ver|kös|ti|gen: verkö¬
stigst; verköstigtest; hast verköstigt
mit Nahrung, Lebensmitteln versor¬
gen
Veijkp|stung —» Verjkos|tung: die; - ;
■ -en das prüfende Schmecken, Probie¬
ren
verjkrajchen, sich: verkrachst dich; ver¬
krachtest dich; hast dich verkracht
[ugs.] sich so sehr mit jmdm. streiten,
daß man sich daraufhin meidet
veijkraf|ten: verkraftest; verkraftetest;
hast verkraftet ertragen; aushalten;
bewältigen »Das verkrafte, das schaf¬
fe ich nicht mehr.«
ver|kramp|fen: verkrampfst; verkrampf¬
test; hast verkrampft einen od. mehre¬
re Muskel(n) unwillkürlich, heftig zu¬
sammenziehen
ver|krat|zen: verkratzt; verkratztest;
hast verkratzt eine glatte Oberfläche
mit einem harten od. spitzen Gegen¬
stand einritzen, beschädigen
verjkrje|chen, sich: verkriechst dich;
verkrochjejst dich; hast dich verkro¬
chen sich in etw., einem Raum ver¬
stecken; sich zurückziehen
ver|krü|meln: verkrümelst; verkrümel¬
test; hast verkrümelt krümelweise ver¬
teilen
verjkrü]metn, sich: verkrümelst dich;
verkrümeltest dich; hast dich verkrü¬
melt [ugs.] (heimlich) Weggehen; sich
zurückziehen '
ver|krüm|men: verkrümmst; verkrümm¬
test; hast verkrümmt verbiegen;
krumm machen
veijkrüm|men, sich: verkrümmst dich;
verkrümmtest dich; hast dich ver¬
krümmt sich verbiegen; krumm wer¬
den
Ver]krüm|mung: die; ~; -en Verbiegung
verjkrüplpeln: verkrüppelt; verkrüp¬
pelte; ist verkrüppelt a) durch Mißbil¬
dungen od. fehlende Gliedmaßen für
immer in seiner Bewegungsfreiheit
eingeschränkt sein b) durch fehlerhaf¬
tes Wachstum od. Einwirkung von
außen mißgebildet werden
verjkrujsten —» ver|krus|ten: verkru¬
stet; verkrustete; ist verkrustet eine
harte Außenschicht, Oberfläche bil¬
den
ver]küh|len, sich: verkühlst dich; ver¬
kühltest dich; hast verkühlt sich durch
Kälteeinwirkung eine Erkrankung (z.
B.) der Atemwege zuziehen
veijküm|mem: verkümmerst; verküm¬
mertest; bist verkümmert a) langsam
eingehen; nicht mehr gedeihen »Die
Blumen verkümmerten.« b) nicht ge¬
fordert werden u. sich daher zurück-
btlden
ver|kün|den: verkündest; verkündetest;
hast verkündet [geh.] (offiziell) zur
Kenntnis geben, bringen
verjkünjdijgen: verkündigst; verkündig¬
test; hast verkündigt [geh.] etw. (in fei¬
erlicher Form) mitteilen, öffentlich
bekanntgeben
Veijkünfdi|ger. der; -s; ~ [geh.] Person,
die etw. (in feierlicher Fotm) mitteilt,
öffentlich bekanntgibt
Verjkün|di|gung: die; - ; -en (feierlich
bekanntgegebene) Nachricht
Verkün|dung: die; - ; -en Mitteilung (in
feierlicher Form)
ver|kup[fern: verkupferst; verkupfertest;
hast verkupfert mit einem Überzug
aus Kupfer versehen
ver|kup[pe(n: verkuppelst; verkuppel¬
test; hast verkuppelt a) miteinander
verbinden »Die Waggons werden
verkuppelt.« b) versuchen, zwei Men¬
schen zusammenzubringen »Sie ver¬
kuppelte ihren Bruder mit ihrer Freun¬
din.«
verjkürjzen: verkürzt; verkürztest; hast
verkürzt etw. räumlich od. zeitlich
verkürzen, verringern
Verl.: Abk. 1 a) Verlag b) Verleger(in) 2
Verlängerung
verk: Abk. 1 verladen 2 verlängert 3
verletzt 4 verliehen 5 verlobt 6 verlo¬
ren
Ver|la|de|bahn|hof: der; -(e)s; -bahnhö¬
fe Bahnstation, auf der Güter zur Be¬
förderung in einen Güterwagen ge¬
bracht werden, Syn.: Güterbahnhof
ver|la)den: verlädst/verladest; verlu-
d(e)st; hast verladen 1 zum Transport
auf ein Fahrzeug laden »Sie verluden
die Kisten auf einen LKW.« 2 [ugs.]
jmdn. (zu) täuschen (versuchen) »Du
willst mich wohl verladen?«
Ver|la|de|ram|pe: die; - ; -n waagerechte
od. schiefe Ebene, über die Fahrzeuge
be- od. entladen werden
Ver|lag: der; -(e)s; -e 1 Unternehmen,
das Bücher, Zeitschriften o. ä. veröf¬
fentlicht »Ich suche nach einem Ver¬
lag, der mein Buch herausbringt.« 2
[veralt.] Firma, die als Zwischenhänd¬
ler für etw. fungiert »Bierverlag«
vefjlajgern: verlagerst; verlagertest; hast
verlagert 1 an einen anderen Ort ver¬
legen »Die Produktion wurde ins Aus¬
land verlagert.« 2 <Gewicht o. ä.> von
einer Seite auf die andere wechseln
(lassen)
Verjlags|an|statt: die; - ; -en Unterneh¬
men, das Bücher, Zeitschriften o. ä.
veröffentlicht
1255
Verlagshaus
Veijlags|haus: das; -es; -häuser Unter¬
nehmen, das Bücher, Zeitschriften o.
ä. veröffentlicht
Ver]lags|recht: das; -(e)s; - <Rechtsw.> 1
gesetzliche Bestimmungen zur Rege¬
lung der geschäftlichen Beziehungen
zwischen den Partnern im Verlagswe¬
sen, meist zwischen Verlag u. Autor 2
alleinige Berechtigung, ein Werk zu
verlegen, zu drucken u. zu verkaufen
Ver|lags|ver|trag: der; -(e)s; -vertrage
<Rechtsw.> schriftliches, rechtsgülti¬
ges Abkommen zwischen Verleger u.
Autor
Ver|lan|gen: das; -s; - starker Wunsch
nach etw.
ver|lan|gen: verlangst; verlangtest; hast
verlangt 1 etw. von jmdm. od. jmds.
Anwesenheit fordern, haben wollen
»Er verlangte, daß wir ihm ohne Fra¬
gen vertrauen sollten.« 2 wer nichts
verlangt, bekommt nichts: jmd., der
zu bescheiden ist, sich mit seinen For-
■ derungen, Wünschen nicht durchset¬
zen kann, bekommt, erreicht nichts
veijlänjgern: verlängerst; verlängertest;
hast verlängert etw. räumlich od. zeit¬
lich länger machen, ausdehnen
Ver|län|ge|rung: die; - ; -en 1 räumliche
od. zeitliche Ausdehnung, Auswei¬
tung 2 etw., mit dem man etw. ande¬
res länger machep kann (z. B. ein Ver-
längerungskabei)
veijlang|sa|men: verlangsamst; verlang¬
samtest; hast verlangsamt eine Ent¬
wicklung, Geschwindigkeit o. ä. ver¬
ringern, herabsetzen
VerflaB —> Verjlass: der; Verlasses; -1
Zuverlässigkeit, die etw., jmd. auf¬
weist 2 auf jmdn. ist (kein) Verlaß —>
auf jmdn. ist (kein) Verlass: jmds. Zu¬
sage, Versprechen o. ä. kann man
(nicht) (ver)trauen; man kann (nicht)
davon ausgehen, daß die betreffende
Person das Versprochene tun wird
ver|las|sen: verläßt; verließest; hast ver¬
lassen —*alle Gegenwartsformen mit
ss*— a) fortgehen »Sie hat den Raum
vor fünf Minuten verlassen.« b) eine
emotionale Beziehung beenden; von
jmdm. , einem Lebenspartner Wegge¬
hen
ver|las|sen, sich: verläßt dich; verließest
dich; hast dich verlassen —>alle Ge¬
genwartsformen mit ss*— 1 auf etw.,
jmdn. fest hoffen, vertrauen »Darauf
kannst du dich verlassen.« 2 u. damit
verließen sie ihn: [ugs.] das ist alles;
mehr nicht »In seinem Werkzeugka¬
sten war nur ein Hammer u. eine Zan¬
ge, u. damit verließen sie ihn.« 3 Wer
sich auf andere verläßt, der ist ver¬
lassen —» Wer sich auf andere ver¬
lässt, der ist verlassen: man sollte
versuchen, seine Angelegenheiten,
Probleme o. ä. selbst zu regeln, lösen;
sich nicht auf gemachte Versprechun¬
gen, Hilfe o. ä. anderer (zu sehr) ver¬
lassen, darauf vertrauen
vetjläß|lich —* veijläss|lich: Adj. zuver¬
lässig; vertrauenswürdig
Ver|läß|lich|keit —> Verjlässjlichtkeit:
die; - ; - a) Vertrauenswürdigkeit,
Glaubwürdigkeit, die jmd. besitzt b)
Zuverlässigkeit von etw. od. jmdm.
Verilaub: der; -s; - in der Wendung mit
Verlaub: <Höflichkeitsformel> [geh.]
drückt die Bitte, das Ersuchen nach
Erlaubnis aus, wobei eine Zustim¬
mung oft nicht abgewartet, sondern
die Erlaubnis vorausgesetzt wird
Verliauf: der; -(e)s; Verläufe 1 Ablauf;
Abfolge, Entwicklung von Ereignis¬
sen »Schildern Sie mir den Verlauf ih¬
res Arbeitstages!« 2 Richtung »Sie
müssen dem Verlauf des Flusses
folgen!« 3 im Veriauffe): in der Zwi¬
schenzeit; während »Im Verlauf des
Gespräches kamen wir auf dieses
Thema.« 4 einen guten/schlechten o.
ä. Verlauf nehmen: gut/schlecht o. ä.
gehen; (gute/schlechte) Aussicht auf
Erfolg haben »Die Genesung nimmt
offensichtlich einen guten Verlauf.«
verllaulfen: verläuft; verlief; ist verlaufen
1 in einer Abfolge geschehen, passie¬
ren; ablaufen »Alles verläuft
planmäßig.« 2 sich in eine Richtung
erstrecken »Die Straße verläuft dort
drüben.« 3 auseinanderlaufen u. ver¬
schmieren »Paß auf, daß die Farbe
nicht verläuft!«
verllaulfen. sich: verläufst dich; verlie-
f(e)st dich; hast dich verlaufen 1 so
laufen, daß man nicht (genau) weiß,
wo man ist u. das Ziel nicht findet;
sich verirren »Wir haben uns
verlaufen.« 2 a) sich zerstreuen, auflö¬
sen »In dem großen Saal verläuft sich
die (Menschen-) Menge.« b) abflie¬
ßen; versickern »Das Wasser verläuft
sich schnell.«
verilautlbalnen: verlautbarst; verlautbar¬
test; hast verlautbart [geh.] offiziell
zur Kenntnis geben
verkauften: verlautet; verlautete; ist ver¬
lautet bekanntwerden; zur Kenntnis
gegeben werden
ver|le|ben: verlebst; verlebtest; hast ver¬
lebt sich aufhalten, befinden; erleben
»Wir verlebten einen schönen Urlaub.«
ver|lebt: Adj. verlebter; verlebteste vom
Leben gezeichnet; vorzeitig alt ausse¬
hend »ein verlebtes Gesicht«
ver|le|gen: Adj. betreten; voller Scham
verjlejgen: verlegst; verlegtest; hast ver¬
legt 1 an einen anderen Ort, Termin
legen » Wir müssen das geplante Tref¬
fen von heute auf morgen verlegen.« 2
woanders hinlegen u. nicht mehr fin¬
den »Ich habe meine Brille verlegt.« 3
herausbringen; publizieren »Ich verle¬
ge Kochbücher.« 4 <Handwerk> ein
Material auf den Boden aufbringen,
dort anpassen »Fliesen, einen Tep¬
pichboden verlegen«
Ver|le|gen|heit die; - ; -en 1 o. PI. das
Verlegensein, Betretensein »Man sah
mir meine Verlegenheit an.« 2 unange¬
nehme Situation »jmdm. aus einer (z.
B. finanziellen) Verlegenheit helfen«
Vetjlelger: der; -s; - weibl. Ver|lejge|rin:
die; - ; -nen jmd., der Bücher, Zei¬
tungen, Zeitschriften usw. heraus¬
bringt, publiziert
verjlej|den: verleidest; verleidetest; hast
verleidet den Spaß an etw. verderben
verjlej|hen: verleihst; verlieh(e)st; hast
verliehen 1 jmdm. etw. zum Gebrauch
für einige Zeit überlassen, borgen
»Das Buch habe ich verliehen.« 2 als
Zeichen der Anerkennung übergeben
»einen Orden verleihen«
Veijleifher: der; -s; - weibl. Ver|lei|he|-
rin: die; - ; -nen 1 jmd., der einem an¬
deren etw. zum Gebrauch für einige
Zeit überläßt 2 jmd., der jmdm. etw.
als Zeichen der Anerkennung über¬
gibt
ver|lej|men: verleimst; verleimtest; hast
verleimt etw. mit etw. anderem (mit
Leim) zusammenkleben
ver|lei|ten: verleitest; verleitetest; hast
verleitet jmdn. zu etw. verführen;
jmdn. zu einer ihm nicht richtig er¬
scheinenden Tat, Handlung bringen
ver|ler|nen: verlernst; verlerntest; hast
verlernt etw. Gewußtes, Gekonntes
vergessen; Fähigkeiten verlieren
ver|le|sen: verliest; verlas(es)t; hast ver¬
lesen 1 etw. laut für andere Personen
zu deren Kenntnisnahme verlesen
»eine Stellungnahme verlesen« 2
schlechte Exemplare assortieren
»Trauben verlesen«
veijlejsen, sich: verliest dich: verla-
s(es)t dich; hast dich verlesen etw.
falsch lesen; etw. Falsches lesen; sich
beim Lesen irren
veijletzjbar: Adj. psychisch (seelisch) u./
od. physisch (körperlich) verwund¬
bar, angreifbar
veijletjzen: verletzt; verletztest; hast
verletzt a) jmdm. eine körperliche
Wunde zufügen b) jmdn. psychisch
(seelisch) verwunden »Du hast sie sehr
mit deinen Worten verletzt.«
Verjlet|zung: die; -; -en 1 (offene) Wun¬
de »Sie hat eine schwere (Bauch-)
Verletzung,« 2 Zuwiderhandlung ge¬
gen ein Gebot, Gesetz, eine Anwei¬
sung »eine Verletzung des Gesetzes«'
Ver|let|zungs|ge|fahR die; ~ ; -en Wahr¬
scheinlichkeit, eine Wunde davonzu¬
tragen
ver|leug|nen: verleugnest; Verleugnetest;
hast verleugnet 1 nicht zugeben; etw.,
jmdn. nicht anerkennen, nicht zuge¬
ben »seine Gefühle verleugnen« 2 sich
verleugnen lassen: eine Person ver¬
anlassen, jmdm. zu sagen, man sei
nicht da »Ich glaube, er ist zu Hause u.
läßt sich ständig von seiner Frau ver¬
leugnen.«
verlleumlden: verleumdest; verleumde¬
test; hast verleumdet falsche Gerüchte
verbreiten; bewußt Lügen über jmdn.
erzählen »Ich lasse mich nicht ver¬
leumden!«
Verlleumldung: die; - ; -en bewußte Lü¬
ge, falsche Aussage über jmdn.
ver|lie|ben, sich: verliebst dich; verlieb¬
test dich; hast dich verliebt Liebe, star¬
ke Zuneigung zu jmdm., etw. entwik-
keln »Ich habe mich in den Mannjdas
Bild sofort verliebt.«
Veijlieb|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Verliebter; eine
Verliebte; zwei Verliebte) jmd., der
Liebe, starke Zuneigung zu jmdm.
entwickelt
ver|lie|ren: verlierst; verlor(e)st; hast
verloren 1 a) abhanden kommen; ein¬
büßen; nicht mehr haben, besitzen
»Ich habe meine Geldbörse verloren.«
b) stetig (in kleinen Mengen) Inhalt
einbüßen, weil etw. durch ein Leck
austritt »Das Auto verliert Öl.« 2
<Sport> unterliegen »Wir haben das
Spiel verloren.« 3 etw. verloren
geben: etw. nicht durchführen, hal¬
ten o. ä. können, es vorzeitig beenden
u. nicht zum Ende bringen »So wie es
aussieht, müssen wir das Geschäft ver-
1256
Vermittlung
loten geben.« 4 wer nichts hat, ver¬
tiert nichts: jmdm., der nichts besitzt,
dem kann man nichts nehmen, der
kann nichts verlieren 5 nichts zu ver¬
lieren haben: alles wagen können
(weil nichts mehr schlimmer werden,
nicht noch schlechter werden kann)
Ich versuche es einfach, ich habe ja
nichts mehr zu verlieren.«
Vetjljes: das; -es; -e Gefangnis(zelle) im
Keller eines Gebäudes
ver|!o)ben: verlobst; verlobtest; hast ver¬
lobt 1 eine Heirat vereinbaren »In
manchen Kulturen werden die Kinder
noch von ihren Eltern verlobt.« 2 ver¬
lobt ist noch nicht verheiratet:
[scherzh.] Bemerkung, daß eine Ver¬
lobung leicht zu lösen, rückgängig zu
machen ist, noch keine Garantie für
eine (dauerhafte) Partnerschaft dar¬
stellt
ver|lo|ben, sich: verlobst dich; verlobtest
dich; hast dich verlobt sich gegenseitig
ein Heiratsversprechen geben
Verjtgjbung: die; - ; -en 1 gegenseitiges
Heiratsversprechen 2 Fest, um die
Verlobung (1) zu feiern
verlocken (ver|lok|ken —* verlo¬
cken): verlockst; verlocktest; hast ver¬
lockt [geh.) reizen; einen Reiz ausüben
»Dieser Kuchen verlockt dazu, ihn zu
essen.«
verlockend (veijlok|kend —» ver|lo|-
ckend): Adj. verführerisch; einen po¬
sitiven Reiz ausübend »eine verlok-
kende Idee«
ver|lg[gen: Adj. oft, dauernd lügend,
heuchelnd »eine verlogene Frau«
Ver|lo|gon|heit: die; - ; -en ständige Un¬
aufrichtigkeit, Verbreitung von Lü¬
gen
ver|lo|ren: Adj. 1 abhanden gekommen
»Das ist der verlorene Schlüssel.« 2
nicht mehr zu retten; hilflos »ein ver¬
lorener Blick ♦ ein fast verlorenes Un¬
terfangen«
ver|io)ren|gehen —»• ver|lo|ren ge|hen:
gehst verloren; ging(e)st verloren; bist
verlorengegangen —>bist verloren
gegangen<— versehentlich abhan¬
denkommen, verschwinden
verjlöjschen: verlischtjverlöscht; ver¬
losch! verlöschte; ist verloschen/ver¬
löscht a) ausgehen; erlöschen; zu Ende
gehen »das Feuer verlöscht!verlischt«
b) hast <Feuer> [selten] etw. ausma¬
chen, zum Verlöschen bringen
verjlojsen: verlost; verlostest; hast ver¬
lost die Verteilung von etw. (z. B. Ge¬
schenken o. ä.) durch das Los bestim¬
men
Verflofsung: die; - / -en Austeilung der
Preise, Geschenke usw. durch Lose
Verjlust: der; -(ejs; -e 1 das Verlieren;
das Abhandenkommen »Der Verlust
meiner Brieftasche ist äußerst
ärgerlich.« 2 finanzieller, wirtschaftli¬
cher Mißerfolg »Wir haben Verluste
gemacht.« 3 Einbuße; Schwund; Ver¬
ringerung von etw.
Verjlust|ge|schäft: das; -(e)s; -e Han¬
del, Transaktion, durch die man fi¬
nanziellen Schaden erlitten hat
ver]lust|reich: Adj. (finanziellen) Scha¬
den bringend
Venn.: Abk. 1 Vermerk 2 Verminderung
3 a) Vermittlung b) Vermittlerin) 4
Vermögen
verm.: Abk. 1 vermehrt 2 vermengt 3
vermerkt 4 vermietet 5 vermißt 6 ver¬
mittelt 7 vermutlich
ver)ma|chen: vermachst; vermachtest;
hast vermacht (nach dem Tode) verer¬
ben; als Erbe hinterlassen
Ver[mächt|nis: das; -ses; -se letzter
Wille; Testament; Nachlaß
verjmah|len: vermahlst; vermahltest;
hast vermahlt etw. (zu Pulver) stark
zerkleinern
ver|mäh|len: vermählst; vermähltest;
hast vermählt [geh.] verheiraten »Er
vermählte seinen Sohn mit der Tochter
seines Freundes.«
ver|mäh|len, sich: vermählst dich; ver¬
mähltest dich; hast dich vermählt
[geh.] sich verheiraten; heiraten
Verjmäh|lung: die; - ; -en [geh.] Hoch¬
zeit; Heirat
ver)mark|ten: vermarktest; vermarkte¬
test; hast vermarktet verkaufen; den
Gewinn durch Verkaufsstrategien
steigern »Sie vermarktete ihre Auto¬
biographiegeschickt.«
ver|meh|ren: vermehrst; vermehrtest;
hast vermehrt zu einer größeren Men¬
ge, Anzahl werden lassen, machen;
erhöhen; steigern; vergrößern; zuneh¬
men; ausweiten; vervielfachen »Sie
vermehrten ihr Vermögen mit unge¬
setzlichen Geschäften.«
ver|meh|ren, sich: vermehrt sich; ver¬
mehrte sich; hat sich vermehrt 1 zu ei¬
ner größeren Masse, Menge werden
»Der Müll vermehrte sich von Jahr zu
Jahr.« 2 sich fortpflanzen (u. mehre¬
re, mehr als zwei Nachkommen ha¬
ben)
Ver|meh|rung: die; - ; -en 1 Vergröße¬
rung einer Menge, Masse 2 Fort¬
pflanzung einer Art, wobei insgesamt
ein Anstieg der Exemplare erfolgt
ver|meid|bar: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man ihm ausweichen kann
ver]mei|den: vermeidest; vermied/e)st;
hast vermieden a) etw., jmdm. aus
dem Weg gehen; sich bemühen, etw.
nicht zu tun b) etw. abzuwenden, zu
vereiteln suchen c) sich einer Ver¬
pflichtung entziehen
ver|meint|lich: Adj. entgegen der gängi¬
gen Ansicht, der persönlichen Mei¬
nung; scheinbar; fälschlich; angeblich
veijmen|gen: vermengst; vermengtest;
hast vermengt Verschiedenes mitein¬
andervermischen
veijmensch|li|chen: vermenschlicht; ver¬
menschlichte; hatjist vermenschlicht 1
mit menschlichen Attributen, Merk¬
malen versehen 2 (Tiere, Pflanzen o.
ä.) in der Gestalt eines Menschen dar¬
stellen
Verjmerk: der; -(ejs; -e schriftlich fi¬
xierte Notiz
veijmerfken: vermerkst; vermerktest;
hast vermerkt 1 schriftlich notieren,
aufzeichnen »Ich vermerke deinen Ge¬
burtstag im Terminkalender.« 2 [geh.]
konstatieren; zur Kenntnis nehmen;
erfassen; wahmehmen »Ich habe das
sehr wohl vermerkt.«
ver|mes|sen: vermißt; vermaßest: hast
vermessen —>alle Gegenwartsformen
mit ss<— (mit vermessungstechni¬
schen Geräten) ausmessen; exakt
messen; ein Maß (Länge, Höhe, Brei¬
te) feststellen, bestimmen
Ver]mes|sen|heK: die; ~ ; -en anmaßen¬
des, überhebliches Verhalten; anma¬
ßende Äußerungen); Unverschämt¬
heit
Ver[mes|sung: die; - ; -en Ermittlung ei¬
nes Maßes (z. B. Breite, Länge, Höhe)
(mittels vermessungstechnischer Ge¬
räte)
ver]mie|sen: vermiest; vermiestest; hast
vermiest [ugs.] schlecht machen; als
negativ hinstellen; jmdm. den Spaß
an etw. verderben
veijmje|ten: vermietest; vermietetest;
hast vermietet etw. gegen Bezahlung
zur Verfügung stellen »Sie vermietet
mir die Wohnung nicht.« Ant.: mieten
Veijmie|ter der; -s; - weibl. Ver|mie|te|-
rin: die; - ; -nen jmd., der jmdm. etw.
(meist eine Wohnung) gegen Bezah¬
lung zur Verfügung stellt
ver]min|dern: verminderst; verminder¬
test; hast vermindert geringer, weni¬
ger, kleiner machen; herabsetzen; be¬
grenzen; abbauen; schmälern; sen¬
ken; beschränken
Vetjmjn|de|rung: die; - ; -en Verringe¬
rung, Herabsetzung, Abschwächung
von etw.
ver|m{]schen: vermischst; vermischtest;
hast vermischt 1 eine Mischung aus
verschiedenen Dingen herstellen
» Vermischen Sie Mehl u. Hefe!« 2 ver¬
schiedene Dinge verwechseln, durch¬
einanderbringen, nicht scharf trennen
ver|mijschen, sich: vermischen sich; ver¬
mischten sich; haben sich vermischt
sich miteinander mischen; eine Ein¬
heit, einheitliche Masse bilden
verjm[s|sen: vermißt; vermißtest; hast
vermißt —>alle Formen mit ss<— 1
nicht finden können; bemerken, daß
etw. fehlt »Ich vermisse meine
Handtasche.« 2 die Abwesenheit von
jmdm., etw. bedauern
veijmit|teln: vermittelst; vermitteltest;
hast vermittelt 1 zwischen zwei zer¬
strittenen Personen, Parteien als
Schlichter(in), Vermittlerin),
Schiedsrichter(in) tätig sein »Ich ver¬
mittelte zwischen den Streitenden.« 2
jmdm. etw. übermitteln, besorgen
»Ich vermittelte ihr einen Aushilfsjob.«
3 <Wissen> an jmdn. weitergeben
Verjmftt|ler: der; -s; ~ weibl. Verjmitt|le|-
rin(die; -; -nen 1 Person, die zwischen
zwei zerstrittenen Personen, Parteien
zu schlichten versucht, den Gegnern
hilft, einen Kompromiß zu finden
»Wir brauchen einen Vermittler zwi¬
schen den beiden zerstrittenen
Mietparteien.« 2 Person, die etw.
übermittelt, besorgt »Der Makler trat
als Vermittler für die Wohnung auf.«
Ver[mctt|l«rjrol|le: die; - ; -n Stellung,
Funktion, die jmdm. übertragen wird
od. die jmd. innehat, zwischen zwei
zerstrittenen Parteien zu schlichten,
ihnen zu helfen, einen Kompromiß zu
finden
Ver|mftt|lung: die; ~ ; -en 1 Schlichtung
zwischen zwei zerstrittenen Parteien;
Erzielen einer Einigung zwischen den
gegnerischen Parteien 2 das Übermit¬
teln, Verschaffen von etw. für jmdn. 3
a) Fernsprechzentrale b) [ugs.] Per¬
son, die in der Telefonzentrale arbei¬
tet
1257
vermöbeln
veijmöjbeln: vermöbelst; vermöbeltest;
hast vermöbelt [ugs.; oft scherzh.}
jmdn. verhauen, verprügeln
veijmojdern: vermodert; vermoderte; ist
vermodert langsam verfaulen, zersetzt
werden »Die Baumstämme vermo¬
dern.«
Verjmölgen: das; -s; - 1 materieller Be¬
sitz »Er besitzt ein großes Vermögen.«
2 o. PI. Können; Wissen; Fähigkeit zu
einer Handlung »Sein Vermögen in
dieser Hinsicht ist erstaunlich.«
verjmö|gend: Adj. reich; wohlhabend;
viel Geld, Wertvolles besitzend »ein
vermögender Industrieller«
verjmö|gens|los: Adj. n. stg. ohne mate¬
riellen Besitz; arm
Ver|möjgen|steu|er: die; - ; -n Abgabe,
Steuer, die auf großen Besitz von
Geld o. ä. Vermögenswerten erhoben
wird
¥etjmum|mung: die; - ; -en a) Klei¬
dungsstücke, die die Kälte abhalten
od. die Person unkenntlich werden
lassen b) das Vermummen, Einwik-
keln in Kleidungsstücke, die die Kälte
abhalten od. die betreffende Person
unkenntlich machen
Ver|mum|mungs|ver|bot: das; -(e)s; -e
Anordnung, die Demonstranten un¬
tersagt, sich bei Demonstrationen
durch Verkleiden, Einwickeln in Klei¬
dungsstücke unkenntlich zu machen
vetjmuften: vermutest; vermutetest; hast
vermutet annehmen, von etw. ausge¬
hen, es aber nicht genau wissen; ah¬
nen; annehmen; mutmaßen
ver|mut)llch: Adj. wahrscheinlich
ver|nach|!äs|si|gen: vernachlässigst; ver¬
nachlässigtest; hast vernachlässigt sich
nicht ausreichend um etw. kümmern
ver[na[geln: vernagelst; vernageltest;
hast vernagelt 1 Fenster, Türen o. ä.
mit Nägeln u. Brettern zumachen,
versperren 2 [fachsprl.] durch nicht
kunstgerechtes Beschlagen die Hufle¬
derhaut des Pferdes verletzen
Vertnarjbung: die; ~ ; -en Bildung einer
Na7be beim Heilen einer Wunde
veijnarjren, sich: vernarrst dich; ver¬
narrtest dich; hast dich vernarrt sich
sehr in etw., jmdn. verlieben
veijnejbeln: vernebelst; vernebeltest;
hast vernebelt 1 absichtlich verbergen;
absichtlich nicht bekannt machen,
nicht an die Öffentlichkeit gelangen
lassen »Sie bemühten sich, die Vorgän¬
ge zu vernebeln.« 2 mit einem un¬
durchsichtigen Stoff (Dunst, Qualm,
Nebel o. ä.) einhülten »Kochdünste
vernebelten den Baum.«
Veijne|be|lung/Ver]neb|lung: die; - ; -en
1 absichtliche Verheimlichung, Ver¬
schleierung 2 Einhüllung mit einem
undurchsichtigen Stoff
verjneh|men: vernimmst; vernahm(e)st;
hast vernommen 1 jmdn. zu etw. be¬
fragen »Die Polizei hat sie vernom¬
men.« 2 [geh.] von jmdm. (über Ge¬
rüchte) etw. erfahren, hören »Ich habe
schon vernommen, daß ihr heiraten
werdet.« 3 dem Vernehmen nach: wie
man sich erzählt »Dem Vernehmen
nach war der Unfall nicht so schlimm.«
veijnehm|lich: Adj. laut u. deutlich »ein
vernehmliches Geräusch«
Veijneh|mung: die; - ; -en Befragung
»Die Polizei hat ihn zur Vernehmung
bestellt.«
veijneh[mungs[un|fä|hig: Adj. n. stg.
nicht in der Lage, (polizeilich, gericht¬
lich) befragt zu werden
veijneijgen, sich: verneigst dich; ver¬
neigtest dich; hast dich verneigt [geh.]
sich verbeugen
vetjneijnen: verneinst; verneintest; hast
verneint nein sagen; nicht zustimmen;
bestreiten; etw. ablehnen »Er ver¬
neinte die Frage.«
Veiinei|nung: die; * ; -en das Verneinen;
das Neinsagen; das Abstreiten von
etw. »eine doppelte Verneinung«
verfnetjzen: vernetzt; vernetztest; hast
vernetzt eng u. vielfältig miteinander
verbinden »Die Computer wurden ver¬
netzt.«
ver|nich|ten: vernichtest; vernichtetest;
hast vernichtet a) etw. kaputt machen,
zerstören b) etw., jmdn., eine Gruppe
von Lebewesen töten »Wir müssen
das Ungeziefer vernichten.« c) jmdn.
(geschäftlich) zugrunde richten
ver|nich|tend: Adj. n. stg. a) völlig zer¬
störend b) in überaus hohem Maße
»eine vernichtende Niederlage«
Ver|nich|tungs|Ia|ger: das; -s; - Gefan¬
genenlager, in dem die Insassen ge¬
zielt Tötungen, Hinrichtungen ausge¬
setzt sind
vernickeln (verjnjk|keln —> verfni]-
ekeln): vernickelst; vernickeltest; hast
vernickelt <Metall> mit einem Überzug
aus Nickel versehen
Ver|nicke|lung (Ver|nik|ke[lung —» Ver[-
nijcke|lung)/Verjnick|lung: die; - ; -en
das Versehen mit einem Nickelbelag
verjnigd|li|chen: verniedlichst; vernied¬
lichtest; hast verniedlicht herunter¬
spielen, etw. als weniger schlimm,
harmloser hinstellen, als es in Wirk¬
lichkeit ist
Ver[nis|sa]ge:</r.)/wernissaseWe)/ die; -;
-s u. -n Eröffnung einer Kunstausstel¬
lung
Vetjnunft: die; ~ ; -1 Fähigkeit, Infor¬
mationen zu verarbeiten u. sein Han¬
deln daraus abzuleiten; Erkenntnis-
u. Urteilsbildungsvermögen des
Menschen 2 a) jmdn. zur Vernunft
bringen: eine Person zur Einsicht
bringen »Sie ist alt genug, du solltest
sie zur Vernunft bringen!« b) Vernunft
annehmen; zur Vernunft kommen:
Einsicht zeigen »Mit zunehmendem
Alter wird sie schon Vernunft anneh¬
men.«
verjnunft|be|gabt: Adj. Erkenntnis- u.
Urteilsbildungsvermögen besitzend
Verjnunft|hei|rat: die; - ; - Heirat, die
nur aus wirtschaftlichen, gesellschaft¬
lichen Erwägungen, nicht aus Liebe
erfolgt ist
veijnünf)tig: Adj. 1 Erkenntnis- u. Ur¬
teilsbildungsvermögen besitzend 2
klug überlegt u. einleuchtend »eine
vernünftige Reaktion«
ver|nunft|wid|rlg —» ver|nunft|wi|d|rig:
Adj. nicht mit dem Erkenntnis- u. Ur¬
teilsbildungsvermögen des Menschen
übereinstimmend
veijöden —> verjöjden: verödet; ver¬
ödete; ist verödet 1 a) von Menschen
verlassen, menschenleer werden
»Durch die Landflucht sind die meisten
Dörfer verödet.« b) dürr, unfruchtbar,
karg, wüstenhaft werden 2 <Med> ein
(krankes) Gefäß stiilegen, entfernen
Veröff.: Abk. Veröffentlichung
ver|Öf|fent|li[chen: veröffentlichst; veröf¬
fentlichtest; hast veröffentlicht der Öf¬
fentlichkeit zur Kenntnis bringen, zu¬
gänglich machen; publizieren
Ve<jöf|fent|li|chung: die; - ; -en Publika¬
tion (in einem, durch einen Verlag)
veijordjnen: verordnest; Verordnetest;
hast verordnet a) eine Medikation
vornehmen; verschreiben; ein Verhal¬
ten od. Medikament anordnen »Er
verordnete mir Massagen.« b)
[amtssprl.] eine Verfügung treffen
Verjord|nung: die; - ; -en Anordnung,
Vorschrift (über eine Medikation
o. ä.)
veijpach]ten: verpachtest; verpachte¬
test; hast verpachtet <meist Gebäude,
Land) gegen Bezahlung für einen
Zeitraum zur Verfügung stellen
Veijpäch|teR der; -s; ~ weibl. Verjpächj-
te|rin: die; - ; -nen jmd., der Gebäude,
Land o. ä. gegen Bezahlung für einen
Zeitraum zur Verfügung gestellt hat
veijpacken (ver]pak|ken —> ver)pa|-
cken): verpackst; verpacktest; hast
verpackt einpacken in etw.; zur Reise,
zum Transport in etw. einwickeln,
unterbringen
Verpackung (Verjpak|kung —Veijpa)-
ckung): die; - ; -en 1 das Einpacken,
Einwickeln in etw. 2 Hülle, Material,
in die/das etw. eingepackt, eingewik-
kelt wird
vetjpas|sen: verpaßt; verpaßtest; hast
verpaßt —>al!e Formen mit ss-t— 1
a) ein Ereignis nicht miterleben; nicht
rechtzeitig für etw. an einem Ort ein¬
treffen »Ich habe den Beginn des Films
verpaßt.« b) <übertr.> eine Möglichkeit
nicht wahrnehmen, ergreifen
(können) 2 [ugs.] jmdm. etw. geben,
obwohl dieser kein Verlangen danach
hat 3 sich verpassen: [ugs.] sich
(trotz Verabredung) nicht treffen
»Wir haben uns nur knapp verpaßt.« 4
a) jmdm. eine, ein paar verpassen:
[ugs.] eine Person ohrfeigen, schlagen
b) eine, ein paar verpaßt kriegen —>
eine, ein paar verpasst kriegen:
[ugs.] geohrfeigt werden; einen Schlag
bekommen
ver|pat|zen: verpatzt; verpatztest; hast
verpatzt [ugs.] eine Sache verderben,
mißraten lassen »Ich habe die Prüfung
wohl verpatzt.«
ver|pfän|den: verpfändest; verpfände¬
test; hast verpfändet etw. (gegen Geld)
als Pfand abgeben, was man später
zurückkaufen kann »Ich habe meinen
Schmuck verpfändet, um meine Schul¬
den begleichen zu können.«
verjpfejjfen: verpfeifst; verpfiffst; hast
verpfiffen [ugs.; abwert.] jmdn., der
etw. Unerlaubtes, Gesetzwidriges ge¬
tan hat, verraten »Er verpfiff seinen
Komplizen bei der Polizei.«
ver|pflan|zen: verpflanzt; verpflanztest;
käst verpflanzt a) (Pflanzen o. ä.) an
einen anderen Ört pflanzen, setzen
»Du mußt die Bosen in die Sonne
verpflanzen.« b) ein Organ in einen le¬
benden Organismus einbringen,
transplantieren
1258
verrinnen
ver|pflejgen: verpflegst; verpflegtest;
hast verpflegt mit Lebensmitteln ver¬
sorgen
Ver|pfle|gung: die; • ; -en Essen, das
jmd. bekommt; Lebensmittel; Mahl¬
zeiten
ver|pflich|ten: verpflichtest; verpflichte¬
test; hast verpflichtet jmdn. für eine
Aufgabe, Tätigkeit gewinnen, anstel¬
len »Er verpflichtete sie für die Orga¬
nisation.«
ver|pflich|ten, sich: verpflichtest dich;
verpflichtetest dich; hast dich ver¬
pflichtet versprechen, etw. zu tun, für
etw. zu arbeiten »Ich verpflichte mich,
drei Jahre in Afrika zu arbeiten.«
Ver|pflich|tung: die; ~ ; -en 1 a) Ver¬
pflichtung, Anstellung von jmdm. für
etw. »Ich wundere mich, daß dir seine
Verpflichtung für dieses Projekt gelun¬
gen ist.« b) das Sichverpflichten, Ge¬
ben eines Versprechens 2 übernom¬
mene Aufgabe; aus einem Vertrag,
Versprechen hervorgehender Hand¬
lungszwang »Ich habe nun einmal
Verpflichtungen.« 3 [verhüll.] finan¬
zielle Schulden
ver|pfu|schen: verpfuschst; verpfusch¬
test; hast verpfuscht [ugs.] etw. durch
eine nachlässige, wenig engagierte
Handlungsweise verderben ,
veijpisjsen, sich: verpißt dich; verpißtest
dich; hast dich verpißt —>alle For¬
men mit ss*— [derb] (unbemerkt)
Weggehen » Verpißt euch!«
veijplajnen: verplanst; verplantest; hast
verplant 1 bei der Planung von etw. ei¬
nen Fehler machen 2 etw. für einen
bestimmten Zweck verwenden wollen
»Wir können dieses Jahr nicht in Ur¬
laub fahren, denn unsere Ersparnisse
haben wir für ein Auto verplant.«
ver|plap|pern, sich: verplapperst dich;
verplappertest dich; hast dich verplap¬
pert [ugs.] versehentlich ein Geheim¬
nis ausplaudem
verlplauldern: verplauderst; verplauder¬
test; hast verplaudert 1 mit Reden ver¬
bringen »Er verplauderte eine ganze
Stunde.« 2etw. an jmdn. verraten
verlplauldern. sich: verplauderst dich;
verplaudertest dich; hast dich verplau¬
dert 1 sich (zu) lange mit jmdm. unter¬
halten »Ich habe mich verplaudert u.
komme mm zu spät.« 2 ein Geheimnis
o. ä. aus Versehen verraten
veijplom|ben: verplombst; verplombtest;
hast verplombt etw. (Wagen, Behälter
o. ä.) offiziell mit einer Plombe ver¬
schließen, versiegeln
verjpönt: <lat.> Adj. verpönter; verpönte¬
ste als schlecht angesehen; verrufen
veijpras|sen: verpraßst; verpraßtest;
hast verpraßt —>alle Formen mit
ss*— Geld verschwenderisch, über¬
flüssigerweise ausgeben
ver]prel|len: verprellst; verprelltest; hast
verprellt 1 durch sein Handeln jmdn.
verärgern, dazu bringen, sich zurück¬
zuziehen, abzuwenden 2 <Jagd> durch
ungeschicktes Handeln Wild (beson¬
ders Raubwild) verscheuchen
ver|pro|vi|an|tie|ren: verproviantierst;
verproviantiertest; hast verproviantiert
jmdn. mit Reiseverpflegung versor¬
gen
veijprü|geln: verprügelst; verprügeltest;
hast verprügelt jmdm. körperliche Ge¬
walt antun, ihn heftig schlagen
verjpuf]fen: verpufft; verpuffte; ist ver¬
pufft 1 mit einem gedämpft u. dunkel
klingenden Geräusch explodieren,
ohne dabei viel Kraft, Druck zu ent¬
wickeln 2 <übertr.> unwirksam, erfolg¬
los bleiben; das angestrebte Ergebnis
nicht erzielen können
Veijpuf|fung: die; - ; -en schwache Ex¬
plosion
Veiipytz: der; -es; - aus Sand, Wasser u.
Bindemitteln bestehendes Gemisch,
mit dem die Außen- u. Innenwände
eines Gebäudes versehen werden
veijput|zen: verputzt; verputztest; hast
verputzt 1 etw., eine Wand mit Putz
überziehen, verschmieren »Das Haus
muß noch verputzt werden.« 2 [ugs.]
etw. (aufjessen
ver|qual|men: verqualmst; verqualmtest;
hast verqualmt 1 qualmend ohne
Flamme schwach brennen, glühen 2
[ugs.] einen Ort (besonders durch das
Rauchen einer Zigarette od. Zigarre)
mit Qualm füllen 3 [ugs.] ein Menge
von Rauchwaren (in einem Zeitraum)
konsumieren
ver|quas|seln: verquasselst; verquassel-
test; hast verquasseli [ugs.; oft ab¬
wert.] mit Reden verbringen
verjquas|seln, sich: verquasselst dich;
verquasseltest dich; hast dich verquas-
selt [ugs.] versehentlich ein Geheimnis
ausplaudern
ver|quat|schen: verquatschst; ver¬
quatschtest; hast verquatscht [ugs.]
mit Reden verbringen
ver]quat|schen, sich: verquatschst dich;
verquatschtest dich; hast dich ver¬
quatscht [ugs.] versehentlich ein Ge¬
heimnis ausplaudem
veijquir|len: verquirlst; verquirltest; hast
verquirlt zwei od. mehrere Zutaten
mit dem Quirl vermischen, verrühren
Ver|rat: der; -(e)s; -1 Vertrauensbruch
durch das Ausplaudem von Geheim¬
nissen; Treuebruch »Das war Verrat
an der besten Freundin.« 2 das Mittei¬
len von politischen, militärischen Ge¬
heimnissen an das Ausland; Spiona¬
ge; Hochverrat
ver|ra|ten: verrätst; verriet (e)st; hast
verraten 1 etw. erzählen, was geheim
bleiben sollte »Ich verrate dir, was er
über dich gesagt hat.« 2 einen Vertrau¬
ensbruch begehen »Er hat seinen be¬
sten Freund verraten.« 3 verraten u.
verkauft sein: [ugs.] vollkommen
ohne Hilfe, Unterstützung sein »Ich
fühle mich von allen verraten u. ver¬
kauft.«
ver|ra|ten, sich: verrätst dich; verrie¬
te) st dich; hast dich verraten verse¬
hentlich etw. erzählen u. so etw. zu er¬
kennen geben, was geheim bleiben
sollte r
Veijräjter: der; -s; - weibl. Verjräjtejrin:
die; - ; -nen 1 jmd., der etw. erzählt
hat, was geheim bleiben sollte 2 jmd.,
der einen Vertrauensbruch begangen
hat
ver|rä[te|risch: Adj. 1 ein Geheimnis
preisgebend; einen Vertrauensbruch
begehend 2 versehentlich etw. zu er¬
kennen gebend
verlräulchern: verräucherst; verräucher¬
test; hast verräuchert einen Raum
(durch Rauchen, ein Kaminfeuer o.
ä.) mit Qualm füllen
veijrech|nen: verrechnest; Verrechnetest;
hast verrechnet etw. gegeneinander
aufrechnen »Ich verrechne deinen Ge¬
winnanteil mit deinen Schulden.«
ver|rech|nen, sich: verrechnest dich; Ver¬
rechnetest dich; hast dich verrechnet 1
etw. falsch berechnen; ein falsches
Rechenergebnis erzielen »Tut mir
leid, ich habe mich verrechnet.« 2 mit
einer anderen (positiveren) Reaktion
rechnen »Da hast du dich verrechnet,
das mache ich nicht!«
Ver|rech|nungs|scheclc der; -(e)s; -s
< Wirt.; Bankw.> Scheck, der nicht bar
ausgezahlt, sondern nur einem Konto
gutgeschrieben werden darf
verfrecken (ver|rek|ken —* ver|re|-
cken): verreckst; verrecktest; bist ver¬
reckt [ugs.] 1 <Mensch> elendig um¬
kommen 2 <Tier> verenden; sterben;
umkommen 3 nicht ums Verrecken;
ums Verrecken nicht: [ugs.] niemals;
unter keinen Umständen; auf gar kei¬
nen Fall
ver|reg|nen: verregnet; verregnete; ist
verregnet durch zu viel Regen nicht
stattfinden können; nicht schön sein
ver]rej|sen: verreist; verreistest; bist ver¬
reist in Urlaub fahren; kurzzeitig an
einen anderen Ort fahren, reisen
ver|rei|8en: verreißt; verrissest; hast ver¬
rissen -—»■alle Vergangenheitsformen
mit ss*— 1 mit schlechten Kritiken
belegen; sich negativ äußern »Das
Theaterstück wurde verrissen.« 2 a)
<Fahrzeug> zu heftig lenken b) <Sport>
einen Schlag, Schuß zu stark in eine
(falsche) Richtung lenken
ver|ren|ken: verrenkst; verrenktest; hast
verrenkt ein Gelenk durch eine über¬
mäßige Drehung verletzen »Er hat
mir den Arm verrenkt.«
ver|ren|ken, sich: verrenkst dich; ver¬
renktest dich; hast dich verrenkt sich
in eine ungewöhnliche, unbequeme
Stellung bringen, meistens aus einem
bestimmten Grund »Ich mußte mich
verrenken, um an den Schlüssel zu
kommen, der hinter den Schrank ge¬
rutscht war.«
Verjrenjkung: die; - ; -en 1 Verletzung
eines Gelenkes durch eine übermäßi¬
ge Drehung 2 starke Beugung, Krüm¬
mung des Körpers, der Arme od.
Beine
ver|rich|ten: verrichtest; verrichtetest;
hast verrichtet etw. tun; ausftihren
Veijrichjtung: die; - ; -en 1 das Tun;
Ausführen 2 m. PI. etw., was erledigt
werden muß; Pflicht, die man hat
Vetjrje|ge|lung/Verjrieg|lung: die; • ; -en
1 das Verschließen, Sichern (eines
Fensters, einer Tür) mit einem Riegel
2 Gegenstand zum Verschließen, Si¬
chern (eines Fensters, einer Tür)
ver|rin|gern: verringerst; verringertest;
hast verringert reduzieren; weniger,
kleiner machen
ver|rjn|gern, sich: verringert sich; ver¬
ringerte sich; hat sich verringert weni¬
ger werden
ver|rin|nen: verrinnt; verrann; ist verron¬
nen 1 <Zeit> (schnell) vergehen »Die
1259
Verriß
Stunden verrannen.« 2 langsam im
Boden versickern
Ver|riß —» Verfriss: der; Verrisses; Ver¬
risse schlechte Kritik für ein Buch,
Theaterstück o. ä. ,
ver|rohfren: verrohrst; verrohrtest; hast
verrohrt [fachsprl.] ein Gebäude o. ä.
mit Röhren au9Statten
ver|ro)sten —»• ver|ros|ten: verrostet;
verrostete; ist verrostet von Rost zer¬
setzt werden
veijro|stet —» ver|ros|tet: Adj. (an eini¬
gen Stellen) von Rost zersetzt sein
verjrotften: verrottet; verrottete; ist ver¬
rottet vermodern; langsam verfaulen
Verfrostung: die; - ; - Vermoderung;
langsames Verfaulen; Zersetzung
verfracht: Adj. verruchter; verruchteste
moralisch verwerflich u. in einem
schlechten Ruf stehend
veijfückta Adj. verrückter; verrückteste
1 [ugs.; medizinisch heute nicht mehr
verwendet] psychisch krank; geistig
nicht normal; geistesgestört »Sie ist
verrückt u. deshalb in der Klinik.« 2
nicht, keinesfalls üblich, normal od.
vernünftig »eine verrückte Idee« 3
verrückt spielen: [ugs.] a) sich nicht
(mehr) normal verhalten, aufführen
»Mußt du wegen jeder Kleinigkeit ver¬
rückt spielen?« b) nicht so wie erwar¬
tet, wie es üblich ist, sein od. funktio¬
nieren »Zu Weihnachten ist es warm,
zu Ostern schneit es, das Wetter spielt
total verrückt.« 4 auf jmdn., etw.,
nach jmdm., etw. verrückt sein:
[ugs.] 1. sich in jmdn. verliebt haben;
in jmdn. verliebt sein »Deine Frau ist
ja trotz eurer 13 Ehejahre immer noch
ganz verrückt nach dir!« 2. etw. ganz
besonders mögen »Sie ist verrückt auf
Schokolade.« 5 wie verrückt: [ugs.]
besonders stark; in hohem Maße »Es
regnet wie verrückt.« 6 ich werdfe)
verrückt: [ugs.] das ist ja nicht zu fas¬
sen »Ich werd' verrückt, ich habe den
ersten Preis gewonnen!«
Verfrück|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Verrückter; eine
Verrückte; zwei Verrückte) [ugs.; me¬
dizinisch heute nicht mehr verwendet]
jmd., der psychisch krank, geistig
nicht normal, geistesgestört ist
Verfraf: der; -{e)s; -1 schlechter Ruf 2
a) jmdn., etw. in Verruf bringen: dem
Ansehen jmds. od. etw. schaden b) in
Verruf kommen, geraten: durch sein
Verhalten o. ä. an Ansehen verlieren
»Du wirst durch deine ständig wech¬
selnden Männerbekanntschaften bald
in Verruf kommen.«
ver|rüh|ren: verrührst; verrührtest; hast
verrührt etw. durch Rühren mit etw.
anderem vermischen; etw. durchmi¬
schen
Vers: <lat.> der; -es; -e 1 <Literaturwiss.>
Zeile in einem Gedicht o. ä.; rhythmi¬
sche Einheit in lyrischen Texten »Das
Gedicht besteht aus vier Versen.« 2
sich einen/keinen Vers auf etw. ma¬
chen können: [ugs.] etw. (nicht) ver¬
stehen »Auf ihr seltsames Verhalten
kann ich mir keinen Vers machen.«
Vers.: Abk. 1 Versammlung 2 Versand 3
Versicherung
vers.: Abk. 1 versandt 2 versehen (mit) 3
versehentlich 4 versetzt S versichert 6
versiert = erfahren; kundig 7 ver¬
sorgt
verjsach|li|chen: versachlichst; versach¬
lichtest; hast versachlicht einen Sach¬
verhalt emotionslos daTstellen
Ver|sach|li|chung: die; - ; - emotionslo¬
se Darstellung einer Tatsache
verfsacken (ver|sak|ken —* ver|sa|-
cken): versackst; versacktest; bist ver¬
sackt [ugs.] 1 einsacken; (teilweise) in
einem zäh(flüssige)en Untergrund
untergehen, einsinken »im Schlamm
versacken« 2 länger als beabsichtigt
feiern, trinken
var|sa|gen: versagst; versagtest; hast
versagt 1 nicht funktionieren »Die
Bremsen versagen.« 2 den Erwartun¬
gen nicht entsprechen »Er hat
versagt.« 3 etw. nicht erwartungsge¬
mäß tun können, schaffen »Bei der
Kindererziehung haben die Eltern
versagt.« 4 jmdm. etw. nicht gewäh¬
ren; etw. ablehnen »Er versagte ihm
die erbetene Erlaubnis.«
Verfsak <laU /wersal/ der; -s; Versalien
/wersalVnl (m. PI.) <Druckw.> großer
Anfangsbuchstabe
verfsaifzen: versalzt; versalztest; hast
versalzen 1 etw. mit einer zu großen
Menge Salz versehen »Ich habe das
Essen versalzen.« 2 <übertr.> [ugs.] ein
Vorhaben durchkreuzen, verhindern
»Diesen Plan werden wir ihm versal¬
zen.«
ver]sam|meln: versammelst; versammel¬
test; hast versammelt zum Zusam¬
menkommen veranlassen »Die Klasse
wurde auf dem Hof versammelt.«
ver|sam|meln, sich: versammelt euch;
versammeltet euch; habt euch versam¬
melt an einem Ort Zusammenkom¬
men
Ver|samm|lung: die; - ; -en 1 a) das
(Sich-)Versammeln; Zusammenkom¬
men b) Zusammenkunft von Perso¬
nen (die etw. besprechen od. erreichen
wollen) »Wir werden eine Versamm¬
lung einberufen.« 2 <Reitsport> (bei ei¬
nem Dressurritt) das Versammeln ei¬
nes Pferdes, Erhöhen seiner Konzen¬
tration
Ver|samm|lungs)frei|helt: die; ~ ; - <Pol.>
eines der Grundrechte in einem de¬
mokratischen Staat, das den Bürgern
erlaubt, an einem Ort zusammenzu¬
kommen
Verfsand: der;-(e)s; -1 das Versenden,
Schicken, Transportieren(lassen)
Der Versand eines so sperrigen Stuk-
kes ist schwierig.« 2 a) Firma, die Ka¬
taloggeschäfte betreibt, die etw. Be¬
stelltes versendet »Ich habe das Ko¬
stüm bei einem Versand bestellt.« b)
Abteilung eines Unternehmens, die
für das Verschicken der Waren zu¬
ständig ist »Sie arbeiten im Versand.«
ver|sand|ferftig: Adj. zum Verschicken
fertig, vorbereitet
Ver]sand|haus: das; -es; -häuser Kauf¬
haus, das seine Waren nur od. auch
per Katalog verkauft, vertreibt
Veijsand|haus)ka|ta|log: der; -(e)s; -e
Prospekt, Verzeichnis der Waren ei¬
nes Versandhauses
Verstarb die; - ; -en <Literaturwiss.>
durch Gliederung, Struktur u. a. ge¬
kennzeichnete Beschaffenheit einer
Zeile in einem Gedicht o. ä.
verisaulern: versauerst; versauertest;
bist versauert 1 [ugs.] mangels (kultu¬
reller) Herausforderung Langeweile
verspüren »In diesem Nest werde ich
noch versauern.« 2 [fachsprl.] sauer
werden; Säure entwickeln
ver|säulmen: versäumst; versäumtest;
hast versäumt 1 verpassen; eine Gele¬
genheit nicht nutzen; sich etw. entge¬
hen lassen »Ich habe den Zug
versäumt. • Ich habe versäumt, euch
auf die Gefahr aufmerksam zu
machen.« 2 [Schweiz.] jmdn. aufhalten
»Sie ist von ihrer Freundin versäumt
worden.« 3 nichts zu versäumen
haben: genügend Zeit haben; nicht in
Hast sein
Ver|säum|nis|ur|teil: das; -(e)s; -e
tRechtsw.) richterliche Entscheidung
in einem Zivilprozeß gegen die Partei,
die nicht zum Termin der mündlichen
Verhandlung vor Gericht erschienen
ist
Vers|bau: der; -(e)s; - <Literaturwiss.>
Gliederung, Struktur u. a. einer Zeile
in einem Gedicht o. ä.
versch.: Abk. 1 verschieden = 1. unter¬
schiedlich 2. gestorben; tot 2 verschie¬
dentlich 3 verschifft 4 verschollen 5
verschuldet
verjscha|chern: verschacherst; verscha¬
chertest; hast verschachert [abwert.]
etw. zu einem hohen Preis verkaufen
ver|schach|telh Adj. unübersichtlich
miteinander verbunden, verwoben
ver|schaf|fen: verschaffst; verschafftest;
hast verschafft besorgen; dafür sor¬
gen, daß jmd. etw. zur Verfügung hat,
bekommt »Ich werde dir einen Job
verschaffen.«
vefjscha|len: verschalst; verschaltest;
hast/ist verschalt 1 hast <Handwerk>
eine Verschalung, Auskleidung her¬
steilen 2 ist [ugs.] schal werden; mit
der Zeit abgestanden schmecken
»Dein Bier verschalt.«
verjschämt: Adj. verschämter; ver¬
schämteste voller Scham; peinlich be¬
rührt »ein verschämter Blick«
Ver|schämt|heib die; - ; - Schüchtern¬
heit, Verlegenheit, mit der jmd. han¬
delt, reagiert
ver|schan|deln: verschandelst; verschan¬
deltest; hast verschandelt verunstal¬
ten; das Gesamtbild negativ beein¬
flussen »Das ausgebrannte Haus ver¬
schandelt die ganze Gegend.«
veijschan|zen, sich: verschanzt dich;
verschanztest dich; hast dich ver¬
schanzt a) hinter, in etw. verbergen,
verstecken, schützen »Das Kind ver¬
schanzte sich hinter dem Sessel.« b)
<übertr.> einen Vorwand benutzen,
um sich dahinter zu verstecken
veijschärffen: verschärfst; verschärftest;
hast verschärft strenger machen; in¬
tensiver machen
Veijschärjfung: die; - ; -en Verstärkung,
Verschlimmerung, Zuspitzung einer
Situation; Zunahme von etw.
veijschätfzen, sich: verschätzt dich; ver¬
schätztest dich; hast dich verschätzt
etw., jmdn. falsch beurteilen
ver]sche[|ßern: verscheißerst; verschei-
ßertest; hast verscheißert [ugs.] jmdm.
(freundschaftlich, zum Spaß) etw.
Unwahres als wahr erzählen; jmdn.
täuschen
1260
verschlingen
ver|schen|ken: verschenkst; verschenk¬
test; hast verschenkt a) jmdm. etw.
schenken; etw. kostenlos abgeben
»Sie verschenkt ihre Möbel.« b)
<übertr.> eine Möglichkeit nicht nut¬
zen
verjscherjzen, sich: verscherzt dir; ver¬
scherztest dir; hast dir verscherzt etw.
leichtsinnig aufgeben, verlieren
verlseheulchen: verscheuchst; ver¬
scheuchtest; hast verscheucht wegja¬
gen; von einem Ort (mit Gewalt) ver¬
treiben »eine Fliege verscheuchen«
vertecheulern: verscheuerst; verscheuer¬
test; hast verscheuert [ugs.] (alles bil¬
lig) verkaufen
verjschjcken (verjschik|ken —* ver|-
schijcken): verschickst; verschicktest;
hast verschickt 1 wegschicken; an ei¬
nen anderen Ort senden, transportie¬
ren lassen »Ich habe 30 Einladungen
(per Post) verschickt.« 2 [veralt.] weg¬
schicken; in Urlaub o. ä. schicken
verjschie|ben: verschiebst; verscho-
b(e)st; hast verschoben 1 auf einen
anderen Termin, Zeitpunkt legen
»Wir müssen das Treffen leider
verschieben.« 2 an einen anderen Ort
verrücken »Ich habe den Schrank elw.
nach rechts verschoben.« 3 [ugs.] unge¬
setzlicherweise in größeren Mengen
(auf dem schwarzen Markt) verkau¬
fen 4 was du heute kannst besorgen,
verschiebe nicht auf morgen; ver¬
schiebe nicht auf morgen, was du
heute kannst besorgen: man soll al¬
les sofort regeln, tun, erledigen u.
nicht auf einen späteren Zeitpunkt le¬
gen
ver|schje|ben, sich: verschiebt sich; ver¬
schob sich; hat sich verschoben 1 auf
einen anderen Termin gelegt werden
»Das Treffen verschiebt sich auf den
16. Mai.« 2 sich zu einem anderen Ort
bewegen »Der Teppich verschiebt sich
ständig nach vorne.«
Ver|schje|bung: die; - ; -en 1 das Verle¬
gen eines Termins 2 das Fortbewegen
eines Gegenstandes von einer Stelle,
ohne dessen Bodenberührung aufzu¬
heben
ver|schje|den: Adj. 1 nicht gleich, son¬
dern unterschiedlich; andersartig; ge¬
gensätzlich »verschiedene Möglich¬
keiten« 2 [geh.; verhüll.] verstorben;
gestorben; tot »der verschiedene Herr
Müller« 3 da hört sich doch ver¬
schiedenes auf —» da hört sich
doch verschiedenes auf: [ugs.] em¬
pörte Bemerkung
ver|schie|denfar|tig: Adj. nicht gleich,
sondern unterschiedlich; anders, von¬
einander abweichend, beschaffen
Ver)sch]e|den|arttig|keit: die; - ; - unter¬
schiedliche, andersartige Beschaffen¬
heit
ver|schif|fen: verschiffst; verschifftest;
hast verschifft in ein Schiff verladen u.
mit diesem an einen anderen Ort brin¬
gen
Ver|schri|fung: die; - ; -en die Beförde¬
rung, der Transport von etw. mit dem
Schiff
Verschl.: Abk. 1 Verschleiß 2 Verschluß
verfschtajfen: verschläfst; verschlie-
f(e)st; hast verschlafen a) zu lange,
länger als man durfte od. wollte,
schlafen (u. dadurch eine Verabre¬
dung o. ä. verpassen); schlafen, wäh¬
rend man etw. tun wollte »Ich habe
heute verschlafen.« b) [ugs.] einen Ter¬
min, eine Verabredung vergessen
Verschlag: der; -(e)s; Verschlüge klei¬
ner, niedriger Schuppen (meist aus
Holz)
verjschia|gen: Adj. arglistig; hinterhäl¬
tig; raffiniert »Er machte einen ver¬
schlagenen Eindruck.«
ver|schta|gen: verschlägst; verschlu-
g(e)st; hast verschlagen 1 an etw. (z.
B. einem Ball) vorbeischlagen od. am
Ziel vorbeischlagen »Er hat den Ball
verschlagen.« 2 <Buch> eine Seite ver¬
sehentlich Umschlagen »Ich habe die
Seite verschlagen.« 3 durch Zufall an
einen Ort gelangen »Es hat mich nach
Berlin verschlagen.« 4 (für kurze Zeit,
vorübergehend) aussetzen »Warum
sagst du nichts? Hat es dir die Sprache
verschlagen?« 5 einen Verschlag bau¬
en od. etw. (mit Holz) vernageln
Ver[schläm|mung: die; - ; -en Verstop¬
fung von etw. mit Schlamm
verjschlam|pen: verschlampst; ver¬
schlamptest; hast/bist verschlampt 1
hast a) durch unachtsames Verhalten
etw. nicht mehr finden können, ver¬
lieren b) vergessen, etw. zu tun 2 bist
immer mehr verkommen, herunter¬
kommen
Verfschlan|kung: die; - ; -en [verhüll.]
Verkleinerung, Reduzierung von etw.
Die Verschlankung der Produktion in
der Textilindustrie führte zum Stelle¬
nabbau in dieser Branche.«
ver]schlech|tem: verschlechterst; ver¬
schlechtertest; hast verschlechtert
schlechter, negativer machen
verjschlech|tem, sich: verschlechterst
dich; verschlechtertest dich; hast dich
verschlechtert 1 a) in den Leistungen
nachlassen »Er verschlechterte sich in
allen Schulfächern.« b) schlechter, ne¬
gativer, unangenehmer werden »Das
Arbeitsklima verschlechterte sich.« 2
[ugs.] in eine (finanziell) schlechtere
Stellung kommen »Mit diesem Job
habe ich mich nicht verschlechtert.«
Verjschlech|te|rung: die; - ; -en 1 a) das
Erbringen schwächerer Leistungen
als vorher »Auf dem Zeugnis konnte
man eine Verschlechterung in allen
Schulfächern feststellen.« b) Vorgang,
Ergebnis des Unangenehmerwerdens,
der zunehmend negativen Bewertung
»Die Verschlechterung des Arbeitskli¬
mas ist auf den neuen Chef
zurückzuführen.« 2 (Übernahme ei¬
ner) (finanziell) schlechtere^) Stel¬
lung, Ant.: <1; 2> Verbesserung
ver|schtei|ern: verschleierst; verschleier¬
test; hast verschleiert 1 jmdn., etw.
verhüllen 2 «ibertr.» etw. verbergen;
etw. nicht an die Öffentlichkeit gelan¬
gen lassen »Er versuchte, die Vorgän¬
ge zu verschleiern.«
ver|schlei|ern, sich: verschleierst dich;
verschleiertest dich; hast dich ver¬
schleiert sich mit etw. verhüllen; sein
Gesicht mit einem Schleier bedecken
» Viele islamische Frauen u. Mädchen
verschleiern sich.«
Ver[schteie|rung —* Ver|scWej)e)rung:
die; -; -en 1 a) das Verhüllen von etw.
b) Tuch u. ä., mit dem etw. ver¬
schleiert, um-, verhüllt wird 2
<übertr.> das Verbergen eines Sachver¬
halts
ver|schlei|fen: verschleifsl; verschlif-
f(e)st; hast verschaffen i etw. Rauhes
durch gleichmäßiges Reiben glätten 2
«Sprachwiss.» Wörter, Silben beim
Sprechen zusammenfassen (u. dabei
Teile weglasseh od. verändern)
Ver]schle]B: der; -es; -e (Pl. s.) Abnut¬
zung durch Beanspruchung
Ver|schlei8|fe|stig|kelt —» VeijschloiBj-
fmjtiglkeit: die; -; - lange Haltbarkeit
durch geringe Abnutzung bei Ge¬
brauch
Ver[schlei8[teil: das; -(ejs; -e Teil eines
Gegenstandes, das schneller abge¬
nutzt wird als die anderen
veijschlep|pen: verschleppst; ver¬
schlepptest; hast verschleppt 1 <Med.;
Krankheit» nicht rechtzeitig behan¬
deln lassen »Du hast die Grippe
verschleppt.« 2 mit Gewaltanwen¬
dung an einen anderen Ort bringen
»Die Kinder wurden verschleppt.« 3
dibertr.» absichtlich verzögern »Die
Abwicklung des Geschäfts wurde ver¬
schleppt.«
verlschleuldern: verschleuderst; ver¬
schleudertest; hast verschleudert [ugs.]
1 <Geld> überflüssig, zu großzügig
ausgeben »Er hat sein Vermögen
verschleudert.« 2 zu einem zu niedri¬
gen Preis abgeben, verkaufen »Er
mußte die Reste unter dem Einkaufs¬
preis verschleudern.« 3 unkontrolliert
verteilen »Sie verschleuderte heute
wieder nette Bemerkungen.«
Ver|schleu|de|rung: die; - ; -en 1 über¬
flüssiges, zu großzügiges Ausgeben
(von Geld) 2 Verkauf unter dem tat¬
sächlichen Preis, Wert
ver|schlieB|bar: Adj. n. stg. so beschaf¬
fen, daß man es mit einem Schloß ver¬
sperren, zuschließen kann
ver|schlie|Ben: verschließt; verschlös¬
sest; hast verschlossen —*alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss*— a) etw.
(für Unbefugte) unzugänglich ma¬
chen, abschließen, wegschließen b)
zumachen; schließen
vertschlteJBen, sich: verschließt dich;
verschlössest dich; hast dich verschlos¬
sen —*alle Vergmgenheitsformen
mit ss*— seine Gedanken, Gefühle
nicht offenbaren »Sie verschließt sich
uns gegenüber immer mehr.«
verfschlimm|bes|sern: verschlimmbes¬
serst; verschlimmbessertest; hast ver¬
schlimmbessert [ugs.] etw. in guter
Absicht letztlich verschlechtern
ver[schlim|mern: verschlimmerst; ver¬
schlimmertest; hast verschUmmert
etw. in seinen Auswirkungen noch
schlechter, negativer, schlimmer ma¬
chen
ver|schlim|mem, sich: verschlimmert
sich; verschlimmerte sich; hat sich ver¬
schlimmert negativer, bedrohlicher,
schlimmer werden
Ver|schl]m|me|mng: die; - ; -en Ver¬
schlechterung einer Situation, Lage,
eines Zustandes
verjschlin|gen: verschlingst; verschlan-
g(e)si; hast verschlungen 1 schnell
schlucken, ohne (viel) zu kauen »Er
verschlang das Essen.« 2 [ugs.] (viel
von etw.) verbrauchen »Dieses Auto
verschlingt Öl.« -
1261
Verschlossenheit
Veijschlps)sen|heit: die; • ; - 1 zurück¬
haltendes, in sich gekehrtes, schweig¬
sames, wortkarges Wesen (eines
Menschen) 2 Unzugänglichkeit (eines
Ortes, Gebietes)
verschlucken (ver)schluk|ken —* ver|-
schlu|cken): verschluckst; verschluck¬
test; hast verschluckt 1 etw. herunter¬
schlucken »Ich habe den Kirschkern
verschluckt.«. 2 wie vom Erdboden
verschluckt: auf einmal weg u. un¬
auffindbar
verschlucken (veijschlukjken —» ver|-
schlujcken), sich: verschluckst dich;
verschlucktest dich; hast dich ver¬
schluckt versehentlich Nahrung in die
Luftröhre bekommen
veijschlujdern: verschluderst; verschlu¬
dertest; hast verschludert [ugs.;
abwert.] 1 etw. durch Unachtsamkeit
verlieren, nicht mehr finden können 2
etw. verkümmern lassen 3 etw. ver¬
derben, weil man es falsch, nachlässig
behandelt hat
VerjschltiS —> Verschluss: der; Ver¬
schlusses; Verschlüsse 1 Vorrichtung
zum Verschließen »Der Verschluß der
Flasche klemmt.« 2 <Med.> undurch¬
lässig gewordenes Organteil 3 unter
VerschluS (halten) —> unter Ver¬
schluss (halten): versteckt aufbewah¬
ren
ver)schliis]seln: verschlüsselst; ver¬
schlüsseltest; hast verschlüsselt kodie¬
ren; so bearbeiten, formulieren, daß
Außenstehende nichts verstehen »eine
Nachricht verschlüsseln« Ant.: ent¬
schlüsseln
Verjschlüs|se|lung: die; - ; -en Kodie¬
rung eines Textes, damit Außenste¬
hende nichts verstehen
Ver(schlüß|lung —> Verfschlüssjlung:
die; - ; -en Kodierung eines Textes,
damit Außenstehende nichts verste¬
hen
Vertsch(uB|sa|che —» Ver|schluss|sa|-
che: die; - ; -n etw., was als geheimes,
nicht allgemein zugängliches Doku¬
ment, Verfahren gehandhabt wird
verjschmäjhen: verschmähst; ver¬
schmähtest; hast verschmäht [geh.] auf
etw. verzichten, weil es nicht gut ge¬
nug ist »Sie hat mein Abendessen ver¬
schmäht.«
Ver[schmä|hung: die; - ; - Zurückwei¬
sung, Ablehnung aus Verachtung
(wegen mangelnder Qualität)
ver]schmä|lern: verschmälerst; ver¬
schmälertes!; hast verschmälert men¬
genmäßig weniger, räumlich enger,
schmaler machen »Das verschmälerte
unseren Gewinn.«
ver|schmel)zen: verschmilzt; verschmol-
z(e)sl; hast verschmolzen (durch
Wärme) miteinander verbinden, zu
einer einheitlichen Masse machen
»Metalle verschmelzen«
Ver|achmel|zung: die; - ; -en 1
(zeitweise) flüssige Verbindung, ein-
neitliche Masse, die unter Wärmeein¬
fluß entsteht 2 <übertr.> (wirtschaftli¬
che) Zusammenfügung von etw.
ver|schmer|zen: verschmerzt; ver¬
schmerztest; hast verschmerzt etw.
nicht sehr Angenehmes verkraften,
aushalten »Diesen Verlust kann ich
verschmerzen.«
ver|schmie|ren: verschmierst; ver¬
schmiertest; hast verschmiert 1 mit
Putz o. ä. bedecken »Ich muß noch die
Bohrlöcher verschmieren.« 2 (verse¬
hentlich) unkontrolliert verteilen (u.
dadurch etw. unbrauchbar, häßlich
od. schmutzig machen) »Ick habe
Tinte verschmiert.«
ver|schmftzt: Adj. verschmitzter; ver¬
schmitzteste listig; spitzbübisch
Ver|schmitzt|heit: die; - ; - listige, spitz¬
bübische Wesensart
verschmust: Adj. verschmuster; ver¬
schmusteste [ugs.] gerne kuschelnd u.
schmusend »Sie besaß eine sehr ver¬
schmuste Katze.«
ver|schmut|2en: verschmutzt; ver¬
schmutztest; hast verschmutzt schmut¬
zig, dreckig machen
Verjschmutlzung: die; - ; -en Verunrei¬
nigung; Zufügung von, das Versehen
mit Schmutz, Dreck »Die Verschmut¬
zung der Nordsee hat in den letzten
Jahren zugenommen.«
veijschnaujfen: verschnaufst; ver¬
schnauftest; hast verschnauft für kurze
Zeit innehalten; eine kurze Pause ein¬
legen; wieder zu Atem kommen
ver|schnei)den: verschneidest; verschnit-
t(e)st; hast verschnitten 1 ein Tier ka¬
strieren 2 beim Ab- od. Zuschneiden
(von Textilien) einen Fehler begehen
3 aus mehreren zurechtgeschnittenen
Teilen etw. Ganzes erstellen 4 Bäume,
Büsche, Zweige, Gras o. ä. stutzen,
mähen 5 ein alkoholisches Getränk
mit anderen alkoholischen Geträn¬
ken vermischen, um dadurch den Ge¬
schmack zu verbessern od. um eine
billigere Sorte herzustellen
Verschnitt: der; -(e)s; -e 1 Restmateri¬
al, das bei der Bearbeitung von etw.
anfällt »Bei den Fliesen fiel sehr viel
Verschnitt ab.« 2 aus verschiedenen
Sorten zusammengesetztes alkoholi¬
sches Getränk (Wein, Rum o. ä.)
verschnupft: Adj. verschnupfter; ver¬
schnupfteste 1 an Schnupfen leidend;
erkältet »ein verschnupfter Mann« 2
[ugs.] beleidigt; pikiert
verjschnüjren: verschnürst; verschnür¬
test; hast verschnürt etw. mit einer
Schnur, mit einem Band gut einpak-
ken, verpacken
Verjschnu|rung: die; - ; -en 1 das Ein¬
packen, Zubinden mit einer Schnur,
mit einem Band 2 die für das Einpak-
ken, Zubinden verwendete Schnur
veTschgl|len: Adj. n. stg. verschwun¬
den; nicht mehr auffindbar »ein ver¬
schollenes Schiff«
ver|scho)nen: verschonst; verschontest;
hast verschont nicht schädigen; (im
Gegensatz zu anderen) nichts antun
»Der Sturm hat unser Haus verschont,
das der Nachbarn aber völlig zerstört.«
ver|schö|nern: verschönerst; verschöner¬
test; hast verschönert hübscher, schö¬
ner machen
ver|schö|nern, sich: verschönert sich;
verschönerte sich; hat sich verschönert
schöner, hübscher werden
Verjschoijfung: die; - ; -en 1 das Sichbil-
den, -überziehen, -bedecken einer
Wunde mit krustenartig eingetrock¬
netem, abgestorbenem Hautgewebe 2
Schicht von krustenartig eingetrock¬
netem, abgestorbenem Hautgewebe
ver|schram|men: verschrammst; ver¬
schrammtest; hast verschrammt etw.
durch einen Kratzer beschädigen;
(sich od. jmd. anderem) eine Hautver¬
letzung durch Abschürfung zufügen
ver)schrau)ben: verschraubst; ver¬
schraubtest; hast verschraubt mit
Schrauben verbinden »Die Regale
sind miteinander verschraubt.«
ver[schrscken (ver|schrek|ken —»
veijschrejcken): verschreckst; ver¬
schrecktest; hast verschreckt bei
jmdm. eine heftige Gemütserschütte¬
rung auslösen; Angst u. Schrecken
bei jmdm. hervorrufen
ver|schrei(ben: verschreibst; verschrie-
b(e)st; hast verschrieben 1 eine Medi¬
zin, Medikation erteilen, verordnen,
auf ein Rezept schreiben »Der Arzt
hat mir Tabletten verschrieben.« 2
Schreibwaren aufbrauchen »Er hat
Jur seine Zeichnungen drei Bleistifte
verschrieben.« 3 [amtsspri.] jmdm.
etw. offiziell mit einem Vertrag o. ä.
zusichern
veijschrei|b«n, «ich: verschreibst dich;
verschrieb(ejst dich; hast dich ver¬
schrieben 1 unbeabsichtigt etw. Fal¬
sches schreiben »Jetzt habe ich mich
verschrieben.« 2 eine Sache intensiv,
mit Überzeugung betreiben »Sie hat
sich dem Kampf gegen Aids verschrie¬
ben.«
' V«r]schrei|bung: die; • ; -en 1 vom Arzt
ausgestelltes Rezept 2 urkundliche
Zusicherung, daß man jmdm. etw. zu
eigen gibt
verjschrgj|bungs(pflich|tig: Adj. n. stg.
nur mit einem Rezept erhältlich
verjschrojben: Adj. <Charakter> eigen¬
tümlich; seltsam »ein verschrobener
Mann«
Veijschro|ben[heit: die; - / -en seltsa¬
mes, eigentümliches Verhalten, Aus¬
sehen, Wesen
veijschrgtjten: verschrottest; verschrot¬
tetest; hast verschrottet etw. Un¬
brauchbares (aus Metall) entsorgen
od. zerteilen, um Teile wiederzuver¬
werten
Ver]schrot|tung: die; - ; -en Entsorgung
von alten Gegenständen (aus Metall)
verjschüch)tert' Adj. eingeschüchtert;
schüchtern; ängstlich zurückhaltend
veijschuljden: verschuldest; verschulde¬
test; hast/bist verschuldet 1 hast für
etw. verantwortlich sein »Das Un¬
glück hat sie selbst verschuldet.« 2 bist
in Geldschulden kommen
vetjschu(|den, sich: verschuldest dich;
verschuldetest dich; hast dich verschul¬
det Schulden machen; sich Geld lei¬
hen, das man zurückzahlen muß
veijschu|ten: verschulst; verschüttest;
hast verschütt 1 [oft abwert.] etw.
(ähnlich) wie in der Schule ausrich¬
ten, gestalten »Das Studium ist in den
meisten Ländern sehr verschütt.« 2
(junge Pflanzen) [fachsprl.] versetzen;
umpflanzen
ver|schus|seln: verschusselst; verschus-
seltest; hast verschusselt [ugs.] etw.
aus Unkonzentriertheit nicht mehr
finden od. vergessen
verjschüt|ten: verschüttest; verschütte¬
test; hast verschüttet 1 unbeabsichtigt
etw., eine Flüssigkeit vergießen, aus¬
gießen »Ich habe Milch verschüttet.« 2
1262
Versicherungskarte
zudecken; unter sich begraben
»Durch das Erdbeben wurde das Dorf
verschüttet.«
ver|schütt|ge|hen —> verjschütt ge|-
hen: gehst verschütt; ging(e)st
verschütt; bist verschüttgegangen
—>bist verschütt gegangen■*— [ugs.]
(bei etw.) verlorengehen; verschwin¬
den; untergehen
ver|schwg|gert: Adj. n. stg. durch
Hochzeit mit jmdm. verwandt
ver|schwei|gen: verschweigst; ver-
schwieg(e)st; hast verschwiegen 1
etw. nicht sagen; etw. verheimlichen
»Seine Krebskrankheit hat er mir bis¬
her verschwiegen.« 2 Verschweige,
was du tun willst, so kommt dir nie¬
mand dazwischen: erzähle dein Vor¬
haben, deinen Plan o. ä. niemandem,
dann kann es auch niemand vereiteln,
verhindern
ver|schwei|Ben: verschweißt; ver¬
schweißtest; hast verschweißt (Metall-
od. Kunststoffteile) unter Anwen¬
dung von Wärme, Druck miteinander
verbinden
verjschwen|den: verschwendest; ver¬
schwendetest; hast verschwendet zu
großzügig, ohne ausreichende Effekte
zu erzielen, ausgeben, verbrauchen
Wir dürfen unsere Rohstoffe nicht so
verschwenden!« Syn.: vergeuden
ver|schwen|de|risch: Adj. übermäßig
verbrauchen, ohne entsprechende Ef¬
fekte zu erzielen »eine verschwenderi¬
sche Haushaltsführung«
Ver|schwen|dung: die; -; -en unnötiger,
zu großzügiger Verbrauch von etw.
ver|schwen|dungs|süch|tig: Adj. eine
Vorliebe, den Hang zu unnötigen
Ausgaben habend
ver|schwie|gen: Adj. 1 a) ein Geheim¬
nis, eine Information (gewöhnlich,
meistens) für sich behaltend »Er war
ein verschwiegener Mensch.« b) ruhig
u. nicht sehr geschäftig »ein ver¬
schwiegenes Dorf« 2 verschwiegen
sein wie ein Grab: nichts weitererzäh¬
len »Du kannst ihm alles anvertrauen,
er ist verschwiegen wie ein Grab.«
Ver|schwie|gen|heit: die; - ; - Eigen¬
schaft, anvertraute Informationen für
sich zu behalten, nicht anderen Perso¬
nen davon zu erzählen »Verschwie¬
genheit ist nicht immer eine Tugend.«
ver|schwim|men: verschwimmt; ver¬
schwamm; ist verschwommen (vor den
Augen) in der Struktur undeutlich
werden »Das Bild verschwamm vor
meinen Augen.«
ver|schwin|den: verschwindest; ver-
schwand(e)st; bist verschwtmden 1
nicht zu finden sein; verloren gehen
(od. gestohlen werden) »Meine Blei¬
stifte verschwinden immer.« 2 langsam
nicht (mehr) sichtbar sein 3 [oft ugs.]
Weggehen »Ich verschwinde jetzt.«
ver|schwit|zen: verschwitzt; verschwitz¬
test; hast verschwitzt 1 (ein Klei¬
dungsstück) durch Schweißabsonde¬
rung feucht machen 2 dibertr.» [ugs.]
etw. versäumen; etw. vergessen
ver|schwpm|men: Adj. undeutlich; in
den Strukturen nicht klar zu erken¬
nen »ein verschwommenes Bild«
verjschwö|ren, sich: verschwörst dich;
verschwor (e) st dich; hast dich ver¬
schworen 1 sich insgeheim mit jmdm.
verbünden, ein Komplott schmieden
2 sich voll u. ganz für etw. einsetzen 3
sich zu etw. durch ein(en) Schwur,
Gelübde verpflichten
Verjschwöjrung: die; - ; -en Komplott;
Plan zum (politischen) Umsturz
Veijsehen: das; -s; ~ unbeabsichtigt fal¬
sches Handeln; Irrtum »Das war ein
Versehen!«
ver|se|hen: versiehst; versah(e)st; hast
versehen 1 jmdn., etw. mit etw. aus¬
statten »Er versah die Kinder mit ei¬
nem Pausenbrot u. brachte sie zur
Schule.« 2 <kath. Kirche» die Sterbesa¬
kramente geben 3 [landsch.] etw.
nicht tun, was man tun wollte od.
sollte 4 ehe jmd., man sich’s
versieht: rascher, als es jmd. erwartet
hat »Ehe man sich’s versieht, ist man
in den Streit verwickelt.«
ver|se|hent|lich: Adj. n. stg. irrtümlich;
aus Versehen; ohne Absicht
Ver|sehr[ten|sport: der; -(e)s; - [veralt.]
körperliche Betätigung, Sport, der
von Menschen betrieben wird, die
körperlich behindert sind
ver|selb|stän|di|gen —» auch veij-
selbst|stän|di|gen, sich: verselbstän¬
digt sich; verselbständigte sich; hat
sich verselbständigt —>auch verselb¬
stständigtsich; verselbstständigte sich;
hat sich verselbstständigt*— a) aus
einer Gemeinschaft austreten u. selb¬
ständig werden od. sich machen b) au¬
ßer Kontrolle geraten
ver|sen|den: versendest; versendetest!
versandt!e)st; hast versendetjversandt
(mit der Post) (weg-)schicken; ver¬
schicken
Ver|sen|dung: die; -; -en das Verschik-
ken von etw. an einen größeren Perso¬
nenkreis
ver|sen|gen: versengst; versengtest; hast
versengt durch Hitze zerstören
ver|sen|gen, sich: versengst dich; ver¬
sengtest dich; hast dich versengt sich
durch Hitze verletzen »Ich habe mir
mit dem Bügeleisen die Hand ver¬
sengt.«
ver|senk|bar: Adj. n. stg. so beschaffen,
daß man es unter der Oberfläche von
etw. od. in etw. verschwinden lassen
kann
verjsenjken: versenkst; versenktest; hast
versenkt dafür sorgen, daß etw. von
der Oberfläche verschwindet »ein
Schiff versenken«
ver|sen|ken, sich: versenkst dich; ver¬
senktest dich; hast dich versenkt sich
konzentrieren; sich ausschließlich mit
einer Sache beschäftigen »Ich habe
mich in ein Buch versenkt.«
Verjsen|kung: die; - ; -en 1 Konzentrati¬
on auf etw. »Er war in völliger
Versenkung.« 2 <Theater> Teil der
Bühne, die nach unten hinabgelassen
werden kann »Die Versenkung wurde
wieder angehoben.« 3 Handlung, die
bewirkt, daß etw. im Boden, Wasser
verschwindet »Die Versenkung der
Schiffe gelang ihnen nicht.« 4 [ugs.] a)
aus der Versenkung auftauchen: auf
einmal (unerwartet) wieder da sein
Man hatte ihn schon vergessen, aber
plötzlich ist er wieder aus der Versen¬
kung aufgetaucht.« b) in der Versen¬
kung verschwinden: auf einmal (un¬
erwartet) nicht mehr da, gefragt sein
»Er wird schnell wieder in der Versen¬
kung verschwinden.«
Versjepos —» Vers|e|pos: das; - ; -epen
<Literaturwiss> Erzählung, die in Ver¬
sen abgefaßt ist
ver|ses|sen: Adj. sehr bestrebt, etw. zu
tun, zu bekommen
ver|set|zen: versetzt; versetztest; hast
versetzt 1 etw., jmdn. an eine andere
Stelle, einen anderen Ort, Platz stel¬
len, setzen; umstellen »Ich habe den
Blumentopf versetzt.« 2 eine(n) Schü¬
lerin) aufgrund entsprechend guter,
ausreichender Leistungen in die
nächsthöhere Klasse gehen lassen
»Sie wird in die neunte Klasse
versetzt.« 3 jmdm. einen anderen Ar¬
beitsplatz zuweisen »Ich werde nach
München versetzt.« 4 zu einer Verab¬
redung mit jmdm. nicht kommen »Er
hat mich gestern versetzt.« 5 etw.,
jmdn. in einen anderen Zustand brin¬
gen »Das versetzt mich in Zorn. ♦ Er
versetzte dem Hund einen Tritt.« 6
verpflanzen »Der Strauch muß ver¬
setzt werden.« 7 etw. gegen Geld ver¬
kaufen od. nur verpfänden
Ver|set|zung: die; - ; -en 1 das Umstel-
lenvon etw. an einen anderen Platz 2
Überführung in die nächsthöhere
Klasse 3 das Beordern von jmdm. an
einen anderen Arbeitsplatz
verlseulchen; verseuchst; verseuchtest;
hast verseucht infizieren; mit Keimen,
gesundheitsschädlichen Stoffen ver¬
setzen »Chemische Substanzen verseu¬
chendes Wasser.«
Verlseulchunq: die; - ; -en Infizierung
mit gesundheitsschädlichen Stoffen
Vers|fu8: der; -es; -fuße <Literaturwiss.>
kleinste metrische u. rhythmische
Einheit eines Verses, einer Gedicht¬
zeile
ver|s||chern: versicherst; versichertest;
hast versichert 1 vertraglich für den
Fall eines Schadens eine Entschädi¬
gung vereinbaren »Gegen Erdbeben¬
schäden versichern wir sie nicht!« 2
jmdm. etw. garantieren; etw. (ehren¬
wörtlich) versprechen, bekräftigen
ver|si|chern, sich: versicherst dich; ver¬
sichertest dich; hast dich versichert 1
sich vergewissern »Ich versicherte
mich seiner Loyalität.« 2 einen Ver¬
trag über Entschädigung im Scha¬
densfall abschließen
Verjsilcherjte: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Versicherter;
eine Versicherte: zwei Versicherte)
jmd., der einen Vertrag mit einer Ver¬
sicherung abgeschlossen hat, die im
Schadensfall für die Kosten eintritt
Ver|sj|che]rung: die; - ; -en 1 a) Instituti¬
on, Unternehmen, das gegen Schäden
versichert u. im Schadensfall für die
Kosten eintritt b) Vertrag mit einer
Versicherung (a) »Ich habe eine Versi¬
cherung gegen Feuerschäden abge¬
schlossen.« 2 feste Zusage, daß etw.
zutrifft, etw. zu tun »Er gab mir die
Versicherung, daß das Geld überwiesen
worden sei.«
Ver|s||che|rungs|be|trug: der; -(e)s; -
unberechtigtes Erhalten einer Ent¬
schädigung durch das Vortäuschen
eines Schadensfalls
Ver|siche|rungs|kar|te: die; - ; -n 1 Be¬
scheinigung, die man von der Versi-
1263
Versicherungsleistung
cherung erhält, bei der man versichert
ist, z. B. Krankenversicherungskarte,
grüne Versicherungskarte der Kraft¬
fahrzeugversicherung 2 Bescheini¬
gung, auf der alle wichtigen Informa¬
tionen über den Versicherten im Zu¬
sammenhang mit seiner Rentenversi¬
cherung aufgeführt sind
Vertsijche|rungs|lei|stung —* Ver|s[|-
che|rungs|lels|tung: die; - ; -en finan¬
zielle Aufwendungen, die im Scha¬
densfall von der Versicherung getra¬
gen werden
veijsi|che|rungs|pflich|tig: Adj. n. stg.
dem Gesetz unterliegend, das besagt,
daß man bestimmte Versicherungen,
z. B. eine Krankenversicherung, ha¬
ben muß
Ver|s]|che|nmgs|schein: der; -(e)s; ~e
Urkunde über den Abschluß eines
Vertrages mit einer Versicherung, die
vom Versicherer ausgefertigt wird
Verjsl]che|rungs|veijtre(ter: der; -s; -
Veijsi]che|rungs|verftre|te|r1n: die; - ;
-nen Person, die im Auftrag einer Ver¬
sicherung um Kunden wirbt, Kunden
berät, Versicherungen verkauft
versickern (verjsikjkern —> ver)sl|-
ckern): versickert; versickerte; ist ver¬
sickert langsam in den Boden eindrin¬
gen »Der Bach versickert.«
Verjsicke|rung (Verjsjk|ke|rung —*
Ver|sj|ckejrung): die; - ; -en langsa¬
mes Abfließen einer Flüssigkeit in
den Boden
verfsiejben: versiebst; versiebtest; hast
versiebt [ugs.] eine Sache nicht erfolg¬
reich tun »Ich habe die Prüfung ver¬
siebt.«
Ver|sie|ge|lung/Ver|s|eg|lung: die; - /
-en 1 das Verschließen mit einem Sie¬
gel 2 Material, durch dessen Aufträ¬
gen etw. dichter, haltbarer, wider¬
standsfähiger gemacht wird
ver|sierfc <lat.-fr.> /wersirt/ Adj. versier¬
ter; versierteste kompetent; fähig (auf
einem Sach-, Fachgebiet)
Verlsiertjheit: /wersirtheit/ die; ~ ; -
Kompetenz; gute Kenntnisse, Fähig¬
keiten auf einem Gebiet
verfsifft: Adj. [ugs.; derb] stark ver¬
druckt; schmutzig
Ver|si|fi|ka|ti|on: <lat> die; - ; -en Um¬
wandlungin Verse
ver|sii|bern: versilberst; versilbertest;
hast versilbert 1 mit Silber überziehen
»Der Schmuck ist nicht echt, er wurde
nur versilbert.« 2 [ugs.] verkaufen; zu
Geld machen »Er hat seine Stereoan¬
lage versilbert.« Syn.: <2> versetzt;
[ugs.] verschachert; verhökert
Ver|sil|be|rung: die; - ; -en a) Oberzug
aus Silber b) das Überziehen mit Sil¬
ber
ver|sin|ken: versinkst; versankte)st; bist
versunken 1 a) in eine Flüssigkeit ein¬
sinken u. darin untergehen »Die Tita¬
nic versank innerhalb weniger Minuten
im Meer.« b) in eine Masse, den Un¬
tergrund einsinken »im Schlamm knö¬
cheltief versinken« 2 sehr intensiv mit
etw. beschäftigt sein
ver|sinn|bild|li|chen: versinnbildlicht;
versinnbildlichte; hat versinnbildlicht
für einen abstrakten Sachverhalt ste¬
hen; Symbol für etw. sein
Ver|sinn|bild|li|chung: die; - ; -en Sym-
bolisierung eines abstrakten Sachver¬
halts
Ver|sinn|li|chung: die; -; -en etw. für die
Sinnesorgane erkennbar Gemachtes,
Gewordenes
Ver|si|gn: <lat.-fr.> /wersjon/ die; - ; -en
Variante; Ausführung; Darlegungs¬
variation »Dies ist die neueste Version
des Autos, Buches.«
verjskla|ven: versklavst; versklavtest;
hast versklavt einen Menschen aller
seiner Rechte berauben, ihn diskrimi¬
nieren u. zum Eigentum eines ande¬
ren Menschen machen, der dann wirt¬
schaftlich u. rechtlich völlig von die¬
sem abhängig ist
Ver|skla|yung: die; - ; -en völliges wirt¬
schaftliches u. rechtliches Abhängig¬
machen eines Menschen von einem
anderen Menschen
Vers|leh|re: die; - ; - <Literaturwiss.>
Lehre von den Gesetzmäßigkeiten
der Gliederung, Struktur einer Zeile
in einem Gedicht o. ä. u. des metri¬
schen Schemas eines Verses
verjslujmen: /ferslammen/ verslumt;
verslumte; ist verslumt <Stadt(teil)>
zum Slum, Elendsviertel werden, ver¬
kommen
Verfslu]mung: /fersktmmung/ die; -; -en
Verelendung eines Stadtteils
Vers|maß: das; -es; -e <Literaturwiss.>
metrisches Schema einer Zeile in ei¬
nem Gedicht o. ä.
verjsnobt: Adj. versnobter; versnobteste
[abwert.] von hohem, überzogenem
Anspruch; extravagant; hochnäsig;
arrogant
ver|soh|len: versohlst; versohltest; hast
versohlt [ugs.] jmdn. schlagen, verprü¬
geln
ver|söh|nen: versöhnst; versöhntest; hast
versöhnt jmdn., verschiedene Parteien
befrieden »Dieser Vorfall versöhnte
sie.«
verfsöhfnen, sich: versöhnst dich; ver¬
söhntest dich; hast dich versöhnt sich
wieder miteinander vertragen; den
Streit, Haß o. ä. gegeneinander begra¬
ben, beenden
ver|söhnjlich: Adj. a) zur Versöhnung,
zum Sichvertragen bereit »versöhnli¬
che Stimmung« b) auf Versöhnung,
ein positives Ergebnis hoffen lassend
»eine versöhnliche Geste«
Ver|söh|ming: die; - ; -en (nach einem
Streit) das Sichversöhnen, Sichvertra¬
gen; das Versöhntwerden, Friedens¬
chließen »Ihr gelang die Versöhnung
der Parteien.«
Ver]söh|nungs|fest das; -(e)s; -e (Reli¬
gion) jüdischer Feiertag (Jom Kip¬
pur)
ver|son|nen: Adj. in Gedanken versun¬
ken »ein versonnener Blick«
ver|sor|gen: versorgst; versorgtest; hast
versorgt a) für jmdn., jmds. Bedürf¬
nisse sorgen »Er hat sechs Kinder zu
versorgen.« b) etw., jmdn. betreuen c)
[Schweiz.] etw. (für jmdn.) aufbewah¬
ren
Verjsoijger. der; -s; - weibl. Ver|sor|ge[-
rin: die; - ; -nen Person, die für den
Lebensunterhalt (ihrer Familie) sorgt
Ver|soijgung: die; - ; - das Ausstatten,
Ausgestattetwerden mit etw. »Die
Versorgung der Bürger mit Lebensmit¬
teln erfolgt regelmäßig.«
Verfsorjgungsjan|spruch: der; -(e)s;
-ansprüche Anspruch auf Sicherung
des Lebensunterhalts
Ver|sor|gungs|netz: das; -es; -e vielfältig
verflochtenes, verzweigtes System
von Wegen, Transportstrukturen, die
für die Versorgung angelegt wurden
ver|spach|teln: verspachtelst; verspach¬
teltest; hast verspachtelt 1 etw., eine
Stelle mittels eines Spachtels ausglei¬
chen u. glätten 2 [ugs.] (aufjessen, ver¬
speisen
verjspäjtet: Adj. n. stg. später als verab¬
redet, angekündigt
ver]spe|ku|lje|ren: verspekulierst; ver¬
spekuliertest; hast verspekuliert Verlu¬
ste durch ein Geschäft machen od.
Geld durch ein Geschäft verlieren, bei
dem man sich durch zukünftige Preis¬
veränderungen einen erheblichen Ge¬
winn erhofft hatte
ver|sper|ren: versperrst; versperrtest:
hast versperrt 1 im Weg stehen; in den
Weg stellen »Das Auto versperrt den
Zugang zum Haus.« 2 abschließen
Sie versperrte die Tür.«
verjspie|len: verspielst; verspieltest; hast
verspielt 1 beim (Glücks-)Spiel verlie¬
ren »Sie verspielte ihr ganzes Geld.« 2
<übertr.> leichtsinnig aufs Spiel setzen;
durch eigene Schuld verlieren »seine
Glaubwürdigkeit verspielen« 3 bei
jmdm. verspielt haben: [ugs.] bei
jmdm. unbeliebt geworden sein
ver|spjelt: Adj. verspielter; verspielteste
1 nur das Spielen im Sinn habend 2
sorglos; lustig; heiter
Ver|spteK|heit: die; - ; - 1 Eigenschaft,
immer nur an das Spielen zu denken 2
Sorglosigkeit; Heiterkeit
ver]spot|ten: verspottest; verspottetest;
hast verspottet 1 verhöhnen; mit Spott
auf etw. reagieren »Die Mitschüler
verspotteten ihn wegen seines
Sprachfehlers.« 2 Wer einen Hinken¬
den verspotten will, muß selbst ge¬
rade sein: man darf nichts kritisieren,
beanstanden, was man selbst nicht
kann, wobei man selbst auch versagt
Ver|spot|tung: die; - ; -en boshaftes,
höhnisches Lachen, Reden über
jmdn. od. etw.
Verjspre]chen: das; -s; - Zusage über
eine zukünftige Handlung
ver|spre|chen: versprichst; verspra¬
ch (e)st; hast versprochen a) eine Zu¬
sage für etw. geben »Ich vespreche dir,
daß ich morgen kommen werde.« b)
etw. vermuten lassend »Es verspricht,
ein schöner Tag zu werden.«
ver]spre|chen, sich: versprichst dich;
versprachjejst dich; hast dich verspro¬
chen Wörter od. Laute falsch ausspre¬
chen, verwenden »Er war so nervös,
daß er sich häufig versprach.«
ver|spren|gen: versprengst; verspreng¬
test; hast versprengt 1 in feinen Strah¬
len (Wasser-)Tröpfchen mit Hilfe ei¬
nes Schlauches od. eines anderen Ge¬
rätes über etw. verteilen 2 (meist. Mi-
lit.> die (zeitweilige) Auflösüng, Zer¬
schlagung einer Truppe bewirken
ver|sprit|zen: verspritzt; verspritztest;
hast verspritzt kleine Flüssigkeits¬
tröpfchen in der Umgebung verteilen
1264
verstellen
verjspro|deln: versprudelst; versprudel-
test; hast versprudelt [österr.] zwei od.
mehrere Zutaten mit dem Quirl ver¬
mischen, verrühren
veijsprit|hen: versprühst; versprühtest;
hast versprüht eine Flüssigkeit, die
mit Druck durch eine feine Düse aus¬
tritt, in feine(n) Tropfen verteüen
ver|spü]ren: verspürst; verspürtest; hast
verspürt [geh.] ein körperliches od.
seelisches Gefühl haben »Ich verspüre
großen Hunger.«
verst.: Abk. 1 verstärkt 2 verstorben
verlstaatllilchen: verstaatlichst; ver¬
staatlichtest; hast verstaatlicht Privat¬
besitz in staatlichen Besitz überfüh¬
ren
ver|städ|tern: verstädterst; verstädter¬
test; hast/ist verstädtert a) hast in der
Struktur städtisch machen b) ist in
der Struktur städtisch werden c) ist
städtische Verhaltensweisen anneh¬
men
Ver|stäh|lung: die; - ; -en Überzug aus
bzw. das Uberziehen mit Stahl
Ver]stand: der; -(e)s; - 1 Fähigkeit zu
logischen Denkoperationen wie
Schlußfolgerungen u. ä.; Intellekt
»Du solltest deinen Verstand ge¬
brauchen!« 2 über jmds. Verstand
gehen: etw. ist für jmdn. nicht zu ver¬
stehen, nicht zu fassen »Daß du das
Angebot abgelehnt hast, geht über mei¬
nen Verstand.« 3 wieder zu Verstand
kommen: (wieder) einsichtig werden;
wieder normal handeln, reagieren
»Laß ihm Zeit, er wird schon wieder zu
Verstand kommen!« 4 jmdm. bleibt
der Verstand stehen, steht der Ver¬
stand still: eine Nachricht o. ä. ist für
jmdn. unfaßbar »Im ersten Moment
blieb ihr fast der Verstand stehen, als
man ihr den Unfall ihres Mannes
mitteilte.« 5 jmdm. den Verstand
rauben: für jmdn. absolut unver¬
ständlich, nicht zu glauben sein »Daß
man ausgerechnet sie verdächtigte,
raubte ihr fast den Verstand.« 6 a)
nicht ganz bei Verstand sein: nicht
ganz normal sein »Du mußt doch nicht
ganz bei Verstand sein, mich mitten in
der Nacht anzurufen!« b) den Ver¬
stand verlieren: 1. durch Krankheit
geistig verwirrt, verrückt werden »Die
Diagnose bestätigte, daß sie nach u.
nach den Verstand verlieren würde.« 2.
(vorübergehend, durch etw. verur¬
sacht) nicht mehr wissen, was man
tun soll, wie man handeln soll »Durch
die Schmerzen glaubte sie, den Ver¬
standzuverlieren.«
Ver|stan|des|mensch: der; -en; -en
jmd., der sich weniger von Gefühlen
leiten läßt als vom Verstand
ver|st8n|dig: Adj. in der Lage, etw. gei¬
stig zu verarbeiten, zu verstehen u.
entsprechend vernünftig zu handeln
verjstän|dl|gen: verständigst; verstän¬
digtest; hast verständigt jmdn. (von
etw.) benachrichtigen
ver|stän|di|gen, sich: verständigst dich;
verständigtest dich; hast dich ver¬
ständigt 1 miteinander einig werden;
Übereinkommen »Sie verständigten
sich über die Abfindung.« 2 einander
Klarheit verschaffen; sich informie¬
ren »Sie verständigten sich über die ak¬
tuelle Situation.«
verjstän|di|gungs|be|reit: Adj. verstän¬
digungsbereiter; verständigungsberei¬
teste gewillt, sich über etw. zu einigen
Var]stän|di|gungs|be|reit|schaft: die; - ;
- (vorhandener) Wille zur Einigung
verjständjlich: Adj. 1 hörbar; akustisch
wahrnehmbar 2 geistig nachvollzieh¬
bar »eine verständliche Reaktion«
Ver|ständ|nis: das; -ses; -se (PL s.) a)
Fähigkeit, etw. zu verstehen; Einfüh¬
lungsvermögen b) Fähigkeit, etw. gei¬
stig zu erfassen
ver|ständ|nis|los: Adj. verständnisloser;
verständnisloseste ohne Verständnis;
nicht nachfühlend, verstehend Aut.:
verständnisvoll
Ver]ständ|nis|lo|sig|keit: die; - ; - das
Fehlen der Fähigkeit, etw. zu verste¬
hen; Fehlen von Einfühlungsvermö¬
gen
ver|ständ|nis|voil: Adj. mit viel Ver¬
ständnis; nachfühlend Ant.: verständ¬
nislos
verjstän|kem: verstänkerst; verstänker-
test; hast verstänkert [ugs.] mit Ge¬
stank, schlechtem Geruch erfüllen
verjstärjken: verstärkst; verstärktest;
hast verstärkt an Zahl, Umfang o. ä.
größer, stärker machen »Die Deiche
wurden verstärkt.«
ver|stärjken, sich: verstärkt sich; ver¬
stärkte sich; hat sich verstärkt stärker
werden; größer werden
Verjstärjker: der; -s; - 1 <Elektrot.> Ge¬
rät, das elektromagnetische Wellen
od. die Leistung von etw. verstärkt 2
chemische Lösung, die bei schwach¬
belichteten Negativen zur Hebung
der Bildkontraste dient 3 etw. verstär¬
kendes, intensivierendes Instrument
Veijstärjkung: die; - ; -en (PI. s.) das
Stärkerwerden, Stärkermachen durch
Erhöhung von Anzahl, Umfang o. ä.
Das Team erlangte durch drei neue
Mitglieder Verstärkung.«
veristaulben: verstaubt; verstaubte; ist
verstaubt mit Staub überzogen wer¬
den
verlstaulchen: auchen verstauchst; ver¬
stauchtest; hast verstaucht <Med.> ein
Gelenk durch zu hohen Druck stau¬
en, verletzen
Ver|stau|chiing: auchungdie; - ; -en
Verrenkung, Verknacksen eines Kör¬
perteils durch übermäßigen Druck
verlstaulen: verstaust; verstautest; hast
verstaut [ugs.] verpacken; an einem
Ort unterbringen »Ich habe das ganze
Gepäck im Auto verstaut.«
Verjsteck: das; -(e)s; -e 1 Ort, an dem
jmd. etw. legt, das nicht gefunden
werden soll, an dem etw. od. jmd.
nicht gefunden werden kann »Das
Geld liegt sicher vor Dieben in einem
Versteck.« 2 Versteck spielen: etw.
nicht zugeben, verbergen »Hör doch
mal auf, Versteck zu spielen, u. sag mir
klar u. deutlich, was du eigentlich
meinst!«
veijstecken (veijstek|ken —*. ver|ste|-
cken): versteckst; verstecktest; hast
versteckt etw. an einen geheimen Ort
bringen Syn.: verbergen
veijstecken (verjstekjken —* verjstel-
cken), sich: versteckst dich; versteck¬
test dich; hast dich versteckt 1 sich an
einen Ort begeben, an dem man vor¬
aussichtlich nicht gefunden wird »Ich
muß mich vor meinen Feinden verstek-
ken.« 2 sich vor, neben jmdm. ver¬
stecken müssen; sich vor, neben
jmdm. nicht zu verstecken
brauchen: schlechter/besser als eine
andere Person sein »Du bist genauso
fähig, du brauchst dich vor ihm nicht
zu verstecken.«
Verjsteck|spiel: das; -(e)s; -e 1 Kinder¬
spiel, bei dem ein Kind die anderen,
die sich in, unter, hinter etw. verber¬
gen, suchen muß 2 das Verbergen,
Leugnen von etw.
veijstejhen: verstehst; verstand(e)st;
hast verstanden 1 a) begreifen; mit
dem Verstand erfassen »Die Aufga¬
benstellung verstehe ich nicht ganz.« b)
mit dem Gehör erfassen; richtig hö¬
ren »Ich habe das akustisch nicht
verstanden.« c) etw. nachvollziehen,
nachfühien können »Da kann ich dich
voll u. ganz verstehen.« d) etw. beherr¬
schen, können 2 jmdm. etw. zu ver¬
stehen geben: eine (diskrete) Andeu¬
tung machen »Gib ihm doch Mal zu
verstehen, daß du kein Interesse an ihm
hast!«
ver|ste|hen, sich: verstehst dich; ver-
standfejst dich; hast dich verstanden
gut miteinander auskommen; die glei¬
che Meinung haben
verjstej|fen: versteifst; versteiftest; hast
versteift 1 steif machen; dafür sorgen,
daß etw. steif, unbeweglich wird 2
eine Mauer, Brücke, Decke abstüt¬
zen, um ihren Zusammenbruch zu
vermeiden
veijstej]fen, sich: versteifst dich; ver¬
steiftest dich; hast dich versteift 1 steif
u. unbeweglich werden 2 <übertr.> auf
einer Meinung beharren; sich auf etw.
einschießen
Ver|stei|hing: die; - ; -en 1 Unbeweg¬
lichkeit 2 <übertr.> Beharrlichkeit;
Sturheit; Unnachgiebigkeit; Hartnäk-
kigkeit 3 Abstützung einer Mauer,
Decke, Brücke 4 etw., was zur Ab¬
stützung von Mauern o. ä. dient
veijstei|gen, sich: versteigst dich; ver-
stieg(e)st dich; hast dich verstiegen
[selten] t [geh.] sich in etw. hineinstei¬
gem; über das Ziel hinausschießen
»Er verstieg sich darin, daß er betrogen
worden war.« 2 sich im Gebirge verir¬
ren »Sie hatten sich gefährlich verstie¬
gen.«
veijstei|gem: versteigerst; versteiger¬
test; hast versteigert (oft zwangswei¬
se) gegen ein Höchstgebot verkaufen
» Wegen der Schulden wurde sein Haus
versteigert.«
Veijstej|ge|rung: die; - ; -en Auktion;
Veranstaltung, bei der etw. zum Ver¬
kauf angeboten u. zum bestmögli¬
chen Preis verkauft wird
veijstei|nem: versteinert; versteinerte;
ist versteinert 1 <Tier; Pflanze> zu Stein
werden 2 <übertr.> unbewegt, starr vor
Erstaunen, Schreck o. ä. werden
Verjstel|ne|rung: die; ~ ; -en 1 Fossil; zu
Stein gewordener Organismus 2
<übertr.> [selten] unbewegte, starre
Mimik
veijstel|len: verstellst: verstelltest: hast
verstellt 1 zustellen; unpassierbar ma¬
chen »Sie verstellte ihm den Weg.« 2
anders einstellen »Wer hat die Laut¬
stärke verstellt?« 3 etw. an einen ande¬
1265
verstellen
ren Ort stellen 4 etw. absichtlich ver¬
ändern, um andere irrezuführen »Der
Entführer verstellte seine Stimme am
Telefon.«
ver|stgl|!en, sich: verstellst dich; ver¬
stelltest dich; hast dich verstellt anders
handeln, als es der eigenen, wirkli¬
chen Überzeugung entspricht; jmdn.
täuschen » Warum verstellst du dich?«
Ver|8tel|lung: die; - ; -en 1 das Versper¬
ren eines Zugangs 2 hergestellte Ver¬
änderung in der Position 3 Täu¬
schung, Heuchelei; Handlungsweise,
die nicht der eigenen wirklichen
Überzeugung entspricht
ver|ster|ben: verstirbt; verstarb; ist ver¬
storben sterben
veristeulern: versteuerst; versteuertest;
hast versteuert für etw. einen gesetz¬
lich festgelegten Betrag, Teil dem
Staat zahlen
Veristeuelrunn —> Verj$teu|e[rung: die;
- ; -en Abführung eines (gesetzlich
festgelegten) Betrages für etw. an den
Staat
ver|stim|men: verstimmst; verstimmtest;
hast verstimmt 1 <Musikinstrument>
den richtigen Klang verstellen 2
(übertr.) jmdn. ärgerlich machen, be¬
leidigt machen
ver|stimmt: Adj. verstimmter; ver¬
stimmteste 1 (Musikinstrument) nicht
mehr richtig klingend 2 dibertr.) är¬
gerlich; beleidigt
Ver|st}m|mung: die; - ; -en 1 verstellter,
verstimmter Klang eines Musikin¬
struments 2 <übertr.> schlechte Laune,
Verärgerung
verjstockt: Adj. verstockter; verstockte¬
ste hartnäckig; keinen Argumenten,
Zureden zugänglich; nicht fähig od.
willig zur Meinungs-, Verhaltensän¬
derung '
Verjstockt|heit: die; - ; - Sturheit, Un-
einsichtigkeit, die jmd. an den Tag
legt .
Veijstpp|fung: die; - ; -en 1 <Med.> Aus¬
bleiben des Stuhlgangs »Sie leidet un¬
ter Verstopfung.« 2 Zustand der
Nichtdurchlässigkeit »die Verstop¬
fung des Abflußrohres«
ver|stö]ren: verstörst; verstörtest; hast
verstört jmdn. durcheinanderbringen,
erschrecken; jmds. seelische Ausgegli¬
chenheit erschüttern
Verjstoß: der; -es; Verstöße Verletzung
einer Regel; Zuwiderhandlung gegen
ein Gesetz
ver]sto|Ben: verstößt; verstieß(es)t; hast
verstoßen 1 Gesetzen, Regeln zuwi¬
derhandeln »gegen ein Gesetz
verstoßen« 2 jmdn. aus einem Kreis
(z. B. der Familie) verweisen, aus¬
schließen »Er verstieß seine Tochter.«
Verjsto|ßung: die; - ; -en 1 Mißachtung
einer Regel 2 Ächtung, Ausschluß
(aus einer festen Gruppe)
ver|strah|len: verstrahlt; verstrahlte; hat
verstrahlt 1 von etw. in alle Richtun¬
gen ausgehen; verbreiten, spenden,
ausstrahlen »Das Lagerfeuer ver¬
strahlte Wärme.« 2 durch radioaktive
Strahlen verseuchen »Seit dem Reak¬
torunfall in Tschernobyl ist das Gebiet
um den Reaktor verstrahlt.«
Ver|strah|lung: die; - ; -en 1 das Ausge¬
hen von etw. in alle Richtungen; das
Ausstrahlen, Verbreiten, Spenden 2
Verseuchung durch Radioaktivität
ver[strejben: verstrebst; verstrebtest;
hast verstrebt etw. (ein Gerüst o. ä.)
mit schräg nach oben verlaufenden
Balken, Pfosten, Stangen o. ä. verse¬
hen, um es zu stützen
Verfstrefbung: die; - ; -en 1 Abstützung
mit schräg nach oben verlaufenden
Pfosten, Balken, Stangen o. ä. 2
schräg nach oben verlaufende Bal¬
ken, Pfosten, Stangen o. ä., die zur
Abstützung dienen
ver[strei|chen: verstreichst; verstri¬
chest; hast/ist verstrichen 1 hast
etw. mit einem Werkzeug auf einer
Fläche verteilen »Farbe, Honig ver¬
streichen« 2 ist (Zeit) vergehen »Sie
ließ einige Zeit verstreichen, dann ant¬
wortete sie.«
veristreulen: verstreust; verstreutest;
hast verstreut 1 etw. Körniges (gleich¬
mäßig) verteilen »Wenn es schneit,
muß man Granulat auf dem Bürger¬
steig verstreuen.« 2 versehentlich etw.
Körniges verschütten »Ich habe Pfef¬
fer auf dem Tisch verstreut.« 3
(übertr.) etw. unsystematisch, an ver¬
schiedenen Stellen verteilen »Er hat
seine Sachen in der ganzen Wohnung
verstreut.«
veijstricken (verjstrik|ken —> verjstri]-
cken): verstrickst; verstricktest; hast
verstrickt 1 verwickeln; jmdn. (gegen
seinen Willen) in etw. einbeziehen »Er
verstrickte seinen Vorgesetzen in den
Skandal.« 2 beim Stricken verwen¬
den, verarbeiten
verstricken (veijstrikjken —» ver)stri|-
cken), sich: verstrickst dich; verstrick¬
test dich; hast dich verstrickt 1 sich
verwickeln; sich in eine unangenehme
Situation bringen »Sie verstrickte sich
in ihren Lügen.« 2 (Handarbeit) beim
Stricken Fehler machen
veijströ|men: verströmt; verströmte; hat
verströmt in die Luft abgeben; sich in
der Luft auflösen »Der Braten ver¬
strömte einen angenehmen Duft.«
Veijstrp|mung: die; - ; -en [fachsprl.]
Verwendung eines Rohstoffes (z. B.
Kohle), um daraus elektrischen
Strom zu erzeugen
ver|stüm|meln: verstümmelst; verstüm¬
meltest; hast verstümmelt 1 jmdm.
durch Abtrennung einzelner Körper¬
teile schwere Verletzungen zufügen,
sein Aussehen entstellen, verunstalten
2 (übertr.) etw. so verkürzen, verän¬
dern, daß es dadurch entstellt, verun¬
staltet wird
ver|stum|men: verstummst; verstumm¬
test; bist verstummt [geh.] keinen Laut
mehr von sich geben
Versuch: der; -(e)s; -e 1 Bemühung,
Anstrengung, etw. zu tun »Er unter¬
nahm den Versuch, sie zu überzeugen.«
2 (praktische) wissenschaftliche For¬
schungsmethode »einen Versuch
durchführen« 3 (Sport) Teilabschnitt
einiger Sportwettbewerbe; einzelne
Übung, Syn.: (2> Test; Experiment
ver|su|chen: versuchst; versuchtest; hast
versucht 1 sich bemühen, etw. zu tun
»Er versuchte, sie zu überzeugen.« 2
[geh.] kosten; probieren; den Ge¬
schmack testen »Er versuchte die
Suppe.« 3 [geh.] jmdn. in Versuchung
führen; jmdn. zu etw. zu verleiten su¬
chen; verführen 4 versucht sein, sich
versucht fühlen, etw. zu tun: Lust ha¬
ben, etw. zu tun
veijsujchen, sich: versuchst dich; ver¬
suchtest dich; hast dich versucht etw.
ausprobieren; etw. Neues beginnen
Verjsuchs|an|fa|ge: die; - ; -n a) Vor¬
richtung, Einrichtung, Apparatur,
die zur Durchführung von Versuchen
dient b) Vorrichtung, Apparatur, die
sich noch in einer Entwicklungsphase
befindet
Ver|suchs|an|ord|nung: die; - ; -en alle
für ein wissenschaftliches Experiment
geschaffenen Modalitäten, Konditio¬
nen
Ver[suchs|ka|nin|chen: das; -s; - [ugs.]
jmd., an dem (in Experimenten) etw.
Neues ausprobiert wird
Ver|suchs|lei|ter: der; -s; • weibl. Ver|-
8uchs|lei|te|rin: die; - ; -nen jmd., der
die Durchführung eines Experiments
leitet
Ver|suchs|tier: das; -(e)s; -e Tier, an
dem od. mit dem ein wissenschaftli¬
ches Experiment durchgeführt wird
ver|suchs|wei|se: Adv. probeweise; auf,
zur Probe
Ver|su|chung: die; - ; -en Anreiz, etw.
zu tun; Verlockung
ver|sump|fen: versumpft; versumpfte; ist
versumpft 1 weich u. naß, schlammig
werden 2 [ügs.] verkommen; in einen
schlechten Zustand, schlechte Gesell¬
schaft geraten 3 [ugs.] (zu) lange in
Kneipen, auf einer Party bleiben (u.
viel Alkohol trinken)
Ver[sün|di|gung: die; - ; -en [geh.] un¬
rechte Handlungsweise gegenüber
jmdm.; das Begehen eines Unrechts
an jmdm.
vetisus: dat.y /wersus/ [geh.] im Gegen¬
satz zu; gegen
veijsü|8en: versüßt; versüßtest; hast ver¬
süßt etw. für jmdn. schöner machen
»Wir versüßten ihm die Versetzung mit
einem höheren Gehalt.«
Vert: Abk. a) Verteilung b) (Gerät) Ver¬
teiler c) (Person) Verteüer(in)
Verftäjfejlung/Verttäfllung: die; - ; -en a)
das Verkleiden einer Decke, Wand
mit Holz o. ä. b) Holz, das eine Vertä¬
felung bildet
ver|ta|gen: vertagst; vertagtest; hast ver¬
tagt auf einen anderen, späteren Ter¬
min verlegen
Verjtajgung: die; - ; -en das Verschie¬
ben, Verlegen auf einen anderen, spä¬
teren Termin
veijtäu|en: vertäust; vertäutest; hast ver¬
täut (Seefahrt) mit einem Tau, Seil be¬
festigen
Veiitausch|bar|keit: die; • ; - vorhan¬
dene, bestehende Möglichkeit des
Verwechselns, Austausches
vsrltaulschen: vertauschst; vertausch¬
lest; hast vertauscht 1 (unabsichtlich)
miteinander verwechseln 2 (absicht¬
lich) auswechseln; austauschen
Ver[täu|ung: die; - ; -en (Seefahrt) 1 das
Festbinden mit einem Tau, Seil 2 Ge¬
samtheit der Seile, Taue, mit denen
etw. festgebunden, befestigt ist
veijtech|ni|sje|ren: vertechnisierst; ver-
technisiertest; hast vertechnisiert
(über das normale Maß hinausge¬
1266
Vertrauensverhältnis
hend) mit technischen Geräten ausrü¬
sten , arbeiten
ver)tei|di|gen: verteidigst; verteidigtest;
hast verteidigt 1 einen Angriff abweh¬
ren »eine Stadt verteidigen ♦ seine Mei¬
nung verteidigen« 2 als Verteidiger,
Anwalt des Angeklagten vor Gericht
aufreten
Ver|tei|di|ger der; -'s; ~ weibl. Ver]tei|di|-
ge|rin: die; ~; -nen <Rechtsw.> Person,
die jmdn. vor Gericht (in einem Straf¬
prozeß) verteidigt; Anwalt, Anwältin
(in Strafsachen)
Ver|tei|di|gung: die; - ; -en 1 das Vertei¬
digen bei Angriffen »Die Verteidigung
der Stadt war erfolgreich.« 2 o. PI.
Anwalt, Anwälte eines Angeklagten
(in einem Strafprozeß) »Die Verteidi¬
gung hat eine gute Strategie.«
3 <Sport> die defensiven Spieler einer
Mannschaft 4 Institution des Militärs
in einem Staat
Veijtei|di|gungs[aus|ga|be: die; - ; -n
(m. PL) finanzielle Aufwendung für
die Institution des Militärs in einem
Staat
ver|te]|di|gungs|be|reit: Adj. n. stg. be¬
reit, einen (militärischen) Angriff ab¬
zuwehren
Verjtejjdi)gungs|krieg: der; -(e)s; -e
<Milit.> Krieg, in dem ein Land den
Angriff eines anderem Landes ab¬
wehrt
Verjtej|di|gungs[mi|ni|ster —> Verjtei|-
di|gungs|mi|nis)ter. der; -s; - weibl.
Ventei|di|gungslmi|ni|st«|rin —> Ver]-
tei|di|gungs|mi|nis|te|rin: die; - ; -nen
Mitglied einer Regierung, das die In¬
stitution des Militärs in einem Staat
leitet, für sie verantwortlich ist
Veiftei|di|giings|2u|stand: der; -(e)s; -
Lage, Zustand, in dem das Militär ein
Land o. ä. verteidigen muß
verjtei|len: verteilst; verteiltest; hast ver¬
teilt austeilen; an mehrere Orte, Per¬
sonen weitergeben »Sie verteilte Pro¬
spekte.«
verjteiflen, sich: verteilt euch; verteiltet
euch; habt euch verteilt sich über eine
Fläche o. ä. (gleichmäßig) austeilen,
aufstellen »Verteilt euch über das
Spielfeld!«
Verteilten der; -s; - weibl. Verjte||le|rin:
die; - ; -nen 1 Person, die etw. zu ver¬
schiedenen Stellen bringt »Die Vertei¬
ler hatten einen hohen Stapel Pro¬
spekte in die Briefkästen zu werfen.« 2
nur männl. Form Aufzählung der Per¬
sonen, die einen Brief erhalten (am
Ende eines Schriftstücks) 3 nur männ¬
liche Form technisches Gerät, das
Strom, Wellen o. ä. verteilt 4 <Wirt.>
als etw. weitergebende, austeilende
Institution arbeitendes Unternehmen
Verftei|Ierjdo|se: die; - ; -n <Elektrot.>
Gerät, Einrichtung zum Abzweigen
verschiedener elektrischer Leitungen
Verjtei|le>jka|sten —*• Ver|tei|ler|kas|-
ten: der; -s; -kästen <Elektrot.> Gerät,
Einrichtung, von der aus Strom in
verschiedene Leitungen weitergeleitet
wird
Ver|tei|lung: die; - ; -en 1 das (gerechte)
Verteilen, Austeilen an verschiedene
Personen, Stellen 2 zur Verteilung
gelangen: [amtssprl.] ausgeteilt, ver¬
teiltwerden
ver|te|le|fo|nie|ren: vertelefonierst; ver-
telefoniertesl; hast vertelefoniert [ugs.]
für Telefongespräche ausgeben
vertteulern: verteuerst; verteuertest; hast
verteuert den Preis heben
ver|teu|ern, sich: verteuert sich; verteu¬
erte sich; hat sich verteuert im Preis
angehoben werden
Ver|teue|rung —* Verjteu|e|rung: die;
- ; -en Preissteigerung; Anhebung der
Preise
verrteuBeln: verteufelst; verteufeltest;
hast verteufelt jmdn. od. etw. (unge¬
rechtfertigt) negativ bewerten
yer|teutfelt: Adj. lugs.] 1 <verst.> unge¬
mein; stark »Hier stinkt es aber ver¬
teufelt nach faulen Eiern.« 2 schwierig
zu lösen; vertrackt »ein verteufeltes
Problem« 3 wagemutig, verwegen
handelnd »ein verteufelter Kerl«
Verlteulfellung/Verlteufllung: die; ~ ; -en
Vermittlung eines schlechten, bösarti¬
gen, gefährlichen o. ä. Bildes von
jmdm.
verfließen: vertiefst; vertieftest; hast ver¬
tieft 1 intensivieren; größer machen
»sein Wissen vertiefen« 2 räumlich tie¬
fermachen »ein Bassin vertiefen«
verfließen, sich: vertiefst dich; vertief¬
test dich; hast dich vertieft sich kon¬
zentrieren auf; versinken in »Sie ver¬
tiefte sich in ihr Buch.«
Verßießung: die; - ; -en 1 Senke; tiefer¬
gelegene Stelle »In der Vertiefung
sammelt sich Wasser.« 2 das Herstel¬
len einer Vertiefung
ver)ti|kal: dat.> /wertikal/ Adj. n. stg.
senkrecht
Ver|ti|ko: /wertiko/ das u. [selten] der;
-s; -s kleinerer Schrank mit Aufsatz
ver|til|gen: vertilgst; vertilgtest; hast ver¬
tilgt 1 [ugs.] aufessen; auffressen »Den
Rest vom Mittagessen haben wir schon
vertilgt.« 2 töten, eliminieren; ausrot¬
ten »Ungeziefer vertilgen«
ver|tip|pen, sich: vertippst dich; vertipp¬
test dich; hast dich vertippt beim Tip¬
pen, Schreiben auf der Schreibma¬
schine, dem Computer, dem Taschen¬
rechner auf eine falsche Taste drük-
ken
Veijtojnung: die; ~ ; -en 1 <Musik> Kom¬
position, Unterlegung eines Textes
mit Musik 2 Ausstattung, Unterma¬
lung eines Films mit Musik u. gespro¬
chenem Kommentar
Vertr.: Abk. 1 Vertrag 2 a) Vertretung b)
Vertreter(in) 3 Vertrieb
vertr.: Abk. 1 vertraglich 2 vertraulich
verjtrackt: Adj. vertrackter; vertrackte¬
ste [ugs.] kompliziert, verwickelt be¬
schaffen; schwierig zu lösen; ver¬
zwickt; unangenehm
Vefjtrackt|heit: die; -; -en [ugs.] kompli¬
zierte, verwickelte, schwierige, unan¬
genehme Beschaffenheit
Vertrag: der; -(e)s; Verträge Abkom¬
men; Übereinkommen; (schriftlich fi¬
xierte) Vereinbarung
ver|tra|gen: verträgst; vertrug(e)st; hast
vertragen (körperlich) aushalten; gut
ertragen können »Ich vertrage dieses
heiße Klima nicht.«
ver|tra|gen, sich: verträgst dich; vertru-
g(e)sl dich; hast dich vertragen 1 ohne
Streit miteinander umgehen; gut ne¬
beneinander, miteinander leben »Die
Geschwister vertrugen sich gut.« 2 ei¬
nen Streit beenden »Nun vertragt euch
wieder!« 3 sich vertragen wie Hund u.
Katze: [ugs.] sich überhaupt nicht ver¬
tragen, häufig streiten u. unterschied¬
licher Meinung sein 4 Können sich
zwei vertragen, hat der dritte nichts
zu sagen: wenn zwei Personen sich
verstehen, Zusammenhalten, kann
eine andere Person keine Zwietracht,
keinen Streit o. ä. säen, sich nicht da¬
zwischen drängen
verjtrag|Kch: Adj. n. stg. in einer
(schriftlich fixierten) Vereinbarung
festgelegt, geregelt
ver|träg|lich: Adj. a) umgänglich; nicht
streitsüchtig »ein verträglicher
Mensch« b) körperlich gut zu vertra¬
gen »verträgliche Speisen«
ver|tiag|los/verttrags|!os: Adj. n. stg.
ohne eine bestehende (schriftlich fi¬
xierte) Vereinbarung
Ver|trags|bruch: der; -s; - das Nichter-
füllen einer (schriftlich fixierten) Ver¬
einbarung
verßragsjge|bun|den: Adj. n. stg. ver¬
pflichtet, sich an die (schriftlich fi¬
xierte) Vereinbarung zu halten
veijtrags|ge|mäß: Adj. n. stg. der
(schriftlich fixierten) Vereinbarung
entsprechend
Verftrags[part(ner: der; -s; - weibl. Ver|-
trags|part|ner]in: die; - ; -nen jmd.,
der mit (einem) anderen eine (schrift¬
lich fixierte) Vereinbarung trifft od.
getroffen hat
Ver]trags|recht: das; -(e)s; - <Rechtsw.>
alle Regelungen u. Gesetze, die die
Handhabung von Verträgen betref¬
fen
Ver|trags|werfc: das; -(e)s; - umfangrei¬
che (schriftlich fixierte) Vereinbarung
verßq3gs|wid|rig —* veijtrags|wijd|rig:
Adj. n. stg. der (schriftlich fixierten)
Vereinbarung nicht entsprechend, sie
nicht beachtend
Verltraulen: das; -s; - 1 Glaube an die
Zuverlässigkeit, Korrektheit (einer
Person) »Sie hatte Vertrauen zu ihm.«
2 jmdn. ins Vertrauen ziehen: mit
jmdm. über etw. Vertrauliches spre¬
chen »Er zog seinen Freund ins Ver¬
trauen u. teilte ihm sein Vorhaben
mit.« 3 Vertrauen ist gut, Kontrolle
ist besser, nur auf das, was man
(selbst) kontrolliert hat, soll man sich
verlassen 4 Vertrauen erweckt Ver¬
trauen: wenn man jmdm. zeigt, ihn
spüren läßt, daß man ihm vertraut,
ihm Vertrauen entgegenbringt, wird
es meistens erwidert
ver|trau|en|er[weckend (ver]trau|en|er|-
wek|kend) —* Verftrau|en erjwej-
ckend: Adj. bei jmdm. das Gefühl der
Zuverlässigkeit erzeugend, auslösend
Verltraulenslarzb der; -es; -ärzte weibl.
Vorttraulenslärzltin: die; - / -nen Arzt,
Ärztin, der/die bei der Krankenkasse
angestellt ist u. in dieser Funktion
Versicherte in bestimmten Situatio¬
nen untersucht
Ver(trau|ens|bruch: der; -(e)s; -bräche
Verrat; Taktlosigkeit
Verltraulenslperlson: die; - ; -en jmd.,
der als zuverlässig eingeschätzt, be¬
trachtet, angesehen wird
Verttraulenslverlhältlnis: das; -ses; -se
zwischenmenschliche Beziehung, die
auf gegenseitigem Vertrauen beruht
1267
vertraulich
ver|traullich: Adj. 1 geheim; persönlich
»ein vertraulicher Brief« 2 miteinan¬
der vertraut, freundschaftlich verbun¬
den (u. dies ausdrückend)
verträumt: Adj. verträumter; verträum¬
teste a) sich in einer Phantasiewelt be¬
wegend »ein verträumtes Mädchen« b)
abgelegen; nicht hektisch »eine ver¬
träumte, kleine Stadt«
vertraut: Adj. vertrauter; vertrauteste
bekannt; nicht neu od. fremd
ver|trei|ben: vertreibst; vertrieb(e)st;
hast vertrieben 1 Druck, Zwang aus¬
üben, der jmdn. veranlaßt, fortzuge¬
hen 2 mit einer Ware handeln
Veijtre||bung: die; • ; -en Ausübung von
Druck, Zwang, um jmdn. zu veran¬
lassen, einen Ort zu verlassen, fortzu¬
gehen
veijtiet|bar: Adj. legitim; als Position
nachvollziehbar »eine vertretbare
Meinung, Entscheidung«
ver|tre]ten: vertrittst; vertrat(e)st; hast
vertreten 1 hinter etw. stehen; sich zu
etw. bekennen; eine Ideologie o. ä.
befürworten »Ich vertrete diese
Meinung.« 2 jmds. Aufgaben vor¬
übergehend übernehmen »Ich vertrete
den Kollegen Müller.« 3 a) für eine
Firma Kunden besuchen »Ich vertrete
die Firma Schmidt.« b) die Interessen
von Personen, Institutionen wahr¬
nehmen
Ver|tre|ter: der; -s; ~ weibl. Verjtrefte|-
rin: die; * ; -nen 1 Person, die für eine
Firma Kunden besucht »Er ist Ver¬
treter für Staubsauger.« 2 Person, die
kurzzeitig die Aufgaben einer ande¬
ren Person übernimmt »Sie ist meine
Vertreterin.« 3 Person, die die Interes¬
sen anderer Personen, Institutionen
vertritt »Er ist ein Vertreter der
Stahlindustrie.« 4 Person, die eine
Ideologie o. ä. befürwortet
Ver|tre|teijbe|such: der;-fe)s; -e von ei¬
ner Person, die für eine Firma zu den
Kunden nach Hause kommt, abge¬
statteter Besuch
Verbreitung: die; - ; -en 1 a) vorüberge¬
hendes Übernehmen, Einnehmen der
Stelle einer Person b) jmd., der vor¬
übergehend die Stelle eines anderen
übernimmt 2 Filiale eines Unterneh¬
mens o. ä. 3 Person(en), Mannschaf¬
ten), Riege(n) o. ä., die als Abord¬
nung eines Landes, einer Institution
fungieren, ein Land, eine Institution
repräsentiert/repräsentieren
Vertrieb: der; - fe)s; -e (PI s.) a) Ver¬
kauf; Versendung od. Auslieferung b)
Firmenbereich, der für den Vertrieb
(a) zuständig ist
Ver|triebs|ge|sell|schaft: die; ~ ; -en Ge¬
sellschaft, die die Waren eines od.
mehrerer Unternehmen verkauft
Verttriebs|lei|ter: der; -s; ~ weibl. Ver|-
tn|ebs|lei|tejrin: die; - ; -nen jmd., der
die Verkaufsabteilung einer Firma
führt
ver|tnin|men: vertrimmst; vertrimmtest;
hast vertrimmt [ugs.] jmdn. verprü¬
geln, verhauen
ver|trock|nen: vertrocknest; vertrockne¬
test; bist vertrocknet durch Wasser¬
mangel (ab)sterben, vergehen; aus¬
dörren; an Feuchtigkeit u. Elastizität
verlieren »Die Pflanzen sind vertrock¬
net.«
ver|tröjdeln: vertrödelst; vertrödeltest;
hast vertrödelt Zeit mit sinnlosen, in¬
effektiven Tätigkeiten verbringen
verftrö|sten —» ver|trös|ten: vertrö¬
stest; vertröstetest; hast vertröstet
jmdn. auf einen späteren Termin ver¬
weisen; jmdn. hinhalten
ver|trot|telt: Adj. [ugs.] wenig Intelli¬
genz, Verstand aufweisend
vertun: vertust; vertat(e)st; hast vertan
1 ungenutzt verstreichen lassen; nicht
adäquat, sinnvoll nutzen »seine Zeit
unnütz vertun« 2 da gibt es kein
Vertun: [landsch.; ugs.] das stimmt
zweifellos »Der Ball war im Tor, da
gibt es kein Vertun!«
ver|tun, sich: vertust dich; vertat(e)st
dich; hast dich vertan sich irren
ver|tu|schen: vertuschst; vertuschtest;
hast vertuscht etw. wissentlich u.
bewußt verschleiern, verheimlichen,
verbergen »Die wahren Ereignisse
wurden vertuscht.«
Verjtujschung: die; ~ ; -en wissentliche,
bewußte Geheimhaltung, Verschleie¬
rung eines Sachverhalts
verjüben —» verjü|ben: verübst; verüb¬
test; hast verübt etw. negativ Bewerte¬
tes tun »ein Verbrechen verüben«
Ver|ul|kung: die; - ; -en Verspottung;
Veralberung von etw., jmdm.
Verjun|glimp|fung: die; - ; -en Herab¬
würdigung, Beleidigung einer Person
od. Institution
verjynlglücken (ver|un|glük|ken —>
ver|un|glü|cken): verunglückst; verun¬
glücktest; bist verunglückt 1 bei einem
Unfall verletzt, getötet werden »Sie
ist mit dem Auto verunglückt.« 2 [ugs.]
nicht gelingen »Der Pudding ist mir
leider verunglückt.«
Veijun|glück|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Verunglück¬
ter; eine Verunglückte; zwei Verun¬
glückte) Person, die bei einem Unfall
verletzt, getötet worden ist
ver|un|rei|ni|gen: verunreinigst; verun¬
reinigtest; hast verunreinigt [geh.]
schmutzig machen »Der Rhein wurde
durch die Abwässer verunreinigt.«
Ver|un|rei|ni|gung: die; -; -en [geh.] Ver¬
schmutzung »Die Verunreinigung der
Gehwege durch Hundekot ist sehr un¬
angenehm.«
ver|yn|si|che|rn: verunsicherst; verunsi¬
chertest; hast verunsichert eine Person
ihrer Sicherheit berauben, sie irritie¬
ren, zum Zweifeln bringen
Verjyn|si|che|rung: die; - ; -en a) das Ir¬
ritieren, Unsichermachen (einer Per¬
son od. Gruppe) in der Meinung, Po¬
sition b) das Unsicherwerden »Die wi¬
dersprüchlichen Expertenaussagen
führten zu einer großen Verunsiche¬
rung der Bevölkerung.«
ver|yn|stal|ten: verunstaltest; verunstal¬
tetest; hast verunstaltet entstellen;
häßlich aussehen lassen
ver|un|stal|ten, sich: verunstaltest dich;
verunstaltetest dich; hast dich verun¬
staltet sich häßlich machen
ver|un|treu|en: veruntreust; veruntreu¬
test; hast veruntreut unterschlagen;
anvertrautes Geld für sich benutzen
Ver|un|treu|ung: die; ~ ; -en <Rechtsw.>
Unterschlagung; Aneignung fremden
Geldes
ver|ur|sa|chen: verursachst; verursach¬
test; hast verursacht verantwortlich
sein für etw.; etw. initiieren, bewirken
Ver|ur|sa|cher: der; -s; - weibl. Verjurj-
safchejrin: die; - ; -nen Person, die für
etw. verantwortlich ist, etw. initiiert,
bewirkt
ver|uijtei|len: verurteilst; verurteiltest;
hast verurteilt a) ein Urteil sprechen;
jmdn. gerichtlich (zu etw.) zwingen
»Der Richter verurteilte ihn zu drei
Jahren Haft.« b) jmds. Handeln (öf¬
fentlich) mißbilligen »Er verurteilte
sein Verhalten.«
verjyr|tei|len, sich: verurteilst dich; ver¬
urteiltest dich; hast dich verurteilt sich
selbst bestrafen; sich schuldig fühlen
Ver[urtteil|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Verurteilter; eine
Verurteilte; zwei Verurteilte) 1
<Rechtsw.> Person, der aufgrund eines
Gerichtsurteils ein bestimmtes Straf¬
maß auferlegt wurde 2 Person, die
von einer bestimmten anderen Person
od. öffentlichen Gruppe sanktioniert,
bestraft wird
Ver[ur|tei|lung: die; - ; -en 1 <Rechtsw.>
gegen jmdn. wegen einer Straftat ver¬
hängte Strafe 2 Mißbilligung; negati¬
ve Beurteilung mit anschließender
Sanktion, Bestrafung
ver|viei|fa|chen: vervielfachst; verviel¬
fachtest; hast vervielfacht 1 um ein
Mehrfaches vergrößern 2 <Math.>
multiplizieren; mainehmen
ver|viel|fa|chen, sich: vervielfacht sich;
vervielfachte sich; hat sich vervielfacht
sich um ein Mehrfaches vergrößern
Verjviel(fa|chung: die; - ; -en 1 Vergrö¬
ßerung um ein Mehrfaches 2 <Math.>
Multiplikation; Malnehmen
verjviel|fäl|ti|gen: vervielfältigst; verviel¬
fältigtest; hast vervielfältigt 1 in vielen
Exemplaren hersteilen, kopieren 2
[geh.] etw. in stärkerer, größerer Aus¬
prägung tun »Sie vervielfältigten ihre
Bemühungen.«
ver|v|el|fäl|ti|gen, sich: vervielfältigt
sich; vervielfältigte sich; hat sich ver¬
vielfältigt erheblich mehr werden; sich
vergrößern
Ver|viel|fäl|ti|gung: die; ~ ; -en 1
Herstellung in vielen Exemplaren 2
Verstärkung von etw. »Vervielfälti¬
gung der Bemühungen«
ver|vier|fa|chen: vervierfachst; vervier¬
fachtest; hast vervierfacht auf die vier¬
fache Menge bringen
veijvier|fa|chen, sich: vervierfacht sich;
vervierfachte sich; hat sich vervierfacht
sich auf die vierfache Menge vergrö¬
ßern
ver|vgll|komm|nen: vervollkommnest;
Vervollkommnetest; hast vervollkomm¬
net perfektionieren; besser machen
ver|voll|komm|nen, sich: vervollkomm¬
nest dich; Vervollkommnetest dich;
hast dich vervollkommnet besser wer¬
den; sich verbessern
ver|voli|stän|di|gen: vervollständigst;
vervollständigtest; hast vervollständigt
so lange etw. hinzufügen, bis es kom¬
plett ist
ver|voll|stän|di|gen, sich: vervollstän¬
digt sich; vervollständigte sich; hat sich
vervollständigt langsam zur Perfekti¬
on gelangen, vollständig werden
1268
verwenden
Verjvoll|stän|di|gung: die; ~ ; -en Vor¬
gang des Hinzufügens, bis etw. kom¬
plett ist
Verw.: Abk. 1 a) Verwaltung b)
Verwalterin) 2 Verwandte(r) 3
Verwendung 4 Verwertung
verw.: Abk. 1 verwahrt 2 verwaist 3
verwaltet 4 verwandt 5 verwendet 6
verwitwet
ver|wach|sen: verwächst; verwuchs; ist
verwachsen 1 zusammenwachsen
»Die Narbe ist immer noch nicht
verwachsen.« 2 mit Pflanzen Zuwach¬
sen »Die Laube ist ganz mit Efeu ver¬
wachsen.«
ver|wach|aen: Adj. n. stg. [ugs.J ver¬
krüppelt; in besonderer Weise kör¬
perlich behindert
ver]wach|sen, sich: verwächst sich; ver¬
wuchs sich; hat sich verwachsen [ugs.]
sich beim Wachsen normalisieren
»Die Wirbelsäulenverkrümmung ver¬
wächst sich noch.«
ver|wach|sen, sich: verwachst dich; ver¬
wachstest dich; hast dich verwachst ein
falsches Skiwachs benutzen
verjwackeln (verfwakjkeln —> ver|wa|-
ckeln): verwackelst; verwackeltest;
hast verwackelt [ugs.] ein Foto durch
Wackeln mit der Kamera ver¬
schwommen aufnehmen
veijwjjh|ten, sich: verwählst dich; ver¬
wähltest dich; hast dich verwählt <Tele¬
fon> [ugs.] die falschen Ziffern wählen
u. so einen verkehrten Anschluß er¬
halten
ver|wah|ren: verwahrst; verwahrtest;
hast verwahrt aufbewahren; aufheben
»Ich verwahre das für dich.«
verjwah|ren, sich: verwahrst dick; ver¬
wahrtest dich; hast dich verwahrt a)
gegen etw. protestieren; sich etw. ver¬
bitten »Dagegen verwahre ich mich.«
b) sich weigern »Ich verwahre mich ge¬
gen diese Forderung.«
veijwahr[lo|sen: verwahrlost; verwahr¬
lostest; bist verwahrlost immer unge¬
pflegter werden; herunterkommen
Ver]wahr[lo|sung: die; - ; - a) das Her¬
unterkommen b) der heruntergekom¬
mene Zustand
Veijwahlrung: die; ~ ; -en 1 das Aufbe¬
wahren, Aufbewahrtwerden »Ich
nehme das für dich in Verwahrung.« 2
[verhüll.] Gefangenschaft »Er befin¬
det sich in Verwahrung.« 3 das Sich-
yerwahren; das Sichverbitten einer
Äußerung, Handlung
ver|wa]]sen; verwaist; verwaistest; bist
verwaist 1 die Eltern verlieren 2
<übertr.> leer werden »Die Schule ver¬
waist im Sommer.«
verjwal|ten: verwaltest; verwaltetest;
hast verwaltet a) sich wirtschaftlich
kümmern um etw.; betreuen »Er ver¬
waltet ihren Besitz.« b) für etw. ver¬
antwortlich sein c) etw. amtlich be¬
aufsichtigen u. dafür verantwortlich
sein
Verjwaljter: der; -s; • weibl. Ver[wal(te)-
rin: die; - ; -nen Person, die etw. ver¬
waltet, verantwortlich leitet
Ver]wal|tung: der; -; -en 1 Tätigkeit des
Verwaltens 2 verwaltende Stelle, Ein¬
richtung; verwaltendes Amt 3 Gebäu¬
de, in dem sich eine Verwaltung befin¬
det
veijwanfdel|bar: Adj. n. stg. so geartet,
daß es sich (leicht) verändern läßt
veijwanjdeln: verwandelst; verwandel¬
test; hast verwandelt stark, völlig ver¬
ändern
verjwanjdeln, sich: verwandelst dich;
verwandeltest dich; hast dich verwan¬
delt sich stark verändern, (beinahe)
zum Gegenteil werden, wenden
Ver]wand|lung: die; -; -en starke Verän¬
derung; das (Sich-)Verwandeln (zum
Gegenteil) »Was hat zu dieser Ver¬
wandlung geführt?«
verwandt: Adj. n. stg. 1 aus einer Fami¬
lie stammend 2 <Bio.> zur gleichen
Art, Gattung, Familie usw. gehörend
3 einander ähnlich, verbunden; mit
gleichgelagerten Interessen »Wir sind
verwandte Seelen.« 4 auf gleiche Wur¬
zeln zuriickgehend »verwandte geisti¬
ge Strömungen«
Ver|wand|te: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Verwandter; eine
Verwandte; zwei Verwandte) Person,
die aus der eigenen Familie (oder der
des Ehepartners) stammt
Ueir|wandt(schaft: die; - ; -en 1 das Ver¬
wandtsein 2 o. Pt. alle Verwandten 3
Ähnlichkeit; Verbundenheit zwischen
Dingäh, Einstellungen o. ä.
verjwandtjschaftjllch: Adj. n. stg. die
Verwandtschaft betreffend
veijwarjnen: verwarnst; verwarntest;
hast verwarnt a) ermahnen u. eine
Strafe androhen »Ich habe ihn offiziell
verwarnt.« b) mit einem Bußgeld bele¬
gen
Ver|war|mmg: die; ~ ; -en a) Ermahnung
b) Belegung mit Bußgeld
Ver|wgr|mings|geld: das; -fejs; -er Bu߬
geld, das man an die Polizei zahlen
muß
verjwajschen: Adj. n. stg. durch Was¬
ser, Waschen in der Farbe weniger in¬
tensiv od. nicht mehr so gut erkenn¬
bar »Er trug eine verwaschene Jeans.«
verjwäs|sem: verwässerst; verwässer¬
test; hast verwässert 1 zuviel Wasser
hinzutun, enthalten »Wie kam man
den guten Wein so verwässern?« 2
<übeftr.> weniger aggressiv, heftig for¬
mulieren »Ich werde meinen Kommen¬
tar nicht durch nachträgliche Entschul¬
digungen verwässern!«
Veijwäsjsefrung: die; - ; -en 1 starke
Vermischung mit Wasser 2 Abschwä¬
chung; Reduzierung in der Aggressi¬
vität, Intensität einer Aussage
Ver|wä6|rung —> Veijwässjrung: die;
- ; -en 1 starke Vermischung mit Was¬
ser 2 Abschwächung; Reduzierung in
der Aggressivität, Intensität einer
Aussage
ver(we]ben: verwebst; verwebtest; hast
verwebt 1 zum Weben benutzen 2
durch Weben miteinander verbinden
veijwech|sel|bar: Adj. n. stg. so geartet,
daß es versehentlich zu verwechseln
ist
verfwech|seln: verwechselst; verwechsel¬
test; hast verwechselt irrtümlich ver¬
tauschen, für jmdn., etw. anderes hal¬
ten
Ver|wech|se|lung/Ver[wechs|lung: die;
- ; -en das irrtümliche Vertauschen,
Verwechseln
ver|we|gen: Adj. unerschrocken, (wa¬
gemutig handelnd
Veijwe|genlheit: die; - ; -en 1 o. Pi. un¬
erschrockene, wagemutige Art 2 un¬
erschrockene, wagemutige Tat
veijwehjren: verwehrst; verwehrtest;
hast verwehrt verbieten; nicht erlau¬
ben
ver|weich|U|chen: verweichlichst; ver¬
weichlichtest; hast verweichlicht zu
sehr verwöhnen; iebensuntüchtig ma¬
chen; körperlich verkümmern lassen
Ant.: abhärten
Ver[wei]ge|rer: der; -s; - weibl. Verjwelf-
gefrin: die; - ; -nen jmd., der eine an
ihn gestellte Erwartung nicht erfüllen
will
verjweijgern: verweigerst; verweigertest;
hast verweigert 1 nicht gewähren;
nicht geben; ablehnen; nicht erfüllen
»Ich verweigere dir meine Zustim¬
mung.« 2 <Pferd> vor einem Hindernis
stehenbleiben, nicht springen
verjwe]|gem, sich: verweigerst dich; ver¬
weigertest dich; hast dich verweigert
die Erfüllung einer Erwartung ableh¬
nen; nicht mitmachen bei etw.
Veijwei|ge)rung: die; - ; -en 1 Ableh¬
nung, etw. zu tun 2 <Pferd> Weige¬
rung, einen Sprung dUFchzuführen
Ver|weiljdau|er: die; - ; - Zeitraum, in
dem sich etw., jmd. an einem Ort auf¬
hält
verjwefjlen: verweilst; verweiltest; hastj
bist verweilt [geh.] sich einige Zeit an
einem Ort aufnalten
Ver|weil|zeit: die; - / - Zeitraum, in dem
sich etw., jmd. an einem Ort aufhält
verfweint: Adj. verweinter; verweinteste
durch Weinen verquollen
Veijweis: der; -es; -e 1 Hinweis auf eine
andere Stelle (im Text), auf andere
Ereignisse »Hier steht ein Verweis auf
ein anderes Stichwort.« 2 strenger
Tadel; offizieller Ausdruck der Mi߬
billigung »Er erteilte ihnen einen Ver¬
weis.«
ver|wei|sen: verweist; verwiefse)st; hast
verwiesen 1 a) offiziell tadeln b) jmdm.
etw. verbieten 2 a) jmdn. von einem
Ort wegschicken b) jmdn. aus einer
Gruppe, Institution ausschließen
»Man hat ihn von der Schule ver¬
wiesen« 3 a) zu einer anderen Person
schicken »Ich verwies ihn an meinen
Kollegen.« b) auf etw. hinweisen »Er
verwies auf eine andere Möglichkeit.«
veijwel|ken: verwelkt; verwelkte; ist
verwelkt (Pflanze; [selten] Haut) welk
werden; die Elastizität verlieren »Die
Kosen sind bei der Wärme rasch ver¬
welkt.«
ver|wert|H|chen: verweltlichst; verwelt¬
lichtest; hast verweltlicht/bist verwelt¬
licht 1 hast kirchliche Institutionen u.
Besitz weltlichen Zwecken zuführen 2
bist sich dem Profanen, dem nichtreli¬
giösen Bereich zuwenden,. Syn.:
[fremdsprl.] <1> säkularisieren
Verjweftjlijchung: die; - -1 Überfüh¬
rung kirchlicher Institutionen u.
kirchlichen Besitzes in weltliche Hän¬
de, Zwecke 2 zunehmende Hinwen¬
dung zum Profanen, zum nichtreli¬
giösen Bereich, Syn.: [fremdsprl.] <1>
Säkularisierung; Säkularisation
veijwen|dan: verwendest; verwendetest/
verwandt(e)st; hast verwendet)ver¬
wandt 1 zu einem Zeck benutzen, ge-
1269
verwenden
brauchen 2 aufbringen; (verbrau¬
chen
ver|wen]den, sich: verwendest dich; ver-
wendetest/verwandtfejst dich; hast
dich verwendetlverwandt sich bei
jmdm. einsetzen für etw., jmdn.
Verjwen|dung: die; - ; -en 1 Gebrauch;
Nutzen; Anwendung 2das Sicheinset¬
zen für etw., jmdn. 3 Verwendung fin¬
den; [amtssprl.] zur Verwendung
kommen: verarbeitet werden
Ver)wen|dungs|be|reich: der; -(ejs; -e
Gebiet, in dem etw. benutzt, ge¬
braucht, angewendet wird
Veijwen|dungs|wei|se: die; - ; -n Art u.
Weise, wie etw. benutzt, gebraucht,
angewendet wird
Ver|wen|dungs|zweck: der; -(e)s; -e
Absicht, Grund, Ziel, warum/für das
etw. benutzt, gebraucht, angewendet
wird
veijwgijfen: verwirfst; verwarßejst;
hast verworfen 1 nach genauer Prü¬
fung nicht annehmen, nicht tun » Wir
verwarfen diesen Plan.« 2 «Rechtsw.)
ablehnen
ver|werffen, sich: verwirft sich; verwarf
sich; hat sich verworfen 1 «Geologie)
sich verschieben 2 sich verziehen
»Der Teppich hat sich verworfen.« 3
<Tier> eine Fehlgeburt haben
ver|werf|lich: Adj. sittlich schlecht
ver|wert|bar: Adj. n. stg. (teilweise noch)
zu benutzen; brauchbar »Wir sam¬
meln die verwertbaren Reste.«
ver|wer|ten: verwertest; verwertetest;
hast verwertet a) (teilweise) aufberei¬
ten, aussortieren u. benutzen b) für ei¬
nen Zweck verwenden »Wir verwerte¬
ten hochwertige Stoffe für diese Klei¬
dung.«
ver|we|sen: verwest; verweste; ist ver¬
west «Lebewesen; Pflanzen) verfaulen;
sich zersetzen
Veijwejsung: die; - ; - «Lebewesen;
Pflanzen) Zerfall, Verfaulen organi¬
scher Substanzen
Vetjwe(sungs|ge|ruch: der; -(e)s; -gerü¬
che Gestank, der von einem verfau¬
lenden Körper ausgeht
ver|wet|ten: verwettest; verwettetest;
hast verwettet a) beim Wetten verlie¬
ren b) beim Wetten einsetzen
veijwickeln (ver|wik|keln —> verjwi|-
ckeln): verwickeltsi; verwickeltest;
hast verwickelt 1 in negative, unange¬
nehme Ereignisse hineinziehen »Ich
lasse nicht zu, daß du mich in deine ille¬
galen Machenschaften verwickelst!«
2 [landsch.] etw. ver-, umbinden
verwickeln (verjwik|keln —* ver|wi|-
ckeln), sich: verwickelst dich; verwin¬
keltest dich; hast dich verwickelt 1 sich
unangenehmen Ereignissen nicht ent¬
ziehen können »Er verwickelte sich in
Widersprüche.« 2 «Fäden) ineinander
verfangen, verwirren
Verjwtekjlung: die; - ; -en 1 das (Sich-)
Verwickeln; Einbeziehung in etw. Ne¬
gatives »Ihre Verwicklung in die Ange¬
legenheit ist erwiesen.« 2 m. PL Pro¬
bleme; Schwierigkeiten »Es gab er¬
hebliche Verwicklungen, als wir mit
der ganzen Familie in Italien Urlaub
machten.«
vefjwiljdern: verwilderst; verwildertest;
bist verwildert 1 a) «Tiere) durch das
Aussetzen in die freie Wildbahn die
Zahmheit verlieren »Das Zebra ver¬
wilderte schnell, nachdem es in die Sa¬
vanne zurückgebracht worden ist.« b)
mit wild wuchernden Pflanzen über¬
deckt werden »Der Garten verwildert
langsam.« 2 an Umgangsformen ein¬
büßen; mangelhaft erzogen sein »Das
Kind verwildert, seitdem es alleine ist.«
ver)win|den: verwindest; verwand(e)st;
hast verwunden [geh.] seelisch über
etw. hinwegkommen; etw. überwin¬
den
ver[winjden: verwindest; verwand!e)st;
hast verwunden «Technik) eine Torsi¬
on, Verdrehung herbeiführen
verjwirjken: verwirkst; verwirktest; hast
verwirkt [geh.] einen Anspruch o. ä.
durch sein Handeln, eigene Schuld
verlieren
verjwirk|li|chen: verwirklichst; verwirk¬
lichtest; hast verwirklicht etw. Ge¬
plantes durchführen, ausführen, rea¬
lisieren, in die Tat umsetzen
ver|wirk|li|chen, sich: verwirklichst dich;
verwirklichtest dich; hast dick
verwirklicht 1 a) sich frei entfalten b)
sich in etw. wiederfinden 2 Wirklich¬
keit, Realität werden
Ver|wirk|li|chung: die; - ; -en 1 Realisie¬
rung eines Projektes o. ä. 2 Entfal¬
tung der Persönlichkeit
Vetjwiijkung: die; - ; - «Rechtsw.) Ver¬
lust eines Rechts durch eigenes Ver¬
schulden
ver|wir|ren: verwirrst; verwirrtest; hast
verwirrt 1 etw. durcheinanderbringen;
unordentlich machen »Die Katze hat
die WoUfäden verwirrt.« 2 «übertr.)
jmdn. durcheinanderbringen (so daß
er an seinem Verstand, Erinnerungs¬
vermögen zweifelt) »Seine Fragen u.
Anspielungen verwirrten mich.«
veijwirtren, sich: verwirrst dich; verwirr¬
test dich; hast dich verwirrt durch äu¬
ßeren Einfluß durcheinandergeraten
Ver]wjrr]spiel: das; -(e)s; -e Durchein¬
ander, das inszeniert wird, um andere
zu verunsichern
Vbr|wir|rung: die; - ; -en Zustand des
(allgemeinen) Verwirrtseins; geistige
od. räumliche Orientierungslosigkeit
ver(wi]schen: verwischst; verwischtest;
hast verwischt a) über etw. reiben, so
daß es nicht mehr genau erkennbar
ist »Sie verwischte die Schrift im
Sand.« b) etw. durch leichtes Reiben
verschwinden lassen, beseitigen
verjwijschen, sich: verwischt sich; ver¬
wischte sich; hat sich verwischt un¬
deutlich werden »Die Eindrücke von
dem Unfall verwischten sich in ihrem
Gedächtnis immer mehr.«
ver)wit|tern: verwittert; verwitterte; ist
verwittert durch den Einfluß des Wet¬
ters geschädigt, zerstört werden
ver|wtt]tert: Adj. n. stg. vom Wetterein¬
flußgeschädigt
Ver]wit|te|rung: die; - ; -en Schädigung,
Zerstörung durch Wetter
Verfw«t|we|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Verwitweter;
eine Verwitwete; zwei Verwitwete)
Person, die den Ehepartner durch
Tod verloren hat
ver|wöh|nen: verwöhnst; verwöhntest;
hast verwöhnt a) liebevoll u. fürsorg¬
lich umsorgen »Du verwöhnst mich!«
b) so fürsorglich sein, daß der/die
Umsorgte verhätschelt, verweichlicht
wird
verjworffen: Adj. [geh.] sittlich schlecht
veijwor]ren: Adj. durcheinander; nicht
durchschaubar
verjwund|bar: Adj. a) (leicht) zu ver¬
wunden, verletzen b) «übertr.) verletz¬
lich; empfindsam; sensibel
verjwun|den: verwundest; verwundetest;
hast verwundet verletzen; eine Wunde
zufügen
verfwunjdertüch: Adj. erstaunlich; nicht
zu erwarten
veijwunjdern: verwunderst; verwunder¬
test; hast verwundert [geh.] in Erstau¬
nen versetzen
Ver[wun|de[rung: die; - ; - Erstaunen
über etw.
Ver[wun|dung: die; - ; -en offene Wun¬
de, Verletzung
ver|wun[schen: Adj. n. stg. (als sei es)
verzaubert »Auf der Lichtung stand
ein verwunschenes Haus.«
ver|wün|schen: verwünschst; ver¬
wünschtest; hast verwünscht auf etw.
einen Fluch aussprechen »Ich verwün¬
sche den Tag, an dem wir ms begegnet
sind!«
Ver)wün)schung: die; - ; -en a) Verflu¬
chung b) Formel, Spruch, Ausruf, mit
der/dem jmd., etw. verwünscht wird
Ver[wur|ze|>ung/Ver|wgnjlung: die; - ; -
das Verhaftetsein in etw.
ver[wü|sten - -» ver|wüs]ten: verwüs¬
test; verwüstetest; hast verwüstet zer¬
stören; einer (unbewohnbaren) Wüste
gleich machen
Veijwüjstung —s- Verjwüsftung: die; - ;
-en völlige Zerstörung
Verz.: Abk. 1 Verzeichnis 2 Verzinsung
3 Verzögerung
verz.: Abk. 1 verzogen 2 verzollt 3 ver¬
zinslich
vetjza|gen: verzagst; verzagtest; bist/
hast verzagt [geh.] den Antrieb, Mut
verlieren; aufgeben; verzweifeln »Ver¬
zage nicht, auch wem die Situation im
Moment schwierig ist!«
verzählen, sich: verzählst dich; verzähl¬
test dich; hast dich verzählt sich beim
Zählen vertun, irren
ver|zah|nen: verzahnst; verzahntest; hast
verzahnt gekerbte Teile miteinander
verbinden
verjzap|fen: verzapfst; verzapftest; hast
verzapft 1 [ugs.J Blödsinn machen, re¬
den »Was hast du nun wieder ver¬
zapft?« 2 [fachsprl.] Holzverbindun¬
gen mit Nut und Feder zusammenfü¬
gen 3 [landsch.] eine Flüssigkeit aus
einem Faß zapfen
verizaulbern: verzauberst; verzauber¬
test; hast verzaubert 1 durch Zauber¬
kräfte verändern »Die Hexe verzau¬
berte ihn in einen Stein.« 2 «übertr.)
durch Charme gewinnen, bezaubern
»In dem Film verzauberte sie uns alle.«
Ver]zaujbe|rung: die; - ; -en 1 Verände¬
rung durch Zauberkräfte 2 «übertr.)
das Verzaubertsein durch Charme
verjzäu|nen: verzäunst; verzäuntest; hast
verzäunt mit einem Zaun umgeben
Veijzehr: der; -fe)s; -1 Summe, für die
man in einem Lokal ißt u. trinkt 2 das
Verzehren, Essen, Verbrauchen eines
Lebensmittels
verjzeh|ren: verzehrst; verzehrtest; hast
verzehrt 1 a) etw. aufessen b) essen u.
1270
vgl.
trinken; eine Rechnung in einem Lo¬
kal machen »Wir verzehren sehr viel,
wenn wir kegeln.« 2 <übertr.> völlig in
Anspruch nehmen »Diese Aufgabe
verzehrt ihn völlig.«
ver|zeh|ren, sich: verzehrst dich; ver¬
zehrtest dich; hast dich verzehrt [geh.]
sich sehr nach etw., jmdm. sehnen
ver|zeich(nen: verzeichnest; verzeichne¬
test; hast verzeichnet 1 in einer Liste
o. ä. aufzeichnen, notieren »Die Ein¬
künfte u. Ausgaben werden in einer Ta¬
belle verzeichnet.« 2 etw. falsch, ver¬
kehrtzeichnen
Verjzeichjnis: das; -ses; -se geordnete
Liste mit Daten »Wir müssen ein Ver¬
zeichnis der Warenbestände anlegen.«
ver|zei|hen: verzeihst; verzieh(e)st; hast
verziehen 1 jmdm., der einem etw. Bö¬
ses, Schlechtes angetan hat, vergeben;
etw. entschuldigen »Kannst du mir
meine unberechtigten Vorwürfe ver¬
zeihen?« 2 Verzeihen ist die beste
Rache: statt sich für etw. zu rächen,
sollte man verzeihen, man fühlt sich
selbst befriedigt u. der andere ist (hof¬
fentlich) beschämt
ver|zejh|1ich: Adj. n. stg. nachzuvollzie¬
hen u. nicht schwerwiegend; ent¬
schuldbar
Ver|zei|hung: die; - ; -en das Verzeihen,
Entschuldigen, Syn.: Vergebung; Ent¬
schuldigung
ver|zerjren: verzerrst; verzerrtest; hast
verzerrt 1 das Gesicht, den Mund o.
ä. als Folge, Ausdruck eines Gefühls
verziehen 2 etw. in der (sichtbaren,
hörbaren) Form verändern; etw. ver¬
ändert erscheinen lassen 3 <übertr.> ei¬
nen Sachverhalt so darstellen, daB ein
falscher Eindruck entsteht »Dein Ar¬
tikel verzerrt die Wirklichkeit.«
ver|zerrt: Adj. verzerrter; verzerrteste 1
entstellt; verzogen »Er hatte ein ver¬
zerrtes Gesicht.« 2 in der (sichtbaren,
hörbaren) Form verändert; etw. ver¬
ändert erscheinen lassend 3 falsch;
verfälscht; nicht der Wirklichkeit ent¬
sprechend
veijzetjteln, sich: verzettelst dich; ver¬
zetteltest dich; hast dich verzettelt
[ugs.] viele unwichtige, beiläufige, ne¬
bensächliche Dinge tun u. nicht zur
Hauptsache kommen
Vetjächt: der; -fe)s; -1 das Verzichten
auf Ansprüche; das Aufgeben von
etw. »Der Verzicht auf sein Kind fiel
ihm schwer.« 2 Verzicht leisten:
[amtsspr!.] etw. aufgeben, darauf ver¬
zichten
ver[zicht|baR Adj. n. stg. so geartet, daß
man darauf verzichten kann
ver|zich|ten: verzichtest; verzichtetest;
hast verzichtet etw. aufgeben; etw.
nicht länger beanspruchen, Vorhaben
»Sie verzichtete nicht freiwillig auf das
Sorgerecht für ihre Tochter.«
ver|zie|hen: verziehst; verzogfejst; hast
verzogen 1 übertrieben nachsichtig er¬
ziehen u. dabei zu sehr verwöhnen
»Du verziehst die Kinder!« 2 verzer¬
ren; in eine andere Form bringen »Sie
hat beim Anblick des Essens das Ge¬
sicht verzogen.« 3 [geh.] den Wohnort
wechseln; wegziehen; umziehen
verjzie|hen, sich: verziehst dich; verzo-
g(e)st dich; hast dich verzogen 1 a)
aus der Form gehen »Das T-Shirt hat
sich in der Wäsche verzogen.« b) sich
in Falten o. ä. werfen »Das Deckchen
verzieht sich immer.« 2 a) sich auflö¬
sen; verschwinden »Das Unwetter hat
sich verzogen.« b) [ugs.] gehen; ver¬
schwinden »Ich verziehe mich in mein
Zimmer.«
verjziejren: verzierst; verziertest; hast
verziert mit etw. schmücken »Sie ver¬
zierte die Torte mit Sahneröschen.«
Ver|zie[njng: die; - ; -en 1 Schmuck;
Garnierung; das Verzieren von etw.
Die Verzierung der Torte ist hübsch.«
2 sich keine Verzierung abbrechen:
[ugs.] 1. nicht unnötig zaudern 2. etw.
tun können u. sich dabei nichts verge¬
ben
Veijzin|kung: die; - ; -en <Technik>
Überzug aus Zink auf eisernen Ge¬
genständen, um diese vor Rost zu
schützen
ver]zins|lich: Adj. n. stg. <Bankw.> so ge¬
artet, daß Zinsen dafür bezahlt wer¬
den
Verjziri|sung: die; - ; -en <Bankw.> Zins¬
ertrag od. Zinszahlung
ver|zö|gern: verzögerst; verzögertest;
hast verzögert langsamer machen;
zeitlich in die Länge ziehen, ausdeh¬
nen
ver|zö|gem, sich: verzögert sich; verzö¬
gerte sich; hat sich verzögert auf spä¬
ter verlegt werden; sich verschieben
od. verlängern
Verjzö]ge|rung: die; - ; -en Verspätung;
Aufschub; Verlangsamung eines Pro¬
zesses
ver|zo1|len: verzollst; verzolltest; hast
verzollt Zoll bezahlen; Zollabgaben
leisten
Ver|zol[lung: die; - ; -en Leistung einer
Zollzahlung
verjzückt: Adj. verzückter; verzückteste
[oft iron.] begeistert; hingerissen
Verzückung (Veijzük|kung —* Verjzü|-
ckung): die; -; -en [oft iron.] Begeiste¬
rung
Veijzug: der; -(ejs; -1 Rückstand »Du
bist mit den Raten in/im Verzug.« 2
[landsch.] jmds. Lieblingskind 3 a)
(mit etw.) in Verzug geraten,
kommen: (mit etw.) nicht rechtzeitig
fertig werden b) (mit etw.) im Verzug
sein: (mit etw.) nicht rechtzeitig fertig
geworden sein; etw. zu lange hinaus¬
zögern, hinausgezögert haben 4 Ge¬
fahr ist im Verzug: Gefahr kündigt
sich an »Kommt, wir verlassen die Ski¬
piste, ich fürchte, es ist Gefahr im Ver¬
zug!«
Ver|zugs|zin|sen: die (PI.) <Bankw.>
Zinsen, die für einen geschuldeten u.
nicht rechtzeitig zurückgezahlten
Geldbetrag zu zahlen sind
ver[zwej|feln: verzweifelst; verzweifel¬
test; bist verzweifelt vor Problemen
resignieren; keine Hoffnung mehr ha¬
ben; nicht mehr wissen, was man tun
soll
ver]zwei|fett: Adj. 1 beinahe resigniert;
ohne große Hoffnung 2 <verst.> sehr
(negativ)
Verjzwerfjlung: die; - ; -en Gefühl der
Hoffnungslosigkeit, Resignation
Veijzwerfjlungs|tat: die; - ; -en Hand¬
lung, die jmd. aus Hoffnungslosigkeit
heraus durchführt
ver[zwai|gen, sich: verzweigt sich; ver¬
zweigte sich; hat sich verzweigt sich
aufteilen; in mehrere Teile gabeln
»Der Weg verzweigte sich.«
ver|zwickt: Adj. verzwickter; verzwick¬
teste [ugs.] zu kompliziert; schwierig;
nicht leicht lösen
Ver{zwickt]heit: die; -; - [ugs.] Kompli¬
ziertheit einer Sache, Situation
Veslper. dato die; - ; -n <Religion> a)
«kath. Kirche» vorletztes Gebet am
Abend b) Gottesdienst am Abend
Veslper: dato die; - ; -n u. das; -s; -
~[süddt.] Imbiß am Nachmittag; Zwi¬
schenmahlzeit; Brotzeit
Ves|per|bild: das; -(ejs; -er «Kunst»
Darstellung der heiligen Maria mit
dem Leichnam Jesu Christi auf dem
Schoß, Syn.: [fremdsprl.] Pieta
Vesjperjbrot: das; -(e)s; -e [süddt.] Im¬
biß am Nachmittag; Zwischenmahl¬
zeit; Brotzeit
Ve|sta|lin —> Ves|ta|lin: dato /weßtalin/
die; - ; -nen «Religion; Mythologie»
altrömische Priesterin der Vesta, der
Göttin des Herdfeuers
Vet: Abk. Veterinären) = Tierarzt,
Tierärztin
Ve|te|ran: dato /weteran/ der; -(e)s; -en
weibl. Ve|te|ra|nin: die; - ; -nen 1 meist
männl. Form ehemaliger (langjähri¬
ger) Militärangehöriger »Heute findet
ein Treffen der Veteranen des Krieges
statt.« 2 «übertr.» altgediente(r), lang-
jährige(r) Mitarbeiterin) »Sie ist eine
Veteranin der Frauenbewegung.« 3 nur
männl. Form Oldtimer; mindestens 20
Jahre altes Kraftfahrzeug, meist Auto
Ve|te|ri|när dat.-fro /weterinär/ der;
-(ejs; -e weibl. Ve|te|i1|nä|rin: die; ~ ;
-nen Tierarzt, Tierärztin
ve|te|ri|näijjärzt]lich: /weterinär-/ Adj. n.
stg. tierärztlich; von einem Tierarzt
durchgeführt
Vejto: dat.-fro /weto/ das; -s; -s [geh.]
Einspruch; Widerspruch; Ablehnung
eines Beschlusses
Vetjter: der; -s; -n Sohn einer Tante, ei¬
nes Onkels, Syn.: [fremdspTl.] Cousin
Vet|tern|wirt|schaft: die; - ; - [ugs.; ab¬
wert.] Begünsügung von Verwandten
u. Freunden bei der Stellen vergabe
Vejxieijbild: dat.; dto /wekßir-/ das;
-(ejs; -er Bild, in dem eine od. zwei
gezeichnete Figuren versteckt sind,
Syn.: Suchbild
Vf.: Abk. 1 Verfahren 2 Verfasserin)
Vfg: Abk. Verfügung (amtliche Dienst¬
anweisung)
V-förjmig —» auch v-för|mig: Adj. n.
stg. wie ein V geformt,"unten spitz zu¬
laufend
V-Ge|spräch: das; -(ejs; -e «Telefon»
Auslandstelefonat, das nur dann
durchgestellt wird, wenn die Person
am Telefon ist, die vom Anrufer ver¬
langt wurde
Vgg .: Abk. Vereinigung
Vgl.: Abk. Vergleich
vgl.: Abk. «Verweis in schriftlichen Tex¬
ten» vergleiche!
vgl. a.: Abk. «Verweis in schriftlichen
Texten» vergleiche auch!
vgl. cU Abk. «Verweis in schriftlichen,
vor allem juristischen Textern verglei¬
che da/dies/dort!
vgl. o.: Abk. «Verweis in schriftlichen
Texten» vergleiche oben!
1271
vgl.
vgl. u.: Abk. (Verweis in schriftlichen
Texten> vergleiche unten!
v. Gr.: Abk. <bei Gradangaben) von
Greenwich
v. g. u.: Abk. <bei notariell beglaubigten
Vorgängen) vorgelesen, genehmigt,
unterschrieben
vh.: Abk. verheiratet
vH/v. H.: Abk. von Hundert = Prozent
(1 vH = 1 % = 1 Prozent = ein
Hundertstel)
VHB: Abk. 1 Verhandlungsbasis 2 Versi-
cherungs-Haftpflicht-Bedingungen
VHO: Abk. tengh (Unterhaltungselek¬
tronik) Video high density “ hohe,
(informations)dichte Bildspeicherung
(— japanisches Bildplattensystem)
VHF: Abk. <engl.> very high frequency =
Höchstfrequenz ( = international üb¬
liche Bezeichnung für Radiowellen
im Frequenzbereich zwischen 30 u.
300 MHz)
VHS: Abk. 1 Verhandlungssache 2
<engh (Unterhaltungselektronik) Vi¬
deo home System = Videoheimsy¬
stem (= in Japan entwickeltes, sehr
verbreitetes Videorekordersystem) 3
Volkshochschule
via: dat.t /wia/ Präp. mit Akk. (oft in
Verbindung mit Ortsnamen) über;
auf dem Weg; in Richtung
Viafdutct —* Vi|a|dukt: <lat.> /wiadukt/
der u. das; -(ejs; -e Brücke, die über
ein Tal od. eine Schlucht führt
Vi|bra|ti|on —»• Vi|b|ra|tijgn: dat:> /wi-
brazion/ die; - ; -en (wiederholte kur¬
ze) Schwingung
\fl|brg|tor —> Vi|b|ra|tor. dar.)
/wibrator/ der; -s; Vibratoren elek¬
trisch” betriebenes Gerat zürn Erzeu¬
gen von Schwingungen (auch für
Massagen)
vi|brie|ren —> vi|b|rie|ren: <lat.> /wi-
briren/ vibrierst; vibriertest; hast vi¬
briert sich in leicht schwingender Be¬
wegung befinden
Vijdeo: (lat.-engl.) /wideo/ das; -s; -s 1
Technik der Aufzeichnung u. Wieder¬
gabe von Fernsehbild u. -ton auf ein
Videoband, eine Videokassette 2 auf
einem Videoband gespeicherter Film
3 kurzer Musikfilm 4 kurz für Video¬
rekorder, Syn.: (3> Videoclip
Vj|deo|clip —> V|lde|o|clip: dat.-engb
/wideo-/ der; -s; -s kurzer Musikfilm,
meist für Popmusik, zu einem einzel¬
nen Lied
ViJdeo|film —* Vi|de|o|film: <lat.-engl.>
/wideo-/ der;-(ejs; -e a) Magnetband
in einer Kassette zur Aufzeichnung
von Bild u. Ton b) auf Videofilm auf¬
genommener (Spiel-)Film
VfJdeo|ka]me|ra —> Vi|de|o|ka|me|ra:
<lat.-engl.> /wideo-/ die; - ; -s Kamera,
mit der man Videofilme aufnehmen
kann
Vi|deo|re|kotjder/Vi|deo|relcoijder —>
Vi|de|o|re|kor|der/Vijde|o|re|cor|der:
dat.-engl.v /wideo-/ der; -s; - Gerät
zum Abspielen u. Aufnehmen von Vi¬
deobändern
Vjjdeo|text —> ViJde(o|text: dat.-engb
/wideo-/ der; -es; -e Einrichtung, bei
der Meldungen über den Fernsehbild¬
schirm abrufbar sind
Vi|deo|thek —» Vi|de|o(thek: /wideo-/
die; - ; -en 1 Geschäft, in dem man Vi¬
deokassetten gegen eine Gebühr aus¬
leihen kann 2 Filmsammlung auf Vi¬
deokassetten
Vjeh: das; -(e)s; - (größere) Nutztiere
(eines Bauernhofes)
VjehffutjteR das; -s; - Nahrung für
Nutztiere
Vjeh|stall: der; -(e)s; -Ställe Gebäude,
in dem (größere) Nutztiere unterge¬
bracht sind
Vieh|trän|ke: die; ~ ; -n Platz, Vorrich¬
tung, an dem/der Nutztiere Trink¬
wasser bekommen
Vleh|zucht: die; - ; - das (gezieltes Kreu¬
zen u.) Aufziehen von Nutztieren
vjgl: I Indefinitpron. u. unbestimmtes
Zahlwort eine große Anzahl, Menge
(von gleichen od. verschiedenen
Elementen) »Die Ausstellung hatte
viele Besucher.« II Adv. 1 oft »Ich bin
viel unterwegs.« 2 + zu + Adj. erheb¬
lich »Die Schnürsenkel sind viel zu
kurz.«
viel: Adj. mehr; meiste 1 eine große An¬
zahl, Menge von etw. »Er hat viel
Geld.« 2 Viele Wenige machen ein
Viel: viele kleine Dinge, Mengen o. ä.
machen ein, etw. Großes
—» viel beffah|ren: s. vielbefahren
—> viel gebraucht: s. vielgebraucht
—» viel sa]gend: s. vielsagend
—-> viel ver|spre|chend: s. vielverspre¬
chend
vjel|be|fah|ren —» viel beffahiren: Adj.
mehr befahren; am meisten befahren
mit viel Verkehr
viel)deu)tig: Adj. n. stg. nicht eindeutig
festgelegt; auf verschiedene Arten zu
verstehen
Vielteck: das; -(ejs; -e (Math.) geome¬
trische Figur mit mindestens drei Ek-
ken, Syn.: [fremdsprl.] Polygon
vielfach: Adj. n. stg. (ungenaue, unbe¬
stimmte) Mengenangabe; nicht nur
einmal od. zweimal, sondern (unzähl¬
bar) oft; häufig; viele Male »Auf viel¬
fachen Wunsch wird die TV-Serie wie¬
derholt.«
Vielfalt: die; - ; -en (ungenaue, unbe¬
stimmte) Mengenangabe; große Aus¬
wahl, Anzahl von verschiedenartigen
Elementen
viel|fäl|tig: Adj. sehr verschiedenartig
»Wir führen ein vielfältiges Angebot.«
v|el)far|big/[österr.] viel|1är|big: Adj. n.
stg. in vielen verschiedenen Farben
VteljfraB: der; -es; -e 1 großer, bären¬
ähnlicher Marder 2 [scherzh.] Person,
die (häufig) sehr viel ißt
viel|ge|braucht —> vjgl gelbraucht:
aucht viel Adj. mehr gebraucht; am
meisten gebraucht oft benutzt, benö¬
tigt
vlel|ge|riihmt: Adj. von vielen lobend
hervorgehoben
vieljlejcltt: I Adv. 1 drückt aus, daß etw.
nicht sicher ist, daß aber die Möglich¬
keit dazu besteht; eventuell; unter be¬
stimmten Umständen »Ich komme
vielleicht nächste Woche mit.« 2 etwa;
ungefähr »Es waren vielleicht 20 Leute
dort.« II Partikel a) (verst.) »Er war
vielleicht (= sehr) müde!« b) (Dro¬
hung) [oft iron.] »Möchtest du dich
vielleicht jetzt dorthin begeben?«
vie(|mals: Adv. besonders; sehr »Ich
danke dir vielmals!«
viel|sa|gend —* viel sa|gend: Adj. n.
stg. bedeutungsvoll; ohne Worte
deutlich werdend »Sie warf ihm viel¬
sagende Blicke zu.«
vjel|schich|tig: Adj. n. stg. 1 aus vielen
Schichten zusammengesetzt 2 in sich
unterschiedlich
viel|sei|tig: Adj. 1 a) sich für Vieles inter¬
essierend b) auf vielen Gebieten be¬
gabt, tätig 2 aus vielen Dingen be¬
stehend »Es gibt hier vielseitige Mög¬
lichkeiten(sich zu unterhalten.«
viei|spra|chig: Adj. n. stg. 1 in vielen
Sprachen geschrieben 2 viele Spra¬
chen sprechend
vjel|ver|spre|chend —> viel ver[spre|-
chend: Adj. hoffnungsvoll; erfolgver¬
sprechend
Viel|wei|be|rei: die; ~ ; - Form der Ehe,
bei der ein Mann gleichzeitig mit
mehreren Frauen verheiratet ist
Vjel|zahl: die; ~; - große Menge, Anzahl
wer: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen = ) 4 2
(Schulnote) ausreichend (= noch
bestanden) 3 auf allen vieren: [ugs.]
auf Händen u. Füßen (krabbeln) 4
alle viere von sich strecken: [ugs J be¬
quem, entspannt liegen
vier|ach|sig: Adj. n. stg. (Technik) mit
vier Achsen ausgestattet
Vierlaulgenlqelspräch: das; -(ejs; -e
[ugs.] im Geheimen, Verborgenen
stattfindendes Gespräch zwischen
zwei Personen
Vier|bei|ner der; -s; - Lebewesen mit
vier Beinen
Vier|eck: das; -(ejs; -e geometrische Fi¬
gur mit vier Ecken u. Seiten
V)eijfar[ben|druclc der; -(ejs; -e
(Druckw.) Druck, bei dem die Farben
Gelb, Rot, Blau u. Schwarz verwen¬
det werden
Vier[jah|res(pian: der; -(ejs; -plane (zu
erfüllender) volkswirtschaftlicher
Plan, der für vier Jahre gilt
vier|schrö|tig: Adj. untersetzter, plum¬
per, unkultivierter Mann
Vter[takt|mo|tor: der; -s; -en (Technik)
Verbrennungsmotor, der mit den
Phasen Ansaugen, Verdichten, Zün¬
den u. Ausstößen arbeitet
Vier|tel: das; -s; - 11/4; der vierte Teil
von etw. »Jeder von uns bekommt ein
Viertel von der Tafel Schokolade.« 2
Stadtteil
Vier|tel|fi|na|le: das; -s; ~ (Sport) Wett¬
kampf-, Finalrunde an der acht
Sportler, Mannschaften teilnehmen
Vierjtelljahn das; -(ejs; -e (Zeitraum
von) drei Monate(n)
v]erftel)stündjlich: Adj. n. stg. alle 15
Minuten
Vjejrung: die; ~ ; -en (Archit.; Kirche)
Schnittfläche von Querhaus u. Lang¬
haus, heute zumeist Altarraum
vier|zehn|tä|gig: Adj. n. stg. zwei Wo¬
chen andauernd
vier]zehn|täg[lich: Adj. n. stg. alle zwei
Wochen
vietjzig: Kardinalzahl (Zahlzeichen =)
40
Vi|gnet|te —» Vi|g|net|te: <.lat.-fr.~t
/winjette/ die; - ; -n 1 Gebührenmar¬
ke für die Benutzung von etw. 2 a)
Weinrankenornament in mittelalterli¬
chen Handschriften b) kleiner Kup¬
ferstich od. Holzschnitt als Buch¬
schmuck 3 (Photographie) Schablone,
die bei der selektiven, teilweisen Ko¬
pie eines Negativs verwendet wird
1272
Vogel
Vi|kar <lat.> /wikar/ der; -(e)s; -e weibl.
Vi|kajrin: die; - ; -nen 1 <evang. Kir¬
che) junger Geistlicher in der letzten,
praktischen Zeit seiner Ausbildung 2
<kath. Kirche) Vertreter einer Amts¬
person 3 [Schweiz.] Person, die einen
Lehrer vertritt
Vil|la: dat.-it* /willa/ die; - ; Villen a)
herrschaftlicher Wohnsitz b) [ugs.] lu¬
xuriöses Einfamilienhaus
Vin|ai|gret|te —> Vin|ai|g|ret]te: <lat.-fr.>
/winegrett(e>/ die; - ; -n <Kochk.> ge¬
würzte (Salat-)Soße mit Essig, Ol,
Kräuter u. a.
vio|lett —» vi|o|letfc dat.-fr* /wiolett/
Adj. n. stg. <Farbe> lila »Auberginen
haben eine violette Färbung.«
Vio|lj|ne —» Vi|o|li|ne: <it.> /wioline/ die;
- ; -n Streichinstrument mit kleinem
flachen Korpus u. vier.Saiten
Vio|lon|cel|lo —> Vi|o|lon|cel|lo: <it.>
/wiolontschello/ das; -s; Violoncelli u.
-s Streichinstrument mit großem Kor¬
pus u. vier Saiten, das zwischen den
Knien gespielt wird, Syn.: Cello
VIP: Abk. 1 Vereinigung der Industrie¬
filmproduzenten 2 auch V.I.P.: <engh
very important person(s) = sehr
wichtige Person(en) (bevorzugt be¬
handelter Personenkreis aus dem ge¬
sellschaftlichen, kulturellen od. ge¬
schäftlichen Bereich)
Vi|per: dat» /wiper/ die; - ; -n lebende
Junge zur Welt bringende Giftschlan¬
ge
Vi|ro|lo|gfe: <lat.; gr.> /wirologi/ die; - ; -
<Med.; Bio.) Lehre von den Viren
Viijtua|li|tät —»- Vtr]tu|a|li|tät dal.-fr*
/wirtualität/ die; ~ ; -en in etw., jmdm.
steckendes Vermögen; Möglichkeit
vir|tu|ell: dat.-fr.> /wirtuell/ Adj. n. stg.
dem Vermögen od. der Möglichkeit
nach
vi(ftu|os: dat.-it.> /wirtuos/ Adj. virtuo¬
ser; virtuoseste <Musik> sehr gut; tech¬
nisch u. künstlerisch gekonnt, perfekt
Vir|tu|ose —> Vir|tu|o)se: dat.-it.>
/wirtuose/ der; -n; -n weibl. Virftu|osin
—* Viijtu|o|sin: die; - ; -nen meist
Musik) Person, die etw. technisch per¬
fekt beherrscht
Vir|tuojsijtät —*■ Vujtu|o|si|tät /wir-
tuosität/ die; - ; - meist Musik) tech¬
nische Perfektion
vi|ru|lent: dat* /wirulent/ Adj. virulen¬
ter; virulenteste a) <Med.> potentiell
ansteckend b) [geh.] sich möglicher¬
weise ausbreitend
Vi|ru|lenz: dat.> /wirulenz/ die; - ; - a)
<Med.> Ansteckungsfähigkeit b) mög¬
liche Verbreitungsfähigkeit
Vj|rus: dat.> /wiruß/ der u. [fachsprl.
nur] das; • ; Viren <Med.; Bio.) biolo¬
gischer Körper von molekularer Grö¬
ße, der nur aus Erbgut besteht u. kei¬
nen eigenen Stoffwechsel besitzt
Vj|rus|er|kran|kung: /wiruß-/ die; - ; -en
<Med.> durch Viren verursachte In¬
fektion
Vj|rus|in|fek|ti|on: /wiruß-/ die; ~ ; -en
<Med.> durch Viren verursachte Er¬
krankung
Vi|sa|ge: dat.-fr.> /wisasehe/ die; ~ ; -n
[ugs.; abwert.] Gesicht
Vijsier: dat.-fr.> /wisjr/ das; -(e)s; -e 1
hochklappbarer, vorderer Teil des
Schutzhelms (früher auch des Helmes
von Rüstungen) 2 Zielvorrichtung bei
Schußwaffen 3 jmdn., etw. ins Visier
nehmen: 1. seine Aufmerksamkeit
auf jmdn., etw. richten 2. an jmdm.,
etw. Kritik üben 4 jmdn., etw. ins Vi¬
sier fassen: jmdn., etw. ansehen 5 a)
das Visier herunteiiassen: sich be¬
deckt halten; keine offene, keine di¬
rekte Äußerung machen b) mit offe¬
nem Visier kämpfen: mit für jeden er¬
kennbaren Mitteln, Methoden kämp¬
fen
vi|sie|ren: <fr.> /wisiren/ visierst; visier¬
test; hast visiert 1 zielen 2 [fachsprl.]
etw. eichen; ausmessen
Vi|si|on: dat* /wision/ die; - ; -en 1 Psy¬
chologie) optische Halluzination;
Trugbild 2 nicht zu verwirklichendes
Idealbild; Utopie 3 <Religion> inneres
Gesicht; Offenbarung; Erscheinung
Vi|si[ta|ti|on: dat.-fr* /wisitazion/ die; -;
-en 1 Durchsuchung 2 dcath. Kirche >
Besichtigung kirchlicher Einrichtun¬
gen durch den zuständigen Vorge¬
setzten „
Vi|si|te: dat.-fr* /wisjte/ die; - ; -n
<Med.> a) regelmäßiger Besuch des
Krankenhausarztes (u. weiteren Per¬
sonals) beim Patienten b) Gruppe von
Ärzten u. Schwestern/Pflegern, die
Visite machen
Vi|s||ten|karite: /wisiten-/ die; - ; -n
kleinformatige Karte mit dem Namen
u. der Adresse, die an andere Perso¬
nen gegeben wird
Vis|ko|se: dat* /wißkose/ die; -; - Che¬
mie) Faser aus chemisch aufbereiteter
Zellulose
Vis|ko|si|tät: /wißkosität/ die; - ; - Phy¬
sik) temperaturabhängige Zähigkeit
einer Flüssigkeit
vi|sua|li|sie|ren —> vi|su|a|li|sje|ren:
dat.-engl* /wisualisiren/ visualisierst;
visualisiertest; hast visualisiert a) vor
dem inneren Auge vorstellen b) etw.
auf gekonnte Weise (in einem Bild)
gestalten, darstellen
Vi|sua|li|s]ejrung —» Vi|su[a|li|sie|rung:
/wisualisirung/ die; - ; -en a) Vorstel¬
lung vor dem inneren Auge b) bildli¬
che Darstellung von etw.
vi|su|ell: dat.-fr* /wisuell/ Adj. n. stg.
das Sehen betreffend
Vijsum: dat* /wjsum/ das; -s; Visa u. Vi¬
sen Erlaubnis zur Einreise in einen
Staat, die in den Paß eingetragen ist
Vit.: Abk. Vitamin(e)
vi|tal: dat.-fr* /wital/ Adj. 1 lebhaft; vol¬
ler Energie »Meine Oma ist eine vitale
alte Dame.« 2 (fast) lebenswichtig
»Das hat vitale Bedeutung!«
vi|ta|li|sie|ren: dat.-fr.-engl* /witalisj-
ren/ vitalisierst; vitalisiertest; hast vi-
talisiert [geh.] mit Energie erfüllen;
beleben
Vi|ta|li|tät: dat.-fr* /witalität/ die; - ; -
Lebendigkeit; Lebenskraft; Lebens¬
tüchtigkeit
Vi|ta|min: dat* /witamin/ das; -(e )s; -e 1
<Med.; Bio.) für den Stoffwechsel le¬
benswichtige Substanz »Kiwis sind
reich an Vitamin C.« 2 Vitamin B:
[ugs.; scherzh.] 1. gute Beziehungen
zu Personen in bestimmten Positio¬
nen haben, die für persönliche Vor¬
teile ausgenutzt werden können 2.
[ugs.] Bier
Vrt|amin|ge|halt: der; -(e)s; - Menge an
Vitaminen, die in etw. enthalten ist
Vit|amin|man|gel: der; -s; - <Med.> Un¬
terversorgung mit Vitaminen
Vi|tri|ne —> \fljt|r]|ne: dat.-fr* /witrine/
die; - ; -« Schrank mit Glastüren od.
ganz aus Glas, in dem etw. ausgestellt
wird
Vi|vi|sekfti|pn: /wiwisekzion/ die; - ; -en
zu wissenschaftlichen Zwecken erfol¬
gender operativer Eingriff am leben¬
den Tier, Syn.: Tierversuch
Vi|ze-: dat* Wortbildungselement; wird
teilweise auch als Kurzwort verwendet
Stell Vertreterin); an Stelle von »Vize¬
kanzler«
Vj.: Abk. 1 Vierteljahr 2 Vorjahr
vj. : Abk. 1 verjährt 2 a) vierteljährig b)
vierteljährlich
Vk.: Abk. 1 a) Verkauf b) Verkäuferin)
2 Verkehr 3 Verkündigung 4 Ver¬
kürzung 5 Volkskunde 6 Volkskunst
vk. : Abk. 1 vakant = zur Verfügung ste¬
hend 2 verkauft 3 verkündet 4 ver¬
kürzt
Vkf.: Abk. a) Verkauf b) Verkäuferin)
Vkfl.: Abk. Verkaufsfläche
VKP: Abk. Verkaufspreis
VL: Abk. 1 a) Verkaufsleitung b)
Verkaufsleiterin) 2 a) Verlagsleitung
b) Verlagsleiter(in) 3 <Elektronik>
Verlängerungsieistung 4 Vermögens¬
wirksame Leistungen) 5 «meist bei
psychologischen Experimenten) Ver¬
suchsleiterin)
vl. : Abk. vorläufig
Vlg.: Abk. 1 a) Verlag b) Verlegern) 2
Verlängerung
vlg.: Abk. 1 verlängert 2 vorläufig
Vlies: das; -es; -e 1 noch in einem Stück
zusammenhängende (verfilzte) Wolle
eines Schafes nach der Schur 2 mehre¬
re, lose verbundene Lagen von dün¬
nen Fasern, Stoff
Vm: Abk. 1 Vermerk 2 a) Vermittlung b)
Vermittler 3 Vollmacht 4 Vormittag
vm. : Abk. 1 vermehrt 2 vermengt 3
vermerkt 4 vermietet 5 vermißt 6 ver¬
mittelt 7 vermutlich 8 vormittags
V-Mann: Kurzw. der; -(e)s; V-Männer
u. V-Leute Verbindungsmann, der
verdeckt als Informant (meist für die
Polizei) arbeitet
VN: Abk. 1 Vereinte Nationen ( = Kurz¬
form für 'Organisation der Vereinten
Nationen’ = Staatenorganisation zur
Förderung der internationalen Zu¬
sammenarbeit u. zur
Friedenssicherung) 2 Versicherungs-
nehmer(in)
VO: Abk. 1 Vergleichsordnung 2 Ver¬
gütungsordnung 3 Verkehrsordnung
4 «Verwaltung) Verordnung
v. o.: Abk. von oben
Vplgel: der; -s; Vögel 1 Klasse (mit zahl¬
reichen Unterarten) warmblütiger, ei¬
erlegender Wirbeltiere, deren Körper
mit Federn bedeckt sind, mit zwei
Beinen, die in Füßen mit (vier) Glie¬
dern u. Krallen enden, einem Schna¬
bel (aus Homsubstanzen), zwei Flü¬
geln, u. die - mit nur wenigen Ausnah¬
men (wie z. B. Strauß od. Pinguin) -
in der Lage sind, zu fliegen 2 den Vo¬
gel abschieBen: [ugs.; oft iron.] auf¬
fallen; mit/durch etw. erfolgreich sein
»Na, mit dieser Frisur wirst du den Vo¬
gel abschießen!« 3 einen Vogel haben:
[ugs.] nicht ganz normal sein »Hör
auf damit, du hast ja einen Vogel!« 4
1273
Vogelbauer
jtndm. den, einen Vogel zeigen: [ugs.]
sich mit dem Zeigefinger an die Stirn
tippen, um jmdm. zu verstehen geben,
daß man ihn nicht für ganz normal
hält 5 das hat mir ein Vögelchen
gesungen: das hat mir jmd. im Ver¬
trauen gesagt 6 der Vogel ist
ausgeflogen: [ugs.] jmd. ist ver¬
schwunden, ist nicht da
Vo|gel|bau|er. das u. der; -s; - Käfig, in
dem ein Vogel, Vögel gehalten wird/
werden
vp|gel|frei: Adj. n. stg. diisO geächtet u.
ohne Rechte
Vpjgeljfuttten das; -s; - Nahrung, von
der sich Vögel ernähren, mit der sie
ernährt werden
Vp|gel|ge|zwit)scher. das; -r; - Töne,
Gesang, Piepsen von Vögeln
vöjgeln: vögelst; vögeltest; hast gevögelt
[derb] Geschlechtsverkehr haben
Vgjgel[nest: das; -(ejs; -er aus Zweigen,
Gras usw. zusammengefügter Brut¬
platz eines Vogels
Vgjgel[per|spek|ti|ve —* Vo|get)pers|-
pekfti|ve: die; -;- Sicht von oben (aus
der Luft) »Die Fotos sind aus der Vo¬
gelperspektive aufgenommen worden.«
Vgjgel[schan die; - ; -en größere Grup¬
pe von Vögeln
Vojgel|scbeu|che: die; - ; -n 1 mit Klei¬
dungsstücken behängte Puppe o. ä.
zur Abschreckung der Vögel auf dem
Feld 2 wie eine Vogelscheuche
aussehen: unansehnlich, unmöglich,
ungepflegt aussehen, angezogen sein
Vp]gel[schutz|ge[biet: das;-(e)s; -e Ge¬
biet, in dem wildlebende Vögel beson¬
deren Schutz genießen
Volgel-Strauß-Polliltik: die; - ; - Taktik,
wie der Vogel Strauß den Kopf in den
Sand zu stecken, um nichts von dem
Negativen mitzubekommen, was pas¬
siert
Vofgel|war|te: die; - ; -n Beobachtungs¬
punkt, Institut zur Erforschung von
Vögeln in freier Wildbahn
Vglgeljzug: der; -(e)s; -züge Wande¬
rung, von Vögeln zwischen Brutgebiet
u. Überwinterungsgebiet u. umge¬
kehrt
Vogt: dato der; -(e)s; Vögte <hist.> mit¬
telalterlicher Verwaltungsbeamter
Vok.: Abk. 1 a) Vokabel = Wort b) Vo¬
kabular = Wortschatz; Wörterver¬
zeichnis (einer Sprache) 2 Vokal =
Selbstlaut
Vo[ka(bel: dato /wokabel/ die; - ; -n a)
fremdsprachiges Wort b) Begriff;
Ausdruck
Vo|ka|bel|heft: /wokabel-/ das; -(e)s; -e
kleines Schreibheft, in dem fremd¬
sprachige Wörter u. ihre Übersetzung
notiert werden
Vojka)bel|schatz: /wokabel-/ der; -es; -
alle Wörter (eines Sprechers) in einer
Fremdsprache
Vo|ka|bu|laR dato /wokabular/ das;
-(ejs; -e a) Wortschatz eines Men¬
sehen od. einer Sprache, Sprachvarie-
tät b) Wörterliste, -Verzeichnis
Vojkal: dato /wokal/ der; -(ejs; -e
<Sprachwiss.> Selbstlaut »‘A \ 'E', T,
’O’u. ‘U’ sind Vokale.«
Vo|kal|tnu|sik: /wokal-/ die; - ; - Gesang
ohne Instrumentalbegleitung
Vo|ka|ti|pn: dato /wokazion/ die; - ; -en
[geh.] Ruf in ein öffentliches Amt
Vo]ka|tiv/Vo|ka|tiv: dato /wokatif/ der;
-(e js; -e <Sprachwiss.> Anredefall (im
Lateinischen)
VOL: Abk. tenglo volume = Lautstärke
Vol.: Abk. 1 a) Volontariat = Ausbil¬
dungszeit) im Verlagswesen b) Vo-
lontär(in) = Auszubildende(r) im
Verlagswesen 2 Volumen = Raumin¬
halt 3 <englo volume = 1. Buchband
2. Lautstärke
Vol.-%: Abk. Volum(en)prozent
Vo|lje|re: <fro /woljere/ die; - ; -n Vogel¬
haus (im Freien!; großer Vogelkäfig
für viele (verschiedene) Vögel
Volk: das; -(ejs; Völker 1 durch gleiche
Sprache (u. Abstammung) verbun¬
dene Kulturgemeinschaft 2 Unterta¬
nen eines Herrschers »Er war König
dieses Volkes.« 3 die einfachen Leute;
die Massen »Er ist ein Kandidat des
Volkes.« 4 zusammen eine Organisa¬
tionseinheit bildende Insektengruppe
S viel Volk: viele Menschen
Völ[ker|bund: der; -(ejs; - <Geschichte>
von 1920 bis 1946 internationale poli¬
tische Organisation mit Sitz in Genf,
die den Weltfrieden sichern sollte
Völ|ker]mord: der; -(ejs; -e Massen¬
mord an Minderheiten in einem Staat
Völ(ker|recht‘ das; -(ejs; - Rechtsnor¬
men, die Rechte u. Pflichten der Staa¬
ten untereinander regeln
Völ|kerfverjstän|di|gung: die; - ; - fried¬
liche Kontakte der Völker unterein¬
ander
Völ|keijwan|de|rung: die: - ; -en 1 <Ge¬
schichte» große Völkerverschiebung
im 4. bis 6. Jhd., ausgelöst durch die
Vorstöße asiatischer Steppenvölker
nach Westen 2 <Soziol.> große Migra¬
tionsbewegung
Vofks[ab|stim|nuing: die; - ; -en <Pol.>
Abstimmung wahlberechtigter Bür¬
ger über Sachfragen nach dem Mehr¬
heitsprinzip, Syn.: [fremdsprl. [Plebis¬
zit
Vplks|auf|lauf: der; -(ejs; -außäufe gro¬
lle Menschenansammlung
Vo!ks|be|geh|ren: das; -s; - <Pol.> (Aus¬
übung des) Recht(s) wahlberechtigter
Bürger, einen eigenen Gesetzesent¬
wurf dem Parlament vorzulegen,
Syn.: Volksinitiative
Votks(ein|kom|men: das; -s; - <Wirt.>
Gesamteinkommen aller Erwerbstäti¬
gen, natürlichen u. juristischen Perso¬
nen in einem bestimmten Zeitraum,
das nach einem festgelegten Verfah¬
ren errechnet wird
Vplks|ent|scheid: der;-(ejs; -e <Pol.> di¬
rekte Abstimmung, Beteiligung des
Volkes bei/an der Gesetzgebung,
Syn.: [fremdsprl.] Referendum
Volks(ety|mo|lo|gie —» Volks|e|ty|mo|-
lo|gie: die; - ; -n <Sprachwiss.> (fal¬
sche) Erklärung der Herkunft eines
Wortes, von Wörtern durch den
Volksmund
Volksfest: das; -(ejs; -e große öffentli¬
che Veranstaltung im Freien über z.
T. mehrere Tage, bei der viele Men¬
schen feiern, anwesend sind
Volksfront: die; - ; - <Pol.> Koalition
zwischen der bürgerlich bzw. liberal
orientierten Linken, den Sozialdemo¬
kraten u. Sozialisten bzw. Kommuni¬
sten
Vplks]ge|richts|hof: der; -(ejs; - <Ge¬
schichte; NS-Staat> 1934 gebildetes
Sondergericht in Berlin, das (im Sinne
der NS-Diktatur) politische Strafta¬
ten verfolgte
Volks|hefd: der; -(ejs; -en Person, die
im Volk als Held verehrt wird
Vplks|hoch|schu|le: die; - ; -n Instituti¬
on, die Erwachsenenbildung zum Ziel
hat
Vplks|krank|heit: die; - ; -en [ugs.]
Krankheit (od. <übertr.> Eigenart),
die weit verbreitet ist
Volks|kun|de: die; - ; - Wissenschaft, die
sich mit der Sprache, Kultur u. An¬
thropologie der Völker, eines Volkes
befaßt
Volkslied: das; -(ejs; -er <Musik> Lied,
das leicht zu singen u. zu behalten ist
u. weit verbreitet ist
Volksjmätjchen: das; -s; - Märchen,
das lange nur mündlich weitergege¬
benwurde
Vo1ks|mu(sik: die; - ; - innerhalb eines
Volkes überlieferte Musik, (deren
Komponisten oft nicht mehr bekannt
sind u.) die in Melodie u. Harmonie
schlicht u. einfach ist
Volks|red|ner: der; -s; - weibl. Vplks|-
'red|ne|rin: die; - ; -nen [veralt.] jmd.,
der vor größeren Menschenmengen
spricht
Vplks|schul|bil|dung: die; - ; - Bildung,
Erziehung, die man an einer Volks¬
schule erhielt u. (in Österreich) erhält
Volks|schu|le:die; ~ ;-na) Deutschland
u. Schweiz hist.> der Grund- u.
Hauptschule vergleichbare Schule,
Schulform b) Österreich» der Grund-
u. Hauptschule vergleichbare Schule,
Schulform
Vplks|schü|ler: der; -s; - weibl. WolksJ-
schü[le|rin: die; - ; -nen Schüleifin) an
einer Volksschule
VolksjsouJve|rä|ni|tät: die; - ; - <Pob
Recht eines Volkes, über seine Regie-
rung(sform) zu bestimmen
volkst.: Abk. volkstümlich
Volksftanzjgrupjpe: die; - ; -n Gruppe
von Personen, die überlieferte Tänze
aufführt
Vplks)trau|er|tag: der;-(e js; - Deutsch¬
land) nationaler Gedenktag für die
Opfer beider Weltkriege u. des Natio¬
nalsozialismus
Volks|tü|me]lei: die; - ; -en [abwert.]
Verhalten, das sich gewollt volkstüm¬
lich, nationalistisch gibt
volks|tüm|licfv. Adj. 1 im Volk überlie¬
fert 2 dem Volk(sgeschmack) entspre¬
chend
Vplksjveijbun|den|heit: die; -; - Zusam¬
mengehörigkeitsgefühl) mit einem
Volk; Verwurzelung in einem Volk
Volks|verjhet|zung: die; -; - <Rechtsw.>
Aufwiegelung des Volkes gegen
jmdn., eine Minderheit
Volks|ver|inö|gen: das; -s; - <Wirt.>
"sämtliches privates u. öffentliches
Vermögen eines Staates
Volks|verjtre|ter: der; -s; - weibl. Voiks(-
ver|tre|te|rin: die; -; -nen <Pol.> demo¬
kratisch gewählte(r) Interessenvertre-
ter(in), Parlamentarier(in)
Volksw.: Abk. 1 Volkswirtschaft 2
Volkswirt(schaftlerXin)
1274
Voltampere
Volks|wett|be|werb: der; ~(e)s; -e
<Sport> offener Wettkampf in einer
von vielen betriebenen Sportart
Volksfeirt: der; -(e)s; -e weibl. Vglks|-
wirjtin: die; - -nen jmd., der Volks¬
wirtschaft studiert hat
Volks|wlrt|schaft: die; - ; -en 1 (überge-
"brdnete Strukturen der) gesamtefn)
Wirtschaft eines Staates 2 Wissen¬
schaft, Lehre von der Volkswirtschaft
Volks|zäh|lung: die; - ; -en statistische
Erhebung, mit der die Bevölkerungs¬
zahl u. -Zusammensetzung eines Lan¬
des festgestellt wird
voll: Adj. 1 gänzlich gefüllt, besetzt »Der
Raum ist schon voll.« 2 rundlich »Sie
hat ein volles Gesicht.« 3 dicht
(stehend) »Trotz seines Alters hat er
noch volles Haar.« 4 vollständig; un¬
eingeschränkt »Er mußte die volle
Summe bezahlen.« 5 voll u. ganz: voll¬
kommen; gänzlich »Ich vertraue dir
voll u. ganz.« 6 aus dem vollen leben
—> aus dem Vollen leben: sehr gro߬
zügig leben 7 aus dem vollen schöp¬
fen —*■ aus dem Vollen schöpfen:
viel Geld zur Verfügung haben; sich
finanziell nicht einschränken müssen
8 brechend, zum Brechen voll sein;
gerammelt voll sein: [ugs.] sehr, zu
voll sein »Der Bus war brechend, ge¬
rammelt voll.«
volU/Voll-: Wortbildungselement 1 in
Adjektiven ganz; vollständig »vollver¬
kabelt * vollautomatisiert« 2 in Sub¬
stantiven vollständig; meist-, höchst¬
möglich »Vollautomatik ♦ Vollbad ♦
Volljurist« 3 in Verben; trennbar ganz;
vollständig »vollschreiben«
-voll: Wortbildungselement (dient der
Adjektivierung) drückt aus, daß etw.
od. jmd. über viel des im Basiswort
inhaltlich Ausgedrückten verfügt
»humorvoll♦ wertvoll«
—» voll laufen: s. vollaufen
—» voll gießen: s. vollgießen
—» voll kritizeln: s. vollkritzeln
—> voll schen|kere s. vollschenken
—> voll schla|gen, sich: vollschlagen,
sich
—» voll tanken: s. volltanken
vgll|auf/voll|auf: Adv. gänzlich; ohne
Einschränkung
vollaufen fvglljlaufen) —* voll laufen:
läuft voll; lief voll; ist vollgelaufen
—»ist voll gelaufen«— mit einer
Flüssigkeit gefüllt werden; sich lang¬
sam füllen
Volllbad: das; ~(e)s; -bäder Bad in einer
Badewanne o. ä.
Volljbe|schäfjti|gung: die; - ; - <Wirt.>
Ziel der Volkswirtschaft, bei dem alle
Arbeitswilligen einen Arbeitsplatz
haben
Vglljblufc das; -(e)s; -blüter von einer
bestimmten, edlen Rasse abstammen¬
des Pferd
Voll|brem|sung: die; - ; -en Bremsung,
bei der die Bremse des Fahrzeugs
(fast) durchgetreten wird, damit das
Fahrzeug schnell zum Stehen kommt
voll|bnn|gan: vollbringst; vollbrachtest;
hast vollbracht [geh.] schaffen; erledi¬
gen; bewältigen; leisten
vgll|bu|sig: Adj. mit großem Busen
Völ|le|ge|fühl: das; -(e)s; - unangeneh¬
mes Empfinden, Gefühl des Vollsein
des Magens nach unmäßigem Essen
voll|en|den: vollendest; vollendetest;
hast vollendet fertigstellen; beenden;
abschließen
vollends: Adv. völlig; vollständig; ganz
u. gar; total
Volllenjdung: die; - ; -en 1 Abschluß;
Fertigstellung eines Projektes »Das
Bild stand kurz vor der Vollendung.« 2
Perfektion »Er beherrschte diese Fer¬
tigkeit in Vollendung.«
Völ|te|iei: die; - ; -en [abwert.] übermä¬
ßiges Essen u. Trinken
Vol|ley|ball: <eng/.> /wolle'-/ der; -s; -balle
a) o. Fl. Ballsportart, bei der sich zwei
Mannschaften den Ball über ein Netz
hinweg mit den Händen u. Atmen
nach bestimmten Regeln u. Techni¬
ken Zuspielen b) Ball, mit dem die
Sportart Volleyball (a) ausgeführt
wird
voll|füh|ren: vollführst; vollführtest; hast
vollführt (kunstvoll) ausführen,
durchführen, tun
Voll|gas: das; -es; - in der Wendung mit
Vollgas fahren: so schnell wie möglich
fahren; das Gaspedal ganz durchtre¬
ten
vgll|giejßen —» voll gießen: gießt voll;
gossest voll; hast vollgegossen
—»hast voll gegossen ♦ alle Vergan¬
genheitsformen mit ss*— bis zum
Rand füllen
Vgll|ldi|ot —* Vgll|i|di|ot der; -en; -en
weibl. Vgll|idi|otin —» Vgll|i|di|o|tm:
die; -; -nen [ugs.; abwert.] Blödmann
völ|Kg: Adj. n. stg. vollständig; gänzlich;
ohne etw. wegzulassen; total; absolut
voll|jäh|rig: Adj. n. stg. <Rechtsw.> auf¬
grund seines Alters mündig, ge¬
schäftsfähig, Ant.: minderjährig
Voll|kas|ko: die; - ; - Versicherung ge¬
gen alle (selbst verursachten) Schäden
am eigenen Fahrzeug
voll|kom|men: Adj. 1 perfekt; ohne Feh¬
ler 2 ganz u. gar; völlig
Vgll|korn|mehl: das; -(e)s; -u. (Sorten)
-e Mehl, in dem das ganze Korn ver¬
mahlen ist
voll|krit|zeln —> voll kritteln: kritzelst
voll; kritzeltest voll; hast vollgekritzelt
—»hast voll gekritzelt*— mit Krit¬
zeleien, Schriftzeichen o. ä. füllen
Volltn.: Abk. Vollmacht
Vollfeacht: die; - ; -en <Rechtsw.>
schriftliche Erlaubnis, im Namen ei¬
ner anderen Person zu handeln
Voll|ma|tro|se —> VoN|ma|t|ro|se: der;
-n; -n fertig ausgebildeter Matrose
Voll|milch: die; - ; - Milch mit vollem
Fettgehalt (von ca. 3,5%)
Voll|mond: der; -(e)s; - Mondphase, in
der der Mond ganz, rund am Himmel
sichtbar ist
Voll|naijko|se: die; - ; -n <Med.> durch
Narkotika herbeigeführter Zustand
der Bewußtlosigkeit, Schmerzlosig¬
keit, verminderter Reflexaktivität u.
Muskelentspannung, Syn.: [fremd-
sprl.] Anästhesie
vglljschentken —* voll schenfken:
schenkst voll; schenktest voll; hast
vollgeschenkt —»hast voll ge¬
schenkt*■— ein Glas o. ä. mit einem
Getränk füllen
vgll|schla|gen —» voll schla|gen, siele
schlägst dich voll; schlug (e) st dich
voll; hast dich vollgeschlagen —»hast
dich voll geschlagen<— [ugs.] (von
etw.) sehr viel essen
voll|schlank: Adj. n. stg. [verhüll.] mol¬
lig; füllig
vollst.: Abk. vollständig
voll|stän|dig: Adj. n. stg. a) komplett;
ohne, daß etw. fehlt »Ich habe kein
vollständiges Service mehr.« b) völlig;
total; ganz u. gar
voll|strecken (voil|strek|ken —» voll|-
strejeken): vollstreckst; vollstrecktest;
hast vollstreckt <Rechtsw.> verwirkli¬
chen; durchführen; ausführen »Der
Gerichtsbeschluß wird vollstreckt.«
Voll|streckungs|befehl (Voll]strek|-
kungs|befehl —* Voll|stre)ckungs|-
befehi): der; -(e)s; -e <Rechtsw.> Zah¬
lungsbescheid in einem Mahnverfah¬
ren
volifen|ken —» voll tan|kerc tankst
voll; tanktest voll; hast vollgetankt
—»hast vollgetankt*— ganzauftan¬
ken; den (Fahrzeug-)Tank gänzlich
füllen
Völl)troffer: der; -s; - 1 <Milit.; Sport)
Treffer genau ins Ziel »Sein Freistoß
war ein Volltreffer.« 2 dibertr.) [meist
ugs.] eindrucksvolle, wirkungsintensi¬
ve Handlung; großer Erfolg
VoII|verfsamm|lung: die; - ; -en Zusam¬
menkunft aller Mitglieder
Vgll|wasch|mit|tel: das; -s; - Waschmit¬
tel, das sich zum Waschen bei allen
Temperaturen eignet
vgll|wer]tig: Adj. n. stg. ebensogut;
gleichwertig
Voll|wert|kost: die; - ; • Nahrung aus
möglichst naturbelassenen Lebens¬
mitteln
voll[zäh|lig: Adj. n. stg. mit allen Dazu¬
gehörigen; ohne, daß jmd. fehlt
voll|zleh|bar: Adj. n. stg. durchführbar;
umsetzbar
voll|zie|hen: vollziehst; vollzog! e) st;
hast vollzogen 1 einen Beschluß o. ä.
durchführen, umsetzen »Sie vollzog
eine Kehrtwende in ihrem Leben.« 2
vollstrecken
voll|zse|hen, sich: vollzieht sich; vollzog
sich; hat sich vollzogen sich ereignen;
geschehen; passieren »Die Änderun¬
gen vollzogen sich in den letzten Jah¬
ren.«
Voll|zug: der; -(e)s; Vollzüge (PI. s.) 1
Vollstreckung von rechtskräftig aus¬
gesprochenen Strafen 2 Durchfüh¬
rung; Umsetzung eines Entschlusses
Vo|lon|tär: </r.> /wolontär/ der; -s; -e
weibl. Vo]lon|täjrin: die; - ; -nen Be-
rufsanfänger(in) (mit abgeschlosse¬
nem Studium), der/die für ein gerin¬
ges Gehalt in einem Verlag, einer Re¬
daktion od. einem Büro arbeitet
Vo|lon|ta|ri|at: </r.> /wolontariat/ das;
-(e)s; -e Zeit, die ein(e) Berufsanfän-
ger(in) (mit abgeschlossenem Stu¬
dium) für ein geringes Gehalt in ei¬
nem Verlag, einer Redaktion od. ei¬
nem Büro arbeitet
vo|lon|t[e]ren: /wolontiren/ volontierst;
volontiertest; hast volontiert als Vo¬
lontär arbeiten
Volt: /wolt/ das; -(e)s; - <Elektrot.>
Maßeinheit für elektrische Spannung
»Die Spannung beträgt 220 Volt.«
Volt|am|pere: /wolt-/ das; -s; ~ <Elek-
trot.) Maßeinheit der elektrischen
Leistung
1275
Volte
Vol|te: <fr.> /wolle/ die; - ; -n 1 Reiten ei¬
nes kleinen Kreises 2 a) Trick beim
Kartenmischen b) eine Volte
schlagen: etw. trickreich regeln
vol|ti|gie|ren: </r.-if.> /woltiaehiren/ volti¬
gierst; voltigiertest; hast voltigiert a)
einen kleinen Kreis reiten b) Kunst¬
stücke auf einem (in schneller Gang¬
art laufenden) Pferd ausführen
Voltjme|ter: /wolt-/ das; -s; • <Elektrot.>
"Meßinstrument für elektrische Span¬
nungen
Vo|iufmen: <Iat.> /wolumen/ das; -s; - u.
Volumina 1 Rauminhalt 2 Umfang;
Menge »Die Förderung hat ein Volu¬
men von 21 pro Tag erreicht.« 3 Buch¬
band; einzelnes Buch (aus einer Rei¬
he)
vo|lu|mi|nös: dat.-fro /woluminöß/ Adj.
voluminöser; voluminöseste tunfang¬
reich
Vo|lun|ta|ris|mus: dato /woluntariß-
muß/ der; ~ ; - <Philosophie> Lehre,
die den Willen dem Intellekt überord¬
net u. zum Urgrund allen Seins er¬
klärt
Vo|ly}ten|ka|pi|tell: dato /woluten-/ das;
-s; - (Archit.) schneckenförmige Ver¬
zierung am Kopfstück einer Säule
von: I Pr 'äp. mit Dat. 1 a) gibt einen geo¬
graphischen, räumlichen Ursprung
an »Das Tief nähert sich von Westen.«
b) gibt einen zeitlichen Ursprung,
Ausgangspunkt an »Von morgen an
rauche ich nicht mehr.« c) gibt einen
Urheber, Produzenten an »Diese Idee
ist von mir.« 2 drückt aus, daß es sich
um den Teil eines Ganzen handelt
»Ich möchte auch ein Stück von der
Torte haben.« 3 gibt nähere Informa¬
tionen über etw., jtndn.; nennt Eigen¬
schaften »Ein Mädchen von 17 Jahren
kann das nicht unterscheiden.« 4 in
Namen kann bezeichnen, daß jmd.
adelig ist »J. W. von Goethe« 5 + ein
gibt an, daß etw., jmd. herausragende
Eigenschaften hat »Er hat einen Berg
von Schulden.« II von wird häufig alter¬
nativ gebraucht zu: 1 + Personalpron.
davon »Iß die Bonbons nicht, von ih¬
nen bekommst du Bauchschmerzen.« 2
+ was wovon » Von was sprichst du?«
II11 von jeher: seit ewig »Das war von
jeher schon so.« 2 von vornherein: von
Beginn an »Das war doch von vornher¬
ein klar, daß das nicht gutgehen
konnte.« 3 von wegen!: [ugs.J das
stimmt nicht; das ist nicht so »Habt
ihr euch wieder vertragen? - Von we¬
gen, er hat mich rausgeschmissen.« 4
von mir aus: [ugs.J ich habe nichts da¬
gegen; es ist mir recht »Von mir aus
kannst du ruhig ins Kino gehen.« 5 al¬
les wieder von sich geben: den Ma¬
geninhalt erbrechen; sich übergeben
»Sie hatte Magenbeschwerden u. gab
alles wieder von sich, was sie vorher ge¬
gessen hatte.« 6 von seiten —» von-
seiten/von Seiten: von einer Person,
Institution ausgehend
vonjein|an|der—* von|ei|n|gn|der: Adv.
einer vom anderen »Sie entfernen sich
voneinander.«
von|ein|anjder|gethen —» von|ei|n|gn|-
der ge|hen: geht voneinander; gingt
voneinander; seid voneinander-
gegangen —>seid voneinander ge¬
gangen*— [geh.] sich trennen
von|nö{ten: Adv. nötig; notwendig
vonjstatften: Adv. in der Wendung von¬
statten gehen: vor sich gehen; ablau¬
fen »Erklären Sie mir, wie die Angele¬
genheit vonstatten gehen soll!«
Vooldoo/Woldu: <afrik.> /wudu/ der; - ;
- Religionsform, die durch Sklaven
von Westafrika nach Haiti kam u.
sich dort mit katholischen Riten, In¬
halten vermischte
vor. I Präp. 1 a) mit Dat. drückt aus, daß
etw. räumlich näher ist als etw. ande¬
res, an der Vorderseite von etw. ist
»Wir haben einen kleinen Garten vor
dem Haus.« b) mit Akk. drückt aus,
daß etw. an die Vorderseite gebracht
wird »Stellt die Blumen vor den
Schrank.« 2 mit Dat. zeitlich eher als
jmd., etw. »Ich rauche nicht vor dem
Frühstück.« 3 mit Dat. begründet
durch »Sie weinte vor Wut.« II wird
verwendet als Alternative zu: a) + was
wovor » Vor was hast du Angst?« b) +
Personalpron. davor »Vor ihr habe ich
Angst.«
vof-/Vor-: Wortbildungselement 1 in Ad¬
jektiven u. Substantiven zeitlich vor
dem im Basiswort inhaltlich Ausge¬
drückten liegend »Vorjahr •
vorehelich« 2 in meist trennbaren Ver¬
ben u. Substantiven a) früher; etw. frü¬
her als unbedingt notwendig, im vor¬
aus tun »Vortag ♦ Vorarbeiten« b)
kennzeichnet die Vorläufigkeit einer
Handlung, die Notwendigkeit ihrer
Wiederholung »Vorvertrag * vor¬
sortieren« c) räumlich in Richtung
nach vorne, vor etw. od. jmdm. be¬
findlich »Vorzimmer • vor treten« d)
kennzeichnet die Dominanz einer Sa¬
che »vorwiegend« e) drückt aus, daß
eine Handlung demonstriert wird
»vorführen» vorweinen • Vordenken«
votjab: Adv. vor dem Ereignis, Termin;
im voraus; vorher
Vorabend —> Vor|a|bend: der; -s; -e a)
Abend vor einem bedeutenden Ereig¬
nis »Er starb am Vorabend seines
Geburtstags.« b) <übertr.> Zeit kurz
vor einem einprägsamen, richtungs¬
weisenden politischen Geschehen
Vor|ah|nung: die; - ; -en Vorgefühl hin¬
sichtlich etw. (Negativem)
vorjan —> vo|r|an: Adv. vor den ande-
~ ren; vorne; an der Spitze
vor|an|brin|gen —* vo|ijan|brin|gen:
bringst voran; brachtest voran; hast
vorangebracht ein Vorhaben, jmdn.
weiterbringen, vorantreiben
vor[an|ge|hen —* vo|rjan|ge|hen: gehst
voran; ging(e)st voran; bist vorange¬
gangen 1 an der Spitze einer Perso¬
nengruppe gehen »Er ging dem Pro¬
testzug voran.« 2 im Vorfeld eines Er¬
eignisses geschehen »Ihrer Trennung
gingen viele Streitigkeiten voran.« 3
Fortschritte machen; fertig werden
»Die Arbeit an dem Schrank ging gut
voran.«
vorjan|kom|men —* vo|rjan|kom|men:
kömmst voran; kamfejst voran; bist
vorangekommen 1 sich vorwärtsbewe¬
gen »Bei dem hohen Schnee kommen
wir kaum voran.« 2 in Richtung auf
ein (ideelles) Ziel vorwärtskommen
»Wir kommen mit der Arbeit gut vor¬
an.«
Vor|an|kün|di(gung: die; - ; -en Be¬
kanntgabe im voraus
Vor|an|mei|dung: die; - ; -en Vormer¬
kung, Eintragung im voraus
vorlaus —*■ volriaus: Adv. 1 vor anderen
»Sie ist den anderen weit voraus.« 2 Im
voraus —► im Voraus: vorher; vor
Beginn
Vorlauslsatae —» Vo|r|aus|sa|ge: die;
- ; -n (vermutende) Aussage über Zu¬
künftiges (auf einer Datenbasis) Seine
Voraussagen trafen zu.« Syn.:
[fremdsprl.j Prognose
vorlausteohaulend —> volrtauslschaul-
end: Adj. zukünftig vermutlich eintre¬
tende Ereignisse, Entwicklungen ein¬
planend »Sie handelt als Geschäfts¬
frau sehr vorausschauend.«
votjausjschteken (voriauslschlklken
—» vo)(jaus|schi|cken): schickst vor¬
aus; schicktest voraus; hast vorausge¬
schickt 1 als erste(n) losschicken 2
<übertr.> im Vorfeld anmerken, bevor
man mit dem eigentlichen Thema be¬
ginnt
vorlauslselhen —> vo|rjaus|sejhen:
siehst voraus; sah(e)st voraus; hast
vorausgesehen Zukünftiges erahnen,
prognostizieren
vorlaus tsetlzen —» volrlauslsetlzen:
setzt voraus; setztest voraus; hast vor¬
ausgesetzt als Tatsache annehmen;
von etw. ausgehen
Vorlaus|sst)zung —> Volrlauslseteung:
die; - ; -en Bedingung für etw.; etw.,
was für etw. anderes notwendig ist
Vorlauslsicht—* Volrtauslsicht: die; - ;
-en 1 Vermutung, Meinung darüber,
was sich zukünftig wahrscheinlich er¬
eignen wird 2 aller Voraussicht nach:
voraussichtlich; wahrscheinlich
vorlauslsichtllich volHauslsichtl-
lich: Adj. sich zukünftig vermutlich,
wahrscheinlich ereignend
vorb.: Abk. 1 vorbehaltlich 2 vorbeu¬
gend
vorjbaujen: baust vor; bautest vor; hast
vorgebäut 1 [selten] einen Vorbau an
ein Gebäude anbauen 2 <übertr.> für
etw. Vorsorge treffen »Für den Fall,
daß ich arbeitslos werde, habe ich vor¬
gebaut.«
Vor|be|dacht: der; - (e)s; -1 genaue vor¬
herige Analyse 2 a) mit Vörbedacht:
absichtlich »Das ist mit Vorbedacht
geschehen.« b) ohne Vorbedacht: un¬
absichtlich
voijbe|denjken: bedenkst vor; bedach¬
test vor; hast vorbedacht [selten] im
Vorfeld einer Sache überlegen
Vor|be|din|gung: die; - ; -en Vorausset¬
zung für etw.
Vorjbe|hatt: der; -(e)s; -e a) Bedenken
gegen etw. »Ich habe Vorbehalte ge¬
gen dieses Unternehmen.« b) unter
Vorbehalt: mit Einschränkung; unter
bestimmten Bedingungen »Die Benut¬
zung ist nur unter Vorbehalt möglich.«
voijbe|hal|ten, sich: behältst dir vor; be¬
hielt (e)st dir vor; hast dir Vorbehalten
1 für sich (als Möglichkeit) in An¬
spruch nehmen 2 jmdm. Vorbehalten
sein: ausschließlich für jmdn. ge¬
dacht, bestimmt sein »Diese Wohn¬
siedlung war Mitarbeitern der Post
Vorbehalten.«
vorjbei: Adv. 1 a) zeitlich vergangen; be¬
endet »Das ist schon lange vorbei.« b)
1276
Vorgefühl
räumlich vorüber »Herr Meier ist
schon hier vorbei gekommen.« 2 dicht,
knapp vorbei ist auch daneben:
[scherzh.] Bemerkung, wenn eine Per¬
son etw. nicht getroffen, erreicht hat
vor|bei|ge|hen: gehst vorbei; gingfejst
vorbei; bist vorbeigegangen 1 a) jmdn.,
einen Ort passieren (u. nicht
anhalten) »Wir gingen an der alten
Kirche vorbei.« b) fugs.] jtndm. einen
kurzen Besuch abstatten 2 zeitlich be¬
endet werden, sein; zu Ende gehen
»Diese Phase der Entwicklung geht
bald vorbei.«
vor|bei|schau|en: schaust vorbei; schau¬
test vorbei; hast vorbeigeschaut 1 an
etw., jmdn. (absichtlich) vorüberse¬
hen »Er schaute demonstrativ an ikr
vorbei.« 2 (kurz) zu Besuch kommen
»Ick schaue nachher noch bei dir vor¬
bei.«
Vorjbe|merjkung: die; - ; -en Einleitung
zu einer Rede, einer Publikation o. ä.
vor|be|rei|ten: bereitest vor; bereitetest
vor; hast vorbereitet an etw. arbeiten,
was später endgültig erledigt werden
soll
vpr|be|straft: Adj. n. stg. <Rechtsw.> in
der Vergangenheit in einem Strafpro¬
zeß bereits mindestens einmal von ei¬
nem Gericht verurteilt
Vprjbeu|ge]haft'. die; -; • <Rechtsw.> Ge¬
fangennahme eines mutmaßlichen
Täters, wenn weitere Straftaten zu be¬
fürchten sind
voijbeu|gen: beugst vor; beugtest vor;
hast vorgebeugt 1 etw. in Richtung
nach vorne neigen, beugen 2 «ibertr.i
im Vorfeld gegen etw. angehen; etw.
möglichst nicht eintreten lassen
vgr|beu|gen, sich: beugst dich vor; beug¬
test dich vor; hast dich vorgebeugt sich
nach vorne beugen; den Oberkörper
ab derTaille nach vorne knicken
vpijbeu|gend: Adj. n. stg. Maßnahmen
zur Vorbeugung gegen, Vermeidung
von etw. ergreifend
Vorfbeulgung: die; - ; -en Verhütung,
Vermeidung von etw., oft von Krank¬
heiten, Syn.: [fremdsprl] Prophylaxe
Vorbild: das; -(e)s; -er zur Nachah¬
mung empfohlene Person; positives
Beispiel
vprjbild|tich: Adj. als positives Beispiel
zur Nachahmung dienen könnend
Vgr|bo[te: der; -n; -n Anzeichen; erster
Hinweis
vor|brin|gen: bringst vor; brachtest vor;
hast vorgebracht 1 zur Kenntnis brin¬
gen; zur Sprache bringen »Er brachte
seine Einwände vor.« 2 [sehen] etw.
(zu jmdm.) nach vom(e) bringen
vpr]christ|lich: Adj. n. stg. aus der Zeit
vor Jesus Christus
Voijdach: das;-(e)s; -dächer Dach, das
etw. nach vom übersteht, vorgebaut
ist
vor|da|tie|ren: datierst vor; datiertest
vor; hast vordatiert mit einem künfti¬
gen Datum versehen
Vgr]der[an|sicht: die; - ; -en Anblick
von vorne, des vorderen Teils von
etw.
Voijderjgmnd: der; -(e)s; -günde 1 das
vorne Sichtbare, Befindliche 2 in den
Vordergrund treten, rücken: deutlich
sichtbar sein; sich bemerkbar machen
»Das Problem auf dem Wohnmgs-
markt rückt immer mehr in den
Vordergrund.« 3 sich in den Vorder¬
grund drängen, schieben, spielen:
auf sich aufmerksam machen (oft auf
Kosten anderer) »Er versucht ständig,
sich in den Vordergrund zu drängen.«
4 im Vordergrund stehen: sichtbar,
bemerkbar, bestimmend an erster
Stelle sein
vor|der[grün|dig: Adj. n. stg. a) auf den
ersten Blick »Vordergründig war er
ein naiver Junge.« b) nicht fundiert,
nicht überzeugend u. leicht durch¬
schaubar »Er brachte ein vordergrün¬
diges Argument vor.«
Votjderjmann: der; -(e)s; -männer 1
"Person, die vor jmdm. steht »Mein
Vordermann in der Schlange wurde
sehr ungeduldig.« 2 etw. auf Vorder¬
mann bringen: [ugs.] etw. aufräumen,
reinigen
Vor|der|sei|te'. die; - ; -n dem üblichen
Standpunkt zugewandte Seite »Die
Vorderseite des Gebäudes wurde ge¬
strichen.«
Vorjdertteii: das; -(e)s; -e vorne befind¬
licher Teil von etw.
vorjdrän|gen: drängst vor; drängtest
vor; hast vorgedrängt nach vorn schie¬
ben, drängen »Alle drängten vor.«
voijdrän|gen, sich: drängst dich vor;
dränglest dich vor; hast dich vorge¬
drängt sich an (wartenden) Personen
vorbeibewegen u. versuchen, an die
Reihe zu kommen, obwohl man erst
später dran wäre
vptjdringllich: Adj. sehr wichtig; zuerst
zu erledigen »Ich habe eine vordringli¬
che Arbeit zu erledigen.«
Vordruck: der;-(e )s; -e Formular
vorjehe|lich —* voije|he|lich: Adj. n.
stg. vor der Ehe erfolgt, erfolgend
vorjeijlig: Adj. n. stg. zu schnell, ohne
Grundlage beschlossen, getan
vor|ein|an|der —» voijei|n]anjder: Adv.
1 einer vor dem anderen 2 in gegensei¬
tigem Wechsel, Austausch »Sie haben
Ehrfurcht voreinander.«
vor)ein|ge|nom|men: Adj. n. stg. jmdm.
od. etw. gegenüber voller Vorurteile
»Die Schwiegereltern sind ihr gegen¬
über voreingenommen.«
vpr]eis|zett|llch: Adj. n. stg. in, aus der
Zeit vor der/den Eiszeit(en)
vor|ent|hat[ten: enthältst vor; enthiel-
t(e)st vor; hast vorenthalten etw. wi¬
derrechtlich nicht geben, aushändi¬
gen, sagen
vor|erst/vor|erst: Adv. zunächst; fürs
erste »Die vorerst letzte Runde hat be¬
gonnen.«
vor|ex|er|zie|ren: exerzierst vor; exer¬
ziertest vor; hast vorexerziert [ugs.]
(zum besseren Verständnis) genau
vormachen
vgrjfa|bri|zie|ren —*■ vgrjfa|bfri|zie|ren:
fabrizierst vor; fabriziertest vor; hast
votfabriziert (Fertig-)Teile produzie¬
ren
Vorjfahr der; -en; -en weibl. Vojifah|rin:
die; ~ ; -nen Person, die vor einem ge¬
lebt hat u. mit der man verwandt ist,
von der man abstammt Syn.: Ahn(in)
Vorffahrt: die; - ; - Recht, im Straßen¬
verkehr zuerst fahren zu dürfen
yor|fahrts|be|iiech|tigt: Adj. n. stg. <Ver-
kehrsw.i das Recht habend, zuerst zu
fahren
Vor|fahrts|zei |chen: das; -s; - <Ver-
"kehrsw.i Verkehrsschild, das angibt,
wer zuerst fahren darf
Vorjfall: der; -(e)s; Vorfälle \ unvorher¬
gesehenes Ereignis mit meist negati¬
ven Auswirkungen »Wie kam es zu
diesem Vorfall?« 2 <Med.> Heraustre¬
ten von Gewebe od. Organen (durch
eine Körperöffhung)
Vorjfeld: das; -(e)s; -er 1 vorgelagertes,
außerhalb gelegenes Gelände 2
<Sprachwiss.> Teil des Satzes, der vor
dem flektierten Verb steht 3 im
Vorfeld: vorher; vor einem Ereignis
»etw. im Vorfeld klarem
vor|fertti|gen: fertigst vor; fertigtest vor;
hast vorgefertigt als Fertigteil vorpro¬
duzieren
vorfffn|den: findest vor; fandfejst vor;
hast vorgefunden an einer Stelle (in
dieser Form) antreffen »Er fand die
Unterlagen in seinem Büro vor.«
Voijform: die; ~ ; -en frühere Ausprä¬
gung, aus der sich die jetzige entwik-
kelthat '
Vor|freu|de: die; - ; -« Freude auf etw.,
was erst kommt
vor|füh|ren: führst vor; führtest vor; hast
vorgefuhrt 1 a) eine Vorstellung ge¬
ben; ein Stück aufführen i>) vorstel¬
len; (vor)zeigen »Sie führte mir ihr
neues Auto vor.« 2 [ugs.] einer peinli¬
chen Situation aussetzen 3 jmdn. (ge¬
gen seinen Willen) an einen bestimm¬
ten Ort bringen »Er wurde dem Rich¬
ter vorgeführt.«
Vorjfüh|rung: die; - ; -en 1 Aufführung
»Wir gehen zu einer Vorführung der
Zauberflöte.» 2 Demonstration eines
Produktes »Die Vorführung der Ma¬
schine wareindrucksvoll.«
Vorg.: Abk. 1 <Verwaltung> Vorgang 2
Vorgesetzte(r)
Vor|ga|be: die; - ; -1 <Sport> Vorsprung,
der einem Schwächeren gewährt wird
2 Menge, Maß, die/das erreicht wer¬
den soll
Voijgang: der; -(e)s; Vorgänge 1 Ge-
"schehen; Entwicklung; Handlung
»Sie wiederholten den Vorgang.« 2
[amtssprl.] Akten, Unterlagen zu ei¬
nem Fall »Bringen Sie mir bitte den
Vorgang Müller!«
Vor|gän|ger. der; -s; ~ weibl. Vgr[gän|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die eine
Aufgabe früher, vor jmdm. innehatte
Vorjgartten: der; -s; gärten (kleines)
Gartenstück vor einem Haus
vpr|gau|keln: gaukelst vor; gaukeltest
vor; hast vorgegaukelt [ugs.] jmdm.
etw. vor-, weiszumachen versuchen
»Wir gaukelten den anderen Kindern
vor, daß wirreich seien.«
vpr|ge|ben: gibst vor; gab(e)st vor; hast
vorgegeben 1 vortäuschen; so tun als
ob »Ergab vor, bei der Firma gearbei¬
tet zu haben.« 2 als Grundlage, Ziel
angeben »Als Ziel wurde uns
vorgegeben, 1000 Exemplare zu
verkaufen.« 3 <Sport> einem Schwä¬
cheren einen Vorsprung geben
vorjgebflich: Adj. n. stg. angeblich; laut
einer Behauptung
vor|ge|faBt —» vsrjgejfasst: Adj. n. stg.
bereits feststehend; von Vorurteilen
geprägt .
Vorjge|fühh das; -(e)s; -e (negative)
Vorahnung von etw. Künftigem
1277
versehen
vor|ge|hen: gehst vor; ging(e)st vor; bist
vorgegangen 1 nach vorne gehen 2 a)
vor jmdm. gehen b) vorausgehen »Ich
gehe vor, weil ich den Weg kenne.« c)
früher als jmd. gehen »Ich gehe schon
mal vor u. hole das Auto.« 3 passieren
»Er wußte nicht, was da vorging.« 4
Vorrang, Priorität haben »Die Schule
geht vor!« 5 einschreiten; eingreifen
»Die Polizei ging mit allen Mitteln ge¬
gen die Schmugglerbande vor.«
Vorjge|schich|te: die; - ; -n 1 o. PI. (Ge¬
schichte» (Wissenschaft von der) Zeit,
aus der noch keine schriftlichen Quel¬
len existieren; Urgeschichte »Sein
Spezialgebiet ist die Vorgeschichte.« 2
für etw., ein Geschehen wichtige vor¬
angegangene Ereignisse
Vor|j9e|schmack: der; -(e)s; - (erster)
Eindruck von etw., was kommen
wird
Vor|ge|setz|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Vorgesetzter;
eine Vorgesetzte; zwei Vorgesetzte)
Person, die in der Hierarchie einer
Firma o. ä. (unmittelbar) über jmdm.
steht
vor|ge|stern -> vor|ges[tern: Adv. 1
vor zwei Tagen; (von heute aus gese¬
hen) der Tag vor gestern »Wir haben
vorgestern (miteinanderJ telefoniert.«
2 von vorgestern: [ugs.] veraltet;
nicht auf der Höhe der Zeit »Seine
Ansichten sind von vorgestern.«
vor|gfü|hen: glühst vor; glühtest vor;
hast vorgeglüht (Dieselmotor» vor
dem Anmachen die Zündkerzen glü¬
hen lassen
vpr|grei|fen: greifst vor; griff(e)st vor;
hast vorgegriffen 1 [selten] nach vorne
greifen 2 dibertr.» etw. inhaltlich vor¬
wegnehmen
vorh.: Abk. 1 vorhanden 2 a) vorher b)
vorhergehend
vorjha|ben: hast vor; hattest vor; hast
vorgehabt tun, machen wollen
vorjhat|ten: hältst vor; hielt (e)st vor;
hast vorgehalten 1 vor etw., vor sich
halten »Er hielt ein Taschentuch vor
den Mund.« 2 [ugs.] für einige Zeit
ausreichen 3 (übertt.» jmdm. etw. vor¬
werfen »Er hielt ihr vor, zu viele Klei¬
dungsstücke zu kaufen.«
Voijhand: die; - ; -1 <Tennis> Schlag, bei
dem die Innenseite der Hand, die den
Schläger hält, zum Netz zeigt 2 (Kar¬
tenspiel) Situation des Spielers, der
zum Ausspielen berechtigt ist
vorjhan|den: Ad), n. stg. bestehend; zur
Verfügung stehend
Vmjhang: der; -(e)s; Vorhänge 1 herab¬
hängender, meist nicht transparenter
Stoff, der Fenster od. Türen verdeckt
od. der Dekoration an Türen od.
Fenstern dient »Zieh bitte die Vorhän¬
ge zu, wenn es dunkel wird!« 2 (Thea¬
ter» großes herabhängendes Stoff¬
stück, das die Bühne vom Zuschauer¬
raum trennt 3 der Eiserne Vorhang:
(hist.» [ugs.] Grenze zwischen Ost- u.
Westeuropa ca. zwischen dem Zwei¬
ten Weltkrieg u. 1990
Vor|hän|gejschloß —* Vor|hän|gej-
schloss: das; -Schlosses; -Schlösser
Schloß mit einem Bügel
Voijhaut: die; - ; -häute (Anat.» dehnba¬
re Haut, die die Eichel, Spitze des
männlichen Gliedes bedeckt
vorfheijzen: heizt vor; heiztest vor; hast
vorgeheizt vorher erwärmen, erhitzen
vor]her/vor|her: Adv. zuvor; zeitlich frü¬
her »Kannst du das nicht vorher sagen,
daß du nicht zum Essen kommst?«
Vorjher|be|stim|iming: die; • ; - (Reli¬
gion» göttliche Bestimmung des Men¬
schen zu Seligkeit od. Verdammnis
Vorherrschaft: die; - ; - (politische)
Überlegenheit; starker, stärkster Ein¬
fluß »die Vorherrschaft über etw. be¬
sitzen«
voijhenjschend: Ad}, vorwiegend; rich-
"tungsangebend
Vor|heijsa|ge: die; • ; -n Prognose; (ver¬
mutlich, wahrscheinlich eintreffende)
Voraussage »Seine Wettervorhersage
traf ein.«
vgr|herjseh|bar: Ad}, n. stg. absehbar;
voraussagbar; nicht überraschend
»Die Entwicklung war vorhersehbar.«
vorjhin/vorjhin: Adv. vor kurzer, noch
nicht lange vergangener Zeit »Ich ha¬
be sie vorhin schon gesehen.«
Vorfhof: der; -(e)s; -höfe 1 (Anat.» mus¬
kelschwacher Innenraum des Her¬
zens, der das Blut sammelt 2 (Anat.»
zentraler Teil des Gleichgewichtsor¬
gans 3 Hof vor einem Gebäude, Syn.:
[fremdsprl.] <1;3> Atrium
Vorjhut: die; - ; -en a) (Milit.» Truppe,
die den Weg, das Vorrücken sichert
b) [ugs.] früher eintreffende Personen
» Wir sind nur die Vorhut; die anderen
kommen gleich.«
vpjrig: Ad}, n. stg. 1 etw., jmdm. direkt
vorangehend, -gegangen »Im vorigen
Jahr waren wir in Österreich.« 2
[Schweiz.] übrig (geblieben)
Voijjahr: das; - (e)s; -e voriges, vorange¬
gangenes Jahr
Vork.: Abk. 1 Vorkommen 2 Vorkomm-
nis(se)
Vorjkämp|fer: der; -s; - weibl. Vorj-
kämp[fo|rin: die; - ; -nen Person, die
als erste für eine Idee, Sache kämpft
Vgr|keh|rung: die; - ; -en Vorsichtsma߬
nahme, Sicherheitsmaßnahme zur
Verhütung von negativen Folgen
Vor[kennt|nis: die; - ; -se Wissen, das
"bei jmdm. bereits verfügbar ist
voijkomjmen: kommst vor; kamfejst
vor; bist vorgekommen 1 sich ereig¬
nen; geschehen; passieren »So etw.
kann Vorkommen!« 2 erscheinen wie
»Das kommt mir sehr bekannt vor.« 3
zu finden sein; existieren »Diese Rasse
Schafe kommt nur in Westaustralien
vor.« 4 nach vorn, in das Sichtfeld
kommen 5 erwähnt werden »Du
kommst in meinen Erzählungen als
Hauptfigur vor.« 6 wie kommst du
mir (eigentlich) vor?: Was denkst du
dir?; Was nimmst du dir heraus?
vgr|kom|men, sich: kommst dir vor; ka¬
mfejst dir vor; bist dir vorgekommen
1 sich fühlen 2 sich Vorkommen wie
ein Stück Dreck, der letzte Dreck:
sich schlecht, mies, abgewertet fühlen
»Als er mich so anschrie, kam ich mir
vor wie der letzte Dreck.«
Vor|komm|nis: das; -ses; -se negativ be¬
wertetes Ereignis; Vorfall
Vorjkriegs|zeit: die; - ; • Zeit vor einem
"(od. dem Zweiten Welt-)Krieg
vorl.: Abk. vorläufig
voijlajden: lädst/ladest vor; lud(e}st
vor; hast vorgeladen vor eine öffentli¬
che Instanz rufen »Sie wurde als Zeu¬
gin bei dem Gerichtsprozeß vorgela¬
den.«
Vorjla)ge: die; - ; -n 1 Muster, an dem
man sich orientiert »Dieses Kleid
diente als Vorlage für das Brautkleid.«
2 (Sport» (einem Mannschaffskame¬
raden) ein Tor o. ä. ermöglichen 3 o.
PI. das Vorlegen, Zeigen »Die Akten
werden zur Vorlage beim Direktor
eingereicht.« 4 vorgestreckter Geldbe¬
trag 5 (Chemie» Kolben o. ä., der ein
Destilat aufnimmt
voijlasjsen: läßt vor; ließ(es)t vor; hast
vorgelassen —>alle Gegenwartsfor¬
men mit ssn— 1 jmdn. etw. zuerst tun
lassen »Ich habe den Jungen an der
Kasse vorgelassen.« 2 als Amtsperson
jmdn. empfangen »Man ließ ihn zum
König vor.«
Vorjlauf: der; -(e)s; Vor laufe 1 (Sport»
Läufe vor den Finalläufen »Er ge¬
wann den Vorlauf.« 2 vor dem eigent¬
lichen Beginn erfolgte Probe »Zur Si¬
cherheit machen wir einen Vorlauf.« 3
schnelles Vorwärtsspulen eines (Au¬
dio-, Video-)Bandes
vor)läuffig: Ad}, zunächst; fürs erste;
noch nicht endgültig »Wir haben das
vorläufige Ergebnis der Wahl.«
vorlaut: Ad}, vorlauter; vorlauteste
"frech; ohne Rücksicht auf andere
Vor|)e|ben: das; -s; - jmds. bisheriges
Leben »Er hatte ein bewegtes Vorle¬
ben.«
vor|le|gen: legst vor; legtest vor; hast
vorgelegt 1 a) (Sport» etne Vorlage ge¬
ben; ein Tor o. ä. ermöglichen »Der
Mittelfeldspieler legte dem Stürmer
den Ball vor.« b) als erste Person eine
Leistung erbringen 2 zur Kenntnis¬
nahme, Begutachtung geben »Er legte
dem Chef seine Entwürfe vor.« 3 mit
etw. sichern »Sie legte die Kette vor.«
vor[leh|nen, sich: lehnst dich vor; lehn¬
test dich vor; hast dich vorgelehnt sich
Vorbeugen
Vorjlei|stung —*■ Vpr[leis|tung: die; - ;
-en im voraus erbrachte Leistung (die
noch zu berücksichtigen, belohnen
ist)
vor|le|sen: liest vor; las(es)t vor; hast
vorgeleseh etw. für jmdn. hörbar, laut
lesen »Er las ein Märchen vor.«
Vorweisung: die; - ; -en Vortrag, Unter¬
richtseinheit an der Universität
Vorjle|sungs|verjzeich|nis: das; -ses; -se
Auflistung aller Vorlesungen in einem
Semester an einer Universität
vorletzt: Ad}, n. stg. nicht als letztes,
sondern der, die, das unmittelbar vor¬
her
Vor|lie|be: die; -; -n besondere Begeiste¬
rung für, Freude an etw.
vorm.: Abk. vormittags
vor)ma|chen: machst vor; machtest vor;
hast vorgemacht [ugs.] 1 etw. demon¬
strieren, um es zu lehren »Sie machte
ihm vor, wie er sich bewegen sollte.« 2
absichtlich irreführen, täuschen »Er
macht uns etw. vor.«
vor|mals: Adv. früher; ehemals
Vorjmarsctr. der; -fe)s; Vormärsche 1
(meist Milit.» Marsch vorwärts zu ei¬
nem Ort 2 auf dem Vormarsch sein:
sich ausbreiten
1278
vorsetzen
Vormärz: der; - ; • <Geschichte> Zeit
zwischen 1815 u. 1848, die der deut¬
schen Märzrevolution vorausging
vor|mer|ken: merkst vor; merktest vor;
hast vorgemerkt etw. im voraus notie¬
ren »Sie merken mich für den Posten
vor.«
Vorjmie|ter: der; -s; - weibl. Vor|mie|te(-
rin: die; - ; -nen Mieterin), der/die
vorher, vor jmdm. in der Wohnung,
dem Haus gewohnt hat
Vorjmiljtag: der; -<e)s; -e Zeit zwischen
Morgen u. Mittag (ca. 9 bis 12 Uhr)
Vor[mo|nat: der; -fejs; -e Monat vor
dem betreffenden, jetzigen Monat
vor|mon|tie|ren: montierst vor; montier¬
lest vor; hast vormontiert vorher, pro¬
visorisch zusammenbauen
Vorjmtmd: der; -(e)s; -e u. Vormünder
<Rechtsw.> Vertreter(in) rechtlich
handlungsunfähiger Personen
Vorn.: Abk. Vorname
vorn/vor]ne: 1 Adv. an erster Stelle; auf
der vorderen Seite; im vorderen Teil
»Er ging vorne im Demonstrations¬
zug.« 2 etw. jmdm. vorn(e) u. hinten
reinstecken: [ugs.] jmdn. mit Geld,
Geschenken o. ä. überschütten »Kein
Wunder, daß aus ihm nichts wird, dem
wird doch von seinen Eltern alles von
vorne u. hinten reingesteckt.« 3 von
vorn(e) bis hinten: [ugs.] gänzlich;
vollständig; total; völlig »Das ist von
vorne bis hinten erlogen.«
Vorjnafme: der; -ns; -n dem Familienna¬
men vorangestellter persönlicher Na¬
me »Maria ist ihr Vorname, Müller ist
ihr Familien-, Nachname.«
vprjnehm: Adj. 1 a) elegant b) wohlha¬
bend c) edel; teuer 2 [geh.; veralt.] ex¬
trem bedeutend, wichtig
vor|neh|men: nimmst vor; nahm(e)st
vor; hast vorgenommen a) eine Ab¬
sicht o. ä. durchführen, bearbeiten
»Der Lehrer nahm eine Prüfung vor.«
b) [ugs.] jmdn. zuerst, bevorzugt be¬
handeln
vgr|neh|men, sich: nimmst dir vor; nah-
m(e)st dir vor; hast dir vorgenommen
einen Vorsatz fassen; in Zukunft tun
wollen »Er nahm sich vor, nicht mehr
zu rauchen.«
vprjnehm|lich: Adv. [geh.] in erster Linie
»An der Veranstaltung nahmen vor¬
nehmlich Frauen teil.«
vor)ne|weg: Adv. 1 an erster Stelle » Vor¬
neweg marschierten die Veteranen.« 2
<übertr.> bevor etw. anderes getan
wird »Vorneweg müssen wir hier Ord¬
nungmachen.«
vom|über —» vorn|üJber: Adv. in Rich¬
tung nach vom (gebeugt, gerichtet)
Vorjorb der; -(e)s; -e Stadtteil, Ort weit
außerhalb des Zentrums einer größe¬
ren Stadt
vom: Abk. 1 vorrangig 2 vorrätig
Vorrang: der; -(e)s; - größere Wichtig¬
keit; Priorität »Diese Aufgabe hat
Vorrang.«
Vorjrat: der; -(e)s; Vorräte für den spä¬
teren Gebrauch, Verbrauch auf Lager
gehaltene Gegenstände
vor|rä|tig: Adj. n. stg. auf Lager; sofort
zu liefern, benutzen; sofort verfügbar
Vor|rats|kam|men die; - ; -n kleiner
Raum (neben der Küche), in dem Le¬
bensmittelvorräte aufgehoben wer¬
den
Vor]recht: das; -(e)s; -e besonderes
Recht, das einzelne Personen haben,
erhalten Syn.: [fremdsprl.j Privileg
Vor|re|de: die; ~ ; -n Vorwort (zu einem
"Buch o. ä.); Einleitung
Vor|red|ner-. der; -s; - weibl. Vor|red|neJ-
rin: die; - ; -nen Redner(in), der/die
(unmittelbar) vor jmd. anderen einen
Wortbeitrag geleistet hat
Voijrich|tung: die; - ; -en Einrichtung;
für etw. verwendetes Gerät »Diese
Vorrichtung dient der Bewässerung
der Felder.«
voijrücken (vor[rük|ken —> vor|rü|-
cken): rückst vor; rücktest vor; bist/
hast vorgerückt 1 hast nach vorne zie¬
hen, schieben »Wir müssen den Tisch
vorrücken, damit wir alle daran sitzen
können.« 2 <Milit.> bist sich siegreich
vorwärtsbewegen »Die gegnerischen
Truppen rücken vor.«
Vor|ra|he|stand: der; -(e)s; - vorzeitiger
Austritt aus dem Berufsleben
Vors.: Abk. 1 Vorsicht 2 a) Vorsitz b)
Vorsitzende(r)
vpr|sa|gen: sagst vor; sagtest vor; hast
vorgesagt a) jmdm. leise, heimlich sa¬
gen, was er/sie sagen soll »Sie sagte
ihrer Freundin die Vokabel vor.« b)
etw. lehren, indem man es (mehrfach)
sagt
vorjsajgen, sich: sagst dir vor; sagtest
dir vor; hast dir vorgesagt etw. leise
für sich sprechen, um es sich merken
zu können
Vprjsatz: der; -es; Vorsätze 1 etw., was
man sich vornimmt; Absicht, in der
Zukunft etw. zu tun »Er vergaß alle
guten Vorsätze u. fing wieder an zu
rauchen.« 2 etw., was man vor einem
anderen Gegenstand befestigt »Für
dieses Gerät gibt es verschiedene
Vorsätze.« 3 <Rechtsw.> bewußtes, ab¬
sichtliches Begehen einer Straftat
vpr|sätz|lich: Adj. n. stg. mit Absicht
»Es war vorsätzliche Tötung.«
Vpijschau: die; - ; -en Hinweis auf etw.
Kommendes, ein Programm o. ä. »Im
Fernsehen läuft die Vorschau auf das
Abendprogramm.«
Voijschein: der; -(e)s: - in den Wendun-
~gen a) zum Vorschein kommen: in
Erscheinung treten; sichtbar, erkenn¬
bar werden »Als ich sie um Hilfe bat,
kam ihr wahrer Charakter zum
Vorschein.« b) etw. zum Vorschein
bringen: etw. in Erscheinung treten
lassen; sichtbar, erkennbar werden
lassen
voijschie|ben: schiebst vor; schobfejst
vor; hast vorgeschoben 1 etw. vor etw.
rücken, schieben; etw. drückend nach
vom bewegen »Schiebt den Sessel vor
den Fernseher!« 2 als willkommene
Entschuldigung benutzen »Er schob
eine Kranicheil vor, um nicht dorthin
gehen zu müssen.« 3 jmdn. etw. bei
jmdm. für sich erledigen lassen
vor|schie|ben, sich: schiebst dich vor;
schobfejst dich vor; hast dich vorge¬
schoben sich vordrängen
vor|schie|Ben: schießt vor; schossest
vor; hastjbist vorgeschossen —«-alle
Vergangenheitsformen mit ss<— 1
hast <Geld> im voraus, vor dem ver¬
einbarten Termin geben »Kannst du
mir das Geld bis nächste Woche
vorschießen?« 2 bist sehr schnell nach
vorne kommen »Der Bolzen ist vorge¬
schossen.«
Vorschlag: der; -(e)s; Vorschläge 1
Empfehlung, Rat, etw. in einer be¬
stimmten Art u. Weise zu handhaben
» Wir hätten auf ihre Vorschläge hören
sollen.« 2 ein Vorschlag zur Güte:
Vorschlag, der zu einer gütlichen Ei¬
nigung führen soll »Ein Vorschlag zur
Güte - ich zahle den Schaden, u. die Sa¬
che ist damit erledigt.«
voijschlafgen: schlägst vor; schlugfejst
vor; hast vorgeschlagen 1 Ratschläge
erteilen; eine Empfehlung geben »Ich
habe vorgeschlagen, gemeinsam etw.
zu kochen.« 2 jmdn. als die richtige
Person für etw. (in einem Gremium)
empfehlen
Vpr|schlag|ham|meR der; -s; -hämmer
besonders großer, schwerer Hammer
vorschnell: Adj. zu früh; übereilt; un¬
überlegt
Vorschr.: Abk. Vorschriften)
vorjschrei|ben; schreibst vor; schrie-
b(e)st vor; hast vorgeschrieben t a) als
Muster, Beispiel schreiben (u. damit
etw. lehren) b) eine erste Fassung ei¬
nes Schriftstückes anfertigen 2 anord¬
nen; eine Handlung, ein Verhalten
verlangen
Vorschrift: die; ~ ; -en verbindliche An¬
weisung; Befehl
voijschrifts|mäfßig: Adj. n. stg. der Vor¬
schrift gehorchend
vor[schrifts[widjrig —> vor|schrifts[wij-
d)rig: Adj. n. stg. der Vorschrift zuwi¬
derhandelnd
Vpijschub: der; -(ejs; Vorschübe 1
<Technik> a) (Vorrichtung zum) Vor¬
wärts-, Weiterschieben von etw. »Der
Vorschub des Druckers ist defekt.« b)
vorwärtsgeschobenes Material c)
Weg, der durch das Vorwärtsschie¬
ben zurückgelegt wird 2 einer Sache
Vorschub leisten: etw. förden, forcie¬
ren
Vor|schu|le: die; - ; -n Einrichtung, die
Kinder auf die Schule vorbereitet
Vprjschuß —» Vorschuss: der; Vor¬
schusses; Vorschüsse Vorauszahlung
(eines Teilbetrages) von etw., was
man später vereinbarungsgemäß be¬
kommen wird
vpr|schüt|zen: schützt vor; schütztest
vor; hast vorgeschützt vorgeben; ent¬
schuldigend Vortäuschen
vpijschwäijmen: schwärmst vor;
schwärmtest vor; hast vorgeschwärmt
jmdm. voller Begeisterung von etw.,
jmdm. berichten
vpr[schwin[deln: schwindelst vor;
schwindeltest vor; hast vorgeschwin¬
delt [ugs.] jmdm. etw. Vortäuschen
(wollen)
vor|se|hen: siehst vor; sahfejst vor; käst
vorgesehen 1 teilweise Vorschauen, zu
sehen sein 2 <übertr.> planen; voraus¬
sichtlich tun; die Absicht haben
vpr|se|hen, sich: siehst dich vor; sa¬
hfejst dich vor; hast dich vorgesehen
aufpassen; achtgeben
Vpijse)hung: die; ~ ; -en <Religion> my¬
stische Macht, göttliche Instanz, die
jedes Geschehen im voraus plant
vor|set|zen: setzt vor; setztest vor; hast
vorgesetzt 1 a) nach vorn versetzen
»Sie setzte den linken Fuß vor.« b) etw.
vor etw. stellen, befestigen »So kann
1279
Vorsicht
das nicht bleiben, du mußt da noch etw.
vorsetzen!« 2 servieren »Sie setzte um
Schweinebraten vor.« .
Vorsicht: die; ~ -1 Wachsamkeit; gro¬
ße Aufmerksamkeit »Da ist Vorsicht
angebracht!« 2 Vorsicht ist die Mutter
der Porzellankiste; Vorsicht ist bes¬
ser als Nachsicht: [scherzh.] vorsich¬
tig zu sein, ist immer gut, kiug, denn
damit können unangenehme Überra¬
schungen vermieden werden 3 (nur)
mit Vorsicht zu genieBen sein: [ugs.j
1. nicht sehr freundlich, verträglich
sein »Der neue Kollege ist nur mit Vor¬
sicht zu genießen.« 2. nicht sehr ver¬
läßlich, vertrauenswürdig sein
vor|sich|tig: Adj. wachsam; sehr auf¬
merksam; reaktionsbereit u. beson¬
nen »Sie näherten sich vorsichtig dem
Hund.«
Vor[siljbe: die; - ; -n <Sprachwiss.> Silbe
vor einem Wortstamm, Syn.:
[fremdsprl.] Präfix
vprfsint|flutjlich: Adj. [ugs.] völlig veral¬
tet; sehr alt; nicht dem momentanen
Standard entsprechend
Vor|sitz: der; -es; -e Position des Vor¬
stands; Leitung über etw. »Er hat den
Vorsitz bei der Versammlung über¬
nommen.«
Vorjsorjgo: die; ~ ; -1 Absicherung für
die Zukunft »Die Vorsorge für das Al¬
ter muß ausreichend sein.« 2 Vorsorge
treffen: [amtssprl.j vorausschauende
Maßnahmen ergreifen
vorfsorgflich: Adj. n. stg. vorbeugend;
spätere Schwierigkeiten aus dem Weg
räumend »Es wurde eine vorsorgliche
Evakuierung angeordnet.«
Vor|spei|se: die; - ; -n (kleines) Gericht,
das vor der Hauptspeise gegessen
wird
vpr|spie|geln: spiegelst vor; spiegeltest
vor; hast vorgespiegelt jmdm. etw.
vortäuschen, weiszumachen versu¬
chen, um daraus einen Vorteil zu zie¬
hen
Vgr|spio|ge|tung: die; - ; -en 1 Täu¬
schung; bewußt hervorgeruferier fal¬
scher Eindruck 2 Vorspiegelung fal¬
scher Tatsachen: [ugs.] Vortäu¬
schung von etw.
voijspieflen: spielst vor; spieltest vor;
hast vorgespielt 1 im Rahmen einer
Bewerbung (als Künstler) seine Fä¬
higkeiten praktisch beweisen »Sie
mußte bei der Aufnahmeprüfung
Vorspielen.« 2 «Musik; Theater» ein
Stück auiführen; im privaten Kreis
zur Unterhaltung spielen »Sie spielte
etw. auf der Gitarre vor.« 3 zur An¬
schauung, als Lehrer zuerst spielen
»Er spielte eine Szene aus seinem
Stück vor.« 4 täuschen; etw. Unwah¬
res als Wahrheit ausgeben »Er hat uns
allen nur etw. vorgespielt - er ist nicht
so reich, wie er um einreden wollte.«
vorfspre|chen: sprichst vor; sprach(e)st
vor; hast vorgesprochen 1 etw. (als
Lehrer) sagen u. von jmdm. wieder¬
holen lassen 2 «Theater» einen Text
vortragen, weil man ein Engagement
bekommen möchte 3 eine Bitte Vor¬
bringen
vorjsprinfgen: springst vor; sprang(e)st
vor; bist vorgesprungen 1 nach vorn
springen »Er sprang hinter dem Ge¬
büsch vor.« 2 nach vom überstehen;
in der Ausdehnung größer sein u. des¬
halb herausstehen »Der Balkon
springt sehr weil vor.«
VOrfsprung: der; -(e)s; Vorsprünge 1
vorstehendes Teil eines Ganzen » Vor¬
sprünge in der Mauer« 2 räumlich od.
zeitlich «übertr.» Abstand, der einen
Vorteil darstellt »Der Fliehende hat ei¬
nen Vorsprung von drei Tagen.«
Vor|stadt: die; - ; -Städte weit außerhalb
des Stadtzentrums einer größeren
Stadt gelegenes Stadtviertel
Vorstand: der; -(e)s; Vorstände «meist
Wirt.» a) geschäftsführender Perso¬
nenkreis; leitende Runde einer Firma
o. ä. »Der Vorstand tritt in drei Tagen
zusammen.« b) Mitglied des ge¬
schäftsführenden Gremiums (a)
voijstejhen: stehst vor; stand(e)st vor;
hast vorgestanden 1 hinausragen;
nach vorne stehen »Weil ihre Zähne
vorstehen, muß sie eine Zahnspange
tragen.« 2 eine Führungsposition ein¬
nehmen; ein Gremium o. ä. leiten;
führen »Sie steht dem Prüfungsaus¬
schuß vor.« 3 «Jagd; Hun«l> still ste¬
henbleiben u. Wild anzeigen
vgr|stell|bar. Adj. n. stg. so geartet, daß
man es sich vorstellen, es für möglich
halten kann
vor|stel|len: stellst vor; stelltest vor; hast
vorgestellt 1 etw. ein Stück nach vor¬
ne stellen »Sie stellte den Liegestuhl
vor in die Sonne.« 2 «übertr.» a) jmdn.
mit jmdm. bekannt machen »Sie
stellte ihren neuen Freund vor.« b) etw.
(der Öffentlichkeit) präsentieren 3
etw., jmdn. unmittelbar vor etw. stel¬
len 4 «Uhr» die Zeiger vorrücken
(lassen) »Erstellte die Uhr vor.«
vorjsteijlan, sich: stellst dir/dich vor;
stelltest dirjdich vor; hast dir/dich
vorgestellt 1 dich a) sich jm«im. be¬
kanntmachen »Sie stellte sich als neue
Kollegin vor.« b) sich bei jmdm. (ver-
abredungs-, weisungsgemäß) melden,
einfinden 2 dir sich im Geiste ein Bild
machen »Er stellte sick vor, wie es im
Urlaub sein würde.«
vgrjstel|lig: Adv. in der Wendung bei
jmdm. vorstellig werden: bei jmdm.
vorsprechen; sich an jmdn. wenden
»Um etw. zu erreichen, muß ich wohl
an höherer Stelle vorstellig werden.«
Vgijstel|!ung: die; - ; -en 1 in der Phan¬
tasie entwickeltes Bild von etw. »Er
hatte eine konkrete Vorstellung von ei¬
ner neuen Wohnung.« 2 das Sichvor-
stellen; das Miteinanderbekanntma¬
chen »Sie übernahm die Vorstellung
der Gäste.« 3 (Theater-)Aufführung
Die Vorstellung fällt aus.«
VgijstoB: der; -es; Vorstöße a) «meist
Milit.» zielstrebiges u. schnelles Ein¬
rücken in ein (feindliches) Gebiet »Sie
wagten den Vorstoß.« b) «übertr.» Ver¬
such, sich mit etw. durchzusetzen
voijsto|Ben: stoß(es) t vor; stieß(e)st
vor; bist vorgestoßen «meist Milit.»
zielstrebig u. schnell in ein (feindli¬
ches) Gebiet einrücken »Sie stießen in
neuere technische Dimensionen vor.«
Vorjstra]fe: die; - ; -n «Rechtsw.» Strafe,
die ein Täter bereits früher für eine
Straftat bekommen hat
voijstrecken (vor|strek|ken —> vorj-
strejcken): streckst vor; strecktest
vor; hast vorgestreckt 1 in Richtung
nach vorne strecken »Das Kind
streckte die Arme vor.« 2 «Geld» vor¬
läufig für jmdn. bezahlen; leihen
vprftäu|schen: täuschst vor; täuschtest
vor; hast vorgetäuscht etw. für wahr
ausgeben, was nicht wahr ist; etw.
fälschlich ausgeben als etw. anderes
Vortteil: der; -(e)s; -e 1 gewinnbringen¬
de Situation; Nutzen versprechende
Tatsache »Es ist mein Vorteil, daß ich
dort schon immer gearbeitet habe.« 2
(für jmdn., etw.) ein, von Vorteil sein:
für jmdn., etw. gut, vorteilhaft, gün¬
stig sein »Es wäre von Vorteil, wenn
wir heute schon einen genauen Termin
vereinbaren würden.«
vor|teil|hafb Adj. vorteilhafter; vorteil¬
hafteste Vorteile mit sich bringend
Vorftrag: der; -(e)s; Vorträge 1 Rede
über ein Thema »Der Professor hält
einen Vortrag.« 2 Vorführung, Auf¬
führung eines (Musik-)SoIos, Textes
o. ä. »Sein Vortrag des Gedichts begei¬
sterte alle.« 3 «Wirt.» Übertragen eines
Rechnungsbetrags auf eine neue Seite
o. ä.
vor|tra|gen: trägst vor; trugfejst vor;
hast vorgetragen 1 darlegen; offiziell
zur Kenntnis bringen »Er trug seine
Ansicht vor.« 2 aufführen; Vorsingen,
-sprechen »Er trug ein Gedicht vor.«
vorttreff|lich: Adj. ausgezeichnet; sehr
gut
Vor]tritt: der; -(e)s; -1a) Möglichkeit,
zuerst zu gehen b) [schweiz.] Vorfahrt
»Er nahm mir den Vortritt.« 2 jmdm.
den Vortritt lassen: 1. jmdn. als er¬
stell) vorangehen lassen »Einer
Dame läßt man immer den Vortritt!«
2. jmdm. die Möglichkeit geben, etw.
als erste(r) zu tun »Bei dieser Arbeit
lasse ich Ihnen gerne den Vortritt.«
vorjüber —> vojrjüjber. Adv. vorbei;
vergangen; nicht mehr vorhanden
»Die Gefahr ist vorüber.«
vor|über|ge|hen —> vo|r|ü|ber]ge|hen:
gehst vorüber; ging(e)st vorüber; bist
vorübergegangen 1 etw. passieren; an
etw., jm«lm. Vorbeigehen 2 (langsam)
enden »Das Erdbeben ging vorüber.«
Syn.: Vorbeigehen
vorjüber]ge|hend —*■ vo|rjüjberjgej-
hend: Adj. n. stg. nur eine kurze Zeit
dauernd
Vorjurjteil: das; -(e)s; -e vorgefaßte,
nicht fundierte, unbegründete Mei¬
nung »Die Behauptung, daß Frauen
nicht Auto fahren können, ist ein Vor¬
urteil!«
vprjurtteilstfrei/vorjurjteilsjios: Adj. n.
stg. ohne vorgefaßte Meinung
Voijyerffah|ren: das; -s; - «Rechtsw.» Er¬
mittlungsverfahren od. Wider¬
spruchsverfahren vor dem eigentli¬
chen Hauptverfahren
Vorjyer|kauf: der; -{e)s; - a) Möglich¬
keit, Eintrittskarten schon längere
Zeit vor der Veranstaltung zu kaufen
b) Stelle, an der man hn voraus Ein¬
trittskarten kaufen kann
Vorjveijtrag: der; -(e)s; -vertrage
~< Rechtsw.» Vertrag, der zum Ab¬
schluß eines Hauptvertrages ver¬
pflichtet
Vorn.: Abk. Vorwort
vorw.: Abk. 1 vorwärts 2 vorwiegend
Vorjwahl: die; - ; -en 1 Teil der Telefon¬
nummer, die einen Teilnehmer in ein
1280
VZR
Land, in ein bestimmtes Ortsnetz
bringt »die Vorwahl von Hamburg« 2
(politische) Wahl, bei der vorab ein
Meinungsbild hergestellt wird, Kan¬
didaten bestellt werden
Voijwand: der; -(e)s; Vorwände vorge-
"schobener Grund, etw. nicht tun zu
müssen
Vprjwarjnung: die; - ; -en Hinweis auf
eine kommende Gefahr
vorwärts: Adv. 1 a) nach vom »Das Ba¬
by robbt auf dem Bauch vorwärts.« b)
mit dem vorderen Bereich, Stück zu¬
erst 2 auf einen Erfolg zu »Mit der Ar¬
beit geht es gut vorwärts.« 3 etw. vor¬
wärts u. rückwärts können: {ugs.}
etw. sehr gut, gründlich können, wis¬
sen
—»• vorwärts ge|hen: s. vorwärtsgehen
Vorjwärts|gangr der; -(ejs; -gange
«Fahrzeug; eine(r) der Gänge, Getrie¬
beeinstellungen zum Vorwärtsfahren
vor]wärts|ge|tien —* vorwärts ge|hen:
geht vorwärts; ging vorwärts; ist vor¬
wärtsgegangen —*ist vorwärts ge¬
gangen*— (anscheinend) eine positi¬
ve Wendung nehmen
vorjweg: Adv. 1 vorher; vor Beginn der
eigentlichen Handlung »Ich möchte
vorweg noch ein paar Bemerkungen
machen.« 2 schon im Vorfeld von etw.
3 in erster Linie »Allen vorweg waren
die Eltern von dem Fest hingerissen.«
vor|weg|neh|men: nimmst vorweg; nah-
m(e)st vorweg; hast vorweggenommen
etw., was erst später zu behandeln
wäre, schon jetzt sagen od. tun
Vor|weih|nachts|zeit: die; -; - Zeit, Wo¬
chen vor Weihnachten, Syn.: Ad¬
ventszeit
vor|wei|sen: weist vor; wies(es)t vor;
hast vorgewiesen 1 jmdm. zeigen, vor¬
zeigen »Er konnte keine Papiere
vorweisen.« 2 etw. aufweisen; etw.
nachweisen können »Sie hat eine gute
Ausbildung vorzuweisen.«
vorjweijfen: wirfst vor; warf(e)st vor;
hast vorgeworfen 1 Vorwürfe machen;
jmdn. aufgrund eines Verhaltens kri¬
tisieren 2 Tieren Futter geben
vpijwiejgend: Adj. n. stg. in erster Linie;
überwiegend; vor allem
Vorjwitz: der; -es; - 1 Keckheit 2 Neu-
~gier
voijwit|zig: Adj. sich vorlaut, keck ge¬
bend (u. dabei leicht in Gefahr gera¬
ten können) »Er steckte seine Nase
vorwitzig in meine Angelegenheiten.«
Vcnjwoit: das; -(ejs; -e u. Vorwörter
Einleitung zu einem Buch o. ä.
Vorfwurf: der; -(e)s; Vorwurfe Vorhal¬
tung; kritische Äußerung
vprjwurfs|voll: Adj. strafend; mißbilli¬
gend
Vor|zei|chen: das; -s; - 1 etw., was auf
etw. (negatives) Kommendes hinweist
»Das ist ein schlechtes Vorzeichen.« 2
<Math.> Zeichen, das eine Zahl als po¬
sitiv od. negativ kennzeichnet 3 mit
umgekehrten Vorzeichen: vollkom¬
men entgegengesetzt
vgrjzeiglbar: Adj. so geartet, daß man
damit renommieren, sich damit zei¬
gen, sehen lassen kann
vor|zei|gen: zeigst vor; zeigtest vor; hast
vorgezeigt zur Begutachtung zeigen,
vorweisen
voijzei|tig: Adj. vor dem verabredeten,
vorgesehenen Zeitpunkt
vor|zie|hen: ziehst vor; zog(e)st vor;
hast vorgezogen 1 anderen gegenüber
bevorzugen »Ich ziehe Äpfel jeder an¬
deren Frucht vor.« 2 a) nach vorn, zu
sich hin ziehen »Zieh den Teller ein
wenig vor!« b) schließen; zuziehen
»die Gardine vorziehen« 3 früher, eher
beginnen lassen »Wir ziehen den Ter¬
min vor.«
Vprjzimjmer: das; -s; - Vorraum vor
dem Zimmer des Chefs als Arbeits¬
platz des Sekretärs, der Sekretärin
Vorjzug: der; -(e)s; Vorzüge 1 positive
"Eigenschaft einer Person od. Sache
»Das hat auch seine Vorzüge.« 2 Vor¬
rang, den etw. genießt; Priorität »Ich
gebe einem Badeurlaub den Vorzug
vor dem Wanderurlaub.« 3 jmdm., ei¬
ner Sache den Vorzug geben: jmdn.,
etw. besonders schätzen, es bevorzu¬
gen, begünstigen, vorziehen »Ich weiß
nicht, welcher von den beiden Wohnun¬
gen ich den Vorzug geben soll.«
vor[züg|lich: Adj. hervorragend; ausge¬
zeichnet; ohne etw. auszusetzen, zu
bemängeln
vorjzugs|wei|se: Adv. am liebsten; über¬
wiegend; vorwiegend
vo|Üe|ren: <fr.-engh /wotjren/ votierst;
votiertest; hast votiert [geh.] eine
Stimme abgeben; sich für etw. ent¬
scheiden; jmdn., etw. wählen
Vo)tiv|ta)fel: die; ~ ; -n <kath. Kirche; Ge¬
denktafel, die ein Gläubiger einem
Heiligen als Dank für dessen Beistand
gestiftet hat
Vgjtum: dat.-fr.-engh /wotum/ das; -s;
Voten Stimme für etw., jmdn.;
Stimmabgabe; Urteil »Ich gebe mein
Votum dem ersten Redner.«
Vovleur. dat.-fr.> /woWjör/ der; -s; -e u.
-s Person, die anderen unbemerkt bei
sexuellen Handlungen o. ä. zuschaut
VP: Abk. 1 Verkaufspreis 2
Verkaufsprogramm 3 Verkehrspoli¬
zei 4 Versicherte Person 5 Versuchs¬
person 6 <Fremdenverkehr> Vollpen¬
sion
Vpfl.: Abk. 1 Verpflegung 2 Verpflich¬
tungen)
VPS: Abk. «Unterhaltungselektronik; 1
«eng/.; video playback System = Vi¬
deowiedergabesystem = Speicherver¬
fahren für Videorekorder 2 Video-
Programm-System/Videoprogram-
mierungssystem = Kennsystem zur
Steuerung der Videoaufnahme
VR: Abk. 1 Verkaufsrecht 2 Verlags¬
recht 3 Verwaltungsrat 4 Völkerrecht
5 Videorekorder 6 Volksrepublik 7
Vorkaufsrecht
Vrg.: Abk. 1 Vereinigung 2 Vergangen¬
heit 3 Vergaser
Vfrn.: Abk. 1 Vermerk 2 Verminderung
Vrz(s) Abk. Verzeichnis
VS: Abk. 1 Verhandlungssache 2 Ver¬
kaufssumme 3 Verschlußsache 4 Ver¬
sicherungssumme
vs.: Abk. 1 väterlicherseits 2 dat» versus
= gegen
Vschr.: Abk. Vorschriften)
VSNR: Abk. Versicherungsnummer
Vst.: Abk. 1 <Elektrot.> Verstärker 2
Vorstand 4 Vorsteherin)
vst.: Abk. 1 a) verstanden b) verständ¬
lich 2 verstärkt 3 versteigert 4 voll¬
ständig
VSt(.): Abk. 1 Verbindungsstelle 2
Vergnügungssteuer 3 Vermögensteu¬
er 4 Verwaltungsstelle
vstdl.: Abk. verständlich
Vstg.: Abk. 1 Verständigung 2
Versteigerung 3 Versteuerung
v. St. w.: Abk. von Staats wegen
vtrw.: Abk. vertretungsweise
v. u.: Abk. von unten
vul|gän dat.-fr» /wulgär/ Adj. 1 ordinär;
in derber Sprache, Gestik o. ä. 2
[geh.; abwert.] wissenschaftlichen An¬
Sprüchen nicht genügend
Vuljkan: dal» /wulkan/ der; -(ejs; -e 1
(pöientiell) Lava ausstoßender, spei¬
ender Berg »Der Vulkan bricht aus.« 2
ein Tanz auf dem Vulkan: sorgloses,
unbekümmertes Verhalten in einer
gefährlichen Situation, Zeit o. ä.
Vul|kanjausjbruch: /wulkan-/ der;
-(ejs; -ausbrüche Austritt von Lava
od. Gasen aus einem Vulkan
Vul|ka|ni[sa|ti|on: /wulkanisazion/ die;
- ; -en «Technik; Chemie; Umwand¬
lung von Kautschuk in elastischen
Gummi durch Vernetzung der Ket¬
tenmoleküle
vul|ka|nl|sia|ren: /wulkanisiren/ vulkani¬
sierst; vulkanisiertest; hast vulkani¬
siert «Technik; Kautschuk durch
Vernetzung der Kettenmoleküle in
elastischen Gummi umwandeln
Vul|ka|nis|mus: /wulkanißmuß/ der; ~ ;
- «Geologie; alle Phänomene, die mit
Lava zu tun haben, die die Erdkruste
durchbrechen
Vul|ka|no|lo|gie: <gr.> /wulkanologi/ die;
-;- «Geologie; wissenschaftliches Ge¬
biet, das alle Phänomene beschreibt
u. erläutert, die mit Vulkanen zu tun
haben
Vul|va: </at.> /wulwa/ die; - ; Vulven
«Anat.; äußere Geschlechtsteile der
Frau
v. u. Z.: Abk. vor unserer Zeitrechnung
V\ft Abk. 1 Verkehrsverein 2
Verkehrsvorschrift(en) 3 Versiche¬
rungsverein 4 Verwaltungsvor-
schrift(en) 5 Vollversammlung
VW: Abk. 1 Verhältniswahl (im Gegen¬
satz zur Mehrheitswahl ziehen die
Vertreter der politischen Parteien bei
der Verhältniswahl entsprechend
dem prozentualen Anteil an Wähler¬
stimmen in die Parlamente ein) 2
Volkswagen 3 Volkswirtschaft 4 Vor¬
wort
VW: Kurzw. der; - u. -s; -s 1
Volkswagen weltweit arbeitender
deutscher Automobilkonzem mit Sitz
in Wolfsburg 2 a) Auto, das von der
Volkswagen AG produziert wird b)
VW-Käfer
Vw.: Abk. 1 a) Verwaltung b)
Verwalterin) 2 Verwendung 3 Ver¬
wertung 4 Volkswirt(schaftler)(in) 5
Vorwort
Vwz.: Abk. Verwendungszweck
VZ: Abk. 1 Versäumniszuschlag 2 Vor¬
auszahlung
Vz.: Abk. Verzeichnis
VZR: Abk. Verkehrszentralregister (in
Flensburg)
1281
w
w
W/w: /we/ das; - u. fugs.J -s; - u.
[ugs.] -s Schriftzeichen, dreiund¬
zwanzigster Buchstabe des deutschen
Alphabets
W: Abk. 1 «Größenangabe) waist <engb
= TaiUe(nweite) bei Hosengrößen 2
Währung 3 a) «Maßeinheit der elektri¬
schen Leistung) Watt (neben Voltam¬
pere, 1 W = 1 VA, 1 Voltampere) b)
«Elektrot.) Wechselstrom c) «Elek-
trot.> Widerstand 4 Wechsel = Ur¬
kunde, die ein Zahlungsversprechen
verbrieft 5 «Himmelsrichtung) Westen
6 Wetteramt 7 Wohnungsamt 8 «Che¬
mie) Wolfram (= ein Schwermetall) 9
Wert
W.: Abk. 1 «Landkarte) Wald 2 Währ¬
ung
w.: Abk. 1 weiblich 2 wenden! 3 a) werk¬
tags b) wöchentlich 4 westlich
W3: West 3 - drittes Fernsehpro¬
gramm in Deutschland, ausgestrahlt
vom Westdeutschen Rundfunk
(WDR)
WA: Abk. 1 Waschautomat 2 Washing¬
toner Artenschutzabkommen (das
den Handel mit gefährdeten Tier- u.
Pflanzenarten untersagt) 3 «Theater)
Wiederaufführung 4 Wirtschaftsab¬
kommen 5 wissenschaftlicher Aus¬
schuß
Wa.: Abk. 1 Waage 2 Wappen 3 Wa-
re(n)
WAA: Abk. Wiederaufbereitungsanlage
= Anlage zur Wiederaufbereitung
abgebrannter Brennelemente eines
Kernkraftwerkes
Waag: die; - -1 fbayr.] Wasser (in be¬
drohlichen Mengen); Flut 2 linker
Donaunebenfluß (in Tschechien)
Waalqe: die; - ; -n 1 Vorrichtung, Gerät,
um das Gewicht von etw. od. jmdm.
zu ermitteln 2 «Sport) Übungselement
im Turnen o. ä- 3 «Astrologie) a) o. PI.
Sternkreiszeichen (24.09.-23.10.) b)
Person, die in dieser Zeit, unter dem
Stemkreiszeichen Waage (2a) gebo¬
ren wurde 4 sich, einander die Waa¬
ge halten: [geh.] dieselben Qualitäten
od. Quantitäten haben
waalqelrecht/waaqlrecht: Adj. n. stg.
horizontal verlaufend; zu einer senk¬
rechten Linie o. ä. im rechten Winkel
verlaufend, Syn.: horizontal, Ant.:
vertikal; senkrecht
Waalgelrechlte/Waaglrechlte: die; -n;
-n waag(e)recht, horizontal verlaufen¬
de Linie, Gerade, Syn.: [fremdsprl.)
Horizontale
Waaglschalle: die; - ; -n 1 eine(r) von
zwei an den Enden eines Waagebal¬
kens befestigten Behältern, Tellern,
Schalen o. ä., in/auf die das zu wie¬
gende Gut, die Ware od. (geeichte)
Gegengewichte gelegt wird, um das
Gewicht zu ermitteln 2 jmd. wirft etw.
In die Waagschale: 1. jmd. gibt etw.
(für eine Entscheidung) zu beachten
2. jmd. versucht, eine Situation zu sei¬
nen Gunsten zu beeinflussen, in sei¬
nem Sinne zu entscheiden 3 jedes
Wort auf die Waagschale, Goldwaa¬
ge legen: 1. alles, was gesagt wird, all¬
zu ernsthaft bedenken 2. alles zu
wörtlich nehmen u. manchmal daher
zu schnell beleidigt reagieren
Waal: die; - ; - Mündungsarm des
Rheins im niederländischen Rhein¬
delta
wab|be|lig/wabb|lig: Adj. [ugs.] weich;
nicht fest u. bei Bewegung leicht zit¬
ternd, in eine wackelnde, schlabbern¬
de Bewegung geratend, Syn.: gallert¬
artig; weich, Ant.; fest
Wa|be: die; - ; -n meist sechseckige, aus
Wachs gebildete Zelle, Einheit des
Bienenstocks, in der ein Ei abgelegt u.
Honig für die Larven gesammelt wird
Wa|ben|ho[nig: der; -s; - Honig, der aus
neu gebauten Waben gewonnen wird
wajbern: waberst; wabertest; hast gewa¬
bert [landsch.] a) sich ohne bestimmte
Richtung träge hin- u. herbewegen b)
«Feuer; Licht) unruhig flackern
«rach: Adj. a) n. stg. sich nicht im Zu¬
stand des Schlafens befindend b)
nicht den Wunsch nach Schlaf ver¬
spürend c) sehr aufmerksam (u.
intelligent) »Er hat einen wachen Ver¬
stand.« Ant.: <a> schlafend; <b> schläf¬
rig; müde; <c> langsam; träge
—* wach hgl|ten: s. wachhalten
Wach- und SchlieBjge|sell[schaft: die;
- ; -en privates Sicherheitsuntemeh-
men zur Überwachung von Gebäu¬
den, Grundstücken o. ä.
Wach|ab|lö|sung: die; - ; -en «meist Mi¬
ßt.) Ersetzung eines Wachhabenden;
regelmäßig stattfindender Austausch
von Personen, Soldaten, die etw. be¬
wachen
Wajch|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit
unbestimmtem Art.: ein Wachbeam-
ler; eine Wachbeamte; zwei Wachbe¬
amte) weibl. auch Wa|ch|be|am|tin:
die; - ; -nen [österr.; amtssprl.] Polizi¬
sten)
Wach|dienst: der; -(e)s: -ei o. PI. Auf¬
gabe des Überwachens u. Schützens
von etw. 2 a) Personengruppe, die für
die Bewachung von etw. verantwort¬
lich ist b) Firma, die die Bewachung
von etw. gegen Bezahlung übernimmt
Wa|ehe: die; - ; -n 1 a) eine od. mehrere
Person(en), die auf etw. od. jmdn.
aufpaßt/-passen u. darauf achtet/ach-
ten, daß nichts (Unrechtmäßiges) ge¬
schieht b) o. PI. das Aufpassen auf
jmdn. od. etw. c) Ort, Gebäude, an
dem Sicherheitspersonal anzutreffen
ist d) Polizeistation 2 Wache stehen,
schieben: [soldatensprl.] Wachdienst
leisten
—> Wajche stejhend: s. wachestehend
wa|chen: wachst; wachtest; hast ge¬
lwacht a) nicht schlafen b) nicht schla¬
fen u. dabei auf etw., jmdn. aufpas¬
sen, etw., jmdn. beschützen c) genau
auf etw. achten
wajche|ste|hend —* Waj<die stejhend:
Adj. n. stg. auf seinem Wachposten,
auf Wache
wach|hal|ten —*• wach hälften: hältst
wach; hielt (e)st wach; hast wachge¬
halten —*hast wach gehalten<— a)
«Person) jmdn. am Schlafen hindern,
dafür sorgen, daß jmd. wach bleibt,
nicht einschläft b) «übertr.) etw. ge¬
währleisten; den Bestand von etw. si¬
chern »Wir kalten die Erinnerung an
unsere Mutter wach.«
Wach|heit: die; ~-1 [geh.] Zustand des
Wachseins 2 sehr rege geistige Verfas¬
sung; Intelligenz
Wachjhund: der; -(ejs; -e Hund, der
zum Schutz, zur Bewachung von etw.
ausgebildet ist, gehalten wird
Wachjmann: der; -(e)s; -männer u.
~leute 1 den Wachdienst ausführende
(bei einer privaten Wachfirma ange¬
stellte) Person 2 [österr.] Polizist
Wach]mann|schaft: die; - ; -en a)
«Mißt.) militärische Einheit, Gruppe
von Personen, die für den Wachdienst
zuständig ist b) Angehörige eines pri¬
vaten Wachdienstes, die ein Objekt
bewachen, sichern
Wa|chol|der: der; -s; ~ 1 <BoD immer¬
grüner Strauch od. kleiner Baum, der
zu den Nadelhölzern gehört u. blau¬
schwarze Beeren hervorbringt, die
zum Würzen od. zur Wacholder¬
branntweinherstellung verwendet
werden 2 kurz für Wacholderbrannt¬
wein
Wa|chol|deijschnaps: der; -es;
-schnapse [ugs.] Branntwein, der aus
Wacholderbeeren hergestellt wird
Wach|po|sten/Wacht|po|sten —»
Wach|posjten/Wachtjpos|ten: der; -s;
- «meist Mißt.) wachestehende Per¬
son, meist Soldat(in); Aufpasserin)
wach]rujfen: rufst wach; rief(e)st wach;
hast wachgerufen etw. erneut in Erin¬
nerung, ins Bewußtsein bringen; wie¬
dererwecken, wieder, erneut entste¬
hen (lassen)
wachjrütjtetn: rüttelst wach; rütteltest
wach; hast wachgerüttelt 1 eine schla¬
fende Person durch Schütteln wecken
2 jmdm. etw. (Negatives) plötzlich ins
Bewußtsein rufen u. ihn dadurch ak¬
tiv werden lassen
Wachs: /wakß/ das; -es; -e (PI. s.) 1 von
Bienen für den Bau der Waben pro¬
duzierte Masse, die bei höheren Tem¬
peraturen flüssig wird u. zur Herstel¬
lung z. B. von Kerzen benutz) wird 2
(wie) Wachs in jmds. Händen sein:
bei jmdm., in Hinsicht auf jmdn. in
fast allen Dingen nachgeben »Sie ist
so verliebt in ihn, daß sie wie Wachs in
seinen Händen ist.«
Wachs|ab[druck: /wakß-/ der; -(ejs;
-abdrücke Abdruck” von etw. in (zur
Zeit der Entstehung weichem) Wachs
1282
Waffe
»Der Zahnarzt machte einen Wachs¬
abdruck von meinem Unterkiefer.«
Wachs|ab|gu8 —> Wachs|ab|guss:
/wakß-/ der; -abgusses; -abgüsse Ab¬
druck von etw. in (zur Zeit der Entste¬
hung weichem) Wachs
wach|sam: Adj. 1 sehr aufmerksam,
achtsam; Vorgänge sehr genau verfol¬
gend; auf alles, etw. genau achtend,
Syn.: aufmerksam; vorsichtig, Ant.:
unaufmerksam; unvorsichtig 2 Holz¬
auge, sei wachsam: [ugs.] Hinweis
od. Warnung an jmdn., gut aufzupas¬
sen, aufmerksam, achtsam zu sein
Wachs|boh|ne: /wakß-/ die; - ; -n <Bot.>
a) Bohnenpflanze, die gelbliche Scho¬
ten u. Samen hervorbringt b) Frucht,
Schote der Wachsbohne (a)
wachsen: /wakßen/ wachst; wachstest;
hast gewachst etw. (zur besseren
Gleitfähigkeit u./od. zur Pflege) mit
Wachs einreiben »Skier wachsen«
wach|sen: /wakßen/ wächst; wuchsest;
hist gewachsen 1 a) <meist Lebewesen)
an Länge, Höhe, Umfang gewinnen
»Das Kind ist sehr gewachsen.« b) zah¬
lenmäßig, mengenmäßig zunehmen
»Die Bevölkerung ist im letzten Jahr
stark gewachsen.« 2 an (innerer) Stär¬
ke gewinnen; intensiver werden Syn.:
<1; 2> größer werden; «oft bei Pflanzen,
Blumen) sprießen; keimen; <2> zuneh¬
men, Ant.: <1; 2> Stillstehen; <2> nach¬
lassen 3 etw., jmdm. gewachsen
sein: es mit etw., jmdm. aufnehmen
können; sich in Hinsicht auf etw., ge¬
gen jmdn. durchsetzen können; allen
Anforderungen genügen
wäch|sern: /wäkßern/ Adj. 1 n. stg. her-
"gestellt aus "Wachs 2 [geh.] äußerst
blaß »wächserne Haut«
Wachs[farjbe: /wakß-/ die; - ; 1 Far¬
be zum Malen, deren Farbstoff mit
Hilfe von Wachs gebunden ist 2 Farb¬
stoff, mit dem Wachs (z. B. für Ker¬
zenfeingefärbt wird
Wachsjfijgur. /wakß-/ die; - ; -en wäch¬
serne Nachbildung, aus Wachs gefer¬
tigte Figur (eines Menschen, Tieres)
Wachs|ker|ze: /wakß-/ die; - ; -n aus
Wachs hergestellte, bestehende Kerze
Wachs|mal|krei|de: /wakß-/ die; - ; -n
Malstift, der aus Wachsfarbe besteht
Wachs|mo|dell: /wakß-/ das; -(ejs; -e 1
Wachsform, -muster zur Herstellung
einer Gußform 2 Entwurf aus Wachs
als Vorlage für gleichartige Nachbil¬
dungen
Wach|sta|ti|on: die; - ; -en Kranken¬
hausstation, -abteilung für Patienten,
die ständig beobachtet, überwacht,
kontrolliert werden müssen, Syn.: In¬
tensivstation
Wachstuch: /wakß-/ das; -(e)s; -e u.
-tücher 1 PI. -tücher aus wachsähnli¬
chem Stoff gefertigte Tischdecke 2 Pi.
-e auf einer Seite mit Wachs od. einer
Schicht aus wasserabweisendem
Kunststoff o. ä. überzogene(s)(r) Ma¬
terial, Stoff
Wachstum: /wakßtum/ das; -s; - a) «Le¬
bewesen) Größerwerden des Körpers;
positive (äußerlich erkennbare) Ent¬
wicklung b) zahlenmäßige, mengen¬
mäßige Zunahme Syn.: <b> Zunahme;
Anstieg
Wachs|tums|bran|che: /wakßtumß-/
die; - ; -n <Wirt.> Wirtschaftszweig,
der eine Steigerung (des Umsatzes,
der Produktion) erfährt, voraussicht¬
lich durchmachen wird
Wachs|tums|in|du|strie —» Wachst-
tums|in|dujs|t|rie: /wakßtumß-/ die;
-; -n (wakßtumßindußtrienl <Wirt.> In¬
dustriezweig, der großes Wachstum,
Umsatzerhöhungen aufweist, erwar¬
ten läßt
Wachs|tums[rafte: /wakßtumß-/ die; - ;
-n «Wirt.) (in Prozentzahlen ausge-
drückte(r)) Rate, Umfang der Um¬
satz-, Produktionssteigerung eines
Staates (od. Industriezweiges, einer
Firma o. ä.) in einem definierten Zeit¬
raum
wachs|welch: /wakß-/ Adj. 1 n. stg. die
Beschaffenheit von warmem Wachs
habend 2 [ugs.; oft abwert.] a) mit
Angst erfüllt; aus Angst schnell nach¬
gebend b) die eigene Meinung nicht
klar herausstellend; in opportunisti¬
scher Absicht keinen festen Stand¬
punkt beziehend
Wacht: die; - ; -en a) Bewachung u. Si¬
cherung von Gebäuden od. Anlagen
b) die Bewachung von etw., jmdm.
durchführende Person od. Personen¬
gruppe c) Personengruppe, Instituti¬
on, die gegebenenfalls, notfalls Ret¬
tungsmaßnahmen einleitet
Wächjte —> Wech|te: die; - ; -n
fschweiz.] überEängender Schnee an
Abgründen im Hochgebirge (der
durch den Wind angeweht wurde)
Wachtel: die; ~ ; -n amselgroßer Hüh¬
nervögel, der einen kurzen Schwanz
u. braunes Gefieder hat, das auf der
Oberseite meist gelblich od. schwarz
gestreift ist
Wächter: der; -s; - weibl. Wäch|te|rin:
die; - ; -nen Person, die etw., jmdn.
vor Schaden schützt, bewacht
Wachtjmei|ster —»• Wacht|meis|ter:
der;-s;~ weibl. Wacht|mei|ste|rm—>
Wacht|meis|te|rin: die; ~ ; -nen 1 a) o.
PI. unterster Dienstgrad von Polizi¬
sten (im mittleren Dienst) b) den
Dienstgrad 'Wachtmeister’ (a) inne-
habende(r) Polizist(in) 2 nur männl.
Form «Milit.; hist.) Feldwebel (im
Heer)
Wacht(pojsten/Wach|pojsten —».
Wacht|pos|ten/Wach|pos|ten: der; -s;
- "«meist Milit.) wachestehende Per¬
son, meist Soldat(in)
Wachftraum: der; -(ejs; -träume «meist
Psychologie) traumhafte Erschei¬
nung, die im wachen Zustand erfah¬
ren wird, Syn.: Tagtraum
Wachtftunm/Wachfturm: der; -(ejs;
-türme «meist"Milit.) hoher Turm, der
Wächtern einen guten Überblick über
umliegende Gebiete gewährleistet
Wach|zu|stand: der; -(ejs; -zustande
das Wachsein; Zustand, nicht zu
schlafen, Ant.: Schlaf
Wacke|lei (Wak|ke|lei —* Wa|cke|lej):
die; - ; - [ugs.; meist abwert.] andau¬
erndes, ständiges Hin- u. Herbewegen
mit kleinen, unruhigen Bewegungen
wacke|lig (wak|ke|lig —» wajckejlig)/
wackjlig: Adj. 1 a) sich (unkontrolliert
ein wenig) bewegend; nicht fest auf
dem Boden stehend b) nicht fest zu¬
sammengefügt; unstabil, lose befe¬
stigt, angebracht 2 [ugs.] mit wenig
Kraft; unsicher u. schwächlich 3
«übertr.) [ugs.] unsicher, bedroht im
Fortgang, in der positiven Entwick¬
lung
Wackel|kon|takt (Wak|kel|kon|takt —>
Wa|ckel|kon|takt): der; -(ejs; -e
«Elektrot.) durch Fehler in einer elek¬
trischen Leitung auftretende unregel¬
mäßige Stromversorgung mit (kur¬
zen) Ünterbrechungen
wackeln (wak|keln —> wa|ckeln): wak-
kelst; wackeltest; hast/bist gewackelt
1 hast a) nicht stabil sein; hin u. her
schwanken »Der Stuhl wackelt.« b)
sich leicht schwankend hin u. her be¬
wegen 2 bist [ugs.; scherzh.] a) gemüt¬
lich, langsam gehen b) sich unsicher,
schwankend langsam fortbewegen,
gehen 3 hast an etw. rütteln; etw. zu
bewegen versuchen »Er wackelte an
der Tür.« 4 hat «übertr.) [ugs.] gefähr¬
det sein; verloren zu gehen drohen
»Sein Arbeitsplatz wackelt.«
Wackellpafter (Wak|kel|pe|ter —> Wa|-
ckel|pe|ter)/WackeI|pudjding (Wak|-
kel|pud]ding —> Wa|ckeljpud|ding):
der; -s; ~ [ugs.; scherzh.] geleeartige,
mit viel Gelantine u. Fruchtsaft her¬
gestellte Nachspeise
wacker (wak|ker —* wajeker): Adj. 1
[veralt.] in der Wesensart anständig,
ehrlich, rechtschaffen 2 [landsch.;
ugs.] mit Energie einsetzend, schnell
wack]lig/wacke]lig (wak|ke|Jig—> wa|-
cke|lig): Adj. 1 a) sich (unkontrolliert
ein wenig) bewegend; nicht fest auf
dem Boden stehend b) nicht fest zu¬
sammengefügt; unstabil, lose befe¬
stigt, angebracht 2 [ugs.] mit wenig
Kraft; körperlich unsicher u.
schwächlich 3 «übertr.) [ugs.] unsi¬
cher, bedroht im Fortgang, in der po¬
sitiven Entwicklung
Wa|de: die; ~ ; -n <Anat.> hinterer Teil
des menschlichen Unterschenkels
Wa|den|bein: das; -(ejs; -e<Anat.> dün¬
nerer der zwei Unterschenkelknochen
wa|den|hoch: Adj. n. stg. bis zur Wade,
bis ein Stück unter das Knie reichend;
von unten betrachtet in Höhe der
Wadenmitte endend
Wa|den|krampf: der; -(ejs; -krämpfe
«Med.) plötzliche, schmerzhafte An¬
spannung der Wadenmuskulatur
Wa|den|wickel (Wa|den|wik|kel —»
Wajdenlwi|ckel): der; -s; - «Med.)
Umwickelung der Waden mit kalten
bis lauwarmen Tüchern, um Fieber
zu senken
Waf|fe: die; - ; -n 1 a) Gegenstand zum
Angriff, zur Verteidigung, für einen
Kampf »Pistolen, Gewehre, Dolche
usw. sind Waffen.« b) (ideelles) Mittel,
sich gegen etw. od. jmdn. zur Wehr zu
setzen, jmdn. anzugreifen »Ihre
Kenntnisse über seine Vergangenheit
waren eine wirksame Waffe.« 2 «Tien
a) Schnäbel und Krallen bei Vögeln b)
PI. vorstehende Zähne im Maul von
Flußpferden c) Reißzähne bei Raub¬
tieren 3 a) unter Waffen stehen: [geh.]
eine bewaffnete Armee für einen
eventuellen Krieg bereithalten b)
jmdn. zu den Waffen rufen: [geh.; ver¬
alt.] die Mobilmachung ausrufen;
jmdn. einberufen 4 jmdn. mit seinen
eigenen Waffen schlagen: die glei¬
chen Listen, Mittel od. Methoden wie
der andere anwenden, um den Sieg zu
1283
Waffel
erreichen 5 die Waffen strecken:
[geh.] keine (körperliche od. argu¬
mentative) Gegenwehr mehr leisten;
aufgeben; keine Gegenargumente
mehr finden 6 die Waffe gegen sich
selbst kehren, richten: [geh.] Selbst¬
mord mit einer Waffe (1 a) begehen
Wafjfel: aiiederh die; ~ ; -n 1 a) Teigge¬
bäck, das in einem speziellen (elektri¬
schen) Eisen, Gerät ausgebacken
wird u. dabei eine typische, regelmä¬
ßige Musterung mit vielen kleinen
Einbuchtungen erhält b) aus harten
Waffelteigstücken, Füllungen, Über¬
zug (aus Schokolade) o. ä. hergestell¬
tes Gebäckteil 2 einen an der Waffel
haben: [ugs.] nicht (mehr) ganz nor¬
mal sein; spinnen
Wafjfenjar|se|nal: das;-(e)s; -e Waffen-
Tager, Depot für Waffen; WafFen-
sammhmg
Wafjfen|gatjtung: die; -; -en <Milit> Teil
der Streitkräfte, unterschieden nach
dem Betätigungsfeld (Land-, See-,
Luftstreitkräfte)
Wafjfenlgajwatt: die; - ; - a) Benutzung
von Waffen b) mit Waffengewalt: un¬
ter (Androhung von) Benutzung einer
(Schuß-)Waffe
Wafjfen|han|def: der; -s; - (illegaler)
Kauf u. Verkauf von Waffen
Wafjfenfkunjde: die; ~; - Lehre von Auf¬
bau u. Funktion von Waffen (mit ei¬
nem zweiten Schwerpunkt auf deren
(Kultur-)Geschichte)
Wafjfen|la|ger: das; -s; - größere
Sammlung von Waffen; Waffendepot
Waf|fen|lie|fe|rung: die; - ; -en a) das
Bringen, der Transport bestellter, ge¬
kaufter Waffen im Rahmen eines
Waffenhandels b) Waffen, die mit ei¬
ner Waffenlieferung (a) zu jmdm., an
einen Ort gelangen
Wafjfen|ru|he: die; - ; -n <Milit.> zeitwei¬
lige Unterbrechung von Kriegshand¬
lungen zweier verfeindeter Parteien;
zeitweiliger Waffenstillstand
Waf|fen|schein: der; -(e)s; -e amtliches
Genehmigungsschreiben, das das
Recht zum Kauf u. Besitz von Schu߬
waffen bescheinigt
Wafffen|sti!l!stand: der; -(e)s; - <Milit.>
oft im Vorfeld eines Friedensvertra¬
ges (vertraglich, schriftlich) verein¬
barte Waffenruhe; Niederlegung der
Waffen, Beendigung der Feindselig¬
keiten
Wag.: Abk. a) Wagen b) Waggon
wäg|bar. Adj. n. stg. [geh.] (in seiner
Ausprägung, den Folgen) kalkulier¬
bar, abschätzbar, vorhersehbar
greller Gefahr^ einem Risiko verbun¬
den, behaftet 2 (leichtsinnig) gefährli¬
che Situationen riskierend, herbeifüh¬
rend; Gefahr mißachtend; auf toll¬
kühne, verwegene Art
Wa]ge|hai|sig|keit/Wag|hal|sig|keit die;
- ; - 1 Risikofreude; übertriebener,
leichtsinniger Mut 2 aus Risikofreude
erwachsende, resultierende (leichtsin¬
nige) Handlung, oft Mutprobe
Wä]gel|chen: das; -s; - [verniedlichend]
kleiner Wagen
Wajgejmut: der; -fe)s; - Risikofreude;
Bereitschaft, Gefahren (für ein loh¬
nendes Ziel) auf sich zu nehmen
wajge|mu|tlg: Adj. bereit, sich einer Ge¬
fahr zu stellen, Syn.: risikoreich;
kühn, Ant.: vorsichtig; vernünftig
Wajgen: der; -s; - u. {süddt.; österr.J
Wägen 1 a) (von Tieren gezoge¬
nerer)) Fahrzeug od. Anhänger, mit
dem Lasten, Personen o. ä. transpor¬
tiert werden können b) motorisiertes
Fahrzeug, das Lasten, Personen o. ä.
transportieren kann Syn.: <b> Auto 2
sich (nicht) vor jmds. Wagen span¬
nen lassen: sich (nicht) für etw. ein¬
setzen, mißbrauchen lassen, von dem
ein anderer profitiert »Ich soll für sein
Geschäft kostenlos Werbung machen,
aber ich lasse mich nicht vor seinen
Wagen spannen.« 3 jmdm. an den
Wagen fahren: [ugs.] jmdm. etw. an¬
lasten od. antun wollen »Mir kann
das Finanzamt nicht an den Wagen
fahren, ich habe alles korrekt ange¬
geben.« 4 das fünfte Rad am Wagen
sein: [ugs.] sich überflüssig fühlen;
überflüssig sein »Ich gehe nicht mit
dem Ehepaar zum Ball, ich käme mir
wie das fünfte Rad am Wagen vor.« 5
der Große, Kleine Wagen: «Astrono¬
mie> ein Sternbild; Kombination von
Sternen, die scheinbar die Umrisse,
Eckpunkte eines Wagens (la) bilden
wajgen: wagst; wagtest; hast gewagt 1
sich etw. Zutrauen; sich trauen, etw.
zu tun; ein Risiko eingehen, Syn.: ris¬
kieren 2 frisch gewagt ist halb ge¬
wonnen; wer (nicht) wagt, (der nicht)
gewinnt: Aufforderung od. Bemer¬
kung, daß jmd. etw. riskieren soll od.
riskiert (denn wenn man nichts ein¬
setzt, kann man auch keinen Erfolg
haben)
wäjgen: wägst; wogstjwägtest; hast ge¬
wogen! gewagt 1 [fachsprl ] etw. ab¬
wiegen; mit Hilfe einer Waage das
Gewicht bestimmen »Getreide wä¬
gen« 2 [geh.] etw. von allen Seiten be¬
leuchten; etw. genau untersuchen,
überdenken 3 erst wägen, dann
wagen!: vor einer Entscheidung müs¬
sen zunächst alle Argumente, Risiken
berücksichtigt werden
Wa|genjfüh|rer: der; -s; - weibl. Wal-
genjfühjrejrin: die; - ; -nen [amtssprh]
(Straßen-)Bahnfahrer(in); Person, die
einen Zug, eine* Straßenbahn lenkt,
führt
Wa|genjhe|ber: der; -s; - mechanisches
oder hydraulisches Werkzeug, mit
dem man ein Fahrzeug anheben kann
(um einen Reifen zu wechseln)
Wajgenjla|dung: die; - ; -en Frachtgut,
das mit einem Wagen befördert wird;
diejenige Menge von Transportgut,
die in einen Wagen, ein Fahrzeug hin¬
einpaßt
Wa]genjpa|piefre: die (PL) [ugs.] Kraft¬
fahrzeugschein (u. -brief), der zu ei¬
nem bestimmten Fahrzeug, Wagen,
Auto ausgestellt wurden
Wajgenjtyp: der; -(e)s; -en Art, genaue
Bezeichnung, Klassifizierung eines
Fahrzeuges
Wag|gon —> auch Wa|ggn: <niederl.~
engl.> /waggpng, waggong u. [österr.]
waggon/ der; -s; -s u. [österr,] -e Ei¬
senbahn-, Güterwagen
wag|haljsig/wajge|hal|sig: Adj. a) mit
großer Gefahr, einem Risiko verbun¬
den, behaftet b) leichtsinnig gefährli¬
che Situationen riskierend, herbeifüh¬
rend; Gefahr mißachtend; auf toll¬
kühne, verwegene Art
Wag|hal|sig|keit/Wa|ge|hal(sig|kerfc die;
- ; - 1 Risikofreude, übertriebener
Mut 2 aus Risikofreude erwachsende,
resultierende (leichtsinnige) Hand¬
lung, oft Mutprobe
Wag|nis: das; -ses; -se a) gefahrliche(s)
Handlung, Unternehmen b) Gefahr,
einen Schaden zu erleiden, Syn.: <1; 2>
Risiko
—> Wa|gon: s. Waggon
Wahl: die; ~ ; -en 1 a) o. PL Entschei¬
dung für eine von mehreren Möglich¬
keiten »Meine Wahl fiel auf das rote
Kleid.« b) <meist Pol.) Entscheidung
durch Stimmabgabe von Berechtig¬
ten, Abstimmung darüber, welche
Personen bestimmte Ämter, Funktio¬
nen übernehmen sollen »Bundestags¬
wahl« c) das Gewähltwerden (in ein
Amt o. ä.) 2 [kaufmannssprl.] Wert¬
klasse; Güteklasse a) erste Wahl: erst¬
klassig; auserlesen »Die Tomaten sind
erste Wahl ( = sehr gut).« b) zweite
Wahl: mäßig; zweitklassig »Der Pullo¬
ver ist zweite Wahl (= mit (kleinen)
Fehlem).« 3 Wer die Wahl hat, hat die
Qual: Bemerkung bei einer großen
Auswahl, vielen Möglichkeiten, wo¬
bei es für jmdn. dann schwierig ist,
sich für etw. zu entscheiden 4 Wahltag
ist Zahltag: bei einer Wahl erhalten
diejenigen, die (wieder)gewählt wer¬
den wollen, die Anerkennung od. Ab¬
lehnung der Wähler
Wahlakt: der; -(e)s; -e das Abstimmen
eine(r)(s), aller zu einer Wahl berech¬
tigten, zugelassenen Teilnehmer(in-
nen)
Wahl[al|ter. das; -s; - <Rechtsw.; Pol.)
vom Gesetz vorgeschriebenes Min¬
destalter, um an einer (politischen)
Wahl teilnehmen zu dürfen
Wahljaufjruf: der; -(e)s; -e Aufforde¬
rung zur Teilnahme an einer (politi¬
schen) Wahl
Wahljausjschuß —> Wahl|au$|schuss:
der; -ausschusses; -ausschüsse Gre¬
mium zur Überwachung des Ablaufs,
zur (lokalen) Auszählung, Auswer¬
tungeiner Wahl
wählbar: Adj. 1 n. stg. als Kandidat für
eine Abstimmung zur Berufung in ein
Amt berechtigt, zur Verfügung ste¬
hend 2 [ugs.] ein solches Programm
vertretend, solche Auffassungen, Ab¬
sichten habend, daß man dafür stim¬
men kann
Wahl]be|nach|rich|ti|gung: die; ~ ; -en
[amtssprl.] mit der Post verschickte
Mitteilung an den Wähler, die über
Ort u. Termin einer politischen Wahl
informiert
wahljbe|rech|tigt- Adj. n. stg. alle Vor¬
aussetzungen zur Teilnahme an einer
(politischen) Wahl erfüllend
Wahl|be|rech(tig|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Wahlbe¬
rechtigter; eine Wahlberechtigte; zwei
Wahlberechtigte) Person, die die Vor¬
aussetzungen zur Teilnahme an einer
(politischen) Wahl erfüllt
Wahl|be|tei|li|gung: die; - ; -en Anzahl
der Teilnehmer an einer Wahl im Ver¬
hältnis zu den Wahlberechtigten
1284
Wahrheit
Wahl|be|zirk: der; -(e)s; -e <Pol.> Be¬
reich innerhalb eines Wahlkreises, für
den ein Wahllokal zuständig ist
wähjlen: wählst; wähltest; hast gewählt
1 a) zwischen verschiedenen Möglich¬
keiten entscheiden b) durch die be¬
rechtigte Stimmabgabe abstimmen,
welche Personen welche Ämter,
Funktionen besetzen sollen 2 <Tele¬
fon> eine Tastatur betätigen, um eine
Verbindung mit einem anderen Teil¬
nehmer, Telefon o. ä. herzustellen
Wählten der; -s; - weibl. Wäh|le|iin: die;
- ; -nen an einer (politischen) Wahl
teilnehmende Person; zur Teilnahme
an einer Wahl berechtigte Person
Wäh|leitaufttrag: der; -(e)s; -aufträge 1
<Pol.> Auftrag der Wähler, als Souve¬
rän in einer Demokratie zur Bildung
einer Regierung in der Zusammenset¬
zung, die durch das Ergebnis einer
Wahl angezeigt wird 2 <früher DDR>
Mandat eines Abgeordneten
Wahl|eiifolg: der; -(e)s; -e positiver
Ausgang einer Wahl für jmdn.; (in
der Relation) hoher, höchster Anteil
an abgegebenen Wählerstimmen
Wahl|er|geb|nis: das; -ses; -se Resultat,
Abstimmungsergebnis einer Wahl
wäh|le|risch: Adj. sehr genau prüfend;
nicht alles akzeptierend; nicht leicht
zufriedenzustellen Syn.: anspruchs¬
voll, Ant.: anspruchslos
Wäh|lerjveijzeich|nis: das; -ses; -se
[amtssprl.} amtliche Liste, in der alle
Wahlberechtigten eines Stimmbezirks
aufgeführt sind
Wahl|frei|heit: die; - ; - Möglichkeit,
nach eigenem Ermessen zu wählen,
zu entscheiden
Wahl|ge|heim|nis: das; -ses; - <Rechtsw.>
Grundsatz der geheimen Stimmabga¬
be, welches die Entschließungsfreiheit
des Wählers sichert
Wahl|kreis: der; -es; -e <Pol.> Bezirk, in
dem sich Abgeordnete(nkandidaten)
des Parlaments den Bürgern zur di¬
rekten Wahl stellen
Wahl|li|ste —» Wahl|lis|te: die; - ; -n
Verzeichnis der für eine Wahl aufge¬
stellten, zur Verfügung stehenden
Kandidaten, Personen, Parteien o. ä
wahl|los: Adj. n. stg. nach dem Zufalls¬
prinzip, ohne Plan handelnd; keine
Reihenfolge einhaltend
Wahl|mo|dus: der; - ; -modi Regeln,
Vorgehensweise, die bei einer Wahl
angewendet werden/wird, nach de-
nen/der bei einer Wahl verfahren
wird
Wahl[niejder|la|ge: die; - / -n Mißerfolg
bei einer Wahl
Wahl|pe|ri|ode —> Wahl|pe|ri|o|de: die;
- ; -n oneist Pol.> im Gesetz o. ä. fest¬
gelegter Zeitraum, Zeitabstand zwi¬
schen zwei Wahlen
Wahlpflicht: die; - ; -en <Pol.> gesetzli¬
che Verpflichtung für einen wahlbe¬
rechtigten Bürger, an einer politi¬
schen Wahl teilzunehmen
Wahl|pro|gramm —* Wahl|pro|g|ramm:
~das; -(e)s; -e schriftlich festgehaltene
Absichtserklärung einer politischen
Partei, eines Kandidaten für den Fall
ihres/seines Wahlsieges
Wahl|pro|pa|gan|da: die; - / - Werbung
für eine Partei, einen Kandidaten vor
einer Wahl
Wahlrecht: das; -(e)s; -e 1 o. PI.
<Rechtsw.> Gesamtheit der die Wahl
betreffenden Rechtssätze 2 <Pol,> a)
gesetzlich garantiertes Recht, an einer
Wahl teilnehmen zu können b) akti¬
ves Wahlrecht: Recht, durch Stimm¬
abgabe an der Wahl teilzunehmen c)
passives Wahlrecht: Recht, gewählt
zu werden; Recht, sich als Kandidat
zu einer Wahl aufstellen zu lassen
Wahlsieg: der; -(e)s; -e Gewinn einer
Wahl
Wahl|spruch: der; -(e)s; -spräche a)
Werbeslogan einer Partei im Wahl¬
kampf b) Motto, nach dem jmd. lebt,
handelt
Wahl|veijan|stal|tung: die; -; -en Kund¬
gebung, Versammlung zur Bekannt¬
machung, Vorstellung der Partei, ih¬
rer Kandidaten, ihres Programmes
im Wahlkampf
Wahl|ver|hal|ten: das; -s; - <Soziob Art
u. Weise, Form der persönlichen Ent¬
scheidungsfindung
Wahl|ver|spre|chen: das; -s; ~ Verspre¬
chung, Ankündigung der Wahlkandi¬
daten vor einer Wahl
wahl|ver|wandt: Adj. n. stg. <Personen>
durch Übereinstimmung in wichtigen
sozialen u. persönlichen Standpunk¬
ten verbunden
Wahl|vor|schlag: der; -(e)s; -Vorschläge
a) Anregung einer Kandidatur; Vor¬
schlägen von jmdm., etw. als Kandi¬
daten, Gegenstand einer Wahl, Ab¬
stimmung b) für eine Wahl als Kandi¬
daten) vorgeschlagene Person
Wahn: der; -(e)s; -1a) <Med.> falsche
(z. T. krankhafte) Vorstellung, die
fest bei einer Person verankert ist »Er
lebte in dem Wahn, verfolgt zu
werden.« b) falsche Annahme, Ant.;
Tatsache; Wirklichkeit
Wahn|bild: das; -(e)s; -er <Med.> krank¬
hafte Zwangsvorstellung, die durch
das tatsächlich bestehende Umfeld
nicht zu begründen, erklären ist
wäh|nen: wähnst; wähntest; hast ge¬
wähnt [geh.] fälschlicherweise glau¬
ben
Wahn)stnn: der; -(e)s; - 1 <Med.>
(krankhafte) Geistesgestörtheit; Stö¬
rung der Psyche, der geistigen Funk¬
tionen (des Hirns) 2 [ugs.] a) äußerst
unbedachtes Handeln, Verhalten »Es
ist Wahnsinn, mit 180 km/h auf eis¬
glatter Fahrbahn zu rasen.« b) Ausruf
der Begeisterung (meist bei Jugendli¬
chen) 3 jmd., etw. ist des Wahnsinns
(fette Beute): [ugs.] jmd., etw. ist
nicht mehr normal
Wahn|sin|ni]ge: der u. die; -n; -n (mit im¬
bestimmtem Art.: ein Wahnsinniger;
eine Wahnsinnige; zwei Wahnsinnige)
a) <Med.> an Geistesgestörtheit leiden¬
de Person b) [ugs.] Person, die ein
übertriebenes Risiko eingeht, leicht¬
sinnig handelt
Wahn|voijstel|lung: die; - ; -en <Med>
Zwangsvorstellung, die durch das tat¬
sächlich bestehende Umfeld nicht zu
begründen, erklären ist
wahnjwit|zig: Adj. 1 sehr unvernünftig,
leichtsinnig, sinnlos 2 <verst.> sehr, in
extremem Maße
wahr: Adj. n. stg. 1 den Tatsachen ent¬
sprechend 2 echt; unbezweifelbar vor¬
handen; wirklich »Das ist wahres
Können.« Ant.; <1> falsch; unwahr 3
nicht wahr?: ist es nicht so? »Du wür¬
dest mir doch in jeder Situation helfen,
nicht wahr?« 4 das kann, darf (doch)
nicht wahr sein!: [ugs.] (empörter)
Ausruf, der besagt, daß jmd. über
etw. verwundert od. entsetzt ist, etw.
nicht glauben will S das einzig
Wahre: [ugs.] etw. für absolut richtig
u. gut Gehaltenes 6 etw. wahr
machen: etw. wirklich tun 7 so wahr
ich lebe, hier stehe: etw. beteuernder,
Nachdruck verleihender Ausspruch 8
etw. ist schon gar nicht mehr wahr,
[ugs.] eine Begebenheit fand vor lan¬
ger Zeit statt; etw. ist schon lange her
9 so wahr mir Gott helfe: Formel, die
als Abschluß eines Eides, Schwures
gesprochen wird
wah|ren: wahrst; wahrtest; hast gewahrt
a) etw. in dem Zustand halten, in dem
es ist »den Anstand wahren« b) etw.
nicht angreifen lassen, sondern be¬
schützen »Das Recht wahren, das ei¬
nem zusteht.« Syn.: <a> erhalten; bei¬
behalten; <b> schützen; bewahren
wäh|ren: währt; währte; hat gewährt
[geh.] längere Zeit (anjdauern, Syn.:
(an)dauem
wäh|rend: i Präp. mit Gen. u. [ugs.] mit
Dal. 1 beschreibt eine Zeitdauer, in
der etw. gleichzeitig abläuft; besagt,
daß etw. gleichzeitig geschieht »Wäh¬
rend seines Vortrags schlief ich. • Wäh¬
rend des Zweiten Weltkrieges starben
viele Menschen.« II Konj. a) drückt ei¬
nen Gegensatz aus » Während sie nicht
wußte, wohin mit dem ganzen Geld,
konnte er sich nicht einmal ein Eis
kaufen.« b) kennzeichnet zwei od.
mehrere Vorgänge, die zur selben
Zeit, gleichzeitig ablaufen »Während
du duschst, decke ich den Tisch.«
wah|rend|des/wäh|rend|des]sen: Adv.
zu diesem" Zeitpunkt; während dieser
Zeit
wahrhaft: Adj. n. stg. [geh.] tatsächlich;
wirklich; sich in der Realität bewei¬
send, bestätigend, zeigend »Er ist
wahrhaft intelligent.«
wahrjhafjtig: I Adj. [geh.; selten] aufrich¬
tig nach Wahrheit suchend, strebend
II Adv. wirklich; tatsächlich »Ich habe
wahrhaftig gedacht, ich hätte dich dort
gesehen.« Hl wahrhaftiger Gott: er¬
staunter, überraschter Ausspruch
Wahr|haf|tlg|keit: die; - ; - [geh.] Streben
nach Wahrheit; Ehrlichkeit
Wahrjheit: die; - ; -en (PI. s.) 1 a) den
Tatsachen entsprechender Sachver¬
halt; nicht erfundene, sondern wahre
Begebenheit b) den Tatsachen ent¬
sprechende Schilderung, Ant.: <2> Lü¬
ge 2 in Wahrheit: wirklich; eigentlich;
ursprünglich 3 Wahrheit gibt kurzen
Bescheid, Lüge macht viel Redens:
für die Wahrheit reichen wenige Wor¬
te, bei Lügen braucht man viele 4
Man kann die Wahrheit drücken,
aber nicht erdrücken: man kann die
Wahrheit nur (vorübergehend) ver¬
schweigen, verleugnen, vertuschen,
verbieten, entstellen, aber nicht für
alle Zeit, denn irgendwann wird die
Wahrheit, werden die wahren Gege¬
benheiten entdeckt werden, zu Tage
treten 5 Die Wahrheit hat ein schö¬
nes Gesicht, aber zerrissene Klei-
1285
Wahrheitsfindung
den man darf nie nach dem äußeren
Schein, der äußeren Erscheinung ur¬
teilen, oft müssen viele Hüllen, Ver¬
packungen, Masken o. ä. entfernt
werden, um die Wahrheit zu erken¬
nen 6 Wer einmal lügt, dem glaubt
man nicht, und wenn er auch die
Wahrheit spricht: Bemerkung, War¬
nung an jmdn., der (oft) lügt, daß
man ihm nie wieder Glauben, Ver¬
trauen usw. schenken wird, da man
davon ausgeht, daß er nie die Wahr¬
heit sagt, nie ehrlich ist
Wahr|hefts|fin|dung: die; - ; -en
<Rechtsw.> Ermittlung des tatsächli¬
chen Geschehens
wahr|heits|ge|müB: Adj. n. stg. richtig;
unverfälscht; der Wahrheit entspre¬
chend
wahr|heits|ge|treu: Adj. n. stg. der
Wahrheit entsprechend; unverfälscht
wahr|heits|lie(bend: Adj. ehrlich; stets
die Wahrheit sagend
wahr|heits|wid|rig —» wahr|heitsfwi|d|-
rig: Adj. n. stg. gegen die Wahrheit
handelnd; (bewußt) eine falsche Aus¬
sage machend
wahrjlich: Adv. [geh.; veralt.] tatsäch¬
lich
wahr[nehm|bar: Adj. n. stg. (mit den
Sinnen) erkennbar; hörbar, sichtbar,
fühlbar, schmeckbar od. riechbar
Wahr|nehm|barjkeit: die; - ; - sinnliche
Erfahrung; Erkennbarkeit (mit den
Sinnen)
wahr|neh|men: nimmst wahr; nah-
m(e)st wahr; hast wahrgenommen 1
etw. bemerken, (mit den Sinnen) spü¬
ren 2 eine Möglichkeit wahmehmen:
eine sich eröffnende od. dargebotene
Chance nutzen 3 Interessen wahr¬
nehmen: sich (stellvertretend) um
etw. kümmern
Wahr|neh|mung: die; ~ ; -en 1 sinnliche
Erfahrung 2 Durchführung von etw.
Wahr|neh|mungs|fä|hig|keit: die; - ; -
Fähigkeit, mittels des funktionsfähi¬
gen Tast-, Geruchs-, Seh-, Hör- u.
Geschmackssinnes einen Sinnesein¬
druck zu spüren
Wahr|neh|mungs|ver|möjgen: das; -s; -
Möglichkeit, Fähigkeit, mittels des
funktionsfähigen Tast-, Geruchs-,
Seh-, Hör- u. Geschmackssinnes ei¬
nen Sinneseindruck zu spüren
wahr|sa|geru wahrsagst/sagst wahr;
wahrsagtest!sagtest wahr; hast ge¬
wahrsagt f wahrgesagt prophezeien;
ein Ereignis vorhersehen, Voraussa¬
gen
Wahr|sa|ger: der; -s; - weibl. Wahr|sa|-
ge|rin: die; - ; -nen Person, die die Fä¬
higkeit hat, vorgibt, zukünftiges Ge¬
schehen vorherzusagen
Wahr|sa|ge|rei: die; - ; -en [abwert.] 1
das Vorhersagen zukünftigen Ge¬
schehens 2 Aussage, Bemerkung, die
zukünftiges Geschehen vorhersagt
wahr|sch«in|lich/wahr|schein|lich: I
Adj. begründeterweise anzunehmen
»Die wahrscheinliche Folge dieser
Maßnahme ist ein Ansteigen der
Arbeitslosigkeit.« II Adv. mit großer
Sicherheit »Er kommt wahrscheinlich
morgen.«
Wahr|schein|lich|keit: die; -; - u.
Ifachsprl.] -en begründete Annah¬
men zulassender Zustand; nahezu un¬
eingeschränkte Sicherheit
Wahr|schein|lich|keits|rech|nung: die;
- ; - <Math.> a) o. PI. Teildisziplin der
Mathematik, die die Untersuchung
der Gesetzmäßigkeiten zufälliger Er¬
eignisse zum Inhalt hat b) mathemati¬
sche Rechnung aus dem Bereich der
Wahrscheinlichkeitsrechnung (a)
Wahrjschein|lich|keits|theo|rie —>
Wahr|scheinllich|keits|the|o|rie: die;
- ,r- <Math.; Philosophie! Theorie, die
als Grundlage der Wahrscheinlich¬
keitsrechnung dient, die sich mit der
Wahrscheinlichkeitsrechnung befaßt
Wah|rung: die; - ; - Aufrechterhaltung,
Sicherung eines Zustandes; Verteidi¬
gung von etw.
Wäh|rung: die; - ; -en <Wirt.; Bankw > a)
gesetzliches Zahlungsmittel »Die
(Landes-) Währung in Dänemark ist
die Dänische Krone.« b) Geldordnung
»Die DM ist eine stabile Währung.« c)
gesetzliche Ordnung des Geldwesens
in einem Staat
Wäh|rungs|ein|heit: die; - ; - <Wirt.;
Bankw.> gesetzliche Zahlungsmittel
innerhalb eines Landes od. einer
Staatengemeinschaft
Wäh|rungs|fonds: der; - ; - <Wirt.;
Bankw.i bereitgestellte Gelder, Fi¬
nanzdepot zur Beeinflussung von
Wechselkursschwankungen, um die
Exportmöglichkeiten eines Landes zu
begünstigen
Wäh|rungs|kri|se: die; - ; -n <Wirt.;
Bankw.) Schwierigkeiten innerhalb
eines Währungssystems
Wäh|rungs|kurs: der; -es; -e <Wirt.;
Bankw.> Umtauschrate von Geld,
Sorten; Preis, zu dem eine fremde
Währung gekauft werden kann
Wäh|rungs|re|fomi: die; ~ ; -en <Wirt.;
Bankw.> Änderung, Neuregelung ei¬
nes Währungssystems
Wahrjzei|chen: das; -s; - Symbol, Sinn¬
bild, Erkennungszeichen einer Stadt,
Landschaft od. eines Landes
wa|d|ge|recht/weid|ge|recht: Adj. n.
stg. <Jagd> sich an das Brauchtum der
Jäger haltend; den Jagdregeln ent¬
sprechend
Wa]d|mann/Weid|mann: der; -(e)s;
-männer [geh.) Jäger, der sich an die
Jagdregeln u. die mit der Jagd zusam¬
menhängenden Traditionen hält
wa[d|män|nisch/we]d|män|nisch: Adj.
<Jagd! wie ein weidgerechter Jäger,
ihm entsprechend, ihm zuzuordnen
Wai|se: die; - ; -n 1 Person (unter 25
Jahren), deren Eltern tot sind 2 <Lite-
raturwiss.! Zeile in einer gereimten
Strophe, die keinen Reim, kein Ge¬
genstück hat, ungereimt ist
Wai|sen|geld: das; -(e)s; -er monatlich
von gesetzlichen Versicherungen ge¬
zahlter Geldbetrag für elternlose Kin¬
der u. Jugendliche
Waj|sen|haus: das; -es; -häuser [veralt.]
Heim, in dem Kinder, die keine Eltern
mehr haben, leben
Wai|sen|kna|be: der; -n; -n 1 [veralt.]
männliches Waisenkind 2 [ugs.] a) gu¬
ter, fehlerloser Mensch b) jmd. ist
kein Waisenknabe: jmd. ist sehr raffi¬
niert u. Übertritt zu seinem Vorteil
auch einmal moralische u. gesetzliche
Regeln
Wai|sen|ren|te: die; -; -n von der gesetz¬
lichen Sozialversicherung an eine
Waise (1) monatlich gezahlte Summe
Wal: der; -(e)s; -e im Meer lebendes
Säugetier mit flossenähnlichen Kör-
pergliedem, das äußerlich Fischen
ähnelt
Wa|la|chej: die; - ; -1 Landschaft in Ru¬
mänien 2 [ugs.] sehr einsamer, weit
abgelegener Ort
Wald: der; -(e)s; Wälder 1 dicht mit
Bäumen bewachsenes Gebiet; Le¬
bensraum für Tiere u. Pflanzen ver¬
schiedener Arten, Erholungsraum für
den Menschen 2 den Wald vor lauter
Bäumen nicht sehen: 1. naheliegen¬
de, logische Möglichkeiten nicht se¬
hen, finden, weil es zu viele Wege,
Möglichkeiten zu geben scheint, gibt
2. einen Gesamtzusammenhang auf¬
grund zu vieler Einzelheiten nicht er¬
kennen 3 ich denk’, glaub’, ich steh’
im Wald: [ugs.] Ausspruch der Entrü¬
stung, Verwunderung 4 Wie man in
den Wald hineinruft, so schallt es
heraus: wie man zu jmdm. redet,
spricht, ihn bittet o. ä. (höflich,
freundlich od. unhöflich, unfreund¬
lich o. ä.) so fällt (meistens) die Ant¬
wort, die Reaktion aus !
Wald|bee|re: die; - ; -n kleine Beere un¬
terschiedlicher Ausprägung, die im
Wald wächst
Wald|be|stand: der; -(e)s; -bestände a)
aktuelle Menge, Zusammensetzung
von Bäumen in einem Wald b) Um¬
fang der bewaldeten Flächen in einem
(Staats-)Gebiet
Wald|bojden: der; -s; -böden (nährstoff¬
reiche) Erde, Humusboden im Wald
Waldjbrand: der; -(e)s; -brände (zu¬
meist durch Trockenheit bedingtes)
Abbrennen großer Waldflächen; gro¬
ßes Feuer in einem Waldgebiet
Wäldfchen: das; -s; - kleiner Wald; klei¬
nere, bewaldete Fläche
Wal|des|rand: der; -(e)s; -ränder äußere
Begrenzung eines Waldes
wal|dig: Adj. mit Wald bewachsen
Wald|land: das; -(e)s; - Gebiet mit star¬
kem Baumbewuchs; von Wald be¬
decktes Gebiet
Wald|lauf: der; -(e)s; -laufe Rennen,
Joggen auf Waldboden
Wald|mei|ster —> Wald|meis|ter: der;
-s; - <Bot.! im Wald wachsende Pflan¬
ze, die Speisen u. Getränken wegen
ihres starken Geschmacks, Aromas
beigefügt wird
Wal|dorf|päd|ago|gik —» Wal|dorf)pä|-
d|a|goJgik: die; - ; - <Päd.! (alternati¬
ve) Richtung der Pädagogik, die die
kreative, künstlerische Entwicklung
von Kindern in den Vordergrund
stellt
Wald|rand: der; -(e)s; -ränder äußere
Begrenzung des Waldes
Wald|schnei|se: die; - / -n Bereich in ei¬
nem Wald, in dem (nach einer Ro¬
dung) keine Bäume wachsen
Wald|ster|ben: das; -s; - durch Umwelt¬
verschmutzung begünstigtes, massen¬
weises Absterben von Bäumen
Wald|stück: das; -(e)s; -e a) kleiner be¬
waldeter Bereich b) Bereich innerhalb
eines bewaldeten Gebietes
Wal|dung: die; - ; -en [geh.] größeres be¬
waldetes Gebiet
1286
Wandbehang
Wald|weg: der; -(e)s; -e schmaler Weg,
der durch einen Wald führt
Wald|wirt|schaft: die; ~ ; -en kommer¬
zielle Bewirtschaftung eines Waldes,
Syn.: Forstwirtschaft
Walfang: der; -(e)s; - das Fangen (u.
Erlegen) von Walen
Wal|fän|ger. der; -s; ~ 1 Schiff, das zum
Walfang eingesetzt wird 2 Person, die
Wale fangt, erlegt
Waljhall/Walfhali: das; -s; - /Wal|hal|la:
das; - u. -s; - u. die; ~ ; - (meist o. Art.
gebraucht) 1 (Mythologie) Halle des
nordischen Gottes Odin, in der sich
die im Kampf Gefallenen aufhalten 2
(übertr.) (nicht wirklich existierende)
Ehren-, Gedenkstätte für eine Grup¬
pe von Personen, die sich um eine Sa¬
che verdient gemacht haben
wal|ken: walkst; walktest; hast gewalkt
1 (Lederverarbeitung) Häute durch
Kneten geschmeidig machen 2 <Hüt-
tenw.> Feinbleche mittels Walzen
glätten 3 (Textilindustrie) Gewebe
wiederholt stoßen, pressen u. stau¬
en, um es zu Filz zu verarbeiten 4
{landsch.] a) Leder (z. B. Schuhe)
durch Einreiben mit Fett u. Kneten
geschmeidig machen b) jmdn. kräftig
massieren e) (Wäsche) bei der Hand¬
wäsche kräftig durchkneten u. reiben
d) (Teig) kneten
Walkie-talkie —* Walkie-Talkie: <engh
/wuoki-toki/ das u. der; - u. -s; -s klei¬
nes, tragbares Funksprechgerät
Walk|man: <engh /wolkmän/ der; -s;
IValkmen kleiner (tragbarer) Kasset¬
tenrekorder mit Kopfhörern
Wal|küfre/W^l|kü[re: <nord.> die; ~ ; -n 1
(Mythologie) Botin des nordischen
Gottes Odin, die die Gefallenen nach
Walhall(a) fuhrt 2 [ugs.; scherzh.]
große, korpulente, meist blonde Frau
Wall: der; -fe)s; Wälle 1 wandähnliche
Anhäufung von Erde u./od. Steinen;
Einfriedung »Um die Burg war ein
Wall als Schutz gebaut.« 2 [fachsprl.]
jeweils 80 Stück (Fisch)
Wal|lach: der; -(e )s; -e u. losten, meist]
-en kastriertes männliches Pferd
Wallfahrt: die; - ; -en (Religion) das Pil¬
gern zu einem heiligen Ort
wall|fahij(t)en: wallfahr (te)st; wall¬
fahr] te)test; bist gewallfahrf te)t (Re¬
ligion) aus religiösen Motiven eine
Reise, Pilgerfahrt zu einem geheilig¬
ten Ort unternehmen, Syn.: pilgern
Wal(|fahrts|ort: der; -(e)s; -e (Religion)
a) heilige Stätte, zu der Menschen pil¬
gern b) Stadt o. ä., in deren Gebiet
eine Wallfahrtsstätte liegt
Wallfstreet: <engh /wolßtrit/ die; - ; -
(Wirt.; Bankw.) (Geschäftsstraße mit)
Bankenzentrum, Börse in New York
Waljlung: die; - ; -en 1 (regelmäßiges)
Anwachsen u. Anschwellen von etw.
2 heftige (Oberflächen-)Bewegung 3
a) in Wallung geraten: in eine gefühls¬
mäßig, emotional starke Erregung ge¬
raten b) jmds. Blut, jmdn. in Wallun¬
gen bringen: jmdn. in starke (sexuel¬
le) Erregung versetzen
Walm|dach: das; -(e)s; -dächer Sattel¬
dach mit über den Giebeln abge¬
schrägten Flächen
Wal|nuB —* Wal|nuss: die; - ; -misse
Frucht des Walnußbaumes
Wal|nu6|baum —» Wat|nuss|baum:
der; ~(e)s; -bäume (Bot.) Baum, der
große gefiederte Blätter hat u.
Früchte hervorbringt, deren
schmackhafter Samen viel Öl enthält
Wal|per(tin|ger/Wol(perjtin|ger. der; -s;
- (Mythologie) [bayr.] Fabeltier mit
den Erzählungen nach äußerst wert¬
vollem Pelz, nach dem Personen, die
man anführen, veralbern will, mit ei¬
nem Sack u. einer Kerze auf die Jagd
geschickt werden
Wal|pur|gis[nacht: die; -; -nächte Nacht
vordem ersten Mai, in der sich nach
der Sage Hexen zum Tanz treffen
WalJroB —> Waljross: das; Walrosses;
Walrosse Robbe, in nördlichen Mee¬
ren lebendes Säugetier von etwa 3 m
(weibl. Tiere) bis 4,5 m (männl. Tiere)
Länge von (gelb)brauner Farbe mit
langen Eckzähnen aus Elfenbein
wallten: waltest; waltetest; hast gewaltet
Tgeh.J 1 als (Arbeitskraft wirken 2
[veralt.] das Regiment führen 3 (nicht)
schalten u. walten können, wie man
will, möchte: (nicht) so handeln dür¬
fen, wie man es für richtig hält, gerne
machen möchte
Walz: die; - ; -en Wanderschaft eines
Handwerksburschen
Walz|blech: das; -(ejs; -e (Metallverar¬
Beitung) dünnes Blech, Metallstück,
das auf Walzstraßen bearbeitet wird
Wal|ze: die; - ; -n 1 Apparat, Maschine
mit einem sich um seine Querachse
drehenden, ausgefüllten, schweren
Rohr zum Glätten, Plattdrücken von
etw. (z. B. Wäsche in einer Mangel,
Asphalt bei einer Straßenwalze) 2
(Math.) geometrischer Körper in der
Form eines gefüllten Rohrstückes 3
(Metallverarbeitung) Walzwerk, in
dem Metalle dünn ausgewalzt, geglät¬
tet werden 4 [veralt.] Walz; Wander¬
schaft eines Handwerksburschen 5
(Musik) Aufzeichnungsmedium bei
(alten) mechanischen Musikinstru¬
menten 6 (Musik) die Lautstärke be¬
einflussende Einrichtung an der Orgel
waljzen: walzt; walztest; hast gewalzt 1
etw. (mit einem Gerät) pressen, glät¬
ten 2 (als Handwerker) auf Wander¬
schaft gehen 3 [scherzh.] Walzer tan¬
zen
wäl|zen: wälzt; wälztest; hast gewälzt 1
langsam (etw. Schweres, (unten) Ab¬
gerundetes) zur Seite bewegen, rollen
2 (oft Kochk.) etw. in etw. hin- u.
herrollen, -bewegen »Das Fleisch muß
vor dem Braten in Mehl gewälzt wer¬
den.« 3 nachschlagen »Bücher
wälzen« 4 Probleme wälzen: über die
Lösung von Problemen (ständig, in¬
tensiv) nachdenken
wäljzen, sich: wälzt dich; wälztest dich;
hast dich gewälzt 1 sich (in etw.) hin u.
her bewegen, rollen »Der Hund wälzte
sich im Dreck.« 2 [ugs.] keine Ruhe
finden; nicht schlafen können
Wal|zer. der; -s; - a) Gesellschaftstanz
im 3/4-Takt, der von einem Paar ge¬
tanzt wird b) (Musik) Komposition,
zu der ein Waizer getanzt wird
Walj2erjmejlo[die: die; - ; -n (Musik)
Lied, auf dessen Rhythmus ein Wai¬
zer (a) getanzt wird
Wal|zer|schritfc der; -(e)s; -e Tanz¬
schritt im Dreierrhythmus
Wal|zer|takt: der; -(e)s; -e 3/4-Takt, der
den Walzer charakterisiert
Walz|stahl: der; -(e)s; -stähle (Technik)
Stahl, der in einem Walzwerk geplät¬
tet wurde
Walzjwerk: das; -es; -e (Technik) 1 Ma¬
schine, die mit Hilfe von walzenför¬
migen Teilen sprödes Material zer¬
kleinert 2 Metall (meist Stahl) auf
Walzstraßen bearbeitender Betrieb
Wam|meri: das; -s; - u. -n (Kochk.)
fsüddt.; österr.] vom Kalb stammen¬
des Bauchfleisch
Wam|pe: die; • ; -n [ugs.; abwert.] 1 dik-
ker (Männer-)Bauch 2 sich die Wam¬
pe vollschlagen: übermäßig essen;
sich mehr als satt essen
Wams: das; -es; Wämser 1 (veralt.; noch
landsch.] enges, taillenlanges, halsna¬
hes Hemd für Männer, das zu be¬
stimmten Trachten gehört 2 (hist.)
Kleidungsstück, das von Rittern un¬
ter ihren Panzern, Rüstungen getra¬
gen wurde
Wand: die; - ; Wände 1 a) (Bauwerk,
Mauer als) Seitenbegrenzung von
etw., meist eines Raumes, eines Hau¬
ses b) freistehender Aufbau in Form
einer Wand (a) »Plakatwand« c) (steil
aufragende) Seite eines Berges »die
Nordwand des Matterhorns« d) hinter-
e(s) od. sehlicbe(s) Teil, Fläche eines
Schrankes »Rückwand« 2 (übertr.) In¬
nenwand, innere Auskleidung eines
Hohlkörpers (auch eines Organes)
Magenwand« 3 (Bergbau) aus dem
Untergrund abgelöster Gesteinsbrok-
ken 4 eine Wand des Schweigens:
Ausdruck von Ablehnung durch Stil¬
le 5 die Wände haben Ohren: [ugs.]
jmd. kann mithören »Laß uns lieber
woanders darüber reden, hier haben
die Wände Ohren!« 6 wenn Wände re¬
den könnten: was hier wohl schon al¬
les geschehen ist 7..., daß die Wände
wackeln, die Wand wackelt: [ugs.]
sehr laut 8 jmdn. an die Wand stellen
(lassen): jmdn. ohne Gerichtsver¬
handlung erschießen (lassen) 9 die
Wände hochgehen: [ugs.] aufgrund
starker Gefühle sehr stark reagieren,
z. B. sehr wütend werden 10 gegen
eine Wand reden: ohne Erfolg durch
Reden jmdn. zur Einsicht od. Ver*
nunft zu bringen versuchen 11 in sei¬
nen, den eigenen vier Wänden: im ei¬
genen Heim; in der eigenen Wohnung
12 Der Horcher, Lauscher an der
Wand hört seine eigene Schand: 1.
wer andere (heimlich) belauscht, muß
damit rechnen, Unschönes, Unange¬
nehmes o. ä. über sich selbst zu erfah¬
ren 2. man soll niemanden heimlich
(be)lauschen
Wan|dajle/Van|da|le: der; -n; -n weibl.
Wan|da|lin/Van|dajlin: die; - ; -nen 1
(hist.) Angehörige(r) eines ostgerma¬
nischen, kriegerischen Volkes, das im
5. Jahrhundert Rom eroberte u. vieles
zerstörte 2 m. PI. Mensch, der etw.
ohne Grund, blindwütig zerstört
(bat)
Wan|da[lis|mus/Van|da|ljs)mus: der; • ;
- unkontrollierte, unbegründete,
wahllose Zerstörungswut
Wand|be|hang: der; -(e)s; -hänge Tep¬
pich o. ä., der als Schmuck an der
Wand eines Zimmers hängt
1287
Wandbekleidung
Wand|be|klei|dung: die; • ; -en Materi¬
al, Schicht, das/die die (Innen-)Wän-
de eines Gebäudes bedeckt
Wand|be|span|nung: die; - ; -en nicht
gänzlich verklebtes, sondern an den
Seiten befestigtes Material (z. B.
Stoff), das die (Innen-)Wände eines
Gebäudes bedeckt
Wan|del: der; -s; - (langsame) Verände¬
rung
wan|det|baR Adj. [geh.] fähig, sich zu
verändern, verändert zu werden
Wan|dei|gang: der; -(ejs; -gänge offe¬
ner Gang (z. B. in einem Innenhof od.
unter Kolonnaden), in dem man um¬
hergehen kann
Wan|del|hal|le: die; - ; -n offener, sehr
großer u. überdachter Raum, in dem
man Spazierengehen kann
wan|de!n: wandelst; wandeltest; bist/
hast gewandelt 1 bist [geh.; veralt.]
langsam, gemächlich, mit Ruhe
(spazieren)gehen 2 hast anders wer¬
den lassen; ändern »Die schrecklichen
Ereignisse haben mich sehr gewan¬
delt.«
wanjdein, sich: wandelst dich; wandel¬
test dich; hast dich gewandelt sich
(sehr) verändern »Unser Verhältnis
hat sich ziemlich gewandelt.«
Wan|der|aus|stel|lung: die; - ; -en <meist
Kunst» in verschiedenen Städten
nacheinander für einige Zeit gezeigte
Ausstellung
Wan|derjbüh|ne: die; - ; -n von Ort zu
Ort ziehende Theatergruppe
Wan|d«r[bur[sche: der; -n; -n <meist
hist.» sich auf Wanderschaft, Walz be¬
findender Handwerksgeselle
Wan|der[dü|ne: die; - ; -n Düne, die
durch Windeinfluß mit der Zeit ihren
Standpunkt verlagert
Wan|de|rer/Wand|ter: der; -s; - weibl.
Wan|de|rin/Wand|re|rin: die; - / -nen
Person, die einen längeren Weg
(durch die Natur) zu Fuß zurücklegt
Wan|derfklei|dung: die; - ; - Kleidung
(insbesondere festes Schuhwerk u.
Regenschutz), die für Wanderungen
geeignet ist
Wanldeiilust: die; - ; - Spaß, Freude an
Wanderungen
wan|dern: wanderst; wandertest; bist ge¬
wandert 1 a) eine lange Strecke durch
die Natur gehen b) [ugs.J längere Zeit
laufen »Ich bin mehrere Male durch
das ganze Haus gewandert, bis ich das
richtige Büro gefunden hatte.« 2 [ugs.]
weitergegeben werden »Der Brief
wanderte von Hand zu Hand.« 3 [ugs.]
an einen Ort gebracht werden »Er
wanderte für mehrere Jahre ins Ge¬
fängnis.«
Wan|der|nie|re: die; ~ ; -n <Med.» Nie¬
rensenkung
Wan|derjpo|kat: der; -(e)s; -e für einen
Sieg in einem Wettbewerb vergebener
Pokal, der jeweils an den nächsten
Sieger des Wettbewerbs weiterge¬
reicht wird
Wan|der|schaft: die; ~ ; -en (PI. s.) das
Ziehen von Ort zu Ort von Menschen
od. Tieren (historisch besonders von
Handwerksburschen auf der Walz)
Wan|deijstocfc: der; -(ejs; -stocke Stab,
3er als Stütze von einem Wanderer
benutzt wird
Wan|de|rung: die; ~ ; -en 1 Marsch
(durch die Natur) aus Vergnügen am
Laufen; das Wandern (als Sport,
Beschäftigung) 2 (bei Tieren meist in¬
stinktmäßiges) Verlassen eines Ortes,
Ziehen zu einem anderen Ort
Wanjde|rungs|be|we|guitg: die; - ; -en
«Soziol.» das Verlassen der Heimat
von Teilen einer Bevölkerungsgruppe
(aufgrund von schwierigen Lebensbe¬
dingungen) u. Siedeln in einem ande¬
ren Land, Gebiet, Syn.: [fremdsprl.]
Migration
Wan|derjve«jem: der;-(ejs; -e das Wan¬
dern als Freizeitvergnügen pflegender
u. fördernder Verein
Wanfder|vo|gel: der; -s; -vogel 1 [veralt]
Zugvogel 2 a) o. PI. (Ende des 19.
Jahrhunderts gegründete) Jugendbe¬
wegung, die das Wandern pflegte b)
Angehörige^) des Wandervogels c)
[scherzh.] Person, die gerne wandert
Wand(flie|se: die; -; -n keramische Plat¬
te zur Wandverkleidung
Wand|ge|möl|de: das; -s; - Bild, das auf
die Wand eines Raumes gemalt ist
Wand|lta|ken: der; -s; ~ Aufhängevor¬
richtung, die an der Wand angebracht
wird
Wand|ka|len|der: der; -s; - die Tage des
Monats anzeigender Block, der an die
Wand gehängt wird (u. dessen Seiten
man meist monatlich abreißen kann)
Wand|kar[te: die; ~ ; -n Landkarte, die
an der Wand od. einem speziellen
Kartenständer aufgehängt wird
Wandlung: die; - ; -en 1 Veränderung
von etw., jmdm. 2 <Rechtsw.» Rück¬
gängigmachung eines Vertrages
durch den Käufer
wand|)ungs|fä|hig: Adj. a) in der Lage,
sich zu verändern b) «Schauspieler
o. ä.» in der Lage, glaubhaft verschie¬
dene Rollen zu spielen
Wand|lungs|pro]zeB —* Wandjlungs|-
projzess: der; -prozessef, -prozesse
Vorgang der Veränderung von etw.,
jmdm.
Wand|ma|te|rgi: die; - / -en «meist
Kunst» Malerei, Darstellung von Mo¬
tiven auf Wänden, an Decken o. ä
Wandschirm: der; -(ejs; -e mehrflüge-
liges Gestell aus mit Stoff bespannten
Holz- od. Metallrahmen, die mit
Scharnieren verbunden sind, das ge¬
gen Zugluft od. als Sichtschutz in
Räumen aufgestellt wird
Wandschrank: der; -(e)s; -schränke
(Kleider-)Schrank, der in eine Wand
eingebaut wurde
Wand[tep|pich: der; -(e)s; -e Teppich
(mit kunstvoll geknüpften Motiven),
der zur Dekoration an der Wand ei¬
nes Zimmers hängt
Wand|uhr die; - ; -en größere Uhr, die
an die Wand gehängt wird
Wand|ver|klei|dung: die; - ; -en Holz-,
Metall-, Stein- od. sonstige Beschich¬
tung, die die Innen- od. Außenwände
eines Gebäudes zum Schutz od. zur
Dekoration bedeckt
Wan|ge: die; - ; -n [geh.] rechts u. links
von Nase u. Mund unterhalb der Au¬
gen liegender Teil des Gesichts, Syn.:
[ugs.] Backe
Wan|gen|knojchen: der; -s; - [geh ] Ge¬
sichtsknochen, der sich unterhalb der
Augenhöhle befindet
Wan|kel|mo|toR der; -s; -en «Technik»
Maschine, die mit-rotierendem Kol¬
ben in Form eines Bogendreiecks ar¬
beitet, Syn.: Drehkolbenmotor
Wan|kel|mut: der; -(e)s; - häufig auftre¬
tende Unentschlossenheit; schwan¬
kende Gesinnung
wan|kel|mü|tig: Adj. [geh.; abwert.] im
Wesen, in Handlungen o. ä. unbe¬
ständig, unschlüssig, schwankend,
zögerlich, nicht verläßlich, Ant.: zu¬
verlässig; beständig
wanjken: wankst; wanktest; hastjbist
gewankt 1 a) bist schwankend, unsi¬
cher laufen »Er wankte betrunken
über die Straße.« b) hat sich hin u. her
bewegen »Der Fahnenmast wankte im
Wind.« 2 hastjbist a) sich einer Mei¬
nung, Ansicht nicht sicher zeigen, sein
b) in der weiteren Existenz nicht gesi¬
chert »Ihr Entschluß wankte.« Syn.:
<la> schwanken; taumeln
wann: I Adv. 1 a) als Einleitung eines
Fragesatzes zu welcher Zeit »Wann
treffen wir uns?« b) als Einleitung eines
Relativsatzes zu jenem Zeitpunkt; zu
welcher Zeit »Du kannst nur sagen,
wann du Zeit hast.« 2 in welchem Fall;
was voraussetzend »Ich kann mich nie
entscheiden, wann ich besser gehen
sollte.« II Konj. [landsch.) 1 wenn; zu
jener Zeit 2 falls; unter jenen Umstän¬
den
Wanjne: dato die; ~ ; -n 1 a) kurz für Ba¬
dewanne =« größeres, oft ovales (fest
ins Badezimmer eingebautes) Gelaß,
das vor allem zum Baden benutzt
wird b) der Form einer Wanne äh¬
nelndes Gefäß
Wanst: der; -(ejs; Wänste [ugs.] dicker
Bauch, Leib (eines Mannes) Syn.:
Wampe
Wanjze: die: ~; -n 1 a) als Schädling ein¬
gestuftes Insekt in vielen Arten mit
flachem Körper b) blutsaugende Va¬
riante von (a), die auch den Menschen
als Wirt benutzt 2 [ugs.; abwert.] ab¬
stoßender, als minderwertig einge¬
stufter Mensch 3 «Technik» [ugs.] win¬
ziges Gerät zum geheimen Abhören 4
[ugs.; landsch.] Reißzwecke; nagel¬
ähnliches Gerät mit flachem Kopf
zur Befestigung von Papier o. ä.
Wapjpen: miederh das; -s; - a) bildli¬
ches Zeichen, Symbol einer Familie,
Gemeinschaft b) «hist.» Abzeichen des
Ritters an Schild u. Rüstung
Wap|pen|kun|de: die; ~ - Lehre, die
sich mit der Geschichte, Gestaltung,
Bedeutung usw. von Wappen befaßt,
Syn.: [fremdsprl.] Heraldik
Wap|pen|schiid: der u. das; -(ejs; -er
wichtigster, zentraler Teil eines Wap¬
pens in Form eines Schildes
Wap|pen|spruch: der; -(ejs; -spräche
Sinnspruch, der auf einem Wappen
zu lesen ist
Wapjpenjtier: das; -(ejs; -e Darstellung
eines Tieres in einem Wappen
wapp|nen, sich: wappnest dich; wappne¬
test dich; hast dich gewappnet sich
(auf etw. Schwieriges od. Unangeneh¬
mes) vorbereiten
Wa|re: die; - ; -n 1 Artikel, Erzeugnis,
Produkt, materielies Gut, das gehan¬
delt, gekauft u. verkauft od. getauscht
wird 2 heiße Ware: [ugs.] gestohlene
1288
Warmwasserversorgung
Güter (die z. B. über einen Hehler ver¬
kauft, zum Kauf angeboten werden)
Wa|ren|ab|kom|men: das; -s; - (Wirt.;
Pol.> international getroffene Über¬
einkunft über den Handel
WaJren{an|ge|bot: das; -(e)s; -e <Wirt.>
(in einem Geschäft) angebotene, zur
Auswahl stehende Handelsgüter
Wa|ren|ausffuhn die; - ; -en <Wirt.> Ex¬
port von Waren
Wa|ren|aus|ga|be: die; - ; -n a) das Her¬
ausgeben, Aushändigen von Waren
b) Stelle (in einem Geschäft od. einem
Lager), an der Waren, Handelsgüter
an die Kunden herausgegeben wird
Wa|ren|be|stand: der; -(e)s; -bestände
Menge der (in einem Lager, Geschäft)
vorhandenen Waren
Wa|ren|ein|fuhn die; ~ ; -en <Wirt.> Im¬
port von Waren in einen Staat
Wa|ren|ex|port: der; -(e)s; -e <Wirt.>
Ausfuhr von Waren aus einem Staat
Wa|ren|haus: das; -es; -häuser großes
Kaufhaus, Geschäft mit großer Sorti¬
mentsbreite
Wajren|im|port: der; -(e)s; -e <Wirt.>
Einfuhr von Waren
Wa|ren|korb: der; -(e)s; -körbe (Stati¬
stik) zur Berechnung der Inflationsra¬
te, des Preisniveaus zusammenge¬
stellte Waren
Wa|ren|la|gen das; -s; - u. -läger Räum¬
lichkeiten, in denen Waren (bis zum
Verkauf) aufbewahrt werden
Wa|ren|pro|be: die; ~ ;-n 1 kleine, abge¬
packte Menge eines Produktes, um
dieses den Verbrauchern zum Ken¬
nenlernen zukommen zu lassen 2
<Postw.) Versendung von Warenpro¬
ben (1) zu ermäßigter Gebühr
Wa]ren|ver|kehr: der; -(e)s; - Gesamt¬
heit aller Transporte von Waren
Wa|ren|zei|chen: das; -s; - gesetzlich
geschützte(r) Marke, Markenname
eines Produktes
Warft: die; - ; -en [norddt.] (künstlicher)
Hügel, kleine Anhöhe in Küstennähe
o. ä., auf der sich ein vor Über¬
schwemmungen geschütztes Haus o.
ä. befindet, Syn.: Wurt
warm: Adj. wärmer; wärmste 1 a) ange¬
nehme (nicht kalte u. nicht heiße)
Temperatur aufweisend b) die Eigen¬
schaft besitzend, vor Kälte zu schüt¬
zen 2 herzlich zustimmend; freundlich
im Umgang mit anderen Personen
Ant.: kühl 3 warmer Brüden [ugs.;
abwert.] homosexuell veranlagter
Mann 4 mit jmdm., etw. (nicht) warm
werden: (ugs.] zu jmdm. od. etw.
(kein) Vertrauen gewinnen 5 weder
warm noch kaK sein: [ugs.] 1. ohne
Anteilnahme sein; sich für nichts in¬
teressierend) 2. ständig unentschlos¬
sen sein
—* warm hallten: s. warmhalten
—*• warm laujfen: s. wannlaufen
—» warm lauten, sich: s. Warmlaufen,
sich
Warmlblüfterc der; -s; - <Zool.> Lebewe¬
sen, dessen Körpertemperatur von
der Außentemperatur unabhängig ist
Warm|blüt|ler: der; -s; - <Zoob 1 Lebe¬
wesen, dessen Körpertemperatur
nicht von der Außentemperatur ab¬
hängig ist 2 Pferd(erasse), das/die
durch das Kreuzen von Vollblut- u.
Kaltblutpferden gezüchtet wurde,
entstanden ist
Warjme: die; - ; -1 höhere, noch als an¬
genehm empfundene Temperatur, die
nicht mehr kalt u. noch nicht heiß ist
2 (Physik) in Wärme enthaltene Ener¬
gie 3 (übertr.) Fähigkeit, Bereitschaft
zu emotionaler Anteilnahme, Mitge¬
fühl »Gefiihlswärme« Ant.: Kälte
Wär|me|aus|deh)nung: die; -; - (Physik)
Volumenzunahme, Vergrößerung ei¬
nes Körpers durch, nach Wärmeein¬
wirkung
Wär|me|aus|tausch: der; -(e)s; - (Phy¬
sik) Übertragung, das Übergehen von
Wärme von einem Material, Körper
auf ein(en) andere(n)(s)
War|me|be|lajstung —> Wär|me|be|lasj-
tung: die; ~ ; -en 1 (Ökologie) negati¬
ver Einfluß auf die Umwelt durch
Abwärme (der Industrie) 2 große Be¬
lastung, Inanspruchnahme durch ex¬
tremen Wärmeeinfluß
wäijme|be|stän|dig: Adj. n. stg.
Jfachsprl.] widerstandsfähig gegen¬
über Wärmeeinfluß
Wär[me|bett: das; -(e)s; -en (Med.) auf
eine konstante Temperatur aufge¬
heizter Kasten, in den frühgeborene
od. schwache Säuglinge gelegt wer¬
den, Syn.: Brutkasten
Wär|me|däm|mung: die; - ; - Schutz ge¬
gen Wärme od. Wärmeverlust
Wär|me|ein|heit: die; - ; -en (Physik)
Maßfeinheit), mit dem/der Wärme¬
energie gemessen, dargestellt wird
Waiime|ent|wick|lung: die; - ; -en (all¬
mähliches) Einsetzen, Auftreten, Exi¬
stieren von Wärme
Wär|me|ge|wit|ter: das; -s; - (Meteoro¬
logie) Gewitter, das durch Aufeinan¬
dertreffen von warmen, feuchten, bo¬
dennahen Luftschichten u. kalten,
höhergelegenen entsteht
Wärjme|haus|halt: der; -(e)s; -e 1
(Med.) Wärmeaufnahme u. -abgabe¬
prozeß in einem Organismus 2 (zu¬
rückhaltende) Form, Art u. Weise der
Verwendung der durch Naturressour¬
cen gewonnenen Wärme
Wär|me|iso|lie|rung —» Wärjme|i|so|-
Tiejrung: die; - ; -en 1 Schutz gegen
Wärme od. Wärmeverlust 2 etw., was
Schutz gegen Wärme od. Wärmever¬
lust bietet
Wärjme|lei|ten der; -s; - (Physik) (gut,
schlecht) wärmeleitender Stoff, wär¬
meleitendes Material
Wärime]mes|ser: der; -s; - (Technik)
Gerät, das zum Messen von Wärme¬
mengen (die zum Heizen verwendet
werden) benutzt wird
wärjmen: wärmst; wärmtest; hast
"gewärmt 1 etw. vom kalten in einen
erwärmten od. heißen Zustand ver¬
setzen 2 a) warmhalten b) Wärme
produzieren
wär|men, sich: wärmst dich; wärmtest
dich; hast dich gewärmt sich vom kal¬
ten in einen erwärmten Zustand ver¬
setzen
Wär|me|pe|ri|ode—*■ War|me|me|pe|ri|-
o|de: die; -; -n Zeitraum, in dem hohe
Temperaturen herrschen
Wär|mefpum|pe: die; - ; -n (Technik)
Anlage zur Gewinnung von Heizener¬
gie, die relativ kühlen Stoffen Energie
entziehen kann
Wär|me|quel|le: die; - ; -n wärmespen¬
dendes, -produzierendes Material,
Gerät (z. B. Heizkörper, Gebläse)
Wir(me|r»g|ler: der; -s; - Instrument,
mit dem man die Abgabe von Wärme
eines Gerätes bestimmen kann
Wär|me|stau: der; -(e)s; -s (Med.) stark
erhöhte Temperatur im Körper (bei
Fieber od. Hitzestau o. ä.)
Wär|me|tech|nik: die; -; - (Technik) sich
mit der Erzeugung u. dem Transport
von Wärme befassender Technikbe¬
reich
Wär|ma|tod: der; -(e)s; - (Physik) in der
Theorie angenommener Endzustand
des Weltalls, bei dem aufgrund der
völlig ausgeglichenen Temperatur¬
werte kein Wärmeaustausch mehr
stattfindet
Wämt|fla(sche: die; - ; -n Behälter (frü¬
her aus Metall, heute meist aus Gum¬
mi), der mit heißem Wasser gefüllt
wird u. zur medizinischen Behand¬
lung od. zum Anwärmen eines Bettes
im Winter Verwendung findet
Warm|front: die; - ; -en (Meteorologie)
erwärmte Luftmassen, die durch An¬
näherung an kalte Luftmassen
Schichtbewölkung u. Niederschläge
entstehen lassen
Warm]hal|te|fla|sche: die; - ; -n isolierte
Flasche, in der heiße (od. auch kalte)
Getränke ihre Temperatur eine Zeit
lang trotz stark abweichender Außen¬
temperatur beibehalten, Syn.:
[fremdsprl.] Thermosflasche
warm|hal|ten —> warm hälfte**: hältst
warm; hielt (e) st warm; hast warmge¬
halten —*hast warm gehalten *— 1
etw. durch Zufuhr von Energie od.
mit Hilfe von Isolierung auf einer
konstanten Temperatur halten 2
(übertr.) sich eine Person bzw. deren
Aufmerksamkeit sichern
Warrnjhal|te|plat|te: die; - ; -n (mit
Strom) erwärmbare Platte aus Me¬
tall, auf der Speisen od. Getränke
(nach dem Servieren auf dem Tisch)
warmgehalten werden können
warm|herjzig: Adj. mit jmdm. mitfüh¬
lend; stets gefühlvoll reagierend
warm|lauffen —* warnt lauten: läuft
warm; lief warm; ist warmgelaufen
—»fr/ warm gelaufen*— (Motor) im
Leerlauf auf die notwendige Betriebs¬
temperatur kommen
warm|lau|fen warm lauten, sich:
läufst warm; lieffejst dich warm; hast
dich warmgelaufen —*hast dich
warm gelaufen-*— seinen Körper, die
Muskeln für folgende sportliche
Übungen durch Laufen, Rennen auf¬
wärmen
Warm|luftt die; - ; - künstlich od. natür¬
lich angewärmte Luft
Warm|mie|te: die; -; -n für das Wohnen
in einem Haus od. einer Wohnung zu
bezahlende Miete, in die die Heizko¬
sten eingeschiossen sind
Warm|was|ser|be|rei|ter: der; -s; -
(Technik) Gerät zum Aufheizen einer
gewissen Menge von Wasser
Warm|was|ser|verfsorfgung: die; • ; - a)
Belieferung, Versorgung von Men¬
schen, Haushalten mit warmem Was¬
ser b) zentrales Gerät, das für mehrere
Räume, Wohnungen, Zapfstellen
warmes Wasser herstellt
1289
Warmzeit
Warmfzeit: die, • ; -en (Geologie) Zeit
zwischen zwei Eiszeiten
Wam|blink|an|la|ge: die; - ; -n (Technik)
a) Vorrichtung am Kraftfahrzeug,
alle Blinkleuchten, Fahrtrichtungsan¬
zeiger als Warnung bei Gefahr gleich¬
zeitig in Gang setzen zu können b) als
Warnung (für den Straßenverkehr)
aufgestellte Reihe von Blinklichtern
Warn|blink|teuch|te: die; -; -n <Technik>
a) Lampe, die durch regelmäßig aus¬
gesendete Lichtsignale auf Gefahren¬
stellen (im Straßenverkehr) aufmerk¬
sam macht b) gelbe Lichter der Warn¬
blinkanlage am Auto
Wam|drei|eck: das; -(ejs; -e <Verkehr>
reflektierendes Dreieck mit weißem
Grund u. roter Umrandung, das zum
Absichem eines defekten Fahrzeuges
od. einer Unfallstelle in bestimmtem
Abstand aufgestellt werden muß
war|nen: warnst; warntest; hast gewarnt
a) deutlich auf eine Gefahr, auf etw.
Gefährliches, Unangenehmes hinwei¬
sen b) drohen, um etw. zu verhindern;
jmdm. verbieten wollen, abraten, etw.
zutun
Warnjgejrät: das; -(e)s; -e durch (opti¬
sche od. akustische) Signale auf Ge¬
fahren hinweisendes Gerät
Warn|kreuz: das; -es; -e <Verkehn auf ei¬
nen Bahnübergang hinweisendes Ver¬
kehrsschild, dessen rot-weiße Streben
ein diagonales Kreuz bilden, Syn.:
Andreaskreuz
Warnjlaufc der; -(e)s; -e <Zool.> von Tie¬
ren in Gefahrensituationen ausgesto¬
ßener Ton od. Ruf als Warnung an
die Artgenossen (od. andere Tiere)
Warn|licht: das; - (e)s; -er Licht als opti¬
sches Signal, um auf Gefahren hinzu¬
weisen
Warnschild: das; -(e)s; -er 1 Plakat o.
ä„ das eine Warnung beinhaltet 2
Verkehrsschild, das auf Gefahren, be¬
sondere Situationen hinweist
Warnschuß —» Warnschuss: der;
-scnusses; -schösse nicht gezielter, nur
als Warnung abgegebener Schuß, mit
dem jmds. Verhalten im Sinne des
Schützen beeinflußt werden soll
Wam|si|gnal —> Wam|si|g|nat das;
-(ejs; -e optisches od. akustisches
Zeichen, Signal, das auf Gefahren
hinweist
Warn[streilc der; -(ejs; -s <Wirt.> zeit¬
lich befristete Arbeitsniederlegung als
Druckmittel im Arbeitskampf od. als
Ausdruck des Protestes
Warn|sy|stem —» Wam|sy|s|tem: das;
-(ejs; -e Zusammenspiel von Ma߬
nahmen, einer Anordnung von Gerä¬
ten zum Warnen vor Gefahren
War|nung: die; - ; -en Hinweis auf Ge¬
fahren
Warn|zei|chen: das; -s; - 1 Signal, das
auf eine Gefahr hinweist 2 (Verkehr)
Schild, das auf eine Gefahr hinweist 3
etw., was vor einer drohenden Gefahr
warnt, auf sie hin weist
Warp: <engh der u. das; -s; -e 1
(fachsprl.J Kettgarn, das fest gedreht
ist 2 billiger Stoff aus Baumwolle mit
buntem Muster
Warp: der;-(e )s; -e (seemannsspri.f klei¬
ner Anker, mit dem ein Schiff zu ei¬
nem anderen Ort gezogen wird
Warft«: die; - ; -n 1 a) Ort, von dem aus
man eine bestimmte Sicht hat
»Sternwarte« b) (übertr.) Standpunkt;
Meinung aus jmds. Sicht 2 <hist.>
Burgturm, von dem man eine gute
Übersicht über die Umgebung hat 3
von jmds. Warte aus: nach jmds.
Meinung, Ansicht
Warfteffrist: die; - ; -en 1 Zeitraum, der
verstreichen muß, bis etw. eintritt 2
<Versicherung> Zeit nach Vertragsab¬
schluß ohne Versicherungsschutz,
ohne Anspruch auf Leistungen
Warfte]häus|chen: das; -s; - _ kleine
(halb offene) Hütte od. Überda¬
chung, in der man sich aufhalten
kann, während man auf einen Bus,
eine Straßenbahn wartet
Warfteflifste —> Waijteflisfte: die; - ; -n
Liste mit Namen7die die Reihenfolge
der Belieferung, Berücksichtigung
von auf etw. wartenden Personen
festlegt, regelt
warften: wartest; wartetest; hast gewar¬
tet 1 a) einen Ort nicht verlassen, bis
etw. od. jmd. kommt od. geht, ein be¬
stimmtes Ereignis eintritt b) eine Tä¬
tigkeit aufschieben, bis ein Ereignis
eintritt 2 <meist Technik) etw. pflegen,
instandhalten, hüten 3 na warte!: [oft
scherzh.] drückt aus, daß jmdm. etw.
angedroht wird »Du glaubst nicht,
daß ich das kam? Na warte, dir werde
ich es zeigen!« 4 a) da kannst du, kann
er, sie usw. lange warten: [ugs.] etw.
wird nicht eintreten (obwohl jmd.
darauf wartet) »Wenn du glaubst, ich
komme heute noch, kannst du aber lan¬
ge warten.« b) warten können, bis
man schwarz wird: [ugs.] auf etw. od.
jmdn. warten, was/der nicht eintrifft
5 auf dich, ihn usw. habe ich, hat er
usw. gerade (noch) gewartet: [ugs.;
iron.] drückt aus, daß jmd. sich dar¬
über ärgert, daß jmd. (doch noch)
etw. getan hat »Jetzt kommt dieser un¬
mögliche Mensch doch tatsächlich -
na, auf den habe ich gerade (noch)
gewartet.« 6 auf sich warten lassen:
es wird noch lange dauern, bis etw.,
jmd. eintrifft
Warften der; -s; - weibl. Wjjrftefrin: die;
-; -nen Person, die auf etw. od. jmdn.
aufpaßt, etw. od. jmdn. bewacht
Warfteiraum: der;-(ejs; -räume Aufent¬
haltsort, während man auf etw. war¬
tet (z. B. beim Arzt)
Waijtefsaal/War|te|haljle: der; -(ejs;
-säle großer Raum, in dem sich (z. B.
auf einen Zug) Wartende aufhalten
können
Warftefzeit- die; ~ ; -en 1 Zeitraum, in
dem jmd. auf jmdn. od. etw. wartet 2
<Versicherung> Zeit nach Vertragsab¬
schluß ohne Versicherungsschutz,
ohne Anspruch auf Leistungen 3 Zeit¬
raum, in dem etw. nicht getan werden
darf
Warfte|zim|mer: das; -s; - mit Stühlen
äusgestatteter Aufenthaltsraum für
Wartende (z. B. beim Arzt)
Wartung: die; - ; -en <meist Technik) In¬
standhaltung, Pflege von etw.
Waijtungsfarjbeit: die; - ; -en (m. PI.)
(Technik) regelmäßige Funktions¬
Überprüfung, Instandsetzungsarbeit
an, von technischen Geräten
warttungsfarm: Adj. wartungsarmer;
wartungsarmste (Technik) Pflege,
Überprüfung u. Reparatur nur selten
nötig habend
warjtungsjfrei; Adj. n. stg. (Technik)
keine Pflege u. Überprüfung benöti¬
gend
war}tungsffreund|lich: Adj. (Technik)
gut kontrollierbar, leicht zu reparie¬
ren »ein wartungsfreundliches Auto«
Warjtungsfveritrag: der; -(ejs; -vertrage
(Technik) Vertrag zwischen einer
Wartungsfirma u. ihrem Kunden, der
die regelmäßige Wartung einer tech¬
nischen Anlage beeinhaltet
warjum/warjum —* wa|ijum/wa|r|um:
Adv. a) einen Relativsatz einleitend
aus welchem Grund; weshalb; wieso
»Ich verstehe nicht, warum er nicht
kommen will.« b) einen Interrogativ¬
satz, eine Frage einleitend Frage nach
dem Grund; weshalb »Warum willst
du nicht kommen?«
Warfze: die; ~ ; -n <Med.> dunkle, gutar¬
tige, bis zu erbsengroße Wucherung
der Haut, deren Oberfläche stark ver¬
dickt ist
War|zen[hof: der; -(ejs; -höfe dunkel ge¬
färbter, runder Bereich um die Brust¬
warze
WAS: Abk. waschaktive Substanzen =
Bestandteile von Waschmitteln
was: I Interrogativpron. fragt nach der
Bezeichnung für etw. »Was ist das in
deinem Glas?« II Relativpron. a) be¬
zeichnet in Relativsätzen die Sache,
über die etw. gesagt wird »Ich habe al¬
les weggeworfen, was ich nicht mehr
brauche.« b) [ugs.; landsch.] bezeich¬
net eine Person im Relativsatz III
Indefinitpron. irgend etw.; etw. mit ei¬
ner bestimmten Eigenschaft, Qualität
IV Adv. [ugs.] a) weshalb; aus welchem
Grund »Was läßt du dir das alles
gefallen!« b) steht (in einer Frage)
stellvertretend für eine später näher
erläuterte Eigenschaft o. ä. c) in wel¬
cher Weise; wie sehr »Was bist du
schlau!« V 1 ach was: [ugs.] nein;
überhaupt nicht »Bist du mir böse?
Ach, was.« 2 was für (ein)was ein
[ugs.] welch »Was für ein
Blödsim!« 3 und was nicht alles:
[ugs.] alles, was möglich ist; alles
mögliche »Und was nicht alles hatte er
mir versprochen.« 4 so was: [ugs.] 1.
kurz Jur so etwas »so was Blödes« 2.
[abwert.} so jmdn.; so eine schlechte,
widerwärtige o. ä. Person »So was
lädst du ein?«
wasch|ak|tiv: Adj. n. stg. (Waschmittei¬
bestandteil) säubernd
Wasch|an|lajge: die; - ; -n 1 automa¬
tisch arbeitende Apparatur zum Wa¬
schen von Autos 2 (Technik) techni¬
sche Einrichtung, um Rohstoffe (z. B.
Erz od. Kohle) zu reinigen
Wasch|au|to|inat: der; -en; -en 1 auto¬
matisch arbeitende Maschine zum
Wäschewaschen 2 (Technik) Maschi¬
ne, mit der Erze gewaschen, aufberei¬
tet werden
Waschfbär: der; -(ejs; -en aus Amerika
stammender kleiner Bär mit schwar¬
zem Gesicht u. dunklen Ringen auf
dem Schwanz
wasch|bar: Adj. n. stg. (meist Klei¬
dungsstück) für die Wäsche geeignet;
1290
Wasser
gewaschen werden könnend, ohne
Schaden zu nehmen
Wasch|becken (Wasch|bek|ken —>
Wasch|be|cken): das; -s; ~ (Kera-
mik-)Becken, das an der Wand befe¬
stigt ist u. mit fließendem Wasser ver¬
sorgt wird
Wasch|be|ton: der; -s; - <Bauw.> Beton¬
platte mit unregelmäßiger Oberflä¬
che, die durch Abwaschen der ober¬
sten Schicht entstanden ist, so daß
Kieselsteine o. ä. sichtbar werden,
hervortreten
Wasch|brett: das; -(ejs; -er oneist hist.)
a) Holzrahmen mit einer Einlage aus
gewelltem Blech o. ä., auf deren har¬
ter, gerippter Oberfläche Wäsche ge¬
rubbelt u. dadurch gereinigt wird b)
als Musikinstrument verwendetes
Waschbrett (a)
Wäsche: die; • ; -n (PI. s.) 1 das Wa¬
schen, Säubern mit Wasser u. Seife
o. ä. 2 Kleidungsstücke, die gewa¬
schen werden müssen od. gewaschen
wurden 3 kurz Jur Unterwäsche —
Kleidung, die unter der zu sehenden
Kleidung getragen wird (wie z. B. Un¬
terhemd, BH, Unterhose, Slip) 4
<Technik> Anlage zum Waschen von
Erzen o. ä. 5 jmdm. an die Wäsche
gehen: [ugs.] jmdn. belästigen (oft
sexuell) 6 schmutzige Wäsche
waschen: persönliche, unangenehme
Dinge im Beisein anderer aufdecken
od. austragen »Bei der Scheidung wur¬
de viel schmutzige Wäsche gewa¬
schen.«
Wäsche|beu|tel: der; -s; * Sack, in dem
schmutzige Wäsche aufbewahrt wird
wasch|echt: Adj. n. stg. 1 «Textilien)
waschbar; so beschaffen, daß sich
Farbe od. Größe beim Waschen nicht
ändert 2 [ugs.] a) alle typischen Merk¬
male aufweisend »ein waschechter
Bayer« b) wirklich; echt
Wä|sche|gai1ni|tur: die; - ; -en zusam¬
mengehörige, (im Stoff) miteinander
übereinstimmende Unterwäsche (z.
B. Unterhose u.-hemd)
Wa|sche|ge|schäft: das; -(e)s; -e Ein¬
zelhandelsfachgeschäft, in dem Fein¬
wäsche od. Bettwäsche gekauft wer¬
den können
Wäsche|klam|meR die; - ; -n aus Holz
od. Kunststoff bestehende Klammer,
mit der Wäsche (zum Trocknen) an
einer Wäscheleine befestigt wird
Wäsche|korb: der; ~(e)s; -körbe Behäl¬
ter, (Gitter-)Korb aus Kunststoff od.
Bast, in dem Wäsche gelagert od.
transportiert wird
Wä|sche|lei|ne: die; ~ ; -n zum Aufhän¬
gen nasser Wäsche verwendete Leine,
die im Garten, in der Waschküche o.
ä. aufgespannt ist
Wäschen: wäschst; wusch(e)st; hast ge¬
waschen 1 a) etw. od. jmdn. reinigen,
säubern, von Schmutz befreien;
Schmutz entfernen b) Textilien, Klei¬
dungsstücke mit einer Maschine säu¬
bern, waschen, spülen (u. schleudern)
2 [fachsprl.] (durch Wasser) aus¬
schwemmen, von Rückständen be¬
freien »Kohle waschen« 3 «Geld) [ugs.]
illegal erworbenes Geld durch Ein¬
bringung in Geschäfte o. ä. zu offi¬
ziellem Eigentum machen od. bei
jmdm. Umtauschen 4 «Wasser)
[seemannssprl.] a) auf etw., ein Schiff
auftreffen; über etw. hinweglaufen b)
jmdn. von Bord eines Schiffes reißen
5 sich gewaschen haben: [ugs.] un¬
angenehm (stark, intensiv) »Dem wer¬
de ich jetzt eine Strafpredigt halten,
die sich gewaschen hat.« 6 Wasch mir
den Pelz, aber mach mich nicht naß:
hilf mir, aber so, daß es keine negati¬
ven Auswirkungen auf mich hat
Wäscheschrank: der; -(e)s; -schränke
Schrank, in dem Wäsche aufbewahrt
wird
Wä|sche|stän|der: der; -s; - Vorrich¬
tung, Gestell mit mehreren Wäsche¬
leinen, auf denen auf kleinem Raum
Wäsche zum Trocknen aufgehängt
werden kann
Wäschestück: das; -(e)s; -e einzelnes
Kleidungs- od. Wäscheteil
Wä|sche|trockjnen der; -s; - 1 elek¬
trisch betriebene Maschine, die mit
Hilfe von Heißluft Wäsche trocknet 2
Wäscheständer
Waschfrau: die; - ; -en Frau, deren Be¬
ruf es ist, bei jmdm. die Wäsche zu
waschen, bei der Wäsche (1) in einem
Haushalt zu helfen
Wasch|gang: der; -(e)s; -gonge einer
von mehreren Abschnitten eines
Waschmaschinenprogramms
Wasch|kraft: die; - ; - «meist Werbung)
Wirkungsgrad, Intensität eines
Waschmittels
Wasch|kü|che: die; - ; -n Raum mit ei¬
ner Waschmaschine, mit Wäschelei¬
nen u./od. einem Trockner (meist im
Keller eines Hauses)
Wasch|lap|pen: der; -s; - 1 aus Frottee¬
stoff gefertigter Lappen zum Wa¬
schen des Körpers 2 [ugs.; abwert.]
Angsthase; Feigling; Schwächling
Wasch|ma|schi|ne: die; - ; -n 1 automa¬
lisch arbeitende Maschine zum Wä¬
schewaschen 2 «Technik) Maschine,
mit der Erze aufbereitet werden
Wasch|mit|tel: das; -s; - (pulverförmi¬
ge) Substanz, die zur Reinigung von
Wäsche verwendet wird
Wasch|pro|gramm —» Wasch|pro|g|-
ramrn: das; -(e)s; -e wahrend des
Waschvorgangs ablaufendes Pro¬
gramm einer Waschmaschine
Wasch|pul|ver: das; -s; - pulverförmige
Substanz zur Reinigung von Wäsche
Wasch|raum: der; -(e)s; -räume 1
Raum, in dem mehrere Waschmög¬
lichkeiten (Waschbecken, Duschen)
zur Körperreinigung vorhanden sind
2 Waschküche
Wasch|sa|lon: der; -s; -s Firma, Laden¬
lokal, Betrieb mit mehreren münzbe¬
triebenen Waschmaschinen u. Trock¬
nern, in dem Kunden ihre Wäsche
waschen od. trocknen können
Wasch|stra|ße: die; - ; -n <Auto> auto¬
matisch arbeitende Anlage zum Wa¬
schen von Autos
Wasch|tag: der; -(e)s; -e Tag, an dem
jmd. all seine Wäsche wäscht, erledigt
Wasch|trog: der; -fe)s; -tröge «meist
hist.) 1 großes hölzernes Gefäß, das
zum Wäschewaschen benutzt wird 2
große Schüssel, die benutzt wird, um
sich zu waschen
Wajschung: die; - ; -en 1 [geh.] die Rei¬
nigung einzelner Körperteile od. des
gesamten Körpers (im Rahmen einer
religiösen Handlung) 2 «Med.) Kör¬
perbehandlung mit Wasser
Wasch|weib: das; -(e)s; -er 1 [veralt.]
Waschfrau; Wäscherin 2 Mensch,
meist Frau, der/die zuviel (über ande¬
re) redet, klatscht
Wasch|zetjtel: der; -s; - 1 «Druckw.) a)
zur Werbung für ein Buch verfaßter
Kommentar b) Klappentext eines
Buchumschlages 2 «Zeitungsw.) kurze
Presseinformation 3 [veralt.] Ver¬
zeichnis der Kleidungsstücke u. ä.,
die man zum Waschen in die Wäsche¬
rei gegeben hat 4 [ugs.] Beipackzettel
in Medikamentenpackungen
Wasch|zwang: der; -(e)s; -zwänge «Psy¬
chologie) krankhaftes Bedürfnis, sich
ständig waschen zu müssen, wollen
Was|sen das; -s; - u. Wässer 1 a) le¬
bensnotwendige, in der Natur vor¬
kommende klare Flüssigkeit, die bei
0° C zu Eis gefriert; flüssige Substanz,
die den Inhalt von Gewässern
(Flüsse, Meere u. ä.) bildet b) kurz für
Mineralwasser »Herr Ober, ich hätte
gern ein Wasser.« c) PI. Wässer kurz
für Obstwasser — aus Obstsaft ge¬
brannter Schnaps d) PI. Wässer in der
Beschaffenheit wäßrige Substanz e)
[oft verhüll.] Körperflüssigkeit »Sie
hat Wasser in den Beinen. • Wasser
( = Urin) lassen« 2 jmdm. läuft das
Wasser im Mundje) zusammen:
[ugs.] jmd. entwickelt Appetit auf
etw. 3 a) ein stilles Wasser: [ugs.;
scherzh.] a) ein schweigsamer, stiller
Mensch b) ein ruhiger, unscheinbarer
Mensch, der aber überraschende, un¬
vermutete Eigenschaften hat b) stille
Wasser sind tief: sehr ruhige, un¬
scheinbare, stille Menschen zeigen oft
überraschende Wesenszüge 4 jmd.
wirkt, tut so, als ob er kein Wässer¬
chen trüben könnte: [ugs.] jmd. gibt
sich, erscheint völlig harmlos »Er
sieht aus, als ob er kein Wässerchen
trüben könnte.« 5 ins Wasser fallen:
[ugs.] nicht stattfinden 6 bei Wasser
u. Brot sitzen: [ugs.] eine Haftstrafe
im Gefängnis verbüßen 7 jmdm.
steht das Wasser bis zum Hals, bis
an die Kehle, bis zur Kehle: [ugs.]
jmd. beflndet sich in einer (finanziell)
äußerst schwierigen Situation 8 mit
allen Wassern gewaschen sein:
[ugs.] sehr raffiniert, gewitzt sein 9
nahe am Wasser gebaut haben:
[ugs.] schnell zu weinen beginnen 10
jmdm. nicht das Wasser reichen
können: [ugs.] nicht so intelligent u.
tüchtig sein wie ein anderer »Der jün¬
gere Bruder bemühte sich sehr in der
Schule, aber er konnte dem älteren
nicht das Wasserreichen.« 11 ins kalte
Wasser springen, geworfen werden:
[ugs.] ohne Vorbereitung etw. tun
(müssen), was man zuvor noch nie ge¬
tan hat 12 jmdn., sich über Wasser
halten: sich oder jmdn. ernähren »Er
hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten
über Wasser.« 13 hier, dort o. ä. wird
auch nur mit Wasser gekocht; der
kocht, die kochen auch nur mit
Wasser: das sind auch nur normale
Menschen
—» Wasfser ab|stg|ßend: s. wasserab¬
stoßend
1291
Wasser
—»• Wasjser ab[wei|send: s. wasserab¬
weisend
was|ser|ab|sto]ßend —» Wasjser ab|-
stoJBend: Adj. n. stg. Wasser abperlen
lassend; kein, wenig Wasser durch-,
hineinlassend
was|setjab|wei|send —>■ Wasjser ab)-
weijsend: Adj. n. stg. Wasser abper¬
len lassend; kein, wenig Wasser
durch-, hineinlassend
Wasjserjader —» Was|serja|der: die; ~ ;
-n kleiner Wasserlauf, der unterir¬
disch verläuft
Was|ser|bad: das; -es; -bäder «Kochk.»
Erhitzen von Speisen in einem Behäl¬
ter, Topf, der in einen größeren, mit
Wasser gefüllten Topf gestellt wird,
um ein Anbrennen der Speise zu ver¬
hindern
Wasfser|bail: der; -fejs; -balle 1 auf¬
blasbarer, aus Kunststoff bestehen¬
der Ball, mit dem im Wasser gespielt
wird 2 <Sport> Ballspiel zweier aus sie¬
ben Spielern bestehenden Mann¬
schaften, das dem Handball ähnlich
ist, jedoch im Wasser stattfindet 3 Le¬
derball, der zum Wasserball (2) be¬
nutzt wird
Was[ser]bett: das; -(e)s; -en Bett, bei
dem die Liegefläche aus einer wasser¬
gefüllten Matratze besteht
Was|ser|bom|be: die; - ; -n <Milit.> 1
von Flugzeugen od. Schiffen abge-
wörfene Bombe, die unter Wasser ex¬
plodiert 2 [ugs.] a) mit Wasser gefüll¬
ter, kleiner Ballon, der durch Auf¬
prall auf den Boden zum Platzen ge¬
bracht wird b) von einer (absichtlich)
unelegant auf der Wasseroberfläche
landenden Person verursachtes hefti¬
ges Spritzen
Was|ser|biifffel: der; -s; - in sumpfigen
Gebieten Südasiens vorkommender
Büffel mit auffälligen, nach hinten ge¬
schwungenen Hörnern
Wäs|setjchen: das; -s; ~ 1 Verkleine¬
rungsform zu Wasser; kleines Gewäs¬
ser 2 Verkleinerungsform zu Wasser;
wohlriechende Flüssigkeit 3 Verklei¬
nerungsform zu Obstwasser; Obst-
scbnaps 4 kein Wässerchen trüben
können: [ugs.] nichts Böses im Sinn
haben; harmlos sein
Wasfsarjdampf: der; -(e)s; - durch Er¬
hitzen gasförmig gewordenes Wasser
was|seijdicht: Adj. n. stg. kein Wasser
durchlassend
wasjseijdurchiläs|sig: Adj. Wasser hin¬
durchdringen lassend
W3s|seijei|mer. der; -s; - Eimer, hoher
Behälter (mit einem Henkel), in dem
Wasser aufbewahrt od. transportiert
wird
Was|serjfahr|zeug: das; -(e)s; -e sich
auf dem Wasser fortbewegendes
Fahrzeug, Transportmittel
Was|ser|fali: der; -fe)s; -fälle 1 über
Felsen, einen Abhang hinabstürzen¬
des Wasser 2 reden wie ein
Wasserfall: unaufhörlich reden
Was|ser)farjbe: die; - ; -n wasserlösli¬
cher Farbstoff, der mit Wasser ange¬
rührt wird u. dann zum Malen ver¬
wendet wird
was|sertfest: Adj. n. stg. a) nicht wasser¬
löslich b) gegen Wasser unempfind¬
lich; undurchlässig für Wasser
Was)ser|fla|sche: die; - ; -n Flasche, in
der (oft bei Ausflügen) Trinkwasser
aufbewahrt wird
Wasjserjfloh: der; -(e)s; -flöhe sich hüp¬
fend im bzw. auf dem Wasser fortbe¬
wegender, kleiner Blattfußkrebs
Was|ser|flugjzeug: das; -{e)s; -e Flug¬
zeug, das mit Schwimmern,
Schwimmkörpern anstelle eines
Fahrwerkes versehen ist u. so auf
dem Wasser starten u. landen kann
Was|ser)ge|ha)t: der; -(e)s; - Anteil von
Wasser in etw.
was|ser]ge|kühlt: Adj. n. stg. mittels,
durch Wasser gekühlt, kalt gehalten
Was|aerjglas: das; -es; -gläser 1 aus
Glas gefertigtes, becherförmiges
Trinkgefäß ohne Henkel 2 «Chemie»
sirupartige Flüssigkeit aus Soda u.
Quarzsand zur Herstellung von Kitt
u. Konservierungsstoffen
Was|serjgra|ben: der; -s; -graben 1 a)
mit Wasser gefüllte(r) Graben, ring¬
förmig um etw. angelegte Vertiefung
des Erdreiches (früher zur Verhinde¬
rung des Eindringens von Feinden in
eine Burg o. ä.) 2 «Sport» a) Hindernis
beim Reiten, bei dem sich hinter einer
erhöhten Stange od. Hecke ein mit
Wasser gefülltes Becken befindet, das
gleichzeitig übersprungen werden
muß b) Hindernis beim 3000 Meter-
Hindemislauf in der Leichtathletik,
das hintereiner Hürde ein mit Wasser
gefülltes Becken aufweist, das vom
Läufer aber betreten werden darf
Was|ser)hahn: der; -(e)s; -höhne Vor¬
richtung am Ende einer Wasserzulei¬
tung, an der Wasser gezapft, abge¬
nommen werden kann
Was]ser|haus|ha)t der; -(e)s; -e 1 «Bio.;
Med.» Zusammenspiel von Abgabe u.
Aufnahme von Wasser in einen Kör¬
per 2 sparsame Verwendung des in
der Natur vorhandenen Wassers
wäs|se]rig/wäßjrig —* wäs|se|rig/
wäss|rig: Adj. 1 viel Wasser beinhal¬
tend »Eine solch wässerige Suppe habe
ich noch nie gegessen.« 2 von heller u.
blasser Farbe 3 eine wässerige Flüs¬
sigkeit absondemd
Wasfser|kajni]ster —* Was|set]ka|nis|-
ter: der; -s; - mit einem Deckel ver¬
schließbarer Behälter mit Griff od.
anderer Trage Vorrichtung, in dem
Wasser aufbewahrt od. transportiert
wird
Was|ser]ka|raf|fe: die; - ; -n Behälter
mit Henkel u. Tülle 2um Servieren,
Ausschenken von Wasser
Was|serjka|sten —s» Was|serjkas[ten:
her; -s; -kästen 1 Aufbewahrungsbe¬
hälter für das Wasser der Toiletten¬
spülung 2 Kiste mit od. für mit Trink¬
wasser gefüllte(n) Flaschen
Wasfseijkes|sei: der; -s; - Metalltopf in
kannenähnlicher Form mit kleinem
Deckel, Tülle u. Griff zum Wasserko¬
chen
Was|ser|kopf: der; -(e)s; -köpfe 1
«Med.» Vergrößerung des Himschä-
dels durch starke Vermehrung der
Flüssigkeit in den Hohlräumen des
Kopfinnenbereiches 2 [ugs.; abwert.]
übertrieben umfangreicher, großer
Verwaltungsapparat
Was|ser|kraft: die; - ; • «Physik» in einer
angestauten od. strömenden Wasser¬
masse enthaltene Energie
Wasjser]kraft|werk: das; -(e)s; -e
«Technik» Anlage zur Umwandlung
von Energie aus fließendem Wasser
Wasjserjkrug: der; -(e)s; -krüge Behäl¬
ter mit Henkel u. Tülle zum Servie¬
ren, Ausschenken, kurzzeitigen
Transportieren von Wasser o. ä
Was|ser|kiih|lung: die; - ; -en «Technik»
Äbkühlen, Kalthalten eines techni¬
schen Gerätes durch Wasser
Was|ser]la|che: die; - ; -n (kleinere) na¬
türliche Ansammlung von Wasser;
größere Pfütze
Was|serjtauf: der;-(e)s; -laufe Bach od.
(kleinerer) Fluß
Was|serjläu)fen der; -s; ~ 1 Schnepfen¬
vogel mit schlankem, hochbeinigem
Körper u. geradem Schnabel 2 Insekt,
Wanze, das/die mit langen Beinen auf
der Wasseroberfläche läuft
Was|aerjtei|che: die; - ; -n Körper ei-
ne(s)(r) Toten, der/die vor dem Auf¬
finden einige Zeit im Wasser gelegen
hat u. dadurch aufgedunsen ist
Was|ser|ll|lle: die; -,- -n 1 weiße Seerose
2 gelbblühende Schwertlilie, die am
Wasser wächst
Was|serjloch: das; • (e)s; -löcher mit an¬
gesammeltem (Regen-)Wasser gefüll¬
tes Erdloch
was|ser|lös|lich: Adj. n. stg. die Eigen¬
schaft besitzend, sich in Wasser auf¬
zulösen
Was|ser]man|gel: der; -s; - Fehlen von
benötigtem Wasser in einem Gebiet
Wasjserjmann: der; -(e)s; -männer 1
«Mythologie» Wassergeist 2 a) o. PL
«Astrologie» Stemzeichen für die Zeit
vom 20.1. bis 18.2. b) Person, die in
der Zeitspanne vom 20.1. bis 18.2. ge¬
boren ist
Was|ser|mas|se: die: - ; -n (m. PL) gro¬
ße Menge von Wasser
Was|ser|me|lo|ne: die; - ; -n sehr was¬
serhaltige, große Frucht von grüner
Farbe mit rotem Fruchtfleisch u.
schwarzbraunen Kernen
Was|ser|mes|ser: der; -s; - Gerät, das
zum Messen des Wasserverbrauchs,
der ein Rohr passierenden Wasser¬
menge benutzt wird
Was|ser|müh|ia: die; - ; -n Mühle, deren
Schaufelrad durch das fließende Was¬
ser eines Bachs o. ä. bewegt, betrieben
wird
wasjsern: wasserst; wassertest; hast
gewassert «Flugzeug; Vogel» auf dem
Wasser landen
wäsjsern: wässerst; wässertest; hast
gewässert 1 etw. zum Herauslösen
von Stoffen od. zum Reinigen in Was¬
ser einlegen »Du mußt die Salzheringe
gut wässern.« 2 begießen; Wasser ge¬
ben »Hast du die neugepflanzten Bäu¬
me schon gewässert?« 3 [geh.] wässerig
(3) sein, Wasser o. ä. ausscheiden
»Das Maul des Hundes wässerte beim
Anblick des saftigen Stückes Fleisch.«
Was|ser)obertflä|che —* Was|ser|o|-
ber(flä|che: die; - ; -n obere Grenze,
oberste Schicht eines Gewässers, die
von der Luft berührt wird
Waslser|pflan|ze: die; - ; -n (krautarti¬
ge) Pflanze, die im Wasser wächst
1292
Watschenmann
Was)ser|pfüt|ze: die; - ; -n kleine An¬
sammlung von Wasser (z. B. nach Re¬
genfällen)
Was|serjpi|sto|le —> Was|ser|pis|to|le:
die; - ; -n von Kindern benutzte Spiel¬
pistole, mit der man jmdn. mit Was¬
ser naßspritzen kann
Was|serjpo|li|zei: die; • „• - Polizei, die
Flüsse, Küstengewässer u. Häfen
überwacht
Was|ser|rad: das; -(e)s; -rüder Schau¬
felrad (an Mühlen u. ä.)> das fließen¬
des Wasser zur Energiegewinnung
nutzt
Was|ser|ratjte: die; - ; -n 1 große,
schwimmende Wühlmaus, Scher¬
maus 2 [ugs.] Person, die äußerst
gerne schwimmt
Wasjserjrecht: das; -s; - <Rechtsw.> Ver¬
kehrs- u. Transportrechte auf Was¬
serwegen
was]seijreich: Ädj. viel, genügend Was¬
ser habend, aufweisend
Was|serjre|ser|voir; das; -s; -e 1 (künst¬
lich angelegte) Sammelstelle für Was¬
ser 2 Vorräte an Wasser
Wa9|ser[rohn das; -(e)s; -e Rohr, durch
das Wasser (zu verschiedenen Zapf¬
stellen) geleitet wird
Was|ser|säu|le: die; - ; -n <Physik; hist.»
ruhendes Wasser in einem aufrecht
stehenden Zylinder, dessen Standhö¬
he früher den herrschenden Druck zu
messen ermöglichte
Was|serjscha|den: der; -s; -Schäden Be¬
schädigung, Beeinträchtigung von
etw. durch ungewolltes Eindringen
von Wasser
Was|serjschei|de: die; - ; -n (Geogra¬
phie» Trennungslinie auf einem Berg¬
rücken, an der das Wasser in zwei ver¬
schiedene Richtungen abfließt; be¬
nachbarte Flüsse, Flußgebiete tren¬
nende Linie
was|ser(scheu: Adj. wasserscheuer;
wasserscheue )ste Berührung mit
Wasser vermeidend; sich nicht gerne
in ein Gewässer begebend
Was|ser|schlacht: die; - ; -en 1 <Milit.»
auf dem Meer stattfindende, heftige
militärische Auseinandersetzung zwi¬
schen mehreren (Kriegs-)Schinen 2
(ugs.] gegenseitiges Bewerfen, Na߬
spritzen, spielerisches Bekämpfen
mit, im Wasser
Wasserschloß - * Was|ser|schloss:
das; -Schlosses; -Schlösser 1 Schloß,
das von einem Gewässer umgeben ist
2 an Druckleitungen angebrachter
Behälter, um Schwankungen des
Wasserdrucks auszugleichen
Was|ser]8chutz|ge|biefc das; -(e)s; -e
Bereich, Gebiet, dessen Gewässer,
Grundwasser unter besonderem ge¬
setzlichen Schutz stehen u. in dem
Freizeit- u. Industrieaktivitäten ein¬
geschränkt sind
Was|ser|ski: der; -s; -er zum Wasserski¬
laufen benutzter, erforderlicher spe¬
zieller Ski
Was|ser|ski: das; -s; - Fahren, Gleiten
mit speziellen Skiern auf Wasser
durch die Zugkraft eines Motorboo¬
tes
Was|ser|spei|er: der; -s; - <Archit.>
Endstück einer Regenrinne, eines
kleinen Brunnens, das meist künstle¬
risch gestaltet ist
Was|ser|spie|gel: der; -s; - obere Be¬
grenzung, Höhe eines Gewässers, von
Wasser
Was|serfsport: der; -(e)s; - (PI. nur in
der Zusammensetzung Wassersportar¬
ten) Sportart, die entweder im od. auf
dem Wasser betrieben wird
Was|ser]spü|lung: die; - ; -en Einrich¬
tung an einer Toilette, mit der das
Becken durch einen Wasserschwail
gesäubert, ausgespült wird
Was|ser|stand: der; -(e)s; -stände Höhe
des Wasserspiegels
Was|ser)stoff: der; -(e)s; - <Chemie>
färb-, geruchs- u. geschmackloses,
leichtestes Gas, das in Verbindung
mit Sauerstoff Wasser ergibt
was|serjstofl]blond: Adj. n. stg. a)
<Haare> unter Zuhilfenahme von
Wasserstoffperoxid blondiert, hell ge¬
färbt b) [ugs.] durch Blondierung sehr
hellblondes Haar habend od. so helles
Haar habend, als sei es mit Wasser¬
stoffperoxid gebleicht
Was|serjstoff|bom|be: die; - ; -n auf
Kemverschmelzung beruhende
Atomwaffe, -bombe, Syn.: H-Bombe
Was|ser|stofl|peiioxid/Was|serjstoff|-
(su|)per|oxyd_—* Was[ser|stoff|per|-
o|xid/Was|ser|stoff|(su]jpsi)o|xyd:
)peroxyd Wasserstoffperoxid/Was-
serstoftöas; -s; - «Chemie» chemische
Verbindung von Wasserstoff u. Sau¬
erstoff, die als Bleichmittel dient
Was|ser|strahl: der; -(e)s; -en von ei¬
nem Wasserspender ausgehende, mit
Druck austretende Wassermenge
Was|ser|stra|ße: die; - ; -n vom Schiffs¬
verkehr genutzter Fluß, Kanal; Weg
durch ein Gewässer
Was|ser|supfpe: die; - ; -n [abwert.] sehr
dünne, wäßrige Suppe ohne viel Ge¬
schmack od. sättigende Inhaltstoffe
Was|ser[tank: der; (e)s; -s u. -e großer
Vorratsbehälter zum Aufbewahren
von Wasser
Was|ser[tem|pe|ra|tur: die; - ; -en Wär¬
megrad, Wärmezustand des Wassers
Was|serfträ[gen der; -s; ~ weibl. [sel¬
ten] Waslser|trä|ge|rin: die; - ; -nen 1
Person, die in wasserarmen Gebieten
Wasser heranbringt 2 «übertr.» [oft
abwert.] Person, die sich freiwillig
(dem Wohl, Erfolg) einer anderen un¬
terordnet u. Hilfsarbeiten für diese er¬
ledigt
Was|serttre|ten: das; -s; - 1 schnelles
Treten, das jmdn. über Wasser hält 2
Umhergehen in knöcheltiefem, kal¬
tem Wasser (zu therapeutischen
Zwecken)
Was|serfturm: der; -(e)s; -türme Turm,
in dessen unterhalb der Spitze gelege¬
nem Wasserreservoir (für den Not¬
fall) Wasser für einen Stadtteil o. ä.
aufbewahrt wird
Wasjserjuhr: die; - ; -en 1 «hist.» Zeit¬
meßgerät, bei dem aus einem oberen
Gefäß Wasser in ein unteres Gefäß
tropft, dessen steigender Wasserspie¬
gel ein Maß für den Zeitablauf ist 2
Meßgerät, das die durch ein Rohr
fließende Wassermenge ermittelt, re¬
gistriert
Was|se|rung: die; - ; -en a) Landung,
Niedergang auf einem Gewässer, auf
Wasser b) Einbringung eines Schiffes
vom Trockendock o. ä. ins Wasser
Wäs|se|rung: die; - ; -en a) Vorgang des
Wässems (1) zur Entfernung von In¬
haltsstoffen b) Gießen, Versorgen mit
Wasser
Was|ser|veijdrän|gung: die; ~ ; -
«Physik» 1 von einem Körper ver¬
drängte Wassermenge, die der Größe
des Körpers entspricht 2 Maß für die
Größe eines Schiffes
Was|ser|ver]schimit|zung:die; -; - Ver¬
unreinigung von Wasser (mit Schad¬
stoffen)
Was|serjverjsor1gung: die; - ; - Versor¬
gung, Belieferung der Privathaushalte
u. der Industrie mit dem benötigten
Wasser
Was|seijvojgel: der; -s; -vögel Vogel,
der am od. im Wasser lebt
Was|seijwaa|ge: die; - ; -n Gerät zur
Überprüfung von senkrechtem u.
waagerechtem Flächenverlauf, das
mit Hilfe einer Luftblase in einem
kleinen, mit Flüssigkeit versehenen
Sichtfenster ausgelotet werden kann;
Setzwaage; Richtwaage
Was|ser|weg: der; -(e)s; -e a) vom
Schiffsverkehr genutzte(r) Fluß od.
Kanal, Straße durch ein Gewässer b)
auf dem Wasserweg: von Schiffen an
seinen Bestimmungsort transportiert
Was|ser|wer|fer der; -s; - Vorrichtung
(der Polizei), um große Wassermen¬
gen unter hohem Druck zu versprit¬
zen (meist um Demonstranten ausein¬
anderzutreiben o. ä.)
Was|ser|werk: das; -(e)s; -e Anlage zur
Wasserversorgung, Aufbereitung,
Produktion u. Verteilung von Trink¬
wasser
Was|ser[zei|chen: das; -s; - Prägung
des Papiers, z. B. bei Banknoten,
Wertpapieren od. Briefpapier
wäß|rig/wäs|sejrig —> wäss|rig/wäs|-
se|rig: Adj. 1 viel Wasser beinhaltend
2 von heller u. blasser Farbe 3 eine
wäßrige Flüssigkeit absondemd
rig|keit/Was|5ejrig|keit die; - ; - wäs¬
seriger Zustand
wa|ten: watest; watetest; bist gewatet
durch etw. Flüssiges gehen (in das
man einsinkt)
Wajteijkant: die; ~ ; - a) [wörtlich] Was¬
serkante b) das Küstengebiet an der
deutschen Nordsee
Wat|schel|gang: der; ~(e)s; - [ugs.]
Portbewegungsweise, bei der man
sich beim Gehen hin- u. herwiegend
bewegt u. zumeist die Füße stark nach
außen dreht
wat|scheln: watschelst; watscheltest;
hast gewatschelt mit deutlich sichtba¬
rer Gewichtsverlagerung laufen, ge¬
hen
Wat|schen: die; ~ ; - [landsch.; meist
bayr.; österr.] Schlag mit der flachen
Hand auf die Wange; Ohrfeige
wat)schen: watschst; watschtest; bist ge¬
watscht [landsch.; meist bayr.; österr.]
jmdm. mit der flachen Hand ins Ge¬
sicht schlagen; jmdn. ohrfeigen
Wat|schen|mann: der; -(e)s; -männer 1
im Wiener Vergnügungspark ’Prater’
stehende Figur, der man eine Ohrfei¬
ge geben u. damit seine Kraft messen
kann 2 [landsch.; meist bayr.; österr.]
Person, die statt des Schuldigen be¬
straft wird, Syn.: «2» Prügelknabe
1293
Watt
Watt: das; -(e)s; -en Küstenbereich (an
der Nordsee), der bei Ebbe nicht von
Wasser überflutet ist
Watt: das; -s; - «Physik) Maß(einheit),
mit dem/der elektrische Leistung ge¬
messen wird
Watjte: <lat.-nieder! > die; - ; - u.
(Sorten) -n (Pt. s.) 1 (weiches) Mate¬
rial aus locker zusammenhängenden
(Baumwoll-)Fasem 2 Watte in den
Ohren haben: [ugs.] etw. nicht, auf
jmdn., nicht sofort hören, reagieren 3
jmdn. ln Watte packen: von jmdm. al¬
les Unangenehme femhalten; über¬
trieben um jmdn. besorgt sein
Wat|te|bausch: der; -(e)s; -bausche Bü¬
schel Watte, sehr weicher Baumwoll-
fasern, das häufig zur Reinigung der
Haut verwendet wird
Wat|ten|meeR das; -(ejs; -e Gebiet im
unmittelbaren Küstenbereich, das bei
Flut vom Meer bedeckt, bei Ebbe
aber (bis auf Priele) nicht unter der
Wasseroberfläche liegt
Wat[te|stäb|chen: das; -s; ~ kleiner, ca.
8 cm langer Kunststoffstab, der an
beiden Enden mit Watte versehen,
umwickelt ist
Watftjejrung: die; - ; -en 1 das Auspol¬
stern mit Watte 2 Wattepolster (in ei¬
nem Kleidungsstück)
Watt|wan|de|rung: die; - ; -en Wande¬
rung, Spaziergang durch das Watt bei
Ebbe
wau. waul: Interj. [kindersprl.j Laut,
der das Bellen eines Hundes nachah¬
men soll
Waulwau: der; -s; -s [kindersprl.] von u.
beim Sprechen mit Kleinkindern be¬
nutztes Wort für ’Hund’
WAZ: Abk. 1 Wochenarbeitszeit 2 West¬
deutsche Allgemeine Zeitung (eine
Tageszeitung)
WB: Abk. 1 Wahlbezirk 2 Wählerbund
3 <Milit.> Wehrbereich 4 Weiterbil¬
dung 5 Werkbericht 6 Wirkungsbe¬
reich 7 a) Wirtschaftsbereich b) Wirt¬
schaftsbetrieb 8 Wissenschaftliche Bi¬
bliothek 9 a) Wohnungsbau b) Woh¬
nungsbeihilfe 10 Wörterbuch 11
tengl.i Warner Brothers (= Medien-
konzem in den USA)
Wb.: Abk. Wörterbuch
Wbb.: Abk. Wörterbücher
WBG: Abk. 1 Wehrbeitragsgesetz 2
Wettbewerbsgesetz 3 Wohnungsbau¬
gesetz
Wbg.: Abk. Werbung
wbl. : Abk. weiblich
WBS: Abk. 1 <Med.> Wirbelsäule 2
Wohnberechtigungsschein (berech¬
tigt dazu, eine Sozialwohnung zu
beziehen) 3 <Transportw.> Warenbe¬
gleitschein 4 a) Wetterbeobachtungs¬
satellit b) Wetterbeobachtungsschiff
WC: Abk. <engh water doset = Wasser¬
klosett, Toilette mit Wasserspülung
WC-Bür|ste —» WC-Bürs]te: die; ~ ; -n
Kunststoffborsten an einem langen
Stab zum Reinigen des Toilettenbek-
kens
WD: Abk. 1 Werksdirektor(in) 2 West¬
deutschland 3 Wetterdienst 4 Wirt¬
schaffsdienst S Wochendienst 6 Wo¬
chendurchschnitt
wd.: Abk. wasserdicht
Wdh(lg).: Abk. Wiederholung
WDR: Abk. Westdeutscher Rundfunk
= öffentlich-rechtliche Rundfunk- u.
Fernsehanstalt, Mitglied der ARD
WE: Abk. 1 Währungseinheit 2 Waren¬
verzeichnis für den Material u. Wa¬
reneingang im produzierenden Ge¬
werbe 3 Wehrersatzwesen (Erfassung
der Wehrpflichtigen) 4 Meteorolo¬
gie) Witterungseinflüsse 5 Woh¬
nungseinheit
Webjarfbeit: die; - ; -en Werkstück, das
(als Handarbeit) durch Weben gefer¬
tigt wurde
We|be|blatt: das; -(ejs; -blätter Teil des
Webstuhls, mit dem der letzte Faden
jeweils an das Gewebe herangescho¬
ben wird, Syn.: [fachspr!.} Riet
We|be|kanjte/Web|kan|te: die; -; -n Sei¬
tenrand eines Gewebes, Stoffes
wejben: webst; webtest; hast gewebt 1
durch Hin- u. Herführen eines Fa¬
dens durch aufgespannte Querfaden
einen Stoff hersteilen 2[poet.j nach u.
nach erzählerisch schaffen, erstellen
We|ber: der; -s; - weibl. We|be|rm: die;
- ; -nen Person, die berufsmäßig (an
einer Maschine) od. als (Hobby-)
Handarbeit webt, Stoffe durch We¬
ben herstellt
Wejben das; -s; - Maßeinheit des ma¬
gnetischen Flusses, Syn.: Voltampere
We|be|rei: die; * ; -en 1 o. Pt. das Her¬
stellen von Stoff, Gewebe 2 Betrieb,
in dem Stoffe gewebt werden 3 etw.,
was gewebt wurde
We|berfkamm: der; -(ejs; -kämme Teil
des Webstuhls od. beim Hobbyweben
separater Kamm, mit dem der letzte
Faden jeweils an das Gewebe heran¬
geschoben wird, Syn.: [fachsprl.] Riet
Wefberjknecht: der; -(ejs; -e mit den
Spinnen verwandtes Tier, das äußerst
lange u. dünne Beine u. einen relativ
kleinen Körper hat
Wefbeijschiff]chen/Web|sch)ff|chen:
das; -s; - flaches, glattes ovales Holz,
an dem der Quer-, Schußfaden beim
Weben durch die Längs-, Kettfäden
gezogen wird
Web|feh|ler: der; -s; ~ 1 falsch gearbei¬
tete, gewebte Stelle in einem Stoff 2
einen Webfehler haben: [ugs.] geistig
nicht gesund sein; einen Spleen, ver¬
rücktes Verhalten zeigen
Web|kanjte/We]be|kan|te: die; - ; -n Sei¬
tenrand eines Gewebes, Stoffes
Web|pelz: der; -es; -e durch Weben her¬
gestellte Nachahmung eines Tierpel¬
zes
Web[stuhl: der; -(ejs; -Stühle zum We¬
ben von Stoff erforderliche(s) Ma¬
schine, Gestell, auf die/das die Kett-,
Längsfäden gespannt werden
Wechsel: /wekßel/ der; -s; - 1 a. PI. a)
Wandel eines Zustands; Verände¬
rung; Umgestaltung b) Austausch
(von Personen) »Wechsel der (Fir¬
men-) Belegschaft« 2 «meist Bankw.)
Urkunde, in der eine abstrakte Zah¬
lungsverpflichtung aus einem Grund¬
geschäft schriftlich verbrieft wird u.
die besonders strengen Formvor¬
schriften unterliegt »ungedeckte
Wechsel« 3 kurz für Wildwechsel =
Wanderung des (Haar-)Wildes z. B.
zu einer Wasserstelle (gegebenenfalls
über eine Straße), Syn.: <2> Schuld¬
schein
Wech|sel|bad: /wekßel-/ das; -(ejs; -bä¬
der (Dusch-)Bad mit, in abwechselnd
kaltem u. warmem Wasser zu thera¬
peutischen Zwecken
Wech|sel|baig: /wekßel-/ der; -(ejs; -
böiger [veralt.; äbwert.J den Eltern
untergeschobener, gegen das eigene
Kind ausgetauschter Säugling, der
häßlich u. mißgestaltet ist
Wechjsei|be|zie|hung: /wekßel-/ die; ~ ;
-en wechselseitiger Zusammenhang
zwischen Ereignissen od. ä
wech|sel|be|züg|lich: /wekßel-/ Adj. n.
stg. gegenseitig; miteinander wechsel¬
seitig in Zusammenhang stehend; re¬
ziprok
Wech|sel|bürg|schaft: /wekßel-/ die; - ;
-en <Bankw.> durch Unterschreiben
eines Wechsels übernommene Bürg¬
schaft
Wech|sel|fäi|le: /wekßel-/ die (Pt.)
durch Veränderungen des Lebens ein¬
tretende (gegensätzliche) Zustände,
Situationen
Wech|seljfie|ben /wekßel-/ das; -s; -
<Med.> in den Tropen auftretende
Krankheit mit Fieberanfällen, die
durch Stechmücken übertragen wird,
Syn.: Sumpffieber; Malaria
Wechjseljgeld: /wekßel-/ das; -(ejs; -1
Geld, das zurückerstattet wird, wenn
man für etw. durch eine Banknote od.
eine größere Münze zuviel bezahlt
hat 2 [ugs.] Münz-, Kleingeld
wech|sel|haft: /wekßel-/ Adj. wechsel¬
hafter; wechselhafteste sich rasch än¬
dernd, Syn.: unbeständig, Ant.: be¬
ständig; stabil; gleichbleibend
Wech|sel|jahjre: /wekßel-/ die (PL)
7Med.> a) oft mit körperlichen Be¬
schwerden verbundene^) Verminde¬
rung, Ende der Fortpflanzungsfähig'
keit bei der Frau b) [selten] Zeitraum
im Leben des Mannes (meist zwi¬
schen 50 u. 60 Jahren), in dem die
körperliche, sexuelle u. geistige Lei¬
stungsfähigkeit sich verringert, Syn.:
<a> Klimakterium
Wech|sel]kas|se: /wekßel-/ die; - ; -n
Geldkasten für das Wechselgeld
Wechjsel|kurs: /wekßel-/ der; -es; -e
Tßankw.) Summe, die man für (100
Einheiten) eine(r) andere(n) Währung
bezahlen muß, bekommt
wech|seln: /wekßeln/ wechselst; wech¬
seltest; hast gewechselt 1 a) etw. (Al¬
tes) gegen etw. anderes (Neues) aus¬
tauschen »die Kleidung, Wohnung,
Schule, den Arbeitsplatz wechseln« bj
ablösen; sich verändern durch etw.
od. jmdn. »In der letzten Zeit haben
die Chefs mehrmals gewechselt.« c)
tauschen »die Seite wechseln« dj
jmdm. etw. geben u. dasselbe od. etw.
Gleichwertiges zurückerhalten »Brie¬
fe wechseln (— sich gegenseitig
schreibenj« e) austauschen »Das Auto
wechselt den Besitzer.« 2 hast/bist a)
seinen Standort, seine Arbeitsstelle
ändern »Sie ist in die Exportabteilung
gewechselt.« b) <Jagd> den Standort
wechseln (u. dabei etw., einen Weg
überqueren) 3 <Bankw.) Umtauschen;
Geld in andere Währung od. Form
mit gleichem Wert (um)tauschen »Er
wechselte DM in Dollar. ♦ Er wechselt
einen Zwanzigmarkschein in zwei
Zehner.« 4 etw. wechseln wie (ande-
1294
Weg
re) das, ein Hemd, seine Hemden:
[ugs.] etw. sehr häufig, übertrieben
oft ändern, wechseln
Wech|sel|rah|men: /wekßel-/ der; -s; -
Bilderrahmen, bei dem die Glasschei¬
be über dem Bild unkompliziert zu
entfernen u. das Bild so gut auszu¬
wechseln ist
Wech|sel|re|de: /wekßel-/ die; - ; -n Ge¬
spräch zwischen zwei Personen, Syn.:
[fremdsprl.] Dialog
Wechjset|reim: /wekßel-/ der; -(e)s; -e
<Literaturwiss.> ReimJform, bei der
sich der erste mit dem dritten u. der
zweite mit dem vierten Vers in einem
Gedicht reimt, Syn.: Kreuzreim
Wech|sel|schaj|ter: /wekßel-/ der; -s; -
<EIektrot.> einer von zwei od. mehr
Schaltern für eine Lampe o. ä., mit
denen diese wahlweise von veschiede-
nen Stellen aus an- u. ausgeschaltet
werden kann
Wech|seljschichfc /wekßel-/ die; - ; -en
Arbeit in verschiedenen Zeitabschnit¬
ten in einer Firma, Fabrik (meist ab¬
wechselnd morgens, mittags u.
abends/nachts)
Wech|sel|schritt: /wekßel-/ der; -(e)s;
-e «meist Tanz> durch einen schnellen,
kurzen Schritt, mit dem man eine
Schrittfolge beginnt, vorgenomme-
ne(r) Wechsel, Veränderung des
Standbeines
wech|sel|sei|t]g: /wekßel-/ Adj. n. stg.
gegenseitig erfolgend; von beiden Sei¬
ten
Wech|seljspan|nung: /wekßel-/ die; - ; -
<Elektrot.> sich regelmäßig (in kurzen
Abständen) ändernde Stromspan¬
nung
Wech|sel|strom: /wekßel-/ der; -(e)s; -
(Elektrot.» sich regelmäßig, in sehr
kurzen Abständen hinsichtlich der
Flußrichtung der Elektronen verän¬
dernder elektrischer Strom
Wech|sel|stu|be: /wekßel-/ die; - ; -n
kleine Bank, in der man (ausschlie߬
lich) Geld einer Währung in andere
Währungen Umtauschen kann
Wech|sel|tier|chen: /wekßel-/ das; -s; -
<Bio.> Amöbe; einfacher Einzeller, der
seine Form ständig verändert
Wech|sel(ver(bind|Hch|kei|ten: /wek¬
ßel-/ die (PL) <Bankw.> Schulden, die
durch einen Wechsel abgedeckt, gesi¬
chert sind
Wechjseljverjhättjnis: /wekßel-/ das;
•ses; -se durch wechselseitige Beein¬
flussung bestimmte, definierte Bezie¬
hung zwischen Dingen, Personen
Wech|sel|wäH|len /wekßel-/ der; -s; -
weibl. Wech|sol|wäh|le|rin: die; - ;
-nen <Pol.> Person, die bei den politi¬
schen Wahlen jeweils unterschiedli¬
che Parteien wählt
wttch)sel|weijse: /wekßel-/ Adv. 1 ab¬
wechselnd 2 wechselbezüglich
Wech|sel|wlr]kung: /wekßel-/ die; - ; -en
T Resultat einer wechselseitigen Be¬
einflussung 2 <Physik> gegenseitige
Einflußnahme
—*■ Wech|tec s. Wachte
Weck|auf|trag: der; -(e)s; -aufträge An¬
weisung (an eine Telefongesellschaft,
Hotelrezeption o. ä.), jmdn. telefo¬
nisch zu wecken
Weckdienst der; -(e)s; -e Service einer
Telefongesellschaft, eines Hotels o.
ä., von dem man sich wecken lassen
kann
Wecken (Wek|ken —> We|cken): der;
-s; ~ [landsch.] längliches Brötchen
(od. Brot) aus Weizenmehl, Syn.:
Wecke
wecken (wek|ken —> we|cken):
weckst; wecktest; hast geweckt 1
jmdn. aus dem Zustand des Schlafens
in den Zustand des Wachseins holen
2 bei jmdm. od. etw. etw. noch nicht
Vorhandenes hervorrufen, erzeugen
»Interesse, Neugier wecken«
Wecker (Wekjker —*■ Wejckei): der; -s;
- 1 Tischuhr, die bei entsprechender
Einstellung zu einer bestimmten Zeit
klingelt o. ä. u. damit eine Person auf¬
weckt, wach macht 2 jmdm. auf den
Wecker gehen, fallen: [ugs.] durch
seine Art od. sein Verhalten jmdm.
unangenehm werden
Weck|glas: (Warenzeichen) das; -es;
-gläser luftdicht verschließbarer Be¬
hälter für eingekochtes Obst, Gemüse
o. ä
Weck|nif: der; -(e)s; -e Schrei od. Tele¬
fonanruf (durch einen Weckdienst),
um jmdn. aus dem Schlaf zu holen, zu
wecken
Weck|uhr die; ~ ; -en Uhr, die zu einem
Bestimmten, eingegebenen Zeitpunkt
läutet od. klingelt, Syn.: Wecker
We|del: der; -s; - 1 mit einem Büschel
feiner Fasern o. ä. versehener Stiel
zum Staubwischen 2 aj <Bot.> großes,
gefiedertes Palmen-, Farnblatt b) gro¬
ßes, gefiedertes Palmenblatt, das zum
Zufächeln von Luft benutzt wird
we|deln: wedelst; wedeltest; hast/bist ge¬
wedelt 1 hast a) etw. Leichtes (schnell)
hin u. her bewegen b) <Tier> den
Schwanz hin u. her bewegen (als
Stimmungszeichen, z. B. Hund =
Freude; Katze = Warnung, Ge¬
spanntheit) 2 bist <Skifahren> parallel
schwingen
we|der: Konj. in der Verbindung weder
... noch: nicht das Erstgenannte u.
nicht das Zweitgenannte »Ich habe
weder Lust noch Gelegenheit, um ins
Kino zu gehen.«
Weg: der; -(e)s; -e 1 Strecke, die an ei¬
nen Ort führt; einzuschlagende Rich¬
tung, Strecke 2 nicht besonders aus¬
gebaute od. nicht sehr große, einem
Pfad ähnliche Straße 3 <übertr.> Mit¬
tel od. Art u. Weise, etw. zu tun, um
etw. zu erreichen »Es gibt zwei Wege,
das Gerichtsverfahren zu gewinnen.« 4
mit Ortsveränderungen verbundene
Erledigungen »Ich habe noch einige
Wege zu machen.« 5 jmdm. stehen
alle Wege offen: jmd. hat alle Voraus¬
setzungen, Chancen, etw. zu errei¬
chen 6 hier, nun trennen sich unsere
Wege: a) hier, jetzt müssen wir uns
räumlich trennen, wenn wir keine
Umwege machen wollen b) dies ist
das Ende einer Freundschaft, gemein¬
samen Arbeit(sbeziehung) o. ä. 7
jmdm. den Weg abschneiden: eine
Abkürzung benutzen, so daß man vor
jmdm., den man am Weiterkommen
hindern will, an einem Ort ist 8 a)
jmdm. od. einer Sache den Weg, eb¬
nen: jmdm. od. etw. alle Hindernisse
aus dem Weg räumen, damit das Ziel
schneller erreicht wird b) jmdm. od.
etw., einer Sache steht nichts im
Weg(e): es spricht nichts gegen etw.;
es kann verwirklicht werden c)
jmdm., einer Sache im Weg(e) sein:
etw., jmdn. behindern & eigene Wege
gehen: sich nicht bevormunden las¬
sen, sich von der Familie lösen (u.
selbst für die eigene Person sorgen) 10
seinen Weg machen/gehen: erfolg¬
reich sein 11 sich auf den Weg
machen: jetzt gehen; einen Ort verlas¬
sen, einen anderen zu erreichen 12
neue Wege gehen: alte Verhaltens¬
muster, Vorgehensweisen o. ä. ändern
u. etw. Neues probieren 13 jmdm.
etw. mit auf den Weg geben: 1. einem
Kind eine gute Erziehung u. Ausbil¬
dung ermöglichen 2. einer Person ei¬
nen Rat geben 14 jmdn. auf den rech¬
ten Weg führen: [geh.] eine Person da¬
bei unterstützen, (in Zukunft) richtig
zu handeln, (nichts) Schlechtes, Fal¬
sches (mehr) zu tun 15 auf dem
schnellsten Wege: möglichst sofort
16 a) auf dem falschen Weg sein:
falsch handeln, planen o. ä. b) auf
dem richtigen Weg sein: richtig han¬
deln, planen o. ä. 17 auf dem besten
Weg sein: seinem Ziel nicht mehr fern
sein, gute Aussichten haben, etw. Ge¬
plantes o. ä. bald zu erreichen 16 auf
dem Wege der Besserung sein: lang¬
sam von der Krankheit genesen 19
auf halbem Weg(e) steckenbleiben:
nicht weiterkommen 20 a) sich auf
halbem Weg(e) treffen: eine Einigung
erzielen, indem jede Partei teilweise
auf Ansprüche o. ä. verzichtet »Wir
trafen uns auf halbem Wege, u. jeder
nahm einen Teil der Schuld auf sich.«
b) jmdm. auf halbem Weg
entgegenkommen: Kompromißbe¬
reitschaft zeigen 21 jmdm. aus dem
Wegfe) gehen: versuchen, mit etw.
od. jmdn. nicht belastet zu werden,
sich damit od. mit der Person nicht
beschäftigen, nicht auseinandersetzen
wollen »Sie war entschlossen, jedem
Streit aus dem Wege zu gehen.« 22
etw. in die Wege leiten: den Beginn
von etw. veranlassen »Gegen die Be¬
trüger wurden gerichtliche Schritte in
die Wege geleitet.« 23 sich selbst im
Weg(e) stehen: durch eigene Schuld
nicht weiterkommen, nichts erreichen
24 den Weg des geringsten Wider¬
standes gehen: die Auseinanderset¬
zung mit jmdm. meiden, so handeln,
das es keine Probleme (mit anderen
Personen) gibt 25 jmdm. nicht über
den Weg trauen: davon ausgehen,
glauben, daß eine Person nicht zuver¬
lässig, nicht ehrlich ist 26 vom rech¬
ten Weg abkommen: [veralt.] krimi¬
nell werden 27 es ist noch ein weiter,
langer Weg: etw. wird nicht schnell
gehen, sondern noch längere Zeit in
Anspruch nehmen 28 noch gut zu
Wege sein: (meist alter Mensch) [ver¬
alt.] sich noch guter Gesundheit u.
Regheit erfreuen 29 Alle Wege führen
nach Rom: [scherzh.] auch auf Um¬
wegen gelangt man zum Ziel 30 Der
gerade Weg ist der beste: Empfeh¬
lung, Rat, immer ehrlich zu bleiben,
sein Anliegen direkt vorzubringen,
keine Umschweife zu machen
1295
weg
weg: Adv. 1 den Standort wechselnd; ei¬
nen Ort verlassend; an einen anderen
Ort gehend; sich entfernend »Weg
da!« 2 verloren; nicht mehr da; sich
entfernt habend »Der Schmuck ist
weg.« 3 entfernt von etw.; abseits
»Das Haus ist weit weg von der
Stadt.« 4 über etw. (hfn)weg sein:
[ugs.] etw. (seelisch Schmerzhaftes,
Unangenehmes) verkraftet haben 5 in
einem weg: [ugs.] ständig; ohne Un¬
terbrechung »Das Baby schrie die
ganze Nacht in einem weg.« 6 ganz,
einfach weg sein; hin u. weg sein:
[ugs.] von jmdm. od. etw. hingerissen,
begeistert sein 7 weg vom Fenster
sein: [ugs.] keine Geltung mehr ha¬
ben, nicht mehr zur Kenntnis genom¬
men werden; vergessen worden sein
»Nach dem letzten schlechten Film ist
der Schauspieler weg vom Fenster.«
weg|an|geln: angelst weg; angeltest
weg; hast weggeangelt [ugs.] etw.,
jmdn. (durch eine List) jmdm. weg¬
nehmen u. sich aneignen; anderen
etw. wegnehmen »Sie angelte den
Freund ihrer besten Freundin weg.«
weg|be|ge|ben, sich: begibst dich weg;
begab(e)st dich weg; hast dich wegbe¬
geben sich von einem Ort entfernen
weg|be|kom|men: bekommst weg; beka¬
mt e)st weg; hast wegbekommen [ugs.]
etw. (mühevoll) beseitigen
Weg|be|rei)ter: der; -s; - weibl. Weg|-
be[rei|te|rin: die; ~ ; -nen Person, die
mit ihren Handlungen, ihrem Denken
eine Entwicklung, einen Fortschritt
ermöglicht
Weg|bie|gung: die; > ; -en Kurve in ei¬
nem geraden Weg, einer Straße
weg|bla|sen: bläst weg; blies(es)t weg;
hast weggeblasen 1 durch Luftzufuhr,
-ströme (auch aus der Lunge) entfer¬
nen 2 wie weggeblasen (sein): [ugs.]
auf einmal, plötzlich nicht mehr vor¬
handen sein
weg|blei|ben: bleibst weg; blieb(e)st
weg; bist weggeblieben 1 nicht (mehr
zurück-)kommen 2 weggelassen, aus¬
gespart werden 3 jrlötzlich nicht mehr
erfolgen, funktionieren
weg|brin|gen: bringst weg; brachtest
weg; hast weggebracht 1 etw. od.
jmdn. an einen anderen Ort transpor¬
tieren 2 [ugs.; landsch.] etw. ver¬
schwinden lassen 3 [ugs.; landsch.]
jmdn. davon abhalten, etw. zu tun
weg|drän|gen: drängst weg; drängtest
weg; hast weggedrängt a) jmdn. od.
etw. von sich femzuhalten versuchen
b) <übertr.> jmdn. aus einer Position
vertreiben c) räumlich od. emotional
zu entfernen versuchen
wggldrücken (weg|driik]ken —>• weg|-
drü|cken): drückst weg; drücktest
weg; hast weggedrückt jmdn. od. etw.
(durch einen sanften Stoß) von sich
femzuhalten versuchen
We|ge|la|ge|rei: die; - ; - a) Auflauern
an Wegen u. Ausrauben der Vorbei¬
kommenden b) <übertr.> Betreiben
(mit Erpressung verbundener) unlau¬
terer Geschäfte mit Durchreisenden
we|gen: Präp. mit Gen. (auch nachge¬
stellt); bei starken Substantiven, die
ohne Art. stehen, auch ungebeugt u. im
PI. auch im Dat.; in der Umgangsspra¬
che meistens mit Dat. gebraucht a) An¬
gabe eines Grundes, Beweggrundes
» Wegen des Regens können die Kinder
nicht nach draußen.« b) Bezugsanga¬
be; hinsichtlich » Wegen der Beförde¬
rung müssen Sie sich an die Chefetage
wenden.«
We|ge|recht: das; -(e)s, - 1 <Rechtsw.>
Gesamtheit der Rechtssätze, die die
Verhältnisse der Straßen, Wege u.
Plätze, die dem öffentlichen Verkehr
gewidmet sind, regelt 2 Erlaubnis, ei¬
nen durch ein fremdes Grundstück
verlaufenden, zum eigenen Grund¬
stück führenden Weg zu benutzen
We|gejrich: der; -s; -e Pflanze in ver¬
schiedenen Variationen, deren Blätter
rosettenförmig angeordnet sind u. die
an langen Stengeln befestigte, kleine,
weiße Blüten hat
We]ges|rand: der; -fe)s; -ränder a) Be¬
reich an der äußeren Begrenzung ei¬
nes Weges b) Bereich unmittelbar ne¬
ben einem Weg
weg|es|sen: ißt weg; aß(es)t weg; hast
weggegessen —»alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— 1 etw. aufessen, so
daß/damit andere nichts mehr be¬
kommen 2 etw. schnell aufessen
weg(fah|nen: fährst weg; fuhr(e)st weg;
bisljhast weggefahren a) bist sich mit
einem Fahrzeug an einen anderen Ort
begeben b) hast etw., jmdn. mit einem
Fahrzeug/Transportmittel von einem
Ort weg an einen anderen Ort trans¬
portieren
Weg|fahr|sper]re: die; - ; -n <Technik>
elektronische Blockierung der Zünd¬
anlage eines Kraftfahrzeugs zur
Diebstahlsicherung
weg|fal|len: fällst weg; fiel(e)st weg;
bist weggefallen etw., was man immer
bekommen hat, immer getan hat o. ä.
nicht weiter haben, tun, bekommen
weg|fe|gen: fegst weg; fegtest weg; hast
Iveggefegt etw. zur Seite kehren, weg¬
kehren
weg|f!ie|gen: fliegst weg; flog(e)st weg;
bist weggeiflogen a) (mit einem Flug¬
zeug) an einen anderen Ort fliegen b)
vom Wind, einem Luftstrom fortge¬
tragen werden
weg|fres]sen: frißt weg; fraß (es )t weg;
hast weggefressen —»alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— 1 a) <Tier> von
einem anderen Tier alle Nahrung auf¬
essen u. nichts abgeben b) <Mensch>
[derb od. scherzh.] alles aufessen, ob¬
wohl andere auch noch etw. haben
wollen 2 <Metall> von Rost völlig zer¬
stört werden
Weg|ge|fähr|te: der; -n; -n weibl. Wegj-
ge|fahr|tin: die; - ; -nen a) Person, die
mit einer anderen eine längere Zeit
räumlich denselben Weg zurücklegt
b) <übertr.> Person, die mit jmdm. län¬
gere Zeit geschäftlich, freundschaft¬
lich eng verbunden ist
weg|ge|hen: gehst weg; ging(e)st weg;
bist weggegangen 1 aufbrechen; sich
von einem Ort entfernen; sich auf den
Weg machen »Ich gehe aus Köln
weg.« 2 [ugs.] sich (gut, leicht) entfer¬
nen lassen 3 [ugs.] etw. nicht berück¬
sichtigen; über etw. hinweggehen »Er
ging über meine Einwände weg.« 4 a)
<Ware> [ugs.J viel, häufig verkauft
werden b) Weggehen wie warme
Semmeln: etw. ist sehr gefragt, wird
besonders gut verkauft 5 geh mir
weg: [ugs.] Ausspruch, der besagt,
daß jmd. etw. nicht mag, nichts da¬
von hält
weg|gucken (weg|guk|ken —> weg|-
gu|cken): guckst weg; gucktest weg;
hast weggeguckt [ugs.] in eine andere
Richtung schauen
weg|ha|ben: hast weg: hattest weg; hast
weggehabt [ugs.] 1 etw. (mit Mühe)
von etw. entfernt, beseitigt haben 2
hinsichtlich etw. Kenntnisse, Fähig¬
keiten besitzen »Von diesen hand¬
werklichen Dingen hat sie etw. weg.« 3
etw. (nach längerer Zeit) verstanden
haben 4 einen weghaben: [ugs.] 1.
nicht (mehr) ganz normal sein 2. von
Alkohol berauscht sein
weg|hat|ten: hältst weg; hielt(e)st weg;
hast weggehalten etw. von sich od. ei¬
nem anderen auf Abstand halten
weg|hän|gen: hängst weg; hängtest weg;
hast weggehängt etw. von einer Stelle
zur Seite od. an den dafür vorgesehe¬
nen Ort hängen
weg|ho|len: holst weg; holtest weg; hast
weggeholt [ugs.] jmdn. od. etw. von ei¬
nem Ort wegbringen
weg|hö|ren: hörst weg; hörtest weg; hast
weggehört mit Absicht nicht hinhö¬
ren, nicht zuhören
weg|ja|gen: jagst weg; jagtest weg; hast
weggejagt jmdn. od. etw., meistens
Tiere (u. jüngere Kinder) von einem
Ort verscheuchen, vertreiben
weg|kar|ren: karrst weg; karrtest weg;
hast weggekarrt [ugs.] a) etw. mit ei¬
nem kleinen (Hand-)Wagen wegbrin¬
gen b) <Personen> unter menschenun¬
würdigen Bedingungen transportie¬
ren
weg|kip|pen: kippst weg; kipptest weg;
hast weggekippt [ugs.] 1 etw. fort¬
schütten 2 in Ohnmacht fallen
weg|kom|men: kommst weg; kam(e)st
weg; bist weggekommen [ugs.] 1 verlo¬
rengehen; verschwinden; abhanden¬
kommen »Meine Brieftasche ist
weggekommen.« 2 einen Ort verlassen
3 sich von etw. unabhängig machen
u. eine neue Möglichkeit finden »Die
Autoindustrie muß von den schadstoff¬
reichen Motoren wegkommen!« 4 a)
auf bestimmte Art behandelt werden
»Bei dem Geschäft bist du gut
weggekommen.« b) nicht hart bestraft
worden sein »Der Täler kam mit zwei
Jahren Haft (gut) weg.« 5 [ugs.] über
etw. hinwegkommen; etw. (seelisch)
überwinden
weg|las|sen: läßt weg; ließ(es)t weg;
hast weggelassen —»alle Gegen¬
wartsformen mit ss*— a) etw., was
man vorher regelmäßig getan, zu sich
genommen hat od. gegeben, nicht
mehr tun, zu sich nehmen, geben b)
jmdm. die Möglichkeit geben zu ge¬
hen »Meine Eltern lassen mich am
Abend nie weg.« Syn.: <a> streichen
weg|lau|fen: läufst weg; lief (e)st weg;
hist weggelaufen 1 a) sich (schnell)
entfernen b) sich von einem Ort uner¬
laubt u. unerwartet entfernen »Das
Kind lief von zu Hause weg.« Syn.: <b>
flüchten; ausreißen 2 etw. läuft jmdm.
nicht weg: [ugs.] etw. kann auch noch
später getan werden
1296
wehklagen
weg|locken (weg|lok|ken —>• weg|lo|-
cken): lockst weg; locktest weg; hast
weggelockt jmdn. unter einem Vor¬
wand dazu bringen, von einem Ort
fortzugehen
weg|ma|chen: machst weg; machtest
weg; hast weggemacht [ugs.] etw. ent¬
fernen »Macht den Dreck bitte weg!«
weg|müs|sen: mußt weg; mußtest weg;
hast weggemußt —»alle Formen mit
ss<— [ugs.] 1 etw. wegbringen müs¬
sen; auf einen Transportweg o. ä. ge¬
bracht werden müssen »Das Paket
muß heute noch weg.« 2 gehen, ver¬
schwinden müssen »Du mußt jetzt
weg, damit du deinen Zug noch er¬
reichst.« 3 etw. muß gegessen werden
Weg|nah|me: die; -; -n[geh.; amtssprl.]
Entfernung eines Gegenstandes od.
einer Person
weg|neh|men: nimmst weg; nahm(e)st
weg; hast weggenommen a) jmdm.
etw. entwenden, stehlen, rauben b)
etw. (was jmd. hat) an sich nehmen
weg|packen (weg|pak|ken —» weg|-
pa[cken): packst weg; packtest weg;
hast weggepackt [ugs.] a) einen Ge¬
genstand von einem Ort zu dem für
ihn vorgesehenen Ort bringen, legen
b) etw. psychisch, seelisch verkraften
weg|ra|die|ren: radierst weg; radiertest
weg; hast wegradiert etw. mit einem
Radiergummi entfernen
Weg|rand: der; -(e)s; -ränder a) äußer¬
ster Teil eines Weges b) [veralt.] am
Rande eines Weges, einer Straße ver¬
laufender Grasstreifen
weg|räu|men: räumst weg; räumtest
weg; hast weggeräumt a) beiseite stel¬
len; fortschaffen »Bitte räum'die hä߬
liche Vase weg!« b) Ordnung machen
u. etw. an seinen vorgesehenen Platz
befördern
weg|rei|Ben: reißt weg; rissest weg; hast
weggerissen —»alle Vergangenheits¬
formen mit ss*— jmdm. abrupt u.
mit Gewalt etw. wegnehmen
weg|ren|nen: rennst weg; ranntest weg;
bist weggerannt sich schnell (zu Fuß)
entfernen
weg|rol|ten: rollst weg; rolltest weg; bist
weggerollt a) seinen Platz durch (un¬
beabsichtigtes) Rollen verlassen b)
von einem Ort (auf Rollen, Rädern)
wegtransportiert werden
wegjsacken (weg|sak[ken —> wegjsaf-
cken): sackst weg; sacktest weg; bist
weggesackt a) langsam in den Boden
einsinken b) das stabilisierende Un¬
tergestell o. ä. langsam verlieren u.
sich dadurch zur Erde bewegen
wegfsauffen: säufst weg; soff(e)st weg;
hast weggesoffen \ a) <Tier> von einem
anderen Tier alles Wasser o. ä. sau¬
fen, trinken b) <Mensch> [scherzh.] be¬
reits alles austrinken, obwohl andere
auch noch etw. haben wollen
wreg|schat)fen: schaffst weg; schafftest
weg; hast weggeschafft zu einem an¬
deren Ort bringen; etw. wegbringen
Weg|scheid: der; -(e)s;-e u. die; - ; -en
[österr.] Verzweigung, Gabelung ei¬
nes Weges
Weg|schei|de: die; ~ ; -n Verzweigung,
Gabelung eines Weges
weg|scha|ren, sich: scherst dich weg;
schertest dich weg; hast dich
weggeschert (meist im Imperativ ge¬
braucht) Aufforderung an jmdn. zu
gehen »Schert euch hier weg!«
weg|scheu|chen: scheuchst weg;
scheuchtest weg; hast weggescheucht
etw., jmdn. vertreiben
weg|schicken (weg|schik|ken —*
weg|schi|cken): schickst weg; schick¬
test weg; hast weggeschickt 1 an einen
andern Ort verschicken, senden »Er
schickte den Brief weg.« 2 jmdn. auf¬
fordern zu gehen; bestimmen, daß
jmd. einen Ort verlassen soll
weg|schlei|chen: schleichst weg; schli¬
chfeist weg; bist weggeschlichen leise
u. unauffällig davongehen
weg|schlei|fen: schleifst weg; schlif-
f(e)st weg; hast weggeschliffen 1 Kan¬
ten, Unebenheiten o. ä. mit einer
Schleifmaschine o. ä. entfernen, 2
etw. über den Boden ziehen u. da¬
durch von einem Ort entfernen
weg|schlep|pen: schleppst weg; schlepp¬
test weg; hast weggeschleppt [ugs.]
etw. Schweres wegtragen
weg|schlie|ßen: schließt weg; schlossest
weg; hast weggeschlossen —*alle
Vergangenheitsformen mit ss*— ei¬
nen Gegenstand in ein verschließba¬
res Behältnis geben, um zu verhin¬
dern, daß jmd. ihn erreichen kann
wegjschmei|Ben: schmeißt weg; schmis¬
sest weg; hast weggeschmissen
—»alle Vergangenheitsformen mit
ss*— [ugs.] etw. fortwerfen, in den
Müll geben
weg|schmel|zen: schmilzt weg; schmol¬
zest weg; bist weggeschmolzen 1 durch
Wärme flüssig werden 2 hast etw.
durch Wärme flüssig machen 3
<übertr.> [ugs.] von jmds. Charme o. ä.
absolut begeistert sein
wegjschnaplpen: schnappst weg;
schnapptest weg; hast weggeschmppt
[ugs.] etw. erwerben, erhalten, kurz
bevor ein anderer Interessent es be¬
kommen kann
weg|schnei|den: schneidest weg; schnit-
tjejst weg; hast weggeschnitten (etw.
Überflüssiges von einem Stück) mit
einem scharfen Werkzeug abtrennen
weg|se|hen: siehst weg; sah(e)st weg;
hast weggesehen 1 in eine andere
Richtung gucken »Der Anblick war so
grauenvoll, daß ich wegsehen mußte.«
2 absichtlich eine Sache nicht zur
Kenntnis nehmen
weg|set|zen: setzt weg; setztest weg;
Imst weggesetzt a) einen Gegenstand
an einen anderen Ort bewegen b)
jmdn. (z. B. einen Schüler) auf einen
anderen Stuhl, Platz setzen
weg|stecken (weg|stekjken —* weg|-
ste|cken): steckst weg; stecktest weg;
hast weggesteckt 1 etw. an einen si¬
cheren Ort legen, stecken 2 ein negati¬
ves Gefühl ohne größere Probleme
seelisch verarbeiten; einen Schmerz
od. eine Kränkung hinnehmen
weg|sto|Ben: stößt weg; stieß(es)t weg;
hast weggestoßen etw. mit heftigem
Druck von sich schieben, entfernen
Weg|sti«cke (Weg|strek|ke - * Weg|-
stre|cke): die: - ; -n Teil einer Entfer¬
nung, die jmd. zurücklegt
weg[tre|ten: trittst weg; trat (e) st weg;
bist weggetreten 1 <Milit.> sich entfer¬
nen »Abteilung wegtreten!« 2 <übertr.>
ohnmächtig werden; benommen wer¬
den, sein 3 (geistig) völlig weggetie-
ten sein: [ugs.] unaufmerksam, nicht
konzentriert sein
weg|trin|ken: trinkst weg; trank(e)st
weg; hast weggetrunken 1 etw. aus¬
trinken, damit andere nichts mehr be¬
kommen 2 etw. schnell austrinken
weg|wei|send: Adj. n. stg. jmdm. den
richtigen Weg, die richtige Vorge¬
hensweise für etw. aufzeigend
weg|werjfen: wirfst weg; warf(e)st weg;
hast weggeworfen 1 etw., was man
nicht mehr braucht, will, was nicht
mehr in Ordnung ist o. ä., in den Müll
geben 2 mit den Händen von einer
Stelle (zu einer anderen) wegschleu-
dem »Er warf den Ball weit weg.«
Weg|wert|fla|5Che: die; - ; -n Glas-, Pla¬
stikflasche, die nach dem Leeren weg¬
geworfen wird, Syn.: Einwegflasche
Weg|werf|ge|seli|schaft: die; - / - [ab¬
wert.] Gesellschaft, deren Bürger im
Überfluß leben u. die noch verwert¬
bare Dinge sehr, zu schnell in den
Müll geben, wegwerfen
Weg|werf|pa|ckung (Weg|werf]pak|-
kung —> Wegjwerf[pa|ckung): die;
- ; -en Verpackung, die nicht wieder¬
verwertet wird
weg|wi|schen: wischst weg; wischtest
weg; hast weggewischt etw. (Schmutz
o. ä.) mit einem Schwamm, Tuch o. ä.
entfernen; durch Wischen entfernen
weg]wün|schen: wünschst weg; wünsch¬
test weg; hast weggewünscht sich wün¬
schen, daß man selbst, jmd. od. etw.
verschwindet, nicht mehr da ist, einen
Ort verläßt
weg|zau|bern: zauberst weg; zaubertest
weg; hast weggezaubert etw. auf
(scheinbar) magische unerklärliche
Weise (durch Zaubertricks) ver¬
schwinden lassen
Weg|zeh|ning: die; - ; - [meist scherzh.]
Essen, Nahrungsmittel, das, die auf
eine Fahrt, einen Ausflug o. ä. mitge¬
nommen werden
weg|zeijren: zerrst weg; zerrtest weg;
hast weggezerrt etw., jmdn. mit Ge¬
walt von einem Ort wegziehen
weg|zie|hen: ziehst weg; zog(e)st weg;
bist/hast weggezogen 1 bist den
Wohnsitz verlegen 2 hast unter An¬
wendung von Zugkraft von einer
Stelle wegbewegen
Weh: das; -fe)s; -e 1 Kummer, Schmerz
der Seele 2 physischer Schmerz
weh: Adj. weher; weheste a) physisch
schmerzend b) seelisch bedrückt c)
aber sonst tut nichts weh?: [ugs.] an¬
sonsten bist du noch normal?
We|he: die; - ; -n 1 <Med.> Kontraktion
der Gebärmüttermuskeln beim Ge¬
burtsvorgang 2 kurz für Schneewehe
= durch Wind angehäufter Schnee
we|hen: weht; wehte; ist/hat geweht 1 a)
ist durch Wind bewegt werden b) hat
<Luftströmung> zu spüren sein »Drau¬
ßen weht es (ziemlich stark).« c) an ei¬
nem Ort weht ein frischer Wind: 1. es
ist ein recht starker Luftzug zu spüren
2. es werden neue Methoden bei etw.
angewendet
Weh|kia|ge: die; - ; -n [geh.] laute Klage
aus Schmerz od. Kummer
weh|kla|gen: wehklagst; wehklagtest;
hast wehgeklagt sich jammernd über
seinen Schmerz äußern
1297
Wehiaut
Weh|laut: der; -(e)s; -e [geh.] Laut, der
Kummer od. Schmerz ausdrückt
Weh|le: die; -; -n teichähnliches Gewäs¬
ser in der Nähe eines Deiches, das
durch einen Deichbruch entstanden
ist
weh|lei|dig: Adj. [abwert.] in übertriebe¬
ner Weise (schmerz)empfmdlich, jam¬
mernd
Weh|lei|dig|keit: die; - ; - Charakterei¬
genschaft, überempfindlich zu sein,
ständig zu jammern
Weh|mut: die; ~ / • [geh.] Stimmung in-
neriiche(r)(n) Trauer, Bedrücktheit
od. Schmerzes, die/den man still, ins¬
geheim erleidet
weh|mü|tig: Adj. a) von trauriger, trüb¬
seliger, bekümmerter Stimmung b)
sehnsüchtig (an Vergangenes zurück¬
denkend)
Weh|mü|tig|keit: die; - ; - ein wenig
Traurige, besinnliche Stimmung
Wehr: die; -; -en 1 o. PI. [veralt] Schutz,
Verteidigung 2 kurzfür Feuerwehr
Wghr: das; -(e)s; -e Stauvorrichtung
zur Regelung des Wasserstandes bei
fließenden Gewässern
Weht]be]au1|tragjte‘. der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.; ein Wehrbe¬
auftragter; eine Wehrbeauftragte;
zwei Wehrbeauftragte) <Pol.; Milit.)
Person, die vom Deutschen Bundes¬
tag dazu gewählt, beauftragt wurde,
die Einhaltung der Grundrechte in
der Bundeswehr zu kontrollieren
Wehrdienst: der; -es; - <Milit.> Dienst
als Soldat bei den Streitkräften (auf¬
grund einer bestehenden Wehr¬
pflicht)
wehr|dienst|taug|lich: Adj. n. stg. <Mi-
lit.> geeignet für den Wehrdienst, ge¬
sundheitlich dazu befähigt, den
Wehrdienst zu leisten
Wehr|dienst|taug|lich|keit: die; -; - <Mi-
Tit.> das Geeignetsein zum Dienen
beim Militär
Wehijdienst|un|taug|lich|jkeit: die; - ; -
7Milit > das Nichtgeeignetsein zum
Dienen beim Militär
Wehr|dienst|veijwei|ge|rer: der; -s; -
Person, die nicht dazu bereit ist, ihren
Wehrdienst abzuleisten (u. stattdes-
sen eine soziale Tätigkeit verrichtet,
übernimmt)
wehjren, sich: wehrst dich; wehrtest
dich; hast dich gewehrt 1 sich (körper¬
lich od. mit Worten) verteidigen; sich
gegen etw. schützen; 2 gegen etw. hef-
üg kämpfen 3 etw. verhindern
Wehr|eijsatz|be|hör]de: die; - ; - <Milit.>
Militärbehörde, die für die Heranzie¬
hung aller Wehrpflichtigen (in
Deutschland) bzw. deren Freistellung
zuständig ist
Wehr]er|satz|dienst: der; -(e)s; - Zivil¬
dienst; Tätigkeit im sozialen Bereich,
den diejenigen verrichten müssen, die
ihren Wehrdienst verweigern
wehrhaft: Adj. wehrhafter;
wehrhafteste 1 bereit u. fähig, sich od.
andere zu schützen, sich zu wehren 2
<Gebäude> zu Verteidungungszwek-
ken befestigt
Wghr|hafftig|keit die; - ; - Fähigkeit,
sich zu wehren
wehrßos: Adj. n. stg. unfähig, nicht in
der Lage, sich zu wehren
Wehr|lo|sig|keit: die; - ; - Unfähigkeit,
sich zu wehren, zu verteidigen
Wehijmacht: die; - ; - (Milit.) a) gesam¬
tes Militäraufgebot eines Staates b)
<hist.> reguläre Streitkräfte der Wei¬
marer Republik u. des NS-Staates in
Deutschland
Wehrjmachts|be|richt der; -(e)s; -e
(Milit.; hist.) täglicher Frontbericht
der Wehrmacht im 2. Weltkrieg
Wehr|tnann: der; -(e)s; -männer 1 An¬
gehöriger der Feuerwehr 2 [selten]
Angehörigereiner Streitmacht
Wehr|mau|en die; - ; -n (Milit; ArchiO
Burg- od. Stadtmauer, die einen
Wehrgang hat
Wehrpflicht die; - ; - <Milit.> Pflicht ei¬
ner Person, meist eines Mannes, dem
Staat eine gewisse Zeit als Soldat zu
dienen
wehr|pflich|tig: Adj. n. stg. <Milit.> von
der Wehrpflicht betroffen
Wehr|pfiich|ti|ge: der u. [selten] die; -n;
-n (mit unbestimmtem Art.: ein Wehr¬
pflichtiger; eine Wehrpflichtige; zwei
Wehrpflichtige) <Milit.> Person, die
wehrdiensttauglich ist u. somit dem
Gesetz nach die Pflicht hat, dem Mili¬
tär ihres Heimatlandes für eine ge¬
wisse Zeit zu dienen (od. Zivildienst
zu leisten)
wehrjpo|li|tisch: Adj. n. stg. alle politi¬
schen Maßnahmen hinsichtlich des
Militärs u. der Landesverteidigung
betreffend, ihnen zuzuordnen
Weh|weh|chen: das; -s; - [scherzh.]
kleine Wunde od. Schmerz, die/der
nicht von Bedeutung ist
Wejb: das; -(e)s; -er [früher gängig,
heute oft als abwertende, beleidigen¬
de, herablassende Bezeichnung emp¬
funden] erwachsene Frau
Weib|chen: das; -s; - 1 weibliches Tier
(einer Gattung) 2 [ugs.; abwert.] nicht
emanzipierte, sehr schüchterne, un¬
terwürfige Frau
Wej|bel: der; -s; ~ 1 [veralt.] mittlere mi¬
litärische Rangstufe 2 [Schweiz.] nied¬
riger Angestellter (in einem Amt); Ge¬
richtsdiener
Wej|ber|fast|nacht die; - ; - Donnerstag
vor Fastnacht, Karneval, an dem die
(als alte Weiber verkleideten) Frauen
traditionellerweise die Herrschaft zu
übernehmen versuchen
Weijbeijfeind: der; -(e)s; -e Mann, der
sich ablehnend gegenüber Frauen
verhält (u. deshalb keinen Kontakt zu
Frauen pflegt)
Wei|ber]ge|schwätz: das; -es; - [abwert.]
typische Gespräche unter Frauen, die
belanglos sind
Wei|ber|held: der; -(e)s; -en 1 Mann,
der sexuelle Beziehungen zu vielen
Frauen hat 2 [abwert.] Mann, der da¬
mit prahlt, daß er allen Frauen gefallt
Wej|ber|volk: das; -(e)s; - [abwert.] Ge¬
samtheit der Frauen
wei|bisch: Adj. <Mann> [abwert.] negati¬
ve, zu viele weibliche Eigenschaften,
Verhaltensweisen aufweisend
Weibjlein: das; -s; ~ 1 [veralt.] sehr alte,
kleine Frau 2 [ugs.; scherzh.] (wenig
emanzipierte) Frau
weib|lich: Adj. a) n. stg. (Bio.) das Ge¬
schlecht einer Frau, eines Weibchens
o. ä. besitzend b) Eigenschaften, Er¬
scheinungsformen besitzend, die
Frauen zugeschrieben werden »weib¬
liche Figur« c) (Sprachwiss.) feminin
im Genus
Wejbjllchjkeil: die; - ; -en 1 den Frauen
zugeschriebene Wesensart 2 [meist
scherzh.] alle weiblichen Wesen,
Frauen
Weibs|bild: das; -(e)s; -er [abwert.] 1
Frau 2 [veralt.] Weib; erwachsene
Frau
Weibs|stück: das;-(e)s; -e [abwert.] für
moralisch schlecht gehaltene Frau
weich: Adj. 1 nicht hart, sondern bei
Druck nachgebend 2 (meist Stoff) im
Material angenehm zu fühlen, locker
fallend u. nicht kratzig 3 (Rauschmit¬
tel) keine Abhängigkeit u. keine
schweren körperlichen Dauerschäden
hervorrufend »Haschisch wird zu den
weichen Drogen gezählt« 4 sanft u.
vorsichtig durchgeführt »Er fuhr
weich um die Kurve.« 5 (Wasser) wenig
Kalk enthaltend 6 (Sinneswahrneh¬
mung) nicht unangenehm intensiv; in
einer abgemilderten Form vorliegend
»weiche Farben« 7 (Klima) mild u.
reizarm 8 (Charakter) a) empfindsam;
einfühlsam b) [abwert.] im Umgang
mit anderen schwach, nachgiebig
—* wejch ge|düns[tat: s. weichgedün¬
stet
—»■ wmch gejklopft: s. weichgeklopft
—* weich gejkocht: s. weichgekocht
We||che: die; - ; -n 1 Stelle, Vorrich¬
tung, bei der die Schienen(stränge)
für Züge Zusammentreffen u. unter¬
schiedlich verbunden werden können
2 Flanke, Seite des Pferdes, eines Tie¬
res 3 o. Pi. weiche Beschaffenheit 4
die Weichen für etw. stellen: etw.,
was in der Zukunft erfolgen soll, vor¬
bereiten
wei|chen: weichst; wich(e)st; bist gewi¬
chen a) sich entfernen, verschwinden
»Der Blindenhund wich nicht von der
Seite seines Herrn.« b) (übertr.) Platz
machen; aus dem Weg gehen »dem
Druck weichen«
Wei|chen|stel|ler: der; -s; - weibl. Weij-
chen|ste!|le|rin: die; - ; -nen 1 Person,
Bahnangestellte(r), die/der Einstel¬
lungen an den Weichen vornimmt,
damit die Züge richtig geleitet werden
2 (übertr.) Person, die eine (politische,
wissenschaftliche usw.) Entwicklung
einleitet, ermöglicht, in Gang setzt
Wei|chen|wär[teR der; -s; - weibl. Wei|-
chen|wäijte|rin: die; - ; -nen Person,
Bahnangestel!te(r), die/der Einstel¬
lungen an den Weichen vomimmt,
damit die Züge richtig geleitet werden
weich|ge|dün|stet —* weich ge|düns|-
tet: Adj. weicher gedünstet; am weich¬
sten gedünstet (meist Kochk.) in wenig
Wasser kochend weich geworden,
seine harte Beschaffenheit verloren
habend
weich|ge|klopft —* weich ge|klopft:
Adj. weicher geklopft; am weichsten
geklopft a) durch Schläge mit einem
speziellen Werkzeug nachgiebig ge¬
worden b) (übertr.) [ugs.] (durch Aus¬
übung von psychischem Druck)
nachgiebig geworden; sich mit etw.
einverstanden erklärt habend
weich|ge|kocht —> wejch ge|kocht:
Adj. weicher gekocht; am weichsten
gekocht a) (Ei> so gegart, daß das Ei-
I298
Weihrauch
weiß hart u. das Eigelb zähflüssig ist
b) durch Garen in Flüssigkeit weich
geworden
Weich|heit: die; - ; -en weiche Beschaf¬
fenheit von etw., jmdm.
weich|heijzig: Adj. <Charakter> gutmü¬
tig u. mitfühlend
Weich|her|zig|keit: die; - ; -en a) o. PL
gutmütiges, mitfühlendes Wesen b)
(übertrieben) gutmütige Handlung
Weich|ho!z: das; -es; -höher [fachsprl.]
1 Holz, das sehr weich u. leicht (zu
verarbeiten) ist 2 weiche Holzschicht
unter der Rinde
Weich|kä|se: der; -s; ~ (streichbarer)
Käse von cremiger u. weicher Be¬
schaffenheit
weich|lich: Adj. 1 nicht mehr ganz hart,
sondern (schon) etw., aber nicht ganz
weich; in der Beschaffenheit zwischen
weich u. hart 2 <Charakter> (abwert.]
a) körperliche Anstrengungen nicht
aushaltend b) empfindlich u. schnell
(seelisch) verletzt c) mangelndes
Durchsetzungsvermögen zeigend
Weich|lich[keit: die; - ; - [abwert.] 1
(Wesens-)Art, sehr nachgiebig od.
sehr empfindlich zu sein 2 niedrige,
mangelnde (körperliche) Belastbar¬
keit
Weich|ling: der; -(e)s; -e [abwert.] meist
männliche, schwächliche, feige Per¬
son
Weich|ma|cher: der; -s; - a) <Chemie;
Technik) Kunststoffen o. ä. zugesetz¬
ter Stoff, der sie flexibler macht b)
flüssiger Zusatz, der zusätzlich zum
Waschmittel der Maschinenwäsche
zugefügt wird, damit die Wäsche wei¬
cher wird c) zum Weichmachen der
Wäsche dienende, chemische Sub¬
stanz, die dem Waschpulver zugesetzt
ist
We|ch|sel: /weikßel/ die; - ; -n o. PL
Fluß in Osteuropa
Weich|se!|kir|sche: /weikßel-/ die; - ; -n
1 Kirsche(nart) mit hohem Frucht¬
säureanteil 2 Pflanze aus der Familie
der Rosen, die weiße Blüten u.
schwarze (bitter schmeckende)
Früchte hervorbringt
Weich|sel|rohr: /weikßel-/ das; -(e)s; -e
Holz der Weichselkirsche, einer
Pflanze aus der Familie der Rosen
Wmch|spü|ler/Weich|spül|mit|tel: der;
-s; - a) zum Weichmachen der Wä¬
sche dienende, chemische Substanz b)
flüssiger Zusatz, der zusätzlich zum
Waschmittel der Maschinenwäsche
zugefügt wird, damit die Wäsche wei¬
cher wird
We|ch|tei|le: die (PL) 1 <Bio.> alle Kör¬
perteile, die nicht von Knochen
durchzogen sind 2 [ugs.] männliche
Geschlechtsteile
Weich|tier: das; -(e)s; -e wirbelloses
Tier ohne Außenskelett o. ä, »Der Re¬
genwurm ist ein Weichtier.«
Weich)zeich|nan der; -s; - (Photogra¬
phie) Vorsatzlinse, um die Schärfe ei¬
nes Bildes zu verringern, die Kontu¬
ren zu verwischen
Wei|de: die; • ; -n 1 Baum od. Strauch
aus der Familie der Weidengewächse
(mit hängenden Ästen, Zweigen) 2
eingezäunte Parzelle Land, auf die
Tiere zum Grasen gelassen werden
Wei|de|land: das; -(e)s; - mit Gras be¬
wachsene Landschaft, auf die Tiere
zum Fressen, Grasen gelassen werden
wei|den: weidest; weidetest; hast gewei¬
det <Vieh> a) auf der Weide grasen,
Futter suchen u. aufnehmen b) Vieh
auf die Weide bringen, darauf aufpas¬
sen »Das Mädchen weidet das Vieh.«
wei|den, sich: weidest dich; weidetest
dich; hast dich geweidet a) [geh.] etw.
genießen b) sich schadenfroh an etw.
erfreuen
Wei|den|ger]te: die; - ; -n abgetrennter
(biegsamer) Zweig einer Weide ohne
die Blätter
Weijden|kätz|chen: das; -s; - rundli¬
che^) Blüte(nstand) der Weide, der/
die mit weichen Härchen besetzt ist
We|]den|ru|te: die; - ; -n abgetrennter
(biegsamer) größerer Zweig einer
Weide ohne die Blätter
weid|ge|recht/waid|ge|recht: Adj. n.
stg. sich an das Brauchtum der Jäger
haltend; den Jagdregeln entsprechend
Weid|mann/Waid|mann: der; -(e)s;
-männer [geh.] Jäger, der sich an die
Jagdregeln u. die mit der Jagd zusam¬
menhängenden Traditionen hält
weid|män|nisch/waid|itiän|nisch: Adj.
wie ein weidgerechter Jäger, ihm ent¬
sprechend, ihm zuzuordnen
weilgern, sich: weigerst dich; weigertest
dich; hast dich geweigert etw. trotz
Aufforderung nicht tun wollen
Wei|ge|rung: die; - ; -en Ablehnung ei¬
ner Handlung trotz einer erfolgten
Aufforderung
Weih|br|schoft der; -(e)s; -scköfe <kath.
Kirche) Bischof ohne Verwaltungs¬
aufgaben
Wei|he: die; - ; -n 1 (Religion; Kirche) a)
religiöse Handlung, die jmdn. heiligt
b) katholisches Sakrament, das jmdn.
zum Priester macht 2 [geh.] (vermit¬
telter Eindruck von) Würde, Erha¬
benheit, Größe
Wei|he|akt: der; -(e)s; -e (Religion)
[geh.] Vorgang einer Weihe (1)
wei|hen: weihst; weihtest; hast geweiht 1
(Religion) etw. durch religiöse Hand¬
lung heiligen 2 (Religion) jmdn. in
sein priesterliches Amt einführen 3
(Religion) etw., ein Gebäude einem
Gott, Heiligen, jmdm. religiös zuord¬
nen, dem Schutz einer Gottheit o. ä.
unterstellen 4 [geh.] widmen; zur Ver¬
fügung stellen 5 jmd. ist dem Tod
geweiht: [geh.] jmd. wird mit sehr ho¬
her Wahrscheinlichkeit an, bei etw. in
nächster Zeit sterben
Weither: der; -s; - nicht sehr großer
(künstlich angelegter) See (mit Fisch¬
bestand)
Wei|he|stät|te: die; • ; -n (meist Reli¬
gion) [geh.] Ort, der geweiht, gehei¬
ligt, jmdm. gewidmet wurde
Weih|ga|be: die; - ; -n (Religion) Ge¬
schenk, das einem Gott, Heiligen dar¬
gebracht wird, wurde
Weih|nach|ten: das; - ; - (meist o. Art.
gebraucht) 1 (Religion) christliches
Fest der Geburt Jesu Christi am (24.)
25. u. 26. Dezember (wird U. a. bei
den orthodoxen u. koptischen Chri¬
sten Anfang Januar gefeiert) 2 weiBo/
grüne Weihnachten: Weihnachtsfest,
an dem Schnee/kein Schnee fällt
wefh|nach{ten: weihnachtet; weihnach¬
tete; hat geweihnachtet [poet.] sich (er¬
kennbar) Weihnachten, den Weih¬
nachtsfeierlichkeiten nähern
wejh|nacht|lich: Adj. a) n. stg. Weih¬
nachten betreffend, zuzuordnen b)
Weihnachtsstimmung verbreitend
Weih|nachts|abend —» Weih|nachts|-
a|bend: der; -s; -e Abend des 24. De¬
zember vor dem Weihnachtsfest,
(e)s; -bäume
geschmückte, mit (elektrischen) Ker¬
zen versehene Tanne o. ä., die zu
Weihnachten aufgestellt wird
Weih|nachts)be|schejrung: die; - ; -en
Übergabe, Überreichung der Weih¬
nachtsgeschenke am Heiligabend od.
“ den Weihnachtstagen
Weih|nachts[fei[er: die; - ; -n (von einer
Personengruppe veranstaltete) Feier
aus Anlaß des Weihnachtsfestes
Wejh|nachts|fest: das;-(e)s; -e (christli¬
che Religion) Fest der Geburt Jesu
Wejh|nachts|gans: die; ~ / -gänse 1
(Speise) Weihnachten als Festessen
zubereitete Gans 2 jmdn. ausnahmen
wie eine Weihnachtsgans: [ugs.] eine
Person völlig ausnutzen, ihr alles neh¬
men, sie überreden, einem viel, alles,
immer wieder etw. zu geben
Weih|nachts|geld: das;-fe)s; - meist im
November zusätzlich zum regulären
Gehalt erfolgende Sonderzahlung
Weih|nachts|ge|schenk: das; -(e)s; -e
Gabe, Geschenk an jmdn. aus Anlaß
des Weihnachtsfestes
Weihjnachts|gra|ti|fi|ka|tl|on: die; - / -en
meist im November zusätzlich zum
regulären Gehalt erfolgende Sonder¬
zahlung, Syn.: Weihnachtsgeld
Weih|nachts|krip|pe: die; - ; -n Modell
der Geburtsstätte Christi
Welh|nachts|lied: das; -(e)s; -er nur zur
Weihnachtszeit gesungenes Lied mit
weihnachtlicher Thematik"
Weih|nachts|mann: der; -(e)s; -männer
Phantasiegestalt mit rotem Mantel u.
langem, weißem Bart, die die Weih¬
nachtsgeschenke bringt
Weih|nachts|markt: der; -(e)s; -markte
Markt mit vielen Ständen, an denen
(in der Vorweihnachtszeit) Weih¬
nachtsartikel, Kunstgewerbe od.
Nahrungsmittel verkauft werden
Weih|nachts|stern: der; -(e)s; -e 1
Pflanze mit (meist dunkelroten) stern¬
förmig angeordneten Blättern, die zur
Weihnachtszeit blüht 2 den Weih¬
nachtsbaum schmückender Papier-
od. Strohstern
Weih|nachts|stol|le: die; - ; -n/We]h|-
nachts|stol|len: der; -s; - aus Hefe¬
teig gefertigtes, größeres Gebäck in
Brotform mit Rosinen, Zitronat o. ä.
(teilweise auch mit Marzipan, häufig
dick mit Puderzucker bestäubt)
We|h|nachts|tisch: der; -(e)s; -e festlich
geschmückter Tisch, auf den die
Weihnachtsgeschenke gelegt werden
Wejh|nachts|zeit: die; - / - vorweih¬
nachtliche Zeit, Adventszeit u. Weih¬
nachten
Weih|rauch: auch der; -(e)s; - Harz von
arabischen, indischen Sträuchern,
das in vielen Religionen im Gottes¬
dienst o. ä. wegen seines intensiven
Duftes verbrannt wird
Syn.: Heiligabend
Weih|nachts|baumA-4^v -
1299
Weihwasser
Weih|was|ser: das; -s; - (kath. Kirche)
von einem Geistlichen gesegnetes
Wasser
Weih|was|ser[becken (Weih|was|ser|-
bekjken —> Weihjwas|serjbe|cken):
das; -s; - <kath. Kirche) Becken, fest
installierte Schale (aus Stein) am Kir¬
cheneingang, das/die mit Weihwasser
gefüllt ist, das Gläubige zum Bekreu¬
zigen verwenden
weil: Konj. a) leitet den Grund enthal¬
tende (Glied-)Sätzc ein »Ich komme
nicht, weil ich krank bin.« b) mit zeitli¬
chem Nebenaspekt » Weil wir gerade
hier sind....« c) die begründende Ant¬
wort auf eine Frage einleitend » Wes¬
halb warst du gestern nicht in der
Schule?- Weil ich krank war.«
Weil|chen: das; -s; - [ugs.] kurze Zeit
(spanne)
Wei|le: die; - ; -1 kürzerer Zeitraum 2
gut Ding will Weile haben: damit etw.
gut wird, wird Zeit u. Geduld benö¬
tigt 3 mit etw. hat es gute Weile: [ver-
alt.] etw. braucht Zeit 4 eile mit
Weile: man soll alles mit Ruhe u. Be¬
dacht erledigen
we||len: weilst; weiltest; hast geweilt
[geh.] 1 an einem Ort anwesend sein,
sich aufhalten »In dieser Stadt weilte
Goethe einen Sommer lang.« 2 nicht
mehr unter den Lebenden weilen: tot
sein; bereits gestorben sein
Wei|ler. der; -s; ~ wenige Gehöfte, die
eine Gemeinschaft bilden; kleine,
ländliche Siedlung
Wgin: dato der; -(e)s; -e 1 in strauch¬
ähnlichen Reben wachsende Pflanze,
die Weintrauben als Früchte hervor¬
bringt 2 o. PI. an Reben wachsende
Früchte, Trauben 3 aus der Wein¬
traube gewonnenes, produziertes al¬
koholhaltiges Getränk, Syn.: <2>
Weintraube 4 jmdm. reinen, klaren
Wein einschenken: einer Person die
Wahrheit mitteilen 5 im Wein ist, liegt
die Wahrheit: wenn jmd. Alkohol zu
sich genommen hat, sagt er oft die
Wahrheit, sagt mehr (Wahres), als
wenn er keinen Alkohol zu sich ge¬
nommen hat
Wejn|an|bau/Wein|bau: der; -(e)s; - das
Anbauen von Wein, Bewirtschaften
von Weinfeldem, -bergen
Wein|bee|re: die; • ; -n 1 einzelne Beere
einer Weintraube 2 getrocknete Trau¬
be; Rosine
Wein|berg: der; -(e)s; -e mit Weinreben
bepflanzte, bewirtschaftete Fläche an
einem Hang, Berg
Wein|berg|schnecke (Wein|berg(-
schnek|ke —* Wein|berg|schne|-
cke): die; ~ ; -n auch als Speise ver¬
wendete hellbraune, große Schnek-
ke(nart), die ein braunes Gehäuse hat
Weinjbrand: der; -(e)s; -brande Brannt¬
wein, der aus Wein destilliert wird u.
einen hohen Alkoholgehalt hat
wei|nen: weinst; weintest; hast geweint 1
als Ausdruck von Schmerz, Trauer,
Freude, innerer Erregung (unwillkür¬
lich) Tränen aus den Augen treten
lassen (u. klagende Laute erzeugen)
Wei|ner|lich|keifc die; - ; - Eigenschaft,
häufig zu weinen, schnell zu jammern
We|n|es|sig: der; -s; - u. (Sorten) -e (PI.
s.) Essig, der aus Wein hergestellt
wird
Wein[faB —*■ Weinjfass: das; -fasses;
-fässer großer Behälter aus Holz od.
Aluminium, in dem Wein aufbewahrt
wird
Wein|flajsche: die; - ; -n Glasflasche,
die mit Wein gefüllt ist, war
Weinfgeist: der; - (e)s; - reiner Alkohol
Weinjglas: das; -es; -gläser Trinkbehäl¬
ter aus Glas (mit einem Fuß) für
Wein, in dem sich das Bouquet entfal¬
ten kann
Wein|gut: das; -(e)s; -guter landwirt¬
schaftlicher Betrieb, in dem Weinre¬
ben angebaut u. aus deren Früchten
Weine hergestellt werden
Wein[händ|ler. der; -s; - weibl. Wein|-
händ|le|rin: die; - ; -nen Person, die
■ mit Weinen handelt, Weine verkauft
Wein(hand|hmg: die; - ; -en Wein zum
Verkauf anbietendes Geschäft, Un¬
ternehmen
Weinjhaujer: der; -s; - weibl. Wejn|-
haue|rin —* Wein|hau[e|rin: die; - ;
-nen [österr.] Person, die sich berufs¬
mäßig um einen Weinberg u. die
Trauben kümmert, Syn.: Winzer(in)
Wein|kar|te: die; • ; -n Liste, Verzeichnis
der Weine, die man (in einem Ge¬
schäft od. Restaurant) bestellen kann
Wein|kel|ler: der; -s; - (gleichmäßige
Temperatur, Luftfeuchtigkeit aufwei¬
sender) Keller, in dem Wein gelagert
werden kann, wird
Wein|keljle|rei: die; - ; -en Weingut, das
Wein u. Sekt herstellt u. lagert
Wein|kei|ter: die; - ; -n Gerät, mit dem
die Weintrauben gepreßt werden;
Fruchtpresse (für Wein)
Wein|ken|nen der; -s; - weibl. Wein|-
ken|ne|rin: die; - ; -nen Person, die
sich mit den Merkmalen der verschie¬
denen Weinsorten u. -jahrgänge aus¬
kennt
Wein|krampf: der; -(e)s; -krämpfe hefti¬
ges Weinen, das lange andauert
We]n|le|se: die; ~ ; -n Ernte der Trau¬
ben, Früchte der Weinreben
Wein|lo|kal: das; -(e)s; -e Gastwirt¬
schaft o. ä., die vor allem Wein ver¬
kauft, ausschenkt u. eine recht große
Angebotspalette an Weinen hat
Wein|pan|scher/Wfin|pant|scher. der;
-s; - weibl. Wein|pan|sche|rin/Wein|-
pant|sche|rin: die; - ; -nen Person, die
Wein mit Wasser (od. anderen verbo¬
tenen Zusätzen) vermischt
W«in|pant|scher/Wein|panjscher. der;
-s; ~ weibl. Wein|pan|sche|rin/Wein|-
pantjsche|rin: die; - ; -nen Person, die
Wein mit Wasser (od. anderen verbo¬
tenen Zusätzen) vermischt
Wein[pres[se: die; - ; -n Gerät, mit dem
die Weintrauben zur Saft- od. Wein¬
herstellung ausgedrückt werden
Wein|pro|be: die; - ; -n 1 Prüfung eines
(noch unfertigen) Weines durch ei-
ne(n) Winzer(in) o. ä. 2 Verkostung,
Probe mehrerer, verschiedener
Weinsorten (als Verkaufs-, Informa¬
tionsveranstaltung)
We]n|re|be: die; ~ ;-n 1 strauchähnliche
Pflanze, deren Früchte in Form von
Trauben wachsen 2 [selten] junger
Pflanzensproß einer Weinrebe
wein|rot: Adj. n. stg. von dunkelroter,
kräftiger Farbe; die Farbe von Rot¬
wein besitzend
Wein|säu|re: die; - ; -n <Chemie> farblo¬
se Säure, die in vielen Pflanzen, be¬
sonders aber in Weintrauben, vor¬
kommt
Wein|schaum|cre|me —» auch Wein|-
schaum|kreme die; - ; -s u. -n/Weinj-
schatimjkre|m: die; - ; -s (Kochk.)
Süßspeise, die aus Eigelb, Zucker u.
Wein geschlagen ist
Wein|schlauch: auchder, -(e)s;
-Schläuche meist hist.) zu einem
Schlauch zusammengenähtes Leder,
in dem Wein (kurzzeitig) gelagert u.
transportiert wird, wurde
Weinstein: der; -(e)s; -e (Chemie) farb¬
lose, harte Substanz in Weintrauben,
die sich in Wein ablagert
Wein|stock: der; -(e)s; -stocke strauch¬
ähnliche Pflanze, deren Früchte in
Form von Trauben wachsen
Wern|stra|Be: die; - ; -n (Tourismus)
Straße durch Gebiete, in denen viel
Wein angebaut, produziert wird
Wein|stu|be: die; -; -n gemütliche Knei¬
pe, kleines Lokal, in der/dem vor al¬
lem Wein angeboten, ausgeschenkt
wird
Weinftrau|be: die; - ; -n a) einzelne Bee¬
re einer Traube von einer Weinrebe b)
einzelne Traube einer Weinrebe
Wei[se: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.; ein Weiser; eine Weise; zwei
Weise) besonders erfahrene, gebilde¬
te Person
Wejjse: die; ~ ;-n 1 [veralt] Lied, Melo¬
die, das/die kurz, eingängig u. einfach
ist »Er sang eine alte Weise.« 2 Weg,
Art, etw. zu erledigen, zu tun 3 in kei¬
ner, [ugs.] keinster Weise: gar nicht
we|jse: Adj. 1 durch Lebenserfahrung
reif u. klug (handelnd) 2 weise Frau:
[veralt.] Frau, die bei Geburten u.
Krankheiten o. ä. um Hilfe u. Rat ge¬
betenwird
wej|sen: weist; wies (es) t; hast gewiesen
1 auf etw. od. jmdn. (oft mit einer hin¬
weisenden, zeigenden Geste verbun¬
den) zeigen, deuten »den Weg weisen •
auf das Bild weisen« 2 jmdn. fort¬
schicken, hinauswerfen
Weis|heit die; - ; -en1 o. PI. durch Le¬
benserfahrung gewonnene Klugheit,
Reife u. Weltkenntnis 2 [auch iron.]
durch Erfahrung gewonnenes) Leh¬
re, Wissen (in Form eines Sinnspru¬
ches) 3 seine Weisheit für sich
behalten: [ugs.] sich nicht in etw. ein¬
mischen 4 die Weisheit (nicht) mit
Löffeln gefressen haben: [ugs.]
(nicht) sehr klug sein 5 der Weisheit
letzter SchluB sein —> der Weisheit
letzter Schluss sein: das Zutreffende,
Angebrachte sein
Weis|heits|zahn: der; -(e)s; -zähne
<Med.) erst im Erwachsenenalter (od.
gar nicht) aus dem Kiefer her¬
auswachsender Zahn hinter den Bak-
ken-, Mahlzähnen
weis|ma[chen: machst weis; machtest
weis; hast weisgemacht jmdm. etw.
vormachen; jmdm. etw. erzählen, was
nicht stimmt
Wegß: das; ~ u. -es; - weiße Farbe
weiß: Adj. weißer; weißeste 1 a) n. stg.
von der hellsten möglichen Farbe
»Schnee ist weiß.« b) nicht dunkel,
sondern hell aussehend, wirkend 2 ».
stg. Hautfarbenbezeichnung bei
1300
weiter-
Menschen der europäischen, südeu-
rasisehen Rasse 3 <übertr.> a) symbol¬
hafte Bezeichnung für rein, sauber
(nicht schmutzig, dreckig od.
angeschmuddelt) b) symbolhafte Be¬
zeichnung für schuldlos, unverdorben
4 Weißer Sonntag: Sonntag nach
Ostern; für katholische Rinder der
Tag der Erstkommunion 5 weiß wie
die Wand: <Gesichts-, Hautfarbe) sehr
blaß »Als er das viele Blut sah, wurde
er weiß wie die Wand.« 6 ein weiSer
Fleck auf der Landkarte: Teil der
Welt, der noch unerforscht ist 7 der
Weiße Tod —*■ der weiße Tod: der
Tod durch Erfrieren in Schnee u. Eis
od. durch eine Lawine 8 jmdm. nicht
das Weiße im Auge gönnen: [ugs.]
jmdm. gegenüber voller Mißgunst,
Neid sein 9 weiße Ware: [kauf-
mannssprl.] a) Ware, Güter ohne
Markenbezeichnung; No-name-Pro-
dukte b) Elektrogroßgeräte (z. B.
Kühlschränke, Waschmaschinen) 10
aus schwarz weiß machen —* aus
Schwarz Weiß machen: etw. in ho¬
hem Maße beschönigen, ins Gegenteil
verkehren
—»- weiß ge|kie||det: s. weißgekleidet
weis|sa|gen: weissagst; weissagtest;
hast geweissagt etw., was in der Zu¬
kunft liegt, ankündigen; eine Ahnung
über zukünftige Ereignisse äußern,
Syn.: prophezeien
Weis|sa|ger der; -s; - weibl. Weis|saj-
ge|rin: die; ~ ; -nen Person, die etw.
Zukünftiges vorhersagt, vorauszusa¬
gen versucht
Wais|sa|gung: die; - ; -en Vorhersage
zukünftiger Geschehnisse od. Ereig¬
nisse
Weiß|bieR das; -(e)s; -e helles, aus Wei¬
zen gebrautes Bier
Weißlblech: das; -(e)s; -e verzinntes,
gewalztes Metall, Eisenblech
weiß|blond: Adj. 1 <Haare> von sehr
hellblonder Farbe 2 hellblondes Haar
besitzend »Ihr Mann ist weißblond.«
Weiß|brot: das; -(e)s; -e aus Weizen¬
mehl gebackenes, helles Brot
Weiß|buch: das; -(e)s; -bücher <Pol.> a)
die Außenpolitik eines Staates, spe¬
ziell der Bundesrepublik Deutsch¬
land, betreffendes, amtlich veröffent¬
lichtes Buch mit weißem Umschlag b)
Buch über das ehemalige Deutsche
Reich u. die Bundesrepublik
Deutschland, das mit einem weißen
Umschlag versehen ist, Syn.: <a>
<Österreich> Rotbuch
Weiß|dorn: der; -(e)s; -e rosenartige
Pflanze, die als Strauch od. Baum
wächst u. dornige Zweige u. weiße bis
rosafarbene Blüten hat
wei|ßein: weißeist; weißeitest; hast ge-
weißelt [landsch.] mit weißer Kalkfar¬
be streichen
weißen: weißt; weißtest; hast geweißt
mit weißer Kalkfarbe streichen
weiB|ge|kiei|det —* weiß ge|kie||det:
Adj. n. stg. weiße Kleidung tragend
Weißlglut: die; - ; - 1 ab Erhitzung von
ca. 1200° C auftretende weiße Farbe
eines glühenden Stoffes, Metalls 2
jmdn. zur Weißglut bringen: [ugs.]
jmdn. sehr wütend machen
weiß|haa|rig: Adj. n. stg. weiße Haare
besitzend
Weiß|kä|se: der; -s; - [landsch.] Frisch¬
käse; Quark
Weiß|kohl: der; -(e)s; - Pflanze mit zu
einem Kopf zusammengeschlossenen
Blättern, die als Gemüse gekocht
wird
Weiß|kraut das; -(e)s; - [landsch.]
Pflanze mit zu einem Kopf zusam¬
mengeschlossenen Blättern, die als
Gemüse gekocht wiTd
wejß|lich: Adj. weiße Farbe erkennen
lassend; weißer Farbe ähnlich
Weiß|ma|chen der; -s; ~ in Waschmit¬
teln enthaltener, optisch aufheilen¬
der, chemischer Wirkstoff
WeiB|pap|pel: die; - ; -n schlanker
Laubbaum mit schmaler Krone u. an
der zum Boden zeigenden Seite wei߬
lichen Blättern
WeiB|rus|se: der; -n; -n weibl. Weiß)rus|-
sin: die; ~ ; -nen aus Weißrußland
stammende, dort geborene, lebende
Person
Weiß|ru8|land —* Weiß|russ|land: o.
Art.; -s; - Land zwischen Polen u.
Rußland, Syn.: Belorußland
Wgiß|tan|ne: die; - / -n Edeltanne, Na¬
delbaum mit stehenden Zapfen, fla¬
chen Nadeln u. glattem, hellgrauem
Stamm
Wgiß|wand|rei|fen: der; -s; ~ Autoreifen
mit einem weißen Streifen, Ring zur
Dekoration an der Außenseite
Wej8|wa|ren: die (PI.) 1 aus Baumwol¬
le, Leinen o. ä. hergestelltes weißes
Gewebe 2 Textilien, die aus Weißwa¬
ren (l) gefertigt wurden
wej0|wa|schen: wäschst weiß; wu-
sch(e)st weiß; hast weißgeschwaschen
[ugs.] jmdn. von einem Verdacht be¬
freien (wollen)
Wgiß|wein: der; -(e)s; -e Wein, der aus
hellen Trauben hergestellt wird u. da¬
her von heller Farbe ist
Weiß|wurst die; - ; -würste <Speise>
helle, aus Kalbfleisch, Kräutern u. a.
hergestellte Brühwurst
Wei)sung: die; - ; -en Befehl, Anord¬
nung, Auftrag zu einem Verhalten
We|]süngs|beffug|nis: die; ~ ; -se Recht,
Befehle, Anordnungen zu geben
wei[sungs|be)fugt Adj. n. stg. berech¬
tigt, jmdm. eine Anweisung zu ertei¬
len, einen Befehl zu geben
wei)sungs|be|rechjtigt: Adj. n. stg. das
Recht habend, eine Anweisung zu er¬
teilen, einen Befehl zu geben
weit: Adj. weiter; weiteste 1 a) räumlich
ausgedehnt, weitläufig »ein weites
Gebiet« b) abgelegen; fern; räumlich
entfernt »ein weiter Weg« c) zeitlich
entfernt »Meute Jugend liegt weit
zurück.« d) fortgeschritten in einem
Prozeß 2 <Kleidung> nicht stramm od.
eng(anliegend) »eine weite Hose« 3 n.
stg. <verst.> wesentlich, gewaltig mehr
»Er ist weit (aus) besser als du.« 4 bei
weitem: 1. in besonderem Maße; er¬
heblich »Sie war in der Klasse den an¬
deren bei weitem überlegen.« 2. noch
lange, längst »Er spielt gut Klavier,
aber er ist bei weitem noch nicht reif
für ein Konzert.« 5 so weit, so gut: bis
hierher hat alles gut geklappt »Das
Grundstück haben wir bezahlt, so weit,
so gut, aber wie wollen wir das Haus
finanzieren?« 6 so weit kommt es
noch: [ugs.] ärgerlicher Ausruf »Du
willst mir Vorschriften machen? So
weit kommt es noch.« 7 weit u. breit:
im ganzen Umkreis »Hier ist weit u.
breit keine Tankstelle zu finden.« 8
von weitem: schon in großer (räumli¬
cher) Distanz; aus großer Entfernung
»Ich habe dich schon von weitem an
deinem Gang erkannt.« 9 zu weit
gehen: über etw., was gerade noch zu
ertragen u. vertretbar ist, hinausge¬
hen »Mit diesen unbewiesenen An¬
schuldigungen ist er zu weit
gegangen.« 10 zu weit führen: schwie¬
rig sein; den Rahmen sprengen »Dir
meine Gründe genau klarzumachen,
würde jetzt zu weit führen.« 11 weit
hergehoK: vollkommen abwegig; in
keinem Verhältnis zu der wirklichen
Gegebenheit stehend; völlig abstrus
—» weit gejhend: s. weitgehend
—» weit ge|reist s. weitgereist
—»■ weit rei|chend: s. weitreichend
—»• weit schaulend: s. weitschauend
—> wert ver|brei|tet s. weitverbreitet
—* weit veijzweigt: s. weitverzweigt
weitfab: Adv. in einiger, größerer, weiter
Entfernung
weitjär|me|lig/wert|ärm|lig: Adj. nicht
eng anliegende, viel Platz lassende
Ärmel habend
weitaus: Adv. mit erheblichem Unter¬
schied, Abstand »Du bist weitaus bes¬
ser als ich.«
Weitblick: der;-(e)s; - Vorhersehen zu¬
künftiger Entwicklungen (u. daraus
erfolgendes Handeln) aufgrund gro¬
ßer Erfahrung, Kompetenz
Wei|te: die; ~ ; -n 1 große räumliche od.
zeitliche Ausdehnung »die Weite des
Landes ♦ die Weite der Zeit« 2 <Klei¬
dung> Umfang, Ausmaß, Größe eines
Kleidungsstückes »die Weite des
Mantels, Hosenbundes« 3 <Sport> (er¬
reichte) Entfernung »Mit dieser Weite
hat sie den Europarekord eingestellt.«
4 das Weite suchen: [geh.] die Flucht
ergreifen
weiten: weitest; weitetest; hast geweitet
etw. ausdehnen, größer (in der Weite)
machen »Die Schuhe müssen dringend
geweitet werden.«
weilten Adv. 1 eine Bewegung, Hand¬
lung fortsetzend »Gehen sie nicht wei¬
ter! ♦ Er zahlte ihr weiter 1000 Mark
monatlich.« 2 über ein bestimmtes
Maß hinausgehend; zudem; außer¬
dem; ferner 3 und so weiter: (meist
abgekürzt als usw. verwendet) Zusatz
anstelle weiterer Aufzählungsglieder,
die nicht aufgezählt werden sollen
»Butter, Mehl, Brot, Kaffee «rw. sind
Lebensmittel.« 4 nicht weiter; weiter
nicht: nicht sehr, nicht besonders
»Der Lärm hat mich weiter nicht ge¬
stört.«
weilten-: Adj. n. stg. weiterer; weitere;
weiteres 1 zu etw. noch hinzukom¬
mend »Weitere Perspektiven haben
sich nicht ergeben.« 2 bis auf
weiteres: vorläufig, die nächste Zeit,
bis etw. anderes beschlossen wird
»Sie bleiben bis auf weiteres in Haft.«
3 ohne weiteres: ohne Probleme
»Das geht ohne weiteres.« 4 im/des
weiteren —» im/des Weiteren: zu¬
sätzlich; ferner »Der Kanzler ver¬
sprach des weiteren, die Steuern nicht
1301
weiter
zu erhöhen.« 5 alles weitere—> alles
Weitere: das noch Fehlende
—*■ weiter ar)bei|ten: s. Weiterarbeiten
0)
—> wei(ter bejste|hen: s. weiterbeste¬
hen (6)
wei)ter|arjbei|ten: arbeitest weiter; ar¬
beitetest weiter; hast weitergearbeitet
1—i> auchwei)terarjbeiften —>auch
hast weiter gearbeitet<— weiterhin,
auch in Zukunft (an etw.) arbeiten,
sich (mit etw. beschäftigen 2 <übertr.>
sich nach vorne, in eine höhere Positi¬
on arbeiten
wei|ter|be|föijdem: beförderst weiter;
befördertest weiter; hast weiterbeför¬
dert 1 jmdn., etw. hierher, an diesen
Ort Gebrachtes zu einem anderen Ort
bringen, transportieren 2 etw. an
jmdn. weitergeben
weijte>jbe|ste|hen —» weiter be|ste|-
hen: besteht weiter; bestand weiter;
hat weiterbestanden —*hat weiter
bestanden<— bestehenbleiben; wei¬
terhin existieren, auch in der Zukunft
andauem
weifteijbil|den: bildest weiter; bildetest
weiter; hast weitergebildet jmdn.,
meist Erwachsene, unterrichten (in
etw., worin diejenigen bereits gewisse
Kenntnisse haben)
weifte r[bil|den, sich: bildest dich weiter;
bildetest dich weiter; hast dich weiler¬
gebildet weiterführende Kenntnisse
auf einem Gebiet erwerben
weijterjemp|feh|len: empfiehlst weiter;
empfahl(e)st weiter; hast weiterem¬
pfohlen etw., jmdn. einer anderen Per¬
son vorschlagen, weil man von dessen
Fähigkeiten, Qualität überzeugt ist
we||terjent)wickeln (wej|teijentfwik|-
keln—* weijteijentjwi|ckeln): entwik-
kelst weiter; entwickeltest weiter; hast
weiterentwickelt etw. verbessern, in
seinem Aufbau, seiner Ausprägung
optimieren, seine Qualität erhöhen
wei|terjer|zäh|len: erzählst weiter; er¬
zähltest weiter; hast weitererzählt an¬
deren Personen etw. sagen, verraten
(was geheim bleiben sollte)
wei|terjfeh|ren: fährst weiter; fuhr (e)st
weiter; bist weitergefahren eine unter¬
brochene Reise, Fahrt wiederaufneh¬
men; sich mit einem Fahrzeug wieder
in Bewegung setzen
Weijtetjfahrt: die; - ; - Wiederaufnah¬
me, Fortführung einer Fahrt
WeiJterjHug: der; -(e)s;-flüge Fortset¬
zung eines Fluges (nach einer Zwi¬
schenlandung)
wei|terjfüh|ren: führst weiter; führtest
weiter; hast weitergeführt 1 etw. in
eine bestimmte Richtung fortsetzen,
weiterbauen, fortführen »Die umstrit¬
tene Autobahn soll nun doch weiterge¬
führt werden.« 2 a) etw. positiv beein¬
flussen »Sein Beitrag hat die Bespre¬
chung weitergeführt.« b) sich an etw.
anschließen
wejjterjge|ben: gibst weiter; gab(e)st
weiter; hast weitergegeben etw. nach
Erhalt an einen anderen weiterleiten
»Sie gab die Information weiter.«
weifterjge|hen: gehst weiter; ging(e)st
weiter; bist weitergegangen 1 sich wei¬
ter, vorwärts bewegen 2 a) sich fort¬
setzen »Geht die Straße hinter eurem
Haus noch weiter?« b) etw. nach einer
Pause, Unterbrechung fortsetzen
»Geht die Serie im Fernsehen noch
weiter?«
wei(tefjhel|fen: hilfst weiter; half(e)st
weiter; hast weitergeholfen jmdm. zu
Hilfe kommen; jmdm. Nutzen erwei¬
sen »Er half ihr bei der Lösung der
Aufgabe weiter.«
weifter|hin: Adv. 1 außer dem bereits
Genannten; zudem; außerdem »Wei¬
terhin möchte ich auf die finanziellen
Belastungen aufmerksam machen.« 2
in Zukunft »Ich hoffe weiterhin auf
gute Zusammenarbeit.« 3 wie bisher;
immer noch; nach wie vor »Er ist wei¬
terhin dagegen, einen Hund zu kau¬
fen.«
weijtertkom|men: kommst weiter; ka-
m(e)st weiter; bist weitergekommen
sich von einem Ort, in einer Sache
vorwärtsbewegen »Wir sind in unse¬
ren Bemühungen noch nicht weiterge¬
kommen.«
wei)tor)kön|nen: kannst weiter; konntest
weiter; hast weitergekonnt [ugs.] 1 in
der Lage sein, etw. weiterhin tun zu
können 2 imstande sein, sich weiter
fortzubewegen
wei|teijle|ben: lebst weiter; lebtest wei¬
ter; hast weitergelebt sein Leben fort¬
führen »Nach dem Tod seiner Frau
wollte er nicht mehr weiterleben.«
wei|terjlei|ten: leitest weiter; leitetest
weiter; hast weilergeleitet etw. Erhal¬
tenes an jmd. anderen weitergeben
»Er wird den Bericht weiterleiten.«
wef|terjma[chen: machst weiter; mach¬
test weiter; hast weitergemacht mit
etw. fortfahren
wei|teijmarjschie|ren: marschierst wei¬
ter; marschiertest weiter; bist weiter¬
marschiert sich (nach einer Unterbre¬
chung) wieder zu Fuß fortbewegen;
einen Marsch (nach einer Unterbre¬
chung) fortsetzen
wei|teijintis|sen: mußt weiter; mußtest
weiter; hast weitergemußt —*-aIle
Formen mit ss<— [ugs.] einen Weg
(od. ein Vorhaben) fortsetzen müssen
wei|ter|rei|chen: reichst weiter; reichtest
weiter; hast weitergereicht etw. Erhal¬
tenes an eine andere Person weiterge¬
ben »Reiche die Schüssel bitte weiter.«
Wei|ter|rei|se: die; - ; - Fortsetzung ei¬
ner Fahrt, Reise
wei|terfschicken (weifter[schik|ken —»
wei|ter|schi|cken): schickst weiter;
schicktest weiter; hast weitergeschickt
1 eine Sendung an jmd. anderen mit
der Post o. ä. weiterleiten 2 jmdn. an
eine andere Institution o. ä. verweisen
we]|teijschla|fen: schläfst weiter; schlie-
f(e)st weiter; hast weitergeschlafen
mit dem Schlafen fortfahren
wei|t9rtspin|nen: spinnst weiter; span-
n(e)st weiter; hast weitergesponnen 1
[selten] fortfahren, Fäden zu spinnen
2 [ugs.] etw. gedanklich mehr, weiter
ausmalen; sich mit etw. (wahrschein¬
lich nicht zu Verwirklichendem) in¬
tensiv beschäftigen »Sie spinnt die Ge¬
schichte weiter.«
wei[ter|tra|gen: trägst weiter; trug(e)st
weiter; hast weitergetragen 1 das
Transportieren mit den Händen o. ä.,
Tragen von etw. zu einem Ort nach ei¬
ner Unterbrechung wiederaufnehmen
2 <übertr.> etw. durch Erzählen ver¬
breiten
Wei|te|rung: die; - ; -en (m. PI.) [geh.]
Folge von etw., die man nicht be¬
grüßt
Wei[ter|ver|arfbei|tung: die; ~ ; -en Bear¬
beitung von etw. als Zwischen-, End¬
schritt in der Produktion
weitter|ver|breijten: verbreitest weiter;
verbreitetest weiter; hast weiterver¬
breitet etw. (z. B. eine Nachricht), was
man selber erfahren hat, an andere
weiterleiten (obwohl es geheim blei¬
ben sollte)
we|Mver|eijben: vererbst weiter; ver¬
erbtest weiter; hast weitervererbt etw.
über Generationen weitergeben; etw.
durch Vererbung übergeben (z. B. ge¬
netische Anlagen, Geld)
wei|ter[ver|kau|fen: verkaufst weiter;
verkauftest weiter; hast weiterverkauft
etw., was man zuvor selber gekauft
hat, gegen einen höheren Preis an
Kunden veräußern, verkaufen
wei|ter|ver|rmt|teln: vermittelst weiter;
vermitteltest weiter; hast weitervermit¬
telt etw., jmdn. (z. B. ein Produkt, ei¬
nen Kunden, Klienten) an eine ande¬
re Person zur weiteren Benutzung,
Bedienung o. ä. weitergeben
wei|ter[wis|sen: weißt weiter; wußtest
weiter; hast weitergewußt —>alle
Vergangenheitsformen mit ss*—
<meist verneint gebraucht) [ugs.] eine
Lösung, einen Ausweg finden (in ei¬
nerschwierigen Situation)
we]|ter]zah|len: zahlst weiter; zahltest
weiter; hast weitergezahlt auch weiter¬
hin regelmäßig eine Geldsumme für
etw. entrichten
wei|ter|zie|hön: ziehst weiter; zogfejst
weiter; bist weitergezogen 1 jmdn.,
etw. zu einem anderen Ort schleppen,
befördern, ziehen »Ich schaute mir
das Schaufenster an, aber er zog mich
weiter.« 2 von einem Ort, einer Zwi¬
schenstation (mit allem Gepäck) zum
nächsten Ort gehen, fahren
wett|ge|hend —* auch weit gejhend:
Adj. weiter gehend; am weitesten ge¬
hend 1 in der Menge sehr umfang¬
reich, möglichst umfassend »Weitge¬
hende Hilfe ist zugesagt.« 2 generell;
hauptsächlich; im großen u. ganzen
»Ich habe weitgehend nichts dagegen
einzuwenden.«
weit|ge(reist—> weit ge|reist: Adj. wei¬
ter gereist; am weitesten gereist auf
Reisen viel in der Welt gesehen u.
kennengelernt haben
weit[her/weit|hen Adj. n. stg.; n. dekl.
[geh.] aus großer Entfernung; von
fern; von weither
weithin: Adv. 1 [geh.] in weitem Um¬
kreis; auch von, in größerer Entfer¬
nung »Das Feuer war weithin zu
sehen.« 2 vor allem; zum größten Teil
weit|läu|fig: Adj. 1 viel Raum, Platz bie¬
tend »eine weitläufige Wohnung« 2
nicht nah, eng, sondern weiter ent¬
fernt »weitläufige Verwandte« 3 aus¬
führlich, schwerfällig u. nicht direkt,
sondern umständlich »Er erklärt im¬
mer so weitläufig.« Syn.: <1> großräu¬
mig; <2> weitschweifig
weit|räu|niig: Adj. a) in einem weiten
Umkreis b) viel Raum, Platz habend,
benötigend
1302
Welt
weit|rei|chend —* auch weit rei|chend:
Adj. weiter reichend; am weitesten
reichend a) eine größere Entfernung
überwindend b) <übertr.> (möglichst)
umfassend, umfangreich
weit|schau|end —» auch wejt schaul¬
end; Adj. weiter schauend; am weite¬
sten schauend [geh.] vorausschauend;
Ereignisse früh richtig einschätzend
(u. entsprechend handelnd)
Weit|schuB —* Weitschuss: der;
-Schusses; -schösse <Sport> Schuß, der
aus recht großer Entfernung auf das
Tor abgegeben wird
weit|schwei|fig: Adj. beim Erzählen
weit ausholend, viele Einzelheiten
o. ä. anmerkend, Syn.: umständlich;
langatmig, Ant.: kurz; knapp
Weitsicht; die; - ; - Eigenschaft, Ent¬
wicklungen u. zukünftige Anforde¬
rungen früh richtig zu erkennen u.
entsprechend zu handeln
weit|sich|tig: Adj. 1 eine Sehschwäche
aufweisend, bei der man nur weiter
Entferntes gut sehen kann u. für kur¬
ze Entfernungen eine Brille o. ä. be¬
nötigt (z. B. zum Lesen) 2 <übertr.> an
die Zukunft denkend, vorsorglich
Weit|sich|tig|keit die; ~ ; -1 Sehschwä¬
che, bei der man nur weiter Entferntes
gut sehen kann u. für kurze Entfer¬
nungen eine Brille o. ä. benötigt (z. B.
zum Lesen) 2 <übertr.> Fähigkeit, zu¬
künftige Entwicklungen u. Erforder¬
nisse früh richtig zu erkennen u. ent¬
sprechend zu handeln
Weit|sprin|ger: der; -s; - weibl. Weit|-
sprin|gejrin: die; - ; -nen Sportlerin),
der/die die Leichtathletikdisziplin
Weitsprung betreibt
Weit|sprung: der; -(e)s; -spränge
(Sport) 1 o. PI. Leichtathletikdiszi¬
plin, bei der nach einem Anlauf mög¬
lichst weit in eine (mit Sand gefüllte)
Grube gesprungen werden muß 2 ein¬
zelne Übung im Weitsprung (l)
Weit|strah[ler. der; -s; - <Auto> starker,
das Fernlicht verstärkender Schein¬
werfer (an einem Fahrzeug)
Weiftung: die; - ; -en a) (Sich-)Verbrei-
tern von etw. b) Bereich, in dem sich
etw. weitet, verbreitert, vergrößert
wott|ver|bre||tet—* auch weit veijbrei)-
tet: Adj. weiter verbreitet; am weite¬
sten verbreitet häufig vorhanden; in
großer Stückzahl in Umlauf
wejt|verjzweigt —> auch weit ver¬
zweigt: Adj. weiter verzweigt; am wei¬
testen verzweigt weit verbreitet; in
viele Bereiche, Orte ausgedehnt
Wetttwin|kel|ob|jek|tiv: das; (e)s; -e
(Photographie) Objektiv, das durch
seine geringe Brennweite Aufnahmen
eines besonders großen Raumaus¬
schnitts ermöglicht
Weilzen: der; -s; - (Pf. nur in der Zusam¬
mensetzung Weizensorten) in Ähren
wachsende Getreidepflanze, aus der
helles Mehl gewonnen wird
Wei|zen|bier das; -(e)s; -e aus Weizen¬
malz hergestelltes, helles, leicht süßli¬
ches Bier
Wei|zen|em|te: die; - ; -n Vorgang, bei
dem die Weizenhalme abgeschnitten
u. die Körner aus den Ähren entfernt
werden "
Wei[zen|kleie: die; - ; -n (PI. s.) sehr
ballaststoffreiche Umhüllungen von
Weizenkörnem, die beim Mahlen ab¬
fallen, übrigbleiben
Wei|zen|korn: das; -(e)s; -körner 1
Frucht des Weizens, die zu Mehl o. ä.
verarbeitet wird 2 (Getränk» aus Wei¬
zen hergestellter Kornbrand -
Wei|zen|mehl: das; -(e)s; - u. (Sorten)
-e Mehl, das aus Weizenkörnern her¬
gestellt wurde
Wei|zen|schrot: der u. das; -(e)s; - grob
gemahlenes Mehl, das aus Weizen¬
körnem hergestellt wird
wel|ch-: welcher; welche; welches I
Relativpron. [geh.; meist schrifitsprl.]
bezeichnet etw., jmdn., über den/die/
das ein Relativsatz etw. aussagt; der,
die, das usw. »Er ist derjenige, wel¬
chem das Auto entwendet wurde.« II
Interrogativpron. a) fragt nach etw.,
jmdm. aus einer Gruppe von Dingen,
Personen »Welche Tür führt hinaus?«
b) drückt in Ausrufesätzen Emotio¬
nen, meist Bewunderung, Abwehr,
Erstaunen aus; welch, was für ein(e)
Welch scheußliche Schuhe er heute
trägt!« III Indefinitpron. bezeichnet
eine nicht näher bestimmte Anzahl,
Menge »Der Nachbar hat uns Kir¬
schen versprochen. Hat er schon wei¬
chegebracht?«
wel|cher|art: Adv. [geh.] wie beschaffen
wel|cherjge|stalfc Adv. von welcher (äu¬
ßerlichen) Beschaffenheit
welk: Adj. a) (aus Feuchtigkeitsmangel)
vertrocknet, erschlafft »welker Salat ♦
welke Haut« b) (Blume> beinahe ver¬
blüht
wel[ken: welkt; welkte; ist gewelkt (we¬
gen Mangels an Feuchtigkeit) schlaff
werden »Die Schönheit welkt dahin. ♦
Die Blume beginnt zu welken.«
Well|blech: das;-(e)s; -e gewelltes, rela¬
tiv dünnes Metall, Blech, das durch
seine Formgebung sehr stabil ist
Well|blech|dach: das;-fe)s;-dächer aus
Wellblech hergestelltes, bestehendes
Dach von etw.
Well|blech|hüt|te: die; - ; -n aus Well¬
blech zusammengebautes kleines
Haus (oft als ärmliche Behausung für
Menschen dienend)
Wel|le: die; - -n 1 Bewegung, Auftür¬
mung der Wasseroberfläche durch
Wind 2 geschwungene Form »Die
Haare liegen in schönen Wellen.« 3 in
mehreren Teilen, Elementen zeitlich
nah beieinander auftretende Sache
»Welle der Gewalt« 4 (Technik) Ma¬
schinenteil, der drehende Bewegun¬
gen überträgt 5 (Sport) Umschwung
am Reck 6 a) (Physik) sich fortpflan¬
zende Schwingung »elektronische
Wellen« b) (Frequenz eines)
Radiosender(s) »Ich höre immer diese
Welle.« 7 (hohe) Wellen schlagen:
(große) Aufregung verursachen »Das
milde, unverständliche Urteil des Rich¬
ters hatte im Gerichtssaal hohe Wellen
geschlagen.« 8 grüne Welle: Ampe¬
lanlageneinstellung auf einer Straße,
bei der bei bestimmtem Tempo keine
Ampel rotes Licht zeigt
wel|len: wellst; welltest; hast gewellt a)
ähnlich einer Welle formen »Blech
wird zu Wellblech gewellt.« b) wellen¬
artig legen »Sie hat ihr Haar künstlich
gewellt.« c) gewellt werden »Das Pa¬
pier hat sich durch das Wasser ge¬
wellt.«
wel|len|at]tig: Adj. n.stg. in der Form ei¬
ner Welle
Wel|len|bad: das; -(e)s; -bäder (Hal-
len-)Schwimmbad, in dem Wellen
durch Maschinen erzeugt werden
Wel|len|be|reich: der; -(e)s; -e (Technik;
Physik» Bereich, der durch die nied¬
rigste u. die höchste Wellenlänge,
Frequenz begrenzt ist
Wel|len|berg: der; -(e)s; -e oberster,
Höchster Teil einer (Wasser-)Welle
Welflen|bre|cher: der; -s; - 1 Vorrich¬
tung vor einer Küste, die die Wucht
der Wellen eindämmt 2 stählerne
Wand auf dem Vorderdeck eines
Schiffes, die die Wellen brechen u. ab¬
leiten soll
wel|len|för)mig: Adj. n. stg. in Wellen;
von gewellter äußerer Form
Weljlen|gang: der; -(e)s; - sich stetig
wiederholender Bewegungsablauf der
Wellen »starker Wellengang«
Wel|len|kamm: der;-(e)s; -kämme Spit¬
ze, höchster Punkt einer (Wasser-)
Welle
Wel|len|län|ge: die; - ; -n 1 (Physik) Fre¬
quenz, auf der eine Radio-, Femseh¬
Sendung o. ä. ausgestrahlt, empfan¬
gen wird 2 die gleiche Wellenlänge
haben; auf der gleichen Wellenlänge
sein, liegen: [ugs.] auf ähnliche od.
gleiche Art denken, fühlen; eine ähnli¬
che Einstellung haben
Wel|len|li|nie: die; - ; -n Linie, Strich,
die/der in Wellen, Hebungen u. Sen¬
kungen verläuft
Wel|len|rei|ten: das; -s; - (Sport) Wasser¬
sportart, bei der man, auf einem Surf¬
brett balancierend, auf der Brandung
zum Ufer gleitet
Wel|len|sitftich: der; -(e)s; -e kleiner,
australischer Vogel aus der Familie
der Sittiche, der als Haustier gehalten
wird mit ursprünglich (gelb)grünem
Gefieder u. schwarzen Wellenlinien
auf Kopf, Rücken u. Flügeln
Wel|len(tah das; -(e)s; -täler tiefster
Punkt einer (Wasser-)Welle
Wellfleisch: das; -(e)s; - gekochter
Bauch vom (frisch geschlachteten)
Schwein
wel|llg: Adj. nicht gerade od. glatt, son¬
dern geschwungen, in Wellen verlau¬
fend »Sie hat wellige Haare.«
Well|pap|pe: die; - ; -n (mit etw. be¬
klebte) in gewellte Form gepreßte
Pappe
Well|rad: das; -(e)s; -rüder (Technik)
Rad, das fest auf einer Welle, einem
Maschinenteil, das drehende Bewe¬
gungen überträgt, sitzt
Wel|lung: die; - ; -en gewellte Fläche,
Form
Wel|pe: der; -n; -n Nachwuchs bei
Hund, Wolf, Fuchs
Wels: der; -es; -e größerer Süßwasser¬
raubfisch ohne Schuppen mit vielen
Bartfäden, Barteln am Maul
welsch: Adj. n. stg. 1 [Schweiz.] zur fran¬
zösischen Schweiz gehörend 2 [ver-
alt.] romanisch, besonders franzö¬
sisch; fremdländisch
Welt: die; -; -en 1 o. PI. a) der Planet Er¬
de b) Weltall, Universum einschlie߬
lich der Erde 2 o. PI. alle, die meisten
Menschen der Erde »Die Well hofft
1303
Weitabgeschiedenheit
auf ewigen Frieden.« 3 a) Kreis mehre¬
rer durch Gemeinsamkeiten verbun¬
dener Menschen »die Weit der Künst¬
ler. der Sekten« b) Lebensbereich Ar¬
beitswelt« Syn.: <ia> (die) Erde 4 alle
Welfc 1. alle Menschen »Alle Welt
wünscht sich Frieden.« 2. [veralt.] an¬
erkennende Bemerkung » Was um alle
Welt hast du mir denn da Schönes
mitgebracht?« S a) die Ahe Welt der
europäische Kontinent; Europa b)
die Dritte Welt die Entwicklungslän¬
der c) die Neue Welt Amerika (meist
Nordamerika od. die USA) 6 nobel,
vornehm geht die Welt zugrunde:
[ugs.] Bemerkung, wenn eine Person
(absolut) über ihre finanziellen Mög¬
lichkeiten lebt 7 nicht die Weh sein:
[ugs.} wenig; nicht sehr ins Gewicht
fallen 8 etw. hat die Wett noch nicht
gesehen: etw. (oft Negatives) völlig
Ungewöhnliches, noch nie Dagewese¬
nes 9 für jmdn. bricht eine Welt
zusammen: auf einmal etw. erfahren
o. ä., womit man nie gerechnet hat u.
dadurch sehr im Inneren verletzt, be¬
lastet sein »Für ihn brach eine Welt zu¬
sammen, als ihm seine Frau plötzlich
mitteille, sie wolle die Scheidung.« 10
aus aller Welt: aus allen Teilen der Er¬
de 11 nicht aus der Welt sein: [ugs.)
nicht weit weg (sein) »Obwohl wir aufs
Land ziehen, sind wir doch nicht aus
der Welt.« 12 etw. aus der Welt
schaffen: etw. klarstellen, klären
»Wir müssen das Problem irgendwie
aus der Welt schaffen.« 13 aus der
Weit gehen, scheiden: [geh.; verhüll.)
sterben 14 versteht die Welt nicht
mehr: jmd. kann etw. absolut nicht
begreifen 15 die Weit ist ein Dorf,
klein: Bemerkung, wenn man plötz¬
lich eine Person, die man aus der Hei¬
mat kennt, an einem anderen Ort, in
einem anderen Land unvermutet
trifft 16 nicht von dieser Welt sein: le¬
bensuntüchtig, lebensfremd sein 17
ein Kind in die Wett setzen; ein Kind
zur Welt bringen: ein Kind gebären,
bekommen 18 davon, deswegen
geht die Welt nicht unter; [ugs.] das
ist doch nicht so schlimm 19 nicht um
alles in der Welt: [ugs.] unter keinen
Umständen; niemals 20 zwischen
etw. u. etw. anderem liegen Welten;
jmdn. trennen Welten (von jmdm.,
etw.): vollkommen unterschiedlich
sein 21 mit sich u. der Welt zufrieden
sein: glücklich sein, leben 22 etw. in
die Welt setzen: ein Gerücht o. ä. ver¬
breiten
Wett|ab|ge|schie|den|heit: die; - Ab-
geschnittenheit vom Weltgeschehen;
einsame Lage; entlegene Position
wett|ab|ge[wandt: Adj. weltabgewand-
ter; weitabgewandteste von der Welt,
ihrem Geschehen abgewandt; das
Weltgeschehen absichtlich nicht
wahmehmend
Welt|alfc das; -s; - unendlicher Raum au¬
ßerhalb der Erdatmosphäre, der alle
Himmelskörper umschließt, Syn.;
All; Universum; Kosmos; Weltraum
wett|an|schau|lich: Adj. n. stg. eine
Weltanschauung, Ideologie betref¬
fend, ihrzuzuordnen
Welt)an|schau)ung; die; ~ ; -en Art u.
Weise, die Welt, Menschen, Natur
usw. zu betrachten, beurteilen, Syn.;
[fremdsprl.] Ideologie
Weftjatjlas: der; -ses; -atlanten u. -se
Sammlung von politischen u./od.
geographischen Karten in einem
Buch, die alle Länder, Gebiete der
Welt zeigen
Welt|aus|stel|lung: die; - ; -en Veran¬
staltung, Ausstellung unter Teilnah¬
me vieler Staaten, bei der der Ent¬
wicklungsstand der Länder, Men¬
schen in kultureller, technischer o. ä.
Hinsicht demonstriert, gezeigt wird
Weltbank: die; - ; - <Bankw.; Pob der
UN angeschlossene internationale
Bank, die den Wiederaufbau von etw.
(nach Kriegen) u. die Entwicklung
der Entwicklungsländer fördert
welt|be|kannt' Adj. n. stg. überall be¬
rühmt »Er ist ein weltbekannter Sän¬
ger.«
wottlbejrühmt: Adj. n. stg. überall, auf
Der ganzen Welt berühmt, bekannt
weH|best-: Adj. n. stg. weitbester; welt¬
beste; weltbestes am besten auf der
ganzen Welt, Erde
Welt|best)lei)stung —*■ Wett|best|leisj-
tung: die; - ; -en «Sport) beste sportli¬
che Leistung, die jemals von einem
Sportler vollbracht wurde
Wett|best|zeH: die; - ; -en «Sport) beste
sportliche Leistung, die jemals von ei¬
nem Sportler in einem Wettbewerb
vollbracht wurde, bei dem es auf
Schnelligkeit ankommt, bei dem die
Zeit gemessen wird
walt|be|we(gend: Adj. n. stg. [oft iron.]
7ür die ganze Welt von Belang »Seine
Leistungen sind nicht gerade weltbewe¬
gend.«
Welt|be|we|gung: die; - ; -en Vereini¬
gung, ideologische Bewegung, die es
auf der ganzen Erde gibt
Welt|bild: das; -fejs; -er <Philosophie>
allgemeines Bild, allgemeine Vorstel¬
lung, Sichtweise von der Welt »Diese
Ereignisse brachten sein Weltbild
durcheinander.«
Welt|bumm|ler/Welften(bumm|ler. der;
-s; ~ weibl. Weltjbumm|le|rin/Wel|-
ten|bumm|le|rin: die; - ; -nen Person,
die (als Hobby) ziellos, überall in der
Welt herumreist, Syn.; [fremdsprl.]
Globetrotter(in)
welt|bür|ger)lich: Adj. n. stg. sich allen
'Völkern u. nicht nur dem eigenen
Volk, Staat verpflichtet fühlend,
Syn.: [fremdsprl.] kosmopolitisch
Welttenlbumm|lerAVelt)bumm|ler. der;
-s; - weibl. Wel|ten|bumm|le|rin/
Welt)bumm|le|rin: die; -; -nen Person,
die (als Hobby) ziellos, überall in der
Welt herumreist, Syn.: [fremdsprl.]
Globetrotter(in)
Welt|en|de: das; -s; - «meist Religion)
Zeitpunkt, an dem das Bestehen der
Welt beendet ist
wel|ten|fem: Adj. [geh.] sehr weit ent¬
fernt
Wel|ten|raunn: der; -(e)s; - [poet.] Kos¬
mos; Weltall
welt|ent|rückt: Adj. [geh.] geistig abwe¬
send; sehr weltfremd
Weljterfgejwicht: das; -(e)s; -e <Sport> 1
niedrige Gewichtsklasse (z. B. beim
Boxen, Ringen) 2 Sportlerin) der Ge¬
wichtsklasse (1)
weHter|schüt|ternd: Adj. n. stg. die Welt
bewegend; große Anteilnahme bei
vielen Menschen erregend
weltfern: Adj. [geh.] zurückgezogen exi¬
stierend; an den Geschehnissen des
Lebens nicht „teilnehmend u. deshalb
weltfremd
Welt|flucht: die; - ; - Siebzurückziehen
von der Welt, den Geschehnissen des
Lebens
welt|fremd: Adj. weltfremder; weltfrem¬
deste ohne Bezug zum wirklichen Le¬
ben; nicht sehr lebenstüchtig in der
Gesellschaft
Welt|fretnd|heit: die; - ; - mangelnder
Bezug zum modernen Leben; naive
Einstellung zu den Geschehnissen des
Lebens
Welt)frie|den: der; -s; - Zustand des
Friedens zwischen allen Menschen,
Staaten u. ä
Welt|geist: der; -(e)s; - «Philosophie)
das Weltgeschehen beeinflussendes
Prinzip
WeH|geist}li|che: der; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.; ein Weltgeistlicher;
zwei Weltgeistliche) «kath. Kirche)
Priester od. Ordensangehöriger, der
nicht in einem Kloster o. ä. lebt
Welt|ge|richf: das; -(e)s; - «Religion)
das göttliche Jüngste Gericht (in der
christlichen Religion), das am Ende
der Welt steht, abgehalten wird
Wölt|ge|sche|hen: das; -s; - (alle) Ereig¬
nisse auf der Welt
Welt|ge|schich[te: die; - ; -1 (schriftlich
festgehaltene) Geschichte der (wichti¬
gen) vergangenen Ereignisse auf der
Erde 2 in der Weltgeschichte herum¬
reisen: [ugs.] sich irgendwo in der
Welt aufhalten; verreisen, unterwegs
sein
wgit|ge|wandt: Adj. weltgewandter;
weltgewandteste sicher u. geschickt im
Auftreten u. Umgang mit Menschen
Welt|han|«fel: der; -s; - «Wirt.) Interna¬
tionale Handelsbeziehungen zwi¬
schen den Ländern der Erde
Welt|henjschafb die; - ; - <Pol.> Macht
über die Länder, Menschen der gan¬
zen Erde
Weltjhilfs|spra|che: die; - ; -n künstli¬
che, nicht gewachsene Sprache zur
Verständigung zwischen Menschen
unterschiedlicher Muttersprachen
Welt|hi!sto|rie —» Welt)hfs|to|rie: die;
- ; - (schriftlich festgehaltene) überlie¬
ferte Geschichte der (wichtigen) ver¬
gangenen Ereignisse auf der Erde
Welt[jah|res|beat|lei|stung —*■ Weltj-
jah|res|best(ieisttung: die; - ; ~-en
«Sport) beste Leistung in einer sportli¬
chen Disziplin, die in einem bestimm¬
ten, im laufenden Jahr erzielt wurde
Welt(jah]res|b»8t)zen: die; -; -en «Sport)
beste sportliche Leistung, die in einem
bestimmten, im laufenden Jahr von
einem Sportler in einem Wettbewerb
vollbracht wurde, bei dem es auf
Schnelligkeit ankommt, bei dem die
Zeit gemessen wird
Welt|kar(te: die; - ; -n zweidimensionale
Darstellung der Erde unter Berück¬
sichtigung der politischen u./od. geo¬
graphischen Gegebenheiten
Welt|klas|se: die; - ; -1 [ugs.] beste Qua¬
lität; höchste Wert- od. Rangstufe 2
1304
Wendehammer
Personengruppe (meist Sportler), die
der Weltklasse (1) angehört
weltjklug: Adj. n. stg. Lebenserfahrung
u. umfassendes Wissen besitzend
Weltkrieg: der; -(e)s; -e <Milit.> militä¬
rische Auseinandersetzung großen
Ausmaßes, an der viele u./od. weltpo¬
litisch wichtige Staaten beteiligt sind
Welt|ku[gel: die; • ; - a) die Erde als Pla¬
net, Erdball b) Nachbildung der Erde
als drehbarer, in einer Halterung be¬
festigter Ball, Globus
Welt|la|ge: die; • ; - <meist Pob zu einem
bestimmten Zeitpunkt, augenblick¬
lich bestehende Verhältnisse, Situati¬
on u. Ordnung auf der Erde
welt|läu)fig: Adj. [geh.] sicher u. ge¬
schickt im Auftreten u. Umgang mit
Menschen
welt|lich: Adj. 1 der Erde, realen, sinn¬
lich erfahrbaren Welt zuzuordnen,
zugehörig 2 nicht einer kirchlichen
od. geistlichen Ordnung unterworfen,
Syn.: <1> irdisch, Ant.: <2> kirchlich;
geistlich
Welt|li|te|ra|tur. die; - ; - <Literaturwiss.>
a) gesamte Literatur aller Länder u.
Zeiten b) in allen Ländern bekannte,
für die gesamte Menschheit bedeutsa¬
me Literatur
Weltmacht: die; - ; -möchte «meist Pob
Staat mit großem Einfluß in der ge¬
samten Welt
weltjmän|nisch: Adj. in der Art einer
weltgewandten, im Umgang mit Si¬
tuationen u. Menschen sehr sicheren
Person
Welt|mar]ke: die; - ; -n «Wirt.) auf der
ganzen Welt verbreitetes Erken¬
nungszeichen, Produkt
Weltmarkt: der; -(e)s; -markte <Wirl.>
internationaler Markt für internatio¬
nale Handelsgüter
Weltmeer. das; -(e)s; -e einen großen
Teil der Erdoberfläche bedeckende(r)
Wassermasse, Ozean
Welt|mei|ster —> Wettjmeis|ter. der; -s;
- weibl. Wejt|m«T]ste|rin —» WeltJ-
meis|te|rin: die; - ; -neu Person, die in
einer (sportlichen) Disziplin die beste
Leistung in einem weltweiten Wettbe¬
werb erbracht hat
Welt|mei|ster]schaft —»- Welt|meis|terj-
schaft die; - ;-en 1 zur Ermittlung ei¬
nes Weltmeisters stattfindender Wett¬
bewerb 2 Erwerb, Besitz eines Welt¬
meistertitels .
weltjoflfen: Adj. interessiert an den Ge¬
schehnissen der Welt; offen für neue
Erfahrungen; ohne Vorurteile, Vor¬
behalte o. ä. für Neues bereit
Weltjöf|fent|lich|keit: die; - ; - alle Men¬
schen, Bürger, die eine (journalisti¬
sche, politische) Veröffentlichung er¬
halten u. auf sie reagieren können
Welt]ord|nung: die; • ; -en «Philosophie)
alle den Lauf der Welt bestimmenden
Gesetze
welt|po|li|tisch: Adj. n. stg. «Pob auf in¬
ternationale politische Geschehnisse
bezogen, sie betreffend, ihnen zuzu¬
ordnen
Welt|pres|se: die; - ; - Gesamtheit aller
international bedeutenden (gedruck¬
ten) Medien
Welt|rang|li|ste —» Wettjrang|lis|te: die;
- ; -n «Sport) hierarchisch geordnetes
Verzeichnis der (aktuell) besten
Sportler einer Disziplin
Weltraum: der; -(e)s; - unendlicher
Raum (außerhalb der Erdatmosphä¬
re), der alle Himmelskörper um¬
schließt Syn.: Universum; Kosmos;
Weltall; All
Welt]raum)fah|rer: der; -s; - weibl.
Weltjraum|fah|re|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die im Rahmen eines Raum¬
fahrtprojektes die Erdatmosphäre
verläßt, verlassen hat, Syn.: Astro¬
nauten); Kosmonaut(in)
Welt|raum|fahrjzeug: das; -(e)s; -e
Flugkörper, der die Erdatmosphäre
verlassen kann, verläßt
Welt|raum[flug: der; -fe)s; -flöge Flug
ins Weltall
Welt|raumffor|schung: die; - ; - Erfor¬
schen des Weltalls u. der dort mögli¬
chen physikalischen u. a. Vorgänge
Welt|raum|kap|sel: die; - ; -n «hist.) für
den Flug ins Weltall benötigtes, an
eine Rakete gekoppeltes, nur einmal
verwendbares Teil eines Raumfahr¬
zeugs, in dem die Mannschaft unter¬
gebracht ist, war
Welt|raum|la|bon das; -(e)s; -e (feste)
Raumstation zu wissenschaftlichen
Forschungszwecken im Weltall
Welt|raum|sta|ti!on: die; - ; -en fest in
der Erdumlaufbahn errichteter Flug¬
körper (mit wissenschaftlicher Ausrü¬
stung), in dem sich Menschen zur Er¬
forschung des Weltalls aufhalten
können
Weltreich: das; -(e)s; -e einen bedeu¬
tenden Teil der od. die gesamte (be¬
kannte) Welt umfassendes Reich
Welt|rej|se: die; - ; -n Reise in viele Län¬
der der Welt auf mehreren Kontinen¬
ten
Welt|rei)sen|de: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Weltreisender;
eine Weltreisende; zwei Weltreisende)
Person, die eine Weltreise unter¬
nimmt, unternommen hat
Welt|ra|kord: der; -(e)s; -e offiziell be¬
glaubigte, anerkannte weitbeste Lei¬
stung in einer Disziplin
Welt|re|li|gi|on: die; - ; -en Glauben(s-
richtung), der/die in vielen verschie¬
denen Ländern Anhänger u. (welt¬
weiten) Einfluß hat
Wett|re|vo|lu|ti|on: die; - ; - «Kommunis¬
mus) revolutionäre u. umfassende
Veränderung der Weltordnung zur
Überwindung eines bestehenden
Klassengegensatzes
Weltschmerz: der; -es; - [geh.; oft iron.]
Trauer über den schlechten Zustanci
der Welt, Gesellschaff
Welt|spra|che: die; ~; -n wichtige, in der
internationalen Kommunikation be¬
nutzte Sprache »Englisch ist momen¬
tan die wichtigste Weltsprache.«
Weltstadt: die; - ; -Städte äußerst gro¬
ße, bekannte u. international wichtige
Stadt
wett]städ)tisch: Adj. typisch für eine
Weltstadt; mit dem Flair einer gro¬
ßen, weltbekannten Stadt
Welt|thea|ter —» Wett]the|a|ter: das; -s;
- «Literaturwiss.; Religion) (Verständ¬
nis, Auffassung der) Welt als Theater,
in der jeder Mensch seine spezielle
(von Gott bestimmte) Rolle innehat
Welt)um[se[ge|lung/Wen|um|seg|lung:
die; - ; -en Weltreise mit einem Segel¬
boot
Welt|unjter|gang: der; -(e)s; - a) Ende
der Existenz der Erde, Menschheit b)
etw. ist (doch) kein Weltuntergang:
etw. ist nicht so schlimm, negativ, wie
jmd. es sieht
Welt|un)ter|gangs|stim|mung: die; - ; -
[geh.] 1 in der Natur (durch ein Un¬
wetter) produzierte gefahrvolle Stim¬
mung 2 psychisch negative Stim¬
mung, Verfassung
welt|ver|lo|ren: Adj. 1 [geh.] an der Um¬
welt, «fern Leben nicht beteiligt 2 ein¬
sam, weit entfernt
Welt|weis|heit: die; - ; -en [veralt.] Phi¬
losophie
weltjweit: Adj. n. stg. auf, in der ganzen
Welt; die ganze Welt einschließend,
betreffend
Weltwirtschaft: die; - ; - «Wirt.) Ge¬
samtheit aller wirtschaftlichen Vor¬
gänge, des internationalen Handels
weltwirtschaftlich: Adj. n. stg. «Wirt.)
auf die Weltwirtschaft bezogen, ihr
zuzuordnen, sie betreffend
Welt|wirt|schafts|kri|se: die; - ; -n
«Wirt.) internationale wirtschaftliche
Krise, Flaute
Welt|wun|der: das; -s; ~ 1 «hist.) eines
der sieben Weltwunder, bedeutend¬
sten Bauwerke o. ä. der Antike 2 etw.,
was einzigartig in der Welt u. bewun-
derswert ist
Weltzeituhr: die; - ; -en Uhr, auf der je¬
weils aktuelle Zeiten verschiedener
Länder, Zeitzonen abgelesen werden
können
wem: Dativform von wer
Wem|fail —> auch Wem-Fall: der;
-(e)s; - «Sprachwiss.) fiigs.] 3. Fall;
Dativ
wen: Akkusativform von wer
Wen|de: die; - ; -n 1 starke (Richtungs-)
Veränderung eines Geschehens, des
Denkens, eines (z. B. politischen od.
gesellschaftlichen) Zustands o. ä. 2
Zeit des Überganges (meist von Jahr¬
hunderten, auch Jahrzehnten, sehr
selten bei Jahren) 3 a) Drehung des
Körpers od. eines Gegenstandes in
die andere Richtung (z. B. beim
Schwimmen, Segeln) b) «Sport; Tur¬
nen) mit rückwärtsschwingenden Bei¬
nen u. zum Gerät hin gewendeter
Brust über ein od. hinunter von einem
T urngerät schwingen .
Wen|de|hals: der; -es; -halse 1 zur Fami¬
lie der Spechte gehörende(r) ca. 15 cm
großer Vogel, der/die sich besonders
durch die schlangenhafte Drehbewe¬
gung des Halses während der Balz
auszeichnet 2 «Pob [ugs.; scherzh.] a)
Funktionär(in), Anhänger(in) des
Regimes in der DDR, der/die nach
dem Fall der Mauer, nach dem Zu¬
sammenschluß mit der (alten) Bun¬
desrepublik Deutschland (aus oppor¬
tunistischen Gründen) plötzlich eine
andere politische Meinung vertrat b)
Person, die ihre (politische) Meinung
aus Gründen des Machterhalts geän¬
derthat
Wen|de|ham|mer: der; -s; -hämmer
«Verkehr) sich am Ende einer Sack¬
gasse befindende(r) Platz, Straßen-
1305
Wendekreis
Verbreiterung, wo man ein Auto wen¬
den kann
Wen|dejkreis: der; -es; -e 1 <Geographie>
nördlicher bzw. südlicher Breiten¬
kreis, über dem die Sonne am Tag der
Sonnenwende im Scheitelpunkt, im
Zenit steht 2 <Technik> kleinstmögli-
cher Kreis, den die äußeren Räder ei¬
nes Fahrzeugs beim Wechseln der
Richtung mindestens (d. h. bei völlig
eingeschlagenem Lenker) fahren
Wenjdel|trep|pe; die; - ; -n Treppe, die
spiralenförmig um einen Mittelhoim
herum nach oben bzw. unten führt
Wen[de(ma|nö|ver. das; -s; - (schwieri¬
ges) Drehen (od. Schwenken); Ma߬
nahmen zum Richtungswechsel eines
Schiffes, Autos o. ä.
Wen|de|man(tel: der; -s; -mäntel <Mode>
Mantel, der auf beiden Seiten, auch
mit der Innenseite nach außen getra¬
gen werden kann
wen|den: wendest; wendetest/wandtest;
hast ge wendet/ge wandt 1 a) auf die
entgegengesetzte Seite drehen »das
Fleisch (in der Pfanne) wenden« b) in
eine andere Richtung bringen »das
Auto wenden« 2 sich in der Einstel¬
lung, dem Umgang mit anderen usw.
ändern 3 <Kochk.> in etw. wälzen
»Die Schnitzel müssen vor dem Braten
in Mehl gewendet werden.«
wen|den, sich: wendest dich; wendetest/
wandtest dich; hast dich gewendet!
gewandt 1 a) sich umdrehen b) sich ge¬
gen etw., jmdn. richten 2 an jmdn.
eine Bitte stellen, richten; jmdm. ge¬
genüber ein Anliegen äußern
Wen|de|platz: der; -es; -platze Platz,
verbreiterte Stelle an einer Straße, wo
Fahrzeuge gewendet, in eine andere
Richtung gelenkt werden
Wen|de)punkt: der; -(e)s; -e 1 zu defi¬
nierender, feststellbarer Zeitpunkt,
an dem eine wesentliche Veränderung
stattfindet 2 Punkt, an dem etw. (z. B.
ein Himmelskörper, eine Straße)
seine Richtung ändert
wenjdig: Adj. 1 beweglich u. gut, leicht
zu regieren, steuern 2 <übertr.> geistig
rege; schnell u. gut Situationen über¬
blickend u. entsprechend handelnd
Wen|dig|keit die; - ; -1 große räumli¬
che, körperliche Beweglichkeit 2
<übertr.> geistige Regheit
Wenjdung: die; - ; -en 1 starke (Rich-
tungs-)Veränderung eines Gesche¬
hens, des Denkens, eines (z. B. politi¬
schen od. gesellschaftlichen) Zu¬
stands o. ä. »Durch diese Ereignisse
nahmen die Verhandlungen eine ganz
andere Wendung.« 2 den Körper, ei¬
nen Teil des Körpers od. einen Ge¬
genstand in die andere Richtung dre¬
hen »eine Wendung des Kopfes« 3
starke Biegung, Richtungsänderung
einer Straße, eines Weges 4 kurz für
Redewendung = sprachliche, aus
mehreren Wörtern bestehende Ein¬
heit, Syn.: <1> Umschwung; Wechsel;
<2> Drehung; <3> Kurve
Wen|fall —» auch Wen-Fall: der; -(e )s; -
<Sprachwiss.> 4. Fall; Akkusativ
we(nig: I Adv. a) nicht viel »Er hat heute
nur wenig gegessen.« b) in geringem
Maße »Der Anblick war wirklich we¬
nig angenehm.« II Indefinitpron. 1
nicht viel; kaum (etw.); eine geringe
Anzahl, Menge »wenig zu essen • we¬
nige Menschen • wenig Rücksicht« 2
drückt nachgestellt eine Entspre¬
chung, einen Vergleich aus »in ebenso
kleiner Menge« IU 1 ein klein wenig:
ein bißchen, (gar) nicht so viel »Ich
wünsche mir nur ein klein wenig mehr
Anerkennung für meine Arbeit.« 2
zum wenigsten: [veralt.] mindestens
3 Wer das wenigste weiß, hat oft das
meiste zu sagen: Anmerkung zu
Menschen, die ständig u. bei allem
mitreden müssen, glauben, alles bes¬
ser zu wissen, immer das große Wort
führen, aber eigentlich nur dummes
Zeug schwätzen 5 Wer viel anfängt,
endet wenig: jmd., der zur gleichen
Zeit zu viele Dinge beginnt, tun will,
bringt nur wenige zu Ende
—> we|nig be|fah|ren: s. wenigbefahren
—* we|nig ge|le|sen: $. weniggelesen
wejnig|be|fah|ren —* we|nig be|fah|-
ren: Adj. weniger befahren; am wenig¬
sten befahren selten als Fahrweg ge¬
nutzt
we|nig(ge|l§|sen —> we|nig ge|le|sen:
Adj. weniger gelesen; am wenigsten ge¬
lesen selten rezipiert, nicht oft gelesen
We|nig|keit: die; - ; - 1 etw. Unwichti¬
ges, Unscheinbares von niedrigem
Wert 2 meine, deine, seine üsw.
Wenigkeit: [scherzh.] ich, du, er usw.
(als unbedeutende Person)
we|nigjstens —> we|nigs|tens: Adv. a)
zumindest; immerhin; als Minimal¬
forderung b) <in Verbindung mit ei¬
nem Zahlworb mindestens; auf kei¬
nen Fall weniger; eher mehr als ange¬
geben
wenn: Konj. 1 zeitlich a) sobald » Wenn
du fertig bist, rufe an!« 2 konditional
gesetzt den Fall; im Falle, daß...
Wenn es notwendig ist, bringe ich es
noch heute.« b) oft in der Verbindung
jedesmal, wenn...: sooft; immer »Je¬
desmal, wenn ich anrufe, bist du gerade
beschäftigt.« 3 konzessiv obwohl; ob¬
zwar; obschon »Wenn es auch teuer
war, es hat gut geschmeckt.« 4 (ohne)
Wenn u. Aber: (ohne) Vorbehalte,
Zweifel »Er nahm den Vorschlag ohne
Wenn u. Aber an.« 5 wenn das Wört¬
chen wenn nicht war1 (war' mein Va¬
ter Millionär): eine Voraussetzung, die
genannt wurde, ist unzutreffend,
nicht erfüllt »Wem ich Arbeit hätte,
könnte ich mir eine Reise leisten.- Na
ja, wem das Wörtchen wenn nicht
war'...«
wenngleich: Konj. konzessiv [geh.] ob¬
wohl; trotz (leitet einen Gliedsatz ein)
Ich werde zu dir halten, wenngleich ich
nicht gutheiße, was du tust.«
wenn|schon: Konj. 1 [selten] obwohl 2
[ugs.] drückt Unwillen über eine Be¬
merkung aus; na und?
wer: I Interrogativpron. fragt nach einer
od. mehreren Personen »Wer hat aus
meinem Glas getrunken?« II Relativ-
pron. bezeichnet eine Person, über die
im Relativsatz etw. ausgesagt wird
»Ich weiß nicht, wer das Licht ausge¬
macht hat.« III Indefinitpron. [ugs.] a)
bezeichnet eine höhergestellte, bedeu¬
tende Person »Sie denkt, sie sei (wer
weiß) wer.« b) [ugs.] bezeichnet eine
od. mehrere beliebige, nicht näher ge¬
kennzeichnete Person(en); jmd. »Da
war wer in unserem Garten.«
Wer|be|ab|tei|hing: die; - ; -en mit der
Werbung beauftragte Abteilung einer
Firma od. Institution
Wetjbe|agenftur —* Wer|be|a]gen|tur.
die; - ; -en die Werbung für Finnen,
Produkte o. ä. durchführendes, aus¬
arbeitendes Unternehmen
Wer|be(bran|che: die; ~ ; -n (PL s.) alle
Firmen, Personen, Institutionen, die
sich mit Werbung befassen, Werbung
entwickeln ü. durchführen
Wer|be|fach|mann: der; -(e)s; -männer
u. -leute weibl. Werjbeffachjfrau: die;
- ; -en Spezialisten) auf dem Gebiet
der Analyse u. Produktion von Wer¬
bung
Wer|be)fern|se]hen: das; -s; - Abschnitt,
Zeitraum im Fernsehprogramm, in
dem Werbespots gesendet werden,
was dem jeweiligen Sender von den
Firmen bezahlt wird
Werjbe(film: der; - (e)s; -e Produkte od.
Firmen anpreisender Kurzfilm, Spot
(meist im Fernsehen od. Kino)
Wer|be(fo|to: das; -s; -s zu Werbezwek-
ken (in Zeitschriften, auf Plakatwän¬
den) eingesetzte, meist nur dafür pro¬
duzierte Fotografie
Werjbeigag: der; -s; -s zum Zweck der
Erregung von Aufmerksamkeit einge¬
setzte u. mit dem zu bewerbenden
Produkt verbundene, meist unterhalt¬
same Aktion
Weijbe|ge|schenk: das; -(e)s; -e Ge¬
genstand, der kostenlos von Finnen
o. ä. an (gute) Kunden ausgegeben
wird, um für ein Produkt od. die Fir¬
ma generell zu werben
Werfbe|gra|phik/Wer|be|gra|fik: die; ~ :
-en zu Werbezwecken eingesetztes,
produziertes künstlerisch gestaltetes
Werbemittel, das aus Text u. Bild be¬
steht
Wer)be|kam|pa)gne —» Werjbejkam|-
pa|g|ne: die; - ; -n Gesamtheit der
Maßnahmen u. Mittel, die zur Bewer¬
bung eines Produktes, einer Instituti¬
on od. einer Person eingesetzt werden
Wer[be|ko|sten —> Wer|be|kos|ten: die
7 PI.) Geldsumme, "die eine Werbe¬
kampagne kostet; Gesamtausgaben
eines Unternehmens zu Werbezwek-
ken
Wer[be|lel|ter. der; -s; - weibl. Wer]be|-
1ei|tejrin: die; - ; -nen Person, die eine
Werbeagentur, -abteilung od. -kam¬
pagne leitet
Werbemittel: das; -s; - für die Darstel¬
lung der Werbebotschaft eingesetzte
Instrumente wie Plakat, Spot, Hand¬
zettel u. ä.
wer|ben: wirbst; warb(e)st; hast gewor¬
ben 1 a) Aufmerksamkeit für etw. er¬
regen, jmdn. für etw. zu gewinnen, zu
interessieren suchen, indem die Vor¬
züge angepriesen werden »Sie werben
für das neue Waschmittel.« b) (meist
Mann um Frau> [veralt.] sich um
jmdn. bemühen (mit dem Ziel einer
Beziehung, Ehe); den Hof machen
»Er wirbt um sie.« 2 jmdn. als Mit¬
glied für etw., eine Organisation o. ä.
gewinnen (der man selbst angehört)
Ich habe ihn für den Buchklub gewor¬
ben.«
1306
Werkspionage/
Wer|be|slo|gan: der; -s; -s Schlagwort,
eingängiger Spruch, das/der zu Wer¬
bezwecken eingesetzt wird u. das In¬
teresse der Konsumenten auf ein Pro¬
dukt lenken soll
Werjbejspot: der; -s; -s kurze Werbesen¬
dung im Rundfunk, Fernsehen od.
Kino
Werjbe|spra|che: die; -;- <Sprachwiss.>
ä) Ausdrucksweise, die für Werbung
typisch ist b) fachsprl., mit der Wer¬
befachleute kommunizieren
Wer|be|spruch: der; -(ejs; -spräche
Schlagwort, Slogan, das/der zu Wer¬
bezwecken eingesetzt wird u. das In¬
teresse der Konsumenten auf ein Pro¬
dukt lenken soll
Wer|be|texfc der;-(e)s; -e meist kurzge¬
faßter, die Vorzüge eines Produktes
aufführender Text, um für dieses zu
werben
Wer|be|tex|ter: der; -s; - weibl. Wer|be|-
tex|te|rin: die; ~ ; -nen Person, die
Werbetexte u. -Slogans verfaßt
Weijbe|trä|ger: der; -s; - weibl. Wgr|be|-
trä|ge|rin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form Gegenstand, in od. auf dem eine
Werbung plaziert wird (z. B. Plakat¬
wände, Fernsehen, Zeitschriften) 2
prominente Person, die Werbung
macht, z. B. Produkt- od. Firmensi¬
gnets auf ihren Kleidungsstücken zu
Werbezwecken trägt u. an Werbeak¬
tionen teilnimmt
Wer|be|trom|mel: die; - ; -n in der Wen¬
dung die Webetrommel(n) rühren: für
etw. Reklame, Werbung machen
wer|be|wirk[sam: Adj. das Werbeziel er¬
reichend; Aufmerksamkeit u. Inter¬
esse erregend
Werbung: die; - ; -en 1 a) o. PI. alle
Maßnahmen der zwangfreien Beein¬
flussung zur Erweckung von Interesse
bei jmdm. für etw., indem die Vorzü¬
gen. der Nutzen angepriesen werden
b) einzelne Entwicklung, Maßnahme,
mit der für ein Produkt geworben
wird (Werbespots, -filme, Anzeigen
o. ä.) c) alle Firmen, Institute o. ä.,
die Reklame ausarbeiten 2 Gewinn ei¬
nes neuen Kunden, Mitglieds für eine
Organisation o. ä. 3 (meist Mann um
Frau> Bemühung um jmdn., mit dem
man sich eine emotionale, partner¬
schaftliche Beziehung wünscht
Wer|bungs|ko|sten —» Wer|bungs|-
kos|ten: die (PL) 1 <Steuerw.> (als
Pauschale) vom steuerpflichtigen
Einkommen abgezogene, bei der Be¬
rufsausübung anfallende Kosten 2
[selten] Kosten, die durch Werbung,
Reklame entstehen
Werfde|gang: der; -(e)s; -gänge (PL s.)
ä) Vorgang, Verlauf der geistigen,
schulischen, beruflichen u. allgemei¬
nen Entwicklung einer Person b) Pro¬
zeß einer Entwicklung, des Entste¬
hens von etw.
werden: wirst; wurdest; bist geworden 1
a) einen Zustand erreichen »Er ist
groß geworden.« b) (plötzlich) in einen
Zustand geraten »Mir wurde schwarz
vor Augen, übel.« c) eine berufliche,
persönliche Position erreichen »Sie
wurde Biologin; Mutter.« d) sich ent¬
wickeln; gedeihen »Sie ist schön
geworden.« e) einen Zeitpunkt errei¬
chen »Es wird Zeit für uns zu gehen.«
f) sich aus etw. heraus entwickeln
»Aus Bewunderung wurde Abscheu.« 2
[ugs.] langsam fertig werden »Meinst
du, das wird heute noch etw.?« 3 immer
mit Partizip II/Perfekt Bestandteil
zur Bildung des Passivs »Die Teilneh¬
mer werden in kleinen Gruppen ge¬
prüft.« 4 immer mit Infinitiv Bestand¬
teil zur Bildung des Futurs »Du wirst
morgen kochen.« 5 in der Form 'würde'
immer mit Infinitiv [ugs.] umschreibt
die Konjunktivform »Er hat mir ge¬
sagt, er würde mich benachrichtigen.«
6 in der Form 'würde ’ immer mit Infini¬
tiv [ugs.] umschreibt höflich die Impe¬
rativform, Aufforderung »Würden
Sie bitte einmal in mein Büro kom¬
men?« 7 (na) wird’s bald?: [ugs.] (Auf¬
forderung) schnell »Na los, komm
hierher, wird’s bald?« 8 wo werdfe)
ich denn: [ugs.] keine Angst, das tue
ich nicht »Das nehme ich dir doch
nicht weg, wo werd ich denn?« 9 nicht
mehr werden: [ugs.] völlig erstaunt
sein »Ich dachte, ich werdfe) nicht
mehr, als ich hörte, er ist Direktor ge¬
worden.«
Wertfall —» auch Wer-Falk der; -(e)s; -
(Sprachwiss.) 1. Fall; Nominativ
werjfen: wirfst; warf(e)st; hast gewor¬
fen 1 a) etw. in die Höhe, in die Luft
schleudern »den Ball werfen« b) etw.
(auf den Boden) fallen lassen »auf den
Boden werfen« 2 (eine Form) bilden,
entstehen lassen »Die Tapeten werfen
Wellen.« 3 mit Kraft irgendwohin fal¬
len lassen »aufs Bett werfen«4 a) (Säu¬
getiere) gebären; Junge zur Welt brin¬
gen »Die Hündin hat geworfen.« b)
(Frauem [derb; z. T. beleidigend u.
abwert.] gebären; Kinder zur Welt
bringen 5 jmds., den eigenen Körper
od. Teile davon heftig in eine Rich¬
tung (meist zu Boden) bewegen »Sie
warf die Haare nach hinten.« 6 jmdn.
(aus einem Gebäude, Raum) (hi-
naus)werfen: jmdn. des Raumes ver¬
weisen, nachdrücklich auffordern zu
gehen 8 a) sich in etw. werfen: etw.
anziehen b) sich in Schale werfen:
sich chic anziehen 7 mit etw. um sich
werfen, schmeißen: [ugs.] a) etw. (im
Gespräch) häufig anwenden »Er wirft
mit Fremdwörtern um sich.« b) mit
etw. freigebig, besonders großzügig
sein
Werft: die; - ; -en Industriebetrieb, in
dem Schiffe od. Flugzeuge gebaut, ge¬
wartet od. repariert werden
Werft|ar|bei|ter: der; -s; - weibl. [sel¬
ten] Werft|ar|bei|te|rin: die; - ; -nen
Person, die auf einer Werft körperlich
arbeitet
Werk: das; -(e)s; -e 1 a) [geh.] Tat;
Handlung »ein gutes Werk« b) schaf¬
fendes Verhalten; Arbeit; Tätigkeit
»Er ging ans Werk.« c) Ergebnis eines
Werkes (b); Produkt einer Schöp¬
fung; Erzeugnis »Das Bild ist ein wun¬
derschönes Werk.« d) Buch; Schrift;
literarisches Erzeugnis 2 a) Fabrik;
Betrieb, in dem etw. produziert wird
»Ich arbeite in einem großen Werk.«
b) alle Arbeiter, Angestellten, die in
einem Werk arbeiten 3 (Archit.; hist.)
äußerer, stark befestigter Teil einer
Burg o. ä. 4 meist in Zusammensetzun¬
gen (Technik) Konstruktion, mit der
etw. in Gang gesetzt, gehalten wird
»Uhrwerk« 5 zu Werke gehen: [geh.]
mit etw. anfangen, beginnen, etw.
(auf eine bestimmte Weise) handha¬
ben »Laßt uns in dieser heiklen Ange¬
legenheit vorsichtig zu Werke gehen!«
6 am Werk sein: etw. tun »Es ist so
schön, hier muß ein wahrer Künstler
am Werk gewesen sein.« 7 frisch ans
Werk (gehen): [veralt.] anfangen
Werk|an|ge|hö|ri|ge/[österr. immer]
Werks|an|ge|hö|ri|ge: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein
Werk(s)angehöriger; eine Werk(s)-
angehörige; zwei Werk(s) ungehörige)
Mitarbeiterin) in einem Unterneh¬
men, einer Fabrik
Werk|ar|beit: die; - ; -en etw., was im
Werkunterricht hergestellt wird
Werk|banlc die; - ; -banke in einer
Werkstatt o. ä. zum handwerklichen
Arbeiten benutzter, (mit einem
Schraubstock ausgestatteter) Arbeits¬
tisch
wer|keln: werkelst: werkeltest; hast
gewerkelt 1 sich als Laie mit einer
handwerklichen Arbeit beschäftigen
2 [landsch.] handwerklich arbeiten
weijken: werkst; werktest; hast gewerkt
praktische, handwerkliche Arbeit
verrichten
Werk|halle/[österr. nur] Werks|hal|le:
die; - ; -n große Halle eines Werkes,
die zur Produktion dient
werk|im|ma|nenfc Adj. n. stg. (Literatur-
wiss.) (bezogen auf die Interpretation
eines Werkes) nur aus dem Text her¬
aus, ohne die Interpretation durch
andere Fakten (Zeitgeschichte, Bio¬
graphie des Autors) zu beeinflussen
Werk|lei|ter/[österr. nur] Werksteinen
der; -s; • weibl. Werk|lei|te]rin/[österr.
nur] Werks|lei|te|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die eine Fabrik o. ä. leitet, Direk¬
toren)
Werk|mei|ster —» Werk]meis|ten der;
~s; ~ weibl. Werk|mei|ste|rin —»
Werk|meis|te|rin: die; - ; -nen Person,
die als Fachkraft eine Arbeitsgruppe
od. eine Werkstatt leitet
Werks|an|ge|hö|ri|ge/Werk|an|ge|hö|ri|-
ge: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.; ein Werk(s)angehöriger;
eine Werk(s)angehörige; zwei
Werk(s)angehörige) Mitarbeiter(in)
in einem Unternehmen, einer Fabrik
Werkschutz: der; -es; - 1 Bewachung,
Schutz eines Betriebes, Werkes, einer
Firma 2 alle Personen, die sich mit
dem Werkschutz (a) befassen, für den
Werkschutz angestellt sind
werks|ei|gen: Adj. n. stg. zu einem Un¬
ternehmen o. ä. gehörend, ihm zuzu¬
ordnen »werkseigene Fahrzeuge«
Werks|ga|ran|tie: die; - ; -n Hersteller¬
garantie auf die Produkte einer Firma
Werks|hal|le/Werk|halle: die; - ; -n gro¬
ße Halle eines Werkes, die zur Pro¬
duktion dient
Werks|lei|ter/Werk|lei|ter der; -s; -
weibl. Werk|lei|te|rin/[österr. nur]
Werks|lei|te[rin: die; - ; -nen Person,
die eine Fabrik o. ä. leitet
Werk]spio|na|ge/[österr. nur] Werks|-
spio|na|ge —* Werk|spi|o|na|ge/
Werks|äpi|o|na|ge: die; - ; -n Ma߬
nahme zur widerrechtlichen Erkun¬
dung von Betriebsgeheimnissen
1307
Werkstatt
Werkstatt: die; ~ ; -statten Ort, Gebäu¬
de, in dem handwerklich gearbeitet
wird
Werkjstoff: der; -(e)s; -e Rohstoff, aus
dem etw. gefertigt wird
werkjatoffjge|recht Adj. werkstoffge¬
rechter; werkstoffgerechteste für ei¬
nen Werkstoff, ein Material geeignet,
ihm angemessen
Werk|stoff|prüffung: die; - ; -en Unter¬
suchung verwendeter Materialien auf
Eignung für die Verarbeitung
Wertstück: das; -(e)s;-e noch zu bear¬
beitendes Produkt od. Material
Werk|tag: der; -(e)s; -e Tag in der Wo¬
che, an dem allgemein gearbeitet
wird, Ant.: Sonntag; Feiertag
werk|tüg|llch: Adj. n. stg. 1 an Arbeits¬
Tagen 2 für Arbeitstage benötigt
werkjtags: Adv. an Arbeitstagen »Das
Museum ist werktags geöffnet.«
werkjta|tig: Adj. n. stg. einem Beruf
nachgehend, Syn.: arbeitend
Werk|tä|ti|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Art.: ein Werktätiger; eine
Werktätige; zwei Werktätige) Person,
die arbeiten geht, werktätig ist, einem
Beruf nachgeht
Werk|un|ter|richt: der; -(e)s; - <Schule>
Unterricht, in dem die Schüler hand¬
werklich arbeiten lernen
Werk|zeug: das; -(e)s; -e a) (gesamtes)
Arbeitsgerät für handwerkliche Tä¬
tigkeiten b) <übertr.> etw. od. jmd. für
etw. Benutztes, Mißbrauchtes
Werk|zeug|ka|sten—> Werk|zeug|kas|-
ten: der; -s; -kästen Behälter (mit
Deckel), Kiste, in dem/der Werkzeu¬
ge (geordnet) aufbewahrt werden
Werk|zeug|ma|cher: der: -s; - weibl.
Werk|zeug|ma|che|rin: die; - ; -nen
Person, die berufsmäßig Werkzeug
herstellt
Werlmut: der;-(e)s; -s 1 als Gewürz- u.
Heilpflanze verwendeter Korbblütler
mit kleinen, gelben Blüten 2 Wein,
der mit Wermut u. a. gewürzt, aroma¬
tisiert wurde
Wer|mift|bru|der: der; -s; -brüder [ugs.;
abwert.] Stadt-, Landstreicher, der
übermäßig Alkohol trinkt
Wer|muts|trop|fen/Weijmut|tropjfen:
der; -s; - [geh.] etw., was jmdm. die
Freude an etw. verdirbt
Wart: der;-(e)s; -e 1 ddeell; geistig) Ge¬
wicht, Bedeutung, Wichtigkeit von
etw. »Deine Aussage ist von großem
Wert.« 2 a) <ftnanziell; materiell)
Grad der Brauchbarkeit eines Gegen¬
standes o. einer Leistung in Geld
»Der Wert dieser Kette beträgt 500
DM.« b) (mit einem entsprechenden
Preis verbundene) Qualität »Dieser
Schrank ist von hohem Wert.« 3 Er¬
gebnis einer Messung »Die Blutwerte
sind alle in Ordnung.« 4 auf etw. Wert
legen: für jmdn. von großer Bedeu¬
tung sein »Er legte auf gute Umgangs¬
formen besonderen Wert.«
wert: Adj. werter; werteste 1 n. stg. einen
finanziellen Status besitzend »Eine
solch hohe Summe ist das Haus nicht
wert.« 2 [veralt.] eine hohe emotionale
Bedeutung für jmdn. haben; wichtig
für jmdn. sein »Diese Fotos sind mir
viel wert.« 3 einer Sache, jmds. wert
sein: geeignet, angemessen, würdig
sein
wert|ach|ten: achtest wert; achtetest
wert; hast wertgeachtet [veralt.] jmdn.
(od. etw.) schätzen, wertschätzen,
hochachten
Wert|ach|tung: die; - ; -en [geh.] Hoch¬
schätzung, große Achtung für jmdn.
Wert|an|ga|be: die; - ; -n Angabe, Aus¬
kunft über die Höhe des materiellen
Wertes von etw.
Wert|ar|beit: die; ~ ; -en mit großer
Sorgfalt durchgeführte Arbeit von
hoher Qualität, Güte, Klasse
Wert|be|stän|dig|keit: die; - ; - Eigen¬
schaft, seinen materiellen Wert zu be¬
halten
Wertbrief: der; -(e)s; -e <Postw.> Brief,
der etw. als Wertgegenstand Dekla¬
riertes enthält
wer|ten: wertest; wertetest; hast gewer¬
tet a) etw. od. jmdn. in einer Leistung,
Qualität beurteilen b) auffassen; ver¬
stehen »Ich wertete diese Aussage als
Ablehnung.»
Werfte|ska|la/Wert|ska|la: die; - ; -Ska¬
len (Liste der) Rangordnung von
Werten (die für jmdn. persönlich, eine
Gesellschaft gelten)
wertffrei: Adj. n. stg. neutral; ohne Vor¬
urteile; nicht vorher bewertet
Wert|ge|gen[stand: der; -(e)s; -gegen¬
stände etw. von (materiellem) Wert,
Kostbarkeit
Wer|tlg|keib die; - ; -en 1 <Chemie> mög¬
liche Aufnahme, Bindung od. Abga¬
be von Wasserstoffatomen angeben¬
de Zahl 2 <Sprachwiss.> (quantitative)
Fähigkeit eines Wortes, mit Ergän¬
zungen kombiniert zu werden 3 Wert
einer Sache, Syn.; <1; 2> Valenz
wert|los: Adj. n. stg. keinen (materiel¬
len) Wert habend; völlig ohne Wert,
Nutzen
Wert|lo|sig|keifc die; - ; - Eigenschaft,
keinen (materiellen) Wert zu haben
Wert|ma6|stab: der; -(e)s; -maßstäbe
Tür die Ermittlung des Wertes einer
Sache angewendetes, genutztes Krite¬
rium
Wert|min|de|rung: die; - ; -en Verringe¬
rung des Wertes von etw. (z. B. durch
Abnutzung)
Wert|pa|pier das; -(e)s; -e <Bankw.>
über ein (verzinsliches) Anrecht, ei¬
nen Anteil auf ein Vermögen, einen
Geldbetrag erstellte Urkunde
Wert|pa|pier|b(>ijse: die; ~ ; -n <Bankw.>
regelmäßiger Markt zum Handeln
mit Wertpapieren
Wert|pa|pierfge|schäft: das; -(e)s; -e
Tßankw.) Handel mit, An- u. Verkauf
von Wertpapieren
Wert)pa|pler|ver|kehr: der; -(e)s; -
<Bankw.> Handel mit Wertpapieren
Wert|sa|chft: die; - ; -n Gegenstand von
materiellem Wert
wert|schät|zen: schätzt wert/wert-
schätzt; wertschätztestlschätztest
wert; hast wertgeschätzt jmdn. od.
etw. hoch ansehen, achten
Wert|schät|zung: die; - ; -en [geh.]
(Hoch-) Achtung für jmdn.
Wertjschriffc die; ~ ; -en [Schweiz.] über
ein (verzinsliches) Anrecht, einen An¬
teil auf ein Vermögen, einen Geldbe¬
trag erstellte Urkunde, Syn.: Wertpa¬
pier
Wert|skajia/Werttelska|la: die; - ; -Ska¬
len (Liste 3er) Rangordnung von
Werten (die für jmdn. persönlich, eine
Gesellschaft gelten)
Wert|syjstem —> Wert|sy|s|tem: das;
-(e)s; -e <Philosophie> Ordnung, Sy¬
stem der gesellschaftlichen, politi¬
schen, ethischen u./od. wirtschaftli¬
chen Werte
Weijtung: die; ~ ; -en Beurteilung einer
erreichten Leistung (besonders im
Sport)
Wert)urtteil: das; -(e)s; -e Einschätzung
einer Situation mit wertender Stel¬
lungnahme
wertvoll: Adj. a) von guter Qualität;
kostbar, edel u. teuer b) von großem
Nutzen, großer Hilfe
Wert|vor|stel|lung: die; - ; -en Einschät¬
zung, Auffassung von richtigem, gu¬
tem Handeln
Wert|zol|chen: das; -s; - Gegenstand,
der unabhängig von seinem reinen
Gegenstandswert einen bestimmten
Wert repräsentiert »Briefmarken sind
Wertzeichen.«
Wert{zu|wachs: der; -es; - Differenz
zwischen der Kaufsumme u. dem zu
einem bestimmten Zeitpunkt gelten¬
den od. dem aktuellen Wert von etw.,
der über der Kaufsumme liegt '
Weijwolf: der; -(e)s; -wälfe Mytholo¬
gie) sich zeitweise (bei Vollmond) in
einen bösartigen Wolf verwandelnder
Mensch
wes: [veralt.] Genitivform von wer
We|sen: das; -s; -1a) Geschöpf, etw.,
was wirklich od. in jmds. Vorstellung
existiert u. lebt »Lebewesen ♦
Fabelwesen« b) Mensch 2 o. PI. Cha¬
rakter, Eigenart, Eigenschaft, die
jmdn., eine Gruppe von Menschen
kennzeichnet 3 o. PI. <auch Philoso¬
phie) Kern, Essenz, Hauptsache von
etw. »das Wesen der Arbeit« 4 ein ein¬
nehmendes Wesen haben: a) [ugs.;
scherzh.; abwert.] sehr an materiellen
Werten orientiert b) [ugs.; scherzh.;
abwert.] etw. nicht zurückgeben, etw.
(Geliehenes) behalten »Paß auf, hier
gibt es viele Leute, die ein einnehmen¬
des Wesen haben!« c) andere Men¬
schen für sich gewinnen können; als
allgemein sympathisch empfunden
werden
we|sen|haft: Adj. n. stg. [geh.] 1 etw.
kennzeichnend; signifikant für etw.,
jmdn. 2 wirklich; der Realität zuzu¬
ordnen
we|sen|los: Adj. n. stg. [geh.] 1 nicht
körperlich existierend; unwirklich,
nicht echt (erscheinend) 2 ohne Be¬
deutung, Wichtigkeit
We|sen|lo|sig|keit: die; - ; - [geh.] a) Ei¬
genschaft, Zustand, wesenlos, kör¬
perlos zu sein b) Bedeutungslosigkeit
einer Sache
We]sens|art: die; - ; -en Charakter, Ge¬
samtheit der Eigenschaften von
jmdm., etw.
we|sens|ei|gen: Adj. n. stg. typisch für
das Wesen, den Charakter (eines
Menschen)
we|sens|not|wen|dig: Adj. n. stg. durch
etw., aus etw. heraus (automatisch)
erfolgend, zwangsläufig bedingt
We|sens|zug: der; -(e)s; -züge typische
Eigenart einer Person, Bestandteil ei¬
nes Charakters
1308
Wetterfrosch
we|sent|lich: Adj. a) die Hauptsache ei¬
ner Sache, Gegebenheit betreffend,
ausmachend u. somit von entschei¬
dender Wichtigkeit »Der wesentliche
Unterschied liegt in der Qualität.« b)
mit gesteigertem Adj. od. mit Verben
<versl.> sehr; in hohem Maße »Die La¬
ge hat sich nicht wesentlich gebessert.«
c) im wesentlichen —» im Wesent¬
lichen: hauptsächlich das Ganze be¬
trachtend u- nicht auf nebensächliche,
unbedeutende Einzelheiten achtend
»Im wesentlichen stimmen die Zeugen¬
aussagen überein.«
Wes|fall —» Wes-Fall: der; -(e)s; -
<Sprachwiss.> 2. Fall; Genitiv
wes|halb: Adv. als Fragewort verwendet
warum; aus welchem Grund »Wes¬
halb kommt er nicht?«
We|s]n <arab.-türic.> der; -s; -e <hist.> a)
hoher Würdenträger des türkischen
Sultans b) diiso Minister eines isla¬
mischen Herrschers
Wes|pe: die; - ; -n mittelgroßes, gelb¬
schwarzes Insekt, das mit einem Sta¬
chel ausgestattet ist
Wes|pen|nest: das; -(e)s; -er 1 Nest,
Brutstätte, Kolonie eines Wespen¬
stammes 2 in ein Wespennest ste¬
chen, stoBen: mit einer Handlung
große Reaktionen hervorrufen, eine
Kette von neuen Enthüllungen in
Gang setzen 3 sich in ein Wespen¬
nest setzen: sich mit etw. viele
Feinde schaffen; sich vieler Kritik
aussetzen
Wes|pen|stich: der; -(e)s; -e a) das Ein¬
stechen des Stachels einer Wespe in
die Haut (eines Menschen) b)
schmerzhafte Anschwellung, die
durch den Wespenstich (a) entsteht
Wes|pen|tail|le: die; - ; -n äußerst
schlanke Taille
wes|sen: Interrogativpron. fragt nach
dem Besitzer o. ä. von etw.
Wes|si: der; - u. -s; -s u. [selten] die; - ;
-s [ugs.; scherzh.] (aus der Sicht der
Bewohner der neuen Bundesländer)
Bewohnerin) der alten, westlichen
Bundesländer der Bundesrepublik
Deutschland od. Person, die von dort
stammt, Ant.: Ossi
We|ste—» Wes|te:<lat.-it.-fr.i die; - ; -n
1 a) ärmellose Jacke ohne Revers, das
vorne meist durchgeknöpft ist u. über
einem Hemd od. einer Bluse getragen
wird b) kurz für Schwimmweste =
häufig aus Kunststoff bestehende,
aufpumpbare, mit Luft zu füllende
Weste (a), die ein Versinken, Unter¬
gehen im Wasser verhindert 2 eine/
keine reine, weiBe Weste haben:
[ugs.] nichts/etw. Schlechtes getan ha¬
ben
Wejsten —» Wes ten: der; -s; -1a) eine
der vier Himmelsrichtungen (auf kar¬
thographischen Darstellungen im
Uhrzeigersinn 9 Uhr); Himmelsrich¬
tung, in der die Sonne untergeht b) im
Westen (a) eines Staates o. ä. gelege¬
nes Gebiet 2 a) [veralt.j Westeuropa
u. die USA als Machtblock im Ge¬
gensatz zur führenden UdSSR bzw.
Rußland u. den anderen kommunisti¬
schen Staaten b) Europa u. die Staa¬
ten mit europäisch geprägter Kultur
(vor allem in Nordamerika)
We|sten|ta|sche: —> Wes|ten|ta|sche:
die; - ; -n 1 kleine Tasche einer Weste
(1 a)2jmd. kennt sich mit etw., an ei¬
nem Ort aus wie in seiner
Westentasche: jmd. kennt etw. ganz
genau
We|sten|ta|schen)for|mat—> Wes|ten|-
ta|schen|for|mat: das; -(e)s; -e in der
Wendung im Westentaschenformat:
1. äußerst klein u. dadurch gut zu
handhaben, zu transportieren 2. [ab¬
wert.] völlig unbedeutend
We|stern —* Western: <engl.-amerik.>
der; ~ u. -s; ~ Wildwestfilm; Film,
der zur Zeit der Pioniere im Wilden
Westen Amerikas spielt
west|eu[ro|pä|isch: Adj. a) n. stg. West¬
europa angehörend, zuzuordnen b)
von der westeuropäischen Kultur be¬
einflußt
Westf.: Abk. a) Westfalen (Gebiet in
Nordrhein-Westfalen) b) Westfale;
Westfälin (Person aus diesem Gebiet)
westf.: Abk. westfälisch
West|fa|le: der; -n; -n weibl. West|ff|lin:
die; - ; -nen Einwohnerin) Westfa¬
lens; Person aus Westfalen
West|kü|ste —» West|küs|te: die; - ; -n
Meeresküste im Westen eines Landes
westf.: Abk. westlich
WestLB: Abk. Westdeutsche Landes¬
bank (Bankunternehmen mit Sitz in
Düsseldorf)
west|lich: Adj. 1 im Westen liegend 2
nach Westen gerichtet 3 aus der Him¬
melsrichtung Westen kommend 4 der
Kultur, Politik des Westens zuzuord¬
nen
westl. L.: Abk. westliche(r) Länge (auf
einem Längengrad westlich des Null¬
meridians von Greenwich/London)
West(mäch(te: die (PI.) <Pol.> 1 Frank¬
reich, Großbritannien (u. nach deren
Kriegseintritt) die USA, die sich wäh¬
rend des ersten Weltkrieges gegen
Deutschland verbündeten 2 während
u. nach dem zweiten Weltkrieg die Al¬
liierten Frankreich, Großbritannien
u. USA
West)teil: der; -(e)s; -e westlicher Teil
eines Gebäudes o. ä
westwärts: Adv. 1 nach Westen 2 im
Westen
West|wind: der; -(e)s; -e Wind, der aus
dem Westen kommt, weht
wes|we|gen: Adv. warum; weshalb; aus
welchem Grund
Wett|an|nah|me: die; - ; -n a) Ort, Ge¬
schäft, an, in dem Wetten entgegenge¬
nommen werden b) das Entgegenneh¬
men von Wetten
Wett|be|werb: der; -(e)s; -e 1 Kampf,
(meist sportliche) Auseinanderset¬
zung nach bestimmten Regeln, aus
dem jeder Beteiligte als Sieger hervor¬
gehen will 2 <Wirt> Konkurrenz¬
kampf um Gewinne, einen Absatz¬
markt
Wettjbetwerjber der; -s; - weibl. Wettj-
bejweijbejrin: die; ~ ; -nen 1 Teilneh¬
merin) eines Wettbewerbs 2 <Wirt.>
Person, die mit anderen um etw. kon¬
kurriert
Wett)betwarbstbe|schrün|kung: die; - ;
-en <Wirt.> Einschränkung der Kon¬
kurrenz durch mündliche od. schrift¬
liche Verträge
wett|be|werbs|fä|hig: Adj. geeignet für
einen Wettbewerb; im Wettbewerb
bestehen können
Wett|be|werbs|recht: das; -(e)s; ~
<Rechtsw.; WirO Gesamtheit der den
Wettbewerb betreffenden ..Rechts¬
sätze
Wettjbe|werbs|ver|zerjrung: die; • ; -en
7Wirt.> ungleiche Wettbewerbsbedin¬
gungen, -Voraussetzungen
Wet|te: die; -; -n a) Tip, Voraussage mit
einem vereinbarten Preis, Gewinn für
denjenigen der Beteiligten, der eine
richtige Voraussage macht b) um die
Wette: feststellen, wer der od. die Be¬
ste ist »Die Leichtathleten laufen um
die Wette.« c) jede Wette (eingehen):
[ugs.] etw. ganz genau wissen, sich si¬
cher sein »Ich gehe jede Wette ein, daß
die Geschichte nicht stimmt.«
wett|eijfern: wetteiferst; wetteifertest;
hast gewetteifert sich sehr bemühen,
andere bei etw. zu übertreffen
weiten: wettest; wettetest; hast gewettet
1 a) eine Wette (a) machen; auf etw.
einen Tip abgeben b) einen Gewinn
für eine Wette (a) aussetzen, an der
man selbst teünimmt »Ich wette 1000
DM gegen ein Kinderdreirad, daß du
gegen mich nicht gewinnst.« 2 so ha¬
ben wir nicht gewettet: [ugs.] so war
es nicht gedacht, nicht abgemacht
Wetter: das; -s; - 1 a) o. PL Klima, Wit¬
terung, bestimmt durch den Wechsel
von Regen, Wind, Sonne, Tempera¬
tur usw. b) schlechtes Wetter mit Re¬
gen, Sturm u. Gewitter 2<Bergbau> a)
Gas-, Luftgemisch unter Tage b)
schlagende Wetten explosives Gas¬
gemisch unter Tage 3 bei diesem
Wetter jagt man keinen Hund vor die
Tür: [ugs.] Bemerkung bei besonders
schlechtem Wetter (Regen, Eis,
Schnee usw.)
Wetjtetjamt: das; ~(e)s; -ämter Instituti¬
on, die das Wetter beobachtet od./u.
vorauszusagen versucht
Wet|terjan|sa|ge: die; - ; -n vom Wetter¬
dienst herausgegebener Bericht über
das tatsächlich eingetroffene u. das
zukünftig vermutlich zu erwartende
Wetter, der im Radio- od. Fernseh¬
programm vorgelesen wird
Wetjterjaus|sictrt die; - ; -en (m. PI.)
voraussichtlich zu erwartendes Wet¬
ter
Wet|terjbe|richt: der;-(e)s;-e vom Wet¬
terdienst herausgegebener Bericht
über das tatsächlich eingetroffene
Wetter, häufig im Zusammenhang
mit der Prognose auf das zukünftig
zu erwartende Wetter
wet|ter|be|stän|dig: Adj. n. stg. so be¬
schaffen, daß es gegen Witterungsein¬
flüsse widerstandsfähig ist
Wet|terjdienst: der; -(e)s: -e Institution,
die das Wetter beobachtet u. voraus¬
zusagen versucht
Wet|terjfah|ne: die; - ; -n Gegenstand
aus Stoff, Metall o. a., der an einer
freien Stelle angebracht ist, um die
Windrichtung (u. -stärke) anzuzeigen
wet|tefjfest: Adj. wetterfester; wetterfe¬
steste so beschaffen, gearbeitet, daß
es gegen schlechtes Wetter schützt
Wetjtertfrosch: der; -(e)s; -frösche 1
fugs.] Laubfrosch, der, in einem Glas
gefangen, durch Erklettern einer klei-
1309
wetterfühlig
nen Leiter angeblich das Wetter vor¬
aussagt 2 <übertr.> [scherzh.] Person,
die aufgrund meteorologischer Er¬
kenntnisse Wettervorhersagen macht
wet|ter]füh|lig: Adj. empfindlich, mit
Krankheitsymptomen auf plötzliche
Wetterumschläge reagierend
Wet|ter[hahn: der; -(ejs; -höhne metal¬
lener Gegenstand in Form eines Hah¬
nes auf (Kirch-)Türmen, der anzeigt,
aus welcher Richtung der Wind weht
Wet|ter|karjte: die; ~ ; -n zur Verdeutli¬
chung der Wetterlage dienende, sche¬
matische Landkarte mit Einträgen
der Hoch- u. Tiefdruckgebiete
Wet)ter|kun|de: die; - ; - Lehre, Wissen¬
schaft, die sich mit dem Wetter, der
Wettervorhersage beschäftigt, Syn.:
Meteorologie
wet|ter|kun|dig: Adj. aufgrund langer
Erfahrung beim Beobachten des Wet¬
ters das zukünftige Wetter Vorhersa¬
gen könnend
wet|teiikund|lich: Adj. n. stg. die Wet¬
terkunde betreffend, ihr zuzuordnen
Wet|ter|la|ge: die; - ; -n Wetterzustand,
Verhältnis von wetterbestimmenden
Elementen zu einer bestimmten Zeit
in einem Gebiet
Wet|ter[leuch|ten: das; -s; - Blitze eines
weit entfernten Gewitters, die als hel¬
les, flackerndes Licht am Himmel
sichtbar sind
wet|tem: wetterst; wettertest; hast ge¬
wettert [ugs.] heftig schimpfen
Wet|ter|pro|gno|se —> Wet|ter|pro|g|-
no|se: die; - ; -n Wettervorhersage
(für die nächsten Tage)
Wet|ter|sa|tel|lit: der; -en; -en Satellit,
der zur Beobachtung u. Erforschung
der Wetterentstehung eingesetzt wird
Wetjterjschacht: der; -(e)s; -schachte
<Bergbau> Bergschacht, durch den die
verbrauchte Luft aus dem Bergwerk
gesaugt, geleitet wird •
Wet|ter|schei|de: die; - ; -n Gebiet, das
(häufig) zwischen Zonen mit sehr un¬
terschiedlichem Wetter liegt
Wet|ter|um|schlag: der; ~(e)s; -schlage
plötzliche Wetterveränderung (zum
Negativen)
Wet|ter|um|schwung: der; -(e)s;
-schwänge Wetterveränderung
Wet|teijvoijher]sa|ge: die; - ; -n Pro¬
gnose, Aussage über das voraussicht¬
liche Wetter in der nächsten Zeit
durch den Wetterdienst
Wet|teijwaiite: die; ~; -n Wetterstation,
die Informationen über die Wetter¬
entwicklung ausgibt
Wet|ter|wech|sel: der; -s; - Wetterver¬
änderung
Wett|kampf: der; -(e)s; -kämpfe (sport¬
licher) Leistungsvergleich nach be¬
stimmten Regeln
Wett|kämp|fer: der; -s; - weibl. Wett|-
kämp|fe]rin: die; ~ ; -nen <Sport>
Sportier(in), der/die gegen andere in
einem Wettkampf antritt
Wett|laufi der; -(e)s; -laufe von Läufern
ausgeführter Wettkampf
wett|lau|fen: nur im Infinitiv gebraucht;
bist wettgelaufen einen Wettkampf im
Rennen, Laufen veranstalten
wett|ma|chen: machst wett; machtest
wett; hast wettgemacht 1 [ugs.] einen
Fehler o. ä. durch eine andere Hand¬
lung wiedergutmachen 2 jmdn. für
etw. (mit Geld) entschädigen
Wettjrenjnen: das; ~ u. -s; - Wettkampf
von Laufern, Rad- od. Autorennfah¬
rern o. ä.
Wett|rü[sten —> Wettjriis|ten: das; -s; -
(Mißt.; Pol.> wechselseitig erfolgendes
Nachrüsten der Streitkräfte mit Waf¬
fen; abwechselnde Neuanschaffung
von Waffen o. ä. von potentiellen
Kriegsgegnern
Wettspiel: das; -(e)s; -e Unterhal¬
Tungsspiel, bei dem eine Wette, ein
Wettkampf im Vordergrund steht
Wettstreit der;-(e)s; - Versuch des ge¬
genseitigen Übertreffens
wet|zen: wetzt; wetztest; hast gewetzt 1
die Kanten, Schneiden von etw.
scharf machen »Messer wetzen. ♦ den
Schnabel wetzen« 2 bist [ugs.] schnell
zu einem Ort laufen »Ich wetze mal
schnell zum Bäcker.« Syn.: <1> schär¬
fen; schleifen 3 die Messer wetzen:
sich auf eine Auseinandersetzung
vorbereiten (u. dabei den Gegner ein¬
zuschüchtern versuchen)
Wetz|stahl: der; -(e)s; - (rundes) Stück
rauher Stahl, das zum Schärfen von
Messern o. ä. benutzt wird
Wetz|stein: der; -(e)s; -e a) rauher
Stein, der zum Schärfen von Messern
o. ä. benutzt wird b) heute oft aus
Kalk gepreßter Stein für Haustiere,
wie Vögel, Nager
WF: Abk. 1 <Schiffahrt> Wagenfähre 2
<Wetterkunde> Warm(wetter)front
Wf.: Abk. 1 Waffe 2 a) Westfalen b)
Westfale; Westfälin
wf, : Abk. 1 wasserfrei 2 westfälisch .
Wfl.: Abk. Wohnfläche
WG: Abk. 1 Waffengesetz 2 Wahlgesetz
3 Währungsgesetz 4 Wassergesetz 5
Wehrgesetz 6 Weihnachtsgeld (Geld,
das Arbeitnehmer zu Weihnachten
zusätzlich zu dem üblichen Gehalt,
Lohn bekommen) 7 Wissenschaftli¬
che Gesellschaft 8 Wohngeld 9
Wohngemeinschaft
Wg.: Abk. 1 a) Wagen b) Waggon 2
Wohnung
wg. : Abk. wegen
WH: Abk. 1 Wasserheizung 2 Winter¬
halbjahr 3 Wirtschaftshochschule
Wh.: Abk. 1 Wiederholung 2 Wohnhaus
Whfl.: Abk. Wohnfläche
Whg.: Abk. Wohnung
Whgn .: Abk. Wohnungen
Whig: tengh /uig/ der; -s; -s u. die; - ; -s
<Pol.> britische(r) liberale(r) Politike¬
rin), Ant.: Tory (Konservative^))
Whirlpool: <engl.> /wörl-/ der; -s; -s (Ba-
de-)Bassin, größere, meist runde Ba¬
dewanne mit warmem, sprudelndem
Wasser
Whis|key: <gälisch-engl.> /uißki u. wißki/
der; -s; -s irischer Branntwein aus Ge¬
treide od. Mais
Whis|ky: <gälisch-engl.> /uißki u. wißki/
der; -s; -s Branntwein aus Getreide
od. Mais
WHK: 1 Welthandelskonferenz = Or¬
gan der Vollversammlung der UN
mit dem Ziel, den Welthandel zwi¬
schen Ländern unterschiedlicher Ent¬
wicklungsstufen zu fördern 2 Wissen¬
schaftliche Hilfskraft = Person mit
einem abgeschlossenen Hochschul¬
studium, die (mit einem Zeitvertrag)
an der Hochschule arbeitet
Whig.: Abk. Wiederholung
WHO: Abk. (engh World Health Orga¬
nisation = WGO
wibjbe|lig: Adj. [landsch.] a) sich unru¬
hig bewegend; herumzappelnd b) in¬
nerlich unruhig, nervös
Wichs: /wikß/ der; -es; -e u. [österr.J
die; - ; -en [studentensprl.] besondere,
festliche Kleidung, die Verbindungs¬
studenten zu Festen tragen
Wichs|bür|ste —> Wichs|bürs|te:
/wikß-/ die; - ; -n [ugs.JT Bürste, mit
der ein wachsartiges Pflegemittel auf
Schuhe aufgetragen wird, um sie
glänzend zu machen
Wichjse: /wikße/ die; - ; -n 1 Schuh¬
creme, weiches Material zum Säu¬
bern, Einfetten von Leder o. ä. Mate¬
rialien »Er rieb die Stiefel mit Wichse
ein.« 2 [derb] unerfreuliches Ereignis;
Scheiße »So eine Wichse!«
wich|sen: /wikßen/ wichst; wichstest;
hast gewichst 1 etw. (mit Bohner¬
wachs, Schuhcreme o. a.) putzen,
(sehr) sauber machen 2 [derb] onanie¬
ren; sich sexuell selbst befriedigen
Wich|ser: /wikßer/ der; -s; - 1 [derb]
Person, die sich selbst befriedigt 2
[derb; abwert.] Mann, mit dessen Ver¬
halten od. Einstellung man nicht ein¬
verstanden ist
Wicht der;-(e)s; -e 1 <Mythologie> klei¬
nes, nicht reales, oft in Märchen, Sa¬
gen, Fabeln vorkommendes Wesen
(z. B. Kobold, Zwerg, Gnom) 2 [ugs.;
liebevoll] kleines Kind 3 [abwert.] ver¬
achtete männliche Person
W|ch|te: die; ~ ; -n <Physik> spezifisches
Gewicht eines Stoffes
Wich]tel/Wich|tel|männjchen: der; -s; -
1 <Mythologie> kleines, nicht reales,
oft in Märchen, Sagen, Fabeln vor¬
kommendes Wesen (z. B. Kobold,
Zwerg, Gnom) 2 [landsch.] kleiner
Mensch; Kind
Wich|te|zahl: die; -; -en <Physik> spezifi¬
sches Gewicht eines Stoffes als Zah¬
lenwert
wich|tig: Adj. 1 sehr bedeutend b) [ab¬
wert.] vorgebend, Bedeutung zu ha¬
ben »Er machte ein wichtiges Ge¬
sicht.«
Wich|tig|keit: die; - ; -en (PI. s.) (etw.
von hoher) Bedeutung
Wich|tig]ma|chen der; -s; - weibl. [sei¬
lten] Wich|tig|ma|che|rin: die; - ; -nen
[oft österr.; ugs.; abwert.] Person, die
sich für sehr wichtig hält
Wich|tig|tu|er: der; -s; - weibl. Wich|-
tig|tue|rin: die; ~ ; -nen [ugs.; abwert.]
Person, die sich für sehr wichtig hält,
(mit ihrem Verhalten) angibt
Wich|tig|tue|rei —> Wich|tig|tu|e|rei:
die; - ; -en [ugs.; abwert.] 1 o. Fl.
wichtigtuerisches Verhalten, Angebe¬
rei 2 Handlung od. Äußerung, die
von wichtigtuerischem Verhalten
zeugt
Wicke (Wik|ke —» Wijcke): die; ~ / -n
rankende Pflanze mit blauen, violet¬
ten, roten od. weißen Blüten
Wickel (W[kfkef —* Wi|ckel): der; -s; -
1 a) etw., was zu einer Rolle o. ä. zu¬
sammengefügt ist b) etw., was zum
Zusammenrollen von etw. benutzt
wird »Lockenwickel« 2 feuchtes, zu
1310
Widersprach
Heilzwecken um einen Körperteil ge¬
bundenes Tuch »Wadenwickel •
Halswickel« 3 Spule, Rolle, auf die
etw. gewickelt wird 4 <Bot.> nach links
u. rechts verzweigte Blüte
Wickel|ga|ma[sche (Wik|kel|ga|ma|-
sche —* Wi|ckel|ga|majsche): die; - ;
-n <hist.> die Funktion von Strümpfen
erfüllende(s)(r) Stoffband, -streifen,
das/der von Männern um die Unter¬
schenkel gewickelt wurde, als kurze,
bis unter die Knie reichende Hosen
modern waren
Wickelkind (Wik|kel|kind —»■ Wi]ckel|-
kind): das; -(ejs; -er Kleinkind, dem
noch regelmäßig eine Windel umge¬
legt wird
Wickel|kleid (Wik|kel|kl«id Wij-
ckel[kleid): das; -(ejs; -er nicht mit
Verschlüssen (Knöpfen, Reißver¬
schluß o. ä.) versehenes, oft nur aus
einer breiten Stoffbahn bestehendes
Kleid, das um den Körper gelegt u.
am oberen Saum festgesteckt wird (u.
in der Taille mit einem Gürtel od.
Band befestigt wird)
W)ckal|kom|mo|de (Wik|kel|kom|mo|de
—»• Wi|ckellkom|mo|de): die; - ; -n et¬
wa einen Meter hohes Schränkchen,
auf dessen Oberfläche einem Baby die
Windeln gewechselt werden
wickeln (wik|keln —> wijckeln): wik-
kelst; wickeltest; hast gewickelt 1 etw.
zu einer festen, rundlichen Form bin¬
den »Sie wickelte das Handtuch um
die nassen Haare.« 2 a) als Hülle um
etw. legen »ein Geschenk in Geschenk¬
papier wickeln« b) eine Windel um¬
tun, anlegen »das Baby wickeln« 3
verbinden, weil etw. verletzt ist; ban¬
dagieren, um etw. zu stützen, Halt zu
geben »den Knöchel wickeln« 4 jmd.
ist falsch, schief gewickelt jmd. irrt
sich sehr, schätzt etw. völlig falsch ein
Wickeljrock (Wik|kel|rock —» Wijcketj-
rock): der; -(e)s; -rocke Rock (aus ei¬
ner langen Stoffbahn), der um die
Hüfte gewickelt u. am oberen Ende
festgesteckt, mit einem Band zusam¬
mengebunden wird
Wickejlung (Wik|ke|lung —» W]jcke|-
Iuncj)/Wick|lung: die; - ; -en 1 der
Vorgang des Wickelns 2 a) etw., was
gewickelt ist b) [fachsprl.] Draht, der
eng (auf eine Spule o. ä.) gewickelt ist
Wick|l6R der; -s; - 1 kurz für Locken¬
wickler = Rolle o. ä., auf die die nas¬
sen Haare gewickelt werden, damit
sie beim Trocknen wellig werden 2
bunte(r) Schmetterling(art), dessen/
deren Raupen sich meist in gerollten
Blättern aufhalten
Wick|lung/Wicke|lung (Wik|ke|lung —*
~Wj|cke|lungj): die; - ; -en 1 der Vor¬
gang des Wickelns 2 a) etw., was ge¬
wickelt ist b) [fachsprl.] Draht, der
eng (auf eine Spule o. ä.) gewickelt ist
Wid|der. der; -s; -1a) männliches
Schaf b) Muffelhirsch 2 <Astrologie>
a) o. PI. sich im nördlichen Himmel
befindendes Sternbild b) Person, die
im Stemzeichen des Widders, zwi¬
schen dem 21.3. u. 21.4. geboren ist
wi|der: Präp. mit Akk. a) gegen; einen
Gegensatz, Abneigung o. ä. ausdrük-
kend »wider besseren Wissens
handeln« b) wider Erwarten: allen
Annahmen zum Trotz
w||der|bor|stig —> wi|derjbors|tig: Adj.
a) <Haare> unbändig; kaum zu käm¬
men, in Form zu bringen b) jmds.
Vorstellungen, Willen entgegentre¬
tend; sich gegen jmds. Wünsche, An¬
weisungen wehrend
wyderjdruck: der; -(e)s; - <Druckw.> a)
der Druck auf Vorder- u. Rückseite
eines doppelseitigen Druckbogens b)
Rückseite eines doppelseitigen
Druckbogens, die bedruckt ist
wi|der|fah|ren: widerfährt; widerfuhr; ist
widerfahren jmdm. zustoßen, passie¬
ren
Wi|derjha|ken: der; -s; ~ <Angelsport>
Fanghaken mit zurückgebogener
Spitze, die das Befreien vom Haken,
Herausziehen unmöglich macht
Wi]der]haN: der; -(e)s; -e 1 Echo 2 auf
Widerhall stoßen; Widerhall finden:
auf Zustimmung, Interesse stoßen
wi|der|le]gen: widerlegst; widerlegtest;
hast widerlegt das Gegenteil einer Be¬
hauptung beweisen; belegen, daß etw.
nicht stimmt »eine These widerlegen«
Wi|deiite|gung: die; - ; -en a) Erbrin¬
gung des Beweises, daß eine getrof¬
fene Behauptung o. ä. nicht zutrifft b)
etw., womit nachgewiesen wird, daß
eine Behauptung o. ä. nicht zutrifft
wijdeijlich: Adj. a) mit abstoßenden,
ekelhaften Eigenschaften versehen
»ein widerlicher Mann« b) <verst.> [ab¬
wert.] sehr; in hohem Maße; immens
Wi]der|lich)keit: die; - ; -en [abwert.] a)
Eigenschaft, Widerwillen, Ekel her¬
vorzurufen b) etw., was Widerwillen,
Ekel hervorruft, ekelige Eigenschaf¬
ten hat
wi|der|na|tür|lich: Adj. [abwert.] gegen
biologische Gesetze; das natürliche
(od. ethisch-moralische) Empfinden
verletzend
W||der|na|tür|iich|keifc die; - ; -en
[abwert.] a) o. PI. Eigenschaft, die (be¬
haupteten) biologischen Regeln zuwi¬
der läuft; auch als Vorwurf bei Ver¬
stoß gegen moralische, ethische Ge¬
setze gebraucht b) etw., was nicht den
üblichen biologischen Anlagen (den
vorherrschenden ethischen Gesetzen)
entspricht
Wjjderjpart: der; -(e)s; -e [geh.; veralt.]
1 Gegenrolle, -teil, -stück zu jmdm.,
etw. 2 jmdm. Widerpart bieten, ge¬
ben: sich gegen etw. od. jmdn. wehr¬
en, widersetzen, auflehnen
wi|der|recht[lich: Adj. n. stg. gegen ein
Gesetz verstoßend; ein Gesetz mi߬
achtend
Wi|der|re|de: die; - ; -n 1 der Meinung
eines anderen widersprechende Äuße¬
rung, Widerspruch 2 Vortrag, der als
Reaktion auf eine Rede gehalten wird
Wi]der[rist: der; -(e)s; -e erhöhter Teil
des Rückens (z. B. bei Pferden), dem
sich unmittelbar der Hals anschließt
Wj|der[ruf: der; -(ejs; -e 1 Zurücknah¬
me von etw. bereits Gesagtem od. Ge¬
schriebenem 2 <Rechtsw.> im Privat¬
recht abzugebende Erklärung, mit
der eine noch nicht wirksame vorheri¬
ge Erklärung beseitigt wird
wi|der|ru[fen: widerrufst; widerrief(e)st;
hast widerrufen eine bereits gemachte
Aussage zurücknehmen u. als ungüi-
tigerklären
wj|derjnjf[lich/wi|deijruf|lich: Adj. n.
stg. unter dem Vorbehalt des Wider¬
rufs stehend; (jederzeit) zu widerrufen
Wi|derjru|fung: die; - ; -en Zurücknah¬
me einer Behauptung, Aussage
Wi|derjsa|cher: der; -s; - weibl. Wijdeij-
sa|chejrin: die; - ; -nen 1 [geh.] Per¬
son, die gegen jmdn. arbeitet u. ver¬
sucht, ihm/ihr zu schaden u. einen ei¬
genen Vorteil zu erringen; Gegner(in)
2 nur männl. Form <Religion> der Teu¬
fel, Satan
wi|der[schal|len: schallt wider; schallte
wider; hat widergeschallt [veralt.] von
einer Wand o. ä. als Echo zurückge¬
worfen werden
Wi]derjschein: der; -(ejs; -e reflektie¬
rendes, sich spiegelndes Licht
wi|der|schei|nen: scheint wider; schien
wider; ist widergeschienen <Licht> re¬
flektieren; sich widerspiegeln
wilderfsstlzen, sich: widersetzt dich; wi¬
dersetztest dich; hast dich widersetzt
sich gegen etw. wehren; sich weigern,
etw. zu tun; sich auflehnen
Wi[deijsinn: der; -(ejs; - immanenter,
sich unmittelbar aus etw. ergebender
Widerspruch; mit der Vernunft nicht
nachvollziehbare^) Vereinbarkeit,
Zusammenhang von zwei Dingen
wi|der|sinjnig: Adj. nicht der Logik ent¬
sprechend; gegen die Vernunft Syn.:
[fremdsprl.] absurd
Wijdeijsin|nig|keit: die; - / -en a) o. PI.
der Vernunft entgegenstehender Zu¬
stand b) etw. Widersinniges, Absur¬
des
wi|deijspen|stig —» wi|der|spens|tig:
Adj. sich gegen jmdn. od. etw. wehr¬
end; sich weigernd, etw. zu tun
Wi[der[spen|stig|keit —» Wi|derj-
spens|tigjkeit die; - ; -en a) o. PI. Ei¬
genschaft, sich häufig gegen jmds.
Anweisungen, Absichten zu wehren
b) Handlung, mit der man sich gegen
jmdn. wehrt, sich jmdm. widersetzt,
Ant.: Gefügigkeit
wi|der|spie|geln: spiegelt wider; spiegel¬
tet wider; hat widergespiegelt 1 das ge¬
naue Abbild von etw. od. jmdm. re¬
flektieren, widergeben 2 <übertr.>
deutlich machen; ausdrücken »Die
Autobiographie spiegelt das Leben des
Schriftstellers wider.«
wi|deijspie|geln, sich: spiegelt sich wi¬
der; spiegelte sich wider; hat sich
widergespiegelt 1 als Abbild sichtbar
werden 2 <übertr > deutlich werden;
hervortreten »Die Gesellschaft des 18.
Jhds. spiegelt sich in diesem Roman
wider.«
Wi|der|spiel: das; -(ejs; -1 [geh.] Wir¬
kung, die zwei gegeneinander gerich¬
tete Kräfte aufeinander ausüben » Wi¬
derspiel der Kontrahenten« 2 [veralt.]
das genaue Gegenteil von etw.,
jmdm.
wi|der|spre|chen: widersprichst; wider-
sprach(ejst; hast widersprochen a)
seine andere Meinung deutlich äu¬
ßern b) gegensätzlich zu etw. sein
Wi]der|sprach: der; -(ejs; -spräche 1
Äußerung, die deutlich macht, daß
man anderer Meinung, nicht einver¬
standen ist 2 <Rechtsw.> Rechtsbehelf
im Verwaltungsverfahren gegen einen
Verwaltungsakt »Er legte Wider¬
spruch gegen den Bescheid ein.« 3
1311
Widersprüchlichkeit
Nichtübereinstimmung von Aussa¬
gen, Handlungen, Erscheinungen
Wi|derjsprüch|lich|keit: die; - ; -en a) o.
PL Eigenschaft, sich zu widerspre¬
chen, widersprüchlich zu sein b) etw.,
was sich widerspricht ,
Wi|der(spruchs|be)scheid: der;-(e)s; -e
«Rechtsw.) von der zuständigen Ver¬
waltungsbehörde auf einen Wider¬
spruch ergangene Entscheidung
Wi|der(stand: der; -(e)s; -stände 1 a)
wehrhafte (der Selbstverteidigung
dienende) Handlung »Bei der Fest¬
nahme leistete er Widerstand.« b)
<Pob Gesamtheit der Organisatio¬
nen, Gruppen u. Personen, die gegen
jmdn., eine Maßnahme, Verordnung,
politische Situation o. a. arbeitet »Im
Dritten Reich schloß er sich dem anti¬
faschistischen Widerstand an.« 2 a)
Hindernis, Schwierigkeit bei einem
Unternehmen, einer Handlung, etw.,
was im Wege steht (sichtbar od.
fühlbar) »Ich kann das Loch nicht boh¬
ren, da ist ein Widerstand.« b) etw.,
was jmdm., einer Sache, einem Vor¬
haben o. ä. entgegen wirkt »Beim ge¬
ringsten Widerstand gibt er auf.« 3
«Physik; Eiektrot.> a) (Stoff mit der)
Eigenschaft, den (elektrischen)
Stromfluß bei gleichbleibender Span¬
nung, zu verringern b) elektrisches
Bauteil, das dem Stromfluß entgegen¬
wirkt, Syn.: <l> Gegenwehr; Aufleh¬
nung; <2> Hindernis; <2b> Schwierig¬
keiten; Problem 4 a) Widerstand
leisten: sich gegen etw. od. jmdn.
wehren, widersetzen, auflehnen b)
den Weg des geringsten Widerstan¬
des gehen: die Handlungsmöglich¬
keit auswählen, die am wenigsten
Schwierigkeiten macht, erwarten läßt
Wj|derjstands|be|we|gung: die; - ; -en
<Poi.> Bewegung, Organisation,
Gruppe, die gegen erkanntes Un¬
recht, ein Regime o. a. arbeitet u. wid¬
rige Umstände zu verändern versucht
wi|derjstands|fä|hig: Adj. resistent; in
der Lage, trotz negativer Einflüsse,
Bedingungen bestehenzubleiben
Wjjder]standsjfä|hig|keit: die; - ; - a)
«Material) haltbare, strapazierfähige
Konsistenz, Beschaffenheit b) «Per¬
son) Zähigkeit trotz widriger Um¬
stände; Standhalten in schwierigen
Situationen, Syn.: Resistenz
Wi|derjstands|kämpjfer. der; -s; •
weibl. Wi]deijstands|kämp|fe[rin: die;
- ; -wen <Pol.> Person, die gegen eine
willkürliche Herrschaft, ein unrecht¬
mäßig handelndes Regime in einer
Widerstandsbewegung kämpft
WHdeijstandslkrafb die; - ; -kräfte Be¬
harrlichkeit u. Zähigkeit trotz widri¬
ger Umstände; Fähigkeit, sich in
schwierigen Situationen (lange)
durchzusetzen, bestehenzubleiben
wjjderjstandsjtos: Adj. n. stg. a) keine
Gegenwehr leistend; sich nicht wider¬
setzend b) nicht auf Widerstand sto¬
ßend
wi|der|stejhen: widerstehst; widerstan-
d(e)st; hast widerstanden 1 auf etw.,
was sehr verführerisch ist, verzichten;
standhaft bleiben 2 etw. (ohne zu
Schaden zu kommen) aushalten »dem
Sturm widerstehen«
Wi|derjstrejben: das; -s; - Ablehnung,
Vorbehalt gegen etw.
wi[der|stre]ben: widerstrebt; wider¬
strebte; hat widerstrebt etw. nicht ger¬
ne tun; Abneigung gegen etw. haben
wj|derjstre|bend: Adj. nicht gerne; sich
J gegen etw. (ein wenig) wehrend
Wijderjstrert: der; -(e)s; -e (PI. s.)
[geh.] (innerer) Zwiespalt, Konflikt
» Widerstreit der Gefühle«
wi|derjwärjtig: Adj. 1 äußerst unange¬
nehm; ekelerregend 2 [geh.; veralt.]
etw. nicht förderlich, hilfreich; nicht
willkommen
Wijdeijwärjtigjkeit: die; - ; -en a) o. PL
Zustand, Eigenschaft, äußerst unan¬
genehm, abstoßend zu sein b) ekeler¬
regende, unangenehme Situation o. ä.
Wjjderjwiljle: der; ~(n)s; -/Wi|der|wil|-
len: der; -s; - starke Abneigung gegen
etw. od. jmdn. »Sie hat einen Wider¬
willen gegen Gartenarbeit.«
wi|der|wil|lig: Adj. a) nicht gerne; nicht
ohne Gegenwehr b) Ekel, Abwehr zei¬
gend
Wijdeijwil|lig|keft: die; - ; - Zustand, Ei¬
genschaft, gegen etw. Widerwillen zu
hegen
Wijderfwort: das; -(e)s; -e gegen eine
Behauptung o. ä. geäußerter Wider¬
spruch, aus dem Ärger, Unmut deut¬
lich wird
wid|men: widmest; widmetest; hast ge¬
widmet a) etw. (meist Künstlerisches)
selbst Erarbeitetes einer anderen Per¬
son zugedenken »Er widmete sein neu¬
es Buch seiner Mutter.« b) für jmdn.
od. etw. verwenden »Er widmete seine
Freizeit dem Garten.«
wjdjmen, sich: widmest dich; widmetest
dich; hast dich gewidmet sich mit etw.
od.jmdm. beschäftigen
Widjmung: die; - ; -en 1 a) Worte (oft in
ein Buch geschrieben), die ganz per¬
sönlich für jmdn. bestimmt sind b)am
Beginn gedruckte Zueignung des
Werkes eines Autors (meist in einem
Buch) 2 «Rechtsw.) Erklärung einer
staatlichen Stelle, daß etw. einem be¬
stimmten öffentlichen Zweck dienen
soll
widjrig —> wjjdjrig: Adj. a) gegen etw.
arbeitend, wirkend; etw. ungünstig
beeinflussend »widrige Umstände« b)
[veralt.] widerwärtig
w]diri|gen[faBs —* wjjd|rf|gen|falls:
Adv. [amtssprl.] ansonsten; im Falle
des Nichtbefolgens
Wid[rig|keit—* Wi]d|rig|keit: die; - ; -en
[geh.] Unannehmlichkeit; unangeneh¬
mer Umstand
wie: I Adv. 1 a) fragt nach der Art u.
Weise »Wie soll ich das Buch be¬
ginnen?« b) fragt nach (Meß-)Daten;
welches Maß » Wie groß war er denn?«
c) fragt nach der Beschaffenheit; wel¬
che Eigenschaften »Wie war das Wet¬
ter im Urlaub?« 2 a) Ausruf des Be¬
dauerns, der Freude, des Erstaunens
o. ä. »Wie, du bist krank?« b) nachge¬
stellt <verst.> sich über etw. vergewis¬
sernd; oder »Du glaubst wohl, ich sei
dein Dienstmädchen, wie?« II Konj. 1
vergleichend; ebenso wie »Sie ist so
alt wie ich.« 2 verknüpfend; zum Bei¬
spiel »Sie haben viel Krimskrams wie
Püppchen, Figürchen usw.« 3 verbin¬
dend; und »Kinder wie Erwachsene
fahren mit.« 4 Einleitung eines Ob¬
jektsatzes »Ich sah, wie er sie schlug.«
5 fugs.] Einleitung eines Temporalsat¬
zes » Wie ich um die Ecke komme, sehe
ich deinen Sohn dort mit einer Ziga¬
rette stehen.« 6 in Verbindung mit
'wenn' [ugs.; landsch.] als ob »Es sieht
aus, wie wenn es schönes Wetter
würde.« II11 wie du mir, so ich dir: ich
behandele dich, jmdn. genauso
(schlecht), wie du, jmd. es mit mir tut,
getan hat; jmdm. etw. in gleicher Art
u. Weise heimzahlen 2 und wie: [ugs.]
in starkem Maße; sehr; äußerst
»Magst du Eis? - Und wie!«
—» wieviel:s. wieviel
Wie|de|hopf: der; -(e)s; -e Vogel von
ca. 30 cm Größe, der in Baumhöhlen
brütet, einen aufrichtbaren Feder¬
schopf, einen schmalen, langen
Schnabel u. braune, teilweise schwarz
gebänderte Federn hat
wjejder: Adv. 1 wie vorher; wie schon
früher, zu einer vorherigen Zeit ein¬
mal 2 Ausdruck dafür, daß etw., jmd.
in den ursprünglichen Zustand zu¬
rückführt wird »Er wurde wieder ge¬
sund.« 3 a) drückt aus, daß sich jmd.
nicht ganz entscheiden kann, in sei¬
nen Gefühlen, Ansichten nicht ein¬
deutig ist »Ich mag ihn u. mag ihn wie¬
der nicht.« b) etw. vorher Gesagtes
einschränkend, abschwächend »Da
hast du auch wieder recht. 4 [ugs.]
Ausdruck für eine (gleiche) Reaktion
» Wenn du mich haust, haue ich (dich)
wieder.« 5 Ausdruck (bei einer Frage)
dafür, daß man etw. schon wußte od.
gesagt bekommen hat, aber (momen¬
tan) nicht die Antwort kennt »Wie
heißt er wieder?« 6 einen Gegensatz,
eine Unterscheidung ausdrückend;
hingegen »Viele haben mir abgeraten,
einige wieder meinten, ich sollte es
tun.«
—> wjejder aufjbaulen: s. wiederauf¬
bauen
—> wiejder auflbelreilten: s. wiederauf¬
bereiten
—» wjejder aufjfühjren: s. wiederauf¬
führen
—» wjejder auflnehlmen: s. wiederauf¬
nehmen
—» wjejder auflrichlten: s. wiederauf¬
richten
—* wjejder aufltaulchen: s. wiederauf¬
tauchen
—* wiejder be)kom|men: s. wiederbe¬
kommen
—> wiejder bejtejben: s. wiederbeleben
—» wjejder be|schaf|fen: s. wiederbe¬
schaffen
—* wie|der einjfai|len: s. wiedereinfal¬
len
—* wiejder erjobem: s. wiedererobern
—» wiejder finjden: s. wiederfinden
—» wjejder finjden, sich: s. wiederfin¬
den, sich
—» wiejder gejben: s. wiedergeben (1)
—i. wiejder gut|ma|chen: s. wiedergut¬
machen
—» wiejder ho|len: s. wiederholen
—> wiejder komjmen: s. wiederkom¬
men (lb; 2)
—* wjejder sejhen: s. Wiedersehen
—*■ wieder sejhen, sich: $. Wiederse¬
hen, sich
—» wiejder wähjlen: s. Wiederwahlen
1312
wiederholen
Wiejderjabjdruck: der; -(e)s; -e 1 o. PL
wiederholtes Drucken (z. B. eines
Textes) 2 <Buchw.; Druckw.) Reprint
= Neuauflage eines alten Buches o.
ä. in gleicher Art
Wie|deijan|pfiff: der; -(e)s; -e <Sport>
Pfiff, durch den der Schiedsrichter
den Beginn der zweiten Halbzeit, das
zweite od. dritte Drittel eröffnet
Wle|der|an|stoB: der; -es; -stoße <Sport;
Fußball) erste Ballbertthrung nach ei¬
ner Halbzeitpause od. nach einem
Tor, die von dem Mittelpunkt des
Spielfeldes ausgeführt werden muß
Wie|der|auf|bau: der;-(e)s; - a) erneute
Herstellung des alten, ursprünglichen
Zustands (oft eines Gebäudes) nach
einer Zerstörung o. ä. b) Ergebnis,
Produkt des Wiederaufbaus (a)
wie|der]auf|bau|en —> w|e|der auf|-
bau|en: baust wieder auf; bautest wie¬
der auf; hast wiederaufgebaut —>hasl
wieder aufgebaut*— etw. nach einer
Zerstörung neu errichten
wielderlauflbelreijten —» wje|der auf|-
6e|reiften: bereitest wieder auf; berei¬
tetest wieder auf; hast wiederaufberei¬
tet —>hast wieder aufbereilet*—
etw, zur wiederholten, erneuten Ver¬
wendung behandeln »Dieser Betrieb
bereitet das Abwasser wieder auf«
wieldariauflfühlren -~» wie|der auf|-
fühjren: führst wieder auf; führtest
wieder auf; hast wiederaufgeführt
—>hast wieder aufgeführt*— <Thea¬
ter> ein Stück nach einiger Zeit in glei¬
cher Inszenierung, identischer Art u.
Weise wiederholen, nochmals in den
Spielplan aufnehmen
Wie|der|auf)füh|rung: die; - ; -en (Thea-
ten erneute Darbietung, Aufführung
eines Stückes in gleicher Art u. Weise,
Inszenierung nach einiger Zeit
Wielderiauftnahlme: die; - ; -n erneute
Durchführung, Fortsetzung von etw.
Wialderiauflnahlmelvertfahlren: das; -s;
- (Rechtsw.) erneute Durchführung
eines rechtskräftig abgeschlossenen
Prozesses
wie|derjauf|neh|men —> wiejder aufl-
neh|men: nimmst wieder auf; nah-
m(e)st wieder auf: hast wiederauf ge¬
nommen —>hast wieder aufgenom¬
men*— a) eine Tätigkeit erneut
durchführen, fortsetzen b) (Rechtsw.)
ein bereits rechtskräftig abgeschlosse¬
nes Verfahren erneut durchführen
wielderiauflrichlten —*• wie|der auf|-
richjten: richtest wieder auf; richtetest
wieder auf: hast wiederaufgerichtet
—*hast wieder aufgerichtet*— a)
etw. Zerstörtes (oft ein Gebäude) er¬
neut aufbauen b) <übertr.> jmdn. see¬
lisch unterstützen, aufbauen
wielderiaufttaulchen —»• wie|der auf|-
tau|chen; auchen wieder/auchst wie¬
der auf; tauchtest wieder auf; bist
wiederaufgetaucht —>bist wieder
aufgetaucht*— [ugs.] a) wiederge¬
funden werden b) <Mensch> wieder,
erneut in Erscheinung treten, gesehen
werden
wie|deijbe|komfmen —* auch wie|der
be|kpm|men: bekommst wieder; beka-
m(e)st wieder; hast wiederbekommen
—*auch hast wieder bekommen*—
etw. von jmdm. zurückerhalten
(nochmals bekommen)
wie|der]be|le|ben —> auch wie|der be|-
lejben: belebst wieder; belebtest wie¬
der; hast wiederbelebt —>auch hast
wieder belebt*— „1 aus dem bereits
fast vollzogenen Übergang vom Zu¬
stand des Lebens in den Tod (auf¬
grund von Gestörtheit od. Stillstand
von Atmung u. Herztätigkeit) durch
spezielle Maßnahmen ins Leben zu¬
rückbringen 2 (übertr.) etw. erneuern,
auffrischen
Wie|der|be|le|bung: die; - ; -en 1 durch
gezielte Maßnahmen erfolgendes In-
Gang-Bringen bereits ausgesetzter
Atmungs- u. Herzfunktion 2 <übertr.>
Auffrischung, Vermittlung neuer Im¬
pulse von, für etw.
Wie|der]be|le|bungs|ver|such: der;
-(e)s; -e Versuch, eine Wiederbele¬
bung durchzuführen
wiejder|be|schaf|fen —* auch wiejder
be|schaf|fen: beschaffst wieder; be¬
schafftest wieder; hast wiederbeschafft
—>hast wieder beschafft*— etw.
Verlorengegangenes (od. Gestohle¬
nes) zurückholen (nochmals be¬
schaffen)
Wie|der|be|schatjfung: die; - ; - a) das
Wiederherschaffen von etw. Verlo¬
rengegangenem (od. Gestohlenem) b)
Neukauf von etw. Verlorengegange¬
nem (od. Gestohlenem)
wiejdeifeinjfalllen —> wiejder ein|fal|-
len: fällt wieder ein; fiel wieder ein; ist
wiedereingefallen —> ist wieder einge¬
fallen*— (vergessene Daten) plötz¬
lich wieder verfügbar sein, ins Ge¬
dächtnis treten
Wie|der|£in|glie|de|rung: die; - ; -en
(meist Soziol.) erneute Aufnahme ei¬
ner Person (od. Sache) .in eine be¬
stehende Gesellschaft (od. Ordnung)
Wie|deijein|pflan|zung: die; - ; -en
(Med.> operativer Eingriff, durch den
ein zuvor (durch Gewalteinwirkung
od. chirurgisch) entferntes Körperteil
wiedereingesetzt wird
Wie|der|eln|set{zung: die; ~ ; -en 1
(Rechtsw.) gerichtliche Entscheidung,
in der auf Antrag eine versäumte
Rechtshandlung als rechtzeitig ange¬
sehen wird, wenn der Antragsteller
besondere Gründe für das Versäum¬
nis nachweisen kann (z. B. Erkran¬
kung) 2 jmdn. in ein früher innege¬
habtes Amt od. eine Funktion wie¬
dereinstellen
Wie|der|ein|stel|limg: die; - ; -en (Wirt.)
1 erneutes Einstellen einer Person
nach vorheriger Entlassung od. Kün¬
digung 2 (Rechtsw.) Beendigung eines
Gerichts-, staatsanwaltschaftlichen
Untersuchungsverfahrens o. ä.
Wie|der|einftritt: der; -(e)s;-e 1 neuerli¬
che Mitgliedschaft in einer Vereini¬
gung, einem Unternehmen o. ä. 2
[geh.] erneutes Betreten, Eintreten
Wje[der|ent|deckung (WJeJdarJentJdekJ-
kung —» Wie|der|ent|de|ckung): die;
- ; -en a) neuerliche Auffindung,
Kenntnisnahme von etw. (kulturell)
Vergessenem, kaum noch Bekanntem
b) etw., was wiederentdeckt wurde
wje|der|er|ken|nen: erkennst wieder; er¬
kanntest wieder; hast wiedererkannt
sich an jmdn., etw. erinnern, u. ihn, es
als jmdn., etw. Bestimmte(n)(s) iden¬
tifizieren
wie|der1er|obern —* auch wie|der erj-
gjbern: eroberst wieder; erobertest
wieder; hast wiedererobert —*auch
hast wieder erobert*— etw. (durch
Gewaltanwendung) zurückgewinnen,
erneut erlangen
Wiejder]er|öff|nung: die; • ; -en neuerli¬
ches Offnen (z. B. eines Geschäftes,
Restaurants, Hotels) für das Publi¬
kum, Kunden nach einer Pause,
Schließung, Renovierung
wje|der|erjstatjten: erstattest wieder; er¬
stattetest wieder; hast wiedererstattet
etw. erstatten, Syn.: rückerstatten
Wje|deijer|weckung (Wie|der|er|wek|-
kung —» Wie|der|er|we|ckung): die;
- ; -en 1 a) [geh.] das Ins-Leben-Zu-
rückholen b) das Ins-Leben-zurück-
geholt-Werden 2 (übertr.) Aktivie¬
rung eines aufgegebenen Vorhabens,
einer (aufgelösten) Organisation o. ä.
wie|der|fln|den —> auch wie|der fm|-
Obii: findest wieder; fandfejst wieder;
hast wiedergefunden —>hast wieder
gefunden*— etw. Verlorenengegan-
genes sehen, zurückbekommen
wjejder|gajbe: die; • ; -n a) Reprodukti¬
on, Vervielfältigung (eines Kunstwer¬
kes) b) Darstellung, (technische od.
künstlerische) Umsetzung von etw. c)
(Technik) Umsetzung eines Medien¬
trägers in Bild u. Ton
wie|der)ge|ben: gibst wieder; gabfejst
wieder; hast wiedergegeben 1 —» auch
wiejder gejben —>auch hast wieder
gegeben*— etw. Ausgeliehenes o. ä.
an den Eigentümer zurückgeben »Ich
gebe dir das Buch morgen wieder.« 2
vortragen; eine Darbietung geben 3
etw. (nach)erzählen 4 von etw. eine
Reproduktion, neue Ausfertigung an¬
fertigen
Wje|der|ge|burt: die; - ; -en 1 (Religion)
erneutes Geborenwerden nach dem
Tod 2 Wiederbelebung, Aktivierung
eines bereits aufgegebenen Vorha¬
bens, einer Organisation, einer ver¬
gangenen kulturellen Entwicklung
o. ä., Syn.: d> Reinkamation
wie|der|gut|ma|chen —> auch wiejder
gut|ma(chen: machst wieder gut;
machtest wieder gut; hast wiedergutge¬
macht •—>auch hast wieder gut ge¬
macht*— jmdn. für etw., einen erlit¬
tenen Schaden, eine Beleidigung o. ä.
(erneut) entschädigen
Wie|deijgutjma|chung: die; - ; -en 1
Ausgleichung eines angerichteten
Schadens 2 Geldbetrag od. sonstige
Leistung, die einen angerichteten
Schaden ausgleicht
wie|der|heijstel|len: stellst wieder her;
stelltest wieder her; hast wiederherge¬
stellt 1 a) in den ursprünglichen Zu¬
stand zurückversetzen b) in einen
(besseren) Zustand bringen »Er stellte
seinen guten Ruf wieder her.« 2 jmdn.
gesund machen, werden lassen, Syn.:
da> reparieren; (lb; 2> rehabilitieren
Wie|derfherjstel|(ung: die; - ; -en 1 a) er¬
neutes Herstellen des ursprünglichen,
besseren Zustandes b) erneutes Her¬
gestelltwerden 2 (Med.) Wiederge¬
sundmachung, -werdung (als Folge
einer Therapie)
w]eJdeijho|len > auch wie|der hojlen:
holst wieder; holtest wieder; hast wie¬
dergeholt —»•auch hast wieder ge¬
1313
wiederholen
holt*— zurückholen u. erneut an
sich nehmen
Wie|derjho|len: wiederholst; wiederhol¬
test; hast wiederholt etw. noch einmal
sagen od. tun
wie|derjho|len, sich: wiederholst dich;
wiederholtest dich;'hast dich wieder¬
holt 1 etw. Gesagtes noch einmal äu¬
ßern 2 nochmals in gleicher Form ge¬
schehen
wie[derfholt: Adj. n. stg. erneut u. nicht
zum ersten Mal geschehend; öfter,
nicht nur einmal, Syn.: mehrfach
Wte|deijho|lung: die; - ; -en erneute
Ausführung einer Tätigkeit (oft spe¬
ziell bezogen auf die erneute Aus¬
strahlung einer Fernsehsendung)
Wiejderjkäu|er der; -s; - (Zool.) Tier,
das teilweise verdaute Nahrung wie¬
der ins Maul zurückbefördert, um es
noch einmal zu kauen »Kühe sind
Wiederkäuer.«
Wie|der|kauf: der; -(e)s; -kaufe
<Rechtsw.> Eigentumserlangung
durch Kauf von etw., was einem zu¬
vor schon einmal gehört hat
WJe|der|keh(: die; * ; - 1 [geh.] Zeit¬
punkt, zu dem jmd. wieder zurück¬
kommt 2 das Zurückkommen
wie|der|keh|ren: kehrst wieder; kehrtest
wieder; bist wiedergekehrt [geh.] 1 zu¬
rück zu einem Ort, nach Hause kom¬
men 2 sich wiederholen; noch einmal
kommen, erfolgen
wie|der|kom|men: kommst wieder; ka-
m(e)st wieder; bist wiedergekommen
—*auch bist wieder gekommen*— 1
a) an einen Ort zurückkehren b)
—> auch wje|der kom|men —*auch
bist wieder gekommen*— nochmals
zu einem Ort kommen 2 —> auch
wiejder kom|men —>auch bist wie¬
der gekommen*-— (erneut) in Er¬
scheinung treten, auftreten »Diese
Chance wird nie wiederkommen.«
Wie|der|kunft: die; - ; - [geh.] das Wie¬
derkommen, Zurückkehren (zu ei¬
nem Ort)
w]e|der)sa|gen: sagst wieder; sagtest
wieder; hast wiedergesagt [ugs.;
landsch.] etw. (Geheimes, von jmdm.
im Vertrauen) über eine Person Ge¬
sagtes an diese weitergeben, -sagen
Wte|derjse|hen: das; -s; -1a) erneutes
Treffen von zwei od. mehr Personen
nach längerer Zeit b) erneutes Sehen
eines Ortes, einer Sache nach jmds.
Rückkehr 2 auf Wiedersehen: Gruß
zum Abschied 3 Wiedersehen macht
Freude: [ugs.] Anmerkung, wenn eine
Person etw. leiht, borgt, daß man den
Gegenstand auf jeden Fall zurückha¬
ben will 4 jmdm. auf Wiedersehen
sagen —» auch jmdm. Auf Wieder¬
sehen sagen: sich verabschieden
wie|der|se|hen —» wtejder se|hen:
siehst wieder; sah(e)st wieder; hast
wiedergesehen —>hast wieder
gesehen*— etw., jmdn. (nach länge¬
rer Zeit) erneut treffen, erblicken
w|e|der[se|hen —> wje|der se|hen,
siele seht euch wieder; sah(e)t euch
wieder; habt euch wiedergesehen
—>habt euch wieder gesehen*— sich
nach einer (längeren) Zeit erneut tref¬
fen » Wir werden uns erst in fünf Wo¬
chen Wiedersehen.«
Wje|deijse|hens|freu|de: die; • ; - glück¬
liche Empfindungen darüber, jmdn.
nach kürzerer od. längerer Trennung
wiederzutreffen
wje|derjum —> wie|de|rum: Adv. 1 er¬
neut; nochmals; zum wiederholten
Male »Wir trafen uns wiederum in ei¬
ner Kneipe.« 2 im Gegensatz, Ver¬
gleich dazu »Sein Freund wiederum
kam regelmäßig zu uns.«
Wte|der|veijei|ni|gtmg: die; - ; -en a)
[geh.] (feierliches) Zusammenbringen
zweier od. mehrerer zuvor getrennter
Personen, Dinge b) <Pol.> staatliche
Verbindung eines geteilten Landes zu
einem Ganzen (insbesondere der
DDR u. der BRD im Jahre 1990)
Wie|der|wahl: die; - ; -en erneutes Wäh¬
len, Gewähltwerden einer Person für
eine weitere Amtsperiode
wje|derjwäh|len —» wiejder wählten:
wählst wieder; wähltest wieder; hast
wiedergewählt —>hast wieder
ewählt*— einer Person, die einen
estimmten Posten innehat, diesen
durch eine Wahl erneut erteilen
Wie|ge: die; - ;-n 1 Bett (auf Kufen) für
einen Säugling, in dem dieser ge¬
schaukelt weiden kann 2 (Sport)
Übung in der Gymnastik, bei der
man mit dem Körper auf dem Bauch
schaukelt 3 kurz für Wiegestahl, -mes¬
ser = Instrument aus Edelstahl mit
einer leicht gebogenen Schneide mit
Zähnen, das beim Kupferstich zum
Aufrauhen der Platte benutzt wird 4
von der Wiege bis zur Bahre: [geh.]
von der Geburt an bis zum Tode, also
die ganze Lebensdauer 5 jmdm. in die
Wiege gelegt worden sein: <meist Ta¬
lent» angeboren sein 6 Eine goldene
Wiege ist nicht immer eine gute
Kinderstube: wer reich geboren ist,
besitzt nicht automatisch immer gutes
Benehmen, Auftreten, Bildung o. ä.
Wte|ge|mes|ser: das; -s; - 1 Küchenge¬
rät, scharfe, leicht gebogene Schneide
an zwei Griffen zum Zerkleinern von
Kräutern o. ä. auf einem Brett 2 In¬
strument aus Edelstahl mit einer
leicht gebogenen Schneide mit Zäh¬
nen, das beim Kupferstich zum Auf¬
rauhen der Platte benutzt wird
wtejgen: wiegst; wiegtest; hast gewiegt 1
a) etw., jmdn. in einer Wiege od. in
den Armen hin- u. herbewegen,
schaukeln »Sie wiegte das Baby.« b)
etw., jmdn. leicht schaukeln 2 mit ei¬
nem Wiegemesser zerkleinern »Pe¬
tersilie, Schnittlauch wiegen«
wtejgen: wiegst; wog(e)st; hast
gewogen 1 a) mit einer Waage feststel¬
len, wieviel etw., jmd. wiegt, wieviel
Gewicht etw., jmd. hat »Ich habe das
Mehl schon gewogen.« b) ein Gewicht
haben, aufweisen »Er wog 83 kg.« 2
<übertr.> [geh.] eine gewisse Bedeu¬
tung haben; Beachtung finden »Die¬
ses Argument wiegt nicht viel.«
wtejgen, sich: wiegst dich; wiegtest dich;
hast dich gewiegt schaukelnde Bewe¬
gungen ausführen
wielgen, sich: wiegst dich; wogst dich;
hast dich gewogen sein Gewicht auf ei¬
ner Waage feststellen
Wie|gen|fest: das; -(e)s; -e [geh.] (Jah¬
restag, Jubiläum des) Geburtstages)
Wte|gen|lied: das; -(e)s; -er Lied, das
(besonders Kleinkindern) zum Ein¬
schlafen vorgesungen wird
wie|hern: wieherst; wiehertest; hast
gewiehert 1 (Pferd) meist laute, höhere
Töne hervorbringen 2 [ugs.] laut la¬
chen; beim Lachen dem Wiehern (1)
ähnliche Töne hervorbringen
wje|nern: wienerst; wienertest; hast ge¬
wienert [ugs.] besonders sorgfältig
putzen, bearbeiten, bohnern
Wte|se: die; - ; -n 1 Fläche, die mit Gras
bewachsen ist »Die Kinder spielen auf
der Wiese.« 2 auf der grünen Wiese:
auf unbebautem, außerhalb der (In¬
nenstadt liegendem Boden, Gelän¬
de
Wie|sel: das; -s; - 1 zu der Gattung der
Marder gehörendes, kleineres Raub¬
tier mit bräunlich-rötlichem Rücken¬
fell u. weißem Bauchfell 2 schnell,
flink wie ein Wiesel: sehr schnell 3
schlau wie ein Wieset: sehr schlau
wie|sel|flinlc Adj. n. stg. äußerst ge¬
schickte, schnelle Bewegungen ma¬
chend; sehr schnell
wte[seln: wieselst; wieseltest; bist gewie-
selt [ugs.] sich durch schnelle u. ge¬
schickte Bewegungen fortbewegen
Wie|sen|blu|me: die; - ; -n Blume, die
auf Wiesen wächst, die besonders ar¬
tenreich auf wildbewachsenen Flä¬
chen zu Anden ist
wiejso: Adv. 1 interrogativ warum; aus
welchem Grund; weshalb »Wieso
kommst du so spät?« 2 relativisch [sel¬
ten] warum; aus welchem Grund;
weshalb »Ich sagte ihm, wieso ich zu
spät kam.«
wtejviel —*■ wte viel: Adv. (meist inter¬
rogativgebraucht) in welcher Anzahl;
welche Menge aufweisend; gibt ein
(unbestimmtes) Maß an »Wieviel
Brot soll ich dir mitbringen?«
wte|vie|ler|lej: Adv. (meist interrogativ
gebraucht) wie viele verschiedene
»Wievielerlei Gerichte, Gänge gab es
bei dem Menü?«
wie|viel|mal: Adv. (meist interrogativ
gebraucht) wie oft »Wievielmal hast
du ihn schon angerufen?«
wiejweib Adv. (meist interrogativ
gebraucht) Einleitung eines indirek¬
ten Fragesatzes; inwiefern »Ich kann
nicht einschätzen, wieweit er mich ver¬
standen hat.«
Wigjwam: tlndian. Spr.-engh der; -s; -s
(runde(s)) Zelt od. Hütte der nord¬
amerikanischen Indianer
Wi]king: der; -s; -er/Wj|kin|ger. der; -s; -
<hist.> Angehöriger eines seefahren¬
den altnordischen Volksstammes
Wi[kin|gerjschiff: das; -(e)s; -e <hist.>
Kriegsschiff, von schlanker Form,
das von den Wikingern benutzt wur¬
de, mit Segel- u. Ruderantrieb
Wild: das;-(e)s; - <Jagd> 1 a) Gesamtheit
der freilebenden, nicht domestizierten
Tiere, die häuAg Jagdbeute darstellen
b) Einzeltier aus einem Rudel 2 (Spei¬
se) (zubereitetes) Fleisch von wildle¬
benden Tieren
w]ld: Adj. wilder; wildeste 1 n. stg. frei in
der Natur lebend u. entstehend a)
<Pflanze> nicht vom Menschen ge¬
züchtet od. angebaut »wilder Reis« b)
<Tier> nicht gezähmt 2 (Mensch) [ab¬
wert.] sich auf einer als niedrig bewer¬
1314
Wind
teten Zivilisationsstufe befindend
»wilde Völker im afrikanischen
Busch« 3 a) sehr lebhaft »Die Kinder
toben wild.« b) heftig in der Reaktion,
Bewegung »wild um sich schlagen« 4
a) nicht vom Menschen bearbeitet,
geplant, überschaubar »die wilde Na¬
tur« b) n. stg. (von offizieller Stelle)
nicht erlaubt; nicht regelgerecht »wil¬
des Campen ♦ ein wilder Streik« 5 n.
stg. <Bergbau> taub; unergiebig 6 halb
so wild: [ugs.] das macht doch nichts;
das ist nicht schlimm 7 auf jmdn. od.
etw. wild sein: [ugs.] etw. unbedingt
besitzen wollen, es sich sehr wün¬
schen; eine Person besonders gern
mögen (u. sexuell begehren)
—v wild le|bend: s. wildlebend
—*. wild wachsend: s. wildwachsend
Wlld|bahn: die; - ; - in der Wendung
freie Wildbahn; in freier Wildbahn:
ungestörter Lebensbereich wildleben¬
der Tiere
Wild|be|stand: der; -(e)s; -stände Ge¬
samtheit aller vorhandenen wildle¬
benden Tiere in einem Gebiet
Witdjbret: das; -s; - 1 [geh.] (zubereite¬
tes) Fleisch vom Wild 2 [veralt.] Tier
eines wildlebenden Rudels
Witd]dieb: der;-(e)s; -e weibl. Wi)d|die[-
bin: die; - ; -nen Person, die ohne
Jagdberechtigung Wild erlegt
WH|de: der u. die; -n; -n (mit unbestimm¬
tem Art.: ein Wilder; eine Wilde; zwei
Wilde) 1 [veralt.; abwert.] Angehöri¬
ge^) einer (aus Sicht des Sprechers)
unzivilisierten Gesellschaft, Kultur 2
Person, die sich unbändig u. unange-
paßt verhält
Wi)d|enfte: die; - ; -n (meist Stock-)
"Ente, die wild, in freier Wildbahn lebt
Wil|de|rer: der; -s; - weibl. Wil[dejrin:
die; - ; -nen Person, die ohne Jagdbe¬
rechtigung Wild erlegt
wil|dern: wilderst; wildertest; hast
gewildert a) unerlaubterweise jagen b)
unerlaubterweise Wild erlegen (auch
durch Hunde u. a. Haustiere)
Wildffang: der; -(e)s; -fange 1 Kind, das
sehr lebhaft ist 2 in Freiheit geborenes
Tier, das aus der freien Wildbahn, aus
seinem natürlichen Lebensraum ge¬
holt, eingefangen u. als Haustier in
den Handel gebracht wird
wildfremd: Adj. n. stg. «meist Persom
durch nichts, in keiner Weise bekannt
wild|lejbend —» wild le|bend: Adj. n.
stg. in freier Wildbahn lebend; nicht
gezähmt
Wildjle|der: das; -s; -1 Leder mit rauher,
aber weicher, samtartiger Oberfläche
2 aus Häuten, Fellen von Wild gefer¬
tigtes Leder
Wildjnis: die; - ; -se unbebautes Gebiet,
das natürlich geblieben ist; Land im
natürlichen Zustand
Wildfpferd: das; -(e)s; -e in der Wildnis
frei lebendes Pferd
Wild|sau: die; - ; -Säue f wildlebendes
weibliches Schwein 2 aus Nordafrika
stammendes weibliches Schwein mit
schwarzen Borsten
Wild|scha|den: der; -s; -schaden 1 Scha¬
den an Wald, bewirtschafteten Fel¬
dern o. ä., der durch Wildtiere verur¬
sacht wird 2 «Versicherungswo bei ei¬
nem Verkehrsunfall mit einem Wild
an einem Kraftfahrzeug entstandener
Sachschaden
Wildschwein: das; -(e)s; -e 1 wildle¬
bendes Schwein 2 aus Nordafrika
stammendes Schwein mit schwarzen
Borsten
wild|wach|send —* wild wachjsend:
Adj. n. stg. in freier Natur wachsend,
vorkommend; unkultiviert
Wildjwechjsel: der; -s; -1 Weg, den das
Wild zum Ort der .Nahrungsaufnah¬
me o. ä. nimmt 2 Überquerung einer
Straße o. ä. durch das Wild
Wiid|west|film: der; -(e)s; -e Spielfilm,
der im (19. Jhd. im) Wilden Westen
der USA spielt, Syn.: Western
wiid]wüch|sig: Adj. a) n. stg. in freier
Natur wachsend, vorkommend b) un¬
kultiviert
Wll|le/Wil|len: der; Willens; Wülen (PI.
's.) 1 "selbst getroffene(r) Wunsch,
Entscheidung 2 der Letzte Wille —»
der letzte Wille: Testament, in dem
eine Person schriftlich bekundet hat,
was nach ihrem Tod mit Besitz usw.
geschehen soll, wer was erben soll 3
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg:
eine Möglichkeit, etw. zu tun, errei¬
chen, helfen o. ä. gibt es, findet man
immer (wenn man nur will)
wii|len: Präp. in der Wendung um jmds./
einer Sache willen; jradm. od. etw.
zuliebe
wi(|len|los: Adj. n. stg. ohne eigenen, ge¬
äußerten Willen
wjl|lens: Adj. n. stg. [geh.] bereit, gewillt,
etw. (in einer bestimmten Weise) zu
tun
Wil|tens|akt: der; -(e)s; -e Handlung,
die auf einem bewußten Entschluß
beruht
Wil|lens|äu|ße|nmg: die; - ; -en Zeichen
(Gesagtes od. Gebärde), das einen
Entschluß deutlich macht
Wililens|bil|dung; die; -; -en Entschluß-
"fassung hinsichtlich individueller od.
gemeinschaftlicher Interessen
Wil|lens|er]klä|rung: die; - ; -en
«Rechtsw.) auf eine Rechtswirkung
abzielende private Willensäußerung
einer Person im Rechtsverkehr
Wil|lens|frei|heit die; - ; - «Theologie;
Philosophie) Eigenschaft einer, jeder
Person, etw. nach eigenem Entschluß,
Willen zu tun
Wil|len$|kraft: die; - ; - Fähigkeit, einen
Entschluß zu fassen u. durchzusetzen,
sich auf ein Ziel bis zur Erreichung zu
konzentrieren
wi)|lens|schwach: Adj. willensschwä¬
cher; willensschwächste über geringe,
wenig Willenskraft verfügend
wil|lens|stark: Adj. willensstärker;
willensstärk(e)ste über sehr viel, star¬
ke Willenskraft verfügend
wil|lent|lich: Adj. n. stg. [geh.] einem ei¬
genen Entschluß folgend; absichtlich
willjfäh|rig: Adj. 1 [geh.; abwert.] gefü¬
gig; (gegen die eigenen Wünsche) an¬
deren zu deren Nutzen behilflich 2
[geh.; veralt.] sexuellen Wünschen ei¬
nes (höhergestellten, mächtigen)
Mannes nachkommend
wiljlig: Adj. bereit, etw. zu tun »Sie half
willig mit.« Ant.: unwillig; widerwillig
Wilt|kom[men: das u. [selten] der; -s; -
[geh.] Begrüßung
will|kpm|men: Adj. 1 a) erwünscht, gele¬
gen erfolgend b) gern gesehen 2 jmdn.
willkommen IteiBen: jmdn. besonders
herzlich empfangen
WIHJkomimensIgruB: der; -es; -grüße
sprachliche Formel als Ausdruck der
Verbundenheit, Begrüßung bei jmds.
Ankunft
Will[kgm|mens|trunk: der; -(e)s; -trän¬
ke Getränk, das zur Begrüßung ser¬
viertwird
Will|ktir: die; - ; - rücksichtslose, selbst¬
herrliche, egoistische, nicht von ge¬
sellschaftlichen, ethischen Regeln ge¬
rechtfertigte Verhaltensweise
will|kürjlich: Adj. a) ohne Rücksicht auf
andere; ohne soziale, ethische Be¬
gründung b) wahllos; ohne System
Witl|kür|maß|nah|me: die; - ; -n ethische
Regeln nicht achtende, rücksichtslose
Handlung, Maßnahme
wimjmeln: wimmelst; wimmeltest; hast
gewimmelt [ugs.] 1 sich äußerst
schnell in großer Zahl scheinbar ziel¬
los hin u. her bewegen 2 gefüllt sein
von einer sich lebhaft durcheinander¬
bewegenden Menge
wim|mem: wimmerst; wimmertest; hast
gewimmert vor Schmerz o. ä. leise
Klagelaute hervorbringen
Wim|pel: der; -s; - kleine (dreieckige)
"Fahne (z. B. als Kennzeichen eines
Sportvereins)
Wim|per: die; -; -n 1 Haar am Rand des
Augenlids 2 <Bio.> der Aufnahme von
Nahrung, der Ausscheidung od. der
Bewegung dienender Protoplasma¬
fortsatz 3 mit den Wimpern klim¬
pern: [ugs.] <Frau> die Augenlider he¬
ben u. senken (mit dem Ziel, Männer
mit Blicken anzulocken) 4 ohne mit
der Wimper zu zucken: ohne eine Re¬
gung zu zeigen
Wim|pern|tu|sche: die; - ; -n Färbemit¬
tel für Wimpern, das mit einer klei¬
nen, runden Bürste aufgetragen wird,
um sie länger u. dicker erscheinen zu
lassen
Wim|perftier|chen: das; -s; - <Bio.> Ein¬
zeller, der mit kurzen, feinen Wim¬
pern, die der Nahrungsaufnahme u.
Fortbewegung dienen, bedeckt ist
Wind: der; -(e)s; -e 1 a) Luftbewegung
(außerhalb von Gebäuden), die spür¬
bar ist »Der Wind fegte durch ihr
Haar.« b) in der Orgel durch den Bla¬
sebalg o. ä. erzeugter Luftstrom c)
«Metallverarbeitung) in den Hoch¬
ofen eingeleitete sauerstoffreiche,
warme Luft d) [verhüll.] Gasabsonde¬
rungen des Darmes durch den After;
Erleichterung bei Blähungen (bei
Mensch u. Tier); Pups 2 bei Wind u.
Wetten immer, egal, ob gutes od.
schlechtes Wetter herrscht, ob es
stürmt od. regnet usw. 3 in den Wind
reden: zu jmdm. sprechen, der nicht
zuhört, nicht zuhören will 4 jmdm.
den Wind aus den Segeln nehmen:
einer Person die Grundlage für eine
Handlung (gegen einen) nehmen 5 a)
viel Wind machen: [ugs.] angeben;
übertreiben b) viel Wind um etw.
machen: [ugs.] wegen etw. eine(n) un¬
angemessene^) Aufregung, Wirbel
verursachen 6 der Wind hat sich
gedreht: es besteht eine veränderte
Sach-, Stimmungslage 7 merken, wo¬
1315
Windabweiser
her der Wind weht: [ugs.] begreifen,
was los ist, was geschieht 6 (ach,) da¬
her pfeift, weht der Wind: [ugs.] daher
kommt es; so ist es also 9 in alte (vier)
Winde: völlig ver-, zerstreut 10 von
etw. Wind bekommen: [ugs.] über
etw. Informationen erhalten 11 es
weht ein scharfer Wind: es sind
schwierige Zeiten (angebrochen) 12
frischer Wind: neuer Elan; neue An¬
regung 13 gegen den Wind segeln:
gegen die allgemeine Einstellung, An¬
sicht handeln 14... weht ein anderer,
scharfer, schärferer Wind: [ugs.] ...
wird es energischer gehandhabt 15
etw. in den Wind schlagen: [ugs.] auf
einen (guten) Rat nicht reagieren, ihn
sorglos nicht berücksichtigen 16 wie
der Wind: blitzschnell »Das Gerücht
verbreitete sich wie der Wind.« 17 sich
den (frischen) Wind um die Nase,
Ohren wehen, pfeifen lassen: 1. nach
draußen, Spazierengehen 2. Erfahrun¬
gen in der Welt u. im Leben sammeln
18 wer Wind sät, wird Sturm ernten:
eine Person, die Unruhe stiftet, hat
mit heftigen, unkalkulierbaren Fol¬
gen zu rechnen 19 etw. in den Wind
schreiben: [ugs.] etw. als Verlust be¬
trachten 20 Das ist Wind für meine
Segel: das kommt mir gerade recht,
gelegen 21 Fehlt es an Wind, so greife
zum Ruder, es gibt mehrere Möglich¬
keiten, versteife dich nicht nur auf
eine, werde selbst aktiv
Windjab|weijser der; -s; - a) Blende
aus Plexiglas o. ä., die am Auto befe¬
stigt ist, um den Fahrtwind bei geöff¬
netem Dach od. Fenster abzuleiten b)
(abbaubare) Windschere, Blende aus
Stoff od. anderem Material, die unan¬
genehmen Wind abhält
W|nd|beu|tel: der; -s; - 1 <Speise> mit
Sahne gefülltes Gebäck 2 [ugs.] unzu¬
verlässige Person
W]nd|bö/Wind|böe: die; ~ ; -böen einzel¬
ner, heftiger Windstoß
Win|de: die; - ; -n 1 Gerät, um schwere
Lasten, Gegenstände leichter bewe¬
gen zu können 2 Kletterpflanze mit
weißen od. rosafarbenen, trichterför¬
migen Blüten
Windjei: das; -(e)s; -er 1 Ei, das keine
Schale hat, sondern nur von einer
Haut umgeben ist 2 a) unbefruchtetes
Ei b) <übertr.> [abwert.] etw., was
nicht zu verwenden, ein Mißerfolg ist
3 <Med.> in frühem Stadium abgestor¬
bener, nicht lebensfähiger Embryo
Win|del: die; - ; -n 1 Tuch o. ä. aus Stoff
od. Zellstoff u. Kunststoff, das einem
Menschen zur Aufnahme von Kot u.
Urin um den Unterleib gelegt wird,
der aufgrund seines (geringen od. ho¬
hen) Alters od. Krankheit keine Toi¬
letten benutzen kann 2 noch in den
Windeln Hegen, stecken: noch nicht
fortgeschritten, ausgereift, sondern
am Anfang sein
win|deln: windelst; windeltest; hast ge¬
windelt jmdn., ein Kleinkind in Win¬
deln einwickeln
win|del|weich: Adj. n. stg. 1 [ugs.; meist
abwert.] alles hinnehmend 2 viel zu
weich; nichtssagend
win|den: windest; wand(ejst; hast ge¬
wunden 1 a) aus mehreren Einzelteilen
durch Drehen, Wickeln o. ä. ein Gan¬
zes entstehen lassen »einen Kranz aus
Blumen u. Gräsern winden« b) etw. um
etw. wickeln »Sie wanden sich Tücher
um die Köpfe.« 2 jmdm. etw. mühsam,
gegen dessen Willen aus der Hand
nehmen 3 eine Last mit einer Winde
an einen Ort bewegen
winjden: windet; windete; hat gewindet 1
einen (natürlichen) Luftzug aufwei¬
sen 2 <Jagd> Witterung von einem
Wild o. ä. aufnehmen
win|den, sich: windest dich; wand(e)st
dich; hast dich gewunden 1 a) den Kör¬
per hin u. her drehen »Sie windet sich
vor Schmerzen.« b) den Körper hin u.
her drehen u. sich so fortbewegen 2 a)
in schlängelnder Form verlaufen b) in
schlängelnder Form angebracht sein
»Die Straße windet sich den Berg
hinauf.« 3 a) Ausflüchte machen; ver¬
suchen, keine klare, eindeutige Aus¬
sage zu machen »Bei der Vernehmung
wand sie sich gut aus den Schwierigkei¬
ten.« b) sich winden, krümmen wie
ein Aal: versuchen, sich aus einer un¬
angenehmen Situation zu befreien
Windjenerjgie —*■ Windle|ner(gie: die;
- ; - Energie, die dürcn die Nutzung
des Windes, der dem Wind innewoh¬
nenden Kraft gewonnen wird
Win|des|ei|le: die; - ; - in der Wendung
in, mit Windeseile: sehr schnell; in ei¬
nem sehr kurzen Zeitraum
Wind|fang: der; -(e)s; -fange 1 <Archit.>
a) zur Vermeidung des Eindringens
kalter Luft an Türen errichteter Vor¬
bau b) zwischen Haus- u. Windfang-,
Vorbautür gelegener kleiner Raum 2
(Jagd) Nase des Schalen wilds
wind|ge|schützt: Adj. windgeschützter;
windgeschützteste so geartet, ange¬
legt, daß es für Wind nicht, nur
schwer zugänglich ist
Windfhojse: die; - ; -n <Meteorologie>
wirbelnder Sturm auf engem Raum,
der große Mengen Sand, Staub o. ä.
bis weit in die Atmosphäre nach oben
saugt
Windjhund: der; -(e)s; -e 1 extrem
schlanker Hund mit langen Beinen,
einem schmalen langen Kopf u. seidi¬
gem Fell, der sehr schnell laufen kann
2 [ugs.; abwert.] Mensch (meist auf
Männer bezogen), der unzuverlässig
u. leichtsinnig ist
winjdig: Adj. 1 <Wind; Luft> ständig,
stark wehend 2 [ugs.; abwert.] nicht
überzeugend; zweifelhaft
Windtfacke (Wind|jakjke —> Wind|ia|-
cke): die; - / -n stabile, gegen unange¬
nehmen Wind u. andere Witterungs¬
einflüsse schützende Jacke
Windjiamjmer. der; -s: - großes Segel¬
schiff
Wind|ka|nal: der; -(e)s; -kanäle 1 Tech¬
nik) tunnelartige Vorrichtung, in der
künstlich Wind, Luftwiderstand er¬
zeugt wird, um den Strömungswert,
die Windschlüpfrigkeit von Flugzeu¬
gen, Autos o. ä. zu untersuchen 2 (Or¬
gel) Holzröhre, durch die der Luft¬
strom aus dem Gebläse in den Wind¬
kasten, Speicherbehälter für Luft ge¬
leitet wird
Windjlicht: das; -(e)s; -er (Glas-)Behäl-
ter mit einer Kerze, die darin windge¬
schützt ist
Windfmüh|le: die; - ; -n <hist.> Bauwerk
(mit runder Grundfläche), mit durch
Wind anzutreibenden großen Flü¬
geln, zum Mahlen von Getreide u. ä.
Wind|müh|lentflü|gel: der; -s; - einzel¬
ner Flügel, Windfanger einer Wind¬
mühle
Wind)pocken (Wind|pok|ken —» Wind|-
po|cken): die (PI.) <Med.> anstecken¬
de Kinderkrankheit, die sich in roten,
stark juckenden Flecken u. Bläschen
äußert
Wind|rad: das; -(e)s; -rüder propellerar-
’tige, auf einem hohen Gestell ange¬
brachte Anlage, Vorrichtung, die
durch den Wind angetrieben wird (als
Instrument zur Energiegewinnung)
Wind|rich|tung: die; - ; -en Richtung,
aus der der Wind weht
Wind|ro|se: die; - ;■ -n (meist Kompaß)
mit einer Einzeichnung der Himmels¬
richtungen versehene kreisrunde
Scheibe (die oft auch Gradeinteilun¬
gen am Rand aufweist)
Wjndfsack: der; -(e)s; -sacke die Wind¬
stärke andeutender u. die Windrich¬
tung anzeigender, an einem Mast be¬
festigter Sack, dessen Eintrittsöff¬
nung durch einen (Metall-)Ring of¬
fengehalten wird
Wind|schat|ten: der; -s; ~ dem Wind
äbgewandte Seite; Bereich, der wind¬
geschützt ist
windfschief: Adj. 1 n. stg. durch den
Wind schief geworden 2 [oft abwert,
od. scherzh.] nicht richtig aufrecht,
nicht gerade
wind|schlüp)fig: Adj. dem Wind wenig
Widerstand bietend; aerodynamisch
geformt
wind|schnitjtig: Adj. dem Wind wenig
Widerstand bietend; aerodynamisch
geformt
Wind|schutz|schei|be: die; - ; -n vorde¬
re Fensterscheibe eines Kraftfahrzeu¬
ges, Autos
Wlnd|spiel: das; -(e)s; -e 1 italienischer
Windhund, der relativ klein u. zierlich
ist 2 Arrangement aus freihängenden
Klangkörpern, die bei Luftbewegung
ein Klanggebilde erzeugen
Wind|stär|ke: die; - ; -n Grad, Intensi¬
tät, Maßeinheit der Geschwindigkeit
des Windes
wjnd|still: Adj. (fast) ohne Wind; keine,
wenig Luftbewegung aufweisend
Wind|stil|le: die; ~ ; - 1 Zustand (fast)
ohne Wind, Luftbewegung 2 (übertr.)
Ruhe
Wind|stoB: der; -es; -stoße kurzer u. hef¬
tiger Wind
Wind|sur|fen: <engh das; -s; - Sportart,
bei der man stehend auf einem mit ei¬
nem Segel ausgerüsteten Brett durch
Ausnutzung des Windes über das
Wasser gleitet
wind|sur|fen: <engl.> nur im Infinitiv u.
im Partizip II, Perfekt gebraucht: bist/
hast windgesurft auf einem Surfbrett
über das Wasser gleiten
Wind|sur|fing: <engb das; -s; - Segeln
auf einem Surfbrett; Sportart, bei der
man stehend auf einem mit einem Se¬
gel ausgerüsteten Brett durch die
Ausnutzung des Windes über das
Wasser gleitet
Win|dung: die; ~ ;-en 1 Biegung, Krüm¬
mung von etw., oft einer Straße o. ä. 2
B16
Wirbelsäule
mit Krümmungen) verbundene Be¬
wegung
Wmlc der; -(e)s; -e 1 Bewegung mit der
"Hand; Geste, Hinweis, mit dem
jmdm. ein Zeichen gegeben wird 2
Äußerung, mit der jmdm. ein Zeichen
gegeben wird, Syn.: <2> Andeutung;
Hinweis; Tip
Win|kel: der; -s; ~ 1 <Math.> (Maß zwi¬
schen) zwei sich in einem Punkt
schneidende(n) Linien 2 von zwei
Wänden, die von einem Punkt ausge¬
hen, gebildete Ecke 3 <Milit.> spitz zu¬
laufender Aufnäher auf Uniformen
als Dienstrangabzeichen 4 [landsch.]
spitz zulaufender Riß in einem Stoff,
Kleidungsstück S [ugs.j weit entfern¬
ter, einsamer Ort »In welchem Winkel
der Erde habt ihr euch denn verkro¬
chen?« 6 toter Winkel: Bereich, den
man (mittels des Außenspiegels an ei¬
nem Fahrzeug) nicht einsehen od.
überblicken kann
Win|kel|ad|vo|kat: der; -en; -en weibl.
Win|kel|ad|vojka|tm: die; - ; -nen [ab¬
wert.] Anwalt/Anwältin, der/die die
Interessen seiner/ihrer Mandanten
auch mit unehrenhaften Methoden
vertritt
Win|kel|ei|sen: das; -s; - <Technik> 1
Stahlstück, das einen Längswinkel
aufweist 2 als Beschlag von Ecken
dienendes Eisenstück
win|ke|lig/wink|tig: Adj. mehrere Win¬
kel, Verwinkelungen aufweisend
Wln|kel)mesjser: der; -s; ~ -Technik)
Gerät, mit dem Winke! bestimmt, ge¬
messen werden können
Win|kel|zug: der; -(e)s; -Züge zur
Durchsetzung, Erreichung eines be¬
stimmten Zieles eingesetzte, raffi¬
nierte (oft moralisch, juristisch nicht
einwandfreie) Handlungsweise)
win|ken: winkst; winktest; hast gewinktI
[ugs.j gewunken die erhobene Hand
od. einen Gegenstand (z. B. ein Ta¬
schentuch) zum Gruß od. als Zeichen
für jmdn. hin- u. herbewegen
wlnk|lig/win|ke[lig: Adj. mehrere Win¬
kel, Verwinkelungen aufweisend
Winsch: die; - ; -en [seemannssprl.J von
Hand od. mittels eines Motors betrie¬
bene Winde, die der Anhebung von
Gegenständen od. der Zugkrafter¬
leichterungdient
Wln|8e|iei: die; - ; -en [abwert.] langan¬
haltendes Jammern, Ausstößen kla¬
gender Laute o. ä.
winjseln: winselst; winseltest; hast
gewinselt 1 <Tier; Mensch) klagende
Laute hervorbringen 2 dibertr.) [ab¬
wert.] unterwürfig um etw. bitten,
betteln
Winfter. der; -s; - (auf der nördlichen
"Halbkugel ca. am 20.12. beginnende,
gewöhnlich kälteste) Jahreszeit zwi¬
schen Herbst u. Frühling
Winfteijabend —* Winfter|a|bend: der;
-(e)s; -e Abend eines Wintertages
Winftorjan|fang: der: -(e)s; -anfange Be¬
ginn des Winters (auf der nördlichen
Halbkugel ca. am 20. Dezember)
Winfterjfell: das; '(e)s; -e Behaarung
"vieler Säugetiere im Winter, die dich¬
ter u. länger ist als im Sommer, um
gegen die Kälte zu schützen
win|terjfest: Adj. n. stg. 1 gegen Kälte u.
Witterungseinflüsse schützend; geeig¬
net für den Gebrauch bei Kälte 2
<Pflanze> in der Lage, sehr kaltes Wet¬
ter gut zu überstehen
Win|tertgar]t«n: der; -s; -gärten Raum
(meist mit Glaswänden u. auch mit
Glasdach) als Anbau an einem Haus,
einer Wohnung
Winjtetjkleid: das;-(e)s; -er 1 einteiliges
Damenoberbekleidungsstück, Kleid,
das warm genug ist, um es im Winter
tragen zu können 2 a) Behaarung vie¬
ler Säugetiere, die im Winter äußerst
dicht u. lang ist, um gegen die Kälte
zu schützen b) anders als im Sommer
gefärbtes Gefieder von Vögeln als
Anpassung an Schnee
Win|terjkleijdung: die; - ; - Bekleidung,
die winterfest, wärmend genug bei
kalter Witterung ist
Win|ter]landfschaft: die; - ; -en Land¬
schaft, die mit Schnee bedeckt ist
winfterjlich: Adj. 1 typisch für die Win¬
terzeit; dem Winter zuzuordnen 2 ge¬
eignet für den Winter“das Wetter im
Winter
W[n|terjmanttel: der; -s; -mäntel für kal¬
te Monate vorgesehener, gut wär¬
mender Mantel
Wjn]terjolym|pia|de —> Win|ter|o|lym|-
pi|a|de: die; - ; -« olympische Winter¬
spiele; bestimmte internationale Ver¬
anstaltung mit Wettkämpfen in den
Wintersportarten
Winjtarjquaijtien das; -(e)s; -e 1 <Milit.>
"Unterkunft von Truppen während
des Winters 2 im Winter von Tieren
aufgesuchter Ort
W[n|ter|rei|fen: der; -s; - Autoreifen mit
"besonders grobem, ausgeprägtem
Profil, für winterliche Straßenverhält¬
nisse gedacht
Wm(tor[ru|he: die; - ; - <Zoob während
der Wintermonate eintretender (gele¬
gentlich zum Fressen unterbroche¬
ner) Ruhestand einiger Säugetiere
win|ters: Adv. während der Winterzeit
Wjnjter)schlaf: der; -(e)s; - <Zool.> bei
Tieren eintretende schlafahnliche
Verfassung, in der die kalte Jahreszeit
verbracht wird
Win]teijachluß|verfkauf —» Wlnjterj-
schiuss|ver|kauf: der; -(ejs; - <Wirt.>
Ausverkauf (der Winterartikel, -mo¬
de) am Ende der Wintersaison zu
niedrigen Preisen
Winjter)se|me|ster —* Win|terj8e|mes|-
ter: das; -s; - das von Oktober bis En¬
de März dauernde Studienhalbjahr
Win]terjson|nen|wen|d6: die; ~ ; - (auf
der nördlichen Halbkugel) ca. der
21./22. Dezember, an dem die Sonne
ihren tiefsten Stand erreicht hat, der
Tag am kürzesten ist
Wfn]teijspie|le: die (PL) Teil der Olym¬
pischen Spiele, dessen Wettkämpfe
im Winter, mit Wintersportarten ab¬
gehalten werden
Wfnjteijsport: der; -(e)s; - Sportart, die
auf Eis od. Schnee stattfindet
win|teijtaugjlich: Adj. geeignet für
Schnee, tiefe Temperaturen
Win|terjzeit: die; - ; -1 a) kälteste Jah¬
reszeit, auf der nördlichen Halbkugel
etwa von November bis Februar b)
kalendarischer od. meteorologischer
Winter von Dezember bis März 2
[ugs.] Zeit, in der die Uhren laut der
geltenden Zeitzone eingestellt sind (u.
nicht eine Stunde vorgestellt, wie in
vielen Staaten im Sommer )
Winfzer: dat.r der; -s; - weibl. Wlnjze]-
rin: die; ~ ; -nen Person, die ein Wein¬
gut betreibt, Wein herstellt
Winjzer|ge|nos|sen|achaft: die; - ; -en
Genossenschaft, in der sich Weinbau¬
ern zur gemeisamen Produktion u.
Vermarktung ihrer Weine zusam¬
mengeschlossen haben
win|zig: Adj. sehr klein »In der Bluse ist
ein winziges Loch.« Ant.: riesig
Win|zig|kelb die; - ; -en 1 äußerst klei¬
ner Zustand 2 [ugs.] Sache, die über¬
haupt nicht von Bedeutsamkeit ist
Winzjling: der; -s; -e [ugs.] Person od.
Sache, die im Verhältnis zu anderen
Vertretern ihrer Gattung äußerst
klein ist
Wip|fel: der; -s; - oberster Teil eines
großen Baumes
Wipfpe: die; - ; -n (Spiel-)Gerät für zwei
(od. mehr) Personen, bestehend aus
einem langen, schmalen Brett, das in
der Mitte auf einer Stütze aufliegt,
auf dem man sich auf- u. abbewegen
kann, indem man sich auf den Enden
sitzend abwechselnd vom Boden ab¬
stößt
wiplpen: wippst; wipptest; hast gewippt
(auf einer Wippe) auf u. ab schwingen
»Sie wippte mit dem Fuß.«
wir: Personalpron. 1. Pers. PL steht für
eine Gruppe, der der Sprecher/die
Sprecherin angehört, in die er sich
einschließt
Wiijbel: der; -s; - 1 etw., was um einen
sich in der Mitte befindenden Punkt
schnell kreist »Die Wirbel in dem Fluß
sind gefährlich.« 2 a) <Anat.> Glied,
Knochenring der Wirbelsäule b) in
anderer Richtung verlaufender Haar¬
ansatz 3 dibertr.) große Aufregung
»viel Wirbel um nichts« 4 schnelle
Aufeinanderfolge (von Geräuschen)
Die berühmte Sängerin wurde mit ei¬
nem (Trommel-) Wirbel begrüßt.« S
kleiner, drehbarer Knebel für die Sai¬
ten an Saiteninstrumenten
wi«jbejtig: Adj. a) von großer Lebhaftig¬
keit; erfüllt mit Unruhe; quirlig »Sein
Sohn ist ein wirbeliges Kind.« b) [ugs.]
Kennzeichen hektischen Treibens ha¬
bend
wlrfbeln: wirbelst; wirbeltest; bistjhast
gewirbelt 1 a) bist sich in schnell um
einen Mittelpunkt kreisenden Bewe¬
gungen bewegen »Die Abgase wirbeln
aus den Auspuffrohren.« b) bist sich
mit heftigen, schnellen Bewegungen
fortbewegen c) ist wechselnde, nicht
strukturierte Gedanken haben »Die
Einzelheiten des Gespräches wirbeln
mir noch immer durch den Kopf.« 2
bist sich flink fortbewegen; sehr aktiv
sein 3 hast die Ortypränderung von
etw. od. jmdm. in schnellen, wirbeli¬
gen Bewegungen bewirken »Er wir¬
belt seine Partnerin durch den ganzen
Tanzsaal.« 4 hast schnell aufeinander¬
folgende Trommeltöne o. ä. erklingen
lassen
Wlijbel|säu|le: die; - ; -n <Anat.> aus be¬
weglich miteinander verbundenen
Wirbeln bestehender Teil des Ske¬
letts, der den Körper von Wirbeltie¬
ren, Menschen stützt, Syn.: Rückgrat
1317
Wirbelsturm
Wirfbe!|sturm: der; -(e)s; -stürme sehr
starker Wind mit zerstörerischer
Kraft, Syn.: Orkan
Wir]bel)tier das; -(e)s; -e <Zooi.>
höchstentwickeltes Tier, das in die
Gruppe der 'niederen’ (z. B. Fische,
Kriechtiere) od. 'höheren' (Vögel,
Säugetiere) Wirbeltiere eingeteilt wer¬
den kann, da es ein Innenskelett hat
Wirjbe!|wind: der; ~(e)s; -e 1 Wirbel,
kreisförmig wehende, starke Bewe¬
gungen produzierender Wind von äu¬
ßerster Heftigkeit, der große Schäden
anrichten kann 2 [meist scherzh.J
(junge) Person, die äußerst lebhaft u.
ständig in Bewegung ist
wir(ken: wirkst; wirktest; hast gewirkt 1
[geh.; manchmal scherzh.] an etw. ar¬
beiten »Sie wirkte in der Küche.« 2
jmdm. od. etw. nützen, helfen »Die
Betäubungsspritze wirkte gut.« 3 a) ei¬
nen Eindruck vermitteln »Er wirkt
gewandt.« b) einen Effekt, eine Wir¬
kung erzielen »Ich finde, der Schrank
wirkt an dieser Wand nicht.« 4 (durch
Ineinanderverkettung jeweils einer
ganzen Maschenreihe) einen Stoff
hersteilen, weben 5 <Teig> [ugs.;
landsch.] die Zutaten durchkneten
wirk|lich: I Adj. 1 vorhanden; tatsäch¬
lich existierend »wirkliches Leid« 2 n.
stg. einer Idealvorstellung entspre¬
chend »wirkliche Partnerschaft« II
Adv. <verst.> sehr; tatsächlich »Da hast
du mich wirklich neugierig gemacht.«
Wirk|lich|keit: die; » ; -en (Pi. seiten u.
nur auf bestimmte Ebenen bezogen)
Realität, in der etw. existiert u. wahr¬
nehmbar ist »soziale Wirklichkeiten«
wirk|lich|keits(fern: Adj. unrealistische
Vorstellungen habend; die Wirklich¬
keit nicht berücksichtigend
Wirk|lich|keits|forin: die; - ; -en
<Sprachwiss.» Indikativ
wirk|lich|keitsffremd: Adj. unrealisti¬
sche Vorstellungen habend; die Wirk¬
lichkeit nicht berücksichtigend
wirk|lich|keits|ge)treu: Adj. wirklich¬
keitsgetreuer; wirklichkeitsgetreueste
die Wirklichkeit, Realität widerge¬
bend, ihr entsprechend
Wjrk]lich|keits)mensch: der; -en; -en
Person, die Tatsachen anerkennt, die
Augen nicht vor der Realität ver¬
schließt; Realist(in)
wjrk|Uch|keits|nah: Adj. nahe der Reali¬
tät; der Realität beinahe, annähernd
entsprechend
Wirk|lich|keits|sinn: der; -(e)s; - Be¬
wußtsein darüber, was realistisch,
machbar, wahrscheinlich ist
wirk|sam: Adj. Wirkung erzeugend; ei¬
nen (gewünschten) Erfolg, Effekt er¬
zielend
W[rk|sam|keit: die; - ; - a) das Erzielen
von Wirkung, einer Veränderung, ei¬
nes (erwünschten) Ergebnisses bei
jmdm. od etw. b) [veralt.; geh.] Tätig¬
sein in einem Beruf o. ä.
Wirk|stoff: der; -(e)s; -e <Med.; Phar¬
mazie» Körpervorgänge beeinflussen¬
de Substanz; Medikament od. ein
wirksamer Bestandteil eines Medika¬
ments
Wirkung: die; - ; -en 1 Ergebnis, Verän¬
derung, das/die (gewollt) durch etw.
erzielt wird; Endglied einer kausalen
Kette 2 <Physik> Größe, die sich aus
dem Produkt von Arbeit (Energie) u.
Zeit ergibt 3 mit Wirkung vom
[amtssprl.] von diesem Zeitpunkt an
Witjkungsjgrad: der; -(e)s; -e a) Phy¬
sik; Technik» Verhältnis, in dem die
nutzbar gemachte Energie zur aufge¬
wandten Energie steht b) Effektivität,
Wirksamkeit von etw.
Wir[kungs[kraft: die; ~ ; -kräfte Fähig¬
keit, etw. verändern zu können
Wiijkungsjkreis: der; -es; -e a) Bereich,
in dem jmd. mit einer gewissen Ein¬
flußnahme tätig ist b) einer Person,
Behörde od. Institution zugewiesener
Aufgabenbereich
wir|kungs|los: Adj. wirkungsloser; wir¬
kungsloseste kaum, keine Verände¬
rungen mit sich bringend, bewirkend;
ohne Wirkung
wtr)kungs|voll: Adj. (schnell, viele) Ver¬
änderungen hervorrufend
Wir|kungsfwei|se: die; - / -n Art, in der
Veränderungen hervorgerufen, erzielt
werden
Wirk|wa|ren: die (PI.) Kleidungsteile,
Stoffe (besonders Pullover, Unterwä¬
sche), die durch ein spezielles Verfah¬
ren der Fädenverschlingung herge¬
stellt sind, Syn.: Strickwaren
wirr: Adj. a) durcheinander u. nicht ge¬
ordnet »Ihre Haare lagen wirr um den
Kopf.« b) nicht klar erkennbar, struk¬
turiert, sondern verworren »Sie sagte
wirre Dinge.« c) nicht normal, son¬
dern (geistes) gestört »Sein Geist war
wirr.«
Wirjren: die (PI.) <Pol.; Gesellschaft»
ungeordnete Verhältnisse
Winjkopf: der; -(e)s; -köpfe [abwert.]
Person, die unrealistische, undurch¬
sichtige, (moralisch, politisch) nega¬
tiv bewertete Äußerungen macht
Winjnis: die; ~ ; -se [geh.] a) verworrene
Situation b) gedankliche od. gefühls¬
mäßige Verwirrung, Unsicherheit c)
Menge, Gruppe (von etw.), die wenig
Ordnung aufweist
Winjwarr. der; -s; - [ugs.J (entstandenes,
entstehendes) Durcheinander, Syn.:
Chaos
wirsch: Adj. wirscher; wirscheste
[landsch.] aufgebracht (u. deshalb un¬
freundlich zu jmdm.)
Wirjsing: dato der; -s; - Kohlkopf, -
Kohlsorte mit gelblich-grünen, krau¬
sen Blättern
Wirt der;-(e)s; -e weibl. Wirjtin: die; - ;
-nen 1 Person, die einen gastronomi¬
schen Betrieb leitet, in dem gegen Be¬
zahlung getrunken u. teilweise geges¬
sen (u. geschlafen) werden kann 2
[veralt.] Gastgeberin) (bei einem
Fest) 3 <Bio.» von (einem) Parasiten
befallenes Lebewesen
Wirtschaft: die; - ; -en 1 o. PL alle
Handlungen, Maßnahmen, die mit
Gewinnung, Produktion u. Handel
von Waren Zusammenhängen 2 Be¬
trieb, in dem gegen Bezahlung getrun¬
ken u. gegessen werden kann 3 [ugs.]
(kleinerer) landwirtschaftlicher Be¬
trieb 4 (größerer, aufwendig betriebe¬
ner) Haushalt 5 [ugs.; abwert.] unge¬
ordneter Zustand; unordentliche Art,
Syn.: <2> Gaststätte; Wirtshaus
wirt|schaf|ten: wirtschaftest; wirtschaf¬
tetest; hast gewirtschaftet 1 (mit) etw.
sorgfältig, sparsam umgehen, etw.
gut verwalten 2 [ugs.; veralt.] sich mit
einer Haushaltstätigkeit beschäftigen
Wirt|schaf)ter: der; -s; - weibl. Wirt|-
schafjtejrin: die; - ; -nen 1 Person, die
eine leitende Funktion in einem wirt¬
schaftlichen Betrieb innehat 2 Person,
die beruflich als Angestellte^) einen
landwirtschaftlichen Betrieb führt 3
den Haushalt anderer führende Per¬
son; Haushälterin)
wirtschaftlich: Adj. 1 n. stg. auf die
(Volks-)Wirtschaft bezogen, sie be¬
treffend, ihr zuzuordnen; geschäft¬
lich; kaufmännisch 2 sparsam wirt¬
schaftend, mit etw. umgehend; etw.
gut verwaltend
Wirt|schaft|lich|keit: die; - ; - a) <Wirt.»
"Erzielung eines Gewinnes, minde¬
stens aber der entstandenen Kosten
für ein Produkt bei einem Wirt-
schaftsuntemehmen b) sparsames
Umgehen mit den Ausgangsstoffen
bei hoher Produktionseffizienz
Wirt|schafts|ab|kom|men: das; -s; -
<Wirt.; Pol.» Katalog von Vereinba¬
rungen zwischen Staaten, der die
wirtschaftlichen Beziehungen mitein¬
ander regelt
Wirtj$chafts|asy|lant —s- Wirt]schaftsj-
a[sy[lanC der; -en; -en weibl. Wirtj-
schafts[asy[lan(tin —» Wirt|schafts|-
a)sy|lan|tin: die; - ; -nen <Pol.» [ab¬
wert.] jmd., dem man nachsagt, aus
rein wirtschaftlichen Gründen seine
Heimat verlassen u. in einem wirt¬
schaftlich bessergestellten Land Asyl
beantragt zu haben
Wirt)schafts|aUmschwung: der; -(e)s;
-aufschwünge <Wirt.» positive wirt¬
schaftliche Entwicklung (besonders
nach einer Phase von wirtschaftlichen
Schwierigkeiten)
Wjrt|schafts|be|ra|ter. der; -s; ~ weibl.
Wirt|schaftsjbe|ra|te|rin: die; - ; -nen
<Wirt.» fachlich qualifizierte Person,
die in Fragen der wirtschaftlichen
Entwicklungen u. von Unternehmun¬
gen Ratschläge gibt
Wirt|schafts|be|zie|hun|gan: die (PL)
«Wirt.; Pol.» wirtschaftlicher Aus¬
tausch sowie Handelsverträge, die
zwischen Staaten, großen Unterneh¬
men o. ä. bestehen
Wirt|schafts|em|barjgo: das; -s; -s
<Wirt.» staatliches Waren- u. Kapital¬
ausfuhrverbot, das alle wirtschaftli¬
chen Bereiche betrifft
Wirt|schafts|ftücht|ling: der; -(e)s; -e
<Pol.» [abwert.] Person, der man nach¬
sagt, aus wirtschaftlichen Gründen
(u. nicht aus politischen) ihre Heimat
verlassen zu haben u. in einem wirt¬
schaftlich bessergestellten Land Zu¬
flucht zu suchen
W]rt]schafts[gip[fe(: der; -s; - <Wirt.;
Pol.» Treffen von Staatsvertretem,
auf dem wirtschaftliche Fragen u.
Probleme erörtert werden
Wirt|schafts|gut: das; -(e)s; -guter
<Wirt.» Konsumartikel, der raenschü-
che Bedürfnisse befriedigt
Wirtjschafts|hil|fe: die; ~ ; -n <Wirt.;
Pol.» für wirtschaftliche Zwecke be¬
stimmte finanzielle Unterstützung,
von einem Staat an einen anderen
Wirtjschafts|in|ge|nieur —» Wirt|-
schafts|in|ge]ni|euR der; -s; -e weibl.
Wirt|schafts|in|ge|nieu|rin —* Wirt|-
1318
Witterung
schafts|in|ge)ni|eu|rin: die; - ; -nen
<Wirt.> Ingenieur(in), der/die ein tech¬
nisches u. ein wirtschaftswissen¬
schaftliches Studium absolviert hat
Wirt)8chafts|kri|mi|na|ti|tät: die; ~ / -
<Wirt.> Gesamtheit der im Bereich der
Wirtschaft begangenen Straftaten
Wirt]schafts|kri|se: die; ~ ; -n <Wirt.>
Phase allgemein schlechter Geschäfte
Wirt|schafts|lajge: die; ~ ; -n <Wirt.> fi¬
nanzielle Situation, in der sich eine
Firma, die Wirtschaftsuntemehmen
in einem Staat befinden
Wirt|schafts)mi)ni|ster —» Wirt|-
schafts|mi|nis|ten der; -s; - weibl.
Wirt|schafts|mi|ni|ste|rin WirtJ-
schafts|mi|nis|te|rin: die; - ; -nen
<Pol.> Mini$ter(in), der/die im Namen
einer Regierung auf die Wirtschaft
des Staates Einfluß nimmt
Wirt|schaftsjmi|ni|ste|ri|um —» Wirt|-
schaftsjmi|nis|tejri|iun: das; -s; -mini¬
sterien <Pol.> Ministerium, das dem
Wirtschaftsminister untersteht u. ihn
unterstützt
Wirt|schafts|ord|nung: die; - ; -en
<Wirt.> Wirtschaftssystem eines Lan¬
des, Art u. Weise des Funktionierens,
der Struktur der Wirtschaft
Wirt|schafts|po{ti|tik: die; - ; - staatliche
Maßnahmen, die die Wirtschaft eines
Landes positiv beeinflussen sollen
wirt|schafts|po|li|tisch: Adj. n. stg. die
Wirtschaftspolitik betreffend, ihr zu¬
zuordnen
Wirt|schafts|prü|fer: der; -s; - weibl.
wjrt|schafts|prü|fe|rin: die; ~ ; -nen
<Wirt.> Person, der die ausschließliche
Befugnis zusteht, die Jahresab¬
schlüsse einer Aktiengesellschaft zu
prüfen
Wirt|schafts|syjstem —> Wirt|schafts|-
sy|s(tem: das; -fe)s; -e <Wirt.> Art u.
Weise des Wirtschaftsaufbaus eines
Landes; Wirtschaftsordnung
Wirt]schaft8]wachsftum: das; -s; -
<Wirt.> positive wirtschaftliche Ent¬
wicklung eines Landes; Zunahme,
Wachstum des Bruttosozialproduk¬
tes eines Landes
Wirt|schafts|wis|sen|schaft: die; - ; -en
(m. PI.) sich mit dem Wesen, der
Ordnung, dem Aufbau, Ablauf u.
Ziel der Wirtschaft beschäftigende
Forschung u. Lehre (z. B. Volkswirt¬
schaft, Betriebswirtschaft)
Wirt|schafts|wis|sen|schaftjler: der; -s;
- weibl. Wirt|schafts|wis|senjschaftj-
le|rin: die; ~ ; -nen Person, die sich mit
der Volkswirtschaftslehre, Betriebs¬
wirtschaftslehre o. ä. beschäftigt,
diese Fächer studiert (hat)
Wirt|schafts|wun[der: das; -s; - <Wirt.>
(nach der Währungsreform 1948 ein¬
getretener) rascher, starker u. nach¬
haltiger Aufschwung der Wirtschaft
(in der Bundesrepublik Deutschland)
Wirt)schafts|zweig: der; -(e)s; -e<Wirt.>
alle zu einem wirtschaftlichen Bereich
gehörende. Gleichartiges produzie¬
rende Betriebe
Wirts|haus: das; -es; -häuser kleinerer,
ländlicher gastronomischer Betrieb,
in dem gegen Bezahlung getrunken u.
gegessen werden kann, Syn.: Gast¬
stätte
Wirts|stu|be: die; ~ ; -n Gastraum in ei¬
nem Wirtshaus
Wisch: der; -(e)s; -e 1 [ugs.; abwert.]
Papier od. Schriftstück, das wertlos
ist 2 (veralt.j kleines (Stroh-)Bündel
wilschen: wischst; wischtest; hast ge¬
wischt 1 a) über etw. (mit der Hand)
streichen, reiben b) etw. durch das
Streichen über die Oberfläche entfer¬
nen c) etw. durch Darüberstreichen
reinigen d) mit einem (feuchten) Tuch
reinigen 2 bist [ugs.] sich schnell, aber
leise (zu einem Ort) bewegen 3 jmdm.
eine, ein paar wischen: [ugs.] jmdm.
einen Klaps, eine Ohrfeige geben
Wi|scher: der; -s; - 1 Geräte zum Wi¬
schen, Säubern von etw. durch Rei¬
ben, Streichen über eine Fläche 2
<hist.> Läppchen, mit dem Tintenfe¬
dern abgewischt werden 3 <Kunst;
Malerei u. ä.> stiftförmiges Gerät aus
relativ weichem Material, das zum
Verwischen von Farben verwendet
wird, um weiche Farbübergänge zu
erzielen 4 a) <Milit.> [Jargon] Streif¬
schuß b) [ugs.] leichte, durch Vorbei¬
streifen von, an etw. verursachte Ver¬
letzung; Kratzer; Schramme 5
[landsch.; ugs.] Rüge; Tadel; Verweis
Wjjscheijblatt: das; -(e)s; -blätter sich
am Scheibenwischer von Kraftfahr¬
zeugen befindliche Gummischiene
W[]schi|wa|schi: das; -s; - [ugs.; abwert.]
unklare, nicht klar Stellung beziehen¬
de, oberflächliche Äußerungen
Wisch|lap|pen: der; -s; - [landsch.] a)
Aufnehmer; Bodenputztuch b) feuch¬
tes Tuch (zum Abwischen von Mö¬
beln o. ä.)
Wjjsent: der; -s; -e heute nicht mehr in
freier Wildbahn lebende Rinderart
mit zotteliger Behaarung am Kopf
WiSo: Abk. Wirtschafts- u. Sozialkunde
wis)pern: wisperst; wispertest; hast ge¬
wispert sehr leise sprechen
Wiss.: Abk. a) Wissenschaft b) Wissen¬
schaftlern)
wiss.: Abk. wissenschaftlich
Wiß|be|gier/Wißjbejgierjde —» Wiss|-
b6|gier/Wiss|be|gier|de: die; - ; - star¬
ker Drang, etw. zu lernen; Bedürfnis,
etw. zu erfahren
wiß|be|gie|rig —* wiss]be|gie|rig: Adj.
großes Verlangen habend, etw. (Neu¬
es) zu erfahren
Wis|sen: das; -s; - 1 (jmds.) Kenntnisse
über etw. »Er besaß viel, (ein) großes
Wissen über das Thema.« 2 meines
Wissens: nach meinem Kenntnis¬
stand 3 nach bestem Wissen u. Ge¬
wissen: ehrlich; ohne (absichtliche)
Lügen 4 gegen besseres Wissen: un¬
ehrlich; bewußt lügend; absichtlich
etw. Falsches, nicht den Tatsachen,
der Wahrheit Entsprechendes sagen
o. ä. 5 Wissen ist Macht: gute Kennt¬
nisse verhelfen zu Möglichkeiten,
Einfluß, Herrschaft
wis|sen: weißt; wußtest; hast gewußt
—»■alle Vergangenheitsformen mit
ss*— 1 a) Kenntnis von etw. (erhal¬
ten) haben b) sich über etw. im klaren
sein; von etw. überzeugt sein »Ich
weiß genau, was ich will.« c) Infinitiv
+ zu die Fähigkeit haben, in der Lage
sein, etw. zu tun »Er wußte Feste zu
feiern.« 2 weißt du was: [ugs.) kenn¬
zeichnet, signalisiert einen Einfall od.
eine Idee 3 was weiß ich: [ugs.] a) si¬
gnalisiert, daß jmd. keine Ahnung
von etw. hat, sich mit einem Problem
aber auch nicht beschäftigen möchte
b) etw. nicht genau wissen 4 was jmd.
nicht weiß, macht ihn nicht heiß: es
ist besser, jmdm. nichts zu sagen, ihn
nicht zu informieren, damit er sich
nicht aufregt
Wis|sen|scbaft: die; - ; -en 1 Forschung
auf einem Gebiet, die ein nachvoll¬
ziehbares Wissen erzielt u. die dar¬
über abgehaltene Lehre 2 eine Wis¬
senschaft für sich sein: [ugs.] sehr
schwierig zu verstehen, zu begreifen
sein
Wis|sen|schaf|ter: der; -s; - weibl. WisJ-
sen|schaf|te|rin: die; - ; -nen [österr.;
Schweiz.] Wissenschaftler(in); Person,
die sich mit wissenschaftlicher For¬
schung u. Lehre befaßt
Wis|sen|schaft|ler: der; -s; - weibl.
Wis|sen|schaft|le|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die mit wissenschaftlicher For¬
schung u. Lehre befaßt ist, Wissen¬
schaft betreibt
wis|sen|schaft|lich: Adj. n. stg. die Wis¬
senschaft betreffend, ihr zuzuordnen,
ihren Regeln entsprechend
Wis|sen|schaftsjbe|trieb: der; -(e)s; -
|ugs.] allgemeine Abläufe im Bereich
der wissenschaftlichen Forschung,
Lehre u. des wissenschaftlichen Aus-
tauschs im (inter-)universitären Be¬
reich, zwischen Wissenschaftlern
Wis]sen]schafts|frei|heik die; -
<Rechtsw.) verfassungsmäßig garan¬
tierte Freiheit von wissenschaftlicher
Forschung u. Lehre
Wis|sen|schafts|ge|schich|ta: die; ~ ; -
sich mit der Theoriengeschichte, den
im Laufe der Zeit auf verschiedene
Art gewonnenen Erkenntnissen aus¬
einandersetzende Lehre
Wts|sen|schaftsttheo|rie —» Wis|sen|-
schafts|the)o|rie: die; - ; -n Teilgebiet
der Philosophie, das sich mit den all¬
gemeinen Grundlagen u. Methoden,
Strukturen, Zielen u. Auswirkungen
der Wissenschaften befaßt
Wis|sens|drang: der; -fejs; - starkes
Verlangen, viel zu erfahren
Wis|sens|durst: der; -es; - starkes Ver¬
langen, viel zu erfahren
Wis|sens]gejbiet: das; -(ejs; -e Bereich,
überden jmd. viele, (wissenschaftlich)
fundierte Kenntnisse hat
Wislsensjvoijsprung: der; -(ejs; -
Kenntnis od. Informationsabstand
auf einem spezifischen Gebiet
wis|sens|wert: Adj. wissenswerter; wis¬
senswerteste nützlich zu kennen
wis|sent|lich: Adj. n. stg. mit Absicht;
etw. tun in Kenntnis der Folgen »Er
machte wissentlich eine Falschaussa¬
ge.« Syn.; absichtlich; bewußt; ge¬
plant
witjtern: witterst; wittertest; hast
gewittert 1 <Tier> etw. riechen, mit
dem Geruchssinn erfassen, zu erfas¬
sen versuchen 2 <übertr.> [ugs.] etw.
gefühlsmäßig erfassen
Wit|te|rung: die; ~ ; -en 1 Beschaffenheit
des Wetters »schwüle Witterung« 2
<Tier> a) (Versuch der) Erfassung von
etw., jmdm. mit dem Geruchssinn
»die Witterung aufnehmen« b) Fähig¬
keit zu riechen; Geruchssinn 3
<übertr.> Fähigkeit, etw. zu erahnen
1319
wrtterungsbedingt
wit)te(rungs|be|dingt: Adj. n. stg. ab¬
hängig, verursacht von Wettereinflüs¬
sen
wit|te|rungs|be|stänjdig: Adj. n. stg.
Wettereinflüssen widerstehend, trot¬
zend; nicht durch Wettereinflüsse zer¬
störbar
Wit|te|rungs|em{ffu6 —» WIt|t«|rungs|-
ein|fluss: der; -einflusses; -einflüsse
Effekt, Einwirkung, den/die das Wet¬
ter auf etw. (während eines langen
Zeitraumes) hat
Wit|te|rungsjumjschlag: der; -(e)s; -
Umschläge schnelle, plötzliche Verän¬
derung der Wetterbedingungen
Wit|we: die; - ; -n männl. Wit(wer. der;
-s; * Mensch, dessen Ehepartner ge¬
storben ist
Witjwenfgeld: das; -fe)s; -er a) an eine
'Beamtenwitwe monatlich gezahlter
Geldbetrag b) verringerte Rente, die
eine Frau entsprechend den Renten¬
ansprüchen ihres verstorbenen Man¬
nes bekommt
Wit|wen|ren|te: die; - ; -n verringerte
Rente, die eine Frau entsprechend
den Rentenansprüchen ihres verstor¬
benen Mannes bekommt
Wit|wen|trö|ster —> Wit|wen|trös|ter:
der; -s; - [ugs.; scherz'h.] Mann, der
kurz nach dem Tod des Ehepartners
(sexuelle) Kontakte zu einer Witwe
hat, sucht
Wit|wen|veiibrBn|nung: die; - ; -en
(hist.; Religion) Brauch im Hinduis¬
mus, der vorschrieb, daß eine Witwe
gemeinsam mit dem Leichnam ihres
Ehemannes lebend verbrannt wurde
Wit|wen der; -s; ~ weibl. Witjwe: die; - ;
-n Mensch, dessen Ehepartner gestor¬
ben ist
Witz: der; -es; -e 1 kurze, knappe Ge¬
schichte mit einer überraschenden, lu¬
stigen Pointe 2 das Wichtigste, Au¬
ßergewöhnliche »Der Witz an der Sa¬
che ist, daß ...<r 3 nicht Ernst, sondern
nur Spaß »Ich mache doch nur
Witze.« 4 schlechter Scherz; abwer¬
tend für etw.» Was Sie mir hier als Ar¬
beit abliefern, ist ein Witz.« 5 a) Fä¬
higkeit zu geistreiche(mKr) Spott,
Ironie »beißender Witz« b) Eigen¬
schaft einer Äußerung, Rede o. ä.,
Elan, Schwung zu besitzen »Das hat
Witz.« Syn.: <2> [fremdsprl.] Clou 6
mach keine Witzei: [ugs.] drückt aus,
daß man etw. nicht glauben kann,
will
Witz|bold: der;-(e)s; -e [ugs.] a) Person,
die gerne Witze erzählt b) [abwert.]
Person, die jmd. anderem einen (we¬
nig geistreichen) Streich spielt
Wit|zel|ei: die; ~ ; -en a) o. PI. Verspot¬
tung b) humorvolle, geistreiche An¬
spielung auf jmdn., etw.
Witzjfl|gur: die; - ; -en a) Figur, die in
Witzen vorkommt, in Witzen (bild¬
lich) dargestellt wird b) [ugs.; abwert.]
Person, die lächerlich aussieht od.
sich lächerlich benimmt, über die ge¬
lacht wird
Wit[zig[keit. die; - ; - Charaktereigen¬
schaft, Beschaffenheit, Art, andere
durch schlagfertige Äußerungen zum
Lachen zu bringen
witzßos: Adj. n. stg. a) geistlos; ohne die
'Gabe, geistreich zu sein b) [ugs.] völlig
ohne Sinn, Zweck »Es ist witzlos, ihn
überreden zu wollen.«
WK: Abk. 1 Wanderkarte 2 Weltkarte 3
Weltkrieg 4 Werbungskosten 5 Wet¬
terkarte
WKR: Abk. Weltkirchenrat
Wkr.: Abk. Wahlkreis
Wkst.: Abk. Werkstatt
WL: Abk. 1 Warenladung 2 Wasserlei¬
tung 3 (Nachrichtentechnik) Wellen¬
länge 4 a) Werksleitung b) Werkslei¬
ter
wl.: Abk. wasserlöslich
wlösl.: zlMc. wasserlöslich
WM: Abk. 1 Warmmiete (mit, inklusive
Heizung) 2 Waschmaschine 3 Watt¬
meter = Gerät zur Messung der elek¬
trischen Leistung 4 (Sport) Weltmei¬
sterschaft S a) Wirtschaftsministeri¬
um b) Wirtschaftsminister(in)
WO: Abk. 1 (Milit.) Wachoffizier 2
Wahlordnung
Wo.: Abk. Woche
w. o.: Abk. 1 weiter oben 2 wie oben
wo: I Adv. 1 leitet Frage- od. Relativ¬
sätze ein an welchem Ort »Wo warst
du die ganze Zeit? • Sag mir, wo du ge¬
wesen bist!« 2 [landsch.; ugs.] a) der,
die, das (in Relativsätzen) »Die Frau,
wo das Geld vergessen hat, kommt
gleich wieder.« b) an einer (beliebigen)
Stelle, einem Ort II Konj. 1 in Anbe¬
tracht der Tatsache, daß ... 2 [veralt.]
wenn »Er wird damit keinen Gewinn
erzielen, wo nicht draufzahlen.« 3 ob¬
wohl; dabei »Sie gibt mir Nachhilfe,
wo sie doch selbst keine Ahnung hat.«
w. o. a.: Abk. wie oben angegeben
wo|an|ders: Adv. an anderer Stelle, an
anderem Ort
wo|anJders|hin: Adv. an eine andere
Stelle; zu einem anderen Ort
wo|bei: Adv. 1 leitet Fragesätze ein bei
welcher Sache »Wobei wurde er
erwischt?« 2 in Relativsätzen bei,
gleichzeitig mit der gerade genannten
Sache, während »Sie telefonierte, wo¬
bei sie am Bericht weiterarbeitete.«
wöch.: Abk. wöchentlich
Wofche: die; - ; -n 1 Zeiteinheit, die sie¬
ben Tage umfaßt »Montag, Dienstag,
Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sams¬
tag, Sonntag ergeben eine Woche.« 2
in der Woche; die Woche über; wäh¬
rend der Woche; unter der Woche:
an den Werktagen, Arbeitstagen
Wojchen|ar|beits|zeit: die; -; -en festge¬
legte Zeit, in der Arbeitnehmer in der
Woche ihrer Arbeit nachgehen müs¬
sen
Wofchenjbett: das; -(e)s; - a) [selten]
Bett, in dem eine Frau, die ein Kind
zur Welt bringt, liegt u. sich nach der
Geburt erholt b) Zeitraum, in dem
eine Frau gebärt u. sich von einer Ge¬
burt erholt
Wo|chen|bett|fie|ber: das; -s; - <Med.>
Infektionskrankheit (der Ge¬
schlechtsorgane), die bei Frauen in
der Erholungsphase nach einer Ge¬
burt auftreten kann
Wq|chen|b(att: das; -(e)s; -blätter [ver¬
alt.] Zeitschrift od. Zeitung, die jede
Woche erscheint
Wo|chen|endjaus|flug: der; -(e)s; -aus-
Jlüge Spazierfahrt, die über das, am
Wochenende unternommen wird
Wp|chen|en|de: das; -s; -n (Freitag¬
abend,) Samstag u. Sonntag
Wo|chen[end|haus: das; -es; -häuser
meist im Grünen, auf dem Land lie¬
gendes Häuschen, welches als Aufent¬
haltsort an Wochenenden (od. in den
Ferien) genutzt wird
Wo|chen]kaijte: die; - ; -n Eintritts- od.
Fahrkarte, die eine Woche lang gültig
ist
wp|chen|fang: Adj. n. stg. mehrere Wo¬
chen andauernd
Wp|chen|lohn: der; -(ejs; -löhne wö¬
chentlich ausgezahlte Bezahlung für
die in einer Woche geleistete Arbeit
Wp|chen|markt der; -(e)s; -markte re¬
gelmäßige Verkaufsveranstaltung an
einem Wochentag mit auf- u. abbau¬
baren Ständen, zumeist auf einem
zentral gelegenen Platz, bei der vor al¬
lem frische Lebensmittel u. Blumen
angeboten werden
Wglchenjtag: der; -(e)s; -e a) einer der
Tage der Woche von Montag bis
Sonntag b) Werktag, an dem gearbei¬
tet wird (Montag bis Freitag od.
Samstag)
wp|chen|tags: Adv. an Werktagen; an
einem Werktag
wöjchentjlich: Adj. n. stg. jede Woche
Wo]chen|zei|tung: die; - ; -en Zeitung,
die wöchentlich, jede Woche er¬
scheint
Wöch|ne|rin: die; -; -nen Frau (in einem
kurzen Zeitraum) nach der Entbin¬
dung; Frau, die sich von einer Geburt
erholt
Wgdjka: cruss.i der; -s; -s 1 [wörtlich]
Wässerchen 2 russischer hochprozen¬
tiger, aus Kartoffeln hergestellter,
klarer Branntwein
woldrauf: Adv. [ugs.] 1 leitet Fragesätze
ein a) auf was » Wodrauf sind die Häu¬
ser in Venedig gebaut?« b) auf welche
Stelle » Wodrauf hast du dich gesetzt?«
c) auf welche Sache (die sich in einer
bestimmten Weise auswirkt) Wodrauf
berufst du dich mit deiner Aussage?« 2
in Relativsätzen a) auf den genannten
Gegenstand »Die Tafel, wodrauf die
Schüler schrieben, war aus Schiefer.«
b) auf dem erwähnten Gegenstand
»Die Matratze, wodrauf er die ganze
Zeit schlief, war durchgelegen.«
Woldu/Vouldou/Vooldoo: <Afrik. Spr.-
kreoliscb /wudu/ der; - ; - ursprüng¬
lich aus Westafrika stammender, reli¬
giöser (Geheim-)Kult aus Haiti, der
mit Magie arbeitet, verbunden ist
wo|durch: Adv. 1 leitet Fragesätze ein
durch was »Wodurch ist das Fetter
ausgebrochen?« 2 in Relativsätzen
durch die genannte Sache »Ich ver¬
brachte eine ganze Woche mit ihm, wo¬
durch ich ihn erst richtig kennen¬
lernte.«
wo|für Adv. 1 leitet Fragesätze ein für
welche Sache » Wofür machst du das?«
2 in Relativsätzen für die genannte Sa¬
che; für die, den usw. »Die Tätigkei¬
ten, wofür die neue Maschine einge¬
setzt wird, sind vielfältig.«
Wo|ge: die; - ; -n [geh.] 1 Bewegung,
Auftürmung der Wasseroberfläche
durch den Wind 2 in einer Folge auf¬
tretende Ereignisse »eine Woge des
Entsetzens, Erfolges usw.« Syn.; <1; 2>
Welle 3 die Wogen (der Empörung,
1320
Wohnanlage
Entrostung, Begeisterung o. ä.) ge¬
hen, schlagen hoch: man regt sich
über etw. auf; etw. ruft starke Emo¬
tionen hervor
wo|gejgen: I Adv. 1 leitet Fragesätze ein
gegen was, welche Sache »Wogegen
lehnten sie sich auf?» Wogegen hast du
die Leiter gelehnt?« 2 in Relativsätzen
gegen die genannte Sache »Sie bat um
Verlängerung der Frist, wogegen der
Sachbearbeiter nichts einzuwenden
hatte.« II Konj. während; im Unter¬
schied zu; im Gegenteil zu etw.
»Karl hat zur Zeit viel zu tun, wogegen
sein Bruder viel Zeit hat.«
wojhen Adv. 1 a) leitet Fragesätze ein
von welchem Ort o. ä. »Woher
kommst du so spät noch?« b) von wem
»Woher weißt du das?« 2 in Relativsät¬
zen von dem genannten Ort »Sag mir,
woher du kommst!«
wojhin: Adv. 1 a) leitet Fragesätze ein zu
welchem, an welchen Ort o. ä.
» Wohin gehen wir jetzt?« 2 in Relativ¬
sätzen von dem genannnten Ort »Sag
mir, wohin wir gehen!« 3 wohin
müssen: [ugs.; verhüll.] auf die Toi¬
lette gehen müssen »Ich muß wohin.«
wolhinlaul —* wolhijnlaul: Adv. 1 leitet
Fragesätze ein auf was, zu welchem
Ort hinauf »Wohinauf fuhrt die
Treppe?« 2 in Relativsätzen auf das
Genannte hinauf »Der Dachboden,
wohinauf die Treppe fuhrt, soll ausge¬
baut werden.«
wolhinlaus—» wo|hi|n|aus: Adv. 1 leitet
Fragesätze ein wohin, in welche Rich¬
tung 2 in Relativsätzen in Richtung
auf das eben Genannte
wo)hin|ein —* wo|hi|n|ein: Adv. 1 leitet
Fragesätze ein in was hinein »Wohin¬
ein sind sie gegangen?« 2 in Relativsät¬
zen in das Genannte hinein »Das Mu¬
seum, wohinein sie gegangen waren,
war äußerst interessant.«
wo)hin|ge)gen: Konj. während; im Un¬
terschied dazu ist es so, daß...
wo|hin|ter. Adv. 1 leitet Fragesätze ein
hinter was; hinter welches Ding 2 in
Relativsätzen hinter das eben Ge¬
nannte
wo|hin[yntter —» wojhi)n|un|ter. Adv. 1
leitet Fragesätze ein an welchen Ort
hinunter »Wohinunter fuhrt die
Straße?« 2 in Relativsätzen an den er¬
wähnten Ort hinunter »das Tal, wo¬
hinunter sie gewandert waren«
Wohl: das; -(e)s; -1 gute Entwicklung,
Situation 2 auf dein, euer, sein, ihr
usw. Wohl; zum Wohle: Trinkspruch
(beim gemeinsamen Trinken von Al¬
kohol)
wohl: I Adv. 1 a) bezeichnet einen ange¬
nehmen Zustand »Ich fühle mich wohl
hier.« b) bezeichnet einen guten, ge¬
sunden körperlichen Zustand »Ich
fühle mich wohl.« 2 in etwa; ungefähr
»Wir haben im Urlaub wohl 5000 km
zurückgelegt.« 3 drückt eine Ein¬
schränkung aus »Das könnte man
wohl denken, aber ...« 4 durchaus;
ohne Zweifel »Ihr habt von seiner Ab¬
sicht, uns zu besuchen, (sehr) wohl
gewußt!« II Partikel 1 <verst.> in Aus¬
sagesätzen »Fragen ist doch wohl noch
erlaubt!« 2 drückt eine aufgestellte
Annahme, Vermutung aus »Er wird
wohl bald kommen.« III 1 wohl od.
übel: selbst, wenn jmd. nicht will »Da
ich nicht so viel Miete bezahlen kann,
werde ich wohl od. übel die andere
Wohnung nehmen müssen.« 2 sehr
wohl: [veralt.] einen Wunsch od. ei¬
nen Befehl bestätigend 3 wohl
bekomm’s: Spruch, der beim Trinken
(von Alkohol) benutzt wird
—* wohl be|dacht: s. wohlbedacht
—> wohl be]grün|det: s. wohlbegründet
—* wohl bejhüjtet: s. wohlbehütet
—* wohl tem|pejriert s. wohltempe¬
riert
—» wohl tun: s. wohltun
wphl|auf: Adv. 1 [geh.; veralt.] drückt
eine Aufforderung aus; also los; nun
denn »Wohlauf, wir wollen wandern
gehen!« 2 [geh.] gesund; genesen
»Morgen ist sie wieder wohlauf.«
wohl|be|dacht —> wohl bejdacht: Adj.
[geh.] gut überlegt, geplant, Ant.: un¬
bedacht; unüberlegt
Wohl|be)fm|den.' das; -s; - großes Wohl¬
gefühl; große körperliche u. seelische
Zufriedenheit
wohl|be|grün|det —> wohl be|giün|det:
Adj. [geh.] gut durchdacht; mifGrün-
den, Argumenten zu belegen
Wohl|be|ha|gen: das; -s; - großes Wohl-
gefuhl; große körperliche u. seelische
Zufriedenheit
wohl|be)hal|ten: Adj. n. stg. ohne zer¬
stört, beschädigt, verletzt zu werden
wohl|be|hü|tet —* wohl be|hü|tet: Adj.
[geh.] immer unter liebevoller Auf¬
sicht, wodurch Gefahren vermieden
werden sollen; in guter Obhut
wohl|be|kannt: Adj. n. stg. [geh.] von
großem Bekanntheitsgrad; durchaus,
ohne Zweifel bei jmdm. bekannt
Wohl|er[ge|hen: das; -s; - gutes Befin¬
den, Gesundheit
woht|er]zo|gen: Adj. [geh.] eine gute Er¬
ziehung genossen habend
Wohl|eijzo|gen|heit: die; - ; - [geh.] gu¬
tes Benehmen als Resultat einer guten
Erziehung
Wohljfahrt: die; - ; -1 [geh.; veralt.] (in
materieller Hinsicht) zufriedenstel¬
lender Zustand 2 [veralt.] a) Sozialhil¬
fe; öffentliche Unterstützung (in
Notsituationen) b) [ugs.] kurz für
Wohlfahrtsamt = für die Vergabe
von Wohlfahrt (a), Sozialhilfe zustän¬
dige Behörde
Wohl|fahrts|pfle|ge: die; - ; - alle Unter¬
nehmungen, Maßnahmen, mit denen
notleidenden Menschen vom Staat
od. privaten Organisationen geholfen
wird
Wphl|fahrts|staat: der; -(e)s; -en <Pol.>
[oft abwert.] sich um das Wohl seiner
Bürger kümmernder Staat hinsicht¬
lich einer guten sozialen Absicherung
Wohl|ge|fal|len: das; -s; - [geh.] große
Freude, Gefallen, die/das jmd. über
etw., jmdn. verspürt
Wohl|ge|fühl: das; -fe)s; - angenehmes
Empfinden
wphl|ge)lit[ten: Adj. n. stg. [geh.] bei al¬
len sehr gern gesehen; einen hohen
Beliebtheitsgrad besitzend
wohl|ge|merkt: Adv. (in Anfangs- od.
Endstellung od. als Einschub) das sei
noch einmal klargestellt »Wir tun(,)
wohlgemerkt(,) alles, was in unserer
Macht steht.«
wohl|ge|mut: Adj. [geh.] sehr guter
Laune u. vom Gelingen eines Vorha¬
bens überzeugt
wohl|go|nährt: Adj. a) ausreichend er¬
nährt b) Jiron.] dicklich; von korpu¬
lenter Statur
wphl|ge|sinnt: Adj. jmdm. gegenüber
wohlmeinend, Gutes über ihn den¬
kend, ihn unterstützend
Wphl|ge|stalb die; - ; - [geh.] ästhetische
Form
wohl|ha|bend: Adj. über mehr als aus¬
reichende finanzielle Mittel verfü¬
gend, aber nicht übermäßig reich,
Ant.: arm; unvermögend
woh|lig: Adj. als angenehm (warm)
empfunden; gemütlich
Wphl(klang: der; -(e)s; -klänge [geh.] 1
als angenehm empfundene(r) Ton/
Töne 2 o. PL wohlklingende, melodi¬
sche Beschaffenheit
wphl|mei|nend: Adj. [geh.] 1 gut ge¬
meint; in der besten Absicht getan 2
gute Absichten habend; jmdn. unter¬
stützen, jmdm. helfen wollend
wphl|rie|chend: Adj. [geh.] etw., was ei¬
nen angenehmen Duft hat
wohlschmeckend (wphljschmek|kend
—* wphl|schme|ckend): Adj. [geh.]
etw., was einen angenehmen Ge¬
schmack hat
Wohl|sein: das; -s; • 1 [geh.] Wohlbefin¬
den; Gesundheit 2 zum Wohlsein!:
auf dein, Ihr Wohl; Spruch beim ge¬
meinsamen Trinken von (alkoholi¬
schen) Getränken
Wohlstand: der; -(e)s; - (allgemeiner)
Zustand, in dem keine Not u. kein
Mangel gelitten wird
Wphlltot: die; - ; -en 1 o. PI. etw. beson¬
ders Angenehmes 2 gute Tat; etw.,
womit jmdm. Hilfe geleistet wird
Wohl|tä|ter: der; -s; - weibl. Wohl|tä|tei-
rin: die; - ; -nen Person, die anderen
Hilfe leistet (ohne dafür Gegenlei¬
stungen zu erwarten)
wohl|tä|tig: Adj. a) anderen Hilfe lei¬
stend (ohne dafür Gegenleistungen zu
erwarten) »ein wohltätiger Mensch«
b) [veralt.] angenehm »wohltätige Ru¬
he«
wphljtem|pe|riert —» wohl tem|pe|-
riert: Adj. 1 [geh.] die richtige Tempe¬
ratur aufweisend 2 [geh.] angemessen
viele Gefühle zeigend 3 Wohltempe¬
riertes Klavier: (Musik; hist.» nach ei¬
nem konsistenten Muster gestimmtes
Klavier (12 gleiche Halbtöne)
wphl|tun —»■ wohl tun: tust wohl; tatest
wohl; hast wohlgetan —>hast wohl
getan<— [geh.] 1 [veralt.] einer Per¬
son Gutes tun 2 gut für jmos. (körper¬
lichen) Zustand, sich darauf positiv
auswirkend
wohl|überjlegt —» wohl über|legt: Adj.
[geh.] gut durchdacht
wohl|ver|dient: Adj. n. stg. jmdm. auf¬
grund der erbrachten Leistung o. ä.
zustehend
Wphl]wol|len: das; -s; - positive Einstel¬
lung etw., jmdm. gegenüber
wohl|wol|lend: Adj. eine freundliche
Gesinnung habend; etw., jmdm. posi¬
tiv gegenüberstehend
Wphn|an|la|ge: die; • ; -n (Mietwoh¬
nungen enthaltende Häuser in locke¬
rer Bebauung eines Geländes, die
über Gemeinschaftsanlagen, -räum-
1321
wohnberechtigt
lichkeiten (u. eine eigene Infrastruk¬
tur) verfügen
wohn|be|rech|tlgt Adj. n. stg.
[amtssprl.] die offizielle Genehmi¬
gung besitzend, in einer Wohnung, ei¬
nem Haus zu leben, wohnen
Wohn|be|zirk: der; -(e)s; -e Stadt- od.
Ortsbereich, in dem sich hauptsäch¬
lich Wohnhäuser u. keine Industrie¬
betriebe od. größeren Geschäfte be¬
finden
Wohn|block: der;-fe)s; -s u. [Schweiz.]
-blocke zusammenhängende Wohn¬
häuser mit Miet- od. Eigentumswoh¬
nungen
Wohn|ei|gen|tum: das; -(e)s; -
<Rechtsw.> Eigentum an einer Woh¬
nung od. einem Haus u. dem entspre¬
chenden Teil am jeweiligen Grund¬
stück
woh|nen: wohnst; wohntest: hast ge¬
wohnt a) ständig leben »Ich wohne in
Hamburg.« b) (für einen bestimmten,
kürzeren Zeitraum) Unterkunft ha¬
ben »In Paris wohne ich bei einer
Freundin.«
Wohn|flä|ch»: die; - ; -n (anrechenbare)
Gesamtfläche der bewohnbaren
Räume eines Hauses od. einer Woh¬
nung
Wohn|ge|bäu|de: das; -s; - Gebäude,
Haus, in dem sich eine od. mehrere
Wohnungen befinden (aber kein Ge¬
werbebetrieb)
Wghn|ge|biet: das; -(e)s; -e Stadt- od.
Ortsbereich, in dem sich hauptsäch¬
lich Wohnhäuser u. keine Industrie¬
betriebe od. größeren Geschäfte be¬
finden
Wohn|ge(d: das; -(e)s; -er <Rechtsw.>
staatlicher, einkommensabhängiger
Zuschuß zur Wohnungsmiete
Wohn|ge|mein|schaft die; - ; -en ge¬
meinschaftliche Nutzung einer Woh¬
nung od. eines Hauses durch mehrere
(nicht miteinander verwandte) Perso¬
nen (unter Teilung der Gesamtkosten
des Haushaltes)
wohn|haft: Adj. n. stg. seinen festen,
ständigen Wohnsitz habend; eine
Wohnung habend, dort lebend (poli¬
zeilich gemeldet sein)
Wghn|heiiTi: das; -(e)s; -e a) Gebäude,
in dem mehrere Personen in abge¬
schlossenen Wohneinheiten mit ge¬
meinschaftlicher Küchen- u. Badbe¬
nutzung zu günstigen Mietpreisen le¬
ben »Studentenwohnheim« b) alle Be¬
wohner eines Wohnheimes (a)
Wohn|kü|che: die; -; -n größere, sowohl
mit Küchen- als auch mit (bequemen)
Sitzmöbeln o. ä. eingerichtete Küche
Wohn)kul|tun die: - ; - Standard, ge¬
wöhnlich anzutreffende Wohnver¬
hältnisse, der/die in einem (Staats-)
Gebiet od. bei bestimmten sozialen
Gruppen herrscht/herrschen
Wghn|ta|ge: die; - ; -« Ort, Bezirk, an,
in dem eine Wohnung od. ein Haus
sich befindet
Wohn|land|schaffc die; - ; -en (großzü¬
gige) Kombination aus gepolsterten
Sitzmöbeln
wohn|lich: Adj. <Raum o. ä.> gemütlich
u. anheimelnd
Wohn|mo|bil: das; ~(e)s; -e größeres
Kraftfahrzeug mit Wohn-, Schlaf¬
raum u. Kücheneinrichtung (teilweise
auch mit Toilette u. Dusche), bei dem
sich Wohn- u. Triebeinheit auf ge¬
meinsamem Fahrgestell befinden
Wohn|ort: der; -(e)s; -e Stadt od. Dorf,
in der/dem jmd. ständig lebt, wohnt
Wohnjraum: der; -(e)s; -räume 1 Räum¬
lichkeiten), die zum Wohngebrauch
bestimmt ist, sind 2 o. Pi Wohnun¬
gen, in denen Menschen wohnen kön¬
nen
Wohnsitz; der; -es; -e Ort, Bereich an,
in dem jmd. wohnt; Gemeinde, in der
jmd. meldeamtlich erfaßt ist
Woh|nung: die; - ; -en a) eine von meh¬
reren abgeschlossenen Einheiten mit
meist mehreren Räumen in einem
Haus, in dem Menschen leben b) [ver-
alt.] Ort, an dem man zeitweise wohnt
Woh|nungs|amt das; -(e)s; -rnnter kurz
für [ugs.] Amt für Wohnungswesen
Woh|nungs|bau: der; -(e)s; - Errich¬
tung, Erbauung von Wohnungen
Wgh|nungs|ei|gen(tum: das; -s; -
<Rechtsw.> Sondereigentum an einer
Wohnung in Verbindung mit dem
Miteigentumsanteil an dem betreffen¬
den Grundstück
Woh|nungs|not: die; - ; - Situation, in
der viel zu wenige Wohnungen ver¬
fügbar sind
Wgh|nungsjsu|che: die; - ; -n Bemü¬
hungen, eine geeignete Wohnung zu
finden
Woh|nungs|tausch: der;-(e)s; -e gegen¬
seitiges Tauschen, Wechseln der
Wohnung mit jmdm. (für die Dauer
eines Urlaubs od. dauerhaft)
Wgh|nungsftiir. die; - ; -en Tür, durch
die man eine Wohnung betreten kann
Wohn|vlerjtel: das; -s; - Stadtteil, Be¬
reich einer Stadt, in dem es wenig Ge¬
werbebetriebe u. viele Wohnhäuser
gibt
Wohn|wa|gen: der; -s; - 1 Kraftwagen¬
anhänger, manchmal mit nur einer
Achse, in dem sich ein Wohn-/Schlaf-
raum u. eine Kücheneinrichtung (teil¬
weise auch Toilette u. Dusche) befin¬
den 2 umgebauter Eisenbahnwaggon
als Schlafraum für Eisenbahnarbeiter
Wghn|zim|mer: das; -s; - a) (gemütlich
eingerichtetes) Zimmer in einer Woh¬
nung od. einem Haus, in dem man
sich zur Freizeitgestaltung aufhält b)
Schrankwand u. Sitzgamitur o. ä.,
mit der ein Wohnzimmer (a) einge¬
richtet wird
Wok: der; - ; -s halbkugelförmiger chi¬
nesischer Kochtopf mit kleiner
Grundfläche, in dem Speisen bei stän¬
digem Rühren unter großer Hitze in
kurzer Zeit gegart werden
wö(|ben: wölbst; wölbtest; hast gewölbt
etw. in die Form eines Bogens brin¬
gen, eine ebene Fläche nach oben
drücken
wöl|ben, sich: wölbst dich; wölbtest
dich; hast dich gewölbt sich (verbie¬
gen .
Wöl|bung: die; - ; -en a) bogenförmiger
Verlauf b) (Teilstück von) etw. mit
bogenförmigem Verlauf
Wolf: der; -(e)s; Wölfe 1 als Stammva¬
ter der Haushunde bezeichnetes, dem
(Schäfer-)Hund sehr ähnliches, in
Rudeln lebendes Raubtier (der Nord¬
halbkugel) 2 kurz für Fleischwolf =
Küchengerät zur Zerkleinerung von
Lebensmitteln 3 Wolf im Schafspelz:
jmd., der sich freundlich u. hilfsbereit
gibt, aber hinterhältige Absichten
verfolgt
Wolf8|hun|ger: der; -s; - <verst.> [ugs.]
überaus großer Hunger
Wol|ke: die; -; -n 1 in der Luft, am Him¬
mel befindliches, weißliches (od.
graues) Gebilde aus Wassertropfen
od. Eiskristallen 2 dibertr.i etw,, was
einer Wolke (1) ähnlich ist, sieht
»Rauch-, Parfümwolke« 3 <Mineral>
Ansammlung von eingeschlossenen
kleinen Bläschen 4 aus allen Wolken
fallen: [ugs.] total perplex, überrascht
sein
Wol|ken|bnich: der; -(e)s; -bräche 1
kurzer, plötzlich einsetzender, sehr
starker Regen 2 Himmel, Arsch u.
Wolkenbruch: [derb] ein Fluch; eine
Verwünschung
Wol|ken|decke (Wol|ken|dek|ke —*
Wql)ken|de|cke): die; - ; - Wolken¬
schicht, die den Himmel (nahezu) ge¬
schlossen bedeckt
Wo)|ken|krat|zer: der; -s; - [ugs.] extrem
hoch gebautes Haus (das scheinbar
bis zu den Wolken reicht), Syn.:
Hochhaus
wol|ken|los: Adj. n. stg. keine Wolken
aufweisend
Wgl[ken|schlei|en der; -s; - sehr dünne
Wolken(schicht)
wol|ken|ver|han|gen: Adj. über u. über
mit dicken, dunklen Wolken bedeckt
wol|kig: Adj. 1 mit recht vielen Wolken
versehen 2 wolkenförmig ausgeprägt
3 <Geologie> Bläscheneinschlüsse auf¬
weisend 4 unklare Konturen aufwei¬
send »ein wolkiges Foto«
Woliaplpen (Woll|lap|pen) —» immer
mit Hl: Woll|lappen: der; -s; ~ kleine¬
res Stück Stoff aus Wolle
Wollaus (Wgll|laus) —* immer mit III:
Woll|laus: die; - ; -läuse kleines, auf
Pflanzen lebendes Insekt, das ein
wollähnliches Sekret ausscheidet,
Syn.: [fachsprl.] Pemphiginae
WoHjdecke (Woll|dek|ke —» Woll|de|-
cke): die; - ; -n Decke, die aus Wolle
gearbeitet ist
Wol|le: die; - ; -n (PI s.) 1 a) (zu verar¬
beitendes) Haar von manchen dicht¬
behaarten Tieren, besonders von
Schafen b) aus der Wolle (a) gefertig¬
tes, gesponnenes Garn, aus dem Klei¬
dung gemacht wird 2 sich In die Wolle
kriegen: [ugs.] sich streiten
wollten: willst; wolltest; hast gewollt 1
Vollverb a) (höflicher u. nicht so for¬
dernd od. bestimmend ist in dieser un¬
ter a) beschriebenen Bedeutung das
Wort ‘möchten’) die Absicht haben;
den Wunsch hegen »Ich will essen.« b)
für eine positive Entwicklung benöti¬
gen »So ein großes Haus will gepflegt
sein.« e) gerne haben, besitzen möch¬
ten »Er wollte mehr Geld.« d) ein Ziel
verfolgen »Die Zeitschrift will den Le¬
serinnen Mut machen.« 2 Modalverb
a) die Absicht haben; den Wunsch he¬
gen »Ich wollte nach Paris fahren.« b)
Präteritum (Vergangenheit: wolltest)
Ausdruck u. Formulierung einer Bitte
»Ich wollte dich fragen,...?« c) Skepsis
ausdrückend »Du weißt nicht, in wel¬
che Richtung man den Schraubenzie¬
her dreht? V. du willst ein Handwerker
1322
Wort
sein?« d) nicht funktionieren »Das
Auto will nicht anspringen.« e) müs¬
sen; sollen »Das will gut geplant sein.«
3 Was du nicht willst, das man dir tu,
das füg’ auch keinem andern zu!:
was jmd. nicht selbst erdulden, erlei¬
den, ertragen, erleben o. ä. möchte,
sollte man auch niemand anderem (u.
keinem Tier) antun, zumuten
wollten: Adj. n. stg. aus Wolle herge¬
stellt »Er trug wollene Socken.«
Woll|fa|den: der; -s; -faden aus dem ge¬
schorenen Fell von Schafen o. ä. ge¬
wonnener, gesponnener Faden
wol|lig: Adj. a) von wollener Beschaf¬
fenheit; aus Wolle b) mit weicher,
flauschiger Oberfläche c) <Menschen¬
haar> dicht u. sehr lockig d) <Pflanzen¬
teil> weich u. behaart
Woll|knäu|el: das; -s; - (locker) zu ei¬
nem ballähnlichen Gebilde aufgewik-
kelter langer Wollfaden
—► Wotl|lappen/Woll-Lappen: s. Wol-
lappen ~ ~
—» WollHaus: s. Wollaus
Wpll|maus: die; - ; -mause 1 südameri¬
kanisches Nagetier, das wegen seines
wertvollen Pelzes geschätzt, gezüchtet
wird; Chinchilla 2 [landsch.; scherzh.]
große Staubflocke, die sich auf dem
Boden in einem Raum gebildet hat
Wollschal: der; -s; -s aus Wolle herge¬
stellter, gestrickter Schal
Woll|sie|gel: das; -s; - Symbol für die
Garantie, daß ein Kleidungsstück aus
Schurwolle besteht, hergestellt wurde
Woll|stoff: der; -(e)s; -e (größtenteils)
aus Wolle gefertigtes Gewebe
Woljlust: die; - ; Wollüste [geh.] a)
starkes sexuelles Verlangen b) mit
Wollust sinnliches Vergnügen an
etw. habend »Er aß mit Wollust das
ganze Eisauf.«
wol|lüjstig —> wol|lüs|tig: Adj. sexuelle
Begierde empfindend
Wgl|per|tin|ger/Waf{per|tin|ger: der; -s;
~ <Mythologie> [bayr.] Fabeltier mit
wertvollem Pelz, nach dem man Per¬
sonen mit einem Sack u. einer Kerze
ausgestattet auf die Jagd schickt, die
man anführen, veralbern will
wo|mlt Adv. 1 leitet einen Fragesatz ein
mit welcher Sache » Womit spielt die
Katze?« 2 in Relativsätzen mit der er¬
wähnten Sache »Das ist eine Entschei¬
dung, womit ich einverstanden bin.«
wo|mög|lich: Adv. a) wahrscheinlich;
vielleicht; eventuell erfolgend b) [ab¬
wert.] noch zusätzlich, obendrein
wo|nach: Adv. 1 leitet einen Fragesatz
ein nach was, welcher Sache » Wonach
schmeckt die Suppe?« 2 in Relativ¬
sätzen a) nach der gerade erwähnten
Sache »Das Pferd war das, wonach sie
am meisten fragte.« b) dem-, derzufol-
ge »Die Zeugenaussage ist sehr inter¬
essant, wonach ( = derzufolge) er das
Verbrechen nicht begangen hat.«
wo|ne|ben: Adv. 1 leitet einen Fragesatz
ein neben was, welchem Ding »Wone¬
ben soll ich den Blumentopf stellen?« 2
in Relativsätzen a) neben dem gerade
Genannten »der Topf, woneben die
Tasse steht« b) ferner, außerdem; dar¬
über hinaus »Sie geht einer geregelten
Arbeit nach, woneben sie noch illegale
Geschäfte betreibt.«
Won|ne: die; - ; -n [geh.] hohe(s), gro-
ße(s) Glück, Freude
Won|ne|mojnat/Won|ne|mond: der;
-(e)s; -e [veralt.] Monat Mai
Won|ne|prop|pen: der; -s; ~ [ugs.;
scherzh.] Baby od. kleines Kind, das
ein wenig dicklich u. rosig aussieht
wor|an —» wo|rjan: Adv. 1 leitet einen
Fragesatz ein a) an was, welchem
Ding » Woran bist du mit deiner Jacke
hängengeblieben?« b) an welches' Ding
» Woran hast du dich angelehnt?« c) an
welcher Sache (mit Folgen) »Ist es be¬
kannt, woran er gestorben ist?« d) an
welche Sache mit bestimmten Aus¬
wirkungen »Woran erinnert dies
dich?« 2 in Relativsätzen a) an dem
Genannten »die Arbeit, woran ich die
letzten Monate geschrieben habe« b)
an das Genannte »der Baum, woran
das Plakat gehängt wurde« c) an dem
Genannten mit entsprechenden Fol¬
gen »das Bild, woran er gerade malt«
d) [ugs.] an die genannte Sache mit
entsprechenden Folgen »die Idee,
woran ich gerade denke«
worjauf—*■ wolrlauf: Adv. 1 leitet einen
Fragesatz ein a) auf welchem Ort, wel¬
cher Stelle b) auf welche Stelle »Wor¬
auf hast du dich gesetzt?« c) auf wel¬
che Sache, die Folgen hat »Worauf
berufst du dich mit deiner Aussage?« 2
in Relativsätzen a) auf den erwähnten
Gegenstand »die Tafel, worauf die
Schüler schreiben« b] auf dem er¬
wähnten Gegenstand »die Matratze,
worauf er die ganze Zeit hüpft« c) auf
den erwähnten Vorgang folgend »Er
hörte von dem Unfall, worauf er unver¬
züglich zu Hilfe eilte.«
wor[auf|hin —* wo|r|auf|hin: Adv. 1 lei¬
tet einen Fragesatz ein aus welchem
Grund, Anlaß »Woraufhin reagierte
er so ärgerlich?« 2 in Relativsätzen
weshalb; in Folge dessen »Er hörte
von der Katastrophe, woraufhin er so¬
fort zu Hilfe eilte.«
wor|aus —*■ wolrlaus: Adv. 1 leitet einen
Fragesatz ein a) aus was, welchem
Material, Grundstoff »Woraus ist
dein Mantel hergestellt?« b) woher;
aus was; aufgrund wessen »Woraus
kannst du ersehen, daß er schlecht ge¬
launt ist?« 2 in Relativsätzen aus dem
erwähnten Gegenstand, Material
»Wo ist das Buch, woraus ich gestern
Abend vorgelesen habe?«
Worce|ster|so|8e —* Worces|teijso|ße:
<engb /wußter-/ die; - ; -n (PI. s.)
scharfe Gewürzsoße
worjln —> wo(rfin: Adv. t leitet einen
Fragesatz ein in welcher Sache, Ange¬
legenheit » Worin liegt der Unterschied
zwischen Worte u. Wörter?« 2 in Rela¬
tivsätzen in der erwähnten Sache »Bei
diesen eineiigen Zwillingen gibt es
nichts, worin sie sich äußerlich unter¬
scheiden.«
Workjahgjlic —> Work|a|ho|lic: <engh
/wörkeholik/ der; -s; -s Person, die
ständig arbeitet, arbeitswütig ist
Work|shop: <engl.> /wörkschop/ der; -s;
•s 1 [wörtlich] Werkstatt 2 Kurs, Se¬
minar, längere Arbeitssitzung zu ei¬
nem bestimmten Thema
Worid|cup: <engl.> /wörldkap/ der; -s; -s
<Sport> Weltmeisterschaft in be¬
stimmten Sportdisziplinen
Wort: das; -(e)s; Wörter u. Worte 1 a)
PI. meist Wörter kleine sprachliche
Einheit aus (gesprochen =) Laut- u./
od. (geschrieben =) Buchstabenfol¬
gen, mit der etw. ausgesagt od. be¬
zeichnet wird b) PI. -e gewichtige, ge¬
hobene Äußerung einer Person »Den-
k(e) an meine Worte! ♦ Schillers
Worte« c) Pt. Wörter für weniger ge¬
wichtige, gehobene Äußerungen »Der
Text hat 20000 Wörter.« 2 o. PI. Eid;
Versprechen »Ich gebe dir mein Wort
darauf,...« 3 das Wort Gottes: die Bi¬
bel 4 dein Wort in Gottes Ohr: hof¬
fentlich hast du recht 5 Wort hatten:
eine Zusage enthalten 6 jedes Wort
unterschreiben: mit jmdm. vollkom¬
men übereinstinunen, absolut dersel¬
ben Meinung sein 7 a) jmdm. das
Wort erteilen, geben: jmdm. gestat¬
ten, etw. zu äußern, einen Gesprächs¬
beitrag o. ä. zu liefern b) jmdm. das
Wort entziehen: einer Person untersa¬
gen, in ihren Ausführungen fortzu¬
fahren, sie nicht mehr sprechen lassen
c) das Wort haben: die Erlaubnis ha¬
ben, etw. zu äußern »Bitte Ruhe im
Saal, der Bürgermeister hat das
Wort.« d) zu Wort kommen: zu einem
Gespräch o. ä. etw. beitragen können
e) sich zu Wort melden: 1. z. B. durch
das Heben des Armes, der Hand deut¬
lich machen, daß man etw. beitragen,
eine Äußerung machen möchte »Der
Schüler hob die Hand, um sich (zu
Wort) zu melden.« 2. nach längerer
Beobachtungszeit seine Meinung zu
etw. kundtun f) ums Wort bitten: um
die Erlaubnis bitten, sprechen zu dür¬
fen g) das Wort ergreifen: zu reden
beginnen 8 nicht viele Worte ma¬
chen: etw. tun, ohne viel darüber zu
sprechen 9 das Wort an jmdn. rich¬
ten: direkt zu einer Person sprechen
10 Wort für Wort: der genaue Wort¬
laut; genau dem entsprechend, was
jmd. gesagt od. geschrieben hat 11
sein eigenes Wort nicht verstehen:
Bemerkung, wenn es zu laut ist 12 ge¬
flügeltes Wort: oft angewandter Aus¬
spruch; Zitat 13 ein Wörtchen, Wort
mitzureden haben: mitzubestimmen
haben 14 in Wort u. Schrift: mündlich
u. schriftlich 15 jmdm. jedes Wort
aus der Nase ziehen müssen: [ugs.]
von jmdm. nur schwer etw. erfahren;
jmdn. nur mit großer Mühe zum Re¬
den bringen 16 da hast du ein wahres
Wort gesprochen: genauso ist es 17
jmdm. fehlen die Worte: jmd. kann in
einer Situation nichts mehr sagen, er¬
widern 18 jmds. letztes Wort sein:
letztes, endgültiges Angebot 19 für
jmdn. , etw. keine Worte finden: jmds.
Handeln, eine Tat, etw. furchtbar fin- .
den, ablehnen 20 ein Wort gibt das
andere: Streitigkeit; in Streit geraten
21 etw. mit keinem Wort erwähnen:
über etw. nicht sprechen 22 a) jmdm.
das Wort abschneiden: jmdn. beim
Sprechen, Reden unhöflich unterbre¬
chen b) jmdm. ins Wort falten: jmdn.
(unhöflich) unterbrechen 23 hast du,
hat man da noch Worte?: [ugs.] das
ist doch unverschämt »Er schrie seine
Frau vor allen Leuten an u. gab ihr eine
Ohrfeige. Hat man da noch Worte?«
24 mit einem Wort: kurz, deutlich, be¬
1323
Wortart
stimmt, zusammenfassend (gesagt) 25
das letzte Wort ist noch nicht
gesprochen: etw. ist für jmdn. noch
nicht fest entschieden 26 ein/kein
Wort über etw. verlieren: über etw.
sprechen/nicht sprechen 27 jmdn.
beim Wort nehmen: eine einmal an¬
gebotene Hilfe annehmen 28 jmdm.
das Wort aus dem Mund nehmen:
aussprechen, was eine andere Person
denkt, auch gerade äußern wollte 29
(noch) ein Wörtchen mit jmdm. zu re¬
den haben: einer Person etw. vorzu¬
werfen haben u. sie zur Verantwor¬
tung ziehen, eine Begründung, Erklä¬
rung fordern 30 jmdm. das Wort im
Mund(e) (her)umdrehen: [ugs.] das,
was jmd. sagt, bewußt od. unbewußt
umkehren »Dreh mir doch nicht das
Wort im Mund um, so war das dock
gar nicht gedacht.« 31 spar(e) dir
deine Worte: es hat keinen Sinn noch
mehr zu sagen »Spar dir deine Worte,
fitr dein Benehmen gibt es keine
Entschuldigung.« 32 ein gutes Wort
für jmdn. einlegen: versuchen, jmdm.
zu helfen, indem man sich positiv
über die betreffende Person äußert 33
Man braucht viele Worte, um ein
Wort zurückzunehmen: wenn jmd.
im Zorn o. ä. od. auch unbedacht
etw. Böses, Beleidigendes gesagt hat,
braucht er viele freundliche, entschul¬
digende Worte, damit dies vergeben
od. vergessen wird 34 Aus kleinem
Wort kommt oft großer Zank: aus
kleinen, meist unüberlegten Bemer¬
kungen entsteht oft der größte Streit
Wortart: die; - ; -en <Sprachwiss.> Grup¬
pe, Klasse von Wörtern einer Spra¬
che, die bestimmte Form- u. Bedeu¬
tungsmerkmale gemeinsam haben (z.
B. Nomen, Verb, Adjektiv)
Wort|be|deu|tung: die; - ; -en (Sprach¬
wiss.) Inhalt, Gehalt, Bedeutung eines
Wortes
Wort)be|deu|tungs|leh|re: die; - ; -
(Sprachwiss.) Bereich der Bedeu¬
tungslehre, die sich mit der Bedeu¬
tung einzelner sprachlicher Ausdrük-
ke, den Bedeutungsbeziehungen zwi¬
schen sprachlichen Ausdrücken sowie
Problemen des Wandels von Bedeu¬
tungen beschäftigt, Syn.: [fremdsprl.]
Semasiologie
Wort|beu|gung: die; - ; -en (Sprach-
wiss.) Beugung, Flexion, Umformung
bestimmter Wörter, Wortarten in ver¬
schiedene Wortformen, bei der gram¬
matische Regeln berücksichtigt wer¬
den müssen
Wort|bil|dung: die; - ; -en <Sprachwiss.>
a) o. PI. Neubildung von Wörtern, in¬
dem bereits vorhandene Wörter,
Wortteile zusammengesetzt od. von
diesen abgeleitet werden b) Wort,
welches durch Zusammensetzung,
Ableitung o. ä. neu entstanden ist
Wort(bil|dungs|leh|re: die; - ; - (Sprach¬
wiss.) sich mit Bildung u. Bau des
Wortschatzes einer Sprache befassen¬
des sprachwissenschaftliches Teilge¬
biet
Wort|bruch: der; -(e)s; -hrüche Nicht¬
einhaltung eines Versprechens
wortjbiülchig: Adj. n. stg. ein gegebenes
Versprechen nicht einhaltend, einge¬
halten habend
Wöijterjbucb: das; -(e)s; -bücher (als
Buch gebundenes) Verzeichnis von
Wörtern mit „Erklärungen ihrer Be¬
deutung od. Übersetzung in eine an¬
dere Sprache, meist in alphabetischer
Reihenfolge
Wöijter|verjzeich|nis: das; -ses; -se Liste
der Biegriffe u. Wörter, die in einem
(Fach-)Buch verwendet werden, Syn.:
Wortregister; Wortverzeichnis; Index
Wort|fa[mi|lie: die; ~ ; -n <Sprachwiss.>
Menge von Wörtern innerhalb einer
Sprache, die dieselbe etymologische,
sprachgeschichtliche Wurzel, Her¬
kunft haben
Wort|fonn: die; ~; -en <Sprachwiss.> eine
von mehreren, demselben Wort zuzu¬
ordnenden Flexionsformen, Beu¬
gungsformen, -Varianten »'Laufen',
'lief, 'läuft' sind Wortformen zu 'lau¬
fen'.«
Wort|füh|rer: der; -s; - weibt. Wort]fiih|-
re|rin: die; - ; -nen Sprecher(in) für
eine (größere) Gruppe von Personen
Wortlgejfecht: das; -(e)s; -e verbale(r),
mit Worten, Argumenten geführte(r)
Auseinandersetzung, Streit
wort|ge|treu: Adj. n. stg. exakt so for¬
muliert wie im Zitierten, Original
wprt|ge|wal|tig: Adj. durch Worte einen
großen Einfluß habend, ausübend
wort|ge|wandt: Adj. wortgewandter;
wortgewandteste geschickt im Um¬
gang mit Worten, im Reden
Wgrt|in|haK: der; -(e)s; -e (Sprachwiss.)
Bedeutung eines Wortes
wort|karg: Adj. wortkarger; wortkar-
gfejste wenig sprechend
Wort|klau|be|rei: die; - ; -en [abwert.] zu
enges, wörtliches Verständnis, kleinli¬
che Interpretation von gesprochenen
Worten
Wortlaut: der; -(e)s; - genaue Ausprä¬
gung eines Textes od. einer Rede
wört|lich: Adj. n. stg. exakt so, wie jmd.
es gesagt hat od. wie es geschrieben
steht, nichts hinzugefügt od. wegge¬
lassen »Ich zitiere wörtlich.«
wort|los: Adj. n. stg. keine Worte, Wör¬
ter verwendend; mit Schweigen »Sie
verstanden sich wortlos.«
Wortjmel|dung: die; -; -en Handzeichen
ö. ä. im Unterricht od. in einer Ver¬
sammlung, um zu kennzeichnen, daß
man einen Beitrag zu dem Besproche¬
nen leisten möchte
wort|reich: Adj. 1 (zu) viele Worte ver¬
wendend 2 einen großen, aus vielen
Wörtern bestehenden Wortschatz ha¬
bend
Wortschatz: der; -es; -schätze (Pi s.) 1
alle Wörter in einer Sprache 2 alle
Wörter, die ein einzelner Sprecher
kennt, verwendet
Wort|schöp|fung: die; - ; -en (Sprach¬
wiss.) (aus bekannten Versatzstücken,
z. B. mit Wortbildungselementen)
neu gebildetes, bis dahin nicht exi¬
stentes Wort
Wortschwall: der; ~(e)s; -e (PI. s.) [ab¬
wert.] längere Folge schnell gespro¬
chener Wörter, Sätze
Wort|sinn: der; -(e)s; - Bedeutung, die
ein Wort hat
Wortspiel: das; -(e)s; - einen witzigen
Effekt hervorrufender Einsatz von
Wörtern, der aufgrund entweder der
Doppeldeutigkeit eines Wortes od.
des Gleichklanges zweier unterschied¬
licher Wörter entsteht
Wprt[stamm: der; -(e)s; -Stämme
(Sprachwiss.) Teil eines Wortes, das
allen Wörtern derselben Wortfamilie
gemein ist u. die Grundbedeutung
trägt »Der Wortstamm der Wörter
'schlafen', 'geschlafen', 'schlaftrun¬
ken', 'Schläfer'ist 'schlaf-'.«
Wort|ver[dre|hung: die; - ; -en [abwert.]
falsche Wiedergabe dessen, was ein
anderer gesagt hat
Wortwahl: die; - ; - beim Sprechen od.
Schreiben benutzte Wörter
Wort|wechjsel: der; -s; - a) (heftigere)
verbale Auseinandersetzung b) [ver-
alt.] Gespräch; Unterhaltung
wortwörtlich: Adj. n. stg. (verst.) a) ge¬
nau wie im Originaltext b) genau in
der eigentlichen, der Grundbedeu¬
tung des Wortes
woijüber—» wo|r[ü|ber: Adv. 1 leitet ei¬
nen Fragesatz ein a) über welchem
Ding, welcher Sache » Worüber lag die
Decke?« b) über welches Ding, welche
Sache »Worüber bist du gesprungen?
c) [selten] über welcher Angelegenheit
» Worüber hat er so lange gebrütet?« d)
über welcher Sache, Unternehmung
»Worüber ist er so traurig?« 2 in
Relativsätzen a) über dem Genannten
»das Sofa, worüber ein Tuch hing« b)
über das Genannte »der Bach, wor¬
über er gesprungen war« c) über die er¬
wähnte Sache »das Ereignis, worüber
er so traurig ist«
woijym —* wo|r]um: Adv. 1 leitet einen
Fragesatz ein a) um welches Ding,
welche Sache herum »Worum bist du
gelaufen?« b) um welche Sache, Ange¬
legenheit »Worum geht es in dem
Film?« 2 in Relativsätzen a) um das
genannte Ding b) um die genannte
Angelegenheit »Den Gefallen, worum
er mich bat, tat ich ihm.«
wor|un|ter —> wo|r|un|ter: Adv. 1 leitet
einen Fragesatz ein a) unter welchem
Ding, welcher Sache »Worunter lag
der Hund?« b) unter welches Ding,
welche Sache » Worunter ist er gekro¬
chen?« c) unter welcher Sache »Wor¬
unter leidet sie?« 2 in Relativsätzen a)
unter dem erwähnten Ding »der
Tisch, worunter der Hund sitzt« b) un¬
ter das Genannte »der Tisch, worunter
der Hund gekrochen ist« c) unter dem
Genannten »Das sind Themen, worun¬
ter er sich nichts vorstellen konnte.« d)
unter denen, der genannten Menge
»die Fluggäste, worunter drei Kinder
waren«
wo|vpn: Adv. 1 leitet einen Fragesatz ein
a) von welchem Ding weg »Wovon
hast du das Buch weggenommen?« b)
von welchem Ding, welcher Sache,
Angelegenheit »Wovon sprecht ihr
gerade?« 2 in Relativsätzen a) von
dem gerade Genannten weg »die Lei¬
ter, wovon ich gefallen bin« b) von
dem erwähnten Ding, der Angelegen¬
heit, Unternehmung »Es sind beson¬
ders technische Dinge, wovon er nichts
versteht.« C) durch das Erwähnte her¬
vorgerufen »Ich erhielt soeben die
Nachricht über seinen Unfall, wovon
ich sehr geschockt bin.«
wo|vor. Adv. 1 leitet einen Fragesatz ein
a) vor welchem Ding, welcher Sache
1324
Wunderlampe
» Wovor stand der Eimer?« b) vor wel¬
ches Ding, welche Sache » Wovor hast
du den Eimer gestellt?« c) vor wel¬
chem Ding, welcher Sache »Wovor
hast du Angst?« 2 in Relativsätzen a)
vordem Genannten »das Haus, wovor
der Mann im Sonnenstuhl lag« b) vor
das Genannte »der Schrank, wovor
gerade der Stuhl gestellt wurde« <0 Vor
dem Ding, Ereignis »Das, wovor du
Angst hast, ist erledigt.«
wo|zu: Adv. 1 leitet einen Fragesatz ein
a) aus welchem Grund; um welches
Ergebnis zu erzielen »Wozu hast du
das gemacht?« b) was betreffend; zu
welcher Sache, Angelegenheit »Wozu
hast du ihm deine Meinung gesagt?« 2
in Relativsätzen a) zu dem erwähnten
Zweck »Ich wollte eine gute Arbeit
schreiben, wozu ich viel las.« b) das
Genannte betreffend »Das ist eine Ar¬
beit, wozu ich keine Meinung äußern
kann.« c) zusätzlich zum Erwähnten
»Ich zahle 300 DM Miete, wozu noch
Nebenkosten kommen.«
WR: Abk. 1 Währungsreform 2 <Sport>
a) Weltrekord b) Wertungsrichter 3
Winterreifen 4 Wirtschaftsrecht 5
Wissenschaftsrat = von Bund u.
Ländern eingerichtetes Gremium zur
Gesamtplanung der Wissenschafts¬
förderung
Wrack: das; -(e)s; -s a) Schiff od. Flug¬
zeug, das zerstört, unbrauchbar ist b)
(größerer Gebrauchs-)Gegenstand,
der zerstört, unbrauchbar ist c)
<übertr.> Mensch, der in (körperlich)
extrem schlechter Verfassung ist
wnnjgen: wringst; wrang(e)st; hast
gewrungen etw. zusammendrehen,
-pressen u. damit Flüssigkeit heraus¬
pressen »Wäsche wringen«
Wrkg.: Abk. Wirkung
WS: Abk. 1 <Elektrot.> Wechselstrom 2
Werkschutz 3 Wintersemester =
Winterstudienhalbjahr an einer
Hochschule 4 <Med.> Wirbelsäule
WSV: Abk. 1 Wassersportverein 2 Was¬
ser- u. Schiffahrtsverwaltung 3 West¬
deutscher Schwimmverband 4 Win¬
terschlußverkauf 5 Wintersportverein
6 W uppertaler Sportverein
Wtb.: Abk. Wörterbuch
Wtg.: Abk. Wartung
w. u.: a) weiter unten b) wie unten
w. ii.: Abk. wie üblich
Wujcher: der; -s; - Bereitstellung einer
(Geld-)Leistung unter Ausnutzung ei¬
ner Zwangslage od. kraft überlegenen
Wissens, welche in einem krassen
Mißverhältnis zu der erbrachten Ge¬
genleistung steht; die gesetzlich gedul¬
dete Höhe übersteigende Zins-, Zah¬
lungsforderungen
Wu|cha(reR der; -s; - weibl. Wu|che|rin:
die; - ; -nen [abwert.] Person, die ver¬
sucht, eine unverhältnismäßig hohe
finanzielle Forderung durchzusetzen
wu|chern: wucherst; wuchertest; hast
gewuchert 1 hat/ist a) sich beim Wach¬
sen sehr ausbreiten »Die Pflanze wu¬
cherte so sehr, daß ich sie umsetzen
mußte.« b) (Gewebe» stark, unkon¬
trolliert wachsen 2 unverhältnismä¬
ßig, unrechtmäßig hohe finanzielle
Forderung stellen 3 mit etw.
wuchern: [ugs] aus etw. einen beson¬
ders hohen Ertrag erzielen
Wujcherjpreis: der; -es; -e [abwert.] in
einem krassen Mißverhältnis zur an¬
gebotenen Leistung stehender Preis
Wu|che|rung: die; - ; -en a) (Med.»
krankhafte Gewebebildung bei Lebe¬
wesen b) Auswuchs, Geschwulst, der/
die durch krankhafte Gewebebildung
bei Lebewesen entsteht
Wujcher|zins: der; -es; -en [abwert.] in
einem Mißverhältnis zur erbrachten
Leistung u. zum Marktpreis stehen¬
der Zinssatz
Wuchs: der; -es; - u. [fachsprl.j Wüchse
a) das Wachsen; Wachstum b) jmds.
äußerliche Gestalt; Figur
Wucht die; - ; - 1 a) durch Gewicht,
Kraft o. ä. entstandener Druck, der
sich intensiv äußert »Er öffnete die
Tür mit Wucht.« b) [landsch.] Tracht
Prügel 2 [landsch.] größere Menge
von etw. »eine Wucht Nägel« 3 eine
Wucht sein: [ugs.] wunderbar, toll,
prima sein
wuchsen: wuchtest; wuchtetest; hast ge¬
wuchtet 1 a) etw. Schweres unter Ein¬
satz aller Kräfte fortbewegen b) etw.
unter Einsatz aller Kräfte schlagen
od. stoßen »Sie wuchtete den Ball ins
Tor.« 2 a) massig erscheinen; hoch
aufragen »Das Rathaus wuchtet über
alle anderen Gebäude.« b) ist sich mit
voller Kraft fortbewegen 3 [selten]
schwer arbeiten
wuch|tig: Adj. 1 mit ganzer Kraft ausge¬
führt 2 massig u. schwer wirkend
Wuch|tig|ke«t: die; ~ ; -1 extrem heftige
Ausführung 2 schwerfälliger Ein¬
druck; Massigkeit
wüh|len: wühlst; wühltest; hast gewühlt
1 nach etw. graben, buddeln 2 [ugs.]
nach etw. suchen u. dabei Unordnung
produzieren »Sie wühlte im Schrank.«
wühlen, sich: wühlst dich; wühltest dich;
hast dich gewühlt a) sich räumlich
durch etw. durchgraben b) (übertr.»
[ugs.] etw. bearbeiten »Sie wühlte sich
durch den Aktenberg.«
Wüh|le|rei: die; - ; -en [oft abwert.] 1
Graben von Löchern (in die Erde) 2
[ugs.] Suche nach etw. Verstecktem,
Verlorenem 3 (meist Polit» [abwert.j
Untergrabung (der Moral) des (poli¬
tischen) Gegners durch Untergrund¬
arbeit 4 hartes, pausenloses Arbeiten
Wühl|maus: die; -; -mäuse Maus mit ei¬
nem kurzen, untersetzten Körper u.
stumpfer Schnauze, die als Schädling
gilt
Wühl|tisch: der; -(e)s; -e (Kaufhaus»
[ugs.] Tisch mit Sonderangebotswa¬
ren, auf dem die Kunden nach geeig¬
neter Ware suchen
Wulst: der; -(e)s; Wülste u. [fachsprl.
auch] -e u. die; -; Wulstes) langgezo¬
gene Schwellung, Erhebung »Er hatte
eine Wulst auf dem Rücken.« b) etw.,
was einer Wulst (a) ähnlich sieht »Sie
drehte eine Wulst aus ihrer Jacke.«
wul|stig —> wuls[tig: Adj. eine gerunde¬
te Verdickung aufweisend
wum|mern: wummerst; wummertest;
hast gewummert [ugs.] 1 ein dumpf
drohendes Geräusch von sich geben 2
gegen etw. schlagen u. ein dumpf
dröhnendes Geräusch erzeugen
wund: Adj. wunder; wundeste 1 (Körper»
durch Reibung verletzt, so daß Be¬
rührung mit Schmerzen, Empfind¬
lichkeit verbunden ist 2 (Jagd; Tier»
eine Schußverletzung habend 3 wun¬
der Punkt: etw., womit jmd. leicht zu
verletzen, angreifbar ist
—> wund Helgen, sich: s. Wundliegen,
sich
Wund|arzt: der; -(e)s; -ärzte weibl.
Wund|ärz|tin: die; ~ ; -nen düst.» Chi¬
rurgen)
Wund|be|hand|lung: die; - ; -en (Med.»
medizinische Versorgung einer offe¬
nen Verletzung
Wund|brand: der;-(e)s;-< Med.» Faulen
einer Wunde, das durch Wundinfekti¬
on ausgelöst wird
Wun|de: die; - ; -n 1 (körperliche, offe¬
ne) Verletzung; offenliegende(s) Haut
u. Gewebe »eine blutende Wunde« 2
(tiefe) Wunden schlagen: etw., jmdm.
(sehr großen) Schaden zufügen »Haß
u. Verleumdungen können bei einem
Menschen tiefe Wunden schlagen.«
Wun|der das; -s; - 1 (Religion» durch
Gott bewirktes, nicht mit menschli¬
chem Können erreichbares Ereignis 2
[ugs.] etw. (Schönes), womit man
nicht gerechnet hat 3 Wunder wirken:
[ugs.] sehr, unglaublich wirkungsvoll
sein »Der Glaube an etw. wirkt oft
wahre Wunder.« 4 sein blaues Wun¬
der erleben: [ugs.] etw. Unangeneh¬
mes erleben od. einen Tadel zu hören
bekommen
wun|der[baR Adj. a) ein Wunder, eine
göttliche Fügung betreffend, beinhal¬
tend, aus ihr erwachsend b) [ugs.] toll;
überaus angenehm
wun|der|ba|rerjwei|se: Adv. wie durch
ein Wunder, eine göttliche Fügung
bewirkt
Wun|der|blu|me; die; -; -n 1 [ugs.] (ame¬
rikanische) Staudenpflanze mit trich¬
terförmigen, mehrfarbigen Blüten,
die oft nur eine Nacht blüht 2 Pflanze,
die laut Volksüberlieferung eine uner¬
klärliche Wirkung ausübt
Wtm|der|dok|tor der; -s; -en weibl. [sel¬
tenJ Wiin|der]dokjto|rin: die; - ; -nen
[iron.] "Person, der übernatürliche
Heilungsfähigkeiten zugesprochen
werden
Wun|der|glau|be: der; -n(s); - Glaube
an übernatürliche Ereignisse, Dinge
Wun|der[hei|ler: der; -s; - weibl. Wun|-
der|hei|le|rin: die; ~ ; -nen Person, der
übernatürliche Heilungsfähigkeiten
zugesprochen werden
Wun[det]hei|lung: die; - ; -en medizi¬
nisch nicht nachvollziehbare (spon¬
tane) Heiiung (die anscheinend durch
einen Wunderheiler erzielt wird)
wun|der[hübsch: Adj. wunderhübscher;
wunderhübscheste außergewöhnlich
schön; in extremem Maße hübsch
Wun|der|ker]ze: die; - ; -n Stab, der teil¬
weise mit einem beim Abbrennen
Funken produzierenden Gemisch
leicht brennbarer Stoffe überzogen
ist, während ein Ende frei bleibt u. so¬
mit als Griff dient
Wun|der[kind: das; -(e)s; -er auf einem
Gebiet äußerst begabtes Kind
Wun|der[lam|pe: die; - ; -n 1 (Märchen»
Öllampe, die außergewöhliche Dinge
bewirkt, von der übernatürliche Er¬
eignisse ausgehen (besonders in ’Ala-
din u. die Wunderlampe’) 2 Tinten¬
1325
Wunderland
fisch, der Leuchtorgane an Körper u.
Armen hat
Wun|der|land: das; -(e)s; -länder Mär¬
chen) Phantasieland, in dem wunder¬
same Dinge geschehen ('Alice im
Wunderland’)
wun|der|ltch: Adj. in seinen Äußerun¬
gen, Taten ein wenig seltsam, von der
Norm abweichend
Wunjder|mit|tei: das; -s; - Arznei o. a.
Mittel, dem eine außergewöhnliche
Wirkung nachgesagt wird
wun|dern, sich: wunderst dich; wunder¬
test dich; hast dick gewundert staunen,
weil man etw. nicht erwartet hat
Wun|derjlich|keit- die; - ; -en a) o. PL
vom Üblichen, der Norm abweichen¬
de^) Wesensart, Verhalten b) vom
Gewohnten abweichende Handlung,
abweichendes Ereignis
wun|der|sam: Adj. [geh.] mit Rätseln
behaftet; von einem Geheimnis umge¬
ben
wun|der[schön: Adj. äußerlich außerge¬
wöhnlich hübsch; in extremem Maße
schön
Wun|der|tü|te: die; ~ ; -n mit kleinen
Überraschungen gefüllte Papiertüte
(für ein Kind)
wun|deijvoll: Adj. a) in extremer Weise
schön, Entzücken hervorrufend b)
<verst.> äußerst; sehr
Wun|derjwett: die; - ; -en 1 <Märchen>
Phantasieland, in dem wundersame
Dinge geschehen 2 in sich geschlosse¬
ner Lebensbereich, in dem Faszinie¬
rendes, Erstaunliches in großer Zahl
geschieht, erscheint
Wunldeijwerk: das; -(ejs; -e etw., was
von großer schöpferischer Fähigkeit
zeugt »ein Wunderwerk der Technik«
wund|lie|gen —»• wund lie|gen, sich:
liegst dich wund; lag (e) st dich wund;
hast dich wundgelegen —>hast dich
wund gelegen*— sich Körperstellen
als Folge langer Bettlägerigkeit ab¬
schürfen, entzündet werden lassen
Wund|pfla[ster—> Wund|pflas|ter: das;
-s; - mit einer kleinen Mullauflage
versehener Klebestreifen zum Schutz
einer Wunde
Wund|sa(|be: die; - ; -n Schmerzen lin¬
dernde u. die Heilung einer Wunde
fördernde Salbe
Wund|schmerz: der; -es; - durch eine
(offene, verheilende) Wunde verur¬
sachter Schmerz
Wund|starrjkrampf: der; -es; - <Med.>
durch Tetanusbazillen hervorgeru¬
fene Wundinfektion, die zu lebensge¬
fährlichen Muskelkrämpfen führt,
Syn.: [fremdsprl.] Tetanus
Wunsch: der; -(ejs; Wünsche 1 etw.,
was man sehr gerne möchte, Syn.:
Verlangen; Traum; Anliegen 2 ein
frommer Wunsch: eine zwar gute,
aber völlig aussichtslose Vorstellung
von etw. 3 da ist der Wunsch der Va¬
ter des Gedankens: etw. (Erzähltes)
stimmt nicht mit der Wahrheit, der
Wirklichkeit, den Tatsachen überein
Wunschbild: das; -(ejs; -er Auffas¬
sung, Vorstellung von etw. od. einer
Person, die durch die eigenen Wün¬
sche geprägt u. unrealistisch ist
Wunsch|den|ken: das; -s; - durch die ei¬
genen Wünsche, Hoffnungen ge¬
prägte Vorstellung
Wün|schel|ru|te: die; - ; -n Zweig mit ei¬
ner Gabelung o. ä., mit dem ein Wün¬
schelrutengänger nach einer Wasser-
od. Erzader o. ä. sucht
wün|schen: wünschst; wünschtest; hast
gewünscht 1 a) einen (unrealistischen)
Wunsch äußern, haben b) jmdm. zu
einem Ereignis gute Wünsche, Glück¬
wünsche aussprechen
wün|schen, sich: wünschst dir; wünsch¬
test dir; hast dir gewünscht einen
Wunsch haben, etw. bekommen
möchten »Sie wünscht sich ein Baby.«
wün|schens)wert: Adj. wünschenswer¬
ter; wünschenswerteste so beschaffen,
wertvoll, daß man das Entsprechende
erstrebt
wunsch|ge|mäß: Adv. nach den Vor¬
stellungen einer Person »Er hat alles
wunschgemäß erledigt. • /auch attribu¬
tiv] Es war eine wunschgemäße Ar¬
beit.«
Wunsch|kind: das;-(ejs; -er ein von sei¬
nen Eltern gewolltes Kind
Wunsch|kon|zert das; -(ejs;-e musika¬
lische Darbietung, die nach den Wün¬
schen von Hörem od. Zuschauern zu¬
sammengestellt wurde
Wunscft|lf|ste—» Wunsch|lisfte: die; - ;
-n Verzeichnis, das die Wünsche einer
Person (nach Geschenken) aufführt
wunschlos: Adj. n. stg. völlig ohne
Wünsche
Wunsch|vor|ste!|lung: die; - ; -en Idee,
die von jmds. Wünschen, Hoffnungen
u. nicht von der Realität geprägt ist
Wunschjzetjtel: der; -s; - Liste, die die
Wünsche einer Person (nach Ge¬
schenken) aufführt
Würjde: die; - ; -n 1 o. PI. 1 a) einem
Menschen zukommende Achtung
»Die Würde des Menschen ist unan¬
tastbar.« b) ehrbewußte Haltung »Er
behielt die Würde.« 2 mit Ansehen
verbundene Stellung »die Würde des
Doktors erlangen«
wür|de|los: Adj. n. stg. den Wert einer
Person od. Sache nicht anerkennend;
ohne Würde
Wür[den|trä|ger: der; -s; - weibl. Würj-
denjträ|ge|rin: die; - ; -nen [oft geh.]
ein hohes Amt bekleidende Person
wüijde|voll: Adj. achtunggebietend;
Würde ausstrahlend
würjdig: Adj. 1 von achtunggebietender
Ausstrahlung, Beschaffenheit 2 Re¬
spekt verdienend
wür|di|gen: würdigst; würdigtest; hast
gewürdigt a) etw., was jmd. getan hat
od. jmdn. achten, ehren, anerkennen
b) [veralt.] etw. od. jmdn. mit etw. eh¬
ren, bedenken
Wür|di|gung: die; - ; -en offizielle Aner¬
kennung einer Leistung (in einer Re¬
de, Ansprache)
Wurf: der; -(ejs; Würfe 1 <oft Sport,
Spiel) das Fortwerfen, -schleudern
von etw 2 gemeinsam geborene Nach¬
kommenschaft bei Säugetieren 3 ein
groBer, der große Wurf: etw. Einmali¬
ges; etw. von großer, positiver Bedeu¬
tung
Wurfbahn: die; - ; -en Flugweg eines
Wurfgeschosses
Würffel: der; -s; ~ 1 geometrischer Kör¬
per mit sechs (gleichen) quadrati¬
schen Flächen, oft als Spielmaterial
benutzt u. dann mit Punkten, Au¬
gen(zahlen) gekennzeichnet 2 etw. in
Form eines Würfels (1) »Schneiden
Sie den Speck u. die Zwiebeln in kleine
Würfel.« 3 die Würfel sind gefallen:
es ist entschieden; eine Entscheidung
ist getroffen
Würffel|be|chen der; -s; - Leder- od.
Kunststoffbecher zum Schütteln von
Spielwürfeln, bevor sie geworfen wer¬
den
würjfeln: würfelst; würfeltest; hast
gewürfelt 1 a) ein Spiel mit Würfeln
machen b) einen Würfel (1) rollen u.
eine bestimmte Zahl erlangen 2 in
kleine Stückchen zerschneiden
Würjfel|spiel: das; -(ejs; -e a) Spiel, das
mit Würfeln gespielt wird b) Brett¬
spiel, bei dem die Bewegung der Spiel¬
figuren jeweils von der gewürfelten
Punktezahl bestimmt wird
Wüijfel|zucker (Wür)fei|zuk|ker —>
Wür|feljzu|cker): der; -s: - Zucker, der
in Form von Würfeln gepreßt wurde
Wurf|gejschoß —> Wurf|ge|schoss/
[österr. weiterhin] Wurf|ge|schoß:
das; -geschosses; -geschosse (kleiner)
geschleuderter, geworfener, zum
Treffen eines Zieles bestimmter Ge¬
genstand
Wurfkreis: der; -es; -e 1 (Leichtathletik)
gekennzeichneter Ab Wurfkreis, aus
dem die Sportler Diskus, Kugel od.
Hammer stoßen od. werfen 2 <Hand-
balb 6 Meter vom Tor entfernter
Halbkreis, der von den Feldspielern
nicht betreten werden darf
Wurfsendung: die; - ; -en kurz für
Postwurfsendung = von der Post an
jeden Haushalt (in einem Gebiet) aus¬
geteilter Werbebrief
Würjge|griff: der; -(ejs; -e 1 Handstel¬
lung, mit der jmdm. die Kehle zuge¬
drückt wird; mit den Händen, dem
Arm ausgeübter Druck auf den Kehl¬
kopf 2 <übertr.> jmds. materielle, seeli¬
sche o. ä. Möglichkeit, jmd. andern
zu ruinieren
Wür]ge|mal: das; -(ejs; -e Abdruck,
Druckstelle, der/die durch das Zu¬
drücken einer Kehle entsteht
wür|gen: würgst; würgtest; hast gewürgt
1 a) dem Drang zu widerstehen versu¬
chen, sich zu übergeben b) beim Sich-
übergeben, Erbrechen ein Geräusch
erzeugen 2 die Hände, etw. um jmds.
Hals schlingen u. die Luftröhre, den
Kehlkopf zuzudrücken versuchen 3
[ugs.] Speisen, Getränke mit Wider¬
willen schlucken 4 [ugs.; landsch.]
schwer (mit Widerwillen) arbeiten
WüijgeR der; -s; - weibl. [selten] Wür|-
ge|rin: die; - ; -nen 1 [veralt.; abwert.]
Person, die jmdm. die Kehle zu¬
drückt, jmdn. erwürgt, zu erwürgen
versucht (hat) 2 nur m'annl. Form
Singvogel mit auffälliger Färbung,
der mit seiner hakenförmigen Schna¬
belspitze seine Beute an Dornbüschen
aufspießt
Wurm: der; - (ejs; Würmer 1 längliches
(niederes) Tier ohne Gliedmaßen 2
<übertr.> a) kleines Kind b) [abwert.]
unbedeutender Mensch c) bemitlei¬
denswertes Kind (od. anderes kleines
Lebewesen) 3 in etw. ist der Wurm
drin: [ugs.] etw. gelingt, funktioniert
nicht so, wie es sollte
1326
Wz.
Wurm: der; -(e)s; Wurme <Mythologie>
[veralt.] Lindwurm; Drache
wurjmen: wurmt; wurmte; hat gewurmt
[ugs.] ärgerlich für eine Person er¬
scheinen
wuijmig: Adj. <meist Obst> von Wür¬
mern angestochen, befallen
wyrm|sti|chig: Adj. a) von Würmern an¬
gefressen b) vom Holzwurm befallen,
teilweise zerstört
Wurst: die; -; Würste 1 a) <Speise> rund¬
lich geformtes, auf bestimmte Art zu¬
bereitetes Fleisch(gemisch), meist ge¬
würzt u. gekocht, z. T. als Brotbelag
verwendet b) etw., was wie eine Wurst
(a) geformt ist 2 (jmdm.) Wurst,
Wurscht sein: [ugs.] (Jmdm.) völlig
egal sein 3 jetzt geht es um die
Wurst: [ugs.] jetzt kommt es darauf
an; jetzt kann etw. entschieden werden
Wurst|brofa das; -(e)s; -e Brotschnitte,
die mit Wurst belegt ist
Würst|chen|bu|de: die; - ; -n Stand od.
Verkaufswagen, an dem (gegrillte)
Bratwürstchen o. ä. verkauft werden
Würst|chen|stand: der; -(e)s; -stände
Stand od. Verkaufswagen, an dem
(gegrillte) Bratwürstchen o. ä. ver¬
kauft werden
wuijsteln/wurschteln —» wurs(teln/
wursch|teln: wurstelstjwurschtelst;
wursteltestjwurschteltest; hast gewur-
slelt/gewurschtelt [ugs.] ohne System
an etw. (erfolglos) arbeiten
Wurst|fin[ger: der; -s; - [ugs.] kurzer,
dicker Finger
Wurstjhaut: die; ~ ; -häute aus echtem
od. Kunstdarm bestehende Pelle, in
die Wurst gefüllt ist
Wurst|ss|Iat: der; -(e)s; -e <Speise> mit
kleingeschnittener Wurst u. a. Zuta¬
ten (oft Zwiebeln, Käse) hergestellter
Salat
Wu<st|wa|ren: die (PL) Gesamtheit der
zum Kauf angebotenen (Sorten von)
Wurst
Wurst|zip|fel: der; -s; - Ende einer
Wurst
Württ: Abk. a) Württemberg b) Würt-
temberger(in)
Wüijze: die; -; -n 1 a) pflanzliche, mine¬
ralische, tierische o. ä. Substanz, die
Speisen zugefligt wird, um ein be¬
stimmtes Aroma zu erzielen b) der
spezielle Geschmack od./u. Geruch
von etw. c) [fachsprl.] Bierwürze 2
<übertr.> Spannung, Schwung o. ä.,
die/den etw. enthält »Die Würze in
dieser Geschichte fehlt.«
Wur|zel: die; - ; -«1 verzweigte Veran¬
kerung von Bäumen u. Pflanzen in
der Erde, über die Nährstoffe aufge¬
nommen werden 2 a) kurz für Zahn¬
wurzel = Verankerung eines Zahnes
im Kiefer b) kurz für Haarwurzel =
Verankerung des Haares in der Haut
3 «Math.) einer Potenz als Basis zu¬
grundeliegende Zahl 4 <übertr.> Ur¬
sprung, Verankerung von etw. »Die
Wurzeln dieser Musikrichtung liegen
in Afrika.« 5 <Anat.> Stelle, an der ein
Körperteil beginnt, ansetzt 6 Grund¬
lage, Ursprung von etw. »Die Wur¬
zeln fitr ihr Verhalten liegen lief.« 7
«Sprachwiss.) a) ältere, rekonstruierte
Form eines Wortes, deren Nachfolger
in mehreren Sprachen zu finden sind
b) [veralt.] Wortstamm 8 das Übel an
der Wurzel fassen, packen: versu¬
chen, eine schlechte Sache energisch
in Ordnung zu bringen
Wur|zeljbe|hand|lung: die; ~; -en <Med.>
Behandlung einer kranken Zahnwur¬
zel (zum Erhalt eines Zahnes)
Wurjzel|bür|$te —* Wur[zel|bürs|te:
die; -; -n Bürste mit harten Borsten
Wyr|zet|haut: die; - ; -häute 1 <Bio.;
Bot.> Haut um die Wurzel einer Pflan¬
ze, die der Nahrungsaufnahme dient
2 <Med.> Knochenhaut, die die Zahn¬
wurzelumgibt
wyr|zeln: wurzelt; wurzelte; hat gewur-
zelt 1 sich mit den Wurzeln im Boden
verankern 2 die Ursache in etw. ha¬
ben
Wjir]zel|werk: das; -(e)s; - alle Wurzeln
einer Pflanzen zusammen
Wur|zel|zei|chen: das; -s; ~ <Math.> Zei¬
chen, das das Verfahren des Radizie-
rens, Wurzelziehens anzeigt
Wur|zel|zie|hen: das; -s; - <Math.> Vor¬
gang des Radizierens, Wurzelziehens
wüijzen: würzt; würztest; hast gewürzt
a) mit bestimmten Zusätzen Ge¬
schmack verstärken, verändern »die
Suppe würzen« b) <übertr.> anreichem,
um Spannung o. ä. zu erzielen
wür|zig: Adj. a) geschmacksintensiv b)
kräftig im Duft
Wür|zig|keit: die; -- a) Schmackhaftig¬
keit; intensiv pikante Geschmacksno¬
te b) kräftiger Duft
Würz|mi|schung: die; - ; -en Zusam¬
menstellung verschiedener Gewürze
in flüssiger od. fester (besonders pulv¬
riger) Form, die beim Kochen u. Bra¬
ten Verwendung findet
Wu|schet|haar: das;-(e)s;-e [ugs.] dich¬
tes Haar, das starke Locken hat
wu|sche|lig: Adj. <Haare> weich, dicht u.
üppig
wu]schel|köp|fig: Adj. [ugs.] wuschelige
Haare habend
wu]se|lig: Adj. [landsch.] sich flink be¬
wegend
Wust: Abk. [Schweiz.] Warenumsatz¬
steuer
Wust: der; -(e)s; - Menge ungeordnet
durcheinanderliegender Dinge
wüst: Adj. wüster; wüsteste 1 öde; (von
Menschen) verlassen »eine wüste
Gegend« 2 [ugs.] sehr unordentlich,
wild »ein wüstes Durcheinander«
Wü|ste —* Wüs|te: die; • ; -n 1 a) trok-
kenes, wenig fruchtbares Land b)
ödes, (fast) nicht (mehr) bewohntes,
bewohnbares Gebiet 2 jmdn. in die
Wüste schicken: [ugs.] a) jmdm. kün¬
digen b) den Kontakt zu jmdm. ab¬
brechen c) eine Beziehung lösen
Wü|ste|nei—* Wüs|te|nei: die; - ; -en 1
ödes, (fast) unbewohntes Gebiet 2
[geh.; scherzh.] sehr unordentlicher
Zustand
Wü|sten|sand —» Wüs|ten|sand: der;
-(e)s; - feiner Sand, der in der Wüste
zu finden ist
Wü|sten|schiff —* Wüsften|schrff: das;
-(e)s;-e [scherzh.] Kamel
Wü]sten|tier —* Wüs|ten|tier: das;
-(e)s; -e Tier, das in der Wüste lebt,
an die Verhältnisse dort angepaßt ist
Wüst|ling: der; -s; -e [abwert.] Mann,
der rücksichtslos ist u. Frauen sexuell
bedrängt
Wut: die; - ; -1 heftiger negativer Zu¬
stand der äußersten Erregung »Vor
Wut lief er rot an.« 2 kurz für Tollwut
= auch auf den Menschen übertrag¬
bare Viruskrankheit bei Tieren 3 eine
(Moids-)Wut im Bauch haben: [ugs.]
sehr gereizt, wütend, zornig sein
Wut|an|fall: der; -(e)s; -fälle sich plötz¬
lich äußernde starke Wut
Wut|aus|bruch: der; -(e)s; -ausbrüche
sich plötzlich äußernde starke Wut;
das Verlieren der Kontrolle über sich
aufgrund großer Wut
wüjten: wütest; wütetest; hast gewütet a)
aus Wut zerstörerisch handeln b)
(vernichtend) wirken; äußerst heftig
wirken »Der Sturm wütete.«
wüjtend: Adj. voller Wut, Zorn; sehr är¬
gerlich, zornig
wut|ent|brannt: Adj. wutentbrannter;
wutentbrannteste sehr wütend (han¬
delnd, geworden)
wut|schäu|mend: Adj. sich vor Wut
nicht mehr kontrollierend; außer sich
sein
wut|schnau|bend: Adj. sehr ärgerlich;
sich vor Wut nicht mehr kontrollie¬
rend
wut[verjzerrt‘ Adj. wutverzerrter;
wutverzerrteste «Gesicht; Mimik) von
großer Wut entstellt
w. v.: Abk. 1 a) weiter vorlegen b) wieder
vorlegen 2 wie vorstehend
WWF: Abk. 1 Westdeutsches Werbe¬
fernsehen 2 tengh World Wildlife
Found for Nature = Welt-Natur¬
Fonds = internationale Organisation
für Pflanzen-, Tier- u. Naturschutz
WZ: Abk. 1 a) Weltzeit (entspricht der
westeuropäischen Zeit u. dient vor al¬
lem in der Astronomie als Zeitmaß)
b) Winterzeit 2 Wohnzimmer
Wz.: Abk. 1 Warenzeichen 2 Wasserzei¬
chen (in Papier) 3 Wertzeichen (Brief¬
marke; Automatenmarke)
1327
X-Achse
X
X/x: /ikß/ das; - ; - u. [ugs.J -e 1
Schriftzeichen, vierundzwanzigster
Buchstabe des deutschen Alphabets 2
als Kleinbuchstabe <Math.> eine unbe¬
kannte Größe bezeichnend 3 als
Großbuchstabe «römisches Zahlzei¬
chen> 10 4 als Großbuchstabe anstelle
eines Namens, einer Größe; für einen
unbekannten Namen, für eine unbe¬
kannte Größe »Herr X wird dieses Se¬
minar anbieten.« 5 jmdtn. ein X für ein
U vormachen: [ugs.] jmdn. bewußt ir¬
reführen, täuschen »Du denkst wohl,
ich glaube alles! Das stimmt aber
nicht, du kannst mir kein X fitr ein U
vormachen.«
x-Ach|se: /ikß-akße/ die; - : -n <Math.>
waagerechte Achse, Linie im Koordi¬
natenkreuz »Berechnen Sie bitte den
Wert für die x-Achse.«
Xan|thip|pe: <gr.-lat.> /kßantippe/ die;
- ; -n 1 o. PL Frau des Philosophen
Sokrates 2 (ugs.; abwert.] zänkische,
streitbare, unverträgliche Frau
»Diese Xanthippe will ich hier nicht
mehr sehen!«
Xan|tho|phxll: <gr.> /kßantofüll/ das; -s;
- <Bot.> gelblich-bräunlicher Pflanzen¬
zellfarbstoff, der in den grünen Teilen
der Pflanzen gebildet wird
X-Bei|ne: /ikß-/ die (PI.) Beinform, bei
der die Oberschenkel einwärts u. die
Unterschenkel auswärts gekrümmt
sind »Sie halte häßliche X-Beine.«
X-bei|nig—» auch x-bei|nig: /ikß-/ Adj.
n. stg. <Bein> die Form aufweisend,
daß die Oberschenkel einwärts u. die
Unterschenkel auswärts gekrümmt
sind
x-be(lie(big: (ikß-/ Adj. [ugs.] nicht
wichtig, gleichgültig wer od. was etw.
tut od. ist »Jeder x-beliebige Fernse¬
her ist gut genug, es muß kein Marken¬
fabrikat sein. ♦ Das Auto kann jede x-
beliebige Werkstatt reparieren.« Syn.:
irgendein; irgend jemand; irgendwas
X-Chro]mo|som: /ikßkromosom/ das;
-s; -en <Bio.> Vererbungsteilchen, das
das weibliche Geschlecht bestimmt
Xe: /kße/ Abk. «Chemie) (Zeichen für)
Xenon
X-Ein|heit: /ikß-/ die; - ; -en «Physik)
Maßeinheit für die Wellenlänge von
Röntgenstrahlen »Die Strahlung hat
die zulässigen X-Einheiten überschrit¬
ten.«
Xejnie: <gr.-lat.> /kßenje/ die; - ; -n jkße^
m«n//Xe|nijon: <gr.-lat.> /kßenion/ das;
-s; -n IkßenPn/ «Literaturwiss.) kurzes
(Sinn-)Gedicht
Xe|no|kra|tie —> Xe|no|k|ra|tie: <gr.>
/kßenokrati/ die; - ; Xenokratien
Ikßenokratmj Fremdherrschaft
Xejnon: (kßenon/ das; -s; - meist zur
Füllung von Glühlampen verwende¬
tes Edelgas
Xe|non|lam|pe: /kßenon-/ die; - ; -n bei
Bühnen- od. Studiobeleuchtungen,
Verkehrsanlagen, Sportplätzen o. ä.
verwendete Gasentladungslampe, die
mit dem Edelgas Xenon gefüllt ist u.
ein dem Tageslicht entsprechendes
Licht mit naturgetreuer Farbwieder¬
gabe durch eine elektrische Bogenent¬
ladung erzeugt »Das Licht der Xenon¬
lampe versucht die gleichen Qualitäten
zu erreichen wie das Sonnenlicht.«
xe|no|phil: <gr.> /kßenofil/ Adj. fremden¬
freundlich; Fremden gegenüber auf¬
geschlossen, Ant.: xenophob
Xe|no|phi|lie: <gr.> /kßenofili/ die; - ; -
Vorliebe für Fremde; fremdenfreund¬
liche Haltung, Ant.: Xenophobie
xe|no|phob: <gr> /kßenofop/ Adj. frem¬
denfeindlich, Ant.: xenophil
Xe|no|pho|bie: <gr> /kßenofobi/ die; - ;
- Fremdenfeindlichkeit, Ant.: Xeno-
philie
Xe|ro|der]mie: <gr.-lat.> /kßerodermi/
die; ~ ; Xerodermien /kßerodermPnj
«Med.) Trockenheit der Haut; Perga¬
menthaut »Rissige, spröde Haut ist
ein Kennzeichen der Xerodermie.«
—ä- Xe|ro|gra(fie: s. Xerographie
—»• xe|ro|gra|fte]ren: s. xerographieren
—» xe]ro|gra|fisch: s. xerographisch
Xe|ro|gra|phie —*■ auch Xejrofgrafffo:
<gr.-engl.-amerik.> /kßerografi/ die; ~ ;
Xerographien /kßerogrqfpnj
«Druckw.) Verfahren zur Vervielfälti¬
gung von Schwarzweißvorlagen, Pa¬
pier od. Druckplatten, ähnlich der
Fotokopie; Trockemiruckverfahren
xe|ro|gra|phiejren —» auch xe|ro|gra|-
fie|ren: <gr.-Iat.-engl.-amerik.> /kßero-
grafiren/ xerographierst; xerogra-
phiertest; hast xerographiert —»auch
xerograjierst; xerograflertest; hast
Xerografien<— «Druckw.) fotoko¬
pieren, Papierkopien herstellen; das
Verfahren der Xerographie im Offset¬
druck anwenden »Diese Seite muß
noch xerographiert werden, bevor an¬
gedruckt werden kann.«
xejrolgra|phisch —» auch xe|ro|gra|-
fisch: (gr. -lat.-engl, -amerik.i /kßero-
grafisch/ Adj. «Druckw.) die Xerogra¬
phie betreffend »Diese Seite ist xero¬
graphisch vervielfältigt worden.«
Xe|ro|ko|pie: <gr.-lat.-engl.-amerik»
/kßero-/ die; - ; -n «Druckw.) im Ver¬
fahren der Xerographie ohne Ent¬
wicklungsbad erstellte Kopie
xe|ro|ko|pje|ren: <gr.-lat.-engl.-amerik.>
/kßero-/ xerokopierst; xerokopiertest;
hast xerokopiert «Druckw.) fotoko¬
pieren, Papierkopien herstellen; das
Verfahren der Xerographie im Offset¬
druck anwenden; xerographieren
»Das Foto ist xerokopiert worden, be¬
vor es in den Druck ging.«
xe|ro|ph]l: <gr.> /kßerofil/ Adj. «Bio.;
Bot.) Trockenheit bevorzugend; an
trockene klimatische Verhältnisse an¬
gepaßt »Ein Kaktus ist xerophil.«
x-fach: /ikß-/ Adv. u. Vervielfältigungs¬
zahlwort [ugs.] besonders; sehr oft;
mehrfach; unzählbar oft »Die Kolle¬
gen haben sich schon x-fach über diese
Regelung beschwert.« Syn.: x-mal
X-fa|che —» auch x-fa|che: /ikß-/ das;
-n; - das unbestimmte Vielfache »Die
veranschlagten Kosten des Kranken¬
hausneubaues werden um das X-fache
überschritten.«
X-förjmig —» auch x-för|mig: /ikß-/
Adj. die Form eines X habend »Die
X-förmigen Stahlteile werden zu einem
Gitternetz zusammengeschmiedet.«
Xi: <gr.> /kßi/ das; - u. -s; -s vierzehnter
Buchstabe des griechischen Alphabets
x-mal: /jkß-/ Adv. u. Wiederholungszahl¬
wort nicht zählbar; unzählige Male;
sehr oft »Er hat sich schon x-mal über
diese Ungerechtigkeit aufgeregt.«
Syn.: x-fach
X-Strah|len: /ikß-/ die (PI.) «Physik)
kurzwellige, energiereiche elektroma¬
gnetische Strahlen; Röntgenstrahlen
»Durch die X-Strahlen können Kno¬
chenstrukturen sichbar gemacht wer¬
den.«
x-teri|mal: /jkß-/ Adv. in der Wendung
zum x-tehmal —> zum x-ten Mal:
zum wiederholten Mal; sehr häufig
»Zum x-tenmal ist der Junge beim Ein¬
bruch erwischt worden.«
Xyllib <gr.> /kßülit/ der; -s; -e 1 Holzbe¬
standteil der Braunkohle »Xylit ent¬
wickelt sich aus den Pflanzenresten der
Kohle.« 2 «Chemie) fünfwertiger Al¬
kohol, der als Süßungsmittel verwen¬
det wird »Xylit besteht zu großen Tei¬
len aus Kohlenstoffatomen.«
—» Xy|lo|gra|fie: $. Xylographie
—* xy|lo|grajfisch: s. xylographisch
Xyjlo|gra|phie —> auch Xy|lo|gra|fie:
<gr.-lat.> /kßülografi/ die; ~ ; -n
«Kunst; Druckw.) a) graphische Tech¬
nik des Holzschnitts, bei der die Dar¬
stellung mit einem scharfen Messer
aus der als Druckstock dienenden
Holzplatte herausgeschnitten wird
»Das Herausschneiden des Holzes zur
Vorbereitung der Xylographie braucht
viel Kraft.« b) in der Technik des
Holzschnitts hergestellter Druck
xy|lo|gra|phisch —» auch xyjlo|gra|-
fisch: <gr.-lat.> /kßülografischy Adj7a)
die Xylographie betreffend »Die Re¬
staurierung eines xylographischen
Druckes birgt besondere Schwierig¬
keiten.« b) in Holz geschnitten; aus
dem Holz herausgeschnitten »Die xy-
lographische Schnittführung ist bei je¬
dem Künstler charakteristisch.«
Xy|lo|phon —* Xy|lo|fon: <gr.>
/kßülofon/ das; -s; -e «Musik) Schlag¬
instrument aus ein- od. mehrreihig
angebrachten Holz- od. Metallstä¬
ben, die mit löffel- od. kugelförmigen
Schlagköpfen angeschlagen werden
Xy|lo|se: <gr.> /kßülose/ die; - ; - in
Pflanzen vorkommende Zuckerver¬
bindung; Holzzucker
1328
YWCA
Y/y: /üpsilon/ das; - u. [ugs.J -s; - u.
[ugs.J -s 1 Schriftzeichen, fünfund¬
zwanzigster Buchstabe des deutschen
Alphabets 2 als Kleinbuchstabe
<Math.v zweite unbekannte Größe ne¬
ben dem x
y-Ach|se: /üpsilon-akße/ die; - ; -n
<Math.> senkrechte Achse, Linie im
Koordinatenkreuz »Berechnen Sie
bitte den Wert für die y-Achse!«
Yacht/Jacbt: (im Deutschen meist mit
J) <engl.i /jacht/ die; - ; -en komforta¬
bel eingerichtetes Schiff, Segelboot
»Sie sind mit ihrer Yacht in der Kari¬
bikgesegelt.«
Yak/Jak: (engl.-tibetaniscb /jak/ der; -s;
-s im zentralasiatischen Hochland be¬
heimatete große, massige, als Nutz¬
tier gehaltene Rinderart mit zotteli¬
gem, verfilzendem Pell, das an den
Rumpfseiten mähnenartig herab¬
wächst » Yaks werden als Nutetiere ge¬
halten.«
Yams|wur{zel/Jams|wuiizei: <afrik.
Spr.-port.-engl.; dt.> /jams-/ die; ~ ; -n
a) tropische Kletterpflanze, deren
Wurzel eßbar ist b) der Kartoffel ähn¬
liche eßbare Knolle der tropischen
Kletterpflanze (a)
Yang: <chin.> /jang/ das; - u. -s; -1 kos¬
mologischer Begriff der chinesischen
Philosophie, mit dem die Urkraft des
hellen, beweglichen, starken, männli¬
chen Geistes bezeichnet wird »In vie¬
len symbolischen Darstellungen wird
das Yang als ein gebogener Tropfen
dargestellt.« 2 Yin u. Yang: Zeichen
des ‘großen Uranfangs’ in der chinesi¬
schen Symbolik (Kreis mit einer hel¬
len u. einer dunklen Hälfte, die inein¬
ander verschlungen sind), in dem die
Polarität der beiden einander ergän¬
zenden u. bedingenden Prinzipien
Yin u. Yang dargestellt wird »In der
Symbolik sind Yin u. Yang voneinan¬
der nicht zu trennen.«
Yan|kee: <engl.-amerik.> /jänki/ der; -s;
-s [meist abwert.] Spitzname für
Nordamerikaner »Schau mal, diese
Yankees glauben auch, daß sie etw.
Besseres seien.«
Yanlkee-dooldle —* Yanlkee-Dooldle:
<engl.> /jänki-dud'l/ der; - u. -s; - altes
Nationallied in den USA aus dem 18.
Jhd.; ursprünglich englisches Spott¬
lied auf die amerikanischen Truppen
im Unabhängigkeitskrieg »Die Band
spielt den Yankee-doodle u. endlich
kommt Stimmung auf.«
Yard: <engl.> /jard/ das; -s; -s (aber auch:
2 Yard) englisches u. amerikanisches
Längenmaß; 1 Yard = 91,44 cm »3
Yard-3 Yards«
YC: Abk. <Sport> Yachtclub
Y-Chro|mo|som: /üpsilonkromospm/
das; -s; -en <Bio.; Genetik> Verer¬
bungsteilchen, das das männliche Ge¬
schlecht bestimmt »Männer haben ein
X- u. ein Y-Chromosom.«
yd(s): Abk. (engl» englisches u. amerika¬
nisches Längenmaß; 1 Yard = 91,44
cm
Yel|low Press: <engl.> /jelo“« preß/ die;
- ; - Sensations-, Klatschpresse mit
meist nicht seriöser, nicht unbedingt
wahrheitsgetreuer Berichterstattung;
Regenbogenpresse
Yen/Jen: tchin.-jap» /jenn/ der; - u. -s; -
u. -s japanische Währungseinheit
»Der Wert des Yen ist an der New
Yorker Börse gefallen.«
Ye|ti: (ttepal.-tib» /jeti/ der; -s; -s My¬
thologie) sagenhaftes menschenähnli¬
ches Wesen des Himalajagebirges,
dessen Existenz nicht bewiesen ist; sa¬
genhafter Schneemensch
Yin: (chin» /jinn/ das; » ; -1 kosmologi¬
scher Begriff der chinesischen Philo¬
sophie, mit dem die Urkraft des
dunklen, ruhenden, empfangenden,
weiblichen Geistes bezeichnet wird
»Das Yin ist der eine Teil einer polari¬
sierten Weitsicht.« 2 Yin u. Yang: Zei¬
chen des 'großen Uranfangs’ in der
chinesischen Symbolik (Kreis mit ei¬
ner hellen u. einer dunklen Hälfte, die
ineinander verschlungen sind), in
dem die Polarität der beiden einander
ergänzenden u. bedingenden Prinzi¬
pien Yin u. Yang dargestellt wird
»Nur in Verbindung mit dem Yang
kann das Yin bestehen.«
Yiplpie: (engl.-amerik» /jjppi/ der; -s; -s
Anhänger der Youth International
Party; ideologisch radikaler, aktioni-
stischer Hippie »Die Yippies planen
ein großes Treffen in London.«
Ylang-Ylang-Baum —> Y|lang-Y|lang-
Baum: <malai.; dt.> [ifaag-f der; -Je)s;
-Bäume in Südostasien heimischer,
tropischer Baum od. Strauch der Ca-
nanga-Art mit großen, stark duften¬
den Blüten »Der Duftstoff des Ytang-
Ylang-Baumes gab vielen Düften ihr
typisches Aroma.«
Ylang-Ylang-Öl —» Y|lang-Y|lang-Öl:
malai.; dt.> /il'ang-/ das; -(ejs; - u.
(Sorten) -e in”der Parfümindustrie
verwendetes ätherisches Öl, das aus
den Blüten des Ylang-Ylang-Baumes
gewonnen wird »Das Ylang- Ylang-Öl
ist nur ein Bestandteil dieses Par¬
füms.«
YMCA: Abk. (engl» Young Men’s Chri¬
stian Association = Christlicher Ver¬
ein Junger Männer
Yo|ga/Jo|ga: (Sanskrit* /jpga/ der u. das;
- u. -s; - indisches philosophisches
System mit körperlichen gymnastik¬
ähnlichen u. geistigen, meditativen
Übungen » Yoga entspannt.«
Yo|ga|iibung/Jo|ga|übung —> Yg|ga|ü|-
bung/Jo|ga|ü|bung: (Sanskrit; dt»
/joga-/ die; ~ ; -en einzelne Übung des
Yoga, die zur Konzentration, Ent¬
spannung u. zur gesteigerten Körper¬
beherrschung ausgeführt wird »Der
Kopfstand ist eine Yogaübung, die nur
nach langer Erfahrung ausgeführt wer¬
den sollte.«
Yp|ghurt/Jp|ghurt —» auch Jplgurt:
(im Deutschen meistens mit J) (türk»
/jpgurt/ deru. [besonders österr.] das;
~ u. -s; - u. -s u. [österr., besonders in
Wien] die; - ; - u. -s durch den Zu¬
satz von Milchsäurebakterien gewon¬
nenes weißes Sauermilchprodukt un¬
terschiedlichster Konsistenz »Das
Kind ißt gerne Yoghurt mit Früchten.«
Yg|gi/Yg|gin/Jg|gi/Jp)gin: (Sanskrit*
/jogin/ der; -s; -s indischer Büßer, der
die Meditation u. Askese des Yoga
ausübt »Der Yogi hatte die Aura eines
heiligen Mannes.«
Young|ster —* Young|s|ter: (engl.*
/jangßt<*/ der; -s; - u. -s [ugs.] a) jun¬
ger Sportler, noch nicht eingesetzter
Mannschaftsspieler b) junge(r), sich
auf einem neuen Gebiet
Betätigende(r) »Um alle Youngster in
die Mannschaft einzugliedern, bedarf
es Ruhe und Überlegung.«
Yp-Yo/Jo-Jo: <tjmerik» /jojo/ Geschick¬
lichkeitsspiel, bestehend aus einer
Schnur u. daran befestigten Holz¬
scheiben, das mittels ruckartiger
Armbewegungen gespielt wird
Yp|si|lon: <gr.> /üpsilon/ das; ~ u. [ugs.J
-s; - u. [ugs.J -s 1 fünfundzwanzig¬
ster Buchstabe des deutschen Alpha¬
bets 2 als Kleinbuchstabe <Math.>
zweite unbekannte Größe neben dem
x
Ysgp —> Ylsop: (semit.-gr.-lat» /isop/
der; -s; -e <Bot.> Heil- u. Gewürzpflan¬
ze des Mittelmeerraumes mit längli¬
chen Blättern u. dunkelblauen, rosa¬
farbenen od. seltener weißen Blüten
»Auf der Terrasse steht ein großer
Topf Ysop.«
Yucjca: <span.> /jucka/ die; - ; -s <Bot.>
zu den Agavengewächsen gehörende,
genügsame, aus Nord- u. Mittelame¬
rika stammende Pflanze mit ledrigen,
schopfartig angeordneten Blättern;
Palmlilie
Yup|pi/Jup|pi: Kurzw. (engl» /juppi/ der;
-s; -s Young upwardly mobile/urban
Professional pepple = junger, auf¬
wärtsstrebender, beweglicher u. be¬
rufstätiger Mensch = Bezeichnung
für eine gesellschaftliche Gruppe er¬
folgsorientierter junger Menschen od.
einen Angehörigen dieser (sozialen)
Gruppe
YWCA: Abk. (engl.> Young Women’s
Christian Association — Christlicher
Verein Junger Frauen, Mädchen
1329
2.
Z/E /zett/ das; - u. fugs.J -s; - u.f ugs.J
-s 1 Schriftzeichen, letzter, sechsund¬
zwanzigster Buchstabe des deutschen
Alphabets 2 als Kleinbuchstabe
(Math.) dritte unbekannte Größe ne¬
ben x u. y
Z.: Abk. 1 Zahl 2 Zeichen 3 Zeile 4 Zei¬
tung 5 Zeitschrift 6 Zimmer
2. A.: Abk. 1 zur Ansicht 2 zur Anstel¬
lung
Zacke (Zak|ke —* Zajcke): die; - ; -n
Spitze, die bei einem Gegenstand her¬
vorsteht »Eine Zacke der Gabel ist ab¬
gebrochen.«
Zacken (Zak(ken —» Zajcken): der; -s;
~ 1 [ugs.] einzelne, an einer bestimm¬
ten Stelle hervortretende Spitze; Zak-
ke »Die Zacken der Krone müssen ex¬
akt rechtwinklig gearbeitet werden.« 2
sich keinen Zacken aus der Krone
brechen: [ugs.] meist unmutiger Aus¬
ruf, wenn man jmdn. um etw. gebeten
hat u. dieser es nicht tun möchte;
nicht zu gut od. zu fein für etw. sein
»Brich dir bloß keinen Zacken aus der
Krone!«
zackig (zak|kig —> za|ckig): Adj. 1 mit
Spitzen ausgestattet; gezackt »eine
(drei)zackige Gabel« 2 [ugs.] mit ab¬
gehackten, militärischen Bewegun¬
gen, Gesten »ein zackiger Gruß«
Zackigkeit (Zak|kig|keit —> Zajckigj-
keit): die; -; - Forschheit; Resolutheit
»Ein typisches Merkmal eines könig¬
lich-preußischen Soldaten war seine
Zackigkeit.«
Zad|deR der; -s; -n [landsch.] FIeisch(fa-
ser) voller Sehnen »Das Kind wollte
den Zadder nicht essen, also blieb er
auf dem Tellerrand liegen.«
zalgen: zagst; zagtest; hast gezagt [ver¬
galt.] furchtsam, unentschlossen sein;
aus Ängstlichkeit zögern »Das Mäd¬
chen zagte noch, auf den Baum zu stei¬
gen.«
zag|haft: Adj. zaghafter; zaghafteste im
Handeln u. beim Treffen von Ent¬
scheidungen nicht sehr entschlossen;
zögerlich; ängstlich
Zag|haf|tig|keit: die; - ; - ängstliche Un¬
entschlossenheit »Seine Zaghaftigkeit
hatte den Rennfahrer den Sieg geko¬
stet.«
Zaglheit: die; - ; - [geh.] furchtsame Un¬
entschlossenheit
2äh: Adj. zäher; zähfejste 1 schwer zu
""kauen (meist bei Fleisch niederer
Qualität) 2 (übertr.) a) sich in die Län¬
ge ziehend »zähe Verhandlungen« b)
durch große Ausdauer ein Ziel anstre¬
bend 3 körperlich sehr widerstandsfä¬
hig »ein zäher Mensch«
Zäjheit —» Zähjheit die; - ; - Wider¬
standsfähigkeit; Hartnäckigkeit; Be¬
harrlichkeit
zäh|flüs|sig: Adj. von flüssiger, aber zä-
"her Konsistenz; teigartig »Der Honig
tropft zähflüssig vom Löffel.«
—» Zäh|heit s. Zäheit
z
Zahl: die; - ; -en 1 Ziffer; Nummer (aus
mehreren Ziffern) »1,5,10,100 usw.
sind Zahlen.« 2 o. PI. Gruppe, eine
(größere) Anzahl »Eine große Zahl
von Fans kam zu dem Fußballspiel.« 3
rote/schwarze Zahlen: Verlust/Ge-
winn
zahlbar: Adj. n. stg. [kaufmannssprl.] a)
'Betrag o. ä., der zu entrichten ist »Die
Miete ist zahlbar an jedem 1. des
Monats« b) Betrag o. ä., den man ent¬
richten, aufbringen kann; nicht un¬
möglich zu zahlen »Die Miete ist nicht
zu hoch, sie ist zahlbar.«
zähl|ban Adj. 1 a) in einer bestimmten
""Zahl, Menge ausdrückbar b) <Anzahl>
feststellen lassend; sich duchzählen
lassend »Die Schafe sind nur mit
Schwierigkeiten zählbar, weil sie sich
immer wieder bewegen.« 2 (Sprach-
wiss.i (Bezeichnung, Attribut bei Sub¬
stantiven) in einer bestimmten Menge
od. Zahl angebbar od. denkbar
»IVasser ist nicht zählbar, sondern nur
meßbar.«
Zahl|bar|keit: die; - ; - <Wirt.> Fälligkeit
der Zahlung; das Zahlbarsein »Zahl¬
barkeit bei Lieferung«
zahlten: zahlst; zahltest; hast gezahlt a)
eine Leistung, einen Gegenstand mit
Geld o. ä. begleichen, eine Gegenlei¬
stung erbringen »Ich zahle 850 DM
Miete für .meine Wohnung.« b) wer
zahlt, schafft an: die Person, die die
finanziellen Mittel zur Verfügung
stellt, hat das Recht zu entscheiden,
was getan wird u. was nicht
zählten: zählst; zähltest; hast gezählt 1
Zahlen zusammenrechnen, addieren,
der Reihe nach aufsagen »Er zählte
das Geld in seiner Geldbörse. ♦ Das
Kind kann schon bis zwanzig zählen.«
2 die Stückmenge von ... haben, fest¬
stellen »Das Dorf zählt 500
Einwohner.« 3 bedeutend sein »In un¬
serer Gesellschaft zählt nur Leistung.«
4 zu etw. gehören »Sie zählt zu meinen
besten Freundinnen.« 5 die Stunden,
Tage, Monate zählen bisungedul¬
dig warten 6 seine, ihre Stunden, Ta¬
ge, Jahre sind gezählt: 1. <Mensch> a)
eine Person wird bald, in absehbarer
Zeit sterben b) eine Person(engruppe)
wird in näherer Zukunft die Herr¬
schaft, Position o. ä. verlieren 2. (Sa¬
che) enden; aufhören zu existieren, in
Gebrauch zu sein »Der Fernseher
rauscht so, ich glaube, seine Stunden
sind gezählt.«
Zah|ten|an|ga|be: die; - ; -n Infonnation
"über bestimmte Zahlen »Die Zahlen¬
angaben müssen gewissenhaft über¬
prüft werden.«
zah|ten|mä|Big: Adj. n. stg. in Hinsicht
auf die Anzahl» Wir sind zahlenmäßig
überlegen.«
Zah|ten|ma|te|ri|al: das; -(ejs; -ien In¬
formation über bestimmte Zahlen;
Zahlen, die vorliegen
Zah|len|my|stik —» Zahjlen|my|s|tiic
die; - ; - der Glaube an eine über den
Zahlenwert hinausgehende Bedeu¬
tung einzelner Zahlen »Die Zahlen¬
mystik fand besonders im Mittelalter
in Europa starke Verbreitung.«
Zah|len|rei|he: die; ~ ; -n 1 Serie, Folge
aufeinanderfolgender Zahlen 2 (Ta¬
belle) unter- u./od. nebeneinander
aufgeführte Zahlen »Die Zahlenreihe
verdeutlicht die Entwicklung der Zah¬
lenmengen.«
Zah|ten|ver|halt|nis: das; -ses; -se Bezie¬
hung bestimmter Zahlen zueinander
»Das Zahlen verhältnis ist für den gol¬
denen Schnitt auf 2:3 festgelegt.«
Zählten der; -s; - weibl. Zäh|te|rin: die;
- ; -nen 1 Person, die eine Zählung
durchführt 2 nur männl. Form Instru¬
ment mit einem Zählwerk (z. B.
Stromzähler, Wasseruhr, Kilometer¬
zähler u. ä.) »Der Zähler dreht sich für
jede Einheit einmal.« 3 nur männl.
Form (Sport) Treffer; Punkt in der
Tabelle »Der Zähler konnte wegen ei¬
ner Regelwidrigkeit nicht gewertet
werden.« 4 nur märml. Form (Math.)
die Zahl, die bei Brüchen über dem
Bruchstrich steht »Der Zähler ist 4.«
Zahl|karjte: die; ~ ; -n Überweisungsfor¬
mular für die Bareinzahlung bei einer
Bank od. bei der Post »Er füllte die
Zahlkarte aus.«
zahl|los: Adj. n. stg. nicht wenig; beson¬
ders viel; unzählig; kaum od. nicht
zählbar; ungezählt »zahllose Zuschau¬
er« Ant.: einige; ein paar
zahlreich: Adj. nicht wenig; äußerst,
unsagbar viel »Dieses Kleid kann man
zu zahlreichen Anlässen tragen.«
Zahl|schal|ter. der; -s; ~ Glaskabine in
"Ämtern od. Banken, an der Zahlun¬
gen von Gebühren bzw. Ein- od. Aus¬
zahlungen erfolgen »Der Zahlschalter
ist oft durch ein Panzerglas ge¬
schützt.«
Zahljstel|le: die; - ; -n Ort, Zahlschalter
in Ämtern od. Banken, an dem Ein-
od. Auszahlungen erfolgen 2 (Wirt.)
Zahlungsort von Wechseln in Banken
Zahi|tag: der; -(ejs; -e Termin, Tag an
dem man Geld, ein Gehalt erhält
»Der 15. des Monats ist Zahltag im öf¬
fentlichen Dienst.«
Zahlung: die; - ; -en Entrichtung eines
Geldbetrages o. ä. »Meine monatliche
Zahlung an meinen Vermieter beträgt
850 DM.« Syn.: Bezahlung; Beglei¬
chung
Zähmung: die; ~ ; -en das Feststellen der
Anzahl von Personen od. Sachen
»Die Zählung der Kühe sollte bis zum
Abend abgeschlossen sein.«
Zah|lungs)an|wei|sung: die; * ; -en Auf¬
trag zur Erledigung einer Zahlung
»Die Frau stellt die Zahlungsanwei¬
sung aus und gibt sie bei der Bank ab.«
Zgh|lungs|auf|for|de|ning: die; - ; -en
"Ermahnung, Weisung zur Erledigung
1330
Zahnprothese
einer fälligen Zahlung »Die Zahlungs¬
aufforderung war gestern mit der Post
gekommen.«
Zah|lungs|be|din|gun|gen: die (PI.)
~Wirt.> Abmachungen, Absprachen
über die Zahlungsmodalitäten, die
Art u. Weise der Zahlung »Die Zah¬
lungsbedingungen sind Bestandteil des
Vertrages.«
Zah|(ungs|be|fehf: der; -(e)s; -e <Recht>
[veralt.] Mahnung; dringende Auffor¬
derung, eine fällige Zahlung zu leisten
»Der nächste Zahlungsbefehl schreck¬
te den Schuldner nicht mehr.«
Zah|lungs)er|leich|te|rung: die; - ; -en
Abkommen, Abmachung über eine
erleichterte Art der Zahlung für den
Käufer od. Schuldner
zah(lungs|fä|hig: Adj. fähig, einen be¬
stimmten, geforderten Geldbetrag o.
ä. zu entrichten; solvent; liquid
Zah|lungs[fä|hig|kert: die; - ; - Fähig¬
keit, seinen Zahlungsverpflichtungen
nachzukommen »Bei wichtigen Ge¬
schäften wird von dem Händler ein
Nachweis der Zahlungsfähigkeit ein¬
gefordert.«
Zah|lungstfrist: die; - ; -en Zeitraum, in¬
nerhalb dessen eine anstehende Zah¬
lung zu tätigen ist
Zah)lungs|schwie|rig|kei|ten: die (PI.)
Probleme bei der Zahlung aufgrund
fehlender Geldmittel; Unvermögen
eines Schuldners, seine fälligen Geld¬
schulden zu bezahlen
Zahlung s(ter|min: der; -(e)s; -e festge¬
legter Zeitpunkt, bis zu dem eine Zah¬
lung erfolgt sein muß »Der Zahlungs¬
termin rückte näher, ohne daß eine Lo¬
sung gefunden werden konnte.«
zahjkings|un|fä)hig: Adj. n. stg. nicht fä¬
hig, einen Geldbetrag aufzubringen,
Syn.: [fremdsprl.] insolvent; illiquid;
bankrott, Ant.: zahlungsfähig;
[fremdsprl.] solvent, liquid
Zah)lungs|ver]kehr: der; -(e)s; - wech¬
selseitige Zahlung durch Bargeld od.
bargeldlos; Gesamtheit der Kaufkraf¬
tübertragungen »Der Zahlungsver¬
kehr der Firma wird über unsere Haus¬
bank abgewickelt.«
Zah|lungsjwei|se: die; - / -n Zahlungs¬
modalität; Art u. Weise, wie etw. ge¬
zahlt wird (z. B. bar, per Scheck od.
Kreditkarte, durch Überweisung o.
ä.)
zah|lungs|wil[lig: Adj. gewillt, eine be¬
stimmte Zahlung zu tätigen
Zaht|wort: das; -(e)s; -worter <Sprach-
wiss.> Numerale; Wort, das eine Zahl,
Anzahl od. eine in Zahlen quantifi¬
zierbare Größen- u. Mengenangabe
bezeichnet »Das Zahlwort 'eins' be¬
zeichnet die kleinste Menge.«
zahm: Adj. a) (von Tieren) an den Men¬
schen gewöhnt b) <übertr.» [ugs.] keine
Schwierigkeiten bereitend
zähjmen: zähmst; zähmtest; hast
gezähmt 1 durch Geduld vertraut,
folgsam machen »Ich habe das Kanin¬
chen gezähmt.« Z ein Bedürfnis be¬
zwingen »Er zähmte seine Wut u. ant¬
wortete ruhig.« Syn.; <2> (sich) bezäh¬
men
Zahmjheit: die; ~ ; - Zutraulichkeit; Ge¬
fügigkeit
Zäh|nuing: die; - ; -en <wild(lebend)es
Tier> Gewöhnung an den Menschen;
Bändigung, Gefügigmachung
Zahn: der; -(e)s; Zähne 1 zur Nah¬
rungszerkleinerung im Mundraum
am Kiefer verankertes Kauwerkzeug
»Ein Zahn war abgebrochen u. mußte
repariert werden.« 2 spitzer, einem
Zahn (l) ähnelnder Teil »Zahn des
Sägeblattes« 3 [ugs.] hohes Tempo
»Mensch, der hat vielleicht einen Zahn
drauf.« 4 einen Zahn zulegen: [ugs.]
schneller werden »Legt mal einen
Zahn zu, sonst werden wir überhaupt
nicht mehr fertig!« 5 die Zähne
zusammenbeiBen: [ugs.] schwere
Schmerzen od. Schicksalsschläge
klaglos erdulden 6 dritte Zähne: vom
Zahnarzt künstlich hergestelltes Ge¬
biß 7 jmdm. den Zahn ziehen: [ugs.]
jmdn. auf den Boden der Tatsachen
zurückbringen; jmdm. eine unrealisti¬
sche Hoffnung nehmen »Ich weiß, daß
du Geld für eine teure Reise haben
möchtest, aber den Zahn werde ich dir
ziehen.«
Zahn|arzt: der; -es; -ärzte weibl. Zahn|-
ärzjtin: die; ~ ; -nen Arzt, Ärztin der
Zahnheilkunde, der/die Zähne be¬
handelt; Zahnmediziner(in)
Zahn|arzt|hei|fe|rtn: die; ~ ; -nen Ange¬
stellte, die dem Zahnarzt in der Praxis
bei der Behandlung der Patienten
hilft, technische Aufgaben über¬
nimmt, Verwaltungsarbeiten erledigt
o. ä. »Die Zahnarzthelferin gibt dem
Arzt die Instrumente an.«
zahn|ärzt|lich: Adj. n. stg. vom Zahn¬
arzt ausgehend; auf den Zahnarzt be¬
zogen
Zahn|be|lag: der; ~(e)s; -belüge <Med.>
Plaque; grauweißer, zahnschädigen¬
der Belag auf den Zähnen
Zahn|bett: das; -(e)s; -en <Med.; Bio.»
Kieferknochen u. Zahnfleisch, in de¬
nen der Zahn wurzelt u. von dem er z.
T. umgeben ist »Das Zahnbelt ist ent¬
zündet und schmerzt sehr«
Zahn|bür|ste —»■ Zahn|bürs(te: die; - ;
-n schmale, kleine Bürste mit weichen
Borsten u. einem relativ langen Stiel
zur Reinigung der Zähne
Zahn|creme —* auch Zahn|kreme: die;
-; -s u. -n/Zahn|krem: die; •; -s in Tu¬
ben abgefülltes, cremeförmiges Zahn¬
reinigungsmittel mit den Bestandtei¬
len Calciumphosphat, Magnesium¬
carbonat, Binde- u. Stabilisierungs¬
mittel, Aromastoffe, Desinfektions¬
mittel u. z. T. Fluor zur Verhinderung
von Zahnkaries
zäh|ne|flet)schend: Adj. <Tier> als Aus¬
druck der Aggression dem Gegner
durch Öffnen der Lippen die Zähne
zeigend »Knurrend und zähneflet¬
schendgriff der Hund den Eindringling
an.«
zäh|nejknbjschend: Adj. n. stg. ungern,
widerstrebend u. ärgerlich »Er gab
zähneknirschend seine Zustimmung.«
zahjnen: zahnst; zahntest; hast gezahnt
<Kleinkind> die ersten Zähne bekom¬
men »Das Baby schreit den ganzen
Tag. weil es zahnt.«
Zahnjerjsatz: der; -es; - Gebiß, Brücke
o. ä., das/die für fehlende Zähne an¬
gefertigt wird
Zahnfleisch: das; -(e)s; -1 rote Haut-,
Gewebeschicht, die die Kieferkno¬
chen u. die Zahnhälse bedeckt »Das
Zahnfleisch blutete stark.« 2 auf dem
Zahnfleisch gehen, laufen, kriechen:
[ugs.] I. völlig erschöpft, überan¬
strengt sein 2. sich in einer finanziel¬
len, wirtschaftlichen Notlage befin¬
den
Zahn|fleisch|schwund: der; -fe)s; -
<Med.> Zurückweichen des Zahnflei¬
sches von Zahnhals u. -wurzel; Par¬
odontose
Zaho|fül|)ung: die; - ; -en <Med.> Plom-
"be, die nach dem Ausbohren einer
schadhaften, kariösen Stelle des
Zahns den entstandenen Hohlraum
ausfüllt »Die Zahnfüllung kann aus
verschiedenen Materialien bestehen.«
Zahn|hal$: der; -es; -halse Teil des Zah¬
nes, der außerhalb des Kieferkno¬
chens zwischen der Zahnkrone u. der
Wurzel liegt, aber noch vom Zahn¬
fleisch umgeben ist »Der Zahnhals
markiert den Übergang zwischen Zahn
und Zahnfleisch.«
Zahn|heilfkunjde: die; - ; - Wissenschaft
von der Erkennung u. Behandlung
von Zahn-, Mund- u. Kieferkrank¬
heiten u. von der Kieferorthopädie
bei Zahn- u. Kieferfehlstellungen;
Zahnmedizin
Zahn|klam|mer: die; ~ ; -n <Med.» zur
Korrektur bei Zahn- od. Kieferfehl¬
stellungen getragene Spange aus
Draht u. einer Gaumenplatte; Zahn¬
spange »Die Zahnklammer muß regel¬
mäßig getragen werden.«
Zahn|krank|heit: die; • ; -en <Med.» Er¬
krankung der Zähne, z. B. Karies od.
Parodontose » Viele Zahnkrankheiten
können durch sorgfältige Zahnpflege
vermieden werden.«
Zahn|laut: der; -(e)s; -e <Sprachwiss.»
Dentallaut; nach der Artikulations¬
stelle an den oberen Schneidezähnen
bezeichneter Sprachlaut (mit der Un¬
terlippe gebildet)
zahnjlos: Adj. n. stg. ohne Zähne »Die
zahnlose alte Frau kaute an ihrem
Brötchen herum.«
Zahn|lücke (2ahn|lük|ke -*■ Zahnjlüj-
cke): die; ~ ; -n Lücke, Unterbre¬
chung innerhalb der Zahnreihe, die
durch das Fehlen eines Zahnes ent¬
steht »Die Zahnlücke kam durch eine
Zahnbrücke geschlossen werden.«
Zahn(me|di|zin: die; ~ ; - Bereich der
Medizin, der sich mit der Erkennung
u. Behandlung von Zahn-, Mund- u.
Kieferkrankheiten u. mit der Kiefe¬
rorthopädie bei Zahn- u. Kieferfehl¬
Stellungen beschäftigt
Zahn|nerv: der; -(e)s; -en <Med.; Bio.»
im den Zahn ausfallenden Zahnmark
befindlicher Nerv, der durch ein Loch
an der Spitze der W urzel austritt »Der
freiliegende Zahnnerv ist entzündet
und schmerzt sehr.«
Zahn|pa|sta/Zahn|pa|ste —» Zahn|-
pas|ta/Zahn|pas|te: die; - ; -pasten u.
[ugs.] -s Creme, die auf die Zahnbür¬
ste aufgetragen wird u. mit der die
Zähne regelmäßig gebürstet, gesäu¬
bert werden, Syn: Zahncreme
Zahn|projthe|se: die; - ; -n künstliche
Zähne als Ersatz für einen od. mehre¬
re fehlende Zähne; Zahnersatz »Die
1331
Zahnrad
Zahnprothese kann die eigenen Zähne
nicht vollkommen ersetzen.«
Zahnjrad: das; -(e)s; -räder (Technik)
gleichmäßig mit Zähnen, Zacken aus¬
gestattetes Rad »Das Zahnrad über¬
trägt die Kräfte und regelt die Um¬
drehungsgeschwindigkeit.«
Zahnschmerz: der; -es; -en (m. PI.)
Schmerz, der aufgrund eines erkranke
ten Zahns od. einer Entzündung des
umliegenden Zahnfleisches entsteht
»Der Zahnschmerz war kaum noch zu
ertragen.«
Zahn|sei|de: die; - ; -n feiner Faden zur
Reinigung der Zahnzwischenräume
»Der Einsatz von Zahnseide kann das
Zähneputzen nicht ersetzen, sondern
nur ergänzen.«
Zahn]span|ge: die; - ; -n <Med.> zur
Korrektur bei Zahn- od. Kieferfehl¬
steilungen getragene Klammer aus
Draht u. einer Gaumenplatte »Die
Zahnspange muß regelmäßig gesäu¬
bert werden, sonst sammeln sich Bak¬
terien auf ihr an.« Syn.: Zahnklammer
Zahn|ato|cher: der; -s; • dünnes, spitzes
"Stäbchen aus Holz, Plastik od. Me¬
tall, mit dem Speisereste aus den
Zahnzwischenräumen entfernt wer¬
den können »Der Zahnstocher ist hy¬
gienisch in ein Papiertütchen einge¬
packt.«
Zaftn]tech|nik: die; - ; - Anfertigung,
"Änderung u. Reparatur von Zahn¬
prothesen, Zahnklammern o. ä. »Die
Zahntechnik verlangt viel Fingerspit¬
zengefühl und Technikkenntnis.«
Zahn|tech|nt|ker: der; -s; ~ weißt.
Zahnttech|ni|ke|rin: die; - ; -nen Per¬
son, die beruflich Zahnprothesen,
Zahnklammern o. ä. anfertigt, repa¬
riert od. ändert
Zah|nung: die; - ; -en 1 <Technik> neben¬
einander (in einer Reihe) stehende
Zacken, Zähne in ihrer Gesamtheit
»Die Zahnung aus Stahl ist 50 mm
hoch.« 2 (Briefmarke) Reihe von ne¬
beneinanderstehenden Zacken, Zäh¬
nen »Soll der Sammlerwert erreicht
werden, muß die Zahnung komplett
sein.«
Zäh|nung: die; - ; -en 1 das Versehen
von etw. mit Zähnen »Die Zähnung
des Gewindes ist sehr aufwendig und
teuer.« 2 (Briefmarke) Reihe von ne¬
beneinanderstehenden Zacken, Zäh¬
nen »Der Wert einer Briefmarke ist
auch von der Vollständigkeit der Zäh¬
nung abhängig.«
Zahn|wur|zel: die; -; -n (Med.; Bio.) Ge¬
bilde, das in ein bis drei Spitzen aus¬
läuft u. das den untersten Teil des
Zahnes darstellt (mit ihm ist der Zahn
im Zahnfach des Kiefers verkeilt u.
durch die Wurzelhaut befestigt) Nach
der Füllung der Zahnwurzel ist der
Zahn besonders anfällig.«
Zam|pa)no: der; -s; -s angeberischer,
großspuriger Mann
Zan|den der; -s; - im Süßwasser heimi¬
scher, zu den Barschen gehöriger, bis
1,30 Meter langer Raubfisch
Zan|ge: die; - ; -n Werkzeug zum Grei¬
fen, Halten usw., das nach dem He¬
belprinzip funktioniert »Reichst du
mir bitte mal die Zange rüber?«
zan|gen|föijmig: Adj. a) in der Form ei¬
ner Zange ähnelnd b) (übertr.) von
zwei Seiten handelnd
Zan|genjge|burt: die: • ; -en a) Gebären
eines Kindes, wobei das Baby mit ei¬
ner Zange aus dem Geburtskanal ge¬
zogen wird »Zangengeburten sind für
die Kinder sehr gefährlich.« b) Person,
Kind, das durch eine Zangengeburt
geboren wird »Er war eine Zangenge¬
burt.«
Zan|gen|griff: der; -(e)s; -e 1 der Teil
der Zange, an dem sie festgehalten
wird »Der Zangengriff gibt den Hän¬
den festen Halt.« 2 feste Umschlie¬
ßung von etw. in der Art einer Zange
»Mit Hilfe des Zangengriffes konnte
der Ringer seinen Gegner besiegen.«
Zank: der; -(e)s; -1 (verbale) Auseinan¬
dersetzung, Syn.: Streit, Ant.: Frieden
2 Mit Zank und Streit kommt man
nicht weit: durch Zank od. Streit er¬
reicht man nichts
Zank|ap]fet: der; -s; -äpfel etw., was Ge¬
genstand einer verbalen Auseinander¬
setzung, eines Streits ist »Sein Hobby,
das Taubenzuchten, war immer ein
Zankapfel zwischen ihnen.«
zan|ken: zankst; zanktest; hast gezankt
1 streiten; mit jmdm. einen Streit ha¬
ben 2 mit jmdm. zanken: [landsch.]
jmdn. tadeln, rügen; mit jmdm.
schimpfen »Die Mutter zankte mit ih¬
ren Töchtern, die den Abfall wieder
nicht weggebracht hatten.«
zanjken, sich: zankst dich; zanktest
dick; hast dich gezankt sich streiten;
(heftig) aneinandergeraten; sich be¬
kriegen; im/in Streit liegen, geraten
Zan|ke|rei: die; - ; -en [ugs.] andauern¬
der kleinlicher, gehässiger Streit aus
geringfügigem Anlaß mit gegenseiti¬
gen Beschimpfungen u. Vorwürfen
zank|süch|tig: Adj. jede Möglichkeit zu
Streit wahmehmend; immer erpicht
auf Streit; streitsüchtig »Der zank¬
süchtige Mann wird von vielen Men¬
schen gemieden.«
Zäpfjchen: das; -s; ~ 1 (Anat.) längli-
eher Hautlappen im Rachen 2 kleines,
kegelförmiges Medikament zur Ein¬
führung in den After od. die Scheide
Zappen: der; -s; - 1 (Technik) vorste¬
hendes Verbindungsstück aus Holz,
das in einen Schlitz in einem zweiten
Teil gesteckt wird, um beide Teile
miteinander zu verbinden 2 länglicher
(spitz zulaufender) Fruchtstand von
Nadelbäumen mit verholzten Schup¬
pen »Wir sammelten Tannenzapfen.«
3 (Anat.) Wahrnehmungszellen im
Auge, die für das Sehen bei Tageslicht
verantwortlich sind
zappen: zapfst; zapftest; hast gezapft
eine Flüssigkeit von einem Behälter
o. ä. abziehen, abfüllen »Der Wirt
zapft Bier vom Faß.« Syn.: abfüllen;
ausschenken
Zap[fenjstreich: der; -<e)s; -e (ur¬
sprünglich nur Milit.) (musikalische
Anzeige, Signal am Abend, das das)
Ende der Ausgehzeit (ankündigt) »Es
wurde der, zum Zapfenstreich gebla¬
sen.«
Zapfjhahn: der; -(e)s; -kähne Vorrich-
"tung, die zum Absperren einer Rohr¬
leitung dient u. mit deren Hilfe man
eine Flüssigkeit von einem Behälter
abziehen, abfüllen kann
Zapf|säu|!e: die; - ; -n bei Tankstellen
vorhandene Vorrichtung zum Ab¬
pumpen von T reibstoff
Za|ppn|lack: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e
als Oxidationsschutz bei Metallen
dienender harter, farbloser, glänzen¬
der Nitrozelluloselack mit geringem
Bindemittelgehalt
zap(pe|lig: Adj. [ugs.] aufgrund von
Nervosität, Unruhe, Energie o. ä. sich
ständig (unkontrolliert) bewegend
»ein zappeliges Kind« Syn.: unruhig;
[ugs.] hampelig
zapjpeln: zappelst; zappeltest; ~ hast
gezappeit 1 den ganzen Körper, die
Arme, Beine ständig (unkontrolliert)
bewegen 2 jmdn. zappeln lassen:
[ugs.] eine Person nicht über etw. auf¬
klären, sondern sie mit Absicht voller
Ungeduld warten lassen
Zar: <lat.-got.-sIaw.> der; -en; -en weibl.
Za|rin: die; - ; -nen (hist.) (Amt der)
regierende(n), mit einem Kaiser, einer
Kaiserin vergleichbare^) Person in
Rußland, Serbien u. Bulgarien
Za|ren|reich: das; -(e)s; -e (hist.) a)
Herrschaftsgebiet, das von einem Za¬
ren, einer Zarin regiert wird »Das Za¬
renreich wird autoritär und monarchi¬
stisch regiert.« b) bis 1917 das zaristi¬
sche Rußland
Zarjge: die; - ; -n 1 a) rahmende Einfas¬
sung, z. B. bei Tischen, Stühlen u. ä.,
an der die Beine befestigt werden b) in
die Mauer eingebauter Rahmen von
Türen u. Fenstern aus Holz, Metall
od. Kunststoff 2 (Müllerei) der die
Steine eines Mahlwerks umhüllende
Metallmantel »Die Zarge soll den
Verschleiß der Mühlsteine mindern.« 3
(Musikinstrument) Seitenwand zwi¬
schen Boden u. Decke bei Saitenin¬
strumenten, z. B. Violine, Gitarre
»Die Zarge war aus weicherem Holz
gearbeitet als der restliche Korpus.«
Za|ris|mus: dat.-got.-slaw.-lat.> der; • ; -
(hist.) Alleinherrschaft des Zaren (in
Rußland) »Mit der Revolution wurde
der Zarismus abgeschafft.«
zart: Adj. zarter; zarteste 1 (Lebensrnit¬
tel) leicht zerfallend; weich; auf der
Zunge zergehend »zartes Fleisch« 2
(Mensch; [selten] (Haus-)Tier> in der
Wesensart sehr sanft u. liebevoll, sen¬
sibel 3 von der Statur od. Beschaffen¬
heit nicht grob, sondern eher zer¬
brechlich, fein »Ihr zarter Körperbau
erschwerte ihr die Schwangerschaft.«
Syn.: (3> zierlich; (Farbe) pastellig,
Ant.: (1> zäh; ledern
—* zart be|saijtet s. zartbesaitet
—» zart füh|lemfc s. zartfühlend
zart|be|sai|tet —> zart be|saiftet Adj.
zarter besaitet; am zartesten besaitet
seelisch leicht verletzbar, empfindlich
zartpüh)lend —> auch zart führend:
~Adj. a) zartbesaitet; empfindlich »Die
zartfühlende Frau schrak bei dem un¬
bekannten Geräusch zusammen.« b)
mitfühlend; einfühlend; taktvoll »Der
Mann geht zartfühlend mit der Frau
um.«
Zart|ge]fiiM: das;-(e)s; - a) Taktgefühl;
Einfühlsamkeit; Feinfühligkeit »Sein
Zartgefühl verbot ein lautes Ge-
1332
zehn
sprach.« b) Sensibilität; Empfindlich¬
keit
zart|glie|de|rig/zartjglled|rig: Adj. zart
"gebaut; grazil; feingliedrig, zerbrech¬
lich wirkend »Die zartgliederige Tän¬
zerin schwebte geradezu über die
Bühne.«
Zart|heit: die; - ; -en (Pi. s.) 1 zarte,
leichte, weiche Beschaffenheit »Die
Zartheit der Haut kann nur durch
Pflege erreicht werden.« 2 o. PL a)
zarte, sensible, anmutige, sanfte We¬
sensart »Die Zartheit der Frau ließ die
Zuschauer erstarren.« b) empfindli¬
che, leicht verletzbare Wesensart 3
[selten] behutsame, sanfte, leise, un¬
aufdringliche Ausführung einer
Handlung »Die Zartheit der Streich¬
bewegungen entlockt der Geige feinste
Töne.«
zärt|lich: Adj. Liebe, starke Zuneigung
u. Fürsorge zum Ausdruck bringend
»Der Junge legte zärtlich den Arm um
seine junge Freundin.«
Zärt|lich]keit: die; - ; -en körperlicher
Ausdruck der Zuneigung, Liebe u.
Fürsorge
Zajster —» Zasjter: <Sanskrit> der; -s; -
[ugs.] Geld
Zä|sun <lat.> die; ~ / -en a) gedanklicher
Einschnitt »Hier liegt eine Zäsur, u.
wir beginnen danach einen neuen Ab¬
satz im Text.« b) <Literaturwiss.>
Pause im Versmaß bei Gedichten c)
<Musik> Unterbrechung in Musik¬
stücken
Zaulben der; -s; -1 etw., was scheinbar
durch übernatürliche Fähigkeiten
hervorgerufen wird 2 (überwiegend
positiv bewertete) sehr starke Wir¬
kung, die von jmdm. od. etw. ausgeht
»der Zauber der Manege« 3 fauler
Zauber: [ugs.; abwert.] Betrug »Das
Mittel, das den Damen eine glatte, ju¬
gendliche Haut versprach, war nichts
als fauler Zauber.«
Zau|be[rei: die; - ; -en 1 (von einem Zau¬
berkünstler vorgeführte(s)) magische
Handlung, Zauberkunststück »Bei
der Zauberei verschwand das Kanin¬
chen im Hut.« 2 o. PI. Magie; Zauber;
Hexerei »Die Zauberei ging so ge¬
schwind vor sich, daß sie sich niemand
erklären konnte.«
Zaulbelrer/Zaulbrer: der; -s; • weibl.
Zaulbelrin/Zaulbrelrin: die; - ; -nen
Person, die (professionell) Zauber¬
kunststücke, Tricks vorführt
zaulberihaft: Adj. zauberhafter; zauber¬
hafteste von großer Anziehungskraft,
Faszination »Sie hat zauberhafte Au¬
gen.« Syn.: bezaubernd; charmant
Zaulberihand: die; - ; -hände 1 [selten]
Hand mit magischer Kraft »Die Zau¬
berhand wurde auf das kranke Körper¬
teil gelegt.« 2 wie durch, von
Zauberhand: auf einmal, auf myste¬
riöse Art U. Weise »Der Tisch
schwebte, wie von Zauberhand getra¬
gen, durch den Raum.«
ZaulbeHkunst: die; - ; -künste magi¬
sches Können, Geschick; Art u. Wei¬
se, magische Handlungen vorzufüh¬
ren »Die Zauberkunst wird nur von
Zauberer zu Zauberer weitergelehrt.«
ZaulbeHkunstl stück: das;-(e)s; -e Zau¬
bertrick, bei dem bei außenstehenden
Personen durch Illusionen u. große
Fingerfertigkeit der Eindruck entste¬
hen soll, daß ein nicht erklärbares Ge¬
schehen in der magischen, übernatür¬
lichen Kraft des Zauberkünstlers be¬
gründet ist »Das Zauberkunststück
versetzte alle Zuschauer in Verblüf¬
fung.«
zaulbern: zauberst; zaubertest; hast
gezaubert 1 (Mythologie) durch Ein¬
satz von magischen Kräften etw. her¬
vorrufen; etw. durch Zauberei her¬
vorbringen; etw. sichtbar od. unsicht¬
bar machen 2 mit großem Können
etw. hervorbringen; mit Geschicklich¬
keit etw. schaffen »Die Köchin zau¬
berte aus ein paar Zutaten ein köstli¬
ches Mahl.« 3 Zauberkunststücke
vorführen
Zauibedspruch: der; -(ejs; -spräche 1
gesprochene Formel, die etw. Be¬
stimmtes, etw. Magisches bewirken
soll, z. B. 'Abrakadabra' 2 (hist.)
Spruch zur Abwehr von Unheil u.
Krankheit
Zaulberistab: der;-(e)s; -Stäbe Stab mit
innerer, magischer Kraft, der von
Zauberern verwendet wird
Zaulbrer/Zaulbelrer: der; -s; - weibl.
Zaulbrelrin/Zaulbelrin: die; - ; -nen
Person, die (professionell) Zauber¬
kunststücke, Tricks vorführt
zayjdern: zauderst; zaudertest; hast ge¬
zaudert zögern, etw. zu tun »Du soll¬
test bei diesem Stellenangebot nicht
länger zaudern!«
Zaum: der;-(e)s; Zäume Geschirr, Vor¬
richtung, das/die aus Riemenzeug u.
Trense besteht u. das/die um den
Kopf von Reit- od. Zugtieren gelegt
wird, um sie lenken zu können
zäulmen: zäumst; zäumtest; hast
gezäumt (Pferd) Zaumzeug, Geschirr
anlegen »Das Pferd wird von dem
Stallburschen gezäumt.«
Zaumlzeug: das; -(ejs; -e Geschirr;
Vorrichtung, die aus Riemenzeug u.
Trense besteht u. die um den Kopf
von Reit- od. Zugtieren gelegt wird,
um sie lenken u. führen zu können
Zaun: der; -(ejs; Zäune 1 aus Holz, Me¬
tall od. anderem Material bestehende
Abgrenzung eines Grundstücks o. ä.;
Gitter 2 mit etw. nicht hinterm Zaun
halten: etw. offen aussprechen
Zaunlpfahl: der; -(ejs; -pfähle 1 senk¬
rechter Pflock, an dem das Gitter,
Holz des Zauns befestigt wird »Er
rammte einen Zaunpfahl in den
Boden.« 2 mit dem Zaunpfahl win¬
ken; ein Wink mit dem Zaunpfahl:
jmdn. deutlich u. indiskret auf etw.
od. jmdn. aufmerksam machen
zaulsen: zaust; zaustest; hast gezaust
(meist bei Haaren) zerwühlen; durch¬
einanderbringen; strubbelig, struppig
machen »Der starke Wind zauste die
Haare durcheinander.«
Za|zijki/Tsa|ts!Jki: der u. das; -s; -s
Quark, Joghurt mit Salatgurke u.
Knoblauch
z. B.: Abk. 1 zum Beispiel 2 zur Beach¬
tung
ZDF: Abk. Zweites Deutsches Fernse¬
hen (die zweite öffentlich-rechtliche
Fernsehanstalt in Deutschland)
Ze|bra —* Ze|b[ra: <Afrik. Spr.> das; -s;
-s meist schwarz-weiß, aber auch
bräunlich gestreiftes, afrikanisches
Wildpferd »Wir sahen uns die Zebras
im Zoo an.«
Ze|bra|strei|fen —> Ze|b|ra|strei|fen:
der; -s; - Fußgängerüberweg, der auf
einer Straße durch weiße Balken ge¬
kennzeichnet ist »Wir gingen am Ze¬
brastreifen über die Straße.«
Ze[che: die; ~ ; -n 1 Bergwerk »Mein
Großvater arbeitete auf einer Zeche.«
2 [ugs.] Betrag, der für Getränke u.
Speisen in einem Restaurant o. ä. ge¬
zahlt werden muß 3 a) die Zeche
bezahlen: Unannehmlichkeiten, die
sich durch etw. ergeben, tragen müs¬
sen »Als durch seine Unachtsamkeit
ein Schaden entstand, mußte er alleine
die Zeche bezahlen.« b) Der letzte
zahlt die Zeche: der letzte hat es im¬
mer am schwersten, er ist häufig der
Dumme, der Verlierer, der Benachtei¬
ligte
ze|chen: zechst; zechtest; hast gezecht
[ugs.] viel Alkohol zu sich nehmen
»Sie zechten die ganze Nacht.« Syn.:
trinken; [derb] saufen
Zeichen der; -s; - weibl. Ze|che|rin: die;
• ; -nen [veralt.] Person, die gerne u.
häufig (zusammen mit anderen)
reichlich Alkohol zu sich nimmt
Zechjge|la|ge: das; -s; - unterhaltsa¬
mes, zwangsloses, geselliges Zusam¬
mensein, bei dem sehr viel Alkohol
getrunken wird
Zech|prel|le|rei: die; - ; -en (bei Verzehr
von Speisen u. Getränken in einem
Restaurant) Betrug durch Vorspiege¬
lung von Zahlungsfähigkeit od. -ab¬
sicht u. anschließendem Nichtbezah¬
len der Rechnung
Zecke (Zek|ke —» Ze|cke): die; - ; -n
schmarotzerische, größere Milbe mit
flachem, lederartig zähem Körper,
die sich auf der Haut von Menschen
u. Tieren festsetzt u. mit ihrem mit
Widerhaken besetzten Vorderende
dem zeitweiligen Wirt Blut absaugt,
wodurch von einigen Zeckenarten an¬
steckende Krankheiten übertragen
werden »Zecken werden in vielen Ge¬
bieten als Verursacher von Hirnhaut¬
entzündungen gefürchtet.«
ZED: Abk. (Polizei) Zentraler Ermitt¬
lungsdienst
Ze|den <gr.-lat.> die; - ; -n im Mittel¬
meergebiet heimischer, immergrüner
Nadelbaum
Zeh: der; -s; -en/Zg|he: die; • ; -n 1 eines
der fünf beweglichen Glieder am vor¬
deren Ende des Fußes »Der menschli¬
che Fuß hat fünf Zehen.« 2 etw. im
kleinen Zeh spüren: [ugs.] etw. ver¬
muten
Ze|hen|gän|ger. der; -s; - <Zool.> Säu¬
getier, das nur mit den Zehen u. nicht
mit der Ferse den Boden berührt, wie
z. B. Hund od. Katze »Zehengänger
haben zumeist Tatzen oder Krallen an
denFüßen.«
Ze|hen|spit|ze: die; - ; -n 1 Endglied der
Zehe »Die Zehenspitze ragte vorne aus
■ dem kaputten Schuh.« 2 auf Zehens¬
pitzen gehen: (nur mit dem vorderen
Teil des Fußes den Boden berührend)
sehr leise gehen »Auf Zehenspitzen ge¬
hend, versuchte das Mädchen, an der
Schlafzimmertür vorbei zu schlei¬
chen.«
zehn: Kardinalzahl (Zahlzeichen =) 10
1333
zehneckig
zehnjeckig (zehn|ek|kig —> zehnje)-
ckig): Aclj. n. stg. von der Form eines
Zehnecks; zehn Ecken aufweisend
zehn|ein|halb: Bruchzahl <Math.> zehn
Ganze u. ein Halbes
Zeh|nen der; -s; - 1 <Math.> Zehnerstel¬
le »Die Zehner können immer durch
fünf geteilt werden.« 2 a) [ugs.] Zehn¬
markschein »Die Rundfahrt ist für ei¬
nen Zehner zu haben.« b) Zehnpfen¬
nigstück »Der Verkäufer gab dem
Jungen auf die Mark mit Zehnern
heraus.« 3 [ugs.] die Ziffer Zehn »Die
Zehner sind bei den Trikotnummern
immer heiß begehrt.«
zeh|ner|iei: Adj. n. stg.;n. dekl. von zehn
verschiedenen Sorten »Der Eismann
konnte zehnerlei Eissorten anbieten.«
Zeh|ner|sy[stem —» Zeh|ner|syisjtem:
das;-(e)s; - <Math.> dekadisches Zah¬
lensystem, das auf die Grundzahl
Zehn bezogen ist, d. h. in Zehner¬
schritten, zehnteilig aufgebaut ist
»Das Zehnersystem hat sich in wissen¬
schaftlichen Bereichen durchgesetzt.«
Syn.: Dezimalsystem
zehnfach: Adj. n. stg. zehnmal genom¬
men, ausgeiuhrt o. ä.
Zehn|kampf: der; -(e)s; -kämpfe sport¬
licher Wettkampf (in der Leichtathle¬
tik od. im Turnen) mit zehn verschie¬
denen Teildisziplinen »Eine der Diszi¬
plinen des Zehnkampfes (in der
Leichtathletik) ist der Weitsprung.«
Zehn|mark|schein: der; -(e)s; -e Bank¬
note im Wert von zehn Mark
Zehn|mofnats|klnd: das; -(e)s; -er
Kind, das einen Schwangerschafts¬
monat länger ausgetragen wurde
»Das Zehnmonatskind hatte keine ge¬
sundheitlichen Schäden davongetra¬
gen.«
Zehnt: der; -en; -en <hist.> Abgabe des
zehnten Teils vom Rohertrag (sowohl
in Naturalien als auch Geld) zunächst
an die Kirche, später auch an weltli¬
che Herrscher »Die Höhe des Zehnten
trieb viele Bauern in den Ruin.«
zehnt: in der Wendung zu zehnt: mit
zehn Personen, in der Anzahl von
zehn »Die Hühner wurden zu zehnt in
einen Käfig gepfercht.«
zehn|tau|send: Kardinalzahl a) (Zahl¬
zeichen = ) 10000; in einer Stückzahl,
Menge von zehn mal tausend »Zehn¬
tausend Eier werden jeden Tag zu Nu¬
deln verarbeitet.« b) [ugs.] sehr viele;
unzählbar u. unübersehbar viele
»Zehntausende Kinder sterben jedes
Jahr an Unterernährung.« c) die obe¬
ren Zehntausend: ßnanziell gut ge¬
stellter Teil der Gesellschaft
Zehn|te: der; -n; -n <hist.> Abgabe des
zehnten Teils vom Rohertrag (sowohl
in Naturalien als auch Geld) zunächst
an die Kirche, später auch an weltli¬
che Herrscher »Die Höhe des Zehnten
wurde von den Herrschern oftmals
willkürlich festgelegt.«
Zehntel: das u. (schweiz.) der; -s; - der
zehnte Teil einer Menge od. Strecke
»Das Zehntel des Brotes wurde den
Göttern geopfert.«
zehnfteln: zehnteist; zehnteltest; hast ge-
zehntelt in Zehntel teilen; in zehn glei¬
che Teile zerlegen
Zehn|teltse|kun|de; die; - ; -n der zehnte
"Teil einer Sekunde »Der Athlet halte
den Sieg um eine Zehntelsekunde ver¬
paßt.«
zehntens: Adv. an zehnter Stelle; als
zehnter Punkt »Zehntens soll der neue
Präsident gewählt werden.«
Zehn|ton|nen der; -s; ~ Lastkraftwagen
mit zehn Tonnen Ladekapazität
zehjren: zehrst; zehrtest; hast gezehrt 1
die Kraft von jmdm. sehr stark in An¬
spruch nehmen; Kraft kosten; Kräfte
strapazieren; schwächen 2 Nutzen ha¬
ben »Er zehrte lange von seinem
Urlaub.« 3sich ernähren
Zehr|geld: das; -(e)s; -gelder [veralt.]
Geld für die Verpflegung auf einer
Reise »Das Zehrgeld hatte der Wande¬
rer schon nach dem Mittagessen aus¬
gegeben.«
Zehjnmg: die; - ; -en (PL s.) [veralt.]
Nahrungsmittel; Verpflegung auf ei¬
ner Reise »Die Zehrung bestand aus
einem Laib Brot, Käse u. einer Flasche
Wasser.« Syn.: Proviant
Zei|chen: das; -s; -1a) sinnlich wahr¬
nehmbarer Hinweis »Als Zeichen der
Zustimmung nickte er.« b) Markie¬
rung, um etw. deutlich zu machen,
hervorzuheben »Betonungszeichen ♦
Längenzeichen« 2 durch Absprache
u./od. Überlieferung mit einer be¬
stimmten Funktion belegte(s) Ein¬
heit, Symbol »Verkehrszeichen« 3 die
Zeichen der Zeit erkennen: 1. zu¬
künftige Richtungen, Entwicklungen
erkennen 2. erkennen, daß man für
etw. zu alt geworden ist »Er erkannte
die Zeichen der Zeit u. trat von seinem
Amt zurück.« 4 (ein) Zeichen setzen:
[geh.] etw. Zukunftsweisendes tun
Zei|chen|block: der; -(e)s; -blocke u. -s
mehrere am Rand miteinander befe¬
stigte Bögen Zeichenpapier, die ein¬
zeln abgerissen werden können
Zei|chen|ertklä|rung: die; - / -en Erläu¬
terung der (in einer Abbildung o. ä.)
benutzten Symbole, Syn.: Legende
zei|chen|haft: Adj. [geh.] als Zeichen,
Symbol fungieren; in der Art eines
Zeichens
Zei|chen|pa|pien das; -(e)s; -e Papier,
das sich besonders gut für Zeichnun¬
gen eignet »Das Zeichenpapier sollte
holzfrei u. glatt sein.«
Zei|chen)rol|le: die; - ; -n das beim Pa¬
tentamt geführte Register, in das die
angemeldeten, deutschen Warenzei¬
chen eingetragen werden
Zeijchenjsetjzung: die; - ; - <Sprach-
wiss.> durch Regeln festgelegter Ge¬
brauch von nichtalphabetischen Zei¬
chen (wie Punkt, Komma, Ausru¬
fungszeichen u. a.), die der Gliede¬
rung von geschriebener Sprache u.
der Verdeutlichung von grammatika¬
lischen u. semantischen Aspekten ei¬
nes Textes dienen, Syn.: Interpunkti¬
on
Zei|chen|spra|che: die; - ; -n nicht¬
sprachliches Verständigungssystem,
das entweder die natürliche Sprache
begleitet od. sie ersetzt (z. B. Gebär¬
densprache für Taubstumme, Signal¬
sprachen durch Flaggen od. Ver¬
kehrszeichen, Trommelsprache bei
Naturvölkern u. ä.) »Die Zeichen¬
sprache ist ein wichtiges Kommunika¬
tionsmittel. das jeder bewußt u. unbe¬
wußtbenutzt.«
Zei|chen|trick|film: der; ~(e)s; -e Film,
dessen einzelne Bilder gezeichnet, ein¬
zeln fotografiert u. dann aneinander¬
gefügt werden
zejch|nen: zeichnest; zeichnetest; hast
gezeichnet 1 malen »ein Bild zeichnen«
2 <übertr.> etw., eine Situation, eine
Person beschreiben »Der Zeuge zeich¬
nete ein anschauliches Bild vom
Tathergang.« 3 markieren; hervorhe¬
ben od. kenntlich machen 4 a) unter¬
schreiben u. dadurch die Verantwor¬
tung übernehmen b) verantwortlich
sein
Ze!ch|ner: der; -s; - weibl. Zeich|ne|rin:
die; - ; -nen Person, deren Beruf es ist,
zu zeichnen (z. B. als technischer
Zeichner od. Künstler)
zeieh|ne|risch: Adj. n. stg. das Zeichnen
betreffend; in der Art einer Zeich¬
nung; durch eine Zeichnung
Zejch|nung: die; - ; -en 1 zeichnerische
Verbildlichung, Umsetzung 2 Schil¬
derung »Ihre Zeichnung des Unfall¬
hergangs ist stark zu bezweifeln.« 3
farbliche Musterung bei Tieren od.
Pflanzen
zetch|nungs|be|rech|tigfc Adj. n. stg.
zur Unterschrift befugt; unterschrifts¬
berechtigt; über die Erlaubnis verfü¬
gend, etw. zu unterzeichnen »In dieser
Firma ist nur der Firmeninhaber zeich¬
nungsberechtigt.«
Zejlgejfinjgen der; -s; ~ a) zweiter Fin¬
ger der Hand; Finger neben dem
Daumen »Er wies mit dem Zeigefinger
auf die Stelle.« b) mit erhobenem
Zeigefinger: drohend; warnend »Mit
erhobenem Zeigefinger ermahnte er
das Kind.«
zeilgen: zeigst; zeigtest; hast gezeigt 1
durch eine hinweisende Geste od. Be¬
wegung auf etw., jmdn. deuten 2
jmdm. etw. zur Schau, Ansicht stel¬
len; etw. vorführen »Er zeigte uns das
neue Auto.« 3 erklären; etw. deutlich
machen »Er zeigte uns, wie die Stereo¬
anlage zu bedienen ist.« 4 ausdrücken
»Er zeigte uns seine Ablehnung.« 5
[geh.] erkennbar werden; zu sehen
sein »Die Blumen zeigen die ersten
Knospen.« 6 offenbaren; aufweisen
»Mut zeigen« 7 es jmdm. zeigen:
[ugs.] 1. sich gegen jmdn. zur Wehr
setzen 2. jmdm. sein Wissen, seine Fä¬
higkeiten vorführen, demonstrieren
Zei|ger: der; -s; - <Uhr; Meßgerät) be¬
weglich angebrachte, lange, schmale,
meist abgeflachte Nadel, die etw. an
einer Skala anzeigt »Der Zeiger steht
auffünf vor zwölf.«
Zeijle: die; - ; -n 1 a) in einer Reihe (ne¬
beneinander) stehende Schriftzeichen
b) in einer Reihe nebeneinanderste¬
hende Dinge, Gegenstände der glei¬
chen Art »Häuserzeile« 2 zwischen
den Zeilen stehen: andeutungsweise,
indirekt
Zei|len|ho|no|rar das; -s; -e Entlohnung
für Arbeiten pro geschriebener od.
korrigierter Zeile eines Textes
Zel|len|län|ge: die; - ; -n Länge der Zei¬
len innerhalb eines Textes
Ze||lan|sprung: der; -(e)s; -spränge <Li-
teraturwiss.) in der Metrik das Über¬
greifen des Satzes in den nächsten
Vers; Nichtzusammenfallen von Satz-
1334
Zeitstrafe
u. Versende, Syn.: [fremdsprl.] En¬
jambement
zei|len|wei|se: Adv. in (einigen) Zeilen,
für jede Zeile (einzeln) »Der Text ist
zeilenweise unverständlich.«
Zeit die; - ; -en 1 a) Empfinden für Ver¬
änderungen in Momenten, Stunden,
Tagen, Monaten, Jahren »In der letz¬
ten Zeit haben wir uns nur selten
gesehen.« b) Epoche; Ereignisse »Auf
den Krieg folgte eine lange Zeit friedli¬
chen Zusammenlebens.« 2 Zeitpunkt
»Um welche (Uhr-)Zeit kommst du?«
3 Ausdehnung, Raum, der einem in
Minuten, Stunden usw. zur Verfü¬
gung steht »Sie haben drei Stunden
Zeit, die Klausur zu schreiben!« 4 die
Zeit von jmdm. ist gekommen: [ver¬
hüll.] I. sterben (müssen) 2. in abseh¬
barer Zeit ein Kind gebären 5 etw.
hat noch Zeit: etw. eilt nicht, kann
noch warten 6 sich Zeit lassen: etw.
langsam erledigen »Laß dir nur Zeit
bei der Hausarbeit!« 7 a) auf Zeit:
nicht ewig, sondern zeitlich begrenzt
»Die Sekretärin erhielt einen Arbeits¬
vertrag auf Zeit.« b) auf Zeit spielen:
<Mannschaftssport> versuchen, ein
Ergebnis bis zum Spielende zu halten,
ohne noch etw. zu riskieren 8 a) zur
Zeit *-» zurzeit im Augenblick; mo¬
mentan; jetzt; zu diesem Zeitpunkt
»Zur Zeit bin ich leider arbeitslos.« b)
zur Zeit: zu einer bestimmten Zeit
»zur Zeit der Völkerwanderung« 9 die
Zeit heilt alle Wunden: wenn eine be¬
stimmte Zeit, seit etw. Schlimmes pas¬
siert ist, vorüber gegangen ist, emp¬
findet man nicht mehr so tiefen od.
gar keinen Kummer mehr 10 Zeit ist
Geld: ungenutzte Zeit kostet unnöti¬
ges Geld, bringt finanziellen Verlust
11 kommt Zeit, kommt Rat zur Fin¬
dung einer Lösung benötigt man Zeit
u. Geduld
—^ Zeit raulbend: s. zeitraubend
—> Zeit spa|rend: s. zeitsparend
zeitjab|hän|gig: Adj. n. stg. von einem
Zeitpunkt od. einer Epoche be¬
stimmt, abhängig
Zeit|ab|lauf: der; -(e)s; -abläufe Verlauf
u. Beendigung einer Zeitspanne; Er¬
löschen einer zeitlichen Frist »Der
Zeitablauf der Forschungsarbeit ist
strengfestgelegt.«
Zeit|al|ten das; -s; -1a) Epoche, Ära;
längere Zeitspanne innerhalb der Ge¬
schichte, die von einem herausragen¬
den geschichtlichen Ereignis, einer
Idee od. einer Persönlichkeit geprägt
wird »Zeitalter der Reformation« b)
(seit dem Mittelalter übliche) Gliede¬
rung der Geschichte, wobei heute die
von den Humanisten entwickelte
Dreiteilung in Altertum, Mittelalter
u. Neuzeit gültig ist 2 <Geologie> läng¬
ste, mehrere Formationen der Erde
umfassende Zeiteinheit der Erdge¬
schichte; Erdzeitalter
Zeit|an|ga|be: die; - ;-n 1 Auskunft, In¬
formation über die (Uhr-)Zeit »Die
Zeitangabe war exakt festgelegt.« 2
(Sprachwiss.» adverbiale Bestimmung
der Zeit»'Gestern Nachmittag' ist eine
Zeitangabe.«
Zeit|an|sa|ge: die; - ; -n Bekanntgabe
der Uhrzeit im Telefon, Radio o. ä.
Zeit|ar|beit: die; - ; - <Wirt.> zeitlich be¬
grenzte Anstellung; Beschäftigungs¬
verhältnis auf Zeit »Die Sekretärin ar¬
beitete in Zeitarbeit für verschiedene
Wirtschaftsunternehmen.«
zeit|auflwen|dig —» auch zeit|auf|wän|-
dig: Adj. viel Zeit benötigend; sehr
lange dauernd
zeit]be|dingt: Adj. n. stg. von einer be¬
stimmten Zeitdauer abhängig; zeit¬
lich festgelegt
Zeit|be|griffc der; -(e)s; -e bestimmte
abstrakte Auffassung von Zeit; Vor¬
stellung von einer Zeitdauer
Zejt|dau|er: die; - ; - Zeitspanne von be¬
stimmter Länge; bestimmter Zeit¬
raum; zeitliche Länge, die etw. in An¬
spruch nimmt
Zeit|do|ku|ment: das; -(e)s; -e Beweis¬
stück, Zeugnis eines bestimmten Zeit¬
geschehens, einer Epoche »Das Foto
wird als wichtiges Zeitdokument in der
ständigen Ausstellung gezeigt.«
Zett|druck: der; -(e)s; - Gefühl der Be¬
drängnis durch einen festgelegten
Termin »Der Zeitdruck verhindert
eine genauere Untersuchung des Tat¬
hergangs.«
Zei|ten|wen|de: die; • ; -n (PI. s.) ein¬
schneidende Veränderung innerhalb
eines zeitlichen Geschehens od. einer
Entwicklung, die das Ende einer Epo¬
che u. den Beginn eines neuen Zeital¬
ters hervorruft
Zeit|eijschei|nung: die; - ; -en etw., was
für einen bestimmten Zeitraum od.
eine bestimmte Epoche charakteri¬
stisch ist
Zeitform: die; • ; -en (Sprachwiss.»
Form eines Verbs, die die zeitliche
Einordung eines Geschehens aus¬
drückt, kennzeichnet »Auch in der
deutschen Sprache gibt es unregelmä¬
ßige Zeitformen.«
ze|tjge|bun|den: Adj. n. stg. von einer
bestimmten Zeitdauer abhängig; zeit¬
lich festgelegt
Zeitjge|fühl: das; -(e)s; - Einschät¬
zungsvermögen bezüglich Zeitdauer
u. -ablauf od. des Zeitpunktes
Zeitigeist: der; -(e)s; - eine sich in vielen
Erscheinungen eines Zeitalters offen¬
barende Gleichartigkeit der geistigen
Haltung, des Stils, der Lebensformen
u. Ideen »Die neue Zeitung soll den
Zeitgeist anschaulich vertreten.«
ZeR|ge|sche|hen: das; -s; - aktuelle Er¬
eignisse, Vorgänge einer bestimmten
Zeit od. eines Zeitraumes
Zeitjge|schich|te: die; ~; -1 Teil der Ge¬
schichte, den die zur Zeit lebenden
Menschen miterlebt haben »Die älte¬
re Dame konnte als Zeitzeugin beein¬
druckend über die Zeitgeschichte
erzählen.« 2 Teilgebiet der Ge¬
schichtswissenschaft; wissenschaftli¬
che Erforschung des gegenwärtigen
u. jüngst vergangenen politischen Ge¬
schehens »Die neueren politischen
Entwicklungen werden die Zeitge¬
schichte bedeutend beeinflussen.«
zert|ge|schicht|lich: Adj. n. stg. inner¬
halb der Zeitgeschichte; auf die Zeit¬
geschichte bezogen
Zeitigelschmack: der; -(e)s; - für eine
bestimmte Zeit, eine Epoche typi¬
scher ästhetischer Wertmaßstab
Zeit|grün|de: die (PL) in der Wendung
aus Zeitgründen: aufgrund fehlender
Zeit; aus Mangel an Zeit »Aus Zeit¬
gründen kann der angekündigte Arti¬
kel erst nächste Woche erscheinen.«
zef|tig: Adj. <bestimmter Zeitraum» a) in
der Frühe; früh »Wir müssen zeitig
aufstehen.« b) pünktlich; zur rechten
Zeit; fristgemäß
zeit|kri|tisch: Adj. kritisch gegenüber
dem aktuellen Zeitgeschehen »Die
Zeitung ist für ihre zeitkritischen Arti¬
kel bekannt.«
zeit]le|bens: Adv. innerhalb der Lebens¬
zeit von jmdm.; während des gesam¬
ten Lebens einer Person »Dem Vater
wurde zeitlebens sein Jähzorn nachge¬
sehen.«
zeit|lich: Adv. 1 im Hinblick auf einen
bestimmten Zeitraum betrachtet; be¬
schränkt auf eine bestimmte Zeit
»Der Vertrag ist zeitlich begrenzt.« 2
das Zeitliche segnen: a) <Mensch>
sterben; den Tod finden b) (Sache;
Gegenstand o. ä.» [ugs.] nicht mehr
funktionieren, vollkommen kaputt u.
unbrauchbar sein
zeitjlos: Adj. zeitloser; zeitloseste in jede
Zeit passend »Das ist ein zeitloses
Kleid, das kannst du immer tragen.«
Zeit|lo|sig|keit: die; - ; - zeitliche Unge¬
bundenheit (in Stil, Form u. ä.)
Zeitjlu|pe: die; - ; -n (Film» verlang¬
samte Wiedergabe einer Filmszene
»Die Zeitlupe brachte keine neuen Er¬
kenntnisse.«
Ze[t|man|ge1: der; -s; - (teilweises) Feh¬
len an benötigter Zeit »Durch den
Zeitmangel konnte sich die Schwester
nur kurz mit jedem Patienten unterhal¬
ten.«
Zeitjpunkt: der; -(e)s; -e kürzere, be¬
stimmte Zeitspanne; zeitlich be¬
stimmter Augenblick
Zeitjraf|fer. der; -s; - <Film> schnellere
Wiedergabe einer Filmszene »Der
Zeitraffer verdeutlichte das Wachstum
der Blüte.«
zeit|rau|bend —*■ Zeit rau|bend: Adj.
sehr (od. zu) viel Zeit benötigend
»Die Puten zu rupfen ist äußerst zeit¬
raubend.«
Zeitraum: der; -(e)s; -räume Zeitab¬
schnitt, der durch Vorkommnisse od.
Handlungen gekennzeichnet ist »Der
Zeitraum von Januar bis Mai ist in un¬
serem Hotel ausgebucht.«
Zeit|schrift: die; - ; -en regelmäßig er¬
scheinendes Druckerzeugnis, Maga¬
zin mit Artikeln, Beiträgen, Berichten
usw.
Zeit|sinn: der; -(e)s; - (gutes) Einschät¬
zungsvermögen bezüglich Zeitdauer
u. -ablauf od. des Zeitpunktes
Zeit|sol|dat: der; -en; -en Soldat, der
sich zum Wehrdienst auf Zeit ver¬
pflichtet hat »Zeitsoldaten verpflich¬
ten sich bei der Bundewehr für minde¬
stens vier Jahre.«
Zeit|span|ne: die; - ; -n genau definier¬
ter Zeitraum
zeitjspa|rend —> Zeit spa|rend: Adj.
die Zeit, die für etw. benötigt wird,
verkürzend »Die Erfindung der
Waschmaschine ermöglichte eine zeit¬
sparende Reinigung der Wäsche.«
Zeit|stra|fe: die; - ; -n (Sport» Bestra¬
fung, bei der ein Spieler für eine be-
1335
Zeittafel
stimmte Zeit des Spielfeldes verwie¬
sen wird, vom Platz gestellt wird
Zeit|ta|fel: die; ~ ; -n 1 <Sport> große,
elektronische Wand, die die (gespielte
od. erzielte) Zeit anzeigt »Die Zeitta¬
fel zeigt die zu verbleibende Spielzeit
an.« 2 Übersicht mit (zeitlich geord¬
neten) historischen Daten »Die Zeit¬
tafelgibt die wichtigsten Daten des Ba¬
rocks wieder.«
Zeit|takt: der; -(e)s; -e (beim Telefonie¬
ren) festgelegte Zeitdauer, in der eine
Gebühreneinheit verbraucht wird
»Im Verlauf der Gebührenerhöhung ist
der Zeittakt verkürzt worden.«
Zei]tung: die; - ; -en regelmäßig, meist
täglich erscheinendes Druckerzeugnis
»Ich bekomme jeden Morgen meine
Zeitung.«
• Zei|tungs|an|zei|ge: die; - ; -n 1 in einer
Zeitung veröffentlichte, private, ge¬
schäftliche od. amtliche Mitteilung
»Mit einer Zeitungsanzeige machten
wir auf die Geburt unserer Tochter
aufmerksam.« 2 Werbung, Annonce
in einer Zeitung
Zei|tungs]ar|ti|kel: der; -s; - (kurzer)
Beitrag, der in einer Zeitung veröf¬
fentlicht wird
Ze[ttungs|en|te: die; - ; -n [ugs.] Falsch¬
meldung in der Zeitung; falsche Pres¬
semeldung
Zei|tungs|ki|osk: der; -(e)s; -e Verkauf¬
stelle für Zeitungen, Zeitschriften,
Tabakwaren, Spirituosen a. ä.
Zgi|tungs)le|ser: der; -s; ~ weibl. Zei|-
tungs|le|se|rin: die; - ; -nen Person,
die (regelmäßig) eine od. mehrere Zei¬
tungen liest
Zei|tungs|pa|pier: das; -(e)s; -e (holz¬
haltiges, maschinenglattes) Papier,
das zum Druck von Zeitungen ver¬
wendet wird
Zeijtungs|mel|dung: die; - ; -en Nach¬
richt, die in einer Zeitung veröffent¬
licht wird
Zei|tungsino|tiz: die; - ; -en kurze Zei¬
tungsmeldung, kurze Nachricht in
der Zeitung
Zei|tungs|we|sen: das; -s; - alle mit der
Produktion von Zeitungen zusam¬
menhängenden Einrichtungen u.
Vorgänge
Zeitjun|ter|schled: der; -(e)s; -e 1 Un¬
terschiede in der Ortszeit; Zeitabwei¬
chungen entsprechend der Zeitzonen
»Der Zeitunterschied wirkt sich bei
Reisen über die Zeitzonen besonders
negativ aus.« 2 <Sport> Differenz zwi¬
schen den erzielten Zeiten in einem
Wettkampf »Der Zeitunterschied zwi¬
schen den Läufern.«
Zeit|ver]schie|bung: die; - ; -en die Ver¬
änderung der aktuellen Tageszeit je
nach Zeitzone »Die Zeitverschiebung
betrug bei diesem Flug drei Stunden.«
Zeit)ver]treib: der; -(e)s; -e etw., mit
dem man sich (freiwillig) beschäftigt,
um die Zeit auszufüllen »Das Stricken
ist für mich ein nützlicher Zeitver¬
treib.« _
Zeit)ver|zö|ge|rung: die; - / -en spaterer
zeitlicher Eintritt; verspäteter Beginn
ze'rtw.: Abk. zeitweise
Zeit|waa|ge: die; -; -n <Technik> elektri¬
sches Prüfgerät, das durch den Ver¬
gleich mit einer Normaluhr der
(schnellen) Kontrolle des Gangs einer
Uhr dient »Die Zeitwaage ist ein not¬
wendiges Hilfsmittel bei der Qualitäts¬
prüfung von Uhren.«
zeit|wel[lig: Adj. n. stg. nicht immer,
sondern nur für bestimmte (meist
kurze) Zeit; ab u. zu; zwischendurch
»Ich bin zeitweilig nicht zu erreichen.«
ze|t|wei|se: Adv. nicht ständig, aber im¬
mer wieder für eine kürzere Dauer
Zeit|wen|de: die; - ; -n 1 einschneidende
Veränderung innerhalb eines zeitli¬
chen Geschehens od. einer Entwick¬
lung, die das Ende einer Epoche u.
den Beginn eines neuen Zeitalters her¬
vorruft »Die Zeitwende wurde durch
die Entwicklung des Computers
eingeleitet.« 2 Beginn einer neuen
Zeitrechnung »Die christliche Zeit¬
wende ist die Geburt Christi.«
Zeitjwort: das; -(e)s; -Wörter <Sprach-
wiss.> flektierbares Wort, das eine Tä¬
tigkeit, ein Geschehen, einen Vorgang
od. einen Zustand bezeichnet; Tätig¬
keitswort; Verb »Das Zeitwort ver¬
deutlicht die Zeitzusammenhänge in¬
nerhalb des Satzgefüges.«
Zeit|zei|chen: das; -s; ~ (meist akusti¬
sches) Signal, das bei einer Zeitansage
den genauen Zeitpunkt angibt
Zeitjzeujge: der; -n; -n weibl. Zeit|zeu|-
gin: die; - ; -nen lebende Person, die
(weit) zurückliegende Ereignisse mit¬
erlebt hat
Zeit|zo|ne: die; • ; -n (von örtlichen
Ausnahmen abgesehen) jeweils 15
Längengrade breite Zone der Erd¬
oberfläche mit einer international
festgelegten u. einheitlichen Uhrzeit
Ze|le|bra|tifgn —* Ze|le|b|ra|ti|gn: dat.i
/zelebrazign/dfe; - ;-en<kath. Kirche)
Feier des Meßopfers »Die Zelebration
der Messe wurde durch das Auftreten
des Chores besonders feierlich.«
ze|le(bngfren —> zellefb|rie|ren: <lat.>
zelebrierst; zelebriertest; hast
zelebriert 1 etw. feierlich begehen od.
gestalten 2 <kath. Kirche) das Meßop¬
fer feiern
Zell]at|mung: die; ~ ; -en <Bio.> Um¬
wandlung des beim Atmen aufge¬
nommenen Sauerstoffs in den Kör¬
perzellen »Die Zellatmung ist für die
Umsetzung von Energie verantwort¬
lich.« Syn.: [fremdsprl.j Dissimilation
Zel|le: <Jat.> die; - ;-n 1 kleinste Baustei¬
ne, aus denen ein lebender Organis¬
mus aufgebaut ist 2 kleiner, sehr en¬
ger, nicht sehr wohnlicher Raum
»Gefängniszelle« 3 <Elektrot.> Bauteil
von Batterien o. ä. 4 kurz für Telefon¬
zelle = Häuschen mit einem öffentli¬
chen Telefon 5 die (kleinen) grauen
Zellen: [scherzh.] Gehirn »Streng mal
deine (kleinen) grauen Zellen an, dann
verstehst du die Aufgabe!«
Zel|len|ge|nos|se: der; -n; -n weibl. Zel|-
len|ge|nos|sin: die; ~ ; -nen Person,
die mit anderen eine Zelle (2) teilt, be¬
wohnt »Der Zellengenosse wurde zehn
Tage zuvor entlassen.«
Zell|for|schung: die; - ; - Wissenschafts¬
gebiet der allgemeinen Biologie, das
den Bau u. die Funktion der Zellen
erforscht; Zellenlehre »Ohne Zellfor¬
schung wären viele Prozesse im Körper
unbekannt.«
Zeltlgift; das; -fe)s; -e natürlicher od.
künstlich hergestellter Stoff, der nach
Eindringen in den Zellorganismus ei¬
nes Lebewesens schädigend u. zerstö¬
rend auf die physiologischen Vorgän¬
ge wirkt od. sogar die Zelle abtötet
Zellkern: der; -(e)s; -e <Bio.> die im
Zellplasma eingebettete, meist kugeli¬
ge, verformbare Zellorganelle, die als
wichtigster Bestandteil für die Le¬
benstätigkeit der Zelle die Erbanla¬
gen enthält, Syn.: [fremdsprl.] Nukle¬
US
Zglljmem|bran —» Zell|mem|bjran:
<lat.> die; - ; -en <Bio.> äußere Begren¬
zung der Zelle, die das Zellplasma
umgibt; Zellwand »Die Zellmembran
ist für viele Stoffe durchlässig.«
Zel|lo|phan/[fachsprl.] Cet|lo|phan:
(lat.-gr.> das; -s; - sehr dünne, durch¬
sichtige u. leicht dehnbare Kunst¬
stoffolie aus Hydratzellulose, die häu¬
fig für Verpackungen o. ä. Verwen¬
dung findet
Zellstoff: der; -(e)s; -e 1 aus Holz,
Stroh, Kartoffelkraut, Bastfasern o.
ä. Stoffen gewonnene, zellulosehalti¬
ge, feinfaserige Masse, die als Aus¬
gangsprodukt für die Herstellung von
Papier, Kunstseide o. ä. dient »Der
Grundstoff für dieses Papier ist ein
hochwertiger Zellstoff.« 2 aus Zell¬
stoff hergestelltes, textiles Material,
das sehr saugfähig ist
Zelllteißung: die; - ; -en <Bio.> Entste¬
hung von zwei od. mehr Tochterzel¬
len aus einer Mutterzelle, wobei der
Zellteilung immer eine Kernteilung
vorausgeht »Die Zellteilung vollzieht
sich alle sechs Stunden.«
Zei|lu|loid/[fach$prl.] Cei|lu]loid: <gr.-
lat.> /zelluleut u. [selten] zellulo-it/
das; -(e)s; - leicht brennbarer, horn¬
ähnlicher Kunststoff aus Nitrozellu¬
lose, der zur Herstellung von Filmen,
Haarkämmen, Zahnbürsten o. ä. ver¬
wendet wird
2el|lu|lo|se/[fachsprl.] Cel|lu|lojse: <lat.>
die; - ; -n <Bio.; Chemie) Teil der Zell¬
wände von Pflanzen u. Grundstoff
für die Herstellung von Papier,
Kunstseide o. ä.
Zell[wol|le: die; - ; • u. (Sorten) -n aus
Zellulose od. Viskose hergestellte,
wollähnliche Textilfaser; Viskose¬
spinnfaser
Ze|lot: <gr.-lato der; -en; -en 1 [geh.] fa¬
natischer Anhänger; radikaler Ver¬
fechter religiöser Ideen »Der Zelot
predigte vor seinen Freunden.« 2 <hist.>
Anhänger der im 1. Jhd. nach Chri¬
stus gegründeten, radikalen, altjüdi¬
schen Partei der Zeloten, die gewalt¬
sam die politische Befreiung von
Rom herbeiführen wollte
Zelt: das; -(e)s; -e 1 a) aus Stoffbahnen
u. Haltestangen bestehende, einfach
auf- u. abzubauende Unterkunft, die
für einen begrenzten Zeitraum be¬
wohnt wird b) kurz für Festzelt; Bier¬
zelt o. ä. 2 seine Zette (irgendwo)
aufschlagen/abbrechen: [ugs.;
scherzh.] sich an einem Ort (häuslich)
niederlassen/einen Ort verlassen
Zeltbahn: die; ~ ; -en Zeltplane; Teil des
Zeltstoffes
zel|ten: zeltest; zeltetest; hast gezeltet
ein Zelt aufbauen, um darin (für eine
begrenzte Zeit) zu leben
1336
zentrisch
Zeltjmast: der; -(e)s; -en Stange im In¬
neren eines (größeren) Zeltes, die die
Zeltplane trägt »Der Zeltmast trägt
die ganze Last des Zehes.« Syn.: Zelt¬
stange
Zeltplatz: der; -es; -platze Ort (oft mit
sanitären Einrichtungen), an dem ge¬
zeltet werden darf
ZeH|stan|ge: die; ~ ; -n Stab im Inneren
eines (kleineren) Zeltes, der die Zelt¬
plane trägt, Syn.: Zeltmast
Ze|ment: dat.-fro der; -(e)s; -e Baustoff
auf Kalkbasis; Bindemittel in Beton
Ze|men|ta|ti|pn: <lat.- r.> /zementazipn/
die; - ; -en 1 <Chemie> Abscheidung
von Metallen aus Lösungen durch
elektrochemische Reaktionen mit ei¬
nem unedleren Metall »Durch die Ze¬
mentation kann das Eisen aus der Lö¬
sung herausgefiltert und wiederver¬
wendet werden.« 2 Metallverarbei¬
tung) chemische Veredelung von Me¬
tallen durch (starke) Erhitzung u. An¬
reicherung der Oberflächenschicht
mit Kohlenstoff
ze[menftie|ren: dal.-fro zementierst; ze¬
mentiertest; hast zementiert 1 etw. mit
Zement anfüllen od. auskitten u. da¬
durch befestigen »das Fundament
zementieren« 2 Metallverarbeitung)
durch starkes Erhitzen unter Zugabe
von Kohlenstoff härten 3 (übertr.) ei¬
nen Standpunkt, ein Verhandlungser¬
gebnis unveränderbar festlegen »Die¬
ser Vorfall zementierte meine Meinung
über Rechtsradikale.«
Ze|men|tie|rung: Uat. -fro die; - ; -en 1
das Bauen mit Zement 2 Metallver¬
arbeitung) Veredelung von Metallen
»Die Zementierung ist eine Tren¬
nungsmöglichkeit von metallischen
und nichtmetallischen Stoffen.«
Zen: <chin.-jap.> das; - u. -s; - <Religion>
japanische Ausprägung des Buddhis¬
mus, in deren Mittelpunkt meditative
Selbsterfahrung steht
Ze|nK: <arab.-ito der; -(e)s; -1 Astro¬
nomie) der Punkt am Himmelsgewöl¬
be genau über dem Beobachtungs¬
punkt »Die Sonne steht hoch im
Zenit.« 2 <übertr.> herausragender
Zeitpunkt in einem Geschehen; Hö¬
hepunkt »Er befand sich im Zenit sei¬
ner beruflichen Laufbahn.«
zen|sle|ren: <lat.> zensierst; zensiertest;
hast zensiert a) etw. z. B. eine Lei¬
stung, bewerten, benoten; etw. kri¬
tisch beurteilen »Der Lehrer zensierte
den Aufsatz mit einer zwei.« b) etw.
kritisch beurteilen u. gegebenenfalls
Teile (z. B. aus Filmen) streichen u.
nicht für die Allgemeinheit, Öffent¬
lichkeit zugänglich machen »Die Bil¬
der vom Krieg kamen nur zensiert auf
den Bildschirm.«
Zen|sie|rung: <lat.> die; ~ ; -en 1 Bewer¬
tung mit einer Zensur »Die Zensie¬
rung der Arbeit ist sehr schwierig.« 2
Ausübung einer Zensur; kritische
Überprüfung auf unerlaubte od. un¬
moralische Inhalte hin »Die Zensie¬
rung war aus jugendschutzrechtlicken
Gründen notwendig geworden.«
Zen|soR <lat.> der; -s; Zensoren weibl.
Zen|sp|rin: die; - ; -nen 1 nur männl.
Form <hist.> Beamter im antiken
Rom, dem die Aufstellung der Bür¬
ger- u. Senatslisten, Vermögensschät¬
zung zu Steuerzwecken, die Verge¬
bung der Staatsaufträge u. die Sitten¬
gerichtsbarkeit unterlag 2 (Presse) Be¬
amtet), der/die mit der staatlichen
Überwachung von Inhalt u. Verbrei¬
tung von Druckerzeugnissen sowie
von Film, Fernsehen, Rundfunk u.
Theater beauftragt ist
zen|so|risch: dato Adj. n. stg. 1 den
Zensor betreffend; vom Zensor aus¬
gehend »Der zensorische Einsatz ist
immer umstritten.« 2 sittenrichterlich
»Die zensorische Vorgehensweise die¬
ser Behörde ist sehr bedenklich.«
Zen|suR dato die; ~ ; -en 1 Note; Lei¬
stungsbewertung »Im deutschen
Schulsystem hat der Lehrer sechs Zen¬
suren zur Benotung zur Verfügung.« 2
behördliche Prüfung von Büchern,
Theaterstücken, Filmen o. ä., bei der
bestimmt wird, ob Teile eines Werkes
od. das Gesamtwerk aus moralischen,
sittlichen, politischen, religiösen o. ä.
Gründen gestrichen od. verboten
werden
Zenftaur/Kenltaur: <gr.-lato der; -en;
- en Fabelwesen der antiken, griechi¬
schen Mythologie mit Pferdeleib u.
menschlichem Oberkörper
Zen|te|na|ri|um: dato das; -s; Zentena-
rien Izentenarmj [geh.] Hundertjahr¬
feier; hundertjähriges Bestehen
Zen|ti|l|)ter/Zen|ti|li|ter: (gr.-lat -fro der
u. das; -s; - der hundertste Teil eines
Liters
Zen|ti|me|ter/Zen|ti|me|ter: <gr.-lat.-fro
der u. das; -s; - der hundertste Teil ei¬
nes Meters »Der Zentimeter kann mit
dem Lineal abgemessen werden.«
Zen|ti|me|teijmaB: das; -es; -e Maßband
zum Messen von Längen mit einer
Einteilung in Zentimeter u. Millime¬
ter »Das Zentimetermaß gehört in je¬
den Werkzeugkoffer.«
Zent|ner dato der; -s; - Maßeinheit für
das Gewicht; 50 kg (in Österreich u.
der Schweiz 100 kg) » Wir haben einen
Zentner Kartoffeln eingekellert.«
Zentfnerjge|wicht: das; -fe)s; -e a) Ge¬
wicht, das einem Zentner entspricht
b) o. Fl. (großes) Gewicht, das mehr
als einen Zentner beträgt, wiegt
zent|ner]schwer Adj. n. stg. <verst.> mit
einem Gewicht von einem od. mehre¬
ren Zentnern
zentral —* zen|t|ral: dato Adj. n. stg. 1
in der Mitte »Wir wohnen in zentraler
Lage.« 2 übergeordnet; leitend »zen¬
tral leiten« 3 sehr wichtig; entschei¬
dend »Dieser Satz ist von zentraler
Bedeutung.«
Zen|tral|bank —> Zan|tjral|bank: die; -;
-en übergeordnete Bank, die sich (ne¬
ben der Ausgabe von Banknoten) mit
der Geld-, Kredit- u. Währungspoli¬
tik eines Landes befaßt
Zen|tra|le —» Zen(t|ra|le: <gr.-lato die;
- ; -n a) Mittelpunkt; Schaltstelle;
Hauptort; Hauptsitz; Direktion; Stel¬
le, von der aus etw. geleitet wird b)
Fernsprechvermittlung »Die Zentrale
wird sie direkt verbinden.«
Zenftral|fl|gur —» Zen|t|ral|fifgur. die;
~; -en 1 wichtige Persönlichkeit in be¬
zug auf die Gesellschaft »Die Zentral¬
figuren der französischen Revolution
sind später alle getötet worden.« 2 <Li-
teraturwiss.) zentrale Gestalt, han¬
delnde Person in einem poetischen
Werk
zen|tral|ge|heizt —» zen|t|ral|ge|heizt:
Adj. n. stg. (Wohnung; Haus) durch
eine Zentral- od. Fernheizung beheizt
Zen|tral|ge|walt —» Zen|t|ral|ge|walt:
die; * ; -en (Pol.) von einer übergeord¬
neten, leitenden Stelle ausgehende
Staatsgewalt »Die Zentralgewalt geht
von einer Bundesbehörde aus.«
zen|tra|lf|s|e|ren —> zen|t|ra|li|sie|ren:
(fro zentralisierst;zentralisiertest; hast
zentralisiert etw. zusammenziehen,
Zusammenlegen, vereinigen, zusam¬
menfassen in Politik, Wirtschaft u.
Verwaltung »Die Bearbeitung der An¬
träge wird im nächsten Jahr zentrali¬
siert.« Ant.: dezentralisieren
Zen|tra|li|siejrung —*■ Zen|tjra|li|sie|-
rung: tgr.-lato die; ~ ; -en 1 Zusam¬
menfassung an einer zentralen Stelle;
Zusammenlegung »Die Zentralisie¬
rung der Handelhäuser brachte einen
enormen ökonomischen Vorteil.« 2 Sy¬
stem der Staatsverwaltung, bei dem
alle staatliche Tätigkeit (möglichst)
von einer Zentralbehörde geleitet
wird
Zen|tral|per|spek|ti|ye —* ZenMralj-
per|s|pek|ti|ve: die; - ; -n zeichneri¬
sches Verfahren zur Darstellung von
räumlichen Verhältnissen in einer
Ebene mit Hilfe der Zentralprojekti¬
on, bei der die Projektionen paralleler
Geraden durch genau einen Flucht¬
punkt laufen (der außerhalb des Bil¬
des liegen kann)
Zen|tral|rat —s- Zen|t|raljrat: der; -(e)s;
-räte führendes Gremium in Örgani-
sationen
Zenftralfveijband —* Zen|tfral|veij-
band: der; -(e)s; -verbände überge¬
ordnetes Gremium, in dem mehrere
Verbände zusammengeschlossen sind
zenjtrigjren —zen|t|riejren: zentrierst;
zentriertest; hast zentriert etw. auf ein
Zentrum richten, genau auf den Mit¬
telpunkt einstellen »Der Text der Ein¬
ladung muß noch zentriert werden.«
zen|tri|fu|gal —> zen|tjri|fu|gal: <gr.-lato
Adj. n. stg. (Physik) von einem Mittel¬
punkt nach außen wirkend, Ant.: zen¬
tripetal
Zen|tri|fu|gal|kraft —> Zenjt|ri|fu|gal|-
kraft: die; ~ ; -kräfte (Physik) vom
Mittelpunkt wegstrebende, nach au¬
ßen gerichtete Fliehkraft bei Drehbe¬
wegungen, Ant.: Zentripetalkraft
Zen|tri|tu|ge —* Zen|tjri|fu|ge: <gr.-lat.-
fro die; - ; -n Schleuder zur Trennung
von Substanzen durch die Zentrifu¬
galkraft
zen|tri|pe|tal —* zen|t|ri|pe|tal: <gr.-Iato
Adj. (Physik) zum Mittelpunkt hin¬
strebend, Ant.: zentrifugal
Zen|tri|pe|tal|kraft —► Zen|t|rijpe|tal|-
kraffc die: - ; -kräfte (Physik) bei der
Bewegung eines Körpers auf einer ge¬
krümmten Bahn od. bei der Drehung
um eine Achse auftretende, nach in¬
nen, zum Mittelpunkt gerichtete
Kraft
zen|trisch —* zentrisch: <gr.-Iato Adj.
n. stg. 1 mittig; in der Mitte »Die
Sonne liegt zentrisch im Sonnensy¬
stem.« 2 ein Zentrum, einen Mittel¬
punkt aufweisend, darauf bezogen
1337
Zentrum
Zentrum —» Zen|t(rum: <gr.-lato das;
-s; Zentren 1 aj~Mittelpunkt, zentraler
Punkt od. Raum »Wir befanden uns
im Zentrum eines Wirbelsturmes.« b)
Innenstadt »Im Zentrum finden Sie
viele Geschäfte.« c) das Zusammen¬
fassen von Menschen, Behörden,
Wissenschaftlern, Künstlern usw. in
einem Bereich, der nach außen wirkt
u. wirken soll d) Hauptanliegen einer
Besprechung, schriftlichen Arbeit o.
ä. 2 o. PI. bürgerlich-konservative,
katholische Partei im Deutschen Kai¬
serreich u. in der Weimarer Republik
Zep|p«{lin: der; -s; -e zigarrenförmiges
Luftschiff mit (Passagier-)Kabme
Zeppeline werden heute meist zu Wer¬
bezwecken eingesetzt.«
Zgp|ter/[österr.] Szejpter: (gr.-lato das
”u. der; -s; - 1 kunstvoll ausgestalteter
Stab als Symbol herrschaftlicher
Macht »Der Landesfürsl wurde auf
dem Gemälde mit Zepter u. Reichsap¬
fel dargestellt.« 2 a) das Zepter
schwingen: regieren bj mit eisernem
Zepter regieren: mit absoluter Stren¬
ge herrschen
zer-/Zer-: Wortbildungselement 1 etw.
in der Art u. Weise wie im Basiswort
inhaltlich ausgedrückt beeinträchti¬
gen, beschädigen, trennen o. ä.
zerteilen ♦ zerkleinern ♦ zerplatzen ♦
Zerstörung« 2 zu dem im Basiswort
inhaltlich Ausgedriickten machen;
mit dem im Basiswort inhaltlich Aus¬
gedrückten versehen »zerbomben«
zerjbe||Ben: zerbeißt; zerbissest; hast
zerbissen —*alle Vergangeheitsfor-
men mit ss<— 1 etw. mit den Zähnen
zerteilen »Der Junge zerbiß regelmä¬
ßig die Bonbons.« 2 durch zahlreiche
Bisse od. Stiche (von Insekten) verlet¬
zen »Der Wanderer war von Ameisen
zerbissen worden.«
zeijbeijsten —> zer1bers|ten: zerbirst;
zerbarst; ist zerborsten in viele Stücke
zersprengt werden »Das Glas zerbarst
auf dem Boden.«
Zeijbe|rus/Ceijbe[ms: <gr.-lat.> der; ~ ;
-se 1 <hist.> in der antiken griechischen
Mythologie der Wachhund am Tor
zur Unterwelt 2 [scherzh.] a) Wach¬
hund b) (griesgrämiger) Wächter,
Pförtner »Der Türsteher gebärdete
sich wie ein wilder Zerberus.«
zadbeullen: zerbeulst; zerbeultest; hast
zerbeult die Oberfläche von etw.
dumh Dellen beschädigen »Der junge
Fahrer zerbeulte das ganze Auto bei
seinem ersten Unfall.«
zer(bpm|ben: zerbombst; zerbombtest;
hast zerbombt etw. durch Einschlag u.
Explosion von Bomben zertrüm¬
mern, vernichten »Nach dem Krieg
war die ganze Stadt zerbombt.«
zer|bre|chen: zerbrichst; zerbrach(e)st;
hast!bist zerbrochen 1 a) ist kaputtge¬
hen u. dabei zerteilt werden, in Scher¬
ben od. Splitter zerspringen »Das
Glas ist zerbrochen.« b) hast kaputt¬
machen u. dabei zerteilen, in Scher¬
ben od. Splitter zerspringen lassen
»Er hat das Glas zerbrochen.« 2 bist
<übertr.> an einer Situation o. ä. (see¬
lisch) sehr leiden u. zugrunde gehen
»An der Trennung von seiner Frau ist
erfast zerbrochen.«
zerjbrech|lich: Adj. 1 leicht zu beschädi¬
gen; so beschaffen, daß es schnell u.
leicht kaputtgehen, zerbrechen kann
»Glas ist zerbrechlich.« 2 <Mensch>
[geh.] sehr zierlich, zart, nicht kräftig
u. widerstandsfähig wirkend »Nach
der Operation hatte sie 20 Kilo abge¬
nommen, so daß sie auf uns sehr zer¬
brechlich wirkte.«
Zer]brech|lich|keit: die; -; -1 Stoßemp¬
findlichkeit 2 <übertr.> Zartheit; Emp¬
findlichkeit
zer|dep|pem: zerdepperst; zerdepper-
test; hast zerdeppert [ugs.] etw. ka¬
puttschlagen, zerbrechen »Bei der
Hochzeit wurde viel Porzellan zerdep¬
pert.«
zelidrücken (zerjdrük|ken—» zerfdrü)-
cken): zerdrückst; zerdrücktest; hast
zerdrückt etw. durch Zusammenpres¬
sen breiig, kaputtmachen »Sie hat die
Kartoffeln zu Brei zerdrückt.«
Ze|rea|lie —»- Ze|re|a[lie: dato /zereali'/
die; - ;-n(m. PI.) a) die der menschli¬
chen Nahrung dienenden Feld¬
früchte; Getreide »Weizen und Hafer
sind Zereatien.« b) Gericht aus Ge¬
treideflocken, z. B. Müsli, Cornflakes
ze|re|bral —» ze|rejb|ral: dato Adj. n.
stg. <Med.> auf das Gehirn bezogen
»ein zerebraler Defekt«
Ze|re|mo]nie/Ze|reimg|nie: dat.-fro /ze-
rerooni u. [österr. nur] Zeremonie/ die;
- ; Zeremonien /zeremonfn u. zeremo-
ni*n/ in einer Tradition itehende, fei¬
erliche, förmliche Handlung »Die Ze¬
remoniefindet in der Aula statt.«
Ze|re|mo|ni|ell: dat.-fro das; -s; -e [geh.]
festgelegte, z. T. vorgeschriebene
Handlungsweise in der Öffentlichkeit
u. Kirche »Das Zeremoniell bei Hofe
war sehr streng.«
ze|re|mo|ni|ell: dat.-fro Adj. [geh.] auf
Form u. Wirkung bedacht u. um¬
ständlich ablaufend »Sie begrüßten
einander sehr zeremoniell.«
zer[fah|ren: Adj. sehr unruhig u. ver¬
stört »Er machte einen ziemlich zer¬
fahrenen Eindruck.«
Zeijfall: der; -(e)s; - u. [fachsprl.j Zer¬
fälle a) das Auseinanderfallen »Der
Zerfall des römischen Reiches ging
langsam vonstatten.« b) durch Um¬
welteinflüsse verursachte Zerstörung
zer]fal|len: zerfällt; zerfiel; ist zerfallen 1
a) in Stücke gehen »Als sie das alle
Papier anfaßte, zerfiel es.« b) sich auf¬
lösen »Das Römische Reich zerfiel.« 2
sich so streiten, daß eine Partner¬
schaft endet »Die Familie zerfiel we¬
gen des Erbschaftsstreites.« 3 aus
mehreren Teilen bestehen »Der Pro¬
duktionsablauf zerfallt in drei Stufen.«
Zer|falls|erjschei|nung: die; - ; -en 1 all¬
mähliche Zerstörung verdeutlichen¬
des Anzeichen, Erscheinungsbild
»Die Zerfallserscheinungen des Ge¬
mäldes raten zu einer schnellen
Restaurierung.« 2 mit Zerfall einher¬
gehender V organg
zer|fa|sern: zerfasert; zerfaserte; hast/
ist zerfasert 1 hast einen Stoff in seine
einzelnen Fasern zerteilen »Beim gu¬
ten Kauen werden die Nahrungsmittel
zerfasert.« 2 ist in Fasern gehen
»Durch die heftige Beanspruchung war
der Badmintonball zerfasert.«
zer|fet|zen: zerfetzt; zerfetztest; hast
zerfetzt 1 gewaltsam in Stücke reißen
»Der Hund zerfetzte den alten
Pantoffel.« 2 [ugs.] vernichtende Kri¬
tik ausüben
zer|fled|dern/zer[fle|dern: zerfiedderst;
zerfleddertest; hast zerfleddert [ugs.]
mit etw. so nachlässig umgehen, daß
es sich in Einzelteile auflöst u. un¬
schön wird »Mußt du denn beim Lesen
die Bücher so zerfleddern?«
zerffleijschen: zerfleischst; zerfleisch¬
test; hast zerfleischt 1 erjagte Beute
mit den Zähnen in Stücke reißen 2
<überlr.) [ugs.] übermäßig heftig strei¬
ten
zer]flie|Ben: zerfließt; zerflössest; bist
zerflossen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 a) <Flüssigkeit> aus¬
einanderlaufen »Die Wasserfarben
zerflossen.« b) aufgrund von Wärme
flüssig werden »Die Butter zerfloß in
der Sonne.« 2 vor Mitleid zerfließen:
übertrieben viel Mitleid zeigen
zerffres|sen: zerfrißt; zerfraß; hat zer¬
fressen —>alle Gegenwartsformen
mit ss*— zersetzen; durch Material¬
veränderung allmählich auflösen; zer¬
stören; durchlöchem
zerffurjchen: zerfurchst; zerfurchtest;
hast zerfurcht 1 (das Gesicht) mit tie¬
fen Faltenlinien versehen »Tiefe Fal¬
ten des Grams zerfurchen das Gesicht
der Witwe.« 2 (den Boden) mit Fur¬
chen durchziehen u. aufbrechen
zer|glie|dern: zergliederst; zerglieder¬
test; hast zergliedert 1 einen Organis¬
mus (operativ) auseinandernehmen,
um seine Einzelteile zu erforschen 2 in
Form u. Funktion bestimmen, um
eine Gliederung auszumachen; analy¬
sieren
zerjhacken (zeijhak|ken —zer|ha|-
cken): zerhackst; zerhacktest; hast
zerhackt etw. mit einer Axt zerschla¬
gen, in Stücke teilen
zer)klei|nern: zerkleinerst; zerkleiner¬
test; hast zerkleinert etw. klein ma¬
chen »Die Baumstämme mußten zu
Scheiten zerkleinert werden.«
Zer[klei|ne|rung: die; ~ ; - Zerteilung in
kleine Stücke
zer[klüf]tet: Adj. spaltig; von Spalten,
Falten durchzogen »Wir wohnten in
einem zerklüfteten Gebirgstal.«
Zer[klüf|tung: die; ~ ; -en Spalten- u.
Rißbildung (im Gestein)
zerknacken (zer[knak|ken —> zer[-
kna|cken): zerknackst; zerknacktest;
hast zerknackt 1 a) etw. durch Knak-
ken zerbrechen »Die Nüsse werden
mit einem Nußknacker zerknackt.« b)
mit einem knackenden Geräusch zer¬
brechen »Der Vogel zerknackte die
harte Nuß.« 2 etw. aufbrechen
zer]knal|len: zerknallst; zerknalltest;
hast/bist zerknallt a) hast mit einem
lauten Geräusch zerplatzen lassen b)
bist mit einem lauten Geräusch zer¬
platzen »Der Luftballon zerknallt u.
alle erschrecken sich.«
zer|knirscht: Adj. zerknirschter; zer¬
knirschteste kleinlaut; schuldbewußt;
reuevoll »Nach dem Streit sah er mich
zerknirscht an.«
Zer)knirscht|heit: die; - ; - Reumütig-
keit »Die Zerknirschtheit stand ihm in
das Gesicht geschrieben.«
1338
zerstechen
zer|knit|tern: zerknitterst; zerknitter¬
test; hast zerknittert zerdrücken;
Knitter u. Falten machen; zerknaut¬
schen »Durch die unsachgemäße Be¬
handlung war der Stoff vollkommen
zerknittert.«
zer)knül(len: zerknüllst; zerknülltest;
hast zerknüllt etw. zusammenpressen,
zerknäulen
zer|ko|chem zerkocht; zerkochte; half
ist zerkocht a) hat etw. zu lange ko¬
chen lassen b) ist durch zu langes Ko¬
chen zerfallen
zerjkretjzen: zerkratzt; zerkratztest;
hast zerkratzt etw. Kratzspuren verse¬
hen u. dadurch beschädigen od. ver¬
letzen »Die Katze hat die Tapete mit
ihren Krallen zerkratzt.«
zerilaulfen: zerläuft; zerlief; ist zerlaufen
auseinanderfließen; durch Wärme
flüssig werden »Das Eis zerläuft in der
Sonne.«
zerfleglban Adj. n. stg. in Einzelteile
auseinanderzunehmen »Das Fahrrad
ist in zwei Teile zerlegbar.«
z«r|le)gen: zerlegst; zerlegtest; hast
zerlegt a) ein Ganzes in einzelne Be¬
standteile auseinandemehmen »ein
Auto zerlegen« b) ein Ganzes in ein¬
zelne Teile schneiden »einen Truthahn
zerlegen«
zer|lumpt: Adj. zerlumpter; zerlumpteste
a) (bei Kleidung) zerschlissen, ausge¬
beult, schäbig b) mit, in abgetrage¬
nen, zerrissenen Kleidern; verwahr¬
lost
zerjmaijtern: zermarterst; zermarter¬
test; hast zermartert in der Wendung
sich den Kopt, das Hirn zermartern:
über etw. angestrengt nachdenken;
sich den Kopf zerbrechen; grübeln
zeijmat|schen: zermatschst; zermatsch¬
test; hast zermatscht [ugs.] völlig zer¬
drücken; zu einer breiigen Masse zer¬
quetschen
zeilmürjben: zermürbst; zermürbtest;
hast zermürbt 1 jmdn. durch längere
Beeinflussung nachgiebig, mürbe ma¬
chen; die Widerstandskraft brechen;
erschöpfen »Die ständige Fragerei der
Polizisten zermürbte den Dieb.« 2 [sel¬
ten] etw. trocken, brüchig, leicht zer¬
teilbar machen »Das Leder ist durch
die Sonneneinstrahlung mürbe gewor¬
den.«
zer]mür|bend: Adj. ermüdend u. er¬
schöpfend; demoralisierend »Die lan¬
ge Fahrt durch den Regen war zermür¬
bend.«
zer|nalgen: zernagt; zernagte; hat
zernagt a) kaputtbeißen b) durch
Fraß durchlöchern und zerstören;
zerfressen
Ze|ro: <arab.-lat.-it.-fr.', /sero/ die; - ; -s
u. das; -s; -s 1 Null, Nichts 2 <Sprach-
wiss.> Nullallomorph; theoretische
Einheit in der strukturellen Sprach¬
analyse, die eine syntagmatisch nach¬
weisbare, aber sprachlich nicht reali¬
sierte Bedeutung kennzeichnet
Ze|ro|gra|phie ♦ auch Ze|ro|graffio:
<gr.> die; - ; -graphien <Kunst> 1 o. PI.
Kunsthandwerk, in Wachs Gravie¬
rungen anzufertigen »Die blaue Zero-
graphie ist an einen Kunsthändler ver¬
kauft worden.« 2 in der Technik der
Wachsgravur hergestelltes Kunst¬
werk
zerpflücken (rer[pflük|ken —> zerj-
pf1ü|cken): zerpflückst; zerpflücktest;
hast zerpflückt 1 a) etw. kleinlich, bis
ins Detail untersuchen b) [ugs.] ver¬
nichtende Kritik ausüben, verreißen
»ln der Kritik wurde der neue Roman
zerpflückt.« 2 in Stückchen reißen,
zerrupfen »Der Salat wird zerpflückt
und nicht zerschnitten.«
zer(plat|zen: zerplatzt; zerplatzte; ist
zerplatzt 1 mit einem Knall zersprin¬
gen 2 vor Neugier, Wut, Neid o. ä.
zerplatzen: von übermäßiger Neu¬
gier, Wut, Neid o. ä. erfüllt sein
zer|re|den: zerredest; zerredetest; hast
zerredet so lange über etw. reden
(ohne zu einem Schluß zu kommen),
daß das Gespräch uninteressant wird
zer[rgiB|ban Adj. n. stg. so geartet, daß
es zu zerreißen ist »Dieser Kunststoff
ist nur in eine Richtung zerreißbar.«
zer|rei|Ben: zerreißt; zerrissest; hastlbist
zerrissen —>alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— 1 a) hast etw. unter
Anwendung von Kraft beabsichtigt
od. unbeabsichtigt auseinanderziehen
u. dabei die Verbindung zwischen den
Teilen endgültig zerstören »Sie zerriß
den Brief in viele Teile.« b) bist einer
Kraft nicht widerstehen können u.
sich deshalb (plötzlich) zerteilen 2
jmdn. (in der Luft) zerreißen können:
sehr wütend, böse, zornerfüllt auf
jmdn. sein 3 ich kann mich doch
nicht zerret Bert: [ugs.] ich kann nur
eins nach dem anderen machen
zer|reiB|fest: Adj. n. stg. <Technik> gro¬
ße Belastungen aushaltend, ohne zu
zerreißen »Die neue Kunstfaser ist zer¬
reißfest.«
Zer|rei6|pro(be: die; - ; -n 1 <Technik>
technische Untersuchung der Wider¬
standsfähigkeit gegen Zerreißen 2 ei¬
ner Zerreißprobe ausgesetzt sein:
eine große Belastung, Prüfung o. ä.
überstehen müssen
zer|ren: zerrst; zerrtest; hast gezerrt an
etw. od. jmdm. gewaltsam ziehen
»Ich zerrte an der hemmenden Auto¬
tür.«
Zer|ns|sen|heit: die; ~;- das innerliche,
Hin- u. Hergerissensein; fehlende in¬
nere Einheit
Zerrjspie|gel: der; -s; - Spiegel, der
durch eine bestimmte Biegung seines
Glases ein verzerrtes Bild von der
Wirklichkeit widergibt »Der Zerr¬
spiegel ließ den jungen Mann dick und
runderscheinen.«
Zer|rung: die; - ; -en a) durch starkes,
heftiges Auseinanderziehen verur¬
sachte Veränderung b) <Med.> Verlet¬
zung des Sehnen od. Muskelappara¬
tes, verursacht durch heftige, plötzli¬
che Bewegungen »Ich habe mir beim
Sport eine Zerrung zugezogen.«
zerjrup|fen: zerrupfst; zerrupftest; hast
zerrupft in kleine Stücke reißen; zer¬
pflücken
zerjriit|tet Adj. durch Streit völlig zer¬
stört, entzweit »Die zerrüttete Ehe
war nicht zu reiten.«
Zer|rüt|tung: die; -; -en 1 a) völlige Zer¬
störung des Zusammenhalts b) das
Zerstörtwerden des Zusammenhalts 2
gesundheitliche Angegriffenheit, Er¬
schöpfung; innere Unordnung
zor|sä|gen: zersägst; zersägtest; hast
zersägt in Stücke sägen »Er hat das
Brett mit der Stichsäge zersägt.«
zer|schel|len: zerschellt; zerschellte; ist
zerschellt auf einen harten Gegen¬
stand auftreffen u. in viele Teile zer¬
springen, geteilt werden »An der Klip¬
pe zerschellten mehrere Schiffe.«
zeijsch1a|gen: zerschlägst; zerschlu-
gfejst; hast zerschlagen durch Un¬
achtsamkeit, Gewalteinwirkung od.
das eigene Gewicht kaputtmachen
»Vor Wut zerschlugen sie das Ge¬
schirr.«
zerjschla|gen, sich: zerschlägt sich; zer¬
schlug sich; hat sich zerschlagen nicht
umgesetzt werden können »Unsere
Reisepläne haben sich zerschlagen.«
Zer[schla[gen|heit die; - - Niederge¬
schlagenheit von Körper u. Seele
Zer[schla|gung: die; - ; -en Niederrin¬
gen, gewaltsames Auflösen von
Strukturen »Die Zerschlagung des
Aufstandes fordete viele Opfer.«
zer|schnei|den: zerschneidest; zerschnit¬
test; hast zerschnitten 1 mit dem Mes¬
ser od. der Schere zerteilen »Der Ku¬
chen wird mit einem Kuchenmesser
zerschnitten.« 2 mit Messer, Schere o.
ä. etw. zerstören »Das Papier zer¬
schnitt ihm die Handflächen.«
zer[Schun|den: Adj. durch oberflächli¬
che Verletzungen beeinträchtigt »zer-
schundene Knie.«
zerjsetjzen: zersetzt; zersetztest; hast
zersetzt 1 einen Zerfallsprozeß in
Gang setzen od. beschleunigen »Das
Gas zersetzte die Oberfläche des Ei¬
sens.« 2 eine festgefügte Struktur
durch Beeinflussung auseinander¬
bringen »Die Rede wirkten sich zerset¬
zend auf die Moral der Mitglieder
aus.«
Zetjsetjzung: die; - ; - 1 Vorgang des
Zerfallens 2 Zustand des Zerfalls
»Die Zersetzung der Arbeiterschaft ist
auf die Rede des Politikers zurückzu¬
führen.«
zerjspaljten: zerspaltest; zerspaltetest;
hast zerspalten zerteilen »Der Baum
wurde durch einen Blitzschlag zerspal¬
ten.«
Zer[spal|tung: die; - ; -en Teilung »Die
Zerspaltung des Steines geschieht mit¬
tels Wasserdurck.«
Zer|split|te|ning: die; - ; -en Zerfall har¬
ter Materialien in spitze Einzelteile
»Die Zersplitterung des Knochens war
auf einen Sturz zurückzuführen.«
zer(spren|gen: zersprengst; zerspreng-
test;~hast zersprengt a) Material u.
Stoffe gewaltsam (mit Sprengstoff)
zerteilen »Das Gestein wird durch die
Wasserkraft zersprengt.« b) Material
gleichmäßig verteilen
Zerlatätilboit der; -s; ~ Apparatur, mit
der Flüssigkeiten (z. B. Wasser u.
Duftstoffe) in feinsten Teilen ver¬
sprüht werden können »Der Zerstäu¬
ber ermöglicht eine gleichmäßige
Raumbefeuchtung.«
zeijste|chen: zerstichst; zerstachje)st;
hast zerstochen a) durch einen schar¬
fen Gegenstand verletzen od. zerstö¬
ren b) jmdn. mit einem Stachel verlet¬
zen »Die Mücken hatten die Beine des
Mädchens zerstochen.«
1339
zerstieben
zerjstiejben: zerstiebt; zerstob/zer-
stiebte; ist zerstoben/zerstiebt [geh.] 1
sich fluchtartig in alle Richtungen
verteilen »Die Soldaten zerstoben in
alle Richtungen.« 2 plötzlich ver¬
schwinden »Das Gefühl der Hoffnung
zerstob nach dem Unglück.«
zerjstöjren: zerstörst; zerstörtest; hast
zerstört kaputtmachen; vernichten
»Die Häuser wurden im Krieg zer¬
stört.«
Zer|stö|rer: der; -s; - weibl. Zerjstö)re|-
rin: die; ~; -nen 1 Person, die etw. ver¬
nichtet 2 nur m'ännl. Form Kriegs¬
schiff »Der Zerstörer begleitet die
Fregatte.« 3 nur männl. Form schwe¬
res Jagdflugzeug im 2. Weltkrieg
zer|stö|re|risch: Adj. a) die Tendenz
zum Zerstören, zum Vernichten besit¬
zend b) vernichtend
Zeijstöjrung: die; - ; -en Vernichtung;
Verwüstung »Die Zerstörung hatte
ungeahnte Ausmaße angenommen.«
Zer|stö|rungs|trieb: der; -(e)s; - Ten¬
denz, Dinge od. Gefühle, Beziehun¬
gen zu zerstören
Zer|stö|rungs|wut: die; • ; - hemmungs¬
loser Verwüstungs-, Zerstörungs¬
drang »In blinder Zerstörungswut zer¬
schlug er alles.«
zerjstp)8en: zerstößt; zerstieß(es)t; hast
zerstoßen festes Material mit einem
Gegenstand (z. B. Stein, Stößel) so
lange bearbeiten, bis feinste Teile ent¬
standen sind
zerlstreut Adj. zerstreuter; zerstreuteste
vergeßlich; nicht bei der Sache; ge¬
danklich (scheinbar) mit anderen
Dinge befaßt »ein zerstreuter Profes¬
sor«
Zerlstreutlheit: die; - ; -en (PI. s.) Ver¬
geßlichkeit; Unkonzentriertheit
»Seine Zerstreutheit wurde immer
schlimmer.«
Zer|streu|ung: die; - ; -en Ablenkung
»Sie suchten Zerstreuung bei einem
Kinobesuch.«
Zetistreulunnsllinlse: die; - ; -n <Optik>
konkav geschliffenes Glas, das die
Lichtstrahlung verteilt »Die Zerstreu¬
ungslinse wird in Kombination mit wei¬
teren Linsen in Fotoapparaten einge¬
setzt.«
zerfteijlen: zerteilst; zerteiltest; hast zer¬
teilt feste od. flüssige Stoffe (mit od.
ohne Hilfsmittel) in Teile zergliedern,
zertrennen, zerlegen, zerschneiden,
zerreißen »Der Vater zerteilte den
Braten mit einem Messer.«
zer[tej|ten, sich: zerteilt sich; zerteilte
sich; hat sich zerteilt a) <Wolken> sich
auseinanderbewegen; sich auflösen
»Die Wolken zerteilten sich und gaben
den Blick auf den Berggipfel frei.« b)
(übertr.) viele Angelegenheiten gleich¬
zeitig erledigen müssen » Wenn ich das
alles schaffen will, muß ich mich zertei¬
len.«
Zer|tej|lung: die; - ; -en 1 Aufteilung
Die Zerteilung von Brot kann sowohl
durch Brechen als auch Schneiden
geschehen.« 2 Auflösung in Stücke
»Die Zerteilung der Wolkenwand
durch den Wind dauerte nur wenige
Minuten.«
Zerjti|h|kat: dat.-fr» das; -fe)s; -e 1 offi¬
zielle Bescheinigung od. Bestätigung;
Teilnahmebescheinigung »Ich erhielt
ein Zertifikat über meine Teilnahme
an der Veranstalttmg.« 2 <Wirt.> An¬
teilschein bei Investmentgesellschaf¬
ten
zer|tram|peln: zertrampelst; zertrampel¬
test; hast zertrampelt durch heftige
Fußtritte od. Stampfen mit dem Fuß
etw. (mutwillig) zerstören
Zer|tren|nung: die; - ; - Aufteilung von
Material durch den Einsatz verschie¬
dener Werkzeuge
zer|tre|ten: zertrittst; zertrat(e)st; hast
zertreten etw. durch Fußtritte zerstö¬
ren »Die Blumen wurden alle zertre¬
ten.«
zer[trüm|mern: zertrümmerst; zertrüm¬
mertest; hast zertrümmert etw. äu¬
ßerst gewaltsam vernichten »Ich zer¬
trümmerte die alten Möbel.«
Zerjve|lat|wurst —> auch Ser|we|lat|-
wurst: /serwelat-/ die; - ; -wurste
Dauerwurst ~
zerjvifkal: data /zerwikal/ Adj. n. stg.
(Med.; Bio.> 1 sich halsförmig verjün¬
gend »Der zervikale Teil der Gebär¬
mutter ist entzündet.« 2 den Nacken,
Hals betreffend »Die zervikale Haut
ist durch den Sonnenbrand stark ver¬
letzt.«
Zerjwürf|nis: das; -ses; -se durch heftige
Streitigkeiten zerstörtes Verhältnis
zwischen zwei od. mehreren Personen
od. Gruppierungen
Zet das; ~ u. [ugs.} -s; - u. [ugs.J -s
deutsche Sprechweise bei der Aufzäh¬
lung der Alphabetreihe für den Kon¬
sonanten (Mitlaut), den letzten, 26.
Buchstaben ’Z/z’ des deutschen Al¬
phabets
Ze|ter; nur in der Wendung Zeter und
Mord(io) schreien: [ugs.] unverhält¬
nismäßig heftig reagieren, klagen »Je¬
desmal, wenn die Kinder zu spät ka¬
men, schrien die Eltern Zeter und
Mordio.«
Zetftel: <.gr.-lat.-ita der; -s; - loses (klei¬
neres) Stück Papier »Auf dem
Schreibtisch tagen jede Menge Zet¬
tel.«
Zet|tel|banlc die; - ; -en [veralt.] Noten¬
bank »Die Händler tauschten ihre
Münzen gegen Banknoten in der Zet¬
telbank ein.« '
Zetjtel|kar|tei: die; - ; -en Sammlung
verschiedener Notizen auf kleinen Pa¬
pier- u. Pappseiten, die in einer Box
gesammelt werden
Zet|tel|ka|sten —> Zet|tel|kas|ten: der;
-s; -kästen festes Behältnis für die
Sammlung von Zetteln
Zeug: das; -(e)s; -e (PI. s.) 1 o. PI. a)
(meist mehrere) Gegenstände, die
nicht sehr geschätzt werden; Kram
ohne besonderen Wert »Schaff end¬
lich das Zeug aus der Wohnung!« b)
[ugs.] (loser) Besitz »Pack dein Zeug
ein u. geh!« 2 jmdm. etw. am Zeug
flicken: [ugs.] jmdm. Schlechtes wol¬
len 3 sich ins Zeug legen: [ugs.] sich
sehr viel Mühe geben 4 dummes
Zeug: [ugs.] Blödsinn »Du redest dum¬
mes Zeug.« 5 jmd. hat, besitzt das
Zeug zu etw.; in jmdm. steckt das
Zeug zu etw.: [ugs.] jmd. ist für etw.
begabt6
Zeuqldruck: der; -(e)s; -e (Textilien» 1
Gewebe, das im Hochdruckverfahren
(z. B. mit Stempeln) bedruckt wurde
2 traditionelle Technik des Stoffdruk-
kes in Stempeltechnik
Zeulne: der; -n; -n weibl. Zeufgin: die;
- ; -nen a) Person, die einen Vorfall,
ein Ereignis beobachtet hat u. dar¬
über (z. B. bei Gericht) berichten
kann »Sie wurde als Zeugin des Un¬
falls verhört.« b) jmdn. zum, als Zeu¬
gen anrufen: eine Person als Zeugen
(a)benennen
zeitigen: zeugst; zeugtest; hast gezeugt 1
a) den Beweis für eine Fertigkeit od.
Fähigkeit erbringen »Das Kunstwerk
zeugte vom Talent des Künstlers.« b)
für od. gegen jmdn. zeugen: bei Ge¬
richt für od. gegen eine Person aussa¬
gen 2 <Bio.> durch eine Befruchtung
Nachkommen hervorbringen »Der
Tiger zeugte viele Nachkommen.«
Zeu|genjaus|sa|ge: die; ~ ; -n a) Aussa¬
ge eines Beobachters einer strafbaren
Handlung vor Gericht »Die Zeugen¬
aussage belastete den Angeklagten
schwer.« b) Aussage eines Beobach¬
ters zu einem Ereignis ,
Zeuloenlstand: der; -(e)s; - Örtlichkeit
im Gerichtssaal, in der der Zeuge (ste¬
hend) zum Tathergang befragt wird
Zauglnls: das; -ses; -se (bewertendes)
Schriftstück, das erbrachte Leistun¬
gen bestätigt »Ich erhielt ein sehr gutes
Zeugnis.«
Zeug|nis|veijwei|ge|rung: die; - ; -en
(Rechtsw.) strikte Ablehnung, sich
vor Gericht befragen zu lassen »Der
Mann der Angeklagten machte von sei¬
nem Recht auf Zeugnisverweigerung
Gebrauch.«
Zeu|gung: die; -; -en <Bio.> Befruchtung
eines Eies durch eine Samenzelle
Zeulaungslakt der; -(e)s; -e Ge¬
schlechtsakt, der zur Befruchtung des
Eies führen
zeu|gungs|fä|hig: Adj. n. stg. in der La¬
ge, durch Befruchtung einer weibli¬
chen Eizelle ein Kind entstehen zu
lassen »Der Arzt stellte fest, daß der
Patient zeugungsfähig war.« Ant.:
zeugungsunfähig
zeu|gungs|un|fa|hig: Adj. n. stg. nicht in
der Lage, durch Befruchtung einer
weiblichen Eizelle ein Kind entstehen
zu lassen, Ant.: zeugungsfähig
Zfg.: Abk. Zusammenfassung
zfr.: Abk. 1 (Bankw.) zinsfrei 2 zollfrei
ZG.: Abk. 1 Zivilgericht (Gericht der or¬
dentlichen Gerichtsbarkeit, das über
Streitigkeiten aus dem Bereich des
Privatrechtes entscheidet) 2 Zollge¬
setz
Zg .:Abk. 1 Zeitung 2 <Eisenb.> Zug
z. g. e.: Abk. ziemlich gut erhalten
Zgh.: Abk. Zugehörigkeit
zgs.: Abk. zusammengesetzt
zgsL: Abk. zusammengestellt
ZH: Abk. Zentralheizung
z. H.: Abk. (bei Postanschriften) zu Hän¬
den
z. Hd(n).: Abk. (bei Postanschriften» zu
Händen
ZHG: Abk. Zentralheizung
Zhzg.: Abk. Zentralheizung
Zi.: Abk. Zimmer
Zi|cho|rie: <gr.-lat.-iti /Zichorie/ die; - ;
-n 1 landwirtschaftlich genutzte Rü¬
benpflanze aus der Gattung der
Korbblütler »Die Zichorie ist auf vie¬
len sandigen Böden zu Hause.« 2 Kaf¬
1340
zieren
fee-Ersatz, der aus den Wurzelteilen
der Zichorie (1) getrocknet u. gemah¬
len wird
Zicke (Zik|ke —» Zijcke): die; - ; -n 1
'weibliche Ziege »Die Zicke füttert ihr
Zicklein.« 2 [ugs.; Schimpfwort]
Frau, die in ihrem Verhalten nicht
den Vorstellungen des Sprechers ent¬
spricht
zickig (zik|kig —» zi|ckig): Adj. [ugs.;
Schimpfwort] 1 a) unberechenbar
(od. schwer einzuschätzen) u. lau¬
nisch »Das Pferd war für sein zickiges
Verhalten bekannt.« b) sexuell ge¬
hemmt u. unsicher »Die alte Jungfer
galt als zickig.«
zickjzack: Adv. ständig die Richtung
ändernd »Der Hase rannte zickzack,
umseinen Verfolgern zu entkommen.«
Zjckjzackjkurs: der; -es; -e Weg, für den
'viele Richtungswechsel kennzeich¬
nend sind »Das Boot legte einen Zick¬
zackkurs zurück, um den Hafen zu er¬
reichen.«
Ziejge: die; - ; -n a) Säugetier aus der
Gattung der ziegenartigen Tiere b)
[derb; Schimpfwort] (neugierige)
Frau »Die alte Ziege hat mir schon
wieder nachspioniert!«
Zie|ge|lei: die; ~ ; -en Betrieb, der Ziegel
(industriell) fertigt
zie|gel|rot: Adj. n. stg. orangerot (wie
Ziegelsteine)
Zie|gel|stein: der; -(e)s; -e aus Ton,
Lehm od. weiteren tonigen Stoffen
unter Zusatz von anderen Beimen¬
gungen geformter, getrockneter od.
gebrannter Baustoff für den Mauer¬
bau »Der Ziegelstein ist ein billiges
Baumaterial.«
Zjejg«n|bock: der; -(e)s; -bocke männ¬
liche Ziege
Zje|gen|kä|se: der; -s; - (weißer, brü¬
chiger) Käse aus Ziegenmilch
Z!ejgenjpe|ter: der; -s; - <Med.> [ugs.]
Infektionskrankheit; Mumps
Zieh|el|tern: die (PI.) [landsch.] Pflege-
eitern; Ehepaar, das ein fremdes Kind
(für einen längeren Zeitraum) auf¬
nimmt
ziejhen: ziehst; zog(e)st; bistjhast gezo¬
gen 1 hast a) jmdn. od. etw. unter
Kraftaufwendung hinter sich her od.
zu sich hin bewegen, über den Boden
schleifen b) jmdn. od. etw. sanft zu
sich hin bewegen »Er zog das weinen¬
de Kind in seine Arme.« 2 hast a) mit
Zugkraft entfernen »Der Zahnarzt
hat den Backenzahn gezogen. • die
Operationsfäden ziehen« b) durch An¬
wendung, Aufbringung von Zugkraft
etw. in Funktion setzen »Er zog die
Notbremse im Zug.« c) durch Zug¬
kraft (zu sich hin) ein Fach o. ä. öff¬
nen »Er warf Geld in den Automaten,
zog an der Lade u. nahm die Zigaret¬
ten heraus.« 3 hast ein Fahrzeug len¬
ken, in eine Richtung steuern »Er zog
das Lenkrad herum.« 4 hast funktio¬
nieren »Der Motor zieht gut. * Der Ka¬
minabzug zieht nicht.« 5 hast aus einer
Menge etw. auswählen »ein Los, den
Hauptgewinn ziehen« 6 hast heraus¬
nehmen »Geld aus der Tasche ziehen ♦
ein Messer ziehen« 7 hast einen Spiel¬
zug ausführen »einen Spielstein, eine
Spielfigur ziehen« 8 bist gehen »Wir
sind durch die Stadt gezogen.« 9 bist
seinen Wohn-, Standort verändern
»Ich bin in den Süden gezogen.« 10 hat
unangehmer Luftzug »In diesem Haus
hat es schon immer gezogen.« 11 hast
züchten »Wir ziehen vierblättrigen
Klee.« 12 hat durch Zugkraft in eine
Form bringen 13 hat a) eine Wirkung
erzeugen »Deine Heulerei zieht bei mir
nicht mehr.« b) [ugs.] Wirkung zeigen
»Die Drohung hat gezogen.« 14 hast
an etw. saugen »an der Zigarette
ziehen« 15 hast etw. zeichnen »Linien
ziehen« 16 hast etw. bauen, entstehen
lassen »Er zog einen Zaun um sein
Grundstück.« 17 hat <Speise; Getränk»
eine Weile stehen lassen, damit sich
ein Aroma o. ä. entwickeln kann »Tee
sollte drei bis fünf Minuten ziehen.« 18
hast etw. spannen »Ich muß eine neue
Leine Jur die Wäsche ziehen.« 19 hast
<Mimik> Gefühle zeigen »ein mißmuti¬
ges Gesicht ziehen« 20 ist ausstrahlen,
wirken »Der Schmerz zieht bis in den
Kopf.« 21 als Funktionsverb a) eine
Schlußfolgerung o. ä. aus etw.
ziehen: etw. aus etw. schließen, fol¬
gern b) eine Lehre aus etw. ziehen:
etw. aus etw. lernen c) einen Ver¬
gleich o. ä. ziehen: etw. vergleichen
d) zur Verantwortung, Rechenschaft
ziehen: jmdn. für etw. verantwortlich
machen 22 einen ziehen lassen:
[ugs.; derb] Luft aus dem Darm ent¬
weichen lassen 23 durchs Wasser
ziehen: etw. nicht richtig waschen,
sondern nur schnell auswaschen 24
wie Hechtsuppe ziehen: [ugs.] in ei¬
nem Raum ist es sehr zugig
zje|hen, sich: zieht sich; zog sich; hat
sich gezogen sehr lange dauern »Die
Verhandlung zieht sich aber lange
hin.«
Zjeh|fe|der: die; - ; -n Zeichenfeder
Zjeh|har|mo|ni|ka: die; - ; -s u. -harmo¬
niken volkstümliches Tasteninstru¬
ment, daß aus einem Blasebalg zwi¬
schen zwei Kästen besteht
Zjel: das; -(e)s; -e 1 a) Ort, zu dem man
gehen, fahren, fliegen will »Das Ziel
meiner Reise war Rom.« b) <übertr.>
Ergebnis, das man erreichen möchte
»Das Ziel meiner Bemühung war es,
die Beste in der Klasse zu werden.« 2
<Sport> Endpunkt eines Rennens 3
Punkt, Gegenstand, Person, der/die
mit einer Schußwaffe o. ä. getroffen
werden soll 4 Wer langsam geht,
kommt auch zum Ziel: auch mit Ru¬
he u. Bedacht kann man sein Ziel,
das, was man will, erreichen
Ziel|bahn|hof: der; -(e)s; -hofe a) End¬
station eines Zuges »Der Zielbahnhof
des Paganini-Expresses ist Venedig.«
b) Endstation einer Bahnreise »Mein
Zielbahnhof ist Hamburg.«
ziel]be|wu6t —» zieljbejwusst Adj. un¬
beirrbar; wissend, was man möchte
»Sie steuerte zielbewußt auf einen Po¬
sten in der Geschäftsleitung zu.«
zie|len: zielst; zieltest; hast gezielt 1
ein(e) Schußwaffe, Wurfgeschoß o. ä.
auf ein Ziel richten u. versuchen zu
treffen »Ich zielte auf den Papierkorb,
verfehlte ihn aber knapp.« 2 etw. an¬
streben; ein Ziel verfolgen 3 auf etw.,
jmdn. anspielen, beziehen »Mit seiner
Kritik zielte er auf die Verhältnisse in
den Versuchslabors.«
Zjeljfahn|dung: die; - ; -en <Kriminolo¬
gie> Personenfahndung, die sich auf
bestimmte Verdächtige konzentriert
Ziel[fofto/Ziel|pho[to: das; -s; -s <Sport>
automatisch erstellte Fotografie, die
exakt in Höhe der Ziellinie aufge¬
nommen wird u. zur Feststellung der
Plazierung der Teilnehmer bei Wett¬
bewerben dient
ziel|ge|nau: Adj. sehr genau den ange¬
strebten Punkt erreichend »Die Ge¬
schosse schlugen zielgenau in dem
Turm ein.«
Ziel|ge|ra|de: die; -n; -n <Sport> gerader
Abschnitt einer längeren Rennstrecke
unmittelbar vor dem Einlauf, Ziel
zie1|gejrich|tet: Adj. ein Ziel anvisie¬
rend, geradlinig auf ein Ziel zusteu-
emd »Die Gruppe arbeitet zielgerich¬
tet an dem Projekt.«
Zjel|grup|pe: die; - ; -n spezifisch ausge-
"wählter Personenkreis, den man mit
einem speziell für ihn geschaffenen
Produkt o. ä. erreichen, ansprechen
will »Die Zielgruppe dieses Lehrbu¬
ches sind Jugendliche.«
Ziel|li|nie: die; - ; -n <Sport> 1 Markie¬
rung, die das Ende einer Wettkampf-,
Rennstrecke festlegt »Die Ziellinie ist
mit weißer Farbe auf den Boden
gemalt.« 2 Ziel, Endpunkt eines Wett¬
rennens »Der Sportler überquerte mit
erhobenen Armen die Ziellinie.«
ziel|los: Adj. n. stg. ohne Plan, Ziel; un¬
überlegt »Wir liefen ziellos in der
Stadt herum.«
Ziel|lo|sig|keit: die; - ; - Eigenschaft,
Zustand ohne angestrebte(s) Aufga¬
be, Ziel
2fel|schei|be: die; - ; -n a) runde Platte,
die möglichst in der Mitte von Ge¬
schossen getroffen werden soll b)
etw., was wie eine Zielscheibe verwen¬
det wird »Die Flaschen dienten uns als
Zielscheiben.« c) «ibertr.» etw. od.
jmd., gegen den sich etwas richtet »Er
war Zielscheibe ihrer Gemeinheiten.«
Zjel|si|cher1heit: die; ~ - 1 Fähigkeit,
ein angestrebtes Ziel konsequent zu
verfolgen 2 relativ große Gewißheit,
ein Ziel (mit einem Geschoß) zu errei¬
chen
zjel|stre|big: Adj. 1 fest u. zielorientiert
an einer Sache arbeitend »Der Junge
sparte zielstrebig für die Erfüllung sei¬
nes Wunsches.« 2 unverrückbar an
seinem Plan festhaltend
Z|el|vorjstel|lung: die; - ; -en Bild dar¬
über, wie eine Aufgabe, ein Ziel aus¬
sehen u. erreicht werden soll
2ie|man, sich: (es) ziemt sich; ziemte
sich; hat sich geziemt [geh.; veralt.]
sich gehören; den üblichen Sitten u.
Gebräuchen entsprechen
zjem|lich: I Adj. n. stg. beträchtlich; in
nicht geringem Maße »mit ziemlicher
Sicherheit« II Adv. relativ; recht »Es
ist in der letzten Woche ziemlich kalt
geworden.«
Zje|rat —> Zier|rat der; -(e)s; -e [geh.]
Zierde; Schmuck; dekorative, schöne,
aber nutzlose Zutat »Der Raum war
mit Zierat überladen.«
2ier|de: die; ~ ; -n etw., was schmückt,
ziert, dekorativ ist »Ich hängte ein
Blumengesteck zur Zierde an die Tür.«
ziejren: ziert; zierte; hat geziert [geh.] als
Zierde, Schmuck wirken, anbringen;
1341
zieren
dekorieren »Ihren Kopf zierte ein mit
Blumen besteckter Hut.«
ziejnen, sich: zierst dich; ziertest dich;
hast dich geziert [abwert.] sich anstel¬
len; in übertriebener Weise zögern
zierlich: Adj. zart u. feingliedrig
Zierjlich|kelt: die: - ; -en zarte u. fein-
gliedrige Gestalt von Menschen u.
Gegenständen
Zjer|naht: die; - ; -nähte rein dekorative
Naht ohne funktionelle Notwendig¬
keit
—» Zierjrat: s. Zierat
Zierjvolgel: der; -s; -vögel Vogel aus
wärmeren Klimazonen, der in Mittel¬
europa nur im Haus, im Käfig od. in
der Voliere gehalten werden kann
Ziffer: <arab.-lat.-fro die; - ; -n schriftli¬
ches Zeichen für eine Zahl, mit dem
Zahlen gebildet werden »’2‘ ist eine
Ziffer.«
Zifferblatt das; -fe)s; -blälter Teil der
Uhr, auf dem die angezeigten Zeiten
in Ziffern bzw. Zahlen von 1 bis 12
eingezeichnet sind »Die Uhr hat ein
weißes Zifferblatt.«
Zi|ga|rgt[te: tspan.-fro die; - ; -n in spe¬
zielles Papier gerollter zerkleinerter
Tabak, der angezündet u. geraucht
wird »Sie bot mir eine Zigarette an.«
Zi|ga|retften|kip|pe: die; - / -n [abwert.]
angerauchte Zigarette; Rest der Ziga¬
rette (einschließlich des Filters), der
nicht mehr geraucht wird, Syn.: Ziga¬
rettenstummel
Zi|ga|ret|ten|schachitet: die; - ; -n klei¬
neis) Kartonage, Behältnis für Ziga¬
retten
Zi|ga|retjten|sp'rt|ze: die; - ; -n kleines
Röhrchen mit abgeflachtem Mund¬
stück, in das vorne die Zigarette ge¬
schoben wird, teilweise mit auswech¬
selbarem Filter
Zi|ga|ret|ten|stum|mel: der; -s; - Rest
einer abgerauchten Zigarette, Syn.:
Zigarettenkippe
Zi|ga[rii|lo: <span.-fro /Zigarillo u. ziga-
rilljo/ der u. das; -s; -s u. [ugs.J die; - ;
-s schmale, kleine Zigarre
Zi|gar[re: <span.-fr.> die; -; -n zu einer fe¬
sten Rolle gedrehter Tabak, der ge¬
raucht wird » Wir bitten Sie, innerhalb
des Restaurants keine Zigarren zu rau¬
en!«
Zi|g§r|ren|ab|schnei|der: der; -s; -
scharfes Messer od. kleiner Knipser
zum Anschneiden der Zigarre
Zi|garjren|stum|mel: der; -s; - Rest ei¬
ner abgerauchten Zigarre
Zilqeulner der; -s; - weibl. Zilqeulnej-
rin: die; * ; -nen [abwert. od. romanti¬
sierend; Bezeichnung wird von den so
Bezeichneten abgelehnt] a) n. PI. Sinti
u. Roma; Volk, ursprünglich aus dem
indischen Raum, das, ohne eigenen
Staat, über viele Länder verstreut
lebt; im NS-Staat rassisch verfolgte
ethnische Gruppe, die auch heute
häufig ausgegrenzt wird b) Sinto od.
Rom; Angehöriger von Zigeuner (a),
dem häufig okkultistische Fähigkei¬
ten und Handlungen (Wahrsagen)
nachgesagt werden c) [ugs.] abwer¬
tend für eine Person, die als unstet,
unordentlich, unzuverlässig, diebisch
u. verschlagen bezeichnet werden soll,
der man ein unstetes Leben nachsagt
zilneulnerthaft: Adj. zigeunerhafter; zi¬
geunerhafteste [abwert.] a) ein unre¬
gelmäßiges Leben führend u. umher¬
ziehend »Er wechselte zigeunerhaft je¬
des Jahr den Wohnort.« b) von Auf¬
treten u. Aussehen durch dunkle
Haut- u. Haarfarbe u. a. der Vorstel¬
lung von einem Zigeuner ähnelnd
zilneulnelrisch: Adj. [abwert.] a) ein un¬
regelmäßiges Leben führend u. um¬
herziehend b) von Auftreten u. Ausse¬
hen durch dunkle Haut- u. Haarfarbe
u. a. der Vorstellung von einem Zi¬
geuner ähnelnd
Zi(geu|ner|la|ger. das; -s; -1a) <hist.>
Lagerstätte, Wagenburg der Zigeu¬
ner, Sinti u. Roma aus Wohn- u. Pfer¬
dewagen b) [abwert.] (vorübergehen¬
der) Wohn- od. Aufenthaltsort von
Sinti u. Roma ohne feste Bauten 2
[abwert.] Bezeichnung für eine unor¬
dentliche, verschmutzte, geschmack¬
lose (von mehreren Personen be¬
wohnte) Unterkunft
Zilaeulnerispralche: die; - ; - [abwert.]
Romani, Sinti; Sprache aus dem indi¬
schen Sprachstamm, die durch Lehn¬
gut aus den Gastländern stark vari¬
iert
zig|hun|dert—> (wenn eine nicht in Zif¬
fern schreibbare Menge angegeben
wird) auch Zig|hun|dert: unbestimm¬
tes Zahlwort [ugs.] mehrere hundert;
«meist übertreibend) unzählbare viele
»Er warf zighunderte von Mark zum
Fenster hinaus.«
zigftau|send—* (wenn eine nicht in Zif¬
fern schreibbare Menge angegeben
wird) auch Zig[tau(send: unbestimm¬
tes Zahlwort [ugs.] mehrere tausend;
«meist übertreibend) unzählbare viele
»Er warf zigtausende von Mark zum
Fenster hinaus.«
ziglmal: Adv. [ugs.] viele Male; oft »Ich
habe dieses Buch schon zigmal gele¬
sen.«
Zi|ka]de: dato die; - ; -n grillenartiges
Insekt in warmen Gebieten »Die Zi¬
kaden zirpten unerträglich laut.«
Zim.: Abk. Zimmer
Zimjmer: das; -s; - in einem Gebäude
befindlicher, durch Wände einge¬
grenzter Raum »Die Wohnung besteht
aus vier Zimmern, Küche, Diele u.
Bad.«
Zim[mer|an|ten|ne: die; - ; -n kleines
Gerät, mit dem man den Empfang
von Radio-, Femsehwellen verbes¬
sern, verstärken kann »Sie richtete die
Zimmerantenne neu aus.«
2im|meijbrand: der; ~(e)s; -brande Feu¬
er in einem geschlossenen Raum »Der
Brand des Tannenbaumes weitete sich
zu einem Zimmerbrand aus.«
Zim|me|rei: die; -; -en 1 Werkstatt eines
Bauschreiners, Zimmermanns »Die
Zimmerei lag im Untergeschoß des
Wohnhauses.« 2 [ugs.] das Bauhand¬
werk der Zimmerleute
Zim|mer|flucht: die; - ; -en mehrere in¬
einander übergehende Räume »Sie
mieteten eine ganze Zimmerflucht im
Hotel.«
Zim|mer|ge|sei|le: der; -n: -n weibl.
Zim|mer1getsel|lin: die; -; -nen 1 Zim¬
mermann, der/die nach dreijähriger
Lehrzeit die Gesellenprüfung vor der
Handwerkskammer abgelegt hat 2
[veralt.] Mitbewohner(in) in einem
Zimmer »Der Zimmergeselle ist ein
netter Kerl.«
Zim|mei]inäd|chen: das: -s; - a) weibli¬
che Person, die Hotel- od. Pensions¬
zimmer in Ordnung hält b) [veralt.]
weibliche Angestellte in einem Haus¬
halt, die die Wohnung putzt u. be¬
dient, Syn.: Hausmädchen
Zim|mer|mann: der; -(e)s; deute gelern¬
ter holzverarbeitender Handwerker
mit dem Schwerpunkt des Dachstuhl¬
baus »Der Zimmermann schlug den
letzten Nagel in das Holzgerüst des
Dachstuhls.«
Zim|merjmannsjtracht: die; - ; -en
Zunfttracht der Zimmerleute, be¬
stehend aus weiten schwarzen Hosen
mit Schlag, doppelreihiger, schwarzer
Weste u. Schlapphut
zim|mern: zimmerst; zimmertest; hast
gezimmert 1 a) die Tätigkeit der Zim¬
merleute ausüben b) Gegenstände aus
Holz durch verschiedene Bearbei¬
tungstechniken hersteilen »Der Mann
zimmerte sich sein Bett selbst.«
Zim|mer[num|men die; ~ / -n Ziffern u.
Buchstabenkombination, die einen
Raum innerhalb eines (größeren) Ge¬
bäudes, Komplexes kennzeichnen
»Die Zimmernummer des Klassen¬
raums ist B13.«
Zim[merjsu(che: die; - ; -n Suche nach
einem Hotel-, Pensions- od. Mietzim¬
mer
Zim|mer]tem|pe|ra|tur. die; - ; -en 1
Raumtemperatur »Die Zimmertem¬
peratur betrug nur noch elf Grad.« 2
von der Empfindung her angenehme
Raumtemperatur (von ca. 20°C), die
dem Wohlbefinden des Bewohners
zuträglich ist »Der Rotwein sollte
Zimmertemperatur haben.«
Zjm|merjthea|ter—»• Zim|mer|thela|ter:
das; -s; • 1 Theater, das sich auf einen
kleinen Raum beschränkt u. nur we¬
nige Sitzplätze hat 2 Ensemble, Grup¬
pe von Schauspielern, das/die sich auf
die Inszenierung von Stücken im klei¬
nen Rahmen spezialisiert hat
z|in[per|lich: Adj. [abwert.] überemp¬
findlich »Dieses zimperliche Gehabe
solltest du ganz schnell wieder able¬
gen!«
Zim|per|Hch|keit: die; ~ ; -en a) Über¬
empfindlichkeit in bezug auf Schmer¬
zen, Gefühle b) ohne Durchsetzung¬
vermögen »Seine Zimperlichkeit hatte
zur Folge, daß er in seinem Beruf nicht
weiterkam.«
Zjmb <semit.-gr.dato der; ~(e)s; - 1 Ge¬
würz, das aus der Rinde des Zimt¬
baums gewonnen wird 2 [ugs.] wertlo¬
se Gegenstände; lästige Dinge »Dieser
ganze Zimt kratzt (— stört) mich
nicht.«
z]mt|far|ben/zimt|far|big: Adj. n. stg.
von warmer, gelblicher Rottönung
Zimt|stan|ge: die; - ; -n süßliches bis
feuriges Gewürz aus der Rinde des
Zimtbaumes, die durch die Trock¬
nung ihre typische Stangenform er¬
hält »Zimt ist eine wichtige Zutat für
traditionelle Weihnachtsgebäcke.«
Zimt|zicke (Zimt|zik|ke —* Zimtjzi|-
cke)/Zjmt|zie|ge: die; ~ ; -ii [ugs.;
Schimpfwort] Frau, die als verschro¬
ben betrachtet wird »Die alte Zimt-
1342
Zirkumflex
zicke hat schon wieder nicht die Treppe
geputzt.«
Zinkjblech: das; -(e)s; -e dünne Platte
aus Zink, die aufgrund ihrer weichen
Oberfläche leicht zu bearbeiten ist
»Das Zinkblech kann sowohl geätzt
als auch kaltnadelradiert werden.«
Zink|druck: der; ~(e)s; -e <Druckw.> 1
'Flachdruckverfahren ähnlich der Li¬
thographie, bei dem eine Zinkfolie als
Druckträger dient 2 Druckerzeugnis,
welches in diesem drucktechnischen
Verfahren hergestellt worden ist
Zlnjke: die; - ; -n 1 eines von mehreren
spitz, schmal zulaufenden Teilen, die
(mit einer Halterung) ein Ganzes bil¬
den »Eine Zinke des Kammes ist
ausgebrochen.« 2 ein Teil einer Holz-
verbindung(stechnik) mit eckig ver¬
schränkten Verbindungelementen
»Die Zinken der Seitenteile des Stuhl
greifen lückenlos ineinander.«
Zin|ken: der; -s; - 1 [gaunersprl.; ver-
alt.] Hinweis am Wegesrand, ver¬
schlüsseltes Zeichen an der Haus¬
front, von Landstreichern, Bettlern u.
Gaunern angebracht »Der Zinken
sagte aus, daß hier ein reicher, aber
geiziger Mann wohnte.« 2 [scherzh.;
ugs.] besonders große Nase »Die Ma¬
rionette hat einen riesigen Zinken.«
Zin|keR der; -s; - weibl. Zin|ke|rin: die;
- ; -nen 1 Falschspielern), der/die
Spielkarten markiert 2 [ugs.] Kund¬
schaftern); Spion(in) »Der Zinker
hatte erkundschaftet, daß der Weg frei
war.«
Zin|ko|gra|phie —» auch Zin|ko|gra|fie:
die; - ; -graphien jzinkografönl 1
Flachdruckverfahren ähnlich der Li¬
thographie, bei dem eine Zinkfolie als
Druckträger dient 2 Produkt aus die¬
sem Verfahren »Die Zeitschrift ist
durch eine Zinkographie hergestellt
worden.«
Zink|sal|be: die; ~ ; -n <Med.> Salbe od.
Paste mit Zinkanteilen gegen bakteri¬
elle Bindehautentzündungen, Hauter¬
krankungen u. für die Wundabdek-
kungen
Zinn: das; -(e)s; -1 silberweiß bis grau
glänzendes, weiches, metallisches Ele¬
ment mit dem chemischen Zeichen Sn
(Stannum) »Das Zinn ist ein leicht
verformbares Metall.« 2 Gebrauchs-
od. Ziergegenstände aus Zinn (wie
Kannen, Becher u. Teller) »Das Zinn
lag auf einem speziellen Regal in der
Küche.«
Zin|ne: die; - ; -n 1 <Bauw.; Mtliu zur
Befestigung einer Burg o. ä. gehören¬
der Aufbau; einer der rechteckigen
Aufbauten auf einer Mauer, zwischen
denen Zwischenräumen zum Schie¬
ßen gelassen wurden u. hinter denen
der Wehrgang für die Verteidiger liegt
»Die Bogenschützen kauerten sich hin¬
ter die Zinnen.« 2 [Schweiz.] Dachter¬
rasse »Auf der Zinne kann man son¬
nenbaden.«
zin|nen/zin|nern: Adj. n. stg. aus Zinn
hergestellt, bestehend »Der zinnerne
Krug war durch den Aufprall verbogen
worden.«
Zinn|gie|8er. der; -s; ~ weibl. Zinn|gie|-
Be|rin: die; - ; -nen Handwerker(in),
der/die aus Zinn Handwerksprodukte
herstellt
Zin|np]ber <.pers.-gr.-lat.-fro der; -s; -1
quecksilberhaltiges Mineral 2 o. PI.
[ugs.] Blödsinn; Unsinn »Red doch
keinen Zinnober!« 3 [ugs.] wertloses
Zeug 4 o. PI. das; -s; - roter Farbton
zin|noJber|roL‘ <pers.-gr.-lat.-fro Adj. n.
stg. in kaum gebrochenem, leuchtend
tiefem Rot »Die untergehende Sonne
leuchtete zinnoberrot.«
Z]nn|sol|dat: der; -en; -en einem Solda¬
ten nachgebildete kleine, gegossene
Figur aus einer Zinnlegierung (die un¬
ter der Verwendung von historischen
Vorlagen angefertigt wurde)
Zjns: der; -es; -en <meist Bankw.) a)
Geldbetrag, den man für Geld, das
bei der Bank o. ä. angelegt ist, erhält
b) Geldbetrag, den man für ausgelie¬
henes Geld zahlen muß
zins|bar: Adj. n. stg. <Wirt.> [selten] 1
Geldbetrag, der verzinslich, zu ver¬
zinsen ist 2 Geldbetrag, der verzinst
werden muß »Der Betrag war laut
Rechtssprechung zinsbar.«
zln|sen: zinst; zinstest; hast gezinst
[schweiz., sonst veralt.] Zinsen ent¬
richten »Der Kunde muß pünktlich zin¬
sen, sonst werden Strafen fällig.«
Zin|sen|dienst: der; -(e)s; -e <Bankw.;
Wirt.) schriftlich fixierte Verpflich¬
tung, Zinsen aufzubringen »Der Zin¬
sendienst ist jeden Monat fällig.«
Zinjses|zins: der; -es; -en Zinsen, die
entstehen, wenn die Zinsen des Kapi¬
tals nach einem festgelegten Zeitab¬
schnittes jedesmal zu dem Kapital
hinzugefügt werden u. dann wieder¬
um mitverzinst werden »Der Zinses¬
zins ließ das Kapital kontinuierlich
wachsen.«
zins|gün|stig —> zins|günsftig: Adj.
<Bankw.> zu einem niedrigen Zinssatz
vergeben bzw. zu einem hohen Zins¬
satz angelegt »Er erhielt vom Arbeit¬
geber ein zinsgünstiges Darlehen.«
zinslos: Adj. n. stg. nicht verzinsbar
Zins|pfiicht: die; - ; - <MA> Verpflich¬
tung, Zinsen an den Grundherren zu
zahlen
zins|pflich|tig: Adj. n. stg. <MA> ge¬
zwungen, der Zinspflicht nachzu¬
kommen »Der Bauer war dem Lehns¬
herren gegenüber zinspflichtig.«
Zins|po]li|tik: die; - alle(wirtschafts-
politschen) Handlungen, die zur Her¬
stellung eines gewünschten Zinsni¬
veaus auf den Kapital- u. Geldmärk¬
ten durch die Zentralbank getätigt
werden »Die Zinspolitik hat auch für
den Kleinanleger Auswirkungen.«
Zinssatz: der; -es; -sätze in einer Pro¬
zentzahl dargestellte Höhe der Zin¬
sen; Zinsfuß »Der Zinssatz ist von der
Bundeszentralbank leicht angehoben
worden.«
Zio|nis|mus —> Zi|o|ms(mus: dato der;
- ; - weltweite Bewegung zur Grün¬
dung u. Aufrechterhaltung eines eige¬
nen jüdischen Staates
Zio|njst —» Zi|o|nist: dato der; -en; -en
weibl. Zio|ni|stm —> Zi|o|nis|tin: die;
~ ; -nen Anhänger der zionistischen
Bewegung
zio|ni|stisch zi|o|nis(tisch: dato Adj.
sich auf die Grundlagen des Zionis¬
mus berufend
Z]p|fel: der; -s; - Endstück; (Wurst-)
Zipfel »Das Baby hatte immer einen
Zipfel von seiner Bettdecke im Mund.«
Zip|fei|müt|ze: die; - ; -n Mütze, meist
gestrickt, mit einem spitz zulaufenden
Ende »Die Zipfelmütze ist ein traditio¬
nelles Erkennungsmerkmal des Kölner
Hänschens.«
Zipp: (Warenzeichen) der;-s; -s[österr.]
Reißverschluß »Der Zipp war schnell
u. einfach zu schließen.«
Z|(]bel|drü{se: die; - ; -n, <Med.> Epi¬
physe; Pinealdrüse; Drüse, die im
oberen Bereich des Zwischenhims
sitzt »Die Aussscheidungen der Zirbel¬
drüse beeinflussen die Sexualfmktio-
nen.«
Ziijco|ni|um/Zir|ko|ni|um: das; -s; -
<Chemie> chemisches Element mit
dem Zeichen Zr; weißes, silberglän¬
zendes, mäßig hartes Metall »Zirko¬
nium ist in Granitgesteinen enthalten.«
ziijka/cirfca: dato in etwa; ungefähr;
schätzungsweise »Bei der Feier waren
nur zirka 30 Personen anwesend.«
Züjkel: <gr.-lato der; -s; - 1 verstellba¬
res, gleichschenkeliges Gerät zum
Zeichnen von Kreisen » Wir brauchen
für den Matheunterricht einen Zirkel.«
2 gesellschaftlicher (auch geheim-
bündlerischer), geselliger Kreis 3
Buchstabenzeichen studentischer
Verbindungen 4 <Musik> kurz für
Quintenzirkel
zajkeln: <gr.-lato zirkelst; zirkeltest;
hast gezirkelt 1 a) genau ausmessen u.
vermessen »Der Straßen verlauf ist ge¬
nau abgezirkelt.« b) etw. durch aus¬
probieren arrangieren, errichten c)
<Ballspiel> durch Anschneiden u.
Tricksen etw. genau plazieren »Der
Tennisball zirkelte genau in die Ecke.«
2) Kreise ziehen »Der Vogel zirkelte
um dem Baum.«
zirjkeljrund: Adj. n. stg. eine exakte
Kreisform haben, vollziehend »Die
Manege ist zirkelrund.«
Zir|kel|schlu6 —» Ziijkel|schluss: der;
-Schlusses; -Schlüsse Fehlschluß, bei
dem (die Größe) B bei der Beweisfüh¬
rung aus (der Größe) A bewiesen
wird, während B zugleich die Voraus¬
setzung für A ist; Zirkelbeweis »Der
Zirkelschluß hat eine trügerische Lo¬
gik.«
Zir[ko]ni[um/Zir[cp]niiuin: das; -s; -
<Chemie> chemisches Element mit
dem Zeichen Zr; weißes, silberglän¬
zendes, mäßig hartes Metall
zir]ku|lar/zir]ku|lär sgr.-lato Adj. n. stg.
1 kreisförmig 2 jeweils gleichartig ver¬
laufen; wiederkehrend »Beim Wech¬
sel der Jahreszeiten handelt es sich um
einen zirkulären Ablauf.«
ZirfkuJlajti|on: <gr.-lat.-fr.-englo /zirku-
lazion/ die; -; -en Umlauf; regelmäßi¬
ger Lauf von etw. »Blutzirkulation«
zir}ku|lie|ren: dat.-fro zierkuliert; zirku¬
lierte; hat zierkuliert a) in einer be¬
stimmten Bahn kreisen »Das Blut zir¬
kuliert im Körper. ♦ Die Luft zirkuliert
im Raum.« b) im Umlauf sein »Das
Gerücht zirkuliert schon lange im Be¬
trieb.« Ant.: <1> ruhen; still stehen
Zirjkum|flex: tgr.-lat.-fro der; -es; -e
<Sprachwiss.> Längungszeichen, das
auf Diphthonge od. lange Vokale ge¬
setzt wird
1343
Zirkus/Circus
Zirikus/Ciijcus: (gr.-lat» der; - ; -se 1 a)
Unterhaltung in einer Manege mit
Artisten, Tierdressuren, Clowns usw.
b) Institution, die (a) betreibt 2 a)
ovale od. rechteckige Kampfbahn b)
<hist.) Stadion im alten Rom 3 o. PI.
Aufregung; Wirbel; Getue »Er hat ei¬
nen fürchterlichen Zirkus wegen des
Kratzers an seinem Auto gemacht.«
Zirjkus|zelt/Cirjkus|zelb das; -(e)s; -e
auf- u. abbaubares Zwei- od. Vier¬
mastzelt mit meist kreisrunder Mane¬
ge »Das Zirkuszelt war am Abend auf¬
gebaut worden.«
zir]pen: zirpt; zirpte; hat gezirpt Laut in
hoher, vibrierender Tonlage erzeugen
»Die Zikaden zirpen den ganzen
Abend.«
Zir|rho|se: <gr.-lat.-fr» die; - ; -n <Med.>
auf Entzündung beruhende Bindege¬
webswucherung, die drüsiges Gewebe
angreift (oft die Leber); Wucherung
im Organgewebe, der eine Verhär¬
tung u. Schrumpfung folgt
Zirjro|ku|mu|lus: <lat.> der; - ;
Zinokumuli <Meteorologie> Schäf¬
chenwolke; kleine, flockige Wolke in
hohen Luftschichten
Zi([ro[stra|tus: dato der; - ; Zirrostrati
(Meteorologie) dunkle, kompakte
Wolkenschicht in höheren Luft¬
schichten, die zumeist aus Eiskristal¬
len besteht »Die Zirrostratuswolken
wurden von dem Flieger gemieden.«
Ziijrus: <lat.> der; - ; - u. Zirren (Meteo¬
rologie) langezogene, federartige
Wolkenformation in hochliegenden
Luftschichten »Der Zirrus weist auf
schnelle Luftbewegmgen hin.«
zir|zen|sisch: dato Ad}, n. stg. in der
Arena vollziehend, auf den Zirkus be¬
zogen »Die zirzensischen Spiele wur¬
den eröffnet.«
zi|schein: zischelst; zischeltest; hast
gezischelt 1 andauernd, leise u. scharf
reden »Die beiden Frauen zischeln die
fesamte Aufführung über.« 2 hinter-
ältig u. gemein über eine Person od.
Sache reden »Die beiden Männer zi¬
scheln über den Unfall des Kollegen.«
3 scharfes, nicht sehr lautes zischen¬
des Geräusch in kurzen Intervallen
»DieSchlange zischelte.«
zi|schen: zischst; zischlest; hast gezischt
durch Herauspressen von Luft durch
die Zähne (wie beim Sprechen eines
S-Lautes) einen Laut erzeugen
zi|se|lierten: dal.-fr» ziselierst; ziselier¬
test; hast ziseliert zur Verzierung mit
einem harten Gegenstand etw. künst¬
lerisch in Glas, Metall o. ä. einritzen,
eingravieren »In das Glas war kunst¬
voll ihr Vorname ziseliert.«
Zi|se|lie]mng: dat.-fr» die; - ; -en 1 Ar¬
beitstechnik des Zieselierens »Für die
Ziesetterung benötigt der Handwerker
einen kleinen Meißel.« 2 Ornament
od. ornamentale(r) Verzierung,
Schriftzug »Die Ziesetterung zog sich
um den ganzen Tetter herum.«
Zi|sterjne —»• Zls(tgr|ne: <gr.-lat.> die;
~ ; -n (unterirdischer) Auflfangbehäl-
ter für Regenwasser »Die Zisterne
war völlig ausgetrocknet.«
Zi|stertzi(en|seijorjden —» Zis|terjzij-
en|sor(o«jden: (fr.; lat» der; -s; - (Reli¬
gion) Glaubensgemeinschaft, die An¬
fang des 12. Jahrhunderts von Bene¬
diktinern gegründet wurde
Zit.: Abk. Zitat ([wörtlich] Angeführtes
= von einer anderen Person wörtlich
übernommener Text, Satz, Aus¬
spruch)
Zi[ta|del[ie: dat.-it.-fr» die; - ; -n a)
Stadtfestung »Die alte Zitadelle wur¬
de sorgfältig restauriert.« b) [veralt.]
letzter Widerstand bei einem Fe¬
stungskampf
Zittat: dal» das; -(e)s; -e a) von einem
anderen Autor übernommener Text
bzw. übernommene Textstelle; wört¬
lich angeführte Belegstelle »Ich be¬
legte meine Auffassung mit Zitaten
aus der wissenschaftlichen Literatur.«
b) bekannte Formulierung einer be¬
rühmten Person, aus einem bekann¬
ten (Dramen-)Text
zi)tje|ren: dat» zitierst; zitiertest; hast zi¬
tiert etw. wörtlich wiedergeben
Zi)tie|rung: dat» die; - ; -en 1 die wörtli¬
che Wiedergabe einer Quelle »Die Zi¬
tierung muß regelgerecht erfolgen,
sonst kann das Zitat nicht nachvollzo¬
gen werden.« 2 das Herbeiordern zu
einer genannten Örtlichkeit »Die Zi¬
tierung in das Gericht war dem Mann
äußerst unangenehm.«
Zi|tro|nat—» Zi(t|ro|nat: dat.-it.-fr» das;
-(e)s; - u. (Sorten) -e kandierte
Fruchtschale einer bestimmten Zi¬
trone
Zi|tro|ne —* Zijt|rojna: dat.-it» die; - ;
-n t gelbe, längliche, sauer schmek-
kende Zitrusfrucht mit hohem Anteil
an Vitamin C 2 jmdn. wie eine Zi¬
trone auspressen, ausquetschen:
[ugs.] 1. viel Geld o. ä. von jmdm.
nehmen 2. jmdn. sehr viel fragen 3 mit
Zitronen handeln, gehandelt haben:
[ugs.] einen Mißerfolg zu verzeichnen,
erlitten haben
zi|tro|nen|gelb —* zi(t)ro|nen|gelb: Adj.
n. stg. in starkem bis giftigen Gelb
»Das zitronengelbe Kleid war weithin
zu sehen.«
Zr|tro|nen|me|lis|se —* Zi|t|ro]nen|me|-
lis]se: die; - ; -n Zitronenkraut, Me¬
lissenart, die stark nach Zitrone duf¬
tet
Zj|trus|frucht—»- Zi(t|rus(frucht: die; ~ ;
-fruchte Fruchtgattung; Früchte wie
Zitronen, Apfelsinen, Pampelmusen,
die an Zitruspflanzen wachsen
Zjjtrusjgelwächs —* Zi(t|rus|ge|wächs:
das; -es; -e Gattung der Citrus, Zi-
truspflanzen »Die Zitrusgewäehse
brauchen ein mildes Klima.«
Zjt|ter|aal: der; -(e)s; -e langer, schma¬
ler, aalartiger Fisch in Südamerika
mit der Fähigkeit, seine Beutetiere
durch elektrische Stromstöße zu tö¬
ten
zlt|te|rig/zitt|rig: Adj. 1 (Hände) unruhig
u. kraftlos; in anhaltenden kurzen,
unkontrollierten Bewegungen »Die
zitterigen Hände konnten das Glas
kaum hatten.« 2 (Stimme) nicht sicher;
unruhig u. kraftlos, vibrierend »Die
zitterige Stimme konnte man kaum
verstehen.« 3 (Gang) nicht sicher; un¬
ruhig u. kraftlos; in ständigen kurzen,
unkontrollierten Bewegungen »Der
zitterige Gang zeugte von der vor kur¬
zem überstandenen Krankheit.«
Ztt|teijlähjmung: die; - ; -en (Med.)
Krankheit, deren Symptome sich in
unsicheren, unruhigen u. fahrigen Be¬
wegungen in einzelnen Körperteilen
bis hin zur gestörten Gesamtmotorik
zeigt, Syn.: Parkinsonsche Krankheit
zit|tern: zitterst; zittertest; hast gezittert
1 a) den Körper, ausgelöst z. B. durch
Angst, Kälte od. Krankheit, unkon¬
trolliert hin- u. her-, hoch- u. hinun¬
terbewegen »Vor lauter Nervosität zit¬
terten ihr die Knie.« b) zittern wie
Espenlaub: heftig zittern (a) 2 mit Zit¬
tern u. Zagen: mit großen Bedenken,
Zweifeln
zltt|rig/zrt|te|rig: Adj. 1 (Hände) unruhig
u. kraftlos; in anhaltenden kurzen,
unkontrollierten Bewegungen 2
(Stimme) nicht sicher; unruhig u.
kraftlos 3 (Gang) nicht sicher; unru¬
hig u. kraftlos; in ständigen kurzen,
unkontrollierten Bewegungen
Zitjze: die; - ; -n Brustwarze bei weibli¬
chen Säugetieren, an der das Junge
saugt »Meistens bekommt eine Sau
nicht mehr Junge als sie Zitzen hat.«
Ziv.: Abk. Zivilist = Person, die nicht
dem Militär angehört
ziw: Abk. zivil, meistens im Sinne von
'bürgerlich’ im Unterschied zu 'mili¬
tärisch’
Zi|vi: Kurzw. /ziwi/ der; -s; -s Zivil¬
dienstleistender
zi|vil: dat.-fr» /ziwil/ Adj. a) bürgerlich
(u. nicht militärisch) »das zivile
Recht« b) [ugs.] anständig u. ange¬
messen; mäßig »Dieses Hotel hat völ¬
ligzivile Preise.«
Zi|vil|belvöl|ke|rung: /ziwil-/ die; - ; -en
Bevölkerungsgruppe, die nicht der
militärischen Befehlsgewalt unter¬
steht »Die größten Verluste waren un¬
ter der Zivilbevölkerung zu verzeich¬
nen.«
Zi|vil[cou|ra|ge: dat.-fr» /ziwil-/ die; - ; -
persönlicher Mut; Mut dazu, (über¬
all) (ohne Angst vor möglichen Fol¬
gen) seine Meinung zu vertreten
Zljvil|dienst: /ziwil-/ der;-(e)s; - Ersatz¬
dienst, der anstatt des Wehrdienstes
von Kriegsdienstverweigerern abge¬
leistet wird »Der Zivildienst wird oft in
sozialen u. kirchlichen Einrichtungen
abgeleistet.«
Zifvil|dienst}lei|sten|de —> Zi|vll|-
dienst|leis|ten|de: /ziwil-/ der; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Zivil¬
dienstleistender; zwei Zivildienstlei¬
stende) junger Mann, der statt des
Wehrdienstes einen Ersatzdienst ab¬
leistet »Die Zivildienstleistenden wa¬
schen die Kranken.«
Zi|vil|ge]setz|buch: /ziwil-/ das; -(e)s;
-Bücher (Rechtsw.) [schweiz.] Gesetz¬
buch, nach dem Schweizer Recht ge¬
sprochen wird »Das Zivilgesetzbuch
hält die Grundlagen der Rechtsspre¬
chung verbindlich fest.«
Zl|vi])i)sa|ti|qn: dat.-fr.-engl» /ziwilisa-
zion/ die; • ; -en a) durch Wissen¬
schaft u. Technik mitbewirkte Le¬
bensbedingungen einer Gesellschaft
u. Kultur b) o. PL Kultiviertheit; Bil¬
dung
Zi|vi|n[sa|ti|ons{krank|heit- /ziwilisa-
zionß-/ die; - ; -en Krankheitserschei¬
nungen des Menschen, die durch die
Auswirkungen der Zivilisation u. ih-
1344
Zollpapiere
rer (vermeintlichen) Fortschritte,
durch Gebrauch od. Mißbrauch ihrer
Produkte hervorgerufen werden
»Bluthochdruck ist eine typische Zivi¬
lisationskrankheit.«
zi|vi|li|sie|ren: dal.-fr-engl.> /ziwilisiren/
zivilisierst; zivilisiertest; hast zivilisiert
vermeintlich unzivilisierte Völker,
Gruppen u. Personen technisch, ge¬
sellschaftlich, kulturell auf den Stand
des (vermeintlich) modernen Fort¬
schrittes bringen
Zi|vi|ll|sje|rung:.. dat.-fr.i /ziwilisirung/
die; - ; -en Übertragung eines Ma߬
stabes, der kulturellen Gewohnheiten
auf ein anderes Volk, eine Gruppe
von Menschen
Zi|vi|list: <lat.> /ziwilißt/ der; -en; -en
weibl. Zi|vi|li|stin —> Zi|vi|!is|tin: die;
~ ; -nen Person, die nicht dem Militär
angehört »Im Laufe der kriegerischen
Auseinandersetzungen wurden auch
viele Zivilisten getötet.«
Zitvil|klei|dung: die; - ; -en Bekleidung,
die nicht in Verbindung mit der beruf¬
lichen Tätigkeit des Trägers gebracht
werden kann
Zifvif|per|son: die; - ; -en Person, die
nicht der militärischen Befehlsgewalt
untersteht; Zivilisten)
Zi|vil|pro|zeß —» Zi|viI|pro|zess: dat.i
/ziwil-/ der; -prozesses; -prozesse
<Rechtsw.> privatrechtliches Gerichts¬
verfahren (im Gegensatz zum
Strafprozeß) » Wir strengten einen Zi¬
vilprozeß gegen den Bauherrn an.«
Zi|vil|pro|zeß|ord|nung —Zi|vil|pro|-
zess|ord|nung: /ziwil-/ die; - ; -en
<Rechtsw.> Vorschriften, die den Ab¬
lauf eines Gerichtsverfahrens festle¬
gen, das vor einem Zivilgericht ge¬
führt wird »Die Grundlagen für eine
Zivilprozeßordnung wurden im Reichs¬
tag 1877 gelegt.«
Zi|vil|recht das;-(e)s; - <Rechtsw.> Ge¬
setze u. ä., die die privaten Rechte ei¬
nes Bürgers festlegen »Das Zivilrecht
greift zurück auf das alte römische
Recht.«
zi|vil|recht|lich: Adj. n. stg. sich auf das
Zivilrecht berufend
Zi(vU|rich|ter: der; -s; - weibl. Zi|vil|-
rtchltejrin: die; - ; -nen Richler(in),
der/die aufgrund des Zivilrechtes
Recht spricht
Zi|vil|schijtz: der; -es; -e (PI. s.J 1 zur
Ergänzung des Selbstschutzes der Zi¬
vilbevölkerung vorgesehene Hilfslei¬
stungen o. ä. für den Katastrophen-
u. Kriegsfall 2 Organisation mit
nichtmilitärischem Charakter, deren
Angehörige Dienstpflichtige, berufs¬
mäßige Angehörige u. Zeitfreiwillige
sind »Der Feuerwehrmann gehörte
dem Zivilschutz an.«
Zi|vlljver|tei|di|gung: die; -; -en nichtmi¬
litärische Maßnahmen zum Schutze
der Zivilbevölkerung bei militäri¬
schen Auseinandersetzungen
z. K.: Abk. Aktenvermerk) zur Kennt¬
nisnahme
z. k.: Abk. zu kaufen
ZKB: Abk. <Wohnungsanzeige> Zimmer,
Köche, Bad
ZKBB: Abk. <Wohnungsanzeige> Zim¬
mer, Küche, Bad, Balkon
ZKDB: Abk. <Wohnungsanzeige> Zim¬
mer, Küche, Diele, Bad
Zlojty: <poln.> /sloti, ßloti u. s“oti/ der;
-s; - polnische Währungseinheit seit
1924,100 Grozny ergeben 1 Zloty
Zo|b6k der; -s; - 1 Raubmarder, kleines
katzenähnliches Raubtier mit wei¬
chem, dunklem Fell, beheimatet in Si¬
birien »Der Zobel ist wegen seines
wertvollen Fells in großen Tierfarmen
gehalten u. gezüchtet worden.« 2 Pelz¬
ware aus Zobelfellen »Sie trug einen
Zobel(mantel).«
zockeln (zok|keln —»• zo|ckein): zok-
kelst; zockeltest; bist gezockelt [ugs.J
sich langsam (mit einem Fahrzeug),
in unregelmäßigen Bewegungen fort¬
bewegen »Das Pony zockelte langsam
die Straße entlang.«
zocken (zok|ken —» zo(cken): zockst;
zocktest; hast gezockt [ugs.] an
Glücksspielen teilnehmen »Er zockte
mit seinem Freund beim Pferderen¬
nen.«
Zocker (Zok|ker—> Zojcker): der; -s; ~
weibl. Zockejrin (Zpkjke|rin —» Zo|-
cke|rin): die; -; -nen [ugs.] Teilnehme¬
rin) eines Glücksspiels »Der Zocker
hat fast seine gesamten Ersparnisse
verloren.«
zo|dia|kal —> zo|di|a|kai: <gr.-lat.> Adj.
n. stg. Astronomie; Astrologie) auf
den Tierkreis der Sterne bezogen
»Die zodikalen Sternformationen des
südlichen Himmels sind vom Äquator
aus betrachtet ab 19 Uhr zu sehen.«
Zojfe: die; - ; -n [veralt.] Kammerfrau;
eine Frau, die einer höher gestellten
Person, zumeist einer Dame bei Hofe
dient »Die Zofe half der Gräfin, das
Korsett anzulegen.«
Zoff: <hebr.-jidd.> der; -s; - [ugs.] Streit;
Zank
zö]ger1lich: Adj. eine Handlung lang¬
sam, zeitverzögert, unsicher (u. nicht
gern) ausführend
zö|gern: zögerst; zögertest; hast gezö¬
gert eine Entscheidung, Handlung
hinausschieben; über etw. noch nicht
entscheiden (wollen)
Zög|ling: der; -(e)s; -e [veralt.] etw. od.
jmd., den man aufzieht, großzieht,
um den man sich kümmert »Er war
Zögling eines teuren Internates.«
Zö|li|bat: dat.> der u. das; -(e)s; - <kath.
Religion) (vorgeschriebener) Verzicht
auf Ehe u. sexuelle Kontakte zum
weiblichen Geschlecht (bei katholi¬
schen Geistlichen aufgrund eines zu
leistenden Gelübdes)
Zö|li|ba|tär: dato der; -s; -e <kath. Reli¬
gion) Person, die aufgrund eines
kirchlichen Gelübdes partner- u. ehe¬
los lebt
Zoll: <gr.-lat.> der; -(ejs; Zölle 1 Geld,
Steuern, die für Waren bezahlt wer¬
den müssen, wenn sie von einem Land
in ein anderes Land gebracht werden
»Ich mußte eine größere Summe (an)
Zoll bezahlen.« 2 Stelle, Institution,
die (an der Grenze) den Zoll (1) er¬
hebt »Ich wurde von den Kontrolleuren
zum Zoll geschickt.« 3 o. PI. Längen¬
maß; 2,54 cm = 1 englisches Zoll
(Inch); andere, veraltete deutsche
Zollmaße lagen zwischen 2,3 cm u. 3
cm 4 Zoll für Zoll; jeder Zoll: vollkom¬
men »Er ist Zoll für Zoll ein Gentle¬
man.«
Zo(l|ab|fer)ti|gung: die; - ; -en Vorgang
bei Eintritt in ein anderes Zollgebiet,
wobei Zollbeamte Papiere, Gepäck u.
Waren der Reisenden kontrollieren
Zpll|ab|kom|men: das; -s; - Vertrag
zwischen Handelsländem über die
Höhe von Zöllen (1)
Zollamt: das; -(e)s; ,-ämter 1 Dienst¬
stelle des Zolls 2 Örtlichkeit, in der
die Dienstelle arbeitet
Zpll|be|am|te: der u. die; -n; -n (mit un¬
bestimmtem Art.: ein Zollbeamter;
eine Zollbeamte; zwei Zollbeamte)
weibl. auch Zoll|be|am|tin: die; -; -nen
verbeamtete Person im Dienst des
Staates, die für die Zollbehörden ar¬
beiten »Der Zollbeamte öffnete die
Koffer.«
Zoll|be|frei|iing: die; - ; -en Befreiung
von Zollzahlungen; Aufhebung der
Zollpflicht »Nur wenige Waren u.
Hilfsgüter erhalten eine Zollbefrei¬
ung.«
Zgll|be]gleit|pa|piejre: die (PI.) Doku¬
mente, die bei einem Warentransport
über eine Grenze hinweg dem Zoll
vorgelegt werden müssen »Die Zoll¬
begleitpapiere sind bei Grenzübertritt
vorzuzeigen.«
Zoll|be|hör|de: die; - ; -n 1 Dienststelle
des Zolls, die der Finanzbehörde un¬
terstellt ist 2 Örtlichkeit, in der die
Dienststelle arbeitet
Zgll|be|stim|mun]gen: die (PI.) Bestim¬
mungen, Regelungen, die das Zoll¬
recht festlegen »Die Zollbestimmun¬
gen schreiben die Zollgebühren fest.«
zollbreit: Adj. n. stg. [veralt.] einen Zoll,
2,3 bis 3 cm breit »Der Holzstreifen ist
zollbreit.«
Zoll|de|kla|ra|ti|on —» Zoll|de|k|Ia|ra|ti|-
on: die; - ; -en Erklärung jmds., über
die Güter, die er ein- oder ausführt
»Die Zolldeklaration muß dem Zollbe¬
amten übergeben werden.«
zpl|len: <gr.-lat.> zollst; zolltest; hast
gezollt 1 Respekt; Aufmerksamkeit
zeigen, gebührend vermitteln, entge¬
genbringen »Er zollte dem Vater u.
der Mutter Respekt.« 2 [veralt.] be¬
zahlen; abgeben »Er zollte dem Lehns¬
herren seinen Tribut.«
zpll|frei: Adj. n. stg. abgabenfrei für Gü¬
ter, die über Landesgrenzen hinweg
importiert werden dürfen
Zgll|ge|biat: das; -(e)s; -e Gebiet, Be¬
reich mit gleichen, möglicherweise
staatsübergreifenden Zollbestimmun¬
gen »Das Zollgebiet wurde in einem
Staatsvertrag festgelegt.«
Zoll|ge[setz: das; -es; -e innerhalb eines
Zollgebietes gültiges Gesetz zur Er¬
mittlung u. Bestimmung von Zöllen
»Das Zollgesetz ist im Zolltarifgesetz
verankert.«
Zöllner: der; -s; - weibl. Zöll|netrin: die;
- ; -nen 1 [ugs.; veralt.] Beamte(r) der
Zollbehörde »Der Zöllner forderte
den Reisenden auf, den Koffer zu
öffnen.« 2 (veralt.] Person, die Zölle
eintreibt »Der Zöllner stand am Stadt¬
tor u. forderte Geld von jedem Händ¬
ler.«
Zollfpa{pie|r«: die (PI.) .Dokumente,
Schriftstücke, die beim Übertritt zwi¬
schen Zollgebieten vorgezeigt werden
müssen bzw. vom Zoll ergänzt wer¬
den
1345
zollpflichtig
zoll)pflich|tig: Adj. n. stg. <Ware> mit
Zoll belegt sein; zu verzollen »Alkohol
ist in größeren Mengen zollpflichtig.«
Zoll|stock: der; -<e)s; -stocke zusam¬
menlegbare Meßhilfe aus Holz od.
Kunststoff mit Meter- u. Zentimeter¬
einteilung auf der einen u. z. T. Zoll¬
einteilung auf der anderen Seite
Zoll|uni|on—» Zoll|u|ni|on: <gr.-lat.> die;
• ; -en (PI. s.) Zusammenschluß von
Gebieten mit gleichen, staatsfiber¬
greifenden Zollbestimmungen »Die
Zollunion wurde in einem Staatsver¬
tragfestgelegt.«
Zoll|veijge|hen: das; -s; - <Rechtsw.>
Zuwiderhandlung gegen das Zollge¬
setz »Das Zollvergehen kann mit Stra¬
fe bis zu zwei Jahren Gefängnis be¬
straft werden.«
Zom|bie: <Afrik. Spr.-engh der; - u. -s;
-s 1 <Mythologie> durch Voodoozau-
ber wieder zum Leben erweckter To¬
ter 2 <Mythologie> wiedererweckter
Toter als willenloses Werkzeug einer
meist bösartigen Person (mit Zauber¬
kräften bzw. fibersinnlichen Fähig¬
keiten)
Zo|ne: <gr.-Iat.> die; -; 1 a) begrenzter
Gebietsstreifen b) militärisch besetz¬
tes Gebiet c) bestimmte Körperge¬
gend »erogene Zone« 2 <Geologie; Ge¬
schichte> kleinster Zeitabschnitt einer
Erdformation
Zo|nen|gren|ze: die; - ; -n 1 in Folge des
2. Weltkrieges Grenzbereiche zwi¬
schen den einzelnen Besatzungsgebie¬
ten Deutschlands »Die Zonengrenzen
verliefen in Berlin mitten durch die
Stadt.« 2 <hist.> Grenzverlauf zwi¬
schen der DDR u. der BRD ([ugs.]
auch noch lange nach den Staats¬
gründungen von BRD u. DDR) »Der
Bereich der Zonengrenze war ein mit
seltenen Pflanzen bewachsener Land¬
streifen, weil niemand ihn betreten
durfte.« 3 Tarifgrenze zwischen den
einzelnen Gebieten des öffentlichen
Personennahverkehrs
Zo|nen|ta|rif: der; -(e)s; -e nach Gebie¬
ten, Waben od. Zonen festgelegte Ge¬
bührenordnung der öffentlichen Ver¬
kehrsbetriebe, der Postbetriebe u. Zu¬
stelldienste
Zo|nen|zeit: die; ~ ; -en nicht nach dem
Sonnenstand ermittelte, sondern fest¬
gelegte Uhrzeit, die jeweils in einem
15 Breitengrade umfassenden Gebiet
als Normalzeit gilt »Alle Zonenzeiten
sind aufeinander abgestimmt u. er¬
leichtern somit den Flugverkehr.«
zö|no|b||tisch: <gr.-lat.> Adj. n. stg. nach
streng christlichen Klosterregeln han¬
delnd »Der zönobitische Lebenswan¬
del legt viele Einzelheiten im Leben
von Mönchen fest.«
Zoo: <gr.> der; -s; -s kurz für zoologi¬
scher Garten; Ort, an dem lebende
(exotische) Tiere in Käfigen und Ge¬
hegen besichtigt werden können mit
dazwischenliegenden Grünflächen
mit Spazierwegen; Tierpark
Zoo|gra|phie —» Zo|ojgra|phje/Zo|o|-
gra|fie: <gr.> /zo-o-/ die; - ; -graphien
Einteilung, Namengebung u. Be¬
schreibung der Tiere u. Lebewesen
»Die Zoographie hat die Aufgabe, ein
neu entdecktes Tier in die Gesamtheit
aller Tiere richtig einzuordnen.«
Zoolhandllung: die; - ; -en Geschäft, in
dem Tiere u. Tierartikel verkauft wer¬
den »Die Zoohandlung halte viele
niedliche Kaninchen im Schaufenster.«
Zoo|lp|ge—» Zo|o|lo|ge: <gr.-fr.> /zo-o-/
der; -n; -n weibl. Zoo|lo|gin —> Zo|o|-
lp|gin: die; • ; -nen im Bereich der
Zoologie arbeitende^)
Wissenschaftler(in) »Der Zoologe
hatte ein neues Tier entdeckt u. be¬
schrieben.«
Zoo|lo|gie —» Zo|o|lo|gje: <gr.-fr.> /zo-
o-/ die; - ;- Tierkunde; Wissenschaft
von den Tieren
20o|lg|gisch —> zo|o|lo|gisch: <gr.> /zo-
o-j Adj. n. stg. sich auf die Zoologie
beziehend »Der zoologische Garten
stellt verschiedene Tierarten aus.«
Zoom: <engh /sum/ das; -s; -s 1 <Photo¬
graphie> Zoomobjektiv; Objektiv, das
durch seine veränderbare Brennweite,
die Objekte im Bildauschnitt variie¬
ren kann »Das Zoom ermöglichte die
Großaufnahme dieses Schmetter¬
lings.« 2 <Film> unechte Fahraufnah¬
me; Aufnahmetechnik, bei der die
Kamera eine Fahraufnahme simulie¬
ren kann »Mit dem Zoom fuhr die Ka¬
mera langsam auf das Liebespaar zu.«
zoolmen: <engl.> /sumen/ zoomst; zoom¬
test; hast gezoomt mit Hilfe eines spe¬
ziellen Objektives Gegenstände auf
Photographien od. im Film scheinbar
verkleinern od. vergrößern
Zoo|plankjton —> Zp|o|plank|ton: <gr.>
/zo-o-/ das; -s; - alle im Süß- u. Salz¬
wasser lebenden tierischen Kleinstor-
ganismen »Das Zooplankton ist ein
Ausgangspunkt der Nahrungskette.«
Zopf: der; -(e)s; Zöpfe 1 zusammenge¬
bundene (u. geflochtene) lange Haare
»Zöpfe flechten * sich einen Zopf
machen« 2 Hefeteig, geformt wie ein
Zopf (1); aus zwei od. drei Teigsträn¬
gen gedrehtes, geflochtenes (Hefe-)
Gebäck <fibertr.> nicht mehr zeitge¬
mäße, rückständige Ansicht o. ä.
Wann werden die Ämter diese (alten)
Zöpfe endlich abschaffen?«
Zppf|mu|ster —» Zopf|mus|ter: das; -s;
- Muster auf u. aus verschiedenen
Materialien, das wie ein geflochtener
Zopf erscheint
Zorn: der; -(e)s; - wütendes, heftiges,
oft lautstark geäußertes Gefühl, das
sich gegen eine Person od. Sache rich¬
tet
Zprn|aus|bruch/Zorjnes|aus|bruch:
der; -(e)s; -ausbrüche starke, uner¬
wartet spontane u. heftige wütende
Äußerung
zorn|ent|brannt: Adj. n. stg. sehr zornig;
wütend »Der Mann rannte zornent¬
brannt hinter dem Fremden her.«
Zor|nes|rö|te: die; - ; - 1 durch Wut,
Aufregung angeregte vermehrte
Durchblutung u. Rötung der Haut 2
etw. treibt jmdm. die Zornesröte ins
Gesicht: jmd. ärgert sich über etw.
od. jmdn. maßlos »Die Geldforderun¬
gen trieben dem Kunden die Zornes¬
röte ins Gesicht.«
zoijnig: Adj. voller Zorn; wütend
zgm|mü|tig: Adj. [geh.] 1 sehr schnell
zornig werdend 2 sehr starke Gefühls¬
äußerung des Zornes zeigend »Zorn¬
mütig stampfte sie auf den Boden.«
zorn|schnau|bend: Adj. sehr zornige
Laute äußernd »Zornschnaubend ver¬
ließ sie den Raum.«
Zo|te: die; -; -n [abwert.] a) anstößige(r)
Witz; Geschichte mit (gegen die allge¬
meine sittliche Norm verstoßendem,)
sexuellem od. fäkalischem Inhalt
»Diese Zoten haben sie sich erst er¬
zählt, als alle Frauen nicht mehr auf
der Party waren.« b) Zoten reißen:
anstößige Witze erzählen
zo]ten|haft: Adj. zotenhafter; zotenhaf¬
teste unanständig, moralisch verwerf¬
lich; tendenziell auf sexuelle Themen
bezogen
zo|tig: Adj. moralisch verwerflich; un¬
anständig; tendenziell auf sexuelle
Themen bezogen »Die Geschichte, die
er erzählt hat, gefiel vielen Zuhörern
nicht, weil sie so zotig war.«
Zot|tel: die; - ; -n 1 Haare, Fell mit lan¬
gem, verfilztem Oberhaar »Die Zot¬
teln hingen dem Punk ins Gesicht.« 2
<Bio.; Anat.> finger- od. blattartige
Ausstülpung, oft mit Schleim überzo¬
gen 3 Plümmel; Zierquast »Die Katze
spielte mit den Zotteln des Sofas.«
zotjteln: zottelst; zotteltest; hast/bist
gezottelt 1 langsam, mit schaukeln¬
den Schritten, Gedanken versunken
gehen »Das Kind zottelte die Straße
hinunter.« 2 ungepflegt od. verfilzt
herabhängen »Das Haar zottelte ihm
bis auf die Schultern.«
zott|lig/zot|te|lig: Adj. wie Haar od.
Fell, das verfilzt u. ungepflegt herab¬
hängt »Die Haare hingen zottlig her¬
ab.«
Zs.: Abk. 1 Zeitschrift 2 Zusammenfas¬
sung 3 Zusammensetzung
Zschr.: Abk. Zeitschrift
Zsfg.: Abk. Zusammenfassung
Zshg.: Abk. Zusammenhang
Zst(g).: Abk. 1 Zusammenstellung 2 Zu¬
stellung
z.T.-.Abk. zum Teil
Zt.: Abk. Zeit
Ztg .: Abk. 1 Zeitung 2 Zuteilung
ztl.: Abk. 1 zeitlich 2 zeitlos
Ztr.: Abk. 1 Zentrale = a) Hauptort b)
Hauptgeschäftsstelle c) Direktion 2
Zentrum = a) Innenstadt b) Mittel¬
punkt 3 Zutritt
ztw.: Abk. zeitweise
zu: I Präp. 1 a) räumlich drückt eine
Vorwärtsbewegung aus; bis an »Ich
komme zu dir.« b) hinzugefügt werden
»Zu dem Regen war es noch windig.«
c) Lagebezeichnung »Er lag zu ihren
Füßen.« d) Vorwärtsbewegung, die
jmd. macht, um einen Ort zu errei¬
chen »Ich gehe zu diesem
Supermarkt.« e) bezeichnet einen Ort,
Zustand, an, in dem sich jmd. befin¬
det »Ich war zu Bett gegangen.« 2 Art
u. Weise kennzeichnet, wie etw. ge¬
schieht »Ich gehe zu Fuß. ♦ zu meiner
Zufriedenheit« 3 zeitlich kennzeichnet
einen Zeitpunkt; eine Zeit¬
spanne) bezeichnend »zu später
Stunde ♦ Noch zu seinen Lebzeiten ver¬
schenkte er seinen ganzen Besitz.« 4
kennzeichnet den Grund, Zweck, Ziel
einer Handlung »zu deinem Ge¬
burtstag« 5 a) in einer Menge, Anzahl,
Häufigkeit (in Verbindung mit einer
Mengenangabe) »Zu dritt waren sie
stark.« b) vor Zahlenangaben, die ei-
1346
zücken
nen Preis nennen »ein Kilo zu zwei
Mark« c) nennt ein Verhältnis »Das
Spiel wurde mit l zu 3 Toren
entschieden.« 6 kennzeichnet ein Er¬
gebnis »zu Sahne schlagen« II Adv. a)
nicht angemessen »Das ist zu teuer.«
b) geschlossen; versperrt »Das Ge¬
schäft ist schon zu.« III 1 zu Lasten
—*■ auch zulasten: zum Nachteil von
jmdm.; jmdn. belastend 2 ab u. zu:
manchmal; gelegentlich; nicht immer
3 zu Rande kommen—» auchzuran-
de kommen: mit etw. od. jmdm. fer¬
tig werden, keine Schwierigkeiten ha¬
ben A zu Rate ziehen —* auch zurate
ziehen: etw. od. jmdn. zur Problemlö¬
sung heranziehen; jmdn. nach einer
Lösung fragen 5 nun denn, man zu:
[ugs.] los gehts
—* zu Grun[de liefgend: s. zugrundelie¬
gend
—» zu Gunsten: s. zugunsten
—* zu Haulse: s. zuhause
—*■ zu Lan|de: s. zulande
—» zu Lei|de: s. zuleide
—* zu Mu|te: s. zumute
—* zu Nut]ze: s. zunutze
—* zu Schulden: s. zuschulden
—* zu Stanfde brin|gen: $. zustande¬
bringen
—* zu Stan|de kom|men: s. Zustande¬
kommen
—> zu Ta ge: s. zutage
—> zu Ta ge brin|gen: s. zutagebringen
—*■ zu Ta ge fÖr|dern: s. zutagefördem
—» zu Un|guns|ten: s. zuungunsten
—» zu Wejge: s. zuwege
—* zu we|nig: s. zuwenig
zu-/Zu-: Wortbildungselement; in Ver¬
ben trennbar 1 drückt aus, daß etw.
zielgerichtet stattßndet »Zulächeln •
(auf jmdn. od. etw.) zutreten •
zupacken« 2 kennzeichnet ein Schlie¬
ßen, eine Geschlossenheit »zubinden ♦
zumachen« 3 zusätzlich zu dem im Ba¬
siswort inhaltlich Ausgedrückten;
hinzu- »zuverdienen« 4 von einem an¬
deren Ort an diesen Ort »zulaufen •
zuziehen« S etw. für jmdn. od. etw. be¬
stimmen; jmdm. etw. zuerkennen
»zuweisen« 6 kennzeichnet das For¬
men durch handwerkliche Arbeit »zu¬
schneiden«
zujaljlerjerst: Adv. <verst.> an erster Stel¬
le »Du mußt zuallererst die Oma besu¬
chen!«
zujaltierjtetzt: Adv. <verst.> an letzter
Stelle »Du solltest zuallerletzt dieses
Geld ausgeben!«
zu|al)leijpberst —» zu|al|ler|o|berst:
Adv. <verst.> ganz oben »Das Buch
liegt zualleroberst.«
2u)aljlefjun|terst: Adv. <verst.> ganz un¬
ten »Das Buch liegt zuallerunterst.«
zujäulBerst: Adv. [geh.] an der letzten,
äußersten Stelle od. Ecke
Zub.: Abk. Zubehör
Zu|be|hör: das; -(e)s; -e u. [Schweiz.
auchI -den etw., was zur Ergänzung
zu einer Sache gehört »Autozubehör«
zu|bei]6en: beißt zu; bissest zu; hast
zugebissen —>alle Vergangenheits¬
formen mit ss*~~ mit den Zähnen
kräftig in etw. beißen »Das Pferd biß
kräftig zu.«
zu|be|kom|men: bekommst zu; beka-
m(e)st zu; hast zubekommen [ugs.] 1
einen Gegenstand schließen »Sie be¬
kamen den Koffer nicht mehr zu.« 2
[landsch.] mehr bekommen; etw. dazu
erhalten
Zujber: der; -s; - Holzkübel, Bottich
mit Tragegriffen »Der Zuber wurde
zum Waschen mit Wasser gefüllt.«
zu|be|rei|ten: bereitest zu; bereitetest zu;
hast zubereitet a) fertigmachen; aus
verschiedenen Teilen od. Zutaten
etw. hersteilen b) eine Speise herstel¬
len, kochen
Zu]be[rei|tung: die; - ; -en 1 <Kochk.>
das Mischen von Zutaten u. fertigstel¬
len 2 [selten] das fertige, hergestellte
Produkt
zu|be(to|nie[ren: betonierst zu; betonier¬
test zu; hast zubetoniert 1 etw. mit ei¬
ner Betonschicht versehen »Die Trä¬
ger können jetzt zubetoniert werden.«
2 [abwert.] eine Landschaft od. Stadt¬
fläche mit vielen (Beton-)Bauten zu¬
stellen »Jetzt haben sie auch die letzte
Freifläche in der Stadt zubetoniert.«
zu|bil|li[gen: billigst zu; billigtest zu; hast
zugebilligt etw., worauf jmd. ein An¬
recht erhebt, genehmigen, erlauben,
akzeptieren »Das Gericht billigte dem
Vater ein Besuchsrecht zu.«
Zu|bil|li|gung: die; -; -en freiwilliges Zu¬
geständnis, Verzicht auf ein Recht
»Der Mann machte die Zubilligung,
von seinem Vorkaufsrecht Abstand zu
nehmen.«
zu|bin|den: bindest zu; band(e)st zu;
hast zugebunden etw. mit einer Schnur
o. ä. verschließen »Das Kind kann sich
die Schnürsenkel schon alleine zubin¬
den.«
zu|b(ei|ben: bleibt zu; blieb zu; ist zuge¬
blieben nicht geöffnet werden; ver¬
schlossen bleiben »Der Laden muß
heute leider zubleiben.«
zujblin|ze(n: blinzelst zu; blinzeltest zu;
hast zugeblinzelt mit dem Auge zwin¬
kern, ein Zeichen geben »Der Mann
blinzelte dem Mädchen aufmuntemd
zu.«
Zu|brinjger. der; -s; - 1 öffentliche Stra¬
ße, die Nebenstraßen an eine Haupt¬
verkehrsader anbindet »Der Zubrin¬
ger ermöglichte eine staufreie Fahrt
aus der Innenstadt zur Autobahn.« 2
öffentlicher Pendelverkehr zwischen
zwei Punkten, um Besucher od. Rei¬
sende von einem Ort zum nächsten zu
bringen 3 Verkehrsmittel, das zur
Überbrückung einer Strecke zwi¬
schen Flughafen, Hafen od. Bahnhof
dient »Der Zubringer brachte sie vom
Hafen zum Flughafen.«
Zu|brot: das; -(e)s; -1 [veralt.] kleines
Gericht, das zu Brot od. anderen
Grundspeisen gereicht werden »Das
Zubrot ist heute Schmalz.« 2 [ugs.]
kleines, ergänzendes Einkommen
»Das Zubrot verdienst du dir wohl mit
Autowäschen?«
zu]brül|len: brüllst zu; brülltest zu; hast
zugebrüllt etw. extrem laut jmdm. Zu¬
rufen
Zuc|chijno: <i/.> /zukino/ der; -s; Zucchi¬
ni (im Deutschen wird meist die Plu¬
ralform als Singular benutzt (eine
Zucchini) u. der Plural dann im Deut¬
schen [ugs.J mit -s (zwei Zucchinis)
gebildet) gurkenähnliches Kürbisge¬
müse
Zucht: die; -; -en 1 das Ziehen, Züchten
u. Aufziehen von Tieren u. Anbau
von Pflanzen »Uns ist die Zucht einer
neuen Pflaumensorte gelungen.« 2 a)
Ordnung; Drill; strenge Disziplin b)
Sittlichkeit; der Moral entsprechen¬
des Verhalten
züchten: züchtest; züchtetest; hast ge¬
züchtet gezielt, gesteuert für die Ver¬
mehrung (u. Veränderung bestimm¬
ter Kombinationen im Erbgut) von
Tieren u. Pflanzen sorgen »Br züchtet
Kanarienvögel.«
Züch)ter: der; -s; - weibl. Züch|te|rin:
die; - ; -nen Person, die eine Zucht
von Tieren od. Pflanzen betreibt
Zucht)er)folg: der; -(e)s; -e Heraus¬
züchten gewünschter Merkmale bei
Tieren od. Pflanzen »Der Zuchterfolg
zeigte sich im Aroma der Tomate.«
züch|te|risch: Adj. n. stg. auf die Zucht
bezogen
Zuchthaus: das; -es; -häuser <hist.> a)
Gefängnis, Aufenthaltsort für Straf¬
fällige, die zu einer Gefängnisstrafe
verurteilt wurden b) Strafe, die dazu
führt, daß man in ein Gefängnis
kommt
Zucht|häus[len der; -s; - weibl. Zucht|-
häus[le|rin: die; ~ ; -nen [veralt.; ab¬
wert.] Person, die eine Haftstrafe im
Zuchthaus ableisten muß, abgeleistet
hat
züch|tig: Adj. den moralischen Ansprü¬
chen genügend; anständig »Sie war
sehr züchtig gekleidet.« Ant.: unzüch¬
tig
züch|ti|gen: züchtigst; züchtigtest; hast
gezüchtigt jmdn. hart bestrafen,
schlagen »Er wurde von seinen Eltern
als Kind oft gezüchtigt.«
Züch|tig[Keit die; - ; - [veralt.] Verhal¬
ten, das den Ansprüchen der Zucht u.
Ordnung folgt, der Sittlichkeit ent¬
spricht »Die Züchtigkeit ließ nur be¬
deckte Schultern in der Kirche zu.«
Zjjch|ti|gung: die; - ; -en Strafmaßnah¬
me in Form von Schlägen, meist mit
Peitsche, Rute, Gürtel o. ä.
Zucht|k>|sig|keit: die; - ; -en [veralt.] Le¬
ben ohne Ordnung; ungesittete(s)
Handlung, Verhalten
Zuchtjtier. das; -(e)s; -e Tier, das aus¬
schließlich in der Zucht zur Fort¬
pflanzung eingesetzt wird »Das
Zuchttier weist alle Bassemerkmale in
typischer Form auf.«
Züchjtung: die; ~ ; -en 1 Kreuzen von
Erbgut durch Fortpflanzung »Die
Züchtung soll die gewünschten Merk¬
male der Blume verstärken.« 2 Pro¬
dukt einer Kreuzung
Zuchtwahl: die; -; -en (PL s.) Auswahl
für die Zucht besonders geeigneter
Tiere u. Pflanzen
zuckeln (zuk|keln —» zu|ckeln): zuk-
kelst; zuckeltest; hast gezuckelt sich
langsam, unregelmäßig (mit einem
Fahrzeug) fortbewegen »Das Pony
zuckelte langsam die Straße entlang.«
zucken (zuk|ken —* zujcken): zuckst;
zucktest; hast gezuckt unkontrollier¬
tes, plötzliches, heftiges Bewegen, z.
B. durch Erschrecken verursacht »Sie
zuckle vor Schreck zusammen.«
zücken (zükjken —» zü|cken): zückst;
zücktest; hast gezückt herausholen;
1347
Zucker
schnell ziehen, zeigen »Er zückte seine
Ausweiskarte.«
Zucker (Zuk|ker —» Zu|cker); <ind.-
arab.-it» der; -s; -1 pflanzliches Mit¬
tel zum Süßen von Speisen u. Geträn¬
ken in weißer od. bräunlicher Pulver-,
Kristallform 2 nicht aus Zucker sein:
[ugs.] etw. aushaken können 3 jmdm.
Zucker in den Hintern, Arsch blasen:
[derb] 1. eine Person zu sehr verwöh¬
nen 2. sich bei jmdm. einschmeicheln
Zuckerbrot (Zuk|keijbrot —» Zu|cker|-
brot): das; -(e)s; -e 1 [veralt.] Zucker¬
gebäck; Teegebäck 2 mit Zuckerbrot
u. Peitsche: [oft scherzh.] (Erzie-
hungs-)Stil, in dem Lob u. Strafe ab¬
wechselnd (aus nicht immer klar er¬
sichtlichen Gründen) eingesetzt wer¬
den
Zucker|suB (Zuk|keijguB —> Zu|cker|-
guss): der; -gusses; -güsse Fondant;
eine aus Puderzucker u. Eiweiß herge¬
stellte Glasur, die auf etw. trocknet u.
dadurch fest wird »Der Zuckerguß
verzierte das Gebäck.«
zucker|ha(|tig (zuk|ker|hal(tig —> zu|-
cker|hal|tig): Adj. n. stg. Zucker od.
zuckerähnliche Stoffe beinhaltend
Zyckerjharnlruhr (Zuk|ker|harn|ruhr
—* Zu|cker|harn|ruhi): die; - ; -en
(PL s.) <Med.> Diabetes mellitus;
fugs.j Zuckerkrankheit »Die Zucker¬
harnruhr ist eine schwere Stoffwech¬
selkrankheit.«
Zucker[kan|dis (Zuk|ker|kan|dis —»
Zu|cker|kan|dis): der; -; -u. (Sortenj
-se kristalline Form des Zuckers, die
in verschiedenen Größen erhältlich
ist
zuckeijkrank (zuk|ker|krank —» zu|-
ckeijkrank): Adj. n. stg. an Diabetes
mellitus, der Zuckerkrankheit, lei¬
dend
Zucker|krank|heit (Zuk|ketjkrank|heit
—> Zu|cker|krank|heit): die; - ; -
[ugs.] Diabetes mellitus; auf eine
Bauchspeicheldrüsenfunktionsstö-
törung zurückführbare Zuckeraus¬
scheidung im Urin »Die Zucker¬
krankheit kann durch einen Urmtest
leicht erkannt werden.«
Zuckeijlecken (Zuk|keij!ek|ken —>
Zu|cker|le|cken): das; -s; - 1 das Auf¬
nehmen von Zucker 2 etw. ist kein
Zuckerlecken: etw. ist nicht einfach
zu erreichen, nur unter großen Mü¬
hen zu schaffen »Der Marathonlauf
ist kein Zuckerlecken.«
zuckern (zukfkern —zu)ckern): <ind-
arab.-it» zuckerst; zuckertest; hast ge¬
zuckert eine Speise mit Zucker verse¬
hen
Zucker|pup|pe (Zukjker[pup|pe —»
Zu|cker|pup|pe): die; - ; -n [ugs.; ab¬
wert.] süßes Mädchen; niedliche u.
begehrenswerte junge Frau
Zuckeijrohr (Zuk|ker|rohr —> Zu|cker]-
rohr): das;-(ejs; -e tropische Süßgra¬
sart, aus deren Mark der Rohrzucker
gewonnen wird
Zuckerjstan|ge (Zuk[kerjstan[ge —»
Zu|cker(stan|ge): die; - ; -n Süßware,
Bonbon in Stangenform, zumeist in
verschiedenen Farben bunt einge-
farbt »Die Kinder kauften sich eine
Zuckerstange u. schleckten daran.«
zuckersüß (zuk|kerjsüB —> zu|cker|-
süB): Adj. nTstg. 1 so süß wie Zucker;
extrem süß »Das Gebäck ist
zuckersüß.« 2 <übertr.> [abwert.] zu
süß, zu schön, so daß es kitschig wirkt
3 (abwert.] allzu liebenswürdig u. zu¬
vorkommend u. dabei nicht der Si¬
tuation entsprechend
Zuckerzeug (Zuk|ker|zeug —» Zu|-
cker|zeug): das; -(e)s; - Süßwaren
»An dem Zuckerzeug durfte nur an ho¬
hen Feiertagengenascht werden.«
zuck|rig/zucke|rig (zuk|ke|rig —> zu|-
cke|rig): Adj. 1 mit Zucker überzogen
2 Zucker beinhaltend; aus Zucker
bestehend »Die Teilchen sind sehr
zuckrig.« 3 von zuckriger, feinkörni¬
ger Konsistenz
Zuckung (Zuk]kung —* Zu|ckung): die;
- ; -en unkontrollierte, ruckende, ner¬
vöse Bewegung der Gliedmaßen,
Muskeln, Augenlider u. ä.
zujdecken (zu|dek|ken —» zu|de|cken):
deckst zu: decktest zu; hast zugedeckt
a) etw. mit etw., einer Decke bedek-
ken b) eine Öffnung bedecken »Sie
deckten das Loch mit einem Brett zu.«
zufdem: Adv. darüber hinaus; außer¬
dem; noch hinzukommend »Die
Milch kochte über, das Kind schrie u.
zudem klingelte noch das Telefon.«
zu|dik|tie[ren: diktierst zu; diktiertest zu;
hast zudiktiert 1 [geh.] eine Aufgabe
mit Zwang od. Druck übertragen
»Ihm wurde zudiktiert, jede Woche
einmal den Rasen zu mähen.« 2 eine
Rolle zudiktieren: jmdm. eine Rolle
auferlegen »Ihm wurde die Rolle zu¬
diktiert, den Unterhalter zu spielen.«
Zufdrang: der; -(ejs;- {veralt.] Gedrän¬
ge, Ansturm bei etw., einer Veranstal¬
tung o. ä. »Der Zudrang auf den
Markt war gewaltigt.«
zu|drejhen: drehst zu; drehtest zu; hast
zugedreht 1 durch eine Drehbewe¬
gung verschließen »Drehe bitte den
Gashahn zu!« 2 [ugs.] durch Verschlie¬
ßen eines Hahns od. Ventils etw. am
Ausfluß hindern 3 fest anziehen; fest
anschrauben »Dreh bitte die Flügel¬
schraube fest zu!« 4 zu etw., jmdm.
hinwenden, umwenden »Er drehte
mir die Schulter zu.«
zu|dring|lich: Adj. 1 eindringend in die
Privatsphäre einer Person; die kultu¬
rellen u. sittlichen Grenzen über¬
schreitend »Der Mann folgte ihr
zudringlich.« 2 zur sexuellen Belästi¬
gung tendierend
Zu|dring|lich|keit: die; ~ ; -en 1 o. PI.
Handlungsweise, die jmd. als auf¬
dringlich, störend, unverschämt emp¬
findet »Diese Zudringlichkeit der
Nachbarin ist mir unerträglich.« 2 (oft
mit sexuellen Absichten verbundene)
einzelne Tat, die als unverschämt, be¬
lästigend empfunden wird »Seine Zu¬
dringlichkeiten wurden ihr unange¬
nehm.«
zujdrücken (zu|drük|ken —* zu|drü|-
~cken): drückst zu; drücktest zu; hast
zugedrückt durch Anwendung von
Druck (mit den Händen) schließen
»Er drückte das Schloß des Koffers
zu.«
zu[eig|nen: eignest zu; eignetest zu; hast
zugeeignet 1 [geh.] jmdm. widmen 2
[veralt.) schenken; als Präsent über¬
reichen
Zu|eig|nung: die; - ; -en 1 widerrechtli¬
che Annahme von Eigentum »Die Zu¬
eignung geschah ohne Kenntnis des
Eigentümers.« 2 Widmung in, von
Büchern od. Kunstgegenständen
»Die Zueignung steht auf der ersten
Seite des Buches.«
zujeijlen: eilst zu; eiltest zu; bist zugeeüt
sich schnell auf etw. od. jmdn. zube¬
wegen »Er eilte auf die schöne Frau
zu.«
zu|ein[an|der —* 2u|ei)n|an|der. Adv.
eine Person in Beziehung zu einer wei¬
teren »Die beiden hielten immer zuein¬
ander wie Pech u. Schwefel.«
zu|ein|an|dertfin|den —» zu|ei|n]an|der
fjn)den: findet zueinander; fandet zu¬
einander; habt zueinandergefunden
—»habt zueinander gefunden<— a)
wechselseitig eine Beziehung begin¬
nen, eingehen b) gemeinsame Interes¬
sen feststellen
Zu|er|ken|nung: die; - ; -en Übertra¬
gung, Zusprechung eines Rechts od.
einer Sache an eine Person »Die Zuer¬
kennung des Preises war von der Jury
einstimmig entschieden worden.«
zu|erst: Adv. 1 vor allem anderen; zu¬
nächst; anfangs »Zuerst dachte ich,
ich hätte mich verfahren.« Ant.: zu¬
letzt 2 Was man nicht gern tut, soU
man zuerst tun: Unangenehmes o. ä.
erledigt man am besten sofort 3 Wer
zuerst zugreift, behält' wer früher da
ist, schneller ist, bekommt etw., ge¬
winnt 4 Wer zuerst kommt, mahlt
zuerst: <alter Rechtsgrundsatz> der
erste, schnellste, der, der früher da ist,
ist der Stärkere, hat Vorteile, hat das
Recht, den Anspruch auf etw.
zu|eijtei|len: erteilst zu; erteiltest zu;
hast zuerteilt [geh.] einer Person eine
Rolle od. Aufgabe übergeben »Ihm
wurde die Aufgabe zuerteilt, den Tisch
zu decken.«
Zu]er]tei|lung: die; - ; -en [selten] Über¬
gabe einer Rolle od. Aufgabe
Zu|etjwerb: der; -(e); - Geld, das zu¬
sätzlich zum Grunderwerb, den
Grundeinnahmen erwirtschaftet wird
»Ein Zuerwerb neben der Referendari¬
atsausbildung ist nicht gestattet.«
zuffah[ren: fährst zu; fuhr(ejst zu; bist
zugefahren 1 sich in Richtung auf ei¬
nen Gegenstand, einen Ort, einer
Stadt o. ä. bewegen »Er fuhr auf die
Bäume zu.« 2 [ugs.] Aufforderung,
sich mit einem Fahrzeug schnell zu
bewegen; Aufforderung, etw. schnel¬
ler zu fahren »Kannst du nicht endlich
zufahren!« 3 mit einem Fahrzeug an¬
liefern 4 sich plötzlich jmdm. zuwen¬
den »Der Räuber fuhr auf die Ange¬
stellten mit einer Pistole zu.«
Zujfahrt: die; - ; -en für Kraftfahrzeuge
geeigneter Weg zu einem Gebäude o.
ä. hin »Sie dürfen nicht in der Zufahrt
parken.« Syn.: Einfahrt
Zyjfail: der; - (ejs; Zufälle ein nicht ge¬
plantes, nicht vorhersehbares, nicht
steuerbares Ereignis »Es ist ein Zufall,
daß wir uns hier treffen.«
zu{fal{len: fällt zu; fiel zu; ist zugefallen 1
sich (ohne ersichtlichen Grund selbst¬
tätig) schließen, oft mit einem lauten
Knall verbunden 2 a) überantwortet
werden »Diese Aufgabe fiel dem Ktas-
sensprecher zu.« b) ohne eine entspre-
1348
zugegen
chende Handlung der betroffenen
Person ihr übergeben od. geschenkt
werden; etw. mit Glück erreichen
zujfäl|li|ger|wei|se: Adv. nicht absicht¬
lich, sondern durch Zufall herbeige-
fuhrt »Zufälligerweise trafen wir
meine Mutier auf dem Markt.«
Zu|fäl|lig|keit: die; ~ ; -en Ereignis, das
durch Zufall eintritt od. nicht vorher¬
bestimmt war
Zu]falls|be|kannt|schaft: die; - ; -en 1
Person(en), die man durch Zufall, un¬
vorhergesehen kennengelernt hat 2
Bekanntschaft, die auf ein unvorher¬
sehbares Ereignis zurückzuführen ist,
nicht vorgeplant war
Zu|faiis|eijgeb|nis: das; ses; -se Resul¬
tat, das nicht erarbeitet u. geplant
wurde, sondern zufällig erreicht wur¬
de
Zu|falls)tref|fer der; -s; ~ 1 <oft Sporb
nicht vorausgeplanter, glücklicher
Treffer 2 <übertr.> durch Glück u.
nicht durch Wissen erreichte Lösung
einer Aufgabe »Das Ergebnis deiner
Aufgabe ist wohl ein Zufallstreffer.«
zu|fas|sen: faßt zu; faßtest zu; hast
zugefaßt —>alle Formen mit ss<— 1
durch eine schnelle Reaktion etw. er¬
greifen u. halten; mit der Hand fest
zugreifen »Der Mann faßte schnell zu,
als der Junge von der Leiter zu fallen
drohte.« 2 [ugs.] fest ergeifen u. nicht
mehr loslassen; zupacken »Der Mann
kann ganz schön zufassen.« 3 helfen
»Könntest Du bitte mal bei dem Bett
zufassen, ich möchte es von der Wand
abrücken.«
Zufftucht: die; - ; -en Ort, an dem man
in Sicherheit ist »Er fand eine Weile
Zuflucht bei einem Freund.«
Zu|f!uchts|ort: der; -fe)s; -e Platz, zu
dem eine Person flüchtet, um Schutz
zu erhalten »Die Höhle ist ein geeigne¬
ter Zufluchtsort.«
Zujfluchtsjstätfte: die; - ; -n Platz, zu
dem eine Person flüchtet, um Schutz
zu erhalten
ZujfluS —» Zufluss: der; Zuflusses;
Zuflüsse 1 Gewässer, das ein weiteres,
anschließendes ständig mit (frischem,
neuem) Wasser versorgt »Ein Zufluß
des Rheins ist die Ruhr.« 2 <übertr.>
permanente, fließende Versorgung
mit einem Stoff
zujfriejden: Adj. mit einem Zustand, ei¬
ner Gegebenheit einverstanden u.
nichts daran auszusetzen habend »Ich
führe ein zufriedenes Leben.«
ro|frte|den|gejben —» zu|frie|den ge|-
ber», sich: gibst dich zufrieden; ga-
b(e)st dich zufrieden; hast dich
zufriedengegeben —>hasl dich zufrie¬
den gegeben*— etw. akzeptieren, wie
es ist; als ausreichend akzeptieren,
obwohl man mit dem Ergebnis nicht
ganz einverstanden, zufrieden ist
Zu|fne|denlheit: die; - ; -1 das Einver¬
standensein mit dem Umfeld, seiner
Lebensweise, den äußeren Umstän¬
den 2 Zufriedenheit geht Ober
Reichtum: zufrieden, glücklich zu
sein, ist wichtiger als Geld u, Besitz 3
Zufriedenheit ist eine Tugend,
Selbstzufriedenheit ein Fehler: eine
gute Eigenschaft ist es, mit dem Le¬
ben, mit dem, was man hat, insgesamt
zufrieden, einverstanden zu sein,
falsch jedoch, wenn man nur mit sich
selbst, mit dem eigenen Ich zufrieden
ist 4 Zufriedenheit wohnt mehr in
Hütten als in Palästen: der einfache,
bescheidene Mensch ist schon mit we¬
nigem zufrieden, aber je reicher jmd.
ist, desto unzufriedener ist er meistens
zu|frie|ren: friert zu; fror zu; ist zugefro¬
ren sich langsam mit Eis bedecken,
durch Kälte mit Eis bedeckt werden
zutfü|gen: fügst zu;fügtest zu; hast zuge¬
fügt 1 dazutun; hineinmischen; hinzu¬
fügen 2 durch eine Handlung einer
Person etw. (meist Schlechtes, Nega¬
tives) antun (z. B. Leid, Unrecht,
Schmach, Angst, Schmerzen)
Zu|fü)gung: die; - ; -en 1 das Hineinmi¬
schen; das Hinzutun 2 das Antun, Zu¬
fügen von etw. Negativem
Zu|fuhr: die; - ;-en 1 Menge od. Anzahl
von etw., was auf einmal zugefügt
wird 2 Leitung, die einen flüssigen, fe¬
sten od. gasförmigen Stoff leitet
zutfühjren: führst zu; führtest zu; hast
zugeführt 1 zuleiten; zu einem Ort
hinführen, hinbringen »Das Wasser
wird der Talsperre zugeführt.« 2 Per¬
sonen mit (etw. od.) jmdm. zusam¬
menführen, zusammenbringen 3 sich
in Richtung auf etw. wenden; in eine
Richtung streben
Zug: der; -(e)s; Züge 1 das Ziehen, das
Bewegen von etw. od. jmdm. (durch
Kraftaufwand) »Der Zug an dem Seil
war so groß, daß es riß.« 2 aus Loko¬
motive u. Waggons bestehendes
Schienenfahrzeug »Wir sind mit dem
Zug nach Berlin gefahren.« 3 starke
Luftbewegung (in einem Raum) 4 Be¬
wegung, das Ziehen, Fliegen von etw.
der Zug der Wolken nach Süden« 5
großer Schluck »Sie nahm einen kräf¬
tigen Zug aus der Flasche.« 6 große
Gruppe von Menschen, die hinterein¬
ander gehen »Karnevalszug« 7 Nei¬
gung; Eigenschaft; Merkmal; Kenn¬
zeichen »Seine Geduld ist ein bewun¬
dernswerter Zug seines Wesens.« Syn.:
<2> Eisenbahn; <6> Kolonne, Ant.: <1>
Druck; Schub 8 der, dieser Zug ist
abgefahren: [ugs.] etw. ist entschie¬
den; eine Möglichkeit ist vorbei 9
etw. in vollen Zügen genießen: etw.
bis zum letzten Rest, Ende, vollkom¬
men ausnutzen u, sich daran freuen
»Sie genießt ihr Leben in vollen Zü¬
gen.« 10 in einem Zug: auf einmal »Er
hatte großen Durst, so daß er die Maß
Bier in einem Zug austrank.« 11 zum
Zuge kommen: endlich auch mal etw.
erreichen, tun o. ä. können »Hoffent¬
lich wird der Vorgesetzte bald pensio¬
niert, dann kann ich vielleicht mit mei¬
nen Fähigkeiten endlich mal zum Zuge
kommen.« 12 in den letzten Zügen
liegen: 1. [salopp] sterben; nicht mehr
lange leben 2. nicht mehr lange dau¬
ern; in nächster Zeit enden, fertig wer¬
den »Dieses Unternehmen liegt wirk¬
lich in den letzten Zügen.« 13 Zug um
Zug: nach u. nach, aber stetig
zug.: Abk. 1 zugehörig 2 zugelassen 3
zugeteilt 4 zugewiesen
Zu|ga|be: die; ~ ; -n 1 das Hinzufügen
von etw. in etw. »Die Zugabe von
Wasser ist zur Verdünnung möglich.«
2 außerplanmäßige Weiterführung
eine künstlerischen Vorstellung,
wenn die Zuschauer durch Klatschen
od. Zuruf dies gefordert haben »Die
Zuschauer forderten eine Zugabe.« 3
kleines Präsent, das dem Kunden un¬
aufgefordert nach dem Kauf einer
Ware geschenkt wird
Zug[ab|teil: das; -fe)s; -e verschließba¬
rer Bereich (oft für sechs Personen) in
Eisenbahn Waggons
Zujgang: der; -(e)s; Zugänge 1 Öff¬
nung, die einen Eintritt erlaubt »Der
Zugang der Höhle war sehr eng.« 2 a)
das Hineingehen, Betreten »Der Zu¬
gang ist verboten!« b) die Einsicht, Be¬
trachtung, Einsichtnahme »Der
Mann hat keinen Zugang zu den gehei¬
men Informationen.« 3 Vorgang u.
Zustand des Hinzukommens »Der
Zugang von Neulingen hat im letzten
Jahr stark abgenommen.« 4 <übertr.>
a) Fähigkeit, mit einem Fachgebiet
zurechtzukommen »Zur Mathematik
fand er nie einen Zugang.« b) Fähig¬
keit, mit Personen, zurechtzukom¬
men »Zu Kindern fand ich immer
schnell Zugang.« c) Fähigkeit, mit ei¬
ner Tätigkeit zurechtzukommen »Ei¬
nen richtigen Zugang zum Kochen
fand ich nie.« 5 [amtssprl.] neue Per¬
son od. Sache, die einem bestehenden
Ganzen zugefügt wird »Das Kranken¬
haus hatte heute nurfünf Zugänge«
zu|gängjlich: Adj. 1 ohne Probleme er¬
reichbar; zu Fuß zu erreichend »Das
Tal war leicht zugänglich.« 2 allge¬
mein der Öffentlichkeit zur Verfü¬
gung stehend »Die Bibliothek ist allen
zugänglich.« 3 <übertr.> eine offene
Gemütshaltung besitzend; Bereit¬
schaft aufbringend, sich Neuem zuzu¬
wenden
Zu|gängl!ich|keit: die; - ; -1 Erreichbar¬
keit über einen Weg »Die schwere Zu¬
gänglichkeit der Höhle hielt viele Besu¬
cher fern.« 2 öffentliche Nutzungs-
mögiichkeit 3 <übertr.> offene Ge¬
mütshaltung; intellektuelle od. ge¬
fühlsmäßige Offenheit
Zug|brücke (Zug|briik|ke —» Zug|brü|-
cke): die; - ; -n 1 Brückenbau mit ei¬
nem Hebemechanismus, der bei Be¬
darf hochgezogen werden kann, um
die darunterliegende Schiffahrtsstra¬
ße freizugeben 2 mittelalterliche Ver-
teidungsanlage bei (Wasser-)Burgen,
wobei der Zugang zur Burg bei Ge¬
fahr durch Hochziehen der Brücke
verhindert wurde
zu]ge[ben: gibst zu; gab(e)st zu; hast
zugegeben 1 a) sich zu einer Handlung
od. Tat bekennen »Er gab den Dieb¬
stahl erst nach drei Tagen zu.« b)
jmdm. etw. zugestehen; etw. für rich¬
tig erachten; gleicher Meinung sein
»Du wirst doch zugeben, daß das kein
glückliches Ende der Geschichte war.«
2 freiwillig noch etw. mehr machen
»Die Musiker gaben noch einen Tanz
zu.«
zu|ge[ge|be|ner|ma|8en: Adv. wie zuge¬
geben werden muß; wie jetzt offen¬
sichtlich, nicht abzustreiten ist »Sie
haben zugegebenermaßen korrekt ge¬
handelt.«
2ufggjgen: Adv. bei etw. anwesend, da¬
bei »Ich war bei dem Vertragsabschluß
zugegen.« Ant.: abwesend
1349
zugehen
zu|ge|hen: geht zu; ging zu; ist
zugegangen 1 [ugs.] sich schließen
(lassen) »Das Fenster war so verzogen,
daß es nicht mehr zuging.« 2
[amtssprl.] übersendet, zugeschickt
werden »Das Schreiben wird Ihnen in
wenigen Tagen zugehen.« 3 in einer
festgelegten Art u. Weise geschehen,
vor sich gehen »Auf dem Fest wird es
ganz schön laut zugehen.« 4 in sich
verjüngender Form verlaufen »Die
Schultüte geht spitz zu.« 5 auf etw. od.
jmdn. zugehen: l. sich nähern; sich in
die Richtung von etw., jmdm. bewe¬
gen »Der Mann geht auf das Pferd
zu.« 2. einer Person entgegen kom¬
men, den ersten Schritt tun, um den
Kontakt o. ä. herzustellen
zu|ge|hö|rig: Adj. n. slg. mit etw. ver¬
bunden; dazugehörend »Er fühlte sich
der Gruppe nicht zugehörig.«
Zu|ge|hö|rig|keit: die; - ; - Mitglied¬
schaft, Aufgenommensein in eine
Gruppierung
Zu]gejhö|rig|keits|ge|fülil: das; -(e)s; -
positives (geborgenes) Gefühl, das
durch die Zugehörigkeit zu einer
Gruppe hervorgerufen wird
zu|ge|knöpft: Adj. zugeknöpfter;
zugeknöpfteste 1 Knöpfe, Haken o. ä.
an einem Kleidungsstück geschlossen
habend 2 <übertr.; Charakter; Art>
[ugs.] sehr zurückhaltend; nicht mit¬
teilsam; abweisend »Er wirkte sehr zu¬
geknöpft.«
Zu|ge|knöpft|h«it: die; - ; - Verhalten,
das keine starken Gefühle u. wenige
Äußerungen zeigt
Zü|gel: der; -s; - 1 vom Reiter od. Last¬
tierführer in der Hand gehaltener (Le-
der-)Riemen zur Lenkung eines Pfer¬
des o. ä. 2 die Zügel (fest) in den Hän¬
den, der Hand haben, halten: etw.
lenken; bestimmen
Zü|gel|füh|ning: die; - ; -en 1 Technik
der Zügelhaltung des Reiters 2 Füh¬
rungsstil, Art u. Weise der Mitarbei¬
terleitung »Der Chef ließ die Zügel¬
führung schleifen.«
Zü|gel|hand: die; - ; -hände Beim We¬
sternreiten die linke Hand, die den
Zügel hält
Zü]ge(|hil|fe: die; - ; -n Einwirkung des
Reiters auf das Pferd mithilfe der
Führung der Zügel
zü|gel|los: Adj. zügelloser; zügelloseste 1
ungehemmt, alle gesellschaftlichen
Regeln u. Normen überwindend »Der
alle Mann betrank sich zügellos.« 2
<Pferd> ohne Zügel od. Reiter »Das
Pferd irrte zügellos durch den Wald.«
Zü|gel|lo|sig|keit: die; - ; -en Zustand
od. Handlung ohne Beachtung der
Regeln od. Norm »Die Zügellosig¬
keit, mit der sich der Mann betrank,
erschreckte seine Fremde.«
zü|geln: zügelst; zügeltest; hast gezügelt
1 beherrschen; in der Gewalt haben;
kontrollieren »Zügel deine
Trinksucht!« 2 <Pferd o. ä.> durch die
Zügelhilfen wieder unter Kontrolle
bringen »Er zügelte das galoppierende
Pferd.«
Zü|ge|lung/Züg|lung: die; -; -en 1 durch
die Zügel in der Gewalt haben; Kon¬
trolle 2 Kontrolle von jmdm. od. etw
Zu]ge|rei|ste —> Zu|ge|reis|te: der u.
die; -n; -n (mit unbestimmtem Art.:
ein Zugereister; eine Zugereiste; zwei
Zugereiste) Person, die nicht von An¬
fang an, von Geburt an an einem Ort
lebt, sondern später zugezogen ist
»Zugereiste werden in Dörfern oft
nicht akzeptiert.« Syn.: Zugezoge-
ne(r)
zu|ge|sel|len, sich: gesellst dich zu; ge¬
selltest dick zu; hast dich zugesellt auf
eine Sache, eine Person od. Personen¬
gruppe zugehen, sich ihr anschließen
zy|ge|stan|de|ner|ma|Ben: Adv. wie zu¬
gestanden, zugegeben werden muß
»Ich bin zugestandenermaßen zu
schnell gefahren u. hatte deshalb den
Radfahrer nicht gesehen.«
Zu|ge|ständ|nis: das; -ses; -se Verzicht
auf einen eigenen Wunsch; Herabset¬
zung von Ansprüchen od. Forderun¬
gen »Beide Vertragspartner mußten
Zugeständnisse machen.«
zu|ge|ste|hen: gestehst zu; gestand(e)st
zu; hast zugestanden a) einem berech¬
tigten Anspruch nachgeben »Ihr wur¬
de das Recht auf einen Anwalt zuge¬
standen.« b) anerkennen; die Richtig¬
keit der Meinung einräumen »Du
wirst mir zugestehen, daß sie ein Recht
auf einen Anwalt hat.«
zu|ge|tan: Adj. in der Wendung jmdm.,
einer Sache zugetan sein: von einer
Sache od. einer Person begeistert,
überzeugt sein
Zu|ge]winn: der;-(e)s; -e etw. vom Aus¬
gangspunkt aus betrachtet Dazuge¬
wonnenes; etw. zusätzlich Erreichtes;
(wirtschaftlicher) Gewinn
Zu|ge|winn|ge|mein|schaft: die; - ; -en
<Rechtsw.> gesetzlicher Güterstand,
der festlegt, daß das nach der Ehe¬
schließung vorhandene u. später da-
zugewonne Vermögen eines jeden
Ehepartners getrennt bleibt u. von je¬
dem selbständig verwaltet wird; im
Falle einer Scheidung findet ein Ge¬
winnausgleich statt
Zug|fe|stig|keit—> Zug|fes|tig|keit: die;
- ; - (Reiß-)Festigkeit eines Stoffes
bei Ausübung von Zugkraft
Zug|fuh|rer: der; -s; - weibl. Zug|füh|re|-
rin: die; - ; -nen 1 aufsichtführende(r),
zugbegleitende(r) Beamte(r) der Bun¬
desbahn »Der Zugführer kontrollierte
die Türen.« 2 meist männl. Form <Mi-
lit.> Führer eines Zuges (= Teil einer
Kompanie) »Der Zugführer machte
Meldung an den Kompaniechef.«
zu|gie|ßen: gießt zu; gossest zu; hast zu¬
gegossen —*alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss*— 1 eine Vertiefung od.
ein Loch mit einer Flüssigkeit od.
zähflüssigen Masse auffüllen, in eine
andere bereits vorhandene Flüssig¬
keit geben 2 eine Flüssigkeit in eine
weitere geben »Zu dem Sirup wird
Wasser zugegossen.«
zu|gig: Adj. einen starken Luftstrom
aufweisend »In den alten Burgen war
es sehr zugig.«
zü|gig: Adj. ohne viele Unterbrechun¬
gen, Syn.; schnell
Zü|gig|keit: die; ~ ; - a) hohe Geschwin¬
digkeit b) <übertr.> glatter Ablauf
ohne Stockung
Zug|kon|trol|le —> Zug|kon|t|rol|te: die;
- ; -n 1 Überprüfung von Personalien
od. Papieren, die im fahrenden Zug
von Bahnbeamten vorgenommen
wird 2 Beamte, die die Zugkontrolle
vornehmen
Zug|kraft: die; - ; -kräfte 1 meßbare
Kraft, mit der ein Gegenstand in eine
festgelegte Richtung gezogen wird
»Die Zugkraft reicht nicht aus, um den
Eisenbahnwaggon zu bewegen.« 2
<übertr.> starke anziehende Wirkung
durch Werbung od. einzelne Worte,
Ideen o. ä. auf Menschen
zug|kräf|tig: Adj. 1 starke ziehende
Kräfte ausübend »Das Pferd war sehr
zugkräftig.« 2 <übertr.> eine starke an¬
ziehende Wirkung ausübend; neugie¬
rig machend; Menschen anziehend
Zugjlast: die; ~ ; -en Masse, Gewicht,
die/das durch Zugkraft zu bewegen
ist »Die Zuglast, die der Motor bewäl¬
tigen kann, beträgt einige Tonnen.«
zugleich: Adv. zeitgleich; im selben Au¬
genblick
Zug|lei|ne: die; - ; -n 1 Schnur, Strick
od. Drahtseil, welche(s) man zur Ak¬
tivierung einer Maschine od. eines
Gerätes einsetzt »Die Zugleine war
mit dem Ventilator verbunden.« 2 [sel¬
ten] Zügelleine
Zuglluft: die; - ; - Windbewegung in ge¬
schlossenen Räumen, die als sehr un¬
angenehm empfunden wird u. als Ur¬
sache für diverse Krankheiten gilt
Zug|ma|schi(ne: die; - ; -n Schlepper
od. Kraftfahrzeug auf der Straße od.
Schiene zum Schleppen von Anhän¬
gern, zur Bewegung von Lasten, die
mittels einer Kupplung angehängt
werden
Zug|num|mer. die; - ; -n 1 Kennummer
eines Zuges »Ist das der Zug nach
Wien, schau mal auf die Zugnummer.«
2 <übertr.> a) für das Publikum beson¬
ders anziehender Teil einer Vorstel¬
lung »Der traurige Clown war die
Zugnummer des Zirkus.« b) etw., Per¬
son, was/die etw. besonders attraktiv,
anziehend für jmdn. macht »Dieser
Computer ist die Zugnummer im An¬
gebot.«
Zug|per]so|nal: das; -(e)s; - Personen,
die im fahrenden Zug arbeiten; Be¬
gleitpersonal
Zug|pferd: das; -(e)s; -e 1 starkes Pferd
od. Pony, das vor einen Wagen ge¬
spannt große Lasten ziehen kann 2
<übertr.> Sache od. Person, die durch
ihre Attraktivität viele Menschen an¬
zieht »Zugpferd der Messe war dieses
neue Modell.« 3 <übertr.> Person, die
durch ihre Spontaneität u. Aktivität
viele Menschen zu Handlungen an¬
regt
Zug|pfla|ster —> Zug|pflas|ter: das; -s;
- <Med.> Pflaster mit Zusatz von
Hautreizmitteln, die die Durchblu¬
tung fördern
zu|grei|fen: greifst zu; griff (e)st zu; hast
zugegriffen 1 etw. mit der Hand
(an)fassen »Als sie stolperte, griff ihre
Freundin zu u. hielt sie am Arm fest.« 2
eine Gelegenheit zum Kauf nutzen
»Bei dem Sonderangebot griff sie zu.«
3 helfen u. mitarbeiten
Zylgriff: der;-(e)s; -e 1 Zugang; die Be¬
trachtung, Einsichtnahme »Der
Mann hat keinen Zugriff zu den gehei¬
men Informationen.« 2 fester Griff;
das Festhalten 3 <übertr.> Festnahme
1350
Zulage
durch die Polizei »Der Zugriff auf den
Dealer war schon lange geplant.«
Zu|griffs|zeit: die; -; -en <EDV> Zeit, die
von einem Computer benötigt wird,
um die gewünschten Informationen
od. Programme von der Festplatte
bereitzustellen
zu|grun|de—* auch zu Grun|de: Adv. in
den Wendungen 1 a) zugrunde gehen
—» auch zu Grunde gehen: zerstört
werden »Das Königreich ging
zugrunde.« b) zugrunde richten —>
auch zu Grunde richten: jmdn., etw.
zerstören, ruinieren »Der Börsen¬
krach richtete ihn zugrunde.« 2 etw.
liegt (einer Sache) zugrunde —>
auch etw. liegt (einer Sache) zu
Grunde: etw. ist Grundlage, Basis für
etw. ■
zu|grun|de|lie|gend —* auch zu Grun|-
de ije|gend: Adj. n. stg. die Basis,
Grundvoraussetzung für etw. bildend
Zug|sal|be: die; ~ ; -n <Med.> cremearti¬
ges Arzneimittel mit Zusatz von
Hautreizmitteln, die die Durchblu¬
tung fördern
Zug|tier: das; -fe)s; -e Esel, Ochse,
Pferd, Pony o. ä. Tier, das vor einen
Wagen gespannt große Lasten ziehen
kann
zulgucken (zu]guk|ken —»• zu|gu|cken):
guckst zu; gucktest zu; hast zugeguckt
[ugs.] zuschauen; neugierig betrach¬
ten »Die Kinder guckten dem Mann
bei der Arbeit zu.«
Zug|un|glück: das; -(e)s; -e Unfall, an
dem ein Eisenbahnzug beteiligt ist
zu|gun|sten —» zu|guns|ten/zu Guns|-
ten: Präp. mit Gen. bei nachfolgendem
Objekt; mit Dat. bei vorangehendem
Objekt für jmdn. zum Vorteil »Er ver¬
faßte ein Testament zugunsten seiner
Frau.«
zu|gu|te: Adv. in den Wendungen 1 zu¬
gute halten: [geh.] zu Gunsten einer
Person, eines Sachverhaltes berück¬
sichtigen 2 zugute kommen: vorteil¬
haft für eine Person sein
Zug|zwang: der; -(e)s; -zwänge 1 Lage
im Schachspiel, in der aus dem Recht,
eine Figur zu ziehen, eine Pflicht
wird, obwohl dann eine schlechtere
Position eingenommen wird 2
<übertr.> Lage, in der eine Person ge¬
zwungen ist, sich zu entscheiden, ob¬
wohl von ihr nicht abzusehen ist, ob
sie dadurch eine günstigere Position
einnehmen wird
Zu|hä!|ter: der; -s; • weibl. (selten] Zuj-
häl|te)rin: die; - ; -nen meist männli¬
che Person, die von den für sie arbei¬
tenden Prostituierten wirtschaftlich
unterhalten wird, Syn.: [ugs.] Lude
Zu|häl|te|rei: die; - ; - <Rechtsw.> Aus¬
beutung Prostituierter; professionelle
Anregung zu u. Vermittlung von se¬
xuellen Diensten
zu|hal|te|risch: Adj. n. stg. Verhalten,
das dem Tatbestand der Zuhälterei
entspricht
Zu|hal|tung: die; - ; -en <Technik> Rie¬
gel; massiver Teil des Schlosses, der
die Tür verriegelt
zu|hau|en: haust zu; hautest zu; hast
zugehauen 1 [ugs.j heftig, mit Kraf¬
teinwirkung schlagen 2 mit einem
schlagenden Werkzeug etw. so bear¬
beiten, daß es eine gewünschte Form
erhält 3 [ugs.] auf jmdn. einschlagen
»Die Frau überlegte nicht lange u.
haute zu.« 4 [ugs.] meist mit einem
lauten Knall zufallen (lassen)
zulhauf: Adv. in großer Anzahl »Die
jungen Mädchen fielen zuhauf in Ohn¬
macht, als der Rockstar auftrat.«
Zulhaulsc: das; -s; - Heim, Heimat, Ört¬
lichkeit, in dem/der man sich sicher u.
zugehörig fühlt, in der man aufge¬
wachsen ist, in der man lebt; Woh¬
nung
zulhause —» auch zu Haulse: Adv. a)
heimisch; zugehörig »Er fühlt sich in
dem fremden Land wie zuhause.« b) in
der Wohnung; an einem Ort »Der ge¬
brochene Fuß zwang ihn, zuhause zu
bleiben.«
zu|hei|len: heilt zu; heilte zu; ist zugeheilt
Wunde, die wieder abheilt, sich durch
Hautwachstum schließt
Zu|hil|fe|nah|me: die; - ; - mit Hilfe von,
durch Gebrauch eines Hilfsmittels
od. Hilfsstoffes »Nur unter Zuhilfe¬
nahme einer Lupe war das Tier zu er¬
kennen.«
zu|hö|ren: hörst zu; hörtest zu; hast zu¬
gehört längere Zeit intensiv lauschen
Zu(hö|rer: der; -s; - weibl. Zu|hö|re]rin:
die; ~ ; -nen Person, die einem Ge¬
schehen, einer Handlung zuhört,
lauscht
zu|ju|beln: jubelst zu; jubeltest zu; hast
zugejubelt freudig erregt begrüßen,
lautstark seine Freude äußern »Die
Freunde jubelten dem frisch vermähl¬
ten Paar vor den Kirche zu.«
zu|keh|ren: kehrst zu; kehrtest zu; hast/
bist zugekehrt 1 hast bestimmte Kör¬
perteile hinwenden zu einer Person
»Der Mann kehrte der Frau den Rük-
ken zu.« 2 hastjbist [österr.] a) in ein
Lokal gehen, einkehren »Die Wande¬
rer kehrten in einem Gasthaus zu.« b)
einen kurzen Halt machen; jmdn.,
etw. kurz besuchen
zu|kif|fen, sich: kiffst dich zu; kifftest
dich zu; hast dich zugekifft [ugs.] sich
durch den Genuß von Haschisch in
einen exessiven Rauschzustand ver¬
setzen
zu|klap|pen: klappst zu; klapptest zu;
hastlist zugeklappt a) hast mit einem
Klappgeräusch schließen »Er klappte
das Buch zu.« b) ist sich selbsttätig mit
einem Klappgeräusch schließen
zu|kle|ben: klebst zu; klebtest zu; hast
zugeklebt a) etw. zu Öffnendes wieder
mit Klebstoff verschließen »Der
Mann klebte das Paket zu.« b) eine
große Ebene o. ä. großflächig mit
etw. überkleben »Die Plakatwand ist
über u. über mit Plakaten zugeklebt.«
zu|kno|ten: knotest zu; knotetest zu; hast
zugeknotet Stoffe durch einen Knoten
aneinander befestigen u. so etw. ver¬
schließen
zu|kom|men: kommst zu; kam(e)st zu;
bist zugekommen 1 das Recht auf, zu
etw. haben »Diese Kritik kam ihm
nicht zu.« 2 sich jmdm. nähern »Der
Zug kam auf uns zu.« 3 jmdm. etw.
zukommen lassen: dafür sorgen, daß
eine Person etw. bekommt 4 die Din¬
ge auf sich zukommen lassen: nichts
überstürzen, sondern erst einmal ab¬
warten, wie sich etw. entwickelt u.
dann handeln
zujkorjken: korkst zu; korktest zu; hast
zugekorkt ein Gefäß mit einem Kork¬
pfropfen abdichten, verschließen
»Die Portflaschen werden nach dem
Befüllen zugekorkt.«
zu|krie|gen: kriegst zu; kriegtest zu; hast
zugekriegt [ugs.] etw. verschließen
(können)
Zujkunft: die; - ; Zukünfte (PI. s.) 1
(Geschehnisse in der) Zeit, die kom¬
men wird »Ihre Zukunft wird nicht all¬
zu rosig aussehen.« 2 in Zukunft: dem¬
nächst; bei Wiederholung »Sei in Zu¬
kunft bitte pünktlicher!« 3 (keine) Zu¬
kunft haben; ohne/mit Zukunft:
ohne/mit Aussicht auf Erfolg »Die
Energiegewinnung durch Solarzellen
hat Zukunft.« 4 etw. od. jmdm. ge¬
hört die Zukunft: etw. od. jmd. wird
viel Erfolg haben »Die Zukunft gehört
der Solarenergietechnik.«
zu|kiinf|tig: 1 Adv. in naher Zukunft;
demnächst »Zukünftig ist dies mein
Zuhause.« 2 Adj. in spe; voraussicht¬
lich »Das zukünftige Zuhause muß erst
noch renoviert werden.«
Zu]künf|ti|ge: der u. die; -n; -n (mit unbe¬
stimmtem Artikel: ein Zukünftiger;
eine Zukünftige; zwei Zukünftige)
jmds. Verlobte(r); verlobte, bald ver¬
heiratete Personen
Zu|kunfts|angst: die; - ; -ängste Angst
vor dem Ungewissen; Angst vor dem
Zukünftigen »Die Zukunftsangst be¬
drückte die Frau.«
Zu]kunfts|for|schung: die; - ; - Wissen¬
schaft, die sich mit der Erforschung
der Zukunft auseinandersetzt
zu|kunfts|ge|rich|tet: Adj. a) positiv in
die Zukunft orientiert, vorausschau¬
end b) nach vorne weisend; innovativ
zu|kunfts|gläu|big: Adj. an die Zukunft
glaubend; auf Besserung der heutigen
Umstände in der Zukunft hoffend
zu|kunfts|ori|en|tiert —» zu|kunfts|o|rij-
enftiert: Adj. vorausschauend; auf die
Zukunft hoffend »Zukunftsorientierte
Technologien werden zur Zeit in den
Betrieben gefördert.«
Zu|kunfts|per|spekfti|ve —» Zu|kunfts|-
~per|s|pek|ti|ve: die; - ; -n Aussichten
für die kommenden Zeiten »Die Zu¬
kunftsperspektive jür ältere Arbeitslo¬
se wird immer schlechter.«
zu|kunfts|si|cheR Adj. für die Zukunft
mit hoher Wahrscheinlichkeit benö¬
tigt; eine sichere Zukunft habend; zu¬
kunftsträchtig »Das Handwerk des
Gas- u. Wasserinstallateurs ist zu¬
kunftssicher.«
zu|kunfts|wei|send: Adj. vorausschau¬
end; in der Zukunft anwendbar »Zu¬
kunftsweisende Technologien müssen
an den Hochschulen gefördert wer¬
den.«
zu|lä|cheln: lächelst zu; lächeltest zu;
hast zugelächelt jmdn. freundlich od.
aufmuntemd anlächeln u. dadurch
Sympathie zeigen
zu|la|den: lädst (ladest) zu; lud(e)st zu;
hast zugeladen Frachtgut zu schon
vorhandenem Ladegut zufügen
Zu|la|dung: die; ~ ;-en 1 neu aufgenom¬
menes Ladegut, das zu der übrigen
Fracht hinzugefügt wird 2 Vorgang
des Hinzuladens
Zu|la|ge: die; - ; -n Zuschlag, Ergän¬
zung zur regulären Bezahlung »Für
1351
zuiande
diese Arbeit gibt es eine Schmutzzula¬
ge.«
zu|lan|de —* auch zu Lan|de: Adv. a)
hier, in diesem Lande b) dort, in je¬
nem Lande
zu|lan|gen: langst zu; langtest zu; hast
zugelangt 1 a) gut, reichlich essen u.
trinken (können) »Der Mann hatte
Hunger u. Durst, also langte er ordent¬
lich zu.« b) zuschlagen, zupacken
können »Er war sehr wütend u. langte
kräftig zu.« 2 [landsch.] Frage da¬
nach, ob etw. in ausreichender Menge
vorhanden ist »Langt das Brot zu?«
zu|!äng|lich: Adj. n. stg. a) ausreichend
»Seine Meinung ist zulänglich
bekannt.« b)(landsch.] brauchbar eine
zulängliche Lösung«
zu]las|sen: läßt zu; ließ(es)t zu; hast zu¬
gelassen —»alle Gegenwartsformen
mit ss*— 1 etw. tolerieren, dulden,
geschehen lassen »Er läßt zu, daß die
Katze auf seinem Sofa schläft.« 2 amt-
licherseits eine Erlaubnis erteilen, ein
Auto zu fahren, einem Prozeß beizu¬
wohnen, einen Beruf auszuüben o. ä.
Die Behörde ließ ihn als Anwalt am
Amtsgericht zu.« 3 etw. offen halten,
so daß verschiedene Verfahrenswei¬
sen möglich sind; verschiedene Sicht¬
weisen ermöglichen; eine andere Deu¬
tung erlauben »Der Schluß des Films
läßt verschiedene Interpretationen zu.«
zu|läs|sig: Adj. von behördlicher Seite
zugelassen, erlaubt »Das zulässige
Gesamtgewicht ist überschritten wor¬
den!«
Zu|tas|sung: die; - ; -en 1 Gewährung
eines Privilegs; (amtliche) Bescheini¬
gung, Gewährung einer Erlaubnis
»Er erhielt die Zulassung als Arzt.« 2
[ugs.] Zulassungspapiere, Kraftfahr-
zeugschein/-brief für ein Auto, Kraft¬
fahrzeug
zy|las|sungs|pflich|tig: Adj. n. stg. ver¬
pflichtet, durch Polizei od. Zulas¬
sungsstelle zur Benutzung zugelassen
zu werden »Jedes Motorrad, Auto od.
jeder LKW ist zulassungspflichtig, so¬
bald er auf öffentlichen Straßen
fährt.«
Zujlauf: der; -(ejs; Zuläufe 1 Kund¬
schaft, die zu einer Person, einem Ge¬
schäft od. einer Praxis neu hinzu¬
kommt »Der Zulauf zu dem neuen
Arzt ist groß.« 2 natürlicher Wasser¬
zufluß; Zufluß »Der Zulauf ist
ausgetrocknet.« 3 a) meßbare Wasser¬
menge, die an einer Stelle einer Anla¬
ge zufließt »Der Zulauf ist zu gering,
er muß gesteigert werden.« b) Ort, an
dem das Wasser innerhalb einer Indu¬
strieanlage zuströmt »Der Zulauf
liegt oberhalb des Klärbeckens.«
zu|lau|fen: läuft zu; lief zu; ist
zugelaufen 1 zusätzlich zu einer schon
vorhandenen Flüssigkeitsmenge hin¬
zufließen, aulfüllen 2 dierrenloses
Haustier> sich einer Person anschlie¬
ßen »Mir ist eine kleine Katze
zugelaufen.« 3 sich in eine bestimmte
Richtung erstrecken 4 auf einen be¬
stimmten Punkt hinlaufen; eine be¬
stimmte, sich zuspitzende Form auf¬
weisen
zu|le|gen: legst zu; legtest zu; hast zuge¬
legt [ugs.] etw. steigern, ergänzen, ver¬
mehren, dazutun »Sie hat Gewicht zu¬
geiegt.«
zu|le|gen, sich: legst dir zu; legtest dir
zu; hast dir zugelegt sich etw. anschaf¬
fen »Ich habe mir einen neuen Mantel
zugelegt.«
2u|ieijde —» auch zu Leijde: in der Wen¬
dung jmdm. etw. zuleide tun —» auch
jmdm. etw. zu Leide tun: jmdm. scha¬
den, ihn verletzen »Er tut niemandem
etw. zuleide, er ist sanft.«
zu|lei|ten: leitest zu; leitetest zu; hast zu¬
geleitet 1 Flüssigkeit, den Verkehrs¬
strom, Menschen, Geldmengen o. ä.
zu einer Stelle führen, geleiten, umlei¬
ten 2 einer Person ein Schriftstück zu¬
kommen lassen, übermitteln, zusen¬
den »Der Amtsleiter leitete die Verfü¬
gung dem Beamten zu.«
Zujleijtung: die; - : -en 1 Rohr, Lauf¬
band o. ä., welches die Aufgabe des
Transportes übernimmt »Die Zulei¬
tung führt unterirdisch zu der
Kanalisation.« 2 a) der Vorgang des
Leitens, Umleitens b) Vorgang des
Leitens, Umleitens, bezogen auf In¬
formationen, Wissen, Nachrichten
»Die Zuleitung der Informationen über
das hauseigene Computersystem funk¬
tioniert recht gut.«
zu[lie|be: Präp. mit Dat.; nachgestellt
um einer Personen einen Gefallen zu
tun; aus der Verantwortung hinsicht¬
lich der Sache »Mir zuliebe könntest
du endlich spülen.«
Zujlie|fe|rant: der; -en; -en weibl. Zy|lie|-
fe|ran(tin: die; - ; -nen Händler(in),
der/die Halbprodukte bzw. vorgefer¬
tigte Produkte an die weiterverarbei¬
tenden Industrien liefert u. damit in
einem Abhängigkeitsverhältnis steht
Zu|lie|fe|rer: der; -s; - weibl. Zu|lie]fe|-
rin: die; - ; -nen Händlerin), der/die
Halbprodukte bzw. vorgefertigte
Produkte an die weiterverarbeitenden
Industrieen liefert (u. damit in einem
Abhängigkeiterhältnis steht)
Zu|lie|felrertin|du|strie/Zu|lie|ferjin|du|-
strie —> Zu|liejfeireijin|du|s|t[rie/Zy|-
lie|fer|in|du|s|t|rie: die; -; -n Industrie,
die sich darauf spezialisiert hat, vor¬
gefertigte Produkte für die weiterver¬
arbeitende Industrie zu produzieren
zy|lie|fem: lieferst zu; liefertest zu; hast
zugeliefert 1 a) Ware u. Produkte an¬
liefern b) als Zulieferer Produkte her¬
stellen »Er hatte sich darauf spezialli-
siert zuzuliefern.« 2 <Rechtsw.> einen
Straftäter der Gerichtsbarkeit zufüh¬
ren »Der Gewalttäter wurde dem Ge¬
richt zugeliefert.«
Zujluft: die; - ; - <Technik> 1 Luft bzw.
Luftstrom, der in Anlagen, Gebäu¬
den, Klimaanlagen hinein geleitet
wird »Die Zuluft wird durch die Kli¬
maanlage gleichmäßig verteilt.« 2 An¬
lage, die die Luft von Außen ansaugt
u. in eine Anlage pumpt »Die Zuluft
ist auf dem Dach untergebracht.«
zu|ma|chen: machst zu; machtest zu;
hast zugemacht etw. schließen, ver¬
sperren »Mach bitte die Tür hinter dir
zu!«
zu|mal: I Konj. a) um so mehr, da; be¬
sonders, weil »Du solltest keinen Al¬
kohol trinken, zumal du Schwierigkei¬
ten mit der Leber hast.« b) [ugs.] da;
weil; wenn »Er fährt viel Auto, zumal
er auf Montage ist.« II Adv. vor allem
»Die ganze Familie war stolz auf seine
Leistungen, zumal seine Mutter.«
zu|mau|ern: mauerst zu; mauertest zu;
hast zugemauert mit Steinen u. Mörtel
eine Öffnung verschließen »Der
Handwerker mauerte das Loch in der
Gartenmatter zu.«
zu|meist: Adv. sehr oft; häufig; meistens
»Zumeist essen wir um 19 Uhr zu
Abend.«
zu|mes|sen: mißt zu; maßfesjt zu; hast
zugemessen —»alle Gegenwartsfor¬
men mit ss*— 1 genau bemessen ver¬
teilen; genau abmessen 2 beimessen;
in einer Weise einschätzen »Er maß
der Trauung große Wichtigkeit bei.«
zu|m]n|dest: Adv. wenigstens; gering¬
stenfalls »Du könntest dich zumindest
entschuldigen!«
zu|mutjban Adj. möglich; für jmdn. er¬
träglich »Diese Wohnverhältnisse sind
nicht zumutbar.«
Zyimut|baiikeit: die; - ; -en Belastung,
die einer Person zugetraut wird
zu|mu|te —»■ auch zu Mu|te: in den Wen¬
dungen zumute sein, werden —*
auch zu Mute sein, werden: Gefühls¬
zustand, der im Verhältnis zu einer
Tätigkeit, Handlung, einem Gesche¬
hen steht »Dem Schüler war nicht
wohl zumute bei dem Gedanken,
schummeln zu müssen.«
zu|mu|ten: mutest zu; mutetest zu; hast
zugemutet 1 jmdm. Zutrauen, daß er/
sie eine Belastung erduldet od. er¬
trägt, obwohl diese eigentlich die Be¬
lastungsgrenze überscheitet »Kamt
ich dir zumuten, daß du den Einkaufs¬
korb u. die drei Taschen alleine
trägst?« 2 (Negatives) Zutrauen; glau¬
ben, das ein Geschehen mit einer Per¬
son in Verbindung steht »Man kann
dem netten Jungen nichts Böses zumu¬
ten.«
Zumultung: die; - ; -en etw. (z. B. eine
Handlung, ein Gegenstand), was für
jmdn. kaum erträglich ist »Diese Mu¬
sik ist wirklich eine Zumutmg!«
zunächst: I Adv. a) zuerst; fürs erste; in
erster Linie; vorerst »Ich erklärte zu¬
nächst, daß ich einverstanden sei, än¬
derte meine Meinung aber wieder.« b)
inzwischen; in diesem Augenblick II
Präp. mit Dat. [geh.] in der Nähe von
»Das Haus lag zunächst dem Park.«
zu|nä|hen: nähst zu; nähtest zu; hast zu¬
genäht durch einen Faden mittels ei¬
ner Nadel o. ä. verschließen
Zu]nah|me: die; - ; -n Steigerung, Ver¬
mehrung von etw. »Die Zunahme der
Zuschauerzahlen bestätigt uns in unse¬
rer Arbeit.«
Zu|na|me: der; -ns; -n Nachname; Fam-
lienname »Sein Zuname lautet Mei¬
er.«
zün|deln: zündelst; zündeltest; hast ge-
zündelt mit Feuer hantieren; etw. an¬
zünden; von Feuer fasziniert mit ihm
spielen »Die Kinder zündelten wieder
mit Streichhölzern.«
zün|den: in Brand setzen; einen Ver¬
brennungsvorgang einleiten »Der
Motor zündete nicht sofort.«
zün|dend: Adj. 1 durch einen Funken in
Brand setzend, zu einer Explosion
I bringend 2 der zündende Funke: eine
1352
zupacken
gute Idee; Anstoß, der einer guten
Idee vorausgeht
Zünjder: der; -s; - Vorrichtung, die eine
Sprengladung zur Explosion bringt
»Der Zünder war mit einer Uhr ver¬
bunden.«
Zünd|hütjchen: das; -s; - 1 kleine
Sprengkapsel, die zur Zündung ge¬
braucht wird »Er legte das Zündhüt¬
chen in das alte Gewehr.« 2 [scherzh.]
kleines, damenhaftes Hütchen »Das
gelbe Zündhütchen aus den 50er Jah¬
ren stand ihr sehr gut.«
Zünd|ker|ze: die; - ; -n <Technik> elektri¬
sche Vorrichtung ira Verbrennungs¬
motor, die die Zündung des Gasgemi¬
sches im Kolben bewirkt
Zünd|punkt: der; -(e)s; -e (Technik)
Höhe der Temperatur, bei der es bei
normalem Luftdruck u. an der Luft
zu einer Selbstentzündung eines Stof¬
fes kommt »Der Zündpunkt ist bei
flüchtigen Stoffen, wie z. B. Benzin,
sehr niedrig.«
Zünd|sch!oß —* Zündschloss: das;
-Schlosses; -schlösset Anlage, die den
Stromkreis einer Zündanlage nach
Betätigung eines Schlüssels schließt u.
damit das Auto o. ä. startet
Zünd|schlüs|sel: der; -s; ~ Schlüssel,
der benötigt wird, um den Stromkreis
einer Zündanlage zu schließen u.
dann zu starten »Der Zündschlüssel
steckt abgebrochen im Zündschloß.«
Zünd|stoff: der; -(e)s;-ei Sprengstoff,
der eine Initialzündung auslöst »Der
Zündstoff liegt trocken u. sicher in ei¬
nem separaten Lagerhaus.« 2 etw.
enthält viel Zündstoff: etw. hat etw.
zum Thema, das einer Diskussion be¬
darf, das (gesellschaftlich) etw. bewe¬
gen könnte
Zünjdung: die; - ; -en (Technik) 1 (Ver¬
brennung) Entzündung des Kraft¬
stoffgemisches »Die Zündung des
Luft-Gas-Gemisches kann nur unter
Verdichtung im Kolben geschehen.« 2
Zündanlage bei Verbrennungsmoto¬
ren »Die Zündung muß regelmäßig
eingestellt werden.« 3 das Starten
»Die Zündung der Rakete mußte um
drei Tage verschoben werden.«
zu|neh|men: nimmst zu; nahm(e)st zu;
hast zugenommen a) vermehren;
wachsen; sich steigern »Die Anzahl
der Zuschauer nimmt stetig zu.« b)
dicker werden »Ich habe schon wieder
ein Kilo zugenommen.«
zu|nehjmend: Adv. a) sich verbreiternd;
runder werdend; sich vergrößernd
»Der Mond war zunehmend.« b) sich
vermehrend; deutlich sichtbar, immer
deutlicher werdend »Der Zustand ver¬
schlechterte sich zunehmend.«
zu|nei|gen: neigst zu; neigtest zu; hast
zugeneigt sich zu einer Position bewe¬
gen, zu etw. tendieren b) einer Hal¬
tung gegenüber Verständnis aufbrin¬
gen; zu etw. Liebe, Zuneigung ent¬
wickeln 2 in einer Bewegung sich
jmdm. zuwenden; sich leicht aufein¬
ander, auf etw. zubewegen »Die Son¬
nenblumen neigen sich der Sonne zu.«
3 sich dem Ende zuneigen: etw. geht
zu Ende, wird beendet »Die Veran¬
staltung neigte sich dem Ende zu.«
Zu]nei|gung: die; - ; -en positive Emp¬
findung der Sympathie »Ich spürte
eine starke Zuneigung zu ihm.«
Zunft: die; - ; Zünfte (hist.) Zusammen¬
schluß von Handwerkern »Innerhalb
der Zünfte herrschte im Mittelalter ein
starkes Zusammengehörigkeitsge¬
fühl.«
Zunft|brief: der;-(ejs; -e Dokument, in
dem die Regeln u. Bräuche einer
Zunft, die Zunftordnung festgehalten
werden
zünftig: Adj. 1 a) [veralt.] der Zunftord¬
nung entsprechend; sach- u. fachge¬
recht »Die Arbeit ist zünftig ausge¬
führt worden.« b) einer Zunftordung
unterworfen »Die Tischler sind zünf¬
tig organisiert.« 2 dibertr.) urig, wie
ein alter Handwerker wirkend; ur¬
sprünglich; heftig »Jetzt muß zünftig
gefeiert werden.«
Zunjge: die; - ; -n 1 (Anat.) unten im
Mundraum befindliches, bewegli¬
ches, muskulöses Organ, das zur
Nahrungsaufnahme u. Geschmacks¬
erkennung sowie als Sprechwerkzeug
bzw. der Lauterzeugung dient »Ich
habe mir an der heißen Suppe die Zun¬
ge verbrannt.« 2 böse Zungen: Perso¬
nen, die über jmdn. od. etw. (oft un¬
berechtigt) negative Dinge berichten
3 a) seine Zunge im Zaum halten: ge¬
nau aufpassen, was man sagt u. gege¬
benenfalls nichts sagen b) die Zunge
hüten: sehr vorsichtig mit seinen Be¬
merkungen sein, um nichts Falsches,
Unbedachtes zu sagen 4 sich die Zun¬
ge verbrennen: etw. Unangemessenes
sagen, was vom anderen übelgenom¬
men wird 5 a) jmd. hat eine scharfe,
spitze Zunge: jmd. macht gerne ge¬
meine, Bemerkungen b) jmd. hat eine
lose Zunge: 1. jmd. spricht schnell,
oftmals, ohne vorher nachgedacht zu
haben 2. jmd. sagt viel Freches 6
jmdm. auf der Zunge liegen: 1. Mühe
haben, etw. zu sagen, sich an etw.,
was einem bekannt ist (z. B. an ein
Wort) zu erinnern »Sein Name liegt
mir auf der Zunge, aber ich komme im
Moment nicht drauf.« 2. etw. fast sa¬
gen »Es lag mir auf der Zunge, ihm zu
sagen, was für ein Dummkopf er ist.« 7
a) sich auf die Zunge beiBen: sich be¬
mühen, eine (unpassende) Bemer¬
kung nicht auszusprechen; eine Be¬
merkung noch im letzten Moment zu¬
rückhalten b) sich die Zunge (lieber)
abbeißen: nichts sagen wollen 8 die
Zunge am Gaumen kleben haben:
sehr durstig sein 9 a) die Zunge hängt
zum Hals(e) raus: sich sehr (körper¬
lich) angestrengt haben b) sich die
Zunge aus dem Hals rennen: sich
sehr bemühen, anstrengen 10 eine
schwere Zunge: Schwierigkeiten
beim Sprechen (durch übermäßigen
Alkoholgenuß) 11 böse Zungen: ver¬
leumderische, hinterhältige Men¬
schen 12 jmdm. die Zunge lösen,
lockern: eine Person dazu bringen,
mehr zu erzählen 13 Die Zunge ist
mein Feind; sie redet, bevor der Ver¬
stand spricht: gilt, wenn jmd. vor¬
schnell, ohne zu überprüfen, nachzu¬
denken etw. sagt, redet 14 aj Scharfe
Schwerter schneiden sehr, scharfe
Zungen noch viel mehr: böse, bissige
Bemerkungen können größere Wun¬
den zufügen als körperliche Verlet¬
zungen b) Böse Zungen schneiden
schärfer als Schwerter: böse Bemer¬
kungen o. ä. können mehr verletzen,
weh tun, als körperlicher Schmerz
2ün|geln: züngelt; züngelte; hat
gezüngelt (meist Feuen sich wie in
kleinen Zungen bewegen »Schon zü¬
gelte das Feuer unter der Tür hin¬
durch.«
Zun|gen|bre(cher: der; -s; - [ugs.]
schwierig auszusprechende(s)(r)
Wort, Satz usw. »Der Satz 'Fischers
Fritz fischt frische Fische' ist ein
schwieriger Zungenbrecher.«
Zun|gen|fer|tig|keit: die; - ; - Sprachge¬
wandtheit eines Sprechers
zun|gen|för|mig: Adj. n. stg. auf einer
Seite flach u. breit u. auf der anderen
spitz zulaufende Form; der Form ei¬
ner Zunge entsprechend
Zun|gen|kuB —* Zun|gen|kuss: der;
-kusses; küsse intensiver Kuß, bei
dem die Zunge in die Mundhöhle des
Partners eindringt
Zun|gen|schlag: der; -(e)s; -schlage 1
schnelle, schlagende Auf -u. Abbewe¬
gung mit der Zunge 2 Zungenbewe¬
gung, die es ermöglicht, zwei od. meh¬
rere nicht verbunden zu spielende
Töne zu trennen »Der Ton wurde
durch den Zungenschlag zu einem
Stakkato.« 3 a) für eine bestimmte
Personengruppe eines Alters, einer
Schicht, eines Dialektes typische Re¬
deweise »Der Zungenschlag wies ihn
als Bayern aus.« b) Akzent, Akzentu¬
ierung
zu|n]chjte: in den Wendungen 1 zunichte
sein, werden: eine Sache, eine Idee,
ein Traum, die Zukunft ist vernichtet
2 etw. macht etw. zunichte: ein Ge¬
schehen, eine Handlung, eine Hal¬
tung vernichtet einen Traum, eine
Ideeo.ä.
zujnicken (zu|nik|ken —» zu|ni|cken):
nickst zu; nicktest zu; hast zugenickt
mit dem Kopf nicken, so ein Zeichen
geben »Der Mann nickte dem Mäd¬
chen aufmuntemd zu.«
zu|nie|ten: nietest zu; nietetest zu; hast
zugenietet durch Nieten zumachen,
schließen, vernieten »Der Hohlraum
wird vernietet.«
zu|nut|ze —> auch zu Nyt|ze: in der
Wendung sich zunutze machen —»
auch sich zu Nutze machen: sich etw.
zum eigenen Vorteil aneignen »Er
machte sich ihre Erfahrung zunutze,
um ein Geschäft zu eröffnen.«
zu|oberst —> zu|o|berst Adv.
[landsch.] ganz oben; obenauf »Das
Buch liegt zuoberst auf dem Stapel.«
zu|ord|nen: ordnest zu; ordnetest zu;
hast zugeordnet in eine bestehende
Ordnung, Klassifikation, Sortierung
einfügen
Zu|ord|nung: die; - ; -en Klassifizierung
einer Sache od. Person durch be¬
stimmte Merkmale »Die Zuordnung
der Zackenbarsche in die Familie der
Barschartigen ist eindeutig.«
zujpacken (zu|pak]ken —► zu]pa|cken):
packst zu; packtest zu; hast zugepackt
1 durch eine schnelle Reaktion etw.
ergreifen u. halten, mit der Hand fest
zugreifen »Der Mann packte schnell
1353
zupaB
zu, als der Junge von der Leiter Zufäl¬
len drohte.« 2 [ugs.] fest ergreifen u.
nicht mehr loslassen; zugreifen 3
[ugs.] schwer körperlich u. andauernd
arbeiten, sehr effektiv schaffen »Der
Arbeiter konnte sehr gut zupacken.« 4
[ugs.] mit Decken o. ä. einpacken, be¬
decken, vermummen »Die Frau
packte ihr krankes Kind mit Decken
zu.« 5 helfend zugreifen; helfen
zu|paB —> zulpasst in der Wendung
jmdm. zupaB kom|men —» zupass
kom[men: jmdm. willkommen, recht
sein »Deine Hilfe kommt mir zupaß.«
zu|pas|se: in der Wendung jmdm. zu¬
passe kom|men: jmdm. willkommen,
recht sein »Deine Hilfe kommt mir zu¬
passe.«
zup|fen: zupfst; zupftest; hast gezupft
(etw. mit zwei Fingern od. einem Ge¬
rät, vorsichtig) greifen u. daran zie¬
hen »Sie zupfte einige Flusen vom
Pullover.«
Zupf|in|stru|ment —* Zupf|in|s(tru|-
ment: das; -(e)s; -e Instrument, des¬
sen Saiten mit der Hand, dem Plek¬
tron od. Schlegeln angeschlagen u.
damit zum Klingen gebracht werden
(z. B. Mandoline, Mandola, Gitarre)
zu|re|chen|baR Adj. n. dekl. zu einer
Gruppe od. Klasse gehörend »Der
Zackenbarsch ist der Familie der
Barschartigen zurechenbar.«
Zu|re|chen|barfkeit: die; - ; - Einglieder-
barkeit, Zuordnung in eine bestehen¬
de Ordnung
zu|rech[nen: rechnest zu; rechnetest zu;
hast zugerechnet 1 in eine Klassifizie¬
rung eingliedem, zuordnen 2 zu¬
schreiben; tragen »Die Unordnung
hast du dir selber zuzurechnen.« 3 da¬
zurechnen; hinzuaddieren »Diese
Geldmenge wird dem Startkapital zu¬
gerechnet.«
zu|rech|nungs|fä|hig: Adj. n. stg. urteils¬
fähig; normal, nicht geistesgestört u.
so fähig, verantwortlich zu handeln
»Sie war zur Tatzeit nicht zurech¬
nungsfähig.«
Zu|rech|nungs|fä|hig|keit die; -; -1 Fä¬
higkeit, die Folgen einer Handlung
abzusehen; Schuldfähigkeit »Die Zu¬
rechnungsfähigkeit ist durch Alkohol¬
einfluß zur Tatzeit gemindert
gewesen.« 2 heller, klarer Verstand
» Wenn du das tust, bin ich gezwungen,
an deiner Zurechnungsfähigkeit zu
zweifeln.«
zu|recht|ba|steln zu|recht|bas|teln:
bastelst zurecht; basteTtest zurecht;
hast zurechtgebastelt 1 nicht profes¬
sionell etw. handwerklich herstellen 2
[ugs.] ein Geschehen, eine Lüge, eine
Ausrede o. ä. nach eigenen Bedürfnis¬
sen Vorstellungen zurechtbiegen, ent¬
wickeln
zu|recht|kom|men: kommst zurecht; ka-
m(e)st zurecht; bist zurechtgekommen
1 Wege suchen u. finden, Schwierig¬
keiten zu bewältigen, mit einer Sach¬
lage od. Personen auszukommen »Er
kam mit jeder Situation, die sich ihm in
den Weg stellte, bestens zurecht.« 2 im
richtigen Augenblick kommen; recht¬
zeitig angekommen sein; den günstig¬
sten Zeitpunkt erwischen »Die Eltern
kamen noch gerade zurecht, um ihre
Kinder in den Flieger steigen zu se¬
hen.«
zu|recht|lejgen: legst zurecht; legtest zu¬
recht; hast zurechtgelegt 1 zum Ge¬
brauch auslegen, bereitlegen 2 sich
etw. zurechtlegen: sich eine Strategie
od. einen Plan ausdenken, um
Schwierigkeiten aus dem Weg zu ge¬
hen; eine Planung erstellen, um einen
reibungslosen Ablauf vorzubereiten;
mögliche Situationen gedanklich
durchspielen
zu|recht)ma|chcn: machst zurecht;
machtest zurecht; hast zurecht
gemacht 1 für die Benutzung bereit¬
stellen u. herrichten 2 mit verschiede¬
nen Mitteln verschönern, schminken
»Die Braut wurde für die Hochzeit
zurechtgemacht.« 3 [ugs.] sich etw.
ausdenken, überlegen
zu]recht|Fücken (zu|recht|rük|ken —*
zu|recht|rü|cken): rückst zurecht;
rücktest zurecht; hast zurechtgerückt
1 (Gegenstand; Kleidungsstück; Per¬
son) (nach einigen Versuchen) an den
optimalen, passenden Platz setzen;
etw. hin- u. her schieben, verrücken
»Du mußt die Brille auf deiner Nase
wieder zurechtrücken.« 2 eine falsche
Meinung, Auffassung u. Darstellung
von einer Person verändern, revidie¬
ren
zu|iwcht|stutjzen: stutzt zurecht; stutz¬
test zurecht; hast zurechtgestutzt 1
eine Pflanze zurückschneiden, damit
sie wieder besser wächst »Der Apfel¬
baum wird jedes Frühjahr zurecht¬
gestutzt.« 2 jmdn. zurechtstutzen: ei¬
nen Verweis erteilen; die Meinung sa¬
gen; schimpfen »Der Vater hatte sei¬
nen Sohn mal wieder richtig zurechtge¬
stutzt.«
zu|iecht|wei|sen: weist zurecht; wie-
s(es)t zurecht; hast zurechtgewiesen
scharf u. ausdrücklich tadeln; deut¬
lich seine Mißbilligung u. Verärge¬
rung mitteilen »Der Lehrer wies den
Schüler scharf zurecht.«
zu|re|den: redest zu; redetest zu; hast zu¬
geredet a) jmdn. bei einer Sache, ei¬
nem Vorhaben o. ä. bestärken »Ich
redete ihr zu, sich der Selbsthilfegrup¬
pe anzuschließen.« b) jmdm. zureden
wie einem kranken, lahmen Gaul,
Kind: [ugs.] jmdn. bei einer Sache, ei¬
nem Vorhaben o. ä. mit Ausdauer,
beständig, immer wieder bestärken
zu|rei|ten: reitest zu; rittfejst zu; hast
zugeritten 1 (Pferd od. Pony> an einen
Reiter u. seine Reithilfen gewöhnen;
ausbilden »Der Ausbilder ritt die Stute
zu.« 2 sich auf einem Pferd sitzend auf
einen bestimmten Ort zubewegen
»Die Kinder ritten auf den Berg zu.«
zu|rich|ten: richtest zu; richtetest zu;
hast zugerichtet etw., jmdn. in einen
(meist negativen) Zustand bringen
»Der Schäferhund hatte den Pudel
übel zugerichtet.«
Zu|rich|tung: die; - ; -en die handwerk¬
lich korrekte Be- u. Verarbeitung von
Handwerksprodukten
zu|rie|geln: riegelst zu; riegeltest zu; hast
zugeriegelt etw. durch Umlegen eines
Riegels schließen, so daß das Öffnen
unmöglich wird; durch ein Metall-
od. Holzstück versperren
züijnen: zürnst; zürntest; hast gezürnt
[geh.] böse sein »Er zürnt mir noch im¬
mer. weil ich ihm widersprochen ha¬
be.«
zuijren: zurrst; zurrtest; hast gezurrt
(Seefahrt) 1 mit Tauen u. Schnüren
anbinden, festzurren »Der Matrose
zurrte die Segel fest.« 2 hinterschlep¬
pen; hinterherziehen »Der Mann
zurrte den Karren hinter sich her.«
Zur|schau|stel|lung: die; - ; -en [meist
abwert.] das Zeigen einer Person od.
eines Gegenstandes vor einem Publi¬
kum
Zu|iüek: das; - u. -s; - Gelegenheit, an
einen ursprünglichen (räumlichen od.
ideellen) Ausgangspunkt zurückzu¬
kommen
zu|rück: Adv. wieder zum Ausgangs¬
punkt kommen, von dem man sich
entfernt hatte »Ich ging zurück zum
Auto.«
zu|rück|be|ha!|ten: behältst zurück; be¬
hielt (e)st zurück; hast zurückbehalten
1 etw. nicht abgeben, nicht an den ur¬
sprünglichen Besitzer weiterleiten, als
Pfandgut einbehalten 2 a) durch eine
Handlung, ein Ereignis o. ä. ein Erin¬
nerungsstück besitzen b) eine Krank¬
heit nicht ganz ausheilen können
zu|rück|be|kom|men: bekommst zurück;
bekamt e) st zurück; hast zurückbe¬
kommen 1 einen verliehenen, verlore¬
nen od. gestohlenen Gegenstand wie¬
dererhalten 2 Erhalten von Wechsel¬
geld »Sie bekommen noch 20 Pfenni-
gfe) zurück.« 3 [ugs.] erneut in die
Ausgangstage bringen (können)
zu|rück(be|we[gen: bewegst zurück; be¬
wegtest zurück; hast zurückbewegt
etw. wieder in die Anfangslage od.
Ausgangsposition bringen
zu|rück|bie|gen: biegst zurück; bog(e)st
zurück; hast zurückgebogen 1 etw., ei¬
nen Körperteil o. ä. (nach hinten) von
der (Körper-)Achse wegbewegen,
-strecken 2 wieder in eine Ausgangs¬
position bringen, nachdem etw. durch
eine Handlung, einen Unfall o. ä. ver¬
bogenwurde
Zu|rück|bil|dung: die; -; -en Zurückent¬
wicklung einer zuvor ausgebildeten
Erscheinung od. Sache
zujriick|blei|ben: bleibst zurück; blie-
b(e)st zurück; bist zurückgeblieben 1
a) an einer bestimmten Position od.
Stelle bleiben müssen, nicht die Posi¬
tion verlassen können »Das Überge¬
päck muß bezahlt werden od. am Flug¬
hafen Zurückbleiben.« b) nicht die glei¬
che Geschwindigkeit erreichen kön¬
nen 2 als Rückstand einer Situation
od. einer Handlung beständig vor¬
handen bleiben »Von dem Unfall ist
nur ein Kratzer zurückgeblieben.« 3
Warnungen, die jmds. Herankom¬
men, Nähertreten verhindern wollen
»Bleiben Sie bitte von der Bahnsteig¬
kante zurück!« 4 einen niedrigeren
Entwicklungsstand behalten, haben
als andere »Der Junge blieb in seiner
Entwicklung im Vergleich zu den ande¬
ren Kindern zurück.«
zu|rück|blicken (zu|rück|blik|ken —>
zu|rück|bli|cken): blickst zurück;
Mietetest zurück; hast zurückgeblickt 1
a) hinter sich sehen »Der Mann blickte
zurück u. sah das Unglück.« b) nach
1354
zurückliegen
hinten auf den Ort sehen, von dem
man gekommen ist »Der Wanderer
blickte auf das Dorf zurück.« 2 sich an
eine frühere Zeit, eine vergangene Si¬
tuation erinnern »auf den Urlaub zu¬
rückblicken«
zu|rück|brin|gen: bringst zurück; brach¬
test zurück; hast zurückgebracht 1 a)
wieder an den ursprünglichen Platz
befördern »Bringst du bitte das Buch
wieder zurück zur Bücherei?« b) jmdn.
in einer lebensbedrohlichen Situation
durch gezielte Maßnahmen am Leben
erhalten »Der Mann wurde durch die
Mund-zu-Mund-Beatmung wieder ins
Leben zurückgebracht.« c) jmdn. an
seinen Ausgangsort zurückgeleiten
»Der Junge wird zu seinen Eltern
zurückgebracht.« 2 [ugs.] von dem
vorher geplanten Arbeitsablauf ab¬
weichen müssen 3 ein Betriebsteil wie¬
der in seine ursprüngliche Ausgangs¬
position befördern
zu|rück|drän|gen: drängst zurück;
drängtest zurück; hast zurückgedrängt
1 a) durch mehr od. minder massive
Gewaltanwendung von dem gegen¬
wärtigen Ort vertreiben »Die Randa¬
lierer wurden aus der Innenstadt
zurückgedrängt.« b) <übertr.> Gefühle
o. ä. verdrängen, nicht die Handlun¬
gen bestimmen lassen »Er drängte die
Tränen zurück.« 2 erneut an einen
Ausgangspunkt durch Gewaltanwen¬
dung zuriickbringen »Die Demon¬
strantengruppe wurde von der Polizei
zurückgedrängt.« 3 die Ausbreitung
von zumeist Seuchen, schädlichen
Waren u. Handlungen verhindern
Zu|itick|drän|gung: die; - / -en 1 a) Ver¬
treibung durch mehr od. minder mas¬
sive Gewaltanwendung von dem ge¬
genwärtigen Ort b) <übertr.> Verdrän¬
gung von Gefühlen o. ä. 2 Zurück¬
bringen von jmdm. an einen Aus¬
gangspunkt 3 Bekämpfung der Aus¬
breitung von Seuchen, schädlichen
Waren u. Handlungen
zu|rück|er|hal[ten: erhältst zurück; er¬
hielt (e)st zurück; hast zurückerhalten
1 einen verliehenen, verlorenen od.
gestohlenen Gegenstandes wiederer¬
halten »Hast du alle deine Bücher zu¬
rückerhalten, die du deinem Schul¬
freund geliehen hast?« 2 Wechselgeld
bekommen »Sie erhalten noch 20
Pfennig (e) zurück.«
zu|rück|erjobern —» zu|rück|er|o|bern:
eroberst zurück; erobertest zurück;
hast zurückerobert durch einen
Kampf, nach einer Auseinanderset¬
zung etw. od. jmdn. zurückgewinnen
»Die Stadt wurde nach einigen Jahren
von der Römern zurückerobert.«
Zu|rück|er|obe|rung —» Zu|rück|er|o|-
belrung; die; - ; -en <meist Milit.) Ein¬
nahme eines zuvor verlorenen Ortes,
Bereiches o. ä.
zu|rück|erjstatjten: erstattest zurück; er¬
stattetest zurück; hast zurückerstattet
Waren, Geld o. ä. bei Mängeln zu¬
rückgeben »Bei Nichtgefallen wird Ih¬
nen das Geld zurückerstattet.«
zu|rück|fah|ren: fährst zurück; fuhr(e)st
zurück; bist zurückgefahren 1 a) in ei¬
nem Fahrzeug an den Ausgangsort ei¬
ner Fahrt zurückkehren »Nachdem
die Straße gesperrt worden war, be¬
schlossen sie, einen anderen Weg
zurückzufahren.« b) mit einem Fahr¬
zeug im Rückwärtsgang fahren 2 mit
Auto, Bahn o. ä. an den Ausgangs¬
punkt zurückbringen 3 durch eine
ruckartige Bewegung Abstand gewin¬
nen zu etw. »Vor Ekel fuhr er vor der
Spinne zurück.« 4 [ugs.] eine Produk¬
tionsanlage herunterfahren, drosseln
»Die Anlage muß aus produktionstech¬
nischen Gründen zurückgefahren wer¬
den.«
zu|rück|fal|len: fällst zurück; ßel(e)st
zurück; bist zurückgefallen 1 a) erneut
auf die Ausgangsposition fallen »Der
Stab fiel zurück in die Halterung.« b)
<übertr.> sich bequem in eine Sitzposi¬
tion begeben »Er ließ sich auf den Au¬
tositz zurückfallen.« 2 <meist Sport,
Wettkampf) die bisherige vordere Po¬
sition verlieren, verlassen 3 <Milit.> ei¬
nen eroberten Ort wieder verlieren 4
aufgegebene Lebensgewohnheiten er¬
neut aufnehmen, vollziehen
zu|rück|ge|ben: gibst zurück; gab(e)st
zurück; hast zurückgegeben etw., was
man von jmdm. bekommen hat, wie¬
der abgeben »Ich gab ihr die Bücher
zurück.«
zu|rück|ge|blie|ben: Adj. n. stg. 1 a) an
einer bestimmten Position od. Stelle
geblieben, nicht die Position verlassen
habend b) nicht die gleiche Geschwin¬
digkeit erreichen, halten könnend 2
als Rückstand einer Situation od. ei¬
ner Handlung beständig vorhanden
bleibend 3 einen niedrigeren Entwick¬
lungsstand behaltend, habend als an¬
dere
Zu|iück|ge|zo]gen|heit: die; - ; - Abge¬
schlossenheit von der Außenwelt; Zu¬
stand der Kontaktarmut, der freiwil¬
lig od. gezwungenermaßen von Per¬
sonen eingenommen wird
zu|rück|hal|ten: hältst zurück; hielt(e)st
zurück; hast zurückgehalten 1 verhin¬
dern, daß jmd. die Örtlichkeit verläßt
»Die Polizei hielt den Verbrecher am
Ort des Verbrechens zurück.« 2 nicht
zulassen, das jmd. einen bestimmten
Ort aufsucht »Der Polizist hielt die
Schaulustigen zurück.« 3 nicht weiter¬
leiten; nicht herausgeben »Der An¬
walt hielt die Informationen zurück.« 4
nicht zulassen, daß jmd. etw. Be¬
stimmtes tut 5 a) Gefühlszustände,
Äußerungen u. Meinungen gegen¬
über anderen nicht zugeben »Er hielt
seine Trauer zurück.« b) Taten, Hand¬
lungen erst zeitverzögert, nach eini¬
gem Zögern vollziehen »Noch hielt er
das Pferd im Rennen zurück.«
zu|rück|hal|ten, sich: hältst dich zurück;
hielt(e)st dich zurück; hast dich
zurückgehalten 1sich in seinen Ge¬
fühlszuständen, Äußerungen u. Mei¬
nungen gegenüber anderen sehr zu¬
rücknehmen; sich nicht od. nur gering
äußern »Der Direktor hielt sich bei der
Versammlung stark zurück.« 2 sich
selbst zu einer Handlung zwingen, sie
nicht zu tun
zu|rück|hal|tend: Adj. sich zurückneh¬
mend, verhaltend; unaufdringlich u.
still »Das Mädchen saß zurückhaltend
in einer Ecke des Sofas.«
Zu|rückjhal|tung: die; - ; -1 Verhalten,
das still, vornehm od. auch kühl u.
verletzend sein kann »Die Zurückhal¬
tung, mit der er seine guten Freunde
begrüßte, verwunderte _ alle.« 2 Ver¬
such, seine Gefühle u. Äußerungen zu
kontrollieren »Die Zurückhaltung
hatte ihn Mühe gekostet.«
zu|rück|keh|ren: kehrst zurück; kehrtest
zurück; bist zurückgekehrt 1 von ei¬
nem anderen Ort, einer Position, Stel¬
le, einem Ergebnis an den Ausgangs¬
ort zurückkommen »Die Rundreise
führte an den Ausgangsort zurück.« 2
in einem Regelkreislauf erneut die
Ausgangsposition erreichen »Der
Kolben kehrte in die Startposition zu¬
rück.«
zu|rück|kom|men: kommst zurück; ka-
m(e)st zurück; bist zurückgekommen
1 a) erneut an den Anfang gelangen
»Die Diskussion kam wieder an ihren
Ausgangspunkt zurück.« b) zum ur¬
sprünglichen Ort zurückkehren »Die
Fämilie kehrte aus dem Urlaub wieder
nach Hause zurück.« c) wiederkehren;
wieder aufreten »Das Gefühl in den
Fingern kam langsam zurück.« 2 auf
etw. zurückkommen: a) an einen Ge¬
danken o. ä. anknüpfen »Und nun
kommen ich wieder zu dem Anfang
meiner Rede zurück.« b) etw. wieder,
nochmals aufnehmen »Lassen sie
mich auf den Gedanken meines Vor¬
redners zurückkommen.«
zu|rück|las|sen: läßt zurück; ließ(es)t
zurück; hast zurückgelassen —»alle
Gegenwartsformen mit ss<— 1 a)
etw. an dem Ort lassen, von dem man
sich entfernt b) noch nach langer Zeit
sichtbar bleiben 2 zurückkommen,
-laufen o. ä. lassen
zu|rück|le|gen: legst zurück; legtest zu¬
rück; hast zurückgelegt 1 wieder an
den ursprünglichen Ort legen »Könn¬
test du die Sachen, die du gebraucht
hast, bitte wieder an ihren Platz
zurücklegen?« 2 <Kopf> nach hinten
biegen 3 durch Schieben etw. zur Seite
bewegen »Der Riegel des schweren
Gatters ließ sich nur sehr schlecht
zurücklegen.« 4 Geld o. ä. (für
schlechte Zeiten) sparen 5 eine be¬
stimmte Ware für jmdn. reservieren
»Könnten sie mir bitte diese Hose bis
nächsten Mittwoch zurücklegen?« 6
eine bestimmte Entfernung/überwin-
den »Die Wanderer hatten sich vorge¬
nommen, jeden Tag zwanzig Kilometer
zurückzulegen.« 7 [österr.] sich aus ei¬
ner Führungsposition o. ä. zurückzie¬
hen »Der Direktor hatte angekündigt,
das Amt nächsten Sommer zurückzule¬
gen.«
zu|rück|le|gen, sich: legst dich zurück;
legtest dich zurück; hast dich
zurückgelegt a) aus einer Körperspan¬
nung heraus den Oberkörper nach
hinten lehnen »Bei vielen gymnasti¬
schen Übungen legt man sich zurück u.
spannt die Bauchmuskulatur an.« b)
sich in einem Sitz o. ä. bequem anleh¬
nen
zu|iück|lie|gen: liegst zurück; lag(e)st
zurück; hast/[österr.; Schweiz.] bist
zurückgelegen 1 in der Vergangenheit
liegen »Der letzte Klassenausflug liegt
zwei Monate zurück.« 2 <Sport> in ei¬
nem Wettkampf hinter den anderen
liegen »Der Radrennfahrer liegt weit
1355
Zurücknahme
hinter dem Hauptfeld zurück.« 3
räumlich nach hinten versetzt sein
»Die Doppelhäuser Hegen ein wenig
hinter den anderen zurück.«
Zu|rOck|nah|me: die; - ; -n 1 das Anneh¬
men einer (entliehenen) Sache 2 An¬
nahme u. Umtausch von bereits ge¬
kaufter Ware »Reduzierte Ware ist
von der Zurücknahme ausgeschlos¬
sen.« 3 <Milit.> Truppenrückzug aus
einem Gebiet »Die Zurücknahme der
Truppen war nach den großen Verlu¬
sten zwingend notwendig geworden.« 4
Widerruf
zu|rück|pfei|fen: pfeifst zurück; pfif-
f(e)st zurück; hast zurückgepfiffen 1
durch Pfeifen dazu bewegen, wieder
an einen bestimmten Ort zurückzu¬
kommen »Der Besitzer pfiff seinen
Hund lautstark zurück.« 2 [ugs.J jmdn.
energisch in einer Handlung unter¬
brechen
zu|rück|ru|fen: rufst zurück; rief(e)st
zurück; hast zurückgerufen 1 a) durch
lautes Rufen dazu bewegen, wieder
an einen bestimmten Ort zu kommen
»Der Junge rief seinen Spielkamera¬
den zurück.« b) jmdm. befehlen zu¬
rückzukommen »Der Chef rief seine
Sekretärin wieder in sein Zimmer
zurück.« 2 sich gedanklich in eine frü¬
here Situation zurückversetzen od. an
jmdn. erinnern 3 a) <Telefon> sich auf
einen Anruf reagierend bei jmdm.
melden »Er rief sofort am nächsten
Morgen zurück.« b) laut rufend auf
Zuruf antworten »Er rief zurück, daß
er am nächsten Tag kommen wolle.« 4
ins Leben zurückmfen: jmdn. z. B.
nach einem Herzstillstand durch Re¬
animation am Leben erhalten »Der
Arzt rief sie durch die Herzmassage
wieder ins Leben zurück.«
zu|rück|schau[en: schaust zurück;
schautest zurück; hast zurückgeschaut
1 a) hinter sich sehen »Er schaute zu¬
rück auf die lange Straße.« b) nach
hinten auf den Ort sehen, von dem
man gekommen ist »Er schaute zu¬
rück auf das Haus, das er gerade ver¬
lassen hatte.« 2 sich gedanklich in eine
frühere Zeit, eine vergangene Situati¬
on bringen; sich erinnern »Der Mann
schaute auf eine glückliche Jugend in
diesem Haus zurück.«
zu|iück|schicken (zu|tück|schik|ken
zu|rück|schi|cken): schickst zu¬
rück; schicktest zurück; hast zurück¬
geschickt 1 etw. an jmdn. zurücksen¬
den »Er schickte die Post wieder zum
Absender zurück.« 2 jmdn. wieder an
den Ausgangsort schicken »Die Kin¬
der wurden wieder nach Hause ge¬
schickt.«
zu|rück|schla|gen: schlägst zurück;
schlug(e)sl zurück; hast zurückge¬
schlagen 1 mit einer raschen Bewe¬
gung nach hinten od. zur Seite legen;
Umschlagen 2jmdm. als Reaktion auf
seinen Schlag ebenfalls einen od.
mehrere Schläge versetzen »Verärgert
schlug der Junge zurück.« 3 in einer
Auseinandersetzung den Gegner zum
Rückzug zwingen »Die Truppen
schlugen ihren Gegner nach heftigen
Auseinandersetzungen weit ins Feld
zurück.« 4 wiederholt gegen etw. pral¬
len u. zurückgeschleudert werden
»Der Tennisball wurde heftig
zurückgeschlagen.« 5 sich in einer wie¬
derholten Bewegung in die ursprüng¬
liche Position bewegen »Das Segel
schlug knallend vor u. zurück.«
zu|rückjschreck«n (zu|rückjschrek|ken
—» zu|rück|schre|cken): schreckst
zurück; schrecktest zurück; bist
zurückgeschreckt 1 vor Schreck in/
mit einer heftigen Bewegung zurück¬
zucken 2 einer Sache, mit der man
nicht in Berührung kommen will, aus
dem Weg gehen; eine Handlung
scheuen
zu|rück|san|den: sendest zurück; sand-
test/sendetest zurück; hast zurückge-
■ sandtjzurückgesendet [geh.] 1 etw. an
jmdn. zurückschicken 2 jmdn. wieder
an den Ausgangsort schicken
zu|rück|set|zen: setzt zurück; setztest
zurück; hast zurückgesetzt 1 etw. nach
hinten setzen, versetzen 2 wieder an
den ursprünglichen Platz setzen 3 (bei
Fahrzeugen) rückwärts fahren »Er
setzte zurück u.fuhr dabei einen Pfahl
um.« 4 [landsch.] (den Preis) herunter¬
setzen S jmdn. (gegenüber anderen)
zurücksetzen: einen Menschen ge¬
genüber anderen benachteiligen
Zu|rück|setfzung: die; - / -en 1 a) räum¬
liche Versetzung nach hinten b) Ver¬
setzung an den ursprünglichen Platz 2
<übertr.> Benachteiligung jmds. ge¬
genüber anderen
zu|iück|stecken (zu|rück|stek|ken —*
zu|rück|ste|cken): steckst zurück;
stecktest zurück; hast zurückgesteckt
1 a) wieder an den ursprünglichen
Platz setzen »Die Karteikarte wird
wieder in den Karteikasten zurück¬
gesteckt.« b) hinter etw. anderes stek-
ken 2 <übertr.> sich in seinen Ansprü¬
chen mäßigen; in seinen Forderungen
zurückstehen
zu|rück|ste|hen: stehst zurück; stan-
d(e)st; hast zurückgestanden 1 ein
Stück weiter nach hinten versetzt ste¬
hen »Das Haus steht etw. hinter den
anderen Häusern zurück.« 2 <übertr.>
a) an Wert od. Leistung hinter ande¬
ren stehen b) benachteiligt werden
»Das Kind mußte hinter den Karriere¬
wünschen der Eltern zurückstehen.« c)
<übertr.> zugunsten von etw. od.
jmdm. auf etw. verzichten, in den
Hintergrund treten
zu|rück|atel|len: stellst zurück; stelltest
zurück; hast zurückgestellt 1 a) wieder
an den ursprünglichen Platz stellen b)
nach hinten versetzen 2 dibertr.) vor¬
erst auf etw. verzichten; vorläufig
noch nicht geltende Ansprüche
durchsetzen »Er stellte seine Wünsche
am Anfang noch zurück.« 3 <übertr.>
jmdn. einstweilig von etw., einer
Pflicht, Aufgabe befreien »Er stellte
die Einschulung des Jungen noch um
ein Jahr zurück.« 4 etw. für einen be¬
stimmten Zeitraum aufbewahren 5
[österr.j etw. dem ursprünglichen Be¬
sitzer wiedergeben 6 eine Uhr zurück¬
drehen, so daß sie eine frühere Zeit
anzeigt 7 (Technik) eine Regelung
nach unten, zu geringerer Leistung
vornehmen
Zu|rück|stel[lung: die; ~ ; -en 1 einstwei¬
liger Verzicht auf etw. »Die Zurück¬
stellung seiner Wünsche fiel ihm sicht¬
lich schwer.« 2 vorläufige Befreiung
von etw., Entlassung aus einer Pflicht
3 zeitweise Aufbewahrung von etw.,
Waren 4 a) das Herunterstellen, Nied¬
rigerstellen von etw. b) Umstellung
der Uhr auf eine frühere Zeit
Zu|rück|strah|lung: die; - ; -en Zurück¬
geworfenwerden von Licht o. ä.
Strahlen; Reflexion
Zu|rück|stu|fung: die; ~ ; -en das (er¬
neute) Versetzen in eine niedrigere
Stufe, Position
zu|tückjveijlan|gen: -verlangst zurück;
verlangtest zurück; hast zurückver¬
langt nachdrücklich die Rückgabe
von etw. (od. jmdm.) fordern
zu|rück]ver|set|2en, sich: versetzt dich
zurück; versetztest dich zurück; hast
dich zurückversetzt sich gedanklich in
eine frühere Zeit, eine vergangene Si¬
tuation bringen; sich erinnern
zu|rück|wei|sen: weist zurück; wies(es)t
zurück; hast zurückgewiesen 1 nach
hinten, in eine bestimmte Richtung
od. zu einem bestimmten Ort zeigen 2
in die andere Richtung, an den Aus¬
gangspunkt schicken 3 etw. ablehnen;
abweisen »Er wies das Angebot
zurück.« 4 etw. abstreiten, bestreiten
»Diese Anschuldigung wies er heftig
zurück.«
zu|rück|weijfen: wirfst zurück; war-
f(e)st zurück; hast zurückgeworfen 1
etw. an den Ort werfen, von dem es
gekommen ist 2 (Kopf; Haare o. ä.> in
einer heftigen Bewegung nach hinten
werfen »Sie warf die Haare in einer
schwungvollen Bewegung zurück.« 3 in
einer Entwicklung an eine schon seit
längerem erreichte Stelle zurückver¬
setzen, an der man noch einmal be¬
ginnen muß »Die Krankheit warf ihn
um Jahre zurück.« 4 Licht o. ä. reflek¬
tieren
zu|rück|wün|schen: wünschst zurück;
wünschtest zurück; hast zurückge¬
wünscht sich wünschen, daß man
etw., was man nicht mehr hat, wieder¬
bekommt
zu|rück|wün|schen, sich: wünschst dich
zurück; wünschtest dich zurück; hast
dich zurückgewünscht sich an einen
Ort, eine Begebenheit, eine be¬
stimmte, vergangene Zeit zurückseh¬
nen
zu[rück|zah|len: zahlst zurück; zahltest
zurück; hast zurückgezahlt jmdm. eine
Geldsumme zurückgeben bzw. zu¬
rückerstatten
zu|rgck|zie|hen, sich: ziehst dich zu¬
rück; zog(e)st dich zurück; hast dich
zurückgezogen a) in einen anderen
Raum hinausgehen (um jmdn. allein
zu lassen od. selbst allein zu sein) b)
den Kontakt zu etw. od. jmdm. mei¬
den u. langsam abbrechen
zu|riick|zucken (zu|rück|zuk|ken —>
zü|rück|zu|cken); zuckst zurück;
zucktest zurück; hast zurückgezuckt in
einer heftigen Bewegung nach hinten
weichen »Er zuckte bei jeder Berüh¬
rung der Wunde zurück.«
Zu|rub der; -(e)s; -e an eine Person ge¬
richteter lauter Ruf, um dieser etw.
mitzuteilen
zu]ru|fen: rufst zu; rieff e)st zu; hast zu¬
gerufen jmdm. etw. durch lautes Ru¬
fen mitteilen
1356
zusammenpressen
2us.: Abk. 1 zusammen 2 zusätzlich
Zu|sa|ge: die; ~; -n a) Zustimmung, Ge¬
nehmigung, positive Antwort auf ein
Vorhaben, eine Frage, einen Antrag
o. ä. b) Versprechen, etw. zu tun
zu|sa|gen: sagst zu; sagtest zu; hast zu¬
gesagt 1 a) positiv auf eine Bitte o. ä.
antworten b) versprechen, etw. zu tun
2 gefallen »Das Kleid sagt mir zu.«
zu|sam|men: Adv. a) nicht allein, son¬
dern gemeinsam, miteinander b) ins¬
gesamt; im Ganzen; total »Das macht
zusammen 300 DM.«
—> zu|sam|men aijbei|ten: s. zusam¬
menbekommen
—» zu|$am|men blej|ben: s. zusammen¬
bleiben
—* zu|sam|men sein: s. Zusammensein
—* zu|sam|men wir|ken: s. Zusammen¬
wirken (b)
Zu|sam|men|arjbeit: die; * ; - gemeinsa¬
mes Arbeiten an der gleichen Sache
od. auf demselben Gebiet; Kooperati¬
on
zu|sam|men|artbei|ten —» zu|sam|men
ar|bei|ten: arbeitest zusammen; arbei¬
tetest zusammen; hast zusammengear¬
beitet —»-hast zusammen
gearbeitet<— gemeinsam u. mitein¬
ander an einer bestimmten Sache od.
auf demselben Gebiet arbeiten
zu|sam|nten|be|koin|inen: bekommst
zusammen; bekam(e)st zusammen;
hast zusammenbekommen 1 für einen
bestimmten Zweck Mittel od. Perso¬
nen die benötigt werden, herbeischaf¬
fen 2 [ugs.] etw. aus dem Gedächtnis
vollständig wiederholen können
zu|samimen|bin|den: bindest zusam¬
men; band(e)st zusammen; hast zu¬
sammengebunden etw. mit einem
Band zusammenfügen
zu|sam|men|blei|ben —» auch zu|sam|-
men blej|ben: bleibst zusammen; blie-
b(e)st zusammen; bist zusammenge¬
blieben —»auch bist zusammen
geblieben<— a) mit jmdm. zeitweise
an einem bestimmten Ort bleiben b)
auf lange Dauer in einer Beziehung
beeinander bleiben u. miteinander le¬
ben
zu|sam|men|bre|chen: brichst zusam¬
men; brach(e)st zusammen; bist
zusammengebrochen 1 zum Einsturz
kommen; in Bruchstücke zerfallen 2
sich aufgrund körperlicher Schwäche
nicht mehr aufrecht halten können u.
kraftlos zu Boden sinken 3 <Verkehr>
zum Stillstand kommen »Der Verkehr
brach zusammen.«
zu|sam|men|brin|gen: bringst zusam¬
men; brachtest zusammen; hast
zusammengebracht 1 (wieder) mitein¬
ander vereinen; etw. miteinander ver¬
binden 2 für einen bestimmten Zweck
Mittel u. Personen die benötigt wer¬
den, herbeischaffen 3 [ugs.] etw. aus
dem Gedächtnis vollständig wieder¬
holen können »Nach einiger Überle¬
gung brachte er das Gedicht wieder
zusammen.« 4 Personen
zusammenbringen: dafür sorgen,
daß sich zwei od. mehrere Personen
kennenlernen; miteinander bekannt¬
machen
Zu|sam|men|bruch: der; -(ejs; -brüche
a) Einsturz b) (körperlich od. seelisch)
den Halt verlieren »Nach ihrer Schei¬
dung hatte sie einen Zusammenbruch.«
c) Stop; Verlust der Funktionsfähig¬
keit »wirtschaftlicher Zusammen¬
bruch«
zu|sam|men|fal|len: fällst zusammen;
fiel(e)st zusammen; bist zusammen¬
gefallen 1 die Form verlieren u. klein
werden, zusammenbrechen 2 zusam¬
menfallen wie ein Kartenhaus: plötz¬
lich zerstört werden, zu Ende sein
zu[sam|men|fas|sen: faßt zusammen;
faßtest zusammen; hast zusammenge¬
faßt —s-alle Formen mit ss<— 1
mehrere Teile zu einer Einheit verbin¬
den 2 in einem Fazit die wesentlichen
Punkte des bisher Gesagten kurz her¬
ausstellen u. ordnen » Würden sie bitte
den Text kurz zusammenfassen?«
zu|sam|men|fin|den: findet zusammen;
fandet zusammen; habt zusammenge¬
funden a) an einem Ort Zusammen¬
treffen; sich begegnen b) sich mit
jmdm. zu einem bestimmten Zweck
verbinden; sich zusammenschließen
»Die beiden Frauen hatten sich zusam¬
mengefunden, um ein Geschäft zu er¬
öffnen.«
zu|sam|men|flicken (zu|sam|men|flik|-
ken —» zu|sam|men|fli|cken): flickst
zusammen; flicktest zusammen; hast
zusammengefiickt 1 [abwert.] etw. be¬
helfsmäßig, provisorisch u. nicht
fachmännisch aneinanderfügen 2 aus
nicht immer zueinander passenden
Einzelteilen notdürftig ein Ganzes zu¬
sammenfügen »Das Auto konnte nur
provisorisch zusammengeflickt wer¬
den.«
zu|sam|menjflie|&en: fließen zusammen;
flössen zusammen; sind zusammenge¬
flossen —»alle Vergangenheitsfor¬
men mit ss<— aus verschiedenen
Richtungen zusammenströmen u.
sich an einer Stelle vereinen; ineinan-
deriließen »ln Duisburg fließen Rhein
u. Ruhr zusammen.«
Zu|samlmen|fluß —* Zu|sam|men|-
fluss: der; -flusses; -flösse 1* das Zu¬
sammenströmen von Wasser aus ver¬
schiedenen Richtungen u. das Inein¬
anderfließen an einem Punkt 2 Ort an
einem Fluß, an dem sich dieser mit ei¬
nem anderen Fluß vereint
Zu|sam|men|ge|hö|rig|keit: die; ~ ; - in¬
nere Verbundenheit mit jmdm. od.
etw.; das Zueinanderpassen
Zu|sam[men|ge|hö|rig|keits|ge|fühl:
das; -(e)s; -e Gefühl der inneren Ver¬
bundenheit mit anderen '
Zu|sam|men|halt: der; -(e)s; - feste, in¬
nere Verbundenheit mit jmdm.
zu[sam|men(hal|ten: hältst zusammen;
hielt (e)st zusammen; hast zusammen¬
gehalten 1 dafür sorgen, daß etw. mit¬
einander in Verbindung bleibt »Er
hielt, die Familie zusammen.« 2 a) zu¬
einanderstehen, sich gegenseitig un¬
terstützen, verteidigen, helfen, beiste¬
hen b) Zusammenhalten wie Pech u.
Schwefel: ganz fest zueinanderste¬
hen, sich gegenseitig unterstützen,
verteidigen, helfen, beistehen
zujsam|men|hän|gen: hängt zusammen;
hing zusammen; hat zusammengehan¬
gen 1 miteinander in Verbindung ste¬
hen 2 Zusammenhängen wie die
Kletten: <Personen> [ugs.] in enger
Verbundenheit zueinanderstehen, da¬
her immer zusammen sein, sich nicht
trennen
zu|sam|men|hang|los/zu|sam|men|-
hangs|los: Adj.n. stg. ohne erkennba¬
ren, inneren Zusammenhang; ohne
Bezug untereinander »Der betrunkene
Mann erzählte zusammenhangslos eine
Geschichte.«
zu[sam|men|klap|pen: klappst zusam¬
men; klapptest zusammen; hast/bist
zusammengeklappt a) hast etw. mit
Hilfe eines beweglichen Gelenks o. ä.
Zusammenlegen, -falten »Sie klappte
den Liegestuhl zusammen.« b) bist
[ugs.] einen Schwächeanfall erleiden
zu|samjmen|krat|zen: kratzt zusammen;
kratztest zusammen; hast zusammen¬
gekratzt etw. (besonders Geld) not¬
dürftig u. mühsam beschaffen bzw.
zusammenbekommen »Sie kratzten
alles Geld zusammen, um in den Ur¬
laub fahren zu können.«
zu|3am|men[krUm|men, sich: krümmst
dich zusammen; krümmtest dich zu¬
sammen; hast dich zusammenge¬
krümmt a) sich krumm machen, zu¬
sammenziehen, wellen b) (durch
Schmerzen) eine gebeugte Haltung
einnehmen »Der Mann krümmte sich
vor Magenschmerzen zusammen.«
Zu|sam|men[le|ben: das; -s; - gemein¬
schaftliches, aufeinander bezogenes
Leben zu zweit od. zu mehreren
zu|sam|men|le|gen: legst zusammen;
legtest zusammen; hast zusammenge¬
legt 1 a) etw. von unterschiedlichen
Orten her gemeinsam an einen be¬
stimmten Platz legen »Die Verwal¬
tung der Firmen wird an einen Ort
zusammengelegt.« b) jmdn. gemein¬
sam mit anderen in einem Bereich un¬
terbringen 2 a) etw. durch Falten u.
Übereinanderklappen ein kleineres
Format geben b) eins über das andere
legen 3 verschiedene Gruppen, Berei¬
che o. ä. vereinen 4 von mehreren, mit
anderen das für eine bestimmte Sache
benötigte Geld zusammenbekommen
» Wir legen das Geld für das Geschenk
zusammen.«
zu|sam]men|neh|men: nimmst zusam¬
men; nahm(e)st zusammen; hast
zusammengenommen 1 (geistige u.
körperliche Kräfte) gezielt entwickeln
u. benutzen »Er mußte seinen Geist
sehr zusammennehmen, um die Ar¬
beitsaufgaben zu bewältigen.« 2 etw.
gemeinsam benutzen, (zu einem
Zweck) addieren
zu[sam|men|neh|men, sich: nimmst
dich zusammen; nahm(e)st dich zu¬
sammen; hast dich zusammengenom¬
men sich beherrschen u. zurückhal¬
ten; sich zusammenreißen
zu|sam|men|pas|sen: passen zusammen;
paßten zusammen; haben
zusammengepaßt —»alle Formen mit
ss<— 1 so gestaltet, geartet, daß eine
Einheit daraus werden kann »Diese
beiden Puzzleteile passen zusammen.«
2 zusammenpassen wie Arsch u.
Friedrich: [derb] überhaupt nicht zu¬
einander passen
zu[sam|men|pral|len: prallen zusammen;
prallten zusammen; sind zusammenge¬
prallt heftig aneinanderstoßen
zu|sam|men|pres|sen: preßt zusammen;
preßtest zusammen; hast zusammen-
1357
zusammenraffen
gepreßt —>alle Formen mit ss«— a)
etw. kräftig aufeinanderdrücken b)
auf etw. Druck ausüben u. dadurch
zusammenquetschen
zu|sam|men|raf|fen: raffst zusammen;
rafftest zusammen; hast zusammen¬
gerafft 1 bei Kleidung den Stoff in
Falten zusammengescnoben an einer
Stelle festhalten »Der Stoff wird oben
an der Schulter zusammengerafft.« 2
in Eile etw. fast gleichzeitig an sich
nehmen »Sie raffte alle nötigen Sa¬
chen schnell zusammen u. packte sie in
einen Koffer.« 3 [abwert.] sich etw.
gierig aneignen
zu|8am|men|raf|fen, sich: raffst dich zu¬
sammen; rafftest dich zusammen; hast
dich zusammengerafft sich mühsam
zu etw. überwinden
zu|sam[men|rei|fien, sich: reißt dich zu¬
sammen; rissest dich zusammen; hast
dich zusammengerissen —»alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss«— sich be¬
herrschen u. unter Kontrolle haben
zu|sam|men|rol|len: rollst zusammen;
rolltest zusammen; hast zusammenger¬
ollt etw. zu einer Rolle formen
Zu|sam|men|rot}tung: die; - ; -en spon¬
tane Zusammenschließung einer grö¬
ßeren Menschenmenge (mit aufrühre¬
rischer Absicht)
zu|sam|tnen|rücken (zu|sam|men|rük|-
ken —> zu|sam|men|rü[cken): rückst
zusammen; rücktest zusammen; hast/
bist zusammengerückt etw. näher an¬
einanderstellen; sich enger nebenein¬
andersetzen
Zu|samjmen|schau: die; - ; - Zusam¬
menfassung, die in einer kürzeren,
übersichtlichen Form bestimmte Er¬
gebnisse, Aspekte o. ä. wiedergibt
zu|sam|men|schla|gen: schlägst zusam¬
men; schlug (e)st zusammen; hast zu¬
sammengeschlagen jmdn. mit den
Fäusten od. Gegenständen zu Boden
schlagen u. schwer verletzen
Zu|sgm|men|schluB —* Zu|satnjmen|-
schluss: der; -Schlusses; -schlösse Ko¬
operation, Verbindung mit einem be¬
stimmten Zweck
zu|sam|men|schrau|ben: schraubst zu¬
sammen; schraubtest zusammen; hast
zusammengeschraubt mit einer od.
mehreren Schrauben zusammenfügen
»Der Uhrmacher schraubte die Uhr
wieder zusammen.«
Zu|sam|men|schreijbung: die; - ; -en
<Sprachwiss.> Schreibweise in einem
Wort »Getrennt- u. Zusammenschrei¬
bung«
zu|s§mlmen|schwei|Sen: schweißt zu¬
sammen; schweißtest zusammen; hast
zusammengeschweißt 1 mit Hilfe von
Autogen- od. Elektroschweißen Ma¬
terialien aus Metall o. ä. fest zusam¬
menfügen 2 etw. schweiBt jmdn.
zusammen: durch ein gemeinsames
Erlebnis fühlen sich Personen mitein¬
ander verbunden
Zu|sam|men|sein: das; -s; - das gemein¬
same Verbringen eines bestimmten
Zeitraumes miteinander
zu|sam|menjseln —> zu|sam|men sein:
bist zusammen; war(e)st zusammen;
bist zusammengewesen —» bist zu¬
sammen gewesen«— a) sich mit
jmdm. für einen bestimmten Zeit¬
raum an einem bestimmten Ort auf¬
halten b) gemeinsam miteinander le¬
ben, eine Beziehung haben »Sie sind
jetzt schon seit drei Jahren zusam¬
men.« c) [verhüll.] mit jmdm. Ge¬
schlechtsverkehr haben
zu|sam|men|set|zen: setzt zusammen;
setztest zusammen; hast zusammen¬
gesetzt a) (gleichgeartete Teile) anein¬
anderfügen b) zu einem Ganzen zu¬
sammenfügen »Das Puzzle wird aus
1000 Teilen zusammengesetzt.«
zulsam|msn|set|zen, sich: setzt sich zu¬
sammen; setzte sich zusammen; hat
sich zusammengesetzt 1 aus verschie¬
denen, (aneinandergefügten, mitein¬
ander verbundenen) Teilen bestehen
2 sich mit jmdm. zusammensetzen:
a) sich nebeneinander an eine Stelle
setzen b) sich an einem gemeinsamen
Ort zusammenfinden; sich treffen
(um über etw. zu beraten)
Zu|sam|men|set)zung: die; - ; -en 1 a)
Aufbau, Strukturierung eines Ganzen
»Die Zusammensetzung des Buches ist
gut durchdacht.« b) zusammengesetz¬
ter Stoff; Mischung 2 «Sprachwiss.»
ein aus zwei od. mehreren Wörtern
od. Wortteilen bestehendes, zusam¬
mengefügtes Wort
zu|sam|men|stecken (zu|sam|men|-
stekfken —* zu|sam|men|ste|cken);
steckst zusammen; stecktest zusam¬
men; hast zusammengesteckt 1 mit
Nadeln o. ä. etw. zusammenfügen 2
mit jmdm. zusammenstecken: (stän¬
dig) mit jmdm. Zusammensein u. nur
gemeinsam etw. (u. abgegrenzt von
anderen) machen »Die beiden Schüler
steckten bei dem Streich zusammen.«
3 die Köpfe zusammenstecken: sich
tuschelnd beraten; etw. heimlich ge¬
meinsam aushecken »Die beiden
Mädchen steckten die Köpfe zusam¬
men.«
Zujsam[men|stel]lung: die; - ; -en be¬
stimmte, unter einem einheitlichen
Gesichtspunkt getroffene, in sich zu¬
sammenhängende Auswahl
zu|sam|men|sto|6en: stößt zusammen;
stieß(es)t zusammen; bist zusammen¬
gestoßen 1 sich an einem Punkt tref¬
fen; an den Grenzen aneinanderliegen
2 mit Wucht gegeneinandeiprallen;
aneinander anstoßen 3 mit jmdm.
aufgrund des Zusammentreffens ver¬
schiedener Meinungen heftig streiten
»Die Verfechter der beiden Lager stie¬
ßen in der Dikussion heftig zusam¬
men.«
Zujsam|m«n]tr«f[fe»: das; -s; - 1 (zufäl¬
lige) Begegnung an einem, Ort 2 zeit¬
gleicher Ablauf von etw.; Überschnei¬
dung von zwei od. mehreren Bege¬
benheiten
zu|sam|men(trefften: treffen zusammen;
trafen zusammen; sind zusammen¬
getroffen 1 sich (zufällig) an einem
Ort zusammenfinden; sich gegenseitig
über den Weg laufen u. begegnen 2
zum selben Zeitpunkt ablaufen, vor
sich gehen; zeitgleich eintreten; sich
überschneiden
zusam|menftrei|ben: treibst zusammen;
trieb(e)st zusammen; hast zusammen¬
getrieben durch Nachdruck, Treiben
dazu bringen, sich in eine Richtung
zu bewegen u. sich gemeinsam an ei¬
nem Ort zu versammeln »Die Kühe
wurden zusammengetrieben.«
zu|sam|men|tre|ten: tritt zusammen;
trat zusammen; hat/ist zusammen¬
getreten 1 hast a) [ugs.] durch unacht¬
sames Darauftreten zerstören; zertre¬
ten b) jmdn. gewaltsam so lange tre¬
ten, bis sich die Person nicht mehr
aufrecht halten kann u. zu Boden fallt
2 ist sich gemeinsam an einem Ort zu¬
sammenfinden »Der Verein trat zur
Hauptversammlung zusammen.«
zu|sam|men|wirjken: wirkt zusammen;
wirktet zusammen; habt zusammen¬
gewirkt a) sich in der Wirkung gegen¬
seitig beeinflussen b) —* auch zuj-
samfmen wirjken —*habl zusammen
gewirkt*— [geh.] einander ergän¬
zend handeln u. etw. gemeinsam
schaffen
zu|sam|men|würtfeln: würfelst zusam¬
men; würfeltest zusammen; käst zu¬
sammengewürfelt auf einem Zufall be¬
ruhend, ohne eine bestimmte Ord¬
nung, willkürlich miteinander kombi¬
nieren
zu[sam|men|zucken (zu|sam|men|zuk|-
ken —> zu|sam|men|zufcken): zuckst
zusammen; zucktest zusammen; bist
ztisammengezuckt erschreckt in einer
kurzen, heftigen Bewegung zusam¬
menfahren »Bei dem lauten Knall
zuckte der Junge zusammen.«
Zu|satz: der; -es; Zusätze 1 o. PI. etw.,
was einer Substanz o. ä. als Bestand¬
teil hinzugefügt wird; Ergänzung 2
Nachtrag, Erweiterung, Zugabe zu
etw. bereits Bestehendem
Zu|satz|ab|kont|men: das; -s; - (beson¬
ders zwischen Institutionen) zusätzli¬
che, das bestehende Abkommen er¬
gänzende od. einschränkende Verein¬
barung
Zu|satz|k>au|sel: die; - ; -n zusätzliche,
einschränkende Vereinbarung in ei¬
nem Vertrag
zu]sätz|lich: Adj. zu etw. bereits Vor¬
handenem noch dazukommend; hin¬
zukommend
Zu)satz|ta|rif: der; -(e)s; -e zusätzliche,
über den normalen Preis hinausge¬
hende Gebühr für bestimmte Dinge
Zu]satz|verfsi|che|rung: die; ~ ; -en a)
«Krankenversicherung» eine freiwilli¬
ge zusätzliche Versicherung zu einer
privaten od. gesetzlichen Pflichtversi¬
cherung, die bestimmte Leistungen
ergänzt b) «Rentenversicherung» eine
zusätzliche, pflichtgemäße Versiche¬
rung bei einer Versorgungsanstalt,
besonders für Angestellte u. Arbeiter
des öffentlichen Dienstes
zujschaufen: schaust zu; schautest zu;
hast zugeschaut jmdm. od. etw. bei
etw. Zusehen; interessiert zugucken
Zu|schau|er: der; -s; - weibl. Zu]-
schauefrin —> Zu]schau|e|rin: die; - ;
-nen Person, die etw. betrachtet, sieht
od. beobachtet »Die Zuschauer lach¬
ten Über den Clown.«
Zufschauferfzahl: die; - ; -en Menge der
bei etw. zusehenden Personen
zujschicksn (zu|schik|k«n —v zu|schi|-
ckert): schickst zu; schicktest zu; hast
zugeschickt jmdm. etw. zusenden
»Kannst du mir bitte das Buch mit der
Post od. mit einem Boten zuschicken?«
1358
zustimmen
zu|schie|6en: schießt zu; schossest zu;
hastjbist zugeschossen —»alle Ver¬
gangenheitsformen mit ss<— 1 etw.,
z. B. einen Ball, durch einen Tritt auf
jmdn. od. etw. zu befördern »Er schoß
den Ball dem Mitspieler zu.« 2 rasch
auf jmdn. od. etw. zustreben; sich
schnell in die Richtung von jmdm. be¬
wegen »Das Auto schoß auf die Zu¬
schauermenge zu.« 3 jmdm. Geld
zuschieBen: finanziell mit einem be¬
stimmten, zur Verfügung gestellten
Betrag unterstützen
Zuschlag: der; -(e)s; Zuschläge 1 Auf¬
preis, Mehrpreis, Betrag, um dem
etw. verteuert wird Z a) Auftragser¬
teilung »Die kleine Firma erhielt den
Zuschlag für das Geschäft.« b) <Ver¬
steigerung> Verkauf an einen Bieter
zu|schla|gen: schlägst zu; schlug(e)st
zu; hast zugeschlagen 1 (fest, hart) auf
etw., jmdn. schlagen, hauen »Er
schlug spontan zu, als die Person ihn
anspuckte.« 2 etw. laut schließen »Sie
schlug die Tür zu.« 3 [ugs.] handeln;
tätig werden; etw. sofort kaufen 4
jmdm. etw. (auf einer Versteigerung)
übereignen, zuordnen
zu|schlag|pflich(tig: Adj. <Verkehr; Be¬
nutzung spezieller Züge> zusätzlich
zum normalen Fahrpreis eine ergän¬
zende Fahrkarte erfordernd
Zu|schlag|satz: der; -es; -sätze festge¬
legter Tarif für einen Zuschlag
Zu|schlags|kal|ku)la|ti|on: die; > / -en
<Wirt.> Methode zur Ermittlung der
Kosten je Leistungseinheit bei der
Einzel- u. Serienfertigung, wobei zu
den einzeln erfaßbaren Kosten, wie
Material u. Lohn, ein Zuschlag für
die nicht einzeln erfaßbaren Gemein¬
kosten hinzukommt »Die Zuschlags¬
kalkulation ermittelt die möglichen
Gesamtkosten eines Produktes.«
zu|schlie|Ben: schließt zu; schlossest zu;
hast zugeschlossen —»alle Vergang-
heitsfarmen mit ss<— etw. mit einem
Schlüssel verriegeln »Ich schloß die
Schatulle, die Tür zu.«
zu)schnei|den: schneidest zu; schnit¬
tfeist zu; hast zugeschnitten ein Ma¬
terial paßgenau schneiden
Zujschnitt: der; -fe)s; -e a) Tätigkeit,
etw. nach (vorgegebene(m/r)) Maß
od. Form zu schneiden b) Ergebnis
des Zuschnitts (a)
Zuschr.: Abk. <oft bei (Zeitungs-)Anzei-
gern Zuschrift .
zu|schul|den —> auch zu Schul|dene in
der Wendung sich (etw.) zuschulden
kommen lassen —» sich (etwj zu
Schulden kommen lassen: schuldig
werden; etw. Schlechtes tun
Zu|schuB —» Zuschuss: der; Zuschus¬
ses; Zuschüsse (regelmäßige od. für
eine Anschaffung erfolgende) finan¬
zielle Hilfe
zu|schu|stem —> zu|schus|tern; schu¬
sterst zu; schusterstest zu; hast zuge¬
schustert [ugs.] a) (Geld) zu etw. bei¬
tragen b) jmdm. Vorteile, Begünsti¬
gungen verschaffen »Den Auftrag
schusterte er seinem Bruder zu.«
zyjschiit|ten: schüttest zu; schüttetest
zu; hast zugeschüttet etw. bis zum
Rand mit einem Material auffüllen
zu]M|hen: siehst zu; sah(e)st zu; hast
zugesehen 1 etw. od. jmdn. beobach¬
ten 2 sich um etw. bemühen »Ich habe
zugesehen, daß ich noch Karten für das
Konzert bekam.«
zu|sen|den: sendest zu; sandtest/sende¬
test zu; hast zugesandt/zugesendet)
jmdm. etw. zugehen lassen;
zuschicken »Könntest du mir den Brief
bitte durch die Post od. einen Boten zu¬
senden.«
Zu|sen[dung: die; - ; -en a) das Zuschik-
ken (per Post) »Die Zusendung der
Ware dauert zwei Wochen.« b) das
Zugeschickte
Zulsi|che|rung: die; - ; -en a) festes Ver¬
sprechen; Garantie »Die Zusicherung
wurde vor zwei Wochen gegeben.« b)
fest Versprochenes, Garantiertes
Zu|spiel: das; - fe)s; -e <Sport> das An¬
spielen eines anderen Spielers mit ei¬
nem Ball o. ä.
Zu|spitjzung: die; - ; -en 1 (extreme)
Verjüngung hin zu einer Spitze 2
<übertr.> das Bedrohlichwerden
zu|spre|chen: sprichst zu; sprach (e)st
zu; hast zugesprochen 1 in bestimmter
Weise auf jmdn. einreden, versuchen,
ihn zu trösten »Sie sprach mir Trost
zu, als mein Vater beerdigt wurde.« 2
jmdm. etw. zuerkennen; sagen, daß
einer Person etw. gehört od. zusteht
»Das Haus wurde mir zugeprochen.« 3
etw. oft u. ausgiebig genießen »Er
sprach dem Essen gut zu.«
Zuspruch: der; (e)s; - [geh.] 1 Trost;
Rat 2 Nachfrage; Andrang; Zulauf
Zu|stand: der; - fe)s; Zustände 1 a) Be¬
schaffenheit, Qualität von Gegen¬
ständen »Das Auto befindet sich in gu¬
tem Zustand.« b) seelische od. körper¬
liche Verfassung eines Menschen od.
Tieres »Ihr Zustand ist bedenklich.« 2
Zustände bekommen: [ugs.] vor Wut
toben, rasend werden; die Fassung
verlieren 3 a) kein Zustand sein:
[ugs.] etw. ist unmöglich, nicht zu ak¬
zeptieren, nicht zu tolerieren, nicht zu
dulden b) Zustände wie im alten
Rom: [ugs.] etw. ist in einem chaoti¬
schen Zustand, voller Ungeordnet-
heit
zu|stan|de|brin|gen —» auch zu Stan¬
de brinjgenc bringst zustande; bräch¬
test zustande; hast zustandegebracht
—»auch bringst zu Stande; brachtest
zu Stande; hast zu Stande
gebracht<— erreichen; fertigbringen;
verwirklichen »Hast du die Hausauf¬
gaben endlich zustandegebracht?«
zu|stan|de|kom|men —* auch zu Stan¬
de kom|men: kommt zustande; kam
zustande; ist zustandegekommen
—»auch kommt zu Stande; kam zu
Stande; ist zu Stande gekommen<—
verwirklicht werden; erreicht werden;
geschehen
zu]stän|dig: Adj. n. stg. für etw. verant¬
wortlich
zustän|di|gen|prts: Adv. [amtssprl.] von
der für jmdn., etw. zuständigen, ver¬
antwortlichen Stelle aus »Der Antrag
wird zuständigenorts entschieden.«
Zu|stän|dig|ketts|be| reich: der; -fe)s; -e
Gebiet, für das jmd. od. ein bestimm¬
tes Amt verantwortlich ist »Der Zu¬
ständigkeitsbereich ist innerhalb der
Firma genau abgegrenzt.«
zu)stän|dig|keits|hal|ber: Adv.
[amtssprl.] aufgrund der bestimmten
Zuordnung der Verantwortlichkeit
an eine bestimmte Stelle
Zu|stands|än|de|ning: die; - ; -en Phy¬
sik) Obergang eines Stoffes aus einem
festen, flüssigen od. gasförmigen Ag¬
gregatzustand in einen anderen, wo¬
bei entweder Wärme verbraucht od.
freigemacht wird
Zu]stands|glei|chung: die; - ; -en <Phy-
sib Gleichung, die die gegenseitige
Abhängigkeit der drei Zustandsgrö¬
ßen Druck, Volumen u. absolute
Temperatur angibt
Zu|stands|pas|siv: das; -s; -e (Pt. s.)
<Sprachwiss.> im Unterschied zum
Vorgangspassiv mit den konjugierten
Formen des Hilfsverbs »sein» gebilde¬
te Passivform, die den Zustand be¬
schreibt, in den das Subjekt geraten ist
zu|stat|ten kom|men: kommt zustatten;
kam zustatten; ist zustatten gekom¬
men in der Wendung jmdm., einer Sa¬
che zustatten kommen: jmdm. od.
einer Sache von Vorteil, von Nutzen
sein
zu)ste|chen: stichst zu; stach (e)st zu;
hast zugestochen jmdm. od. etw. mit
einem Messer o. ä. einen Stich verset¬
zen; mit einer Stichwaffe zustoßen
zu|ste|hen: steht zu; stand zu; hat zuge¬
standen in der Wendung jmdm.
zustehen: jmdm. mit Recht zukom¬
men; jmdm. rechtmäßig gehören
»Der alten Frau stand eine Rente zu.«
Zu|stell|be|zirk: der; -fe)s; -e verwal¬
tungsbedingte Unterteilung des Zu¬
stellbereiches eines (Post-)Amtes
zu]stel)len: stellst zu; stelltest zu; hast
zugestellt a) Post, Briefe, Pakete usw.
bringen »Das Paket wurde pünktlich
zugestellt.« b) durch einen Gegen¬
stand od. eine Person den Weg o. ä.
versperren
Zujstel|ler: der; -s; - weibl. Zu|stel|le|-
rin: die; - ; -nen Person, die Briefe o.
ä. zu der angegebenen Adresse bringt
»Der Zusteller ist erkrankt.«
Zu|stell|ge|bühr: die; • ; -en für die Zu¬
stellung von Paketen, Postgütern u.
, Eilsendungen erhobene Gebühr
Zu|stel|lung: die; - ; -en 1 Aushändi¬
gung von Postsendungen an den
Empfänger »Die Zustellung erfolgte
am letzten Tag des Monates.« 2
<Rechtsw.> die in bestimmter, vorge¬
schriebener Form geschehende, beur¬
kundete Übergabe eines Schriftstücks
mit dem Nachweis über Zeit u. Art
der Übergabe, z. B. bei Zwangsvoll¬
streckungen »Die Zustellung des Do¬
kumentes erfolgte durch einen Beam¬
ten.«
Zu|stell|ver|merk: der; -fe)s; -e schriftli¬
che Notiz auf der zuzustellenden Sen¬
dung, z. B. über die Adressenände¬
rung des Empfängers
zu|steu|ern: steuerst zu; steuerfest zu;
hast/ bist zugesteuert 1 etw. ansteu-
em; in eine bestimmte Richtung stre¬
ben »Das Kind steuerte sofort auf die
Spielwarenabteilung zu.« 2 [ugs.] ei¬
nen bestimmten Beitrag zu etw. hin¬
zugeben »Alle steuern etw. Geld zu
dem Geburtstagsgeschenk bei.«
zu|stim|men: stimmst zu; stimmtest zu;
hast zugestimmt a) derselben Mei¬
nung sein b) mit der Meinung, einem
Vorhaben o. ä. einverstanden sein u.
1359
Zustimmung
es erlauben, genehmigen »Ich stimme
dem Antrag zu.«
Zu|stim|mung: die; - ; -en Einwilligung;
Erlaubnis »Du hast meine Zustim-
mungfür den Versuch.«
zu|sto|Ben: stößt zu; stießf es) t zu; hast/
bist zugestoßen 1 hast a) mit einem
Gegenstand auf jmdn. od. etw. ge¬
waltsam einwirken (z. B. zustechen)
mit dem Messer zustoßen« b) mit
Schwung schließen »die Tür
zustoßen« 2 ist jmdm. passieren, wi¬
derfahren, geschehen 3 bist zu etw.
hinzukommen
zu|stre|ben: strebst zu; strebtest zu; bist
zugestrebt in der Wendung auf jmdn.,
etw. zustreben: schnell auf jmdn. od.
etw. zueilen
Zu|strom: der;-(e)s; -1 Hinströmen zu
einem bestimmten Ort »Zustrom kal¬
ter Meeresluft« 2 <übertr.> Andrang
»Der Zustrom der Besucher riß nicht
ab.«
zujstürjmen: stürmst zu; stürmtest zu;
bist zugestürmt in der Wendung auf
jmdn., etw. zustürmen: schnell auf
jmdn. od. etw. zueilen
zu|t£|ge —> auch zu Talge: Adv. 1 ans
Licht, an die Öffentlichkeit kommend
2 zutage kommen, treten —> auch
zu Tage kommen, treten: bekannt
werden »Bei einer genauen Überprü¬
fung kamen die Fehler endlich zutage.«
3 etw. zutage fördern, bringen —»
auch zu Tage fördern, bringen: etw.
aufklären
zu|t§jge|brin|gen —* auch zu Ta]ge
brinlgen: bringst zutage; brachtest zu¬
tage; hast zutagegebracht —»-auch
bringst zu Tage; brachtest zu Tage;
hast zu Tage gebracht*— offen dar¬
legen; zum Vorschein bringen »Die
Untersuchung hat viele Ungerechtig¬
keiten zutagegebracht.«
zu|ta|ge|för|dem —» auch zu Tajge föij-
dern: fördertst zutage; fördertest zuta¬
ge; hast zutagegefördert —»auch för¬
dertst zu Tage; fördertest zu Tage;
hast zu Tage gefördert*— deutlich
werden lassen; ans Tageslicht beför¬
dern
Zujtat: die; - ; -en a) Teil, der für ein
Ganzes, das Gelingen von etw. erfor¬
derlich ist b) Lebensmittel, das für die
Herstellung einer Speise benötigt
wird »Für den Kuchen braucht man
folgende Zutaten:...«
zu|tell: Adv. in der Wendung zuteil
werden: [geh.] erhalten »Dem Arbei¬
ter wurde viel Lob zuteil.«
zu|tei|len: teilst zu; teiltest zu; hast zuge¬
teilt etw. an jmdn. geben; jmdm. etw.
übertragen
Zu|toi|lung: die; - ; -en Zumessung, An¬
teil, die/der jmdm. zugesprochen
wird, worauf jmd. einen Anspruch
hat
zu|tra|gen: trägst zu; trug(e)st zu; hast
zugetragen [geh.] jmdm. etw. erzäh¬
len, was andere dieser Person nicht
sagen wollten od. was diese Person
nicht wissen soll »Sie trug ihr zu, daß
man sie entlassen will.«
zyftrajgen, sich: trägt sich zu; trug sich
zu; hat sich zugetragen sich ereignen;
geschehen
Zu)tra|gen der; -s; - weibl. Zujträ|ge|-
rin: die; ~ ; -nen [abwert.] Person, die
heimlich jmd. anderem etw. berichtet
zu]träg|lich: Adj. für etw. vorteilhaft,
förderlich
zuftrau|en: traust zu; trautest zu; hast
zugetraut a) glauben, denken, daß
jmd. zu einer bestimmten Aufgabe o.
ä. fähig ist b) glauben, daß jmd. auf¬
grund von Eigenschaften in der Läge
ist, in bestimmter Weise zu reagieren
Zu|trau|lich|keit: die; - ; -en volles Ver¬
trauen ohne Scheu od. Flucht
zujtreftfend: Adj. genau, dem Sachver¬
halt entsprechend »Das ist eine zutref¬
fende Schilderung der Ereignisse.«
zu|tre|ten: trittst zu; trat(e)st zu; hast/
bist zugetreten 1 hast auf etw. treten,
jmdn. treten 2 bist sich auf jmdn.,
etw. zubewegen »Er trat auf ihn zu.«
Zujtritt: der; -(e)s; - a) Eintritt; (Mög¬
lichkeit, des) Hineingehen(s) »Zutritt
verboten!« b) Berechtigung zum Ein¬
tritt »Zutritt nur für Personal!«
zu|un|gun|sten —> zu[un|guns|ten/zu
Un|guns|ten: Präp. mit Gen. bei nach¬
folgendem Objekt; mit Dal. bei voran¬
gehendem Objekt nachteilig für jmdn.
dem Käufer zuungunsten ♦ zuungunsten
des Käufers« Ant.: zugunsten
zu|un|terst: Adv. an unterster Stelle
»Das Buch liegt zuunterst im Regal.«
Zu|veijdienst: der; -(e)s; -e neben dem
monatlichen Einkommen zusätzlich
erarbeitetes Geld
zu|ver|läs|sig: Adj. so beschaffen, daß
man darauf vertrauen kann »ein zu¬
verlässiges Auto ♦ ein zuverlässiger
Mensch«
Zu|ver|läs|sig|keifc die; - ; - Vertrauens¬
würdigkeit »Für diesen Job ist Zuver¬
lässigkeit die wichtigste Vorausset¬
zung.«
Zu|ver|sicht: die; - ; - festes Vertrauen;
Glaube, daß etw. (Gutes) in Erfüllung
geht; Optimismus
zu|ver|sicht|lich: Adj. daran glaubend,
daß etw. (Gutes) in Erfüllung geht;
hoffnungsvoll
zu|viei: Indefinitpron. a) mehr als ge¬
wollt; mehr als notwendig »Ich habe
zuviel Alkohol getrunken.« b) was zu¬
viel ist, ist zuviel: es reicht!
zu|vgn Adv. zeitlich vor etw.; davor; zu¬
erst; zunächst »Ich gehe zuvor noch
unter die Dusche.«
zu|vgrjkom|mend: Adj. in den Um¬
gangsformen höflich, gefällig, hilfsbe¬
reit u. liebenswürdig »Ich wurde sehr
zuvorkommend behandelt.«
Zuwachs: der; -es; - u. [fachsprl.J
Zuwächse 1 Steigerung; Zunahme;
Vermehrung (in Form von
Nachkommen) »Der umsatzmäßige
Zuwachs war enorm.« 2 Zuwachs
bekommen: [ugs.] ein Baby erwarten,
bekommen
zu|wach|sen: wächst zu; wuchs zu; ist
zugewachsen 1 durch Pflanzen bewu¬
chert werden, so daß alles verdeckt ist
2 <(seelische) Wund» verheilen »Die
Wunde wächst langsam wieder zu.« 3
jmdm. Zuwachsen: [geh.] über einen
bestimmten Zeitraum zuteil werden
»Dem Mann wuchsen durch den Ur¬
laub neue Lebenskräfte zu.«
Zu]wachs|ra|te: die; ~ ; -n <Wirt.> stati¬
stisch ermittelte Zunahme des Wachs¬
tums
zu|wan|dern: wanderst zu; wandertest
zu; bist zugewandert von außerhalb
(aus einem anderen Land) kommend
sich an einem Ort niederlassen »Die
Menschen sind aus vielen Ländern in
die USA zugewandert.«
Zu]wan)de|rung: die; - ; -en Einwan-
dem; Verlegen des Wohnsitzes an ei¬
nen anderen, fernen Ort (in einem an¬
deren Land)
zu|we|ge —» auch zu We|ge: Adv. in
den Wendungen 1 zuwege bringen
—* auch zu Wege bringen: etw. zu¬
stande bringen, schaffen 2 zuwege
kommen —» auch zu Wege
kommen: etw. schaffen; mit etw. od.
jmdm. zurecht kommen; etw. erledi¬
gen können 3 (noch) gut zuwege sein
—> auch gut zu Wege sein: [ugs.]
(noch) in gutem körperlichen Zu¬
stand sein »Meine Oma ist schon 90
Jahre alt, aber (sie ist) noch gut zuwe¬
ge.«
zu|wei|len: Adv. [geh.] ab u. zu; manch¬
mal; nicht immer
Ztj]wei|sung: die; - ; -en Zuteilung an
jmdn. ; Übertragung; Anweisung
Zu|wen|clung: die; - ; -en a) Schenkung;
(finanzielle) oft regelmäßige Unter¬
stützung »Ich bekam monatliche Zu¬
wendungen von meinen Eltern.« b) per¬
sönliche Unterstützung; Zärtlichkeit;
Aufmerksamkeit usw. »Sie hat eine
schwere Zeit u. braucht viel Zuwen¬
dung.«
zu|we|nig —» zu we|nig: Indeßnitpron.
weniger als es sein sollte; weniger als
den gegebenen Umständen entspre¬
chend
zu|wi|der: Adv. a) unangenehm; nicht
mögend; nicht leiden könnend »Ge¬
walt ist mir zuwider.« b) entgegen;
trotzdem erfolgend »Allen Ratschlä¬
gen zuwider kündigte er.«
zu|wj|der]han|deln: handelst zuwider;
handeltest zuwider; hast zuwiderge¬
handelt nicht dem Vorgeschriebenem
od. Gesetz entsprechend handeln; Re¬
geln, Gesetze übertreten »Ich habe da¬
mit den ungeschriebenen Regeln zuwi¬
dergehandelt.«
zuz.: Abk. zuzüglich
zu|zah|len: zahlst zu; zahltest zu; hast
zugezahlt zusätzlich zum vorher fest¬
gelegten Preis eine weitere Summe
zahlen
zu|zie|hen: ziehst zu; zog(e)st zu; hast/
bist zugezogen 1 hast a) eine Tür o. ä.
mit den Händen hinter sich (leise,
sanft) schließen b) einen Sack o. ä. am
oberen Ende mit einer Schnur o. ä.
verschließen 2 bist seinen Wohnsitz
an einen Ort verlegen, aus dem man
ursprünglich nicht kommt »Ich bin
■ hier zugezogen.« 3 hast jmdn. in etw.
einbeziehen, um Rat u. Unterstüt¬
zung bitten » Wir zogen einen Anwalt
zu.«
zu|zie|hen, sich: ziehst dir zu; zog(e)st
dir zu; hast dir zugezogen etw. (meist
Negatives) bekommen »Bei der Kälte
habe ich mir eine Erkältung zugezo¬
gen.«
Zyjzug: der; -(e)s; Zuzüge 1 Hinzu¬
kommen zu einer Gruppe 2 Verlegen
1360
zweierlei
des Wohnsitzes an diesen, einen ande¬
ren Ort
zujzüg|lich: Präp. mit Gen. zusätzlich
einzurechnen; plus »Das kostet 100
DM zuzüglich 5 DM Versandkosten.«
zu|2win|kern: zwinkerst zu; zwinkertest
zu; hast zugezwinkert gezielt für jmdn.
als Zeichen mit einer bestimmten Be¬
deutung die Augen (mehrfach)
schnell schließen u. wieder öffnen
ZVS: Abk. Zentrale für die Vergabe von
Studienplätzen (in Dortmund)
zw.: Abk. 1 zwecks 2 zwischen
Zwang: der; -(e)s; Zwänge a) etw., was
man tun muß, nicht freiwillig tut;
Pflicht; Notwendigkeit; Druck »Er
handelte unter Zwang.« b) sich keinen
Zwang antun: ungehemmt u. ohne
Zwang etw. tun
zwän|gen: zwängst; zwängtest; hast ge¬
zwängt in etw. Enges, Volles drücken,
drängen, quetschen »Der dicke Mann
zwängte sich in seinen alten Anzug.»
zwanglos: Adj. zwangloser; zwanglose¬
ste ohne Zwang; formlos »ein zwang¬
loses Treffen«
Zwang|lo|sig|keit: die; - ; - Ungezwun¬
genheit ohne Einschränkung durch
Regeln
Zwangs|ar|beit: die; - ; - schwere, mit
harter körperlicher Arbeit verbun¬
dene Freiheitsstrafe in verschiedenen
Ländern (z. B. Großbritannien, USA,
Frankreich), in totalitären Staaten
auch als politisches Machtmittel ver¬
wendet
Zwangs&acke (Zwangs|iak|ke —*
Zwangs[|a|cke): die; - ; -n (bei Tob¬
süchtigen angewendete) vorne ge¬
schlossene Jacke aus Segeltuch mit
sehr langen Ärmeln ohne Öffnungen,
deren Enden auf dem Rücken zusam¬
mengebunden werden
zwangs|läu|fig: Adj. n. stß. sich aus logi¬
schen Notwendigkeiten ergebend
»Sein unsinniges Vorhaben mußte
zwangsläufig scheitern.«
Zwangs|neu|ro|se: die; ~ ; -n «Psycholo¬
gie> seelische Vorgänge, die sich zwin¬
gend aufdrängen u. trotz Einsicht in
ihre Unsinnigkeit nicht unterdrückt
werden können
Zwangs|räu|mung: die; - / -en durch
eine behördliche Verfügung erzwun¬
genes Verlassen bestimmter Räum¬
lichkeiten
zwangs|voH|strecken (zwangs|voH|-
strek|ken —» zwangs|voll|stre|cken):
nur im Infinitiv u. Partizip 11, Perfekt
gebraucht: hast zwangsvollstreckt
(Rechtsw.) durch behördliche Ma߬
nahmen bestimmte Rechtsansprüche
durchsetzen
zwangs)wei|se: Adv. a) notgedrungen;
unabänderlich »Der Schüler machte
die Hausaufgaben nur zwangsweise.«
b) durch eine behördliche Verfügung
durchgesetzt »Die zwangsweise Ein¬
weisung in die Psychiatrie wurde durch
das Gericht festgelegt.«
zwanjzig: Kardinalzahl (Zahlzeichen
= )20
Zwan|zi|ger der; - ; - Geldschein mit
einem Wert von zwanzig Einheiten ei¬
ner Währung, ein Zwanzigmark¬
schein
Zwanlzi|gefijah|re—> auch zwan|zi|ger
Jah|re: die (PI.) 1 Jahrzehnt von 20
bis 29 innerhalb eines Jahrhunderts,
z. B. 1920-1929 »Die Zwanzigerjahre
werden auch das »Goldene Zeitalter»
genannt.« 2 Lebensjahre von 20 bis 29
Zwan|zig|mark|schein: der; -(e)s; -e
Papiergeldschein mit dem Wert von
zwanzig Mark
zwar: Adv. in den Wendungen 1 und
zwar: deitet eine genauere od. verstär¬
kende Angabe zum vorher Gesagtem
ein> genauer gesagt »Der Anrufer mel¬
dete sich noch einmal, u. zwar um 20
Uhr.« 2 zwar... aber «leitet eine allge¬
meine Aussage ein, die jedoch gleich
wieder relativiert wird> allerdings ...
aber; wohl... aber »Der Anrufer mel¬
dete sich zwar noch einmal, aber die
Verbindung wurde sehr schnell unter¬
brochen.«
Zweck: der; -(e)s; -e 1 Absicht, Ziel,
Sinn einer Handlung o. ä. »Was ist
der Zweck dieser Maßnahmen?« 2 der
Zweck heiligt die Mittel: wenn etw.
Gutes entsteht, ist auf dem Weg die¬
ses zu erreichen nichts verboten 2
Zweck der Übung: [ugs.] der Zweck
(1), der hinter etw. steht
Zweck|bau: der; -(e)s; -ten funktional
ausgerichtetes, einem bestimmten
Nutzen entsprechendes Gebäude
zweck|be|dingt: Adj. n. stg. durch den
Zweck hervorgerufen; im Zweck be¬
gründet »Zweckbedingt ist ein Wan¬
derschuh im Gebirge sinnvoller als ein
normaler Halbschuh.«
Zwgck|be|stim|mung: die; - ; - in der
Verwendung auf einen bestimmten
Zweck festgelegt »Die Zweckbestim¬
mung des Geldes ließ keine andere Ver¬
wendung zu.«
zweck|dien|lich: Adj. für einen be¬
stimmten Zweck nützlich »Die Polizei
nimmt alle zweckdienlichen Hinweise
zu dem Fall gerne entgegen.«
Zweck]ent|frem]dung: die; - ; -en Ver¬
wendung für eine Sache, die nicht
dem eigentlichen Zweck entspricht
zweck|ent|spre|chend: Adj. dem eigent¬
lichen Zweck angemessen
zweck|fremd: Adj. nicht entsprechend
dem eigentlichen Zweck eingesetzt
zweck|ge|rich|tet: Adj. dem jeweiligen
Zweck einer Sache entsprechend an¬
gepaßt »Die zweckgerichtete Auswahl
des Schuhwerkes ist für eine Bergwan¬
derung überlebenswichtig.«
zweckjhaft: Adj. zweckhafter; zweck¬
hafteste eine bestimmten Zweck ha¬
bend
zwecklos: Adj. n. stg. ohne Sinn, Aus¬
sicht auf Erfolg
Zweck|lo|sig|keit: die; ~ ; - Sinnlosig¬
keit; Mangel an Aussicht auf Erfolg
zweck|mä|Bi[gerjwei(se: Adv. der Erfül¬
lung des jeweiligen Zwecks dienlich
Zweck|mä|ßig|keik die; ~ ; - (Möglich¬
keit zur) Erfüllung des jeweiligen
Zwecks »Die Zweckmäßigkeit eines
Regenmantels zeigt sich beim ersten
Regenguß.«
zwecks: Präp. mit Gen. für ein zu errei¬
chendes Ziel; zum Zweck von
»Zwecks besserer Sicht sollte man bei
Regen den Scheibenwischer des Autos
einschalten.«
zweckjvoli: Adj. dem Zweck entspre¬
chend; sinnvoll u. nützlich
zweck|wid|iig —*■ zweck|wi|d|rig: Adj.
entgegengesetzt dem ursprünglichen
Verwendungszweck
Zwei: die; - ; -en a) Ziffer 2 »Die Ziffer 2
kennzeichnet auf der Uhr die zweite
Stunde des Tages.« b) Zeugnisnote
Gut »Die Note 2 war bei der Klassen¬
arbeit nur dreimal vergeben worden.«
c) [ugs.] Nummer einer Linie bei öf¬
fentlichen Verkehrsmitteln »Die Lime
Nummer 2 fährt bis zum Flughafen.«
d) (bei Spielen) Augenzahl beim Wür¬
feln »Du kannst jetzt 2 Felder vor¬
wärtsgehen, weil du die 2 gewürfelt
hat.«
zwei: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen =) 2
2 <Schulnote> gut 3 dazu gehören
zwei: <oft als Unmutsbezeugnis) das
kann nicht von einer Person allein
entschieden od. gemacht werden, son¬
dern fordert das Einverständnis, Zu¬
tun einer weiteren Person 4 die zweite
Bundesliga —» die Zweite
Bundesliga: <Sport> nicht die Liga der
Besten, sondern die darunterliegende
5 das zweite Programm —> das
Zweite Programm: Zweites Deut¬
sches Fernsehen, ZDF = die zweite
Öffentlich-rechtliche Sendeanstalt 6
das Zweite Gesicht —> das zweite
Gesicht: übersinnliche, hellseherische
Kräfte 7 wenn zwei das gleiche tun,
so ist es nicht dasselbe: nicht alle
Menschen sind gleich, was der eine
aufgrund seiner Stellung darf, darf
ein anderer nicht unweigerlich auch
Zwei|bett|zim|mer: das; -s; - (Hotel-,
Krankenhaus-)Zimmer mit zwei Bet¬
ten; Doppelzimmer
zweijdeu|tig: Adj. 1 doppeldeutig; un¬
klar 2 (sexuell) anzüglich »Er macht
ständig zweideutige Andeutungen, Be¬
merkungen.« Ant.: eindeutig
Zwei|deu|tig|keit: die; ~ ; -en 1 zweifa¬
che Bedeutung von etw., z. B.
'Schloß’ kann sowohl die Bezeich¬
nung für ein Gebäude, als auch für
eine Schließvorrichtung sein 2
schlüpfrige, zweideutige Bemerkung
zwai|di|men|sio|nai —> zwei|di|men|si|-
öjnal: Adj. n. stg. sich flächig ausdeh¬
nend; nur die Dimensionen der Höhe
u. Breite betreffend »Die Zeichnung
ist eine zweidimensionale Kunstform.«
zwei)ei|ig: Adj. <Zwillinge> aus zwei ver¬
schiedenen befruchteten Eizellen
gleichzeitig im Mutterleib entwickelt
»Die zweieiigen Zwillinge unterschie¬
den sich in ihrer Haarfarbe u. ihrem
Geschleckt.«
Zweiter: der; -s; - 1 [landsch.] a) Ziffer
2 »Der Zeiger steht jetzt auf dem
Zweier, es ist jetzt 2 Uhr.« b) Zeugnis¬
note Gut »Der Zweier kam in der
Klassenarbeit nur dreimal vor.« c)
Nummer einer Linie bei Öffentlichen
Verkehrsmitteln »Die Zweier fährt bis
zum Friedhof.« 2 [ugs.] Geldstück im
Wert von zwei Mark od. zwei Pfennig
3 (Sport) Ruderboot für zwei Ruderer
(u. zusätzlichen Steuermann) »Die
Regatta für Zweier fängt um 15 Uhr
an.« 4 (Sport) Wettkampf eines Gol¬
fer gegen einen anderen »Im Zweier
spielen zwei Golfer direkt gegeneinan¬
der.«
zwej|er|lei: Zahlwort a) zwei unter¬
schiedliche Gegenstände, Vorgänge
1361
zweifach
o. ä. in jeweils anderer Art u. Weise b)
zwei gleiche Gegenstände, Vorgänge
u. ä., die jedoch von unterschiedli¬
chen Gesichtspunkten betrachtet
werden
zweifach: Adj. n. stg. doppelt, Ant. ein¬
fach; mehrfach
zweijfarjbig: Adj. mit zwei Farben
Zwei(fel|derfwirt|schaft: die; - ; - <hist->
Wechsel zwischen Weide- u. Acker¬
nutzung od. Brache u. Getreideanbau
in der Landwirtschaft
Zwei|fels|frajge; die; - ; -n unklare, un¬
gewisse, Zweifel erweckende Frage
Zwei|fet|sucht: die; - ; - krankhafter
Drang, an allem zu zweifeln
Zwgjlfel: der; -s; - 1 Bedenken; Gefühl,
nicht zu wissen, wie man sich ent¬
scheiden soll, was man tun soll »Ich
habe Zweifel, ob ich die Arbeit anneh¬
men soll.« 2 ohne Zweifel: sicher-
(lich) »Ihr Stellenangebot ist ohne
Zweifel sehr verlockend für mich.« 3
(über etw.) im Zweifel sein: nicht si¬
cher sein »Ich bin noch im Zweifel, ob
ich das Stellenangebot annehmen soll.«
4 etw. in Zweifel ziehen, stellen: elw.
nicht für wahr, richtig halten; anzwei¬
feln, nicht glauben 5 außer Zweifel
stehen: bewiesen sein; unangreifbar
sein
zwei|feljhaft zweifelhafter; zweifelhaf¬
teste Adj. fragwürdig; bezüglich der
Richtigkeit unsicher
zweijfel]ios: Adv. in der Richtigkeit
nicht in Frage zu stellen; ohne Zweifel
zweifeln: zweifelst; zweifeltest; hast ge-
zweifelt überlegen, was richtig ist;
Zweifel haben; etw. infrage stellen
»Ich zweifle nicht an Ihren Fähigkei¬
ten.«
zwei|felstfrei: Adj. n. stg. ohne Zweifel
»Diese Frage konnte nicht zweifelsfrei
beantwortet werden.«
zwei)flam|mig: Adj. n. stg. mit zwei
Flammen, Lichtquellen, Heizelemen¬
ten o. ä. versehen »Der kleine Herd in
der Küche war nur zweiflammig.«
Zweig: der; -(e)s; -e 1 bei einem Baum
o. ä. vom Ast ausgehendes dünneres
Stück Holz 2 a) Unterbereich eines
größeren (Fach-, Sach-)Gebietes Vo¬
gelkunde ist ein Zweig der Zoologie.«
b) Teil einer großen Familie, Sippe 3
auf keinen grünen Zweig kommen:
[ugs.] ohne Glück, Erfolg sein u. blei¬
ben
Zwei{ge|schlechttigjkeit: die; - ; - <Bot.;
Bio.> das Vorkommen von männli¬
chen u. weiblichen Geschlechtsorga¬
nen bei einem Lebewesen; Herm¬
aphroditismus, Zwittertum
zwei]ge|schos|sig: Adj. n. stg. zwei
Stockwerke aufweisend »Das Haus
ist zweigeschossig.«
zwe|jge|tei>t: Adj. n. stg. in zwei Hälften
geteilt
Zweig|fi|lia|(e —* Zweiglfi|li|a|le: die; - ;
•n Zweigstelle einer zentral, an einem
anderen Ort geführten Firma »Die
Zweigfiliale der Sparkasse ist nur mit
wenig Personal besetzt.«
Zweig|ge|schäft: das; -(e)s; -e Zweig¬
stelle einer zentral, an einem anderen
Ort geführten Ladenkette, Syn.:
[fremdsprl.] Filiale
Zweig|nie|der|tas|sung: die; - ; -en
Zweigstelle einer zentral, an einem
anderen Ort, in einer anderen Stadt
geführten Firma
Zweig(ste(|le: die; ~ ; -n Nebenstelle, Fi¬
liale eines Geschäftes o. ä. »Ich ar¬
beite in einer kleinen Zweigstelle der
Bank.«
zwej|hän|dig: Adj. n. stg. mit zwei Hän¬
den (erfolgend) »Der Bäcker knetete
zweihändig den Teig.«
zwei|hen|ke)lig/zwei|henkjlig: Adj. n.
stg. mit zwei Henkeln, Griffen zum
Anfassen versehen »Die Tasse für die
Kleinkinder war zweihenkelig.«
zwei|höcke)rig/zwei|höckrig: Adj. n.
stg. zwei Höcker besitzend »Ein Ka¬
mel ist in Gegensatz zu einem Drome¬
dar zweihöckerig.«
zweifhunfdert: Kardinalzahl (Zahlzei¬
chen =)200
zwei|jäh|rig: Adj. n. stg. a) zwei Jahre alt
b) zwei Jahre dauernd
Zwei|kam(mer|sy|stem —» Zwei|kam|-
merlsy|s|tem: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> (im Verfassungsrecht)
Zweiteilung des gesetzgebenden Par¬
laments in zwei Kammern, die auf¬
grund ihrer verschiedenen Struktur
ein politisches Gleichgewicht bei der
Gesetzgebung herstellen sollen
Zweijkampf: der; -(e)s; -kämpfe (Ent-
scheidungs-)Kampf zwischen zwei
Personen
Zwei]ka|naljton: der; -s; - (Medien» (bei
Stereogeräten, -fernsehem) zwei ver¬
schiedene Tonspuren für eine Sen¬
dung; Wahlmöglichkeit zwischen
zwei unterschiedlichen, z. B. verschie¬
densprachigen Tonwiedergaben auf
den beiden verschiedenen Kanälen
»Der Zweikanalton bietet die Mög¬
lichkeit, Filme in der Originalsprache
zu sehen.«
zwei]köp)fig: Adj. n. stg. mit zwei Köp¬
fen versehen
zwei|mal: Adv. an zwei Terminen; bei
zwei Gelegenheiten »Der Lack muß
zweimal aufgetragen werden.«
zwei)ma)tig: Adj. n. stg. zwei. Male ge¬
schehend, erfolgend »Nach zweimali¬
gem Farbauftrag sollte der Lack gut
austrocknen.«
Zwel|mann|boot: das; -(e)s; -e Boot,
das nur für zwei Personen ausgelegt
ist
Zwei(mark|stück: das; -(e)s; -e Geld¬
münze, die zwei Mark wert ist
Zwei|ma[ster —* Zweijmas|ten der; -s;
- Segelschiff mit zwei Masten
zwei|mo)nat|lich: Adj. n. stg. sich alle
zwei Monate wiederholend
Zwei|mo|nats|schrift: die; - ; -en jeden
zweiten Monat herauskommende
Zeitschrift
zwei|mo|to|rig: Adj. n. stg. <Technik>
mit zwei Motoren versehen (z. B,
Flugzeug)
Zwei|pfen|nig|stück: das: ~(e)s; -e klei¬
nes Geldstück, das zwei Pfennig wert
ist
Zwei|pfund[brot: das; -(e)s;-e Brot, das
zwei Pfund, ein Kilo wiegt
zwei]pha|sig: Adj. n. stg. (Physik; Tech¬
nik» mit zwei unter Spannung stehen¬
den Phasen »Der zweiphasige Anker
innerhalb einer Spule erzeugt Wechsel¬
strom.«
zwei)po|lig: Adj. n. stg. (Physik; Tech¬
nik einen positiven u. einen negati¬
ven Pol besitzend; bipolar »Der Ma¬
gnet ist zweipolig.«
Zweijrad: das; -(e)s; -rüder Fahrzeug
mit zwei, hintereinander an einem
Rahmen befestigten Rädern, das mit
Muskelkraft (z. B. durch Pedaltreten)
od. mit einem Motor angetrieben
wird
zwei|rä|deirig/zwej|räd|rig: Adj. n. stg.
zwei Räder habend; auf zwei Rädern
fahrend
Zwei|rei|her: der; -s; - Herrenanzug mit
zwei Knopfreihen am Jacket
zwej|rei|hig: Adj. n. stg. 1 in zwei Reihen
2 (Kleidungsstück» mit zwei Knopf¬
reihen versehen
zwei|sam: Adj. n. stg. [geh.] gemeinsam
zu zweit
Zwei)sam|keit: die; -; -en gemeinschaft¬
liches Leben zu zweit
zwei|schnei|dig: Adj. n. stg. a) mit zwei
scharfen Seiten versehen b) (überto
in der Wirkung nicht eindeutig »Ich
bin nicht sicher, das ist eine zweischnei¬
dige Angelegenheit.«
zwei(sei|tig: Adj. n. stg. 1 aus zwei Sei¬
ten bestehend; zwei Seiten habend
»Die Münze ist zweiseitig geprägt.« 2
zu zwei Seiten hin ausgerichtet »Das
Zelt muß zweiseitig gespannt werden,
sonst fällt es wieder zusammen.«
zweijsil|bfg: Adj. n. stg. (Sprachwiss.»
aus zwei Silben bestehend »Das Wort
»Silbe» ist zweisilbig.«
zwej|sit(zig: Adj. n. stg. mit zwei Sitz¬
plätzen ausgestattet »Das Motorrad
ist zweisitzig.«
zwei|spal|tig: Adj. n. stg. (Druckw.» in
zwei Spalten unterteilt »Der Artikel
ist zweispaltig gesetzt.«
Zwei]spän[ner. der; -s; - Fuhrwerk mit
zwei nebeneinandergehenden Pferden
zwei|spra|chig: Adj. n. stg. zwei ver¬
schiedene Sprachen sprechend, Syn.:
[fremdsprl.] bilingual
zwe])spu|rig: Adj. n. stg. 1 (Verkehr» a)
zwei voneinander abgegrenzte Strei¬
fen auf einer Fahrbahn, in eine Fahrt¬
richtung habend b) im Schienennetz
mit zwei voneinander getrennt ver¬
laufenden Gleiskörpern versehen;
zweigleisig 2 (Technik» parallel zuein¬
ander laufend »Der zweispurige Ver¬
suchsauflau garantierte maximale Er¬
gebnissicherung.«
zwgi|stel|lig: Adj. n. stg. aus zwei neben¬
einanderstehenden Ziffern bestehend,
die eine Zahl kennzeichnen
zwei|stim|mig: Adj. n. stg. a) mit zwei
Gesangs- od. Instrumentalstimmen
»Das Musikstück wurde vom Chor
zweistimmig vorgetragen.« b)für zwei
Gesangs- od. Instrumentalstimmen
ausgelegt
zwej|stu|fig: Adj. n. stg. a) zwei Stufen
aufweisend b) (übertr.» in zwei Schrit¬
ten, Abschnitten erfolgend
zwei|stün[dig: Adj. n. stg. zwei Stunden
andauernd
Zwei[tak|ter der; -s; - spezieller Ver¬
brennungsmotor bei Kraftfahrzeu¬
gen; Zweitaktmotor »Der Zweitakter
braucht ein besonderes Gemisch aus Öl
u. Benzin.«
Zwei|takt|mo|tor: der; -s; -en bestimm¬
ter Verbrennungsmotor bei Kraft¬
fahrzeugen
1362
Zwiebel
zwejt|äl|test-: Adj. n. stg. Zweitältester;
Zweitälteste; zweitältestes in bezug
auf das Alter an zweiter Position ste¬
hend
zwei|tau|send: Kardinalzahl (Zahlzei¬
chen = )2000
Zweit|aus|feiiti|gung: die; - ; -en Dupli¬
kat Ausfertigung eines Schriftstücks
o.ä.
zweit)be|st- —> zweit|bes|t-: Adj. n.
stg. zweitbester; zweitbeste; zweitbe¬
stes in bezug auf die Qualität, Lei¬
stung an zweiter Stelle »Der zweitbe¬
ste Sprinter erhält einen Silberpokal.«
Zweit|druck: der; -(e)s; -e <Druckw.> 1
zweiter Abzug eines Druckes 2 zweite
Auflage eines Druckes
Zwei|tei|ler der; -s; - a) aus zwei Teilen
bestehendes Kleidungsstück b) Bikini
zwei|tei|lig: Adj. n. stg. aus zwei Teilen
bestehend »Das Kostüm ist zweiteilig,
bestehend aus engem Rock u. Jacke.«
Zwei|tei|lung: die; - ; -en Aufspaltung
von etw. in zwei Teile; Teilung in zwei
Hälften
Zwef[te-Kias|se-Wa|gen: der; -s; - die
nicht so komfortabel ausgestatteten
Waggons der zweiten Klasse in Zü¬
gen
zwei|ten|mal —> zweiten Mal: Adv. in
der Wendung beim, zum zweitenmal
—» beim, zum zweiten Mal: nach
dem ersten mal erneut geschehend;
zum wiederholten Mal »Der Dieb
wurde schon zum zweitenmal er¬
wischt.«
zweitens: Adv. als zweiter Punkt nach
einem anderen »Erstens muß der Müll
hinuntergebracht werden, zweitens
muß die Küche endlich mal wieder ge¬
putzt werden!«
Zwei|ter-Klas|se-Wa|gen: der; -s; - in
Zügen die unkomfortabler ausgestat¬
teten Waggons der zweiten Klasse
Zwert|fri|sur: die; - ; -en [verhüll.] Pe¬
rücke als Ersatz für die eigenen Haare
Zweit|ge|rät: das; -(e)s; -e weiteres Ge¬
rät, das schon einmal in einem Haus¬
halt existiert, z. B. ein Zweitfernseher
Zwert|kläs|ser: der; -s; - weibl. Zweitj-
kläs|se|rin: die; - ; -nen Schüler(in)
der zweiten Klasse
zweitjklas|sig: Adj. [abwert.] den höch¬
sten Ansprüchen nicht angemessen u.
von geringerem Wert »Die Musikauf¬
nahme war zweitklassig u. daher für
mich nicht zu gebrauchen.«
Zwert|pla|cier|te/Zweit]pla|zier]te —»
Zwejt|plat|zier|te: der u. die; -n; -n
(mit unbestimmtem Art.: ein Zweit-
placierterj-plazierter; eine Zweitpla-
ciertej-plazierte; zwei Zweitplacierte'l-
plazierte —*ein Zweitplatzierter;
eine Zweitplatzierte; zwei Zweitplat¬
zierte*— ) Person, die in einem
Wettkampf den zweiten Platz erreicht
hat
zweit|ran|gig: Adj. n. stg. nebensäch¬
lich; nicht die Hauptsache »Das Geld
ist für mich bei diesem Job zweitran¬
gig-«
Zweitjschlag: der; -(e)s; -schlüge <Pol.;
Milit > Vergeltungsschlag bei einem
Atomangriff »Der Zweitschlag wird
als Reaktion auf einen nuklearen An¬
griff eingeleitet.«
Zwgitjschlüs|sel: der; -s; - zweiter
Schlüssel für dasselbe Schloß
Zweit|stim|me: die; - ; -n <meist Pob in
bestimmten Wahlsystemen für den
Wähler bestehende Möglichkeit für
eine weitere Stimme, die einer diffe¬
renzierteren Wahlentscheidung, z. B.
bei den Wahlen zum Bundestag, dient
zwe]|tü|rig: Adj. n. stg. mit zwei Türen
ausgestattet (z. B. Auto)
Zweit|wa|gen: der; -s; - neben dem
hauptsächlich benutzen Auto der
zweite, auf dieselbe Person zugelas¬
sene Wagen
Zweit|woh|nung: die; - ; -en neben der
eigentlichen, hauptsächlich bewohn¬
ten Wohnung existierende Wohnung,
die nur zeitweise, z. B. an Wochenen¬
den bewohnt wird
Zwei|zack: der; -s; -e großer Stab mit
zwei Spitzen »Der Zweizack ist ein
Symbolfür den Göttervater Zeus.«
zwei|zackig (zwei|zakjkig —> zwei|za|-
ckig): Adj. n. stg. mit zwei Spitzen ver¬
sehen
Zwei|zei|ler. der; -s; - <Literaturwiss.>
Gedicht mit zwei Versen
Zwei|zim|mar|woh|nung: die; - ; -en aus
zwei Räumen bestehende Wohnung
Zwei|zü|ger: der; -s; - beim Schachspiel
mit zwei Zügen zu lösende Aufgabe
Zwei|zyjlin|derjmo|tor: der; -s; -en Mo¬
tor bei Kraftfahrzeugen mit zwei Zy¬
lindern
zwerch: Adv. [landsch.] schräg; quer
Zwerch|fell: das; -(e)s; -e <Anat.;
Mensch; Säugetien Scheidewand zwi¬
schen Brust- u. Bauchhöhle »Vom
Lachen tat mir das Zwerchfell weh.«
Zwerch|fell|at|niung: die; - ; - verstärkte
Atmung aufgrund des erweiterten
Brust- u. Lungenraums durch Kon¬
traktion der muskulösen Scheide¬
wand zwischen Brust- u. Bauchhöhle;
Bauchatmung
zwerch|fell|er|schüt|ternd: Adj. a)
<verst.> stark; durch heftiges Lachen
die Bauchmuskeln verkrampfend b)
lustig; starkes Lachen auslösend
Zwerg: der; -(e)s; -e 1 [veralt.] Mensch
von kleinem Wuchs 2 <Mythologie>
sehr kleine Sagen- u. Märchengestalt
zwerg|ar|tig: Adj. n. stg. 1 [veralt.] klein¬
wüchsig 2 der märchenhaften Figur
des Zwergen ähnelnd
Zwerg|baum: der; -(e)s; -bäume <Bot.>
a) Baum mit natürlichem, artabhän¬
gig zwergenhaften Wuchs b) künst¬
lich durch Zurückschneiden niedrig
gehaltener Baum, Syn.: [fremdsprl.]
<2> Bonsai
Zwer1gen|au1|stand: der; -(e)s; -auf¬
stände [ugs.] unbedeutende u. nicht
erforderliche Empörung u. Aufre¬
gung
zwerjgen|haft Adj. zwergenhafter;
zwergenhafteste 1 [veralt.] kleinwüch¬
sig 2 der märchenhaften Figur des
Zwergen ähnelnd
Zwerg|ga|le|rie: die; ~ ; -n <Bauw.> meist
an der Apsis romanischer Kirchen zu
findender Laufgang mit sich nach au¬
ßen öffnenden Arkaden unterhalb
des Dachgesimes
Zwerg|kiejfer: die; - ; -n in den Höhen¬
lagen von Gebirgen wachsende, knor¬
rige Kiefer von kleinem, mehr in die
Breite gehenden Wuchs »Die Zwerg¬
kiefer kann auch unter den härtesten
Bedingungen des Gebirges wachsen.«
Zwerg|pu|del: der; -s; - Kleinform in¬
nerhalb der Rasse der Pudel
Zwergstaat: der; -(e)s; -en <Pol.> klei¬
ner, unabhängiger, aber international
relativ einflußloser Staat »Andorra ist
ein Zwergstaat.«
Zwergwuchs: der; -es; -1 Merkmal bei
bestimmten Menschen-, Tier- od.
Pflanzenrassen, die sich durch ein
vergleichsweise geringes Längen¬
wachstum auszeichnen, z. B. bei den
Pygmäen mit einer Körpergröße von
durchschnittlich unter 140 cm »Der
Zwergwuchs kann durch die Lebensbe¬
dingungen, die Nahrungsmittel sowie
durch die genetische Vorbelastung her¬
vorgerufen werden.« 2 krankhaft be¬
dingter, auf Entwicklungshemmun¬
gen u. häufig hormonell bedingten
Wachstumsstörungen beruhender,
abnormer Minderwuchs mit maximal
130 cm Körperlänge »Der Zwerg¬
wuchs belastet viele Kleinwüchsige
auch psychisch.« Syn.: [fremdsprl.] <2>
Nanosomie
zwerg|wüch|sig: Adj. von kleinem, ge¬
drungenen Wuchs
Zwet|sche/[süddt., Schweiz. u.
fachsprl.] Zwetsch|ge/[österr.]
Zwetsch|ke: die; - ; -n dunkelblaue
bis lila gefärbte, kleinere, längliche
Pflaumenart, Kernobstfrucht mit
gelblichem Fruchtfleisch
Zwet|schen|bauin: der; -(ejs; -bäume
zur Familie der Rosengewächse gehö¬
render, artenreicher Steinobstbaum
mit schwarzblauen, länglich-ovalen
Früchten
Zwet|schen|mus: das; -es; -e durch Zer¬
kochen von Zwetschen hergestellter
süßer Obstbrei, der als Brotaufstrich
o. ä. verwendet wird
Zwet|schen|schnaps: der; -es;
-schnäpse aus Zwetschen hergestell¬
ter, hochprozentiger Branntwein
»Der Zwetschenschnaps kann auch un¬
gekühltgetrunken werden.«
Zwet|schen|was|ser: das; -s; -wässer
aus Zwetschen hergestellter, hoch¬
prozentiger Branntwein
Zwetschjken|knö|det: der; -s; - [österr.]
Kartoffelknödel mit einer eingeknete¬
ten, entkernten Zwetsche (u. einem
Zuckerstück) im Inneren
zwicken (zwik|ken —» zwi|cken):
zwickst; zwicktest; hast gezwickt a)
leicht (mit zwei Fingern) kneifen b) zu
eng sein; klemmen »Die Hose
zwickt.« c) jmdn. zwickt u. zwackt es
überall: jmd. hat unter vielen körper¬
lichen Leiden zu leiden
Zwicker (Zwik|ker —» Zwijcker): der;
-s; ~ bügellose Brille, die auf die Nase
geklemmt wird; Kneifer
Zwick|müh|le: die; -; -n 1 [ugs.] unange¬
nehme, ausweglose Situation, bei der
die Beseitigung des einen Problems
ein anderes hervorruft 2 Position der
Spielsteine beim Mühlespiel, in der je¬
weils durch Hin- u. Herschieben eines
Steines bei jedem Zug eine Mühle ge¬
bildet werden kann
Zw|e|back: der; -(e)s; -e u. -bäcke
knuspriges, doppeltgebackenes Wei¬
zengebäck
Zwie|bei: dat.-roman.> die; - ; -n a) als
Gemüse u. Gewürz verwendeter un¬
terirdischer Sproß eines Lilienge-
1363
zwiebelförmig
wächses, der aus mehreren Schichten
besteht b) in der Erde befindlicher,
zur Speicherung von Nährstoffen die¬
nender Sproß vieler Pflanzen, Blu¬
men
zwie|bel|för|mig: Adj. n. stg. dem Ausse¬
hen einer Zwiebel ähnelnd
Zwte]bel|ge|wächs: das; -es; -e <Bot.>
Pflanze mit einer Zwiebel, die aus die¬
ser nach einer Ruhepause od. jährlich
neue Blätter u. Blütenstengel treibt u.
neue Zwiebeln ausbildet
Zwie|bel|ku|chen: der; -s; - (schwäbi¬
scher od. elsäßischer) Kuchen aus
Hefeteig mit Speckwürfeln, (gebrate¬
nen) kleingehackten Zwiebeln, saurer
Sahne, Eiern u. Gewürzen
Zwie|bel|mu|ster —> Zwie|bel|mus|ten
das; -s; - ein zwiebelähnliches, dem
ostasiatischen Granatapfelmotiv
nachgebildetes Pflanzenomament,
das vor allem als blaues Dekorations¬
muster in Unterglasmalerei in der
Porzellanmanufaktur Meißen seit
1793 gebräulich ist
zwfe|beln: zwiebelst; zwiebeltest; hast
gezwiebelt [ugs.] quälen; ärgern,
schmerzen; wehtun »Mußt du mich
immer so zwiebeln?«
Zwje|bel|ring: der; -fejs; -e durch Zer¬
schneiden der Zwiebel entlang ihrer
Querachse entstehender Ring
Zwie|bel|scha|te: die; - ; -n äußere,
trockene, braune Schale, die das helle
Innere der Zwiebel umgibt
Zwje|bel|sup|pe: die; - ; -n Gericht aus
geschmorten Zwiebeln u. Fleischbrü¬
he, überbacken mit Käse (u. Wei߬
brot)
zwie|ge|näht: Adj. n. stg. [fachsprl.]
zweifach vernäht
Zwjejlicht: das;-(e)s; -1 Lichtsituation
zwischen Hell u. Dunkel, in der keine
scharfen Begrenzungen mehr zu er¬
kennen sind; Dämmerung 2 Beleuch¬
tung durch zwei unterschiedliche
Lichtquellen, z. B. durch künstliche
Lichtquellen u. natürliches Dämmer¬
licht
zwie|lich|tig: Adj. seltsam, undurchsich¬
tig; nicht eindeutig durchschaubar u.
zweifelhaft »ein zwielichtiger Mann«
Zwje[sel: die; ~ ; -n u. der; -s; -
[landsch.] 1 <Bot.> Pflanze, die statt ei¬
nes durchgehenden Schaftes eine Ga¬
belung in zwei nahezu gleich starke
Höhentriebe besitzt (z. B. Esche u.
Ahorn) 2 (Pferdesattel» ausgesparte
Kammer in der Sattelauflagefläche,
die verhindern soll, daß die Rücken¬
muskeln des Pferdes vom Sattel bela¬
stet werden
Zwiejspalt: der; -(e)s; -spülte verschie¬
dene zur Auswahl stehende Möglich¬
keiten, von denen keine überzeugend,
sicher ist, was die Entscheidung er¬
schwert
zwie]späl|tig: Adj. unsicher, schwan¬
kend; innerlich zerrissen; wider¬
sprüchlich
Zwie]späl|tig|keit: die; - das Hin- u.
Hergerissensein; Uneinigkeit
Zwietracht: die; - ; - [geh.]
Streitigkeiten) »Zwischen uns gab es
keine Zwietracht.«
zwieftrach|tig: Adj. Unfrieden u. Streit
stiftend, habend
Zwjllle: die; ~ ; -n [landsch.] a) Stelle an
einem Ast, an der er sich verzweigt
»In der Zwille hatte ein Vogel sein
Nest gebaut.« b) kleine, (hölzerne)
Schleuder aus einer Astgabel »Die
Zwille ist eine gefürchtete Waffe, wenn
mit ihr Stahlkugeln verschossen wer¬
den.«
Zwil|Hch: der; -s; - u. (Sorten) -e <Textib
g’robfödiges, kräftiges Gewebe aus
Baumwolle, Halbleinen od. Leinen,
das meist für Hand-, Wisch- u. Tisch¬
tücher od. für Arbeitskleidung ver¬
wendet wird
Zwil|lich|ho|se: die; • ; -n Hose aus
grobfädigem, kräftigen Baumwoll-,
Halbleinen-od. Leinengewebe
Zwil|ling: der; -s; -e 1 eines von zwei
gleichzeitig von einer Frau ausgetra¬
genen Kindern 2 (Astrologie» a)
Sternzeichen für den Zeitraum vom
21.5. bis zum 20.06. eines Jahres b)
Person, die im Sternzeichen Zwilling
geboren ist 3 siamesische Zwillinge:
eineiige Zwillinge, bei denen die Zell¬
teilung im Embryonalstadium unvoll¬
ständig verlief u. die deshalb an einem
od. mehreren Körperteilen zusam¬
mengewachsen sind bzw. sich einen
od. mehrere Körperteile teilen müs¬
sen
Zwiljlings|bru|der: der; -s; -brüder
männlicher Teil eines als Zwillinge ge¬
borenen Geschwisterpaares
Zwjl|lings|ge|burt: die; - ; -en zeitlich
etw. versetzte Geburt von zwei gleich¬
zeitig ausgetragenen Kindern
Zwll|lings|ge|schwi|ster —» Zwil|lings|-
ge|schwis|teR die (PI.) zwei gleich¬
zeitig ausgetragene u. kurz hinterein¬
ander geborene Geschwister
Zw]l|lings|paar. das; - fe)s; -e Zwillinge
(mit unterschiedlichem Geschlecht, d.
h. ein männlicher u. ein weiblicher
Zwilling)
Zwil|lings|reijfen: der; -s; ~ (meist an
Lkw) Paar von eng nebeneinander
laufenden Reifen
Zwil|lings|schwe|ster —» Zwil|lingsj-
schwes|ten die; - ; -n weiblicher Teil
eines als Zwillinge geborenen Ge¬
schwisterpaares
Zwing|burg: die; - ; -en stark befestigte
Burg im MA, von der aus die Zwing¬
herrschaft ausgeübt wurde
zwin|gen: zwingst; zwang(e)st; hast ge¬
zwungen ein Lebewesen (Mensch,
Tier) durch Drohung o. ä. veranlas¬
sen, etw. gegen seinen Willen zu tun
zwjn|gend: Adj. notwendig; unumgäng¬
lich; dringend »Zwingende Gründe
verhinderten meine Abreise.«
Zwin|ger: der; -s; - a) Käfig, von Zäu¬
nen od. Stäben gebildeter Stall meist
für Hunde »Sie sperrte den Hund in
den Zwinger.« b) [veralt.] Gang od.
Gehege für wilde Tiere in Burgen od.
Stadien
Zwjng]herr. der; -n u. -en; -en (vor allem
im Mittelalter) Person, die mit Ge¬
walt die Herrschaft ausübt
Zwing|herr|schaft: die; ~ ; - [selten] mit
Gewalt ausgeübte u. nur unter Zwang
anerkannte Herrschaft eines einzel¬
nen od. einer Gruppe
zwin]kern: zwinkerst; zwinkertest; hast
gezwinkert die Augen (mehrfach)
schnell schließen u. wieder öffnen,
häufig gezielt als Zeichen mit einer
bestimmten Bedeutung »Der Mann
zwinkerte, u. das Mädchen lächelte
ihm zu.«
zwirbeln: zwirbelst; zwirbeltest; hast ge¬
zwirbelt etw. zwischen den Fingern
zusammendrehen »Das Mann zwir¬
belte sein ßarlhaar zu einem Kringel.«
Zwirn: der; -(e)s; - u. (Sorten) -e sehr
haltbarer (aus mehreren gedrehten
Fäden bestehender) Faden; reißfestes
Garn
zwiijnen: Adj. n. stg. aus Zwirn be¬
stehend
Zwjrns|fa|den: der; -s; -faden aus meh¬
reren Einzelfaden fest zusammenge¬
drehter, sehr reißfester Faden
zwischen: Präp. I mit Dat. u. Akk. 1
räumlich a) in der Mitte; inmitten »Sie
saß zwischen uns.« fo) bezeichnet eine
räumliche Distanz »Zwischen den
Häusern lag ein 5 m langer Weg.« 2 ei¬
nen Zeit- od. Altersraum bezeichnend
»Das Gesellschaftsspiel ist für Jugend¬
liche zwischen 13 u. 17 Jahren
geeignet.« 3 eine wechselseitige Bezie¬
hung kennzeichnend »Zwischen ihnen
besteht nur Haß.« 4 bezeichnet (den
Ort) des Vorhandenseins »Das Geld
bewahrte sie zwischen der Unterwä¬
sche auf.«
Zwi|schen|ab|rech|nung: die; - ; -en
noch nicht endgültige, einstweilige
Abrechnung
Zwj|schen|akt: der; -(e)s; -e <hist.;
Theater» selbständiger Teil zwischen
den einzelnen Akten einer Auffüh¬
rung, der meist dem Szenenwechsel
diente u. meist mit Musik o. ä. ausge¬
füllt war; Intermezzo
Zw||schen|auf|ent|hatt: der; -(e)s; -e
zeitlich begrenzte Unterbrechung (z.
B. einer Reise o. ä.) an einem Ort
Zw]|schen|aus|weis: der; -es; -e vorläu¬
fig ausgestellter, nur für einen kurzen,
begrenzten Zeitraum gültiger Aus¬
weis
Zwi|schen|be|meijkung: die; -; -en eine
die Rede von jmd. anderem unterbre¬
chende (störende) Einmischung in
das Thema
Zwf|schen|be|richt: der; -(e)s; -e vor¬
läufiger, noch nicht endgültiger Be¬
richt
Zwi|schen|be|scheid: der; -(e)s; -e
[amtssprl.] vorläufige Benachrichti¬
gung vor Beendigung eines Verfah¬
rens
zwi]schen|be|tri0b|lich: Adj. n. stg. das
Verhältnis zwischen zwei od. mehre¬
ren Betrieben, Firmen betreffend
Zwi{schen[bi|lanz: die; - ; -en vorläufi¬
ges, zwischenzeitliches Ergebnis vor
Beendigung einer Sache »Die Zwi¬
schenbilanz ist zum Halbjahr fällig.«
Zwi]schen|bo|den: der; -s; -böden
<Bauw.» zwischen zwei Etagen einge¬
zogener, schmaler Zwischenraum
Zw]|schen|buch|han]del: der; -s; ~
Großhandel, der auf eigene Rech¬
nung direkt vom Verlag Bücher be¬
zieht u. den Sortimentsbuchhandel
täglich auf (Einzel-)Bestellung belie¬
fert; Barsortiment
Zwi|schenfdeck: das; -(e)s-s (Seefahrt»
a) (Seeschiff) zwischen dem Haupt¬
deck u. dem Schiffsboden gelegenes
Deck »Die Mannschaft schlief auf
1364
Zwischenträger
dem Zwischendeck.« b) <hist.; Fahr¬
gastschiff) zum Laderaum gehöriges,
unterstes Fahrgastdeck mit Vielbet¬
tkabinen u. dem niedrigsten Fahr¬
preis
Zwi|schen|ding: das: -(e)s; -e u. -er
[ugs.] etw., was zwischen zwei Dingen
liegt u. weder dem einen noch dem
anderen zugehörig ist
zwi|schen|drejn: Adv. [landsch.] a) zeit¬
weise; von Zeit zu Zeit »Zwischen¬
drein hat sie auch schon mal als Kellne¬
rin gearbeitet.« b) räumlich zwischen
zwei od. mehreren anderen »Sie saß
zwischdrein von zwei Männern auf der
Rücksitzbank eines Autos.«
zwi|schen|djirch: Adv. 1 dazwischen;
räumlich zwischen zwei od. mehreren
anderen hindurch 2 a) zwischenzeit¬
lich »Zwischendurch aß sie immer wie¬
der Schokolade.« b) innerhalb eines
bestimmten Zeitraums »Zwischen¬
durch wurde eine kleine Pause von fünf
Minuten gemacht.« c) zeitweise; von
Zeit zu Zeit »Zwischendurch hatte sie
auch schon als Kellnerin gearbeitet.« 3
zwischen anderen einzeln, vereinzelt
vorkommend
zwl|schen|dnn: Adv. [landsch.] 1 zwi¬
schen zwei od. mehreren anderen
»Zwischendrin waren auch ein paar
schlechte Erbsen.« 2 [geh.; selten] zeit¬
weise; von Zeit zu Zeit
Zwi|schen|erjgeb|nis: das; -ses; -se vor¬
läufiges, zwischenzeitliches Ergebnis
vor Beendigung einer Sache
Zwi|schen|fall: der; -(e)s; -fälle unge-
plantes, unvorhergesehenes (oft nega¬
tives, hemmendes) Ereignis »Wir ka¬
men ohne weitere Zwischenfälle in
Rom an.«
zwjjschenjfijnan|zie|ren: nur im Infinitiv
u. Partizip II, Perfekt gebraucht: hast
zwischenfinanziert kurzfristig einen
Kredit geben, in Anspruch nehmen,
bis die eigentliche, gesicherte Finan¬
zierung in Kraft tritt
Zwj)schen|fi|nanjzie|rung: die; - ; -en
<Wirt.> kurzfristig in Anspruck ge¬
nommener Kredit, der so lange benö¬
tigt wird, bis die eigentliche, gesi¬
cherte Finanzierung in Kraft tritt
Zwi|schen|fra|ge: die; - ; -n eine die Re¬
de von jmd. anderem unterbrechende
Frage, die der Klärung einer während
des Vortrags entstandenen Verständ¬
nisschwierigkeit dient
Zwi|schen|fut|ter: das; -s; - <Textilien>
bei der Herstellung von Bekleidung
zwischen dem Obermaterial u. dem
Futter eingearbeiteter Stoff zur Stabi¬
lisierung
Zwi|schen|gas: das; -es; - <Technik> (bei
Kraftfahrzeugen) Treibstoff, der dem
Motor während des Schaltvorgangs
in den nächstniedrigeren Gang durch
Druck auf das Gaspedal zugeführt
wird, um die Drehzahl zu erhöhen
»Viele Lastkraftwagen müssen mit
Zwischengas gefahren werden.«
Zwi|schen]glied: das; -(e)s; -er zwei
Teile verbindendes, dazwischen ver¬
mittelndes Teilstück
Zwilschenjhalt: der; -(e)s; -e [Schweiz.]
kurzzeitiger Aufenthalt an einem Ort
»Den Zwischenhalt nutzten die Gäste,
um die neueste Zeitung zu kaufen.«
Zwi|schen|han|del: der; -s; - <Wirt.> a)
Handel zwischen Erzeugern u. Wei¬
terverarbeitem; Produktionsverbin¬
dungshandel b) Handel zwischen ver¬
schiedenen Ländern; Transithandel
Zwi|schen|händ|leit der; -s; - weibl.
Zwi|schenjhänd|le)rin: die; - ; -nen
<Wirt.> Person, die Handel zwischen
Erzeugern u. Weiterverarbeitem od.
zwischen verschiedenen Ländern be¬
treibt
Zw[|schen|hoch: das; -s; -s Meteorolo¬
gie) kurzzeitiger Hochdruckausläu¬
fer, der zwischen zwei aufeinanderfol¬
genden, ausgeprägteren Tiefdruckge¬
bieten entsteht
Zwi|schen|kie|feij(kno|chen): der; -s; -
Med.; Bio.) beim Menschen u. bei
Wirbeltieren ein im harten Gaumen
zwischen den beiden Oberkieferkno¬
chen stehender paariger Knochen,
der die oberen Schneidezähne umfaßt
Zwi|schen|la|ger. das; -s; - Ort, an dem
für kürzere Zeit eine bestimmte Sache
aufbewahrt wird, um schließlich an
ihren endgültigen Bestimmungsort zu
gelangen
Zwi|schenjla|gejrung: die; - ; -en Auf¬
bewahrung einer Sache für kürzere
Zeit an einem bestimmten Ort mit
dem Ziel der Lagerung an einem an¬
deren Ort
zwi|schen|lan|den: landest zwischen;
landetest zwischen; bist/hast zwischen¬
gelandet (meist nur im Infinitiv u. Par¬
tizip II, Perfekt gebraucht) a) hast ein
Flugzeug auf dem Weg zu einem Ziel
zwischendurch landen b) bist (als Pas¬
sagier) (meist bei Langstreckenflü¬
gen) den Flug kurzzeitig unterbre¬
chen u. auf dem Weg zu einem be¬
stimmten Ziel zwischenzeitlich auf ei¬
nem Flughafen landen
Zwi|schen|lan|dung: die; * ; -en (meist
bei Langstreckenflügen) kurze Unter¬
brechung des Fluges auf dem Weg zu
einem bestimmten Ziel u. zwischen¬
zeitliche Landung des Flugzeuges auf
einem Flughafen
Zwi|schen|lauf: der;-(e)s; -laufe <Sport>
der für das (Viertel-, Halb-)Finale
qualifizierende Lauf in einem aus
mehreren Wettkämpfen bestehenden
Rennen
Zwi[schen|mahi|zeit: die; - ; -en zwi¬
schen den Hauptmahlzeiten Früh¬
stück, Mittagessen u. Abendessen
eingenommenes, kleineres Essen »Die
Zwischenmahlzeit besteht aus einem
Apfel.«
zwi|schen|mensch|lich: Adj. n. stg. das
Verhältnis zwischen zwei od. mehre¬
ren Personen betreffend
Zwi|schen|pro|dukt: das; -(e)s; -e
<Wirt.> bestimmtes Erzeugnis inner¬
halb einer Produktionskette, das aus
bestimmten Teilen hergestellt ist u.
auch wieder zur Herstellung anderer
Produkte dient
Zwi|schen|prii)fung: die; ~ ; -en Prüfung
nach einem Teil der Ausbildung, des
Ausbildungszeitraumes »Der Lehr¬
ling bestand die Zwischenprüfung mit
einer guten Zensur.«
Zwi|schen|raum: der; ~(e)s; -räume
freier Raum; Abstand; Distanz »Der
Zwischenraum betrug nur wenige Me¬
ter.«
zwi|schen]rein: Adv. [ugs.] in der Zwi¬
schenzeit; zwischen anderem
Zwi|schen|mf: der; -(e)s; -e eine die Re¬
de von jmd. anderem unterbrechende
(störende) Einmischung in das The¬
ma »Die Zwischenrufe störten den
Redner im Bundestag.«
Zwf]schen|run|de: die; - ; -n <Sport>
Wettkampf zwischen Vorrunde u. Fi¬
nale bei einem in mehrere Abschnitte
unterteilten sportlichen Ereignis
Zwj|schen|satz: der; -es; -sätze 1 Mu¬
sik) zwischen zwei Teile eines mehrtei¬
ligen Musikwerkes eingeschobenes,
in sich abgeschlossenes Musikstück
»Der Zwischensatz griff die Melodie
der beiden anderen Sätze auf u. vari¬
ierte sie.« 2 <Sprachwiss.) in einen
Hauptsatz eingebetteter Nebensatz
»Der Zwischensatz, der hier gebildet
wird, ist ein Relativsatz.«
Zwi|schen|schein: der; -(e)s; -e <Wirt.>
vorläufige Urkunde, die bei Grün¬
dung einer Aktiengesellschaft vor
Ausstellung der Aktien an deren Stel¬
le zunächst ausgegeben wird; Inte¬
rimsschein
zwi|schen|ataat]lich: Adj. n. stg. inter¬
national; die Beziehung zwischen
zwei od. mehreren Staaten betreffend
Zwijschen|$ta|dl|um: das; -s; -Stadien
Situation, Zeitpunkt innerhalb einer
Entwicklung zwischen dem Anfangs-
u. dem Endstadium
Zwi|schen]$ta|ti]on: die; - ; -en 1 zwi¬
schenzeitlicher, kürzerer Aufenthalt,
als Unterbrechung (z. B. einer Reise
o. ä.) »Die Zwischenstation der Zug¬
reise wurde zu einem kleinen Spazier¬
gang genutzt.« 2 Ort eines zwischen¬
zeitlichen Aufenthaltes
Zwi|schen|stock: der; -fe)s; - niedriges
Geschoß, das als Verbindung zwi¬
schen den wesentlich höheren Haupt¬
stockwerken dient »Der Zwischen¬
stock hatte keine eigene Fenstergale¬
rie.«
Zwijschen]stock|werk: das; -(e)s; -e
niedriges Geschoß, das als Verbin¬
dung zwischen den wesentlich höhe¬
ren Hauptstockwerken dient
Zwi|schenjstück: das; -(e)s; -e 1 selb¬
ständiger Teil zwischen den einzelnen
Akten eines Schauspiel, der meist
dem Szenenwechsel dient; Intermezzo
2 Teil, das die Verbindung zwischen
zwei anderen Teilen herstellt »Das
Zwischenstück war eine lange Welle,
die die Kraft übertrug.«
Zwi|schenjstu|fe: die; ~ ; -n Zeitpunkt,
-raum, Situation innerhalb einer Ent¬
wicklung
2wijschen|text: der; -(e)s; -e zwischen
Bildern o. ä. erscheinender, erkären-
derText
Zw||schen|ti|tel: der; -s; - 1 unterteilen¬
der u. erläuternder Titel für den Ab¬
schnitt eines Textes o. ä. 2 Medien)
erläuternde Überschrift zwischen den
Szenen eines Films, z. B. Ort u. Zeit
Zw]]schen]trä|ger: der; -s; - weibl. [sel¬
ten] Zwi|schen|trä|ge|rin: die; -; -nen
[abwert.] jmd., der z. B. eine Informa¬
tion jmdm. zuträgt, der etw. von ei¬
nem zum anderen trägt »In der Firma
fungiert er als Zwischenträger zwi¬
schen Kollegen u. Chef.«
1365
Zwischenurteil
Zwi|schen|uijteii: das; -(e)s; -e
<Rechtsw.> Urteil im Zivilprozeß, das
nicht über den Streitgegenstand, son¬
dern über einzelne prozessuale Vor¬
fragen u. Streitpunkte entscheidet,
die für das Endurteil von Bedeutung
sind »Das Zwischenurteil wird für den
nächsten Tag erwartet.«
Zwi[schen|wir[bel|schei|be: die; - ; -n
<Anat.> knorpelige Bandscheibe mit
weichem, gallertartigen Kern, die
zwischen den einzelnen Wirbeln der
Wirbelsäule liegt u. der Dämpfung
von Stößen u. der Beweglichkeit dient
Zwj|schen|zeit: die; ~ ; -en 1 Zwischen¬
raum zwischen zwei Vorgängen 2
<Sport> zeitliches Zwischenergebnis,
nachdem eine Teilstrecke zurückge¬
legt worden ist
zwi]schen[zeit|lich: Adj. n. stg. mittler¬
weile; seitdem; unterdessen; nach Ab¬
lauf eines bestimmten Zeitraumes
»Ich bin zwischenzeitlich schon zwei¬
mal im Urlaub gewesen.«
Zwjjschen|zell|raum: der; -(e)s; -räume
(m. PI.) <Bio.> Zwischenraum zwi¬
schen den Zellen, der bei Pflanzen das
Zellgewebe als zusammenhängendes,
der Atmung dienendes Interzellular¬
system durchzieht u. der bei tieri¬
schem Gewebe immer mit von den
Zellen ausgeschiedener Interzellular¬
masse ausgefüllt ist, Syn.: [fremdsprl.]
Interzellular
Zwi[schen|zeug|nis: das; -ses; -se 1
Zeugnis in der Schule, das nach dem
ersten Schulhalbjahr erstellt wird 2
zur zwischenzeitlichen Beurteilung ei¬
ner Arbeit dienendes Zeugnis, das der
Arbeitgeber meist auf Wunsch des
Arbeitnehmers ausstellt
Zwi|schen|zins: der; -es; -en <Wirt-> Zin¬
sen für den Zeitraum zwischen der
Zahlung u. der späteren Fälligkeit ei¬
ner Forderung; Diskont
Zwist: otiederlo der; -fe)s; -e 1 [geh.]
langer andauernde Feindschaft, Un¬
einigkeit, Streitigkeit» Wir trugen un¬
seren Zwist nicht aus.« 2 Häuslicher
Zwist gehört nicht auf die Straße:
Familienstreitigkeiten sollte man
nicht in der Öffentlichkeit, vor ande¬
ren austragen
Zwi|stig|keit —* Zwisjtigjkeit: die; - ;
-en (m. PI.) [geh.] Zerwürfnis; durch
einen Streit ausgelöster, meist einen
längeren Zeitraum dauernder Kon¬
flikt »Die Zwistigkeiten störten die
Familienzusammenkunft sehr.«
zwitjschern: zwitscherst; zwitschertest;
hast gezwitschert 1 trällernde, hell
klingende, schnell aufeinanderfolgen¬
de Vogellaute erzeugen 2 (sich) einen
zwitschern: [ugs.] sich leicht mit Al¬
kohol betrinken; sich leicht mit Alko¬
hol anheitern
Zwit|ter: der; -s; - Wesen mit männli¬
chen u. weiblichen Geschlechtsorga¬
nen
Zwitjter|blü|te: die; - ; -n <Bot.> Blüte,
bei der sowohl Staubgefäße als auch
Fruchtblätter ausgebildet sind
Zwit|teijform: die; - ; -en <Bio.; Med.>
das Vorkommen von männlichen u.
weiblichen Geschlechtsorganen bei
einem Lebewesen, Syn.; [fremdsprl.]
Hermaphrodit(ismus)
zwitterhaft: Adj. n. stg. in der Art ei¬
nem Zwitter ähneln
Zwit|ter[hafjtig|keit: die; - ; - zwitter¬
hafte, einem Zwitter ähnliche Art u.
Weise, Eigenschaften
Zwrt|ter|stel|lung: die; ~ ; -en nicht deut¬
lich zuzuordnende Stellung zwischen
zwei Positionen
Zwit|teijwe|sen: das; -s; - 1 o. PI. zwei¬
geschlechtliche Art; die Keimdrüsen
u. Merkmale beider Geschlechter in
sich vereint »Die Schnecken gehören
zu der Art der Zwitterwesen.« 2 das
Vorkommen von männlichen u. weib¬
lichen Geschlechtsorganen bei einem
Lebewesen, Syn.; [fremdsprl.] <l>
Hermaphrodit <2> Hermaphroditis¬
mus
zwölf: Kardinalzahl 1 (Zahlzeichen =)
12; ein Dutzend 2 nicht/nur von zwölf
bis Mittag: <Unmutsäußerung> noch
nicht mal/nur für kürzeste Zeit
ZwöH)eck: das; -(e)s; -e geometrische
Figur mit zwölf Ecken
zwölf|eckig (zwöHjekjkig —» zwölflej-
ckig): Adj. n. stg. zwölf Ecken aufwei¬
send; von der Form eines Zwölfecks
Zwölf[en|der: der; -s; - 1 <Jagd> Hirsch,
dessen Geweih an jeder Stange sechs,
d. h. zusammen zwölf Enden hat 2
<Milit.» [ugs. scherzh.] Zeitsoldat, der
sich für zwölf Jahre verpflichtet hat
zwölf|facii: Zahlwort zwölfmal genom¬
men, ausgeführt u. ä.; in der Menge
von zwölf
Zwölf|fajche: das; -n; • die zwölffache
Menge od. Größe von etw. »Das
Zwölffache von Zwei ist Vierundzwan¬
zig.«
Zwölf)fin|ger|darm: der; -(e)s; -därme
<Anat.> bei Säugetieren u. Menschen
der sich an den Magenausgang an¬
schließende, hufeisenförmig geboge¬
ne Anfang des Dünndarms, dessen
Länge beim Menschen etwa der Brei¬
te von zwölf Fingern entspricht
Zwölf|fläch|ner: der; -s; - <Math.> geo¬
metrischer Körper mit zwölf gleichen,
regelmäßigen, fünfeckigen Flächen,
Syn.: [fremdsprl.] Dodekaeder
zwöHjjäh|rig: Adj. n. stg. im Alter von
zwölf Jahren; zwölf Jahre alt »Zwölf¬
jährig fing er an, Geige zu spielen.«
Zwölfkampf: der; -(e)s; -kämpfe
<Sport> Mehrkampf im Geräteturnen
der Männer, die sich aus je einer
Pflicht- u. Kürübung am Reck, Bar¬
ren, Seitpferd, Langpferd, an den
Ringen u. im Bodenturnen zusam¬
mensetzt
Zwölf)kämp)fer: der; -s; - <Sport> Sport¬
ler, der den Zwölfkampf im Geräte¬
turnen ausübt »Der Zwölfkämpfer
muß ein turnerisches Allroundtalent
sein.«
Zwölf|mejjlen|zo[ne: die; - ; -n
<Rechtsw.> im Völkerrecht die seewär¬
tige, entlang der Küste laufende,
zwölf Seemeilen breite Begrenzungs¬
zone des Hoheitsgebietes von Küsten¬
staaten »In der Zwölfmeilenzone dür¬
fen staatsfremde Schiffe nicht ohne Er¬
laubnisfischen.«
Zwölf)ta)fel|ge|set[ze: die (PI.) immer
mit Art. gebraucht um 450 v. Chr. er¬
folgte erste schriftliche Aufzeichung
des ältesten römischen Rechtes auf
zwölf (287 v. Chr. beim Sturm der
Gallier auf Rom verlorengegange¬
nen) Metalltafeln, auf denen in erster
Linie das Gewohnheitsrecht, aber
auch zivil-, straf- u. prozeßrechtliche
Normen festgelegt waren
zwölftens: Adv. an zwölfter Stelle; als
zwölfter Punkt
Zwölf)ton|mu|sik: die; - ; - <Musik> ato¬
nale Komposition, bei der von der
chromatischen Tonleiter ausgehend,
jeder der zwölf Halbtöne als gleich¬
wertig betrachtet u. das Tonmaterial
nicht durch Terzenaufbau zu Drei¬
klängen nach dem Gesetz der Disso¬
nanzauflösung u. der Grundtonbezo-
genheit geordnet wird »Viele Hörer
müssen sich erst an die Zwölftonmusik
gewöhnen.« Syn.: [fremdsprl.] Dode-
kaphonie
Zwölf|ton|tech]nik: die; - ; - <Musik> im
Zusammenhang mit der Abwendung
von der Tonalität entstandene musik¬
theoretische Disziplin der atonalen
Kompositionstechnik, die von der
chromatischen Tonleiter ausgehend,
jeden der zwölf Halbtöne als gleich¬
wertig betrachtet
Zwölf|zy|lin|deijmo|tor: der; -s; -en lei¬
stungsstarker Motor bei Kraftfahr¬
zeugen mit zwölf Zylindern
zwpftens: Adv. [ugs.; nur in der gespro¬
chenen Sprache verwendet] an zweiter
Stelle, zweitens »Zwotens müssen wir
heute den neuen Mannschaftskapitän
wählen.«
Zy]an/Cy|an: <gr. - lato /züan/ das; -s; -1
<Chemie> giftige, chemische Verbin¬
dung aus Kohlenstoff u. Stickstoff,
die meist als gasförmiges, stechend
nach Bittermandel riechendes Dizyan
vorkommt »Zyan ist hochgiftig u. darf
auf keinen Fall eingeatmet werden.« 2
<Druckw.> blaue Druckfarbe beim
Vierfarbendruck neben Gelb, Magen¬
ta u. Schwarz »Das Cylan ist ein
leuchtend blauer Farbton.«
Zya|nid/Cya|njd —* Zy|a|nid/Cy|a|nid:
/züanid/ das; -s; -e <Chemie> Salz der
Blausäure
Zy|an|ka|li/Zy|an|ka|li|um: tgr.-lato
/züankalium/ das; -s; - hochgiftiges
Kaliumsalz der Blausäure
Zya(nplse —Zy|a|no|se: <gr. - lato
/züanose/ die; - ; -n <Med.> blaurote
Verfärbung der Haut, besonders der
Lippen u. Fingernägel bei ungenü¬
gender Sauerstoffsättigung des Blutes
als Folge von angeborenen Herzfeh¬
lern, Kreislaufschwäche, Lungen¬
krankheiten od. Gasvergiftungen;
Blausucht »Die Zyanose muß sofort
behandelt werden!»
Zy[gojte: <gro /zügote/ die; - ; -n <Bio.»
die bei der Befruchtung der Keimzelle
durch Verschmelzung des männli¬
chen u. des weiblichen Zellkerns ent¬
stehende Ursprungszelle eines Lebe¬
Wesens
Zy|kli|ker/Ky|kli|ker —* Zy|k|li|ker/Ky|-
k|li|ker: <gr. - lato /zükliker/ der; -s; -
<Literaturwiss.> einer der unbekann¬
ten altgriechischen Dichter, deren bis
zur Mitte des 6. Jhds. v. Chr. entstan¬
dene Heldensagen, besonders vom
Trojanischen Krieg u. von Theben u.
Herakles, später zusammen mit Ilias
u. Odyssee zu einem epischen Zyklus
zusammengefügt wurden
1366
zzgl.
zyjklisch/cyjclisch —* zy|k|lisch/cylc|-
lisch: <gr.-lat.> <Chemie> /zyklisch/
Adj. regelmäßig wiederkehrend;
kreisförmig
Zyjklon —> Zy|k|lore <gr.-engh /züklon/
der; -s; -e 1 <Meteorologie> Wirbel¬
sturm in den Tropen 2 <Technik> Ge¬
rät zum Entstauben von Gras unter
Ausnutzung der Fliehkraft '
Zy|klp|ne > Zy|k|lp|ne: <gr.t die; • ; -n
/züklone/ «Meteorologie) Tiefdruck¬
gebiet
Zy|kloJpen|mau|er —> Zy|k|lo|pen|-
maujen /züklopen-/ die; - ; -n (My¬
thologie) der Sage nach von Zyklo¬
pen, einäugigen Riesen errichtete,
vor- u. frühgeschichtliche Mauern
aus großen, unregelmäßigen Stein¬
blöcken, die ohne Mörtel aufeinan¬
dergeschichtet wurden
zyjklojpisch —zy|k|lq|pisch: <gr.-lau
/züklqpisch/ Adj. von unermeßlicher
Größe »In vielen alten Sagen kommen
zyklopische Bauwerke vor.«
Zy|k!us —> Zy|k|lus: <gr.-lat.> /züklus/
der; - ; Zyklen 1 a) regelmäßig wie¬
derkehrendes Geschehen b) Regelblu¬
tung, Menstruation der Frau 2 Zu¬
sammenfassung, Folge z. B. von Lie¬
dern, Gedichten, Bildern, Musikstük-
ken o. a. Werken derselben Gattung,
die thematisch zusammengehören
Zy|lin|deR <gr.-lat.t /zilinder u. zülinder/
der; -s; - 1 walzenförmiger Körper 2
Hohlraum, in dem sich der Motor¬
kolben bewegt 3 Lampenglas 4 Her¬
renhut
Zy(lin|der|block: /zilinder- u. zülinder-/
der; -(e)s; -blocke (Technik) in Moto¬
ren verwendetes, blockartiges Ele¬
ment aus Metall mit mehreren, ne¬
beneinander angeordneten, zylinder¬
förmigen Hohlräumen, in denen sich
die Kolben auf- u. abbewegen » Wäh¬
rend des Betriebes erhitzt sich der Zy¬
linderblock stark.«
Zy|lin|der|glas: /zilinder- u. zülinder-/
das; -es; -gläser Linse mit zylindri¬
schen, brechenden Flächen, die zur
Behebung eines Sehfehlers (aufgrund
einer Homhautverkrümmung des
Auges) verwendet wird
Zy|lin|der|hut: /zilinder- u. zülinder-/
der; -(e)s; -hüte Anfang des 19. Jahr¬
hunderts in Mode gekommener, ho¬
her, steifer, röhrenähnlicher, meist
schwarzer Hut mit fester Krempe, der
zu feierlichen Anlässen u. als Teil
mancher Zunfttrachten getragen wird
Zytlin|der|kopf: /zilinder- u. zülmder-/
der; -(e)s; -köpfe (Technik) oberster
Abschnitt eines metallischen Hohl¬
körpers mit kreisförmigem Quer¬
schnitt, in dem sich der Kolben von
Kolbenmaschinen auf- u. abbewegt
Zy|lin|der|man|tel: /zilinder- u. zü¬
linder-/ der; -s; -mäntel (Math.) ge¬
krümmte Oberfläche der geometri¬
schen Figur des Zylinders ohne die
Grundflächen
zyjlin|drisch —» zy|lin|d)rischr <gr.-lat.>
/zilindrisch u. zylindrisch/ Adj. die
Form der geometrischen Figur des
Zylinders haben; einem Zylinder ähn¬
lich
zylmisch: <gr.-lat.> /zümisch/ Adj. (Che¬
mie) die Gärung betreffend, durch sie
entstanden
Zy|ne|ge|tik —» Zy)n|e|ge|tik; <gr.-lat.>
/zünegetik/ die; - ; - Abrichtung ü.
Erziehung von Hunden für die Jagd
o. ä.
zy|ne|ge|tisch —> zy|n|e|ge|tisch: <gr.-
lat.> /zünegetisch/ Adj. n. stg. die Ab¬
richtung u. Erziehung von Hunden
für die Jagd o. ä. betreffend
Zy|ni|ker: <gr.-lat.> /züniker/ der; -s; ~
weibl. Zyjni|ke|rin: die; - ; -nen
Mensch, der das Schlechteste von an¬
deren denkt u. erwartet u. in seiner
Art (zu anderen Menschen) spöttisch
u. verletzend ist
zynisch: <gr.-lat.-fr.> /zünisch/ Adj. a) in
der Art, im Umgang mit anderen
spöttisch, verletzend, negativ b) ohne
Gefühl od. Sinn für Wert
Zy)nis|mus: <gr.-lat.> /zünißsmuß u. zi-
nißmuß/ der; ~ ; Zynismen 1 o. PI. ne¬
gative Einstellung, die jenseits aller
Werte eine verletzend spöttelnde
Weitsicht aufweist 2 verletzende Be¬
merkung, Art des Sprechens u. Han¬
delns
Zylpres|se —» Zy|p|res|se: <gr.-lat.> /zü-
presse/ die; • ; -n immergrüner,
schlanker Baum
zy|pres|sen —» zy|p|res|sen: <gr.-lat.i
/züpressen/ Adj. n. stg. aus dem Holz
von Zypressen hergestellt
2y|pres|sen|kraut —» Zy|p|res|sen|-
kraufc /züpressen-/ das; -(ejs;
-kräuter <Bot.> staudiger Korblüter
des westlichen Mitteimeergebiets mit
zypressenähnlich gefiederten Blättern
u. gelben, stark duftenden Blüten;
Heiligenblume »Das Zypressenkraut
ist früher als Heilpflanze eingesetzt
worden.«
Zystjal|gl§ —* Zy|s|t|al|gie: <gr.>
/züßtalgi/ die; - ; -n lzüßtalgienl
(Med.) Hamblasenschmerzen
Zyjste —a- Zy|s|te: <gr.-lat.> /züßte/ die;
- ; -n 1 (Med.) mit Flüssigkeit gefüllte
Geschwulst 2 (Pflanzen od. Tiep
Schutzvorrichtungskapsel, um nega¬
tive, schlechte Lebensumstände zu
überleben, überdauern
Zy|sto|zejfe —> Zy|s|to|ze]le: <gr.>
/züßtozele/ die; - ; -n (Med.) Hambla¬
senvorfall
Zyito|dia|gnojstik —* Zy|to|di|a|g|nos|-
titc (gr.> /züto-/ die; ~ ; -en <Med.> mi¬
kroskopische Untersuchung von Zel¬
len aus Körperflüssigkeiten u. -aus¬
scheidungen, von Zellabstrichen u. ä.,
die der Krankheitsdiagnostik, insbe¬
sondere zur Früherkennung von
Krebs dient; Zelldiagnostik
Zy|to|ge|najtik: <gr.-Iat.> /züto-/ die; - ; -
<Bio.) Wissenschaft, die die Zusam¬
menhänge zwischen dem Aufbau der
Zellen u. den Gesetzmäßigkeiten der
Vererbung untersucht
Zy|to|lo|gie: (gr.> /zütologi/ die; - ; -
(Bio.; Med.) Wissenschaft von den
Zellen
Zy|to]ly|sin: <gr.-!at.> /züto-/ das; -s; -e
(Med.)'zellauflösende, zellzerstörende
Substanz
Zyjto|plas|ma: <gr.-lat.> /züto-/ das; -s;
-plasmen (Bio.) lebende Substanz aller
menschlichen, tierischen u. pflanzli¬
chen Zellen, in der sich der Stoff- u.
Energiewechsel vollzieht; Zellplasma
Zy|to|stqm —> Zy|tos[tqm: <gr.>
/zütoßtom/ das; -s; -e <Bio.> Zellmund
von Einzellern, der der Aufnahme
von Nahrung u. Abgabe von Stoff¬
wechselprodukten in die Zelle dient
Zy|to|to|xin: <gr.-lat.> /züto-/ das; -s; -e
(Med., Bio.) natürliches od. künstlich
hergestelltes Zellgift, das nach Ein¬
dringen in den Zellorganismus eines
Lebewesens schädigend u. zerstörend
auf die physiologischen Vorgänge
wirkt od. sogar die Zelle abtötet »Zy¬
totoxine werden von vielen Tierarten
zur Jagd, zum Beutefang (z. B. von
Spinnen) benutzt.«
zy|to|tq|xisch: (gr.-lat.> /züto-/ Adj.
(Med.; Bio.) zellvergiftend; durch Gift
den Zellorganismus eines Lebewesens
zerstörend
zzgl.: Abk. zuzüglich
1367
Informationen zum amtlichen Regelwerk
Informationen zum amtlichen Regelwerk
und Erläuterungen für die Schreibpraxis
Das amtliche Regelwerk für die neue deutsche Rechtschreibung ist im Rahmen der Verhandlungen
über die Rechtschreibreform entstanden und nicht in erster Linie für den praktischen Gebrauch ge¬
schrieben. Das Regelwerk setzt öfters fachliche Kenntnisse voraus und berücksichtigt in seinen
Formulierungen kaum die Unterrichtspraxis in den Schulen oder die Vorerfahrungen der erwachse¬
nen Schreiber und Schreiberinnen, insbesondere nicht die Schwierigkeiten und Fehlerschwer¬
punkte. Es ist die sachliche und logische Regelung in möglichst ökonomischer Form und deshalb
für viele Menschen und „Anfänger“ in der Rechtschreibung nicht ohne Weiteres verständlich.
Um das amtliche Regelwerk für die Schreibpraxis nutzbar zu machen, finden Sie hier eine Vorinfor¬
mation über den Gang und die Ziele der Rechtschreibreform, über die Prinzipien, nach denen die
Rechtschreibung geregelt ist, und über die wichtigsten Veränderungen. Der praktischen Nutzbar¬
keit der amtlichen Regeln dienen auch Erläuterungen, Lösungshilfen und Faustregeln, die zu den
einzelnen Regeln gegeben werden. Zu jedem Regelbereich wird dargestellt, ob die Regelung mit
der bisherigen Regelung identisch ist oder was sich im Einzelnen geändert hat. Dazu kommt eine
Beschreibung der Probleme und Schwierigkeiten, die Schreiber und Schreiberinnen damit haben.
Sie fußt auf der Fehlerforschung und den wissenschaftlichen Erkenntnissen über typische Schreib¬
schwierigkeiten.
Außerdem finden Sie auf S. 1471 f. die wichtigsten kommaregeln zusammengefaßt.
Die neue Rechtschreibung
Der Weg zur neuen Rechtschreibung
Am 1. Juli 1996 wurde in Wien von den deutschsprachigen Ländern ein Abkommen unterzeichnet,
die deutsche Rechtschreibung zu ändern. Das Abkommen wurde in Wien unterzeichnet, weil die
Anregung, die Rechtschreibung zu reformieren, von Österreich ausgegangen war. 1983 hatte sich
Österreich offiziell an die anderen deutschsprachigen Länder gewandt und angefragt, ob es nicht
an der Zeit sei, die 1901 beschlossene und 1902 in Kraft gesetzte Rechtschreibung zu überarbei¬
ten.
Die angesprochenen Länder - die Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Demokratische Re¬
publik, Liechtenstein und die Schweiz - griffen diese Anregung auf. In den Folgejahren setzten die
Länder jeweils Fachkommissionen oder Fachbeauftragte ein mit dem Auftrag, einen Vorschlag für
eine reformierte Rechtschreibung auszuarbeiten. Die Fachkommissionen der Länder schlossen
sich zu einem Internationalen Arbeitskreis für Orthographie zusammen und legten ihren Auftragge¬
bern 1988 identische Neuregelungen vor. Diese wurden in der Öffentlichkeit gründlich diskutiert. Es
gab eine Anhörung im Bundestag, und viele Aktenordner mit Kritik und Anregungen wurden von
der Fachkommission ausgewertet und eingearbeitet. Die Mitglieder der Fachkommission der DDR
wurden nach dem 3. Oktober 1990 in die Fachkommission der Bundesrepublik Deutschland beru¬
fen; ihre Mitarbeit und ihr Sachverstand blieben also der Kommission erhalten.
Im November 1994 wurden die Regelungen auf der 3. Orthographischen Konferenz von Wien ab¬
schließend beraten. Als Beobachter nahmen Vertreter der Länder teil, in denen Deutsch Minder¬
heitssprache und teilweise Amts- oder Schulsprache ist, zum Beispiel Italien (wegen Südtirol), Bel¬
gien, Luxemburg, Rumänien, Rußland, Kasachstan. Sie alle erklärten, der Neuregelung beitreten zu
wollen.
1368
Vorwort
Oie Beratungsergebnisse wurden von einem Redaktionskomitee eingearbeitet und den einzelnen
Ländern vorgelegt, ln der Bundesrepublik wurden die Neuregelungen von der Ständigen Konferenz
der Kultusminister und -Senatoren am 30.11 ./01.121995 mit geringfügigen Änderungen angenom¬
men. Österreich, die Schweiz und Liechtenstein hatten die Regeln schon vorher beschlossen und
haben die letzten Änderungen akzeptiert. Oie Ministerpräsidenten der Bundesländer nahmen den
Beschluss zustimmend zur Kenntnis.
Nach vielen positiven wie negativen Kommentaren in der Öffentlichkeit im Herbst und Winter 1995
und 1995/6 und nachdem das Bundesverfassungsgericht Beschwerden gegen das Verfahren nicht
angenommen hatte, konnte das Abkommen am 01. Juli 1996 in Wien unterzeichnet werden.
Offiziell tritt die Neuregelung am 01.08.1998 in Kraft. Bis 2005 sollen Schreibungen nach den alten
und nach den neuen Regeln gelten. Die Übergangszeit kann verlängert oder verkürzt werden. Oie
Kultusminister können in ihren Amtsbereichen zulassen, dass die neuen Regeln und Schreibweisen
in den Schulen schon früher gelehrt und als richtig akzeptiert werden. Viele Kultusminister haben
das ihren Schulen inzwischen empfohlen oder freigestellt.
Die neue Rechtschreibung weicht weniger von der alten ab, als viele glauben. In den meisten Fällen
folgt sie einer Entwicklung des Schreibgebrauchs und legitimiert nicht selten Schreibungen, die
viele bereits geschrieben haben wie z. B. nummerieren (von Nummer) und nicht mehr numerieren
(von lateinisch numerare). Rechtschreibung ist Teil der Sprachgeschichte, und auch die Recht¬
schreibreform ist Ergebnis langer Entwicklungen. Reformiert wird ein Regelwerk, das 1902 in Kraft
gesetzt wurde. Auch dieses erste Regelwerk, das die Rechtschreibung im ganzen deutschen
Sprachraum erstmals einheitlich festlegte, war das Ergebnis einer insgesamt 1200jährigen Ge¬
schichte, in der sich sowohl die Sprache als auch die Schreibgewohnheiten und Schreibregeln
stets weiterentwickelt haben. Die Rechtschreibreform verstärkt die Hauptprinzipien der Recht¬
schreibung, macht so die Regeln sicherer und reduziert die Ausnahmen. Sie lässt nicht selten sogar
dem Schreiber die Entscheidung zwischen zwei möglichen Schreibungen. Die Regeln der Zeichen¬
setzung und der Zusammen- und Getrenntschreibung sind im Grunde erst jetzt geregelt; 1902 wa¬
ren sie nicht im amtlichen Regelwerk erfasst worden, sie sind nur durch die Duden-Redaktion auf¬
genommen und in fast jeder Ausgabe erweitert und verändert worden.
Dieser Text ist übrigens in der neuen Rechtschreibung geschrieben. Sie sehen daraus, dass sich
gar nicht so viel ändert.
Die entscheidende Instanz in Zweifelsfällen ist jedes Wörterbuch, das sich nach den
amtlichen Regeln richtet.
Hierzu der Wortlaut der Beschlüsse der Ständigen Konferenz der Kultusminister und -
Senatoren der Länder in der Bundesrepublik Deutschland vom 30.11./01.12.1995 in
Mainz; „In Zweifelsfällen der Rechtschreibung werden ab dem 01.08.1998 Wörterbü¬
cher zugrundegelegt, die nach Erklärung des jeweiligen Verlages der Neuregelung in
der jeweils gültigen Fassung in vollem Umfang entsprechen.“
Und weiter: „Die Kultusministerkonferenz stimmt der Einrichtung einer international
besetzten .Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung1 beim
Institut für deutsche Sprache (IdS) zu.“
Die hier abgedruckten amtlichen Regeln werden vom Institut für deutsche Sprache im
Internet verbreitet und sind dem Internet im Wortlaut entnommen.
Dass nunmehr eine internationale Kommission für die Beobachtung der Rechtschreibung und für
künftige Änderungen zuständig ist und nicht mehr eine Verlagsredaktion, ist nur folgerichtig, wenn
man bedenkt, dass Deutsch Amtssprache in mehreren Ländern ist und dass der Vorschlag, die
Rechtschreibung nach fast 100 Jahren zu überarbeiten, von Österreich ausgegangen ist.
1369
Vorwort
Hauptanliegen der Rechtschreibreform
Schon 1901 hat Konrad Duden als Sekretär der Konferenz, deren Regeln 1902 in Kraft gesetzt wur¬
den, gesagt, das große Ziel der Vereinheitlichung sei erreicht, aber nun müsse man an der Verein¬
fachung arbeiten. Die Rechtschreibreform von 1998 folgt diesem Grundsatz in sehr behutsamer
Weise. Ziel ist es, ohne große Eingriffe das gewohnte Schriftbild zu reformieren.
1. Die Regeln sollten sicherer und überschaubarer gemacht werden. Ausnahmen wurden besei¬
tigt.
- Bei der Silbentrennung wurde das Nebeneinander der Trennung nach Sprechsilben und
der Trennung nach Wortbausteinen zugunsten der Silbentrennung verschoben. Nur bei
Fremdwörtern darf man auch noch nach Wortbausteinen trennen, aber mit der Trennung
nach Sprechsilben liegt man immer richtig. Der Sonderfall, dass st nicht getrennt werden
durfte, ist aufgehoben: Kis-te statt Ki-ste, Gers-te statt Gerste und Kirs-ten statt Kirsten.
Außerdem kein Wechsel zwischen ck und k-k bei der Trennung, also ba-cken und Bä-cker
statt bak-ken und Bäk-ker usw.
- Bei der Schreibung der s-Laute wurde der komplizierte Wechsel zwischen ss und ß in Wort¬
formen desselben Wortes nach kurzen Vokalen abgeschafft: früher fressen, frißt, gefressen
- heute fressen, frisst, gefressen; früher naß, nasser und Nässe, nässen, näßt - heute
nass, nasser, Nässe, nässen, nässt. Das ß kommt nur noch nach langen Vokalen vor, also
Fuß, Füße, Straße und auch fraß und aß (zu fressen und essen), weil langes [a:].
- Hierzu gehört auch, dass bei Wortzusammensetzungen durchweg alle Buchstaben stehen
bleiben und nicht, wie bisher, vor Vokalen einer gestrichen wird (der bei der Trennung wie¬
der auftaucht), aber vor Konsonanten alle drei geschrieben werden. Es heißt also
Stoffflicken, Stofffetzen (nicht Stoffetzeri), Schifffahrt, Ballleder, Kammmolche und jetzt
auch Nassschnee (statt Naßschnee, aber man kann und sollte besser mit Bindestrich
Schiff-Fahrt, Ball-Leder, Kamm-Molch, Nass-Schnee schreiben) usw.
- Auch der Umlaut ätäu wird konsequenter geschrieben: Lässt sich ein verwandtes Wort
oder eine Wortform mit a/au finden, wird konsequent ä/äu geschrieben: behände zu Hand
(früher behende), Gräuel zu Grauen (früher Greuel) usw. Erhalten bleiben nur Eltern, Gro߬
eltern (trotz alt) und schwenken, Schwenker (trotz schwanken).
- Beispiele für die Beseitigung von Ausnahmen, die früher in jedem Rechtschreibkurs immer
wieder behandelt werden mußten, sind: rau statt rauh (einziges Wort auf au mit h), Känguru
ohne h wie Kakadu, Gnu und Zebu statt früher Känguruh als einziger dieser Tiernamen mit
h.
2. Bei besonders schwierigen Fällen werden Alternativen zugelassen, wenn der Sinn nicht gestört
wird. Das mag inkonsequent erscheinen, aber schon in der alten Schreibung gab es über 1000
solcher Fälle wie das beste/das Beste/am besten, eine Zeitlangleine Zeit lang, aufgrund/auf
Grund, Friseur/Frisör, Code/Kode, Büffet/Bufett usw.
- Das gilt besonders bei der Zusammen- und Getrenntschreibung in Verbindung mit der
Groß- und Kleinschreibung, wo es früher komplizierte, oft kaum zu verstehende Regeln
gab. So darf man heute bei festen Wendungen fast immer auch getrennt und groß schrei¬
ben, wenn ein Hinweis darauf gegeben ist, dass ein Nomen/Substantiv dabei ist: imstande
sein/im Stande sein, infrage stellen/in Frage stellen, zu gründe gehen/zu Grunde gehen; zu-
lasten/zu Lasten usw.
- Bei den Kommaregeln wird an zwei Stellen das Komma freigegeben, wo es bislang beson¬
dere Probleme gab, wo häufig Fehler gemacht wurden:
In aufgezählten Hauptsätzen vor und oder oder muss kein Komma mehr gesetzt werden,
es darf aber gesetzt werden: Er fuhr mit der S-Bahn() und sie nahm das Fahrrad. - Ich
komme mit dem Bus() oder Kollege Hans nimmt mich mit.
1370
Die Grundprinzipien der Rechtschreibung
Die schwierige Kommasetzung beim erweiterten Infinitiv wird weitgehend freigegeben: Sie
machte sich an die Arbeit() ohne lange zu zögern.
3. In eingefahrene Schreibgewohnheiten greift die Rechtschreibreform nicht ein.
- Die von vielen aufgestellte Forderung, die „gemäßigte Kleinschreibung" der Nomen/
Substantive einzuführen und damit die Regelung aller anderen Sprachen zu übernehmen,
wurde aus diesem Grunde nicht verwirklicht.
- So bleiben einzelne Ausnahmen von den Regeln erhalten, siehe oben Eltern.
- Eine Reihe von Schreibgewohnheiten, die nach den Regeln von 1902 eigentlich falsch wa¬
ren, werden nun legitimiert, z. B. nummerieren (zu Nummei) statt numerieren, platzieren zu
Platz statt plazieren!placieren.
- Auch in die Fremdwortschreibung wird nur ganz vorsichtig eingegriffen, indem einzelne ein¬
gedeutschte Schreibungungen sehr häufig gebrauchter Wörter zugelassen werden, z. B.:
Spaghetti/Spagetti, Yacht!Jacht, Bravour!Bravur, Katarrh!Katarr
Die französischen Fremdwörter auf -ee dürfen nun auch mit -ee geschrieben werden: Chi¬
coree! Schikoree, Variete/Varietee, Kommunique!Komunikee
Dazu gehören auch alternative Schreibungen auf -ziell statt -tiell wie substanziell/substanti-
ell zu Substanz, essenziell/essentiell zu Essenz referenziell!referentiell zu Referenz usw.
Die Grundprinzipien der Rechtschreibung.
Die Rechtschreibung ist nach den folgenden Prinzipien geregelt. Wenn man sie kennt, kann man
sich manche Regel selbst bilden. Auf jeden Fall kann man die Regeln besser verstehen.
1. Das Lautprinzip (phonetisch-phonologisches Prinzip)
Problematisch ist mundartliches und undeutliches Sprechen und ungenaues Hinhören.
Das Lautprinzip ist das Hauptprinzip der Rechtschreibung, denn wir haben eine Lautschrift. 26
Buchstaben des lateinischen Alphabets stehen für mindestens 42 Laute, die darüberhinaus noch in
der Aussprache variiert werden, zur Verfügung. Dazu kommen die Umlautbuchstaben Ä/ä, ö/ö, Ü/ü
und das ß. Das bedeutet: Manche Laute werden mit Buchstabengruppen geschrieben wie ch, ck,
sch, au, ei,...
Auf den Seiten 1381 f., 1391 f. und 1399 f. sind die Beziehungen zwischen den Lauten und,Buch-
staben zusammengestellt.
Dem Lautprinzip folgt auch die Trennung am Zeilenende: Es wird nach Sprechsilben getrennt.
Das gilt jetzt durchgehend; so können auch Fremdwörter nach Silben getrennt werden, aber auch
noch wie in der Fremdsprache: Pä\da\go\ge und auch noch Päd\ago\ge; zwei Möglichkeiten gibt es
auch für wa\rum!war\um, hi\nauf/hin\auf usw. Kurz und gut: Mit der Trennung nach Sprechsilben ist
man immer auf der sicheren Seite.
2. Das Prinzip der Worttreue (Schemakonstanz oder morphematisches Prinzip)
Faustregel; Man soll auch kt den gebeugten und abgeleiteten fomten den Wortstamm kt der
Schreibung wtedererkennön, so kamt man sehen, wetaheWortformen und Wortbildungen zu ei¬
nem Wortstamm gehören.
1371
Di« Grundprinzipien der Rechtschreibung
Dem Prinzip der Worttreue folgen z. B. die Umlaute wie in kälter und Kälte zu kalt, aber heller und
Helligkeit zu hell; Mäuse zu Maus, Öfen zu Ofen, Kühe zu Kuh; täglich zu Tag, nächtlich und über¬
nächtigt zu Nacht, Häute und abhäuten zu Haut. Die neue Rechtschreibung verstärkt dieses Prin¬
zip: behände zu Hand (nicht mehr behende), Gräuel zu Grauen (nicht mehr Greuel) und konse¬
quenterweise gräulich sowohl zu grau als auch zu Gräuel, Stängel zu Stange statt Stengel, auf¬
wändig zu Aufwand statt aufwendig usw.
Auch die Buchstaben b, d, g, die z. B. am Wortende hart [p, t, k] gesprochen werden, werden immer
gleich geschrieben Laub/Laubes, Wald/Waldes, TagHage, Korb/Körbe, Feld/Felder, Pflug/Pflügel
pflögen usw.
3. Das geschichtliche Prinzip (historisches Prinzip)
Bei einigen Wörtern hatte sich in geschichtlicher Zeit eine bestimmte Schreibweise durchgesetzt, und
diese hat sich erhalten, auch wenn sich die Laute geändert haben oder wenn man die Schreibung nicht
mehr versteht:
- So wurde noch in mittehochdeutscher Zeit ein mit ie geschriebenes Wort als Zwielaut gespro¬
chen: Heben, ziehen, zieren, hiez (hieß) usw.
- ln süddeutschen Mundarten (Dialekten) ist dieser Zwielaut noch zum Teil erhalten; dort heißt es
iiap oder li-ep usw.
- Auch das Längezeichen h (Dehnungs-h) wurde in einer ganzen Reihe von Wörtern früher wie
ein im Rachen gesprochenes ch mitacb-Laut gesprochen: sehen, sah [sechen, sach]-ziehen,
zoh [ziechen, zoch].
4. Das Prinzip der Angleichung (Analogie-Prinzip)
Die oben genannten Schreibweisen mit ie und mit h wurden, nachdem sich die Laute gewandelt
hatten (je wurde als langes [i:] gesprochen und h wurde nicht mehr gesprochen), beide als Länge¬
zeichen (Dehnungszeichen) übernommen und analog auch auf lange Vokale in anderen Wörtern
ausgedehnt: Biene, liegen, siegen, lehren, ohne, fahren, fuhr, hohl, Höhle, kühl usw.
Das Analogieprinzip entspricht, dem Bemühen der Menschen, eine einmal gefundene Regel auf
möglichst viele Fälle auszudehnen. Langes [i:] wird in deutschen Wörtern zu fast 97% mit ie ge¬
schrieben. Die Schreibung mit h hat sich auf etwa 14 % der langen Vokale [a:, e:, o:, u:, ä:, ö: ,ü:]
ausgedehnt; bei [i:] gibt es nur die Wortformen von ihm und ihr mit dem h.
5. Das Herkunftsprinzip (etymologisches Prinzip)
Auch nach der Rechtschreibreform richtet sich die Schreibung der meisten Fremdwörter nach dem
Herkunftsprinzip; ein Wort wird in Angleichung an die Schreibweise in der jeweiligen Fremdsprache
geschrieben: Chance (franz.), Shorts (engl.), Pizza (ital.), Mokka (arab.), Ski (norweg.), Chor
(griech.), Navigation (lat.).
Einzelne viel gebrauchte Fremdwörter schreiben wir schon seit einiger Zeit in deutscher Schreib¬
weise, z. B. Büro statt Bureaux, Frisör und Friseur, Fotografie und Photographie. Die Recht¬
schreibreform fügt nur wenige eingedeutschte Schreibungen dazu, und das auch nur als zweite
Möglichkeit (die alte Schreibung bleibt ebenfalls richtig) bei z. B. Delphin/Delfin, Panther/Panter,
Joghurt/Jogurt, Portemonnaie/Portmonee; als neue Regel bei Wörtern, die abgeleitet sind aus
Wörtern mit z wie potentiell!potenziell aus Potenz, existentiell/existenziell usw.
1372
Oie Grundprinzipien der Rechtschreibung
6. Das grammatische Prinzip
Das grammatische Prinzip regelt die Rechtschreibung nach grammatischen Gesichtspunkten bei
der
- Großschreibung am Satzanfang
- Großschreibung von Nomen/Substantiven* und Wörtern, die als Nomen/Substantive ge¬
braucht werden
- Großschreibung von Buchtiteln, die wie Sätze behandelt werden (Er las das Buch „Ein weites
Feld“.)
- Großschreibung von Namen und Begriffen, die wie Nomen behandelt werden (Karl der Große,
Heiliger Vater, Deutsche Bahn, Grüner Weg, Weißes Haus)
- Zeichensetzung: z. B. Haupt- und Gliedsätze/Nebensätze** werden durch Komma getrennt,
Aufzählungen gleicher Satzglieder werden durch Komma getrennt; Satzschlusszeichen richten
sich nach den Satzarten usw. Die Rechtschreibreform folgt weiterhin diesem Prinzip, lockert
aber die Kommaregeln vor allem beim Infinitiv.
7. Das Unterscheidungsprinzip (logisch-differenzierendes Prinzip)
Dieses Prinzip betrifft nur wenige Fälle. Man versucht, gleich klingende Wörter in der Schrift
zu unterscheiden: Saite/Seite, Moor/Mohr, Meer/mehr, Wal/Wahl, Lied/Augenlid usw.
8. Das Schmuckprinzip (ästhetisches Prinzip)
Das Prinzip besagt, dass ein Wort im Schriftbild besser aussehen soll. Es ist heute fast ganz verges¬
sen, hat aber seine Spuren in der Rechtschreibung hinterlassen.:
- Kürzung des Sch/sch vor p und t zu S/s: Spiel/sparen und Stuhl/stehen usw., aber Schlange,
Schnee, Schuh, schwer usw.
- Im Gegensatz dazu die Vergrößerung wichtiger Wörter wie Sohn (mhd. sun, son), Ehe (mhd. §
‘Gelöbnis’, vgl. Kloster Ettal, auf Grund eines Gelöbnisses gegründet); diese Stilschreibung fin¬
det man auch in Eigennamen wie Hanns-, auch größeres y statt / wie Meyer/Mayer gehen auf
dieses Prinzip zurück.
Es folgt Teil I der amtlichen Regeln der deutschen Rechtsschreibung, wie sie vom Insti¬
tut für deutsche Sprache, Mannheim, über das Internet verbreitet werden.
Unter den Regeln steht ein Kommentar mit Erläuterungen, Zusatzinformationen,
Faustregeln und Lösungshiifen bei Problemen.
Teil II des internationalen Regelwerkes ist eine umfangreiche Wortliste, in der Neu¬
schreibungen und viele Wörter aufgenommen sind, bei denen sich nichts ändert. Nicht
aufgenommen sind die Neuregelungen der Silbentrennung. Die Wörter stehen ohne je¬
de nähere Erklärung in dieser Liste.
Die Neuschreibungen aus dieser Wortliste sind vollständig in das Wörterbuch aufge¬
nommen.
Sie erkennen die amtlichen Regeln sind daran, dass sie in einer anderen Schrift, der Times-
Schrift, geschrieben sind.
Dfe Kommentare stehen in der Helvetica-Schrift und sind durch einen heilen Randbalken mar¬
kiert. Besondere Hinweise stehen auf heilgrauem Raster. . >. .
* Die Wortart wird entweder Nomen (Namenwort) oder Substantiv (Dingwort, Hauptwort) genannt; in den alten
Lateingrammatiken hieß sienomen substantivum.
** Die Fachbegriffe Gliedsatz und Nebensatz sind austauschbar.
1373
Deutsche Rechtschreibung - Amtliche Regelung - Inhaltsverzeichnis
Deutsche Rechtschreibung
Amtliche Regelung
Inhalt
Vorwort 1376
1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen Rechtschreibregelung 1376
2 Grundlagen der deutschen Rechtschreibung 1376
2.1 Die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung 1376
2.2 Die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung 1377
3 Regelteil und Wörterverzeichnis 1378
3.1 Zum Aufbau des Regelteils 1378
A Laut-Buchstaben-Zuordnungen 1380
0 Vorbemerkungen 1380
1 Vokale 1381
1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen 1381
1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale 1382
1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale 1385
1.4 Umlautschreibung bei [e] 1389
1.5 Umlautschreibung bei [oy] 1389
1.6 Ausnahmen beim Diphthong [ai] 1390
1.7 Besonderheiten beim e 1390
1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern 1391
2 Konsonanten 1393
2.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen 1393
2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang-ig 1394
2.3 Besonderheiten bei [s] 1396
2.4 Besonderheiten bei [/] 1397
2.5 Besonderheiten bei [rj] 1397
2.6 Besonderheiten bei [f] und [v] 1398
2.7 Besonderheiten bei [ks] 1398
2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern 1399
B Getrennt-und Zusammenschreibung 1402
0 Vorbemerkungen 1402
1 Verb 1403
2 Adjektiv und Partizip 1408
3 Substantiv 1410
4 Andere Wortarten 1411
C Schreibung mit Bindestrich 1414
0 Vorbemerkungen 1414
1 Zusammensetzungen und Ableitungen, die keine Eigennamen als Bestandteile enthalten . 1414
2 Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten 1417
D Groß-und Kleinschreibung 1421
0 Vorbemerkungen 1421
1 Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheiten durch Großschreibung 1422
2 Anwendung von Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wortgruppen 1424
2.1 Substantive und Desubstantivierungen 1424
2.2 Substantivierungen 1428
1374
Deutsche Rechtschreibung-Amtliche Regelung - Inhaltsverzeichnis
2.3 Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigen¬
namen 1433
2.4 Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv 1436
2.5 Anredepronomen und Anreden 1337
E Zeichensetzung
0 Vorbemerkungen
1 Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen —
2 Gliederung innerhalb von Ganzsätzen
2.1 Komma
2.2 Semikolon
2.3 Doppelpunkt
2.4 Gedankenstrich
2.5 Klammern
3 Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. Hervorhebung von Wörtern oder Text¬
stellen
3.1 Anführungszeichen
4 Markierung von Auslassungen
4.1 Apostroph
4.2 Ergänzungsstrich 7
4.3 Auslassungspunkte
5 Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen
5.1 Punkt
5.2 Schrägstrich
1438
1438
1439
1443
1443
1454
1454
1455
1458
1459
1459
1463
1463
1464
1465
1465
1465
1467
F Worttrennung am Zeilenende 1469
Die wichtigsten Konunaregeln 1471
1375
Geltungsbereich und GrundsStze der neuen Rechtschreibregelung
Vorwort
1 Geltungsbereich und Grundsätze der neuen
Rechtschreibregelung
Das folgende amtliche Regelwerk, mit einem Regelteil und einem Wörterverzeichnis, regelt die Recht¬
schreibung innerhalb derjenigen Institutionen (Schule, Verwaltung), für die der Staat Regelungskom¬
petenz hinsichtlich der Rechtschreibung hat. Darüber hinaus hat es zur Sicherung einer einheitlichen
Rechtschreibung Vorbildcharakter für alle, die sich an einer allgemein gültigen Rechtschreibung orien¬
tieren möchten (das heißt Firmen, speziell Druckereien, Verlage, Redaktionen-aber auch Privatperso¬
nen). Diese Regelung ersetzt jene von 1902 und alle anschließenden Ergänzungsverordnungen.
Die neue Regelung ist folgenden Grundsätzen verpflichtet:
• Sie bemüht sich um eine behutsame inhaltliche Vereinfachung der Rechtschreibung mit dem Ziel,
eine Reihe von Ausnahmen und Besonderheiten abzuschaffen, so dass der Geltungsbereich der
Grundregeln ausgedehnt wird.
• Sie verfolgt eine Neuformulierung der Regeln nach einem einheitlichen Konzept.
2 Grundlagen der deutschen Rechtschreibung
Die deutsche Rechtschreibung beruht auf einer Buchstabenschrift. Wie ein gesprochenes Wort aus Lau¬
ten besteht, so besteht ein geschriebenes Wort aus Buchstaben. Die (regelgeleitete) Zuordnung von
Lauten und Buchstaben soll es ermöglichen, jedes geschriebene Wort zu lesen und jedes gehörte Wort
zu schreiben.
Die Schreibung der deutschen Sprache - worunter im Folgenden immer auch die Zeichensetzung mit¬
verstanden wird - ist durch folgende grundlegende Beziehungen geprägt:
• die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung
• die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung
2.1 Die Beziehung zwischen Schreibung und Lautung
Jedem Laut entspricht ein Buchstabe oder eine Buchstabenverbindung (zum Beispiel sch, ch). Gelegent¬
lich werden auch zwei Laute durch einen Buchstaben bezeichnet (so durch x und z).
Die Zuordnung von Lauten und Buchstaben orientiert sich an der deutschen Standardaussprache. Das
hat den Vorteil, dass ein Wort immer in derselben Weise geschrieben wird, obwohl es regionale Varian¬
ten in der Aussprache geben kann. Wer schreiben lernt, muss daher manchmal mit der Schreibung auch
die Standardaussprache kennen lernen.
Besondere Probleme bereitet die Schreibung der Fremdwörter, weil andere Sprachen über Laute verfü¬
gen, die im Deutschen nicht Vorkommen (zum Beispiel [8] im Englischen wie in Thriller und die fran¬
zösischen Nasalvokale wie in Teint). Darüber hinaus können fremde Sprachen andere Laut-Buchsta-
ben-Zuordnungen haben (zum Beispiel in Nightclub). Grundsätzlich kann man, was die Schreibung
von Fremdwörtern angeht, zwei Tendenzen unterscheiden:
(1) Schreibung wie in der fremden Sprache: Diese Lösung hat Vorteile beim Erlernen fremder Sprachen,
bei Mehrsprachigkeit, bei der internationalen Verständigung, speziell bei den Internationalismen (zum
Beispiel City, Taxi) oder in den Fachsprachen (zum Beispiel Calcium). Teilweise verbindet sich mit der
1376
Die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung
fremden Schreibung auch das Flair von Weitläufigkeit, dies besonders bei Varianten (zum Beispiel Club
neben Klub).
(2) Lautliche und/oder orthografische Angleichung (zum Beispiel beides in englisch strike, gesprochen
[straik], zu deutsch Streik, gesprochen LftraikJ): Diese Lösung hat Vorteile für den, der die frem¬
de Herkunftssprache nicht kennt. Denn bei nicht erfolgter Angleichung kann man sich das
Fremdwort nur als Schreibschema oder Schreibaussprache einprägen (zum Beispiel Portemon¬
naie als Por-te-mon-na-i-e). Die Angleichung vollzog und vollzieht sich meist nicht systematisch, son¬
dern von Fall zu Fall, und sie hängt sehr stark von der Häufigkeit und Gebräuchlichkeit eines Wortes
ab. Gelegentlich gibt es auch Doppelschreibungen (zum Beispiel Soße - Sauce).
Nicht immer gelten die regelmäßigen Laut-Buchstaben-Zuordnungen bei Eigennamen; man vergleiche
Schmidt, Schmid; Maier, Mayer, Meyer, Meier; Duisburg; Soest.
2.2 Die Beziehung zwischen Schreibung und Bedeutung
Die deutsche Rechtschreibung bezieht sich nicht nur auf die Lautung, sondern sie dient auch der grafi¬
schen Fixierung von Inhalten der sprachlichen Einheiten, das heißt der Bedeutung von Wortteilen,
Wörtern, Sätzen und Texten. So wird ein Wortstamm möglichst gleich geschrieben, selbst wenn er in
unterschiedlicher Umgebung verschieden ausgesprochen wird. Man spricht hier von Stammschreibung
oder Schemakonstanz. Dies betrifft zum Beispiel die Schreibung bei Auslautverhärtung in manchen
deutschen Sprachgebieten {Rad und Rat werden gleich ausgesprochen, aber unterschiedlich geschrieben
wegen des Rades und des Rates), den Umlaut (zum Beispiel Wand - Wände, aber Wende), das Zusam¬
mentreffen gleicher Konsonanten (zum Beispiel Haussegen, fünffach, zerreißen, enttäuschen, Blind¬
darm), gelegentlich auch Einzelfalle (vier mit langem [i«J, aber vierzehn, vierzig trotz kurzem [1]). Hinge¬
gen werden in manchen Fällen verschiedene Wörter, obwohl sie gleich ausgesprochen werden, unter¬
schiedlich geschrieben (Unterscheidungsschreibung; zum Beispiel Saite, Seite; wieder, wider).
Diese Schemakonstanz sichert den Lesenden ein rasches Erkennen einzelner Wörter und ihrer „Baustei¬
ne“. Schwierig an diesem Verfahren ist, dass den Sprachteilhaberinnen und Sprachteilhabem einerseits
in manchen Fällen nicht klar ist, ob eine Wortverwandtschaft vorliegt (gehört zum Beispiel Herbst zu
herb?), oder dass sie andererseits eine Wortverwandtschaft rechtschreiblich nicht beachten müssen
(zum Beispiel Eltern zu alt; voll zu füllen). Bei der Unterscheidungsschreibung wirkt die Wahl der unter¬
scheidenden Buchstaben auf die heutigen Sprachteilhaberinnen und Sprachteilhaber zufällig (zum Bei¬
spiel Laib, Leib; Lied, Lid; Lärche, Lerche).
Der Kennzeichnung des Wortes und seiner Unterscheidung von Wortgruppen dient unter anderem die
Getrennt- und Zusammenschreibung. Die Großschreibung hat im Deutschen mehrere Aufgaben. So
dient sie zum Beispiel dazu, Eigennamen sowie Substantive und Substantivierungen zu markieren.
Gleichzeitig dient die Großschreibung auch der Hervorhebung des Anfangs von Sätzen und Über¬
schriften. Sätze und Texte als komplexere sprachliche Einheiten werden ihrerseits durch die Mittel der
Zeichensetzung in einzelne Teileinheiten untergliedert. Die Lesenden erhalten dadurch schnell erfassba¬
re Informationen über grammatisch-semantische Zusammenhänge.
Schwierig bei all diesen grafischen Bedeutungsmarkierungen ist, dass von den Schreibenden ein gewis¬
ses Maß an grammatischem Wissen verlangt wird. Darüber hinaus liegt es in der Natur der Sprache,
dass es manchmal keine eindeutige Entscheidung für die eine oder andere Schreibung gibt, weil es sich
um Übergangsfalle zwischen verschiedenen sprachlichen Einheiten oder Klassen handelt (zum Beispiel
zwischen Zusammensetzung und Wortgruppe).
1377
Regelten und Wörterverzeichnis
3 Regelteil und Wörterverzeichnis
Auf der Basis dieser grundlegenden Beziehungen wird durch den Regelteil und das Wörterverzeichnis
die geltende Norm der deutschen Schreibung festgelegt. Dabei ergänzen sie einander. So kann die
Norm, den Satzanfang großzuschreiben oder gleichrangige Teile in Aufzählungen durch ein Komma
zu trennen, durch Regeln im Regelteil allgemein beschrieben werden. Hingegen kann die Schreibung
vieler Fremdwörter nur durch Einzelfestlegungen im Wörterverzeichnis erfasst werden; es gibt dazu we¬
der Regeln noch ist es sinnvoll, lange Ausnahmelisten im Regelteil anzulegen.
In vielen Fällen kann man die Schreibung sowohl mit Hilfe der Regeln allgemein bestimmen als auch
durch das Nachschlagen im Wörterverzeichnis ermitteln. So besagt zum Beispiel eine Regel, dass der
Buchstabe für einen einzelnen Konsonanten nach betontem kurzem Vokal verdoppelt und so die Kürze
des Vokals gekennzeichnet wird (zum Beispiel Affe, Barren, gönnen, schlimm)-, aber auch im Wörterver¬
zeichnis ist notwendigerweise jedes einschlägige Wort mit dem verdoppelten Buchstaben für den Kon¬
sonanten (zum Beispiel Affe) verzeichnet.
3.1 Zum Aufbau des Regelteils
Der Regelteil ist in sechs Teilbereiche gegliedert:
A Laut-Buchstaben-Zuordnungen
B Getrennt- und Zusammenschreibung
C Schreibung mit Bindestrich
D Groß- und Kleinschreibung
E Zeichensetzung
F Worttrennung am Zeilenende
Den Teilbereichen ist jeweils eine Vorbemerkung vorangestellt, die über Inhalt und Aufbau Auskunft
gibt. Die Teilbereiche sind durch Zwischenüberschriften mit arabischer Nummerierung (1, 1.1, 1.2...)
untergliedert. Der gesamte Regelteil ist darüber hinaus fortlaufend durch Paragraphen durchgezählt,
um Verweisungen sowohl innerhalb des Regelteils als auch vom Wörterverzeichnis auf den Regelteil zu
ermöglichen.
Alle Regeln werden durch Beispiele verdeutlicht; die Ausnahmen sind, wenn nicht anders vermerkt,
vollständig angeführt. In den Erläuterungen (= E) werden zusätzliche Hinweise gegeben. Dabei wird
prinzipiell von einer Grundregel ausgegangen. In dem weiteren Text werden dann regelhafte Abwei¬
chungen als Einzelregeln oder als Ausnahmen genannt.
So ist bei den Laut-Buchstaben-Zuordnungen sch in schnell oder ei in Kreide der Normalfall; im
Weiteren wird dann dargelegt, dass sp, st in Speck, Stein regelhafte Abweichungen sind und ai in
Kaiser eine Ausnahme ist. Ebenso ist bei der Getrennt- und Zusammenschreibung die Getrennt¬
schreibung der Normalfall; regelungsbedürftig ist die Zusammenschreibung. Bei der Groß- und
Kleinschreibung ist die Kleinschreibung der Normalfall. Die Worttrennung folgt grundsätzlich der
Silbenzerlegung beim Sprechen; regelungsbedürftig sind die Abweichungen davon (zum Beispiel in
Sprechsilben: wi-drig - getrennt: wid-rig). Bei der Zeichensetzung ist der Punkt am Satzende der
Normalfall; Einzelregeln folgen für das Fehlen des Punktes, zum Beispiel in Überschriften, oder für
das Ausrufe- und Fragezeichen.
1378
Regeltet! und Wörterverzeichnis
Es werden die üblichen grammatischen Fachausdrücke verwendet. Speziell gilt:
Im Regelwerk
Ausrufezeichen
Komma
Nebensatz
Semikolon
Substantiv
Die Beispiele sind im Regelteil kursiv gesetzt.
Varianten
Rufzeichen (Österreich)
Beistrich (Österreich)
Gliedsatz (Österreich)
Strichpunkt (Österreich, Schweiz)
Nomen (Österreich, Schweiz),
Nomen oder Substantiv (Deutschland)
Der vorliegende Text ist gemäß der neuen Regelung geschrieben.
?■ Das Wörterverzeichnis des amtlichen Regelwerks enthält ca 10 000 Wörter, bei denen Doppelbezeich-
| nungen besonders gekennzeichnet sind. Diese Wörter sind alle in das Wörterbuch aufgenommen wor-
i den. In der Liste des Regelwerks stehen die Wörter ohne jede Erläuterung einfach als einzelne Wörter.
1379
Laiit-Buchataben-Zuordnungen
A Laut-Buchstaben-Zuordnungen
0 Vorbemerkungen
(1) Die Schreibung des Deutschen beruht auf einer Buchstabenschrift. Jeder Buchstabe existiert als
Kleinbuchstabe und als Großbuchstabe (Ausnahmeß):
abcdefghijklmnopqrstuvwxyz äöü ß
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ ÄÖÜ
Die Umlautbuchstaben ä, ö, ü werden im Folgenden mit den Buchstaben a, o, u zusammen eingeordnet;
ß nach ss. Zum Ersatz vonß durch ss oder SS siehe § 25 E2 und E3.
In Fremdwörtern und fremdsprachigen Eigennamen kommen außerdem Buchstaben mit zusätzlichen
Zeichen sowie Ligaturen vor (zum Beispiel f, e, ä, ce).
(2) Für die Schreibung des Deutschen gilt:
(2.1) Buchstaben und Sprachlaute sind einander zugeordnet. Die folgende Darstellung bezieht sich auf
die Standardaussprache, die allerdings regionale Varianten aufweist.
(2.2) Die Schreibung der Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen bleibt bei der Flexion der Wör¬
ter, in Zusammensetzungen und Ableitungen weitgehend konstant (zum Beispiel Kind, die Kinder, des
Kindes, Kindbett, Kinderbuch, Kindesalter, kindisch, kindlich; Differenz, Differenzial, differenzieren;
aber säen, Saat; nähen, Nadel). Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus
verwandten Wörtern zu erschließen.
Dabei ist zu beachten, dass Wortstämme sich verändern können, so vor allem durch Umlaut (zum Bei¬
spiel Hand - Hände, Not - nötig, Kunst - Künstler, rauben - Räuber), durch Ablaut (zum Beispiel
schwimmen - er schwamm - geschwommen) oder durch e/i-Wechsel (zum Beispiel geben - du gibst - er
gibt).
In manchen Fällen werden durch verschiedene Laut-Buchstaben-Zuordnungen gleich lautende Wörter
unterschieden (zum Beispiel malen 4= mahlen, leeren + lehren).
(3) Der folgenden Darstellung liegt die deutsche Standardsprache zugrunde.
Besonderheiten sind bei Fremdwörtern und Eigennamen zu beachten.
(3.1) Fremdwörter unterliegen oft fremdsprachigen Schreibgewohnheiten (zum Beispiel Chaiselongue,
Sympathie, Lady). Ihre Schreibung kann jedoch - und Ähnliches gilt für die Aussprache-je nach Häu¬
figkeit und Art der Verwendung integriert, das heißt dem Deutschen angeglichen werden (zum Beispiel
Scharnier aus französisch chamiere, Streik aus englisch strike). Manche Fremdwörter werden sowohl in
einer integrierten als auch in einer fremdsprachigen Schreibung verwendet (zum Beispiel Fotograf!Pho¬
tograph).
Nicht integriert sind üblicherweise
a) zitierte fremdsprachige Wörter und Wortgruppen (zum Beispiel: Die Engländer nennen dies „one way
mind“)\
b) Wörter in international gebräuchlicher oder festgelegter - vor allem fachsprachlicher - Schreibung
(zum Beispiel City; medizinisch Phlegmone).
Für die nicht oder nur teilweise integrierten Fremdwörter lassen sich wegen der Vielgestaltigkeit fremd¬
sprachiger Schreibgewohnheiten keine handhabbaren Regeln aufstellen. In Zweifelsfällen siehe das
Wörterverzeichnis.
1380
§1
Vokal«
(3.2) Für Eigennamen (Vornamen, Familiennamen, geografische Eigennamen und dergleichen) gelten
im Allgemeinen amtliche Schreibungen. Diese entsprechen nicht immer den folgenden Regeln.
Eigennamen aus Sprachen mit nicht lateinischem Alphabet können unterschiedliche Schreibungen ha¬
ben, die auf die Verwendung verschiedener Umschriftsysteme zurückgehen (zum Beispiel Schanghai,
Shanghai). .
(4) Beim Aufbau der folgenden Darstellung sind zunächst Vokale (siehe Abschnitt 1) und Konsonanten
(siehe Abschnitt 2) zu unterscheiden.
Unterschieden sind des Weiteren in beiden Gruppen grundlegende Zuordnungen (siehe Abschnitt 1.1
und 2.1), besondere Zuordnungen (siehe Abschnitte 1.2 bis 1.7 und 2.2 bis 2.7) sowie spezielle Zuord¬
nungen in Fremdwörtern (siehe Abschnitt 1.8 und 2.8).
Laute werden im Folgenden durch die phonetische Umschrift wiedergegeben (zum Beispiel das lange a
durch [a:]). Sind die Buchstaben gemeint, so ist dies durch kursiven Druck gekennzeichnet (zum Beispiel
der Buchstabe h oder H).
1 Vokale
1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen
§l
Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut¬
Buchstaben-Zuordnungen. Besondere Zuordnungen werden in den sich anschließenden
Abschnitten behandelt.
j Die Rechtschreibreform hat hier keine Änderungen geschaffen. Die Zuordnungen werden kom- f
J mentiert, die Listen enthalten die internationale phonetische Umschrift. f
(1) Kurze einfache Vokale
Laute
Buchstaben
Beispiele
[a]
a
ab, Alter, warm, Bilanz
14 fe)
e
enorm, Endung, helfen
fett, penetrant, Prozent
[a]
e
Atem, Ballade, gering,
nobel
M. M
i
immer, Iltis, List, indiskret, Pilot
M. (o)
0
ob, Ört,folgen, Konzern, Logis, Obelisk, Organ
[oej, (0)
ö
öfter, Öffnung, wölben,
Ökonomie
M. M
u
unten, Ulme, bunt,
Museum
[v], ly]
ü
Küste, wünschen, Püree
(2) Lange einfache Vokale
Laute
Buchstaben
Beispiele
[a:]
a
artig, Abend, Basis
[e:l
e
edel, Efeu, Weg, Planet
M
ä
äsen, Ära, Sekretär
Ci:]
ie
(in einheimischen
Wörtern:) Liebe, Dieb
1381
Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale
§2
i
(in Fremdwörtern:)
Diva, Iris, Krise, Ventil
[o:]
0
oben, Ofen, vor, Chor
[0:]
ö
öde, Öfen, schön
[u:]
u
Ufer, Bluse, Muse, Natur
[y:]
ü
üben, Übel, fügen, Menü,
Molekül
(3) Diphthonge
Laute
Buchstaben
Beispiele
[at]
ei
eigen, Eile, beiseite,
Kaleidoskop
[au]
au
auf, Auge, Haus, Audienz
[oy]
eu
euch, Eule, Zeuge,
Euphorie
1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale
Folgen auf einen betonten Vokal innerhalb des Wortstammes - bei Fremdwörtern betrifft dies auch
den betonten Wortausgang - zwei verschiedene Konsonanten, so ist der Vokal in der Regel kurz; folgt
kein Konsonant, so ist der Vokal in der Regel lang; folgt nur ein Konsonant, so ist der Vokal kurz oder
lang. Deshalb beschränkt sich die besondere grafische Kennzeichnung des kurzen Vokals auf den Fall,
dass nur ein einzelner Konsonant folgt.
(Es gibt durch die Rechtschreibreform einige Änderungen zu bisherigen Zuordnungen. Sie betreffen
I vor allem ss nach kurzem Vokal: daß -> dass, bißchen —> bisschen, Fluß Fluss, naß —> nass usw.
I Weiterhin numerieren -* nummerieren, Stukkateur-> Stuckateur,...
§2
Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so
kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdopplung des Konsonantenbuchsta¬
bens.
Das betrifft Wörter wie:
Ebbe; Paddel; schlaff, Affe; Egge; generell, Kontrolle; schlimm, immer; denn, wann, gönnen; Galopp, üp¬
pig; starr, knurren; Hass, dass (Konjunktion), bisschen, wessen, Prämisse; statt ( 4= Stadt), Hütte, Man¬
schette
§3
Für k und z gilt eine besondere Regelung:
(1) Statt kk schreibt man ck.
(2) Statt zz schreibt man tz.
Das betrifft Wörter wie:
Acker, locken, Reck; Katze, Matratze, Schutz Ausnahmen: Fremdwörter wie Mokka, Sakko; Pizza,
Razzia, Skizze
E zu § 2 und § 3: Die Verdopplung des Buchstabens für den einzelnen Konsonanten bleibt üblicherweise in
Wörtern, die sich aufeinander beziehen lassen, auch dann erhalten, wenn sich die Betonung ändert, zum
Beispiel:
1382
§4
Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale
Galopp — galoppieren, Horror - horrend, Kontrolle - kontrollieren, Nummer - nummerieren, spinnen -
Spinnerei, Stuck-Stuckatur, Stuckateur
| Das Problem bei der Schreibung nach kurzen Vokalen (Kürzezeichen) ist zunächst die Unterschei-1
| düng zwischen langen und kurzen betonten Vokalen. Sie ist nicht einfach, besonders für Dialekt-1
J sprechen f
&Ste Lösungshilfe: Wortpaare bilden:
± Wm, W0sch; sPlfen * Mehlen, Hm * Höhle,...
I Die Paare müssen nicht aus fast gleichlautenden Wörtern gebildet werden. Hauptsache, der Vokal |
wird betont: J
I kosten / kosen, Uppe ^ Uebe, Pssen jt Faser,... t
I Viele Menschen hören auch einen Lautunterschied heraus: Die kurzen Vokale klingen „heller“ |
| (man nennt sie deshalb offene Vökale) und die langen klingen dunkler (geschlossene Vokale). Mit |
} dieser Unterscheidung kann die Regel des § 2 gut angewendet werden. |
| Bei den Rechtschreibfehlern in diesem Bereich überwiegt das Vergessen der Konsonantenbuch-1
f stabenverdopplung gemäß §2 speziell bei Wörtformen, bei denen noch weitere Konsonanten fol-1
Ilgen: . ?
| spinnen, du spinnst; stellen, erstellt, gestellt; schaffen, geschafft;... r
I Seltener ist das Umgekehrte, es wird auch vor weiterem Konsonant verdoppelt:
j Ganten, fällten usw.
Zweite Lösungshitfe: den doppelten Konsonanten hörbar machen.„
Die Doppelschreibung eines Konsonanten kann man Im Inlaut zwischen Vokalen gut erkennen,
wenn man versucht, nachSilben getrennt zu sprechen. also; fibfbe, Paddel, Af\fe usw. Man kann
vivwB ^precnweise fo^cti iwTfi8n< '
I Falls der doppelte Konsantenbuchstabe einmal nicht im Inlaut zwischen Vokalen steht, kann man f
f das leicht hersteilen, indem man eine „verlängerte Form“ spricht, also: schlaff- schlaffer, starr von §
| starren, Fall - die Fäl\le, bisschen zu Bis\sel (süddeutsch). §
Dritte Lösungshiife: Probieren und Wiedererkennen = r
Es hftßauch, wenn man das schwierige Wort auf einen Zettel oder in den Computer schreibt, ein¬
mal mit und einmal ohne Verdoppelung. Das Auge sagt einem dann oft, was richtig ist, weil man
die Wortbilder wiedererkennt.
I Man kann auch zusätzlich verwandte Wörter und Wortformen aufschreiben. Eine der Schreibungen'
erkennt man dann meistens, und danach schreibt man auch die gewünschte Form. Denn es gilt i
das Prinzip der Worttreue (S. 1371 f.): sinnhaft weil s/n|nen, besinnen, Sin\ne; nummerieren weil?
Num\mer, Branntwein weil brennen (gebrannter Wein) usw. 1
Faustregel: Einmal mit doppeltem Konsonantenbuchstaben - immer mit doppeltem Konsonan¬
tenbuchstaben.
§4
In acht Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten
nicht, obwohl dieser einem betonten kurzen Vokal folgt.
1 Der § 4 bewirkt keine Änderung der bisherigen Rechtschreibpraxis durch die Rechtschreibreform. }
1383
Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale
§5
Dies betrifft
(1) eine Reihe einsilbiger Wörter (besonders aus dem Englischen), zum Beispiel:
Bus, Chip, fit, Gag, Grog, Jet, Job, Kap, Klub, Mob, Pop, Slip, top, Twen
El: Ableitungen schreibt man entsprechend §2 mit doppeltem Konsonantenbuchstaben:
jobben—du jobbst—er jobbt; jetten, poppig, Slipper, außerdem.- die Busse (zu Bus)
(2) die fremdsprachigen Suffixe -ik und -it, die mit kurzem, aber auch mit langem Vokal gesprochen
werden können, zum Beispiel:
Kritik, Politik; Kredit, Profit
| Wo habe ich eventuell ein Problem? f
{Die Fallgruppen der Ausnahmen sind zunächst einmal Fremdwörter: (1), (2), (4), wo nach Regeln!
j der fremden Sprache geschrieben wird oder wo eine fremde Betonung (am Wortende statt im Wort- j
| stamm) vorliegt. |
Faustregel: Seien Sie vorsichtig mit der Konsonantendoppelschreibung bet Fremdwörtern oder
fremdartig betonten Wörtern.
(3) einige Wörter mit unklarem Wortaufbau oder mit Bestandteilen, die nicht selbstständig Vorkom¬
men, zum Beispiel:
Brombeere, Damwild, Himbeere, Imbiss, Imker (aber Imme), Sperling, Walnuss; aber Bollwerk
(4) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel:
Ananas, April, City, Hotel, Kamera, Kapitel, Limit, Mini, Relief, Roboter
(5) Wörter mit den nicht mehr produktiven Suffixen -d, -st und -t, zum Beispiel:
Brand (trotz brennen), Spindel (trotz spinnen); Geschwulst (trotz schwellen), Gespinst (trotz spinnen),
Gunst (trotz gönnen); beschäftigen, Geschäft (trotz schaffen), (insgesamt, sämtlich (trotz zusammen)
l Hier wären manchmal drei oder vier Konsonanten hintereinander zu schreiben. Nach dem|
| Schmuckprinzip (Nr. 8, S. 1373) wurde bei den alten Bildungen auf -st, -f, -d deshalb die Verdoppe- j
| lung nicht vorgenommen. Branntwein ist eine neue Bildung und wird deshalb mit nn geschrieben. |
(6) eine Reihe einsilbiger Wörter mit grammatischer Funktion, zum Beispiel:
ab, an, dran, bis, das (Artikel, Pronomen), des (aber dessen), in, drin (aber innen, drinnen), man, mit, ob,
plus, um, was, wes (aber wessen)
E2: Aber entsprechend § 2:
dann, denn, wann, wenn; dass (Konjunktion)
I Die Schreibung dieser kleinen Wörter merkt man sich recht früh, da sie oft geschrieben werden, hat I
|man die einfache Schreibung „in der Hand“. (Man hat sich die Schreibung motorisch gemerkt.) |
J Fehler werden hier kaum gemacht. 1
(7) die folgenden Verbformen:
ich bin, er hat; aber nach der Grundregel (§ 2): er hatte, sie tritt, nimm!
(8) die folgenden Ausnahmen: Drittel, Mittag, dennoch
§5
In vier Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten, ob¬
wohl der vorausgehende kurze Vokal nicht betont ist.
j Der § 5 bewirkt keine Änderungen der Schreibpraxis durch die Rechtschreibreform. |
1384
§5
Besondere Kennzeichnung der langen Vokale
Dies betrifft
(1) das scharfe (stimmlose) s in Fremdwörtern, zum Beispiel: Fassade, Karussell, Kassette, passieren, Re¬
zession
(2) die Suffixe -in und -nis sowie die Wortausgänge -as, -is, -os und -us, wenn in erweiterten Formen dem
Konsonanten ein Vokal folgt, zum Beispiel:
-in: Ärztin-Ärztinnen,
Königin - Königinnen
-nis: Beschwernis-Beschwernisse,
Kenntnis - Kenntnisse
-as: Ananas - Ananasse, Ukas - Ukasse
-is: Iltis - Iltisse, Kürbis - Kürbisse
-os: Albatros - Albatrosse, Rhinozeros - Rhinozerosse
-us: Diskus - Diskusse, Globus - Globusse
(3) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel: Allee, Batterie, Billion, Buffet, Effekt, frappant,
Grammatik, Kannibale, Karriere, kompromittieren, Konkurrenz, Konstellation, Lotterie, Porzellan, raffi¬
niert, Renommee, skurril, Stanniol
E: In Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Präfixen wie ad-, dis-, in-, kon-jcon-, ob-, sub- und syn-
ist deren auslautender Konsonant in manchen Fällen an den Konsonanten des folgenden Wortes ange¬
glichen, zum Beispiel: Affekt, akkurat, Attraktion (vgl. aber Advokat, addieren); ebenso: Differenz, Illu¬
sion, korrekt, Opposition, suggerieren, Symmetrie
(4) wenige Wörter mit tz (siehe §3(2)), zum Beispiel: Kiebitz, Stieglitz
| Wieder sind es die Fremdwörter; die die Schwierigkeiten bereiten; allerdings gibt es hier kaum
{Schreibfehler, weil die meisten Menschen auf die Betonung des Vokals gar nicht achten, sondern
| auf die Stelle, wo der Vokal steht. Steht der Kurzvokal vom im Wort, neigen sie zur Verdoppelung.
! Steht der Kurzvokal hinten im Wort, neigen sie zur Einfachschreibung. Manche sprechen aber Ka-
! russel mit gesummtem stimmhaften s wie in Fusel und schreiben deshalb falsch mit einfachem s.
{Die Regel ist an sich nicht schwer zu lernen, es werden aber gerade wegen der Schwierigkeiten bei (
| den s-Lauten (s. a. unten S. 1396.) und wegen der Unsicherheiten bei den Pluralen Fehler gemacht. {
| Wiederum sind viele Fremdwörter dabei, nur -in und -nis stehen nach deutschen Stämmen und f
I kommen deshalb häufiger vor |
Fausteegel: -in und -nis immer -innen und -nisse. Diese Regel gilt auch bei -as, «a&, -us in
Fremdwörtern. ., •. •*
1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale
Folgt im Wortstamm auf einen betonten Vokal kein Konsonant, ist er lang. Die regelmäßige Kenn¬
zeichnung mit h hat auch die Aufgabe, die Silbenfuge zu markieren, zum Beispiel Kü\he; vgl. § 6. Folgt
nur ein Konsonant, so kann der Vokal kurz oder lang sein. Die Länge wird jedoch nur bei einheimi¬
schen Wörtern mit [i:] regelmäßig durch ie bezeichnet; vgl. § 1. Ansonsten erfolgt die Kennzeichnung
nur ausnahmsweise:
a) in manchen Wörtern vor l, m, n, r mit h; vgl. § 8;
b) mit Doppelvokal aa, ee, oo; vgl. § 9;
c) mit ih, ieh; vgl. §12.
Zumß (statt s) nach langem Vokal und Diphthong siehe § 25.
1385
Besondere Kennzeichnung der Isngen Vokale
§6
| Die Schreibung langer Vokale wurde durch die Rechtschreibreform nicht verändert. |
| Wo habe ich eventuell ein Problem? f
' Neben der oben zu § 1 S. 1383 genannten Schwierigkeit, lange Vokale von kurzen zu unterschei-1
den (Lösungshilfe Wortpaare bilden: Rasen - Rasse, Bude - Butter) bereitet Probleme, dass die Re-j
gein die verschiedenen Schreibweisen nach langem Vokal nicht vollständig abgrenzen. Dadurch I
1 kommt es zu vielen Fehlern, weil Unsicherheiten bleiben, ob ohne Längezeichen oder mit Längezei-1
chen geschrieben wird und wenn ja, mit welchem. Vergleiche den Hinweis im amtlichen Regelwerk f
• „Die Länge wird jedoch nur bei einheimischen Wörtern mit [i:] regelmäßig durch ie bezeichnet;... f
Ansonsten erfolgt die Kennzeichnung nur ausnahmsweise..." 1
Man kann sich aber mit folgender Faustregel helfen: -' ~
Meist wird der einfache lange Vokal ohne ein Kennzeichen geschrieben. Das gilt » ca. 80-85%
der Fälle. Bei einheimischen Wörtern wird der lange Vokal p:J zu gut 90% als iegeschriehen. Die
Diphthonge au und eu/äu werden ohne Zusatz geschrieben. ^ • . . - ■
§6
Wenn einem betonten einfachen langen Vokal ein unbetonter kurzer Vokal unmittelbar
folgt oder in erweiterten Formen eines Wortes folgen kann, so steht nach dem Buchstaben
für den langen Vokal stets der Buchstabe h.
Dies betrifft Wörter wie:
ah: nahen, bejahen (aber ja)
eh: Darlehen, drehen
oh: drohen, Floh (wegen Flöhe)
uh: Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe
äh: fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen)
äh: Höhe (Ausnahme Bö, trotz Böe, Böen)
üh: früh (wegen früher)
Zu ieh siehe § 12(2). Zu See u. a. siehe § 9.
Das amtliche Regelwerk gibt Hinweise zur Schreibung mit einem Längezeichen, also zu den selte-1
neren Fällen. Das Längezeichen h gibt es besonders bei a, e, o, u; ih steht nur bei den Formen eines f
' Wortes: ihr, ihren. Das kann man sich leicht merken. |
§7
Das h steht ausnahmsweise auch nach dem Diphthong [ai].
Das betrifft Wörter wie:
gedeihen, Geweih, leihen ( + Laien), Reihe, Reiher, seihen, verzeihen, weihen, Weiher; aber sonst: Blei,
drei, schreien
| Diese Wörter muss man sich merken.
§8
Wenn einem betonten langen Vokal einer der Konsonanten [1], [m], [n] oder [r] folgt, so
wird in vielen, jedoch nicht in der Mehrzahl der Wörter nach dem Buchstaben für den Vo¬
kal ein h eingefügt.
1386
§»
Besondere Kennzeichnung der langen Vokale
Dies betrifft
(1) Wörter, in denen auf [1], [m], [n] oder [r] kein weiterer Konsonant folgt, zum Beispiel:
ah: Dahlie, lahm, ahnen, Bahre
eh: Befehl, benehmen, ablehnen, begehren
oh: hohl, Sohn, bohren
uh: Pfuhl, Ruhm, Huhn, Uhr
äh: ähneln, Ähre
öh: Höhle, stöhnen, Möhre
äh: fühlen, Bühne, führen
Zu ih siehe § 12(1).
j Hier sollte man im Wörterbuch nachschlagen, wenn man sich nicht sicher fühlt.
(2) die folgenden Einzelfalle: ahnden, fahnden
El: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Mahl
4= Mal, mahlen 4= malen, Sohle 4= Sole: dehnen 4= denen; Bahre 4= Bar, wahr 4= er war, lehren 4= leeren,
mehr 4= Meer, Mohr # Moor, Uhr 4= Ur, währen 4= sie wären
| Hier gilt das Unterscheidungsprinzip (s. S. 1373).
E2 zu § 6 bis 8: Das h bleibt auch bei Flexion, Stammveränderung und in Ableitungen erhalten, zum
Beispiel: befehlen - befiehl - er befahl - befohlen, drehen - gedreht - Draht, empfehlen - empfiehl - er emp¬
fahl - empfohlen, gedeihen - es gedieh - gediehen, fliehen - er floh - geflohen, leihen - er lieh - geliehen,
mähen - Mahd, nähen ~ Naht, nehmen - er nahm, sehen - er sieht - er sah - gesehen, stehlen - er stiehlt -
er stahl - gestohlen, verzeihen — er verzieh - verziehen, weihen - geweiht - Weihnachten
Ausnahmen, zum Beispiel: Blüte, Blume (trotz blühen), Glut (trotz glühen), Nadel (trotz nähen)
E3: In Fremdwörtern steht bis auf wenige Ausnahmen wie Allah, Schah kein h.
§9
Die Länge von [a:], [e:] und [o:] kennzeichnet man in einer kleinen Gruppe von Wörtern
durch die Verdopplung aa, ee bzw. oo.
Es betrifft Wörter wie:
aa: Aal, Aas, Haar, paar, Paar, Saal, Saat, Staat, Waage;
ee: Beere, Beet, Fee, Klee, scheel, Schnee, See, Speer, Tee, Teer;
außerdem eine Reihe von Fremdwörtern mit ee im Wortausgang wie: Armee, Idee, Kaffee, Klischee,
Tournee, Varietee
oo: Boot, Moor, Moos, Zoo
Zu die Feen, Seen siehe §19.
| Die Vbkalverdoppelung gibt es nur bei aa, ee, oo. Die wenigen Wörter kann man sich leicht merken, f
| Neuerdings dürfen französische Fremdwörter auf -e auch mit -ee geschrieben werden, aber das |
| sind auch nur wenige: Variete auch Varietee, Dekollete -> auch Dekolletee j
El: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Waage
4= Wagen; Heer 4= her, hehr; leeren 4= lehren; Meer 4= mehr; Reede 4= Rede; Seele, seelisch 4= selig;
Moor 4= Mohr
1387
Besondere Kennzeichnung der langen Vokale
§10
E2: Bei Umlaut schreibt man nur ä bzw. ö, zum Beispiel: Härchen - aber Haar; Pärchen - aber Paar; Säle
- aber Saal; Bötchen - aber Boot
Wenn Sie die Schreibung nach einem langen Vokal einmal nlchtwissen, probieren Sie auf einem
Zettel oder im Computer zunächst die Schreibung ohne Kennzeichen und bei langem mitfe.
Falls ihnen diese Schreibung nicht bekannt vorkommt, probieren sie bei a, e, o, u die Schreibung
mit h, besonders wenn sie ein h sprechen können: be-ja-hen.
Meistens kann das Auge dann entscheiden, was richtig ist, insbesondere, wenn Sie noch ver¬
wandte Wörter oder Wortformen dazuschreiben: Eine Schreibung kennen Sie bestimmt. Denn
auch hier gilt die Faustregel: Einmal mit h, immer mit h; einmal ohne h, immer ohne h. I
I Es bleibt also als ernsthaftes Entscheidungsproblem nur die Entscheidung zwischen der Schrei- f
| bung ohne Längezeichen und der mit Längezeichen h außer bei langem [i:]. jf
§10
Wenige einheimische Wörter und eingebürgerte Entlehnungen mit dem langen Vokal [i:]
schreibt man ausnahmsweise mit /.
Dies betrifft Wörter wie: dir, mir, wir; gib, du gibst, ergibt (aber ergiebig); Bibel, Biber, Brise, Fibel, Igel,
Liter, Nische, Primel, Tiger, Wisent
E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Lid 4= Lied;
Mine 4= Miene; Stil 4= Stiel; wider 4= wieder
§11
Für langes [i:] schreibt man ie in den fremdsprachigen Suffixen und Wortausgängen -ie, -
ier und -ieren.
Dies betrifft Wörter wie: Batterie, Lotterie; Manier, Scharnier; marschieren, probieren
Ausnahmen, zum Beispiel: Geysir, Saphir, Souvenir, Vampir, Wesir
| Die Ausnahmen muss man sich merken oder man schlägt im Wörterbuch nach.
§12
In Einzelfallen kennzeichnet man die Länge des Vokals [i:] zusätzlich mit dem Buchstaben
h und schreibt ih oder ieh.
Im Einzelnen gilt:
(1) ih steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 8): ihm, ihn, ihnen; ihr (Personal- und Possessivprono¬
men), außerdem Ihre
(2) ieh steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 6): fliehen, Vieh, wiehern, ziehen
Zu ieh in Flexionsformen wie befiehl (zu befehlen) siehe § 8E2.
| Diese Wörter kennt man.
1388
§13
Umlautschreibung i
1.4 Umlautschreibung bei (e]
§13
Für kurzes [e j schreibt man ä statt e, wenn es eine Grundform mit a gibt 1
Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie: Bänder, Bändel (wegen Band); Hälse (wegen Hals);
Kälte, kältet (wegen kalt); überschwänglich (wegen Überschwang)
El: Man schreibt e oder ä in SchenkejSchänke (wegen ausschenkenIAusschank), aufwendig!aufwändig
(wegen aufwendenj Aufwand).
E2: Für langes [e:] und langes [e:], die in der Aussprache oft nicht unterschieden werden, schreibt
man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt, zum Beispiel: quälen (wegen Qual). Wörter wie sägen, Ähre
(+ Ehre), Bär sind Ausnahmen.
j Hier ist durch die Rechtschreibreform das Ableitungsprinzip - ä wenn von a, äu wenn von au - ver-
j stärkt worden: behände zu Hand, Stängel zu Stange, Quäntchen zu Quant, überschwänglich zu
j Oberschwang; durch-/verbläuen zu blau. Aber bei manchen alten Schreibgewohnheiten wollten
j die Rechtschreibreformer nicht eingreifen: Eltern, Großeltern obwohl von alt; schwenken obwohl;
| von schwanken, aufwänden/aufwenden und Schänke/Schenke dürfen jeweils beide geschrieben
| werden wegen Aufwandlaufwenden und Schank/schenken und sind deshalb kein Problem mehr
I Um bei der Umlautschreibung sicher zu sein, sollte man konsequent auf das zugrundeliegende
1 Wort zurückleiten.
§14
In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise ä.
Dies betrifft Wörter wie:
ätzen, dämmern, Geländer, Lärm, März, Schärpe
E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Äsche + Esche;
Färse + Ferse; Lärche 4= Lerche
| Aber man wird sich manche Wörter merken müssen, die nicht oder nicht vom Laien zurückgeleitet f
I werden können. Es sind die im § 17 des amtlichen Regelwerks genannten, aber auch Käfig, Käfer. |
§15
In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise e.
Das betrifft Wörter wie: Eltern (trotz alt); schwenken (trotz schwanken)
I Eltern und Großeltern wollten die Rechtschreibreformer auch deshalb nicht ändern, weil sich jeder f
| an die Wbrtbilder gewöhnt hat. f
1.5 Umlautschreibung bei {oy]
§16
Für den Diphthong [oy] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.
1389
Besonderheiten beim e
§17
Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie: Häuser (wegen Haus), er läuft (wegen laufen), Mäuse,
Mäuschen (wegen Maus)', Gebäude (wegen Bau), Geräusch (wegen rauschen), sich schnäuzen (wegen
Schnauze), verbläuen (wegen blau)
Auch hier gilt die Ableitregel wie bei den Wörtern mit ä. Man sucht verwandte Wörter oder Wortfor-1
men mit au und schreibt dann äu. |
§17
In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise du.
Das betrifft Wörter wie: Knäuel, Räude, sich räuspern, Säule, sich sträuben, täuschen
| Die Wörter muss man lernen. j
1.6 Ausnahmen beim Diphthong [ai]
Schreibung beim Diphthong ai/ei
§18
In wenigen Wörtern schreibt man den Diphthong [ai] ausnahmsweise ai.
Das betrifft Wörter wie: Hai, Kaiser, Mai
E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Bai 4= bei;
Laib 4= Leib; Laich 4= Leiche; Laie, Laien 4= leihen; Saite 4= Seite; Waise 4= Weise, weisen
I Die Rechtschreibreform hat hier keine Neuerungen eingeführt und dem Mai wie dem Kaiser das ai f
I gelassen. Die wenigen Schreibungen mit ai haben entweder eine lange Tradition, oder sie entsprin- f
{gen aus dem Unterscheidungsprinzip der Rechtschreibung (s. S. 1373): Lautgleiche aber bedeu-1
I tungsverschiedene Wörter sollten wenigsten in der Schrift unterschieden werden wie Waid/Waid-1
| mann und Weide. Die meisten dieser Wortpaare sind im amtlichen Regelwerk unter E genannt. \
1.7 Besonderheiten beim e
§19
Folgen auf -ee oder -ie die Flexionsendungen oder Ableitungssuffixe -e, -en, -er, -es, -eil,
so lässt man ein e weg.
Das betrifft Wörter wie: die Feen; die Ideen; die Mondseer, des Sees; die Knie, knien; die Fantasien; sie
schrien, geschrien; ideell; industriell
1390
§20
Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
Vokalschreibungen bei Fremdwörtern
§20
Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwör¬
tern auch fremdsprachige Zuordnungen auf. In den folgenden Listen sind nur die wichti¬
geren angeführt.
j Bei Fremdwörtern gilt das Herkunftsprinzip (s. S. 1372).
Dabei ist zu beachten, dass Kürze und Länge der Vokale von der Betonung abhängen. Vokale, die in
betonten Silben lang sind, werden in unbetonten Silben kurz gesprochen, zum Beispiel Analyse mit lan¬
gem Vokal [y:] - analysieren mit kurzem Vokal [y].
(1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen
Laute
Buchstaben
Beispiele
ta],[a:]
u
Butler, Cup, Make-up, Slum
at
Eklat, Etat
a
Action, Camping, Fan, Gag
ai
Airbus, Chaiselongue, fair, Flair, Saison
[e],M
e
Abbe, Attache, Lame
er
Atelier, Bankier, Premier
et
Budget, Couplet> Filet
ai
Cocktail, Container
y
Baby, City, Lady, sexy
ea
Beat, Dealer, Hearing, Jeans, Team
ee
Evergreen, Spleen, Teenager .
[o],[o:]
au
Chaussee, Chauvinismus
eau
Niveau, Plateau, Tableau
ot
Depot, Trikot
[0.]
eu
adieu, Milieu; häufig in den Suffixen eur, -euse: Ingenieur, Souf¬
fleuse
Laute
Buchstaben
Beispiele
fuj, (uj, [u:]
oo
Boom, Swimmingpool
ou
Journalist, Rouge, Route, souverän
M,[y], IyO
y
Analyse, Hymne, Physik, System, Typ; auch in den Präfixen
dys- (=£dis-), hyper-, hypo-, syl-, sym-, syn-: dysfunktional, hyper¬
korrekt, Hypozentrum, Syllogismus, Symbiose, synchron
[aj, [a:]
an
Branche, Chance, Orange, Renaissance, Revanche
ant
Avantgarde, Pendant, Restaurant
en
engagiert, Ensemble, Entree, Pendant, Rendezvous
ent
Abonnement, Engagement
[e],Ie:]
ain
Refrain, Souterrain, Terrain
eint
Teint
in
Bulletin, Dessin, Mannequin
[o], [o:j
on
Annonce, Chanson, Pardon
[cej, (ce:J
um
Parfüm
[au]
ou
Couch, Countdown, Foul, Sound
ow
Clown, Countdown, Cowboy, Power(play)
1391
Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
S21
[ai]
i
Life time, Pipeline
igh
Copyright, high, Starfighter
y
Nylon, Recycling
[OYj
oy
Boy, Boykott
[oa]
oi
Memoiren, Repertoire, Reservoir, Toilette
(2) Doppelschreibungen
Im Prozess der Integration entlehnter Wörter können fremdsprachige und integrierte Schreibung ne¬
beneinander stehen. (Zu Haupt- und Nebenform siehe das Wörterverzeichnis.)
Laute
Buchstaben
Beispiele
[e],[e:]
ai-ä
Drainage-Dränage, Mayonnaise-Majonäse, Mohair-Mohär, Po¬
lonaise —Polonäse
[e]> [e0
e-ee
Boucle - Buklee, Double - Dublee, Expose — Exposee Cafe - Kaffee
(mit Bedeutungsdifferenzierung), Kommunique - Kommunikee, Va¬
riete- Varietee
[o], [o:]
au-o
Sauce—Soße
[u], [uj, [u:]
ou~u
Bravour - Bravur, Bouquet - Buketft), Double - Dublee, Coupon -
Kupon, Nougat - Nugat
| Die Rechtschreibreform hat zu sparsamen Änderungen in der Schreibung der Fremdwörter geführt.
I Die in der Liste unter (2) aufgeführten Laut-Buchstabenzuordnungen führen zu einzelnen Doppel-
I Schreibungen mit alternativen deutschen Schreibungen.
I Wo habe ich eventuell ein Problem?
j Die Schwierigkeiten der Fremdwortschreibung liegen in der Übernahme der Schreibweisen der
f fremden Sprachen. Zwar wurden einzelne Fremdwörter schon vor der Rechtschreibreform auch
f eingedeutscht geschrieben: Friseur/Frisör, Bureau/Büro, Sauce/Soße,... Aber die Rechtschreibre-
J form fügt noch einige Wörter hinzu, immer aber nur als alternative Schreibung. Die Liste (2) im amtli-
I chen Regelwerk gibt Hinweise.
Lösungshilfe; Erkennen, aus welcher Sprache ein Fremdwort stammt, und sich au$ dieser Spra¬
che Beispiele merken. : i -
- Für Vokale aus dem Englischen Butler (aj, Canptog {ej, Training {e:|, Jesrn fl:}, Teenager f«},
Cöpy ßj, StofrtCe:], Boykott favl P«i«r[au)f Boom ft4. .
- Für Vokale aus dem Französischen Etat ja;], Chaise [«:}, Budget [e.% Chaussee [e:], Niveau
[o:], Milieu [ce:], Journalist [u], Rwge [u;], Branche, Pendant, Abonnement fu], Refmirt,
Teint, Bulletin [e], Annonce [o], Couch (au], Memoiren [oa] . _
- italienisch macht bei Vokalen keine Probleme: deshalb gibt es in der amtlichen Liste keine
Beispiele. ,
- Bei lateinischen und griechischen Vokalen wird oft y geschrieben und Q gesprochen wie in
System, Analyse, hyper- usw. .
| Auf diese Weise merkt man sich rasch typische Schreibweisen der jeweiligen fremden Sprache und
I kommt so einigermaßen zurecht. Im Zweifelsfalle hilft das Wörterbuch; es hilft auch bei der Bedeu-
ftungserklärung.
§21
Fremdwörter aus dem Englischen, die auf -y enden und im Englischen den Plural -ies ha
ben, erhalten im Plural ein -s.
§22
Konsonanten
Das betrifft Wörter wie: Baby - Babys, Lady - Ladys, Party - Partys
E: Bei Zitatwörtem gilt die englische Schreibung, zum Beispiel: Grand Old Ladies
| Die Rechtschreibreform hat bei den Pluralen englischer Fremdwörter auf ~y, die bislang verschieden I
I geschrieben wurden, Einheitlichkeit hergestellt. Es wird an das -y nur ein -s angehängt: -ys (Hobbys); f
§ damit wird die englische Form ~ies (Hobbies) ausgeschlossen. j
2 Konsonanten
2.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordmingen
§22
Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut¬
Buchstaben-Zuordnungen.
Besondere Zuordnungen werden in den sich anschließenden Abschnitten behandelt.
| Die Schreibung von Konsonanten ist nicht verändert worden bis auf die Änderung bei der Schrei- (
j bung von immer stimmlosen s-Lauten nach kurzem Vokal als ss (z. B. lassen, du läßt -> du lässt, Kuß I
I -> Kuss usw.). Nur bei den Fremdwörtern gibt es noch einige kleine Änderungen, indem einige Dop-1
| pelschreibungen zugelassen werden (z. B. Katarrh und auch Katarr). (
(1) Einfache Konsonanten
Laute
Buchstaben
Beispiele
[b]
b
backen, Baum, Obulus, Parabel
M,M
ch
ich, Bücher, lynchen; ach, Rauch
[d]
d
danken, Druck, leiden, Mansarde
[fl
f
fertig, Falke, Hafen, Fusion
fe]
g
gehen, Gas, sägen, Organ, Eleganz
[h]
h
hinterher, Haus, Hektik, Ahorn, vehement
Ö]
j
ja, Jagd, Boje, Objekt
M
k
Kiste, Haken, Flanke, Majuskel, Konkurs
P]
1
laufen, laut, Schale, lamentieren
[m]
m
machen, Mund, Lampe, Maximum
[n]
n
nur, Nagel, Ton, Natur, nuklear
fol
ng
Gang, Länge, singen, Zange
[p]
P
packen, Paste, Raupe, Problem
M.M.M
r
rauben, Rampe, hören, Zitrone
[s]
s
skurril, Skandal, Hast, hopsen
[z]
s
sagen, Seife, lesen, Laser
M
-sch
scharf, Schaufel, rauschen
W
t
tragen, Tür, fort, Optimum
[v]
w
wann, Wagen, Möwe
(2) Konsonantenverbindungen (innerhalb des Stammes)
Laute
Buchstaben
Beispiele
[kV]
qu
quälen, Quelle, liquid, Qualität
[ks]
X
xylographisch, Xenophobie, boxen, toxisch
[ts]
Z
zart, Zaum, tanzen, speziell, Zenit
1393
AuslautvertiSrtung und Wortausgang -ig
§23
§ Wo habe ich eventuell ein Problem? I
& »
| Die relativ kurze Abhandlung im amtlichen Regelwerk über die Schreibung der Konsonanten I
| täuscht darüber hinweg, dass hier für die Schreibpraxis eine Menge Schwierigkeiten lauern. §
2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang -ig
§23
Die in großen Teilen des deutschen Sprachgebiets auftretende Verhärtung der Konsonan¬
ten [b], [d], [gj, [v] und [z] am Silbenende sowie vor anderen Konsonanten innerhalb der
Silbe wird in der Schreibung nicht berücksichtigt.
Ilm §23 werden sehr verschiedene Schreibbesonderheiten zusammengefaßt. Sie betreffen die|
I Auslautverhärtung im Deutschen: Am Wortende bzw. im Silbenausiaut oder vor Konsonant werden |
J „weiche“ Konsonanten „hart“ gesprochen. |
El: Bei vielen Wörtern kann die Schreibung aus der Aussprache erweiterter Formen oder verwandter
Wörter abgeleitet werden, in denen der betreffende Konsonant am Silbenanfang steht, zum Beispiel:
Konsonant am Silbenende usw.
Lob, löblich, du lobst
trüb, trübselig, eingetrübt
Rad, Radumfang
absurd
Sieg, siegreich, er siegt
Trug, er betrog, Betrug
gläubig
Möwchen
naiv, Naivling, Naivheit
Preis, preislich, preiswert
Haus, häuslich, behaust
Konsonant am Silbenanfang
Lobes, belobigen (aber Isotop - Isotope)
trübe, eintrüben (aber Typ - Typen)
Rades, rädern (aber Rat - Rates)
absurd, Absurdität (aber Gurt - Gurte)
siegen (aber Musik - musikalisch)
betrügen (aber Spuk - spuken)
gläubige (aber Plastik - Plastiken)
Möwe (aber Öfchen - Ofen)
Naive, Naivität (aber er rief- rufen)
Preise (aber Fleiß-fleißig)
Häuser (aber Strauß - Sträuße)
E 2: Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist es nicht oder nur schwer möglich, eine solche Erweite¬
rung durchzuführen oder eine Beziehung zu verwandten Wörtern herzustellen. Man schreibt sie trotz¬
dem mit b, d, g bzw. s, zum Beispiel: ab, Eisbein (Eis - Eises), flugs (Flug), Herbst, hübsch, jeglich, Ju¬
gend, Kies (Kiesel), Lebkuchen, morgendlich, ob, Obst, Plebs (Plebejer), preisgeben, Rebhuhn, redlich
(Rede), Reis (Reisig), Reis (- Korn; Reise fachsprachlich -- Reissorten; aber Grieß), ihr seid ( 4= seit),
sie sind, und, Vogt, weg (Weges), weissagen (weise)
| Die Schwierigkeiten werden hier in einem komprimierten Kommentar zusammengefaßt: |
| - die Schwierigkeiten bei b, d, g - p, t, k am Wort- und Siibenende und vor-t und -st: trübe/trüb, |
| betrögen/betrügst,... Hierzu gehört auch das Problem end- (endgültig) und ent- (entwickeln). |
I - die unterschiedliche Aussprache des w im Silbenauslaut und im Wortauslaut: Möwe/Möwchen, §
I I
| - die Schreibung von stimmlosem s als einfaches s, wenn es in anderen Wortformen stimmhaft f
| gesprochen wird: Gras/Gräser, preisen/Preis,... J
| Die verschiedenen Problembereiche müssen getrennt behandelt werden, da unterschiedliche Mer-j
| Wendungen in der Schreibpraxis voriiegen und unterschiedliche Lösungshilfen gegeben werden, j
I Das Problem bei b, d, g und p, t, k |
| Im Silbenauslaut und Wbrtausiaut sowie vor-f und -st werden b,d,g hart als p,t,k gesprochen. Sie j
| werden deshalb auch oft so geschrieben: klepst statt klebst. Walt statt Wald, linkt statt ringt usw. §
1394
§24
Auslautverhärtung und Wortausgang -lg
I Viele „Fortgeschrittene“, die etwas von dem Problem wissen, schreiben nun auch echtes p, t, k t
1 manchmal als b, d, g: hubt statt hupt usw. I
gal#
Verlängere das Wort oder verändere die Wartform so, dass man den Laut Im Inlaut vor einem Vo¬
kal gut hört. Schreibe dann nach Gehör: Waid- Wider; klebst-kleben, ringt-ringen aber hupst -
Pupen.; , ,v .i’ ; /< ^ r' ' " , * '
Faustregel; Einmal mit P, d, g-immer mitb, d, g. Einmal mitp, t, k- immer mitp, t, k.
(Siehe Prinzip der WörttreueS. 1371 f.) ,
| Das Problem bei E/end- und E/ent
I In der amtlichen Regel § 23 versteckt sich ungenannt auch die unterschiedliche Schreibung von El
| end- (Endrunde, endlich) und E/ent- (Entscheidung, entkommen). Hier ist bei wiederum gleichem
S Klang eine Lösung über verlängerte Form nicht möglich, weil immereine Silbe zu Ende ist.
Man muss entscheiden opdte Wortbildung von Ende kommt und mit Ende etwas zu tun hat oder
nicht ffindkampf. der Kampf ist bald zu Ende; Endspiel-, es ist das Spiel am Ende eines Turniers).
Auf diese Weise findet man die richtige Schreibung heraus.
Das Problem Möwchen
Das Problem Möwchen ist keins. Es wird fast nie falsch Möfchen geschrieben. Allerdings schreiben
manche Leute falsch Möve und dann auch Mövchen, vielleicht in Anlehnung an Stövchen ‘Tischöf-
chen’.
| Das Problem stimmhaftes gesummtes und stimmloses gezischtes s
| Wörter, die inlautend vor Vokal ein stimmhaftes s aufweisen, werden immer mit einfachem s ge-
2 schrieben, auch wenn dieses im Silben- oder Wortauslaut stimmlos gesprochen wird: Gräser-
| Gras, Gase - Gas, Mäuse - Maus, mausen.
Manche Menschen in Süddeutschland, die stark vom Dialekt geprägt sind, haben Schwierigkeiten,
das stimmhafte s zu hören und zu sprechen. Für sie ist diese Lösungshilfe nicht geeignet, aber die
folgende Faustregel kann auch ihnen ein wenig helfen.
Faustregel: Einmalmit einfachem s geschrieben, immer mit etafatfiems geschrieben.
(Prinzip der Worttreue s. S. 1371 f.)
§24
Für den Laut [5] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am Silbenanfang mit
dem Laut [g] gesprochen werden.
Hinter dieser Regel in § 24 verbirgt sich nicht nur die Schwierigkeit der Aussprache von -ig im Wort-
und Silbenauslaut als -ich, sondern auch noch die Verwechslung von -ig und -lieh. Die Regel gibt
zugleich die Lösungshilfe an.
Das betrifft Wörter wie: ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich (we¬
gen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig
E: In einigen Sprachlandschaften wird -ig mit [k] gesprochen; dann gilt § 23.
1395
ft»umwnl»i4i utlan Ua! fAl
eesonaemercen doi (sj
§25
Verlängere das Wort oder die Wortform so, dass ein Vokal auf das -ig folgt. Dann hört man -ig und
kann entsprechend sicher schreiben: nebelig weil das nebelige Wetter, entsetzlich well der ent-
setzHcheLärm.
Faustregel: Einmal mit -ig, immer mit -ig Einmal mrt-Ach.-immer mit-Ach (Pnnzip der Worttreue
2.3 Besonderheiten bei [s]
§25
Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn
im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.
Das betrifft Wörter wie: Maß, Straße, Grieß, Spieß, groß, grüßen; außen, außer, draußen, Strauß, beißen,
Fleiß, heißen
Ausnahme: aus
Zur Schreibung von [s] in Wörtern mit Auslautverhärtung wie Haus, graziös, Maus, Preis siehe § 23.
El: In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vo¬
kals vor [s]; entsprechend wechselt die Schreibungß mit ss. Beispiele:
fließen ~ er floss - Fluss - das Floß
genießen - er genoss - Genuss
wissen ~ er weiß - er wusste
E2: Steht der Buchstabe ß nicht zur Verfügung, so schreibt man ss. In der Schweiz kann man immer ss
schreiben. Beispiel: Straße - Strasse
E3: Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS, zum Beispiel: Straße - STRASSE
'Wo habe ich eventuell ein Problem?
Hinter den scheinbar wenigen und einfach gehaltenen Regeln verbirgt sich für die Schreibpraxis ein
kompliziertes Problem, das zu vielen Fehlem führt. Da hat auch die Rechtschreibreform nur wenig
j Erleichterung geschaffen. Dazu kommt, dass das amtliche Regelwerk die Regelungen zur Schrei¬
! bung der s-Laute an verschiedenen Stellen untergebracht hat, so dass man leicht die Übersicht
j verliert.
M 9t tflfrt* nt nt fi !TV1 Ii-r in r» n !■■■ I.i n Um'*. 1«^ flkwAliol,
UnwfipiiiR« tsc (89 pr«8f0 fSnPBwW praKiiscnen ocnreiuregQin, ww sie nier im udsttwck
aufgeführt sind. v ,
t. Gesummtes stimmhaftes s schreibt man mit einfachem s: Rasen, lesen, Besen,... /
2. Me stimmlosen, gezischten s-Laute, die auf gesummtes s zurückgehen, schreibt man mH
einfachem s. Hilfe: Verlängerte Form bilden; cfe® Lose-dfeLose, Hea-Ieeen,... , : V
pieseRegeinsind im § 23 enthaften und sind dort ausführlich kommentiert (s. S. 1394).
3. Immer gezischtes, stimmloses s nach langem Vokal und Diphthong schreibt man & Straße,
FuB-FOBe, fließen, beißen,... (s. § 25).
4* cmtUpr SImIffrJÖSSS» ?$EIOfl VOKw SS* rlUSS^riUmSBt TOSTO/V
■* (d9a&k*r>'~ * ' s - . -*4. ’ „», .=.4'^.''!^ 3*$ i
Diese Regel ist im amtlichen Regelwerk nur an ganz andern Stelle in
(s, a m ;; ; ;: , ;;": 7.';; 7'7r;7? *
Wenn man Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von langen undkurzen Vokalen hat, soll
man Wortpaare bilden, damit man den Lautunterschied hört Masse-M§ße, Fh*s$-Fyß, Flosse¬
Floß,.,.. " ' ' ; .
1396
§26
Besonderheiten beim sch-Laut
§26
Folgt auf das s, ss.ß, x oder z eines Verb- oder Adjektivstammes die Endung -st der 2. Per¬
son Singular bzw. die Endung -st(e) des Superlativs, so lässt man das s der Endung weg
Das betrifft Wörter wie: du reist (zu reisen), du hasst (zu hassen), du reißt (zu reißen), du mixt (zu mixen),
du sitzt (zu sitzen); - groß - größer - größte
| Die Regel § 26 ist für die Praxis nicht nötig. Es hat da so gut wie nie einen Fehler gegeben. Bei Wör- j
I tern mit ss im Inlaut bringt die Änderung, dass nun du hasst, du isst... statt du haßt, duißt,.... zu j
I schreiben ist, natürlich eine Erleichterung. J
2.4 Besonderheiten bei Ul
§27
Für den Laut [/] am Anfang des Wortstammes vor folgendem [p] oder [t] schreibt
man s statt sch.
Das betrifft Wörter wie: spielen, verspotten; starren, Stelle, Stunde
I Hier gibt es keine Änderung, Fehler werden hier selten gemacht.
2.5 Besonderheiten bei [rj]
§28
Für den Laut [g] vor [k] oder [g] im Wortstamm schreibt man n statt ng.
Das betrifft Wörter wie: Bank, dünken, Enkel, Schranke, trinken; Mangan, Singular
| Diese Einzelregel ist mit der bisherigen Schreibung identisch. f
1 Wo habe ich eventuell ein Problem? {
| Das Problem liegt nicht da, wohin die Regel im amtlichen Regelwerk leitet, denn viele Menschen j
{sprechen kein [rj], sondern [ng] oder [nk] und schreiben danach. Dabei kann dann allerdings passie-1
I ren, was unter § 23 schon beschrieben wurde, dass im Wort- und Silbenauslaut und vor-f und -st |
ja
s das ng als [nk] gesprochen und falsch geschrieben wird. 3
LÖsungshftfe: Man ttWe verengerte f ormen otjter suche verwandte Wertes bet
vor einem Vokal steht, und schreibe dann nach Gehör: lang-lange, Fmk-Flnk&n usw.
1397
Besonderheiten bei [ks]
§29
2.6 Besonderheiten bei ff] und ]v]
§29
Für den Laut ff] schreibt man v statt / in ver- (wie in verlaufen) sowie am Anfang einiger
weiterer Wörter.
Das betrifft Wörter wie: Vater, Veilchen, Vettel, Vetter, Vieh, viel, vielleicht, vier, Vlies, Vogel, Vogt,
Volk, voll (aber füllen), von, vor, vordere, vorn
Dazu kommen Frevel, Nerv (Nerven).
| Diese Einzelregel ist mit der bisherigen Schreibung identisch. j
| Wo habe ich eventuell ein Problem? |
i Für die Wiedergabe von ff] werden hier zwei Schreibweisen behandelt, die miteinander konkurrie-1
I ren: Feile und Veilchen. Zwar wissen die meisten, dass die Wortbausteine/Vorsilben ver- und vor- j
| mit v geschrieben werden, sie sind sich unsicher bei Wörtern wie fertig, fordern mit f. Einige Wörter 1
| mit „Vbgel-v“ muss man sich einprägen: vier,... Diese sind in der amtlichen Regel aufgeführt. j
§30
Für den Laut [v] schreibt man in Fremdwörtern regelmäßig und in wenigen eingebürger¬
ten Entlehnungen v statt w.
Das betrifft Wörter wie: privat, Revolution, Universität, Virus, zivil, Malve, Vase; Suffix bzw. Endung -
iv, -ive: Aktivität, die Detektive, Motivation; Initiative, Perspektive
E: Bei einigen Wörtern schwankt die Aussprache von v zwischen [v] und [f] wie bei Initiative, Larve, Pul¬
ver, evangelisch, Vers, Vesper, November, brave.
| In dieser Regel hat die Rechtschreibreform keine Änderung herbeigeführt §
I Wo habe ich eventuell ein Problem? I
:p. f
| Die Regel beschäftigt sich mit Fremdwörtern, in denen die Aussprache [w] für die Schreibung v gilt. |
| Dabei werden die Wbrtbausteine -iv (Motivation) und -ive (Lokomotive) fast nie falsch geschrieben, j
| aber das v im Anlaut und nach betontem Vokal wird oft als w falsch geschrieben: Wase statt Vase, |
j Klawier statt Klavier. Die kritischen Wörter sind in der Regel aufgeführt. j
2.7 Besonderheiten bei (ks]
§31
Für die Lautverbindung [ks] schreibt man in einigen Wortstämmen ausnahmsweise chs
bzw. ks statt x.
Das betrifft Wörter wie: Achse, Achsel, Büchse, Dachs, drechseln, Echse, Flachs, Fuchs, Lachs, Luchs,
Ochse, sechs. Wachs, wachsen, Wechsel, Weichsel(kirsche), wichsen
Keks, schlaksig
E: Die bei Flexion und in Ableitungen entstehende Lautverbindung [ks] wird je nach dem zugrunde liegen¬
den Wort gs, ks oder cks geschrieben, zum Beispiel: du hegst (wegen hegen), du hinkst (wegen hinken),
Streiks (wegen Streik), Häcksel (wegen hacken)
j In dieser Regel hat die Rechtschreibreform keine Änderung herbeigeführt.
1398
§31
Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
| Wo habe ich eventuell ein Problem? |
j Diese Regel betrifft eine Menge verschiedenartiger Schreibungen, die in der Formulierung nichtf
I deutlich zum Ausdruck kommen. I
UI&tJn8SMIf& V'.
* y 'j~ * -V* > ■ -
- ln englischen und lateinischen Fremdwörtern mit x: boxen, Fax, Seat, Mix,
Exzess» expm, extra, Oxidation, Oxer (Hindernis beim Springreiten),...
< in deutschenumgangssprachlichen Wörtern und einzelnen Namen mit x: Hx, nix, Büx, Axt,
-k'i... .< !-<■', ^ / ■ .v : •: * : .v. • * * .. • • • . . • • • • • •
- in Herleitungen aus ck oder g mit cks oder gs: Klecks von kleckern, flugs von Flug,....
- in wenigen Wörtern mitte: Kefc*, Koks, Setilalm, schlaksig,...
- meist, wie tm amtlichen Regelwerk aufgeführt, mit chs: Achsel, Ochse, wachsen,...
I Tipp für den Umgang mit der Lösungshilfe: I
I Man bestimmt, ob Fremdwort oder Herleitung: dann g oder k. Danach hat man nur noch die Aus-1
| nahmen Keks, Koks, Schlaks, schlaksig oder die Wörter mit x (s. o.). Alle übrigen Wörter schreibt I
I man mit chs. |
2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
§32
Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwör¬
tern auch fremdsprachige Zuordnungen auf.
In den folgenden Listen sind nur die wichtigsten aufgeführt.
(1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen.
(1.1) Einfache Konsonaten
Laute
Buchstaben
Beispiele
[f]
ph
Atmosphäre, Metapher, Philosophie, Physik
M
c
Clown, Container, Crew
ch
Chaos, Charakter, Chlor, christlich
qu
Mannequin, Queue
M
rh
Rhapsodie, Rhesusfaktor
rt
Dessert, Kuvert, Ressort ■
[s]
c, ce
Annonce, Chance, City, Renaissance, Service
m
ch
Champignon, Chance, charmant, Chef
sh
Geisha, Sheriff, Shop, Shorts
[3]
g
Genie, Ingenieur, Loge, Passagier, Regime;
auch im Suffix -age: Blamage, Garage
j
Jalousie, Jargon, jonglieren, Journalist
M
th
Ethos, Mathematik, Theater, These
tv]
V
Virus, zivil (vgl. § 30)
1399
Spezielle Laut-Buchataben-Zuordnungen in Fremdwörtern
§31
(1.2) Konsonantenverbindungen
Laute
Buchstaben
Beispiele
m
g
Gentleman, Gin, Manager, Teenager
j
Jazz, Jeans, Jeep, Job, Pyjama
mm
11
Billard, Bouillon, brillant, Guerilla, Medaille, Pavillon, Taille
[njj
gn
Champagner, Kampagne, Lasagne
[ts]
c
Aceton, Celsius, Cellophan
t (vor [ij
sehr häufig im Suffix -tion; außerdem häufig in Fällen wie -
+ Vokal)
tie, -tiell, -tiös: Funktion, Nation, Produktion; Aktie, partiell,
infektiös
[in
c
Cello, Cembalo
ch
Chip, Coach, Ranch
ge, dge
College, Bridge
(2) Doppelschreibmgen
Im Prozess der Integration entlehnter Wärter können fremdsprachige und integrierte Schreibung neben¬
einander stehen. (Zu Haupt- und Nebenformen siehe das Wörterverzeichnis.)
Laute
Buchstaben
Beispiele
ra
ph-f
-photo— -foto-, zum Beispiel Photographie - Fotografie
-graph—graf-, zum Beispiel Graphik - Grafik
-phon- - -fon- zum Beispiel Mikrophon - Mikrofon, Delphin
- Delfin, phantastisch-fantastisch
[g]
gh~g
Ghetto ~ Getto, Joghurt - Jogurt, Spaghetti - Spagetti
öl
y-i
Yacht - Jacht, Yoga - Joga, Mayonnaise - Majonäse
M
c-k
Calcit - Kalzit, Caritas - Karitas, Code - Kode, codieren -
kodieren, circa - zirka
qu-k
Bouquet - Buket(t), Kommunique - Kommunikee
W
rh-r
Katarrh - Katarr, Myrrhe - Myrre
[s]
c~ss,ß
Facette - Fassette, Necessaire - Nessessär, Sauce - Soße
in
ch~sch
Anchovis - Anschovis, Chicoree - Schikoree, Sketch -
Sketsch
w
th — t
Kathode - Katode, Panther - Panter, Thunfisch - Tunfisch
[ts]
c-z
Acetat - Azetat, Calcit - Kalzit, Penicillin - Penizillin, circa
-zirka
t - z (vor [i]
pretiös- preziös, Pretiosen - Preziosen; potentiell - potenziell
+ Vokal)
(wegen Potenz), substantiell - substanziell (wegen Sub-
stanz)
{Die Regel ist sehr allgemein gehalten, die Aufstellungen sind dafür um so detaillierter
| Die Listen zeigen in der Gruppe (1) Schreibungen wie auch bisher üblich. In der Gruppe (2) findet
I man Schreibungen, bei denen schon bislang verschiedene Schreibweisen möglich waren und bei
| denen die Rechtschreibreform Doppelschreibungen/Altemativen zuläßt.
I Wo habe ich eventuell ein Problem?
j Fremdwörter haben grundsätzlich ihre Schreibungen aus der fremden Sprache oder in Anlehnung
| an die fremde Sprache. Insbesondere bei den Konsonanten kommen dadurch sehr viele unge-
! wohnte Schreibungen/Schriftbilder vor und es werden entsprechend viele Fehler gemacht.
1400
§31
Spezielle Laut-Buchstaben-ZUordnungen in Fremdwörtern
J Man erkennt die Herkunft der Fremdwörter wie folgt:
i
- an ph, th, ch, rh aus dem Griechischen: Metapher, Physik, Theater, Apotheke, Chaos, Chor und
Chemie, Chirurg, Katarrh (jetzt auch Katarr), Rhythmus,...
- an c, t, x aus dem Lateinischen, sonst ist die lateinische Schreibung sehr lautgetreu: codieren
(auch kodieren), Nation, potentiell (neu auch potenziell), extern, Exitus,...
- an ch, qu, gn, nc aus dem Französischen: Champagner, Chance, Mannequin,...
- an sh, /, gh, dg, c aus dem Englischen: Shorts, Jeans, high, Bridge, Cup,...
- an c, cc, ch, gh, gi, sc, zz aus dem Italienischen: Commedia deil’Arte und Cello, Chianti, Spa¬
ghetti (jetzt auch Spagetti), Giro, Adagio, Pizza,...
1401
Getrennt- und Zusammenachreibung
$31
B Getrennt- und Zusammenschreibung
0 Vorbemerkungen
(1) Die Getrennt- und Zusammenschreibung betrifft die Schreibung von Wörtern, die im Text unmittel¬
bar benachbart und aufeinander bezogen sind. Handelt es sich um die Bestandteile von Wortgruppen,
so schreibt man sie voneinander getrennt. Handelt es sich um die Bestandteile von Zusammensetzun¬
gen, so schreibt man sie zusammen. Manchmal können dieselben Bestandteile sowohl eine Wortgruppe
als auch eine Zusammensetzung bilden. Die Verwendung als Wortgruppe oder als Zusammensetzung
kann dabei von der Aussageabsicht des Schreibenden abhängen.
(2) Bei der Regelung der Getrennt- und Zusammenschreibung wird davon ausgegangen, dass die ge¬
trennte Schreibung der Wörter der Normalfall und daher allein die Zusammenschreibung regelungsbe¬
dürftigist.
(3) Soweit dies möglich ist, werden zu den Regeln formale Kriterien aufgeführt, mit deren Hilfe sich ent¬
scheiden lässt, ob man im betreffenden Fall getrennt oder ob man zusammenschreibt. So wird zum Bei¬
spiel stets zusammengeschrieben, wenn der erste oder der zweite Bestandteil in dieser Form als selbstän¬
diges Wort nicht vorkommt (wie bei wissbegierig, zuinnerst). So wird zum Beispiel stets getrennt ge¬
schrieben, wenn der erste oder der zweite Bestandteil erweitert ist (wie bei viele Kilometer weit, aber kilo¬
meterweit; irgend so ein, aber irgendein).
(4) Bei den verschiedenen Wortarten sind - auch in Abhängigkeit von sprachlichen Entwicklungspro¬
zessen - spezielle Bedingungen zu beachten. Daher ist die folgende Darstellung nach der Wortart der
Zusammensetzung gegliedert:
1 Verb (§33 bis §35)
2 Adjektiv und Partizip (§ 36)
3 Substantiv (§ 37 bis § 38)
Andere Wortarten (§ 39)
Die Getrennt- und Zusammenschreibung ist von der Rechtschreibung gründlich überarbeitet und
erstmals amtlich geregelt worden. Die Tendenz der Überarbeitung ist zugleich eine brauchbare
Grundregel: Man soll feste Wendungen wieder mehr getrennt schreiben. „Feste Wendung“ bedeu¬
tet, dass zwei oder mehr Wörter eine ständige Verbindung eingegangen sind: zu Hause, frohlocken,
... Sie sind diese Verbindung eingegangen, weil sie immer hintereinanderstehen. Anders ist es bei
I Komposita, wo Wörter nach Wortbildungsregeln zusammengefügt sind: Glas zum Trinken -> Trink¬
glas, von Angst erfüllt angsterfüllt,... Bei den Komposita werden kaum Fehler gemacht.
Wo habe ich eventuell ein Problem?
, Durch die Entwicklung fester Wendungen im Laufe der Sprachgeschichte und die Tendenz zur Zu¬
sammenschreibung waren viele Zweifelsfälle entstanden: Man musste auf die Bedeutung fester
Wendungen achten, auf die Betonung und auch auf die Geläufigkeit einer solchen Wendung. Das
braucht man heute nicht mehr. Die Regeln sind grammatikalisiert worden, was allerdings nicht im-
I mer einfacher ist, weil man grammatische Kenntnisse braucht.
| Weil die Entscheidung nicht selten schwierig ist, haben die Rechtschreibreformer hier Doppel-
I Schreibung zugelassen: auf Grund und aufgrund, an Stelle und anstelle, Dank sagen und
1 danksagen,... Die Bedingungen der Entscheidung, ob getrennt oder zusammengeschrieben wird,
I sind je nach Wortart und Wortbaustein (leicht) unterschiedlich, deshalb geht das amtliche Regel-
I werk nach Wbrtarten und Bauformen vor und gibt vor allem Regeln für die Zusammenschreibung.
1402
§33
Verb
1 Verb
1. Zusanunenschreiben und getrennt schreiben beim Verb
Zusätzlich zu der generellen Einteilung in Wortgruppen (wie in die Ferne sehen) und Zusammensetzun¬
gen (wie fernsehen) sind bei Verben zu unterscheiden:
a) untrennbare Zusammensetzungen wie maßregeln, langweilen
Untrennbare Zusammensetzungen erkennt man daran, dass die Reihenfolge der Bestandteile stets un¬
verändert bleibt.
maß + regeln: Wer jemanden maßregelt... Man maßregelte ihn. Niemand wagte, ihn zu maßregeln. Er
wurde offiziell gemaßregelt.
Siehe im Einzelnen § 33.
b) trennbare Zusammensetzungen wie hinzukommen, fehlgehen, bereithalten, wundemehmen
Trennbare Zusammensetzungen erkennt man daran, dass die Reihenfolge der Bestandteile in Abhän¬
gigkeit von ihrer Stellung im Satz wechselt.
hinzu + kommen: Wenn dieses Argument hinzukommt... Dieses Argument scheint hinzuzukommen.
Dieses Argument ist hinzugekommen.
Dieses Argument kommt hinzu. Dieses Argument kommt erschwerend hinzu. Siehe im Einzelnen § 34.
§33
Substantive, Adjektive oder Partikeln können mit Verben untrennbare Zusammensetzun¬
gen bilden. Man schreibt sie stets zusammen.
Dies betrifft
(1) Zusammensetzungen aus Substantiv + Verb, zum Beispiel: brandmarken (gebrandmarkt, zu brand¬
marken), handhaben, lobpreisen, maßregeln, nachtwandeln, schlafwandeln, schlussfolgern, wehklagen,
wetteifern
« j* r >■ 7 ■* ’ * , ~ > • > r * r «. V- -- •• * ' s
DieUstiii^ffefBrdiei^ger^^^ektfonh: ‘ *
Zusammensetzungen mit Verben als Grundwort, die man in keiner Verbform trennt, werden im-
höht:(haben-erhandhabt-hatgehandhabt, wehklagen*erweh-
nagt -fim gewmmgt, TwniocKen — erwoniocnfö — wfimtiwwockt,.., > -
El: In einzelnen Fällen stehen Zusammensetzung und Wortgruppe nebeneinander, zum Beispiel:
danksagen (er danksagt) oder Dank sagen (er sagt Dank); gewährleisten (sie gewährleistet) oder Ge¬
währ leisten (sie leistet Gewähr)
| Ist es möglich, zum Beispiel bei danksagen, sowohl er danksagt als auch er sagt Dank zu sagen, j
I dann wird das eine zusammen, das andere getrennt geschrieben; entsprechend kann man auch j
| Dank sagen schreiben. |
E2: Eine Reihe untrennbarer Zusammensetzungen wird fast nur im Infinitiv oder substantivisch, in
Einzelfallen auch im Partizip I und im Partizip II gebraucht, zum Beispiel: bauchreden, bergsteigen,
bruchlanden, bruchrechnen, brustschwimmen, kopfrechnen, notlanden, punktschweißen, sandstrahlen,
schutzimpfen, Segelfliegen, seiltanzen, Seitenschwimmen, sonnenbaden, Wettlaufen, Wettrennen, zwangs¬
räumen
(2) Zusammensetzungen aus Adjektiv + Verb, zum Beispiel:
frohlocken (frohlockt, zu frohlocken), langweilen, liebäugeln, liebkosen, vollbringen, vollenden, weissagen
(3) Zusammensetzungen mit den Partikeln durch-, hinter-, über-, um-, unter-, wider-, wieder- + Verb
(mit Ton auf dem zweiten Bestandteil), zum Beispiel:
1403
Verb
§34
durchbrechen (er durchbricht die Regel, zu durchbrechen), hintergehen, übersetzen (er übersetzt das
Buch), umfahren, unterstellen, widersprechen, wiederholen
1 Der Begriff „Partikel“ wird in diesen Rechtschreibregeln für verschiedenartige kleine Wörter und |
| Wortbausteine gebraucht. Wichtigstes Merkmal ist, dass sie nicht dekliniert werden (keine Formen |
j bilden). In Grammatiken würde man sie unterschiedlichen Wortarten zurechnen, zum Beispiel den |
j Präfixen (durch, hinter, Ober,...) oder den Adverbien (wieder). |
j In Anwendung der Betonungsregel muss man unterscheiden zwischen umfahren (Er umfährt das j
j Schild. = ‘Er fahrt drum herum.’) und umfahren (Er fährt das Schild um. = 'Er fährt es kaputt.’) I
§34
Partikeln, Adjektive oder Substantive können mit Verben trennbare Zusammensetzungen
bilden. Man schreibt sie nur im Infinitiv, im Partizip I und im Partizip II sowie im Neben¬
satz bei Endstellung des Verbs zusammen.
Zu Verbindungen mit dem Verb sein siehe § 35.
Dies betrifft
(1) Zusammensetzungen aus Partikel + Verb mit den folgenden ersten Bestandteilen:
ab- (Beispiele: abändem, abbauen, abbeißen, abbestellen, abbiegen), an-, auf-, aus-, bei-, beisammen-, da-,
dabei-, dafür-, dagegen-, daher-, dahin-, daneben-, dar-, d(a)ran-, d(a)rein-, da(r)nieder-, darum-, da¬
von-, dawider-, dazu-, dazwischen-, drauf-, drauflos-, drin-, durch-, ein-, einher-, empor-, entgegen-, ent¬
lang-, entzwei-, fort-, gegen-, gegenüber-, her-, herab-, heran-, herauf-, heraus-, herbei-, herein-, hernieder¬
, herüber-, herum-, herunter-, hervor-, herzu-, hin-, hinab-, hinan-, hinauf-, hinaus-, hindurch-, hinein-, hint¬
an-, hintenüber-, hinterher-, hinüber-, hinunter-, hinweg-, hinzu-, inne-, los-, mit-, nach-, nieder-, über-,
überein-, um-, umher-, umhin-, unter-, vor-, voran-, vorauf-, voraus-, vorbei-, vorher-, vorüber-, vorweg-,
weg-, weiter-, wider-, wieder-, zu-, zurecht-, zurück-, zusammen-, zuvor-, zuwider-, zwischen-
Auch: auf- und abspringen, ein- und ausführen, hin- und hergehen usw.
I Es gibt auch Verbzusammensetzungen mit trennbaren Präfixen, den in der Liste aufgeführten söge- J
I nannten „Partikeln“. Meistens bestehen die trennbaren Präfixe j
! - aus einer Präposition anfahren, fährt ...an, angefahren f
- aus zwei Präpositionen voranbringen, bringt voran, hat vorangebracht J
-aus einem einfachen Adverb und einer Präposition dazutun, tat dazu, hat dazugetan }
j - aus einem einfachen Adverb drauf hauen, haute drauf, hat draufgehauen j
| - aus zwei einfachen Adverbien drauflosreden, redete drauflos, hat drauflosgeredet j
| Präfixe sind Wbrtbausteine, die vorn angefügt werden. Lateinisch prae figere ‘davor setzen'. Sie j
4 werden im Vblksmund auch gern Vorsilben genannt. |
I Obwohl man diese Zusammensetzungen in vielen Verbformen getrennt schreibt, lernt man diese f
| unfesten Präfixe relativ schnell. Es werden kaum Fehler gemacht. |
E1: Aber als Wortgruppe: dabei (bei der genannten Tätigkeit) sitzen, daher (aus dem genannten Grund)
kommen, wieder (erneut, nochmals) gewinnen, zusammen (gemeinsam) spielen usw.
E2: Zu den trennbaren Zusammensetzungen gehören auch Zusammensetzungen mit haben und werden
wie: innehaben, Vorhaben, voraushaben; innewerden. Zu Verbindungen mit dem Verb sein siehe §35.
| Nicht ganz leicht ist die sichere Entscheidung bei den Gruppen (2) und (3). |
1404
§34
Verb
(2) Zusammensetzungen aus Adverb oder Adjektiv + Verb, bei denen
(2.1) der erste, einfache Bestandteil in dieser Form als selbständiges Wort nicht vorkommt, zum Bei¬
spiel:
fehlgehen, fehlschlagen, feilbieten, kundgeben, kundtun, weismachen
(2.2) der erste Bestandteil in dieser Verbindung weder erweiterbar noch steigerbar ist, wobei die Negation
nicht nicht als Erweiterung gilt, zum Beispiel: bereithalten, bloßstellen, fernsehen, festsetzen ( — bestim¬
men), freisprechen ( = für nicht schuldig erklären), gutschreiben ( = anrechnen), hochrechnen, schwarz'
arbeiten, totschlagen, wahrsagen ( = prophezeien)
Zu Zweifelsfällen siehe § 34 E3.
| Diese festen Wendungen gelten deshalb als Zusammensetzungen und werden entsprechend zu-1
I sammengeschrieben, |
f- weil das erste Teilwort (wie die Präfixe) so unselbständig (auch möglich: unselbstständig) ge-1
j worden ist, dass es nicht mehr herausgelöst werden kann, zum Beispiel durch Erweiterung J
| oder Steigerung: bereithalten {bereiter halten geht nicht), gutschreiben (auf dem Konto; besser I
| schreiben geht nicht bei dieser Bedeutung), etwas Wahres sagen ist nicht dasselbe wie wahr- f
I sagen (prophezeien) §
j - weil sie ihre grammatische Form verloren haben: wettmachen (von eine Wette machen), statt- j
| finden (.Statt gibt es nicht mehr; nur noch die Walstatt oder die Stätte ‘Stelle’) j
|- weil sie ihre Eigenbedeutung so sehr verloren haben, dass man von „verblasster Bedeutung“ {
S spricht: heim führen, heimsuchen, heimgehen (Wo ist hier das Heim?), preisgeben (Wo ist der!
I Preis?) |
(3) Zusammensetzungen aus (teilweise auch verblasstem) Substantiv + Verb mit den folgenden ersten
Bestandteilen:
heim zum Beispiel: heimbringen, heimfahren, heimführen, heimgehen, heimkehren, heimleuchten,
heimreisen, heimsuchen, heimzahlen
irre- irreführen, irreleiten; außerdem: irrewerden
preis- preisgeben
stand- standhalten
statt- stattfinden, stattgeben, statthaben
teil- teilhaben, teilnehmen
wett- wettmachen
wunder- wundernehmen
1 Hier braucht man ein gutes Sprachgefühl. Die Rechtschreibrefbrmer haben es deshalb den Schrei-1
I benden in einer Toleranzregel für Zweifelsfälle überlassen, ob sie als Wortgruppe getrennt schrei¬
! ben oder als Zusammensetzung zusammenschreiben. .
Lösungshilfe .
Wenn das vordere Teilwort nicht mehr grammatisch herauslösbar ist (nicht erweiterter, keine Stei¬
gerung) oder wenn die Bedeutung des ersten Teilworts verblasst ist, schreibt man zusammen. .
E3: In den Fällen, die nicht durch § 34(1) bis (3) geregelt sind, schreibt man getrennt. Siehe auch § 34 E4.
j Hier sind die Beispiele für die Getrenntschreibung genannt. f
Dies betrifft
(1) Partikel, Adverb, Adjektiv oder Substantiv + Verb in finiter Form am Satzanfang, zum Beispiel:
Hinzu kommt, dass...
Fehl ging er in der Annahme, dass...
1405
Verb
§34
Bereit hält er sich für den Fall, dass...
Wunder nimmt nur, dass...
(2) (zusammengesetztes) Adverb + Verb, zum Beispiel: abhanden kommen, anheim fallen (geben, stel¬
len), beiseite legen (stellen, schieben), für lieb nehmen, überhand nehmen, vonstatten gehen, vorlieb neh¬
men, zugute halten (kommen, tun), zunichte machen, zupass kommen, zustatten kommen, zuteil werden
Es sind solche mit einem zusammengesetzten Adverb als erstem Teilwort, das zusammengesetzte |
Adverb heit ein größeres Eigengewicht; es ist selbständiges (auch möglich: selbstständiges) Satz- (
glied, und zwar eine adverbietle Bestimmung: anheim fallen,... f
Zu Fällen wie zu Hilfe (kommen) siehe § 39 E2 (2.1); zu Fällen wie infrage (stellen) {in Frage (stellen)
siehe § 39 E3(l).
aneinander denken (grenzen, legen), aufeinander achten (hören, stapeln), auseinander gehen (laufen, set¬
, zen), beieinander bleiben (sein, stehen), durcheinander bringen (reden, sein)
auswendig lernen, barfuß laufen, daheim bleiben; auch: allein stehen, (sich) quer stellen
abseits stehen, diesseitsljenseits liegen; abwärts gehen, aufwärts streben, rückwärts fallen, seitwärts treten,
vorwärts blicken
(3) Adjektiv + Verb, wenn das Adjektiv in dieser Verbindung erweiterbar oder steigerbar ist, wenig¬
stens durch sehr oder ganz, zum Beispiel: bekannt machen (etwas noch bekannter machen, etwas ganz be¬
kamt machen),fern liegen (ferner liegen, sehr fern liegen) .fest halten, frei sprechen ( = ohne Manuskript
sprechen), genau nehmen, gut gehen, gut schreiben ( = lesbar, verständlich schreiben), hell strahlen, kurz
treten, langsam arbeiten, laut reden, leicht fallen, locker sitzen, nahe bringen, sauber schreiben, schlecht
gehen, schnell laufen, schwer nehmen, zufrieden stellen
Fälle, in denen der erste Bestandteil eine Ableitung auf -ig, -isch, -lieh ist, zum Beispiel lästig fallen, übrig
bleiben; kritisch denken, spöttisch reden; freundlich grüßen, gründlich säubern
l Es sind Wendungen mit einem als Adverb gebrauchten Adjektiv, das sich dadurch, dass es erwei-1
J tert oder gesteigert werden kann, als selbständiges (auch möglich: selbstständiges) Satzglied (ad-1
: verbieile Bestimmung) ausweist: genau nehmen (genauer nehmen, sehr genau nehmen),... (Sie- f
| he weiter unten E4 zu einer wichtigen löieranzregel.) f
(4) Partizip + Verb, zum Beispiel:
gefangen nehmen (halten), geschenkt bekommen, getrennt schreiben, verloren gehen
1 Hier werden keine Fehler gemacht, die Selbständigkeit (auch möglich: Selbstständigkeit) der Parti- jjj
I zipien wird sicher erkannt: geschenkt bekommen, gefangen nehmen,... J
(5) Substantiv + Verb, zum Beispiel: Angst haben, Auto fahren, Diät halten, Eis laufen, Feuer fangen,
Fuß fassen, Kopf stehen, Leid tun, Maß halten, Not leiden, Not tun, Pleite gehen, Posten stehen, Radfah¬
ren, Rat suchen, Schlange stehen, Schuld tragen, Ski laufen, Walzer tanzen
I Es sind Ausdrücke mit einem Verb und einem Substantiv/Nomen, das noch als eigenständiges J
Satzglied aufgefaßt werden kann: (das) Auto fahren, (das) Rad fahren, (die) Angst haben, (,auf |
dem) Eis laufen, (mit dem) Schlittschuhlaufen,... |
: Hier sind die alten Schreibungen (radfahren, aber ich fahre Rad, eislaufen - ich laufe eis) beseitigt, |
für die es keine nachvollziehbare Regel gab (schon gar nicht für fahre Rad, jedoch laufe eis), wenn |
: man zugleich Motarrad/Auto fahren, Schlittschuh/Rollschuh/Ski laufen usw. schreiben sollte. |
(6) Verb (Infinitiv) + Verb, zum Beispiel: kennen lernen, liegen lassen, sitzen bleiben, Spazierengehen
_ Es sind Wendungen mit zwei Verben, von denen das erste immer im Infinitiv steht: kennen lernen, §
1 kennen gelernt,... j
| Hier hat die Rechtschreibreform sehr konsequent für die Getrenntschreibung entschieden, denn |
1406
§35
Verb
manches wurde früher zusammengeschrieben, oft nach nicht durchsichtigen Regeln: Sitzenbleiben l
■ (in der Schule) aber sitzen bleiben (auf der Bank), sitzenlassen (verlassen), aber sitzen lassen (auf
' der Bank) usw. |
E4: Lasst sich in einzelnen Fällen der Gruppe aus Adjektiv + Verb zwischen § 34(2.2) und § 34E3(3)
keine klare Entscheidung für Getrennt* oder Zusammenschreibung treffen, so bleibt es dem Schreiben¬
den überlassen, ob er sie als Wortgruppe oder als Zusammensetzung verstanden wissen will
Zu den Wortgruppen mit einem Partizip als letztem Bestandteil wie abhanden gekommen, sitzen geblie¬
ben siehe § 36E1 (1).
Zu den Substantivierungen wie das Abhandenkommen, das Autofahren, das Sitzenbleiben siehe § 37(2).
^ Zu Problemen kommt es hier in Verbindung mit § 36, wo die Zusammensetzungen mit Partizipien be¬
handelt sind und wo in (5) Reihen bildende, die Bedeutung variierende Wortteile wie bitter- {bitterkalt, J
bitterböse usw.) aufgeführt sind. Solche Wörtteile sind auch Adjektive wie hoch und weit, die mit Ver- f
bpartizipien Wörter bilden wie hochverehrt, weitgereist, weitreichend, hoch fliegend; bei diesen Wör-1
fern hat man auch Verbbildungen wie hoch verehren (getrennt, weil höher/sehr hoch verehren), weit l
* reisen (weiter/sehr weit reisen), weit reichen (weiter/sehr weit reichen). In Zweifel kann man kommen |
| bei hoch Wegen (= hoch in der Luft; Probe: höher Wegen, ganz hoch fliegen) aber hochfliegen (= in diel
I Luft; Probe: keine Steigerung, kein sehroder ganz), bei hoch gehen (= hoch oben in den Bergen; hö-
I her/sehrhoch) aber hochgehen (= eine Mine geht hoch), bei hoch springen (=z. B. beim Hochsprung
| oder Springreiten, Probe: höher/sehr hoch springen) aber hochspringen (=vom Stuhl hochspringen/
J aufspringen; Probe: keine Steigerung, kein sehr oder ganz). In solchen Fällen sollte man die Proben
j anwenden und die Bedeutung mit in Rechnung stellen.
I In komplizierten Zweifelsfälien kann man sich auf diese Toleranzregel § 34 E4 berufen, die beide
| Schreibungen akzeptiert. r
Generelle Lösungshilfe
Wenn das vordere Wort als selbständiges (auch möglich: selbstständiges) Satzglied gut möglich/
üblich ist und wenn es erweiterbar oder steigerbar ist, dann schreibt man getrennt.
§35
Verbindungen mit sein gelten nicht als Zusammensetzung. Dementsprechend schreibt
man stets getrennt.
Beispiele:
außerstande sein (auch: außer Stande sein; § 39 E3(l)), beisammen sein (wem sie beisammen sind), da
sein, fertig sein, inne sein, los sein, pleite sein (siehe auch § 56(1)), vonnöten sein, vorbei sein, vorhanden
sein, vorüber sein, zufrieden sein, zuhanden sein, zumute sein (auch: zu Mute sein; § 39 E3(l)), zurück sein,
zusammen sein
| Hier werden im amtlichen Regelwerk die festen Wendungen mit sein genannt. Sie werden getrennt
| geschrieben, weil die Bedeutungskraft des Verbs gering ist {sein bedeutet hier eigentlich nur ‘exi-
I stiert’), so dass die Selbständigkeit (auch möglich: Selbstständigkeit) des vorderen Wörtes erhalten
I bleibt. j
1407
Adjektiv und Partizip
§36
2 Adjektiv und Partizip
Für Partizipien gelten dieselben Regeln wie für Adjektive; zu diesen werden hier auch die Kardinal- und
die Ordinalzahlen gerechnet.
| Partizipien werden in einigen Grammatiken Verbaladjektive genannt. f
Bei den Adjektiven/Partizipien sind zu unterscheiden
(1) Zusammensetzungen wie: angsterfüllt, altersschwach, schwerstbehindert, wehklagend, blaugrau, bit¬
terböse, dreizehn, siebzehnte
(2) Wortgruppen wie: abhanden gekommen, Rat suchend, sitzen geblieben, riesig groß, blendend weiß,
mehrere Jahre lang; zwei Milliarden
Siehe im Einzelnen § 36.
Zu Fällen wie nicht öffentlichjnichtöffentlich siehe § 36 E2.
§36
Substantive, Adjektive, Verbstämme, Adverbien oder Pronomen können mit Adjektiven
oder Partizipien Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie zusammen.
| Mit einem einzigen Paragrafen, aber mit sehr vielen Beispielgruppen wird dieser Fall abgehandelt. |
Dies betrifft
(1) Zusammensetzungen, bei denen der erste Bestandteil für eine Wortgruppe steht, zum Beispiel:
angsterfüllt (= von Angst erfüllt), bahnbrechend (— sich eine Bahn brechend), butterweich (— weich
wie Butter), fingerbreit (— einen Finger breit), freudestrahlend ( = vor Freude strahlend), herzerquik-
kend ( = das Herz erquickend), hitzebeständig ( = gegen Hitze beständig) Jahrelang ( = mehrere Jahre
lang),knielang (- lang bis zum Knie), meterhoch (= einen oder mehrere Meter hoch), milieubedingt( ~
durch das Milieu bedingt)
denkfaul, fernsehmüde, lernbegierig, röstfrisch, schreibgewandt, tropfnass; selbstbewusst, selbstsicher
Mit Fugenelement, zum Beispiel: altersschwach, anlehnungsbedürftig, geschlechtsreif, lebensfremd, son¬
nenarm, werbewirksam
Faustregel
Wenn das erste Wort vor einem Adjektiv stark verkürzt ©in ehemaliges Satzglied wiedergüjt und
betont wird, wird zusammengeschrieben: von/mit Angst erfüllt angsterfüllt,,., . 3 "
(2) Zusammensetzungen, bei denen der erste oder der zweite Bestandteil in dieser Form nicht selbstän¬
dig vorkommt, zum Beispiel:
einfach, zweifach; letztmalig, redselig, saumselig, schwerstbehindert, schwindsüchtig; blauäugig, großspu¬
rig, kleinmütig, vieldeutig
| In dieser Beispielgruppe ist die starke Verkürzung des ersten Teilwortes letzt-, red-, schwind- oder |
| die des zweiten Teilwortes-fach, -äugig, -deutig erkennbar Fehler werden hier so kaum gemacht, j
(3) Zusammensetzungen, bei denen das dem Partizip zugrunde liegende Verb entsprechend § 33 bzw.
§ 34 mit dem ersten Bestandteil zusammengeschrieben wird, zum Beispiel: wehklagend (wegen wehkla¬
gen); herunterfallend, heruntergefallen; irreführend, irregeführt; teilnehmend, teilgenommen
{Zu den Partizipien wird wenig gesagt, aber hier hilft es, auf die Schreibweise bei den anderen Verb-f
formen zu achten. Wenn bekannt machen getrennt geschrieben wird, dann wird auch bekannt ge-1
| macht getrennt geschrieben. Wenn andererseits bereitstellen zusammengeschrieben wird, dann |
1 wird auch bereitgestellt zusammengeschrieben. |
1408
§36
Adjektiv und Partizip
(4) Zusammensetzungen aus gleichrangigen (nebengeordneten) Adjektiven, zum Beispiel: blaugrau,
dummdreist, feuchtwarm, grünblau, nasskalt, taubstumm
Zur Schreibung mit Bindestrich siehe § 45(2).
I Es handelt sich um echte Komposita aus zwei Adjektiven. {
(5) Zusammensetzungen mit bedeutungsverstärkenden oder bedeutungsmindernden ersten Bestandtei¬
len, die zum Teil lange Reihen bilden, zum Beispiel: bitter- (bitterböse, bitterernst, bitterkalt), brand-,
dunkel-, erz-, extra-, gemein-, grund-, hyper-, lau-, minder-, stock-, super-, tod-, ultra-, ur-, voll-
f Die Tatsache, dass die ersten Teiiwörter in diesen Zusammensetzungen lediglich bedeutungsver- {
I stärkende oder bedeutungsmindernde Funktion haben, macht deutlich, dass sie so unselbständig ]
I sind, dass sie zusammengeschrieben werden müssen. |
(6) mehrteilige Kardinalzahlen unter einer Million sowie alle mehrteiligen Ordinalzahlen, zum Beispiel:
dreizehn, siebenhundert, neunzehnhundertnemundachtzig; der siebzehnte Oktober, der einhundertste Ge¬
burtstag, der fünfhunderttausendste Fall, der zweimillionste Besucher
Beachte aber Substantive wie Dutzend, Million, Milliarde, Billion, zum Beispiel: zwei Dutzend Hühner,
eine Million Teilnehmer, zwei Milliarden fünfhunderttausend Menschen
iDie Zusammenschreibung der Kardinalzahlen und Ordinalzahlen unter einer Million macht keine!
| Schwierigkeiten. j
El: In den Fällen, die nicht durch §36(1) bis (6) geregelt sind, schreibt man getrennt. Siehe auch § 36 E2.
Dies betrifft
(1) Fälle, bei denen das dem Partizip zugrunde liegende Verb vom ersten Bestandteil getrennt geschrie¬
ben wird, und zwar
(1.1) entsprechend § 35, zum Beispiel: beisammen gewesen (wegen beisammen sein), zurück gewesen
1 Hier werden Wendungen aufgeführt, bei denen ein Teil ein Partizip ist. Diese werden deshalb ge- j
| trennt geschrieben, weil schon die Verbindung mit dem Infinitiv des Verbs nicht zusammenge-f
I schrieben werden kann. §
(1.2) entsprechend § 34 E3(2) bis (6), zum Beispiel:
abhanden gekommen (abhanden kommen), auseinander laufend, auswendig gelernt, vorwärts blickend
hellstrahlend (hellstrahlen), laut redend
gefangen genommen (gefangen nehmen), verloren gegangen
Rat suchend (Rat suchen), Not leidend, Radfahrend
kennen gelernt (kennen lernen), sitzen geblieben
Wenn in einer Wendung ein Partizip beteiligt ist und wenn in der Wortgruppe auf jedem Wort e<ne
Betonung liegt, wird getrennt geschrieben '
(2) Fälle, bei denen der erste Bestandteil eine Ableitung auf -ig, -isch, -lieh ist, zum Beispiel:
riesig groß, mikroskopisch klein, schrecklich nervös
Zur Schreibung mit Bindestrich in Fällen wie wissenschaftlich-technisch siehe § 45(2). '
(3) Fälle, bei denen der erste Bestandteil ein (adjektivisches) Partizip ist, zum Beispiel:
abschreckend hässlich, blendend weiß, gestochen scharf, kochend heiß, leuchtend rot, strahlend hell
(4) Fälle, bei denen der erste Bestandteil erweitert oder gesteigert ist bzw. erweitert oder gesteigert wer¬
den kann, zum Beispiel: vor Freude strahlend, gegen Hitze beständig, zwei Finger breit, drei Meter hoch,
mehrere Jahre lang, seiner selbst bewusst; sehr ernst gemeint, leichter verdaulich
dicht behaart, dünn bewachsen, schwach bevölkert
1409
Substantiv
§37
1 Nur die letzte Beispielgruppe ist erforderlich: dichtbesiedelt, bunt gescheckt,...
E2: Lässt sich in einzelnen Fällen der Gruppen aus Adjektiv, Adverb oder Pronomen + Adjektiv/Partizip
zwischen § 36 und § 36 El keine klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen,
so bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Wortgruppe oder als Zusammensetzung verstan¬
den wissen will, zum Beispiel nicht öffentlich (Wortgruppe)fnichtöffentlich (Zusammensetzung).
Es sei ausdrücklich daraufhingewiesen, dass auch in diesem Bereich die Rechtschreibreform eine Tole¬
ranzregel eingeführt hat. Das heißt, dass in der Schreibpraxis Zweifelsfalle freigestellt sind.
3 Substantiv
Bei den Substantiven sind zu unterscheiden
(1) Zusammensetzungen, bei denen der letzte Bestandteil ein Substantiv ist, zum Beispiel: Feuerstein,
Fünfkampf, Achtelliter
(2) substantivisch gebrauchte Zusammensetzungen, bei denen der letzte Bestandteil kein Substantiv ist,
zum Beispiel: das Autofahren, das Stelldichein
| Nur diese Gruppe hat Problemfalle. |
(3) Zusammensetzungen mit einem Eigennamen oder einer Einwohnerbezeichnung als erstem Bestand¬
teil, zum Beispiel: Goethegedicht, Danaergeschenk
(4) Zusammensetzungen, die als Ganzes einen Eigennamen bilden, zum Beispiel: Bahnhofstraße.
§37
Substantive, Adjektive, Verbstämme, Pronomen oder Partikeln können mit Substantiven
Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie ebenso wie mehrteilige Substantivierungen
zusammen.
Dies betrifft
(1) Zusammensetzungen, bei denen der letzte Bestandteil ein Substantiv ist, zum Beispiel:
Feuerstein, Lebenswerk, Kirschbaum, Kohlenwasserstoff, Wochenlohn, Dienstagabend
Airbag, Bandleader, Football, Ghostwriter, Mountainbike, Nightclub, Streetwork, Weekend, Worldcup
Zweierbob, Fünfkampf, Selbstsucht, Leerlauf, Faultier, Außenpolitik, Rastplatz, Nichtraucher, Ichsucht,
Achtzigerjahre (auch achtziger Jahre), Vierteltakt, Dreiviertelliterflasche
Background, Bestseller, Bluejeans, Bypassoperation, Clearingstelle, Hardware, Secondhandshop, Selfma¬
deman, Swimmingpool, Upperclass; Bigband, Blackbox, Softdrink
I Die Zusammensetzungen beim Substantiv/Nomen sind die festesten. Hier finden sich die echten |
I Komposita vom Typ Trinkglas, Feuerwerk, Football usw. (Zur Schreibung mit Bindestrich siehe §
!§ 45-52.) I
El: Bei Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv wie in Bigband, Blackbox, Softdrink ist in Anleh¬
nung an die Herkunftssprache auch Getrenntschreibung möglich: Big Band, Black Box, Soft Drink.
Zur Groß- und Kleinschreibung siehe § 55(3); zur Schreibung mit Bindestrich siehe § 45(2).
ein Viertelkilogramm, drei Achtelliter .fünf Hundertstelsekunden
} Diese Toleranzregel ist sehr sinnvoll, insbesondere im Hinblick darauf, dass ständig neue Wörter ins 1
1 Deutsche übernommen werden. |
1410
$38
Andere Wortarten
E2: In Verbindung mit einer unmittelbar folgenden Maßbezeichnung kann die Bruchzahl auch als
Zahladjektiv aufgefasst werden, zum Beispiel:
ein viertel Kilogramm, drei achtel Liter, fünf hundertstel Sekunden
| Die wenigen Doppelschreibungen, die die Rechtschreibreform eingeführt hat, erleichtern die Sa- j
I che, denn sie produzieren keine neuen Fehierchancen. t
(2) Substantivisch gebrauchte Zusammensetzungen, bei denen der letzte Bestandteil kein Substantiv ist,
zum Beispiel:
das Autofahren (aber Auto fahren), das Ratholen, das Abhandenkommen, das Unrechttun, das Aufrecht¬
gehen, das Bekanntmachen, das Sitzenbleiben, das Liegenlassen, das Infragestellen; das Suppengrün; das
Stelldichein, das Vergissmeinnicht
| Das erste Beispiel meint einen Satz wie Das Autofahren macht mir Spaß. Anders in: Es macht mir J
ISpaß das Auto zu fahren. f
Faustregel: Beim Substantiv als zweitem Wort in einer Verbindung oder bei Substantivierungen
wird zusammengeschrieben.
(3) Zusammensetzungen mit einem Eigennamen oder einer Einwohnerbezeichnung als erstem Bestand¬
teil, zum Beispiel:
Goethegedicht, Europabrücke, Jakobsplan, Brennerpass, Glocknergruppe; Schweizergarde, Römerbrief,
Danaergeschenk
(4) Zusammensetzungen, die als Ganzes einen Eigennamen bilden, insbesondere Straßennamen, zum
Beispiel:
Bahnhofstraße, Drosselgasse, Neugraben
§38
Ableitungen auf -er von geografischen Eigennamen, die sich auf die geografische Lage be¬
ziehen, schreibt man von dem folgenden Substantiv getrennt.
Beispiele: Allgäuer Alpen, Brandenburger Tor, Naumburger Dom, Potsdamer Abkommen, Thüringer
Wald, Wiener Straße
4 Andere Wortarten
Manche mehrteilige Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen und Pronomen sind aus Elementen ver¬
schiedener Wortarten entstanden. Zum Teil sind sie als Wortgruppe erhalten geblieben, zum Teil haben
sie sich zu einer Zusammensetzung entwickelt.
In Zweifelsfallen siehe das Wörterverzeichnis.
§39
Mehrteilige Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen und Pronomen schreibt man zu¬
sammen, wenn die Wortart, die Wortform oder die Bedeutung der einzelnen Bestandteile
nicht mehr deutlich erkennbar sind.
1 Die folgende Liste zur Regel gibt einen guten Anhalt für die Zusammenschreibung bei Adverbien, f
j die als echte Komposita gebildet und also zusammengeschrieben werden. J
1411
Andere Wortarten
§30
Dies betrifft
(1) Adverbien, zum Beispiel: bergab, bergauf; kopfüber; landaus, landein; stromabwärts, stromaufwärts;
tagsüber; zweifelsohne
-dessen indessen, infolgedessen, unterdessen
-dings allerdings, neuerdings, schlechterdings
-falls allenfalls, ander (e)nfalls, keinesfalls, schlimmstenfalls
-halber ehrenhalber, umständehalber
-mal diesmal, einmal, zweimal, keinmal, manchmal
•mals erstmals, letztmals, vielmals
-maßen dermaßen, einigermaßen, gleichermaßen, solchermaßen, zugegebenermaßen
-orten allerorten, mancherorten
-orts allerorts, ander(e)norts, mancherorts
-seits allseits, allerseits, and(e)rerseits, einerseits, meinerseits
-so ebenso, genauso, geradeso, sowieso, umso, wieso
-teils einesteils, großenteils, meistenteils
-wärts himmelwärts, meerwärts, seitwärts
-wegen deinetwegen, deswegen, meinetwegen
-wegs geradewegs, keineswegs, unterwegs
•weil alldieweil, alleweil, derweil
-weilen bisweilen, derweilen, zuweilen
-weise probeweise, klugerweise, schlauerweise
-zeit all(e)zeit, der zeit, jederzeit, seinerzeit, zurzeit
-Zeiten beizeiten, vorzeiten, zuzeiten
-zu allzu, geradezu, hierzu, immerzu
bei- beileibe, beinahe, beisammen, beizeiten
der- derart, dereinst, dergestalt, dermaßen, derweil(en), derzeit
irgend- irgendeinmal, irgendwann, irgendwie, irgendwo, irgendwohin
nichts- nichtsdestominder, nichtsdestoweniger
zu- zuallererst, zuallerletzt, zuallermeist, zuerst, zuhauf, zuhinterst, zuhöchst, zuletzt, zumal, zu¬
meist, zumindest, zunächst, zuoberst, zutiefst, zuunterst, zuweilen, zuzeiten
| Die meisten dieser Komposita sind den Schreibenden bekannt; nur wenige werden gelegentlich |
I fehlerhaft getrennt geschrieben: gerade wegs richtig geradewegs, beizeiten richtig beizeiten, zuai- §
| (er erst richtig zuallererst. Diese Zusammensetzungen werden mit den heute getrennt oder zusam-1
| mengeschriebenen, die in E2 genannt sind, zusammengebracht, und sie haben mit ihnen ja auch f
{einige Ähnlichkeit. f
Man muss versuchen, sich die Liste der WortblldungsmögBchkeiten mit der Zeit einzuprägen
Das gelingt den meisten Schreibenden auch.
El: Zu Fällen wie abhanden kommen, anheim fallen siehe § 34 E3(2); zu Fällen wie außerstand setzenf au¬
ßer Stand setzen, imstande seinfim Stande sein siehe unten E3(I).
(2) Konjunktionen, zum Beispiel: anstatt (dassfzu), indem, inwiefern, sobald, sofern, solange, sooft, so¬
viel, soweit
(3) Präpositionen, zum Beispiel: anhand, anstatt (desfder), infolge, inmitten, zufolge, zuliebe
(4) Pronomen, zum Beispiel: irgend-: irgendein, irgendetwas, irgendjemand, irgendwas, irgendwelcher, ir¬
gendwer
1412
$39
Anders Wortarten
!' Auch bei den wenigen Wortbildungen in den anderen Wortarten (Konjunktionen, Präpositionen und
Pronomen) gilt, dass man sie sich letztendlich einprägen muss und wird. Man wird sich die Wen-
I düngen einprägen und nicht die grammatischen Verhältnisse.
E2: In anderen Fällen schreibt man getrennt. Siehe auch § 39 E3(l).
Dies betrifft
(1) Fälle, bei denen ein Bestandteil erweitert ist, zum Beispiel:
dies eine Mal (aber diesmal), den Strom abwärts (aber stromabwärts)
der Ehre halber (aber ehrenhalber), in keinem Fall, das erste Mal, ein einziges Mal, in bekannter Weise, zu
jeder Zeit, eine Zeit lang
irgend so ein/einejeiner (aber irgendein), irgend so etwas
(2) Fälle, bei denen die Wortart, die Wortform oder die Bedeutung der einzelnen Bestandteile deutlich
erkennbar ist, und zwar
(2.1) Fügungen in adverbialer Verwendung, zum Beispiel:
zu Ende [gehen, kommen], zu Fuß [gehen], zu Hause [bleiben, sein] (österreichisch und schweizerisch
auch: zuhause bleiben, sein), zu Hilfe [kommen], zu Lande, zu Wasser und zu Lande, zu Schaden [kom¬
men]
darüber hinaus, nach wie vor, vor allem
(2.2) mehrteilige Konjunktionen, zum Beispiel:
ohne dass, statt dass, außer dass
(2.3) Fügungen in präpositionaler Verwendung, zum Beispiel:
zur Zeit [Goethes], zu Zeiten [Goethes]
(2.4) so, wie oder zu + Adjektiv, Adverb oder Pronomen, zum Beispiel:
so (wie, zu) hohe Häuser; er hat das schon so (wie, zu) oft gesagt; so (wie, zu) viel Geld; so (wie, zu) viele
Leute; so (wie, zu) weit
(2.5) gar kein, gar nicht, gar nichts, gar sehr, gar wohl
I Hier werden getrennt geschriebene Wendungen aufgeführt, die im allgemeinen Schreibgebrauch
ibislang teilweise zusammengeschrieben wurden. Das gilt insbesondere für (2.1), wo die Recht-
I schreibreform diesen Schreibgebrauch nicht akzeptiert und getrennt schreiben lässt.
E3: In den folgenden Fällen bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Zusammensetzung oder
als Wortgruppe verstanden wissen will:
(1) Fügungen in adverbialer Verwendung, zum Beispiel:
außerstand setzen)außer Stand setzen; außerstande sein)außer Stande sein; imstande seinfim Stande sein;
infrage stellen)in Frage stellen; instand setzen/in Stand setzen; zugrunde gehen)zu Grunde gehen; zuleide
tunfzu Leide tun; zumute sein)zu Mute sein; zurande kommenjzu Rande kommen; zuschanden machen,
werdenfzu Schanden machen, werden; zuschulden kommen lassenfzu Schulden kommen lassen; zustande
bringenfzu Stande bringen; zutage fördern, tretenfzu Tage fördern, treten; zuwege bringenfzu Wege brin¬
gen
(2) die Konjunktion
sodassfso dass
(3) Fügungen in präpositionaler Verwendung, zum Beispiel:
anstelle)an Stelle; aufgrundfauf Grund; aufseiten) auf Seiten; mithilfe) mit Hilfe; vonseiten) von Seiten; zu-
gunstenfzu Gunsten; zulasten)zu Lasten; zuungunstenfzu Ungunsten
| Die Rechtschreibreform hat bei einer Reihe von festen Wendungen die Möglichkeit eröffnet, ge-
| trennt oder zusammenzuschreiben. Sie folgt dabei wechselnder Schreibpraxis, die sich durchge-
| setzt hat. Die Fälle sind im einzelnen im amtlichen Regelwerk aufgeführt. Man sollte sie sich anse-
| hen. Jedenfalls sind Unsicherheiten durch die Doppelschreibungen jetzt beseitigt.
Schreibung mit Bindestrich
§40
C Schreibung mit Bindestrich
0 Vorbemerkungen
(1) Der Bindestrich bietet dem Schreibenden die Möglichkeit, anstelle der sonst bei Zusammensetzun¬
gen und Ableitungen üblichen Zusammenschreibung die einzelnen Bestandteile als solche zu kennzeich¬
nen, sie gegeneinander abzusetzen und sie dadurch für den Lesenden hervorzuheben.
| Die Rechtschreibreform hat dem Trend im Schreibverhalten folgend die Möglichkeit erweitert, mit |
| Bindestrich zu schreiben. j
| So ist der Bindestrich aus seinem „Schattendasein“ - in vielen Schullehrwerken wird er gar nicht |
| behandelt - als Ausdruck einer modernen Sprachentwicklung herausgetreten, und er wird durch jj
| die Rechtschreibreform gefördert. |
(2) Die Schreibung mit Bindestrich bei Fremdwörtern (zum Beispiel bei 7-Bit-Code, Stand-by-System)
folgt den für das Deutsche geltenden Regeln.
Die Schreibung mit Bindestrich bei Eigennamen entspricht nicht immer den folgenden Regeln, so dass
nur allgemeine Hinweise gegeben werden können. Zusammensetzungen aus Eigennamen und Substan¬
tiv zur Benennung von Schulen, Universitäten, Betrieben, Firmen und ähnlichen Institutionen werden
so geschrieben, wie sie amtlich festgelegt sind. In Zweifelsfallen sollte man nach § 46 bis § 52 schreiben.
I Dies ist eine wichtige Regelung im Hinblick darauf, dass viele Wörter aus dem Englischen in unsere I
| Sprache übernommen werden. Denn im Englischen ist die Schreibung mit oder ohne Bindestrich j
| nicht eindeutig geregelt. Man vergleiche einmal verschiedene, durchaus renommierte englische |
1 Wörterbücher: Dort findet man die unterschiedlichsten Schreibungen. f
Steht ein Bindestrich am Zeilenende, so gilt er zugleich als Trennungsstrich.
(3) Zu unterscheiden sind:
- Zusammensetzungen und Ableitungen, die keine Eigennamen als Bestandteile enthalten (§ 40 bis
§45) . .
- Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten (§46 bis § 52)
- Gruppen, in denen man den Bindestrich setzen muss (§ 40 bis § 44; § 46 und § 48 bis § 50), und sol¬
che, in denen der Gebrauch des Bindestrichs dem Schreibenden freigestellt ist (§ 45, § 51 bis § 52).
Zum Ergänzungsstrich (zum Beispiel in Haupt- und Nebeneingang) siehe § 98.
1 Zusammensetzungen und Ableitungen, die keine Eigennamen als Bestandteile ent¬
halten
§40
Man setzt einen Bindestrich in Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben, Abkürzungen
oder Ziffern.
Dies betrifft
(1) Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben, zum Beispiel:
A-Dur (ebenso Cis-Dur), b-Moll, b-Strahlen, i-Punkt, n-Eck, S-Kurve, s-Laut, s-förmig, T-Shirt, T-Trä¬
ger, x-beliebig, x-beinig, x-mal, y-Achse; Dativ-e, Zmgenspitzen-r, Fugen-s
Die Regeln enthalten viele Listen mit Beispielen, so dass der weitere Kommentar nur auf spezielle Fälle
und Problembereiche verweist.
1414
§41
Schreibung mit Bindestrich
(2) Zusammensetzungen mit Abkürzungen und Initialwörtern, zum Beispiel:
dpa-Meldung, D-Zug, Kfz-Schlosser, km-Bereich, UNO-Sicherheitsrat, VIP-Lounge; Fußball-WM,
Lungen-Tbc; H20-gesättigt, DGB-eigen, Na-haltig, UV-bestrahlt; Abt.-Leiter, Inf.-Büro
Abt.-Ltr. ( — Abteilungsleiter), Dipi-Ing. ( — Diplomingenieur), Tgb.-Nr. (= Tagebuchnummer), Te-
legr.-Adr. ( — Telegrammadresse)
Viele Kurzwörter werden oft gar nicht mehr als Abkürzungen von Langwörtern empfunden, wie zum
Beispiel Bus für Omnibus im Regelbeispiel oder Auto für Automobil.
E: Aber ohne Bindestrich bei Kurzformen von Wörtern (Kürzeln), zum Beispiel: Busfahrt, Akkubehäl¬
ter
(3) Zusammensetzungen mit Ziffern, zum Beispiel:
3-Tonner, 2-Pfünder, 8-Zylinder; 5-mal, 4-silbig, 100-prozentig, 1-zeilig, 17-jährig, der 17-Jährige
8:6-Sieg, 2:3-Niederlage, der 5:3-[2:1-]Sieg (auch 5:3[2:1 ]-Sieg)
2/3-Mehrheit, 3]4-Takt, 2n-Eck
Der Bindestrich ist vor allem ein Hilfszeichen, wenn sich etwas nicht zusammenschreiben läßt, etwa Ziffern
und Zahlen mit Wörtern (8:6-Sieg), Einzelbuchstaben und Abkürzungen mit Wörtern (A-Dur-Tonlei-
ter, x-beinig, Dipl.-Ing.).
§41
Vor Suffixen setzt man nur dann einen Bindestrich, wenn sie mit einem Einzelbuchstaben
verbunden werden.
Beispiele: der x-te, zum x-ten Mal, die n-te Potenz
E: Aber: abclich, ÖVPler; der 68er, ein 32stel, 100%ig, 25fach, das 25fache
§42
Bilden Verbindungen aus Ziffern und Suffixen den vorderen Teil einer Zusammensetzung,
so setzt man nach dem Suffix einen Bindestrich.
Beispiele:
ein lOOstel-Millimeter, die 61er-Bildröhre, eine 25er-Gruppe, in den 80er-Jahren (auch in den 80er Jah¬
ren)
E: Aber ausgeschrieben: die Zweierbeziehung, die Zehnergruppe, die Achtzigerjahre (auch die achtziger
Jahre)
I Man beachte den Unterschied zwischen der Schreibung in Ziffern und ausgeschrieben in Buchsta-1
I ben. I
I *
I Es herrscht ja oft Unklarheit darüber, ob in Texten Zahlen wie Zahlwörter zu behandeln sind, und oft J
I ist es nur eine Frage der Schreibkonvention, ob man dann Ziffern oder Buchstaben nimmt. |
§43
Man setzt Bindestriche in substantivisch gebrauchten Zusammensetzungen (Aneinander¬
reihungen), insbesondere bei substantivisch gebrauchten Infinitiven mit mehr als zwei Be¬
standteilen.
1415
Schreibung mit Bindestrich
»44
Beispiele:
das Entweder-oder, das Teüs-teils, das Als-ob, das Sowohl-als-auch; der Boogie-Woogie, das Walkie-
Talkie; das Make-up, das Rooming-in
das Auf-die-lange-Bank-Schieben, das An-den-Haaren-Herbeiziehen, dasIn-den-Tag-Hineinträumen, das
Vbn-der-Hand-in-den-Mund-Leben
| Dazu kommen die Spontanbildungen wie das An-den-Haaren-Herbeiziehen. Diese Schreibweise |
1 ist in der Werbung in der letzten Zeit zu beobachten: Vitamin-Kapsel, Cash-Management-Konto, f
!••• ■ I
E: Dies gilt nicht für einfache Zusammensetzungen mit Infinitiv, zum Beispiel:
das Autofahren, das Ballspielen, beim Walzertanzen
Zur Groß- und Kleinschreibung siehe § 57 E3.
I In § 57 wird unter Punkt (2) die Großschreibung von substantivierten Verben behandelt. E3 (also Er-1
fjgänzung 3) weist auf Zweifelsfälle hin, wo man nicht weiß, ob eine Substantivierung vorliegt oder j
nicht, und lässt Doppelschreibungen zu wie im Beispiel Doch geht Probieren!probieren über Studieren!
studieren.
§44
Man setzt einen Bindestrich zwischen allen Bestandteilen mehrteiliger Zusammensetzung
gen, in denen eine Wortgruppe oder eine Zusammensetzung mit Bindestrich auftritt.
| Diese Regelung und wiederum die vielen Beispiele klären jetzt, was früher oft nach Gefühl geschrie-1
| ben wurde. |
Beispiele:
A-Dur-Tonleiter, D-Zug-Wagen, S-Kurven-reich (aber kurvenreich), Vitamin-B-haltig (aber vitaminhal¬
tig), K.-o.-Schlag, UV-Strahlen-gefährdet (aber strahlengefährdet), Dipl.-Ing.-Ök.
2-Mark-Stück, 800-Jahr-Feier, 35-Stmden-Woche, 10-Pfennig-Briefmarke, 8-Zylinder-Motor, 400-m-
Lauf, 2-kg-Büchse, 3-Zimmer- Wohnung, 1 j2-kg-Packung
Berg-und-Tal-Bahn, Frage-und-Antwort-Spiel; Kopf-an-Kopf-Rennen, Mund-zu-Mund-Beatmung,
Wort-für- Wort- Übersetzung
Arzt-Patient- Verhältnis, Grund-Folge-Beziehung, Links-rechts-Kombination, Hals-Nasen-Ohren-Klinik,
Ost-West-Gesprache, September-Oktober-Heft (auch September} Okt ober-Heft; siehe § 106(1))
Ad-hoc-Bildung, Als-ob-Philosophie, De-facto-Anerkennung, Do-it-yourself-Bewegung, Erste-Hilfe-
Lehrgang, Go-go-Girl, Rooming-in-System; Make-up-freie Haut, Ruhe-vor-dem-Sturm-artig, Fata-Mor-
gana-ähnlich; Trimm-dich-Pfad
Abend-Make-up, Wasch-Eau-de-Cologne
§45
Man kann einen Bindestrich setzen zur Hervorhebung einzelner Bestandteile, zur Gliede¬
rung unübersichtlicher Zusammensetzungen, zur Vermeidung von Missverständnissen, in
Zusammensetzungen aus gleichrangigen (nebengeordneten) Adjektiven oder beim Zu¬
sammentreffen von drei gleichen Buchstaben. .
| Der Bindestrich erhält u. a. durch diese Regel im neuen Regelwerk mehr Gewicht.
1416
§4«
Schreibung mit Bindestrich
Dies betrifft
(1) Hervorhebung einzelner Bestandteile, zum Beispiel:
der dass-Satz, die Ich-Erzählung, das Ist-Aufkommen, die Kann-Bestimmung, die Soll-Stärke; die Hoch¬
Zeit, das Nach-Denken, Vor-Sätze, be-greifen
| Die Kleinschreibung von dass-Satz beruht darauf, dass das „dass“ hier zitiert wird. Deshalb wird es §
| auch in dieser Erklärung als Zitat kleingeschrieben. |
(2) Unübersichtliche Zusammensetzungen, auch mit Fremdwörtern, zum Beispiel:
Arbeiter-Unfallversicherungsgesetz, Haushalt-Mehrzweckküchenmaschine, Lotto-Annahmestelle, Mo¬
sel- Winzergenossenschaft, Software-Angebotsmesse, Ultraschall-Messgerät; Desktop-Publishing, Mid-
life-Crisis
der wissenschaftlich-technische Fortschritt, ein lateinisch-deutsches Wörterbuch, deutsch-österreichische
Angelegenheiten; physikalisch-chemisch-biologische Prozesse
Zu Verbindungen wie Blackbox!Black Box siehe § 37 E1.
(3) Vermeidung von Missverständnissen, zum Beispiel: Drucker-Zeugnis und Druck-Erzeugnis, Musi¬
ker-Leben und Musik- Erleben; re-integrieren
(4) Zusammentreffen von drei gleichen Buchstaben in Zusammensetzungen, zum Beispiel:
Hawaii-Inseln, Kaffee-Ersatz, See-Elefant, Zoo-Orchester; Bett-Tuch, Schiff-Fahrt, Schrott-Transport
\ Neuerdings kann man mit dem Bindestrich auch unübersichtliche Zusammensetzungen wie Druk-1
ker-Zeugnis gegenüber Druck-Erzeugnis markieren. Das gilt auch für das Zusammentreffen von j
drei gleichen Buchstaben wie See-Elefant, Schrott-Transport, Nass-Schnee,... |
Die Erweiterung des Bindestrich-Gebrauchs ist besonders zu begrüßen, wo die Neuregelung wie {
im Beispiel Nass-Schnee das ß häufig durch ein ss ersetzt; man dürfte zwar auch Nassschnee |
schreiben, aber Nass-Schnee ist schon besser. Das gilt auch in Fällen, in denen wie im Beispiel 1
Schrott-Transport oder Stoff-Flicken und jetzt auch Stoff-Fetzen dreimal den gleichen Buchstaben |
aufeinandertrifft.
2 Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten
§46
Man setzt einen Bindestrich in Zusammensetzungen, die als zweiten Bestandteil einen Ei¬
gennamen enthalten oder die aus zwei Eigennamen bestehen.
Dies betrifft
(1) Zusammensetzungen mit Personennamen, zum Beispiel:
Frau Müller-Weber, Herr Schmidt- Wilpert; Eva-Maria (auch Eva Maria, Evamaria), Karl-Heinz (auch
Karl Heinz, Karlheinz)
die Bäcker-Anna, der Schneider-Karl; Blumen-Richter, Foto-Müller, Möbel-Schmidt; Müller-Lüden¬
scheid, Schneider-Partenkirchen
| Der Gebrauch des Bindestriches breitet sich auch aus durch das neue Namensrecht und die neuer-1
| dings beliebten Doppelnamen, z. B. Leuthäuser-Schnarrenberger,... Es sei darauf hingewiesen, j
I dass eine Autorenangabe Müller/Müllersen bedeutet, dass zwei Autoren namens Müller und Mül-1
I lersen den Text verfasst haben; eine Angabe Müller-Müllersen nennt einen Autor mit Doppelnamen, |
| und das kann natürlich auch eine Autorin sein. 1
El: Die standesamtliche Schreibung mehrteiliger Personennamen kann von dieser Regelung abweichen.
1417
Schreibung mit Bindestrich
§47
| E1 regelt, dass auf Grund von Familientraditionen (z. B. van der Weyen) oder Gewohnheiten in an-1
j deren Sprachen (z. B. im Arabischen ein Name wie Abd deI Salam Abd del Ghaffar) andere Rege-1
jj lungen zulässig sind. Hier soll dem Individuum das Recht am eigenen Namen und seiner Schrei- f
| bung nicht verwehrt werden. |
(2) geografische Eigennamen, zum Beispiel: Annaberg-Buchholz, Baden-Württemberg, Flughafen Köln¬
Bonn, Neu-Bamberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt
E2: Die amtliche Schreibung von Zusammensetzungen mit einem geografischen Eigennamen, die ihrer¬
seits zu einem geografischen Eigennamen geworden sind, kann von dieser Regelung abweichen.
Adjektiv + Eigenname, zum Beispiel: Neu Seehagen, Neubrandenburg
Immer Getrenntschreibung bei Sankt, zum Beispiel:
Sankt Georgen (St. Georgen)
Substantiv + Eigenname, zum Beispiel:
Nordkorea, Königs Wusterhausen, Marktredwitz, Markt Indersdorf, Stadtlauringen, Stadt Rottenmam
Immer Getrenntschreibung bei Bad, zum Beispiel: Bad Säckingen
Zwei Eigennamen, zum Beispiel: Grindelwald Grund, Rostock Lütten Klein; Berlin Schönefeld (auch Ber¬
lin-Schönefeld)
} Durch die Eingemeindung und Zusammenlegung von Ortschaften usw. werden hier immer wieder l
} differenzierte Lösungen notwendig, die den unterschiedlichen Gegebenheiten gerecht werden. Da 1
! die alten Regelungen nicht eindeutig waren und da die Gemeinderäte und StadtväterZ-mütter I
| manchmal eigene Vorstellungen hatten und haben, ist diese löleranzregel sehr sinnvoll, vergleiche: |
jHeiligenhaus-lsenbugel, Werra-Meißner-Kreis, Sachsen-Anhalt, Rhein-Ruhr-Zentnim, Bergischl
I Gladbach, aber Mönchengladbach und schließlich Baden-Baden, Bad Krozingen, Bad Sooden-AI-1
llendorf und Bad Homburg vor der Höhe usw. |
§47
Werden Zusammensetzungen mit einem ursprünglichen Personennamen als Gattungsbe¬
zeichnung gebraucht, so schreibt man ohne Bindestrich zusammen.
Beispiele: Gänseliesel, Heulsuse, Meckerfritze
f Nun haben wir also klare Regeln, wie wir Kosenamen und Schimpfwörter zu schreiben haben. j
| Trotzdem müssen nach Regel § 43 der Hans-Guck-in-die-Luft, sein Freund Hans-Dampf-in-allen-1
1 Gassen und der Wieder-einmal-den-Wecker-nicht-gehört-Peter mit Bindestrichen geschrieben|
I werden. |
§48
Bei Ableitungen von Verbindungen mit einem Eigennamen als zweitem Bestandteil bleibt
der Bindestrich erhalten.
Beispiele: baden-württembergisch (Baden-Württemberg), rheinland-pfälzisch, alt-wienerische/Alt-Wie¬
ner Kaffeehäuser, Spree-Athener
§49
Bei Ableitungen von mehreren Eigennamen, von Titeln und Eigennamen oder von einem
mehrteiligen Eigennamen setzt man einen Bindestrich.
1418
$50
Schreibung mit Bindestrich
Beispiele:
die sankt-gallischenlst.-gallischen Klosterschätze (St. Gallen), diegräßich-rieneckische Güterverwaltmg
(GrafRieneck)
die kant-laplacesche Theorie (Kant und Laplace), der de-costersche Roman (de Coster), die gräßich-rie-
necksche Güterverwaltung (Graf Rieneck)
die Kant-Laplace ’sche Theorie (Kant und Laplace), der de-Coster ‘sehe Roman (de Coster), die Gräflich-
Rieneck’sche Güterverwaltmg (Graf Rieneck)
Zur Groß- und Kleinschreibung und zur Schreibung mit Apostroph siehe § 62.
j Der einschlägige Passus in § 62 lautet: „Kleingeschrieben werden adjektivische Ableitungen von
| Eigennamen auf ~(i)sch, außer wenn die Grundform eines Personennamens durch Apostroph ver-
I deutlicht wird,
| Das erklärt die Doppelschnerbungen der Beispiele de-costersche/de-Coster’sche usw.
E: Bei Ableitungen auf -er kann man den Bindestrich weglassen, zum Beispiel: die Bad-Schandauer
(Bad Schandau) J Bad Schandauer, die Sankt-GallerI Sankt Gatter, die New-Yorker/New Yorker
| Diese Toleranzregel ist sehr sinnvoll, da die Schreibung mit Bindestrich wohl eher ungewöhnlich ist.
§50
Man setzt einen Bindestrich zwischen allen Bestandteilen mehrteiliger Zusammensetzun¬
gen, deren erste Bestandteile aus Eigennamen bestehen.
Beispiele: Albrecht-Dürer-Allee, Heinrich-Heine-Platz, Kaiser-Karl-Ring, Ernst-Ludwig-Kirchner-Stra-
ße, Rainer-Maria-Rilke-Promenade, Thomas-Müntzer-Gasse
Elbe-Havel-Kanal, Oder-Neiße-Grenze, La-Plata-Mündung
Albert-Einstein-Gedenkstätte, Georg-Büchner-Preis, Jacob-md- Wilhelm-Grimm-Preis, Goethe-Schiller-
Archiv,Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium, Van-Gogh-Ausstellung
am Lago-di-Como-seitigen Abhang, Fidel-Castro-freundlich
J Hier wird eine eindeutige Regelung getroffen, welche - wie nicht wenige Straßenschilder zeigen -
I bisher durchaus nicht immer eingehalten wurde, da ja die Bindestrichschreibung zunächst dem
j Schreibgebrauch überlassen war und erst nach und nach von der für die alten Regeln zuständigen
| Dudenredaktion aufgegriffen und geregelt wurde. Zum Beispiel Thomas-Müntzer-Gasse. Die
J Schreibung des Namens Thomas Müntzer findet man auch als Münzer.
§51
Man kann einen Bindestrich in Zusammensetzungen setzen, die als ersten Bestandteil ei¬
nen Eigennamen haben, der besonders hervorgehoben werden soll, oder wenn der zweite
Bestandteil bereits eine Zusammensetzung ist.
Beispiele:
Goethe-Ausgabe, Johannes-Passion, Richelieu-fremdlich, Kafka-Kolloquium; Goethe-Geburtshaus,
Brecht-Jubiläumsausgabe
Ganges-Ebene, Krim-Treffen, Mekong-Delta; Elbe-Wasserstandsmeldung, Helsinki-Nachfolgekonferenz
j Als kann-Reqe\ sehr sinnvoll, da sie durch das Schriftbild für Klarheit sorgt, wenn man das will.
Schreibung mit Bindestrich
§52
§52
Wird ein geografischer Eigenname von einem nachgestellten Substantiv näher bestimmt,
so kann man einen Bindestrich setzen.
Beispiele: Frankfurt HauptbahnhofIFrankfurt-Hauptbahnhof, München OstfMünchen-Ost
Zum Schluss eine relativ «Mache Faustregel, die last immer zur nchtigen Schreibung führt: |
Der Bindestrich wird in Zusammensetzungen mit Abkürzungen, Ziffern und Bnzelbuchstaben so¬
wie zur Gliederung langer, unübersichtlicher Einheiten verwendet Er steht meistens bei Doppel¬
namen und kann zur Vermeidung von Missverständnissen dienen. '
1420
§52
Groß- und Kleinschreibung
D Groß- und Kleinschreibung
0 Vorbemerkungen
(1) Die Großschreibung, das heißt die Schreibung mit einem großen Anfangsbuchstaben, dient dem
Schreibenden dazu, den Anfang bestimmter Texteinheiten sowie Wörter bestimmter Gruppen zu kenn¬
zeichnen und sie dadurch für den Lesenden hervorzuheben.
(2) Die Großschreibung wird im Deutschen verwendet zur Kennzeichnung von
- Überschriften, Werktitein und dergleichen
- Satzanfängen
- Substantiven und Substantivierungen
- Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen
- bestimmten festen nominalen Wortgruppen mit nichtsubstantivischen Bestandteilen
- Anredepronomen und Anreden
(3) Die Abgrenzung von Groß- und Kleinschreibung, wie sie sich in der Tradition der deutschen Ortho¬
graphie herausgebildet hat, macht es erforderlich, neben den Regeln für die Großschreibung auch Re¬
geln für die Kleinschreibung zu formulieren. Diese werden in den einzelnen Teilabschnitten jeweils im
Anschluss an die Großschreibungsregeln angegeben. In einigen Fallgruppen ist eine eindeutige Zuwei¬
sung zur Groß- oder Kleinschreibung fragwürdig. Hier sind beide Schreibungen zulässig.
(4) Entsprechend gliedert sich die folgende Darstellung in die Abschnitte:
1 Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheiten durch Großschreibung (§ 53: Überschrif¬
ten, Werktitel und dergleichen; § 54: Ganzsätze)
2 Anwendung von Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wortgruppen
2.1 Substantive und Desubstantivierungen (§ 55 bis § 56)
2.2 Substantivierungen (§ 57 bis § 58)
2.3 Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen
(§59 bis §62)
2.4 Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv (§ 63 bis § 64)
2.5 Anredepronomen und Anreden (§ 65 bis § 66)
| Obwohl die Großschreibung eine Besonderheit des Deutschen ist und ihre Reform zu einer gemä-
I ßigten Kleinschreibung, wie sie international üblich ist, häufig diskutiert wurde, ist dieser Bereich in
I der Rechtschreibreform nur wenig überarbeitet worden. Hervorstechend sind die Doppelschrei-
1 bungen bei festen Wendungen auf Grund/aufgrund, auf Seiten/aufseiten, außer Stande!außerstan-
| de, im Stande/imstande, mit Hilfe/mithilfe, zu Grunde/zugrunde, zu Gunsten/zugunsten, zu Mute/
jzumute (sein), zu Schuiden/zuschulden (kommen),... Zu den kleineren Veränderungen wird bei
I den jeweiligen Paragrafen etwas gesagt.
I Wo habe ich eventuell ein Problem?
2 Die Groß- und Kleinschreibung hat viele Schwierigkeiten. In Schülerdiktaten ist sie mit einem Viertel
I die Hauptfehlerquelie. Für Ausländer ist sie besonders schwierig, weil in allen anderen Sprachen
I die gemäßigte Kleinschreibung die Regel ist. Die Groß- und Kleinschreibung folgt dem grammati-
I sehen Prinzip (s. o. S. 1373). Grundkenntnisse der Grammatik (Wortarten, Wortbildung, Satzlehre)
1 sind unerlässlich. Dabei werden relativ wenig Fehler bei den beiden Grundregeln „Großschreibung
2 am Satzanfang“ und „Großschreibung der Substantive/Nomen“ gemacht, sondern bei Spezialfäl-
§ len, in denen das Prinzip „Satzanfang groß“ oder “ wie Substantive/Nomen groß“ auf die Spitze ge¬
I trieben wird.
1421
Kennzeichnung de» Anfangs bestimmter Taxteinheiten durch GroSschrslbung
§63
1 Problembereiche sind: |
|- Großschreibung nach Doppelpunkt |
j- Großschreibung in Zitaten |
J - Großschreibung von Wörtern anderer Wortarten, die als Substantive/Nomen gebraucht werden j
* (das Schreiben) oder zu einem Substantiv abgeleitet werden {Bäcker aus backen) 1
J - Großschreibung in Namen, Titeln, Begriffen |
I - Groß- und Kleinschreibung in festen Wendungen und bei Getrennt- und Zusammenschreibun-1
J gen-gerade hier bringt die Rechtschreibreform Erleichterungen. j
| Zu den besonderen Problemen wird jeweils bei den Paragrafen etwas gesagt. |
1 Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheiten durch Großschreibung
§53
Das erste Wort einer Überschrift, eines Werktitels, einer Anschrift und dergleichen
schreibt man groß.
Dies betrifft unter anderem
(1) Überschriften und Werktitel (etwa von Büchern und Theaterstücken, Werken der bildenden Kunst
und der Musik, Rundfunk- und Fernsehproduktionen), zum Beispiel:
Allmähliche Normalisierung im Erdbebengebiet
Hohe Schneeverwehungen behindern Autoverkehr
Keine Chance für eine diplomatische Lösung!
Kleines Wörterbuch der Stilkunde
Wo warst du, Adam?
Der kaukasische Kreidekreis
Der grüne Heinrich
Hundert Jahre Einsamkeit
Ungarische Rhapsodie
Unter den Dächern von Paris
Ein Fallfür zwei
| In dieser Regel, die eigentlich keine Grundregel, sondern Spezialregel ist, zeigt sich bereits deut-1
| lieh, dass das Prinzip „Satzanfang, Textanfang“ gewissermaßen auf die Spitze getrieben wird. |
| Werktitel, Gesetzesnamen und was alles aufgezählt ist werden auch innerhalb eines Satzes groß- {
I geschrieben. Sie werden behandelt wie Sätze in Sätzen. ]
(2) Titel von Gesetzen, Verträgen, Deklarationen und dergleichen sowie Bezeichnungen für Veranstal¬
tungen, zum Beispiel:
Bayerisches Hochschulgesetz
Potsdamer Abkommen
Internationaler Ärzte- und Ärztinnenkongress
Grüne Woche (in Berlin)
El: Die Großschreibung des ersten Wortes bleibt auch dann erhalten, wenn eine Überschrift, ein Werk¬
titel und dergleichen innerhalb eines Textes gebraucht wird, zum Beispiel: Das Theaterstück „Der kau¬
kasische Kreidekreis“ steht auf dem Programm. Sie lesen Kellers Roman „Der grüne Heinrich“.
| In der Werbung wird oft abweichend geschrieben. |
Wird dabei am Anfang ein Titel und dergleichen verkürzt oder sein Artikel verändert, so schreibt man
das nächstfolgende Wort des Titels groß, zum Beispiel: Wir haben im Theater Brechts „Kaukasischen
Kreidekreis“gesehen. Sie lesen den „Grünen Heinrich“.
1422
$54
Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheitan durch Großschreibung
{Diese Regelung schafft Klarheit, wo oft Unsicherheit besteht. (
Zur Schreibung nach Gliederungsangaben oder nach Auslassungszeichen und Zahlen siehe § 54(5) und
(6). Zum Gebrauch der Anführungszeichen siehe §94(1).
(3) Anschriften, Datumszeilen und Anreden sowie Grußformeln etwa in Briefen, zum Beispiel:
Donnerstag, 15. Februar 1996
Frau
Ulla Schröder
Rüdesheimer Str. 29
D-65197 Wiesbaden
Sehr geehrte Frau Schröder,
entsprechend unserer telefonischen Vereinbarung...
... erwarten wir Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Meier
| Der unter (3) genannte Fall der Kleinschreibung nach Anredekomma ist leicht verständlich und wird}
I auch selten falsch geschrieben. f
E2: Wenn man nach der Anrede - wie in der Schweiz üblich - auf ein Satzzeichen verzichtet, schreibt
man das erste Wort des folgenden Abschnitts groß.
Siehe auch § 69 E3.
§54
Das erste Wort eines Ganzsatzes schreibt man groß.
| Dies ist die eigentliche Grundregel, von der auch § 53 abgeleitet ist. I
Beispiele: Gestern hat es geregnet. Du kommst bitte morgen! Hat er das wirklich gesagt?
Nachdem sie von der Reise zurückgekehrt war, hatte sie den dringenden Wunsch, ein Bad zu nehmen. Im
Hausflur war es still, ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel. Meine Freundin hatte den Zug versäumt,
deshalb kam sie eine halbe Stunde zu spät. Wir sehen nach, was Paul macht. Sehen Sie nur, wie schön die
Aussicht ist. Haben Sie ihn aufgefordert, die Wohnung zu verlassen?
Kommt doch schnell! Bitte die Türen schließen und Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges!
Ob sie heute kommt? Nein, morgen. Warum nicht? Gute Reise!
Vorwärts! Vgl. Anlage 3, Ziffer 7.
Alles war zerstört: das Haus, der Stall, die Scheune. Die Teeküche kann zu folgenden Zeiten benutzt wer¬
den: morgens von 7 bis 8 Uhr, abends von 18 bis 19 Uhr.
| Entscheidend für die im Folgenden in den Beispielen (1) bis (5) aufgezählten Fälle ist, dass sie als j
I Ganzsätze gelten: Sätze nach Doppelpunkt (1), wörtliche Rede in Sätzen (2) und (3), Gliederungs-f
I angaben (5) werden als Ganzsätze verstanden, aber z. B. eingeschobene Hauptsätze (4) nicht. |
l Konsequenter geworden ist die Schreibung nach Doppelpunkt. I
Im Einzelnen ist zu beachten:
(1) Wird die nach dem Doppelpunkt folgende Ausführung als Ganzsatz verstanden, so schreibt man
das erste Wort groß, zum Beispiel:
1423
Anwendung von GroB- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wortgruppen
§55
Beachten Sie bitte folgenden Hinweis: Alle Bänke sind frisch gestrichen. Die Regel lautet: Würfelt man
eine Sechs, dann...
(2) Das erste Wort der wörtlichen Rede schreibt man groß, zum Beispiel: Sie fragte: „Kommt er heute?"
Er sagte: „ Wir wissen es nicht. "Alle baten: „Bleib!"
(3) Folgt dem wörtlich Wiedergegebenen der Begleitsatz oder ein Teil von ihm, so schreibt man das er¬
ste Wort nach dem abschließenden Anführungszeichen klein, zum Beispiel: „Hörst du?", fragte sie.
„Ich verstehe dich gut", antwortete er. „Mit welchem Recht", fragte er, „willst du das tun?" Sie rief mir
zu: „ Wir treffen uns auf dem Schulhof.", und lief weiter.
|Das Komma im letzten Beispielsatz,,... auf dem Schulhof!“, und lief weiter, entspricht der neuen
j Kommaregelung bei direkter Rede.
(4) Das erste Wort von Parenthesen schreibt man klein, wenn es nicht nach einer anderen Regel großzu¬
schreiben ist, zum Beispiel:
Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es. Er behauptete - so eine Frechheit! -, dass er im Kino ge¬
wesen sei. Sie hat das (erinnerst du dich?) gestern gesagt.
{Parenthese nennt man den eingeschobenen Hauptsatz.
Zu den Satzzeichen siehe § 77(1), § 84(1), §86(1).
(5) Gliederungsangaben wie Ziffern, Paragraphen, Buchstaben gehören nicht zum nachfolgenden
Ganzsatz; entsprechend schreibt man das folgende Wort groß. Dies gilt auch für Überschriften, Werkti¬
tel und dergleichen. Beispiele:
3. Die Besitzer und Besitzerinnen von Haustieren sollten...
§ 13 Die Behandlung sollte sofort einsetzen.
c) Vgl. Anlage 3, Ziffer 7.
2 Die Säugetiere
(6) Auslassungspunkte, Apostroph oder Zahlen zu Beginn eines Ganzsatzes gelten als Satzanfang; ent¬
sprechend bleibt die Schreibung des folgenden Wortes unverändert. Dies gilt auch für Überschriften,
Werktitel und dergleichen. Beispiele:
... und gab keine Antwort.
’s ist schade um sie.
52 volle Wochen hat das Jahr.
I
2 Anwendung von Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wort¬
gruppen
2.1 Substantive und Desubstantivierungen
§55
Substantive schreibt man groß.
I Dies ist die zweite Grundregel für die Großschreibung richtet. Viele Fallgruppen enthalten Herleitun-
| gen von dieser Grundregel.
Beipiele:
Tisch, Wald, Milch, Mond, Genie, Team, Ladung, Feuer, Wasser, Luft, Sandkasten
Verständnis, Verantwortung, Freiheit, Aktion
Gabriela, Markus, Europa, Wien, Alpen
1424
§55
Substantive und Desubatantivierungen
Substantive dienen der Bezeichnung von Gegenständen, Lebewesen und abstrakten Begriffen. Sie besitzen
in der Regel ein festes Genus (Maskulinum, Femininum, Neutrum) und sind im Numerus (Singular, Plu¬
ral) und im Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) bestimmt.
| Die Wortart wird in den Rechtschreibregeln konsequent Substantiv genannt. In nicht wenigen f
| Grammatiken, besonders in Schulgrammatiken und in Schulbüchern, heißt sie statt dessen No- j
I men, weil die Verbindung zum deutschen Begriff Namenwort einsichtiger ist. Die alten Begriffe f
| Hauptwort und Dingwort werden heute nicht mehr verwendet. Die beiden Begriffe Substantiv |
| und Nomen gehen beide zurück auf den lateinischen Begriff nomon substantivum. f
| Die folgenden Fälle zeigen die Problembereiche jeweils mit anschaulichen Beispielen. (
Die Großschreibung gilt auch
(1) für nichtsubstantivische Wörter, wenn sie am Anfang einer Zusammensetzung mit Bindestrich ste¬
hen, die als Ganzes die Eigenschaften eines Substantivs hat, zum Beispiel:
die Ad-hoc-Entscheidung, der A-cappella-Chor (vgl. auch § 55 E2), das In-den-Tag-hinein-Leben (vgl.
auch § 57(2)), der Trimm-dich-Pfad, die X-Beine, die S-Kurve
Abkürzungen sowie zitierte Wortformen und Einzelbuchstaben und dergleichen bleiben allerdings un¬
verändert, zum Beispiel: die km-Zahl, die pH-Wert-Bestimmmg, der dass-Satz, die x-Achse, der i-Punkt
(der Punkt auf dem kleinen i)
| Bei zitierten Wortformen und Einzelbuchstaben ist man oft unsicher. Die Beispiele zeigen die wich-1
I tigsten Fälle. f
(2) für Substantive - auch Initialwörter (§ 102(2)) und Einzelbuchstaben, sofern sie nicht als Kleinbuch¬
staben zitiert sind - als Teile von Zusammensetzungen mit Bindestrich, zum Beispiel:
die Natrium-Chlor-Verbindung, der 400-Meter-Lauf, zum Aus-der-Haut-Fahren (vgl. auch § 57(2))
pH-Wert-neutral, Napoleon-freundlich, S-Kurven-reich, Formel-1-tauglich
UV-empflndlich, T-fÖrmig (in der Form eines großen T), S-förmig oder s-förmig (in der Form eines gro¬
ßen S bzw. eines kleinen s), x-beliebig
(3) für Substantive aus anderen Sprachen, wenn sie nicht als Zitatwörter gemeint sind. Sind sie mehrtei¬
lig, wird der erste Teil großgeschrieben. Beispiele: das Crescendo, der Drink, das Center, die Ratio; die
Conditio sine qua non, das Cordon bleu, eine Terra incognita; das Know-how, das Make-up
Substantivische Bestandteile werden auch im Innern mehrteiliger Fügungen großgeschrieben, die als Gan¬
zes die Funktion eines Substantivs haben, zum Beispiel: die Alma Mater, die Ultima Ratio, das Desktop-
Publishing, der Full-Time-Job, der Soft Drink, der Sex-Appeal, der Cash-Flow, das Corned Beef der Che-
wing-Gum
I Hinweis zu den Wörtern aus anderen Sprachen: j
| In allen Sprachen außerdem Deutschen gilt die gemäßigte Kleinschreibung, d. h. nur Eigennamen {
I und Satzanfänge, Titel usw. werden großgeschrieben. Wenn diese Wörter als Fremdwörter im |
1 Deutschen gebraucht werden, schreibt man sie nach dieser Regel groß wie in den Beispielen. f
I Wenn sie zitiert werden, schreibt man sie klein wie in der Herkunftssprache: j
I Das Wort Handy (für das tragbare Telefon) ist eigentlich kein englisches Wort, sondern eine deut-1
I sehe Erfindung. Die Geräte heißen auf Englisch „portable“. f
El: Teilweise wird auch zusammengeschrieben, siehe Getrennt- und Zusammenschreibung, § 37(1),
und Schreibung mit Bindestrich, § 44 und § 45.
Beispiele: der Fulltimejob, der Softdrink, der Sexappeal, das Cornedbeef, der Chewinggum
| Wiederum die Toleranzregel j
1425
Substantive und OesubstantiVierungen
§55
(4) für Substantive, die Bestandteile fester Gefüge sind und nicht mit anderen Bestandteilen des Gefüges
zusammengeschrieben werden (siehe dazu auch Teil B, Getrennt- und Zusammenschreibung, § 34(3)
und § 39), zum Beispiel: auf Abruf, in Bälde, infinit Bezug auf, im Grunde, auf Grund (auch aufgrund); zu
Grunde gehen (auch zugrunde gehen), zu Händen von (aber zuhanden von; abhanden kommen), in Hinsicht
auf (aber infolge), zur Not (aber vonnöten), zur Seite, von Seiten, auf Seiten (auch aufseiten, vonseiten;
aber nur beiseite)
| Die neuen Regeln lassen in einer Reihe von Fällen Doppelschreibungen zu: auf Grund/aufgrund, auft
| Seiten /aufseiten, außer Stande/außerstande, im Stande/imstande, mit Hitfe/mithilfe, zu Grunde/zu-1
I gründe, zu Gunsten/zugunsten, zu Mute/zumute (sein), zu Schuiden/zuschulden (kommen), zu l
I Stande/zustande (bringen),... Diese Toleranzregel ist höchst sinnvoll, weil hier keinerlei Verste-|
j hensprobleme bestehen, aber sehr große Unsicherheiten. f
etwas außer Acht lassen, die Haare stehen jemandem zu Berge, in Betracht kommen, zu Hilfe kommen,
in Kauf nehmen
Auto fahren, Radfahren, Maschine schreiben, Kegelschieben, Diät leben, Folge leisten, Maß halten, Hof
halten, Kopf stehen, Leid tun, Not leiden, Not tun, Pleite gehen (aber nach § 56(1): pleite sein), Eis laufen
(aber nach § 34(3): irreführen, preisgeben, stattfinden, teilnehmen, wundernehmen)
Recht habenfbehaltenfbekommen, Unrecht habenf behaltenf bekommen, Ernst machen mit etwas, Wert le~
gen auf etwas, Angst haben, jemandem Angst (und Bange) machen, (keine) Schuld tragen (vgl. aber Fü¬
gungen mit Adjektiven: recht sein, unrecht sein, ernst sein/werden, etwas ernst nehmen, wert sein, angst
(und bange) sein (§ 56(1)), schuld sein (§56(1))
! Schwierig ist die Großschreibung von Ausdrücken, die ursprünglich nicht substantivisch sind und 1
die als feste Wendungen adverbieller Art nicht erkannt werden, wie: Recht haben, aber recht sein, |
j Angst haben aber angst und bange sein. Hier lohnt es sich, die sein-Regel anzuwenden: In Wen-1
I düngen mit sein (ist, war, wird sein usw.) kleinschreiben, sonst groß. j
zum ersten Mal (aber nach §39(1): einmal, diesmal, nochmal)
eines Abends, des Nachts, letzten Endes, guten Mutes, schlechter Laune (aber nach § 56(3): abends,
nachts; aber nach §39(1): keinesfalls, andernorts)
|Auch hier gibt es Probleme. Man sollte sich die wenigen adverbiellen Zeitbestimmungen wiep
I morgens, mittags, abends, nachts,... merken und bei den anderen Zeitangaben auf den Artikel §
I oder die Präposition als Signal der Großschreibung achten: des/eines Abends, des Nachts, am |
| Vormittag,... j
E2: In festen adverbialen Fügungen, die als Ganzes aus einer fremden Sprache entlehnt worden sind,
gilt Kleinschreibung, zum Beispiel:
a cappella, in flagranti, ä discretion, de jure, de facto, in nuce, pro domo, ex cathedra, coram publico
Zu Schreibungen wie A-cappella-Chor, De-facto-Anerkennung siehe oben Absatz (1).
(5) für Zahlsubstantive, zum Beispiel:
ein Dutzend, das Schock (- 60 Stück), das Paar (aber ein paar — einige), das Hundert (zum Beispiel: das
erste Hundert Schrauben), das Tausend, eine Million, eine Milliarde, eine Billion
Zu Dutzend, Hundert und Tausend siehe auch § 58 E5.
(6) für Ausdrücke, die als Bezeichnung von Tageszeiten nach den Adverbien vorgestern, gestern, heute,
morgen, übermorgen auftreten, zum Beispiel:
Wir treffen uns heute Mittag. Die Frist läuft übermorgen Mitternacht ab. Sie riefgestern Abend an.
Zu Verbindungen wie (am) Dienstagabend siehe § 37(1).
| Auch diese Zeitangaben sollte man sich merken. |
1426
$56
Substantive und DeuibstantMeningen
§56
Klein schreibt man Wörter, die ihre substantivischen Merkmale eingebüßt und die Funk¬
tion anderer Wortarten übernommen haben (= Desubstantivierungen).
| Oer § 56 beschäftigt sich zu einem guten Teil mit Fällen; die im 2. Teil des § 55 (4) abgehandelt sind J
f- nur aus anderer Sicht. j
Dies betrifft
(1) folgende Wörter, die in Verbindung mit den Verben sein, bleiben, werden als Adjektive gebraucht
werden:
angst, bange, gram, leid, pleite, schuld
Beispiele: Mir wird angst. Uns ist angst und bange. Wir sind ihr gram. Mir ist das alles leid. Die Firma ist
pleite. Er ist schuld daran.
I Das sicherste Kennzeichen für solche Desubstantivierungen ist das Verb sein mit seinen Wortfor- J
I men (bin, bist, ist, sind, seid; war, warst,...; ist gewesen; wird,...) sowie das Fehlen jeglichen Arti- f
| kels, einer Präposition oder einer Rexton. f
El: Zu Wörtern wie recht, unrecht, ernst vgl. § 55(4).
(2) den ersten Bestandteil unfest zusammengesetzter Verben auch in getrennter Stellung (siehe auch
§ 34(3)), zum Beispiel: Ich nehme daran teil (teilnehmen). Die Besprechung findet am Freitag statt (statt¬
finden) . Er führt uns irre (irrefiihren). Wir geben unser Ziel nicht preis (preisgeben). Es nimmt mich wun¬
der ( wundernehmen).
| Dieser Punkt ist eine Wiederholung der oben unter § 55 (4) besprochenen Fälle. |
E2: Wird ein Substantiv mit dem Infinitiv nicht zusammengeschrieben, so schreibt man es entsprechend
§ 55(4) groß, zum Beispiel:
Ich nehme daran Anteil (Anteil nehmen). Du fährst Auto, und ich fahre Rad (Auto fahren, Radfahren).
Sie leistete der A uffordermg nicht Folge (Folge leisten). Meine Schwester läuft Eis (Eis laufen).
| Nur Rad fahren wurde bisher zusammengeschrieben. |
(3) Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen auf -s und -ens, zum Beispiel:
abends, anfangs, donnerstags, schlechterdings, morgens, hungers (hungers sterben), willens, rechtens
(rechtens sein, etwas rechtens machen); abseits, angesichts, mangels, mittels, namens, seitens; falls, teils
... teils
| Das -s am Ende ist hier das Kennzeichen für die Ableitung zum Adverb und zu anderen Wortarten. {
(4) die folgenden Präpositionen: dank, kraft (kraft ihres Amtes), laut, statt, an... statt (an Kindes statt,
an seiner statt), trotz, wegen, von... wegen (von Amts wegen ),um... willen, zeit (zeit seines Lebens)
f Zwar ist das Fehlen eines Substantivkennzeichens (Artikel und Flexion) ein Hinweis auf die Klein- j
I Schreibung, sicheres Entscheidungsmittel ist jedoch die Aufgabe im Satz. Hier handelt es sich um |
I Präpositionen, die ihrerseits vor Substantiven stehen und deren Genitiv-Fall bestimmen: dank ihres |
! Einsatzes, kraft seines Amtes, zeit seines Lebens,... f
(5) die folgenden unbestimmten Zahlwörter: ein bisschen ( = ein wenig), ein paar ( — einige)
Beispiele: ein bisschen Leim, dieses kleine bisschen Leim; ein paar Steine, diese paar Steine (aber nach
§ 55(5): ein Paar Schuhe)
(6) Bruchzahlen auf -tel und -stel
(6.1) vor Maßangaben (siehe auch § 37 E2), zum Beispiel: ein zehntel Millimeter, ein viertel Kilogramm,
in fünfhundertstel Sekunden, nach drei viertel Stunden
1427
Substantivierungen
§57
E3: Hier ist auch Zusammenschreibung nach § 37(1) möglich, zum Beispiel: ein Zehntelmillimeter, ein
Viertelkilogramm, infünf Hundertstelsekmden, nach drei Viertelstunden
I Hier sieht die neue Rechtschreibung Doppelschreibungen vor Damit ist eine Fehlerquelle beseitigt. f
I Bei Getrenntschreibung wird die Bruchzahl als Adjektiv empfunden: ein viertel Pfund, nicht ein {
I halbes. Beim Zusammenschreiben wird die Bruchzahl als Teilwort einer Wortbildung empfunden: |
I ein Viertelpfund-Gewicht f
(6.2) in Uhrzeitangaben unmittelbar vor Kardinalzahlen, zum Beispiel: um viertelfünf, gegen drei viertel
acht
E4: In allen übrigen Fällen schreibt man Bruchzahlen auf-tel und -stel entsprechend § 55 groß, zum Bei¬
spiel: ein Drittel, das erste Fünftel, neun Zehntel des Umsatzes, um drei Viertel größer, um (ein) Viertel
vor fünf
2.2 Substantivierungen
§57
Wörter anderer Wortarten schreibt man groß, wenn sie als Substantive gebraucht werden
(= Substantivierungen).
| Hier gilt zum grammatischen Fachausdruck, was oben überdas Substantiv/Nomen gesagt wurde: |
} Nicht wenige Sprachlehren, Grammatiken und Stillehren sprechen von Nominalisierungen. |
Substantivierte Wörter nehmen die Eigenschaften von Substantiven an (vgl. § 55). Man erkennt sie im
Text an zumindest einem der folgenden Merkmale:
a) an einem vorausgehenden Artikel (der, die, das; ein, eine, ein), Pronomen (dieser, jener, welcher,
mein, kein, etwas, nichts, alle, einige...) oder unbestimmten Zahlwort (ein paar, genug, viel, wenig...),
die sich auf das substantivierte Wort beziehen;
b) an einem vorangestellten adjektivischen Attribut oder einem nachgestellten Attribut, das sich auf
das substantivierte Wort bezieht;
c) an ihrer Funktion als kasusbestimmtes Satzglied oder kasusbestimmtes Attribut.
§ Man muss in Texten darauf achten, ob sich diese vorausgehenden Wörter wirklich auf ein substan-1
I tiviertes Wort beziehen. Nicht selten steht noch ein Attribut dazwischen: der von einer Auslandsrei-}
j se Zurückkommende, aber der von der Reise zurückkommende Geschäftsmann (siehe b)). Auch j
I ein nachgestelltes Adjektiv kann Attribut sein und nicht substantiviert: der Geschäftsmann, der von S
| der Auslandsreise zurückkommende... f
Siehe dazu folgende Beispiele:
Das In-Kraft-Treten (a, b, c) des Gesetzes verzögert sich. Er übersah alles Kleingedruckte (a, c). Das Aus¬
schlaggebende (a, b, c) für ihre Einstellung war ihr sicheres Auftreten (a, b, c). Nichts Menschliches (a, c)
war ihrfremd. Das Deutsche (a, c) gilt als schwere Sprache. Sie bot ihr das Du (a, c) an. Der Beschluss fiel
nach langem Hin und Her(h, c). Bananen kosten jetzt das Zweifache (a, b, c) des früheren Preises. Lesen
und Schreiben (c) sind Kultur techniken. Sie brachte eine Platte mit Gebratenem (c). Du sollst Gleiches (c)
nicht mit Gleichem (c) vergelten. Man sagt, Liebende (c) seien blind.
| Die Verfasser des amtlichen Regelwerks wussten sehr genau, warum sie hier und anschließend in f
| langen Listen so viele Beispiele geben. Man kann sich Wendungen mit substantivierten Wörtern an-1
J derer Wortarten gut einprägen und dann auf Ähnliches übertragen. 1
1428
§57
Substantivierungen
El: Zahlreiche Substantivierungen sind ein fester Bestandteil des Substantivwortschatzes geworden,
zum Beispiel: das Essen, das Herzklopfen, das Leben, das Deutsche, die Grünen, die Studierenden, derfdie
Angestellte, das Durcheinander, das Jenseits, das Vergissmeinnicht
Die folgende Aufgliederung der Großschreibung von Substantivierungen ist nach Wortarten geordnet.
IDie vielen Beispiele sind gute Muster und man kann sich Wendungen mit substantivierten Wörtern {
anderer Wortarten gut merken. |
I Die langen Beispiellisten zeigen aber auch, welche Vielfalt an Möglichkeiten es gibt, hier unsicher)
1 zu werden. I
(1) Substantivierte Adjektive und adjektivisch gebrauchte Partizipien, besonders auch in Verbindung
mit Wörtern wie alles, allerlei, etwas, genug, nichts, viel, wenig, zum Beispiel:
Wir wünschen alles Gute. Zum Aperitif gab es Süßes und Salziges. Geh nicht mit Unbekannten! Das Aus¬
schlaggebende für die Einstellung war ihre Erfahrung. Er hat nichts!wenig/etwas!viel Bedeutendes ge¬
schrieben. Das nie Erwartete trat ein. Sie hatte nur Angenehmes erlebt. Der Umsatz war dieses Jahr um
das Dreifache höher. Das andere Gebäude war um ein Beträchtliches höher. Das ist das einzig Richtige,
was du tun kannst. Es wäre wohl das Richtige, wenn wir noch einmal darüber reden. Bitte lesen Sie das un¬
ten Stehende/unten Stehendes genau durch. Wir haben das Folgende (Folgendes verabredet. Wir werden
das im Folgenden noch genauer darstellen. Des Näheren vermag ich mich nicht zu entsinnen. Sie hat mir
die Sache des Näheren erläutert. Wir haben alles des Langen und Breiten diskutiert. Wir wohnen im Grü¬
nen. Beim Umweltschutz liegen noch viele Dinge im Argen. Wir sind uns im Großen und Ganzen einig. Die
Arbeiten sind im Allgemeinen nicht schlecht geraten. Das ist im Wesentlichen richtig. Im Einzelnen sind
aber noch Verbesserungen möglich. Plötzlich ertönte eine Stimme aus dem Dunkeln. Die Polizei tappt im
Dunkeln. Die Direktorin war auf dem Laufenden.
LfisiingaMH»
Sich die Etfcerffljngswörteraftipragen. *' - ■ ' ■ ' * * 4
Dort, wo keine Erkennungswörter stehen, versuchen, ob sie sich efnsetzeh lassen. Beispiel* Du
sollst Gleiches nicht mit Gleichem vergelten.-Du sollst das <&aiche nicht mit dem Gleichen ver-
Sie war unsere Jüngste. Das Beste, was dieser Ferienort bietet, ist die Ruhe. Es ist das Beste, wenn du
kommst. Es änderte sich nicht das Geringste. Dies geschieht zum Besten unserer Kinder. Er gab wieder ein¬
mal eine seiner Geschichten zum Besten. Sie konnte uns vor dem Ärgsten bewahren. Daran haben wir nicht
im Entferntesten gedacht. Sie war bis ins Kleinste vorbereitet. Sie war aufs Schrecklichste!auf das
Schrecklichste gefasst. Sie hat uns aufs Herzlichste (aufdas Herzlichste begrüßt (siehe auch § 58E1).
§ Man beachte die konsequente Großschreibung für das Beste, auch wenn ein wenn-Satz folgt. Das f
I gilt auch für zum Besten, auf das Beste, aufs Beste. Nur in der Wendung am besten bleibt die Klein- j
§ Schreibung erhalten: Es ist am besten, sich das zu merken. j
Die Pest traf Hohe und Niedrige/Hoch und Niedrig. Diese Musik gefällt Jungen und Alten/ Jung und Alt.
Die Teilnehmenden diskutierten über den Konflikt zwischen Jungen und Alten!zwischen Jung und Alt. Das
ist ein Fest für Junge und Alte jfür Jung und Alt.
§ Auch in diesen Wendungen gilt jetzt konsequente Großschreibung. Das war früher sehr verwirrend |
§ geregelt. |
Sie trug das kleine Schwarze. Der Zeitungsbericht traf ins Schwarze. Wenn man Schwarz mit Weiß
mischt, entsteht Grau. Die Ampel schaltete auf Rot. Wir liefern das Gerät in Grau oder Schwarz.
Das Englische ist eine Weltsprache. Ihr Englisch hatte einen südamerikanischen Akzent. Mit Englisch
kommt man überall durch. In Ostafrika verständigt man sich am besten auf Swahili oder auf Englisch.
1429
Substantivierungen
§57
E2: Gelegentlich ist Groß- oder Kleinschreibung möglich, zum Beispiel: Sie spricht Englisch (was? - die
englische Sprache) lenglisch (wie?).
(Diese Regelung galt schon bisher I
Ordnungszahladjektive sowie sinnverwandte Adjektive, zum Beispiel: Die Miete ist am Ersten jedes
Monats zu bezahlen. Er ist schon der Zweite, der den Rekord des vergangenen Jahres überboten hat. Jeder
Fünfte lehnte das Projekt ab. Endlich war sie die Erste im Staat. Dieses Vorgehen verletzte die Rechte
Dritter. Er kam als Dritter an die Reihe. Er kam vom Hundertsten ins Tausendste. Fürs Erste wollen wir
nicht mehr darüber reden. Die Nächste bitte! Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Trotz ihrer Verletzung
wurde sie noch Viertletzte. Als Letztes muss der Deckel angeschraubt werden. Arthur und Armin gingen
unterschiedliche Wege: der ErstefErsterer wurde Beamter, der Zweitefder Letzte)Letzterer hatte als
Schauspieler Erfolg.
| Hier ist vereinheitlicht worden; früher gab es komplizierte Regelungen für die Groß- und Kleinschrei- j
I bung.- |
Unbestimmte Zahladjektive (siehe aber auch § 58(5)), zum Beispiel: Den Kometen haben Unzählige ( Un¬
gezählte, Zahllose) gesehen. Ich muss noch Verschiedenes erledigen. Er hatte das Ganze rasch wieder ver¬
gessen. Der Kongress war als Ganzes ein Erfolg. Das muss jeder Einzelne mit sich selbst ausmachen. Anita
war die Einzige, die alles wusste. Alles Übrige besprechen wir morgen. Er gab sein Geld für alles Mögliche
aus.
| Wiederum wird konsequent großgeschrieben. (
(2) Substantivierte Verben, zum Beispiel: Das Lesen fällt mir schwer. Sie hörten ein starkes Klopfen. Wer
erledigt das Fensterputzen? Viele waren am Zustandekommen des Vertrages beteiligt. Die Sache kam ins
Stocken. Das ist zum Lachen. Euer Fernbleiben fiel uns auf. Uns half nur noch lautes Rufen. Die Mitbe¬
wohner begnügten sich mit Wegsehen und Schweigen.
Sie wollte auf Biegen und Brechen gewinnen. Er klopfte mit Zittern und Zagen an. Ich nehme die Tabletten
auf Anraten meiner Ärztin.
Sie hat ihr Soll erfüllt. Dies ist ein absolutes Muss.
| Die Regelung ist nicht neu. Die Beispiele umgehen zunächst das eigentliche Problem: Wie schreibt |
j man Ihm fällt S/schreiben und Ulesen schwer? Es gibt hier laut E3 (siehe unten) eine Toleranzregel, j
1 die beides zulässt. I
a! -2
Bei mehrteiligen Fügungen, deren Bestandteile mit einem Bindestrich verbunden werden, schreibt man
das erste Wort, den Infinitiv und die anderen substantivischen Bestandteile groß (siehe auch § 55(1) und
(2) ), zum Beispiel: es ist zum Auf-und-davon-Laufen, das Hand-in-Hand-Arbeiten, das In-den-Tag-hinein-
Leben
E3: Gelegentlich ist bei einfachen Infinitiven Groß- oder Kleinschreibung möglich, zum Beispiel: Der
Gehörgeschädigte lernt Sprechen. (Wie: Der Gehörgeschädigte lernt das Sprechen/das deutliche
Sprechen.) Oder: Der Gehörgeschädigte lernt sprechen. (Wie: Der Gehörgeschädigte lernt deutlich
sprechen.) (Ebenso:) Bekanntlich ist Umlemen/umlernen schwieriger als Dazulernenfdazulemen. Doch
geht Probieren!probieren über Studierenfstudieren.
| Die Probe für die Kleinschreibung wird noch deutlicher, wenn man ein „zu“ mit einfügt: Er lernt spre-1
| chen. (Wie: Er lernt deutlich zu sprechen.) |
(3) Substantivierte Pronomen (vgl. aber auch § 58(4)), zum Beispiel: Sie hatte ein gewisses Etwas. Er bot
ihm das Du cm. Das ist ein Er, keine Sie. Wir standen vor dem Nichts. Er konnte Mein und Dein nicht un¬
terscheiden.
| In § 58 (4) wird geregelt, wann Pronomen als Stellvertreter von Substantiven kleingeschrieben wer-1
j den: Mit diesen und jenen hatten wir uns unterhalten. |
1430
$58
Substantivierungen
(4) Substantivierte Grundzahlen als Bezeichnung von Ziffern, zum Beispiel: Er setzte alles auf die Vier.
Sie fürchtete sich vor der Dreizehn. Der Zeiger nähert sich der Elf. Sie hat lauter Einsen im Zeugnis. Er
würfelt eine Sechs.
(5) Substantivierte Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen, Inteijektionen, zum Beispiel: Es gab ein
großes Durcheinander. Mich störte das ewige Hin und Her. Ich will das noch im Diesseits erleben. Auf das
Hier und Jetzt kommt es an. Das Danach war ihr egal. Es gibt kein Übermorgen. Sie hatte so viel wie mög¬
lich im Voraus erledigt. Im Nachhinein wussten wir es besser. Er stand im Aus. Sie überlegte sich das Für
und Wider genau. Sein ständiges Aber stört mich. Es kommt nicht nur auf das Dass an, sondern auch auf
das Wie. Er erledigte es mit Ach und Krach. Ein vielstimmiges Ah ertönte. Ihr freudiges Oh freute ihre Kol¬
leginnen. Das Nein fällt ihm schwer.
| Das ist nicht neu, aber ein weiterer Beleg, dass die konsequente Großschreibung gefördert wird. i
E4: Bei mehrteiligen substantivierten Konjunktionen, die mit einem Bindestrich verbunden werden (sie¬
he § 43), schreibt man nur das erste Wort groß, zum Beispiel: ein Entweder-oder, das Als-ob, das Sowohl-
als-auch
I Hier wird zumindest eine eindeutige Regelung geschaffen, wenn man sich auch darüber streiten f
f könnte, ob sie nicht anders hätte ausfailen können. |
§58
In folgenden Fällen schreibt man Adjektive, Partizipien und Pronomen klein, obwohl sie
formale Merkmale der Substantivierung aufweisen.
| ln § 58 ist eine Reihe schwierig zu entscheidender Einzelheiten gesammelt. Die Ausdrücke sehen |
| wie Substantivierungen aus, werden aber nicht großgeschrieben. I
(1) Adjektive, Partizipien und Pronomen, die sich auf ein vorhergehendes oder nachstehendes Substan¬
tiv beziehen, zum Beispiel:
Sie war die aufmerksamste und klügste meiner Zuhörerinnen. Der Verkäufer zeigte mir seine Auswahl
an Krawatten, die gestreiften und gepunkteten gefielen mir am besten. Vor dem Haus spielten viele Kin¬
der, einige kleine im Sandkasten, die größeren am Klettergerüst. Es waren neun Teilnehmer erschienen,
auf den zehnten wartete man vergebens. Alte Schuhe sind meist bequemer als neue. Dünne Bücher lese
ich in der Freizeit, dicke im Urlaub. Zwei Männer betraten den Raum; der erste trug einen Anzug, der
zweite Jeans und Pullover. Leih mir bitte deine Farbstifte, ich habe meine/dfe meinenjdie meinigen ver¬
gessen.
1 Bezieht sich ein Adjektiv, das wie eine Substantivierung aussieht, auf ein nahe stehendes Substan- (
I tiv, so ist es Attribut (Beifügung) und wird kleingeschrieben. J
Wenn man ein scheinbar substantiviertes Adjektiv vor ein nahe stehendes Substantiv stellen
kann, ohne dass sich der Sinn ändert, so bleibt es kleingeschrieben. Alte Schuhe sind bequemer
a/s neue. - Alte Schuhe sind meist bequemer als neue Schuhe Sie war die aufmerksamste und
klügste meiner Zuhörennnen - Sie war meine aufmerks amste Zuhörenn und meine klügste Zuho-
(2) Superlative mit „am“, nach denen mit „Wie?“ gefragt werden kann, zum Beispiel: Dieser Weg ist am
steilsten. (Frage: Wie ist der Weg?) Dieser Stift schreibt am feinsten. (Frage: Wie schreibt dieser Stift?)
Der ICEfährt am schnellsten.
1431
Substantivierungen
$58
Hier gibt das amtliche Regelwerk selbst die LösungaMffe. Kann man bei Superlativen mit am und
aufs mit der Frage WIE7 fragen, ist es ein als Adverb gebrauchtes Adjektiv und wird klein ge-
El: Superlative mit „am“ gehören zur regulären Flexion des Adjektivs; „am“ ist in diesen Fügungen
nicht in „an dem“ auflösbar. Beispiele: Dieser Weg ist steil - steiler - am steilsten. Dieser Stift schreibt
fein -feiner ~ am feinsten.
In Anlehnung an diese Fügungen kann man auch feste adverbiale Wendungen mit „aufs" oder „auf das",
die mit „ Wie?" erfragt werden können, kleinschreiben, zum Beispiel: Sie hat uns aufs/auf das herzlichste
begrüßt (Frage: Wie hat sie uns begrüßt?). Der Fall ließ sich aufsfauf das einfachste lösen.
Superlative, nach denen mit „Woran?“ („An was?“) oder „Worauf?“ („Auf was?“) gefragt werden
kann, schreibt man nach § 57(1) groß, zum Beispiel: Es fehlt ihnen amfan dem Nötigsten. (Frage: Woran
fehlt es ihnen?) Wir sind aufslauf das Beste angewiesen. (Frage: Worauf sind wir angewiesen?)
(3) bestimmte feste Verbindungen aus Präposition und nichtdekliniertem oder dekliniertem Adjektiv
ohne vorangehenden Artikel, zum Beispiel:
Ich hörte von fern ein dumpfes Grollen. Die Pilger kamen von nah und fern. Die Ware wird nur gegen bar
ausgeliefert. Die Mädchen hielten durch dick und dünn zusammen. Das wird sich über kurz oder lang her¬
aussteilen. Damit habe ich mich von klein auf beschäftigt.
Das werde ich dir schwarz auf weiß beweisen. Die Stimmung war grau in grau.
Aus der Brandruine stieg von neuem Rauch auf. Wir konnten das Feuer nur von weitem betrachten. Der
Fahrplan bleibt bis auf weiteres in Kraft. Unsere Pressesprecherin gibt Ihnen ohne weiteres Auskunft. Der
Termin stand seit längerem fest.
I Es handelt sich um feste Wendungen, die so aussehen, als würden sie als Substantive gebraucht,
j Am besten merkt man sie sich. Es sind nicht viele, allerdings werden hier oft Fehler gemacht.
E2: Substantivierungen, die auch ohne Präposition üblich sind, werden nach § 57(1) auch dann großge¬
schrieben, wenn sie mit einer Präposition verbunden werden, zum Beispiel: Die Historikerin beschäftigt
sich mit dem Konflikt zwischen Arm und Reich. Das ist ein Fest für Jung und Alt. (Vgl.: Die Königin lud
Arm und Reich ein. Das Fest gefiel Jung und Alt.)
| Neu: Arm und Reich, Jung und Alt
Die Ampel schaltete auf Rot. Wir liefern das Gerät in Grau (= in grauer Farbe). (Vgl.: Das ist ein grel¬
les Rot. Sie hasst Grau.)
Mit Englisch kommst du überall durch. In Ostafrika verständigt man sich am besten auf Swahili oder Eng¬
lisch. (Vgl.: Bekanntlich ist Englisch eine Weltsprache. Sein Englisch war gut verständlich.)
| Diese Substantivierungen sind ebenfalls feste Wendungen. Sie werden eindeutig als Substantiv-
| gruppe gebraucht. Man sollte versuchen, sie sich zu merken.
(4) Pronomen, auch wenn sie als Stellvertreter von Substantiven gebraucht werden, zum Beispiel: In die¬
sem Wald hat sich schon mancher verirrt. Ich habe mich mit diesen und jenen unterhalten. Wenn einer eine
Reise tut, so kann er was erzählen. Das muss (ein) jeder mit sich selbst ausmachen. Wir haben alles mitge¬
bracht. Sie hatten beides mitgebracht. Man muss mit (den) beiden reden.
Zur Großschreibung der Anredepronomen siehe § 65, § 66.
jjHier macht man keine Fehler; wenn man die Indefinitpronomen kennt. Geändert hat sich hier
| nichts.
1432
§50
Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen
E3: In Verbindung mit dem bestimmten Artikel oder dergleichen lassen sich Possessivpronomen auch
als substantivische possessive Adjektive bestimmen, entsprechend kann man hier nach § 57(1) auch
großschreiben, zum Beispiel: Grüß mir die deinen!Deinen (die deinigen/Deinigen)! Sie trug das ihre!Ihre
(das ihrige!Ihrige) zum Gelingen bei. Jedem das seine! Seine!
| Hier kann man groß- oder kleinschreiben, also kann man keine Fehler mehr machen. |
(5) die folgenden Zahladjektive mit allen ihren Flexionsformen: viel, wenig; (der, die, das) eine, (der,
die, das) andere
Beispiele: Das haben schon viele erlebt. Zum Erfolg trugen auch die vielen bei, die ohne Entgelt mitgearbei¬
tet haben. Nach dem Brand war nur noch weniges zu gebrauchen. Sie hat das wenige, was noch da war, in
eine Kiste versorgt. Die meisten haben diesen Film schon einmal gesehen. Die einen kommen, die anderen
gehen. Was der eine nicht tut, soll der andere nicht lassen. Die anderen kommen später. Das können auch
andere bestätigen. Alles andere erzähle ich dir später. Sie hatte noch anderes zu tun. Unter anderem wurde
auch überfinanzielle Angelegenheiten gesprochen.
i Es gilt dieselbe Regel wie für die Indefinitpronomen: Man muss sie kennen. J
E4: Wenn hervorgehoben werden soll, dass das Adjektiv nicht als unbestimmtes Zahlwort zu verstehen
ist, kann nach § 57(1) auch großgeschrieben werden, zum Beispiel: Sie strebte etwas ganz Anderes ( =
völlig Neues) an.
(6) Kardinalzahlen unter einer Million, zum Beispiel: Was drei wissen, wissen bald dreißig. Diese drei
kommen mir bekannt vor. Sie rief um fünf an. Wir waren an die zwanzig. Er sollte die Summe durch acht
teilen. Dieser Kandidat konnte nicht bis drei zählen. Wir fünf gehören zusammen. Der Abschnitt sieben
fehlt im Text. Der Mensch über achtzig schätzt die Gesundheit besonders.
i Hier muss man sich nicht die einzelnen Zahlwörter merken, sondern die Klasse „Zahlwörter/Kardi-f
i ■ ■ |
I nalzahlen“. Dort, wo es schwierig wird, lässt die Rechtschreibreform glücklicherweise Groß- oder j
| Kleinschreibung zu (E5). }
E5: Wenn hmdert und tausend eine unbestimmte (nicht in Ziffern schreibbare) Menge angeben, können
sie auch auf die Zahlsubstantive Hundert und Tausend bezogen werden (vgl. §55(5)); entsprechend kann
man sie dann klein- oder großschreiben, zum Beispiel: Es kamen viele tausende (Tausende von Zuschau¬
ern. Sie strömten zu aberhunderten/Aberhunderten herein. Mehrere tausend/Tausend Menschen füllten
das Stadion. Der Beifall zigtausender!Zigtausender von Zuschauern war ihr gewiss.
Entsprechend auch: Der Stoff wird in einigen Dutzend!dutzend Farben angeboten. Der Fall war ange¬
sichts Dutzenderldutzender von Augenzeugen klar.
2.3 Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen
von Eigennamen
§59
Eigennamen schreibt man groß.
Eigennamen sind Bezeichnungen zur Identifizierung bestimmter einzelner Gegebenheiten (eine Person,
ein Ort, ein Land, eine Institution usw.). Viele sind einfache, zusammengesetzte oder abgeleitete Sub¬
stantive, zum Beispiel Peter, Wien, Deutschland, Europa, Südamerika, Bahnhof Straße, Sigmaringen, Al-
brecht-Dürer-Allee, Ostsee-Zeitung. Sie werden nach § 55 großgeschrieben. Daneben gibt es mehrteilige
Eigennamen, die häufig auch nichtsubstantivische Bestandteile enthalten, zum Beispiel Kap der Guten
Hoffnung, Norddeutsche Neueste Nachrichten, Vereinigte Staaten von Amerika. Im Folgenden wird die
Groß- und Kleinschreibung dieser Gruppe von Eigennamen dargestellt.
1433
Eigennamen mit ihren nichtsubstantivfachen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen
$60
| Oie Grundregel, dass Eigennamen großgeschrieben werden, ist an sich selbstverständlich. Die f
1 Schwierigkeiten bei mehrteiligen Namen werden in den Folgeparagrafen ab § 60 behandelt. 1
§60
In mehrteiligen Eigennamen mit nichtsubstantivischen Bestandteilen schreibt man das er¬
ste Wort und alle weiteren Wörter außer Artikeln, Präpositionen und Konjunktionen
groß.
| Mehrteilige Eigennamen, die mit einem Nicht-Substantiv beginnen, meist einem Adjektiv, sind im-1
Jmer wieder Anlass für Fehlschreibungen. I
El: Ein vorangestellter Artikel ist in der Regel nicht Bestandteil des Eigennamens und wird darum
kleingeschrieben. Zu Ausnahmen siehe unten, Absatz (4.4).
Faustregel: Mehrteilige Eigennamen groß beginnen; Artikel, Konjunktionen und Präpositionen
kleinschreiben.
| Das amtliche Regelwerk fuhrt nun alle wesentlichen Typen mehrteiliger Eigennamen auf. Dennoch 1
| wird man bei der Durchsicht merken, wie sicher die Faustregel zur richtigen Schreibung führt. |
Als Eigennamen im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten:
Personennamen, Eigennamen aus Religion, Mythologie sowie Beinamen, Spitznamen und dergleichen,
zum Beispiel:
Johann Wolfgang von Goethe, Gertrud von Le Fort, Charles de Cosler, Ludwig van Beethoven, der Apoka¬
lyptische Reiter, Walther von der Vogelweide, Holbein der Jüngere, der Alte Fritz, Katharina die Große,
Heinrich der Achte, Elisabeth die Zweite; Klein Erna
Präpositionen wie von, van, de, ten, zu(r) in Personennamen schreibt man im Satzinnern auch dann
klein, wenn ihnen kein Vorname vorausgeht, zum Beispiel: Der Autor dieses Buches heißt von Ossietzky.
(2) Geografische und geografisch-politische Eigennamen, so
(2.1) von Erdteilen, Ländern, Staaten, Verwaltungsgebieten und dergleichen, zum Beispiel:
Vereinigte Staaten von Amerika, Freie und Hansestadt Hamburg (als Bundesland), Tschechische Repu¬
blik
(2.2) von Städten, Dörfern, Straßen, Plätzen und dergleichen, zum Beispiel: Neu Lübbenau, Groß Fla-
tow, Rostock-Lütten Klein, Unter den Linden, Lange Straße, In der Mittleren Holdergasse, Am Tiefen
Graben, An den Drei Pfählen, Hamburger Straße, Neuer Markt
(2.3) von Landschaften, Gebirgen, Wäldern, Wüsten, Fluren und dergleichen, zum Beispiel: Kahler
Asten, Hohe Tatra, Holsteinische Schweiz, Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, Libysche Wüste, Gol¬
dene Aue, Thüringer Wald
(2.4) von Meeren, Meeresteilen und -Straßen, Flüssen, Inseln und Küsten und dergleichen, zum Bei¬
spiel: Stiller Ozean, Indischer Ozean, Rotes Meer, Kleine Antillen, Großer Belt, Schweriner See, Straße
von Gibraltar, Kapverdische Inseln, Kap der Guten Hoffnung
(3) Eigennamen von Objekten unterschiedlicher Klassen, so
(3.1) von Sternen, Sternbildern und anderen Himmelskörpern, zum Beispiel: Kleiner Bär, Großer Wa¬
gen, Halleyscher Komet (auch: Halley 'scher Komet; § 62)
(3.2) von Fahrzeugen, bestimmten Bauwerken und Örtlichkeiten, zum Beispiel: die Vorwärts (Schiff),
der Blaue Enzian (Eisenbahnzug), der Fliegende Hamburger (Eisenbahnzug), die Blaue Moschee (in
1434
§60
Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen
Istanbul), das Alte Rathaus (in Leipzig), der Französische Dom (in Berlin), die Große Mauer (in China),
der Schiefe Turm (in Pisa)
(3.3) von einzeln benannten Tieren, Pflanzen und gelegentlich auch von Einzelobjekten weiterer Klas¬
sen, zum Beispiel: der Fliegende Pfeil (ein bestimmtes Pferd), die Alte Eiche (ein bestimmter Baum)
(3.4) von Orden und Auszeichnungen, zum Beispiel: das Blaue Band des Ozeans, Großer Österreichi¬
scher Staatspreis für Literatur
(4) Eigennamen von Institutionen, Organisationen, Einrichtungen, so
(4.1) von staatlichen bzw. öffentlichen Dienststellen, Behörden und Gremien, von Bildungs- und Kul¬
turinstitutionen und dergleichen, zum Beispiel: Deutscher Bundestag, Statistisches Bundesamt, Meck¬
lenburgisches Staatstheater Schwerin, Museum für Deutsche Geschichte (in Berlin), Naturhistorisches
Museum (in Wien), Grünes Gewölbe (in Dresden), Klinik für Innere Medizin der Universität Rostock,
Akademie für Alte Musik Berlin, Zweites Deutsches Fernsehen, Eidgenössische Technische Hochschule
(in Zürich)
(4.2) von Organisationen, Parteien, Verbänden, Vereinen und dergleichen, zum Beispiel: Vereinte Na¬
tionen, Internationales Olympisches Komitee, Deutscher Gewerkschaftsbund, Sozialdemokratische Partei
Deutschlands, Christlich-Demokratische Union, Allgemeiner Deutscher Automobilclub, Börsenverein des
Deutschen Buchhandels, Österreichisches Rotes Kreuz
(4.3) von Betrieben, Firmen, Genossenschaften, Gaststätten, Geschäften und dergleichen, zum Bei¬
spiel: Deutsche Bank, Österreichischer Raiffeisenverband, Bibliographisches Institut (in Mannheim),
Deutsche Bahn, Weiße Flotte, Städtisches Klinikum Berlin-Buch, Hotel Vier Jahreszeiten, Gasthaus zur
Neuen Post, Zum Goldenen Anker (Gaststätte), Salzburger Dombuchhandlung, Rheinisch- Westfälisches
Elektrizitätswerk AG
(4.4) von Zeitungen und Zeitschriften und dergleichen, zum Beispiel: Berliner Zeitmg, Sächsische Neu¬
este Nachrichten, Deutsch als Fremdsprache, Dermatologische Monatsschrift, Die Zeit
Wird der Artikel am Anfang verändert, so schreibt man ihn klein, zum Beispiel: Sie hat das in der Zeit
gelesen.
| Man beachte, dass der Artikel nur in Titelnamen großgeschrieben wird, nicht aber in gebeugten |
j Formen: Hast du die Anzeigen in der Yacht schon gelesen? Siehe auch den Hinweis unter (5) E2 auf |
1 § 94 0) zur Kennzeichnung von Titeln durch Anführungsstriche: Hast du die Anzeigen in der,, Yacht“ j
I schon gelesen? j
(5) inoffizielle Eigennamen, Kurzformen sowie Abkürzungen von Eigennamen, zum Beispiel: Schwar¬
zer Kontinent, Ferner Osten, Naher Osten, Vereinigte Staaten
A. Müller, Astrid M., A. M. (= Astrid Müller), J. W. v. Goethe; SPD ( = Sozialdemokratische Partei
Deutschlands), DGB ( = Deutscher Gewerkschaftsbund), EU ( — Europäische Union), SBB ( = Schwei¬
zerische Bundesbahnen), ORF ( = Österreichischer Rundfunk)
E2: In einigen der oben genannten Namengruppen kann die Schreibung im Einzelfall abweichend fest¬
gelegt sein, zum Beispiel:
neue deutsche literatur, profil, konkret (Zeitschriften); Institut für deutsche Sprache, Akademie für Musik
und darstellende Kunst „Mozarteum Zur letzten Instanz (Gaststätte)
| Nach einem Grundsatz der Werbung, dass man schnell Aufmerksamkeit wecken soll, wird in Zeit-1
| schritten und Produkten nicht selten abweichend von der Rechtschreibung geschrieben. So auch j
I in Schreibungen wie InterCityExpress, InterCity, InteRegio usw., in denen einfach zusammenge-1
| schrieben wird. |
Zur Kennzeichnung der Namen von Zeitungen und Zeitschriften mit Anführungszeichen siehe § 94 (I).
1435
Feste Verbindungen au« Adjektiv und Substantiv
§61
§61
Ableitungen von geografischen Eigennamen auf -er schreibt man groß.
Beispiele: die Berliner Bevölkerung, die Mecklenburger Landschaft, der Schweizer Käse, das St. Gallerf
Sankt Galler Kloster, das Bad Krozinger Kurgebiet, die New Yorker Kunstszene
Zur Schreibung mit oder ohne Bindestrich siehe § 49 E.
1 Hier werden oft Fehler gemacht, die Ableitungen von Eigennamen sehen wie Adjektive aus, und |
I grammatisch gesehen sind sie als Adjektive gebraucht. § 49 E regelt, dass bei Ableitungen auf -er I
I der Bindestrich freigestellt ist: die New-Yorker/die New Yorker. f
§62
Kleingeschrieben werden adjektivische Ableitungen von Eigennamen auf -(i)sch, außer
wenn die Grundform eines Personennamens durch einen Apostroph verdeutlicht wird,
ferner alle adjektivischen Ableitungen mit anderen Suffixen.
| Dies ist die „Gegenregel“ zu § 61. Sie grenzt deutlich -/sch gegen -er ab. Die Faustregel von § 60 gilt 1
(auch hier. |
Beispiele: die darwinsche/die Darwinsche Evolutionstheorie, das wackernagelsche/WackernageTsche Ge¬
setz, diegoethischenfgoetheschenlGoethe’schen Dramen, die bernoullischen{BemouUVsehen Gleichungen
die homerischen Epen, das kopernikanische Weltsystem, die darwinistische Evolutionstheorie, tschechi¬
sches Bier, indischer Tee, englischer Stoff
mit eulenspiegelhaftem Schalk, eine kafkaeske Stimmung
Zur Schreibung mit Apostroph siehe auch Zeichensetzung, § 97 E.
Zur Schreibung mehrteiliger Ableitungen mit Bindestrich siehe § 49 E.
2.4 Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv
§63
In substantivischen Wortgruppen, die zu festen Verbindungen geworden, aber keine Ei¬
gennamen sind, schreibt man Adjektive klein.
Beispiele: der italienische Salat, der blaue Brief, das autogene Training, das neue Jahr, die gelbe Karte,
das gelbe Trikot, der goldene Schnitt, die goldene Hochzeit, das große Los, die höhere Mathematik, die in¬
nere Medizin, die künstliche Intelligenz, die grüne Lunge, das olympische Feuer, der schnelle Brüter, das
schwarze Brett, das schwarze Schaf, die schwedischen Gardinen, der weiße Tod, das zweite Gesicht, die
graue Eminenz
| Hier sind „Grenzfälle“ versammelt, die ursprünglich einmal Eigennamen waren oder als solche auf-1
} gefasst werden können. Weitere Beispiele: der blaue Brief als pädagogische Maßnahme der J
| Schule, die innere Medizin als ursprüngliche Bezeichnung für eine Abteilung im Krankenhaus, der |
|schnelle Brüter als Reaktortyp. Die Rechtschreibreform hat hier eine einheitliche Regel gesucht!
J und gefunden. Ob sie immer befolgt werden kann, wird sich in der Schreibpraxis zeigen. Die innere I
| Medizin als Abteilung für Innere Medizin soll nach § 60 (4.1) in Krankenhäusern weiter so benannt f
l und ausgeschildert werden. Das Beispiel dort: Klinik für Innere Medizin der Universität Rostock. |
l Entsprechend wird z. B. in der Informatik das Fach Künstliche Intelligenz (Kl) unter Berufung auf 1
| diesen Paragrafen auf der Großschreibung beharren. |
1436
$64
Anredepronomen und Anreden
§64
In bestimmten substantivischen Wortgruppen werden Adjektive großgeschrieben, obwohl
keine Eigennamen vorliegen.
Dies betrifft
(1) Titel, Ehrenbezeichnungen, bestimmte Amts- und Funktionsbezeichnungen, zum Beispiel: der Heili¬
ge Vater, die Königliche Hoheit, der Erste Bürgermeister, der Regierende Bürgermeister, der Technische
Direktor
(2) fachsprachliche Bezeichnungen bestimmter Klassifizierungseinheiten, so von Arten, Unterarten
oder Rassen in der Botanik und Zoologie, zum Beispiel die Schwarze Witwe, das Fleißige Lieschen, der
Rote Milan, die Gemeine Stubenfliege
(3) besondere Kalendertage, zum Beispiel: der Heilige Abend, der Weiße Sonntag, der Internationale
Frauentag, der Erste Mai
(4) bestimmte historische Ereignisse und Epochen, zum Beispiel: der Westfälische Friede, der Deutsch¬
Französische Krieg 1870J1871, der Zweite Weltkrieg, die Goldenen Zwanziger, die Jüngere Steinzeit
Für den § 64 Kann analog dieselbe Faustregel gelten wie für § 60: Mehrteilige Titel, Saehbezeich-
nungen usw. groß beginnen Artikel, Konjunktionen und Präpositionen kleinschreiben.
2.5 Anredepronomen und Anreden
§65
Das Anredepronomen Sie und das entsprechende Possessivpronomen Ihr sowie die zuge¬
hörigen flektierten Formen schreibt man groß.
Beispiele: Würden Sie mir helfen? Wie geht es Ihnen? Ist das Ihr Mantel? Bestehen Ihrerseits Bedenken ge¬
gen den Vorschlag?
El: Großschreibung gilt auch für ältere Anredeformen wie: Habt Ihr es Euch überlegt, Fürst von Gallen¬
stein? Johann, führe Er die Gäste herein.
E2: In Anreden wie Seine Majestät, Eure Exzellenz, Eure Magnifizenz schreibt man das Pronomen
ebenfalls groß.
In § 65 in Verbindung mit § 66 hat die Rechtschreibreform für erhebliche Erleichterung gesorgt. Es
wird nur noch die Höflichkeitsform des Pronomens Sie/Ihr/Ihren usw. großgeschrieben
§66
j L 1
Die Anredepronomen du und ihr, die entsprechenden Possessivpronomen dein und euer
sowie das Reflexivpronomen sich schreibt man klein.
Beispiele: Würdest du mir helfen? Hast du dich gut erholt? Haben Sie sich schon angemeldet?
Lieber Freund,
ich schreibe dir diesen Brief und schicke dir eure Bilder...
1437
Zeichensetzung
§66
E Zeichensetzung
0 Vorbemerkungen
(1) Die Satzzeichen sind Grenz- und Gliederungszeichen. Sie dienen insbesondere dazu, einen geschrie¬
benen Text übersichtlich zu gestalten und ihn dadurch für den Lesenden überschaubar zu machen. Zu¬
dem kann der Schreibende mit den Satzzeichen besondere Aussageabsichten oder Einstellungen zum
Ausdruck bringen oder stilistische Wirkungen anstreben.
Zu unterscheiden sind Satzzeichen
■ zur Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen: Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen
■ zur Gliederung innerhalb von Ganzsätzen: Komma, Semikolon, Doppelpunkt, Gedankenstrich,
Klammem
■ zur Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. zur Hervorhebung von Wörtern oder Text¬
teilen: Anführungszeichen
(2) Daneben dienen bestimmte Zeichen
■ zur Markierung von Auslassungen: Apostroph, Ergänzungsstrich, Auslassungspunkte
■ zur Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen: Punkt nach Abkürzungen bzw. Ordinalzah¬
len, Schrägstrich
| Die Zeichensetzung dient hauptsächlich der grammatischen Gliederung von Sätzen und Texten. f
j Sie folgt dem grammatischen Prinzip (s. S. 1373). j
J Die sichere Zeichensetzung setzt daher mindestens folgende grammatische Grundkenntnisse vor- §
{aus: |
| - Satzarten: Aussagesatz, Fragesatz, Ausrufe- und Aufforderungssatz S
1 - Hauptsatz und Nebensatz (Gliedsatz) f
I - Satzreihe und Aufzählung von Teilsätzen, Satzgliedern, Wörtern und die verschiedenen Arten f
| von Konjunktionen (einleitenden Bindewörtern) |
| - satzwertige Infinitive und satzwertige Partizipien t
f- wörtliche (direkte) Rede. j
$
I
I
Neben der grammatischen Gliederung stellt die Zeichensetzung für folgende Schreibabsichten
Mittel zur Verfügung:
- Zeichen für Betonungssignale wie Ausrufezeichen, Fragezeichen,...
- Zeichen für Pausen und Auslassungen (Gedankenstriche, Apostroph, Auslassungspunkte,...)
- Zeichen für Aussageabsichten und logische Gliederungen: Doppelpunkt, Klammer, inneres
Fragezeichen, distanzierendes Anführungszeichen, Zitatzeichen,...
| Die Rechtschreibreform hat an der Zeichensetzung einiges verändert. Herausragend sind die f
j „kann“-Regelungen für die Kommasetzung: j
I - aufgezählte Hauptsätze, die mit und oder oder verbunden sind, müssen nicht mehr durch Kom-f
| ma abgetrennt werden (§73). I
j - erweiterte Infinitive müssen nicht mehr prinzipiell durch Komma abgetrennt werden (§76). j
Diese Änderungen bringen Erleichterungen, wenn man sich „mlnimaS“ verhält und die „kann“-Re-
geln nicht anwendet. Allerdings handelt essich bei den „kann"-Regeln um Stilregeln, undtnsbe-
Yfftiii.it W(n, §ti t 1-8 an« n ... . wlrrifc m mm Tr4 ?■ ■ i * wmtm a ia ^ ««Aimui n js jJ! jk mtftinäl
iHwww > Wl«§ Wwi l^^uJwWiWWÖwr '
sehen Möglichkeiten ausnützen undd^1b9dJ^den:t^^^gK»iem>V^Bo lst d9e^^ider
Regeln nicht weniger geworden, (tonn das Regelwerk enthält eine erttebftehe Zahl stilistischer Re¬
geln. Weniger geworden sind sie für denMinimalisten: Sehäfero/-inffi«r» önd StuderrtenAinnen
usw, darf man nicht mehr so viei anstreichen. ,,
1438
§67
Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen
{Wo habe ich eventuell ein Problem? |
| Viele Schreiber/-innen haben nicht solch differenzierte grammatische Kenntnisse, dass sie die Zei- j
I chensetzungsregeln verstehen und richtig anwenden können. Sie versuchen insbesondere bei der |
| Kommasetzung nach einer inneren Pausengliederung zu verfahren, das heißt, sie setzen ein Kom- J
I ma dort, wo sie beim langsamen Mitsprechen eine Pause machen. Auch kleinere Sinneinschnitte f
I werden gerne mit Komma markiert. Das führt dazu, dass gelegentlich „ein Komma zu viel“ gesetzt |
j wird, aber durchaus auch ein Komma zu wenig, besonders dort, wo man beim Sprechen ohne |
I Pause auskommt. J
! Außerdem werden häufig die vollen Möglichkeiten der Zeichensetzung nicht ausgenutzt, man ver-1
wendet z. B. kaum den Gedankenstrich, noch seltener das Semikolon. Bei komplizierten Regelun- j
| gen wie der wörtlichen Rede macht man Flüchtigkeitsfehler. J
| Wie kann ich das neue Regelwerk sinnvoll nutzen? {
11. Kümmern Sie sich zunächst um das Minimum (im folgenden minimale Zeichensetzung ge- j
I hannt). Sie müssen dann nicht mehr so viel grammatisches Wissen einsetzen und Sie kommen 1
I in normalen Texten zurecht. 1
12. Erweitern Sie nun Ihre Kenntisse und Fähigkeiten nach Ihrem Bedarf auf stilistische Zeichen-1
| Setzungen und „kann“-Regelungen. f
1 Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen
Der Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen dienen:
■ der Punkt
■ das Ausrufezeichen
■ das Fragezeichen
Ganzsätze im Sinne dieser orthographischen Regelung zeigen Beispiele wie:
Gestern hat es geregnet. Du kommst bitte morgen! Hat er das wirklich gesagt? Im Hausflur war es still,
ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel. Ich hoffe, dass wir uns bald Wiedersehen. Meine Freundin
hatte den Zug versäumt; deshalb kam sie eine halbe Stunde zu spät.
Niemand kannte ihn. Auch der Gärtner nicht. Bitte die Türen schließen und Vorsicht bei der Abfahrt
des Zuges! Ob er heute kommt? Nein, morgen. Warum nicht? Gute Reise! Hilfe!
Zu den Zeichen in Verbindung mit Gedankenstrich oder Klammem siehe § 85 bzw. § 88.
Zu den Zeichen bei wörtlich Wiedergegebenem siehe § 90.
Zinn Gedankenstrich zwischen zwei Ganzsätzen siehe § 83.
f Hinweis zu 1 und zu den §§ 67,69 und 70: Mit dem Begriff Ganzsatz hat das amtliche Regelwerk f
I die Unterscheidung der Satzarten aufgegeben. In diesem Kommentar sind zum besseren Ver- j
I ständnis die Regeln noch einmal unter Verwendung der Begriffe Aussagesatz (Mitteilungssatz), j
I Aufforderungssatz und Fragesatz erläutert. f
§67
Mit dem Punkt kennzeichnet man den Schluss eines Ganzsatzes.
| § 67 ist die erste Grundregel zu den Satzschlusszeichen. Hier ist der Begriff „Ganzsatz“ etwas I
| missverständlich. Üblicherweise formuliert man diese Grundregel so: Am Ende eines Aussage- {
| oder Mitteilungssatzes steht ein Punkt. |
Ich habe ihn gestern gesehen. Sie kommt morgen. Das Kind weinte, weil es seinen Schlüssel verloren hatte.
1439
Kennzeichnung des Schlusses von Ganzafltzen
S«8
Wir sehen nach, was Paul macht. Sie habe ihn gestern gesehen, behauptete sie. Sie forderte ihn auf die
Wohnung sofort zu verlassen. Ich wünschte, die Prüfung wäre vorbei. Sie fragte ungeduldig, ob er endlich
komme. Der Redner stellte die Frage, wie es nach diesen Umweltschäden weitergehen solle.
Im Hausflur war es still. Ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
El: Wenn aber als mehrteiliger Ganzsatz verstanden, entsprechend § 71(1) bzw. § 80(1) mit Komma
oder Semikolon:
Im Hausflur war es still, ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Im Hausflur war es still; ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
I Zwischen aufgezählten Sätzen steht ein Komma oder Semikolon, wenn sie nicht mit und oder oder
* verbunden sind. (s. a. § 72)
E2: Bei Aufforderungen, denen man keinen besonderen Nachdruck geben will, setzt man einen Punkt
und kein Ausrufezeichen (hierzu siehe § 69):
| Aufforderungssätze, mit denen nicht nachdrücklich aufgefordert wird, erhalten ebenfalls einen
I Punkt. In den genannten Fällen werden kaum Fehler gemacht.
Rufen Sie bitte später noch einmal an.
Nehmen Sie doch Platz.
Vgl. S. 25 seiner letzten Veröffentlichung.
E3: In den folgenden Fällen setzt man keinen Punkt:
- am Ende von frei stehenden Zeilen (siehe § 68)
- am Ende einer kolumnenartigen Aufzählung ohne schließende Satzzeichen (siehe § 71E2)
- am Ende von Parenthesen (mit Gedankenstrich siehe § 85, mit Klammem siehe § 88)
- bei wörtlich Wiedergegebenem am Anfang oder im Inneren von Ganzsätzen (siehe § 92)
- nach Auslassungspunkten (siehe § 100)
- nach Punkt zur Kennzeichnung von Abkürzungen (siehe § 103) und Ordinalzahlen (siehe § 105)
| Hier wird geregelt und zusammengefaßt, wann man keinen Punkt setzt. Das ist eine sinnvolle Re-
j gel, weil man hier oft unsicher ist.
§68
Nach frei stehenden Zeilen setzt man keinen Punkt.
| Hier wird eine Unsicherheit beseitigt.
Dies betrifft unter anderem
(1) Überschriften und Werktitel (etwa von Büchern und Theaterstücken, Werken der bildenden Kunst
und der Musik, Rundfunk- und Femsehproduktionen):
Allmähliche Normalisierung im Erdbebengebiet
Schneeverwehungen behindern Autoverkehr
Chance für eine diplomatische Lösung
Einführung in die höhere Mathematik
Der kaukasische Kreidekreis
Die Zauberflöte
Zum Ausrufezeichen siehe § 69 E2( 1); zum Fragezeichen siehe § 70 E2.
Kwmzetehnung des Schlusses von Qanzsätzen
(2) Titel von Gesetzen, Verträgen, Deklarationen und dergleichen sowie Bezeichnungen für Veranstal¬
tungen:
Bundesgesetz über den Straßenverkehr
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
Internationaler Ärztekongress
(3) Anschriften und Datumszeilen sowie Grußformeln und Unterschriften etwa in Briefen:
Donnerstag, 15. Februar 1996
Werner Meier
Gerichtsweg 12
04103 Leipzig
Herrn Rudolf Schröder
Rüdesheimer Str. 29
62123 Wiesbaden
Sehr geehrter Herr Schröder,
entsprechend unserer telefonischen Vereinbarung...
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Werner Meier
Zur Zeichensetzung bei der Anrede etwa in Briefen siehe § 69 E3.
In der Schweizer Variante ohne Komma schreibt man groß weiter (nach § 53 E2):
Sehr geehrter Herr Schröder
Entsprechend unserer...
§69
Mit dem Ausrufezeichen gibt man dem Inhalt des Ganzsatzes einen besonderen Nach¬
druck wie etwa bei nachdrücklichen Behauptungen, Aufforderungen, Grüßen, Wünschen
oder Ausrufen.
Ich habe Um gestern bestimmt gesehen! Komm bitte morgen! Du kommst morgen! Lasst uns keine Zeit ver¬
lieren! Du musst die Arbeit abgeben, weil morgen der letzte Termin ist!
Seht nach, was Paul macht! Sehen Sie nur, wie schön die Aussicht ist! Bitte fordern Sie ihn auf die Woh¬
nung sofort zu verlassen! Frag ihn, ob er kommt!
Ruhe! Bitte nicht stören! Zurücktreten! Bitte die Türen schließen und Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges!
Guten Morgen! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder! Wäre nur die Prüfung erst einmal vorbei! Wenn ich
dich noch einmal erwische, kannst du was erleben! Das ist ja großartig! Welch ein Glück! Au! Das tut weh!
Nein! Nein!
I Befehle und Befehlssätze bekommen immer ein Ausrufezeichen, weil sie eine nachdrückliche Auf-1
forderung darstellen. Auch kurze, knappe Aufforderungen wie Ruhe! Aufhören! usw. bekommen I
immer das Ausrufezeichen. §
? Praktischer Hinweis: In Schul- und L ehrbuchem gibt es viele Arbeitsanweisungen Sie erhalten
in der Reget kein Ausrufezeichen. Das gilt auch für Arbeitsblätter, Testaufgaben usw. und für die¬
sen Kommentar.
1441
Kennzeichnung des Schlusees von Ganzsätzen
$70
1 Natürlich bekommen kurze Ausrufe ein Ausrufezeichen: Endlich! Aul Was für ein Pech! Beim j
| Schreiben kann man auch Behauptungen und Aussagen in der grammatischen Form eines Aussa-1
| gesatzes durch ein Ausrufezeichen Nachdruck verleihen: Du kommst mit! |
Zum Punkt nach Aufforderungen ohne besonderen Nachdruck siehe § 67 E2.
El: Wenn aber als mehrteiliger Ganzsatz oder als Teile einer Aufzählung verstanden, entsprechend § 71
mit Komma (siehe auch § 79(2) und (3)):
Das ist ja großartig, welch ein Glück! Au, das tut weh! Nein, nein!
| In § 79 sind die Kommas bei Anreden und Ausrufen geregelt. f
E2: Zur Kennzeichnung eines besonderen Nachdrucks setzt man auch nach frei stehenden Zeilen ein
Ausrufezeichen.
Dies betrifft
(1) Überschriften und Werktitel:
Chance für eine diplomatische Lösung!
Kämpft für den Frieden!
Endlich!
Zum Punkt siehe § 68(1); zum Fragezeichen siehe § 70 E2.
(2) die Anrede:
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
E3: Nach der Anrede etwa in Briefen kam man ein Ausrufezeichen oder entsprechend § 79(1) ein Komma
setzen:
Sehr geehrter Herr Schröder!
Entsprechend unserer telefonischen Vereinbarung...
Sehr geehrter Herr Schröder,
entsprechend unserer telefonischen Vereinbarung...
In der Schweiz auch ohne Zeichen am Ende:
Sehr geehrter Herr Schröder
Entsprechend unserer telefonischen Vereinbarung...
I Das Ausrufezeichen ist heute etwas veraltet. Üblich ist es, ein Komma zu setzen. In der Schweiz wird j
| gar kein Satzzeichen gesetzt, wie das international in anderen Sprachen üblich ist. Der Übergang in |
I eine neue Zeile hebt die Anrede in jedem Fall vom Folgetext ab. Außerdem wird groß weitengeschrie-!
jben. |
§70
Mit dem Fragezeichen kennzeichnet man den Ganzsatz als Frage.
I Diese Grundregel würde in der gewohnten Formulierung lauten: Ein Fragesatz erhält ein Fragezei- f
Ichen. j
Hast du ihn gestern gesehen? Wann kommst du? Kommst du wirklich morgen? Ob er morgen kommt? Soll
er ihm einen Brief schreiben oder ist es besser, dass er ihn anruft?
Habt ihr nachgesehen, was Paul macht? Sehen Sie, wie schön die Aussicht ist? Haben Sie ihn aufgefordert
die Wohnung sofort zu verlassen? Hat er gefragt, ob Fritz kommt?
Warst du im Kino? In welchem Film? Dein Freund war auch mit? Was möchtet ihr trinken: Bier, Wein oder
Apfelmost? Ist das nicht großartig? Ist das nicht ein Glück? Warum? Weshalb? Weswegen?
1442
§71
Gliederung innerhalb von Ganzsätzen
Das Fragezeichen ist hier eindeutig an die grammatische Form des Fragesatzes gebunden und I
wird auch in der Schreibpraxis so gesetzt, auch wenn eine Frage eigentlich eine Aufforderung ist: j
Wer putzt bitte mal die Tafel ab? Natürlich kann man auch kürzere Fragen formulieren: Wie bitte? |
Weshalb? Wann? Wirklich nicht? |
El: Wenn aber als mehrteiliger Ganzsatz oder als Teile einer Aufzählung verstanden, entsprechend § 71
mit Komma:
Ist das nicht großartig, ist das nicht ein Glück? Warum, weshalb, weswegen?
E2: Zur Kennzeichnung einer Frage setzt man auch nach frei stehenden Zeilen, zum Beispiel nach
Überschriften und Werktiteln, ein Fragezeichen: Chance für eine diplomatische Lösung? Wo warst du,
Adam? Quo vadis?
Zum Punkt siehe § 68(1); zum Ausrufezeichen siehe § 69 E2.
2 Gliederung innerhalb von Ganzsätzen
(1) Der Gliederung des Ganzsatzes dienen die folgenden Satzzeichen:
■ das Komma
■ das Semikolon
■ der Doppelpunkt
■ der Gedankenstrich
■ die Klammern
Zu den Auslassungspunkten siehe § 99 bis § 100.
(2) Das Komma wird sowohl einfach als auch paarig gebraucht:
Er trug einen schwarzen, breitkrempigen Hut. Seine Kopfbedeckung, ein schwarzer und breitkrempiger
Hut, lag auf dem Tisch.
Dasselbe gilt für den Gedankenstrich.
Nur paarig werden die Klammern gebraucht, nur einfach das Semikolon und der Doppelpunkt.
(3) Manchmal kann man zwischen verschiedenen Zeichen wählen:
Im Hausflur war es still, ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Im Hausflur war es still; ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Im Hausflur war es still — ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Zur stärkeren Abgrenzung kann man entsprechend §67 auch einen Punkt setzen:
Im Hausflur war es still. Ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es. Eines Tages - es war mitten im Sommer - hagelte es.
Eines Tages (es war mitten im Sommer) hagelte es.
I In diesem Regelwerk wird häufig die Kennzeichnung „paarig“ gebraucht für zwei Kommas, die et- §
I was einschließen. j
2.1 Komma
§71
Gleichrangige (nebengeordnete) Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter grenzt man mit
Komma voneinander ab.
1443
Komma
§71
| Die beiden Grundregeln zum Komma von § 70 und § 71 gehören zusammen, sie lassen sich durch I
j eine gemeinsame Faustregel leicht richtig anwenden. |
Faustregel: Gleichrangige Sätze und funktionsgleiche SatzteHe und Wörter werden durch Kom¬
ma getrennt, sofern sie nicht durch eine Konjunktion wie und oder oder verbunden sind.
Dies betrifft (siehe aber § 72)
(1) gleichrangige Teilsätze:
Im Hausflur war es still, ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel. Die Musik wird leiser, der Vorhang
hebt sich, das Spiel beginnt. Er dachte angestrengt nach, aber ihr Name fiel ihm nicht ein. Ich wollte ihm
helfen, doch er ließ es nicht zu. Ich wollte ihm helfen, er ließ es jedoch nicht zu. Das ist ja großartig, welch
ein Glück! Ist das nicht großartig, ist das nicht ein Glück?
Zur Möglichkeit der Wahl zwischen Komma, Semikolon oder Punkt siehe § 80(1).
Er log beharrlich, er wisse von nichts, er sei es nicht gewesen. Wenn das wahr ist, wenn du ihn wirklich nicht
gesehen hast, brauchst du dir keine Vorwürfe zu machen. Er erkundigte sich, was es Neues gebe, ob Post
gekommen sei. Dass sie ihn nicht nur übersah, sondern dass sie auch noch mit anderen flirtete, kränkte ihn
sehr.
(In § 80 wird das Semikolon behandelt. |
(2) gleichrangige Wortgruppen oder Wörter in Aufzählungen:
Der Nachbar hatte versprochen den Briefkasten zu leeren, die Blumen zu gießen, hin und wieder zu lüften.
Völlig erschöpft, hungrig undfrierend, vom Regen durchnässt kamen sie nach Hause. Er hat nicht behaup¬
tet in Berlin gewesen zu sein, sondern in Mainz seinen Onkel besucht zu haben. Sie ärgerte sich ständig über
ihren Mann, über die Kinder, über die Hausbewohner.
Er trug einen schwarzen, breitkrempigen Hut. Das ist ein ausgesprochen süßes, widerlich klebriges Ge¬
tränk. (Siehe aber unten El.)
| Die Kennzeichnung „gleichrangige Wbrtgruppen oder Wörter“ fasst zusammen, dass hier verschie- J
j denartige grammatische Verhältnisse vorliegen können. Es kann sich um Aufzählungen von Wör-1
| tern in einem Satzglied, von Satzgliedern und auch von Infinitivgruppen oder von Prädikatsgruppen |
j einschließlich Objekten und adverbiellen Bestimmungen handeln. Entscheidend ist, dass sie |
} gleichrangig (im Satzbau funktionsgleich) sind. Man beachte hier auch im Beispiel, dass das Korn-1
fmavorsoncfemerhaltengebliebenist. |
Zu Fällen wie den folgenden siehe § 77 (4): Auf der Ausstellung waren viele ausländische, insbesondere
holländische Firmen vertreten. Als er sein Herz ausgeschüttet, das heißt alles erzählt hatte, fühlte er sich
besser.
Die Buchstaben x, y, z bilden den Schluss des Alphabets. Frühling, Sommer, Herbst, Winter.
Er fährt nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug. Er ist klug, (dabei) aber faul. Einerseits ist er klug, an¬
dererseits faul. Der März war teils freundlich, teils regnerisch, aber im Ganzen zu kalt. Sie lächelte halb
verlegen, halb belustigt.
Nein, nein! Warum, weshalb, weswegen?
1 ln § 77 (4) geht es wie auch hier in den Beispielen um nachgestellte Erläuterungen. 1
Zum Ausrufe- oder Fragezeichen siehe § 69 bzw. § 70.
Zum Komma bei mehrteiligen Orts-, Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben siehe § 77 (3).
E1: Sind zwei Adjektive nicht gleichrangig, so setzt man kein Komma.
die letzten großen Ferien, eine neue blaue Bluse, dunkles bayerisches Bier, die allgemeine wirtschaftliche
Lage, zahlreiche wertende Stellungnahmen
1444
§72
Komma
Gelegentlich kann der Schreibende dadurch, dass er ein Komma setzt oder nicht, deutlich machen, ob er die
Adjektive als gleichrangig verstanden wissen will oder nicht.
Gleichrangig: neue, umweltfreundliche Verfahren (neben den bisherigen Verfahren, die nicht umwelt¬
freundlich sind, gibt es nunmehr neue und umweltfreundliche Verfahren)
Nicht gleichrangig: neue umweltfreundliche Verfahren (zusätzlich zu den bisherigen umweltfreundlichen
Verfahren gibt es weitere umweltfreundliche Verfahren)
| Diese Regel galt schon frühen Sie dient einer wichtigen Bedeutungsdifferenzierung. Ein schlauer ai- J
I terHase ist kein Hase, sondern ein Mensch. Ein schlauer, alter Hase ist ein Hase. Und nur das letzte |
§ Beispiel kann man umdrehen: Ein alter, schlauer Hase... {
E2: Das Komma und der Schlusspunkt können in kolumnenartigen Aufzählungen fehlen, zum Beispiel:
Unser Sonderangebot:
- Äpfel
- Birnen
- Orangen
IEs ist gut, dass diese Kolumnenregel hier ausformuliert wird. Da herrscht bei ungeübten Schrei-§
bern/-innen große Unsicherheit. §
§72
Sind die gleichrangigen Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter durch und, oder, beziehungs-
weisejbzw., sowie ( — und), wie (= und), entweder ... oder, nicht... noch, sowohl... als
(auch), sowohl... wie (auch) oder durch weder ... noch verbunden, so setzt man kein
Komma.
I Die Rechtschreibreform hat durch die Ausdehnung der und/oder-Regel auch auf gleichrangige |
I Sätze eine große Schwierigkeit für die Schreibpraxis beseitigt. Hier wurden viele Fehler gemacht. |
Dies betrifft
(1) gleichrangige Teilsätze (siehe aber § 73):
Die Musik wird leiser und der Vorhang hebt sich und das Spiel beginnt. Ich habe sie oft besucht und wir sa¬
ßen bis spät in die Nacht zusammen. Seid ihr mit meinem Vorschlag einverstanden oder habt ihr Einwände
vorzubringen?
Sie wisse Bescheid und der Vorgang sei ihr völlig klar, sagte sie. Er erkundigte sich, was es Neues gebe und
ob Post gekommen sei. Alle wollten wissen, wie es gewesen sei und warum es so lange gedauert habe. Ich
hoffe, dass es dir gefällt und dass du zufrieden bist.
| § 73 ergänzt die und/ocfer-Regelung des § 72 dergestalt, dass es Izwar gestattet ist, das Komma |
(zwischen gleichrangigen Teilsätzen fortzulassen, aber man darf es setzen, wenn man den Text j
übersichtlicher gliedern will. (Siehe dort zu weiteren Hinweisen.) §
(2) gleichrangige Wortgruppen oder Wörter in Aufzählungen:
Der Nachbar hatte versprochen den Briefkasten zu leeren und die Blumen zu gießen und hin und wieder zu
lüften. Völlig erschöpft und vom Regen durchnässt kamen sie nach Hause.
Sie fährt sowohl bei gutem als auch bei schlechtem Wetter. Der März war kalt und unfreundlich. Das ist
ein ausgesprochen süßes sowie widerlich klebriges Getränk. Feuer, Wasser, Luft und Erde
1445
Komma
§73
Sie fährt entweder mit dem Auto oder mit dem Zug. Er ist klug und dabei faul. Nein und abermals nein!
Wie und warum und wozu?
| Die Rechtschreibreformer wussten, warum sie so viele Beispiele geben. Man kann oft durch ein |
| Beispiel sein eigenes Problem besser lösen als durch die Auslegung einer abstrakten Regel. J
E1: Ein Komma vor und usw. kann dadurch begründet sein, dass mit ihm entsprechend § 74 ein Neben¬
satz, entsprechend § 77 ein Zusatz oder Nachtrag bzw. entsprechend § 93 ein wörtlich wiedergegebener
Satz abgeschlossen wird:
Er sagte, dass er morgen komme, und verabschiedete sich. Mein Onkel, ein großer Tierfreund, und seine
Katzen leben in einer alten Mühle. Sie fragte: „Brauchen Sie die Unterlagen?“, und öffnete die Schublade.
| Auf diesen Hinweis sei nachdrücklich aufmerksam gemacht! Das zweite Komma eines eingescho- §
| benen Nebensatzes, Zusatzes oder Nachtrags wird sehr oft vergessen. Dieses Komma ist für den f
| Leser wichtig, damit er weiß, wo der Einschub auf hört und der übergeordnete Satz weitergeht. |
E2: Bei entgegenstellenden Konjunktionen wie aber, doch, jedoch, sondern steht nach der Grundregel
(§71) ein Komma, wenn sie zwischen gleichrangigen Wörtern oder Wortgruppen stehen:
Sie fährt nicht nur bei gutem, sondern auch bei schlechtem Wetter. Der März war sonnig, aber kalt. Er hat
mir ein süßes, jedoch wohlschmeckendes Getränk eingeschenkt.
| Die Wörter aber, doch, jedoch und sondern sollte man sich merken als Signale für ein Komma, j
{Aber Achtung! Sie müssen als Konjunktionen gebaucht werden und nicht als eingeschobene Ad- j
J verbien. Vergleiche: f
| Das sieht aber gar nicht gut aus! (Einschub, also kein Komma) J
| Das sieht nicht gar gut aus, aber wir kriegen das schon hin. (Einleitung eines Teilsatzes, also mit j
| Komma.) f
§73
Bei gleichrangigen Teilsätzen, die durch und, oder usw. verbunden sind, kann man ein
Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen.
| Der § 73 formuliert eine Ausnahme zu § 72 als ,,kann“-Regel. Für die minimale Zeichensetzung I
I kann man sie vernachlässigen. |
Ich habe sie oft besucht(,) und wir saßen bis spät in die Nacht zusammen, wenn sie in guter Stimmung
war. Es war nicht selten, dass er sie besuchtet) und dass sie bis spät in die Nacht zusammensaßen, wenn
sie in guter Stimmung war.
Er traf sich mit meiner SchwesterQ und deren Freundin war auch mitgekommen. Wir warten auf
euch(,) oder die Kinder gehen schon voraus. Ich fotografierte die Berge(,) und meine Frau lag in der
Sonne.
| Man sollte sich die Beispiele in Ruhe anschauen und überlegen, ob die Texte für den Leser durch jj
| die Kommas nicht doch besser gegliedert werden als ohne. f
(In komplizierteren technischen und wissenschaftlichen Texten, von manchen dichterischen zu |
f; schweigen, werden die Kommas weiterhin gute Dienste leisten können. |
§74
Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paa¬
rigem Komma ein.
1446
§74
Komma
| Dies ist die alte Nebensatz/Gliedsatz-Regel für die Kommasetzung. In ihr dokumentiert sich das |
I grammatische Prinzip (s. o. S. 14) besonders deutlich. Deshalb muss man die komplexen Satz- j
] Strukturen schon analysieren. |
Am Anfang des Ganzsatzes:
Was ich anfangen soll, weiß ich nicht. Als wir nach Hause kamen, war es schon spät. Dass es dir wieder bes¬
ser geht, freut mich sehr. Obwohl schlechtes Weiter war, suchten wir die Ostereier im Garten. Ist dir der
Weg zu weit, kannst du mit dem Bus fahren. Er komme morgen, sagte er. Als er sich niederbeugte, weil er
ihre Tasche aufheben wollte, stießen sie mit den Köpfen zusammen.
Lösungshitfe ,
Es hilft, wenn man die Einiertewörter für Gliedsätze kennt: dass; das Relativpronomen der, die,
das mit seinen Formen und die unterordnenden Konjunktionen well, da, wem, während, als, ehe,
nachdem, ob, obwohl, Indem, wie ..
Eingeschoben:
Das Buch, das ich dir mitgebracht habe, liegt auf dem Tisch. Seine Annahme, dass Peter käme, erfüllte sich
nicht. Sie konnte, wenn sie wollte, äußerst liebenswürdig sein. Er sagte, dass er morgen komme, und verab¬
schiedete sich. Er sagte, er komme morgen, und verabschiedete sich.
1 Beim Satzmuster der eingeschobenen Nebensätze wird das zweite, den Einschub abschließende I
| Komma häufig vergessen. Gerade dieses ist für den Leser besonders wichtig, damit er weiß, dass |
t nun der unterbrochene Satz weitergeht. i
Am Ende des Ganzsatzes:
Ich weiß nicht, was ich anfangen soll. Sie beobachtete die Kinder, die auf der Wiese ihre Drachen steigen
ließen. Gestern traf ich eine Freundin, von der ich lange nichts mehr gehört hatte. Das Kind weinte, weil es
seinen Schlüssel verloren hatte. Ich hätte nie gedacht, dass du mich so enttäuschen würdest. Sie sah gesün¬
der aus, als sie sich fühlte. Seine Tochter war ebenso rothaarig, wie er es als Kind gewesen war. Sie sagte,
sie komme morgen. Er war zu klug, als dass er in die Falle gegangen wäre, die man ihm gestellt hatte.
| In den Beispielen ist ein Nebensatz enthalten, der mit wie eingeleitet wird: Seine Tochter war eben-1
I so rothaarig, wie er es als Kind gewesen war. Nun ist das wie auch Vergleichspartikel: Seine Tochter f
| war ebenso rothaarig wie er als Kind. Da steht kein Komma; deshalb wird es auch bei mit wie einge- f
J leiteten Nebensätzen häufig vergessen. Weiter unten in E3 wird das dargelegt. I
El: Besteht die Einleitung eines Nebensatzes aus einem Einleitewort und weiteren Wörtern, so gilt:
(1) Man setzt das Komma vor die ganze Wortgruppe:
Ich habe sie selten besucht, aber wenn ich bei ihr war, saßen wir bis spät in die Nacht zusammen. Er rannte,
als ob es um sein Leben ginge, über die Straße. Sie rannte, wie wenn es um ihr Leben ginge. Ein Passant
hatte bereits Risse in den Pfeilern der Brücke bemerkt, zwei Tage bevor sie zusammenbrach. '
(2) In einigen Fällen kann der Schreibende zusätzlich ein Komma zwischen den Bestandteilen der Wort¬
gruppe setzen:
Morgen wird es regnen, angenommen(,) dass der Wetterbericht stimmt. Wir fahren morgen, ausgenom¬
men(,) wenn es regnet. Ich glaube nicht, dass er anruft, geschweige (,) dass er vorbeikommt. Ich glaube
nicht, dass er anruft, geschweige denn(,) dass er vorbeikommt. Ich komme morgen, gleichviel,) ob er es
will oder nicht. Ich werde ihnen gegenüber abweisend oder entgegenkommend sein, je nachdem(,) ob sie
hartnäckig oder sachlich sind.
| In den „kann“-Regeln (2) kommen stilistische Feinheiten zum Tragen. Für die minimale Zeichenset-1
| zung sind diese Fälle nicht so wichtig. |
(3) Der Schreibende kann durch das Komma deutlich machen, ob er Wörter als Bestandteil der Neben¬
satzeinleitung verstanden wissen will oder nicht:
1447
Komma
§75
Ich freue mich, auch wem du mir nur eine Karte schreibst. Ich freue mich auch, wenn du mir nur eine Karte
schreibst. Die Rehe bemerkten ihn, gleich als er sein Versteck verließ. Die Rehe bemerkten ihn gleich, als
er sein Versteck verließ. Er ärgerte sich zeitlebens, so dass er schon früh graue Haare bekam. Er ärgerte
sich zeitlebens so, dass er schon früh graue Haare bekam. Sie sorgt sich um ihn, vor allem(,) wem er
nachts unterwegs ist. Sie sorgt sich um ihn vor allem, wem er nachts unterwegs ist.
| In diesen Beispielen ist das Komma nicht ganz unwichtig, weil der Bezug der Modalangaben sich |
1 jeweils ändert. Im 1. Satz bezieht sich das auch entweder auf das Kartenschreiben und damit den |
| Kartenschreiber oder auf das Freuen und damit den Empfänger Im 3. Satz wird durch das so der |
| Ärger betont, oder die Folgen werden hervorgehoben. [In diesem Erklärungssatz muss das Komma j
| vor dem oder nicht stehen. Aber es gliedert gut.] §
E2: Wenn eine beiordnende Konjunktion wie und, oder (§ 72) Satzglieder oder Teile von Satzgliedern
mit Nebensätzen verbindet, so steht zwischen den Bestandteilen einer solchen Reihung kein Komma.
Gegenüber dem übergeordneten Satz sind die Teile der Reihung nur dann mit Komma abgetrennt,
wenn der Nebensatz anschließt, nicht aber, wenn das Satzglied bzw. ein Teil eines Satzgliedes an¬
schließt:
| Der Fall E2 kann als Ableitung von der und/oder-Regel § 72 verstanden werden. Der Fall kommt sei-1
| ten von f
Außerordentlich bedauert hat er diesen Vorfall und dass das hier geschehen konnte.
Bei großer Dürre oder wenn der Föhn weht, ist das Rauchen hier streng verboten.
Wenn der Föhn weht oder bei großer Dürre ist das Rauchen hier streng verboten.
Das Rauchen ist hier streng verboten bei großer Dürre oder wenn der Föhn weht.
Das Rauchen ist hier streng verboten, wenn der Föhn weht oder bei großer Dürre.
(Die Beispiele zeigen deutlicher; worum es geht, als die etwas komplizierte Regel, die die grammati- (
I sehen Verhältnisse darstellen muss. 1
•*. Ei
E3: Vergleiche mit als oder wie in Verbindung mit einer Wortgruppe oder einem Wort sind keine Ne¬
bensätze; entsprechend setzt man kein Komma (zu wie siehe auch § 78(2)):
Früher als gewöhnlich kam er von der Arbeit nach Hause. Wie im letzten Jahr hatten wir auch diesmal ei¬
nen schönen Herbst. Er kam früher als gewöhnlich von der Arbeit nach Hause. Er kam wie am Vortage
auch heute zu spät. Peter ist größer als sein Vater. Heute war er früher da als gestern. Das ging schneller
als erwartet. Er ist genauso groß wie sie.
| Auf die Vergleichspartikel wurde oben im Kommentar schon hingewiesen. j
§75
Bei formelhaften Nebensätzen kann man das Komma weglassen.
j Diese „kannn-Regel ist neu. Sie kennzeichnet die Toleranz, die in der Zeichensetzung künftig herr-1
| sehen soll. j
Wie bereits gesagtQ verhält sich die Sache anders. Ich komme(,) wenn nötig(,) bei dir noch vorbei.
§76
Bei Infinitiv-, Partizip- oder Adjektivgruppen oder bei entsprechenden Wortgruppen
kann man ein (gegebenenfalls paariges) Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsat¬
zes deutlich zu machen bzw. um Missverständnisse auszuschließen.
1448
§77
Komma
Diese Regel Ist eine weitere, gewichtige Veränderung durch die Rechtschreibreform. Auch beim In-f
finitiv wird das Komma praktisch freigegeben und damit eine Quelle vieler Fehler beseitigt, zumal j
die Definition des erweiterten Infinitivs schwierig ist. j
nicht weiter
<Y fi y-f
Sie ist bereitQ zu diesem Unternehmen ihren Beitrag zu leisten. Etwas SchöneresQ als bei dir zu $ein(,)
gibt es nicht. Durch eine Tasse Kaffee gestärkt(,) werden wir die Arbeit fortsetzen. Darauf aufmerksam
gemacht^) haben wir den Fehler beseitigt. Er sah sich(,) ihn laut und wütend beschimpfend^) nach ei¬
nem Fluchtweg um. Sie suchteQ den etwas ungenauen Stadtplan in der Hand(,) ein Straßenschild.
Ich hoffeQ jeden TagQ in die Stadt gehen zu können. Ich- rate(,) ihm(,) zu helfen. Die Kranke ver¬
suchtet,) tägüchQ etwas länger aufzubleiben. Sabine verspracht,) ihrem VaterQ einen Brief zu schrei-
ben(,) und verabschiedete sich. Er gingt,) gesternt,) von allen wütend beschimpft(,) zur Polizei.
Auch bei dieser Freigabe des Kommas gilt für anspruchsvollere und kompliziertere Texte, dass j
man das Komma gut zur Gliederung des Textes für den Leser n utzen kann. J
Zum Komma bei Infinitivgruppen usw. in Verbindung mit einem hinweisenden Wort siehe § 77(5).
Zum Komma bei nachgetragenen Infinitivgruppen oder entsprechenden Wortgruppen siehe § 77(6),
bei nachgetragenen Partizip-, Adjektivgruppen oder entsprechenden Wortgruppen auch am Ende des
Ganzsatzes siehe § 77(7).
Zur Möglichkeit der Wahl, Infinitivgruppen usw. mit Komma als Zusatz oder Nachtrag zu kennzeich¬
nen, siehe § 78(3).
§77
Zusätze oder Nachträge grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt
man sie mit paarigem Komma ein.
Mit Nachdruck sei auf das „paarige Komma“ hingewiesen, also darauf, dass ein Einschub vorn und |
hinten zu begrenzen ist. §
Möglich sind in bestimmten Fällen auch Gedankenstrich (siehe § 84) oder Klammern (siehe § 86); mit
diesen Zeichen kennzeichnet man stärker, dass man etwas als Zusatz oder Nachtrag verstanden wissen
will.
Dies betrifft (1) Parenthesen, (2) Substantivgruppen als Nachträge (Appositionen), (3) Orts-, Woh-
nungs-, Zeit- und Literaturangaben ohne Präposition, (4) Erläuterungen, (5) angekündigte Wörter oder
Wortgruppen, (6) Infinitivgruppen und (7) Partizip- oder Adjektivgruppen.
(1) Parenthesen:
Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es. Dieses Bild, es ist das letzte und bekannteste des Künst¬
lers, wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung, um das noch einmal zu sagen, halten wir für wenig an¬
gemessen.
Zum Gedankenstrich oder zu Klammem siehe § 84(1) bzw. § 86(1).
Parenthese ist der grammatische Fachausdruck für einen eingeschobenen Hauptsatz. Er kann 1
auch durch Gedankenstriche eingegrenzt werden, das steht in § 84 (1). Eine Eingrenzung durch |
Klammern ist eine andere Möglichkeit (§ 86). I
1449
Komma
§77
(2) Substantivgruppen als Nachträge (Appositionen), insbesondere auch Titel, Berufsbezeichnungen
und dergleichen in Verbindung mit Eigennamen:
Mein Onkel, ein großer Tierfreund, und seine Katzen leben in einer alten Mühle. Wir gingen in die Hütte,
einen kalten Raum mit kleinen Fenstern. Wir gingen in die Hütte, einen kalten Raum mit kleinen Fenstern,
und zündeten ein Feuer an. Walter Gerber, Mannheim, und Anita Busch, Berlin, verlobten sich letzte Wo¬
che. ^
Mainz ist die Geburtsstadt Johannes Gutenbergs, des Erfinders der Buchdruckerkunst. Johannes Guten¬
berg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, wurde in Mainz geboren. Professor Dr. med. Max Midier, Di¬
rektor der Kinderklinik, war unser Gesprächspartner. Franz Meier, der Angeklagte, verweigerte die Aus¬
sage. Gertrud Patzke, Hebamme des Dorfes, wurde 60 Jahre alt.
Zum Gedankenstrich oder zu Klammem siehe § 84(2) bzw. § 86(2).
| Apposition ist der grammatische Fachbegriff für die Beifügung im gleichen Fall; sie wird auch Bei- J
{Stellung genannt. §
El: Folgt der Eigenname einem Titel, einer Berufsbezeichnung und dergleichen, so kann man nach
§ 78(4) das Komma weglassen:
Der Erfinder der Buchdruckerkunst (,) Johannes Gutenberg(,) wurde in Mainz geboren.
| Zu beobachten ist ein stilistischer Unterschied: Mit Komma liegt die Betonung auf der Erfinder darf
| Buchdruckerkunst, ohne Komma auf Johann Gutenberg. 1
E2: Bestandteile von mehrteiligen Eigennamen und vorangestellte Titel ohne Artikel sind keine Zusätze
oder Nachträge; entsprechend setzt man kein Komma.
Wilhelm der Eroberer unterwarf ganz England. Direktor Professor Dr. med. Max Müllerführte uns durch
die Klinik.
Frau Schmidt geb. Kühn hat dies mitgeteilt.
Nach der Grundregel (§ 77) auch mit Komma:
Frau Schmidt, geb. Kühn, hat dies mitgeteilt.
| Die Regeln mit ihren vielen Fallgruppen und einschränkenden Alternativen erscheinen auf den er- f
| sten Blick außerordentlich kompliziert. Die Beispiele zeigen, worum es geht. Es gibt aber eine relativ |
j einfache Faustregel, die zwar nicht alle, aber die meisten Fälle erfasst und die in der Schreibpraxis 1
| oft intuitiv angewendet wird. j
Wird etwas hinzugesetzt oder nachgetragen und macht man bevn inneren Mitsprechen eine
deutliche Pause vor und hinter dem Einschub, so setzt man em Komma.
(3) Mehrteilige Orts-, Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben ohne Präposition (das schließende
Komma kann hier auch weggelassen werden):
Orts-, Wohnungs- und Zeitangaben:
Gustav Meier, Wiesbaden, Wilhelmstr. 24,1. Stock(,) hat diese Annonce aufgegeben. Gabi Schmid, Ber¬
lin, Landsberger Allee 209, 3. Stock(,) gewann eine Reise in den Harz. Aber: Gabi hat lange in Köln am
Kirchplatz 4 gewohnt.
Die Tagung soll Mittwoch, (den) 14. NovemberQ beginnen. Die Tagung soll am Mittwoch, dem 14.
NovemberQ beginnen. Die Tagung soll am Mittwoch, dem 14. November, (um) 9.00 Uhr(,) im Rosen¬
garten beginnen.
Mehrteilige Hinweise auf Stellen aus Büchern, Zeitschriften und dergleichen:
Die Zeitschrift Spektrum, Jahrgang 29, Heft 2, S. 134(.) hat darüber berichtet. In der Zeitschrift Spek¬
trum, Jahrgang 29, Heft 2, S. 134(,) findet sich ein entsprechendes Zitat.
1450
§77
Komma
Ausnahme: In mehrteiligen Hinweisen auf Gesetze, Verordnungen und dergleichen setzt man kein
Komma:
§ 6 Abs. 2 Satz 3 der Verordnung
(4) Nachgestellte Erläuterungen, die häufig mit also, besonders, das heißt (d.h.), das ist (d. L), genauer,
insbesondere, nämlich, und das, und zwar, vor allem, zum Beispiel (z. B.) oder dergleichen eingeleitet wer¬
den:
| Man sollte sich die Einleitungswörter der Erläuterungen merken. |
Sie isst gern Obst, besonders Apfelsinen und Bananen. Obst, besonders Apfelsinen und Bananen, isst sie
gern. Wir erwarten dich nächste Woche, und zwar am Dienstag. Nachmittägs kommt Gewitterneigung
auf, vor allem im Süden. Mit einem Scheck über 2000 DM, in Worten: zweitausend Mark, hat er die Rech¬
nung bezahlt. Sie bezahlte mit einem Scheck über 2000 DM, in Worten: zweitausend Mark.
Auf der Ausstellung waren viele ausländische Firmen, insbesondere holländische [Maschinenherstellerf
Firmen], vertreten. Wir erwarten dich nächste Woche, das heißt vielleicht auch übernächste [Woche], zu
einem Gespräch. Als sie ihr Herz ausgeschüttet hatte, das heißt alles erzählt hatte, fühlte sie sich besser.
| Die eckigen Klammem im Beispiel bedeuten, dass diese Wörter im eigentlichen Text nicht erschei- j
|nen; sie dienen der Erläuterung. |
Wird - im Unterschied zu den letztgenannten Beispielen - die Erläuterung in die substantivische oder
verbale Fügung einbezogen, so grenzt man sie mit einfachem Komma ab:
Auf der Ausstellung waren viele ausländische, insbesondere holländische Firmen vertreten. Wir erwarten
dich nächste, das heißt vielleicht auch übernächste Woche zu einem Gespräch. Er wird sein Herz ausge¬
schüttet, das heißt alles erzählt haben.
Zum Gedankenstrich oder zu Klammern siehe §84(3) bzw. §86(3).
(5) Wärter oder Wortgruppen, die durch ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe ange¬
kündigt werden:
Sie, die Gärtnerin, weiß das ganz genau. Wir beide, du und ich, wissen es genau.
Daran, den Job länger zu behalten, dachte sie nicht. Sie dachte nicht daran, den Job länger zu behalten,
und kündigte. Sein größter Wunsch ist es, eine Familie zu gründen. Dies, eine Familie zu gründen, ist sein
größter Wunsch.
1 Diese Regel und die Beispiele zeigen deutlich, wie vielseitig das Komma zur Textgliederung nutzbar |
(gemachtwerden kann. I
So, aus vollem Halse lachend, kam sie auf mich zu. So, mit dem Rucksack bepackt, standen wir vor dem
Tor. So bepackt, den Rucksack auf dem Rücken, standen wir vor dem Tor.
Werden Wörter oder Wortgruppen durch ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe wieder
aufgenommen, so grenzt man sie mit einfachem Komma ab:
Dem die Gärtnerin, die weiß das ganz genau. Und du und ich, wir beide wissen das genau. Wie im letzten
Jahr, so hatten wir auch diesmal einen schönen Herbst.
... und den Job länger zu behalten, daran dachte sie nicht und kündigte. Eine Familie zu gründen, das ist
sein größter Wunsch.
Aus vollem Halse lachend, so kam sie auf mich zu. Mit dem Rucksack bepackt, so standen wir vor dem
Tor. Den Rucksack auf dem Rücken, so bepackt standen wir vor dem Tor.
Zum Gedankenstrich siehe § 84(4).
1451
Komma
§78
(6) nachgetragene Infinitivgruppen oder entsprechende Wortgruppen (siehe dazu auch § 78 (3)):
Er, ohne den Vertrag vorher gelesen zu haben, hatte ihn sofort unterschrieben. Er, ohne jede Kenntnis des
Vertragsinhalts, hatte sofort unterschrieben. Er, statt ihm zu Hilfe zu kommen, sah tatenlos zu.
| § 78, auf den hier verwiesen wird, ist der Toleranzparagraf, der die vielen Fälle behandelt, in denen §
I man ein Komma setzen kann aber nicht muss. I
(7) nachgetragene Partizip- oder Adjektivgruppen oder entsprechende Wortgruppen auch am Ende des
Ganzsatzes (siehe auch § 78(3)):
Sie, aus vollem Halse lachend, kam auf mich zu. Er, außer sich vor Freude, lief auf sie zu und umarmte sie.
Sie, ganz in Decken verpackt, saß auf der Terrasse. Er kam auf mich zu, aus vollem Halse lachend. Er lief
auf sie zu und umarmte sie, außer sich vor Freude. Sie saß auf der Terrasse, ganz in Decken verpackt. Die
Klasse, zum Ausflug bereit, war auf dem Schulhof versammelt. Wir, den Rucksack auf dem Rücken, stan¬
den vor dem Tor. Die Klasse war auf dem Schulhof versammelt, zum Ausflug bereit. Wir standen vor dem
Tor, den Rucksack auf dem Rücken.
Suchen Mitarbeiter, sprachkundig und schreibgewandt. Mehrere Mitarbeiter, sprachkundig und schreib¬
gewandt, werden gesucht. Der November, kalt und nass, löste eine Grippe aus.
E3: In einer festen Verbindung mit einem nachgestellten Adjektiv setzt man kein Komma.
Hänschen klein, Forelle blau, Whisky pur
§78
Oft liegt es im Ermessen des Schreibenden, ob er etwas mit Komma als Zusatz oder Nach¬
trag kennzeichnen will oder nicht.
j Dies ist ein wichtiger Toleranzparagraf der Kommasetzung. Er wird dafür sorgen, dass viele Schul-1
I aufsätze nicht mehr so rot aussehen. Und das gilt für viele andere Texte auch. I
I Zum Verständnis der Fallgruppen muss man eine ganze Menge von Grammatik verstehen. Lesen j
I Sie die vielen Beispiele. Der Kommentar wird nicht versuchen, Sie durch Erklärungen der gramma-1
| tischen Einzelheiten zu verwirren. 1
Dies betrifft
(1) Gefüge mit Präpositionen, entsprechende Wortgruppen oder Wörter:
Die Fahrtkostenf,) einschließlich D-Zug-Zuschlag(,) betragen 25,00 Mark. Die Fahrtkosten betragen
25,00 Mark(,) einschließlich D-Zug-Zuschlag. Sie hattef,) trotz aller guten Vorsätze (,) wieder zu rau¬
chen angefangen. Sie hattef,) bedauerlicherweise(,) wieder zu rauchen angefangen. Der Kranke hattef,)
entgegen ärztlichem Verbot(,) das Bett verlassen. Das war(,) nach allgemeinem Urteil(,) eine Fehllei¬
stung. Er hatte sich (,) den ganzen Tag über(,) mit diesem Problem beschäftigt. Die ganze Familie (,) samt
Kindern und Enkeln(,) besuchte die Großeltern.
(2) Gefüge mit wie (zu wie in Vergleichen siehe § 74 E3):
Ihre Ausgabenf,) wie Fahrt- und Übernachtungskosten (,) werden Ihnen ersetzt.
(3) Infinitiv-, Partizip- oder Adjektivgruppen oder entsprechende Wortgruppen (siehe auch § 77 (6) und
(7)):
Er hatte den Vertrag f,) ohne ihn vorher gelesen zu habenf,) sofort unterschrieben. Er hattef,) ohne jede
Kenntnis des Vertragsinhalts(,) sofort unterschrieben. Er hatte den Vertrag sofort unterschrieben(,) ohne
ihn vorher gelesen zu haben. Er hatte sofort unterschriebenf,) ohne jede Kenntnis des Vertragsinhalts. Er
sahf,) statt ihm zu Hilfe zu kommenf,) tatenlos zu. Er sah tatenlos zuf.) statt ihm zu Hilfe zu kommen.
Siehattef,) um nicht zu spät zu kommenf,) ein Taxi genommen. Sie hatte ein Taxi genommenf,) umnicht
1452
§79
Komma
zu spät zu kommen. Sein Wunsch (,) eine Familie zu gründen(,) war groß. Unfähig(,) einen Kompromiss
zu schließen (,) beendete er die Verhandlung.
Sie kam(,) aus vollem Halse lachendf,) auf mich zu. Er lief(,) außer sich vor Freudef,) aufsie zu und um¬
armte sie. Sie saß(,) ganz in Decken verpackt(,) auf der Terrasse. Die Klasse warf,) zum Ausflug be-
reitf,) auf dem Schulhof versammelt. Wir standenf,) den Rucksack auf dem Rückenf,) vor dem Tor. Er
sahf,) den Spazierstock in der Handf.) tatenlos zu.
(4) Eigennamen, die einem Titel, einer Berufsbezeichnung und dergleichen folgen (siehe auch § 77 (2)):
Der Erfinder der Buchdruckerkunst (,) Johannes Gutenbergf,) wurde in Mainz geboren. Der Direktor der
Kinderklinikf,) Professor Dr. med. Max Müllerf,) war der Gesprächspartner. Der Angeklagtef,) Franz
Meier (,) verweigerte die Aussage. Die Hebamme des Dorfesf,) Gertrud Patzkef,) wurde 60 Jahre alt.
§79
Anreden, Ausrufe oder Ausdrücke einer Stellungnahme, die besonders hervorgehoben
werden sollen, grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit
paarigem Komma ein.
Dies betrifft
(1) Anreden:
Kinder, hört doch mal zu. Hört doch mal zu, Kinder. Hört, Kinder, doch mal zu. Du, stell dir vor, was mir
passiert ist! Kommst du mit ins Kino, Klaus-Dieter? Für heute sende ich dir, liebe Ruth, die herzlichsten
Grüße.
Zur Möglichkeit der Wahl zwischen Komma oder Ausrufezeichen nach der Anrede etwa in Briefen sie¬
he § 69 E3.
Iln § 69 E3 wird geregelt, dass Anreden mit Ausrufezeichen (veraltet), mit Komma (heute gebräuch-1
lieh) oder ganz ohne Satzzeichen (in der Schweiz und international üblich) abgeschlossen weiden. |
I Der Übergang zur neuen Zeile gliedert den Text in jedem Fall. §
(2) Ausrufe:
Oh, wie kalt das ist! Au, das tut weh! He, was machen Sie da? Was, du bist umgezogen? Du bist umgezogen,
was? So ist es, ach, nun einmal. So ist es nun einmal, ach ja. Ach ja, so ist es nun einmal.
Aber ohne Hervorhebung:
Oh wem sie doch käme! Ach lass mich doch in Ruhe!
I Zur Erinnerung: Der Leser und die Leserin entnehmen dem Text den Sinn, so wie er geschrieben §
I wurde. Gerade an solchen Stilregeln wie „mit oder ohne Hervorhebung" kann man sich das ver-|
I deutlichen. j
(3) Ausdrücke einer Stellungnahme wie etwa einer Bejahung, Verneinung, Bekräftigung oder Bitte:
Ja, daran ist nicht zu zweifeln. Nein, das sollten Sie nicht tun, nein! Tatsächlich, das ist es. Das ist es, tat¬
sächlich. Leider, das hat er gesagt. Das hat er gesagt, leider. Sie hat uns angerufen, eine gute Idee. Er hat,
eine Unverschämtheit, uns auch noch angerufen.
Bitte, komm doch morgen pünktlich. Komm doch, bitte, morgen pünktlich. Komm doch morgen pünktlich,
bitte. Danke, ich habe schon gegessen. Ich habe schon gegessen, danke.
Aber ohne Hervorhebung:
Bitte komm doch morgen pünktlich!
1453
Semikolon
§80
Zum Ausrufezeichen siehe § 69.
Zur Möglichkeit der Wahl zwischen Komma, Gedankenstrich oder Doppelpunkt siehe § 82.
2.2 Semikolon
§80
Mit dem Semikolon kann man gleichrangige (nebengeordnete) Teilsätze oder Wortgrup¬
pen voneinander abgrenzen. Mit dem Semikolon drückt man einen höheren Grad der Ab¬
grenzung aus als mit dem Komma und einen geringeren Grad der Abgrenzung als mit
dem Punkt.
I Viele Menschen nutzen das Semikolon selten oder gar nicht. Es ist ein Satzzeichen, das ‘weniger |
I als ein Punkt und mehr als ein Komma’ ist. Die Rechtschreibreform setzt hier noch mehr als die alte f
I Rechtschreibung auf eine „kann“-Regel. f
Faustregel: Benutzen Sie da» Semikolon, wenn Sie viele aofgezähite Sätze oder Satzglieder in
Gruppen untergliedern wollen oder wenn sie einen Teilsatz nachtragen. .
Zur Abgrenzung mit Punkt siehe §67; zur Abgrenzung mit Komma siehe §71.
Dies betrifft
(1) gleichrangige, vor allem auch längere Hauptsätze (mit Nebensatz):
Im Hausflur war es still; ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel. Meine Freundin hatte den Zug ver¬
säumt; deshalb kam sie eine halbe Stunde zu spät. Steffen wünscht sich schon lange einen Hund; aber seine
Eltern dulden keine Tiere in der Wohnung. Die Angelegenheit ist erledigt; darum wollen wir nicht länger
streiten. Wir müssen uns überlegen, mit welchem Zug wir fahren wollen; wenn wir den früheren Zug neh¬
men, müssen wir uns beeilen.
Möglich sind hier auch das schwächer abgrenzende Komma oder der stärker abgrenzende Punkt:
Im Hausflur war es still, ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Im Hausflur war es still. Ich drückte erwartungsvoll auf die Klingel.
Zum hier ebenfalls möglichen Gedankenstrich siehe § 82.
(2) gleichrangige Wortgruppen gleicher Struktur in Aufzählungen:
Unser Proviant bestand aus gedörrtem Fleisch, Speck und Rauchschinken; Ei- und Milchpulver; Reis, Nu¬
deln und Grieß.
Möglich ist hier auch das schwächer abgrenzende, nicht untergliedernde Komma:
Unser Proviant bestand aus gedörrtem Fleisch, Speck und Rauchschinken, Ei- und Milchpulver, Reis, Nu¬
deln und Grieß.
j Diese Regelung ist in Aufzählungen in Listen wichtig; so werden in Wörterbüchern Gruppen von §
| Aufzählungen getrennt. Aus einem Synonymenwörterbuch: dick: korpulent, beleibt, vollschlank, |
j mollig, fett, feist; aufgetrieben, aufgedunsen, geschwollen; entzündet. j
2.3 Doppelpunkt
§81
Mit dem Doppelpunkt kündigt man an, dass etwas Weiterführendes folgt.
1454
§82
Gedankenstrich
Zur Schreibung des ersten Wortes nach Doppelpunkt siehe §54(1) und (2).
Dies betrifft
(1) wörtlich wiedergegebene Äußerungen oder Textstellen, wenn der Begleitsatz oder ein Teil von ihm
vorausgeht: Er sagte: „Ich komme morgen." Er sagte zu ihr: „Komm bitte morgen!“ Er fragte: „Kommst
du morgen?“ Sie sagte: „Brauchen Sie die Unterlagen?“, und öffnete die Schublade. Die Zeitung schrieb,
dass die Bahn erklären ließ: „ Wir haben die feste Absicht die Strecke stillzulegen. “
Zu den Anführungszeichen siehe § 89.
(2) Aufzählungen, spezielle Angaben, Erklärungen oder dergleichen:
Er hat schon mehrere Länder besucht: Frankreich, Spanien, Rumänien, Polen. Die Namen der Monate
sind folgende: Januar, Februar, März usw. Er hatte alles verloren: seine Frau, seine Kinder und sein ganzes
Vermögen.
Wir stellen ein: Maschinenschlosser,
Reinigungskräfte,
Kraftfahrer
Nächste Arbeitsberatung: 30.09.1997
Familienstand: ledig
Latein: befriedigend
Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften
Gebrauchsanweisung: Man nehme jede zweite Stunde eine Tablette.
Beachten Sie bitte folgenden Hinweis: Infolge der anhaltenden Trockenheit besteht Waldbrandgefahr.
(3) Zusammenfassungen des vorher Gesagten oder Schlussfolgerungen aus diesem:
Haus und Hof, Geld und Gut: alles ist verloren.
Wer immer nur an sich selbst denkt, wer nur danach trachtet, andere zu übervorteilen, wer sich nicht in die
Gemeinschaft einfügen kam: der kann von uns keine Hilfe erwarten.
I Schwieriger sind die Fälle unter (3), insbesondere das Beispiel Haus und Hof, Geld und Gut: alles ist |
verloren! Hier könnte man Alles großschreiben, wenn man die Regel anwendet, dass ein vollständi-1
| ger Satz folgt. Allerdings ist die vorausgehende Aufzählung Haus und Hof, Geld und Gut kein voll- {
| ständiger Satz. I
Möglich ist hier auch ein Gedankenstrich:
Haus und Hof, Geld und Gut - alles ist verloren.
(Hier ist nur Kleinschreibung alles möglich. |
Zur Möglichkeit der Wahl zwischen Doppelpunkt, Gedankenstrich und Komma siehe §82.
2.4 Gedankenstrich
§82
Mit dem Gedankenstrich kündigt man an, dass etwas Weiterführendes folgt oder dass
man das Folgende als etwas Unerwartetes verstanden wissen will.
Sie trat in das Zimmer und sah - ihren Mann. Im Hausflur war es still - ich drückte erwartungsvoll auf die
Klingel. Zuletzt tat er etwas, woran niemand gedacht hatte - er beging Selbstmord. Plötzlich - ein vielstim¬
miger Schreckensrufl
1455
Gedankenstrich
$83
| Der Gedankenstrich ist, wie schon sein Name sagt, ein durch Schreibabsichten motiviertes Satz-j
1 Zeichen. Er steht meist an der Stelle eines Kommas, gelegentlich auch an der Stelle eines Semiko-1
| Ions oder Doppelpunktes. Insofern kann man ihn oft umgehen (minimale Zeichensetzung). Man j
i sollte es aber nicht, da ein lebendiger Stil den Gedankenstrich benötigt. In Regel § 82 ist die Ab-}
| sicht, etwas Unerwartetes anzukündigen, der wichtigste Aspekt. J
Möglich sind hier teilweise auch Doppelpunkt oder Komma:
Plötzlich: ein vielstimmiger Schreckensruf!
Plötzlich, ein vielstimmiger Schreckensruß
Zur Möglichkeit der Wahl zwischen Gedankenstrich und Doppelpunkt siehe § 81(3).
§83
Zwischen zwei Ganzsätzen kann man zusätzlich zum Schlusszeichen einen Gedanken¬
strich setzen, um - ohne einen neuen Absatz zu beginnen - einen Wechsel deutlich zu ma¬
chen.
Dies betrifft
(1) den Wechsel des Themas oder des Gedankens:
Wir sind nicht in der Lage diesen Wunsch zu erfüllen. - Nunmehr ist der nächste Punkt der Tagesordnmg
zu besprechen.
(2) den Wechsel des Sprechers:
Komm bitte einmal her!-Ja, ich komme sofort.
| Die Regel selbst demonstriert, wie man den Gedankenstrich verwenden soll, um einen Einschub |
j abzugrenzen. j
§84
Mit dem Gedankenstrich grenzt man Zusätze oder Nachträge ab; sind sie eingeschoben,
so schließt man sie mit paarigem Gedankenstrich ein.
Möglich sind auch Kommas (siehe § 77) oder Klammern (siehe § 86).
i Hinweis für weniger geübte Schreiber/-innen 1
I Der Gedankenstrich grenzt ab, vor und hinter dem Gedankenstrich ist eine Leertaste einzufügen. j
| Der Bindestrich und auch der Trennstrich verbinden - der Trennstrich über das Zeilenende hinweg. |
| Beide werden ohne Leertaste direkt angeschlossen. In Büchern wird der Gedankenstrich länger |
I ausfallen als der Bindestrich. Moderne Textprogramme enthalten ihn ebenfalls, zum Beispiel STRG |
| + Minuszeichen im numerischen Feld des Keyboards. J
Dies betrifft
(1) Parenthesen:
Eines Tages - es war mitten im Sommer - hagelte es. Eines Tages - es war mitten im Sommer! - hagelte es.
Eines Tages - war es mitten im Sommer? - hagelte es. Dieses Bild— es ist das letzte und bekannteste des
Künstlers - wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung - um das noch einmal zu sagen - halten wir für
wenig angemessen.
Zum Komma oder zu Klammem siehe § 77 (1) bzw. § 86 (1).
(Parenthese ist der grammatische Fachausdruck für einen eingeschobenen Hauptsatz. |
1456
$85
Gedankenstrich
(2) Substantivgruppen als Nachträge (Appositionen):
Mein Onkel - ein großer Tierfreund - und seine Katzen leben in einer alten Mühle. Wir gingen in die Hütte
- einen kalten Raum mit kleinen Fenstern. Wir gingen in die Hütte - einen kalten Raum mit kleinen Fen¬
stern - und zündeten ein Feuer an. Johannes Gutenberg - der Erfinder der Buchdruckerkmst - wurde in
Mainz geboren.
Zum Komma oder zu Klammem siehe § 77(2) bzw. § 86(2).
I Apposition ist der grammatische Fachausdruck für eine Beifügung im gleichen Fall, auch Beistei- J
I lung genannt. §
(3) nachgestellte Erläuterungen, die häufig mit also, besonders, das heißt (d.h.), das ist (d. i.), genauer,
insbesondere, nämlich, und das, und zwar, vor allem, zum Beispiel (z.B.) oder dergleichen eingeleitet wer¬
den:
Sie isst gern Obst - besonders Apfelsinen und Bananen. Obst - besonders Apfelsinen und Bananen - isst sie
gern. Wir erwarten dich nächste Woche - und zwar am Dienstag. Mit einem Scheck über 2000 DM- in
Worten: zweitausend Mark - hat er die Rechnung bezahlt. Er bezahlte mit einem Scheck über 2000 DM-
in Worten: zweitausend Mark.
Auf der Ausstellung waren viele ausländische Maschinenhersteller-insbesondere holländische - vertreten.
Auf der Ausstellung waren viele ausländische Maschinenhersteller - vor allem holländische Firmen - ver¬
treten. Auf der Ausstellung waren viele ausländische - insbesondere holländische - Maschinenhersteller
vertreten.
Zum Komma oder zu Klammem siehe § 77 (4) bzw. § 86 (3).
| Oie Schlüsselwörter und die folgenden Beispiele entsprechen weitgehend denen in § 77. (
(4) Wörter oder Wortgruppen, die durch ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe an¬
gekündigt werden:
Sie - die Gärtnerin - weiß es ganz genau. Wir beide - du und ich - wissen das genau. Das - eine Familie zu
gründen - ist sein größter Wunsch.
Werden Wörter oder Wortgruppen durch ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe aufge¬
nommen, grenzt man mit einfachem Gedankenstrich ab.
Dem die Gärtnerin - die weiß das ganz genau. Und du und ich - wir beide wissen das genau. Eine Familie
zu gründen - das ist sein größter Wunsch.
Zum Komma siehe § 77 (5).
1 Dies ist eine Parallele zu § 82, wo es um die Ankündigung geht; hier geht es darum, dass wieder!
I aufgenommen wird. f
§85
Ausrufe- oder Fragezeichen, die zum Zusatz oder Nachtrag im paarigen Gedankenstrich
gehören, setzt man vor den abschließenden Gedankenstrich; ein Schlusspunkt wird weg¬
gelassen.
Satzzeichen, die zum einschließenden Satz gehören und daher auch bei Weglassen des Zusatzes oder
Nachtrags stehen müssten, dürfen nicht weggelassen werden.
Er behauptete - so eine Frechheit! -, dass er im Kino gewesen sei. Sie hat das - erinnerst du dich nicht? - ge¬
sterngesagt.
Sie betonte - ich weiß es noch ganz genau -, dass sie für einen Erfolg nicht garantieren könne. Vgl.: Sie be¬
tonte, dass sie für einen Erfolg nicht garantieren könne.
]457
Klammem
§86
| Diese Regel bringt Sicherheit. Man sollte aber hinzufügen, dass der eingeschlossene Aussagesatz |
| nicht durch einen Punkt abgeschlossen wird. Er ist die in § 84 (1) angeführte Parenthese. f
2.5 Klammern
§86
Mit Klammern schließt man Zusätze oder Nachträge ein.
Möglich sind auch Komma (siehe § 77) oder Gedankenstrich (siehe § 84).
Dies betrifft
(1) Parenthesen:
Eines Tages (es war mitten im Sommer) hagelte es. Eines Tages (es war mitten im Sommer!) hagelte es.
Eines Tages (war es mitten im Sommer?) hagelte es. Dieses Bild (es ist das letzte und bekannteste des
Künstlers) wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung (um das noch einmal zu sagen) halten wir für
wenig angemessen. .
Zum Komma oder zum Gedankenstrich siehe § 77 (l)bzw. §84(1).
| Parenthese ist der grammatische Fachausdruck für einen eingeschobenen Hauptsatz. J
(2) Substantivgruppen als Nachträge (Appositionen):
Mein Onkel (ein großer Tierfreund) und seine Katzen leben in einer alten Mühle. Wir gingen in die Hütte
(einen kalten Raum mit kleinen Fenstern). Wir gingen in die Hütte (einen kalten Raum mit kleinen Fen¬
stern) und zündeten ein Feuer an. Johannes Gutenberg (der Erfinder der Buchdruckerkunst) wurde in
Mainz geboren.
Zum Komma oder zum Gedankenstrich siehe § 77 (2) bzw. § 84 (2).
|Auch Klammern gehören zu den stilistischen Zeichen, soweit sie nicht mathematisch verwendet |
| werden. In einer minmalen Zeichensetzung kann man ohne sie auskommen. Was durch den Ge-1
j dankenstrich hervorgehoben und wichtig gemacht wird (Zusätze und Nachträge), wird durch Ein-1
I klammerung als nebensächlich gekennzeichnet. Die Beispiele entsprechen z. T. denen in den ge-jj
j nannten § 77 und § 84. |
(3) nachgestellte Erläuterungen, die häufig mit also, besonders, das heißt (d. h.), das ist (d. i.), genauer,
insbesondere, nämlich, und das, und zwar, vor allem, zum Beispiel (z. B.) oder dergleichen eingeleitet wer¬
den:
I Diese Wörter sollte man sich gut merken. §
Sie isst gern Obst (besonders Apfelsinen und Bananen). Obst (besonders Apfelsinen und Bananen)isst
sie gern. Wir erwarten dich nächste Woche (und zwar am Dienstag). Mit einem Scheck über 2000 DM
(in Worten: zweitausend Mark) hat er die Rechnung bezahlt. Er bezahlte mit einem Scheck über 2000
DM (in Worten: zweitausend Mark).
Auf der Ausstellung waren viele ausländische Maschinenhersteller (insbesondere holländische) vertre¬
ten. Auf der Ausstellung waren viele ausländische Maschinenhersteller (vor allem holländische Firmen)
vertreten. Auf der Ausstellung waren viele ausländische (insbesondere holländische) Maschinenherstel¬
ler vertreten.
Zum Komma oder zum Gedankenstrich siehe § 77 (4) bzw. § 84 (3).
1458
$87
Anführungszeichen
(4) Worterläuterungen, geografische, systematische, chronologische, biografische Zusätze und derglei¬
chen:
Frankenthal (Pfalz)
Grille (Insekt) - Grille (Laune)
Als Hauptwerke Matthias Grünewalds gelten die Gemälde des Isenheimer Altars (vollendet 1511 oder
1515).
| Dies sind klassische Anwendungen der Klammer. Nicht zufällig wird hier nicht auf Gedankenstriche
| oder Kommas als Alternativen verwiesen.
§87
Mit Klammem kann man neben einzelnen Ganzsätzen insbesondere auch größere Text
teile einschließen und auf diese Weise als selbständige Texteinheit kennzeichnen.
Sie betonte, dass sie für den Erfolg garantieren könne. (Ich weiß es noch ganz genau, da ich mir das notiert
hatte. Und ich habe ihr diese Notiz auch gezeigt.) Aber heute will sie nichts mehr davon wissen.
I Wie das Beispiel zeigt, geht es darum, dass diese selbständige Texteinheit eine Zusatzbemerkung
I ist, die den Hauptgedanken unterbricht, die man überlesen kann, die aber nicht fehlen soll.
§88
Ausrufe- oder Fragezeichen, die zum Zusatz oder Nachtrag in Klammem gehören, setzt
man vor die abschließende Klammer.
Ist der Zusatz oder Nachtrag in einen anderen Satz einbezogen, so lässt man seinen Schlusspunkt weg;
wird er als Ganzsatz oder als selbständige Texteinheit verstanden, so setzt man den Schlusspunkt.
Satzzeichen, die zum einschließenden Satz gehören und daher auch bei Weglassen des Zusatzes oder
Nachtrags stehen müssten, dürfen nicht weggelassen werden.
Das geliehene Buch (du hast es schon drei Wochen!) hast du mir noch nicht zurückgegeben. Er hat das (er¬
innerst du dich nicht?) gestern gesagt.
Damit wäre dieses Thema vorerst erledigt (weitere Angaben siehe Seite 145).
Damit wäre dieses Thema vorerst erledigt. (Weitere Angaben siehe Seite 145.)
Er sagte (dabei senkte er seine Stimme), dass das nicht alle wissen müssten.
„Der Staat bin ich " (Ludwig der Vierzehnte).
I Fehler werden in diesem Bereich des § 88 gemacht. Leider ist eine einfache Faustregel nicht mög-
f lieh. Man sollte sich an den Beispielen orientieren.
3 Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw.
Hervorhebung von Wörtern oder Textstellen
3.1 Anführungszeichen
§89
Mit Anführungszeichen schließt man etwas wörtlich Wiedergegebenes ein.
Anführungszeichen
§90
Dies betrifft
(1) wörtlich wiedergegebene Äußerungen (direkte Rede):
„Es ist unbegreiflich, wie ich das hatte vergessen können“, sagte sie. „Immer muss ich arbeiten!“, seufzte
sie. „Dass ich immer arbeiten muss!“, seufzte sie. Er fragte: „Kommst du morgen?“ „Kommst du mor¬
gen?“, fragte er. Erfragte: „Kommst du morgen?“, und verabschiedete sich. „Du siehst“, sagte die Mutter,
„recht gut aus. “ „ Wir haben die feste Absicht die Strecke stillzulegen “, erklärte der Vertreter der Bahn,
„aber die Entscheidung der Regierung steht noch aus.“
Dies gilt auch für Beispiele wie:
„Das war also Paris!“, dachte Frank. „Du hast schon Recht“, lächelte sie.
(2) wörtlich wiedergegebene Textstellen (Zitate):
Über das Ausscheidungsspiel berichtete ein Journalist: „Das Stadion glich einem Hexenkessel. Das Publi¬
kum stürmte auf das Spielfeld und bedrohte den Schiedsrichter. “
Zum Doppelpunkt siehe §81(1).
| Die Regelgruppe zur wörtlichen Rede weist durch die Rechtschreibreform zwei Neuerungen auf |
J und behält eine Schwierigkeit weiter: Neu ist, daß vor dem Begleitsatz immer ein Komma gesetzt |
jjwird (§93). Hier hat die Rechtschreibreform durch Konsequenz vereinfacht. Die beibehaltene I
| Schwierigkeit ist, dass man gemäß § 92 nach einem zitierten Aussagesatz beim folgendem Rede-1
1 begleitsatz keinen Punkt, wohl aber ein Fragezeichen und Ausrufezeichen setzt. j
§90
Satzzeichen, die zum wörtlich Wiedergegebenen gehören, setzt man vor das abschließende
Anführungszeichen; Satzzeichen, die zum Begleitsatz gehören, setzt man nach dem ab¬
schließenden Anführungszeichen.
Im Einzelnen gilt:
§91
Sowohl der angeführte Satz als auch der Begleitsatz behalten ihr Ausrufe- oder Fragezei¬
chen.
„Du kommst jetzt!“, rief sie. „Kommst du morgen?“, fragte er. Du solltest ihm sagen: „Ich kam das auf
keinen Fall akzeptieren“! Hast du gesagt: „Ich kann das auf keinen Fall akzeptieren “? Sag ihm: „Ich habe
keine Zeit!“! Fragtest du: „ Wann beginnt der Film?“?
| Man beachte, dass diese Regel zu zwei Fragezeichen, eins vor und eins hinter dem Abführungs- j
| strich führt. Neu ist auch, dass bei einer eingeschobenen wörtlichen Rede ein Komma auch nach |
| Fragezeichen oder Ausrufezeichen steht. j
§92
Beim angeführten Satz lässt man den Schlusspunkt weg, wenn er am Anfang oder im In¬
nern des Ganzsatzes steht.
Beim Begleitsatz lässt man den Schlusspunkt weg, wenn der angeführte Satz oder ein Teil
von ihm am Ende des Ganzsatzes steht.
„Ich komme morgen“, versicherte sie. Sie sagte: „Ich komme gleich wieder“, und holte die Unterlagen.
Die Bahn erklärte: „Wir haben die feste Absicht die Strecke stillzulegen. “ Sie versicherte: „Ich komme
1460
§93
Anführungszeichen
morgen!“ Er rief: „Du kommst jetzt!“ Er fragte: „Kommst du?“ „Komm bitte", sagte er, „morgen pünkt¬
lich.“
| Die Punkt-Regeln weichen von denen für Ausrufezeichen und Fragezeichen ab.
Kommentar und Zusammenfassung zur Zeichensetzung bei wörtlicher Rede
. ■ — ■ - — - — ~ -N
In der wörtlichen Rede, auch direkte Rede genannt, gelten jetzt folgende Regeln.
o Wenn die Redeerklärung vor der wörtlichen Rede steht:
: „ Er sagte: „Da kommt sie. “
: „ ?“ Erfragte: „Kommst du mit?“
: „ !“ Er rief: „Kommt doch her!“
o Wenn die Redeerklärung hinter der wörtlichen Rede steht:
„ - “, . „Da kommt sie", sagte er.
„ ?“ . „Kommst du mit?“, fragte er.
„ !“ . „Kommt doch her!“, rief er.
Erläuterung:
Im Aussagesatz wird die Redeerklärung durch Komma abgetrennt, das hinter den Abführungsstri¬
chen steht.
Im Fragesatz und im Aufforderungssatz steht das Fragezeichen bzw. das Ausrufezeichen in der
wörtlichen Rede vor der Abführung und das Komma dahinter. Diese Kommaregelung ist neu.
o Wenn die Redeerklärung eingeschoben wird:
„ “, , „ “ „Morgen“, sagte sie, „fahre
ich ab.“
Erläuterung:
Hier wird die Redeerklärung durch Komma abgetrennt; die Kommas stehen direkt um die Redeer¬
klärung, also zunächst hinter der Abführung des ersten Teils der wörtlichen Rede, dann vor der An¬
führung des zweiten Teils.
: J
§93
Folgt nach dem angeführten Satz der Begleitsatz oder ein Teil von ihm, so setzt man nach
dem abschließenden Anführungszeichen eiri Komma. ‘
Ist der Begleitsatz in den angeführten Satz eingeschoben, so schließt man ihn mit paarigem
Komma ein.
„Ich komme gleich wieder", versicherte sie. „Komm bald wieder!", rief sie. „ Wann kommst du wieder?“,
rief sie. Sie sagte: „Ich komme gleich wieder“, und holte die Unterlagen. Sie fragte: „Brauchen Sie die Un¬
terlagen?", und öffnete die Schublade.
„Ich werde“, versicherte sie, „bald wiederkommen.“ „Kommst du wirklich", fragte sie, „erst morgen
Abend?“
1461
Anführungszeichen
§94
,Jch werde", versicherte sie, „bald wiederkommen." „Kommst du wirklich", fragte sie, „erst morgen
Abend?"
| Diese Kommaregei ist eine Neuerung. Sie ist konsequent, bringt nun auch das Komma trotz Ausru-1
I fezeichen oder Fragezeichen. $
§94
Mit Anführungszeichen kann man Wörter oder Teile innerhalb eines Textes hervorheben
und in bestimmten Fällen deutlich machen, dass man zu ihrer Verwendung Stellung
nimmt, sich auf sie bezieht.
Dies betrifft
(1) Überschriften, Werktitel (etwa von Büchern und Theaterstücken), Namen von Zeitungen und der¬
gleichen:
Sie las den Artikel „Chance für eine diplomatische Lösung" in der „ Wochenpost". Sie liest Heinrich Bölls
Roman „Wo warst du, Adam?". Kennst du den Roman „Wo warst du, Adam?"? Wir lesen gerade den
„Kaukasischen Kreidekreis" von Brecht.
Zur Groß- und Kleinschreibung siehe § 53 E2.
* Beachten Sie den etwas seltsamen Fall, dass nun die Folge ?"? möglich ist. Und also auch die Fol-1
| gen/“/,?“/und/"Z 1
(2) Sprichwörter, Äußerungen und dergleichen, zu denen man kommentierend Stellung nehmen will:
Das Sprichwort „Eile mit Weile" hört man oft. „Aller Anfang ist schwer" ist nicht immer ein hilfreicher
Spruch.
Sein kritisches „Der Wein schmeckt nach Essig" ärgerte den Kellner. Ihr bittendes „Kommst du morgen?"
stimmte mich um. Seine ständige Entschuldigung „Ich habe keine Zeit!" ist wenig glaubhaft. Mich nervt
sein dauerndes „Ich kann nicht mehr!"
Textteile dieser Art werden nicht mit Komma abgegrenzt. Im Übrigen gilt § 90 bis § 92.
(3) Wörter oder Wortgruppen, über die man eine Aussage machen will:
Das Wort .fälisch" ist gebildet in Anlehnung an West.falen". Der Begriff „Existenzialismus“ wird heute
vielfältig verwendet. Alle seine Freunde nannten ihn „Dickerchen". Die Präposition „ohne" verlangt den
Akkusativ.
j Kommentierte Zitate und Äußerungen. |
| Das Entscheidende ist, das hier zwei Textebenen unterschieden werden. Der Text, über den man j
j spricht, muss markiert werden. Man kann - mit dem PC und modernen Schreibmaschinen ist das |
j kein Problem - statt der Anführungsstriche auch eine andere Schrifttype nehmen, zum Beispiel die f
j Kursivschrift. Das ist im Regelwerk und in diesem Kommentar immer so gemacht worden. Alle Bei- j
| spiele sind kursiv geschrieben, auch wenn sie in einen laufenden Textkommentar eingebunden j
1 sind. 1
(4) Wörter oder Wortgruppen, die man anders als sonst - etwa ironisch oder übertragen - verstanden
wissen will:
Und du willst ein „treuer Fremd" sein? Für diesen „Liebesdienst" bedanke ich mich. Er bekam wieder ein¬
mal seine „Grippe". Sie sprang diesmal „nur" 6,60 Meter.
I Ein Problem bekommt man, wenn man im selben Text sowohl echte Zitate als auch ironische Di- J
| stanz ausdrücken will. Woher soll ein Leser wissen, was man gerade meint, wenn man für beides |
| die Anführungszeichen benutzt? Man kann auf die halben Anführungsstriche ausweichen, auch |
1462
$96
Apostroph
I wenn das in § 94 nicht ausdrücklich aufgenommen ist. Jedenfalls muss man sicherstellen, dass f
| der Leser nicht verwirrt wird - und die Leserin auch nicht. |
§95
Steht in einem Text mit Anführungszeichen etwas ebenfalls Angeführtes, so kennzeichnet
man dies durch die sogenannten halben Anführungszeichen.
Die Zeitung schrieb: „Die Bahn hat bereits im Frühjahr erklärt: ,Wir haben die feste Absicht die Strecke
stillzulegen', und sie hat das auf Anfrage gestern noch einmal bestätigt.“ „Das war ein Satz aus Bölls
„Wo warst du, Adam?', den viele nicht kennen“, sagte er.
| § 95 tritt im amtlichen Regelwerk nur in Verbindung mit § 94 auf. Der Fall ist in der Praxis selten, au-1
I ßer beim wissenschaftlichen Schreiben. 4
In der Schreibpraxis kann man das einfache Anführungszeichen als Distanzsignal oder als Hervor-1
hebungssignal nutzen, wenn man das doppelte Anführungszeichen für Zitate oder wörtliche Rede |
benötigt. I
4 Markierung von Auslassungen
4.1 Apostroph
Mit dem Apostroph zeigt man an, dass man in einem Wort einen Buchstaben oder mehrere ausgelassen
hat.
Zu unterscheiden sind:
a) Gruppen, bei denen man den Apostroph setzen muss (siehe § 96)„
b) Gruppen, bei denen der Gebrauch des Apostrophs dem Schreibenden freigestellt ist (siehe § 97).
§96
Man setzt den Apostroph in drei Gruppen von Fällen.
| Es ist zwar etwas merkwürdig, aber der Regelkasten im amtlichen Regelwerk verweist in der Tat J
j nur auf drei Fälle und macht keine inhaltliche Aussage. |
Dies betrifft
(1) Eigennamen, deren Grundform (Nominativform) auf einen i-Laut (geschrieben: -s, -ss, -ß, -tz, -z, -
x, -ce) endet, bekommen im Genitiv den Apostroph, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivprono¬
men oder dergleichen bei sich haben:
Aristoteles’ Schriften, Carlos' Schwester, Ines’ gute Ideen, Felix’ Vorschlag, Heinz’ Geburtstag, Alice’
neue Wohnung
El: Aber ohne Apostroph:
die Schriften des Aristoteles, die Schwester des Carlos, der Geburtstag unseres kleinen Heinz
j Die Setzung des Aspostroph ist zwar nur selten notwendig, sie ist aber in § 96 (1) kompliziert, da |
| zwei Bedingungen zu beachten sind. Man kann den Fall allerdings durch den Gebrauch des Artikels j
| vermeiden. j
E2: Der Apostroph steht auch, wenn -s, -z, -x usw. in der Grundform stumm sind:
Cannes’ Filmfestspiele, Boulez’ bedeutender Beitrag, Giraudoux’ Werke
1463
Ergänzungsstrich
«87
(2) Wörter mit Auslassungen, die ohne Kennzeichnung schwer lesbar oder missverständlich sind:
In wen'gen Augenblicken.. .’s ist schade um ihn. Das Wasser rauscht ’, das Wasser schwoll.
(3) Wörter mit Auslassungen im Wortinneren wie:
D’dorf (= Düsseldorf), M’gladbach (= Mönchengladbach), Ku’damm ( = Kurfürstendamm)
I Die anderen Fälle sind leicht einsichtig und im Rahmen einer minimalen Zeichensetzung vermeid-1
| bar, wenn man will. j
§97
Man kann den Apostroph setzen, wenn Wörter gesprochener Sprache mit Auslassungen
bei schriftlicher Wiedergabe undurchsichtig sind.
der Käpt’n, mit’m Fahrrad
Bitte, nehmen S’ (— Sie) doch Platz! Das war ’n ( = ein) Bombenerfolg!
I Wenn das Auslassungszeichen am Satzanfang steht, wird der Folgebuchstabe kleingeschrieben: I
| 's ist Krieg! 's ist leider wieder Krieg! (Gedichtanfang bei Matthias Claudius) j
E: Von dem Apostroph als Auslassungszeichen zu unterscheiden ist der gelegentliche Gebrauch dieses
Zeichens zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens vor der Genitivendung -s oder vor
dem Adjektivsuffix -sch:
Carlo’s Taverne, Einstein’sche Relativitätstheorie
Zur Schreibung der adjektivischen Ableitungen von Personennamen auf -sch siehe auch § 49 und § 62.
4.2 Ergänzungsstrich
§98
Mit dem Ergänzungsstrich zeigt man an, dass in Zusammensetzungen oder Ableitungen
einer Aufzählung ein gleicher Bestandteil ausgelassen wurde, der sinngemäß zu ergänzen
ist.
Zum Bindestrich wie in A-Dur siehe § 40 ff. ;
Dies betrifft
(1) den letzten Bestandteil:
Haupt- und Nebeneingang ( = Haupteingang und Nebeneingang); Eisenbahn-, Straßen-, Luft- und
Schiffsverkehr; vitamin- und eiweißhaltig, saft- und kraftlos, ein- und ausladen
Natur- und synthetische Gewebe, Standard- und individuelle Lösungen; zurück-, voraus- oder abwärts
fahren; (in umgekehrter Abfolge:) synthetische und Naturgewebe, individuelle und Standardlösungen; ab¬
wärts, voraus-oder zurückfahren
I Die Neuregelung der Getrennt- und Zusammenschreibung führt zu einigen Ungereimtheiten wie I
j hier im Beispiel voraus- oder abwärts fahren. |
(2) den ersten Bestandteil:
Verkehrslenkung und -Überwachung ( = Verkehrslenkung und Verkehrsüberwachung); Schulbücher, -
hefte, -moppen und -Utensilien; heranführen oder -schleppen, bergauf und -ab
Mozart-Symphonien und -Sonaten ( = Mozart-Symphonien und Mozart-Sonaten)
1464
Auslassungspunkte
(3) den letzten und den ersten Bestandteil:
Textilgroß- und -einzelhandel ( = Textilgroßhandel und Textileinzelhandel), Eisenbahnunter- und -Über¬
führungen
Werkzeugmaschinen-Import- und -Exportgeschäfte
Faustregel: Dort, wo man in einer Aufzahlung das erste oder letzte Teilwort wegltest, den Ergän-
zungsstnch setzen. Die Drucker nennen ihn Tilde^nstrich), der Volksmund sagt auch Eigänzungs-
bindestrich. Hinweis zum Tippen; Der Ergänzungsstrich wird ohne Leertaste angespbtossen.
4.3 Auslassungspunkte
§99
Mit drei Punkten (Auslassungspunkten) zeigt man an, dass in einem Wort, Satz oder Text
Teile ausgelassen worden sind.
I Die Regel bringt kein Problem beim Schreiben.
Du bist einE.../ Scher dich zum.../
"... ihm nicht weitersagen ", hörte er ihn gerade noch sagen. Der Horcher an der Wand...
Vollständiger Text: In einem Buch heißt es: „Die zahlreichen Übungen sind konkret auf das abgestellt,
was vorher behandelt worden ist. Sie liefern in der Regel Material, mit dem selbst gearbeitet und an dem ge¬
prüft werden kann, ob das, was vorher dargestellt wurde, verstanden worden ist oder nicht. Die im Anhang
zusammengestellten Lösungen machen eine unmittelbare Kontrolle der eigenen Lösungen möglich."
Mit Auslassung: In einem Buch heißt es: „Die ... Übungen ... liefern ... Material, mit dem selbst gear¬
beitet ... werden kann... Die... Lösungen machen eine... Kontrolle... möglich."
§100
Stehen die Auslassungspunkte am Ende eines Ganzsatzes, so setzt man keinen Satz¬
schlusspunkt.
Ich habe die Nase voll und...
Diese Szene stammt doch aus dem Film „Die Wüste lebt"...
Mit „Es war einmal..." beginnen viele Märchen.
Viele Märchen beginnen mit den Worten: „Es war einmal...“
Aber: Verflixt! Ich habe die Nase voll und...!
5 Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen
5.1 Punkt
§101
Mit dem Punkt kennzeichnet man bestimmte Abkürzungen (abgekürzte Wörter).
| Regel § 101 und § 102 ergänzen sich. Regel § 102 bringt keine Schwierigkeiten. Die Problemfälle {
{werden in § 102 behandelt i
1465
Punkt ,
§102
Dies betrifft Fälle wie:
Tel. (= Telefon), Pf. (- Pfennig), Ztr. (= Zentner), v. (= von), Bd. (= Band), Bde. (— Bände),
Ms. (— Manuskript), Jg. (= Jahrgang), Jh. (= Jahrhundert), Jh. s (= des Jahrhunderts),f. ( = fol¬
gende Seite), ff. ( = folgende Seiten); lfd. Nr. (= laufende Nummer), z. B. ( = zum Beispiel) ,u. A. w.g.
(~um Antwort wird gebeten); Weißenburg i. Bay. (= Weißenburg in Bayern), Bad Homburg v. d. H.
( — Bad Homburg vor der Höhe); Reg.-Rat (= Regierungsrat), Masch.-Schr. (= Maschinenschrei¬
ben); Abt.-Leiter (— Abteilungsleiter), Rechnmgs-Nr. (— Rechnungsnummer); Tsd. (- Tausend),
Mio. ( = Million (en)), Mrd. ( = Milliarde (n))
Dr. med., stud. med., stud.phil., a. D., h. c.
§102
Bestimmte Abkürzungen, Kurzwörter und dergleichen stehen üblicherweise ohne Punkt.
I Schwierig ist eigentlich nur § 102, der die Ausnahmen von der üblichen Praxis in mehreren Fallgrup-
| pen nennt. Diese sollte man sich merken. Da laufend neue Abkürzungen entstehen, muss man im-
I mer wieder entscheiden. Zu § 102 gehören (dort aber nicht genannt) die vielen modernen Kurzwör-
11er: NATO, Uno, Lok, Arge (Arbeitsgemeinschaft bei größeren Bauvorhaben). Da diese Kürzel oft
I wie Wörter klingen und wie Wörter behandelt werden, werden hier selten Fehler gemacht.
Dies betrifft
(1) Abkürzungen, die national oder international festgelegt sind, wie etwa Abkürzungen
(1.1) für Maße in Naturwissenschaft und Technik nach dem internationalen Einheitssystem:
m ( = Meter), g (= Gramm), km/h (= Kilometer pro Stunde ),s (— Sekunde), A(= Ampere), Hz (=
Hertz)
(1.2) für Himmelsrichtungen:
NO ( — Nordost), SSW (= Südsüdwest)
(1.3) für bestimmte Währungsbezeichnungen:
DM ( = Deutsche Mark)
(2) sogenannte Initialwörter und Kürzel:
BGB (= Bürgerliches Gesetzbuch), TÜV (= Technischer Überwachungsverein), Na (— Natrium; so
alle chemischen Grundstoffe);
desPKW(s), die EKG(s), KFZ-Papiere, FKKler, U-Bahn
| Sie sind wie Fallgruppe (1) in der modernen Welt sehr häufig: PC, FCKW, BSE,... gehören dazu I
J wie Vereinsnamen VfB, BVB VfL,... |
El: Ohne Punkt stehen teilweise auch fachsprachliche Abkürzungen wie:
RücklVO ( ~ Rücklagenverordnung), LArbA ( = Landesarbeitsamt)
E2: In einigen Fällen gibt es Doppelformen.
Co.fCo (ko) (- Companie), M.d. B.j MdB ( = Mitglied des Bundestages), G. m.b. H.fGmbH (= Ge¬
sellschaft mit beschränkter Haftung); WW/Wirk. Wort (- Wirkendes Wort; Titel einer Zeitschrift),
AAfAusw. Amt ( = Auswärtiges Amt)
I Hier werden nur eingefahrene Schreibgewohnheiten legalisiert. Bei diesen Regeln haben wir oft j
f fachsprachlichen Gebrauch, der hier in die allgemeinen Regeln eingebracht wird, weil solche Texte j
| für die Allgemeinheit wichtig sind. f
1466
$103
Schrägstrich
§103
Am Ende eines Ganzsatzes setzt man nach Abkürzungen nur einen Punkt.
Sein Vater ist Regierungsrat a.D.
Aber: Ist sein Vater Regierungsrat a. D.?
| Eine wichtige Klarstellung: Sie gilt auch, wenn man einen Satz mit usw. abschließt. Hier werden die |
f Satzzeichen behandelt: Punkt, Komma, Semikolon usw. j
§104
Mit dem Punkt kennzeichnet man Zahlen, die in Ziffern geschrieben sind, als Ordinalzah¬
len.
der 2. Weltkrieg, der II. Weltkrieg; Sonntag, den 20. November; Friedrich II., König von Preußen; die
Regierung Friedrich Wilhelms III. (des Dritten)
I Hier hat es nie Probleme gegeben. §
§105
Am Ende eines Ganzsatzes setzt man nach Ordinalzahlen, die in Ziffern geschrieben sind,
nur einen Punkt.
Der König von Preußen hieß Friedrich II.
Aber: Wann regierte Friedrich II.?
§ Die Regel entspricht § 103 und sorgt für Klarheit. j
5.2 Schrägstrich
§106
Mit dem Schrägstrich kennzeichnet man, dass Wörter (Namen, Abkürzungen), Zahlen
oder dergleichen zusammengehören.
Dies betrifft
(1) die Angaben mehrerer (alternativer) Möglichkeiten im Sinne einer Verbindung mit und, oder, bzw.,
bis oder dergleichen:
die Schüler/Schülerinnen der Realschule, das Semikolon/der Strichpunkt als stilistisches Zeichen, Män¬
ner I Frauen/Kinder; Abfahrt vom Dienstort/ Wohnort, die Rundfunkgebühren für Januarf Februar f März,
Montag/Dienstag, Wien/Heidelberg 1967, September/Oktober-Heft (auch September-Oktober-Heft;
siehe § 44)
die Koalition CDU/FDP, die SPÖ/ÖVP-Koalition
das Wintersemester 1996/97, am 9./10. Dezember 1997
(2) die Gliederung von Adressen, Telefonnummern, Aktenzeichen, Rechnungsnummern, Diktatzeichen
und dergleichen:
Linzer Straße 67/1/5-6,0621/1581-0, Az III/345/5, Re-Nr 732/24, me/la
1467
Schrägstrich
$106
(3) die Angabe des Verhältnisses von Zahlen oder Größen im Sinne einer Verbindung mit jejpro:
im Durchschnitt 80 kmjh, 1000 Einwohnerfkm2
| Schrägstriche schreibt man ohne Leertaste links und rechts. 1
1 Die Schrägstrich-Schreibungen nehmen unter anderem wegen der vielen Doppelformen bei männ-1
1 liehen und weiblichen Personenbezeichnungen zu: Studentenl-innen. In der Schreibpraxis ver- i
! sucht man dem oft zu entgehen durch Schreibung mit großem /; Studentinnen. In der neuen 1
Rechtschreibung ist das nicht vorgesehen. Man muss abwarten, wie sich das im Sprachge-1
brauch entwickelt. |
Es sei hier darauf hingewiesen, dass ungeübte Schreiber!-innen den Schrägstrich und den Bindestrich
manchmal verwechseln. Ein Buch von Müller-Miillersen ist von einem Autor oder einer Autorin mit
Doppelnamen, ein Buch von Müller/Müllersen ist von zwei Autoren oder Autorinnen geschrieben.
1468
§107
WorttrwHiung am Zeilenende
F Worttrennung am Zeilenende
0 Vorbemerkungen
(1) Wörter mit mehr als einer Silbe kann man am Ende einer Zeile trennen.
(2) Steht am Zeilenende ein Bindestrich, so gilt er zugleich als Trennungsstrich.
§107
Geschriebene Wörter trennt man am Zeilenende so, wie sie sich bei langsamem Sprechen
in Silben zerlegen lassen.
j Die Rechtschreibreform führt mit dem konsequenten Ausbau der Trennung nach Sprechsilben er-1
j hebliche Erleichterungen ein. f
Beispiele: Bau-er, Ei-er, steu-ern, na-iv, Muse-um, in-di-vi-du-ell; eu-ro-pä-i-sche, Ru-i-ne, na-ti-o-nal,
Fa-mi-li-en; Haus-tür, Be-fund, ehr-lich
1 Wie man an den Beispielen sieht, darf man rund um Vokale - das sind die Silbenträger - vielfältig {
I trennen. jj
E: Die Abtrennung eines einzelnen Vokals am Ende ist überflüssig, da der Trennungsstrich den gleichen
Raum in Anspruch nimmt, zum Beispiel: Kleie, laue (nicht: Klei-e, lau-e)
Die Regelung entspricht der früheren. 1
Dabei gilt im Einzelnen:
§108
Steht in einfachen Wörtern zwischen Vokalbuchstaben ein einzelner Konsonantenbuch¬
stabe, so kommt er bei der Trennung auf die neue Zeile. Stehen mehrere Konsonanten¬
buchstaben dazwischen, so kommt nur der letzte auf die neue Zeile.
Beispiele:
Au-ge, A-bend, Bre-zel, He-xe, bei-ßen, Rei-he, Wei-mar; Trai-ning, ba-nal, trau-rig, nei-disch, Hei-mat
Hier ist die alte Ausnahme, dass man sf nicht trennen durfte, aufgehoben. |
El-tern, Gar-be, Hop-fen, Lud-wig, ros-ten, leug-nen, sin-gen, sin-ken, sit-zen, Städ-te; Bag-ger, Wel-le,
Kom-ma, ren-nen, Pap-pe, müssen, beis-scn (wenn äs statt ß, vgl. § 25 E2 und E3J, Drit-tel; zän-kisch,
Ach-tel, Rech-ner, ber-gig, wid-rig, Ar-mul,freund-lich, frucht-bar, ernst-lich, sechs-te; imp-fyn, Karp¬
fen, kühns-te, knusp-rig, dunkle
j § 25 bezieht sich auf die Schreibung mit großen Buchstaben. Betroffen ist auch die Schweizer Re- J
I gelung, wo man ohne ß schreibt. |
§109
Stehen Buchstabenverbindungen wie ch, sch; ph, rh, sh oder th für einen Konsonanten, so
trennt man sie nicht. Dasselbe gilt für ck.
| Hier ist die zweite Besonderheit aufgehoben, die Trennung von ck, das man früher k-k trennte.
Beispiele: -
la-chen, waschen, Deutsche; Sa-phir, Ste-phan, Myr-rhe, Bushel, Zi-ther, Goe-the; bli-cken, Zu-cker
1469
Wbrttmnmmg am Zeilwnde
§110
| Hier soll man allerdings beide Buchstaben auf die nächste Zeile setzen. Ein Auseinandernehmen
| von c und k würde den Lesefluss sicher stören.
§110
In Fremdwörtern können die Verbindungen aus Buchstaben für einen Konsonanten + l,
n oder r entweder entsprechend § 108 getrennt werden, oder sie kommen ungetrennt auf
die neue Zeile.
j Diese Regel kommt so harfnlos daher; aber sie betrifft sehr viele Wörter; bei denen nun mehrere [
I Möglichkeiten gegeben sind. Für de Schreibpraxis bedeutet das eine große Erleichterung. j
Beispiele: nob-le/no-ble, Zyk-lusjZy-klus, Mag-netfMa-gnet, Feb-ruarjFe-bruar, Hyd-rant/Hy-drant,
Arth-ritis/ Ar-thritis
§111
Zusammensetzungen und Wörter mit Präfix trennt man zwischen den einzelnen Bestand¬
teilen.
Beispiele:
Heim-weg, Schul-hof, Week-end; Ent-wurf, Er-trag, Ver-lust, syn-chron, Pro-gramm, Attraktion, kom¬
plett, Instanz
El: Die Bestandteile selbst trennt man entsprechend § 108 bis § 110 wie einfache Wörter, zum Beispiel:
Papp-pla-kat, Schwimm-meis-ter, Po-ly-tech-nik, Kon-zert-di-rek-tor, Lud-wigs-ha-fen, ab-fah-ren, be-
rich-ten, emp-fan-gen, a-ty-pisch, Des-il-lu-si-on, in-of-fi-zi-ell, ir-re-al
E2: Irreführende Trennungen sollte man vermeiden, zum Beispiel:
Altbau-erhaltung (nicht Altbauer-haltung)
Sprech-erziehung (nicht Sprecherziehung)
See-ufer (nicht Seeu-fer)
{Auf die Möglichkeit, vermehrt mit dem Bindestrich zu schreiben, sei hier ausdrücklich hingewiesen.
Zum Bindestrich zur Vermeidung von Missverständnissen siehe § 45 (3).
§112
Wörter, die sprachhistorisch oder von der Herkunftssprache her gesehen Zusammenset¬
zungen sind, aber oft nicht mehr als solche empfunden oder erkannt werden, kann man
entweder nach § 108 bis § 110 oder nach § 111 trennen.
Beispiele:
hi-nauffhin-auf, he-ranfher-an, da-rumjdar-um, wa-rum/war-um
ei-nan-der/ein-an-der, vol-len-den/voll-en-den, Klei-mdfKlein-od, Lie-be-nau/Lie-ben-au
Chrysan-the-mejChrys-an-the-me, Hek-tarfHekt-ar, He-li-kop-terfHe-li-ko-pter, in-te-ressantlinter¬
essant, Li-no-le-umfLin-ole-um, Pä-da-go-gik/Päd-a-go-gik
j Hier wird im Grunde eine weitverbreitete Schreibpraxis legitimiert.
am Zeilenende
Wenn man langsam spricht und genau hinhört, hört man die Silben Und wenn man nach Sprach-
Silben trenm. maeht man keine Fehler., ,
1470
Di» wichtigsten Kommaregeln im Überblick
Die wichtigsten Kommaregeln im Überblick
Die neuen Kommaregeln enthalten eine Reihe von kann-Regeln.
- Wenn der Text auch ohne Kommas klar gegliedert ist, braucht man sie nicht zu setzen.
- Wenn man den Text durch die Kommas gliedern will, kann man sie setzen. Bei komplizierten Sätzen sollte
man das tun. Die Kommas gliedern den Text für das Lesen.
In der Zusammenstellung sind Beispiele zuerst nach der einfacheren Regel aufgeführt, danach kommt die andere
Möglichkeit.
In den Erläuterungen wird von Einleitewörtem gesprochen, die einen Giiedsatz/Nebensatz oder einen Haupt¬
satz in einer Satzreihe einleiten. Grammatisch sind es Konjunktionen (Bindewörter) oder Adverbien, aber für
die Zeichensetzung ist wichtig, dass sie den Folgesatz einleiten.
Satzreihen aus vollständigen Hauptsätzen werden durch Komma getrennt
Hauptsatz, Hauptsatz
Petra liebt Papageien, Peter mag Hasen lieber.
Hauptsatz, (Bindewort) Hauptsatz
Petra liebt Papageien, aber Peter mag Hasen lieber.
Bindewörter, vordenen ein Kommastehbabes doch, jedoch, sondern . '
Vor anreihenden Bindewörtern kann ein Komma stehen, muss aber nicht*
Petra liebt Papageien und Peter mag Hasen.
Bindewörter ohne Komma: - . , • „ - , ""
iffid, oder, beztehungsweise/bzw., soww, wfe (= und}, entweder.,. oder, nicht,.. doch, sowohl ...als (auch),
sowohl... wie fauch), weder. ..noch
Satzgefüge aus Hauptsatz und Giiedsatz/Nebensatz werden durch Komma getrennt
Hauptsatz, (Einle'itewort), Gliedsatz
°etra weiß, dass Peter Hasen lieber mag.
Einleitewort) Gliedsatz, Hauptsatz
lass Petra Papageien Heber mag, weiß Peter.
tauptsatzanfang, (Einleitewort) Gliedsatz, Hauptsatzende
3eter, der Hasen eigentlich lieber mag, freundet sich auch mit Petras Papagei an.
iauptsatz, (Einleitewort) Gliedsatz, (Einleitewort) Gliedsatz
~>etras Papagei und Peters Hase dulden sich, weil sie daran gewöhnt werden, dass sie miteinander in einer Woh-
•ung leben.
cinleitewort) Gliedsatz 1, Hauptsatz, (Einleitewort) Gliedsatz 2
Venn Petra verreist, versorgt Peter auch ihren Papagei, der genausoviel Zuwendung braucht wie sein Hase.
Wichtige Einleitewörter sind dass, damit, weil, wenn, da, während, als ehe, bis, nachdeiri, ob, ob¬
wohl, obgleich, indem, wie und die Relativpronomen der, die, das, welcher, w&t<fhe, welbhes, mit
Ihnen Formendes, dem, den usw. die Fragewörter wem, wen, was, wessen in indirekten Fragesät-
zerr, Peter weiß nicht, wen er zuerst föäem soff.
nfinitivsätze und Partizipialsätze können durch Komma abgetrennt werden, sie können aber auch ohne
Komma stehen
Hauptsatz, Infinitivsatz oder Partizipialsatz vorn, eingefügt oder hinter dem Hauptsatz.
Nach den neuen Regeln muss hier kein Komma mehr gesetzt werden:
Peter hat vergessen das Papageiehfutter mitzubringen.
Ohne FutterfOrdie Tiere heimkommend traut sich Peter nicht in die Wohnung.
Um Petras Papagei nicht hungern zu lassen geht er Papageienfutter bei der Nachbarin borgen. Er versichert ihr es
morgen doppelt und dreifach zu ersetzen.
Man darf das Komma setzen, und man sollte es tun, wenn man komplizierte Sätze schreibt, denn die Kommas
gliedern den Text für das Lesen.
Um den Papagei nicht hungern zu lassen, geht er Papsgeienfutter bei der Nachbarin borgen, ihr dabei versi¬
chernd, es morgen doppelt und dreifach zu ersetzen.
Satzgefüge aus Hauptsatz und anderen abhängigen Sätzen werden durch Komma getrennt
1471
Die wichtigsten Kommanegeln im Überblick
Hauptsatz, indirekte Rede
Die Nachbarin meint, er sötte erst einmal ln Ruhe seine Tiere füttern.
Nicht eingeleiteter Gliedsatz, Hauptsatz
Hätte er nicht so gute Nahbarn, wäre das nicht so ein gemütlicher Abend mit Petra geworden.
Aufzählungen einzelner Wörter
Er warein bunter, lustiger, geschwätziger Papagei.
Kein Komma vor und usw.
Er war ein bunter, lustiger und gewschwätziger Papagei.
Kein Komma steht, wenn das Adjektiv mit dem Nomen/Substantiv einen festen Begriff bildet.
Er war ein schlauer alter Hase.
Das ist kein Hase, sondern ein Mensch. Man kann es auch nicht umdrehen:
Erwarein alter, schlauer Hase.
Hier schreibt man mit Komma - und das ist dann ein Mümmelmann.
Aufzählungen gleichrangiger Wörter, Wortgruppen und Sätze werden durch Komma getrennt, wenn kein
Bindewort steht
Aufzählungen von Wortgruppen, bei und, oder usw. ohne Komma
Der Hase schnappte sich die Möhre, hoppelte ins Wohnzimmer, kroch unter die Couch und mümmelte an seinem
Futter.
Aufzählungen von Gliedsätzen
Weil Hase und Papagei sich gut vertrugen, weil sie sogar miteinander spielten und weil Peter und Petra ihre Lieb¬
lingstiere bei sich hatten, war der häusliche Friede gesichert.
Zu Aufzählungen von ganzen Sätzen siehe oben Satzreihen.
Anreden, Ausrufe, Herausstellungen, Einschübe, Zusätze und Nachträge werden gewöhnlich durch Kom¬
ma abgetrennt
Anreden trennt man durch Komma ab:
Liebe Petra,
füttere bitte den Hasenl
Bello, lass dasl
Denkst du, liebe Petra, bitte an das Hasen futter.
In der Schweiz setzt man in Briefanreden kein Komma, und man schreibt dann groß weiter:
Liebe Petra,
Füttere bitte den Hasen!
Ausrufe, die betont sind, trennt man durch Komma:
Pfui, das darfst du nicht.
Das tut, aua, ganz schön weh.
Wenn Ausrufe nicht hervorgehoben werden, kann man ohne Komma schreiben:
Ach lass mich doch in Ruhe!
Betonte Bejahungen, Verneinungen, Bitten trennt man mit Komma ab:
Ja, das hast du gut gemacht
Bring doch, bitte, Papageien futter mit!
Ohne Hervorhebung setzt man kein Komma:
Ach komm doch einfach vorbei!
Aber komm bitte einmal pünktlich!
Einschübe schließt man gewöhnlich durch Komma ein:
Petras Papagei, ein schöner Ara, schwätzte oft laut drauflos.
(Grammatisch: Apposition)
Jetzt endlich, nach einem halben Jahr, haben sich die Tiere aneinander gewöhnt.
Peter hatte, trotz aller guten Vorsätze, mal wieder das Papageienfutter vergessen.
Man kann die Kommas weglassen, wenn der Einschubdicht angeschlossen ist. Das gilt zum Beispiel bei Beinamen;
KariderKahle, Elisabeth die Zweite,....
Weitere Beispiele:
Die ganze Familie einschließlich Hase und Papagei machte einen Sonntagsausflug.
Nachträge werden durch Komma abgetrennt:
Es gab für alle Weihnachtsgeschenke, sogar für die Tiere.
Alle freuten sich, vor allem der Mümmelmann.
Man sollte sich wichtige Elnieitewörter für solche Nachträge merken:
also, besonders, das heißt (d. h.), dBsist(d. L), genauer, insbesondere, riämßch, sogar, und zwar, vor altem, zum
Beispiel (z. B.) t
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